# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b869e29e-d166-4b9a-a25d-68636e488ecf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene
X._
verfügt über einen Lehrabschluss im kauf
männischen Bereich (Urk. 7/2/5
,
Urk.
7/14/3
)
und arbeitete ab April 2016 zu 100 % als Geschäftsführer bei der
Y._
AG (Urk. 7/
2/6
). Am
2
9.
März 2018, bei der IV-Stelle eingegangen am
1
0.
April 2018
,
meldete er sich unter Hinweis auf
eine seit Dezember 2015 bestehende psychische Erkrankung (Urk. 7/2/6)
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
2
). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen
,
wobei
sie namentlich das von der Krankentag
geld
versicherung
bei deren Vertrauensarzt
eingeholte
psychiatrische Konsilium
des
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
1.
Januar 2019 zu den Akten
nahm
(Urk. 7/
14
).
A
m 7.
Februar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines Gesundheitszustands seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich (
Urk.
7/15
, vgl. auch Urk.
7/18/3
).
Nachdem
Dr.
med.
A._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), in ihrer Stellungnahme vom
9.
Mai 2019 von einer Steigerbarkeit der Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit auf 80
%
ausgegangen war (Urk. 7/18/4-5), stellte die IV-Stelle dem Versicherten m
it Vorbescheid vom
1.
Oktober 2019 die Verneinung eines Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen oder
eine
Invalidenrente in Aussicht (Urk. 7/
19
). Dagegen erhob der Versicherte am
31. Oktober 2019 unter Beilage des Berichts des behandelnden
Dr.
med.
B._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
3.
November 2018
Einwand (Urk. 7/
24-25
). Daraufhin
nahm
die IV-Stelle weitere Berichte behandelnder Ärzte
zu den Akten
(Urk. 7/33
und
Urk.
7/36)
, wozu der Versicherte
am 1
0.
März 2020 Stellung nahm (Urk.
7/40).
Zudem liess
die IV-Stelle
den Ver
sicherten
durch das
C._
poly
disziplinär begutachten (G
utachten vom
8.
März 2021, Urk.
7/
54/2 ff.
).
Daraufhin legte sie das Dossier erneut dem RAD vor, für welchen
Dr.
A._
am 1
5.
März 2021 Stellung nahm (
Urk.
7/55/4-7)
. Gestützt auf die Ressourcen
prüfung durch die Kundenberaterin (
Urk.
7/
56
)
stellte
d
ie
IV-Stelle
dem Ver
sicherten mit
Vorbescheid vom 21. Juni 2021
die Ablehnung seines Leistungs
begehrens in Aussicht
(Urk. 7/
57
), wogegen dieser am 2
5.
August 2021
, ergänzt am 2
3.
September 2021 unter Beilage des Berichts der Psychiatrie
s
pitex vom 2
1.
September 2021,
opponierte (Urk. 7/60
und
Urk.
7/62-63
).
Am 4.
Oktober 2021 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 7/
65
= Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
4.
Oktober 2021 erhob der Versicherte mit Eingab
e
vom
8.
November 2021 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Es sei die Verfügung vom
4.
Oktober 2021 aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzu
sprechen, rückwirkend ab
1.
Oktober 2018.
2.
Eventualiter sei die Verfügung vom
4.
Oktober 2021 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks ergänzender Ab
klärung des medizinischen Sachverhalts sowie der Funktions
ein
schränkung der Gesundheitsschädigung beim Beschwerdeführer mittels einer stationären Begutachtung in der
D._
oder in einer BEFAS, um anschliessend neu über einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu ent
scheiden.
3.
Es sei die Verfügung vom
4.
Oktober 2021 aufzuheben und in einem parallelen Verfahren die Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen. Im Rahmen eines Eingliederungsplanes sei zuerst eine Potential
abklärung sowie ein Belastbarkeitstraining durchzuführen, bevor an
schliessend neu über einen Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere berufliche Massnahmen entschieden wird.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
, zzgl. Mehrwertsteuer, zu Lasten der Gegenpartei»
.
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 3
1.
Januar 2022 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer
am 7. Februar 2022 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das
heisst
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht
;
GSVGer
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 4. Oktober 2021
auf den Standpunkt, es liege ein s
chlüssiges Gutachten des
C._
Basel vom
8.
März 2021 vor. Darin werde zwar eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, doch verfüge der Beschwerdeführer über genügend Ressourcen, um dennoch ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Auch aus dem im Vorbescheidverfahren eingereichten Bericht der Psychiatrie
s
pitex gehe keine Erwerbsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen hervor, sondern eine Motivationslosigkeit
. Da kein invalidisierendes Leiden vorliege, seien sodann auch keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde vom
8.
November 2021
da
gegen
ein,
die Beschwerdegegnerin sei in unbegründeter Weise sowie unter Ab
weichung
sowohl
vom
C._
-Gutachten
als auch von der RAD-Stellungnahme
davon ausgegangen, es liege kein invalidisierendes Leiden vor, was
unzutreffend sei
. Die Ressourcenprüfung durch die IV-Kundenberaterin sei in einseitiger und damit willkürlicher Weise erfolgt
(
Urk.
1 S. 5
-6
).
Vielmehr würde
eine solche
auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (
Urk.
1 S. 7).
Namentlich sei das selbst
limitierende Verhalten anlässlich der neuropsychologischen Testung mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf
die Persönlichkeitsstörung zurückzu
führen (
Urk.
1 S. 6-7).
Sodann habe sich die Kundenberaterin nicht mit den Berichten der Psychiatriespitex sowie
des behandelnden Psychiaters
D
r.
B._
aus
einandergesetzt (
Urk.
1 S. 7-9).
Indem sie ohne sorgfältige Plausibilitätsprüfung auf die unbegründete, im Widerspruch zu den medizinischen Akten stehende Ressourcenprüfung durch die Kundenberaterin
abgestellt habe, habe die Beschwerdegegnerin sowohl die Offizialmaxime als auch die ihr obliegende Sub
stantiierungspflicht verletzt.
Daher sei die angefochtene Verfügung bereits aus formellen Gründen aufzuheben (
Urk.
1 S. 9).
Im Übrigen sei s
eine Rest
arbeits
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht verwertbar
, weshalb eine voll
ständige Invalidität vorliege
und er rückwirkend ab
1.
Oktober 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe
(
Urk.
1 S. 8
-10
).
Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, seine Eingliederungsfähigkeit in einer
Beruflichen Abklärungsstelle (
BEFAS
)
oder in der
D._
stationär ergänzend abzuklären, da die
C._
-Gutachter eine Rest
arbeitsfähigkeit explizit nur unter der Bedingung eines nieder
schwelligen Ein
stiegs attestiert hätten
. Auch diesbezüglich habe die Beschwerdegegnerin
Unter
suchungs
- und Offizialmaxime verletzt
(
Urk.
1 S. 12).
3.
3.1
Dem Bericht
des behandelnden
Psychiater
s
Dr.
B._
vom 1
3.
November 2018 ist zu entnehmen,
der Beschwerdeführer leide vermutlich seit Jahren an einer bipolaren Störung, aktuell mit mittelgradiger depressiver Symptomatik
(Urk.
7/24
/1
)
. Aufgrund der psychischen Beschwerden bestehe eine 100%ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit seit dem 1
4.
Mai 201
8.
Es bestünden eine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung
und der Beschwerdeführer ermüde
schnell. Es könne mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden, jedoch sei unbekannt ab wann (Urk. 7/24/2).
3.2
Dr.
Z._
untersuchte den Beschwerdeführer am
8.
Januar 2019 im Auftrag der Krankentaggeldversicherung (Urk. 7/14/1).
Dr.
Z._
führte in seiner Beurteilung
vom 2
1.
Januar
2019 aus,
die Stimmung sei erkennbar zum depressiven Pol hin verschoben, was durch Dissimulation, äussere Erscheinung und verlangsamte Sprachproduktion zum Teil maskiert werde. Anhand der Kriterien des ICD-10 l
ie
ge eine schwere depressive Störung vor, das Rating mit der Hamilton-Depressionsskal
a
beurteile die Symptomatik hingegen als leicht, was durch die Dissimulationsneigung des Beschwerdeführers erklärbar sei. Er diagnostiziere daher aktuell eine mittelgradige depressive Episode
. Da in der Ver
gangenheit mindestens eine submanische Phase beobachtet worden sei, sei die Diagnose einer bipolaren Störung (Typ II), gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
,
zu stellen (ICD-10 F31.3).
Differentialdiagnostisch
sei aber auch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
,
in Erwägung zu ziehen, da die frühere submanische Phase auch durch unerwünschte Wirkungen einer antidepressiven Medikation hervorgerufen worden sein könnte, zumal bipolare Störungen in der Regel vor dem 3
0.
Lebens
jahr diagnostiziert würden und es keine hereditäre familiäre Vorbelastung gebe
. Au
fgrund des ausgeprägten Antrieb
s
mangels und der Interessenlosigkeit sei die völlige Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers für die bisherige Tätigkeit
aus
gewiesen
, und da die Gesamtpersönlichkeit betroffen sei auch für
allfällige Ver
weistätigkeiten,
wenn man das labile Gleichgewicht beim Vorliegen einer bipolaren Störung berücksichtige
(Urk. 7/14
/8
)
.
3.
3
RAD-
Ärztin
Dr.
A._
ging a
m
9.
Mai 2019
von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit aus
,
hielt
jedoch
fest, das Krankheits
bild habe sich bereits gebessert und es sei eine weitere sukzessive Besserung und Stabilisierung zu erwarten.
Sie prognostizierte, die depressive Symptomatik werde im Laufe des Jahres vollständig remittieren.
Dementsprechend ging sie von einer ab
1.
Juni 2019 steigerbaren Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus
, welche ab
1.
November 2019 80
%
betrage. Für die bisherige Arbeitstätigkeit erachtete sie die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
als dauerhaft. Mittelgradig ein
geschränkt
seien
sowohl die Fähigkeit zur Anwend
u
ng fachlicher Kompetenzen
als auch Flexibilität und Umstellungsfähigkeit. Ebenfalls beeinträchtigt s
ei
die Durchhaltefähigkeit durch die depressive Symptomatik und die Tagesmüdigkeit. Ebenso bestünden Einschränkungen der Selbstbehauptungs- sowie der Kontakt- und Gruppenfähigkeit
. Es handle sich um eine schw
ere psychi
sche Erkrankung, weshalb eine längere Stabilisierungsphase gerechtfertigt sei
(Urk. 7/18/4-5)
.
3.4
Am
8.
März 2021 erstatteten die Experten des
C._
ihr
neurologisch-inter
nistisch-psychiatrisch-neuropsychologisches Gutachten (
Urk. 7/54/2 ff.).
Sie hielten fest, im internistischen Bereich lägen ein metabolisches Syndrom (Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Adipositas, Dyslipidämie) sowie als weiterer kardiovaskulärer
Risikofaktor ein chronischer Nikotinabusus vor, wobei die Blutzuckereinstellung ungenügend sei (
Urk.
7/54/7).
Auch der Blutdruck sei bei der Untersuchung zu hoch gewesen (
Urk.
7/54/8). Im neurologischen Bereich beschrieben die Sachverständigen ein
residuelles
leichtes
cerebelläres
Syndrom, nach wahrscheinlich einer parainfektiösen
Cerebellopathie
im Rahmen einer Legionellen-Pneumonie rechts im August 2019
, sowie eine leichtgradige distal-symmetrische sensomotorische Polyneuropat
h
ie,
anzunehmenderwei
se
diabetischer Genese
. Die
von
Dr.
B._
vermutete schlechte Gehirndurch
blutung (vgl.
Urk.
7/33/3
, 7/33/5
)
habe sich indes nicht erhärten lassen
(Urk. 7/
54/8
-9, Urk.
7/54/
12)
.
Aus neurologischer Sicht bestünden Einschränkung
en
für Tätigkeit
en
mit höheren Anforderungen an das Gl
e
ich
gewichtssystem sowie für solche mit sehr hohen Anforderungen an die Fein
motorik (
Urk.
7/54/13).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Experten
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
(Urk. 7/54/11). Diese habe
d
er
Beschwerdeführer
über viele Jahre gut kompensieren können. Durch einen beruflichen Umbruch und sein Scheitern seien seine Persönlichkeits
aspekte stärker zum Tragen gekommen, sodass er sich bisher nicht wieder habe integrieren können. Bei der vollen Verantwortung für seine Tätigkeit - Selbständigkeit als Stahlhändler - sei es dann rasch zur Dekompensation
mit Suizidversuch
gekommen. Der Erfolg sei ausgeblieben und der Konkurs habe zu einer starken Kränkung geführt.
De
r
Beschwerdeführer
habe mit depressiv-ängst
lichen Symptomen reagiert. Zusätzlich erlebe er die körperlichen Erkrankungen als bedrohlich, übernehme aber diesbezüglich keine Eigen
verantwortung (Urk. 7/54/10
-11
)
. Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen
die Sach
verständigen
namentlich der rezidivierenden depressiven Störung
zu
,
da diese
gegenwärtig unter Medikation mit Fluoxetin
remittiert
gewesen sei
(Urk. 7/54/
10-
11).
Weiter führten sie aus psychiatrischer Sicht aus, die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung sei nicht ganz nachvollziehbar, zumal die submanische Phase im Rahmen der Venlafaxin-Einnahme geschildert worden sei und es sich um eine Nebenwirkung davon handeln könne. Im weiteren Verlauf sei der Beschwerde
führer
als depressiv
beschrieben worden, wobei es immer reaktiv depressive Episoden in Umbruchphasen und mit ängstlicher Komponente gewesen seien (Urk. 7/54/10).
Die Testwerte der neuro
psychologischen Testung seien nur ein
geschränkt valide. Wären die Befunde valide, wäre eine leichte neuro
psychologische Störung objektiviert. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers aufgrund eines selbst
limitierenden Verhaltens unterschätzt werde (Urk. 7/54/11).
Das selbstlimitierende Verhalten sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit mit der Persönlichkeitsstörung
zu erklären (
Urk.
7/54/14).
Der Hauptbelastungsfaktor liege in der Persönlichkeitsstruktur
respektive -störung begründet. Mit dem Wechsel in die Selbständigkeit Anfang 2016 habe der Beschwerdeführer das strukturierende und schützende berufliche Umfeld ver
loren, in dem er während Jahrzehnten problemlos «funktioniert» habe. Der Selbständigkeit und der damit verbundenen Verantwortung sei er aufgrund
sein
er Persönlichkeitsstr
u
ktur nicht gewachsen gewesen. Das S
ystem sei da
her dekompensiert (Urk. 7/54/13).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei de
r Beschwerdeführer seit dem 20.
Dezember 2017 (Zeitpunkt des Klinikeintritts
nach
Suizidversuch, vgl.
Urk.
7/33/2,
Urk.
7/
14/5
und
Urk.
7/54/41)
zu 100
%
arbeits
unfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer arbeitsfähig, allerding
s
unter der Bedingung, dass der Einstieg niederschwellig mit zum Beispiel 30
%
und dann schrittweiser Steigerung erfolge. Der Beschwerdeführer brauche eine Tätigkeit, die wenig Anforderungen an Flexibilität, Umstellungs
fähigkeit und Durchhaltefähigkeit stelle. Bei Gruppen habe er Schwierigkeiten sich unterzuordnen, sei wenig konfliktfähig und leicht kränkbar. Er müsse die Tätigkeit in Eigenregie mit begrenzter Verantwortung aus
führen können. Er habe zudem Schwierigkeiten, Tätigkeiten zu delegieren und Pausen einzulegen. Er reagiere primär motiviert, könne aber seine Leistung nicht richtig einschätzen und seine Tätigkeit nicht kontinuierlich ausführen. Die Tätig
keit müsse ihm adäquat ersch
ei
nen, ansonsten er gekränkt reagiere. Er benötige Anerkennung und Zuwendung. Diese Einschätzung gelte ab etwa drei Monate
n
nach der letzten Hospitalisation in
F._
, welche am
7.
Mai 2018 geendet habe, somit etwa ab August 201
8.
Seither sei unter versicherungs
medizinischen Aspekten mit aus
gewogenem Arbeitsmarkt von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit auszugehen. Unter realen Bedingungen sowie unter Berück
sichtigung der Einschränkungen sei die Reintegration
in
den ersten Arbeitsmarkt sehr ein
geschränkt bis unmöglich
. Überdies sei
d
er
Beschwerdeführer
vom 17.
August
2019
bis Ende 2019 wegen einer Legionellen-Pneumonie
, mithin somatisch bedingt,
vollständig arbeitsunfähig gewesen
(Urk. 7/54/14-15).
3.5
RAD-Ärztin
Dr.
A._
hielt
am 1
5.
März 2021
zusammengefasst fest, auf das polydisziplinäre Gutachten
könne abgestellt werden. Es sei von einem dauerhaften Gesundheitsschaden in Bezug auf die angestammte Tätigkeit auszu
gehen
(U
rk.
7/55/4-7).
3.
6
Die diplomierte Pflegefachfrau Psychiatrie
,
E._
,
führte am
21.
September 2021
aus, sie betreue den Beschwerdeführer seit dem 2
5.
April 2019 - mit einer Pause von rund drei Monaten - jeweils einmal pro Woche während ein bis zwei Stunden. Der Beschwerdeführer leide an einer massiven Antriebs- und Motivationslosigkeit. Seit der Legionellen-Erkrankung im August 2019 sei es zusätzlich zu einer psychomotorischen Verschlechterung gekommen
, namentlich im Bereich der
Konzentration sowie hinsichtlich einer Verlang
samung im Denkprozess. Der Beschwerdeführer schaffe es nicht, aktiv zu werden, ohne dass dies von einer aussenstehenden Person beeinflusst werde. Dies wirke sich auch auf den somatischen Gesundheitszustand negativ aus. Zudem falle dem Beschwerdeführer das Knüpfen sozialer Kontakt
e
aufgrund seiner Ein
schränkungen schwer. Eine Erwerbstätigkeit erscheine lediglich im geschützten Rahmen als zumutbar (Urk.
7/62).
4.
4.1
D
as
C._
-Gutachten vom
8.
März 2021 ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und es wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. So
dann beantwortet es sämtliche Fragen, erscheint in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge als einleuchtend und begründet die Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise.
Die gutachterliche Beurteilung wurde denn auch von keiner der Parteien gru
ndsätzlich in Zweifel gezogen, sondern es ist lediglich umstritten, welche Schlüsse daraus aus juristischer Sicht zu ziehen sind.
Nach dem Gesagten
erfüllt
das
C._
-Gutachten vom
8.
März 2021
die Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (
vgl.
E. 1.
5
vorstehend
).
4.2
4.2.1
Von der aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ent
scheid aus rechtlicher Sicht nach Durchführung einer Ressourcenprüfung ab (vgl. BGE 141 V 281, 143 V 418;
Urk.
7/56/3,
Urk.
2 S. 2).
Da es recht
sprechungsgemäss nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen liegt, abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu ent
scheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorüber
gehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1), kann aus rechtlicher Sicht von einer medizinischen Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweis
wert ver
liert (BGE 144 V 50 E.
4.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_611/2018 vom 28. März 2019 E. 4.3.1). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den ver
sicherungsmedizinischen
Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundes
gerichts 9C_194/2017 vom 29. Januar 2018 E. 6.2.2).
Anhaltspunkte für eine Aggravation oder eine ähnliche Erscheinung, welche die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem Prüfungsraster gemäss BGE 141 V 218 erübrigen würde, sind im
C._
-Gutachten nicht ersicht
lich.
Die Konsistenz wurde als prinzipiell gegeben erachtet (Urk. 7/54/14).
Bei der neuropsychologischen Testung zeigte der Beschwerdeführer zwar ein selbst
limitierendes Verhalten, doch wurde dieses als Verdeutlichung aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung
interpretiert (Urk. 7/54/62-63
,
Urk.
7/54/14
), wobei eine
Selbstlimitierung
eine
Indikatorenprüfung
ohnehin
nicht ausschliesst.
4.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
4.2.3
Hinsichtlich des Indikators der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome im Sinne der Schwere des Krankheitsgeschehens (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1) führte das Bundesgericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, dass eine Diagnose in grundsätzlicher Hinsicht selbst bereits ein Schweregradindikator sein könne, soweit darin ein Bezug zum Schweregrad der Erkrankung bestehe; ins
besondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweise. Fehle in der Diagnose aber diese Schweregradbezogenheit, zeige sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen
Relevanz erst bei deren funktionellen Auswirkungen. Ein Leiden als leicht einzu
stufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert sei und ihm bereits deshalb eine versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abzusprechen, gehe daher fehl (E. 5.2.2). Entscheidend bleibe letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung (E. 6).
Die von der psychiatrischen Gutachterin des
C._
gestellte Diagnose
(mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung
weis
t
k
einen Bezug zum
Schweregrad
auf,
weshalb der Schweregrad anhand der funktionellen Auswirkungen zu betrachten ist. Der Beschwerdeführer ist zwar noch in der Lage, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten und sich fort
zu
be
wegen. Es liegen allerdings Einschränkungen vor in Flexibilität, Um
stellungs-,
Durchhalte
- und Gruppenfähigkeit (Urk. 7/54/12), die
sich in den
in Frage kommenden Erwerbstätigkeiten durchaus
auswirken
können.
Eine invalidi
sierende Störung kann nicht
von
v
ornherein ausgeschlossen werden.
Ent
scheidend und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen is
t, ob nach den übrigen Standard
indikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten funktionellen Aus
wirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktions
bereichen dadurch be
dingt beein
trächtigt ist (
BGE 143 V 418
E. 5.2.3
mit Hinweisen
).
4.
2
.4
Betreffend den Schweregradindikator des Behandlungserfolges oder der Behandlungsresistenz (Verlauf und Ausgang von Therapien) im Hinblick auf den Schweregrad der Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2)
ist festzu
halten, dass
der Beschwerdeführer mehrmals stationär hospitalisiert war, dass er sich in fortlaufender psychiatrischer Behandlung befindet und regelmässig Medikamente einnimmt
(Urk. 7/54/
5-
6, 7/54/50, 7/54/53,
7/24/1, 7/33/2-3
, 7/3, 7/7/18
)
.
Zudem nimmt er einmal pro Woche die Dienste der
Psychiatrie
s
pitex in
Anspruch (
Urk.
7/62/1).
Dass die ambulante Psychotherapie und die Pharmako
therapie einen günstigen Effekt
haben
und
deshalb (mit gewissen Optimierungen)
fortgesetzt werden sollten (Urk. 7/
54/
5
3
), bedeutet nicht, dass dem Beschwerde
führer die weiterhin vorhandenen Therapiemöglichkeiten angelastet werden könnten, wie die Kundenberaterin dies sinngemäss tut (Urk. 7/56/3), zumal nicht ersichtlich wäre, dass der Beschwerdeführer empfohlene psychiatrische Behandlungsmöglichkeiten abgelehnt hätte. Überdies
weist
auch
der erhobene
Medikamentenspiegel
keine Auffälligkeiten auf, welche
auf das N
ichtbefolgen der
verordneten
Medikation hin
deute
n würde (Urk. 7/54/66).
4.
2
.5
Die
remittierte Depression ist nicht als Komorbidität zu sehen, da ihr
aufgrund der Remission zurzeit
keine ressourcenmindernde Wirkung zukommt. Jedoch sind auch die körperlichen Begleiterkrankungen zu berücksichtigen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Die somatische Situation des Beschwerdeführers präsentiert sich un
günstig. Er leidet an einem metabolischen Syndrom und hat bisher noch keinen
geeigneten
Um
g
ang mit dem Diabetes mellitus gefunden (
Urk.
7/54/52)
;
der Blut
zucker ist nicht optimal eingestellt (Urk. 7/54/30)
.
Zudem
liegt
ein
erheblicher
chronische
r
Nikotinabusus
vor
(Urk. 7/54/29),
der
sich zusammen mit der Adi
positas prognostisch negativ auswirkt (Urk. 7/54/30)
.
Anlässlich der Begut
achtung war sodann der Blutdruck zu hoch (Urk. 7/54/29). Des Weiteren
leidet der Beschwerdeführer an einem
residuellen
leichten
cerebellären
Syndrom bei Status nach wahrscheinlich parainfektiöser
Cerebellopathie
im Rahmen einer Legionellen-Pneumonie rechts im August 2019 (
Urk.
7/54/36). Diese wirkt sich insoweit einschränkend auf das Zumutbarkeitsprofil aus, als
Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an das Gleichgewichtssystem sowie solche mit sehr hohen Anforderungen an die Feinmotorik nicht in Frage kommen (Urk. 7/54/39).
4.
2
.6
I
n Bezug auf die Persönlichkeit
ist die Persönlichkeitsstörung des Beschwerde
führers mit der narzisstischen Kränkung, dem tiefen Selbstwert und dem Versuch des Kompensierens von entscheidender Bedeutung für die berufliche Situation. Die Persönlichkeitsstörung hat zur Folge, dass der Beschwerdeführer einen ange
passten Arbeitsplatz benötigt (Urk. 7/54/53).
4.
2
.7
Beim Komplex «sozialer
K
ontext»
ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerde
führer in einer langjährigen
stabilen
Partnerschaft lebt und sowohl seine Mutter als auch seine Schwester regelmässig trifft
, wobei die Partnerin einen Grossteil der Haushaltsarbeit verrichtet und den Beschwerdeführer zum Beispiel zur Begut
achtung gefahren hat
(
Urk. 7/54/23, 7/54/27
, 7/54/45,
Urk. 7/54/50-51, 7/54/57
,
Urk.
7/33/5
). In einer Clique ist er im Gegensatz zu früher nicht mehr (Urk. 7/
54/45
), doch insgesamt wirkt sich das zwar kleine, aber
intakte
und unterstützende
familiäre und soziale Umfeld
nach dem Gesagten
günstig auf
seine
Ressourcen
aus
, was
auch
aus gutachterlicher Sicht bestätigt wurde
(Urk. 7/54/14
).
4.
2
.8
Beweisrechtlich relevant ist sodann der Aspekt der Konsistenz mit den ver
haltensbezogenen Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4) im Sinne einer Konsistenz
prüfung der Folgenabschätzung aus dem festgestellten funktionellen Schwere
grad der psychischen Störungen (BGE 141
V
281 E. 4.3).
In Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäten
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1) ergibt sich aus den Akten, dass
der Beschwerdeführer
beispielsweise weiterhin
Cabriofahrten
sowie Ausflüge
zum Beispiel
in die Berge und Reisen in
Nachbar
länder
unternimmt
(Urk. 7/54/23,
Urk.
7/54/42
,
Urk.
7/54/45
).
Dass er sich selber als überhaupt nicht mehr erwerbsfähig sieht (Urk. 7/54/51), korreliert nicht damit.
Handkehrum
liegen
i
n Übereinstimmung mit dem beruflichen
Bereich
auch im privaten Lebensbereich insoweit
gewisse
Einschränkung
en
vor
, als der Beschwerdeführer
etwa
das Skifahren aufgegeben und sich sozial - abgesehen vom Kontakt zu seiner Partnerin sowie zu Mutter und Schwester
- zurückgezogen hat (vgl. Urk.
7/54/23, 7/54/45, 7/54/57, 7/33/3).
Behandlungsanamnestisch ist ein Leidensdruck ausgewiesen, zumal sich der Beschwerdeführer bereits mehrmals stationär psychiatrisch
hat
behandeln lassen, regelmässig ambulante Psychotherapie in Anspruch nimmt und
medikamenten
compliant
ist (vgl. E. 4.2.4 vorstehend), obwohl sich die Medikamente nicht gewichtsneutral auswirken (Urk. 7/54/53).
Unter Berücksichtigung namentlich der sozialen Ressourcen und bei prinzipiell gegebener Konsistenz (Urk. 7/54/14) schlossen die Experten auf eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Inhaber eines Betriebs für Stahlhandel
, jedoch auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit (Urk. 7/54/14-15).
Die gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung hält damit entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin
der Konsistenz
prüfung stand. Das
selbstlimitierende
Ver
halten de
s Beschwerde
führer
s anlässlich der neuropsychologischen Testung
wurde von den
Gutachterpersonen
auf die psychische Erkrankung, insbesondere die kombinierte Persönlichkeitsstörung, zurückgeführt und als unbewusst bewertet (Urk. 7/54/62).
Die Sachverständigen
berücksichtigten dies zudem bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
, indem sie festhielten, es sei davon auszu
gehen, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers unter
schätzt werde (Urk. 7/54/64).
Die Indikatorenprüfung ergibt insgesamt, dass die funktionellen Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigungen medizinisch-gutachterlich schlüssig und differenziert erfasst wurden und die Arbeitsunfähigkeit von
10
0 %
(
lediglich
)
in
angestammter
Tätigkeit
als begründet erscheint. Es besteht daher kein Anlass, von der
gutachterlichen Beurteilung ab
zuweichen.
4.2.9
Die Kundenberaterin
respektive die Beschwerdegegnerin
zeigte zwar vorhandene Ressourcen auf (
Urk. 2 S. 2, Urk. 7/56/2-3)
, welche gegen eine
- auch von den Gutachtern nicht angenommene -
vollständ
i
ge Erwerbsunfähigkeit sprechen,
doch lassen diese
Ressourcen
nicht
auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit in
einer ähnlichen Position wie in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit schliessen
. Vielmehr ist
eine solche selbständige Tätigkeit nicht mehr zumutbar, nachdem die
Gut
achter überzeugend dargelegt haben, dass es infolge des Wegfalls der
stabilisierenden äusseren Strukturen zur
«
Demaskierung der Persönlichkeits
störung
»
gekommen ist (Urk. 7/54/53)
.
Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer e
iner Tätigkeit mit einer sehr hohen Verantwortung aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur nicht gewachsen
ist
(Urk. 7/54/13).
Namentlich die Reduktion der sozialen Kontakte auf wenige Personen
(vgl.
Urk.
7/54/23,
7/54/45
,
7/54/57,
7/33/3
)
stützt die gutachterlich beschriebene Einschränkung des Beschwerdeführers in der Gruppenfähigkeit (vgl.
Urk.
7/54/52).
Cabriofahren
nannte der Beschwerdeführer zwar weiterhin als Hobby (Urk. 7/54/23), doch lässt sich daraus - auch angesichts der erfolgten Fahrausweisentzüge (Urk. 7/54/44) - nichts Positives ableiten hinsichtlich seiner für die angestammte (oder eine ver
gleichbare) Tätigkeit erforderlichen Funktionsfähigkeiten. Nach dem Gesagten überzeugt die gutachterliche Beurteilung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit
(Urk. 7/54/53)
, nicht hingegen die davon
abweichende Beurteilung der Kundenberaterin
, es liege kein relevanter Gesundheitsschaden vor
.
Folglich ist die Begründung
in
der angefochtenen Verfügung nicht zutreffend. Die Beschwerdegegnerin hätte einen Einkommensvergleich durchführen müssen und den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nicht einfach ohne weitere Prüfung und unter Hinweis darauf, dass gar kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege, verneinen dürfen.
4.3
Der Beschwerdeführer hatte sich explizit auch für Eingliederungsmassnahmen bei der Invalidenversicherung anmelden lassen
, namentlich für Berufsberatung, sozialberufliche Rehabilitation und Arbeitsvermittlung
(
Urk.
7/3)
. Die
C._
-Gutachter hielten betreffend berufliche Massnahmen fest, unter Berücksichtigung der zahlreichen Einschränkungen sei es offensichtlich, dass der Beschwerdeführer eine Hilfestellung beim F
inden
einer geeigneten Arbeitstätigkeit und auch in der Einarbeitungsphase benötige (Urk. 7/54/16).
Nachdem die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf Ein
gliederungsmassnahmen zu Unrecht überhaupt nicht geprüft hat, ist d
ie Sache an
sie
zurückzuweisen
(E. 1.6 vorstehend)
, damit
sie
die geeigneten Eingliederungs
massnahmen beruflicher Art prüfe und
gegebenenfalls
durchführe
.
4.
4
Die
Experten
des
C._
hielten
einerseits
fest, der Einstieg in die Arbeitstätigkeit müsse
niederschwellig
,
mit zum Beispiel 30
%
,
beginnen und dann
schrittweise
gesteigert werden (Urk. 7/54/14)
. A
ndererseits
gaben sie an
, die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
betrage 100
%
(Urk. 7/54/53) und
gelte seit
circa
August 2018
(Urk. 7/54/15)
. Indem
die Sachverständigen
diesen Zeitpunkt rund drei Monate
nach dem Klinikaustritt
vom 7. Mai 2018 (vgl.
Urk.
7/7/15)
festlegten, berücksichtigten sie wohl eine während dieser drei Monate aufbaubare Arbeits
fähigkeit. Demnach ist ihre Beurteilung nicht widersprüchlich. Auch falls die volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erst etwas später anzunehmen wäre, wäre sie auf jeden Fall im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
sechs Monate nach Eingang der Anmeldung bei der Invalidenversicherung
(Art. 29
Abs.
1 IVG)
- mithin im Oktober 2018 - gegeben.
Des Weiteren führten auch die
behandelnden Personen
der Sanatorium
F._
AG am 15.
Mai 2018 aus, bei regelmässiger ambulanter Betreuung und psychopharmakologischer Behandlung sei mittelfristig eine weitere Zustandsverbesserung und somit ein beruflicher Wiedereinstieg im ersten Arbeitsmarkt nicht ausgeschlossen (Urk. 7/7/20). Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten sie nur für die Dauer der Hospitalisation. Im Übrigen hielten sie fest, der Beschwerdeführer sei eingeschränkt durch eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, einen reduzierten Antrieb sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit. Umfang sowie Auskünfte über eine zumutbare Belastung seien abhängig vom Verlauf und ambulant zu evaluieren
(Urk. 7/7/19).
Am 9. April 2018 hatte die Sozialarbeiterin der Sanatorium
F._
AG zuvor
den Beschwerdeführer bei der IV-Stelle zur beruflichen Integration angemeldet und dabei angemerkt, das Behandlungsteam gehe davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch geeignete invalidenversicherungsrechtliche Mass
nahmen erhalten bleiben könnte (Urk. 7/3).
Auch
vor diesem Hintergrund erscheint die
gutachterliche Einschätzung der 100%igen Arbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit
als stimmig
.
Die Pflegende der Psychiatriespitex begründete ihre Auffassung, wonach der Beschwerdeführer eine Erwerbstätigkeit lediglich im geschützten Rahmen auf
nehmen könne, im Wesentlichen damit, dass er immer wieder Unterstützung von aussen benötige und keine wesentlichen Fortschritte erzielt habe (Urk. 7/62/2). Dies steht einer E
rwerbstätigkeit auf dem
massgebenden
ausgeglichenen Arbeits
markt
jedoch
nicht entgegen,
da ein solcher
auch
sogenannte Nischenarbeits
plätze
beinhaltet,
also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts
9C_294/2017
vom
4.
Mai 2018
E. 5.4.2
mit Hinweis auf Urteile des Bundesgerichts 8C_514/
2013 vom 29.
August 2013 E. 4.2 und 8C_673/2012 vom 1
6.
Mai 2013 E. 4.3).
Der behandelnde
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer zwar
sowohl
im November 2018
als auch im Januar 2020
weiterhin eine vollumfängliche Erwerbsunfähigkeit
(Urk. 7/24/2 und
Urk.
7/33/5)
, wobei er als Einschränkungen eine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung sowie eine schnelle Ermüdung
(Urk. 7/24/2) respektive eine psychomotorische Hemmung, einen fehlenden
Antrieb, Depressivität und schlechte Konzentrationsfähigkeit (Urk. 7/33/4)
nannte. Dass aufgrund dessen überhaupt keine Tätigkeit zumutbar sein soll, überzeugt nicht,
wurde nicht substantiiert dargelegt
und vermag somit auch keine Zweifel am Gutachten zu erwecken
- und schon gar nicht eine voll
umfängliche Erwerbsunfähigkeit objektiv
zu belegen
, wie der Beschwerde
führer dies sinngemäss postuliert (vgl.
Urk.
1 S. 8)
.
Bereits aufgrund der Erfahrungs
tatsache, dass Hausärzte und allgemein behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte kaum je in Frage (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5). Vorliegend ist zudem denkbar
, dass
Dr.
B._
auf
grund des selbstlimitierenden Verhaltens des Beschwerde
führers von einer zu tiefen Leistungsfähigkeit ausgegangen ist.
4.
5
Der Beschwerdeführer macht geltend,
die Indikatorenprüfung lasse auf eine Arbeitsunfähigkeit
schliessen (
Urk.
1 S. 7
f.
).
Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte kann indes aus einer Indikatorenprüfung nicht resultieren, denn mit einer Indikatorenprüfung wird eine im Rahmen einer psychiatrischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2019 vom 27. Mai 2019 E. 6.7).
4.
6
Des Weiteren bringt
d
er
Beschwerdeführer
vor,
seine
(allfällige)
Restarbeitsfähig
keit sei
aufgrund seine
r
psychiatrischen und neurologischen Funktions
einschränkungen
nicht verwertbar
(
Urk.
1 S.
8
)
.
Er benötige fachärztliche Thera
pie, Psychiatriespitex, Aktivierung, Anleitung sowie aktive Unterstützung und verfüge nicht über ausreichende Ressourcen, um eine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (
Urk.
1 S. 7-10).
Der Beschwerde
führer geht da
bei davon aus, die
C._
-Gutachter hätten ihm eine 100%ige Erwerbsunfähigkeit attestiert (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
17), was nicht zutrifft. Vielmehr gingen sie unter versicherungsmedizinischen Aspekten mit ausgewogenem Arbeitsmarkt von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus
. Zu
gleich hielten sie fest, unter realen Bedingungen dürfte - unter Berücksichtigung der Ein
schränkungen - die Reintegration auf den ersten Arbeitsmarkt sehr ein
geschränkt bis unmöglich sein
(Urk. 7/54/15).
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätig
keiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1). Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichts 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 132 zu Art. 28a).
Demnach steht der Umstand, dass die effektive Eingliederung des Beschwerde
führers schwierig ist, einer Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt nicht entgegen.
Auch die Beurteilung der versicherungsmedizinisch
und
berufsberaterisch
nicht geschulten diplomierten Pflegefachfrau Psychiatrie, wonach eine Erwerbstätigkeit lediglich im geschützten Rahmen ausgeübt werden könne (Urk. 7/62/2),
verkennt, dass rechtsprechungsgemäss vom
(
hypothetischen
)
ausgeglichenen Arbeitsmarkt
aus
zugehen ist, der auch Nischenarbeitsplätze umfasst
.
Der Beschwerdeführer wies zudem auf sein Alter sowie seine Abwesenheit vom Arbeitsmarkt seit Dezember 2017 hin (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
13).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird,
nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
kei
t (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhalts
feststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
Vorliegend stand die medizinische Zumutbarkeit der
Arbeitstätigkeit in angepasster Tätigkeit
mit dem
C._
-Gutachten vom
8.
März 2021
fest. Zu diesem Zeitpunkt war der im
Mai 1963
geborene Beschwerdeführer noch nicht ganz
58
Jahre alt. Bis zum Erreichen des AHV-Alters verblieb ihm folglic
h eine Aktivitätsdauer von gut sieben Jahren, was einer Verwertbarkeit
seiner Arbeits
fähigkeit
keineswegs entgegensteht
, zumal nicht einmal e
ine verbleibende Aktivitätsdauer von
nur noch
rund fünf Jahren bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters die Verwertbarkeit der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit für sich alleine
aus
schliesst (vgl. BGE 143 V 431 E. 4.5.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_687/2018 vom 18. April 2019 E. 4.2 mit Hinweisen).
All
gemein hat das
Bundesgericht für die altersbedingte Unverwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit relativ hohe Hürden aufgestellt (Urteile des Bundesgerichts 9C_755/2020 vom 8. März 2021 E. 5.4.3 und 9C_797/2019 vom 6. Januar 2020 E. 5, je mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer benötigt eine Tätigkeit, welche wenig Anforderungen an Flexibilität, Umstellungsfähigke
i
t und Durchhaltefähigkeit stellt. Nicht geeignet sind sodann Tätigkeiten in Gruppen. Die Tätigkeit sollte in Eigenregie mit begrenzter Verantwortung ausgeführt werden können und dem Beschwerdeführer adäquat erscheinen, damit er nicht gekränkt reagier
t
. Er benötige Anerkennung und Zuwendung (Urk. 7/54/14-15). Ausgeschlossen sind zudem Tätigkeit
en
mit höheren Anforderungen an das Gleichgewichtssystem sowie solche mit sehr hohen Anforderungen an die Feinmotorik (Urk. 7/54/13). F
einmotorische Tätig
keiten sind demnach nicht gänzlich ausgeschlossen, womit dem Beschwer
de
führer noch ein recht weites Spektrum von zumutbaren Hilfsarbeiten offen steht; zu denken ist etwa an leichte Tätigkeiten in den Bereichen Überwachung, Prüfung und Kontrolle (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2015 vom 22. Dezem
ber 2015 E. 5.1). Es kann daher nicht gesagt werden, die zumutbare Tätigkeit sei nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer ent
sprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 4.2.2, 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E.
7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen). Denn rechtsprechungsgemäss umfasst
der aus
geglichene Arbeitsmarkt
- wie bereits ausgeführt
(vgl. vorstehende E. 4.4-4.5) -
auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen
- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Ent
ge
genkommen von Seiten des Arbeit
gebers rechnen können.
Die laut dem
C._
-Gutachten bestehenden Ein
schränkungen sind gemäss gutachterlicher Einschätzung nur im Rahmen des Belastungsprofils einer angepassten Tätigkeit bedeutsam und führen nicht zu einer eigentlichen Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_657/2021 vom 1
0.
Januar 2022 E. 5.1, wo die beschwerdeführende Person ebenfalls an einer Persönlichkeitsstörung litt
[E. 4]
).
Anders als im Urteil des Bundesgerichts 8C_416/2020 vom
2.
Dezember 2020, wo die beschwerdeführende
Betriebsökonomin
nebst der Persönlichkeitsstörung an weiteren psychischen Erkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit litt (E. 3) und
sich
mit der Schwierigkeit konfrontiert sah, eine Stelle mit höchsten intellektuellen Anforderungen bei um 50
%
eingeschränkter Leistungsfähigkeit sowie Sozial
unverträglichkeit in einem Teilzeitpensum zu finden
(E. 5.3.2 am Ende), steht dem über eine kaufmännische Ausbildung verfügenden Beschwerdeführer ein breiterer Fächer an Tätigkeiten offen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_170/2021 vom 2
3.
September 2021 E.
5.1.2.1
). Zudem verunmöglicht die Persönlichkeits
störung des Beschwerdeführers offenbar nicht komplett den Aufbau eines Ver
trauensverhältnisses, befand er sich doch in mehreren langjährigen Arbeits
verhältnissen (Urk. 7/43) und führt eine stabile Beziehung zu seiner Partnerin sowie zu seiner Mutter (Urk. 7/54/14, 7/54/
23, 7/54/27)
.
Eine mehrjährige Ab
wesenheit vom Arbeitsmarkt während des laufenden IV-Verfahrens kommt so
dann regelmässig vor und kann ebenfalls nicht zur Unverwertbarkeit der Arbeits
fähigkeit führen.
V
or diesem Hintergrund
rechtfertigt es sich insgesamt
nicht, auf eine Unverwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit zu schliessen.
4.
7
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, der Beschwerdeführer könne ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (
Urk.
2 S. 2). Sie
führte
indes keinen Einkommensvergleich
durch
(
Urk.
7/64/1). Bei einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wäre dies
aber
notwendig gewesen. Dementsprechend
ist
die Durchführung eines Einkommensvergleichs nachzuholen. Angesichts der Umstände
mit schwankenden zuletzt erzielten Jahreseinkommen (vgl.
Urk.
7/43) und bei
-
aufgrund
einer gewissen Poly
morbidität
-
gegebenenfalls
ermessensweise festzusetzendem Leidensabzug
lässt
sich
insgesamt -
bei
noch zu prüfenden
Eingliederungsmassnahmen
-
bezüglich der
massgebenden
leistungsspezifischen Invalidität
kei
n eindeutiges Resultat erkennen.
Daher
rechtfertigt sich eine Rückweisung in diesem Punkt an die Beschwerdegegnerin.
Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer im Eventualstandpunkt eine
Rückweisung beantragt hat (Urk.
1 S. 2)
, weshalb ihm kein Instanzenverlust zuzumuten ist,
und
da ferner
auch der Anspruch auf Ein
gliederungsmassnahmen
ohnehin
noch
durch die Beschwerdegegnerin
zu prüfen ist
(vgl. vorstehende E. 4.3)
.
In diesem Sinn
e
ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2
;
vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis
), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Nach § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
und Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf die vom Gericht ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses festz
usetzende Prozessentschädigung.
Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von
Fr.
1
’
9
00.-- als an
gemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).