# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b7b766d1-37d4-42c7-a72c-5d8dcf107bf1
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., türkischer Staatsangehöriger, geboren 1963 in B., Türkei, reiste im
November 1987 ohne Visum in die Schweiz ein, nachdem er eigenen Angaben zufolge
in der Türkei und während 13 Jahren in Österreich gelebt hatte, wo er, soweit
ersichtlich, bis 30. Juni 1985 aufenthaltsberechtigt war. Am 29. Juli 1988 heiratete er in
S. A.Y., geboren 1961, Schweizer Bürgerin. Daraufhin wurde X.Y., welcher sich ohne
Bewilligung in der Schweiz aufhielt, am 12. Oktober 1988 eine Aufenthaltsbewilligung
erteilt, welche letztmals bis 31. Oktober 2015 verlängert wurde. Aus seiner Ehe mit A.Y.
gingen die Kinder K.Y., geboren 1988, und L.Y., geboren 1989, hervor, welche beide
über die Schweizer Staatsbürgerschaft verfügen. Seit 1. Dezember 1994 lebten die
Eheleute X.Y. und A.Y. getrennt. Am 12. Dezember 1994 meldete sich X.Y. nach
unbekannt ab. Am 7. Februar 1995 reiste er von der Türkei wieder in die Schweiz ein.
Am 18. Mai 1995 wurde die Ehe geschieden (Vorakten Migrationsamt X.Y. [fortan:
Dossier], S. 7, 11, 15, 18, 23 f., 27, 40, 62, 79, 81 f., 84, 94, 97, 100, 110, 113, 117,
120, 123, 133, 138, 143, 145 f., 149, 154 f., 158, 161, 240, 266, 274, 277, 292, 299,
303, 310, act. 6, S. 8 Ziff. IV/4, act. 7/11).
B. X.Y. arbeitete unregelmässig (Dossier, S. 7-12, 15-19, 23, 31, 62, 64, 81, 87, 90,
97 f., 110 f., 113, 115, 117 f., 120 f., 123 f., 133-136, 138, 143, 145, 158 f., 161, 163,
190 f., 193, 195 f., 200, 204, 215, 222 f., 228 f., 240, 257), war zeitweilig arbeitslos
(Dossier, S. 24, 27, 33-37, 40, 42, 85, 90, 94, 96, 100 f., 128, 233, 235), häufte seit dem
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Jahr 1989 Schulden an (Dossier, S. 14, 25, 28, 50-53, 67-78, 103-108, 201, 230 f., 246
f., 253-256, 267 f., 284-286, 290 f., 293-295, 304-306, 311-313, 317-319, 322 f.,
344-346, act. 10/9), bezog finanzielle Sozialhilfe (Dossier, S. 272, 288, 321, 326 f.) und
wurde straffällig (Dossier, S. 26, 38 f., 54-61, 80, 92 f., 126-132, 164, 187 f., 224-226).
Mit Verfügung vom 23. Oktober 1995 verwarnte das Migrationsamt (ehemals:
Fremdenpolizei) X.Y. und verlängerte seine Aufenthaltsbewilligung nur auf Zusehen und
Wohlverhalten hin. Es forderte ihn auf, sich in Zukunft in jeder Hinsicht klaglos zu
verhalten und sich zu bemühen, seine Schulden zu tilgen und keine weiteren Schulden
(Betreibungen) mehr zu verursachen. Mit Verfügung vom 27. Februar 1997 stellte das
Migrationsamt fest, dass sich X.Y. nicht an die mit Verwarnung vom 23. Oktober 1995
verfügten Bedingungen gehalten hatte und die Voraussetzungen für eine Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich nicht gegeben seien. Mit Rücksicht auf die
zwei Schweizer Kinder verlängerte es die Aufenthaltsbewilligung auf Zusehen und
Wohlverhalten hin. Mit Verfügung vom 17. August 1998 verweigerte das Migrationsamt
X.Y. die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung und verlängerte seine
Aufenthaltsbewilligung nur unter der Auflage, dass er sich im Rahmen seiner
Möglichkeiten bemühe, seine Schulden zu sanieren. Mit Verfügung vom 21. Dezember
2005 wies das Migrationsamt (ehemals: Ausländeramt) das Gesuch von X.Y. um
Erteilung einer Niederlassungsbewilligung vom 2. November 2005 ab (Dossier, S. 21 f.,
43, 65 f., 211-213).
C. Am 7. Februar 2008 meldete sich X.Y. wegen einer im Juni 2007 diagnostizierten
Herzerkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung
vom 19. Januar 2010 sprach die Sozialversicherungsanstalt X.Y. aufgrund eines
Invaliditätsgrades von 76 % per 1. Januar 2010 eine ganze Invalidenrente im Umfang
von monatlich CHF 1‘409 (Stand: 1. Februar 2016) zu. Mit Verfügung vom
24. März 2011 bejahte die österreichische Pensionsversicherungsanstalt einen
Anspruch von X.Y. auf Invaliditätspension von monatlich rund EUR 150 (resp.
mittlerweile rund CHF 170) rückwirkend per 1. März 2009. Darüber hinaus wurden X.Y.
Ergänzungsleistungen zur IV von monatlich CHF 1‘467 (Stand: 17. September 2016,
nach Wegfall des Kinderrentenanspruchs) zugesprochen (Dossier, S. 258, 261-264,
act. 6, S. 7 Ziff. IV/3, act. 7/1-10, act. 10/5.4). Am 7. Januar 2010 verlängerte das
Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. nur unter der Bedingung, keine
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Sozialhilfe zu beziehen, keine neuen Schulden (Betreibungen/Verlustscheine) zu
verursachen und die bestehenden Schulden zu tilgen (Dossier, S. 265).
D. Mit Verfügung vom 12. Februar 2016 verlängerte das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von X.Y. – nach Gewährung des rechtlichen Gehörs am 26.
November 2015 – nicht und verfügte seine Wegweisung unter Ansetzung einer
Ausreisefrist bis 23. April 2016 (Dossier, S. 328-332, act. 10/1.1). Dagegen rekurrierte
X.Y. am 26. Februar 2016 an das Sicherheits- und Justizdepartement (act. 10/1). Mit
Entscheid vom 30. August 2016 wies das Departement den Rekurs ab und forderte das
Migrationsamt auf, X.Y. eine neue Ausreisefrist anzusetzen (act. 2). Zur Begründung
führte es im Wesentlichen aus, dass X.Y. wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit
und Ordnung verstossen habe. Er habe sehr hohe Schulden angehäuft. Trotz der
Verwarnung und der ihm auferlegten Bedingungen habe er seine finanzielle Situation
nicht in Ordnung gebracht, sondern habe seine Schuldenlast während Jahren
ansteigen lassen. Nur im Bereich der Sozialhilfe habe er die bezogenen Leistungen
teilweise zurückerstattet. Damit habe er seine Verschuldung zumindest teilweise selbst
verschuldet und insofern mutwillig gehandelt. Es bestehe das Risiko, dass seine
Schulden weiter ansteigen würden. Die Rückkehr in die Türkei sei zumutbar. Allfällig
notwendige medizinische Behandlung könne er im Heimatland erhalten oder
gegebenenfalls dafür in die Schweiz reisen.
E. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
30. August 2016 (versandt am 2. September 2016) erhob X.Y. (Beschwerdeführer)
durch seinen Rechtsvertreter am 19. September 2016 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Die Aufenthaltsbewilligung sei zu
verlängern. Ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (act. 1). Am 13.
Oktober 2016 ergänzte er seine Beschwerde mit einer Begründung (act. 6). Mit
Vernehmlassung vom 26. Oktober 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde (act. 9).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

## Considerations

und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine
Widerrufsgründe vorliegen (Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer in der bis am 30. September 2016 geltenden, vorliegend
noch massgebenden Fassung vom 16. Dezember 2005 [Stand 1. Oktober 2015], AS
2007 5437, aAuG, vgl. BGer 2C_828/2016 vom 17. Juli 2017 E. 3.1 mit Hinweis).
Bewilligungserteilung und -verlängerung liegen im Ermessen der zuständigen
Migrationsbehörden, es sei denn eine Sondernorm des Landesrechts oder eines bi-
oder multilateralen Staatsvertrags räume der betreffenden Person einen Anspruch auf
Aufenthalt ein (vgl. VerwGE B 2015/169 vom 20. Januar 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf
Zünd/Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen
Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in:
EuGRZ 40/2013, S. 1 ff., Ziff. 7 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Der
Beschwerdeführer macht geltend (act. 6, S. 8 f. Ziff. IV/4), mit der Wegweisung aus der
Schweiz würde der Kontakt zu seinen Kindern und zu seiner Enkeltochter faktisch
verunmöglicht, was mit seinem Recht auf das Privat- und Familienleben nicht zu
vereinbaren sei.
2.1. Das in Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) geschützte
Recht auf Familienleben ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder
Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung
einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne
dass es dieser möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben
andernorts zu pflegen (BGE 139 I 330 E. 2.1 mit Hinweisen). Zum geschützten
Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der
Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 und 3.1 mit
Hinweisen). Das Verhältnis zu volljährigen Kindern fällt nur dann unter das geschützte
Familienleben, wenn eine besondere Abhängigkeit besteht, welche über die normalen
affektiven Bindungen hinausgeht (BGE 139 II 393 E. 5.1 mit Hinweisen).
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Der Anspruch auf Schutz des Privatlebens kann auch ohne Familienbezug tangiert sein,
wenn ein Ausländer ausgewiesen werden soll. Aus diesem Anspruch ergibt sich ein
Recht auf Verbleib im Land aber nur unter besonderen Umständen. Eine lange
Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration genügen hierzu nicht;
erforderlich sind besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende
private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (vgl. BGer 2C_536/2013
vom 30. Dezember 2013 in BGE 140 II 129 nicht publizierte E. 2.2 mit Hinweisen).
2.2. Die Kinder des Beschwerdeführers, welche über das Schweizer Bürgerrecht
verfügen, sind erwachsen. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht dargetan, dass seine gesundheitlichen Einschränkungen
auf eine dauernde Pflegedürftigkeit schliessen lassen würden und allfällige
Pflegeverrichtungen nur von seinen Kindern erbracht werden könnten. Es besteht
daher kein Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Kindern, welches über die normale
affektive Beziehung hinausginge. Dasselbe gilt für die Beziehung zu seiner
Enkeltochter. Sodann hat der Beschwerdeführer einzig mit dem beiläufig angebrachten
Hinweis auf einen Freundes- und Bekanntenkreis in der Schweiz (act. 6, S. 10 Ziff. IV/5)
in Verletzung seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90 aAuG) nicht
nachgewiesen, dass er in der Schweiz besonders intensive, über eine normale
Integration hinausgehende private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur
bzw. entsprechend vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliären bzw.
ausserhäuslichen Bereich unterhält. Ein auf das Recht auf Privat- und Familienleben
gestützter Anspruch besteht damit trotz der langen Anwesenheitsdauer des
Beschwerdeführers von mittlerweile 30 Jahren (vgl. hierzu BGE 130 II 281 E. 3.2.1 mit
Hinweisen) nicht. Da der Beschwerdeführer somit weder aus dem Völkerrecht noch aus
dem Landesrecht einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten kann, ist die
Frage der Erteilung eines Anwesenheitsrechts gestützt auf Art. 33 aAuG von der
Migrationsbehörde in pflichtgemässer Ermessensausübung (vgl. Art. 96 Abs. 1 aAuG)
zu prüfen (vgl. P. Bolzli, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 33 AuG N 4, und T. Nüssle,
in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer, Bern 2010, Art. 33 N 33). Dabei gilt es zu beachten, dass mit
verwaltungsgerichtlicher Beschwerde einzig Rechtsverletzungen der
Migrationsbehörden sowie die unrichtige oder ungenügende Feststellung des
Sachverhalts gerügt werden können (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP, vgl. VerwGE B
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2013/219 vom 17. Dezember 2015 E. 2.2, und VerwGE B 2015/45 vom 19. Juli 2016
E. 6.1, www.gerichte.sg.ch).
3. Laut Art. 62 Abs. 1 lit. c aAuG kann die zuständige Behörde Bewilligungen,
ausgenommen die Niederlassungsbewilligung, und andere Verfügungen nach diesem
Gesetz widerrufen resp. nicht verlängern, wenn die Ausländerin oder der Ausländer
unter anderem erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat. Ein Verstoss gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung liegt insbesondere bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-
rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen vor (vgl. Art. 80 Abs. 1 lit. b der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE, sowie
BGer 2C_515/2017 vom 22. November 2017 E. 2.1 f. sowie BGer 2C_526/2015 vom
15. November 2015 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer anerkennt, dass er im
Laufe seines Aufenthalts in der Schweiz erhebliche Schulden angehäuft hat. Er stellt
sich indes auf den Standpunkt (act. 6, S. 5-7 Ziff. IV/2 f.), er habe nie mutwillig zur
Erhöhung seiner Schulden beigetragen. Er habe ab dem Jahr 2007 mit massiven
gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Von 6. Juni bis 26. August 2007 sei er
zu 100 % und vom 27. August 2007 bis zur Kündigung Ende März 2008 zu 50 %
arbeitsunfähig gewesen. Die schwere Erkrankung sei ein typischer Anwendungsfall
eines persönlichen Schicksalsschlags, der nicht in seinem Einflussbereich liege. Er
habe seine Schuldensituation in jüngerer Vergangenheit besser unter Kontrolle bringen
können und sei sichtlich um Schuldenabbau bemüht. Seine Wegweisung sei nicht im
Interesse der Gläubiger.
3.1. Mutwilligkeit im erwähnten Sinn setzt absichtliches, böswilliges oder zumindest
leichtfertiges Handeln voraus. Von Mutwilligkeit ist nicht leichthin auszugehen, zumal
die Beendigung des Aufenthalts kein taugliches Instrument zur Eintreibung
bestehender Schulden ist. Eine Wegweisung aus der Schweiz führt regelmässig dazu,
dass die Gläubiger keine reellen Aussichten auf Befriedigung ihrer Forderungen mehr
haben. Andererseits bringt ein weiterer Aufenthalt vielfach die Gefahr mit sich, dass
weitere uneinbringliche Schulden geäufnet werden. Nach der Rechtsprechung kann
eine Verschuldung in bedeutendem Umfang zudem auf die Unfähigkeit der
ausländischen Person hinweisen, sich der geltenden Ordnung anzupassen, und ihre
Wegweisung rechtfertigen, wenn sie nichts unternimmt, um ihr Verhalten zu ändern
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(vgl. VerwGE B 2015/62 vom 28. Juni 2016 E. 3.2 mit Hinweis auf VerwGE B 2014/73
vom 30. Juni 2015 E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Der Beschwerdeführer wurde seiner Verschuldung wegen am 23. Oktober 1995 bereits
ausländerrechtlich verwarnt (Dossier, S. 65). Bei Fortsetzung des Fehlverhaltens kann
dies nach der Rechtsprechung dann zu einer definitiven Massnahme führen, wenn
keine wesentliche Besserung erkennbar ist bzw. das verpönte Verhalten ungeachtet
der Verwarnung fortgesetzt wurde. Dabei ist ein Vergleich zu ziehen zwischen der
Ausgangslage im Zeitpunkt der Verwarnung und der Situation, in der die angedrohte
Massnahme verwirklicht werden soll. Das frühere Verhalten ist zwar nicht unbedeutend,
kann für sich allein die definitive Massnahme jedoch nicht begründen. Das
Fehlverhalten muss vielmehr angedauert haben oder wiederholt worden sein.
Erforderlich ist somit eine Gesamtbetrachtung unter Einschluss des früheren
Fehlverhaltens, womit die Wirkungslosigkeit der (blossen) Androhung nahegelegt
werden muss. Soll die Aufenthaltsbewilligung der ausländischen Person wegen
Schuldenwirtschaft widerrufen bzw. nicht mehr verlängert werden, muss diese deshalb
auch nach der Androhung ausländerrechtlicher Folgen weiterhin mutwillig Schulden
gemacht haben. Entscheidend ist auch hier der Gesichtspunkt der Mutwilligkeit einer
allfälligen Neuverschuldung. Wer einem betreibungsrechtlichen Verwertungsverfahren,
insbesondere der Lohnpfändung, unterliegt, hat von vornherein keine Möglichkeit,
ausserhalb des Betreibungsverfahrens Schulden zu tilgen. Dieser Umstand muss
zusätzlich berücksichtigt werden. In solchen Fällen kann es nämlich zu weiteren
Betreibungen kommen bzw. der betriebene Gesamtbetrag kann angewachsen sein,
ohne dass allein deswegen Mutwilligkeit anzunehmen wäre. Es kommt vielmehr darauf
an, welche Anstrengungen zur Sanierung unternommen worden sind (vgl. VerwGE B
2014/184 vom 19. Februar 2015 E. 4.2 mit Hinweis auf BGer 2C_273/2010 vom 6.
Oktober 2010 E. 3.4, www.gerichte.sg.ch).
3.2. Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers konnte am 23. Oktober 1995
(Dossier, S. 65 f.) nur unter der Bedingung verlängert werden, dass er die bestehenden
Schulden tilgt und keine weiteren Schulden (Betreibungen) verursacht. Beim
Betreibungsamt S. war er zu diesem Zeitpunkt mit CHF 76‘394.50 (offene
Betreibungen) verzeichnet (Dossier, S. 67-78, 103-108). Seit der Verwarnung am 23.
Oktober 1995 hat sich seine Schuldensituation (offene Betreibungen / offene
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Verlustscheine) wie folgt entwickelt (Dossier, S. 28, 50-53, S. 286 f., 290 f., 304-306,
311-313, 344-346, resp. S. 14, 25, 322 f., bzw. S. 201, 230 f., 246 f., 253-256, 267 f.,
284 f., 293-295, 317-319):
A. Betreibungsamt S., Zeitraum vom 23. Oktober 1995 bis 3. Februar 1998 sowie
1. August 2011 bis 11. Februar 2016
Datum Betreibungen Verlustscheine
23. Oktober 1995 CHF 76‘394.50
25. November 1996 CHF 70‘096.35 CHF 12‘040.10
23. Januar 2012 CHF 131‘631.25
26. August 2014 CHF 22‘447.30 CHF 154‘713.85
6. August 2015 CHF 46‘228 CHF 178‘951.30
11. Februar 2016 CHF 46‘228 CHF 178‘951.30
B. Betreibungsamt F., Zeitraum vom 12. Mai 1998 bis 8. September 2000
Datum Betreibungen Verlustscheine
13. August 1998 CHF 6‘542.35
8. Dezember 1999 CHF 42‘024.55 CHF 7‘159.20
19. November 2015 CHF 29‘250.20
C. Betreibungsamt D., Zeitraum vom 8. September 2000 bis 6. November 2015
Datum Betreibungen Verlustscheine
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2. November 2005 CHF 2‘262.65 CHF 75‘982.50
20. Oktober 2008 CHF 35‘810.80 CHF 96‘055.05
25. November 2009 CHF 36‘893.50 CHF 113‘170.05
3. November 2010 CHF 63‘447.35 CHF 113‘170.05
23. Januar 2012 CHF 46‘140.95 CHF 129‘837.70
6. November 2015 CHF 29‘616.45 CHF 129‘837.70
Seit der Verwarnung am 23. Oktober 1995 ist demnach keine wesentliche
Verbesserung seiner Verschuldung erkennbar. Vielmehr hat sich diese weiter erhöht.
Erst unter dem Druck des ausländerrechtlichen Verfahrens ab 26. November 2015 hat
sich der Beschwerdeführer nicht weiter verschuldet. Daran ändert nichts, dass seine
Verschuldung aufgrund erneut in Betreibung gesetzter Verlustscheine gemäss den
Berechnungen der Vorinstanz in Erwägung 2b des angefochtenen Entscheids (act. 2,
S. 6, sowie act. 10/9) effektiv geringer ausgefallen ist als das Total an Betreibungen
und Verlustscheinen (Verlustscheinsaldo per 11. Februar 2016 bzw. 6. November 2015:
CHF 149‘924.90 [Betreibungsamt S.] resp. CHF 113‘312.20 [Betreibungsamt D.]). Dem
Beschwerdeführer ist es bislang trotz der Verwarnung vom 23. Oktober 1995 und den
entsprechenden Bedingungen sowie mehrfachen formlosen Ermahnungen des
Migrationsamtes nicht gelungen, aus der seit dem Jahr 1989 bestehenden und seither
verschlimmerten Schuldenlage herauszukommen, obgleich das Sozialamt D.
Verlustscheine für Krankheitskosten für den Beschwerdeführer vom Dezember 2000 bis
November 2004 in der Höhe von insgesamt CHF 10‘387.90 beglich (Dossier, S. 210).
Dieser Umstand allein reicht indessen zur Annahme der in Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE
vorausgesetzten Mutwilligkeit des Schuldenmachens nicht aus (vgl. BGer 2C_273/2010
vom 6. Oktober 2010 E. 3.3, 3.4 und 4.3). Zur Beurteilung der Frage, ob die seit der
Verwarnung am 23. Oktober 1995 dazugekommenen Schulden mutwillig geäufnet
wurden, ist ein Blick auf die Erwerbssituation des Beschwerdeführers und auf dessen
Anstrengungen zur Schuldensanierung unabdingbar.
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3.3. Nach seiner Einreise in die Schweiz im November 1987 war der Beschwerdeführer
bis 12. Oktober 1988 nicht erwerbstätig (Dossier, S. 128 E. 1). Danach arbeitete er als
Schichtarbeiter, Betriebsarbeiter, GFK-Verarbeiter, Glaser und Monteur (Dossier, S.
97-99, 110 f., 113, 115-125, 133-138, 143-145). Vom September 1992 bis 23.
November 1992 war er kurzzeitig arbeitslos (Dossier, S. 97-101). Vor der Verwarnung
am 11. Oktober 1995 ging er längerer Zeit keiner Arbeit nach. Nach Angaben des
Einwohneramtes S. wurde er per 14. Juni 1994 ausgesteuert (Dossier, S. 85, 87, 90, 94,
96). Ab 13. Februar 1995 war er als Hilfsarbeiter für die Q. AG, S. erwerbstätig, wobei
er monatlich rund CHF 3000 brutto, abzüglich der Wohnkosten von CHF 983 pro
Monat verdiente (Dossier, S. 62-64, 81 f.). Nach der Verwarnung vom 11. Oktober 1995
wurde ihm am 4. September 1996 wegen des Konkurses der Firma gekündigt (Dossier,
S. 43 und 48, www.zefix.ch). Ab 30. Oktober 1996 war er arbeitslos (Dossier, S. 24, 27,
40, 42). Vom 6. Oktober 1997 bis 31. Dezember 1997 nahm er an einem
Einsatzprogramm des RAV W. teil (Dossier, S. 33-37). Ab 8. Juni 1998 war er als
Giesser bei der P. AG, T., angestellt. Sein Lohn betrug rund CHF 3‘890 brutto pro
Monat (Dossier, S. 18 f., 23). Ab 1. August 1999 arbeitete er als Hilfsmonteur in E. zu
einem Stundenlohn von anfänglich CHF 20, ab 27. Oktober 1999 CHF 25 brutto
(Dossier, S. 11 f., 15-17). Am 25. April 2000 nahm er eine Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiter für die O. GmbH zu einem Stundenlohn von CHF 25 brutto auf
(Dossier, S. 7-9, 158). Ab 1. November 2000 bis 31. März 2008 arbeitete er als
Maschinenführer für die M. AG, D. (heute: G. AG, N.) zu einem Bruttolohn von
anfänglich CHF 3‘650 pro Monat plus Zulagen, ab 2. November 2001 monatlich
CHF 4000 brutto und ab 21. September 2004 CHF 4110 brutto pro Monat (Dossier,
S. 159-163, 189-196, 199 f., 214-216, 227-229, 240 und 257, www.zefix.ch).
Der Beschwerdeführer muss sich vorwerfen lassen, dass er trotz der Verwarnung vom
11. Oktober 1995 und prekären wirtschaftlichen Verhältnissen vom 30. Oktober 1996
bis 8. Juni 1998 keiner Arbeit nachging, wodurch seine Verschuldung zunahm.
Demgegenüber ist ihm zugutezuhalten, dass er vom 6. Oktober 1997 bis 31. Dezember
1997 am Einsatzprogramm des RAV W. teilnahm, ab 8. Juni 1998 eine Erwerbstätigkeit
aufnahm und ab 1. November 2000 eine geregelte Arbeitsstelle fand, welche er erst
wegen seiner, im Jahr 2007 aufgetretenen gesundheitlichen Einschränkungen per Ende
März 2008 verlor. Gleichwohl sind im Zeitraum vom 8. Juni 1998 bis Ende 2006 kein
wirklicher Wille und keine Anstrengungen zur raschestmöglichen Sanierung der
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finanziellen Situation erkennbar. Davon zeugt, dass der Beschwerdeführer weder eine
professionelle Schuldenberatung in Anspruch genommen noch sich um eine
einvernehmliche private Schuldenbereinigung bemüht hat. Daran vermag die vom
Beschwerdeführer lediglich behauptete Lohnpfändung (act. 6, S. 5 Ziff. IV/2) nichts zu
ändern. Aus den Akten geht zwar hervor, dass sein Erwerbseinkommen bis
22. September 1998 und danach in den Jahren 2008 bis 2010 gepfändet wurde
(Dossier, S. 28, 50-53, 230 f., 246 f., 267 f.). Auch lässt sich aufgrund der Aussagen
des Beschwerdeführers darauf schliessen, dass sein Lohn im Juni 2007 gepfändet
wurde (Dossier, S. 222 f.). Für den Zeitraum zwischen 23. September 1998 und bis
Ende 2006 hat er jedoch in Verletzung seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht
(Art. 90 aAuG) eine Lohnpfändung nicht belegt. Demnach ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer die verpönte Schuldenwirtschaft zwischen 8. Juni 1998 und
Ende 2006 leichtfertig fortsetzte. Statt sie abzutragen hat er die Schuldenlast –
zumindest überwiegend – mutwillig weiter anwachsen lassen. Folglich hat die
Vorinstanz in Erwägung 2d des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 7), ungeachtet der
insgesamt sieben strafrechtlichen Verurteilungen des Beschwerdeführers (vgl. hierzu
BGer 2C_159/2016 vom 26. September 2016 E. 3.2 mit Hinweisen und Dossier, S. 26,
38 f., 54-61, 80, 92 f., 126-132, 164, 187 f., 224-226), zu Recht einen
ausländerrechtlich relevanten Verstoss gegen die öffentliche Ordnung im Sinne des
Widerrufsgrundes von Art. 62 Abs. 1 lit. c aAuG bejaht. Das Verhalten des
Beschwerdeführers im Zeitraum vom 23. September 1998 bis Ende 2006 kann nicht
mit seinen im Jahr 2007 aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden erklärt werden.
Zudem führte die Vorinstanz nach dem Gesagten in Erwägung 3 des angefochtenen
Entscheides (act. 2, S. 8) zutreffend aus, der Beschwerdeführer habe durch sein
Verhalten den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. d aAuG gesetzt (vgl. hierzu M.
Spescha, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 62 N 9). Offen bleiben kann bei diesem
Ergebnis, ob der Beschwerdeführer auch den Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit.
e aAuG erfüllt hat (vgl. hierzu BGer 2C_1144/2014 vom 6. August 2015 E. 4.5.2 f. mit
Hinweisen sowie Dossier, S. 288, 321, 326 f., act. 6, S. 6 Ziff. IV/2).
4. Sind Widerrufsgründe gegeben, so ist der Widerruf der Bewilligung nur dann
rechtens, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung diese
Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt, wobei einerseits die öffentlichen
Interessen, andererseits die persönlichen Verhältnisse und der Grad der Integration der
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ausländischen Person zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 5 Abs. 2, Art. 36 Abs. 2 und 3
BV, Art. 96 aAuG, VerwGE B 2015/288 vom 15. August 2017 E. 5.1 und VerwGE B
2016/48 vom 15. August 2017 E. 4.1 mit Hinweisen sowie M. Spescha, a.a.O., Art. 62
N 2). Der Beschwerdeführer bringt vor (act. 6, S. 8-10 Ziff. IV/4 f.), seine Scheidung und
Erkrankung hätten massgeblich zu seiner Verschuldung beigetragen, was im
Wesentlichen ausserhalb seines Einflussbereiches liege. Die schwere Herzerkrankung
habe zum Verlust des Arbeitsplatzes und seiner 100 % Arbeitsunfähigkeit geführt.
Diese unverschuldeten Einschränkungen würden eng mit seiner schlechten finanziellen
Lage zusammenhängen. Er sei vor 29 Jahren in die Schweiz eingereist und habe davor
13 Jahre in Österreich gelebt, womit er seit 42 Jahren nicht mehr in seinem früheren
Heimatland Türkei lebe und den Bezug zu diesem grösstenteils verloren habe. Er pflege
ein sehr gutes Verhältnis zu seinen beiden Kindern und verbringe so viel Zeit wie
möglich mit seiner Enkeltochter sowie dem in der Schweiz lebenden Freundes- und
Bekanntenkreis.
4.1. Der Beschwerdeführer kommt seit Jahren trotz Verwarnung und entsprechender
Bedingungen sowie mehrfacher formloser Ermahnungen (Dossier, S. 21 f., 43, 65 f.,
211-213, 265) seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach und hat sich in der
Zwischenzeit massiv verschuldet. Auch räumt er selbst ein, dass er sich auch in
Zukunft kaum aus der Schuldenspirale wird lösen können (act. 1, S. 3 Ziff. III/2, act. 6,
S. 6 Ziff. IV/2 in fine und S. 10 Ziff. IV/5). Daraus ergibt sich ein erhebliches öffentliches
Interesse an seiner Fernhaltung. Ziel der fremdenpolizeilichen Verwarnung ist es, den
betroffenen Ausländer zu einer Änderung seines Verhaltens zu bewegen. Gelingt dies
nicht, kommt es grundsätzlich zu den für den Fall der Missachtung der verfügten
Bedingungen angedrohten Folgen, ansonsten die fragliche Massnahme ihres Sinnes
entleert würde (vgl. BGer 2C_844/2013 vom 6. März 2014 E. 4.2 mit Hinweis auf BGer
2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.2.3). Nach einer ersten Verwarnung ist die
Eingriffsschwelle im Rahmen von Art. 62 Abs. 1 lit. c aAuG gegenüber einem
erstmaligen Setzen von Widerrufsgründen herabgesetzt wird, weshalb eine zweite
Verwarnung nur ausnahmsweise erfolgt (vgl. BGer 2C_515/2017 vom 22. November
2017 E. 2.3.1 mit Hinweisen auf BGer 2C_159/2016 vom 26. September 2016 E. 3.3
und BGer 2C_526/2015 vom 15. November 2015 E. 4.6 mit Hinweisen).
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4.2. Der mittlerweile 54-jährige Beschwerdeführer lebt seit über 30 Jahren und damit
den Grossteil seines Lebens in der Schweiz. Als in der Schweiz besonders gut
integriert oder gar verwurzelt kann er jedoch nicht betrachtet werden, selbst wenn er
der deutschen Sprache mächtig ist (Dossier, S. 155, act. 6, S. 8 Ziff. IV/4). Bereits vor
Ausbruch seiner Herzerkrankung im Jahr 2007 hat er sich selbstverschuldet und
qualifiziert vorwerfbar in beträchtlichem Mass verschuldet (vgl. E. 3 hiervor). Die
fremdenpolizeiliche Verwarnung und die Ermahnungen vermochten ihn nicht zu
beeindrucken. Auch sind keine vertieften sozialen Beziehungen zum ausserfamiliären
Bereich in der Schweiz erstellt (vgl. E. 2.2 hiervor). In der Türkei verbrachte der
Beschwerdeführer mindestens die prägenden ersten neun Lebensjahre. Er beherrscht
unbestrittenermassen die türkische Sprache. Zudem ist davon auszugehen, dass er
regelmässig von der Schweiz in sein Herkunftsland reiste, was sich beispielsweise an
seiner Wiedereinreise am 7. Februar 1995 (Dossier, S. 82), den Besuchen der
Schwester und des Bruders in der Türkei (act. 6, S. 8 Ziff. IV/4) und den jeweiligen
„Sommerferien am Schwarzen Meer“ (act. 7/6, Befundblatt) zeigte. Vor diesem
Hintergrund kann nicht gesagt werden, er sei mit den Verhältnissen in seiner Heimat
nicht mehr vertraut und es verbinde ihn nur die Staatsbürgerschaft mit der Türkei.
Ferner lebt seine Schwester nach wie vor dort (Dossier, S. 178, und act. 6, S. 7 f. Ziff.
IV/3 f.). Somit ist er seiner Heimat sozial verbunden. Im Weiteren wird er in der Türkei
gestützt auf Art. 10 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schweiz und der Republik
Türkei über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.763.1), wonach sein Anspruch auf die
ordentliche IV-Rente fortbesteht, über eine gewisse Grundsicherung verfügen. Seine
Herzerkrankung wird er auch in der Türkei behandeln können, entspricht doch das
türkische Gesundheitswesen namentlich in grösseren Städten grundsätzlich
westeuropäischen Standards (vgl. BVerwGer D-2306/2017 vom 7. Juni 2017 E. 8.3).
Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sich in
seinem Heimatland mit Unterstützung seiner Verwandten zurechtfinden wird. Ihm sollte
ein nicht allzu beschwerliches Einleben in der Heimat möglich sein. Damit ist es ihm
zumutbar, in die Türkei zurückzukehren. Die Beziehung zu seinen beiden Kindern, zu
welchen er anscheinend wieder eine gute Beziehung unterhält (Dossier, S. 44-47,
174-178, 259, act. 6, S. 8 Ziff. IV/4), und zu seiner Enkeltochter in der Schweiz kann er
im Rahmen von gegenseitigen Besuchen und mittels der Nutzung von modernen
Kommunikationsmitteln aufrechterhalten. Gesamthaft betrachtet überwiegt das
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öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen privates
Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz.
5. Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
wenn sie das Vorliegen von Widerrufsgründen bejahte und die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung als verhältnismässig erachtete. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6. Die unentgeltliche Rechtspflege wird gewährt, wenn der Gesuchsteller bedürftig und
das von ihm angestrebte Verfahren nicht aussichtslos ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO). Mit Art. 117 ff. ZPO wird der als
verfassungsrechtliche Minimalgarantie in Art. 29 Abs. 3 Satz 1 der Schweizerischen
Bundesverfassung (SR 101, BV) verankerte Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege
auf Gesetzesstufe geregelt. Die vom Bundesgericht zum Begriff der Aussichtslosigkeit
gemäss Art. 29 Abs. 3 BV entwickelte Praxis ist auch für die Auslegung von Art. 117 lit.
b ZPO zu berücksichtigen. Als aussichtslos sind demnach Begehren anzusehen, bei
welchen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und
die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren
nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem
Prozess entschliessen würde (vgl. BGer 2C_515/2016 vom 22. August 2017 E. 5.3 mit
Hinweis auf BGE 139 III 396 E. 1.2 mit Hinweisen). Ob im Einzelfall genügende
Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und
summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs massgebend sind (vgl. BGer 5A_946/2016 vom 10. April
2017 E. 2 mit Hinweisen auf BGE 139 III 475 E. 2.2 und BGE 138 III 217 E. 2.2.4 je mit
Hinweis sowie D. Wuffli, Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2015, Rz. 333 ff.). Die unentgeltliche
Verbeiständung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO und Art. 29 Abs. 3 zweiter Satz
BV muss zur gehörigen Wahrnehmung der Parteiinteressen überdies notwendig sein
(BGE 128 I 225 E. 2.3 und BGE 130 I 180 E. 2.2 je mit Hinweisen). Der Entscheid über
das Begehren fällt in die Zuständigkeit des Abteilungspräsidenten (vgl. Art. 6 des
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Reglements über die Organisation und den Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts,
sGS 941.22, Reglement).
Ungeachtet der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers waren die
Gewinnaussichten des von ihm angestrebten Verfahrens – zum Zeitpunkt der
Gesuchseinreichung (vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1 mit Hinweisen) – beträchtlich geringer
als die Verlustgefahren. Abgesehen davon, dass Art. 33 aAuG dem Beschwerdeführers
keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verschafft (vgl. E.
2.2 hiervor), unterliess er es in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht (Art. 90 aAuG), die
von ihm geltend gemachte Lohnpfändung zwischen dem 23. September 1998 und
Ende 2006 nachzuweisen. Dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht kann
dementsprechend wegen Aussichtslosigkeit nicht entsprochen werden (vgl. hierzu
BGer 2C_336/2015 vom 21. April 2016 E. 4).
7. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf
die Erhebung wird in Anwendung von Art. 97 VRP verzichtet. Damit fällt sein Gesuch
um unentgeltliche Prozessführung im Sinne eines Verzichts auf amtliche Kosten dahin.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98 VRP).