# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 34c1cb0d-f3dc-4f03-8e15-e283ca0c8601
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, war bei der
Y._
seit Januar 2005 als
Wicklerin
sowie Raumpflegerin angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) versichert (
Urk.
2/
9/19,
Urk.
2/
9/25). Am 1
0.
März 2009 erlitt sie einen Unfall, als sie beim Gehen auf einem Trottoir über einen Schlauch stolperte, dabei auf die rechte Schulter stürzte und sich einen Riss der
Supraspinatussehne
rechts zuzog (
Urk.
2/
9/1/2,
Urk.
2/
9/3/1,
Urk.
2/
9/5). Die Suva erbrachte bis zum 3
1.
Mai 2011
Heilungs
kosten
- und Taggeldleistungen (
Urk.
2/
9/127). Mit Verfügung vom 1
9.
Juli 2011 verneinte
sie
einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
2/
9/137)
; m
it Verfü
gung vom 2
1.
September 2011
sprach sie der Versicherten
eine
Integritätsent
schädigung
entsprechend
einer Integritätseinbusse von 10
%
zu (
Urk.
2/
9/141).
Die gegen beide Verfügungen erhobenen Einsprachen (
Urk.
2/
9/140,
Urk.
2/
9/148,
Urk.
2/
9/154) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 3
0.
März 2012 ab (
Urk.
2/
2)
.
Das hiesige Gericht bestätigte mit Urteil vom 1
4.
Oktober 2013 im Verfahren Nr.
UV.2012.00109 (
Urk.
2/14) das Fehlen eines Rentenanspruchs und wies die Sache zur weiteren Abklärung des Integritätsschadens an die Suva zurück (S. 10 E. 6.1).
2.
Das Bundesgericht hob den kantonalen Entscheid mit Urteil vom 2
1.
Mai 2014 auf, soweit er den Rentenanspruch betraf, und wies die Sache zur Einholung eines Gerichtsgutachtens zurück (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
1).
Das hiesige Gericht holte sodann ein Gutachten ein, das von den Ärzten der
Medas
Z._
am 1
5.
April 2015 erstattet wurde (
Urk.
12/1). Die Beschwerdeführerin verzichtete am
1.
Juni 2015 auf eine Stellungnahme (
Urk.
16). Die Beschwerdegegnerin nahm am
4.
September 2015 Stellung (
Urk.
20), worauf sich die Beschwerdeführerin am 2
4.
September 2015 noch ein
mal vernehmen liess (
Urk.
22), was der Beschwerdegegnerin am 2
8.
Septem
ber 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
24).
3.
Das invalidenversicherungsrechtliche Verfah
ren der Beschwerdeführerin (IV.
2012.01294) wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung; UVG
). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
si
cherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchfüh
rung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
che
rungsrechts
, ATSG).
1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punk
te dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichs
einkommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
1.4
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer
(weiteren)
Verminderung des hypotheti
schen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der ver
sicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unter
schei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist , ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Das Bundesgericht kam in seinem Urteil (
Urk.
1) zum Schluss,
die dem kantonalen Urteil zugrunde liegenden Feststellung
en
zur Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit und zur Frage, inwieweit die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin dem Zumutbarkeitsprofil entspreche, divergierten und seien teilweise auch widersprüchlich (S. 5 ff. E. 4.3). Es bestünden insgesamt jedenfalls geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Beweiskraft der
versicherungs
internen
Beurteilungen zur zumutbaren
Rest
arbeitsfähigkeit
, was zur Not
wendig
keit einer externen medizinischen Abklä
rung führe (S. 7 E. 4.3.2 am Ende).
2.
2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich nach Eingang des Gerichtsgutachtens auf den Standpunkt, gestützt auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern lasse sich
die
angestammte Tätigkeit zuverlässig beschrei
ben; sie sei - aus näher dargelegten Gründen - mit dem von den Gutachtern formulierten Zumutbarkeitsprofil vereinbar, womit für die angestammte Tätig
keit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
20).
2.
3
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber - unter Hinweis auf eine vom vormaligen Vorgesetzten bestätigte Beschreibung
vom 2
1.
September 2015
(
Urk.
23) - geltend, d
ie angestammte Tätigkeit sei im Gutachten unvollständig erfasst worden (
Urk.
22 S. 2
Ziff.
6) und entspreche dem Belastungsprofil nicht (
Urk.
22 S. 3
Ziff.
10). Ferner sei die Invaliditätsbemessung nicht anhand von Daten der Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP), sondern von
Tabellen
löhnen
der Lohnstrukturerhebung (LSE) vorzunehmen (
Urk.
22 S. 4
Ziff.
15 f.).
2.
4
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit der unfallbedingt verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und einem allfälligen Invaliditätsgrad verhält.
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage des
Integritäts
schadens
. Diesbezüglich wurde die Sache vom hiesigen Gericht
- dessen Urteil
in diesem Punkt vom Bundesgericht nicht aufgehoben wurde -
an die
Beschwerde
gegnerin
zurückgewiesen
.
3.
3.1
Am 1
5.
April 2015 erstatteten die Ärzte der
Medas
Z._
ein Gutach
ten im Auftrag des Gerichts (
Urk.
12/1). Sie stützten sich dabei auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben der Versicherten (S. 28 ff.), die von ihnen erhobenen allgemeinen, Labor- und Röntgen-Befunde (S. 32 f.) sowie ein rheumatologisches (S. 33 f.;
Urk.
21/4), ein orthopädisch-chirurgi
sches/
traumatologisches
(S. 34;
Urk.
21/5) und ein psychiatrisches (S. 34 f.;
Urk.
21/6) Teilgutachten.
3.2
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 37
Ziff.
4.1):
chronisch
residuelle
, schmerzhafte Funktionseinschränkung der rechten Schul
ter mit chronischer
Impingementsymptomatik
Status nach direkter Schulterkontusion infolge Sturz am 1
0.
März 2009
Status nach diagnostischer Arthroskopie,
arthroskopischer
Bizepsteno
dese
,
Supraspinatusrekonstruktion
und
subakromialer
Dekompression am
8.
Mai 2009 wegen
Totalruptur der
Supraspinatussehne
rechts am Ansatz mit
Sehnen
retraktion
und Atrophie der Mm.
supraspinatus
et
subscapularis
und AC-
Arthropathie
mit
Acromion
Typ
Bigliani
II
kernspintomographisch verifizierter Partialläsion der
Supraspinatus
sehne
rechts im zentralen Anteil (MRI 1
2.
März 2010)
Status nach HAGL
(
humeral
avulsion
of
glenohumeral
ligament
)-Läsion, nachgewiesen im MRI vom 1
2.
März 2010
mässige Einengung des
subakromialen
Defilee bei
Akromion
Typ
Bigliani
I bis II
leichte
Omarthrose
und subakute aktivierte AC-Gelenksarthrose
Ferner nannten sie die folgenden, hier gekürzt angeführten Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert (S. 37
Ziff.
4.2):
chronisches Ha
lbseitenschmerzsyndrom mit
Hyp
-/
Dysästhesie ohne adä
quates organisches Korrelat am Bewegungsapparat
chronisch diffuse,
anterior
betonte Knieschmerzen rechts
chronisches zervikales Schmerzsyndrom
tendomyotischer
Prägung
rechts
betont
chronisches thorakales Schmerzsyndrom
chronisches lumbales Schmerzsyndrom
myofaszialer
Prägung
Adipositas Grad I
arterielle Hypertonie
primäre Hypothyreose, substituiert
Tendovaginitis
stenosans
des ersten Beugesehnenfachs rechts
komplizierte, protrahierte Trauerreaktion (ICD-10 F38.8), entsprechend einer leichten depressiven Episode (F32.00)
3.3
In ihrer Beurteilung (S. 35 f.) führten die Gutachter unter anderem aus, die Ver
sicherte habe sich bei einem Stolpersturz am 1
0.
März 2009 eine Schulter- und Kniekontusion rechts zugezogen. Nach einem protrahierten Verlauf habe sie ihre angestammte Tätigkeit als
Spulenwicklerin
(Pensum von 80
%
) am 1
8.
Januar 2010 wieder zu 50
%
aufnehmen können. Anhaltender
Schulter
schmer
zen
und eingeschränkter Beweglichkeit wegen seien im März und November 2010 lokale Infiltrationen erfolgt, die jedoch zu keiner anhaltenden Besserung geführt hätten. In der Folge sei der Beschwerdeführerin per 3
1.
März 2011 gekündigt worden; ihre Teilzeittätigkeit als Reinigerin (20
%
) habe sie nach dem Unfall nicht wieder aufgenommen (S. 35 oben).
Bezüglich der aktenmässig und anamnestisch im Vordergrund stehenden
Schul
terbeschwerden
rechts leide die Beschwerdeführerin gemäss aktueller fachärztli
cher rheumatologischer Einschätzung vor allem an einer somatisch nicht voll
umfänglich erklärbaren Schmerzkrankheit mit aufgrund des Schmerzverhaltens äusserst schwieriger körperlicher Untersuchbarkeit, mit auffallenden - näher beschriebenen - Diskrepanzen und Inkonsistenzen (S. 35 f.). Aus rein rheuma
tologischer Sicht bestünden relevante Befunde einzig im Bereich der rechten Schulter im Sinne einer chronischen
Impingementsymptomatik
. Der verminder
ten Belastbarkeit der rechten Schulter wegen seien der Beschwerdeführerin be
lastende und häufige Tä
tigkeiten mit dem rechten Arm auf
beziehungsweise über Schulterhöhe nicht mehr zumutbar; behinderungsangepasst zu 100
%
der Norm möglich seien körperlich leichte, nicht repetitive und unbelastete Bewegungen bis an die Schulterhorizontale sowie axiale Belastungen vom Boden bis
Tisch
höhe
von 5-10 kg (S. 36 oben).
Auch aus fachärztlicher orthopädischer Sicht sei das Ausmass der geklagten Schulterschmerzen und Funktionseinschränkungen somatisch nicht zur Gänze zu erklären; bei der klinischen Untersuchung fänden sich entsprechend - näher beschriebene - inkonsistente Befunde. Es sei von einer uneingeschränkten Ar
beitsfähigkeit auszugehen, soweit bei der Tätigkeit als
Wicklerin
keine Lasten über 15 kg körpernah bis auf Lendenhöhe und nicht über 5 kg körpernah auf Schulterhöhe gehoben oder getragen sowie keine repetitiven, auch unbelastete Bewegungen über Schulterhöhe verrichtet werden müssten; nicht zumutbar
seien ferner kraftvolle Stoss-, Zug- und Drehbewegungen sowie axiales Abstüt
zen, Schläge und Vibrationen (S. 36 Mitte).
Bezüglich der geklagten schlechten psychischen Befindlichkeit lasse sich eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aktuell nicht begründen; auch gebe es keine Hinweise darauf, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in der Zeit seit dem Unfall vom 1
0.
März 2009 irgendwann für längere Zeit wesentlich beeinträchtigt gewesen wäre. Ebenso sei aus intern-medizini
scher Sicht keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren (S. 36).
Zusammenfassend sei
der
Beschwerdeführerin eine das erwähnte Leistungsprofil erfüllende Tätigkeit uneingeschränkt (Arbeitsfähigkeit 100
%
) zumutbar. Inwie
weit die angestammte Tätigkeit als
Spulenwicklerin
dieses Profil erfülle, müsse aufgrund einer fehlenden umfassenden Arbeitsplatzabklärung beziehungsweise den
diesbezüglich widersprüchlichen Angaben in den Akten
offen gelassen werden; die Tätigkeit als Reinigungsfrau erfülle nach Einschätzung der Gutach
ter das geforderte Leistungsprofil (S. 36 unten).
3.4
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter dementsprechend aus, uneinge
schränkt zumutbar seien der Versicherten körperlich leichte und
wechselbelas
tende
Tätigkeiten, ohne belastende Arbeiten mit dem rechten Arm auf bezie
hungsweise über der Schulterhorizontalen, ohne repetitive, auch unbelastete Bewegungen über Schulterhöhe sowie ohne Heben und Tragen vom Boden bis Tischhöhe über 10 kg sowie ohne kraftvolle Stoss-Zug-Drehbewegungen und auch ohne axiales Abstützen, Schläge, Vibrationen. Die Tätigkeit als
Reinigungs
frau
erfülle nach der Einschätzung der Gutachter dieses
Leistungs
profil
(S. 38
Ziff.
5.2). Inwieweit dies für die angestammte Tätigkeit als
Spulen
wicklerin
zutreffe, müsse offen gelassen werden (S. 38
Ziff.
5.1).
Die Beschwerdeführerin habe ihre angestammte Tätigkeit als
Spulenwicklerin
per Ende März 2011 durch Kündigung verloren. Zu jenem Zeitpunkt sei ihr eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden. In Berücksichtigung der Akten und der erhobenen Befunde sei ab jenem Zeitpunkt wohl von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer das genannte Anforderungsprofil erfüllenden Tätigkeit auszugehen (S. 38 Ziff
.
5.4).
Die Frage nach den unfallbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit beant
worteten die Gutachter gleichlautend (S. 39
Ziff.
5); die Arbeitsfähigkeit sei lediglich unfallbedingt eingeschränkt (S. 39
Ziff.
6).
4.
4.1
Das Gerichtsgutachten erfüllt offensichtlich die praxisgemässen Kriterien (vor
stehend E. 1.5) vollumfänglich, was auch von den Parteien nicht in Frage gestellt wurde, so dass darauf abzustellen ist.
4.2
Damit steht fest, dass für
körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten
ohne belastende Arbeiten mit dem rechten Arm auf beziehungsweise über der Schulterhorizontalen, ohne repetitive, auch unbelastete Bewegungen über Schulterhöhe sowie ohne Heben und Tragen vom Boden bis Tischhöhe über 10
kg sowie ohne kraftvolle Stoss-Zug-Drehbewegungen und auch ohne axiales Abstützen, Schläge, Vibrationen
- eine volle Arbeitsfähigkeit besteht, und zwar ab beziehungsweise nach März 201
1.
4.3
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass
die frühere, angestammte Tätig
keit der Beschwerdeführerin dem gutachterlich formulierten Belastungsprofil entspr
eche
(vorstehend E. 2.
2
)
; die Beschwerdeführerin machte dagegen geltend, dass
zwischen ihrer
am 2
1.
September 2015 verfassten und vo
m Leiter Technik der früheren Arbeitgeberin bestätigten
Beschreibung (vgl.
Urk.
23) und dem Belastungsprofil Unterschiede best
ünden.
Die von der Beschwerdeführerin eingereichte Beschreibung wurde erst erstellt, als die Beschwerdegegnerin den Standpunkt einnahm,
die frühere Tätigkeit entspreche dem Belastungsprofil.
Bereits dem Urteil des Bundesgerichts vom 2
1.
Mai 2014 war
jedoch
zu entnehmen
gewesen
, dass der Arbeitsplatzbeschrei
bung eine erhebliche Bedeutung beigemessen wurde und dass diesbezüglich Fragen offen geblieben waren (
Urk.
1 S. 5 ff. E. 4.3)
, ohne dass dies die Beschwerdeführerin dazu veranlasst hätte, sich präzisierend (schriftlich) zu äussern.
Im Gutachten vom 1
5.
April 2015 wurde
sodann
ausgeführt, wie die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit beschrieben hatte (
Urk.
12/1 S. 29 oben); auch dies blieb folgenlos, die Beschwerdeführerin nahm zum Gutachten nicht Stellung und machte insbesondere nicht geltend, die genannten Angaben wür
den nicht zutreffen.
Sodann wurde im Gutachten angegeben, die Anamnese sei der besseren Verstän
digung wegen mit einer Dolmetscherin erhoben worden; die Beschwer
deführerin spreche aber ordentlich Deutsch (
Urk.
12/1 S. 28
Ziff.
1.2). Vor die
sem Hintergrund ist der sprachliche Differenzierungsgrad in der Beschreibung vom 2
1.
September 2015 so bemerkenswert, dass die der Beschwerdeführerin zugeschriebene Autorschaft nicht zwingend erscheint.
Insgesamt sind gegenüber dem nachgereichten Dokument erhebliche Vorbehalte angezeigt. In sinngemässer Anwendung der Regeln zu den „Aussagen der ersten Stunde“ (vgl. BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis) ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die detaillierte Beschreibung erst verfasst
wurde, als das gutachterlich formuliert Belastungsprofil bekannt war, was
die
textverfassende Person
in die Lage versetzte, die Beschreibung und das
Belas
tungsprofil
möglichst passgenau i
m
gewünschten
Sinn
aufeinander abzustim
men, was umso unauffälliger machbar erscheint, als mittlerweile Einzelheiten der Arbeitsabläufe als entscheidend angesehen wurden (vgl.
Urk.
20,
Urk.
22), deren Nuancen auch dem die Beschreibung bestätigenden Leiter Technik durch
aus entgehen konnten.
4.4
Eine weitere Befassung mit der nachgereichten Arbeitsplatzbeschreibung ver
mag aus den genannten Gründen zu keinen weiterführenden Erkenntnissen zu führen.
Für die Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens ist somit nach den Erwerbsmöglichkeiten in leidensangepassten Tätigkeiten zu fragen. D
em gutachterlich formulierten Belastungsprofil entspricht ein weites Spektrum möglicher Tätigkeiten, was es rechtfertigt, das hypothetische
Invalideneinkom
men
gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE (vorstehend E. 1.
2
) zu bestimmen
(nachstehend E. 5.
2
)
.
5.
5.1
Die
Arbeitgeberin bezifferte in ihrem Schreiben vom 2
0.
September 2010 den Brutto-Lohn der Beschwerdeführerin bei e
inem Pensum von 100
%
mit
Fr.
4‘675.--
(x 13)
im Jahr 2010
,
und nannte eine Jahresstundenzahl von 2‘080
(
Urk.
2/9/79/
1-
2).
Gemäss Vertrag vom 1
1.
Januar 2007 (
Urk.
2/9/81/4-8) war die Beschwerdefü
hrerin bei der gleichen Arbeitgeberin
zusätzlich
im Stundenlohn als Raumpfle
gerin angestellt; der Stundenlohn betrugt
Fr.
25.-- und die wöchentliche Arbeitszeit rund 4 Stunden (S. 2
Ziff.
3-4)
.
Damit übereinstimmend hielt die Beschwerdegegnerin in den am 2
5.
Oktober 2010 erstellten Entscheidungsgrundlagen (
Urk.
2/9/86) fest, die Beschwerde
führerin sei mit einem Pensum von 80
%
angestellt und verrichte darüber hin
aus Reinigungsarbeiten im gleichen Betrieb, und bezifferte den Monatslohn mit
Fr.
3‘740.-- (
Ziff.
3.2); dies ergibt rechnerisch die genannten
Fr.
4‘675.-- bei 100
%
. Als
Validenlohn
setzte sie
Fr.
60‘775.-- ein (
Ziff.
4.3), was wiederum dem genannten Monatslohn von
Fr.
4‘675.-- (x 13) entspricht.
Am 1
3.
Mai 2011 bestätigte die Arbeitgeberin, dass der Lohn im Jahr 2011 gleich bleiben würde (
Urk.
2/9/128 S. 1 unten); die dabei genannten Zahlen
ergeben - berücksichtigt man die Unterschiede im Pensum von 80
%
oder 100
%
-
d
ie
bereits be
kannten Werte.
Dass das Einkommen aus der Festanstellung zu 80
%
auf 100
%
hochgerechnet wurde und die Nebenbeschäftigung im Stundenlohn unberücksichtigt blieb, wirkt sich
insofern
leicht zugunsten der Beschwerdeführerin
aus, als damit der höhere Lohnsatz von rund
Fr.
29.22 pro Stunde (
Fr.
60‘775.-- : 2‘080) Verwen
dung fand.
Als hypothetisches
Valideneinkommen
im Jahr 2011 ist somit der Betrag von
Fr.
60‘775.-- einzusetzen.
5.2
Im Jahr 2010 betrug das mittlere von Frauen in einfachen und repetitiven Tätig
keiten im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige erzielte Einkommen
Fr.
4‘225.-- (LSE 2010, S. 26, Tab. TA1, Total, Niveau 4, Frauen), entsprechend
Fr.
50‘700.-- im Jahr (
Fr.
4‘225.-- x 12).
Zu berücksichtigen sind sodann die Nominallohnentwicklung von 1.0
%
im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S. 89, Tab. B 10.2, Total) und die Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S. 88, Tab. B 9.2).
Was einen allfälligen Abzug vom Tabellenlohn anbelangt, ist zu beachten, dass die Gerichtspraxis bei Versicherten mit faktischer
Einhändigkeit
oder
solchen,
welche
die dominante Hand praktisch nur noch als
Zudienhand
ein
setzen kön
nen, die
erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
mit einem Abzug von 20-25
%
berücksich
tigt hat (vgl. Urteil 9C_418/2008 vom 1
7.
September 2008 E.
3.3.2
). Ausweislich des medizinischen Anforderungsprofils (vorstehend E. 4.2) ist die Beschwerde
führerin
nicht
in einem derartigen Ausmass eingeschränkt; die Beeinträchtigung des rechten Arms bezieht sich lediglich
auf
Tätigkeiten in und über der
Schul
terhorizontalen
. Diesem Handicap und den weiteren im Profil genannten Ein
schränkungen ist mit einem Abzug von 15
%
Rechnung zu tragen.
Damit beläuft sich das hypothetische Invalideneinkommen im Jahr 2011 auf rund
Fr.
45‘376.--
(
Fr.
50‘700.--
x 1.01 : 40.0 x 41.7 x 0.85).
5.3
Beim
Valideneinkommen
von
Fr.
60‘775.-- (vorstehend E. 5.1) und dem
Inva
li
den
einkommen
von
Fr.
45‘376.--
(vorstehend E. 5.2)
beträgt die
Einkom
mens
ein
busse
15‘399.--, was einen Invaliditätsgrad von rund 25
%
ergibt.
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente, dies ab Ende des Taggeldbezugs (vgl.
Urk.
2/9/127), mithin ab
1.
Juni 2011
,
un
d
der angefochtene
Einspracheentscheid
ist in Gutheissung der
Beschwerde
dahingehend
abzuändern.
6.
6.1
Nach verbindlicher Einschätzung des Bundesgerichts lagen dem kantonalen Urteil wie auch dem
Einspracheentscheid
nicht ausreichende, da
klärungsbe
dürftige
Beurteilungen zugrunde
(
Urk.
1 S. 7 E. 4.3.2 am Ende)
,
was das nun
mehr vorliegende Gerichtsgutachten erforderlich gemacht hat
.
Die entsprechenden Kosten von
Fr.
7‘725.50 (
Urk.
11) sind deshalb von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen.
6.2
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht eine
Pro
zessentschädigung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- bis Ende 2014 und seither
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ermessensweise auf
Fr.
2‘500.-- festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.