# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1a9ba49e-ba40-47ec-a24f-fbacad334ec1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
Mutter von drei Kindern (
1985, 1987, 2001, Urk. 12/4/2
) und
zuletzt bei drei
Arbeitgebern
in
Teilzeitpensen
im
Reinigungs
dienst
tätig
(
Urk. 12/14, Urk. 12/18, Urk. 12/21
),
stürzte am 12. März 2009
in einem Bus infolge einer Vollbremsung zu Boden
(Urk. 12/28/117)
und
erlitt dabei
gemäss
Angaben des tags darauf konsultierten Hausarztes
Dr.
med.
Y._
,
Praktischer Arzt
,
ei
n HWS/BWS-Beschleunigungstrauma sowie
Prel
lungen
an den
unteren Extremitäten
und am Kopf
(
Urk. 12/28/97
).
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
übernahm
infolge dieses Unfalles Heilbehandlungskosten und
richtete
Taggeld
er aus
(Urk. 12/28/3 ff.). Nach einer kreisärztlichen Untersuchung vom
7. Juli 2009 (Urk. 12/28/71-75)
sowie weiteren Abklärungen im
Stadts
pital
Z._
vom 12. bis 22. August 2009 (
Urk. 12/28/56-60)
stellte
die SUVA
ihre Leistungen per 5. Oktober 2009
man
gels Kausalzusammenhangs der noch geklagten Beschwerden mit dem
Unfaller
eignis
ein (Urk. 12/28/51
; siehe auch
Urk. 12/28/54
).
1.2
A
m 4. Februar 2010
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
seit dem Unfall vom 12. März 2009 bestehende
Schulter-, Brust-
, Nacken
-,
Arm
-
und Kopfschmerzen und einer daraus resultierenden vollständigen Arbeitsunfähig
keit
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
12
/
4
).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbli
che Abklärungen,
wobei sie insbesondere die Akten der SUVA (Urk. 12/28) sowie des Krankentaggeldversicherers (Urk. 12/9, Urk. 12/23; welcher bis Ende Februar 2010 Taggelder entrichtet hatte, Urk. 12/23/1) beizog und Berichte bei den behandelnden Ärzten einholte (Urk. 12/13, Urk. 12/27, Urk. 12/29, Urk. 12/30). In der Folge
liess
die IV-Stelle die Versicherte vom 1
6.
bis
19. Januar 2012 im
A._,
polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 12. April 2012, Urk. 12/40) und führte am 13. November 2012 eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haushalt durch (Abklärungsbericht vom 8. Juli 2013
, Urk. 12/47
). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 12/50-55) mit Verfügung vom 12. Dezember 2013
(Urk. 2)
einen Rentenanspruch.
2.
Dagegen erhob
X._
am
31
. Januar 2014 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte,
es sei ihr
rückwirkend ab dem 1. Juli 2010 eine halbe Rente auszu
richten (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 11. März 2014 (Urk. 11 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 12/1-58) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der
Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. März 2014 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu 85 % einer Erwerbstätig
keit nachgehen würde und zu 15 % im Haushalt tätig wäre. Sie kam
gestützt auf das
A._
-Gutachten
zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin eine ange
passte Tätigkeit zu 70 % zumutbar sei
und errechnete eine
Erwerbseinbusse
von 26 % respektive einen Teilinvaliditätsgrad von 22 %. I
m Haushaltsbereich
ermit
telte sie
eine Einschränkung von 34 %
respektive einen Teilinvaliditätsgrad von 5 %
.
A
ufgrund
d
es daraus resultierenden Gesamtinvaliditätsgrades von 27 % (22 % und 5 %)
verneinte
sie
einen Rentenanspruch (Urk. 2).
1.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend,
die durch die
A._
-Gutachter in der Konsensbeurteilung attestierte 70%ige Arbeits
fähigkeit sei nicht nachvollziehbar, zumal der psychiatrische Gutachter in seinem Teilgutachten zum Schluss gekommen sei,
sie
sei lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig. Gestützt auf letztere Beurteilung sei ihr eine halbe Rente aus
zurichten (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie
,
notierte im Bericht vom 8. Juli 2009 (Urk. 12/28/71-75)
, die Beschwerdeführerin habe
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Juli 2009
über Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Schultergürtel beidseits sowie in den rechten Arm geklagt,
ausserdem
habe
eine Schmerzhaftigkeit im Rücken thorakal und lumbal, besonders jedoch eine Schmerzhaftigkeit
gluteal
links und im linken Bein
bestanden (Urk. 12/
28/75
)
.
Dr.
B._
hielt fest, d
ie klinische Untersuchung sei schwierig gewesen. Einerseits
bestehe
eine mangelnde koordi
native Fähigkeit und andererseits habe sich auch ein ganz erhebliches
Schmerz
demonstrationsverhalten
gezeigt. Sämtliche Untersuchungsschritte, welche eine aktive Teilnahme der Beschwerdeführerin
erfordert hätten
, könnten für die Be
urteilung
nicht
verwertet werden. In der übrigen Untersuchung habe er keine Hinweise auf eine beim Unfall erlittene strukturelle Schädigung gefunden. Anhand der heutigen Beurteilung
nehme
er zwar nicht an
, dass
eine strukturelle Schädigung
vorliege
, welche das aktuelle Beschwerdebild auch nur teilweise erklären könnte.
Da für den Fallabschluss die Informationen jedoch nicht aus
reichend seien, werde
eine
Hospitalisation
in der rheumatologischen Klinik des Stadtspitals
Z._
zur Abklärung und
zur
Einleitung einer aktiven Therapie
erfolgen
(Urk. 12/28/75).
3.2
In der Folge war die Beschwerdeführerin vom
12.
b
is
am
22. August 2009
im Stadtspital
Z._
hospitalisiert
, wo auch eine psychologische Abklärung statt
fand (Bericht vom 3. September 2009, Urk. 12/28/56-60)
. Die
Ärzte diagnosti
zierten ein
z
ervikobrachiales
bis intermittierend
zervikozephales
Syndrom (
mit Tendenz zu Aggravation sowie passiv-hilfloser Schmerzverarbeitung mit Schon- und Vermeidungsverhalten), unklare
gluteale
Schmerzen links mit aus
geprägter Schonhaltung und Selbstlimitierung sowie
eine
Adipositas Grad II (
Urk. 12/28/56) und
hielten dafür, dass bei
m
Spitalaustritt Einschränkungen
beim Heben von schweren Lasten, bei
Tätigkeiten
mit den Armen oberhalb der Schulterhöhe sowie be
i
lumbal-aktiven Bewegungen besta
nden
hätten, sich diese
Behinderung
objektiv
jedoch nicht bleibend auf die
Partizipationsfähig
keit
, insbesondere die berufliche Tätigkeit, auswirken müsse
(Urk. 12/28/57)
.
Ab dem
24. August 2009 werde die
Arbeitsfähigkeit
auf
30 %
festgelegt, mithin zwei Stunden pro Tag bei
wahrscheinlich
zwei
der
drei Arbeitgeber
n
.
Anfang
s
September werde sich die Beschwerdeführerin beim Hausarzt zur Besprechung der Steigeru
ng der Arbeitsfähigkeit melden
(Urk. 12/
28/57
).
3
.
3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psych
otherap
ie
, behandelnde
Ärztin
der Beschwerdeführerin
seit dem 3. September 2009,
führte
im Bericht
vom 13. September 2010 an
den
Krank
entaggeldversicherer (
Urk.
12/23/3
-4
)
als Diagnosen eine Anpassungsstörung mit depressiver Reak
tion (ICD-10 F43.21) sowie ein
multilokuläres
Schmerzsyndrom im Rahmen einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1) auf (Urk. 12/23/3).
Zur Arbeitsfähigkeit Stellung nehmend hielt Dr.
C._
dafür,
die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin sei durch
die
bestehende depre
ssive Symptomatik eingeschränkt.
I
n einer angepassten Tätigkeit sei
von einer Arbeitsfähigkeit von
60-80%
auszugehen
(Urk. 12/23/4)
.
3.
4
Am 30. November und
6.-
7.
Dezember 2010 fand
bei weiterhin unverändertem
Be
schwerdebild
ein
Arbeits
assessment
im
D._
(
Rheu
maklinik
und Institut für Physikalische Medizin)
statt (Urk. 12/27
/5-9
).
Die
Ärzte
des
D._
hielten
diesbezüglich
fest, ein allfälliges arbeitsrelevantes Prob
lem habe nicht erhoben werden können, da während den Tests das
Schmerzver
halten
der Beschwerdeführerin mit ausgeprägter Selbstlimitierung im Vorder
grund ge
standen habe.
Die Beschwerdeführerin habe eine schlechte
Leistungsbereitschaft gezeigt. Die demonstrierte Belastbarkeit sei nur minimal gewesen. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt und vier
Inkonsistenzpunkte
beobachtet worden (Urk. 12/27/6).
Zur Be
ruflichen Eingliederung notierten die Ärzte
„
Gleicher Arbeitsplatz – bisherige Arbeit; respektive Arbeitssuche, ggf. mit Hilfe des RAV
“
; eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde nicht attestiert
(Urk. 12/27/7)
.
3.
5
Im Bericht zuh
anden der Beschwerdegegnerin vom 8. Februar 2011 (Urk. 12/29) führte
Dr.
C._
als Diagnose
n
eine mittelgradige dep
ressive E
pisode (ICD-10 F32.1) sowie ein
multilokuläres
Schmerzsyndrom im Rahmen einer undiffe
renzierten
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1) auf (Urk. 12/29/1).
Die Ärztin hielt fest, die Beschwerdeführerin
sei
seit dem
2. Februar 20
11
wegen
einer aus
geprägten
depressive
n
Symptomatik
in stationärer
Behandlung
in d
er
Frauen
k
linik am
E._
(Urk. 12/29/
1-
2).
Für die Arbeitstätigkeit als Putz
frau
attestierte
Dr.
C._
vom
9. November 2009 bis am 8. Oktober 2010 eine Arbei
tsunfähigkeit von 40 % sowie
ab
dem
8. Oktober 2010 bis auf
Weite
res
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
.
Zu
r Arbeitsfähigkeit in
behinderungs
angepassten
Tätigkeiten
machte sie keine Angaben
(Urk. 12/29/3)
.
Ausserdem hielt sie dafür, mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhö
hung der Einsatzfähigkeit könne gerechnet werden, machte jedoch bezüglich Zeitpunkt und Umfang keine Angaben (Urk. 12/93/3).
3.
6
Im
Bericht der
Frauenk
lin
i
k
am
E._
vom 2
0.
April 2011
(Urk. 12/30)
,
wo die Beschwerdeführerin bis April 2011 hospitalisiert war (Urk. 12/40/14)
,
wurden als Diagnosen eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
(ICD-10 F33.2)
,
eine Hypothyreose sowie chroni
sche Schmerzen im HWS-Bereich aufgeführt (Urk. 12/30/1)
.
I
n der
zuletzt aus
geübten
Tätigkeit
wurde
eine
vollstä
ndige Arbeitsunfähigkeit vom 2.
Februar 2011 bis zum Klinikaustritt
attestiert
(Urk. 12/30/2).
Zur Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
wurden im Bericht
keine Angaben
gemacht
(Urk. 12/30/3).
3.
7
Vom 16.-19. Januar 2012 wurde d
ie Beschwerdeführerin am
Begutachtungs
institut
A._
allgemeinmedizinisch, rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom 12. April 20
12, Urk. 12/40).
Der rheumatologische Gutachter
diagnostizierte
ein chronisches
cerviko
ver
te
bra
les
Syndrom
(mit
cephaler
Schmerzkomponente, mit muskulärer
Dysbalance
des Schultergürtels und mit
Brachialgie
beidseits, linksbetont)
, eine
Cos
to
dynie
ve
n
tral-lateral links sowie ein chronisches
lumbovertebrales
Syndrom
(mit
spondylogener
Ausstrahlung nach links und muskulärer
Dysbalance
des Beckengürtels
;
Urk. 12/40/21) und hielt dafür, die Beschwerdeführerin sei für mittelschwere bis schwere Arbeiten nicht arbeitsfähig. Arbeitsfähig sei sie jedoch für leichte Tätigkeiten ohne re
petitive Überkopfarbeiten links und
in Wechselhaltung (Urk. 12/40/22).
Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig leichte Episode,
mit somatischem Syndrom und
Somatisie
rungstendenzen
(ICD-10 F33.01), differentialdiagnostisch eine
undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1) sowie akzentuierte neurotische
Persön
lichkeitszüg
e
(ICD-10 Z73.1; Urk. 12/40/27)
. Der Gutachter hielt hierzu fest, der Heilungsverlauf infolge des Unfalles vom 12. März 2009 habe sich insofern als langwierig gestaltet, als sich die Schmerzen nicht zurückgebildet
hätten,
son
dern gemäss Angaben der Beschwerdeführerin gleich geblieben seien bezie
hungsweise eher zugenommen hätten. Die Einschränkungen ihrer Leistungs
fähigkeit habe die Beschwerdeführerin als Kränkung erlebt und begonnen, diesen Umstand in depressiver Manier fehl zu verarbeiten. Initial dürfte es sich um eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion gehandelt haben, welche sich in der Form einer rezidivierenden depressiven Störung
chronifiziert
habe. Heute finde sich eine leichte depressive Episode mit somatischem Syn
drom. Zudem dürften im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung somatisch erklärbare Beschwerden eine zusätzliche funktionelle Verstärkung
erfahren. Differ
e
ntialdiagnostisch sei auch an eine undifferenzierte
Somatisie
rungsstörung
zu denken; da jedoch eine affektive Störung vorliege, sei eine sol
che eher nicht zu diagnostizieren (Urk. 12/40/
27-
28).
A
ufgrund des psychischen Leidens bestehe eine Einschränkung der psychophysischen Belastbarkeit, der Kraftentfaltung sowie des Durchhaltevermögens. Die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit sei mit 50 % zu beziffern, welche seit dem
Ereignis im März 2009 bestehe
(Urk. 12/40/28).
Hinsichtlich beruflicher Massnahmen
hielt der Gutachter
dafür
, solche seien angezeigt, sofern die Beschwerdeführerin
dies
ausdrücklich wünsche; es sei jedoch der Eindruck entstanden, dass die Be
schwerdeführerin eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht mehr in Betracht ziehe (Urk. 12/40/28).
In der Konsenskonferenz stellten die Gutachter
gemeinsam
die folgende Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/40/30):
Rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom und
Soma
tisierungstendenzen
chronisches unspezifisches
cervikovertebrales
Syndrom
chronisches unspezifisches
lumbovertebrales
Syndrom.
Sie
hielten
fest,
die Beschwerdeführerin habe eine gewisse depressive Sympto
matik gezeigt, welche zum Zeitpunkt der Untersuchung gering ausgeprägt gewesen sei und einer leichten Episode entspreche. Die rheumatologischen Befunde seien bescheiden; es habe sich kein eindeutiges mo
r
phologisches Sub
strat gefunden, welches die Beschwerden der Beschwerdeführerin befriedigend hätte erklären können. Mangels einer eindeutigen somatischen Ursache müsse von funktionellen Beschwerden im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen werden. Auch die bildgebenden
Untersuchungen
hätten keine Befunde gezeigt, welche das heutige
Besc
hwerdeausmass
zu erklären ver
möchten
. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die Einschrän
kung ihrer Leistungsfähigkeit als Kränkung und Entwertung erlebt habe und diesen Umstand depressiv verarbeite
t habe
. Daneben fänden sich auch deutliche Selbstlimitierungstendenzen und möglicherweise auch gewisse
Begehrungs
ten
denzen
(Urk. 12/40/30-31).
Die Gutachter
kamen gemeinsam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin durch das chronische Schmerzerleben in ihrer psycho
physischen Belastbarkeit, Kraftentfaltung und Ausdauer eingeschränkt sei, so
dass ihr schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien und diesbezüglich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit März 2009 bestehe.
In einer körperlich adaptierten Tätigkeit
(
Möglichkeit, die Körperhaltung zu wech
seln
,
ohne körperliche Zwangshaltungen
,
ohne repetitives Heben schwerer Las
ten
)
,
bestehe
seit dem Unfall vom 12. März 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 70 %
. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus dem psychischen
Leiden, insbesondere den funktionellen Beschwerden im Rahmen der rezidivie
renden depressiven Störung. Allenfalls käme ein ganztägiger Einsatz mit etwas vermindertem Rendement in Frage (Urk. 12/40/31, 33). Die
Gutachter
hielten weiter fest, im somatischen Bereich sei es ihnen nicht möglich, neue
Behand
lungsvorschläge
zu unterbreiten.
Aus psychiatrischer Sicht
wäre eine nochma
lige antidepressive Medikation zu erwägen; dabei sollten dualwirksame oder
trizyklische
Antidepressiva zur Anwendung gelangen, da diese Gruppen der Antidepressiva in der Regel einen guten schmerzmodulierenden Effekt zeigen würden (Urk. 12/40/31).
4.
4.1
Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf die gemeinsame Beurteilung aller
A._
-
Gutachter von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in angepassten Tätigkeiten ausging
(E. 1.1)
, machte die Beschwerdeführerin geltend,
im psychiatrischen Teilgutachten sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden, worauf abzustellen sei. Es
sei nicht nachvollziehbar, wie die Kombination der Ein
schränkung aus rheumatologischer Sicht (
nur noch leichte
Tätigkeiten zumut
bar) und psychiatrischer Sicht (attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit) eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 30 %
in angepassten
Tätigkeit
en
erge
be
(E. 1.2
, Urk. 1 S. 6
).
4.2
Einleitend ist festzuhalten, dass das
A._
-Gutachten auf den erforderlichen und allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden ist.
Die
gemein
same
Schlussfolgerung
der
Gutachter
, wonach die Beschwerdeführerin
in ange
passten
Tätigkeit
en
zu 70 %
arbeitsfähig sei, steht sodann entgegen den Aus
führungen
der Beschwerdeführerin nicht im
Widerspruch zu
m psychiatrischen Teilgutachten
. Der psychiatrische Gutachter äusserte sich im Teilgutachten nicht
zu
r Unterscheidung zwischen leichten und schweren Tätigkeiten
, sondern
hielt einzig fest, dass
aufgrund der
eingeschränkten
psychophysischen Belastbarkeit, der Kraftentfaltung und des Durchhaltev
ermögens die Arbeitsfähigkeit um
50 % eingeschränkt sei.
Erst in der Konsenskonferenz
– in welcher der psychiatrische Gutachter ebenfalls mitwirkte -
wurde diesbezüglich
differenziert
S
tellung genommen
und zwischen
schweren/mittelschweren (resp. die angestammte Tätig
keit)
und
leichten
Tätigkeiten
(mit
der
Möglichkeit,
die
Körperhaltung zu wech
seln
,
o
hne körperliche Zwangshaltungen,
ohne repetitives Heben schwerer Lasten)
unterschieden. Diesbezüglich kamen die Gutachter gemeinsam zum Schluss
, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des chronischen
Schmerzerle
bens
in ihrer
psychophysischen Belastbarkeit, Kraftentfaltung und Ausdauer derart eingeschränkt sei, dass
für
schwere/mittelschwere
Tätigkeiten
überhaupt keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Für leichte Tätigkeiten kamen sie
hingegen
zum Schluss, dass
lediglich
eine Einschränkung von 30 % bestehe.
Handelt es sich bei den psychischen Beschwerden um solche, die sich auch auf das körper
liche Befinden
auswirken
– wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerde
schrift auch selber ausführt (Urk. 1 S. 3), - erscheint
denn
d
iese Differenzierung
der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar.
Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, dass die
A._
-Gutachter darauf hin
gewiesen hätten, ihre Einschätzung würde mit jener der behandelnden Psychia
terin Dr.
C._
übereinstimmen, welche im September 2011 eine 60-80%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten attes
tiert habe (vgl. Urk. 12/40/32)
,
und einwendet, dies sei nicht stichhaltig
, da diese
Beurteilung von Dr.
C._
vielmehr vom September 2010 datiere (Urk. 1 S. 4), ist Folgendes
festzuhalten: Wie die Beschwerdeführerin richtig ausführt, datiert diese Beurteilung der behandelnden Psychiaterin nicht vom September 2011, sondern vom September 2010 (vgl. E. 3.3).
Jedoch ergibt sich auch aus dem aktuelleren Bericht der behandelnden Psychiaterin vom Februar 2011 (E. 3.5) keine höhere Arbeitsun
fähigkeit in angepassten Tätigkeiten (E. 3.5)
, weshalb das Vorbringen der Be
schwerdeführerin den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern vermag. Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass sich
auch
die Ärzte der Frauenkli
nik
am
E._
im April 2011
nicht zur Arbeitsfähigkeit in angepass
ten Tätigkeiten geäussert haben
und ihre Beurteilung
im Übrigen
auf den Kla
gen der Beschwerdeführerin beruht
(E. 3.6
, Urk. 12/30/2
).
4.3
Es stellt sich jedoch
die Frage, ob – in Abweichung der gutachterlichen
Einschät
zung - überhaupt von einer versicherungsrechtlich relevante
n
Gesund
heits
schädigung
ausgegangen werden kann a
ngesichts
dessen, dass die behan
deln
den und untersuchenden Ärzte
wiederholt auf ein Schon- und
Vermei
dungs
verhalten
(Urk. 12/13/1, Urk. 12/28/56-57), auf
eine
deutliche Selbstlimitierung
(Urk. 12/28/56-57, Urk. 12/27/6-9),
auf eine schlechte Leistungsbereitschaft (Urk. 12/27/6-9), auf
eine
erhebliche Symptomausweitung (Urk. 12/27/6-9),
auf
ein erhebliches Schmerzdemonstrationsverhalten (Urk. 12/28/75) und insbeson
dere auf Aggravation (Urk. 12/28/83, Urk.
12/28/27,
Urk.
12/28/56-57
) hinge
wiesen haben (E. 3.1, 3.2, 3.4
;
vgl.
hierzu das
Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015, E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Ärzte des Stadtspitals
Z._
schienen denn auch der Ansicht zu sein, dass wieder eine Arbeitstätigkeit in der angestammten Tätigkeit als Putzfrau möglich sei
(E. 3.2)
,
wie auch die
Ärzte des
D._
, welche
hinsichtlich
berufli
cher Eingliederung auf die bisherige Arbeitsstelle res
pektive eine diesbezüglich
e
Hilfe bei
der
Stellensuche durch die
Regionalen Arbeitsvermittlungszentren
verwiesen
(E. 3.4)
.
Vorliegend
kann jedoch offen bleiben, ob
angesichts dieser Umstände
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht überhaupt von einer Einschränkung auszugehen
ist, da auch bei Annahme einer um 30
%
einge
schränkten Arbeitsfähigkeit
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert (vgl. nachfolgend E.
5
).
5
.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei
sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
5.2
Zu prüfen ist zunächst die für die Wahl der Methode der Invaliditätsbemessung ausschlaggebende Statusfrage
, respektive in welchem
Ausmass
die Beschwer
deführerin ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung
erwerbstätig wäre
.
Gegenüber der Abklärungsperson gab die Beschwerdeführerin an, sie habe seit dem 12. März 2009 – mit Ausnahme eines Arbeitsversuches von zwei Mal einer Stunde – nicht mehr gearbeitet und ihr seien deswegen alle Stellen gekündigt worden. Bei guter Gesundheit würde sie wieder im selben Umfang bei denselben Arbeitgebern wie vor dem Unfall
arbeiten (Urk. 12/47/3).
D
ie Abklärungsperson
kam
gestützt auf
den IK-Auszug und die
Berichte der Arbeitgeber
mittels
Division der deklarierten Einkommen
durch den
Stunden
ansatz
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin vor
dem Unfall im März 2009 ungefähr
35 Stunden pro Woche
erwerbstätig gewesen sei
(vgl. Urk. 12/47/2-3
)
. Dies gibt zu
keinerlei Beanstandungen Anlass, gab
die Beschwerdeführerin
doch
anlässlich der Abklärung auch selber an,
zuletzt
ungefähr
35 Stunden
pro Woche
gear
beitet zu haben (Urk. 12/47/2-3
).
B
ei Annahme einer
betriebs
üb
lichen
wöchentlichen Arbeitszeit von
ungefähr 42 Stunden respektive
41,6 Stun
den pro Woche (vgl. Urk. 12/47/2
;
vgl.
Berichte
der Arbeitgeber
,
Urk. 12/14/2 und Urk. 12/21/2
)
ging
die Abklärungsperson
sodann zu Recht davon aus, dass die
35 Arbeitsstunden einem Pensum
von ungefähr 85 %
ent
sprechen
.
Da
die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung
erklärte
,
sie hätte
ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen wieder
im selben Umfang bei denselben Arbeitgebern wie vor dem Unfall
weitergearbeitet
, ist es
schliess
lich
nicht zu beanstande
n, dass die Beschwerdegegnerin – den Ausführungen der Abklärungsperson folgend – davon ausging, die Beschwerdeführerin wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 85 % im Erwerbsbereich und zu 15 % im Haushaltsbereich tätig
(vgl. E. 1.1)
.
Soweit d
ie Beschwerdeführerin
in der Beschwerdeschrift
nun
geltend
macht
, sie sei vor dem Unfall zu
einem durchschnittlichen Pensum von
100 % erwerbstätig gewesen (Urk. 1
S. 2, S. 6
)
und damit sinngemäss die vorgenommene Qualifika
tion beanstandet, kann ihr
vor dem Hintergrund ihrer früheren Aussagen
nicht gefolgt werden
.
5.3
5.3.1
Im Erwerbsbereich ist der Invaliditätsgrad durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln (E. 5.1.1). Die Beschwerde
gegnerin
ermittelte das Validen- als auch
das Invalideneinkommen anhand der Tabellenwerte gemäss den vom Bundes
amt für Statistik per
iodisch herausgegeben Lohnstruk
turerhebungen (LSE) und stellte für beide Vergleichseinkommen auf die Tabellenwerte für einfac
he und repetitive Tätigkeiten
(
Anforderungsn
iveau 4
)
, alle Branchen
, ab, wobei sie beim Invalideneinkommen aufgrund der Einschränkungen einen leidensbedingten Abzug
von 10 % gewährte (Urk. 2, vgl. auch
Urk. 12/
48
).
5.3.2
Die Beschwerdeführerin erzielte im Jahr 2008
ein Gesamteinkommen von Fr. 31‘505.-- (
F._
AG: Fr. 10‘285.--
[
Urk. 12/8
/2
]
,
G._
AG: Fr. 9‘636.--
[
Urk. 12/8
/1
]
,
H._
GmbH: Fr. 11‘584.--
[U
rk. 12/14/3
]
)
, was hochgerechnet auf ein 100
%-Pensum ungefähr einem Jah
res
ein
kommen von 37‘065.-- entspricht (Fr. 31‘505.-- /
100 x 85). Laut Tabelle TA7 der LSE
2008
verdienten Frauen im Jahr 2008 in der Branche „Reinigung und öffentliche Hygiene“ im Anforderungsniveau 4 unter Annahme einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 42 Stunden (vgl. E. 5.2) Fr. 48‘044.-- (LSE 2008: Tabellenlohn von Fr. 3‘813.--
); legt man der
Berech
nung
den Tabellenwert für alle Branchen zugrunde (Tabelle TA1), verdienten Frauen im Jahr 2008 unter ansonsten gleichen Annahmen ein jährliches Ein
kommen von Fr. 51‘862.-- (LSE 2008: Tabellenlohn von Fr. 4‘116.--).
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich un
ter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
mes
sung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ei
n
kom
mensniveau
begnügen
wollte
. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen ent
we
der überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mäs
sig zu berücksichtigen sind (
BGE 129 V 222
E. 4.4 S. 225). Diese Paralle
li
sie
rung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Validen
ein
kom
mens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Ein
kom
mens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen
BGE 134 V 322 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Eine Paralleli
sierung ist indessen nur vorzunehmen,
wenn die Differenz
zum mass
gebenden Durchschnitt deutlich ist.
D
eutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4
ist
der tatsächlich erzielte Verdienst
, wenn er
mindes
tens 5
%
vom branchenüblichen
LSE-
Tabellenlohn ab
w
eicht (
vgl.
BGE 135 V 297
E. 6.1.2).
Vorliegend liegt d
ie Differenz des
von der Beschwerdeführerin erzielte
n
Ein
kommen
s zum massgeblichen Wert
klar über der
Erheblichkeitsschwelle
von 5 % und es liegen keine Hinweise vor, dass sich die Beschwerdeführerin aus freien Stücken mit ihrem unterdurchschnittlichen
Einkommen zufrieden gege
ben hätte. V
ielmehr dürfte die Höhe des Lohnes insbesondere auf die mangeln
den Sprachkenntnisse
der Beschwerdeführerin
zurückzuführen sein. Die Beschwerdegegnerin hat somit die Einkommen zu Recht parallelisiert und zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf Tabellenwerte abgestellt.
Die
Beschwer
degegnerin
hat
dabei
auf den Tabellenwert für alle Branchen abgestellt
, welcher einen höheren Medianwert ausweist
ist als jener für die Branche „Reinigung und öffentliche Hygiene“ (vgl. Tabelle TA7 und TA1)
. Die Beschwerdegegnerin hat sodann entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nicht nur in jenem Umfang
parallelisiert, in welchem
die prozentuale Abweichung de
n
Erheblichkeitsgrenz
wert
von 5 % übersteigt
, sondern
den
Tabellenwert unge
kürzt übernommen
(
vgl. hierzu
BGE 135 V 297 E. 6.1.3
)
. Da vorliegend
jedoch
so oder anders kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, braucht
das
Valideneinkommen
-
wie von der Beschwerdegegnerin ermittelt
-
nicht korri
giert zu werden
und kann der Einfachheit halber
zur Ermittlung des
Validenein
kommens
auf
den
Tabellenwert für alle Branchen
, Anforderun
gsniv
eau 4,
abgestellt werden.
5.3.3
Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin keiner
Erwerbst
ätigkeit mehr nachgeht und keine Au
sbildung absolviert hat (Urk. 12/4/4)
, ist es
sodann
nicht zu beanstanden, d
ass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Invali
deneinkommens
ebenfalls
auf
die
Tabellenwerte für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4), alle Branchen, abgestellt
hat
(E. 5.3.1)
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurden die invaliditätsfremden Gründe vorliegend bereits bei der Parallelisie
rung berücksichtigt
(vgl. E. 5.3.2)
, so erscheint der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leidensabzug von 10 % infolge des eingeschränkten
Zumutbar
keitsprofil
als angemessen und gibt zu keinen Beanstandungen Anlass.
5.3.4
Werden
somit
sowohl zur Ermittlung des Validen- als auch des
Invalidenein
kommens
dieselben Tabellenwerte herangezogen (E. 5.3.2, E. 5.3.3), läuft der
Einkommensvergleich auf einen Prozentvergleich hinaus. Bei Annahme einer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 85 % resultiert im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 26 %
(
Valideneinkommen
= 85, Invalideneinkommen = 70 x 0.9 [=63],
Erwerbseinbusse
= 22).
Unter Berücksichtigung eines Anteils von 85 % am gesamten Pensum
(E. 5.2)
ergibt dies einen Teilinvaliditätsgrad von 22 %.
Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 6) keine Gründe ersichtlich sind, welche gegen
eine
Verwertbarkeit
der verbleibenden
Leistungsfähigkeit sprächen.
5.4
Was die Einschränkungen im Haushaltsbereich betreffen, so ist ein
Betätigungs
vergleich
vorzunehmen (E. 5.1.2). Hierzu wurde am 13. November 2012 eine Haushaltsabklärung durchgeführt (Urk. 12/
47
).
Die Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung von gewichtet 15.75 % für die Ernährung, von 8.10 % für die Wohnungspflege
, von 2.00 % für den Einkauf und weitere Besorgungen sowie von 8.10 % für die Wäsche und Kleiderpflege und errechnete infolgedessen eine Einschränkung von
insgesamt
33.95 % beziehungsweise bei einem Anteil der Haushaltstätigkeit von 15 % von 5 % (Urk. 12/47/5-8).
Der Bericht befasst sich einlässlich mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualen Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Bereichen; er ist ausrei
chend begründet und erscheint plausibel.
Wenn
man von einem
versicherungs
rechtlich
relevanten Gesundheitsschaden aus
geht
(vgl. E. 4.3)
, kann darauf abgestellt werden.
5.5
Der Gesamtinvaliditätsgrad ergibt sich aus der Addierung der in beiden Berei
chen ermittelten und gewichteten Teilinvalidität (E. 5.1.2). Damit resultiert eine Gesamtinvalidität von gerundet 27 % (Erwerb: 22 %, Haushalt: 5 %), was kei
nen Anspruch auf eine Rente begründet (E. 2.2). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).