# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 09cdbacc-c0bc-42f9-b9f3-bd18de34e503
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am _ in F. geboren. Er ist ledig und hat keine Sorgepflichten. In F. bewohnt er an der G. eine Mietwohnung, für welche er monatlich EUR 550.00 kalt bezahlt. Dazu kommen monatliche Strom- und Heizungskosten in der Höhe von rund EUR 70.00 und monatliche Kosten für Versicherungen und den Erhalt des Privatfahrzeuges. Insgesamt betragen die Kosten, inklusive Wohnung, rund EUR 1'200.00 pro Monat. Kreditschulden hat er keine. X. fährt seit fünf Jahren LKW, den gegenständlich interessierenden Kraftwagenzug seit rund drei Jahren. Der hier zur Beurteilung gelangende Unfall war sein zweiter als LKW-Chauffeur. Den ersten Unfall hatte er in H. gleich zu Beginn seiner Tätigkeit als LKW-Chauffeur. X. verdient monatlich rund CHF 4'000.00 bis 4'500.00, je nach Anzahl geleisteter Arbeitsstunden.
B. X. ist im VOSTRA-Register nicht verzeichnet.
C. Mit Strafmandat vom 7. Dezember 2010, mitgeteilt am 17. Dezember 2010, wurde X. vom Kreispräsidenten K. der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie der Widerhandlung gegen Art. 8 Abs. 1 und 4 ARV1 und Art. 14b Abs. 1 ARV1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 und 2 lit. c ARV1 schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Busse von Fr. 500.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen, bestraft. Der Kreispräsidenten K. legte dem Entscheid folgenden Sachverhalt zugrunde:
„Am 12. August 2010, um 14:57 Uhr, fuhr X. mit dem Lastwagen XY., SG _, mit dem Sachentransportanhänger Feldbinder X Heut 22.2, SG _, in K. auf der O.-Strasse in Richtung D.. Kurz zuvor begann es zu regnen und die Fahrbahn war nass und glitschig. Nach der E.-Passhöhe, in der langgezogenen Linkskurve nach der Abzweigung zum P., fuhr X. mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h. Aus der folgenden Rechtskurve sei ihm ein überholender dunkelblauer Personenwagen auf seiner Fahrbahn entgegen gekommen. Er habe deshalb eine Vollbremsung eingeleitet. Dadurch habe es seine Fahrzeugkombination in der Linkskurve geradeaus auf die angrenzende Wiese und den Wanderweg abgetrieben. Um nicht mit dem Wald zu kollidieren, habe er wieder nach links gesteuert. Der Lastwagen kam schliesslich teilweise auf der niederen Stützmauer und teilweise auf der Fahrbahn zum Stillstand. Es wurde niemand verletzt. Der Lastwagen wurde leicht beschädigt, ein Leitpfosten wurde umgefahren und die Mauer zerkratzt.
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Die Auswertung des Fahrtschreibers ergab, dass X. am 12. August 2010 4 Stunden und 52 Minuten ohne Pause gefahren war (Art. 8 Abs. 1 ARV1). Am gleichen Tag wurde die Arbeitszeit mit 7 Stunden und 50 Minuten (bis zum Unfall) aufgezeichnet. Die Pause um 12.15 Uhr von 45 Minuten war für diese Dauer zu kurz (Art. 8 Abs. 4 ARV1). Am 11. August 2010 ist zwischen 5.29 Uhr und 18.27 Uhr eine Arbeitszeit von 11 Stunden und 57 Minuten ohne ausreichende Pausen registriert. Am 9. August 2010 wurde zwischen 5.01 Uhr und 13.03 Uhr eine Arbeitszeit von 7 Stunden und 8 Minuten ohne genügende Pausen registriert. Ebenso am 6. August 2010, wo zwischen 5.43 Uhr und 15.21 Uhr 8 Stunden 32 Minuten Arbeitszeit ohne die notwendigen Pausen registriert wurden. Sodann trug X. das Land bei Beginn und Ende der beruflichen Tätigkeit im digitalen Fahrtschreiber nicht ein (Ausnahme: 6.8.2010 abends).“
D. Gegen dieses Strafmandat, welches am 25. Januar 2011 ordnungsgemäss zugestellt werden konnte, liess X. am 3. Februar 2011 Einsprache beim Kreisamt K. erheben. Zur Begründung führte er unter anderem aus, er habe eine Vollbremsung durchführen müssen, weil ein dunkelblauer Personenwagen, welcher von C. in Richtung K. gefahren sei, ein Fahrzeug überholt habe und ihm auf seiner Fahrbahnseite entgegengekommen sei. Um eine Kollision zu vermeiden, habe er abbremsen müssen und er sei aus diesem Grund ins Schleudern geraten und mit der am Wanderweg ansteigenden Böschung kollidiert.
E. Infolgedessen überwies das Kreisamt K. die Akten dem Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos. Dieses ergänzte die Strafuntersuchung und liess X. durch das Bezirksgericht F. rechtshilfeweise zur Sache, zur Person sowie über seine aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse einvernehmen. Die Schlussverfügung erging am 7. März 2011. Am 27. April 2011, mitgeteilt am 28. April 2011, erliess das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos die Anklageverfügung. Darin wurde wie folgt verfügt:
„1. X. wird wegen des Tatbestandes – Widerhandlung gegen Art. 32 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG,
Art. 8 Abs. 1 und 4 ARV1 und Art. 14b Abs. 1 ARV1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 und 2 lit. c ARV1
– begangen am 12. August 2010 in Anklagezustand versetzt.
2. Der Fall wird gestützt auf Art. 175 alt StPO GR dem  Prättigau/Davos zur Beurteilung überwiesen.

## Considerations