# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5d2ccf8a-1ca0-4096-a757-ba2b0f08b885
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
war zuletzt vom 1. Dezember 2012 bis 30. November 2013 als Medizinische Praxisassistentin (MPA) angestellt. Am 8. August 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf unter anderem eine Lähmung des rechten Arms infolge einer
Diskushernienoperation
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/20 und Urk. 8/29/4). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess die Versicherte insbesondere durch Dr. med.
Y._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurologie, neurolo
gisch begutachten (Expertise vom 15. Juni 2016; Urk. 8/49). Mit Verfügung vom 21. November 2016 (Urk. 8/75) wies sie das Leistungsbegeh
ren ab. Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde vom 4. Januar 2017 (Urk. 8/76/3-21) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 16. Juli 2018 (Prozess-Nr. IV.2017.00006; Urk. 8/86) in dem Sinne gut, als dass es die Sache zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid an die IV-Stelle zurückwies.
1.2
Die IV-Stelle tätigte in der Folge erneut medizinische und erwerbliche Abklä
run
gen,
veranlasste insbesondere eine Abklärung im Haushalt (Bericht vom 31. Mai 2019; Urk. 8/118) und
liess die Versicherte durch
das
Zent
r
um
Z._
polydisziplinär begutachten (Expertis
e vom 4. März 2020; Urk. 8/129)
. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8/133 und Urk. 8/139) sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 19.
November 2020 eine von Februar 2015 bis Oktober 2017 befristete Viertels
rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 7. Januar 2021 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr von August 2014 bis Juli 2017 eine Dreiviertelsrente und anschliessend eine unbefristete Viertelsrente der Invalidenversicherung zu gewähren. Eventualiter sei ein gericht
liches medizinisches Gutachten zu veranlassen. Am 15. Februar 2021 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerde
füh
rerin mit Verfügung vom 16. Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 19. Novem
ber 2020 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit voll erwerbstätig wäre. Gemäss Gutachter sei sie
seit
August 2013 in einer ange
passten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig, von August 2014 bis Juli 2017 sei sie in der angestammten Tätigkeit als
MPA
zu 50 % und seither zu 80 % arbeitsfähig. Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ergebe sich beim Vergleich des Validen- mit dem Invalideneinkommen ein I
nvaliditätsg
rad von 40 % bis Ende Oktober 2017
und seither ein solcher von 39
%. Die Be
schwerdeführerin habe
entsprechend
Anspruch auf eine befristete Viertelsrente von Februar 2015 bis Oktober 2017 (S. 4-6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), auf das Gutachten könne - aus näher dargelegten Gründen - nicht abgestellt werden. Sie habe einen
Probetag
in der Klinik ihres Rheumatologen absolviert, nachdem es die Beschwerdegegnerin unterlassen habe abzuklären, welche Tätig
keiten einer
MPA
sie noch auszuüben in der Lage sei. Dabei habe sich her
ausgestellt, dass die
se
Tätigkeit nicht umsetzbar sei, da zu viele Einschränkungen bei den einzelnen notwendigen Arbeiten bestünden. Die Arbeits
un
fähigkeit sei im Urteil des hiesigen Gerichts vom 16. Juli 2018 festgelegt worden und betrage in der angestammten Tätigkeit mindestens 70 %, die restlichen 30 % seien
wegen
ihrer Einschränk
ungen aber nicht verwertbar (S.
5-9). Aufgrund ihrer Ausbildung zur MPA sowie ihres privaten und beruflichen Werdegangs sei es ihr nicht zu
mutbar, als Hilfsarbeiterin an einem Fliessband zu sitzen. Dies sei beim Ein
kommen in einer Verweistätigkeit zu berücksichtigen. Zudem stelle sich die Frage, ob sie nicht Anrecht auf eine berufliche Wiedereingliederung im Sinne einer Umschulung in einem verwandten Bereich hätte (S. 10-12).
3.
3.1
Prof. Dr. med.
A._
, Leitender Arzt im Neurozentrum des
Spitals B._
, hielt in seinem Bericht vom 29. Juli 2014 (Urk. 8/41/10-15) fest, seit einer mikrochi
rurgischen
Foraminotomie
und
Neurolyse
C5
und C6 rechts am 17. Dezember 2013 bestehe eine
Armplexuslähmung
rechts. Diese habe sich in der Zwischenzeit nur wenig erholt. Die Beschwerdeführerin könne den Ellenbogen nun wieder et
was aktiv beugen, nach wie vor den Arm aber nicht abduzieren. Der rechte Dau
men sei wie eingeschlafen, auch am radialen Vorderarm sei die Sensibilität deut
lich gestört. Sie habe zudem Schmerzen, welche hauptsächlich in der Schulter lokalisiert seien, weil sie ein
e «
frozen
shoulder
»
erlitten habe. Schmerzen bestän
den auch im gesamten rechten Arm, ausstrahlend Richtung Daumen (S. 1). Es handle sich insgesamt um eine hochgradige
axonale
Läsion der motorischen Zu
flüsse zu den
Musculi
biceps
brachii
,
brachioradialis
und
deltoideus
rechts und zwar im Rahmen der vermuteten proximalen oberen
Armplexusläsion
rechts be
ziehungsweise der nicht ganz sicher auszuschliessenden aber unwahrscheinliche
ren kombinierten
intraforaminalen
Wurzelläsion
C5
/
C6
rechts. Die Prognose der Läsion sei aufgrund des hochgradigen
axonalen
Ausfallsmusters und des nun
mehr schon mehrmonatigen Verlaufes praktisch ohne Verbesserungstendenz wohl nicht ganz so günstig. Es sei wahrscheinlich, dass es zu einer Defektheilung komme, in etwa einem Jahr werde man von einem Endzustand ausgehen können. Eine Tätigkeit als
Arzthelferin
sei zumindest teilzeitig mit den hier bestehenden Paresen durchaus ausführbar. Es erstaune, dass die Beschwerdeführerin nicht ar
beite beziehungsweise kein Arbeitsversuch erwogen worden sei (S. 4 f.).
3.2
Dr.
Y._
stellte in seinem Gutachten vom 15. Juni 2015 (Urk. 8/49) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16):
-
obere
Armplexusläsion
rechts
Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin sei im November 2013 an der Hals
wirbelsäule operiert worden. Nach der Operation habe sie eine Lähmung ihres rechten Armes bemerkt (S. 6). Zu diesem Zeitpunkt sei sie voll arbeitsunfähig gewesen. Die Lähmung habe sich langsam aber kontinuierlich zurückgebildet. Im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr.
A._
im Juli 2014 habe die Arbeitsunfä
higkeit noch 50 % betragen. Aufgrund der Anamnese und des neurologischen Erfahrungswissens in Zusammenschau des aktuellen Befundes sei medizintheo
retisch davon auszugehen, dass sich die Arbeitsunfähigkeit anschliessend lang
sam weiter kontinuierlich bis zum heutigen Untersuchungszeitpunkt vermindert habe (S. 17 f.).
Weiterhin beständen auf der dominanten rechten Seite Funktionseinschränkun
gen für die seitliche Hebung und Beugung des Armes, für die Hebung nach vorne, insbesondere für die Hebung über 90°, für die Drehung des Unterarmes sowie ausgeprägt für die Drehung der Handfläche nach innen bei gebeugtem Unterarm. Ein seitliches und vorderes Abheben des rechten Armes sei nicht möglich, das Anheben nur kurzzeitig mit einer Trickbewegung und ohne erhebliche Kraftent
wicklung, Überkopfarbeiten seien nicht möglich, ebenso wenig Tätigkeiten, die die Bewegung der Hand hinter den Kopf, das Gesäss oder den Rücken erfordern würden. Sehr lange Dauertätigkeiten mit der rechten Hand seien nicht möglich, da hierfür die Mitarbeit des Oberarmes erforderlich und die Armbeugung ein
ge
schränkt sei. Tätigkeiten mit der Hand und dem Unterarm seien prinzipiell mög
lich, die Beschwerdeführerin benötige jedoch häufiger Pausen, da die Hand ra
sche
r ermüde (S. 16 f. und S. 19).
Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Arzthel
ferin
in einer Augenarztpraxis im 60 %-Pensum sei mit 25 % der ursprünglich 60 % einzuschätzen. Bei einer anzunehmenden 24-Stunden-Woche (60 % von 40
Stunden) sei die Arbeitsunfähigkeit auf 6 Stunden einzuschätzen, das Restleis
tungsvermögen auf 18 Stunden. Dies ergebe sich daraus, dass ihr prinzipiell na
hezu alle Tätigkeiten mit der rechten Hand möglich seien, diese allerdings rascher ermüde und häufiger Pausen gebraucht würden (S. 18 f.).
In einer angepassten Tätigkeit, bei der keine Überkopfarbeiten, keine Armhebung rechts und keine länger andauernden Tätigkeiten mit der rechten Hand erforder
lich seien, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Zunächst habe sie ebenfalls 0 % betragen und sich bis im Sommer 2014 zunehmend auf 50 % (bezogen auf die ursprünglichen 60 %) gesteigert (S. 19 und S. 21).
Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie sehr müde sei und viel Übelkeit habe. Sie führe das auf die Medikation zurück (S. 11). Die Arbeitsfähigkeit könne ver
bessert werden durch eine langsame, schrittweise, ärztlich überwachte Reduktion der Schmerzmedikation, gegebenenfalls auch Ersatz durch eine weniger sedie
rende Medikation, ebenso durch eine weiter angewandte, systematische und kon
tinuierliche Physiotherapie (S. 19).
3.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurologie, und Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hämatologie, von der
Z._
stellten in ihrem Gutachten vom 4. März 2020 (Urk. 8/129) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8):
-
obere
Armplexusläsion
rechts mit entsprechenden funktionellen Einschrän
kungen des rechten Arms, aufgetreten nach
cervicalen
Wurzel-dekom
primie
renden Eingriffen und Cage-Interposition 12/2013 und 01/2014
-
muskuläre
Dysbalance
nach oberer
Armplexusparese
rechts 2014
-
Trauma- und belastungsbezogene Störung
-
Anpassungsstörung
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 8):
-
anamnestisch leichtes Karpaltunnelsyndrom beidseits linksbetont, elektrophy
sio
logisch bestätigt 12/2019
-
chronische Polyarthritis, Erstdiagnose 2011
-
intermittierendes
Impingement
der
Rotatorenmanschette
rechts bei
Ten
do
pathie
-
Hypermotilitätstendenz
-
Hashimoto-Thyreoiditis mit Hypothyreose (substituiert)
-
arterielle Hypertonie
-
anamnestisch Asthma bronchiale, medikamentös derzeit nur bei Bedarf the
ra
piert
-
Polyallergie (anamnestisch gegen Tierhaare, Hausstaub, Latex, Gräser und Pollen)
-
unklare Teilinkontinenz (Stuhlinkontinenz)
-
unklare Nykturie
Dazu führten sie aus,
die Beschwerdeführerin habe s
eit
ungefähr
August 2013 unter
Zervikobrachialgien
durch
eine
schwere
mehretagere
Diskopathie
C4-C7
gelitten
. Auf Höhe
C6
/7
sei
das
Neuroforamen
links durch eine Diskushernie ein
geengt
gewesen
. Im Dezember 2013
sei
eine mikrochirurgische
Foraminotomie
und
Neurolyse
C5
/6 rechts problemlos durchgeführt
worden
, jedoch
sei
postope
rativ eine Armparese rechts feststellbar
gewesen
, die als obere
Armplexusparese
rechts beurteilt
worden sei
. Im Juli 2014
sei die Beschwerdeführerin
durch Prof.
A._
eingehend auch neurophysiologisch abgeklärt
worden
. Es
habe
sich eine hochgradige
axonale
Läsion der motorischen Zuflüsse zu den
Musculi
biceps
brachii
,
brachioradialis
und
deltoideus
rechts
gefunden.
Differentialdiagnostisch
sei
eine kombinierte
intraforaminale
Wurzelläsion
C5
/6 rechts erwogen
worden
, diese sei jedoch unwahrscheinlicher. Am 28.
Januar
2014
sei
ein zweiter zervi
kaler Eingriff mit Ne
rve
nwurzeldekompression
C5
/6
beidseits
,
Cageinterposition
und Plattenosteosynthese
erfolgt
. Von Seiten der oberen
Armplexusläsion
hätten
sich die motorischen Funktionen zum Teil erholt, nach wie vor leide die
Be
schwerdeführerin
unter aktivitätsabhängigen Schmerzen im Oberarmbereich, vor allem aber auch im Unterarm-Daumenbereich, die dort vor allem als neuro
pathisch interpretiert werden müss
t
en. In Ruhe, ohne Einsatz des rechten Armes,
sei
sie weitgehend beschwerdefrei und
habe
in der Zwischenzeit auch die Opiate
und das
Pregabalin
selbst absetzen
können
. Dadurch
habe
sie sich auch wieder, wie sie
beschrieben habe, «im Kopf viel freier» gefühlt (S. 6).
Wie Prof.
A._
schon 2014 beurteilt
hab
e,
sei
eine Defektheilung ein
getreten
.
Verglichen mit dem Neurostatus anlässlich der neurologischen Begutachtung vom
Juni 2015
sei
der Neurostatus in etwa unverändert
geblieben
. Funktione
ll
bestän
den
nach wie vor aufgrund der
Armplexusläsion
rechts Einschränkungen für die seitliche Hebung des rechten Armes wie auch nach vorne, ausserdem für die Beu
gung des rechten Armes im Ellbogen. Überkopfarbeiten
seien
somit er
schwert, ebenso Tätigkeiten, die eine Bewegung der Hand hinter den Kopf oder den Rücken erfordern
würden (S. 6)
.
Auf rheumatologischem Gebiet
sei
2011 die Diagnose einer rheumatoiden Arthri
tis/chronischen Polyarthritis gestellt
worden
. Seither
laufe
die medikamentöse
Be
handlung ununterbrochen in Form des
Immunsuppressivums
Leflumo
nid
/
Ara
v
a
oral und von niedrig dosiertem Prednison. Diese Erkrankung schein
e
sich in einer absolut ruhigen Phase zu befinden, die
Beschwerdeführerin
nenn
e
keine aktu
ellen, damit zu erklärenden Beschwerden. Die im Bereich der rechten Schulter und des Arms eingetretene
Paresensituation
steh
e
in Zusammenhang mit
neuro
kompressiven
Vorgängen an der HWS, welche Ende 2013/Anfang 2014 aktiv
ge
worden seien
und zu den oben dargestellten Abläufen
geführt hätten.
Im Verlauf
seien
zusätzlich an der rechten Schulter intermittierende Reizerscheinungen der
Rotatorenmanschette
auf
getreten
, welche jeweils günstig
auf antientzündl
iche Steroidinjektion
en
angesprochen hätten. Zurzeit bestehe
keine derartige Aktivi
tät, die passive Schultermotilität
sei
völlig frei und schmerzlos, es
würden
sich funktionell praktisch ausschliesslich die bestehenden Paresen aus
wirken
, wobei sich diese Situation mit derjenigen einer sekundären muskulären
Dysbalance
überschneide
(S. 6-7)
.
Aus psychiatrischer Sicht
könne
festgehalten werden, dass bei der
Beschwerde
führerin
ein komplexes Störungsbild vorlieg
e
,
das
sich aus einer Traumafol
ge
störung und einer depressiven Komponente zusammensetz
e
, die als Anpassungs
störung
ge
werte
t werde
.
Sie
sei
durch die beiden genannten Störungen in ihrer Arbeitsfähigkeit um 20
% eingeschränkt
(S. 7)
.
Aus rein internistischer Sicht besteh
e
keine Einschränkung für
die bisherige und angepasste Tätigkeiten
, die Arbeitsfähigkeit
betrage
100
% unter Beachtung des
im internistischen Gutachten genannten Belastungsprofils (
Kontinenz
proble
m
atik
, Allergenexposition;
S. 7
).
Aus neurologischer Sicht habe d
ie
Beschwerdeführerin
Schwierigkeiten bei der E
l
evation des rechten Armes nach vorne und bei seitlicher Anhebung, ausserdem
eine
Einschränkung für die Beugung des rechten Armes und damit Schwie
rig
keiten, Tätigkeiten auszuführen, die diese Bewegungsumfänge erfor
dern
würden. Ü
berkopfarbeiten
seien
nicht möglich,
ebensowenig
Tätigkei
ten, die eine Bewe
gung des Arms hinter den Kopf oder hinter das Gesäss
beziehungsweise
hinter den Rücken verlangen
würden
. Bei einer oberen
Armplexusläsion
sei
die Funktion der Hand nur wenig eingeschränkt, hingegen
seien
sehr lange Dauertätigkeiten mit der rechten Hand für die
Beschwerdeführerin
ermüdend. Sie
könne
zwar mit der Hand
Tätigkeiten ausführen, benötige
jedoch etwas
mehr Pausen (S. 9).
A
uch aus rheumatologischer Sicht
zeige sich
die Problematik der
Beschwerde
führerin
eindeutig durch Funktionsverluste in der Verfügbarkeit des rechten Arms,
der aktiv nur knapp unter die Horizon
tale
angehoben werden
könne
und auch in kleineren Bewegungsgraden
eine
gewisse Belastungsschwäche zeig
e
. Damit
seien
Tätigkeiten mit Kraftanforderung an die rechte Hand
beziehungsweise
Arm/
Schulter deutlich eingeschränkt, insbesondere das Heben von Gegenständen über die Horizontale verunmög
l
icht, während Aktivitäten nur tragender Art mit hän
gen
dem Arm unbeeinträchtigt
seien (S. 9)
.
Im psychiatrischen Belastungsprofil
lägen
bei der
Beschwerdeführerin
einzig leichte
Beeinträchtigungen der Fähigkeit zu Selbstbehauptung, Umstellungen und Spontanaktivitäten sowie zu Flexibilität vor
(S. 9)
.
Aus internistischer Sicht besteh
e
keine Einschränkung für sämtliche Tätigkeiten. Das Belastungsprofil
könne gegebenenfalls
jedoch verbessert werden durch wei
tere Abklärung der
Kontinenzbeschwerden
mit entsprechender proktologischer Vorstellung
(
S. 9
).
In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bezogen
auf ein 100 %-Pensum.
Wahrscheinlich
habe die Arbeitsfähi
gkeit im ange
stammten Beruf als MPA zum Zeitpunkt
der Untersuchung bei Prof.
A._
am 29.
Juli
2014 etwa 50
%
betragen
. Wann genau im weiteren Verlauf eine Steigerung möglich
gewesen sei, lasse
sich retrospektiv nicht einschätzen.
Es lasse
sich einzig sagen, dass seit Absetzen der zentral wirkenden Medikamente
, also
seit spätestens November 2019 (Absetzen von
Pregaba
l
in
),
eine
80%ige
Arbeits
fähigkeit angenommen werden
könne. I
n einer leidensangepassten Tätigkeit be
trage die Arbeitsfähigkeit 80 %. Die Problematik und damit die Reduktion der
Arbeitsfähigkeit
um 20
% bestehe
aus psychiat
rischer Sicht seit mindestens dem 24. August
2013. Damals
seien
die entsprechenden Probleme bereits dokumentiert
worden.
Die Gesamtarbeitsfähigkeiten ergäben sich integrativ aus der neurolo
gischen, rheumatologischen und psychiatrischen Beurteilung ohne rechnerische Kumulation (S.
10-
12).
3.4
Dr. med.
G._
, Rheumatologie, von der Klinik
H._
hielt am 15. August 2020 seine Beobachtungen anlässlich eines am 15. Juli 2020 bei ihm absolvierten Pro
be
arbeits
tages der Beschwerdeführerin wie folgt fest (Urk. 3): Beim Bedienen des Röntgengerätes seien das Drehen der Rönt
genröhre und das Anziehen der B
lei
schürze wegen zu wenig Kraft im rechten Arm nicht möglich, das Röntgen von Patienten sei damit nicht möglich. Bei der Blutentnahme seien das Bedienen des Butterflys respektive der Nadel wegen Feinmotorik und Sensibilitätsempfinden nicht möglich. Das Versorgen der Medikamente in höheren Etagen sei wegen feh
lender Kraft nicht beziehungsweise ausschliesslich linksseitig möglich, wegen mus
kulären Verspannungen und Schmerzen sei
di
es auch nicht länger als 30 Minuten am Stück möglich. Computer-Arbeiten respektive Berichte schreiben seien nicht möglich da nach 5 Minuten muskuläre Verspannungen und Schmerzen aufträten und die Geschwindigkeit verlangsamt sei (S. 1). Die DXA-Messung sei nicht mög
lich wegen der Lagerung des Patienten. Beim Empfang/Telefon beständen am Telefon Einschränkungen wegen Angabe einer Hörschwäche, die PC-Arbeiten seien nicht möglich
,
da über längere Zeit muskuläre Verspannungen und Schmer
zen aufträten, beim Schreiben verschlechtere sich im Verlauf das Schreibbild. Als Gesamteindruck sei eine Tätigkeit als MPA nicht umsetzbar. Hierzu seien zu viele Einschränkungen bei einzelnen notwendigen Arbeiten vorhanden. Zwar gebe es auch Praxen, wo nicht geröntgt werde, doch würden dort andere Arbeiten an
fallen (S. 2).
4.
Mit Blick auf die Abklärungen der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/118) ist vorliegend unbestritten und ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 100 % erwerbstätig wäre.
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 4. März 2020 (E. 3.3
hievor
) beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, rheumatolo
gi
schen, psy
chi
atrischen und neurologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der fallrelevanten Vorakten erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beur
teilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den ge
klagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Sie zeigten auf, dass die 2011 diagnostizierte rheumatoide Arthritis/chronische Polyarthritis derzeit unauffällig verläuft und die Beschwerdeführerin keine diesb
e
züglichen Beschwerden nennt. Die an der rechten Schulter intermittierend auf
getretenen Reizerscheinungen der
Rotatorenmanschette
sprechen zudem jeweils günstig auf antientzündliche Steroidinjektionen an und es besteht momentan keine derartige Aktivität (S. 6-7). Die Gutachter hielten fest, dass bei der Be
schwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht ein komplexes Störungsbild vorliegt,
das
sich aus einer Traumafolgestörung und einer depressiven Komponente zu
sammensetzt, und zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätig
keit um 20 % führt (S. 7). Weiter legten sie ausführlich dar, dass nach einer im
Dezember 2013 durchgeführten mikrochirurgischen
Foraminotomie
und
Neuro
ly
se
C5
/6 eine
Armplexusparese
rechts aufgetreten ist. Die motorischen Funktionen haben sich seither teilweise erholt, nach wie vor bestehen aber Einschränkungen für die seitliche Hebung des dominanten rechten Armes wie auch nach vorne,
ausserdem für die Beugung des rechten Armes im Ellbogen, Überkopfarbeiten sind
erschwert, ebenso Tätigkeiten, die eine Bewegung der Hand hinter den Kopf oder den Rücken erfordern. Dauertätigkeiten mit der rechten Hand sind für
die Be
schwerdeführerin
zudem ermüdend und es werden mehr Pausen benötigt. Auf
grund der Funktionsverluste der rechten oberen Extremität erachteten die Gut
achter die Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
MPA
als
um
20 %
e
ingeschränkt (S. 6, S. 9 und S.
11). Die Gutachter gelangten so
dann zum be
gründeten Schluss, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit seit spätestens November 2019 zu 80 % und in jeglicher angepassten Tätigkeit seit mindestens dem 24. August 2013 ebenfalls zu 80 % arbeitsfähig ist
.
5.2
Die Beschwerdeführerin ist gemäss den Gutachtern der
Z._
in ihrer angestammten Tätigkeit als
MPA
aus medizintheoretischer Sicht
um
20 % ein
geschränkt.
Daneben muss sie gemäss Gutachten von gewissen Arbeitsvorgängen
wie
dem
Heben/Transferieren von Patienten oder anderen Lasten grösser als 10 kg
sowie
von
jeglicher Überkopfarbeit entlastet werden (Urk. 8/129 S. 33, S. 44 f.). Dies führt im Ergebnis zu einer weitgehenderen Einschränkung.
Dr.
G._
berichtete
denn auch
nach einem Probearbeitstag in seiner Praxis, dass eine erwerbliche Umsetzung der Arbeitsfähigkeit
im
Umfang
von 80 %
nicht möglich ist. So ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin beim Empfang und der schriftlichen und telefonischen Korrespondenz mit den Kunden eingeschränkt ist, kann sie doch ihren dominanten rechten Ellbogen nicht mehr
beschwerdefrei
beugen und deshalb den Computer nur erschwert bedienen, auch beim Heraus
suchen von Patientendossiers ist sie eingeschränkt, nachdem sie den rechten Arm aktiv nur knapp unter die Horizontale anheben kann. Aus demselben Grund ist das Einräumen und Herausholen von Medikamenten in höheren Etagen nicht möglich, für das Bedienen des Röntgengerätes fehlt ihr zudem die Kraft im
rechten Arm. Gemäss der Stellenbeschreibung im Standortgespräch vom 3.
Okto
be
r 2014 (Urk. 8/29/2) umfasst
die
Arbeit als
MPA
unter anderem Empfang, Röntgen, Labor und Blutentnahme. Nachdem die Beschwerdeführerin einen Gross
teil dieser Arbeiten ohne Hilfe von Drittpersonen nicht ausüben kann,
vermochte und
ver
mag sie eine Tätigkeit in diesem Berufsumfeld höchstens in einem geringen Pen
sum umzusetzen, eine 80%ige Tätigkeit ist ihr hingegen nicht möglich. Die
Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Berechnung des Invalidenein
kom
m
ens
entsprechend
zu Recht lediglich die Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit.
Nachdem für die Berechnung des Invaliditätsgrades lediglich die Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit relevant ist, kann
offen bleiben
, in welchem exakten Umfang die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als MPA noch arbeitsfähig wäre. Ebenso kann
offen bleiben
, ob sie ge
mäss Gutachter Dr.
Y._
in der angestammten Tätigkeit in einem 100 %-Pen
sum zu 25 % oder zu 55 % arbeitsunfähig wäre (vgl. E. 3.2
hievor
)
, wobei Dr.
Y._
die spezifische Tätigkeit in einer Augenarztpraxis als angesta
mmte Tätigkeit betrachtet hatte
(vgl. Urk. 8/49 S. 6 f. und S. 18 f.)
,
und ob seit dessen Begutachtung der neurologische Zustand unverändert geblieben ist.
Im
Hinblick auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 1 S. 5 und S.
7-20) ist jedoch festzuhalten,
dass das Sozialversicherungsgericht
in den Erwägungen des
Urteil
s
vom 16. Juli 2018
,
auf welche das Dispositiv verwies,
festhielt, in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt drängten sich in ver
schie
dener Hinsicht ergänzende Abklärungen und Klarstellungen auf, zu welchem
Zweck die Sache zurückzuweisen sei. Gestützt auf dieses Urteil war die Be
schw
er
degegnerin zu ergänzenden Abklärungen der Arbeitsfähigkeit sowohl aus neuro
lo
gischer beziehungsweise somatischer und aus psych
iatrischer
Sicht ver
pflichtet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_42/2015 vom 16.
September 2015 E. 3
). In welcher Form diese ergänzenden Abklärungen vorzunehmen sind – mittels ergänzender Anfrage an Dr.
Y._
und zusätzlicher psychiatrischer Beurteilung (und gegebenenfalls mit interdisziplinärem Konsens) oder mittels eines inter
dis
ziplinären Gutachtens
-
gab das Gericht nicht vor (Urk. 8/86). Es trifft damit nicht zu, dass die Beschwerdegegnerin mit der Einholung des Gutachtens der
Z._
den Erwägungen im Rückweisungsurteil nicht Folge geleistet
oder
sie ihre Befugnisse überschritten hätte
(Urk. 1 S. 8 f.)
.
Die
Beschwerdegegnerin
war zudem
nachgerade verpflichtet, die weitere Entwicklung des Gesundheits
zu
stan
des – auch aus neurologischer Sicht - bis zum Erlass der neuen Verfügung vom 19. November 2020
abzuklären
. Von einer unzulässigen Einholung einer
«
second
opinion
»
ist nicht auszugehen (
BGE 136 V 156 E. 3.3
).
Zudem wurde
wede
r d
ie
Abklärungspflicht verletzt noch das rechtliche Gehör verweigert (Urk. 1 S. 10).
Auf die Ergebnisse der Begutachtung der
Z._
kann
vielmehr
– wie erwähnt -
abgestellt werden
(vgl. auch vorne E.
5.1)
. Zudem resultiert sowohl bei einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
von 80 % gemäss den Gutachtern der
Z._
als auch bei der von der
Beschwerdeführerin angenommenen Arbeitsfähigkeit von 70 % (Urk. 1 S. 10) derselbe Rentenanspruch (vgl. E. 6
.6
hernach). Von weiteren medizini
schen Abklärungen
- insbesondere
dem von der Beschwerdeführerin beantragten ge
richtlichen Gutachten (Urk. 1 S. 2)
- sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizi
pier
ter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu
verzichten ist.
6.
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.1
Gestützt auf die Ausführungen des hiesigen Gerichts in E. 6 seines Urteils vom 16. Juli 2018 (Prozess-Nr. IV.2017.00006; Urk. 8/86)
sowie die LSE 2014
legte die Beschwerdeführerin das Valideneinkommen auf Fr. 64'663.30 und das Invaliden
einkommen auf Fr. 54'062.--
bezogen auf ein 100 %-Pensum per 2015
fest (Urk.
8/130 S. 1). Darauf ist abzustellen.
6.2
Soweit die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin je
doch per 2017 neu berechnete (vgl. Urk. 8/130/2), ist darauf hinzuweisen, dass eine Rente
gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG
unter anderem bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar ist.
Wie bereits dargelegt, hat sich d
ie Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit nach Juli 2014
zwar
verbessert, nach wie vor
vermag sie aber eine
Arbeit
in diesem Berufsumfeld
lediglich
in einem sehr geringen Pensum umzusetzen
.
Bei der Berechnung des
Invalideneinkommens
ist deshalb lediglich die Arbeits
fähig
keit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit zu berücksichtigen, welche sich
nach gutachterlicher Einschätzung
seit August 2013 unbestritten nicht ver
ändert hat. Bei einem bezüglich der
massgeblichen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unveränderten Gesundheitszustand
liegt
k
ein Revisions
grund
vor
, welcher eine Neubeurteilung des
Rentenanspruchs erlauben würde.
Ohnehin begründete die Beschwerdegegnerin nicht, inwiefern sich der Ge
sund
heitszustand in der angestammten Tätigkeit gerade im Juli 2017
markant
ver
bessert haben soll.
Die Gutachter
der
Z._
vermochten
den Verlauf
retrospektiv nicht ein
zu
schätzen
, sondern erachteten
die 80%ige Arbeitsfähigkeit lediglich als
spätestens ab November 2019
erstellt
(E.
3.3
hievor
).
Soweit PD. Dr.
med.
I._
, FA Neurologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst daraus
ohne weitere
Begründung
tentativ eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ab
22. Juli 2017 ab
leitete (Urk.
8/131/8), kann ihm mangels medizinischer
Grundlage nicht gefolgt werden.
Für eine Rentenbefristung bleibt entsprechend kein Raum.
6.3
6.3.1
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Berechnung des Invaliden
ein
kommens einen leidensbedingten Abzug von 10 %, wohingegen die Beschwerde
führerin einen solchen von 20-25 % als angemessen erachtet
e
.
6.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sch
nitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V
16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
de
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegenstand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage vergli
chen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
Der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, ist indes kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompe
tenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, fällt als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2).
Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt rechtfertigt bei Hilfstätigkeiten im untersten Kompetenzniveau rechtsprechungsgemäss
keinen Abzug
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_223/2020 vom 25. Mai 2020 E. 4.3.5 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, ist unter dem Titel «Beschäftigungsgrad» ein Abzug vom Tabel
lenlohn vorzunehmen, wenn Teilzeitarbeit nach der im konkreten Fall anwend
baren Tabelle vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit (Urteil 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen). Dagegen recht
fertigt der Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, grundsätzlich keinen Abzug vom
Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1 unter Hinweis auf Urteil 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3).
Bei Frauen im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) weisen die Statistiken für Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne als für Voll
beschäftigung aus. Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen Tabel
len
lohnabzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
6.3.3
Die Beschwerdeführerin leidet an erheblichen Funktionseinschränkun
gen des rechten Oberarmes, die seitliche Hebung des rechten Armes wie auch nach vorne ist ebenso erschwert wie die Beugung des rechten Armes im Ellbogen. So kann der rechte Arm nur bis knapp unter die Horizontale angehoben werden und zeigt auch in kleineren Bewegungsgraden eine gewisse Belastungsschwäche.
Damit
sind
Tätigkeiten mit Kraftanforderung an die rechte Hand beziehungsweise
den rechten Arm oder die rechte S
chulter deutlich eingeschränkt, insbesondere das Heben von Gegenständen über die Horizontale
ist
verunmöglicht
. Auch Über
kopfarbeiten und Tätigkeiten, die eine Bewegung der Hand hinter den Kopf oder den Rücken erfordern, sind nicht möglich.
Die Beschwerdeführerin ist
somit
auch im Rahmen
von
körperlich leichte
n
Hilfs
arbeitertätigkeit
en
zusätzlich
eingeschränkt, was einen Leidensabzug von 10 % rechtfertigt. Der Umstand, dass sie für lange Dauertätigkeiten mit der rechten Hand mehr Pausen benötigt, ist in der um 20 % reduzierten Arbeitsfähigkeit hingegen bereits berücksichtigt und vermag nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einzufliessen, da dies sonst zu einer doppelten An
rechnung derselben Beeinträchtigung führen würde. Auch ihr fortgeschrittenes Alter, die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
,
fehlende
Vorkenntnisse in einer angepassten Hilfsarbeitertätigkeit
sowie der Beschäftigungsgrad
rechtfertigen
mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung keinen höheren Tabellenlohn
abzug. Es besteht damit k
ein Anlass in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen und es ist von einem leidensbedingten Abzug von 10 % auszugehen.
6.4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, es sei ihr aufgrund ihres privaten und beruflichen Werdegangs nicht zumutbar in einer Hilfsarbeitertätigkeit ausserhalb des Pflegebereichs zu arbeiten, ist darauf hinzuweisen, dass
bei einer Hilfstätigkeit im Gesundheitswesen ein höherer Invalidenlohn resultieren und ein Rentenanspruch entfallen würde. Ob die Beschwerdeführerin Anspru
ch auf eine Umschulung für eine angepasste
Tätigkeit
im Pflegebereich
hat, kann jedoch vor
liegend
offen bleiben
, nachdem sie zu einer solchen nicht bereit ist, solange ihre Mutter lebt (vgl. Urk. 8/129/10). Ohnehin erscheint es m
it Blick auf das ihr
zumutbare Belastungsprofil
fraglich, inwiefern sich eine angepasste Tätigkeit im Pflegebereich noch erwerblich umsetzen lässt. Einschränkungen in der Anpas
sungs
fähigkeit sind bei
der Beschwerdeführerin
nicht vorhanden und
die Um
stellungsfähigkeit ist lediglich leicht beeinträchtigt
(E. 3.3
hievor
)
. S
ie
hat zudem bereits mehrfach ihren Arbeitgeber gewechselt (vgl. Urk. 8/59),
sodass nicht einzusehen ist, weshalb sie eine Tätigkeit als Hilfsarbeiterin ausserhalb des Ge
sund
heitswesens nicht ausüben könnte
und weshalb ihr eine solche nicht zu
mutbar sein soll
.
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist deshalb auf das Einkommen gemäss LSE 2014 TA 1, Kompetenzniveau 1, Total, Frauen, abzu
stellen.
6.5
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ergibt sich
so
mit
per 2015 ein Invalideneinkommen von Fr. 38'924.65 in der der Beschwer
de
führerin zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit in einem 80 %-Pensum
be
zie
hungsweise von Fr. 34'059.05 bei der von der Beschwerdeführerin angenom
menen 70%igen Arbeitsfähigkeit
.
6.6
Bei Vergleich des Validen- mit dem Invalideneinkommen ergibt sich ein Invali
ditätsgrad von 39.8 %
(beziehungsweise 47.3 % bei einer 70%igen Arbeits
fähig
keit)
und
entsprechend
ein Anspruch auf eine
unbefristete
Viertelsrente
ab
1. Februar 2015 (Anmeldung zum Leistungsbezug am 8. August 2014 plus 6 Mona
te
, Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
Die Beschwerde ist
demnach
teilweise
gutzuheissen.
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 9
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
in erheblichem Umfang
un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Der Beschwerdeführerin steht
dementsprechend
eine
ungekürzte
Prozessent
schä
digung zu, welche
vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3
des
Gesetz
es
über das Sozialversiche
rungsgericht, GSVGer
). Entsprechend ist ihr
eine solche von Fr. 2‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.