# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cf455f0f-9f84-429a-9008-24191af936fc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959 und tätig in der Reinigung in einem 25%-Pensum, meldete sich erstmals am 2
4.
November 2008 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf Kopfschmerzen sowie Probleme mit dem Rücken, den Beinen, der Lunge sowie den Nerven bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte das neurologisch-rheumatologische Gutachten des
Z._
vom 3
1.
Dezember 2009 (
Urk.
8/19) sowie das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
5.
Juli 2010 ein (
Urk.
8/28). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 2
3.
September 2010,
Urk.
8/31; Einwand vom 2
5.
Oktober 2010,
Urk.
8/32; ergänzende
Einwandbegründungen
vom 2
9.
November 2010
und 1
6.
Juni 2011
,
Urk.
8/37
und
Urk.
8/41
)
wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2011 ab (
Urk.
8/47). Nachdem die Versicherte hiergegen am 3
0.
Januar 2012 Beschwerde
bei der IV-Stelle
erhoben hatte (
weitergeleitet
durch die IV-Stelle
ans hiesige Gericht
am
9.
Februar 2012,
Urk.
8/49 und
Urk.
8/50), hob die IV-Stelle die angefochtene Verfügung wieder
erwägungsweise auf (
Urk.
8/54), womit das entsprechende Verfahren IV.2012.00189 mit Verfügung vom 1
9.
März 2012 als gegenstandslos abgeschrie
ben wurde (
Urk.
8/56).
Die IV-Stelle tätigte in der Folge eine Haushaltsabklärung (
Urk.
8/58) und stellte mit Vorbescheid vom
7.
Mai 2012 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht (
Urk.
8/62). Nachdem die Versicherte hiergegen erneut Einwand erhoben hatte (
Urk.
8/64)
,
verneinte die IV-Stelle am 2
7.
August 2012 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/71).
1.2
Am
9.
November 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf Depressionen sowie Probleme mit den Knien, den Händen und dem Rücken erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/76). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Vorbescheid vom 2
3.
März 2017,
Urk.
8/89; Einwand vom 1
5.
Juni 2017,
Urk.
8/98) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
2.
November 2017 ab (
Urk.
8/112).
1.3
Die Versicherte meldete sich am 2
1.
September 2018 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/119). Die IV-Stelle tätigte erwerbli
che und medizinische Abklärungen und teilte am 2
9.
März 2019 mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
8/131). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 1
9.
November 2019,
Urk.
8/147;
Ein
wand vom 2
3.
Dezember 2019,
Urk.
8/148) verfügte die IV-Stelle am 1
5.
Januar 2020 die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
1.
Februar 2020 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei eine Begutachtung vorzunehmen und über die Qualifikation der Beschwerdeführerin zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
März 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-159), worüber die Beschwerdeführerin am 2
3.
März 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass im
Rahmen des
neuen Gesuch
s
keine wesentlichen Veränderungen der beruflichen oder medizinischen Situation hätten festgestellt werden können. Veränderte Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen keine vor. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) gehe nicht von einer höheren Arbeitsunfähigkeit im Ver
gleich zum Jahr 2017 aus. Es bestehe weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass bereits die RAD-Einschätzung im Jahr 2016 nicht nachvollziehbar gewesen sei und aktuell ebenfalls klar dokumentierte Veränderungen und zusätzliche Diagnosen vorlägen, welche zu weiteren Abklärungen
hätten führen müss
en. Hinzu komme, dass sie im Rahmen der ersten Anmeldung zu 29
%
erwerbstätig und 71
%
tätig im Haushalt qualifiziert worden sei. Seit
die Invalidenrente
des Ehemannes zuerst halbiert und dann aufgehoben worden sei, beziehe die Familie Sozialhilfe, da der Ehemann aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig sei. Entsprechend hätte sie im Gesundheitsfall ihr Pensum auf 100
%
erhöht (
Urk.
1).
2.
2.1
2.1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.1.2
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
) zur Anwendung gelangt (BGE 144 I 21 E. 2.2). Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicher
ten Person somit grundsätzlich nicht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 27 f. zu Art. 30–31).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
Die aktuelle medizinische Aktenlage s
tellt sich folgendermassen dar:
3.1
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des Stadtspitals
B._
(folgend: Rheumatologie
B._
) notierten in ihrem Bericht über die ambulante rheumato
logische Untersuchung vom 3
0.
November und 1
4.
Dezember 2017 folgende Diagnosen (
Urk.
8/118/9):
-
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts mit/bei
-
MR-Arthrographie
Schulter rechts am 4.12.2017: Komplette Ruptur der Supraspinatussehne mit Übergreifen auf die
Infraspinatussehne
, starker
Sehnenretrakt
ion und
mässiggradiger
Muskelat
rophie. Kleine Teilruptur am
Oberrand
der Subscapularissehne.
-
Mässiggradige
hypertrophe AC-Gelenksarthrose
-
Status nach US-gesteuerter Injektion von 40 mg
Kenacort
und 5 ml
Lidocain
in die Bursa
subdeltoidea
rechts 01/2017, subjektiv Ver
schlechterung
-
Arterielle Hypertonie
Sie stelle sich erneut vor bei persistierenden Schulterschmerzen, welche seit August 2017
aggraviert
seien. Es liege eine komplette Ruptur der
Supraspinatus
- mit Übergreifen auf die
Infraspinatussehne
vor. Die chronischen Schulterbe
schwerden rechts manifestierten sich als
Impingement
-Symptomatik. Daher hät
ten sie Physiotherapie zur Kräftigung der rechten Schulter verordnet. Eine Stoss
wellentherapie mache wenig Sinn, da keine
Tendinopathie
das Beschwerdebild verursache. Eine orthopädische Vorstellung wäre früher angebracht gewesen, was sie ihr nun angeboten hätten, sie jedoch nicht wünsche. Verlaufskontrollen seien nicht geplant.
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, stellte in seinem Bericht vom 2
1.
März 2018 folgende (gekürzt wiedergege
benen) Diagnosen:
-
Ausgedehnte
Rotatorenmanschettenruptur
rechts
-
Symptomatisch AC-Gelenksarthrose
-
Status nach
subacromialer
Infiltration Januar 2017 ohne Erfolg
-
Arterielle Hypertonie
Wie bereits zuvor festgestellt, liege eine grosse, chronische
Rotatorenmanschet
tenruptur
rechts vor, welche vor allem schmerzbedingt stark störend sei. Die Funktion sei zwar auch eingeschränkt, daran störe sich die Beschwerdeführerin aber deutlich weniger. Als Therapie kämen drei Optionen in Betracht: Eine
gleno
humerale
Kortison-Infiltration, die arthroskopische
Rotatorenrefixierung
oder die inverse Schulterprothese. Die Beschwerdeführerin habe sich für die Infiltration entschieden. Je nach Erfolg werde das weitere Prozedere angepasst (
Urk.
8/118/2 ff.).
3.3
Am 3
0.
August 2018 erfolgte eine ambulante Behandlung im
B._
. Die Beschwerdeführerin sei drei Tage zuvor in Mazedonien drei Treppenstufen hinabgestürzt und habe sich dabei die linke Schulter angeschlagen. Eine Erstver
sorgung sei vor Ort erfolgt, wo bei einer Oberarmfraktur eine Ruhigstellung erfolgt sei. Zudem habe sie bei diesem Sturz eine Luxation des Daumenendglieds rechts erlitten, welcher vor Ort reponiert worden sei. Sie wohne mit ihrem Sohn zusammen und mache wenig im Haushalt. Vor wenigen Wochen sei eine Knie-
Total-Prothese (Knie-TP) links
eingesetzt worden
. Es sei eine Ruhigstellung im
Orthogilet
erfolgt und eine klinisch
e
und radiologische Verlaufskontrolle am
3.
September 2018 geplant worden (
Urk.
118/7).
3.4
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
0.
Oktober 2018 kon
statierte
Dr.
C._
, dass das belastete Anheben des rechten Armes auch nach der Infiltration nicht möglich sei, da die Kraft fehle. Damit seien alle Überkopf-Arbeiten nicht möglich. Eine dem Leiden ang
epasste Tätigkeit wäre 4
Stunden täglich zumutbar. Die Beschwerdeführerin sei seit der Infiltration im März 2018 nicht mehr in der Sprechstunde erschienen, er gehe davon aus, dass die Schmer
zen unter Kontrolle seien. Dies ändere aber an der Arbeitsfähigkeit nichts, da dem Muskel die Kraft fehle. Er denke nicht, dass eine Wiedereingliederung möglich sei (
Urk.
8/122).
3.5
Dr.
med
. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 2
9.
Dezember 2018, dass als neue Diagnosen eine
Humerusfraktur
links vom 3
0.
August 2018 sowie ein Verdacht auf TEP-Lockerung linkes Kniegelenk seit Dezember 2018 vorliege. Es liege keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vor und es sei künftig von einer Verschlechterung auszugehen.
Es lägen
eine schwer eingeschränkte Schul
terbeweglichkeit rechts und zunehmende Kniebeschwerden links
vor
(
Urk.
8/125)
.
3.6
Anlässlich der Verlaufskontrolle im
B._
vom
9.
Januar 2019 bezüglich der proximalen
Humerusfraktur
wurde festgehalten, dass ein komplikationsloser Ver
lauf vorliege. Bei der heutigen klinischen Abschlusskontrolle habe sich die Beschwerdeführerin mit deutlich
regredienter
Beschwerdesymptomatik gezeigt.
Die ambulante Nachbehandlung könne beendet werden. Die Physiotherapie soll zweimal wöchentlich fortgeführt werden mit einer klinischen Verlaufskontrolle beim Hausarzt in 4-6 Wochen (
Urk.
8/128/9).
3.7
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
3.
März 2019 (Ein
gangsdatum) der Ärzte der
Klinik E._
konstatierten diese, dass am 1
1.
März 2019 nach fünf Jahren wieder eine Kontrolle durchgeführt worden sei. Die Beschwerdeführerin
klage
über neu aufgetretene Schmerzen, welche ohne morphologisches Korrelat im linken Knie seien.
In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit sei eine Arbeitstätigkeit von 5-7 Stunden täglich zumutbar. Stehen über eine Stunde am Stück sei schlecht.
In einer sitzenden/stehenden Tätigkeit ohne Gewichtsbelastung sei die Prognose zur Arbeitsfähigkeit günstig. Als weiteres Vorgehen werde Physiotherapie verordnet (
Urk.
8/130).
Am 2
5.
März 2019 teilte die
Klinik E._
der Beschwerdeführerin mit, dass in der Röntgenaufnahme vom 1
1.
März 2019 keine Lockerung der Prothese ersichtlich sei. Bestenfalls zeige sich etwas Belastung der Kniescheibe. Er empfehle zunächst
Physiotherapie und Aufnahme eines Eigentrainings, eine Ver
ordnung sei bereits verschickt worden. Erst bei Persistenz über drei Monate sollte weitere Diagnostik ins Auge gefasst werden (
Urk.
8/142/4).
3.8
In dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 2
7.
Juni 2019 hielt
Dr.
D._
an den Ausführungen des Berichtes vom Dezember 2018 fest und konstatierte, dass auch mit guter Motivation keine Arbeitsfähigkeit realisierbar sei (
Urk.
8/134).
3.9
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie des Regionalen Ärztlichen Dienstes, nahm am 1
2.
November 2019 Stellung. Er hielt folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/146/6 f.):
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit
-
Anterolisthesis
L5/S1 von E mm
-
Bandscheibenherniation
mit Tangierung der Nervenwurzel beidseits seit 2010
-
Varusgonarthrose
beidseits mit
Totalendoptrothese
links (26.08.2014)
-
Zunehmende Schulterversteifung rechts (seit 2016)
Als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierte er folgendes:
-
Zustand nach Carpaltunnelsyndrom beidseits
-
Hypertonie
-
Adipositas
-
Zustand nach
Humerusfraktur
links (30.08.2018)
Es liege eine leistungseinschränkende Schultersteife und Schulterschmerzen, Kniegelenksschmerzen rechts sowie lumbale Rückenschmerzen vor. Es bestehe für eine leichte (angepasste) Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen eine volle Arbeitsfähigkeit. Versicherungsmedizinisch beurteilt liege keine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der letzten Stellung
nahme des RAD vom 1
7.
März 2017 vor.
3.10
Im Bericht vom 2
3.
Dezember 2019 nimmt
Dr.
D._
Stellung zum ableh
nenden Vorbescheid und führt aus, dass es seit 2017 ganz eindeutig zu einer Verschlechterung gekommen sei mit zunehmender invalidisierender Gangstörung und Gebrauch einer Gehhilfe auf Grund der fortschreitenden Gonarthrose rechts und der Kniebeschwerden links bei TEP. Die schmerzhafte Schultersteife rechts und das chronisch lumbale
spondylogene
Syndrom behinderten sie zunehmend auc
h in der Haushaltsführung. All dies werde seitens der Beschwerdegegnerin ignoriert, eine Abklärung sei nicht erfolgt. Die gesundheitlichen Einschränkungen
seien derart offensichtlich, dass kein Arbeitgeber
sie einstellen könne und werde. Es sei keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr gegeben oder zukünftig zu erwar
ten (
Urk.
8/148).
4.
4.1
4.1.1
Dr.
C._
konstatierte in seinem Bericht,
dass das belastete Anheben des rech
ten Armes auch nach der Infiltration nicht möglich sei, da die Kraft fehle. Damit seien alle Überkopf-Arbeiten nicht möglich. Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit wäre 4 Stunden täglich zumutbar.
Auch wenn die Schmerzen unter Kontrolle seien, so fehle die Kraft im Muskel, so dass dies nichts an der Arbeitsfähigkeit ändere
(
E. 3.4;
Urk.
8/122).
Aus
diesem Bericht
wird
nicht klar, ob d
ie Einschrän
kung
der Beschwerdeführerin lediglich durch muskuläre
Dekondition
oder auf
grund der
Rotatorenmanschettenruptur
bedingt ist. Eine nur muskuläre
Dekondi
tion
ist bei der Beurteilung
der Invalidität, welche defini
tionsgemäss auf Dauer beruht (Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit; Art. 8 ATSG), ausser Acht zu lassen, da sie mit einer zumutbaren Willensa
nstrengung in kur
zer Zeit verbessert werden kann.
Entsprechend kann nicht auf die Berichte von
Dr.
C._
abgestellt wer
den (vgl.
E. 3.4
und E. 3.2
).
4.1.2
Die Ärzte des
B._
äusserten sich zu keinem Zeitpunkt zu allfälligen funktio
nellen Einschränkungen - sei es in Bezug auf die
Rotatorenmanschettenruptur
rechts
oder in Bezug auf die
Humerusfraktur
links
vom August 2018 (vgl.
E. 3.1, E. 3.3, E. 3.6).
4.1.3
Die Ärzte der
Klinik E._
konstatierten in ihrem Bericht vom
1
3.
März 2019 (Eingangsdatum)
zwar, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit während 5-7 Stunden zumutbar und Stehen über eine Stunde am Stück schlecht sei - warum allerdings auch eine angepasste Tätigkeit nur 5-7 Stunden zumutbar sei
,
geht aus dem Bericht nicht hervor. In den weiteren Berichten der
Klinik E._
wird keine Stellung genommen zur Arbeitsfähigkeit oder den funktionellen Einschränkungen, womit diese keine hinreichende Grundlage zur Beurteilung des Gesundheitszustandes darstellen (vgl. E. 3.8).
4.1.4
Dr.
D._
attestiert der Beschwerdeführerin eine durchgehende volle Arbeitsunfähigkeit, konstatierte in seinem Bericht vom 2
9.
Dezember 2018 aller
dings
gleichzeitig
, dass leichte Arbeiten im Haushalt ohne Belastung der rechten Schulter und der Kniegelenke möglich seien.
Sie könne allerdings kaum etwas tragen, nicht staubsaugen, keine Pfannen heben und keinen Wäschekorb tragen
(
Urk.
8/125/5). Diese Einschätzung wiederholte er in seinen weiteren Berichten jeweils (
Urk.
8/134;
Urk.
8/144-145;
Urk.
8/148). Die attestierte Arbeit
s
unfähig
keit ist aufgrund der von ihm angeführten Befunde (
Gehstörung, bei Gonarthrose und Kniebeschwerden, schmerzhafte Schultersteife rechts und chronisch lumbales
spon
d
ylogenes
Syndrom, vgl.
Urk.
8/148)
insbesondere in quantitativer Hinsicht
nicht nachvollziehbar, da eine Beg
ründung unterbleibt, warum ihr
eine somatisch angepasste Tätigkeit zumindest in einem allenfalls reduzierten Pensum
nicht
zumutbar sein
soll
.
4.1.5
Dr.
F._
des RAD konstatierte nach dem Aktenstudium, dass eine leichte (angepasste) Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportie
ren von Lasten über 5 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, vollumfänglich zumutbar sei. Es lägen eine leistungseinschränkende Schultersteife und Schulter
schmerzen vor, ebenso Kniegelenksschmerzen rechts und lumbale Rücken
schmerzen (E. 3.9;
Urk.
8/146).
Dr.
F._
nahm allerdings keine Stellung zu den insbesondere in zeitlicher Hinsicht abweichenden Beurteilungen der Arbeitsfä
higkeit der behandelnden Ärzte und hielt ohne weitere Begründung fest, dass keine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der letzten Stel
lungnahme des RAD vom 1
7.
März 2017 vorliege. Aufgrund der vorliegenden Facharztberichte, insbesondere der Einschätzungen der Ärzte der
Klinik E._
sowie
Dr.
C._
, bestehen allerdings Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin
seit November 2017 vermehrt
nicht nur
qualitativ
sondern auch quantitativ in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein könnte.
Damit bestehen
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der Ein
schätzung von
Dr.
F._
.
4.1.6
Entsprechend
fehlt es an einer genügenden
aktuellen
medizinischen Aktenlage zur Beurteilung des Leistungsanspruches
(vgl. E. 2.4
).
4.2
Die Beschwerdeführerin brachte darüber hinaus vor, dass sie bei der Erstanmel
dung als zu 29
%
erwerbstätig und zu 71
%
im Haushalt tätig qualifiziert worden sei. Zu diesem Zeitpunkt habe ihr Mann noch eine ganze Invalidenrente bezogen. Mittlerweile sei diese zuerst halbiert und danach ganz aufgehoben worden, so dass sich die Familie zum Bezug von wirtschaftlicher Sozialhilfe bei der Stadt Zürich habe anmelden müssen. Entsprechend sei davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfalle ihr Pensum erhöht hätte.
Damit bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin allenfalls ein höheres Arbeitspensum angestrebt hätte. Da eine Statusänderung ebenfalls einen Revisionsgrund darstellt - hätte die IV-Stelle auch diesbezüglich noch weitere Abklärungen treffen müssen.
4
.3
Damit bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass der Gesundheitszustand
bzw. die funktionellen Einschränkungen
aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht a
bschliessend beurteilt werden kö
nn
en
.
Hinzu kommt, dass auch Hinweise vor
liegen, dass die Beschwerdeführerin allenfalls ihr Pensum erhöht hätte, so dass auch diesbezüglich Fragen
offen bleiben
.
Die Sache ist demnach an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen (E. 2.4), damit sie den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
in geeigneter Form
abklärt
und den Hinweisen zur Statusän
derung nachgeht
. Hernach hat die Beschwerdegegnerin neu über einen allfälligen Leistungsanspruch zu entscheiden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheis
sen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gesuch um une
ntgeltliche Prozessführung vom 1
1.
Februar 2020
(Urk. 1) erweist sich damit als gegenstandslos.