# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f81fcc9-1f90-52ed-95f3-2be7aefb52be
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
arbeitete als Mitarbeiter eines Restaurants, als er
sich am
8.
Dezember 2010 (Eingangsdatum) bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug an
meldete
(
Urk.
8/3). Mit Zusatzgesuch vom
6.
April 2011 (Eingangsdatum) ersuchte er um
Kos
tengutsprache
für orthopädische Massschuhe (
Urk.
8/19), welche die IV-Stelle mit Schreiben vom 1
0.
Mai 2011 erteilte (
Urk.
8/25).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, holte das von der zuständigen Pensionskasse eingeholte Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Innere Medizin
, spezialisiert Herz-, Kreislaufkrankheiten
, vom 2
7.
April 2011 (
Urk.
8/28) ein und stellte mit Vorbescheid vom 2
6.
August 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/32). Nachdem der Versicherte am 2
6.
September 2011 Einwand erhoben hatte (
Urk.
8/37), tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und holte insbesondere das
bidis
ziplinäre
Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie, vom 1
3.
Juni 2012 (
Urk.
8/63/12) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
8.
September 2012,
Urk.
8/72; Einwand vom 2
8.
Sep
-
tember
2012,
Urk.
8/77;
Rückzug Einwand vom 1
0.
Dezember 2012,
Urk.
8/84) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 2
8.
Ja
-
nuar
2013 (
vgl.
Urk.
8/95
-110
; Verfügungsteil 2,
Urk.
8/86) ab dem
1.
No
-
vember
2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 52
%
eine halbe und ab dem
1.
April 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 44
%
eine Vier
-
telsrente
zu.
Nachdem die zuständige Pensionskasse der IV-Stelle das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
8.
November 2013 (
Urk.
8/115
; vgl.
Urk.
8/116) eingereicht hatte, forderte die IV-Stelle
den Versicherten auf, bei einer allfälligen Ver
schlechterung ein Revisionsgesuch einzureichen (Schreiben vom 1
8.
Dezember 2013,
Urk.
8/117)
.
Dieser Aufforderung kam
der Versicherte mit Schreiben vom
3.
Februar 2014 nach (
Urk.
8/121). Die IV-Stelle tätigte erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychother
apie,
Rheumatologie
und Neurologie
)
des
B._
vom 1
9.
Mai 2015 ein (
Urk.
8/166). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
1.
Oktober 2015,
Urk.
8/173; Ein
wand vom
7.
Oktober 2015,
Urk.
8/178; ergänzende
Einwandbegründung
vom 2
7.
November 2015,
Urk.
8/181) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015 die Verfügung vom
2
8.
Januar 2013
wied
ererwägungs
weise
auf und hielt
fest, dass die Rente auf Ende des der Zustellung folgen
den Monats
aufgehoben werde (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
6.
Januar 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015 aufzuhe
ben und es sei ihm die bisherige Rente auszurichten. Eventualiter sei eine neue Begutachtung im Auftrag des Gerichts zu vergeben, woraufhin neu zu entscheiden sei (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Februar 2016 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-185) schloss die
Beschwerdegeg
nerin
auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
5.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (
Urk.
2), dass
die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 auf dem Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
basiert habe, worin aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert worden sei.
Die
psychiatrischen Diagnosen
seien - entgegen der damaligen Annahme in der Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 - nicht geeignet gewesen, eine andauernde Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 sei demnach zweifellos unrichtig.
Des Weiteren sei der Einkommensvergleich falsch erfolgt, da nebst der nicht ausgewiesenen psychiatrischen Einschränkung von 30
%
auch noch ein somatisch bedingter Leidensabzug von 20
%
berücksichtigt worden sei, was allerdings - bei einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit - nicht gerechtfertigt sei. Bei richtiger Bemessung wäre der
Invali
ditätsgrad
in Höhe von maximal 30
%
festgesetzt worden.
Die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 erweise sich
damit als zweifellos unrichtig, womit sie gestützt auf
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
wiedererwägungsweise
aufgehoben werde
.
Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des
B._
sei ab
Begutach
-
tungsda
tum
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätig
-
kei
t
auszugehen, so dass aktuell - gestützt auf einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad - kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr bestehe.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
es sei nicht nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdegegnerin darauf berufe, die erste Rentenverf
ügung falsch erlassen zu haben
.
Falls die
Beschwerdegegne
rin
allerdings
tatsächlich falsch entschieden hätte, so käme die Haftung für falsche Auskunft zum Tragen und die Rente könn
t
e nicht rückwirkend auf
gehoben werden (
Urk.
1 S. 3).
Des Weiteren vertrete
Dr.
Y._
in seinem Gutacht
en vom 1
8.
November 2013 die
Ansicht, dass der Beschwerdeführer die ihm zumutbare Arbeitsfä
higkeit optimal ausschöpfe, während die Gutachter des
B._
befänden, dass er selbst in der aktuell ausgeübten Tätigkeit nur zu 20
%
eingeschränkt sei. Aufgrund dieser unterschiedlichen Einschätzungen sei eine Oberexpertise in Auftrag zu geben. Das psychiatrische Teilgutachten sei des Weiteren unschlüssig und es könne nicht darauf abgestellt werden, da
d
er
Psychiater
sowohl das Vorliegen als auch das Fehlen einer mittelgradigen depressiven Episode festhalte. Des Weiteren zeige auch der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, a
uf, dass nicht auf das psychiatrische Teilgutachten abgestützt werden könne
(
Urk.
1 S. 4)
.
I
m Rahmen eines Einkommensvergleiches
sei
für das
Valideinkommen
nicht auf die zuletzt ausge
übte Tätigkeit abzustellen
, da er seit 1991 schwer
handi
c
apiert
sei und heute ohne dies zumindest
Fr.
80‘000.-- verdienen würde. Beim Invalideneinkommen sei ebenfalls zu berücksichtigen, dass er sowohl somatisch als auch psychisch beeinträchtigt sei. Des Weiteren seien die Ein
kommen zu parallelisieren, da er seit Jahrzenten eingeschränkt sei und unfreiwillig eindeutig weniger als Vollvalide verdiene
(
Urk.
1 S. 5)
.
2.
2.1
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheent
scheide
, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1).
Die Wiedererwägung rechtskräftiger Verfügungen fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung geht. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar. Zurückhaltung ist bei der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit stets dann geboten, wenn der
Wiedererwägungs
grund
eine materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung
massgeblich
auf Schätzungen oder Beweiswürdigung und damit auf Ele
menten beruht, die
notwendigerweise
Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der (
invaliditätsmässigen
) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_396/2012 vom 13. März 2012
E.
2.2 mit Hinweisen).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18.
No
-
vember
2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskatego
rie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabellenloh
nes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mit
verantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134
V
322 E. 5.2).
3.
3.1
Die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 basierte aus medizinischer Sicht auf dem
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
(
Feststel
lungsblatt
vom 1
9.
September 2012,
Urk.
8/70/6 f.).
Darin werden die bis zur B
egutachtung des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
8/63/2
f. und
Urk.
8/64/2 ff
.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Dr.
Z._
diagnostizierte im psychiatrischen Teilgutachten vom 1
3.
Juni 2012 (
Urk.
8/63)
eine längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) und akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Beim Beschwerdeführer bestehe
eine langwierige somatische Krankheitsgeschichte,
welche
in den Akten ausführlich geschildert
werde
.
Er habe einen deformierten linken Fuss und Beschwerden im Knie. Es habe
sich unterdessen eine erhebliche Schme
rzproblematik entwickelt. Er habe
Mühe, die stehende Arbeit in einer Küche auszuüben, jedenfalls - wie er a
ngebe
- nicht in einem höheren Aus
mass als 30
%
. Eventuell könn
t
en berufliche Massnahmen rheumatologisch begründet werden. T
rotz chronischen Schmerzen zeige
der Beschwerdeführer kaum Hinweise für eine psychosomatische Überlagerung: Er sei
auf die Schmerzen w
enig fixiert, äussere kaum hypo
chondrische Befürchtungen und z
eige
keine Schmerzausdehnung. Jedenfalls
sei
die Symptomatik einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nicht vorhanden.
Beim Beschwerdeführer
seien
in den letzten Jahren psychische Probleme aufgetre
ten. Manifest
seien
diese im Herbst 2011
geworden
, als zunehmend Symp
tome einer Depression erkennbar
geworden sei
en
(reduzierter Antrieb m
ä
s
sige Schwingungsfähigkeit, deprimierte Affektlage, Resignation,
Rückzugs
verhalten
). Ausschlaggebend
seien
bis heute die beruflichen Probleme und
die anhaltenden Schmerzen. Es kö
nn
e
somit eine depressive Reaktion diag
nostiziert w
erden. Nicht nachvollziehbar sei
aber die Diagnose einer depres
siven Episode, wie dies d
er behandelnde Psychiater angebe. Offensichtlich seien es be
stimmte Umstände
gewesen
, wel
che zur Depressivität geführt hät
t
en. Unter der ambulanten psychiatrischen Behandlung bzw. der Einnahme von antidepressiv wirkenden Medi
kamenten habe
sich das depressive Zustandsbild ab Anfang 2012 gebessert. Bei der heutigen
Untersuchung (31.05.2012) wirke
er
teilweise im affektiven Rapport gehemmt,
im Antrieb vermindert und zeige
gefühlsmässig wenig Schwingungsfä
higkeit. Die
Tages
gestaltung
sei
aber regelmässig
.
Der Beschwerdeführer fahre
Auto
und sei
fähig, Reisen nach Kroatien zu unternehmen.
Die geschilderte Symptomatik lasse
auf eine leichte bis mittelgradige Depressivität schliessen. Die durchge
f
ührte Behandlung sei
geeignet, den Zustand zu verbessern.
Es gebe
ungüns
tige krankheitsfremde Faktoren: längere Phase von partieller
Arbeitsuntätig
keit
, vermutete fehlende Motivation zur vollen beruflichen Leistung, Unzu
friedenheit mit den Ärzten. Eine P
ersönlichkeitsstörung sei nicht nachweis
bar. Der Beschwerdeführer
sei
allerdings seit jeher eher zurückge
zogen und schweigsam, es handle
sich um eine Norm-Variante des Charakters im Rah
men von akzentuierten
Persönlichkeitszügen. Dadurch we
rd
e
keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit herbeigeführt. Die depressive Reaktion führ
e
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von knapp 30
%
(
Urk.
8/63/6 f.)
.
Es sei vom September 2011 bis Ende 2011 von einer ca. 40%igen, ab dem
1.
Januar 2012 von einer knapp 30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
8/63/8).
3.
3
Dr.
A._
hielt folgende somatischen Diagnosen fest (
Urk.
8/64/12):
Fortgeschrittene linksseitige
Femoropatellar
-Arthrose
o
steosynthetisch versorgte
Patellafraktur
1993
Pes
equino-varus
links mit ausgeprägter Arthrose des oberen Sprungge
lenkes
(OSG)
Fussmissbildung zumindest seit früher Kindheit
m
uskuläre Atrophie des gesamten linken Beines
Fussunfall, eventuell
Fraktur 1984 - konservativ behandelt
Chronis
ch rezidivierendes lumbales, eventuell
lumbospondylogenes
Syndrom (erstmals 2003)
m
ässiggradige
Bewegungseinschränkung der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
das al
tersübliche Ausmass nur wenig überschreitende degenerative Veränderungen der unteren LWS, keine belegte Neurokompression
diffuse
Dolenz
von Th11
bis S2
Aus somatischer Sicht st
ünden beim Beschwerdeführer
ein
Pes
equino-varus
mit fortgeschrittener OSG Arthrose links, eine fortgeschrittene
Femoropatel
lar-Arthrose
und eine Atrophie des ganzen linken Beines im Vordergrund. Die Arbeitsfähigkeit für eine ste
hend-gehende Tätigkeit we
rd
e
dadurch der
zeit um 50
%
reduziert, während mittelfristig noch mit einer zusätzlichen E
inschränkung gerechnet werden mü
ss
e. Die therapeutisc
hen Optionen beschränk
t
en sich auf
grössere orthopädische Eingriffe mit unsicherem
Aus
gang und unsicherer Auswirkung auf
die
Arbe
itsfähigkeit. Zusätzlich bestehe
noch eine extrasomatische Komponente, denn mit den org
anischen Verän
derungen allein la
ss
e
sich das gleichzeitige Auftreten von invalidisierenden Bein-, Rücken- und Nackenschmerzen nicht erklären. Die objek
tivierbare lumbale Pathologie ha
lt
e
sich beim
Beschwerdeführer
in Grenzen. Aus rheu
matolog
ischer Sicht sei
der
Beschwerdeführer
für eine geeignete Arbeit ohne nennenswerte Beinbelastung arbeitsfähig
(
Urk.
8/63/12)
.
4.
4.1
Zu
prüfen
ist
, ob die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 zu Recht erfolgte, wobei
mit Blick auf den Charakter der mit Verfügung vom
2
8.
Januar 2013
zugesprochenen Invalidenrente als periodi
scher Dauerleistung die Voraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung zu bejahen
ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_342/2008 vom 20. November 2008 E. 5.1 mit Hinweisen).
Zu prüfen bleibt,
ob die Verfü
gung vom
2
8.
Januar 2013
zweifellos unrichtig und daher der erfolgten
Wie
dererwägung
zugänglich war.
4.2
Die Beschwerdegegnerin brachte vor, dass die von
Dr.
Z._
festgehalte
nen Diagnosen nicht geeignet seien, eine andauernde A
rbeitsunfähigkeit zu begründen. Entsprechend sei die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 zweifellos unrichtig (
Urk.
2).
Dr.
Z._
diagnostizierte eine längere depr
essive Reaktion und akzentu
ierte Persönlichkeitszüge
(
Urk.
8/63/6
). In der interdisziplinäre
n
Beurteilung hielten
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
fest, dass aus psychiatrischer Sicht die depressive Reaktion im Vordergrund stehe. Der Verlauf sei relativ günstig aber doch schleppend, die Arbeitsfähigkeit werde um knapp 30
%
einge
schränkt. Die akzentuierten Persönlichkeitszüge schränkten die Arbeitsfähig
keit nicht zusätzlich ein (
Urk.
8/63/13).
Nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichtes
fallen
leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiese
nermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E. 3.3 mit Hin
weis).
Dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 zugunsten des Beschwerdeführers davon ausging, dass die längere depressive Reaktion ausnahmsweise als invalidisierende Krankheit zu werten ist und die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
ab September 2011 und 30
%
ab Januar 2012 übernahm
,
ist - mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach bei der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit betref
fend einer materiellen Anspruchsvoraussetzung Zurüc
khaltung geboten ist (E. 2.1)
-
nicht
offensichtlich falsch
bzw. zweifellos unrichtig:
D
er Beschwer
deführer
befand sich
seit dem
1
0.
September 2011
bei
Dr.
C._
in Behandlung (Bericht von
Dr.
C._
vom 1
0.
Oktober 2011,
Urk.
8/39/2), womit die Therapieresistenz ohne weitere Prüfung nicht offensichtlich zu verneinen ist.
Hinzu kommt, dass der behandelnde Psychiater eine
mittelgra
dige
depre
ssive
Episode
diagnostizierte
und
eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestierte
(
vgl.
Bericht
e von
Dr.
C._
vom 1
0.
Oktober 2011
und 2
7.
Dezember 2011
,
Urk.
8/39
und
Urk.
8/45
), was die von
Dr.
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
ebenfalls als
plausibel und nicht zweifellos unrichtig erscheinen lässt.
4.3
Des Weiteren brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass ein Leidensabzug aufgrund der somatischen Beschwerden nicht gerechtfertigt gewesen wäre, womit die Verfügung ebenfalls zweifellos unrichtig sei (
Urk.
2).
In der Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 (vgl. Verfügungsteil 2,
Urk.
8/86/2) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass nebst der psychiatrisch begründeten Arbeit
sunfähigkeit ein eingeschränktes
Tätigkeitsspektrum bestehe, welches als lohnmindernder Faktor in Höhe von 20
%
zu berücksichtigen se
i
,
und stützte sich dabei auf die Feststellungen von
Dr.
A._
in
seinem rheumato
logischen Teilgutachten vom 3
0.
Mai 2012 (
Urk.
8/64/14)
.
Dr.
A._
konsta
tierte, dass er
eine wechselnd belastende, aber vorzugsweise sitzende Tätig
keit ohne die Notwendigkeit von Pedalbedienung mit dem linken Bein,
opti
malerweise
mit einem
Fussschemel
links, den der Beschwerdeführer zur Ver
meidung einer dauernden Zwangshaltung im linken Knie bei Bedarf benüt
zen könne, als angepasste Tätigkeit betrachte.
Damit la
gen - wenn auch nicht
gravierende -
somatische Einschränkungen vor. Der gewährte
Leidensabzug von 20
%
erscheint gestützt darauf
zwar als
äusserst
grosszügig
,
unter Berücksichtigung der jeweiligen ermessensweisen Festsetzung der Höhe des Abzugs
(vgl. E. 2.4)
aber nicht als offensichtlich falsch
, wobei ergänzend darauf hinzuweisen ist, dass bereits ein
Leidensab
zug
von 15 % zu einer
Viertelsrente
geführt hätte.
4.4
Die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 ist entsprechend nicht
zweifellos unrich
tig im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 2.1) und die
wiedererwä
gungsweise
Aufhebung erweist sich als nicht gerechtfertigt. Die angefochtene Verfügung
vom 1
0.
Dezember 2015
ist
folglich
in
Gutheissung
der Beschwerde aufzuheben
und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine Rente
entsprechend der
Verfügung vom
2
8.
Januar 2013 (
Urk.
8/95 und
Urk.
8/86
)
hat
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
Der
anwaltli
ch vertretene Beschwerdeführer
hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘6
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslag
en) fest
zusetzen ist.