# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1f0fa993-adf8-516b-984c-211e1a4bb215
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
M._, geb. 2012, besuchte in der Politischen Gemeinde Y._ in den Schuljahren
2016/17 und 2017/18 den Kindergarten. Er wurde von einer Schulischen Heilpädagogin
begleitet. Aufgrund der Mühe, sich im Kindergartenalltag zurechtzufinden und die
vermittelten Inhalte aufzunehmen, klärte der Schulpsychologische Dienst am
30. Januar 2017 M._s Entwicklungsstand ab. Im kognitiven, sprachlichen und
motorischen Bereich zeigten sich Probleme und zum Teil deutliche
Entwicklungsrückstände. Die Eltern lehnten eine unterstützende heilpädagogische
Frühförderung ab. Im Juni 2017 und im November 2017 hielten die
Kindergartenlehrpersonen die Entwicklung von M._ im Kindergarten und seine
Rückstände fest und wiesen die Eltern erneut vergeblich auf die Chance der
Frühförderung hin. Für das Schuljahr 2018/19 wurde M._ am 8. Juni 2018 aufgrund
seiner insgesamt nicht altersentsprechenden Leistungen nicht der ersten Regel-,
sondern der Einführungsklasse zugewiesen. Zahlreiche Absenzen und Versäumnisse
prägten seinen Schulbesuch (act. 8/8a/1-2 bis 1-8).
B.
Im Rahmen der Planung der weiteren Beschulung kam der Schulpsychologische Dienst
am 1. März 2019 zum Schluss, M._ zeige trotz zusätzlicher Zeit und intensiver
Förderung in der einjährigen Einführungsklasse noch deutliche Entwicklungsrückstände
und Schwierigkeiten. In einer Regelklasse wäre er überfordert und könnte nicht im
erforderlichen Mass unterstützt und gefördert werden. Er empfahl die Sonderschulung
in einer Heilpädagogischen Schule ab Beginn des Schuljahres 2019/20 für vorläufig
zwei Jahre (act. 8/8a/1-9). Am 14. März 2019 legten die Lehrerin von M._ und der
Leiter Bildung der Politischen Gemeinde Y._ den Eltern in einem Gespräch ausführlich
dar, weshalb sie die intensive Förderung von M._ in einer Heilpädagogischen Schule
als dringend notwendig erachteten. Die Eltern machten demgegenüber am 20. Mai
2019 – verspätet – geltend, eine zusätzliche pädiatrische Untersuchung habe ergeben,
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für eine Einschulung von M._ in einer Heilpädagogischen Schule bestehe weder
Grund noch Veranlassung. Der Bericht stehe noch aus.
Mit Verfügung vom 23. Mai 2019 stellte das Departement Bildung und Sport der
Politischen Gemeinde Y._ fest, bei M._ liege ein besonderer Bildungsbedarf vor, dem
in der öffentlichen Schule nicht hinreichend Rechnung getragen werden könne,
bestätigte die Notwendigkeit einer geeigneten und weitergehenden Massnahme und
verfügte den Besuch einer Sonderschule. Sie wies M._ ab Beginn des Schuljahres
2019/20 für die Beschulung an die Heilpädagogische Schule in X._ zu. Einem
allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (act. 8/8a/1-12).
C.
Die Eltern von M._ erhoben gegen diese Zuweisung am 11. Juni 2019 Rekurs beim
Erziehungsrat (seit 1. Juni 2020 Bildungsrat) und reichten Berichte der Pädiatrie des
Ostschweizer Kinderspitals vom 23. Mai 2019 und eines Entwicklungspädiaters über
eine Entwicklungsuntersuchung vom 25. Mai 2019 ein (act. 8/1a/2+3). Der
Erziehungsrat bestätigte am 13. Juni 2019 den Eingang des Rechtsmittels und teilte –
irrtümlicherweise – mit, dem Rekurs komme aufschiebende Wirkung zu mit der Folge,
M._ könne "zumindest bis zum Abschluss des Rekursverfahrens nicht der
Heilpädagogischen Schule X._ zugewiesen werden". Das Departement Bildung der
Politischen Gemeinde Y._ beantragte am 24. Juni 2019 die Abweisung des Rekurses.
Die Eltern von M._ teilten dem Departement Bildung und Sport der Politischen
Gemeinde Y._ am 8. August 2019 mit, M._ werde ab Montag, 12. August 2019
"weiterhin die Regelklasse" besuchen. Am 16. August 2019 hob der Leiter Bildung der
Politischen Gemeinde Y._ den Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses auf
und hielt fest, M._ könne die erste Regelklasse besuchen, bis der Rekurs entschieden
sei. Am 21. August 2019 bestätigte das "Lernatelier Schweiz", M._ sei für wöchentlich
zwei Lektionen ab 22. August 2019 bis 25. Januar 2019 (richtig: 2020) angemeldet
(act. 8/18a/1).
Gestützt auf Bericht und Antrag ihrer Fachkommission vom 6. November 2019, denen
ein Unterrichtsbesuch und Gespräche eines Experten mit der Heilpädagogin der
Einführungsklasse, der Lehrperson der ersten Regelklasse, der Teamteaching-Lehrerin,
der Schulpsychologin und den Eltern von M._ zugrunde lagen, und die Stellungnahme
der Eltern vom 4. Dezember 2019 wies der Erziehungsrat den Rekurs am 20. Februar
2020 ab. Den unentgeltlichen Rechtsbeistand entschädigte er ausseramtlich mit
CHF 1'600 zuzüglich CHF 64 pauschale Barauslagen und Mehrwertsteuer. Einer
allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen.
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D.
M._ und dessen Eltern R._ und S._ (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am
24. Februar 2020 versandten Entscheid des Erziehungsrates (Vorinstanz) durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 9. März 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht.
Sie beantragen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der Rekursentscheid des
Regierungsrates (richtig: Erziehungsrates) aufzuheben und M._ unter Anordnung
ergänzender schulunterstützender Massnahmen, insbesondere Zuweisung an das
"Lernatelier Schweiz" für acht Wochenstunden mit Kostenübernahme durch den
Kanton, in der Regelklasse zu belassen. Die Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung im Rekursverfahren sei auf CHF 5'412 zuzüglich CHF 287.20
Auslagen und Mehrwertsteuer festzulegen. Zudem sei den Beschwerdeführern für das
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu
gewähren.
Mit Vernehmlassungen vom 26. März 2020 und vom 31. März 2020 beantragen die
Vorinstanz und das Departement Bildung und Sport der Politischen Gemeinde Y._
(Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid vom
20. Februar 2020 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Die
Beschwerdeführer nahmen dazu am 17. April 2020 Stellung. Auf gerichtliche
Aufforderung hin reichten die Beschwerdeführer am 28. April 2020 einen
Zwischenbericht des "Lernatelier Schweiz" mit gleichem Datum und die
Beschwerdegegnerin am 5. Mai 2020 eine vom 30. April 2020 datierte Einschätzung
der schulischen Situation von M._ in der ersten Regelklasse durch die Klassenlehrerin
ein. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich am 13. Mai 2020 zum Zwischenbericht des
Lernateliers, die Beschwerdeführer am 15. Mai 2020 zur Einschätzung der
Klassenlehrerin. Die Vorinstanz verzichtete am 19. Mai 2020 auf eine Stellungnahme.
Die Beschwerdeführer äusserten sich abschliessend am 8. Juni 2020.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der
Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin zur Begründung ihrer Anträge sowie
die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). M._ und seine Eltern,
deren Begehren, M._ sei nicht der Heilpädagogischen Schule, sondern der ersten
Regelklasse zuzuteilen, im vorinstanzlichen Verfahren abgewiesen wurde, sind zur
bis
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Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP;
Art. 301 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210; BGer 2C_787/2013 vom 10. Dezember 2013 und
2C_824/2019 vom 31. Januar 2020 je E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 119 Ia 178 E. 2b). Die
Beschwerde gegen den am 24. Februar 2020 versandten Rekursentscheid wurde mit
Eingabe vom 9. März 2020 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. allerdings
nachfolgend Erwägung 5).
2. Sistierung
Die Beschwerdeführer beantragten am 17. April 2020 die Sistierung des
Beschwerdeverfahrens mit der Begründung, aufgrund der ausserordentlichen
epidemiologischen Lage (Corona-Pandemie) habe der Bundesrat am 13. März 2020
Präsenzveranstaltungen in Schulen, Hochschulen und übrigen Ausbildungsstätten –
und damit auch in der Primarschule Y._ und in der Heilpädagogischen Schule X._ –
untersagt. – Abgesehen davon, dass der Zuweisungsentscheid nicht von der
epidemiologischen Lage und deren konkreter Bewältigung abhängt, fand der Unterricht
in der Heilpädagogischen Schule X._ seit 8. Juni 2020 bis zu den Sommerferien
wieder täglich nach Stundenplan (inkl. Therapien und Wahlfächer) statt (vgl.
www. ... .ch). Entsprechendes gilt für den Unterricht an den Schulen der Stadt Y._
(vgl. www. ... .ch Verwaltung/Coronavirus/Informationen zu den Schulen). Damit sind
die Gründe, welche nach Auffassung der Beschwerdeführer eine Sistierung des
Beschwerdeverfahrens rechtfertigten, dahingefallen. Das Gesuch ist deshalb
abzuweisen.
3. Sachverhaltsrügen
Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz habe den Sachverhalt in verschiedener
Hinsicht unrichtig und unvollständig festgestellt. Der Bericht des Schulpsychologischen
Dienstes vom 1. März 2019 sei veraltet (dazu nachfolgend Erwägung 3.1), der Bericht
des vorinstanzlichen Fachexperten fasse lediglich Feststellungen Dritter zusammen
(dazu nachfolgend Erwägung 3.2), die Beurteilung hätte vor dem Entscheid aktualisiert
werden müssen (dazu nachfolgend Erwägung 3.3) und den Eltern könne nicht eine
"allgemeine Verweigerungshaltung" vorgeworfen werden (dazu nachfolgend Erwägung
3.4).
Veralteter Bericht vom 1. März 2019
Die Beschwerdeführer bringen vor, der Bericht des Schulpsychologischen Dienstes
vom 1. März 2019, auf den die Vorinstanz in erster Linie abstelle, decke höchstens das
3.1.
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erste Semester der Einführungsklasse ab und berücksichtige lediglich die Erfahrungen,
welche die Lehrpersonen bis zu diesem Zeitpunkt gemacht hätten. Der Bericht
erwähne auch "deutliche Fortschritte" in persönlicher Hinsicht und spreche nicht von
einer Sonderschulbedürftigkeit.
Dass der Schulpsychologische Dienst die Erfahrungen der Lehrpersonen längstens bis
zum Zeitpunkt der Abfassung des Berichts berücksichtigen konnte, liegt in der Natur
der Sache. Der Bericht wurde – wie unter dem Titel "Anmeldegrund und Fragestellung"
ausdrücklich ausgeführt – "im Hinblick auf die Planung der weiteren Beschulung von
M._" – ab dem Schuljahr 2019/20 – in Auftrag gegeben (act. 8/8a/1-9). Mit Blick auf
den Beginn des Schuljahres am 12. August 2019 erscheinen Untersuchung und Bericht
auch nicht als verfrüht, zumal den Eltern dazu das rechtliche Gehör zu gewähren und
bei einer Zuweisung in eine Sonderschule mit einem Rechtsmittelverfahren zu rechnen
war. Damit war es den Eltern möglich, sich sowohl vor – am 14. Februar 2019 – als
auch nach der Abfassung des Berichts – am 14. März 2019 – mündlich zu den
Ergebnissen der Untersuchung und zu den Beurteilungen des Schulpsychologischen
Dienstes und der Schulbehörde zu äussern. Insbesondere begründete der Bericht,
weshalb die intensive Förderung von M._ in einer Heilpädagogischen Schule als
dringend notwendig erachtet wurde und er deshalb für vorläufig zwei Jahre einer
Heilpädagogischen Schule zugewiesen werden sollte. Am 9. April 2019 wurde den
Eltern auch noch die Gelegenheit gegeben, sich schriftlich zur vorgesehenen
Zuweisung zu äussern. Die Eltern konnten sich damit über eine längere Zeit und ohne
einen der Bedeutung der Frage unangemessenen Druck Gedanken zur schulischen
Zukunft von M._ machen. Dabei konnten sie einerseits die Ausführungen des
Schulpsychologischen Dienstes, der Schulbehörden und der Lehrpersonen reflektieren.
Anderseits hätten sie die Möglichkeit gehabt, M._ rechtzeitig vor der Zuweisung
ihrerseits pädiatrisch untersuchen zu lassen, so dass der Beschwerdegegnerin auch
die entsprechende fachärztliche Beurteilung vorgelegen hätte. Die
Beschwerdegegnerin verfügte am 23. Mai 2019 im Sinn des Antrags des
Schulpsychologischen Dienstes. Trotz der frühzeitigen Einleitung der
schulpsychologischen Abklärungen war es schliesslich nicht möglich, das
Rekursverfahren noch vor Beginn des Schuljahres abzuschliessen. Damit kann daraus,
dass der Schulpsychologische Dienst seine Untersuchungen rund ein halbes Jahr vor
dem Beginn des Schuljahres 2019/20 durchführte, nicht geschlossen werden, die
Vorinstanz habe auf einen unvollständigen Sachverhalt abgestellt.
Der Schulpsychologische Dienst verwendet zwar im Bericht vom 1. März 2019 den
Begriff der "Sonderschulbedürftigkeit" nicht. Unter dem Titel "Bedarfseinschätzung,
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Empfehlungen und Massnahmen" führt er aber aus, aufgrund der
Untersuchungsergebnisse benötige M._ einen schulischen Rahmen mit intensiver
heilpädagogischer Förderung. Ein Übertritt in die erste Regelklasse könne zum jetzigen
Zeitpunkt nicht unterstützt werden, weil er in diesem Rahmen einer Überforderung
ausgesetzt würde und nicht im notwendigen Mass unterstützt und gefördert werden
könnte. Er beantragte schliesslich der zuständigen Schulbehörde die "Sonderschulung
in einer Heilpädagogischen Schule". Damit kann der Vorinstanz auch nicht vorgehalten
werden, sie habe auf einen fehlerhaften Sachverhalt abgestellt.
Die Vorinstanz hat im Sachverhalt durchaus auch jene Bereiche erwähnt, in denen bei
M._ im Vergleich mit der schulpsychologischen Beurteilung vom Januar 2017 mehr
oder weniger grosse Fortschritte verzeichnet wurden (vgl. insbesondere Seite 2 des
angefochtenen Entscheides). Die Vorinstanz gab sodann auch wieder, aus welchen
Einschätzungen der von ihnen selbst beigezogenen Fachpersonen die Eltern von M._
ableiteten, der Zuweisungsentscheid der Beschwerdegegnerin sei falsch (vgl.
insbesondere Seite 4 f. des angefochtenen Entscheides). Bei der rechtlichen
Würdigung verwies die Vorinstanz auf diese Darlegungen, welche "die
Überzeugungskraft der einhelligen Fachmeinungen nicht zu erschüttern" vermöchten
(vgl. Seite 14 des angefochtenen Entscheides). Der Einwand, M._ sei nicht geistig
behindert, greife ins Leere, weil das Sonderschulangebot sich nicht nur an
Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung richte, sondern auch an solche mit
schwerwiegenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten. Die Vorinstanz hat bei ihrer
Beurteilung auch die günstigen Entwicklungen M._s berücksichtigt. Auch
diesbezüglich ist sie nicht von einem unvollständigen Sachverhalt ausgegangen.
Die Sachverhaltsrüge erweist sich deshalb als unbegründet. Dass die
schulpsychologische Untersuchung bereits im Februar 2019 durchgeführt wurde und
deshalb spätere Entwicklungen nicht mehr berücksichtigen konnte, ist mit Blick auf das
Zuweisungs- und ein allfälliges anschliessendes Rechtsmittelverfahren nicht zu
beanstanden. Dass der Schulpsychologische Dienst die von ihm festgestellten
Tatsachen als Sonderschulbedürftigkeit beurteilte, ist offenkundig. Die Vorinstanz hat
den Sachverhalt – und damit auch die positiv vermerkten Entwicklungsschritte –
umfassend dargestellt.
Fachbericht des vorinstanzlichen Fachexperten vom 6. November 2019
Die Beschwerdeführer machen geltend, der vorinstanzliche Fachexperte fasse lediglich
die Feststellungen der Lehrpersonen aus den Vorjahren zusammen. Die Lehrpersonen
der ersten Regelklasse hätten noch keine Angaben machen können oder wollen, da die
3.2.
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Erhebung kurz nach Beginn des Schuljahres erfolgt sei. Der Fachexperte habe M._ nur
gerade während zweier Stunden gesehen und dabei festgestellt, dass M._ gewisse
Aufgaben am schnellsten habe lösen können.
Es trifft zu, dass der vorinstanzliche Fachexperte M._ nicht schulpsychologisch
untersucht hat. Daraus kann indessen nicht geschlossen werden, die Vorinstanz habe
den Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Die Aufgabe der Vorinstanz – und
insbesondere ihres Fachexperten und ihrer Fachkommission – besteht vielmehr darin,
das Ergebnis der Untersuchung durch den Schulpsychologischen Dienst anhand ihrer
eigenen Erhebungen – Gespräche mit den Lehr- und anderen Betreuungspersonen und
mit den Eltern – und unmittelbaren Feststellungen – Besuch des Unterrichts – sowie
unter Berücksichtigung weiterer aktenkundiger Untersuchungsergebnisse mit Blick auf
die umstrittene Zuweisungsverfügung zu überprüfen. Dieser Aufgabe ist der
vorinstanzliche Fachexperte zusammen mit seiner Arbeitsgruppe umfassend
nachgekommen (vgl. act. 8/20). Auch insoweit erweist sich die Rüge, die Vorinstanz
habe auf einen unvollständigen Sachverhalt abgestellt, als unbegründet.
Fehlende aktuelle Untersuchung
Die Beschwerdeführer machen geltend, angesichts der Unterstützung und Förderung,
welche M._ in der Zwischenzeit erhalten habe, wäre es erforderlich gewesen, die
Beurteilung nach angemessener Zeit zu aktualisieren. Der Zwischenbericht des
"Lernateliers Schweiz" vom 12. November 2019 zeige auf, dass bereits wenige
Förderstunden zu beachtlichen Erfolgen geführt hätten. Es wäre angezeigt gewesen,
auch die Leiterin des Lernateliers anzuhören und von ihr einen Bericht einzuholen.
Das Schuljahr 2019/20 begann am 12. August 2019. Der vorinstanzliche Fachexperte
wurde am 20. August 2019 mit der Bearbeitung der Angelegenheit betraut (act. 8/17).
Bericht und Antrag der Fachkommission datieren vom 6. November 2019 (act. 8/20).
Innerhalb dieser Zeitspanne besuchte der Experte M._ im Unterricht, sprach mit den
früheren und aktuellen Lehrpersonen von M._, der Schulpsychologin und den Eltern
von M._ und hielt seine Feststellungen in einem Bericht fest. Die Leiterin des
Lernateliers war am Gespräch des Experten mit den Eltern beteiligt (act. 8/20, Ziffern 1
und 6). Der Vorwurf der Beschwerdeführer, die Leiterin des Lernateliers sei nicht
angehört worden, trifft deshalb nicht zu. Zudem lag der Vorinstanz im Zeitpunkt ihrer
Entscheidung vom 20. Februar 2020 auch der Zwischenbericht des Lernateliers vom
12. November 2019 vor.
Allerdings ergibt sich aus den Akten in der Tat nicht, wann der vorinstanzliche Experte
3.3.
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seine Erhebungen machte. Zwischen der Beauftragung am 20. August 2019 und dem
Entscheid vom 20. Februar 2020 verstrich ein halbes Jahr. Die Ausführungen der
Beschwerdeführer, wonach die Gespräche mit den Lehrpersonen "wenige Wochen
nach Schulbeginn" stattgefunden hätten (vgl. act. 8/24), blieb unwidersprochen. Selbst
wenn die Abklärungen Ende Oktober oder anfangs November 2019 – die Empfehlung
der Fachkommission datiert vom 6. November 2019 – erfolgten, blieb eine
viermonatige Entwicklung von M._ in der Regelklasse unberücksichtigt. Es lässt sich
nicht ausschliessen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse bis 20. Februar 2020 in
einer Weise veränderten, welche insbesondere eine aussagekräftigere Beurteilung der
schulischen Zukunft von M._ in der Regelklasse gestützt auf die Feststellungen der
Lehrpersonen ermöglicht hätten. Insoweit ist der Vorwurf, die Vorinstanz, welche den
Sachverhalt im Zeitpunkt ihrer Entscheidung von Amtes wegen zu ermitteln und zu
beurteilen hat (vgl. VerwGE B 2011/9 vom 7. Dezember 2011 E. 4.5.2; Looser/Looser-
Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 25 zu Art. 46 VRP), habe den Sachverhalt
unvollständig abgeklärt, nicht haltlos. Allerdings haben sich die mitwirkungspflichtigen
(Art. 58 in Verbindung mit Art. 12 VRP; VerwGE B 2012/237 vom 27. August 2013
E. 4.1; GVP 1993 Nr. 19; B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/ Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 14 zu
Art. 12-13 VRP) Beschwerdeführer in ihrer abschliessenden Eingabe im
Rekursverfahren vom 4. Dezember 2019 hinsichtlich der Feststellung des aktuellen
Sachverhalts darauf beschränkt, den Zwischenbericht des Lernateliers vom
12. November 2019 einzureichen, der – wie die Beschwerdeführer selbst feststellen
(Ziffer 7) – "lediglich in geringem Ausmass schulische Belange behandelt". Sie reichten
weder eine aktuelle Beurteilung durch die Lehrpersonen von M._ ein noch stellten sei
einen entsprechenden Beweisantrag. Diese Feststellungen sind allerdings nicht
entscheidrelevant, da das Gericht im vorliegenden Fall den Sachverhalt von Amtes
wegen ergänzend abgeklärt hat (vgl. dazu nachfolgende E. 3.5 und 4.2).
Allgemeine Verweigerungshaltung der Beschwerdeführer
Die Beschwerdeführer machen geltend, es könne ihnen nicht eine "allgemeine
Verweigerungshaltung" vorgeworfen werden. Sie hätten sich letztlich einzig gegen die
Früherziehung durch den Heilpädagogischen Dienst gestellt.
Die Vorinstanz hat festgehalten, dass die Eltern einerseits eine heilpädagogische
Früherziehung von M._ abgelehnt und sich – zunächst – seiner Zuweisung in die
Einführungsklasse widersetzt, anderseits später dann aber vorgebracht hätten, es
seien nicht alle möglichen Therapien ausgeschöpft worden. Dass die Vorinstanz aus
diesen Tatsachen auf "eine gewisse allgemeine Verweigerungshaltung" der Eltern
3.4.
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4. Rechtsverletzungen
schloss, erscheint nicht als fehlerhafte Würdigung der festgestellten Tatsachen. Sie
sind für die Beurteilung der Angelegenheit insofern von Bedeutung, als für den Erfolg
der Beschulung von M._ in der Regelklasse die Unterstützung der von der Schule
vorgeschlagenen Massnahmen durch die Eltern unabdingbar ist. Auch diese
Sachverhaltsrüge der Beschwerdeführer erweist sich damit als unbegründet.
Gerichtliche Ergänzung des Sachverhalts
Nach Abschluss des Rekursverfahrens eingetretene Tatsachen (echte Noven) sind im
Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen. Soweit allerdings die
Rechtsstreitigkeit nicht bereits von einer richterlichen Behörde überprüft worden ist,
verlangt die verfassungsrechtliche Rechtsweggarantie (vgl. Art. 29a der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV; Art. 77 Abs. 1
der Kantonsverfassung, sGS 111.1, KV), dass das Verwaltungsgericht auf die
tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt seines Entscheides abstellt (vgl. Looser/
Looser-Herzog, a.a.O., N 16 zu Art. 61 VRP). Das Verwaltungsgericht hat deshalb den
Sachverhalt ergänzt, indem es am 21. April 2020 je einen Bericht der
Beschwerdegegnerin und des "Lernateliers" über die aktuelle Situation von M._
einholte (act. 13). Auf die Inhalte dieser Berichte, den Zwischenbericht des Lernateliers
vom 28. April 2020 sowie die Einschätzung der schulischen Situation vom 30. April
2020, wird in der rechtlichen Würdigung eingegangen.
3.5.
Rechtsgrundlagen
Für das Schulwesen sind die Kantone zuständig (Art. 62 Abs. 1 BV). Sie haben einen
ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht zu gewährleisten (Art. 19 und
Art. 62 Abs. 2 BV). Dieser muss angemessen und geeignet sein; er soll genügen, um
die Schüler sachgerecht auf ein selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag
vorzubereiten. Die Kantone sorgen in diesem Rahmen auch für eine ausreichende
Sonderschulung aller behinderten Kinder und Jugendlichen bis längstens zum
vollendeten 20. Altersjahr (Art. 62 Abs. 3 BV). Die Grundschulung muss ihren
besonderen Bedürfnissen angepasst sein (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen;
Behindertengleichstellungsgesetz, SR 151.3, BehiG). Soweit dies möglich und dem
Wohl der betroffenen Kinder und Jugendlichen entspricht, fördern die Kantone ihre
Integration in die Regelschule (Art. 20 Abs. 2 BehiG). Der integrierten Sonderschulung
ist gegenüber der separativen grundsätzlich der Vorrang einzuräumen (vgl. Art. 8 Abs. 2
BV und Art. 20 Abs. 2 BehiG; Art. 24 Abs. 1 des Übereinkommens über die Rechte von
Menschen mit Behinderungen, SR 0.109). Eine durch angemessene
4.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/22
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Fördermassnahmen begleitete Integration von Kindern und Jugendlichen mit
besonderem Bildungsbedarf in der Regelschule trägt dieser Vorgabe – unter Vorbehalt
allenfalls gegenläufiger öffentlicher Interessen – soweit möglich am zweckmässigsten
Rechnung; es wird dadurch der Kontakt zu Gleichaltrigen ohne solchen Bedarf
erleichtert, der Ausgrenzung diesen gegenüber entgegengewirkt, das wechselseitige
Verständnis bzw. die schulische Vielfältigkeit gefördert und damit die gesellschaftliche
Eingliederung frühzeitig erleichtert (vgl. BGer 2C_590/2014 vom 4. Dezember 2014
E. 5.3.1). Der verfassungsrechtliche Anspruch umfasst nur ein angemessenes,
erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen Schulen. Ein
darüber hinaus gehendes Mass an individueller Betreuung, das theoretisch immer
möglich wäre, kann mit Rücksicht auf das staatliche Leistungsvermögen nicht
eingefordert werden. Der verfassungsmässige Anspruch auf unentgeltlichen
Grundschulunterricht gebietet mit anderen Worten nicht die optimale bzw. geeignetste
überhaupt denkbare Schulung von behinderten Kindern. Eine Abweichung vom
"idealen" Bildungsangebot ist zulässig, wenn sie der Vermeidung einer erheblichen
Störung des Unterrichts, der Berücksichtigung der finanziellen Interessen des
Gemeinwesens oder dem Bedürfnis der Schule an der Vereinfachung der
organisatorischen Abläufe dient und die entsprechenden Massnahmen
verhältnismässig bleiben (vgl. BGer 2C_590/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.2.2). Im
Rahmen dieser Grundsätze verfügen die Kantone praxisgemäss über einen erheblichen
Gestaltungsspielraum (Art. 46 Abs. 3 BV; vgl. zum Ganzen BGE 141 I 9 E. 3.2 und 3.3
mit zahlreichen Hinweisen).
Der Kanton St. Gallen konkretisiert diesen Auftrag in Art. 34 ff. des Volksschulgesetzes
(sGS 213.1, VSG; BGer 2C_703/2016 vom 29. August 2016 E. 2.1).
Sonderpädagogische Massnahmen unterstützen Kinder mit besonderem
Bildungsbedarf, namentlich mit Schulschwierigkeiten, Verzögerungen oder
Beeinträchtigungen in der Entwicklung, Behinderungen oder besonderen Begabungen
(Art. 34 Abs. 1 VSG). Die Massnahmen orientieren sich am Bedarf der Kinder in
Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags, unter Berücksichtigung des
Aufwandes von Schulträger und Kanton (Art. 35 Abs. 1 VSG). Art. 35 VSG beschreibt
die Grenze der integrativen Sonderschulung: Schülerinnen und Schüler mit
besonderem Bildungsbedarf besuchen die Regelklasse oder Kleinklasse, wenn sie vom
Unterricht profitieren und das soziale Gefüge der Klasse wahrnehmen können, der
Besuch für die Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags geeignet, erforderlich
und zumutbar ist und nicht überwiegende Interessen der Klasse oder des Umfeldes
entgegenstehen (Abs. 1); der Kanton sorgt für behinderungsspezifische Beratung und
Unterstützung (Abs. 2); sind die Voraussetzungen nach Abs. 1 der Bestimmung nicht
bis
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erfüllt, besuchen Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf eine
Sonderschule (Abs. 3).
Übereinstimmend mit den bundesrechtlichen Vorgaben bekräftigt das gesetzliche
Konzept inhaltlich den Vorrang des Kindeswohls, das heisst den Anspruch eines
Kindes mit ausgewiesenem Bedarf auf eine ausgewiesene Massnahme. Bei der
Thematik Integration/Separation führen der Vorrang des Kindeswohls sowie die
Grundsätze der Verhältnismässigkeit und Rechtsgleichheit zu den beiden Prinzipien
"So viel Integration wie möglich, so viel Separation wie nötig" und "Je intensiver und
spezifischer der besondere Bildungsbedarf, desto eher Separation". Zum einen soll für
Kinder mit starker Behinderung beziehungsweise intensivem besonderem
Bildungsbedarf der Sonderschulbesuch angeordnet und vollzogen werden. Zum
andern sollen Kinder, deren Behinderung den Unterricht in der Regelschule zulässt
oder deren Sonderschulbedürftigkeit diskutabel ist, vermehrt in der Regelschule
belassen werden (vgl. Botschaft und Entwurf der Regierung zum XIV. Nachtrag zum
Volksschulgesetz, in: ABl 2013 S. 308 ff., S. 312). Die Schulträger sind berechtigt und
verpflichtet, ihren Kindern das bestmögliche Förderangebot zu verschaffen. Dies
schliesst aus, dass sie die sonderpädagogischen Massnahmen im operativen Einzelfall
nach vorrangig systemsteuernden Kriterien vergeben; einem Kind mit einem
ausgewiesenen Bedarf kann eine ausgewiesene sonderpädagogische Massnahme
nicht mit dem Argument vorenthalten werden, der Pensenpool sei ausgeschöpft (vgl.
Botschaft, a.a.O., S. 361). Das Konzept geht aber nicht davon aus, dass Kinder mit
schwerer Behinderung, für die unzweifelhaft ein Sonderschulbesuch angezeigt ist, als
Sonderschüler in der Regelschule betreut und gefördert werden. Einerseits ist für
Kinder mit eindeutiger geistiger Behinderung der Besuch einer Sonderschule
unumgänglich, anderseits kann gegenüber einem Kind mit einer leichteren
Lernbehinderung situativ von der Anordnung des Sonderschulbesuchs abgesehen
werden. Im Rahmen des Sonderpädagogik-Konzeptes sind für diese Kinder die
Voraussetzungen zu konkretisieren, unter denen auf die Sonderschulzuweisung
verzichtet werden kann. Die Voraussetzungen sind allerdings restriktiv zu umschreiben;
eine Beschulung von Kindern mit kognitiven Beeinträchtigungen stösst in der
Regelschule rasch an Grenzen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 369 ff.).
Das kantonale Sonderpädagogik-Konzept, welches gemäss Art. 37 Abs. 1 VSG die
Grundsätze des Volksschulgesetzes zu den sonderpädagogischen Massnahmen
umsetzt (vgl. www.sg.ch, Bildungsdepartement/Amt für Volksschule/Sonderpädagogik/
Sonderpädagogik-Konzept) hält fest, dass für die Wahl des Hauptförderorts – Regel-
oder Sonderschule – das Wohl und die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes oder
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Jugendlichen unter Berücksichtigung des schulischen Umfeldes und der
Schulorganisation ausschlaggebend sind. Die Wahl erfolgt nach sorgfältiger
Einschätzung der Entwicklungs- und Bildungsziele.
Würdigung4.2.
Bericht des Schulpsychologischen Dienstes vom 1. März 2019
Ausgangspunkt der Beurteilung ist der Bericht des Schulpsychologischen Dienstes
vom 1. März 2019 (act. 8/8a/1-9). Ein erheblicher Teil der darin getroffenen
Feststellungen hinsichtlich seiner praktischen Fähigkeiten ist aufgrund des Umstandes,
dass sich M._ seither weiterentwickelt hat, zweifellos überholt. Indessen haben sich
darin enthaltene allgemeine Einschätzungen wie eine deutlich unterdurchschnittliche
intellektuelle Leistungsfähigkeit, ein erheblicher Rückstand in den sprachlichen
Kompetenzen und in den motorischen Fähigkeiten im Vergleich zur Altersgruppe sowie
das Erfordernis einer intensiven heilpädagogischen Begleitung einerseits bereits früher
namentlich im Bericht des Schulpsychologischen Dienstes vom 13. Februar 2017 (act.
8/8a/1-2) und in den Beobachtungen der Kindergartenlehrpersonen von September
2016 bis Mai 2018 (act. 8/8a/1-5 bis 1-8) abgezeichnet und anderseits in der weiteren
schulischen Entwicklung von M._ – wie sie im Folgenden nachgezeichnet wird –
bestätigt.
4.2.1.
Bericht der vorinstanzlichen Arbeitsgruppe vom 6. November 2019
Die Schulpsychologin hat ihre schriftlich festgehaltenen Feststellungen – kein Erkennen
von Zusammenhängen und Verknüpfen von Dingen, Rückstand in der emotionalen und
in der sprachlichen Entwicklung, eingeschränktes räumliches Vorstellungsvermögen,
deutlich unterdurchschnittlicher IQ – gegenüber dem vorinstanzlichen Fachexperten
mündlich bestätigt.
Die Schulische Heilpädagogin, die M._ sowohl in seinen beiden Kindergartenjahren als
auch in der Einführungsklasse bis zum Ende des Schuljahres 2018/2019 begleitet
hatte, hielt gegenüber dem vorinstanzlichen Fachexperten fest, Aufgaben hätten M._
oft nochmals individuell erklärt werden müssen. Vor allem im 1:1-Unterricht habe er
willig gearbeitet. Es sei ihm aber selten gelungen, selbständig Lösungen zu finden.
Repetitive Aufgaben habe er oft erst beim fünften, sechsten Mal geschafft. Einfachere
Abläufe habe er auswendig gelernt und dann wiedergeben. Wörter habe er sehr schön
abgeschrieben und verstehe die Mundbilder weitgehend. M._s Sprachverständnis sei
aber rudimentär geblieben. Bei Regelspielen sei ihm das Verständnis für Spielregeln
weitgehend abgegangen. Motorisch sei er sehr eingeschränkt gewesen. Die Schulische
4.2.2.
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Heilpädagogin und die Lehrperson der ersten Einführungsklasse stimmten darin
überein, dass M._ in der Regelklasse nicht die gezielte Förderung bekommen könne,
die er unbedingt brauche.
Beim Besuch in der ersten Regelklasse stellte der vorinstanzliche Fachexperte fest,
dass M._ beim Wortbild-Lotto zwar als Erster drei richtige Wortbilder lese, sie aber
nicht zu einem Wort zusammenfügen könne. Automatisiertes und mehrfach Geübtes
könne er abrufen, abstraktes Zusammenführen und Zusammenfassen gelinge ihm
nicht. Er sei körperlich ungelenkig und werde von den anderen Knaben offensichtlich
gepiesackt. Niemand wolle mit ihm in Zweierkolonne Hand in Hand aus dem
Klassenzimmer gehen. Die Klassenlehrerin der ersten Regelklasse hielt fest, die erste
Klasse werde für M._ eine sehr grosse Herausforderung. Die Teamteaching-Lehrerin in
der ersten Regelklasse wies auf den grossen Förderbedarf von M._ hin.
Bericht aus der ersten Regelklasse vom 30. April 2020
Die Klassenlehrerin hält fest, die in der Einführungsklasse automatisierten Inhalte und
wohl die Übungen in der externen Nachhilfe hätten M._ geholfen, sich im ersten
Semester der ersten Klasse zurechtzufinden. Um Neues dazuzulernen, sei dies in
mathematischen, sprachlichen, musischen, sozialen oder organisatorischen Bereichen,
brauche er im Vergleich zu seinen Mitschülern und Mitschülerinnen deutlich mehr Zeit,
Übung, Unterstützung und Begleitung. Seit Beginn des zweiten Semesters seien nur
sehr langsame Fortschritte festzustellen. Er könne dem Tempo der Klasse zunehmend
weniger folgen. Die Verknüpfung gelernter Inhalte, das Erfassen des Inhaltes kurzer
Texte und beim Schreiben das Zusammenfassen einzelner Buchstaben zu lautgetreuen
Wörtern und schliesslich zu kurzen Sätzen, bereiteten M._ grosse Schwierigkeiten.
Gleichbleibende und routinemässige Unterrichtsabläufe seien wichtig und unterstützten
ihn. Selbstorganisation, Planung, Merkfähigkeit, das Finden eigener Lösungsstrategien,
Verknüpfungen oder Erkennen von Gesetzmässigkeiten seien für ihn ohne Begleitung
durch die Lehrperson kaum möglich. Der sprachliche Ausdruck habe sich trotz
zusätzlichen Deutschunterrichts bis jetzt nicht merklich weiterentwickelt. Sein
Wortschatz sei klein, die Satzstellung sowohl mündlich als auch schriftlich oft
fehlerhaft. Gross- und Kleinbuchstaben könne er lesen, diese aber beim Schreiben
nicht umsetzen. Einfache, kurze Wörter könne er lautgetreu schreiben. Im Rahmen
einzelner Wörter sei die Merkfähigkeit gegeben. Bei längeren Wörtern und Sätzen
stosse M._ an seine Grenzen. Im Kindergarten und in der Einführungsklasse geübte
mathematische Grundlagen – Sortieren, Reihen bilden, Mengen erfassen, grösser/
kleiner, weniger/mehr – habe M._ im ersten Semester der ersten Klasse gut erarbeiten
4.2.3.
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können. Das Operieren im Zahlenraum bis 20 (plus/minus) gelinge ihm gut, wenn er
gleichartige Aufgaben seriell lösen könne. M._ habe noch keine konkrete
Zahlvorstellung und damit "die Gesetzmässigkeiten bei den Stellenwerten aufgebaut".
Flexibles Rechnen finde noch nicht statt. Dies zeige sich, wenn Aufgabenstellungen
verändert würden oder Lösungsstrategien nicht vorgegeben seien. Könne M._ diese
nicht auswendig lösen, stehe er an oder suche die Lösung zählend zu finden. M._
brauche einen ruhigen Platz zum Arbeiten, da er sich schnell ablenken lasse, und
häufig eine enge Begleitung und Unterstützung durch die Lehrpersonen, weil er
inhaltlich an Grenzen stosse und sich nach Hilfe umsehe. Kurze einfache Aufträge
könne er selbständig ausführen (vgl. act. 17).
Zusammenfassung
Zusammenfassend ergibt sich, dass M._ für die Erzielung schulischer Fortschritte auf
eine umfassende individuelle Betreuung und Unterstützung angewiesen ist. Die
intensive heilpädagogische Begleitung (vgl. Bericht des Schulpsychologischen
Dienstes vom 13. Februar 2017; act. 8/8a/1-2) – allerdings ohne die empfohlene
heilpädagogische Frühförderung im Sinn von Art. 34 Abs. 2 Ingress und lit. a Satz 2
VSG (Heilpädagogische Früherziehung im Kindergarten) – und der Zusatzunterricht in
Deutsch (vgl. Notizen der Kindergartenlehrperson für das Elterngespräch im November
2017, act. 8/8a/1-5) in den beiden Kindergartenjahren, der Besuch der
Einführungsklasse und die zusätzliche Unterstützung im "Lernatelier Schweiz" haben
zwar dazu geführt, dass M._ sich im ersten Semester der ersten Regelklasse
zurechtfinden konnte. Das zeigt sich zum Beispiel in der – von den Beschwerdeführern
in den Vordergrund gerückten – Beobachtung des vorinstanzlichen Fachexperten, dass
M._ im Wortbild-Lotto als erster drei richtige Wortbilder liest. Im zweiten Semester der
ersten Regelklasse bestätigte sich allerdings, dass M._ zwar durchaus in
verschiedenen Bereichen unterschiedlich schnell Fortschritte erzielen kann, jedoch das
Lerntempo in einer Regelklasse seinen Bedürfnissen selbst mit der möglichen
vielfältigen Unterstützung nicht gerecht wird. Die in den Berichten des
schulpsychologischen Dienstes vom 13. Februar 2017 und vom 1. März 2019
festgestellten Einschränkungen, die M._ in seiner Entwicklung hemmen, treffen in der
Regelklasse auf in allen Schulbereichen stetig steigende Anforderungen. Da die
Sprache Grundlage für die weitere schulische Entwicklung ist, wird sich M._s
anhaltender Rückstand in der Sprachentwicklung zunehmend auch auf die weiteren
Fächer auswirken. Der Aufwand für seine individuelle Unterstützung wird sowohl in der
Schule als auch – wie von den Beschwerdeführern vorgeschlagen – im "Lernatelier
Schweiz" zunehmen. Ob die Zuweisung von M._ zu einer Sonderschule sich allerdings
4.2.4.
bis
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allein mit den Bedenken der Teamteaching-Lehrerin rechtfertigen könnte, ihre
wöchentlich sechs Lektionen reichten nicht aus, M._ und die anderen Schülerinnen
und Schüler ausgewogen betreuen zu können, kann unter diesen Umständen
offenbleiben.
Einwendungen der Beschwerdeführer: pädiatrische Begutachtungen
Die beiden pädiatrischen Untersuchungsberichte, welche die Beschwerdeführer im
vorinstanzlichen Verfahren vorlegten, lassen die vorinstanzliche Beurteilung nicht als
fehlerhaft erscheinen. Der Pädiater, der M._ am 25. Mai 2019 untersuchte, bezeichnet
seinen Bericht (act. 8/1a/2) ausdrücklich nicht als Gutachten. Er stellt zwar eine
Grundintelligenz im Durchschnittsbereich fest, legt aber auch dar, dass M._ selbst bei
hoher Zuwendung Zeit und Geduld brauche, um seine Leistungen darstellen zu
können. Er kommt zum Schluss, dass aus der Sicht des zürcherischen Schulsystems
eine – im Kanton St. Gallen nicht vorgesehene (vgl. E. 3b und 4c des angefochtenen
Entscheides) – integrative Sonderschulung in der Regelklasse als erste Wahl
vorgeschlagen würde. Auch er hält aber fest, integrative Förderstunden reichten für
Kinder wie M._ nicht aus.
Die Pädiatrie des Ostschweizer Kinderspitals diagnostiziert im Bericht vom 23. Mai
2019 (act. 8/1a/3) – neben einer Adipositas – eine kombinierte
Entwicklungsverzögerung mit Beeinträchtigung der Kognition, Sprache und
Grobmotorik. Unauffällig erschienen M._s Sozialverhalten, altersentsprechend seine
nonverbalen Leistungen und im untersten Altersnormbereich liegend seine
feinmotorische Entwicklung. Die im Vergleich mit der schulpsychologischen
Untersuchung besseren Resultate bei der kognitiven Testung waren für eine
abschliessende Beurteilung nicht verwertbar, weil derselbe Test durchgeführt wurde.
Auch sie zeigten indessen eine verzögerte kognitive Entwicklung und eine auditive
Merkfähigkeitsschwäche. Festgestellt wurden schliesslich auch eine verzögerte
grobmotorische Entwicklung und eine expressive und rezeptive
Sprachentwicklungsverzögerung. Der Untersuchungsbericht kommt hinsichtlich der
Beschulung zum Schluss, M._ sei in einer kleinen Gruppe mit intensiver individueller
Förderung am besten aufgehoben.
4.2.5.
Einwendungen der Beschwerdeführer: Zwischenbericht des "Lernatelier Schweiz"
Das Lernatelier hat seit November 2019 "den Fokus ein wenig mehr zu den schulischen
Kompetenzen hin verschoben", nachdem M._ seit Ende 2019 in den Karateunterricht
geht. Es werden Verbesserungen hinsichtlich der Fein- und Grobmotorik sowie der
4.2.6.
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Selbständigkeit dargestellt. Im Zusammenhang mit den schulischen Kompetenzen hält
das Lernatelier fest, es könne "über die Fehlerquelle" "bei diesen Aufgaben keine
Aussage machen". Beim Rechnen erkenne M._ vermehrt einzelne Muster und könne
diese bisweilen recht gut anwenden. Bisweilen brauche er etwas mehr Inputs oder
zusätzliche Erklärungen. M._ lese flüssig. Weil der Wortschatz nicht wunschgemäss
wachse, stosse er aber vor allem bei der Bedeutung der Worte an seine Grenzen und
mache beim Erzählen nur langsame Fortschritte. Das "Lernatelier" geht davon aus,
"eine Verbesserung" sei "möglich". Nachvollziehbar sind für das "Lernatelier" die
Bemerkungen bezüglich der leicht verzögerten oder verlangsamten Entwicklung von
M._, die aber mindestens in einigen Bereichen als "nun etwas geringer" eingeschätzt
werden. Fortschritte seien klar ersichtlich "und dies mit einem minimalen Aufwand". Je
länger je weniger nachvollziehbar sei das Verdikt "geistige Behinderung".
Im Bericht werden allerdings die für M._ zweifellos wichtigen und erfreulichen
Entwicklungsschritte nicht in Bezug zu einer ungefähr altersgerechten Entwicklung
gesetzt. Aus dem Bericht kann deshalb nicht geschlossen werden, M._ habe die
Entwicklungsrückstände gegenüber gleichaltrigen Kindern, die sich auch
weiterentwickeln, verkleinern können. Die Zuweisung an eine Heilpädagogische Schule
bedeutet nicht, dass der Betroffene als "geistig behindert" bezeichnet werden müsste.
Zwar wird auf dem Formular "Kostengutsprache für Sonderschulung im Kanton St.
Gallen während der Schulpflicht" nach der Art der Behinderung gefragt. Der Begriff der
"geistigen Behinderung" ist aber dem Volksschulgesetz fremd. Ausschlaggebend für
die Zuweisung in eine Sonderschule ist allein, ob der besondere Bildungsbedarfs eines
Kindes ein Ausmass erreicht, welchem in der Regelschule auch mit den zur Verfügung
stehenden unterstützenden sonderpädagogischen
Massnahmen nicht ausreichend Rechnung getragen werden kann.
Einwendungen der Beschwerdeführer: Förderung im "Lernatelier Schweiz"
Die Beschwerdeführer gehen davon aus, M._ wäre es möglich, die Regelschule zu
besuchen, wenn er nur genügend Unterstützung insbesondere mit einer zeitlich
ausgedehnteren Förderung im "Lernatelier Schweiz" erführe. Diese Haltung der Eltern
und ihre Überzeugung, damit würde dem Kindeswohl von M._ am besten Rechnung
getragen, ist zwar einfühlbar. Allerdings ist für das Wohlbefinden von M._ auch von
Bedeutung, in welchem Ausmass sein Leben als Schüler in der Regelklasse
beschwerlich wird.
Da die Regelschule auf seine besonderen Bedürfnisse nur beschränkt eingehen kann,
4.2.7.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/22
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würde er in der Regelklasse immer wieder in mehr oder weniger gravierendem Mass
erfahren müssen, dass er – mehr als andere – Fortschritte mit grossem, seine ganze
Leistungsfähigkeit voll beanspruchendem oder gar übersteigendem Aufwand und
Einsatz erringen muss. Zwar ist nicht zu verkennen, dass der Wechsel an die
Heilpädagogische Schule X._ für die Eltern, die sich für M._ eine reguläre schulische
Laufbahn wünschen, und für M._ selbst, der das gewohnte schulische Umfeld
verlassen muss, zunächst schmerzhaft sein wird. Indessen wird es ihm – anders als in
der Regelklasse – möglich werden, mehr Erfolg und weniger Misserfolg zu erleben, da
in der Heilpädagogischen Schule auf seine Schwächen, aber auch auf seine Stärken
wesentlich besser eingegangen werden kann. Er wird sich in einem schulischen Umfeld
bewegen, das sich spezifisch seinen Entwicklungsrückständen annehmen und damit
bei entsprechenden persönlichen Voraussetzungen M._s einen schnelleren Anschluss
an eine altersgerechte Entwicklung ermöglichen kann, als dies in der Regelschule der
Fall wäre. Ziel der Sonderschulung ist denn auch die bestmögliche Vorbereitung auf die
beziehungsweise die Rückversetzung in die Regelschule durch zielorientierte
Förderung (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 418). Die Beschulung in einer Sonderschule wird
deshalb – wie dies auch bei M._ der Fall ist – jeweils nur für einen befristeten Zeitraum
verfügt (vgl. Art. 35 Abs. 3 VSG).
Die zeitliche Beanspruchung M._s aus der Nutzung sämtlicher in der Regelschule
möglicher sonderpädagogischer Massnahmen und den von den Beschwerdeführern
beantragten wöchentlich acht Stunden im "Lernatelier" würde zusammen mit dem für
ihn mindestens ebenso wichtigen Karateunterricht ein Ausmass erreichen, das seiner
Entwicklung insgesamt nicht nur förderlich wäre.
Einwendungen der Beschwerdeführer: Sprachheilschule
Die Beschwerdeführer sind schliesslich der Auffassung, M._ sei – wenn er nicht die
Regelschule besuchen könne – einer Sprachheilschule zuzuweisen. Diese Sicht ist
insoweit verständlich, als sowohl gemäss dem Bericht des Schulpsychologischen
Dienstes vom 1. März 2019 als auch gemäss der Beurteilung der aktuellen schulischen
Situation von M._ durch die Klassenlehrerin die Entwicklungsdefizite vor allem auch in
der Sprachentwicklung auszumachen sind.
Allerdings ergibt sich aus den Einschätzungen durch den Schulpsychologischen Dienst
und M._s Lehr- und Betreuungspersonen, dass sich die Schwierigkeiten nicht allein
auf die sprachliche Entwicklung beschränken. Selbständiges Arbeiten ist ihm oft nicht
möglich. Er braucht einen ruhigen Platz zum Arbeiten. Weil es ihm schwerfällt, seine
4.2.8.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/22
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5. Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Rekursverfahren
Die Beschwerdeführer beanstanden die Höhe der ihrem Rechtsvertreter für das
Rekursverfahren von der Vorinstanz zugesprochenen Entschädigung aus
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung. Gemäss Rubrum hat der Rechtsvertreter die
Beschwerde einzig im Namen von M._ und seinen Eltern R._ und S._ und nicht auch
im eigenen Namen erhoben. Auch aus der Beschwerde selbst ergeben sich keine
Hinweise dafür, dass der Rechtsvertreter das Begehren um eine höhere Entschädigung
im Rahmen der unentgeltlichen Verbeiständung im eigenen Namen stellen würde.
Vielmehr hat er die Beschwerde ausdrücklich "namens und im Auftrag der
Beschwerdeführer" eingereicht.
eigenen Fähigkeiten einzuschätzen, überschätzt er sich oft. Gelingt ihm eine Aufgabe
nicht, scheint er unberührt. Er lässt sich nicht verunsichern und handelt auch in der
Folge nach seiner Einschätzung. Selbstorganisation, Planung, Merkfähigkeit, das
Finden eigener Lösungsstrategien, das Bilden von Verknüpfungen oder Erkennen von
Gesetzmässigkeiten sind ihm ohne Begleitung durch die Lehrperson kaum möglich.
Deshalb fällt es ihm auch im mathematischen Bereich schwer, bei veränderten
Aufgabenstellungen Lösungsstrategien zu finden. Die im Vergleich mit einer
Sprachheilschule vielfältigeren Unterstützungsmöglichkeiten in der Heilpädagogischen
Schule werden den breiten Bildungs- und Förderungsbedürfnissen von M._
wesentlich besser gerecht.
Befragung der Beschwerdeführer
In der Beschwerde wird die Befragung der Eltern – nicht aber von M._ – beantragt.
Abgesehen davon, dass die Eltern M._s Entwicklungsstand, so wie sie ihn
wahrnehmen, auch schriftlich darstellen können und es auch ausführlich getan haben,
ist davon auszugehen, dass aus ihrer Sicht – was verständlich ist – vor allem die
günstigen Entwicklungen im Vordergrund stehen. Ihre Ausführungen wären deshalb
wenig geeignet, die für den Zuweisungsentscheid wesentlich aussagekräftigere
Darstellung und Beurteilung von M._s schulischer Situation durch den
Schulpsychologischen Dienst, die Lehrpersonen und die Vorinstanz, die sich auf einen
Bericht eines Fachexperten stützt, grundlegend in Frage zu stellen.
4.2.9.
Entscheid in der Hauptsache
Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde in der Hauptsache als unbegründet.
Die Anträge Ziff. 1 und 2 der Beschwerdeführer sind demgemäss abzuweisen. Die
Zuweisungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 23. Mai 2019 ist demzufolge zu
bestätigen, zufolge Zeitablaufs allerdings ab Schuljahresbeginn 2020/21. Eine allfällige
Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.
4.2.10.
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Weil es sich bei der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung um ein öffentlich-rechtliches
Verhältnis zwischen Staat und Rechtsvertreter handelt, das einen Honoraranspruch des
Rechtsbeistandes gegenüber dem Staat begründet, steht der Anspruch dem amtlichen
Rechtsbeistand selber und nicht der verbeiständeten Partei zu. Die verbeiständete
Partei ist deshalb – grundsätzlich – nicht berechtigt, die amtliche Entschädigung des
unentgeltlichen Rechtsbeistandes anzufechten. Auf deren Beschwerde kann deshalb
nicht eingetreten werden (vgl. anstelle vieler BGer 8C_760/2016 vom 3. März 2017 E. 5
mit Hinweisen auf BGE 140 V 116 E. 4, 131 V 153 E. 1 und BGer 4A_382/2015 und
4A_404/2015 vom 4. Januar 2016 E. 2.1). Da die Partei, der die unentgeltliche
Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der
Lage ist (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung; Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO), kann sie indessen dann ein
eigenes schutzwürdiges Interesse dartun (Art. 45 Abs. 1 VRP), wenn sie geltend macht,
ihrem Rechtsvertreter sei eine zu hohe Entschädigung zugesprochen worden (vgl. e
contrario BGer 5A_399 und 400/2016 vom 6. März 2017 E. 7.2, 8C_795/2015 vom
14. Dezember 2015 E. 3.1; 5A_463/2010 vom 20. August 2010 E. 3, 5P.463/2005 vom
20. März 2006 E. 4.1, ähnlich BGer 4D_24/2014 vom 14. Oktober 2014 E. 4.3,
9C_520/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 2, 6B_325 vom 19. Mai 2015 E. 2.4). Eine
solche Rüge ist nicht Gegenstand der Beschwerde. Vielmehr läuft das Begehren des
unentgeltlichen Rechtsbeistandes, es sei ihm eine höhere Entschädigung
zuzusprechen, den Interessen der Beschwerdeführer, die unter Umständen zur
Nachzahlung verpflichtet sind, zuwider. Deshalb ist auf den Antrag Ziff. 3 der
Beschwerdeführer zur Höhe der Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung im Rekursverfahren nicht einzutreten.
Selbst wenn allerdings davon auszugehen wäre, der Rechtsvertreter habe die
Beschwerde in diesem Punkt sinngemäss im eigenen Namen – er beantragt immerhin,
die Entschädigung des Rechtsbeistands der Beschwerdeführer im Rekursverfahren sei
zu erhöhen – erhoben (vgl. VerwGE B 2012/228 vom 2. Juli 2013 E. 6), erwiese sie sich
als unbegründet, weil er – entgegen seiner Auffassung – von der Vorinstanz nicht zur
Einreichung einer Kostennote hätte aufgefordert werden müssen (vgl. VerwGE B
2014/167 vom 27. Oktober 2015 E. 2.1 mit Hinweisen). Die Einreichung einer
Kostennote für das Rekursverfahren zusammen mit der Beschwerde ist deshalb
verspätet (vgl. Art. 61 Abs. 3 VRP). Reicht der unentgeltliche Rechtsbeistand nicht
rechtzeitig eine Kostennote ein, nimmt er in Kauf, dass bei der Bemessung des
Pauschalhonorars sein tatsächlicher Aufwand nicht mit in Betracht gezogen wird (vgl.
VerwGE B 2012/228 vom 2. Juli 2013 E. 6, Frage der Verspätung offengelassen in
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VerwGE B 2018/75 vom 21. März 2019 E. 4.6). Ob und in welcher Weise die Vorinstanz
eine eingereichte Kostennote bei der Festlegung des Pauschalhonorars zu
berücksichtigen hätte, wäre deshalb vorliegend nicht von Bedeutung. Abgesehen
davon stellt der vom Rechtsvertreter betriebene Aufwand, wie er in der Honorarnote
zum Ausdruck kommt, lediglich eines von verschiedenen Kriterien zur Bemessung des
Pauschalhonorars dar (vgl. dazu aber VerwGE B 2018/75 vom 21. März 2019 E. 4.6 mit
Hinweis unter anderem auf GVP 2015 Nr. 68; vgl. vor allem auch BGer 1C_58/2019
vom 31. Dezember 2019).
6.
Bei diesem Verfahrensausgang gehen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
zulasten der Beschwerdeführer (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Die Kosten gehen zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
zulasten des Staates. Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Dem Gesuch der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist zu
entsprechen und deren Rechtsvertreter, der für das Beschwerdeverfahren keine
Honorarnote eingereicht hat, für die ausseramtlichen Kosten ermessensweise mit
CHF 2'400 (80 Prozent von CHF 3'000) zuzüglich pauschale Barauslagen von CHF 120
(pauschal vier Prozent von CHF 3'000) jedoch – mangels entsprechenden
(begründeten) Antrags – ohne Mehrwertsteuer zu entschädigen (Art. 6, 19, 22 Abs. 1
Ingress und lit. b, 28 und 29 Honorarordnung, sGS 963.75; Art. 31 Abs. 3
Anwaltsgesetz, sGS 963.70).