# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 419ec43d-3181-47d0-a630-b27679d38f49
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
und
seit Geburt schwerhörig
e
X._
, türkische
r
Staatsangehörige
r
und im Jahr 1978 in die Schweiz eing
ereist,
meldet
e
sich am 25.
April
1988 ein erstes Mal zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung (
Übernahme der Reparaturkosten der
Hörbrille) an (Urk.
11/3 und
Urk.
11/7
-8
).
Dieses Leistungs
begehren
lehnte die Ausgleichskasse des Kantons Zürich, IV-Sekretariat,
mit Verfügung vom 2.
November 1988
ab. Zur Begrün
dung wurde ausgeführt
, es sei bereits vor der Einreise in die Schweiz objektiv gesehen eine Hörgerät
ev
ersorgung notwendig gewesen
, weshalb kein Anspruch auf Kostenübernahme bestehe
(
Urk.
11/4
; vgl. auch
das Nichteintreten auf ein erneutes Begehren um Hörgeräteersatz mit Verfügung
vom 8.
Oktober 1990
,
Urk.
11/14
).
1.2
Am 13. April 1992 meldete sich der Versicherte zum
Bezug
von beruflichen Massnahmen der Invalidenversicherung an (
Urk.
11/17).
Das IV-Sekretariat traf berufliche und medizinische Abklärungen
und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung (vgl.
die Expertise
von
Dr.
med.
Y._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 29. Dezember 1993
,
Urk.
11/47). Mit Verfügung vom 11. April 1994 wies
die Ausgleichskasse
das Gesuch um berufliche Massnahmen ab (
Urk.
11/48).
1.3
Am 5. Mai 1997 meldete sich
X._
erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen, Hörgerät und Rente) an (
Urk.
11/53).
Mit Mitteilung vom
14
. Mai 1997
trat
die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, auf das
Gesuch
bezüglich Hörgerät
nicht e
in
(
Urk.
11/55).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen
(vgl.
insbe
sondere
das
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Februar 1998
,
Urk.
11/65)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
5. August 1998 mit Wirkung ab 1.
April 1997 eine
halbe
Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60
% zu (Urk.
11/71).
1.4
Im Rahmen
von
zwei
im
Mai 2000 (
Urk.
11/73 ff.
; vgl. auch das damals einge
holte psychiatrische Gutachten
von
Dr.
med.
A._
, Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, vom 30.
September 2000
,
Urk.
11/82)
sowie im März 2004 (
Urk.
11/87 ff.) eingeleiteten Revisionsverfahren
bestätigte die IV-Stelle
den
bis
herigen
Rentenanspruch gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 60
%
(vgl. Mitteilungen vom 10. Mai 2000 und 6. August 2004,
Urk.
11/86 und Urk. 11/99)
.
1.5
Am 8. Februar 2008
ersuchte
der Versicherte
um
leihweise Abgabe einer AVISO-Signalanlage für Telefon und Haustüre
wegen hochgradiger Schwerhö
rigkeit
(
Urk.
11/108),
welches
die IV-Stelle mit Verfügung vom 6.
Mai 2008 ab
wies (
Urk.
11/113). Zur Begründung
führte die IV-Stelle aus
, es müsse aufgrund der
Hochgradigkeit
der Schwerhörigkeit davon ausgegangen werden, dass
ein solches Hilfsmittel
objektiv gesehen bereits bei Einreise in die Schweiz ange
zeigt gewesen wäre, weshalb die versicherungsmässigen Vora
ussetzungen nicht erfüllt seien
.
1.6
Anlässlich einer im August 2008 eingeleiteten Rentenrevision (
Urk.
11/117) fand erneut eine psychiatrische Begutachtung statt (vgl. d
ie Expertise
von Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychother
apie, vom 3. April 2009
Urk.
11/122).
In der Folge
erhöhte die IV-Stelle den Rentenanspruch mit Wir
kung ab 1. August 2008 auf eine ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
(
Urk. 11/130).
1.7
Ein
weiteres
Gesuch um Versorgung mit einem Hörgerät vom 19. November 2009 (
Urk.
11/135)
wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Februar 2010 (Urk.
11/140) unter Hinweis auf die vorangegangenen Verfügungen vom 2.
November 1988 und
8. Oktober 1990
sowie
die Mitteilung
vom
14. Mai 1997 ab.
1.8
Die vom Versicherten am 26. August 2013 beantragte Kostengutsprache für ein Videophon (
Urk.
11/147)
hiess die IV-Stelle
mit Verfügung vom 6. Mai
2014 gut (
Urk.
11/167).
Im August 2014 (
Urk.
11/168) wurde
wiederum eine
Renten
revision eingeleitet und mit Mitteilung vom
26. November 2014
, wonach wei
terhin Anspruch auf die bisherige I
nvalidenrente (Invaliditätsgrad
100
%
) be
stehe (
Urk.
11/175)
,
abgeschlossen.
1.
9
Am 19. November 2014 stellte
X._
e
inen Antrag a
uf leihweise Ab
gabe einer AVISO
-
Lichtsignalanlage
gemäss
Ziffer 14.04 des
Anhang
s
zur der Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI;
Urk.
11/177)
unter Beilage
einer Offerte
im Betrag von
Fr.
777.-- (
Urk.
11/176)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/180 ff.) trat die IV-Stelle auf das erneute Leistungsbegehren mit Verfügung vom 17. Februar 2015 (
Urk.
2
) nicht ein.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 20. März 2015 Beschwerde
erheben mit dem Antrag
, die Verfügung vom 17. Februar 2015 sei aufzuheben und
es sei in Gut
heissung des G
esuch
s
Kostengutsprache für die leihweise Abgabe einer Licht
signalanlage zu erteilen. Der Beschwerdeführer ersuchte sodann, es sei ihm die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegeg
nerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. Mai 2015 (Urk. 10), die Be
schwerde sei abzuweisen, wovon der Beschwerdeführer mit Mitteilung vom
11. Mai 2015 in Kenntnis gesetzt wurde
(
Urk.
12)
.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zu beurteilen ist die Verfügung vom 17. Februar 2015 (
Urk.
2) betreffend das Gesuch des Beschwerdeführers
vom 19. November 2014
um Kostengutsprache für eine Lichtsignalanlage im Betrag von
Fr.
777.-- (Urk.
11/176-177).
Da der Streitwert
Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht
,
GSVGer
).
1.2
Gemäss
Art. 8
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Inv
alide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) bedrohte Versi
cherte Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betä
tigen, wieder herzustellen,
zu erhalten oder zu verbessern
und
soweit auch
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein
zelnen
Massnahmen
erfüllt sind
.
Zu den
Eingliederungsmassnahmen
gehört
auch
die Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3
lit
. d IVG).
Der Anspruch auf
die Abgabe von
Hilfsmittel
n
gemäss Art. 21
Abs.
2
IVG
– invaliditätsbedingte kostspielige Geräte für die Fortbewe
gung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge –
besteht
ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit
(vgl. auch Art. 8
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung tritt der Versicherungsfall, der für jede Leistungsart einzeln festzustellen ist (BGE 126 V 241 E. 4, 121 V 264 oben), hinsichtlich Hilfsmitteln ein, wenn der Gesundheitsschaden objektiv erstmals ein solches Gerät notwendig macht, wobei dieser Zeitpunkt nicht etwa mit der erstmaligen Behandlungsbedürftigkeit des Gesundheitsschadens übereinzustimmen braucht (BGE 108 V 61 E. 2b, 105 V 58 E. 2a mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts I 134/00 vom 28. Juni 2002).
1.4
1.4.1
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entsteht gemäss
Art.
9
IVG
frühes
tens mit der Unterstellung unter die obligatorische oder die freiwillige Versicherung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung (
Abs.
1
bis
)
.
Ob
ligatorisch versichert sind unter anderem die natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (Art. 1
a
Abs.
1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Al
ters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVG]
i.V.m
. Art. 1
b
IVG).
Gemäss Art. 6
Abs.
2 IVG sind ausländische Staatsangehörige, vorbehältlich Art. 9
Abs.
3, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und ge
wöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleis
tet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben.
1.4.2
Den innerstaatlichen Bestimmungen gehen diejenigen der zwischenstaatlichen Vereinbarungen vor, welche die Schweiz mit ausländischen Staaten abge
schlossen hat, um die Rechtsstellung der beidseitigen Angehörigen in der Sozial
versicherung zu regeln. Vorliegend ist das
Abkommen zwischen der Schwei
ze
rischen Eidgenossenschaft und der Republik Türkei über Soziale Sicherheit vom
1.
Mai 19
69 und dessen Schlussprotokoll (
SR 0.831.1
09.763.1
)
anwendbar
.
Dessen Art. 9 Abs. 1 bestimmt, dass türkischen Staatsangehörigen, die in der Schweiz wohnen, ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der schweize
rischen Invalidenversicherung zusteht, wenn sie unmittelbar vor dem Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die schwei
zerische Versicherung entrichtet haben. Gemäss Art. 9 Abs. 2 des Abkommens steht n
ichterwerbstätigen Ehefrauen und Witwen sowie minderjährigen Kindern türkischer Staatsangehörigkeit, die in der Schweiz wohnen, ein Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen der schweizerischen Invalidenversicherung zu, wenn
sie unmittelbar vor dem Eintritt der Invalidität ununterbrochen während min
des
tens eines Jahr
es in der Schweiz gewohnt haben
.
1.5
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiellrechtli
che
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung eingetretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungs
leistungen gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind und dass demzufolge Art. 17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungsbe
stimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleis
tungen angewendet werden müssen. Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die In
validenversicherung (IVV)
betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E
„
Die Re
vision der Rente und der
Hilflosenentschädigung
“
– zwar nicht die eigentli
che
materiellrechtliche
Revision laufender Leistungen, sondern
einen andern Sachverhalt
, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leistungsverwei
gerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Rechtsprechung auch auf Art. 87
Abs.
3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden. Aufgrund der dortigen Verweisung auf Art. 87
Abs.
2 IVV ist daher, wenn eine Eingliederungsleistung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge
ändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrem
Nichteintretensentscheid
vom 17. Februar 2015
auf das erneute Gesuch um Kostenübernahme für eine Licht
signalanlage
(
Urk.
2)
aus
, da
s
s
ein nämliches Leistungsbegehren
mit Verfügung vom
6
.
Mai
2008 abgewiesen worden sei, da die versicherungsmässigen Vor
aussetzungen nicht erfüllt
gewesen
seien. Daran habe sich auch zum jetzigen Zeitpunkt nichts geändert. Ergänzend führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der damalige Entscheid auch nicht zweifellos unrichtig gewesen sei.
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen einwenden, die Verfügung vom Mai 2008 erweise sich als offensichtlich unrichtig (
Urk.
1
Ziff.
4), da
er
bei seiner Einreise in die Schweiz nicht auf eine Lichtsignalanlage angewiesen gewesen sei. Er habe damals mit Hilfe eines Hörgerätes normal telefonieren und die Türklingel hören können
. Die fast vollständige Gehörlosigkeit sei erst in den nachfolgen
den Jahren in der Schweiz eingetreten (
Ziff.
5). Da er heute nachweislich nur noch visuell kommunizieren könne, sei sein Anspruch auf eine Lichtsignalan
lage ausgewiesen (
Ziff.
6).
2.
3
Unbestritten ist, dass
die Verfügung vom 6. Mai 2008
(
Urk.
11/113)
und die
angefochtene
Verfügung vom 17. Februar 2015
(
Urk.
2)
dasselbe Hilfsmittel be
treffen (Signalanlage
n
für hochgradige Schwerhörige, Gehörlose und Taub
blinde gemäss Ziffer 14.04 des Anhangs zur HVI)
.
Streitig ist, ob die Beschwer
degegnerin auf das erneute Gesuch zu Recht nicht eingetreten ist.
3.
3.1
Mit Verfügung 6. Mai 2008 wurde das erste Leistungsgesuch des Versicherten um Kostengutsprache für eine Lichtsignalanlage von der Beschwerdegegnerin abgewiesen (
Urk.
11/113). Zur Begründung führte die Beschwerdegegnerin da
mals aus, laut dem Sozialversicherungsabkommen zwischen der Türkei und der Schweiz hätten türkische Staatsangehörige Anspruch auf Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung, wenn sie in der Schweiz wohnten und bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die schweizerische Versicherung entrichtet hätten
(vgl. E. 1.4)
. Als Eintritt der Inva
lidität gelte der Zeitpunkt, in dem die beantragte Leistung objektiv erstmals an
gezeigt gewesen sei
(vgl. E. 1.3)
. Der Beschwerdeführer sei seit Geburt schwer
hörig und im Januar 1978 in die Schweiz eingereist. Aufgrund der
Hochgradig
keit
der Schwerhörigkeit müsse davon ausgegangen werden, dass objektiv gese
hen bereits bei der Einreise in die Schweiz ein solches Hilfsmittel angezeigt
ge
wesen wäre.
Die Ablehnung des Leistungsanspruchs
mit Verfügung vom 6. Mai 2008
er
folgte demnach zufolge Fehlens der versicherungsmässigen Voraussetzungen.
3.2
Da der Beschwerdeführer
mithin
–
worüber mit Verfügung vom
6. Mai 2008
rechtskräftig entschieden
worden ist
–
im Zeitpunkt des Eintritts des Versiche
rungsfalles noch nicht während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleis
tet hatte,
bestand und besteht
kein
Anspruch auf Übernahme der Kosten für
eine
Lichtsignalanlage
. Daran ändert auch d
ie zwischenzeitlich unbestrittener
massen eingetretene Verschlechterung der Hörproblematik nichts
(vgl.
etwa die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes
[RAD] der IV-Stelle
betref
fend das Gesuch um Kostengutsprache für ein Videophon vom 1.
April 2014
,
Urk.
11/166 S. 2
)
.
Massgebend ist der rechtskräftige Entscheid
,
der das Vorlie
gen der
versicherungsmässigen Voraussetzungen
verneinte
. Anspruchserhebli
che Änderungen der
tatsächlichen Verhältnisse
wurden in diesem Sinne keine geltend gemacht
, weshalb sich der Entscheid, auf die erneute Anmeldung zum Bezug des Hilfsmittels
nicht einzutreten
,
als zutreffen
d
erweist
(E. 1.5)
.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
machte zudem geltend
,
die Auslegung der angefochtenen Verfügung ergebe, dass
die Beschwerdegegnerin
– entgegen dem Titel und
dem verfügten
Nichteintreten – auf das Leistungsbegehren eingetreten sei und
erneut einen ablehnenden Leistungsentscheid getroffen
habe
(
Urk.
1
S. 3 f.
Ziff.
2 und
4
; vgl. auch der Einwand vom 1
3.
Januar 2015,
Urk.
11/182, in
dem teilweise Argumente
für eine Wiedererwägung vorgebracht werden
).
4.2
Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräf
tige Verfü
gungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts kann der Versicherungsträger al
lerdings weder von der betroffenen Person noch vom Gericht zu einer Wieder
erwägung verhalten werden (BGE 119 V 180 E. 3a).
Es besteht darum kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwä
gung. Verfügungen, mit denen das Eintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch abgelehnt wird, sind demnach grundsätz
lich nicht anfechtbar. Wenn der Versi
cherungsträger hingegen auf ein Wiedererwägungsgesuch eintritt, die Wieder
erwägungs
voraussetzungen prüft und anschliessend einen erneut ablehnenden Sach
entscheid trifft, ist dieser beschwerdeweise anfechtbar. Die nachfolgende gerichtliche Überprüfung hat sich in einem sol
chen Fall indessen auf die Frage zu beschränken, ob die Vor
aussetzungen für eine Wiedererwägung der bestä
tigten Verfü
gung gegeben sind. Prozessthema ist also
diesfalls
, ob der Versi
cherungsträger zu Recht die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung nicht als zweifellos unrichtig und/oder ihre Korrek
tur als von unerheblicher Be
deutung qualifiziert hat (BGE 117 V 8 E. 2a)
.
Damit kommt der Abgrenzung des Eintretens auf ein Wiedererwägungsgesuch vom Tatbestand des Nichteintretens zentrale Bedeutung zu. Während das blosse Entgegennehmen und
Akturieren
des Wiederwägungsgesuch noch kein Eintre
ten auf das Gesuch bedeuten kann, verhält es sich anders, wenn der Versiche
rungsträger mit der materiellen Prüfung der Wiedererwägungsvoraussetzungen einsetzt (Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 2015, N 75 zu Art. 53).
4.3
Bereits der Titel der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Februar 2015 (Urk. 2) lässt nicht auf die
Anhandnahme
eines Wiedererwägungsverfahrens
schliessen („Auf das Leistungsbegehren wird nicht eingetreten“). Begründet wurde das Nichteintreten mit der Verfügung vom
6.
Mai 2008, in der ein nämli
ches Leistungsbegehren
unter Hinweis auf die fehlenden
versicherungsmässigen Voraussetzungen
abgelehnt worden war
. Daran habe sich auch zum jetzigen Zeitpunkt nichts geändert.
In der
Nichteintretensverfügung
vom 1
7.
Februar 2015 wird zwar
ebenfalls
ange
geben
, dass
die Möglichkeit einer Wiedererwägung mangels
zweifelloser Unrichtigkeit
entf
alle.
Aus den
Akten
geht jedoch unzweifelhaft hervor
, dass die Beschwerdegegnerin
auf das neue Leistungsbegehren
einzig deshalb
nicht
e
in
trat, weil sich seit dem letzten Entscheid
in Bezug auf die
damals geprüften
versicherungsmässigen Voraussetzungen für die Kostenübernahme einer Licht
signalanlage
nichts geändert
hat
(vgl. auch der Vorbescheid vom
6.
Januar 2015
,
Urk.
11/180
).
Es wurde nicht abgeklärt, ob Anlass
für eine Wiedererwä
gung best
ehe
. So wandte sich der zuständige Sachbearbeiter vor Verfügungser
lass weder an den
RAD
noch an den Rechtsdienst (RD)
der IV-Stelle
. Einzig die auf Einwand des Versicherten
hin
erfolgte kurze Auseinandersetzung mit den Wiedererwägungsvoraussetzungen
ver
mag
daran nichts zu ändern.
4.
4
Zusammenfassend erfolgte der
Nichteintre
tensentscheid
der Beschwerdegeg
ne
rin ohne weitere Abklärungen; dokumentiert ist nicht einmal eine summarische
Prüfung. Von einem Eintreten auf
ein allfälliges
Wiedererwägungsgesuc
h
(vgl. die diesbezügliche
n
Arg
umente im Einwand
Urk.
11/
182)
,
das heisst von dessen materi
eller Behandlung und einem erneut ablehnenden S
achentscheid durch die Beschwer
degegnerin kann unter diesen Umständen
somit
nicht gesprochen wer
den
.
Bei dieser Sachlage erübrigt sich die
Prüfung der Wiedererwägungsvor
aussetzungen (
wozu
im Übrigen
auch
die
erhebliche
Bedeutung
zählte
, vgl. hierzu die
Praxisbeispiele
bei
Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.,
2015,
N
58
zu Art. 53
)
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Da
die
Voraussetzungen
erfüllt sind
(
§
16
GSVGer
)
, ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2)
die
unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen
und Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
5.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr. 400.-- festzusetzen
. Diese sind
ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auf
zuerlegen
, infolge der mit he
utiger
Verfügung bewilligten unentgeltlichen Pro
zessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Im Weiteren ist der
ebenfalls
mit heutiger Verfügung bestellten unentgeltlichen Rechtsver
treterin
Ursula
Sintzel
nach Einblick in die Honorar
note vom
18.
Oktober 2016 (Urk. 13) eine Entschädigung im Betrag von
Fr.
1‘549.35 zuzusprechen. Der Beschwerdeführer ist
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen
.