# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7b45b6f3-618b-4d7e-96d7-2aa94f4fee5b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
57
, war als
Pro
duktions
leiter
für die
Z
._
tätig und als solcher bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
1
5.
Dezember
2016 r
utschte er
bei einer Besichtigung einer Baustelle in
Bos
nien und Herzegowina
auf abschüssigem Gelände
aus
, wobei er den
rückseitigen
Sturz mit
dem rechten Arm auffing
(
Urk.
9/1/2
, Urk. 9/33/1
).
Der Versicherte setzte die Arbeit fort.
Am
13.
Februar 2017 erfolgte eine Bagatellunfallmeldung zu diesem Ereignis an die Suva (Urk. 9/1).
Am 1
7.
Februar 2017 fand e
ine erstmalige ärztliche Behandlung
bei
Dr.
med.
A._
, Fachä
rzt
in
für
Allgemeine Innere Medizin
, statt,
die
eine
Periarthropathia
humeroscapularis
(
PHS
) vom
Supraspinatussehnentyp
rechts diagnostizierte
(
Bericht vom 20.
Januar 2018, Urk. 9/24
; vgl. auch
Urk.
9/33/1
)
. Am 2
9.
März 2017 wurde der Versicherte wegen anhaltenden Schmerzen im rechten Schulter
gelenk in der
B._
mittels Schultergelenksinfiltration behandelt (Urk. 9/32). Die
Arthro
-
Magnetresonanz
tomographie
(
MRT
) der rechten Schulter
vom
8.
September 2017
ergab
transmurale
Rupturen der
Supraspi
natus
sehne
, der oberen zwei Drittel der
I
n
fraspinatussehne
und der
Subscapula
rissehne
sowie eine schwere Gelenkarthrose (Urk. 9/4/1).
Die Orthopädie der
B._
stellte anl
ässlich der Sprechstunde vom 8.
Dezember 2017 die Diagnose einer traumatischen
Rotatorenmanschettenruptur
rechts
«
n
ach Sturz vom 22.
Dezember 2016
»
(Bericht vom 1
3.
Dezember 2017, Urk. 9/12/1).
1.2
Am 18. Dezember 2017 erfolgte eine Rückfallmeldung zum Unfall vom 15. Dezember 2016 mit dem Hinweis, dass die rechte Schulter am 2
9.
Januar 2018 in der
B._
operiert werden müsse (Urk. 9/5).
Mit Schreiben vom 22.
Dezember 2017
stellte
die
B._
an die Suva das Gesuch
um Kostengutsprache für
eine stationäre Behandlung
des Versicherten (Urk.
9/13). Am 29. Januar 2018 wurde
dessen
rechte
s
Schultergelenk
während des stationären Aufenthaltes vom 2
9.
Januar bis
1.
Februar
2018 (
Urk.
9/30/1
)
mit einer Schulter-Totalprothese (Inverse/Revers
e
Anatomical
)
versorgt (Urk. 9/30
/4
)
.
Der
Kreisarzt Dr.
med
.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
nahm am 9. März 2018
eine ärztliche Beurteilung vor und schloss darauf, dass eine unfallbedingte Teilkausalität der Schulterläsion rechts bei vor
bestehender degenerativer Schulterverletzung möglich sei, jedoch nicht überwie
gend wahrscheinlich dem Unfallereignis vom 1
5.
Dezember 2016 zugeordnet werden könne (Urk. 9/43/
5
).
Gestützt darauf verneinte die Suva
mit Verfügung vom 14. März 2018
ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfalls vom 1
5.
Dezember 2016 mangels eines (natürlichen) Kausalzusammenhanges zwischen den rechtsseitigen Schulterbeschwerden und diesem Unfallereignis (Urk. 9/44/1-2).
Dagegen erhob
die Krankenversicherung des
Versicherte
n,
die Swica Krankenversicherung
AG,
mit Schreiben vom 2
2.
März
2018 Einsprache
(Urk. 9/45), nachdem sie die medizinische Empfehlung ih
res Vertrauensarztes Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, vom 2
1.
März 2018 eingeholt hatte (Urk. 3/18, Urk. 1 S. 5)
. Mit
Schreiben vom
26.
März 2018
(Urk. 9/46/1)
erhob auch der Versicherte
Einsprache
gegen die Verfügung vom
1
4.
März 201
8.
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
0
.
April
2018 wies die Suva die Einsprache
n
ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
die Swica
Krankenversicherungen AG
mit Eingabe vom
1
8.
Mai
2018 Beschwerde und beantragte, der
Einspracheentscheid
vom
20. April
2018 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Leistungen
nach
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
, insbesondere die Hei
lungskosten nach
Art.
10 ff. UVG, im Zusammenhang mit den Folgen des Unfalls vom 1
5.
Dezember 2016, dies auch für die Behandlungen ab Dezember 2017, unter anderem für die Operation vom 2
9.
Januar 2018, zu erbringen
(Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
5
.
Juli
2018
unter Beilage der Verfahrensakten (
Urk.
9/1-58) und der chirurgischen
Beurteilung von PD Dr. med. E._
, Facharzt für Chirurgie, von der Versicherungs
medizin der Suva vom 2
0.
Juli 2018 (Urk. 9/59)
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
S. 2).
Mit Verfügung vom 3
1.
Juli 2018 wurde der Versicherte zum Prozess beigeladen (
Urk.
10
), der sich innert angesetzter Frist nicht verlauten
liess
(Urk. 13 S. 2).
Die Parteien hielten im weiteren Schriftenwechsel (
Replik vom
9.
November
2018, Urk. 1
6
S. 2; Duplik vom
1
7.
Dezember
2018, Urk.
20 S. 2
) an ihren Anträgen fest.
Am 17.
Dezember 2018 wurde die Duplik der
Beschwerde
führerin
zur Kenntnis gebracht (Urk. 21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit r
echtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
15. Dezember 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 UVG werden
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die
Ver
sicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrank
heiten gewährt (Abs. 1).
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Fol
gen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
2.2
2.2.1
Für die Leistungspflicht eines Unfallversicher
ers setzt das UVG nebst dem Vor
lie
gen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) oder einer unfallähnlichen Körperschädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
2.2.2
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetre
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Auch
d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammen
hänge nicht zu
genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
2.2.3
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen La
uf der Dinge und nach der allgemei
nen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des e
ingetre
tenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolge
s also durch das Ereignis allge
mein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3
01.2015
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
4
2.
4
.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wieder
aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinwei
sen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
sicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
2.4.2
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V 412
E. 4, Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE 134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicher
ten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürf
tigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftret
en. Dies ist im Rahmen einer
ex
ante
-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiterem Hin
weis).
2.5
2.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.5.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
es
stehe
gestützt auf den beweiskräftigen und überzeugenden Bericht des Kreisarztes
Dr.
C._
vom
9.
März 2018 fest, dass die
(im Rahmen des Rückfalls
geprüften
)
geklagten Schulterbeschwerden rechts nicht auf den Unfall vom 1
5.
Dezember 2016 zurückzuführen seien, sondern degenerativ bedingt seien. Eine eindeutige traumatische Läsion habe sich im bildgebenden Verfahren nicht nachweisen lassen und eine bloss mögliche Teilkausalität reiche nicht aus, um eine Leistungspflicht ihrerseits zu begründen. Daran vermöge der Bericht der
B._
vom 2
1.
März 2018 nichts zu ändern, da es sich bei der darin enthaltenen Feststellung, dass ein unfallkausales Leiden vorliege, um eine rein zeitliche
Kausalattribution
handle, welche für nichts beweisbildend sei. Dasselbe gelte fü
r den Einwand der
Beschwerdeführerin, dass der Beigeladene
vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei. Selbst wenn dies nachgewiesen werden könnte, wäre damit nicht erstellt, dass die
Beschwerden durch den Unfall verur
sacht worden seien. Die Argumentation «
post
hoc ergo
propter
hoc» sei beweis
rechtlich nic
ht zulässig. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den gemeldeten Schulterbeschwerden rechts und dem Unfall vom 1
5.
Dezember 2016 habe sich mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht nachwei
sen lassen
(Urk. 2 S.
4
ff.
).
In der Beschwerdeantwort
und in der Duplik
brachte die
Beschwerdegegnerin
ergänzend vor,
es stehe aufgrund der chirurgischen Beurteilung von
PD
Dr.
E._
vom 20. Juli 2018 nunmehr zudem fest, dass ein natürlicher Kausalzusammen
hang zwischen dem Ereignis vom 1
5.
Dezember 2016 und den am 2
9.
Januar 2018 operativ versorgten
Rotatorenmanschettenrupturen
mit Sicherheit nicht vorliege und diese vielmehr rein degenerativ bedingt seien.
G
emäss seinen ein
schlägigen Ausführungen habe der Unfall vom 1
5.
Dezember 2016 höchstens eine vorübergehende prellungsbedingte Verschlimmerung des Vorzustandes an der rechten Schulter mit Eintritt des Status quo sine nach Ablauf von maximal sechs Wochen bewirkt.
Dieser zur Anwendung gebrachte medizinische Erfahrungssatz sei ebenfalls beweisbildend.
Eine
Leistungspflicht lasse sich entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
auch nicht gestützt auf
Art.
9
Abs.
2 UVV begr
ünden. Denn es handle
sich beim Ereignis vom 15. Dezember 2016 um einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG
und dieser
habe zudem
keine objektivierbare struktu
relle/organische Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV verursacht.
Ob ein Rückfall vorliege oder nicht, könne
offen gelassen
werden. Denn sie, die
Beschwerdegegnerin
, habe sich nie genauer auf die körperlichen Schädigungen festgelegt,
die allenfalls durch den Unfall vom 15. Dezember 2016 verursacht worden seien. Insbesondere habe sie ihre Leistungspflicht in Bezug auf die mit MRT vom
8.
September 2017 objektivierten Sehnenrupturen bei der
Rotatoren
manschette
der rechten Schulter nie anerkannt. Somit habe nicht sie den Nachweis des Dahinfallens der Unfallkausalität
zu erbringen. Vielmehr hätte die
Beschwerdeführerin
zunächst die Unfallkausalität der Sehnenrupturen zu bele
gen. Mit dem Bericht von PD
Dr.
E._
sei indes ohnehin überwiegend wahrscheinlich, dass spätestens sechs Wochen nach dem Unfall vom 15. Dezember 2016 keine Unfallkausalität der anhaltenden Beschwerden mehr bestanden habe. Somit sei ihre Leistungspflicht nach erfolgter Rückfallmeldung vom 1
8.
Dezem
ber 2017 in jedem Fall ausgeschlossen
(
Urk.
8 S.
3 ff.
, Urk. 20).
3.2
Die Beschwerdeführerin
wendet
dagegen
ein
,
es könne
hier nicht von einem Rückfall im Sinne von
Art.
11 UVV gesprochen werden. Infolge der Unfallmel
dung habe
die
Beschwerdegegnerin
im Februar 2017 die Leistungen für das Ereignis anerkannt.
Seitdem sei die Behandlung nie abgeschlossen worden.
Die beim Beigeladenen nach dem Sturz festgestellten Sehnenrupturen stell
t
e
n
eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 lit. f UVV dar. Bei einer solche
n
Läsion sei die
Kausalkette zwischen dem o
bjektiv fassbaren, sinn
gemässen Ereignis in Form des Sturzes, den einschiessenden Schmerzen und der Abklärungs- und Behandlungsbedürftigkeit, vorliegend der Operation vom 2
9.
Januar 2018, gegeben. Es würde dem mit
Art.
4 ATSG und
Art.
9
Abs.
2 UVV verfolgten Regelungsziel zuwiderlaufen, wenn medizinisch danach geforscht werden könnte, ob und wann die Sehnenrisse auch ohne den Sturz vom 15. Dezember 2016 eingetreten wären.
Bei der
Beurteilung des Kreisarztes Dr.
C._
handle es sich um reine Spekulationen, die medizinisch nicht begründbar seien.
S
owohl
(ihr Vertrauensarzt)
Dr.
D._
als auch die behandeln
den Spezialisten
seien
der Meinung, dass das Unfallereignis ein klassisches indi
r
ektes Schultertrauma darstelle, das überwiegend wahrscheinlich für die Massen
ruptur der
Rotatorenmanschette
verantwortlich sei. Eine solche entstehe nicht spontan zwischen der rheumatologischen Untersuchung im März 2017 und der MRT-Untersuchung im September 201
7.
Überwiegend wahrscheinlich sei, dass die Verletzung seit dem Unfallereignis vom Dezember 2016 bestanden habe und bei der rheumatologischen Untersuchung das effektive Ausmass nicht erkannt worden sei. Eine MRT-Untersuchung zu einem früheren Zeitpunkt hätte die Situation klären können. Die MRT-Befunde hätten denn auch nicht «noch keine kom
plette Ruptur», sondern eine vollständige Ruptur mit Retraktion der
Supraspi
natussehne
beschrieben. Es bestehe daher auch kein Widerspruch zum Operati
onsbericht.
Eine AC-Gelenksarthrose könne eine partielle degene
rative
Supraspinatusläsion
mit
I
mpingement
bewirken, hier aber bestehe eine massive Abriss
verletzung der
Supraspinatussehne
, der
Infra
s
pinatussehne
und der
Subscapula
rissehne
sowie eine totale Ruptur der langen
Bicepssehne
.
Zudem hätten
konven
tionell radiologisch (Hausarztbild) im Februar 2017 weder eine relevante AC-Gelenksarthrose noch ein Hochstand des
Humeruskopfs
bestanden. Im Übrigen sei auf den ausführlichen Bericht von
Dr.
D._
vom
9.
März 2018 verwiesen. Der
Beschwerdegegnerin
sei daher der Beweis, dass die Kausalität dahingefallen sei, nicht gelungen
(Urk. 1 S.
7
ff.
).
In der Replik führte die
Beschwerdeführerin
ausserdem aus,
a
uch betreffend die neue Beurteilung von
PD
Dr.
E._
vom 2
0.
Juli 2018 sei darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung zu
Art.
4 ATSG und
Art.
9
Abs.
2 UVV in der bis Ende 2016 gültig gewesenen Fassung es dem Regelungsziel zuwiderlaufen würde, wenn medizinisch danach geforscht werden könnte, ob und wann die Sehnenrisse auch ohne den Sturz
eingetreten wären.
Z
um Bericht von
PD
Dr.
E._
habe
ausserdem
ihr vertrauensärztlicher Dienst Stellung genommen und festgestellt, dass dieser bestätigt habe, dass eine AC-Gelenksarthrose lediglich die darunter lau
fende
Supraspinatussehne
beschädigen könne. Weiter habe der vertrauensärzt
liche Dienst ausgeführt, es sei folglich
unwahrscheinlich, dass eine derart massive dreifache Sehnenverletzung durch eine banale AC-Gelenksarthrose ausgelöst werden könne. Dennoch werde in der Schlussbeurteilung der gesamte Gelenk
schaden als vorbestehend und rein degenerativ beurteilt. Die Massenruptur der
Rotatorenmanschette
sei weiterhin als überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt zu beurteilen.
Somit sei daran festzuhalten, dass der Beweis, dass die Kausalität dahingefallen sei, nicht erbracht sei
(
Urk.
16 S.
2 ff.
).
3.3
3.3.1
Anerkannt und unstrittig ist
(
Urk. 2 S.
2
,
Urk.
8 S. 3
)
, dass
der Beigeladene am
1
5.
Dezember 2016
auf abschüssigem Gelände ausrutschte und rückwärts stürzte, wobei er sich mit dem rechten Arm auffing und daraufhin Schmerzen in der rechten Schulter verspürte (Urk. 9/1/2, Urk. 9/33/1)
. Die Beschwerdeführerin hat das Ereignis vom 1
5.
Dezember 2016
nach der
B
agatellunfall-Meldung vom 13.
Februar 2017 (
Urk.
9/1) als Unfall
im Sinne von Art. 6
Abs.
1 UVG in Ver
bindung mit Art. 4 ATSG
anerkannt (Urk. 9/2, Urk. 2 S. 2; vgl. E. 3.3.1 hiervor) und bestätigte dies auch im vorliegenden Verfahren (
Urk.
8 S. 3).
Unstrittig ist
auch, dass
beim
Beigeladene
n
am 29.
März 2017 mittels Sonogra
phie eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
mit Gelenkserguss
(Urk.
9/32/2) und
am
8. September
2017
mittels
MRT
eine
Rotatorenmanschetten
ruptur
im rechten Schultergelenk
mit
transmurale
r
Ruptur
der
Supraspinatu
ssehne
, der obe
ren zwei Drittel der
I
nfraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
(Urk. 9/4/1
, Urk. 9/12/1
),
festgestellt wurden
sowie
dass diese Läsionen
am
29. Januar
2018
operativ durch eine Schulter-Totalprothese
behandelt
wurde
n
(Urk.
9/
30/4
).
3.3.2
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre
Leistungs
pflicht für die gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom 1
5.
Dezember 2016
mangels eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen den
(nach der Rückfall
meldung vom 1
8.
Dezember 2017 [Urk.
9/5
] bestehenden)
rechtsseitigen Schul
terbeschwerden
, insbesondere der
Rotatorenmanschettenruptur
,
und
diesem Unfallereignis
ver
n
eint hat.
4.
4.1
4.1.1
Vorab ist zu klären
, wer die Beweislast
für das Vorliegen
oder
den
Wegfall
der
Unfallkausalität der
S
ehnenläsion
en
an der rechten Schulter
trifft
.
Wie
die
Beschwerdegegnerin
in beweisrechtlicher Hinsicht unter Verweis auf das
Urteil des Bundesgericht
s
8C_819/2016 vom
4.
August 2017
richtig erkannte
(
Urk.
8 S. 4 f.)
, gilt die Beweislastverteilung bezüglich des Wegfalls der Unfall
kausalität nur für Schädigungen, welche bei der Anerkennung einer Leistungs
pflicht des Unfallversicherers auch wirklich zur Diskussion standen. Der Nachweis des Dahinfallens der Unfallkausalität von Beschwerden, welche im Rahmen einer Leistungsanerkennung gar nicht thematisiert worden sind, trifft demnach nicht den Unfallversicherer (
vgl.
E. 6.2
des genannten Urteils
; vgl. auch Urteil des Bundes
gerichts 8C_855/2018 vom 1
4.
März 2019 E. 3.1, wo es um die Unfallkau
salität einer
Supraspinatussehnenläsion
ging
).
Mit
dieser
Rechtsprechung wird verhindert, dass sich Unfallversicherer dazu gezwungen sehen, vor der ersten Kostengutsprache für eine Heilbehandlung oder dem ersten Taggeld umfang
reiche Abklärungen zur Unfallkausalität der vorhandenen Verletzungen und Beschwerden zu veranlassen, was eine schnellere Kostenübernahme ermöglicht und letztlich auch der versicherten Person zu Gute
kommt
(Urteil des Bundesge
richts 8C_855/2018 vom 14. März 2019 E. 3.2)
.
4.
1.
2
Hier waren die multiplen Sehnenrupturen im rechten Schultergelenk
v
on der Anerkennung der Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
nicht erfasst.
Versi
cherungsleistungen sicherte die
Beschwerdegegnerin
dem
Beigeladenen
mit Schreiben vom
1
4.
Februar 2017
(
Urk.
9/2)
basierend auf der in der
Bagatellun
fall-M
eldung UVG vom
1
3.
Februar 201
7
angegebenen Unfallbeschreibung
-
auf nassem Boden ausgerutscht und mit den Armen abgestützt (
Urk.
9/1/2) -
und
gestützt auf die darin
aufgeführte
Schädigung
zu. Diese war beschrieben worden als Verdrehung/Verstauchung der rechten Schulter (Urk. 9/1/1)
und Bluterguss sowie Schmerzen im rechten Oberarm/Schulter
(Urk.
9/1/2), dennoch sei der
Bei
geladene
im Dezember (2016) nicht zu
m
Arzt gegangen. Die
Bewegungsfähigkeit
sei
immer noch eingeschränkt
und es bestünden ausserdem
Schmerzen (
«plus Schmerzen»,
Urk. 9/1/2)
.
Eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
und erst Recht mehrere
transmurale
Sehnenrupturen im rechten Schultergelenk
stand
en
im Zeitpunkt der Leistungsanerkennung nicht zur Diskussion. Demnach liegt die Beweislast hinsichtlich
der Frage, ob es sich bei diese
n
Verletzung
en
um eine Unfallfol
ge handelt,
beim Beigeladenen
respektive hier
bei der
Beschwerdeführe
rin
.
Daran ändert nichts, dass der
Beschwerdegegnerin
mit Eingang vom 2
7.
Oktober 2017 die Kopie des Berichts der Radiologie der
B._
vom 8. September 2017
zugegan
gen ist (Urk. 9/4), womit ihr die Sehnenläsionen im rechten Schultergelenk zur Kenntnis gebracht wurden, und ihr am 1
8.
Dezember 2017 mittels Rückfall-Schadenmeldung UVG mitgeteilt wurde, dass die Schulter operiert werden müsse (Urk. 9/5). Denn in der Folge erklärte die
Beschwerdegeg
nerin
gegenüber den Leistungserbrin
gern, der Arbeitgeberin
und
gegenüber
dem Beigeladenen
(
Urk.
9/6-8,
Urk.
9/10-11, Urk. 9/14, Urk. 9/17, Urk. 9/22/1, Urk. 9/25) teilweise wörtlich, teilweise sinngemäss
, dass sie zu den Versiche
rungsleistungen noch nicht endgültig Stellung
nehmen könne und nach den Abklärungen über ihre Leistungspflicht orientieren werde.
Ein
e
Leistungsaner
kennung der
Beschwerdegegnerin
für die Sehnen
rupturen
im rechten Schultergelenk war somit auch zu keinem späteren Zeitpunkt erfolgt.
4.
1
.3
Es ist
damit
in Bezug auf die Beweislast
verteilung zur strittigen Unfallkausalität dieser Läsionen unerheblich, ob die
Beschwerdegegnerin
den Fall zu Recht zunächst abgeschlossen hat und ihre Leistungspflicht
unter dem Titel
eines Rück
falls
(oder von Spätfolgen)
prüfte
(Urk.
2 S. 2). Denn die Beweislast zur
strittigen
Frage, ob es sich bei
den Sehnenrupturen
in
der rechten Schulter
(
transmurale
Rupturen der
Supraspinatussehne
, der oberen zwei Drittel der
Infraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
am
Oberrand
, Urk. 9/30/4)
um eine Unfallfol
ge han
delt, liegt nach dem Gesagten jedenfalls beim
Beigeladenen
respektive hier bei der
Beschwerdeführer
in
.
In Bezug auf die Sehnenrupturen kommt d
er Rechtsprechung zum Erreichen des Status quo sine
vel
ante
und zum Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammen
hanges
(vgl. E. 2.3 hiervor
)
daher
keine Bedeutung zu.
4.2
4.2.1
Die
Beschwerdeführerin
beruft
sich ferner
darauf
,
dass es sich bei
der
Rotatoren
manschettenläsion
rechts
um eine unfallähnliche Körperschädigung
(UKS)
im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 lit. f UVV
(in der bis zum 3
1.
Dezember 2016
gültig
gewesenen Fassung)
handle und
dass bei einer solchen Läsion die Kausalkette
zwischen dem objektiv fassbaren, sinnfälligen Ereignis der Aussenwelt in Form des Sturzes
vom 15.
Dezember 2016
, den einschiessenden Schmerzen und der Abklärungs- sowie Behandlungsbedürftigkeit
, nämlich der Operation vom 2
9.
Januar 2018, bereits
gegeben sei,
ohne dass danach zu forschen sei, ob und wann die Sehnenrisse auch ohne diesen Sturz eingetreten wären (
Urk.
1 S. 6 ff., Urk.
16 S. 3 f.)
.
4.2.2
Der
Beschwerdeführerin
ist insofern zuzustimmen, als
die
beim Beigeladenen
festgestellte
Rotatorenmanschettenruptur
rechts (Bericht der
B._
vom 1
3.
Dezember 2017;
Urk.
9/12/1)
grundsätzlich
zu den
in
Art.
9 Abs.
2
lit. f
UVV
aufgeführ
ten Sehnenrissen zählt
und unter diese Bestimmung zu subsumieren ist
,
wenn
die
Begriffsmerkmale eines Unfalles, mit Ausnahme des ungewöhnlichen äusseren Faktors, erfüllt sind
(BGE 123 V 43; Urteil des Bundes
gerichts
8C_32/2011 vom 2
5.
Mai 2011 E. 3
).
Bei den in
Art.
9
Abs.
2 lit.
a bis h UVV abschliessend erwähnten Verletzungen muss eine schädigende, äussere Ein
wirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder über
wiegend) krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt (
BGE 123 V 43 E. 2b mit Hinweisen
).
Diese
Läsionen
sind, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind,
mithin
auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt (
Art.
6
Abs.
2 UVG;
Art.
9
Abs.
2 UVV; BGE
139 V 327 E. 3.1).
4.2.3
Grundsätzlich
richtig
ist
ebenfalls
, dass m
it
Art.
9
Abs.
2 UVV verhindert werden
soll
, dass medizinisch nachgeforscht w
erden muss, ob ein solcher Riss
auch ohne das auslösende Ereignis eingetreten w
äre (vgl. SVR 2010 UV Nr. 31 S.
125 E. 5.1 [8C_816/2009]
,
RKUV 2001 Nr. U
435 S. 332
,
U 398/00
E. 3b
).
Jedoch kann die
Beschwerdeführerin
daraus nicht
s zu ihren Gunsten
ableiten
. Insbesondere kann
die Leistungspflicht
auch
im
Fall einer Schädigung nach Art. 9 Abs.
2 UVV
nicht
begründet werden, ohne dass der
natürlich
e
Kausalzusammen
hang
initial feststeht
.
So wird nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gerade auch bei unfallähnlichen Körperschädigungen (UKS) im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV vorausgesetzt,
dass der Riss anlässlich des unfal
lähnlichen Ereignis
ses eintritt (Urteile des Bundesgerichts 8C_895/2010 vom
1.
Februar 2011 E. 3.2.1),
mit anderen Worten
natürlich
kausal
auf dieses zurückzuführen ist (
Urteil des Bundesgerichts
8C_32/2011 vom 2
5.
Mai 2011 E.
5
und 8C_816/2009 vom 21.
Mai 2010
E. 5.1; vgl. auch
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
338/2018 vom 3. September 2018 E. 3.2.2, wonach mit
Bezug auf das Erfordernis des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen einem versicherten Ereignis und dem geltend gemachten Gesundheitsschaden
irrelevant sei,
ob es sich um Folgen eines U
nfalls oder einer UKS handelt).
Die von der
Beschwerdeführerin
dazu
zitierte Rechtsprechung,
insbesondere das erwähnte Urteil
des Bundesgerichts
U 398/00
vom
5.
Juni 2001
(Urk. 1 S. 8, Urk. 16 S. 3),
ist insofern
hier
nicht massgeblich. Denn dort
- anders als im vor
liegenden Fall -
war unbestritten, dass die betreffende Schädigung
(Meniskusriss)
anlässlich des
unfallähnlichen Ereignis
ses
(Sprung von einer Kiste)
eingetreten war
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 2
1.
Mai 2010
E. 5.1)
.
4.2.4
Nichts
anderes
ergibt sich aus den von der
Beschwerdeführerin
zitierten Urteilen des Bundesgerichts 8C_347/2013 vom 1
8.
Februar 2014
,
E. 3.2, und 8
C_606/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E.
3.
Auch in diesen Urteilen wurde festgehalten, dass voraus
gesetzt sei, dass eine unfallähnliche Körperschädigung mit dem betreffenden Unfallereignis in Verbindung gebracht werden könne, da in Ermangelung eines bestimmten Ereignisses, das die Gesundheitsschädigung verursacht habe, Grund zur Schlussfolgerung bestehe, dass es sich ausschliesslich um eine krankhafte oder degenerative Verletzung handle (
Il faut néan
moins que la lésion corporelle [assimilée]
puisse être rattachée à l'accident en cause car, à défaut d'un événe
ment particulier à l'origine de l'atteinte à la santé, il y a lieu de conclure à une lésion exclusivement maladive ou dégénérative
).
Dasselbe gilt für das
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern S 94 510 vom 16. April 1996 (abrufbar unter
https://gerichte.lu.ch/recht_sprechung/lgve
), wo mit
Hinweis auf BGE 114 V 301 E. 3c
ausgeführt wurde, es sei wesentlich, dass das vorausgesetzte plötzliche, nicht beabsichtig
t
e Ereignis
die in
Art.
9 Abs. 2 lit. b-h UVV erwähnten Verletzungen hervorrufe (E. 5b
).
4.2.5
Im vorliegenden Fall liegt mithin keine
leistungspflichtige
unfallähnliche Körper
schädigung gemäss
Art.
9
Abs.
2 lit.
g
UVV vor
, wenn die
Rotatorenmanschet
tenruptur
nicht anlässlich und durch den rückseitigen Sturz auf abschüssigem Gelände am 15. Dezember 2016 eingetreten ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 2
1.
Mai 2010
E. 5.4), welches Unfallereignis ja grundsätzlich unbestritten ist.
Nachfolgend ist somit unter Berücksichtigung der Beweislast des
Beigeladenen
zu klären, ob mit dem geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit
(BGE 129 V 177 E.
3.1; Urteil des Bundesgerichts
8C_32/2011 vom 2
5.
Mai 2011 E.
5)
erwiesen ist, dass beim Beigeladenen ein Sehnenriss in der rechten Schulter respektive die
Rotatorenmanschettenruptur
anlässlich
des Ereignisses vom 15. Dezember 2016 eingetreten ist und damit natürlich kausal zu diesem Ereignis ist.
5.
5.1
5.1.1
Zur Kausalitätsfrage
hat sich zunächst
der Kreisarzt
Dr.
C._
in der internen Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2018
geäussert
.
Er habe die MRT-Bilder mit dem Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Radiologie, besprochen. Es bestehe hier ein ausgeprägter degenerativer Vorzustand ohne jegliche Hinweise auf aktuelle neue traumatische Läsionen durch das hier relevante Unfallereigni
s vom 15.
Dezember 201
6.
So könne auch nicht auf eine richtungweisende Verschlim
merung des Vorzustandes erkannt werden. Die Implantation einer Schulter
gelenksprothese könne somit nicht zu Laste
n des Unfallereignisses vom 15.
Dezember 2016 kausal anerkannt werden, weil es damals nicht zu strukturellen Schäden gekommen sei (Urk.
9/34/2
).
In der ärztlichen Beurteilung vom
9.
März 2018 (
Urk.
9/43)
erläuterte Dr.
C._
seine Einschätzung. Er erklärte,
es könne zwar
bei einer vorbeste
henden degenerativen Schulterveränderung eine Teilkausalität
der
rechten
Schul
terläsion
als möglich angesehen werden, zumal es auch Aspekte gebe, welche auf eine unfallbedingte Genese zumindest eines Teils der Schulterläsion hinweisen würden.
So sei das
(vom Beigeladenen)
geschildert
e Ereignis
mit Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm
, grundsätzlich nicht ungeeignet, eine
Supraspi
natussehnenläsion
auszulösen.
Je
doch
könne die Schulterläsion
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dem hierfür massgeblichen Unfallereignis (vom 1
5.
D
ezember 2016) zugeordnet werden
(Urk.
9/43/5)
.
Zur
Begründung führte
der Kreisarzt
aus,
d
as Problem, die Kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festzulegen, bestehe
zu einem wesentlichen Teil
darin, dass zwischen dem Unfallzeitpunkt und der ersten differenzierten Unter
suchung vom 2
9.
März 2017 in der
B._
über einen drei
monat
igen Verlauf
eine medizinische Dokumentation der Situation fehle.
Es fehle damit in einer entscheidenden Phase jegliche medizinische Dokumentation über erhebliche Bewegungseinschränkungen, welche
in einer solchen Phase normaler
weise frühzeitiger zu einer kontinuierlichen ärztlichen Betreuung und Dokumen
tation führe.
Zudem fände sich zur Untersuchung vom 2
9.
März 2017 keine dif
ferenzierte Angabe
zum
Bewegungsumfang der betroffenen rechten Schulter, namentlich zur aktiv durchführbaren Schultergelenksbeweglichkeit, woraus ent
nommen werden könnte, in welchem Ausmass
die
Abduktion beziehungsweise die Elevation sowie die Extension und Flexion wirklich eingeschränkt gewesen seien. Auch sei die dort gestellte Diagnose einer
Periathropathia
humeroscapularis
(
PHS
) nicht aussagekräftig, denn diese stehe nicht mit bestimmten Läsionen iden
tifizierbarer anatomischer Strukturen in
Zusammenhang.
Auffällig sei zudem, dass die Unfallmeldung erst zwei Monate nach dem Unfall erfolgt sei, dies bei einer unfallbedingten Schädigung, welche innerhalb eines Jahres an der Schulter zur Implantation einer Prothese geführt haben soll, wobei in dieser Zeit (nur) zwei Vorstellungen bei einem Facharzt bei sicherlich vorbestehender ausgeprägter AC-Arthrose
stattgefunden hätten
. Besonders auffallend sei, dass der Beigeladene bereits bei der zweiten Konsultation in der
B._
eine Indi
kation zur inversen Schulterprothese bekommen habe und diese unmittelbar danach auch implantiert worden sei. Darüber hinaus sei der Beigeladene einmal bei der Hausärztin gewesen, welche zwei unterschiedliche Anfangszeugnisse ein
gereicht habe. Nachdem zunächst angegeben worden sei, dass kein objektiver Befund erhoben worden sei, sei nachher ein relativ differenzierter Befund
benannt worden. Die Sonographie im Rahmen der ersten Untersuchung (in der
B._
) habe
sodann
eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
gezeigt.
Hierzu müsse berücksichtigt werden, dass eine Sonographie wesentlich ungenauer sei und die Befunde nicht so reproduzierbar seien, wie bei einer MRT-Untersuchung. Eine solche habe
10 Monate nach dem Unfall dann doch einen erheblich degenerativ ausgeprägten Befund gezeigt, wie er für einen 60-jährigen Versicherten auch ohne vorausgehenden Unfall nicht atypisch sei. Aufgrund der zeitlichen Distanz zum Unfallereignis
habe
die
MRT-
Untersuchung erheblich an Wert
für die Kausalitätsbeurteilung
eingebüsst.
Auffallend sei die ausgeprägte AC-Gelenksarthrose mit Einengung des
Subacromialraumes
, genau an der Stelle, an der sich dann auch die
Supraspinatussehnenruptur
zeige, der Sehnenstumpf sei deutlich
retrahiert
. Es bestehe also ein Vorzustand, welcher sicherlich mitent
scheidend für die
Supra
s
pinatussehnenruptur
in Betracht zu ziehen sei. Insgesamt habe zehn Monate nach dem Unfall ein degenerativer Befund der
Rotatorenman
schette
vorgelegen,
der von den strukturellen Aspekten her kaum eindeutig einer traumatischen Läsion zuzuordnen sei.
Auffal
lend sei auch, dass bei
der MRT-Untersuchung
noch keine komplette Ruptur, bei der Operation dann aber eine vollständige
Supraspinatussehnenruptur
angegeben worden
sei
.
Bezüglich einer
Kortisoninjektion
, wie sie im Zeitraum zwischen der Sonographie und der Opera
tion zweimal durchgeführt worden s
ei
, seien
auch gewebeschädigende Effekte bekannt, wobei nicht beurteilt werden könne, ob dies oder der natürliche Verlauf einer progredienten degenerativen Erkrankung zwischen März 2017 und dem Operationszeitraum (im Januar 2018,
Urk.
9/30/4)
ausschlaggebend gewesen sei
(
Urk.
9/43/3-5).
5.1.2
Der Vertrauensarzt der
Beschwerdeführerin
,
Dr.
D._
, nahm dazu am 2
1.
März 2018 Stellung und befand, es bestünden für ihn keine Anhaltspunkte, um die Unfallkausalität zu irgendeinem Zeitpunkt in Zweifel zu ziehen, auch wenn gewisse Widersprüche bei den klinischen Untersuchungsbefunden und der Inter
pretation der Bildgebung gegeben seien. Der 61-jährige Beigeladene habe beim Sturz vom 1
5.
Dezember 2016 ein klassisches indirektes Schultertrauma rechts erlitten und leide seither an anhaltenden, therapieresistenten Schmerzen. Der beschriebene Unfallmechanismus führe klassischerweise zu Läsionen der
Rotato
renmanschetten
. Eine derartige Massenruptur der
Rotatorenmanschette
entstehe nicht spontan im Zeitraum zwischen der rheumatologischen Untersuchung im März 2017 und der MRT-Untersuchung im September 201
7.
Fakt sei auch, dass der Beigeladene seit dem Unfall nie beschwerdefrei gewesen sei. Es sei überwie
gend wahrscheinlich, dass die Verletzung seit dem Unfall vom Dezember 2016 bestanden habe und bei der rheumatologischen Beurteilung das effektive Ausmass nicht erkannt worden sei. Eine MRT-Untersuchung zu einem früheren Zeit
punkt hätte die Situation klären können. Der Entscheid der Suva sei mit Bezug auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr.
C._
vom
9.
März 2018 nicht nachvollziehbar. Die verspätete Schadenmeldung dürfe dem Beigeladenen nicht zur Last gelegt werden. Dieser habe versucht, die Schmerzen selber zu kurieren. Auch zwei unterschiedliche Anfangszeugnisse der Hausärztin würden nicht gegen die Unfallkausalität sprechen. Es sei falsch, dass eine Massenruptur der
Rotato
renmanschette
in kürzester Zeit zur Indikation einer Prothesenimplantation führe. Das sei hier auch nicht der Fall. Es sei über 14 Monate eine konservative Behandlung versucht
worden
. Erst 12 Monate nach dem Unfall sei die Indikation zur prothetischen Versorgung gestellt worden. Falsch sei auch, dass die MRT-Untersuchung einen erheblich degenerativ ausgeprägten Befund erbracht habe. Im Gegenteil habe eine Massenruptur der
Rotatorenmanschette
als Folge einer UKS im Dezember 2016 bestanden. Die Verfettung der
Rotatorenmuskulatur
(
Goutallier
I-II) könne 10 Monate nach dem Unfallereignis in diesem Ausmass erwartet werden und spreche nicht gegen die Unfallkausalität. Entgegen der Fest
stellung von
Dr.
C._
werde im MRT-Befund nicht «noch keine komplette Ruptur», sondern eine vollständige Ruptur mit Retraktion der
Supraspinatussehne
beschrieben
. Es bestehe somit auch kein Wi
derspruch zum OP-Bericht. Richtig sei, dass Steroidinfiltrationen gewebeschädigende Effekte haben könnten, jedoch vorwiegend bei der nicht beabsichtigten
intratendinösen
Applikation, was hier wohl kaum der Fall sein könne, da die
Rotatoremanschette
bereits
rupturiert
und
retrahiert
gewesen sei. Die klinischen Untersuchungsbefunde als Argument gegen eine
Rotatorenmanschettenläsion
seien
nicht aussagekräftig, da individuell grosse Kompensationsmöglichkeiten bestünden. Er,
Dr.
D._
, sehe nicht, wo die «Schwierigkeit» liege, die Korrelation der verletzten Strukturen zum Unfall her
zuste
llen. Es liege eine UKS
vor, welche überwiegend wahrscheinlich eine Massenruptur der
Rotatorenmanschette
bewirkt habe. Eine AC-Gelenksarthrose könne eine partielle degenerative
Supraspinatusläsion
mit
Impinge
ment
bewir
ken, hier aber bestünden
eine massive Abrissverletzung
der
Supraspinatussehne
, der
Infraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
sowie eine subtotale Ruptur der langen
Bi
z
epssehne
. Zudem habe konventionell radiologisch (Hausarztbild) im Februar 2017 weder eine relevante AC-Gelenksarthrose noch ein Hochstand des
Humeruskopfs
bestanden. Das Unfallereignis sei überwiegend wahrscheinlich verantwortlich für die Massenruptur der
Rotatorenmanschette
(Urk. 3/18).
5.1.3
Die Ärzte der
B._
erklärten im Sprechstundenbericht vom 2
1.
März 2018 zur Kausalität, es liege ein unfallkausales Leiden vor. Aktenanam
nestisch sei der
Rotatorenmanschettenruptur
am 2
2.
(richtig: 15.) Dezember 2016 ein Sturz
vorausgegangen. Die Ruptur sei erstmalig am 2
9.
März 2017 in der Sprechstunde der Rheumatologie
ultrasonographisch
festgestellt worden. Zuvor habe der Beigeladene nie Probleme mit der Schulter gehabt
(Urk. 9/46/3)
.
5.1.4
PD
Dr.
E._
von der Versicherungsmedizin
der
Beschwerdegegnerin
kam in der Beurteilung vom
20.
Juli 2018
(Urk. 9/59)
aus chirurgischer Sicht wie schon der K
reisarzt Dr.
C._
zum Schluss, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der
Rotatorenmanschettenläsion
rechts
und dem Unfallereignis vom 15.
Dezember 2016 nicht erwiesen sei
(Urk. 9/59/22)
.
Im Einzelnen seien die fol
genden Umstände massgeblich. Der Beigeladene sei zur Zeit des Unfalls 59 Jahre alt gewesen. 10
%
der Patienten in dieser Altersklasse würden bereits eine asymp
tomatische
Rotatorenmanschette
aufweisen. Prädisponierende
Faktoren seien eine ausgeprägte AC-Arthrose, ein
Humeruskopfhochstand
und eine
coracohu
merale
Enge.
Bezügl
ich des Verletzungsmechanismus
, wie er im
Protokoll
vom 2
0.
Februar 2018 gemäss den
Schilderungen (des Beigeladenen), mithin 14 Monate nach Unfallereignis,
festgehalten worden sei,
mute
es
hinsichtlich des Lokalbefundes etwas eigenartig an, dass der rechte Oberarm bläulich verfärbt gewesen sei und alles blutunterlaufen gewesen sei. Das suggeriere dann doch eher eine direkte Kontusion des
musculus
deltoideus
oder eine Suffusion aus dem bereits vorgeschädigten Gelenk, wo das Blut, wie das Kontrastmittel bei einem
Arthro-MRT
, bei fehlender
Rotatorenmanschette
aus dem Gelenk austrete. Der subjektiv empfundene Schmerz könne durchaus auch einem
schmerzhaften Hämatom entsprechen.
Zum Schmerzcharakter sei
massgeblich, dass b
ei einer akuten
Rotatorenmanschettenläsion
der massive initial empfundene Schmerz wieder ab
nehme
. Beim re
in verschleissbedingten Schaden
zeige sich häufig ein Crescendo-Verlauf und ein Schmerz ohne den typischen Funktionsverlust. Der Beigeladene habe zum Verlauf denn auch angegeben, dass
die Beweglichkeit etwas besser geworden sei, die Schmerzen aber dauernd vorhanden gewesen seien. Mit der verabreichten Spritze habe nur eine leichte Besserung erzielt wer
den können. Es sei hier somit nicht von einem Decrescendo (des Schmerzes) zu lesen.
Mit den
klinischen Befunden gemäss dem Bericht
der
B._
vom 29.
März 2017
seien recht gut die pathologischen Tests bei einer
Impingementsituation
der Schulter wiedergegeben. Hinweise auf eine Pseudo
paralyse oder ein «
drop
-arm
sign
», die typisch für eine akute
Rotatorenmanschet
tenruptur
seien, würden sich weder
in
den Schilderungen des Beigeladenen vom 2
0.
Februar 2017 (richtig: 2018, Urk. 9/33/1) noch in den Befunden der Untersu
chung vom 2
9.
März 2017
(
Urk.
9/32/2)
finden.
Die ferner in der Bildgebung (MRT) vorgefundenen Befunde würden eine deutliche Sprache sprechen. Es bestehe eine deutliche Retraktion der
Supraspinatussehne
bis fast ans
Glenoid
, was praktisch einem Grad 3 nach Patte entspreche und nach einer frischen Ruptur nicht der Fall sein könne. Der
Supraspinatusmuskel
sei deutlich
atroph
und das Tangentenzeichen nach Zanetti sei deutlich positiv. Ein solches Phänomen brau
che gemäss der Arbeit von Melis
viereinhalb
Jahre ab Symptomen/Unfall. Beim Beigeladenen sei das Intervall zwischen Unfall
und
Arthro-MRT
dagegen rund 10
Monate. Gleiches gelte auch für die Verfettung
der Supra- und
Infraspinatus
muskulatur
. Bis eine Verfettung Grad 2-3 nach
Goutallier
auftret
e, brauche es nach Melis rund
zweieinhalb
Ja
hre. Und schliesslich korreliere die bestehende
coracohumerale
Enge gut mit einer degenerativen Schädigung der
cranialen
An
teile der
Subscapularis
.
Schliesslich sei bei der Prüfung der unfallkausalen
Rota
torenmanschettenzeichen
nach
Hempfling
kein einziges davon positiv. Das Rönt
genbild sei nicht unauffällig, der Unfallmechanismus sei erst nach rund 14 Monaten so zu Protokoll gegeben worden, was nicht unbedingt die Glaubwür
digkeit erhöhe. Der zeitnahe Arztbesuch und die sofortige Arbeitseinstellung seien nicht erfolgt. Und auch der
Descrescendotyp
bei den Schmerzen fehle (
Urk.
9/59/19-20).
Insgesamt sei
i
m vorliegenden Fall in erster Linie
auf die objektive Bildgebung abzustützen. Die genaue Unfallschilderung des Beigeladenen hab
e erst rund 14
Monate nach Unfallerei
gnis stattgefunden, d
ie klinischen Untersuchungsbe
funde seien divers und der Verlauf nach dem Unfallereignis nicht präzise geschildert. Sicher
bestehe jedoch die in der Literatur geforderte
Descrendo
-Schmerzsymptomatik nicht, welche für eine frische Läsion typisch sei. Die massiven degenerativen Befunde und ihre Interpretation hinsichtlich Alter der Läsi
onen anhand der Literaturangaben würden mit Sicherheit auf eine nicht-unfall
kausale
Rotatorenmanschettenläsion
schliessen lassen. Die Läsionen der
Supra
spinatussehne
, der
Infraspintussehne
und der
Scapularissehne
seien vorbeste
hend. Es gäbe auch deutliche Hinweise auf
eine vorbestehende
Impinge
-
ment
s
ymptomatik
. Es seien keine neuen, frischen strukturellen Läsionen zum d
egene
rativen Vorzustand dazugekommen. Die bildgebend dokumentierten Läsionen seien allesamt deutlich älter als das Intervall zwischen Unfallereignis und
Arthro-MRT
. Ein Status quo sine sei gemäss Angaben in der Literatur nach sechs Wochen erreicht
(
Urk.
9/59/
22-
23).
5.1.5
Nach Darstellung der
Beschwerdeführerin
nahm ihr vertrauensärztlicher Dienst auch hierzu Stellung. Ein entsprechender Bericht wurde jedoch nicht eingereicht, sondern die angeblichen vertrauensärztlichen Ausführungen wurden nur zitiert (vgl. Replik,
Urk.
16 S. 2).
Diesem Zitat
kommt kein Beweiswert zu und
ist
hier lediglich als Parteibehauptung beachtlich.
5.2
5.2.1
Bei den
Berichte
n
von Dr.
C._
vom 2
6.
Februar und
9.
März
2018 (
Urk.
9/34/2, Urk. 9/43) sowie von
PD
Dr.
E._
vom 2
0.
Juli 2018 handelt es sich um
versicherungsinterne
und aktengestützte Arztberichte
. Rechtsprechungsge
mäss können auch solche fachärztlichen Berichte und Gutachten
beweistauglich sein
(vgl. BGE 125 V 352 E. 3b/
ee
; Urteil
e des Bundesgerichts
8C_761/2017 vom
5.
Dezember 2017 E. 5.2.2
und
8C_173/2018 vom 2
4.
Mai 2018 E. 3.2
).
Dies ist hier der Fall. D
enn d
ie
Berichte von Dr.
C._
und PD
Dr.
E._
erfüllen
sämtliche
Voraussetzungen
, welche
von der Rechtsprechung
an einen Bericht eines versicherungsinternen Arztes
für dessen Beweiswert gestellt werden.
Und zwar
erscheinen beide
fachärztlichen
Berichte als schlüssig
. Die
Schluss
folgerungen wurden differenziert in Auseinandersetzung mit den Vorakten
,
der Bildgebung
sowie
der einschlägigen Fachliteratur
nachvollziehbar begründet. Ferner sind sie
in sich widerspruchsfrei
und es
bestehen
auch
keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Zudem war
die zu beurteilende Kausalitäts
frage ohne persönliche Untersuchung aufgrund der vollständigen Akten und der fachärztlichen Kenntnisse einer Beurteilung zugänglich.
5.2.2
PD
Dr.
E._
zeigte
insbesondere
durch
seine
detaillierte und ausgewogene Ana
lyse
unter Berücksichtigung der
in der Fachliteratur anerkannten
massgeblichen medizinischen Kriterien (
demographische [
Alter
]
,
anamnestische,
klinische
und
bildgebende Kriterien,
Traumahergang
)
überzeugend
auf,
weshalb
die
erstmals
am
8. September 2017 bildgebend verlässlich festgestellten
Rupturen
der
Supra
spinatussehne
, der
Infraspinatussehne
und
der
S
c
apularissehne
nicht erst beim Sturz vom 15.
Dezember 2016 eingetreten sind
, sondern überwiegend wahr
scheinlich vorbestehend waren.
Beweisrechtlich ins Gewicht fällt
dabei
auch
, dass die erste ärztliche Konsultation erst
am 1
7.
Februar 2017 (Urk. 9/24), mithin rund zwei
Monate nach dem Unfall
ereignis
,
erfolgte
,
weshalb
keine Befunde zu den initialen Beschwerden erhoben wurden. Aber auch
aus
den Berichten zur Erstbehandlung von
Dr.
A._
vom
5.
und 2
0.
Januar 2018 (Urk. 9/15,
Urk.
9/24)
, welche bezüglich Diagnose und Befunde überdies unterschiedliche Angaben enthalten, geht
nicht hervor, dass nach dem Sturz
ein sofortiger akuter Funktionsverlust mit
Beeinträchtigung der aktiven Mobilität
der Schulter
bei Elevation, Ausse
n
rotation oder die Entwicklung einer Pseudoparalyse (aktive vordere Elevation unmöglich)
erfolgte
.
Vermerkt wurde einzig, der
Beschwerdeführer
habe angegeben, der Arm sei blau gewesen (
Urk.
9/24).
Auch in den übrigen ärztlichen Berichten ist hierzu nichts vermerkt.
Erst gegenüber der
Beschwerdegegnerin
bei der Befragung vom 20.
Februar 2018 gab der Beigeladene gemäss dem Protokoll gleichen Datums - mehr als ein Jahr nach dem Unfall - an, es habe einen Knacks im rechten Schultergelenk gegeben und er habe sofort starke Schmerzen gehabt, ausserdem habe er den rechten Arm nicht mehr bewegen können (Urk.
9/33/1
).
Dennoch
erfolgte kein Unterbruch der Erwerbstätigkeit. Der
Beigeladene
führte seine
Bürotätigkeit
, damals im
Aussen
dienst (Projektbetreuung)
,
weiter
, es trat mithin auch keine
auch nur kurze
Arbeitsunfähigkeit ein
, obschon er
Rechtshänder ist (Urk
.
9/33/3), was seine Aus
sagen
hinsichtlich
der Schwere der Beschwerden und Funktionseinschränkungen der rechten Schulter respektive des rechten Armes sowie hinsichtlich ihrer Beweiskraft
zusätzlich
relativiert
.
Vor dem Hintergrund der nicht erwiesenen initialen Beschwerden und Funktions
beeinträchtigungen ist
nebst der Gesamtwürdigung durch PD
Dr.
E._
schliess
lich entscheidend
, dass
die objektivierbaren bildgebenden Befunde
im MRT vom 8.
September
2017 gemäss
der nachvoll
ziehbaren Begründung von PD Dr.
E._
(Urk. 9/59/19-20)
jene
medizinisch
relevanten Kriterien
(Retraktionsgrad, Tan
gentenzeichen, Verfettung,
At
rophie;
Urk.
9/59/17-18)
aufwiesen, welche auf das
Vorliegen
weitaus älterer
als 10-monatige
r
Rupturen der
Supraspinatussehne
, der
Infraspinatussehne
und der
Scapularissehne
hinweisen
.
5.2.3
Die
Kausalitätsbeurteilung
von
PD Dr.
E._
,
welche im Ergebnis jene von Dr.
C._
bestätigt und
wonach diese
Sehne
n
r
upturen nicht beim Sturz vom 15. Dezember 2016 eingetreten
sein können, sondern vorbestehend waren
,
ist
überzeugend und
voll bewei
s
kräftig.
5.
3
5.3.1
Auch
unter Berücksichtigung der übrigen Akten, so insbesondere des vertrauens
ärztlichen Berichts von
Dr.
D._
vom
2
1.
März
2018 (
Urk.
3/18)
und
des Sprechstundenberichts der
B._
vom 21.
März 2018
(Urk. 9/46
)
,
bestehen
keine
auch nur geringe
n
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
fach
ärztlichen
Kausalitätsbeurteilung
.
So hat
die
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 5) zur Kausalitätsbeurteilung der Ärzte der
B._
zutreffend
aus
ge
führte
, dass sich
diese auf die
rein zeitliche
Betrachtungsweise beschränkt, welche für sich allein nicht beweiskräftig ist. Insbesondere entspricht die dort sinngemäss formulierte Annahme, die
Rota
torenmanschettenruptur
sei beim Sturz am 2
2.
(richtig: 15.
) Dezember 2016
eingetreten, da der Beigeladene zuvor - gemäss seinen Angaben - nie Probleme mit der Schulter gehabt habe und da eine Ruptur danach erstmalig
ultrasonogra
phisch
am 2
9.
März 2017 festgestellt worden sei
(Urk. 9/46/3)
,
einer «
post
hoc ergo
propter
hoc»-Argumentation, welche nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung beweisrechtlich unzulässig ist (vgl. E. 2.
2
hiervor;
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_230/2017 vom 2
2.
Juni 2017
E. 6.2.2).
5.3.2
Das von Dr.
D._
gegen die Beurteilung von
Dr.
C._
Vorgebrachte
(Urk. 3/18 S. 2 f.)
vermag dessen Kausalitätsbeurteilung
ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen, zumal die wesentlichen Argumente von
Dr.
D._
durch die schlüssi
gen Ausführungen von PD
Dr.
E._
widerlegt wurden (
Urk.
9/59/20-21).
Diese verdeutlichen insbesondere, dass
Dr.
D._
den natürlichen Kausalzusammen
hang aufgrund des Unfallereignisses, der Schmerzangaben und der Verletzung annahm, ohne den Vorzustand
und
mithin
das Alter der Sehnenrupturen
überzeugend zu würdigen.
So führte PD
Dr.
E._
z
ur Ansicht von Dr.
D._
, es
sei überwiegend wahr
scheinlich, dass die Verletzung seit
dem Unfall vom Dezember 2016 bestanden habe und bei der rheumatologischen Beurteilung das effektive Ausmass nicht erkannt w
orden sei, wobei e
ine MRT-Untersuchung zu einem früheren Zeitpunkt die Situation
hätte
klären können
,
in Übereinstimmung
mit
seinen übrigen Aus
führungen folgerichtig a
us, dass
die Läsion schon längst vor dem Unfallereignis bestanden habe, wie die MRT-Veränderungen und die Interpretation aufgrund der Arbeit von Melis zeigen würden. Dass das Ausmass mit der nicht-akkuraten Sonographie nicht erkannt worden sei, sei richtig. Nur hätte ein zeitnahes MRT kein wesentlich anderes Bild ergeben (Urk. 9/59/20).
Die Aussage von Dr.
D._
, eine derartige Massenruptur der
Rotatorenman
schette
entstehe nicht spontan im Zeitraum zwischen der rheumatologischen Untersuchung im März 2017 und der MRT-Untersuchung im September 2017,
bestätigte
PD
Dr.
E._
dementsprechend
.
Weiter
erläuterte er
nachvollziehbar,
dass die Veränderungen in der Morphologie der betroffenen Muskeln (Verfet
tung/Atrophie) einen längeren Zeitraum ab Schädigungsbeginn und jetzigem Zustand voraussetzen würden. Es sei richtig, dass es sich um eine Massenruptur mit drei betroffenen Muskeln/Sehnen handle, die gemäss Wellmann, insbeson
dere wenn eine schwerwiegende Verletzung der
Subscapularissehne
vorliege, in der absoluten Mehrheit traumatisch bedingt
seien. Nur würden - hier - die
morphologischen Veränderungen überhaupt nicht für ein frisches traumatisches Geschehen sprechen (Urk. 9/59/20).
Die Behauptung von Dr.
D._
, d
ie Verfettung der
Rotatorenmuskulatur
(
Goutal
lier
I-II) könne 10 Monate nach dem Unfallereignis in diesem Ausmass erwartet werden und spreche n
icht gegen die Unfallkausalität, widerlegte PD Dr.
E._
in demselben Sinne
schlüssig. So führte er korrekt aus, dass die Verfettung nicht den Grad vom Typ 1 nach
Goutallier
, sondern vom Typ 2 erreicht habe, wie im MRT-Befund vom 8. September 2017 (Urk. 9/4/1) und in der erläuterten Abbil
dung 7 (Urk. 9/59/15) bestätigt werde. Für die Ausbildung eines solchen Stadiums brauche es gemäss der Publikation von Melis indes deutlich mehr als 10 Monate (Urk. 9/59/21). Auch diese auf Fachliteratur basierte Schlussfolgerung ist
nachvollziehbar
.
Zur
Auffassung von
Dr.
D._
, es sei falsch, dass
die MRT-Untersuchung einen erheblich degenerativ ausgeprägten Befund erbracht habe
, wogegen richtig sei, dass
eine Massenruptur der
Rotatorenmanschette
als Folge einer UKS im Dezem
ber 2016 bestanden
habe
, verwies PD
Dr.
E._
auf
seine
überzeugenden
(hiervor zitierten)
Ausführung
en
zur Massenruptur
(Urk. 9/59/21).
Zusätzlich erklärte PD
Dr.
E._
, der «erheblich degenerativ ausgeprägte Befund» sei tatsächlich in den Ab
bildungen 3 bis 7 gut erkennbar
(
Urk.
9/59/21)
. Die
bildgebenden Befunde
hatte PD
Dr.
E._
direkt bei den betreffenden Abbildungen denn auch im Ein
zelnen nachvollziehbar erläutert
(vgl.
Urk.
9/59/1
1
-15)
, womit ein
erheblich
degeneratives Geschehen ausgewiesen ist, zumal
Dr.
C._
zu demselben Schluss kam (
Urk.
9/43/4).
Schon dem Bericht zum
MRT vom
8.
September 2017 (Urk. 9/4/1) war überdies zu entnehmen, dass auch ein degenerativer Befund,
namentlich
eine schwere AC-Gelenksarthrose vorlag
.
Der Aussage von Dr.
D._
,
eine AC-Gelenksarthrose
könne eine partielle dege
nerative
Supraspinatusläsion
mit
Impinge
ment
bewirken, hier aber bestünden
eine massive Abrissverletzung der
Supraspinatussehne
, der
Infraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
sowie eine subtota
le Ruptur der langen
Bize
pssehne
, begegnete PD
Dr.
E._
mit der Erklärung, dass eine
AC-Gelenksarthrose
eine mechanische Schädigung der darunter laufenden
Supraspinatussehne
bewirke, indem es dort eng werde. In Abbildung 3 sei gut zu erkennen, wie der
caudale
Anteil des Gelenkes auf die Sehne drücke. Daher werde
bei der operativen
Impingement
behandlung
häufig eine AC-Gelenksresektion vorgenommen (Urk. 9/59/21). Damit bestätigte PD
Dr.
E._
die Feststellung
von
Dr.
D._
lediglich insofern, als
eine
degenerative
Supraspinatusläsion
durch
eine AC-Gelenksarthrose
eintreten kann
, nicht jedoch
die
sinngemässe Schlussfolgerung, dass die
Sehnenr
upturen
, da es
Abrissverletzungen seien, am 15. Dezember 2016 eingetreten
seien. Auch hierzu ist auf die
Ausführungen von PD
Dr.
E._
zu ver
weisen, wonach
die am
8.
September
2017 mittels MRT (
Urk.
9/4/1) erhobenen
morphologischen Veränd
erungen überhaupt nicht für ein
frisch traumatisches Geschehen sprechen
würden und
deutlich
älter als 10 Monate seien
(Urk.
9/59/20, Urk. 9/59/22), mithin weit vor dem 1
5.
Dezember 2016
eingetreten waren.
Widerlegt ist sodann auch die Behauptung von
Dr.
D._
, es
habe konventionell radiologisch (Hausarztbild) im Februar 2017 weder eine relevante AC-Gelenksarthrose noch ein Hochstand des
Humeruskopfs
bestanden.
PD
Dr.
E._
verwies
hierzu auf das in seinem Bericht vom 2
0.
Juli 2018
wiedergegebene Hausarztröntgenbild, Abbildung 1, und die entsprechende Markierung sowie Befundung, woraus zu entnehmen ist, dass zwei Monate nach dem Unfall vom 1
5.
Dezember 2016 eine leichter
Humeruskopfhochstand
, ein
kolbiges
AC-Gelenk und eine
Sklerosierung
an der Insertionsstelle der
Supraspinatussehne
am
Hume
ruskopf
bestanden (
Urk.
9/59/11).
Zusätzlich erklärte PD
Dr.
E._
angesichts des
sichtlich veränderten AC-Gelenkes nachvollziehbar, eine solche
kolbige
AC-Arthrose entstehe nicht innert zehn (gemeint wohl zwei) Monaten
(
Urk.
9/59/21).
Ebenfalls b
eizupflichten
ist
der Stellungnahme von PD
Dr.
E._
zur
Aussage von
Dr.
D._
,
d
ie klinischen Untersuchungsbefunde
als Argument gegen eine
Rotatorenmanschettenläsion
seien nicht aussagekräftig, da individuell grosse Kom
pensationsmöglichkeiten bestünden.
PD Dr.
E._
antwortete
treffend
, es sei
zwar
richtig, dass Kompensationsmöglichkeiten gegeben seien. Jedoch könnten damit die objektiven Befunde im MRT nicht negiert werden (Urk. 9/59/21).
Anzufügen ist,
dass
von
Dr.
C._
zudem korrekt berücksichtigt worden war, dass
die
anfänglichen
klinischen Untersuchungsbefunde
fehlen
(
Urk.
9/59/3-5
)
und dass gemäss der
von PD Dr.
E._
dargelegte
n
Fachliteratur (Urk. 9/59/17) beweis
rechtlich für die Kausalitätsfrage relevant
ist
, ob initial erhobene klinische Unter
suchungsbefunde
vorliegen und erheblicher Funktionseinschränkungen der Schulter ausgewiesen sind
(vgl.
dazu
E. 5.2.2 hiervor).
Z
ur
Aussage
von Dr.
D._
, d
ie verspätete Schadenmeldung dürfe dem Beigela
denen nicht zur Last gelegt werden
, denn
d
ieser
habe
versucht, die Schmerzen selber zu kurieren
,
erklärte PD Dr.
E._
, dass die traumatische
Rotatorenman
schettenruptur
ein derartiges invalidisierendes klinisches Bild bewirke, welches in seinem Ausmass mit der Pseudoparalyse und dem
drop
-arm-
sign
keinen unproblematischen Übergang mit etwas Eigentherapie, wie dies der Beigeladene getan habe, ins weitere Berufsleben erlaube (Urk. 9/59/20).
Dem ist ohne Weiteres zuzustimmen.
5.3.3
Es bleibt somit dabei, dass
die
Kausalitätsbeurteilung von PD Dr.
E._
voll beweiskräftig ist.
Was die
Beschwerdeführerin
in der Replik
gegen die Beurteilung und Stellung
nahme von PD
Dr.
E._
vorbringt
(Urk. 16 S. 2 und S. 4)
, führt
zu ke
iner anderer Betrachtungsweise.
Namentlich wurde auch von PD
Dr.
E._
nicht behauptet, d
ass die «3-Sehnenverleztung durch eine banale AC-Gelenksarthrose ausgelöst werden kann»
.
Die Ursache der Sehnenrupturen muss vom Unfallversicherer
zudem
nicht nachgewiesen werden. Entscheidend ist nur, dass diese nicht erst beim Sturz vom 1
5.
Dezember 2016 eingetreten sind.
5.4
5.4.1
Nach dem Gesagten ist mit der
Beschwerdegegnerin
gestützt auf die versiche
rungsinternen Berichte von
Dr.
C._
und PD
Dr.
E._
davon auszugehen, dass die Sehnenrupturen an der rechten Schulter des Beigeladenen nicht über
wiegend wahrscheinlich beim Sturz vom 1
5.
Dezember 2016 eingetreten sind, sondern vorbestehend waren. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den
Rotatorenmanschettenrupturen
rechts und dem Unfallereignis vom 1
5.
Dezember 2016
ist somit
nicht erwiesen.
Eine Leistungspflicht der
Beschwer
degegnerin
ist daher entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
auch nicht gestützt auf Art.
9
Abs.
2 lit.
g
UVV
begründet.
5.4.2
Ergänzende Abklärungen,
namentlich die Einholung eines
versicherungsexternen Gutachtens, erübrigen sich
.
Die relevanten Gesichtspunkte lassen sich aufgrund der bestehenden Aktenlage verlässlich beurteilen und von Beweisergänzungen ist kein
entscheidrelevanter
neuer Aufschluss zu erwarten
(antizipierte Beweiswür
digung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_320/2014 vom 14.
August 2014 E. 11).
D
er
angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
0.
April 2018 ist folglich rechtmäs
sig (Urk. 2). Die Beschwerde ist abzuweisen.