# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9ee4fe4e-e253-56e5-99e3-16bdb0ead2c7
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y. stellte bei der Kantonspolizei St. Gallen am 21. Mai 2014 ein Gesuch um
Erteilung (Verlängerung) der Waffentragbewilligung für eine Pistole. Zur Begründung
wies er darauf hin, dass er regelmässig Geld und Wertgegenstände transportiere. Er sei
zugelassener Vermögensverwalter und müsse seinen Kunden Werttransporte als
Dienstleistung anbieten. Er sei seit Jahren im Besitz einer Waffentragbewilligung (act. G
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15/9/1). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2014 wies die Kantonspolizei das Gesuch ab
mit der Begründung, die gesetzlichen Voraussetzungen für die erneute Erteilung einer
Waffentragbewilligung seien nicht erfüllt. Das Vorbringen, wonach einem grösseren
Personenkreis bekannt sei, dass X.Y. regelmässig Werttransporte ausführe, sei nicht
glaubwürdig. Es sei davon auszugehen, dass sein Kundenkreis überschaubar sei.
Gemäss eigenen Angaben führe er keine regelmässigen mittleren bis grösseren
Werttransporte durch. Es sei somit nicht glaubhaft dargelegt, dass X.Y. tatsächlich
überdurchschnittlich gefährdet sei. Eine Praxisänderung bei der Bewilligungserteilung
liege nicht vor. Vielmehr sei bereits die Erteilung und bisherige Verlängerung der
Bewilligung nicht rechtmässig gewesen. Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben
lasse sich kein Anspruch auf erneute Bewilligungserteilung ableiten. Dass dem
Gesuchsteller ein geschäftlicher Nachteil aus der Nichtverlängerung der Bewilligung
entstehen könnte, sei nicht relevant (act. G 15/9/10).
b. Den gegen diese Verfügung durch Rechtsanwalt lic. iur. Nico Gächter, St. Gallen, für
X.Y. mit Eingabe vom 28. Oktober 2014 erhobenen Rekurs (act. G 15/1, 15/7) wies das
Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 26. Oktober 2015 ab (act. G
2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Gächter für X.Y. am 10. November
2015 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei die Waffentragbewilligung zu verlängern; eventualiter sei die
Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. G 1). In
der Beschwerdeergänzung vom 29. Januar 2016 bestätigte und begründete der
Rechtsvertreter die gestellten Anträge (act. G 11).
b. In der Vernehmlassung vom 8. Februar 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 14)
c. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers in der Beschwerde wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
1.1. Das Bundesgesetz vom 20. Juni 1997 über Waffen, Waffenzubehör und Munition
(Waffengesetz, WG; SR 514.54) bezweckt die Bekämpfung des Waffenmissbrauchs
(vgl. Art. 1 WG). Nach Art. 3 WG ist das Recht auf Waffenerwerb, -besitz und -tragen
im Rahmen des Waffengesetzes gewährleistet. Insbesondere benötigt gemäss Art. 27
Abs. 1 WG eine Waffentragbewilligung, wer in der Öffentlichkeit eine Waffe tragen will.
Eine solche erhält nach Art. 27 Abs. 2 WG, wer (gemäss Art. 8 Abs. 2 WG) die
Voraussetzungen für die Erteilung des Waffenerwerbsscheins erfüllt (lit. a), glaubhaft
macht, dass die Waffe benötigt wird, um sich selbst, andere Personen oder Sachen vor
einer tatsächlichen Gefährdung zu schützen (lit. b), eine Prüfung über die Handhabung
von Waffen und über die Kenntnis der rechtlichen Voraussetzungen des
Waffengebrauchs bestanden hat (lit. c). Die Bewilligung wird von der zuständigen
Behörde des Wohnsitzkantons für eine bestimmte Waffenart und für längstens fünf
Jahre erteilt (Art. 27 Abs. 3 erster Satz WG). Nach Art. 29 Abs. 2 der Verordnung vom
21. September 1998 über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WV; SR 514.541) prüft
die Behörde, ob die Voraussetzungen, insbesondere der Bedürfnisnachweis, erfüllt
sind.
Bei der Waffentragbewilligung handelt es sich um eine Dauerbewilligung im Sinne einer
Polizeierlaubnis, mit der festgestellt wird, dass dem Tragen einer Waffe der darin
vorgesehenen Art während der Bewilligungsdauer keine Hindernisse entgegenstehen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt eine Waffentragbewilligung eine
tatsächliche Gefährdung vor-aus. Diese braucht nicht konkret zu sein; es genügt, wenn
für den Gesuchsteller aufgrund seiner Aufgabe oder Funktion, seiner
Lebensbedingungen oder aufgrund anderer besonderer Umstände ein spezielles Risiko
bzw. eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Gefahrensituation besteht. Das Tragen
der Waffe muss zum Schutz des Gesuchstellers oder zum Schutz von Dritten geboten
erscheinen; es ist nur gerechtfertigt, wenn der Gefahr eines Angriffs nicht auf andere
zumutbare Weise begegnet werden kann (BGer 2C_246/2011 vom 23. August 2011, E.
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3.1; BGer 2C_547/2008 vom 26. Januar 2009, E. 2.3 mit Hinweis auf BGer 2A.411/2000
vom 22. März 2001 ,E. 2b, BGer 2A.26/2001 vom 1. Mai 2001, E. 3a in: ZBl 103/2002
S. 220 und BGer 2A.203/2002 vom 29. August 2002, E. 2.4).
1.2. Streitig ist vorliegend, ob beim Beschwerdeführer ein Bedürfnis für das Mitführen
bzw. Tragen einer Waffe im Sinn Art. 27 Abs. 2 lit. b WG ausgewiesen ist. Die
Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, das Vorbringen des
Beschwerdeführers, er benötige eine Waffe aufgrund des geschäftsbedingten
Transports von Geld- und Wertsachen, genüge für den geforderten Nachweis einer
erhöhten Gefährdung seiner Person, seines Eigentums oder ihm anvertrauter Sachen
nicht. Der Zweck des Waffengesetzes verlange eine möglichst strenge Anwendung der
Bedürfnisklausel. Das Tragen bzw. der Einsatz einer Schusswaffe könne bei
Streitigkeiten zudem fatale Folgen haben. Eine Waffe könne auch in den Händen eines
rechtschaffenen Bürgers eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen. Im
Interesse der öffentlichen Sicherheit sei die Waffentragbewilligung auf solche Personen
zu beschränken, für die das Tragen einer Waffe tatsächlich das geeignetste Mittel
darstelle, um sich vor einer tatsächlichen Gefahr wirksam zu schützen. Für den
Beschwerdeführer bestünden für den Fall des Eintritts einer bedrohlichen Lage
mögliche Alternativen zu einer Waffe, wie Pfefferspray (bewilligungsfrei) oder ähnliche
zulässige Mittel sowie die Beauftragung einer Sicherheitsfirma für die Begleitung bei
der Arbeit in gefährlicheren Gegenden. Die vom Beschwerdeführer angeführten
wirtschaftlichen Interessen (Wettbewerbsverzerrungen) hätten mit Blick auf das
Interesse der öffentlichen Sicherheit zurückzutreten. Die Erteilung einer
Waffentragbewilligung wegen wirtschaftlicher Wettbewerbsverzerrungen stünde im
Widerspruch zu den Intentionen des Gesetzgebers. Die Voraussetzungen von Art. 27
Abs. 2 lit. b WG seien nicht erfüllt. Da das Interesse der öffentlichen Sicherheit die
privaten Interessen des Beschwerdeführers überwiege, könne er sich nicht auf Treu
und Glauben berufen. Die angefochtene Verfügung erweise sich als recht- und
verhältnismässig (act. G 2).
1.3. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, er habe glaubhaft dargelegt,
dass er eine Waffe benötige, um sich selbst oder andere Personen oder Sachen vor
einer tatsächlichen Gefährdung zu schützen. Bei vollständiger Sachverhaltsermittlung
hätte die Vorinstanz erkannt, dass er im Gegensatz zu einem „normalen“
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Gewerbetreibenden primär als Transporteur von Wertsachen und nicht als Anbieter
irgendwelcher kostenpflichtiger Produkte oder Dienstleistungen wahrgenommen
werde, der, wenn überhaupt, nur geringe Bargelder mit sich führe. Bei vollständiger
Sachverhaltsermittlung hätte sich auch ergeben, dass seine Tätigkeit nicht mit „dem
abendlichen Gang zum Nachttresor“ gleichgesetzt werden könne, sondern mit der
Tätigkeit in der Sicherheitsbranche gleichzusetzen sei. Die Exponiertheit und damit die
Gefährdung des Beschwerdeführers sei ungleich höher und übersteige das übliche
Mass einer Gefährdung. Die Feststellung, wonach zumutbar sein solle, dass der
Beschwerdeführer gegen Bezahlung Dritte (Sicherheitsdienst) beiziehen solle, wenn er
für seine Kunden genau diese Tätigkeit (geschützter Transport von Werten von A nach
B) ausübe, offenbare die mangelnde Bereitschaft der Vorinstanz, sich mit den
Gegebenheiten des Einzelfalls zu befassen. Wenn einem Sicherheitsangestellten,
dessen Tätigkeit Dritten nicht einmal bekannt sein müsse, das Bedürfnis zum Tragen
einer Waffe gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung zugesprochen werde (BGer
2C_547/2008, a.a.O., E. 2.4), müsse dies für den Beschwerdeführer umso mehr gelten,
zumal er als Transporteur von Werten in erheblicher Höhe einem relativ breiten
Personenkreis bekannt sei. Zudem qualifiziere das Bundesgericht das Tragen von
Faustfeuerwaffen zwecks Wertsachenschutz als angemessene Bewaffnung (BGer
2C_547/2008, E. 2.5). Es bestehe kein Grund, eine im Sicherheitsdienst für den Schutz
von Wertsachen beschäftigte Person und eine im Werttransportgeschäft tätige Person
(wie der Beschwerdeführer) nicht gleich zu stellen. Würde bezüglich dieser
Personengruppen der Bedürfnisnachweis nicht gleich bemessen, wäre das Ermessen
willkürlich und rechtsungleich betätigt. Der Beschwerdeführer könne im Vergleich zu
Dienstleistern, die hohe Werte transportieren würden, keine (hohen) Transportkosten
verlangen, mit welchen sich gepanzerte Fahrzeuge oder Transporte in Begleitung
mehrerer Personen finanzieren lassen würden. In Bezug auf den Beschwerdeführer sei
die tatsächliche Gefährdung bzw. das Schutzbedürfnis im Vergleich zu grossen
„Marktplayern“ sogar grösser, da sich Übeltäter eher auf Opfer konzentrieren würden,
die zwar grössere Werte transportierten, aber sich keine gepanzerten Fahrzeuge oder
Mehrpersonenbegleitung leisten könnten. Der Beschwerdeführer sei als
„Sicherheitsangestellter“ im Sinn von BGer 2C_547/2008 a.a.O. zu qualifizieren (act. G
11).
2.
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2.1. Die frühere Bewilligung vom 15. Mai 2009 war unbestritten insofern befristeter
Natur, als sie offenbar bis 17. Mai 2014 erteilt wurde (vgl. act. G 2 S. 6) und damit für
die gesetzliche Maximalfrist von fünf Jahren (vgl. Art. 27 Abs. 3 erster Satz WG). Soweit
dies zutrifft - die Bewilligung vom 15. Mai 2009 und allfällige weitere dazugehörige
Unterlagen befinden sich nicht bei den Akten - würde die Berufung des
Beschwerdeführers auf Treu und Glauben (vgl. Voraussetzungen in BGer 1C_358/2013
vom 12. November 2013, E. 3.6 mit Hinweisen) bereits an der fehlenden
Vertrauensgrundlage bzw. an der fehlenden Zusicherung einer Verlängerung bzw.
Erneuerung der Bewilligung scheitern. Der Vertrauensschutz fällt von daher als
Anspruchsgrundlage für die Weitergewährung der Bewilligung zum vornherein ausser
Betracht.
2.2. Soweit vorliegend eine Änderung der Praxis der Bewilligungsbehörde zu bejahen
wäre, liesse sich eine solche nur begründen, wenn die neue Lösung besserer
Erkenntnis der ratio legis, veränderten äusseren Verhältnissen oder gewandelter
Rechtsanschauung entspricht; andernfalls ist die bisherige Praxis beizubehalten. Eine
Praxisänderung muss sich deshalb auf ernsthafte sachliche Gründe stützen können,
die - vor allem im Interesse der Rechtssicherheit - umso gewichtiger sein müssen, je
länger die als falsch oder nicht mehr zeitgemäss erachtete Rechtsanwendung
gehandhabt worden ist (BGE 136 III 6 E. 3 mit Hinweis auf BGE 135 I 79 E. 3 S. 82;
BGE 135 II 78 E. 3.2 S. 85; BGE 133 III 335 E. 2.3 S. 338).
Konkret lässt sich eine eingelebte Praxis hinsichtlich Waffentragbewilligung insofern
nicht belegen, als die Vorinstanz eine solche ausdrücklich in Abrede stellte und
festhielt, dass bereits die Erteilung der bisherigen Verlängerung der Bewilligung an den
Beschwerdeführer nicht rechtmässig gewesen sei (act. G 15/9/10 S. 3 f.). Selbst wenn
jedoch von einer solchen Praxis auszugehen wäre, bestünden ernsthafte und sachliche
Gründe dann, wenn eine nicht mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
übereinstimmende Praxis anzupassen wäre (vgl. BGE 136 III 6 E. 3 S. 8 mit Hinweisen).
Nachstehend ist daher zu prüfen, ob eine Bewilligungserteilung an den
Beschwerdeführer mit den gesetzlichen Bestimmungen und der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung in Einklang steht.
2.3.
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Praxis%E4nderung+%22ernsthafte+und+sachliche+Gr%FCnde%22&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Praxis%E4nderung+%22ernsthafte+und+sachliche+Gr%FCnde%22&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-78%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page78 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Praxis%E4nderung+%22ernsthafte+und+sachliche+Gr%FCnde%22&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-335%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page335 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Praxis%E4nderung+%22ernsthafte+und+sachliche+Gr%FCnde%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-III-6%3Ade&number_of_ranks=0#page6
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2.3.1. Gemäss Art. 12 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte
Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch
Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von
Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere
geeignete Weise. Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine besonderen
Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten angebotenen und die leicht
zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen (Art. 12 Abs. 1 und 2
VRP). Dieser Grundsatz gilt (mit Einschränkungen hinsichtlich Behauptungs- und
Beweisführungslast) auch im Rechtsmittelverfahren (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz. 610). Der
Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert.
Diese Pflicht ist insofern gerechtfertigt, als die Beteiligten den Sachverhalt nicht nur
besser kennen, sondern oft auch ein eigenes Interesse daran haben, ihre Darstellung
des Sachverhalts beweismässig zu untermauern (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 599). Sie
führt dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort, wo sie eine Bewilligung oder
eine staatliche Leistung beanspruchen, das tatsächliche Fundament ihres Begehrens
weitgehend selbst behaupten und die Beweise dafür anbieten müssen (Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 605 mit Hinweis). Kann von den Privaten nach den Umständen eine
Handlung oder eine Äusserung erwartet werden und bleibt eine solche aus, so haben
die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die nicht aktenkundig sind. Eine
Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche
nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine
Partei besser kennt als die Behörde (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 994 mit Hinweis auf BGE 130 II 499, 464 und 128 II
139, 142 f.). Wenn nach Abschluss des Beweisverfahrens (mit allfälligen weiteren
Abklärungen) und der Beweiswürdigung keine Überzeugung der Erstinstanz über die
relevanten Tatsachen zustande kommt, hat im Fall, in welchem eine Verfügung mit
begünstigendem Charakter zur Diskussion steht, der zu Begünstigende die Beweislast
für die Voraussetzungen der Begünstigung bzw. die Folgen einer allfälligen
Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 626-629).
2.3.2. Der Beschwerdeführer hält fest, dass die Vorinstanz nicht ermittelt habe, mit
welcher Intensität und unter welchen Voraussetzungen bzw. Umständen er
Werttransporte durchführe und welchem Personenkreis seine Tätigkeit bekannt sei. Zu
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berücksichtigen sei, dass ein grösserer Personenkreis (mittlere vierstellige Zahl)
Kenntnis vom Angebot des Beschwerdeführers (Werttransporte) habe, der
Beschwerdeführer seit über 20 Jahren in diesem Geschäft tätig sei und
durchschnittlich eine zweistellige Zahl an Transporten jährlich durchführe. Nicht nur
seine konkreten Auftraggeber hätten von dessen Angebot Kenntnis, sondern auch
seine übrigen Kunden, die dieses noch nie in Anspruch genommen hätten, und auch
Dritte, denen der Beschwerdeführer als Geschäftspartner empfohlen worden sei, die
mit ihm aber noch nicht in einer Kundenbeziehung ständen. Je breiter dieser
Personenkreis, desto grösser die tatsächliche Möglichkeit, dass ein „Mitwisser“
versuche, transportierte Werte gewaltsam an sich zu nehmen. Dieser Personenkreis
umfasse auch potentiell Gesetzesuntreue, die mit Mund-zu-Mund-Propaganda vom
Angebot des Beschwerdeführers erfahren würden. Dies habe die Vorinstanz
ausgeblendet. Sie vergleiche fälschlicherweise das Angebot des Beschwerdeführers
mit demjenigen eines Geschäftsführers, der nach Ladenschluss die Bareinnahmen in
den Tresor bringe. Seit 2001 (Jahr des von der Vorinstanz zitierten Entscheids) habe
zudem insbesondere der elektronische Zahlungsverkehr an Bedeutung enorm
zugenommen (act. G 11 S. 3 f. mit Hinweis auf act. G 12).
Diesen Standpunkt hatte der Beschwerdeführer im Wesentlichen bereits mit Eingabe
an die Kantonspolizei vom 20. Juni 2014 eingenommen (act. G 15/9/4). Hierauf stellte
ihm diese mit Schreiben vom 14. Juli 2014 die Gesuchsabweisung in Aussicht, räumte
ihm jedoch Gelegenheit zur weiteren Stellungnahme ein. Diese solle sich dazu äussern,
inwiefern das Tragen einer Waffe das einzig zumutbare Mittel zur Gefahrenabwehr sei.
Zudem seien der Wert der von ihm regelmässig transportierten Geldbeträge und
Wertschriften bzw. das Gewicht der von ihm regelmässig transportierten Edelmetalle in
kg anzugeben. Gehe innert Frist keine Stellungnahme ein, werde aufgrund der Akten
entschieden (act. G 15/9/5). Auf diese Fristansetzung im Sinn von Art. 17 Abs. 2 VRP
bestätigte der Beschwerdeführer am 1. September 2014 seinen bisherigen Standpunkt
und hielt unter anderem fest, der konkrete Wert oder das Gewicht des jeweiligen
Transportgutes sei im Rahmen der Bewilligungsprüfung irrelevant. Massgebend sei,
dass er im Rahmen seiner Tätigkeit Werttransporte ausführe und seine redliche
Geschäftstätigkeit von der Kontrollstelle beaufsichtigt werde (act. G 15/9/9). Hierauf
erging am 10. Oktober 2014 die abweisende Verfügung (act. G 15/9/10).
2.4.
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2.4.1. Nach der Rechtsprechung würde es zu weit gehen und dem Zweck des WG
widersprechen, allen Personen, die am Abend eine Kasse leeren oder grössere
Geldbeträge transportieren, eine Waffentragbewilligung zu erteilen (BGer 2A.411/2000
vom 22. März 2001, E. 2b). Von daher stellt sich im Rahmen der Abklärung des
Bedürfnisses für das Tragen einer Faustfeuerwaffe vorab die Frage, welche Tätigkeit
der Beschwerdeführer im Einzelnen im Nachgang zum Gesuch vom Mai 2014 ausführte
und aktuell noch ausführt. Hierzu lassen sich den Akten und Eingaben des
Beschwerdeführers im Verwaltungs- und Rechtsmittelverfahren lediglich sehr
allgemeine Angaben entnehmen. Unbekannt blieb insbesondere, welche
Geschäftstätigkeit der Beschwerdeführer im Detail ausführt bzw. was genau er für
welches Kundensegment, von wo nach wo, wie oft und zu welchen Tages- oder
Nachtzeiten transportiert. Von Interesse wäre im vorliegenden Zusammenhang auch,
welche Erfahrungen der Beschwerdeführer seit dem Auslaufen der letzten
Waffentragbewilligung am 18. Mai 2014 hinsichtlich Gewährleistung der Sicherheit von
Personen und Sachen machte.
2.4.2. Wenn die Vorinstanz ausführt, dass das Tragen bzw. der Einsatz einer
Schusswaffe bei Streitigkeiten fatale Folgen haben und eine Waffe auch in den Händen
eines rechtschaffenen Bürgers eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen
könne (act. G 2), so ist festzuhalten, dass dies im Wesentlichen die Voraussetzung
nach Art. 27 Abs. 2 lit. c WG tangiert. Diese Anforderung ist jedoch im Fall des
Beschwerdeführers unstreitig erfüllt. Zum Vorbringen der Vorinstanz, wonach für den
Beschwerdeführer für den Fall des Eintritts einer bedrohlichen Lage mögliche
Alternativen zu einer Waffe, wie Pfefferspray (bewilligungsfrei) oder ähnliche zulässige
Mittel sowie die Beauftragung einer Sicherheitsfirma für die Begleitung bei der Arbeit in
gefährlicheren Gegenden, bestünden (act. G 2), ist festzuhalten, dass sich anhand der
tatsächlichen Verhältnisse nicht beurteilen lässt, ob diese Alternativen den konkreten
Verhältnissen des Beschwerdeführers gerecht werden. Nicht prüfen lässt sich aufgrund
der bestehenden Aktenlage auch die vorinstanzliche Feststellung, dass die vom
Beschwerdeführer angeführten wirtschaftlichen Interessen (Wettbewerbsverzerrungen)
mit Blick auf das Interesse der öffentlichen Sicherheit zurückzutreten hätten (act. G 2).
Zu beachten ist jedoch, dass gegenüber dem Beschwerdeführer eine Fristansetzung im
Sinn von Art. 17 Abs. 2 VRP durch die Kantonspolizei (act. G 15/9/5) erfolgt war. Diese
Fristansetzung bezog sich zwar lediglich auf Auskünfte zu Wert und Menge der
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transportierten Sachen. Es wäre jedoch am Beschwerdeführer gewesen, im Rahmen
der Mitwirkungspflicht sein Waffentrag-Bedürfnis mit einer Stellungnahme zum
Gegenstand der Transporte, zum Kundensegment, zu den Transportwegen, zur
Häufigkeit der Transporte, zu den Tages- oder Nachtzeiten der Transporte sowie zu
seinen Erfahrungen seit dem Auslaufen der letzten Waffentragbewilligung am 18. Mai
2014 hinsichtlich Gewährleistung der Sicherheit von Personen und Sachen umfassend
darzutun. Dieser Mitwirkungspflicht kam der Beschwerdeführer nicht nach. Die Folgen
der daraus resultierenden Beweislosigkeit hat er daher zu tragen. Der angefochtene
Entscheid lässt sich somit nicht beanstanden. Es steht dem Beschwerdeführer jedoch
frei, ein erneutes (begründetes) Gesuch einzureichen.
3.
3.1. (...).
3.2. (...).