# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75cf49e8-2df8-4d68-b46b-94b61c94da96
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2008 vom 25. März 2010 wurden die
Pflichtigen zu einem im Kanton Basel-Landschaft steuerbaren Einkommen von Fr. 61‘217.-- bei
einem satzbestimmenden Einkommen von Fr. 256‘240.-- und einem steuerbaren und satzbe-
stimmenden Vermögen von Fr. 0.-- veranlagt.
2. Mit Eingabe vom 20. April 2010 erhob die Vertreterin mit den Begehren, 1. Die Veranla-
gungsverfügung sei aufzuheben; 2. Die Behandlung der Einsprache sei aufzuschieben, bis eine
rechtskräftige Veranlagung des Hauptsteuerdomizil-Kantons B._ vorliege, Einsprache. Mit
Eingabe vom 18. Juli 2014 wies die Vertreterin darauf hin, dass die Pflichtigen vom Steueramt
B._ am 13. August 2012 definitiv veranlagt worden seien.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 11. Dezember 2015 wies die Steuerverwaltung die Ein-
sprache ab. Zur Begründung führte sie aus, nach Prüfung der Veranlagungsverfügung des Kan-
tons B._ ergebe sich, dass dieser der Geschäftsabschluss der A._ Immobilien zugrunde
gelegt worden sei. Diesem Abschluss könne man unter anderem die Mieterträge der verschie-
denen Liegenschaften, jeweils vermindert um Abschreibungen, Liegenschaftsunterhalt sowie
Rückstellungen, entnehmen. Abschreibungen seien im Kanton Basel-Landschaft für Wertver-
minderungen von Aktiven des Geschäftsvermögens zulässig. Vorliegend lasse sich kein ge-
schäftsmässig nach aussen sichtbares Gewerbe ausmachen, seien die Pflichtigen doch nicht
einmal im Handelsregister eingetragen. Bis dato habe einzig der Verkauf einer Liegenschaft im
Kanton C._ stattgefunden. Gewerbsmässiger Liegenschafshandel sehe demgegenüber vor,
dass mit dem Handel, d.h. mit dem planmässigen An- und Verkauf von Grundstücken, Gewinn
erzielt werden solle. Vorliegend werde das Erwerbseinkommen jedoch aus der Lehrertätigkeit
erzielt. Liegenschaftshandel bedeute, dass es in erster Linie um Objekte gehe, mit denen Han-
del getrieben werde. Diese stellten Handelsware dar und gehörten demnach zum Umlaufver-
mögen. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis seien auf Liegenschaften des Umlaufvermögens
jedoch keine Abschreibungen zulässig. Im vorliegenden Fall würden die Umstände für eine pri-
vate Vermögensverwaltung sprechen. Rückstellungen könnten nach der Veranlagungspraxis im
Kanton Basel-Landschaft ohnehin erst ab dem Steuerjahr 2015 für Grossreparaturen vorge-
nommen werden. Damit seien weder Abschreibungen noch Rückstellungen zum Abzug zuzu-
lassen.
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4. Mit Eingabe vom 11. Januar 2016 erhob die Vertreterin mit den Begehren, 1. Der Ein-
sprache-Entscheid sei aufzuheben; 2. Die Abschreibungen und Rückstellungen seien gemäss
Selbstdeklaration zum Abzug zuzulassen und die Steuerfaktoren wie folgt festzulegen: Steuer-
bares Einkommen Basel-Landschaft: Fr. 0.--; satzbestimmendes Einkommen Basel-Landschaft:
Fr. 43‘200.--; steuerbares und satzbestimmendes Vermögen Kanton Basel-Landschaft: Fr. 0.--;
3. Unter o/e-Kostenfolge, Rekurs. Zur Begründung machte sie geltend, die Rekurrenten hätten
seit anfangs dieses Jahrhunderts systematisch und zum Zweck der Gewinnerzielung mehr als
zehn Mehrfamilienhäuser in der gesamten Schweiz erworben. Dies habe auf ausserordentli-
chen Marktkenntnissen basiert. Anfangs des Jahres 2006 hätten sich die Rekurrenten alsdann
entschieden, ihre Aktivitäten im Immobilienbereich zu intensivieren und das Portfolio weiter
auszubauen. Die Käufe seien im maximalen Umfang bei Banken finanziert. Darüber hinaus hät-
ten die Rekurrenten Darlehen bei einer Stiftung und bei verschiedenen Personen aufgenom-
men. Insgesamt betrage der Fremdfinanzierungsgrad jeweils weit über 90%. Die Objekte wür-
den aktiv bewirtschaftet mit dem Ziel, Mieterträge zu generieren. Am 1. Juli 2008 sei im Rah-
men einer Portfoliooptimierung eine Liegenschaft im Kanton C._ mit Gewinn veräussert und
der Erlös reinvestiert worden. Die Mehrheit der Liegenschaften solle jedoch langfristig gehalten
werden. Aufgrund dieser intensiven Tätigkeit hätten sich die Rekurrenten entschieden, die Lie-
genschaften ab dem 1. Januar 2006 ins Geschäftsvermögen zu überführen. Folglich seien ab
dem Geschäftsjahre 2006 Bilanzen und Erfolgsrechnungen erstellt worden. Am 1. September
2008 hätten die Rekurrenten die Liegenschaften in D._ zum Preis von Fr. 5‘910‘000.-- ge-
kauft. Die Liegenschaften seien in der Jahresrechnung 2008 pro rata abgeschrieben worden.
Zudem sei unter Anwendung der am Hauptsteuerdomizil gängigen Praxis eine pauschale
Rückstellung für Grossreparaturen gebildet worden. Im Kanton B._ sei die Selbstdeklaration
der Rekurrenten akzeptiert worden. Die Aktiven seien, wie übrigens in den Vorjahren, als Ge-
schäftsvermögen, der Gewinn als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit qualifiziert
worden. Entsprechend seien sowohl die Abschreibungen als auch die Rückstellungen als ge-
schäftsmässig begründeter Aufwand anerkannt worden. Unter Berücksichtigung des Gesamt-
bildes der vollzogenen Tätigkeiten sei offensichtlich, dass eine selbständige Erwerbstätigkeit
vorliege und nicht eine blosse private Vermögensverwaltung. In der Praxis des interkantonalen
Steuerrechts würden sowohl die Steuerpflichtigen als auch die Steuerbehörden regelmässig die
Praxis des Hauptsitzkantons anwenden. Alles andere sei bei Personen mit Steuerpflicht in meh-
reren Kantonen weder für die Steuerverwaltungen noch für die Steuerpflichtigen praktikabel und
würde in letzter Konsequenz in jedem Kanton zu einer eigenen Steuerbilanz führen.
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5. Mit Vernehmlassung vom 24. März 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, die Gewerbsmässigkeit eines Liegen-
schaftshandels sei nach der Rechtsprechung dann anzunehmen, wenn der Handel mit Liegen-
schaften über den Rahmen einer ordentlichen Vermögensverwaltung hinausgehe und in der
Absicht erfolge, mit dem planmässigen An- und Verkauf von Grundstücken einen Gewinn zu
erzielen. Bei Selbständigerwerbenden seien nur Abschreibungen auf dem Geschäftsvermögen
zulässig. Da beim Liegenschaftshändler der Kauf und Verkauf von Liegenschaften im Vorder-
grund stehe, würden solche Immobilien normalerweise Umlaufvermögen darstellen, d.h.‚ es
seien weder Betriebs- noch Kapitalanlageliegenschaften. Auf solchen Liegenschaften sei keine
pauschale Abschreibung möglich. Schon aus dem Portfolioaufbau sei vorliegend ersichtlich,
dass es sich um keine selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne eines gewerbsmässigen Liegen-
schaftshandels handeln könne, sondern um die Verwaltung des eigenen Vermögens. So sei
denn auch in all den Jahren lediglich eine Liegenschaft im Rahmen einer Portfoliooptimierung
veräussert worden. Dieser eine Verkauf qualifiziere jedoch noch nicht als selbständiger Liegen-
schaftshandel, erwirtschaften die Rekurrenten doch ihr Erwerbseinkommen aus ihrer Lehrertä-
tigkeit. Zudem sei die A._ Immobilien weder im Handelsregister eingetragen noch trete sie
aktiv am Markt auf. Auch in der Buchhaltung erscheine keine geschäftliche Tätigkeit, so dass es
an einem Geschäftsbetrieb fehle. Entsprechend seien die Liegenschaften dem Privatvermögen
zuzuordnen, so dass Abschreibungen steuerlich nicht akzeptiert werden könnten. Selbst wenn
man einen gewerbsmässigen Liegenschaftshandel bejahen würde, würden diese Liegenschaf-
ten Handelsware und somit Umlaufvermögen darstellen, worauf ebenfalls keine Abschreibun-
gen möglich wären. Rückstellungen für Grossreparaturen an Liegenschaften würden Ge-
schäftsvermögen voraussetzen, was hier gerade nicht vorhanden sei. Somit könnten auch die
steuerlich geltend gemachten Rückstellungen nicht zum Abzug zugelassen werden.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielt die Steuerverwaltung an ihrem Begehren fest.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
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ständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen
und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel-
lenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob die geltend gemachten Abschreibungen und
Rückstellungen zum Abzug zuzulassen sind.
3. Vorab stellt sich die Frage, ob der Kanton Basel-Landschaft als Nebensteuerdomizil der
Rekurrenten aufgrund deren hiesigen Grundstücke (vgl. Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG] vom 14. Dezem-
ber 1990) an die Einschätzung des Kantons B._ als Hauptsteuerdomizil der Pflichtigen auf-
grund deren Wohnsitz (vgl. Art. 3 Abs. 1 StHG) gebunden ist. Das Steueramt des Kantons
B._ hat die Pflichtigen am 13. August 2012 definitiv veranlagt. Die Veranlagung basierte auf
dem Einschätzungsvorschlag vom 1. Juni 2012, welchem die Pflichtigen am 13. Juli 2012 zuge-
stimmt hatten. Aus der interkantonalen Steuerausscheidung des Kantons B._ ergibt sich,
dass im Kanton Basel-Landschaft Abschreibungen und Rückstellungen zum Abzug zugelassen
wurden. Weder aus dem StHG noch der Verordnung über die Anwendung des Steuerharmoni-
sierungsgesetzes im interkantonalen Verhältnis vom 9. März 2001 (VO StHG) ergibt sich, dass
der Kanton Basel-Landschaft an die Veranlagungsverfügung und die Steuerausscheidung des
Kantons B._ gebunden wäre. Vielmehr darf und muss der Kanton Basel-Landschaft die Re-
kurrenten aufgrund des basellandschaftlichen Steuergesetzes und der dazu entwickelte Lehre
und Praxis veranlagen und hat dabei sein kantonales Verfahrensrecht anzuwenden (vgl. Art. 2
Abs. 4 VO StHG).
4. a) Gemäss Art. 10 Abs. 1 StHG werden als geschäfts- oder berufsmässig begrün-
dete Kosten namentlich abgezogen: die ausgewiesenen Abschreibungen des Geschäftsvermö-
gens (lit. a); die Rückstellungen für Verpflichtungen, deren Höhe noch unbestimmt ist, oder für
unmittelbar drohende Verlustrisiken (lit. b).
b) Gemäss § 30 Abs. 1 StG sind für Wertverminderungen von Aktiven des Ge-
schäftsvermögens Abschreibungen zulässig, soweit sie buchmässig oder in besonderen Ab-
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schreibungstabellen ausgewiesen werden. Gemäss § 31 Abs. 1 StG sind Rückstellungen zulas-
ten der Erfolgsrechnung zulässig für im Geschäftsjahr begründete Verpflichtungen, deren Höhe
noch unbestimmt ist (lit. a); Verlustrisiken, die mit Aktiven des Umlaufvermögens, insbesondere
Waren und Debitoren, verbunden sind (lit. b); andere unmittelbar drohende Verlustrisiken, die
im Geschäftsjahr begründet wurden (lit. c).
c) Daraus folgt, dass sowohl Abschreibungen als auch Rückstellungen auf Liegen-
schaften des Geschäftsvermögens vorgenommen werden können. Auf Liegenschaften des Pri-
vatvermögens sind hingegen keine Abschreibungen und Rückstellungen zulässig.
5. a) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenheit und konkreten Zweckbe-
stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatvermögen bilden oder, wie nament-
lich Liegenschaften, Alternativgüter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- wie auch zum Pri-
vatvermögen gehören. Für die Abgrenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche
Funktion des Vermögenswertes abzustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es
tatsächlich dem Geschäft dient (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 2C_515/2013 vom
27. November 2013, E. 2.1, m.w.H.). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl privaten wie
auch geschäftlichen Zwecken, spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung zum Ge-
schäfts- oder Privatvermögen erfolgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präponderanzme-
thode (vgl. Amschwand, Geschäftsvermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ. in:
SteuerRevue [StR] 2000, S. 481 ff.). Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Januar
1995 diejenigen gemischt, d.h. teils geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz oder
vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Geschäfts-
vermögen zugewiesen. Die nicht vorwiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören demge-
genüber gesamthaft zum Privatvermögen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt werden
(vgl. BGE 133 II 420, E. 3.3, m.w.H.). Ein Vermögenswert dient dann vorwiegend der selbst-
ständigen Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr als 50% geschäftlich genutzt wird (vgl. Reich, in:
Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Art. 18 DBG N 55;
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 18 N 107, m.w.H.).
b) Beim Liegenschaftshändler unterscheiden Praxis und Lehre drei Arten von Im-
mobilien: solche, die für den Verkauf bestimmt sind und damit Handelsware (Umlaufvermögen)
bilden, Betriebsliegenschaften, d.h. unmittelbar dem Handelsbetrieb dienende Liegenschaften
(Anlagevermögen), sowie Kapitalanlageliegenschaften, die nur mittelbar durch ihren Ertrag als
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Kapitalanlage einem Unternehmen bzw. einem Privaten dienen. Normalerweise stellen Immobi-
lien bei Liegenschaftshändlern Umlaufvermögen dar, d.h. sie sind weder Betriebs- noch Kapi-
talanlageliegenschaften. Ordentliche Abschreibungen sind nur auf Betriebsliegenschaften
denkbar, d.h. nicht auf Kapitalanlageliegenschaften oder auf Immobilien des Umlaufvermögens
(vgl. zum Ganzen: BGE 2C_50/2011 vom 16. Mai 2011, m.w.H.).
6. Es stellt sich die Frage, ob die Pflichtigen als Liegenschaftshändler zu qualifizieren sind.
a) Die selbständige Erwerbstätigkeit einer natürlichen Person besteht aus einem
Vorgehen, mit dem die natürliche Person auf eigenes Risiko, unter Einsatz der Produktionsfak-
toren Arbeit und Kapital, in einer von ihr frei gewählten Arbeitsorganisation, dauernd oder vor-
übergehend, haupt- oder nebenberuflich, in jedem Fall aber mit der Absicht der Gewinnerzie-
lung am Wirtschaftsverkehr teilnimmt (vgl. BGE 125 II 113, E. 5b). Die verschiedenen Gesichts-
punkte der selbständigen Erwerbstätigkeit abschliessend zu umschreiben, erweist sich als prob-
lematisch. Die Prüfung ist deshalb von Fall zu Fall aufgrund einer umfassenden Würdigung der
tatsächlichen Umstände vorzunehmen. Die einzelnen Gesichtspunkte dürfen dabei nicht isoliert
betrachtet werden und können auch in unterschiedlicher Intensität auftreten (vgl. BGE
2C_1273/2012, E. 2.2) (vgl. zum Ganzen: BGE 2C_156/2015 vom 5. April 2016, E. 2.2.4).
b) Soweit bei Veräusserungen aus dem Privatvermögen Gewinne anfallen, die nur
und erst in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit entstehen, ist die Tätigkeit
insgesamt nicht auf Erwerb gerichtet. Ein solches, auf Erhaltung und Nutzung eigenen Vermö-
gens abzielendes Vorgehen gilt selbst dann nicht als Erwerbstätigkeit, wenn das Vermögen
beträchtlich ist, es professionell verwaltet wird oder Gegenstand einer Buchhaltung ist (vgl. zum
Ganzen: BGE 2C_156/2015 vom 5. April 2016, E. 2.2.5, m.w.H.).
c) Der gewerbsmässige Grundstückhandel bildet eine Sonderform der selbständi-
gen Erwerbstätigkeit. Die bundesgerichtliche Praxis hat hierzu branchenspezifische Kriterien
entwickelt. Solche bestehen im systematischen bzw. planmässigen Vorgehen, in der Häufigkeit
der Transaktionen, der Nähe des Grundstückhandels zur hauptberuflichen Tätigkeit der steuer-
pflichtigen Person, im Einsatz spezieller Fachkenntnisse, der (kurzen) Besitzesdauer, dem Ein-
satz erheblichen Fremdkapitals zur Finanzierung der Transaktionen oder der Vornahme der
Transaktionen im Rahmen einer Personengesellschaft (vgl. BGE 125 II 113, E. 6a; BGE
2C_1273/2012, E. 2.2). Auch eine einmalige Tätigkeit kann sich unter Umständen als planmäs-
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sig herausstellen (vgl. Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 18 N 16; Oberson, Droit
fiscal suisse, 4. Aufl. 2012, § 7 N 44, mit Hinweis auf BGE 104 Ib 164). Gewerbsmässiger
Grundstückhandel ist zu vermuten, sofern mehrere Personen sich für ein bestimmtes Vorhaben
zu einer einfachen Gesellschaft (Baukonsortium) zusammenschliessen, wobei einer oder meh-
rere Beteiligte in Ausübung ihrer angestammten Tätigkeit mitwirken und mit aller Einverständnis
die Geschäftsführung für gemeinsame Rechnung besorgen. Das Vorgehen der federführenden
Fachpersonen wird in der Folge den mitwirkenden Investoren steuerlich zugerechnet (vgl. u.a.
BGE 2C_907/2010 vom 16. Mai 2011, E. 3.2) (vgl. zum Ganzen: BGE 2C_156/2015 vom
5. April 2016, E. 2.2.6, m.w.H.).
d) Vorliegend belief sich das Immobilienportfolio der Pflichtigen im Jahr 2006 ge-
mäss Bilanz der A._ Immobilien auf Fr. 9‘458‘643.--, welchem Fremdkapital in Höhe von
Fr. 9‘503‘399.-- (= Hypotheken: Fr. 8‘392‘899.-- + übriges Fremdkapital: Fr. 1‘110‘500.--) ge-
genüberstand. Im Jahr 2007 waren es Liegenschaften in Höhe von Fr. 14‘108‘994.-- bzw.
Fremdkapital in Höhe von Fr. 13‘995‘396.-- und im hier strittigen Steuerjahr 2008
Fr. 20‘194‘750.-- bzw. 20‘781‘366.--. Gemäss Bilanz des Jahres 2008 setzte sich das hiervor
genannte Fremdkapital aus Hypotheken in Höhe von Fr. 18‘598‘366.-- und ungesicherten Dar-
lehen in Höhe von Fr. 2‘183‘000.-- zusammen. Gemäss Bilanz des Jahres 2008 umfasste das
Immobilienportfolio 10 Mehrfamilienhäuser in diversen Kantonen der Schweiz, u.a. auch im
Kanton Basel-Landschaft, nämlich die Liegenschaften in D._, welche am 25. September
2008 erworben wurden. Veräussert wurde bis ins Jahr 2008, im Rahmen einer Portfoliooptimie-
rung, ein Mehrfamilienhaus im Kanton C._.
e) Auffallend ist der Einsatz erheblichen Fremdkapitals zur Finanzierung der Lie-
genschaftskäufe. Allein aus der Erfüllung dieses Kriteriums kann aber nicht abgeleitet werden,
dass es sich um eine selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne eines gewerbsmässigen Liegen-
schaftshandels handelt. Auch aus dem Verkauf eines Mehrfamilienhauses aus dem Portfolio
ergibt sich nichts anderes, da sich aus dem Begriff des „Handels“ ableiten lässt, dass es sich
um den systematischen bzw. planmässigen An- und Verkauf von diversen Grundstücken zur
Gewinnerzielung handeln muss. Die Planmässigkeit des Vorgehens bezieht sich vorliegend
indes vielmehr auf den Aufbau des Immobilienportfolios, wobei die Objekte aktiv bewirtschaftet
werden mit dem Ziel, Mieterträge zu generieren. Die Liegenschaften werden langfristig gehal-
ten. Insgesamt fehlt es damit sowohl an der Intensität des Handels als auch der kurzen Halte-
dauer. Weiter verfügen die Rekurrenten über keinerlei branchenspezifische Fachkenntnisse.
Vielmehr erwirtschaften sie ihr Erwerbseinkommen aus ihrer Lehrertätigkeit, welcher sie als
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Unselbständigerwerbende nachgehen. Überdies ist die A._ Immobilien weder im Handels-
register eingetragen noch tritt sie aktiv am Markt auf. Der Bilanz und Erfolgsrechnung der Fir-
ma, bei welchen es sich eigentlich um eine Liegenschaftsrechnung handelt, ist keine geschäftli-
che Tätigkeit zu entnehmen, so dass es an einem Geschäftsbetrieb fehlt. Bei dieser konservati-
ven Portfolioverwaltung handelt es sich damit um eine reine Verwaltung des eigenen Vermö-
gens, welche keine geschäftliche Tätigkeit zu begründen vermag. Überdies bleibt darauf hinzu-
weisen, dass die Rekurrenten selbst in ihrer Steuerklärung die Einkünfte nicht als solche aus
selbständiger Erwerbstätigkeit, sondern als Liegenschaftsertrag und die Liegenschaften als Pri-
vat- und nicht als Geschäftsvermögen deklariert haben, worauf sie zu behaften sind. Dasselbe
gilt für die Liegenschaftsrechnung, welcher keine Beiträge Selbständigerwerbender an die AHV,
die IV und die EO zu entnehmen sind. Aus alledem ergibt sich, dass die Rekurrenten nicht als
Liegenschaftshändler zu qualifizieren sind. Da keine selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne des
gewerbsmässigen Grundstückhandels vorliegt, sind die Liegenschaften, da dieselben somit
nicht der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen, dem Privatvermögen der Pflichtigen zuzuord-
nen. Damit kann offen bleiben, ob es sich um Betriebsliegenschaften handelt. Da auf Privat-
vermögen wie gesehen keine Abschreibungen und Rückstellungen zulässig sind, sind diesel-
ben nicht zum Abzug zuzulassen. Der Rekurs erweist sich damit dem Grundsatz nach als un-
begründet.
7. Dem Einsprache-Entscheid vom 11. Dezember 2015 wurden als integrierende Bestand-
teile Entwürfe der Veranlagung und der interkantonalen Steuerausscheidung beigelegt. Ge-
mäss Veranlagungsentwurf wurden die Pflichtigen zum Tarif für Einzelpersonen besteuert und
entsprechend auch der steuerfreie Vermögensbetrag gemäss Ziff. 905 auf Fr. 75‘000.-- festge-
legt. Die Rekurrenten sind verheiratet. Gemäss § 8 Abs. 1 StG werden Einkommen und Vermö-
gen der Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, ohne Rücksicht auf
den Güterstand zusammengerechnet und gemäss § 34 Abs. 2 StG zum Tarif für Verheiratete
besteuert. Gemäss § 50 Abs. 1 lit. a StG werden für die Steuerberechnung für in ungetrennter
Ehe lebende Steuerpflichtige Fr. 150‘000.-- vom Reinvermögen abgezogen. Im Gegensatz zum
Veranlagungsentwurf sind die Pflichtigen damit zum Tarif für Verheiratete zu besteuern und der
steuerfreie Betrag gemäss Ziff. 905 des Veranlagungsentwurfes von Fr. 75‘000.-- auf
Fr. 150‘000.-- zu erhöhen.
Der Rekurs ist damit teilweise gutzuheissen.
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8. Es bleibt über die Kosten des Rekursverfahrens zu befinden.
a) Entsprechend dem teilweisen Obsiegen können den Rekurrenten anteilsmässige
Verfahrenskosten auferlegt werden (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom
16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]). In Abwei-
chung von diesem Grundsatz rechtfertigt es sich vorliegend indes, da die Pflichtigen lediglich in
einem marginalen Nebenpunkt durchgedrungen sind, ihnen die gesamten Verfahrenskosten
aufzuerlegen.
b) Nach § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO kann bei Beschwerden in Steuersachen
der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters eine angemessene
Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Hier gilt dasselbe, wie
das hiervor betreffend die Verfahrenskosten Ausgeführte. Da die Pflichtigen nur in einem mar-
ginalen Nebenpunkt durchgedrungen und die Vertreterin die unter Erw. 7 hiervor angesproche-
ne Problematik offensichtlich nicht erkannt, da sie im Rekurs vom 11. Januar 2016 weder einen
entsprechenden Antrag bzw. Eventualantrag gestellt noch diesbezüglichen Ausführungen ge-
macht hat, sind ihnen keine Parteikosten zuzusprechen.
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