# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 80922f7f-1f34-49bf-baab-c6dd18b82b78
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 11. Mai 2020 erteilte die Baukommission B._ C._ im
vereinfachten Baubewilligungsverfahren die Bewilligung für den Bau einer
Luft/Wasser-Wärmepumpe auf der Parzelle D._ in E._.
2. Nachdem C._ mit dem Bau der Pumpe begonnen – und den Einbau
nach seinen Angaben am 28. Juli 2020 fertiggestellt hatte – verlangte sein
Nachbar A._ am 1. September 2020 bei der Gemeinde die
Durchführung des ordentlichen Baubewilligungsverfahrens und als
vorsorgliche Massnahme die Verfügung eines Baustopps für die
Luft/Wasser-Wärmepumpe.
3. Der Baustopp wurde von der Baukommission B._ am 3. September
2020 verfügt. Gleichzeitig leitete die Baukommission ein ordentliches
Baubewilligungsverfahren für den Bau und Betrieb der Luft/Wasser-
Wärmepumpe ein.
4. Am 9. September 2020 reichte C._ ein entsprechendes Baugesuch
mit Lärmschutznachweis ein.
5. Am 10. September 2020 wiederholte A._ seinen Antrag um Erlass
des – gemäss obigen Ausführungen bereits angeordneten – Baustopps.
Nach seinen Angaben wurde die Wärmepumpe trotz Baustopps während
des hängigen Einspracheverfahrens fertig erstellt und in Betrieb
genommen.
6. Die dagegen bei der Baukommission am 28. September 2020 erhobene
Einsprache durch A._ wurde am 28. Oktober 2020 im Sinne der
Erwägungen gutgeheissen (Gutheissung des Eventualantrags Ziff. 2 lit. c
der Einsprache [es seien andere geeignete Massnahmen zur Reduktion
der Emissionen zu treffen]) und im Übrigen abgewiesen. Gleichzeitig
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erteilte die Baukommission die Baubewilligung für die Luft/Wasser-
Wärmepumpe.
7. Gegen diesen Bau- und Einspracheentscheid erhob A._ am
17. November 2020 Einsprache beim Gemeindevorstand und beantragte
die Aufhebung des Einspracheentscheid und der Baubewilligung sowie die
Verweigerung der Baubewilligung. Eventualiter sei der angefochtene
Einspracheentscheid aufzuheben und es sei dem Gesuchsteller die
Baubewilligung mit der Auflage zu erteilen, dass gestützt auf das
Vorsorgeprinzip emissionsbegrenzende Massnahmen zu treffen seien
(insbesondere die Installation einer anderen Pumpe mit
Schalldämmhaube, die Versetzung der Pumpe, oder andere geeignete
Massnahmen zur Reduktion der Emissionen). Es sei ein Augenschein
respektive eine Hörprobe vorzunehmen.
8. Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs fand am 28. Januar 2021
ein Augenschein mit Hörprobe statt, bei welchem gemäss Protokoll eine
Hörprobe unter maximalem Betrieb vorgenommen wurde. Gemäss
Protokoll vom 8. Februar 2021 wurde festgehalten, dass das Geräusch der
Pumpe bei geschlossenem Fenster nicht, bei geöffnetem Fenster schon,
im Dachgeschoss etwas stärker als im Erdgeschoss und auf der Veranda
wahrnehmbar war. Auch wurde die Pumpe aus nächster Nähe in
Augenschein genommen. Ob das Geräusch laut oder störend sei, habe
nicht abschliessend beurteilt werden können. Falls das vereinbarte
Gespräch betreffend Findung einer gütlichen Lösung zwischen den
Parteien nicht zustande kommen sollte, werde vereinbart, dass A._
eine akustische Messung der Wärmepumpe bei der Liegenschaft A._
in Auftrag geben werde, was anschliessend geschah.
9. Am 26. Februar 2021 fand die erwähnte Lärmmessung der F._ AG
statt. Danach werden die Grenzwerte eingehalten, auch unter
Berücksichtigung des Sicherheits- und Vorsorgezuschlags von 3 dB(A).
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10. Am 11., mitgeteilt am 18. Mai 2021, wies der Gemeindevorstand die
Einsprache ab.
11. Am 16. Juni 2021 erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) gegen
den Einspracheentscheid vom 11. Mai 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte:
(1) Der vorinstanzliche Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben und der
Einspracheentscheid und die mit separatem Bauentscheid erteilte Baubewilligung
seien aufzuheben und es sei dem Beschwerdegegner die Baubewilligung für die
Luft-Wasser-Wärmepumpe am vorgesehenen Standort zu verweigern.
(2) Eventualiter sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und es sei dem
Beschwerdegegner die Baubewilligung mit der Auflage zu erteilen, dass gestützt auf
das Vorsorgeprinzip emissionsbegrenzende Massnahmen zu treffen seien, wie:
a) Installation einer Luft/Wasser-Wärmepumpe des Typs G._ LW 161H
A/V oder eines vergleichbaren Typs mit Schalldämmhaube;
b) Versetzen der Luft/Wasser-Wärmepumpe an den durch einen Akustiker zu
ermittelnden Standort an der Nord-, Süd- oder Westfassade, von welchen
aus die geringste Lärmbelastung für den Einsprecher zu erwarten ist oder
Erstellen einer innenliegenden Wärmepumpe;
c) andere geeignete Massnahmen zur Reduktion der Emissionen.
Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und Festlegung der Auflagen
gemäss lit. a-c an die Baubehörde zurückzuweisen.
(3) Die vorinstanzlichen Verfahrenskosten sei neu zu verlegen und vollumfänglich dem
Beschwerdegegner und der Vorinstanz zu überbinden.
(4) Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und insbesondere sei es
dem Beschwerdegegner zu verbieten, während des Beschwerdeverfahrens die
Wärmepumpe zu nutzen, bis über die Bewilligungsfähigkeit entschieden ist
(Nutzungsverbot).
(5) Es sei ein Augenschein vor Ort und eine Hörprobe der Luft/Wasser-Wärmepumpe
unter maximalem Betrieb, eventualiter eine neue Lärmmessung, vorzunehmen.
(6) Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Einsprache- und Beschwerdeverfahren)
zu Lasten des Beschwerdegegners und der Vorinstanz.
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12. Am 28. Juni 2021 nahm die Gemeinde (Beschwerdegegnerin 1) zur
beantragten vorsorglichen Massnahme Stellung und ersuchte um
Abweisung der entsprechenden Anträge. Begründend hielt sie fest, dass
die Verfügung eines Nutzungsverbots für die Wärmepumpe während des
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens unverhältnismässig
wäre. Von einem eigenmächtigen Vorgehen des Bauherrn könne gemäss
Verfahrenshistorie nicht die Rede sein. Laut der Gemeinde wurde den
privaten Interessen des Beschwerdeführers bereits durch die Einleitung
eines nachträglichen Baubewilligungsverfahrens Rechnung getragen.
Weiter führte sie aus, dass der Beschwerdeführer im Übrigen während des
Verfahrens vor dem Gemeindevorstand während den letzten sechs
Monaten keine Anträge auf Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung
resp. eines Nutzungsverbots für die Pumpe gestellt habe.
13. Ebenfalls am 28. Juni 2021 beantragte C._
(Bauherr/Beschwerdegegner 2) gemäss Beilage die Abweisung des
Antrags auf Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung und hielt
begründend fest, dass er im Jahr 2020 das damals bestehende
Heizsystem für die Luft/Wasser-Wärmepumpe ersetzt habe, nachdem er
dafür am 30. Oktober 2020 eine Baubewilligung erhalten habe. Kurz
darauf sei die Wärmepumpe in Betrieb genommen worden. Da er damit
sein Wohnhaus heize und Warmwasser erzeuge, wären die ihm daraus
entstehenden Nachteile unverhältnismässig.
14. Mit vorsorglicher Verfügung vom 30. Juni 2021 wurde die Zuerkennung
der aufschiebenden Wirkung im vorliegenden Verfahren abgewiesen.
15. Am 19. August 2021 beantragte die Gemeinde in ihrer Vernehmlassung
die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge. Zur
Begründung des Abweisungsantrags verwies sie auf den angefochtenen
Einspracheentscheid des Gemeindevorstands vom 11. Mai 2021 sowie
den mitangefochtenen Einspracheentscheid und die Baubewilligung der
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Baukommission. Der Beschwerdeführer bringe in der vorliegenden
Eingabe kaum Neues vor, somit könne auf die entsprechenden
umfassenden und lückenlosen Erwägungen verwiesen werden. Der
Beschwerdeführer beanstandete in seiner Beschwerde vom 16. Juni 2021
die Höhe der erhobenen Verfahrenskosten von CHF 5'000.-- für das
vorinstanzliche Verfahren vor dem Gemeindevorstand. Die Gemeinde
betrachtete diese Rüge jedoch als unbegründet. Sie habe als erste
Rechtsmittelbehörde und nicht im Sinne eines Einspracheverfahrens
gehandelt. Die erhobenen Verfahrenskosten von CHF 5'000.-- seien
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zu
beanstanden, da im Verfahren ausserordentlich hohe Aufwände
entstanden seien.
16. In der Replik vom 1. September 2021 hielt der Beschwerdeführer an den
Anträgen in der Beschwerdeschrift vom 16. Juni 2021 vollständig fest und
bestritt die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1. Festzuhalten sei,
dass Innen- und Aussenstandorte vorhanden seien, welche den
Beschwerdegegner 2 nicht unnötig einschränkten, mit
verhältnismässigem Aufwand möglich seien und darüber hinaus den
Beschwerdeführer aber vor übermässigen Immissionen schützten. Damit
stehe fest, dass es sich beim bewilligten Standort entgegen der
Ausführungen der Vorinstanz nicht um den "absolut besten" Standort
handle. Die Vorinstanz verkenne erneut, dass ein Dezibel mehr oder
weniger bereits wesentlich Einfluss auf die Lärmbelastung habe, zumal
der Lärm exponentiell zu- respektive abnehme.
17. Am 7. September 2021 hielt die Gemeinde in ihrer Duplik weiterhin an der
kostenfälligen Abweisung der Beschwerde fest und verzichtete auf weitere
Ausführungen. Sie vertiefte einzig, dass es sich der Beschwerdeführer mit
Bestreitung der Kostenangaben von CHF 7'000.-- bis 11'000.-- für die
Schalldämmhaube der Luft/Wasser-Wärmepumpe des Typs G._ LW
161H A/V zu einfach mache, da er doch gerade dieses Modell eventualiter
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beantragte. Die Gemeinde habe nachvollziehbar und plausibel dargelegt,
warum dieser Typ als Alternativmodell nichts tauge. Die ungefähre
Kostenangabe sei das Resultat einer telefonischen Anfrage bei der
G._ AG gewesen. Die Gemeinde habe sich zwischenzeitlich auch
noch eine Preis- und Typenliste geben lasse, die sie der Duplik beilege.
Daraus könne entnommen werden, dass eine Schalldämmhaube mit
Stufe 1 CHF 7'455.-- und mit Stufe 2 CHF 12'088.-- koste. Folglich erweise
sich die angegebene Kostenschätzung als effektiv zu tief, was die
vorgenommene Verhältnismässigkeitsprüfung auch in dieser Hinsicht
mehr als bestätige.
18. Am 31. März 2022 edierte der Instruktionsrichter bei der Gemeinde das
Schreiben des Beschwerdeführers vom 17. April 2020, das Schreiben der
H._ GmbH vom 13. Oktober 2020 und den Nachweis der I._ SA
vom 28. April 2021 sowie sämtliche Baugesuchsunterlagen. Dazu wurde
den Parteien am 20. April 2022 das rechtliche Gehör gewährt.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 11. Mai 2021 sowie die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Fall bildet der Einspracheentscheid
des Gemeindevorstands B._ betreffend das Baugesuch Nr. 21/2020
vom 11. Mai 2021 für eine Heizung mit Luft/Wasser-Wärmepumpe für die
Liegenschaft auf der Parzelle D._ in E._. Gemäss Art. 49 Abs. 1
lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
unterliegen insbesondere Entscheide von Gemeinden der
verwaltungsgerichtlichen Beschwerde, sofern sie nicht bei einer anderen
Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder
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eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid kann
weder bei einer anderen Instanz angefochten werden noch ist er endgültig,
sodass er ein taugliches Beschwerdeobjekt im Sinne von Art. 49 Abs. 1
lit. a VRG bildet. Der Beschwerdeführer war am vorinstanzlichen
Verfahren beteiligt und ist Eigentümer der Parzelle J._, welche
unmittelbar an Parzelle D._ (C._) grenzt. Er ist als Adressat der
Verfügung und Nachbar der betroffenen Parzelle besonders berührt und
hat somit ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
Änderung (Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Im Kern richtet sich die vorliegende Beschwerde primär gegen die
Bewilligung am vorgesehenen Standort, was auch dem Rechtsbegehren
(Antrag 1) des Beschwerdeführers zu entnehmen ist. Der vorgesehene
Standort wurde am 28. Oktober 2020 bewilligt. Strittig und zu prüfen ist in
einem ersten Schritt, ob die Vorinstanz (Gemeinde) in Verletzung des
Vorsorgeprinzips und anderer notwendiger Lärmschutzmassnahmen das
Baubewilligungsverfahren nicht korrekt durchgeführt hatte und
insbesondere, ob die Bewilligung am vorgesehenen Standort haltbar ist.
3. Der Immissionsschutz besteht aus einem zweistufigen Verfahren
(ZÜRCHER, Die vorsorgliche Emissionsbegrenzung nach dem
Umweltschutzgesetz, Zürich 1996, S. 67). Gemäss Art. 7 Abs. 1 der
Lärmschutz-Verordnung (LSV; SR 814.41) müssen die Lärmemissionen
einer neuen ortsfesten Anlage nach den Anordnungen der
Vollzugsbehörde einerseits so weit begrenzt werden, als dies technisch
und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a; vgl. auch
Art. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz [USG; SR
814.01]) und andererseits dürfen die von der Anlage allein erzeugten
Lärmimmissionen die Planungswerte nicht überschreiten (lit. b). Im
Bereich des Lärmschutzes gelten die Voraussetzungen der Einhaltung der
Planungswerte und der vorsorglichen Emissionsbegrenzung kumulativ.
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Die von der projektierten Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen dürfen
nach Art. 25 Abs. 1 USG die Planungswerte "in der Umgebung" nicht
überschreiten. Die massgebliche Umgebung erstreckt sich dabei nicht auf
einen bestimmten Umkreis; die Emissionen sind vielmehr so weit zu
begrenzen, dass die resultierenden Immissionen überall, wo der Lärm auf
lärmempfindliche Gebiete oder Gebäude trifft, die am betreffenden Ort
geltenden Planungswerte einhalten (WOLF, Kommentar zum
Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Zürich 2000, Art. 25 N 56). Was unter
"Umgebung" zu verstehen ist, hat der Bundesrat in den Art. 41 und 39 LSV
konkretisiert, welche die (räumliche) Geltung der Belastungsgrenzwerte
und den sich daraus ergebenden Ort der Ermittlung von Lärmimmissionen
regeln. Diese Bestimmungen unterscheiden zwischen "Gebäuden"
(Art. 41 Abs. 1 und Art. 39 Abs. 1 LSV) und "noch nicht überbauten
Bauzonen" (Art. 41 Abs. 2 lit. a und Art. 39 Abs. 3 LSV; BGE 131 II 616
E.3.4.2). Ist ein Grundstück überbaut, d.h. besteht bereits ein Gebäude,
so gelten die Belastungsgrenzwerte in den lärmempfindlichen Räumen
i.S.v. Art. 2 Abs. 6 LSV (Art. 41 Abs. 1 LSV). Dabei werden die Messwerte
grundsätzlich in der Mitte der offenen Fenster der Räume ermittelt (BGE
131 II 616 E.3.4.2). Ist das Grundstück dagegen noch nicht überbaut,
bestehen noch keine lärmempfindlichen Räume. Um diese Grundstücke
nicht schutzlos zu lassen und ihre künftige Überbauung nicht zu
verunmöglichen, bestimmt Art. 41 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 39 Abs. 3 LSV,
dass die Planungswerte an den Orten und auf der Höhe aller Stockwerke
eingehalten werden müssen, an welchen nach den Bauvorschriften der
betreffenden Zone Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen erstellt
werden dürfen (WOLF, a.a.O., Art. 25 N 58). Messungen und
Berechnungen sind stets mit Ungenauigkeiten behaftet. In der Praxis
werden jedoch gemessene bzw. errechnete Pegel als genaue Werte
behandelt (WOLF, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 19-25, N 13).
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4.1. Die betroffenen Parzelle D._ in E._ befinden sich in der
Wohnzone und Empfindlichkeitsstufe II. Das bedeutet die Planungswerte
von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht sind einzuhalten (vgl.
Art. 1 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 2 LSV Anhang 6).
4.2. Der Lärmschutznachweis vom 8. September 2020 (verfasst durch
H._ GmbH), welcher mit der Baugesucheingabe vom 9. September
2020 eingereicht wurde, hielt fest, dass der Beurteilungspegel 40.4 dB(A)
(Tag- und Nachtbetrieb berücksichtigt; schallreduzierter Nachtbetrieb)
betrug und der Grenzwert somit eingehalten wurde (durch den
Instruktionsrichter edierte Beilage [ed-act.] 2.2.4).
4.3. Die vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebene Lärmmessung der
F._ AG vom 26. Februar 2021 vor der lärmempfindlichen
Westfassade (von der Parzelle des Beschwerdeführers ausgehend) ergab
einen Beurteilungspegel von 46 dB(A) bei Tag und 38 dB(A) in der Nacht
(Beilage des Beschwerdeführers [Bf-act.] 18). Die Lärmmessung wurde
auf dem Grundstück des Beschwerdeführers und somit aus 12.33 m
Entfernung durchgeführt. Im Bericht der F._ AG wurde zudem
festgehalten, dass es nicht klar sei, ob die Werte bei der Anlage selbst
eingehalten werden. Gemäss Art. 25 Abs. 1 USG müssen die
Planungswerte, wie schon dargelegt, in der Umgebung und in Bezug auf
lärmempfindliche Räume eingehalten werden, was vorliegend der Fall ist.
Die vorgeschriebenen Planungswerte wurden beim Beurteilungspunkt auf
dem Grundstück des Beschwerdeführers, genauer an der Westfassade
bei den gemäss dem Beschwerdeführer lärmempfindlichen Räumen
(Schlafzimmer) somit unterschritten, auch unter Berücksichtigung des
Sicherheits- und Vorsorgezuschlags von 3 dB(A) (Bf-act. 18). Auch ist zu
erwähnen, dass beim erfolgten Augenschein mit Hörprobe am 21. Januar
2021 die Geräusche der Wärmepumpe unter maximalem Betrieb nur bei
geöffnetem Fenster zu hören waren (Bf-act. 17). Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV ist
somit erfüllt. Die Differenz zum Lärmschutznachweis der H._ GmbH
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wurde laut der F._ AG aufgrund der leicht grösseren Distanz und den
Messunsicherheiten verursacht (Bf-act. 18).
5.1. Auch wenn ein Projekt die Planungswerte einhält, bedeutet dies nicht ohne
Weiteres, dass alle erforderlichen vorsorglichen Emissionsbegrenzungen
getroffen worden sind. Vielmehr ist anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG und
Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV genannten Kriterien zu prüfen, ob das
Vorsorgeprinzip weitergehende Beschränkungen erfordert (vgl. BGE 141
II 476 E.3.2; 126 II 366 E.2b). Denn die Emissionen sind soweit zu
begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich
tragbar ist (Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Daraus folgt, dass sich die
Baubewilligungsbehörde nicht darauf beschränken darf, dem
Baugesuchsteller die Auswahl zwischen verschiedenen, die
Planungswerte einhaltenden Projektvarianten für Wärmepumpen zu
gewähren. Vielmehr hat sie sich für jene Massnahme zu entscheiden,
welche im Rahmen des Vorsorgeprinzips und des
Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV) den besten Lärmschutz
gewährleistet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_506/2008 vom 12. Mai
2009 E.3.3, in: URP 2009 S. 541).
5.2. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das Prinzip der
vorsorglichen Emissionsbegrenzung bei aussen errichteten
Wärmepumpen bereits verletzt, wenn an einem bewilligungsfähigen
Innenstandort eine reduzierte Lärmbelastung besteht und dieser bewilligte
Innenstandort technisch möglich und wirtschaftlich tragbar sei (BGE 141
II 476 E.3.4 und 3.5). In der neusten Rechtsprechung wurde ergänzend
ausgeführt, dass es wesentlich sei, dass eine Verschiebung der Anlage
ins Hausinnere technisch nicht von vornherein ausgeschlossen sei.
Hinzuzufügen sei, dass alternative Innenstandorte im Rahmen der
Standortwahl auch beim Regelfall einer Baubewilligung über eine noch
nicht installierte Wärmepumpe, für die ein Aussenstandort beantragt
werde, dem Grundsatz nach einzubeziehen seien. Dies müsse nicht nur
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dann gelten, wenn die projektierte Aussenanlage die Planungswerte im
Verhältnis zu Nachbarliegenschaften knapp einhalte, sondern ebenfalls
dann, wenn sie es deutlich tue. Mit anderen Worten seien bei der
Standortwahl jeweils nicht nur alternative Aussen-, sondern auch
Innenstandorte zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 1C_389/2019 vom
21. Januar 2021 E.4.3).
5.3. Auch wenn eine Projektwahl für eine Aussenanlage an sich zulässig ist,
hat sie dem Vorsorgeprinzip in seiner Bedeutung für die Standortwahl als
Massnahme zur Beschränkung des Lärms an der Quelle genügend
Rechnung zu tragen. Die Baugesuchsteller bzw. Grundeigentümer haben
naturgemäss ein Interesse, die Bewohner ihrer Liegenschaft vor dem
Lärm einer Wärmepumpe zu schützen und somit Aussenstandorte
vorzuziehen. Wenn sich abschätzen lässt, dass mit relativ wenig Aufwand
für Schalldämpfungsmassnahmen bei einer technisch im Hausinnern
möglichen Anlage ein für alle Betroffenen insgesamt viel leiserer Betrieb
als bei einer Aussenanlage erreicht werden kann, so ist zur Erfüllung des
Vorsorgeprinzips nur eine entsprechende Anlage im Innern
bewilligungsfähig. Es ist allerdings zu beachten, dass innen aufgestellte
Wärmepumpen nicht zwingend leiser sind als aussen aufgestellte
Wärmepumpen (vgl. Cercle Bruit, Vollzugshilfe 6.21: Lärmrechtliche
Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen, Ausgabe 7. Juni 2019,
Ziff. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_389/2019 vom 27. Januar 2021
E.4.3). Demzufolge ist in einem Baugesuch für eine Aussenanlage
ergänzend mindestens summarisch die technische Möglichkeit und
wirtschaftliche Tragbarkeit für eine Anlage mit einer vergleichbaren
Leistung an alternativen Innen- und Aussenstandorten darzulegen. In
einem solchen Fall genügt es, wenn die Plausibilität des Ausschlusses der
Alternativstandorte beurteilt wird. Hingegen ist es bundesrechtswidrig,
wenn jegliche Prüfung von alternativen Innenstandorten bei einer
Aussenanlage schon deshalb unterbleibt, weil letztere die Planungswerte
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deutlich einhält (Urteil des Bundesgerichts 1C_389/2019 vom 27. Januar
2021 E.4.3).
5.4. Am 11. Mai 2020 erteilte die Baukommission dem Beschwerdegegner 2
die Bewilligung im vereinfachten Verfahren für den Aussenstandort an der
östlichen Fassade der Parzelle D._. Aufgrund der Einsprache des
Beschwerdeführers wurde dann ein ordentliches
Baubewilligungsverfahren eingeleitet, wobei die Bewilligung für die
Wärmepumpe an der Ostfassade am 28. Oktober 2020 erteilt wurde. Nach
Meinung des Beschwerdeführers seien andere geeignete Standorte
(innen und aussen) nicht geprüft worden, obwohl sie zur Verfügung
gestanden hätten. Ausserdem sei die Wärmepumpe an der Ostfassade
installiert worden, was direkt vis-à-vis von den vier Schlafzimmern und
dem Wohnbereich (westliche Hausfassade des Beschwerdeführers).
Dabei sei die Ostfassade die einzige Fassade, welche gegenüber einem
bewohnten Haus liege. Weiter sei zudem der Abstand kleiner, als bei
anderen Standorten. Laut Beschwerdeführer widerspreche der bewilligte
Standort dem Vorsorgeprinzip.
5.5. Gemäss den Akten soll sich der Standort der Wärmepumpe an der
östlichen Fassade der Parzelle D._ befinden, folglich westlich des
Wohnhauses des Beschwerdeführers. Die Anlage befinde sich in 12.33 m
Entfernung zum Gebäude des Beschwerdeführers (zum nächsten
lärmempfindlichen Raum des Beschwerdeführers: vier Schlafzimmer und
Wohnzimmer). Die nördliche, westliche und südliche Fassade des
Wohnhauses des Beschwerdegegners 2 sind unbebaut.
5.6. Im Schreiben der I._ SA vom 28. April 2021 (ed-act. 2.7.14) wurde
aufgeführt, dass bei der Besichtigung der Anlage am 12. März 2020
zusammen mit dem Wärmepumpenlieferanten G._ AG verschiedene
Varianten von Wärmepumpen mit dem Bauherrn besprochen und die
Einbaumöglichkeiten überprüft wurden. Bei der Variante der
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Innenaufstellung der Wärmepumpe wurde dargestellt, dass dies bei den
gegebenen Platzverhältnissen und bevorstehenden baulichen Eingriffen
in den tragenden Betonwänden nicht möglich sei. Die Variante einer
Splitanlage wurde wegen höherer Lärmemissionen gegenüber dem
Monoblock nicht gewählt. Die Auswahl wurde dabei auf die Variante
Wärmepumpe Monoblock festgelegt, da dieses System aufgrund der
geringeren Lärmemissionen für dieses Objekt die beste Lösung sei.
Folglich wurden schon vor dem eingereichten Baugesuch potenzielle
Innen- und Aussenstandorte geprüft und ein Innenstandort war von
vornherein als technisch nicht möglich zu betrachten. Auch hätten
Innenmodelle des gleichen Herstellers einen höheren Beurteilungspegel,
nämlich zwischen 41.4 dB(A) und 42.4 dB(A). Mit
Lärmschutzmassnahmen liessen sich die Beurteilungspegel bei den
Innenmodellen um maximal ca. 3-6 dB(A) reduzieren. Somit sei im
vorliegenden Fall nur eine Ausseninstallation technisch möglich.
5.7. Im Schreiben vom 13. Oktober 2020 von Herrn K._ der H._
GmbH erläuterte dieser, dass bei der Besichtigung der Anlage am 16. April
2020 mit Herrn I._ (Installation) und dem Beschwerdegegner 2 ein
geeigneter Standort gesucht wurde (ed-act. 2.4.11). Unter
Berücksichtigung der Hydraulik sowie der Schnee- und Windverhältnisse
fiel die Entscheidung auf den in der Baueingabe eingegebenen Standort
(Ostfassade). An diesem Standort seien die Voraussetzungen für ein
einwandfreies Funktionieren der Wärmepumpe gegeben, das heisst die
Luft der Wärmepumpe könne frei zirkulieren und werde von keiner Nische
oder Wand zurückgeblasen und der Schall könne sich somit nicht
hochschaukeln. Des Weiteren werde die Wärmepumpe von 19:00 bis
07:00 Uhr in den schallreduzierten Nachbetrieb (Flüstermodus)
geschaltet.
6. Somit wäre weiter zu prüfen, ob eine Installation an der nördlichen,
westlichen oder südlichen Fassade gegenüber unbebauten Grundstücken
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möglich wäre. Anzumerken ist hier, dass das Vorsorgeprinzip klar
voraussetzt, dass auch gegenüber unbebauten Bauzonen die
Planungswerte einzuhalten sind (Art. 7 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 41 Abs. 2
lit. a LSV). Dies hat die Beschwerdegegnerin 1 im Einspracheentscheid
vom 20. Oktober 2020 abgehandelt. Der südliche Standort komme nicht in
Frage, da in E._ der Schnee und ein stetiger Wind generell praktisch
immer vom Süden herkomme und die betriebliche und ökologische
Effizienz der Wärmepumpe nahezu gänzlich zunichtemachen würde.
Wenn nämlich die ausgehende kalte Luft durch den Südwind wieder von
der Luftwärmepumpe angesaugt werde, bestehe mangels Luftaustausch
die Gefahr von ständigen thermischen Kurzschlüssen. Ausserdem werde
auch der Reinigungsaufwand bedeutend grösser. Auch würde die
Wärmepumpe dann genau vor dem neu angebauten Wintergarten stehen.
Auch müsse bei der unbebauten Parzelle N._ südlich eine in Zukunft
realisierbares Gebäude in die Überlegungen miteinbezogen werden, denn
da wäre der Grenzabstand noch geringer als bei der Parzelle J._ des
Beschwerdeführers und würde direkt gegen lärmempfindliche Räume
ausgerichtet sein. Diese Nachteile würden auch bei einem Standort an der
nördlichen Fassade vorliegen, wo der Abstand potenziell noch geringer
wäre. Ein Standort im Westen sei gänzlich undenkbar aufgrund von
Leitungen, Grabungen, Zusatzkosten, Störung des Bauherrn etc. Ein
anderer Standort an der östlichen Fassade sei ebenfalls für sämtliche
Parteien aus lärmschutzrechtlicher Sicht nachteiliger, obwohl es laut
Beschwerdegegner 2 für ihn kostengünstiger sei. Somit sei der gewählte
Standort gemäss Beschwerdegegnerin 1 der "absolut beste" (Bf-act. 7).
Folglich kann festgehalten werden, dass die Gemeinde neben alternativen
Innenstandorten auch aussen alle möglichen Standorte überprüft hat. Sie
kam zu Recht zum Schluss, dass ein Alternativstandort technisch nicht
möglich und/oder wirtschaftlich nicht tragbar sei. Denn auch jeder andere
Standort ist gleich, wenn nicht mehr, durch Emissionen belastet. Somit
wurde die Plausibilität des Ausschlusses alternativer Standorte überprüft
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und bejaht (Urteil des Bundesgerichts 1C_389/2019 vom 27. Januar 2021
E.4.3).
7.1. Der Schutz Dritter vor schädlichem und lästigem Lärm einer Wärmepumpe
ist dabei auch im Rahmen der Standortwahl der neuen Anlage zu
berücksichtigen (vgl. BGE 141 II 476 E.3.2; Urteil des Bundesgerichts
1C_204/2015 vom 18. Januar 2016 E.3.7). Bei Anlagen, welche die
lärmschutzrechtlichen Planungswerte einhalten, kommen jedoch
zusätzliche Massnahmen zum Lärmschutz im Sinne der Vorsorge nur in
Betracht, wenn sich dadurch mit relativ geringem Aufwand eine
wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreichen lässt (vgl.
BGE 127 II 306 E.8; Urteil des Bundesgerichts 1C_603/2018 vom
13. Januar 2020 E.3.2). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass aus
dem Vorsorgeprinzip kein absoluter Schutz vor Emissionen abgeleitet
werden kann. Vielmehr sind geringfügige, nicht erhebliche Störungen
hinzunehmen (HÄNNI, Planungs-, Bau und besonderes
Umweltschutzrecht, 7. Aufl., Bern 2022, S. 409; vgl. BGE 126 II 307 f.).
7.2. Während dem Augenschein am 28. Januar 2021 um 13:30 Uhr wurde
beim Beschwerdeführer an der M._ in E._ eine subjektive
Hörprobe in verschiedenen Zimmern vorgenommen. Es wurde festgestellt,
dass das Geräusch der Pumpe bei geschlossenem Fenster nicht
wahrnehmbar sei, dabei sei die Pumpe auf höchster Stufe gelaufen. Bei
offenem Fenster sei das Geräusch wahrnehmbar, dabei im Dachgeschoss
etwas stärker als im Erdgeschoss. Ob das Geräusch laut oder störend ist,
konnte nicht abschliessend beurteilt werden, da es auch vom
Lärmempfinden abhängig ist. Jedoch habe man das Geräusch nur bei
offenem Fenster und unter ruhigem Horchen und Hören wahrnehmen
können. Dies würde der genannten Rechtsprechung des Bundesgerichts
entsprechen, dass geringfügige, nicht erhebliche Störungen hinzunehmen
seien.
- 18 -
7.3. Die Baubewilligung der Wärmepumpe wurde am 28. Oktober 2020 unter
der Auflage erteilt, dass im Nachtbetrieb eine Reduktion des Betriebs
stattfindet mit dem sog. Flüstermodus (teilweise Gutheissung der
Einsprache vom 28. Oktober 2020)
7.4. Lärmreduzierende Massnahmen wie etwa eine Lärm- bzw.
Sichtschutzwand wurden durch die Beschwerdegegnerin 1 geprüft. Somit
seien mit relativ geringem Aufwand keine wesentlichen Reduktionen der
Emission zu erreichen. Für einen Innenstandort erforderliche
Innenmodelle der Luft-/Wasser-Wärmepumpe desselben Herstellers mit
einigermassen gleicher Leistung läge der Beurteilungspegel zwischen
41.4 dB(A) und 42.4 dB(A).
7.5. Bei Lärmschutzmassnahmen für ein solches Innenmodell lasse sich der
Beurteilungspegel um maximal 3-6 dB(A) reduzieren. Weiter wären die
erforderlichen baulichen Massnahmen wirtschaftlich nicht tragbar und
technisch nur sehr erschwert möglich (Statik, bauliche Massnahmen,
zusätzliches Vordach aufgrund des Schneefalls, Energieverlust,
Platzgründe etc.). Ohne Schutzmassnahmen würde der
Beurteilungspegel bei einem Innenmodell über dem Grenzwert liegen. Nur
mit Schalldämmhauben würde ein gesetzeskonformer Planungswert
erreicht werden, allerdings nur mit beträchtlichen Zusatzkosten, d.h. je
nach Schalldämmhaube zusätzlich CHF 7'000.-- bis 11'000.--. Auch ein
Splitmodell würde den gesetzlichen Grenzwert nicht einhalten. Somit
wären die Kosten sehr hoch und es könne nicht mehr von einem relativ
geringen Aufwand gesprochen werden.
7.6. Somit wurde durch die Beschwerdegegnerin 1 eine
Verhältnismässigkeitsprüfung und Interessenabwägung vorgenommen,
welche nicht zu beanstanden ist.
- 19 -
8. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin 1 das
umweltrechtliche Vorsorgeprinzip nicht verletzt, da sie eine Prüfung der
technischen Machbarkeit und wirtschaftlichen Tragbarkeit von sämtlichen
möglichen Innen- und Aussenstandorten für die Wärmepumpe im
vorliegenden Verfahren vorgenommen und die Plausibilität des
Ausschlusses alternativer Standorte rechtsgenüglich belegt hat.
9.1. Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend
wahrscheinlich zu betrachten und weitere Beweismassnahmen könnten
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die
Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung,
BGE 131 I 157 E.3, 124 V 94 E.4b, 122 III 223 E.3c). Hier erübrigt sich die
geforderte Durchführung eines Augenscheins mit einer Hörprobe gemäss
Art. 12 Abs. 1 lit. e VRG, da der Sachverhalt durch die bereits erfolgte
Lärmmessung durch die F._ AG vom 26. Februar 2021 (Bf-act. 18)
und den bereits erfolgten Augenschein mit einer Hörprobe unter
maximalem Betrieb der Wärmepumpe am 28. Januar 2021 (Bf-act. 17)
genügend abgeklärt ist.
9.2. Der Beschwerdeführer rügt, dass der Gemeindevorstand auf ein
unvollständiges Lärmgutachten abgestellt habe. Denn aufgrund starken
Windes konnte der Lärm an einigen wesentlichen Fenstern beim
Beschwerdeführer nicht gemessen werden. Trotzdem habe der
Gemeindevorstand darauf abgestellt. Selbst wenn am Tage der
Lärmmessung windige Bedingungen herrschten und aufgrund dessen ein
Laubrascheln zu hören war, kann aufgrund der mehrfachen Prüfung und
der festgestellten Unterschreitung der Planungswerte mittels
Lärmschutznachweis, Lärmmessung und Hörprobe dieser Argumentation
nicht gefolgt werden. Denn der Beurteilungsmesspunkt wurde bestmöglich
auf Störgeräusche, wie das Laubrascheln angepasst und
- 20 -
dementsprechend wurde der Messstandort näher an der Quelle gewählt
(Bf-act. 18). Der Messwert konnte dann auf die gesamte Westfassade
umgerechnet werden. Die Planungswerte wurden bei Tag um 9 dB(A) und
bei Nacht um 7 dB(A) unterschritten, was nicht nur eine knappe
Unterschreitung darstellt. Somit vermag eine weitere Beweisabnahme
nichts am Ergebnis zu verändern.
10. Der Beschwerdeführer rügt des Weiteren eine unvollständige
Sachverhaltsermittlung der Vorinstanz (Beschwerdegegnerin 1) gemäss
Art. 51 Abs. 1 lit. b VRG, in dem sie die Begründung des
Beschwerdegegners 2 gegen einen Innenstandort nicht hinterfragt habe.
Nach Art. 11 Abs. 1 VRG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Für das gesamte öffentliche
Verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Die betreffende
Instanz hat sich frei und unvoreingenommen ihre Meinung dazu zu bilden,
ob der zu beweisende Sachumstand als wahr zu gelten hat oder nicht.
(WIEDERKEHR, Öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl., Bern 2022, S. 131
Rz. 279). Hinsichtlich des Innenstandorts der Wärmepumpe beurteilte die
Vorinstanz (Gemeindevorstand) die Prüfung der Baukommission als
ausreichend, da an eine solche im Rahmen der Vorsorge im Lichte der
Rechtsprechung keine erhöhten Anforderungen gestellt werden dürfe
("summarische Prüfung", "Plausibilitätsprüfung"; Urteil des
Bundesgerichts 1C_389/2019 vom 27. Januar 2021 E.4.3). Weiter kam die
Vorinstanz ihrer Untersuchungspflicht auch damit nach, dass sie mit
Schreiben vom 1. April 2021 nochmals beim Beschwerdegegner 2
betreffend wirtschaftliche Tragbarkeit und technische Machbarkeit
nachhakte, was folglich zeigt, dass sich die Vorinstanz sehr wohl mit der
Begründung des Innenstandorts beschäftigt hatte. Die Begründung
erschien für die Vorinstanz plausibel und nachvollziehbar (Bf-act. 2 S. 9).
11.1. Der Gemeindevorstand der Gemeinde B._ (Beschwerdegegnerin 1)
entschied im Einspracheentscheid, dass dem Einsprecher
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Verfahrenskosten in Höhe von CHF 5'000.-- auferlegt würden (Bf-act. 2).
Dies gestützt auf Art. 96 Abs. 1 und 2 des Raumplanungsgesetzes für den
Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) für die Kosten des Beizugs eines
Rechtsanwaltes in Höhe von CHF 10'000.--, von welchen 50 % den
Einsprechenden überbunden wurden. Der Beschwerdeführer stellt sich
auf den Standpunkt, dass das vorinstanzliche Verfahren für ihn kostenlos
sein müsse und beantragt unter Ziff. 3, dass die vorinstanzlichen
Verfahrenskosten neu zu verlegen und vollumfänglich dem
Beschwerdegegner 2 und der Vorinstanz (Beschwerdegegnerin 1) zu
überbinden seien.
11.2. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat im Rechtsmittel- und Klageverfahren in
der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu tragen. Gemäss Art. 96
Abs. 1 KRG erheben die Gemeinden für ihren Aufwand im
Baubewilligungsverfahren und in weiteren baupolizeilichen Verfahren
Gebühren. Auslagen für Leistungen Dritter wie Fachgutachten,
Beratungen sowie Grundbuchkosten sind der Gemeinde zusätzlich zu
vergüten. Das Verursacherprinzip ist auch im Art. 96 Abs. 2 Satz 1 KRG
zu finden, wonach kostenpflichtig ist, wer den Aufwand durch Gesuche
aller Art oder durch sein Verhalten verursacht hat. Die sich aus der
Behandlung der Einsprache ergebenden Kosten sind den Einsprechenden
zu überbinden, wenn die Einsprache offensichtlich unzulässig oder
offensichtlich unbegründet ist. Die Gebühren werden gemäss Art. 96
Abs. 3 KRG von der Gemeinde in einer Gebührenverordnung geregelt. Mit
BGE 143 II 467 E.2.5-2.8 wurde klar bestätigt, dass die Kosten des
Einspracheverfahrens ausser bei offensichtlich missbräuchlicher
Einspracheerhebung nicht den Einsprechern auferlegt werden dürfen.
11.3. Vorliegend hat der Beschwerdeführer gegen die erteilte Baubewilligung
der Baubehörde für die Wärmepumpe gemäss Art. 76 des Baugesetzes
der Gemeinde B._ Einsprache beim Gemeindevorstand erhoben. Der
Gemeindevorstand der Gemeinde B._ hat 50 % der Kosten des
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Einspracheverfahrens (CHF 10'000.--) dem Beschwerdeführer
überbunden, für den Beizug eines Rechtsanwalts. Durch diesen Beizug
des Rechtsanwalts wird schon vorweggenommen, dass es sich nicht um
eine offensichtlich unbegründete oder unzulässige Einsprache handelte,
denn ansonsten hätten sie kein Fachwissen eines Rechtsanwalts benötigt.
Somit können die Kosten des Rechtsanwalts im Einspracheverfahren
gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts und im Sinne von Art. 96
Abs. 2 KRG nicht dem Beschwerdeführer überbunden werden.
12. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden nach Art. 73 Abs. 1 VRG trägt im Rechtsmittel- und im
Klageverfahren in der Regel die unterliegende Partei. Bei diesem Ausgang
des Verfahrens gehen die Kosten zu 4/5 zulasten des Beschwerdeführers
und zu 1/5 zulasten der Gemeinde B._. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG
wird die unterliegende Partei im Rechtsmittel- und Klageverfahren
verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Mangels einer
eingereichten Honorarnote für die Aufwendungen des Rechtsanwalts des
Beschwerdegegners 2 setzt das Gericht die Entschädigung nach eigenem
Ermessen fest. Im vorliegenden Fall hat der mehrheitlich unterliegende
Beschwerdeführer eine reduzierte aussergerichtliche Parteientschädigung
von CHF 3'000.-- (inkl. MWST) an den Beschwerdegegner 2 zu leisten.
Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel
keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein
Anlass.
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