# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2e31fce4-39e0-40ef-af2f-09628db49810
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend "ESTV") mit Strafverfü-
gung vom 11. März 2013 den Steuerpflichtigen A. wegen Verletzung von
Verfahrenspflichten im Sinne von Art. 98 lit. b i.V.m. Art. 100 des Bundes-
gesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuerge-
setz, MWSTG; SR 641.20) zur Bezahlung einer Busse von Fr. 500.-- verur-
teilte und diesem Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 250.--
auferlegte (act. 1.1);
- A. mit Eingabe vom 26. März 2013 "fristgerecht Beschwerde gegen das
Kostenerkenntnis der Strafverfügung vom 11. März 2013" erhebt und bean-
tragt, die Busse sei von Fr. 500.-- auf Fr. 200.-- und die Kosten von total
Fr. 250.-- auf Fr. 100.-- zu reduzieren (act. 1);
- die Beschwerdekammer am 27. März 2013 beschloss, die Eingabe von A.
zuständigkeitshalber der ESTV zu übermitteln und das Beschwerdeverfah-
ren zu sistieren (act. 2);
- die ESTV der Beschwerdekammer daraufhin mitteilte, dass die Strafverfü-
gung A. am 13. März 2013 zugestellt worden und innerhalb der Einspra-
chefrist von zehn Tagen bei der ESTV kein Gesuch um gerichtliche Beur-
teilung der angefochtenen Strafverfügung eingegangen sei, und die Akten
der Beschwerdekammer zur Weiterbehandlung zurücksandte (act. 3);
- die Beschwerdekammer hierauf A. aufforderte, seine Beschwerde mit einer
Begründung so zu ergänzen, dass ersichtlich werde, inwiefern und weshalb
der Kostenpunkt (Ziffer 4 des Dispositivs der Strafverfügung) Bundesrecht
verletze, andernfalls auf seine Beschwerde mangels genügender Begrün-
dung nicht eingetreten werden könne (act. 4);
- sich A. innerhalb der hierzu anberaumten Frist nicht vernehmen liess.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gemäss Art. 72 Abs. 1 VStrR der von einer Strafverfügung Betroffene in-
nerhalb von zehn Tagen seit der Eröffnung die Beurteilung durch das
Strafgericht verlangen kann;
- 3 -
- das entsprechende Begehren bei der Verwaltung einzureichen ist, welche
die Strafverfügung erlassen hat (Art. 72 Abs. 2 VStrR);
- die Strafverfügung nach ungenutztem Ablauf dieser Frist einem rechtskräf-
tigen Urteil gleichsteht (Art. 72 Abs. 3 VStrR);
- der mit Kosten beschwerte Beschuldigte bei der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts innerhalb von 30 Tagen lediglich gegen das Kostener-
kenntnis Beschwerde führen kann, wenn keine gerichtliche Beurteilung ver-
langt wird (Art. 96 Abs. 1 VStrR);
- der Beschwerdeführer vorliegend nicht nur die Reduktion der ihm auferleg-
ten Verfahrenskosten, sondern auch der ihm auferlegten Busse verlangt;
- die Busse eine Strafsanktion darstellt und nicht das mittels Beschwerdever-
fahren anfechtbare Kostenerkenntnis betrifft;
- gegen die Busse und deren Bemessung daher von der betroffenen Person
gemäss Art. 72 Abs. 1 und 2 VStrR die gerichtliche Beurteilung zu verlan-
gen ist;
- der Beschwerdeführer vorliegend innerhalb der Frist von zehn Tagen die
gerichtliche Beurteilung der Strafverfügung nicht verlangte bzw. sich des-
sen "Beschwerde" gegen die ausgesprochene Busse als verspätet erwies,
womit Letztere in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 72 Abs. 3 VStrR);
- der Beschwerdeweg vorliegend bei dieser Ausgangslage nur gegen den
Kostenpunkt gemäss Ziff. 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung
offen steht (vgl. BGE 111 IV 188; siehe auch den Beschluss des Bundes-
strafgerichts BK.2011.12 vom 27. Juni 2011);
- der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Beschwerde ausführt, weshalb
die Busse herabzusetzen sei, sich jedoch nicht dazu äussert, inwiefern und
weshalb die ihm gegenüber verfügte Kostenauflage gegen Bundesrecht
verstosse;
- er auch innerhalb der ihm anberaumten Nachfrist diesbezüglich keine er-
gänzenden Ausführungen machte und es der Beschwerde mithin an der er-
forderlichen kurzen Begründung nach Art. 28 Abs. 3 VStrR mangelt;
- die Kosten von insgesamt Fr. 250.-- von der Beschwerdegegnerin aufge-
schlüsselt wurden in Kosten gemäss Strafbescheid von Fr. 110.--, eine
- 4 -
Spruchgebühr für die Strafverfügung von Fr. 100.-- und eine Schreibgebühr
für die Strafverfügung von Fr. 40.-- (act. 1.1, S. 4);
- sich sowohl die Spruch- als auch die Schreibgebühr für die Strafverfügung
am Mindesttarif gemäss Art. 94 Abs. 2 VStrR i.V.m. Art. 7 Abs. 2 lit. c und
Art. 12 Abs. 1 lit. a der Verordnung vom 25. November 1974 über Kosten
und Entschädigungen im Verwaltungsstrafverfahren (SR 313.32) orientie-
ren;
- sich die Kosten für den Strafbescheid auf Art. 94 Abs. 2 VStrR i.V.m. den
einschlägigen Bestimmungen derselben Verordnung stützen und auch
diesbezüglich anhand der vorliegenden Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern
Bundesrecht verletzt worden wäre;
- auf die Beschwerde nach dem Gesagten mangels der erforderlichen Be-
gründung nicht einzutreten ist;
- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterlie-
gende Partei die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen hat (Art. 25
Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. hierzu TPF 2011 25
E. 3);
- diese auf das reglementarische Minimum von Fr. 200.-- festzusetzen sind
(Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. Au-
gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes-
strafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]);
- 5 -