# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d0488271-d7dc-45e4-98b4-952a14f3ab9a
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) Der C.D. AG (vormals A. AG; davor C.D., Treppenbau/CNC-
Holzbearbeitungscenter), Bazenheid, gehören die 2'214 m , 1'485 m , 645 m und
3'459 m grossen Parzellen Nrn. 000, 001, 002 und 003, Grundbuch Kirchberg, die am
südlichen Dorfausgang von Bazenheid liegen. Sie sind mit diversen, grösstenteils
miteinander zusammengebauten Gewerbebauten, zwei Wohnhäusern und einem
ehemaligen Zeughaus überbaut. Die Gewerbebauten wurden ursprünglich von einer
Bauunternehmung genutzt. Die heutige Holzverarbeitungsfirma hat ihre
Produktionsstätte seit dem Jahr 1987 hier. Heute ist sie ein in der Schweiz führendes
Unternehmen im Treppenbau. Im Jahr 1992 schaffte sie sich als erster Betrieb in der
Schweiz eine fünfachsige CNC-Fräse (CNC: Computerized Numerical Control) an und
ist heute schweizweit und im anliegenden Ausland tätig. Seit 2005 bietet sie mit ihrer
Lackiermaschine Giardina, die weltweit die erste U-förmige Maschine dieser Art ist,
auch Lackierarbeiten für alle Holzarten und Holzwerkstoffe an. Das Unternehmen
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beschäftigt rund 20 Mitarbeiter und produziert über 800 Treppen pro Jahr (vgl. dazu
www. ...).
X.Y., Bazenheid, ist Eigentümerin des nördlich an das beschriebene Firmengelände
angrenzenden, 656 m grossen Grundstücks Nr. 004, das mit einem Mehrfamilienhaus
überbaut ist. Sämtliche Grundstücke sind nach dem Zonenplan "Bazenheid" der
Politischen Gemeinde Kirchberg vom 28. August 1992 der Wohn-Gewerbe-Zone für
dreigeschossige Bauten (WG3) zugeteilt.
b) Am 22. Oktober 1997 (eröffnet am 3. November 1997, nachfolgend Bewilligung vom
3. November 1997) erteilte die Baubehörde Kirchberg nach fast zweijährigem Verfahren
betreffend Baugesuch für Betriebserweiterung gemäss Art. 77quater in Verbindung mit
Art. 77bis des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG) eine (zum Teil nachträgliche)
Bewilligung für die Erweiterung des als zonenwidrig beurteilten Betriebs auf den
Grundstücken Nrn. 000 und 001. Die Bewilligung umfasste unter anderem die bereits in
Betrieb genommenen CNC-Holzbearbeitungsmaschinen (MAKA I und MAKA II). Die
Ausnützungsziffer überprüfte die Baubehörde an Hand der "Gesamtliegenschaft" Parz.
Nrn. 000 und 001 und verlangte, dass die beiden Grundstücke vor Baubeginn
grundbuchlich vereinigt würden (Vorakten 1996-0109 act. 83). Am 5. Juli 1999 fragte
die Bauverwaltung bei der Bauherrin nach, ob sie die bewilligten Bauarbeiten
begonnen und die Auflage, dass die beiden Grundstücke grundbuchlich vereinigt
werden müssen, erfüllt habe (Vorakten 1996-0109 act. 95). Die Antwort war, dass von
der Baubewilligung, soweit diese nicht nachträglich erfolgt sei, kein Gebrauch gemacht
werde. Man prüfe stattdessen, den Betrieb zu verlegen (Vorakten 1996-0109 act. 96).
Es stellte sich zudem heraus, dass weder die beiden Grundstücke grundbuchlich
vereinigt, noch die verfügten Lärmschutzmassnahmen umgesetzt worden waren,
obgleich die Treppenbaufirma den Betrieb und namentlich die Produktion mit den
beiden CNC-Holzbearbeitungsmaschinen unverändert weiterführte und die
(nachträgliche) Baubewilligung unter anderem im Hinblick auf die geplante
Lärmsanierung erteilt worden war.
c) Im Jahr 2004 erliess der Gemeinderat Kirchberg auf Antrag der Treppenbaufirma den
Gestaltungsplan "Betriebserweiterung Firma C.D.", hob diesen im Rahmen des
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nachfolgenden Rekursverfahrens am 6. Dezember 2005 aber wieder auf (Vorakten
073-2005-001 act. 26).
d) Im Januar 2007 reichte die Grundeigentümerin bei der Baubehörde Kirchberg ein
weiteres Gesuch für den An- und Aufbau des östlichen Teils des Betriebsgebäudes
und für die nachträgliche Bewilligung einer bereits erstellten Doppelgarage auf
Grundstück Nr. 000 ein. Die Anstösserin X.Y. erhob dagegen Einsprache und erinnerte
daran, dass die mit Baubewilligung vom 3. November 1997 bewilligten Arbeiten
eingestellt und die verfügten Lärmschutzmassnahmen somit nie umgesetzt worden
seien. Sie sei deshalb nach wie vor schutzlos den Immissionen aus dem Betrieb
ausgeliefert. Die Baubehörde bewilligte das Baugesuch am 20. September 2007
dennoch und wies die Einsprache ab. Den dagegen von der Nachbarin erhobenen
Rekurs hiess der Gemeinderat Kirchberg am 18. Dezember 2007 gut und hob die
Baubewilligung mit der Begründung auf, dass nicht klar sei, ob die bereits
vorgenommene Änderung des offenen Unterstands in einen eingewandeten
Fabrikationsraum je rechtmässig bewilligt worden sei. Hinzu komme, dass neben einer
Erhöhung des Gebäudes um rund 1,4 m auch zwei neue Tore eingebaut würden, die
für die Einsprecherin zu neuen Beeinträchtigungen führten. Ungeprüft geblieben sei
auch die Rüge, dass die am 3. November 1997 verfügten Lärmschutzmassnahmen nie
umgesetzt worden seien. Aber auch sonst könne das Bauprojekt nicht umfassend
geprüft werden, weil die Gesuchsunterlagen unvollständig seien. Der Gesuchstellerin
wurde empfohlen, sämtliche Bauten und Anlagen auf dem Betriebsgelände auf ein
Stichdatum hin zu inventarisieren, damit für die Zukunft Klarheit bestehe, wann welche
Bauten, Anlagen und Nutzungen bewilligt worden seien und somit von der
Bestandesgarantie profitieren könnten.
e) Im Jahr 2009 stellte die Baubehörde Kirchberg fest, dass im Betriebsgebäude erneut
illegale Bauarbeiten in Gang waren, worauf sie einen Baustopp erliess. Das
nachgereichte Baugesuch bewilligte sie mit Präsidialverfügung vom 10. August 2009
im "Meldeverfahren" und hob den verfügten Baustopp auf. Dagegen erhob die
Nachbarin beim Gemeinderat Kirchberg Rekurs, worauf die Baubehörde am
9. September 2009 neuerlich einen Baustopp erliess und anordnete, dass die neu
installierte CNC-Maschine (Reichenbacher) vorerst nicht in Betrieb genommen werden
dürfe. Einem allfälligen Rekurs gegen diese Verfügung entzog sie die aufschiebende
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Wirkung. Der Gemeinderat hiess den von X.Y. erhobenen Rekurs am 22. September
2009 gut und wies das Baugesuch zur Durchführung eines ordentlichen
Baubewilligungsverfahrens an die Baubehörde zurück. Gleichzeitig wies er den Rekurs
gegen den Baustopp ab und entzog einem allfälligen Rekurs die aufschiebende
Wirkung. Dagegen erhob die Treppenbaufirma am 28. September 2009 beim
Baudepartement Rekurs (09-5555). Im Rahmen der Einigungsverhandlungen erklärte
sie sich bereit, für die durchgeführten Umbauarbeiten ein Baugesuch nachzureichen.
Dabei ergab sich allerdings auch, dass die neue CNC-Holzbearbeitungsmaschine
Reichenbacher nicht zusätzlich zu den bereits vorhandenen zwei CNC-Maschinen
MAKA I und MAKA II installiert worden war, sondern dass diese die CNC-Maschine
MAKA I ersetzte. Die Baubehörde widerrief deshalb am 25. November 2009 das
Nutzungsverbot für die neue CNC-Maschine während des laufenden
Bewilligungsverfahrens.
f) Das Baugesuch Nr. 2009-0210 betreffend Umbau im nordwestlichen Teil des
Betriebsgebäudes und Auswechslung einer CNC-Maschine lag vom 27. November bis
14. Dezember 2009 öffentlich auf. X.Y. erhob dagegen Einsprache. Mit dem Begehren
um Rückweisung des Gesuchs verlangte sie ein Inventar über die bewilligten Bauten,
Anlagen und Nutzungen auf dem Betriebsareal sowie ein Lärmgutachten.
g) Anfang des Jahres 2010 reichte die Holzbaufirma zusätzlich das Baugesuch
Nr. 2009-0028 betreffend Um-, An- und Aufbau des Wohnhauses auf Parz.-Nr. 000 ein.
X.Y. erhob auch dagegen am 22. Januar 2010 Einsprache und verwies dabei unter
anderem auf das nach wie vor ausstehende Inventar betreffend bauliche Massnahmen
auf dem Baugrundstück. Die Baubehörde führte am 12. Mai 2010 eine
Bestandesaufnahme der Bauten durch. Dabei stellte sie fest, dass die
Baugesuchsunterlagen für das Baugesuch Nr. 2009-0210 wiederum unvollständig
waren, weshalb sie die Gesuchstellerin dazu aufforderte, für den gesamten
Gebäudekomplex auf Grundstück Nr. 000 aktuelle Grundriss-, Schnitt- und
Fassadenpläne nachzureichen. Die Bauherrin reichte diese am 6. September 2010
samt einer Ausnützungszifferberechnung vom 20. August 2010 nach. Die Einsprecherin
bemängelte diese am 11. November 2010 insofern, als die nachgelieferte
Bestandesaufnahme ausschliesslich den gegenwärtigen baulichen Zustand festhalte.
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Aus der Aufstellung ginge nicht hervor, welche Gebäude und Gebäudeteile bewilligt
und damit rechtmässig seien.
h) Das Amt für Umwelt und Energie (AFU) stellte am 10. Januar 2011 vor Ort fest, dass
die CNC-Maschinen MAKA II (Baujahr ca. 1995) und Reichenbacher (Baujahr ca. 2009)
lärmmässig den gesetzlichen Bestimmungen entsprächen. Im Bericht vom 12. Januar
2011 präzisierte es allerdings, dass die Planungswerte am Tag (07:00 Uhr bis 19:00
Uhr) eingehalten seien, in der Nacht jedoch überschritten würden. Unter
Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips müsse deshalb insbesondere im Bereich des
Gebläses eine schalldichtere Gebäudehülle erstellt werden. Mit Blick darauf verfügte
die Baubehörde am 25. März 2011 ein vorübergehendes Betriebsverbot für die
Maschine Reichenbacher mit Gebläse während der Nacht (19:00 Uhr – 07:00 Uhr), bis
die Betreiberin den Nachweis wirksamer Anpassungsmassnahmen erbracht habe.
Einem allfälligen Rekurs entzog sie die aufschiebende Wirkung. Dagegen erhob die
Treppenbaufirma Rekurs beim Gemeinderat Kirchberg.
i) Da die Behörde im Rahmen der Lärmmessungen weitere unbewilligte bauliche
Massnahmen festgestellt hatte, verlangte sie insbesondere betreffend das errichtete
Holzlager für die halbautomatische Beschickung der neuen CNC-Maschine ein
nachträgliches Baugesuch. Dieses (Nr. 2011-0063) lag vom 25. März bis 11. April 2011
öffentlich auf - X.Y. erhob dagegen Einsprache.
j) Am 7. Dezember 2011 bewilligte die Baubehörde die drei hängigen Baugesuche
Nrn. 2009-0028 (Um-, An- und Aufbau des Wohnhauses), 2009-0210 (Umbau des
Betriebsgebäudes und die Auswechslung einer CNC-Maschine) und 2011-0063
(Einbau eines Flächenlagers im gleichen Gebäude). Dabei hielt sie daran fest, dass die
Maschine Reichenbacher mit Gebläse während der Nacht nicht betrieben werden
dürfe, bis der Nachweis erbracht sei, dass wirksame Anpassungsmassnahmen
umgesetzt seien. Die Einsprachen hiess sie dementsprechend teilweise gut. Das
Nutzungsverbot erliess sie zudem als vorsorgliche Massnahme und entzog dem

## Considerations