# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 522160e1-0759-4a54-b5b0-e9f4692efe4e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1980 geborene
X._
meldete sich unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwerden am
12. November 2019
bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/9; vgl. Schadenmel
dung UVG vom 5. November 2018, Urk. 8/8
S. 1
).
Nach
dem
ein Standortgespräch durch
geführt worden war
(Urk. 8/13)
,
holte die IV-Stelle Arztberichte ein (Urk. 8/15
)
und
zog die Akten
der
Suva
bei (Urk. 8/19)
.
In der Folge erteilte sie
a
m 29. Mai 2020
Kostengutsprache für eine Laufbahnberatung (Urk. 8/23-26; Schlussbericht vom 26. Oktober 2020
,
Urk.
8/28). M
it Schreiben vom 28. Oktober 2020
teilte die IV-Stelle mit, die
Eingliederungsmassnahmen
würden abgeschlos
sen (
Urk.
8
/30)
.
Daraufhin
zog
sie
die Akten des Krankentaggeldver
sicherers bei (Urk.
8
/33), holte die Buchhaltungsabschlüsse der Jahre 2016 bis 2018 sowie einen ärztlichen Verlaufsbericht ein (Urk.
8
/42 und Urk.
8
/40)
und erstellte einen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
basierend auf den
vorhandenen
Akten (Urk.
8
/43).
Mit Verfügung vom 16. Juni
2021 verneinte die IV-Stelle –
wie mit Vorbescheid vom 4. Mai 2021 in Aussicht gestellt (Urk.
8
/46) – einen An
spruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 2 [= Urk.
8
/
47
]).
2.
Gegen die Verfügung vom 16. Juni 2021 (Urk. 2) erhob
der Versicherte mit Ein
gabe vom 4. Juni 2021 (
Poststempel
:
18
. Juni 2021, vgl. Urk.
8
/49 S.
4
)
bei der IV-Stelle Beschwerde
, welche
diese an das hiesige Gericht
überwies
(Urk.
4 f.
)
, und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Zuspra
che
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung
an die IV-Stelle
zurückzuweisen (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerde
antwort vom 30. August 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber
der Be
schwerdeführ
e
r
mit Verfügung vom 1. September 2021 in
Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Ver
ordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
täti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung,
der Beschwerdeführer sei seit 12. Oktober 2018 in seiner bisherigen Tätigkeit als selbständiger Plattenleger erheblich eingeschränkt. Aus medizinischer Sicht bestehe in dieser Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, in einer angepassten Tätigkeit, welche die Hände und Unterarme nicht belaste, sei er hingegen vollständig arbeitsfähig
; entsprechend habe de
r Einkommensvergleich
einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 24 % ergeben
(Urk. 2).
In ihrer Vernehmlassung vom 30. August 2021 führte die IV-Stelle mit Verweis auf Art. 16 ATSG und den Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ergänzend aus,
sowohl der behandelnde Arzt als auch der Regio
nale Ärztliche Dienst (RAD)
würden
dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
attestieren
, weshalb die Beschwerde abzuweisen sei (Urk. 7).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer
unter Beilage eines Berichts seines behandelnden Psychiaters (
Urk.
3)
vor,
seit seiner Anmeldung bei der IV-Stelle habe sich sein Gesundheitszustand sowohl physisch als auch psychisch rapide verschlechtert und
chronifiziert
. Er habe ständig Schmerzen, welche sich während des Arbeitens verstärken würden,
weshalb er unter
Depression
en
, Schlafstörun
gen und Angstzustände
n
leide
und durch einen Vertrauensarzt abge
klärt werden
sollte
(Urk. 1).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ergibt sich im Wesentlichen aus den folgenden medizinischen Unterlagen
:
3.2
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr. med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Arztbericht vom 18. Februar 2020 (Urk. 8/15 S. 1-
5
)
mit Verweis auf die Arztberichte in der Beilage (Urk. 8/15
S. 6-19)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Epikondylitis
humeri
radialis
und
ulnaris
beidseits seit einem Sturz am 12. Oktober 201
8.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er diverse Unfälle mit Prellungen und Distorsionen in den letzten Jahren, ein
Lumbovertebralsyn
drom
im Jahr 2014 sowie die Verbrennung von 60 % der Körperoberfläche als Kind bei einem Autounfall im Jahr 2000 auf.
Dr.
Y._
führte aus, der Be
schwerdeführer arbeite als selbständiger Plattenleger und leide seit einem Sturz auf
seine
ausgestreckte
n
Arme an hartnäckigen Unterarmschmerzen beidseits. Klinisch sei eine
Druckdolenz
an den Sehnenansatzstellen vorhanden. Eine ver
suchsweise Erhöhung seines Arbeitspensums auf mehr als 50 % sei gescheitert, eine diesbezügliche Änderung in der Zukunft sei nicht zu erwarten. In der ange
stammten Tätigkeit liege die Arbeitsfähigkeit bei höchstens 50 %, die Arbeits
fähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit sei medizinisch-theo
re
tisch vollständig gegeben, wobei Tätigkeiten, welche zu Belastungen der Hände und Unterarme führ
t
e
n
, zu vermeiden seien.
3.3
RAD-Arzt
pract
.
med.
Z._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
hielt
in seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2020 (Urk. 8/20)
fest, mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit in einem höhe
ren Masse möglich; dabei seien körperlich leichte bis maximal gelegentlich mit
telschwere Tätigkeiten sitzend, stehend und/oder wechselbelastend zumutbar. Zu vermeiden seien hingegen Tätigkeiten mit schlagenden oder vibrierenden
Werk
zeugen
und
Maschinen
, repetitives Heben und Tragen von Lasten von über 10 kg sowie Tätigkeiten mit hoher manueller Belastung.
3.4
Im Rahmen der Berufs- und Laufbahnberatung vom 26. Oktober 2020 (Urk. 8/28) hielt der zuständige Berufsberater fest, die Weiterführung des eigenen Betriebes sei sinnvoll, sofern ein Mitarbeiter angestellt werde, welcher die schweren Ar
bei
ten übernehmen könne, so dass der Beschwerdeführer bloss noch leichte Ar
beiten, organisatorische Tätigkeiten sowie die Qualitätskontrolle ausführen müsse. Dies gelte umso mehr, als der Beschwerdeführer in dieser Tätigkeit mit einem Pensum von 50 % noch immer mehr verdienen könne als in einer anderen nicht qualifi
zierten Tätigkeit in einem vollschichtigen Pensum.
3.5
Im Verlaufsbericht vom 18. Februar 2021 (Urk. 8/40) bestätigte Dr.
Y._
die im Arztbericht vom 18. Februar 2020 aufgeführten Diagnosen
(vgl. E. 3.2) und führte zudem ein
Lumbovertebralsyndrom
sowie ein
Zervikovertebralsyndrom
, bestehend seit März und Oktober 2020
,
auf.
Er führte aus, die Ellbogenschmerzen seien eher schlimmer geworden, neu seien Nacken- und Kreuzschmerzen aufge
treten; letztere seien fast verschwunden, die Nackenschmerzen bestünden indes noch immer, wobei spezialärztliche Untersuchungen nicht erfolgt respektive nicht notwendig gewesen seien.
Dr.
Y._
attestierte dem Beschwerdeführer
die
selbe
Arbeitsfähigkeit
wie in
seinem Bericht vom 18. Februar 2020 (vgl. E. 3.2).
3.6
RAD-Arzt Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
hielt in seiner Stellungnahme vom 3. März 2021 (Urk. 8/45 S. 5 f.) fest, die von Dr.
Y._
attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in der angestam
mten Tätigkeit des Beschwerdeführers sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nachvollziehbar und plausibel, zumal es sich dabei um eine körperlich schwere, vor allem die Arme belastende Tätigkeit
handle. Da die erstmals im Bericht vom 18. Februar 2021 aufgeführten Diagnosen
Lumbovertebralsyndrom
und
Zerviko
vertebralsyndrom
vollkommen unspezifisch seien und darauf hingewiesen werde, dass weitere fachärztliche Abklärungen nicht notwendig gewesen seien, sei eine dadurch bedingte wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus versi
cherungsmedizinischer Sicht nicht begründet.
Die durch
Dr.
Y._
attestierte vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten T
ätigkeit, welche nicht zu einer Belastung der Hände und Unterarme führe
n dürfe
,
sei ohne Einschränkung nach
vollziehbar.
3.7
Im Arztbericht vom 8. Juni 2021 (Urk. 8/48
[
= U
rk.
3
]
), welchen der Beschwerde
führer der IV-Stelle zusammen mit seiner Beschwerde einreichte, stellte Dr. med. (BIH)
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die Dia
gnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) und führte aus, der Be
schwerdeführer fühle sich seit einigen Monaten niedergeschlagen, er
schöpft, un
konzentriert und freudlos, auch habe sich seine Schlafqualität dras
tisch ver
schlechtert. Er arbeite in einem Pensum von 50 % und strenge sich dabei sehr an, in letzter Zeit habe er zunehmend Angst um sein Unternehmen. Eine Pro
gnose zur Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht sei schwierig zu stellen. Dr.
B._
äusserte sich nicht zur aktuellen Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers.
4.
4.1
Die IV-Stelle stützte sich
bei ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers
insbesondere auf die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
A._
(vgl. E. 3.6). Dieser legte seiner Stellungnahme sowohl die Akten der Suva als auch die Akten des Krankentaggeldversicherers zu G
runde,
bezog neben der Stellungnah
me von RAD-Arzt
pract
.
med.
Z._
(vgl. E. 3.3) auch die von der IV-Stelle selbst eingeholten Arztberichte
des
Hausarztes des Beschwerdeführers,
Dr.
Y._
(vgl. E. 3.2 und E. 3.5)
,
ein
und übernahm das von
diesem
erstellte Belastungsprofil
.
Darüber hinaus legte RAD-Arzt Dr.
A._
nachvollziehbar dar, aus welchem Grund die beiden Diagnosen
Lumbovertebralsyndrom
und
Zerviko
vertebralsyndrom
keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers begründen
würden
.
Entsprechend attestierte
er dem Be
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Plattenleger eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeits
fähigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils.
4.2
Konkrete Indizien, welche gegen diese Annahme sprechen, sind mit Blick auf die Aktenla
ge nicht ersichtlich, zumal sie der Arbeitsfähigkeitseinschätzung des
behandelnde
n
Arzt
es
des Beschwerdeführers
,
Dr.
Y._
,
entspricht
.
Von dieser
Ein
schätzung wich Dr.
Y._
in seinem Bericht vom 18. Februar 2021 (vgl. E. 3.5)
selbst
in Kenntnis der beiden neu hinzugekommenen Diagnosen nicht ab,
vielmehr führte er aus, dass spezialärztliche Untersuchungen
in diesem Zusam
menhang
nicht notwendig gewesen seien.
Was den vom B
eschwerdeführer mit Beschwerdeerhebung eingereichten Arzt
be
richt von Dr.
B._
anbelangt (vgl. E. 3.7), ist zunächst anzumerken, dass dieser
zwar offenbar
am
8. Juni 2021
erstellt
worden war
, er
bei
der IV-Stelle indes erst am
21. Juni 2021
eintraf
(Urk. 8/49 S. 3)
, mithin in einem Zeit
punkt, in welchem die IV-Stelle den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers bereits mit Verfügung
vom 16. Juni 2021
abgewiesen hatte
(Urk. 2)
.
Dessen unge
achtet
vermag der Bericht von Dr.
B._
an der Einschätzung von RAD-Arzt Dr.
A._
nichts zu änder
n, zumal daraus hervorgeht, dass der Beschwerde
führer trotz der
gemäss Einschätzung des Psychiaters
seit Monaten bestehenden Depres
sion in der Lage
war
, seiner angestammten Tätigkeit im Umfang eines 50%igen Pensums nachzugehen.
Überdies
finden sich bis zu diesem Zeitpunkt
in den Akten
keinerlei Hinweise hinsichtlich der vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwer
den,
insbesondere
auch nicht
im Bericht seines
Hausarzt
es
Dr.
Y._
. E
benso wenig erwähnte der Beschwerdeführer diese Beschwerden im Rahmen seiner Anmeldung
bei der IV-Stelle
(vgl. Urk. 8/9).
Schliesslich äusserte
sich Dr.
B._
nicht zur aktu
ellen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, son
dern
hielt lediglich fest
, eine
diesbezügliche
Prognose sei auf längere Sicht schwierig zu erstellen.
4.3
Nach dem Gesagten ist für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Stellung
nahme von RAD-
Arzt Dr.
A._
abzustellen, weshalb sich weitere medizinische Abklärungen nicht als notwendig erweisen.
F
olglich
ist
von einer 50%igen Ar
beitsfähigkeit
in der angestammten sowie von einer
100%igen
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des umschriebenen Belas
tungsprofils (vgl. E. 3.
6
) auszugehen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
gemäss obigem Anforderungsprofil attestierte Rest
arbeitsfähigkeit
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbs
einkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der ver
minderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestim
men (ausserordentliches Be
messungsverfahren). Der grundsätzliche Unterschied dieses Verfahrens zur spezi
fischen Methode besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Mass
gabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funk
tionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbs
tätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Ver
sicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_208/2019 vom 26. November 2019 E. 3.2, insbe
sondere mit Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteile des Bundesgerichts 8C_413/2015 vom 3. November 2015 E. 3.3.1 und 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Das
Valideneinkommen
von
Selbständigerwerbenden
kann grundsätzlich auf der Basis der Einträge im Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und ver
hältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst ab
zustellen.
5.3.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Inva
lideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Ver
fügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
;
129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.3.3
Dem IK-Auszug vom
11. März 2020
(Urk.
8/18
) ist zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer
bis im Jahr 2008
vorwiegend
selbständig tätig war. Nach
der
Gründung der
C._
GmbH im
September 2008
(vgl. Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich, abrufbar unter:
www.zefix.ch
)
war der Be
schwerdeführer angestellt
und daher grundsätzlich kein
Selbständigerwerbender
im eigentlichen Sinne mehr
ist
.
Da
er als Gesellschafter mit Stammanteilen im Umfang von
10
0 % die Geschicke der Gesellschaft
vollumfänglich
bestimmen kann (vgl. Urk.
8/43 S. 2
), hat er es im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkei
ten selbst in der Hand, die Höhe des ausbezahlten Lohnes festzusetzen. Die IV-Stelle berücksichtigte daher zu Recht den
durchschnittlichen
Lohn, den sich der Beschwerdeführer
in den Jahren 2015 bis 2017
, mithin vor Eintritt der Invalidität,
selber
auszahlte (
Fr. 86'127.-- [
Fr.
90'000.-- im Jahr 2015, Fr. 93'630.-- im Jahr 2016 sowie Fr. 74'751.-- im Jahr 2017
, Urk.
8
/
43
S.
5
])
,
sowie
10
0 % des
durch
schnittlichen
Betriebsgewinns
in den Jahren 2015 bis 2017
(Fr.
2’494
.-- [
Fr. 8'389.59 im Jahr 2015, Fr. -12'598.87 im Jahr 2016 sowie Fr. 11'691.42 im Jahr 2017,
Urk.
8/43
S.
6 f.
]) und sah, angesichts der Schwankungen, von einer Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung bis ins massgebliche Jahr
2020
ab (Urk.
8
/43 S.
7
). Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Valideneinkommen
von Fr.
88’621
.-- (Fr.
86’127
.-- + Fr.
2’494
.--) zu Grunde zu legen.
5.4
Hinsichtlich
der
Bestimmun
g
des Invalideneinkommens
übernahm
die IV-Stelle die
im Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 26. April 2021
vertre
tene
Auffassung
(Urk. 8/43). Die Abklärungsperson kam darin zum Schluss,
der Beschwerdeführer führe einen Kleinbetrieb mit bloss einem Festangestellten im Stundenlohn, zudem werde er im Juli 2021 das 41. Lebensjahr vollendet haben. Angesichts dessen könne ihm die Aufgabe seines Betriebes und die Umstellung auf eine behinderungsangepasste Tätigkeit zugemutet werden, weshalb das Inva
lideneinkommen nicht durch den Abklärungsdienst zu bestimmen sei (Urk. 8/43 S. 7).
Entsprechend
zog
die IV-S
telle für die Berechnung
des Invalideneinkom
mens die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
hera
n und ermittelte unter Berück
sichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit sowie aufgerechnet auf das Jahr
2019 ein Invalideneinkommen von Fr. 67'405.-- (Fr. 5'340.-- : 40 x 41.7 x 12 x Nomi
nallohnentwicklung,
vgl.
Urk. 8/44)
.
Dieses Vorgehen ist
grundsätzlich nicht zu beanstanden
;
dem Beschwer
deführer
ist
angesichts der
von ihm
ausgeführten schweren körperlichen Arbeit
,
seines
Alter
s
und
seiner
noch zu erwartenden
Aktivitätsdauer
die Aufgabe seines Be
triebes zumutbar
.
Indes sind einerseits die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2 f.),
vorliegend
folglich die
Tabelle
LSE 2018
anstelle der Tabelle LSE 2016
, anderer
seits
sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend (vgl. E. 5.3.2), weshalb
eine Aufrechnung
auf das
Jahr 2020 zu erfolgen hat
(
frühester Rentenan
spruch:
1. Mai 2020,
vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG sowie Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG)
.
Entsprechend ist auf die Tabelle LSE 2018, TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer, abzustellen. Dies führt unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2020 und aufgerechnet auf das Jahr 2020 vorliegend zu einem Invalideneinkommen von Fr.
68’924
.-- (Fr.
5
’
417.-- : 40 x 41.7 [vgl. Tabelle T
03.02_2004-2020, A-S, Ziffer 01-96
] x 12 x Nominallohnentwicklung [
0.9 % im Jahr 2019, 0.8 % im Jahr 2020, vgl. Tabelle T39_1976-2020
]
)
.
5.5
Folglich resultiert aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (
Validen
einkommen
Fr. 88’621.--; Invalideneinkommen Fr. 68’924.--) eine Erwerbsein
busse von Fr. 19’697.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 22 % entspricht
(vgl. E. 1.3)
.
6.
Nach dem Gesagten
erweist sich die angefochtene
Verfügung vom 16. Juni 2021 (Urk. 2)
als rechtens
,
weshalb die
B
eschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.