# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac983a7d-b7b4-496a-a06a-34a4b7978bd8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. befand sich vom 1. Dezember 2008 bis zum 21. September 2010 im Verwahrungsvollzug der Justizvollzugsanstalt Sennhof (nachfolgend JVA Sennhof) in Chur. Seit dem 22. September 2010 befindet sich A. in der Strafanstalt Z. in X..
B. Mit Schreiben vom 25. Juli 2010 an die Redaktion der „Südostschweiz am Sonntag“ kritisierte A. einen Bericht der Zeitung vom 25. Juli 2010 betreffend die Ausschaffung einer kurdischen Familie. In diesem Schreiben äusserte er sich wie folgt über den Mitarbeiter eines kantonalen Amtes und einen Mitarbeiter der Südostschweiz: „Die Zwei erinnert mich Stark an, Trottelige Inspektor Jacques Clouseau (...) und sein minderbemittelter Assistent Ponton (...).“
C. Mit Notiz vom 27. Juli 2010 forderte der Sozialdienst der Justizvollzugsanstalt Sennhof (nachfolgend JVA Sennhof) A. auf, die ehrverletzenden Bemerkungen aus dem Brief herauszunehmen, bevor er den Brief wieder einreiche. Zur Begründung wurde ausgeführt, unterschiedliche Beurteilungen einer Sachlage bzw. verschiedene Sichtweisen seien noch kein Grund jemanden als „trottelig“ oder „minderbemittelt“ zu bezeichnen.
D. Infolge dieser Korrekturaufforderung wandte sich A. mit Schreiben vom 27. Juli 2010 an den Sozialdienst der JVA Sennhof. Er bemängelte die Nichtweiterleitung und Zensur seiner privaten Post und verlangte die umgehende Zustellung einer Verfügung, falls der Sozialdienst an der getroffenen Massnahme festhalten sollte.
E. Mit Schreiben vom 29. Juli 2010 informierte der Anstaltsleiter der JVA Sennhof A., dass gemäss Art. 98 Abs. 2 der Verordnung über den Justizvollzug im Kanton Graubünden (JVV; BR 350.510) ausgehende Postsendungen mit ungebührlichem Inhalt nicht versandt und der eingewiesenen Person zurückgegeben würden. Er bat A. sodann um Kenntnisnahme und Korrektur.
F. Daraufhin erhob A. mit Schreiben vom 1. August 2010 Rekurs (recte: Beschwerde) beim Anstaltsleiter der JVA Sennhof wegen Nichtbeförderung von privater Post und versuchter Nötigung zur Zensur. Unter Berufung auf Art. 16 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 8 Ziff. 1 und Art. 10 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) verlangte er im Wesentlichen die sofortige Aufhebung der behaupteten Zensurmassnahme, die Versendung der Originalpost,
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die Beachtung von Art. 16 Abs. 2 BV sowie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in BGE 119 Ia 71 und für den Fall, dass es wieder zu einer solchen Aktion kommen sollte, die Ausstellung einer Verfügung (inkl. Rechtsbelehrung).
G. Nachdem A. keinen Entscheid hinsichtlich seiner Beschwerde erhielt, wandte er sich mit Schreiben datiert vom 18. Januar 2011 an das Amt für Sicherheit und Justiz (recte: Amt für Justizvollzug, nachfolgend AJV). Mit Hinweis auf das Beschleunigungsgebot verlangte A., das Amt möge sich erkundigen, was mit seiner Beschwerde los sei. Da das Schreiben von A. beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (nachfolgend DJSG) einging, leitete das DJSG die Anfrage mit Schreiben vom 21. Januar 2011 an das zuständige AJV weiter.
H. Am 27. Mai 2011 erkundigte sich die Leiterin Rechtsdienst des AJV per E-Mail beim Anstaltsleiter der JVA Sennhof, ob er das Schreiben vom 1. August 2010 erhalten habe und wie er diesbezüglich mit A. verblieben sei. Die Leiterin Rechtsdienst des AJV wies ausserdem daraufhin, dass die Amtsleitung zur Behandlung der Beschwerde zuständig gewesen wäre. Gemäss Aktennotiz vom 7. Juni 2011 teilte der Anstaltsleiter daraufhin telefonisch mit, dass er nicht mehr wisse, wieso er das Schreiben nicht an die Amtsleitung weitergeleitet habe.
I. Mit Verfügung vom 14. Juni 2011 wies das AJV die Beschwerde des A. sodann ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die betreffenden Aussagen im Schreiben vom 25. Juli 2010 würden die zulässige Grenze der sachlichen Kritik überschreiten und seien klar als ehrverletzend zu qualifizieren. Würden solche Schreiben geduldet und weitergeleitet, könnte sich das unter den Anstaltsinsassen herumsprechen und diese animieren, in gleicher Art zu korrespondieren, was zu einer Spannung zwischen den Gefangenen und dem Anstaltspersonal führen und damit die Anstaltsordnung gefährden könnte. A. habe die Möglichkeit erhalten, die unzulässigen Passagen im Schreiben zu verbessern und das korrigierte Schreiben erneut zu versenden. Von dieser Möglichkeit habe er jedoch keinen Gebrauch gemacht. Der Eingriff in die Meinungsäusserungsfreiheit sei damit verhältnismässig gewesen, weshalb keine Verletzung vorliege.
J. Gegen die Verfügung des AJV vom 14. Juni 2011 erhob A. mit Schreiben vom 20. Juni 2011 Beschwerde beim Amt für Sicherheit und Justiz (recte: DJSG). Unter Berufung auf Art. 16 Abs. 2, 9 und 29 BV sowie Art. 8 Ziff. 1 und Art. 10 Ziff. 1 EMRK beantragte er unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des
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## Considerations