# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cb7d85ad-595c-4b3f-8577-017b1cb00250
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, war zuletzt
vom
2.
Dezember 2013
bi
s
3
1.
Januar 2016 als Reinigungsmitarbeiter
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
3.
Februar 2015 war
(
Urk.
6
/34
/3
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.3,
Urk.
6/
34/9). Unter Hinweis auf einen Unfall
vom
8.
Februar 2015
meldete
er
sich am
1.
Dezember 2015
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/15
Ziff.
6.1
,
Urk.
6/18/169
)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
,
zog die Akten des Unfall
versicherers (
Urk.
6/18
,
Urk.
6/47
) bei
und hielt mit Mitteilung vom 2
7.
April 2016 fest, dass keine beruflichen Massnahmen möglich seien (
Urk.
6/36).
Die IV-Stelle holte
in der Folge
bei
m
Z
entr
um
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 3
0.
Juni 2017 erstattet wurde (
Urk.
6/66).
Mit Vorbescheid
vom 1
9.
Juli 2017 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/68), wogegen der Versicherte am 3
1.
Oktober 2017 Einwände erhob
(
Urk.
6/75)
. Die IV-Stelle holte in der Folge beim
Y._
eine ergänzende Stellungnahme ein
, welche
am
8.
Dezember 2017
erstattet
wurde
(
Urk.
6/77).
Am 1
7.
Januar 2018 (
Urk.
6/80) und am
3.
April 2018 (
Urk.
6/94) erhob der Versicherte weitere Einwände und
teilte der IV-Stelle mit, dass er
am
9.
Dezember 2017
erneut einen
schweren Unfall erlitten habe.
Die IV-Stelle holte die aktuellen medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/109,
Urk.
6/110,
Urk.
6/111,
Urk.
6/117) sowie ein polydisziplinäres Verlaufsgutachten beim
Y._
ein, welches am
8.
August 2019 erstattet wurde (
Urk.
6/135).
Mit Vorbescheid vom
2
0.
August 2019
(ersetzt Vorbescheid vom 1
9.
Juli 2017,
Urk.
6/68)
stellte die IV-Stelle die Zusprache
eine
r
befristete
n
ganze
n
Rente
vom
1.
Dezember 2018 bis 3
0.
September 2019
in Aussicht (
Urk.
6/
139
), wogegen der Versicherte am
7.
Oktober 2019
Einwände erhob
und berufliche Massnahmen beantragte
(
Urk.
6/144)
. Mit Schreiben vom 1
6.
Oktober 2019 hiess die IV-Stelle den Antrag auf berufliche Eingliederungsmassnahmen gut (
Urk.
6/148).
Am 2
3.
Oktober 2019 erlitt der Beschwerdeführer einen weiteren Unfall (
Urk.
6/169), woraufhin
er
weitere medizinische Berichte
zu den Akten reichte
(
Urk.
6/178/1-5, 9-11,
Urk.
6/198/1-2). Mit Verfügung vom
2
7.
Februar 2020
sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
befristete ganze Rente
vom
1.
Dezember 2018 bis 3
0.
September 2019 zu (
Urk.
6/152
,
Urk.
6/202 =
Urk.
2
).
1.2
Am
9.
März 2018
hatte
sich der Versicherte zum Bezug einer Hilflosenentschädi
gung an
gemeldet
(
Urk.
6/88). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/96,
Urk.
6/98,
Urk.
6/143,
Urk.
6/155),
im Rahmen dessen
am 2
9.
Novem
ber 2018
eine Abklärung vor Ort
stattfand
(
Urk.
6/142), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
9.
Dezember 2019 einen Anspruch auf eine Hilflo
senentschä
digung (
Urk.
6/177 =
Urk.
7/2
).
2.
2.1
Der Versicherte erhob am 2
0.
April
2020 Beschwerde gegen die den Rentenan
spruch betreffende Verfügung vom 2
7.
Februar 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab Juni 2016 aus
zurichten. Eventuell sei ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2-3). Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Am 2
7.
Januar 2020 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die den Anspruch auf Hilflosenentschädigung betreffende Verfügung
vom
9.
Dezember 2019
(
Urk.
7/2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und das Verfahren sei bis zum Entscheid betre
ffend den Rentenanspruch zu sis
tieren (
Urk.
7/1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort
vom
4.
März 2020
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7/
6).
2.3
Mit Verfügung vom
2
3.
Juni 2020
wurde das Verfahren
betreffend Hilflosenent
schädigung (vorstehend
Ziff.
2.2) mit dem vorliegenden Verfahren betreffend Ren
tenanspruch
vereinigt (
Urk.
8,
Urk.
7/8
)
und dem Beschwerdeführer die Ein
ga
ben der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
5) sowie vom
4.
März 2020 (
Urk.
7/6)
zur K
enntnisnahme zugestellt
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig
gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Invali
denversicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksich
tigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 je mit Hinweisen).
1.5
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.9
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38 IVV). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massge
bend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die Zusprache einer befristeten ganzen Invalidenrente
vom
1.
Dezem
ber 2018 bis 3
0.
September 2019
in der angefoch
tenen Verfügung vom 2
7.
Februar 2020 (
Urk.
2,
Urk.
6/152) damit, dass
dem Beschwerdeführer
gestützt auf
das Verlaufsgutachten des
Y._
vom August 2019
die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter
sowie eine dem Leiden angepasste Tätigkeit
seit dem zweiten Unfallereignis vom
9.
Dezember 2017
nicht mehr zumutbar seien.
Spätestens seit dem letzten Tag der interdiszip
linären Untersuchung, welche am 2
6.
Juni 2019 stattgefunden habe,
sei
ihm
eine leidensangepasste Tätigkeit
wiederum
im Voll
zeit
pensum zumutbar.
Gestützt auf die statistischen Lohnangaben sei davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit ein mindestens gleich hohes Einkommen erzielen könne wie als
Reinigungsmitarbeiter
. Entsprechend bestehe keine Erwerbseibusse mehr und die Bedingungen für eine Invalidenrente seien nicht mehr erfüllt
.
Die
Änderung trete nach drei Monaten der Verbesserung in Kraft, weshalb die Rente bis zum 3
0.
September 2019 zu befristen sei
(
Urk.
6/152/1).
Des Weiteren sei ein höherer leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen als die gewährten 10
%
nicht angezeigt. Betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen werde der Antrag des Beschwerdeführers gutgeheissen und es könne ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche angeboten werden. Betreffend Rente werde am bisherigen Entscheid festgehalten (
Urk.
6/152/2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1), dass die angefochtene Verfügung auf dem
Erst- und dem Folgegutachten des
Y._
basiere, auf welche nicht abges
tellt werden könne
(
S. 11
ff.
Ziff.
69,
Ziff.
76
). Gemäss Folgegutachten des
Y._
vom August 2019 sei er seit Oktober 2019 in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig. Aufgrund des erneuten Unfalls vom 2
3.
Oktober 2019 habe sich sein Belastungsprofil jedoch gemäss Stellungnahme der IV-Stelle vom Januar 2020 weiter eingeengt. Zudem sei er wegen des Unfalls für einen Zeitraum von drei Monaten für jede Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
. Es seien jedoch keine leidensangepassten Tätig
keiten ersichtlich, welche mit den vorhandenen Einschränkungen noch möglich wären. Somit sei es ihm nicht möglich ein Inva
lideneinkommen zu erwirtschaf
ten, weshalb
ein Invaliditätsgrad von 100
%
bestehe
(S. 13 f.
Ziff.
77-80). Zwar gehe die IV-Stelle von einer Anpassung des Belastungsprofils und einer dreimo
natigen 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus, die gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom Oktober 2019 seien indes nicht berücksichtigt worden (S. 15
Ziff.
87).
Da der angefochtenen Verfügung ein unvollständiger Sachverhalt zugrunde liege, insbesondere, weil die aktenkundigen medizinischen Unterlagen nach dem Fol
gegutachten vom August 2019
unberücksichtigt geblieben seien, sei
im Sinne des Eventualantrags
ein neues polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben. Es sei eine andere Gutachterstelle als das
Y._
damit zu beauftragen (S. 16
Ziff.
89).
2.3
In der Verfügung
vom
9.
Dezember 2019
betreffend Hilflosenentschädigung ging die Beschwerdegegnerin davon aus
(
Urk.
7/2),
dass ein direkter Hilfsbedarf in den allgemeinen Lebensverrichtungen im Umfang von drei Monaten nach dem zwei
ten Unfall per Dezember 2017 bis Februar 2018 berücksichtigt werden könne. Das ärztliche Gutachten schliesse einen längeren Hilfsbedarf in den Lebensverrich
tungen aus. Das Wartejahr könne mangels Erreichen der Mindestvoraussetzungen nicht erfüllt werden, da auch kein medizinischer Pflegeaufwand und auch keine Überwachungsbedürftigkeit bestehe (S. 2).
2.4
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
7/1), dass die angefochtene Verfügung unter anderem auf dem Gutachten des
Y._
basiere, gegen welches sich insbesondere auch die Beschwerde hinsichtlich des Rentenanspruchs beziehe. Das vorliegende Verfahren betreffend
Hilfosenentschä
digung
sei daher zu sistieren
,
bis über das andere Verfahren betreffend Renten
anspruch entschieden werde
(S. 2
Ziff.
3-4).
2.5
Streitig sind
die Befristung der zugesprochenen Rente und
ein allfälliger Anspr
uch auf Hilflosenentschädigung. Zu prüfen ist insbesondere
, wie es
sich mit
dem Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers verhält und
ob diesbezüglich der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 1
7.
März 2016 über die neurologische Untersuchung vom 1
4.
März 2016 (
Urk.
6/47/69-71) und nannte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
multifaktorielle Schmerzen und Bewegungseinschränkung am rechten Arm
-
bei Schmerzhemmung nach intraartikulärer mehrfragmentärer Radius
fraktur am
8.
Februar 2015, reponiert mit Fixateur externe am
9.
Februar 2015, osteosynthetisiert am 1
7.
Februar 2015, im Verlauf komplexes regionales Schmerzsyndrom
-
mögliche
zervikospondylogene
Schmerzkomponente, klinisch kein Hinweis für eine radikuläre Mitursache
-
klinisch und elektroneurographisch kein Hinweis für zusätzliche peri
pher nervöse Läsion
-
Verdacht auf funktionelle Überlagerung
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom und unspezifische Schwin
delbeschwerden bei anamnestisch wiederholten Kopf- und
Halswirbelsäu
len (
HWS
)
Kontusionen
-
allgemeine Nervosität, psychologische Betreuung seit rund 2 Jahren
Der Beschwerdeführer leide seit einem Sturz auf dem Eis am
8.
Februar 2015
an therapieresistenten Schmerzen und an einer Bewegungseinschränkung vor allem an der rechten Hand, aber insgesamt am ganzen rechten Arm. Bei
den
massiv empfundenen Schmerzen würden sich keine harten neurologischen Ausfallsymp
tome
wie
Atrophien oder Reflexdifferenzen
finden
. Elektrophysiologisch seien die Befunde am
Nervus
medianus und
ulnaris
normal. Weiterhin bestünden anam
nestisch seit dem Unfall verstärkt Beschwerden im Sinne eines
zervikobrachialen
Syndroms bei degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule. Klinisch würden sich keine Hinweise für eine zusätzliche radikuläre Reiz- oder Ausfall
symptomatik zeigen. Bei Klage über langjährige Kopfschmerzen und unspezifi
sche Schwindelbeschwerden würden sich klinisch keine zentralnervösen Ausfallsymptome finden, was in Übereinstimmung mit dem aktuell normal beschriebe
nen
MRI-
Befund
des Schädels
sei (S. 3).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Chirurgie, Stadtspital
B._
,
führte in ihrem Bericht vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
6/44/8
-11) aus, dass sie den Beschwerde
führer seit 2
7.
März
2015 ambulant behandle, wobei vom
9.
bis 1
3.
Mai 2016 eine stationäre Behandlung im Stadtspital
B._
stattgefunden habe (
Ziff.
1.2-1.3). Sie nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 1
Ziff.
1):
-
komplizierter prolongierter Heilungsverlauf bei
-
Status nach distaler intraartikulärer mehrfragmentärer Radiusfraktur rechts
-
Status nach geschlossener Reposition und Anlage Fixateur externe am
9.
Februar 2015
-
Status nach Ent
fernung Fixateur externe, ORIF (
offene Reposition, interne Fixation
) rechts
am 1
7.
Februar 2015
-
Status nach CRPS (komplexes regionales Schmerzsyndrom)
-
klinisch und elektroneurographisch kein Hinweis für
eine
zusätzliche periphere Nervenläsion, keine radikuläre Ursache
-
Verdacht auf
eine
Schmerzverarbeitungsstörung
-
psychosoziale
r
Belastungsreaktion
-
fehlende
m
Anpassungsprozess nach Unfall
-
aktuelle
n
neuropathische
n
Restschmerzen rechts
-
chronisches
zervikocephales
Schmerzsyndrom und unspezifische Schwin
delbeschwerden bei anamnestisch wiederholten Kopf- und HWS-Kontusionen
Es sei während des stationären Aufenthalts sowohl bei den täglichen Visiten, als auch bei der Therapie eine deutliche Steigerung der spontanen Bewegung des Handgelenks aufgefallen. Der Beschwerdeführer habe dabei kräftig die Hand schütteln können und habe in Gesprächen ein ausgeprägtes Gestikulieren mit der betroffenen Extremität gezeigt. Auch das Führen eines schriftlichen Schmerzpro
tokolls sei ihm problemlos möglich gewesen. Es zeige sich keine Kraftverminde
rung trotz minimer motorischer Defizite, der Faustschluss sei kräftig. Im Vorder
grund stehe nun die Symptomfixierung weiter abzubauen und den Beschwerde
führer wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern (
S. 2
Ziff.
1.4). Es sei ihm dringend zu einem Arbeitsversuch geraten worden (
S. 2
Ziff.
1.5). Ab dem 1
7.
Mai 2016 sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit aus
gewiesen (
S. 2
Ziff.
1.6).
Die bisherige Tätigkeit sollte mit entsprechenden Copingstrategien wieder ausübbar sein (S. 3).
Es bestünden lediglich Restsymp
tome im Sinne einer eingeschränkten Dorsalextension des rechten Handgelenks
(S. 4).
3
.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin
für Allgemeine Innere Medizin, führ
te in ihr
em am 1
8.
Januar 2017 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen
Bericht (
Urk.
6/57) aus, dass sie
den Beschwerdeführer seit 1
9.
September 2015 ambulant behandle (
Ziff.
1.2), und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
Verdacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung
-
chronifizierte Schmerzen am rechten Arm
Es finde
zwei- bis dreimal im Monat
eine fachspezifische Psychotherapie in der Muttersprache des Patienten statt (
Ziff.
1.5)
. Die bisherige Tätigkeit sei aus medi
zinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7)
.
3.4
Die Ärzte des
Y._
erstatteten am 3
0.
Juni 2017 ein polydisziplinäres Gutachten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/66). Sie stützten sich auf die ihnen
überlassenen Akten (S. 3-13
), die Angaben des Beschwerdeführers
(S. 27 ff.)
und ihre am
3.
und 1
7.
Mai 2017 erhobenen orthopädisch-traumatolog
ischen (
S.
26-35
), internistischen
(S. 36-42
), psychiatrischen (
S.
43-55) und neurologischen (S.
56
-64
) Befunde.
Sie nannten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit.
Die folgenden von ihnen genannten Diagnosen erachteten sie als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 15):
-
beginnende posttraumatische Handgelenksarthrose rechts nach zweimali
ger osteosynthetischer Versorgung des rechten Handgelenks (am
9.
Februar und 1
7.
Februar 2015) mit leicht- bis mittelgradiger Funktions
einschränkung
-
Arthralgie rechtes
Ellenbogen- und rechtes Schultergelenk ohne Hinweis auf eine strukturelle Veränderung
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei multisegmentaler Bandscheibendegeneration mit leicht- bis mittelgradiger Funktionsein
schränkung ohne Nachweis einer radikulären Defizitsymptomatik
-
anamnestisch Nikotinabusus bis vor drei Jahren
-
Übergewicht
-
Hypertonie, medikamentös gut eingestellt
-
atopische Dermatitis wahrscheinlich
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (ICD-10 F44.6)
Anlässlich der orthopädisch-traumatolo
gischen Untersuchung (S.
26-35) habe der Beschwerdeführer angegeben, dass die Beschwerden in den Gelenken des rechten Arms (Handgelenk, Ellenbogen und Schulter) und des rechten Kniegelenks seit dem
Unfallereignis vom
8.
Februar 2015 bestünden. Das linke Knie und die Lendenwirbelsäule (LWS) seien im April 2015 wegen Knie- und Beinschmerzen geröntgt worden (S. 28)
. Der Gutachter führte aus, dass die Fraktur des rechten Handgelenks zunächst osteosynthetisch am
9.
Februar 2015 mit einem Fixateur externe reponiert und stabilisiert worden sei. Am 1
7.
Februar 2015 sei die defi
nitive osteosynthetische Versorgung mittels einer volaren Platt
e
erfolgt. Die Frak
tur sei zielgerecht konsolidiert, der postoperative Verlauf sei jedoch insgesamt ausgeprägt verzögert gewesen. Zwischen der Symptompräsentierung und der Nutzung der Hand und des Handgelenks im Alltag sei schon
früher
eine erhebli
che Diskrepanz aufgefallen. Bei der aktuellen Begutachtung habe der Beschwer
deführer ebenfalls ausgeprägte Schmerzen im Bereich des Handgelenks, des Ellenbogens und der Schulter angegeben. Bei der Prüfung der Gelenkfunktion sei es zu einer ausgeprägten Schmerzverlautbarung gekommen. Klinische Zeichen einer Entzündung
, Schwellung oder Deformierung hätten
sich jedoch nicht
erge
ben
. Die passive Beweglichkeit von Schulter und Ellenbogen seien gegenüber der kontralateralen linken Seite nicht eingeschränkt. Seitens des Handgelenks lasse sich eine mittelgradige Funktionseinschränkung feststellen. Zeichen einer Belas
tungsminderung, Muskelmantelmi
nderung rechts gegenüber links würden
sich nicht objektivieren
lassen
.
Eine Einschränkung für die Alltagsfunktion sei nicht erkennbar
, jedoch
sei eine krasse
Diskrepanz zur Präsentation der Funktionen während der Untersuchung
ersichtlich. Eine
Diagnose
mit Relevanz
für die Arbeitsfähigkeit
ergebe sich nach dem Gesagten nicht
(S. 33
Ziff.
5
). Seit dem 1
7.
Mai 2016 könne dem Beschwerdeführer, entsprechend dem Austrittsbericht des
Stadtspitals
B._
(
vgl.
Urk.
6/47/92-93
, vgl. E. 3.2
), eine 100%ige Arb
eits
fähigkeit attestiert werden
(S. 34
Ziff.
5
).
Aus internistischer Sicht
(
S. 36-42
)
sei die medizinische Vorgeschichte unauffäl
lig. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer Verweistätigkeit sei voll erhalten (S. 41
Ziff.
3
).
Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung (
S. 43-55
) habe der Beschwerdefüh
rer die subjektiven Funktionseinschränkungen in der rechten Hand in den Vor
dergrund seiner alltagsrelevanten Handica
ps gestellt. Auf Nachfrage habe er
Ver
änderungen in der Stimmung und im Verhalten beschriebe
n
, die auf eine psychi
atrische Diagnose aus dem affektiven Spektrum, namentlich eine Depression, schliessen lassen
würden
. Die Qualität und Quantität der Beeinträchtigungen lasse, unter Berücksichtigung der Alltagsgestaltung und des sonstigen Aktivitä
tenniveaus des Beschwerdeführers, allenfalls auf eine leichte Depression schlies
sen. Die präsentierte Funktionsstörung der Hand sei organisch nicht nachvoll
ziehbar, zumal es zu einer deutlichen Inkonsistenz bezüglich des Einsatzes der Hand im Alltag komme. Es sei davon auszugehen, dass es sich um eine dissozia
tive Störung handle (S. 50
Ziff.
5
). Eine
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts
störung (ADHS)
könne nicht bestätigt werden. Zusammenfassend könne
aktuell
keine psychiatrische Erkrankung festgestellt werden, die ausgeprägt genug wäre, um Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu haben (S.
51
Ziff.
5
).
Aus neurologischer Sicht (S.
56-64
) könne keine Genese für die subjektiven Funk
tionseinschränkungen der rechten Hand festgestellt werden. Die klinisch-neurologische Untersuchung habe insofern zu keinem wegweisenden Befund geführt und habe insgesamt keine eindeutigen pathologischen Befunde ergeben. Somit liege keine neurologische Diagnose vor. Zusammenfassend bestehe aus neurolo
gischer Sicht keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit (S. 62
Ziff.
5).
Aus gesamtmedizinischer Sicht wurde festgehalten, dass in keinem Fachgebiet eine Diagnose mit Relevan
z
für die Arbeitsfähigkeit gestellt worden sei. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 kg durchzuführen. Tätigkeiten, die auf eine Beidhändigkeit angewiesen seien und einen starken Kraftschluss beider
Hände benötig
t
en, seien zu
vermeiden. Tätigkeiten unter dem Einfluss von Vibrationen sollten nicht erfolgen. Tätigkeiten in und über Kopfhöhe sowie unter dem Einfluss von extremen Temperaturschwankungen oder in grösseren Gruppen seien ebenfalls zu vermeiden
. Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft nicht eingeschränkt
(S. 16). In einer leidensadap
tierten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit
. Die Arbeitsfähigkeit betrage gemäss Austrittsbericht des Stadtspital
s
B._
(
vgl.
6/47/92-93
, vgl. E. 3.2
) ab 1
7.
Mai 2016 wieder 100
%
. Aus psychiatrischer Sicht sei noch nicht von einer Chronifizierung aus
zugehen. Es bestehe durchaus noch Bes
serungspotenzial, so
dass aus psychiatri
scher Sicht eine positive Prognose abgegeben werden könne. Somatisch sei die Prognose nicht eingeschränkt (S. 17).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
nahm am
5.
Juli 2017 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
6/67 S. 7 f.) Er führte aus, dass in kein
em der an der Begutachtung vom Juni 2017 (vorstehend E. 3.4
) beteiligten Fachgebiete eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit habe gestellt werden können (S. 7). Der Beschwerdeführer sei daher in seiner ange
stammten Tätigkeit als Reinigungskraft
sowie in
einer leidensadaptierten Tätig
keit unter Beachtung des Belastungsprofils nicht eingeschränkt. Im retrospektiven Verlauf sei wegen des prolongierten Verlaufs die Arbeitsfähigkeit nicht wie sonst üblich drei bis vier Monate nach der Frakturkonsolidierung wiederhergestellt gewesen, sondern betrage gemäss Austrittsbericht des S
tadtspitals
B._
(vgl.
Urk.
6/47/92-93
, vgl. E. 3.2
) erst ab 1
7.
Mai 2016 wieder 100
%
. Dasselbe gelte für eine leidensadaptierte Tätigkeit (S. 8).
3.6
Die Ärzte des
Y._
erstatteten am
8.
Dezember 2017 eine ergänzende Stellung
nahme (
Urk.
6/77). Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, dass dem Gut
achter nicht die Pflicht obliege, für die Vollständigkeit der Akten zu sorgen. Wichtige beziehungsweise bedeutende Ereignisse, die mit einer relevanten Gesundheitsstörung einhergehen würden, würden anamnestisch erfasst. Die kli
nische Untersuchung umfasse den gesamten Körperstatus, sodass ebenfalls rele
vante Funktionseinschränkungen und Deformierungen erfasst würden (S. 1). Die Feststellung, dass im rechten Ellenbogen und in der rechten Schulter keine struk
turellen Veränderungen vorl
ä
gen, werde durch die aktuelle radiologische Auf
nahme bestätigt. Der kreisärztlichen Untersuchung vom August 2016 und der Folgerung, dass bezüglich der Handfunktion von einem stationären Endzustand auszugehen sei, könne nicht gefolgt werden
. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, beim An- und Ausziehen seine Schuhe beidhändig auszuziehen, zu schnü
ren, die Socken aus- und anzuziehen sowie den Gürtel zu schliessen. Eine Ein
schränkung für die Alltagsfunktionen sei nicht erkennbar. Dies stehe in einer drastischen Diskrepanz zur Präsentation der Funktion während der Untersu
chung. Die aktiven Funktionen in der Alltagssituation hätten sich somit deutlich gebessert. Die Tä
tigkeit als Reinigungskraft sei
unter Berücksichtigung des Bel
as
tungsprofils
weiter durchführbar. Eine leichtgradige Handgelenksfunktionsein
schränkung hindere den
Beschwerdeführer nicht an der Ausübung des Berufs. Zur Schonung respektive Entlastung könne bei der Tätigkeit auch eine Handge
lenksbandage angelegt werden. Paradox bei allem erscheine, dass der vermeint
lich belastungsgeminderte Arm sich muskelkräftiger präsentiere. Objektive Hinweise auf eine Belastungsminderung des rechten Arms
lägen
nicht vor
(S. 2).
In der psychiatrischen Stellungnahme wurde festgehalten, dass der Beschwerde
führer anlässlich der Exploration seine psychischen Probleme nicht in den Vor
dergrund gestellt habe. Er habe nur auf Nachfrage von ihnen berichtet und keine schweren, zu einer Depression passenden Beschwerden angegeben. Er habe von einer Besserung im Vergleich zu den Vorjahren berichtet. Bis zum Unfall sei er arbeitstätig gewesen. Die Unmöglichkeit der Rückkehr in seine letzte Arbeit habe er lediglich mit der Funktionsstörung in der Hand begründet. Alle diese Punkte würden in Zusammenschau nicht auf ein mehr als leichtes depressives Syndrom schliessen lassen. Zu einer leichten Depression passe auch, dass er seine meisten Aktivitäten bewältigen könne (S. 3).
Es würden auch in Zusammenhang mit der Depression Aufmerksamkeitsdefizite angegeben, die im Übrigen auch die genannte Konzentrationsstörung erklären könnten. Auch wenn ein
e
ADHS ange
nommen würde
, wofür aus Sicht der Gutachter nach wie vor die Kriterien nicht ausreich
end erfüllt wären, müsste diese
bereits seit mehreren Jahren vorgelegen haben. Der Beschwerdeführer wäre dann aber trotz dieser Diagnose jahrelang arbeitsfähig gewesen. Es sei noch erwähnt, dass der Beschwerdeführer unmittel
bar vor der psychiatrischen Exploration bereits orthopädisch begutachtet worden sei. Eine alltagsrelevante Aufmerksamkeitsstörung hätte spätestens im späteren Verlauf auffallen müssen
(S. 4)
.
Zusammenfassend
ergäben
sich aus orthopädisch-traumatologischer und psychi
atrischer gutachterlicher Sicht keine Änderungen in den Bewertungen und Schlussfolgerungen des Gutachtens vom
Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4
) (S. 4).
3.7
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5
) nahm am 1
4.
Dezember 2017 Stellung zum medizi
nischen Sachverhalt (
Urk.
6/137 S. 5). Er hielt fest, dass die Gutachter in der ergänzenden Stellungnahm
e vom Dezember 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6
) aus
führlich zu den Vorwürfen der Rechtsvertretung Stellung genommen hätten. Ihre Argumente seien nachvollziehbar und damit auch das Festhalten an der Bewer
tung des Beschwerdeführers im Gutachten vom Juni 2017 (vgl. vorstehend
E. 3.4
). Somit bleibe es auch weiterhin an der auf dieses Gutachten abstützenden RAD-Stellungnahme vom
Juli 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5
).
3.8
Dr.
med.
E._
, Assistenzarzt Orthopädie,
Fachbereich Hüfte/Becken,
Univer
sitätsklinik
F._
, nannte in seinem Bericht vom 1
8.
Oktober 2018 (
Urk.
6/110/7-12) die folgenden, hier verkürzt aufgeführten, Diagnosen (S. 1):
-
posttraumatisch reaktivierte
Coxarthrose
rechts
-
chronisches Schmerzsyndrom Schulte
r/Nacken/Scapula rechts
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
Status nach Polytrauma in der Türkei vom
9.
Dezember 2017
Bezüglich der Wirbelsäule bestehe ein chronisches panvertebrales Schmerzsyn
drom bei stabiler und subakuter LWK 4- und LWK 1-Frakturen, welche
s
keine weiteren Massnahmen
notwendig
mache
. Eine
neuronale Kompression
sei mittels MRI der LWS ausgeschlossen worden. Bezüglich Schulter/Nacken/Scapula rechts bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom bei Partialruptur des Subscapularis. Bezüglich der Hüfte bestehe der Verdacht auf eine posttraumatisch reaktivierte
Coxarthrose
rechts im Rahmen des Polytraumas vom
9.
Dezember 2017 (S. 3
Ziff.
2.2).
Im Zusammenhang mit dem Polytrauma
leide der Beschwerdeführer unter einer reaktivierten
Coxarthrose
auf der rechten Seite, einem chronischen Schmerzsyndrom im Bereich der rechten oberen Extremität
sowie unter einem chronischen p
anvertebralen Schmerzsyndrom. Im Rahmen dieser Diagnose sei ihm nur eine reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer körperlich nicht belastenden Tätigkeit zuzumuten (S. 5 f.
Ziff.
3.4). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer dem Leiden angepassten
Tätigkeit
werde
im Verlauf
die arbeitsmedizinische Evaluierung empfohlen (S. 6
Ziff.
4.2).
3.9
Dr.
med.
G._
, Assistenzarzt Orthopädie, Fachbereich Schul
ter/Ellbogen, Universitätsklinik
F._
, nannte in seinem Bericht vom 1
9.
Okto
ber 2018 (
Urk.
6/111/7-11) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisches Schmerzsyndrom Schulter/Nacken/Scapula rechts
mit/bei
-
Partialruptur der
Subscapularissehne
-
Status nach Rippenserienfraktur 6-10 links mit Status nach Osteosyn
these in der Türkei
-
Status nach Rippenserienfraktur 2-10 rechts
-
Status nach
Sternumfraktur
-
Status nach
Skapulafraktur
-
Status nach unterer Schambeinastfraktur links
-
Status nach intraabdominalen Verletzungen
-
posttraumatisch reaktivierte
Coxarthrose
rechts
Bei Status nach Polytrauma und chronische
n
Schmerzen im Verlauf sei die weitere Arbeitsfähigkeit schwierig abzuschätzen. Wahrscheinlich sei ein körper
lich belastender Beruf in Zukunft nur eingeschränkt möglich (S. 4
Ziff.
2.7). Als
Funktionseinschränkungen bestünden chronische panvertebrale Schmerzen sowie Schmerzen der Schulter rechts mit damit einhergehender Leistungs- und Kraftminderung (S. 4
Ziff.
3.4). Eine Tätigkeit mit reduzierter körperlicher Belas
tung ohne Heben schwerer Lasten oder der Notwendigkeit von Einnehmen stati
scher Körperhaltungen über längere Zeit sollte nach Rückgang der Schmerzsymp
tomatik möglich sein (S. 5
Ziff.
4.2). Die Prognose sei abhängig vom weiteren Verlauf der Schmerzsymptomatik (S. 5
Ziff.
4.3).
3.10
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie,
nannte in seinem Bericht vom 1
1.
November 2018 (
Urk.
6/109) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
Status nach Polytrauma am
9.
Dezember 2017 mit diversen Frakturen
-
Status nach Radiusfraktur rechts und CRPS
-
Depression
Der Beschwerdeführer sei höchst depressiv. Gehen und Sitzen sei
en
aufgrund der Frakturen kaum möglich (
Ziff.
1.3). Er sei in allen Tätigkeiten
zu
100
%
arbeits
unfähig (
Ziff.
2.1-2.2). Die Prognose sei schlecht (
Ziff.
3.3).
3.11
Im Bericht vom 1
4.
Dezember 2018 (
Urk.
6/117/7-13) nannte
Dr.
G._
(vor
stehend E. 3.9
)
die folgenden, hier verkürzt aufgeführten, Diagnosen (S. 1):
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
neuropathische Schmerzen links thorakal
-
chronisches Schmerzsyndrom Schulter/Nacken/Scapula rechts
-
posttraumatisch reaktivierte
Coxarthrose
rechts
-
Status nach Polytrauma in der Türkei vom
9.
Dezember 2017
Beim Beschwerdeführer bestehe ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom bei stabiler LWK4- und LWK1- Fraktur. In der thoraxchirurgischen Sprechstunde des Stadtspitals
B._
habe sich das Bild von einem neuropathischen Schmerzsyndrom links thorakal gezeigt, welches als posttraumatisch beziehungs
weise postoperativ bei Status nach Klammerosteosynthese der 6.-1
0.
Rippe links interpretiert worden sei. Bezüglich der Schmerzen im Bereich von Schulter, Nacken und Scapula rechts habe sich das Bild eines chronischen Schmerzsyn
droms gezeigt. Im MRI habe lediglich eine Partialruptur der
Subscapulariss
ehne
festgestellt werden können
(S. 3
Ziff.
2.2). Aktenanamnestisch sei der Beruf des Beschwerdeführers nicht bekannt. Bei Status nach Polytrauma mit multiplen
Traumafolgen
bestehe jedoch sicher eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Hier sei eine arbeitsmedizinische Evaluation sicherlich sinnvoll (S. 6
Ziff.
2.7). Es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Schulter, eine reaktivierte
Coxarthrose
rechtsseitig, ein
chronisches panvertebrales Schmerzsyn
drom sowie neuropathische Schmerzen im Bereich des linken Thorax. Somit sei eine körperlich belastende Tätigkeit wahrscheinlich auf Dauer nicht möglich. Bezüglich des genauen Ausmasses der Einschränkungen werde eine
arbeitsmedi
zinische
Evaluation empfohlen (S. 6
Ziff.
3.4).
Es bestehe bei den genannten Diagnosen sicherlich auch eine Einschränkung für körperlich belastende Tätig
keiten im Haushalt (S. 7
Ziff.
4.5).
3.12
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstattete
n
die
Ärzte des
Y._
am
8.
August 2019 ein
polydisziplinäres Verlaufsgutachten
(
Urk.
6/135).
Sie stützten sich auf die i
hnen überlassenen Akten (S. 14-21
), die Angaben
des Beschwerdeführers (S.
23 ff.
)
und ihre am 5., 6., 1
4.
und 2
6.
Juni 2019
erhobenen
orthopädischtrau
ma
tologischen
(S. 22-
35
), internistischen (S. 36-
45
), psychiatrischen (S. 46-
60
), neu
rologischen (S. 61
-77
)
und
ophtalmologischen
(
Urk.
6/135/78-82 S. 1-5
)
Befunde, und nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
4.2):
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom nach ausgeheilter LWK-1- und LWK-4-Wirbelkörperfraktur
-
erhebliche Visusminderung links mit funktioneller Einäugigkeit bei retinaler Perfusionsstörung
Aus orthopädischer
Sicht
(S. 22-35)
hätten die Diagnosen der letzten Begutach
tung vom Juni 2017 (vgl. vorstehen
d E. 3.4
) noch weiterhin Bestand. Zu nennen sei die beginnende posttraumatische Handgelenksarthrose nach zweimaliger osteosynthetischer Versorgung des Handgelenks mit leichter bis mittelgradiger Funktionseinschränkung. Zudem sei ein chronisches,
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine multisegmentale Bandscheibendegeneration mit ebenfalls leicht bis mittelgradiger Funktionseinschränkung ohne Nachweis einer radikulä
ren Defizitsymptomatik nachweisbar. Beide Diagnosen hätten keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Mit dem Unfallereignis im Dezember 2017 seien unfallbe
dingt als Diagnosen ein Polytrauma mit Rippenserienfrakturen beidseits, eine Fraktur des rechten Schulterblattes, eine stabile LWK-1- und LWK-4 Fraktur, eine Fraktur des linken Schambeinastes sowie eine milde Aktivierung einer vorbeste
henden leichten
Coxarthrose
hinzugekommen
. Klinisch erscheine das Schulter
gelenk unauffällig und eine Ruptur der
Subscapularissehne
könne klinisch nicht nachgewiesen werden. Eine weitere Funktionseinschränkung des betroffenen lin
ken Schultergelenks nach Abheilung der
S
c
apulafraktur
und
der Rippenfrakturen sei nicht erklärbar. Es zeige sich eine freie Beweglich
keit der Scapula über dem Thorax. Zeichen einer Muskelverminderung des Armes würden sich bei den Messungen nicht ergeben (S. 29
Ziff.
6). Die Beweglichkeit des rechten Handgelenks sei unverändert bei bekannter beginnender Arthrose leicht bis mittelgradig ein
geschränkt. Die Wirbelkörperfrakturen seien ebenso wie die Rippenfrakturen kon
solidiert. Die
Funktionen
des rechten Hüftgelenk
es seien
aufgrund der beginnen
den
coxarthrotischen
Veränderungen leichtgradig eingeschränkt. Zusammenfas
send habe der Beschwerdeführer keinen schmerzgeplagten Eindruck gemacht, die erlittenen Frakturen seien allesamt konsolidiert, unter Berücksichtigung des Belastungsprofils sei die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit zu 100
%
zumutbar (S. 30).
Der Beschwerdeführer zeige einen günstigen Verlauf nach dem erlittenen Polytrauma. Alle Knochenbrüche seien verheilt, lediglich im Bereich der LWS zeige sich eine diskrete Deformierung des Wirbelkörpers (S. 31
Ziff.
7.2). Das
Ausmass
der demonstrierten Funktionseinschränkung des rechten Schulter
gelenks sei nicht nachvollziehbar und lasse sich auch nicht mit dem Zufallsbe
fund der Partialruptur der
Subscapularissehne
erklären. Die Armmuskulatur rechtsseitig zeige einen kräftigeren Zustand (S. 31
Ziff.
7.3).
Zusammenfassend sei aus orthopädischer Sicht die Tätigkeit als Reinigungskraft mit dem Unfaller
eignis vom
9.
Dezember 2017 als aufgehoben einzuschätzen. Leidensadaptierte Tätigkeiten hingegen seien uneingeschränkt zu 100
%
möglich (S. 32
Ziff.
7.4).
Im internistischen Teilgutachten (S. 36-45) wurden keine Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 41
Ziff.
6). Aus internistischer Sicht bestehe seit jeher keine Einschränkung von Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 42
Ziff.
7.4).
Im psychiatrischen Teilgutachten (S. 46-
60
) wurde ausgeführt, dass die subjektive Funktionsstörung der rechten Hand wie bereits bei der Begutachtung vor zwei Jahren als dissoziativ einzuschätzen sei. Eine organische Erklärung gebe es dafür nicht. Es bestünden deutliche Inkonsistenzen zwischen dem subjektiven Ausmass der Funktionsstörung und dem spontanen Einsatz im Alltag. Anders als bei der letzten Begutachtung sei eine Diagnose aus dem depressiven Spektrum nicht mehr feststellbar. Dagegen
sprächen
der klinische Gesamteindruck und der psy
chopathologische Befund, der zwar einige passende Symptome zu einem dep
res
siven Syndrom zeige, die jedoch
nicht ausreichend seien. Diese seien vielmehr vor dem Hintergrund der gesundheitlichen und psychosozialen Gesamtsituation des Beschwerdeführers als normalpsychologische Reaktionen zu verstehen
. Gegen eine Diagnose aus dem depressiven Spektrum spreche auch insbesondere sein Aktivitätenniveau im Alltag. Die Feststellung einer (intermittierenden) Depressi
vität in der Stimmung liesse sich somit nicht zu einem depressiven Syndrom mit Krankheitswert zusammenfassen. Zusammenfassend sei festzustellen, dass die psychische Gesamtverfassung des Beschwerdeführers im Wesentlichen
durch unterschiedliche psychosoziale Belastungsfaktoren und seine gesamtgesundheit
li
che Situation
determiniert und beeinträchtigt sei. Es handle sich somit um nicht-medizinisch begründete Funktionsstörungen, die für die Frage der berufsbezoge
nen
Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt werden könnten. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsfähigkeit nicht begründbar (S. 54
Ziff.
6).
Aus neurologischer Sicht
(S.
61-77)
seien
Sensibilitätsstörungen am rechten Unterarm und eine Hypästhesie im Bereich der linken Brust-/Bauchhälfte festge
stellt
worden
, die am ehesten auf Verletzungen von Hautästen zurückzuführen seien. Darüber hinaus
zeigten
sich in der neurologischen Untersuchung keine pathologischen Auffälligkeiten. Die subjektive Funktionsstörung der rechten Hand sei weiterhin neurologisch nicht erklärbar, zumal es hier weiterhin zu Inkonsistenzen komme. Zusammenfassend
ergäben
sich keine Diagnosen, die für die berufsbezogene Leistungsfähigkeit relevant wären. Die Arbeitsfähigkeit sei daher aus neurologischer Sicht nicht eingeschränkt (S. 68
Ziff.
6).
Durch die vor
getragenen neurologischen Beschwerden, welche ausschliesslich sensibler Art seien, bestehe keine alltagsrelevante Einschränkung in den vergleichbaren Lebensbereichen (S. 69
Ziff.
7.3).
Im augenärztlichen Teilgutachten
(
Urk.
6/135/78-82 S. 1-5)
wurde ein Verdacht auf eine Purtscher Retinopathie
bei
Status nach Polytrauma am
9.
Dezember 2017 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Die Prognose sei nicht gut,
Visuserholungen
seien selten und eine Behandlung gebe es nicht. Beim Beschwerdeführer sei vermutlich der Endzustand erreicht.
Das linke Auge sehe so schlecht, dass eine funktionelle
Monokelsituation
bestehe. Auch rechts sei die Sehleistung reduziert.
Ein räumliches und dreidimensionales Sehen fehle und es könnten keine Tätigkeiten ausgeübt werden, die ein beidäugiges Sehen erforder
te
n. Gefährliche rotierende Maschinen dürften nicht bedient werden. Arbeiten, die eine gute Sehkraft verlangen würden
,
und feinmechanische Arbeiten seien nicht mehr möglich. Des Weiteren sei das Besteigen von Gerüsten und Leitern zu unterlassen. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkung bestehe Arbeitsfähig
keit, sowohl angestammt, als auch angepasst (S. 4).
Aus gesamtmedizinischer Sicht
(S. 6-12)
wurde festgehalten, dass der Beschwer
deführer in der Lage sei, nur noch körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 10 kg durchzuführen. Die Tätigkeiten könnten überwiegend im Sitzen, Stehen oder Gehen durchgeführt werden. Tätigkeiten in und über Kopfhöhe, Tätigkeiten in Vorbeuge, Tätigkeiten unter extremen Tempe
raturschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe seien zu vermeiden. Aufgrund der Reduktion des Sehvermögens links sei ein räumliches, dreidimensionales Sehen nicht mehr möglich und es könnten keine Tätigkeiten mehr ausgeübt werden, die ein beidäugiges Sehen erforder
te
n. Gefährliche rotierende Maschinen dürften nicht bedient werden und Arbeiten, die eine gute Sehkraft verlangen würden
,
sowie
feinmechanische Tätigkeiten seien nicht mehr möglich. Das Besteigen von Gerüsten und Leitern sei ebenfalls zu vermeiden (S. 9
Ziff.
4.5).
Mit dem Unfall
ereignis vom
9.
Dezember 2017 sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter als aufgehoben einzuschätzen, da das Anfor
derungsprofil das Belastungsprofil übersteige. Nach dem Polytrauma sei nun
spä
testens nach 1.5 Jahren
die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit wiederhergestellt (S. 10
Ziff.
4.7-4.8). Bezüglich einer allfälligen Hilflosenent
schädigung
im Sonderfall
wurde festgehalten, dass die Sinnesschädigung des Beschwerdeführers nicht so schwer sei, dass er nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen könne. Eine hochgradige Sehschwäche liege nicht vor; der
Visus
am besseren rechten Auge sei besser als 0.2 und das zentrale Gesichtsfeld nicht auf 20 Grad im hori
zontalen Durchmesser eingeschränkt (S. 11
Ziff.
2).
3.13
Am 2
9.
November 2018 fand beim Beschwerdeführer zu Hause
und im Beisein seiner Ehefrau
eine Abklärung zur Beurteilung der Hilflosigkeit statt (
Urk.
6/142). Als Diagnosen wurden im Abklärungsbericht
vom
7.
Januar respektive 2
3.
September 2019 (vgl. S. 10)
ein Status nach einem Polytrauma am
9.
Dezem
ber 2017 mit diversen Frakturen, ein Status nach einer Radiusfraktur rechts, CRPS sowie eine Depression genannt (S. 1).
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Ankleiden/Auskleiden
»
hielt die Abklärungsperson fest, dass die Ehefrau dem Beschwerdeführer täglich direkt beim An- und Auskleiden helfen müsse. Nach einem Unfall mit Polytrauma habe er eine schmerzende Schulter rechts sowie Schmerzen im rechten Arm,
in
der Hüfte sowie Schmerzen im Rücken und im Thorax-Bereich, weshalb Körperbewegungen schwer auszuführen seien
. Tatsache sei, dass er mit den Händen nicht über Kopf arbeiten könne, wes
halb seine Ehefrau beim Bekleiden des Oberkörpers direkt helfen müsse. Sie helfe auch bei ihrer Anwesenheit beim Bekleiden der unteren Körperhälfte bei den Socken und Hosen. Das Bücken bereite dem Beschwerdeführer Schmerzen im Thorax-Bereich, er führe jedoch vor, dass er seine Beine einzeln nach oben heben könne. In der Folge erscheine es zumutbar, dass er eine Socken- und H
osen-Anziehhilfe verwenden könn
e, um den Unterstützungsbedarf seitens der Ehefrau zu verkleinern. Nach ärztlicher Einschätzung
ergäben
sich Diskrepanzen in den Angaben. Ein Hilfsbedarf in den Verrichtungen könne nach Begutachtung maxi
mal im Umfang von 3 Monaten berücksichtigt werden (S. 6).
Zum Bereich
«
Aufstehen/Absitzen/Abliegen
»
führte die Abklärungsperson aus, dass
er diese Verrichtungen funktionell unter Erschwernissen selbständig ausü
ben könne. Insgesamt begründe eine Erschwerung in der Verrichtung nicht auto
matisch
eine Hilflosigkeit im Sinne des Gesetzes, weshalb dieser Bereich nicht ausgewiesen sei (S. 6).
Auch im Bereich «Essen» sei der Beschwerdeführer funktionell selbständig, wes
halb keine Einschränkungen im Sinne des Gesetzes bestünden (S. 7).
Bezüglich des Bereichs «Körperpflege»
führte die Abklärungsperson aus, dass der Beschwerdeführer mit den Händen nicht über Kopf arbeiten könne, weshalb seine Ehefrau beim Waschen der Haare respektive der Kopfhaut und dem Rücken helfe. Es würden sich nach ärztlicher Einschätzung jedoch Diskrepanzen in den Anga
ben ergeben. Nach Begutachtung könne ein Hilfsbedarf in den Verrichtungen maximal im Umfang von
3
Monaten berücksichtigt werden (S. 7).
Den Bereich
«
Reinigung
nach Verrichtung der Notdurft» erachtete die Abklä
rungsperson als nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei funktionell unter Erschwernissen selbständig, was nicht automatisch eine Hilflosigkeit im Sinne des Gesetzes begründe (S. 7).
Zum Bereich «Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte» hielt die Abklä
rungsperson fest, dass der Beschwerdeführer durch das Polytrauma seinen Körper respektive die Bewegungen nur unter Erschwernissen und Schmerzen ausführen könne. Seine Ehefrau sei stets dabei, da befürchtet werde, dass er stürzen könnte. Nach ärztlicher Einschätzung würden sich Diskrepanzen in den Angaben ergeben. Auch in diesem Bereich könne ein Hilfsbedarf in den Verrichtungen maximal im Umfang von 3 Monaten berücksichtigt werden (S. 8).
Des Weiteren sei weder eine Hilflosenentschädigung im Sonderfall, noch eine lebenspraktische Begleitung ausgewiesen. Es finde keine Begleitung statt, somit werde der zur Anerkennung der lebenspraktischen Begleitung erforderliche Min
destaufwand von 2 Stunden pro Woche nicht erreicht. Die Körperdefizite des Beschwerdeführers stünden im Vordergrund (S. 8).
Ein direkter Hilfsbedarf in den Bereichen der Lebensverrichtungen könne nur im Umfang von 3 Monaten nach dem zweiten Unfall per Dezember 2017 bis Februar 2018 berücksichtigt werden. Das ärztliche Gutachten schliesse einen längeren Hilfsbedarf in den Lebensverrichtungen aus. Das Wa
rtejahr könne mangels Errei
chen
d
er Mindestvoraussetzungen nicht erfüllt werden, da auch kein medizini
scher Pflegeaufwand und auch keine Überwachungsbedürftigkeit bestehe (S. 10).
3
.14
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5
)
nahm am 1
5.
August 2019 Stellung zum medizini
schen Sachverhalt (
Urk.
6/137 S. 11 f.)
.
Er hielt fest, dass auf das umfangreiche Folgegutachten des
Y._
vom A
ugust 2019 (vgl. vorstehend E. 3.12
) abzustellen sei.
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit dem Unfaller
eignis
vom
9.
Dezember 2017 nicht mehr möglich. Für eine adäquat angepasste Tätigkeit sei spätestens seit 2
6.
Juni 2019, dem letzten Tag der interdisziplinären Untersuchungen, wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Das Belastungs
profil umfasse körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 10 kg, vorwiegend im Sitzen, Stehen oder Gehen, aber ohne Tätig
keiten in oder über Kopfhöhe, in Vorbeuge, ohne extreme Temperaturschwan
kungen (Hitze/Kälte) oder Nässe. Das Besteigen von Leitern respektive Gerüsten sei zu vermeiden. Tätigkeiten, die ein beidäugiges Sehen erfordern
würden
, wie insbesondere das Bedienen gefährlicher Maschinen und Arbeiten mit Anforde
rungen an eine gute Sehkraft sowie feinmechanische Tätigkeiten seien nicht mög
lich (S. 12).
3.15
Am 2
7.
September 2019 nahm
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5
)
hinsichtlich eines all
fälligen Anspruchs auf Hilflosenentschädigung
Stellung
(
Urk.
6/142 S. 10 f.). Es könne vollumfänglich auf
seine Stellungnahme vom
A
ugust 2019 (vgl. vorste
hend E. 3.14
) und auf das zuvor veranlasste polydisziplinäre Folgegutachten d
es
Y._
(
vgl. vorstehend E. 3.12
) abgestellt werden. Im orthopädischen Teilgutach
ten würden die bei der Untersuchung der Wirbelsäule und Extremitäten erhobe
nen, klinischen Befunde beschrieben. Eine zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung bestehende, körperliche Hilflosigkeit sei daraus definitiv nicht abzuleiten (S. 10). Retrospektiv sei es medizintheoretisch möglich, dass im Rah
men der Rekonvaleszenz nach dem Polytrauma vom
9.
Dezember 2017 mit Wir
belfrakturen und Rippenserienfrakturen für einen Zeitraum von maximal 3 Monaten Hilflosigkeit bestanden habe. Bei Vergleich dieser objektiven Befunde und der Verhaltensbeobachtungen
bei
der Begutachtung mit den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und seiner Partnerin im Rahmen der Abklärung würden sich erhebliche Differenzen erkennen lassen. Im Gutachten sei zusätzlich aus
ophtalmologischer
Sicht explizit zur Frage der Hilflosigkeit im Sonderfall hinsichtlich der Sehschwäche Stellung genommen worden, welche ebenfalls ver
neint worden sei (S. 11).
3.16
Die Ärzte des Stadtspitals
B._
nannten in ihrem Austrittsbericht
vom 3
1.
Oktober 2019
über die Hospitalisation vom 2
4.
Oktober 2019 bis
2.
November 2019 (
Urk.
6/178/9-11) die folgenden Diagnosen (S.1):
-
Commotio cerebri
-
Status nach unbeobachtetem Sturz im häuslichen Umfeld mit Bewusst
losigkeit und antegrader Amnesie
-
Radiusköpfchen-Impressionsfraktur Typ Mason II-III rechts
-
mit Dislokation und Stufenbildung in der Gelenkfläche
-
ossärer Ausriss des dorsalen Os
triquetrum
der rechten Hand
-
posttraumatische Belastungsstörung
-
mit Schmerzverarbeitungsstörung
-
erhöhte Sturzneigung
-
mit chronischem Schwindel
-
neuropathische Schmerzen links thorakal
-
Status nach Polytrauma in der Türkei am
9.
Dezember 2017
-
osteosynthetisch versorgte Rippenfrakturen 6.-1
0.
Rippe links dorsal, konsolidiert
-
konsolidierte Rippenfrakturen 2.-1
0.
Rippe rechts, konservativ
-
konsolidierte
Sternumfraktur
-
Status nach Impressionsfraktur LWK1 und LWK4
-
Status nach prolongiertem kompliziertem Heilungsverlauf bei distaler intraartikulärer mehrfragmentärer Radiusfraktur rechts
-
Status nach CRPS
Radiologisch
habe
sich eine mehrfr
a
gmentale Radiusköpfchenfraktur gezeigt. Im durchgeführten CT des Schädels habe sich keine Blutung oder Fraktur gezeigt. sie hätten den Beschwerdeführer am
2.
November 2019 in gebessertem Allgemein
zustand nach Hause entlassen können (S. 2).
3.17
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie, Stadtspital
B._
, führte in seinem Bericht vom 2
3.
November 2019 (
Urk.
6/178
/
2-5) aus, dass er den Beschwerdeführer seit 1
6.
Dezember 2019 ambulant behandle, wobei er vom 2
4.
Oktober bis
2.
November 201
9
in stationärer Behandlung im Stadtspital
B._
gewesen sei (
Urk.
1.1).
Er nannte die folgenden Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
2.5):
-
Radiusköpfchenfraktur rechts
-
Fraktur des
Os
triquetrum
der rechten Hand
Es liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
4.
Oktober bis 1
6.
Dezember 2019 vor, danach beurteile sich die Arbeitsfähigkeit je nach Befund und Arb
eits
tätig
keit (
Ziff.
1.3).
Für zirka 8 Wochen dürfe keine Belastung des rechten Arms erfolgen (
Ziff.
3.4). Eine Wiedereingliederung sei je nach Tätigkeit und aktuellem Befund
nach dem 1
6.
Dezember 2019
möglich (
Ziff.
3.5).
3.
18
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5
)
nahm am
6.
Januar 2020 Stellung zum mediz
inischen Sachverhalt (
Urk.
6/186
). Er hielt fest, dass aufgrund der erneuten Verletzung de
s rechten Arm
s am 2
3.
Oktober 2019 medizin
isch-
theoretisch für einen Zeitraum von längstens 3 Monaten,
vom
2
3.
Oktober 2019 bis
maximal
3
1.
Januar 2020
,
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit auszugehen sei. Danach gelte prinzipiell wieder das Belastungsprofil, welches bereits im Gutachten (vgl. E.
3.12
) formuliert worden sei, nun ergänzt durch den Zusatz «ohne stärkere Belastung des rechten Armes zum Beispiel durch die Notwendigkeit kraftvollen Zugreifens/Haltens».
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der den befristeten Rentenanspruch vom
1.
Dezember 2018 bis 3
0.
September 2019 betreffenden
Verfügung vom 2
7.
Februar 2020
(
Urk.
2,
Urk.
6/152)
davon aus,
dass dem Beschwerdeführer seit dem zweiten Unfallereignis vom
9.
Dezember 2017 die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Reinigungsmitarbeiter
sowie
jegliche angepassten Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien
.
Seit 2
6.
Juni 2019, dem letzten Untersuchungstermin im Rahmen der Verlaufsbegutachtung,
sei ihm
eine leidensangepasste Tätigkeit hingegen wieder zumutbar
.
Der
durch sie vorgenommene Einkommensvergleich (
Urk.
6/136
) habe ergeben, dass
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ein mindestens g
leich hohes Einkommen erzielen könne wie als Reini
gungsmitarbeiter, weshalb
ab diesem Zeitpunkt
keine Erwerbseinbusse mehr aus
gewiesen sei.
Nach Ablauf des Wartejahrs und unter Berücksichtigung der für eine Ver
besserung des Gesundheitszustands
massgeblichen
Frist von
drei Mona
te
n im Sinne von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
(
vgl. vorstehend E. 1.4
)
,
befristete
die Beschwerdegegnerin
die Zusprache der ganzen Rente vom
1.
Dezember 2018 bis 3
0.
September 2019 (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im Zusammenhang mit den
drei Unfallereignisse
n
vom
8.
Februar 2015,
9.
Dezember 2017
und
2
3.
Oktober 2019
rechtsgenüglich abgeklärt wurde
und ob
die Befristung der Rente
vom
1.
Dezem
ber 2018 bis 3
0.
September 2019,
insbe
sondere
gestützt auf das
Y._
-Gutac
hten vom Juni 2017 (vorstehend E. 3.4
)
und
das
Y._
-Verlaufsgutachten vom August 2019
(vorstehend E. 3.12
)
zu Recht erfolgte.
5.
5.
1
Den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach dem ersten Unfallereignis
vom
8.
Februar 2015
beurteilte
die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen gestü
tzt auf das
Y._
-Gutachten vom Juni 2017 (vorstehend E. 3.4)
,
die ergänzende Stellungnahme
des
Y._
vom Dezember 2017 (vorstehend E. 3.6
)
sowie die Stel
lungnahmen des RA
D vom Juli und Dezember 2017 (vorstehend E. 3.5 und 3.7
).
In
somatischer
Hinsicht
wurde
n
im
Y._
-Gutachten
keine
Diagnose
n
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt.
Bezüglich der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Bereich des Handgelenks, des Ellenbogens und der Schulter
zeigten sich
anlässlich der orthopädisch-traumatologischen
Begutach
tung keine klinischen Zeichen einer Entzündung, Schwellung oder Deformierung
. Die passive Beweglichkeit von Schulter und Ellenbogen war gegenüber der kont
ralateralen linken Seite nicht eingeschränkt
, muskulär erschien die rechte obere Extremität sogar kräftiger als die linke. Auch
anlässlich der im Stadtspital
B._
im Mai 2017 erfolgten radiologischen Untersuchung zeigten sich hinsichtlich des rechten Ellenbogen- und rechten Schultergelenks keine strukturellen
Verände
r
ungen (vgl.
Urk.
6/66/70
)
. Des Weiteren war bezüglich der
zervikospondyloge
nen
Beschwerden keine radikuläre
Defizitsymptomatik nachweisbar (vgl. MRI der HWS vom 1
8.
Februar 2016,
Urk.
6/47/55), was im Übrigen
der
Beurteilung von
Dr.
Z._
vom März 2016
entspricht (
vorstehend E. 3.1
)
.
Daher ist nicht zu beanstanden, dass den
Ellenbogen
-
, Schulter- und
zervikobrachialen
Beschwerden
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wurden.
Hinsichtlich des Handgelenks
wurde im Gutachten
eine mittelgradige Funktions
einschränkung
festgestellt
.
N
ach der
osteosynthetischen Versorgung
des Hand
gelenks
am 1
7.
Februar 201
5
kam es bei zeitgerechter Konsolidierung der Fraktur zu einem prolongierten postoperativen
Heilungsverlauf.
Anlässlich der orthopä
disch-traumatologischen Begutachtung war der Beschwerdeführer
jedoch
aktuell
in der Lage, seine Socken und Schuhe beidhändig an- und auszuziehen, seine Schuhe zu schnüren und den Gürtel zu schliessen.
Es waren
ferner
krasse
Diskre
panzen zwischen der Symptompräsentierung einerseits und der effektiven Nutzung des Handg
elenks andererseits beobachtbar, welche bereits aktenkundig dokumentiert waren.
So berichtete
bereits
Dr.
A._
im
Mai 2016 (vgl.
Urk.
6/47/92-93) und
Juni 2016
(vgl. vorstehend E. 3.2
)
über eine deutlich beobachtbare Steigerung der spontanen Bewegung des Handg
elenks anlässlich der Therapien
.
Trotz minimer motorischer Defizite konnte sie keine Kraftminde
rung feststellen.
Im Bericht über die
Ergotherapiebehandlung
ab
9.
Mai 2016 (
Urk.
6/47/96/-99
) wurde sodann aus
geführt, dass
sich
der Eindruck bestätigt habe, dass der Beschwerdeführer
bewusst oder unbewusst weniger Bewegungs
ausmass zeige, als eigentlich mög
lich sei; d
ie Messdaten in der ambulanten Behandlung seien deutlich schlechter, als die zu beobachtende Beweglichkeit.
Ins
gesamt erlebte die Ergotherapeutin die Symptompräsentation als demonstrativ und inkongruent.
Die
von den Gutachtern und
behandelnden
Fachpersonen beobachteten Inkongruenzen sowie die
weitgehende Erhaltung der Alltagsfunk
tion l
assen
nach dem Gesagten insgesamt auf keine
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen
.
Das von den Gutachtern genannte Belastungsprofil erscheint in Anbetracht der relevanten Befunde als umfassend dargelegt und schlüssig begründet. Des Weiteren legten sie im Gutachten und in ihrer
ergänzenden Stellungnahme vom Dezember 2017 (vorstehend E. 3.6
) nachvollziehbar dar, weshalb die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des Belastungsprofils und aufgrund des prolongierten postoperativen Verlaufs ab 1
7.
Mai 2016 wieder zu 100
%
zum
utbar war. Im Übrigen entsprach
dies auch der Beurteilung der behandelnden Fachärztin
Dr.
A._
, welche ab 1
7.
Mai 2016 eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit als ausgewiesen
erachtete (vgl. vorstehend E. 3.2
).
5.
2
Auch
aus psychiatrischer Sicht wurden im Gutachten keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt.
Der Gutachter hat sich
bei seiner Beurteilung
an
die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägi
gen Indikatoren
(vor
stehend E. 1.6
)
eingeschätzt.
Er führte nachvollziehbar aus, dass d
ie diagnosti
zierte
leichte depressive Episode
s
owie die
dissoziative Sensibilitäts- und Empfin
dungsstörung
nicht derart ausgeprägt
waren
, um Auswirkungen auf die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
zu zeitigen
.
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten
ADHS
(vgl. vorstehend E. 3.3
und
Urk.
6/74
)
wurde im Gutachten und in der ergänzen
den Stellungnahme des
Y._
vom Dezember 2017 (vorstehend E. 3.6
) ausführlich und schlüssig begründet, weshalb die Kriterien
für das Vorliegen der Diagnose einer ADHS
nicht ausrei
chend erfüllt waren
, so waren auch klinisch keine Anzeichen für eine ADHS objektivierbar.
In
Anbetracht der
durch den Gutachter
geprüften Standardindika
toren
(vgl.
Urk.
6/66/55-57
)
und deren Gesamtwürdigung
ist
festzuhalten, dass mit Blick auf die bloss geringe dia
gnostische Ausprägung, das weitgehend intakte
Aktivität
enniveau des Beschwerdeführers
im privaten Bereich
und die durchweg vorhandenen
Inkonsistenzen keine im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne hinreichende funktionelle Leistungseinschränkung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ausgewiesen ist.
Zudem wurde
dem Beschwerdeführer auch durch
die behandelnden Fachpersonen keine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
attestiert (vgl. vorstehend E. 3.3
und
Urk.
6/74).
5.
3
Zusammenfassend ist festzustellen, dass das
Y._
-Gutachten entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 2.2
) sämtliche Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im
Sinne der Rechtsprechung (vgl. vor
stehend E. 1.8
)
erfüllt
. I
nsbesondere
aufgrund der bloss geringen klinischen und radiologischen Ausprägung der Befunde
,
der
vorhandenen Inkongruenzen
sowie des Aktivitätenniveaus des Beschwerdeführers im Alltag
ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestü
tzt auf das
Y._
-Gutachten vom Juni 2017
(vorstehend E. 3.4)
und die
ergänzende Stellungnahme vom Dezember 2017 (vorstehend E. 3.6)
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 1
7.
Mai 2016
in der
bisherig
en
und
in
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit ausging.
Damit besteht kein
Raum für eine bereits
ab Juni 2016
auszurichtende (vgl.
Urk.
1 S. 2) Rente
.
6.
6.1
Am
9.
Dezember 2017
erlitt der Beschwerdeführer einen weiteren Unfall. Die Beschwerdegegnerin
beurteilte den Gesundheitszustand
im Wesentlichen gestützt auf
das
Y._
-Verlaufsgutachten vom August 2019 (vorstehend E. 3.12
) sowie
die Stellungnahme des RAD vom August 2019
(vorstehen
d E. 3.14
). I
m Rahmen des Polytraumas
vom
9.
Dezember 2017
zog sich der Beschwerdeführer
insbe
sondere Rippenserienfrakturen beidseits, eine Fraktur des rechten Schulterblattes
und des Sternums
, LWK1- und LWK4-Frakturen
sowie eine Fraktur des linken Schambeinastes zu. Das Unfallereignis führte des Weiteren zu einer milden Akti
vierung der vorbestehenden
Coxarthrose
sowie einem
Visusverlust
aufgrund einer Purtscher-Re
tinopathie (vgl. vorstehend E. 3.8- E. 3.12
). Damit hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem ersten Unfallereignis vom
8.
Februar 2015
unstreitig wesentlich verändert
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
6.2
Im somatischer Hinsicht
wurden
im Verlaufsgutachten (vorstehend E. 3.12)
die bereits im Rahmen der erstmaligen orthopädisch-trau
matologischen Begutach
tung vom Juni 2017 (vorstehend E. 3.4)
genannten posttraumatische Handge
lenksarthrose sowie das chronische
zervikospondylogene
Schmerzsyndrom bei multisegmentaler Bandscheibendegeneration ohne Nachweis einer radikulären Defizitsymptomatik diagnostiziert, welchen
auch aktuell
keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit zuerk
annt wurde
.
Anlässlich der orthopädisch-traumatologischen Untersuchung
ze
igte sich
nach dem
Poltytrauma
ein günstiger Verlauf.
So waren alle
erlittenen
Knochenbrüche konsolidiert
.
Die demonstrierte
Funktionseinschränkung des Schultergelenks, liess sich
klinisch nicht feststellen
. Die Schultergürtelmuskulatur zeigte ein seitengleiches Profil, die Armmuskulatur rechts war ausserdem in einem kräfti
geren Zustand
. Insgesamt liess sich eine fortbestehende Funktionseinschränkung des betroffenen rechten Schultergelenks nach Abheilung der
Scapulafraktur
und der Rippenfrakturen nicht objektivieren,
was
aus medizinischer Sicht
auf keine
diesbezüglich verminderte Arbeitsfähigkeit
schliessen lässt.
Eine wesentliche Funktionseinschränkung des leicht arthrotischen Hüftgelenks wurde sodann nicht verzeichnet.
Lediglich im Bereich der LWS liess sich eine diskrete Deformierun
g des Wirbelkörpers feststellen, welche jedoch für angepasste Tätigkeiten nachvoll
ziehbar keine
Einschränkung zu bewirken vermochte
.
Überdies
zeigte sich der Beschwerdeführer während der gesamten Exploration in einer entspannten Hal
tung und machte keinen schmerzgeplagten Eindruck, was
ferner
gegen
eine starke A
usprägung der diagnoserelevanten
Befunde spricht
.
Im Übrigen wurde
aus neurologischer Sicht nachvollziehbar dargelegt, dass
sich
aus den vorgetra
genen
neurologischen Beschwerden, welche ausschliesslich sensibler Art waren, keine alltagsrelevante Einschränkung in den vergleichbaren Lebensbereichen ergab.
Zusammenfassend zeigte sich eineinhalb Jahre nach dem Polytrauma ein insge
samt guter Verlauf; so waren alle
erlittenen Brüche konsolidiert. Insbesondere aufgrund dessen und da der
Beschwerdeführer bezüglich der
geklagten Funk
tionseinschränkungen anlässlich der Begutachtung ein weitgehend
inkonsisten
tes Verhalten zeigte, erscheint die
ab
Zeitpunkt der
Begutachtung
attestierte Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
entgegen der Ansicht des
Beschwer
deführers (vgl. vorstehend E. 2.2
)
als
umfassend dargelegt und
schlüssig
begrün
det. Zumal
d
as
i
m Verlaufsg
utachten genannt
e Belastungsprofil die relevanten
,
insbesondere auch
ophtalmologischen
,
Befunde vollumfänglich berücksichtigt.
Darüber hinaus ist in der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kein Widerspruch zu den Berichten der behandelnden Fachärzte der Universit
ätsklinik
F._
zu erblicken, welche
keine Arbeitsunfähigkeit für angepasste
Tätigkeiten attestiert
und
bezüglich des genauen Ausmasses der Einschränkungen eine arbeits
medizinische Evaluation empfohle
n
hatten
(vorstehend E. 3.8 und E. 3.11
).
6.3
Aus psychiatrischer Sicht wurde wie be
reits bei der Begutachtung vom Juni 2017
(vorstehe
nd E.3.4
) die subjektive Funktionsstörung der rechten Hand als disso
ziativ eingeschätzt
, welcher
keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wurde.
Eine Diagnose aus dem depressiven Spektrum konnte hingegen klinisch und ps
ychopathologisch in nachvollziehbar begründeter Weise
ausgeschlossen werden.
So berichtete der Beschwerdeführer anlässlich der Exploration
vorwie
gend
von
belastenden invaliditätsfremden psychosozialen und soziokulturellen Faktoren
, welche
der Gutachter
vor dem Hintergrund der gesundheitlichen und psychosozialen Situation
schlüssig
als
eine normalpsychologische
Reaktion
beurteilte
.
Auch
insbesondere
das Aktivitätenniveau
des Beschwerdeführers
liess auf
keine Diagnose aus dem depressiven Spektrum
schliessen
.
Der Bericht
des behandelnden Hausarztes
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.10
)
vermag
die gutachterliche Einschätzung
nicht in Zweifel zu ziehen,
zumal
es sich hierbei um keine fachär
ztliche Beurteilung handelt. Des Weiteren ist daraus nicht ersicht
lich,
inwiefern
die psychiatrischen Beschwerden
eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit in der bisherigen und in jeglicher angepassten Tätigkeit
bedingen würden
.
Schliesslich ist i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen,
dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
I
m Rahmen des beweiswertigen fachärztlichen Gutachtens
wurde somit eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint. Eine
vertiefte Auseinandersetzung mit den
Standardindikatoren erweist sich vorliegend als ent
behrlich
(vgl.
auch
BGE 125 V 351).
6.4
Zusammenfassend sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Beweistauglich
keit des
Y._
-Verlaufsgutachtens
sprechen
. Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass ab dem zweiten Unfallereignis vom
9.
Dezember 2017 von einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen und in angepassten Tätigkeiten auszugehen ist.
Seit spätestens 2
6.
Juni 2019, dem letzten
Untersuchungstermin
der Verlaufsbegutachtung,
ist dem
Beschwerdeführer
eine angepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils zu
100
%
zumutbar.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer vom
1.
Dezember 2018 bis zum 3
1.
September 2019 eine ganze Rente zusprach. Wie es sich mit der Rente nach diesem Zeitpunkt verhält, ist nachfolgend zu prüfen.
7.
7.1
Hinsichtlich des am 2
3.
Oktober 2019 e
rfolgten dritten Unfalls liegen lediglich die Berichte der behandelnden Ärzte
des Stadtspitals
B._
vom Oktober un
d November 2019 (vorstehend E. 3.16-3.17
)
vor, welche dem RAD zur Beurteilung vorgelegt wurden
(vgl. vorstehend E. 3.18
)
.
Den Berichten ist zu entnehmen, dass
sich der Beschwerdeführer
beim Sturz eine Commotio cerebri, eine Radiusköpf
chenfraktur sowie einen ossären Ausriss des dorsalen Os
triquetrum
der rechten Hand zuzog
en hatte
.
Dr.
I._
ging
im November 2019 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom
2
4.
Oktober bis 1
6.
Dezember 2019
aus
, danach beurteile sich die Arbeitsfähigkeit je nach Befund und Arbeit
stätigkeit (vgl. vorstehend E.
3.17
).
Den Akten ist zu entnehmen, dass für den 17.,1
8.
und 2
4.
März 2020
weitere
neurologische und rheumatologische Abklärungen im Stadtspital
B._
vorgesehen waren (
Urk.
6
/192/4-5,
Urk.
6/194/4-5). Aktuelle
Berichte
zu den erwähnten Abklärungen
liegen den Akten
jedoch
nicht bei.
7.2
Gestützt auf die vorhandenen Berichte beurteilte der RAD-Arzt den medizini
schen Sachverhalt in seiner Stellungnahme vom Januar 2020
dahingehend, dass seit dem erneuten Unfallereignis vom 2
3.
Oktober 2019 medizintheoretisch für einen Zeitraum von längstens 3 Monaten von einer Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit auszugehen sei, das heisst
vom
2
3.
Oktober 2019 bis maximal 3
1.
Januar 202
0.
Danach liege unter Ergänzung des Belastungsprofils wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten vor (vorstehend
E. 3.18
).
Lediglich auf Grundlage
der
zwei Berichte des Stadtspitals
B._
(vorstehend E.
3.16-3.17
)
, welche eine Woche respektive einen Monat nach dem Unfallereignis ergingen,
ist eine Beurteilung des
aktuelle
n
Gesundheitszustand
s
des Beschwer
deführers
und dessen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht
abschliessend möglich
. Überdies gingen d
er Beurteilung durch den RAD-Arzt keine eigenen Untersuchungen voraus, was den Beweisanforderungen
an medizinische Berichte
(vgl. vorstehend E. 1.8
) vorliegend nicht zu genügen vermag. Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allsei
tigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundes
gerichts 8C_971/2012 vom 1
1.
Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E.
5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikatio
nen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E.
5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Da der
RAD-Beurteilung
weder
alle
aktuelle Berichte zugrunde lagen, noch eigene Untersuchungen vorausgingen
, vermag diese keinen genü
genden Aufschluss über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach dem Unfallereignis vom 2
3.
Oktober 2019 und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu geben.
Damit fehlt es
diesbezüglich
an der Grundlage für einen Entscheid
.
Obwohl die Beschwerdegegnerin offenbar auf die
-
auf einer fehlenden medizi
nischen Grundlage beruhende
-
RAD-Beurteilung
abstellte,
schien sie die attes
tierte Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall vom Oktober 2019 bei der Befristung des Rentenanspruchs
bis zum 3
0.
September 2019
nicht berücksichtigt zu haben.
So wäre aufgrund der attestierten 3-monatigen Arbeitsunfähigkeit vom
2
3.
Oktober 2019 bis 3
1.
Januar 2020
durch den RAD-Arzt der Rentenanspruch unter Berücksichtigung
der für eine Verbesserung des Gesundheitszustands mass
geblichen Frist von drei Monaten im Sinne von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
bis Ende
April 2020 zu befristen gewesen, zumal sich
aufgrund
der attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit die erforderliche Wartezeit
als erfüllt erweist
.
Da auf die RAD-Beurteilung jedoch nicht abgestellt werden kann, wird
ohnehin
nach weiteren Abklärungen
über den Rentenanspruch ab dem neuen Unfallereignis neu zu befinden sein.
7.3
Der Beschwerdeführer machte ferner geltend, dass
seine aktenkundigen Rücken
beschwerden bei der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin keine Berück
sichtigung fanden
(vgl.
Urk.
1 S. 15
Ziff.
88). Im Bericht über das MRI der HWS vom
3.
Februar 2020 (
Urk.
6/193 =
Urk.
6/198/1.2) wurden die vorbestehend schwere Spinalkanalstenosen C3-6 sowie
neuroforaminale
Stenosen C4 rechts, sowie C5, C6 und C7 beidseits genannt.
Bereits im Bericht über das MRI der HWS vom 1
8.
Februar 2016 (
Urk.
6/47/55-56) wurde eine schwere Spinalkanalstenose sowie eine
diskogen
bedingte,
neuroforaminale
Stenose festgestellt. Damit waren bereits im MRI vom Februar 2016 die erwähnten Veränderungen beobachtbar, eine diesbezüglich Verschlechterung lässt sich jedoch aufgrund der Aktenlage nicht ohne Weiteres ausschliessen, weshalb
sich
auch diesbezüglich weitere Abklärungen als notwendig erweisen.
7.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren
verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesge
richts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
7
.5
Nach dem Gesagten stellen die vorliegenden Akten
keine verlässliche Grundlage für die Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und dessen funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit dem erneuten Unfaller
eignis vom 2
3.
Oktober 2019 dar, weshalb ergänzende Abklärungen vorzuneh
men sind.
Da es die IV-Stelle unterlassen hat, den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
rechtsgenüglich abzuklären, hat eine Rückweisung, nicht jedoch die Ano
rdnung eines Gerichtsgutachtens zu erfolgen, wobei für die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Beauftragung einer anderen Gutachterstelle kein rechtlich gebotener Anlass besteht.
Die Beschwe
r
degegnerin hat
hinsichtlich der Beschwerden im Zusammenhang mit dem
erneu
ten
Unfall
vom 2
3.
Oktober 2019
sowie
der vom Beschwerdeführer geklagte
n Rückenbeschwerden (vgl. vorstehend E. 7.3
) weitere aktuelle med
izinische Unter
lagen einzuholen
und diese den
Y._
-Gutachtern zur Beurteilung
-
mit oder ohne eigene weitere Untersuchungen
-
zukommen zu lassen
. A
nschliessend
hat sie
über einen allfälligen
Rentenanspruch neu zu verfügen.
Die Beschwerde
betreffend Rente
ist
folglich
in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung (
Urk.
2)
- soweit
damit
de
r
Rentenanspruch per 3
0.
September 2019 befristet
wurd
e -
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
gewiesen wird, damit sie
die erforderlichen weiteren Abklärungen vornehme und
über den Leistungsanspruch
ab
1.
Oktober 2019
neu verfüge.
Soweit mit der Ver
fügung ein Rentenanspruch vor dem
1.
Dezember 2018 verneint wurde (Beginn des Wartejahres im Dezember 2017 zufolge der neu erlittenen Gesundheitsschä
digungen und der zuvor attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit angestammt und angepasst), erweist sich diese als rechtens, weshalb die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen ist.
8.
8.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der
Verfügung vom
9.
Dezember 2019 betreffen
d Hilflosenentschädigung (
Urk.
7/2
)
im Wesentlichen gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom
September 2019 (vorstehend E. 3.15
) davon aus
, dass ein direkter Hilfsbedarf in den
allgemeinen Lebensverrichtungen im Umfang von 3 Monaten nach dem zweiten Unfall per Dezember 2017 bis Februar 2018 berück
sichtigt werden könne. Das ärztliche Gutachten schliesse einen längeren Hilfsbe
darf in den Lebensverrichtungen aus. Das Wartejahr könne mangels Erreichen der Mindestvoraussetzungen nicht erfüllt werden
, da auch kein medizinischer Pflegeaufwand und keine Überwachungsbedürftigkeit bestehe (vgl. vorstehend E.
2.3
).
8.2
Im
November 2018
wurden die Verhältnisse vor Ort durch eine qualifizierte Fachperson abgeklärt
(vorstehend E. 3.13
)
. RAD-Arzt
Dr.
D._
, wel
cher um eine
Stellungnahme hinsichtlich einer allfälligen Hilflosigkeit ersucht wurde
,
äusserte sich
im September 2019
dahingehend
, dass
er eine
im Zeitpunkt der Verlaufsb
egutachtung bestehende körperliche Hilflosigkeit aus den bei der Untersuchung der Wirbelsäule und der Extremitäten erhobenen, klinischen Befunde
n
als nicht ausgewiesen erachtete
. Retrospektiv
ging er medizintheore
tisch von ein
er Hilflosigkeit
für einen Zeitraum von maximal 3 Monaten nach dem Polytrauma aus. Des Weiteren seien bei Vergleich der objektiven Befunde und der Verhaltensbeobachtungen
bei den
Begutachtungen mit den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und seiner Partnerin im Rahmen der Abklärung vor Ort erhebliche Differenzen zu erkennen
gewesen
(vorstehend E. 3.18
)
.
Insbe
sondere gestützt auf die RAD-Stellungnahme
fügte
die Abklärungsperson
bei
den Bereichen «Ankleiden/Auskleiden», «Körperpflege» und «Fortbewegung/Pflege
gesellschaftlicher Kontakte»
hinzu
, dass sich nach ärztlicher Einschätzung Dis
krepanzen in den Angaben ergeben hätten. Ei
n Hilfsbedarf in den Verrichtungen
könne maximal
im Umfang
von
3 Monaten
nach dem Polytrauma
, vom Dezember 2017 bis Februar 20
18, berücksichtigt werden.
8.3
Im Verlaufsgutacht
en vom August 2019 (vorstehend E. 3.12
)
konnte aus
ophtal
mologischer
Sicht keine
hochgradige Sehschwäche
festgestellt werden
, weshalb die Gutachter die Voraussetzungen für eine Hilflosigkeit im Sonderfall als nicht ausgewiesen erachteten.
Zur
Frage nach einem Bedarf an Dritthilfe bei der Erle
digung der alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der Pflege gesellschaftlicher Kontakte
sind dem Gutachten hingegen keinerlei Angaben zu entnehmen
.
Gestützt auf das Verlaufsgutachten lässt sich demzufolge
nicht ohn
e Weiteres ein längerer
Hilfsbedarf bei den Leb
ensverrichtungen ausschliessen, weshalb die dies
bezügliche Begründung der Beschwerdegegnerin nicht zu überzeugen vermag. Für die Beurteilung der Hilflosigkeit seit dem Polytrauma vom Dezember 2017 kann indes auch nicht abschliessend auf die RAD-Stellungnahme
vom September 2019 abgestellt werden.
Bezüglich der
Annahme
von
RAD-
Arzt
Dr.
D._
, wonach
retrospektiv maximal für einen Zeitraum von drei Monaten nach dem Polytrauma eine Hilflosigkeit bestanden haben soll,
sind
der
medizinischen Aktenlage keine
r
lei
Anhaltspunkte entnehmen.
Sodann lassen auch die
i
m Zeitpunkt der Begut
achtung im Juni 2
019 beobachteten Inkonsistenzen
keine verlässlichen Rück
schlüsse über den
gesamten
zeitlichen Verlauf
einer allfälligen
Hilflosigkeit nach
dem Polytrauma
zu
.
Insoweit und mangels einer diesbezüglichen plausible
n Begründung
kann für die Beurteilung der Hilflosigkeit nicht abschliessend auf die
Einschätzung
des RAD-Arzt
e
s
abgestellt werden
, zumal seiner Begründung auch keine eigenen Untersuchungen vorausgingen.
Einer
reinen Aktenbeurteilung durch den RAD
kommt sodann
nicht der gleiche Beweiswert zu, wie einer insbe
sondere auf allseitigen Untersuchungen beruhenden medizinischen Expertise
.
Bestehen wie vorliegend
auch nur geringer Zweifel an
der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der versicherungsinternen ärztlichen Abklärung, kann nicht darauf
abgestellt werden
(
vgl. vorstehend E. 7.2
)
.
Demzufolge steht nicht abschliessend fest, in welchen Bereichen der alltäglichen Lebensverrichtungen
und für wie lange
der Beschwerdeführer
allenfalls
auf eine Dritthilfe angewiesen
war
. Auch diesbezüglich erweisen sich weitere Abklärungen als notwendig. Damit fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid.
8.4
Nach Gesagtem erweist sich der Sachverhalt hinsichtlich der Auswirkungen der Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
auf die einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen im Haushalt des Beschwerdeführers sowie hinsichtlich der
lebenspraktischen Begleitung
nach dem Unfall vom Dezember 2017
als
nicht
rechtsgenügend abgeklärt.
Die Beschwerde
betreffend Hilflosenentschädigung
ist folglich in dem Sinne gut
zuheissen, dass die angefochtene Verfügung
vom
9.
Dezember 2019
(
Urk.
7/2) aufgehoben wird und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie
den zeitlichen Verlauf einer allenfalls bestehenden Hilflosigkeit
nach Ablauf des Wartejahres nach dem Unfall vom Dezember 2017
und unter Berück
sichtigung des erneuten Unfalls
medizinisch
beurteilen lasse
und anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Hilflosenentschädigung neu verfüge.
9.
9.1
9.1.1
N
ach ständiger Rechtsprechung
gilt
die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
Zudem
rechtfertigt eine "
Überklagung
"
– falls
das Quantitative einer Leistung streitig
ist -
eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das Rechtsbegeh
ren den Prozessaufwand beeinflusst hat. Bei Streitigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente darf die Parteientschädigung daher nicht allein deswegen redu
ziert werden, weil der Beschwerde führenden Person nicht die beantragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen wird (SZS 2011 S. 74, 9C_580/2010 E. 4.1; vgl. auch Urteil 8C_471/2007 vom
1.
Februar 2008 E.
3.2 mit Hinweisen). Es besteht grundsätzlich kein Anlass zu einer anderen Betrachtungsweise, wenn statt einer unbefristeten oder länger dauernden Rente ein befristeter Anspruch oder ein solcher für eine kürzere als die beantragte Dauer zugesprochen wird. Ebenso wie die Höhe des Anspruches betrifft dessen zeitliche Dimension das Quantitativ.
Indessen kommt die Zusprechung einer vollen Parteientschädigung bei teilwei
sem Obsiegen nur in Frage, wenn die Beschwerde führende Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt (Urteil
des Bundesge
richts 9C_288/2015 vom
7.
Januar 2016 E. 4.2 mit Hinweis auf
9C_178/2011 vom 2
0.
Mai 2011 E. 3.3.1).
Die Entschädigung ist
schliesslich
, wie bereits erwähnt, dann
nicht zu reduzieren,
wenn
das Überklagen keinen Einfluss auf den pro
zessualen Aufwand hatte
(Urteil des Bundesgerichts 9C_311/2013 vom 1
2.
November 2013 E. 7).
9.1.2
Der Beschwerdeführer beantragte
betreffend Rente
zur Hauptsache eine ganze Invalidenrente ab Juni 2016 (
Urk.
1 S. 2)
und nahm auf rund 15 von 16 Seiten zu diesem Antrag Stellung
.
Für den Zeitraum
zwischen dem
ersten Unfall vom Februar 2015
beziehungsweise der Anmeldung im Dezember 2015 und dem zweiten Unfall im Dezember 2017 kam das Gericht zum Schluss, dass auf das
Y._
-Gutachten vom Juni 2017 abgestellt werden
könne
und verneinte damit einen Rentenanspruch ab Juni 2016 (vgl. vorstehend E. 5.3).
Damit unterlag der Beschwerdeführer in diesem Punkt und es ist festzuhalten, dass der Antrag des Beschwerdeführers einen Einfluss auf den prozessualen Aufwand hatte.
Für den Zeitraum zwischen dem Unfall im Dezember 2017 und dem dritten Unfall im Oktober 2019
kam das Gericht ebenfalls zum Schluss, dass auf das
Y._
-Verlaufsgutachten abzustellen sei und schützte die zugesprochene ganze Rente von Dezember 2018 bis September 2019
(vgl. vorstehend E. 6.4).
Damit unterlag der Beschwerdeführer auch in diesem Punkt und es ist festzuhalten, dass der Antrag des Beschwerdeführers einen Einfluss auf den prozessualen Aufwand hatte, zumal auch das
Y._
-Verlaufsgutachten keine Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2016 attestierte.
Für die Zeit ab dem dritten Unfall im Oktober 2019 obsiegt der Beschwerdeführer, indem das Gericht zum Schluss gelangte, dass diesbezüglich weitere Abklärungen nötig seien.
In Bezug auf die Frage nach
dem Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung kann angesichts des diesbezüglichen Antrags (
Antrag auf
Aufhebung der Verfügung und Sistierung des [gerichtlichen] Verfahrens bis zum Entscheid betreffend den IV-Leistungsanspruch,
Urk.
7/1 S. 2 f.), was keinem materiellen Antrag hinsicht
lich der Hilflosenentschädigung gleichkommt, in der Rückweisung zu weiteren Abklärungen nur mit Entgegenkommen ein teilweises Obsiegen gesehen werden.
Insgesamt rechtfertigt es sich vorliegend
,
aufgrund des
antragsbedingten pro
zessualen Mehraufwands von einem teilweisen Obsiegen des Beschwerdeführers zu 1⁄2 und einem Obsiegen der Beschwerdegegnerin zu 1⁄2 auszugehen.
9.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
1’0
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
den Parteien je zur Hälfte
aufzuerlegen.
9.3
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Vorliegend erscheint eine
um die Hälfte reduzierte
Prozessentschädigung von
Fr.
1‘350
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen, welche der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen ist.