# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5911dd69-d0fa-4f1e-97d4-df3936372a29
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. wurde am _ in Z. geboren und wuchs zusammen mit einer älteren Schwester bei seinen Eltern in Y. auf. Er besuchte die Primarschule in Y. und die Sekundarschule im Institut B. in X.. Anschliessend begann er eine Lehre als Autolackierer bei der Garage C. in Y.. Diese Lehre sowie weitere Lehren als Maler und Maurer brach er ab und arbeitete in der Folge bei verschiedenen Baufirmen im Bündner Oberland als Hilfsarbeiter; dabei handelte es sich jeweils um Gelegenheitsjobs. Zwischen dem 17. September 2007 und dem 6. Mai 2008 respektive dem 13. November 2008 und dem 26. Dezember 2008 verbüsste er Freiheitsstrafen in der Justizvollzugsanstalt D. in W.. Zwischen Ende November 2009 und ca. anfangs September 2010 wurde er vom Sozialdienst der Gemeinde V. betreut. Dieser kam für die Wohnungsmiete, die Krankenkassenprämien sowie die Deckung seines Grundbedarfs auf. Vom 6. April 2010 bis 16. Juli 2010 verbüsste er eine weitere Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt D.. Seit dem 1. Oktober 2010 bis zu seiner Verhaftung am 14. Oktober 2010 wurde er von E. vom Sozialdienst für Suchtfragen in U. betreut. Ebenfalls bis zu seiner Verhaftung nahm er beim Ambulatorium F. in U. am Methadonprogramm teil. Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft am 12. Januar 2011 erhält er täglich Methadon von seinem Hausarzt in Y.. Beim Betreibungsamt des Kreises T. (neu Betreibungsamt S.) weist A. für den Zeitraum vom 1. Dezember 2009 bis zum 25. Oktober 2010 per 8. November 2010 neun Betreibungen von Fr. 24'759.20 sowie drei offene Verlustscheine von Fr. 2'840.30 auf.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. seit dem Jahre 2002 16 Mal verzeichnet. Dies hauptsächlich wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Diebstahl und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.
B. Am 24. August 2010 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ein Strafverfahren gegen A. und beauftragte das Untersuchungsrichteramt U. mit der Durchführung der Untersuchung. Mit Verfügung vom 2. November 2010 setzte das Untersuchungsrichteramt U. Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny als amtlichen Verteidiger von A. ein.
C. Im Gutachten vom 19. November 2010 gelangte Dr. med. G., Psychiatrische Dienste Graubünden, Klinik R., zusammenfassend zur Beurteilung, dass A. zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten an einer Opiatenabhängigkeit gelitten habe. Diese sei zwar grundsätzlich mittels Methadon substituiert, nichtsdestotrotz habe er einen regelmässigen, jedoch nicht intensiven Beikonsum
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sowohl von Heroin, Kokain und Cannabis als auch Benzodiazepinen betrieben. A. sei grundsätzlich zur Einsicht in das Unrecht der ihm vorgeworfenen Taten fähig gewesen; ebenso sei er grundsätzlich fähig gewesen, gemäss dieser Einsicht zu handeln. Bei ihm bestehe die Gefahr, dass er erneute Straftaten begehe, was auf seine nach wie vor bestehende Abhängigkeitserkrankung zurückzuführen sei. So sei mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit mit erneuten Delikten im Rahmen der klassischen Beschaffungskriminalität, d.h. Diebstählen oder Einbrüchen, zu rechnen. Die für den Tatzeitpunkt festgestellte psychische Störung bestehe weiterhin. Eine Sucht lasse sich sowohl ambulant als auch stationär gut behandeln. A. sei jedoch nicht wirklich bereit, sich einer Behandlung, vor allem einer stationären Behandlung, zu unterziehen. Es empfehle sich deshalb am ehesten eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB, welche bei gleichzeitigem Strafvollzug erfolgen könne.
D. In der Zeit zwischen dem 19. Januar 2011 und dem 2. Februar 2011 reichten mehrere Geschädigte bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Zivilklage und beziehungsweise oder Strafklage gegen A. ein.
E. In der Parteimitteilung vom 16. Februar 2011 kündigte die Staatsanwaltschaft Graubünden A. den Abschluss der Untersuchung an und stellte ihm in Aussicht, dass sie beim Gericht Anklage erheben werde.
F. Am 8. April 2011 erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Teileinstellungsverfügung und erhob in den übrigen Punkten Anklage gegen A.. Der Anklageschrift vom 8. April 2011 liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
„1.1. Mehrfacher Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfacher versuchter Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB
In der Zeitspanne zwischen dem 16. Mai 2009 und dem 13. Oktober 2010 verübte der Beschuldigte an verschiedenen Orten in U. vorsätzlich 22 Einbruchdiebstähle in Büros, Arztpraxen und Läden, um sich auf diese Weise einen ihm nicht gebührenden Vermögensvorteil zu verschaffen. In 7 Fällen blieb es beim Versuch. Des Weiteren entwendete er am 27. Juli 2010 vorsätzlich ein Portemonnaie samt Inhalt aus einem Fahrzeug, welches am Bahnhofplatz in U. parkiert war. Der Gesamtdeliktsbetrag beläuft sich auf CHF 36'596.00.
In 22 Fällen verursachte der Beschuldigte bei der Verübung der Diebstähle resp. bei den Diebstahlversuchen vorsätzlich Sachbeschädigungen, meistens durch das gewaltsame Aufbrechen der Eingangstüren. Der verursachte Sachschaden beläuft sich auf CHF 33'626.50. Alle 22 Geschädigten haben Strafantrag wegen Sachbeschädigung gestellt. In 21 Fällen wurde wegen unrechtmässigen
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Eindringens in fremde Liegenschaften Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt.
Am 26. Januar 2011 hielt sich der Beschuldigte beim mittleren Ausgang der Annex-Halle am Bahnhof U. auf, obwohl gegen ihn ein Bahnhofverbot ausgestellt worden war. Dieses Bahnhofverbot umfasst das Betreten und den Aufenthalt auf dem gesamten Gebiet des Bahnhofs U., mit Ausnahme des Betretens des Bahnhofs für die Benützung von Zügen, den Kauf von Fahrausweisen sowie das Aufgeben von Reisegepäck. Wegen unrechtmässigen Verweilens auf dem Bahnhof U. hat die DD. Strafantrag gegen ihn wegen Hausfriedensbruchs gestellt.
Im Einzelnen handelt es sich um folgende Delikte:
1.1. Ort: U., P. 2, EE. Zeit: 16.05.2009, 12.50 Uhr – 18.05.2009, 09.11 Uhr Geschädigte: FF. Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 400.00 Sachschaden: Schliesszylinder der Eingangstüre abgebrochen Schadensbetrag: CHF 360.00 Strafantrag: ja Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/II.5, B/IV.01, C/2.02
1.2. Ort: U., P. 2 Zeit: 16.05.2009, 17.30 Uhr – 18.05.2009, 08.45 Uhr Geschädigte: GG. AG Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 1’565.00 Sachschaden: Schliesszylinder des Hintereingangs abgewürgt
Schublade des Bürotischs aufgebrochen Schadensbetrag: CHF 400.00 Strafantrag: ja Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: B/II.3, B/II.5, B/IV.02, C/3.01
1.3. Ort: U., N. 16 Zeit: 15.02.2010, 19.20 Uhr – 20.14 Uhr Geschädigte: HH. AG Deliktsgut: Bargeld und Kasseneinsatz Deliktsbetrag: CHF 2'171.30 Sachschaden: Schlosszylinder der linken Nebentür aufgebrochen
Kassenkorpus samt Kasse aufgebrochen Schadensbetrag: CHF 3'050.00 Strafantrag: ja Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.03, C/1.02
1.4 Ort: U., Bahnhofplatz Zeit: 20.07.2010, 14.00 Uhr – 14.15 Uhr
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Geschädigter: II. Deliktsgut: ein Serviceportemonnaie, Bargeld Deliktsbetrag: CHF 444.00 Bemerkungen: Diebstahl aus Fahrzeug, Deliktsgut beigebracht Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A.5.5, A/8.1, B/II.1, B/IV.09, C/2.08
1.5. Ort: U., M. 6 Zeit: 13.08.2010, 21.00 Uhr – 14.08.2010, 08.00 Uhr Geschädigte: JJ. GmbH Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 250.00 Sachschaden: an drei Türen Abdeckblech verbogen und Schloss-
zylinder abgewürgt Schadensbetrag: CHF 900.00 Strafantrag: ja Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.10, C/3.04
1.6. Ort: U., N. 16, 2. Stock Zeit: 26.08.2010, 18.00 Uhr – 27.08.2010, 07.00 Uhr Geschädigte: KK. GmbH Deliktsbetrag: - Sachschaden: zwei Türen beschädigt Schadensbetrag: CHF 1’000.00 Strafantrag: ja Bemerkungen: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.11, C/1.06
1.7. Ort: U., N. 16, Erdgeschoss und 2. Stock Zeit: 26.08.2010, 18.00 Uhr – 27.08.2010, 07.00 Uhr Geschädigte: LL. AG Deliktsgut: Bargeld, diverses Schreibmaterial, ein
Schlüsselanhänger, ein Portemonnaie Deliktsbetrag: CHF 16'620.65 Sachschaden: zwei Glasvitrinen beschädigt Schadensbetrag: CHF 616.50 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.12, C/2.10
1.8. Ort: U., N. 16, 1. Stock Zeit: 26.08.2010, 18.00 Uhr – 27.08.2010, 07.00 Uhr Geschädigte: HH. AG Deliktsbetrag: - Sachschaden: Schloss Eingangstür beschädigt Schadensbetrag: CHF 1’500.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch
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Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.13, C/1.01
1.9. Ort: U., YY. 30 Zeit: 26.08.2010, 18.30 Uhr – 27.08.2010, 08.32 Uhr Geschädigte. MM. AG Deliktsbetrag: - Sachschaden: drei Türen beschädigt Schadensbetrag: CHF 1’500.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.14, C/1.07
1.10. Ort: U., YY. 19 Zeit: 26.08.2010, 19.00 Uhr – 27.08.2010, 08.17 Uhr Geschädigte: NN. Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 1'486.25 Sachschaden: Eingangstür und Personalschrank beschädigt Schadensbetrag: CHF 1'000.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: ja, durch die Versicherung OO. Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.15, C/1.10
1.11. Ort: U., XX. 21 Zeit: 26.08.2010, 18.30 Uhr – 27.08.2010, 08.45 Uhr Geschädigte: Schuhgeschäft PP.; QQ. AG Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 30.00 Sachschaden: Pultschublade aufgebrochen Schadensbetrag: CHF 1'500.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.16, C/2.12, C.2.23
1.12. Ort: U., P. 1 Zeit: 26.08.2010, 19.00 Uhr – 27.08.2010, 07.55 Uhr Geschädigte: RR. SA Deliktsbetrag: - Sachschaden: Eingangstür und Rahmen beschädigt Schadensbetrag: CHF 500.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.17, C/3.05
1.13. Ort: U., P. 20 Zeit: 12.10.2010, 17.15 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr Geschädigter: SS. Deliktsgut: ein Computer, Bargeld
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Deliktsbetrag: CHF 1'640.00 Sachschaden: Eingangstür und Einbauschränke beschädigt Schadensbetrag: CHF 1'000.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.18, B/6.30, C/1.12
1.14. Ort: U., P. 20 Zeit: 12.10.2010, 17.15 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr Geschädigter: TT. Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 200.00 Sachschaden: Eingangstüre beschädigt Schadensbetrag: CHF 3'000.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: ja, durch die Versicherung UU. Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/VI.30, B/V.19, C/1.14
1.15. Ort: U., P. 20 Zeit: 12.10.2010, 19.00 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr Geschädigter: VV. AG Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 2'258.80 Sachschaden: Hintereingangstür und Schublade beschädigt Schadensbetrag: CHF 650.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: ja, durch die Versicherung UU. Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/VI.30, B/V.20, C/2.14
1.16. Ort: U., P. 20 Zeit: 12.10.2010, 18.00 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr Geschädigter: WW. Deliktsbetrag: - Sachschaden: Eingangstür beschädigt Schadensbetrag: CHF 800.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/IV.30, B/V.21, C/1.16
1.17. Ort: U., P. 9 Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr Geschädigter: AAA. AG Deliktsgut: Bargeld, ein Computer mit Zubehör,
Schreibmaterial, zwei Geldkassetten, ein Aktenkoffer, drei Handlampen, ein Sicherheitsboy
Deliktsbetrag: CHF 6'550.00 Sachschaden: zwei Türen beschädigt Schadensbetrag: CHF 5'200.00 Strafantrag: ja
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Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/IV.30, B/V.22, C/2.16
1.18. Ort: U., P. 9 Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr Geschädigter: QQ. Immobilen AG, BBB. Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 750.00 Sachschaden: Eingangstür beschädigt Schadensbetrag: CHF 900.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/IV.30, B/V.23, C/2.20
1.19. Ort: U., P. 9 Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr Geschädigte: QQ. AG, CC. Deliktsbetrag: - Sachschaden: Haupteingangstüre beschädigt Schadensbetrag: CHF 3'700.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.22, B/V.23, B/V.24,
B/V.25, B/V.26, B/V.27, B/IV.30, C/2.23, C/2.25
1.20. Ort: U., P. 9 Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr Geschädigter: Kanton Graubünden KIGA; QQ. AG Deliktsgut: Bargeld, ein Gutschein Deliktsbetrag: CHF 870.00 Sachschaden: Eingangstür und ein Aktenkoffer beschädigt Schadensbetrag: CHF 2'550.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.25, B/VI.30, C/1.18,
C/2.23
1.21. Ort: U., P. 9 Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr Geschädigte: CCC.; QQ. AG Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 460.00 Sachschaden: Eingangstür beschädigt Schadensbetrag: CHF 1'500.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.22, B.V.26, B/VI.30,
C/2.23, C/2.27
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1.22. Ort: U., P. 9, 4. Stock Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr Geschädigter: DDD.; QQ. AG Deliktsgut: Bargeld Deliktsbetrag: CHF 900.00 Sachschaden: Eingangstür beschädigt Schadensbetrag: CHF 1'000.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/5.27, B/VI.30, C/2.23,
C/2.29
1.23. Ort: U., P. 9, 4. Stock Zeit: 12.10.2010, 21.45 Uhr – 13.10.2010, 08.18 Uhr Geschädigte: EEE. AG Deliktsbetrag: - Sachschaden: Schlosszylinder und Eingangstür beschädigt Schadensbetrag: CHF 1'000.00 Strafantrag: ja Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung,
Hausfriedensbruch Zivilklage: ja Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/VI.28, C/1.20
1.24. Ort: Bahnhof U. Zeit: 26.01.2011, 19.28 Geschädigte: DD. Strafantrag: ja Bemerkung: Hausfriedensbruch Zivilklage: nein Akten: A/11.1-11.4
1.2. Mehrfache Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG
In der Zeit vom 5. April 2010 bis 13. Oktober 2010 rauchte der Beschuldigte an seinem Domizil in V. wöchentlich 1 bis 2 Joints Marihuana oder Haschisch. Ferner konsumierte er in dieser Zeitspanne insgesamt ca. 9.6 Gramm Heroin durch Rauchen oder Schnupfen und gelegentlich eine unbestimmte Menge Kokain.
Akten: A/5.1 (S. 3-4), A/9.1-9.3“
G. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Plessur vom 9. August 2011 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Schlussanträge:
„1. A. sei des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen
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Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er – teilweise als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten des Kreispräsidenten U. vom 11. September 2009 und 5. Mai 2010 und des Kreispräsidenten Z. vom 29. Januar 2010 ausgesprochenen Strafen – mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, zu verurteilen.
Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 91 Tagen sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen.
3. Die mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden vom 12. Januar 2011 angeordneten Ersatzmassnahmen seien aufzuheben.
4. Gestützt auf Art. 63 StGB sei eine vollzugsbegleitende therapeutische Massnahme zur Suchtbehandlung von A. anzuordnen.
5. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
A., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, seinerseits stellte folgende Schlussanträge:
„1. A. sei höchstens mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von einem Monat zu bestrafen.
2. Bezüglich der Verübung der 22 Einbruchsdiebstähle sei A. vollumfänglich freizusprechen.
3. Im Vollzugsfalle sei die zu Unrecht ausgestandene und unverhältnismässig lange Dauer der Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt 91 Tagen anzurechnen. Für die Dauer der Überhaft sei A. nach den üblichen Ansätzen zu entschädigen.
4. Die mit Entscheid vom 15. April (recte 12. Januar) 2011 angeordneten Ersatzmassnahmen seien aufzuheben.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.“
H. Mit Urteil vom 9. August 2011, mündlich eröffnet und begründet am 9. August 2011, ohne schriftliche Begründung mitgeteilt am 11. August 2011, erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
„1. A. ist schuldig des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehrfach versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. a) Dafür wird A. – teilweise als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten des Kreispräsidenten U. vom 11. September 2009 und 5. Mai 2010 und des Kreispräsidenten Z. vom 29. Januar 2010 ausgesprochenen Strafen – mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, bestraft.
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b) Daran ist die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 91 Tagen sowie die effektive Dauer der Ersatzmassnahmen – soweit den Anordnungen nachgelebt wurde – im Umfang von 10% (vorliegend 25 Tage) anzurechnen.
3. Die mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden vom 12. Januar 2011 angeordneten Ersatzmassnahmen werden aufgehoben.
4. Gestützt auf Art. 63 StGB wird eine vollzugsbegleitende therapeutische Massnahme zur Suchtbehandlung von A. angeordnet.
5. a) Die Zivilklage der HH. AG, Herr FFF., N. 16, U., gegen A., ZZZ., Y., wird auf den Zivilweg verwiesen.
b) Die Zivilklage der KK. GmbH, Frau GGG., N. 16, U., gegen A., ZZZ., Y., wird auf den Zivilweg verwiesen.
c) Die Zivilklage der MM. AG, Frau HHH., YY. 30, U., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 1’207.80 gutgeheissen und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, der MM. AG CHF 1'207.80 zu bezahlen.
d) Die Zivilklage der OO. Versicherungen, Schadencenter Ost, Herr III., YYY., XXX., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 1'213.25 gutgeheissen. A. wird verpflichtet, der OO. Versicherungen CHF 1'213.25 zu bezahlen.
e) Die Zivilklage der UU. AG, Herr JJJ., VVV., Postfach, UUU., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 2'520.70 gutgeheissen und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, der UU. AG CHF 2'520.70 zu bezahlen.
f) Die Zivilklage von Herr Dr. med. KKK., P. 20, U., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 302.90 gutgeheissen und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, Herrn Dr. med. KKK. CHF 302.90 zu bezahlen.
g) Die Zivilklage des Kantons Graubünden, vertreten durch das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, Herr LLL., P. 9, U., gegen A., ZZZ., Y., wird auf den Zivilweg verwiesen.
h) Die Zivilklage der EEE. AG U., O. 18, U., gegen A., ZZZ., Y., wird auf den Zivilweg verwiesen.
i) Die Zivilklage der NNN., Frau MMM., TTT., U., gegen A., ZZZ., Y., wird auf den Zivilweg verwiesen.
j) Die Zivilklage von SS., P. 20, U., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 200.00 gutgeheissen und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, Herrn SS. CHF 200.00 zu bezahlen.
6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 15'839.70 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 12'239.70, Gerichtsgebühren CHF 3'600.00) gehen zu Lasten von A. und sind innert 30 Tagen dem Bezirksgericht Plessur zu bezahlen.
b) Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird am Ende des Verfahrens in einem separaten Beschluss festgelegt. Sie geht – unter
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dem Vorbehalt der Rückerstattungspflicht der beschuldigten Person gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt.
c) Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft von CHF 15’448.00 sowie des Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Die beschuldigte Person hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.
d) In Rechtskraft erwachsene Verfahrenskosten gemäss Ziff. 6 lit. a und die Busse in der Höhe von CHF 300.00 (Ziff. 2.a.) sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

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