# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4bf16f0b-7cac-4961-ad78-8398bc75c783
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 22. Mai 2002 wurde X. der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB, des unvollendeten Versuchs dazu gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen unvollendeten Versuchs dazu gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, des Fahrens ohne Versicherungsschutz gemäss Art. 96 Ziff. 2 Abs. 1 SVG, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern gemäss Art. 97 Ziff. 1 SVG, des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG und der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er, teilweise als Zusatzstrafe zu den Entscheiden der Jugendanwaltschaft vom 7. September 1999, 1. Mai 2000 und 19. Dezember 2000, mit 22 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft, bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zugunsten einer stationären Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB aufgeschoben.
B. Am 18. Dezember 2002 wurde X. in das Therapiezentrum „Im Schache“ in Deitingen eingewiesen. Im Juli 2006 erfolgte der Wechsel von der geschlossenen in die offene Abteilung des Therapiezentrums. Am 31. August 2009 konnte er in die forensisch-psychiatrische Station Nova in Cazis versetzt werden. Seit dem 1. Oktober 2010 hält er sich in der offenen forensisch-psychiatrischen Station Selva in Cazis auf.
C. Die stationäre Massnahme gemäss Urteil vom 22. Mai 2002 wurde vom Bezirksgericht Plessur am 15. Mai 2008 um weitere fünf Jahre, bis zum 18. Dezember 2012 verlängert. Mit Verfügung des Amts für Justizvollzug Graubünden vom 28. März 2011 wurde die Notwendigkeit und entsprechend die Weiterführung der stationären Massnahme letztmals bestätigt.
D. Im Rahmen der Massnahmenüberprüfung im Jahre 2011/12 holte das Amt für Justizvollzug Graubünden verschiedene Stellungnahmen ein. Am 21. Juli 2011 wurde bei Dr. med. Christian Benz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Zürich, ein forensisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches vom 1. Februar 2012 datiert. Die Stellungnahme der Psychiatrischen Dienste Graubünden datiert vom 8. Februar 2012, jene der Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordates vom 26. März 2012. Im Anschluss an das letzte Standortgespräch vom 27. März 2012 nahmen zudem sowohl X. selbst wie
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auch sein Amtsvormund Carl Rusch zur Vollzugssituation und zur Entlassungsfrage Stellung.
E. Mit Verfügung vom 2. April 2012 gewährte das Amt für Justizvollzug Graubünden X. die bedingte Entlassung aus dem stationären Massnahmenvollzug nicht und stellte beim Bezirksgericht Plessur den Antrag um Verlängerung der stationären Massnahme um fünf Jahre.
F. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Bezirksgericht Plessur mit Beschluss vom 1. Mai 2012, mitgeteilt am 8. Juni 2012, wie folgt:
„1. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 22. Mai 2002 gestützt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB (neu Art. 59 StGB) angeordnete und mit Entscheid vom 18. Mai 2008 um fünf Jahre verlängerte stationäre therapeutische Massnahme wird bis zum 18. Dezember 2017 verlängert.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3.a) Die amtliche Verteidigung wird – unter dem Vorbehalt, dass dieses Urteil in Rechtskraft erwächst – mit CHF 2‘089.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung geht zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations