# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c02c32f5-f79a-4aa4-b1aa-afb5c7690d9d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. 1. Mit Vertrag vom 24. September 2001 begründeten die D. AG (im folgenden kurz D. AG), vertreten durch A., und die B. SA, vertreten durch C., ein Auftragsverhältnis, mit welchem die letztere zu im Detail erwähnten Vergütungen mit der Buchführung der D. AG betraut wurde. Unter dem Artikel 1 des Vertrages wurde dessen Gegenstand umschrieben, und zwar mit folgendem Wortlaut: “Der Auftraggeber, der sowohl eigenständig als auch im Namen und seitens der Gesellschafter der D. AG handelt, jedoch alle aus dem vorliegenden Vertrag hervorgehenden Verpflichtungen auf sich nimmt, erteilt der annehmenden Dienstleistungsgesellschaft den Auftrag, die Buchungen und gutachtlichen Eintragungen zu führen.“
2. Die D. AG verfügt über ein Aktienkapital von 100'000 Franken, eingeteilt in 100 Namenaktien zu 1'000 Franken. Am 17. Mai 2001 trat A. 40 seiner 51 Aktien an die E. Investment International in F. ab; die entsprechende Genehmigung durch den Verwaltungsrat erfolgte am 19. Dezember 2001. Am 13. Dezember 2001 teilte A. der Beauftragten mit, da die E.-Gesellschaft entschieden habe, die zweiten 40 % der Aktien der D. AG nicht zu erwerben, wolle er das Buchhaltungsmandat wieder an die Firma H. übertragen. Nachdem E. nur eine Minderheit an der D. AG besitze, sei es für D. AG vorteilhafter, das Mandat an eine grössere Revisionsgesellschaft zu geben.
Bereits am 19. Oktober 2001 hatte die B. SA der D. AG für ihre Bemühungen zwei Rechnungen über Fr. 6'456.-- beziehungsweise Fr. 3'443.20 zugestellt und am 13. Dezember 2001 ergänzte sie diese durch eine weitere Faktura über Fr. 4'341.95. Mit Schreiben an die D. AG vom 25. Februar 2002 erinnerte die B. SA diese, es seien noch immer die in Rechnung gestellten Beträge von zusammen Fr. 14'241.15 nicht bezahlt. Man ersuche darum, die ausstehenden Zahlungen bis zum 4. März 2002 zu begleichen. Die B. SA führte in diesem Schreiben sodann aus, sie wolle daran erinnern, dass auf Grund von Art. 1 des Auftragvertrages sich A. verpflichtet habe, die ausstehende Verpflichtungen der D. AG persönlich zu übernehmen.
3. Nachdem weder die D. AG noch A. persönlich der Zahlungsaufforderung Folge geleistet hatten, betrieb die B. SA A. mit Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Chur vom 11. März 2002 für den Betrag von Fr. 14'241.15 nebst Betreibungskosten. Der Betriebene erhob am 15. März 2002 Rechtsvorschlag. Die Gläubigerin stellte darauf ein Rechtsöffnungsgesuch, das vom Bezirksgerichtspräsidenten Plessur mit Urteil vom 1. Mai 2002 mit der
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Begründung abgewiesen wurde, die Gesuchstellerin habe nicht bewiesen, dass sie die Gegenstand ihrer Rechnungen bildenden Leistungen erbracht habe. Sie habe die Einwendungen des Schuldners nicht aktenmässig zu widerlegen vermocht, so dass dem Gesuch nicht entsprochen werden könne.
4. Mit Zahlungsbefehl vom 25. Juli 2002 leitete die B. SA erneut eine Betreibung gegen A. ein. Nachdem dieser am 7. August 2002 wiederum Rechtsvorschlag erhoben hatte, ersuchte die Gläubigerin am 3. Dezember 2002 um Erteilung provisorischer Rechtsöffnung. Mit Entscheid vom 8. Januar 2003 hiess der Bezirksgerichtspräsident Plessur das Gesuch teilweise gut und erteilte der B. SA in der Betreibung Nr. 02/4239 des Betreibungsamtes Chur provisorische Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 9'899.20.
B. Am 23. Januar 2003 meldete A. die vorliegende Streitsache beim Kreisamt Chur zur Vermittlung an. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 6. Februar 2003 bezog er den Leitschein und prosequierte darauf die Klage mit Prozesseingabe vom 3. März 2003 an das Bezirksgericht Plessur. Er stellte das Rechtsbegehren, es sei festzustellen, dass die Forderung der Beklagtschaft gegenüber ihm im Betrage von Fr. 9'899.20 nicht bestehe. Die Beklagte beantragte in ihrer Prozessantwort vom 1. Mai 2003 die kostenfällige Abweisung der Klage.
C. Mit Urteil vom 7. Juni 2004 wies das Bezirksgericht Plessur die Aberkennungsklage ab. Es auferlegte die Kosten des Kreisamtes Chur von Fr. 280.- - sowie die Kosten des Bezirksgerichts Plessur von Fr. 4'895.-- dem Kläger und verpflichtete diesen, die Beklagte aussergerichtlich mit Fr. 6'456.-- zu entschädigen.
D. Gegen dieses Urteil liess A. am 5. November 2004 die Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erklären mit dem Antrag, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Aberkennungsklage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren gutzuheissen.
An der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht waren die beiden Rechtsvertreter sowie der Berufungskläger anwesend. Der klägerische Rechtsvertreter bestätigte seine Berufungsbegehren und beantragte die Zulassung seines Mandanten zur Beweisaussage. Der Rechtsvertreter des Beklagten widersetzte sich diesen Begehren. Auf die Ausführungen der beiden Anwälte zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:
I. 1. Der Rechtsvertreter von A. wiederholte anlässlich der Berufungsverhandlung seinen schon vor erster Instanz gestellten, vom Bezirksgericht aber abgelehnten Antrag, sein Mandant sei zur Beweisaussage zuzulassen. Er begründete dies damit, dass man es mit Bezug auf die persönliche Leistungspflicht A.s mit einem unklaren Vertrag zu tun habe. In den Vertragsverhandlungen sei nie über eine Verpflichtung gesprochen worden, wie sie heute von der Beklagten geltend gemacht werde. Über diesen Punkt befinde sich der Berufungskläger in einem unverschuldeten Beweisnotstand, weshalb darum ersucht werde, ihn im Anschluss an eine formfreie Befragung im Sinne einer Beweisaussage einzuvernehmen.
Indem der klägerische Rechtsvertreter auch die Frage der Beweisaussage zum Gegenstand der Berufung machte, hat er den ablehnenden Entscheid des Bezirksgerichts in korrekter Form angefochten, so dass er vor Kantonsgericht auf den entsprechenden Beweisantrag zurückkommen konnte. Die Voraussetzungen zur Abnahme dieses Beweismittels sind indessen nicht gegeben. Einmal ist festzuhalten, dass die Parteien keinen Anspruch auf Beweisaussage haben, sondern dass darüber der Richter nach seinem Ermessen entscheidet. Er wird dies tun, wenn sie nach Abnahme der übrigen Beweise als erforderlich erscheint, um Lücken in der Beweisführung zu schliessen, wenn andere Mittel versagen oder fehlen. Sie kann auch zugelassen werden, um als alleiniges Beweismittel einen Beweisnotstand abzuwenden (Sträuli/Messmer, Kommentar zur Zürcherischen Zivilprozessordnung, N. 2 und 3 zu § 150 ZPO; PKG 1988 Nr. 15). Beweise sind aber nach einer allgemeinen Regel nur über erhebliche Tatsachen, also solche, die für die Beurteilung der Streitsache von Bedeutung sind, zu erheben. Im vorliegenden Fall geht es im Wesentlichen um die Auslegung von Art. 1 des Auftragvertrages vom 24. September 2001. Der Berufungskläger will durch seine Aussage beweisen, dass über eine persönliche Haftung seinerseits nie gesprochen wurde und er folglich nicht mit einer solchen rechnen musste. Nun bildete die Frage, ob die persönliche Haftung A.s schon von Anfang an Gegenstand des Vertrages gewesen sei, Teil der Befragung der Zeugen C. und G.. Beide bejahten diese Frage, wobei sie allerdings nie behaupteten, man habe im Vorfeld des Vertragsabschlusses über die Vertragsbestimmung diskutiert, es wurde lediglich bestätigt, dass eine entsprechende Formulierung entsprechend der ständigen Praxis der B. SA von Anfang an Bestandteil des von G. redigierten Vertragstextes gewesen sei und es daher für A. habe ersichtlich sein müssen, dass seine
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persönliche Haftung vorgesehen worden sei. Der Berufungskläger will mit seiner Beweisaussage seinen Standpunkt erhärten, wonach keine Diskussion über seine Haftung stattgefunden habe und er auf Grund des Vertragstextes nicht erkannt habe, dass er solidarisch für die Forderungen der Beauftragten habe verpflichtet werden sollen. Nun ist aber nicht entscheidend, wie A. die Sache subjektiv gesehen hat, sondern wie er den Vertrag objektiv verstehen durfte und musste. Was sich er und was sich die Beklagte dachten, ist unwesentlich, es geht vielmehr um eine objektive Vertragsauslegung und damit eine Rechtsfrage, für deren Beantwortung die beantragte Beweisaussage nichts beitragen kann. Die Voraussetzungen für die Durchführung einer solchen sind damit nicht gegeben, und es ist der entsprechende Beweisantrag abzulehnen.
2. Der Rechtsvertreter der Beklagten wirft dem Anwalt des Berufungsklägers unter Hinweis auf PKG 2000 Nr. 7 vor, er begnüge sich damit, das vor erster Instanz Vorgetragene nochmals vorzubringen. Das genüge zur Begründung der Berufung nicht, vielmehr habe der Berufungskläger darzulegen, warum das angefochtene Urteil nicht haltbar sei. Diese Rüge ist nicht gerechtfertigt. Das Kantonsgericht hat im zitierten Entscheid festgehalten, ein pauschaler Hinweis auf das erstinstanzliche Plädoyer genüge nicht, mit den Erwägungen der Vorinstanz habe sich der Berufungskläger aber nicht auseinandergesetzt, womit kein substantiierter Vortrag vorliege. Mit einer solchen Situation haben wir es im vorliegenden Fall nicht zu tun. Gewiss hat sich der klägerische Rechtsvertreter anlässlich der Berufungsverhandlung weitgehend an seine Ausführungen vor dem Bezirksgericht gehalten, doch hat er nicht einfach auf diese verwiesen. Indem er aber auf seinem Standpunkt beharrt und mit diesem seine Berufung begründet hat, kritisierte er damit zugleich das erstinstanzliche Urteil, das seiner Begründung nicht gefolgt ist. Er übte damit appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, wozu er selbstverständlich befugt ist, und hat dabei im Wesentlichen zu allen Punkten Stellung genommen. Die Berufung darf damit durchaus als angemessen begründet betrachtet werden.
II. 1. Die Parteien sind sich darin einig, dass am 24. September 2001 ein Vertrag abgeschlossen wurde, der als Auftrag im Sinne der Art. 394 ff. OR zu qualifizieren ist. Das am erwähnten Tag unterzeichnete Dokument wird denn auch als Auftragsvertrag überschrieben, und es ist in der Parteibezeichnung von einem Auftraggeber die Rede, während die Beauftragte als Dienstleistungsgesellschaft bezeichnet wird. Offenbar stellte sich für das Bezirksgericht die Frage, wer auf der Seite des Auftraggebers als Vertragspartei anzusehen ist, und es kam zum Schluss,
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dass aufgrund des Wortlautes von Art. 1 allein der Kläger als Auftraggeber zu qualifizieren sei. Die D. AG scheide als Auftraggeberin im Sinne dieser Bestimmung aus, werde sie doch namentlich angeführt, wodurch mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht werde, dass sie gerade nicht als Auftraggeberin zu qualifizieren sei. Diese Betrachtungsweise ist insofern erstaunlich, als nicht einmal die Beklagte die Sache so sieht, und im Übrigen auch die B. SA namentlich erwähnt wird, aber niemand behauptet, nicht diese, sondern C. sei Beauftragte. Der Rechtsvertreter der Beklagten hat sodann in der Prozessantwort ausdrücklich dargelegt, dass am 24. September 2001 ein Vertrag zwischen der D. AG und der Beklagten unterzeichnet worden sei. Dass dem so war, steht denn auch für das Kantonsgericht völlig zweifelsfrei fest. Schon die Parteibezeichnung im Kopf des Vertrages lässt keine andere Deutung zu, wird doch ganz klar von einem Auftragsvertrag zwischen der D. AG Vermögensverwaltung und der B. SA gesprochen und darauf angegeben, durch wenn diese beiden Parteien vertreten sind, nämlich die D. AG durch A. und die B. SA durch C.. Am Schluss der Parteibezeichnung wird erwähnt, unter welcher Bezeichnung die jeweilige Partei im folgenden Vertragstext erscheinen werde, nämlich die D. AG als Auftraggeber und die B. SA als Dienstleistungsgesellschaft. Dabei versteht es sich von selbst, dass sich diese Bezeichnungen in beiden Fällen auf die eingangs in Grossbuchstaben umschriebenen Gesellschaften bezogen, und nicht im Falle der D. AG auf deren Vertreter, bei der B. SA hingegen auf diese selbst. Die einzige Ungereimtheit in dieser sonst völlig eindeutigen und allein einen Sinn gebenden Parteiumschreibung kann darin gesehen werden, dass auf Seiten der D. AG vom Auftraggeber und nicht von der Auftraggeberin die Rede ist. Dies ist aber ganz offenkundig auf eine nicht ganz genaue Übersetzung zurückzuführen, was ein Vergleich mit dem italienischen Text völlig zweifelsfrei ergibt, heisst es doch dort „...chiamata in seguito committente“, welche weibliche Form sich nun ja wirklich nicht auf A., sondern eben nur auf die von diesem vertretene Gesellschaft beziehen konnte. Daraus folgt unwiderlegbar, dass auch für die B. SA, welche den Vertragstext aufgesetzt hatte, nie in Frage gestanden haben konnte, dass mit dem Ausdruck Auftraggeber einzig und allein die D. AG gemeint war. Ergibt sich dies schon mit aller Klarheit aus der Umschreibung der Parteien im Rubrum des Vertrages, so findet es seine Bestätigung in Art. 2, wo von der Buchhaltung des Auftragebers die Rede ist. Auch wenn auch hier wieder die männliche Form verwendet wurde, so stand doch für jedermann zweifelsfrei fest, dass nur von der Buchhaltung der D. AG und nicht von jener A.s die Rede sein konnte. Wie die Vorinstanz angesichts dieser offenkundigen Sachlage zum Schluss kommen konnte, nur A. komme als Auftraggeber in Frage, ist schwer verständlich.
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2. Nach dem Gesagten steht für das Kantonsgericht fest, dass als Auftraggeberin des im Vertrag mit der B. SA vom 24. September 2001 stipulierten Auftragsverhältnisses nur die D. AG in Frage kommen kann. Ausgehend von dieser Sachlage ist zu beurteilen, ob die Formulierung in Art. 1 des Vertrages entsprechend der Darstellung der Beklagten in dem Sinne ausgelegt werden muss, dass sich A. für alle von der von ihm vertretenen D. AG eingegangenen Verbindlichkeiten auch persönlich verpflichtet hat. Vorweg ist festzustellen, dass sich ein übereinstimmender wirklicher Wille der Vertragsparteien nicht ermitteln lässt. Die fragliche Vertragsbestimmung ist damit normativ, das heisst nach dem Vertrauensprinzip auszulegen. Dabei hat der klare Wortlaut Vorrang vor weiteren Auslegungsmitteln, es sei denn, er erweise sich auf Grund anderer Vertragsbedingungen, dem von den Parteien verfolgten Zweck oder weiterer Umstände als nur scheinbar klar. Den wahren Sinn einer Vertragsklausel erschliesst zudem erst der Gesamtzusammenhang, in dem sie steht (BGE 128 III 267 mit Verweisungen).
Wollte man mit der Beklagten annehmen, A. habe sich in der zur Diskussion stehenden Vertragsbestimmung persönlich für sämtliche von der D. AG übernommenen Verpflichtungen auch persönlich haftbar erklärt, so müsste das Wort Auftraggeber am Anfang des Satzes wiederum auf den Kläger bezogen werden können, was dem oben zur Bedeutung dieses Wortes in der Parteibeschreibung im Rubrum des Vertrages Gesagten widersprechen würde, und schon von daher nicht zur Begründung einer persönlichen Schuldverpflichtung des Klägers geeignet erscheinen könnte. Bezieht man das Wort Auftraggeber hingegen nach der nach Auffassung des Kantonsgerichts allein vertretbaren Interpretation auf die D. AG, und verwendet man das Wort in diesem Sinne entsprechend der Umschreibung in der Parteibeschreibung („...im Folgenden Auftraggeber genannt ...“) im ganzen Vertragstext, mithin auch in seinem Art. 1, so muss man die entsprechende Formulierung dem Wortlaut nach so verstehen, dass die D. AG eigenständig und im Namen ihrer Gesellschafter handelt und die sich aus dem Vertrag ergebenden Verpflichtungen auf sich nimmt. Da nicht nachgewiesen ist, dass zwischen A. und Vertretern der B. SA über eine solidarische Haftung des Klägers verhandelt und eine solche ausdrücklich in gegenseitiger Absprache vereinbart wurde, musste A. auf Grund des Vertragstextes nicht davon ausgehen, dass im strittigen Art. 1 das Wort Auftraggeber plötzlich in einem anderen Sinne, nämlich auf ihn selbst bezogen, verwendet wurde, während in der Parteiumschreibung nach dem oben Gesagten als Auftraggeber nur die von ihm vertretene D. AG gemeint sein konnte. Wenn C. als Zeuge aussagte, die
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solidarische Haftung A.s sei von Anfang an vorgesehen gewesen, da es der Geschäftspraxis der B. SA entspreche, dass der Vertreter einer sich verpflichtenden Gesellschaft stets auch die persönliche Haftung übernehme, so mag diese Deposition dem entsprechen, was der Zeuge sich vorgestellt und beabsichtigt hat, doch ist damit nicht gesagt, dass diese seine Auffassung dem Vertragspartner klar dargelegt wurde und für diesen erkennbar war. Entscheidend ist aber nicht, was C. als Vertreter der Dienstleistungsgesellschaft sich bei der Formulierung des Vertragstextes gedacht hat und was er damit seiner Geschäftspraxis entsprechend erreichen wollte, sondern wie sein Partner, dem ja die geschäftlichen Gepflogenheiten der Gegenpartei nicht bekannt waren, den von der B. SA aufgesetzten Text verstehen durfte und musste. Damit, dass er mit der Unterzeichnung des Auftragsvertrags nicht nur die von ihm vertretene D. AG, sondern gleichzeitig auch sich persönlich verpflichteten würde, musste der Kläger nun gewiss nicht rechnen. Für eine solche solidarische Verpflichtung seinerseits bestand nach objektiven Massstäben betrachtet überhaupt keine Veranlassung. Einmal ist es doch eher ungewöhnlich, dass beim Abschluss eines Vertrages zwischen zwei Aktiengesellschaften der Vertreter der einen Partei auch eine persönliche Verpflichtung zur Erfüllung der von Seiten der von ihm vertretenen Gesellschaft eingegangenen Verbindlichkeiten übernimmt, stellt doch der Ausschluss der persönlichen Haftung gerade einen wesentlichen Beweggrund für das Handeln mittels einer Aktiengesellschaft dar. Das Bezirksgericht begründet seinen gegenteiligen Standpunkt im Wesentlichen mit einem erheblichen persönlichen Interesse A.s am Zustandekommen des Vertrages mit der B. SA. Es führte aus, der Kläger sei nicht nur Verwaltungsrat, sondern nach dem Auszug aus dem Aktienbuch der D. AG zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auch Hauptaktionär dieser Gesellschaft gewesen. Die E.-Gesellschaft habe am 17. Mai 2002 vom Kläger 40 Aktien der D. AG erworben. Sie habe den Kontakt zwischen der D. AG und der Beklagten hergestellt und gewissermassen als Voraussetzung für den Aktienerwerb verlangt, dass die D. AG die Beklagte mit der Buchführung beauftrage. Diese Begründung verfängt nicht, weil A., der ursprünglich 51 von 100 Namenaktien der D. AG besass, die 40 erwähnten Aktien entgegen der Feststellung der Vorinstanz nach dem Auszug aus dem Aktienbuch vom 20. Dezember 2001 nicht am 17. Mai 2002, sondern am 17. Mai 2001 an die E. Investment International verkaufte. Er war also zum Zeitpunkt des Abschlusses des Auftragsvertrags vom 24. September 2001 nicht mehr Hauptaktionär, sondern besass gerade noch 11 Aktien. Es konnte also nicht sein, dass er im Hinblick auf den angestrebten Aktienverkauf dem Wunsch der E.-Gesellschaft nachkommen wollte, das Buchhaltungsmandat auf die B. SA zu übertragen, und wegen seines erheblichen
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Interesses an diesem Geschäft bereit war, sich gegenüber der Beklagten für die der D. AG aus dem Vertrag ergebenden Aufwendungen auch persönlich zu verpflichten. Als der B. SA das Buchhaltungsmandat übertragen wurde, waren die Aktien schon längst auf die E.-Gesellschaft übergegangen, der Abschluss des Vertrages vom 24. September 2001 konnte also nicht Beweggrund für den Aktienerwerb vom 17. Mai 2001 gewesen sein, und das Argument, der Kläger sei wegen seines erheblichen Interesses am Verkauf seiner Aktien bereit gewesen, der Beklagten gegenüber eine persönliche Verpflichtung für die Bezahlung der aus dem Buchhaltungsauftrag entstehenden Kosten einzugehen, fällt damit in sich zusammen.
Der Rechtsvertreter der Beklagten fragt sich, weshalb der umstrittene Passus überhaupt in den Art. 1 des Vertrages aufgenommen worden sein sollte, wenn damit nicht die persönliche Haftung A.s hätte begründet werden wollen. Die Frage ist an sich berechtigt, und es ist durchaus möglich, dass der Vertreter der B. SA dies auch so gesehen hat. Wie schon erwähnt, ist aber nicht entscheidend, wie C. die fragliche Formulierung verstanden hat, sondern wie sie A. interpretieren musste. Nachdem dieser sich wohl als Vertreter, nicht aber als Auftraggeber betrachten musste und in guten Treuen davon ausgehen konnte, dass als Auftraggeberin nur die D. AG in Frage kommen konnte (was sie nach dem ganzen übrigen Vertragstext ja auch tatsächlich war), musste er das Wort „eigenständig“ nicht auf sich selbst, sondern durfte es auf die von ihm vertretene Gesellschaft beziehen, welche sich nach dem Text durch den Vertrag selbst verpflichtete. Was durch den Zusatz, der Auftraggeber beziehungsweise korrekterweise eben die Auftraggeberin handle auch im Namen der Gesellschafter der D. AG, gesagt werden sollte, ist schleierhaft. Wäre damit gemeint gewesen, auch die Gesellschafter der D. AG würden mitverpflichtet, wäre A. zu einer solchen Erklärung ohne die Einwilligung der Aktionäre gar nicht befugt gewesen. Der ganze den Gegenstand des Vertrages umschreibende Artikel ist sehr sonderbar formuliert, ist aber insofern klar, dass der Auftraggeber (bzw. die Auftraggeberin) die Dienstleistungsgesellschaft beauftragt, die Buchungen und gutachtlichen Eintragungen zu führen, womit wiederum nur die Buchhaltung der Auftraggeberin und sicher nicht jene ihres Vertreters gemeint sein konnte. Da über die Identität des Auftraggebers (der Auftraggeberin) keine Zweifel bestehen konnten, musste der Kläger auf Grund des Vertragstextes nicht darauf schliessen, dass er nach Auffassung der Vertragspartnerin eine persönliche Verpflichtung übernehmen sollte. Betrachtet man übrigens die italienische Vertragsvariante, so kann man sich fragen, ob C. selbst den von seiner Firma aufgesetzten Text in guten Treuen in diesem Sinne verstanden haben durfte. Wenn das Wort committente nach der in dieser Beziehung völlig klaren Umschreibung der
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auftraggebenden Partei eindeutig im weiblichen Sinne zu verstehen war, sich also einzig und allein auf die D. AG beziehen konnte, musste dieses Wort auch im Artikel 1 die gleiche Bedeutung haben, es konnte nicht je nach Bedarf nun plötzlich auf den Vertreter der D. AG bezogen werden. Ein Indiz dafür, dass selbst die Beklagte dies so sah, kann man darin sehen, dass die B. SA nicht nur ihre Rechnungen für die ausstehende Zahlung allein an die D. AG richtete.
Aufgrund des Gesagten kommt das Kantonsgericht zum Schluss, dass der Kläger den Vertragstext nicht in dem Sinne verstehen musste, dass er persönlich für die Verpflichtungen der D. AG haftbar gemacht werden sollte. War dies die Absicht der Beklagten, so hätte sie eine solche ungewöhnliche solidarische Haftbarkeit klar zum Ausdruck bringen müssen. Was sie sich bei der Redaktion des Vertrages gedacht hat, kann nicht massgeblich sein; wesentlich ist allein, wie der Vertragspartner die etwas sonderbaren Formulierungen nach Treu und Glauben verstehen musste. Die Folgen der unklaren Redaktion des Vertragstextes fallen auf die B. SA zurück, welche den fraglichen Text aufgesetzt hat. Sie hat für das unsorgfältige Aufsetzen des Vertrages einzustehen und hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn sie die von ihr angeblich angestrebte persönliche Haftbarkeit A.s nicht rechtsgenüglich zu beweisen vermag. Die Berufung ist damit gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuheben und in Gutheissung der Klage festzustellen, dass die Forderung der Beklagten von Fr. 9'899.20 gegenüber A. nicht besteht. Die von der B. SA gegenüber dem Kläger eingeleitete Betreibung ist damit aufzuheben.
III. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten der Vermittlung, jene des Bezirksgerichts Plessur sowie die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten der Beklagten, welche den Kläger aussergerichtlich angemessen zu entschädigen hat.
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