# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f606cd81-8421-54c2-b1aa-50af552e1811
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, hat den Beruf der Detailhandelsangestellten EBA erlernt und war danach in diesem Beruf wie auch als Sachb
e
arbeiterin Admin
i
stration
und im Rechnungswesen
in verschieden
en Unternehmen tätig (vgl. Urk.
7/118)
.
Z
uletzt arbeitete sie
seit Januar 2014
bei der
Z._
AG
als Disponentin
, welche Anstellung ihr
, nachdem sie seit 24.
Juli 2014
vollständig
krankgeschrieben war,
per 30.
Nove
mber 2014
durch die Arbeitgeberin
gekündigt wurde (Urk.
7/21)
. Mit Gesuch vo
m 15.
Dezember 2014 meldete
sich
die Versicherte
unter Hinweis auf seit 2002 bestehende Depressionen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistu
ngs
bezug an (Urk.
7/3). Die IV-Stelle holte beim behandelnden Psychiater (Urk.
7/19
)
,
bei der
letzten Arbeitgeberin
(
Z._
AG, Urk.
7/21) wie auch beim zuständigen
Krankentaggeldversicherer (Urk.
7/13
,
Urk.
7/18
) Berichte und Unterlagen ein
und führte
am 2
0.
Januar 2015
mit der Versicherten ein Standortgespräch durch (U
r
k
.
7/12).
Mit Vorbescheid vom 29.
April 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten daraufhin mit, dass kein Anspruch auf
eine Invalidenrente bestehe, da keine längerdauernde oder bleibende Erwerbsunfähig
keit
im Sinne des Gesetzes
ausgew
iesen sei (Urk.
7/23). Dagegen erhob die Versicherte am
5.
Mai 2015
, ergänzt durch Eingabe vom 2
9.
Juni 2015,
Einwand (
Urk.
7/24 sowie
Urk.
7/34-35).
Vom
9.
September bis 17.
November 2015
weilte
die Versicherte in der i
nte
grier
ten Psychiatrie
A._
zur
stationär
en
Therapie
(Urk.
7/39).
Die IV-Stelle veranlasste daraufhin a
m 2
6.
Januar 2016
e
ine psychiatrische Begutachtung der V
ersicherten (
Urk.
7/44), welche Begutachtung
jedoch ausgesetzt
wurde (Urk.
7/46)
, da die Versicherte vo
m
22.
Januar bis 20.
Mai 2016 wiederum
in der
A._
in
-
teilstationärer
-
Behandlung war (vgl.
Urk.
7/53).
Nach Abschluss der Behandlung
in der
A._
führte
die IV-Stelle verschiedene Eingliederungs
-
massnahmen
durch
(Potentialabklärung bei
B._
vom 17. Oktober
bis 11.
November 2016
[Urk.
7/55 und Urk. 7/64], Arbeitstrainin
g
im Bürozentrum
bei
B._
vom 3. Januar bis 30.
Juni 2017 [Urk. 7/66] sowie ein Arbeitstrainin
g im 1.
Arbeitsmarkt bei der Firma
C._
vo
m
3.
Juli bis
31.
Dezember 2017 [Urk. 7/87
und
Urk.
7/104]);
ebenfalls erteilte sie Kostengutsprache für ein extern
es Coaching (
achtsamkeits
basierte Einzelbegleitung,
Urk.
7/77).
Mit Mitteilung vom 8. Dezember 2017 teilte
die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass die beruflichen Massnahmen abge
schlos
sen würden (Urk.
7/98).
Nach Einholung eines weiteren Berichts beim
behandeln
den P
sychiater
(Urk.
7/107) veranlasste
sie
eine psychiatrische Begutachtung
der Versicherten
, womit sie
Dr.
med.
D._
,
Facharzt f
ü
r
Psychiatrie und Psycho
therapie
FMH
, beauftragte (Urk. 7/109). Gestützt auf das entsprechende
Gutachten vom 2.
Juli 2018 (Urk.
7/114) sowie
nach Gewährung des rechtli
c
hen Gehörs hierzu (Stel
lungnahme der Versicherten vom 30. August 2018
;
Urk.
7/121
) h
i
e
lt
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 26.
Oktober 2018 daran fest, dass
kein
Anspruch auf IV-Leistungen bestehe (
Urk.
7/123 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte hierorts
am 22. November 2018 Beschwerde mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom 2
6.
Oktober 2018 aufzuheben (1.),
es
sei der Versicherten eine Rente zuzusprechen (2.), unter Kosten- und Entschädi
gungsfolge
n
zulasten der Beschwerdegegnerin (3.;
Urk.
1 S. 1).
Die IV
-
Stelle ste
llte mit Vernehmlassung vom 16.
Januar 2019 Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Versicherten am 17. Januar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Am 29. Januar 2019 nahm die Beschwer
deführerin zur Vernehmlassung Stellung («Replik», Urk. 9), welche Eingabe der IV-Stelle am 3
1.
Januar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall
muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische
Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentver
gleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c;
Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass
zwecks erneuter Beurteilung des Gesundheitszustandes ein Gutachten erstellt worden sei. Die
se
Abklärungen hätten ergeben, dass es der Versicherten seit jeher zumutbar gewesen sei, im Umfang von 70
%
einer Arbeit
nachzugehen. Die Arbeitsunfähigkeit
en
von 100 % während den stationären und teilstationären Behandlungen sei
en
nachvollziehbar, begründeten jedoch keinen Leistungs
anspruch (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen zur Hauptsache vorbringen, dass auf das Gutachten von
Dr.
D._
aus mehreren Gründen nicht abzustellen sei. So stehe dessen Einschätzung im Gegen
satz zur
Beurteilung
des behan
de
l
nden Psychia
t
ers
,
welcher festhalte, dass die Versicherte aus medizinischer Sicht nicht mehr als 50
% arbeitsfähig sei, was auch mit den Resultaten der Integrationsmass
nahmen der letzten zwei Jahre
einhergehe. Auch
sei das Gutachten in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
in sich
widersprüchlich und
es
komme hinzu
,
dass
Dr.
D._
seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit falsch herleite
(Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
med
.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie seit 2005 behandelnder Psychiater der Versicherten,
diagnos
t
i
zierte in seinem Bericht vom
6.
April 2015 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine re
zidivierende depressive Störung, aktuell schwere Episode (ICD-10
F33.2) sowie eine generali
sierte Angststörung (ICD-10
F
41.1
). Er gab im Wesentlichen an, es bestehe eine schwere psychische Einschränkung. Die Patientin sei
seit 1
2.
August 2014 und
bis weiterhin
völlig arbeitsunfähig, eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit sei zur
z
eit
nicht möglich (Urk.
7/19).
Am
22.
Juni 2015
führte
Dr.
E._
zuhanden der Rechtsvertreterin unter anderem aus, es bestehe eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer schweren depressiven Störung sowie der generalisierten Angststörung
; aktuell bestünden keine psycho
so
ziale
n
Gründe für den langen und schweren Krank
heitsverlauf
. Neu werde er bei Anfrage der IV die Diagnose einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung stellen (asthenisch
e
, abhängige und ängst
lich
vermeidende Persönlichkeit); die Arbeitsfähigkeit sei heute auf diese Faktoren zurückzuführen (
Urk.
7/34).
3.2
Im Austrittsbericht
der
A._
vom 20. November 2015, wo die Versicherte vom 9. September bis 17. November 2015 stationär behandelt worden war, diagnosti
zierten die verantwortlich zeichnenden Ärzte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichte Episode (F33.0) sowie eine kombinierte Persönlich
keitsstörung mit ängstlich-vermeidend
en
, selbstunsicheren und abhängigen Anteilen (F61).
Sie gaben im Wesentlichen an, seit November 2014 hätten nach
der
Kündigung zunehmende, vor allem soziale Ängste und Selbstzweifel im Rahmen von rezidivierenden
,
aktuell mittelgradigen
depressiven Episoden bestanden mit teilweise selbstschädigendem Verhalten. B
ei Austritt sei eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkeit bis 30.
November 2015 attestiert worden. Nach der
geplanten tagesklinischen Behan
d
l
ung werde eine weiterführende Profilabklä
rung im Rahmen eines Belastungstrainings sowie Arbeitsintegration, beispiels
weise
durch
B._
, empfohlen (Urk.
7/39).
3.
3
Im
IV-Abklärungsberi
cht der
A._
, Akut-Tagesklinik für Erwachsene, wo die Versicherte vom 2
2.
Januar bis 2
0.
Mai 2016 in teilstationärer Behandlung stand,
diagnostizierten die verantwortlich zeichnenden
Fachpersonen
am 2
8.
April 2016 zuhanden der IV-Stelle
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht
-
bis mittelgradige Episode (F33.1), mindestens seit 2000, sowie eine kombinierte Persönlichkeits
störung mit ängstlich-vermeidenden, unsicheren sowie
dependenten
Anteilen.
Sie gaben im Wesentlichen an,
die Einschränkungen der Versicherten zeigten sich in erster Linie in interpersonellen Situationen, sie leide unter grosser Bewertungs
angst. Soziale Situationen bedeuteten in der Regel grossen Stress, was depressive Krisen und massive Ängste auslöse und mit dysfunktionalen Mustern einhergehe. V
orausg
e
s
e
tzt, es finde sich ein adäquater Einsatzort für die Klientin, könne mittel
-
bis langfristig mit einer Wiederaufnahme der beruflichen
Tätigkeit gerechnet werden, vor
erst sicher in reduziertem Umfang (max. 50
%)
, gegebe
nenfalls könne dieser Anteil sukzessive gesteigert werden. Im Hinblick auf eine berufliche Wiedereingliederung werde jedoch vorerst eine weiterführende Pro
filabklärung im Rahmen eines Belastungs- und Aufbautrainings empfohlen (Urk. 7/53).
3.4
Im Abschlussbericht der
B._
über die vom 17.
Oktob
er bis 11.
November 2016
durchgeführte
Potentialabklärung
hielt die
C
ase
-
Managerin
am
17. November 2016
zusammenfassend
fest, die Versicherte habe überdurchschnittliches Pflichtbewusstsein und eine hohe Auftragsorientie
rung gezeigt. Sie habe die geforderte vierstündige Präsenz ohne Ausnahme einhalten können, habe dabei jedoch ihre Belastungsgrenzen überschritten, was sich
unter anderem
in einer zunehmenden
starken
Erschöpfung gezeigt habe.
Es sei ein grundsätzliches Eingliederungspotential erkennbar, welches jedoch lang
sam aufgebaut und nachhalti
g gefördert werden sollte
, wozu ein Belastbarkeits
training geeignet wäre
(Urk.
7/64)
.
Im Zwischenbericht vom 3.
Mai 2017 über das
vom
3.
Januar bis 3
0.
Juni 2017 durchgeführte
Arbeitstraining hielt die Case-Managerin zusammenfassend fest, die Versicherte habe die
geforderte Präse
nz von 4 Stunden an 5 T
a
gen mehrheit
lich stabil erbringen können, habe dabei jedoch ihre persönliche Belastungs
grenze überschritten, was sich in einer starken Erschöpfung gezeigt habe. Die Versicherte habe ein unverändert
sehr
hohes Pflichtgef
ühl geg
enüber der Erfüllung von fremden Erwartungen und Bedürfnissen gezeigt und im Gegensatz dazu die Verantwortung zur Selbstfürsorge nur ungenügend wahrgenommen.
Die Arbeitsleistung habe im Verlauf des Arbeitstrainings gesteigert werden könn
en, wobei die Versicherte selber
die Fortschritte kaum habe sehen können (
Urk.
7/82).
Vom
3.
Juli bis 3
1.
Dezember 2017 fand ein Arbeitstraining i
m
1.
Arbeitsmarkt statt (Firma
C._
). Im entsprechenden
Abschlussbericht
vom
2.
Februar 2018
gab die zuständige
C
ase
-M
anagerin an, es sei leider nicht möglich gewesen, das Pensum
-
wie in den Zielen vereinbart
-
auf 80
% zu steigern.
Das Arbeitstr
a
ining sei gut verlaufen, n
ach den vier Stunden sei sie jeweils sehr müde und energielos gewesen und habe sich nicht im Stande gesehen, noch etwas im Haushalt zu erledigen.
Die Vorgesetzten seien mit ihrer Arbeitsleitung zufrieden
gewesen
, hätten ihr aber mangels freier Stellen keine Anstellung in
F._
anbieten können (Urk.
7/104).
3.5
Der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
diagnost
i
zierte in seinem Formularbericht
vom 1
8.
Januar 2018 eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit äng
stlich-vermeidenden, unsicheren und
dependenten
Anteilen (ICD-10 F61) sowie eine re
zidivierende depressive Störung
, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1). Er gab im Wesentlichen an,
nach durchgeführten beruflichen Massnahmen sei die Patientin
aktuell auf Stellensuche im Rahmen einer Arbeitsfähigkeit von 50
%.
Es bestehe w
eiterhin
eine ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Beglei
tung. Aus seiner (
Dr.
E._
s) Sicht habe sich
die
gesundheitliche (psychische)
Situation der Patientin nach Ab
sch
luss der stationä
ren und teilstationären
Behandlung im Rahmen der
A._
sowie
im Rahmen der
beruflichen
Integrations
versuche nicht meh
r
verb
e
ssert.
Er habe den Eindruck, dass die Patientin bei den beruflichen Massnahmen der letzten eineinhalb
Jahre bei einem Pensum von
50
% immer an der absolut obersten Belastungsgrenze gewesen sei und auch immer lange Pausen benötigt habe. Sie leide weiterhin an einer persistieren
den depressiven Symptomatik. Auch
komme
sie
sehr schnell an ihre Belastungsgrenze und brauche auch bei einer Leistungsgrenze von 50
% vermehrt Pausen und
eine stark
verlängerte Erholungszeit. Es bestehe
ab
1.
Januar 2018
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
% bzw. in einem strukturierten Rahmen mit Leistungsanforderung in ihrem Beruf sei die Patientin höchstens zu 30-40
%
arbeitsfähig. Die Prognose sei ungünstig (
Urk.
7/107).
3.6
Im seinem zuhanden der IV-Stelle erstatteten
psychiatrischen
Gutachten vom 2.
Juli 2018
(
Urk.
7/114)
stellte
Dr.
med.
D._
gestützt au
f
seine Untersuchung der Versicherten vom 1
8.
Mai 2018
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
: gegenwärtiges depressives Syndrom (ICD-10 F33) leichter (ICD-10 F33.0) bis maximal mittelgradiger (ICD-10 F33.1) Ausprägung sowie eine emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
; als ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er
eine ärztlich substi
t
uierte Abhängig
keit von Z-Substanzen/Benzodiazepinen (
IC
D
-10 F 13.22;
Urk.
7/114 S. 41)
.
In seiner medizinischen und
versicherungsmedizinischen Beurteilung
gab
Dr.
D._
im Wesentlichen an, der berufliche Werdegang der Explorandin stelle sich vor der Kran
k
schreibung und bis zum letzte
n effektiven Arbeitstag am 23.
Juli 2014 überwiegend lückenlos und unauffällig un
d mit einer bis dahin adäquaten
beruflichen Leistungserbringung dar. Die relevanten Life Events, also der Tod beider Eltern im Jahre 2017, seien nachvollziehbar als relevante äussere Stressoren zu würdigen und erklärten – zumindest teilweise – die Schwierigkeiten der beruflichen Leistungserbringung im Jahre 2017 sowie Anfang 201
8.
Die persönliche Situation stelle sich wie die berufliche unauffällig dar, die
(geschie
dene)
Exp
lo
randin lebe heute ohne Partnerschaft, pf
l
ege indessen regelmässige soziale Kontakte zu mehreren engen Bezugspersonen und zeige in ihrer Beziehungsbiog
r
aphie
keine von der Norm abweichende oder
overt
dysfunktio
nale Beziehungsgestaltung. Die Explorandin habe Beziehungen gehabt, welche praktisch allesamt über viele Jahre angedauert hätten. Zudem bestünden Hinweise, dass die Explorandin neben ihrem Berufs- und Beziehungsleben auch einer normalen Freizeitaktivität nachgegangen sei und noch heute nachgehe (Gartenarbeit, Fitnesscenter, soziales Leben).
Allerdings habe die Untersuchung ein gegenwärtiges depressives Syndrom leich
ter bis maximal mittelgradiger Ausprägung gezeigt. Ebenso nachvollziehbar sei durch die Untersuchung eine emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung
gewesen
, welche auch zukünftig im Rahmen emotionaler Belastungssituationen eine Affektlabilität, Selbstwertkrisen und ein
en
Lebensüberdruss erwarten lasse. Die regelmässige Einnahme von
Zopiclon
sowie die gelegentliche Einnahme von
Lorazepam
implizierten eine ärztlic
h
substituierte Abhän
g
igkeit von Z-Substan
zen/Benzodiazepinen, welche sich zum heutigen Zeitpunkt hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zwar noch nicht beeinträchtigend auswirke, gleichzeitig aber die Gefahr einer Dosiseskalation
und möglicher zukünftige
r
Beeinträchtigung der Leistungserbringung
in sich berge
(S. 41).
Weiter gab
Dr.
D._
an, d
ie bisherigen Rehabilitations
-
und Eingliederungs
bemühungen könnten insgesamt als erfolgreich bezeichnet werden (S. 42), dasselbe gelte für die bisherigen ambulanten psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlungen.
Auch d
ie halbjährige Potentialabklärung bei
B._
sowie im Anschluss
daran
die halbjährige Beschäftigung bei
C._
seien insgesamt erfolgreich verlaufen
,
wenngleich das Ziel einer stabilen 80
% Leistungserbringung nicht habe erreicht werden können. Sie hätten l
e
tztlich
zur Möglichkeit der Rückkehr zu
C._
im Rahmen einer bis Ende Juni 2018 befrist
e
ten 50
% Beschäftigung g
e
führt. Die derzeitige Bewerbung für e
i
ne Anstel
l
ung im ersten Arbeit
s
ma
rkt mit 50
% Beschäftigungsgrad stelle T
eil die
ses
erfolgreichen Verl
aufs dar und
impliziere eine grun
dsätzliche me
d
i
zinische
Zumutbarkeit hinsichtli
ch einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmar
kt. Es sei
bereits heute von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit i
m
angestammten
Tätigkeit
sbereich
auszugehen und eine zusätzliche
Steigerung sei zu erwarten (S.
43)
.
Z
ur Arbeit
sf
ähigke
it
führte
Dr.
D._
zur Hauptsache aus, gemäss Angaben der Explora
n
din bestehe
a
ktue
ll
in
eine
r
Administrativtätigkeit eine stabile Leistungs
erbringung entsprechend einem Pensum von 50
% (rund 21 Wochenstunden). Dabei sei entscheidend, dass die Exp
l
o
r
andin nicht ausschliesslich halbtags, sondern mittwochs auch ga
nztags arbeite. Medizinisch-
the
oretisch
lasse sich unter Würdigung der gesundheitlichen Beeinträchtigung und unter Berücksichti
gung der gegenwärtigen Leistungserbringung von einer habituellen Leistungs
fähigkeit entsprechend einem minimalen Pensum von 70
% ausgehen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Explorandin zwar an einem
einzigen Wochentag einen 8-
Stundentag zu bewältigen vermöge; aufgrund der im vorliegenden Gutachten hergeleiteten, gesundheitlichen Beeinträchtigung sei aber gleichzeitig davon ausgehen, dass eine 8
-Stunden-
Leistungserbringung an 5 Wochentagen die Leistungsfähigkeit der Explorandin übersteige. Aus diesen Überlegungen sei
der Explorandin zum Zeitpunkt der vorliegenden Begu
t
ach
t
ung eine 70
% Tätig
keit in der angestammten Administrativ
tätigkeit medizinisch zuzumut
en
ent
spre
chend einer 30-Stundenwoche (S.
49), wobei keine Leistungseinschränkung bestehe.
Zum Zeitpunkt der Begutachtung hätten sich keine arbeitsrelevanten psychiatrisch bedingten Einschränkungen definieren lassen, welche eine verzö
gerte Wiedereingliederung mit einem Pensum von 70 % in den angestammten Administrativbereich rechtfertigten. Die Explorandin habe denn auch darauf hingewiesen, dass sie sich bereits für Stellen bewerbe (S. 50).
Die Frage nach einer angepassten Tätigkeit
stelle sich grundsätzlich nicht
, es lasse sich einzig eine angemessene Beschränkung der Administrativtätigkeit der Explorandin en
tspre
chend ihrer Vorbild
ung und Berufserfahrung
begründen, sodass die angestamm
te Tätigkeit weiterhin zumutbar sei, sofern es sich dabei um eine klar strukturi
e
rte und durch Vorgesetzte persönlich geführte, ausführende Administrativtätigkeit
handle (S.
50). Die wesentlichen Elemente einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
l
ung
lege
artis
seien bereits umgesetzt (S. 51).
3.7
In seiner Stellungnahme von 2
4.
Juli 2018 h
ielt RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
,
Arzt f
ür Allgemeine
Medizin FMH fest,
gestützt auf das Gu
tachten sei
eine klar struk
turierte und durch den Vorgesetzten persönlich geführte
,
ausführende Administ
rativtätigkeit, welche rein fachlich der angestammten Tätigkeit (Büroarbeit) entspreche, zu
70
%
möglich
. Diese sollte auf 5 T
a
ge pro Woche verteilt werden. Diese Arbeitsfähigkeit könne alsdann schon seit 2014 gelten, mit Unterbruch
von 100
% Arbeitsunfähigkeit
zu den
Zeiten der stationären und teilstation
ä
ren Behandlung. In angepasster Tätigkeit sei grundsätzlich derselbe Verlauf gegeben, eine weitere
langsame
Besserung sei zu erwarten (
Urk.
7/122 S. 7).
4.
4.1
Die IV-Stelle stütz
t
e die angefochtene Verfügung auf
das
Gutachten von
Dr.
D._
, wonach
in der
bisherigen
Tätigkeit
im Büro
eine
70
%
ige
Arbeits
fähigkeit
besteht
.
Zum Gutachten von
Dr.
D._
ist zu bemerken, dass es grund
sätzlich ausführlich und sorgfältig abgefasst ist.
D
er Beschwerdeführerin
ist indes
darin zu folgen, dass es in
entscheidenden
Punkten
– bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit -
nicht
schlüssig
und daher nicht beweiswertig ist.
4.2
Insbesondere ist
mit
der Beschwerdeführerin
in Frage zu stellen, ob
Dr.
D._
bei
s
einer Beurt
e
ilung der Arbeit
sfähigkeit von den richtigen Prämissen ausgeht
.
So
nimmt
Dr.
D._
be
i der Festleg
ung
der
Arbeitsfähigkeit
B
ezug auf die im Zeitpunkt der Begutachtung von der Beschwerdefüh
r
erin
auf dem ersten Arbeits
markt
bei der
C._
(vgl. dazu
Urk.
7/118 S. 7)
ausgeübte
(befristete)
Tätigkeit
bzw
.
eine
«
stabile Leistungserbringung entsprechend einem Pensum
von 50
%
»
(Gutachten S. 49). Wenn er ausführt «dabei ist entscheidend, dass die Explorandin nicht ausschliesslich halbtags, sondern mittwochs auch ganztags arbeitet»
,
ist
jedoch mangels
weiterer präzisierender
Angaben
zumindest
unklar
,
ob
er den Umstand, wonach
die Versicherte am Dienstag
jeweils
nicht arbeitete
(vgl. Gutachten S. 19) berücksichtigt
und damit letztlich
,
ob
er
bei d
er Festlegung des zumutbaren Arbeitsfähigkeit
ein
zu
t
reffendes
effektiv ausgeübtes
Pensum
zum
Ausgangspunkt
seiner Überlegungen
genommen hat
oder
nicht allenfalls
von einem zu hohen
Pensum
(
von
60
%
)
ausgegangen ist
. Aber auch i
nwiefern von einem
bei der
C._
ausge
ü
bten
effektiven Pen
s
um von 50
%
(
oder 60
%
)
auf eine Arbeitsfähigkeit
von
70
%
in bisheriger Tätigkeit
geschlossen werden kann
,
geht
aus dem Gutachten
nicht
hinreichend
nachvollziehb
a
r
hervor
. Insbesondere
begründet
Dr.
D._
nicht, inwieweit von
der Einschätzung des behandelnden Arztes
(wonach 50 %
mit Blick auf die Erfahrungen im Rahmen der Eingliede
rungsmassnahmen
die absolut oberste Belastungsgrenze darstelle
, vgl. E. 3.5
)
abzugehen und ein höheres
Pensum
zumutbar sein soll.
Di
es gilt um
so mehr, als
Dr.
D._
an anderer Stelle
selber
aus
ge
führt
hatte
, es sei im Untersuchungs
zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 50
% ausz
u
gehen und eine Steigerung
(erst) zu erw
arten (S.
43)
und
er
eine
Aggravation
aus
schloss
(S.
45)
.
Unter diesen Umstän
d
en
und da auch im Rahmen der
verschiedenen
durchgeführten
beruf
lichen
Eingliederungsmassnahmen kein
Leistungsvermögen bzw
.
keine
Arbeits
fähigke
i
t über 50
%
erreicht
werden konnte (E.
3.4
),
erweisen sich
die
Angaben
jedenfalls als
zu wenig schlüssig, als dass darauf abgest
e
llt we
rden kann.
A
ber auch
die weiteren
Angaben
zur A
r
beitsfähigkeit
genügen
nicht
. So äusserte sich
Dr.
D._
– da sich die Frage seiner Meinung
nach
grundsätzlich
nicht stelle
(S. 50)
– nicht zur Arbeitsfähigkeit in
ei
ner
Verweistätigkei
t
.
Ebenso
ma
c
hte
Dr.
D._
keine hinreichenden Angaben zum zeitlichen Ver
l
auf
der A
rbeits
fähi
g
k
e
i
t
. Vielmehr beschränkte er sich darauf, bezugnehmend auf die von
Dr.
E._
attestierten Arbeitsunfähigkeitsangaben
zu bemerken, dass
die seit
dem 24.
Juli 2014 post
ulierte
vollständige
Arbeitsunfähigkeit retrospektiv
aufgrund der Aktenlage und gestützt auf die Diagnostik des Gutachtens
nicht wider
spruchsfrei nachvollziehbar sei
(S.
47 unten) und eine frühere Teilarbeits
fäh
i
gkeit zumindest in Erwägung zu ziehen bzw
.
eine entsprechende Verneinung derselben zu beg
ründen gewesen wäre
(S. 48)
.
Von welcher
Arbeitsfähigkeit
seit dem 2
4.
Juli 2014
aus seiner Sicht
– wenn auch lediglich mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - stattdessen
aus
zu
gehen sei
,
führt er
hingegen
nicht aus
.
Vor diesem Hintergrund
kann aber
entgegen der Auffassung des
RAD
–
Arztes
Dr.
G._
nicht ohne
W
eitere
s davon ausgegangen werden, dass
seit 2014
durchgehend
–
beziehungsweise
mit Unterbrüchen währen
d der stationä
ren oder teil
stationä
ren Behandlungen -
eine
Arbeitsfä
higkeit von 70
%
bestand
.
Auf die
Stellungnahme von
Dr.
G._
kann alsdann umso weniger abgestellt
werden
,
als er
Allgemeinmediziner
ist
und somit
auf dem Gebi
et der Psyc
h
iatrie über keine Spezialisierung verfügt.
4.3
Sind
aber die
Angaben im Gutach
t
en
Dr.
D._
zur Arbeitsfähig
k
eit
unvollstän
dig und lassen sie überdies
die nötige
Klarheit
vermissen, können
sie
– jedenfalls ohne klärende/ergänzende Rückfragen -
nicht
Grundlage für die Beurteilung des Leistungsanspruch
s bilden
.
Aber auch
auf die Angaben
des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
kann vorliegend nicht abgestellt werden
. Davon abge
sehen, dass
auch
seine Angaben zur Arbeitsfähigkeit
nicht hinreichend
konsistent erscheinen
– ist doch
etwa
nicht klar, ob er nun von einer Arbeits
f
ähig
k
e
i
t
in der angestammten Tätigkeit
von
(
max
.
)
50
% oder einer solchen von 30-40
%
aus
geht (Urk.
7/107
; vgl. dahin auch Kritik
von
Dr.
D._
in seinem Gutachten
S. 18
)
-
ist darauf
hinzuweisen
,
dass
eine
direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben behandelnder Ärztinnen und Ärzte mit Blick auf deren auftrags
rechtliches Verhältnis zur versicherten Person im Streitfall kaum je in Frage kommt (Urteil des Bundesgerichts 9C_304/2019 vom 27. August 2019 E. 3.2.3 mit Hinweis auf BGE 135 V 465 E. 4.5).
4.4
Aufgrund der gegebenen Aktenlage kann
ein
Rentenanspruch
somit
weder bejaht noch verneint werden. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, damit sie den
rechtserheb
lichen
Sachverhalt
-
soweit erforderlich
unter
Einbezug
bisher noch unberück
sichtigt gebliebener
soma
t
is
che
r
Aspekte
(vgl.
E
-
M
ail der Beschwerdeführerin
vom
8.
Juli 2018
an
Dr.
D._
,
Urk.
7/117
)
rechts
genüglich
abkläre
, wozu je nachdem
eine Rückfrage bei
Dr.
D._
genügt oder aber ein neues
(
diesmal
bi- oder
polydisziplinäres
)
Gutachten anzuordnen sein wird
.
Zu berücksichtigen wird
alsdann
sein
,
dass
das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 erkannt
e
, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach
BGE
141 V 281 zu unterziehen sind
(E.
1.3 hie
r
vor)
.
V
orliegend
steht
ebenfalls
ein
psychische
s
Leiden
in Frage
, weshalb
nicht nur die
Arbeitsfähigkeit sorgfälti
g einzuschätzen, sondern
das tat
sächliche Leistungsvermögen
in einem strukturier
t
en Beweisverfahren zu ermitteln
sein
wird
(vgl. wiederum E.
1
.3 hie
r
vor)
, was
soweit ersichtlich
bislang nicht
gesch
ehen ist
. Schliesslich wird
die IV-Stelle
die Invalidität
und damit einen allfälligen Rentenanspruch
anhand eines Einkom
mensvergleichs zu ermitteln haben
(E. 1.4 und 1.5 hie
r
vor)
, was
sie e
benfalls unterliess
.
4.5
Offen bleiben kann bei dieser Sachlage, ob
sich
eine
Rückw
e
isung
nicht bereits
allein aus
formellen
Gründen
gerechtfertigt hätte
.
So
hatte
die Beschwerdeführe
r
in die
vorliegend
zur R
ückweisung führenden
Unklarheiten
bezüglich der
gutachterliche
n
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
teilweise
bereits
in Einwand vorgebracht (Urk.
7/121
)
.
Obwohl die Einwände mithin einen zentralen Punkt der Invaliditätsbemessung
betrafen
,
unterliess es
die Beschwerdegegnerin
,
zwecks Klarstellung oder Ergänzu
n
g der gutachterlichen Ausführungen
bei
Dr.
D._
Rückfragen
zu tätigen
. Ebenso
wenig nahm
sie
in der angefo
chtenen Verfügung
dazu
S
tellung. Damit hat
sie nicht
n
ur ihre P
flicht zur rechtskonformen Sachver
halts
abklärung
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes verletzt
,
sondern auch
den Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf rechtliches Gehör.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf Fr.
1'300.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.