# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e4b3df98-349a-4328-9c72-1e014f841fcc
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 2. Oktober 2009 ersuchte Dr. A. B., C., schweizerisch-bulgarische
Doppelbürgerin, geboren am xx. Mai xxxx, das Gesundheitsdepartement des Kantons
St. Gallen um Erteilung einer "Sonderbewilligung zur selbständigen Ausübung als
Zahnarzt".
Am 23.Oktober 2009 teilte das Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen (nicht
dasjenige des Kantons Zürich wie in der Beschwerdeschrift angegeben) Dr. A. B. mit,
wie sie bereits vom Bundesamt für Gesundheit in Kenntnis gesetzt worden sei, werde
das bulgarische Diplom als Zahnärztin zur Zeit nicht anerkannt, weshalb ihrem Gesuch
um selbständige Ausübung des Zahnarztberufs im Kanton St. Gallen nicht entsprochen
werden könne.
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Weil das Gesuch nicht zurückgezogen wurde, ersuchte das Gesundheitsdepartement
die Medizinalberufekommission des Bundesamtes für Gesundheit (MEBEKO) um
Stellungnahme.Am 30. November 2009 brachte das Gesundheitsdepartement Dr. A. B.
den Bericht der MEBEKO vom 24. November 2009 zur Kenntnis und gab ihr erneut
Gelegenheit, das Gesuch bis 12. Dezember 2009 zurückzuziehen. Nach unbenütztem
Ablauf dieser Frist, am 6. Januar 2010, wies das Gesundheitsdepartement das Gesuch
von Dr. A. B. um Erteilung einer Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als
Zahnärztin im Kanton St. Gallen ab.
B./ Am 19. Januar 2010 erhob Dr. A. B. gegen den Entscheid des
Gesundheitsdepartements vom 6. Januar 2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht.
Sie teilte mit, sie beabsichtige, die Zahnarztpraxis von Dr. D. E. in F. käuflich zu
erwerben und stellte das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben
und es sei ihr die Berufsausübungsbewilligung als selbständig tätige Zahnärztin zu
erteilen. Alternativ sei ihr eine ausserordentliche Bewilligung zur selbständigen
Berufsausübung "bis zur Inkraftsetzung der bilateralen Verträge zwischen der Schweiz,
EU und Bulgarien/Rumänien zu erteilen" bzw. bis sie neuerlich ein Gesuch einreichen
könne.
Das Gesundheitsdepartement nahm am 17. Februar 2010 Stellung und stellte den
Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen. Dr. A. B. machte am 1. März 2010 von der
Möglichkeit Gebrauch, sich zu neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten zu
äussern. Sie reichte eine Bestätigung von Dr. D. E., F., ein, wonach sie mit ihm seit
Oktober 2009 in Verhandlung betreffend Übernahme seiner Zahnarztpraxis steht.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
ist Dr. A. B. zur Beschwerde legitimiert (Art.64 Abs. 1 in Verbindung 45 Abs. 1 VRP). Im
weiteren entspricht die Beschwerdeschrift vom 19. Januar 2010 zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2.
2.1. Nach Art. 34 des Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe
(SR 811.11, abgekürzt MedBG) bedarf es für die selbständige Ausübung eines
universitären Medizinalberufs einer Bewilligung des Kantons, auf dessen Gebiet der
Medizinalberuf ausgeübt wird (vgl. auch Art. 43 Abs. 1 lit. a des Gesundheitsgesetzes
des Kantons St. Gallen, sGS 311.1, abgekürzt GesG). Bewilligungsbehörde ist das
Gesundheitsdepartement (Art. 3 Abs. 1 lit. c GesG). Bei der Bewilligung (sog.
Praxisbewilligung) handelt es sich um eine Polizeierlaubnis. Damit wird bestätigt, dass
die für die Ausübung der privaten Tätigkeit aufgestellten Voraussetzungen erfüllt sind
(Boris Etter, Kurzkommentar zum Medizinalberufegesetz, Bern 2006, Art. 34, N 20 mit
Hin-weisen).
2.2. Die selbständige Ausübung der medizinischen Berufe richtet sich nach der
Bundesgesetzgebung über die Medizinalberufe (Art. 44 Abs. 1 GesG). Nach Art. 36
Abs. 1 MedBG wird die Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung erteilt, wenn die
Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller: ein entsprechendes eidgenössisches Diplom
besitzt (lit. a); vertrauenswürdig ist sowie physisch und psychisch Gewähr für eine
einwandfreie Berufsausübung bietet (lit. b). Die bundesrechtliche Regelung ist
abschliessend. Die Kantone dürfen keine weiteren Voraussetzungen stipulieren (Etter,
a.a.O., Art. 36, N 13).
2.3. Nach Art. 15 Abs. 1 MedBG wird ein ausländisches Diplom anerkannt, sofern seine
Gleichwertigkeit mit einem eidgenössischen Diplom in einem Vertrag über die
gegenseitige Anerkennung mit dem betreffenden Staat vorgesehen ist und die
Inhaberin oder der Inhaber eine Landessprache der Schweiz beherrscht. Ein
anerkanntes ausländisches Diplom hat in der Schweiz die gleiche Wirkung wie ein
eidgenössisches Diplom (Art. 15 Abs. 2 MedBG). Für die Anerkennung zuständig ist die
MEBEKO (Art. 15 Abs. 3 MedBG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 2 der Verordnung über
Diplome, Ausbildung, Weiterbildung und Berufsausübung in den universitären
Medizinalberufen, SR 811.112.0, abgekürzt VO-Medizinalberufe). Anerkennt sie ein
ausländisches Diplom nicht, so entscheidet sie, unter welchen Voraussetzungen das
eidgenössische Diplom erworben werden kann (Art.15 Abs. 4 MedBG).
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2.4. Der Bundesrat sieht nach Art. 36 Abs. 3 MedBG nach Anhörung der MEBEKO vor,
dass Personen mit einem Diplom oder Weiterbildungstitel aus einem Staat, mit dem die
Schweiz keinen Vertrag über die gegenseitige Anerkennung abgeschlossen hat, ihren
Beruf selbständig ausüben können, wenn ihr Diplom oder Weiterbildungstitel einem
eidgenössischen Diplom oder Weiterbildungstitel gleichwertig ist. Voraussetzung ist,
dass diese Personen: in einem akkreditierten Studien- oder Weiterbildungsgang lehren
und ihren Beruf innerhalb des Spitals, in dem sie lehren, selbständig ausüben (lit. a);
oder ihren Beruf in einem Gebiet mit nachgewiesener medizinischer Unterversorgung
selbständig ausüben (lit. b).
Art. 14 VO-Medizinalberufe trägt die Marginalie "Berufsausübung für Inhaberinnen und
Inhaber von Diplomen und Weiterbildungstiteln aus Nicht EU- bzw. EFTA-Staaten".
Personen gemäss Artikel 36 Absatz 3 MedBG mit einem Diplom oder
Weiterbildungstitel aus einem Staat, mit dem die Schweiz keinen Vertrag über die
gegenseitige Anerkennung abgeschlossen hat, können ihren Beruf gemäss Art. 14 Abs.
1 VO-Medizinalberufe selbständig ausüben, wenn sie: eine Lehrverantwortung in einem
akkreditierten Studien- oder Weiterbildungsgang in einem Spital übernehmen und ihren
Beruf innerhalb dieses Spitals selbständig ausüben (lit. a); oder ihren Beruf in einer
Praxis ausüben in einem Gebiet, in dem nachweislich medizinische Unterversorgung
besteht, sowie eine Landessprache beherrschen (lit. b). Gemäss Art. 14 Abs. 2 VO-
Medizinalberufe legen die Personen gemäss Artikel 36 Absatz 3 MedBG der
zuständigen kantonalen Aufsichtsbehörde zum Nachweis der fachlichen und
institutionellen Gleichwertigkeit eine Gleichwertigkeitsbescheinigung der MEBEKO zu
ihrem Diplom oder Weiterbildungstitel vor. Die Bewilligung beschränkt sich auf die
konkrete Tätigkeit in einem bestimmten Spital oder in einer bestimmten Praxis (Art. 14
Abs. 3 VO-Medizinalberufe).
2.5. Die Beschwerdeführerin verfügt über ein bulgarisches Diplom als Zahnärztin.
Aktenkundig ist, dass sie am 9. Mai 2009 bei der MEBEKO ein Gesuch um
Anerkennung des Diploms gestellt hat und dass es von der MEBEKO bisher nicht als
mit einem eidgenössischen Diplom gleichwertig anerkannt worden ist. Demzufolge ist
es nicht möglich, der Beschwerdeführerin eine Bewilligung zur selbständigen
Ausübung des Berufs einer Zahnärztin im Kanton St. Gallen zu erteilen, auch nicht
ausserordentlicherweise oder bezogen auf eine konkrete Tätigkeit in einer bestimmten
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Praxis. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin eine
Konformitätsbescheinigung des Ministeriums für Gesundheitswesen der Republik
Bulgarien beigebracht hat und dass sie geltend macht, sie werde gegenüber einem
Kollegen mit einem Zahnarztdiplom der Universität Belgrad, dessen Gleichwertigkeit
anerkannt worden sei, von der MEBEKO diskriminiert bzw. rechtsungleich behandelt.
Soweit ersichtlich, hat die MEBEKO über das Gesuch der Beschwerdeführerin aber
nicht formell entschieden bzw. das Gesuch ist noch hängig. Sodann begründet die
Geschäftsstelle der MEBEKO ihren Standpunkt, die Anerkennung des bulgarischen
Zahnarztdiploms sei zur Zeit nicht möglich, ausschliesslich damit, zwischen der
Schweiz und Bulgarien bestehe kein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung
von Diplomen. Das Schweizer Volk habe der Ausdehnung des
Freizügigkeitsabkommens (SR 0.142.112.681, abgekürzt FZA) auf Bulgarien und
Rumänien am 8. Februar 2009 zwar zugestimmt, der die Diplomanerkennung
betreffende Teil sei indessen noch nicht in Vollzug. Offen ist indessen, ob die
Ausnahmeregelung von Art. 36 Abs. 3 MedBG in Verbindung mit Art. 14 VO-
Medizinalberufe auf einen Fall wie den vorliegenden Anwendung findet, und wie die
Frage der Gleichwertigkeit des Diploms der Beschwerdeführerin unter diesem
Gesichtspunkt zu beurteilen wäre, zumal sie nun geltend macht, sie möchte eine
Zahnarztpraxis in F. übernehmen, wo in zahnmedizinischer Hinsicht Unterversorgung
herrsche. Letzteres wird von der Vorinstanz allerdings in Abrede gestellt
(Zahnarztpraxen: Degersheim 3, Gossau 16, Herisau 30, Wattwil 3, Bütschwil 1 und
Uzwil 7).
3. Gemäss Art. 1 der Verordnung über besondere Fachprüfungen für Auslandschweizer
und eingebürgerte Schweizer (SR 811.112.13, abgekürzt VO-Fachprüfungen) können
u.a. eingebürgerte Schweizerinnen und Schweizer, die ihre Studien ohne
eidgenössisches Diplom abgeschlossen und ihren Beruf während mehrerer Jahre in der
Schweiz ausgeübt haben, das eidgenössische Diplom erwerben, indem sie die
besondere Fachprüfung bestehen. Als Studienabschluss gilt das Abschlussdiplom
einer ausländischen Fakultät, das zur Berufsausübung im betreffenden ausländischen
Staat berechtigt, oder das Fakultätsdiplom einer schweizerischen Universität (Art. 2
VO-Fachprüfungen). Als Ausübung eines Berufs während mehreren Jahren gelten für
Zahnärzte nach Art. 4 lit. b VO-Fachprüfungen: fünfjährige vollamtliche Tätigkeit als
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Assistent bei einem Zahnarzt mit eidgenössischem Diplom (Ziff. 1). An die Stelle der
Assistenztätigkeit bei einem Zahnarzt kann bis zu drei Jahren die selbständige Führung
einer zahnärztlichen Praxis aufgrund einer kantonalen Bewilligung oder die Tätigkeit in
einer sozial-zahnärztlichen Institution treten (Ziff. 2).
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie die Vorgaben der VO-Fachprüfungen
nicht erfüllt und dass es ihr deshalb nicht möglich war, das eidgenössische Diplom zu
erwerben. Daran ändert nichts, dass sie geltend macht, sie habe während rund 4,3
Jahren als Assistentin bei Zahnärzten gearbeitet und es sei seit Mitte 2006 wesentlich
schwieriger geworden, Assistenzstellen zu finden. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben
muss, dass die Beschwerdeführerin seit langem in der Schweiz lebt und das Schweizer
Bürgerrecht erlangt hat.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Die Vorinstanz
hat dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung einer Bewilligung zur
selbständigen Berufsausübung als Zahnärztin im Kanton St. Gallen zu Recht nicht
entsprochen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- erscheint angemessen (Art. 13, Ziff. 622
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe verrechnet.
Eine Umtriebsentschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht