# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be8f783a-f555-4506-bbde-da8582268f93
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, ist gelernter
Koch
und
war von August
2009 bis Ende Januar 2013 in einem Restaurant der
Y._
tätig (
Urk.
6/9
S. 2). Unter Hinweis auf eine Laktose-Intoleranz meldete sich der Ver
sicherte am
8.
März 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab.
Am
4.
Juli 2013 (
Urk.
6/23) erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Um
schulung des Versicherten
an der
Z._
vom 19. Augu
st 2013 bis 12. Juli 2015 zum
Erwerb des Handelsdiploms VSH
.
Im Sommer 2015 schloss der Versicherte den zweijährigen Lehrgang erfolgreich ab (
Urk.
6/67).
1.2
Am 2
9.
Mai 2015 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um eine weitere Ausbil
dung zum technischen Kaufmann (
Urk.
6/53
,
Urk.
6/56
)
.
Mit Vorbescheid vom
29
.
Mai
201
5
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Begehrens um weitere be
rufliche Massnahmen in Aussicht (Urk.
6
/
54
). Dag
egen erhob der Versicherte am 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
6/63) - mit Ergänzung vom 2
9.
Juli 2015 (
Urk.
6/66) - Ein
wä
nd
e
, worauf die IV-Stelle mit Verfügung vom
14
.
August
201
5
einen An
spruch
auf weitere berufliche Massnahmen verneinte (Urk.
6
/
69 =
Urk.
2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
14. August 2015 (
U
rk. 2)
erhob der Versicherte am
14
.
September
201
5
Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte
die Kostenübernahme für
die Weiterausbildung zum Technischen Kaufmann, eventuell
Arbeitsver
mitt
lungsbemühungen
(Urk. 1 S. 2 Mitte).
Mit Beschwerdeantwort vom
19
.
Oktober 2015
(Urk. 5) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
26
.
Oktober
201
5
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art.
8
des
B
undesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufli
che Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erst
malige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.2
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Um
schu
lung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi
che
rung
(IVV) Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmali
gen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.3
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der
Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und
geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lich
keit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleich
wertig
keit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die
nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck ange
messenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Um
ständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch ge
nügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
sich
der Beschwerdeführer gemäss den getroffenen Abklärungen mit der
ge
währ
ten und inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Handel
s
diplom VSH
die notwendigen theoretischen und praktischen Kenntnisse ange
eignet habe, um sich auf dem
1.
Arbeitsmarkt behaupten zu können. W
ei
tere berufliche Massnahmen
seien nicht angezeigt
(vgl. Urk. 2
S.
1 f.
).
Da der Beschwerdeführer vermittlungsfähig und eine kaufmännische Tätigkeit sei
ner Be
hinderung angepasst sei, sei das RAV für die Arbeitsvermittlung zustän
dig (S.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, dass
er in der Funktion als Küchenchef und Sous-Chef tätig gewesen sei, was im Küchenbereich
Kader
positionen
seien. Die Ausbildung mit dem zwischenzeitlich erlangten
Handels
diplom
VSH habe lediglich zwei Jahre gedauert. Dieser
Grund
abschluss
im kauf
männischen Bereich lasse ohne spezifische Weiterausbildung klarerweise nicht erwarten, dass er damit auf dem freien Arbeitsmarkt
Einstiegs
chancen
in eine Tätigkeit habe, welcher der vor Invaliditätseintritt ausgeübten Tätigkeit mit Kaderfunktion entspreche (
Urk.
1 S. 5).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf ein
e
weitere
Kostenübernahme für die Weiterausbildung zum Technischen Kaufmann
hat.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erhielt in seiner letzten Anstellung als
Koch (Sous-Chef) im Restaurant
A._
zuletzt ein jährliches Brutto
einkom
men von rund Fr.
53
‘
587
.-- (vgl. Urk.
6
/
9 S. 2;
Urk.
6/11
).
Ge
mäss dem
Ver
laufsprotokoll
Berufsberatung vom
4
.
Juli
201
3
h
a
tten die Ab
klä
rungen der Berufsberatung ergeben, dass
der Beschwerdeführer seine bishe
rige Tätigkeit als Koch aufgrund einer
Laktoseintoleranz
nicht mehr ausüben könne und eine Umschulung notwendig sei
(
Urk.
6/26 S.
4
f.)
.
Als
Eingliede
rungsmöglichkeiten
nannte der Beschwerdeführer aufgrund seiner Ausbildung im
B._
eine Tätigkeit als Buchh
alter (S. 3 oben). Nach weiteren Gesprächen und
eingehender Ausei
nandersetzung mit seiner beruflichen Situation habe sich d
er
Beschwerdeführer entschieden
,
eine Vollzeithandelsausbildung bis zum
Handels
diplom
VSH
(Ver
band Schwei
zerischer Handelsschulen)
an der
Z._
zu absol
vieren
(S. 4 f.).
Die beantragte Massnahme könne aus
berufsberaterischer
Sicht voll unterstützt werden. Es könne mit einer beruf
lichen vollständigen und
ren
tenausschliessenden
Eingliederung gerechnet werden
(S. 5)
.
Mit dieser Ausbil
dung könne der Beschwerdeführer einen Anfangsjahreslohn von zirka
Fr.
60‘000.
--
erzielen
(S. 5)
.
3.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass die zwischenzeitlich erlangte Aus
bildung mit dem Handelsdiplom VSH lediglich zwei Jahre gedauert habe und dieser Grundabschluss im kaufmännischen Bereich ohne spezifische Weiterbil
dung klarerweise nicht erwarten lasse, dass er damit auf dem freien Arbeits
markt Einstiegschancen in eine Tätigkeit habe, welche der vor
Invaliditätsein
tritt
ausgeübten Tätigkeit entspreche
(
Urk.
1 S. 5)
.
Aus dem Umstand
, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich seiner Grundausbil
dung eine
dreijährige
Lehre als Koch aufweist und sein
e Tätigkeit
als Sous-Chef
als Kaderfunktion bezeichnet wurde, kann nicht
abgeleitet
werden, dass er An
spruch auf
eine über das
Handelsdiplom VSH
hinausgehende Umschulung
hat, an
sonsten er als nicht gleich
wertig eingegliedert angesehen werden kann.
Ein
Handelsdiplom, das vom VSH anerkannt ist, erscheint vorliegend durchaus gleich
wertig und zweckmässig.
So hat
d
er
Beschwerdeführer
mit der genossenen und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Erhalt des
Han
delsdiploms
VSH durchaus die Möglichkeit er
langt,
auf dem Arbeitsmarkt ein Ein
kommen zu erzielen, welches demjenigen in der angestammten Tätigkeit entspricht.
Die Beschwerdegegnerin ging
gemäss
Verlaufsprotokoll Berufsberatung vom 4. Juli 2013 davon aus, dass der Be
schwerdeführer a
ls Inhaber des Handelsdiploms VSH
ein
jährliches
Anfangse
in
kommen
von rund Fr. 60‘000.-- er
zielen könnte
(vgl.
Urk.
6/26 S.
5, vorstehend E.
3.1)
, wenn er für Bürotätigkeiten wie Sekre
ta
riats- oder
Kanzleiarbei
ten
an
gestellt würde.
Diese Ausführungen der
Beschwer
degegnerin
erscheinen vorlie
gend plausibel, zumal mit Blick auf
die LSE 2010 T7S
Ziff.
22 S
ekretariats- und Kanzleiarbeiten mit Niveau 4
mit
einen
Jahres
lohn
von rund
Fr.
70‘900.
--
ent
löhnt
werden.
Der Beschwerdeführer hat mit der genossenen und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Erhalt des
Han
delsdiploms
VSH somit bereits die Möglichkeit erlangt,
auf dem Arbeitsmarkt ein Ein
kommen zu erzielen, wel
ches demjenigen in der angestammten Tätigkeit durchaus entspricht
. Ausserdem verfügt e
ine Person mit der erwähnten Ausbil
dung
mit
Han
delsdiplom
grund
sätzlich über eine hinreichende fachli
che Quali
fikation
,
um ein entsprechendes Arbeitsverhältnis einzugehen.
Das
Ausbil
dungs
programm
war zudem so aufge
baut, dass die Studierenden im zweiten Jahr der Ausbildung halbtags die Schule besuchten und halbtags ein Praktikum absol
vierten. Damit kann der Beschwer
deführer bereits nach Abschluss der Ausbil
dung berufliche Erfahrung nachwei
sen, was ihm den Berufseinstieg erleichtert. Ein Handelsdiplom, das vom VSH anerkannt ist, erscheint nach dem Gesagten somit
gleichwertig
und zweckmässig.
Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass
der Beschwerdeführer
ausser
dem
nur an geringen
invalidenversicherungsrechtlich
rel
evanten
Gesund
heits
be
schwerden
leidet
. Ein
einzelfall
mässiger
Anspruch auf eine höhere Aus
bildung im Sinne von Art. 6 Abs. 1
bis
IVV, die eine anspruchsvollere Tätigkeit erlaubt, besteht deshalb ebenfalls nicht. Ein solcher Anspruch ist
rechtspre
chungsgemäss
nur dann gegeben,
wenn Art und Ausmass der Invalidität und deren berufliche Auswirkungen so schwerwiegend sind, dass die Arbeitsleistung nur auf dieser höheren Berufsstufe optimal
ver
wertet werden kann (Urteil des Bundesgerichts
9C_122/2012
vom 5. Juni 2013,
ZAK 1988 S. 467
).
3.3
Eine für die Arbeitsvermittlung massgebende Invalidität liegt vor, wenn die ver
sicherte Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesund
heitlichen Gründen Schwierigkeiten hat, das heisst es muss für die Bejahung ei
ner Invalidität im Sinne von
Art.
18
Abs.
1 Satz 1 IVG zwischen dem
Gesund
heitsschaden
und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung ein Kausalzusam
menhang bestehen. Gesundheitliche Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle erfüllen den leistungsspezifischen Invaliditätsbegriff, wenn die Be
hinderung bleibend oder während voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der - in einem umfassenden Sinn verstandenen - Stellensuche selber verursacht.
Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die Invalidenversiche
rung besteht
somit
nur dann, wenn eine versicherte Person aus gesundheitlichen Gründen Schwie
rigkeiten bei der Stellensuche hat. Dies trifft vorliegend beim Beschwerdeführer nicht zu.
Nach unbestrittener medizinischer Einschätzung ist dem Beschwerde
führer eine Bürotätigkeit vollumfänglich und ohne Ein
schrän
kungen möglich (vgl. Urk.
6
/
25)
. Daraus folgt, dass er auch bei der
Stellen
suche
nicht gesund
heit
lich bedingt eingeschränkt und eine
allfällige
Erwerbs
losig
keit nach der Um
schulung nicht auf die
Laktoseintoleranz
zurückzuführen
wäre
. Wenn er trotz der erfolgreichen Umschulung
mit dem
absolvierten Praktikum keine Ar
beits
stelle im kaufmännischen Bereich
findet
, ist der Grund dafür in der
Ar
beits
markt
lage
oder anderen invaliditätsfremden Faktoren
und nicht in seinen gesundheit
lichen Beschwerden zu sehen. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch des Be
schwerdeführers auf Arbeitsvermittlung demnach zu Recht verneint. Soweit der Beschwerdeführer
die
ihm gewährte
Umschulung
als un
zureichend bezeich
nete,
ist darauf hinzuweisen, dass die berufliche Massnahme bereits abge
schlossen
ist und für die weitere Unterstützung bei der Stellensuche die Arbeits
losenversicherung zuständig ist, wie
die Beschwerdegegnerin richtig ausführte.
3
.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nach der gewähr
ten Umschulung gleichwertig eingegliedert ist, weshalb er keinen Anspruch auf
die von ihm gewünschte Weiterbildung hat. Eine solche hätte wie auch bei ge
sun
den Personen auf eigene Kosten
zu geschehen.
Demgemäss
ist
die Be
schwer
de abzuweisen.
4
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwan
d
und unabhängig vom Streitwert
auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entspre
chend
dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Be
schwerde
führer aufzuerlegen.