# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0c28716c-7835-4ed7-a6e3-dab303627ea2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1965, war zuletzt von Mai 2008 bis Mai 2009 als Mitarbeiterin in der Postzustellung
tätig (
Urk.
5/
11/3
) und meldete sich unter Hinweis auf die Folgen eines Unfalls
vom 1
1.
Mai 2009
(
Urk.
5/9/13)
am 3
0.
Sep
tember 2009 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-
Ste
lle, zog die Unfallakten bei,
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und teilte der Versicherten am 2
9.
Dezember 2009 mit, dass aktuell keine beruflichen Eingliederungsmassnah
men nötig seien (
Urk.
5/18).
Da
die Versicherte
in der Folge
eine Anstellung gefunden hat
te
, teilte
ihr
die IV-Stelle am 2
3.
April 2012 mit, dass die Arbeitsver
mittlung erfolgreich abgeschlossen worden sei (
Urk.
5/69).
1.2
Am 1
7.
August 2016 meldete sich die Versicherte
unter anderem
unter Hinweis
auf
die Folgen eines
weiteren
Unfall
s
vom
2.
September 2015
(
Urk.
5/82/10)
er
neut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
5/79).
Am 1
5.
Juni 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass eine Arbeitsvermittlung aktuell nicht möglich sei, da sich die Versicherte in ärztlicher Behandlung befinde (
Urk.
5/120).
Am 2
1.
Juli 2017
(
Urk.
5/123)
erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein or
thopädisches Hilfsmittel
und am
5.
Oktober 2017 (
Urk.
5/146)
gewährte sie
Kostengutsprache für Änderungen am Motorfahrzeug (
Urk.
5/146).
I
n der Folge
tätigte sie
erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches
von den Ärzten des Medizinischen Gutachtenszentrums
Y._
(
Y._
)
am 1
8.
Juni 2018 erstattet wurde (
Urk.
5/176). Mit Vorbescheid vom 2
4.
Juli 2018 wurde in Aussicht gestellt, das Leistungsbegehren abzuweisen (
Urk.
5/179).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/181
,
Urk.
5/185
,
Urk.
5/187,
Urk.
5/190,
Urk.
5/192
,
Urk.
5/195
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
November 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
2 =
Urk.
5/197).
2.
Die Versicherte erhob am
6.
Dezember 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
5.
November 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr sämtliche Leistungen zu erbringen, insbesondere auch eine Rente. Even
tu
ell
sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung zurück zu weisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Januar 2019 (
Urk.
4) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
4.
Februar 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
6).
3.
Mit Verfügung vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
5/64) verneinte die SUVA einen An
spruch auf eine Rente und sprach der Versicherten eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 7.5
%
zu, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
4.
September 2013 im Prozess Nr. UV.2012.00115 bestätigt wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1
.5
Meldet sich jemand bei der IV an und findet eine Stelle, bei der er rentenaus
schliessend eingegliedert ist, und meldet er sich nach Verlust dieser Stelle wieder an, so ist dies nicht eine
erneute A
nmeldung im Sinne von Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), sondern
ist
gleich wie eine erstmalige Anmeldung zu behandeln (Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2017 vom 15. Mai 2018 E. 4.1).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
davon aus, die Beschwerdeführerin sei zwar in ihrer bisherigen Tätigkeit nur noch zu 50
% arbeitsfähig, in einer angepassten Tätigkeit bestehe jedoch
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
unter Berücksichtigung
des Belastungsprofils (körperlich leichte, primär sitzende Tätigkeiten, ohne Kraftanwendung der rechten Hand, ohne fein
motorische Ansprüche der rechten Hand). Die Beschwerdeführerin könne somit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Mit dem neu eingereichten Arzt
bericht und monodisziplinär-orthopädischen Gutachten seien keine neuen, nicht bekannten medizinischen Tatsachen
benannt
worden
(
S. 2 oben)
.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in dem für die Deutsche Rentenversicherung erstatteten Gutachten entspreche aus versicherungsmedizinischer Sicht einer an
deren Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts und sei gut 9 Monate vor dem polydisziplinären Gutachten
vom 1
8.
Juni 2018
angefertigt worden. Das polydisziplinäre Gutachten schildere sämtliche objektivierbaren Befunde und de
ren funktionelle Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und schlüssig und die Schlussfolgerungen der Experten seien begründet. Es erfülle somit die von der Praxis gestellten Anforderungen an ein medizinisches Gutach
ten zur Bestimmung der Invalidität
.
A
n den Schlussfolgerungen des Gutachtens werde daher festgehalten (S. 2 Mitte)
.
Ein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe nicht, da der Beschwerdefüh
rerin eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
möglich sei, daher bestehe keine ge
sundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche (S. 2 unten).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
es könne nicht auf das
Y._
-Gutachten abgestellt werden, wonach sie in angepasster Tä
tigkeit zu 100
%
erwerbstätig sein solle. Im Gutachten sei die von den behan
delnden Ärzten abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht ausreichend
erklärt worden und es bestünden diverse Widersprüche (S. 10 Mitte).
Es sei auf die Angaben der behandelnden Ärzte abzustellen (S. 12).
Des Weiteren sei zu beachten, dass sie nun eine 100
%
-Rente der Deutschen Rentenversicherung er
halte (S. 11 unten).
Sie sei nicht erst seit August 2016 bei der Invalidenversicherung angemeldet, sondern bereits seit 3
0.
September 2009 und diese habe bis heute noch nicht rechtskräftig über den Rentenanspruch entschieden (S. 12 oben).
Sie habe folglich zumindest rückwirkend für die Zeit ab Ablauf des ersten Wartejahrs im Zusam
menhang mit der ersten Anmeldung vom September 2009 einen Anspruch auf eine ganze Rente
(S. 12 Mitte)
.
Ausserdem habe sie Anspruch auf berufliche Mas
snahmen
, da sie selbst bei einer bestrittenen Arbeitsfähigkeit von 100
%
in an
gepasster Tätigkeit ohne Hilfe keine Anstellung finden könne
(S. 13 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Leistung
en der Invalidenversicherung
, insbesondere berufliche Massnahmen und eine Rente
, hat
.
Per
1.
September 2011 fand die Beschwerdeführerin eine an ihre gesundheitliche Situation angepasste Anstellung, worauf die IV-Stelle am
2
3.
April 2012
mitteilte,
dass die Arbeitsvermittlung erfolgreich abgeschlossen worden sei (
Urk.
5/69
).
Das Pensum belief sich anfangs auf 50
%
, in der Folge war sie in einem Pensum von 100
%
als Client Service
Assistant
angestellt (
Urk.
5/132).
In dieser an die Be
schwerden angepassten Tätigkeit erzielte die Beschwerdeführerin ein Jahresein
kommen von
Fr.
76'000.-- und damit ein weitaus höheres Einkommen als das im Zeitpunkt der ersten Anmeldung erzielte Jahreseinkommen von
Fr.
57'154.-- (
Urk.
5/11). Da sie
demnach
rentenausschliessend eingegliedert war, ist das er
neute Leistungsbegehren vom 1
7.
August 2016 gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht als
erneute A
nmeldung im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 IVV
, sondern gleich wie eine erstmalige Anmeldung zu behandeln (
vorstehend E. 1.5
).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
A._
Klinik, nannte
in seinem Bericht vom 1
5.
März
2017 (
Urk.
5/115 =
Urk.
5/147
/13-14
)
über die
gleichentags erfolgte Konsultation die folgenden Diagnosen:
-
somatische Dysfunktion der fussführenden Muskulatur rechts mit/bei
-
Status nach
Tarsaltunnelrelease
vom 1
5.
Juli 2016 nach
Tarsaltunnel
syndrom
rechts
-
Pes
anserinus
super
ficialis-Tendopathie
Knie rechts
-
r
eaktive Bursitis
infrapatellaris
-
s
omatische Dysfunktion des
lumbo
sacralen
Übergangs sowie des rech
ten
Iliosakralgelenk
s
Eine Krankschreibung erfolge derzeit durch den Hausarzt aufgrund
psychovege
tativer Problematiken.
Seitens des Fusses bestehe zurzeit aus seiner Sicht eben
falls eine Arbeitsunfähigkeit für stehende oder dynamische Belastungen zu 100
%
(S. 2 oben).
3.2
In seinem Bericht vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
5/147/15-16) nannte
Dr.
Z._
dieselben Diagnosen wi
e im Bericht vom 1
5.
März 2017
(vorstehend E. 3.1)
und führte aus, dass bezüglich Gehen und Stehen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorliege (S. 2 oben).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
A._
Klinik,
nannte in seinem Bericht vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
5/193/12-13) die folgenden Diagnosen:
-
anhaltende ausgeprägte Schmerzen mit Hyperalgesie und
Allodynie
-
bei Status nach
Tarsaltunnel
-Release rechts am 2
5.
Juli 2016
-
Teilaspekte eines
chronic
regional
pain
syndrome
(
CRPS
)
I erfüllt
-
a
namnestisch Status nach Morbus Sudeck im Bereich der rechten Hand
-
bei Status nach Frakturen im Bereich der Langfinger
Grundsätzlich dürfe weiterhin von einer Verbesserung der Situation ausgegangen werden, auch wenn die Symptomatik nun schon ein Jahr bestehe (S. 2 Mitte). Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich
Dr.
B._
nicht.
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
A._
Klinik, führte in seinem Bericht vom 2
6.
Juli 2017 aus (
Urk.
5/125/5-7), dass er die Beschwerdeführerin seit
2.
März 2016 am
bulant behandle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
anhaltende ausgeprägte Schmerzen mit Hyperalgesie und
Allodynie
im Rückfussbereich rechts
-
bei Status nach
Tarsaltunnel
-Release rechts am 2
5.
Juli 2016
-
Teilaspekte eines CRPS l (Morbus Sudeck) erfüllt
Bei ausgeprägt symptomatischem CRPS sei die Diagnose unklar. Grundsätzlich bestehe durchaus eine Hoffnung auf Besserung der Situation, jedoch bestünden noch persistierende Residuen nach CRPS im Bereich der rechten Hand. Bis auf weiteres sei also vorerst keine Besserung der Situation beziehungsweise der Be
lastbarkeit abzusehen (
Ziff.
1.4)
.
Vom
2.
März bis 1
2.
Juni 2016 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten. Seit 2
7.
Juli 2017
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
3.5
Am
1.
August 2017 e
rstattete
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädie, Institut für orthopädische Begutachtungen, Krankenhaus
E._
,
ein Gutach
ten
im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung (
Urk.
5/193). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten und Zusatzbefunde aus Besitz der Beschwerde
führerin, sowie auf eine einmalige Befragung und ambulante Untersuchung
vom 2
4.
Juli 2017 (S. 5 Mitte)
,
und nannte die folgenden Diagnos
en (S. 11 oben):
-
Morbus Sudeck rechter Fuss
-
Morbus Sudeck rechte Hand
-
statisches Wirbelsäulensyndrom
-
chronisches
Cervicalsyndrom
nach
Arbeitsunfall
Im Ergebnis der Begutachtung und nach Durchsicht der vorhandenen Unterlagen bestehe auf orthopädischem Fachgebiet für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Büroangestellte ein Leistungsvermögen von unter 3 Stunden täglich. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe ebenfalls ein Leistungsvermögen zurzeit von unter 3 Stunden täglich für leichte Tätigkeiten in wechselnder Körperhaltung, überwiegend im Sitzen. Die Wegefähigkeit sei gemindert. Die Gehstrecke von 4 mal 500 Meter pro Tag in jeweils 20 Minuten erscheine nicht durchführbar. Aus
zuschliessen seien Arbeiten in Zwangshaltungen, stehe
nd und gehend, häufigem Bücken,
Kälte- und Nässereize, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und Schicht
arbeit sowie Heben und Tragen von Lasten über 5 kg. Er rate zu einer Nachbe
gutachtung nach Ablauf eines Jahres
,
da noch Besserung möglich sei (S. 11).
3.6
Dr.
med.
F._
, Oberärztin,
und
Dr.
med.
G._
,
Assistenz
ärztin,
H._
, Psychiatriezentrum
I._
, führten in ihrem Bericht vom
4.
August 2017 aus (
Urk.
5/131), dass sie die Beschwerdeführerin vom
6.
Ap
ril bis
8.
Juni 2017 ambulant behandelt hätten (
Ziff.
1.2)
,
und nannten die fol
genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
leichte bis mittelschwere depressive Episode, anamnestisch seit 2016, bei Austritt im Juni 2017 remittiert
(ICD-10 F32.1)
-
somatoforme Funktionsstörung seit 2015, bei Austritt remittiert
(ICD-10 F45.3)
-
Panikstörung von 2015-2016
(ICD-10 F42.0)
-
Morbus
Suddeck
rechtes Handgelenk und rechtes Fussgelenk seit 2016
Bei Eintritt habe sich eine depressive Symptomatik vor dem Hintergrund eines Arbeitsplatzkonfliktes gezeigt. Im Verlauf sei eine deutliche Stabilisierung der depressiven Symptomatik erreicht worden. Aufgrund der Remission der depressi
ven Symptomatik sei die Behandlung im gegenseitigen Einverständnis beendet worden. Hinsichtlich der schnellen Remission der depressiven Symptomatik sei die Prognose günstig
(
Ziff.
1.4)
. Die Krankschreibung sei aufgrund der körperli
chen Symptomatik (Morbus
Suddeck
) durch den Hausarzt erfolgt (
Ziff.
1.6). Anamnestisch sei von einer deutlich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ab Herbst 2016 auszugehen (
Ziff.
1.11). Im Rahmen der letzten Untersuchung am
8.
Juni 2017 sei keine psychische Einschränkung festgestellt worden (
Ziff.
1.7), aus psy
chiatrischer Sicht könne die Beschwerdeführerin die Arbeitstätigkeit wiederauf
nehmen (
Ziff.
1.7).
3.7
Dr.
med.
J._
führte in seinem Bericht vom 2
2.
August 2017 aus (
Urk.
5/134), dass er die Beschwerdeführerin seit
3.
Oktober 2016 ambulant be
handle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Zustand na
ch
Tarsaltunnel
-Release rechts vom Juli 2016
-
Teilaspekte eines CRPS I erfüllt
-
anhaltende ausgeprägte Schmerzen mit Hyperalgesie und
Allodynie
-
Fraktur der Grundphalanx
des rechten
Kleinfinger im Mai 2009
-
CRP
S der rechten Hand unter Einbind
ung aller Langfinger seit August 2009
-
mittelgradige depressive Episode
, Erstdiagnose im Mai 2017
(
ICD-10
F32.16
)
Als Filmzeichnerin und Bankangestellte bestehe seit 2
7.
Juli 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7), die Einschränkungen liessen sich nicht durch medizinische Massnahmen verhindern (
Ziff.
1.8) und mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
Zur Frage, in welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, äusserte er sich nicht (
Ziff.
1.7).
3.8
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.7
) nannte in seinem Bericht vom 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
(5/151) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Tarsaltunnel
-Release rechts am 2
5.
Juli 2016
-
konsekutive Entwicklung eines
CRPS I bei anhaltender Hyperal
gesie und
Allodynie
-
Fraktur der
Grundphalax
des rechten Kleinfingers am 1
1.
Mai 2009
-
konsekutive Entwicklung eines CRPS der rechten Hand am 2
7.
August 2009
-
rezidivierende depressive Störung, Erstdiagnose im Mai 2017 (ICD-10 F33.-)
Mit einer Verbesserung der Situation sei nicht mehr zu rechnen (
Ziff.
1.5). Seit 2
7.
Juli 2016 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Filmzeichnerin und Bankangestellte
(
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7). Die Beschwerdeführerin leide unter ständigen Schmerzen und Schwellungen im Bereich des rechten Fusses und rechten Sprung
gelenks und es bestehe eine starke Funktionseinschränkung der rechten Hand. Sie brauche deshalb einen sehr regelmässigen Wechsel zwischen Stehen, Laufen und Sitzen (
Ziff.
1.7)
. Zur Frage in welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, antwortete er, dass es realistisch betrachtet eine solche Tä
tigkeit nicht gebe (
Ziff.
1.7).
3.
9
3
.9
.1
Die Ärzte des Medizinischen Gutachtenzentrum
s
Y._
(
Y._
) erstat
teten im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 1
8.
Juni 2018 ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
5/176). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 4 ff.), Die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 5 ff.) und ihre am 1
8.
und 2
5.
April 2018 erhobenen orthopädischen (S.
5
ff.), internistischen (S.
25
ff.)
,
neurologi
schen (S.
30
ff.)
und psychiatrischen (S. 53 ff.)
Befunde
. Sie nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Status nach CRPS
I des oberen Sprunggelenks (OSG)
und Fusses rechts
-
Restbeschwerden nach
Tarsaltunnel
-Release im
Juli 2016
-
neu
ropathische Schmerzen (Hyperalgesie/Dysästhesie und
Allodynie
) im Rückfussbereich/plantar rechts
-
Senkfuss und leichter
Hallux
valgus rechts
-
u
nauffällige Situ
ation entlang dem Verlauf des
Nervus
tibialis
am Un
terschenkel wie auch im
Tarsaltunnel
, geringe Narbe am Eingang zum
Tarsaltunnel
ohne Kontakt zum
Nervus
tibialis
. Keine sonstige
struktu
relle Behinderung des
Nervus
tibialis
im
Tarsaltunnel
(MRI Unterschen
kel nativ, Fuss rechts nativ, vom 1
5.
Juni 2018)
-
Status nach CRPS I der rechten Hand nach Fraktur der Grundphalanx des Kleinfinger
s
rechts 2009 mit
residueller
Bewegungseinschränkung der Finger II bis V
-
Arbeitsunfall infolge Sturzes im Mai 2009 mit Fraktur von Digitus V der rechten Hand
-
bis dato bestehendes neuropathisches Residuum, vor allem im periphe
ren Ausbreitungsgebiet des
Nervus
ulnaris
und medianus
-
Funktionsdefizit in Form eines eingeschränkten Faustschlusses bei Fle
xionsdefizit von Digitus V und IV im Endglied, leichtgradig auch von Digitus III
-
elektroneurographisch unauffällige
Ulnaris
- und Medianus-Neurogra
phie rechts, motorisch wie sensibel
3.9
.2
Aus orthopädischer Sicht könnten die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule bei geringen abnormen Untersuchungsbefunden derselben und normalem radiologi
schem Befund nicht objektiviert werden und es sei bisher auch keine Behandlung durchgeführt worden. Aufgrund der Unterlagen müsse davon ausgegangen wer
den, dass nach dem Eingriff im Juli 2016 ein C
RP
S I des rechten OSG und Fusses auftrat mit persistierenden Restbeschwerden. Zeichen eines aktiven CRPS I be
stünden nicht mehr. Obwohl nicht explizit über Beschwerden im Bereich der rech
ten Hand geklagt worden sei, sei bei der Untersuchung eine Bewegungseinschrän
kung der Finger II bis V bei Status nach CRPS I aufgefallen, wodurch die körper
liche Leistungsfähigkeit medizin-theoretische eingeschränkt sei (S. 10).
Körperlich schwere Arbeiten, primär stehend und gehend, insbesondere auf Trep
pen und Leitern sowie unebenem Boden und mit Kraftanwendung der rechten Hand respektive feinmotorischen Ansprüchen an dieselben, könnten
wegen
dem Status nach CRPS I des
rechten OSG und Fusses mit Res
tbesch
w
erden nach
Tar
saltunnel-Release
im Juli 2016 bei Senkfuss und leichtem
Hallux
valgus rechts, dem Status nach CRPS I der rechten Hand nach Fraktur der Grundphalanx des Kleinfingers rechts 2009 mit
residueller
Bewegungseinschränkung der Finger II bis V nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden
(S. 13 oben).
Die Arbeitsfähigkeit als Postangestellte, körperlich leicht, manchmal mittel
schwer, sitzend, stehend und gehend, mit feinmotorischen Ansprüchen an die Hände beim Bedienen der PC-Tast
atur und beim Schreiben, betrage
aufgrund des Status nach C
RPS l des rechten OSG
und Fusses mit Restbeschwerden n
ach
Tar
saltunnel-Release
im Juli 2016
bei Senkfuss und leichtem
Hallux
valgus rechts, des Status nach CRPS l der rechten Hand nach Fraktur der Grundphalanx des Kleinfingers rechts 2009 mit
residueller
Bewegungseinschränkung der Finger II bis V seit dem Zeitpunkt der jetzigen Begutachtung bei voller Stundenpräsen
z 50
%
.
Der vorangehende Zeitraum könne
orthopädisch retrospektiv nicht beu
r
teilt werden, da nicht klar sei
, seit wann der jetzige Befund in diesem Ausmass im Bereich der rechten Hand und des rechten Fusses effektiv
vorliege
.
Vorange
hend müsse
somit auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte abgestellt werden
(
S. 13 Mitte)
.
Körperlich leichte Tätigkeiten, primär sitzend und ohne Kraftanwendung der rechten Hand respektive feinmotorische Ansprüche an dieselbe, könnten seit
dem Zeitpunkt der jetzigen Begutachtung bei voller Stundenpräsenz zu 100
%
zuge
mutet werden (S. 13 unten).
Nachdem sämtliche bisherige Therapiemassnahmen die Schmerzen im rechten Fuss und OSG nicht beseitigt hätten, könne kein weiterer Behandlungsvorschlag unterbreitet werden, dementsprechend sei die Prognose ungünstig (S. 14 oben).
3.9
.3
Die Beschwerdeführerin fühle sich aus internistischer Sicht gesund und voll leis
tungsfähig. Sie habe keine kreislaufrelevanten oder respiratorischen Beschwerden angegeben. Die Beurteilung entspreche auch der internistischen gutachterlichen Einschätzung, weshalb keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus internisti
scher Sicht vorliege (S. 28 Mitte).
3.9
.4
Aus neurologischer Sicht seien aufgrund der CRPS-bedingten Schmerzsituation am rechten Fuss, pedal belastende Bewegungsmuster, insbesondere Ste
hen/Laufen/Treppensteigen in zügigem Alltagstempo sowie Aufgaben, die eine Standfestigkeit oder Ansprüche an das Gleichgewicht fordern, nicht zumutbar. Wegen der Funktionseinschränkung an der rechten Hand infolge
Flektionsdefizit
der Digiti III, vor allem aber IV und V im Endglied und einer
residuellen
CRPS-bedingten Schmerzsituation, seien feinmotorische Tätigkeiten wie insbesondere vorrangig handschriftlich auszuführende Schreibarbeiten, Arbeiten, die vorrangig beidseitig auszuübende Tätigkeiten bedingen (Heben und Tragen von Gegenstän
den), nicht vollumfänglich durchführbar. Die Ressourcen der Beschwerdeführerin würden angesichts der mehrjährigen, permanent vorhandenen Schmerzen im Be
reich der rechten Hand mit prolongiertem Heilungsverlauf und Residuum wie der aktuell fortbestehenden Symptomatik mit deutlicher Chronifizierung am rechten Fuss, gänzlich aufgebraucht scheinen (S. 48 Mitte). Die beklagte Symptomatik in Form einer sich etablierenden Schmerzausweitung, jeweils bei Belastung der rechten unteren Extremität im Sinne einer teils kompletten Halbseitensymptoma
tik mit hyp- wie
dysästhetischen
Beschwerden, ausgeweitet auf das gesamte rechte Bein, die rechte obere Extremität und/oder auch die rechte Gesichtshälfte, würden nicht konsistent erscheinen und sprächen für eine Symptom-/Schmer
zausweitung nicht-organischer Genese
(S. 48 f.).
Aus neurologischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Mitarbeiterin Disposition im Wertpostbereich, bei voller Stundenpräsenz von 8
bis
8
1⁄2
Stunden pro Tag, spätestens seit/ab April 2017, bedingt durch die seinerzeit eingeleitete Neuraltherapie und Anpassung eines orthopädischen Schuhs mit Abnahme der neuropathischen Restschmerzen des rechten OSG respektive Fusses nach CRPS I sowie Funktionseinschränkungen im Bereich der rechten Hand (S. 49 unten). Die Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit, vorrangig sitzend auszuüben, mit Möglichkeit zur Wechselhaltung, Ausschluss einer Überbeanspru
chung im Bereich auch der rechten oberen Extremität, zum Beispiel in Form ein
facher Tätigkeiten auf Organisationsebene, im Empfangsbereich und/oder Infor
mationssektor, mit vorrangig kommunikativ-interagierendem Tätigkeitsfeld, ge
legentlichen, aber nicht vorrangig/dauerhaften PC-Arbeiten (Tastatur- und Mau
seinsatz), betrage 100
%
, bei voller Stundenpräsenz von 8 bis 8
1⁄2
Stunden pro Tag, spätestens seit April 201
7.
Aus rein neurologischer Sicht stünden einer so
fortigen beruflichen Eingliederung im leidensadaptierten Tätigkeitsbereich keine Hinderungsgründe entgegen
(S. 50 oben)
.
Wegen der partiellen CRPS-Symptomatik, verbunden mit dauerhafter neuropa
thischer Schmerzpräsentation, eingetretener Chronifizierung, welche auch die Merkmale einer sogenannten
z
entralen Hypersensibilisierung und Schmerzaus
weitung mit einbeziehe, sei von einer dauerhaften, gesundheits
störungsbedingten Einschränkung
im angestammten Berufsfeld, der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin Disposition im Wertpostbereich, auszugehen. Es bleibe offen, in
wieweit diese durch Optimierung
von multimodalen schmerztherapeut
ischen Massnahmen
positiv zu beeinflussen sei. Erst im Verlauf könne dann beurteilt werden, inwieweit unter Umständen eine partielle Restarbeitsfähigkeit im ange
stammten, zuletzt ausgeübten Beruf, wiedererlangt werden könne, wie auch be
treffend Einschätzungen des dauerhaften Arbeitspotentiales im Bereich einer be
hinderungsangepassten Tätigkeit (S. 50 f.).
3.9
.5
Aus psychiatrischer Sicht wurde als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit leichter bis mittelgradiger Episode, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0) gestellt. In Zusammenhang mit Problemen am Arbeitsplatz habe sich seit etwa Juni 2015 eine rezidivierende depressive Störung mit anfangs leichter bis mittelgradiger depressiver Episode, mit psychovegetativen und psychosomatischen Beschwerden entwickelt und es sei etwa im August 2017 eine Besserung mit weitgehender Remission der depres
siven Störung eingetreten. Im Zusammenhang mit anhaltenden körperlichen Be
schwerden und psychosozialen Problemen
(i
nsbesondere Umzug und Probleme mit dem Sozialamt) sei es etwa im Februar 2018 zu einer neuerlichen Verschlech
terung gekommen mit gegenwärtig leichter Episode (S. 69 oben, S. 70 Mitte).
Trotz der körperlichen Beschwerden best
eh
e aus psychiatrischer Sicht keine an
haltende somatoforme Schmerzstörung, bei der die Schmerzen durch eine orga
nische Störung nicht vollständig erklärt würden und in Verbindung mit emotio
nalen Konflikten oder psychosozialen Problemen stünden, die als entscheidende ursächliche Einflüsse gelten würden
. Jedoch könne eine psychogene Überlage
rung der körperlichen Beschwerden in Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven Störung mit verstärkten Schmerzen in psychischen Belastungs- oder Stresssituationen
erhoben werden
(S. 71 f.
).
Die Beschwerdeführerin verfüge über mobilisierbare Ressourcen,
mach
e Tätigkeiten im Haushalt und habe gute soziale Kontakte
mit gemeinsamen Aktivitäten. Daneben suche sie im Internet nach Ar
beitsstellen, zeige Motivation und Interessen und wirke gut kommunikationsfähig und gut kontaktfähig
(S. 72 Mitte
, S. 75 unten
).
Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung sei die Fortsetzung der psy
chiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung, kombiniert mit einer anti
depressiven Medikation, zu empfehlen und es sei unter diesen therapeutischen Massnahmen eine rasche Besserung des psychischen
Zustandbildes
zu erwarten. Die therapeutischen Optionen seien daher bisher nicht ausgenützt (S. 73).
Trotz der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, könne bei der Beschwerdeführerin eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit Verwertung der Arbeitsfähigkeit an
genommen werden. Damit stünden einer sofortigen beruflichen Eingliederung keine medizinischen Hinderungsgründe entgegen und es bestünden aus psychi
atrischer Sicht keine besonderen Anforderungen an das Belastungsprofil (S. 73 unten).
Damit sei
aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbe
itsfähigkeit ausgewiesen, welche
seit mindestens Juli 2016 angenommen werden
könne
(S. 76).
3.9
.6
Aus interdisziplinärer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Mitarbeite
rin Disposition im Wertpostbereich, gesamthaft bei voller Stundenpräsenz von
8
-
8
1⁄2
Stunden pro Tag, spätestens seit/ab April 2017, bedingt durch die seinerzeit eingeleitete Neuraltherapie und Anpassung eines orthopädischen Schuhs mit Ab
nahme der neuropathischen Restschmerzen des rechten OSG respektive Fusses nach CRPS I, sowie Funktionseinschränkungen im Bereich der rechten Hand (S. 21 unten)
.
In angepasster Tätigkeit, für körperlich leichte Tätigkeiten, primär sitzend und ohne Kraftanwendung der rechten Hand respektive feinmotorische Ansprüche an dieselbe, könne seit April 2017 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zugemutet werden (S. 22 oben).
4.
4.1
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin stellte d
ie Beschwerdegegnerin
- der Stellungnahme des
regionalen ärztlichen Dienstes (
RAD
)
folgend
(
Urk.
5/178 S. 8
f.
)
- auf das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten
vom Juni 2018
(vorstehend E. 3.9
) ab.
V
orab ist festzustellen, dass das
Gutachten in jeder Hinsicht den praxisgemässen Anforderungen a
n den Beweis
wert eines Arztberi
chts
(vorstehend E. 1.7)
entspricht
. Es basiert
auf den notwen
digen orthopädischen, internistischen, psychiatrischen und neurologischen
Un
tersuchungen der Beschwerdeführerin
und erging in Kenntnis der
Vorakten
. Die Gutachter
berücksichtigten die geklagten Beschwerden und setzten sich mit die
sen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Die medizinischen Zusammenhänge und Schlussfolgerungen sind in einer Weise begründet, dass sie prüfend nachvollzogen werden können.
4.2
Im polydisziplinären
Y._
-Gutachten wurden im Wesentlichen die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: ein Status nach
CRPS I des
OSG
und Fusses rechts
sowie ein
Status nach CRPS I der rechten Hand nach Fraktur der Grundphalanx des Kleinfingers rechts 2009 mit
residueller
Be
wegungseinschränkung der Finger II bis V
.
Die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden im rechten Fuss und der rechten Hand
konnten
orthopädisch und neurologisch
durchweg
s
klinisch und radiologisch objektiviert werden
. Im Gutachten wurde nachvollziehbar aufge
zeigt
,
dass die
CRPS-Symptomatik, insbesondere
verbunden mit den dauerhaften neuropathischen
Schmerzpräsentationen
,
eine Einschränkung für körperlich schwere Arbeiten, primär stehend und gehend, insbesondere auf Treppen und Leitern sowie unebenem Boden und mit Kraftanwendung der rechten Hand respektive feinmotorischen Ansprüchen an dieselbe, bedingten.
Die von der Be
schwerdeführerin bisher ausgeübte Tätigkeit
sei körperlich leicht, manchmal mit
telschwer, sitzend, stehend und gehend, beinhalte feinmotorische Ansprüche an die Hände beim Bedienen der PC-Tastatur und beim Schreiben
und sei der Be
schwerdeführerin unter Würdigung der gesundheitlichen Beschwerden zu einem Pensum von 50
%
zumutbar.
Für körperlich leichte Tätigkeiten, primär sitzend und ohne Kraftaufwendung der rechten Hand respektive feinmotorische Ansprü
che an dieselbe, könne seit April 2017 bei voller Stundenpräsenz von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Das zumutbare Belastungspro
fil erscheint
unter Berücksichtigung der relevanten Befunde als umfassend dargelegt und schlüssig begründet
.
A
us psychiatrischer Sicht
wurde nachvollziehbar
dargelegt
,
weshalb die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, keine dauerhafte Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit nach sich ziehe, sei diese doch vor allem auf psychosoziale Fakto
ren zurüc
kzuführen und durch eine Behandlung eine rasche
Besserung zu erwar
ten.
4.3
Des Weiteren setzten sich die Ärzte des
Y._
vertieft mit den früheren Befunden
und Be
urteil
ungen der Arbeitsfähigkeit
auseinander und
begründeten
ihre davon
abweichende Bewertung
schlüssig.
Der Beurteilung der Arbeitsfäh
igkeit in ange
passter Tätigkeit, welcher für den Leistungsanspruch entscheidende Bedeutung zukommt,
stehen im Übrigen die Berichte von
Dr.
J._
und
Dr.
Z._
nicht
grundlegend
entgegen.
Dr.
Z._
ging von einer Arbeitsunfähigkeit für ste
hend
e
und gehende
Tätigkeiten aus (vorstehend E. 3.1 und E. 3.2
)
, ohne das Be
lastungsprofil weiter zu umschreiben
.
Dr.
J._
äusserte sich
im Bericht
vom Au
gust 2017 (vorstehend E. 3.7
) nicht zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, im Bericht vom Januar 2018 (vorstehend
E. 3.8
) führte er
aus, die Beschwerde
führerin brauche einen
sehr regelmässigen Wechsel zwischen Stehen, Laufen und Sitzen
. Er attestierte auch dann keine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit, sondern vertrat die Meinung, dass es realistisch betrachtet eine solche Tätigkeit nicht gebe.
Für die Invaliditätsbemessung ist
jedoch
nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Ar
beitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
R
z
132 zu Art. 28a).
Das Belastungsprofil beinhaltet
leichte Tätigkeiten, primär sitzend und ohne Kraftaufwendung der rechten Hand respektive feinmotorische Ansprüche an dieselbe
und schränkt
die Stellensuche nicht derart ein, dass das Finden einer entsprechender Stelle
von vornherein als ausgeschlossen erscheint
.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Be
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen
4.4
Der Einwand, das
Y._
-Gutachten halte vor dem Gutachten für die D
eutsche Rentenversicherung von
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5)
nicht stand, vermag nicht zu überzeugen.
Im Gegensatz zum orthopädischen Gutachten von
Dr.
D._
beruht das polydisziplinäre Gutachten auf orthopädischen, internis
tischen, neurologischen und psy
chiatrischen Untersuchungen,
beinhaltet eine Ge
samtwürdigung der gesundheitlichen Beeinträchtigung und deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit und erging in Kenntnis und unter Würdigung der Vorak
ten.
Ausserdem ging auch
Dr.
D._
davon aus, dass noch eine Besserung mög
lich sei, weshalb eine Neubegutachtung ein Jahr später notwendig sei.
Im
Gut
achten von
Dr.
D._
, welches ausserdem
beinahe ein Jahr vor dem polydis
ziplinären
Y._
-Gutachten erging,
wurde
des Weiteren die Einschränkung der Arbeitsfähigkei
t nur sehr knapp und
ohne weitere Begründung auf
geführt
, sodass nicht darauf abgestellt werden kann.
4.5
Die Beschwerdeführerin wandte ein
,
dem CRPS am rechten Fuss sei im
Y._
-Gutachten
nicht ausreichend Rechnung getragen worden und anstatt eines MRI des Unterschenkels
(und zusätzlich zum MRI des rechten Fusses)
hätte
ein MRI des Sprunggelenks angeordnet werden müssen. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Einschränkung des rechten Fusses als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit aufg
eführt,
im Belast
ungsprofil
vollumfänglich
berücksichtigt wurde und in Kenntnis und Würdigung der
Vorakten
erging.
Auch der Einwand, eine Aussage zu der Arbeitsfähigkeit sei unter den im Zeitpunkt der Begutachtung gegebenen Umständen gar noch nicht möglich gewesen, vermag nicht zu über
zeugen. Im neurologischen Teilg
utachten wurde aufgeführt, dass es
offen bleibe, inwieweit durch die Optimierung der multimodalen schmerztherapeutischen Mas
snahmen die Schmerzsymptomatik positiv zu beeinflussen sei und sie allenfalls zu einer Symptomminderung führe. Erst im Verlauf könne dann beurteilt werden, inwieweit unter Umständen eine partielle Restarbeitsfähigkeit wiedererlangt wer
den könne.
Dies verdeutlicht, dass im Verlauf durch eine optimale Therapie al
lenfalls eine Verbesserung der Symptomatik errei
cht werden könne, welche eine andere respektive höhere
als die momentan attestierte
Arbeitsfähigkeit
ermögli
che.
4.6
Weiter machte die
Beschwerdeführerin
geltend, die IV-Stelle habe in Bezug auf ihre erste Anmeldung nie rechtskräftig über einen Rentenanspruch entschieden
und es sei ihr gestützt auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte über Jahre hinaus ein Anspruch auf eine Rente zu gewähren
.
Im
September 2009
meldete sie sich erstmals
bei der IV-Stelle zum Leistungsbe
zug an. Am 2
9.
Dezember 2009 teilte
diese
mit (
Urk.
5/18), dass sie eng vom internen Case Management der
K._
begleitet werde, weshalb aktuell keine be
ruflichen Eingliederungsmassnahmen durch die Invalidenversicherung nötig seien. Es werde daher der Anspruch auf eine Rente geprüft und die Beschwerde
führerin werde später eine separate Verfügung erhalten. Zuletzt wurde darauf hingewiesen, dass sie schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung verlangen könne. Eine Verfügung bezüglich des Anspruchs auf eine Rente erging in der Folge nicht. Die fehlende
Rentenprüfung wurde
nicht gerügt, weshalb die Be
schwerdeführerin daraus
auch
keinen Leistungsanspruch geltend machen kann.
Im polydisziplinären
Y._
-Gutachten
wurde unter Würdigung der
Vorakten
ab April 2017 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert, bedingt durch die seinerzeit eingeleitete Neuraltherapie und Anpassung eines orthopädischen Schuhs mit Abnahme der neuropathischen Schmerzen des rechten OSG respektive Fusses nach CRPS I sowie Funktionseinschränkungen im Bereich der rechten Hand
.
Dies erscheint s
achgerecht, schlüssig begründet und wird durch eine andere Beurteilung durch die behandelnden Ärzte nicht in Zweif
el gezogen (vgl. vorstehend E. 4.3
).
4.7
Insgesamt sind die orthopädischen, internistischen, psychiatrischen und neurolo
gischen Teilgutachten sowie die polydisziplinäre Würdigung nachvollziehbar und plausibel begründet, in ihren Schlussfolgerungen überzeugend und erfüllen die praxisgem
ässen Kriterien (vorstehend E. 1.7 und E.
4.1
), sodass darauf abgestellt werden kann.
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für die näher um
schriebene adaptierte Tätigkeit
seit April 2017
eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit ausgewiesen ist
und seit April 2017 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
(vorstehend E. 3.9.6
)
.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin
ohne Eintritt des Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte. Der Ein
wand, dass sie im Gesundheitsfall weit mehr verdienen würde, da es sich bei
der bisherigen Tätigkeit um eine angepasste Tätigkeit handle, überzeugt nicht, zumal sie in der bisherigen Tätigkeit ein weitaus höheres Einkommen erzielt hat als zuvor. Als
Valideneinkommen
kann daher das Jahreseinkommen von
Fr.
76'000.-- angenommen werden
, welches sie
gemäss Arbeitgeberbericht
in der bisherigen Tätigkeit im Jahr 2017 erzielt hätte (
Urk.
5/132
Ziff.
5.2
)
.
5.4
Da es für die Beschwerdeführerin nur noch möglich ist, einer an ihre Leistungs
einschränkung angepassten Tätigkeit nachzugehen, wird für die Ermittlung des Invalideneinkommens die LSE 201
6
, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1 herangezogen, was einem von Frauen im Jahr 2014 durchschnittlich erzielten Lohn von
Fr.
4’3
63
.-- entspricht. Dies ergibt nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit
(www.bfs.admin.ch, dort: Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02)
und der Nominallohnentwick
lung vom Index
stand (Frauen) 2'
709
im
Jahr 201
6
auf 2'719
im Jahr 2017
(www.bfs.admin.ch, dort: Entwicklung der Nominallöhne, T 39)
bei der attestierten Arbeitsfähig
keit von 100
%
(vorstehend E.
4.7
) ein Invalideneinkommen von rund
Fr.
54'7
83
.--
(
Fr.
4
'3
63
.-- x 12 : 40.0 x 41.7 : 2'
709
x 2'719
).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach dem Gesagten ist kein leidensbedingter Abzug zu gewähren, da die Ein
schränkung bereits vollumfänglich
bei der Berechnung des Invalideneinkommens berücksichtigt wurde.
5.6
Die Einkommenseinbusse bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76'000.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
54'7
83
.-- beträgt
Fr.
21’2
17
.--, was einen In
validitätsgrad von 28
%
ergibt. Der Invaliditätsgrad erreicht damit bei weitem nicht die
Erheblichkeitsgrenz
e
von 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2
).
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin macht
e
geltend
,
sie habe Anspruch auf
berufliche Mass
nahmen, sinngemäss auf
Arbeitsvermittlung, da sie selbst
bei einer Arbeitsfähig
keit von 100
%
in angepasster Tätigkeit
ohne Hilfe
keine Anstellung finden
könne.
Gemäss
Art.
18 IVG (Arbeitsvermittlung) haben arbeitsunfähige Versicherte, wel
che eingliederungsfähig sind,
unter anderem
Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
Abs.
1
lit
. a).
6.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitsvermittlung, da sie in einer angepassten Tät
igkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei
.
Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung erfordert, dass die Arbeitsunfähigkeit eine qualitative Einschränkung
in einer Weise herbeiführt
, welche die Versicherte bei der Arbeitssuche erheblich einschränkt
(vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflag
e 2014,
R
z
4 zu
Art.
18 IVG).
Das Be
lastungsprofil beinhaltet
körperlich leichte Tätigkeiten, primär sitzend und ohne Kraftaufwendung der rechten Hand respektive feinmotorische Ansprüche an die
selbe
und
weist kein qualitatives Element auf, das die Arbeitssuche erheblich ein
schränkt, zumal
in angepasster Tätigkeit
eine
100%
ige Arbeitsfähigkeit
bei voller Stundenpräsenz
ausgewiesen
ist
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_236/2012 vom 1
5.
Februar 2013
= SZS 2013 279
E. 3.7
)
.
Demnach ist die Ablehnung des Antrags auf Arbeitsvermittlung durch die Beschwerdegegnerin nicht zu bean
standen.
7.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
9
00.-- fes
tzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
D
as Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tomas Kempf
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.