# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7133682a-bc2f-4cb6-85c5-e772f6dc1811
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 26
I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1974 als Sohn der A._ und des B._ geboren. Er ist ledig und hat keine Kinder. Er arbeitet seit mehreren Jahren bei der Bank._; seit Februar 2003 gehört er dem Kader der Bank an. Im Jahre 2012 versteuerte X._ ein Nettoeinkommen von Fr. 192'700.00.
B. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ mit einer Eintragung verzeichnet. Am 02. Februar 2009 wurde er vom Bezirksamt Baden wegen einer am 15. Juli 2008 begangenen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 aSVG zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 270.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 700.00, verurteilt. Gemäss Auszug aus dem Eidgenössischen Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) wurde ihm in der Folge der Führerausweis für drei Monate (vom 01. Juli 2009 bis 30. September 2009) entzogen (Grund: ungenügender Abstand).
C. Am 12. September 2011 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden, Zweigstelle Ilanz, gegen X._ eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG. Diese wurde mit Parteimitteilung vom 14. November 2013 geschlossen.
D. Mit Anklageschrift vom 11. August 2014 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden, beim Bezirksgericht Surselva Anklage gegen X._ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG. Dieser Anklage legte sie folgenden Sachverhalt zu Grunde:
"X._ wurde am 26. Juli 2011, um 17.51 Uhr, mit dem Personenwagen Lotus GB Exige Cup 260, Kontrollschild _ (CH), auf der mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h belegten _strasse, Höhe C._, Gemeindegebiet D._, mit einer Geschwindigkeit von 115 km/h gemessen. Nach Abzug der Gerätetoleranz von 4 km/h betrug die für die Ahndung massgebende Geschwindigkeitsüberschreitung noch 31 km/h. Die Messung erfolgte durch die Kantonspolizei Graubünden, Verkehrsstützpunkt VDP Ilanz, mittels Laser Typ Riegel FG 21 - P, METAS Nr. 409559.
Bei der Messstelle verläuft die Hauptstrasse mehrheitlich gerade und übersichtlich in Richtung E._. Im Zeitpunkt der Kontrolle herrschte mässiger Verkehr, die Fahrbahn war trocken bei guten Sicht- und Witterungsverhältnissen. Durch das Verhalten des Angeklagten wurden keine Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet.
Seite 3 — 26
Eine Nachmessung durch das Bundesamt für Metrologie METAS - heute Eidgenössisches Institut für Metrologie - in Bern ergab, dass die Geschwindigkeitsmessung vom 26. Juli 2011 korrekt erfolgte. Gemäss dem Gutachten vom 15. November 2012 liegen keine Hinweise vor, dass das Messmittel zum Messzeitpunkt fehlerhaft funktioniert hätte oder die Geschwindigkeitsmessung fehlerhaft durchgeführt worden wäre. Die zu dem Messzeitpunkt gefahrene Mindestgeschwindigkeit des vom Angeklagten gelenkten Fahrzeugs _ habe 114 km/h betragen. Die maximale Messunsicherheit sei dabei berücksichtigt. Die Sicherheitsmargen gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. b VSKV-ASTRA vom 22. März 2008 seien somit nicht mehr anzuwenden."
Im Weiteren stellte die Staatsanwaltschaft folgende Anträge:
"1. Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG
2. Dafür sei er zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 420.00 bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von CHF 2'100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen.
3. Die Verfahrenskosten seine dem Angeklagten zu überbinden."
Gleichzeitig verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Vorladung zur Hauptverhandlung und reichte am 11. August 2014 den Schlussbericht (Art. 326 Abs. 2 StPO) ein.
E. Mit Schreiben vom 01. September 2014 liess X._ durch seinen Verteidiger folgende Beweisanträge beim Bezirksgericht Surselva stellen:
"1. Herr F._ sei als Zeuge zur Sache zu befragen.
2. Es sei ein zweites unabhängiges Gutachten zu erstellen. Eventualiter seien Zusatzfragen zum Gutachten der METAS zu stellen.
3. Die Polizisten G._ und H._, Kantonspolizei Graubünden, seien als Zeugen einzuvernehmen."
Mit Schreiben vom 02. September 2014 wurden diese Beweisanträge durch das Bezirksgericht Surselva abgelehnt, mit dem Hinweis darauf, dass es X._ unbenommen bleibe, auf diese anlässlich der Hauptverhandlung zurückzukommen und erneut zu stellen.
F. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Surselva fand am 27. Oktober 2014 statt. Anwesend war X._ als Beschuldigter in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Roger Lerf. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. X._ liess die folgenden Schlussanträge stellen:
"1. Der Beschuldigte X._ sei freizusprechen vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung begangen am 26. Juli 2011 um 17:51 Uhr,
Seite 4 — 26
auf der _strasse, Höhe C._, Gemeinde D._ durch Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 31 km/h.
2. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen.
3. Dem Beschuldigten X._ sei eine Entschädigung für die vollumfänglichen Verteidigungskosten gemäss der eingereichten Kostennote auszurichten."
G. Gegen das am 27. Oktober 2014 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und am 28. Oktober 2014 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgericht Surselva meldete X._ mit Schreiben vom 30. Oktober 2014 Berufung an. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Surselva den Parteien am 12. November 2013 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 420.00 und einer Busse von CHF 2'100.00, ersatzweise bei deren schuldhafter Nichtzahlung mit einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen, bestraft
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und dem Verurteilten eine Probezeit von 2 Jahren angesetzt.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von CHF 5'325.90
- der Gerichtsgebühr von CHF 4'000.00
Total somit CHF 9'325.90
gehen zulasten des Verurteilten X._ und sind - zusammen mit der Busse von CHF 2'100.00 - innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Urteils dem Bezirksgericht Surselva zu überweisen.
5. Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach Zustellung des vorliegenden Dispositivs verlangt oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 lit. a und b StPO). Wird kein Rechtsmittel ergriffen, erwächst das Urteil ohne schriftliche Begründung in Rechtskraft.

## Considerations