# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6460b633-8ca8-5c1c-9a7e-2a993531e16f
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M.R. zog mit ihren beiden Kindern J., geboren 1991, und K., geboren 1988, am
1. November 2008 vom Kanton Thurgau nach Wil. Am 11. März 2009 stellte sie bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen für sich und ihre Tochter J. ein
Gesuch für eine individuelle Prämienverbilligung für 2009. Im Gesuch vermerkte sie ein
Reineinkommen für 2008 von Fr. 17'876.--. Am 29. Mai 2009 orientierte das Steueramt
Wil die Sozialversicherungsanstalt, das Reineinkommen 2008 betrage Fr. 21'922.--.
Aufgrund dieser Angaben setzte die Sozialversicherungsanstalt mit Verfügung vom
10. Juni 2009 die Prämienverbilligung auf Fr. 2'126.25 fest.
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Die Sozialversicherungsanstalt teilte M.R. am 29. Juli 2009 mit, die Prämienverbilligung
2009 müsse aufgrund veränderter Verhältnisse neu berechnet werden. Ausgehend von
einem Reineinkommen für 2008 von Fr. 29'524.-- ermittelte sie eine individuelle
Prämienverbilligung für M.R. und deren Tochter J. R. von Fr. 622.40. Gleichzeitig
forderte sie von M.R. die Differenz zum bereits ausbezahlten Betrag von Fr. 2'126.25,
somit Fr. 1'503.85, zurück. M.R. erhob gegen diese Verfügung am 9. August 2009
Einsprache. Die Sozialversicherungsanstalt entschied darüber am 30. September 2009
und setzte den Anspruch auf Prämienverbilligung gestützt auf ein Reineinkommen 2008
von Fr. 29'524.-- auf Fr. 626.20 fest. Daraus resultierte eine Nachzahlung von Fr. 3.80
an M.R.. Am 5. Oktober 2009 forderte die Sozialversicherungsanstalt von M.R. einen
Betrag von Fr. 1'500.05 zurück.
Am 20. Oktober 2009 erhob M.R. gegen die Verfügung vom 30. September 2009
Einsprache. Diese wurde von der Sozialversicherungsanstalt mit Entscheid vom
28. Oktober 2009 abgewiesen und die Rückforderung von Fr. 1'500.05 bestätigt. Die
Sozialversicherungsanstalt hielt fest, der Sohn K. sei bei der Berechnung nicht
berücksichtigt worden. Massgebend seien die persönlichen und familiären Verhältnisse
am 1. Januar des Jahres, für das die Prämienverbilligung geltend gemacht werde.
Junge Erwachsene, die sich per 1. Januar des Bezugsjahres in Ausbildung befänden,
dürften nur einen eigenen Antrag stellen, wenn sie überwiegend selber für ihren
Lebensunterhalt aufkommen würden. Aufgrund der gegebenen Sachlage betrage das
Einkommen von K. unter Einbezug der Ausbildungszulage Fr. 1'520.--, weshalb davon
ausgegangen werden dürfe, dass der Sohn für seinen Lebensunterhalt hauptsächlich
selbst aufkomme. Folglich habe er einen eigenen Antrag stellen dürfen. Mit Verfügung
vom 27. Mai 2009 sei ihm der Anspruch für die Prämienverbilligung 2009 mitgeteilt
worden.
B./ Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009 erhob M.R. mit Eingabe
vom 4. November 2009 Rekurs beim Versicherungsgericht. Sie beantragte eine neue
Ermittlung ihres Anspruchs auf individuelle Prämienverbilligung für das Jahr 2009 unter
Berücksichtigung ihres Sohnes K.. Sie machte geltend, es sei ihrem Sohn nicht
möglich, im 3. bzw. 4. Lehrjahr ohne elterliche Unterstützung die Ausbildung sowie den
Lebensunterhalt zu finanzieren.
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Das Versicherungsgericht entschied am 6. September 2010 über die Streitsache. Es
hiess den Rekurs teilweise gut, hob den Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009
auf und setzte den Rückforderungsbetrag auf Fr. 217.75 fest. Es erwog, die Vorinstanz
sei in der Verfügung vom 10. Juni 2009 von dem im Anmeldeformular deklarierten
Reineinkommen von Fr. 21'922.-- ausgegangen, während sie in der Verfügung vom
30. September 2009 bzw. im angefochtenen Einspracheentscheid vom 28. Oktober
2009 auf die rechtskräftigen Zahlen der definitiven Steuerveranlagung 2008 und damit
auf ein Reineinkommen von 29'524.-- abgestellt habe. Bezüglich der Festlegung des
Reineinkommens erweise sich die Verfügung vom 30. September 2009 als rechtmässig
bzw. die Verfügung vom 10. Juni 2009 nach Vorliegen der definitiven
Steuerveranlagung rückblickend als fehlerhaft. Auch sei im Anmeldeformular noch kein
steuerbares Vermögen vermerkt worden, weshalb in der Verfügung vom 10. Juni 2009
auch keine Vermögensanrechnung erfolgt sei. Auch in diesem Punkt erweise sich die
Verfügung vom 10. Juni 2009 nachträglich als fehlerhaft. Die mit Verfügung vom
30. September 2009 erfolgte Berichtigung der Verfügung vom 10. Juni 2009 sei daher
zu Recht erfolgt, und der Widerruf erweise sich auch unter Berücksichtigung des
Vertrauensschutzes als statthaft. Die Berechnung der Prämienverbilligung erweise sich
ebenfalls als rechtmässig. Die Rekurrentin beanstande nun aber die Berechnung des
Einkommens insoweit, als kein Kinderabzug für ihren Sohn K. berücksichtigt worden
sei. Die Verfügung vom 10. Juni 2009 erweise sich in diesem Punkt ebenfalls als
fehlerhaft, womit diesbezüglich in der Verfügung vom 30. September 2009 ebenfalls
anders hätte entschieden werden müssen. Vorliegend gehe es nicht um die Frage einer
allfälligen eigenen Anspruchsberechtigung auf individuelle Prämienverbilligung von K.
R., sondern um die einkommensmässigen Voraussetzungen der Rekurrentin und damit
um die Frage, ob bei ihr ein zweiter Kinderabzug zu berücksichtigen sei. Gemäss
definitiver Steuerveranlagung 2008 seien ihr zwei Kinderabzüge gewährt worden. Daher
seien ihr auch bei der Ermittlung des Anspruchs auf individuelle Prämienverbilligung
zwei Kinderabzüge zu gewähren. Der Anspruch der Rekurrentin sei daher neu zu
berechnen. Der Anspruch betrage Fr. 1'908.50, weshalb der Rückforderungsbetrag auf
Fr. 217.75 (Fr. 2'126.25 abzüglich Fr. 1'908.50) festzusetzen sei.
C./ Mit Eingabe vom 21. September 2010 erhob die Sozialversicherungsanstalt
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
6. September 2010 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 28. Oktober
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2009 sei zu bestätigen. Sie hält fest, sie habe nur die Verfügung vom 10. Juni 2009 für
M.und J. R., nicht aber die (ältere und rechtskräftige) Verfügung vom 27. Mai 2009 für
den 1988 geborenen Sohn K. in Wiedererwägung gezogen. Über den Anspruch für K.
für 2009 sei rechtskräftig entschieden. Das Versicherungsgericht hätte im
Rekursverfahren für die Mutter und J. den Anspruch für K. nicht überprüfen dürfen,
zumal der volljährige K. einen eigenen Antrag gestellt und die Mutter auf ihrem
Formular K. gar nicht erwähnt habe. Selbst wenn der Anspruch für K. hätte überprüft
werden dürfen, hätte das Versicherungsgericht bestätigen müssen, dass die
Voraussetzungen für einen Bezug durch die Mutter nicht erfüllt seien und K. einen
eigenen Anspruch habe, weil er für seinen Lebensunterhalt selbst aufkomme und keine
Unterstützung seiner Eltern erhalte; zudem hätte er im Verfahren beigeladen werden
müssen. Auch wenn angenommen würde, dass K. bei der Berechnung des Anspruchs
der Mutter zu berücksichtigen wäre, hätte die Referenzprämie 2009 für eine 1988
geborene Person Fr. 2'122.-- betragen und nicht wie von der Vorinstanz angenommen
Fr. 611.--. Selbst wenn eine Prämienverbilligung von Fr. 1'908.50 für die drei Personen
richtig wäre, würde die Rückforderung Fr. 2'019.60 und nicht nur Fr. 217.75 betragen.
Insgesamt sei bisher Fr. 1'801.85 an K. und Fr. 2'126.25 an die Mutter und J.
ausbezahlt worden. Weil im Dispositiv nur die vermeintliche Rückforderungshöhe von
Fr. 217.75 erwähnt werde und ihr Gerichtskosten auferlegt worden seien, sei der
angefochtene Entscheid schon aus diesem Grund aufzuheben.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 30. September 2010 fest, es sei
einzuräumen, dass die Referenzprämie 2009 für eine 1988 geborene Person
richtigerweise hätte Fr. 2'122.-- betragen müssen. Im übrigen sei sie davon
ausgegangen, dass über den Anspruch von K. für 2009 rechtskräftig entschieden bzw.
die entsprechende Verfügung vom 27. Mai 2009 von der Sozialversicherungsanstalt
nicht widerrufen worden sei. Daher habe der Anspruch von K. für 2009 gar nicht
Gegenstand des Rekursverfahrens bilden können.
Die Beschwerdegegnerin erklärte, sie beteilige sich nicht am Verfahren.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz
zu äussern. Sie verzichtete in der Folge auf eine weitere Stellungnahme.
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Die weiteren Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die weiteren
Vorbringen der Beschwerdeführerin werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Sozialversicherungsanstalt ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 21. September 2010
wurde rechtzeitig eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Prämienverbilligung für die Krankenversicherung wird nach dem
Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung
(sGS 331.11, abgekürzt EG zum KVG) und der Verordnung zum Einführungsgesetz zur
Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (sGS 331.111, abgekürzt V zum
EG zum KVG) durchgeführt.
2.1. Nach Art. 10 Abs. 1 EG zum KVG wird eine Prämienverbilligung an Personen
gewährt, die im Kanton St. Gallen ihren steuerrechtlichen Wohnsitz haben und ein die
Prämienverbilligung auslösendes Einkommen erzielen. Nach Art. 10 Abs. 2 Ziff. 3
EG zum KVG wird in Ausbildung stehenden Personen bis zum vollendeten 25.
Altersjahr, für deren Unterhalt die Eltern zur Hauptsache aufkommen, keine
Prämienverbilligung gewährt.
Nach Art. 11 EG zum KVG setzt die Regierung das die Prämienverbilligung auslösende
Einkommen unter teilweiser Berücksichtigung des steuerbaren Vermögens durch
Verordnung fest. Grundlage bildet in der Regel die letzte definitive Steuerveranlagung.
Entspricht das ermittelte Einkommen offensichtlich nicht der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit, wird auf diese abgestellt.
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Art. 13 Abs. 1 EG zum KVG bestimmt, dass eine zu Unrecht bezogene
Prämienverbilligung zurückerstattet wird.
Zieht eine Person aus dem Ausland oder einem anderen Kanton zu, wird auf das
massgebende Einkommen des Jahres vor dem Bezugsjahr abgestellt, wenn ein nach
kantonalem Steuerrecht ermitteltes Reineinkommen der Steuerperiode des vorletzten
Jahres fehlt. Fehlt auch das massgebende Einkommen des Jahres vor dem
Bezugsjahr, wird auf das nach kantonalem Steuerrecht ermittelte, voraussichtliche
Einkommen des Bezugsjahres abgestellt (Art. 12a Abs. 1 V zum EG zum KVG).
2.2. In tatsächlicher Hinsicht stellte die Vorinstanz fest, dass M.R. am 17. Juli 2009 ein
neues Antragsformular für 2009 einreichte. Dagegen wendet die Beschwerdeführerin
ein, dass die Versicherte kein neues Formular einreichte, sondern die Steuerbehörde an
jenem Datum die neuesten Steuerdaten für den bereits gestellten Antrag übermittelte.
Dies ist zutreffend und ergibt sich daraus, dass die von der Beschwerdeführerin der
Vorinstanz eingereichten Akten act. 3 und act. 6 auf demselben Antragsformular der
Beschwerdegegnerin beruhen.
2.3. Das Steueramt Wil meldete der Sozialversicherungsanstalt am 17. Juli 2009 ein
Reineinkommen für 2008 von Fr. 29'524.-- und ein steuerbares Vermögen von
Fr. 71'473.--. Gestützt auf diese Unterlagen verfügte die Sozialversicherungsanstalt am
29. Juli 2009 eine Rückforderung von Fr. 1'503.85. Dagegen erhob M.R. am 9. August
2009 Einsprache und hielt fest, es liege noch keine definitive Veranlagungsberechnung
vor. Am 9. September 2009 wurde die Veranlagungsberechnung und
Steuerausscheidung eröffnet. Diese ergab ein Reineinkommen 2008 von Fr. 29'524.--,
was exakt jenem entsprach, welches die Sozialversicherungsanstalt bereits in der
Verfügung vom 29. Juli 2009 veranschlagt hatte. Beim steuerbaren Vermögen beruhte
die geringe Abweichung von Fr. 71'000.-- gegenüber Fr. 71'473.-- darauf, dass jener
Wert gemäss der Praxis bei der Steuerveranlagung gerundet wurde.
2.4. Die Vorinstanz ging davon aus, dass in der Verpflichtung zur Rückerstattung einer
zu Unrecht bezogenen Prämienverbilligung nach Art. 13 Abs. 1 EG zum KVG ein
Widerruf einer rechtskräftigen Verfügung nach Art. 28 VRP zu erblicken ist. Dies ist
unzutreffend. Art. 28 Abs. 1 VRP sieht vor, dass ein Widerruf zulässig ist, wenn er die
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Betroffenen nicht belastet oder wenn er aus wichtigen öffentlichen Interessen geboten
ist. Ein Widerruf einer rechtskräftigen Verfügung nach Art. 28 Abs. 1 VRP setzt eine
Interessenabwägung voraus (vgl. GVP 2007 Nr. 68; VerwGE B 2008/211, 227 vom 24.
März 2009, publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Eine Verpflichtung zur Rückzahlung einer
Prämienverbilligung stellt eine Belastung dar, und finanzielle Interessen sind nicht per
se wichtige öffentliche Interessen im Sinn von Art. 28 Abs. 1 VRP. Bei Art. 13 Abs. 1 EG
zum KVG handelt es sich um eine Spezialnorm, welche die Rückerstattung zu Unrecht
bezogener Prämienverbilligung nicht an besondere Voraussetzungen knüpft.
2.5. K. R. wurde 1988 geboren und war im Jahr 2008 volljährig. Er hat am 9. März 2009
selbst ein Gesuch um Prämienverbilligung gestellt. Diesem wurde mit Verfügung vom
27. Mai 2009 entsprochen. K. R. hielt gegenüber der Sozialversicherungsanstalt
ausdrücklich fest, er erziele ein Erwerbseinkommen, und er verneinte die Frage, ob er
von seinen Eltern finanziell unterstützt werde. Ob er selber sein voraussichtliches
Jahreseinkommen für 2009 auf Fr. 29'000.-- bezifferte oder ob jene handschriftlichen
Notizen auf dem Formular von der Sozialversicherungsanstalt angebracht wurden,
kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden, ist aber nicht ausschlaggebend.
M.R. hingegen führte in ihrem Gesuchsformular ausschliesslich ihre Tochter J. als Kind,
für welches Prämienverbilligung beantragt werde, auf. Bei der entsprechenden Rubrik
war ausdrücklich festgehalten, dass die Gesuchstellerin eine Prämienverbilligung für
ein Kind beantragen könne, sofern sie überwiegend für dessen Lebensunterhalt
aufgekommen sei und keine Ausbildungszulage erhalte. Erst in der Einsprache vom
20. Oktober 2009 gegen die Verfügung vom 30. September 2009 brachte die
Beschwerdegegnerin vor, der Lebensunterhalt ihres Sohnes sei im Jahr 2008 von ihr
getragen worden und sie erhalte erst ab 1. Januar 2009 Ausbildungszulagen, weshalb
bei ihrem Sohn die Prämienverbilligung zurückverlangt und bei ihr eine Neuberechnung
durchgeführt werden sollte.
Nachdem die Prämienverbilligung für K. R. rechtskräftig festgelegt wurde und dieser
ausdrücklich festhielt, er komme für seinen Unterhalt zur Hauptsache selber auf bzw. er
erhalte von seinen Eltern keine finanzielle Unterstützung, so bestand kein Anlass, im
Rahmen des von der Mutter anhängig gemachten Einspracheverfahrens auf die
rechtskräftige Verfügung, welche den Sohn betraf, zurückzukommen. Im Rekurs
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bezifferte die Beschwerdegegnerin den durchschnittlichen Monatslohn ihres Sohnes
auf Fr. 1'195.--. Gemäss Lohnausweis betrug das Nettoeinkommen 2008 von K. R.
Fr. 14'219.--. Bei dieser Sachlage ging die Sozialversicherungsanstalt zu Recht davon
aus, dass die Beschwerdegegnerin für ihren Sohn nicht, jedenfalls nicht zur
Hauptsache, aufkommt, weshalb ihm zu Recht eine Prämienverbilligung gewährt
wurde. Wäre die Mutter zur Hauptsache für seinen Unterhalt aufgekommen, hätte dem
Sohn gemäss Art. 10 Abs. 2 Ziff. 3 EG zum KVG keine Prämienverbilligung
zugesprochen werden dürfen.
2.6. Die Sozialversicherungsanstalt hielt in ihrem Einspracheentscheid fest, der
Beschwerdegegnerin könne keine Prämienverbilligung für den Sohn gewährt werden,
da diesem ein eigener Anspruch zugestanden und ihm eine Prämienverbilligung
gewährt worden sei.
Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdegegnerin beanstande, dass ihr bei der Ermittlung
des massgebenden Einkommens kein zweiter Kinderabzug für den Sohn gewährt
worden sei. Der vorliegende Fall sei nicht unter dem Blickwinkel der Frage nach einer
allfälligen eigenen Anspruchsberechtigung von K. R. zu beurteilen, sondern unter dem
Gesichtspunkt der einkommensmässigen Voraussetzungen von M.R. für eine
individuelle Prämienverbilligung und damit konkret um die Frage, ob bei ihr ein zweiter
Kinderabzug zu berücksichtigen sei. Kinderabzüge würden eine vom Reineinkommen
in Abzug zu bringende Komponente bilden und verminderten die Höhe des für die
Berechnung der Prämienverbilligung massgebenden Einkommens. Dies trifft
grundsätzlich zu. Nach Art. 12 Abs. 2 Ziff. 6 V zum EG zum KVG entspricht das
massgebende Einkommen für die Prämienverbilligung dem steuerlichen
Reineinkommen abzüglich des Kinderabzugs nach Art. 14 der Verordnung (und unter
Berücksichtigung weiterer, hier nicht streitiger Faktoren). Art. 14 Abs. 1 V zum EG zum
KVG bestimmt, dass für jedes in der Schweiz wohnhafte Kind, für das ein Abzug nach
Art. 48 des Steuergesetzes (sGS 811.1, abgekürzt StG) gewährt wird, das
massgebende Einkommen um Fr. 9'000.-- vermindert wird.
Zutreffend ist, dass bei der Steuerveranlagung für 2008 der Beschwerdegegnerin zwei
Kinderabzüge von je Fr. 6'800.-- gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG (Fassung nGS
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42-73) gewährt wurden. Dieser Abzug setzte voraus, dass die Beschwerdegegnerin zur
Hauptsache für den Unterhalt der Kinder aufkam (Art. 48 Abs. 1 lit. a Ingress StG).
Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin somit gegenüber der Steuerbehörde
deklariert, sie komme für den Unterhalt des Sohnes zur Hauptsache auf, und
beanspruchte damit einen Kinderabzug von Fr. 6'800.--, was aber gleichzeitig nach Art.
10 Abs. 2 Ziff. 3 EG zum KVG eine eigene Prämienverbilligung für den Sohn
ausschliesst, während sie wie auch ihr Sohn gegenüber der Sozialversicherungsanstalt
geltend machten, sie bzw. die Mutter komme nicht zur Hauptsache für den Sohn auf.
Diese widersprüchlichen Angaben hätten zur Folge, dass einerseits der Sohn eine
eigene Prämienverbilligung ausbezahlt erhielt und die Mutter nachträglich aufgrund der
rechtskräftigen Steuerveranlagung so behandelt werden will, wie wenn sie zur
Hauptsache für ihren Sohn aufgekommen wäre. Die Beschwerdegegnerin hat entgegen
den Erwägungen der Vorinstanz nicht beanstandet, es sei ihr kein zweiter Kinderabzug
gewährt worden, sondern sie hat beantragt, sie sei mit ihren beiden Kindern als Familie
zu betrachten und entsprechend sei die Prämienverbilligung festzulegen. Nachdem die
Mutter aber ihren Sohn nicht in der Rubrik jener Personen bzw. Kinder aufführte, für die
sie zur Hauptsache aufkommt und für die sie eine Prämienverbilligung beansprucht,
kann sie nun nach der rechtskräftigen Anerkennung eines selbständigen Anspruchs
ihres Sohnes nicht vorbringen, sie komme eigentlich doch zur Hauptsache für dessen
Unterhalt auf.
Zutreffend weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass über den Anspruch auf
individuelle Prämienverbilligung für K. R. rechtskräftig entschieden ist. Dies stellte zwar
auch die Vorinstanz nicht in Frage; sie gewährte aber bei der Ermittlung des
massgebenden Einkommens der Beschwerdegegnerin einen zweiten Kinderabzug für
K.. Sie begründete dies damit, dass die Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 2 V zum EG
zum KVG erfüllt seien, da die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine
Ausbildungszulage für ihren Sohn K. habe.
Wie erwähnt, berief sich im Rekurs die Beschwerdegegnerin nicht ausdrücklich darauf,
es sei bei der Ermittlung des für sie massgebenden Einkommens ein zweiter
Kinderabzug zu gewähren, sondern sie machte im wesentlichen geltend, sie sei mit
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ihren Kindern neu als Familie zu behandeln. Die Abzüge sind allerdings von Amtes
wegen zu berücksichtigen. Die Vorinstanz berief sich auf Art. 14 Abs. 1 V zum EG zum
KVG in der bis Ende 2009 geltenden Fassung (nGS 43-10). Diese bestimmte, dass sich
das für die Prämienverbilligung massgebende Einkommen für jedes in der Schweiz
wohnhafte Kind, für das ein Abzug nach Art. 48 StG gewährt wurde, um Fr. 9'000.--
vermindert. Der Abzug wurde gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. b V zum EG zum KVG (Fassung
nGS 43-10) auch selbständig erwerbenden Eltern eines in Ausbildung stehenden
Kindes bis zum vollendeten 25. Altersjahr gewährt, wenn die übrigen Voraussetzungen
gemäss Art. 11 des Kinderzulagengesetzes (sGS 371.1, abgekürzt KZG) erfüllt waren.
Art. 11 KZG wurde per 1. Januar 2009 aufgehoben (nGS 44-46).
Kraft Gesetzes ist ein selbständiger Anspruch auf Prämienverbilligung für Kinder, bei
deren Eltern die Voraussetzungen eines Steuerabzuges nach Art. 48 Abs. 1 StG
gegeben sind (nämlich die Tatsache, dass die Eltern für den Unterhalt zur Hauptsache
aufkommen), ausgeschlossen (Art. 10 Abs. 2 Ziff. 3 EG zum KVG). Vorliegend wurde
dem Sohn ein selbständiger Anspruch auf Prämienverbilligung zuerkannt. Dies setzt
nach der erwähnten Gesetzesbestimmung voraus, dass die Eltern nicht zur
Hauptsache für seinen Unterhalt aufkommen. Deshalb steht der Steuerabzug bei der
Mutter im Widerspruch zu der dem Anspruch des Sohnes zugrundegelegten Sachlage.
Wenn im formellen Gesetz ein selbständiger Anspruch eines Kindes auf
Prämienverbilligung ausgeschlossen wird, falls die Eltern zur Hauptsache für seinen
Unterhalt aufkommen, so ist es auch widersprüchlich, in einem solchen Fall bei der
Ermittlung des Anspruchs der Eltern einen zusätzlichen Kinderabzug von den
Einkünften im Sinn von Art. 14 Abs. 1 und 2 V zum EG zum KVG zu gewähren. Das
Gesetz im formellen Sinn verschafft einem Kind einen selbständigen Anspruch auf
Prämienverbilligung, wenn die Voraussetzungen eines Steuerabzugs nach Art. 48 Abs.
1 StG gegeben sind. Wenn in der Verordnung ein zusätzlicher Kinderabzug für die
Ermittlung des massgebenden Einkommens der Eltern gewährt wird, obwohl die
Voraussetzungen für eine Prämienverbilligung bei den Eltern gar nicht erfüllt sind, so
widerspricht dies Art. 10 Abs. 2 Ziff. 3 EG zum KVG und damit dem Gesetz im
formellen Sinn. Die Gewährung eines zweiten Kinderabzuges erweist sich daher im
vorliegenden Fall als unzulässig.
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2.7. Im weiteren hat die Vorinstanz nicht nur einen zweiten Kinderabzug bei der
Ermittlung der Prämienverbilligung der Mutter abgerechnet, sondern auch eine Prämie
für den Sohn berücksichtigt (vgl. die Tabelle in Erw. 5). Damit gewährte sie für den
Sohn eine zweite Prämienverbilligung, nachdem dieser bereits eine solche für sich
allein beziehen konnte, was nach den vorstehenden Erwägungen ebenfalls unzulässig
ist.
2.8. Aus dem Gesagten folgt, dass keine gesetzliche Grundlage für die Gewährung
eines zweiten Kinderabzuges bestand und dem Sohn eine eigene Prämienverbilligung
gewährt wurde, weshalb sich der Rekursentscheid in diesem Punkt als fehlerhaft
erweist. Die Prämienverbilligung der Beschwerdegegnerin wurde von der
Sozialversicherungsanstalt im Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009 bzw. in der
Verfügung vom 30. September 2009 zutreffend berechnet.
Inwiefern auch die Berechnung der Rückerstattung durch die Vorinstanz fehlerhaft war,
wie die Beschwerdeführerin geltend macht, kann offen bleiben. Die
Beschwerdeführerin beantragte, der Rekursentscheid vom 6. September 2010 sei
aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009 sei zu bestätigen.
Diesem Antrag ist zu entsprechen und die Beschwerde somit gutzuheissen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95
Abs. 3 VRP). Die Beschwerdegegnerin hat sich am Verfahren nicht beteiligt, weshalb ihr
keine amtlichen Kosten aufzuerlegen sind.
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens im Betrag von Fr. 1'000.-- sind der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung ist zu
verzichten (Art. 97 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdegegnerin ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und die Beschwerdeführerin hat keinen Antrag gestellt;
zudem war sie nicht anwaltlich vertreten.
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Demnach hat das Verwaltungsgericht