# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7dd222fb-ab29-4236-b577-512e75e96fad
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1975
,
war seit September 2016 bei der
Z._
AG als
Officemitarbeiter
angestell
t, als er sich am 2
8.
Oktober 2016 bei einem Sturz
am Rücken verletzte (
Urk.
7/4/47).
Am 2
7.
April 2014 meldete er sich wegen eines Rückenleidens bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/3). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizi
nische Abklärungen un
d zog die Akten der Unfall
versicherung
(
Urk.
7/4/
1-68
;
Urk.
7/14/1-89
;
Urk.
7/25/1-68
)
bei.
Das Arbeitsverhältnis wurde per 3
1.
März 2017 beendet (
Urk.
7/11).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/33;
Urk.
7/37;
Urk.
7/41
;
Urk.
7/54
)
verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
5.
Juli 2019 einen Renten
anspruch des Versicherten (
Urk.
7/56 =
Urk.
2).
2.
Am 2
9.
August 2019 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Juli 2019 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung sowie die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
Sep
tember 2019 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
2.
Oktober 2019 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Die ohne Unterbruch von 30 Tagen oder mehr andauernde Arbeitsunfähig
keit des Beschwerdeführers habe am 2
7.
Juni 2017 begonnen. Ab
1.
November 2017 sei er wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen, weshalb das Wartejahr nicht erfüllt sei. Die weiteren gestellten Diagnosen seien medizinisch nicht nachvoll
ziehbar und begründeten
keine Arbeitsunfähigkeit (S. 1-2).
Weiter habe er sich nie in rheumatologischer oder psychiatrischer Behandlung befunden. Sein behan
delnder Hausarzt habe sich bei seiner Beurteilung lediglich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt. Insgesamt bestünden aufgrund der fehlenden objektiven Befunde keine Hinweise auf einen invalidisierenden Gesundheitsschaden, dem die IV-Stelle nachgehen müsste. Gegen
ein invalidisie
rendes Leiden spreche auch die fehlende fachärztliche Behandlung des Beschwer
deführers (
Urk.
6 S. 1-2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
1),
es sei im Verfahren mehrfach darauf hingewiesen worden, dass wichtige Abklärungen noch nicht vorgenom
men worden seien. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) habe festgehalten
, dass e
ine rheumatologische und psychiatrische Abklärung der Schmerzursache bisher nicht stattgefunden
habe. Indem der RAD vorschlage, diese Abklärungen seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, werde noch einmal mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass solche Untersuchungen notwendig und noch ausstehend seien.
Die Beschwerdegegnerin sei ihrer Abklärungspflicht nicht genügend nachgekom
men; dies könne nicht mittels Auferlegung einer Schadenminderungspflicht der versicherten Person auferlegt werden. Ebenso seien die Akten fehlerhaft beurteilt worden, denn die Unfallversicherung habe sich nicht zur Arbeitsfähigkeit, sondern zur Kausalität
geäussert. Auch könne aus fehlenden fachspezifischen Behandlungen nicht auf den Leidensdruck geschlossen werden
(S. 5 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers und damit zusammenhängend die Frage, ob der Sachverhalt genügend abgeklärt wurde.
3.
3.1
Mit Austrittsbericht vom 2
9.
Oktober 2016 (
Urk.
7/4/39) wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer vom 2
8.
bis 2
9.
Oktober 2016 im Spital
A._
hospitalisiert gewesen sei. Es wurde eine Kontusion des Os
sacrum
nach Sturz am 2
8.
Oktober 2016 diagnostiziert. Der Beschwerdeführer sei nach einem Hebe
trauma auf das Os
sacrum
rechts und das rechte Knie gestürzt.
Klinisch hätten sich keine neurologischen Ausfallerscheinungen gezeigt und eine ossäre Affek
tion habe konventionell radiologisch ausgeschlossen werden können. Unter systemischer und lokaler analgetischer Therapie sei der Patient nahezu beschwer
defrei gewesen, so dass er am Folgetag wieder in das häusliche Umfeld habe ent
lassen werden können.
In der Folge wurde ab 2
8.
Oktober 2016 bis 3
1.
März 2017 eine volle
und ab
1.
bis 2
3.
April 2017 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
7/4/68).
3.2
Dr.
B._
, praktische Ärztin,
diagnostizierte mit Bericht vom 2
4.
November 2016 (
Urk.
7/4/42-43) ein
Verhebetrauma
. Differentialdiagnostisch sei von einer Prellung/Distorsion der Len
denwirbelsäule (LWS) auszugehen. Zur Arbeitsfähigkeit nahm sie keine Stellung.
Mit einem weiteren Bericht vom
2.
Dezember 2016 (
Urk.
7/4/35) hielt
Dr.
B._
fest, es sei bislang zu keiner Besserung gekommen. Eine Arbeitsfähigkeit bestehe zur Zeit nicht, da der Patient während der Arbeit heben, tragen und laufen müsse.
3.3
Dr.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie, stellte in seinem zuhan
den der Unfallversicherung am 3
1.
Januar 2017 erstatteten Gutachten (
Urk.
7/4/10-
16) folgende Diagnosen (S. 5):
-
Status nach
Verhebetrauma
-
chronifizierte Lumbalgie
-
Verdacht auf psychisch überlagerte Rückenschmerzen (ICD-10 F45.4)
Der Beschwerdeführer habe bis heute in Restaurants gearbeitet. Er habe eine Ehe
frau und drei Kinder, die in
Bangladesh
geblieben seien. Er berichte, dass er wegen seinen Schmerzen nicht richtig laufen könne. Ab und zu komme es zu einem Knicken im rechten Knie ohne sicheren Schmerz. Nach diesem akuten Schmerz trete jeweils wieder während einer Woche Ruhe ein.
Einen geregelten Tagesablauf gebe es nicht (S. 3).
Dr.
C._
stellte im Allgemeinstatus keine Besonderheiten und keine Anhalts
punkte für Simulation fest. Es bestehe eine ausgeprägte Aggravationstendenz, ein Vermeidungsverhalten und es sei eine aktive Verhinderung von Bewegungen feststellbar (S. 3 unten).
Nach einem wahrscheinlich eher banalen
Verhebetrauma
ohne sicher dokumentierten Sturz am 2
8.
Oktober 2016 sei es zu einer akuten Lumbalgie gekommen. Eine Kontusion der Lumbalregion sei nicht nachgewiesen worden. Die geklagten Beschwerden, die demonstrierten physischen Einschrän
kungen
und die andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit
könnten dem einzigen, wahrscheinlich eher geringfügigen Ereignis vom 2
8.
Oktober 2016 kaum ange
lastet werden. Bei Kontusion der Lumbalregion könne nach Ausschluss einer traumatischen objektivierbaren Läsion erfahrungsgemäss ein Abklingen der Beschwerden mit Wiederaufnahme der Arbeit zu 100
%
nach wenigen Wochen erwartet werden. Es sei
per 3
1.
Dezember 2016
von
einem Endzustand auszu
gehen (S. 5 oben). Alle
Waddell
-Zeichen seien positiv (S. 4 unten). Es
lägen mit Sicherheit ab
1.
Januar 2017 keine direkten Unfallfolgen mehr vor, sondern lediglich nicht somatische Störungen, die auch einer leichten lumbalen Kontusion nicht meh
r zugeordnet werden könnten. Spätestens ab
1.
Februar 2017 könne der Beschwerdeführer wieder zu 100
%
im angestammten Beruf arbeiten (S. 6 Mitte).
3.4
Am 2
7.
Juni 2017
rutschte der Beschwerdeführer beim Duschen aus und fiel auf den Rücken und den Hinterkopf
(
U
nfallmeldung vom 1
8.
Juli 2017;
Urk.
7/25/3)
. Gemäss
Bericht von
Dr.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
7/18/2) sei
der Beschwerdeführer
dabei auf die LWS und das Os
sacrum
gefallen, habe sich aber auch den Hinterkopf ange
schlagen.
Es bestehe eine Rücken-/Beckenkontusion mit generalisierter reaktiver Verspannung; der Beschwerdeführer sei ab 2
7.
Juni 2017 zu 100
%
arbeitsun
fähig.
3.5
Dr.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Anäs
thesie,
diagnostiziert
e
mit Bericht
vom
2
5.
Okto
ber 2017 (
Urk.
7/25/54-55) einen Verdacht auf ein somatoformes Schmerzsyndrom nach zweiter Rückenprellung sowie einen Status nach monatelanger Arbeitsunfähigkeit nach Rückenprellung (S. 1). Die massiven Schmerzen liessen sich nicht durch Prellungen bei Sturz in der Dusche erklären. Das Verhalten und die fehlende Wirksamkeit von Medika
menten liessen auf eine somatoforme Störung schliessen (S. 1). Bei neu geäusser
ten Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
würde er ein MRI veranlassen (S. 2).
3.6
Die Ärzte des Zentrums
F._
, Klinik
G._
, diagnostizierten mit Bericht vom 1
9.
Juli 2018 (
Urk.
7/45/10-11) eine
oroantrale
Fistel, welche plastisch verschlossen werde.
3.7
Dr.
D._
diagnostizierte mit Bericht vom
4.
November 2018 (
Urk.
7/45/1-6) ein traumatisch aktiviertes chronisches muskuläres
Panvertebralsyndrom
und eine sich in Behandlung befindende
oromaxilläre
Fistel rechts (
Ziff.
2.5). Diese Diagnosen hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Angaben zum Ausmass einer
Arbeitsunfähigkeit machte
Dr.
D._
nicht.
3.8
Dr.
H._
, praktischer Arzt,
diagnostizierte mit Bericht vom
7.
März 2019 (
Urk.
7/52) ein
chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom, zervi
kal und lumbal betont, sowie eine chronische Gastritis (
Ziff.
2.5). Der Beschwer
deführer sei seit dem
1.
Oktober 2018 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig als Arbeiter für eine mittelschwere bis schwere Täti
gkeit in der freien Wirtschaft (
Ziff.
1.3). Theoretisch sei er für eine körperlich leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben und Stossen von schweren Lasten und ohne repetitive Bewegungen zu etwa 50
%
arbeitsfähig (
Ziff.
2.7). Die Belastbar
keit des Achsenskeletts sei deutlich herabgesetzt. Der Beschwerdeführer
sei sowohl aus somatischer wie auch aus psychischer Sicht deutlich eingeschränkt (
Ziff.
3.4).
3.9
Dr.
I._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
RAD,
hielt am 2
9.
April 2019 (
Urk.
7/55/4) fest,
es habe bisher keine organische Ursache der subjektiven Beschwerden nachgewiesen werden können. Das Augenmerk der Diagnostik richte sich auf die Unfälle von 2016 und 201
7.
Eine rheumatologische oder psychiatrische Abklärung der Schmerzur
sachen
sowie eine spezifische fachärztliche Beurteilung hätten bislang nicht statt
gefunden.
Nach Einschätzung des Hausarztes betrage die Arbeitsfähigkeit in einer leichten, angepassten Tätigkeit medizinisch-theoretisch 50
%
. Aus versicherungs
medizinischer Sicht sei bei fehlenden somatischen und psychiatrischen Diagno
sen und ungenügender Dokumentation von Befunden ein invalidisierender Gesundheitsschaden
nicht sicher beurteilbar
.
Hausarzt
H._
beziehe
sich lediglich auf die subjektiven Angaben seines Patienten.
Dr.
I._
empfahl die Überprüfung der Auferlegung einer rheumatologischen und psychiatrischen Abklärung und Therapie im Rahmen der Mitwirkungspflicht.
Drei Monate nach Beginn der Massnahmen seien fachspezifische Abklärungs
berichte anzufragen.
4.
4.1
Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärun
gen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (
Art.
43
Abs.
1 Satz 1 ATSG).
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
4.2
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
– gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
4.3
Den vorhandenen medizinischen Berichten kann, wie
Dr.
I._
festhielt (vgl. vorstehend E. 3.9), keine verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers entnommen werden. Dass die am 2
8.
Oktober 2016 erlittene Kontusion des Os
sacrum
lediglich eine vorübergehende Beeinträchtigung verur
sacht haben dürfte, ergibt sich aus dem nachvollziehbaren Bericht von
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.3). Jedoch stellte
Dr.
C._
eine ausgeprägte Aggravations
tendenz bei positiven
Waddell
-Zeichen fest und diagnostizierte deshalb einen Verdacht auf psychisch überlagerte Rückenschmerzen. Nach dem zweiten Unfall vom 2
7.
Juni 2017 wurde ebenfalls eine mögliche psychische Ursache geäussert:
Dr.
E._
diagnostizierte einen Verdacht auf ein somatoformes Schmerzsyn
drom, erachtete aber auch ein in der Folge nach Lage der Akten nicht durch
geführtes MRI als erforderlich
(vgl. vorstehend E. 3.5).
Dr.
H._
stellte eine deutliche somatische und psychische Einschränkung fest (vorstehend E. 3.8). Bei dieser Aktenlage erachtete
Dr.
I._
einen invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht als nicht ausgewiesen, sondern als nicht sicher beurteilbar (vorstehend E. 3.9). Ein invalidisierender Gesundheitsschaden kann also nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Angesichts der Einschätzung ihres RAD wäre es Sache der Beschwerdegegnerin gewe
sen, den Sachverhalt genauer abzuklären. Da
Dr.
I._
darauf hinwies, dass eine rheumatologische oder psychiatrische Abklä
rung der Schmerzursachen sowie eine spezifische fachärztliche Beurteilung bislang nicht stattgefunden hätten (vgl. vorstehend E. 3.9), wäre eine
Unter
suchung durch den RAD
naheliegend gewesen
(vgl. vorstehend E. 4.1).
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache
eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begeh
ren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesge
richts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.2
Vorliegend wurde der Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Die Beschwerdegegne
rin ist ihrer Abklärungspflicht nicht genügend nachgekommen. Da die vorhan
denen Akten keinen materiellen Entscheid
erlauben, wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zur genauen Abklärung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers, allenfalls unter Berücksichtigung des strukturieren Beweisverfahrens bei psychischen Erkrankungen, zurückgewiesen.
Damit ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und die dagegen erhobene Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Damit ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessf
ührung (vgl.
Urk.
1 S. 2
) gegenstandslos.