# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a4649eb-2b5f-4ae8-9ad6-92b02da4cbc2
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache Drohung im schuldunfähigen Zustand
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 21. Juni 2017 (DG170026)
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Anklage:
Der Antrag der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl auf Anordnung einer stationären
Massnahme ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 13).
Urteil der Vorinstanz:
1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ objektiv und subjektiv
den Tatbestand der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB
erfüllt hat.
2. Aufgrund der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit wird von einer
Strafe abgesehen.
3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Be-
handlung von psychischen Störungen) angeordnet. An die stationäre Mass-
nahme werden die vom Beschuldigten erstandene Haft von 178 Tagen (ge-
rechnet vom 26. Dezember 2016 bis und mit 21. Juni 2017) angerechnet.
4. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 angeord-
nete ambulante Massnahme wird aufgehoben.
Der Vollzug der mit dem genannten Urteil ausgefällten Freiheitsstrafe von 21
Monaten, wovon 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden ist, wird zuguns-
ten der in Dispositivziffer 3 angeordneten stationären Massnahme aufge-
schoben.
5. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'800.00 Gebühr Vorverfahren
Fr. 6'626.35 Auslagen (Gutachten)
Fr. 17'248.15 amtliche Verteidigung, (inkl. Barauslagen und MwSt.)
Fr. 25'674.50 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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6. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren, Auslagen Gutachten)
und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen
Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung:
(Urk. 153 S. 1 f.)
"1. Das angefochtene Urteil sei in den Dispositiv-Ziffern 3 und 4 aufzuhe-
ben und wie folgt abzuändern:
2. Der Antrag auf Anordnung einer stationären Massnahme sei abzuwei-
sen.
3. Es sei von der Aufhebung der ambulanten psychiatrisch-psychothera-
peutischen Behandlung abzusehen und diese weiterzuführen.
Eventualiter:
Es sei eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
anzuordnen.
4. Mein Klient sei unverzüglich aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug
zu entlassen.
5. Es sei meinem Klienten eine Genugtuung in der Höhe von
Fr. 41'000.00 zuzusprechen.
6. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.
7. Auf eine Rückforderung der Verfahrenskosten sei zu verzichten."
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 119; sinngemäss)
Die Berufung sei abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 wurde festge-
stellt, dass der Antragsgegner objektiv und subjektiv den Tatbestand der mehrfa-
chen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Aufgrund seiner nicht
selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit wurde von der Ausfällung einer Strafe ab-
gesehen. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 an-
geordnete ambulante Massnahme wurde aufgehoben und stattdessen in Anwen-
dung von Art. 375 Abs. 1 StPO eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59
Abs. 1 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet (Urk. 103
S. 21).
2. Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Antragsgegner anlässlich der
Hauptverhandlung vom 21. Juni 2017 mündlich eröffnet, erläutert und im Disposi-
tiv übergeben und im Übrigen gemäss Mitteilungssatz versandt (Prot. I S. 36). Mit
Eingabe vom 22. Juni 2017 meldete die Verteidigung fristgerecht die Berufung an
und stellte zudem ein Gesuch um Gewährung des vorzeitigen Massnahmevoll-
zugs (Urk. 42). Letzterer wurde mit Verfügung des Bezirksgerichts Winterthur vom
28. Juni 2017 bewilligt (Urk. 60). Das begründete Urteil wurde am 22. August
2017 zuhanden der Parteien versandt (Urk. 103). Die Haftentlassungsgesuche
des Antragsgegners vom 28. August 2017, 7. September 2017 sowie vom
11. September 2017 (Urk. 75; Urk. 86 - 88) wurden allesamt mit Beschluss des
Bezirksgerichts Winterthur vom 18. September 2017 abgewiesen (Urk. 99).
3. Mit Eingabe vom 4. September 2017 (Poststempel) erstattete die Vertei-
digung die Berufungserklärung (Urk. 105). Mit Präsidialverfügung vom 3. Oktober
2017 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerschaft eine Kopie der
Berufungserklärung zugestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu er-
klären oder einen begründeten Nichteintretensantrag zu stellen (Urk. 113). Mit
Schreiben vom 9. Oktober 2017 teilte die Staatsanwaltschaft den Verzicht auf die
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Erhebung einer Anschlussberufung mit (Urk. 119). Die Privatklägerschaft liess
sich nicht vernehmen (vgl. Urk. 144/4 und 114/5). Die vom Antragsgegner gestell-
ten Haftentlassungsgesuche vom 20. September 2017 und 12. Oktober 2017
(Urk. 108; Urk. 125) wurden mit Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2017 abge-
wiesen (Urk. 126). Gegen die vorgenannte Verfügung erhob der Antragsgegner
am 30. Oktober 2017 Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht
(Urk. 128). Mit Urteil des Bundesgerichts 1B_470/2017 vom 3. November 2017
wurde auf die Beschwerde des Antragsgegners nicht eingetreten (Urk. 130). Auf
ein weiteres Haftentlassungsgesuch von Letzterem wurde mit Präsidialverfügung
vom 14. November 2017 nicht eingetreten (Urk. 136).
4. Mit Verfügung des Amtes für Justizvollzug vom 16. November 2017 wurde
der Antragsgegner im Rahmen des vorzeitigen Massnahmenvollzugs in die Psy-
chiatrische Universitätsklinik Zürich, Zentrum für Stationäre Forensische Therapie
Rheinau (fortan: PUK Rheinau) eingewiesen (Urk. 140). Mit Präsidialverfügung
vom 14. Dezember 2017 wurden sodann das Gefängnis Zürich und die PUK
Rheinau ersucht, einen Vollzugsbericht bzw. einen Behandlungsverlaufsbericht
einzureichen, welche am hiesigen Gericht am 27. Dezember 2017 (Urk. 143) bzw.
am 8. Januar 2018 (Urk. 146) eingingen. Das vom Leitenden Staatsanwalt der
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl gestellte Gesuch um Erlass des persönlichen Er-
scheinens zur Berufungsverhandlung wurde bewilligt (Urk. 151).
5. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 12. Januar 2018 stellte die
Verteidigung die eingangs erwähnten Anträge. Nachdem der Antragsgegner be-
fragt (Prot. II S. 10 ff.), der Parteivortrag der Verteidigung erstattet wurde
(Urk. 153) und das Schlusswort des Antragsgegners erging (Prot. II S. 20 f.) er-
weist sich das Verfahren als spruchreif.
II. Prozessuales
Gemäss Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochte-
nen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Verteidigung ihre
Berufung auf die Anordnung der stationären Massnahme bzw. die Aufhebung der
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zuvor bestehenden ambulanten Massnahme (Dispositivziffern 3 und 4) be-
schränkte (Urk. 105 S. 1 f.), ist mittels Beschluss festzustellen, dass das Urteil
des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1
(Feststellung Tatbegehung), 2 (Feststellung Schuldunfähigkeit), 5 (Kostenfest-
setzung) und 6 (Kostenverteilung) in Rechtskraft erwachsen ist.
III. Massnahme
1. Die Vorinstanz ordnete eine stationäre Massnahme (Behandlung von
psychischen Störungen) im Sinne von Art. 59 StGB an. Gleichzeitig hob sie die
mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 angeordnete am-
bulante Massnahme auf und schob den Strafvollzug für die damals ausgespro-
chene Strafe zugunsten der neu angeordneten stationären Massnahme auf
(Urk. 103 S. 21). Die Verteidigung beantragt indessen die Anordnung einer ambu-
lanten Massnahme bzw. die Weiterführung der vom Bezirksgericht Horgen bereits
angeordneten ambulanten Massnahme (Urk. 105 S. 1 f.).
2. Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine
Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu be-
gegnen (lit. a), ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche
Sicherheit dies erfordert (lit. b) und die Voraussetzungen der Art. 59 - 61, 63 oder
64 StGB erfüllt sind.
2.1. Eine stationäre Massnahme zur Behandlung von psychischen Störun-
gen nach Art. 59 Abs. 1 StGB kann vom Gericht dann angeordnet werden, wenn
der Täter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychi-
schen Störung in Zusammenhang steht (lit. a) und zu erwarten ist, dadurch lasse
sich die Gefahr weiterer mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang ste-
hender Taten begegnen (lit. b). Dabei ist auch entscheidend, dass die von einer
Massnahme betroffene Person einer Behandlung überhaupt zugänglich ist. Ist ei-
ne Massnahme von vornherein aussichtslos, fällt sie ausser Betracht. Die Rele-
vanz der Frage, inwieweit die Motivation eines Betroffenen eine entscheidende
Rolle spielen soll, gibt in der Praxis immer wieder Anlass zu Diskussionen. Nach
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der Praxis des Bundesgerichts muss ein Mindestmass an Kooperation erwartet
werden können (Urteil des Bundesgerichts 6S.69/2002 vom 7. Mai 2002, E.1.2.).
Im Einklang mit der forensisch-psychiatrischen Lehre sind an die Therapiewillig-
keit aber nicht allzu strenge Anforderungen zu stellen. Statt der Motivation sollte
von der betroffenen Person in der Anfangsphase lediglich eine gewisse Motivier-
barkeit verlangt werden (Urteil des Bundesgerichts 6P.73/2006 vom 29. Juni
2006, E.7.3). Erstes Ziel einer Therapie kann durchaus die Schaffung von Einsicht
und Therapiewilligkeit darstellen, was gerade auch im Rahmen stationärer Be-
handlungen auch Aussicht auf Erfolg hat. Zu bedenken gilt es, dass eine man-
gelnde Einsicht gerade zum Krankheitsbild vieler Störungen dazu gehört (HEER,
in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 78 ff. zu Art. 59
StGB; TRECHSEL/ BORER, in: Trechsel/ Pieth (Hrsg.), Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/ St. Gallen 2013, N 9 zu Art. 59
StGB).
2.2. Die Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr verbun-
dene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahr-
scheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist
(Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeitsprinzip umfasst drei Teilaspekte.
Demnach bedürfen Massnahmen deren unabdingbaren Notwendigkeit. Eine
Massnahme muss überdies geeignet sein, bei der betroffenen Person die Legal-
prognose zu verbessern. Schliesslich muss eine vernünftige Relation zwischen
dem Eingriff in die Freiheitsrechte der betroffenen Person und dem mit dem Ein-
griff angestrebten Ziel bestehen (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinne).
Entsprechend muss den Gefahren, die von einem Täter zu befürchten sind, bei
einer Interessenabwägung grössere Bedeutung zukommen, als der Schwere des
mit einer Massnahme verbundenen Eingriffs (Urteil des Bundesgerichts
6B_596/2011 vom 19. Januar 2012, E.3.2.2.). Je schwerer die zu befürchtenden
Delikte wiegen, desto geringer kann die Wahrscheinlichkeit sein, dass sie began-
gen werden; umgekehrt kann nur eine hohe Wahrscheinlichkeit weniger schwerer
Taten die freiheitsentziehende Massnahme rechtfertigen (BGE 127 IV 1, E.2a.).
Aus dem Vorgesagten folgt entsprechend auch, dass für die Beurteilung der Ver-
hältnismässigkeit weniger die Schwere der Anlasstat, als das Ausmass künftiger,
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allenfalls auch schwererer Taten, massgebend ist (vgl. TRECHSEL/ BORER, a.a.O.,
N 7 zu Art. 56 StGB, mit weiteren Hinweisen).
2.3. Beim Entscheid über die Anordnung einer Massnahme stützt sich das
Gericht auf ein fachärztliches Gutachten (Art. 56 Abs. 3 StGB). Das Gericht ist bei
der Würdigung eines Gutachtens grundsätzlich frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). In Fach-
fragen darf das Gericht jedoch nur dann von den gutachterlichen Feststellungen
abweichen, wenn gewichtige und zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien
die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. Abweichungen von
gutachterlichen Feststellungen sind eingehend zu begründen (HEER, a.a.O., N 74
zu Art. 56 StGB, mit weiteren Hinweisen).
3. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 wurde festge-
stellt, dass der Antragsgegner in objektiver und subjektiver Hinsicht den Tatbe-
stand der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt hat
(Urk. 103 S. 21), womit Anlasstaten gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB vorliegen.
Diese Feststellung blieb unangefochten.
Ebenso liegt eine schwere psychische Störung des Antragsgegners vor, welche
im Zusammenhang mit der Tatbegehung steht (Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB). Das
psychiatrische Anschlussgutachten vom 1. März 2017 attestiert dem Antragsgeg-
ner eine weiterhin bestehende schizoaffektive Störung gemäss ICD-10, F25
(Urk. 5/12 S. 20 und 28). Letztere habe zum Zeitpunkt der tatbestandsmässigen
Drohungshandlungen zu einer schwergradig verminderten - wenn nicht gänzlich
aufgehobenen - Unrechtseinsichtsfähigkeit sowie einer aufgehobenen Fähigkeit
zum einsichtsgemässen Handeln geführt (ebenda, S. 22 und 27), womit ein Be-
handlungsbedürfnis im Sinne von Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB zu bejahen ist.
Die im psychiatrischen Gutachten vom 31. Mai 2013 diagnostizierten
Suchtmittelabhängigkeitserkrankungen (vgl. Urk. 5/13 S. 40 f.) würden dagegen
keine akute Gesundheitsproblematik mehr darstellen und könnten als desaktuali-
siert angesehen werden (Urk. 5/12 S. 27).
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3.1. Zur Legalprognose äussert sich das psychiatrische Anschlussgutachten
dahingehend, dass die Gefahr neuerlicher Drohungen bzw. bedrohlich wirkender
Äusserungen bei weiterhin bestehender psychotischer Gefangenheit als deutlich
einzustufen sei. Weiter bestünde in deutlichem Mass die Gefahr vom Antrags-
gegner neuerlich begangener personenbezogener aggressiver Handlungen sowie
in moderatem bis knapp deutlichem Mass die Gefahr einer erneuten Brandstiftung
(Urk. 5/12 S. 27 f.).
Die Basistherapie in der Behandlung einer schizoaffektiven Störung bestehe
in einem medikamentösen Behandlungsansatz, wie er bereits über die vergange-
nen Jahre wohl während der diversen Klinikaufenthalte, als auch im Rahmen der
ambulanten Behandlung des Antragsgegners verfolgt worden sei. Gegen ein
neuerlich ambulant ausgerichtetes Behandlungssetting spreche, dass beim An-
tragsgegner zwischenanamnestisch mehrere Klinikeintritte in einer durch medi-
kamentöse Unzuverlässigkeit provozierten schizoaffektiven Dekompensation be-
gründet gewesen seien. Dies würde für ein stationäres Setting sprechen, wobei
sich hier jedoch die Frage stelle, inwiefern dieses Setting, im Vergleich zur ambu-
lanten Massnahme, einen Gewinn für die psychische Gesundheitsverfassung des
Antragsgegners bedeuten würde. Die zwischenzeitlich erfolgten und vielmals über
mehrere Monate gehenden stationären Behandlungen des Antragsgegners in der
Psychiatrischen Klinik ... in ... [Ort] würden ausweisen, dass sich der produktiv-
psychotische Anteil der schizoaffektiven Störung kaum wesentlich habe beein-
flussen lassen. Aus gutachterlicher Warte lasse sich in einem stationären Be-
handlungssetting auch lediglich ein höheres Mass an Rückfallgefahrenprävention
durch eine bessere Überwachung und Kontrolle des Antragsgegners sehen, hin-
gegen kaum hinsichtlich der Rückfallgefahrenminimierung durch eine nachhaltige
Beeinflussung der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Letztlich müsse es
der gerichtlichen Würdigung anheimgestellt werden, den Antragsgegner zur Ge-
fahrenabwehr nochmals in ein ambulantes Behandlungssetting einzubinden oder
aus gefahrenpräventiven Erwägungen heraus den Entscheid zu einer stationären
Massnahme zu fällen (Urk. 5/12 S. 28 f.).
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3.1.1. Dem Verlaufsbericht der PUK Rheinau vom 4. Januar 2018 (Urk. 146)
kann entnommen werden, dass sich der Antragsgegner trotz der wechselhaft
ausgeprägten psychopathologischen Symptomatik rasch auf der Sicherheitsstati-
on 59 A2 habe einleben können. Zu Beginn habe er sich in der Patientengruppe
noch etwas zurückhaltend, aber durchweg angepasst-adäquat verhalten. Mittler-
weile sei er gut integriert und ein akzeptiertes Mitglied in der Patientengemein-
schaft. Im Stationsalltag verhalte er sich weitgehend kooperativ und absprachefä-
hig und nutze das Therapieangebot bis dato meist vollumfänglich. Obwohl der An-
tragsgegner immer wieder unter Druck kommen und dann auch dysphorisch-
gereizt mit sichtlicher psychomotorischer Anspannung reagieren könne, sei es
bislang zu keinerlei aggressiven Konflikten oder Auseinandersetzungen bzw. Im-
pulsdurchbrüchen gekommen (Urk. 146 S. 1).
Im bisherigen Behandlungsverlauf sei die psychische Verfassung des An-
tragsgegners im Längsschnitt durch ein qualitativ und quantitativ wechselhaft
ausgeprägtes wahnhaft-halluzinatorisches Syndrom geprägt. Dabei umfasse, ne-
ben einzelnen paranoid-bizarr anmutenden Gedankeninhalten, die Kernthematik
des Wahns die Vorstellung des Antragsgegners, in grosse technische und finan-
zielle Aktionen eingebunden zu sein und hier selbständig zu arbeiten. Er beziehe
umfassende eigene betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit ein und berichte über
Kontakte zu grossen Schweizer Banken und Unternehmen sowie von umfangrei-
chen Vermögensverhältnissen. Begleitend zu dieser Gedankenwelt komme es bei
ihm in variierendem Ausmass zu verschiedenen akustischen Halluzinationen, die
allerdings auch Unschönes, Ungünstiges und Negatives beinhalten und dement-
sprechend zu affektiven Verstimmungen führen könnten. Darüber hinaus gerate
er im Rahmen dieser intensiven Vorstellungen und gedanklichen Arbeit intermit-
tierend in Situationen, in denen er sich ausgesprochen erschöpft und ausgebrannt
fühle (Urk. 146 S. 1 f.).
Im Zeitverlauf würden sich beim Antragsgegner Intensivierungen und Ab-
schwächungen der beschriebenen Symptomatik zeigen, wobei er zeitweise, in
Phasen mit mehr Realitätsbezug, durchaus zu einer gewissen Kontrolle bzw. Ab-
grenzung in der Lage zu sein scheine, was im Sinne einer sog. "doppelten Buch-
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führung" zu werten sei. Obwohl von einer Krankheitseinsicht bzw. einem Prob-
lembewusstsein im engeren Sinne gegenwärtig nicht ausgegangen werden kön-
ne, habe der insbesondere zu Behandlungsbeginn bestehende Leidensdruck da-
zu geführt, dass im Einvernehmen mit dem Antragsgegner wiederholt Anpassun-
gen in der medikamentösen Behandlung hätten vorgenommen werden können.
Dabei habe er entsprechende Wünsche adäquat vorbringen können und habe
sich in Absprache mit dem Behandlungsteam stets kompromissbereit gezeigt.
Gleichwohl hätten Kombinationen und auch Hochdosierungen verschiedener an-
tipsychotisch wirksamer Medikamente das wahnhaft-halluzinatorische Syndrom
bislang nur wenig beeinflusst. Es sei scheinbar lediglich zu einer diskreten Ver-
minderung der Fluktuationen der psychopathologischen Symptomatik gekommen.
Entsprechend sei eine Optimierung/Intensivierung der Psychopharmakotherapie
angedacht. Der Antragsgegner erhalte aktuell, jeweils als Tagesdosis, eine Kom-
bination der Antipsychotika Quetiapin (1000 mg), Haloperidol (10 mg) und Ari-
piprazol (30 mg) sowie Diazepam (5 mg) als Fixemdikation. Ergänzend beziehe er
in Phasen vermehrter Anspannung diverse Reservemedikamente (Urk. 146 S. 2).
3.1.2. Aus dem Führungsbericht des Gefängnisses Zürich vom 21. Dezem-
ber 2017 geht hervor, dass sich der Antragsgegner, soweit kontrollierbar, an die
Hausordnung des Gefängnisses gehalten habe und sein Verhalten gegenüber
dem Personal anständig und korrekt gewesen sei. Er sei sehr zurückgezogen
gewesen, habe mit den anderen Mitgefangenen sehr wenig Kontakt gepflegt und
habe lieber für sich allein sein wollen. Er habe sich seine eigene Welt geschaffen,
wobei das Aufsichtspersonal ihn habe durch den Tag führen müssen. Da es sein
Zustand nicht zugelassen habe und er nicht mit den anderen Mitgefangenen habe
arbeiten wollen, sei er in seiner Zelle beschäftigt worden. Gegen den Antragsgeg-
ner seien weder Disziplinarmassnahmen ausgesprochen noch Rapporte über
Fehlverhalten verfasst worden. Es habe jedoch eine Aktennotiz gegeben, da, trotz
Feuerzeugverbot, Feuerzeuge bei ihm gefunden worden seien (Urk. 143 S. 2).
3.1.3. Aus den differenzierten und einleuchtenden Folgerungen im psychiat-
rischen Anschlussgutachten vom 1. März 2017 geht hervor, dass aus dem Blick-
winkel des Behandlungsbedürfnisses des Antragsgegners und der Rückfallgefah-
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renminimierung die ambulante und die stationäre Massnahme als gleichwertig
einzustufen sind. Im Hinblick auf die Rückfallgefahrenprävention hat die stationäre
Massnahme aufgrund der unmittelbaren Kontrollmöglichkeiten einem ambulanten
Behandlungssetting dagegen als überlegen zu gelten (vgl. Urk. 5/12 S. 29). In
Anbetracht dessen, dass der Antragsgegner während laufender ambulanter
Massnahme delinquierte, kaum Krankheitseinsicht erkennen lässt (Urk. 5/12
S. 21; Urk. 146 S. 2) und sich seit der letzten Begutachtung im Jahre 2013
(Urk. 5/13) zudem eine Verschlechterung seiner Unrechtseinsichtsfähigkeit - von
mittelgradig beeinträchtigt zu kaum mehr vorhanden - eingestellt hat (Urk. 5/12
S. 22), erscheint die Anordnung einer stationären Massnahme vorab am ehesten
dazu geeignet, einerseits dem Behandlungsbedürfnis des Antragsgegners, ande-
rerseits aber auch dem bei der Anordnung einer Massnahme zu berücksichtigen-
den Aspekt der Deliktsprävention gleichermassen Rechnung zu tragen (vgl. BGE
141 IV 236, E.3.7 f.; mit Hinweisen auf HEER, a.a.O., N 1 und N 3 Vor Art. 56
StGB sowie BGE 124 IV 246), was nachfolgend zu prüfen ist. Für die Durchfüh-
rung der stationären Massnahme kommen bspw. die Forensische Abteilung der
Psychiatrischen Klinik in Beverin in Graubünden oder diejenige der Psychiatri-
schen Klinik Königsfelden im Kanton Aargau in Frage (Urk. 5/12 S. 30).
3.2. Zur möglichen Anordnung einer stationären Massnahme äusserte sich
der Antragsgegner im Wesentlichen ablehnend.
3.2.1. Im Untersuchungsverfahren sowie während des vorinstanzlichen Ver-
fahrens machte er zusammengefasst geltend, dass er Hilfe bzw. Betreuung brau-
che und es auch gewöhnt sei, solche Leistungen in Anspruch zu nehmen
(Urk. 2/3 S. 10; Urk. 2/4 S. 7; Urk. 5/12 S. 13). Die bisherige ambulante Mass-
nahme habe er als gut empfunden (Urk. 5/12 S. 13). Über die erneute Anordnung
einer solchen Massnahme könne diskutiert werden (Prot. I S. 26). Die gerichtliche
Anordnung eines Klinikaufenthalts würde er als kontraproduktiv empfinden, da er
dadurch auch sein gesamtes Umfeld verlieren würde (Urk. 5/12 S. 13). Er würde
nur auf freiwilliger Basis in eine Klinik eintreten und dies nur so lange, bis er wis-
se, wo er neu wohnen könne (Urk. 2/4 S.7).
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3.2.2. Anlässlich seiner Befragung an der Berufungsverhandlung äusserte
sich der Antragsgegner zur möglichen Anordnung einer stationären Massnahme
nach wie vor grundsätzlich ablehnend. Er sei der Ansicht, dass die Anordnung ei-
ner ambulanten Behandlung in Kombination mit betreutem Wohnen genügen
würde (Prot. II S. 14). In einer forensischen Klinik, in welcher alles so einge-
schränkt sei, wolle er nicht sein (Prot. II S. 15). Er wolle keine stationäre Mass-
nahme, sondern dass man einen für ihn geeigneteren Platz finde, dies in einem
Wohnheim oder allenfalls in einer Klinik, jedoch auf freiwilliger Basis (Prot. II
S. 18). Die Auflagen einer ambulanten Massnahme würde er immer einhalten
(Prot. II S. 20).
3.2.3. Das psychiatrische Anschlussgutachten hält zur Therapiewilligkeit des
Antragsgegners fest, dass auch eine gegen dessen Willen angeordnete stationäre
Massnahme erfolgsversprechend sei, da er sich trotz fehlender Krankheitseinsicht
mehrfach stationären Behandlungen in der Psychiatrischen Klinik ... unterzogen
habe, ohne dass aus den einzelnen Behandlungsberichten massive und die Be-
handlung letztlich verunmöglichende Widerstände ersichtlich geworden seien
(Urk. 5/12 S. 29 f.). Seit Mai 2013 habe er sich, während laufender ambulanter
Massnahme, für mehr als die Hälfte der Zeit, namentlich für knapp 25 Monate,
freiwillig in stationärer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik ... befunden
(Urk. 5/12 S. 19).
3.2.4. Der Verlaufsbericht der PUK Rheinau vom 5. Januar 2018 stützt die
Einschätzung des psychiatrischen Anschlussgutachtens. Trotz seiner geäusser-
ten Ablehnung gegenüber einer stationären Behandlung, habe sich der Antrags-
gegner rasch im stationären Massnahmenvollzug eingelebt, sei mittlerweile gut in
der Patientengemeinschaft integriert und nutze das Therapieangebot bis dato
meist vollumfänglich (Urk. 146 S. 1).
3.2.5. Unter Berücksichtigung der Feststellungen im psychiatrischen An-
schlussgutachten (Urk. 5/12), des Verlaufsberichts der PUK Rheinau (Urk. 146)
sowie der zitierten Lehre und Rechtsprechung (vorstehend, Erw. III.2.1.) ist beim
Antragsgegner ohne Weiteres von einem Mindestmass an Therapiewilligkeit bzw.
von einer Motivierbarkeit zur Therapie auszugehen, zumal dieser selbst ausführte,
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dass er Hilfe bzw. Betreuung benötige, er diese während seines ambulanten
Massnahmevollzugs freiwillig für geraume Zeit in stationärer Form in Anspruch
nahm und nun auch im vorzeitigen stationären Massnahmevollzug das Therapie-
angebot meist vollumfänglich nutzt.
3.3. Die Massnahmefähigkeit des Antragsgegners wird durch das psychiatri-
sche Anschlussgutachten bejaht. Die Basistherapie für schizoaffektive Störungen
besteht dabei in einer medikamentösen Behandlung, wie sie beim Antragsgegner
bereits über die vergangenen Jahre verfolgt wurde und zurzeit angepasst und op-
timiert wird (Urk. 5/12 S. 28; Urk. 146 S. 2).
3.4. Nachdem die Erforderlichkeit und die Eignung der Anordnung einer sta-
tionären Massnahme bejaht wurden, ist deren Verhältnismässigkeit im engeren
Sinn zu überprüfen (Art. 56 Abs. 2 StGB).
3.4.1. Bei den vom Antragsgegner begangenen Anlasstaten handelt es sich
um mehrfache Drohungen im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. Zur Tatschwere
und zur Wahrscheinlichkeit zukünftiger zu erwartender Delikte wird im psychiatri-
schen Anschlussgutachten - wie bereits erwähnt - ausgeführt, dass bei weiterhin
bestehender psychotischer Gefangenheit des Antragsgegners die Wahrschein-
lichkeit von neuerlich allfällig begangenen Drohungen respektive bedrohlich wir-
kenden Äusserungen als deutlich einzustufen sei. Weiter unterliege der Antrags-
gegner auch in deutlichem Mass der Gefahr, personenbezogene aggressive
Handlungen zu begehen (Urk. 5/12 S. 27 f.), wobei sich das Anschlussgutachten
nicht über deren konkrete Art oder deren zu erwartende Intensität vernehmen
lässt. Schliesslich müsse auch die Gefahr für eine neuerlich durch den Antrags-
gegner begangene Brandstiftung als moderat bis knapp deutlich eingestuft wer-
den (ebenda, S. 28). In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen,
dass beim Antragsgegner während seiner Zeit im Gefängnis Zürich, trotz eines
entsprechenden Verbots, Feuerzeuge gefunden worden seien (Urk. 143 S. 2).
3.4.2. Die Tatschwere der allfällig vom Antragsgegner zu erwartenden Delik-
te weist ein sehr breites Spektrum auf, wobei mit der Brandstiftung ein Delikt ver-
treten ist, dessen Begehung regelmässig mit sehr grossen Sachschäden und ins-
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besondere mit einer unmittelbaren Lebensgefahr für die davon betroffenen Per-
sonen verbunden ist. Auffällig ist, dass die Gefahr einer erneuten Brandstiftung
noch als moderat bis knapp deutlich eingestuft wird, obwohl sie keine aktuelle An-
lasstat darstellt. Das psychiatrische Anschlussgutachten führt hierzu aus, dass
der Antragsgegner einerseits im Jahre 2012 bereits einmal eine Brandstiftung
verübt habe, und dies trotz damals noch vorhandenen kognitiven Restfunktionen.
Dass er den Geschädigten B._ anlässlich der aktuell vorgehaltenen Dro-
hungshandlungen gefragt habe, ob dieser wolle, dass es wieder brenne, weise
andererseits darauf hin, dass eine enge Verbindung zwischen einer allfälligen
Brandstiftung als potentieller Problembewältigungsstrategie und psychotischer
Gefangenheit bestehe. Man könne jedoch nicht von einer Gefahr hinsichtlich einer
längerfristig geplanten und zielgerichtet umgesetzten Brandstiftung sprechen. Ei-
ne solche ergebe sich vielmehr aus situativen Gegebenheiten bestehend aus
psychotischem Erleben und momentaner Brandstiftungsmöglichkeit (Urk. 5/12
S. 28).
Diese Einschätzung des Gutachters erweist sich als schlüssig, kohärent und
überzeugend, weshalb ihr zu folgen ist. Daneben, dass die Gefahr für eine erneu-
te, teilweise sehr schwere, Delinquenz in moderatem bis deutlichem Mass vor-
handen ist, wird die Gefahrenlage zusätzlich dadurch verschärft, dass der An-
tragsgegner zum heutigen Zeitpunkt kaum Krankheitseinsicht und eine schwere
Beeinträchtigung der Unrechtseinsichtsfähigkeit - wenn nicht eine komplett aufge-
hobene - aufweist (Urk. 5/12 S. 22; Urk. 146 S. 2). Dem Argument der Verteidi-
gung, dass der Antragsgegner keine Krankheitseinsicht haben könne, da ihm be-
treffend seine Störung verschiedene Diagnosen - schizoaffektive bzw. paranoide
Störung - gestellt worden seien (Urk. 153 S. 2 mit Verweis auf Urk. 51 S. 7), kann
nicht gefolgt werden. Für den Antragsgegner ist es nicht entscheidend zu wissen,
an welcher konkreten Ausprägung einer psychischen Störung im Sinne des ICD-
10 er leidet, zumal kaum ein Laie in der Lage sein dürfte, eine von einem Fach-
arzt gestellte Diagnose im Detail nachvollziehen zu können. Krankheitseinsicht
besteht vielmehr dann, wenn sich eine Person dessen bewusst ist, dass sie über-
haupt von einem Leiden betroffen ist und sich deswegen einer Behandlung unter-
ziehen will.
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Hinzu kommt, dass der Antragsgegner aus gutachterlicher Sicht auch in sei-
nen sozialen Kompetenzen als deutlich eingeschränkt einzustufen ist und er als in
Bereichen wie Wahrnehmung seiner sozialen Realität, seiner beruflichen Leis-
tungsfähigkeit sowie der sozialen Integration und Kommunikation kaum über sta-
bilisierende oder dem psychotischen Erleben entgegenwirkende Ressourcen ver-
fügt. Ebenso verfüge er über ein nur wenig ausgeprägtes adäquates Konfliktma-
nagement. Bei entsprechenden psychotischen Erlebnisinhalten sei er so in diesen
gefangen, dass sich für ihn in subjektiver Hinsicht die wenig beeinflussbare Kon-
sequenz zur Gegen-/ Notwehr ergebe (Urk. 5/12 S. 25).
Schliesslich muss darauf hingewiesen werden, dass der Grund für die zahl-
reichen stationären Klinikeintritte des Antragsgegners gemäss gutachterlicher
Einschätzung seine medikamentöse Unzuverlässigkeit war, welche wiederum
dessen schizoaffektive Dekompensation provoziert hat (Urk. 5/12 S. 29). Eine zu-
künftige compliance des Antragsgegners in Bezug auf die Medikamenteneinnah-
me bzw. die Befolgung entsprechender ärztlicher Anweisungen erscheint zudem
äusserst fraglich, meinte der Antragsgegner doch anlässlich der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung, dass er sich lieber selbst therapieren wolle, da er genügend
Erfahrungen in dieser Angelegenheit besitze (Prot. I S. 33; vgl. auch Prot. II
S. 13). Innerhalb des stationären Settings scheint die Medikation und die Optimie-
rung derselben in Absprache mit dem Antragsgegner dagegen zu funktionieren
(vgl. Urk. 146 S. 2; Prot. II S. 19).
Die in diesem Zusammenhang von der Verteidigung vorgebrachte Behaup-
tung, dass der Antragsgegner ab einem gewissen Zeitpunkt die falsche Medikati-
on für seine spezifische psychische Störung erhalten habe, weshalb es möglich-
erweise zu den erneuten Dekompensationen gekommen sei (Urk. 153 S. 4;
Urk. 51 S. 4 ff.), verfängt dabei nicht. Wenn der Antragsgegner zum damaligen
Zeitpunkt die ihm verschriebenen Medikamente gar nicht oder nicht richtig einge-
nommen hat, konnten diese gar nicht erst eine Wirkung erzielen. Eine falsche
Medikation des Antragsgegners ist zudem weder belegt, noch geht eine solche
aus den Verfahrensakten hervor. Im Rahmen des psychiatrischen Anschlussgut-
achtens wurde die (damals) aktuelle Medikation des Antragsgegners festgehalten
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(Urk. 5/12 S. 10), wobei Dr. C._ es thematisiert hätte, wenn die Medikation
zum damaligen - oder auch zu einem früheren Zeitpunkt - in irgendeiner Weise
nicht dem Behandlungsbedürfnis des Antragsgegners entsprochen hätte.
Auch dafür, dass die ambulante Massnahme bis anhin nicht zweckmässig
durchgeführt wurde, lassen sich - entgegen der Verteidigung (Urk. 153 S. 4;
Urk. 51 S. 9) - den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte entnehmen. Es ist zu-
dem fraglich, ob vorliegend überhaupt von einer erfolgten ambulanten Behand-
lung des Antragsgegners gesprochen werden kann, befand sich dieser doch wäh-
rend gut zwei Dritteln der Dauer von Mai 2013 bis zu seiner Verhaftung im Okto-
ber 2016 freiwillig in stationärer Behandlung (vgl. Urk. 5/12 S. 15 ff.).
3.4.3. Im Übrigen zeigt der bisherige Verlauf des seit dem 20. November 2017 andauernden vorzeitigen stationären Massnahmenvollzugs, dass das stati-
onäre Setting den Bedürfnissen des Antragsgegners grundsätzlich zu entspre-
chen scheint. Letzterer zeigte sich im Stationsalltag kooperativ und absprachefä-
hig, wirkte bei der Anpassung seiner Medikation mit und nutzte das verfügbare
Therapieangebot meist vollumfänglich (vgl. zum Ganzen Urk. 146).
3.4.4. In Anbetracht der geschilderten Umstände ist im heutigen Zeitpunkt
dem Interesse, der vom Antragsgegner ausgehenden Gefahr mit einer geeigneten
Massnahme zu begegnen, grösseres Gewicht beizumessen, als der Schwere des
mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte des An-
tragsgegners. Die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne für die Anordnung einer
stationären Massnahme ist damit gewahrt.
4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen sind die Voraussetzungen für die
Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB gegeben.
Diese ist entsprechend anzuordnen, wobei die vom Antragsgegner erstandene
Haft von 382 Tagen (gerechnet vom 26. Dezember 2016 bis und mit 12. Januar
2018; der Antragsgegner befindet sich seit dem 20. November 2017 im vorzeiti-
gen stationären Massnahmenvollzug) an die stationäre Massnahme anzurechnen
sind (vgl. BGE 141 IV 236, Erw. 3.1. ff.).
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5. Was die Aufhebung der mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom
28. November 2013 angeordneten ambulanten Massnahme betrifft, ist vollum-
fänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 103
S. 18 f.). Entsprechend ist die vom Bezirksgericht Horgen angeordnete ambulante
Massnahme aufzuheben und der Vollzug der damals ausgesprochenen Strafe
zugunsten der neu anzuordnenden stationären Massnahme aufzuschieben.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss dem Antrags-
gegner aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO), jedoch in Anbetracht seiner persönli-
chen Verhältnisse und seines gesundheitlichen Zustandes zu erlassen (Art. 425
StPO). Die im Berufungsverfahren angefallenen Kosten der amtlichen Verteidi-
gung im Betrag von Fr. 6'500.– (inkl. MWST von 8% bis 31. Dezember 2017 so-
wie von 7,7% ab 1. Januar 2018; Urk. 154) sind demgemäss definitiv auf die Ge-
richtskasse zu nehmen (Art. 425 StPO).