# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dcf7f31d-68d7-4c43-8d13-259876fb3439
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
war z
uletzt vollzeitlich als Lagermitarbeiter
bei der
Y._
, angestellt. Am 13. Oktober 2011 meldete er sich unter Hinweis auf psy
chische Beeinträchtigungen (Depression, Angststörung) sowie Beschwerden an der rechten Schulter, Rückenschmerzen und Schmerzen an den Gelenken der Hände, bestehend seit Januar 2011, bei der Eid
genössischen Invalidenver
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an
(
Urk.
10/5)
. Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin ins
besondere Abklärungen in er
werblicher sowie medizinischer Hinsicht.
Am 4. Juni 2012 erstattete
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
A._
, im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
10/
33)
. In der Folge wurden dem Versicherte
n
ab September 2012 (
Urk.
10/44
)
(mit zwischenzeitlichem Unterbruch)
berufliche Massnahmen ge
währt
, die mit dem frühzeitigen Abschluss der Arbeitsvermittlung am 28. Juni 2016 (
Urk.
10/109) beendet wurden.
Am
25. Juli 2016 (
Urk.
10/115 S. 4 ff.) nahm
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zum medizinischen Sachverhalt Stellung.
Mit Vorbe
scheid vom 16. August 2016 (
Urk.
10/116) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Anspruchs auf IV-Leistungen in Aussicht. Dies wurde unter Abweisung der dagegen erhobenen Einwände (
Urk.
10/123) mit Verfügung vom
17. Oktober 2016 (
Urk.
2) bestätigt.
2.
2.1
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 16. November 2016 (
Urk.
1) Be
schwerde und stellte folgende Anträge:
«
1.
Es sei die Verfügung vom 17.10.2016 aufzuheben.
2.
Es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen, insbeson
dere eine IV-Rente, zuzusprechen.
3.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh
ren unter
Rechtsverbeiständung
durch den Unterzeichnenden.
4.
Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.»
In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurden folgende Anträge gestellt:
«
1.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel zu bewilligen.
2.
Eventualiter sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen, unter Wahrung der Mitwirkungsrechte des
Beschwerdeführers.»
2.2
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2017 (Urk. 9) beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer mit Verfügung vom 18. Januar 2017 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht.
A
m
3
. März 2017
sowie 6. April 2018
gingen die Kostennoten des Rechtsvertreters
beim Gericht ein
(
Urk.
12 f.
, 21 f.
).
2.3
Am 21. August 2017 informierte der mandatierte Rechtsvertreter des Beschwer
deführers unter Beilage einer aktualisierten Vollmacht
über
seinen Kanzleiwech
sel (
Urk.
15/1-2)
, wovon das Gericht
Vormerk
nahm.
2.4
Mit Schr
ei
ben vom 21. September 2017 (
Urk.
16)
reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie, vom 17. Juli 2017
betreffend eine per dato stattgehabte ambulante neuropsychologi
sche und verhaltensneurologische Untersuchung des Beschwerdeführers
ein (
Urk.
17).
Der Bericht
wurde
der Beschwerdegegnerin
am 5. Oktober 2017 (
Urk.
18) zur Kenntnis- und allfälligen Stellungnahme zugestellt. Am
25. Oktober 2017
(
Urk.
19)
teilte die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf eine Stellung
nahme mit
(vgl. auch
Urk.
20)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG)
.
1.
2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu. Soll jedoch ein Versicherungsfall ausschliesslich gestützt auf
versicherungsintern
e
Beurteilungen entschieden werden, so sind an die Be
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen: bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 125 V 351 E. b/
ee
, 122 V 162 E. 1d).
1.
3
Das Verwaltungsverfahren ist vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht (Ar. 43 Abs. 1 ATSG). Danach hat die Verwaltung den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei
chende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Be
weise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierende Be
weiswürdigung). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentli
che Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
mit
Verfügung vom 17. Oktober 2016 (
Urk.
2) den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers mit der Begründung, gemäss den medizinischen Abklärungen zeige sich im Überblick eine Verbesserung des sozi
alen Verhaltens des Beschwerdeführers. Während er früher noch als hektisch und aufbrausend geschildert worden sei, habe man später kein impulsives Verhalten mehr gesehen. Deshalb liege keine langanhaltende, gesundheitliche Beeinträchti
gung vor. Der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zum Gutach
t
enszeit
punkt gebessert. Die Arbeitsunfähigkeit sei vorwiegend durch psychosoziale Be
lastungen, insbesondere Schulden
,
ausgelöst
und aufrechterhalten worden. Dabei handle es sich um einen invaliditätsfremden Faktor, der zur Beurteilung der zu
mutbaren Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden könne
.
In medizinischer Hinsicht
stützte
sich
die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahme von
RAD-Facharzt
Dr.
C._
vom 25. Juli 2016 (
Urk.
10/115 S. 4 ff.; S. 2).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
vor (
Urk.
1)
,
auf die Be
urteilung von
Dr.
C._
könne nicht abgestellt werden. Aus den Akten ergebe sich eine ausreichend ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit. Damit
bestehe
Anspruch auf eine
Invalidenr
ente. Weiter machte der Beschwerdeführer eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durc
h die Beschwerdegegnerin geltend
,
indem diese kein
Gutachten
eingeholt habe
(S. 7 ff.)
.
Im Verfahren ergänzte er, die Neurologin
Dr.
B._
habe am 1
7.
Juli 2017 (vgl.
Urk.
17) eine frühkindliche
cerebrale
Entwicklungsstörung sowie eine
residuelle
hyperkinetische respektive Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit Bestand im Erwachsenenalter erhoben. Diese gesundheitlichen Ein
schränkungen hätten schon bei Erlass der angefochtenen Verfügung bestanden und seien in jeden Fall zu berücksichtigen (
Urk.
16).
3.
3.1
Den Akten
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bereits bei der Anmel
dung zum Leistungsbezug am 13. Oktober 2011 (
Urk.
10/5) auf somatische
Prob
leme
im Sinne von Beschwerden an der rechten Schulter, Rückenschmerzen sowie Schmerzen an den Gelenken der Hände hinwies (S. 4). Körperliche Be
schwerden wurden in der Folge immer wieder geklagt. Im Jahre 2013 erlitt der Beschwerde
führer eine Verletzung am Sprunggelenk, im Früh
jahr
2014 war ärzt
licherseits von einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule die Rede (
Urk.
10/
33 S. 8, 10/45 S. 3, 10/62
, 10/68
S. 6
, 10/73 S. 3 f.). Trotz dieser Hin
weise veranlasste die Beschwerdegegnerin keine somatische
n
Untersuchung
en
des Beschwerdeführers. Wie sich
sein
Gesundheitszustand in somatischer Hinsicht
ab
Beginn des Warte
jahres per
1. April 2011 (Art. 28 f. IVG)
entwickelte, ist auf
grund der aktuellen Aktenlage vollständig ungeklärt. Die Beschwerdegegnerin hat damit ihre Unter
suchungspflicht (E. 1.
3
) verletzt.
3.2
Betreffend den
psychiatrischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers folgte d
ie Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom
17. Oktober 2016 (
Urk.
2)
der Aktenbeurteilung von
Dr.
C._
vom 25. Juli 2016 (
Urk.
10/115 S. 4 ff.).
Der
RAD-Facharzt
stellte
die Diagnose
einer
Persönlichkeitsstörung in Frage (S. 5 f.),
obwohl diese sowohl durch den behandelnden Psychiater
als auch
durch
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom
4. Juni 2012
bestätigt worden war (
Urk.
10/20, 10/33, 10/62, 10/106, 10/113
).
Eine nachvollziehbare Begründung für seine abweichende Beurteilung
brachte
der versicherungsinterne Arzt
nicht vor. S
o verwies er lediglich darauf, dass der Beschwerdeführer möglicherweise an einer impulsiven Persönlichkeitsakzentuierung leide, da er immerhin mit dieser
P
ersönlichkeit zum Beispiel neun Jahre am selben Arbeitsplatz habe arbeiten kön
nen (S. 5).
Weiter
kann
insbesondere auch
mit Blick auf den Umstand
, dass beim Beschwerdeführer in
der
Kindheit diverse Geburtsgebrechen
(GG)
diagnostiziert worden waren, unter anderem
GG
Ziff.
404 (
Störungen des Verh
altens bei Kin
dern mit normaler I
ntelligenz, im Sinne
krankhafter Beeinträchtigung der Affek
tivität oder Kontaktfähigkeit, bei Störungen
des Antriebes, des Erfassens, der perzeptiven Funktionen, der Wahrnehmung,
der Konzentrationsfähigkeit sowie der Merkfähigkeit, sofern sie
mit bereits gestellter Diagnose als solche vor der Vollendung des
9.
Altersjah
res auch behandelt worden sind
)
des Anhangs der Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
;
Urk.
10/1
)
, und
Dr.
C._
eine Aus
einandersetzung
mit diesem Aspekt v
ollkommen vermissen lässt, nicht auf eine umfassende Beurteilung durch den versicherungsinternen Arzt geschlossen wer
den.
Auf diese hätte damit nicht abgestellt werden dürfen.
Den Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits seit 1974 Leistungen der Inva
lidenversicherung wegen des GG
Ziff.
404 bezogen hatte (
Urk.
1/1), liess auch der Gutachter
Dr.
Z._
vollständig ausser Acht. In Unkenntnis der entspre
chenden
Vorakten
(vgl. Aktenzusammenfassung Urk. 10/33 ab S. 2), führte er aktenwidrig aus, es sei unbekannt, ob in der Jugendzeit ein ADHS diagnostiziert worden sei (
Urk.
10/33/9). Da er das (anhaltende) Vorliegen einer entsprechenden Störung in seiner Expertise gar nicht diskutierte, kann ihr - auch in Bezug auf die attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/33/13) - kein Beweiswert beige
messen werden. Überdies wurde das Gutachten im Jahr 2012 verfasst, weshalb es für die Beurtei
lung der Verhältnisse im Verfügungszeitpunkt (17. Oktober 2016) nicht mehr herangezogen werden kann.
Schliesslich ist vorliegend
dem
Bericht von
Dr.
B._
über die neuropsycholo
gi
sche sowie
verhaltensneurologische
Untersuchung des Beschwerdeführers vom 17. Juli 2017 (
Urk.
17) ebenfalls
Rechnung zu tragen
, nachdem er einen
(mögli
chen
) Gesundheitsschaden zum Gegenstand hat, der bereits vor Verfügungserlass am 17. Oktober 2016 (
Urk.
2) eingetreten ist und weiter andauert
(RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101, U 170/00 E. 2)
.
Aufgrund dieses Berichtes bestehen
Hinweise auf
eine
mögliche, das Verhalten des Beschwerdeführers
- welches sich insbesondere anlässlich der
beruflichen Massnahmen zeigte (
Urk.
10/54, 10/57, 10/86, 10/93
)
-
erklärende
Ursache im Sinne eine
s
ADHS
.
Laut
Dr.
B._
ist auch davon aus
zu
gehen, dass dieses Leiden eine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft deutlich erschwert, wobei sie die Belastbarkeit nicht zu beurteilen vermochte.
Seitens
Dr.
B._
s
wurden weitere Abklärungen
zur genauen Klassifikation und Diffe
rentialidagnostik und insbesondere zum Ausschluss anderer Ursachen empfohlen.
Ob
diese
stattgefunden haben und - falls ja - was die Erkenntnisse
auch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
daraus waren, ist unklar.
Die Beschwerdeproblematik ist diesbezüglich somit noch nicht vollständig abgeklärt.
3
.
3
Insgesamt ist
mit Blick auf das Dargelegte
festzuhalten, dass die
Beschwerdegeg
nerin ihre Untersu
c
h
ung
s
pflicht verletzte, indem sie den somatischen Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers zu keinem Zeitpunkt näher abklärte. Weiter kann auf die
versicherungsinterne
Beurteilung von
Dr.
C._
vom 25. Juli 2016 (
Urk.
10/115 S. 4 ff.) entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin n
icht abge
stellt werden
. Schliesslich ist der Sachverhalt hinsichtlich
der
(krankheitsbeding
ten)
Ursachen der beim Beschwerdeführer vorliegenden Verhaltensauffälligkeiten offen.
Aus diesen Gründen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eine Rückweisung rechtfertigt sich,
da
es sich um einen in mehrfacher Hinsicht
unvollständig abgeklärten
Sachverhalt handelt.
Die Beschwerdegegnerin hat eine
umfassende
Begutachtung des Beschwerdeführers in Auftrag zu geben und her
nach neu über
seinen
Leistungsanspruch zu entscheiden.
4
.
4
.1
Die Kosten des Verfahrens
sind auf Fr. 8
00.-- festzulegen und,
da die Rück
wei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsie
gen gilt
,
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegne
rin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
4
.2
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat sodann
ausgangsgemäss
gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSV
Ger
) Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung.
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Ge
mäss
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen
vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von Rechtsanwalt Thomas Wyss geltend gemachte Aufwand
von
total
Fr.
3‘915.80 (
Urk.
13, 22)
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht
angemessen,
insbesondere aufgrund der Tatsache, dass er den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat (
Urk.
10/123) und die Akten somit bekannt waren, so dass ein Aufwand von 3.5 Stunden für das Ak
tenstudium (
Urk.
13) nicht gerechtfertigt ist. Auch ein Aufwand von 1.5 Stunden für das Studium dieses Urteils (
Urk.
13) ist überhöht. Die Rechnungsstellung (vgl.
Urk.
22) wird praxisgemäss nicht entschädigt.
Angesichts der zu studierenden gut 127 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa zehn- und zweiseitigen Rechtsschriften, den Aufwendungen im Zusam
menhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung von Rechtsan
walt Thomas Wyss bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘
8
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
4.3
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2
, S. 10
) erweist sich damit als gegenstandslos.