# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 358173ba-4668-4c25-b237-dcedf2d247e0
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 19. Februar 2015 wurden die Pflichtigen zu einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 83‘602.-- veranlagt.
2. Gegen diese Veranlagung erhoben die Pflichtigen Rekurs und begehrten u.a. die defini-
tive Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2013 vom 19. Februar 2015 sei aufzuheben und
neu zu berechnen. Bei der Neuberechnung sei verbindlich zu berücksichtigen, dass der unter
Übrige Einkünfte aufgeführte Betrag von Fr. 22'500.-- nicht als steuerbares Einkommen veran-
lagt werde.
Zur Begründung führten sie u.a. aus, die Steuerverwaltung habe entgegen der Steuerer-
klärung unter übrige Einkünfte Fr. 22‘500.-- dem steuerbaren Einkommen zugerechnet, was
nicht korrekt sei. Es handle sich dabei nicht um Einkommen, sondern um eine Entschädigung
nach Art. 336a OR aufgrund missbräuchlicher Kündigung, welche als steuerfreie Genugtuungs-
zahlung zu betrachten sei. Die Rekurrentin sei seit dem 2. Oktober 2006 bei der C._ ange-
stellt gewesen. Mit Schreiben vom 18. April 2013 habe die C._ das Arbeitsverhältnis mit der
Rekurrentin auf den 30. Juni 2013 gekündigt. Die Arbeitgeberin habe als Grund für die Kündi-
gung wirtschaftliche Gründe vorgeschoben, nachdem die Rekurrentin sich über ihren Kinder-
wunsch geäussert habe. Die Rekurrentin habe aufgrund der missbräuchlichen Kündigung eine
Entschädigung von rund drei Monatsgehältern erhalten. In der in der Folge geschlossenen Ver-
einbarung habe man sich auch über sämtliche weiteren Punkte der Auflösung des Arbeitsver-
hältnisses geeinigt. Eine Entschädigung infolge missbräuchlicher Kündigung sei als steuerfreie
Genugtuungsleistung zu behandeln. Folgerichtig seien auf dem ausgezahlten Betrag keine So-
zialabgaben bezahlt worden. In der Vereinbarung sei zudem festgehalten worden, dass es sich
weder um Lohnzahlungen bzw. Lohnansprüche noch um eine Entschädigung wegen vorzeitiger
Auflösung des Arbeitsverhältnisses handeln würden. Gleiches ergebe sich aus dem Lohnaus-
weis der C._, in dem der Betrag von Fr. 22‘500.-- ausdrücklich nicht als Lohn, sondern als
Vergleichszahlung ausgewiesen worden sei. Für die Annahme einer Entschädigung brauche es
auch nicht zwingend ein Gerichtsverfahren.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 13. Mai 2016 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
ab und führte u.a. aus, die Auseinandersetzung sei ohne Einbezug eines Gerichts geführt wor-
den und die beiden Parteien seien lediglich mit Unterstützung ihrer Rechtsbeistände miteinan-
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der in Verhandlung gestanden. Dies sei insofern von Bedeutung, als dass ausschliesslich auf
die eingereichten Unterlagen abgestellt werden müsse, weil keine gerichtliche Sachverhaltser-
hebung erfolgt sei. Damit sei auf die beidseitig unterzeichnete Vereinbarung abzustellen. Darin
sei unter Ziff. 4 darauf hingewiesen, dass es sich bei der Zahlung nicht um eine Entschädigung
wegen irgendwie gearteter vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses handle. Hieraus sei
zu schliessen, dass es sich nicht um eine Genugtuungszahlung handle, sondern um eine steu-
erbare Leistung der Arbeitgeberin. Die Zahlung sei nämlich nicht ausdrücklich als Folge einer
missbräuchlichen Kündigung entrichtet worden. Weiter kämen die Parteien überein, dass im
Arbeitszeugnis von Auflösung des Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem Einvernehmen die
Rede sein soll. Diese Einvernehmlichkeit deute ebenfalls auf eine Zahlung hin, die ordentlich
steuerbar sein müsse. Der Umstand, ob die ehemalige Arbeitgeberin diese Zahlung ausdrück-
lich nicht als Lohnzahlung verstanden wissen wolle, spiele für die steuerliche Beurteilung keine
Rolle.
4. Mit Schreiben vom 3. Juni 2016 erhob die Vertreterin der Pflichtigen u.a. mit den Begeh-
ren, es seien der Einsprache-Entscheid vom 13. Mai 2016 sowie die Veranlagungsverfügung
vom 19. Februar 2015 betreffend die Staatssteuer 2013 aufzuheben und bei der Neufest-
setzung der Staatssteuer der unter Übrige Einkünfte aufgeführte Betrag von Fr. 22'500.-- nicht
als steuerbares Einkommen zu veranlagen, Rekurs.
Zur Begründung führte sie u.a. aus, beim Betrag von Fr 22‘500.--, welchen die Rekur-
rentin aus der Vereinbarung vom 11./12. Juni 2013 mit der C._ erhalten habe, handle es
sich nicht um Einkommen, sondern um eine Entschädigung nach Art. 336a OR aufgrund miss-
bräuchlicher Kündigung, welche als steuerfreie Genugtuungszahlung zu betrachten sei. Zur
Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung habe die Rekurrentin diese Entschädigung
erhalten und die Einsprache zurückgezogen. In der Vereinbarung sei festgehalten worden, dass
es sich dabei weder um Lohnzahlungen bzw. Lohnansprüche noch um eine Entschädigung we-
gen irgendwie gearteter vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses handle. Die C._ sei
nicht bereit gewesen ausdrücklich zuzugestehen, dass der Betrag eine Entschädigung für die
Missbräuchlichkeit der Kündigung darstelle. Die Parteien seien sich einig gewesen, dass die
Zahlung aber nicht als Lohnzahlung habe qualifiziert werden sollen. Der Rekurrentin sei es
wichtig gewesen, dass sie gegenüber der Arbeitslosenkasse habe belegen können, dass der
Betrag gerade nicht einen Verzicht auf die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses entschädige.
Ein solcher Verzicht hätte zu Sperrtagen bzw. einer Anrechnung der Zahlung an die Arbeitslo-
sentaggelder geführt. Da die Rekurrentin damals schwanger gewesen sei, sei es für die Arbeit-
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geberin wichtig gewesen festzuhalten, dass die Zahlung kein rechtlich verbotener „Schwanger-
schaftsauskauf“ dargestellt habe. Die Steuerverwaltung stütze sich auf Ziff. 4 Satz 2 der Ver-
einbarung. Dieser habe jedoch ausschliesslich mit Arbeitslosentaggeldern und Kündigungs-
sperrfristen i.S. von Art. 336c OR zu tun. Dass es sich um eine Entschädigung wegen miss-
bräuchlicher Kündigung handle, ergebe sich auch aus dem Zusammenspiel der Ziffern 3 und 4.
Dass es sich bei der Zahlung der Fr. 22'500.-- nicht um Lohn handle, ergebe sich weiter aus
dem Lohnausweis der C._, in welchem dieser Betrag ausdrücklich nicht als Lohn ausgewie-
sen worden sei, sondern als „Vergleichszahlung". Auf der Lohnabrechnung der C._ sei die
Summe unter dem Stichwort „Betrag“ ausgewiesen worden. Der im Einsprache-Entscheid fest-
gestellte Sachverhalt durch die Steuerverwaltung sei unrichtig und unvollständig. Zudem stütze
sie sich einzig auf jene Aussagen, welche eine Steuerpflicht konstruieren soll.
5. Mit Vernehmlassung vom 27. Juni 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung
des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, Genugtuungsleistungen seien steuerfrei. Bei
einer richterlichen Zusprechung sei die Steuerbehörde an die Qualifikation gebunden. Bei einer
aussergerichtlichen Vereinbarung müsse die Steuerbehörde jedoch selbst eine Würdigung der
konkreten Umstände vornehmen. lm vorliegenden Fall sei eine Persönlichkeitsverletzung, wie
sie bei Genugtuungszahlungen gemäss Art. 336a Abs. 3 OR vorausgesetzt werde, im direkten
Zusammenhang mit der Zahlung von Fr 22‘500.-- nicht klar ersichtlich. Die Steuerbehörde habe
die Zahlung der erwähnten Fr. 22'500.-- deshalb nicht als Lohn, sondern als übrige Einkünfte
betrachtet und demzufolge als steuerbares Einkommen im Sinne der Generalklausel von § 23
StG qualifiziert. lm vorliegenden Fall könne man auch von einer Entschädigung beim ver-
gleichsweise festgelegten Verzicht auf ein Recht gemäss § 24 Abs. 1 lit. c StG ausgehen, wie
dies im Schreiben der Vertreterin vom 19. April 2013 bereits erwähnt worden sei: ein Verzicht
auf rechtliche Schritte zu einer angemessenen Entschädigung.
6. Mit Schreiben vom 13. Juli 2016 führte der Vertreter aus, in der Beilage würden sich E-
Mails befinden, die belegen würden, dass der Arbeitgeber die Rekurrentin habe loswerden wol-
len nachdem sie ihre Kinderwünsche mitgeteilt habe. Die Steuerverwaltung benenne in ihrer
Vernehmlassung nicht, warum es keine missbräuchliche Kündigung gewesen sei. Vorliegend
würde eine Vielzahl von Indizien vorliegen, welche zeigen würden, dass die Entschädigung von
Fr. 22‘500.-- unter dem Titel „Entschädigung für missbräuchliche Kündigung / Rückzug der Ein-
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sprache“ erfolgt sei. Hingegen seien keine Indizien ersichtlich, was sonst mit dieser Zahlung
hätte ausgeglichen werden sollen.
7. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig.
Gemäss § 129 Abs. 2 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vor-
liegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei Richte-
rinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
2. Strittig ist vorliegend, ob die von der ehemaligen Arbeitgeberin der Rekurrentin ausge-
richtete Zahlung in Höhe von Fr. 22'500.-- als steuerbares Einkommen zu qualifizieren ist, oder
ob eine steuerfreie Genugtuung infolge einer missbräuchlichen Kündigung vorliegt.
3. a) Nach der überwiegenden Lehre beruht der steuerrechtliche Einkommensbegriff
auf der Reinvermögenszugangstheorie. Nach diesen Bestimmungen unterliegen „alle wieder-
kehrenden und einmaligen Einkünfte“ der Einkommenssteuer. Die wichtigsten Einkommensbe-
standteile werden sodann exemplifizierend und zuletzt die steuerfreien Einkommensbestandtei-
le scheinbar abschliessend aufgeführt (vgl. Blumenstein/Locher, System des schweizerischen
Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 206f.). Auch das Steuergesetz des Kantons Basel-
Landschaft verwirklicht in § 23 Abs. 1 den Grundsatz der Steuerbarkeit der gesamten Einkünfte
mittels der Einkommensgeneralklausel und beispielhaftem Einkünftekatalog (vgl. Findei-
sen/Theiler in: Nefzger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-
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Landschaft, § 23 N 1f; Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 6. November 2015, 510 15 44,
E 3, www.bl.ch/steuergericht).
Zum steuerbaren Einkommen gehören gemäss § 24 Abs. 1 lit. a StG insbeson-
dere alle Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit, namentlich aus privat- oder öffent-
lichrechtlichem Anstellungs- oder Arbeitsverhältnis oder aus der Erfüllung einer Dienstpflicht,
mit Einschluss der Natural- und Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen,
Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Tantiemen, Sit-
zungsentschädigungen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen, Trinkgelder oder ähnli-
che Zuwendungen.
b) Zahlungen von Genugtuungssummen sind gemäss § 28 lit. l StG nicht der Ein-
kommenssteuer unterworfen. So nehmen auch das Steuerharmonisierungsgesetz und das Ge-
setz über die direkte Bundessteuer Genugtuungszahlungen von der Steuerbarkeit aus (vgl. Art.
7 Abs. 4 lit. i des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden (StHG) vom 14. Dezember 1990 sowie Art. 24 lit. g des Bundesgesetzes über
die direkte Bundessteuer [DBG] vom 14. Dezember 1990). Diese Gesetzgebung geht auf die
Praxis des Bundesgerichts unter der Ordnung des Beschlusses vom 9. Dezember 1940 über
die Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt) zurück.
In einem wegweisenden Entscheid vom 20. Juni 1986 sprach sich das Bundes-
gericht für eine steuerliche Gleichbehandlung von Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen
aus. Es führte dazu aus, Schadenersatz diene der Wiedergutmachung einer Vermögenseinbus-
se mittels wertmässiger Wiederherstellung des wirtschaftlichen Zustandes vor dem schädigen-
den Ereignis. Da dadurch lediglich eine erlittene oder noch eintretende wirtschaftliche Einbusse
ausgeglichen werde, habe der Schadenersatz keine Vermögensvermehrung zur Folge und un-
terliege grundsätzlich nicht der Besteuerung als Einkommen. Die Genugtuung sei demgegen-
über Wiedergutmachung einer (beispielsweise) durch Persönlichkeitsverletzung hervorgerufe-
nen immateriellen Unbill ("tort moral") und habe zum Zweck, durch eine pekuniäre Leistung ei-
nen gewissen Ausgleich zu bieten für körperliche Schmerzen, Leid, verminderte Lebensfreude,
Beeinträchtigung des Lebensgenusses und ähnliche Ursachen seelischen Unbehagens. Ge-
nugtuungszahlungen könnten per definitionem nie an die Stelle eines Arbeitseinkommens tre-
ten, weshalb eine Besteuerung der Genugtuung (im konkreten Fall wegen Beeinträchtigung der
körperlichen Integrität) als Ersatzeinkommen von vornherein entfalle. Zusammenfassend erwog
das Bundesgericht, sowohl die Genugtuung als auch der Schadenersatz bezweckten den Aus-
gleich einer erlittenen immateriellen bzw. materiellen Beeinträchtigung durch materielle Wieder-
gutmachung. Es wäre deshalb stossend, die Genugtuung einzig deshalb, weil ihr kein Vermö-
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gensabgang gegenüberstehe und das Vermögen des Betroffenen daher durch die erlittene Un-
bill keine in Geld messbare entsprechende Verringerung erfahren habe, als Vermögenszugang
der Besteuerung als Einkommen zu unterstellen. Aufgrund ihrer Nähe zum Schadenersatz und
der Tatsache, dass sie nicht Ersatzeinkommen sei, dränge sich vielmehr der Schluss auf, die
Genugtuung steuerrechtlich gleich wie Schadenersatz und- damit nicht als Einkommen im Sinn
von Art. 21 BdBSt zu behandeln (Entscheid des Bundesgerichts [BGE] vom 20. Juni 1986, publ.
in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 56, S. 61, E. 2b ff.).
c) Die ausdrückliche Steuerbefreiung der Genugtuungsleistung wird auch sozialpoli-
tisch begründet, soll sich der Staat doch nicht am Unglück seiner Bürger bereichern (vgl. Zi-
gerlig/Jud, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuer-
recht I/2a, Art. 24 DBG N 28; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuer-
gesetz, 3. A. Zürich 2013, § 24 N 93; BGE vom 20. Juni 1986, a.a.O., E. 2f; vgl. zum Ganzen
auch Entscheid des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich, 1. Abteilung, vom 14. Juli 2011, 1
ST.2011.82, E. 3a).
4. Die Pflichtige führt sowohl in ihrem Rekurs als auch an der heutigen Verhandlung aus,
bei der von der ehemaligen Arbeitgeberin bezahlten Entschädigung handle es sich um eine
steuerfreie Leistung infolge missbräuchlicher Kündigung der Arbeitgeberin. Die Rekurrentin sei
aufgrund ihrer Äusserungen betreffend ihres Kinderwunsches entlassen worden, was als klas-
sischer Anwendungsfall einer missbräuchlichen Kündigung nach Art. 336 des Bundesgesetzes
vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter
Teil: Obligationenrecht) (OR) zu betrachten sei.
a) Erweist sich eine Kündigung als missbräuchlich, ist eine Entschädigung gemäss
Art. 336a OR auszurichten. Diese Entschädigung dient nach der Rechtsprechung sowohl der
Bestrafung als auch der Wiedergutmachung; letzteres ergebe sich aus dem Wort Entschädi-
gung sowie aus dem Umstand, dass sie nicht dem Staat, sondern dem Betroffenen zu leisten
sei. Die Entschädigung sei jedoch kein Schadenersatz im klassischen Sinn, da sie keinen
Schaden voraussetze, sondern sie sei vielmehr ein mit der Konventionalstrafe vergleichbares
Gebilde eigener Art (vgl. BGE 123 lll 391, E. 3). Nach der steuerrechtlichen Literatur steht die
Entschädigung infolge missbräuchlicher Kündigung als Rechtsverletzungsbusse (des Arbeitge-
bers) einer Genugtuungszahlung für Persönlichkeitsverletzungen nahe und ist deshalb als
steuerfreie Genugtuungsleistung im Sinn von § 28 lit. l StG zu behandeln (vgl. Peter Locher,
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Kommentar zum DBG, 2001, Art. 24 N 51; Zigerlig/Jud, a.a.O., Art. 24 DBG N 29b; Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 24 N 95) (vgl. zum Ganzen auch Entscheid des Steuerre-
kursgerichts des Kantons Zürich, 1. Abteilung, vom 14. Juli 2011, a.a.O., E. 3b).
b) Für die steuerrechtliche Beurteilung einer Leistung ist massgeblich‚ welche Funk-
tion dieser zukommt bzw. zu welchem Zweck sie entrichtet wurde (vgl. Entscheid der Steu-
errekurskommission [StRK] II, heute Steuerrekursgericht des Kantons Zürich vom 31. Oktober
2003, ST.2003.247, E. 2b). Bei der Bemessung einer Entschädigung infolge missbräuchlicher
Kündigung hat das Gericht sämtliche Umstände zu würdigen, wobei ihm ein grosser Ermes-
sensspielraum zukommt. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Kündigung auf den Ar-
beitnehmer sind zu berücksichtigen (BSK OR I-Portmann/Rudolph, Art. 336a N 3). Es ist daher
denkbar, dass solche Entschädigungen auch lohnähnliche Komponenten bzw. Ersatzeinkom-
men enthalten (etwa im Sinn einer Lohnfortzahlung). Diese Leistungen können nur in demjeni-
gen Umfang, als sie tatsächlich zum Zweck des Ausgleichs seelischer oder körperlicher Unbill
entrichtet wurden, als steuerfreie Genugtuungszahlungen behandelt werden. Nicht zu verken-
nen ist allerdings, dass es in der Praxis zu Abgrenzungsschwierigkeiten kommen mag. Bei der
Ermittlung des steuerfreien Betrags könnten sich zusätzliche Unwägbarkeiten ergeben bei Ent-
schädigungen, die gestützt auf eine (gerichtliche oder aussergerichtliche) Vergleichsvereinba-
rung ausbezahlt wurden, da in diesen Fällen oft kaum Einzelheiten ersichtlich sind bzw. in Er-
fahrung gebracht werden können. Weiter ist zu beachten, dass die Entschädigung nach miss-
bräuchlicher Kündigung einen konventionalstrafrechtlichen Teilaspekt beinhaltet, der eine
Schadensabgeltung einschliesst, bezweckt doch die Konventionalstrafe, wenn auch nicht
hauptsächlich, auch einen wirtschaftlichen Ausgleich für Nachteile der Nicht- oder Schlechterfül-
lung der Primärverpflichtung (BSK OR I-Ehrat/Widmer, Art. 160 N 1). ln diesem Umfang dürften
solche Beträge nicht als Genugtuungsleistungen im Sinn von § 28 lit. l StG qualifiziert werden,
sondern (soweit damit tatsächlich eine wirtschaftliche Einbusse abgedeckt wird) als, immerhin
ebenfalls steuerfreie, Schadenersatzleistungen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., §
22 N 91) (vgl. zum Ganzen auch Entscheid des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich, 1.
Abteilung, vom 14. Juli 2011, a.a.O., E. 3c).
5. Die Steuerbehörden müssen den rechtserheblichen Sachverhalt von sich aus richtig und
vollständig abklären. Der Untersuchungsgrundsatz entbindet die Parteien indessen nicht von
ihrer Beweislast. Es wird erwartet, dass die steuerpflichtige Person die zu ihren Gunsten spre-
chenden Umstände von sich aus vorbringt. Sie ist zur Erteilung umfassender Auskünfte über
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die für die Besteuerung massgebenden Umstände verpflichtet. Beweismittel ist primär die
mündliche oder schriftliche Auskunft der pflichtigen Person, also die Parteiaussage (ASA, Bd.
68, S. 461). Bei steuererhöhenden Tatsachen trägt die Veranlagungsbehörde die Beweislast;
sie hat aber keine Kenntnis vom Sachverhalt, weshalb der Gesetzgeber Mitwirkungspflichten
des Steuerpflichtigen statuiert. Diese Mitwirkungspflichten ändern zwar an der Beweislastvertei-
lung nichts, wirken sich aber auf die Beweiswürdigung aus. Wirkt der Steuerpflichtige trotz
Mahnung nicht mit, legt er z.B. die von ihm verlangten Unterlagen nicht vor, erscheint er nicht
zur Einvernahme usw., obschon die geforderte Mitwirkung zumutbar ist, kann die Veranla-
gungsbehörde den Beweis nicht erbringen, befindet sie sich in Beweisnot. Beweisnot des Be-
weisbelasteten rechtfertigt aber die Überwälzung der Beweislast auf den Steuerpflichtigen nicht,
die entscheidende Behörde bleibt an die Beweislastregeln gebunden (vgl. ASA, Bd. 56, S. 626).
Der Steuerpflichtige trägt seinerseits die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld
mindern oder aufheben, insbesondere auch dafür, dass die geltend gemachte neue Tatsache
der Veranlagungsbehörde hätte bekannt sein müssen (Zweifel/Casanova, Schweizerisches
Steuerverfahrensrecht, § 26 Rz. 33). Dass das Steuersubjekt in zwar weitreichendem, aber
doch begrenztem Umfang zur Mitwirkung bei der Rekonstruktion des steuererheblichen Sach-
verhalts verpflichtet ist, muss Konsequenzen für die Verteilung der objektiven Beweislast ha-
ben. Diese beweislastrechtlichen Konsequenzen hängen davon ab, ob das Steuersubjekt in
gehöriger Weise mitwirkt oder ob es die mögliche und zumutbare Mitwirkung pflichtwidrig und
schuldhaft verweigert (ASA, Bd. 67, S. 445). Die entscheidende Behörde kann die tatsächlichen
Anbringen der Steuerbehörde als erwahrt ansehen, wenn sie glaubhaft erscheinen. Statt voll-
ständigem Beweis reicht die Glaubhaftmachung aus. Das führt dazu, dass der Beweis als vom
Beweisbelasteten erbracht erachtet wird, obwohl nichts bewiesen worden ist. In jedem Fall
muss aber die Mitwirkung des Steuerpflichtigen im geforderten Umfang möglich und zumutbar
sein (vgl. Behnisch, Die Verfahrensmaximen und ihre Auswirkungen auf das Beweisrecht im
Steuerrecht, in: ASA, Bd. 56, S. 627; zur Auskunftspflicht ausführlich auch Zweifel/Casanova,
a.a.O., § 16 Rz. 39 ff.). Die Mitwirkung der steuerpflichtigen Person kann somit weder im Veran-
lagungs- noch im Rechtsmittelverfahren erzwungen werden. Die säumige steuerpflichtige Per-
son treffen jedoch Rechtsnachteile und Bussen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art.
126 N 47). Damit wird dem allgemeinen Rechtsgedanken, wonach pflichtwidriges Nichtmitwir-
ken bzw. allgemein beweisvereitelndes Verhalten sich nicht lohnen darf, Rechnung getragen
(Schär, Normentheorie und mitwirkungsorientierte Beweislastverteilung in gemischten Steuer-
veranlagungsverfahren, in ASA, Bd. 67, S. 452; StGE vom 16. Mai 2014, 510 13 98, E. 4b,
www.bl.ch/steuergericht).
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6. a) Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist gemäss Art. 336 Abs. 1 OR miss-
bräuchlich, wenn sie von einer Partei ausgesprochen wird, wegen einer Eigenschaft, die der
anderen Partei kraft ihrer Persönlichkeit zusteht, es sei denn, diese Eigenschaft stehe in einem
Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis oder beeinträchtige wesentlich die Zusammenarbeit
im Betrieb (lit. a); weil die andere Partei ein verfassungsmässiges Recht ausübt, es sei denn,
die Rechtsausübung verletze eine Pflicht aus dem Arbeitsverhältnis oder beeinträchtige wesent-
lich die Zusammenarbeit im Betrieb (lit. b); ausschliesslich um die Entstehung von Ansprüchen
der anderen Partei aus dem Arbeitsverhältnis zu vereiteln (lit. c); weil die andere Partei nach
Treu und Glauben Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis geltend macht (lit. d); weil die andere
Partei schweizerischen obligatorischen Militär- oder Schutzdienst oder schweizerischen Zivil-
dienst leistet oder eine nicht freiwillig übernommene gesetzliche Pflicht erfüllt (lit. e). Die Kündi-
gung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber ist gemäss Art. 336 Abs. 2 OR im Weite-
ren missbräuchlich, wenn sie ausgesprochen wird, weil der Arbeitnehmer einem Arbeitnehmer-
verband angehört oder nicht angehört oder weil er eine gewerkschaftliche Tätigkeit rechtmässig
ausübt (lit. a); während der Arbeitnehmer gewählter Arbeitnehmervertreter in einer betrieblichen
oder in einer dem Unternehmen angeschlossenen Einrichtung ist, und der Arbeitgeber nicht
beweisen kann, dass er einen begründeten Anlass zur Kündigung hatte (lit. b); im Rahmen ei-
ner Massenentlassung, ohne dass die Arbeitnehmervertretung oder, falls es keine solche gibt,
die Arbeitnehmer, konsultiert worden sind (Art. 335f OR).
b) Gemäss der unter Ziff. 5 der Erwägungen zitierten Praxis obliegt der Beweis,
dass der von der Arbeitgeberin ausgerichtete Betrag von Fr. 22'500.-- infolge missbräuchlicher
Kündigung bezahlt wurde - da es sich dabei um eine steuermindernde Tatsache handelt - der
Rekurrentin.
c) Anlässlich der heutigen Verhandlung führte der Ehemann der Rekurrentin aus,
der Wunsch der Rekurrentin Mutter zu werden, habe der Arbeitgeberin nicht ins Konzept ge-
passt, weshalb man ihr zunächst angeboten habe im Mandatsverhältnis weiterzuarbeiten. Da
die Rekurrentin jedoch nicht darauf eingegangen sei, habe man Druck aufgebaut und sie
schliesslich dazu aufgefordert, selbst zu kündigen. Da auch dies nicht gelungen sei, sei sie ent-
lassen worden. Der Ablauf zur Geltendmachung einer Entschädigung sei eingehalten und Ein-
sprache erhoben worden. In der Folge hätten Vergleichsgespräche stattgefunden, die zur Zah-
lung von drei Monatslöhnen geführt hätten, worauf die Rekurrentin vereinbarungsgemäss die
Einsprache zurückgezogen habe. Die Zahlung stelle keinen Lohn dar. Die Lohnfortzahlung be-
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finde sich unter Ziff. 2 und der zu beurteilende Betrag in Ziff. 4 der Vereinbarung. Es sei klar
ersichtlich, dass diese nichts miteinander zu tun hätten. Die Rekurrentin führte zudem aus, es
habe interne Veränderungen betreffend Zuständigkeiten und Produkte gegeben. Sie habe ge-
genüber ihrem Vorgesetzten ihren Kinderwunsch geäussert, worauf dieser ihr vorgeschlagen
habe zu kündigen, ansonsten jemand anderem gekündigt werden müsste. Schliesslich sei sie
gekündigt worden.
d) Nach Ansicht der Steuerverwaltung ist vorliegend eine missbräuchliche Kündi-
gung nicht nachgewiesen, ebenso wenig werde damit eine Persönlichkeitsverletzung oder see-
lische Unbill ausgeglichen. Damit sei die Zahlung von Fr. 22‘500.-- der Besteuerung zu unter-
werfen.
7. a) Die Rekurrentin und die C._ schlossen per 11. Juni 2013 eine Vereinbarung,
in welcher u.a. festgehalten wurde, dass der Arbeitnehmerin seitens der Arbeitgeberin gekün-
digt worden sei und die Arbeitnehmerin auf die Geltendmachung von Sperrfristen nach Art.
336c OR verzichte (Ziff. 1). Unter Ziff. 3 wurde vereinbart, dass die Arbeitnehmerin ihre Ein-
sprache gegen die Kündigung nach Art. 336b OR und Art. 9 des Bundesgesetzes über die
Gleichstellung von Frau und Mann vom 24. März 1995 zurückziehe und die C._ der Arbeit-
nehmerin spätestens auf das Ende des Arbeitsverhältnisses den Betrag von Fr. 22‘500.-- be-
zahle. Es handle sich dabei weder um Lohnzahlungen bzw. Lohnansprüche noch um Entschä-
digung wegen irgendwie gearteter vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Unter Ziff. 2
wird zudem festgehalten, dass die Arbeitnehmerin bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses bei
vollem Lohn freigestellt sei, wobei damit auch sämtliche Ferienansprüche der Arbeitnehmerin
abgegolten seien.
b) Gemäss den Unterlagen wurde die Arbeitnehmerin aufgrund von wirtschaftlichen
Gründen entlassen. In der Vereinbarung zwischen der Arbeitnehmerin und der Arbeitgeberin
vom 11. Juni 2013 wurde kein Grund für die Kündigung genannt und eine positivrechtliche Qua-
lifikation der Zahlung in Höhe von Fr. 22‘500.-- fehlt. Aufgrund der negativen Umschreibung der
Zahlung „Es handelt sich dabei weder um Lohnzahlungen bzw. Lohnansprüche noch um Ent-
schädigung wegen irgendwie gearteter vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses.“ ist im-
mer noch nicht klar definiert, um was für eine Art von Zahlung es sich handelt.
Zudem beruht die Zahlung vorliegend auf einer aussergerichtlichen Vereinba-
rung, womit das Steuergericht ohnehin nicht an eine zivilrechtliche Qualifikation der Parteien
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gebunden wäre und aufgrund einer Würdigung der konkreten Vereinbarung und der gesamten
Umstände zu prüfen hat, ob effektiv eine Entschädigung nach Art. 336a OR vorliegt (vgl. Ent-
scheid des Steuergerichts des Kantons Solothurn, SGSTA.2013.30; BST.2013.28 vom 9. De-
zember 2013, E. 6.2.4).
c) In der von der Rekurrentin eingereichten E-Mail-Korrespondenz an die Arbeitge-
berin ging es vornehmlich darum, dass die Arbeitnehmerin ihren Kinderwunsch geäussert hat
und die Arbeitgeberin daraufhin die Arbeitnehmerin „loswerden“ wollte. An der heutigen Ver-
handlung ergänzte die Rekurrentin, dass es bei der C._ zu Veränderungen bei den Produk-
ten und den Zuständigkeiten kommen sollte. Die E-Mails, welche die Rekurrentin eingereicht
hat, beleuchten die Situation lediglich aus ihrer Sicht. Es liegen dem Steuergericht jedoch keine
Antworten der Arbeitgeberin vor, in welchen sich diese zur Kündigung oder der für die Arbeit-
nehmerin belastenden Situation äussert. Dass die Rekurrentin über die Vorgehensweise der
Arbeitgeberin - gerade in Anbetracht der Tatsache, dass das Arbeitsverhältnis seit dem 24. Au-
gust 2006 bestanden hat - überrascht war, ist verständlich, führt aber noch nicht zur Annahme,
dass die Kündigung auch missbräuchlich war. Im Rekurs wird weiter ausgeführt, dass die Re-
kurrentin zum fraglichen Zeitpunkt schwanger gewesen sein soll und sie das Ungeborene verlo-
ren habe. Eine ärztliche Bestätigung liegt jedoch nicht vor. Der in Ziff. 1 der Vereinbarung fest-
gehaltene Verzicht auf die Geltendmachung von Sperrfristen wird den Beweisanforderungen
(an eine damals bestehende Schwangerschaft) nicht gerecht. Im Weiteren war die Rekurrentin
zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung anscheinend krankgeschrieben, hingegen
wurde in der Vereinbarung davon ausgegangen, dass sie ab 15. Juni 2013 wieder arbeitsfähig
sei und die Krankentaggeldversicherung ihre Zahlungen einstelle. Aufgrund dieser Übereinkunft
und mangels Beweis der behaupteten Schwangerschaft ist aber eine Kündigung zur Unzeit
nach OR Art. 336c Abs. 1 lit. c nicht anzunehmen.
Schliesslich wird in Ziffer 3 der Vereinbarung, wie bereits erwähnt, verabredet,
dass die Einsprache gegen die Kündigung zurückgezogen werde. In Ziffer 4 wird sodann die
umstrittene Zahlung der Arbeitnehmerin festgehalten. Die Rekurrentin wurde gemäss Vereinba-
rung bei vollem Lohn inkl. Abgeltung allfälliger Ferienansprüche freigestellt. Gemäss dem Ar-
beitsvertrag vom 7. Dezember 2011 stand der Rekurrentin das 13. Monatsgehalt pro rata tem-
poris zu. Ausserdem stand ihr ein Incentive im direkten Zusammenhang mit der persönlichen
Zielvereinbarung und -erreichung sowie dem Geschäftsresultat zu. Ein grundsätzliches Anrecht
hatte sie jedoch nicht. Nicht enthalten war damit aber die Abgeltung des 13. Monatsgehalts mit
der Formulierung in der Vereinbarung „... bei vollem Lohn freigestellt“ und ... auch sämtliche
Ferienansprüche ... abgegolten“. Das 13. Monatsgehalt ist in dieser Vereinbarung nicht er-
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wähnt. Auf dieses besteht hingegen gemäss Arbeitsvertrag vom 7. Dezember 2011 klar ein An-
spruch. Pro rata temporis wäre der Rekurrentin damit ein Betrag von rund Fr. 3‘967.-- zuge-
standen (= Fr. 6‘800.-- : 12 x 7). Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist datiert vom 18. April
2013 und ist per 30. Juni 2013 erfolgt. Die Kündigungsfrist gemäss Art. 335c Abs. 2 OR beträgt
im zweiten bis neunten Dienstjahr zwei Monate. Die vertragliche Auflösung des Arbeitsverhält-
nisses ist erst per 31. Juli 2013 also einen Monat später terminiert. Auf der Lohnabrechnung
des Monats Juli 2013 erscheinen der Monatslohn und die vereinbarten Fr. 22‘500.--. Damit ist
auch klar, dass der Anteil des 13. Monatsgehalts nicht separat ausgewiesen wurde und in der
Zahlung in Höhe von Fr. 22‘500.-- enthalten sein muss. Im Weiteren ist auch davon auszuge-
hen, dass in dieser Zahlung ein pro rata Anteil des Incentives enthalten ist.
d) Rein objektiv gesehen, liegen vorliegendenfalls keinerlei Zugeständnisse der
Arbeitgeberin vor, dass die Kündigung missbräuchlich war. Sämtliche von der Rekurrentin ein-
gereichten Unterlagen, welche die Missbräuchlichkeit der Kündigung belegen sollten, beruhen
auf einseitigen Darstellungen der Rekurrentin resp. deren Vertretung. Seitens der Arbeitgeberin
liegen keine Beweise vor. Diese einseitige Darstellung vermag die Behauptungen der Rekurren-
tin nicht zu belegen. Es ist damit auch nicht nachgewiesen, ob und in welchem Umfang die frag-
liche Zahlung der C._ eine allfällige seelische oder körperliche Unbill, welche die Rekurren-
tin gemäss ihrer Darstellung erlitten haben soll, entschädigen sollte oder hätte müssen. Damit
ist keine klare positivrechtliche Qualifikation der Zahlung der damaligen Arbeitgeberin an die
Rekurrentin als Genugtuung möglich. Aufgrund der arbeitsvertraglichen Ansprüche der Rekur-
rentin ist vielmehr davon auszugehen, dass mit der Zahlung des pro-rata-Anteils des 13. Mo-
natsgehalts für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 2013, sowie ihren Anteil auf den Incentive
abgegolten wurde. Somit stellt diese Zahlung steuerbares Einkommen dar. Schliesslich hat die
Rekurrentin ihre Einsprache gegen die Kündigung zurückgezogen und damit auf die Geltend-
machung des Grundes einer missbräuchlichen Kündigung verzichtet und dadurch eine höhere
Zahlung erhalten. Daher stellt diese Zahlung von Fr. 22‘500.-- gemäss der Einkommensgene-
ralklausel steuerbares Einkommen dar (vgl. auch Entscheid des Steuergerichts des Kantons
Solothurn, a.a.O. E. 7). Somit ist der gesamte von der C._ an die Rekurrentin bezahlte Be-
trag in Höhe von Fr. 22‘500.-- der Einkommenssteuer zu unterwerfen.
e) Selbst wenn auch die Arbeitgeberin aus zivilrechtlicher Sicht von einer miss-
bräuchlichen Kündigung ausgegangen wäre, was jedoch vorliegendenfalls nicht bewiesen wur-
de, bedeutet dies nicht, dass eine in der Folge ausgerichtete Zahlung der Arbeitgeberin als
steuerfreie Genugtuung zu betrachten ist.
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Im Entscheid des Steuergerichts des Kantons Solothurn vom 9. Dezember 2013
wurde hierzu festgehalten, dass die Parteien selbst davon ausgegangen seien, dass die Ent-
schädigung infolge missbräuchlicher Kündigung erfolgt sei. Selbst im Lohnausweis ist festge-
halten „in Folge missbräuchlicher Kündigung eine Entschädigung gemäss Art. 336a OR“. Trotz-
dem sah sich das Steuergericht veranlasst, diese eindeutige von den Parteien vorgenommene
zivilrechtliche Qualifikation zu hinterfragen und kam in der Beurteilung aus steuerrechtlicher
Sicht zu einem anderen Schluss. Es führte in Erwägung 6.2.5 aus, diese Qualifikation durch die
Parteien ist nur als Indiz zu werten und reicht allein noch nicht aus, um das Vorliegen einer
missbräuchlichen Kündigung zu bejahen. Das Steuergericht muss sich gestützt auf die Um-
stände bei der Kündigung selbst davon überzeugen können, dass eine missbräuchliche Kündi-
gung nach Art. 336 OR vorliegt. Diese Umstände im Zusammenhang mit der Kündigung und die
Vorgeschichte zur fraglichen Vereinbarung sind vorliegend zwar behauptet, aber nicht weiter
belegt worden. Damit kann eine Entschädigung nach Art. 336a OR schon aufgrund des fehlen-
den Nachweises einer missbräuchlichen Kündigung nicht bejaht werden. Unter diesen Umstän-
den kann auch die Frage offen bleiben, ob eine solche - wie die Lehre vertritt - gestützt auf Art.
24 lit. g DBG und § 32 lit. g StG (Kt. Solothurn) resp. nach dem Basellandschaftlichen Steuer-
gesetz § 28 lit. l StG ohne weiteres von der Steuer befreit wäre (vgl. Entscheid des Steuerge-
richts des Kantons Solothurn, a.a.O. E. 6.2.5f.).
Aufgrund all dieser Ausführungen erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.
8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens haben die Rekurrenten Verfahrenskosten
in Höhe von Fr. 800.-- zu bezahlen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16.
Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]) und es ist
ihnen keine Parteientschädigung auszurichten (§ 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO).
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