# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0008301d-5e7c-4fe0-936b-1257c685cc0d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1966, meldete sich im Februar 2002
unter Hinweis auf
psychische B
eschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/1-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, stellte mit Vorbescheid vom 17. September 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 25 % die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 5/7). Daran hielt sie mit nicht aktenkundiger, unangefochtenen in Rechtskraft erwachsener Ver
fügung (vgl. Urk. 5/8) fest.
1.2
Seit August 2003 arbeitete der Versicherte als Hilfspfleger am Spital Y._. Am 20. Juli 2013 meldete er sich unter Hinweis auf Beschwerden am Handgelenk erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 5/11), worauf
die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen durch
führte
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk. 5/41
;
Urk. 5/47
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 1. Dezember 2015 einen Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 5/85 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
13. Januar 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 1. Dezember 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2016 (Urk. 4) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 16. Fe-bruar 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im Falle einer Neuanmeldung ist in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechtes (ATSG) vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 1b mit Hinweisen).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers er
heblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 f. E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen). Ob eine solche Ände
rung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfü
gung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den er
werblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respektive des Einspracheentscheides (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisions
grund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG und alt Art. 41 IVG dar (BGE 112 V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a; Urteil des Bundes
gerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.1 mit Hinweis).
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass aufgrund der vorhandenen Instabilität des Daumensattelgelenks rechts keine er
heblichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit im Sinne des Gesetzes ausge
wiesen seien und die bisherige Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Ein Gesund
heitsschaden mit bleibender oder längerer Zeit dauernder Erwerbsunfähigkeit sei nicht ausgewiesen. Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht liege auch kein psychiatrisches Leiden vor, das nicht behandelbar sei. Insgesamt bestehe aus medizinischer Sicht bei der Ausübung der angestammten Tätigkeit keine Ein
schränkung. Auch bei der Stellensuche sei der Beschwerdeführer invaliditätsbe
dingt nicht eingeschränkt, weshalb man ihn diesbezüglich an die zuständige Regionale Arbeitsvermittlung verweise (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, der
angefochtene Ent
scheid beruhe auf unrichtigen und unvollständigen Sachverhaltsfeststellungen.
B
ereits eine normale Belastung und Anforderung an das Daumensattelgelenk
sei entgegen der Auffassung des RAD
im angestammten Tätigkeitsbereich nicht mehr zu bewerkstelligen. Gemäss
Dr. Z._
seien Heben und Tragen nicht mehr
möglich,
sondern nur noch ein
e Arbeit ohne Einsatz der Hände
. Laut Ver
trauensarzt der P
ensionskasse
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit. Desgleichen gemäss
Dr. A._, Spezialarzt für Handchi
rurgie
, wonach
er
nur noch leicht manuell belastende Arbeiten mit Gewichten von 100 bis 200 Gramm ausführen könne
(Urk. 1 S. 3 ff.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hinreichend abgeklärt wurde und ob im Zeitraum zwischen Erlass des Vorbe
scheids (Urk. 5/7) und der leistungsabweisenden Verfügung der Beschwerdegeg
nerin (Urk. 2) eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist. Strittig ist insbesondere die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in somatischer Hinsicht.
3.
Im Zeitpunkt des letzten rechtskräftigen
und leistungsabweisenden
Entscheids
aus dem Jahre
2002 (
Urk.
5/7
f.
) lag laut
B
ericht von
Dr.
med.
B._
, Praktische Ärztin, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) mit einer daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vor (
Urk.
5/3).
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung gingen folgende Arztberichte ein:
4.2
Dr.
med.
Dr.
sc. nat.
C._
,
D._
,
diagnosti
zierte mit Bericht
vom 2
2.
August 2013 (
Urk.
5/20)
eine
multidirektionale Insta
bilität des MCP-Gelenkes Daumen rechts, wahrscheinlich durch chronische Überlastung
, sowie einen
vermutlich schnellende
n
Finger Dig. III Hand links
. Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. C._ aus, dass der Beschwerdeführer voll ar
beitsfähig sei, aber mit dem Chef besprechen müsse, ob er weniger im Gipszim
mer arbeiten könne. Aufgrund der deutlichen Handbelastung könne er im Gips
zimmer nicht mehr arbeiten.
4.3
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Innere Medizin, speziell Rheumatologie,
Vertrauensarzt der Pensionskasse Stadt Zürich, hielt in seinem Bericht vom
24. Oktober 2013 (
Urk.
5/24) als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
-
beitsfähigkeit invalidisierende Ellbogen-, Hand- und Fussschmerzen fest (S. 2
Ziff.
1). Zur Prognose für bisherige und andere Tätigkeiten führte er aus, dass die Ursache der vom Beschwerdeführer beklagten Schmerzen in Händen und Füssen unklar sei. Aufgrund der unklaren Diagnostik sei eine Prognose für eine Verweistätig
keit nicht möglich (S. 5
Ziff.
7.1. und
Ziff.
7.2). Aktuell bestehe eine Arbeitsfä
higkeit von 50
%
in einer Verweistätigkeit (S. 6
Ziff.
9.1). In Bezug auf die bis
herige Tätigkeit sei von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
5/24/7 unten).
4.4
Mit Bericht vom 3. Juni 2014 (
Urk.
5/35/1-4) hielt
Dr.
med.
B._
als Diagnosen Brennschmerzen der Hände und Füsse sowie nozizeptive Gelenk
schmerzen beider Hände fest (
Ziff.
1.1) und attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 100
%
seit 26. August 2013
bis auf Weiteres. So
dann führte sie aus, dass bei körperlicher Arbeit mit den Händen die Schmerzen so stark würden, dass der Beschwerdeführer sie nicht mehr aushalten könne. Eine
Arbeit im Gipszimmer und Betten
schieben sei unmöglich; er könnte eine leichtere Arbeit machen (
Ziff.
1.7).
Ihrem Bericht fügte Dr. B._ einen Bericht der F._ Klinik vom 7. September 2012, einen Bericht des D._ vom 18. Juli 2013 und Berichte des G._ vom 19., 20. und 21. Mai 2014 bei (Urk. 5/35/5-24).
4.5
Dr. E._ führte mit Bericht vom 3. beziehungsweise 5. Juni 2014 (Urk. 5/36)
aus, dass in der angestammten Tätigkeit (Gipszimmer, Transport) eine dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe. In einer behinderungsangepassten
Tätig
keit sollte nach Durchführung der geplanten Massnahmen (stationäre, psycho
somatisch orientierte Rehabilitation) eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 50
%
in einer Verweistätigkeit möglich sein (S. 7
Ziff.
9.1).
4.6
Dr.
med. pract.
H._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, führte mit Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2014 (
Urk.
5/40/5) aus, dass aus ihrer Sicht anhand der Akten davon auszugehen sei, dass die ange
stammte Tätigkeit im Patiententransport zugleich angepasst sei, da verstärkte Anforderungen an das rechte Daumensattelgelenk nicht zu erwarten
seien. Da
mit wäre medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
angestammt = angepasst ausgewiesen. Zum Ablauf der Wartezeit liege
hoffentlich der Be
richt aus der psychosomatischen Reha vor, dann werde sich zeigen, ob weitere Abklärungen nötig seien (
Urk.
5/40/5).
4.7
Dr. med. I._, Facharzt für Allgemeine Medizin, Vertrauensarzt für die Pensionskasse Stadt Zürich, hielt mit Bericht vom 31. Oktober 2014 (Urk. 5/50) folgende Diagnosen fest (S. 2):
diagnostisch bisher nicht geklärte psychische Symptomatik: mittel
schwere depressive Symptomatik, Hinweise für mindestens latente Suizi
dalität, Hinweise für generalisierte Angststörung, Hinweise auf dissozia
tive Symptome
brennende Hand- und Fussschmerzen
Instabilität Daumengrundgelenk rechts
chronische Magen-Darm-Beschwerden unklarer Ursache
chronische beidseitige bitemporale Kopfschmerzen
Status nach mehreren Nasen- und Kieferhöhlen-Operationen wegen chro
nischer Sinusitis
Status nach Operationen am Oberkiefer wegen einer Missbildung in der O._ und am P._ bis 2003
Weiter hielt
Dr. I._
fest, dass die Arbeitsunfähigkeit zurzeit 100
%
für alle Tätigkeiten betrage (S. 7
Ziff.
9.1).
4.
8
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrau
ensarzt der Pensionskasse Stadt Zürich, hielt im Gutachten vom 24. De
zember 2014 (
Urk.
5/55) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit fest und vermerkte als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar
beits
-
fähigkeit eine Somatisierungsstörung nach F45.0 (S. 2
Ziff.
1). Zur Ar
beits
-
fähigkeit hielt er fest, dass diese aus psychiatrischer Sicht 100
%
in bisheri
ger Tätigkeit betrage (S. 12
Ziff.
1).
4.
9
Mit Stellungnahme vom 13. Januar 2015 (
Urk.
5/83 S. 2) führte
Dr. H._ aus, dass Dr. J._ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit feststelle, eine Somatisierungsstörung diagnostiziere und hinsichtlich der geklagten körperlichen Symptome auf zahlreiche Inkonsistenzen hinweise. Da
mit stütze der psychiatrische Befund ihre Stellungnahme vom 22. Juli 2014, und es könne daran festgehalten werden.
4.
10
Dr. I._ führte mit Bericht vom 13. Januar 2015 (Urk. 5/60) aus, dass in
der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe (S. 1
Ziff. B.1). Eine angepasste Tätigkeit für leichte Arbeiten (Gewichte bis max. 10 kg, rechte Hand nur mit leichter Belastung des Daumens) sei ab 1. April 2015 zumutbar, ein Arbeitsversuch mit gestaffeltem Einstieg sei sofort zumutbar (S. 2 f. Ziff. B.2, B.3).
Im Bericht vom 28. Februar 2015 (Urk. 5/64) hielt Dr. K._ in der Zwi
schenanamnese fest, dass die Abklärung der Magen-Darm-Beschwerden eine erhöhte Säureexpositionszeit des Oesophagus ergeben habe und dass wegen der Kiefergelenkschmerzen rechts einmal wöchentlich eine Physiotherapie durch
geführt werde. Wegen der Fussschmerzen links sei er in Behandlung und
versu
che die Ruhigstellung des linken Fusses mit Vacuped-Schiene. Leichte sitzende Tätigkeiten seien aktuell zu 50
%
zumutbar; eine Steigerung des zeitlichen Umfangs sei möglich (S. 5
Ziff.
A7.2.).
4.11
Mit Bericht vom 6. Mai 2015 (Urk. 5/71) diagnostizierten die Ärzte der Universi
tätsklinik L._ einen symptomatischen Pes planovalgus links mit Stressreak
tion in den Ossa Metatarsalia II und III sowie den ossa cuneiformia. In der Be
urteilung hielten sie fest, dass der Beschwerdeführer einer korrigierenden Ope
ration ablehnend gegenüberstehe und eine konservative Therapie mittels Schuheinlagenanpassung nach Mass mit medialer Abstützung sowie intensiver physiotherapeutischer Beübung zur Stärkung der in- und extrinsischen Musku
latur des Fusses vereinbart werde.
4.12
Dr. med. M._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte mit Bericht vom 20. Mai 2015 (Urk. 5/73/8-9) Handgelenks- und Fingerschmerzen mit
Dys
ästhesien wahrscheinlich im Rahmen einer Polyarthrose, wobei es elektrodiag
nostisch beidseits keine Hinweise für eine Kompressionsneuropathie des Nervus medianus und ulnaris gebe. In der Beurteilung hielt er unter anderem fest, dass insgesamt der Eindruck bestehe, dass beim Beschwerdeführer eine rheumatolo
gisch-entzündliche Ursache im Bereich der Fingergelenke,
differentialdiagnos
tisch eine Rhizarthrose oder Fingerpolyarthrose die Beschwerden erklären dürfte.
4.13
Dr. med. A._, Facharzt für Handchirurgie, nannte mit Bericht vom 23. Juni 2015 (Urk. 5/73/1-7) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Beugesehnensynovitis D III rechts
Heberder- und Bouchardarthrosen
Instabilität des radialen Seitenbandes am MP-Gelenk I rechts
Carpaltunnelbeschwerden
Narbenschmerzen D III links nach Ringbandspaltung
Dr. A._
führte aus, dass es sich um degenerative belastungsabhängige Beschwer
den handle, prognostisch werde keine grosse Besserung eintreten (
Urk.
5/73/6
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Beschwerden an beiden Händen nicht arbeitsfähig seit der Konsultation am 6. März 2015 (
Urk.
5/73/6
Ziff.
1.6). Bei den Beschwerden handle es sich um Abnützungsbe
schwerden aufgrund der jahrelangen schweren körperlichen Arbeit (
Urk.
5/73/7
Ziff.
1.7). Bei sehr leichter Tätigkeit (Gewichte von 100 bis 200 Gramm, keine repetitiven Arbeiten; 5/73/5) könne er halbtags arbeiten (
Urk.
5/73/3).
4.14
Dr.
med. pract.
H._
, führte mit Stellungnahme vom 2
2.
August 2015 aus, dass die Funktionsminderung im Bereich der Hand seit langem bekannt und in der Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2014 berücksichtigt worden sei. Dem neuen
Bericht von Dr. A._ vom 23. Juni 2015 seien keine neuen Tatsachen zu ent
nehmen. Die Plattfüsse seien durch Einlagen oder eine korrigierende Operation adäquat behandelbar. An den Stellungnahmen vom 22. Juli 2014 und vom
13. Januar 2015 könne daher festgehalten werden (Urk. 5/83/2).
4.1
5
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte mit Bericht vom 2
2.
Oktober 2015 (
Urk.
5/80) ein unklares Angst-/Panik-Syndrom mit deutlich paranoidem Einschlag, nebst nachvollziehbaren Real
ängsten, sowie ein Schmerzsyndrom bei rheumatologischen orthopädischen Problemen an Händen und Füssen (S. 1
Ziff.
1.1). Die Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sei auch aus psychiatrischer Sicht markant eingeschränkt; die berufliche Reintegration scheine wichtig trotz der Arbeitsunfähigkeit von aktuell 100
%
(S. 3
Ziff.
1.8).
5.
Was die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus somatischer Sicht in ange
stammter Tätigkeit als Hilfspfleger im Spital angeht, so sind sich sämtliche un
tersuchenden und behandelnden Fachärzte darüber einig, dass der Beschwer
deführer zu 100 % arbeitsunfähig ist (vorstehend E. 4.4-5, 4.7, 4.10, 4.12-13). Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ging Dr. E._ von einer Arbeitsfä
higkeit von 50 % aus, und Dr. I._ vertrat zunächst die Auffassung, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in allen Tätigkeiten bestehe, hielt jedoch wenige Monate später eine leichte sitzende Tätigkeit im Umfang von 50 % für möglich, wobei dies steigerungsfähig sei (vorstehend E. 4.5, 4.10). Beide Ein
schätzungen erfolgten jedoch noch bevor beim Beschwerdeführer eine Poly
arthrose diagnostiziert wurde (vorstehend. E. 4.12-4.13). Unter Berücksichtigung der Heberder- und Bouchardarthrosen ging Dr. A._ sodann davon aus, dass der Beschwerdeführer bei sehr leichter Tätigkeit halbtags arbeiten könne, in
dessen ohne ein genaues Belastungsprofil zu formulieren und unter Hinweis darauf, dass angesichts der degenerativen belastungsabhängigen Beschwerden prognostisch keine grosse Besserung zu erwarten sei (vorstehend E. 4.13).
In klarem Widerspruch zu den Stellungnahmen der behandelnden und begut-ach
tenden Ärzte hielt der RAD fest, dass in angestammter und angepasster Tätigkeit - wobei die Tätigkeit als Hilfspfleger als angepasst anzusehen sei - von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (vorstehend E. 4.6, 4.9, 4.14). An
gesichts dessen, dass diese Einschätzung auf keiner eigenen Untersuchung be
ruhte, nicht sehr eingehend begründet wurde und insbesondere weitgehend im Widerspruch zu den Einschätzungen der übrigen Ärzte steht, kann ihr nicht gefolgt werden.
Jedoch erweisen sich auch die Stellungnahmen der behandelnden Ärzte in Be
zug auf den Umfang der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit und insbe
sondere in Bezug auf das Belastungsprofil als zu wenig genau, als dass allein darauf abgestellt werden könnte, weshalb der Sachverhalt sich in somatischer Hinsicht insgesamt als unzureichend abgeklärt erweist. Anzumerken ist, dass auch mögliche Eingliederungsmassnahmen beim seit 2003 beim gleichen Ar
beitgeber (Urk. 5/30) tätigen Beschwerdeführer nicht geprüft wurden.
Was die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht angeht, so verneinte der Psychi
ater Dr. J._ im Dezember 2014 eine krankheitswertige Diagnose (vorstehend E. 4.8). Demgegenüber hielt der Psychiater Dr. N._ fast ein Jahr später, im Oktober 2015, fest, dass ein unklares Angst-/Paniksyndrom mit deut
lich paranoidem Einschlag vorliege und erachtete die Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auch aus psychiatrischer Sicht als markant eingeschränkt (vorstehend E. 4.15). Damit bestehen Anhaltspunkte dafür, dass sich der Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers seit der fast ein Jahr zurückliegenden Untersuchung bei Dr. J._ erheblich verschlechtert hat, weshalb sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Verfügungs
erlasses auch aus psychiatrischer Sicht als ungenügend abgeklärt erweist.
Zusammenfassend erweist sich die medizinische Aktenlage sowohl in somati
scher als auch in psychischer Hinsicht als unzureichend abgeklärt, weshalb die Sache zur polydisziplinären Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen ist. Danach wird die Beschwerdegegnerin – nach der Prüfung von Ein
gliederungsmassnahmen – erneut über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers zu verfügen haben.
6.
6.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung. In Anwendung von § 34 des Gesetzes über das So
zialversicherungsgericht in Verbindung mit § 8 und 9 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht ist die Prozessentschädigung demnach unter Berücksichtigung des notwendigen Aufwandes und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 1‘800.-- (inklusive Bar
auslagen und MWSt) festzulegen
.