# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1881b7fe-062f-4884-a495-44d4b9a4ff3f
**Court:** BS_SVG
**Chamber:** BS_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** BS / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Tatsachen
I.
a) Die [...] geborene Beschwerdeführerin schloss in ihrer Heimat [...] die Schullaufbahn mit der Wirtschaftsmatura ab. Im Alter von 19 Jahren reiste sie in die Schweiz ein, wo sie sich verheiratete und wo 1990 und 1991 ihre beiden Kinder geboren wurden. Nachdem sie verschiedene Hilfstätigkeiten innegehabt hatte, begann sie im Jahr 1996 mit einem Pensum von 90% im Secondhandgeschäft des C_ zu arbeiten, wo ihr zuletzt während zehn Jahren die Leitung des Kleiderlagers oblag. Im Verlauf des Jahres 2015 kam es infolge einer neuen Personalsituation zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, die im März 2016 schliesslich in einer Änderungskündigung mündeten und zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses führten (IV-Akte 8).
Im Anschluss an diese Vorkommnisse entwickelten sich psychische Beschwerden, die eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bewirkten (vgl. die Berichte des behandelnden Psychiaters, D_, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, [...], vom 17. Mai 2016 [IV-Akte 8 S. 12 ff.], und vom 20. November 2016 [IV-Akte 8 S. 37 f.]). Vom 14. September 2016 bis zum 1. November 2016 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär in der E_ auf (Austrittsbericht vom 11. Januar 2017, IV-Akte 23 S. 5 ff.).
b) Am 22. November 2016 meldete sich die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen an. Als Grund der gesundheitlichen Beeinträchtigung gab sie "depressive Erkrankung mit körperlicher Symptomatik, bestehend seit Sommer 2015" an (Anmeldung, IV-Akte 2).
Im Mai 2017 weilte die Beschwerdeführerin für eine teilstationäre Behandlung in der F_ (Austrittsbericht vom 9. Mai 2017, IV-Akte 29). Vom 21. November 2017 bis zum 15. Januar 2018 folgte ein weiterer stationärer Aufenthalt in der E_ (Austrittsbericht vom 3. Mai 2018, IV-Akte 55 S. 2 ff.).
Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführerin rheumatologisch (Gutachten von G_, FMH Rheumatologie, [...], vom 26. September 2018, IV-Akte 68) und psychiatrisch (Gutachten von H_, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, [...], vom 9. November 2018, IV-Akte 67) begutachten.
c) Mit Vorbescheid vom 29. November 2018 kündigte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mangels Vorliegens einer rentenbegründenden Erwerbsunfähigkeit die Ablehnung des Rentengesuchs an (IV-Akte 72). Die Beschwerdeführerin erhob hiergegen am 8. Januar 2019 Einwand (IV-Akte 78).
Nachdem sie das Dossier nochmals dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) unterbreitet hatte, stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit einem zweiten Vorbescheid vom 5. April 2019 (IV-Akte 87) auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 90% die Ausrichtung einer bis 31. Dezember 2018 befristeten ganzen Invalidenrente ab Mai 2017 in Aussicht. Mit Schreiben vom 17. April 2019 (IV-Akte 93) liess sich die Beschwerdeführerin dazu vernehmen. Am 29. Juli 2019 erging die dem Vorbescheid entsprechende Verfügung (IV-Akte 98).
II.
a) Mit Beschwerde vom 12. September 2019 beantragt die Versicherte, es sei die Verfügung vom 29. Juli 2019 aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente über den 31. Dezember 2018 hinaus zu entrichten. Ein mit der Beschwerde gestelltes Gesuch um Kostenerlass wird am 4. Oktober 2019 zurückgezogen.
b) Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2019 die Abweisung der Beschwerde.
III.
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2019 ordnet die Instruktionsrichterin eine Parteiverhandlung mit Befragung des Gutachters H_ an.
IV.
Mit Schreiben vom 12. November 2019 reicht die Beschwerdeführerin einen Bericht des I_ vom 20. Oktober 2019 ein. Sie beantragt mit dem gleichen Schreiben, es seien ihre behandelnden Ärzte D_ und J_, FMH Innere Medizin, Psychosomatik UP/SAPPM, [...], als Auskunftspersonen zu laden. Die Instruktionsrichterin weist diesen Antrag mit Verfügung vom 14. November 2019 ab.
V.
Die Hauptverhandlung vom 10. November 2020 vor dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt findet in Anwesenheit der Beschwerdeführerin (in Begleitung von D_), ihres Rechtsvertreters sowie der Vertretung der Beschwerdegegnerin statt (eine auf den 24. März 2020 terminierte Verhandlung wurde wegen Ausfalles von Beteiligten abgeboten).
An der Hauptverhandlung wird der psychiatrische Gutachter H_ befragt. Ebenso wird die Beschwerdeführerin im Beisein des Gutachters befragt. Die Vertreter der Parteien kommen zum Vortrag. Für sämtliche Ausführungen wird auf die nachstehenden Erwägungen, das vom Vertreter der Beschwerdeführerin eingereichte schriftliche Plädoyer und das Verhandlungsprotokoll verwiesen.

## Considerations

Entscheidungsgründe
1.
1.1.
Das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist als einzige kantonale Instanz zum Entscheid über die vorliegende Streitigkeit zuständig (§ 82 Abs. 1 des basel-städtischen Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die Organisation der Gerichte und der Staatsanwaltschaft [Gerichtsorganisationsgesetz], GOG; SG 154.100). Die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20).
1.2.
Da auch die übrigen formellen Beschwerdevoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.
2.
2.1.
Im November 2016 meldete sich die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen an.
Mit einem ersten Vorbescheid vom 29. November 2018 hatte die Beschwerdegegnerin die Ablehnung eines Rentenanspruchs angekündigt (IV-Akte 72). Mit dem zweiten Vorbescheid vom 5. April 2019 (IV-Akte 87) stellte die Beschwerdegegnerin die Ausrichtung einer bis 31. Dezember 2018 befristeten ganzen Invalidenrente ab Mai 2017 in Aussicht. Nachdem die Beschwerdeführerin am 17. April 2019 (IV-Akte 93) Einwand erhoben hatte, erliess die Beschwerdegegnerin am 29. Juli 2019 die dem Vorbescheid entsprechende Verfügung (IV-Akte 98).
2.2.
In medizinischer Hinsicht stützt sich die Zusprache der befristeten Invalidenrente auf die bidsiziplinäre Begutachtung durch G_ (rheumatologisches Gutachten vom 26. September 2018, IV-Akte 68) sowie H_ (psychiatrisches Gutachten vom 9. November 2018, IV-Akte 67). Die Beschwerdeführerin zieht die Beweiskraft dieser bidiszpiplinären Abklärung (Beschwerde S 13 ff. Ziff. 27 ad psychiatrisches Teilgutachten, Beschwerde S. 17 ff. Ziff. 28 f. ad rheumatologisches Teilgutachten) in Zweifel.
In erwerblicher Hinsicht bemängelt die Beschwerdeführerin die Einschätzung des Valideneinkommens, welches die Beschwerdegegnerin der Verfügung zu Grunde gelegt hat (Beschwerde S. 20 f.1 Ziff. 31).
2.3.
Nachfolgend ist vorab zu klären, ob die Beschwerdegegnerin sich zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten von G_ bzw. von H_ abgestützt hat. Solche medizinischen Gutachten erfüllen die juristischen Anforderungen dann, wenn sie umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchten und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 351, 352 E. 3a). Praxisgemäss ist sodann den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351, 353 E. 3b/bb).
3.
3.1.
G_ diagnostiziert in seinem Gutachten vom 26. September 2018 im Fachbereich
Rheumatologie
keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-Akte 67 S. 25 sowie IV-Akte 68 S. 15 f.). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhebt er (1) eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits (Trapezius und Rhomboidei), (2) einen Status nach Insuffizienzfraktur Metatarsale III links (MRT 19.06.2017) bei unauffälliger osteologischer Abklärung (Ausschluss Osteoporose und Osteopenie), (3) beginnende degenerative Veränderungen am Mittelfuss beidseits (MRT 04.05.2018), (4) einen asymptomatischen plantaren Fersensporn beidseits (MRT 04.05.2018) sowie (5) deutliche Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung, nicht einem rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend (positive Waddell-Zeichen, Fibromyalgie-Druckpunkte und Kontrollpunkte).
Zum letztgenannten Diagnosepunkt führt G_ im Gutachten vom 26. September 2018 (IV-Akte 68 S. 16) aus, es würden zwar formal die ACR-Kriterien 1990 und 2010 (ACR = American College of Rheumatology) für eine Fibromyalgie erfüllt. Diese Diagnose werde aus rheumatologischer Sicht dennoch nicht gestellt, da sie nicht zur Anwendung komme, wenn die Beschwerden durch ein anderes Krankheitsbild erklärt würden (in diesem Fall die anhaltende somatoforme Schmerzstörung).
Wie nachfolgend noch darzustellen ist, verneint der psychiatrische Teilgutachter eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Da jedoch unter Punkt 5 Hinweise auf eine Schmerzfehlverarbeitung notiert werden, bleibt das Ausschlusskriterium eines anderen Krankheitsbildes bestehen. Der von der Beschwerdeführerin angesprochene (Beschwerde S. 18 Ziff. 29) Umstand, dass entgegen der von G_ formulierten Annahme keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliegt, bildet kein Indiz gegen die Beweiskraft des rheumatologischen Gutachtens.
3.2.
Weitere, gegen die Beweiskraft der rheumatologischen Begutachtung sprechende Indizien liegen nicht vor. In der Beschwerde (S. 19 Ziff. 29) wird zwar auf Berichte der E_ vom 3. Mai 2018 (Austrittsbericht Psychosomatik nach Aufenthalt vom 21. November 2017 bis 15. Januar 2018, IV-Akte 55 S. 2 ff.) sowie des I_ vom 3. April 2019 (Austrittsbericht nach Aufenthalt vom 18. März 2019 bis 2. April 2019, IV-Akte 96 S. 3 ff.) verwiesen, die gemäss den Darlegungen der Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit attestieren. Die angeführten Berichte stellen beide jedoch nicht das rheumatologische (bzw. somatische) Geschehen in den Vordergrund. Die ersten 4 Diagnosepunkte im Bericht der E_betreffen psychiatrische Befunde (rezidivierende depressive Störung, Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Abhängigkeitssyndrom bezüglich Benzodiazepin). Das I_ nennt als Diagnosepunkt 2 eine posttraumatische Belastungsstörung mit starker Angstsymptomatik sowie als Diagnosepunkt 3 eine mittelgradig depressive Episode. Der Bericht des I_ hält fest (IV-Akte 96 S. 4), es sei eine psychiatrische intensive Betreuung im Vordergrund gestanden, «wofür die Patientin in einer dementsprechenden Institution nicht gewonnen werden konnte».
Damit vermögen unter einem somatischen Gesichtspunkt auch die angeführten Berichte die Schlussfolgerungen von G_ nicht in Frage zu stellen.
3.3.
Interdisziplinär gilt gemäss der von beiden Gutachtern gemeinsamen abgegebenen Erklärung (IV-Akte 67 S. 25) die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters zur Arbeitsfähigkeit. Somit ist nachstehend zur Klärung der Frage, ob das bidisziplinäre Gutachten insgesamt beweiskräftig ist, zum
psychiatrischen Gutachten
von H_ Stellung zu beziehen.
3.3.1. H_ erhebt im Gutachten vom 9. November 2018 (IV-Akte 67 S. 14) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode (ICD-10: F 33.0/1). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führt das Gutachten akzentuierte (histrionische) Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 73.1) an.
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, bezogen auf ein Pensum von 100%, schätzt der Gutachter mit 70% ein, dies im Sinne einer Präsenzzeit von 5,8 Stunden täglich. In diesem zeitlichen Rahmen verneint der Gutachter eine Einschränkung der Leistung (IV-Akte 67 S. 21). H_ (IV-Akte 67 S. 21 f.) umschreibt die Restarbeitsfähigkeit auch für alternative Tätigkeiten gleich. Er hält fest, aus psychiatrischer Sicht und aufgrund der aktuellen Untersuchung seien keine speziellen Merkmale zu nennen, welche bei einer optimal angepassten Tätigkeit berücksichtigt werden müssten.
Zum zeitlichen Verlauf der Grade der Arbeitsfähigkeit (in der bisherigen Tätigkeit) notiert H_ (a.a.O.), von März 2016, dem Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsplatzes bis und mit der ersten Hospitalisation in der E_, also bis zum 1. November 2016, sei von einer 100%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen gewesen. Seither sei von einer 30%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Während der teilstationären Behandlung in der F_ im Jahre 2017 und der erneuten stationären Behandlung in der E_ vom 21. November 2017 bis 15. Januar 2018 habe («selbstredend») ebenfalls eine 100%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden.
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf die Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters in zeitlicher Hinsicht ausgeführt, es bestehe spätestens seit 19. September 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 70% sowohl für die bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin eines Kleiderladens als auch für andere Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes (IV-Akte 98 S. 7).
3.3.2. Die Beschwerdeführerin bemängelt diese Einschätzung. Sie ist der Auffassung, Berichte behandelnder Ärztinnen und Ärzte dokumentierten einen anhaltend schwerwiegenden psychischen Gesundheitszustand. Diese Stellen diagnostizierten sei März 2016 übereinstimmend ein schweres psychisches Zustandsbild ohne jegliche Remissionsanzeichen.
Nachstehend ist das psychiatrische Gutachten im Lichte der Argumentation der Beschwerdeführerin bzw. der von ihr angeführten Berichte der behandelnden Ärzte zu würdigen.
4.
4.1.
4.1.1. Aufgrund der im Rahmen der Untersuchung erhobenen Anamnese hat H_ die Symptome der unruhigen, gereizten, nervösen und oft bedrückten und traurigen und der nur selten fröhlichen Stimmung, der Energielosigkeit, der ausgeprägten Müdigkeit, der Ein- und Durchschlafstörung, der verminderten Fähigkeit, sich freuen zu können, der ganz schlechten Konzentrationsfähigkeit, des nicht mehr vorhandenen Selbstvertrauens, des Gefühls einer allgemeinen Sinnlosigkeit und der zeitweiligen Suizidgedanken eruiert (IV-Akte 67 S.15). Aufgrund dieser Symptome erachtet H_ die notwendigen Kriterien als erfüllt, um die Diagnose einer depressiven Episode zu stellen. Angesichts der längeren Dauer der depressiven Beschwerden sei diagnostisch mittlerweile von
einer rezidivierenden depressiven Störung
auszugehen.
4.1.2. Diese Diagnose einer rezidiverenden depressiven Störung ist als solche nicht strittig. Strittig ist dagegen der im gutachterlichen Befund postulierte
Schweregrad
der bei der Begutachtung erhobenen depressiven Episode.
H_ weist hin auf Inkonsistenzen zwischen subjektiv beklagten Beschwerden und beobachtetem Verhalten während der Untersuchung. Zum Begriff «Inkonsistenz» hat der Gutachter in der Befragung an der Hauptverhandlung geäussert, in psychiatrischen Gutachten werde festgehalten, was vom Probanden subjektiv geschildert werde. Dem werde gegenübergestellt, was sich davon objektiv abstützen lasse. Fehle diese Übereinstimmung, verwende er als Gutachter das Wort Inkonsistenz (vgl. Verhandlungsprotokoll vom 10. November 2020).
H_ berichtet im Gutachten, die Beschwerdeführerin habe während der aktuellen Untersuchung nach der ersten Frage nach ihren depressiven Beschwerden gleich zu weinen begonnen. Bei der Schilderung der depressiven Beschwerden sei die Stimmung bedrückt, häufig auch weinerlich. Weiter berichtet H_ jedoch, beim Gespräch ausserhalb des Beschwerdebereichs helle die Stimmung auf, die Versicherte könne dann selten einmal auch lächeln.
H_ schätzt die affektive Modulationsfähigkeit als eingeschränkt ein. Als nicht eingeschränkt beurteilt er jedoch die Vitalität. H_ notiert, die Versicherte hinterlasse im Verlauf des Gesprächs den Eindruck einer zunehmenden Vitalität. Am Ende der Untersuchung wirke sie «sehr vital, dies im Gegensatz zum Beginn» (IV-Akte 67 S. 15).
H_ hält in seinem Gutachten fest, die Beschwerdeführerin klage subjektiv über Energielosigkeit, Erschöpfungsgefühle, eine  Stimmung oder eine Konzentrationsstörung. H_ notiert demgegenüber, im Verlauf des 1,5 Stunden dauernden Gesprächs seien «rein klinisch» keine Ermüdungszeichen festzustellen. Rein klinisch seien auch die geklagte Energielosigkeit, eine gereizt aggressive Stimmung bzw. eine Konzentrationsstörung während der Untersuchung nicht zu erkennen. Die Versicherte wirke während der gesamten Untersuchung sehr konzentriert. Der Gedankengang sei zudem nicht verlangsamt bzw. gehemmt oder an Ideen eingeengt.
Unter Berücksichtigung all dieser in der klinischen Erhebung von ihm festgestellten Faktoren liegt nach Einschätzung von H_ eine Inkonsistenz vor, indem die Versicherte den subjektiv geschilderten Zustand als gravierender schildere als er vom Gutachter in der klinischen Untersuchung habe objektiv gespiegelt werden können. H_ stuft aufgrund der klinischen Untersuchung die depressive Episode als leicht- bis mittelgradig ein.
4.1.3. H_ (IV-Akte 67 S. 17 f.) verweist auf den Austrittsbericht der E_ vom 3. Mai 2018 (IV-Akte 54 S. 2 ff.). Gemäss diesem Bericht hatte die Beschwerdeführerin anamnestisch Konzentrationsstörungen angegeben (IV-Akte 54 S. 2). Er wurde eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig schwerer Episode diagnostiziert. Im Psychostatus wurde die Versicherte als psychomotorisch «unruhig-nervös» beschrieben und es wurde festgehalten, der Antrieb sei deutlich vermindert (IV-Akte 54 S. 3). H_ hält dazu fest, im Vergleich dazu sei es bis heute zu einer Verbesserung insofern gekommen, als dass sich kein deutlich verminderter Antrieb mehr feststellen lasse, auch keine psychomotorische Unruhe oder Nervosität und zudem keine Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen. Auch bezüglich dieses Berichts müsse erwähnt werden, dass im Psychostatus viele subjektiv geklagte Beschwerden beschrieben würden. Übereinstimmend mit diesen Befunden müsse auch heute festgestellt werden, dass die Versicherte weinerlich bis histrionisch wirke (IV-Akte 54 S. 3). Die histrionische Ausgestaltungstendenz werde im Bericht der E_ jedoch auch erwähnt, wenn auch nicht näher beleuchtet.
H_ beschreibt die medizinischen Vorakten als nicht konsistent und zum Teil widersprüchlich (IV-Akte 67 S. 17). Während der behandelnde Psychiater D_ (vgl. Bericht vom 17. Dezember 2018, IV-Akte 43 S. 3) wie auch die E_ (IV-Akte 54 S. 2) und die F_ (Austrittsbericht vom 9. Mai 2017, IV-Akte 33 S. 2) in diagnostischer Hinsicht von einer schweren Episode auf dem Hintergrund einer rezidivierenden Störung ausgingen, diagnostiziere K_, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Verhaltensneurologie SGVN, [...], in seinem Bericht zuhanden des involvierten Krankentaggeldversicherers vom 4. September 2017 (IV-Akte 40 S. 4 f.) eine Verbitterungsproblematik im Rahmen einer Anpassungsstörung. Er gehe von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus. L_, FMH Neurologie, speziell Neuropsychologie und Verhaltensneurologie, [...] (Bericht vom 27. Oktober 2017, IV-Akte 40 S. 6 f.), habe im Rahmen ihrer verhaltensneurologischen bzw. leistungspsychologischen Untersuchung eine Leistungsverweigerung der Explorandin festgestellt. Auf Verhaltensebene habe sie keine Symptome gefunden, die mit Auswirkungen einer schwerwiegenden depressiven Symptomatik vereinbar wären. Sie gehe von einer bewusstseinsnahen Aggravation aus.
4.1.4. Nach Gegenüberstellung der divergierenden medizinischen Vorakten sowie nach Abgleich der Ergebnisse der eigenen klinischen Untersuchung mit den Vorakten gelangt H_ zum Schluss, es sei bis heute eine Verbesserung zu verzeichnen. Energielosigkeit sowie Konzentrationsstörungen liessen sich nicht mehr nachweisen.
Nicht zu folgen vermag H_ darum den Einschätzungen insbesondere des behandelnden Facharztes D_. H_ bezeichnet dessen Beurteilung mit der seinen darum als nicht vergleichbar, weil D_ sich bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und des Schweregrads der Depression in seinem Bericht vom 17. Dezember 2018 (recte wohl: 17. Dezember 2017, IV-Akte 43, vgl. auch Bericht mit Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 27. Dezember 2016, IV-Akte 13) vorwiegend auf die subjektiv geklagten Beschwerden der Explorandin abzustützen scheine. Namentlich sei den Berichten von D_ keine Symptomvalidierung zu entnehmen. Aus diesem Grund und infolge des unterschiedlich diagnostizierten Schweregrads der Depression lasse sich die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erklären.
Die Ausführungen des psychiatrischen Gutachters zum Themenkreis der Depressivität sowie ihres Schwergrades sind gut nachvollziehbar, sodass ihnen gegenüber den Einschätzungen behandelnder Fachärzte bzw. Stellen der Vorzug zu geben ist. Hinzuweisen ist gerade an dieser Stelle darauf, dass Aussagen von behandelnden Ärzten grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen sind, da es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465, 470 E. 4.5 mit Hinweisen).
4.2.
Auch hinsichtlich weiterer Diagnosepunkte stellt die Beschwerde (u.a. S. 17 Ziff. 28) die Schlussfolgerungen des Gutachters H_ in Frage.
4.2.1. H_ legt unter dem Titel «Herleitung der Diagnosen» (IV-Akte 67 S. 14 f.) zu Beginn dar, anlässlich der aktuellen Untersuchung lasse sich ein Schmerzsyndrom mit andauernden Schmerzen erheblichster Intensität im ganzen Körper nachweisen. Gemäss Angaben der Versicherten bestünden die Schmerzen seit Entwicklung der depressiven Beschwerden im Jahre 2015, seit der im Geschäft neu aufgetretenen Mobbingsituation.
Anlässlich der Befragung in der Hauptverhandlung hat H_ zur angeführten Stelle im Gutachten festgehalten, die Formulierung sei ungenau. Gemeint seien die subjektiven Angaben der Versicherten. Er stelle nicht in Frage, dass es ein Schmerzsyndrom gebe. Er verweist darauf, dass die Versicherte eine sehr hohe, andauernde Schmerzintensität entsprechend einem Wert von 9 gemäss VAS-Skala angebe. Wie auch im Gutachten selbst führt H_ jedoch an der Hauptverhandlung aus, die Versicherte habe während der aktuellen Untersuchung nicht den Eindruck erweckt, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden. H_ sah darum gemäss Gutachten (IV-Akte 67 S. 17 f.) die Kriterien zur Bejahung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als nicht erfüllt an. In der Hauptverhandlung verwies er darauf, dass für eine solche Diagnose ein andauernder, quälender, heftiger Schmerz gefordert werde. Dies sei während der Untersuchung nicht sichtbar gewesen. Ergänzend legte H_ an der Hauptverhandlung dar, wenn infolge Schmerzmedikation anlässlich der Untersuchung kein Schmerzgebaren zu beobachten gewesen sei, so sei dies ein klar gegen die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sprechender Hinweis. Denn die anhaltende somatoforme Schmerzstörung zeichne sich dadurch aus, dass Schmerzmittel Schmerzempfindungen gerade nicht beeinflussen könnten.
Die Ausführungen des Gutachters und auch seine in der Hauptverhandlung angegebenen Erläuterungen leuchten ein.
Die Diskrepanz zwischen subjektivem Schmerzempfinden und fehlendem Schmerzgebaren in der Untersuchung lässt sich gemäss der Beurteilung von H_ mit den von ihm ebenfalls erhobenen akzentuierten histrionischen Persönlichkeitszügen erklären. Die Versicherte neige zu einer histrionischen Ausgestaltung ihrer Beschwerden. Bereits im Zusammenhang mit der vorstehend erörterten diagnostizierten depressiven Symptomatik hat H_ auf den Bericht der E_ (IV-Akte 54 S. 2 ff.) verwiesen, in welchem die Versicherte als weinerlich bis histrionisch beschrieben wird (IV-Akte 54 S. 3). Diese diagnostische Einschätzung von H_ ist somit auch aufgrund der medizinischen Vorakten bereits dokumentiert. Ein Widerspruch in der Aktenlage, der Anlass zu Zweifeln am Beweiswert des Gutachtens zu wecken vermöchten, liegt auch hinsichtlich dieses Diagnosepunktes nicht vor.
4.2.2. In der Beschwerde (u.a. S. 16, 3. Abschnitt) wehrt sich die Versicherte gegen die gutachterliche Aussage, wonach eine vom behandelnden Psychiater D_ diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung nicht bestätigt werden könne. Nicht nur D_, sondern weitere Stellen, und zwar die E_ (vgl. Bericht vom 3. Mai 2018, IV-Akte 54 S. 2 ff.) wie auch das I_ (vgl. Bericht vom 3. April 2019, IV-Akte 96 S. 3 ff.) diagnostizierten eine posttraumatische Belastungsstörung mit starker Angstsymptomatik. In allen Berichten sei auch von Albträumen die Rede. Sogar im Gutachten von H_ sei festgehalten, die Beschwerdeführerin berichte von Ängsten, Schlafstörungen und Albträumen.
H_ verweist (IV-Akte 67 S. 14 f.) mit Blick auf die strittige Diagnose auf die Angaben der Versicherten zu ihrer Erwerbsbiografie bzw. zum Arbeitsklima. Gemäss Schilderungen hatte sie etwa 20 Jahre lang in einem Secondhand-Laden des C_ im Rahmen von 90% gearbeitet. Mit der früheren Vorgesetzten wie auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe sich die Versicherte stets gut verstanden. Etwa ein oder eineinhalb Jahre vor der Kündigung im März 2016 sei eine neue Chefin eingesetzt worden. Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe diese neue Chefin die Versicherte gemobbt. Mit Rücksicht auf diese Umstände verneint H_ die Eingangskriterien für die Diagnosestellung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er hält fest, eine Mobbingsituation am Arbeitsplatz oder eine Kündigung reiche dafür nicht aus. H_ hat sowohl im Gutachten als auch in der Befragung an der Hauptverhandlung zudem bestätigt, dass keine Intrusionen hätten erhoben werden können. Das Vorliegen solcher Intrusionen erachtet H_ als ein entscheidendes Kriterium, um die Diagnose stellen zu können. Er hielt fest, es gehe im Zusammenhang mit Intrusionen nicht darum, dass der Versicherten nicht geglaubt wurde. Die von der ihr erwähnten Albträume seien keine typische Intrusion. Diese diagnostischen Überlegungen des Experten leuchten ein.
4.3.
Die Beschwerde übt sodann Kritik an der Untersuchungsmethodik des Gutachters H_. Eine Fremdanamnese sei unterblieben (vgl. u.a. Beschwerde S. 14). Ferner seien anerkannte Testverfahren zur Erhebung des psychiatrischen Befundes unterblieben (vgl. u.a. Beschwerde S. 17).
4.3.1. H_ hat keine Fremdanamnese durchgeführt, d.h. weder hat er Angehörige der Versicherten befragt, noch hat er sich mit deren behandelnden Ärzte ausgetauscht.
Gemäss höchstrichterlicher Praxis ist eine Fremdanamnese zwar wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_395/2016 vom 25. August 2016 E. 4.1, mit Hinweis auf 8C_847/2013 vom 14. Februar 2014, E. 5.1.2). Auskünfte von behandelnden Arztpersonen sind zwar u.a. wertvoll, wenn sie erweiterte Informationen über Persönlichkeit und Compliance der zu explorierenden versicherten Person erwarten lassen (vgl. Urteil 8C_808/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3.3).
Ob eine solche nötig ist, liegt im Ermessen des Gutachters bzw. der Gutachterin (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_275/2016 vom 19. August 2016 E. 4.3.2).
Vorliegend war H_ durch die zahlreichen Berichte der behandelnden Ärzte dokumentiert und er hat sich damit im Gutachten auseinandergesetzt. Insofern erweist sich das Fehlen einer Fremdanamnese vorliegend nicht als so schwerwiegend, dass das Gutachten deswegen nicht verwertet werden dürfte.
Mit Hinweis auf die angeführte Praxis lässt sich darum aufgrund des Unterbleibens einer Fremdanamnese kein Indiz gegen die Beweiskraft des Gutachtens herleiten.
4.3.2. H_ hat bei der Begutachtung keine testpsychologischen Untersuchungen durchgeführt oder veranlasst.
In der Befragung an der Hauptverhandlung hat H_ zwar bestätigt, dass sich nach seiner Einschätzung Tests zur Symptomvalidierung «ziemlich gut» bewähren. Seines Erachtens steht aber die Klinik im Vordergrund. Die Neuropsychologie könne allerdings die Klinik stützen. Sei die Klinik dagegen fassbar, dann würden Tests nichts bringen (vgl. Protokoll).
Hinzuweisen ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach Testverfahren im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung höchstens ergänzende Funktion zuerkannt wird, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung entscheidend bleibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_578/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 4.2.7).
Im Lichte dieser Praxis ist das Vorgehen des Gutachters somit nicht zu beanstanden.
4.4.
Mit Blick auf die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode (ICD-10: F 33.0/1) gelangte H_ wie erwähnt zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30%.
Anlässlich der Befragung in der Parteiverhandlung vom 10. November 2020 hat H_ dargelegt, dass er bei Diagnose einer mittelgradigen Depression nicht nur eine Einschränkung um 30%, sondern meist von 40% attestiere. Er orientiere sich dabei nicht an Tabellen (im Sinne von «leicht = bis 20%», «mittelschwer = 40 – 50% und «schwer = über 70%»). Entscheidend sei das Gesamtbild. Ins Gewicht falle die psychosoziale Funktionsfähigkeit. Die Versicherte habe eine gute Beziehung zum Mann und zu den 2 Kindern und zur Schwester geschildert. Innerhalb der Familie bestehe psychosoziale Funktionsfähigkeit. Bezüglich Freundinnen habe die Versicherte gesagt, dass sie mit diesen nicht über ihre Beschwerden reden wolle. H_ stuft diesen Rückzug in sozialen Kontakten jedoch nicht als krankheitsbedingt ein. Relevant sei auch der geschilderte Tagesablauf, wonach die Versicherte die Zeitung lese, Nachrichten höre, interessiert sei an Aktualitäten. H_ schliesst daraus auf das Vorhandensein von Interessen und Lebendigkeit. Als wesentlich bezeichnet H_ auch, dass die Kindheit als normal geschildert wurde. Abgesehen von der länger andauernden Mobbingsituation am Arbeitsplatz und der danach erfolgten Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei keine emotionale Belastungssituation ersichtlich.
H_ hat damit nachvollziehbar erörtert, dass eine mittelgradige Depression seines Erachtens nicht gegeben ist und dass darum nicht eine Einschränkung von 40%, sondern nur eine solche von 30% in Betracht fiel.
4.5.
Zusammenfassend erweist sich das Gutachten nicht nur von G_, sondern auch dasjenige von H_ als beweistauglich. Die Beschwerdegegnerin hat darum in medizinisch-theoretischer Hinsicht zu Recht darauf abgestellt.
5.
5.1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. Juli 2019 (IV-Akte 97) hat die Beschwerdegegnerin mit Wirkung ab 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2018 eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Die Beschwerdeführerin beantragt die Weiterleistung einer Invalidenrente auch ab 1. Januar 2019.
5.2.
Die Einstellung der Rente stützt sich auf die ab Untersuchungsdatum der psychiatrischen Abklärung vom 13. September 2018 massgebliche Arbeitsfähigkeit von 70%. Die Beschwerdegegnerin lässt die rentenbeeinflussende Erhöhung der Arbeitsfähigkeit bzw. die damit einhergehende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit gestützt auf Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) wirksam werden. Danach ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
In zeitlicher Hinsicht ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin korrekt.
5.3.
Die Beschwerdegegnerin hält in der Verfügung (Abschnitt «Einwände zum Valideneinkommen», IV-Akte 97 S. 8) fest, die Versicherte habe angegeben, sie würde im Gesundheitsfall zwischen 80 und 100% arbeiten (am 31. August 2017 unterzeichneter Fragebogen, IV-Akte 38 S. 4). Die Beschwerdegegnerin nahm gestützt darauf an, dass die Beschwerdeführerin im bisherigen Pensum von 90% weiter tätig gewesen wäre. Damit gelte sie als Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich. Von einer Abklärung im Haushalt hatte die Beschwerdegegnerin abgesehen (vgl. Abklärungsbericht vom 25. August 2017, IV-Akte 36).
Zu diesem Punkt äussert sich die Beschwerde nicht. Es sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die von der Beschwerdegegnerin getroffene Annahme sprechen, die Versicherte wäre zu 90% und ohne Aufgabenbereich teilerwerbstätig.
5.4.
In der Beschwerde (S. 20 Ziff. 31) wird die Schätzung des Valideneinkommens bemängelt.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, das in der Verfügung vom 29. Juli 2019 (IV-Akte 97 S. 6) herangezogene Valideneinkommen von CHF 49'305.-- lasse sich mit den Zahlen im IK-Auszug nicht vereinbaren. Als Ladenleiterin beim C_ mit klar definiertem Tätigkeitsbereich habe sie seit 2008 ein stets ansteigendes Einkommen von zuletzt (2015) CHF 85'176.-- erzielt. Dieses Einkommen hätte sie auch zweifellos zukünftig erzielt.
In der Verfügung hat die Beschwerdegegnerin argumentiert (IV-Akte 97 S. 8), die Beschwerdeführerin hätte ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung die fragliche Tätigkeit als Ladenleiterin nicht weitergeführt, da sie vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit eine Änderungskündigung erhalten habe. Demzufolge könne nicht auf das Einkommen abgestellt werden, dass sie beim C_ erzielt habe.
Diese Argumentation steht im Einklang mit der höchstrichterlichen Praxis. Ist nämlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt des versicherten Risikos nicht mehr ausgeübt hätte, kann der daraus erzielte Lohn nicht zur Bestimmung des Valideneinkommens dienen. Dies trifft etwa bei einem auch ohne Gesundheitsschaden überwiegend wahrscheinlich eingetretenen Stellenverlust zu (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 8C_934/2015 vom 9. Mai 2016 E. 2.2).
Rechtsprechungsgemäss rechtfertigt dies das Abstellen auf Tabellenlöhne (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010 vom 25. Januar 2011 E. 7.2).
In der Verfügung vom 29. Juli 2019 hat die Beschwerdegegnerin (Quelle: Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, LSE 2016) den Basisbetrag von CHF 55'221.-- der Tabelle TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 1, entnommen (nach Umrechnung von 40 auf 41.7 Wochenstundenumgerechnet, zuzüglich Nominallohnentwicklung bis 2017 von 0.37% und bis 2018 von 0.8%).
Den gleichen Basisbetrag wandte sie zur Bestimmung des Invalideneinkommens an.
Zwar ist es nach dem Dargelegten korrekt, wenn die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung auch des Valideneinkommens einen Tabellenlohn herangezogen hat. Die Kritik in der Beschwerde ist insofern aber nachvollziehbar, als die Versicherte auch mit Blick auf ihre Schulausbildung (sie hat gemäss Angaben im Gutachten von H_ im Herkunftsland das Gymnasium mit der Matura abgeschlossen) wohl zu einer Arbeit in einem höheren als dem Kompetenzniveau 1 in der Lage wäre. Allerdings gilt dies sowohl mit Blick auf das Validen- als auch das Invalideneinkommen. Es würde sich somit daran, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht die Vergleichseinkommen parallelisiert hat, nichts ändern.
Damit ändert sich im Ergebnis auch für die Schätzung des Invaliditätsgrades von 27% (gewichtet entsprechend dem Beschäftigungsgrad von 90%) ab 13. September 2018 bzw. der Aufhebung der Invalidenrente ab 1. Januar 2019 nichts.
6.
6.1.
Die Beschwerde ist zusammenfassend abzuweisen.
6.2.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die ordentlichen Kosten, bestehend aus einer Gebühr von CHF 800.--, zu Lasten der Beschwerdeführerin und sind die ausserordentlichen Kosten wettzuschlagen.
6.3.
An der Parteiverhandlung vom 10. November 2020 reicht der Vertreter der Beschwerdeführerin eine Rechnung von D_ vom 12. September 2019 für die Erstellung seines Berichts vom 9. September 2019 (Beschwerdebeilage 2) ein mit dem Antrag, es sei die Beschwerdegegnerin zur Übernahme des fakturierten Betrages von CHF 600.-- zu verpflichten.
Art. 45 Abs. 1 ATSG regelt die Übernahme von Kosten für Abklärungen. Der Versicherungsträger übernimmt diese Kosten, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, zu Art. 45 Rz. 27 ff, insb. Rz 32.).
Die Unerlässlichkeit einer solchen Massnahme kann zwar nicht allein schon darum verneint werden, weil der versicherten Person die strittige Leistung nicht gewährt wird. Entscheidend ist, dass die Massnahme zur Entscheidfindung über den Leistungsanspruch unerlässlich war. Da nach dem vorstehend Dargelegten die Beweistauglichkeit des psychiatrischen Teilgutachtens von H_ zu bejahen ist, kommt dem Bericht von D_ vom 9. September 2019 für die Entscheidfindung keine massgebliche Bedeutung zu. Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin die Kosten für diesen Bericht ebenfalls selbst zu tragen.