# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9726c177-837c-497b-9cdf-427b59514846
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Missachten polizeilicher Anordnungen
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, vom 7. Juli 2017 (GC170003)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Hinwil vom 24. Februar 2017 ist die-
sem Urteil beigeheftet (Urk. 2/28).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der Übertretung von Art. 33 in Verbindung mit
Art. 3 der Polizeiverordnung der Gemeinde Rüti ZH.
2. Der Beschuldigte wird mit einer Busse von Fr. 200.– bestraft.
3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen.
4. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 900.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 20.– Zeugenentschädigung,
Fr. 300.– Gebühren und Auslagen des Statthalteramts,
Fr. 130.– nachträgliche Gebühren des Statthalteramts.
5. Die Gerichtsgebühr, die Zeugenentschädigung sowie die Gebühren und
Auslagen und die nachträglichen Gebühren des Statthalteramts werden dem
Beschuldigten auferlegt.
Berufungsanträge:
a) des Beschuldigten:
(Urk. 24, sinngemäss)
1. Der Beschuldigte sei freizusprechen.
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2. Es sei dem Beschuldigten eine Prozessentschädigung von Fr. 1'000.–
auszurichten.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.
b) des Statthalteramtes Bezirk Hinwil:
(Urk. 27 und Urk. 33)
Kein Antrag.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Am 26. August 2016 wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl des Statthal-
teramtes Bezirk Hinwil wegen Missachtung einer polizeilichen Anordnung gestützt
auf Art. 33 in Verbindung mit Art. 3 der Polizeiverordnung der Gemeinde Rüti mit
einer Busse von Fr. 100.– bestraft. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung
der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag ausgefällt (Urk. 2/3).
Dagegen erhob der Beschuldigte mit Schreiben vom 29. August 2016 Einsprache
(Urk. 2/4). Nach durchgeführter Untersuchung erliess das Statthalteramt am
24. Februar 2017 einen zweiten "anklagegerechten" Strafbefehl, mit welchem es
dem Beschuldigten eine Busse von Fr. 200.– auferlegte und für den Fall der
schuldhaften Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen
festsetzte (Urk. 2/28). Der Beschuldigte erhob auch gegen diesen Strafbefehl
fristgerecht Einsprache (Urk. 2/29, vgl. Anhang Urk. 2/28). In der Folge hielt das
Statthalteramt am Strafbefehl fest und überwies das Verfahren der Vorinstanz
(Urk. 1). Die Vorinstanz bestätigte den Entscheid des Statthalteramtes mit Urteil
vom 7. Juli 2017 (Urk. 16 = Urk. 22). Der Entscheid wurde schriftlich eröffnet und
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dem Beschuldigten am 21. Juli 2017 direkt in begründeter Ausfertigung zugestellt
(Prot. I S. 23 ff.; Urk. 17).
2. Gegen das Urteil der Vorinstanz meldete der Beschuldigte am 27. Juli
2017 fristgerecht Berufung an (Urk. 18) und reichte mit Poststempel vom 9. Au-
gust 2017 innert Frist die Berufungserklärung ein (Urk. 24). Das Statthalteramt
verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 27). Mit Beschluss vom 1. September
2017 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet und dem Beschuldigten Frist
angesetzt, um die Berufungsanträge zu stellen und zu begründen oder auf die be-
reits vorliegende Berufungserklärung zu verweisen (Urk. 28). Mit Eingabe vom
11. September 2017 verwies der Beschuldigte vollumfänglich auf seine Beru-
fungserklärung (Urk. 30). Innert der mit Präsidialverfügung vom 12. September
2017 angesetzten Frist verzichtete das Statthalteramt auf Berufungsantwort
(Urk. 31, Urk. 33). Das vorliegende Verfahren erweist sich als spruchreif.
3. Der Beschuldigte hielt in seiner Berufungserklärung fest, dass er lediglich
in Bezug auf den Sachverhalt und die rechtliche Würdigung bzw. die Verurteilung
Berufung erhebe, gegen die Strafzumessung aber nicht appelliere (Urk. 24). Da
die Strafe untrennbar mit dem Schuldpunkt zusammenhängt, hat das erstinstanz-
liche Urteil trotzdem als vollumfänglich angefochten zu gelten. Es ist deshalb in
keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen und bildet gesamthaft Gegenstand des
Berufungsverfahrens (BSK StPO-Luzius Eugster, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 399
N 7; Art. 402 und 404 Abs. 1 StPO).
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 21. Novem-
ber 2015 um 21.45 Uhr den Personenwagen "BMW" zur ...-Selbstbedienungs-
tankstelle an der B._-Strasse in C._ gelenkt zu haben, um dort das
Fahrzeug zu betanken. Der dort anwesende - vom Beschuldigten als Polizist er-
kannte - uniformierte Polizeifunktionär D._ sei damit beschäftigt gewesen,
die Tankstellenkunden, unter anderem auch den Beschuldigten, aufzufordern und
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anzuweisen, das Areal zu verlassen und nicht zu tanken, nachdem bekannt ge-
worden sei, dass das Benzin an der besagten Tankstelle zu lediglich 15,3 Rappen
pro Liter zu haben sei. Der Beschuldigte habe indessen keinerlei Anstalten ge-
macht, der mehrfachen direkten polizeilichen Anweisung, das Tanken zu unter-
lassen bzw. abzubrechen und die Tankstelle zu verlassen, Folge zu leisten und
habe stattdessen mit D._ bzw. den anwesenden Polizisten diskutierend sein
Fahrzeug mit 66,21 Litern Benzin zu einem Betrag von Fr. 10.13 betankt.
2. Bilden ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen
Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Ur-
teil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhaltes sei offensichtlich
unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und Be-
weise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO). Bezüglich der von
der Vorinstanz vorgenommenen rechtlichen Würdigung ist die Kognition des Be-
rufungsgerichts nicht wie bei der Feststellung des Sachverhaltes eingeschränkt,
sondern frei (Hug/Scheidegger in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommen-
tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, N 23 zu Art. 398).
3. Der Beschuldigte rügt die offensichtlich fehlerhafte Feststellung des
Sachverhalts, die "Nicht-Würdigung" der erhobenen Beweismittel sowie die recht-
liche Würdigung durch die Vorinstanz (Urk. 24 S. 1).
4. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass der Beschuldigte die äusseren
Tatumstände anerkannt hat (vgl. Urk. 22 S. 4). So ist unstrittig, dass der Beschul-
digte am fraglichen Abend zur Tankstelle an der B._-Strasse in C._ ge-
fahren ist und dort sein Fahrzeug trotz eines (vorgängigen) Wortwechsels mit ei-
nem der Polizisten mit 66.21 Litern Benzin für insgesamt Fr. 10.13 betankt hat
(Urk. 2/4, Urk. 2/6 S. 2, Urk. 2/7, Prot. I S. 11 f.). Der Beschuldigte bestritt jedoch
stets, dass er von der Polizei anlässlich dieses Wortwechsels aufgefordert worden
sei, das Tanken zu unterlassen und das Areal zu verlassen (Urk. 2/4, Urk. 2/6
S. 3, Prot. I S. 14 ff.). Die Polizei habe ihm lediglich gesagt, dass die Tanksäule
einen Bedienerfehler aufweise und falls er dort tanken würde, er sich wegen Be-
truges strafbar machen und deswegen verzeigt würde. Da er gewusst habe, dass
die Tatbestandsmerkmale des Betruges nicht erfüllt seien, habe er den Tankvor-
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gang begonnen und diesen nach weiterer Diskussion mit der Polizei auch been-
det (Urk. 2/4, Urk. 2/6 S. 2 ff., Prot. I S. 14 ff.). Demnach hatte die Vorinstanz den
umstrittenen Sachverhalt anhand der vorliegenden Beweismittel zu erstellen.
4.1 Als Beweismittel für die Erstellung des Sachverhalts stützte sich die Vor-
instanz, nebst den Aussagen des Beschuldigten selbst, auf die Aussagen der bei-
den Polizeifunktionäre der Gemeinde C._, D._ und E._, welche am
Einsatz bei der ...-Tankstelle teilgenommen haben und die Aussagen von
F._, dem Beifahrer des Beschuldigten (Urk. 22 S. 4, Urk. 2/17 S. 4, Urk. 2/24
S. 4, Urk. 15 S. 2 f.). Darüber hinaus liegt eine Auskunft des Strassenverkehrsam-
tes (E-Mail) betreffend Zugriff auf das Infocar (Urk. 11) bei den Akten, welches
Dokument in Gutheissung der Beweisanträge des Beschuldigten von der Vo-
rinstanz eingeholt wurde (vgl. Urk. 7).
Wie die Vorinstanz richtig erkannte (Urk. 22 S. 10), sind die Aussagen des
Beschuldigten, welche dieser anlässlich der Einvernahme des Zeugen D._
machte (Urk. 2/17), nicht zulasten des Beschuldigten verwertbar, da er nicht auf
seine Rechte gemäss Art. 158 Abs. 1 StPO hingewiesen wurde. Die Vorinstanz
hat denn auch nicht auf diese Aussagen abgestellt.
4.2 Die Vorinstanz hat die Aussagen der beteiligten Personen richtig wie-
dergegeben, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen
werden kann (Urk. 22 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Allerdings mass die Vor-
instanz der Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der verschiedenen Beteilig-
ten keine grosse Bedeutung zu, da sie zum Schluss kam, dass die Aussagen der
Beteiligten im für den Schuldspruch wesentlichen Punkt übereinstimmen würden.
Insbesondere bestreite der Beschuldigte nicht, dass die Polizisten ihm zu verste-
hen gegeben hätten, er dürfe nicht tanken (Urk. 22 S. 8 f.).
Diese Argumentation ist nicht zu übernehmen. Zwar trifft zu, dass die Polizei
dem Beschuldigten auch nach seiner eigenen Sachdarstellung implizit dargetan
hat, dass sie es nicht für richtig hält, wenn er tankt. Eine klare polizeiliche Anord-
nung, das Tanken zu unterlassen, ist darin aber nicht zu erblicken. Vielmehr ver-
knüpfte die Polizei das Tun des Beschuldigten gemäss seiner Darstellung mit ei-
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ner Anzeige wegen Betruges, was den Beschuldigten nicht von seinem Vorhaben
abbrachte, da er eine solche Anzeige als aussichtslos erachtete.
Damit bedarf die von der Vorinstanz vorgenommene Aussagewürdigung der
Ergänzung.
4.3.1 Was die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten betrifft, ist vorab festzu-
halten, dass eine beschuldigte Person im Rahmen der Selbstbegünstigung
grundsätzlich nicht zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet ist. Vielmehr hat
sie ein - durchaus legitimes - Interesse daran, die Geschehnisse in einem für sie
günstigen Licht darzustellen. Dies macht die Aussagen an sich nicht per se un-
glaubhaft, wird aber bei der Würdigung der Aussagen zu berücksichtigen sein.
Der Beschuldigte schilderte den Ablauf des Tatgeschehens am fraglichen
Abend gleichbleibend. So gab er an, er sei mit einem Kollegen in C._ unter-
wegs gewesen und habe fast kein Benzin mehr gehabt, weshalb er sich ent-
schlossen habe, bei der besagten ...-Tankstelle zu tanken (Urk. 2/4, Prot. I S. 19).
Nach kurzer Zeit seien zwei Polizisten aufgetaucht, wobei sich einer um den Ver-
kehr gekümmert habe und der andere bei den Tanksäulen gestanden sei. Als er
(der Beschuldigte) an der Reihe gewesen sei, habe ihn der eine Polizist gefragt,
was er tanken wolle und ihn nach seiner Antwort "Bleifrei 98" darauf hingewiesen,
dass diese Tanksäule einen Defekt bzw. einen Bedienerfehler aufweise und falls
er dort tanken würde, er sich wegen Betruges strafbar machen und eine Anzeige
oder eine Verzeigung erhalten würde. Er habe dem Polizisten gesagt, er glaube
nicht, dass die Tatbestandsmerkmale des Betruges erfüllt seien und habe zu tan-
ken begonnen. Der Polizist habe dann seine Ausweispapiere verlangt, seine Da-
ten aufgenommen und erklärt, dass er noch wegen des Betrugsdeliktes von ihm
hören werde. Während des Tankvorganges hätten sie weiter über den Betrugs-
vorhalt diskutiert und der Polizist habe darüber hinaus noch mit ungerechtfertigter
Bereicherung und Erschleichen einer Leistung argumentiert. Er (der Beschuldigte)
habe auch zu den weiteren Vorwürfen Stellung genommen und den Tankvorgang
beendet. Der Polizist habe ihm dann die Dokumente wieder zurückgegeben
(Urk. 2/4, Urk. 2/6 S. 1 f., Prot. I S. 12 ff.).
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Trotz konstanter Schilderung will an der Sachdarstellung des Beschuldigten
nicht recht einleuchten, weshalb die Polizei dem Beschuldigten in der Diskussion
verschiedene Begründungen für ein Tankverbot geliefert haben sollte, ohne den
Beschuldigten zuvor jemals explizit aufgefordert zu haben, das Tanken zu unter-
lassen. Die Ausführungen des Beschuldigten sind aufgrund dessen zwar nicht als
unglaubhaft zu taxieren, doch sind gewisse Zweifel an seiner Darstellung der Ge-
schehnisse angebracht.
4.3.2 Bei der Glaubwürdigkeit des als Zeugen befragten Beifahrers des Be-
schuldigten, F._, ist zu berücksichtigen, dass dieser unter der strengen
Strafandrohung von Art. 307 StGB ausgesagt hat. Bei der Würdigung seiner Aus-
sagen ist jedoch nicht ausser Acht zu lassen, dass es sich bei ihm um einen Kol-
legen des Beschuldigten handelt (Urk. 15 S. 2), der ein Interesse daran haben
könnte, seine Aussagen in eine für den Beschuldigten positive Richtung zu len-
ken.
F._ führte in Übereinstimmung mit den Aussagen des Beschuldigten
aus, dass dieser zur fraglichen Tankstelle gefahren sei, weil das Benzin leer ge-
wesen sei (Urk. 15 S. 3). Zudem bestätigte er die Darstellung des Beschuldigten,
wonach der Beschuldigte mit der Polizei gesprochen habe und die Polizei her-
nach die Papiere des Beschuldigten habe sehen wollen. Insbesondere gab er an,
dass der Beschuldigte ihn - der während des Tankvorgangs bei geschlossenen
Türen und Fenstern im Auto sitzen geblieben war - gefragt habe, ob er ihm den
Fahrzeugausweis geben könne (a.a.O. S. 4 f.). Zum Inhalt des Gesprächs zwi-
schen dem Beschuldigen und dem Polizisten konnte der Zeuge dahingegen
nichts sagen, was bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt (vgl. Urk. 22 S. 9).
Die Aussagen von F._ erscheinen darauf ausgerichtet, den Beschuldig-
ten zu entlasten. So fällt auf, dass der Zeuge sich kaum mehr an etwas zu erin-
nern vermochte, ausser an das Vorweisen der Fahrzeugpapiere, also genau den
Umstand, in welchem sich der Beschuldigte eine Bestätigung durch ihn erhofft
hatte (vgl. Urk. 2/6 S. 4). Der Zeuge will sich nicht einmal mehr daran erinnern
können, wohin er am besagten Abend mit dem Beschuldigten habe fahren wollen.
Sie seien "einfach unterwegs" gewesen (Urk. 15 S. 2 f.). Vor dem Hintergrund,
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dass F._ den Konflikt zwischen dem Beschuldigten und der Polizei während
des Tankvorgangs mitbekommen hat (a.a.O. S. 4), es sich damit nicht um einen
alltäglichen Vorfall handelte, bei welchem es verständlich erschiene, wenn man
sich eineinhalb Jahre später nicht mehr an das Ziel einer Fahrt mit einem Kolle-
gen zu erinnern vermöchte, erscheint dies unglaubhaft.
4.3.3 Zur Glaubwürdigkeit der einvernommenen Polizeifunktionäre D._
und E._ ist festzuhalten, dass sie unter der strengen Strafandrohung von
Art. 307 StGB ausgesagt haben und in keinerlei persönlichen Beziehung zum Be-
schuldigten stehen (Urk. 17 S. 1, Urk. 24 S. 1). Zu berücksichtigen ist ferner, dass
sie ihre Wahrnehmungen im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit gemacht haben,
weshalb ihre Aussagen nicht leichthin in Frage gestellt werden dürfen.
Die Polizisten führten im Kernbereich konstant und übereinstimmend aus,
sie hätten von der Zentrale den Auftrag bekommen, an die B._-Strasse zur
...-Tankstelle zu fahren, da der Verkehr dort nicht mehr fliesse. Sie hätten sich vor
Ort begeben, der Verkehr sei behindert bzw. stockend gewesen und sie hätten
dann festgestellt, dass das Benzin bei der Tankstelle unter dem Normalpreis habe
bezogen werden können (Urk. 17 S. 4, Urk. 24 S. 4). E._ habe sich zunächst
um den Verkehr gekümmert und sei erst hernach zurück zur Tankstelle gekom-
men. D._ habe auf dem Platz die Führung übernommen. Er habe den Be-
schuldigten zuerst angesprochen. Als E._ bemerkt habe, dass D._ mit
dem Beschuldigten habe diskutieren müssen, habe er sich in die Nähe zu
D._ begeben (Urk. 17 S. 4 f., Urk. 24 S. 4 f.). D._ habe den Beschuldig-
ten mehrmals aufgefordert, das Tanken zu unterlassen und das Areal zu verlas-
sen (Urk. 17 S. 5 f., Urk. 24 S. 5 und S. 8).
Die Aussagen der Polizeibeamten zum Kerngeschehen sind detailliert und
wirken nicht einstudiert. Ab dem Zeitpunkt, in welchem die Funktionäre unter-
schiedliche Aufgaben wahrnahmen, schildern sie den Vorfall jeweils aus ihrer
Sicht, wobei sich ihre Darstellungen mühelos miteinander in Einklang bringen las-
sen, ohne dass der Eindruck entsteht, sie hätten sich vorgängig abgesprochen.
Gegen eine vorherige Absprache spricht zudem, dass D._ angab, "wie es
ihm noch sei" habe E._ den Beschuldigten anschliessend auch noch ange-
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wiesen, wohingegen E._ klar angab, er wisse nicht mehr, ob er selber auch
noch etwas gesagt habe (Urk. 17 S. 6., Urk. 24 S. 5.). Hätten sich die Polizisten
abgesprochen, hätten sie in diesem Kernpunkt sicherlich keine divergierenden
Aussagen gemacht. Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, weshalb die Beamten
den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollten. Sie kennen den Beschuldigten
nicht und hätten bei einer Falschaussage nicht nur mit einem Strafverfahren we-
gen falscher Anschuldigung und falschem Zeugnis im Sinne von Art. 303 und 307
StGB zu rechnen, sondern auch berufliche Nachteile zu befürchten.
Dass sich die Polizeibeamten bezüglich einiger Details (z.B. Position des
Fahrzeuges des Beschuldigten während des Eintreffens der Polizei; Ort, an wel-
chem sich E._ aufgehalten haben soll, bevor er zu D._ und dem Be-
schuldigten ging) unsicher waren oder sich nicht mehr daran zu erinnern ver-
mochten, ist angesichts der Tatsache, dass die Einvernahme rund eineinhalb Jah-
re nach dem Vorfall stattfand, verständlich. Dies gilt umso mehr, als es die Polizis-
ten während ihres Einsatzes mit einer Vielzahl von Fahrzeuglenkern zu tun hatten
und sie ihre Positionen immer wieder wechseln mussten (vgl. u.a. Urk. 17 S. 4 ff.,
insb. S. 6 sowie Urk. 24 S. 4 und S. 7)
Schliesslich stimmt die Sachdarstellung der Polizisten auch mit dem Ver-
merk auf dem Ordnungsbussen-Meldezettel überein (Urk. 2/2), welchen E._
kurz nach dem Vorfall ausgefüllt hat (Urk. 17 S. 8, Urk. 24 S. 6). Dass D._
auf dem Meldezettel als Zeuge und nicht als Polizeifunktionär aufgeführt wird, ist
- entgegen der Argumentation des Beschuldigten (Urk. 24 S. 5) - nicht von Rele-
vanz, waren die zwei Funktionäre doch unbestrittenermassen vor Ort und kann
der eine die Handlungen des anderen, soweit er sie mitbekommen hat, bezeugen.
Darüber hinaus macht es durchaus Sinn, dass derjenige Polizeibeamte, welcher
die Ordnungsbussen-Meldung verfasst, seinen Namen unter der Rubrik "Funktio-
när" einträgt, wohingegen weitere am Einsatz beteiligte Polizeibeamte unter der
Rubrik "Zeuge" aufgeführt werden.
Die Unklarheit betreffend die Frage, ob die Polizeibeamten anlässlich ihres
Einsatzes die Ausweispapiere des Beschuldigten kontrolliert haben oder nicht,
vermag an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der beiden Polizisten nichts zu än-
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dern. D._ machte hierzu keine widersprüchlichen Aussagen, sondern gab an,
dass er nicht mehr genau wisse, ob er sich vom Beschuldigten den Ausweis habe
zeigen lassen. Sie hätten das Kontrollschild erfasst und abgeklärt (Urk. 17 S. 7).
So viel er wisse, habe er sich weder Führerausweis noch Fahrzeugausweis vor-
zeigen lassen, ansonsten sie nicht anhand des Kontrollschildes die Personalien
im Infocar hätten erheben müssen (Urk. 17 S. 11). Dass sich D._ bezüglich
dieses Nebenpunktes nach rund eineinhalb Jahren nicht mehr genau zu erinnern
vermag, erscheint nachvollziehbar. Darüber hinaus kann den Akten entnommen
werden, dass E._ am Tag nach dem Vorfall - wenn auch nicht über Infocar,
so doch über FABER (Fahrberechtigungsregister des Bundesamtes für Strassen)
- Abklärungen über die Lenkerschaft des Fahrzeuges des Beschuldigten tätigte
(Urk. 11), was sowohl mit den Aussagen von D._ als auch denjenigen von
E._ in Einklang zu bringen ist (vgl. Urk. 24 S. 6).
Auch die vom Beschuldigten angeführten Argumente, dass die Polizei ihn
nicht am Tankvorgang gehindert und ihm nicht vor Ort eine Ordnungsbusse aus-
gestellt habe, sprechen nicht gegen ein vorgängig ausgesprochenes Tankverbot.
Im Gegenteil macht das von der Polizei geschilderte Vorgehen im Hinblick auf
den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, welchem polizeiliches Handeln unterliegt
(§ 10 des Polizeigesetzes des Kantons Zürich [nachfolgend: PolG]), Sinn. So führ-
ten die Polizeibeamten glaubhaft aus, sie hätten eine Eskalation verhindern wol-
len, zumal der Beschuldigte aufgebracht bzw. unbeherrscht und ausfällig gewe-
sen sei (Urk. 17 S. 10 und Urk. 24 S. 8 f.).
4.4 Vor dem Hintergrund der glaubhaften Aussagen der zwei Polizisten ver-
mag die Sachdarstellung des Beschuldigten nicht zu überzeugen. Vielmehr ver-
bleiben nach Würdigung sämtlicher Aussagen keine ernsthaften Zweifel mehr da-
ran, dass sich der Sachverhalt so abgespielt hat, wie im Strafbefehl geschildert.
4.5 In rechtlicher Hinsicht wendet der Beschuldigte ein, die Polizei habe das
Verbot zu Tanken mit einer unzutreffenden Rechtsfolge (Verzeigung wegen Be-
truges) verbunden (vgl. Urk. 24 S. 2). D._ verneint klar, eine derartige Aus-
sage gemacht zu haben (Urk. 17 S. 7). E._ kann dies zumindest nicht aus-
schliessen (Urk. 24 S. 6). Die Frage kann jedoch offen gelassen werden, da der
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Tatbestand der Missachtung einer polizeilichen Anordnung weder voraussetzt,
dass dem Betroffenen die Rechtsfolgen einer Zuwiderhandlung erläutert werden,
noch dass ihm die Rechtsgrundlage dafür genannt wird. Irrelevant ist auch, ob am
fraglichen Abend noch weitere Personen zu einem massiv untersetzten Preis ge-
tankt haben. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist einzig das Verhalten
des Beschuldigten und nicht einer Drittperson. Darüber hinaus kann der Beschul-
digte aus einem allfällig gleichgearteten, aber unbestraft gebliebenen Verhalten
einer Drittperson nichts zu seinen Gunsten ableiten, besteht doch kein Anspruch
auf Gleichbehandlung im Unrecht.
4.6.1 Weiter führt der Beschuldigte ins Feld, die Polizei sei gar nicht dazu
berechtigt gewesen, auf einem Privatgrundstück tätig zu werden bzw. die Polizei
habe ohne rechtliche Grundlage gehandelt (vgl. Urk. 24 S. 2), womit er sinnge-
mäss geltend macht, eine allfällige Anordnung seitens der Polizei wäre unrecht-
mässig und somit unbeachtlich gewesen.
Gemäss § 3 des Polizeigesetzes des Kantons Zürich vom 23. April 2007
(PolG; LS 550.1) gehört es zu den Aufgaben der Polizei, durch geeignete Mass-
nahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beizutra-
gen. Die Polizei trifft insbesondere Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssi-
cherheit und Verhütung von Unfällen im Strassenverkehr. Sie kann ausnahms-
weise aber auch vorsorgliche Massnahmen zum Schutz privater Rechte treffen,
wenn deren Bestand glaubhaft gemacht wird, gerichtlicher Schutz nicht rechtzeitig
erlangt werden kann und ohne polizeiliche Hilfe die Ausübung des Rechts verei-
telt oder wesentlich erschwert würde (§ 7 PolG). Sodann darf die Polizei, wenn es
zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben notwendig ist, private Grundstücke betreten
(§ 20 PolG) und Personen von einem Ort wegweisen oder für längstens 24 Stun-
den fernhalten (§ 33 PolG).
Gestützt auf § 12 und §§ 17 ff. sowie §§ 24 ff. des kantonalen Polizeiorgani-
sationsgesetzes vom 29. November 2004 (POG; LS 551.1) waren die via Einsatz-
zentrale der Kantonspolizei Zürich herbeigerufenen Polizeibeamten D._ und
E._ zuständig und befugt, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, damit
der Verkehr auf der B._-Strasse sich wieder verflüssigt, namentlich die
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Tankstellenzufahrt zu diesem Zweck zu verhindern und die sich bei der Tankstelle
aufhaltenden Automobilisten zur Wegfahrt anzuhalten. Der in Art. 1 der Polizei-
verordnung der Gemeinde Rüti vom 5. Dezember 2011 genannte Aufgabenbe-
reich der Polizei geht nicht über den kantonalen Auftrag hinaus und wird demnach
von übergeordnetem Recht vollumfänglich gedeckt. Art. 3 der Polizeiverordnung
der Gemeinde Rüti hält fest, dass den Anordnungen der Polizeiorgane Folge zu
leisten ist. Bei Widerhandlung kann gestützt auf Art. 33 der Polizeiverordnung der
Gemeinde Rüti, die im Einklang mit dem übergeordneten kantonalen Recht steht
(§ 89 Abs. 2 und § 175 GOG), eine Ordnungsbusse nach §§ 171 ff. GOG bis
Fr. 500.– ausgefällt werden.
Die Anweisung der Polizeifunktionäre an den Beschuldigten, das Areal zu
verlassen, war damit ohne Weiteres rechtmässig. Die Polizisten nahmen vor Ort
ihre Aufgabe der Verkehrssicherung wahr und waren hierzu auch berechtigt, sich
auf privatem Boden aufzuhalten. Ob das Verbot zu Tanken ebenfalls aus ver-
kehrspolizeilichen Gründen gerechtfertigt war, kann offen bleiben. Jedenfalls durf-
te die Polizei - nachdem sie festgestellt hatte, dass der Literpreis für das Benzin
um eine Kommastelle verschoben war - gestützt auf § 7 PolG vorsorglich Mass-
nahmen treffen, um den Tankstellenbetreiber vor (weiterem) Schaden zu bewah-
ren. Dies, da die Schädigung bereits im Gange war und es dem Tankstellenbe-
treiber ohne das Eingreifen der Polizei wesentlich erschwert - wenn nicht verun-
möglicht - worden wäre, seine Forderungen nachträglich gerichtlich geltend zu
machen, zumal die Selbstbedienungstankstelle nicht einmal videoüberwacht war
(vgl. Urk. 17 S. 8).
4.6.2 Festzuhalten bleibt, dass der Beschuldigte die Anordnungen der Be-
amten vorliegend selbst dann hätte befolgen müssen, wenn das Handeln der Po-
lizei nicht rechtmässig gewesen wäre. Art. 3 der Polizeiverordnung der Gemeinde
Rüti schützt das gleiche Rechtsgut wie die Bestimmungen über die strafbaren
Handlungen gegen die öffentliche Gewalt gemäss Art. 285 f. StGB. Auch diese
Bestimmungen sollen das reibungslose Funktionieren der staatlichen Organe ge-
währleisten und schützen damit die staatliche Autorität. In beiden Fällen können
sich Konstellationen ergeben, in denen der Rechtsunterworfene sich direkt mit ei-
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ner Amtshandlung konfrontiert findet, deren Rechtmässigkeit ihm zweifelhaft er-
scheint. In solchen Fällen kann es jedoch nicht im Ermessen des Betroffenen lie-
gen, zu entscheiden, ob er sich der behördlichen Anordnung zu fügen hat oder
nicht. Um ein Funktionieren der staatlichen Autorität zu gewährleisten, hat hier
wie bei Art. 285 f. StGB zu gelten, dass grundsätzlich auch materiell rechtswidrige
Amtshandlungen geschützt werden und ihnen Folge zu leisten ist. Eine Ausnah-
me ist nur dann zu machen, wenn die Widerrechtlichkeit der Amtshandlung erheb-
lich und offensichtlich ist, das polizeiliche Handeln mithin nichtig ist. Ist die Wider-
rechtlichkeit indessen auch nur zweifelhaft, fehlt es bereits an einer besonderen
Ausnahmesituation, die Widerstand gegen die Amtshandlung zu rechtfertigen
vermag (BGE 98 IV 41 E 4b, bestätigt in BGE 103 IV 75 und Urteil des Bundesge-
richts 6B_393/2008 vom 8. November 2008).
Vorliegend erfolgten die polizeilichen Anordnungen aus einem für jedermann
erkennbaren Anlass, nämlich wegen des massiv zu tiefen Benzinpreises bei der
fraglichen Tankstelle und der Verkehrsbehinderung auf der B._-Strasse, wel-
che zur Tankstelle führt. Eine offensichtlich widerrechtliche Amtshandlung lag
damit nicht vor. Vielmehr hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zu Recht
festgehalten, dass Sinn und Zweck von Art. 3 der Polizeiverordnung der Gemein-
de Rüti darin bestehe, genau solche Diskussionen, wie sie zwischen dem Be-
schuldigten und den Polizisten stattgefunden haben, zu verhindern, damit die Po-
lizei ungehindert ihre Aufgaben erfüllen könne (Urk. 22 S. 8 f.).
4.7 Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte
verpflichtet gewesen wäre, die entsprechenden Anordnungen der Polizei zu be-
folgen. Dies hat er anerkanntermassen nicht getan, womit er sich der Missach-
tung einer polizeilichen Anordnung im Sinne von Art. 33 in Verbindung mit Art. 3
der Polizeiverordnung der Gemeinde Rüti schuldig gemacht hat.
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III. Strafzumessung
Die Vorinstanz hat die vom Statthalteramt Bezirk Hinwil festgesetzte Busse
von Fr. 200.– bestätigt (Urk. 22 S. 13).
Der gesetzliche Strafrahmen reicht vorliegend von Fr. 1.– bis zu Fr. 10'000.–
Busse (Art. 33 der Polizeiverordnung der Gemeinde Rüti in Verbindung Art. 106
Abs. 1 StGB; vgl. auch BSK StGB-Stefan Heimgartner, vor Art. 103 StGB N 21 in
Verbindung mit BGE 96 I 24), wobei sich letztere im ordentlichen Übertretungs-
verfahren nach den persönlichen Verhältnissen des Täters so bemisst, dass die-
ser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3
StGB). Dies stellt denn auch den wesentlichen Unterschied zum vereinfachten
Ordnungsbussenverfahren dar, in welchem Bussen pauschal ausgesprochen
werden.
Zwar kann gemäss Art. 4 Abs. 4 der Verordnung über das gemeinderechtli-
che Bussenverfahren der Gemeinde Rüti vom 21. August 2012 auch im ordentli-
chen Strafverfahren eine Ordnungsbusse ausgefällt werden. Diese Bestimmung
ist jedoch als Korrektur für Fälle gedacht, in denen der Beschuldigte um seinen
Anspruch auf das Ordnungsbussenverfahren gebracht wurde. So etwa, indem
irrtümlich das ordentliche Verfahren eingeleitet wurde oder wenn es in einem or-
dentlichen Verfahren zu einem Freispruch im schwerer wiegenden Vorwurf kommt
und nur noch die Übertretung übrig bleibt, welche für sich allein betrachtet im
Ordnungsbussenverfahren hätte abgehandelt werden können. In Fällen, in denen
zwingend das ordentliche Verfahren durchzuführen ist, beispielsweise wenn der
Beschuldigte die Busse nicht innert der gesetzlichen Zahlungsfrist beglichen hat,
würde das Aussprechen einer Ordnungsbusse im ordentlichen Verfahren aber
dem Zweck des Ordnungsbussenverfahrens zuwiderlaufen (vgl. Philippe Weis-
senberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz,
2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, N1 ff. zu Art. 11 OBG, welcher im Wortlaut Art. 4
Abs. 4 der Verordnung über das gemeinderechtliche Bussenverfahren der Ge-
meinde Rüti vom 21. August 2012 entspricht).
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Die Vorinstanz hat die Busse anhand des von ihr als insgesamt leicht erach-
teten Verschuldens festgesetzt (Urk. 22 S. 12). Die finanziellen Verhältnisse des
Beschuldigten sind nicht aktenkundig. Bei der Bewertung der objektiven Tat-
schwere ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der
Ablauf des Polizeieinsatzes durch das Verhalten des Beschuldigten nicht in
übermässigem Masse verkompliziert wurde. Nachdem der Beschuldigte den
Tankvorgang beendet hatte, verliess er ohne weitere Diskussionen die Tankstelle.
In subjektiver Hinsicht ist die Vorinstanz zutreffend von direktem Vorsatz ausge-
gangen. Dies wirkt sich entgegen den Ausführungen der Vorinstanz jedoch nicht
verschuldenserhöhend aus, sondern ist neutral zu werten. Dass die Vorinstanz
die Vorstrafen des Beschuldigten straferhöhend berücksichtigte (Urk. 22 S. 12),
ist nicht zu beanstanden. Allerdings ist korrigierend anzumerken, dass es sich nur
um eine Vorstrafe handelt und diese nicht einschlägig ist (vgl. Prot. I S. 9 ff. und
Urk. 37). Ansonsten ergibt sich aus den Täterkomponenten nichts, was strafzu-
messungsrelevant wäre.
Vor dem Hintergrund der vorgenannten Korrekturen der vorinstanzlichen
Strafzumessung erscheint es angemessen, die von der Vorinstanz ausgefällte
Busse von Fr. 200.– auf Fr. 100.– zu reduzieren. Es ist denn auch nicht nachvoll-
ziehbar, weshalb das Statthalteramt den Beschuldigten in ihrem zweiten Strafbe-
fehl (Urk. 28) plötzlich mit Fr. 200.– Busse belegte, wohingegen sie beim ersten
Strafbefehl (Urk. 3) noch eine Busse von Fr. 100.– als angemessen erachtete. Ih-
re Begründung, nach Durchführung der Strafuntersuchung sei von einem höheren
Verschulden des Beschuldigten auszugehen, überzeugt nicht.
Damit ist die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der schuldhaften Nichtbezah-
lung der Busse auf einen Tag festzusetzen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens - der Beschuldigte wird verurteilt - ist
das vorinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 4 und 5) zu bestätigen (Art. 426
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Abs. 1 StPO). Sodann unterliegt der Beschuldigte mit seiner Berufung, weshalb
ihm die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind und er demgemäss
keinen Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat (Art. 428 Abs. 1 StPO und
Art. 436 StPO in Verbindung mit Art. 429 StPO).