# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 68964845-5d57-496c-8fb1-86121327be90
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959
,
war seit dem Jahr 2000 tätig als Prozessspezia
list
in
bei
Y._
AG in einem 100%-Pensum. Am 1
6.
Juni 2016 (Eingangsda
tum) meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/9).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, vom 3
0.
Mai 2018 ein (
Urk.
7/80; vgl. auch
Urk.
7/70). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
0.
November 2018,
Urk.
7/89; Einwan
d vom
3.
Januar 2019,
Urk.
7/92) wies die IV-Stelle das Leis
tungsbegehren mit Verfügung vom
1.
April 2019 ab (
Urk.
2/1). Da dem Rechts
vertreter der Versicherten diese Verfügung nicht zuging, stellte ihm die IV-Stelle die Verfügung mit Schreiben vom 1
3.
August 2019 erneut zu mit dem Hinweis, dass die Beschwerdefrist erneut zu laufen beginne (
Urk.
2/2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
6.
September 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
1.
April 2019 und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, eine polydisziplinäre Abklärung durchzuführen
und danach neu zu entscheiden (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Oktober 2019 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-108) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde, worüber die Beschwerdeführerin am 2
8.
Oktober 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass gestützt auf das
bidiszplinäre
Gutachten aus rheumatologischer Sicht seit Mai 2016 eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar sei. Aus psychiatrischer Sicht werde im Gutachten zwar eine teilweise Arbeitsunfähigkeit attestiert, aller
dings sei nach
Prüfung der Standardindikatoren
ein invalidisierender Gesund
heitsschaden klar zu verneinen (
Urk.
2/1).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass
im Gutachten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei un
d aus psychiatri
scher Sicht
keine Verbesserung möglich
sei
.
Darauf sei
abzustellen.
Anhand des strukturierten Beweisverfahrens sei erstellt, dass sie unter einem invalidenversi
cherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden leide.
Hinzu komme, dass seit Einholung des Gutachtens aus somatischer Sicht eine Verschlechterung eingetre
ten sei, so dass ein Verlaufsgutachten einzuholen wäre.
Beim entsprechenden Einkommensvergleich sei des Weiteren ein Leidensabzug von 10
%
zu gewähren,
so dass
ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe
(
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
2.3.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsve
rmögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE
135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1.
April 2019
(
Urk.
2
/1
) im Wesentlichen auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
ab. Darin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
7/70/5 ff.;
Urk.
7/80/4 ff
.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägun
gen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
hielten in der
bidisziplinären
Konsens
beurteilung folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/80/38):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Zervikoradikuläres
Reizsyndrom C6/C7 (ICD-10 M54.02)
-
Triceps
- und
Bicepsschwäche
mit jeweiliger Reflexabschwächung, diffe
rentialdiagnostisch funktionell (ICD-10 M75)
-
Schulter-
Impingement
rechts (ICD-10 M75)
-
Gonarthrose linksbetont (ICD-10 M17)
-
Chondropathie
an der lateralen
Femurcondyle
und retropatellar
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie folgendes:
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren mit Selbstlimitierung und Symptomausweitung (ICD-10 F45.41)
-
Fingerpolyarthrose mit Tendovaginitis
stenosans
Dig
. III beidseits (ICD-10 M15 und M65)
-
Heberden
-Arthrose
-
Coxarthrose
(ICD-10 M16)
-
Iliosakralgelenks
-Arthrose (ISG) rechts (ICD-10 M19)
-
Lumbovertebralschmerzen
(ICD-10 M54)
Aus psychiatrischer Sicht liege eine depressive Störung vor, die aktuell einer mit
telgradigen depressiven Episode entspreche. Zu
dem bestehe ein Schmerzsynd
r
o
m, das einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fakto
ren entspreche. Diskrepanzen ergäben sich insofern, als dass die Beschwerdefüh
rerin angebe, subjektiv schwer beeinträchtigt zu sein, jedoch hinsichtlich des psychosozialen Funktionsniveaus bei der Alltagsbewältigung nicht gänzlich eingeschränkt sei. Weitere Diskrepanzen bestünden im Rahmen der Beschwerde
schilderung und in der theatralischen Darstellungsweise. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin in der
Medizinaltechnik
sowie auch in einer angepassten Tätigkeit sei aus rein psychi
atrischer Sicht bei 50
%
anzusiedeln, dies bei einer erschwerten Beurteilung infolge Symptomausweitung.
Aus rheumatologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
9.
Februar 2016 bis zum 2
6.
Mai 201
6.
Anschlies
send habe eine 20-30%ige Arbeitsfähigkeit ca. 2-3 halbe Tage bestanden, so dass eine theoretische Arbeitsfähigkeit von 50
%
oder höher vorstellbar gewesen sei. Im Dezember 2016 sei eine Abklärung wegen chronischen Schulter- und Knie
schmerzen links erfolgt. Der Schulterbefund habe eine 0.7 cm lange Partialruptur in der Nähe des
Footprints
und ei
nen eingeengten
Subacromialraum
ergeben
, so dass hier von einem langsam entstandenen Prozess auszugehen sei. Alle Tä
tig
keiten über Kopf und hebende
Tätigkeiten führten somit schnell zu einer Über
lastung und dem Entstehen von Schmerzen, so dass die Arbeitsfähigkeit maximal zu 50
%
eingeschränkt sei. Im Rahmen der gutachterlichen Abklärung zeige sich aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen einer progredienten, aktivierten Gonarthrose. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht medizinisch-theoretisch, wenn schweres Heben von mehr als 8 kg und ständig
es repetitives Heben von mehr 5
kg nicht erfordert sei, bei einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit zu 100
%
arbeits
fähig.
Zusammenfassend bestehe rein aus psychiatrischer Sicht eine zu 50
%
einge
schränkte Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen und einer angepassten Tätigkeit. Aus rheumatologischer Sicht sei in einer angepassten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Bei einer konservativen Behandlung der fortge
schrittenen Gonarthrose würde sich die Arbeitsfähigkeit nicht grundsätzlich ver
bessern lassen. Ebenfalls liessen sich die Beschwerden an der Halswirbelsäule nur vorübergehend verbessern. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Möglichkeit zur Intensivierung der psychiatrischen Massnahmen, welche die Arbeit
sfähigkeit jedoch längerfristig fraglich verbessern würden. Dies wäre die Anbindung an eine Schmerzambulanz und eine höher
frequente
Behandlung in der Muttersprache der Beschwerdeführ
erin. Erschwerend spiele jedoch
eine Symptomausweitung,
Dekonditionierung
und mangelnde Motivation der Beschwerdeführerin eine Rolle (
Urk.
7/80/38 f.).
3.2
Am 2
5.
Juni 2018
wurde
vom Institut
B._
ein MRI des Beckens und der Hüfte nativ links und der Lendenwirbelsäule (LWS) nativ erstellt. In der Beurteilung
wurde festgehalten, dass eine
k
l
eine mediane Bandscheibenhernie in Höhe Brustwirbelkörper (BWK) 12 - Lendenwirbelkörper (LWK) 2 bestehe. Hierdu
r
ch
bestünden bedingt geringe Spinalkanaleinengungen, aber keine Nervenwurzelkompressionen. Es lägen geringe
Di
s
kopathien
der unteren
LWS vor, aber auch hier ohne N
ervenwurzelkompressionen oder
höher
gradige
Spinalkanaleinengung. Die Hüfte zeige beidseits beginnende degenera
tive Veränderungen. Links liege eine Labrum-Degeneration mit Einriss
antero
-superior vor. Rechts bestehe eine geringe Bursitis
trochanterica
. Daneben bestehe eine geringe Degeneration der Symphyse mit leichter Aktivierung (
Urk.
3/7;
Urk.
7/83).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, sah die Beschwerdeführerin am 1
0.
und 2
5.
September 2018 in seiner Sprechstunde. Er diagnostizierte (1) früh einsetzende Fingerpolyarthrosen, (2) ein
myofasziales
Schmerzsyndrom (in Richtung eines
Fibromyalgiesyndroms
) und (3) eine Depres
sion. Er konstatierte, dass er klinisch, labormässig und
sonographisch
keine Hinweise für eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung finde. Die
poly
topen
Beschwerden am Bewegungsapparat der Beschwerdeführerin seien multi
faktoriell bedingt, im Wesentlichen einerseits
myofaszial
(in Richtung eines
Fibromyalgiesyndroms
),
währenddem
an anderen Gelenken (Fingergelenke, Grosszehengrundgelenke) erste degenerative Veränderungen (im Sinne einer beginnenden Polyarthrose) auszumachen seien. Therapeutisch habe er eine Basisbehandlung mit
Chondroitinsulfat
empfohlen, nebst der bedarfsweisen Ein
nahme von
Inflamac
. Selbstverständlich sei von einer noch besseren Behandlung der Depression ebenfalls ein günstiger Effekt bezüglich Schmerzverarbeitung zu erwarten. Im Übrigen decke sich seine Einschätzung mit der Beurteilung der Rheumatologie des Stadtspitals
D._
und dem
Zentrum
E._
aus dem Jahr 2016 (
Urk.
7/86).
3.4
Pract
. Med.
F._
, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, konsta
tierte in seinem Be
richt vom 1
9.
Dezember 2018 zuh
anden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, dass aktuell ca. alle 3 Wochen ein Termin zur stützenden Gesprächstherapie stattfinde. Die Beschwerdeführerin nehme darüber hinaus
Cipralex
und
Trittico
. Der Gesundheitszustand könne nicht verbessert werden. Der Leidensdruck sei sehr hoch. Diskrepanzen könne er keine feststellen. Die Exis
tenzangst bzw. Angst vor der Zukunft spiele als psychosozialer Faktor eine gewisse, jedoch eher untergeordnete Rolle. Die Beschwerdeführerin habe schon immer sehr wenige Ressourcen gehabt und ein zurückgezogenes Leben geführt. Somit habe sie auch jetzt sehr wenige soziale Kontakte, quasi nur mit ihrem Ehe
mann und den nächsten Angehörigen. Er diagnostiziere aktuell eine rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) sowie chronische Gelenksschmerzen,
cervico
- und
lum
bospondylogen
bei degenerativen Veränderungen (
Urk.
7/90).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom 3
0.
Mai 2018
erfüllt sämtliche rechtspre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen (vgl. E.
2.5
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(Urk.
7/70/5 ff.;
Urk.
7/80/4 ff.)
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztbe
richte sorgfäl
tig,
berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist grundsätzlich einleuchtend und das Gutachten ist dem Grundsatz nach schlüssig.
4.2
Aus somatischer Sicht attestierte die
Rheumatologin
Dr.
A._
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit, in der auf schweres Heben von Gewichten von mehr als 8 kg und ständiges repetitives Heben von mehr als 5 kg verzichtet wer
den könne und die vorwiegend sitzend erfolgen könne
und bei welcher
kein Hocken oder Knien notwendig sei
en
(
Urk.
7/70/21).
Gegen diese Einschätzung brachte die Besch
werdeführerin vor, dass das neuste
MRI eine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes verdeutliche, so dass weitere Abklärungen notwendig seien. So liessen sich insbesondere die Schulterbeschwerden objektivieren als auch Veränderungen an der Hüfte und eine Hernie feststellen (
Urk.
1 S. 8). Dem ist entgege
nzuhalten, dass
Dr.
A._
bei der Festlegung einer angepassten Tätigkeit die Rückenbeschwerden der Beschwerdeführerin berücksichtigte.
Die
C
oxarthrose
, ISG-Arthrose rechts sowie die
Lumbovertebralschmerzen
beurteilte
Dr.
A._
als ohne Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit, womit die vorgebrachten und nun im MRI teilweise objektivierten Befunde bereits berücksichtigt worden sind. Inwieweit die im MRI erhobenen Befunde die Arbeitsfähigkeit über das bereits attestierte einge
schränkte Belastungsprofil hinaus einschränken sollen, geht weder aus dem MRI-Bericht (vgl. E. 3.2) hervor noch wird dies seitens der Beschwerdeführerin plausi
bel dargelegt.
Damit ist der Gesundheitszustand aus somatischer Sicht - entgegen den Ausfüh
rungen der Beschwerdeführerin - hinreichend abgeklärt und es ist von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
4.3
Zu prüfen bleibt
, ob die attestierte psychiatrische Arbeitsunfähigkeit
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit schlüssig anhand der Standardindikatoren erstellt ist.
4.3.1
Dr.
Z._
konstatierte, dass die mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe, die chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren mit Selbstlimitierung und Symp
tomausweitung bleibe ohne Auswirkungen (
Urk.
7/80/30).
Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde im Komplex der Gesundheits
schädigung ist festzuhalten, dass der psychiatrische Befund als mässig ausgeprägt zu beurteilen ist (Urk. 7/
80/24 ff.).
Dr.
Z._
konnte keine Beeinträchti
gung des Bewusstseins, der Orientierung, der Aufmerksamkeit, der Konzentration oder des Gedächtnisses feststellen. Der formale Gedankengang habe sich sprung
haft und verlangsamt gezeigt und die Beschwerdeführerin
berichte
über eine
Grübeltendenz
. Inhaltliche Denkstörungen, Ich-Störungen, Wahrnehmung
sstörungen oder Sinnestäuschungen sowie Hinweise auf eine Persönlich
keitsakzentuierung seien nicht feststellbar. Der Affekt sei depressiv gestimmt, die Beschwerdeführerin
berichte
über eine Energielosigkeit, einen Interessensverlust und teilweise auch über einen sozialen Rückzug sowie über ein Morgentief. Die affektive Schwin
gungsfähigkeit sei herabgesetzt. Ebenso seien Mimik und Gestik psychomotorisch herabgesetzt bei normalem Sprachfluss. Die Krankheitseinsicht sei vorhanden, eine Fremd- oder Eigengefährdung liege nicht vor.
4.3.2
Zum Indikator „Behandlungserfolg und -resistenz“
ist festzuhalten, dass
Dr.
Z._
von einer psychologischen Behandlung alle zwei Wochen aus
ging, wobei es vor allem um den Umgang mit den Schmerzen gehe, zudem werde eine antidepressive Kombinationstherapie mit
Dulox
etin
und
Trazodon
durchge
führt. Die psychiatrische Behandlung erfolge seit Juni 2016 (
Urk.
7/80/23 f.).
Dr.
Z._
hielt dafür, dass der vorliegende Gesundheitszustand evtl. durch weitere medizinische
Massnahmen
verbessert werden könnte, indem die Beschwerdeführerin mehr auf den Umgang mit der Schmerzproblematik fokus
siert werden würde, z.B. durch die Anbindung an eine Schmerzambulanz. Die psychotherapeutische Behandlung sollte möglichst in der Muttersprache der Beschwerdeführerin erfolgen mit einmal wöchentlich angesetzten Konsultatio
nen. Es sei davon auszugehen, dass spätestens in einem Jahr von einer Besserung auszugehen sei. Ob diese
Massnahmen
jedoch nachhaltig positiv auf die Arbeits
fähigkeit wirken würden, sei aufgrund der fortgeschrittenen
Chronifizierung
und auch der Symptomausweitung eher unwahrscheinlich (
Urk.
7/80/37).
Im Bericht vom 1
9.
Dezember 2018 konstatierte
pract
. med.
F._
, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dass eine stützende Gesprächstherapie ca. alle 3 Wochen erfolge nebst der medikamentösen Therapie mit
Cipralex
und
Trittico
(
Urk.
7/90).
Da die Intensität der Behandlung nach der Begutachtung entgegen der ärztlichen Empfehlung von
Dr.
Z._
noch vermindert wurde
,
kann
der Behand
lungserfolg bzw.
eine
allfällige Behandlungsresistenz nicht
abschliessend
beur
teilt werden.
4.3.3
Als rechtlich bedeutsame „Komorbiditäten“ fallen - nebst Begleiterkrankungen mit eigenständiger invalidisierender Bedeutung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) - Beschwerden in Betracht, welchen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1).
Die nebst der mittelgradig depressiven Episode noch diagnostizierte chronische Schmerzstörung zeitigt
gemäss
schlüssiger Beurteilung von
Dr.
Z._
keine Auswirkunge
n auf die Arbeitsfähigkeit. Ein Teil der
somatischen Diagnosen
(vgl. E. 3.1) wirkt sich dahingehend auf die
Arbeitsfähigkeit
aus
, dass der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit bei eingeschränktem Belastbarkeitsprofil zumutbar ist (kein schweres Heben von mehr als 8 kg und
kein
ständiges repetiti
ves Heben von mehr als 5 kg,
vorwiege
nd sitzend
ohne hockende und kniende Tätigkeiten
).
4.3.4
Hinsichtlich des Komplexes „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass sich klinisch keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung
bei ausgeglichener Persön
lichkeit
finde
n
(Urk.
7/80/26
).
4.3.5
Zum Komplex sozialer Kontext ist
zu notieren
,
dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann zusammen den Tag bestreitet und die notwendigen Erledigungen macht. Sie habe zwei erwachsene Söhne, welche im selben Wohnblock leben wür
den wie sie. Sie verbringe Zeit mit den Enkelkindern und gehe mit ihnen auf den Spielplatz. Die Schwiegertochter unterstütze sie im Haushalt (
Urk.
7/70/13;
Urk.
7/80/23). Die Freizeit und das Sozialleben sei
en
bereits vor der Erkrankung hauptsächlich auf das familiäre Umfeld beschränkt gewesen (
Urk.
7/70/17
; vgl. hierzu auch
Urk.
7/90
).
4.3.6
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der
gleich
mässigen
Einschränkungen des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist
folgendes festzuhalten:
Die Beschwerdeführerin führte bezüglich ihres Tagesablaufs aus, dass sie zwischen 8.30 und 10.00 Uhr aufstehe,
Kaffe
trinke und frühstücke und
anschlies
send
die Post hole und lese. Danach gehe sie mit ihrem Ehemann einkaufen, wel
cher dann das Mittagessen koche. Er habe viel Zeit, da er bereits eine Invaliden
rente beziehe und ihr so viel helfe, wie er könne. Am Nachmittag habe sie meistens ihre Termine, die sie wahrnehmen würde. Sonst würde sie spazieren gehen oder mache am Nachmittag Entspannungsübungen oder zeichne. Auch verbringe sie die Zeit mit ihren Enkelkindern. Am Abend esse sie wenig und schaue zusammen mit ihrem Mann fern. Gegen 21.30 Uhr gehe sie schlafen (
Urk.
7/80/23).
Dr.
Z._
konstatierte diesbezüglich
, dass die Exploration des
Tagesprofils auf ein leicht reduzie
rtes Aktivitätsniveau
hinweise
(Urk.
7/80/32) - gleichzeitig hielt sie allerdings fest, dass die definitive Beurtei
lung erschwert werde, da viele der gestellten Fragen mit Ja beantwortet würden. Des Weiteren ergäben die vorliegenden Befunde in Bezug auf die Schmerzprob
lematik bei kritischer Würdigung ein in sich unschlüssiges, inkonsistentes Bild (
Urk.
7/80/34). Es bestünden auch Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschil
derten Intensität und der Vagheit der Beschwerden, zwischen schwerer subjekti
ver Beeinträchtigung und dem weitgehend intakten psychosozialen Funktionsni
veau bei der Alltagsbewältigung, sowie zwischen massiven subjektiven Beschwerden und der Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit und der erkennba
ren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation (
Urk.
7/80/33).
Aufgrund der diskrepanten Angaben ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass
gleichmässige
Einschränkungen in allen Lebensbereichen bestehen.
4.3.7
In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck ist
schliesslich
festzuhalten,
dass ursprünglich eine kurze
Hospita
lisation
vom 2
1.
März bis zum
4.
April 2016 aufgrund des therapieresistenten
zerviko
-/
lumbospondylogenen
Syndrom stattfand (Provisorischer Austrittsbe
richt Stadtspital
D._
,
Urk.
7/1) und im Anschluss daran eine Reha im
Zentrum
E._
vom
4.
April bis zum
1.
Mai 2016 (
Urk.
7/6). Danach fand
- soweit dies aus den Akten ersichtlich ist
-
keine stationäre Therapie mehr statt.
Nach der stationären Therapie im
E._
besuchte die Beschwerdeführerin Physi
otherapie und eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 1-2 wöchentlich, wobei auch psychopharmakologisch behandelt wurde (
Trittico
,
Cymbalta
; Bericht von
Dr.
med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie und
H._
,
dipl.
Psychologin FSP, vom
27.07.2016,
Urk.
7/20). Danach erfolgten die psychiatrisch-psychotherapeutischen Termine zweiwö
chentlich (
Urk.
7/31).
Bereits mit Gutachten von
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
8.
August 2016 wurde eine Intensivie
rung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen (
Urk.
7/35/32), die Behandlung bei
Dr.
G._
und
Dipl. Psychologin
H._
erfolgte weiterhin zwei
wöchentlich (
Urk.
7/38
;
Urk.
7/80/23
). Nach der
Begutach
tung durch
Dr.
Z._
reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den Bericht von
pract
. med.
F._
vom 1
9.
Dezember 2018 ein, in welchem dieser angab, dass - nebst der psychopharmakologischen Medikation - eine stüt
zende Gesprächstherapie ca. alle drei Wochen stattfinde (
Urk.
7/90).
Die entgegen den mehrmaligen ärztlichen Empfehlungen nur zweiwöchentlich bzw. aktuell alle drei Wochen stattfindenden Termine lassen auf einen behand
lungsanamnestisch niedrigen Leidensdruck
schliessen
.
4.4
Aus dem Gesagten ist zu folgern, dass sich die Komorbiditäten allenfalls
leicht
negativ auf die Ressourcen auswirken könnten. Unter Berücksichtigung der nur
mässig
ausgeprägten diagnoserelevanten Befunde, der Persönlichkeit, des sozia
len Kon
textes,
des behandlungsanamnestisch
als gering zu beurteilenden
Leidensdruckes und des
höchstens leicht eingeschränkten
Aktivitätsniveaus
sowie den von
Dr.
Z._
festgestellten Diskrepanzen
sind funktionelle Auswir
kungen des psychischen Gesundheitszustandes nicht überwiegend wahrschein
lich.
Daran vermag auch der Bericht von med.
p
ract
.
F._
nichts zu ändern.
Er macht keine
konkrete
n
, objektiv fassbare
n Aspekte namhaft, die den
ärztlichen Experten entgangen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U
58/06 E. 2.2)
oder die zu einer anderen rechtlichen Beurteilung Anlass geben würden.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des aus somatischer Hinsicht
seit dem Jahr 2016
eingeschränkten Tätigkeitsprofils.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Im Jahr 2015 erzielte die Beschwerdeführeri
n ein Einkommen in Höhe von Fr. 64‘682.--
(Auszug aus dem individuellen Konto vom 2
7.
Juni 2016,
Urk.
7/14/4). Bereinigt um die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 resul
tiert daraus ein anrechenbares
Validenein
kommen
in Höhe von
Fr.
65‘199.45 (Fr. 64‘682.--
x 1.008; Bundesamt für Statistik,
T 39 Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsumentenpreise un
d der Reallöhne, 2010-2018
, Frauen, Verände
rung der Nominallöhne 2015 - 2016 = 0.8).
5.3
5.3.1
Für das Invalideneinkommen ist der Tabellenlohn für Hilfsarbeiten für Frauen heranz
uziehen in Höhe von
Fr.
4‘363.--
im Jahr 2016
(Bundesamt für Statistik, Schweizerische Lohnstrukturerhebung [
L
SE], TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zent
ralwert]
nach Wirtschaftszweigen,
Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Frauen, Kompetenzniveau
1, e
infache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
). Bereinigt
um die
betriebsübliche Arbeitszeit pro Woche von 41.7 Stunden (
T 03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen
in Stunden pro Woche, Total, 2016) resultiert daraus ein Invaliden
einkommen in Höhe von
Fr.
54'581.1
5.
5.3.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, es sei ein Leidensabzug von mindestens 10 % zu berücksichtigen.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
berücksichtigte
n
bei der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit bereits sämtliche Einschränkungen. Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind diese nicht zusätzlich in die Bemes
sung des leidensbedingten Abzuges einzubringen, da dies ansonsten zu einer doppelten Anrechnung der gleichen Gesichtspunkte führen würde (
Urteile des
Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Hinzu kommt,
dass
der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug ist, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Der Vollständigkeit halber ist allerdings festzuhalten, dass
- wie folgend gezeigt wird -
selbst unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 20
%
kein ren
tenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.
5.4
Stellt man das
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
65'199.45
dem Invalidenein
kommen in Höhe von
Fr.
54'581.15 gegenüber
,
resultiert eine Einkommensein
busse von
Fr.
10'618.30
, was einem Invaliditätsgrad von run
d 16 % entspricht (
Fr.
10'681.
30
:
Fr.
65'199.45
).
Selb
st unter Berücksichtigung eines
Leidensabzuges
von 20
%
, welcher vorlie
gend wie gezeigt nicht gerechtfertigt ist (vgl. E. 5.3), resultiert lediglich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 33
%
(
[
Fr.
65'199.45 – Fr. 54'581.15 x 0.8
]
:
Fr.
65'
199.45 = 33.02
%
).
5.5
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.