# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** abef6def-49cd-47ee-8b35-f096387df1c7
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. F._ (geboren 2010) ist der gemeinsame Sohn von D._ und E._. Die Familie wohnt
in G._, wo F._ ab dem Schuljahr 2014/2015 den Kindergarten besuchte. Im Schuljahr
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2015/2016 ging er zunächst in den zweiten Kindergarten, wechselte im Herbst jedoch
wieder in den ersten Kindergarten. Seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 ist F._ in
der ersten Einführungsklasse. Seit dem Winter 2014 besucht er ausserdem eine
Ergotherapie und wird zudem seit August 2015 von einer Logopädin unterstützt.
Im August 2015 wurde F._ erstmals schulpsychologisch beim Schulpsychologischen
Dienst des Kantons St. Gallen (SPD) untersucht. Im Bericht vom 1. September 2015
kam der SPD zum Schluss, aufgrund der allgemeinen Entwicklungsverzögerung und
des stark unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungspotentials sei es wichtig, dass
F._ eine breite Förderungsunterstützung erhalte, welche über den schulischen
Rahmen hinausgehe. Eine Unterstützung anhand der heilpädagogischen Frühförderung
sei dringend notwendig. Im Mai 2016 fand eine weitere schulpsychologische
Untersuchung statt. Der SPD empfahl in seinem Bericht vom 17. Juni 2016 für die
Dauer des Schuljahres 2016/2017 eine heilpädagogische Früherziehung mit zwei
Lektionen pro Woche; diese startete nach den Herbstferien 2016. Im März 2017 wurde
F._ wiederum schulpsychologisch abgeklärt, was einen Antrag auf Sonderschulung in
einer Heilpädagogischen Schule (HPS) auf das Schuljahr 2017/2018 zur Folge hatte. In
ihrem Verlaufsbericht vom 30. März 2017 erachtete die Ergotherapeutin die
Weiterführung der Therapie als notwendig. Am 3. April 2017 erstattete der
Heilpädagogische Dienst St. Gallen – Glarus über die heilpädagogische Früherziehung
Bericht mit dem Ergebnis, F._ benötige eine 1:1-Betreuung, ein klar strukturiertes
Setting, auf ihn abgestimmte Aufgabenstellungen, Unterteilung der Aufgaben in
einzelne Schritte sowie anschauliche Mittel und direktes Vorzeigen.
B. Am 13. April 2017 verfügte die Rektorin der Stadt G._ nach Gewährung des
rechtlichen Gehörs die Sonderschulung von F._ an der HPS in H._ ab dem Schuljahr
2017/2018. Dagegen gelangten die Eltern mit Rekurs vom 26. April 2017 an den
Erziehungsrat. Am 19. Juni 2017 wurde F._ im Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen
untersucht, bei der eine leichte Intelligenzminderung festgestellt und das
Entwicklungsalter des knapp 7 1⁄2-jährigen Jungen auf etwa fünf Jahre errechnet wurde.
Ein Experte der Arbeitsgruppe für Rekursentscheide nahm weitere Abklärungen vor mit
dem Ergebnis, dass sich F._ in der Einführungsklasse wohl fühle, obwohl seine
Einschränkungen sichtbar seien. Die lange Beobachtungszeit von drei Jahren und die
verschiedenen Abklärungen würden deutlich aufzeigen, dass F._ auf eine
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heilpädagogische Unterstützung angewiesen sei. In der Folge wies der Erziehungsrat
mit Entscheid vom 15. November 2017 den Rekurs gegen die Sonderbeschulung von
F._ ab.
C. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 4. Dezember 2017 und Ergänzung vom
31. Januar 2018 erhoben D._ und E._ (Beschwerdeführer) gegen den
Rekursentscheid des Erziehungsrates (Vorinstanz) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und F._ in der Einführungsklasse in G._ zu
belassen; allenfalls sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz und die
Schulverwaltung der politischen Gemeinde G._ (Beschwerdegegnerin) beantragten in
ihren Vernehmlassungen vom 12. bzw. 28. Februar 2018, die Beschwerde sei
abzuweisen, wobei sie auf weitere Ausführungen verzichteten und zur Begründung auf
den angefochtenen Entscheid verwiesen. Die Beschwerdeführer wandten sich am
19. März 2018 mit einer weiteren Eingabe an das Verwaltungsgericht.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als gesetzliche
Vertreter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB)
sind die Eltern von F._ zur Ergreifung des Rechtsmittels sowohl in eigenem als auch in
dessen Namen grundsätzlich legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP;
Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE
B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.2 und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1,
www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben und entspricht (unter
Berücksichtigung der Beschwerdeergänzung vom 31. Januar 2018) den Anforderungen
in inhaltlicher und formeller Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
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Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten. Da
der angefochtene Rekursentscheid an die Stelle der ihm zugrunde liegenden Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 13. April 2017 getreten ist („Devolutiveffekt“, BGE 134 II
142 E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1 und 2C_204/2015 vom 21. Juli
2015 E. 1.2), kann auf die Beschwerde, soweit mit dem Antrag, F._ sei in der
Einführungsklasse zu belassen, formell die Aufhebung der Verfügung der
Beschwerdegegnerin beantragt wird, nicht eingetreten werden.
2.
2.1. Art. 19 BV gewährleistet als Grundrecht einen Anspruch auf ausreichenden und
unentgeltlichen Grundschulunterricht. Zuständig für das Schulwesen sind die Kantone
(Art. 62 Abs. 1 BV). Sie gewähren einen ausreichenden Grundschulunterricht, der allen
Kindern offen steht. Er ist obligatorisch und an öffentlichen Schulen unentgeltlich
(Art. 62 Abs. 2 BV). Die Kantone sorgen sodann für eine ausreichende Sonderschulung
aller behinderten Kinder und Jugendlichen bis längstens zum vollendeten
20. Lebensjahr (Art. 62 Abs. 3 BV). Gemäss Art. 20 des Bundesgesetzes über die
Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen
(Behindertengleichstellungsgesetz, SR 151.3, BehiG) sorgen die Kantone dafür, dass
behinderte Kinder und Jugendliche eine Grundausbildung erhalten, die ihren
besonderen Bedürfnissen entspricht (Abs. 1). Die Kantone fördern, soweit dies möglich
ist und dem Wohl des behinderten Kindes oder Jugendlichen dient, mit
entsprechenden Schulungsformen die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher
in die Regelschule (Abs. 2). Diese Bestimmung konkretisiert die verfassungsrechtlichen
Grundsätze (Art. 8 Abs. 2, Art. 19 und Art. 62 Abs. 3 BV), geht aber kaum über sie
hinaus. Im Rahmen der genannten Grundsätze verfügen die Kantone praxisgemäss
über einen erheblichen Gestaltungsspielraum, was auch für die Sonderschulung gilt
(Art. 46 Abs. 3 BV; BGE 138 I 162 E. 3.1). Der verfassungsrechtliche Anspruch umfasst
ein angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen
Schulen. Ein darüber hinausgehendes Mass an individueller Betreuung, das theoretisch
immer möglich wäre, kann jedoch mit Rücksicht auf das limitierte staatliche
Leistungsvermögen nicht eingefordert werden. Der verfassungsmässige Anspruch auf
unentgeltlichen Grundschulunterricht verpflichtet den Kanton demnach nicht zur
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optimalen bzw. geeignetsten Schulung eines Kindes (BGE 141 I 9 E. 3.2 und 3.3 mit
zahlreichen Hinweisen).
Für behinderte Kinder ist es im Rahmen des ausreichenden Grundschulunterrichts zwar
regelmässig erforderlich, einen höheren Aufwand zu betreiben, jedoch sind hierbei
mitunter auch Einschränkungen in Kauf zu nehmen: Eine Abweichung vom idealen
Bildungsangebot ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zulässig, wenn sie
einem öffentlichen Interesse – etwa der Vermeidung einer erheblichen Störung des
Unterrichts, der Berücksichtigung der finanziellen Interessen des Gemeinwesens oder
dem Bedürfnis der Schule an der Vereinfachung der organisatorischen Abläufe – dient
und die entsprechenden Massnahmen verhältnismässig bleiben (BGE 141 I 9 E. 4.2.2
mit Hinweisen). Im Einzelfall geht es darum, das Wohl des Kindes vorrangig zu
berücksichtigen; seine besonderen Bedürfnisse definieren die richtige Beschulung im
Einzelfall, von der nur unter den genannten Prämissen (öffentliches Interesse und
Verhältnismässigkeit) abgewichen werden soll (BGE 141 I 9 E. 5.3.4).
Der integrierten Sonderschulung ist grundsätzlich der Vorrang gegenüber der
separierten einzuräumen. Die Präferenz der Integration gegenüber der Separation
ergibt sich aus Art. 8 Abs. 2 BV und Art. 20 Abs. 2 BehiG sowie Art. 35 Abs. 1 des
Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG). Der Vorrang der integrierten gegenüber der
separierten Sonderschulung entspricht einem Grundgedanken des
Behindertengleichstellungsgesetzes: Dieses hat gemäss Art. 1 Abs. 2 unter anderem
den Zweck, den Menschen mit Behinderungen zu erleichtern, am gesellschaftlichen
Leben teilzunehmen und selbständig soziale Kontakte zu pflegen, sich aus- und
fortzubilden und eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Eine durch angemessene
Fördermassnahmen begleitete Integration von behinderten Kindern und Jugendlichen
in die Regelschulen trägt diesem Ziel Rechnung, zumal hierdurch der Kontakt zu
nichtbehinderten Gleichaltrigen erleichtert wird, was einer gesellschaftlichen
Eingliederung zuträglich ist. Diese Wertung entspricht Art. 24 Abs. 1 des
Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (SR 0.109),
welches vorsieht, dass die Vertragsstaaten ein „inklusives Bildungssystem“
gewährleisten. Auch die inklusive Schulung in diesem Sinn geht indessen nicht über die
dargelegten bundesrechtlichen Garantien hinaus und vermittelt einem behinderten
Grundschüler keine absoluten Ansprüche. Eine behinderungsbedingte
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Ungleichbehandlung wie die Nichteinschulung in der Regelschule muss qualifiziert
gerechtfertigt werden. Eine unterschiedliche Behandlung ist aber – im Gegensatz zu
einer Benachteiligung – mit Verfassung und Gesetz durchaus vereinbar. Massgebend
ist dabei in erster Linie das Wohl des betroffenen Kindes (vgl. Art. 20 Abs. 2 BehiG). Die
separative Sonderschulung hat für Kinder mit einer Behinderung keineswegs nur
negative Aspekte. Vielmehr ermöglicht sie, auf die (behinderungsbedingten) Lern- und
Förderbedürfnisse individuell angepasster einzugehen. Das Diskriminierungsverbot und
das Behindertengleichstellungsgesetz sollen nicht dazu führen, dass Kinder entgegen
ihren Interessen und ihrem Wohl in eine Regelklasse eingeschult werden (BGer
2C_154/2017 vom 23. Mai 2017 E. 5.1 und 5.2 mit Hinweisen).
2.2. Die kantonale Schulgesetzgebung konkretisiert diese verfassungsmässigen
Ansprüche und Bildungsaufträge wie folgt: Das im Kanton wohnhafte Kind hat das
Recht, jene öffentliche Schule oder anerkannte private Sonderschule zu besuchen, die
seinen Fähigkeiten entspricht und deren Anforderungen es erfüllt (Art. 51 VSG).
Gemäss Art. 34 und Art. 35 Abs. 1 VSG unterstützen sonderpädagogische
Massnahmen schulpflichtige Kinder mit besonderem Bildungsbedarf, namentlich mit
Schulschwierigkeiten, Verzögerungen oder Beeinträchtigungen in der Entwicklung,
Behinderungen oder besonderen Begabungen. Sonderpädagogische Massnahmen
orientieren sich gemäss Art. 35 VSG am Bedarf der Kinder in Erfüllung des Erziehungs-
und Bildungsauftrags, unter Berücksichtigung des Aufwandes von Schulgemeinde und
Kanton (Abs. 1). Die Abgrenzung zwischen Regelschule und Sonderschule regelt
Art. 35 VSG: Gemäss Abs. 1 besuchen Schüler mit besonderem Bildungsbedarf die
Regelklasse oder Kleinklasse, wenn sie vom Unterricht profitieren und das soziale
Gefüge der Klasse wahrnehmen können (lit. a), der Besuch für die Erfüllung des
Erziehungs- und Bildungsauftrags geeignet, erforderlich und zumutbar ist (lit. b) und
nicht überwiegende Interessen der Klasse oder des Umfeldes entgegenstehen (lit. c).
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, besuchen Schüler mit besonderem
Bildungsbedarf eine Sonderschule (Abs. 3).
Die Sonderpädagogik im Kanton St. Gallen ist nach dem Gesagten den Grundsätzen
der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität verpflichtet. Die Volksschule erfüllt ihren
Bildungsauftrag, indem sie sowohl integrierende als auch separierende Angebote
vorsieht und diese nach dem Prinzip „so viel Integration wie möglich, so viel Separation
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wie nötig“ situationsgerecht einsetzt. Die Umsetzung dieses Prinzips erfolgt unter
Berücksichtigung und Abwägung der Interessen der Schülerinnen und Schüler mit
besonderem Bildungsbedarf einerseits sowie der übrigen Schülerinnen und Schüler
und der Lehrpersonen andererseits (Sonderpädagogik-Konzept des Kantons St. Gallen
vom 18. März/4. Mai 2015, Teil „Überblick“, Ziff. 3.1, www.schule.sg.ch). Das
Sonderschulangebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit Behinderung
(geistige Behinderung, Mehrfachbehinderung, Hör-, Seh- oder Körperbehinderung,
Sprachentwicklungsverzögerung) oder mit schwerwiegenden Lern- und
Verhaltensschwierigkeiten, die trotz sonderpädagogischen Massnahmen aus dem
Grundangebot, individuellen Lernzielen und behinderungsspezifischer Beratung und
Unterstützung dem Unterricht in der Regelschule nicht folgen können und/oder deren
Behinderung die Platzierung in einer Sonderschule unumgänglich macht.
Sonderschulen sind spezialisierte Einrichtungen mit einem oder mehreren
Förderschwerpunkten wie kognitiver Entwicklung, sozialer sowie psychisch-
emotionaler Entwicklung, Sprachentwicklung, körperlicher bzw. motorischer
Entwicklung, Hören und Sehen (Sonderpädagogik-Konzept, Teil „Sonderschule“,
a.a.O., Ziff. 3.1 f.; zum Ganzen vgl. auch VerwGE B 2016/77 vom 26. Oktober 2016
E. 2.3 mit Hinweis unter anderem auf VerwGE B 2016/7 vom 28. Juni 2016 E. 3.3,
www.gerichte.sg.ch).
2.3. Bevor der Schulrat den Besuch einer Kleinklasse oder einer Sonderschule verfügt,
holt er das Gutachten der zentralen Abklärungsstelle (SPD) ein (vgl. Art. 36 und 36
VSG; Botschaft zum XIV. Nachtrag zum VSG, ABl 2013 308 ff. S. 400 f.). Das
Gutachten des SPD an den Schulrat beinhaltet sämtliche für die Schule relevanten
Angaben (Einschätzungen, Handlungsbedarf, Antrag). Der allfällige Bedarf für eine
Sonderschulung wird mittels standardisiertem Abklärungsverfahren erhoben. Aufgrund
der Einschätzung der Entwicklungs- und Bildungsziele sowie des Förderbedarfs
werden ein Hauptförderort und allfällige unterstützende Massnahmen vorgeschlagen.
Durch den Beizug des SPD wird sichergestellt, dass die Abklärung aus einer
unabhängigen Perspektive und die Antragstellung nach einheitlichen Standards
erfolgen (vgl. Sonderpädagogik-Konzept, Teil „Regelschule“, a.a.O., Ziff. 5.5.4). Der
Schulrat muss anordnen, wie eine sonderpädagogische Massnahme konkret
auszugestalten ist. Die Wahl der Institution, die die Sonderschulung durchführen soll,
liegt ebenso im Ermessen des Schulrates. Sein (Auswahl-)Ermessen hat er
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pflichtgemäss, d.h. unter Berücksichtigung der rechtsstaatlichen Grundsätze,
namentlich des Willkürverbots, der Rechtsgleichheit und der Verhältnismässigkeit,
auszuüben. Neben diesen Grundsätzen hat der Schulrat auch den Sinn und Zweck der
gesetzlichen Ordnung zu beachten. Leitlinien bilden im konkreten Fall sowohl das
Kindeswohl als auch die finanzielle Tragbarkeit (vgl. Art. 35 VSG). Die vorgängige und
notwendige schulpsychologische Abklärung soll die Frage erhellen, welche
Beschulungsform bzw. Art der Institution und Unterbringung den Bedürfnissen des
Kindes am besten gerecht wird. Da eine Behörde in Fachfragen praxisgemäss nur von
der Auffassung des Gutachtens abweicht, wenn gewichtige, zuverlässig begründete
Tatsachen oder Indizien dessen Überzeugungskraft ernsthaft erschüttern (vgl. Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren
vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 616), sind dessen Schlussfolgerungen
und Anträge in der Regel wegweisend (VerwGE B 2015/296 vom 25. Mai 2016 E. 3.2,
www.gerichte.sg.ch).
3. Dem Verwaltungsgericht ist die Ermessenskontrolle im Beschwerdeverfahren
verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP e contrario). Es hat sich daher darauf zu
beschränken, über die Einhaltung des Ermessensspielraums zu wachen, und schreitet
nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen über- bzw. unterschritten
oder missbraucht hat. Eine Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde
Ermessen walten lässt, wo für dieses nach Gesetz kein Raum ist.
Ermessensunterschreitung liegt vor, wo das Gesetz Ermessen einräumt und die
Behörde dieses nicht wahrnimmt. Missbräuchlich wird das Ermessen ausgeübt, wenn
sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz eingeräumten Ermessens
hält, dabei jedoch die bei der Ermessensausübung zu beachtenden
verfassungsmässigen Grundsätze, insbesondere der Rechtsgleichheit, der
Verhältnismässigkeit oder des Verbots der Willkür, verletzt (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 740 ff.). Ob ein Schüler die Voraussetzungen von Art. 35 Abs. 1 VSG zum
Verbleib in der Regelschule erfüllt, ist eine Rechtsfrage, die das Verwaltungsgericht
uneingeschränkt überprüft.
4.
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4.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, das Kindeswohl habe oberste Priorität,
womit sich die Vorinstanz jedoch nicht auseinandergesetzt habe. Die positiven Berichte
der Ergotherapie, des Heilpädagogischen Dienstes St. Gallen – Glarus und des
Ostschweizer Kinderspitals seien bei der Gewichtung komplett ausgeblendet worden.
Der Experte sei nicht unbefangen an die Aufgabe herangegangen, sondern habe sich
vielmehr auf die bereits bestehenden Berichte abgestützt. Dadurch sei die eigentliche
Begutachtung im Klassenrahmen zu einem Leerlauf verkommen. Die vorgesehene
Einschulung in der HPS H._ erweise sich als unverhältnismässig. Dem Expertenbericht
vom 27. September 2017 seien ausserdem noch keine aussagekräftigen Beurteilungen
der verantwortlichen Lehrpersonen zugrunde gelegen, da der Besuch schon zu Beginn
des Schuljahres erfolgt sei. Aus diesen Gründen sei F._ erneut im Klassenrahmen zu
begutachten und aktuelle Berichte der Lehrpersonen einzuholen.
4.2. Die Vorbringen der Beschwerdeführer beschlagen die Beweiswürdigung der
Vorinstanzen. Sowohl das nicht streitige als auch das streitige Verwaltungsverfahren ist
vom Grundsatz der freien Beweiswürdigung beherrscht (Art. 21 Abs. 3 VRP), wonach
die Bewertung der einzelnen Beweise nicht starren Regeln folgt. Die Gewichtung der
einzelnen Beweismittel soll sich aus der inneren Qualität, d.h. aus der anzunehmenden
Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, ergeben und nicht durch äussere Eigenart. Mit
Bezug auf Gutachten bedeutet dies, dass die Behörde auch an deren Ergebnisse
grundsätzlich nicht gebunden ist. Allerdings muss sie praxisgemäss triftige Gründe im
Sinne von gewichtigen, zuverlässig begründeten Tatsachen oder Indizien anführen,
welche die Überzeugungskraft des Gutachtens ernsthaft erschüttern, um davon
abzuweichen. Darunter fallen etwa innere Widersprüche, offensichtliche
Lückenhaftigkeit oder irrtümliche tatsächliche Feststellungen. Widrigenfalls wäre die
vorgenommene Beweiswürdigung willkürlich (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616;
Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,
Basel 1990, Nr. 146; Th. Weibel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 187
ZPO; K. Plüss, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N 147 zu § 7 VRG).
Ein Privatgutachten besitzt nicht den gleichen Rang wie ein von der Behörde nach
vorgegebenem Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten; ihm kommt lediglich der
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Beweiswert von Parteivorbringen zu. Expertisen, die von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht werden, darf der Beweiswert indessen nicht schon deshalb
abgesprochen werden, weil sie von einer Partei stammen. Von den Parteien
eingereichte Berichte von Ärzten oder Therapeuten dürfen indessen unter
Berücksichtigung der Erfahrungstatsache interpretiert werden, dass diese wegen ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihres Patienten
lauten. Für den Beweiswert eines solchen Berichts ist jedenfalls entscheidend, ob er für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und die
Schlussfolgerungen begründet sind (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616 ff.; K. Plüss, in:
Kommentar VRG, a.a.O., N 148 und 150 zu § 7 VRG; M. Donatsch, in: ebd., N 14 zu §
60 VRG, je mit Hinweisen). Kommt ein privater Gutachter zu einem anderen Schluss als
ein behördlicher, muss die Behörde prüfen, ob die Auffassungen und
Schlussfolgerungen des eigens angeordneten Gutachtens in den rechtserheblichen
Fragen derart erschüttert werden, dass davon abzuweichen ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 618).
4.3. Vorliegend wird nicht grundsätzlich bestritten, dass besonderer Bildungsbedarf
besteht. Die Beschwerdeführer sind jedoch der Auffassung, dem könne auch mit der
Zuweisung in eine Regelklasse begegnet werden, während die Behörden den Besuch
einer Sonderschule für notwendig erachten. Ob F._ die Voraussetzungen für den
Besuch der Regelklasse erfüllt, hängt von der Beurteilung seiner Fähigkeiten und
Beeinträchtigungen ab, wofür ein Fachgutachten einzuholen ist, wie dies Art. 36
Abs. 1 VSG vorsieht. Die Behörden haben im Fall von F._ insgesamt drei Berichte des
SPD eingeholt (Bericht vom 1. September 2015 [act. 10/8a/4], Bericht vom 17. Juni
2016 [act. 10/8a/5], Bericht vom 23. März 2017 [act. 10/8a/6]).
In seinem vorerst letzten Gutachten vom 23. März 2017 fasste der SPD den bisherigen
Verlauf zusammen und legte die Ergebnisse der schulpsychologischen Untersuchung
(schulischer und familiärer Kontext, Kontakt und Arbeitsverhalten, intellektuelle
Leistungsfähigkeit und Wahrnehmungsverarbeitung, Motorik, sprachliche Entwicklung,
mathematische Basiskompetenzen, Persönlichkeit, emotionale und soziale
Entwicklung) dar. Zusammengefasst führte der SPD unter anderem aus, die kognitive
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Leistungsfähigkeit von F._ liege insgesamt deutlich im unterdurchschnittlichen
Bereich. Diagnostisch liege eine geistige Behinderung bzw. Intelligenzminderung vor,
die sein Lernen stark beeinflusse. Zudem lägen Defizite in der sprachlichen
Entwicklung, der Motorik und in den mathematischen Basiskompetenzen vor. F._
benötige aufgrund seines kognitiven Potentials eine angepasste und differenzierte
sonderpädagogische Förderung, welche eindeutig im Bereich der
Sonderschulbedürftigkeit liege. Er brauche eine Beschulungsform, in welcher er auf
seinem individuellen Leistungsniveau gefördert werde. Die HPS könne diese
angemessene Förderung bieten. Bereits durch das dritte Kindergartenjahr, die
heilpädagogische Früherziehung, die Logopädie und die Ergotherapie sei F._
bestmöglich unterstützt worden. Er habe davon unterschiedlich gut profitieren können,
zeige aber nach wie vor deutliche Entwicklungsrückstände. Diese Massnahmen
reichten jedoch nicht aus, um seinem Förderbedarf gerecht zu werden. In einer ersten
oder Einführungsklasse wäre er dagegen stark überfordert (act. 10/8a/6 S. 2 f.). Die
Erhebungen über die rechtserheblichen Tatsachen erfolgten gründlich und fanden
durch Auseinandersetzung mit der konkreten schulischen Situation und den Beteiligten
vor Ort statt. Der im Gutachten enthaltene Antrag für die Sonderbeschulung ist
nachvollziehbar und schlüssig begründet; er stützt sich seinerseits auf logisch
nachvollziehbare Schlussfolgerungen.
4.4. Während des Rekursverfahrens besuchte zudem ein Mitglied der vorinstanzlichen
Arbeitsgruppe für Rekursentscheide F._ in der ersten Regelklasse und führte
Gespräche mit den Lehrpersonen (Kindergarten und Schule), den Eltern und der
Schulpsychologin (vgl. act. 10/13). Der vorinstanzliche Entscheid stützt sich somit auch
auf eigene, unmittelbare Wahrnehmungen und Beweiserhebungen. Bei seinem
Unterrichtsbesuch stellte der Vertreter der Vorinstanz fest, dass F._ zwar aktiv beim
Unterricht dabei sei, aber nicht spreche. Die gelernten Buchstaben könne er visuell und
auditiv richtig zuordnen und heraushören. Die vorgegebenen Bilder erkenne er dagegen
nicht alle und die Aussprache sei ungenau. Er schaue ausserdem immer wieder auf das
Blatt seines Nachbarn, ohne jedoch abzuschauen. Beim Balancieren eines
Gegenstandes und bei Arbeiten im Heft wirke er unsicher. Die Lehrpersonen
berichteten nach zwei Schulwochen, es falle auf, dass F._ sehr unsicher sei. In der
Klasse sei er gut integriert, nehme aber von sich aus wenig Kontakt mit den anderen
Kindern auf. Er spiele oft alleine oder gar nicht. Er lasse sich auf Aufgaben ein, welche
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jedoch Unterstützung durch die Lehrperson bräuchten. Er sei bereit, an seine Grenzen
zu gehen. Eine logopädische Unterstützung und Psychomotorik seien wünschenswert.
Nach fünf Schulwochen gaben die Lehrpersonen an, F._ komme fröhlich und gern zur
Schule. Er halte alle Regeln ein und sei sehr still. Mittlerweile stosse er jedoch an seine
Grenzen; die Arbeitsaufträge seien komplexer geworden. Er benötige bei der Lösung
der Aufgaben noch mehr eine 1:1-Betreuung, da er kein Verständnis für einen
Arbeitsauftrag entwickelt habe. Die Sprache werde im Unterricht immer zentraler, was
das Unvermögen des Jungen immer deutlicher aufzeige. Auf Aufgaben, die er nicht
verstehe, könne er sich nicht einlassen. Die Schulpsychologin führte aus, in allen drei
Abklärungen des SPD zeigten sich die gleichen Ergebnisse: Die denkerischen
Fähigkeiten seien deutlich reduziert und entsprächen einem erheblichen kognitiven
Entwicklungsrückstand, welcher im heilpädagogischen Bereich anzusiedeln sei. Sie
würde nach wie vor – mithin etwa ein halbes Jahr nach dem letzten Bericht des SPD –
einen Antrag auf Sonderschulung in einer HPS einreichen.
Aufgrund seiner eigenen Beobachtungen im Unterricht und den diversen Gesprächen
empfahl das Mitglied der Arbeitsgruppe für Rekursentscheide der Vorinstanz die
Abweisung des Rekurses. Die Schulgemeinde und die Eltern hätten verschiedene
Unterstützungsmöglichkeiten eingeleitet. Die Kindergartenlehrperson habe detailliert
aufgezeigt, dass F._ dennoch nur sehr kleine Lernschritte machen könne und wenig
Gelerntes sicher abrufen könne. Aufgrund der sprachlichen Probleme zeige sich eine
soziale Isolation. Er scheine sich in der Einführungsklasse zwar wohlzufühlen, obwohl
auch hier seine Einschränkungen sichtbar seien. Die lange Beobachtungszeit von drei
Jahren und die verschiedenen Abklärungen würden jedoch deutlich aufzeigen, dass
F._ auf eine heilpädagogische Unterstützung angewiesen sei. Das Mitglied der
vorinstanzlichen Arbeitsgruppe für Rekursentscheide führte zudem zu verschiedenen
Zeitpunkten Gespräche mit den Lehrpersonen, welche beim ersten Gespräch nach
zwei Wochen Schulzeit die Entwicklung von F._ zunächst aufgrund der kurzen Zeit
verhalten Auskunft erteilen konnten, jedoch bereits damals Schwierigkeiten erkennen
konnten. Bereits nach fünf Wochen Schulzeit wurden die Defizite von F._ deutlich.
Daran ändert auch die mit Eingabe vom 19. März 2018 eingereichte „Lernkontrolle
Deutsch“ nichts (vgl. act. 14 und 15). Dabei handelt es sich lediglich um eine
Momentaufnahme, welche den aufgrund der Gutachten gewonnene Gesamteindruck
nicht zu beseitigen vermag. Eine erneute Begutachtung im Klassenrahmen und eine
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nochmalige Befragung der Lehrpersonen drängt sich – insbesondere auch aufgrund
der langen Vorgeschichte, bei welcher zwar eine Entwicklung erkennbar, jedoch nach
wie vor dürftig war bzw. ist – nicht auf.
4.5. Die Beschwerdeführer haben ihrerseits beim Ostschweizer Kinderspital in
St. Gallen einen Bericht beschafft, den sie im Verlauf des Rekursverfahrens der
Vorinstanz vorlegten (act. 10/6a/4). Die Berichterstatter kamen – gleich wie der SPD –
zum Schluss, dass F._ an einem allgemeinen Entwicklungsrückstand der Sprache,
Kognition und Motorik leide und der Zweitspracherwerb verzögert sei. Die Anamnese
wurde im Gegensatz zu jener des SPD aufgrund von Berichten der Eltern
vorgenommen. Beim bei der Untersuchung knapp 7 1⁄2-jährigen Jungen sei eine
grobmotorische Entwicklungsverzögerung ca. auf dem Stand eines 5-Jährigen und
eine feinmotorische Entwicklung etwa auf dem Stand eines 4 bis 5-jährigen Kindes
festzustellen. Die kognitive Leistung entspreche einem 5-jährigen Kind, womit eine
leichte Intelligenzminderung, knapp an der Grenze zur Lernbehinderung bestehe. Der
Erwerb von Deutsch als Zweitsprache sei verzögert, wobei die Leistungen ca. einem 3-
jährigen Kind entsprechen würden. Das Sozialverhalten sei anamnestisch zuhause
altersentsprechend. Während der Untersuchung sei das Verhalten eher schüchtern und
unsicher mit vermutlich vermindertem Selbstvertrauen gewesen. Aufgrund der
Abklärungsbefunde errechneten die Berichterstatter des Ostschweizer Kinderspitals ein
Entwicklungsalter von ca. 5 Jahren. In seinen Feststellungen widerspricht dieser
Bericht den Befunden des SPD im Ergebnis nicht. Die Ergebnisse der kognitiven
Entwicklung liegen zwar höher, wobei ein direkter Vergleich mit Vorsicht zu geniessen
sei, da nicht die gleichen Testverfahren verwendet wurden.
4.6. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der vorgelegte Bericht des Ostschweizer
Kinderspitals nicht geeignet ist, die Auffassungen und Schlussfolgerungen des SPD zu
erschüttern. Es bestätigt vielmehr im Wesentlichen dessen Befunde, wenn auch die
Beurteilung der Entwicklung von F._ verhalten positiver ist als die Einschätzung des
SPD. Es wurden überdies keine eigenen Erhebungen zur Situation von F._ im
Kindergarten und in der Einführungsklasse erhoben, sondern lediglich auf die
Ausführungen der Eltern abgestellt. Im privat eingeholten Bericht bleibt schliesslich
unerwähnt, weshalb F._ nicht sonderschulbedürftig sein soll; es wird einzig darauf
verwiesen, dass es nicht möglich sei, eine eindeutige Empfehlung für die optimale
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
Beschulungsform zu geben. Nicht ersichtlich ist, inwiefern eine mündliche Aussage der
zuständigen Ärztin im direkten Gespräch mit den Eltern daran etwas ändern sollte, da
sich die damaligen Abklärungsergebnisse nicht geändert haben. Auf eine
entsprechende Befragung kann daher verzichtet werden.
4.7. Die HPS H._ bezweckt die bestmögliche Förderung und die ganzheitliche Bildung
von Kindern und Jugendlichen mit einer leichten bis schweren geistigen, körperlichen
oder mehrfachen Behinderung. Sie bemüht sich, ein angepasstes Umfeld zu schaffen,
in dem Lernen möglich ist (www._.ch). Den Vorinstanzen ist kein Ermessensfehler im
Sinne einer Rechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie F._, der trotz der bereits seit dem
Kindergarten eingeleiteten umfassenden Massnahmen nur geringe Lernfortschritte
erzielte und infolge seiner verminderten kognitiven Fähigkeiten dem Regelunterricht
nicht folgen kann, der HPS H._ zuwiesen. Die vorgesehene Massnahme erscheint
angesichts des Angebots der neuen Schule bedarfsgerecht und drängt sich aus Sicht
des Kindeswohls auf. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch die HPS darauf
hinwirken, Kindern im Grenzbereich zwischen leichter geistiger Behinderung und
schwerer Lernbehinderung den Übertritt in eine Kleinklasse oder eine integrierende
Primarschulklasse zu ermöglichen. Der (zeitweilige) Aufenthalt an einer HPS kann
einigen Kindern verlorenes Selbstvertrauen zurückgeben oder aber den Freiraum zu
Entwicklungen geben (VerwGE B 2016/296 vom 25. Mai 2016 E. 4.5.2 in fine,
www.gerichte.sg.ch). Die HPS ermöglicht, auf die (behinderungsbedingten) Lern- und
Förderbedürfnisse individuell angepasster einzugehen. Das Diskriminierungsverbot und
das Behindertengleichstellungsgesetz sollen nicht dazu führen, dass Kinder entgegen
ihren Interessen und ihrem Wohl in eine Regelklasse eingeschult werden bzw. dort
verbleiben (BGer 2C_154/2017 vom 23. Mai 2017 E. 5.2).
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf
einzutreten ist. F._ wird ab dem Schuljahr 2018/2019 die HPS H._ besuchen.
6. (...).