# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3555dfdf-1c29-45c4-9ade-6c9b1360aee1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975 und Mutter zweier Kinder (Jahrgänge 2000 und 2004), meldete sich am 25. März 2011 bei der Eidgenössischen Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/4). Aufgrund ihrer Abklärungen medi
zinischer und erwerblicher Art verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk.
5/50-51,
Urk. 5/57, Urk.
5
/68-69 und
Urk.
5
/73-7
5
)
den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 5. September 2014 (Urk. 2 = Urk.
5/76).
2.
Gegen die Verfügung vom 5. September 2014 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 1. Oktober 2014 Beschwerde und
ersuchte um
Ausrichtung einer Invalidenrente. Als Eventualantrag stellte sie
das Begehren um
Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 5. November 2014
schloss
die Beschwerdegegnerin
auf
Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung (Urk. 4). In der Replik vom 10. Dezember 2014
beantragte
die Beschwerdefüh
rerin, die Sache sei nicht bloss zwecks weiterer Abklärungen an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen, sondern es sei mit der Rückweisung gleichzeitig die Weisung zu verbinden, dass nebst psychiatrischen und rheumatologischen auch neurologische Abklärungen vorzunehmen seien (Urk. 7). Die
Beschwerdegegne
rin
verzichtete am 2. Februar 2015 auf Duplik (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begeh
ren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend
(Urk. 1)
,
laut rheumatologischem Gutach
ten mit Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) der Rheumaklinik des
Spital Y._
vom 15. August 2012 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von 40 %, eine solche von 45 % in angepasster Tätigkeit sowie eine solche von 50 bis 55 % in der ange
stammten Tätigkeit (
Ziff.
3
S
.
4). Im Haushaltabklärungsbericht der
Beschwer
degegnerin
vom 14. August 2013 s
ei sie
als zu 100 % im Haushalt tätig qualifi
ziert worden und es sei leidglich von einem Invaliditätsgrad von 31 % ausge
gangen worden
, ohne dass eine Auseinandersetzung mit der vom
Spital Y._
attes
tierten Einschränkung im Haushalt stattgefunden habe (
Ziff.
4 S. 5)
.
Sie
sei aber ohnehin nicht als zu 100 % im Haushalt tätig zu qualifizieren, sondern sie wäre – aus näher dargelegten Gründen – ohne Gesundheitsschaden zu 100 % er
werbstätig (Ziff. 5 S. 5 f
.
)
, weshalb sie
,
selbst wenn auf die
Zumutbarkeitsbeur
teilung
im
Y._
-Gutachten abgestellt würde
,
bei einem Invaliditätsgrad von 59 % Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hätte (
Ziff.
5 S. 6 f.). Sie habe aber Anspruch auf eine ganze Rente, denn die
Y._
-Gutachter hätten bei der
Zumut
barkeitsbeurteilung
led
i
glich die physisch bedingten Einschränkungen berück
sichtigt, obwohl auch psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit gestellt worden seien. Überdies hätten die Gutachter darauf hin
gewiesen, dass migräneartige Kopfschmerzen die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigten, hierzu aber noch aus neurologischer Sicht Stellung genommen werden müsste. Da die psychisch und
n
eurologisch bedingte
n
Einschränkung
en
bei der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden seien, habe
sie
entweder Anspruch auf eine ganze Rente oder aber es seien diesbezüglich noch weitere Abklärungen zu tätigen (
Ziff.
6 S. 7).
Eine zusätzliche Erhöhung des
Invalidi
tätsgrades
ergebe sich auch angesichts der Verschlechterung des Gesundheits
zustandes seit der Begutachtung im
Y._
(
Ziff.
7 S. 7).
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte in der Beschwerdeantwort aus (Urk. 4), die im Gutachten des
Spitals Y._
empfohlene vertiefte psychiatrische Evaluation sei bis anhin nicht durchgeführt worden. Überdies sei das Gutachten bereits über zwei Jahre alt. Auch ersch
eine
zur Abgrenzung organisch objektivierbare
r
von organisch nicht erklärbaren Beschwerden eine aktuelle bi- oder polydisziplinäre
Begut
achtung angezeigt. Im Rahmen dieser medizinischen Abklärungen sei
sodann auch die Diskrepanz zwischen der Einschränkung im Haushalt aus medizini
scher Sicht und derjenigen gemäss Abklärung im Haushalt zu klären.
2.3
Nachdem in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen übereinstim
mende Anträge vorliegen und diese mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 5. September 2014 aufzuheben und die Sache an die
Beschwer
degegnerin
zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zum neuen Ent
scheid zurückzuweisen ist. Da im Gutachten des
Spitals Y._
darauf hingewiesen wurde, dass eine genaue Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht
(tonische Anfälle, migräneartige Kopfschmerzen)
nicht vorgenommen worden sei (
Urk. 5/30 S. 1
9 f.), erscheint es sinnvoll, die Beschwerdeführerin nicht nur
bidisziplinär
(rheumatologisch/psychiatrisch), sondern polydisziplinär (rheuma
tologisch/psychiatrisch/neurologisch) zu begutachten.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 300.--
anzusetz
en. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert, nach dem Mass des Obsiegens (§ 34 Abs. 3
GSVGer
) zu bemessen und beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-- für Aufwände bis zum 31. De
-
zember
2014 (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 1‘600.-- (inklusive
Bar
auslagen
und
MWSt
) festzusetzen.