# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 00046281-a50c-5c28-82c7-d5332bc49741
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, lebt seit dem Jahr 2004
in der Schweiz
(
Urk.
8/2)
und
war ab
dem 1.
Mai
2006 bei
der
Y._
, als
Bauarbeiter
angestellt
(
Urk.
8/12 S. 1 f.)
.
Am 2
8.
Mai
2010
erlitt er auf der Bau
stelle
einen Unfall
beziehungsweise eine Verletzung am linken Knie
. A
m 3
1.
Juli 2012 meldete er sich unter Hinweis auf einen Un
fall und Krankheit sowie eine Knie
-
Totalendoprothese
(
TP
)
links bei der
Sozi
al
ver
sicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (be
ruf
liche Integra
tion/Rente) an (Urk. 8/2).
Die IV-Stelle zog Akten des Kra
nken
-
(
Urk.
8/3)
und
Unfallversicherers (
Urk.
8/15)
sowie
medizinische Berichte (
Urk.
8/13-14,
Urk.
8/17,
Urk.
8/19,
Urk.
8/25) bei,
nahm einen Auszug
aus dem individuellen Konto des
Versicherten zu den Akten (Urk. 8/
9) und führte mit
diesem am 5.
September 2012 (
Urk.
8/11) ein Standortge
spräch
.
Am
3.
Ap
ril 2013 meldete er sich
unter Hinweis auf einen Arbeitsunfall das rechte Bein betreffend
(
Knieverletzung
)
erneut
bei der IV-Stelle zum
Leistungs
be
zug
(beruf
liche Integra
tion/Rente) an (
Urk.
8/27).
Mit Schreiben vom 2
5.
April
2013 (
Urk.
8/31) wurde der Versicherte zu einem Gespräch für die Abklärung der
be
ruflichen Situation eingeladen.
Daraufhin
holte die IV-Stelle berufliche Unter
la
gen ein
(
Urk.
8/36). Mit Schreiben vom 3
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/42) teilte die IV-Stelle dem Versicherten die Kostengutsprache für ein Arbeitstraining im
Z._
mit.
Am
5.
August
2013 (
Urk.
8/45) wurde mit dem Ver
sicher
ten eine
Zielvereinbarung (Massnahmen, die zur Eingliederung führen sollen) ab
ge
schlos
sen.
Mit Mitteilung vom
3.
März 2014 (
Urk.
8/67) wurden die berufli
chen Massnahmen infolge Beendigung des Arbeitstrainings im
Z._
per 2
8.
Febru
ar 2014
als abgeschlossen erklärt.
In der Folge
fand eine Untersuchung des
Versicherte
n
am 1
7.
Juni 2014
i
m Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
stat
t (
Urk.
8/74; vgl. auch
Urk.
8/72).
Nach Durchführung eines Einkommensvergleichs (
Urk.
8/76)
stellte
die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
8/78) die Abweisung des
Leistungsbe
gehrens
(Rente)
in Aussicht
. Dagegen erhob der Versicherte am 1
5.
September 2014 unter Beilage eines medizinischen Berichts Einwand
(
Urk.
8/81-82). Am 25. September 2014
verfügte
die IV-Stelle
im angekündigten Sinne (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
9.
Oktober 2014 Beschwerde mit den Anträ
gen,
die Verfügung vom 2
5.
September 2014 sei vollumfänglich aufzuhe
ben und es sei ihm vom
1.
Februar bis 3
0.
Oktober 2013 eine
„
volle
”
Rente der Invalidenversicherung und vom
1.
November 2013 bis 2
8.
Mai
2014 eine
Vier
telsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S.
2).
Die Beschwerdegegnerin schloss am
1. Dezember 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwer
deführer am 3. Dezember 2014 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art
. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts
9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.
5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere An
sicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie
würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt,
eine angepasste Tätig
keit sei dem Beschwerdeführer ab
1.
März 2013 zu 70
%
und nach Abschluss der beruflichen Massnahmen ab 2
8.
Februar 2014 zu 100
%
zumutbar. Weiter machte sie geltend,
das Wartejahr sei am
8.
Mai 2012 ab
gelaufen, aber
d
a die An
meldung am
3.
August 2012 eingegangen sei, sei ein allfälliger Rentenan
spruch erst ab
dem
1.
Februar 2013 möglich. Da dem Beschwerdeführer ab
1.
März 2013 eine angepasste Arbeitstätigkeit von 100 %
(richtig wohl 70 %, siehe E. 2.1 am Anfang bzw. Urk. 2 S.
3
oben)
zumutbar sei, sei kein langan
dauernder Gesundheitssc
haden ausgewiesen, w
elcher
einen Rentenanspruch be
gründe.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die Tatsache, dass er infolge verspäteter Anmeldung nur für eine beschränkte Zeit Anspruch auf eine Invalidenrente habe, ändere nichts daran, dass eine langfristige Beeinträch
tigung der Erwerbsfähigkeit vorliege. Infolge der verspäteten Anmeldung ent
stehe zwar der Rentenanspruch erst später, der Rentenanspruch falle deswegen aber nicht gänzlich weg. Weiter brachte er vor, die Beschwerdegegnerin habe unberücksichtigt gelassen, dass er infolge eines Unfalls am
4.
April 2013 vom
5.
April bis
7.
Juli 2013 arbeitsunfähig gewesen sei. Indem sie ausgeführt habe, es werde diesbezüglich im Einwand derselbe Sachverhalt mit einer anderen Be
gründung vorgetragen, anerkenne sie, dass vom
5.
April bis
7.
Juli 2014 (richtig wohl 2013) eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Nach Wie
dererlangung der Arbeitsfähigkeit sei eine Frist von drei Monaten zu gewähren, womit der Anspruch auf eine
„
volle
”
Rente bis Ende Oktober 2013 ausgewiesen sei. Zudem habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, einen Leidensabzug zu berücksichtigen
. Unter Berücksichtigung eines solchen von 15 % bestehe bis 28.
Mai 2014 ein Invaliditätsgrad von 41 % und daher vom 1. November 2013 bis 28. Mai 2014 Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
1 S. 4 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Teamleiter
Stv
. Kniechirurgie von der
B._
,
hielt in seinem Bericht vom 1
0.
September 2012 (
Urk.
8
/13/6-7)
unter „Diag
nose
“
fest, nach wie vor
bestehe
ein Bewegungsdefizit (90°) bei Status nach sta
tio
nä
rer
Physiotherapie mit Mobilisation bei Rehabilitationsdefizit mit persis
tie
ren
den Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit bei (S. 1):
Status nach
Knietotalendoprothese
links (
Medacta
GMK
MyKnee
) am 25.01.2012 bei
Posttraumatischer Gonarthrose lateral
bds
., links
mehr rechts
bei
S
t
atus nach konservativer Behandlung einer
posterolateralen
Tibiapla
teau-Fraktur
(Gips)
bei
Status nach Motocross-Unfall 2002 in Frankreich
Status nach Kniekontusion am 3.5.10
Status nach Kniearthroskopie links am 22.6.10 mit Fremdkörperexzision subkutan und
infr
apatellär
(
C._
)
Er bescheinigte
dem Beschwerdeführer
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
im angestammten Beruf
(S. 2).
3.2
Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, gab in seinem Bericht vom 2
4.
September 2012 (
Urk.
8/
14) die Diagnose einer schweren, post
traumatischen
G
onarthrose links
an
,
einen
Status nach Totalprothese des linken Knies am 2
5.
Januar 2012
mit
persistierende
n
Schmerzen, Gelenkserguss sowie massive
r
Einschränkung der Beweglichkeit
(S. 6). Er bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem
9.
Mai 2011 (S. 7).
3.3
Die Ärzte von der
B._
nannten in ihrem Bericht vom
7.
Dezember 2012 (
Urk.
8
/19/6-7) dieselben Diagnosen wie
Dr.
med.
A._
(E. 3.1
hie
vor
) und führten aus, dass sich trotz intensivierter ambulanter Physiotherapie
eher
eine Verschlechterung der Beweglichkeit mit anhaltenden Schmerzen zeige. Es werde daher eine stationäre Rehabilitation empfohlen.
3.4
Die Ärzte von der
B._
,
bei welcher
der Beschwerdeführer vom
5.
Februar bis
1.
März 2013 hospitalisiert war, gaben in ihrem Bericht vom
1
1.
März 2013 (
Urk.
8
/25)
grundsätzlich
dieselben Diagnosen wie
früher an
(
S. 1;
vgl.
E.
3.1
bzw. E.
3.3
hievo
r
). Neu nannten sie ein
en
Status nach stati
o
närer
Phy
siotherapie unter
Femoralis
- und
Ischiadicus
-Katheter 04/10 mit Knie
ge
lenks
-
Mobilisation in Narkose am 1
2.
April
20
1
2.
Sie attestierten eine Arbeits
unfähig
keit von 100
%
vom
5.
Februar bis
1.
März
2013 und ab dem
2.
März 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
im Rahmen einer leichten,
wech
selbe
lastenden
Tätig
keit mit gegebenenfalls weiterer Steigerung im mittelfristi
gen Verlauf, abhängig
vom klinischen Beschwerdebild. Die angestammte Tätig
keit im Kanalbau sei nicht
mehr
zumutbar (S. 3).
3.5
Dr.
D._
bescheinigte in seinem Bericht vom 26. August 2013 (Urk. 8/82) in
folge eines
(erneuten)
Unfalls am 4. April 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 5. April bis 7. Juli 2013.
3.6
Die zuständigen Personen vom
Z._
hielten in ihrem
Abschlussbericht
vom
1
2.
Februar 2014
zum Arbeitstraining
(
Urk.
8
/64)
, welches vom
5.
August 2013 bis 2
8.
Februar 2014
gedauert hatte
,
unter anderem fest, beim Einsatz des Be
schwerdeführers habe es sich um Tätigkeiten in der industriellen technischen Montage wie montieren, kleben und bohren gehandelt, wobei der Beschwerde
führer bei einer 75%igen Präsenz (25 % krankheitsbedingte Abwesenheiten) eine 70%ige Leistung erbracht habe (S. 1).
3.
7
Im Sprechstundenbericht vom 2
5.
März 2014 (vgl. Schreiben vom
4.
April 2014;
Urk.
8
/69) hielten die Ärzte der
B._
aufgrund der
Kniebeschwer
den
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest (S. 1).
Sie gaben weiter an, für einen Teil der vom Beschwerdeführer berichteten
Knieschmerzen
könne die tief stehende Kniescheibe verantwortlich sein. Zur genaueren Evaluation müsste ein komplet
tes Work-
Up
durchgeführt werden
inklusive Rotationsbestimmung der Prothesenkomponente mittels CT, Ausschluss eines Infektes sowie
laborchemi
sche
Untersuchungen. Der Beschwerdeführer sei einer operativen Intervention gegenüber jedoch aktuell ablehnend eingestellt, sodass angesichts des fehlenden klinischen Verdachtes für einen Infekt auf dieses Work-
Up
vorerst zu verzichten sei. Sie würden weiterhin das Durchfü
hren der Physiotherapie sowie die
selb
ständige „
Beübung
“ der Oberschenkelmuskulatur
empfehlen
(S. 2).
3.
8
Der RAD-Arzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie, hielt in seinem Bericht vom 1
7.
Juni 2014 (
Urk.
8/74) folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 7):
Chronischer Belastungsschmerz, leichte Bewegungseinschränkung, aus
ge
prägte
chronische Kapselschwellung, m
ä
ssige
anteromediale
Bandin
stabilität
in leichter Beugestellung linkes Kniegelenk sowie aus
geprägte
Muskelverschmächtigung
am
Oberschenkel bei
Z.n
. Knie-TEP Implan
tation am 25.01.2012 aufgrund
fortgeschrittener posttraumati
scher Gon
ar
throse
;
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er nachfolgende Diagno
sen:
Fremdanamnestisch posttraumatische Gonarthrose rechts, klinisch unauf
fällig bis auf eine geringe mediale Seitenbandlockerung
Chronische
Glutealgie
rechts bei Fehlbelastung des rechten Beines zur Ent
lastung des linken Beines
Er
führte aus, im Rahmen der Untersuchung hätten die aktenkundig bekannten Befunde des linken Kniegelenkes nur teilweise nachvollzogen werden können, wobei aber zusätzlich und im Gegensatz zu dem aktuellen Befundbericht der
B._
vom
4.
April 2014 (E.
3.
7
hievor
)
sich doch in 30°
Beugung eine deutliche
anteromediale
Instabilität habe nachweisen lassen, welche ganz offensichtlich für das Unsicherheitsgefühl und auch die subjektiven
Beschwer
den des Beschwerdeführers wesentlich mitverantwortlich sei.
Hinsichtlich der im
Z._
-Bericht angegebenen, nur 75%igen Präsenz mit
einer
70%ige
n
Leis
tung habe sich bei der klinischen Untersuchung kein Korrelat gefunden, da ja eben bei einer behinderungsangepassten Tätigkeit gerade die bestehenden qua
litativen Einschränkungen berücksichtigt würden und sich keine Befunde hätten erheben lassen, die eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hätten be
gründen können.
RAD-Arzt Dr.
E._
gab
weiter
an, dass beim Beschwerdeführer
anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und
der
körperlichen Untersuchung vom 1
7.
Juni
2014 ein somatischer Gesundheitsschaden ausge
wiesen
sei
, der die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtige
. In seiner bisherigen
bezie
h
ungsweise
früheren T
ätigkeit als Bauarbeiter
bestehe unverändert eine 0%ige Arbeitsfähigkeit seit spätestens
Mai 201
1.
In einer entsprechend ange
passten Tätigkeit bestehe
jedoch
seit
der
Beendigung der ber
uflichen Massnahme im
Z._
(per 2
8.
Februar 2014)
keine länger andauernde oder gar dauerhafte Ar
beitsunfähigkeit,
vielmehr
sei
von einer 10
0%igen Arbeitsfähigkeit aus
zu
geh
en
–
bei Beachtung des nachfolgend genannten Belastungsprofils: Kör
per
lich
leichte, wechselbelastende und dabei überwiegend sitzende Tätigkeit,
even
tuell
auch unter Verwendung eines Stehstuhles, ohne Notwendigkeit des S
tei
gens auf Leitern und Gerüste
, ohne häufiges Treppensteigen
oder Gehen über unebenen Boden und
ohne längere, zu
Fuss
zurückzulegende Arbeitswege
von
mehr als maximal 500
Meter
n
pro Strecke
(S.
7 f.)
4.
Zwischen den Parteien ist nicht strittig und ge
stützt auf die medizinischen Ak
ten ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig
keit als Bauarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig ist.
Unbestritten und ebenfalls auf
grund der Akten
ausgewiesen
ist, dass der Beschwerdeführer bis
1.
März 2013
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
zu
1
00
% arbeitsunfähig war und
dass
der frühestmögliche Rentenanspruch
ab dem 1.
Februar 2013
gewesen
wäre
(
Urk. 8/83 S. 1
)
. S
treitig
sind
hingegen
eine langfristige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und ein allfälliger Abzug vom Tabellenlohn
.
5.
5.1
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin an
dauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zu
nahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten
Betreuungs
aufwandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
5.2
Ab dem
2.
März 2013 wurde dem Beschwerdeführer zwar eine Arbe
itsfähigkeit von 25 % bescheinigt
(E. 3.4)
,
er hatt
e
jedoch
am
4.
April 2013 einen Unfall, welcher
gemäss Akten
vom
5.
April bis
7.
Juli 2013
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit
nach sich z
og.
Dabei
handelt es sich nicht um eine lediglich andere Begründung desselben Sachverhaltes (vgl.
Urk.
2 S. 2)
. Da die
gesundheitliche Verschlechterung
ohne wesentliche Unterbrechung mehr als drei Monate ange
dauert hat, ist sie
ent
sprechend zu berücksichtigen (vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV). Daraus erhellt
auch
, dass es zwischenzeitlich nicht zu einer rentenrelevanten Verbesserung im Sinne von
Art.
88a
Abs.
1 IVV gekommen ist.
Da
ab dem
8.
Juli
2013
eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers
ausgewiesen
ist (vgl. auch E. 3.4 und E. 3.5
hievor
),
ist diese
–
ge
mäss
Art.
88
a
Abs. 1
IVV nach drei Monaten
– ab
1.
November 2013
z
u berücksichtigen.
Nach dem Ausgeführten
hat der Beschwerdeführer
vom 1. Februar bis 31.
Oktober
2013 Anspruch auf eine ganze Rente. Ein allfälliger (weiterer)
Rentenanspruch
ab
dem
1.
November 2013
gilt es
nachfolgend
zu
prüfen
.
5.3
5.3.1
De
r
von d
er Beschwerdegegnerin diesbezüglich getätigte Einkommensvergleich
wurde
vom Beschwerdeführer
nicht be
stritten, abgesehen vom geforder
ten Abzug vom
Ta
bellenlohn
von 15
% (
Urk. 1 S. 4
f.).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypotheti
schen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
5.3.2
Die
vom Beschwerdeführer
ins Feld geführten Gründe (Urk. 1 S.
4
f.) rechtfer
tigten einen entsprechenden Abzug nicht:
Der
Umstand, dass eine versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf eine in Wechselhaltung aus
führbare, überwiegend sitzende Tätigkeit angewiesen ist, ihre
Einsatzmöglich
keiten
daher begrenzt sind,
ist
im Hinblick auf den allein massgeblichen ausge
glichenen Arbeitsmarkt nicht abzugsrelevant (Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8). Dass der Beschwerdeführer sodann
infolge fehlender Deutschkenntnisse sowie fehlender Ausbildung und Berufser
fahrung
nur
ein unterdurch
schnittliches Einkommen erzielen
können
soll, ist nicht ausge
wiesen, wäre ohnehin invaliditätsfremd und müsste zudem auch bei der Er
mittlung des
Validenein
kommens
berücksichtigt werden. Weitere Gründe für ei
nen Abzug vom Tabel
lenlohn sind nicht ersichtlich
. Ein Abzug vom
Tabellen
lohn
ist demnach nicht vorzunehmen
, womit es beim errechneten
renten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von 30 % ab 1. November 2013 bleibt.
5.4
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vom
1.
Februar bis
31.
Oktober 2013 Anspruch auf eine ganze Rente
hat
(E. 5.1 und 5.2)
, womit die Beschwerde in diesem Sinne
gutzuheissen ist.
In Bezug auf die beantragte
Viertelsrente
vom 1.
November 2013
bis Ende Mai 2014
wurde
der Renten
an
spruch
dagegen
zu Recht verneint
(E. 5.3)
;
die
sbezüglich
ist
die
Beschwerde
somit
abzuweisen.
6
.
6
.1
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr.
8
0
0.
--
fes
tzusetzen
.
Die
Beschwer
degegnerin
unterliegt hinsichtlich de
s Anspruchs auf eine ganze Rente vom
1.
Februar bis 3
1.
Oktober 2013,
während
der
Be
schwerdeführer
in Bezug auf den Anspruch auf eine
Viertelsrente
vom
1.
November 2013
bis 31. Mai 2014
unterliegt. Es recht
fertigt sich bei diesem Ausgang des Verfahrens, die Gerichtskosten im Umfang von zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin
und zu einem Drittel dem
Beschwerdeführer
aufzuerlegen
6
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Nach Massgabe des Unterliegens erscheint eine um
zwei
Drittel
gekürzte Prozessentschädigung
bei Anwendung des
gerichts
üb
lichen
Stundenansatzes von Fr. 200.-- (bis 31. Dezember
2014
beziehungs
wei
se von Fr. 220.-- (ab 1. J
a
nuar 2015) – jeweils
zuzüglich Mehrwertsteuer
-
von Fr.
1‘
100
.-- (inkl.
Barauslagen
und Mehrwert
steuer
) als angemessen.