# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f76393b1-a0d6-4cfa-9d4e-9390b86e426c
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.
Der Kanton Aargau (nachfolgend: Gesuchsteller) beabsichtigt die Realisie-
rung des Strassenlärm-Sanierungsprojekts Lärmschutzwand "C" in Q. (K
117/K 118/K 400/K 401). Das Projekt wurde mit Beschluss des Regierungs-
rats vom 20. August 2014 (RRB Nr. 2014-000919) genehmigt. Gleichzeitig
wurde das Enteignungsrecht erteilt (§ 132 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über
Raumentwicklung und Bauwesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar
1993). Mittlerweile wurde das Projekt noch ergänzt (vgl. 4-AV.2017.13).
B.
Der Rechtserwerb konnte mit den vom ursprünglichen Projekt betroffenen
Grundeigentümern mit zwei Ausnahmen vertraglich geregelt werden. Mit
Eingabe vom 1. Dezember 2015 ersuchte das Departement Bau, Verkehr
und Umwelt (nachfolgend: BVU) um Genehmigung der zustande gekom-
menen Dienstbarkeitsverträge und um Einleitung des Enteignungsverfah-
rens für die offenen Rechtserwerbe.
C.
Mit Einschreiben vom 11. Dezember 2015 wies der Präsident des
Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen
(nachfolgend: SKE), den Gemeinderat Q. an, die Enteignungsakten vom 4.
Januar 2016 bis 2. Februar 2016 den betroffenen Grundeigentümern auf
der Gemeindekanzlei zur Einsichtnahme zur Verfügung zu halten. Diese
wurden direkt angeschrieben und zur Einreichung von Begehren nach
§ 152 Abs. 1 BauG aufgefordert (vgl. im Detail 4-AV.2015.48).
D.
A. und B. (nachfolgend: Gesuchsgegner) sind Eigentümer der Parzelle aaa,
von welcher eine Fläche von ca. 25 m2 mit einer Dienstbarkeit (Baurecht
Lärmschutzwand) belastet und eine Fläche von ca. 80 m2 vorübergehend
beansprucht werden soll (Massangaben gemäss ursprünglichem Dienst-
barkeitsvertragsentwurf).
E.
Mit parallelem (C.) Einschreiben vom 11. Dezember 2015 teilte der Präsi-
dent des SKE den Gesuchsgegnern mit, dass ein Enteignungsverfahren
eingeleitet werde und allfällige Begehren innert Frist beim Gemeinderat Q.
einzureichen seien. Wenn keine Forderungen gestellt würden, werde das
Gericht davon ausgehen, dass die Gesuchsgegner mit dem Angebot des
Kantons doch einverstanden seien. Das Verfahren würde diesfalls als
durch gerichtliche Einigung erledigt von der Kontrolle abgeschrieben.
F.
- 3 -
Mit Eingabe vom 25. Januar 2016 liessen die Gesuchsgegner diverse
Rechtsbegehren stellen.
G.
Das SKE forderte den Gesuchsteller am 3. März 2016 auf, sich bis 11. April
2016 zur Eingabe der Gesuchsgegner vom 25. Januar 2016 vernehmen zu
lassen. Am 7. April 2016 erstattete der Gesuchsteller eine Stellungnahme.
Er beantragte im Wesentlichen, die Begehren der Gesuchsgegner seien
abzuweisen.
H.
Mit Schreiben vom 11. April 2016 wurde die Vernehmlassung den Ge-
suchsgegnern zur Kenntnis gebracht. Gleichzeitig wurde es ihnen freige-
stellt, bis 4. Mai 2016 eine den Schriftenwechsel abschliessende Duplik ab-
zugeben. Am 2. Mai 2016 liessen die Gesuchsgegner fristgerecht eine
Duplik einreichen. Diese wurde dem Gesuchsteller am 3. Mai 2016 zur
Kenntnis gebracht.
I.
Am 25. August 2016 reichte der Gesuchsteller dem SKE eine aktualisierte
Planbeilage zum Enteignungsvertrag ein, welche den Gesuchsgegnern mit
der Einladung zur Verhandlung zur Kenntnis gebracht wurde.
J.
Das SKE führte am 30. November 2016 in Q. eine Augenscheinverhand-
lung durch (Präsenz vgl. Protokoll, S. 2).
K.
Im Nachgang zur Verhandlung reichte der Gemeinderat Q. mit Protokol-
lauszug vom 30. Januar 2017 einen Amtsbericht zum Stand der Revision
der Nutzungsplanung ein. Der Gesuchsteller liess dem SKE mit Eingabe
vom 7. Februar 2016 (recte: 2017) einen überarbeiteten, in Bezug auf die
Massangaben vom zuständigen Nachführungsgeometer am 31. Januar
2017 beglaubigten Dienstbarkeitsplan, eine Pflanzenschätzung der E., S.,
vom 19. Dezember 2016 und die Abklärungen vom 20. Dezember 2016
betreffend Versetzung des Briefkastens zukommen. Mit einer Dienstbarkeit
belastet werden danach neu ca. 26 m2 und vorübergehend beansprucht
neu ca. 125 m2.
Diese Unterlagen wurden den Parteien am 16. Februar 2017 zur Kenntnis
gebracht.
L.
Am 5. April 2017 hat das SKE den Fall beraten und das nachfolgende Urteil
gefällt.
- 4 -

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Die Projektbewilligung mit Erteilung des Enteignungstitels liegt vor (A.). Die
Auflage hat ordnungsgemäss stattgefunden (C.) und die Gesuchsgegner
liessen fristgerecht Begehren nach § 152 BauG beim SKE einreichen (F.).
1.2.
Der Kanton Aargau ist als Enteigner befugt, das Verfahren der formellen
Enteignung einleiten zu lassen. Die Gesuchsgegner sind als Eigentümer
der vom Bauprojekt betroffenen und damit in das Enteignungsverfahren
einbezogenen Parzelle aaa ohne weiteres zur Einreichung von Begehren
legitimiert (§§ 151 und 152 BauG; § 42 lit. a des Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG, SAR 271.200] vom 4. Dezember 2007; Michael
Merker, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem [auf-
gehobenen] aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Kom-
mentar, Zürich 1998, § 38 N 129 ff.).
1.3.