# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a2fed5ec-a319-48a1-afa5-3da30a5e429f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, war seit dem 1
1.
August 1982 als
Baupo
lier
bei der
Y._
AG,
Z._
, angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch
unfallversi
chert
(vgl.
Urk.
8/1). Per Ende 2012 trat er in den FAR (frühzeitiger
Altersrück
tritt
) ein und war ab dem
1.
Januar 2013 noch mit einem Pensum von 20
%
arbeitstätig (
Urk.
8/27 S. 2).
Am 2
3.
Mai 2013 trat beim Versicherten ein plötzliches Schmerzereignis im linken Oberarm auf, als er bei der Arbeit mit Kraft eine Deckenplatte herunter
riss
(vgl. Urk. 8/5)
. D
er erstbehandelnde
Dr.
med.
A._
äusserte
die Verdachtsdiagnose einer
Rotatorenmanschettenzerrung
(Protokolleintrag vom 2
1.
Juni 2013, Urk. 8/5).
1.2
Die SUVA teilte dem Versicherten mit Schreiben vom 2
7.
Februar 2014 (Urk. 8/29) mit, dass die bestehenden Beschwerden nicht unfallbedingt seien; entgegenkommenderweise werde sie für die Leistungen bis am 2
6.
November 20
13
aufkommen. Mit
Verfügung vom
3.
November 2014
(Urk. 8/
42) hielt die SUVA fest, dass der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall eingestellt hätte (Status quo sine), spätestens am
2
7.
November 20
13
erreicht worden sei, wes
halb sie die bisherigen Leistungen auf diesen Zeitpunkt einstelle.
Die
Progrès
Versicherungen AG als zuständige Krankenkasse erhob am
1
0.
November 2014
Einsprache (
Urk.
8/44
), zog diese indessen am
1
5.
Dezemb
er 20
14 wieder zurück (Urk. 8/48
).
Mit Eingabe vom 2
6.
November 2014 (
Urk.
8/46) sowie Ergänzung vom 2
3.
Dezember 2014
(Urk. 8/49)
erhob auch der Versicherte
Einsprache
, wel
che
die SUVA
m
it
Einspracheentscheid
vom 22. April 2015 ab
wies
(Urk. 8/53 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 22. April 2015
(Urk. 2)
erhob der Versi
cherte mit Eingabe vom
2
2.
Mai 2015
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
i
hm
seien
die gesetzlichen Leistungen
aus dem Unfallereignis vom 2
3.
Mai 2013, insbesondere Taggeld und Heilungskosten
,
auszurichten. I
m Weiteren sei eine Rente zu prüfen.
Weiter sei ihm eine Integritätsentschädigung
auszurichten
. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben
(S. 2
Mitte
).
Die SUVA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2
5.
Juni 2015
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
). Diese Eingabe wurde dem Versicherten am
1
3.
Oktober 2015
zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
10
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder
teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mind
estens 10 Prozent invalid (Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Er
fahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen
über den
2
6.
November 2013
hinaus, mithin der Kausalzusammenhang zwi
schen den nach
diesem Zeitpunkt
noch bestehenden Beschwerden und dem Unfallereignis vom
2
3.
Mai 2013
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) auf die versicherungsmedizinische Beurteilung von
Kreisärztin
Dr.
B._
, wonach
der Unfallmechanismus nicht geeignet gewesen sei, einen solchen Riss hervor
zurufen; durch die erfolgte Druck- und Stemmbewegung sei keine Dehnung
der beziehungsweise kein
Zug an der
Supraspinatus
-
respektive
Bizepssehne
verur
sacht worden. Die zur Operation führenden Verletzungen seien degenerativer Natur gewesen. Allfällige durch den Unfall verursachte Verletzungen seien spä
testens nach drei Monaten verheilt gewesen (S. 5 Mitte).
2.3
Der Beschwerdeführer
hielt
in
der Beschwerde (
Urk.
1) fest
,
dass die Kreisärztin offensichtlich von einem falschen Unfallhergang ausgehe (S. 4
unten
).
Er habe sich nicht gegen die Decke beziehungsweise das Schalungsbrett gestemmt; er habe es ja nicht festmachen
,
sondern
herunterreissen
müssen (S. 5 Mitte).
D
a er die Deckenbretter mit
grosser
Kraftansammlung heruntergezogen habe, habe es eine
grosse
Zugbewegung im Arm gegeben. Er habe den Sachverhalt immer als
ein
Herunterziehen geschildert (S. 5 unten).
Der behandelnde Orthopäde
Dr.
A._
sei klar der Ansicht, dass die Verletzung, die
Supraspinatusruptur
, durch das
Herunterreissen
der
Deckenverschalungselmente
verursacht worden sei (S. 6 Mitte).
Des Weiteren handle es sich bei der Kreisärztin nicht um eine Orthopädin, sondern um eine Neurochirurgin. Auch hätten die beiden Kreisärzte nur aufgrund der Akten entschieden.
Zudem
sei zu beachten, dass
Sehnenrisse
gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVV auch ohne ungewöhnliche
äussere
Einwirkungen Unfällen gleichgestellt
seien
, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder Degeneration zu
rückzuführen seien (S. 7 oben).
2.4
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin
weder
über
Rentenleistungen noch über
den Anspruch auf
eine
Integritätsentschädigung
verfügt.
Diesbezüglich fehlt es folglich an einem
Anfecht
ungsgegenstand und es ist
nicht au
f die Beschwerde einzutreten
.
3.
3.1
In d
er
Unfallmeldung vom 29. Mai 2013 (Urk. 8/1)
wurde der
Sachverhalt
wie folgt beschrieben:
„B
eim Ausschalen durch ruckartige Bewegung Schmerz im linken Oberarm eingetreten
“
.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
hielt im
Proto
kolleintr
ag vom 2
1.
Juni 2013 (
Urk.
8/5) fest, dass eine
Selbstzuweisung wegen
Beschwerden
der linken Schulter erfolgt sei. V
or vielen Jahren
habe der Beschwerdeführer wegen
Schulterbeschwerden rechts
eine
Lokalinfiltration
gemacht
, seither
sei er dort
beschwerdefrei. Vor drei Wochen
habe er
bei
der
Arbeit mit Kraft
eine Decke herunterreissen müssen. D
abei
sei ein
plötzliches Schmerzereignis im Bereich des linken Oberarmes
aufgetreten. Es sei eine s
ystemisch antiphlogistis
che Therapie durch den Hausarzt
erfolgt, welche
nicht zu einer
wesentliche
n
Verbesserung
geführt
habe
.
Die
Beweglichkeit
der
linke
n
Schulter
sei
leicht eingeschränkt.
Es bestehe eine
Druckdolenz
leichten Grades
subakromial
.
Im Röntgen
hätten sich
altersentsprechende Verhältnisse
gezeigt
.
Als Diagnose nannte
Dr.
A._
den
Verdacht auf eine
Rotatorenmansche
tten
zerrung
, eventuell
mehr linke Schulter
.
3.3
Am 2
5.
Juni 2013 (vgl.
Urk.
8/3) wurde im Auftrag von
Dr.
A._
eine
Mag
netresonanztomographie
(MRI)
Arthrographie
des linken Schultergelenkes durchgeführt, welche einen
kleine
n gelenkseitigen
, nicht durchgehende
n
, parti
elle
n
Riss der
Supraspinatussehne
im ansatznahen Bereich
zeigte. Des Weiteren ergaben sich
Zeichen einer Bursitis
s
ubacromialis
, ein
Akromion
Typ II sowie eine
mässiggradige
, aktivierte AC-Gelenksarthrose
.
3.4
Dr.
A._
berichtete mit Protokolleintrag vom 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
8/5) über die
B
esprechung der MRI-Untersuchung. D
ie Beschwer
den seien hinreichend erklärt. E
in operativer Eingriff
sei nicht dringend notwendig. E
mpfohlen werde
die
Physiotherapie, alternativ
käme eine
Lokalinfiltration mit Kortison
in Frage.
3.5
Dem
Protokolleintrag
von
Dr.
A._
vom
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/5) ist zu ent
nehmen, dass eine Lokalinfiltration
subak
romial
links
erfolgte.
Einen weiteren Termin bei
Dr.
A._
am 1
2.
August 2013 nahm der Beschwerde
führer nicht wahr, er habe diesen vergessen (
Urk.
8/5).
3.6
Dr.
A._
vermerkte im Protokolleintrag
vom 2
0.
Sept
ember 2013 (
Urk.
8/7 S. 1 f.), es sei „sehr gut gewesen“ bis zum
1
0.
August 2013, dann sei er etwas viel geschwommen
in den Ferien.
D
anach seien
vermehrt Schmerzen aufgetre
ten.
Subakromial
bestehe linksseitig ein Rotationsschmerz.
Auf der rechten Seite bestünden
ebenfalls leichte Beschwerden
. Die Weiterführung der Physiotherapie sei vereinbart worden.
3.7
Aus dem
Protokolleintrag
von
Dr.
A._
vom
1
8.
November 2013 (
Urk.
8/7 S. 2) ergibt sich eine Verschlechterung.
Der Beschwerdeführer habe jetzt nicht nur
Probleme mit der linken
Schulter
, sondern
es bestehe
auch
eine
Überl
astung
der rechten Schulter.
Er
wolle sich operieren lassen
.
3.8
Gemäss Operationsbericht von
Dr.
A._
wurden beim Beschwerdeführer am 1
2.
Dezember 2013 (
Urk.
8/20) eine
Narkose-Untersuchung und Mobilisation,
eine
Schulter-Arthroskopie,
eine
offene
transossäre
Rotatorenmanschetten-Reinsertion
mit
Defilée
-Erweiteru
ng sowie eine
Bizepssehnen-Tenodese
links
durchgeführt
.
Betreffend Indikation berichtete
Dr.
A._
über starke Ruhe- und Belastungsschmerzen und eine Bewegungseinschränkung bei Status nach
Schulter
distorsion
links.
Als Diagnose nannte er eine
Supraspinatussehnen-Par
tialruptur
,
einen partiellen
Bizepssehnenriss
sowie eine
Bursitis
subacromealis
mit
Impingement
-Syndrom sowie
r
etraktiler
Capsulitis
links (S.
1).
3.9
Dr.
A._
führte im Austrittsbericht
vom 1
7.
Deze
mber 2013 (
Urk.
8/23) aus, dass der Beschwerdeführer
vom 1
2.
bis 1
4.
Dezember 2013
in der Klinik
C._
hospitalisiert gewesen sei. Er berichtete über einen
komplikationslose
n
postoperative
n
Verlauf
.
3.10
A
m 1
8.
Februar 2014
erfolgte eine Besprechung mit dem Beschwerdeführer
(
vgl.
Urk.
8/27).
Zum Sachverhalt gab der Beschwerdeführer an,
er habe sich bei Ausschalungs-Arbeiten auf einer Baustelle an der linken Sch
ulter und am Ober
arm verletzt. E
r habe ein Schalungs-Brett, welches mit Schlagdübeln an der Decke befestigt gewesen sei, demontieren müssen. Mit dem Hammer in der lin
ken Hand habe er mit einer sehr grossen Kraftanstrengung das Schalungsbrett von der Decke weggedrückt. Plötzlich habe sich das Brett gelöst und er sei mit dem Hammer abgerutscht. Durch das Abrutschen und die ruc
kartige Bewegung habe er einen
einschiessenden Schmerz in der linken Schulter und im Oberarm verspürt (S. 1 oben).
Zur Krankengeschichte wurde festgehalten, dass
kein rele
vanter Vorzustand an der linken Schulter oder am Oberarm bekannt
sei (S. 1 unten).
3.11
Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
hielt mit Stellung
nahme
vom 2
5.
Februar 2014 (
Urk.
8
/28) fest,
der Unfall sei nicht geeignet gewesen
, eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur zu verursachen. D
as MRI zeige keine unfallbedingten Schäden
. Eine zwingende, unfallbedingte Operations-Indikation sei nicht erkennbar. Es sei von einer
vorübergehende
n
Ver
schlimmerung
des Gesundheitszustandes
auszugehen
; der Status quo ante/sine sei spätestens nach drei Monaten erreicht gewesen.
3.12
Kreisärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurochirurgie,
hielt im
Bericht v
om 1
4.
Oktober 2014 (
Urk.
8/38) fest,
der Bewegungsablauf, den der
Beschwerdeführer
am 1
8.
Februar 2014 geschildert habe, sei nicht geeignet, eine
Supraspinatus
- oder eine
Bizepssehnenverletzung
hervorzurufen
(S. 3 oben)
. Bei der von ihm geschilderten aktiven Drück- und Stemmbewegung
komme es zu keiner unnatürlichen Zugbelastung der
Supraspinatus
- und/oder
Bizepssehne
(S. 3 Mitte
).
Des Weiteren seien sämtliche
im MRI dargestellten Veränderungen
wie auch die intraoperativ festgestellte
Bizepssehnenläsion
mit degenerativen Veränderungen vereinbar. Es fänden sich keine Hinweise auf
posttraumati
sche strukturelle Veränderungen. Bei der Erstuntersuchung durch
Dr.
A._
zirka ein Monat nach dem Unfall hätten sich keine klaren klinischen Hinweise auf eine
Supraspinatussehnenläsion
oder eine
Bizepssehnenläsion
gefunden (S. 3 unten)
.
Zusammenfassend sei ein
Zusammenhang der intraoperativ erhobenen Befunde mit dem Unfall vom 2
3.
Mai 201
3
aufgrund des Unfallereignisses, des kernspintomographischen Befundes sowie der klinischen Symptome
ein Monat nach dem Ereignis
allenfalls als möglich einzustufen. Bei
de
m
zum Zeitpunkt des Unfalls
61jährigen
Beschwerdeführer
seien unfallfremde, degenerative Ver
änderungen
der
Supraspinatus
- beziehungsweise der
Bizepssehne
anzunehmen. Durch das Ereignis sei es z
u
eine
r vorübergehende
n
Verschlimmerung
gekom
men
,
der
Status quo sine sei nach drei Monaten erreicht
worden
(S. 4 oben)
.
3.13
Dr.
A._
führte in seiner
Ste
llungnahme vom 1
2.
Mai 2015 zuhanden der
Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers (Urk.
3) aus,
das Herunte
rreissen von Deckenverschalungs
elementen könne durchaus eine
Supraspinatusruptur
aus
lösen
. Wenn der Effekt des Gewichtes oder einer Gewichtsverlagerung uner
wartet sei und allenfalls eine gewisse altersbedingte Vorschädigung vorhanden sei, könne durchaus die beim Beschwerdeführer vorhandene
Rotatorenman
schetten-Ruptur
ausgelöst werden
(
Ziff.
1). Eine Partialruptur des
Supraspinatus
sei unfallbedingt recht häufig, vor allem auch im ansatznahen Bereich. Die Beurteilungen von
Dr.
B._
und
Dr.
D._
seien willkürlich. N
atürlich könnten solche Veränderungen
durchaus
auch
rein degenerativ bedingt sein. I
m Falle des
Beschwerdeführers
habe jedoch vor dem Unfall keine Schmerzhaftigkeit bestanden
, so dass die Beschwerden in einem direkten Zusammenhang gesehen werden könnten und müssten
(
Ziff.
2).
Die Verschlimmerung sei nicht vorüber
gehend, sondern bleibend gewesen, so dass schlussendlich der Unfall als Haupt
ereignis angesehen werden müsse (
Ziff.
3). Sollte durch den Unfall nur eine vorübergehende Verschlimmerung bedingt gewesen sein, hätte der Beschwer
deführer tatsächlich nach drei Monaten wieder zum Normalzustand zurückfin
den müssen. Erfahrungsgemäss sei dies bei Partialrupturen aber häufig nicht der Fall (
Ziff.
4).
Anlässlich der Erstuntersuchung durch ihn am 2
1.
Juni 2013 seien klare
Supraspinatus
-Symptome festgestellt worden, vor allem in Form einer Schmerzhaftigkeit (Zi
ff.
5).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten
, dass die Beschwerdegegner
in das Ereignis vom 2
3.
M
ai 2013 als Unfall anerkannt
e
(vgl.
Urk.
7 S. 7 Mitte) und bis
zum
2
6.
November 20
13 Leistungen erbracht
e
.
Indessen geht sie
– gestützt auf die Beurteilungen ihrer Kreisärzte –
davon aus, dass
der Unfall nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Gesundheitszustandes führte und
die
zur Operation führenden Verletzungen degenerativer Natur gewesen seien
.
4.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
4.
3
Vorliegend kann auf d
ie Beurteilung der Kreisärztin
Dr.
B._
abgestellt werden. Diese
ist nachvollziehbar und erfolgte in Kenntnis des
massgeblichen
Sachver
halts.
Die Kreisärztin
kam zum Schluss
, dass der vom Beschwerdeführer geschilderte Bewegungsablauf nicht geeignet sei, eine
Supraspinatus
- oder
Bizepssehnenverletzung
hervorzurufen.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, dass die Kreisärztin von einem falschen Sachverhalt ausgegangen sei, ist festzuhalten, dass sie sich auf seine eigene Schilderung anlässlich der Besprechung vom 1
8.
Februar 2014 stützte.
Eine aktive Drück- und Stemmbewegung, wie sie vom Beschwerdeführer geschildert wurde, macht entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift (vgl.
Urk.
1 S. 5 Mitte) durchaus Sinn. Mit dem Schalungshammer unter dem Brett stemmt man diesen – parallel zur Decke – weg, damit sich das Brett von der Decke löst.
4.
4
Der Beschwerdeführer berief sich im Wesentlichen auf den behandelnden Ortho
pä
den
Dr.
A._
. Dieser
hielt fest, dass
das Unfallereignis durchaus geeignet sei,
eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur
auszulösen
und
dass eine
Par
tialruptur
des
Supraspinatus
unfallbedingt recht häufig sei.
Er
räumte aber ein, dass solche Veränderungen durchaus auch rein degenerativ bedingt sein könn
ten.
Z
ur Begründung
der Unfallkausalität
führte
Dr.
A._
aus
, dass vor dem Unfall keine S
chmerzhaftigkeit bestanden habe, so dass die Beschwerden in einem direkten Zusammenhang gesehen werden müssten.
Dazu ist festzuhalten, dass die
Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Beweis natürlicher Kausalzusam
menhänge nic
ht zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bun
desgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
Zu beachten ist
ausserdem
, dass zwischen dem
behandelnden
Orthopäden Dr.
A._
und dem Beschwerdeführer
ein vergleichbares Vertrauensverhältnis besteht wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten (vgl. E. 1.5).
4.
5
Die Argumentation der Kreisärztin, dass durch das Unfallereignis nur eine vorübergehende Verschlimmerung eintrat,
erscheint
auch aufgrund des Sach
verhaltes respektive Geschehensablaufs nachvollziehbar.
Den Protokolleinträgen von
Dr.
A._
ist zu entnehmen, dass
er nach ver
anlass
tem MRI
rund einen Monat nach dem Unfall
einen operativen Eingriff nicht als notwendig erachtete. Nach einer Lokalinfiltration am
1.
Juli 2013 erfolgte
bis zum 1
0.
August 2013 eine deutliche Besserung der Beschwerden.
Gemäss Angabe des Beschwerdeführers sei es sehr gut gewesen bis er in den Ferien etwas viel geschwommen sei.
Nebst vermehrten linksseitigen Schmerzen berichtete er auch über leichte
Beschwerd
en der rechten Schulter
.
Zu bemerken ist, dass d
egenerative Veränderungen bei einem 60-Jährigen durch
aus wahrscheinlich
sind
.
Anlässlich der Erstuntersuchung durch Dr.
A._
wurde eine Schmerzhaftigkeit festgestellt, es fanden sich jedoch keine klaren Hinweise auf eine
Supraspinatus
- oder eine
Bizepssehnen
ver
letzung
.
Auch im MRI zeigten sich keine unfallbedingten Veränderungen. Aus dem Sachverhalt ergibt sich, dass die Schmerzen nach intensivem Schwimmen im August 2013 (wieder) aufgetreten sind.
Schwimmen
ist
bei Beschwerden im Bereich der Schulter und des Oberarms sicherlich nicht ideal.
Das intensive Schwimmen spricht dafür, dass in diesem Zeitpunkt keine
ein
schränkenden Beschwerden mehr vorlagen
.
Den Arzttermin vom 1
2.
August 2013 vergass der Beschwerdeführer. Im September 2013 war dann
neu
auch von Beschwerden in der rechten Schulter die Rede
.
Diese Tatsache spricht
für
das Vorliegen von
degenerative
n
Veränderungen
, hatte der Beschwerdeführer doch bereits früher („vor vielen Jahren“, vgl. E. 3.2) Probleme mit der rechten Schulter
.
4.6
Insgesamt ist es ü
berwiegend wahrscheinlich, dass
der
Unfall
vom
2
3.
Mai 2013
nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung führte und sich Anfang August 2013 nicht mehr auswirkte.
Demnach
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, die
zur Operation führenden Verletzungen seien degenerativer Natur gewesen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf eingetreten werden kann
.