# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7454bbe3-fedf-4334-8797-582f919d6871
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
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Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 65'997.70 zuzüglich Zins zu 5 % seit 19. Juli 2014 zu .
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Sachverhalt und Verfahren
A. Sachverhaltsübersicht
a. Parteien und ihre Stellung
Bei beiden Parteien handelt es sich um im Handelsregister des Kantons Zürich
eingetragene Aktiengesellschaften mit Sitz in D._. Die Klägerin bezweckt den
Betrieb eines Architekturbüros, die Übernahme von Baumanagementsaufgaben,
die Ausführung von Bauten als Generalunternehmer und Tätigkeiten auf dem Ge-
biete des Designs (act. 3/2). Die Beklagte hat das Halten von Beteiligungen, die
Anlage von Kapitalien in Immobilien und die Finanzierung von Liegenschaften
zum Zweck (act. 3/3).
b. Prozessgegenstand
Mit der vorliegenden Klage fordert die Klägerin von der Beklagten ein Honorar in
der Höhe von CHF 65'997.70 für in den Jahren 2012 und 2013 erbrachte Archi-
tektenleistungen betreffend einen Umbau in der Liegenschaft E._-Strasse ...
und ... in Effretikon. Die Beklagte beantragt Abweisung der Klage, da die Klägerin
in Bezug auf ihre Leistungen nicht genügend darlege, ob diese Vertragsinhalt und
damit geschuldet gewesen seien, ob sie notwendig gewesen seien, ob tatsächlich
der entsprechende Zeitaufwand dafür eingesetzt worden sei und ob es sich dabei
um einen angemessenen Zeitaufwand für die Aufgabenerfüllung gehandelt habe
(insb. act. 22 Rz 31).
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B. Prozessverlauf
Am 23. März 2015 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage mit obigem
Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1). Den von ihr verlangten Vorschuss für die
Gerichtskosten leistete die Klägerin fristgerecht (act. 5; act. 7). In der Folge wurde
der Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort angesetzt (act. 8), welche
sie mit Datum vom 15. Juni 2015 erstattete (act. 11). Am 20. August 2015 fand
eine Vergleichsverhandlung statt, an der keine Einigung erzielt werden konnte
(Prot. S. 6 f.). Mit Verfügung vom 21. August 2015 wurde ein zweiter Schriften-
wechsel angeordnet (act. 16). Die Replik datiert vom 26. Oktober 2015 (act. 18),
die Duplik vom 18. Januar 2016 (act. 22). Letztere wurde der Klägerin mit Verfü-
gung vom 24. Januar 2016 zugestellt (act. 24). Mit Verfügung vom 18. August
2016 (act. 26) wurde den Parteien Frist angesetzt zur Erklärung, ob sie auf die
Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung – vorbehalten der Durchführung
eines Beweisverfahrens – verzichteten, was sowohl die Beklagte als auch die
Klägerin mit Eingaben vom 22. August 2016 (act. 28) und 1. September 2016
(act. 29) taten. Der Prozess ist nunmehr spruchreif, weshalb das Urteil zu fällen
ist (Art. 236 Abs. 1 ZPO).

## Considerations

Erwägungen
1. Zuständigkeit
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich
ist unbestritten und ergibt sich aus Art. 31 ZPO und Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44
lit. b GOG.
2. Anspruchsgrundlage
2.1. Architektenvertrag
Die Klägerin fordert gestützt auf einen am 20. Juni 2012 mündlich mit der Beklag-
ten – handelnd durch ihren damaligen CEO, F._ – abgeschlossenen Archi-
tektenvertrag ein Honorar in der Höhe von CHF 65'997.70 für in den Jahren 2012
und 2013 erbrachte Leistungen betreffend die Umnutzung bzw. den Umbau von
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zwei Praxisräumen in der Liegenschaft E._-Strasse ... und ... in Effretikon in
Wohnungen, wobei eine Vergütung nach Aufwand vereinbart worden sei (act. 1
Rz 11; act. 18 Rz 7 und 23). Die Beklagte bestreitet zwar die konkreten Abma-
chungen zwischen der Klägerin und ihrem damaligen CEO mit Nichtwissen, aner-
kennt jedoch grundsätzlich das Zustandekommen des entsprechenden Vertrags-
verhältnisses sowie dass sich die Entschädigung der Klägerin grundsätzlich nach
dem tatsächlich erbrachten Zeitaufwand für die in Auftrag gegebenen Arbeiten er-
rechne (act. 11 Rz 6; act. 22 Rz 73 f. und 78 ff.). Damit ist vom Vorliegen eines
gültigen Architektenvertrages auszugehen, zumal für einen solchen keine beson-
deren Formvorschriften bestehen (Art. 11 Abs. 1 OR). Unstrittig ist weiter, dass
die Anwendbarkeit der SIA-Norm 102 nicht vereinbart wurde, womit die Regeln
des OR zur Anwendung gelangen.
Die rechtliche Einordnung eines Architektenvertrages kann nicht allgemeingültig
vorgenommen werden. Es ist vielmehr darauf abzustellen, welche Leistungen die
Parteien im konkreten Vertrag vereinbart haben. Dabei sind Projektierungsarbei-
ten, die in einem zu realisierenden Projekt ihren Niederschlag finden, sowie das
Verfassen von Plänen und Kostenvoranschlägen den Bestimmungen über den
Werkvertrag zu unterstellen, während sich die Bauleitung und die Vergebung von
Arbeiten nach auftragsrechtlichen Regeln richten. Den Gesamtvertrag des Archi-
tekten qualifiziert das Bundesgericht als gemischten Vertrag, der erlaubt, je nach
den konkreten Umständen eine sachgerechte Lösung nach Massgabe des Auf-
trags- oder Werkvertragsrechts zu finden. Das Bundesgericht hat sodann festge-
halten, dass eine Spaltung der Rechtsfolgen denkbar ist, indem sich etwa die Haf-
tung für einen Planungsfehler nach werkvertraglichen Regeln, jene für unsorgfäl-
tige Bauleitung nach Auftragsrecht richtet (BGE 134 III 361 E. 5.1; 127 III 543
E. 2a; 114 II 53 E. 2b; 109 II 462 E. 3d; Urteile des Bundesgericht 4A_55/2012
E. 4.4 und 4A_252/2010 E. 4.1; je mit Hinweisen). Soweit die Parteien eines Ar-
chitektenvertrags die Höhe des geschuldeten Honorars geregelt haben, gilt die
entsprechende Abrede. Subsidiär kommen die gesetzlichen Bestimmungen
(Art. 374 und Art. 394 Abs. 3 OR) zum Tragen (EGLI/STÖCKLI, in: STÖCK-
LI/SIEGENTHALER, Die Planerverträge, Zürich 2013, Nr 7.10).
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2.2. Honorarvereinbarung
Die Klägerin führt aus, es sei keine bezifferte Honorarvereinbarung getroffen wor-
den. Vielmehr habe der von ihr angenommene Auftrag beinhaltet, dass die Vergü-
tung nach Aufwand erfolge, ohne den Stundenansatz im Voraus zu spezifizieren
(act. 1 Rz 11; act. 18 Rz 7). Weiter erklärt sie, die von ihr geforderte Vergütung
entspreche einem durchschnittlichen Stundenansatz von CHF 122.75, exklusive
Mehrwertsteuer, ohne jedoch die Stundenansätze der einzelnen beteiligten Per-
sonen aufzuschlüsseln (act. 18 Rz 23). Die Beklagte anerkennt die Vereinbarung
eines Zeithonorars sowie pauschal die Höhe des geltend gemachten Stundenan-
satzes explizit (act. 22 Rz 73 f. und 79). Damit hat die Klägerin unstrittig einen
grundsätzlichen Anspruch auf eine Vergütung der von ihr tatsächlich erbrachten
Leistungen nach Zeitaufwand zum genannten Stundenansatz, sofern diese ver-
traglich vereinbart waren. Dabei ist mangels gegenteiliger Ausführungen beider
Parteien davon auszugehen, dass für sämtliche zu vergütenden Leistungen der
Klägerin – unabhängig davon durch welche Person diese erbracht wurden – der
genannte Stundenansatz gilt.
Damit ist nachfolgend der entschädigungsberechtigte Zeitaufwand der Klägerin zu
eruieren. Dabei gilt es zu beachten, dass sich der Werklohn nach Art. 374 OR
nicht nach dem tatsächlichen Aufwand des Unternehmers, sondern nach der Ar-
beit, die bei sorgfältigem Vorgehen des Unternehmers zur Ausführung des Wer-
kes genügt hätte, bestimmt. Unnötiger Mehraufwand ist nicht zu vergüten (GAUCH,
Werkvertrag, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2011, Nr 964 f.). Auch bei der Entschädi-
gung nach Art. 394 Abs. 3 OR bildet der bei sorgfältigem Vorgehen objektiv not-
wendige Aufwand Grundlage einer Entschädigung nach Aufwand (WEBER, in:
Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl., Basel 2015, Art. 394 N 39; Urteile
des Bundesgerichts 4A_271/2013 E. 6.2 und 4A_15/2011 E. 3.3). Die Vergütung
des Architekten bemisst sich demnach bei Vereinbarung eines Zeithonorars –
vorbehältlich abweichender Abreden – sowohl bei Anwendung des Werkvertrags-
als auch des Auftragsrechtes nach dem angemessenen Zeitaufwand für die ob-
jektiv notwendigen Leistungen.
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3. Anerkannte Leistungen
Die Beklagte anerkennt explizit einen klägerischen Aufwand von einer Stunde für
die Sitzung vom 5. Juli 2012 (act. 22 Rz 36) sowie einen Honoraranspruch von
zwei Stunden für die Abnahme vom 11. April 2013 (act. 22 Rz 68). Beim aner-
kannten Stundenansatz von CHF 122.75 ist dafür ein Betrag von CHF 368.25,
zuzüglich 8 % MwSt., geschuldet. Im Übrigen ist der klägerische Aufwand bestrit-
ten.
4. Beweis
Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte ab-
leitet. Grundsätzlich ist das Verhältnis der anwendbaren materiellen Normen für
die Beweislastverteilung massgebend. Dieses bestimmt im Einzelfall, ob eine
rechtsbegründende, rechtsaufhebende bzw. rechtsvernichtende oder rechtshin-
dernde Tatsache zu beweisen ist. Wer einen Anspruch geltend macht, hat die
rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen. Demgegenüber liegt die Beweislast
für die rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei, wel-
che den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder
Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 128 III 271 E. 2aa). Die beweisbelastete Partei
hat die zu beweisenden Tatsachen zu behaupten, weshalb mit der Beweislast die
Behauptungslast einhergeht. Die beweisfreie Partei trifft hingegen die Bestrei-
tungslast. Ein Aspekt der Behauptungs- ist die Substantiierungslast: Tatsachen-
behauptungen sind so konkret zu formulieren, dass sie einerseits ohne Weiteres
als Beweissatz formuliert und in eine allfällige Beweisverfügung aufgenommen
werden können, und andererseits substantiiertes Bestreiten möglich ist bzw. der
Gegenbeweis angetreten werden kann (LARDELLI, in: Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 8 N 29 und 33). Der Behauptungsgegner hat
demgegenüber im einzelnen darzulegen, welche Tatsachenbehauptungen der
Gegenpartei er anerkennt und welche er bestreitet. Pauschale Bestreitungen rei-
chen zwar nicht aus, doch dürfen die Anforderungen an die Bestreitung nicht so
hoch angesetzt werden, dass im Ergebnis die Beweislast gewendet wird (WALTER,
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in: Berner Kommentar, Bd. I/1, Einleitung, Art. 1-9 ZGB, Bern 2012, Art. 8 N 191
ff.).
Für den Hauptbeweis im Zivilprozess gilt grundsätzlich das Regelbeweismass des
strikten Beweises. Dieser ist erbracht, wenn das Sachgericht nach objektiven Ge-
sichtspunkten von der Wahrheit einer Behauptung und damit vom Vorliegen einer
Tatsache voll überzeugt ist. Dabei hat eine Tatsache nicht mit Sicherheit festzu-
stehen, sondern es genügt die an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, selbst
wenn eine abweichende Möglichkeit nicht völlig auszuschliessen ist (WALTER,
a.a.O., Art. 8 N 134 ff.).
Die Klägerin, welche einen Honoraranspruch gestützt auf den Architektenvertrag
mit der Beklagten geltend macht, hat nach dem Gesagten zum einen zu bewei-
sen, welche Leistungen sie tatsächlich erbracht und welchen Zeitaufwand sie da-
für hatte. Zum anderen trägt sie die Beweislast dafür, dass die von ihr erbrachten
Leistungen überhaupt vertraglich vereinbart waren und der von ihr dafür geltend
gemachte Zeitaufwand nötig und angemessen war. Denn der Architekt hat die Er-
forderlichkeit seiner Leistungen nachzuweisen, da er für die richtige Erfüllung des
Vertrages beweisbelastet ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_183/2010 E. 3.2;
EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Nr 7.27; GAUCH, a.a.O., Nr. 1021 und Nr. 1310).
5. Vertraglich vereinbarte Leistungen
5.1. Keine konkrete Regelung des Leistungsumfangs im ursprünglichen Archi-
tektenvertrag
Die Klägerin schildert in der Klagebegründung zu den vereinbarten Leistungen
einzig, der ihr von der Beklagten erteilte Auftrag habe die Umnutzung und den
Umbau von zwei Praxisräumen in sechs Kleinwohnungen beinhaltet (act. 1
Rz 11). Sodann ergänzt sie in der Replik, der Leistungsumfang sei nicht im Detail
umschrieben worden, sondern F._ habe es dabei belassen, den Umbau der
Praxisräume in Kleinwohnungen zu planen und mit dem nötigen Aufwand auszu-
führen (act. 18 Rz 9). Der Leistungsumfang habe sich – entsprechend der Anord-
nung der Beklagten – aus den für den Umbau notwendigen Arbeiten ergeben,
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soweit konkrete Anordnungen gefehlt hätten, wobei klar gewesen sei, dass eine
fachkundige, mängelfreie Planung und eine fachkundige und sorgfältige Baulei-
tung zu erbringen gewesen seien (act. 18 Rz 24.1).
Die Beklagte bestreitet in der Klageantwort die klägerische Schilderung der Auf-
tragserteilung mit Nichtwissen und weist darauf hin, dass die Klägerin nicht darle-
ge, welche Teilbereiche/-aufgaben sie im Zusammenhang mit der Umnutzung der
Praxisräume zu übernehmen versprochen habe (act. 11 Rz 29 ff.). Auch in der
Duplik hält sie daran fest, die Schilderung der Klägerin im Besonderen auch für
die angeblichen Abmachungen zwischen Herrn F._ und Herrn A._ zu
bestreiten (act. 22 Rz 21). Weiter führt die Beklagte aus, es sei umstritten, was
der genaue Inhalt des Architekturvertrags gewesen sei und welche Leistungen
hätten erbracht werden müssen (act. 22 Rz 78). Welche Leistungen ihrer Meinung
nach vereinbart wurden bzw. welche nicht, legt sie nicht dar.
Damit führt keine der Parteien aus, dass im ursprünglichen Architektenvertrag
selber konkret geschuldete Leistungen vereinbart worden wären.
5.2. Keine nachträgliche konkrete Regelung des Leistungsumfangs
Die Klägerin führt zusammenfassend aus, die von ihr erbrachten Leistungen seien
entweder von der Beklagten angefordert worden oder für die Ausführung des
Umbaus notwendig gewesen (act. 18 Rz 22). Damit scheint sie sich auf den
Standpunkt zu stellen, dass die Beklagte gewisse Leistungen während der Auf-
tragsausführung explizit verlangt habe, womit der Leistungsumfang des Architek-
tenvertrages konkretisiert worden sein könnte. Da die Klägerin jedoch nicht schil-
dert, welche der von ihr aufgezählten Leistungen von der Beklagten wann und in
welcher Form bestellt worden wäre, vermag sie keine Konkretisierung des ver-
traglichen Leistungsumfangs darzulegen. Die Beklagte führt nichts entsprechen-
des aus.
5.3. Keine Regelung des Leistungsumfangs aufgrund der Kostenvoranschläge
Die Klägerin erklärt, die Beklagte, damals vertreten durch ihren CEO F._,
habe ihre Kostenvoranschläge und das Bauprogramm genehmigt (act. 1 Rz 14),
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was die Beklagte bestreitet (act. 11 Rz 38). Aus den genannten Dokumenten
(act. 3/8, 3/9 und 3/10) lässt sich jedoch ohnehin nichts über den konkreten Um-
fang der klägerischen Leistungen schliessen. Insbesondere enthalten die Kosten-
voranschläge nur je eine Position Honorar Architekt mit einem Gesamtbetrag.
Dass es sich bei diesem Betrag um die Vereinbarung eines Pauschalpreises ge-
handelt habe, bringt die Klägerin zudem zurecht nicht vor.
5.4. Allgemeine Regelung des vertraglichen Leistungsumfangs
Die Klägerin erklärt, [beim Vertragsschluss] sei der Leistungsumfang nicht im De-
tail umschrieben worden. F._ habe es dabei belassen, den Umbau der Pra-
xisräume in Kleinwohnungen zu planen und "mit dem nötigen Aufwand" auszufüh-
ren (act. 18 Rz 9). Der Leistungsumfang habe sich aus den für den Umbau not-
wendigen Arbeiten ergeben, soweit konkrete Anordnungen gefehlt hätten. Dabei
sei klar gewesen, dass sie (die Klägerin) eine fachkundige, mängelfreie Planung
und eine fachkundige und sorgfältige Bauleitung zu erbringen gehabt habe
(act. 18 Rz 24.1). Die Beklagte bestreitet diese Ausführungen pauschal (act. 22
Rz 24). Weiter erklärt sie, es sei insbesondere umstritten, was der genaue Inhalt
des Architekturvertrags gewesen sei und welche Leistungen erbracht worden sei-
en bzw. hätten erbracht werden müssen (act. 22 Rz 78). Andernorts anerkennt sie
jedoch, dass sich die Entschädigung der Klägerin nach dem tatsächlich erbrach-
ten Zeitaufwand für die in Auftrag gegebenen Arbeiten errechne, soweit der gel-
tend gemachte Aufwand nachgewiesen, notwendig und angemessen sei (act. 22
Rz 73). Soweit ersichtlich ist zudem unstrittig, dass die Beklagte zwei Praxisräu-
me in der Liegenschaft E._-Strasse ... und ... in sechs Wohnungen umnutzen
wollte, dass in der Folge der entsprechende Umbau stattfand, dass die Klägerin
dafür gewisse Arbeiten leistete und dass die Beklagte die Wohnungen schliesslich
abnahm. Damit ist insgesamt davon auszugehen, dass die klägerischen Leistun-
gen, insofern sie für den beschriebenen Umbau tatsächlich notwendig waren, zu-
mindest konkludent auch vereinbart bzw. genehmigt waren. Vertragsinhalt sind
damit die für den genannten Umbau notwendigen Arbeiten. Nur für diese besteht
bei gegebenen übrigen Voraussetzungen ein Vergütungsanspruch der Klägerin.
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6. Für den Umbau notwendige Leistungen der Klägerin
6.1. Parteistandpunkte
Die Klägerin führt in der Klagebegründung aus, die Vorprojektphase habe sich
von Juni bis September 2012 erstreckt und insbesondere die Klärung des Auf-
trags, der besonderen Anforderungen der Beklagten sowie des Arbeitsumfanges,
die Erstellung von Bestandesplänen, das Entwickeln von Lösungsmöglichkeiten
für die Umnutzung der ehemaligen Büro- und Praxisräumlichkeiten in Wohnun-
gen, das Erstellen von Vorprojektplänen sowie die Präsentation des Vorprojekts
umfasst (act. 1 Rz 12).
Die Projektphase und die Vorbereitungsphase für die Ausführung hätten sich von
August bis November 2012 erstreckt und insbesondere die Erarbeitung des Bau-
projekts, das Erstellen der Baueingabepläne, die Präsentation des Projekts, das
Erstellen der Kostenvoranschläge, die Machbarkeitsprüfung vor Ort (Begehung
mit Installateuren), das Einholen von Unternehmerofferten / Kostenvergleich, die
definitiven Kostenvoranschläge, das erstellen lassen von Projektplänen Elektro
und Sanitär, die Vorbesprechung des Bauablaufs mit den Unternehmern sowie
das Erstellen des Bauprogramms umfasst (act. 1 Rz 13).
Zu den in der Phase der Ausführung der projektierten Arbeiten erbrachten Leis-
tungen äussert sich die Klägerin in der Klageschrift nicht.
Die Beklagte erklärt in der Klageantwort, die für die Vorprojektphase geltend ge-
machten Bemühungen würden bestritten (act. 11 Rz 34). Weiter bestreitet die Be-
klagte, dass die Klägerin sämtliche aufgezählten Arbeiten der Projekt- und Vorbe-
reitungsphase ausgeführt habe. Vielmehr seien auch Mitarbeiter der Beklagten
involviert gewesen und hätten Aufgaben übernommen, welche nach der SIA-
Norm 102 zum Aufgabenbereich des Architekten gehören würden (act. 11 Rz 36
f.).
In der Replik verweist die Klägerin pauschal auf den von ihr neu eingereichten
Zusammenzug der Stundenlisten ihrer Mitarbeiter (act. 19/17) und erklärt, darin
würde dargestellt welcher ihrer Mitarbeiter wann welche Leistungen für das Pro-
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jekt erbracht habe (act. 18 Rz 12), und nennt als Beweismittel dazu die Stunden-
listen von A._, G._, H._, I._ und J._ bzw. deren Zusam-
menzug (act. 19/17-22).
Weiter führt sie aus, A._ habe unmittelbar nach der Auftragserteilung, am
21. Juni 2012, erste Konzeptstudien entwickelt, sich am 27. Juni 2012 mit Herrn
K._ im Objekt besprochen, danach die Studien bearbeitet und sie am 5. Juli
2012 präsentiert. Nach dem grundsätzlichen, telefonischen "Okay" der Beklagten
vom 27. Juli 2012 zum Vorprojekt seien die nötigen marginalen Anpassungen
vorgenommen worden. Damit habe die Vorprojektphase als abgeschlossen be-
trachtet werden können (act. 18 Rz 13.1). Nach Aufnahme und Digitalisierung der
Bestandespläne sei das Projekt entwickelt und für die Baueingabe aufbereitet
worden. Es seien die Fachplaner im Bereich HKLS und Elektro beigezogen, das
Projekt mit der Bauherrschaft fortlaufend besprochen, die Detailplanung an die
Hand genommen, die von der Beklagten bezeichneten Unternehmer kontaktiert,
Unternehmerofferten eingeholt, der Kostenvoranschlag erarbeitet und das Bau-
programm erstellt worden. A._ und G._ hätten F._ das Projekt, das
Bauprogramm und den Kostenvoranschlag am 7. November 2012 präsentiert,
welche von diesem genehmigt worden seien. Damit sei die Projektphase abge-
schlossen gewesen (act. 18 Rz 13.2 f.).
Zudem erklärt die Klägerin, dass die von ihr erbrachten Leistungen für die Reali-
sierung des Projektes notwendig gewesen wären, und dass keine unnötigen Ar-
beiten ausgeführt worden seien, werde die Expertise bestätigen. Sichtbar würden
die Leistungen der Klägerin nicht nur durch die Übergabe des Umbauprojekts an
die Beklagte und die sofortige Vermietung der Wohnungen, sondern auch in um-
fangreichen Dokumenten (act. 18 Rz 14).
Schliesslich erklärt die Klägerin, zusammenfassend habe sie diverse Leistungen
erbracht, die entweder von der Beklagten angefordert worden seien oder für die
Ausführung des Umbaus notwendig gewesen seien und listet 27 Leistungen
stichwortartig auf (act. 18 Rz 22).
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Die Beklagte erklärt in der Duplik, es müsse mit Nichtwissen bestritten werden,
wann Herr A._ mit welchem Zeitaufwand welche Konzeptstudien erstellt ha-
be. Es sei aber richtig, dass am 27. Juni 2012 eine Besprechung zwischen Herrn
A._ und Herrn K._ erfolgt sei. Es sei nicht klar, welche Anpassungen an
den Konzeptstudien erfolgt sein sollen. Die Sitzung vom 5. Juli 2012 habe stattge-
funden. Was die nötigen marginalen Anpassungen am Vorprojekt gewesen seien
und ob diese ausgeführt worden seien, werde mit Nichtwissen bestritten (act. 22
Rz 33 ff.). In Randziffer 13.2 der Replik würden in einem kurzen Absatz äusserst
allgemein gehaltene Ausführungen zu erbrachten Leistungen gemacht, die in die-
ser Form gar nicht überprüfbar seien. Diese würden ebenso pauschal bestritten,
wie sie vorgebracht würden. Ergänzend werde darauf hingewiesen, dass es sich
ihrer Kenntnis entziehe und deshalb mit Nichtwissen bestritten werde, dass die
Klägerin mit der Digitalisierung der Pläne beauftragt worden sei. Nach dem Wis-
sen der Beklagten sei weder für HLKS noch für Elektro ein Fachplaner beigezo-
gen worden. Der entsprechend geltend gemachte Aufwand werde bestritten. Auch
in Randziffer 14 der Replik erfolgten wieder absolut pauschale, nicht überprüfbare
Behauptungen zu den Leistungen, welche die Klägerin ihrem eingeklagten Hono-
raranspruch zugrunde lege. Diese Ausführungen würden bestritten (act. 22 Rz 38
ff.).
Die pauschale und unsubstanziierte Behauptung von Arbeiten und Ergebnissen
[in Ranziffer 22 der Replik], welche die Klägerin erbracht haben wolle, werde voll-
umfänglich bestritten (act. 22 Rz 69).
6.2. Rechtliches
Nach Art. 55 Abs. 1 ZPO haben die Parteien dem Gericht die Tatsachen darzule-
gen, auf die sie ihre Begehren stützen, und die Beweismittel anzugeben. Die kon-
kreten Anforderungen an die Substantiierung der anspruchsbegründenden Tatsa-
chen ergeben sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen
Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Tatsa-
chenbehauptungen sind so konkret zu halten, dass ein gezieltes Bestreiten mög-
lich ist und der Gegenbeweis angetreten werden kann. Bestreitet der Prozess-
gegner das Vorbringen der behauptungsbelasteten Partei schlüssig und wider-
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spruchsfrei, muss diese die rechtserheblichen Tatsachen nicht nur in den Grund-
zügen, sondern so umfassend und klar darlegen, dass darüber Beweis abge-
nommen werden kann. Nur hinreichend substantiierte Sachvorbringen begründen
einen Beweisanspruch (WALTER, a.a.O., Art. 8 N 199 f.; BGE 127 III 365 E. 2b mit
Hinweisen). Die Parteien haben ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast
grundsätzlich in den Rechtsschriften selber nachzukommen. Der blosse Verweis
auf Beilagen erfüllt die Behauptungslast in aller Regel nicht. Denn es ist nicht Sa-
che des Gerichts oder der Gegenpartei, sich die Grundlagen des Anspruchs aus
den Beilagen zusammenzusuchen (Urteile des Bundesgerichtes 4A_264/2015
E. 4.2 und 4A_317/2014 E. 2.2; KILLIAS, in: Berner Kommentar, Schweizerische
Zivilprozessordnung, Bern 2012, Art. 221 N 23; WILLISEGGER, in: Basler Kommen-
tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 221 N 27).
Zudem hat die Klage nach Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO die Bezeichnung der einzel-
nen Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen zu enthalten. Dabei ist ein Be-
weismittel nur dann als formgerecht angeboten zu betrachten, wenn sich die Be-
weisofferte eindeutig der damit zu beweisenden Tatsachenbehauptung zuordnen
lässt und umgekehrt (Prinzip der Beweisverbindung). In der Regel sind die einzel-
nen Beweisofferten unmittelbar im Anschluss an die Tatsachenbehauptungen
aufzuführen, die damit bewiesen werden sollen (Urteil des Bundesgerichts
4A_56/2013 E. 4.4.). Wenn zu einem Beweisthema keine Beweismittel angeboten
werden, ist das Gericht nicht gehalten, Beweismittel abzunehmen, die in einem
anderen Zusammenhang angeboten worden sind. Des Weiteren muss die Anga-
be der Beweismittel spezifisch sein. Ein pauschaler Verweis auf eine Urkunden-
ansammlung oder eine umfangreiche Urkunde ist nicht zulässig. Vielmehr ist bei
einem mehrseitigen Dokument die relevante Seite oder Stelle anzugeben. Es geht
auch nicht an, einen ganzen Sachverhaltskomplex zu schildern und sich zum Be-
weis am Schluss dieser Behauptungen pauschal auf einen Stoss Akten oder eine
Anzahl Zeugen zu berufen (LEUENBERGER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/-
LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zü-
rich 2016, Art. 221 N 51; PAHUD, in: BRUNNER/GASSER/SCHWANDER, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2016, Art. 221 N 17).
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6.3. Würdigung
Infolge der Bestreitungen der Beklagten hat die Klägerin die von ihr tatsächlich
erbrachten und notwendigen Arbeiten so detailliert darzulegen, dass ein gezieltes
Bestreiten durch die Beklagte sowie eine entsprechende Beweisabnahme möglich
ist, um überhaupt zum Beweis ihrer Behauptungen zugelassen zu werden. Dazu
hat die Klägerin genau anzugeben, welcher ihrer Mitarbeiter welche Arbeiten
wann ausführte und weshalb diese für den Umbau notwendig waren. Weiter hat
sie die jeweiligen Arbeitsergebnisse (z.B. erstellte Pläne) eindeutig zu bezeichnen
und soweit möglich als Beweismittel zu nennen. Schliesslich hat die Klägerin zu
ihren Behauptungen taugliche Beweismittel in der gesetzlich vorgeschriebenen
Form anzubieten.
Diesen Anforderungen kommt die Klägerin nicht genügend nach. In ihren Rechts-
schriften beschränkt sie sich weitgehend auf die stichwortartige Auflistung angeb-
lich erbrachter Arbeiten, ohne zu spezifizieren, wer diese wann genau und wes-
halb ausführte. Auch werden die jeweiligen Arbeitsergebnisse nicht näher indivi-
dualisiert und teilweise gar nicht genannt, womit eine Überprüfung dieser Leistun-
gen sowie deren Notwendigkeit für den Umbau bzw. ein substantiiertes Bestreiten
nicht möglich ist. Einzig bezüglich Vorprojektphase, Projektphase und Vorberei-
tungsphase wird wenigstens ansatzweise geschildert, welche Mitarbeiter in die
entsprechenden Phasen involviert waren und in welchen Zeitraum die genannten
Phasen fielen (insb. act. 18 Rz 13 ff.). Doch auch diese Ausführungen sind unge-
nügend. So wird in der Klagebegründung zwar immerhin auf die Baueingabeplä-
ne, die Kostenvoranschläge sowie das Bauprogramm (act. 3/6-10) konkret ver-
wiesen, doch fehlt es diesbezüglich an substantiierten Angaben, welche Person,
was genau, wann und weshalb tatsächlich machte. In der Replik mangelt es dann
wieder an jeglicher Individualisierung von Arbeitsergebnissen. Zudem wird nur se-
lektiv bei wenigen Arbeiten erläutert, wer diese zu welcher Zeit ausführte.
Die einzigen einigermassen konkreten Angaben zu den klägerischen Leistungen
können dem Zusammenzug der Leistungsnachweise (act. 19/17) entnommen
werden, auf welchen die Klägerin in der Replik verweist (act. 18 Rz 12). Dabei
handelt es sich um eine Tabelle mit den Spalten "Datum", "Mitarbeiter", "Phase",
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"Arbeit" und "Stunden". Mit anderen Worten ist jeweils aufgelistet, an welchem
Datum, welcher Mitarbeiter, in welcher Phase, welche Arbeit, zu wie vielen Stun-
den erbracht haben soll. Auch wenn es nicht zwingend nötig gewesen wäre, die
Stundenliste im Volltext in die Rechtsschrift aufzunehmen, genügt jedoch der
pauschale Verweis in der Replik nicht. Es hätten zumindest Erläuterungen und
Konkretisierungen zu diesem Leistungsnachweis in der Rechtsschrift selber erfol-
gen müssen. Denn die "Arbeiten" gemäss Leistungsnachweis lassen sich nicht
ohne Weiteres mit den in den Rechtsschriften geschilderten Leistungen (aufge-
zählt insbesondere in act. 18 Rz 22) in Einklang bringen, womit es diesbezüglich
an schlüssigen Vorbringen fehlt. Zudem fehlen weitgehend Verweise auf spezifi-
sche Arbeitsergebnisse. Gewisse Positionen (z.B. "Besprechung", "Detailplanung"
etc.) lassen gar keine Rückschlüsse auf die konkret erbrachte Leistung zu.
Schliesslich legt die Klägerin in keiner Weise dar – und ist auch aus dem Leis-
tungsnachweis nicht ersichtlich –, dass und warum die angeblich geleisteten Ar-
beiten für den Umbau notwendig gewesen seien. Die Behauptung, dass keine
unnötigen Arbeiten ausgeführt worden seien, werde die Expertise bestätigen
(act. 18 Rz 14), ist viel zu pauschal und genügt vor dem Hintergrund der beklagti-
schen Bestreitung nicht. Ein Gutachten ist nur dann einzuholen, wenn substanti-
ierte Behauptungen vorliegen, welche zu beweisen sind, und ist nicht dazu da,
solche zu ersetzen.
Doch selbst unter der Annahme, dass der Verweis auf den Leistungsnachweis
(act. 19/17) als genügende Tatsachenbehauptung zu betrachten wäre, könnte die
Klägerin den Beweis für die tatsächliche Ausführung der darin enthaltenen Leis-
tungen nicht erbringen. Denn bei diesem Leistungsnachweis handelt es sich um
eine allein von der Klägerin erstellte Abrechnung, welche von der Beklagten in
keiner Weise genehmigt wurde und die nicht einmal eine Unterschrift eines Mitar-
beiters der Klägerin aufweist. Weiter ist nicht ersichtlich, wann dieser Leistungs-
nachweis überhaupt erstellt wurde. Eingereicht wurde er jedenfalls erst mit der
Replik. Insgesamt hat der Leistungsnachweis damit den Beweiswert einer reinen
Parteibehauptung, zu welcher dessen Inhalt durch den Verweis in der Replik ja
auch wird. Beweismittel dafür, dass die aufgelisteten Leistungen tatsächlich auch
wie deklariert ausgeführt wurden oder nur schon dafür, dass der Leistungsnach-
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weis von den involvierten Personen sorgfältig geführt wurde, nennt die Klägerin
keine. Da offenbar keine Arbeitsrapporte – schon gar keine von der Beklagten
gegengezeichneten – vorliegen, wäre es zumindest nötig gewesen, die tätigen
Mitarbeiter in diesem Zusammenhang als Zeugen anzurufen. Dies hat die Kläge-
rin nicht gemacht.
Schliesslich kommt hinzu, dass die Klägerin auch dem Prinzip der Beweisverbin-
dung nicht genügend Rechnung trägt. Vielmehr listet sie (insbesondere in act. 18
Rz 22) einfach diverse Leistungen auf und offeriert zu dieser gesamten Aufzäh-
lung diverse Zeugen und Urkunden. Dies ist wohl Folge davon, dass es die Kläge-
rin eben unterlassen hat, für jede individuelle Leistung aufzuzeigen, wer sie wann
mit welchem Ergebnis erbracht hat. Denn nur so wäre es auch möglich gewesen,
den jeweiligen Mitarbeiter zu den Einzeltatsachen als Zeuge anzurufen. Insofern
die Klägerin auf ganze Ordner als Beweismittel verweist, sind die Beweisofferten
ohnehin unzulässig, da viel zu unspezifisch. Weshalb die Klägerin diese Ordner
nicht gemäss Art. 221 Abs. 2 lit. c ZPO mit den Rechtsschriften eingereicht hat, ist
weiter nicht ersichtlich.
7. Angemessener Zeitaufwand
7.1. Ausgangslage
Abgesehen von den notwendigen Leistungen hätte die Klägerin – wie dargelegt –
auch ihren Zeitaufwand und dessen Angemessenheit genügend darzulegen und
zu beweisen gehabt. Auch dies gelingt ihr indes nicht:
7.2. Parteistandpunkte
Zu ihrem Zeitaufwand führt die Klägerin in der Klagebegründung lediglich aus, in
der Vorprojektphase habe A._ in den Monaten Juni und Juli 2012 insgesamt
16 Stunden und der Mitarbeiter I._ in den Monaten August und September
2012 66 Stunden gearbeitet. In der Projekt- und der Vorbereitungsphase für die
Ausführung von August bis November 2012 habe A._ 33.25 Stunden und
I._ 46 Stunden gearbeitet. In den Monaten Oktober und November 2012 ha-
be zudem der angestellte Architekt G._ als Bauleiter insgesamt 55 Stunden
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geleistet (act. 1 Rz 12 f.). Zum Beweis dieser Behauptungen offeriert die Klägerin
einzig einen Projektrapport 2012 (act. 3/5).
Die Beklagte bestreitet in der Klageantwort insbesondere auch die geltend ge-
machten Bemühungen sowie den dafür pauschal geltend gemachten zeitlichen
Aufwand (act. 11 Rz 34 und 36).
In der Replik ergänzt die Klägerin, es seien am Umbauprojekt A._ als Ent-
wurfsarchitekt, G._ als verantwortlicher Bauleiter, H._ als Ferienvertre-
tung des Bauleiters, I._ als Zeichnerlehrling und J._ als Sekretärin mit-
einbezogen gewesen, und verweist wiederum auf den Zusammenzug deren Leis-
tungsnachweise (act. 18 Rz 11 f.). Dass die von ihr erbrachten Leistungen für die
Realisierung des Projekts notwendig gewesen seien, und dass keine unnötigen
Arbeiten ausgeführt worden seien, werde die Expertise bestätigen (act. 18 Rz 14).
Zum Beweis der geleisteten Stunden nennt die Klägerin einzig die Stundenlisten
der beteiligten Mitarbeiter bzw. deren Zusammenzug (act. 19/17-22).
Die Beklagte führt dazu in der Duplik im Wesentlichen aus, sie habe bereits in der
Klageantwort die behaupteten geleisteten Stunden bestritten und eine substanti-
ierte und nachvollziehbare Schilderung der erbrachten Leistungen und den darauf
entfallenden Zeitaufwand verlangt. Ein grundsätzlicher Verweis auf die Stunden-
listen oder eine allgemeine Behauptung, die Klägerin habe das Projekt entwickelt
und für die Baueingabe aufbereitet, genügten nicht und ermöglichten ihr auch
nicht, zu einzelnen Leistungen und dem dazu zugeordneten Zeitaufwand Stellung
zu nehmen. Falls die pauschalen und unsubstantiierten Ausführungen der Kläge-
rin insbesondere zu den Fragen, ob tatsächlich der entsprechende Zeitaufwand
eingesetzt worden sei und ob es sich dabei um einen angemessenen Zeitaufwand
für die Aufgabenerfüllung gehandelt habe, den Anforderungen gemäss Art. 55
ZPO und Art. 221 ZPO genügten, müsste auch eine ebenso pauschale Bestrei-
tung zulässig sein. Diese Bestreitung erfolge hiermit für sämtliche diesbezügli-
chen Ausführungen der Klägerin in den Randziffern 13 und 14 der Replik (act. 22
Rz 28 ff.).
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7.3. Würdigung
Da die Beklagte den geltend gemachten Zeitaufwand sowie dessen Angemes-
senheit bestreitet, hätte die Klägerin beides substantiiert darzulegen und zu be-
weisen gehabt.
In den Rechtsschriften macht die Klägerin jedoch nur marginale Ausführungen
zum benötigten Zeitaufwand. Ausführungen dazu, ob der erbrachte Zeitaufwand
angemessen war, fehlen gänzlich. In der Klagebegründung werden immerhin
noch konkrete Zahlen genannt. Allerdings beschränkt sich die Klägerin auf das
pauschale Nennen des Totals der geleisteten Stunden von A._, I._ und
G._ für die Vorprojektphase bzw. für Projekt- und Vorbereitungsphase für die
Ausführung. Sämtliche Vorbringen betreffen nur das Jahr 2012. Zeitaufwand für
im Jahr 2013 geleistete Arbeiten legt die Klägerin nicht dar. Zählt man die aufge-
listeten Stundenzahlen zusammen ergibt sich ein Resultat von insgesamt 216.25
Stunden, was jedoch weder dem Projekt-Rapport 2012 (act. 3/5) entspricht (den
ebenfalls eingereichten Projekt-Rapport 2013 [act. 3/11] nennt die Klägerin in die-
sem Zusammenhang nicht als Beweismittel), noch mit dem mit der Replik einge-
reichten Leistungsnachweis (act. 19/17) übereinstimmt, in welchem von 487.25
Stunden die Rede ist. Dennoch verlangt die Klägerin bereits mit der Klage (und
damit für nur 216.25 Stunden) die eingeklagte Summe. In der Replik nennt die
Klägerin dann betreffend ihren Zeitaufwand keine einzige Zahl mehr. Für keine
Leistung wird der Zeitaufwand beziffert.
Damit kommt die Klägerin den Substantiierungsanforderungen in ihren Rechts-
schriften selber bei weitem nicht nach. Die einzigen genannten Stundenzahlen (in
der Klagebegründung) sind entweder völlig unvollständig oder widersprechen den
eingereichten Beilagen. Zudem fehlt jegliche Zuordnung zu konkret erbrachten
Leistungen, was sowohl für ein substantiiertes Bestreiten als auch die Beweiser-
hebung zwingend erforderlich gewesen wäre. Schliesslich fehlen Ausführungen
zur Angemessenheit des geltend gemachten Zeitaufwandes. Selbst wenn man
die klägerischen Ausführungen, dass die Expertise bestätigen werde, dass die er-
brachten Leistungen für die Realisierung des Projekts notwendig gewesen seien
und dass keine unnötigen Arbeiten ausgeführt worden seien (act. 18 Rz 14), auch
- 19 -
auf die Angemessenheit des geltend gemachten Zeitaufwandes beziehen wollte,
wären diese – wie dargelegt – ungenügend.
Auch diesbezüglich ist zudem der pauschale Verweis der Klägerin in der Replik
auf den von ihr eingereichten Leistungsnachweis (act. 18 Rz 12; act. 19/17) un-
behilflich. Denn auch hier hätten zumindest die grundlegenden Zeitangaben sowie
gewisse Erläuterungen dazu in der Rechtsschrift erfolgen müssen. So lassen sich
die Arbeiten gemäss Leistungsnachweis – wie dargelegt – nicht ohne Weiteres
den von der Klägerin insbesondere in Randziffer 22 der Replik aufgelisteten Leis-
tungen zuordnen, womit auch die Zuordnung der aufgeführten Stunden nicht
möglich ist. Es hätte vielmehr für jede in den Rechtsschriften aufgelistete Leistung
der entsprechende Zeitaufwand entweder dort dargestellt oder zumindest auf
konkrete Positionen des Leistungsnachweises exakt verwiesen werden müssen.
Auch werden die Arbeitsergebnisse weitgehend nicht individualisiert. Informatio-
nen zur Angemessenheit des deklarierten Zeitaufwandes sind keine ersichtlich.
Die Klägerin nennt nicht einmal das Total der aufgewendeten Stunden in den
Rechtsschriften selber, obwohl der Zeitaufwand unstrittig neben dem Stundenan-
satz die entscheidende Grösse zur Berechnung ihres Honoraranspruchs ist.
Selbst wenn man die 487.25 Arbeitsstunden gemäss Leistungsnachweis mit dem
geltend gemachten durchschnittlichen Stundenansatz von CHF 122.75 multipli-
ziert und die Mehrwertsteuer hinzurechnet, ergibt dies nicht den eingeklagten Be-
trag von CHF 65'997.70, sondern CHF 64'594.75 und damit rund CHF 1'400.–
weniger. Auch diesbezüglich fehlt es an schlüssigen Vorbringen. Insgesamt ist die
pauschale Integration des Leistungsnachweises in die Replik damit nicht hinrei-
chend.
Schliesslich ist wiederum zu beachten, dass die Klägerin keine Beweismittel dafür
offeriert, dass der eingereichte Leistungsnachweis der Wahrheit entspricht. Es
werden diesbezüglich keine Zeugen offeriert und auch keine (weiteren) Urkunden
benannt. Allein aufgrund des von der Klägerin selber erstellten, undatierten und
nicht unterschriebenen Leistungsnachweises lässt sich der Beweis nicht mit ge-
nügender Sicherheit erbringen, dass die Mitarbeiter der Klägerin tatsächlich die
darin deklarierten Stunden für das Umbauprojekt der Beklagten aufgewendet ha-
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ben. Das selbe gilt im Übrigen auch betreffend den mit 22. Oktober 2014 datierten
Projekt-Rapport 2012 (act. 3/5). Selbst wenn der Leistungsnachweis demnach als
genügende Parteibehauptung angesehen werden würde, kann der Klägerin der
Beweis ihres Aufwand nicht gelingen.
8. Verzugszins
Ist der Schuldner mit der Zahlung einer Geldschuld in Verzug, so hat er Verzugs-
zins von 5 % zu bezahlen (Art. 104 Abs. 1 OR). Unstrittig forderte die Klägerin
den eingeklagten Betrag mit Rechnung vom 17. Juni 2014, wobei sie der Beklag-
ten eine 30-tägige Zahlungsfrist setzte (act. 3/13). Damit befand sich die Beklagte
grundsätzlich am 19. Juli 2014 in Verzug.
9. Fazit
Die Beklagte hat einen Vergütungsanspruch der Klägerin in der Höhe von
CHF 397.70 anerkannt, womit sie zu verpflichten ist, der Klägerin diesen Betrag,
zuzüglich Verzugszins von 5 % seit 19. Juli 2014, zu bezahlen. Da es der Klägerin
nicht gelingt, genügend zu behaupten und zu beweisen, welche für den Umbau
notwendigen Arbeiten sie erbracht und welchen angemessenen Zeitaufwand sie
dazu benötigt hat, ist die Klage im Übrigen abzuweisen.
10. Kosten- und Entschädigungsfolgen
10.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung
des Obergerichts (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster
Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1
lit. a GebV OG). Vorliegend beträgt der Streitwert CHF 65'997.70. In Anwendung
von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf rund eine volle Grund-
gebühr festzusetzen. Die Klägerin unterliegt beinahe vollständig, weshalb ihr die
Kosten vollumfänglich aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Sie sind aus dem
von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss zu decken (Art. 111 Abs. 1 ZPO).
10.2. Ausserdem hat die Klägerin als (beinahe vollständig) unterliegende Partei
der Beklagten eine Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die
- 21 -
Höhe der Entschädigung für die Parteivertretung durch Anwältinnen und Anwälte
wird nach der Anwaltsgebührenverordnung vom 8. September 2010 (AnwGebV)
festgesetzt (Art. 105 Abs. 2 und Art. 96 ZPO). Die Grundgebühr ist mit der Be-
gründung oder Beantwortung der Klage verdient, wobei auch die Teilnahme an
einer allfälligen Hauptverhandlung abgedeckt ist. Für die Teilnahme an zusätzli-
chen Verhandlungen und für jede weitere notwendige Rechtsschrift ist ein Zu-
schlag zu berechnen (§ 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV). In Anbetracht der eingereich-
ten Rechtsschriften und der durchgeführten Vergleichsverhandlung (Prot. S. 6 f.)
ist die Parteientschädigung in Anwendung von §§ 2, 4 und 11 AnwGebV auf rund
140 % der ordentlichen Gebühr festzusetzen.
Das Handelsgericht erkennt:
1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 397.70, zuzüglich Zins von
5 % seit 17. Juni 2014, zu bezahlen.
Im Mehrbetrage wird die Klage abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 7'000.–.
3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss gedeckt.
4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von
CHF 11'800.– zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art.
113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert
beträgt CHF 65'997.70.
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