# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b9249839-738f-4cfc-bd6c-364fe436f80f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1968 geborene
X._
, Vater zweier Söhne (Jahrgang 1989 und 1985), angelernter Gipser, reiste im März 1989 in die Schweiz ein und arbeitete zuletzt seit dem 4. November 2002 in einem 100%-Pensum als Gipser-Vorarbeiter bei der
Y._
(Urk. 7/4 und Urk. 7/12). Am 16. Oktober 2017 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Beilage diverser Arzt
berichte und mit Hinweis auf eine hereditäre
hypokaliämische
periodische Läh
mung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2 und Urk. 7/4). Mit Mitteilung vom 2. November 2017 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass aufgrund seines Gesundheits
zustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/11). In der Folge holte sie einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/12) sowie Berichte der behan
delnden Ärzte ein (Urk. 7/14, Urk. 7/23, Urk. 7/25, Urk. 7/28 und Urk. 7/30) und zog einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/15) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers Helsana bei (Urk. 7/21). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Vorbescheid vom 3. September 2019, Urk. 7/36; Einwand vom 6. September 2019, Urk. 7/37-41) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 8. November 2019 eine
Viertelsrente
ab 1. Oktober 2018
bei einem Invaliditätsgrad von 45 %
zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 6. Dezember 2019 Beschwerde und beantragte, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm mit Wirkung ab 1. Oktober 2018 eine hal
be Invalidenrente zuzusprechen
.
In prozessualer Hin
sicht ersuchte der Beschwerdeführer um einen zweiten Schriftenwechsel (Urk.
1
und Urk. 3
).
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2020 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 31. Januar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde
.
Das hiesige Gericht erachtete die Anordnung eines zweiten Schriften
wechsels als nicht erforderlich
(Urk. 8). Mit
Eingabe vom 9. März 2020 reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht der Klinik für Neurologie des
Z._
vom 16. Januar 2020 sowie
einen entsprechenden Nachtrag vom 26. Februar 2020 ein (Urk. 9 und Urk. 10/1
2). Die entsprechenden Kopien wurden der Beschwerdegegnerin am 12. März 2020 zugestellt (Urk. 12).
Mit Beschluss vom
16. September 2020
wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit eingeräumt, um zu der vom Gericht nicht auszu
schliessenden Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergän
zenden Abklärung und der damit verbundenen möglichen Abänderung der
angefochtenen Verfügung zu seinem Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen (
Urk.
13
). Mit Eingabe vom
3. No
vember 2020
hielt er an seiner Beschwerde fest (
Urk.
1
7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt
liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht –
gewis
sermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Ver
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von
gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid
,
aufgrund
der medi
zinischen Akten sei der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser seit Oktober 2017
nicht
mehr und i
n einer angepassten Tätigkeit
zu 80 %
arbeits
fähig
. Als angepasst gelte eine Tätigkeit
,
die körperlich leicht
sei
und
sitzend
aus
geführt werden könne. Aufgrund des Einkommensvergleich
s
resultiere ein Inva
liditä
t
sgrad von 45
%,
wodurch
ein Anspruch auf eine
Vier
telsrente
bestehe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass er in einer angepassten Tätigkeit leidglich noch im Umfang von 50
%
arbeitsfähig sei. Dies deshalb, weil sich sein Gesundheitszustand seit der letzten jährlich stattfin
denden Verlaufskontrolle weiter verschlechtert habe
, so dass auch eine vorwie
gend sitzende Tätigkeit lediglich noch im Umfang von maximal 50
%
zumutbar sei.
Weiter sei er mit dem von der Beschwerdegegnerin ermittelten Invaliden
einkommen nicht einverstanden. Aufgrund des weiter
bestehenden
Arbeitsver
hältnisses
bei der
Y._
und angesichts
der
optimalen
Eingliederung bei seiner
langjährigen
Arbeitgeberin
,
sei
für die Ermittlung des Invaliden
einkommens auf d
a
s
tatsächlich
erzielte Jahreseinkommen in der Höhe von
Fr.
44‘200.
--
abzustellen. Verglichen mit dem aus Grundlohn und Überstun
denabgeltung resultierenden
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr.
98‘697.—resultiere da
durch
eine
Erwerbseinbusse
von
Fr.
54‘497
.--
und
somit
ein Invali
ditätsgrad von 55
%
.
Gestützt
auf einen Invalid
i
tätsgrad von 55
% habe
er
somit Anspruch auf
Ausrichtung
einer halben IV-Rente. Hinzu komme, dass auch unter Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Tabellen
lo
h
nes nach Abzug eines im
vorliegenden F
all gerechtfertigten leidensbeding
t
en Abzugs von 10
%
-
er
habe weder Deutschkenntnisse noch eine
Ausbildung
und könne keine schweren
Tätigkeiten
mehr ausüben – ein Invalid
i
tätsgrad von 50.8
%
und somit einen Anspruch auf eine
halbe
IV-Rente
resultiere
(
Urk.
1)
Mit Eingabe vom
3. November 2020
ergänzte der Beschwerdeführer, die mit Ein
gabe vom 9. März 2020 eingereichten Arztberichte des
Z._
vom 1
6.
Januar
und 2
6.
Februar 2020 schienen in den Erwägungen des Beschlus
ses vom 1
6.
September 2020 unbeachtet geblieben zu sein. E
r
sei
deshalb
der Ansicht, dass die medizinische Aktenlage – insbesondere unter
Berücksichtigung
der besagten A
rztberichte
– genügend
abgeklärt
sei
,
so
dass sein Rentenanspruch
abschliessend
beurteilbar
und
eine
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden medizinischen Abklärungen nicht notwendig sei (
Urk.
17).
3.
3.1
Im Bericht der Klinik für Neurologie des
Z._
vom
19.
Sep
tember 2017
wurde als Diagnose eine
hypokaliämische
periodische Paralyse
, Erst
manifestation
(
EM
)
im Alter von 17 Jahren festgehalten
(
Urk.
7/14/1)
. Der Beschwerdeführer habe über eine schleichend progrediente Kraftminderung der Beine und der lumbalen Wirbelsäule mit tagesabhängigen Schwankungen und Zunahme nach längeren Ruhephasen seit dem 4
0.
Lebensjahr berichtet. Paraly
tische Krisen seien seit der regelmässigen Einnahme von
Acetazolamid
nur selten und in geringerer Intensität aufgetreten. Zudem
bestünden
belastungsabhän
gige schm
er
z
hafte My
a
lgien und
Tendinopathien
der Beine und eine Sensibilitä
t
s
minderung des lateralen rechten Oberschenkels.
Weiterhin bestünden eine rasche Ermüdbarkeit und
P
a
lpitationen
sowie eine Belastungsdyspnoe, eine kardiolo
gische Abklärung sei noch nicht erfolgt. Klinisch-
neurologisch
zeig
e
sich eine proximal und linksbeton
t
e Paraparese der
Beine
, ein links etwas
ausgeprägter
Ref
l
exstatus, eine Hypästhesie des lateralen rechten
Oberschenkels
bei ansonsten normaler
Tiefen
-
und
Oberflächensensibilität
. Ein
Aufstehen
aus der Hocke sowie aus dem Sitzen ohne Nutzung der Arme sei nicht möglich. Treppensteigen sei für drei Stufen am Stück mit Anhalten am Geländer unter grösster Anstr
en
gung möglich
(Urk.
7/14
/9
)
.
3.2
Im Bericht vom 3. November 2017
der Klinik für Neurologie
des
Z._
wurde
ausgeführt
,
der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit seit dem 6.
November 2017 zu 50
%
arbeitsunfähig. Es bestünden Kraft
einschränkungen vor allem beim Treppensteige
n
, beim Bücken, beim Auf
stehen aus der Hocke und bei längerer körperlicher Tätigkeit. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer zu 50
% möglich (
Urk.
7/14/2
-4
).
Auf dem Formular zur angepassten Tätigkeit wurde angekreuzt, dass dem Beschwerde
führer rein sitzende, wechselbelastende und vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar seien
.
Rein stehende Tätigkeiten könne er 50
%
ausüben. Des Weiteren solle der Beschwerdeführer Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien
und
Treppensteigen vermeiden. Rotation im Sitzen/Stehen und das Heben sowie Tragen seien ihm zu 50
%
möglich (Urk.
7/14/5).
3.3
Im Bericht vom 6. Dezember 2017 der Klinik für Pneumologie
des
Z._
diagnostizierten die Ärzte
neu eine schwere restriktive Ventilati
onsstörung sowie eine Zwerchfellparese links. Gesamthaft bestehe eine Beteili
gung der Atemmuskulatur mit Zwerchfellparese links im Rahmen der Grunder
krankung. Eine alveoläre Hypoventilation oder
s
chlafassoziierte Atmungsstörung liege nicht vor
(
Urk.
7/21
/20-22
)
.
3.4
Im Bericht vom
2
7.
Februar 2019
der Klinik für Neurologie
des
Z._
wurde festgehalten, klinisch-neurologisch zeige sich eine proximale und linksbetonte Paraparese der Beine sowie eine deutliche axiale Schwäche, ohne eindeutige Verschlechterung gegenüber der Voruntersuchung.
Spirometrisch
(September 2018)
habe
sich die restriktive
Ventilationsstörung
unverändert
gezeigt
(
Urk.
7/28
/5
)
.
3.
5
Im Bericht vom 1
1.
April 2019
hielt die Oberärztin
Dr.
med. A._
der Klinik für Neurologie
des
Z._
fest
, der Beschwerdeführer solle seine bisherige Tätigkeit aufgrund der Erkrankung nicht mehr ausüben. Eine angepasste Tätigkeit, z.B. Büroarbeit
,
sei ihm zu 80
%
möglich (
Urk.
7/28/1)
.
3.6
PD
Dr.
med. univ. B._
, Facharzt Neurologie, nannte in seiner Stellung
nahme vom 1
5.
Juli 2019 für den RAD folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/34/6):
-
Hypokaliämische
periodische Paralyse mit familiärem Auftreten, ES 1985, im Verlauf Abnahme von Stärke und Frequenz der intermittierenden, anfallsartigen Lähmungen bei Zunahme einer Dauerschwäche an Beinen und Rumpf
-
Schwere restriktive Ventilationsstörung (
a.e
. i.R. einer Beteiligung der Atemmuskulatur bei
Dg
. 1) und Zwerchfellparese li.
Als Diagnose ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Kniekontusion und
eine
Riss-Quetsch-Wunde
prätibial
li.
a
m
5.
Oktober 201
7.
In seiner bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer ab Februar 2019 voll arbeits
unfähig. In angepassten Tätigkeiten, d.h. in sitzenden, körperlich leichten Tätig
keiten
,
z.B. Büroarbeit, sei er seit jeher 80
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/34/6).
4.
4.1
Unstrittig ist, dass beim Beschwerdeführer – laut den beh
andelnden Ärzten sowie dem RAD –
eine
hypokaliämische
periodische Paralyse und damit verbunden eine schwere restriktive Ventilationsstörung
sowie
eine Zwerchfellparese li
nks
beste
hen, aufgrund welcher der Beschwerdeführer an Abnahme von Stärke und Frequenz der intermittierenden, anfallsartigen Lähmungen bei Zunahme einer
Dauerschwäche an Beinen und Rumpf leidet.
Somit ist er in seiner bisherigen Tätigkeit auf dem Bau voll arbeitsunfähig.
Strittig und zu prüfen ist hingegen, in welchem Umfang sich diese Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers
in angepassten Tätigkeiten
auswirken. Dies kann anhand der im Recht liegenden Akten nicht eindeutig beurteilt werden
.
4.2
Die Ärzte
des
Z._
erachteten
den Beschwerdeführer im Bericht vom
3.
November 2017 in seiner bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit 50
%
arbeitsunfähig
.
Das
detaillierte Formular
zur behinderungsange
passten Tätigkeit
füllten sie jedoch widersprüchlich aus
(
E. 3.2
). Demgegenüber sah die nachfolgend behandelnde Oberärztin
Dr.
med.
A._
den Beschwer
de
führer in ihrem Bericht vom
1
1.
April 2019
in seiner bisherigen Tätigkeit als voll arbeitsunfähig
an. Jedoch hielt sie ihn
in einer angepassten Tätigkeit
wieder
zu 80
%
arbeitsfähig
, w
obei sie beispielsweise Büroarbeit vorschlug
.
Das
Formu
lar zur detaillierten behinderungsangepassten Tätigkeit
füllte sie nicht aus
(
E.
3.5
).
Die Beschwerdegegnerin holte in der Folge einzig eine interne Beurteilung des RAD ein.
Ohne den Beschwerdeführer zu untersuchen und seine Stellungnahme zu begründen hielt PD
B._
in seiner
Stellungnahme vom
1
5.
Juli
2019
knapp
fest
, dem Beschwerdeführer seien sitzende und körperlich leichte Tätigkeiten, z.B. Büroarbeit, zumutbar.
In
seiner bisherigen Tätigkeit
sei er voll
arbeitsunfähig
und in einer angepassten Tätigkeit seit jeher 80
%
arbeitsfähig (
E. 3.6
).
Dabei scheint er auf die Einschätzung von
Dr.
med.
A._
abzustellen, wobei er der
im Bericht des
Z._
vom
3.
November 2017
zuvor
attestierten Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit keinerlei Beachtung
schenkte
, obwohl die Paraparese
gemäss
dem Bericht vom 2
7.
Februar 2019 gegen
über der Voruntersuchung unverändert blieb sowie eine schwere restriktive Ventilationsstörung
und eine
Zwerchfellparese
links
hinzukam
en
(
E. 3.4
)
. Ferner
setzte sich
PD
B._
auch nicht
mit der aktuellen angepassten Tätigkeit des
Beschwerdeführers
bei seiner bisherigen Arbeitgeberi
n a
useinander
(
Urk.
7/32
und
Urk.
3
)
.
Insgesamt kann demnach nicht gesagt werden, dass keinerlei Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Stellungnahme besteh
t
.
F
erner stellt auch die
im
Beschwerdeverfahren eingereichte fa
chärztliche Beurteilung von Prof.
Dr.
med. C._
der Klinik für Neurologie des
Z._
vom 26.
Februar 2020
keine
rechtsgenügliche
medizinische
Entscheidgrundlage
dar, auf welche
abschliessend
abgestellt werden könnte
,
da
er sich nicht ausführlich zu angepassten Tätigkeiten
äusserte
. Hinzu kommt, dass auch detaillierte
Aus
führungen
zu seiner Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit
1.
Juli 2019 in sitzenden Tätigkeiten fehlen (
Urk.
10/2)
.
4.3
Hinsichtlich des im Beschwerdeverfahren eingereichten
Verlaufsbericht
s
der Klinik für Neurologie des
Z._
vom 1
6.
Januar 2020 (Urk. 10/1) ist anzumerken, dass dieser keine Anhaltspunkte für sich später ver
wirklichte Tatsachen enthält, welche mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang stehen und geeignet wären, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen. Für die richterliche Beurteilung sind im kon
kreten Fall allein die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Ver
wal
tungsverfahrens
massgebend
(BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98). Der Bericht bezieht sich
aber
auf eine Veränderung des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, welche nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten ist.
5.
Nach dem Gesagten fehlt es an einer verlässlichen medizinischen
Beurteilung
der Arbeits
fähigkeit
insbesondere in
angepasster Tätigkeit und damit an einer hinreichenden
Entscheidgrundlage
zur Beurteilung des Rentenanspruches des Beschwer
de
führers.
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
abkläre und gestützt darauf neu über den Renten
anspruch des Beschwerdeführers verfüge
.
Angesichts dieser Ausgangslage erübrigen sich zu diesem Zeitpunkt Ausfüh
rungen zu den strittigen Fragen
der Höhe des Invalideneinkommens
sowie des leidensbedingten Abzugs.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6
.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Rechtsanwältin
Petra Kern
machte mit Honorarnote vom
9.
März
20
20
(
Urk.
11
)
sowie Eingabe vom 3. November 2020 (Urk. 17)
einen
Gesamtaufwand
von 1
3
.5 Stunden
plus
3 %
Barauslagen geltend.
Dies ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
.
Namentlich erscheint ein Aufwand von
6
Stun
den
für das Aktenstudium und Besprechungen mit dem Beschwerdeführer
, als überhöht. Insgesamt ist ein Gesamtarbeitsaufwand von
zehn
Stunden anzu
rechnen. Somit ist die Entschädigung von Rechtsanwältin Petra Kern unter Berück
sichtigung des gerichtsüblichen
Ansatzes von
Fr.
185
.-- sowie eines An
teils für Barauslagen und Mehrwertsteuer auf rund Fr.
2‘050
.-- festzusetzen.