# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3041b217-2505-487a-b1fd-b0c1282f8332
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1989, schloss im Sommer 2008 die Berufslehre
zur
Kauffrau ab (Urk. 13/1/5). Anschliessend war sie mit Unterbrüchen in wech
selnden Anstellungsverhältnissen erwerbstätig (Urk. 13/8). Ab dem 1. Februar 2013
arbeitete
sie mit einem Pensum von 60 %
für die
Y._
GmbH (Urk. 13/1/6, 13/8 und 13/11). Während dieses Arbeitsverhältnisses bezog die Versicherte wi
ederholt Krankentaggeldversiche
rungsleistungen (Urk.
13
/6/5-6,
Urk.
13
/6/14,
Urk.
13/6/16 u.
Urk.
13
/6/109-110).
Im
Mai
2017 meldete
sie
sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an, da sie seit Februar 2014 an einer chronischen Borreliose, einer Neben
nierenunterfunktion, einem chronischen Erschöpfungssyndrom und an
einer hor
monellen Problematik
leide (Urk.
13
/1). Die IV-Stelle nahm die Unterlagen des Krankentaggeldversicherers zu ihren Akten (Urk.
13
/6) und führte mit der Versi
cherten am 20. Juli 2017 ein Standortgespräch durch (Urk.
13
/7). Überdies holte sie einen
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
13
/8), Arbeitge
berauskünfte (Urk.
13
/11) und Bericht
e
der behande
lnden Ärztin Dr. med.
Z._
ein
(Urk.
13
/9
,
Urk.
13
/18)
. Mit
Vorbescheid vom 27. Juli 2018
stellte sie der Versicherten
die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aus
sicht (Urk.
13
/20). Mit Verfügung vom 21. September 2018 verneinte die
IV-Stelle wie angekündigt einen Leistungsanspruch (Urk.
13
/22).
Die am 23. Oktober 2018
gegen diese Verfügung
erhobene Beschwerde (
Urk.
13/25/3-9) hiess das Sozialversich
erungsgericht mit Urteil
vom 2
1.
Februar 2019 im Verfahren
IV.2018
.00925 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zum neuen Entscheid über den Leistungsanspruch an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
13/27).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle
einen Bericht von
Dr.
med.
A._
,
Facharz
t für Allgemeine Innere Medizin, einen Verlaufsbericht von
Dr.
Z._
und einen aktuellen IK-Auszug ein (
Urk.
13/34,
Urk.
13/36,
Urk.
13/41). Ferner gab sie eine psychiatrische Begutachtung der Versicherten durch
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag (
Urk.
13/43). Diese erstattete ihr Gutachten am
6.
Dezember 2019 (
Urk.
13/45).
Am
2.
Juni 2020 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, mit dem sie der Versi
cherten die Abweisung ihres Leistungsgesuchs in Aussicht stellte (
Urk.
13/47). Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
7.
August 2020 Einwände (
Urk.
13/52). Mit Verfügung vom
7.
September 2020 hielt die IV-Stelle an der in Aussicht gestellten Leistungsabweisung fest (
Urk.
2).
2.
Mit innert Nachfrist verbesserter Eingabe vom 1
2.
Oktober 2020 (
Urk.
1,
Urk.
4,
Urk.
7
,
Urk.
9
) erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom
7.
September
2020 Beschwerde. Sie beantragte
die Rückweisung der Sache zur Vornahme ergänzen
der Abklärungen und eventualiter
ersuchte s
ie
um die
Zusprechung einer ganzen Rente.
Am 3
0.
Oktober 2020 ergänzte die Versicherte ihre Ausführungen zur Sache und reichte den Berich
t von
Dr.
med.
C._
, Facha
rzt für Allge
meine Medizin, vom 1
5.
Oktober 2020 ein (
Urk.
6,
Urk.
8).
Die IV-Stelle
stellte
in der Beschwerdeantwort vom 3
0.
November 2020
das Rechtsbegehren, es sei
die Beschwerde
abzuweisen
(
Urk.
12). Davon wurde der Versicherten am
2
3.
März
2021 Kenntnis gegeben (
Urk.
14
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
führte
die Beschwerdegegnerin
aus,
nach erfolg
ter Rückweisung mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2018.00925
vom 2
1.
Februar 2019 sei das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
B._
vom 6.
Dezember 2019 eingeholt worden.
Die Expertin habe keine psychische Erkran
kung feststellen können. Die Beurteilung von
Dr.
B._
sei
gemäss der nach
vollziehbaren Würdigung durch
den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
umfas
send und
schlüssig
, weswegen darauf abgestellt werden könne.
Die von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwände vermöchten daran nichts zu ändern.
Diese seien insbesondere nicht mit neuen medizinischen Fakten untermauert wor
den. Gemäss Gutachten verfüge die Beschwerdeführerin über eine gesunde Per
sönlichkeitsstruktur, sie unterhalte soziale Kontakte und der Tage
s
ablauf sei geregelt. Die notwendigen Aufgaben im Haushalt erledige sie selbständig und
auch
bei
der Selbstpflege liege keine Beeinträchtigung vor. Sie verfüge
ins
gesamt über genügen
de
Ressourcen, um einer Er
werbstätigkeit nachzugehen. Ein
Krank
heitsgeschehen mit langandauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
liege nicht vor (
Urk.
2 S. 1 f.). In der Beschwerdeantwort vom 3
0.
November 2020 blieb sie bei ihrem Standpunkt (
Urk.
12).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
das von der Beschwerdegegnerin einge
holte Gutachten von
Dr.
B._
habe ergeben, dass keine psychischen Beschwerden bestünden. Nach wie vor aber
seien
verschiedene somatische Beschwerden
vorhanden
, namentlich ein
Chronic
-
Fatigue
-
Syndrom
e
, schwere multiple Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronische Gelenk- und Muskel
schmerzen, chronische Ekzeme und eine Osteoporose.
Aus ärztlicher Sicht sei von einem multifaktoriellen Geschehen auf der Basis eines gestörten Darm-Mikrobi
oms, von einer konsekutiven
Histaminintoleranz
und von regulativen Störungen der hormonellen Situation auszugehen.
Diese
Störungen und deren Auswirkun
g
en
auf die erwerbliche Leistungsfähigkeit
habe die Beschwerdegegnerin nicht hinreichend abgeklärt. Sie habe lediglich eine Aktenbeurteilung des RAD veran
lasst. Diese
genüge
den Beweisanforderungen indessen nicht.
Weder sei
diese
in Bezug auf die streitigen Belange umfassend noch seien
die
darin gezogenen Schlussfolgerungen nachvollziehbar.
Die umfassende Beurteilung der gesund
heitlichen Situation hätte eine
polydiszi
plinäre und nicht nur eine psychiatrische Begutachtung erfordert
(
Urk.
6 S. 2 f.,
Urk.
7 S. 4 ff.).
3.
3.1
Das Sozialversicherungsgericht kam im Urteil IV.2
018.00925 vom 2
1.
Februar 2019
zum Schluss, das strittige Leistungsbegehren lasse sich nicht ohne
weitere Abklärungen beurteilen, wobei namentlich
eine psychiatrische
Begutachtung erforderlich sei
(E. 4.4
;
Urk.
13/27/9
). Die Beschwerdegegnerin holte in der Folge das psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
vom
6.
Dezember 2019 ein (Urk.
13/45). Nach Einsicht in die
Vorakten
(
Urk.
13/27/5 ff.) und gestützt auf die anlässlich der Untersuchung erhobenen Befunde
(
Urk.
13/27/9 ff.) gelangte Dr.
B._
zum Schluss,
in der Gesamtbiographie der Beschwerdeführerin (Kindheit, Jugend und Erwachsenendekaden)
seien
keinerlei Hinweise auf eine
klinisch relevante Entwicklungs-, Affekt
s
-, Verhaltens- oder Substanzabhängig
keitsstörung feststellbar.
D
ie Beschwerdeführerin
habe
ihre Beziehungsfähigkeit und Verbindlichkeit in ihrem Engagement in der Herkunftsfamilie, in mehreren Partnerschaften, die allesamt aus nicht-pathologischen Gründen, sondern auf
grund divergierender Lebensentwürfe beendet worden seien,
des Weiteren
in Freundschaften und auch im Arbeitsumfeld unter Beweis gestellt. Dies alles spre
che für eine gesunde Persönlichkeitsstruktur.
Zweifel dara
n bestünden keine. Es seien keine Anhaltspunkte für etwaige Verlust-, Kränkungs- oder
Traumaerleb
nisse
und ebenso wenig für eine psychosoziale Konflikthaftigkeit
feststellbar. Die zur Diskussion stehende Krankheitsentwicklung zeichne sich durch
rein physisch erlebte Symptome aus, das heisst in der Form von
Erschöpfung, Schmerzen, Schwindel und Lebensmittelunverträglichkeiten
. Eine psychische
Krankheitsdi
mension im Zusammenhang mit diesen Symptomen lasse sich
aber
nicht feststel
len. Das Verhalten der Beschwerdeführerin in der gesamten Untersuchung sei interessiert, interagierend, authentisch, absolut schwingungsfähig,
adäquat emo
tional adaptiert und durchgehend
euthym
gewesen. Die Beschwerdeführerin sei auch in der Lage gewesen, humorvoll zu interagieren. Sie verfüge über das gesamte affektive Spektrum. Aus psychiatrischer Sicht sei angesichts des gut aus
gestatteten Persönlichkeitsinventars, der hervorragenden sozialen Einbettung und der bewiesenen Ressourcen eine ausgezeichnete arbeitsmedizinische Prog
nose zu stellen. Die zentrale und anhaltende Hauptbeschwerde sei
die
gestörte Vitalität mit diversen Manifestationsformen, der keine psychiatrische Bedeutung zugeordnet werden könne
(
Urk.
13/45/25 ff.).
3.2
RAD-Ärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie und Traumato
logie, kam
in der Stellungnahme vom
1
7.
Dezember 2019 zum Schluss, das Gut
achten sei umfassend und nachvollziehbar. Die Schlussfolgerungen aus den erhobenen medizinischen Befunden sei
en
plausibel. Auf das Gutachten
könne abgestellt werden
(
Urk.
13/46/4).
Diesem Standpunkt
ist beizupflichten. Dr.
B._
untersuchte die Beschwerdeführerin umfassend und unter Berück
sichtigung der
Vorakten
(
Urk.
13/45/4 ff.). Sie führte eine
ausführliche
Anamnese durch, wobei für die Beschwerdeführerin Gelegenheit bestand, ihre Beschwerden
detailliert
zu schildern (
Urk.
13/45/9 ff.). Vor dem Hintergrund, dass die Expertin durchwegs unauffällige Befunde erhob und überdies keine psychosozialen Belas
tungsfaktoren feststellen konnte (
Urk.
13/45/23 ff.)
,
ist
deren
Schlussfolgerung
nachvollziehbar, es
lasse sich keine psychische
Erkrankung diagnostizieren
(
Urk.
13/45/25 ff.)
.
Auch d
ie Beschwerdeführerin bemängelte das
psychiatrische
Gutachten
nicht
, sondern
hielt in der Beschwerdeschrift
nur
fest,
das Gutachten von
Dr.
B._
habe keine psychischen Beschwerden ergeben
,
und betonte
,
vielmehr leide sie nach wie vor unter diversen körperlichen Beschwerden (
Urk.
1 S. 4
Rz
20 f.).
4.
4.1
Die in den Berichten der behandelnden Ärzte beschriebenen somatischen Beschwerden wurden im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2018.00925 vom
2
1.
Februar
2019
detailliert zusammengefasst.
So ergibt sich insbesondere aus den Berichten von
Dr.
Z._
,
dass die Beschwerdeführerin an den Folgen einer aktiven Infektion mit
Borrelien
litt
und an einem ausgeprägten Erschöp
fungssyndrom im Zusammenhang mit einer Nebennierenschwäche und
mit
mul
tiplen
Lebensmittelintoleranzen
(E. 3
;
Urk.
13/27
/4 ff.
). RAD-Arzt Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
hatte
dazu in se
iner Stellungahme vom 2
3.
Mai 20
18 fest
gehalten
, die diversen Abklä
rungen hätten keine objekti
vierbare Erkrankun
g mit einem längerfristigen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben. Es lie
ge daher kein invaliditätsrele
vanter Gesundheitsschaden vor (
Urk.
13
/19/4-5)
.
4.2
Im Rückweisungsurteil IV.2018.00925 vom 2
1.
Februar 2019 war das Sozialver
sicherungsgericht zum Schluss gekommen, dass auf die Beurteilung des RAD nicht abgestellt werden könne, da dieser
insbesondere keine psychiatrische Abklärung
zu Grunde liege, obschon verschiedene
behandelnde
Ärzte auf eine allfällige psychische Problematik hingewiesen hätten (E. 4.3;
Urk.
13/27/8 f.).
Die in der Folge durchgeführte psychiatrische Begutachtung ergab, dass ein Leiden psychischer Natur auszuschliessen ist
(vgl. vorstehende E. 3).
Weder vermochte die Gutachterin
Dr.
B._
Anzeichen für eine gravierende psychische Erkran
kung,
wie beispielsweise eine Persönlichkeitsstörung
,
festzustellen noch solche für andere psychische Leiden, wie beispielsweise eine depressive
Störung. Noch nicht einmal p
sychosoziale Belastungsfaktoren
konnten festgestellt werden (Urk. 13/45/25
ff.
).
Dr.
B._
hielt explizit fest, die im Selbsterleben zentrale und anhaltende Hauptbeschwerde sei eine gestörte Vitalität mit diversen Mani
festationsformen, denen keinerlei psychiatrische Bedeutung zugemessen werden könne (
Urk.
13/45/28).
4.3
Nachdem feststeht, dass ein psychisches Leiden auszuschliessen ist,
ist zu klären
, ob für die von der Beschwerdegegnerin geklagten Beschwerden eine somatische Ursache in Betracht
fällt
.
Die
verschiedenen
Beschwerden bestehen seit mehreren Jahren.
Im Zentrum steht ein ausgeprägtes Erschöpfungssyndrom. Dieses besteht gemäss
dem
im laufenden Verfahren eingereichten Bericht
von
Dr.
C._
vom 1
5.
Oktober 2020
auch weiterhin
(
Urk.
8)
. Soweit Bericht
e
behandelnder Ärzte vorliegen, äussern
sich diese zu einzelnen Symptomen oder betreffen
einzelne
spezialärztlich
e
Abklärungen. Die betreffenden Berichte wurde
n im Rückwei
sungsurteil vom 21.
Februar 2019
im Detail
dargestellt
(E. 3;
Urk.
13/27/4 ff.).
Eine fachärztliche Gesamtbeurteilung unter Berücksichtigung aller erhobenen Befunde und der geklagten Beschwerden erfolgte
aber
bislang nicht. Im Rückwei
sungsurteil
vom 2
1.
Februar 2019 im Verfahren
IV.2018.00925
wurde
in
erster Linie die Notwendigkeit eines psychiatrischen Gutachtens
erläutert. Der Abklä
rungsauftrag war indessen nicht
nur darauf beschränkt (E. 4.4; Urk.
13/27/9). Die
im Rückweisungsverfahren eingeholten Berichte
von
Dr.
A._
(Urk.
13/34) und von
Dr.
Z._
(
Urk.
13/36)
vermögen die erforderliche Gesamtbeurteilung
nicht zu ersetzen.
Diese enthalten nicht die für eine abschliessende Beurteilung nötigen Erkenntnisse
.
Dies gilt auch für den Bericht von
Dr.
C._
vom 1
5.
Oktober 2020 (
Urk.
8). Erforderlich ist
somit
die Einholung eines
Gutachtens auf internistischem
Fachgebiet, wobei der internistische Experte
zusätzliche fach
ärztliche Beurteilungen einzuholen
hat, soweit solche erforderlich sind. Mit der einzuholenden Expertise ist zu klären, ob und in welchem Ausmass die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden die erwerbliche Leistungsfähigkeit nachweislich beeinträchtigen.
Da die erforderlichen Abklärungen grundsätzlicher Natur sind, ist dem Hauptantrag der Beschwerdeführerin sattzugeben und die Sache
ist
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im erläuterten Sinne verfahre. Die Beschwerde ist demgemäss gutzuheissen.
5.
Die Beschwerdeführerin beantrag
t
e die Durchführung einer
öffentliche
n
Ver
handlung
(
Urk.
1 S. 7 S. 2 u. S. 3 f.).
D
er kantonale Richter
kann
von einer öffentlichen Verhandlung absehen, wenn er auch ohne eine solche allein auf
grund der Akten zum Schluss gelangt, dass dem materiellen Rechtsbegehren der bezüglich der Verhandlung antragstellenden Partei zu entsprechen ist. In einer solchen Situation verdient die Forderung nach einer Verhandlung im Sinne von
Art.
6
Ziff.
1 EMRK – unter Vorbehalt gewichtiger öffentlicher Interessen – kei
nen Rechtsschutz, weshalb es dem erstinstanzlichen Gericht nicht verwehrt sein kann, von einem nachträglichen Verzicht auf die zunächst beantragte öffentliche Verhandlung auszugehen (BGE 122 V 47 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen).
Da die Beschwerde im Hauptantrag gutzuheissen ist,
rechtfertigt es sich
,
von der Durchführung der beantragten Verhandlung abzusehen.
6.
6.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG)
,
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- fest
gesetzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
700.-- als ange
messen. Da die Beschwerdeführerin obsiegt
,
sind die Kosten der Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss hat
die vertretene Beschwerdeführerin
gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
setzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschä
digung von Fr.
1’800
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).