# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2ccbc2ae-595b-42c0-9c48-2ff93d421159
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft im Strafverfahren gegen A. am 16. Januar 2012 einen Strafbefehl erliess, worin sie ihn wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte verurteilte (act. 5.1);
- A., bzw. sein „ehrenamtlicher Betreuer“ B. dagegen mit Schreiben vom
26. Januar 2012 Einsprache erhob (act. 2.2);
- die Bundesanwaltschaft mit ihrer Verfügung vom 27. Januar 2012 auf die Einsprache nicht eintrat, mit der Begründung, gemäss Art. 127 Abs. 5 StPO sei die Verteidigung der beschuldigten Person in Strafsachen den Anwälten vorbehalten, B. sei nicht in einem Anwaltsregister eingetragen und sich A. nicht direkt mit einer Einsprache an die Bundesanwaltschaft gewandt habe (act. 2.3);
- A. gemäss Track-and-Trace-Auszug der Schweizerischen Post diese Ver-
fügung am 3. Februar 2012 am Schalter in Z. abgeholt hat (act. 5.2);
- A. in Zusammenarbeit mit B. am 12. Februar 2012 gegen diese Verfügung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben hat (act. 2);

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gemäss Art. 127 Abs. 5 StPO die Verteidigung der beschuldigten Person Anwältinnen und Anwälten vorbehalten ist;
- die vorliegende Beschwerde vom 12. Februar 2012 auch von A. persönlich
unterschrieben wurde, weswegen sie eindeutig ihm zugerechnet werden kann und kein Fall einer Verteidigung im Sinne von Art. 127 Abs. 5 StPO vorliegt, weshalb diese Eingabe auch als eigene Beschwerde von A.  ist;
- A. unzweifelhaft auch ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung
der Verfügung vom 27. Januar 2012 hat (Art. 382 Abs. 1 StPO);
- die Beschwerde entgegen der Darstellung der Bundesanwaltschaft  erhoben wurde, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist;
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- sich die Einsprache vom 26. Januar 2012 in zwei Teile gliedert, wovon der erste Teil nur von B., der zweite jedoch auch von A. persönlich  ist (act. 2.2);
- aus der Begründung des zweiten Teils der Einsprache eindeutig hervor-
geht, dass A. gegen den Strafbefehl vom 16. Januar 2012 persönlich  erheben wollte (vgl. Rubrum des zweiten Teils der Einsprache), die er als beschuldigte Person nicht weiter begründen musste (Art. 354 Abs. 2 StPO);
- dieser zweite Teil der Einsprache eindeutig A. zugerechnet werden kann
und von diesem eigenmächtig unterschrieben wurde, weswegen ein  auf die Einsprache als überspitzter Formalismus seitens der  zu werten ist, insbesondere unter Berücksichtigung, dass es sich bei A. und B. um Laien handelt und A. als beschuldigte  zur Erhebung der Einsprache legitimiert ist (Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO);
- die Beschwerde demnach gutzuheissen ist und die Beschwerdegegnerin
angewiesen wird, auf die Einsprache des Beschwerdeführers vom 16.  2012 einzutreten und diese zu behandeln;
- der Beschwerdeführer in Anwendung der richterlichen Fürsorgepflicht dar-
auf hingewiesen wird, dass er als beschuldigte Person gemäss Art. 127 Abs. 5 StPO nur durch einen Anwalt oder eine Anwältin verteidigt werden kann;
- bei diesem Verfahrensausgang keine Gerichtskosten erhoben werden
(Art. 428 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG);
- dem Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren keine erheblichen  entstanden sind, weshalb ihm weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung auszurichten ist.
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