# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 933a41d3-c146-4709-bfc0-b5f65f0d90aa
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Am 6. November 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft die  Nr. SV.15.1462 gegen unbekannte Täterschaft wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Geldwäscherei (Akten BA, pag. 01.100-0001 f.). Mit Verfügung vom 5. Juli 2016 wurde diesbezüglich die Strafverfolgung u. a. auf A. ausgedehnt wegen des Verdachts des , der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung (Akten BA, pag. 01.100-0003 ff.).
B. Anlässlich einer am 7. Mai 2019 rechtshilfeweise in Frankfurt a.M.  Einvernahme reichte A. ein auf den 3. Mai 2019 datiertes Schreiben zu den Akten. Darin beantragt er nebst anderem, dass die ermittelnden , insbesondere Staatsanwalt des Bundes B. und Assistenz- des Bundes C. in den Ausstand treten (act. 1). Das entsprechende Schreiben wurde der Bundesanwaltschaft als Anlage zum Protokoll der  übermittelt (vgl. act. 2.5, S. 1).
C. Mit Eingabe vom 24. Mai 2019 nahm der aktuelle Leiter der «Taskforce FIFA», Staatsanwalt des Bundes D., zu Handen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum Ersuchen Stellung. Er schliesst auf dessen kostenpflichtige Abweisung, soweit darauf einzutreten sei (act. 2). B. und C. stellen in ihren persönlichen Stellungnahmen entsprechende Anträge (act. 2.5, 2.6). Mit Eingabe vom 25. Juni 2019 erstattete der Vertreter von A. eine Gesuchsreplik (act. 6). Diese wurde dem Verfahrensleiter B. am 27. Juni 2019 zur Kenntnis gebracht (act. 7).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Eingangs drängen sich einige Bemerkungen zur Replik vom 25. Juni 2019 auf. Die Frist zu deren Einreichung wurde durch die Beschwerdekammer bis 25. Juni 2019 erstreckt (act. 5). Die Replik wurde der Beschwerdekammer am 25. Juni 2019 vorab per Fax zugestellt (act. 6, S. 1) und offensichtlich am selben Tag der deutschen Post übergeben (act. 6.10). Gemäss Art. 91 Abs. 2 StPO müssen Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden.
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Das Einreichen einer Eingabe bei einer ausländischen Post ist indessen nicht fristwahrend (Urteil des Bundesgerichts 6B_640/2017 vom 21. August 2017 E. 2.3 m.w.H.). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt bei Eingaben, die der Schriftform bedürfen (Rechtsschriften), die  per Fax zur Fristwahrung ebenfalls nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_99/2017 vom 27. April 2017 E. 3.5 m.w.H.). Aufgrund der vom Vertreter des Gesuchstellers gewählten Art der Aufgabe (Übergabe an die deutsche Post, nicht eingeschriebene Sendung) ist mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass sich die Replik als verspätet erweist. Da deren Inhalt für den Ausgang des Verfahrens aber nicht von entscheidender Bedeutung ist, kann die Frage vorliegend offen gelassen werden.
2. 2.1 Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person ver-
langen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den Ausstand begründenden Tatsachen sind dabei glaubhaft zu machen. Die  Person nimmt zum Gesuch Stellung (Art. 58 StPO). Wird ein  nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht oder widersetzt sich eine in einer Strafbehörde tätige Person einem Ausstandsgesuch einer Partei, das sich auf Art. 56 lit. b–e StPO abstützt, so entscheidet ohne  Beweisverfahren und endgültig die Beschwerdekammer des , wenn die Bundesanwaltschaft betroffen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Der Entscheid ergeht schriftlich und ist zu begründen (Art. 59 Abs. 2 StPO). Bis zum Entscheid übt die betroffene Person ihr Amt weiter aus (Art. 59 Abs. 3 StPO).
2.2 Pauschale Ausstandsgesuche gegen eine Behörde als Ganzes sind  nicht zulässig. Rekusationsersuchen haben sich auf einzelne  der Behörde zu beziehen, und der Gesuchsteller hat eine persönliche Befangenheit der betreffenden Personen aufgrund von Tatsachen konkret glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Ein formal gegen eine  gerichtetes Ersuchen kann daher in aller Regel nur  werden, wenn im Ausstandsbegehren Befangenheitsgründe gegen alle Einzelmitglieder ausreichend substanziiert werden. Das Gesetz (vgl. Art. 56–60 StPO) spricht denn auch (ausschliesslich und konsequent) von Ausstandsgesuchen gegenüber «einer in einer Strafbehörde tätigen » (Urteil des Bundesgerichts 1B_97/2017 vom 7. Juni 2017 E. 3.2 m.w.H.).
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3. 3.1 Das ursprünglich eingereichte Gesuch richtet sich gegen «die ermittelnden
Staatsanwälte der Bundesanwaltschaft» bzw. gegen die «ermittelnden , insbesondere Staatsanwalt B. und Assistenz-Staatsanwältin C.» (vgl. act. 1, S. 4). Im Rahmen der Replik ersucht der Vertreter des Gesuchstellers darum, das Gesuch gutzuheissen und die «Bundesanwälte B. und C. zu , in den Ausstand zu treten» (act. 6, S. 7). Als Gesuchsgegner zu betrachten sind nach dem Gesagten nur der Staatsanwalt des Bundes B. und die Assistenz-Staatsanwältin des Bundes C.. Soweit mit der  Formulierung («insbesondere») noch weitere Mitarbeitende der  gemeint sein sollten, bliebe in erster Linie unklar, wer  gemeint sein soll. Zudem enthält das Gesuch allfällige weitere Personen betreffend keine konkreten Tatsachen, die deren persönliche Befangenheit glaubhaft machen könnten. Sollte das ursprüngliche Gesuch tatsächlich auch noch gegen weitere Mitarbeitende der Bundesanwaltschaft gerichtet sein, so kann darauf mangels genügender Substantiierung nicht eingetreten werden.
3.2 B. und C. betreffend macht der Gesuchsteller insbesondere geltend, der  von deren Befangenheit ergebe sich deshalb, weil sie durch die  des Verfahrens deutlich zu erkennen gegeben hätten, zu keinen  Ermittlungen bereit zu sein. Dieser Vorwurf ist lediglich pauschaler Natur. Insbesondere verpasst es der Gesuchsteller konkret geltend zu , welche Ermittlungen zwecks Entlastung seiner Ansicht nach  wären. Zu den im Gesuch ebenfalls gestellten Beweisanträgen (act. 1, S. 3 f.) haben sich die Gesuchsgegner soweit ersichtlich noch gar nicht . Sofern der Gesuchsteller im Rahmen seiner Ausführungen das  an sich kritisiert (so hinsichtlich der Frage nach dem Tatverdacht oder der Zuständigkeit), bleiben seine Ausführungen ebenfalls allgemein und vage. Letztlich ist festzuhalten, dass bei Beanstandung konkreter  eines Staatsanwalts in erster Linie die entsprechenden  zu ergreifen sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_411/2015 vom 9.  2015 E. 4.2).
3.3 Der Gesuchsteller erhebt weiter den Vorwurf, seine durch ihn am 17. Mai 2018 gegen E. erhobene Strafanzeige (siehe act. 2.1) sei völlig  behandelt worden. Namentlich rügt er die durch die  erlassene Nichtanhandnahmeverfügung in inhaltlicher Hinsicht aber auch die Umstände von deren (Nicht-)Eröffnung an seine Adresse. Die  Nichtanhandnahmeverfügung vom 4. September 2018 wurde nicht durch die Gesuchsgegner, sondern durch den Stv. Bundesanwalt F. erlassen (act. 2.5, Beilage 4). Die beiden Gesuchsgegner waren mit dieser
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Angelegenheit in keiner Art und Weise befasst. Entsprechend ergeben sich hieraus in der jeweiligen Person der Gesuchsgegner auch keinerlei , welche in irgendeiner Form einen Anschein einer Befangenheit zu begründen vermöchten. Die diesbezüglichen Ausführungen des  gehen an der Sache vorbei.
3.4 Letztlich führt auch der Umstand, dass der Gesuchsteller in seiner Eingabe vom 3. Mai 2019 gegen die beiden Gesuchsgegner eine Strafanzeige erhob (act. 1, S. 3) nicht zur Annahme eines Ausstandsgrundes (siehe hierzu das Urteil des Bundesgerichts 1B_524/2018 vom 1. März 2019 E. 3.1). Das  ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4. Dieser Beschluss kann gestützt auf Art. IIIA lit. a des Vertrags vom 13.  1969 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des Europäischen  über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 und die Erleichterung seiner Anwendung (SR 0.351.913.61) unmittelbar durch die Post und dessen Wunsch entsprechend (siehe act. 6, S. 1) an den in Deutschland tätigen Vertreter des Gesuchstellers übersendet werden.  ist mithin nicht zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils in der Schweiz aufzufordern (vgl. Art. 87 Abs. 2 StPO).
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Gesuchsteller dessen Kosten zu tragen (Art. 59 Abs. 4 StPO). Die entsprechende Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1‘000.– festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
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