# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2fc3cf50-609f-44f1-9e93-c8649af2c900
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, arbeitete zuletzt vom 1
1.
November 1991 bis zum 3
1.
Juli 2012 als Produktionsmitarbeiterin bei der
Y._
AG
in
Z._
. Unter Hinweis
auf eine
Lumboischialgie
sowie eine rezidive Diskushernie meldete sie
sich am
8.
Februar 2011 bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung (
Urk.
10/2
) sowie
am 1
7.
März 2011
unter Hinweis
auf Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung linksseitig über die dors
ale Beinseite bis zur Ferse
zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
10/9).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
10/12-13,
Urk.
10/15,
Urk.
10/17,
Urk.
10/19) ab und zog Akten der zuständigen Taggeld
versicherung (
Urk.
10/16,
Urk.
10/18) bei. Am 1
0.
August 2011 teilte die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich
seien (
Urk.
10/20). Daraufhin tätigte die IV-Stelle weitere Ab
klärungen der medi
zinischen Situation (
Urk.
10/23-24) und teilte der Versi
cherten am 1
9.
Januar 2012 mit, dass
ein Erhalt des derzeitigen
Arbeitsplatze
s
zur Zeit nicht möglich sei
(
Urk.
10/25).
Nach weiteren Abklärungen
der medizinischen Situation (
Urk.
10/27,
Urk.
10/29-32,
Urk.
10/46)
, teilte die IV-Stelle der Versicherten am
1
7.
Juli 2012
den Abschluss der
Arbeitsvermittlung
mit
(
Urk.
10/43),
und ordnete
eine orthopädische Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
an,
über welche am
1
3.
November 2012 berichtet wurde (
Urk.
10/49).
1.2
Mit Vorbescheid vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
10/52) stellte die IV-Stelle der Versi
cherten eine befristete ganze Rente für die Zeit vom
1.
Januar 2012 bis zum 2
8.
Februar 2013 in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 2
8.
Januar und
6.
März 2013 Einwände (
Urk.
10/58,
Urk.
10/60), wobei sie einen weiteren
Arzt
bericht
(
Urk.
10/67) einreichte. Die IV-Stelle veranlasste daraufhin ein internis
tisch-rheumatologisches Gutachten, welches am 2
7.
Dezember 2013 erstattet wurde (
Urk.
10/71)
,
und forderte die Versicherte anschliessend
zur Stellung
nahme
auf (
Urk.
10/74). Nachdem die Versicherte ihre Stellungnahme (
Urk.
10/76) ein
gereicht hatte
, hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2014 (
Urk.
10/78,
Urk.
10/80 =
Urk.
2) an ihrem Vorbescheid vom
8.
Januar 2013 fest und sprach der Versicherten rückwirkend eine befristete ganze Rente
für die Zeit
vom
1.
Januar 2012 bis zum 2
8.
Februar 2013 zu.
2.
Die Versicherte erhob am 1
8.
Juni 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
5.
Mai 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei insofern aufzuheben, als der An
spruch auf eine ganze Rente nur für den befristeten Zeitraum vom
1.
Januar 2012
bis zum 2
8.
Februar 2013 zugesprochen und mithin für den Zeitraum ab dem
1.
März 2013 verneint worden sei. Zudem sei ihr die
unentgeltliche
Rechts
ver
beiständung
zu gewähren (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwer
de
antwort
vom 1
1.
August 2014 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwer
de, was der Beschwerdeführerin
am 2
2.
September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.2
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei
der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung
des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des
Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen
(Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E.
2.3 mit Hinwei
sen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122
V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (
Urk.
2) die von J
anuar
2012 bis Ende Februar 2013
befristete
Zusprache
einer ganzen Rente damit, dass
die Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahres nicht in der Lage ge
wesen sei
,
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, so dass ein Invaliditätsgrad von 100
%
resultiert habe (S.
9 f.). Anschliessend habe sich der Gesundheitszu
stand
jedoch
verbessert. Spätestens seit November 2012 sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 70
%
zumutbar. Somit ergebe sich – nach Gewährung eines leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn von 10
%
- ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von 31
%
(S. 10).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
das Gut
achten
vom 27. Dezember 2013
berücksichtige
das MRI der
Lendenwir
bel
säule
(LWS) vom 2
7.
November 2013 überhaupt nicht. Vielmehr würde
akten
wi
d
rig
behauptet, es bestünden keine
radikuläre
n
Zeichen (S. 4). Es liege eine klare
Verschlechterung vor, wenn man das MRI der LWS vom 2
7.
November 2013 mit
demjenigen vom 1
3.
März 2013 vergleiche. Das Gutachten sei demnach nicht
be
weisbildend
.
Falls
nicht von einer fortbestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit aus
gegangen werde, so sei der Grad der Arbeitsfähigkeit mit einem
Obergut
achten
zu klären (S.
5). Weiter komme es einer nicht
zulässigen antizipierten Beweiswürdigung und einer Verweigerung des Gehörsanspruches gleich,
wenn ihr eine
Selbstlimi
tierung
unterstellt und deshalb auf eine Evaluation der funk
tionellen Leis
tungsfähigkeit (EFL) verzichtet werde
. Zur Erstellung eines aus
sag
e
kräftigen Gutachtens gehöre auch eine EFL
(S. 6).
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
beziehungsweise ganztags aus
üben könne, wenn doch strukturelle Veränderungen im Bereich der LWS bestün
den, welche ihre Leistungsfähigkeit vermindern würden (S. 7). Entgegen den ande
ren aktenkundigen Berichten halte die Gutachterin dafür, dass in einer angepassten Tätigkeit nie eine andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und sie
zu
100
%
arbeitsfähig sei
. Schliesslich sei der Leidensabzug auf 25
%
anzusetzen, wenn überhaupt eine zumutbare angepasste Tätigkeit unterstellt werden könne (S. 8).
2.3
Unbestritten blieb die Ausrichtung einer ganzen Rente für die Zeit vom
1.
Janu
ar 2012 bis zum 2
8.
Februar 201
3.
Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob die
Be
schwerdegegnerin
zu Recht einen Rentenanspruch ab dem
1.
März 2013 vernein
t hat.
3.
3.1
Die Ärzte der
A._
,
B._
, informierten mit Schreiben vom
8.
Febru
ar 2011 (
Urk.
10/4) über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom
1
9.
bis 2
3.
Januar 2011, wobei eine mikrochirurgische
Re-Sequest
e
ronu
k
leoto
mie
L5/S1 links vorgenommen worden sei. Als Eintrittsdiagnosen führten sie
eine
Lumboischialgie
beidseits sowie
eine Rezidiv-Diskushernie L5/S1, Status nach mikrochirurgischer
Sequest
e
ronu
k
leotomie
L5/S1 links am 2
6.
August 2010 bei Diskushernie, auf (S. 3).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Be
richt
vom 2
9.
März 2011 (
Urk.
10/
15/
1-6) an, dass er die Beschwerdeführerin seit dem 1
3.
März 2007 behandle (S. 2
Ziff.
1.2)
und führte als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
im Wesentlichen
ein
lumboradikuläres
Syn
drom
S1 link
s bei Diskushernie L5/S1 links
auf (S. 2
Ziff.
1.1). Die Be
schwerde
füh
rer
in sei in der bisherigen Tätigkeit vom 2
5.
August bis zum 2
4.
Oktober 2010 zu 100
%
sowie vom 2
5.
Oktober bis zum 2
1.
November 2010 und vom
4.
Dezem
ber 2010 bis zum 1
8.
Januar 2011 zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1
9.
Januar 2011 sei die Beschwerdeführerin wiederum zu 100
%
arbeitsunfähig, wobei die
nächste
Kontrolle am
5.
April 2011 erfolge
n werde
(S. 3
Ziff.
1.6).
3.3
Mit
erneutem
Bericht vom 1
8.
April 2011 (
Urk.
10/17/6-7)
hielten
die Ärzte der
A._
die Prognose
für
ungewiss.
Die Beschwerdeführerin sei in der
bisherigen Tätigkeit vom 2
5.
August bis zum 2
4.
Oktober 2010 zu 100
%
sowie
vom 2
5.
Oktober bis zum
7.
November 2010 zu 50
%
arbeitsunfäh
ig gewesen
. Vom 1
9.
Januar bis zum 2
5.
April 2011 sei sie wiederum zu 100
%
arbeitsunfä
hig
gewesen. Ab dem 2
6.
April 2011 betrage die Arbeitsunfähigkeit 50
%
. Durch die Schmerzsymptomatik bestünden Einschränkungen (S. 2).
Am 2
8.
Juli 2011 (
Urk.
10/19/6-7) gaben sie an, dass die Prognose ungewiss bleibe.
Aufgrund der persistierenden Lumbalgien sei eine
Fazetteninfiltration
L5/S1 beidseits durchgeführt worden, welche
allerdings
nur eine kurzfristige Ver
besserung
gebracht
habe. Daraufhin sei nochmals eine MR-tomographische
Verlaufskontrolle durchgeführt worden
. Diese habe
eine
Bandscheibenprotru
sion
ohne erneu
te Diskushernie nachgewiesen
. Die Arbeitsunfähi
gkeit bestehe wei
terhin zu 50
%
.
E
ine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
sei
zurzeit
nicht abseh
bar
(S.
1 f.).
Am 1
9.
Oktober 2011
(
Urk.
10/23)
informierten die Ärzte der
A._
so
dann
, dass bei der Beschwerdeführerin
seit Anfang September 2011
eine neue
Schmerzsymptomatik mit L5-Ausstrahlung linksseitig vorliege. Seit dem
5.
Septem
ber 2011 bestehe wieder eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit als Metz
ge
reimitarbeiterin.
Daraufhin erfolgte am
1.
Dezember 2011 eine Dekompression,
Sequest
e
ronukle
o
tomie
sowie
interkorporale
und
posterolaterale
Spondylodese
L5/S1 bei der Di
ag
nose einer Rezidiv-Diskushernie L5/S1 links mit kranialer Sequestrierung (
vgl.
Operationsbericht,
Urk.
10/29/7-8). Mit Schreiben vom 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
10/27) sowie 2
1.
Februar 2012 (
Urk.
10/29/9-10) informierten
die Ärzte
da
rauf
hin über den postoperativen Verlauf. Insgesamt erscheine die
Restsymp
to
matik
persistent, wobei man aktuell den weiteren Verlauf abwarten müsse. Die Arbeitsunfähigkeit werde
bis zum
4.
März 2012 verlängert. Im Anschluss werde eine stufenweise
Wiedereingliederung empfohlen.
3.4
Dr.
C._
bestätigte mit Bericht vom
9.
März 2012 (
Urk.
10/29/1-6) die bisher
gestellten Diagnosen (S. 2
Ziff.
1.1) und gab an, dass ab Anfang/Mitte März 201
2 eventuell mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem Pensum von 25
%
gerechnet werden könne (S. 4
Ziff.
1.9).
3.5
Die Ärzte der
A._
informierten mit Schreiben vom
5.
April 2012 (
Urk.
10/32) über die am
3.
April 2012 erfolgte diagnostische Abklärung der LWS mittels MRI und CT. Das Implantat liege korrekt und
sei nicht locker
. Zu erwähnen sei ein beginnender
Durchbau
posterolateral
. Es lägen postoperative
Ver
änderungen insbesondere linksseitig
periradikulär
vor, allerdings bestehe kein
Hinweis auf eine Affektion
nervaler
Strukturen. Die Beschwerdeführerin beklage weiterhin insbesondere
belastungs
abhängige
lumbalgi
forme
Beschwerden. Eine Ursache hierfür habe anhand der durchgeführten Diagnostik nicht festgestellt werden können (S. 1 f.).
Mit erneutem Schreiben vom 2
9.
August 2012 (
Urk.
10/46) informierten
die Ärzte
der
A._
, dass nochmals eine diagnostische Abklärung durchge
führt wor
den
, die Situ
ation radiologisch allerdings unverändert sei.
3.6
Am 1
3.
November 2012 erfolgte die orthopädische Untersuchung
der Beschwer
de
führerin
durch die RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Im ent
spre
chenden Bericht vom 1
3.
November 2012 (
Urk.
10/49) hielt med.
pract
.
D._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schmerzhafte
Bewe
gungs
- und Belastungseinschränkung der LWS bei Status nach
Diskusher
nie
L5/S1 mit mehrfachem Rezidiv und Status nach
Spondylodese
L5/S1 fest (S. 8
Ziff.
8). Anlässlich der heutigen Untersuchung habe der klinische Untersu
chung
s
befund der
A._
im Wesentlichen nachvollzogen werden können
,
da auch keine sensomotorischen Ausfälle bestanden hätten. Dem
Be
richt der
A._
vom 2
9.
August 2012 könne
ferner
entnommen werden, dass weiterhin Beschwerden
beklagt
w
ürden
, jedoch keine Ausfälle hätten objekti
viert werden können. Dies entspreche auch dem heute erhobenen Befund (S. 8
Ziff.
9).
Es sei ausgewiesen, dass
bei der Beschwerdeführerin
ein somatischer
Gesund
heits
schaden
bestehe,
welcher
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In der bishe
rigen Tätigkeit als Küchenhilfe sei die Beschwerdeführerin
seit Januar 2011 zu 0
%
arbeitsfähig, von April 2011 bis September 2011 zu 50
%
arbeitsfähig und ab September 2011 erneut zu 100
%
(richtig: 0
%
) arbeitsfähig.
In einer ange
passten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit dem 1
3.
November 2012 zu 70
%
arbeitsfähig, wobei es sich um eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Ar
beiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige
wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien,
Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf un
ebe
nem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/
Kälte
ex
position
, handeln solle. Die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für ange
passte Tätig
keiten ergebe sich aus dem erhöhten Pausenbedarf und
der
Dekon
ditionierung
nach mehrfach
en Operationen. Eine Stei
gerung der Arbeitsfähig
keit in einer
an
gepasste
n Tätigkeit
sei jedoch
im weiteren Verlauf zu erwarten (S. 8 f.
Ziff.
10).
3.7
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Chirurgie, führte mit Schreiben vom
8.
Juni 2013 (
Urk.
10/67) folgende Diagnosen auf (S. 1):
lumbovertebrales
Syndrom bei Ausstrahlung links
Status nach
Spondylodese
auf Höhe L5/S1
rechts
mediolaterale
Diskushernie L5/S1
Anschlusssegment-Syndrom L4/L5
Die
U
ntersuchungen mit bildgebenden Verfahren hätten den Befund einer rechts
seitigen
mediolateralen
Diskushernie auf Höhe L5/S1, die zu einer neuro
genen Kompression S1 rechts führen könne, mit zusätzlich starker
Spondylar
throse
rechtsseitig L5/S1, welche ebenfalls zu einer Einengung des
Neurofora
mens
L5/S1 recht
s
führe, ergeben. Ferner bestünden degenerative Veränderun
gen auf Höhe L4/L5 mit leichter Einengung der
Rezessus
lateralis
von L5 beid
seits (S. 1). Aufgrund der klinischen
und bildgebenden
Befunde sei ein operati
ves V
orgeh
en mit Materialentfernung,
Prespondylodese
mit
posterolumbar
in
terbody
fusion
(
PLIF
)
auf Höhe L5/S1, verbunden mit Dekompression auf dem Niveau L
4/L5 und
L5/S1, gegeben (S. 2).
3.8
Am 2
0.
November 2013 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene internistisch-rheumatologische Begutachtung der Beschwerdeführerin.
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
und für Rheumatologie, erstattete ihr Gutachten am 2
7.
Dezem
ber 2013 (
Urk.
10/71).
Als rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
bei
tsfähigkeit führte sie folgende
auf (S. 45
Ziff.
9.1):
lumbospondylogene
Beschwerden links mehr als rechts bei
mediolateraler
Diskushernie L5/S1 links mit Kompression der
Nerven
wurzel
S1 links mehr als rechts mit
mikrochirurgischer
Sequesteronuk
leotomie
L5/S1 links am 2
8.
August 2010 und
mediolateraler
Rezidiv-Diskushernie L5/S1 links mit Kom
pression der Nervenwurzel S1 links und
mikrochirurgische Re-
Sequestro
nukleotomie
L5/S1 links am 2
0.
Janu
ar
2011 und erneute
mediolaterale
Rezidiv-Diskushernie L5/S1 links mit grossem nach kranial umgeschlagenen Sequester mit Kompressi
on
der Nervenwurzeln L5 links und S1 links sowie wahr
scheinlich auch S2 links (MRI November 2011) und
dritte LWS-Operation am
1.
Dezember 2011 mit Dekompression,
Sequ
esteronukleotomie
und
Spondylodese
L5/S1 mit gutem Sitz der Implantate (Röntgen Februar 2013)
,
jedoch leichten bis mässigen de
generativen Veränderungen und kleiner bis mittelgrosser
mediolate
raler
Rezidivhernie
L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel L5 links und Irritation der Nervenwurzel S1 beidseits (MRI November 2013)
ohne
radikuläre
Zeichen
Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit führte sie eine Adipo
sitas Grad I, eine Hypercholesterinämie, ein
en
Vitamin D-Mangel, ein
en akuten
Harnwegsinfekt und einen
Status nach
Malleolarfraktur
Typ B links 2003 mit Osteo
syn
these und Entfernung des Osteosynthese-Materials 2004 auf (S.
45
Ziff.
9.2).
In der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Das intermittie
rende
Hinken normalisiere sich unter Ablenkung. Die Halswirbel
-
(HWS) und die
Brustwirbelsäule (BWS) sei
e
n
normal beweglich. Die LWS sei in allen Rich
tungen leicht eingeschränkt beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhan
den.
Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. Bei der Be
schwer
deführerin bestünden im Bereich der LWS strukturelle Veränderungen,
welche
ihre Leistu
ngsfähigkeit vermindern würden
(S. 46 oben
Ziff.
10).
Aufgrund der vorhandenen Arbeitsplatzbeschreibung gehe nicht eindeutig her
vor, ob es sich bei der angestammten Tätigkeit um eine angepasste Tätigkeit
handle oder nicht (S. 48 oben
Ziff.
11.1). In einer nicht angepassten Tätigkeit könne
die Beschwerdeführerin seit August 2010 nicht mehr arbeiten. In einer an
gepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigke
it be
stan
den (S. 48
Ziff.
11.2), so dass sie 100
%
beziehungsweise ganztags arbeiten könn
e (S. 46
Ziff.
10).
Dabei solle es sich um eine leichte wechselbelastende Tä
tigkeit,
ohne längeres Verharren in vornüber geneigter Haltung und ohne uner
wartete, asymmetrische Lasteneinwirkungen handeln, wobei sie Lasten bis 10 kg heben und tragen könne (S. 47 unten
Ziff.
11.1).
Die beiden verwendeten Medikamente seien bei der Untersuchung im Blut nicht nachweisbar gewesen. Ihre medikamentöse Schmerztherapie habe daher noch
ein grosses Optimierungspotenzial. Solange die Beschwerdeführerin Beschwer
den
angebe, sollte sie
ferner
regelmässig physiotherapeutisch betreut werden (S.
48
Ziff.
12.1). Die Prognose sei gut. Es sei wahrscheinlich, dass
die Beschwer
defüh
rerin
eine angepasste Tätigkeit langfristig au
süben könne (S. 49
Ziff.
12.3).
Schliesslich gab
Dr.
F._
an, sie habe auf die Du
rchführung einer EFL ver
zichtet. In der Untersuchung seien eindeutige Diskrepanzen vorhanden gewesen. Eine EFL führe beim Vorliegen von Diskrepanzen zu keinem brauchbaren Re
sultat.
So habe sich der intermittierend hinkende Gang unter Ablenkung nor
ma
li
siert. Der
Slump
-Test sei beidseits no
rmal gewesen, dennoch sei es zu einer
lauten Schmerzäusserung
bei der
Prüfung des
Lasègue
links ab 50
° gekommen. Auch habe die Beschwerdeführerin mehrfach angegeben, sie könne nur wenige Minuten lang sitzen und
müsse
sich danach wegen starker Zunahme der Schmer
zen hinlegen
. Tatsächlich sei sie in
der Untersuchung mehr als 45 Mi
nu
ten lang
,
ohne erkennbare Veränderung der Beschwerden und obwohl sie kein Schmerzmittel im Blut gehabt habe, gesessen. Ausserdem sei sie in der Lage gewesen
,
im Sommer
2013 im Auto als Beifahrerin na
ch
G._
zu fah
ren, wobei sie angegeben habe, dass sie für die Strecke von etwa 1‘200 km ins
ge
samt 12 Stunden benötige (S. 50 unten
Ziff.
13).
3.9
Med.
pract
.
D._
empfahl mit Stellungnahmen vom 2
7.
Januar und
1.
März 2014 für die Beurteilung auf das Gutachten von
Dr.
F._
abzustellen (
Urk.
10/77 S. 3 ff.).
4.
4.1
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ist
grundsätzlich
auf das Gutachten von
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.8) abzu
stellen. Das
bidisziplinäre
Gutachten
beinhaltete
die Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, so dass es sich für die zu beurteilenden Fragen als umfassend erweist. Auch berücksichtigt das Gutachten die geklag
ten Beschwerden sowie das Verhalten der Beschwerdeführerin und wurde ferner in Kenntnis der
Vorakten
erstellt, zu welchen auch Stellung genommen wurde. So
führte
Dr.
F._
insbesondere aus, dass sich der bildgebende Befund nach der
dritten
Operation deutlich gebessert habe
. Die Verbesserung des Ge
sund
heits
zustandes wird dadurch plausibilisiert, dass bei der Untersuchung die beiden ver
wendeten Medikamente im Blut nicht nachweisbar waren und die Beschwer
de
führerin im Jahr 2013 auch keine physiotherapeutische Behandlung in An
spruch nahm.
Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heits
zustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Das Gutachten erfüll
t damit die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Die
Untersuchung durch m
ed.
pract
.
D._
vom RAD
(vorstehend E. 3.6) steht dieser Beurteilung im Wesentlichen ni
cht entgegen. Zwar attestierte m
ed.
pract
.
D._
nur eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, er
wartete allerdings eine Steigerung im weiteren Verlauf. Das Gutachten von
Dr.
F._
wurde ein Jahr nach der besagten RAD-Untersuchung erstellt, so dass
der Eintritt der
erwartete
n
Steigerung
als
wahrscheinlich er
scheint. Zudem ergab sich nach m
ed.
pract
.
D._
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs sowie der
Dekonditionierung
nach wie
der
holten Operationen.
Diesbezüglich ist darauf
hinzuweisen, dass eine
De
kondi
tionierung
nicht invalidisierend ist, da Invalidität definitionsgemäss auf Dauer beruht und eine
Dekonditionierung
mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
verbessert werden kann (Urteil des Bundesgerichts I 884/05 vom 1
5.
März 2006 E. 2.2).
Allerdings steht die retrospektive Feststellung von
Dr.
F._
, die Beschwer
deführerin sei in einer adaptierten Tätigkeit nie längerfristig arbeitsunfähig ge
wesen, im Widerspruch zur
Einschätzung
von m
ed.
pract
.
D._
, welche die
70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit erst ab dem 1
3.
Novem
ber
2012 attestierte und somit für die Zeit davor von einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit ausging. Diese Feststellung von
Dr.
F._
ist allerdings nicht ge
eig
net, um die Kernaussage des Gut
achtens,
das heisst die bildgebend nachge
wiesene Verbesserung des Gesund
heitszustands
und die plausible Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen. Demzufolge ist die 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer adaptierten Tätig
keit erst ab dem Zeitpunkt der gutachter
lichen Untersuchung, das heisst ab dem 2
0.
November 2013
,
ausgewiesen
. Gestützt auf die
ebenfalls
schlüssige und nachvollziehbare
RAD-Untersuchung durch m
ed.
pract
.
D._
besteht spä
testens seit dem 1
3.
November 2012 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit.
4.3
Der Bericht von
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.7) ist
schliesslich
zu undifferen
ziert, um überhaupt darauf abstellen zu können, äusserte er sich doch insbeson
dere nicht zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Auch die Berichte der
A._
und von
Dr.
C._
vermögen keine Zweifel
an der
Einschätzung
von m
ed.
pract
.
D._
und
am Gutachten von
Dr.
F._
zu erwecken. Diese
be
treffen in
sbesondere den Zeitraum vor der besagten Untersuchung be
zieh
ungs
weise Begutachtung
und
liegen somit in der Zeitspanne der von der
Be
schwer
degegnerin
anerkannten vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Zudem
äusser
ten
sie
sich insbesondere
auch
nicht zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
(vorstehend E.
3.2-4)
.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das Gutachten
von
Dr.
F._
be
rücksichtige das MRI der LWS vom 2
7.
November 2013 nicht und würde viel
meh
r
aktenwidrig behaupten, dass keine
radikulären
Zeichen bestünden
und weiter vorbringt, es liege eine klare Verschlechterung vor, wenn man das MRI
der LWS vom 2
7.
November 2013 mit demjenigen vom 1
3.
März 2013 verglei
che
(
Urk.
1 S. 4 ff.
), so ist ihr entgegenzuhalten, dass
Dr.
F._
das Gutach
ten in Kenntnis der
MRI-Untersuchungen vom 1
3.
März
und 2
7.
November 2013 er
stell
te (
Urk.
10/71 S. 33, S. 36) und die Befunde auch bei der
Diagnose
stellung
erwähnte (
Urk.
10/71 S. 45).
Der
Vergleich
der durch die Radiologen schriftlich festgehaltenen Befunde ist von Ärzten vorzunehmen und
nicht von medizi
ni
schen Laien
, so dass die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwer
deführerin nicht zu hören sind.
4.5
Auch das weitere Vorbringen der Beschwerdeführerin, es sei nicht nachvollzieh
bar,
weshalb sie eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
beziehungsweise ganztags ausüben könne, wenn doch strukturelle Veränderungen im Bereich der LWS bestünden, welche ihre Leistungsfähigkeit vermindern würden
(
Urk.
1 S. 7 f.
), lässt keine Zweifel an der schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung von
Dr.
F._
aufkommen. So berücksichtigte
Dr.
F._
die unbestrittener
massen vorliegenden strukturellen Veränderungen der LWS bei der Bestimmung
des Belastungsprofils. Dabei soll es sich um eine leichte wechselbelastende Tä
tig
k
eit, ohne längeres Verharren in vornüber geneigter Haltung
,
ohne unerwar
tete, asymmetrische Lasteneinwirkungen
und ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg handeln (
Urk.
10/71 S. 47 unten). Weshalb die strukturellen
Veränder
ungen zusätzlich zum genannten Belastungsp
rofil auch eine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben sollten, führte die Be
schwerd
e
füh
rerin
nicht aus.
Die Tatsache, dass
Dr.
F._
keine Verminderung der Arbeits
fähigkeit attestierte, erscheint in Anbetracht des genannten Belastungsprofils
vielmehr
als nachvollziehbar.
4.6
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 6
)
gehört zur Erstellung eines aussagekräftigen Gutachtens
schliesslich
nicht zwingend eine
EFL.
Ein EFL-Testverfahren ist nicht in jedem Fall durchzuführen, sondern al
len
falls in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande
sehen, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzu
neh
men, und deshalb eine konkrete leistungsorientierte berufliche Abklärung al
s
zweckmässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen. Es ist indessen nicht bereits
dann erforderlich, wenn lediglich ärztliche Einschätzungen der gesund
heitlich
bedingten Einschränkung voneinander abweichen. Eine medizinisch-theore
tische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit genügt als Grundlage für die Be
messung der In
validität (Urteile des Bundesgerichts 9C_730/2014 vom
1.
Dezember 2014 E. 2.3,
9C_768/2011 vom
8.
Februar 2012 E. 2.4 und 8C_730/2010 v
om 1
0.
Dezember 2010 E. 2.3.1). Zwar spricht eine
Selbstlimi
tierung
nicht zwingend gegen eine EFL, allerdings wird
dadurch
eine objektive Evaluation
erschwert
(Urteil des Bundesgerichts 9C_512/2009 vom 2
5.
November 2009 E. 5.2).
Vorliegend
nahm
Dr.
F._
eine nachvollziehbare medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor und erachtete eine EFL als nicht für not
wendig.
Daraus erschliesst sich, dass sie
die Einschätzung des Machbaren auch ohne eine EFL abgeben
konnte
. Die Tatsache, dass
sie daher
eine EFL
nicht
empfohlen
hat
und
in der Folge
auch keine solche durchgeführt wurde, ist
somit
nicht zu beanstanden.
Demzufolge
erübrig
en sich weitere Ausführungen zu den
in der Untersuchung aufgetauchten
Diskrepanzen
und zur Selbstlimitierung
.
4.7
Aufgrund der schlüssigen Einschätzung ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern die
von der Beschwerdeführerin geforderte Einholung
einer Oberexpertise (
Urk.
1 S.
5
)
für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkennt
nisse liefern könnte, so dass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.8
Der medizinische Sachverhalt ist somit
mit dem im Sozialversicherungsrecht
geltenden Grundsatz der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
dahingehend er
stellt,
dass der Beschwerdeführerin
eine nicht angepasste Tätigkeit seit August 2010 nicht mehr zumutbar ist. Eine angepasste leichte wechselbelastende Tätig
keit,
ohne längeres Verharren in vornüber geneigter Haltung, ohne
unterwar
tete
, asy
m
metrische Lasteneinwirkungen und ohne Heben und Tragen von Las
ten von mehr als 10 kg, ist der Beschwerdeführerin seit der RAD-Untersuchung vom
1
3.
November 2012
mindestens zu 70
%
zumutbar und ab
dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung, das heisst ab dem 2
0.
November 2013, zu 100
%
zumutbar.
Damit ist im Vergleich zum Sachverhalt im Januar 2012 eine rele
vante Verbesserung eingetreten (vgl. vorstehend E. 1.2).
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser
Verbesse
rung
vorzunehmen, wobei die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren ist. Somit ist ein Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG vorzunehmen.
5.2
Für die Periode vollständiger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten be
darf es zur Invaliditätsbemessung keines Einkommensvergleichs, da der
Invali
di
tätsgrad
dann logischerweise 100
%
beträgt.
Es
ist
jedoch
ein Einkommensvergleich für die 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ab dem 1
3.
November 2012 vorzunehmen. Da – wie nachfolgend aufgezeigt wird – bereits bei einer 70%igen Arbeitsfähig
keit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr resultiert, erübrigt sich ein Einkommensvergleich
bei einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ab dem 2
0.
November 2013.
5.3
Beim Einkommensvergleich für die Bemessung des Invaliditätsgrades ab
dem
1
3.
November 2012
stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin, wonach die Beschwerdeführerin im Jahr 2011 ohne Gesundheitsschaden ein Einkommen
von
Fr.
3‘760.-- pro Monat beziehungsweise
Fr.
48‘880.-- im Jahr erzielen würd
e (
Urk.
10/12 S. 2 f.)
,
und errechnete unter Berücksichtigung der
Nominal
lohn
entwicklung
ein hypothetisches
Valideneinkommen
im Jahr 2012 von rund
Fr.
49‘369.
--
(
Urk.
2 S. 10,
Urk.
10/50). Dieses Einkommen ist aufgrund der Akten
(
Urk.
10/12 S. 2 f.) nicht zu beanstanden und wird von der Beschwerde
führerin auch nicht bestritten.
5.4
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin – in Beachtung der geltenden Rechtsprechung (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis) – gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE), wobei sie auf den standardisierten Durchschnittslohn für
Frauen in
einfache
n
und repetitive
n
Tätigkeiten in sämt
li
chen Wirt
schaftsz
w
eigen des privaten Sektors abstellte (LSE 2010, S. 26,
Tabel
lengruppe
TA1, Total, Niveau 4). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchent
lichen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden und der allgemeinen
Lohn
entwicklung
in den Jahren 2011 und 2012 ergibt sich ein hypothetisches
Inva
lideneinkommen
von rund
Fr.
37‘742.-- bei der zumutbaren Arbeitsfähig
keit von 70
%
(
Fr.
4‘225.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.01 x 0.7).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
r
ichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestim
mung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merk
male auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass all
fällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwort
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.6
Die
Beschwer
degegnerin gewährte aufgrund des
Belastungsprofils einen
leiden
s
bedingten
Abzug von 10
%
(
Urk.
2 S. 10), wogegen die Beschwerdefüh
rerin
– ohne nähere
Begründ
ung
–
einen solchen
von 25
%
fordert
e
(
Urk.
1 S. 8).
An
gesichts der verbliebenen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und dem aus medizinischer Sicht gegebenen Anforderungsprofil erscheint ein Abzug von 10
%
eher
als
grosszügig
. Gründe, welche einen höheren Abzug recht
fertigen würden, sind
jedenfalls
nicht ersichtlich und wurden auch nicht substantiiert geltend gemacht.
Der Vollständigkeit halber gilt es darauf hinzuweisen, dass der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren
Tätigkeiten umfasst, so dass deswegen kein zusätzlicher Abzug vom
Tabellen
lohn
gerechtfertigt ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2).
Ebenfalls begründet die fehlende Berufsausbildung der Beschwer
de
führerin keinen Anspruch auf einen Abzug, ist diese doch bei der Bestim
mung des Anforderungsniveaus zu berücksichtigen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_427/2011 vom 1
5.
September 2011 E. 5.2). Dem wurde hier Rechnung ge
tragen, indem die Tabellenlöhne auf dem niedrigsten
Anforde
rungsniveau
4 (ein
fache und repetitive Tätigkeiten), welches keine Berufsausbil
dung erfordert,
verwendet wurden.
Andere Gründe sind nicht ersichtlich, so dass vorliegend ein leidensbedingter Abzug vom Tabelle
nlohn
von
über
10
%
nicht
als an
gemessen erscheint. Damit resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen in der Höhe von rund
Fr.
33‘968.-- (
Fr.
37‘742.-- x 0.9).
5.7
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
49‘369.--
dem Invalideneinkommen von
Fr.
33‘968
.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
15‘401
.--
,
was einem nicht mehr rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerundet
31
%
entspricht.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
6.1
In Bewilligung des
Gesuch
s
der Beschwerdeführerin
vom 1
8.
Juni 2014
ist ihr
ein unentgeltliche
r
Rechtsvertreter in der Person von Rechtsan
walt Eric Stern
zu bestellen
(
Urk.
1 S. 2).
6.2
In Anbetracht der zu berücksichtigenden Akten, der zu behandelnden Rechts
fragen
und der zugesprochenen Entschädigung in vergleichbaren Fällen
ist der
unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bei einem (bis 31. Dezem
ber 2014)
gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 200.-- mit Fr.
2‘100
.-- (inklu
sive Mehrwertsteuer und Auslagenersatz) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang
des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.