# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be42bf78-5cf3-4bb5-88c6-c00814157e90
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978,
zuletzt als Koch tätig,
meldete sich am 17
.
Dezember 2012
(Eingangsdatum)
erstmals bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug an (Urk. 9/2
, vgl. auch Urk. 9/5
).
Diese nahm
medizinische und erwerbliche Abklärungen
vor (Urk. 9/6, Urk. 9/11).
Nach
Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
23. Oktober 2013 das Leistungs
begehren
mit der Begründung
ab
, der Versicherte sei seiner Pflicht zur Ein
reichung der geforderten Akten nicht nachgekommen
(Urk. 9/19;
Urk
.
9/18).
Am
31. Juli 2019 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte wieder bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 9/21
, Urk. 9/27
).
Die IV-Stelle nahm wiederum medizinische und erwerbliche Abklärungen vor
, zog die Akten des Unfallversicherers bei
und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
mit V
erfügung vom 28
. April 2021 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk
.
2; Urk. 9/23, Urk. 9/29, Urk. 9/30, Urk. 9/34, Urk. 9/39, Urk. 9/45).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
1. April
2021 (richtig: 1. Juni 2021) Be
schwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung vom 28
.
April 2021 sei aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine externe orthopädische Begutachtung in Auftrag gebe und hernach erneut über seine gesetzlichen Ansprüche entscheide (Urk. 1 S
.
2).
Zudem reichte er weitere medizinische Berichte ein (Urk. 3/4-
8
).
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 10. September 2021
- unter Hinweis auf die Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 3. September 2021 (Urk. 8) -
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Replik vom 4. Oktober 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest (Urk. 12). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (Urk. 17), was dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung der Verneinung eines Renten
anspruchs im Wesentlichen, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Küchen
chef nicht mehr möglich sei.
Jedoch sei ihm die Ausübung einer leidensange
passten Tätigkeit voll zumutbar. Der gestützt darauf vorzunehmende Einkommensvergleich ergebe ein
en
Invaliditätsgrad von 29 % (Urk. 2).
1.2
Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, als Folge diverser Unfälle leide er an Beschwerden am rechten Knie.
Bis Anfang 2021 habe er in einem
30
%-Pensum in einer leidensangepassten Tätigkeit
gearbeitet.
Die
se
Anstellung habe gezeigt, dass eine
darüber hinausgehende
Arbeitsfähigkeit nicht realisierbar sei.
Ihm werde von Seiten der behandelnden Ä
rzte
denn auch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert.
Die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt nur bruchstückhaft aufgearbeitet. Berufliche Mass
nahmen, insbesondere eine Umschulung, habe sie
ihm
nicht angeboten.
Vor
liegend seien die Voraussetzungen für die Gewährung einer Umschulung gegeben. Gerne würde er eine Handelsschule absolvieren. Was den Einkommens
vergleich anbelange, sei hinsichtlich der Bemessung des Invalideneinkommens festzuhalten, dass dabei nicht auf das Kompetenzniveau 2 abgestellt werden könne. Zudem sei ein leidensbedingter A
bzug zu gewähren. Bei korrekter Durch
führung des Einkommensvergleichs ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 49 % (Urk. 1, Urk. 12)
2.
2.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvor
aussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Ein
spracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
2.2
Mit Verfügung vom
28. April 2021 wurde einzig über den Rentenanspruch ent
schieden. Dem Beschwerdeführer wurde nach seiner Anmeldung vom 31. Juli 2021
Unterstützung in Form von
Eingliederungsberatung gewährt (Urk. 9/58). Mit Mitteilung vom 20. April 2021 wurde
n
die Eingliederungsbemühungen ein
gestellt (Urk. 9/57). Dagegen opponierte der Beschwerdeführer am 17. Mai 2021 (Urk. 9/61). Daraufhin erliess die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid vom 7
.
Juni 2021, mit welchem sie den verfügungsweisen Abschluss der Eingliederungs
aktivitäten in Aussicht stellte (Urk.
9/64). Die entsprechende Verfügung findet sich nicht bei den Akten. Da somit berufliche Massnahmen nicht Gegenstand der Verfügung vom 28. April 2021 bildeten, ist auf die Beschwerde
nicht einzutreten,
soweit die Gewährung
beruflicher
Massnahmen, insbesondere einer Umschulung, beantragt wird
.
3.
3.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
3.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts I 659/04 vom 9. Februar 2005 E. 1.1).
3.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
4.
4.1
Im
Bericht der
Klinik Y._
vom 15. April 2020
wird dem Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit als Koch eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Für eine leidensangepasste Tätigkeit wird ihm eine Arbeitsfähigkeit von ca
. 6
Stunden pro Tag bescheinigt. Ansonsten wird auf die beigelegte Kranken
geschichte verwiesen (Urk. 9/34/1-6). Darin wird ausgeführt
, dass der Beschwerdeführer am 4. November 2018 bei der Arbeit in der Küc
he ausgerutscht und gestürzt sei
. D
abei habe er sich das rechte Knie verdreht.
Bereits
im 2003
habe er
bei einem Motorradunfall ein
e
Patellafraktur
rechts
und im 2012 eine Kniedistorsion
rechts mit Blockade
erlitten und sich im 2013 einer Arthroskopie d
es rechten Knies unterzogen
.
Aufgrund der klinischen und radiologischen
Befunde wurde
ein Verdacht auf eine partielle vordere
Kreuzbandläsion rechts diagnostiziert
. Am
2. S
eptember 2019 erfolgte eine Arth
roskopie. Zehn Tage später zeigte sich eine gute Beweglichkeit des Knie
s
. Das Abheben von der Horizontalen war gut möglich. Jedoch bestand noch ein deutlicher Erguss. Am 4
.
Dezember 2019 berichtete der Beschwerdeführer über ondulierende Schmerzen. Er zeigte ein hinkendes Gangbild.
Die Beweglichkeit des rechten Knies betrug 85
0-0°. Auf dem am
9. Januar 2020 durchgeführte
n MRI
des rechten Knies war
en
eine retropatellare Arthrose, eine
Ansatztendinopathie
der Patella, eine leichte Arthrose am medialen
Femurkundulus
und am medialen
Tibiaplateau
, aber keine dislozierten Meniskusanteile
ersichtlich
. Im Eintrag vom 27. Februar 2020 wird sodann vermerkt, dass dem Beschwerdeführer bis zum 26. Januar 2020
eine volle Arbeitsunfähigkeit und sodann bis zum 16. Februar 2020 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, dies für eine
sitzende und
wechselnde Tätigkeit ohne Tragen
von schweren Lasten über 5 kg
(Urk. 9/34/7-13).
4.2
RAD-Arzt Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie
, hielt in der Stellungnahme vom 5. Juni 2020
insbesondere
gestützt auf die von der
Klinik Y._
eingereichte Krankengeschichte fest, dass der Gesundheits
zustand mittlerweile stabil sei. Es sei davon auszugehen, dass für die Tätigkeit als Koch seit November 2018 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit bestehe. Was das mögliche Belastungsprofil einer leidensangepassten Tätigkeit anbelange, seien die Angaben der Ärzte der
Klinik Y._
plausibel. Dies gelte jedoch nicht in Bezug auf die quantitative Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
. Bei Beachtung des Zumutbarkeitsprofils (körperliche leichte, wechselbelastende, überwiegend sitzende Tätigkeit ohne Knien, Kauern, Hocken, häufiges Treppensteigen oder län
geres Gehen auf unebene
m
Boden) sei eine optimal angepasste Tätigkeit spätestens seit Januar 2019, abgesehen von maximal
8
Wochen nach der Opera
tion vom 2. September 2019, vollschichtig und ganztägig zumutbar (Urk. 9/38/4
, vgl. auch Urk. 9/
59/2
).
4.3
Die Ärzte der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie,
diagnostizierten im
an die
Praxis B._
gerichteten
Bericht vom 15. Oktober 2020 eine posttraumatische fortgeschrittene mediale Gonarthrose rechts (bei
Malunion
nach
Femurmarknagelung
rechts nach Motorradunfall 2003) und ein
femoroacetabu
läres
Impingement
rechts (bei posttraumatischer
femoraler
Retrotorsion von 10°). Sie hielten fest, dass unverändert Beschwerden im Bereich des rechten Knies
medialbetont
mit r
e
levanter Einschränkung im Alltag und hochgradiger Ein
schränkung bei Freizeit
aktivität
en
bestünden. Sie empfahlen dem Beschwerde
führer eine Korrekturosteotomie am proximalen rechten Femur (Urk. 3/5, vgl
.
auch Urk. 3/
4).
Im Bericht vom 2. Dezember 2020 betonten die Ärzte abermal
s, dass eine Indikation für eine
Korrekturosteotomie gegeben sei. Aktuell seien noch versicherungstechnische Fragen bezüglich Kostendeckung offen.
Es bestehe ein Gangbild mit Schon- und Entlastungshinken rechts. Die Hüft
gelenksbeweglich
keit und Trendelenburg-Zeichen seien aufgrund auftretender Schmerzen nicht überprüfbar. Die Kniegelenksbeweglichkeit betrag
e
80-0-0°.
Aufgrund der schweren Verletzung und der relevanten Beschwerden sähen sie Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung des Beschwerdeführers als Mitarbeiter in der Küche. Ob eine solche nach erfolgter Korrekturosteotomie möglich sei, sei offen. Am zielführendsten sei wohl eine Umschulung in eine administrative Tätigkeit. Zumindest dürfte der geplante Eingriff die Belastbarkeit
insofern steigern, als danach
eine administrative Tätigkeit vollzeitlich möglich sein sollte (Urk. 3/6).
Mit Attest
vom 29. April 2021 bescheinigte
n
die Ärzte der Universitätsklinik
A._
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 70 % für
körperlich nicht belastende oder leichte Tätigkeiten (Urk. 3/10)
.
Im Bericht vom 11. Mai 2021
wiesen sie
darauf hin, dass die Versicherungsdeckung nach wie vor ungeklärt sei. Aufgrund der posttraumatischen Veränderungen der r
e
chten unte
ren Extremität mit ständigen Schmerzen sei der Beschwerdeführer aus ihrer S
icht nicht voll arbeitsfähig
. Glaubhaft könne er angeben, dass ihm auch eine leichte beziehungs
weise
eine
nicht körperlich belastende Tätigkei
t nicht möglich sei, da er
nach einer gewissen Zeit aufgrund der Schmerzen
sich hinlegen
oder aufstehen müsse. Es werde ihm daher weiterhin eine Arbeitsfähigkeit für körperlich leicht belastende oder nicht belastende Tätigkeiten von 30 % attestiert. Auch im Falle einer Korrekturosteotomie werde aufgrund der chronischen Schmerzen eine volle Arbeitsfähigkeit nicht erreicht werden können (Urk. 3/8
, vgl. ferner auch Urk. 15)
.
4.4
Mit Stellungnahme vom 3. September 2021 äusserte sich RAD-Arzt Dr.
Z._
zu den eingereichten Berichten der Universitätsklinik
A._
. Er erklärte, dass unverändert ein posttraumatischer Gesundheitsschaden am rechten Kniegelenk bestehe. Allerdings werde die Gonarthrose inzwischen
als fortgeschritten bezeich
net. Z
usätzlich
werde nun
ein
femoro
a
cetabuläres
Impingement
rechts festge
halten. Insofern habe sich der Gesundheitsschaden seit der letzten RAD-Beur
teilung verändert. Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei jedoch zu beachten, d
ass diese
ausschliesslich auf den Angaben des Beschwerdeführers und den von ihm angegebenen Schmerzen basierten. Eine lediglich 30%ige Arbeitsfähigkeit selbst für eine optimal angepasste, administrative Tätigkeit sei jedoch bei einer Gesundheitsschädigung, die zwar schwerwiegend sei, jedoch ein
zig die untere Extremi
tät betreffe, aus versicherungs
medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Selbst unter der Annahme, dass häufiger eine Arbeitsunter
brechung zum Positionswechsel notwendig
sei
, sei medizintheoretisch eine ganz
tägige und vollschichtige Präsenz möglich bei Zugeständnis einer leicht vermin
derten L
eistungsfähigkeit. Es sei daher
an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wie sie in der RAD-Stellungnahme vom 5. Juni 2020 dargelegt worden sei, fest
zuhalten (Urk. 8).
5.
5.1
Die Beschwerdege
gnerin ging, wie dargelegt (E. 1
.1), davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer
leidens
angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Sie stützte sich dabei auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes D
r.
Z._
(Urk. 8, Urk. 9/38/4).
5.2
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invali
den
versicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungs
fähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzel
fall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
5.3
Die Einschätzung von Dr.
Z._
beruht auf einer Beurteilung der Aktenlage. Bei seinen Ausführungen handelt es sich mangels
selber durchgeführter Untersu
chungen mithin nicht um Stellungnahmen im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV. Es sind damit keine medizinischen Befunde erhob
en worden, sondern die vorhande
nen Befunde wurden von ihm gewürdigt. Es liegt folglich eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht im Sinne von Art. 59 Abs. 2
bis
IVG und Art. 49 Abs. 1 IVV vor. Sein Bericht vermag daher lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob der einen oder anderen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vor
zunehmen sei. Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines exte
rnen Gutachtens ent
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an de
r Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
5.4
Die Beurteilung von
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 5. Juni 2020 erscheint aufgrund der damaligen Aktenlage nachvollziehbar und schlüssig. Zwar wurde dem Beschwerdeführer von der
Klinik Y._
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus den Einträgen in der Krankengeschichte geht indessen hervor, dass auch der behandelnde Arzt die geltend gemachten
Beschwerden aufgrund der objektivierbaren Befunde nicht nachvollziehen konnte und er eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess als wichtig erachtete, der Beschwerdeführer sich - subjektiv - aber nicht in der Lage sah, eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % aufzunehmen, und
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen primär auf Wunsch des Beschwerdeführers erfolgten
(vgl. Urk. 9/34/11-12
). Nach Einsicht in die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte der Universitätsklinik
A._
hielt RAD-Arzt Dr.
Z._
zwar an seiner Beurteilung vom 5. Juni 2020 fest, räumte aber in seiner Stellung
nahme vom 3. September 2021 ein, dass dem Beschwerdeführer allenfalls eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit (in angepasster Tätigkeit) zuzugestehen sei.
Kommt hinzu, dass
Dr.
Z._
weder eigene Untersuchungen vornahm, noch anderweitige Beurteilungen bestehen, die seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit stützen
.
A
ngesichts der strengen Anforderungen, die an versicherungsinterne Stellungnahmen zu stellen sind,
kommt
der
B
eurteilung
des RAD-Arztes
keine hinreichende Beweiskraft zu. Gleichzeitig ist Dr.
Z._
beiz
upflichten, dass die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
der behan
delnden Ärzte massgebend auf den
Angaben des
Beschwerdeführers beruhen
, was für eine beweiswertige Beurteilung ebenfalls nicht hinreichend ist. Damit erweist sich der (somatische) Gesundheits
schaden des Beschwerdeführers als ungenügend abgeklärt.
5.5
Aus den im Beschwerdeverfahren neu aufgelegten Berichten
erhellt
nicht nur, dass der Beschwerdeführer
seit dem 6. August 2020 mehrmals in der Universi
tätsklinik
A._
vorstellig wurde (vgl. Urk. 3/4-8). Da deren
ab 15. Oktober 2020
datierende
Berichte an die
Praxis B._
gerichtet sind, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch dort
(weiterhin, vgl. Akten der Unfallversicherung, Urk. 9/29/13)
in Behandlung steht, was der Beschwerde
gegnerin offenbar nicht bekannt war.
In seiner Anmeldung zum Leistungsbezug
gab
der Beschwerdeführer zur Frage nach dem Hausarzt und den weiteren behan
delnden Ärzten oder Spitäler (Ziff. 6.3) lediglich
Klinik C._
Dr.
D._
an (Urk. 9/21/7, Urk. 9/27/7).
Die angefochtene Verfügung beruht somit auch auf unvollständigen medizinischen Akten.
5.6
Die angefochtene Verfügung vom
28. April 2021 (Urk. 2) ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen, damit sie
zunächst die medizinischen Akten vervollständige (vgl.
E. 5.5
) und anschliessend den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit weiter abkläre
oder gutachterlich abklären lasse
.
Anschliessend wird sie
über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu
zu
entscheide
n haben
. Die B
eschwerde ist
in diesem Sinne
gutzuheissen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahre
n kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Der vertretene Beschwerdeführer hat
grundsätzlich
Anspruch auf eine Prozess
entschädigung (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegen
s bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
)
. Gemäss §
6 Abs. 2 der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
kann indessen eine Entschädigung verweigert werden, wenn die Partei den Prozess schuldhaft selbst veranlasst hat.
Da
der Beschwerdeführer
im Verwaltungsverfahren
seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen ist, indem er
die Beschwerdegegnerin nur unvollständig über die ihn behandelnden Ärzte in Kenntnis gesetzt und selbst den an ihn adressierten Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
A._
vom 6. August 2020 nicht im
Einwandverfahren
, sondern erst im Beschwerdeverfahren eingereicht hat,
ist das vorliegende Beschwerdeverfahren als durch den Beschwerdeführer verursacht zu qualifi
zieren.
Eine Parteientschädigung ist daher nicht zuzusprechen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_148/2011 vom 29. April 2011 E. 2
und 9
C_797/2015
vom 3. Dezember 2015 E. 3 mit Hinweisen)
.