# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a1ac516-5af3-4242-9a19-9a894c0fc09a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, lebt seit 1989 in der Schweiz.
(Urk. 5/19/1 und 5/19/3, Urk. 5/131/12, Urk. 5/158/1 ff.)
. Der Versicherten war in der Kindheit nach einer Verletzung die zweite Zehe des linken Fusses amputiert worden. Im Jahr 1990 e
rlitt sie eine Kontusionsverlet
zung der linken grossen Zehe und in der Folge einen lokalen Infekt mit Kno
chen
beteiligung, der operativ ver
sorgt werden musste. Im Mai 1994 hatte sie einen Autounfall und erlitt multiple Kontusionen, unter anderem im Bereich des rechten Knies und des Rückens, wo
raufhin i
nsbesondere Beschwerden am rech
ten Knie persistierten. Aus gesund
heitlichen Gründ
en gab sie ihre Ausbildung zur Hoch
bauzeichnerin auf. Bis im Ja
hr 1997 arbeitete sie als Lagermit
arbeiterin bei der
Y._
S.A. Im Mai 1997 erlitt sie einen Velounfall, bei dem sie auf das rechte Knie stürzte. In der Folge nahmen die Beschwerden im linken Fuss zu. In den Jahren 1998 und 1999 wurde die grosse linke Zehe erneut ope
riert (Urk. 5/131/12 ff., Urk. 5/149/
29 f.). Seit
1999 leidet die Versicherte zu
nehmend an Kopf- und Nacken
beschwerden und inter
mittierend auftretenden Kopfschmerzattacken
mit Bewusst
seinsausf
ällen und rechtsbetonten Empfindungsstörungen (Urk. 5/97, Urk. 5
/14
9/8 ff. und
Urk.
5/149/29 ff., Urk. 5/186/
8 f.)
.
Nach der Anmeldung der Versicherten bei der
Invaliden
versiche
rung vom 30. Ap
ril 1998 zur Umschulung und zum Bezug einer Invalidenrente übernahm das
da
mals zuständig gewesene
Office de
l'assurance-in
validité
du
C
anton
du J
ura die Kos
ten für eine Umschulung zur Büroangestellten, welche die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen jedoch abbrach. Seither geht sie keiner Erwer
bstätig
keit mehr nach (Urk. 5/17, Urk. 5/19, Urk. 5/48, Urk. 5/51, Urk. 5/62/3, Urk. 9/131/30 f., Urk. 9/157/
4
).
Seit
Mai
2005 ist sie Mutter eines
Sohnes
(
U
rk. 5
/163/3-4
,
Urk.
5/373/4
).
M
it Urteil vom
12. April 2006 wies das Kantons
gericht des Kantons Jura die Beschwerde de
r Versicherten gegen den rentenver
neinen
den
Einspracheentscheid
de
s Office de
l’
assurance
invalidité
du
Canton
du Jura
vom 26. Septem
ber 2003 (Urk. 5
/87) mit der Be
gründung ab, die im G
utach
ten des Zent
rums
Z._
vom 11. Februar 2005 (Urk. 5
/131) diagnostizierte Soma
tisierungsstörung erfülle die rec
htsprechungs
gemässen Voraus
setzungen für eine Invalidität nicht und die soma
tischen Be
schwerden führten auf
grund der in einer leidensangepassten Tätigkeit attestierten vollen Arbeitsf
ähigkeit zu einem In
validitäts
grad von lediglich 11 % (Urk. 5
/1
45). Dieses Urteil erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 28. Juni 2007 meldete sich die Versicherte bei der nunmehr zuständigen So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erneut zum Rentenbezug
an
(Urk. 9/158). Nach dem
Beizug
diverser Arztberichte liess die IV-Stelle die Versicherte im
I
nstitut
A._
begutachten. Ge
stützt auf das Gut
achten vom 13. Juni 2009 (Urk. 5
/215)
sprach
sie der Versi
cherten
m
it Verfügung vom 13. November 2009 ab 1. Juni 2009
auf
der
Basis eines Invaliditätsgrades von 40
%
eine
Viertelsrente
zu (Urk.
5/239
; vgl. auch Urk. 5/219,
Urk.
5/227
).
Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
mit Urteil IV.2008.00208 vom 2
9.
Mai 2012 teilweise gut und änderte die Verfügung vom 1
3.
November 2009 insoweit ab, als es feststellte, dass die Versicherte bereits ab
1.
Juni 2008 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hatte
(
Urk.
5/256)
. Das Bundesgericht wies die von der Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde (
Urk.
5/265) mit Urteil 8C_782/2012 vom 2
2.
Oktober 2013 ab (
Urk.
5/283).
1.3
Bereits
zuvor
hatte die IV-Stelle
im Rahmen
eine
r
im August 2012 eingeleiteten
Revision der Rente (
Urk.
5/261
)
den Verlaufsbericht vom 1
7.
August 2012 des behandelnden
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und
Rheumatologie
(
Urk.
5/260)
,
und die Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es
(RAD)
vom 1
0.
September 2012
eingeholt
(
Urk.
5/294/3
)
.
D
ie Versicherte
war
im März 2012 zum zweiten Mal Mutter geworden (
Urk.
5/363/88).
A
m
8.
Januar 2014
liess
die IV-Stelle
zu Hause bei der Versicherten eine Abklärung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt durchführen (Abklärungsbericht vom
7.
März 2014;
Urk.
5/292)
. Aufgrund
ihrer Beurteilung, dass sich der Gesundheitszustand zwar nicht wesent
lich verändert habe, die Beschwerdeführerin aber
wegen einer familiären Ände
rung
aktuell als Gesunde nur noch zu 50
%
erwerbstätig und daneben zu 50
%
als Hausfrau und Mutter tätig wäre, ermittelt
e
die IV-Stelle neu einen Invalidi
tätsgrad von 24
%
(
Urk.
5/294)
.
Deshalb hob sie die
R
ente mit Verfügung vom
1.
Juli 2014 auf das Ende des folgenden Monats auf
(
Urk.
5/304
; vgl. auch
Urk.
5/296,
Urk.
5/299,
Urk.
5/302-303
).
Die von der Versicherten dagegen erho
bene Beschwerde (
Urk.
5/
309) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2014.00860 vom 2
7.
Februar 2015 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts
durch ein interdisziplinäres Gutachten
an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
5/320; vgl. auch
Urk.
5/312-313)
.
In Nachachtung des Gerichtsurteils ordnete die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 2
2.
September
2015 die polydisziplinäre allgemein-internistische, neurolo
gische
, rheumatologische und p
sychiatrische Begutachtung der Versicherten in der
Gutachtenstelle
C._
an (
Urk.
5/344
; vgl. auch
Urk.
5/339
). Die von der
Versicherten
da
ge
gen erhobene Beschwerde (
Urk.
5/346)
wies das Sozialversicherungsgericht mit dem Urteil IV.2015.01091 vom 2
5.
Oktober 2016 ab (
Urk.
5/350);
d
as Bundesge
richt
trat
auf
die
dagegen erhobene
Beschwerde
(
Urk.
5/351) mit Urteil 8C_
804/2016 vom 1
4.
Dezember 2016
nicht ein
(
Urk.
5/
352
).
Nach
Eingang
des
polydisziplinären Gutachtens des
C._
vom 1
0.
August 2017 (
Urk.
5/363) stellte die IV-Stelle den Gutachte
r
n Ergänzungsfragen (
Urk.
5/3
64), welche von den Experten des
C._
am 2
2.
August 2017 beantwortet wurden (
Urk.
5/365).
Am 2
2.
Mai 2018 liess die IV-Stelle bei der Versicherten eine weitere Haushaltabklärung durchführen (Abklärungsbericht vom 3
1.
Mai 2018;
Urk.
5/373).
Sie
qualifizierte die Versicherte neu als zu 80
%
im Erwerbsbereic
h und zu 20
%
im Haushalt tätig
und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 34
%
(
Urk.
5/374-376). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
5/376,
Urk.
5/384
,
Urk.
5/387) hob s
ie die
laufende
Viertelsr
ente
mit Verfügung vom 2
2.
November 2018
per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
, mit Eingabe vom
9.
Januar 2019 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht stellte sie den Antrag, beim psy
chiatrischen Gutachter des
C._
sei eine Stellungnahme zum internen Feststel
lungsblatt der IV-Stelle, welches sich mit seinen Ausführungen auseinandersetze, einzuholen
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
Februar 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). Am 2
5.
Februar 2019 nahm die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeantwort Stellung (
Urk.
7), wovon die IV-Stelle in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Die Beiladung der Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft
AG
zum Prozess am 2
9.
Januar 2020
(
Urk.
9)
wurde mit Gerichtsverfügung vom 2
5.
Februar 2020 wiedererwägungsweise rückgängig gemacht (
Urk.
13)
, nachdem sich diese als nicht zuständig erk
l
ärt hatte (
Urk.
11)
.
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesge
setz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bun
desgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen psychischer Krankheiten,
nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichter bis mittelschwerer Depressionen,
sind Indikatoren be
achtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichke
itsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
A
ktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Lei-
densdruck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbereich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG fest
gelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen
(Betätigungsvergleich)
. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich fest
zulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln.
Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Re
visionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachver
halt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Aufhebung der seit
1.
Juni 2008 laufenden
Viertels
rente
in der Verfügung vom 2
2.
November 2018 damit, in Nachachtung der An
weisungen des Sozialversicherungsgerichts im
U
rteil
IV.2014.00860
vom 2
7.
Feb
ruar 2015 habe sie
die Beschwerdeführerin im
C._
umfassend medizinisch be
gutachten lassen. Gemäss dieser Beurteilung sei ihr die bisherige Tätigkeit als Lageristin nicht mehr zumutbar. In einer behinderungsangepassten körperlich leichten, primär sitzenden Tätigkeit bestehe hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
.
Unbehelflich
sei der von der Beschwerdeführerin dagegen erhobene Ein
wand, die Gutachterstelle habe effektiv eine Restarbeitsfähigkeit von bloss 30
%
attestiert. Die Konsistenz der ärztlich bescheinigten Einschränkung der Arbeits
fähigkeit aus psychischen Gründen werde nämlich von der IV-Stelle anhand von Indikatoren überprüft. Gemäss eigenen Angaben könne die Beschwerdeführerin ihre Kinder jeden Tag zur Schule bringen und von der Schule abholen. Sie könne mehrmals
t
äglich die Mahlzeiten für die ganze Familie zubereiten. Wenn die Kin
der zu Hause seien, gestalte sie den Tag mit ihnen aktiv. Diese enormen Ressour
cen sprächen gegen eine Arbeitsunfähigkeit wegen psychischen Einschränkun
gen.
Ausgehend vom hypothetischen
Valideneinkommen
im Jahr 2017 in einem Pensum von 100
%
von
Fr.
70'197.
--
und vom Invalideneinkommen von
Fr.
44'941.45 in einem 80%-Pensum resultiere bei einer Erwerbseinbusse von
Fr.
25'255.55 eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 36
%
. Anlässlich der Abklärung im Haushalt im Mai 2018 sei für diesen Bereich eine Einschränkung von 24.3
%
festgestellt worden. Zudem
habe die Beschwerdeführerin damals
an
gegeben
, dass sie bei voller Gesundheit ab dem Schuleintritt ihrer Tochter im August 2018 mit einem Beschäftigungsgrad von 80
%
erwerbstätig wäre.
Diese Angaben seien schlüssig, so dass die Beschwerdeführerin als zu 80
%
im Erwerbs
bereich und zu 20
%
im Haushalt tätig zu qualifizieren sei. Die Erfahrung zeige, dass zwei schulpflichtige Kinder einen enormen Betreuungsaufwand mit sich brächten, selbst wenn der Ehemann und die Schwiegermutter ergänzend zu den
üblichen Fremdbetreuungs-Angeboten einen Teil der Betreuung übernähmen (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie habe Anspruch auf eine ganze Rente.
Im Wesentlichen macht sie geltend, im
C._
-Gutachten sei ihr aus interdisziplinärer Sicht und nach Prüfung der massgebli
chen Indikatoren hauptsächlich wegen der psychischen Einschränkungen eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 30
%
in einer
ausserhäuslichen
angepassten Tätigkeit attestiert worden. Der RAD der IV-Stelle habe diese Beurteilung als schlüssig und beweiskräftig eingestuft. Einzig die zuständige Kundenberaterin
und der Rechtsdienst
der IV-Stelle, welche sie nie
persönlich
gesehen
hätten
und auch nicht über eine medizinische Ausbildung verfüg
t
e
n
,
hätten aufgrund ihre
s
Tagesablaufs und der festgestellten Einschränkungen im Haushalt auf eine 80%ige Restarbeitsfähigkeit geschlossen
.
Damit verletze die IV-Stelle die Unter
suchungsmaxime und handle willkürlich. Ebenfalls willkürlich sei die Annahme, s
ie
wäre im Gesundheitsfall nur zu 80
%
erwerbstätig
(
Urk.
1 S. 6 f. und 10 ff.)
. Anlässlich der Haushaltsabklärung im Mai 2018 habe sie ausdrücklich angege
ben, als Gesunde würde sie heute trotz zwei Kindern
zu 100
%
arbeiten, da
sie unabhängig sein wolle und ihr
e
Sch
w
iegermutter nur 100 Meter entfernt wohne. Die Abklärungsperson habe diese Aussage nicht berücksichtigt. I
hre Argumenta
tion, die Familie w
ohne in einer günstigen Wohnung und benötige kein volles Zweiteinkommen, verkenne, dass diese Gegebenheiten ohne Behinderung ganz anders aussehen könnten
. Dieses Vorgehen der IV-Stelle sei nicht nachvollziehbar und damit willkürlich (
Urk.
1 S. 7 f. und 11 ff
.
,
Urk.
7
).
3.
Zeitliche
Vergleichsbasis
zur
Beurteilung
der
Frage
,
ob
eine
relevante
Verände
rung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, bildet die letzte materielle Beur
teilung des Rentenanspruchs mit
der
Verfügung vom
13. November 2009
(
Urk. 5/239
) beziehungsweise mit dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2008.00208 vom 2
9.
Mai 2012
, soweit die Verfügung damit teilweise abgeän
der
t worden ist (
Urk.
5/256
, vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage, Zürich 2014, Art. 30-31
Rz
42
sowie vorstehend Erwä
gung 1.5
).
Dieses Urteil wurde vom Bundesgericht mit Urteil 8C_782/2012 vom 2
2.
Oktober 2013 bestätigt (
Urk.
5/283).
4
.
4
.1
4.1.1
In
medizinischer Hinsicht lag der
Verfügung vom 13. November 2009 (Urk. 5/239
/
4; vgl. auch
Urk.
5/216/5,
Urk.
5/235/2
)
und
dem Urteil des Sozial
versicherungsgerichts IV.2008.00208 vom 2
9.
Mai 2012
(
Urk.
5/256
/21-22
)
zur Hauptsache
das Gutachten des
A._
vom 13. Juni 2009 (Urk. 5/215) zugrunde, was im Urteil des Bundesgerichts 8C_782/2012 vom 2
2.
Oktober 2013
E. 4.3,
nicht beanstandet wurde (
Urk.
5/283
/7-8
)
.
Am
1
6.
und 1
7.
März 2009
wurde die Beschwerdeführerin
durch das
A._
inter
nistisch/allgemeinmedizinisch, psychiatrisch, rheumatologisch und neurologisch abgeklärt
. Die Expertise wurde
am
13. Juni 2009
fertiggestellt (
Urk.
5
/215
/2
). In der psychiatrischen Anamneseerhebung gab d
ie Beschwerdeführerin zum Tages
verlauf und zu ihren Aktivitäten an, sie kümmere sich tagsüber um das Kind, spiele mit ihm, lese ihm Geschichten vor und begleite es auf den Spielplatz, selten auch in die Spielgruppe, die es zweimal wöchentlich besuche. Bei starken Schmer
zen lege sie sich hin, das Kind beschäftige sich dann selber. Leichtere Haushalt
arbeiten und die täglichen kleinen Einkäu
fe erledige sie, schwere Ar
beiten würden von Verwandten übernommen. Sie gehe
regelmässig
zusammen mit ihrem Mann schwimmen, was ihr
gut tue
. An den Wochenenden besuchten sie zusammen mit dem Kind den Flughafen oder ein Restaurant in der Nähe des Bahnhofs, damit das Kind den Flugzeug
en beziehungsweise den Zügen zu
schauen könne. Zudem hätten sie
regelmässig
Kontakt mit Freunden und Ver
wandten, sie habe auch im
mer noch Kontakt mit Freunden aus dem Jura. Zu ihrem Gesundheitszustand be
fragt, meinte sie, sie habe wenig Hoffnung, dass sich ihr Zustand ändere. Manch
mal sei ihr das Leben etwas verleidet, sie lebe für ihren Sohn, der ihr sehr wichtig sei. Suizidabsichten habe sie nicht
(
Urk.
5/215/21-22)
.
In der psychiatrischen Untersuchung war eine herabgesetzte, leicht depressive Stimmung erkennbar. Einschränkungen von Bewusstsein, Auffassungsgabe, Kon
zentration, Merkfähigkeit, Gedächtnis, Beziehungsfähigkeit oder Affektsteu
erung zeigten sich nicht. Beim Denken standen depressive Gedanken im Vor
dergrund
(
Urk.
5/215/23)
.
Der psychiatrische Gutachter kam in seiner Beurteilung zum Schluss, das
Aus
mass
der geklagten Beschwerden, die Gefühlsstörungen und die subjektive Krank
heitsüberzeugung könnten durch die somatischen Befunde nicht objekti
viert wer
den, so dass eine psychische Überlagerung anzunehmen sei.
Die Be
schwerdefüh
rerin ziehe aus ihren Symptomen zudem einen hohen sekundären Krankheitsge
winn. Die Ohnmachtsanfälle träten etwa viermal im Monat und
praktisch nur dann auf, wenn sie in Begleitung ihres Ehemannes oder der Schwiegereltern sei. Diese Anfälle seien im Rahmen der Somatisierungsstörung zu sehen; es sei kein Konflikt
eruierbar
, der zu einer Konversionsstörung hätte führen können. Mit den
Anfällen verdeutliche die Beschwerdeführerin gegenüber ihrer Umwelt, dass sie nicht arbeitsfähig sei.
Die leichte depressive Verstimmung sei ebenfalls im Rah
men der Somatisierungsstörung zu sehen, eine eigentliche depressive Störung liege nicht vor. Bei der Diagnose einer Somatisierungsstörung bestehe aus psy
chiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
5/215/24-25)
.
Bei der rheumatologischen Untersuchung zeigten sich nebst belastungsab
hän
gi
gen Beschwerden im linken
Vorfuss
und im rechten Knie ein
z
ervikospondyloge
nes
Schmerzsyndrom mit
Z
erviko
z
ephalgien
bei
Dysbalance
der Schultergürtel
muskulatur, ein chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
myostatischer
Insuffizienz sowie ein generalisiertes Schmerzsyndrom mit Ganz
körperschmerzen mit Betonung der rechten Körper
hälfte und vegetativer Begleit
sym
p
tomatik.
Hinsichtlich der Schmerzen in der Halswirbelsäule führte der Gut
achter aus, er habe eine deutliche Diskrepanz zwischen den aktiv demonstrierten Einschränkungen und den unbewussten Be
wegungen in unbeobachteten Momen
ten festgestellt. Bei der Prüfung der
thora
kolumbo-spondylogenen
Einschränkun
gen seien die
Wa
ddellzeichen
positiv ge
wesen.
Ebenso hätten sich die
fibromyal
gietypischen
Tenderpoints als
druckdo
lent
erwiesen; da jedoch auch an willkür
lich gewählten Muskel- und Sehnen
ansätzen Druckschmerzen angegeben worden seien, l
iege nach den einschlägi
gen Kriterien keine Fibromyalgie vor. Im Weitern stellte er eine allgemeine Hy
permobilität mit Überstreckbarkeit der Gelenke und allgemeiner Bindegewebe
schwäche fest, was sowohl im Wirbelsäulenbereich als auch im Bereich der pe
ripheren Gelenke zu Überlastungserscheinungen führen könne. Zusammenfas
send hielt er fest, für die geltend gemachten
Schmerzen und Funktionsein
schränkungen finde sich nur zu einem kleinen
Teil ein morphologi
sches Korre
lat, aus rheumatologischer Sicht sei die Besch
werdeführerin für leichte, über
wiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, gelegentlich auf
zustehen und herumzugehen, uneingeschränkt arbeitsfähig, die im Rahmen der gewährten Umschulung abgebrochene Tätigkeit im kaufmännischen Bereich wäre ideal
(
Urk.
5/215/30-31)
.
In der neurologischen Anamneseerhebung gab die Beschwerdeführerin als Haupt
problem Schmerzen im linken Bein an. Zudem leide sie unter starken Kopf-, Na
cken- und lumbalen Rückenschmerzen sowie an Bewusstseinsstörungen, die
zweimal pro Monat bis zweimal pro
Woche aufträten. Körperliche
An
strengungen würden die Schmerzen verstär
ken und zu einer allgemeinen Er
schöpfung führen. I
m
Haushalt könne sie in guten Phasen leichtere Reinigungsarbeiten und Einkäufe erledigen; in schlechten Phasen sei s
ie jedoch stark ein
geschränkt, weshalb sie auf die Hilfe durch Verwandte angewiesen sei
(
Urk.
5/215/32-33)
. Die an
gegebe
nen Kopfschmerzen interpretierte der Neurologe als chronische Span
nungskopf
schmerzen und hielt fest, dass die früher beschriebenen
migräniformen
Exazer
bationen nicht mehr angegeben
worden seien.
Wie der Rheumato
loge stellte er fest, dass die demonstrierten Einschränkungen der Halswirbel
säulenbeweglichkeit unter Ablenkung nicht zu beobachten gewesen seien. Ob
jektivierbare klinische Zeichen für die Verminderung der Berührungs- und Schmerzempfindung auf der rechten Körperseite fand er ebenfalls nicht, so dass er unter Hinweis auf die frühe
ren neurologischen Abklärungen in der
Klinik
D._
auf eine funktionelle Störung
schloss. Im linken
Fuss
bestün
den - trotz gewisser Inkonsistenzen - An
haltspunkte für das Vorliegen eines neuropathischen Schmerzsyndroms. Zu den Ohnmachtsanfällen verwies der Gutachter auf die eingehenden Abklärungen im Epilepsie-Zentrum, die keinen Hinweis auf das Vorliegen einer Epilepsie ergeben hatten, und beurteilte sie mangels somatischer Ursachen als eine funktionelle Störung. Aufgrund der chronischen Spannungskopfschmerzen und der Beschwer
den im linken
Fuss
setzte er di
e Arbeitsfähigkeit für Tätigkei
ten ohne längere Belastung des linken
Fusses
auf 80 % fest
(
Urk.
5/215/34-35)
.
Zusammenfassend wurden im Gutachten als Diagnosen mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit belastungsabhängige
Vorfussbeschwerden
links, chronische Span
nungskopfschmerzen und ein neuropathisches Schmerzsyndrom im linken
Fuss
festgehalten. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden rezidi
vierende Episoden mit Bewusstseinsstörungen funktioneller Ursache, eine Soma
tisierungsstörung, ein Belastungsdefizit im rechten Knie unklarer Ätiologie, ein chronisches
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, ein chronisches
thorako
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
ein generalisiertes
multilokulä
res
Schmerzsyndrom sowie eine Hypermobilität aufgeführt
(
Urk.
5/215/36-37)
. Die Arbeitsfähigkeit wurde für körperlich leichte, überwiegend sitzende Tä
tigkeiten auf 80 % fest
gesetzt (
Urk.
5/215/38)
.
4.1.2
Das hiesige Gericht erwog, e
ine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
, bedingt durch die Beeinträchtigungen im linken
Fuss
,
ein
neuropathische
s
Schmerzsyndrom und die Spannungskopfschmerzen erschein
e als
plausibel
. Die nicht auf einem objek
tiven Korrelat beruhenden Beschwerden erachtete das Gericht nach Prüfung der damals
massgebenden
Förster-Kriterien nicht als invalidisierend.
Es ging von
ei
ner 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, überwiegend im Sitzen auszuübenden Tätigkeit aus
. Das
Bundesgericht schützte
diese Erwägungen
(
Urk.
5/285 E. 4.3.4)
.
Trotz den
Aufgaben als Hausfrau und Mutter
qualifiziert
e
das Gericht die Beschwerdeführerin sodann
als Vollerwerbstätige
(
Urk.
5/256 E.
5.2-3).
4
.2
4
.2.1
Im hier zu beurteilenden Rentenrevisionsverfahren holte die IV-Stelle entspre
chend der Anordnung im Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2014.00860 vom 2
7.
Februar 2015 (
Urk.
5/320
/3) das polydisziplinäre
Gutachten
des
C._
vom 1
0.
August 2017 ein. Dieses basiert auf fachärztlich-internistischen, -rheu
matologischen, -neurologischen und –psychiatrischen Untersuchungen vom 2
0.
und 2
2.
Februar sowie 2
0.
und 2
1.
März 2017 (
Urk.
5/363/1).
Zu ihrem Tages
ablauf
und ihren Aktivitäten gab die Beschwerdeführerin dem fallführenden Gutachter an, nach dem Aufstehen um 7
.00
Uhr esse sie mit den Kindern das Frühstück. Dann bringe sie die Kinder einzeln in die Schule bezie
hungsweise in den Kindergarten, teils mit dem Auto, teils zu
Fuss
. Am Dienstag und Donnerstag müsse sie danach in die
Klinik D._
, wo sie Infiltrationen
in ihrer Narbe am Unterbauch bekomme,
anschliessend
gehe sie in die Physio
therapie.
Danach
hole
sie
die beiden Kinder ab und nehme mit ihnen das Mittag
essen ein. Der Sohn müsse am Nachmittag wieder in die Schule, mit der Tochter verbringe sie diesen auf dem Spielplatz oder zu Hause mit Spielen oder Lesen. Nach der Rückkehr des Sohns aus der Schule mache sie mit ihm Hausaufgaben. Danach bereite sie das Abendessen zu, das die ganze Familie zwischen 18.30 und 19.00 Uhr einnehme. Den restlich
en Abend verbringe man im Kreis
der Familie. Manchmal gehe sie noch gemeinsam mit dem Mann eine kleine Runde im Quar
tier. Nachdem die Kinder im Bett seien, unterhalte sie sich mit ihrem Ehemann oder schaue sich etwas im Fernseher an. In der Regel gehe sie gegen 22
.00
Uhr schlafen (
Urk.
5/363/69). Dem psychiatrischen Teilgutachter gab sie zusätzlich an, am Nachmittag fühle sie
sich jeweils erschöpft und m
üde
und habe mehr Schmerzen. Häufig helfe die Nachbarin oder die Schwiegermutter, welche mit der Tochter spielten, so dass sie sich hinlegen könne. Dadur
ch würden die Schmerzen besser
(
Urk.
5/363/90). Einen
Grossteil
der Haushaltsarbeiten wie das Kochen und einfache täglich
e Verrichtungen könne sie selb
er erledigen. Die schweren Haus
haltsarbeiten übernehme der Ehemann, die schweren Reinigungsarbeiten zusam
men mit einem Cousin; das Bügeln besorge die Schwiegermutter (
Urk.
5/363/68,
Urk.
5/363/90).
Dem rheumatologischen Gutachter berichtete sie dagegen, bügeln könne sie selber (
Urk.
5/363/78).
Ihre Hobbys seien Lesen und Musik hören. Ein
mal wöchentlich gehe sie schwimmen, hin und wieder auch mit den Kindern. Sie habe gute Kolleginnen, welche sie
regelmässig
treffe (
Urk.
5/363/90).
Vom psychiatrischen Gutachter z
u ihrem Gesundheitszustand befragt gab sie an, es gehe ihr nach den häufigen Operationen in den letzten Jahren schlecht.
Sie leide unter ständigen Schmerzen an verschiedenen Stellen sowie häufigem Erb
rechen und einer ständig vorhandenen Übelkeit. In ihrem Magen sei ein Tumor fe
stgestellt worden, der operiert
werden solle, was ihr Sorgen bereite. Auch komme es
etwa zwei Mal wöchentlich zu Bewusstseinsverlusten. Diese Anfälle
könne sie mittlerweile teilweise verhindern, weil sie sie kommen spüre.
Hinsicht
lich der Psyche fühle sie sich müde, erschöpft, traurig und mache sich auch Sor
gen um ihre Kinder. Sie sei in einer ständigen Anspannung. Sie versuche, die Krankheit vor ihren Kindern zu verstecken (
Urk.
5/363/89-90).
Ihren behandeln
den Psychiater sehe sie einmal monatlich. Psychopharmaka nehme
sie nicht, da sie diese nicht
ertrage (
Urk.
5/363/91).
Der begutachtende Psychiater erhob
fol
gende Befunde:
Der Affekt habe
innerlich angespannt,
unruhig
und
unsicher
ge
wirkt
, zudem leicht
deprimiert
.
Ein Leidensdruck bei der Schilderung der Symp
tome sei spürbar gewesen. Es bestünden schmerzbedingte Ein- und Durchschlaf
störungen, wobei die Beschwerdeführerin jeweils wieder einschlafen könne. An
haltspunkte für sozialen Rückzug oder
Suizidalität bestünden nicht
(
Urk.
5/363/91-92).
Der psychiatrische Gutachter gelangte zu
m Schluss
, dass die Schmerzen, welche nur teilweise somatisch erklärbar seien, im Hauptfokus der Aufmerksamkeit der Beschwerdeführerin stünden. Diagnostisch sei von einer an
haltenden somatoformen Schmerzstörung
mit psychischen Faktoren
auszugehen. Durch die Schmerzen sei sie sicherlich im Alltag limitiert.
Bei den
Bewusstseins
verluste
n
handle es sich um
dissoziative Anfälle
, welche
diagnostisch als disso
ziative Störungen gemischt
einzuordnen
seien
.
Zudem sei aufgrund des Ein
drucks, den die Beschwerdeführerin beim Gutachter hinterlassen habe, nach Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten vom Bestehen einer kombinier
ten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen Persön
lichkeitsanteilen auszugehen. Die von der Versicherten beschriebene leichte de
pressive Symptomatik mit Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Schlaf
störungen und Appetitverlust sei in den Rahmen der chronischen Schmerzerkran
kung zu
stellen. Hingegen bestünden keine weiteren Symptome, welche an eine Somatisierungsstörung denken lassen könnten. Es sei nicht anzunehmen, dass
die Beschwerdeführerin
mit den Stressbedingungen eines allgemeinen Arbeitsplatzes
zurechtkommen würde. Deshalb bestehe aus psychiatrischer Sicht derzeit eine maximal 30%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
5/363/97,
Urk.
5/363/111-112).
Die internistische Untersuchung ergab durchwegs Normalbefunde, bis auf
die Me
dikamentenspiegel
, welche alle deutlich unterhalb des therapeutischen Spiegels l
a
gen
(
Urk.
5/363/109). Laut dem rheumatologischen Gutachter war der linke
Fuss
im Zustand nach
achtmaliger operativer Behandlung das somatische Haupt
problem. Der
Fuss
sei
bewegungsdolent
und schmerze bei Belastung, was nach acht Operationen und mit Blick auf die bildgebenden Befunde nachvollziehbar sei
. Die übrigen Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates könnten rheu
matologisch nicht erklärt werden
. Alle Gelenke seien frei und schmerzlos beweg
lich und zeigten keine Anhaltspunkte für Degeneration oder Entzündung. Diese
Beschwerden müssten einem
multilokulären
Schmerzsyndrom zugeordnet wer
den. Die erhobene diskrete schmerzhafte Einschränkung der Halswirbelsäule mit
suprascapulär
verspannter Muskulatur, aber ohne
spondylogene
oder
radikuläre
Symptomatik sei nicht limitierend. Einschränkend wirke sich einzig der operierte linke
Fuss
aus
, der nicht voll belastbar sei.
Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten, vorwiegend sitzenden
Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig
(
Urk.
5/363/109).
Seit der Begutachtung im
A._
im Juni 2009 hätten sich die rheumatologischen Befunde kaum verändert
(
Urk.
5/363/82).
Dem
neurologischen Gutachter gab die Beschwerdeführerin an, sie leide an Schmerzen am gesamten Körper, insbesondere am Rücken, am Bauch und am linken
Fuss
. Wegen stark elektrisierenden, bei Berührung zunehmenden Schmer
zen im inneren vorderen Oberschenkelbereich erfolge zweimal pro Woche eine Infiltration.
Mit di
eser Behandlung könnten die Sch
merzen für 2 bis 3 Tage sehr gut kontrolliert werden.
Wegen der Fühlstörung am linken
Vorfuss
stürze sie sehr oft. An Tagen, an denen es ihr wirklich nicht gut gehe, verlasse sie das Haus aus Sorge vor Stürzen nicht. Das Holen und Bringen der Kinder würde dann von ihrer Schwiegermutter und von Nachbarn übernommen. Manche Stürze erfolgten auch wegen Bewusstlosigkeit, welche ein- bis zweimal pro Woche auftr
ete
, wenn sie ganz starke Kopfschmerzen habe.
Die
Bewusstlosi
gkeiten
seien aber weniger h
äu
fig als früher, seitdem sie in der Prodromalphase 1 Tablette
Temgesic
und
Relpax
einnehme. Sie benutze das Auto all
gemein sehr selten, vor allem um zur
Klinik D._
zu fahren. Da sie sich vor
Bewusstlosigkeiten
immer ganz selt
sam fühle und dann nie Auto fahre, könne sie
Bewusstlosigkeiten
am Steuer ver
meiden. Zudem habe sie dauerhaft Kopfschmerzen mit Kopfschmerzattacken zweimal pro Woche. Bei stärkeren Kopfschmerzen könne sie sich kaum konzent
rieren und sage alle Termine ab
(
Urk.
5/363/83-84).
Der neurologische Gutachter konnte keine
höhergradigen
objektivierbaren fokalneurologischen Defizite fest
stellen. Die Minderung des oberflächigen Berührungsempfindens im Bereich der gesamten rechten Körperhälfte sei bereits seit Jahren bekannt. Eine hirnorgani
sche Ätiologie habe bereits ausgeschlossen werden können, und die strenge Mit
tellinienbegrenzung spreche für eine nichtorganische Ätiologie dieser Fühlstö
rung. Angesichts der multiplen Operationen im linken
Fuss
sei hinsichtlich der chronischen
Fussschmerzen
mit
Allodynie
eine neuropathische Schmerzkompo
nente
durchaus plausibel
(
Urk.
5/363/86)
. Auch das Schmerzsyndrom an der Oberschenkelvorderinnenseite links seit der Sectio
caesarea
am 1
4.
März 2012 mit Revisions-Operation im Mai 2013 lasse sich angesichts der Schilderung und des offensichtlich reproduzierbaren guten Ansprechens auf die Infiltrationsbe
handlung in plausibler Art und Weise auf einen neuropathischen Schmerz im Sinne einer Neuralgie des
Ramus
femoralis
nervi
genitofemoralis
beziehen.
Eine
abschliessende
Einordnung der berichteten häufigen Sturzereignisse ohne Be
wusstseinsverlust sei bei fehlenden Hinweisen für eine
höhergradige
Tiefensensi
bilitätsstörung oder Koordinationsstörung der Beine als Ursache nicht möglich. Davon abzugrenzen seien die Stürze mit
Bewusstlosigkeiten
, welche
ausschliess
lich
nach einer prodromalen Phase mit Exazerbation der Kopfschmerzen und Hör
störungen aufträten. Das Bestehen einer Epilepsie als ursächlicher Faktor habe nicht belegt werden können. Die vom behandelnden Neurologen angeführte
mig
ränoide
Genese der
Bewusstlosigkeiten
erscheine aus fachneurologisch-gutachterlicher Sicht nicht hinreichend plausibel.
Wegen der neuropathischen
Fuss
- und Oberschenkelschmerzen links sei die Beschwerdeführerin nur in einer wech
selbelastenden leichten Tätigkeit einsetzbar. Aus rein fachneurologischer Sicht sei sie auch ohne
abschliessende
ätiologische Einordnung der rezidivierenden Stürze und ohne sichere Zuordnung der Kopfschmerzen zu einer Migräne in an
gepassten Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig (
Urk.
5/363/86-87).
Aus interdisziplinärer Sicht
hielten
die Gutachter
dafür
,
die anhaltende somato
forme
Schmerzstörung,
die
kom
binierte
Persönlichkeitsstörung,
die
dissoziativen Störungen gemischt,
das chronische
Schmerzsyndrom am linken
Vorfuss
mit zum Teil neuropathischer Schmerzkomponente sowie
die
neuropat
h
ischen Schmerzen an der Oberschenkelvorderinnenseite
schränkten
die Beschwerdeführerin in
ihrer Arbeitsfähigkeit ein
(
Urk.
5/363/97)
. Wegen der objektivierbaren rheumatologi
schen und neurologischen Befunde im Bereich der linken unteren Extremität könne die Beschwerdeführerin nur noch eine leichte, überwiegend sitzende Tä
tigkeit mit der Möglichkeit, gelegentlich aufzustehen und herumzugehen, im Um
fang eines 80%igen Pensums ausüben, wobei die 20%ige Einschränkung den not
wendigen vermehrten Pausen geschuldet sei.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe hingegen eine maximal 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer ausserhäuslichen Tätig
keit. Diese Einschränkung sei auf die persönlichkeitsbedingt verminderte Anpas
sungsfähigkeit und Flexibilität, durch die verminderte Belastbarkeit, Aufnahme
fähigkeit und Stresstoleranz und die subjektiv angegebenen kognitiven und mnestischen Defizite zurückzuführen (
Urk.
5/363/112-113).
Im Haushalt
sbereich sei die Arbeitsfähigkeit mit geschätzten 60-70
%
deutlich höher, weil die Be
schwerdeführerin zu Hause weniger Stressoren ausgesetzt werde. Gemäss ihren Schilderungen zum Tagesablauf scheine sie zu Hause auch viel besser zu
«
funk
tionieren
»
(
Urk.
5/363/116).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit blieben
das
multilokuläre
Schmerzsyndrom ohne erklärbares anatomisches Korrelat, die rechtsseitigen Knieschmerzen sowie die chronischen Kopfschmerzen ohne sichere ätiologische Zuordnung (
Urk.
5/363/97-98).
Hinweise für Aggravation oder Si
mulation hätten nicht festgestellt werden können (
Urk.
5/363/119). Auch Inkon
sistenzen im Verhalten der Beschwerdeführerin hätten nicht beobachtet werden können (
Urk.
5/363/124). In therapeutischer Hinsicht sei bisher noch keine stati
onäre Behandlung in einer psychosomatisch ausgerichteten Klinik erfolgt (
Urk.
5/363/125).
4
.2.2
In
den ergänzenden, sich auf Zusatzfragen der IV-Stelle
(
Urk.
5/364)
beziehenden Ausführungen zum Gutachten vom 1
0.
August 2017 hielten die
C._
-Gutachter fest, seit der letzten interdisziplinären Begutachtung im
A._
habe sich der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin ihres Erachtens verschlechtert. Einige Monate nach dem Kaiserschnitt seien Anfang 2013 Schmerzen im Bereich der
Sectionarbe
aufgetreten. Daraufhin sei am 2
9.
Mai 2013 eine operative Narben
korrektur mit
suprapubischer
Neurolyse
und Dekompression des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
links erfolgt. Leider sei es danach zu einer Verstärkung der neu
ropathischen Schmerzen mit Ausdehnung in den ganzen linken Unterbauch so
wie den ganzen linken lateralen ventralen Oberschenkel gekommen. Diese Schmerzen hielten trotz der
regelmässigen
Infiltrationsbehandlung an. Durch diese neue Schmerzsymptomatik habe sich die wahrscheinlich schon vorbeste
hende
anhaltende somatoforme Schmerzstörung deutlich verstärkt, so dass die Beschwerdeführerin mittlerweile durch die Schmerzen glaubhaft im Alltag einge
schränkt werde
. Hinzu kämen die rezidivierenden Stürze im Rahmen einer disso
ziativen Störung, welche von der Beschwerdeführerin nicht willkürlich unter
drückt werden könnten
und teilweise zu Verletzungen führten.
Aufgrund ihrer bisher nicht diagnostizierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängst
lich-vermeidenden Zügen verfüge die Beschwerdeführerin nicht über die nötigen Ressourcen
, um mit ihren Beschwerden adäquat umgehen zu können. Die Kom
bination dieser psychischen Störungen führe zu einer deutlichen Verminderung der Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit und
Stresstoleranz mit deutlicher E
in
schränkung der zumutbaren Restarbeitsfäh
igkeit (
Urk.
5/365/3-4
). Bis zur opera
tiven Revision der
Sectionarbe
am 2
9.
Mai 2013 gelte die von den
A._
-Gutachtern überzeugend begründete 80%ige Restarbeitsfähigkeit in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit. Ab Juni 2013 gelte die vom
C._
attestierte ge
ringer
e
Restarbeitsfähigkeit von 30
%
in einer optimal angepassten Verweistätig
keit (
Urk.
5/365/4-5).
4
.2.3
In
den
Stellungnahmen vom 1
5.
und 2
9.
August 2017 beurteilte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie vom RAD
,
das Gutachten
des
C._
und
dessen Ergän
zung
als
b
eweiskräftig (
Urk.
5/374/4-5).
In
internen Beurteilungen
vom 2
5.
Juni und 1
1.
Juli 2018 (
Urk.
5/374/5-6)
hiel
ten die zuständige Kundenberaterin sowie der Rechtsdienst der IV-Stelle fest, auf
das
C._
-Gutachten könne lediglich hinsichtlich der somatischen Einschränkun
gen abgestellt werden Demnach bestehe nach wie vor eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Aus der Beantwortung der Zusatzfragen durch die
C._
-Gutachter ergebe sich, dass die Exazerbation der Beschwerden hauptsächlich psychisch bedingt ge
wesen sei. Diesbezüglich sei zu beachten, dass die Kindheit der Beschwerdefüh
rerin unauffällig verlaufen sei, sie aktuell einen sehr aktiven Tagesablauf habe und über enorme Ressourcen verfüge. Ferner werde sie lediglich einmal pro Mo
nat von ihrem Psychiater behandelt, und zwar ohne Medikamente, und sei noch nie in stationärer Behandlung gewesen. Zudem habe die Abklärung im Haushalt eine Einschränkung von
«
nur
»
24,3
%
ergeben. Die Einschränkung im Alltag und im Haushalt wären mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um einiges höher, wenn die psychiatrischen Einschränkungen tatsächlich so einschränkend wären, wie von den Gutachtern behauptet (
Urk.
5/374/5-6).
4
.3
4
.3.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom
1
0.
August 2017
beruht auf all
seitigen
fachärztlichen
Untersuchungen
,
einer umfassen
den Befunde
rhebung
und berücksichtigt die geklagten Beschwerden und die Vorakten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Es
setzt sich auch angemessen mit den rechtsprechungsgemäss
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen psychischer Krankheiten massgeblich
en
Indikatoren
(vgl. vorstehend E. 1.2) aus
einander (
Urk.
5/363/117-125). D
amit
bildet es
unbestrittenermassen eine taugli
che Grundlage zur Beurteilung der Frage, ob eine revisionsrechtlich relevante wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist
, zumal es sich zumindest in der Ergänzung klar
darüber ausspricht
(vgl. dazu Urteil des Bundes
gerichts 9C_137/2017 vom
8.
November 2017 E. 3.1)
.
4
.3.2
Zunächst sind die
von den rheumatologischen und neurologischen Gutachtern des
A._
und des
C._
erhobenen Befunde
und gest
ellte
n
Diagnosen
auf eine wesentliche Änderung hin zu überprüfen
.
Im Zentrum standen jeweils
– nebst rheumatologisch und neurologisch nicht er
klärbaren Beschwerden und einer unwesentlichen Beeinträchtigung der Halswir
belsäule -
die objektivierbaren
Beschwerden
im linken Fuss
(
Urk.
5/215/30-31,
Urk.
5/363/109)
. Dass der Rheumatologe des
C._
aufgrund dieser Problematik von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging, während der
A._
-Rheumatologe
noch
eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
attestiert
hatt
e
,
darf nicht als wesentliche gesundheitliche Verschlechterung interpretiert werden
. Dies f
olgt
zunächst
daraus, dass der begutachtende Rheumatologe des
C._
aus
drücklich darauf hinwies, seit der Begutachtung im
A._
im Juni 2009 hätten
sich die rheumatologischen Befunde kaum geändert (
Urk.
5/363/82).
Sodann fällt auf, dass die 20%ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit wegen der Fussbeschwerden im
A._
-Gutachten durch den neurologischen Gutachter (
Urk.
5/215/36) und im
C._
-Gutachten durch den rheumatologischen Gutachter
attestiert wurde (
Urk.
5/363/109
)
,
w
obei der neurologische Sachverständige des
C._
keine um
fangmässige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierte (
Urk.
5/363/111)
. Da
anlässlich beider Begutachtungen sowohl aus rheumatologischer als auch aus neurologischer Sicht objektivierbare Befunde im linken Fuss erhoben wurden, lässt dies
auf eine unterschiedliche
Abgrenzung der Zuständigkeiten bei
der Fest
setzung der
umfangmässigen
Arbeitsfähigkeit
schliessen.
Gesamthaft – rheuma
tologisch-neurologisch - betrachtet gelangten die somatischen Gutachter des
A._
und des
C._
gleichermassen zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in an
gepassten Tätigkeiten von 20
%
, so dass von einem unveränderten Einfluss der Fussbeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf auszugehen ist.
Die Bewusstseinsverluste beziehungsweise Ohnmachtsanfälle wurden
von den
Neurologen
beider Gutachtenstellen
gleichermassen als
fachärztlich-neurologisch nicht erklärbare
Störung interpretiert
(
Urk.
5/215/36,
Urk.
5/
363
/87)
.
Die chroni
schen Kopfschmerzen konnten von beiden neurologischen Gutachtern nicht si
cher einer Migräne zugeordnet werden (
Urk.
5/215/35,
Urk.
5/363/87). Dass der neurologische Sachverständige des
C._
im Gegensatz zu demjenigen des
A._
den
Kopfschmerzen keine
umfangmässige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
beimass
, stellt
eine
revisionsrechtlich unbeachtliche
andere Beurteilung des un
veränderten Gesundheitszustandes dar
(vorstehend E. 1.5)
.
Zum einen leidet die Beschwerdeführerin
nämlich
subjektiv unverändert unter Kopfschmerzen schwankender Intensität mit Übelkeit (
Urk.
5/215/33,
Urk.
5/363/83-84,
Urk.
5/363/89). Zum andern erwähnten
die
C._
-Gutachter in ihrer Gutachten
sergänzung vom 1
0.
August 2017 die Kopfschmerzen nicht bei den Symptomen, bei welc
hen ihrer Auffassung nach eine Verschlechterung eingetr
e
te
n war
(
Urk.
5/365/3-4).
Neu bestehen seit dem Kaiserschnitt
Anfang 2013 neuropathische Schmerzen im Bereich der
Sectionarbe
mit Ausdehnung
auf
de
n ganzen linken lateralen und ventralen
Oberschenkel
(
Urk.
5/365/3-4)
, welche vom neurologi
schen
C._
-Gutachter am ehesten mit einer Neuralgie des
Ramus
femoralis
nervus
geni
tofemoralis
erklärt
und als objektivierbar eingestuft wurden (
Urk.
5/363/86-87). Diese Schmerzen können
indessen
nach Aussage der Beschwerdeführerin durch die
regelmässigen
Infiltrationsbehandlungen gut unter Kontrolle gehalten
, wenn auch nicht gänzlich zum Abklingen gebracht
werden (
Urk.
5/363/83). Deshalb leuchtet ein, dass
der Beschwerdeführerin
diesbezüglich aus neurologischer Sicht
zwar eine qualitative, nicht aber eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit attestiert wurde. Da
ihr
wegen der
Fussbeschwerden
bereits seit der letzten Revision nur
noch
leichte wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar sind (
Urk.
5/215/38,
Urk.
5/363/87), führt diese neue Symptomatik nicht zu einer we
sentlichen Verschlechterung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit.
Damit
besteht
hinsichtlich der körperlichen Beschwerden
keine wesentlic
he Ver
änd
er
ung und somit
kein
Revisionsgrund.
4
.3.3
Aus psychiatrischer Sicht wurden in den beiden Gutachten unterschiedliche
Di
agnosen
gestellt.
Aufgrund der
Begründungen
der Diagnosen anhand der erho
benen Befunde
drängt sich aber der Schluss auf
, dass
die psychiatrischen Gut
achter
ein
qualitativ
unveränderte
s
Beschwerdebild
bloss
diagnostisch anders be
urteilten
. Während der
A._
-Psychiater die zu einem grossen Teil nicht objekti
vierbaren
Schmerzen und Gefühlsstörungen sowie die Ohnmachtsanfälle
einer Somatisierungsstörung zuordnete und eine
Konversionsstörung mangels erkenn
barer schwerer
unverarbeiteter Konflik
t
e
ausschloss
(
Urk.
5/215/24)
, ordnete
der psychiatrische Gutachter des
C._
die nicht objektivierbaren Schmerzen
diag
nostisch bei
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und die
Bewusst
seinsverluste bei einer
gemischten dissoziativen Störung ein
.
Ferner
wies
er da
rauf hin, die Voraussetzungen für die Diagnose einer Somatisierungsstörung seien nicht erfüllt (
Urk.
5/363/
93-94).
Den von den beiden Gutachtern genannten Diagnosen lagen weitgehend übereinstimmend Schmerzen und die Ohnmachts
anfälle - beide Beschwerdebilder ohne objektives Korrelat - zu Grunde, die sie unterschiedlich würdigten.
Rechtsprechungsgemäss genügt jedoch
eine unter
schiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens per se
nicht
, um auf einen verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (
Urteil des Bundesgerichts 9C_346/2019 vom
6.
September 2019 E. 2.1.1).
Der leichten depressiven Symptomatik massen beide Gutachter keine eige
n
stän
dige Bedeutung
zu
und würdigten diese als Teil der Somatisierungsstörung (
Urk.
5/215/24) beziehungsweise Schmerzstörung (
Urk.
5/363/94).
Auch die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin wurde von den psychiatrischen Sachverständigen unterschiedlich gewürdigt. Während der
A._
-Gutachter von ei
ner unbeeinträchtigten Beziehungsfähigkeit und generell einer unauffälligen Per
sönlichkeit ausging (
Urk.
5/215/23-25), diagnostizierte der
C._
-Gutachter nach Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten eine kombinierte Persönlich
keitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen Persönlichkeitsantei
len (
Urk.
5/363/111).
Da eine
Persönlichkeitsstörung immer in der Jugend beginnt und sich auf Dauer im (frühen) Erwachsenenalter
manifestiert (vgl.
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störun
gen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. A
u
flage 2015, Bern 2015, S. 277),
mithin bereits anlässlich der Erstbegutachtung im
A._
be
standen haben müsste,
spricht die divergierende Diagnosestellung nicht für eine Änderung des Gesundheitszustandes, sondern für eine (revisionsrechtlich unbe
achtliche) abweichende Beurteilung des gleichgebliebenen Gesundheitszustandes.
Hinsichtlich der Ohnmachtsanfälle beziehungsweise Bewusstseinsstörungen im Speziellen lässt sich aus den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der bei
den Begutachtungen keine
wesentliche Zunahme im zeitlichen Verlauf feststellen (
Urk.
5/215/33,
Urk.
5/363/89). Vielmehr ist von einer gewissen Anpassung an diese Problematik auszugehen, da die Beschwerdeführerin kommende Anfälle mittlerweile im Voraus spürt (
Urk.
5/363/89).
Als einzige
mögliche
Veränderung der psychischen Symptomatik verbleibt eine gewisse Verschlechterung und Ausbreitung der psychosomatischen
Schmerz
-
symptomatik im Anschluss an den Kaiserschnitt Anfang 2013 und
die
danach
anhaltenden
Narbenschmerzen, wie sie in der Ergänzung des
C._
-Gutachtens vom 1
0.
August 2017 beschrieben wurde
(
Urk.
5/365/4)
.
Wie bereits dargelegt, sind
die von der Kaiserschnittnarbe ausgehenden und in den linken Oberschenkel ausstrahlenden
neuen Schmerzen zumindest teilweise
somatisch erklärbar
.
Dass diese
neuen Schmerzen laut Angaben der Beschwerde
führerin
durch die
regelmässigen
Infiltrationsbehandlungen unter Kontrolle ge
halten werden können (
Urk.
5/363/83), spricht gegen einen
wesentlichen psycho
somatischen Anteil. Eine revisionsrechtlich erhebliche wesentliche Veränderung der psychosomatischen Schmerzsymptomatik ist
diesbezüglich
damit nicht aus
gewiesen.
Insgesamt ist
folglich
auch bezüglich der psychischen Beeinträchtigungen keine wesentliche Sachverhaltsänderung
erstellt
.
4
.3.
4
Es ergibt sich, dass
m
it Blick auf
die Entwicklung des
Gesundheitszustand
es
kein Revisionsgrund
belegt
ist
.
5.
5.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision ist die Methode der Invaliditätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestim
men (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
5.2
5.2.1
Bei Erlass der Verfügung vom
1
3.
November 2009
qualifizierte die IV-Stelle die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige (
Urk. 5/239
/3-4; vgl. auch
Urk.
5/216/3,
Urk.
5/216/5-6,
Urk.
5/216,
Urk.
5/235/2). Zu dieser Beurteilung war sie gelangt, weil die Beschwerdeführerin den
A._
-Gutachtern am 1
6.
und 1
7.
März 2009 (vgl.
Urk.
5/215/2) angegeben hatte, bei voller Gesundheit würde sie weiterhin zu 100
%
arbeiten (
Urk.
5/215/20,
Urk.
5/215/39). Dem Gutachten ist auch zu entnehmen, dass sie damals in ihren Aufgaben im Haushalt und als Mutter ihres damals knapp vierjährigen Sohnes (
Urk.
5/373/4) von der Schwie
germutter, welche 50 Meter entfernt wohnte sowie einem Cousin unterstützt wurde (
Urk.
5/215/19). Der Status als Vollerwerbstätige wurde vom Sozialversi
cherungsgericht mit Urteil
IV.2008.00208 vom 2
9.
Mai 2012
E. 5.3.2, bestätigt (
Urk.
5/256/22). Im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht war diese Frage nicht mehr strittig (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_782/2012 vom 2
2.
Ok
tober 2013 E. 3-4 [
Urk.
5/283/4-10]).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin war im März 2012 zum zweiten Mal Mutter (einer Toch
ter) geworden. Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 2
2.
Mai 2018 gab sie an, ihre Tochter gehe in den Kindergarten, der Sohn besuche die Schule. Die Schwie
germutter lebe im Nachbarhaus und kümmere sich um die Tochter, wenn sie müde sei oder
S
chmerzen habe (
Urk.
5/373/1-2). Sie würde als Gesunde heute vollzeit
lich arbeiten, weil sie ihren Kindern finanziell mehr würde bieten wollen. Sie habe schon immer unabhängiger sein und ihr eigenes Geld verdienen wollen, um ihren Kindern gegenüber stolz auftreten zu können (
Urk.
5/373/3).
Die Abklärungsperson ging im Abklärungsbericht vom 3
1.
Mai 2018 und in der ergänzenden Stellungnahme vom 1
2.
November 2018 hingegen lediglich von ei
ner 80%igen Erwerbstätigkeit aus, und zwar ab August 2018, dem Zeitpunkt der Einschulung der Tochter. Dies begründete sie mit dem überdurchschnittlichen Lohn des Ehemanns bei tiefen Lebenshaltungskosten, da die Familie in einer günstigen Genossenschaftswohnung lebe. Laut der IV-Stelle wäre die Beschwer
deführerin als Gesunde nicht primär aus finanziellen Überlegungen, sondern auf
grund ihrer persönlichen Lebensvorstellungen erwerbstätig. Zwar sei die Schwie
germutter pensioniert und helfe bei der Kinderbetreuung mit, es müsse aber den
noch berücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin nebst der Erwerbstätig
keit zwei minderjährige Kinder betreuen müsste. Die Erfahrung zeige, dass zwei
s
chulpflichtige Kinder einen enormen Betreuungs-, Begleitungs- und
Umsor
gungsaufwand
mit sich brächten (
Urk.
5/373/3-4,
Urk.
5/387/2-3).
Gestützt auf diese Einschätzung qualifizierte die IV-Stelle die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung als zu 80
%
e
rwerbstätig und zu 20
%
im Auf
gabenbereich Haushalt und Kinderbetreuung beschäftigt (
Urk.
2 S. 2).
5.3
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde
. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
pothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist
(BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berück
sichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
Dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom
2.
Februar 2016 in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz (7186/09) lag der Fall einer Versicherten zugrunde, welche unter dem Status einer Vollerwerbstätigen eine Invalidenrente beanspruchen konnte, und diesen Anspruch allein aufgrund des Umstandes verlor, dass sie wegen der Geburt ihrer Kinder und der damit ein
hergehenden Reduktion des Erwerbspensums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich qualifiziert wurde. Der EGMR betrachtete es als Verletzung von Art. 14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit
Art. 8 EMRK
(Recht auf Achtung des Familienlebens), dass die sich aus dem Statuswechsel ergebende Änderung in den Grundlagen der Invaliditätsbemessung – anstelle des auf Vollerwerbstätige anwendbaren Einkommensvergleichs (
Art.
28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) gelangte nun die ge
mischte Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) zur Anwendung – zur Aufhebung der In
validenrente führte und sich damit zu Ungunsten der Versicherten auswirkte (vgl. BGE 143 V 77 E. 3.2.1).
In BGE 143 I 50 (ergangen zur Umsetzung des EGMR-Urteils vom 2. Februar 2016) sowie BGE 143 I 60 entschied das Bundesgericht, dass zwecks Herstellung
eines konventionskonformen Zustandes in derartigen Konstellationen, in welchen allein familiäre Gründe (die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von «vollerwerbstätig» zu «teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich» sprechen, fortan auf die (allein darauf beruhende) revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente (bzw. auf die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zu verzichten sei (vgl. BGE 143 V 77 E. 3.2.2 mit Hinweis; BGE 144 I 103 E. 4.2 mit Hinweisen).
Für die Zeit ab
1.
Januar 2018 findet ein neues Berechnungsmodell bei der ge
mischten Methode Anwendung (
Art.
27
bis
IVV). Weil mit dem neuen Berech
nungsmodell Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich nun grundsätzlich nicht mehr schlechter gestellt werden, gilt zukünftig der Wechsel des Status einer ver
sicherten Person wieder als möglicher
Revision
sgrund (IV-Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 2018).
5.4
Bei Erlass der Verfügung
a
m
1
3.
November 2009
wurde die Versicherte trotz ihrer Aufgaben im Haushalt und als Mutter eines knapp vierjährigen Kindes von der IV-Stelle noch als Vollerwerbstätig qualifiziert. Die einzige zwischenzeitliche we
sentliche Änderung in ihrem Leben bildet die Geburt ihres zweiten Kindes im März 201
2.
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung gingen beide Kinder in die Schule
; ihr Betreuungsaufwand
hatte sich dadurch wieder etwas reduziert
und dürfte tagsüber sogar geringer gewesen sein als bei Erlass der Verfügung vom 1
3.
November 2009, als der
damals
knapp vierjährige Sohn den ganzen Tag bei der Mutter war
. Zudem
kann
die Beschwerdeführerin Betreuungsaufgaben an ihre pensionierte Schwiegermutter
abgebe
n
, welche im Nachbarhaus lebt (
Urk.
5/373/2).
Eine volle Erwerbstätigkeit erscheint unter diese
n
Umständen nicht als unmöglich, zumal in Anbetracht des überdurchschnittlichen Einkom
mens des Ehemannes auch eine Betreuung der Kinder
durch Aussenstehende
fi
nanzierbar wäre. Die Abklärungsperson erachtete die Angaben der Beschwerde
führerin als nachvollziehbar, weil diese versucht habe, ihre Restarbeitsfähigkeit auf neuen - umgeschulten - Gebieten
auszuüben.
Es sei klar, dass sie bei Gesund
heit einem Erwerb nachgehen würde (
Urk.
5/373/3).
Deshalb besteh
en
entgegen der Ansicht der IV-Stelle ke
ine hinreichende
n Indizien,
um entgegen der wieder
holten
und mit persönlichen Lebensvorstellungen begründeten
Angabe der
Be
schwerdeführerin
(
Urk.
5/373/3)
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass sie heute als Gesunde nur
noch
teilzeitlich erwerbstätig wäre.
Die Beschwerdeführerin ist deshalb weiterhin
als
vollerwerbstätig
zu
qualifizie
ren
.
Insofern ist entgegen der Ansicht der IV-Stelle seit der letzten Beurteilung
des Rentenanspruchs mit
Verfügung
1
3.
November 2009
keine relevante Ände
rung eingetreten.
6.
Da nach dem Gesagten kein Revisionsgrund vorliegt, hat die Beschwerdeführerin nach wie vor Anspruch auf eine
Viertelsrente
. Dies führt zur teilweisen Gutheis
sung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Die zur Parteientschädigung ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung zum
«
Überklagen
»
ist nicht auf die Verteilung der Gerichtskosten im kantonalen Ver
fahren übertragbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin obsiegt
teilweise
in dem Sinne, dass sie
weiterhin
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat
, weil sich ihr Status als Voller
werbstätige entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht verändert hat
. Mit ihrem
Antr
ag
auf
Zusprechung
eine
r
gan
zen Invalidenrente
(Urk. 1 S. 2) un
terliegt sie. Es rechtfertigt sich, die Gerichtskosten
entsprechend dem teilweisen Obsiegen
je zur Hälfte
(
Fr.
4
00
.--) der Beschwerdefüh
rerin und
der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Ist das Quantitative einer Leistung strittig, rechtfertigt eine
Überklagung
nach der in Rentenangelegenheiten ergangenen Rechtsprechung eine Reduktion der Par
teientschädigung nur, wenn das ziffernmässig bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat (
Urteil des Bundesgerichts 8C_568/
2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1). Höchstens die Hälfte der Ausführungen in der Be
schwerdeschrift setzt sich mit der für die teilweise Gutheissung massgebliche Wahl der Invaliditätsbemessungsmethode auseinander (vgl.
Urk.
1). Die unter Be
rücksichtigung der übrigen Kriterien gemäss
§
34
Abs.
3 GSVGer auf
Fr.
2'600.--
zu bemessende Prozessentschädigung ist d
eshalb
um die Hälfte auf
Fr.
1'300.--
zu kürzen.