# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a9a8b75-5591-46ba-aef4-0fbc69bf8d8f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1984 geborene
X._
meldete sich am 27. September 2018 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) an (Urk. 7/1/200) und beantragte Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Oktober 2018 (Urk. 7/1/190). In der Folge wurden ihm Arbeitslosentaggelder ausbezahlt. Infolge eines Stellenantritts per 15. Januar 2020 wurde
X._
von der Arbeitsvermittlung abgemeldet (Abmeldebestätigung des RAV vom 7. Februar 2020, Urk. 7/1/67).
Mit Verfügung vom 12. Februar
2020
stellte die Arbeitslosen
kasse
(ALK)
fest, dass
X._
ab dem 15. Januar 2020 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe und die für den Monat
Januar
2020 zu viel ausbezahlte Arbeitslosenen
tschädigung im Umfang von Fr. 2’
302.50 zurückzu
er
statten
sei
(Urk. 7/1/64). Am 12. Februar 2020 meldete sich
X._
wie
der beim RAV an (Urk. 7/1/61).
A
m 4. März 2020
erhob
X._
sodann
Einsprache (Urk. 7/1/55)
gegen die Verfügung vom 12. Februar 2020
, welche mit
Einspracheentscheid vom 8. Mai 2020
teilweise gutgeheissen wurde. Die ALK
stellte fest, dass
X._
vom 15. Januar 2020 bis am 11. Februar 2020 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe
. A
b dem 12. Februar 2020, vorausgesetzt die übrigen Voraussetzungen gemäss
Art.
8 AIVG seien erfüllt,
liege ein solcher Anspruch
allerdings
wieder
vor. Weiter sei
X._
für die zu viel ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung
für den Monat Januar 2020
im Umfang von Fr. 2'302.50 rückerstattungspflichtig.
2.
Dagegen erhob
X._
am 3. Juni 2020 Beschwerde (Ur
k. 1) und bean
tragte sinngemäss
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids mit der Feststel
lung, dass
auch ab dem 15. Januar 2020 Anspruch a
uf Arbeitslosenentschädi
gung besteh
e. Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin
die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. Juni 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Anspruchsvoraussetzungen
für Arbeitslosenentschädigung
werden in
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetz
es über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIG] aufgezählt. Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie a. ganz oder teilweise arbeits
los ist (
Art.
10 AVIG), b. einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (
Art.
11
AVIG), c. in der Schweiz wohnt (
Art.
12 AVIG), d. die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreicht hat noch eine Alters
rente der AHV bezieht, e. die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (
Art.
13 und 14 AVIG), f. vermittlungsfähig ist (
Art.
15 AVIG) und g. die Kontrollvorschriften erfüllt (
Art.
17 AVIG).
Die versicherte Person muss
sich
nach Art. 17 Abs.
2 AVIG möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie Arbeitslosenentschädigung bean
sprucht, persönlich bei ihrer Wohngemeinde oder der vom Kanton bestimmten zuständigen Amtsstelle zur Arbeitsvermittlung melden und von da an die Kon
trollvorschriften des Bundesrates befolgen. Diese sind in
Art.
18 ff. der Verord
nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschä
digung (AVIV)
näher umschrieben, und in Art. 19 Abs.
1 AVIV wird insbesondere nochmals festgehalten, dass die Meldung persönlich zu erfolgen
hat. Sodann ist in Art. 10 Abs.
3 AVIG klargestellt, dass die arbeitsuchende Person erst dann als ganz oder teilweise arbeitslos gilt, wenn sie sich beim Arbeitsamt ihres Wohnortes zur Arbeitsvermittlung angemeldet hat.
1.2
Laut
Art.
95
Abs.
1 AVIG richtet sich die Rückforderung ausser in den Fällen nach
Art.
55 und
Art.
59c
bis
Abs.
4 AVIG nach
Art.
25
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
. Gemäss
Art.
25
Abs.
1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt.
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massge
bend (
Art.
25
Abs.
2 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
im angefochtenen Entscheid,
der Beschwerdefüh
rer habe seiner Personalberaterin bei
m RAV am 6. Januar 2020
mitgeteilt, dass er
ab 15. Januar 2020
eine neue Stelle habe
. Der zweimaligen Aufforderung der Personalberaterin per Mail (1
5.
und 29. Januar 2020), den Arbeitsvertrag einzu
reichen, sei der Beschwerdeführer nicht nachgekommen. In der Folge sei der Beschwerdeführer am 7. Februar 2020 rückwirkend per 15. Januar 2020 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet worden. Der Beschwerdeführer habe sich sodann
erst am 12. Februar 2020 wieder beim RAV angemeldet. Vom 15. Januar bis 1
1.
Februar 2020 sei der Beschwerdeführer somit nicht beim RAV angemeldet gewesen und
könne
damit
für diesen Zeitraum
auch nicht als
arbeitslos im Sinne des Gesetz
es angesehen werden, weshalb er für diesen Zeitraum keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe.
Aktenkundig
sei weiter, dass der Beschwer
deführer für die gesamte Kontrollperiode Januar 2020 Arbeitslosenentschädigung erhalten habe,
weshalb
zu viel ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung im Umfang von Fr. 2'302.50 zurückzubezahlen
sei
(Urk. 2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend (Urk. 1), es sei ihm per 15. Januar 2020 eine Stelle angeboten worden
,
er habe
aber
erst an diesem Tag erfahren, dass
d
er
Arbeitsantritt
erst am 3. Februar
sei
. Ihn treffe kein Verschul
den.
3.
3.1
Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt: Mit der Einreichung seiner per
sönlichen Arbeitsbemühungen
für die Kontrollperiode Dezember 2019
teilte der Beschwerdeführer seiner Personalberaterin mit, dass er ab dem 1
5.
Januar
2020
eine neue Stelle antreten werde (Urk. 7/1/68). In der Folge forderte die Personal
beraterin den Beschwerdeführer am 15. Januar 2020 und am 29. Januar 2020 per Mail zur Einreichung des Arbeitsvertrags beziehungsweise der Angaben der neuen Arbeitgeberin auf, damit die Abmeldung von der Arbeitsvermittlung per Arbeitsbeginn vorgenommen werden könne (Urk. 7/1/40 und 42). Dieser Auffor
derung ka
m der Beschwerdeführer
nicht nach. Mit Schreiben vom 7. Februar 2020 wurde dem Beschwerdeführer seine Abmeldung von der Arbeitsvermittlung rückwirkend per 15. Januar 2020 mitgeteilt (Urk. 7/1/67). Mit Mail vom 11. Feb
ruar 2020 machte der Beschwerdeführer Angaben zu seiner neuen Arbeitgeberin (Urk. 7/1/39).
Tags darauf meldete sich der Beschwerdeführer
erneut
zur Arbeits
vermittlung beim RAV an (Urk. 7/1/61). Am selben Tag
erfolgte die Verfügung der Beschwerdegegnerin
,
wonach
der Beschwerdeführer ab dem 15. Januar 2020 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
habe;
entsprechend seien die zu viel bezahlten Leistungen für die Kontrollperiode Januar 2020 zurückzuerstatten (Urk. 7/1/64).
Mit Einsprache
vom 4. März 2020
(
Urk.
7/1/55)
brachte der Beschwerdeführer
sodann
vor, er habe eine mündliche Zusage
der
Y._
AG
für die neue Anstellung per 15. Januar 2020 erhalten.
Als er a
n diesem Tag
seine neue Stelle
habe antreten wollen
,
habe man ihm mitgeteilt,
dass er die Stelle aus finanziellen Gründen erst ab dem 1. Februar 2020 antreten könne
. Er habe dann am 3. Februar 2020
offiziell
zu arbeiten
begonnen. Seine Arbeitgeberin habe den Lohn aller
dings
nicht zahlen können, weshalb sich der Beschwerdeführer
am 12. Februar 2020 wieder
beim RAV
habe
anmelden müssen
.
In den Akten findet sich ein Schreiben der Arbeitgeberin (
Urk.
7/1/56). Darin bestätigt die Arbeitgeberin,
man habe mit dem Beschwerdeführer mündlich ein Arbeit
sverhältnis mit Arbeitsbe
ginn ab
15. Januar 2020 vereinbart. Aus finanziellen Gründen
habe
der Beschwerdeführer die Anstellung allerdings erst anfangs Februar antreten kön
nen, was dem Beschwerdeführer auch erst am 15. Januar 2020 mitgeteilt worden sei. Damit der Beschwerdeführer aufgrund des Fehlverhaltens der Arbeitgeberin keinen finanziellen Schaden erleide, sei er rückwirkend per 15. Januar 2020 beim RAV anzumelden.
3.2
Es stellt
sich die Frage, ob die Abmeldung der Stellenvermittlung durch die Per
sonalberaterin zu Recht erfolgte.
Die Mitteilung eines neuen Stellenantritts per
15. Januar 2020 erfolgte
unstreitig
durch den Bes
chwerdeführer
selber
(Urk. 7/1/
55 und
68).
Die Personalberaterin forderte den Beschwerdeführer
in der Folge
zweimal zur Einreichung des Arbeitsvertrages auf beziehungsweise
ersuchte
um
Angaben z
ur neuen Arbeitgeberin
. Dieser Aufforderung kam der Besch
werdeführer indessen nicht nach und nahm
auch
keinen Kontakt mit dem RAV auf.
Er meldete sich erst am 11. Februar 2020 per Mail bei seiner Personal
beraterin
, nachdem ihm mit Schreiben vom 7. Februar 2020 die Abmeldung von der Arbeitsvermittlung mitgeteilt
worden war
. In dieser Mail
machte
der Beschwerdeführer
Angaben zur neuen Arbeitgeberin. Ausführungen oder Infor
mationen, insbesondere zur
geltend gemachten
Verschiebung des Stellenantritts per Februar 2020, lassen sich dieser Mail
allerdings
nicht entnehmen. Der Beschwerdeführer
war
bereits früher einmal von der Arbeitsvermittlung infolge eines Stellenantritts abgeme
ldet
worden
(Urk. 7/2/2), weshalb
ihm die Konse
quenzen einer Abmeldung bekannt waren. Auch ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer Kenntnis der Inhalte der erwähnten beiden Mails der Personal
beraterin hatte, ansonsten er nicht mit Mail vom 11. Februar 2020 Angaben zu seiner Arbeitgeberin gemacht hätte.
Zwar reichte der Beschwerdeführer das For
mular «Angaben der versicherten Person für Januar 2020», unterzeichnet am 2
1.
Januar 2020, ein und gab dabei unter anderem an, weiterhin arbeitslos zu sein
(Urk. 7/1/70 f.)
. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer anfangs Januar 2020 seiner Personalberaterin
mitgeteilt hatte
, er trete eine neue Stelle per 1
5.
Januar 2020 an, der Beschwerdeführer somit bis 1
4.
Januar 2020 weiterhin Anspruch auf A
rbeitslosenentschädigung hatte und
demzufolge gemäss
Art. 30 Abs. lit. e AVIG verpflichtet war
,
das besagte Formular auszufüllen,
konnte
nicht ohne Weiteres darauf
geschlossen werden
, der Beschwerdeführer
habe
die neue Stelle nicht bereits Mitte Januar
angetreten
. Indem der Beschwerdeführer auch nicht auf die zweite Mail der Personalberaterin vom 29. Januar 2020 reagierte
und mithin keinerlei Anhaltspunkte für eine weiter andauernde Arbeitslosigkeit vorlagen
, ist es nicht zu beanstanden, dass die Personalberaterin eine Abmeldung von der Stellenvermittlung vornahm.
Darauf zurückzukommen besteht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keinerlei Anlass, wäre es ihm doch unbenom
men gewesen, seine RAV-Beraterin umgehend über die Problematik des Stellen
antritts zu informieren.
Mit Abmeldung von der Arbeitsvermittlung am 15. Januar 2020
waren
die Anspruchsvoraussetzungen gemäss
Art.
8
Abs.
1 lit. g AVIG in Verbindung mit
Art.
17
Abs.
2 AVIG ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erfüllt, weshalb für den Zeitraum bis zur
Wieder-
Anmeldung am 12. Februar 2020 von vornherein ein Leistungsanspruch des Beschwerdeführers entfällt (vgl. E. 1.1). Vorliegend kommt Folgendes hinzu: Die
Arbeitgeberin
bestätigte
mit ihrem Schreiben vom
2. März 2020, es sei ein Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per 15. Januar 2020 zustande gekommen (vgl. E. 3.1)
. Damit war
der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als arbeitslos im Sinne
von Art.
10
Abs.
1 AVIG zu qualifizieren
, da er in einem Arbeitsverhältnis gestanden hatte. S
ein Anspruch auf A
rbeitslosenentschädigung fiel
somit
auch aus dieser Sicht
dahin
(
Art.
8
Abs.
1 AVIG)
.
3.3
Aktenkundig ist weiter, dass dem Beschwerdeführer für die ganze Kontrollperiode Januar 2020 Arbeitslosenentschädigung ausbezahlte wurde (Urk. 7/1/69).
Mit Dahinfall
en
des Anspruchs auf A
rbeitslosenentschädigung ab 15.
Januar 2020
(vgl. E. 3.2) steht dem
Beschwerdeführer
somit lediglich eine Entschädigung bis und mit 14. Januar 2020 zu. Die Beschwerdegegnerin hat vom Beschwerdeführer daher zu Recht die zu viel ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung im Umfang von Fr. 2'302.50 (Urk. 7/1/62) zurückgefordert
(vgl. E. 1.2)
.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Mai 2020 ist demnach nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.