# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c39718d-5fb7-42b9-b351-e7f1f85f7d5c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A.1. Z., geschieden und Mutter zweier erwachsener Töchter, musste sich erstmals im Jahre 1981 wegen starker Unruhe und zwanghaften Verhaltens einer stationären Behandlung in der Psychiatrischen Klinik Rheinau unterziehen. In der Folge kam es bis Ende Juni 1999 zu zahlreichen weiteren Aufenthalten in verschiedenen psychiatrischen Kliniken. Die Einweisung erfolgte jeweils gegen den Willen der Patientin.
2. Weil vermehrt Anzeigen eingegangen waren, dass Z. andere Personen beschimpfe und gegen sie handgreiflich werde, hatte die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde X. am 05. August 1998 die Psychiatrische Klinik Schlössli in Oetwil am See mit der Ausarbeitung eines Gutachtens beauftragt. In ihrer Expertise vom 10. November 1998, welche vom stellvertretenden Chefarzt Dr. med. W. mitunterzeichnet wurde, kam Oberärztin Dr. med. V. zum Schluss, dass Z. an einer chronischen paranoiden Schizophrenie leide, bei der es wellenförmig immer wieder zu Verschlechterungen des Gesundheitszustandes komme, begleitet von aggressivem Verhalten gegenüber Dritten. Es handle sich hierbei um eine Geisteskrankheit im Sinne von Art. 369 ZGB. Nicht einfach zu beantworten sei, ob nebst den medizinischen auch die sozialen Voraussetzungen für eine Entmündigung gegeben seien. Bislang sei die Patientin in der Lage gewesen, ihre finanziellen Angelegenheiten selber zu regeln, und auch den übrigen Aufgaben des Alltags dürfte sie nach wie vor einigermassen gewachsen sei. Wegen ihrer fehlenden Krankheitseinsicht müsse hingegen damit gerechnet werden, dass sie nicht bereit sei, über einen längeren Zeitraum die nötige Behandlung auf sich zu nehmen. Daran vermöge freilich auch ein Vormund nichts zu ändern. Vielmehr sei zu befürchten, dass sich Z. mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die drohende Entmündigung zur Wehr setzen werde und dass sie damit einher gehend medizinische und andere Hilfsangebote noch vermehrt ablehnen würde. Aus ärztlicher Sicht sollte deshalb mit der Anordnung einer Vormundschaft vorerst zugewartet werden.
3. Nachdem Z. am 01. Juli 1999 nach U. umgezogen war, kam es auch hier wiederholt zu Beanstandungen wegen ihres aggressiven Verhaltens ihrer Umwelt gegenüber, insbesondere in Form von Beschimpfungen. Am 14. Januar 2000 wurde sie mittels fürsorgerischem Freiheitsentzug zur Behandlung und Begutachtung in die Psychiatrische Klinik Waldhaus in Chur eingewiesen, wogegen sie sich erfolglos beim Bezirksgerichtsausschuss Oberlandquart (heute Prättigau/Davos) zur Wehr setzte. In ihrer Expertise vom 07. März 2000
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diagnostizierten Assistenzarzt med. prakt. T. und Oberarzt Dr. med. S. bei Z. eine chronische paranoide Schizophrenie. Das Grundleiden sei nicht heilbar. Durch eine langfristige medikamentöse Behandlung bei gleichzeitiger Unterbringung der Patientin in einem Wohnheim mit therapeutischer Betreuung liesse sich jedoch bei der Symptomatik eine Besserung erzielen und gleichzeitig verhindern, dass sich die akuten psychotischen Schübe in immer kürzeren Abständen folgen. Wegen der fehlenden Einsicht von Z. in ihre Krankheit müsse all dies mit einer Vormundschaft verbunden werden.
4. Nach der Entlassung von Z. aus der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur am 07. August 2000 verlegte sie ihren Wohnsitz von U. nach R. Auch hier kam es in der Folge zu Meldungen, dass sie sich in ihrem Wohnblock und in der Öffentlichkeit zu Beschimpfungen sowie zu Handgreiflichkeiten und kleineren Sachbeschädigungen hinreissen lasse. Überdies machten ihre Krankheitsschübe weitere Anstaltsaufenthalte nötig. So befand sie sich im Zeitraum zwischen Mai 2001 und Dezember 2004 insgesamt sechsmal für einige Tage bis mehrere Wochen in der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur in stationärer Behandlung. Während sie sich vom 23. August 2002 bis zum 07. Oktober 2002 freiwillig dort aufhielt, erfolgte in den übrigen Fällen die Einweisung durch fürsorgerische Freiheitsentziehung.
5. Um Z. besser in die Hilfsangebote einzubinden, schloss die Vormundschaftsbehörde des Kreises Y. mit ihr am 17. Dezember 2004 eine schriftliche Vereinbarung, worin sie sich verpflichten musste, die ärztlich verordneten Medikamente regelmässig einzunehmen, je nach Weisung in der Klinik oder zu Hause. Überdies ermächtigte sie die behandelnden Ärzte, der Vormundschaftsbehörde des Kreises Y. zu melden, falls sie die Medikamente eigenmächtig absetze.. Schliesslich wurde Z. auch noch darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit einer erneuten Klinikeinweisung rechnen müsse, sollte sie die Vereinbarung nicht einhalten.
6. Die vorläufig letzte Einweisung von Z. mittels fürsorgerischem Freiheitsentzug in die Psychiatrische Klinik Waldhaus erfolgte am 15. Februar 2005 durch den Bezirksarzt Dr. Q.. In der Folge erging am 22. Februar 2005 durch die Vormundschaftsbehörde des Kreises Y. ein Rückbehaltungsbeschluss, der darauf gerichtet war, die Patientin einmal mehr medikamentös einstellen und psychiatrisch begutachten zu lassen. Die gestützt darauf durch die
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Psychiatrischen Dienste Graubünden, Klinik Waldhaus, ausgearbeitete Expertise datiert vom 21. März 2005 und ist unterzeichnet von Assistenzarzt Dr. med. P., Oberarzt Dr. med. O. und Co-Chefarzt Dr. med. N.. Auf deren Inhalt wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen zurückzukommen sein.
B. Am 05. April 2005 fasste die Vormundschaftsbehörde des Kreises Y. den folgenden Beschluss, welcher am 19. April 2005 schriftlich mitgeteilt wurde:
„1. Z. wird gestützt auf Art. 369 ZGB entmündigt und unter Vormundschaft gestellt.
2. Als Vormundin von Z. wird Amtsvormundin M., ernannt.
3. Es wird davon Kenntnis genommen, dass Z. aufgrund einer chronifizierten psychischen Erkrankung gemäss Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 21.03.2005 als kurz-, mittel- und längerfristig nicht selbständig wohnfähig erachtet wird.
4. Die Vormundin wird ersucht, Z. angemessen zu beraten bzw. zu begleiten, deren Interessen, soweit erforderlich, vertretungsweise wahrzunehmen und der Behörde ein Eingangsinventar (Stichtag 5.4.2005) über die Vermögenswerte der Betreuten, welches Grundlage der zu führenden Verwaltungsrechnung bildet, einzureichen.
5. Die Vormundin wird angewiesen, die Wohnung von Z. in L. auf den nächstmöglichen Termin zu kündigen, die notwendigen Vorkehrungen zur Wohnungsräumung nach Rücksprache mit der Betreuten anhand zu nehmen und für eine geeignete Unterbringung der Bevormundeten besorgt zu sein, sobald deren gesundheitlicher Zustand eine Klinikentlassung erlaubt.
6. Die Entmündigung und Bevormundung von Z. ist gestützt auf Art. 375 Abs. 1 ZGB zu veröffentlichen.

## Considerations