# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c7023be0-f4f4-44a2-a5b7-bf21cd7602ac
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Verfügungen vom 2
5.
und 26. Juni 2009 hatte die IV-Stelle einen Rentenan
spruch von
X._
für die Zeit vom 1. September 1999 bis zum Verfügungszeitpunkt abgewiesen und von ihm bereits ausbezahlte
Rentenbe
treffnisse
zurückgefordert
(Urk. 8/181-182)
.
Diese Verfügungen wurden vom Sozialversicherungsgericht mit dem
Urteil IV.2009.00786 (damit vereinigt: IV.2009.00785)
vom 9. März 2011
bestätigt
(Urk. 8/230)
.
Die vom Versicherten
am 15. April 2011 dagegen erhobene Beschwerde (
Urk. 8/233/4-23)
wies das Bundesgericht
mit dem Urteil 8C_300/2011 vom 30. Juni 2011 (Urk. 8/244/1-11)
ab
.
1.2
1.2.1
Am
15. Juli 2011
meldete
der Rechtsvertreter des Versicherten diesen
unter Hin
weis auf eine
angeblich
bereits aus dem vorangegangenen Rechtsgang
bekannte Verschlechterung des Gesundheitszustands
neu zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/242).
1.2.2
Mit
Vorbescheid vom 5. August 2011 eröffnete die IV-Stelle
dem Versicherten
, dass sie
nach dem Ablauf der
Einwandfrist
mangels hinreichender Glaubhaft
machung einer Versc
hlechterung
auf das Leistungsbegehren nicht eintreten werde (Urk. 8/246 in Verbindung mit Urk. 8/247)
.
1.2.3
Mit
seiner Stellungnahme zum
Vorbescheid vom 31. August 2011
(Urk. 8/251)
reichte der Versicherte ärztliche Berichte vom 30. März 2010 (Urk. 8/250/1-2) und vom 26. August 2010 (Urk. 8/250/3-7) sowie Auszüge
aus einem
staatsan
waltschaftlichen
Einvernahm
eprotokoll
vom 25
. Januar 2011 (Urk. 8/252) zu den Akten der IV-Stelle.
Mit ihnen sei - so der Versicherte in seiner Stellung
nahme - eine deutliche und lang andauernde Verschlechterung des Gesund
heitszustands erstellt und damit selbstredend die wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung glaubhaft gemacht
(Urk. 8/251/2). Gleichzeitig
ersuchte
d
er
Versicherte
um Gewährung der unent
geltlichen
Verbeiständung
für das Verwaltungsverfahren (Urk. 8/251/2-3).
1.2.4
Am 2. April 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Begehrens um unent
geltliche
Verbeiständung
zufolge Aussichtslosigkeit des
Begehrens um rückwirkende
Rentenzusprache
(Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 15. Mai 2012
Beschwerde mit dem
Rechtsbe
gehren
, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdeg
eg
nerin sei das in der Eingabe an
die Beschwerdegegnerin vom 31. August 2011 gestellte Gesuch um unentgeltli
chen Rechtsbeistand für das
Vorbescheidverfahren
gutzuheissen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer darum, ihm die unentgeltliche
Prozess
führung
zu bewilligen und ihm auch für das Beschwerdeverfahren die unent
geltliche
Verbeiständung
zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 21. Juni 2012 mit dem Antrag auf Abweisung des Begehrens um unentgeltliche
Verbeiständung
im
Verwaltungs
verfahren
vernehmen
(Urk. 7).
Davon wurde der Beschwerdeführer am 25. Juni 2012 in Kenntnis gesetzt (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des
invaliditätsbeding
ten
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hin
weisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der frühe
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materi
elle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117
V
198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
2
Mit
Art.
87
Abs.
3
i.V.m
.
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahinge
hend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaub
würdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue
Leis
tungsbegehren
einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und 200 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
3 und 4 IVV (in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung; heute:
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV) hat das Bundesgericht in BGE 130 V 64 f. E. 5.2.5 entschieden, dass die versi
cherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebli
che Tatsachenänderung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute
Leistungsbe
gehren
ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (
Art.
43 ATSG,
Art.
57 IVG in Verbindung mit
Art.
69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]).
1.3
Gemäss
Art.
37
Abs.
4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im
Sozialversiche
rungsverfahren
ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche
Verbeiständung
im
Verwaltungs
verfahren
wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl.
Art.
29
Abs.
3 BV). Eine anwaltliche Mitwirkung drängt sich nur in Ausnahmefällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und
eine
Verbeiständung
durch
Verbandsver
treter
, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt. Könnte der Einsprecher im Falle des Unterliegens die unentgeltliche
Verbeiständung
beanspruchen, hat er bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 132 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. BGE 125
V
32).
2.
2.1
Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist
zunächst
dem Beschwerdeführer darin beizupflichten,
dass
G
egenstand des Vorbescheids
vom 5. August 2011
und damit des
Ei
nwandverfahrens
, für welches dem
Beschwerdeführer
mit der angefochtenen Verfügung vom 2. April 2012
die Bestellung eines unentgel
tli
chen Rechtsbeistands verweigert wurde
, alleine die Frage bildet
e
, ob der Beschwerdeführer mit seiner Eingabe vom 15. Juli 2012
hinreichend glaubhaft gemacht hat, dass sich sein Invaliditätsgrad seit der letzten rechtskräftigen Beurteilung des anspruchsbegründenden Sachverhalts in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(vgl. Urk. 1 S. 4).
2.2
M
it dem Vorbescheid hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
nicht nur mitgeteilt, dass sie aufgrund der Aktenlage im Zeitpunkt des Vorbescheids mangels hinreichender Glaubhaftmachung einer anspruchsbegründenden Ver
schlechterung des Gesundheitszustands auf sein Leistungsbegehren nicht einzu
treten
gedenke
, sondern ihm damit auch
die Gelegenheit eingeräumt,
weitere Beweismittel
zum
Glaubhaftmachen einer anspruchsbegründenden Verschlech
terung des Gesundheitszustands
nachzureichen. Von dieser Möglichkei
t hat der Beschwerdeführer
tatsächlich Gebrauch gemacht
, indem er mit der Stellung
nahme zum Vorbescheid
die in Sachverhalt Ziffer 1.2.3
erwähnten Urku
nden zu den Akten reicht
e.
D
anach ist
die Beschwerdegegnerin au
f die Neuanmeldung einge
treten (vgl. Urk. 1 S. 4).
2.
3
Grundsätzlich gilt, dass für eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung keine anwaltliche Vertretung notwendig ist; ebenso wenig ist sie sachlich geboten, wenn lediglich die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung verlangt wird. Juristische Kenntnisse sind hierzu nicht erforderlich, zumal es letztlich um einen medizinischen Sachverhalt geht.
Seitens des Beschwerdeführers wird nichts vorgebracht, was im vorliegenden Fall ein Abweich
en
von diesen Grundsätzen rechtfertigen würde.
Dem Beschwerdeführer wäre es ohne weiteres möglich gewesen, die Neuanmel
dung – allenfalls unter Nachreichung entsprechender ärztlicher Unterlagen nach Eingang des Vorbescheides – selber vorzunehmen oder durch die Sozialbehörde vornehmen zu lassen, die ausserdem zu einer Anmeldung auch selbständig legitimiert ist (
Art.
66
Abs.
1 IVV).
Daher
w
ar die anwaltliche Intervention
im mit der
A
nmeldung
vom 15. Juli 2011 eröffneten Verwaltungsverfahren
von vornherein weder für die Geltend
machung des Leistungsanspruchs (
Art.
29 ATSG) noch für die Nachreichung der bei einer Neuanmeldung nach rechtskräftiger Verweigerung von Versiche
rungsleistungen nötigen Belege (vgl. E. 1.2)
erfor
derlich und sind folglich
sowohl das Beschwerdebegehren, die Beschwerdegegnerin zur Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren zu verpflichten, als auch das Gesuch um unentgeltliche
Verbeiständung
im Beschwerdeverfahren als offensichtlich unbegründet abzuweisen
.
Ob – wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort geltend macht (vgl.
Urk.
7
Ziff.
4) – die unbelegte Neuanmeldung vom 1
5.
Juli 2011 lediglich dazu diente, durch Provozieren eines Nichteintretens-Vorbescheids eine von ihr zu bezahlende anwaltliche Vertretung bereits vor Erlass eines Vorbescheids über das Leistungsbegehren zu erwirken, kann demnach offen bleiben.
3.
Da nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversi
cherung im Streit liegt, ist das Verfahren kostenlos (e
contrario
Art.
69 Abs.1
bis
IVG).