# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 36d4666d-989d-5ac6-b42f-ebee68e8b021
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) X. und Y. sind Eigentümer des Grundstücks Nr. C3356 in St. Gallen. Das
Grundstück wurde in den Jahren 2004/05 mit einem fünfgeschossigen Einfamilienhaus
mit Flachdach überbaut (Zwinglistrasse 49, sogenanntes Baumhaus).
b) Die Baupolizeikommission der Stadt St. Gallen bewilligte das Baumhaus am 1. Juli
2002 bzw. 7. August 2003 unter Bedingungen und Auflagen im Rahmen einer
Ausnahmebewilligung zum Überbauungsplan Greifenacker. Am 6. Dezember 2004
stellte die Baupolizei fest, dass die bewilligte Höhe des Dachrands um 36 cm
überschritten wurde. Am 20. Dezember 2004 reichten die Eigentümer ein
Korrekturgesuch für die Höhenüberschreitung ein. Dagegen erhoben benachbarte
Grundeigentümer Einsprache, die von der Baupolizeikommission am 21. Januar 2005
geschützt wurde. Das Verwaltungsgericht bestätigte mit Urteil vom 14. September
2006 die Verweigerung der Bewilligung. Im Gegensatz zur Baupolizeikommission und
zum Baudepartement ordnete aber das Verwaltungsgericht die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands an und verpflichtete die Eigentümer, die Höhe des
Wohnhauses auf das in der Baubewilligung vom 1. Juli 2002 festgelegte Mass zu
reduzieren (VerwGE B 2006/42-44 vom 14. September 2006, in: www.gerichte.sg.ch).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Mit Urteil vom 13. April 2007 wies das Bundesgericht die staatsrechtlichen
Beschwerden der Grundeigentümer und des Baugesuchstellers (des Inhabers der
heutigen Beschwerdeführerin) gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts ab (BGE 1P.
708/2006, 1P.710/2006).
B./ Die Grundeigentümer trafen in der Folge keine Vorkehrungen, dem Urteil Folge zu
leisten. Sie ersuchten vielmehr am 31. August 2007 die Stadt St. Gallen um Bewilligung
eines vergrösserten Gebäudevolumens. Dadurch hätte der für die Gebäudehöhe
massgebliche Niveaupunkt hangaufwärts verschoben werden sollen. Die
Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen lehnte die Erteilung einer
Ausnahmebewilligung mit Beschluss vom 16. November 2007 ab. Gleichzeitig
verlangte sie von den Eigentümern ein Korrekturgesuch für die Herstellung des
rechtmässigen Zustands binnen 30 Tagen seit Rechtskraft der Verfügung. Gegen
diesen Entscheid erhoben die Eigentümer Rekurs, der vom Baudepartement am
11. September 2008 abgewiesen wurde. Eine beim Verwaltungsgericht erhobene
Beschwerde zogen die Eigentümer am 10. Oktober 2008 zurück.
C./ Am 28. Januar 2008 verlangten die Grundeigentümer von der Stadt St. Gallen, dass
der Überbauungsplan Greifenacker ganz oder teilweise aufgehoben werde. Der
Stadtrat wies das Gesuch am 7. April 2008 ab. Dagegen erhoben die Gesuchsteller
Rekurs, der vom Baudepartement am 30. November 2008 abschlägig entschieden
wurde.
D./ Am 14. November 2008 reichten Christine und Otto Gmeiner das im Beschluss vom
16. November 2007 verlangte Rückbaugesuch ein. Als Projektverfasser
unterzeichneten die Marcel Ferrier Architekten AG, St. Gallen, und die Création Holz
GmbH, Herisau. Als Kurzbeschrieb wurden die Entfernung der innen eingebauten
tragenden Schicht/Betondecke sowie die Wiederherstellung des Dachbelags
angegeben. Als Baubeginn wurde der 1. April angeführt. Mit der Änderung der
Dachkonstruktion soll die Gebäudehöhe auf das zulässige Mass korrigiert werden. In
der Folge führte die Baupolizeikommission ein Bewilligungsverfahren durch. Den
Eigentümern und der Marcel Ferrier Architekten AG wurde per B-Post mitgeteilt, dass
die Auflage vom 26. November bis 9. Dezember 2008 dauere. Auf Wunsch der Marcel
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Ferrier Architekten AG stellte das Amt für Baubewilligungen dieser das
Orientierungsschreiben per E-Mail vom 18. Dezember 2008 nochmals zu.
Am 19. Dezember 2008 rügte die Marcel Ferrier Architekten AG, sie habe vom
Orientierungsschreiben und von der Auflage keine Kenntnis erhalten. Die
Ausschreibung sei neu anzusetzen. Am 6. Januar 2009 verlangte die Marcel Ferrier
Architekten AG nochmals die korrekte Durchführung des Bewilligungsverfahrens. Am
9. Januar 2009 beschloss die Baubewilligungskommission, das Korrekturgesuch unter
Vorbehalt von Bedingungen und Auflagen zu bewilligen (Ziff. 1). Sodann sei binnen
dreier Monate nach Rechtskraft der Verfügung mit den Bauarbeiten zur Umsetzung des
Korrekturgesuchs zu beginnen, wobei die Bauarbeiten zügig und nach Möglichkeit
innerhalb der vorgesehenen drei Monate nach Baubeginn auszuführen seien (Ziff. 2).
Für den Fall der Nichtbefolgung der Verfügung wurde die Ersatzvornahme angedroht
(Ziff. 3).
E./ Mit Eingabe vom 3. Februar 2009 erhob die Marcel Ferrier Architekten AG Rekurs
beim Baudepartement mit dem Antrag, der Beschluss vom 9. Januar 2009 sei
aufzuheben und es sei zusammen mit allen Parteien in einer Mediation nach einer
Lösung zu suchen, welche die Reduktion der Gebäudehöhe von 38 cm vermeide,
jedoch gleichzeitig die Rechtmässigkeit der Baute sicherstelle resp. wieder herstelle.
Mit Entscheid vom 8. April 2009 trat das Baudepartement auf den Rekurs der Marcel
Ferrier Architekten AG nicht ein und auferlegte der Rekurrentin eine Entscheidgebühr
von Fr. 2'000.--. Das Baudepartement erwog, die Marcel Ferrier Architekten AG sei
nicht zum Rekurs legitimiert. Der Rekurs müsste aber auch dann abgewiesen werden,
wenn darauf eingetreten werden könnte.
F./ Am 7. April 2009 erhob Marcel Ferrier ein Revisionsbegehren gegen das Urteil des
Bundesgerichts vom 13. April 2007.
G./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 17. April 2009 erhob die Marcel Ferrier
Architekten AG gegen den Entscheid des Baudepartements vom 8. April 2009
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, auf den Rekurs sei einzutreten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
und der Rekurs sei gutzuheissen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
der Stadt St. Gallen.
Auf die Einholung einer Vernehmlassung bei der Vorinstanz und bei der Stadt St. Gallen
wurde verzichtet (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 53 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die von der Beschwerdeführerin
zur Begründung ihrer Anträge vorgebrachten Ausführungen werden, soweit wesentlich,
in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
H./ Das Bundesgericht wies das Revisionsbegehren mit Urteil vom 20. April 2009 ab,
soweit es darauf eintrat. Das Bundesgericht hielt fest, was der Gesuchsteller vorbringe,
stelle keinen Revisionsgrund dar. Schon im kantonalen Verfahren wie auch im
Verfahren vor Bundesgericht sei es ein zentraler Punkt gewesen, ob die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verhältnismässig sei. Das
Bundesgericht habe bereits im Urteil vom 13. April 2007 festgehalten, dass die vom
Hochbauamt im kantonalen Verfahren geschätzten Wiederherstellungskosten nie
bestritten worden seien. Der Gesuchsteller und die Grundeigentümer hätten aber jeden
Grund gehabt, diese Schätzung in Abrede zu stellen und konkrete Zahlen zu
präsentieren, um die von ihnen behauptete Unverhältnismässigkeit zu belegen. Sie
hätten sich nicht darauf verlassen können, dass das Verwaltungsgericht und das
Bundesgericht von einer Wiederherstellung absehen würden. Die heute präsentierten
Expertenberichte hätten ohne weiteres bereits im damaligen Zeitpunkt eingeholt
werden können. Die neu vorgelegten Zahlen vermöchten daher kein vom Haupturteil
abweichendes Ergebnis zu begründen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 17. April 2009 wurde rechtzeitig eingereicht und
erfüllt die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP). Insoweit sind die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.2. Das Baudepartement entschied, auf den Rekurs der Marcel Ferrier Architekten AG
nicht einzutreten. Soweit die Beschwerdeführerin den Nichteintretensentscheid anficht
und den Antrag stellt, auf ihren Rekurs sei einzutreten, ist sie zur Beschwerdeführung
legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Insoweit bezieht sich
das Rechtsbegehren auf den Streitgegenstand.
2. Nach Art. 83 Abs. 2 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG) ist zur
Einsprache gegen ein Baugesuch berechtigt, wer ein eigenes schutzwürdiges Interesse
dartut.
2.1. Die Einsprachelegitimation richtet sich nach denselben Grundsätzen, wie sie für
die Berechtigung zum Rekurs in Art. 45 Abs. 1 VRP umschrieben sind (vgl. Fn. 2 zu Art.
83 BauG; B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 933;
A. Weder, Zum Baubewilligungsverfahren nach St. Gallischem Recht, Diss. Basel 1989,
S. 230). Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an der
Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut.
Die Legitimation zur Einsprache gegen ein Baugesuch hängt davon ab, ob der
Einsprecher räumlich eine enge nachbarliche Beziehung zum Grundstück hat, auf dem
das Bauvorhaben vorgesehen ist, und ob er durch den Bewilligungsentscheid
unmittelbar und in höherem Ausmass als irgend ein Dritter oder die Allgemeinheit in
seinen eigenen rechtlichen oder tatsächlichen Interessen beeinträchtigt ist (vgl. GVP
1977 Nr. 23 und 1996 Nr. 59). Das schutzwürdige Interesse besteht im praktischen
Nutzen, den ein erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner
rechtlichen oder tatsächlichen Situation eintragen würde. Der Rechtsmittelkläger muss
den eigenen Vorteil geltend machen, den er daraus zieht, oder einen Nachteil, der
abgewendet würde, wenn das Rechtsmittel gutgeheissen wird (vgl. statt vieler GVP
1996 Nr. 59; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 386 ff. mit Hinweisen).
2.2. Unbestritten ist, dass die Rechtsmittelbefugnis nicht nur benachbarten
Grundeigentümern, sondern unter gewissen Umständen auch Mietern oder Pächtern
zusteht (vgl. GVP 2006 Nr. 37 mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 427; Haller/
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Karlen, Planungs- und Baurecht, 2. Aufl., Zürich 1992, Rz. 1058; BGE 120 Ia 379 ff. E.
3d; 116 Ia 177 ff. E. 3a).
2.3. Nicht jede tatsächliche Beziehung zum Bauvorhaben begründet allerdings eine
Einsprachelegitimation. Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass die Rekurrentin weder
Adressatin der Baubewilligung ist noch eine enge räumliche Beziehung zum
Grundstück bzw. zum Bauprojekt hat, welche sie direkt und in höherem Mass als
irgendjemand in den eigenen Interessen beeinträchtigt erscheinen lässt. Die
Beschwerdeführerin ist weder Grundeigentümerin noch Baugesuchstellerin. Sie macht
geltend, sie habe an der Änderung bzw. Aufhebung des Beschlusses der
Baubewilligungskommission ein eigenes schutzwürdiges Interesse und sei durch die
Verfügung beschwert. Eine engere Beziehung zum Bauwerk als der Architekt habe
nicht einmal die Bauherrschaft. Durch die überhastet und ohne weitere Abklärungen,
z.B. ohne Anhörung der Bauherrschaft und der Planverfasserin erlassene
"Baubewilligung" vom 9. Januar 2009 sei die Planverfasserin ebenso beschwert wie die
Bauherrschaft. Dies vor allem auch dann, wenn die Bauherrschaft bei allen möglichen
und unmöglichen Gelegenheiten damit drohe, die Kosten des Rückbaus tel quel der
Planverfasserin zu überwälzen.
Diese Ausführungen vermögen eine Legitimation nicht zu begründen. Den am Bau
interessierten Unternehmungen und Handwerkern steht keine Rekurslegitimation zu
(vgl. P. Leutenegger, Das formelle Baurecht der Schweiz, Bern 1974, S. 354). Die
Beschwerdeführerin ist (Mit-)Erstellerin eines Werkes, welches u.a. Grundlage für die
Baubewilligung ist. Die Erstellung eines Werkes bzw. die Ausarbeitung eines
Bauprojekts beschlägt das privatrechtliche Verhältnis zwischen Auftraggeber und
Beauftragtem. Auch ist eine allfällige Überwälzung von Kosten bzw. eine Forderung
zwischen Beauftragten und Auftraggebern kein Grund, der dem Beauftragten im
öffentlich-rechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit dem Gesuch der Auftraggeber
um Erteilung der Baubewilligung eine Parteistellung zukommen lässt.
Selbst wenn die Beschwerdeführerin für ihre Behauptung, die Bauherrschaft drohe
damit, ihr die Kosten des Rückbaus zu überwälzen, Beweismittel eingereicht oder
bezeichnet hätte, würde dies der Planverfasserin keine Legitimation zur Anfechtung
des Bewilligungsentscheids verschaffen. Das öffentliche Baupolizeirecht bezweckt
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
nicht die Wahrung der Vermögensinteressen des Architekten gegenüber dem
Auftraggeber bzw. Baugesuchsteller. Dass der Architekt subjektiv und aus dem
Blickwinkel als Ersteller eine enge Beziehung zum Werk hat, ändert daran nichts. Auch
ein ideelles Interesse an einer Umsetzung oder Verhinderung einer bestimmten Planung
vermag ein schutzwürdiges Interesse im Sinn von Art. 45 Abs. 1 VRP nicht zu
begründen.
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin zur unterbliebenen Ausschreibung des
Vorhabens sind unbegründet. Das Bauprojekt bezweckt die Herstellung des
rechtmässigen Zustand. Gegen das der Bewilligung vom 1. Juli 2002 bzw. 7. August
2003 entsprechende Bauvorhaben ist ohnehin keine Einsprache mehr möglich; darüber
wurde letztinstanzlich und rechtskräftig entschieden. Auch hat ein Planverfasser keinen
Anspruch auf persönliche Zustellung einer Bauanzeige.
2.4. Die Vorinstanz hat im weiteren zu Recht entschieden, dass das Verhalten der
Beschwerdeführerin rechtsmissbräuchlich ist. Diese selbst hat das dem Korrektur-
Baugesuch zugrundeliegende Projekt mitverfasst und mitunterzeichnet. Die
Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie habe einer ersatzweisen behördlichen
Vornahme des Rückbaus zuvorkommen wollen. Nur durch ihre Parteistellung habe sie
verhindern können, dass die behördliche Anordnung des Rückbaus kostenmässig
vollends aus dem Ruder laufe.
Die städtischen Behörden gaben den Eigentümern nach Ablauf von eineinhalb Jahren
seit dem höchstrichterlichen Urteil nochmals Gelegenheit, den rechtmässigen Zustand
selber herzustellen. Wenn die Eigentümer in der Folge die Beschwerdeführerin mit der
Erstellung eines Projekts beauftragten, so ist nicht einzusehen, weshalb der
Projektverfasserin als Folge dieses Auftrags im Vollzugsverfahren Parteistellung
zukommen soll. Die Beschwerdeführerin hat das Projekt als Planverfasserin
vorbehaltlos mitunterzeichnet. Wenn sie nun gegen die behördliche Zustimmung zum
Vorhaben Rekurs erhebt, kann dies nicht anders als mit der Absicht einer weiteren
Verzögerung der Herstellung des rechtmässigen Zustands erklärt werden. Ein solches
Verhalten ist offensichtlich rechtsmissbräuchlich, verstösst gegen Treu und Glauben
und verdient keinen Rechtsschutz (vgl. Art. 9 BV und Art. 2 ZGB, die als allgemeine
Rechtsgrundsätze auch im öffentlichen Recht zum Tragen kommen und für Private
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
verbindlich sind). Ebenso wäre es rechtsmissbräuchlich, wenn die Planverfasserin
mittels einer Baueinsprache erwirken wollte, dass sie für die Umsetzung des Projekts
finanziell nicht belangt werden könnte.
Im übrigen hat das Bundesgericht über die Verhältnismässigkeit des Rückbaus im
Lichte der mutmasslichen Kosten abschliessend entschieden. Soweit die
Beschwerdeführerin vorbringt, die Rückbaukosten lägen höher, kann dies nicht mehr
berücksichtigt werden. Solche Tatsachen hätten im Verfahren über die
Rechtmässigkeit bzw. Verhältnismässigkeit der Wiederherstellungsverfügung
vorgebracht werden müssen. Die Verhältnismässigkeit des Rückbaus kann nicht mehr
zum Gegenstand des Vollzugsverfahrens gemacht werden. Dem vom Inhaber der
Beschwerdeführerin am 7. April 2009 eingereichten Revisionsgesuch hat denn auch
das Bundesgericht nicht stattgegeben. Es hielt im Urteil vom 20. April 2009
ausdrücklich fest, was der Gesuchsteller vorbringe, stelle keinen Revisionsgrund dar.
Schon im kantonalen Verfahren wie auch im Verfahren vor Bundesgericht sei es ein
zentraler Punkt gewesen, ob die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
verhältnismässig sei. Das Bundesgericht habe bereits im Urteil vom 13. April 2007
festgehalten, dass die vom Hochbauamt im kantonalen Verfahren geschätzten
Wiederherstellungskosten nie bestritten worden seien. Der Gesuchsteller und die
Grundeigentümer hätten aber jeden Grund gehabt, diese Schätzung in Abrede zu
stellen und konkrete Zahlen zu präsentieren, um die von ihnen behauptete
Unverhältnismässigkeit zu belegen. Sie hätten sich nicht darauf verlassen können, dass
das Verwaltungsgericht und das Bundesgericht von einer Wiederherstellung absehen
würden. Die heute präsentierten Expertenberichte hätten ohne weiteres bereits im
damaligen Zeitpunkt eingeholt werden können. Die neu vorgelegten Zahlen vermöchten
daher kein vom Haupturteil abweichendes Ergebnis zu begründen.
Nicht massgebend ist im weiteren, dass das Haus Preise und Auszeichnungen erhielt
und inwiefern es allenfalls als schützenswertes Objekt eingestuft werden könnte. Die
Preise und Auszeichnungen wurden nicht für die unrechtmässige Überschreitung der
bewilligten Gebäudehöhe vergeben. Der Rückbau auf die bewilligte Höhe würde am
Charakter der Baute nichts ändern, sondern genau dem von der Beschwerdeführerin
bzw. von deren Inhaber und den Eigentümern eingereichten und von der Behörde
bewilligten Projekt entsprechen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Auch aus der Parteistellung der Beschwerdeführerin bzw. ihres Inhabers im
Bewilligungsverfahren lässt sich nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Inhaber der
Beschwerdeführerin war in jenem Verfahren Baugesuchsteller (VerwGE B 2006/42-44
vom 14. September 2006, E. 1 b cc). Als solchem kam ihm die Legitimation im
Bewilligungsverfahren zu, nicht aber als Projektverfasser im Vollzugsverfahren.
2.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht