# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 46757170-f753-4644-958d-315da7e22ec4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966
, war ab August 2003 für die
Y._
(vormals:
Z._
) als angelernter Gipser
tätig (Urk.
6
/2/7-8, Urk.
6
/3/4-5, Urk.
6
/6/1). Am 3. Oktober 2003 zog er sich bei einem Sturz von einer
Gipserleiter
eine Ellbogen-Luxationsfraktur und eine Radiusköpfchen-Trü
mmer
fraktur links zu
(Urk.
6/7/89, Urk. 6
/7/
67). Im Verlauf wurde bei anhal
tenden Beschwerden an der linken Schulte
r zudem eine
Supraspinatus
-Teillä
sion (PASTA-Läsion,
partial articular supraspinatus tendon avulsion)
festgestellt, welche am 7. März 2005 mittels
arthroskopischer
Supraspinatus
sehnenreinsertion
links operiert wurde (Urk. 6
/7/29
-30
). Die Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehand
lung
)
für die somatischen Folgen des Unf
alls an der linken oberen Extre
mität
. Mit Mitteilung vom 18. April 2007 kündigt
e sie den Fallabschluss mit Ein
stellung der Taggeldleistungen per E
nde
April 2007 an (Urk. 6
/17).
Mit Ver
fügungen vom 15. Mai
2007 (Urk. 6/19-20), bestätigt mit
Einsprache
entscheid
vom 19. März 2008 (Urk.
6
/27/2
-10
), sprach die Suva dem Versicherten eine Invalidenrente von 30 % ab dem 1. Mai 2007, eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20 % und eine
Hilflosenentschädigung
mittleren Grades ab dem 16. März 2007 zu.
Auf die gegen den
Einspracheentscheid
erhobene Beschwerde trat das Sozial
versicherungs
ge
richt des Kantons Zürich mit Be
schluss vom 30. Mai 2008 im Verfahren Nr.
UV.2008.00142 nicht ein (Urk. 6
/76/19-22).
1.2
Am 25. Juni 2005 hatte sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung angemeldet (Urk.
6
/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte unter anderem die Akten der Suva (
Urk. 6/7,
6
/23/1-289
, Urk. 6/27/1-117
) ein.
Von
März bis Juni 2008
absolvierte der Versicherte mit Un
terstützung der
Arbeitslosenver
sicherung
einen PC-Einstiegskur
s, einen Grundkurs in Lager
logistik und die Grund
ausbildung für Stapelfahrer
und Deichselgeräteführer (Urk. 6/84/1-4, Urk. 6
/90/2).
Mitte Oktober 2008 fand im Auftrag der IV-Stelle eine psychiatrische Be
gutachtung durch Dr. med. A._
, Facharzt für
Psy
chiatrie und Psychotherapie, statt (Gutacht
en vom 30. Dezember 2008, Urk. 6
/32).
Mit Vorbescheid vom 8. April 2009
kündigte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die
Zusprache
einer vom 1. Ok
tober 2004 bis 31. März 2006 be
fristeten ganzen Rente bei einem Invalidi
tätsgrad von 100 % an (Urk. 6/36
). Dagegen e
rhob der Versicherte mit Schrei
ben vom 30. April 2009, ergänzt mit Schreiben vom
10. Juni 2009, Einwände (Urk.
6
/39, Urk.
6
/59).
Die IV-Stelle holte da
raufhin die ergänzende Stellung
nahme von Dr.
A._
vom 11. Februar
2010 ein (Urk. 6
/72). Dazu nahm der Versicherte mit Schreiben vo
m 14. Juni 2010 Stellung (Urk. 6
/
78).
1.3
Anfang August 2010 leitete die IV-Stelle berufliche Massnahmen ein (Urk.
6
/81
, Urk. 6/90
). Vom 31. Januar bis 25. Februar 2011 nahm der Versicherte an der Abklärung in der
B._
teil (Urk.
6
/105). Ab dem 11. April 2011 wurde im Auftrag der IV-Stelle (Urk.
6
/112
,
Urk.
6/126
) beim C._
ein Arbeitstraining durchgeführt.
Am 5. Mai 2011 zog sich der Versicherte beim Hinuntergehen einer Treppe eine
Distorsion am rechten Knie zu
(
Urk.
6/157/52)
, woraufhin eine
Meniskusläsion des medialen
Hin
terhorns
am rechten Knie
festgestellt wurde
(
Urk.
6/126,
Urk.
6/141/4)
. Diese
wurde am
13. Juli 2011
an der
D._
mittels
Arthroskopie
mit
Teil
meniskektomie
medial und
Meniskustrimming
lateral behandelt (Urk.
6
/141/10-11
). Ab dem 26. Sep
tember 2011 nahm der Versicherte das Arb
eits
training in der Speditions
abteilung des
C._
in einem 50%igen Pensum wieder auf (
Urk. 6/136-137
).
Am 23. Januar 2012 stürzte der Versicherte die Treppe hinunter und zog sich dabei am
linken Knie
eine Distorsion mit einer medialen
Meniskushinterhorn
läsion
zu, welche am
9. Februar 2012
durch eine
Kniegelenksarthroskopie
links mit einer Resektion des medialen
Meniskush
interhornes
und einer
Plica
-Res
ek
t
ion operiert wurde (Urk.
6
/152/6, Urk.
6
/
1
60/1
, Urk. 6/225/334-335
). Mit Mitteilung vom 7. März 201
2 stellte die IV-Stelle den vor
läufigen Abbruch des Arbeitstrainings
per 25. Januar 2012 fest (Urk. 6
/149).
1.4
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Folgen der Unfälle vom 5. Mai 20
11 und vom 23. Januar 201
2.
Vom 7. Mai bis 26. Juni 2012 wurde der Versicherte in der
E._
stationär behandelt (Austrittsbericht vom 27. Juni 2012, Urk.
6
/160). Am 13. Dezemb
er 2012 teilte die Suva dem Versicherten die Ein
stellung der Taggeldleis
tungen per Ende 2012 mit (Urk. 6/179). Mit Ver
fügung vom 9. Januar 2013 erhöhte die Suva die bisherige 30%ige Rente per 1. Januar 2013 auf 32 % (Urk.
6
/1
84), was sie mit
Einsprache
ent
scheid
vom 27.
Dezember 2013 bestätigte (Urk. 6
/213). Die dagegen erhobene
Beschwerde wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil
vom 12. August 2015 im Verfahren Nr
. UV.2014.00024 teilweise gutge
heissen, indem dem Versicherten eine Invalidenrente mit einem Invaliditätsgrad von 39 % zugesprochen wurde (Urk.
6
/242/32).
1.5
Ab dem 3. August 2012 hatte die IV-Stelle
Arbeitsvermittlung für den Ver
sicherten aufge
nommen (Urk.
6
/172). Mit Mitte
ilung vom 7. November 2012
über
nahm sie die Kosten für einen Ausbildungskurs in Deutsch vom 6. bis 23. November 2012 (Urk.
6
/174). Am 11. Januar 20
13 sprach die IV-Stelle dem Versicher
ten die Kostenübernahme für einen Arbeitsversuch vom 14. Januar bis 13. April 2013
bei der
F._
(Urk. 6
/181-182) und am 11. April 2013 einen solchen für die Zeit vom 15. April bis 14. J
uli 2013 im Betrieb
G._
zu (Urk.
6
/193
-194
). Mit Mitteilung vom 27. November 2013 bewilligte die IV-Stelle dem Versicherten eine Arbeitsvermittlung durch die
H._
(
Urk.
6/208)
. Am 22. September 2014 wurde
n
die Arbeitsvermittlung
und damit die beruflichen Mass
nahmen abgeschlossen (Urk.
6
/221).
In der Folge holte die IV-Stelle das
bidisziplinäre
Gutachten des
I._
vom 10. Mai 2016 (Urk.
6
/258) mit psychiatrischem Teilgutachten vom 26. Februar 2016 (Urk.
6
/255) ein. Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 23. Mai 2016 die Abweisung des Rentenbegehrens an (Urk.
6
/263). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 17. Juni 2016 (Urk.
6
/266), ergänzt mit Schreibe
n vom 15. September 2016 (Urk. 6/279), unter Beilage der Berichte
von Dr. med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, vom 16. März, 4. und 11. Mai 2016 unter anderem zur operativen Behandlung des rechten Ellbogens vom 11. Mai 2016
(Urk. 7/265/1-9) Einwand.
Mit Sch
reiben vom 14. Juli 2016 (Urk. 6
/27
4) sandte die Krankentaggeldver
sicherung Helsana Versicheru
ngen der IV-Stelle die IV-(Neu
-)Anmel
dung
des Versicherten vom 9. Juli 2016 (Urk.
6
/269) zu.
Mit
Verfügung vom 26. September 2016
verneinte die IV-Stelle wie angekünd
igt bis Mai 2016 einen Rentenanspruch des Ver
sicherten bei einem Invaliditätsgrad von 28 %
, wobei sie für den
Leistungsan
spruch ab Mai 2016 auf einen sep
araten Entscheid
verwies (Urk. 6/281
).
Dagegen erhob der Versicherte am 1
3.
Oktober 2016 Beschwerde (
Urk.
6/285/3-7). Mit Urteil IV.2016.01135 vom 2
2.
Dezember 2017 sprach das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich dem Versicherten eine
Viertelsrente
ab Juli 2013
zu und wies die Sache zur ergänzenden medizini
sc
hen Abklärung und zum anschliessenden Ent
scheid über den Rentenanspruch für die Zeit von Juni 2004 bis Juni 2013 sowie ab Mai 2016
an die IV-Stelle zurück (
Urk.
6/296/20). Auf die hiergegen erhobene Beschwerde der IV-Stelle
vom 2
0.
Februar 2018 (
Urk.
6/298)
trat das Bundesgericht mit Urteil
9C_178/2018
vom
1
4.
März 2018
mit der Begrün
d
ung
nicht ein
, dass es sich beim Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 2
2.
Dezember 2017 auch in Bezug auf die materiell beurteilte Periode um einen Zwischenentscheid handle
(Urk.
6/301
).
1.6
Die IV-Stelle holte in der Folge
die
Bericht
e
von
Dr.
med. K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, von der
L._
vom 4.
Juni 2018
(Urk. 6/310/4-5)
,
von
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
vom 25. Juni 2018 (
Urk.
6/314/5-7)
und vom 10.
Januar 2019 (
Urk.
6/321/1) sowie von
Dr.
m
ed. N._
,
praktischer Arzt,
vom 1
9.
April 2019 (
Urk.
6/328)
ein.
Ausserdem nahm
Dr.
med. O._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am
9.
August 2018 (
Urk.
6/333/
4-6), am 2
9.
Oktober 2018 (Urk.
6/333/7) und am
1.
Juli 2019 (
Urk.
6/333/8-9) zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten ab Oktober 2003 und zur Eingliederungsfähigkeit Stellung. Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle
im Vorbescheid vom 1
6.
September 2019
für die Zeit ab Juni 2004 die
Zusprache
einer halben Rente ab dem 1. August 2017 an (
Urk.
6/334). Dagegen erhob der Versicherte
mit Schreiben vom 2
3.
September 2019, ergänzt mit Schreiben vom 2
0.
Dezember 2019, Einwände (
Urk.
6/335, Urk. 6/340). Mit Verfügung vom 1
6.
März 2020
(
Urk.
2)
stellte
die IV-Stelle
wie angekündigt
fest, dass der
Versicherte
Anspruch auf
eine halbe Rente
ab dem 1.
August 2017
h
abe
(
Urk.
2 S. 3)
; dabei sprach sie ihm
zunächst die lauf
ende Rente ab dem
1.
April 2020 zu und
verwies für die Zeit vom
1.
August 2017 bis 3
1.
März 2020
auf eine spätere Verfügung
(
Urk.
2 S. 1).
2.
Der Versicherte
erhob mit Eingabe vom 2
8.
April 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
6.
März 2020 und be
antragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
ab dem
1.
Oktober 2004 bis Mitte
2009, eventualiter bis am 31.
März 2006, eine ganze Rente, ab Juli 2013 eine
Viertelsrente
und ab Mai 2016 eine halbe Rente, eventualiter eine
Viertelsrente
,
zuzusprechen
. Die
Rentenzusprache
ab August 2017 werde nicht bestritten
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
3.
Juni 2020
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5
). Mit Verfügung vom
1
2.
Juni
2020
wurde die
Vorsorgeeinrichtung
des Beschwerdeführer
s, die Sam
melstiftung Vita,
zum Verfahren beigeladen (Urk. 7), welche sich mit Ein
gabe vom
1
0.
August 2020
dem Antra
g der Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde anschloss
und im Übrigen auf eine Stellungnahme verzichtete (Urk. 10
).
Dies wurde den Parteien am 1
8.
August
2020
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision und am 1. Dezember 2012 die im Zuge der IV-Re
vision 6a revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes
über die Invalidenver
sicherung (IVG), der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) und des Bundesgesetzes übe
r den Allgemeinen Teil des Sozi
al
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechts
normen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten ha
ben, als sich der zu den materi
ellen Rechts
folgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
6.
März 2020 (Urk. 2) ergangen, wo
bei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkra
fttreten der revidierten Bestim
mungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 und der revidiert
en Bestim
mun
gen der IV-Revision 6a
am 1. Januar 2012
begonnen hat (vgl.
An
meldung vom 25. Juni 2005, Urk.
6/3
). Daher und auf
grund dessen, dass der Rechtsstreit eine D
auerleistung betrifft, über wel
che noch nicht rechtskräftig
verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Re
geln
für die Zeit b
is 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestim
mungen und ab
dem
1.
Januar 2008
au
f die neuen Normen der 5. IV-Revi
sion respektive
ab dem 1. Janu
ar 2012
der IV-Revision 6a abzu
stellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1; zur 5. IV-Revision: Urteil des Bundesgerichts
8C_829/2008
vom
23. De
zember 2008 E. 2.1
). Dies fällt materiell-rechtlich jedoch nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision und die IV-Revision 6
a hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Än
de
rungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewe
senen Rechtslage gebracht
haben, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiter
hin ma
ssgebend ist (vgl. zur 5. IV-Re
vision: Urteil des Bundesgerichts
8C_76/2009
vom 19.
Mai 2009 E. 2).
Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit nichts an
deres vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2012 geltenden Fassung zitiert.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG und
Art. 3 Abs. 1
sowie
Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein
. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2.2
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter entwickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosoma
tische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien
(so genannte «Foerster-Kriterien», vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 49 E. 1.2, je wiedergegeben BGE 139 V 547 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struktu
rierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2).
An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der
rentenan
-
sprechenden Person - hat sich dadurch nichts geändert. Im Grunde konkretisieren die in BGE 141 V 281 E. 4 und E. 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 142 V 106 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2017 vom 28. Februar 2018 E. 6.3).
Gemäss BGE 143 V 418 (E. 7) sind neu sämtliche psychischen Leiden, laut BGE 143 V 409 (E. 4.5.2) namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Gleiches gilt gemäss BGE 145 V 215 bezüglich fachärztlich einwandfrei diagnostizierter Abhängigkeitssyndrome beziehungs
weise Substanzkonsumstörungen (E. 5.1 und E. 5.3.3).
2
.3
2
.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art.
28
Abs.
2
IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung
).
2
.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.4
Rechtsprechungsgemäss sind die Revisionsbestimmungen (
Art.
17 ATSG) bei der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente analog anwendbar (
BGE 133 V 263
E. 6.1 mit Hinweisen), weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist
von
Art.
88a IVV
festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchs
änderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (Urteile
des
Bundesgerichts
8C_419/2018 vom 1
1.
Dezember 2018 E. 2.2
und
8C_458/2017 vom
6.
August 2018 E. 2 mit Hinweisen).
Liegt ein Revisionsgrund vor, der nicht bloss in einer unterschiedlichen Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts bestehen kann, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend (
«
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
BGE 141 V 9
E. 2.3
mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts
8C_587/2018
vom 1
1.
März 2019 E. 2.3).
3.
3.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
aus,
der
Beschwerdeführer
sei in seiner angestammten Tätigkeit als angelernter Gipser
seit dem Unfall vom
3.
Oktober 2003 zu 100
%
arbeitsunfähig. Ab Juni 2004 seien i
h
m Eingliederungsmassnahmen
während zwei Stunden an vier Tagen pro Woche
zumutbar gewesen. Eine
Rentenzusprache
falle aufgrund des Grundsatzes «Eingliederung vor Rente» indes nur dann in Betracht, wenn nach Ablauf des Wartejahres die Eingliederungsfähigkeit nicht oder noch nicht gegeben sei und aus diesem Grund keine Eingliederungsmassnahmen in Frage kommen würden.
Ein Anspruch auf eine befristete Rente habe daher bei bestehender Eingliederungsfähigkeit vor
den
IV-Taggeldern nicht bestanden.
N
ach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen
(
B._
-Abklärung, Arbeits
training, Deutschkurs, Arbeitsversuche, Arbeitsvermittlung)
mit Taggeldern bis am 1
4.
Juli 2013
s
ei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser weiterhin vollständig eingeschränkt gewesen; in einer leidensangepassten, körperlich bis mittelschweren Tätigkeit, bei welcher die linke Hand nur geringfügig als Halte
-
/Begleithand eingesetzt werde, und ohne Arbeiten über Schulterhöhe und in Hockstellungen, ohne Ziehen und Stossen nur mit der rechten Hand, ohne häufige
s
Treppensteigen sowie Gehen über unebenes Gelände habe er dagegen ganztags arbeiten können.
Der Einkommensvergleich ergebe für die Zeit ab dem 1
4.
Juli 2013
einen Invaliditätsgrad von 11
%
. Für das
Valideneinkommen
werde auf die statistischen Werte im Baugewerbe abgestellt, da die Erwerbsbiographie des
Beschwerdeführer
s von regelmässigen Stellen
wechseln nach zwei bis fünf Jahren geprägt gewesen sei. Die letzte Stelle habe er drei Monate vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung angetreten. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass er diese Stelle nach maximal fünf Jahren wieder gewechselt hätte. E
in leidensbedingter Abzug vom Invaliden
einkommen sei nicht angezeigt, da in einer körperlich leichten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
und die beschriebenen Einschränkungen bereits mit dem Abstellen auf eine allgemeine Hilfsarbeitertätigkeit berücksichtigt worden seien
. Am 1
8.
Juni 2014 habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s lediglich vorübergehend verschlechtert; bereits ab September 2014 sei wieder eine 100%ige Arbeitstätigkeit zumutbar gewesen, allerdings mit einem erhöhten Pausenbedarf von 20
%
. Es werde daher ab September 2014 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausge
gangen. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 28
%
, wobei weiterhin ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen nicht angezeigt sei.
Ab Mai 2017
habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s
dauerhaft verschlechtert.
Ab dann sei er in einer körperlich wechselbelastenden leichten Tätigkeit unter Meidung monotoner und/oder repetitiver Fehlhaltungen des Rumpfes und der Gelenke, unter Meidung dauerhafter
,
schlagend stossender vibrierender Krafteinwirkung sowie Meidung feuchtkalter und zugiger Arbeitsumgebung noch zu 50 % arbeitsfähig. Drei Monate nach der eingetretenen Verschlechterung
ab August 2017 resultiere damit
ein
Invaliditätsgrad von 55
%
.
Es bestehe dabei kein Grund für einen leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen, namentlich stelle auch das Teilpensum bei Männern gemäss
d
er Statistik keinen Grund für einen Abzug dar. Der
Beschwerdeführer
habe somit ab August 2017 Anspruch auf eine halbe Rente.
Die vom
Beschwerdeführer
angesprochene Operation am Ellbogen vom 1
1.
Mai 2016 stelle keine dauerhafte Einschränkung dar. Die Rente könne daher nicht per dann ausgerichtet werden.
An das Urteil des Sozialversicherungsgericht
s
IV.2016.01135 vom 2
2.
Dezember 2017 sei sie nicht gebunden. Denn dieses sei noch nicht in Rechtskraft erwachsen, nachdem das Bundesgericht auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht eingetreten sei, weil
das Sozialversicherungsgericht noch kein abschliessendes Urteil gefällt habe, daher keine materiell verbindlichen Anordnungen vorliegen würden und
das im Zwischenentscheid
B
eurteilte noch zusammen mit dem Endentscheid angefochten werden könne.
Somit könne aus dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts noch kein Leistungsanspruch abgeleitet werden (Urk. 2
S. 2 ff.
).
3.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
(
Urk.
1)
,
die
Beschwerdegegnerin
halte für die Zeit vor der
Rentenzusprache
ab August 2017 ungeachtet der Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 2
2.
Dezember 2017 und vom 1
2.
August 2015 an ihren Einschätzungen fest und ignoriere die Aus
führungen des Gerichts. Sie habe namentlich die zugesprochene
Viertelsrente
ab Juni 2013, die Rückweisung betreffend befristeter Rente und Prüfung des Rentenanspruchs ab Mai 2016 infolge Verschlechterung, die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vollständig ignoriert.
Die Eingliederungsfähigkeit sei frühestens ab Mitte 2009 zu bejahen und eine befristete ganze Rente sei mindestens bis Mitte 2009, eventualiter bis Juni 2006, geschuldet. Denn d
ie im Vorbescheid vom
8.
April 2009 zugesprochene bis 2006 befristete ganze Rente, welcher Teil nie beanstandet worden sei,
werde
von der Beschwerdegegnerin nun erstmalig wegen angeblicher Eingliederungsfähigkeit abgelehnt. Es
frage sich
, weshalb damals von der Beschwerdegegnerin keine
Eingliederungsmassnahmen eingeleitet worden seien, wenn angeblich eine Eingliederungsfähigkeit bestanden habe. Auch die Suva sei offensichtlich nicht von einer Eingliederungsfähigkeit aus
gegangen
. Selbst die damals zuständigen Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin seien davon ausgegangen, dass gerade keine solche vorgelegen habe. Daher sei eine befristete Rente zugesprochen worden.
Es sei
diesbezüglich
eine volle Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, was von der
E._
festgehalten und auch von der Suva anerkannt
worden sei
. So sei er in der Reha gewesen und habe sich mehrere
n
Operationen unterziehen müssen.
Es sei auf die damalige echtzeitliche Beurteilung abzustellen.
F
rühestens ab dem 31.
März 2006
habe
eine Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten
Tätigkeit
bestanden und eine Einstellung (der Rente) sei dann nach drei Monaten möglich. Es bestehe aber auch ab April 2006 weiterhin Anspruch auf eine Rente bis zum Beginn der Taggeldzahlung per Mitte 200
9.
Aufgrund der einseitigen Belastung nach dem Unfall vom
3.
Oktober 2003 habe sich der Gesundheitszustand zusätzlich verschlechtert, indem nun auch an der rechten Extremität Beschwerden aufgetreten seien. Z
udem sei ausser Acht gelassen worden, dass durch die im März 2005 durchgeführte Operation
eine Verschlechterung eingetreten sei
und sich die Schmerzen verstärkt hätten
, was sich sicherlich auch in psychischer Hinsicht ausgewirkt habe.
Er
habe in der Folge die linke Schulter praktisch nicht mehr bewegen können.
Die psychischen Beschwerden von 2006 bis 2009 stünden ebenfalls in sachlichem Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit vom Oktober 200
3.
Die
P._
gehe von einer längeren depressiven Reaktion seit 2006 bis mindestens 2009 aus. Gemäss dem Bericht der
Q._
vom 3
0.
November 2006 habe sich der psychische Zustand massiv verschlechtert.
Es habe sich eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2) bei chronischen S
chmerzen nach dem Unfall vom 3.
Oktober 2003 entwickelt. Diesbezüglich sei er regelmässig in psychiatrischer Behandlung gestanden und werde weiterhin behandelt.
Dagegen könne auf das Gutachten
von
Dr.
A._
(
vom
3
0.
Dezember 2008
,
Urk.
6/
32
)
nicht abgestellt werden,
da keine vertiefte Auseinandersetzung mit den Berichten der
R._
stattgefunden habe. Es seien auch keine Verlaufsberichte von der
R._
eingeholt und
Dr.
A._
vorgelegt worden. Schon aufgrund des (von
Dr.
A._
durchgeführten) BDI-Tests, wonach mindestens eine mittelschwere bis schwere Depression vorliege, sei seine Schlussfolgerung, dass keine psychische Problematik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe, unverständlich. Das Gutachten enthalte ausserdem keinerlei Hinweise
zum
psychischen Zustand vor der Untersuchung vom 16.
Oktober 2008
;
Dr.
A._
habe erklärt, dass ihm eine rückwirkende Beurteilung nicht möglich sei.
Zur Begründung des Eventualantrages, dass z
umindest vom 1.
Oktober 2004 bis 3
0.
Juni 2006 (Verbesserung ab dem 3
0.
März
2006 plus drei
Monate)
beziehungsweis
e
bis zum Beginn der beruflichen Massnahmen im Dezemb
er 2011
(richtig: Januar 2011, Urk. 6/105)
eine Rente zuzusprechen sei, werde auf die Beschwerde vom 1
0.
Juni 2009 (Urk. 6/59) verwiesen.
Des Weiteren
sei ab Juli 2013 eine
Viertelsrente
und ab August 2016 eine halbe Rente geschuldet.
Bezüglich der Zeit ab Juli 2013
sei auf die Berechnung des Gerichts abzustellen, welche zur
Zusprache
einer
Viertelsrente
ab Juli 2013 geführt habe. Diesbezüglich werde auf die Beschwerde vom 1
3.
Oktober 2016
(Urk.
6/285)
und die Erwägungen im Urteil vom 2
2.
Dezember 2017 verwiesen. Dabei sei der
I._
-Bericht vom 1
0.
Mai 2016 massgebend.
Anfang 2016 habe sich der Gesundheitszustand verschlechtert, weswegen er am 1
1.
Mai 2016 am Ellbogen rechts operiert
worden sei. Seitdem sei er lediglich zu
50
%
arbeitsfähig
.
Zudem sei auch noch die linke obere Extremität beeinträchtigt
. Die linke Schulter und die linke Hand seien nur sehr beschränkt einsetzbar
. Ausserdem sei der rechte Arm aufgrund der Überbelastung nicht mehr voll einsatzfähig
. Es könne daher
nicht
mehr
auf das
(bisherige)
Belastungsprofil
abgestellt werden
. Es werde bestritten, dass er in der Lage sein solle, Gewichte von 22,5 Kilogramm einarmig, geschweige denn ohne Einsatz der Arme, ohne Einschränkung heben zu können. E
s wäre
weiter abzuklären
, inwiefern sich die Ellbogenthematik und die Schulterbeschwerden zusätzlich auf die Arbeitsunfähigkeit und das Belastungs
profil auswirken würden.
Die Verschlechterung sei entgegen der Behauptung der
Beschwerdegegnerin
somit nicht erst im Mai 2017 eingetreten. Eine halbe Rente sei daher bereits ab August 2016 geschuldet, eventualiter ab dann eine
Viertelsrente
.
Der verfügte Anspruch ab August 2017 werde nicht bestritten.
Zur Bestimmung des jeweiligen Invaliditätsgrades sei im
Einkommensvergleich
auf
ein
Valideneinkommen
aufgrund der Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber per 2013 abzustellen. Er sei stets als Gipser tätig gewesen und wäre dies (im Gesundheitsfall) auch weiterhin gewesen, so dass er aufgrund seiner Berufs
erfahrung weiterhin ein entsprechendes Einkommen erzielt hätte. Zum Invalideneinkommen werde auf das Urteil vom 1
7.
(richtig: 22.) Dezember 2017
(
Urk.
6/
296
)
verwiesen. Es sei entgegen der Annahme der
Beschwerdegegnerin
nicht eine 80%ige, sondern lediglich eine 76%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Davon sei aufgrund des komplexen Beschwerdebildes
mit
massiver
Beein
trächtigung aller vier Extremitäten
(Schulter, Ellbogen, Knie
, je beidseitig)
ein leidensbedingter Abzug von 20
%
vorzunehmen.
Selbst die Suva habe auf einen solchen Abzug geschlossen
(
Urk.
1 S. 2 ff.).
3.3
3.3.
1
Vorab ist anzumerken, dass die
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 3) zu Recht darauf hinwies, dass das Urteil des Sozialversicherungsgericht
s
IV.2016.01135 vom 22. Dezember 2017, mit welchem ein Anspruch des
Beschwerdeführer
s auf eine
Viertelsrente
ab Juli 2013 festgehalten worden war (
Urk.
6/296/20), nicht in Rechtskraft erwachsen und materiell-rechtlich nicht verbindlich ist. Dies nachdem die
Beschwerdegegnerin
dagegen Beschwerde ans Bundesgericht erhoben hatte, welches auf die Beschwerde mit Urteil 9C_178/2018 vom 14. März 2018 nicht eingetreten ist
und
das Urteil des Sozialversicherungsgericht
s
IV.2016.01135 vom 22. Dezember 2017 insgesamt als Zwischenentscheid qualifiziert (mit Hinweis auf BGE 135 V 148 E. 5.2) und ausgeführt hat, dass dieser Entscheid auch in Bezug auf die Zusprechung einer
Viertelsrente
ab
1.
Juli 2013 keine materiellen Vorgaben enthalte (
Urk.
6/301). Namentlich bezüglich der gerichtlich im Vorverfahren festgestellte
n
Viertelsrente
besteht mithin keine materielle Verbindlichkeit und Rechtskraft, weshalb der Rentenanspruch bezüglich der ganzen Zeit ab Oktober 2004 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
16. März 2020 (
Urk.
2) neu, unabhängig vom bisher Festge
stellten beurteilt werden kann, wobei insbesondere auch der Rentenanspruch ab Juli 2013 neu zu beurteilen ist (hierzu E. 6-7 nachfolgend).
3.3.2
Die Parteien sind sich darin einig
, dass
der
Beschwerdeführer
(
aufgrund
dessen
Eingliederungsfähigkeit und
von
Eingliederungsmassnahmen)
von
Mitte 2009 bis
Juni 2013
kein
en
Anspruch auf eine Rente hat.
Ebenfalls nicht strittig ist
die verfügte halbe Rente ab August 2017
.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ab Oktober 2004 bis Mitte 2009
respektive bis zum Beginn der beruflichen Massnahmen Ende Januar 2011
eingliederungsfähig war und daher ein Rentenanspruch ausgeschlossen ist
(vgl.
E. 4
-5
nachfolgend
).
Strittig und zu prüfen ist sodann, ob der
Beschwerdeführer
nach Abschluss der taggeldunterstützten Eingliederungsmassnahmen per Mitte Juli 2013
bis Juli 2017 Anspruch auf eine Rente hat
(
vgl.
E.
6
hernach
)
.
3.3.
3
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ist unstrittig
und steht fest
, dass
der Beschwerdeführer bereits seit dem ersten Unfall vom 30. Oktober 2003 in der angestammten Tätigkeit als angelernter Gipser
anhaltend
zu 100 % arbeitsunfähig
ist
, wie dies
bereits
in den Urteilen des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2014.00024 vom 12. August 2015 (E. 3.5.2
; Urk. 6/242/32
) und IV.2016.01135 vom 22.
Dezember
2017 aufgrund der unfallbedingten
Beschwerden festgehalten worden war (
E. 3.3.2;
Urk. 7/242/25-26). Hiervon ist
auch in diesem Verfahren
weiterhin
auszugehen.
Zutreffend und u
n
bestritten
ist
ferner
, dass der
Zeitpunkt des
frühestmögliche
n
Rentenbeginn
s
in Anwendung von
Art.
48
Abs.
2
Satz 1
IVG (in der bis Ende
2007 gültig gewesenen Fassung)
auf den 25.
Juni 2004
fällt
(
ein Jahr vor der Anmeldung vom 2
5.
Juni 2005,
Urk.
6/3;
Urk. 2 S.
3;
vgl. auch Urteil IV.2016.01135 vom 22.
Dezember
2017 E.
6.2; Urk. 6/296/19).
Uneinig sind sich die Parteien dagegen bezüglich der Eingliederungsfähigkeit
und Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab
Juni
2004
, was nachfolgend zu prüfen ist
.
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
verneint
e
im angefochtenen Entscheid den Anspruch auf eine befristete Rente für die Zeit vor Beginn der
B._
-Abklärung mit IV-Taggeldern ab Ende Januar 2011 (Urk. 6/103, Urk. 6/105) unter Berufung auf den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» (Urk. 2 S. 3).
Nach der von
ihr
(
Urk. 6/315/2)
hier
bei
berücksichtigten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung
fällt eine Rentenzusprechung - entsprechend dem Grunds
atz
«
Eingliederung vor Rente
»
- v
or Durchführung allfälliger beruflicher Massnahmen
i
n Betracht
,
wenn nach Ablauf des
Wartejahres gemäss
Art.
29 Abs.
1
lit
. b IVG
(in der bis Ende 2007 gültig ge
wesenen Fassung; ab Anfang 2008
Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG)
die
Eingliederungsfähigkeit nicht oder noch nicht
geg
eben ist (vgl. BGE 121 V 190 E.
4c
)
und
aus diesem Grunde Eingliederungsmassnahmen (noch) nicht zumindest
«
ernsthaft in Frage kommen
»
(e
contrario
: BGE 11
7 V 275 E.
2a
).
Die
fehlende Eingliederungsfähigkeit
als Voraussetzung der Rentenzusprechung muss mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Soweit die
Eingliederungs
(
un
)
fähigkeit
beweismässig nicht erstellt ist und diesbezügliche Abklärungsmassnahmen angeordnet werden, kann erst nach deren Abschluss -
wenn gestützt auf die Abklärung die (noch) fehlende Eingliederungsfähigkeit feststeht - rückwirkend eine Invalidenrente zugesprochen werden
(vgl. BGE 121 V 190 E. 4d), sofern auch die übrigen Voraussetzungen gemäss
Art.
28 IVG
(in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung)
in Ver
bindung mit
Art.
4 IVG und Art.
8 ATSG erfüllt sind, namentlich der Invaliditätsrad mindestens 40
%
beträgt (
Art.
28
Abs.
1 IVG
in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung
;
zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichts
9C_734/2007, 9C_740/2007
vom 1.
April 2008
E.
4.3
;
ab Anfang 2008
vgl.
Urteile des Bundesgerichts
9C_108/2012 E. 2.2.1
vom 5.
Juni 2012
und
9C_450/2019
vom
1
4.
November 2019 E. 3.3.1
).
4.2
4.2.1
Die
Beschwerdegegnerin
geht
für die Zeit von Juni 2004 bis zum Beginn der Taggeldleistungen während der
B._
-Abklärung am 31. Januar 2011 (Urk. 6/103, Urk. 6/105) davon aus, dass der
Beschwerdeführer
eingliederungs
fähig war, weil ihm in dieser Zeit Eingliederungsmassnahmen mit einer Präsenzzeit von zwei Stunden pro Tag an vier Tagen pr
o Woche zumutbar gewesen seien
(
Urk.
2 S. 3).
Dem Feststellungsblatt vo
m
1
6.
September
2019
ist zu entnehmen, dass sie dabei
auf die
Mindestvoraussetzung für die Durchführung eines Belastungstrainings
(vgl. Kreisschreiben ü
ber die Integrationsmassnahmen [KSIM]
g
ültig ab
1.
Januar 2012
,
Stand:
1.
Januar 2019
,
Rz
1010.1
)
und in medizinischer Hinsicht auf die
Beurteilung von Dr. med.
O._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
vom 2
9.
Oktober 2018
abstellt
e
(Urk. 6/333/
6
-
7).
Der RAD-Arzt führte
zur Frage, welche Eingliederungsfähigkeit (Präsenz ohne Arbeitsleistung zu zwei Stunden pro Tag an vier Tagen pro Woche) ab Juni 2004 bestanden habe,
aus, es habe sich ab Juni 2004 vorrangig um
behandlungs
bedürftige
Bewegungseinschränkungen im linken Ellbogengelenk bei Status nach osteosynthetisch versorgter Radiusköpfchenfraktur gehandelt. Damit sei im Zeitraum ab
der
Arthrolyse
-
Operation vom
3.
September 2004
(
Urk. 6/
7/56
) und danach für weitere sechs Wochen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(in jeglicher Tätigkeit)
anzunehmen.
Hierzu sei die Nachuntersuchung
vom 26.
Oktober 2004 (
Bericht vom
3.
November 2004,
Urk.
6/
7/53
-54
) beachtlich. Die vom
Beschwerdeführer
weiterhin geklagten linksseitigen Schulter- und Handgelenks
beschwerden seien seinerzeit entsprechend medizinisch ohne dringliche Behandlungskonsequenzen abgeklärt worden und sollten somit keine mass
geblichen Gegenanzeigen für die Eingliederungsfähigkeit gewesen sein. Damit habe medizinisch-theoretisch ab Juni 2004, ausgenommen im Zeitraum vom
3.
September bis 2
6.
Oktober 2004, eine Eingliederungsfähigkeit mit Präsenz ohne Arbeitsleistung zu zwei Stunden pro Tag an vier Tagen pro Wochen bestanden (
Urk.
6/333/7).
In der Stellungnahme vom
9.
Aug
u
st 2018 hatte
Dr.
O._
ausgeführt, es habe die folgende
Eingliederungsfähigkeit und
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil bestanden: 0 % ab dem 3. Oktober 2003, 100
%
ab dem
2
0.
März 2006
(
Austrittsbericht
der
E._
vom
2
0.
März 2006,
Urk. 6/
14/1-6
;
Arbeitsversuch bereits ab Juli 2005 möglich), 50
%
ab dem 1
8.
Juni 2014, 80
%
ab September 2014 und 50
%
ab Mai 2017 (Urk. 6/333/5-6). In der Stellungnahme vom
1.
Juli 2019
ergänzte
Dr.
O._
seine Einschätzung
um die folgende
n
Zeile
n
:
ab Juni 2004 (ausgenommen
3.
September 2004 bis 2
6.
Oktober 2004) Eingliederungsfähigkeit mit Präsenz ohne Arbeitsleistung zu zwei Stunden pro Tag an vier Tagen pro Woche
; ab Mai 2017
50
%
, ausgenommen nach Knie-Arthroskopie rechts 0
%
vom 2
5.
Februar bis 28. März 2019
(
Urk.
6/333/9).
4.2.2
Die
Beschwerdegegnerin
übersieht bei ihrer Beurteilung der Eingliederungs
fähigkeit, dass selbst nach der RAD-Einschätzung von Dr.
O._
nach Ablauf des Wartejahres (
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung)
keine Eingliederungsfähigkeit gegeben war. Denn das Wartejahr endete
ein Jahr nach
dem Unfall vom 3. Oktober 2003
(
Urk.
6/7/89)
, mithin am 3. Oktober 200
4.
Gegen Ende des Wartejahres
war gemäss
Dr.
O._
wegen der von ihm zugestandenen postoperativen sechswöchigen Rekonvaleszenz nach der
Arthrolyse
-Operation vom 3.
September 2004 (
Urk.
6/7/56)
noch bis am 26. Oktober 2004
(Urk.
6/333/9)
keine Eingliederungs
fähigkeit gegeben
.
Somit
kamen berufliche Massnahmen
im Oktober 2004
noch nicht ernsthaft in Frage und die Entstehung eines Rentenanspruches nach Ablauf des Wartejahres
mit Beginn ab dem
1.
Oktober 2004
(
Art.
29
Abs.
2
IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung)
ist nicht ausgeschlossen
.
Hinzu kommt, dass
sich
die von
Dr.
O._
attestierte Eingliederungs
fäh
igkeit ab dem 27.
Oktober 2004 allein auf die angefragte (respektive vorgegebene) minimale Fähigkeit zur Präsenz
von zwei Stunden pro Tag an vier Tagen pro Woche
ohne Arbeitsleistung an einer Integrationsmassnahme
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
(Belastbarkeitstraining;
Art.
8
Abs.
3
lit
.
a
bis
IVG in der ab
Anfang 2008
geltenden Fassung
;
Rz
1010.1 KSIM
) bei gleichzeitig attestierter 100%iger Arbeitsunfähigkei
t in jeglicher Tätigkeit vom 3.
Oktober 2003 bis 19. März 2006 (
Urk.
6/333/9) bezieht.
Ungeachtet der Frage, ob diese Minimalanforderungen zur Begründung der Eingliederungs
fähigkeit in Bezug auf die ab Anfang 2008 geltende Rechtslage ausreichen, ist
hier
jedenfalls zu beachten, dass
es
n
ach der
im Oktober
2004 bis Ende 2007
gültig gewesenen Rechtslage
noch keine Integrationsmassnahmen
gab
, sondern lediglich berufliche Massnahmen
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
;
Art.
8
Abs.
3
lit
. b
IVG in der bis Ende
2007
gültig gewesenen Fassung).
Nach der damaligen Rechtslage ging die
Eingliederung der Rente immer dann vor, wenn der versicherten Person zugemutet werden
konnte
, sich Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen, nach deren Durchführung voraussichtlich keine (teil-)rentenbegründende Invalidität mehr besteht. Nach
Art.
28
Abs.
1 IVV (
in der bis Ende
2007
gültig gewesenen Fassung
, aufgehoben per
1.
Januar 2008
)
entstand
der Rentenanspruch nicht, solange der Versicherte sich Ein
gliederungsmassnahmen unterzog
oder auf den Beginn bevorstehender
Eingliederungsmassnahmen warten muss
te
und dafür ein Taggeld beanspruchen
konnte
. Mit der Ausrichtung von Taggeldern (vgl.
Art.
8
Abs.
3
lit
. e und
Art.
22 IVG und
Art.
18 und
Art.
28 IVV; je in der bis
Ende
2007
gültig gewesenen
Fassung)
soll
te
der Lebensunterhalt während der Wartezeit, respektive während der Eingliederungs
massnahme sichergestellt werden (Urteil des Bundesgerichts
8C_312/2009 vom
1.
Dezember 2009
E. 6).
Die im hierzu massgeblichen Leitentscheid
BGE 121 V 190
(E. 4) geforderte fehlende
Eingliederungsfähigkeit
nach Ablauf des Wartejahres
(vgl. E. 4.1 hiervor)
bezog sich somit
auf die damaligen beruflichen Massnahmen mit entsprechender voraussichtlicher Eingliederungswirksamkeit.
Bei Vorliegen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit - wie hier
von
Dr.
O._
bis am 19. März 2006 (
Urk.
6/333/9)
festgestellt
-
wären
damals
keine b
eruflichen Massnahmen nach Art.
8 IVG
(
in der bis
Ende
2007
gültig gewesenen
Fassung
)
in Betracht gefallen. Erst
bei Vorliegen einer
Teilarbeitsfähigkeit
wäre
der
G
rundsatz «
Eingliederung vor Rente
»
zum Tragen
gekommen
und
erst dann
galt somit
, dass
eine Rente erst zugesprochen werden
kann
, wenn zuvor der Anspruch auf berufliche Massnahmen geprüft
wurde
(vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_885/2008 vom 8.
April 2009
E. 7).
Laut
der Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
O._
war eine Arbeitsfähigkeit indes erst wieder ab dem 2
0.
März 2006 gegeben und bestand ab dem Unfall vom
3.
Oktober 2003 bis am 1
9.
März 2006 keine Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/333/9)
.
Wie sich aus dem Nachfolgenden
(E. 4.3
) ergibt, ist die Beurteilung des RAD-Arztes einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vom 3. Oktober 2003 bis 19. März 2006 denn auch mit den übrigen medizinischen Akten jener Zeit vereinbar.
Somit kamen berufliche Massnahmen auch nach dem 2
6.
Oktober 2004 noch nicht ernsthaft in Frage. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
ist eine Eingliederungsfähigkeit ab Oktober 2004
somit
nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen.
4.2.3
Es ist damit festzuhalten, dass
bis am 19.
März 2006
keine
Eingliederungs
fähigkeit
bestand. Der
Rentenanspruch
ist
n
ach Ablauf des Wartejahres am 3. Oktober 2004
folglich
hernach
zu
prüfen
(E. 4.3 und E. 5)
.
4
.3
4.3.1
Den Akten ist in medizinischer Hinsicht zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
sich
beim
Unfall vom
3.
Oktober 2003
(6/7/89)
eine
mehrfragmentäre
Radiusköpfchenfraktur links und
eine
Tibiakontusion
rechts
zu
zog
(Urk.
6/7/89, Urk. 6/7/86)
. Im
weiteren Verlauf
wurde zudem
eine
Supraspinatus
-Partialläsion
an der linken Schulter
mit fettige
r
Degeneration im Bereich
des (
Muskulus
)
Infraspinatus
und
Te
r
es minor
festgestellt
(Urk.
6/7/73,
Urk.
6/
7/45, Urk. 6/7/29-30, Urk. 6/7/13/9)
. Der Beschwerdeführer
wurde
am linken Ellbogen
am
6.
Oktober 2003 (offene Reposition, Sc
hraubenosteosynthese, Urk.
6/7/86) und
am 3.
September 2004
(
Arthrolyse
, Entfernung des
Osteosynthesematerials
[OSME]; Urk. 6/7/56) sowie an der linken Schulter am 7. März 2005 (
arthroskopische
Supraspinatussehnenreinsertion
;
Urk.
6/7/29-30) operiert.
D
em Bericht des Operateurs
Dr.
med. S._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, vom
3.
November 2004 zur Untersuchung vom 2
6.
Oktober 2004
ist
zu entnehmen, dass der postoperative Verlauf
nach der Operation vom 3. September 2004
sich mehr oder weniger problemlos gestaltet habe.
Die Ellbogenbeschwerden würden weiterhin mit Physiotherapie und selbständigen Übungen behandelt.
In der Zwischenzeit leide der
Beschwerdeführer
nun auch unter
linksseitigen
Handgelenks
-
und Schulterbeschwerden, die anfänglich nicht im Vordergrund gestanden hätten.
Die
Arthr
o
-Magnetresonanztomographie
(MRT)
des linken Handgelenkes
vom 13.
Oktober 2004 (
Urk.
6/
8/6
) sei ohne Pat
hologie ausgefallen, es sei jedo
ch dennoch eine
scapholunäre
Bandinstabilität links wahrscheinlich.
Hierzu müsste eine Handgelenkarthroskopie zur genauen Diagnosestellung durchgeführt werden.
Die klinische Untersuchung der linken Schulter zeige eine stark eingeschränkte
Innenrotation. Diesbezüglich werde der
Beschwerdeführer
zur Abklärung und allenfalls Therapie an
Dr.
med. T._
, Facharzt für Chirurgie,
überwiesen (
Urk.
6/7/53-54).
Dr.
T._
hielt im Bericht vom 2
7.
Januar 2005 fest,
der
Beschwerdeführer
gebe Schulterbeschwerden vor allen in Bewegung an. Die
Elektromyographie
(
EMG;
neurologische Untersuchung von
Dr.
med.
U._
, Facharzt für Neurologie, vom 2
0.
Januar 2005, Bericht vom 2
1.
Januar 2005, Urk. 6/8/10-11) habe nur eine diskrete Läsion des
Nervus
cutaneus
antebrachii
posterior
links gezeigt, welche aber keinen Einfluss auf die Schulterbeschwerden habe
n
könne.
Weil das MRT eine geringe
Supraspinatus
-Partialläsion bestätigt habe, die EMG-Untersuchung
unauffällig gewesen sei und der
Beschwerdeführer
immer noch an Schmerzen leide, habe er eine operative Sanierung (SAS
;
Subakromialsyndrom
) empfohlen (
Urk.
6/8/12).
Im Bericht vom 2
1.
Februar 2005
erklärte
Dr.
T._
, dass eine umschriebene Schmerzhaftigkeit über der
Supraspinatussehne
im Vordergrund stehe, wo im MRT auch der Befunde liege. Ansonsten gebe der
Beschwerdeführer
wenig Beschwerden und eine sehr gute Kraft an. Es sei daher davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer
das Beschwerdebild nicht
aggraviere
. Er habe den
Beschwerdeführer
darauf hingewiesen, dass die postoperative Arbeitsunfähigkeit in seinem Beruf drei bis vier Monate sein werde (
Urk.
6/8/13).
Im Kurzbericht vom
8.
März 2005 zur stationären operativen Behandlung vom 7. bis
8.
März 2005 in der Klinik Chirurgie (des
V._
) wurde das Tragen des Abduktionskissens für vier Wochen, ab der
5.
Woche den Beginn von aktiv
assistiven
Übungen, ab der
7.
Woche aktive Übungen und keine Belastung für drei Monate empfohlen (
Urk.
6/7/29).
Zum postoperativen Verlauf nach der Schulter-Operation vom 7. März 2005
(
Urk. 6/7/29-30
)
erklärte
Dr.
T._
im Bericht vom 2
7.
Juli 2005, es zeige sich postoperativ ein massiv verzögerter Verlauf. Der
Beschwerdeführer
leide an starken Schmerzen und es bestehe eine Steifigkeit der Schulter. Er habe die Diagnose unklare Schulterschmerzhaftigkeit bei Status nach
PASTA
-Revision
am 7.
März 2003 gestellt. Die Behandlung bei ihm sei abgeschlossen, der
Beschwerdeführer
werde an die
W._
überwiesen
(
Urk.
6/
23/
215
)
.
Der Kreisarzt der Suva,
Dr.
med.
AA._
,
hielt zur Untersuchung vom 1
8.
Oktober 2005 im Bericht gleichen Datums fest,
durch die Operation am linken Ellbogen vom 3. September 2004 habe das Extensionsdefizit von 50
auf 35 Grad verringert und die Flexion von 115
auf 135
Grad sowie die
Umwendbewegung
Pronation/Supination von 70-0-70 auf 80-0-80 Grad verbessert werden können. Dieses Ergebnis habe nicht
ganz
gehalten werden können.
Das Extensionsdefizit betrage nun wieder 40 Grad, die Flexion gelinge bis 130 Grad und die Supination habe von 80 auf 60 Grad abgenommen.
Im Vordergrund stehe aber die
Frozen
Shoulder
rechts (richtig: links) nach operativer Behandlung einer
Mini
rotatorenmanschettenläsion
. Unter konsequenter Physiotherapie, medikamentös unterstützt
,
und nach einer erfolgrei
chen AC-Gelenksinfiltration habe sich die
aktive Elevation von initial 30 Grad
bis auf heute 60 Grad verbessert und die Abduktion von 20 auf 45 Grad.
Die Arbeitsunfähigkeit sei noch ausgewiesen. Reine Chauffeur-Tätigkeiten im Betrieb könnte der
Beschwerdeführer
versuchen, was auch psychologische Vorteile hätte. Anderweitige manuelle Mitarbeiten im Beruf, aber auch Lade- und Entladearbeiten im Rahmen der Chauffeur-Tätigkeit seien noch nicht möglich. In diesem Sinne werde auch die 100%ige Arbeitsunfähigkeit weiter bestätigt. Seitens des linken Handgelenkes sei der
Beschwerdeführer
schon fast wieder beschwerdefrei. Diesbezüglich bestehe
zumindest im Moment kein weiterer therapeutischer Handlungsbedarf. Hingegen könne das Ellbogengelenk in die mobilisierende Physiotherapie eingeschlossen werden
(
Urk.
6/13/14-15).
Die
Ärzte der
Orthopädie der
W._
hielten
im Bericht vom 7.
November 2005
die folgenden Diagnosen fest:
Frozen
Shoulder
links mit/bei Status nach PASTA-
Repair
am
7.
März 2005 bei
Supraspinatus
-Partialläsion, AC-Gelenks-
Arthropathie
links, posttraumatische Ellbogen-Arthrose bei Status nach Ellbogenluxationsfraktur und Radiusköpfchen-Trümmerfraktur links am 1. Oktober 2003
(richtig: 3.
Oktober 2003,
Urk.
6/7/89) bei Status nach Schrauben-Osteosynthese im Oktober 2003 und Metallentfernung sowie Ellbogenrevision im Oktober 200
4.
Im postoperativen Verlauf zur Schulter
operation vom
7.
März 2005 hätten sich deutliche Schulterschmerzen und eine
Frozen
Shoulder
entwickelt. Dadurch sei die Rehabilitation/Mobilisation einerseits der Schulter, andererseits des Ellbogens links erschwert. Aktuell bestünden deutliche bewegungsabhängige Schmerzen im Bereich der Schulter und Schmerzen
im Bereich des E
llbo
g
ens links bei forcierter Extension beziehungsweise Flexio
n
.
Nach gutem Ansprechen auf die AC-Gelenksinfiltration im linken Schultergelenk
werde eine
arthroskopische
AC-Gelenksresektion mit Messung der passiven Schulter-Bewegungsumfänge
sowie
bei steifer Schulter unter Narkose eine
Narkosenmobilisation
und/oder
Capsulotomie
emp
fohlen.
Die Prognose bleibe bei der Vorgeschichte ungewiss. Bezüglich des linken Ellbogens werde falls nötig ein Revisionseingriff nach dem Schultereingriff empfohlen. Je nach den Befunden einer
Arthro
-Computertomographie des Ellbogens und den neuen Röntgenbefunden könnten ein
Gelenksdébridement
, eine
anteriore
Capsulotomie
und eine eventuelle Radiusköpfch
en-Resektion diskutiert werden
(
Urk.
6/13/9-10).
Vom 1
6.
Januar bis 2
2.
Februar 2006
wurde der
Beschwerdeführer
in der
E._
stationär behandelt. Gemäss dem Austrittsbericht
vom 20. März 2006
(
Urk.
6/14/1-6)
und dem Bericht über das Ergono
mie-Trainingsprogramm g
leichen Datums (
Urk.
6/14/7-16) hätten die folgenden arbeitsbezogen relevanten Probleme bestanden: Funktionsstörung des linken Schultergelenkes mit deutlichen Bewegungseins
chränkungen in allen Rich
tungen,
belastungs-
und
positionsabhängig verstärkte Schmerzen, Funktions
störung des linken Ellbogengelenks mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit für Beugung und Streckung
(Extensionsdefizit von 35 Grad)
sowie für
Umwendbewegungen
mit belastungsabhängig verstärkten, ziehenden und im Tagesverlauf kumulierenden Schmerzen sowie gelegentlichem Blockierungs
gefühl des linken Vorderarmes und Handgelenkes.
W
ährend des
Ergonomie-
Trainingsprogramm
s
sei
festgestellt
worden
, dass die Möglichkeit zur Erarbeitung von aktivitätsbezogenen Zielen und die Lernbereitschaft für einen optimalen Umfang mit Symptomen und Einschränkungen mässig gewesen seien sowie
,
dass die Leistungsbereitschaft im Wesentlichen fraglich gewesen sei. Zwar bestehe eine Reizsymptomatik am linken Ellbogengelenk mit eingeschränkter Beweglichkeit und kumulierenden Beschwerden. Die Beobachtungen bei den Tests hätten dennoch auf eine Tendenz zur Selbstlimitierung hingewiesen. Die Konsistenz bei den Tests und im Training seien mässig gewesen. Es hätten vor allem bezogen auf die Trainingsleistungen eine leichte Verbesserung der Belastungstoleranz erreicht werden können
. Die bisherige berufliche Tätigkeit als Gipser sei dem
Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar. Zumutbar seien dagegen körperliche leichte Tätigkeiten ganztags ohne Einsatz des linken Armes über Brusthöhe sowie ohne wiederholten Krafteinsatz des linken Armes
(Urk. 6/14/1-3, Urk. 6/14/
7-
8).
Gemäss
dem
Bericht der
E._
vom
2
1.
Februar 2006
zum psychosomatischen Konsilium gleichen Datums war ein solches wegen des Verdachts auf
eine
psychisch mit
b
edingte Schmerzprobl
ematik vorgenommen worden (Urk.
6/27/64).
Der
Beschwerdeführer
habe anlässlich des aktuellen
Ergonomietrainings
über eine belastungsabhängige Schmerzzunahme geklagt, aber zugleich auch eine verbesserte Kondition angegeben. Der in der Psychomotorik und Stimmung etwas gedämpft wirkende
Beschwerdeführer
kla
ge subjektiv im psychischen Bereich über eine erhöhte Reizbarkeit und Ungeduld in Sozialkontakten sowie über Besorgtheit rund um seine künftige Leistungsfähigkeit im Beruf. Er zeige auch eine gewisse Ängstlichkeit in Bezug auf körperliche Belastungen und künftige operative Eingriffe, wobei dieser affektiven Auslenkung noch kein deutlicher Krankheitswert zukomme. Insgesamt dürften die lang dauernde Arbeitsunfähigkeit und die
chronifizierte
Schmerz
p
roblematik zu diesen psychischen Veränderungen beigetragen haben. Auf der anderen Seite neige der
Beschwerdeführer
zu psychosomatischer Symptom
bildung mit vegetativen Beschwerden (Hypertonie,
Pollakisurie
, saures Aufstossen, Atembeengung, Schlafstörungen), so dass daraus auf eine wahr
scheinliche Überlagerung der Schmerzsymptomatik geschlossen werden dürfe (
Urk.
6/27/66-67).
4.3.2
Bei dieser medizinischen Sachlage ist die Einschätzung des RAD-Arzt
es
Dr.
O._
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bis nach Abschluss der stationären Rehabilitation
Anfang 2006
nicht zu beanstanden.
Denn zum einen liegen keine anderweitigen Einschätzungen bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit bis zur stationären Rehabilitation
(
Urk.
6/14) vor. Zum a
nderen wurde
n
bereits kurz nach der zweiten Ellbogenoperation vom 3. September 2004
(Urk. 6/7/56)
die Schulterbeschwerden links (Untersuchung
durch
Dr.
S._
vom 2
6.
Oktober 2004,
Urk.
6/7/53-54) sowie die
Indikation zur Operation der linken Schulter festgehalten (
Bericht von
Dr.
T._
vom 27. Januar 2005,
Urk.
6/8/12
), welche
wenige Wochen darauf am
7. März 2005 erfolgte
(Urk. 6/7/29-30).
Ausserdem traten n
ach der
Schulteroperation
ein massiv verzögerter Verlauf mit
weiterhin
behandlungsbedürftigen
Schulter
beschwerden
ein
(Urk.
6/13/9-10,
Urk.
6/
23/215).
Der Kreisarzt
Dr.
AA._
bescheinigte
im Oktober 2005
denn auch
noch keine Arbeitsfähigkeit, sondern empfahl lediglich einen Arbeitsversuch als Chauffeur ohne zusätzliche manuelle Tätigkeiten
(Urk. 6/13/15)
.
Bei Komplikationen im postoperativen Verlauf und multiplen Beschwerden an der linksseitigen oberen Extremität ist eine verlängerte Rehabilitationszeit von
rund zehn
Monaten
(anstatt der prognostizierten drei bis vier Monaten;
Urk.
6/7/29,
Urk.
6/8/13)
nachvollziehbar.
Die
von den
Ärzte
n
der
E._
im Austrittsbericht vom 2
0.
März 2006
schliesslich
attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
(
Urk.
6/14/2)
wurde nachvollziehbar begründet
und
beruht auf umfassender
stationärer Abklärung
samt psychosomatischem Konsilium
mit überzeugend begründeten Schlussfolgerungen (Urk. 8/27/64-67)
.
Dabei kam einer kritischen Würdigung der subjektiven Angaben und deren genauen Abgrenzung zu den objektivierbaren Befunden
bei festgestellter Tendenz zur Selbstlimitierung (Urk. 6/14/3, Urk. 6/14/8) und psychischer Überlagerung der Schmerzsymptomatik mit einer Neigung zu psychosomatischer Symptombildung (
Urk.
6/27/67)
besonderes Gewicht zu, was korrekt beachtet wurde. Zusätzlich beachteten die Ärzte der
E._
auch die Beschwerdekumulation im Tagesverlauf
, indem sie die zumutbare Arbeitsbelastung (gemäss DOT-Kategorie) etwas tiefer, nämlich auf eine mindestens leichte Arbeit, klassifizierten (Urk. 6/14/2). Auf die Einschätzung der Ärzte der
E._
ist
daher
abzustellen.
4.3.3
Somit ist v
om
3. Oktober 2004
(Ablauf des Wartejahres)
bis
am 1
9.
März 2006
mit der Einschätzung des RAD-Arztes Dr.
O._
(
Urk.
6/333/9) von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
und ab
dem 2
0.
März 2006 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, die linke obere Extremität schonende
n
Tätigkeit ohne Einsatz des linken Armes über Brusthöhe und ohne wiederholten Krafteinsatz für den linken Arm
(
Urk.
6/14/2)
und mit dieser gänzlichen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von der Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers
auszugehen.
5.
5.1
In Bezug auf die
Zeit nach Austritt aus der
E._
im Frühjahr 2006
(Urk.
6/
14/1
) bis zum Beginn der beruflichen Massnahmen ab dem
31.
Januar 2011 (
B._
-Abklärung;
Urk. 6/
105
)
schloss der RAD-Arzt Dr.
O._
entsprechend der Einschätzung im Austrittsbericht der
E._
vom 2
0.
März 2006 (
Urk.
6/14/2)
fortwährend
auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepasste
n
Tätigkeit
(Urk.
6/333/9)
.
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
, sein Gesundheitszustand habe sich damals in somatischer und psychischer Hinsicht verschlechtert, indem nach der Operation vom
7.
Mär
z
2005 mehr Schmerzen am linken Schultergelenk
und
nun auch an der rechten Extremität Beschwerden aufgetreten seien
,
sowie
indem
sich die depressive Reaktion
ab
2006 bis mindestens 2009
zu einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode entwickelt
habe
(Urk.
1 S.
5 ff.
).
Den medizinischen Akten ist bezüglich
des Zeitraum
s
von März 2006 bis Januar 201
1
das Folgende zu entnehmen.
5.2
5.2.1
In
somatischer Hinsicht wurde am 29. Juni 2006 ein
e
Arthro
-MRT-Untersuchung des linken Schultergelenkes
durchgeführt
(
Urk. 6/23/115)
.
Gemä
ss dem Bericht von Dr. med. BB._
, Facharzt für Chirurgie, vom 1
0.
Juli 2006 ergab diese
Unregelmässigkeiten im Bereich der rekonstruierten
Rotatorenmanschette
mit kleinen lon
g
itudinalen Rissbildungen, hingegen keine durchgehende Manschetten-Läsion, gleichzeitig aber auch ein hochgradiges
Impingement
, was seines Erachtens vorwiegend die Schmerzproblematik verursache. Ein geschrumpfter
Rezessus
axilliaris
könne nicht erkannt werden, hingegen würden die MRT-Aufnahmen eine zum Teil doch erhebliche Defektbildung des
gleno-humeralen
Knorpels zeigen. Es bestehe also bereits eine mässige
Omarthrose
, was ebenfalls zu Schmerzen führen könnte. Diese
Omarthrose
sei bei den Voruntersuchungen, insbesondere auch im Operationsbericht (vom
7.
März 2005,
Urk.
6/7/30)
,
nicht erwähnt worden.
Es sollte eine offene Revisions-Operation des linken Schultergelenkes mit schrittweiser Kor
rektur vorgenommen werden (Urk.
6/23/113).
Dr.
med. CC._
, Facharzt für Orthopädie, erklärte im Bericht vom 15. November 2006 in Vertretung von
Dr.
BB._
, es bestehe eine unverändert
analgetikabedürftige
Schulterschmerzhaftigkeit links mit der Unfähigkeit
,
den linken Arm über die Schulterhorizontale anzuheben.
Zusätzlich sei der Beschwerdeführer durch ein Streckdefizit des linken Ellbogens beeinträchtigt. Die Physiotherapie sei zwischenzeitlich abgesetzt worden. Es liege seines Erachtens eine
Frozen
-
Shoulder
-Situation an der linken voroperierten Schulter mit einer
Restpathologie der
Supraspinatussehne
vor. Wie
Dr.
BB._
schlage er eine
Reoperation
mit diagnostischer Schulterarthroskopie, offener
subacromialer
Adhäsiolyse
und Erweiterung sowie möglicher
Supraspinatussehnen
-Revision vor. Erst intraoperativ könne entschieden werden, ob
ein unauffälliger Status der
Rotatorenmanschette
vorliege und
nicht einzig eine
Narkosenmobilisation
des linken Schultergelenkes durchgeführt
sowie
der weitere Verlauf unter intensiver Physiotherapie abgewartet werden müsste.
Von Seiten des linken Ellbogens werde keine operative Therapie vorgesehen (
Urk.
6/23/101-102).
Der Kreisarzt der Suva
Dr.
med. DD._
, Facharzt für Chirurgie, untersuchte den Beschwerdeführer in der Abschlussuntersuchung vom 1
6.
Januar 2007 und hielt fest (Bericht gleichen Datums), der Beschwerdeführer
(Rechtshänder)
leide subjektiv an einem erheblichen Ruheschmerz
an der linken Schulter und am linken Ellbogen mit Ziehen gegen die linke Nackenseite
. Bei einer Flexion von 60 Grad und einer Seitwärtselevation von 60 Grad bestehe an der linken Schulter eine erhebliche Funktionseinschränkung
. Die Funktionseinschränkung am linken Ellbogen sei mässig. Die rohe Faustschlusskraft an der linken Hand betrage noch einen Viertel der gesunden dominanten rechten Seite. Dazu werde indes auf den Bericht über das
Ergonomietrainingsprogramm
vom 2
0.
März 2006 verwiesen, worin erwähnt werde, dass die Leistungsbereitschaft als fraglich zu beurteilen gewesen sei und eine Tendenz zur Selbstlimitierung bestanden habe. Den ärztlichen Kollegen sei die reduzierte Handkraftmessung links klinisch nicht plausibel.
Sofern der Beschwerdeführer kein Vertrauen in den Operateur habe, sei auf eine weitere invasive Massnahme wie vom Stellvertreter von
Dr.
BB._
vorgeschlagen worden sei (Urk. 6/23/101-102), zu verzichten.
Die Zumutbarkeit der Arbeitsfähigkeit könne dem
Bericht über das
Ergonomietrainingsprogramm
(
Urk.
6/14/7-11) entnommen werden (Urk. 6/23/93-95).
Am 1
0.
Juli 2007 wurde der Beschwerdeführer auf Überweisung des Hausarztes in der Orthopädie der
D._
abgeklärt. Gemäss dem Bericht vom 10. Juli 2007 habe der Beschwerdeführer über multiple Beschwerden im linken Schultergürtel und im Bereich der Wirbelsäule geklagt. Im Vordergrund stünden der linke Ellbogen, wo
eine Bewegungseinschränkung persistiere, und
- seitens der Schmerzen - vor allem
das linke Schultergelenk
. Seitens des linken Ellbogens könne dem Beschwerdeführer keine orthopädisch-chirurgische Alternative angeboten werden und
die Prognose bei einem erneuten Eingriff
sei wenig erfolgversprechend. Seitens des linken Schultergelenkes
würden
eine
Arthro
-MRT-Untersuchung und die radiologische Evaluation des linken Handgelenkes vorgenommen (Urk.
6/27/96-97
).
Im Bericht vom 1
3.
September 2007 stellten die Ärzte der
D._
sodann
fest, das
Arthro
-MRT der linken Schulter vom
4.
September 2007 habe keinen Nachweis einer
Reruptur
der
Rotatorenmanschette
, keine wesentlichen entzündlichen Veränderungen in der Bursa und wahrscheinlich eine leichte
retraktile
Kapsulitis
gezeigt. Die konventionellen Röntgenbilder des linken Handgelenkes hätten
geringgradig
degenerative Veränderungen bei regelrechter
palmar
er
und
ulnar
er
Inklination bei Status nach Fraktur, regelrechter Form der
Gilula
-Linien, SL-Distanz im Normbereich und radial wie
ulnar
Styloid
in situ ergeben. Sämtlich
e
bildgebenden Verfahren hätten keine Erklärung für die starken Schmerzzustände
,
weder in der linken Schulter noch im linken Handgelenk
,
gezeigt (Urk.
6/27/98).
Im
Bericht der
D._
vom 1
3.
Dezember 2007 wurde
ausgeführt, die unklaren Schulterschmerzen bei
sonographisch
und MR-tomographisch intakter
Reinsertion
der linksseitigen
Rotatorenmanschette
sei mit Dry
needling
erfolglos symptomatisch behandelt worden. Der Beschwerdeführer gebe weiterhin starke bis
stärkste linksseitige Schulterschmerzen bei geringen Bewegungen/Belastun
gen an, welche weit ausserhalb des Normalen nach einer
arthroskopischen
Reinseration
liegen würden.
Arthro
-magnetresonanztomographisch sei die
Reinsertion
intakt, andere pathologische Befunden hätten nicht erhoben werden können. Die Therapie sei rein symptomatisch zu wählen. Seitens des Ellbogens links bestehe eine unveränderte Situation wie in den Vorbefunden festgehalten. Es
würden
diesbezüglich jegliche operativen Versuche
, die Beweglichkeit zu verbessern,
abgelehnt.
Aufgrund der posttraumatischen Arthrose sei eine Intervention mit einem solchen Ziel unrealistisch.
Hinzu komme ein schmerzhafter rechter Ellbogen, der durch den Hausarzt bereits mit Steroiden infiltriert worden sei. Es bestehe ein starker Druckschmerz über dem Radiusköpfchen lateral mit Schmerzprovokation bei Dorsalextension des rechten Handgelenkes. Die aktive und passive Beweglichkeit sei uneingeschränkt
(Urk. 6/27/28)
.
Laut
den
Bericht
en
der
Rheumatologie der
D._
vom 2
3.
Januar
und vom 2
0.
Februar 2008
bestanden Anfang 2008
Schulterschmerzen links ventral von stechendem Charakter und im Bereich der
Scapula
links bis nach okzipi
t
al links ausstrahlend,
interscapuläre
Schmerzen an der Brustwirbelsäule (BWS), Ellbogenschmerzen links von wechselndem
Charakter und
am linken Handgelenk
ein intermittierendes Blockieren mit Schmerzbegleitung.
Vor etwa sechs Monaten seien auch Ellbogenschmerzen recht
s
aufgetreten
; d
iesbezüglich werde eine
Epicondylitis
(
humeri
)
lateralis
diagnostiziert. Die Ellbogenbeschwerden links könnten auf posttraumatisch degenerative Veränderungen zurückgeführt werden.
Sonographisch
habe
neben degenerativen Veränderungen des Radiusköpfchens
links wenig chronischer Erguss des linken Ellenbogens festgestellt werden
können
.
Es sei hierzu die Diagnose posttraum
a
tische Ellenbogengelenksarthrose links gestellt worden.
Bezüglich des linken Schultergelenks sei die Diagnose einer chronischen
Periarthropathia
humeroscapularis
links gestellt worden. Es finde sich eine Schulterprotraktionsstellung mit einer ausgeprägten wahrscheinlich aufgrund einer Schonhaltung zustande gekommenen muskulären
Dysbalance
mit
Myogel
o
sen
und
Triggerpunkten
vor allem auf der linken Seite des Schulter
nackengürtels. Ausserdem bestehe bei leichtgradig eingeschränkter Aussenrotation links im Vergleich zu rechts klinisch der Verdacht auf eine Kapselschrumpfung, was kernspintomographisch als wahrscheinlich dokumen
tiert worden sei.
Bei den
thorakovertebral
en
Beschwerden (zirka
auf Höhe Brustwirbelkörper [
BWK]
5/6
)
seien klinisch eine eingeschränkte Beweglichkeit und Irritationszonen von BWK 5/6 hinweisend auf Blockierungen zu finden. Radiologisch zeige sich eine beginnende rechtsbetonte
Atlanto
dental Arthrose und eine beginnende rechtsbetonte
Osteophytenbildung
auf Höhe BWK
9
/10 bei ansonsten unauffälligem radiologischen Befund. Die Magnetresonanz
tomographie der HWS und BWS vom
4.
Februar 2008 habe eine kleine flache dorsale Diskushernie C6/7 paramedian bis
mediolateral
links gezeigt, indes ohne Nachweis einer
Myelonkompression
und ohne intraspinale Raumforderung oder
Neoplasie
. Diagnostisch sei ein Status nach thorakalem Scheuermann gegeben
.
Die Untersuchung der beklagten Handgelenksschmerzen links würden
palpatorisch
keine
Synovitis
zeigen.
Sonographisch
könnten weder Erguss noch
synoviale
Proliferationen nachgewiesen werden. Auf der rechten Seite (asymptomatische Seite) finde sich ein Handgelenksganglion wahrscheinlich ausgeh
end vom
scapho-lunären
Ligament
(Urk.
6/27/24-26
, Urk. 6/27/
22-23
).
Der Chirurg
Dr.
S._
berichtete am
2.
März 2009
zur Untersuchung vom 25.
Februar 2009, angesichts der reduzierten Belastbarkeit der linken oberen Extremität habe der Beschwerdeführer wahrscheinlich seinen rechten Arm chronisch überbelastet, mit einer
Exacerbation
während des Praktikums in einem anderen Beruf vor zirka einem Jahr. Es habe sich eine ausgeprägte
Epicondylitis
humeri
radialis
entwickelt, die
nach anfänglichen Erfolgen mit konservativer Behandlung
mittlerweile therapieresistent sei; es liege damit ein
Supinatorsyndrom
vor. Die Nachtschmerzen seien seines Erachtens ein Hinweis darauf, dass der
Ramus
profundus
des
Nervus
radialis
durch die
fibrotischen
Veränderungen komprimiert sei. Grundsätzlich empfehle er eine operative Entlastung der Nerven; der Beschwerdeführer möchte zuerst jedoch nochmals konservative Behandlungen versuchen (
Urk.
6/47).
Der Hausarzt
Dr.
med.
N._
führte im
Bericht vom 2
9.
Mai 2009
aus, der Beschwerdeführer leide nach wie vor unter rezidivierenden, zum Teil starken Schmerzen, insbesondere am rechten Arm
. Bisherige Therapieversuche seien subjektiv ohne Besserung.
In diagnostischer Hinsicht
sei die Diagnose einer überlastungsbedingten
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts mit Weiterent
wicklung zum
Supinator
-Syndrom festzuhalten. Des Weiteren
liege eine insgesamt
regrediente
linkslumbale Schmerzsymptomatik vor, klinisch am
e
hesten der Wurzel S1 zuzuordnen, klinisch-neurologisch ohne Hinweise für ein
radikuläres
Ausfallssyndrom. Die Magnetresonanztomographie der Lenden
wirbel
säule (LWS) habe eine kleine mediane Diskushernie L5/S1 ohne sichere
Kompromittierung
radikulärer
Strukturen gezeigt. Ausserdem bestehe eine
Foraminalstenose
L2/3 unklarer Signifikanz
(
Urk.
6/42).
Die Ärzte der Orthopädie der
D._
hielt
en
in den Berichten vom 6.
und 26. August 2009 fest, der Beschwerdeführer sei nach der initialen Beurteilung durch
Dr.
S._
zur Zweitmeinung bei aktivierter
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts zugewiesen worden.
Der Beschwerdeführer habe zwei Tage vor der Operation den Termin aus Angst abgesagt. Das
Arthro
-MRT der rechten Schulter
(richtig: des rechten Ellbogens; vgl.
Urk.
6/67/9)
vom 2
6.
August 2009
zeige keine Ruptur oder Läsion der Extensor
carpi
radialis
-Sehnen im Bereich des rechten
Epicondylus
humeri
radialis
. Ebenso könne eine intraartikuläre Schmerzursache ausgeschlossen werden. Unter der aktuellen bildgebenden Diagnostik würden sie keine Indikation für eine operative Intervention sehen
.
Es werde die Fortführung von konservativer Behandlung empfohlen
(
Urk.
6/67/6-10).
Gemäss den
Bericht
en
der Rheumatologie der
D._
vom
1
0.
Februar und
2
3.
März 2010
wurde der Beschwerdeführer initial von der Orthopädie zugewiesen. Es habe
erneut eine deutliche, zirka 50%ige Schmerzreduktion im Ellbogengelenk rechts bei
Epic
ondylitis
erreicht werden können. Nun sei aber wieder das linke Ellbogengelenk am Aufflammen.
In
der durchgeführten
3-Phasen-Skelettszintigraphie
h
ätten
indes
keine wesentlichen Entzündu
ngsreak
tionen am
Epic
ondylus
beidseits festgestellt werden
können
; es sei lediglich zu
infraartikulären
Anreicherungen einer posttraumatischen
Ellbogengelenks
arthrose linksseitig gekommen. Bei negativer Operationsindikationsstellung
sei
nun
über eine stationäre Rehabilitation nachzudenken. Ausserdem sei
der Beschwerdeführer
bei ve
r
meintlich depressive
r Entwicklung Prof.
Dr.
med. EE._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie
Leitender Arzt des
FF._
der
D._
, zur Beurteilung und Feststellung der möglichen negativen
Kontextfaktoren sowie zur Einstellung einer möglichen schmerz
distanzierenden Therapie zuzuweisen
(
Urk.
6/76/
9-11
)
.
Der Kreisarzt der Suva
,
Dr.
med.
GG._
_
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, führte in
der
Stellungnahme vom
7.
April 2010 aus, es sehe danach aus, dass ein durch die Psyche dominiertes Schmerzsyndrom im Vordergrund stehe, da etwa auch in der 3-Phasen-Skelettszintigraphie keine Entzündungszeichen am
Epicondylus
beidseits festgestellt worden seien; dennoch seien Behandlungen im Sinne einer aktivierten
Epicondylitis
latera
l
is
rechts durchgeführt worden. Diese Widersprüche würden auf eine von der psychischen Situation dominerte Kausalität der Schmerzen hinweisen.
Hinweise auf eine Operationsindikation habe er nicht gefunden.
Eine stationäre Rehabilitations
massnahme hauptsächlich bezogen auf den Bewegungsapparat sei nicht indiziert. Auch von einer ambulanten Physiotherapie sei keine wesentliche Besserung zu erwarten
, bevor die psychische Seite nicht abgeklärt und gegebenenfalls auch stabilisiert sei (Urk. 6/76/7).
Der Leiter des
FF._
der
D._
Prof.
Dr.
EE._
_
erklärte im Bericht vom 1
6.
April 2010 zur konsiliarischen Untersuchung in der Schmerzsprechstunde gleichen Datums,
in der gesamten Situation bestünden massive psychische Probleme, dazu massive Schlafstörungen. A
us
seiner
Sicht
seien die therapeutischen Optionen ausgeschöpft
,
und eine Umschulung/
berufliche Eingliederung in eine zumutbare Tätigkeit wäre der zu empfehlende Weg (
Urk.
6/76/4).
Dr. med.
HH._
_
von der Orthopädie der
D._
hat
im Bericht vom 6. Mai 2010
aufgrund der
Diag
nos
e einer
Epicondylopathia
humero-
radialis
rechts erneut zur Indika
tion für eine Operation am rechten Ellbogen Stellung g
enommen und erklärt, die Problematik sei ausge
sprochen
multiartikulär
. Eine
operative Intervention am rechten Ellbo
gen lehne er w
egen der
polyartikulären
Sympto
matik und des Fehlen
s von harten Fakten in der Bild
gebung ab. Hier sei das
Arthro
-MRT wie auch d
er
szintigraphische
Befund weit
gehend unauffällig
, so dass ein Operationserfolg nur sehr unzureichend vorhergesagt werden könne
(Urk.
6/80/8-9
).
Im Bericht vom 2
8.
Juni 2010 erklärte
Dr.
HH._
_
zu Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (
Urk.
6/80/3), dieser sei
seines
Wissens
aktuell
zu 100 % arbeitsunfähig. Aus orthopädischer Sicht sei der Bewegungs
apparat deutlich funktionseingeschränkt. Eine volle Arbeitsfähigkeit, auch in einer leidensangepassten Tätigkeit sei nicht realistisch. Eine schrittweise
,
auch
niederprozentige Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag wäre wünschenswert (Urk. 6/80/2).
5.2
.2
Wie sich aus diesen medizinischen Berichten ergibt, klagte der
Beschwerdeführer
im Anschluss an die Behandlung in der
E._
im Jahr 2006 weiterhin hauptsächlich
über
Beschwerden an der linken oberen Extremität. Weiterhin bestanden - wie schon von den Ärzten der
E._
festgestellt worden war (Urk. 6/14/1, Urk. 6/14/4-5) - insbesondere eine
analgetikabedürftige
Schulterschmerzhaftigkeit mit der
Unfähigkeit
,
den linken Arm über die Schulterhorizontale anzuheben
,
und ein Streckdefizit des linken Ellbogens
(Urk. 6/23/101-102, Urk. 6/23/113).
Zwar wurde von
Dr.
BB._
_
und Dr.
CC._
im Juli und November 2006 eine Indikation zu einer
Reoperation
am linken Schultergelenk bei hochgradigem
Impingement
und
mässiger
Omarthrose
gesehen (Urk. 6/23/101-102, Urk. 6/23/113). Eine solche wurde jedoch schliesslich nicht durchgeführt
,
und der Kreisarzt Dr.
DD._
_
verwies in seinem Abschlussbericht vom
16. Januar 2007
unter anderem mit Hinweis auf die Tendenz des
Beschwerdeführer
s zur Selbstlimitierung weiterhin auf die Einschätzung der Arbeitsfähi
gkeit gemäss dem Bericht der
E._
(Urk. 6/23/95) und damit auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit.
Hinzu kommt, dass die weiteren Abklärungen in der
D._
ab Juli 2007 keine objektivierbaren Befunde ergaben, welche die
starken Schmerzzustände in der linken oberen Extremität
hätten erklären können; s
ämtliche bildgebenden Verfahren
im weiteren Verlauf
zeigten insbesondere keine Erklärung für die starken Schmerzzustände in der linken Schulter und im linken Handgelenk (Urk. 6/27/98).
Dementsprechend wurde auch die Indikation zu einer
Reoperation
des linken Schultergelenkes bei intakter
Reinsertion
und ohne weitere
pathologische Befunde
von den Ärzten der
D._
verneint (Urk. 6/27/28).
Auch die erneute bildgebende Abklärung des linken Ellbogengelenkes infolge Wiederaufleben
s
der linksseitigen Ellbogenschmerzen im Frühjahr 2010 ergab - über die zuvor festgestellte Arthrose (
Urk. 6/27/24-26, Urk. 6/27/28, Urk. 6/27/97
) hinaus - keine Befunde im Sinne einer wesentlichen Entzündungsreaktion (Urk. 6/76/9-11).
Eine erhebliche Verschlechterung der oberen
linken
Extremität ab März 2006, welche
entgegen der Einschätzung des RAD-Arztes Dr.
O._
(
Urk.
6/333/9)
die Arbeits
aufnahme
einer die linke Extremität schonende
n
Tätigkeit
bis zum Beginn der beruflichen Eingliederungsmassnahmen im Januar 2011
ausgeschlossen hätte
, ist damit nicht anzunehmen.
5.2.
3
Auch bezüglich der geklagten neuen Beschwerden am rechten Ellbogen ergibt sich kein anderes Bild. Diese wurden erstmals im Bericht der
D._
vom 13. Dezember 2007
erwähnt (Urk. 6/27/28);
gemäss dem Bericht vom
2
3.
Januar 2008 waren sie
ab zirka Mitte 2007
aufgetreten
(Urk. 6/27/25). Die Befunde beschränkten sich auf Druckschmerzhaftigkeit bei aktiver und passiver uneingeschränkter Beweglichkeit (Urk. 6/27/28). Erst im Jahr 2009 wurde die Indikation zu einer operativen Versorgung abgeklärt, nachdem sich die Beschwerden verschlimmert hätten mit Ausbreitung nach distal und Ausstrahlung ins rechte Handgelenk und auch Nachtschmerz
auf
getreten sei (Urk. 6/47/1). Die Empfehlung von
Dr.
S._
zu einer operativen Nervenent
lastung am rechten Ellbogengelenk erfolgte gemäss dessen Bericht vom
2.
März 2009 indes lediglich aufgrund anamnestischer Angaben und klinischer Feststellungen (schmerzbedingt endphasig leicht eingeschränkte Beweglichkeit,
Druckdolenz
, positiver Mittelfinger-Test und positiver
Supinator
-Test)
,
ohne bildgebend ausgewiesene pathologische Befunde (radiologisch keine Befunde) und ohne weiterführende neurologische Abklärung am rechten Ellbogen (Urk. 6/47). Eine Operation fand schliesslich nicht statt (Urk. 6/67/8). Die Ärzte der Orthopädie und der Rheumatologie
der
D._
verneinten im Rahmen ihrer Zweitmeinung
denn auch
die Indikation für eine operative Behandlung, nachdem bildgebend (
Arthro
-MRT) bezüglich des rechten Ellbogens keine entsprechenden Befunde erhoben werden konnten (
Urk.
6/67/7) und selbst wesentliche Entzündungsreaktionen am
Epicondylus
(beidseits) bildgebend ausgeschlossen wurden (
Urk.
6/76/10). Vielmehr erfolgte bei vermeintlich depressiver Entwicklung im Frühjahr 2010 die Überweisung an den Schmerzspezialisten Prof.
Dr.
EE._
_
(
Urk.
6/76/9-10), welcher im April 2010 die berufliche Eingliederung empfahl (
Urk.
6/76/4).
Auch die erneute Abklärung auf der Orthopädie der
D._
im Mai 2010 bestätigte das bisherige Ergebnis; eine operative Intervention am rechten Ellbogen wurde wegen
der
polyartikulären
Symptomatik und des Fehlens von harten Fakten in der Bildgebung
erneut abgelehnt (
Urk. 6/80/8-9
).
Zu den
neuen, ab 2007 aktenkundigen Beschwerden am rechten Ellbogen
lag somit keine hinreichend organisch-bildgebende Entsprechung vor.
Der Kreisarzt
Dr.
GG._
_
schloss in der Stellungnahme vom
7.
April 2010
daher nachvoll
ziehbar
darauf, dass die geklagten Schmerzen nicht in somatischer Hinsicht, sondern aufgrund der psychischen Problematik anzugehen seien (Urk. 6/76/7; vgl. zu den psychischen Beschwerden nachfolgend E. 5.3).
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s bestand somit keine
erhebliche Verschlechterung
des
Zustands des
rechten Ellbogens
,
welche
in Abweichung
der
Einschätzung des RAD-Arztes Dr.
O._
(Urk.
6/333/9)
von
März 2006
bis Januar 2011
einer
Arbeits- und
Eingliederungsfähigkeit
bezüglich körperlich leichten Tätigkeiten
entgegenstand
.
Daran ändert im Übrigen nichts, dass
Dr.
HH._
_
im Berich
t der
D._
vom 28.
Juni 2010 aus orthopädischer Sicht erklärte, dass der
Bewegungsapparat deutlich funktionseingeschränkt
sei und eine
volle Arbeits
fähigkeit, auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
,
nicht realistisch
sei (Urk. 6/80/2). Denn zum einen empfahl auch er eine Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag und zum anderen ist damit keine medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gegeben
, welche nach objektivbaren Befunden und subjektiver Symptomatik differenziert
.
Ferner ist auf die
nachvollziehbar begründete, im Urteil IV.2016.01135 vom 22. Dezember 2017 (E. 4.2, Urk. 6/296/10-12) als beweiskräftig anerkannte
Einschätzung gemäss dem
I._
-Gutachten vom 10. Mai 2016 hinzuweisen, in welchem die Diagnose einer chronischen
Epicondylopathia
radialis
rechts als
überwiegend
myofaszial
bedingt beurteilt und - unter Berücksichtigung sämtlicher übriger Beschwerden - eine ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert wurde (Urk. 6/258/30-31).
5.2.
4
Des Weiteren wurden im
Vergleich zum Austrittsbericht der
E._
(
Urk.
6/14/5)
neu vereinzelt
Rückenbeschwerden beschrieben. Diesbezüglich hat der
Beschwerdeführer
indes
zu Recht
keine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach März 2006 geltend gemacht.
Eine solche geht aus den medizinischen Berichten
denn auch
nicht hervor. So stellten die behandelnden Ärzte z
u den in den Berichten der
Rheumatologi
e der
D._
vom 23.
Januar und vom 2
0.
Februar 2008
(
Urk.
6/27/22-26)
erwähnten
thorakovertebralen
Beschwerden
zirka auf Höhe BWK 5/6 nach umfassenden bildgebenden Abklärungen lediglich die Diagnose eines Status nach thorakalem Scheuermann
; sie stellten
mithin
kein
en
e
rheblichen
Gesundheitsschaden fest
. Auch wurde
diesbezüglich keine Behandlung durchgeführt oder
festgelegt (Urk.
6/
27/23
)
. Diese Beschwerden
blieben
im weiteren Verlauf
zudem
im Hintergrund
,
respektive
wurden in den weiteren Berichten nicht weiter erwähnt. Dem
I._
-Gutachten vom
1
0.
Mai 2016 ist zu entnehmen, dass in Bezug auf die Wirbelsäule vor allem im Bereich der Brustwirbelsäule eine
Fehlform
mit Beweglichkeitseinschränkung der Extens
ion und konsekutiver reduzierter Beweglichkeit respektive geringerer Kompensationsfähigkeit mit reduzierter Beweglichkeit der linken Schulter gegeben sei (
Urk.
6/258/30).
Eine für die Leistungsfähigkeit massgebliche Diagnose wurde
auch hier nicht gestellt (Urk.
6/258/30-31).
Die allein vom Hausarzt
Dr.
N._
im Bericht vom
2
9.
Mai 2009
(Urk. 6/42)
erwähnten
lumbalen Rückenbeschwerden ohne
radikuläres
Ausfallsyndrom und ohne sichere
Kompromittierung
radikulärer
Strukturen
sodann
waren bereits damals als
regredient
bezeichnet und wurden in den weiteren ärztlichen Berichten nicht mehr thematisiert. Auch bezüglich dieser Beschwerden ist von keiner erheblichen Bedeutung für die Leistungsfähigkeit
in einer leidensangepassten, leichten Tätigkeit
auszugehen.
5.2.5
Insgesamt ist in somatischer Hinsicht somit
trotz neuer Beschwerden nach März 2006
keine
erhebliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen, welche in der Zeit von März 2006 bis Januar 2011 der Eingliederungsfähigkeit entgegenstand.
5.3
5.3.1
Was die
geltend gemachte
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszu
standes nach
März 2006 betrifft, ist den Akten das Folgende zu entnehmen
:
Laut dem Bericht des
R._
vom 30. November 2006 fanden zirka alle 14 Tage Konsultationen im
R._
statt. Es habe sich seit dem Un
fallereignis (vom 3.
Oktober 2003) eine depressive Entwicklung mit
Exacerbation
offenbar in den letzten Wochen ergeben, nachdem dem Beschwerdeführer mitgeteilt worden sei, dass die geplante Operation (Urk. 6/23/113-118) nicht durch
Dr.
BB._
_
ausgeführt werden könne (vgl. Urk. 6/23/99-103). Die Nachricht von dessen Erkrankung sei für ihn schlimm gewesen und habe für ihn alle Hoffnung auf Besserung zunichtegemacht. Es sei die Diagnose mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F
32.2
) bei chronischen Schmerzen nach Unfall am 3. Oktober 2003 gestellt worden. Hinweise auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gebe es nicht (
Urk.
6/23/96).
Im
Bericht des
R._
zuhanden der Beschwerdegegnerin
mit Datum
vom 6. August 2007
(letzte Untersuchung vom 2
4.
September 2007)
wurde w
iederum die Diagnose mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F
32.2
) bei chronischen Schmerzen nach Unfall am 3. Oktober 2003 aufgeführt. Der Beschwerdeführer werde mit antidepressiver Medikation und stützenden Gespräche
n
im Abstand von drei bis vier Wochen, bei Bedarf häufiger, behandelt.
Unter der antidepressiven Medikation sei lediglich eine teilweise Besserung der depressiven Symptomatik eingetreten, keine vollständige Remission.
Es sei seit dem Sommer 2007 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasste
r
Tätigkeit gegeben, auf längere Sicht sei in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer zirka 80%ige
n
Arbeitsunfähigkeit (richtig wohl: Arbeitsfähigkeit, vgl. Bericht vom 2
7.
Mai 2009, Urk. 6/54/2) auszugehen.
Die Prognose sei ungewiss
und hänge wesentlich davon ab, ob im somatischen Bereich noch Verbesserungen erzielt werden könnten.
Eine berufliche Umstellung auf eine leidensangepasste Tätigkeit sei dringend indiziert (Urk. 6/24/2-7).
Laut dem Eintrittsbericht des
R._
vom 1
2.
Februar 2008
und dem Bericht zum
Behandlungsverlauf bis am 1
4.
Juli 2008 (letzte Konsultation am 2
8.
April 2008) habe sich der Beschwerdeführer (wieder) gemeldet, da er keine Medikamente mehr habe. Als Diagnose wurde eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) bei chronischen Schmerzen nach Unfall am
3.
Oktober 2003 und Arbeitslosigkeit seit Juni 2007 aufgeführt (
Urk.
6/52).
Gemäss dem
psychiatrisch-psychotherapeutischen Gutachten von
Dr.
A._
vom 3
0.
Dezember 2008 (
Urk.
6/32) gab der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung vom 1
6.
Oktober 2008 an, er leide seit dem Unfall Ende 2003 vor allem an Schmerzen im Bereich der linken Schulter und des linken Ellbogengelenkes. Als weitere Schmerzquelle habe der Beschwerdeführer den rechten Ellbogen genannt. Aktuell würden seit zehn Tagen auch Schmerzen im Bereich der Hüfte und des linken Beines bestehen, weshalb er vom Hausarzt bereits vier Injektionen Kortison erhalten habe. Diese
Schmerzen
seien derzeit am
a
usgeprägtesten
. Seine körperlichen Schmerzen seien in ihrer Ausprägung schwankend, jedoch dauerhaft vorhanden. Sie würden ihn nervös, reizbar und müde machen. Zwischen April und Juni 2007 habe er zwei Monate lang an einem Kurs der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) als Lagerist teilgenommen und mit Erfolg abgeschlossen. Kurz nach Kursbeginn habe er vermehrt Schmerzen erlebt. Er sei ausserdem in einem Paketlager, was zu schwer gewesen sei, und als Stapelfahrer eingesetzt worden (
Urk.
6/32/6-7).
Der Gutachter stellte fest, b
ei der Untersuchung seien die psychomotorischen Befunde widersprüchlich gewesen. Es sei keine relevante, schmerzbedingte Beeinträchtigung der Beweglichkeit zu objektivieren (
Urk.
6/32/7-8). Der Beschwerdeführer habe in der Folge eines Arbeitsunfalls ein Schmerzsyndrom entwickelt, aufgrund dessen
er
sich
heute als vollständig arbeitsunfähig einschätze. Als Diagnosen seien eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.5) und eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4), zu stellen. Dabei sei die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nur knapp gegeben. Denn aus objektiver Sicht sei ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz nicht erkennbar und es bleibe unklar, inwieweit emotionale Konflikte oder psychosoziale Belastungen tatsächlich ausreichend schwerwiegend seien und als entscheidende ursächliche Faktoren gelten könnten. In der gutachterlichen Gesamteinschätzung gelange er zum Schluss, dass die Störung maximal leichtgradig ausgeprägt sei. Unter Anwendung der (damals) aktuellen
Rechtsprechung
(vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3, 139 V 547 E. 9 mit Hinweisen; geändert mit BGE 141 V 281, 143 V 409, 143 V 418; vgl. E. 2.2.2 hiervor)
führe eine somatoforme Schmerzstörung versicherungsmedizinisch nicht zu einer Minderung der Arbeitsfähigkeit, da die Schmerzsymptomatik (grundsätzlich) als überwindbar einzustufen sei. Alle massgeblichen Kriterien (mitwirkende psychisch ausgewiesenen Komorbidität, sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf) seien aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht zurzeit nicht vorhanden. Denn es bestehe keine psychisch ausgewiesene Komorbidität, die Teilnahme am sozialen Leben sei angemessen, wenn auch subjektiv beeinträchtigt, es habe keine stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie, kein Therapeutenwech
sel und keine kritische Evaluation der Psychopharmakotherapie stattgefunden. In Bezug auf die objektivierbaren depressiven Symptome bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den Angaben der versicherten Person im Gespräch und in den Testergebnissen sowie dem objektiven Befund. Formal seien die ICD-10-Bedingungen für die Diagnose einer depressiven Episode nicht ausreichend erfüllt. Es sei offenbar gelungen, die anamnestisch attestierte Störung erfolgreich zu behandeln. Eine Arbeitsunfähigkeit lasse sich somit hierauf nicht (mehr) begründen. Die als Verdeutlichungstendenz zu wertende
n
Befunde zur Psychomotorik (Psychostatus), zur emotionalen Selbstbewertung nach dem Beck-Depression
s
interview (BDI-Test) und zu körperlichen Missempfindungen («Alles ist schlecht»-Haltung in den SCL-90-R- und SOMS-7T-Tests) würden eine objektive Beurteilung erschweren. Zudem zeige sich eine aussergewöhnlich grosse Diskrepanz zwischen subjektiver und objektiver Einschätzung der psychischen Befindlichkeit (MADRS-Test). Auch müssten verschiedene psycho
soziale Faktoren wie Herkunft und (fehlende) Ausbildung des Beschwerdeführers (nach abgebrochener universitärer Bildung), finanzielle Sorgen, Verärgerung über Ärzte («Die ebenfalls verletzte linke Schulter sei verkannt worden. Möglicherweise sei auch das linke Bein nicht ausreichend diagnostiziert
worden.»
) und so weiter mitbedacht und von krankheitsbedingten, objektivierbaren Befunden abgegrenzt werden. Diese Gesundheitspunkte würden vor allem therapeutische Relevanz besitzen und dürften nicht in die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht mit einbezogen werden. Insgesamt sei aus psychiatrisch-psycho
therapeutischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit gegeben. Namentlich sei die Schmerzsymptomatik unter Anwendung der aktuellen Rechtsprechung als überwindbar einzustufen und die anhaltende somatoforme Schmerzstörung führe nicht zu einer Minderung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/32/10-15, Urk. 6/32/
19-20).
Dem Eintrittsbericht des
R._
vom 2
8.
Oktober 2008 mit Behandlungsverlauf bis am 2
3.
April 2009 ist zu entnehmen, dass die Wiederaufnahme der Behandlung durch Selbstzuweisung des Beschwerdeführers erfolgt sei, der erklärt habe, es gehe ihm ganz schlecht, er habe einen Arbeitsversuch als Lagermitarbeiter wegen starker Rückenschmerzen nach zwei Stunden abbrechen müssen. In letzter Zeit sei er wieder gereizt und ungeduldig, auch seine Stimmung sei schlecht. Er habe die Medikamente (
Zoloft
und
Remeron
) vor zirka drei Wochen abgesetzt und ab heute (2
8.
Oktober 2008) wieder mit
Zoloft
begonnen. Als Diagnose wurde wiederum eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) festgehalten (Urk. 6/53).
Im Bericht des
R._
vom 2
7.
Mai 2009 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wurde weiterhin
die
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) bei chronischen Schmerzen nach Unfall am
3.
Oktober 2003 und Arbeitslosigkeit seit Juni 2007 aufgeführt. Es bestehe aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Gipser und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Auf längere Sicht und bei angemessener, sukzessiver Steigerung des Arbeitspensums könne von einer mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Arbeitsunfähigkeitszeugnisse seien von ihnen die folgenden ausgestellt worden:
100
%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
3.
bis 3
1.
Januar 2009, vom
1.
bis 2
8.
Februar 2009 und vom
1.
März bis 1
5.
April 200
9.
Die Prognose hänge wesentlich davon ab, ob im somatischen Bereich noch Verbesserungen erzielt werden könnten.
Die von Dr.
A._
beobachteten Diskrepanzen zwischen subjektivem Leiden und objektivem Befund hätten sie beim Beschwerdeführer nicht festgestellt. Die psychopharmakologische Medikation sei von ihnen lege
artis
durchgeführt worden und entspreche dem beschriebenen mittelgradig depressiven Zustandsbild. Die Art der Medikation (SSRI [
Selective
Serotonin
Reuptake
Inhibitor], schlafanstossendes Anti
depressivum, Benzodiazepin, bei ausgeprägter innerer Unruhe, Gereiztheit und affektiver Erregung) sei nicht verändert worden, Dosisanpassungen seien aufgrund des jeweiligen psychopathologischen Zustandsbildes vorgenommen worden. Auch hätten ihre diagnostische Einschätzung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit jeweils während des gesamten Verlaufs in sinnvoller und nachvollziehbarer Übereinstimmung gestanden (Urk. 6/54).
I
n der ergänzenden Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2010 (
Urk.
6/72)
erklärte der Gutachter
Dr.
A._
, die ergänzend vorgelegten Auszüge aus de
r
ambulanten Krankengeschichte des
R._
würden vielfältige, nicht krankheitsbedingte psychosoziale Aspekte dokumentieren, die einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten. Eine eigenständige depressive
Episode gemäss ICD-10 sei hingegen kaum zu begründen. Das depressive Syndrom sei stattdessen ausreichend durch das Schmerzerleben einerseits und durch die nicht krankheitsbedingten psychosozialen Aspekte andererseits erklärbar. Ein depressives Syndrom allein begründe noch keine depressive Episode gemäss ICD-10 F32, jedoch aus therapeutischer (ethischer) Sicht sehr wohl eine stringente antidepressive Therapie. Die Verlaufsberichte des
R._
würden aus fachlicher Sicht unter anderem ein ungewöhnlich vertrauensvolles therapeutisches Bündnis zwischen der versicherten Person und der Fachperson belegen, was Diskrepanzen zum Gutachten, interne Widersprüche und Unklarheiten in der Berichterstattung erklären könne. Die Verlässlichkeit der Einschätzungen durch die zuständigen therapeutischen Fachpersonen des
R._
sei somit aus versicherungsmedizinischer Sicht deutlich unsicher.
Bezüglich des Verlaufs des psychischen Gesundheitsschadens des Beschwerdeführers und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und leidensangepassten Tätigkeit würden die
Einschätzungen in seinem Gutachten
gerade auch unter Berücksichtigung der neu vorgelegten Akten für den Zeitraum des Unfalls (Ende 2003) bis zum Begutachtungstermin
gelten. Der Hinweis des Beschwerdeführers, dass er interessiert gewesen sei, wieder eine Arbeit zu finden, wie dies die Berichte des
R._
belegen würden, belege aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht die tatsächliche Zumutbarkeit einer Willensan
strengung zur Überwindung der vor allem subjektiv erlebten Defizite im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (Urk. 6/72/10-16).
5.3.2
M
it dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
A._
vom 3
0.
Dezember
2008 (Urk. 6/32), ergänzt mit Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2010 (
Urk.
6/72),
liegt eine überzeugende fachärztliche Beurteilung der psychischen Beschwerden und ihrer funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor. Es erfüllt alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Denn es wurden sämtliche psychischen Beschwerden fachärztlich umfassend abgeklärt und
auch
unter Berücksichtigung der somatischen
Beschwerden
aus psychiatrischer Sicht
beurteilt. D
er
Gutachter setzte sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers nachvoll
ziehbar begründet
auseinander. Auch berücksichtigte er die medizinische
n
Vorakten
und gelangte
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen. Dem Gutachten ist daher volle Beweiskraft zuzuerkennen.
Dies vermögen weder die Berichte des psychiatrisch-psychotherapeutischen Ambulatoriums
R._
noch die Rügen des
Beschwerdeführer
s in Frage zu stellen, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
5.3.3
Dr.
A._
hat sich e
ntgegen dem Vorbringen
des
Beschwerdeführer
s
ausführlich und nachvollziehbar
mit den Berichten des psychiatrisch-psychotherapeutischen Ambulatoriums
R._
und
den darin festgehaltenen
Einschätzungen
auseinandergesetzt
;
ebenfalls
wurden ihm die Verlaufsberichte zur
ergänzenden
Stellungnahme vorgelegt
, die er im Einzelnen
schlüssig
kommentiert hat (
Urk.
6/72/3-
14
)
.
Zu den
Berichten des
R._
vom
3
1.
Oktober 2006 (
Urk.
6/50/1-7),
vom
30. November 2006
(
Urk.
6/23/96
-97)
und vom 6. August 2007
(
Untersuchung vom 24. September 2007;
Urk. 6/24/2-7)
machte
Dr.
A._
die folgenden Anmerkungen: Die dort
aufgeführte Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2) und de
r
Ausschluss einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.5)
seien
weder beschrieben noch diskutiert worden
. Au
sserdem
sei mit den
aufgeführte
n
objektive
n
psycho
pa
thologische
n Befunden, nämlich niedergeschlagen, geringe Konzentration (Urk. 6/72/4), depressiv, Konzentration reduziert, verzweifelt, vergesslich (Urk. 6/72/5), der diagnostizierte Schweregrad insbesondere bei eher niedrig dosierter antidepressiver Psychopharmakotherapie und rascher Reduktion der Intensität der Psychotherapie
nicht
nachvollziehbar
.
Auch sei d
ie Beurteilung einer «bleibenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit» aufgrund eines depressiven Syndroms
bei einer nicht-ausgebauten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie und nach doch relativ kurzer Behandlungszeit
in keiner Weise nachvollziehbar und entspreche nicht dem aktuellen Stand der internationalen wissenschaftlichen Literatur. Qualitativ sei die Diagnose eines depressiven Syndroms
indes
nachvollziehbar
(
Urk. 6/32/
17-
18,
Urk.
6/72/4-7
)
, wobei ein
depressives Syndrom allein noch keine depressive Episode gemäss ICD-10 F32
begründe (
Urk.
6/72/14)
.
Diese
gutachterlichen
Ausführungen
sind stimmig und
überzeugen
, dies insbesondere auch mit Blick auf die einzelnen Einträge in der Krankenakte zu den Sitzungen vom
6.
November 2006 bis 1
4.
Dezember 2007
(
Urk.
6/50/3-7)
. Denn d
iesen
ist zu entnehmen, dass
der
Beschwerdeführer
bereits ab dem 20.
November 2006 von einer zusehenden Besserung der geklagten Symptome
berichtete
(Rückgang von Nervosität, Gereiztheit und Besserung der
Stimmung), so dass ab Anfang 2007 vor allem die somatischen Beschwerden und psychosoziale Gegebenheiten respektive seine Reaktion darauf (etwa die Überforderung bei einem Streit mit dem Mieter) Thema der Sitzungen bildeten. Am
5.
Mai 2007 habe er zudem von seiner Anmeldung zur Arbeitsvermittlung mit einem Pensum von 70
%
berichtet.
Der Gutachter
Dr.
A._
folgerte aus
den weiteren
Einträgen nachvollziehbar, dass bereits im November 2007 (Eintrag vom
9.
November 2001, Urk. 6/50/7
)
von einer Remission der Symptome zumindest aus subjektiver Sicht ausgegangen werden
könne
, wobei auch die zuständige Fachperson offensichtlich eine proaktive weitere Betreuung nicht für notwendig hielt, was ebenfalls für eine deutliche Besserung der Symptome spreche (Urk. 6/72/5).
Auch zum Therapieverlauf
ab Februar 20
0
8 gemäss
dem Eintrittsbericht
des
R._
vom 1
2.
Februar 2008
mit Verlauf bis am
Juli 2008
(
Urk.
6/52) und dem Eintrittsbericht des
R._
vom 2
8.
Oktober 2008 mit Verlauf bis am 2
3.
April 2009 (
Urk.
6/53)
,
zu welchem Zeitraum die
Fachpersonen des
R._
nunmehr die
Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1)
aufführten,
sind die Feststellungen von
Dr.
A._
(Urk. 6/72/7
-8
) schlüssig.
Denn i
m Februar 2008 meldete sich
der
Beschwerdeführer
nach dem Abschluss der Therapie Ende 2007 (damals letzte Sitzung vom
9.
November 2007, Urk. 6/50/7) im Februar 2008 lediglich wieder, weil er keine Medikamente mehr gehabt habe (
Urk.
6/52/1).
Ausserdem
fanden (inklusive Wiedereintrittstermin) nur drei Therapiesitzungen statt, nämlich am 12. Februar, 2
9.
Februar und 2
8.
April 2008, und ausserdem eine Sozialberatung (
Urk.
6/52/2), in denen es hauptsächlich um die Eingliede
rungsmassnahmen beim RAV ging.
Erst am 2
8.
Oktober 2008
, mithin ein halbes Jahr nach der letzten Therapiesitzung,
meldete sich der
Beschwerdeführer
wieder
beim
R._
an
, da er wegen Rückenschmerzen einen Arbeitsversuch
als Lagerist
habe
abbrechen
müssen
und es ihm daher schlecht gehe
. Gleichzeitig nehme er an einem Bewerbungskurs des RAV teil. Die Stimmungslage schilderte er als gereizt, schlecht und ungeduldig, wobei er vor drei Wochen die antidepressiven Medikamente abgesetzt habe
(
Urk.
6/53/1).
Bereits bei der dritten Sitzung am 1
7.
November 2008 - die Medikation wurde wieder aufgenommen - berichtete der
Beschwerdeführer
von einer Besserung der Stimmung und der sozialen Beziehungen mit Aussicht auf eine neue Stelle als Stapl
er
fahrer (
Urk.
6/53/2). Die weiteren Sitzungen von Januar bis A
pril 2009 zeigten ebenfalls, dass die Stimmung und Anspannung des
Beschwerdeführer
s, welche am 1
3.
Januar 2009 nach Beendigung eines Beschäftigungsprogramms als schlecht geschildert worden seien, weitgehend mit der Beschäftigungslage und der Aussicht auf eine Anstellung korrelierten.
Dr.
A._
führte auch
dazu
folgerichtig und
nachvollziehbar aus,
dass die Verstimmung des
Beschwerdeführer
s Folge der fehlenden Beschäftigung sei. Die attestierte Diagnose sei weder besc
hrieben, noch diskutiert worden, sie sei nicht nachvollziehbar. Der jeweilige objektive pathologische Befund (leicht reduzierte affektive Modulation/Schwingungs
fähigkeit, leicht deprimiert,
Urk.
6/53/5) sei vollständig unzureichend und der
weiter dokumentierte Verlauf belege erneut eine weitgehende Remission einer allfällig tatsächlichen Störung gemäss ICD-10 F32.1
(
Urk.
6/72/7
-8
).
Desgleichen vermerkte
Dr.
A._
auch zum Bericht de
s
R._
vom 2
7.
Mai 2009 (Urk.
6/54),
worin Frage
n
der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführer
s beantwortet wurden, überzeugend, dass
der objektive Befund (depressive Verstimmung) vollständig unzureichend sei und die Diagnose einer
mittel
gradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1)
fast vollständig auf die rein subjektiven Angaben ab
stelle (Urk.
6/72/9).
Tatsächlich wu
rden im
(«aktuellen»)
psychopathologischen Befund
des
R._
-Berichts zum Gespräch vom 2
0.
Mai 2009 (
Urk.
6/54/1)
lediglich ein depressives Zustandsbild, eine
depressive, bedrückte, manchmal auch verzweifelte Stimmung, Ratlosigkeit, Überforderungs
gefühle, ausgeprägte Versagens- und Insuffizienzgefühle
sowie Beschreibungen des
Beschwerdeführer
s
aufgeführt (
Urk.
6/54/3).
5.3.4
Vor diesem Hintergrund
ist
die von den Fachpersonen des
R._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab dem Sommer 2007 (Bericht
vom 6. August 2007
, Urk. 6/24/2-7), von 100 % vom 1
3.
Januar bis 1
4.
April 2009 und hernach von 50
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit (
Bericht
vom 27.
Mai 2009, Urk.
6/
54/2
) nicht
nachvollziehbar
.
Dies gilt umso mehr
,
als die offenkundigen
invaliditätsfremde
n
Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und sozio
kulturelle Belastungsfaktoren)
,
die vom invaliditätsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind
(vgl. BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5; Urteil
des Bundesgerichts
9C_755/2018 vom
9.
Mai 2019
E.
3.2 mit Hinweis
auf
Urteil
des Bundesgerichts
9C_146/2015 vom 1
9.
Januar
2016 E.
3.1
)
nicht abgegrenzt wurden
.
Dagegen hat Dr.
A._
bei seiner Beurteilung
korrekt berücksichtigt, dass psychosoziale
Faktoren
vorliegen und diese nicht in die Beurteilung einfliessen dürfen (Urk. 6/32/15
,
Urk.
6/72/14
).
Hinzu kommt, dass n
ach der Rechtsprechung Berichte der behandelnden Ärzte auf Grund deren auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung
zum Patienten grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen
sind
(
BGE 125 V 351
E. 3b/cc
). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den behandelnden Spezialarzt
und namentlich für den therapeutisch tätigen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, welches die geklagten Beschwerden als Faktum hinzunehmen hat (
Urteil des Bundesgerichts 9C_176/2008 vom 1
9.
Juni 2008 E. 3
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2018 vom
6.
Juli 2018 E. 3.2.2
).
Der Gutachter
hat
denn auch
darauf hingewiesen, dass die Verlaufsberichte des
R._
ein ungewöhnlich vertrauens
volles therapeutisches Bündnis zwischen dem
Beschwerdeführer
und den Fachpersonen belegen würden, welches Diskrepanzen zu seinem Gutachten,
interne Widersprüche und Unklarheiten in der Berichterstattung erklären könne (
Urk.
6/
72/14).
5.3.5
Dr.
A._
hat sodann in seinem Gutachten schlüssig ausgeführt, weshalb die Kriterien einer depressiven Episode anlässlich der Begutachtung nicht erfüllt waren
,
und er hat eingängig erläutert, dass das depressive Syndrom ausreichend durch das Schmerzerleben und die nicht krankheitsbedingten psychosozialen Aspekte erklärbar sei (Urk. 6/32/13-15, Urk. 6/72/14).
Davon ist nach dem Gesagten auszugehen.
Das Vorbringen des
Beschwerdeführer
s
dagegen
,
die gutachterliche Schluss
folgerung, dass keine depressive Problematik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe,
sei angesichts des
Ergebnisses des BDI-Tests, bei dem eine mittelschwere bis schwere Depression resultiert sei, unverständlich
(Urk.
1
S.
7
)
, ist nicht stichhaltig. Denn
beim BDI-Test, der unter anderen Tests anlässlich der Begutachtung im Oktober 2008
durchgeführt wurde
(
Urk.
6/32/9),
handelt es sich um einen Selbsteinschätzungstest
.
Dr.
A._
hat im Gutachten
dazu erklärt, der
Beschwerdeführer
habe 28 bis 43 von 63 Punkten erreicht, was einem subjektiv als mittelschwer bis schwer ausgeprägt erlebten depressiven Syndrom entspreche. Die grosse Breite der Bewertung durch den
Beschwerdeführer
(28 bis 43 Punkte) sei ausgesprochen ungewöhnlich. Diese Bewertungsunsicherheit von Seiten des
Beschwerdeführer
s kontrastiere zu seiner Klarheit und Entschiedenheit in den Formulierungen bezüglich seines Schmerzerlebens anlässlich der Exploration. Es sei eine ausgeprägte Tendenz zur Verdeutlichung anzunehmen. Die qualitativ subjektive Einschätzung im Sinn
e
von
«Mir geht es sehr
schlecht!»
werde durch die Angaben deutlich. Die Widersprüchlichkeit im Bild
der Psychomotorik (
widersprüchliche psychomotorische Befunde, keine relevante, schmerzbedingte Beeinträchtigung der Beweglichkeit objektivierbar;
Urk. 6/32/7-8
) entspreche auf motorischer Ebene dieser ausgeprägt grossen Breite der emotionalen Selbstbewertung (
Urk.
6/32/9
, Urk. 6/32/15
).
Zutreffend führte Dr.
A._
in seiner ergänzenden Stellungnahme zudem aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht darauf alleine nicht abgestellt werden könne und die Kriterien nach ICD-10 für eine depressive Episode objektiv ausreichend zu belegen seien. Ein unspezifisches depressives
Syndrom/
eine depressive Verstimmung würden dafür indes nicht genügen (
Urk.
6/72/10
).
Dies überzeugt und d
em ist nichts hinzuzufügen.
Die Einschätzung von
Dr.
A._
ist damit auch mit Bezug auf das Ergebnis des
BDI-
Selbstwertungst
est
schlüssig.
5.3.6
D
ie Rüge des
Beschwerdeführer
s, das Gutachten von
Dr.
A._
enthalte keinerlei Hinweise zum psychischen Zustand vor der Untersuchung vom 16. Oktober 2008
und
der Gutachter habe sich selbst dahingehend geäussert, dass ihm
eine
rückwirkende Beurteilung
nicht möglich sei
(
Urk.
1 S. 7), verfängt
ebenfalls
nicht.
Denn wie sich aus den hiervor gemachten Ausführungen ergibt, hat
Dr.
A._
ausführlich zum Psychostatus u
nd den
vorliegenden
psychiatrisch-psychotherapeutischen Beurteilungen
ab 2006
Stel
l
ung genommen
. Der Gutachter hat dabei klargestellt, dass eine depressive Symptomatik in diagnostischer Hinsicht nicht ausreichend schwerwiegend und jedenfalls nicht längerfristig vorlag. Ausserdem hat er ausdrücklich festgehalten
, dass die objektiven psychopathologischen Befunde und die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführer
s
keine Verschlechterung
des (psychischen) Gesundheits
zu
standes
im Vergleich zum Bericht zum psychosomatischen Konsilium der
E._
vom 21. Februar 2006 (gedämpfte Stimmung, ängstliche Besorgtheit, erhöhte Reizbarkeit, erhöhte
Somatisierungstendenz
mit
unter anderem
Schlafstörungen, Urk. 6/27/64-67) zu begründen vermöchten (
Urk.
6/72/5).
Dies ist letztlich in Bezug auf die hier relevante Frage, ob sich ab März 2006 in psychischer Hinsicht eine leistungsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt hat,
entscheidend
.
Zusätzlich hat
Dr.
A._
zum Verlauf des psychischen Gesundheitsschadens und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten, dass die Einschätzung g
emäss seinem Gutachten vom 30.
Dezember 2008, mithin einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht (
Urk.
6/32/15-16,
Urk.
6/32/19-20), auch für den Zeitraum ab Ende 2003 bis zum Gutachtenstermin und auch unter Miteinbezug der neu vorgelegten Akten gelte (
Urk.
6/72/15).
Der Gutachter hat auch nicht erklärt, dass ihm eine rückwirkende Beurteilung nicht möglich sei. Vielmehr hat er sich dabei
allein
- wie der
Beschwerdeführer
selbst zitiert hat (Urk. 1 S.
7) - auf die
in Fachberichten ungenügend dargestellte
Psychopharmakotherapie bezogen
, wie er in der ergänzenden Stellungnahme nochmals klargestellt hat
(
Urk.
6/72/11)
und wie sich ohne Weiteres bereits aus dem zitierten, in einer Fussnote angebrachten Gutachtenstext ergibt (vgl.
Urk.
6/32/18
-20,
Fussnote
Nr.
5
mit nachvollziehbarer Kritik zu einer im Bericht der
D._
vom
23.
Januar 2008 unsorgfältig aufgeführten Medikamentendosierung, die
in der Schweiz im Handel in dieser Dosierung nicht erhältlich sei
)
.
5.3.7
Des Weiteren
schadet es nicht, dass das Gutachten
von
Dr.
A._
(
Urk.
6/32, Urk. 6/72)
noch nach der damals geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung verfasst wurde und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf die von ihm gestellte Diagnose einer
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung (ICD-10 F45.5)
in korrekter Weise
nach den
Kriterien der
damaligen
Recht
sprechung (
sogenannte Förster-Kriterien; vgl. BGE 130 V 352 E.
2.2.3
,
BGE 136 V 279 E.
3.2
,
139 V 547
E.
9 mit Hinweisen
)
und nicht nach de
r
ab Juni 2015 geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 141 V 281
[
Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015]
)
geprüft
wurde
(Urk.
6/
32/13
; vgl. zur Anwendbarkeit der neuen Rechtsprechung auf
alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle: Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen
).
Denn im Hinblick auf die
neue Rechtsprechung des Bundes
gerichts zur anhaltenden somatoformen Schmerzst
örung und vergleich
baren psycho
somati
schen Leiden nach BGE 141 V 281 (präzisiert und auf sämtliche psychische Leiden anwendbar erklärt mit BGE
143 V 409
, 143 V
418
)
ist nicht in jedem Fall eine weitere Beg
utachtung angezeigt. Danach ver
lieren gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren
Beweiswert, sofern eine schlüssige Be
u
rteilung der massgeblichen Indi
katoren möglich ist
(BGE 141 V 281 E. 8).
Dies ist hier der Fall, wi
e sich aus dem Folgenden ergibt.
Z
udem gilt auch nach neuer Recht
sprechung weiterhin, dass
eine objektivierte Betrach
tungsweise
massgeblich
ist und medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare
Selbsteinschätzungen und -limi
tierungen nicht als invalidisierende Ges
undheitsbeeinträchtigung anzuer
kennen sind (BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
Beim mit Leitentscheid BGE 141 V 281 festgelegten strukturierten, normativen Prüfungsraster (präzisiert in BGE 143 V 418 E. 5.2 und E. 8.1) sind die funktion
ellen Auswirkungen eines Gesund
heitsschadens mit den folgenden Standardindikatoren vermehrt zu gewichten, wobei den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4):
Unter die Kategorie
«
„funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3) fällt der Komplex
«
Ge
sundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 5.2), dem
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungsresistenz (E. 4.3
.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3; präzisiert i
n BGE 141 V 418 E. 8.1), ausser
dem der Komplex
«
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche
Resso
urcen; E. 4.3.2) und der Komplex
«
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3). Unter der Kate
gorie
«
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verh
altens; E. 4.4) sind die gleich
mässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und der behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch
aus
gewiesene Leidensdruck (E. 4.4.2) relevant.
Hier ist in Bezug auf die Kategorie funktioneller Schweregrad
die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1, 143 V 418 E. 5.2) als leicht
einzustufen, da die
diagnostizierte
anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45.5)
gemäss
Dr.
A._
von maximal leichtgradiger
Ausprägung ist (Urk.
6/32/
12
).
Dasselbe gilt für die Diagnose einer
depressive
n
Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4), wie sich aus dem hiervor
A
usgeführten
auch für die Zeit von 2006 bis 2008
ergibt (E. 5.3.3-5.3.4, E. 5.3.6); laut
Dr.
A._
ist eine eigenständige depressive Episode kaum zu begründen (
Urk.
6/72/14).
Hinsichtlich des Indikators des Behandlungs- und Eingliederungs
erfolges (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2) ist
es gemäss
Dr.
A._
offenbar gelungen, die anamnestisch attestierte depressive Störung erfolgreich zu behandeln (
Urk.
6
/32/14). Das Zustandsbild könne durch die eingeleitete psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie weiter stabilisiert werden und einem Rezidiv der depressiven Störung entgegenwirken (
Urk.
6/32/16
).
Eine Therapieresistenz der psy
chischen Beschwerde
n
lag
somit nicht vor.
Be
treffend den
Indikator der Komorbiditäten
res
pektive begleitenden krankheits
wertigen Störungen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1, 143 V 418 E. 8.1) ist
beachtlich, dass
eine
gewisse res
s
ourcenhemmende Wirkung
den Beschwerden bezüglich der linken oberen Extremität, insbesondere dem linken Schultergelenk mit Einschränkungen in der Beweglichkeit,
welche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit haben
(vgl. E. 4.3.2 und E. 5.2
.2
hiervor),
und
auch - wenn auch nur geringfügig -
der diagnostizierten
Epicondylopathia
radialis
rechts
zu
kommt
, wobei die
se
geklagten Beschwerden allerdings ohne bildgebende
Entsprechung
blieben
(vgl. E. 5.2.3
hiervor)
.
Allerding haben ab März 2006 im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit insofern keine
somatischen
Komorbiditäten
mehr
bestanden
, als ab dann eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit gegeben war
.
Unter dem Komplex Persönlichkeit (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; BGE 141 V 281 E. 4.3.2) sodann sind keine belastenden Rückschlüsse auf das Leistungsvermögen anzunehmen. Denn den Akten ist weder eine Persönlichkeitsstörung noch eine auffällige
Persönlichkeitsstruktur zu ent
nehmen.
H
insichtlich des Komplexes sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3)
ist
von mobilisierbaren Ressourcen durch den Lebenskontext auszugehen, da
der Beschwerdeführer
im Kreise
seiner
Familie (mit Ehe
frau
und
drei
Kindern) lebt
e
und eine Unterstützung durch das soziale Netzwerk zu bejahen ist
, zumal
die
Ehefrau
erwerbstätig
war
(Urk. 6/32/
6
,
Urk. 6/53/2
, Urk. 6/90/2
Urk.
6/255/8
). Vor diesem Hintergrund wäre eine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als die
vom Gutachter
Dr.
A._
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit mit der Kategorie des funktionellen Schweregrades beweis
rechtlich nicht zu vereinbaren.
Die
Kategorie Konsistenz (Gesichtspunkte Verhalten: gleichmässige Ein
schränkung des Aktiv
itätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen; Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen; BGE 141 V 281 E. 4.4)
lässt bei
dieser Ausgangslage in beweisrechtlicher Hinsicht kein anderes Ergebnis zu. Der
Beschwerdeführer
lebte
in der Zeit von 2006 bis 2008
denn auch
nicht gänzlich zurückgezogen, sondern im Kreise der Familie, und er nahm nach Gelegenhei
t an beruflichen Eingliederungs
massnahmen der
Suva und
des RAV
teil
(
Arbeitsversuch vom 1
3.
März bis 3
1.
Mai 2006, Urk. 6/27/87-88;
Anmeldung zur Arbeitsvermittlun
g in einem 70%igen Pensum,
Urk.
6/32/5
;
2-monatiger
Grundkurs
als
Lagerist,
Grundausbildung
und
Tätigkeit als Stap
ler
fahrer,
Bewerbungs- und Computerkurs [ganztags], Arbeit in einer Cafeteria [RAV-Kurs],
Urk.
6/32/6-7,
Urk.
6/52/2, Urk. 6/53/1-2
, Urk. 6/84/1-4, Urk. 6/90/2
)
.
Ausser
dem war er im Spätsommer 2007 aktiv am Umzug der Familie in eine neue Wohnung beteiligt (
Urk.
6/50/5-6).
Im Juli 2008 hielt er sich zudem ferienhalber während zwei von geplanten drei Wochen im Ausland auf (Urk. 6/32/5).
Was den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.4.2) angeht,
liess sich der
Beschwerdeführer
erst ab Oktober
2006
(Urk. 6/50/1, Urk. 6/50-55)
ambulant
psychiatrisch-psychotherapeutisch behandeln
.
Konsultationen fanden in der Zeit bis im April 2009 nur
un
regelmässig, nicht wöchentlich oder gar mehrmals wöchentlich sowie
teilweise
mit mehrmonatigen Unterbrüchen statt (Urk. 6/54/3-4
; von den dort aufge
führten Daten waren einzelne Sozialberatungen
)
und e
ine stationäre psychiatrische Behandlung wurde nicht durchgeführt (
6/32/6
).
Laut Dr.
A._
widersprach
en
das
während der ambulanten Behandlung eher niedrig dosier
t
e antidepressive
Psychopharmak
um
und die nicht ausgebaute psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie der vom
R._
diagnostizierten
fast schweren depressiven Episode und der attestierten Arbeitsunfähigkeit (Urk.
6/32/17-18).
Die Behandlungsmöglichkeiten (
medikamentös wie auch therapeutisch
)
wurden
somit - hinsichtlich der Einschätzungen der behandelnden Fachpersonen -
nicht ausgeschöpft. Mit Blick auf den Behandlungsverlauf kann daher insgesamt nicht von einem
insgesamt
hohen Leidensdruck gesprochen werden.
Ausserdem stellte
Dr.
A._
während seiner Untersuchung Widersprüchlichkeiten in den psycho
moto
rischen Befunden
, eine aussergewöhnlich grosse Diskrepanz zwischen subjektive
r
und objektiver Einschätzung der psychischen Befunde sowie eine Verdeutlichungstendenz fest
(
Urk.
6/32/7-10,
Urk.
6/32/15)
.
Auch bestanden psychosoziale Faktoren, welche der Gutachter korrekt berücksichtigte
(Urk.
6
/32/15
).
Die gutachterliche Einschätzung von
Dr.
A._
hält damit der Konsistenzprüfung stand. Das Verhalten
des
Beschwerdeführers
wurde
von ihm
in jeder relevanten Hinsicht berücksichtigt und nachvollziehbar
in die Einschätzung der
Arbeits
fähigkeit einbezogen.
5.3.8
Insgesamt erlaubt das Gutachten
(mit ergänzender Stellungnahme)
v
on Dr.
A._
(
Urk.
6/32, Urk. 6/72)
eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Lichte der
massgeblichen
Indikatoren.
Das Gutachten ist beweiskräftig
.
G
estützt
da
rauf
ist erstellt, dass
nach März 2006 keine erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes eintrat und weiterhin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand (
Urk.
6/32/15, Urk. 6/32/19-20,
Urk.
6/72/15)
.
Im Übrigen ist auch der psychiatrische Gutachter der
P._
Dr.
med. II._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem
I._
-Teilgutachten vom 2
6.
Februar 2016 (
Urk.
6/255) zum Ergebnis gelangt, dass beim
Beschwerdeführer
namentlich auch für die Zeit von 2006 bis 2008 nicht von einer eigenständigen und selbstunterhaltenden depressiven Störung, sondern von einer Reaktion auf belastende und veränderte Lebensumstände auszugehen sei, wobei es seit mindestens 2009 zu einer vollständigen Rückbildung der Anpassungsstörung gekommen sei. Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerde
führer
nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen und eine berufliche Eingliederung sei ihm jederzeit möglich gewesen (Urk. 6/255/12-15).
5.3.9
Es ist somit auch in psychischer Hinsicht nicht von einer die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigenden Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
seit März 2006 auszugehen.
5.4
5.4.1
Insgesamt
ist festzuhalten, dass
entgegen dem Standpunkt des
Beschwerdeführer
s
von März 2006 bis Januar 2011
weder
in
somatisch
er
noch
in
psychisch
er Hinsicht
eine erhebliche Verschlechterung
des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die
Arbeits- und
Eingliederungsfähigkeit
anzunehmen ist
.
Es bleibt damit dabei, dass der
Beschwerdeführer
ab dem 2
0.
März 2006 in einer leid
ensangepassten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig und
ab dann
eingliederungs
fähig war.
5.4.2
Das Gesagte führt hinsichtlich des Zeitraums
nach J
uni 2004 zu folgendem Rentenanspruch:
Nach Ablauf
des Wartejahres
(
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG)
am
3.
Oktober 2004
bis am 1
9.
März 2006 ist - wie hiervor ausgeführt (E. 4.2 und E.
4.3.2-3) - von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen
.
Ein Einkommensvergleich erübrigt sich bei dieser Ausgangslage mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (Prozentvergleich; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1)
. Es
ist
somit
ohne Weiteres auf eine 100%ige Erwerbseinbusse respektive einen Invaliditätsgrad von 100 % mit einem Anspruch des
Beschwerdeführer
s
auf eine
vom
1.
Oktober 20
0
4 (
Art.
29
Abs.
2 IVG
)
bis am
3
0.
Juni 2006
(1
9.
M
ärz 2006 plus drei Monate,
Art.
88a
IVV) befristete
ganze Rente zu schliessen
(
Art.
28
Abs.
1
IVG
; Bestimmungen je in der bis Ende 2007 gültig gewesen Fassung
).
Weil der Beschwerdeführer danach bis zu den beruflichen Massnahmen und den Taggeldleistungen ab Januar 2011 eingliederungsfähig war, entfällt ein Rentenanspruch während dieser Zeit (Urteil des Bundesgerichts
8C_312/2009 vom
1.
Dezember 2009 E. 7).
6.
6.1
Strittig und zu prüfen ist des Weiteren
die Arbeitsfähigkeit und der Rentenanspruch
nach Abschluss der letzten Taggeldzahlung im Rahmen der beruflichen Massnahmen per
1
4.
Juli
2013
(
Urk.
6/193)
bis
zum Zeitpunkt der von der
Beschwerdegegnerin
anerkannten
dauerhaften
Verschlechterung des Gesundheitszustand
es
des
Beschwerdeführer
s
ab Mai 2017
(
Urk.
2 S.
3 f.
), mithin
bis Ende April 201
7.
6.2
6.2.1
Im Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2016.01135
vom 2
2.
Dezember 2017
wurde zum Zeitraum vom 1
5.
Juli 2013 bis am 1
0.
Mai 2016 (E. 3.3.2; Urk. 6/296/9)
festgestellt
,
dass dem
bidisziplinäre
n
I._
-Gutachten vom 1
0.
Mai 2016 (
Urk.
6/258
)
voll
e
Beweiskraft zukomme und die
Beschwerde
gegnerin
zu Recht darauf abgestellt habe (E. 4.2; Urk. 6/296/10-12)
.
Und zwar waren die
I._
-Gutachter PD
Dr.
med.
JJ._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie, der den
Beschwerdeführer
am
8.
und 9.
Februar 2016 mit zusätzlicher Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) untersu
cht hat, und der Psychiater Dr.
II._
, der am 1
7.
Februar 2016 eine psychiatrische Exploration durchgeführt hat
(vgl. psychiatrisches Teilgutachten vom 26. Februar 2016; Urk. 6/255), gemäss dem Gutachten vom 1
0.
Mai 2016
zum Schluss gekommen, es seien insgesamt die folgenden
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen:
Periarthropathia
humeroscapularis
partim
ankylosana
links mit/bei persistierendem chron
ischem Schmerz
syndr
om und erheblicher Funktionsein
schränkung der Schulter links,
Arthrofibrose
im Bereiche des linken Ellbogens, Handgelenksarthrose links,
Periarthropathia
genu
links mit/bei persistierendem Extensionsdefizit und aktuell strukturell mässiger medialer Gonarthrose, chronische
Epicondylopathia
radialis
rechts überwiegend
myofaszial
bedingt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie die folgenden auf: Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt seit 10 Jahren, leichte Adipositas (BMI 30 kg/m
2
),
Zustand nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), gegenwärtig vollständig remittiert
(Urk.
6
/258/30-31).
Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich keine Einschränkung. Insgesamt bestehe in der angestammten Tätigkeit als (angelernter) Gipser eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leidensangepasste, wechselbelastende und leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit sei
ganztags mit zusätzlichen Pausen von zwei Stunden zumutbar.
Es würden sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, weshalb diese Arbeitsfähigkeit nicht bereits se
it Abschluss der Eingliederungs
massnahmen im September 2014 gegeben sei.
Die zum Zeitpunkt der Begutachtung ausge
übte 50%ige Tätigkeit als Kurier halbtags (Urk.
6
/258/38) entsp
reche einer leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit und sei dem Beschwerdeführer mindestens i
n diesem Umfang zumutbar (Urk. 6
/258/32-33).
Das Gericht hat
dazu
festgehalten, dass die von den
I._
-Gutachtern attestierte ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer
leichten bis knapp mittelschweren
, wechselbelastenden
Tätigkeit mit zusätzlichen Pausen von zwei Stunden über den Tag verteilt
(Urk.
6/258/32-33) einem
76%igen Pensum entspreche und entgegen der
(
auch in diesem Verfahren
für die Zeit ab September 2014
weiterhin vertretenen
; Urk. 2 S. 4 f.)
Ansicht der
Beschwerdegegnerin
nicht einem
80%igen Pensum
(
41,7 h/Woche - [5 x 2h] = 31,7 h/Woche = 76
%
;
E. 4.3.2;
Urk. 6/296/12)
. Dabei gelte das folgende Belastungsprofil: Zumutbar
seien
wechselbelastende, lei
chte bis höchstens knapp mittel
schwere, die linke obere Extremität schonende Tätigkeiten ohne regelmässiges
Treppabsteigen
und Gehen auf unebenem Ge
lände, ohne Arbeiten über Schul
terhöhe und in Hockstellungen, ohn
e Ziehen und Stossen, ohne über
wiegend stehende oder überwiegend sitzende Arbeiten (
Urk.
6
/258/32
; E. 4.3.3, Urk. 6/296/12-13
).
Diese Arbeitsfähigkeit
habe bereits für die Zeit ab Mitte Juli 2013 Gültigkeit
. Denn
gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten sei
aus psychiatrischer Sicht eine volle Eingliederungsfähigkeit bereits ab (Mitte) 2009 festgestellt worden, in somatischer Hinsicht seien keine Hinweise auf zusätzliche Beschwerdebilder bezüglich der Zeit von
Mitte Juli 2013 bis Sep
tember 2014 zu entnehmen
und der Beschwerdeführer sei in dieser Zeit mit Unterstützung der Ar
be
i
t
slosen
versicherung
(Urk. 6/201/4-5) und
vom 4. Dezember 2013 bis 4. August 2014 im Auftrag der Beschwerdegegnerin von
H._
(Urk. 6/220)
auf Arbeitssuche für eine Tätigkeit in einem Pensum von 60 bis 100 % gewesen.
Ausserdem sei das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
bereits
i
m Urteil UV.2014.00024 vom 12. August 2015
(
Urk. 6/242/25
)
, mit welchem
die unfallbedingten Beschwerden des Beschwerdeführers an der linken oberen Extremität und an den beiden Knien
bei der Prüfung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einbezogen worden sei, zum Schluss gekommen, dass spätestens ab Januar
2013 von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten,
wechselbelastenden, die linke obere Extremität nicht belastende
n
und kniesch
onende
n
Tätigkeit auszugehen sei. Dies habe
auch unter
Einbezug der nicht-unfallbedingten Beschwerden an der rechten oberen Extremität zu gelten
, zumal
diesbezüglich in den Berichten von
Dr.
HH._
_
von der Orthopädie der
D._
vom
6.
Mai 2010 und vom 1
1.
September 2013 (Urk. 6/80/8-9,
Urk.
6/200/1) ausser Druckschmerz keine bildgebend oder klinisch festgestellten
Befunde aufgeführt worden sei
e
n
und
die S
chmerzzunahme nach der
zu schweren
Tätigkeit als Fugengipser
mit der 10
0
%igen Arbeitsunfähigkeit
als Gipser vereinbar sei. Ausserdem seien
die rechtsseitigen
Ellbogenbeschwerden im
I._
-Gut
achten vom 10. Mai 2016
mit der
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einer
chronischen
Epicondylopathia
radialis
rechts überwiegend
myofaszial
bedingt (Urk. 6/258/31) ebenfalls berück
s
ichtigt worden
(
E. 4.2.2-3, Urk. 6/296/11-12).
6.2.2
Von diesen gerichtlichen Feststellungen
im Urteil IV.2016.01135 vom 22.
Dezember 2017 ist auch
in diesem Verfahren auszugehen, zumal sich keine anderen Erkenntnisse aus den vorliegenden Akten ergeben.
Dagegen kann d
er
Annahme der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid,
es habe
sei
t
Mitte
Juli 2013
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ohne zusätzlichen Pausenbedarf bestanden und ab September 2014 aufgrund eines Pausenbedarf
s
von 20
%
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk. 2 S. 4 f.),
nicht gefolgt werden
. Insbesondere ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des
, welcher den zusätzlichen Pausenbedarf auf diesen Zeitpunkt hin
(September 2014)
erklären würde,
nicht aktenkundig
. Dieser Zeitpunkt
bezieht sich
vielmehr
auf
das Ende der Arbeitsvermittlung im Rahmen der damit definitiv abgeschlossenen beruflichen Massnahmen (
Mitteilung vom 2
2.
September 2014,
Urk.
6
/221
)
und wurde im
I._
-Gutachten daher als Zeitpunkt bezüglich de
s
Beginn
s
ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit genannt («Zeitlicher Verlauf: Es ergeben sich keine Anhaltspunkte, weshalb
diese zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht bereits seit Abschluss der Eingli
ederungs
massnahmen
im September 2014 gegeben war.»;
Urk. 6/258/33
).
Wie im Urteil IV.2016.01135
vom 2
2.
Dezember 2017
ausgeführt wurde, hat die Einschätzung der
I._
-Gutachter
ausserdem
bereits ab M
itte Juli 2013 (Einstellung der Taggelder per 14. Juli 2013,
Urk. 6
/193) Gültigkeit (E.
4.2.2-3;
Urk.
6/296/11-12
).
Davon ist auch in diesem Verfahren auszugehen
. Der von den
I._
-Gutachtern attestierte zusätzliche Pausenbedarf von zwei Stunden pro Tag ist somit entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
nicht erst ab September 2014, sondern bereits ab Mitte Juli 2013 beachtlich.
6.2.3
Somit ist für die Zeit ab Mitte Juli 2013 (Einstellung der Tag
gelder per 14. Juli 2013, Urk. 6/193) bis
mindestens zur
I._
-Begutachtung
Mitte Februar 2016
(Urk. 6/258/1)
von der folgenden
Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s auszugehen:
Dem Beschwerdeführer waren wechselbelastende, die linke obere Extremität schonende, leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeiten (Heben und Tragen von maximal 15 Kilogramm) in einem 76%igen Pensum
(
ganztägige Anwesenheit mit zusätzlichen Pausen von zwei Stunden
)
ohne regelmässiges
Treppabsteigen
und Gehen auf unebenem Gelände, ohne Arbeiten über Schulterhöhe und in Hockstellungen, ohne Ziehen und Stossen, ohne überwiegend stehende oder überwiegend sitzende Arbeiten zumutbar.
6.3
6.3.1
Betreffend
die Zeit nach der
I._
-Begutachtung
Anfang 2016
macht der
Beschwerdeführer
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
mit Operation am rechten Ellbogen am 1
1.
Mai 2016
geltend
;
er
sei
seither
zu 50
%
a
rbeitsfähig
, weshalb bereits ab August 2016 eine halbe Rente geschuldet sei
(Urk. 1 S.
8
)
. Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid dagegen auf den Standpunkt, dass es sich dabei lediglich um eine vorübergehende, nicht leistungsrelevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gehandelt habe und eine dauerhafte Verschlechterung erst per Mai 2017 eingetreten sei (
Urk.
2 S. 5 f.).
6.3.2
Aus
den
vorliegenden
Akten geht in medizinischer Hinsicht ab Mitte Februar 2016
das Folgende hervor.
Der orthopädische Chirurg und Handchirurg
Dr.
J._
behandelte den
Beschwerdeführer
, der im Catering
(
Auslieferung
)
gearbeitet habe (
Urk.
6/271/1),
gemäss den Berichten zuhanden der Krankentaggeldversicherung Helsana
vom 1
6.
März und
4.
Mai 2016
ab dem 16.
Februar 2016
wegen Schmerzen am rechten Arm, welche durch einen beim Versicherer durchgeführten Belastungstest ausgelöst worden seien.
Als Diagnose sei eine
Epicondylitis
humeri
radialis
und
ulnaris
rechts zu stellen. Bei ausgeschöpfter konservativer Therapie werde eine Operation am 1
1.
Mai 2016 geplant. Zur Frage der Zumutbarkeit einer leidensangepassten Tätigkeit erklärte
Dr.
J._
, eine solche sei präoperativ sinnlos. Postoperativ sei keine Belastung für sechs Wochen und eine volle Belastung nach 12 Wochen möglich. Am aktuellen Arbeitsplatz als Auslieferer
habe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
6.
Februar bis 1
5.
März, eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
6.
bis 3
0.
März 2016 und eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit ab dem 3
1.
März 2016
bestanden. Es sei eine deutlich eingeschränkte
Belastbarkeit des rechten Armes gegeben, eine Belastung des rechten Armes sei nicht möglich (
Urk.
6/271/1-3,
Urk.
6/271/5-7).
Laut
dem Operationsbericht von
Dr.
J._
vom 1
1.
Mai 2016 wurde der
Beschwerdeführer
bei der Diagnose einer
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts mittels einer
Denervierung
mit Verlängerungsplastik der
Extensorensehne
am rechten Ell
en
bogen operiert.
Das weitere Procedere wurde wie folgt festgehalten: Oberarm-Gipsschiene für drei Wochen, Fadenentfernung nach zwei Wochen, funktionelle Mobilisation nach drei Wochen, Belastungsaufbau nach sechs Wochen (
Urk.
6/265).
Dem undatierten Bericht von
Dr.
J._
zuhanden der
Beschwerdegegner
in
ist zu entnehmen,
die zunächst letzte Behandlung habe am 8.
September 2016 stattgefunden
; eine weitere Kontrolle sei nicht geplant
. Der
postoperative Verlauf
sei
anfänglich gut gewesen, anschliessend seien indes generalisierte Beschwerden am rechten Arm aufgetreten. Als ärztliche Befunde seien diffuse Schmerzpunkte und Muskelverhärtungen am rechten Arm ohne handchirurgisches Korrelat festgestellt worden.
Er habe als gegenwärtige Behandlung eine Schmerz
sprechstunde
empfohlen und eine solche Überweisung vorgenommen. Die Prognose sei unklar. Eine Arbeitsunfähigkeit bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (als Auslieferer) habe er im
folgenden
Umfang
attestiert:
100
%
vom 16.
Februar bis 15. März,
50
%
vom 1
6.
bis 3
0.
März 2016
,
100
%
vom 1
1.
Mai bis 31. August
2016
, 50
%
vom
1.
bis 5. September 2016
un
d 100
%
ab dem 6. September 201
6.
Weiterhin sei am rechten Arm keine Belastbarkeit gegeben, wobei
in der aktuellen Tätigkeit
Arbeiten ohne den
rechten Arm nicht möglich seien; die bisherige Tätigkeit sei daher dem
Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar. Eine leidensangepasste Tätigkeit sie nur ohne Belastung des Armes respektive ohne Armeinsatz möglich. Die
se
Einschränkung lasse sich eventuell mit einer Schmerztherapie vermindern, mit
(weiteren)
handchirurgischen Massnahmen
könne keine Verminderung der Einschränkung erreicht werden (Urk. 6/283/1-3)
.
Aus der Taggeldkarte für die Kollektiv-Taggeldversicherung geht hervor, dass Dr.
J._
auch für den Zeitraum vom 3
1.
März 2016 bis zur Operation vom 11. Mai 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (
Urk.
6/271/8).
Gemäss dem Bericht von
Dr.
J._
an den Hausarzt
Dr.
N._
vom 12. September 2016
hat
sich der
Beschwerdeführer
mit diffusen Schmerzen in der
gesamten oberen Extremität, neu auch mit massiven Schulterschmerzen,
vorgestellt, nachdem er am
1.
September 2016 wieder einen Arbeitsversuch
zu
50 %
gestartet habe. Diesen habe er schmerzbedingt am
5.
September 2016 abbrechen müssen, so dass er seit dem
6.
September 2016 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Er, Dr.
J._
, sehe die Schmerzsymptomatik beim
Beschwerdeführer
im Rahmen einer
generalisierten Schmerzproblematik
, weshalb er ihn in die Schmerztherapie im
KK._
_
einbinden lassen möchte. Aus handchirurgischer Sicht bestünden momentan keine sinnvollen Therapie
möglichkeiten (
Urk.
6/284/7).
Der orthopädische Chirurg
Dr.
K._
von der
L._
, der den
Beschwerdeführer
ab März 2018
nach vierjähriger Unterbrechung erneut behandelt habe,
hielt im
Bericht vom 4. Juni 2018
die folgenden Diagnosen fe
st: Pso
ri
asis Arthritis,
cervico
radikuläres
Schmerzsyndrom C6 links bei
diskogener
neuroforaminaler
Stenose C5/C6 links mit Kompression der Wurzel C5 links (MRT HWS vom
3.
April 2018),
thorakolumbales
Schmerzsyndrom, beginnende mediale Gonarthrosen beidseits bei Status nach Kniegelenksarthroskopie mit medialer
Teilmeniskektomie
links am 9. Februar 2012 und rechts am 13. Juli 2011, Status nach Ellbogenluxationsfraktur 2003 rechts, Status nach
arthroskopischer
Supraspinatus-Reinseration
2005,
Frozen
Shoulder
links. D
er
Beschwerdeführer
habe sich bei ihm
wegen persistierende
r
Knieschmerzen und Schmerzen am oberen Sprungbein (OSG) gemeldet.
Diese Schmerzen würden
bei zunehmenden Schulter- und Nackenbeschwerden
jedoch
im Hintergrund
stehen. Aus orthopädischer Sicht
habe sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der letzten Beurteilung vom 2
1.
Mai 2015 nicht verändert.
Die mittlerweile von den Rheumatologen der
LL._
_
diagnostizierte
P
soriasis
, wahrscheinlich auch
mit
Psoriasis Arthritis,
bestätige hingegen, dass der Beschwerdeführer auch in einer leidensangepassten Tätigkeit höchstens zu 50
%
arbeitsfähig sei
.
Diese Diagnose könnte die Diskrepanz zwischen den Beschwerden und den konventio
n
ell-radiologisch nur mässig au
sgeprägten Befunden erklären
(Urk. 6/310/4-5)
.
Die Rheumatologin
Dr.
M._
vom
LL._
_
führte im Bericht
vom
25. Juni 2018
aus
,
der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s habe sich verschlechtert. B
eim
Beschwerdeführer
sei Anfang 2017 die Diagnose einer Psoriasis Arthritis
(
Erstdiagnose Mai 2017
)
und seit Februar 2018 die Diagnose eines
cervicoradikulären
Schmerzsyndroms C6 links gestellt worden. Bezüglich der
cervicalen
Diskushernie sei grundsätzlich von einem gutartigen Verlauf auszugehen. Eine Operationsindikation bestehe
zurzeit nicht und es sei eine Nervenwurzelinfiltration geplant. Die Psoriasis sei insgesamt schwierig von den
übrigen posttraumatischen Gelenkschmerzen abzugrenzen, allerdings bestehe klar ein eigenständiges Krankheitsbild. Inwiefern ein Teil
der Gelenkschmerzen unter der aktuellen medikamentösen Behandlung verschwinden werde, werde sich erst im Verlauf zeigen. Der
Beschwerdeführer
sei derzeit in der aktuellen Tätigkeit als Lieferant mit Autofahren und Heben von Lasten bis 10 Kilogramm zu maximal zwei bis drei Stunden mit reduzierter Leistungsfähigkeit arbeitsfähig.
Eine leichte Tätigkeit sei ihm in einem Umfang von 50
%
zumutbar
(
Urk.
6/314/5-7).
Dr.
K._
führte im Bericht vom
2
8.
März 2019
zusätzlich zu den bekannten Diagnosen jene einer postoperativ
rupturierten
Baker-Zyste rechts und den Status nach Kniegelenksarthroskopie rechts mit Resektion des medialen
Meniskus
hinterhornes
und des lateralen Vorderhornes
am 2
5.
Februar 2019
bei sy
m
ptomatischer medialer Meniskusläsion am Knie rechts sowie eine laterale Bandläsion OSG rechts auf. Im Anschluss an die postoperative Verlaufskontrolle sei es zu einer Exazerbation der Schm
erzen im Unterschenkel gekommen. Für diese akuten Schmerzen könne die im Ultraschall festgestellte
rupturierte
Baker-Zyste durchaus verantwortlich sein. Die Beschwerden seien mittlerweile spontan deutlich zurückgegangen. Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit werde nochmals für eine Woche verlängert, anschliessend bestehe für drei Wochen eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %,
ab Ende April 2019
dann wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/328/4-5).
Der
RAD-Arzt
Dr.
O._
befand in seiner abschliessenden Stellungnahme vom
1.
Juli 2019, es sei
ab Mai 2017 eine dauerhafte Verschlechterung eingetreten, mit welcher sich
eine
Restarbeitsfähigkeit
in einer leidensange
passten
, körperlich leichten und wechselbelastenden
Tätigkeit
unter Meidung monotoner und/oder repetitiver Fehlhaltungen des Rumpfes und der Gelenke, dauerhafter schlagend stossender vibrierender Krafteinwirkungen sowie feuchtkalter und zugiger Arbeitsumgebung
auf 50
% vermindert habe.
Diese dauerhafte Verschlechterung sei aufgrund der ab Mai 2017 festgestellten Psoriasis
Arthritis mit disseminiertem Haut- und Gelenkbefall
sowie aufgrund des im April 2018 mittels MRT dokumentierten
cervicoradikulären
Schmerzsyndroms C6 links eingetreten. Wegen
der Knie-Arthroskopie (
vom 2
5.
Februar 2019
)
habe zudem
vom 2
5.
Februar bis 2
8.
März 2019
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Aufgrund der komplexen degenerativen und vor allem auch entzündlichen Veränderungen am Bewegungsapparat sei kaum eine Besserung zu erwarten. Die Einschränkung
en
in der angestammten Tätigkeit als ungelernter Gipser
mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
sei aufgrund der chronisch entzündlich
s
chmerzhaften Funktions- und Belastungsstörung der Wirbelsäule und der Extremitäten-Gelenke
(weiterhin)
gege
ben (
Urk.
6/333/8-9).
6.3.3
Wie sich aus diesen ärztlichen Berichten ergibt, klagte der
Beschwerdeführer
nach der
I._
-Begutachtung mit EFL über eine Zunahme der Beschwerden an der rechten oberen Extremität, weswegen er unmittelbar danach am 1
6.
Februar 2016
Dr.
J._
aufsuchte, der ab
diesem Datum
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der vom
Beschwerdeführer
damals ausgeübten Tätigkeit als Catering-Kurier (in einem zirka 50%igen Pensum;
Urk.
6/258/26) attestierte und ihn
nach Ausschöpfen der konservativen Therapie am 11.
Mai 2016
mittels einer
Denervierung
mit Verlängerungsplastik der
Extensorensehne
am rechten Ellbogen
operierte
(Urk.
6/284/9
)
.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist damit
trotz der Arbeitsunfähigkeitsatteste von
Dr.
J._
erst ab dem 11. Mai 2016 aufgrund des operativen Eingriffs ausgewiesen, da die Beschwerden am rechten Ellbogen bereits seit mehreren Jahren
bestanden
, ohne dass dazu korrelierende Befunde erhoben werden konnten
.
Dr.
J._
führte in seinen Berichten
ebenfalls
keine neuen Befunde auf und stellte
unverändert die
Diagnose einer
Epicond
y
litis
humeri
radialis
rechts
(
Urk.
6/283/1)
.
Darauf deutet auch die Art der Operation, welche mit einer
Denervation
auf die Schmerzlinderung abzielte.
Diese Beschwerden waren indes von den
I._
-Gutachtern in ihrer Begutachtung bereits berücksichtigt worden. Auch ist nicht neu, dass eine Schmerzzunahme nach besonderer Belastung geklagt wurde (vgl. nach der Tätigkeit als Fugengipser: Bericht von Dr.
HH._
_
vom 11. September 2013
[
Urk.
6/200/1; E. 6.2.1 hiervor
]
).
Hinzu kommt, dass
auch
Dr.
J._
nach
der
Denervations
-Operation nach
anfänglich unauffälligem postoperativen Verlauf als ärztliche Befunde
bei generalisierten Beschwerden
lediglich diffuse Schmerzpunkte und Muskelverhärtungen am rechten Arm ohne handchirurgisches Korrelat feststellen konnte
(Urk. 6/283/1-2).
Da gemäss Dr.
J._
bei
erwartungs
gemässer postoperativer
Heilungsphase
eine volle Belastung
des rechten Armes
nach 12 Wochen möglich
sein sollte (Urk.
6/271/2),
ist
von einer vorübergehenden
Verschlechterung
und jedenfalls nicht von einer
andauernde
n
rentenerhebliche
n
Veränderung (vgl.
Art.
88a Abs.
2
IVV)
auszugehen.
6.3.4
M
it der
Beschwerdegegnerin
und entsprechend den Angaben des RAD-Arztes (Urk.
6/333/9)
ist
daher erst
ab der Erstdiagnose einer Psoriasis Arthritis im Mai 2017
eine
andauernde rentenerhebliche Veränderung (vgl.
Art.
88a Abs. 2
IVV)
mit einer 50%iger Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
anzunehmen
.
Bezüglich der Zeit ab Mai 2017 ist der Sachverhalt unbestritten und es erübrigen sich angesichts der
einheitlichen medizinischen
Aktenlage
, namentlich der hiervor zitierten Berichte von
Dr.
K._
und
Dr.
M._
sowie der nachvollziehbaren RAD-Stellungnahme hierzu,
weitere Ausführungen.
6.4
Betreffend die Zeit ab Mitte Juli 2013 ist somit entsprechend der Einschätzung der
I._
-Gutachter gemäss dem Gutachten vom 1
0.
Mai 2016
weiterhin
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als angelernter Gipser und von einer 76%igen Arbeitsfähigkeit
(
im Sinne ganztägiger Anwesenheit mit zusätzlichen Pausen
von zwei Stunden
)
in einer leidensangepassten Tätigkeit
mit dem dort formulierten Belastungsprofil
(Urk. 6
/258/
32
) auszugehen
. Eine anspruchserhebliche, längerdauernde Verschlechterung (
Art.
88a
Abs.
2 IVV) ist ab Mai 2017 gegeben; ab dann ist
eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit unter zusätzlicher Berücksichtigung des Belastungsprofils gemä
ss der RAD-Stellungnahme vom 1.
Juli 2019 (Urk.
6/333/9)
anzunehmen
.
7.
7.1
Der
Invaliditätsgrad
ist
mittels eines Einkommensvergleichs
von
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage
zu erheben
und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174). Im Rahmen von Revisionsverfahren ist der Zeitpunkt der Anpassung des Rentenanspruchs massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2019 vom 18. September 2019 E. 7.4).
Da
hier
die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bereits seit Jahren zu 100 % eingeschränkt war,
war im Juli 2013 die Voraussetzung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in jedem Fall erfüllt. Der Einkommensvergleich ist daher direkt nach Ende der Taggelder bezogen auf das Jahr 2013
und
auf den Zeitpunkt der möglichen Anspruchsänderung
im Jahr
2017 vorzunehmen
.
7
.2
7.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
7.2.2
Die
Beschwerdegegnerin
bestimmte das
Valideneinkommen
im angefochtenen Entscheid
anhand der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE; Urk. 2 S.
4
; Urk. 6/332/1
).
Wie bereits im Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kanto
ns Zürich IV.2016.01135 vom 22.
Dezember 2017
(E. 5.2
; Urk. 6/296/14
)
ausgeführt wurde, ist angesichts
der zitierten
bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht schon deshalb zur Bestimmung des
Valideneinkommens
von den Durchschnittslöhnen gemäs
s
LSE des Bundesamtes für Statistik (BFS) auszugehen,
weil die letzte An
stellung als Gipser
im Vergleich zum massgeblichen Zeitpunkt Mitte Juli 2013 rund
10 Jahre zurücklag.
Auch der von der
Beschwerdegegnerin
nunmehr angeführte
(
Urk. 2 S.
4
)
regelmässige
Stellenwechsel nach
zwei bis fünf
Jahren und der Umstand, dass der
Beschwerdeführer
die letzte Stelle
bei
der
Z._
als Gipser
vor Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung
(Unfall vom 3. Oktober 2003)
erst
während drei Monaten ausgeführt hatte (
Urk.
6/6), begründe
n
noch keine Ausnahme von d
er Regel der Anknüpfung an der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit.
Denn
zum einen arbeitete der
Beschwerdeführer
v
on 1991 bis 1997 ste
t
s
für dieselben beiden Unternehmen in teilweise überlappenden Zeiträumen (
Urk.
6/211/1). Zum anderen war er (daran anschliessend) in den Jahren 1998 bis Mitte 2000 bereits einmal für die
Z._
tätig gewesen (Urk. 6/3/5, Urk. 6
/211/1) und bis zu seiner erneuten Anstellung bei
der
Z._
ab dem
1.
August 2003 (Urk. 6/2/7-8, Urk. 6/6/1) arbeitete er von Mitte 2000 bis im Juli 2003 stets bei demselben Unternehmen
(Urk. 6/211/1
).
Der Beschwerdeführer arbeitete seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1988 zudem stets als
(
angelernter
)
Gipser (Urk. 6/3/3, Urk. 6/210/1).
Gemäss den Angaben des
Beschwerdeführer
s erfolgten die Stellenwechsel, nachdem die Unternehmen in Konkurs gegangen
seien
(Urk.
6/32/4)
respektive es Probleme mit den Lohnzahlungen gegeben
habe
(Urk.
6/23/237)
.
Aus diesem Anstellungsverlauf kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass der
Beschwerdeführer
ohne Gesundheits
beeinträchtigungen ab Juli 2003 die Festanstellung bei
der
Z._
nunmehr nicht dauerhaft beib
ehalten hätte, zumal den Akten zu diesem Anstellungsverhältnis keine Besonderheiten oder Probleme zu entnehmen sind, welche
im Gesundheitsfall auf
eine Kündigung oder Firmenaufgabe
schliessen liessen
. Im Gegenteil
besteht das Unternehmen heute noch (seit 2004
Y._
, heute
MM._
; vgl.
www.zefix.ch
)
, der
Beschwerdeführer
sprach von einem sehr guten Verhältnis zu diesem Betrieb, zu dem er gerne zurückgekehrt wäre und wo er einen relativ hohen Verdienst erzielte (
Urk.
6/23/238-239),
und
gekündigt wurde
dem
Beschwerdeführer
- selbst nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
ab Anfang Oktober 2003
- erst nach einem gescheiterten zweimonatigen Arbeitsversuch (
Urk. 6/23/129,
Urk.
6/32/5)
.
Auch sonst gibt
es
keine Hinweise darauf, dass er diese Anstellung bis im Jahr 2013 ohne die Unfallfolgen überwiegend wahrscheinlich aufgegeben respektive verloren hätte.
7.2.3
Das
Validenei
nkommen
ist daher wie bereits im Urteil des Sozialversicherungs
gerichts des Kantons Zürich IV.2016.01135 vom 22. Dezember 2017 (E. 5.2; Urk. 6/296/14) und ausserdem auch im
Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich UV.2014.00024 vom 12. August 2015
(
E. 4.1; Urk. 6/242/26) gestützt auf die An
gaben der ehemaligen Arbeitgeberin per 2013
(
Urk.
6/242/288
,
Urk. 6/242/189,
Urk. 6/242/163
)
auf Fr. 78‘900.-- (13 x Fr. 5‘700.--] + [12 x Fr. 400.--;
AHV-pflichtige Essenszulagen]) festzusetzen
.
Per 2017 ist unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Baugewerbe von 2013 bis 2017 (BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirtschaftszweigen, Nominallohnindex Männer, F 41-43 Baugewerbe/Bau, [2010 = 100, Tabelle T1.1.10], Total, 2013: 102.3, 2017: 103.2
) ein
Valideneinkommen
von Fr.
79'594.15
(
Fr. 78‘900.
--
:
102.3 x 103.2) anzunehmen.
7
.3
7
.3.1
In Bezug auf das Invalideneinkommen
ging d
ie Beschwerdegegnerin
zutreffend und
unstrittig von den LSE
-Tabellenlöhnen aus (Urk. 2 S. 4 f.
). Denn kann - wie hier - für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf die konkrete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt werden, können nach d
er Recht
sprechung T
abellenlöhne gemäss
LSE herangezogen werden
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Gemäss der LSE 2012, TA1
tirage_skill_level
, P
rivater Sektor, Kompetenz
niveau
1, Total Männer, lag der Durchschnittslohn im Jahr 2012 bei Fr. 5‘210.--
pro Monat
. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen (vom BFS erhobenen) wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2012 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen in Stun
den pro Woche, Tabelle T 03.02
.03.01.04.01, Abschnitt A-S, Total) und der allge
meinen Nominallohnentwicklung von 2012 bis 2013 (
BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirt
schaftszweigen, Nominallohnindex Männer [2010 = 100, Tabelle T1.1.10], Total, 2012: 101.7, 2013: 102.5)
be
trug das
massgebliche
Durch
schnittseinkommen im Jahr 2013 Fr. 65‘689.80 (Fr. 5‘210.-- x 12 : 40 x 41,7 : 101.7 x 102.5), was bei einem Pensum von 76 %
(
im Sinne ganztägiger Anwesenheit mit zusätzlichen Pausen
)
per 2013
den Betrag von Fr. 49‘924.25 ergibt.
Im Jahr 2017 lag der Lohn
gemäss
der LSE 2016, Tabelle TA1
tirage_skill_level
, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total Männer, bei
Fr.
5'340.-- pro Monat. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2016 (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, Total) und der allgemeinen Nominallohnentwicklung von 2016 bis 2017 (BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Wirtschaftszweigen, Nominallohnindex Männer [2010 = 100, Tabelle T1.1.10], Total, 2016: 104.1, 2017: 104.6) betrug das
massgebliche
Durchsch
nittseinkommen im Jahr 2017 Fr.
67‘124.25 (
Fr.
5'340.-- x 12 : 40 x 41,7 : 104.1 x 104.6).
Dies ergibt bei einem
Pensum von 50
%
per 2017
den
Betrag von
Fr.
33‘562.15.
7.3.2
Dieser Betrag ist
recht
sprechungsgemäss
zu
kürzen, wenn persönliche und be
rufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderun
g, Lebensalter, Dienst
jahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategori
e und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
).
Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
p
ersönliche und berufliche Merkmale
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen
,
sondern nur dann, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann.
Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75
E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen
Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige
,
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefo
chtenen Entscheid auf den Stand
punkt, es sei kein solcher Abzug vorzunehmen, da
der erhöhte Pausenbedarf bereits mit dem reduzierten Pe
nsum berücksichtigt worden sei
(Urk. 2
S.
5
). Der Beschwerdeführer wen
det dagegen ein,
aufgrund des komplexen Beschwerde
bildes mit
massiven Einschränkungen an allen vier Extremitäten
, neu mit
Beeinträchtigung des am 11. Mai 2016 operierten rechten Armes und neuem Belastungsprofil,
aufgrund der Notwendigkeit zu Pausen, der Schlafstörungen, der Schmerzen und der Medikation
sowie aufgrund seines Alters (47 Jahre im Jahr 2013) sei ein Abzug von 20 % gerechtfertigt, nicht zuletzt auch weil die von ihm jahrelang als Gipser ausgeübte Schwerstarbeit nicht mehr möglich sei.
Er sei
selbst
im Rahmen einer leichteren Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
, es bestehe lediglich eine
Teilarbeitsfähigkeit
, es sei mit
schmerzbedingten Arbeitsunterbrüchen
und
-ausfällen zu rechnen
;
zudem
werde
er
zusätzliche Pausen einlegen müssen, was sich erfahrungsgemäss lohnmindernd auswirke.
Selbst die Suva habe einen Abzug von 20
%
berücksichtigt (vgl. Urk. 6/225/199, Urk. 225/202).
Rechtsprechungsgemäss sei sodann aufgrund des reduzierten Beschäftigungsgrades bei Männern ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. Vom Gericht sei im Urteil IV.2016.01135 vom 2
2.
Dezember 2017 ein Abzug von 10
%
als angemessen erachtete worden. Zumindest davon sei auszugehen
(
Urk.
1
S. 1
und
S. 4 f.).
7.3.3
Wie das hiesige Gericht bereits im Urteil IV.2016.01135 vom 2
2.
Dezember 2017 ausgeführt hat,
berücksichtigten die
I._
-Gutachter
m
it den zusätzlichen Pausen von zwei Stunden über den Tag verteilt
die interagieren
den funktionellen Einschränkungen
-
darunter auch jene am rechten Ellbogen
(vgl. Urk. 6/258/32 oben
)
-
,
die Ermüdungsreaktionen und die zumindest teil
weise
nachvollzieh
baren, da
organisch-strukturell
bedingten
Schmerzen
(Urk. 6/258/32).
A
llfällige Auswirkungen der Medikation
wurden
weder
im Einzelnen vom
Beschwerde
führer
benannt noch
sind sie
spezifisch leistungsbeeinträchtigend ausgewiesen
. Dem Um
stand, dass der Beschwerdeführer - s
ei es schmerzbedingt, sei es be
dingt durch Müdigkeit - vermehrt Paus
en benötigt und eine krankheitsbedingte Minder
leistung besteht, wurde
bereits mit dem um 24 % ver
minderten Rendement hinreichend Rechnung getragen.
Dieser Umstand darf
nicht zusätzlich mit einem Abzug v
ersehen und damit doppelt herangezo
gen we
rden (vgl. Urteile des Bundesge
richts 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3 und 9C_584/2
015 vom 15. April 2016 E. 6.2).
Es besteht im Übrigen denn auch kei
n ernsthafter Grund zur Befürchtung, ein poten
tieller Arbeitgeber, der sich mit einer 76 % eines Vollzeitpensums ausm
achenden Leistungserbringung be
gnügen und eine entsprechende Stelle anbieten kann, würde bei der
Entlöhnung
von einem tieferen
Lohnansatz als bei einem voll einsatzfähigen Arbeitnehmer mit entsprechend höherem Rendement ausg
ehen. Unter dem Aspekt des reduzier
ten Beschäftigungs
grades bei ganztägiger Präsenz lässt sic
h daher ein Abzug vom auf tabel
larischer Grundlage ermittelten
Invalideneinkommen nicht recht
fertigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_379/2011 vom 26. August 2011
E. 4.2.3, 8C_419/2012 vom 21. September 2012 E. 3
,
8C_176/2012 vom 3. Septem
ber 2012 E. 8 und
9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.2
).
Auch
bezüglich der
Zeit ab Mai 2017
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
keine
n
leidensbedingten Abzug
vorge
nommen hat
(
Urk.
2 S. 5)
. De
n bisherigen und neuen Beschwerden
wurde
mit der von den behandelnden Ärzten attestierten Restarbeitsfähigkeit von 50
%
hinreichend Rechnung getragen.
Die
gesundheitlich beding
te Unmöglichkeit, weiterhin kör
perlich schwere Arbeit zu verrichten, führt ni
cht automatisch zu einer Verminderung
des hypo
thetischen Invalidenlohnes, weil der Tabel
lenlohn im Kompetenzniveau 1 be
reits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4).
Selbst
das
Angewiesensein
a
uf das Entgegenkommen eines ver
ständnisvollen Arbeitgebers stellt praxisgemäss
kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium
dar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8 und 8C_91/2013 vom 22. August 2013 E. 3.3.4).
Der Umstand sodann, dass das Alter die Stel
lensuche faktisch negativ beein
flussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom
14. Februar 2014 E. 7.3). Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeits
m
arkt (Art. 16 ATSG) zudem grundsätz
lich altersunabhängig angeboten.
Es
besteht hier daher
rechtsprechungsgemäss
keine Veranlassung
, dem Alter des Beschwerdeführers bei der Ermittlung des Invalideneinkommens durch Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_450/2016 vom 6. Oktober 2016 E. 5.3.2).
Ferner
gibt
hier
auch mangelnde Berufsbildung (insbesondere auf
dem beachtlichen
An
forderungsniveau) ebenfalls kei
nen Anlass zu einem leidens
bedi
ngten Abzug. Es stehen
dem Beschwerdeführer
genü
gend Stellenprofile offen,
welche den medizinischen Anfor
derungen an eine leidensangepasste, körperlich leichte Tätigkeit ge
recht werden, ohne dass sie des
wegen mit höheren Erfordernissen bezüglich Ausbi
ldung und Sprachkenntnisse ver
bund
en wären (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_83/2009 vom 15. Mai 2009 E. 4.2.4.2). Auch aufgrund der Ausländereigenschaft und der Aufenthaltskategorie C sind beim
über Jahrzehnte in der Schweiz erwerbstätig gewesenen Beschwerdeführer keine negativen Auswirk
ungen auf den Verdienst anzuneh
men.
In Bezug auf das Merkmal Beschäftigungsgrad
war
das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich
im Urteil
IV.2016.01135 vom 22.
Dezember 2017
davon ausgegangen, dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
werde als eine Vollzeittätigkeit. Insgesamt schloss das Gericht damit darauf, dass zusätzlich zum Rendement ein Abzug
von 10
% gerechtfertigt sei (E.
5.3.3
a.E
.; Urk. 6/296/17).
Darauf ist hier
indes zurückzukommen. Denn
nach der neueren Praxis des Bundesgerichts ist ein Abzug bei Männern wegen Teilzeitbeschäftigung nicht mehr automatisch vorzunehmen. Ob sich eine entsprechende Reduktion rechtfertigt, ist stets mit Blick auf den konkreten Beschäftigungsgrad und die jeweils aktuellen Werte zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_561/2018 vom 4. März 2019 E. 4.3.1).
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellte
n Tabelle
T18
zu den nach Beschäfti
gungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen würde ein Beschäftigungsgrad von 76 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen Tabellenlohnabzug rechtfertigen.
A
uf dieser Ebene werden Männer bei einem Teilzeitpensum von 75-89 % pro
portional bezogen auf ein 100%iges
Pensum (Fr. 6'663.--) sogar deutlich besser
entlöhnt
als bei einem Vollzeit
pensum (Fr. 6'085.--; vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_805/2016 E. 3.2 mit Hinweisen).
Zudem
liegt hier ab Mitte Juli 2013 eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit vor, welche ganztägig mit vermehrten Pausen von zwei Stunden zumutbar ist.
Dies entspricht nicht einem eigentlichen Teilzeitpensum.
Bezüglich der Zeit ab Mai 2017 mit einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
ist zwar ein Teilzeitpensum
gegeben
. Jedoch rechtfertigt auch ein
Beschäftigungsgrad von 50-74
%
bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug
. Denn unter
Berücksichtigung der für
die
Jahr
e
2016 und
201
8
aktualisierten Tabelle
T18 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert]
nach Beschäftigungsgrad, beru
flicher Stellung und Geschlecht
; einsehbar unter
www.bfs.admin.ch/asset/de/je-d-03.04.01.01.18
) besteht
auf dieser Ebene bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74
%
proportional be
zogen auf ein 100
%
-Pensum (Fr. 5
'
875
.
-- [2016],
Fr.
5'897.-- [2018]
) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (
Fr.
6130
.--
[2016],
Fr.
6’144.-- [2018]
) eine vernachlässigbare Differenz
von unter 5
%
und somit
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
keine überproportionale Lohneinbusse
(Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Schliesslich ist
auch der Umstand, dass die Suva
einen leidensbedingten Abzug von
zunächst
20
%
verfügt und im
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Dezember 2013 schliesslich einen solchen von 15
%
berücksichtigt hat
(Urk. 6/225/199, Urk. 6/225/134)
, für das vorliegenden Verfahren nicht massgeblich
.
7.3.4
Ein Abzug vom Invalideneinkommen ist nach dem Gesagten für die Zeit ab Mitte Juli 2013
und ab Mai 2017
nicht gerechtfertigt.
Es bleibt somit bei einem Invalideneinkommen
per 2013
von
Fr. 49‘924.25
und per 2017 von
Fr.
33‘562.1
5.
7
.4
7.4.1
Die Differenz des Invalideneinkommens zum
Valideneinkommen
beträgt
Fr. 28'975.75
(Fr. 78‘900.-- -
Fr. 49‘924.25
), was
für die Zeit ab Juli 2013
einen Invaliditätsgrad von
gerundet
37
%
ergibt.
Dies begründet
ab Juli 2013
keinen Anspruch auf eine Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
7.4.2
Für die Zeit ab dem
1.
Mai 2017 beträgt die Differenz des Invalideneinkommens zum
Valideneinkommen
Fr.
46'032.--
(
Fr. 79'594.15
-
Fr.
33‘562.15
), was einen Invaliditätsgrad von
58
%
ergibt.
Damit resultiert ein Anspruch auf eine halbe Rente ab dem
1.
August 2017 (
Art.
28 Abs.
2 IVG, Art.
88a
Abs.
2 IVV), wie dies in der angefochtenen Verfügung unstrittig korrekt festgestellt wurde (
Urk.
2 S. 3).
8.
Im Ergebnis ist festzustellen, dass der
Beschwerdeführer
Anspruch auf
eine
vom
1.
Oktober 20
0
4
bis am 3
0.
Juni 2006 befristete
ganze Rente
(vgl. 5.4.2 hiervor)
und ab dem
1.
August 2017 auf eine halbe Rente hat.
Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 16. März 2020
(Urk.
2)
ist
dahingehend
abzuändern
, dass der
Beschwerde
führer
vom
1.
Oktober 20
0
4
bis am 3
0.
Juni 2006 Anspruch auf eine befristete ganze Rente hat. Im Übrigen
ist
die Beschwerde
abzuweisen
.
9
.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr. 1'000.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf
den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen
auf Fr.
1’900
.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer)
und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen
ist.