# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1e1d9c49-0c19-4163-ad0f-d316a3bbee30
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1965 und alleinerziehende Mutter zweier Kinder (2006 und 2011)
, war
vom 1.
Juni
1989
bis zum 31. Mai 2017
bei der
Y._ AG
als
Bankangestellte in einem 6
0%-Pensum angestellt (
Urk. 6/1 und Urk. 6/30). Auf
grund eines Erschöpfungszustandes meldete sich die Versicherte am 7. Dezem
ber 2015 (Eingangsdatum)
zur Früherfassung (
Urk. 6/1
).
Am
29. Januar 2016 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
Neurodermitis sowie psychische Beschwerden
bei der Sozialversi
cherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stellung, zum Bezug von Leistungen der Inva
liden
versicherung an (
Urk. 6/7
).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medi
zinischen Verhältnisse ab und holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk. 6/12, Urk. 6/34 und Urk. 6/35
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk.
6/31
) ein. Im Rahmen der Frühinter
vention gewährte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für
eine Potenzialab
klä
rung vom 9. Mai bis 10. Juni 2016 (Urk. 6/17) sowie ein Aufbautraining vom 2. August bis 4. November 2016 bei der Z._ AG, wobei die Präsenzzeit bis zum Ende des Aufbautrainings auf sechs Stunden pro Tag an fünf Tagen die Woche gesteigert werden sollte (Urk. 6/25). Die Z._ AG berichtete am 3. November 2016 abschliessend über den Verlauf (Urk. 6/28). Im Rahmen der Auflösungsvereinbarung (Urk. 6/30) gewährte die Y._ AG der Versi
cherten Unterstützung bei der Stellensuche bzw. beruflichen Neuorientierung durch die Firma A._ AG, woraufhin sich die Versicherte damit ein
verstanden erklärte, dass die IV-Stelle
ihre Unterstützung bei der Stellensuche beende und die Ausrichtung einer Rente prüfe (Urk. 6/33). Mit Mitteilung vom 20. Dezember 2016 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Urk. 6/32).
Mit Vorbescheid vom
24. Februar 2017
stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk. 6/36). Mit Verfügung vom 10. April 2017
verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch
(Urk. 2).
2.
Hiergegen
erhob
die
Versicherte am
6. Mai 2017 Beschwerde (Urk.
1) und beantragte
sinngemäss
,
die angefochtene Verfügung vom
10
.
April
2017 sei aufzu
heben und
es sei ihr
eine Invalidenrente
auszurichten. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Die Beschwerdegegnerin schl
oss mit Beschwerdeantwort vom 14
.
Juni 2017 (Urk. 5)
auf Abweisung der Be
schwerde.
Mit Verfügung vom
27
.
Juni 2
017 wurde
der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen
zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkommens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäh
erungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalidenein
kommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
gelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146;
vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität be
stimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtin
va
-
lidi
tät ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) vom 10. April 2017 hielt die Beschwer
degegnerin fest, gemäss den ärztlichen Berichten sei die Tätigkeit als Bankfach
frau im bisherigen Arbeitspensum von 60 % zumutbar. Es bestünden vor allem psychosoziale Belastungsfaktoren, welche einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, jedoch invalidenrechtlich nicht relevant seien. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente sei nicht begründet.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 6. Mai 2017 (Urk. 1) sinngemäss geltend, die gesundheitliche Situation habe sich nicht verbessert. Im Gegenteil habe sich die akute Neurodermitis noch verstärkt und ihr Hautzustand habe sich verschlechtert, was auch Einfluss auf ihren psychischen Gesundheitszustand habe. Ihre Arbeitsfähigkeit sei nicht aufgrund psychosozialer Faktoren, sondern aufgrund einer fortwährenden Depression und einer verstärkten akuten Neurodermitis eingeschränkt. Es sei ihr deshalb eine Invalidenrente auszurichten.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin ist seit Juni 2015 bei Dr. med. B._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Dieser hielt in seinem Arztbericht vom 15. Februar 2016 (Urk. 6/12) zu Händen der IV-Stelle folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1); Differentialdiagnose: Erschö
p
fungsdepression (ICD-10: Z73.0) seit mindestens 8. Mai 2015
-
erstmaliges Auftreten eines generalisierten konstitutionellen Ekzems; in Ver
bindung mit ICD-10: F32.1
-
Status nach Scheidung der Ehe mit konsekutiven Konflikten; Probleme mit der Kindererziehung (ICD-10: Z63.5 und 62.8)
-
Verlust der Vorgesetzten-Stelle und unklare berufliche Zukunftsvorstellungen (ICD-10: Z56 und 55)
Des Weiteren bemerkte Dr. B._, dass sich die Beschwerdeführerin wegen eines Pruritus oft kratze. Sie wirke gehetzt sowie gestresst und sei zu Beginn der Konsultationen oft verzweifelt. Sie habe ein reduziertes Selbstwertgefühl und suche überall Hilfe. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, ihre berufliche Zukunft zu planen, da sie fast ausschliesslich mit privaten Problemen beschäftigt sei. Die depressive Stimmung sei im Verlauf blander geworden, ihr Selbstwertgefühl habe sich jedoch nicht verbessert. Die Beschwerdeführerin leide an reduzierter Energie und Belastbarkeit sowie reduzierter Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit. Dadurch sei sie im vorherigen Arbeitsfeld fehleranfällig geworden. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit attestierte Dr. B._ der Beschwerde
führerin vom 8. Mai bis 12. August 2015 eine 34%ige Arbeitsfähigkeit (die Beschwerdeführerin könne nur noch an zwei von drei Tagen arbeiten), ab dem 13. August 2015 und bis auf weiteres sei sie zu 100 % arbeitsunfähig.
3.2
Dr. med. C._, allgemeine Medizin, Homöopathie und Naturheilkunde, berichtete am 4. Januar 2017 (Urk. 6/34) zu Händen der IV-Stelle, die Beschwer
deführerin leide an einer Erschöpfungsdepression (ICD-10:
F32.9
), einem reduzierten Konzentrationsvermögen (ICD-10: F98.8) sowie unter familiären Konflikt
situationen (ICD-10: Z63). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten der Gewichtsverlust (ICD-10: R63.4), das Gesicht- und Handekzem (ICD-10: L30.9) sowie die Kaufsucht. Die Prognose und Arbeitsfähigkeit betreffend könne sie keine verlässlichen Ausführungen machen, da sie ausschliesslich das Ekzem der Beschwerdeführerin behandle.
3.3
In seinem Verlaufsbericht vom 19. Januar 2017 (Urk. 6/35) hielt Dr. B._ an den in seinem Arztbericht vom 15. Februar 2016 (Urk. 6/12) bestimmten Diagnosen fest. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor durch ihr konstitutionelles Ekzem geplagt und müsse sich ständig kratzen. Ausserdem sei die depressive Stimmung weiterhin labil und die Beschwerdeführerin wirke müde und energielos. Die unge
löste Beziehungsproblematik zu ihrem Exmann, die Erziehungs
schwierig
kei
ten mit den Kindern sowie das ambivalente Verhältnis zu ihrer in naher Nach
bar
schaft wohnenden Mutter würden die Krankheit aufrechterhalten. Dr. B._ atte
stierte ihr eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
und prog
nostizierte, ein 60%-Pensum (drei Wochentage) als Bankfachfrau sei zumutbar.
4.
4.1
In sämtlichen
ärztlichen Berichten, welche dem angefochtenen Entscheid zu Grunde lagen, wurden psychosoziale Belastungsfaktoren erwähnt, welche zum jeweils festgestellten Beschwerdebild geführt haben
. Dr. B._ nannte in seinem Bericht vom 15. Februar 2016 (Urk
. 6/12)
in erster Linie die Scheidung vom Ex
mann sowie die damit verbundenen familiären Konflikte im Sinne von Bedroh
ungen und der Verweigerung der Bezahlung von Alimenten sowie die Über
for
derung mit der Erziehung der zwei Kinder.
Des Weiteren gab er an, die Be
-
schwerdeführerin sei fast nur mit privaten Problemen beschäftigt und nicht in der Lage
,
ihre berufliche Zukunft zu planen
. Ausserdem habe die Beschwerde
führerin berichtet, sie fühle sich von ihren Arbeitskollegen gemobbt. Letzten Endes habe eine Erschöpfung respektive Energielosigkeit erst zu einer teilweisen und später zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt, wobei er in seinem Verlaufsbericht vom 19. Januar 2017 (Urk. 6/35) angab, sie sei zu 50 % arbeits
fähig und ein 60%-Pensum sei ihr in Zukunft zumutbar. Auch Dr. C._ äus
serte in ihrem Arztbericht vom 4. Januar 2017 (Urk. 6/34), wie die Beschwerde
führerin die schwierige Beziehung zu ihrem Exmann sowie die Überforderung mit den zwei Kindern geschildert habe.
Auch in
den weiteren Akten lassen sich Hinweise auf das Vorhandensein psy
chosozialer Belastungsfaktoren finden, die das Zustandsbild
der
Beschwerde
führer
in
beeinflusst haben könnten.
So berichtete diese anlässlich eines Erstge
sprächs vom 25. Februar 2016 mit der Eingliederungsberatung der IV-Stelle, dass sie sich als Mobbing-Opfer sehe und die Kommunikation mit dem Vorgesetzten aufgrund negativer Leistungsbeurteilungen schwierig sei. Des Weiteren gab sie an, Angst vor einer Kündigung zu haben (Urk. 6/33 S. 3). Auch in der Abschluss
besprechung im Rahmen der Potenzialabklärung wurde festgestellt, dass die privaten Belastungen (Kinderbetreuung, Alimente, Umgang mit Exmann etc.) sowie die Entscheidungen der Arbeitgeberin zentrale Themen seien. Für eine zielorientierte Weiterführung der Eingliederungsmassnahmen sei es denn auch wichtig, diese Faktoren zu klären (Urk. 6/33 S. 5).
Liegen zahlreiche Hinweise für psychosoziale Belastungsfaktoren vor, sind umso höhere Anforderungen an die Diagnose einer psychischen Störung von Krank
heitswert zu stellen.
4.2
4.2.1
Dr. B._ diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und differentialdiagnostisch eine Erschöpfungsdepression (ICD-10: Z73.0; vgl. Urk. 6/12 und Urk. 6/35). Dr. C._ ging in ihrem Arztbericht von einer Erschöpfungsdepression (ICD-10: F32.9) sowie von einem reduzierten Konzentrations
vermögen aus (ICD-10: F98.8; vgl. Urk. 6/34). Die Beschwerdeführerin berichtete in ihrer Beschwerde (Urk. 1) von einer fortwährenden Depression und einer verstärkten Neurodermitis. Sie legte jedoch keine neuen Arztberichte ins Recht, die ihren Standpunkt untermauern würden.
4.2.2
Trotz dieser bescheinigten Diagnosen war die Beschwerdeführerin in der Lage, während des Aufbautrainings die volle Leistungsfähigkeit für ein Arbeitspensum von 50 % zu erreichen. Aus dem Abschlussbericht der Z._ AG vom 3. Novem
ber 2016 (Urk. 6/28) ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin keine Schwierig
keiten äusserte, sechs Stunden pro Tag während fünf Tagen die Woche anwesend zu sein bei einer Leistungsfähigkeit von knapp 50 %. Wie bereits erwähnt, atte
stierte auch der behandelnde Psychiater eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. E. 3.3). Was die Neurodermitis betrifft, betrachtet die das Ekzem behandelnde Ärztin dieses als in der Arbeitsfähigkeit nicht einschränkend. Dr. C._ äusserte sich denn auch nicht zur Arbeitsfähigkeit.
Des Weiteren ist vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin mit Unterstützung der A._ AG
eine Arbeit zu einem Pensum von 60 % sucht, davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin selber davon ausgeht, dass sie zu 60 % arbeitsfähig ist. Dies geht im Übrigen auch aus dem Gespräch mit der Einglie
de
rungsberatung der IV-Stelle vom 19. Dezember 2016 hervor (vgl. Urk. 6/33 S. 8).
4.2.3
Vor Eintritt der Erschöpfungsdepression war die Beschwerdeführerin in einem 60%-Pensum erwerbstätig. Vorliegend kann offen gelassen werden, ob die Be
schwer
deführerin in einem 50 oder 60%-Pensum arbeiten würde. Ausgehend von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit würde im Rahmen eines Prozent
vergleichs (vgl. E. 1.4) ein maximaler Invaliditätsgrad von rund 17 % resultieren (10 % : 60 %), was keinem rentenbegründenden Anspruch
gleichkommt. Dass die Beschwerdeführerin in ihrem Aufgabenbereich eingeschränkt ist, geht aus den Akten nicht hervor und wurde von ihr im Übrigen auch nie behauptet. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Aufgabenbereich voll
ständig leistungsfähig ist.
4.3
Bei der geschilderten Sach- und Rechtslage
ist im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ausgewiesen.
Dement
sprechend war es – entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (
vgl. Urk.
1) – auch korrekt, da
ss die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren
abgewiesen hat, ohne weiter abzuklären, ob und in welchem Umfang
die Be
schwerdeführerin
seit Mai 2015
arbeitsunfähig war. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist,
die Prozesskosten zu bestreiten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 15.
Januar 2010 E.
6.2.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich obliegt es der gesuchstellenden Person, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzustellen und soweit wie möglich auch zu belegen (BGE 120 Ia 179 E. 3a).
5.2
Mit ihrer Beschwerde vom 6. Mai 2017 ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Mit Verfügung vom 11. Mai 2017 (Urk. 3) wurde der Beschwerdeführerin das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit zugestellt und ihr eine Frist von 30 Tagen ange
setzt, um das Formular, vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt sowie unter Beilage sämtlicher Belege zur aktuellen Situation dem Gericht einzureichen, unter der Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder un-genügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe.
Da innert Frist weder ein ausgefülltes Formular noch sonstige Belege zur Sub
stantiierung der finanziellen Situation eingegangen sind, ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Unter diesen Umständen ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen, wobei offen gelassen werden kann, ob die übrigen Voraussetzungen für dessen Bewilligung (Notwendigkeit oder Gebotenheit der Vertretung, fehlende Aussichtslosigkeit) erfüllt wären.
5.3
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.