# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 238ce4f2-cc19-4dc8-b4a0-bcc2e7d3f404
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 19
65
, Mutter von zwei
Töchtern
(Jahrgang 1992
und 1994)
, meldete sich am
1
9.
Dezember 2003
unter Hinweis auf
ein
im August 1993 erlittene
s
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS)
und eine
Schul
tergelenksarthrose
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/2
Ziff.
3.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
1
0.
Februar 2005
bei einem Invaliditätsgrad von
60
%
eine
halbe Rente von Dezember 2002 bis Dezember 2003 und eine
Drei
viertelsrente
ab
Januar 2004
zu (Urk.
7/20)
.
1.2
Nach Eingang eines am
1
6.
März 2010
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
7/24
) holte die IV-Stelle unter anderem
einen Haushaltabklärungsbericht ein
(
Urk.
7/32)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/35
;
Urk.
7/37,
Urk.
7/42,
Urk.
7/47
)
- in dessen Rahmen eine zweite
Haushaltab
klärung
statt
fand (
vgl.
Urk.
7/51) -
setzte
die IV-Stelle
die bisherige
Dreivier
telsrente
mit
Ver
f
ügung vom
1
0.
September 2012 auf
eine
halbe
Rente ab
Okto
ber 2012 herab
(Urk.
7/57
= Urk. 2
/1
).
2.
Die Versicherte erhob am
1
2.
Oktober 2012
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fü
gung vom 1
0.
September 2012 und beantragte, diese sei aufzuheben (S.
2 oben
Ziff.
1) und es sei ihr weiterhin eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (S.
2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2012 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
8.
November 2012 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch an
lässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) stellt sich unter dem Ge
sicht
s
punkt des
Art.
28a
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der an
wendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
1.2
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Ver
hältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt ha
ben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der all
gemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tä
tigkeit ist der im
Sozialver
siche
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hinweisen)
.
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27
der
Verord
nung
über die Invalidenversicherung (IVV)
) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und
Betreu
ungs
aufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die
Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berück
sich
tigen (Urteil 9C_915/2012 des Bundesge
richts vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.3
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensent
scheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die
Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesundheitliche Be
ein
trächtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer
di
rekten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusse
ren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer
Geschehen
sabläufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch
Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitbe
rücksichtigt wer
den. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die
ausschliess
lich
- losgelöst
vom konkreten Sachverhalt - auf die allgemeine Lebenserfah
rung gestützt werden
oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte
Rechts
folgen geschlossen worden ist (vgl.
Urteile des Bundesge
richts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3
.
5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013,
je
mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
benbereich tätig, so wird die Inva
lidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
entgeltlichen Mitarbeit im Be
trieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufga
benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3
IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E.
3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung ihres Entscheids (
Urk.
2/2) da
von aus,
der Einkommensvergleich, der 2005 zur
Zusprache
einer
Dreivier
tels
rente
geführt habe, sei zweifellos unrichtig gewesen (S.
1 unten). Aktuell könne von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
als kaufmännische Angestellte aus
ge
gang
en werden, und das im Gesundheitsfall anzunehmende Erwerbspensum betrage 70
%
(S.
2 Mitte). Die Einschränkung im Aufgabenbereich betrage ge
mäss Ab
klärung 49.6
%
(S. 2), womit ein Invaliditätsgrad von 55
%
resultiere (S. 2 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1
)
geltend
, strittig sei (lediglich) ihre Qualifikation als zu 70
%
Erwerbstätige; die Arbeitsfähigkeit von 30
%
und die Einschränkung im Haushalt von 49.6
%
seien nicht Gegenstand der Beschwerde (S. 4
Ziff.
9).
Die im Dezember 2010 erfolgte Haushaltabklärung habe ohne Wissen der
Rechts
vertreterin
stattgefunden, obwohl der Beschwerdegegnerin das
Vertre
tungs
ver
hältnis
bekannt gewesen sei (S. 5 f.
Ziff.
13 ff.); auf die damals ge
machten Aus
sagen könne nicht abgestellt werden (S. 6
Ziff.
15). Das von ihr vor und nach dem Unfall ausgeübte Erwerbspensum lasse darauf schliessen, dass sie im
Ge
sundheitsfall
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 90
%
, mindestens aber zu 80
%
erwerbstätig wäre (S. 7 f.
Ziff.
21). Mittlerweile seien ihre Töchter 18- und 20-jährig und brauchten keine Betreuung mehr (S. 8 f.
Ziff.
23).
2.3
Strittig ist mithin einzig, in welchem Umfang die Beschwerdeführer
in
ohne
Ge
sundheitsschaden
im Revisionszeitpunkt (September 2012) erwerbstätig wäre.
3.
3.1
Laut ihren Angaben in der Anmeldung hat die Beschwerdeführerin von 1982 bis 1988 eine Lehre als Büro-Angestellte absolviert (
Urk.
7/2
Ziff.
6.2).
Laut Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom
6.
Januar 2004 (
Urk.
7/6
) war sie
von
1988 bis 1990 im Medienbereich tätig und erzielte so
dann im Jahr 1991 bei der
Y._
ein Jahreseinkommen von
Fr.
57‘200.--.
Im Januar 199
2
kam ihre erste Tochter zur Welt, im Juli 1994 ihre zweite Tochter (
Urk.
7/2
Ziff.
3.1).
Im August 1993 ereignete sich der Auffahrunfall, bei welchem sich die Be
schwer
deführerin eine HWS-Distorsion (
Urk.
7/7/105
Ziff.
2) und ein
Schul
ter
leiden
(vgl.
Urk.
7/11/7) zuzog.
3.2
Laut Bericht der Arbeitgeberin vom 2
7.
Januar 2004 (
Urk.
7/10) war die Be
schwer
deführerin von Mai 1997 bis Januar 2004 (
Ziff.
1) als kaufmännische An
gestellte (
Ziff.
5) während 7 Wochenstunden (
Ziff.
8) im Sekretariat einer Musikschule (
Ziff.
7) tätig.
Vergleichbares ergibt sich aus dem IK-Auszug vom 2
3.
März 2010 (
Urk.
7/25).
3.3
Im Rahmen der Haushaltabklärung vom
6.
Dezember 2004, über die am 1
7.
Januar 2005 berichtet wurde (
Urk.
7/15), führte die Beschwerdeführerin aus, sie habe die Beschäftigung im Sekretariat der Musikschule im Januar 2004 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Im Januar und Februar 2002 habe
sie 2 Tage pro Woche gearbeitet, was
sie
ebenfalls aus gesundheitlichen Grün
den
habe aufgeben müssen (S. 2
Ziff.
2.4). Wenn sie keinen Gesundheitsschaden hätte, würde sie die genannten zwei Wochentage, mithin 40
%
, arbeiten gehen. Di
e Kinder - nunmehr rund 10 1⁄2 und knapp 1
3
Jahre alt - würden von ihrer Mutter, die gegenüber wohne, betreut (S. 2
Ziff.
2.5).
In der Folge wurde die Beschwerdeführerin als zu 40
%
erwerbstätig qualifiziert (
Urk.
7/17 S. 1 Mitte).
3.4
Am
1.
Dezember 2010 fand eine weitere Haushaltabklärung statt, über die am 2
1.
Dezember 2010 berichtet wurde (
Urk.
7/32)
; es nahmen die Beschwerdefüh
rerin und die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin teil (S. 1 oben).
Zur Frage der Erwerbstätig
keit lautete der Bericht wie folgt (S. 2 f.
Ziff.
2.6):
Die Versicherte kann keine absolut klare Antwort geben. Im Zeitpunkt der ersten Abklärung - also vor drei Jahren - hat sie gesagt, dass sie damals bei voller Gesundheit weiterhin einer 40%igen ET nachgegangen wäre, wäre dies möglich gewesen. Damals waren die Kinder 13- und 11-jährig, jetzt noch nicht erwachsen, aber deutlich selbständiger als damals. Die Kinder seien auf keine Betreuung mehr angewiesen, erledigen die eigenen Angelegenheiten
und seien in jeder Hinsicht selbständig. Sie sagt aus, dass sie sicher einer ET nachgehen würde und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einem hö
heren Pensum als damals. Sie könne auch mit Sicherheit sagen, dass sie kei
nesfalls mit einem 100%igen Pensum arbeiten würde. Auch scheinen 80
%
etwas zu viel zu sein.
Mit „relativer Sicherheit“ würde sie heute einer 70%igen ET nachgehen. Sie würde weiterhin im kaufmännischen Bereich arbeiten. Sie habe die KV-Lehre absolviert und habe nie gedacht, nur zu Hause zu bleiben. Die Erhöhung des Pensums, wäre sie gesund geblieben, wäre eine logische Folge gewesen. Bei voller Gesundheit hätte sie zu Hause nicht mehr viel zu tun.
Am 2
5.
März 2011 erliess die Beschwerdegegnerin einen Vorbescheid (
Urk.
7/35)
, worauf die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin dagegen pro
testierte, dass
die Beschwerdegegnerin ohne ihr Wissen eine Haushaltabklärung veranlasst habe
(
Urk.
7/37). In einer Stellungnahme vom
1.
Juli 2011 (
Urk.
42) machte sie gel
tend
,
im Gesundheitsfall würde das Erwerbspensum 90
%
,
zu
allermindest
aber 80
%
betragen (S. 2 unten).
3.5
Gemäss einem
mit
1
8.
Mai 2012 datierten und mit dem Betreff „Stellungnahme
Abklärungsdienst“ versehenen Aktenstück (
Urk.
7/51) fand am 2
0.
Juni 2011 eine
weitere Abklärung vor Ort, diesmal im Beisein der Rechtsvertreterin der Be
schwer
deführerin, statt. Die Abklärungsperson fasste unter anderem die Ausfüh
rungen der Beschwerdeführerin zur Statusfrage zusammen und nahm dazu Stell
ung (S.
2 f.), wobei sie (mit Visum vom 1
5.
August 2011) zum Schluss ge
langte, es sei eine Stellungnahme des Rechtsdiensts notwendig (S.
3 oben). Diese
erfolgte telefonisch am 1
9.
März 2012, worauf die Abklärungsperson glei
chen
tags an der ursprünglichen Qualifikation - 70
%
Haushalt, 30
%
Erwerbs
tätig
keit (richtig: umgekehrt) -
im Prinzip festhielt (S. 3).
4.
4.1
Die Antwort auf die hypothetische Statusfrage spiegelt eine innere
Willensent
scheidung
(vorstehend E.
1.3) und erfordert von der betroffenen Person eine
Ab
straktionsleistung
, die umso grösser ist, je länger sie mit dem
Gesundheits
schaden
- den sie wegdenken sollte - lebt.
Zudem kann die Antwort auf die
Sta
tusfrage
unmittelbar leistungsrelevante Auswirkungen haben, indem bei
spiels
weise ein Unterschied von 10 Prozentpunkten beim hypothetischen
Er
werbs
pensum
den Invaliditätsgrad so beeinflusst, dass sich der Rentenanspruch (von einer Viertels- auf eine halbe Rente) um 100
%
oder (von einer halben auf eine
Dreiviertelsrente
) um 50
%
erhöht; dieser Effekt
dürfte juristischen Laien (und mitunter nicht nur diesen) kaum bekannt sein
.
4.2
Angesichts dieses hohen anspruchsrelevanten Stellenwertes der Antwort auf die
Statusfrage ist es ausgesprochen bedauerlich, dass die Beschwerdegegnerin - wenn auch wohl versehentlich - die Haushaltabklärung, in deren Rahmen sich die
Beschwerdeführerin unter anderem zur Statusfrage äusserte, ohne Wissen
und
in Abwesenheit
der Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin
durchführte.
Die Beschwerdegegnerin hat damit eine Schieflage in der Ausgangssituation ge
schaffen, die sich nicht rückgängig machen lässt, und die insbesondere nicht
gegen die Beschwerdeführerin verwendet werden darf. Insbesondere erscheint es un
zulässig, wenn die Beschwerdegegnerin das, was die Beschwerdeführerin bei der Haushaltabklärung geäussert hat, im weiteren Verfahren als sogenannte Aus
sagen der ersten Stunde
privilegieren und der Beschwerdeführerin entge
gen
halten will, denn dass die Abklärung unter
den gegebenen Umständen
statt
ge
funden hat
,
ist eine
Unkorrektheit
, welche
die Beschwerdegegnerin zu vertre
ten hat
.
4.3
Der Beschwerdeführerin war offensichtlich der Stellenwert des Gesprächs nicht bewusst, sonst hätte sie nämlich ihre Rechtsvertreterin über den anberaumten Termin informiert.
Hätte die Rechtsvertreterin von der in Aussicht stehenden Haushaltabklärung
gewusst, so hätte sie die Beschwerdeführerin mit Sicherheit über die Bedeutung der zu erwartenden Fragen und die Konsequenzen der entsprechenden Antwor
te
n aufgeklärt. Auch wenn - was die Beschwerdegegnerin allerdings nicht gel
tend machte - denkbar ist, dass die Abklärungsperson der Beschwerdeführerin die Be
deutung der Frage nach dem hypothetischen Erwerbspensum erläutert ha
ben sollte, so ist doch mit Gewissheit anzunehmen, dass die Rechtsvertreterin dies mit einer etwas anderen Akzentsetzung getan hätte.
Den Äusserungen der Beschwerdeführerin im Rahmen der Haushaltabklärung
,
die
trotz des bestehenden Mandatsverhältnisses vor dem und im Gespräch
un
ver
treten
war
- kommt
aus diesen Gründen
nur sehr eingeschränkt Beweiswert zu.
Insbesondere geht es nicht an, ihr eine Prozentzah
l
, die sie im
erwähnten
Rahmen
genannt (oder antwortweise betätigt) haben sollte, entgegenzuhalten.
4.4
Die Antwort auf die Frage nach dem hypothetischen Erwerbspensum
ist bei der
gegebenen besonderen
Sachlage aufgrund einer Würdigung aller Umstände zu ermitteln.
Auszugehen ist von den Äusserungen der Beschwerdeführerin anlässlich der
Haus
haltabklärung
, von den
en
anzunehmen ist, sie wären auch in Kenntnis der Besonderheiten der Statusfrage (vorstehend E. 4.1) erfolgt. Es ist dies die Fest
stellung, sie könne kein
e
absolut klare Antwort geben. Ebenso ist ihre Aussage
plausibel, im Gesundheitsfall wäre eine
Pensumserhöhung
logisch gewesen, und zu Hause hätte sie
diesfalls
nicht mehr viel zu tun.
Sodann fällt ins Gewicht, dass
die
Beschwerdeführerin vor der Geburt ihrer ers
ten Tochter voll erwerbstätig war. Auch nach der Geburt der beiden Töchter -
und bereits nach Eintritt des Gesundheitsschadens - ist sie, teils bezahlt, teils un
bezahlt, ausserhäuslich tätig geblieben.
Insbesondere hat sie bereits im Mai 1997
wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen (vorstehend E.
3.2), in einem Zeit
punkt also, in welchem die Töchter knapp 3 und rund 4 1⁄2 Jahre alt waren.
In
s
gesamt ist
offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt ihren Fokus ausschliesslich auf dem Aufgabenbereich gehabt hat, sondern sich im Gegenteil im Rahmen der von ihr wahrgenommenen Möglichkeiten immer auch ausserhäuslich betätigt hat.
Auch ist von Bedeutung, dass im strittigen Zeitpunkt (September 2012) beide Töchter erwachsen waren. Sie waren mithin nicht 3 (wie im Abklärungsbericht fälschlicherweise ausgeführt), sondern 6 Jahre älter als in dem Zeitpunkt, zu welchem ein Erwerbspensum von 40
%
angenommen worden war.
Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nach abge
schlossener Berufslehre bis zur Geburt der Kinder nur wenige Jahre erwerbstätig sein konnte, umgekehrt im strittigen Zeitpunkt aber erst 47 Jahre alt war.
Vor diesem Hintergrund - und angesichts der trotz des Gesundheitsschadens entfal
te
ten Aktivitäten - ist ohne weiteres anzunehmen, dass sie im Gesundheitsfall in dem Zeitpunkt, in welchem die frühere Kinderbetreuung vollständig entfallen ist, ihre berufliche Qualifikation wieder aktiviert und in erheblichem Umfang - bis hin zu einem denkbaren Vollpensum - wieder erwerbstätig geworden wäre.
4.
5
Aufgrund der objektiven Umstände ergeben sich keine Anhaltspunkte, die ge
gen ein volles Erwerbspensum der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall spre
chen würden. Der einzige gegenteilige Hinweis ist ihre Äusserung im
Abklä
rungsgespräch
, sie würde im Gesundheitsfall sicher nicht 100
%
arbeiten. An
gesichts der geringen Beweiskraft der betreffenden Haushaltabklärung (vorste
hend E.
4.3)
kann dieser Äusserung aber rein quantitativ kein erhebliches Ge
wicht zugemessen werden; sie rechtfertigt nur ein geringfügiges Abweichen von der Annahme einer vollen Erwerbstätigkeit.
Damit ist das hypothetische Erwerbspensum der Beschwerdeführerin auf
jeden
falls 8
0
%
festzulegen.
4.6
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich (
Urk.
7/33
S. 2
) ist dementsprechend zu korrigieren:
Das auf 70
%
bezogene
Valideneinkommen
(
Fr.
51‘421.70) beträgt beim Pensum von 80
%
rund
Fr.
58‘768.--
(51‘421.7
0 : 70 x 80), das auf 30
%
bezogene
In
valideneinkommen
(
Fr.
22‘037.87) beträgt unverändert rund
Fr.
22‘038.--, wo
mit eine Einkommenseinbusse von
Fr.
36‘730.-- und damit eine Einschränkung von 62.5
%
im Erwerbsbereich resultiert, was
pensumsbezogen
einen
Teilinvali
ditätsgrad
von 50
%
(62.5
%
x 0.8) ergibt.
Die Einschränkung im Aufgabenbereich von 49.6
%
(
Urk.
7/34 S. 4 Mitte) ergibt
pensumsbezogen
einen Teilinvaliditätsgrad von 9.92 (49.6
%
x 0.2).
Die Addition der beiden Teilinvaliditätsgrade
von
50
%
und 9.92
%
ergibt einen Invaliditätsgrad von 59.92
%
und gerundet von 60
%
.
4.7
Bei diesem Ergebnis besteht weiterhin Anspruch auf die bisherige
Dreiviertels
rente
.
Die angefochtene Verfügung ist dementsprechend in Gutheissung der dagegen er
hobenen Beschwerde aufzuheben.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die In
va
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Die obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die bei praxisgemässen Stundensatz von
Fr.
200.-- (zu
züglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde
wird die angefochtene Verfügung der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
0.
September 2012 aufgehoben,
und es wird festgestellt, dass
die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2'500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Marianne Ott
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.