# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 95abaa0a-15dc-4396-9d02-08cb60d43ae3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 14
I. Sachverhalt
A. A. sowie ihr Ehemann B. als Leasingnehmer und die C. als Leasinggeberin schlossen am 19. Juli 2007 einen Leasingvertrag über einen Personenwagen „BMW 316i“ für eine Vertragsdauer von 60 Monaten zu einem monatlichen Leasingzins von Fr. 461.40 (inkl. MWSt) sowie der Bezahlung einer Kaution von Fr. 1'880.--. Der Leasingvertragswert des Fahrzeugs wurde mit Fr. 18'800.-- beziffert. Nach Ziffer 2.2 der Allgemeinen Vertragsbedingungen stand dem Leasingnehmer das Recht zu, den Vertrag vorzeitig, unter Einhaltung einer  Kündigungsfrist, auf das nächste Kalendermonatsende zu kündigen. Im Anhang zum Leasingvertrag wurde in Ergänzung zu den Allgemeinen Vertragsbedingungen festgehalten, dass die Leasinggeberin bei einer allfälligen Rückgabe des Fahrzeugs infolge Kündigung etc. auf eine Nachzahlung/Nachforderung im Sinne einer erhöhten monatlichen Rate - wie in Ziffer 4.2 der Allgemeinen Vertragsbedingungen und in der Beilage 1 vorgesehen - verzichte. Der Leasingnehmer hätte infolge vorzeitiger Vertragsauflösung somit lediglich allfällige Instandstellungskosten sowie allfällige Mehrkilometer zu übernehmen.
B.1. Am 13. November 2007 machte die C. die Leasingnehmer darauf aufmerksam, dass sie sich mit den Leasingraten in Rückstand befänden.
2. Mit Schreiben vom 7. Februar 2008 kündigte B. den Leasingvertrag gestützt auf die „Leasingbestimmungen Art. 12.1 lit. b“, wonach der Vertrag umgehend gekündigt werden könne, wenn das geleaste Fahrzeug mehr als drei Monate nicht mehr gebraucht werden könne. Seit Mitte August 2007 habe es mit dem Fahrzeug aufgrund starken Kühlwasser- und Ölverlusts sowie der defekten Heizung Probleme gegeben. Ab November 2007 habe der BMW nicht mehr gefahren werden können, da Ölverlust und Wasserverbrauch extreme Dimensionen angenommen hätten. Er bitte die C. um telefonische Kontaktaufnahme, um den „schrottreifen“ BMW übergeben zu können.
3. Mit Schreiben vom 27. Februar 2008 stellte die C. fest, dass die Leasingnehmer ihren Verpflichtungen ihr gegenüber nicht nachkämen und setzte ihnen gestützt auf Art. 257d OR eine allerletzte Frist von 10 Tagen, um den Rückstand zu begleichen. Andernfalls werde sie das in ihrem Eigentum stehende Leasingfahrzeug durch eine Drittperson abholen lassen und den Leasingvertrag gemäss Ziffer 14.3 der Allgemeinen Vertragsbedingungen kündigen.
Seite 3 — 14
4. Am 7. April 2008 teilte die C. den Leasingnehmern mit, dass das Leasingfahrzeug gemäss Abholungsvereinbarung zum Leasingvertrag abgeholt und bei der Garage D. garagiert worden sei. Gleichzeitig wurde ein Rückgabeprotokoll erstellt. Mit Schreiben vom gleichen Tag räumte die C. den Leasingnehmern die Möglichkeit ein, den unterlassenen und gemäss Ziff. 16.3 der Allgemeinen Vertragsbedingungen vereinbarten Fahrzeugtest nachzuholen, ansonsten die Reparaturkosten ihnen in Rechnung gestellt würden. Am 10. April 2008 setzte die C. die Leasingnehmer über die provisorischen Auflösungskosten infolge vorzeitiger Vertragsauflösung in Höhe von Fr. 4'636.-- in Kenntnis.
5. Am 8. März 2009 trat die C. die gegenüber den Leasingnehmern bestehende Forderung von Fr. 4'636.-- nebst Zins zu 12 % seit dem 10. April 2008 der E. GmbH, ab, welche in der Folge beim Betreibungsamt Fünf Dörfer gegen A. die Betreibung einleitete. Der Zahlungsbefehl vom 6. März 2009 wurde A. am 19. März 2009 zugestellt, woraufhin sie am 24. März 2009 Rechtsvorschlag erhob.
C. Nach erfolgloser Vermittlung vom 16. März 2009 stellte der Kreispräsident Fünf Dörfer am 17. März 2010 den Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren aus:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: Fr. 4'636.00 zuzüglich 12 % Zins seit dem 10.04.2008.
2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. _ sei aufzuheben.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.“
D. Mit Eingabe vom 9. April 2010 prosequierte die E. GmbH die Klage an das Bezirksgerichtspräsidium Landquart und beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 3'169.25 zuzüglich Zins zu 15 % seit dem 10. April 2008, die Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 70.-- und die Vermittlungskosten des Kreisamts Fünf Dörfer von Fr. 250.-- zu bezahlen. Ferner sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamts Z. (recte: Fünf Dörfer) im Umfang der Klagegutheissung aufzuheben.
A. liess mit Prozessantwort vom 3. Mai 2010 die Abweisung der Klage beantragen. Zudem sei das Betreibungsamt Z. (recte: Y.) anzuweisen, die gegen sie im Betreibungsregister eingetragene Betreibung Nr. _ zu löschen. Die Beklagte
Seite 4 — 14
brachte vor, entgegen der Auffassung der Klägerin liege kein reiner Mietvertrag vor, vielmehr unterliege dieser dem Bundesgesetz über den Konsumkredit (KKG). Er verstosse jedoch gegen in diesem Gesetz aufgestellte Formvorschriften, was die Nichtigkeit des Vertrags zur Folge habe. Weiter ergebe sich aus den Eckdaten des Vertrags ein effektiver Jahreszins von 27.6 %, was ohne weiteres als Wucher bezeichnet werden dürfe. Da der Leasingvertrag an mehreren schweren Mängeln leide und deshalb gemäss ausdrücklicher Vorschrift des KKG ungültig sei, seien auch die darin getroffenen Vereinbarungen über allfällige Rückführungskosten und weitere Spesen ungültig
Mit Eingaben vom 10. Juni 2010 bzw. 10. August 2010 reichten die Parteien ihre Replik bzw. Duplik ein.
E. Mit Urteil vom 29. November 2010, mitgeteilt am 14. Dezember 2010, erkannte das Bezirksgerichtspräsidium Landquart wie folgt:
„1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin den Betrag von Fr. 3'169.25 zuzüglich 12 % Zins seit dem 10. April 2008 sowie Fr. 70.00 für die Kosten des Zahlungsbefehls zu bezahlen.
2. In der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes Fünf Dörfer wird der von der Beklagten erhobene Rechtsvorschlag beseitigt und der Klägerin für den unter Ziffer 1 gutgeheissenen Betrag die Rechtsöffnung erteilt.
3. (Kosten).

## Considerations