# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a136d21c-9bd4-4456-b27b-d918f826f218
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 8. August 2014 wurde X._ wegen Verdachts auf Begehung eines Verbrechens oder Vergehens im Kanton Graubünden im Sinne von Art. 217 StPO durch die Kantonspolizei Graubünden vorläufig festgenommen und gleichentags mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden in Untersuchungshaft versetzt. Dies nachdem er am Vortag unter Einsatz eines Messers aus der Klinik A._ geflüchtet war. Nach durchgeführter Strafuntersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 11. September 2015, mitgeteilt am 14. September 2015, Anklage gegen X._ wegen Brandstiftung und Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und geringfügigen Diebstahls, Diebstahlversuchs und Sachbeschädigung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Die Staatsanwaltschaft teilte in der Anklageschrift ihre konkreten Anträge nicht mit, führte aber aus, dass der Beschuldigte gemäss Gutachten nicht therapiefähig sei, weshalb sich die Frage einer Verwahrung nach Art. 64 Abs. 1 StGB stellen werde.
X._ ist im Schweizerischen Strafregister mit mehreren Einträgen verzeichnet. Am 29. Juli 2009 wurde er von der Jugendanwaltschaft Graubünden wegen mehrfachen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, geringfügigem Vermögensdelikt, Vergehen gegen das Waffengesetz und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einem bedingten Freiheitsentzug von 10 Tagen verurteilt. Am 21. Dezember 2010 sprach der Bezirksgerichtsausschuss Plessur X._ des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs der Nötigung und der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes für schuldig, ordnete die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung gemäss Art. 15 Abs. 2 JStG an und widerrief den am 29. Juli 2009 bedingt ausgesprochenen Freiheitsentzug. Mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 2. Dezember 2011 wurde X._ wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt und es wurde eine stationäre Massnahme für junge Erwachsene angeordnet. Am 17. April 2012 wurde die Massnahme infolge Aussichtslosigkeit wieder aufgehoben. Mit Strafmandat vom 31. Juli 2012 verurteilte das Untersuchungsamt Altstätten X._ wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten. Das Bezirksgericht Plessur erkannte X._ mit Urteil vom 22. August 2013 der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis, des mehrfachen Diebstahls, eines geringfügigen Vermögensdelikts, der Sachbeschädigung, der Gewalt und
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Drohung gegen Behörden und Beamte, des Versuchs hierzu sowie des Vergehens und der Übertretung nach Art. 19 Abs. 1 und 19a des Betäubungsmittelgesetzes für schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten und einer Busse von Fr. 300.-- und ordnete eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB an. Am 21. Februar 2014 hob das Amt für Justizvollzug die angeordnete stationäre Massnahme infolge Aussichtslosigkeit auf und ordnete den Vollzug der Freiheitsstrafe an.
B. Am 12. November 2015 liess X._ beim Vorsitzenden des Bezirksgerichts Plessur ein Gesuch um vorzeitigen Massnahmenvollzug einreichen, wobei er das folgende Rechtsbegehren stellte:
"1. X._ sei umgehend vorzeitig in eine stationäre Behandlung in einer geeigneten Einrichtung zu überführen bzw. sei ihm der vorzeitige stationäre Massnahmenantritt zu gewähren.
2. Das Amt für Justizvollzug Graubünden sei zu verpflichten, für X._ umgehend eine geeignete stationäre Einrichtung zur Behandlung seiner psychischen Störung zu finden.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 8% MwSt.)."
C. In ihrer Stellungnahme vom 18. November 2015 beantragte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Abweisung des Gesuchs um vorzeitigen Massnahmenvollzug.
D. Mit Verfügung vom 30. November 2015, gleichentags mitgeteilt, erkannte das Bezirksgericht wie folgt:
"1. Das Gesuch von X._ vom 12. November 2015 um Bewilligung des vorzeitigen stationären Massnahmenvollzugs wird abgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 200.-- gehen zu Lasten von X._ und sind dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen nach Zustellung dieser Verfügung mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations