# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7df0647b-487b-5abe-8855-dff9ab6338d5
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. O.Z., amtierender Gemeindepräsident der Politischen Gemeinde X., reichte am
19. September 2014 der Baukommission X. ein Baugesuch für die Erstellung eines
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Mehrfamilienhauses auf dem Grundstück Nr. 000, Grundbuch X., ein (Baugesuch
59-2014). Das Grundstück liegt in der Wohn-Gewerbezone (WG2) und grenzt im
Westen an das Grundstück Nr. 001, welches im Eigentum von A.S. steht. Während der
öffentlichen Auflage erhob letzterer am 17. Oktober 2014 Einsprache und beantragte,
das Vorhaben sei nicht zu bewilligen. Zur Begründung machte er geltend, der
projektierte Neubau verletze das Verunstaltungsverbot. Die geplante Freilegung des
Untergeschosses sei nicht zulässig, weil die Hangneigung weniger als 25 Prozent
betrage. Schliesslich seien die Dachaufbauten baurechtswidrig. Die Baukommission X.
wies am 4. Dezember 2014 die Einsprache ab und erteilte die Baubewilligung.
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.S. am 19. Dezember 2014 Rekurs beim
Gemeinderat X. Auf Ersuchen des Gemeinderats X. hin, eine Ersatzverwaltung zu
bezeichnen, beauftragte das Departement des Innern am 12. März 2015 den
Gemeinderat Y., anstelle des Gemeinderates X. über den Rekurs zum Baugesuch
59-2014 zu entscheiden. Diese Verfügung wurde mit der Abweisung der dagegen von
A.S. beim Verwaltungsgericht erhobenen Beschwerde am 27. November 2015
rechtskräftig (B 2015/47). Der Gemeinderat Y. wies den Rekurs gegen die Abweisung
der Einsprache und die Erteilung der Baubewilligung am 8. März 2016 ab.
C. Gegen den am 11. März 2016 eröffneten Entscheid des Gemeinderates Y. erhob
A.S. am 24. März 2016 Rekurs beim Baudepartement und beantragte unter anderem
den Beizug der Akten der drei früheren für das Grundstück Nr. 000 gestellten
Baugesuche (35-2013, 6-2014 und 29-2014). Anlässlich des am 14. Juni 2016
durchgeführten Augenscheines rügte er die fehlenden Bauvisiere und regte eine
Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichts über die
Rechtmässigkeit des Baureglements der Politischen Gemeinde X. an (B 2015/189). Das
Baudepartement wies den Rekurs am 22. August 2016 ab. Zur Begründung führte es
im Wesentlichen aus, auf den Beizug der Akten zu den früheren Baugesuchen könne
verzichtet werden, weil einzig das Gesuch 59-2014 Gegenstand des Verfahrens sei.
A.S., der Architekt sei, habe den Plänen die Grundfläche, das Volumen und das
ungefähre Aussehen der geplanten Baute entnehmen und die Auswirkungen des
Bauprojekts auf die nähere Umgebung abschätzen können. Aus der am Augenschein
fehlenden Visierung könne er deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das
Untergeschoss werde talseitig nur beim „Ausgang Sitzplatz“ vollständig freiliegen. Aus
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dem Wort „gesamthaft“ ergebe sich nicht, dass Dachaufbauten nur dann die Hälfte der
Fassadenlänge einnehmen dürften, wenn es sich um eine Mehrzahl solcher Aufbauten
handle. Die Bestimmung diene vor allem dazu, dass bei mehr als einem Dachgeschoss
nicht mehrere Aufbauten errichtet werden könnten, die einzeln das Maximalmass
erreichten. Es lägen ihr weniger gestalterische als vielmehr nutzungsbeschränkende
Überlegungen zugrunde.
D. A.S. (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Baudepartements
(Vorinstanz) vom 22. August 2016 durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom
5. September 2016 und Ergänzung vom 10. Oktober 2016 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
sei der angefochtene Entscheid aufzuheben, die Angelegenheit zur neuen
Entscheidung unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften – insbesondere der
Visierungspflicht – an den Gemeinderat Y. zurückzuweisen und das Baugesuch nicht
zu genehmigen.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2016 auf den
angefochtenen Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Für die
Politische Gemeinde X. (Beschwerdebeteiligte) beantragte der Gemeinderat Y. am
21. Oktober 2016 unter Verweis auf seinen eigenen und auf den vorinstanzlichen
Entscheid die Abweisung der Beschwerde. O.Z. (Beschwerdegegner) liess sich am 6.
November 2016 vernehmen, ohne einen konkreten Antrag zu stellen. Der
Beschwerdeführer äusserte sich dazu am 21. November 2016 und beantragte die
Klärung verschiedener Fragen zum Verfahren vor dem Gemeinderat Y. mittels
Amtsberichts oder Zeugenbefragung. Der Gemeinderat Y. beantragte am
23. November 2016 die Abweisung des Begehrens.
Auf die Begründung des vorinstanzlichen Entscheides und die Ausführungen des
Beschwerdeführers, des Beschwerdegegners und der Beschwerdebeteiligten zur
Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. (...).
2. Der Beschwerdeführer ersucht auch im Beschwerdeverfahren um Beizug der Akten
zu den früheren vom Beschwerdegegner für das Grundstück Nr. 000 eingereichten
Baugesuchen 35-2013, 6-2014 und 29-2014. Die Vorinstanz hat das entsprechende
Begehren im Rekursverfahren mit der Begründung abgewiesen, Gegenstand des
Verfahrens sei einzig das Baugesuch 59-2014. Die Akten sind deshalb nicht Teil der
Vorakten im Sinn von Art. 64 in Verbindung mit Art. 52 VRP. Inwieweit der fehlende
Beizug der Akten zu den früheren Baugesuchen zu einer unvollständigen oder
unrichtigen Feststellung des Sachverhalts im Sinn von Art. 61 Abs. 2 VRP geführt
haben könnte, wird vom Beschwerdeführer, der gegen sämtliche Baugesuche
Einsprache erhoben und damit Kenntnis der Details der Projekte hatte, nicht
substantiiert dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Das Begehren ist
dementsprechend abzuweisen.
3. Der Beschwerdeführer hegt erstmals im Beschwerdeverfahren Zweifel an der
Rechtmässigkeit des Rechtsmittelverfahrens vor dem ersatzweise für den Gemeinderat
der Beschwerdebeteiligten handelnden Gemeinderat Y. Für den Fall, dass der
Gemeinderat Y. je – was absolut unerlässlich gewesen wäre, weil er sich mit einem
völlig anders lautenden Baureglement und mit anderen Topografien habe
auseinandersetzen müssen – einen Augenschein durchgeführt haben sollte, möchte
der Beschwerdeführer mittels eines Amtsberichts oder Zeugeneinvernahmen in
Erfahrung bringen, welche Mitglieder des Spruchkörpers dabei anwesend waren und
ob die Bauvisiere entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gestellt gewesen seien.
Zudem möchte er wissen, ob je persönliche Gespräche zwischen den Präsidenten der
beiden Gemeinden über das strittige Bauvorhaben geführt worden seien und deshalb
Ausstandspflichten bestünden. Der Gemeinderat Y. führt dazu in seiner Eingabe vom
23. November 2016 aus, zulässig seien Rügen, welche sich mit dem Entscheid der
Vorinstanz, die sich zur Rüge betreffend Visierpflicht ausführlich geäussert und am
14. Juni 2016 einen Augenschein durchgeführt habe, auseinandersetzten. Weitere
Ausführungen erübrigten sich und die „Beweisanträge“ seien abzuweisen.
Gemäss Art. 61 Abs. 3 VRP sind im Verfahren vor Verwaltungsgericht neue Begehren
unzulässig. Als neues Begehren gilt insbesondere die Änderung des tatsächlichen
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Fundaments eines Verfahrens (Beschwerdegrund), sei es, dass dieses ganz oder
teilweise ersetzt oder ergänzt wird, um die mit dem gestellten Rechtsbegehren
angestrebte Rechtsfolge zu erreichen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 637; VerwGE B 2015/20 vom 23. August 2016
E. 1.2, www.gerichte.sg.ch).
Aus den Akten – es fehlt eine entsprechende Anzeige mit Einladung an die
Verfahrensbeteiligten – ergibt sich, dass der Gemeinderat Y. zur Ermittlung des
Sachverhalts keinen Augenschein im Sinn einer Beweiserhebung gemäss Art. 12 Abs. 1
VRP durchgeführt hat. Ein solcher war im Übrigen auch nicht beantragt (vgl. act. 9/15).
Im Rekursverfahren vor der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer – abgesehen von der
Rüge, beim vorinstanzlichen Augenschein hätten die Bauvisiere gefehlt – die
Abweisung der Einsprache und die Bewilligung des Baugesuchs einzig wegen
materieller Baurechtswidrigkeit beanstandet. Indem der Beschwerdeführer vor
Verwaltungsgericht den Verdacht eines informell durchgeführten Augenscheins und
informeller Gespräche zwischen dem Gemeindepräsidenten Y. und dem
Baugesuchsteller und Missachtung der Ausstandsregeln äussert und die fehlende
Durchführung eines formellen Augenscheins beanstandet, bezweifelt er erstmals im
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht die formelle Rechtmässigkeit des
Entscheides des Gemeinderats Y. Mit diesen neuen Beschwerdegründen ändert er das
Fundament des Verfahrens. Da diese – neuen – Beschwerdegründe im Verfahren vor
Verwaltungsgericht unzulässig sind, sind die im Zusammenhang damit gestellten
Beweisanträge und der Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die
Angelegenheit zur Durchführung eines Augenscheins und zur neuen Entscheidung an
den Gemeinderat Y. zurückzuweisen, abzuweisen.
4. Seit 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz vom 5. Juli 2016 (sGS 731.1,
nGS 2017-49, PBG) in Kraft. Gleichzeitig ist das Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht vom 6. Juni 1972 (BauG) aufgehoben worden (Art. 172 PBG). Die
bei Vollzugsbeginn des Planungs- und Baugesetzes hängigen
Baubewilligungsverfahren werden gemäss Art. 173 Abs. 1 PBG nach jenem Recht
beurteilt, welches im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheides der
Baubewilligungsbehörde Gültigkeit hatte (Abs. 1); vorbehalten bleibt die Anwendung
neuen Rechts, soweit es für die Baugesuchsteller günstiger ist (Abs. 2). Da die
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Baubewilligung vom 4. Dezember 2014 vor dem Inkrafttreten des Planungs- und
Baugesetzes ergingen, ist die Angelegenheit nach dem früheren Baugesetz zu
beurteilen, sofern das neue Recht für den Beschwerdegegner nicht günstiger ist. Ist
das Bauvorhaben unter dem früheren Baurecht bewilligungsfähig, erübrigt es sich zu
prüfen, ob es unter dem neuen bewilligt werden könnte.
5. Der Beschwerdeführer beanstandet die anlässlich des vorinstanzlichen
Augenscheins vom 14. Juni 2016 fehlende Visierung des Bauvorhabens und bezweifelt,
dass das dem vierten Baugesuch zugrunde liegende Projekt überhaupt je visiert wurde.
5.1. Art. 81 BauG regelt die Visierpflicht im ordentlichen Baubewilligungsverfahren:
Bevor das Baugesuch eingereicht wird, sind Visiere aufzustellen, welche Stellung und
Ausmass der Baute oder Anlage bezeichnen (Abs. 1); sie dürfen vor der rechtskräftigen
Erledigung des Baugesuchs nur mit Zustimmung der zuständigen Gemeindebehörde
entfernt werden (Abs. 2). Nach Art. 29 des bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen
Baureglements (nachfolgend: aBauR) der Beschwerdebeteiligten waren bei
visierpflichtigen Bauten die Gebäudeecken, die Gebäude- und Firsthöhen und im
Schnittpunkt von Fassade und Dachhaut die Dachschräge zu visieren (Abs. 1); als
zuständige Gemeindebehörde im Sinn von Art. 81 Abs. 2 BauG wurde die
Baubewilligungsbehörde bezeichnet (Abs. 4). Die Bestimmung enthielt im Übrigen
keine für das vorliegende Verfahren massgebenden über das kantonale Recht
hinausgehenden Vorschriften. Das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene neue
Baureglement enthält keine Regelungen zu den Bauvisieren (vgl. www. ... .ch).
Wie sich aus diesen Rechtsgrundlagen ergibt, soll die Errichtung des Visiers
(Baugespanns) das Bauvorhaben veranschaulichen. Es gibt dem Nachbarn einen
Hinweis auf mögliche Beeinträchtigungen durch die Baute. Dieser darf sich darauf
verlassen, dass die wesentlichen Abmessungen ersichtlich sind. Bei einer einfachen
Baute mit rechteckigem Grundriss und Satteldach sind die vier Eckpunkte
einschliesslich Dachneigung und beide Eckpunkte des Firstes darzustellen. Über den
exakten Umfang und die präzise Lage kann sich der Nachbar dagegen mit Hilfe der
öffentlich aufliegenden Pläne orientieren. Ist nicht ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer durch die mangelhafte Visierung in seiner Interessenwahrung
beeinträchtigt worden ist, erscheint die Aufhebung des angefochtenen Entscheides
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und die damit verbundene Notwendigkeit der erneuten Aussteckung als formalistischer
Leerlauf (vgl. BGer 1C_118/2010 vom 20. Oktober 2010 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE
133 I 201 E. 2.2 und BGer 1C_506/2008 vom 12. Mai 2009 E. 2.2.1; B. Heer, St.
Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 886). Soweit Dritte aufgrund einer
fehlenden oder ungenügenden Visierung nicht genügend orientiert und deshalb vom
Einreichen einer Einsprache abgehalten wurden, hätten diese die Wiederherstellung der
Einsprachefrist verlangen oder Rechtsmittel ergreifen müssen, sobald sie vom
Baugesuch beziehungsweise der Baubewilligung Kenntnis erhalten hatten (vgl. BGer
1C_478/2008 vom 28. August 2008 E. 2.4 mit Hinweisen).
5.2. Die Beschwerdegegner hat im Beschwerdeverfahren zusammen mit der
Vernehmlassung vom 6. November 2016 die Schlussabrechnung der Q. AG vom
18. November 2015 für die Miete von Bauvisieren für die Dauer vom 5. November 2013
bis 11. November 2015 eingereicht (act. 12/Beilage). Danach war das vierte Projekt in
der Zeit vom 19. September 2014 bis 11. November 2015, das heisst während 412
Tagen visiert. Das dieser Visierung zugrunde liegende Baugesuch wurde am
19. September 2014 eingereicht. Die Baubewilligungskommission der
Beschwerdebeteiligten beurteilte das Baugesuch und die vom Beschwerdeführer
dagegen erhobene Einsprache am 4. Dezember 2014. Weder in der Einsprache vom
17. Oktober 2014 noch im Rekurs vom 19. Dezember 2014 machte der Einsprecher
und Beschwerdeführer geltend, es fehlten die Bauvisiere oder sie entsprächen nicht
dem am 19. September 2014 eingereichten Baugesuch zum vierten Projekt. Damit ist
davon auszugehen, dass die Bauvisiere zumindest damals angebracht waren und ihre
Funktion, auf das Bauvorhaben aufmerksam zu machen und es zu veranschaulichen,
damit davon betroffene Dritte und insbesondere auch der Beschwerdeführer die
Baugesuchsakten einsehen und gegebenenfalls Einsprache erheben können, erfüllten
(vgl. BGer 1C_155/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2).
Unbestritten ist, dass die Bauvisiere entgegen dem Grundsatz von Art. 81 Abs. 2 BauG
im November 2015 und damit vor der rechtskräftigen Erledigung des Baugesuchs vom
19. September 2014 entfernt wurden. Für die materielle Beurteilung des Rechtsmittels
durch den Gemeinderat Y. im Entscheid vom 8. März 2016 konnten die fehlenden
Visiere mangels Durchführung eines Augenscheins nicht von Belang sein. Die
Vorinstanz hat zwar am 14. Juni 2016 einen Augenschein durchgeführt. Inwieweit die
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Bauvisiere für die Beurteilung der materiellen Rügen des Beschwerdeführers im
Rekursverfahren vor Vorinstanz – nämlich das Freiliegen des Untergeschosses und die
Längen der Dachaufbauten – von Bedeutung sein sollten, wird in der Beschwerde nicht
ausgeführt und ist auch nicht ersichtlich: Angesichts ihres beschränkten
Informationsgehalts wären sie nicht geeignet gewesen, sich auf den Ausgang des
Verfahrens auszuwirken. Ob die – nach einem Sturm umgefallenen – Bauvisiere mit der
– stillschweigenden – Zustimmung der Baubewilligungsbehörde im Sinn von Art. 81
Abs. 2 BauG nicht erneuert wurden, kann unter diesen Umständen offen bleiben.
5.3. Dementsprechend lassen die anlässlich des vorinstanzlichen Augenscheins nicht
mehr gestellten Bauvisiere den angefochtenen Entscheid nicht in einem Ausmass als
rechtsfehlerhaft erscheinen, welches die Aufhebung der Baubewilligung als
verhältnismässig rechtfertigen könnte (vgl. BGer 1C_663/2015 vom 5. April 2016 E. 2.3,
1C_218/2008 vom 13. Oktober 2008 E. 2.2). Die Beschwerde ist deshalb in diesem
Punkt abzuweisen.
6. In materieller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, das geplante Untergeschoss
verletze Art. 12 Abs. 6 aBauR. Nach Art. 7 aBauR ist in der WG2 ein freiliegendes
Untergeschoss gemäss Art. 12 aBauR zulässig. Gemäss Art. 12 Abs. 6 aBauR darf in
Hanglagen ab einer Hangeignung von 25 Prozent talseitig ein Untergeschoss
vollständig freigelegt werden. Unbestritten ist, dass die Hangneigung auf dem
Baugrundstück Nr. 000 weniger als 25 Prozent beträgt. Vorliegend darf damit keine
Abgrabung nach Art. 12 Abs. 6 aBauR vorgenommen werden, welche talseitig zur
vollständigen Freilegung des Untergeschosses führt. Aktenkundig ist, dass talseitig
lediglich beim „Ausgang Sitzplatz“ eine vollständige Freilegung des Untergeschosses
beabsichtigt wird. Im Übrigen ist die Südfassade 0.5 m tiefer gesetzt als das
gewachsene Terrain (vgl. act. 9/5 Beilage 4). Vor diesem Hintergrund kann im Sinne
von Art. 12 Abs. 6 aBauR nicht von einer vollständigen Freilegung eines
Untergeschosses gesprochen werden. Damit ist Art. 12 Abs. 6 aBauR nicht verletzt.
7. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 20 aBauR durch die geplanten
Dachaufbauten.
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7.1. Der Beschwerdegegner plant gemäss Bauchgesuch sowohl auf der West- als auch
auf der Ostseite des Satteldaches je eine fassadenbündige Schleppgaube, welche 1.7
Meter unter dem First angesetzt werden. Die Gebäudelange beträgt 20 Meter, diejenige
der Dachaufbauten je 9.35 Meter. Auf der Westfassade ist zusätzlich zur Schleppgaube
noch ein flächenbündiges Dachfenster (Oberlicht) mit einer Länger von drei Metern
vorgesehen, was zusammen mit der Dachaufbaute eine Länge von 12.35 Meter ergibt.
7.2. Gemäss Art. 20 aBauR dürfen Dachaufbauten wie Schleppgauben und Lukarnen
gesamthaft höchstens die Hälfte, zusammen mit flächenbündigen Dachfenstern und
Solaranlagen höchstens zwei Drittel der entsprechenden Fassadenlänge einnehmen.
Der Beschwerdeführer bringt vor, der Begriff „gesamthaft“ in Art. 20 aBauR bringe klar
zum Ausdruck, dass mindestens zwei oder mehrere Lukarnen notwendig seien; eine
riesige Lukarne von rund zehn Metern Länge sei indessen nicht zulässig und damit
nicht bewilligungsfähig. Hierbei gehe es um die Ästhetik; die geplante riesige
Dachaufbaute würde wie ein drittes Vollgeschoss wirken. Dreigeschossigkeit sei in der
Zone WG2 aber nicht zulässig.
7.3. Betreffend die Dachgestaltung und die Umschreibung von Geschossen enthält das
Baugesetz keine Bestimmungen. Entsprechende Regelungen sind den kommunalen
Bauvorschriften zu entnehmen (VerwGer B 2009/104 vom 28. Januar 2010 E. 2.3,
www.gerichte.sg.ch). Vorliegend ist damit Art. 20 Abs. 1 aBauR einschlägig, und es ist
zu prüfen, ob die geplanten Schleppgauben mit der Bestimmung vereinbar sind.
Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, bildet Ausgangspunkt jeder Auslegung der
Wortlaut der Bestimmung. Vom klaren, das heisst eindeutigen und
unmissverständlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, wenn
triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der
Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte
der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern
Vorschriften ergeben (BGE 139 V 66 E. 2.2, E. 2.2, 138 V 86 E. 5.1 mit Hinweisen). Der
Wortlaut von Art. 20 Abs. 1 aBauR ist klar und eindeutig. Er hält unmissverständlich
fest, in welchem Umfang Schleppgauben und Lukarnen gesamthaft zulässig sind. Der
Begriff „gesamthaft“ lässt die Möglichkeit zu, die zulässige Höchstlänge auf mehrere
einzelne Ausbauten aufzuteilen, verlangt aber keine solche Aufteilung. Es werden
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weder Gründe vorgebracht noch sind solche ersichtlich, bei der Auslegung vom
Wortlaut der Bestimmung abzuweichen. Es ist vorliegend demnach auf den Wortlaut
der Bestimmung abzustellen.
Art. 20 Abs. 1 BauR hält nicht fest, wie viele Schleppgauben und Lukarnen zulässig
sind. Gegenstand der Bestimmung ist vielmehr einzig der zulässige Umfang, welchen
die Schleppgauben und Lukarnen gesamthaft einnehmen dürfen. Wie die Vorinstanz
korrekt festhält, dient die Bestimmung primär dazu, dass bei mehr als einem
Dachgeschoss nicht mehrere Dachaufbauten errichtet werden könne, die einzeln das
Maximalmass erreichen. Ob nun eine oder mehrere Dachaufbauten das Maximalmass
ausschöpfen, ist im Ergebnis unerheblich. Insbesondere verfolgt die Bestimmung auch
keine ästhetischen Aspekte. Solange sie das Maximalmass nach Art. 20 Abs. 1 aBauR
nicht überschreitet, sind Dachaufbauten zulässig. Die Bestimmung schliesst auch nicht
aus, dass die Front von Gauben mit der Fassade des darunter liegenden
Vollgeschosses bündig verläuft. Das in der Regelung vorgesehene Maximalmass – mit
der Hälfte der Fassadenlänge allerdings über dem üblicherweise vorgesehenen Drittel
liegend (vgl. beispielsweise BGer 1C_5 und 9/2016 vom 18. Mai 2016 E. 2.2, 1P.
327/2004 vom 5. Januar 2005 Sachverhalt, 1C_174 und 186/2013 vom 6. Februar 2014
E. 2.1) – führt zudem nicht dazu, dass das Dachgeschoss – wie ein Kreuzgiebel (vgl.
GVP 1996 Nr. 2) – aufgrund der Nutzungsmöglichkeiten als Vollgeschoss qualifiziert
werden müsste. Bewegen sich die Dachaufbauten innerhalb des reglementarischen
Rahmens, führen sie deshalb nicht dazu, dass das Dachgeschoss als anzurechnendes
Vollgeschoss zu qualifizieren wäre. Dementsprechend kann der Beschwerdeführer aus
seinem Eindruck, die Dachaufbaute führe dazu, dass das Dachgeschoss wie ein – in
der WG2 unzulässiges drittes – Vollgeschoss wirke, keine materielle
Baurechtswidrigkeit der geplanten Baute ableiten. Die Beschwerde erweist sich damit
auch insoweit, als eine Verletzung von Art. 20 Abs. 1 aBauR geltend gemacht wird, als
unbegründet.
8. (...).