# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f167d4f-7df3-4064-b719-61c73e2a3497
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
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a. X.Y., geb. 1984, ist seit 30. Mai 2011 für die Q. AG (früher: Z. AG) in C./BE als
Produktionsmitarbeiter tätig. Am 1. Juli 2011 zog er von A. nach B., wo er
Miteigentümer eines Mehrfamilienhauses ist. Seit 1. August 2012 lebt er dort
zusammen mit seiner Lebenspartnerin und den gemeinsamen Kindern (geb. 2007 und
2011). Am 17. September 2013 veranlagte ihn das Steueramt ermessensweise für die
Kantons- und Gemeindesteuern 2012 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr.
66‘500.-- (steuerbares Vermögen Fr. 0.--) und für die direkte Bundessteuer 2012 mit
einem solchen von Fr. 67‘400.--, weil er nach zweimaliger Mahnung und Androhung
einer Ermessensveranlagung keine Steuererklärung eingereicht hatte. Der
Ermessensveranlagung legte das Steueramt unter anderem den Pauschalabzug für die
übrigen Berufskosten von Fr. 2‘400.-- zugrunde (act. G 6/6 1.03 und 8.01). Die am
15. Oktober 2013 von X.Y. eingereichte Steuererklärung behandelte das Steueramt als
Einsprachen gegen die Ermessensveranlagungen. Darin wurden unter anderem Kosten
2012 für die Verwendung eines privaten Motorfahrzeugs von Fr. 35‘021.-- deklariert.
Der Aufforderung des Steueramtes, weitere Unterlagen (insbesondere Kopie
Arbeitsvertrag einschliesslich Zusatzvereinbarungen, Service- und Benzinrechnungen,
monatliche Lohn- und Spesenabrechnungen) nachzureichen, kam X.Y. teilweise nach
(act. G 6/6 3.01-3.04), worauf das kantonale Steueramt die Einsprachen mit
Entscheiden vom 16. Januar 2014 teilweise guthiess und Kosten für die Verwendung
eines privaten Motorfahrzeugs von Fr. 8‘500.--, Wochenaufenthaltskosten von Fr.
6‘000.-- sowie Verpflegungskosten am Wochenaufenthaltsort von Fr. 6‘400.-- anstelle
des Verpflegungsabzuges von Fr. 3‘200.-- anerkannte (act. G 6/6 4.01 und 9.01).
b. Den gegen die Einspracheentscheide von X.Y. erhobenen Rekurs (Kantons- und
Gemeindesteuern) bzw. die Beschwerde (direkte Bundessteuer) mit dem Antrag, die
Fahrkosten 2012 von Fr. 35‘021.-- sowie Verpflegungskosten 2012 von Fr. 2‘460.--
seien zum Abzug zuzulassen, hiess die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 28. August 2014 teilweise gut, hob die Entscheide auf und
bestätigte steuerbare Einkommen 2012 von Fr. 33‘400.-- (Kantons- und
Gemeindesteuern) und Fr. 34‘300.-- (direkte Bundessteuer) sowie ein steuerbares
Vermögen von Fr. 0.-- (act. G 2).
B.
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a. Gegen diesen Entscheid erhob das kantonale Steueramt mit Eingabe vom 30.
September 2014 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und die
Einspracheentscheide vom 16. Januar 2014 seien zu bestätigen.
b. In der Vernehmlassung vom 6. Oktober 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung

## Considerations

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids und äusserte sich ergänzend zu Vorbringen in der Beschwerde (act. G 5).
Der Beschwerdegegner und die Beschwerdebeteiligte verzichteten auf eine
Stellungnahme (act. G 8).
c. Mit Replik vom 8. Dezember 2014 bestätigte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt (act. G 11).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die streitige Einkommenssteuerveranlagung fällt unter die harmonisierte
Steuergesetzgebung (vgl. insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG).
Die Vorinstanz erledigte deshalb den Rekurs betreffend die Kantons- und
Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer
andererseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern;
unter diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer
gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3.1). Ebenso ist es zulässig,
dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl.
statt vieler BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2; VerwGE B
2014/222 und 223 vom 25. Februar 2016 E. 1, www.gerichte.sg.ch).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
http://www.gerichte.sg.ch
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mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG, in Verbindung mit Art. 1 Abs. 3 und Art. 7
Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1).
Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeerhebung legitimiert, und die Eingabe vom
30. September 2014 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 64, Art. 48 Abs.
1 sowie aArt. 30 Abs. 1 VRP, letzterer seinerseits in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1
Ingress und lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 und 2 sowie Art. 133 Abs. 1 DBG). Auf die
Beschwerden ist einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die
beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene
Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).
2.
2.1. Art. 177 StG bestimmt, dass eine Veranlagung nach pflichtgemässem
Ermessen vorgenommen wird, wenn Steuerfaktoren oder Steuersubstrat mangels
zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können oder der
Steuerpflichtige seine Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt. Aufgrund von Art.
132 Abs. 3 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG) und Art. 180
Abs. 2 StG kann eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit
angefochten werden (Satz 1); die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige
Beweismittel nennen (Satz 2). Die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung
werden in Art. 46 Abs. 3 und Art. 48 Abs. 2 des Steuerharmonisierungsgesetzes (SR
642.14, StHG) sowie Art. 130 Abs. 2 DBG gleich umschrieben. Auch bei einer
Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund
der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn
sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen
lässt, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, Rz. 43 zu Art. 130 DBG). Gemäss
Art. 126 Abs. 1 DBG bzw. Art. 170 StG muss der Steuerpflichtige alles tun, um eine
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vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck muss er auf
Verlangen der Veranlagungsbehörde unter anderem Belege vorlegen. Kommt der
Steuerpflichtige seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, muss die Veranlagungsbehörde
im Sinne einer Schliessung von Sachverhaltslücken das steuerbare Einkommen
aufgrund von Schätzungen ermitteln und eine Ermessensveranlagung vornehmen.
Abklärungspflicht wie Ermessenseinschätzung bleiben jedoch auf den Bereich
beschränkt, für den die Steuerbehörde die Beweislast trägt. Das gilt für
steuerbegründende Tatsachen, d.h. für die Einkommensseite. Für die
steuermindernden Tatsachen, also für die Abzugsseite, liegt dagegen die Beweislast
beim Steuerpflichtigen. Soweit das Gesetz dem Steuerpflichtigen auferlegt,
Behauptungen auf bestimmte Weise zu belegen, dürfen diese daher nicht auf dem
Umweg über die Ermessenseinschätzung als erwiesen hingenommen werden. Vielmehr
hat die Einschätzungsbehörde davon auszugehen, dass behauptete Tatsachen, die der
Steuerpflichtige nachzuweisen unterlässt, obschon das Gesetz ihm die Beweispflicht
auferlegt, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische
Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII. Rz. 24; BGE 107 Ib 213 E. 5). Immerhin ist es möglich,
dass auch hinsichtlich steuermindernder bzw. -aufhebender Tatsachen eine Schätzung
nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen ist. Dies ist der Fall, wenn der
Grundsachverhalt hinsichtlich der steueraufhebenden bzw. steuermindernden
Tatsachen bewiesen ist, Unklarheit aber über den Umfang besteht (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Rz. 43 zu Art. 130 DBG;
BGer 2C_681/2008 vom 12. Dezember 2008, E. 3.5).
2.2.
2.2.1. Erfolgte - wie dies vorliegend unbestritten der Fall ist - zu Recht eine
Ermessensveranlagung, so hat der Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung (Art.
132 Abs. 3 DBG, Art. 180 Abs. 2 StG) nachzuweisen; es kommt zu einer Umkehr der
Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen. Die offensichtliche Unrichtigkeit
der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen
werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit
entfallen die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im
Rahmen einer ordentlichen Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Zum
anderen steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass die Schätzung
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an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist im Rahmen der
Einsprache verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas,
a.a.O., Rz. 39 und 51 zu Art. 132 DBG).
2.2.2. Aufgrund der während der Einsprachefrist nachgereichten Steuererklärung
erwiesen sich konkret die Ermessensveranlagungen mit Bezug auf die im
Zusammenhang mit der Berufsausübung stehenden Kosten als offensichtlich unrichtig,
so dass die in der Folge erlassenen Einspracheentscheide (act. G 6/6 4.01 und 9.01)
als ordentliche Veranlagungen die Ermessensveranlagungen ersetzten. Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren streitig sind die Kosten für die Verwendung eines privaten
Motorfahrzeugs (Art. 39 Abs. 1 StG und Art. 26 DBG, beide in der bis 31. Dezember
2015 gültig gewesenen Fassung), welche vom Beschwerdeführer für 2012 in den
Einspracheentscheiden mit Fr. 8‘500.-- anerkannt worden waren. Nach Art. 18 Abs. 2
der Steuerverordnung (StV, sGS 811.11, in der bis 31. Dezember 2015 gültig
gewesenen Fassung) bzw. Art. 5 Abs. 2 der Berufskostenverordnung (SR 642.118.1, in
der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung) sind bei Benützung privater
Fahrzeuge als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel angefallen wären. Die Kosten des privaten Fahrzeuges
werden nach Art. 18 Abs. 3 StV bzw. Art. 5 Abs. 3 Berufskostenverordnung gemäss
den für die direkte Bundessteuer massgebenden Pauschalansätzen abgezogen, wenn
kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder soweit dessen Benützung
dem Steuerpflichtigen nicht zugemutet werden kann, sowie für die Anfahrt bis zur
nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrsmittels. Der Nachweis höherer Kosten
bleibt vorbehalten. Nach der Praxis der Veranlagungsbehörde gilt die Benützung des
öffentlichen Verkehrsmittels in der Regel als nicht zumutbar, wenn sehr schlechte
Bahn- und Busverbindungen oder ein ungünstiger Fahrplan bestehen. Der zeitliche
Mehraufwand kann als Begründung für die Benützung des privaten Verkehrsmittels nur
angeführt werden, wenn bei einmaliger Hin- und Rückfahrt der zeitliche Mehraufwand
mehr als 90 Minuten pro Tag beträgt (Steuerbuch [StB] 39 Nr. 3 Ziff. 2.2). Für einen
Steuerpflichtigen, der zufolge unregelmässiger Arbeitszeit oder qualifizierter
Präsenzpflicht die öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder nur unter erschwerten
Bedingungen beanspruchen kann oder der zur Mitnahme des Autos an den Arbeitsort
gezwungen ist, weil er es dort für berufliche Fahrten einsetzen muss, kann die
Benützung öffentlicher Verkehrsmittel trotz grundsätzlich guter Verbindungen
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unzumutbar sein (StB 39 Nr. 3 Ziff. 2.2; vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., II. Rz. 101
f.).
2.3.
2.3.1. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid unter anderem zum Schluss,
es erscheine glaubhaft, dass der Beschwerdegegner täglich vom Arbeitsort C./BE an
seinen Wohnort zurückkehre, wo er mit der Lebenspartnerin und den beiden Kindern
im eigenen Mehrfamilienhaus wohne. Auch arbeite er im Schichtmodell, so dass er sich
nicht zu den Hauptverkehrszeiten auf der Strasse befinde. Der Arbeitsweg könne
praktisch ausschliesslich auf der Autobahn zurückgelegt werden; Zürich könne auf der
Westtangente umfahren werden. Mit Blick auf die arbeitslosenversicherungsrechtliche
Zumutbarkeit eines je zweistündigen Arbeitswegs (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG; SR 837.9)
könne es nicht angehen, einem Steuerpflichtigen, der diesen Zeitaufwand auf sich
nehme, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, den Abzug steuerlich nicht zuzugestehen.
Die Fahrt von B. nach C./BE dauere mit dem Zug ca. 180 Minuten; mit dem Auto
reduziere sich die Fahrzeit auf ca. 100 Minuten. Die tägliche Zeitersparnis betrage
daher 160 Minuten. Die Zurücklegung des Arbeitswegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln
sei daher nicht zumutbar. Zwar hätten die Benzinkosten mit den eingereichten
Bankbelegen nicht vollends geklärt werden können. Jedoch habe der
Beschwerdeführer nicht damit rechnen müssen, jeden Benzinbezug belegen zu
müssen, nachdem im Jahr 2011 für denselben Arbeitsweg die Autokosten anerkannt
worden seien (act. G 6/6 6.01). Auszugehen sei von einem täglichen Arbeitsweg von
zweimal 162 km (Google Maps) und 230 Arbeitstagen pro Jahr, woraus sich eine
jährliche Fahrleistung von 74‘520 km errechne. Bei einem Ansatz von Fr. --.38 sei somit
ein Abzug von Fr. 28‘317.60 zuzulassen (act. G 2 S. 5-7 mit Hinweis auf StB 39 Nr. 3
Ziff. 6).
2.3.2. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, seitens der Vorinstanz sei
unbestritten geblieben, dass der Beschwerdegegner den Nachweis für die tägliche Hin-
und Rückfahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort nicht erbracht habe. Trotzdem habe sie
entsprechende Fahrkosten zum Abzug zugelassen. Dies erstaune nur schon deshalb,
weil der Nachweis solcher Kosten aufgrund der geltend gemachten Kilometerleistung
(sehr) einfach zu führen wäre. Das Beweismass der Glaubhaftmachung genüge nicht,
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um den Fahrkostenabzug mit dem Privatauto zu gewähren. Aus dem Umstand, dass
der Beschwerdegegner im Schichtmodell arbeite, könne nicht abgeleitet werden, dass
er nie zu Hauptverkehrszeiten unterwegs sei. Insbesondere zu den
Hauptverkehrszeiten werde der Arbeitsweg (von je 162 km) über die chronisch
überlastete Autobahn A1 regelmässig mehr als zwei Stunden betragen. Entgegen der
Vorinstanz dürfte es damit an der Zumutbarkeit fehlen. Auch erweise es sich als
unvernünftig, zweimal täglich einen Arbeitsweg von 162 km zurückzulegen.
Erfahrungsgemäss werde bei solchen Verhältnissen (fast) ausnahmslos
Wochenaufenthalt begründet. Auch aus diesem Grund sei ein substantiierter Nachweis
über die tägliche Rückkehr zu verlangen. Daran fehle es indessen. Zu berücksichtigen
sei im Übrigen, dass die Kilometerpauschale von Fr. --.38 eigentlich nicht Anwendung
finden könne, weil das Fahrzeug dem Vater des Beschwerdegegners gehört habe und
dieser - bis auf einzelne Tankfüllungen - für sämtliche Kosten aufgekommen sei (act. G
1).
2.4.
2.4.1. Beweisrechtlicher Ausgangspunkt bildet vorliegend, dass der
Beschwerdegegner die steuermindernde Tatsache der von ihm behaupteten Auto-
Fahrkosten für den Arbeitsweg zu belegen hat (vgl. vorstehende E. 2.1 und 2.2.1).
Dieser Beweis kann durch die von ihm eingereichten Unterlagen (act. G 6/6 3.01-3.04) -
anders als in BGer 2C_343/2011 vom 25. Oktober 2011, welchem ein Sachverhalt ohne
vorangehende Ermessensveranlagung zugrunde lag - nicht als erbracht gelten. Zum
einen vermögen die aus den Bankauszügen ersichtlichen Zahlungen an Tankstellen im
Jahr 2012 von knapp Fr. 1‘000.-- die Benzinbezüge für tägliche Kilometerleistungen
von 324 km (Fahrten zwischen B. und C./BE) bei Weitem nicht zu belegen. Dies umso
weniger, als nicht einmal klar ist, inwieweit die Zahlungen effektiv für Benzin (und nicht
auch für andere Artikel) erfolgten, und wenn ja, ob das Benzin nicht auch für Fahrten
ausserhalb des Arbeitswegs zur Verwendung kam. Soweit er die Barzahlung von
Benzinbezügen geltend macht (act. G 6/6 3.04), ohne entsprechende Belege vorweisen
zu können, hat der Beschwerdegegner die daraus resultierenden Folgen der
Beweislosigkeit zu tragen. Bei der zur Diskussion stehenden Kilometerleistung dürften
zudem (unter anderem) Servicekosten angefallen sein; entsprechende Belege liegen
ebenfalls nicht bei den Akten. Sodann war der Beschwerdegegner gemäss
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Steuererklärung im Jahr 2012 nicht Eigentümer eines Motorfahrzeugs. Gegenstand des
von ihm eingereichten Fahrzeug-Prüfungsberichts vom 27. August 2009 bildet ein
Fahrzeug älteren Datums mit Kennzeichen ZH 000000 (act. G 6/6 3.02 Beilage),
welches offenbar dem Vater des Beschwerdegegners gehörte (vgl. act. G 1 S. 5 und
act. G 6/1 S. 2). Nicht belegt ist, ob bzw. inwiefern dem Beschwerdegegner dieses
Fahrzeug für den Arbeitsweg tatsächlich zur Verfügung stand. Daraus lassen sich somit
keine für die Klärung der vorliegend streitigen Frage relevanten Fakten ableiten.
Letzteres gilt auch mit Bezug auf den eingereichten Anstellungsvertrag (act. G 6/6
3.02).
2.4.2. Unbestritten blieb, dass der Beschwerdegegner seit dem Jahr 2012 mit der
Lebenspartnerin und zwei gemeinsamen Kindern in B. in einem Mehrfamilienhaus
wohnt, dessen Miteigentümer er ist. Diese Umstände sprechen zwar - wie die
Vorinstanz zu Recht festhält (act. G 5) - nicht ohne Weiteres für die in den
Einspracheentscheiden getroffene Annahme, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012
am Arbeitsort C./BE teilweise Wochenaufenthalter war (act. G 6/6 4.01 und 9.01 S. 3
unten). Anderseits blieben jedoch die vom Beschwerdegegner behaupteten täglichen
Fahrten mit dem Auto zwischen Wohn- und Arbeitsort im Jahr 2012 - und damit auch
seine tägliche Rückkehr an den Wohnort - wie dargelegt unbewiesen. Die von den
Parteien diskutierte Frage der Zumutbarkeit und “Vernünftigkeit“ des behaupteten
Arbeitsweges (act. G 1, 5 und 11) braucht dabei nicht weiter untersucht zu werden, da
deren Beantwortung nichts zur Klärung der Streitfrage beizutragen vermöchte. Vor dem
geschilderten Hintergrund fallen die aus der Annahme eines teilweisen
Wochenaufenthalts resultierenden Pauschalabzüge (Fahrkosten geschätzt Fr. 8‘500.--,
Mehrkosten Wochenaufenthalt Unterkunft Fr. 6‘000.--, Mehrkosten Wochenaufenthalt
Verpflegung Fr. 6‘400.--) insofern recht grosszügig zugunsten des Beschwerdegegners
aus, als er höhere tatsächliche Fahrkosten als die ihm in den Einspracheentscheiden
zugestandenen Beträge nicht belegen konnte. Eine Unangemessenheit der
zugestandenen Beträge wird weder geltend gemacht noch ist eine solche aus den
Akten ersichtlich. Im Gesamtergebnis erweist sich somit die in den
Einspracheentscheiden getroffene Lösung mit Schätzung der angefallenen
Berufskosten (vgl. dazu vorstehende E. 2.1 am Schluss) als sachgerecht und sogar
eher grosszügig.
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2.4.3. Der von der Vorinstanz angeführte Umstand, dass dem Beschwerdeführer die
Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel wegen des Zeitmehrbedarfs und der Art der
Tätigkeit (Schichtarbeit) unzumutbar war (act. G 5), trifft zu; er wird auch von Seiten des
Beschwerdeführers nicht in Abrede gestellt (act. G 1 S. 4; G 11). Nur vermag diese
Gegebenheit an der Nichterbringung des Beweises für die behaupteten Auto-
Fahrkosten bzw. die tägliche Heimkehr nichts zu ändern. Nicht weiter einzugehen ist
unter den dargelegten Umständen auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass
die Kilometerpauschale von Fr. --.38 eigentlich nicht zur Anwendung kommen könnte,
weil das Fahrzeug dem Vater des Beschwerdegegners gehört und dieser die
Festkosten getragen habe (act. G 1 S. 4 f.). Im Weiteren wies der Beschwerdeführer zu
Recht darauf hin, dass die Veranlagungsbehörde bei der Ermittlung des steuerbaren
Einkommens des Jahres 2012 nicht an die Veranlagung 2011 gebunden war (act. G 1
S. 3 f.). Auch konnte der Beschwerdegegner im Verlauf des Jahres 2012 insofern nicht
auf einen Autokostenabzug ohne Vorliegen entsprechender Belege vertrauen, als die
Veranlagung 2011, mit welcher ein solcher Abzug (offenbar ohne Belege) zugestanden
worden war, erst am 15. Januar 2013 ergangen war. Keine Bedeutung kommt im
Übrigen in der das Jahr 2012 betreffenden Streitsache dem Umstand zu, dass sowohl
auf kantonaler als auch auf eidgenössischer Ebene mit Wirkung ab 1. Januar 2016
Obergrenzen für den Fahrkostenabzug eingeführt wurden, aufgrund welcher
Streitfragen der vorliegenden Art sich künftig nicht mehr stellen dürften.
3.
3.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden betreffend
Kantons- und Gemeindesteuern und direkte Bundessteuer 2012 gutzuheissen und der
angefochtene Entscheid aufzuheben. Damit gelten die Steuerveranlagungen gemäss
den Einspracheentscheiden vom 16. Februar 2014.
3.2. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Der Beschwerdegegner wird somit
kostenpflichtig. Eine Gebühr von Fr. 1'500.-- erscheint für das vorliegende Verfahren
angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens
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(Fr. 600.--) sind bei diesem Verfahrensausgang neu zu verlegen und ebenfalls dem
Beschwerdegegner aufzuerlegen.
3.3. Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP;
Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, SR 172.021). Der Beschwerdegegner ist unterlegen, und der
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S.
176), und beide haben auch keinen entsprechenden Antrag gestellt.