# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8be35048-30b0-4d83-b947-1db518723634
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1978, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 1997 und 2000), war von Oktober 2004 bis November 2015 bei der Y._ als Montagemitarbeiterin tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 30. Januar 2015 war (
Urk. 8/8/1-5; vgl. Urk. 8/8/7;
Urk. 8/61
)
.
Unter Hinweis auf
eine chronische Migräne mit Aura meldete sich
die Versicherte
am 26. August 2015 bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situ
ation ab und zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 8/9; Urk. 8/33; Urk. 8/36). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 20. Januar 2016 mit, derzeit seien aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich; sie prüfe die Rentenfrage (Urk. 8/18). Zudem holte sie bei der Z._ ein polydisziplinäres Gut
achten ein, das am 10. April 2017 erstattet wurde (Urk. 8/49/1; Urk. 8/49/2
32).
Mit Vorbescheid vom 1. November 2017 (Urk. 8/55) stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Gleichentags auf
erlegte sie der
Versicherten
eine Schadenminderungspflicht und hielt sie an, die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zu intensivieren (Urk. 8/54). Am 30. November 2017 erhob die Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid und beantragte Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg durch die Invaliden
versicherung (Urk. 8/56/1-2 = Urk. 8/59/3-4). Mit Verfügung vom 14. Februar 2018 (Urk. 8/64 = Urk. 2) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicher
ten ab.
2.
Die Versicherte erhob am 14. März 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 14. Februar 2018 (
Urk.
2) und beantragte, die IV-Stelle sei zu verpflichten, sie beim
schwierigen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt nach langer Krank
heit zu unterstützen. Sollte es trotz allen Bemühungen und der Unterstützung durch die IV-Stelle nicht möglich sein, wieder 100 % zu arbeiten, sei eine Ren
tenleistung zu prüfen. Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2018 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 4. Juni 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
aus
zu
schliessen
sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundes
gerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.6
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf
Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versi
cherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betäti
gungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beein
trächtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenver
sicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
1.
7
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.8
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf
ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) dar, dass im August 2016 ein Gespräch mit einem Eingliederungsberater stattgefunden habe. Da sich die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gefühlt habe, an Ein
gliederungsmassnahmen teilzunehmen, seien die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen worden. Gemäss ihren Abklärungen sei die Prognose bei einem depressiven Syndrom und auch einer posttraumatischen Belastungsstörung günstig. Mit Hilfe einer Therapieintensivierung und einer leitliniengerechten Therapieführung sei mit einem Wiedererlangen der bisherigen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Somit seien die Therapiemassnahmen noch nicht ausgeschöpft. Es bestehe keine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung. Zudem sei die Beschwer
deführerin im Januar 2018 zu einem Erstgespräch mit einem Eingliede
rungsberater eingeladen worden; sie suche eine Teilzeitanstellung und sei beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet. Aus Sicht der beruf
lichen Eingliederung könne somit kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung begrün
det werden. Gestützt auf das eingeholte Gutachten sei im Laufe des Jahres 2017 ein Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit in der letzten sowie in jeder anderen vergleichbaren Tätigkeit zu erwarten (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend, dass sie arbeiten möchte, dies jedoch nicht mehr so möglich sei wie vor dem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem Arbeitsalltag. Bereits Bruchteile von dem, was sie
früher habe leisten können, seien nach wie vor schwierig zu bewäl
tigen, weshalb sie einen Einstieg in einem Teilpensum, wenn möglich mit anschliessender Steigerung, anstrebe (S. 2 unten).
3.
3.1
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kinder- und Jugendmedizin sowie Hausarzt der Beschwerdeführerin, nannte in seinem Bericht vom 18. Oktober 2015 (Urk. 8/12/1-5) eine seit 2003 bestehende chronische Migräne mit Aura (Sprechstörungen), Wortfindungsstörungen und visueller Aura sowie ein zervikales Schmerzsyndrom als Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei zurzeit über
haupt nicht arbeitsfähig (Ziff. 1.7).
3.2
Dr. med.
B._
, Fachärztin für Neurologie, nannte in ihrem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 26. November 2015 eingegangenen Bericht (Urk. 8/16) eine chronifizierte Migräne als Diagnose mit Auswirkung auf Arbeits
fähigkeit (Ziff. 1.1). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, die Beschwerdeführerin habe an Maschinen gearbeitet, bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin könne nicht mit Lärm arbeiten. Eine angepasste Tätigkeit sei
ihr
zu 50 % möglich (Ziff. 1.7).
3.3
In seinem Bericht vom 29. März
2016 (Urk. 8/23/1-3)
nannte
Dr.
A._
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
rezidivierende depressive chronische Depression seit 2003
-
chronische Migräne seit 2003
-
arterielle Hypertonie
Die
Beschwerdeführerin sei vom 1
2.
bis zum 24. Februar 2016 in der
C._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapi
e, stationär behandelt worden (Ziff. 4.4; vgl. den
Austrittsbericht der
C._ vom 7. März 2016 in
Urk. 8/23/4-7 = Urk. 8/26/9-12)
. Die Beschwerdeführerin
könne die
bisherige
Tätigkeit als Elektroins
tallateurin zurzeit nicht über zwei
Stunden ausüben
bei einer 50%igen Leistung. In einer angepassten Tätigkeit an einem ruhigen Arbeits
platz, ohne Stress und ohne Verantwortung sei die Leistungsfähigkeit um 50 % vermindert (Ziff. 2.1, Ziff. 2.2).
3.4
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 20. April 2016 über die einmalige Konsultation vom 14. Januar 2016 (Urk. 7/25/1-5), bevor sie die Beschwerdeführerin in die Klinik eingewiesen hat (Ziff. 1.2). Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung, schwere Episode (ICD-10 F33.2), gelitten habe (Ziff. 1.1
; vgl. auch das Einweisungsschreiben vom 11. Februar 2016, Urk. 7/25/6-7
). Eine Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit sie ihr nicht möglich (Ziff. 1.11).
3.5
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrie
zentrum
O._
, führte in seinem Bericht vom 18. Mai 2016 (Urk. 8/26/2-8) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit Mär
z 2016 behandle und regelmässig
psychiatrische Gespräche sowie eine medikamentöse Therapie statt
finden würden (Ziff. 1.4, Ziff. 1.5). Er nannte eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F33.1), als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Seit dem 12. Februar 2016 bestehe bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6, Ziff. 1.7).
Eingliederungsmassnahmen erachtete er zur Zeit als nicht möglich (Ziff. 1.8).
3.6
Dr.
A._
legte in seinem Schreiben vom 27. August
2016 (Urk. 8/32/1)
dar, dass die Beschwerdeführerin an einer schweren chronischen Depression mit Panikattacken leide und die Prognose unter Berücksichtigung der bis jetzt fast erfolglosen fachärztlichen Therapie schlecht sei. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und die Möglichkeiten einer Umschulung seien kaum diskutabel, da es sich um ein tiefes psychiatrisches Problem handle.
3.7
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Pharmazeutische Medizin, erstattete das von der Krankentaggeldversicherung in
Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten am 5. September 2016 (Urk. 8/36/2-
5). Er diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1; S. 3 unten)
,
und hielt fest, dass der Beschwerdeführerin seit
A
nfang Februar 2015 Arbeitsdispens attestiert worden sei, aktuell weiterhin zu 100 %. Die Arbeitsunfähigkeit sei angesichts eines stagnierenden Verlaufes zunächst weiterhin für drei Monate ausgewiesen (S. 4 Mitte).
3.8
Die Ärzte der
Z._
erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 10. April 2017 (Urk. 8/49/3-32). Die Gut
achter nannten eine mittelgradige depressive Episode vor dem Hintergrund einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F32.1 und F43.1) als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27 Ziff. 4.III.1) sowie eine Hypertonie, eine Adipositas Grad I und eine Migräne als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27 Ziff. 4.III.2).
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin derzeit aufgrund eines depressiven Syndroms vor dem Hintergrund einer posttraumatischen Belastungsstörung in jedweder Tätigkeit zu 100 % nicht gege
ben sei. Mittels einer entsprechenden Therapie sei im Laufe des Jahres 2017 eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit in der letzten sowie jedweder vergleichba
ren Tätigkeit zu erwarten (S. 24 f. Ziff. 3; vgl. S. 29 Ziff. 4.VI). Der psychiatrische Gutachter führte denn auch aus, dass mit Hilfe der Intensivierung der psychia
trisch-psychotherapeutischen Behandlung und einer
leitliniengerechten Thera
pieführung mit dem Wiedererlangen einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit spätestens per Mitte 2017 beziehungsweise mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit per Ende 2017 zu rechnen sei (S. 23 f. Ziff. 2.3.4).
Aktenkundig sei zudem eine seit Anfang 2015 attestierte 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit und zuletzt sei prognostisch ebenfalls eine Besserung der Arbeits
fähigkeit erwartet worden. Die bestehende Migräne sei durch ein Einstellen des Nikotin
konsums und weitere migränespezifische Therapiemassnahmen besser
bar, könne also keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen (S. 24 f. Ziff. 3).
3.9
Dipl. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt in seiner Stellungnahme vom 18. April 2017 (Urk. 8/53/5-6) fest,
das Z._-Gutachten erfülle die for
malen Qualitätskriterien und sei nachvollziehbar. In der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Im Weiteren legte er dar,
dass sich bei der Beschwerdeführerin eine komplexe psychosomatische Symptombelastung bei kindlicher Traumatisierung und Reaktivierung durch eine hohe emotionale Belastung finde. Zusätzlich bestehe eine derzeit gut behandelte Migräne mit Aura. Infolge der anhaltenden depressiven Symptomatik und der noch nicht vollständig ausgeschöpften Therapie sei bei konsequenter Anwendung einer leitliniengerechten Behandlung mit Fortschritten in ein bis zwei Jahren zu rechnen.
3.10
Dem Austrittsbericht der
C._
vom 1. September 2017 (Urk. 8/52/1
5) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 25. Juli bis zum 31. August 2017 zum zweiten Mal hospitalisiert wurde (S. 1 Mitte)
, dies bei Behandlung durch Dr. E._ bis vor Klinikeintritt
. Die Ärzte der
C._
diagnosti
zierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1), sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0; S. 1 Mitte). Zur weiteren Stabilisierung sowie im Sinne einer Rückfallprophylaxe hinsichtlich der depres
siven und Angst-Symptomatik werde die psychiatrische-psycho
therapeu
tische Weiterbehandlung in ambulanter Form sowie die Fortsetzung der psycho
pharma
kologischen Therapie für mindestens sechs bis zwölf Monate empfohlen. Die Beschwerdeführerin sei während des gesamten stationären Aufenthaltes zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei (S. 4 unten).
3.11
Dr. med.
H._
, Facharzt für Kardiologie, attestierte der Beschwerde
führe
rin in seinem ärztlichen Zeugnis vom 21. Dezember 2017 (Urk. 8/60/1) vom 1. September bis zum 13. Dezember 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowie eine seit dem 14. Dezember 2017 bestehende 70%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung eines Rentenanspruchs damit, dass mit Hilfe einer Therapieintensivierung und einer leitliniengerechten Therapieführung mit einem Wiedererlangen der bisherigen Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei, weshalb die Therapiemassnahmen noch nicht ausgeschöpft seien und somit keine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung vorliege (vorstehend E. 2.1). Dabei stützte sie sich insbesondere auf das
Z._
-Gutachten vom April 2017 (vorstehend E. 3.8), wonach eine mittelgradige depressive Episode vor dem Hintergrund einer posttraumatischen Belastungsstörung vorlag, die zum Begut
achtungszeitpunkt zwar die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zu 100 % beeinträchtigte
, jedoch im Laufe des Jahres 2017 mit einer vollständigen Wieder
erlangung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Der RAD-Arzt
dipl.
med.
G._
war gestützt auf das
Z._
-Gutachten der Ansicht, dass bei konsequenter Anwendung
einer leitliniengerechten Behandlung mit Fortschritten in ein bis zwei Jahren zu rechnen sei (vorstehend E. 3.9).
Ob sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht im Verlauf des Jahres 2017 tatsächlich verbessert und ob sie die Therapie intensiviert beziehungsweise konsequent durchgeführt hat, ist den Akten jedoch nicht zu ent
nehmen. Es ist
immerhin
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin nur drei Monate nach Erstattung des
Z._
-Gutachtens im April 2017
– unter laufender psychotherapeutischer Behandlung -
von Ende Juli bis Ende August 2017 zum zweiten Mal hospitalisiert wurde und nach Ansicht der Ärzte der
C._
während des stationären Aufenthalt
s
zu 100 % in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt war (vorstehend E. 3.10). Ausserdem ist den Akten zu entnehmen, dass der Kardiologe Dr.
H._
der Beschwerdeführerin im Dezember 2017 vom 1. Sep
tember bis zum 13. Dezember 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und eine seit dem 14. Dezember 2017 bestehende 70%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte. Aufgrund welche
r
(kardiologische
r
) Gründe er die Beschwerdeführerin als arbeits
unfähig erachtete, legte er jedoch nicht dar.
4.2
Gestützt auf die vorliegenden Berichte (vorstehend E. 4.1, vgl. E. 3.1-E. 3.11) kann der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zum Verfügungszeitpunkt, mithin Mitte Februar 2018, nicht abschliessend beurteilt werden. Vielmehr besteht weiterer Abklärungsbedarf bezüglich der Leistungseinschränkungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Ausserdem
ist
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
von der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter und den RAD-Arzt abgewi
chen lediglich unter dem Verweis
auf die Therapierbarkeit (vorstehend E. 2.1). Dabei verkennt sie, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 und BGE 143 V 409 ihre Rechtsprechung dahingehend geändert
hat, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Erkrankungen, namentlich auch leichte bis mittel
schwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturier
ten Beweisverfahren zu unterziehen sind. Insbesondere kann eine
invaliden
versicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz ausgeschlossen werden (vgl. vorste
hend E. 1.4).
Mithin ist die Sache zur Abklärung des Gesundheitszustands und deren Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung zur Beurteilung psychischer Erkrankungen an die
Beschwerdegegnerin
zurückzu
weisen.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin beantragte mit dem Einwand vom 30. November 2017 (Urk. 8/56/1-2 = Urk. 8/59/3-4) gegen den Vo
rbescheid (vgl. Urk. 8/55) Unter
stützung beim beruflichen Wiedereinstieg und stellte somit sinngemäss Antrag auf Berufsberatung und Arbeitsvermittlung.
5.2
In Bezug auf berufliche Eingliederungsmassnahmen erliess die Beschwerde
gegnerin einzig die Mitteilung vom 20. Januar 2016 (Urk. 8/18) und hielt fest, dass derzeit aufgrund des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. In der angefochtenen Verfügung hielt die Beschwerdegegnerin lediglich fest, dass die Beschwerde
führerin eine Teilzeitanstellung suche und sich beim RAV ange
meldet habe (vorstehend E. 2.1), ohne jedoch die Anspruchsvoraussetzungen der im Vorbescheid- und Beschwerdeverfahren erneut beantragten Berufs
beratung und Arbeitsver
mittlung
(vorstehend E. 2.2) zu prüfen (vgl. vorstehend E. 1.5-1.7; vgl.
auch das Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom
5. Februar 2018 in Urk. 8/62 S. 3 sowie das Feststellungsblatt Einwand vom 14. Februar 2018 in Urk. 8/63 S. 2). Aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten lässt sich der Anspruch auf berufliche Massnahmen, insbesondere auf Berufsberatung und Arbeitsver
mittlung, durch das Gericht nicht abschliessend beurteilen. A
ngesichts des Umstands, dass die
Beschwerdeführer
in
gemäss
Z._
-Gutachten vom April 2017
zum Begutachtungszeitpunkt
als zu 100 % arbeitsunfähig und von Dr.
H._
vom 1. September bis zum 13. Dezember 2017 als zu 100 % arbeitsun
fähig beziehungsweise ab dem 14. Dezember 2017 als zu 70
% arbeitsunfähig erachtet
sowie von Ende Juli bis Ende August 2017 zum zweiten Mal stationär behandelt wurde (vorstehend E. 4.1), bestehen gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin zum Verfügungszeitpunkt in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, weshalb ein solcher Anspruch nicht von vornherein auszu
schliessen ist.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Rahmen der Rückweisung zur Sachverhaltsabklärung auch den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Eingliederungsmassnahmen, insbesondere auf Berufsbe
ratung und Arbeitsvermittlung, prüfe und gegebenenfalls durchführe.
6.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den
Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung zur Beurteilung psychischer Erkran
kungen abkläre, den Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf
Eingliederungsmass
nahmen
prüfe und gegebenenfalls durchführe und hernach über den Rentenan
spruch neu entscheide.
7.
7.1
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend erweist sich der Antrag der
Beschwer
deführerin
auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführ
ung (vgl. Urk. 1 S. 2
) als gegenstandslos.
7.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.