# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 49c23ccc-ea28-59a0-bea4-8ea630a60ed9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966
,
gelernter Metzger (
Urk.
14/9
Ziff.
5.3), war zuletzt vom
7.
Juli bis 3
1.
Oktober 2014 bei der
Y._
AG, als Maschinist
tätig, wobei der letz
te Arbeitstag am 2
3.
Oktober 2014
war (
Urk.
14/51
Ziff.
2.1-2
)
.
Unter Hinweis auf
eine Diskushernie
meldete sich
der Versicherte
am
1
9.
Februar 2015
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (
Urk.
14/9
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und gewährte
am 1
7.
August 2015 Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsvermittlung (
Urk.
14/25) und
am 1
3.
November 2015
in Form eines
Ausbildungskurs
es
für Lagermitarbeitende (
Urk.
14/29)
. Am 2
6.
Oktober 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten den Ab
schluss der Arbeitsvermittlung mit (
Urk.
14/46)
.
Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
14/54
;
Urk.
14/56
) verneinte di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
August 2017 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
14/79
=
Urk.
2)
.
2.
Am 2
6.
September 2017 erhob die Gemeinde
Z._
im Namen des Ver
si
cherten Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
5.
August 2017 (
Urk.
2) und bean
tragte, der Fall sei zur erneuten Überprüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und es sei das
„
zweite Gehör
”
zu gewähren, da noch Unterlagen fehlten (
Urk.
1 S. 1). Mit Gerichtsverfügung vom 2
3.
Oktober 2017 wurde dem Versicherten und der Gemeinde
Z._
eine einmalige, nicht erst
reckbare Fris
t von 10 Tagen angesetzt, um
eine genügende schriftliche Vertretungs
voll
macht einzureichen (
Urk.
5). Am 3
1.
Oktober 2017 rei
chte der Versicherte eine eigenhändig
unterzeichnete Beschwerdeschrift ein und stellte die schon am 2
6.
September 2017
von der Gemeinde
Z._
genannten Anträge (
Urk.
8).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Dezember 2017
(
Urk.
13
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
8.
Januar 2018 wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
8
S.
1
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
15
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.6
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versi
cherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betäti
gungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beein
träch
tigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invaliden
versicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
1.7
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im
Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass beruf
liche Eingliederungsmassnahmen gewährt und auch eine Grundausbildung für Lagermitarbeitende zugesprochen worden sei. Leider sei es nicht gelungen, den Beschwerdeführer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Er leide an keinem invalidisierenden Gesundheitsschaden
,
und sämtliche dem Gesundheitszustand ange
passte Tätigkeiten seien bei einem vollen Pensum zumutbar.
Zu vermeiden seien körperlich anstrengende, schwere Tätigkeiten.
Damit sei er in der Lage
, ein renten
ausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Die geltend gemachte Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes sei nur vorübergehend gewesen
, und es bestehe kein weiterer Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
(S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
8) geltend, es handle sich nicht um eine vorübergehende Verschlechterung. So habe der behan
delnde Arzt in seinem Schreiben vom 1
1.
Januar 2017 bestätigt, dass er seine Arbeitsleistung (leichte körperliche Arbeit bei 50
%
) nicht
weiter
steigern könne. Die Beschwerde
gegnerin
habe versucht, ihn als Lagermitarbeiter wieder einzu
gliedern, was bei seinem Krankheitsbild nicht möglich sei, da er nur
noch 10 bi
s 15 kg heben oder ziehen könne. Eine Eingli
ederung in einen
für ihn angepassten Beruf werde verweigert. Es seien während des Verfahrens noch neue
Leiden hinzugekommen (S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invaliden
rente
und
auf
berufliche M
assnahmen.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates,
nannte
in seinem Bericht vom
2
1.
April
2015 (
Urk.
14/17
/
7)
als Diagnose einen Status nach mikrochirurgischer Dekompression L2/3 rechts
am 1
1.
August 2014
bei grosser, nach kaudal luxierter Diskushernie L2/3 rechts. Als Nebendiagnosen nannte er eine
n
Diabetes mellitus Typ II und eine erektile Dysfunktion.
Dr.
A._
führte
aus, die vom Patienten angegebenen Missempfindungen im rechten Oberschenkel und die Kraftlosigkeit
seien
auf die Wurzelkompressionssymptomatik durch die luxierte Diskushernie L2/3 rechts zurückzuführen. Das
Luxat
sei nicht mehr ersichtlich,
und
die Wurzel sei frei
de
kom
primiert. Die vom Patienten angegebenen
Restschmerzen s
tünden
wahr
scheinlich in Zusammenhang mit der grenzwertigen
Einengung des Spinalkanals L3/
4.
Der Patient sei als Bauarbeiter sicher nicht mehr arbeitsfähig. Es würden leichte körperliche Arbeiten in Wechselpositionen mit Heben und Tragen von maximal 10 bis 15 kg empfohlen ohne Arbeiten auf Stufen oder Leitern, da der Patient eine Restparese des
Quadrizeps
recht
s
habe.
3
.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem
undatierten
am 2
8.
April 2015 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Be
richt
(
Urk.
14/17/6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression L2/3 rechts im August 2014 bei nach kaudal luxierter Diskushernie L2/3
-
Einengung des zentralen Spinalkanals bei
breitbasiger
Diskusprotrusion
L3/4 (
MRI
April 2015)
-
Restbeschwerden: Missempfindungen am rechten Oberschenkel, Kraftlosigkeit
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
C._
eine
n
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose 2007), eine arterielle Hypertonie, einen Nikotinabusus, eine
Dyslipidämie
, eine Adipositas und eine erektile Dysfunktion (
Ziff.
1.1).
Der Beschwerdeführer sei erst seit dem 3
0.
März 2015 wegen e
inem über Jahre vernachlässigten
Diabetes mellitus Typ II und einer arteriellen Hyper
tonie in seiner regelmässigen Behandlung. Die Labor- und Blutdruckkontrollen seien noch immer unbefriedigend.
Dr.
C._
führte aus, da er die Rücken
prob
lematik zu wenig gut kenne, habe er sich bisher geweigert, Arbeitsun
fähig
keitszeugnisse auszustellen. Aufgrund des schweren, insulinpflichtigen Diabetes mellitus könne höchstens beigefügt werden, dass wegen
einer späteren insulin
bedingten
Hypoglykämiegefahr
schwere körperliche Anstrengungen nicht sinnvoll wären (
Ziff.
1.2).
3.3
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
1
3.
April 2016
(
Urk.
14/38
/1
) bei im Vergleich zum Vorbericht vom
April
2015 unveränderter Diagnose (vgl. vor
steh
end E.
3.1) aus, er habe den Beschwerdeführer am 1
2.
April 2016 in seiner Sprechstunde untersucht.
Dieser
habe über
vermehrte Beschwerden
nach acht Stunden Stehen im Rahmen von Probearbeiten durch die IV-Stelle im Logistik
bereich berichtet
.
Dr.
A._
führte aus,
es zeige sich im Grossen und Ganzen ein stabiler Verlauf nach dem
genannten
Eingriff. F
ür wechselbelastende Tätig
keite
n
und Tragen bis maximal 10 bis 15 kg, ohne repetitives Heben sei der Be
schwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig.
3.4
Dr.
A._
führte
in seinem Bericht vom
1
1.
Januar 2017 (
Urk.
14/62
)
bei im Vergleich zu den Vorberichten unveränderter Diagnose
(vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.3) aus, er habe den Patienten am 1
0.
Januar 2017 in seiner Sprechstunde untersucht und beraten.
Dieser habe berichtet, an stärkeren lumbalen Schmerzen hauptsächlich während der Arbeit im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungs
pro
gramms bei der Gemeinde zu leiden. Er habe auch Gefühlsstörungen in beiden Beinen mit Kribbeln im Vorfussbereich erwähnt.
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer
leide an zwei unterschiedlichen neurologischen Beschwerden. Einerseits
an
einer Restsituation nach der Dekom
pression L2/3 be
i
Massenluxat
, andererseits weis
e er Zeichen einer peripheren Neuropathie bei fehlenden Reflexen der unteren Extremitäten auf. Dies stehe wahrscheinlich im Eink
lang mit dem Diabetes mellitus.
Der Beschwerdeführer werde zur neurologischen Standortbestimmung ans Neurozentrum
D._
überwiesen.
Dr.
A._
führte aus, von Seiten der Arbeit sehe er nicht, dass der Patient sein Arbeitsvolumen weiter steigern könne. Für leichte körperliche Arbeit sei er zu 50
%
arbeitsfähig (S. 1).
3.5
PD
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie, stellte in ihrem Bericht vom 1
3.
Februar 2017 (
Urk.
14/64/6-7) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische, distal-symmetrische, sensibel betonte, gemischte Polyneu
ro
pa
thie der Beine
-
Differenzialdiagnose diabetisch
-
residuelles
motorisches Ausfallsyndrom L2/3 rechts bei Status nach Dekompression Diskushernie mit
Massenluxat
August 2014
PD
Dr.
E._
führte aus, sie habe den Patienten am
9.
und am 1
3.
Februar 2017
neurologisch untersucht. Anamnestisch (Taubheitsgefühl in
beiden Füssen), klinisch
(
Pall
h
y
p
äst
h
esi
e
bimalleolär
, abgeschwächte Achillessehnenreflexe
) und neurographisch ergäben sich Hinweise auf ein
e
periphere Polyneuropathie
, wobei ursächlich am ehesten der Diabetes mellitus in Frage komme.
Zurzeit
bestehe klinisch kein L4-Syndrom,
und
im MR der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
aus dem
Jahr
2015 sehe man lediglich eine mögliche Beeinträchtigung der linken L4-Wurzel. Allenfalls wäre es sinnvoll, das MR der LWS nochmals
zu wiederholen (S. 1 Mitte).
3.6
Dr.
A._
nannte in seinem Bericht vom
4.
Mai 2017
(
Urk.
14/65)
bei im Ü
brigen zu seinen Vorberichten
(vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.3-4)
unveränderter Diagnose
als neue Diagnose unklare
Lumboischialgien
rechts. Er habe den Patienten am
3.
Mai 2017 in
der Sprechstunde untersucht und beraten. Dieser habe berichtet, dass er
seit einer Woche nun
an
massive
n
lumbale
n
Schmerzen mit
ischialgieformen
Beschwerden
leide
und dass
beim Sitzen Kribbelparästhesien in
beiden Unterschenkeln aufträten. Unter Bewegung würden die Schmerzen eher wieder nachlassen.
Dr.
A._
führte aus,
die
L
umboischial
g
ie
-Beschwerden rechts seien eher un
klar. Wahrscheinlich reize die nachgewiesen
e kleine Hernie die Wurzel L3 rechts. Es werde eine
epidurale
Infiltration auf der Höhe L2/3 rechts verordnet.
Es sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für eine Woche attestiert worden.
3.7
Dr.
med.
F._
,
Fachärztin für Endokrinologie/
Diabetologie und für Allge
meine Innere Medizin
,
G._
AG, nannte in
ihrem
Bericht vom
2
9.
Mai 2017
(
Urk.
14/71) als Diag
nose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigke
it einen Diabetes mellitus Typ II
, Erstdiagnose im Jahr 2007 (
Ziff.
1.1).
Der
Beschwerdeführer sei
seit dem 1
9.
April 2017 bei ihr
in Behandlung, u
nd die letzte Kontrolle sei am 2
9.
Mai 2017 erfolgt (
Ziff.
1.2)
.
Dr.
F._
führte aus,
sie habe keine Arbeitsunfähigkeiten ausgestellt, diese seien durch die Rückenproblematik bedingt
(
Ziff.
1.6). In Bezug auf den Diabetes mellitus seien aufgrund der intensivierten Insulintherapie keine Tätig
keiten mit Führen von Fahrzeugen (Personentransport) möglich, Warentransport sei eingeschränkt möglich (
Ziff.
1.7).
3.8
Chiropr
aktiker
Dr.
med.
H._
nannte in seinem Bericht
vom
2.
Juni
2017 (
Urk.
14/73/7-8) als Diagnose einen Status nach Dekompression L2/L3 rech
ts am 1
1.
August 201
4. Dr.
H._
führte aus, aktuell bestehe eine
Radikulopathie
rechts ohne sensomotorische Ausfälle
und
ein
facettärer
Reizzustand L3/L4 und L4/
L
5 rechts
(S. 1 Mitte)
.
Nach der Wurzelblockade L3 rechts vom
6.
Mai 2017 hätten sich
die
radikulären
Beschwerden prompt verloren
. Es dominierten an
schliessend Lokalbeschwerden
in der
Mitte
der
LWS rechts. Bei Verdacht auf
facettäre
Reizzustände sei eine Facettenblockad
e L3/L4 und L4
/5 rechts
am 2
4.
Mai 2017 erfolgt. Heute berichte der Patient wieder von einem praktisch beschwerd
efreien, wieder voll belastbare
n Zustand. Die Arbeit hätt
e
er
wieder aufnehmen
können
,
und er sei zufrieden. Im Moment seien keine besonderen Massnahmen vorgesehen, da sich ein ordentliches
Steady
state
eingespielt habe (S. 1
unten
). Der Patient arbeite im bereit
s
zuvor reduzierten Pensum weiter. Es sei eine Verlaufskontrolle in etwa einem Monat geplant (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrer leistungsanspruchsverneinenden Ver
fügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Berichte das Vorliegen eines
invalidisierenden Gesundheitsschadens und ging davon aus, dass dem Beschwer
deführer sämtliche behinderungsangepasste
n
Tätigkeiten
vollumfänglich zumut
bar seien
(vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Der das Rückenleiden behandelnde
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom April
2015 (vgl. vorstehend E.
3.1) aus, der Beschwerdeführer sei
nach am 1
1.
August 2014 erfolgter mikrochirurgischer Dekompression L2/3 rechts bei grosser, nach kaudal luxierter Diskushernie L2/3 rechts
in seiner angestammten
Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr
arbeitsfähig. Hingegen bestehe,
wie
Dr.
A._
auch in seinem Bericht vom April 2016 (vgl. vorstehend E. 3.3) be
stätigte, in einer wechselbelastenden Tätigkeit mit einer Tragebelastung zwischen maximal 10 bis 15 kg, ohne repetitives Heben und ohne Arbeiten auf Stufen und Leitern, eine
uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit.
Nachdem d
er Beschwerdeführer anlässlich der Konsultation vom 1
0.
Januar 2017 über verstärkte lumbale Schmerzen sowie Gefühlsstörungen in den Beinen mit Kribbeln im Vorfussbereich berichtete, attestierte
Dr.
A._
ohne zeitliche Befris
tung eine nur 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit und ver
anlasste eine neurologische Standortbestimmung bei PD
Dr.
E._
(vgl. vor
steh
end E. 3.4)
. Diese erachtete in ihrem Bericht vom Februar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5)
,
einhergehend mit der Einschätzung von
Dr.
A._
vom Januar 2017
,
den Diabetes mellitus als wahrscheinliche Ursache der Polyneuropathie. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht ausgestellt.
Generell attestierten die den Diabetes mellitus behandelnden Ärzte
Dr.
C._
in seinem Bericht vom April 2015 (vgl. vorstehend E. 3.2) wie auch
Dr.
F._
in ihrem Bericht vom M
ai 2017 (vgl. vorstehend E. 3.7) von dieser Seite keine Arbeitsunfähigkeit, wobei
Dr.
C._
aufgrund einer späteren insulinbedin
gten
Hypoglykämiegefahr
schwere körper
liche Tätigkeiten für nicht sinnvoll erachtete und
Dr.
F._
Einschränkungen hinsichtlich
einer
Tätigkeit im Personentransport äusserte.
Soweit der Beschwerdeführer
nun
gestützt auf den Bericht von
Dr.
A._
vom 1
1.
Jan
uar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4
) geltend macht, sein Gesundheitszustand hätte sich dauerhaft verschlechtert
(vgl. vorstehend E. 2.2)
, steht dies
insbe
sonder
e
im Widerspruch dazu, dass der in der Folge behandelnde Chiropraktiker
Dr.
H._
in seinem Bericht vom J
uni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.8
) davon berichtete, dass die
radikulären
Beschwerden des Beschwerdeführers n
ach der Wurzelblockade L3 rechts vom
6.
Mai 2017
sofort
verschwunden seien, und er nach ergänzender
Facettenblockade L3/L4 und L4/5 rechts am 2
4.
Mai 2017
davon berichtet habe, praktisch beschwerdefrei zu sein. Weitere Massnahmen wurden nicht geplant. Damit
ei
n
hergehend war der Beschwerdeführer g
emäss Gesprächsnotiz vom 1
8.
August 2017
auch
seit dem
3.
Mai 2017 nicht mehr bei
Dr.
A._
in Behandlung gewesen
(vgl.
Urk.
14/75)
.
Anlässlich des letzten Besu
ches bei
Dr.
A._
am
3.
Mai
2017 wurde im Übrigen lediglich für eine weiter
e
Woche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit a
ttestier
t und der Beschwer
de
führer an
Dr.
H._
zur Infiltration üb
erwiesen (vgl. vorstehend E. 3.6
).
Es ist damit mit der Beschwerdegegnerin davon a
uszugehen, dass die ab Januar 2017
aufgetretene Verschlech
terung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
führers
lediglich vorübergehender Natur war, und dass in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit gemäss dem von
Dr.
A._
formulierten Belastungsprofil eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten belastenden Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr arbeits
fähig ist, ihm jedoch eine behinderungsangepasste Tätigkeit vollumfänglich zu
mutbar ist.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/
2015 vom 12. April 2016 E. 4.2)
5.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grund
sätzlich auf die Gege
ben
heiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Renten
beginns, mithin auf das Jahr 2015, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Der
Beschwerdeführer
wurde bei seiner zuletzt
vom
7.
Juli bis 2
3.
Oktober 2014 bei der
Y._
AG ausgeübten Tätigkeit als Maschinist
noch wäh
rend der Probezeit
entlassen. Dies
nicht aufgrund von gesundheitlichen
Proble
men
sondern aufgrund von mangelnder Konzentration und Überforderung (vgl.
Urk.
14/51
Ziff.
2.1-2
, v
gl.
Urk.
14/13
Ziff.
8
)
.
Da
er
demnach im Gesundheitsfall nicht mehr bei der
Y._
AG
angestellt gewesen
wäre, kann a
uf das dort erzielte Einkommen nicht abgestellt werden.
Da auch hinsichtlich seiner in den Jahren 2012 bis 2014 ausgeführten selb
ständigen Erwerbstätigkeit, welche im Konkurs endete, keine
verlässlichen Ein
kommenszahlen vorliegen und er zwischendurch auch Arbeitslosenentschädi
gung
bezog (vgl. IK-Auszug
Urk.
14/55
,
Urk.
14/16
), rechtfertigt es sich vorlie
gend, das
Valideneinkommen
anhand
der LSE-Tabellenlöhne zu bestimmen
(vgl. vorstehend
E. 5.1)
.
Das im Jahr 2014
durchschnittlich im Baugewerbe von Männern erwirtschaftete Einkommen betrug
Fr.
5'885.-
-,
wobei den fachlichen Fertigkeiten des Beschwer
de
führers mit dem Kompetenzniveau 2
Rechnung getragen wird (LSE 2014
,
www.
bfs.admin.ch
). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr bei einer durch
schnitt
lichen Wochenarbeitszeit von 41.4 Stunden im Sektor II (www.bfs.admin.ch) und unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von
-0.2 % im Jahr 2015 (www.bfs.admin.ch) ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 7
2‘946
.-- im Jahr 2015 (Fr. 5‘885
.-- x
12 :
40 x 41.4
: 1.002).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Das im Jahr 2014
von Männern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Eink
ommen betrug pro Monat Fr. 5‘312.-- (LSE 2014
,
www.bfs.admin.ch
). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentli
ch
en Arbeitszeit von 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch) und der Nomina
llohnent
wick
lung (Total) von 0.3 % im Jahr 2015 (www.bfs.admin.ch) ergibt sich ein hypo
the
tisches In
valideneinkommen
von rund Fr.
66‘652.-- im Jahr 2015
(
Fr.
5'312.
--
x
12 :
40 x 41.7 x 1.003
).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.1.1
und
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hin
weisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesge
richtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen)
Es sind vorliegend keine Faktoren ersichtlich, welche darauf hindeuten würden, dass der Beschwerdeführer seine ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könnte, weshalb sich kein zusätzlicher Abzug rechtfertigt.
5.6
Bei einem
Valideneinkommen
von
rund
Fr. 7
2‘946.--
und einem Invalidenein
kommen von Fr.
66‘652.--
resultiert eine
Einkommenseinbusse
von Fr.
6‘294
.--, was einem Invaliditätsgrad von rund
9
% entspric
ht.
Damit ist ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu verneinen.
6.
6.
1
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer im August und im November 2015
Frühinterventionsmassnahmen in Form
einer vom 2
8.
Juli 2015
bis 2
7.
März 2016 dauernden
Arbeitsvermittlung
(vgl.
Urk.
14/25-27
)
und
im Hinblick auf die Ausübung einer angepassten Tätigkeit in der Lageradministra
tion
einen Ausbildungskurs für Lagermitarbeitende
, welcher vom 1
6.
November 2015 bis 2
9.
Januar 2016 dauerte
(
Urk.
14/28
-37
).
Sinngemäss beantragte er nun
die Gewährung von weiteren Eingliederungsmassnahmen (vgl. vorstehend E. 2.2).
Zu prüfen
ist
daher
nachfolgend, ob der Beschwerdeführer
Anspruch
auf
weitere
berufliche Eingliederungsmassnahmen gemäss
Art.
8 IVG hat
(vgl. vorstehend E.
1.5
)
.
6.2
Anspruch
auf
Arbeitsvermittlung im Sinne von aktiver Unterstützung bei der Such
e eines geeigneten Arbeitsplatzes haben
gemäss
Art. 18 Abs. 1
lit
. a IVG arbeitsunfähige Versicherte, welche eingli
ederungsfähig sind
(vgl. vorstehend E.
1
.7
)
.
Der
Anspruch
auf
Arbeitsvermittlung bedarf weder der Invalidität noch eines Mindestinvaliditätsgrades. Daher genügt der Eintritt einer (teilweisen) Arbeits
unfähigkeit, welche quantitativ, qualitativ und zeitlich so beschaffen sein muss, dass sie den Versicherten bei der Arbeitssuche erheblich behindert. Für das Vorliegen eines Arbeitsvermittlungs
anspruch
s müssen die Teilgehalte der
Verhält
nis
mässigkeit
(Art. 8 Abs. 1
lit
. a IVG),
insbesondere die Notwendigkeit und Geeignetheit, erfüllt sein.
Vorausgesetzt ist sodann die Eingliederungsfähigkeit des Versicherten, das
heisst
seine objektive Möglichkeit und subjektive Bereitschaft, von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätig
keiten voll zumutbar sind
, bedarf es zur Begründung des
Anspruch
s
auf
Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art
(Urteil des Bundesgerichts 9C_594/2016 vom 18. November 2016 E. 3.2).
Zu beachten gilt es vorliegend,
dass der Beschwerdeführer bereits vom
2
8.
Juli 2015 bis 2
7.
März 2016
im Rahmen einer achtmonatigen
Frühinterventions
mass
nahme
gemäss
Art. 7d Abs. 2
lit
. c IVG in den Genuss einer von der Invaliden
versicherung finanzierten Arbeitsvermittlung durch die
I._
AG kam (vgl.
Urk.
14/25
).
Trotz
erfolgreich
durchgeführtem Ausbildungskurs in der Lagerlo
gistik
,
in dessen Rahmen der Beschwerdeführer auch den Staplerfahrerausweis erwarb (vgl.
Urk.
14/33-35
)
,
und
gemäss
Sch
lussbericht der
I._
AG vom 15
.
März 2016
weiterhin
sehr guter Motivation des Beschwerdeführer
s und Ein
satz bei der Jobsuche
(vgl. Urk.
14/37
)
,
gelang es
jedoch
nicht, eine angepasste Stelle zu finden
(vgl.
Urk.
14/37/4).
Grundsätzlich steht
d
er Umst
and, dass dem
Beschwerdeführer im Rahmen der Frühintervention bereits
eine
achtmonatige
Arbeitsvermittlung
gewährt wurde
(vgl.
Urk.
14/25)
, einem
Anspruch
gemäss
Ar.
18 IVG nicht entgegen.
Nachdem aber sowohl die achtmonatige Begleitung durch die
I._
AG als auch die
Be
mühungen des Beschwerdeführers über
das zuständige Regionale Arbeitsvermitt
lungs
zentrum (RAV) ab
Juni 2014
(vgl. Urk. 14/5
2) keinen Erfolg zeitigten, drängt sich die Frage nach der
Verhältnismässigkeit
einer neuerlichen Arbeits
vermittlung durch die Beschwerdegegnerin
auf
, ist doch tatsächlich zweifelhaft, ob von einer neuerlichen Unterstützung ein Erfolg erwartet werden darf.
Weiter lässt sich dem von
Dr.
A._
festgelegten Belastungsprofil für
ange
passte
leichte bis mittelschwere Arbeit
(vgl. vorstehend E. 4
) auch nicht eine spezifische
Einschränkung
entnehmen, welche Probleme bei der Stellensuche verursacht.
Ein
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf
Arbeitsvermittlung ist daher
vorliegend
zu verneinen.
6.3
Auch hinsichtlich eines Anspruches auf Berufsberatung nach
Art.
15 IVG
(vgl. vorstehend E. 1.6)
fällt ins
Gewicht
, dass diese
gemäss
der
Zielvereinbarung vom 1
7.
August 2015 (
Urk.
14/26)
bereits
Bestandteil der
über acht Monate
ge
währten Arbeitsvermittlung war und eine weitere Berufsberatung aus denselben Überle
gungen wie
denjenigen
zur Arbeitsvermittlung vor dem Gesichtspunkt der
Ver
hält
nismässigkeit
als
fraglich erscheint (
vgl. vorstehend E. 6.2
).
Gemäss
Rz
2002 des Kreisschreibens über die
Eingliederungsmassnahmen
beruf
licher Art (
KSBE
; Stand
1.
Januar 2018) haben versicherte Personen, die wegen einer Behinderung in ihrer Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit beeinträchtigt und daher
auf
spezialisierte Berufsberatung angewiesen sind,
Anspruch
auf
Berufsberatung.
Dass
der Beschwerdeführer vorliegend auf eine spezialisierte Berufsberatung angewiesen wäre, ist nicht ersichtlich.
Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf erneute Berufsberatung nach
Art.
15 IVG ist demnach zu verneinen.
6
.4
Betreffend einen allfälligen Umschulungsanspruch des Beschwerdeführers nach
Art.
17 IVG festzuhalten,
dass dieser voraussetzt, dass die versicherte Person weg
en der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und
in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
Da beim Beschwerdeführer lediglich ein Invaliditätsgrad von 9
%
vorliegt (vgl. vorstehend E. 5.6
), ist ein Anspruch auf Umschulung zu verneinen.
6.5
Aufgrund des Gesagten besteht kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen
.
7.
Da weder ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente noch auf berufliche
Massnahmen
besteht, erweist sich die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde
führt
.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwer
de
führer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.