# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 77082f9a-16d2-4860-916b-2610214b74fb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1956, Maler,
angestellt beim
Y._
,
meldete sich am 25. Februar 2011 unter anderem mit Hinweis auf eine
radikuläre
Reizung L5 sowie eine Stenose in den Seg
menten L3/4 und L4/5 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/18).
Der Versicherte hatte zu diesem Zeitpunkt bereits während längerer Zeit Taggelder der Krankentaggeldversicherung be
zogen (vgl. 8/17/11).
In der Folge verbesserte sich jedoch sein Gesundheits
zustand wieder, so dass die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
dem Versicherten am 18. Mai 2011
(
Urk.
8/35)
mitteil
t
e
,
dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei und er bei seinem bisherigen Arbeitge
ber rentenausschliessend eingegliedert sei.
1.2
Am 26. Februar 2013 meldete sich der Versicherte erneut zum
Leistungsbe
zug
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (Urk. 8/48).
Nach entsprechenden erwerblichen und medizinischen Abklärungen (unter ande
rem
Beizug
des von der Helsana Versicherungen AG, der damals zuständigen Krankentaggeldversicherung, eingeholten medizinischen Gutachtens [Urk. 8/53/7-14]) sowie nach Durchführung des
Vorbescheidver
fah
rens
(vgl. Urk. 8/80-90
) verneinte die
IV
Stelle sowohl den Rentenanspruch des Versi
cherten als auch den Anspruch auf berufliche Massnahmen mit Verfügung vom
22
. De
zember 2014 (Urk. 2 = Urk. 8/104
) gestützt auf einen rentenaus
schliessen
den Invaliditätsgrad von 25 % beziehungsweise mit dem Argument, dass keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche bestehe.
Berufliche Massnahmen seien mit Mitteilung vom 8. Dezember 2014 abge
schlossen worden, da der Beschwerdeführer keine Unterstützung gewünscht habe.
2.
Dagegen liess der Versicherte
mit Eingabe vom 2. Februar 2015 (Urk. 1) Be
schwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. Dezember 2014 aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente gestützt auf ei
nen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % rückwirkend ab dem Jahre 2010 zuzusprechen.
3.
Es seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zuzuspre
chen.
4.
Es sei das Fremdgutachten der Frau
Dr.
med. Z._
voll
ständig aus dem Recht zu weisen.
5.
Es sei durch das Gericht eine polydisziplinäre medizinische Begut
achtung des Beschwerdeführers anzuordnen.
6.
Eventualiter sei die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen zwecks Einholens eines versicherungsexternen
polydis
ziplinären
medizinischen Gutachtens.
7.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel vorzunehmen.
8.
Es sei gestützt auf Art. 6 EMRK eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 4. März 2015 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde. Am 22. Juni 2015 liess der Versicherte auf die Erstattung einer Replik verzichten (Urk. 11). Am 14. März 2017 wurde eine öffentliche Hauptverhandlung durchgeführt; die IV-Stelle verzichtete auf eine Teilnahme an der Verhandlung (vgl. Prot. S. 4 ff. und Urk. 19).
Auf die Ausführungen der
Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung in der
ange
-
fochte
nen
Verfügung vom 22. Dezember 2014 (Urk. 2) damit, dass es dem Beschwerdeführer gemäss den medizinischen Unterlagen seit September 2012 zwar nicht mehr möglich sei, seine bisherige Tätigkeit als Maler auszu
üben; in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (körperlich leichte Tätig
keiten in Wechselbelastung ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen) sei ihm jedoch ein 100%iges Arbeitspensum zumutbar.
Ausgehend von einem
Vali
deneinkommen
von Fr. 71‘188.
und einem statistisch ermittelten
Inv
aliden
einkommen
von Fr. 53‘353.20 (beide Werte für das Jahr 2013) ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 25 %. Dabei sei beim
Invali
deneinkommen
aufgrund des eingeschränkten Tätigkeitsspektrums, das dem Beschwerdeführer offenstehe, ein lohnmindernder Faktor berücksichtigt wor
den. Da beim Beschwerdeführer keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche bestehe, habe er keinen Anspruch auf aktive Arbeits
vermittlung. Berufliche Massnahmen seien im Rahmen der Arbeitsvermitt
lung zugesprochen worden; da der Beschwerdeführer keine Unterstützung durch die Invalidenversicherung gewünscht habe, seien die genannten Mass
nahmen mit Mitteilung vom 8. Dezember 2014 abgeschlossen worden.
2.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer
im Wesentlichen vortragen
(Urk. 1)
, dass er bereits seit einigen Jahren an gravierenden gesundheitlichen Beschwerden leide. Zufolge eines Wirbelsäulenleidens
sei er ab
Juli 2010 in seiner angestammten Tätigkeit als Maler vollständig arbeitsunfähig gewesen.
Nachdem er zwischenzeitlich bei seinem angestammten Arbeitgeber
renten
ausschliessend
habe eingegliedert werden können, sei er ab September 2012 wieder zu 100 % arbeitsunfähig geworden
(S. 3 ff.)
. Am 14. März 2013 habe ihm die Helsana Ver
sicherungen AG gestützt auf die
von ihr eingeholte me
dizi
nische Beurteilung von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Physi
kalische
Medizin
und Rehabilitation,
vom 19. (richtig: 20.) Februar 2013 m
it
geteilt, dass die Krankentagge
lder lediglich bis zum 14. Juli 2013 ausgerich
tet würden. Diesen Bericht habe die Beschwerdegegnerin beigezogen und in der Folge keine versicherungsexterne medizinische Begutachtung angeord
net. Sie habe Berichte der behandelnden Ärzte beigezogen. Diese Ärzte hät
ten attestiert, dass der Beschwerdeführer zufolge seiner hochgradigen Schwerhörigkeit beidseits und der massiven Wirbelsäulenproblematik seiner Tätigkeit als Maler nicht mehr nachgehen könne. Anstatt den Sachverhalt weiter abzuklären,
habe
die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Bericht von
Dr.
Z._
eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit fest
gestellt
(S. 6). Die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Der Beschwerdeführer sei bereits seit Juli 2010 als Maler nicht mehr arbeitsfähig. Auch während der Periode von Juli bis September 2010, als er lediglich sehr leichte Arbeiten habe aus
führen können, habe keine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Die Ein
schätzung der Beschwerdegegnerin, wonach dem Beschwerdeführer eine
lei
densangepasste
Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei, stütze sich offensichtlich auf die Beurteilung („das Fremdgutachten“) von
Dr.
Z._
ab. Diese Be
urteilung sei damals aber bereits mehr als zwei Jahre alt gewesen. Bereits aus zeitlichen Gründen könne dieser Bericht nicht für die Beurteilung der
Restar
beitsfähigkeit
herhalten. Des Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass hin
sichtlich der Beiziehung dieses Gutachtens das rechtliche Gehör
des Be
schwerdeführers
verletzt
worden sei
. Das Gutachten von
Dr.
Z._
sei auch inhaltlich weder schlüssig noch nachvollziehbar. D
er
Gutachterin h
ät
ten
weder die vollständigen Akten der behandelnden Ärzte noch diejenigen der Invalidenversicherung
vorgelegen
(S. 9 f.). Der vorzunehmende
leidens
bedingte
Abzug sei angesichts der vom Beschwerdeführer verrichteten Schwerarbeit auf mindestens 20 % anzusetzen. Entgegen de
n
Ausführungen der Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführer nicht von sich aus den Abschluss einer Arbeitsvermittlung
anbegehrt
. Es habe sich vielmehr gezeigt, dass es angesichts der Gesundheitsbeeinträchtigungen, des Alters und der mangelhaften Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers auf dem freien Ar
be
itsmarkt praktisch unmöglich sei
, eine Arbeitsstelle zu finden (S. 11). Es treffe des Weiteren nicht zu, dass der beim Beschwerdeführer vorliegende Vorfussschmerz nicht dauerhaft
sei
und sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auswirke, wie in der angefochtenen Ver
fügung unzutreffend erwogen worden sei. Diesbezüglich seien von der
Be
schwerdegegnerin
absolut keine medizinischen Abklärungen getroffen wor
den. Eine versicherungsexterne Begutachtung sei auch insoweit angezeigt (S. 12).
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 14. März 2017
liess der Beschwerde
-
füh
rer
vortragen, dass er seit dem 25. April 2016 bei der
A._
wieder eine Festanstellung habe. Damit sei wohl Ziff. 3 des
Rechtsbe
gehrens
de facto obsolet geworden, de
iure
müsse aber nach wie vor über diesen Antrag entschieden werden (Urk. 19 S. 3; vgl. auch Prot. S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 die Ansprüche des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente und auf berufliche Massnahmen zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation,
hielt in ihrem Gutachten vom 20. Februar 2013 (Urk. 8/71/13-19) folgende Diagno
sen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest (S. 5):
Anamnestisch und aktenanamnestisch Verdacht auf
radiculäre
Claudatio
L5 rechts bei
Foramenstenose
L4/5 rechtsseitig.
Status nach
Fenestration
L3/4 und L4/5, am 21.1.2011 links bei damaligen linksseitigen
Foramenstenosen
.
Nicht
rekonstruierbare
Rotatorenmanschettenmassenruptur
und beginnende
Omarthrose
rechts.
Transmurale
Supraspinatussehnenruptur
, Verdickung der langen
Bizepssehne
Schulter links (Sonographie 11.2013).
Demgegenüber erachtete die Gutachterin die Schwerhörigkeit beidseits (anam
nestisch seit 15 Jahren; versorgt mit Hörgerät) als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Beim Beschwerdeführer bestünden
Rückenbeschwer
den
und Schulterprobleme. Die Rückenbeschwerden hätten 2008 begonnen. Zunächst seien linksseitig
lumboischialgieforme
und möglicherweise auch
radikuläre
Beschwerden aufgetreten, die schliesslich am 21. Januar 2011 zu einer Operation bei
Foramenstenosen
in den unteren Segmenten
ge
führt
hätten
. Diese Operation habe zwar die Situation verbessert; der Beschwerde
führer sei aber auch nachher nie schmerzfrei gewesen. Trotz Schmerzen habe er weiter als Maler gearbeitet. Ab Sommer 2012 seien die Rückenschmerzen wieder intensiver geworden. Neu seien auch Schmerzen im Bein rechts a
uf
getreten (S.5). Die
Rücken- und Schulterbeschwerden
des Beschwerdeführers
, der keinerlei Verdeutlichungstendenz gezeigt habe und gut dokumentiert mit allen Berichten erschienen sei, seien medizinisch plausibel und gut nachvoll
ziehbar. Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit maximalen Sitzphasen von je bis zu zwei Stunden mit anschliessenden Pausen (bis 30 Minuten) und einer mindestens einstündigen Mittagspause sei dem Be
schwerdeführer zu 100 % zumutbar. Allenfalls dürften kurze therapeutische Massnahmen wie Infiltrationen mit Reaktion oder allenfalls eine spätere Operation eine solche Arbeitstätigkeit unterbrechen. Am Grundsatz der noch vorhandenen Zumutbarkeit ändere das aber nichts (S. 6).
3.2
Am 3. Juli 2013 berichtete der Leitende Oberarzt
Dr.
med.
B._
von der
C._
nach
im März 2013
erfolgter Nervenwurzelinfiltration (vgl. Urk. 8/71/23) von einem leicht verbesserten Allgemeinzustand. Deshalb sei der Beschwerdeführer ab 8. Juli 2013 in einer angepassten Tätigkeit (He
ben und Tragen von maximal 5 kg bis Brusthöhe) zu 50 % arbeitsfähig
. Neu seien brennende Fussbeschwerden aufgetreten
(Urk. 8/71/25-26).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Ohren
, Nasen
, Halskrankheiten, speziell Hals- und Gesichtschirurgie, führte in seinem Bericht vom 3. Dezember 2013 (Urk. 8/75/5-6) aus,
dass
die Arbeitsunfähigkeit des Be
schwerdeführers sowohl durch die massive Schwerhörigkeit als auch durch die orthopädischen Diagnosen begründet werde. Eine Hörgeräteversorgung sei zwar bereits im Jahr 2010 erfolgt, wegen der Progredienz der Hörstörung sei aber nunmehr eine Neueinstellung erforderlich. Allenfalls werde zu einem späteren Zeitpunkt auch ein
Cochleaimplantat
zu evaluieren sein.
3.4
Med.
pract
.
E._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, vo
m
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der
Beschwerdegeg
nerin
äusserte sich am 30. Dezember 2013 dahingehend, dass das Gutachten von
Dr.
Z._
umfassend sei, auf allseitigen Untersuchungen beruhe, die geklagten Beschwerden berücksichtige, in Kennt
nis der
Vorakten
abgegeben worden
und einleuchtend sei. Daher könne auf das Gutachten abgestellt wer
den (Urk. 8/79/3).
3.5
Assistenzarzt
Dr.
med.
F._
und Oberarzt
Dr.
med.
G._
von der
C._
führten in ihrem Bericht vom 15. September 2014 (Urk. 8/98) aus, dass der Beschwerdeführer über neu aufgetretene plantare Schmerzen am linken Fuss klage. Er beschreibe einen dauerhaften plantaren Schmerz, unabhängig vom Schuhwerk, teils nachts bestehend. Die genaue Genese der Beschwerden sei unklar.
3.6
Med.
pract
.
E._
kam am 12. Dezember 2014 zum Schluss, dass der neu mitgeteilte Vorfussschmerz nicht dauerhaft sei und sich nicht auf die Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auswirke (Urk. 8/103/3).
4.
4.1
In seinem Urteil 9C_643/2016 vom 18. Januar 2017 erwog das Bundesgeri
cht in E. 4
.2 unter Hinweis auf seine Praxis (vgl. Urteil 9C_575/2009 vom 6. November 2009)
, dass sich angesichts der Besonderheiten jede
s
einzelnen Falles nicht allgemein sagen lasse, welche konkreten
Abklärungsmassnah
men
in gesundheitlicher Hinsicht für eine
rechtsgenügliche
Sachverhaltser
mittlung
geboten seien. Allgemeingültige Regeln, wann eine Expertise ver
altet sei, liessen sich demzufolge nicht formulieren.
4.2
4.2.1
Die Beschwerde
gegnerin
stützte die angefochtene Verfügung vom 22. Dezember 2014 (Urk. 2), mit der sie das Leistungsbegehren des Beschwer
deführer
s
abwies, zur Hauptsache auf das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 20. Februar 2013 (vgl. E. 3.1). Dieses Gutachten wurde nicht von der
Be
schwerdegegnerin
, sondern von der Helsana Versicherungen AG in Auftrag gegeben; die Beschwerdegegnerin zog das genannte Gutachten
lediglich
bei. Eigene Untersuchungen veranlasste
s
ie nicht; sie legte die Akten immerhin dem RAD vor, für welchen med.
pract
.
E._
kurze Aktenbeurteilungen abgab (vgl. E. 3.4 und 3.6). Dabei ist zu berücksichtigen, dass der
Aktenbe
urteilung
vom 30. Dezember 2013 (vgl. E. 3.4) abgesehen von der formelhaft vorgetragenen Folgerung, dass auf das Gutachten von
Dr.
Z._
, das umfassend, auf allseitigen Untersuchungen beruhe, die Beschwerden berück
sichtige, in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben worden und einleuchtend sei, keine weiteren beziehungsweise begründeten medizinischen Informationen zu entnehmen sind. In der Aktenbeurteilung vom 12. Dezember 2014 (vgl. E. 3.6) wurde dann ohne Begründung postuliert, der neu aufgetretene
Vor
fussschmerz
sei nicht dauerhaft.
Die kurzen Aktenbeurteilungen von med.
pract
.
E._
sind mangels (hinrei
chender) Begründung nicht nachvollziehbar und können deshalb nicht als
Entscheidgrundlage
dienen. Zu prüfen bleibt somit, ob sich der
leistungs
ablehnende
Entscheid der Beschwerdegegnerin allein durch das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 20. Februar 2013 halten lässt.
4.2.2
Dieses Gutachten war bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2014 beinahe zwei Jahre alt.
Wie oben dargelegt wurde, führt dieser rein zeitliche Faktor nicht dazu, dass das Gutachten ohne
Weiteres
nicht mehr als Entscheidungsgrundlage dienen könnte. Entscheidend ist vielmehr, ob das Gutachten inhaltlich überzeugt und die oben in E. 1.5 wie
dergegebenen Kriterien der Gerichtspraxis erfüllt. Hierzu gehört allerdings auch, dass das Gutachten ein aktuelles (bezogen auf den Zeitpunkt des Er
lasses der angefochtenen Verfügung) und nicht ein überholtes Bild widergibt.
Naturgemäss wurden im Gutachten von
Dr.
Z._
vom 20. Februar 2013 die erst danach aufgetretenen
und erstmals von
Dr.
B._
im Juli 2013 dokumentierten
Fussbeschwerden
(vgl. E. 3.2) nicht berücksichtigt. Dass diese Beschwerden nicht einfach als nicht dauerhaft und im vorliegenden Kontext irrelevant qualifiziert werden können, wurde bereits dargetan. Angesichts des Umstandes, dass beim Beschwerdeführer im März 2013 eine
periradikuläre
Nervenwurzelinfiltration L5 rechts durchgeführt (Urk. 8/71/23-24) und er auch anschliessend in der
C._
weiterbehandelt wurde
bei
Dis
kushernie
mit Kontakt zur Nervenwurzel L5
(Urk. 8/71/25-26), überzeugt der von der Beschwerdegegnerin (zumindest implizit) gezogene Schluss, dass die medizinische Situation, die von der Gutachterin
Dr.
Z._
Anfang 2013 beschrieben wurde, auch noch Ende 2014 unverändert vorlag, nicht. Dem
entsprechend ist auch nicht überzeugend dargetan, dass das von
Dr.
Z._
Anfang 2013 erstellte Zumutbarkeitsprofil, auf dem der in der ange
fochtenen Verfügung vorgenommene Einkommensvergleich basiert, auch noch Ende 2014 gültig war.
Ein Grund, weshalb das Gutachten von
Dr.
Z._
aus dem Recht zu weisen
sei
(Beschwerdeantrag
4
), ist allerdings nicht ersichtlich.
Etwaige Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör wären jedenfalls durch das vorliegende Beschwerdeverfahren als geheilt zu be
trachten.
4.3
Aus dem Gesagten folgt, dass
bei der gegebenen Aktenlage nicht entschieden werden kann, in welchem Umfang der Beschwerdeführer arbeitsfähig ist. D
er medizinische Sachverhalt
ist demnach
weiter abzuklären, weshalb die Be
schwerde in dem Sinne
teilweise
gutzuheissen ist, dass die angefochtene Verfügung vom 22. Dezember 2014 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach Einholung eines verwaltungsunabhängigen Gutachtens über die Ansprüche des Beschwerde
führers neu verfüge.
5.
5.1
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 1‘0
00.-- festzulegen und, da die
Rück
weisung
an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
U
199/02 vom 10. Februar 2004 E.
6 mit Hinweis auf BGE
110
V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr.
10 S.
28 E.
3),
ausgangsgemäss
von der
Be
schwerdegegnerin
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Dem
Beschwerdeführer steht sodann eine Prozessentschädigung zu, welch
e in Anwendung von Art. 61
lit
.
g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der
Bedeutung der Streitsache und der Schw
ierigkeit des Prozesses auf Fr. 3‘000
.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.