# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f1134d63-ed7d-4613-b337-db5a248d4205
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
zuletzt seit Januar 2013 als
Haushaltsreinige
rin
tätig gewesen (vgl. Lebenslauf,
Urk.
8/40)
meldete sich am 1
8.
März 2014 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf einen am
19.
September 2013 erlittenen Autounfall bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/28).
Die
Suva als
zuständige Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen Leistun
gen, welche sie mit
in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom
1.
Juni 2015
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
infolge mangelnder
adäquater
Unfallkausalität der noch bestehenden Beschwerden per 3
0.
Juni 2015 einstellte (
Urk.
8/102
).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere die Akten der zuständigen Unfallversicherung ein. Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
1.
August 2015,
Urk.
8/109; Einwand vom 1
4.
September 2015,
Urk.
8/117)
sprach die
IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
5.
Dezember 2015 (
Urk.
2) eine vom
1.
September 2014 bis zum 3
1.
März 2015 befristete ganze Rente zu.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
5.
Januar 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei ihr auch ab dem
1.
April 2015 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei sie zu begutachten. Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Februar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-136), was der Beschwerdeführerin am
1.
März 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (
Urk.
2), dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis vom 1
9.
September 2013 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Ab dem
1.
Januar 2015 habe sich der Gesundheitszustand soweit verbessert, dass in einer angepass
ten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sei
und ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 1
%
resultiere
.
Ab dem
1.
Mai 2015 habe sich der Gesundheitszustand weiter verbessert, so dass auch die angestammte Tätigkeit wieder zumutbar sei. Da reine Unfallfolgen vorlägen könne auf die Akten der zuständigen Unfallversicherung abgestellt werden. Ein psychiatri
scher Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Damit bestehe Anspruch auf eine vom
1.
September 2014 bis zum 3
1.
März 2015 befristete ganze Rente.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor
(
Urk.
1)
,
dass die Beschwerdegegnerin ihrer Pflicht zur autonomen und von der Unfallversicherung unabhängigen Sachverhaltsermittlung nicht nachgekom
men sei und auch einen allfälligen Vorzustand zu berücksichtigen habe. Die beigezogene Psychologin habe festgehalten, dass nebst der Traumatisierung durch den Unfall auch frühere Erlebnisse zu einer Dekompensation geführt hätten, was fälschlicherweise unberücksichtigt geblieben sei. Es bestehe nicht eine fehlende Bereitschaft zur Psychotherapie, sondern es sei vielmehr zu schwierig gewesen, die vielfach erlebten Traumata während laufender Gene
sung zusätzlich anzugehen - der psychische Leidensdruck sei nach wie vor hoch. Entsprechend liege keine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor und es sei ihr
weiterhin
eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei sie psychiatrisch und somatisch abzuklären. Die massive Verspannung des gan
zen Körpers habe klar Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenan
spruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzu
sprechung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten geblie
benen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125
V
413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Renten
anspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermas
sen:
3.1
Die Beschwerdeführerin erlitt am 1
9.
September 2013 einen
Autou
nfall
als Beifahrerin
und war vom 1
9.
bis zum 2
0.
September 2013 hospitalisiert im
Y._
. Die erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten ein stumpfes
Thoraxtrauma
sowie ein Halswirbelsäulen
(HWS)
-
Distorsions
trauma
. Sie attestierten eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 1
9.
bis zum 2
4.
September 2013 (Austrittsbericht
Y._
vom 2
4.
September 2013,
Urk.
8/78/124 f.)
.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, notierte in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
2.
April 2014 folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/45):
Status nach schwerer panvertebraler Distorsion nach Frontalkollision mit 80 km/h am 1
9.
September 2013 mit:
d
ysfunktioneller
oberer/mittlerer HWS rechtsbetont, mittle
rer/unterer Brustwirbelsäule (BWS) und deutlichem panvertebralem Muskelhartspann
Dauertherapie mit Opiaten und Antidepressiva
Die erste Konsultation habe am 2
4.
September 2013 und dann wieder am
6.
Dezember 2013 stattgefunden, da die Beschwerdeführerin aufgrund der Betreuung ihres Lebenspartners keine Zeit für sich selbst gehabt habe. Sie sei mit sehr starken Rückenschmerzen und einer mittelschweren Depression gekommen. Sie
habe die Beschwerdeführerin überwiesen, auch werde sie regelmässig seit Dezember 2013 von der Physiotherapeutin behandelt, die Schmerzen seien aber weiter opiatbedürftig. Eine Wassertherapie sowie die Anmeldung bei einer
Traumatherapeutin
sei
im März 2014 erfolgt, eine Behandlung mittels
Traditioneller Chinesischer Medizin (
TCM
)
sei geplant. Die Beschwerdeführerin könne aufgrund ihrer Rückenschmerzen keine schwereren körperlichen Arbeiten erledigen. Sie sei seit dem 1
9.
September 2013 vollumfänglich arbeitsunfähig (
Urk.
8/45).
3.3
Die Physiotherapeutin
A._
hielt in ihrem Bericht vom 1
1.
Juni 2014 (
Urk.
8/78/79 ff.) fest, dass aufgrund zunehmender
Schmerzsymp
-
tomatik
am 1
7.
Dezember 2014
(richtig vielleicht: 2013) eine
Physiotherapie begonnen worden sei. Seither sei die Therapiefrequenz 1-2mal wöchentlich gewesen, manchmal sei es wegen der häufigen Arzttermine des schwer ver
letzten Partners, der vollkommen von der Betreuung der Beschwerdeführerin abhängig sei, schwierig, Termine zu finden. Seit dem
3.
April 2014 finde einmal wöchentlich Physiotherapie und einmal wöchentlich Einzeltherapie im Wasser in
B._
statt.
Die
Beschwerdeführerin
habe
seit dem Unfall keine
Nacht mehr durchgeschla
fen
und sie
habe
nachts Schmer
zen mit schwankender Intensi
tät
. Am Tag seien alle Tätigkeiten eingeschränkt, die aufgezwunge
ne Inakti
vität nerve je länger j
e mehr. Am Schlimmsten sei
en
der
Konzentrationsver
lust
und die Vergesslichkeit, sie sei nicht mehr derselbe Mensch wie früher. Sie benötige lange Erholungszeiten, leide oft unter Schwindel. Gut tun wür
den ihr die Spaziergänge mit dem Hund und dem Partner (im Rollstuhl).
Die Körperhaltung in Ruhe
beschrieb
Frau
A._
folgendermassen:
HWS von dorsal Rotation beidseits ca. 30°, Kopfschiefstand bleibt bei Rotation bestehen
Körper von lateral:
Augen zum Boden gerichtet
BWS gerundet, Becken vorgeschoben
Hüfte und Knie in Flexion
Arme stehen steif vom Körper ab
Die Körperhaltung könne auf Aufforderung hin nicht korrigiert werden, das Gewicht könne nur kurz auf Zehen, bzw. Fersen verlagert werden ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Das Becken sei nach wie vor starr. Die Hände seien oft kalt und es bestehe fast immer das Gefühl
,
von
innen her aufge
pumpt zu sein.
Die Finger seien häufig geschwollen und kribbelten. Das Schreiben sei mühsam, s
ie bekomme schnell einen Krampf.
D
as Stricken sei unmöglich. Der
Pinzettengriff
sei möglich aber kraftlos, Flexion/Extension im
Pinzettengriff
sei unmöglich. Die Symptome seien sehr therapieresistent, der Körper verharre im Schockzustand. Besser geworden sei lediglich die Beweglichkeit der
Scapulae
(können aktiv a
us Stand und RL bewegt werden) und
des Beckens (könne aus Sitz auf
Pezziball
seitlich bewegt werden, Gewicht könne von einer Gesässhäl
f
te auf die andere verlagert werden)
sowie
die
HWS-Rotation und es bestünden kaum mehr ausstrahlende Schmerzen ins rechte Bein.
3.4
Vom 2
2.
bis 2
9.
Juli 2014 wurde ein 7-Tage EKG durchgeführt.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie, und
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Innere Medizin/Kardiologie, konstatierten, dass ein
bradykarder
bis
tachykarder
Sinusrhythmus vorliege. Es seien einzelne kurze
supraventikuläre
Sa
lven, jedoch kein anhaltendes Vorhofflimmern (definiert ab > 30 Sekunden Dauer) zu verzeichnen. Ventrikuläre Tachykardien lägen in diesem EVENT-EKG nicht vor. Für die geschilderte Symptomatik sei keine
rhythmogene
Ursache nachweisbar (
Urk.
8/78/6).
3.5
Am
2.
September 2014 fand eine neurologische Konsultation bei PD
Dr.
med.
E._
, Leitender Arzt Neurologie
B._
, statt. Er diagnostizierte 1) ein chronisches Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsion am 1
9.
September 2013 und 2) einen Verdacht auf
Medikamen
tenübergebrauchskopfschmerz
(
Urk.
8/78/20).
Die Beschwerdeführerin berichte über eine ausgeprägte Vergesslichkeit, wel
che in der letzten Zeit deutlich zugenommen habe. Sie habe andauernd Nacken- und Beckenschmerzen, wiederholtes Einschlafen beider Arme sowie ausstrahlende Schmerzen vom Becken ins rechte Bein. Auf Nachfrage
berichte sie über pulsierende Kopfschmerzen, begleitet von Licht- und
Lärm
überempfindlichkeit
sowie Übelkeit.
3.6
3.6.1
Lic
. phil.
F._
, Fachpsychologin für Psychotherapie
FSP, diagnostizierte in ihrem Verlaufsbericht vom 2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
8/78/14 f.) zuhanden der Unfallversicherung 1) eine chronische
post
trauma
-
tische
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und 2) eine
Anpassungs
störung
nach mehrfachen traumatischen Ereignissen (ICD-10 F43.2). Sie behandle die Beschwerdeführerin seit dem
6.
Juni 201
4.
B
isher hätten 6 Sit
zungen stattgefunden. Die Beschwerdeführerin leide unter den Folgen des schweren Autounfalls, den sie als Beifahrerin erlitten habe. Vor allem schil
dere sie muskuläre Beschwerden und eine ausgeprä
gte Schmerzsym
p
t
omatik. 3-5mal täglich erleide sie Intrusionen, während denen sie einzelne Momente des Unfalls wiedererlebe. Sie fühle sich häufig nutzlos, zu nichts mehr zu gebrauchen, erschöpft und ohne Perspektive. Ihre Aufgabe sehe sie darin, mitzuhelfen, dass sich die Beschwerden ihres Mannes verbesserten. Sie fühle sich ihm gegenüber schuldig und konzentriere sich vor allem auf Hilfs- und Unterstützungsmassnahmen für ihn; sie könne ihn damit nicht alleine lassen. Ihr eigenes Wohlbefinden verknüpfe sie mit dem e
rfolgreichen
Gesundungs
prozess
ihres Mannes.
Die ersten Gespräche hätten dem Herstellen und Festigen einer Beziehung gedient. Hilfe anzunehmen falle ihr schwer. Sich um sich selber zu kümmern und eigene Schwierigkeiten ins Zentrum zu setzen
,
machten ihr Angst. Die für sie
verwirrliche
gesundheitliche Situation mit ihrem Mann mache ihr sehr zu schaffen. Sie meine, erst wenn die medizinische Situation ihres Mannes geklärt sei, habe sie Zeit und Kraft, sich um sich selber zu kümmern. Da sie ihren Mann zu diversen Terminen begleite und ebenfalls auch ihr jüngstes Kind betreue, möchte sie höchstens alle drei Wochen in eine psychothera
peutische Sitzung kommen. Nach erst 6 Sitzungen seien prognostische Aus
sagen kaum möglich. Eine Intensivierung der psychotherapeutischen Behandlung mache sie von einer Verbesserung der gesundheitlichen Situa
tion ihres Mannes abhängig.
3.6.2
Im Schlussbericht vom 1
2.
Januar 2015 kons
tatierte
lic
. phil.
D._
, dass mittlerweile 7 Sitzungen stattgefunden hätten. Die Beschwerdeführerin habe sich bei ihr nicht gut aufgehoben gefühlt
.
Di
e Arbeit sei teilweise zu belas
tend für
die Beschwerdeführerin
gewesen.
Die Beschwerdeführerin habe
auch
de
n
ganzen Komplex rund um den Zustand ihres Partners und den Folgen
für sie inklusive ihres Betreuungsanteils bei ihm aus dem therapeutischen Gespräch ausklammern wollen. Sie habe sich bemüht, den Wünschen der Beschwerdeführerin entgegenzukommen und auch das
traumatherapeutische
Vorgehen langsam und in kleinsten Dosen anzuwenden. Trotzdem sei es nicht gelungen, die Beschwerdeführerin für ein Verbleiben in der Therapie zu motivieren (
Urk.
8/82).
3.7
G._
, Atemtherapeutin IKP, notierte in ihrem Bericht vom
9.
Februar 2015 zuhanden der Unfallversicherung, dass die Beschwerdefüh
rerin in ihrer Beweglichkeit sehr eingeschränkt sei. Ihre Muskulatur sei stark verspannt und das Becken, wie auch der Schultergürtel, blockiert. Sie wirke heute viel weniger starr als zu Beginn der Therapie. Die Atemübungen hälfen ihr, sich zu öffnen, zu entspannen und loszulassen. Vor allem Übungen in der Bewegung förderten ihr Gleichgewicht und ihre Selbstsicherheit. Die Beschwerdeführerin benötige dringend weitere Sitzungen. Die Kombination von Physio- und Atemtherapie scheine sehr sinnvoll. Der ständige Austausch zwischen der Physiotherapeutin und ihr sei gewährleistet. Sie erwarte, dass die Beschwerdeführerin - in kleinen Schritten, aber kontinuierlich - mobiler und stabiler werde, sich ihre enorme Muskelverspannung löse, der Atem besser fliesse und somit auch die Schmerzen zurückgingen (
Urk.
8/85).
3.8
Dr.
med.
H._
untersuchte die Beschwerdeführerin 3
0.
März 2015 (
Urk.
8/91/2 f.) und am 2
0.
April 2015 (
Urk.
8/94/2 f). In ihrem Bericht vom 2
0.
April 201
5
(
Urk.
8/94/2 f.) diagnostizierte sie einen Status nach HWS-Schleudertrauma (09/2013) mit
chronifizierter
residueller
muskulärer
Dysba
lance
und
polytopen
Schmerzen ohne fokal neurologisches Defizit und
Car
paltunnelsyndrom
beidseits. Die Beschwerdeführerin berichte, dass die
Hand
gelenksorthesen
nachts nach einigen Stunden eher störten und sie diese abziehen müsse. Somit sei keine Besserung des Carpaltunnelsyndroms einge
treten. Ansonsten seien die Beschwerden unverändert mit deutlich vermehr
ten Schmerzen besonders der Nacken- und Schultermuskulatur.
Die Zusatzuntersuchungen (MEP/EMG) f
ielen unauffällig aus. So finde
sich ein
chronifiziertes
polytopes
Schmerzsyndrom mit Fokus auf die Schulter- und Armmuskulatur.
Nebenbe
fundlich
habe
in der Voruntersuchung ein
Car
paltunnel-Syndrom
leichter Ausprägung gezeigt werden
können
, welch
es die Beschwerden nicht erkläre
. In dieser
chronifizierten
Situation lehne
die
Beschwerdeführerin einen Rehabilitationsaufenthal
t in einer Klinik ab. Auch gelinge es ihr durchaus
,
sich im Alltag viel zu bewegen. Regelmässige inten
sive Bewegung
sei
angeraten. In diesem Kon
text würde sich auch Physio
thera
pie
weiterhin empfehlen. Medikamentös könn
e versucht wer
den, den Schlaf zu optimieren; d
a die
Beschwerdeführerin
Medikament
en sehr skep
tisch gegenüberstehe
, zumin
dest mit
Phytoherapeutika
, so zum
Beispiel
Redormin
zur Nacht. Gegebenenfalls kö
nn
e
auch Melatoni
n eingesetzt wer
den. Zudem empfe
hl
e
sie
die
regelmässige Einnahme von Magnesium
. Opti
ma
l w
äre, mit der Beschwerdeführerin eine "Int
ensivkur" zu vereinbaren und zu versuchen, mehrwöchig hochdosiert Magnesium und zusätzlich
Sirdalud
à 4mg 1mal
zur Nacht einzunehmen, bei gleichzeitig regelmässiger Phys
iothe
rapie und Schlafmedikation.
Hier könnte man optional auch
Remeron
für eine Zeit versuchen.
Sie habe mit der Beschwerdeführerin
eine
Verlaufskon
trolle
in 6 Monaten vereinbart.
3.9
Der Kreisarzt der
Suva
,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie, führte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Mai 20
1
5 aus, dass
aus versicherungsmedizinischer Sicht von einer Distorsion der HWS ohne struk
turell traumatische Läsion auszugehen sei. Der Status quo sine sei 4 Wochen nach Unfallereignis erreicht gewesen, wobei er sich bewusst sei, dass admi
nistrativ juristische Grundsätze zu anderen, zeitlich differenten Ergebnissen kommen könnten (
Urk.
8/96).
3.10
Med.
pract
.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin der
Suva
, nahm am 2
7.
Mai 2015 eine psychiatrische Beurteilung vor
(
Urk.
8/100)
. Er führte aus, dass b
ei der
Beschwerdeführerin
hauptsächlich Schmerzen als Probleme nach einem Ver
kehrsunfall, bei welchem der Lebenspartner schwer verletzt wurde, beschrie
ben
würden. Zudem wü
rden psychische Symptome wie Intrusionen, Schlaf
störungen
und
Konzentrationsstörungen dokumentiert, welche zu dem Symptomkomplex ei
ner posttraumatischen Belastung
sstörung ebenfalls wie zu einer temporären Anpassungsstörung
gehören könn
ten
. Die
Beschwerde
führerin sei
allerdings nach der
Aktenlage nicht so weit psychisch beein
trächtigt gewesen, als dass sie zum Beispiel inten
siverer Behandlungen in Form ei
ner medikamentösen Therapie oder einer stationären Behandlung bedurft ha
be
. Vielme
hr habe
sie
die psychotherapeutische Behandlung, wel
che sich hauptsächlich auf das Trauma nach bzw. durch den Unfall konzent
rieren sollte, als für sich nicht notwendig gesehen. Insofern m
ü
ss
e
man davon ausgehen, dass hinsichtlich möglicher psychischer B
eschwerden kein grosser Leidensdruck bestehe
und insbesondere keine gravierende Einschrän
kungen in Bezug auf Bewerkstelligung der täglichen Angelegenheiten ein
schliesslich in Bezug auf die Le
istungsfähigkeit abzuleiten seien
.
Aus der Berichterstattung der Case Managerin w
erde
vielmehr deutlich, dass die
Beschwerdeführerin
mit der sowohl physisch als auch psychisch schweren Aufgabe der Pflege ihres Lebenspartners
,
insbesondere auch unter dem Aspekt des damit verbundenen zwischenmen
schlichen Konfliktpotenzials, of
fensichtlich
gut umgehen und sie erfüllen kö
nn
e
. Dazu
sei
auch stimmig, dass
sie
eine Wiedererlangung der Arbeitsfäh
igkeit ab
1.
Januar 2015 zu 50
% und ab
1.
Mai 2015 zu 100
%
akzeptiert habe
, was als weiterer Hinweis dafür gesehen werden k
ö
nn
e
, dass
sie
sich zumindest hinsichtlich ihres psy
chischen Gesund
heitszus
tandes und
somit auch
hinsichtlich
ihrer Leistungs
fähi
gkeit
als nicht
wesentlich beeinträchtigt wahrneh
m
e. Zusammenfassend sei
daher wegen der fehlenden Bereitschaft für eine Psychotherapie und der von
ihr
subjektiv nicht durch psychische Beschwerden beeinträchtigte
n
L
eistungsfähigkeit davon auszugeh
en, dass eine psychotherapeutische Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich nicht zu einer Verbes
serung der Leistungsfähigkeit u
nd/oder Ver
besserung des subjektiven psychisc
h
en Befindens führen we
rd
e
.
Aktuell sei
auf der Grundlage der oben referierten Aktenlage mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit davon auszugeh
en, dass
sie
nicht wegen schwerwiegender psychischer Erkrankungen in ihrer Leistungs
fähig
keit beeinträchtigt sei
und nicht zwingend einer fachärztlichen oder psycho
-therapeutischen Behandlung bedü
rf
e
.
4.
4.1
4.1.1
In der angefochtenen Verfügung ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass vom 1
9.
September 2013 bis zum 3
1.
Dezember 2014 eine vollumfängli
che Arbeitsunfähigkeit, ab dem
1.
Januar 2015 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit und ab dem
1.
Mai 2015 die ange
stammte Tätigkeit wieder zumutbar gewesen sei (
Urk.
2). Dabei stützte sie sich auf die Stellungnahmen von
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), vom
4.
und 1
0.
August 2015 (Feststellungsblatt vom
1
1.
August 2015,
Urk.
8/107/4 f.).
Dr.
K._
konstatierte, dass keine unfallfremden Folgen vorlägen und mit der Unfallversicherung koordiniert werden könne.
In Bezug auf die bis
herige Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Verpackungsabteilung führte er aus, dass b
ei Schädigung d
er Hals- und Lendenwirbelsäule
aus
versicherungsme
dizinischer
Sicht eine verminderte Belastbarkeit
für regelmässiges mittel
schweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für
Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen bestehe. Es sei davon auszugehen, dass bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit mit grosser Wahrscheinlichkeit eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (leichte, wechsel
belastende Tätigkeit ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte
Armvorhalte
belastungen
und Überkopfarbeiten) bestehe. Bei der Beschwerdeführerin bestünden zwar keine neurologischen Ausfälle, allerdings sei aufgrund des Unfallereignisses nachvollziehbar, dass ein chronisches Schmerzsyndrom ausgewiesen sei
(vgl. hierzu auch Biomechanische Kurzbeurteilung vom 2
7.
August 2014,
Urk.
8/78/31 ff.)
.
4.1.2
Bereits anlässlich der Besprechung vom
8.
Januar 2014 wurde festgehal
t
en, dass die Beschwerdeführerin
den Haushalt
führe und für ihren verunfallten Lebenspartner zuständig sei, der völlig auf sie angewiesen sei (
Urk.
8/78/121).
Nach der
Bespr
echung vom 1
8.
März 2014 wurde protokol
liert
, dass die Beschwerdeführerin zwei Hunde und ca. 10 Katzen habe und nicht in eine Reha könne. Sie fühle sich für ihren Partner verantwortlich, welcher noch im elektrischen und normalen Rollstuhl sei. Er könne nicht alleine im Haus sein und es stünden noch mehrere Operationen an, seine Arbeitsunfähigkeit werde sicher noch ein Jahr dauern. Sie sei froh, wenn sie ihren Haushalt einigermassen in Ordnung halten könne und die Pflege und Betreuung des Partners klappe.
Die zuständige Case Managerin der Unfall
versicherung konstatierte, dass es eine ganz schwierige Situation sei. Sie könnten der Beschwerdeführerin keine Reinigungskraft zur Verfügung stellen wegen de
r
zwei Hunde. Eine Spitex-Kraft wolle der Lebenspartner nicht. Er sei froh, dass die Beschwerdeführerin ihn versorge. Als Tagesstruktur gingen sie jeden Tag mehrere Stunden spazieren neben den ärztlichen Kont
rollen und Terminen (
Urk.
8/78/9
4).
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
bereits kurze Zeit
nach dem Unfall die Pflege des Lebenspartners übernahm. In welchem Pensum dies bis zum
1.
Januar 2015 erfolgte bzw. wie aufwändig sich diese Pflege gestaltete, kann - aufgrund der im Recht liegenden Akten - nicht abschliessend beurteilt werden. Klar ist, dass die Pflege des Partners und der weitere damit einhergehende Aufwand ab dem
1.
Januar 2015 gestützt auf das Protokoll über die Besprechung vom
9.
F
ebruar 2015
(
Urk.
8/84)
ca. 50
%
ausmachte - was auch seitens der Beschwerdeführerin unbestritten blieb.
Davon ausgehend, dass die Beschwerdeführerin bereits kurz nach dem Unfall den Haushalt besorgte, ihren Lebenspartner pflegte und noch 2 Hunde sowie ca. 10 Katzen versorgte
(vgl. diesbezüglich auch
Urk.
1 S. 7 f. und E. 3.2 und E. 3.3)
, kann - selbst unter Berücksichtigung allfälliger familiärer Unterstüt
zung - in Frage gestellt werden, o
b
ihr
zu Recht eine ganze Rente über den Zeitraum von
1.
September 2014 bis 3
1.
März 2015
zugesprochen wurde
. Dass ihr dies
e Tätigkeiten möglich waren
,
unterstützt auch die Aussage von
Dr.
I._
,
dass der Status quo sine 4 Wochen nach dem Unfallereignis erreicht gewesen sei (E. 3.9).
V
orliegend
kann die Rechtmässigkeit der
befristeten
Rentenzusprache
aller
dings
offen bleiben, da von der Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
nur zurückhaltend Gebrauch zu machen ist (
vgl.
Urteil des damaligen
Eidg
. Ver
sicherungsgerichts H 161/06 vom 6. August 2007 E. 5.6).
4.2
4.2
.1
Festzuhalten ist, dass die Beschwerdegegnerin zugunsten der Beschwerdeführe
rin
eine befristete
ganze
Rente zugesprochen hat und offen gelassen wird, ob dies zu Recht erfolgte. Demnach muss eine nur auf den Unte
rsuchungszeitpunkt abgestützte
Beurteilung keine Verbesserung nach
weisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_17/2010 vom
2
2.
April
20
10
E. 3.1.2).
4.
2
.2
Mit Verfügung vom
1.
Juni 2015 hielt die Unfallversicherung fest, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien, weshalb die Adäquanz zu prüfen und zu verneinen sei. Diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin „aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen in Zusammenhang mit der Adäquanz, welche eine Anfechtung als wenig aus
sichtsreich erscheinen liesse“ unangefochten in Rechtskraft erwachsen (
Urk.
1 S. 8 oben).
Entsprechend notierte
Dr.
Z._
in ihrem Mail
vom
6.
Oktober 2014
an
Dr.
E._
(
Urk.
8/70; vgl. hierzu auch Telefonnotiz vom
8.
Oktober 2014,
Urk.
8/69)
, dass keine Anhaltspunkte für neuropsychologi
sche Defizite bestünden und die Vergesslichkeit h
öchstens bestehe, weil die Beschwerdeführerin
zeitweise stark unter Druck stehe
- womit sich bestätige, was s
i
e
bereits besprochen hätten
.
Dr.
I._
führte aus
, dass der Status quo sine 4 Wochen nach dem Unfallereignis erreicht gewesen sei.
Dr.
H._
konstatierte
im März bzw. April 2015
,
dass sich ein
chronifiziertes
polytopes
Schmerzsyndrom mit Fokus auf die Schulter- und Armmuskulatur finde und
nebenbefundlich
ein Carpaltunnel-Syndrom leichter Ausprägung habe gezeigt werden können, das die Beschwerden allerdings nicht erkläre (E. 3.8).
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
seit dem Unfall aufgetretenen
Beschwerden
sehr bald
keine nachweisbare organische Ursache
(mehr)
gezeitigt hatten
und auch nicht durch das
unfall
fremde
Carpaltunnel-Syndrom erklärt werden können (vgl. hierzu
auch
Stel
lungnahme von
Dr.
I._
vom 2
2.
April 2015,
Urk.
8/95/2).
4.2
.3
Die Beschwerdeführerin
machte denn auch hauptsächlich psychische Prob
leme geltend und
brachte vor, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Beurtei
lung nebst den Unfallfolgen auch einen allfälligen Vorzustand zu berück
sichtigen habe.
Lic
. phil.
D._
habe festgehalten, dass nebst der durch den Unfall eingetreten Traumatisierung auch frühere Erlebnisse zu einer Dekom
pensation geführt hätten (
Urk.
1 S. 9).
M
ed.
pract
.
J._
nahm unter Berücksichtigung der vorliegenden Akten, insbesondere den Berichten von
lic
. phil.
D._
Stellung
zu allfälligen psy
chischen Beeinträchtigungen
und begründete schlüssig und nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nicht so weit psychisch beeinträchtigt gewesen sei, dass si
e
eine
r intensiveren
Behandlung bedurft habe. Man müsse davon ausgehen, dass hinsichtlich möglicher psychischer Beschwerden kein grosser Leidensdruck bestehe und keine gravierende Einschränkung in Bezug auf Bewerkstelligung der täglichen Angelegenheiten vorliege und in Bezug auf die Leistungsfähigkeit abzuleiten seien (E. 3.
10
). Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass sie
die Behandlung
nicht aufgrund des fehlenden Leidensdruckes
abgebrochen habe,
sondern
dass
es für sie zu schwierig gewesen sei, die vielfach erlebten Traumata während laufender Genesung zusätzlich noch anzugehen
(
Urk.
1 S. 10)
.
Allerdings ist dem ent
gegenzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin auch ohne regelmässige und intensive Psychotherapie
bereits kurz nach dem Unfall
möglich
war
, die zahlreichen Tiere zu versorgen, den Haushalt zu
erledigen
und den Partner - wie von med.
pract
.
J._
aufgezeigt - trotz der damit einhergehenden physischen und psychischen Belastung, insbesondere auch unter dem Aspekt des damit verbundenen Konflik
t
potenzials, zu pflegen und gut damit umzu
gehen (vgl. E. 3.10).
Damit ist aufgrund der nur kurzen Behandlung so
wie des hohen
Aktivitätsni
veaus
, insbesondere
der anspruchsvollen Pflege ihres Partners
,
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen
noch
erheblich
in ihrer Leistungs
- bzw. Arbeits
fähigkeit eingeschränkt ist.
4.2.4
Entgegen den Ausführungen von
Dr.
K._
ging die zuständige Unfall
versicherung ab dem
1.
Januar 2015 nicht von einer 50%igen Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit in der Verpackungsabteilung aus, sondern hielt dafür, dass die Beschwerdeführerin ihren Lebenspartner pflege und von der Haftpflichtversicherung dafür entschädigt werde. Sie würden dies gleich behandeln wie eine ausserhäusliche Tätigkeit und gingen entsprechend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (Protokoll Besprechung vom
9.
Februar 2015,
Urk.
8/84, vgl.
Urk.
1 S. 7 f.).
Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführerin ab dem
1.
Januar 2015 die Pflege ihres Partners,
welche sowohl körperlich als auch psychisch an
-
spruchsvoll
ist
, im Umfang von 50
%
sowie
die Besorgung des Haushaltes und die Versorgung der Tiere
möglich
war. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin sich
keiner ausreichenden psychiatrischen oder psycho
therapeutischen
Behandlung
unterzog
und die geklagten Beschwerden orga
nisch nicht erklärbar sind.
Angesichts dieser guten Leistungsfähigkeit im pri
vaten Rahmen
sowie des behandlungsanamnestisch nicht ausgewiesenen Leidensdrucks
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ihr ab dem
1.
Januar 2015 auch eine vollumfängliche Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zumutbar
war
.
4.3
Vollständigkeitshalber ist festzuhalten dass - entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin - das
Valideneinkommen
nicht gestützt auf die Tätigkeit als Verpackungsmitarbeiterin bestimmt werden kann, da
der Beschwerde
führerin
diese Arbeitsstelle bereits per Ende
Oktober
2012 aus nicht gesund
heit
lichen Gründen gekündigt
worden war
(Arbeitgeberfragebogen vom 1
6.
März 2015,
Urk.
8/87; Kündigung vom 2
9.
August 2012,
Urk.
8/87/9 f.).
Vielmehr wäre
das
Valideneinkommen
- gleich wie auch das
Invalidenein
kommen
-
unter Berücksichtigung ihrer vorangegangen Tätigkeiten (
vgl. Lebenslauf,
Urk.
8/27)
in Höhe des Tabellenlohnes der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012 (LSE) des Bundesamtes für Statistik für Hilfsar
beiterinnen (LSE 2012, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1 Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, Frauen) festzusetzen.
Damit entspricht das Validen- dem Invalideneinkommen und
die
Beschwer
-
de
führerin
erleidet
spätestens seit dem
1.
Januar 2015 keine
renten
begründende
Erwerbseinbusse mehr, womit die Beschwerdegegnerin die zugunsten der Beschwerdeführerin zugesprochene ganze Rente zu Recht auf
den 3
1.
März 2015 befristet hat. Danach hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr.
4.4
Die angefochtene Verfügung vom
5.
Dezember 2015, mit welcher der
Beschwerdeführer
in
eine vom
1.
September 2014 bis zum 3
1.
März 2015
befristete ganze Rente zugesprochen wurde, ist
damit, jedenfalls zugunsten der Beschwerdeführerin
, nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
800.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.