# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8e96a481-520a-47c3-9f69-f8d41ef0b276
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, arbeitete seit dem Jahre 1997 in einem Pen
sum von 100 % als Primarlehrer (Urk. 7/2 Ziff. 3), als am 24. Juni 2011 die Mel
dung zur Früherfassung bei der Invalidenversicherung erfolgte (Urk. 7/2). Nach einem Gespräch mit der zuständigen Kundenberaterin der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kanton
s Zürich, IV-Stelle
(Urk. 7/5)
,
meldete sich der Versi
cherte am 1. August 2011 aufgrund einer schweren Erschöpfungsdepression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7 Ziff. 6.2). Die IV-Stelle tätigte in der Folge erwerbliche (Urk. 7/12-13, Urk. 7/29) sowie medizini
sche Abklärungen (Urk. 7/14, Urk. 7/17-18, Urk. 7/27) und zog die von der zu
ständigen Vorsorgeeinrichtung veranlassten psychiatrischen Gutachten bei (Urk. 7/15,
Urk. 7/33). Mit Mitteilung vom 2
4.
April 2012 wurde die Berufsbe
ra
tung abgeschlossen (Urk. 7/23), nachdem der Versicherte erklärt hatte, er fühle sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Teilnahme an beruflichen Mass
nah
men bereit (Urk. 7/22, vgl. auch Verlaufsprotokoll, Urk. 7/24).
Mit Schreiben vom 7. März 2013 auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten im Rahmen der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht die Durchführung einer nachhaltigen Psycho- und Pharmakotherapie sowie die kontrollierte Ab
sti
nenz von Alkohol und Cannabis (Urk. 7/36).
Am 17. Juli 2013 teilte der Versicherte mit, in Absprache mit seinem Psychiater arbeite er seit Anfang Juni 2013 versuchsweise zwischen 40 bis 60 % als Hilfs
kraft bei einer kleinen Gartenbaufirma, er habe bis auf Weiteres einen Vertrag auf Abruf erhalten (Urk. 7/38).
Die IV-Stelle holte in der Folge weitere medizinische Berichte (Urk. 7/48, Urk. 7/52, Urk. 7/54) sowie einen aktuellen Arbeitgeberbericht ein (Urk. 7/56)
und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/58, Urk. 7/62
) mit Verfügung vom 13. Januar 2015 einen Anspruch auf Leistungen der Inva
lidenversicherung (Urk. 7/65 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 13. Januar 2015 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 6. Februar 2015 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei mit Wirkung ab 1. Dezember 2011 eine ganze Rente sowie ab 1. September 2013 mindestens eine halbe Rente auszurichten (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort
vom 17. März
2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6),
was dem Beschwerdeführer am 2. April 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Die Ein
gabe des Beschwerdeführers vom 13. April 2015 (Urk. 9) wurde der
Be
schwer
degegnerin
am 16. April 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung vom 13. Janu
ar 2015 (Urk. 2) einen Leistungsanspruch insbesondere gestützt auf das von der Vorsorgeeinrichtung veranlasste vertrauensärztlich-psychiatrische Gut
achten vom 13. Januar 2013 und ging davon aus, dass der Beschwerdeführer über genügend Ressourcen verfüge, welche es ihm erlaubten, trotz der gesund
heitlichen Einschränkungen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es liege kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom 17. März 2015 (Urk. 6) führte die
Be
schwerdegegnerin
sodann ergänzend aus, die ärztlichen Angaben seien eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen einer Person noch zugemutet werden könne. Es sei demnach sehr wohl zulässig, wenn die rechtsanwendende Person im Rahmen der
Invaliditäts
bemessung
von der medizinischen Einschätzung abweiche und zum Ergebnis gelange, es liege kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesundheits
schaden
vor. Die jeweiligen depressiven Episoden seien zudem durch psychoso
ziale Faktoren beeinflusst, weshalb sie invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Invalidität führten (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, alle Ärzte hätten sich übereinstimmend zum Gesundheitszustand, zur Berufsunfähigkeit und zur Ar
beitsfähigkeit geäussert (Urk. 1 S. 3 Ziff. II.1). Auch die Ärzte des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin hätten den Gesundheitszu
stand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in identischer Weise be
urteilt wie die Ärzte und Fachärzte sowie der Gutachter (S. 4 Ziff. 2). Die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit sei ausschliesslich Sache des Arztes (S. 4 Ziff. 3). Vorliegend werde die schroffe und unbegründete Umdeutung der übereinstim
menden medizinischen Tatsachenfeststellung gerügt (S. 5 Ziff. 5). Es treffe zu, dass er sich, unterstützt durch die behandelnden Ärzte, nicht mehr und auch weiterhin nicht in der Lage sehe, im Lehrerberuf oder in einer vergleichbaren Tätigkeit wieder Fuss zu fassen. Aus diesem Grund, krankheitsbedingt, seien die Eingliederungsvorstellungen der Beschwerdegegnerin gescheitert und nicht in
folge fehlender Eingliederungsbereitschaft oder fehlendem Eingliederungswillen. Per 3. Juni 2013 habe er aus eigenem Antrieb eine Anstellung als
Gartenbauar
beiter
/Gärtner gefunden. Die Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin hätten diese Verweistätigkeit als leidensangepasst bezeichnet und deren Aufnahme ausdrücklich befürwortet (S. 5 f. Ziff. 7). Bei gegebenem Gesundheitsschaden und ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit sowohl in der alten wie in jeder anderen Tätigkeit stelle sich die Frage des Einkommensvergleichs nach geglückter Ein
gliederung in der leidensangepassten Tätigkeit in einer Gärtnerei. Dabei sei von vollständiger Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 2010 und von hälftiger Arbeits
unfähigkeit mit entsprechender Erwerbsfähigkeit in der aktuellen
Verweistätig
keit
ab Juni 2013 auszugehen. Die Einkommensverhältnisse seien aktenkundig (S. 6 Ziff. 8). Unzutreffend sei, dass er sich nicht arbeitsfähig fühle. Er arbeite seit Juni 2013 in einem Gärtnerei- und Gartenbau-Betrieb. Folglich sei er ent
gegen der Ausführungen der Beschwerdegegnerin subjektiv nicht arbeitsunfä
hig, er lege seine Arbeitsfähigkeit regelmässig an den Tag (S. 8).
Mit Eingabe vom 13. April 2015 wies der Beschwerdeführer sodann ausdrück
lich darauf hin, dass es zwar tatsächlich einen Konflikt mit dem Schulleiter ge
geben habe, in dessen Verlauf zehn von fünfzehn Lehrkräften gekündigt hätten. Seine Erkrankung sei aber erst während der darauf folgenden Anstellung als Lehrer rund ein halbes Jahr danach aufgetreten und habe damit nichts zu tun. Während dieser letzten Anstellung habe es keinerlei Konflikte dieser Art gege
ben (Urk. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Die Hausärztin
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, nannte in ihrem Bericht vom 25. August 2011 folgende Diagnosen (Urk. 7/14 Ziff. 1.1):
rezidivierende depressive Störung
Verdacht auf ADS
Verdacht auf Angststörung
Die depressive Stimmungslage bestehe seit vielen Jahren (Ziff. 1.4), der Be
schwerdeführer sei in regelmässiger psychiatrischer Behandlung (Ziff. 1.5). Zur Arbeitsfähigkeit könne sie keine Angaben machen (Ziff. 1.6-9). Sie sehe den Patienten selten, in der Regel wegen somatischer Beschwerden (Ziff. 1.11).
3.2
Am 12. Juli 2011 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der
Vorsorgeeinrich
tung
durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, begutachtet. In seinem Gutachten vom 25. Juli 2011 (Urk. 7/15), welches er gestützt auf die eigene psychiatrische Un
tersuchung, die vorhandenen Akten sowie ein Telefongespräch mit dem behan
delnden Psychiater erstellte (S. 1), diagnostizierte Dr.
Z._
eine rezidivie
rende depressive Episode, gegenwärtig mittleren Grades ohne somatisches Syn
drom (ICD-10 F33.1), sowie eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperak
tivität (ICD-10 F98.8; S. 5 Ziff. 4). Die Kombination dieser beiden Diagnosen, obschon teiltherapiert, ergebe eine
chronifizierte
psychische Verletzlichkeit. Da
bei zeige sich vor allem in Belastungssituationen, dass er diesen in speziellen Momenten nicht mehr gewachsen sei. Insgesamt und in Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater sei derzeit eine Klassenlehrertätigkeit aus psychi
atrischer Sicht nicht möglich. Allenfalls wäre eine Tätigkeit als Lehrer im IF- oder im DAZ-Bereich in einem Pensum von 50 % möglich. Dabei hätte der Be
schwerdeführer die Möglichkeit, sich spezifisch auf die Kernaufgaben eines Lehrers zu konzentrieren. Als IF-Lehrer müsste er eine heilpädagogische Ausbil
dung absolvieren, was ihm zuzutrauen sei und auch seinem Wunsch entspreche.
Unter der Voraussetzung der weiterführenden psychiatrischen The
rapie wäre eine
schrittweise und kontinuierliche Wiedereingliederung in den Beruf im genann
ten Sinne möglich (S. 6, S. 6 f. Ziff. 6.a-b).
Medizinalfremde
Gründe lägen nicht vor, die derzeitige Arbeitsunfähigkeit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die psychiatrischen Leiden zurückzuführen (S. 7
lit
. g).
3.3
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 18. September 2011 fol
gende Diagnosen (Urk. 7/17 S. 1):
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0)
ADHS (ICD-10 F90.0)
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
dissoziative Störung (ICD-10 F44)
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
Der Beschwerdeführer mache auf den ersten Blick den Eindruck eines freundli
chen, humorvollen Menschen. Er wirke redegewandt, selbstsicher und charmant. Bald habe sich aber herausgestellt, dass er unter dieser Maske unter extremer Angst vor Nähe leide und alles mache, um es seinem Gegenüber recht zu ma
chen. Er fühle sich schnell benommen, ein Druck im Bauch mache sich bemerk
bar, Übelkeit entstehe, bei eingehenderen Fragen fühle er sich nicht mehr in sich drin, sondern ausserhalb seines Körpers. Schon einfachste Übungen in der Therapie überforderten ihn. In seinem Beruf als Primarlehrer sei er bis auf wei
teres zu 100 % arbeitsunfähig. In einem Beruf, in welchem er weniger mit Menschen zu tun habe, könnte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % möglich sein. Eine Berufsberatung sei indiziert (S. 2).
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wel
cher den Beschwerdeführer seit Ende 2007 aufgrund der Diagnose ADHS im Erwachsenenalter behandelt, diagnostizierte in seinem Bericht vom 4. November 2011 folgende Diagnosen (Urk. 7/18
lit
. A):
ADHS im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0)
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Seit dem 2. Dezember 2010 sei der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätig
keit als Primarlehrer vollständig arbeitsunfähig (
lit
. B). In angepasster Tätigkeit sei es vorstellbar, dass die Arbeitsfähigkeit bei 50 % liege, längerfristig auch höher. Zuerst müsse jedoch eine Berufsabklärung stattfinden. Dabei sei darauf zu achten, dass die vorwiegend überlastenden Elemente (viel unstrukturierte Arbeitszeit, viele organisatorischen Aufgaben, intensiver Umgang mit vielen
Menschen) in einem neuen beruflichen Engagement nicht mehr vorherrschend seien. Es brauche eine strukturierte Tätigkeit, die aber mit ausreichend Freiheit ausgestattet sei, damit die ADHS-bedingte assoziative Denkleistung des Patien
ten den leistungsfördernden Raum erhalte. Ebenso sei darauf zu achten, dass die hohe Intelligenz genutzt werden könne. Bei einer langweiligen Arbeit würden aufgrund der ADHS die Konzentration und die Energie absinken und die
Ab
lenkbarkeit
zunehmen (S. 4 Ziff. 7). Unter den genannten Voraussetzungen sei es vorstellbar, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit unter Um
ständen wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreichen könne (S. 5).
3.5
Am 17. April 2012 wurde der Beschwerdeführer erneut im Auftrag der zuständi
gen Vorsorgeeinrichtung durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vertrauensärztlich-psychiatrisch begutach
tet. In seinem Gutachten vom 13. Januar 2013 (Urk. 7/33), welches er gestützt auf die vorhandenen Akten sowie die eigene Untersuchung erstellte (S. 2 f.), nannte Dr.
C._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 27 Ziff. 3.2):
einfache Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0), beginnend in der Kindheit, psychiatrische Erstdiagnose 2007
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig noch leichte Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.0)
Es lägen zudem narzisstische Persönlichkeitszüge vor, denen per se kein (nega
tiver) Einfluss auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit zukommen würden, die aber
pathodynamisch
mit den genannten Diagnosen in Zusammenhang stünden (S. 27 Ziff. 3.2). Weiter diagnostizierte Dr.
C._
einen Alkohola
busus, einen intermittierenden Missbrauch von Marihuana sowie eine
Tabakab
hängigkeit
, welche die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht einschränkten (S. 27 Ziff. 3.3).
Als schwer eingeschränkt erweise sich das Durchhaltevermögen, dies schon bei einfacheren, verstärkt dann bei komplexeren Aufgaben wie der
Unterrichtsge
staltung
als Primarlehrer. Konzentration und Aufmerksamkeit, vor allem die geteilte, seien ebenfalls stärker in Mitleidenschaft gezogen. Die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Entscheidungs- und Urteilsfä
higkeit, die Selbstbehauptungsfähigkeit und die Gruppenfähigkeit seien mittel
gradig eingeschränkt. Leichter eingeschränkt seien sodann die prinzipielle Fähig
keit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Kontaktfähigkeit zu Dritten, die familiären Beziehungen, die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten, zur
Selbst
pflege
und zur passiven Verkehrsfähigkeit. Die aktive Verkehrsfähigkeit sei deut
licher eingeschränkt (S. 29). Um den Gesundheitsschaden zu verbessern, was prinzipiell möglich sei, sei die psychiatrische Behandlung fortzuführen, be
züglich der Medikation gebe es noch einen gewissen Handlungsspielraum (S. 30 unten). Vor allem aber müsse die Suchtproblematik angegangen werden, da sie sonst künftig einen zusätzlichen, den Gesundheitsschaden ungünstig verstär
kenden Faktor darstellen werde (S. 31 Mitte).
Seit dem 2. Dezember 2010 liege nachvollziehbar eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor, welche sich sowohl auf die angestammte Tätigkeit im Lehrerberuf wie auch auf eine leidensangepasste beziehungsweise eine Verweistätigkeit be
ziehe (S. 31 Ziff. 5.A). Das Belastungsprofil sei derzeit und bis auf weiteres nicht geeignet, entsprechende, auch angepasste Berufstätigkeiten zu ermöglichen (S.
32
lit
. B). Die Minderung der Arbeitsfähigkeit gehe auf einen psychiatrischen Gesundheitsschaden zurück, psychosoziale Faktoren seien grösstenteils in der Folge entstanden, teils auch unabhängig davon beziehungsweise durch Mitwir
kung noch anderer Einflüsse (S. 34
lit
. G).
3.6
In ihrem Bericht vom 9. Januar 2014 nannte Dr.
Y._
aufgrund der Anam
nese folgende Diagnosen (Urk. 7/48 Ziff. 1.1):
rezidivierende Depressionen
Angststörung
Verdacht auf ADHS
Der Beschwerdeführer sei bei einem Psychiater in Behandlung. Sie habe den Beschwerdeführer lediglich zweimal gesehen und könne die Arbeitsfähigkeit daher nicht beurteilen (Ziff. 1.6-7, Ziff. 1.11).
Am 13. Februar 2014 teilte Dr.
Y._
mit, der Beschwerdeführer habe berich
tet, dass er zeitweise Alkohol und Cannabis konsumiert habe. Sie habe ihn dies
bezüglich nie auffällig angetroffen. Im November 2013 sowie im Januar 2014 seien keine positiven Cannabisproben festgestellt worden und das CDT habe immer im Normbereich gelegen. Auch der
Wert
sei für Alkohol nicht auffällig (Urk. 7/52).
3.7
Am 23. Februar 2014 nannte Dr.
A._
folgende Diagnosen (Urk. 7/54 S. 1):
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
schweres ADHS (ICD-10 F90.0)
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig mit somati
schem Syndrom (ICD-10 F32.11)
dissoziative Störung (ICD-10 F44)
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
Der Beschwerdeführer habe in den ersten zwei Jahren der Psychotherapie schein
bar Fortschritte gemacht. Aus heutiger Sicht gesehen sei es ihm vor allem deswegen besser gegangen, weil er körperlich tätig gewesen sei und mit Men
schen zusammengearbeitet habe, die ihm freundlich gesinnt seien und keinerlei Erwartungen an ihn gehabt hätten. An arbeitsfreien Tagen seien die alten Symptome wie Panikstörung und Depression in unverminderter Stärke wieder aufgeflammt (S. 1). Im angestammten Beruf als Primarlehrer sei er bis auf
Weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig. Im jetzigen Beruf als Hilfsgärtner, wo er mit we
niger und anderen Menschen zu tun habe, sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % möglich. Eine Berufsberatung sei indiziert. Er komme erst langsam im Leben des Arbeiters an, brauche unverhältnismässig lange, um sich Sachen zu merken, und dies trotz Ritalin (S. 2).
3.8
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst
der Beschwerdegegnerin (RAD), nahm am 7. März 2014 Kenntnis von den von Dr.
A._
und Dr.
Y._
genannten Diagnosen und hielt fest, all
fällige niederschwellige Substanzabhängigkeiten seien sekundär und nicht rele
vant. Damit sei die angestammte Tätigkeit als Primarlehrer bleibend unzumut
bar. In einer leidensangepassten, ruhigen und geordneten Tätigkeit ohne
Kun
den
kontakt
, sei seit Juni 2013 eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit ausgewiesen. Es bestünden gute Aussichten auf eine weitere Steigerung der Restarbeitsfähigkeit in der derzeit realisierten Tätigkeit als Hilfsgärtner in der freien Wirtschaft (Urk. 7/79 S. 8 f.).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer leidet gemäss den vorhandenen Arztberichten im Wes
ent
lichen an einer rezidivierenden depressiven Störung, welche bislang als
mittelgradig beurteilt wurde (vgl. vorstehend E.
3.2-3.4), gemäss Beurteilung durch
Dr.
C._
zwischenzeitlich
leichtgradiger
Ausprägung (vgl. vorstehend E.
3.5) und gemäss Dr.
A._
im Februar 2014 wieder mittleren Grades war (vgl. vorstehend E.
3.7). Zudem wurde ein ADHS im Erwachsenen
alter diagnostiziert.
Die von Dr.
A._
zusätzlich gestellten Diagnosen einer sozialen Phobie, einer Panikstörung, einer dissoziativen Störung und einer kom
binieren Persönlichkeitsstörung (vgl. vorstehend E.
3.3, 3.7) erfolgten offenbar gestützt auf anamnestische Angaben, denn Dr.
A._
begründete diese Diag
nosen nicht mit entsprechenden Befunden oder einer genauen
Symptom
be
schreibung
. Diese Diagnosen wurden denn auch von den anderen beteiligten Ärzten nicht gestellt.
4.2
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist entgegen dessen Vorbringen (Urk. 1) auch rechtlicher Art, denn der invalidisierende psychische Gesundheitsschaden ist ein Rechtsbegriff und nicht ein medizinisch-psychia
tri
scher Begriff (EVGE 1961 160 E.
2;
Meyer
/
Reichmuth
, Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung (IVG), 3.
Auflage
2014
, S.
19
Rz
14). Dies wirkt sich vorliegend in dem Sinne aus, dass die Erkrankung des Beschwerdeführers als nicht invalidisierend beurteilt werden muss, denn zum einen gilt die Diagnose eines ADHS im Erwachsenenalter rechtsprechungsgemäss nicht als invalidisie
rend (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober
2013). Der Be
schwerdeführer war denn auch jahrelang trotz dieser Diagnose in einem sub
stantiellen Pensum erwerbstätig. Zum anderen hat d
as Bundesgericht in BGE 141 V 281 seine ständige Rechtsprechung bestätigt, wonach psychische Stö
rungen grundsätzlich nur als invalidisierend gelten, wenn sie schwer und thera
peutisch nicht (mehr)
angehbar
sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). Leichte
bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis
, wie sie beim Beschwerdeführer vorliegen,
gelten
nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts
in der Regel
als
therapierbar und
führen
invalidenversiche
rungs
rechtlich
zu keiner Einschränku
ng der Arbeitsfähigkeit
(
vgl. statt vieler
Urteil 9C_863/2015 vom 7.
Januar
2016 E.
1).
Zwar begibt sich der Beschwerde
führer nach Lage der Akten
regelmässig
in psychotherapeutische Behandlung. Aufgrund der durch Dr.
C._
gestellten Diagnose einer leicht ausgeprägten depressiven Episode (vgl. vorstehend E.
3.5) zeigt sich, dass dies eine Verbesserung erbrachte und somit keine dauerhafte Erkrankung vorliegt. Dr.
C._
war aber auch der Auffassung, dass es bezüglich der Medikation noch einen Behandlungsspielraum gebe, was auch Dr.
A._
be
stätigte (vgl. Urk. 7/54/2). Es ist somit davon auszugehen, dass therapeutisch noch eine weitere Verbesserung bewirkt werden kann.
Ein Rentenanspruch kann
zudem
grundsätzlich nicht entstehen, solange zumutbare therapeutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen ein
e wesentliche Verbesserung des psychi
schen
Gesundheitszustandes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeits
fähig
keit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden
im Sinne des Gesetzes vor (Urteil 9C_947/2012 vom 19. Juni 2013 E.
3.2.2 mit Hinweis). Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederung
s- und
Schaden
min
derungspflicht
, in deren Rahmen beispielsweise auch ein stationärer Aufent
halt zumutbar wäre.
4.3
Mangels aus rechtlicher Sicht invalidisierender Wirkung der vorhandenen Diag
nosen gilt der Beschwerdeführer weder in der angestammten Tätigkeit als Primar
lehrer noch in einer anderen Tätigkeit als eingeschränkt.
Bei voller Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit besteht ohne weiteres kein Ren
tenanspruch; dieser Grundsatz gilt für alle versicherten Personen (
Urteil des Bun
desgerichts
8C_786/2013 vom 14.
Jan
uar
20
14 E.
4.2).
Ein
Einkommensver
gleich
entfällt. Hinsichtlich der von der zuständigen Vorsorgeeinrichtung fest
gestellten Berufsunfähigkeit ist festzuhalten, dass die Invalidenversicherung nicht
an eine durch die Vorsorgeeinrichtung getätigte Ermittlung des
Invaliditäts
gra
des
gebunden ist (SVR 2004 IV Nr. 19).
4.4
Die vom Beschwerdeführer seit Juni 2013 ausgeübte Tätigkeit als Hilfsgärtner mag aufgrund der körperlichen Betätigung an der frischen Luft den aktuellen Bedürfnissen des Beschwerdeführers entgegenkommen und damit einer Ver
besserung oder mindestens Stabilisierung seiner gesundheitlichen Situation dienen. Die intellektuellen Anforderungen an einen Hilfsgärtner dürften jedoch unbestrittenermassen unter denjenigen liegen, welche an einen Primarlehrer gestellt werden und
welche dem
Beschwerdeführer
nach dem Gesagten zumut
bar sind
.
4.5
Anzufügen bleibt, dass der Entscheid des Beschwerdeführers, die Tätigkeit als Primarlehrer aufzugeben und als Hilfsgärtner zu arbeiten, zu respektieren ist und für die derzeitige Lebenssituation auch die richtige Lösung zu sein scheint. Die finanziellen Konsequenzen dieses Entscheides sind jedoch nicht von der Invalidenversicherung zu tragen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
700.
--
festzusetzen
und ausgangsweise dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.