# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ae313759-19b9-4760-b0cd-3fa62f658739
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ und X._ sind die unverheirateten Eltern des am _2007 geborenen A._. A._ steht unter der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter.
B. Die getrennt lebenden Kindseltern fanden zunächst aufgrund persönlicher Differenzen keine Einigung betreffend des Besuchs- und Ferienrechts von X._ (s. KESB act. 1-3). Später arbeiteten sie jedoch ein detailliert geregeltes Besuchs- und Ferienrecht aus, welches von der Vormundschaftsbehörde Surses am 30. September 2010 genehmigt wurde.
C. Trotz der klaren Regelung kam es in der Folge immer wieder zu Problemen bei der Umsetzung der Vereinbarung. Gegenseitige Schuldzuweisungen der Eltern machten schliesslich Interventionen der Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden erforderlich (s. KESB act. 5-30).
D. Mit Schreiben vom 02. Juni 2011 an die Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden beantragte X._ eine Besuchsrechtsbeistandschaft für seinen Sohn. Die Präsidentin der Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden verfügte daraufhin am 21. Juli 2011, dass die Prüfung vormundschaftlicher Massnahmen eingestellt werde, da sie im Falle von A._ "nicht als notwendig und hilfreich" erachtet würden. Von einer Gefährdung des Kindswohls sei nicht auszugehen. Vorliegend sei lediglich die Kommunikation zwischen den Eltern gestört, doch diene eine Beistandschaft nicht dazu, die fehlende Kommunikation zu übernehmen. Den Eltern wurde stattdessen eine Mediation empfohlen (zum Ganzen KESB act. 31).
E. Aufgrund der Streitigkeiten rund um die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts durch X._ beschloss die Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden am 15. Juli 2011, mitgeteilt am 21. Juli 2011, eine Anpassung der ursprünglich zwischen den Eltern getroffenen Vereinbarung. Die Feier- und Geburtstage sowie die Ferienplanung wurden darin neu geregelt. Zudem wurden Weisungen zur Kompensation der Besuchstage im Krankheitsfalle erlassen. Ebenso wurde festgelegt, dass dem Vater bei Ausübung seines Besuchs- und Ferienrechts jeweils die Identitätskarte auszuhändigen sei, da A._ mit ihm reisen dürfe (zum Ganzen KESB act. 32).
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F. Gegen diesen Beschluss erhob Y._ am 27. Juli 2011 Beschwerde ans Bezirksgericht Albula (KESB act. 33), welche allerdings infolge Rückzugs am 13. September 2011 als gegenstandslos abgeschrieben wurde (KESB act. 36).
G. Der Konflikt zwischen den Eltern hielt indes weiterhin an (vgl. KESB act. 39 f.). Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 wendete sich X._ daher erneut an die Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden, doch lehnte diese eine Prüfung von vormundschaftlichen Massnahmen mit Entscheid vom 16. März 2012 weiterhin ab.
H. An seinem Geburtstag am _2012 begann A._ die Besuche bei seinem Vater zu verweigern (vgl. KESB act. 42-44). Die Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden erliess daraufhin am 25. April 2012 eine provisorische Verfügung, welche eine Sistierung des Besuchsrecht für die Dauer des Abklärungsverfahrens vorsah (vgl. Art. 274 Abs. 2 ZGB). Zudem wurde die Mutter angewiesen, therapeutische Massnahmen für ihren Sohn beim KJP Graubünden einzuleiten.
I. Am 31. Mai 2012, mitgeteilt am 07. Juni 2012, erging der Beschluss der Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden, wonach das Besuchsrecht von X._ gegenüber seinem Kind nach Art. 274 Abs. 2 ZGB für die Dauer von einem Monat sistiert werde (KESB act. 49). Das Besuchsrecht wurde sodann mit einem weiteren Beschluss der Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden vom 27. Juni 2012, mitgeteilt am 29. Juni 2012, bis am 23. August 2012 ausgesetzt (vgl. zum Ganzen KESB act. 49 f.).
K. Nach einer Besprechung der Eltern mit einer Vertreterin der Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden und Dr. med. D._, Oberärztin beim KJP Graubünden, (vgl. KESB act. 52) beschloss die Vormundschaftsbehörde am 30. August 2012, mitgeteilt am 03. September 2012, dass die Besuche zwischen A._ und seinem Vater vorläufig beim KJP in Chur stattzufinden hätten. Zudem wurde für A._ eine Erziehungsaufsicht gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB angeordnet. Als Aufsichtsperson wurde B._ von der Organisation KJBE Chur eingesetzt (s. KESB act. 53). Die Aufsichtsperson erhielt unter anderem den Auftrag, die Betreuungsintervalle zusammen mit einer Familienbegleiterin und den Eltern festzulegen, die Eltern in Bezug auf die Ausübung des Besuchsrechts in Konfliktsituationen zu beraten und zu unterstützen sowie A._ mit Fokus auf den bestehenden Loyalitätskonflikt zu begleiten und zu unterstützen. Zudem wurde sie angewiesen, A._ dem Vater
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im Rahmen der bestehenden Besuchsregelung solange als notwendig zu überbringen und bei diesem abzuholen.
L. Am 27. September 2012, mitgeteilt am 11. Oktober 2012, beschloss die Vormundschaftsbehörde Albula/Churwalden eine Erweiterung der Erziehungsaufsicht nach Art. 307 Abs. 3 ZGB. Die Aufsichtsperson erhielt neuerdings den Auftrag und die Befugnis, dem Vater und der Mutter Weisungen zu erteilen (KESB act. 56).
M. Am 06. September 2013 (KESB act. 61/62) erstattete die eingesetzte Aufsichtsperson, B._, der mittlerweile zuständigen KESB Mittelbünden/Moesa einen positiven Bericht über den Verlauf der Ausübung und Abwicklung des Besuchsrechts unter ihrer Aufsicht.
N. Gemäss Mitteilung vom 14. März 2014 gab B._ der KESB Mittelbünden/Moesa sodann bekannt, dass es zwischen Vater und Sohn erneut zu Problemen bei der Ausübung des Besuchsrechts gekommen sei und dass A._ die Besuche bei seinem Vater zum Zeitpunkt verweigere. Aufgrund ihrer Erfahrungen gehe sie davon aus, dass dem Vater das Einfühlungsvermögen betreffend seinen Sohn fehle. Beispielsweise verspreche er seinem Sohn, mit ihm baden zu gehen, halte sich dann aber nicht daran. Als sein Sohn daraufhin zu weinen begonnen habe, habe er ihm mitgeteilt, dass er seinen Vater eine Weile nicht mehr sehe, denn er mache so ein Theater als Vater nicht mit (s. KESB act. 63).
O. Mit Schreiben vom 13. Oktober 2014 reichte B._, KJBE Chur, den ausführlichen Bericht über die Sozialpädagogische Familienbegleitung bei der KESB Mittelbünden/Moesa ein. Im Wesentlichen wurde ausgeführt, dass die Besuche seit dem 20. September 2012 vierzehntäglich stattgefunden hätten. Rund die Hälfte der Besuchstage sei zufriedenstellend verlaufen, vor allem dann, wenn sich X._ alleine mit seinem Sohn beschäftigt habe. Es habe sich rasch gezeigt, dass sich A._ bei seinen Besuchen in O.1_ in einem Spannungsfeld zwischen der neuen Familie seines Vaters, den zwei Kindern sowie deren Mutter, und seinem Vater befunden habe. Seit 18. Januar 2014 weigere sich A._, den Vater zu sehen oder zu sprechen. B._ kommt zum Schluss, dass X._ aus Sicht der KJBE die Hauptverantwortung für die verfahrene Situation zwischen sich und seinem Sohn trage. Er scheine unfähig und unwillig, seine neue Familie und die Bedürfnisse seines Sohnes miteinander zu vereinbaren. Mit Blick auf den Vater kommt der Bericht zum Schluss, dass eine
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Verbesserung der Verhältnisse ohne eine grundlegende Änderung seines Verhaltens ausgeschlossen sei. Der Mutter könne dagegen ein gutes Zeugnis ausgestellt werden; sie habe sich stets sehr kooperativ gezeigt und immer das Wohl ihres Kindes in den Vordergrund gestellt (zum Ganzen KESB act. 65).
P. Am 16. Oktober 2014 wurden Y._ und X._ von der Leiterin der KESB Mittelbünden/Moesa, E._, in Anwesenheit von B._, KJBE Chur, im Rahmen eines Abklärungsverfahrens betreffend Errichtung einer Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten sowie der Neuregelung des persönlichen Verkehrs zwischen A._ und seinem Vater angehört. Die Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten soll dazu dienen, einen minimalen Austausch zwischen Vater und Sohn über wichtige Lebensereignisse zu gewährleisten und ein minimales Besuchsrecht zu organisieren und zu überwachen. Gemäss Zusammenfassung erklärten sich beide Elternteile mit einem beschränkten Besuchsrecht von zwei Tagen pro Jahr auf Kosten von X._ einverstanden (s. KESB act. 69). Die Mutter äusserte Bedenken, dass auf die Bedürfnisse ihres Sohnes, in erster Linie alleine Zeit mit seinem Vater zu verbringen, zu wenig eingegangen werde.
Q. Auf eine Anhörung von A._ wurde verzichtet. Seine Meinung und Wahrnehmung wurden in dem im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienbegleitung verfassten Bericht vom 13. Oktober 2014 festgehalten.
R. Mit Schreiben vom 20. Februar 2015 wurde Y._ und X._ Gelegenheit zur Stellungnahme hinsichtlich der beabsichtigten Neuregelung des Besuchsrechts und der Errichtung einer Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten gegeben. Zugleich wurden sie aufgefordert, bis zum 05. März 2015 Angaben zu ihrer finanziellen Situation zu machen.
S. In ihrer Eingabe vom 26. Februar 2015 wies Y._ ihre finanziellen Verhältnisse aus. Zudem betonte sie bei dieser Gelegenheit, dass die bei der Anhörung vereinbarten zwei Besuchstage pro Jahr für drei bis vier Jahre beizubehalten seien (KESB act. 71). Auf Eigeninitiative ihres Sohnes könnten die Besuche jederzeit erhöht werden. Die Besuche sollten ihres Erachtens zwischen Vater und Sohn alleine, nicht in O.1_ und nicht gegen den Willen von A._ stattfinden.
T. Mit Schreiben vom 01. März 2015 legte auch X._ seine finanzielle Situation offen. Entgegen seiner Einverständniserklärung gemäss Anhörungsprotokoll, wonach er mit zwei Besuchstagen pro Jahr einverstanden
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sei, beantragte er darin, dass das Besuchsrecht auf einen Besuchstag pro Monat, eventualiter auf mindestens vier Tage pro Jahr auszubauen sei. Nach mehreren Monaten Unterbrechung müsse die Beziehung ansonsten jedes Mal neu aufgebaut werden (KESB act. 72).
U. Die KESB Mittelbünden/Moesa erkannte mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 11. März 2015, mitgeteilt am 13. März 2015, daraufhin Folgendes:
"1. X._ und A._ haben bis zu dessen 18. Altersjahr das Recht und die Pflicht auf folgende persönlichen Kontakte:
- Besuche jeweils am 1. Wochenende eines jeden Monats von Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 19.00 Uhr;
- Besuche alternierend über die Weihnachts- oder Ostertage;
- zwei Wochen Ferien pro Jahr während der Schulferien.
2. Das Besuchsrecht wird bis Ende 2015 dahingehend eingeschränkt, dass dieses mit vorerst zwei Tagen pro Jahr aufzubauen ist. Im Jahr 2016 ist das Besuchsrecht sukzessive auf einen regelmässigen Besuch pro Monat (1 Tag), danach bis spätestens Ende 2018 auf die Standardregelung gemäss Ziff. 1 auszubauen.
3. Für A._ wird eine Beistandschaft errichtet.
4. (Aufgaben und Kompetenzen des Beistands).
5. (Aufforderung an den Beistand).
6. (Aufforderung an den Beistand).
7. (Ernennung der Beistandsperson).
8. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 700.-- festgesetzt und den Eltern von A._ (Y._ und X._) je zur Hälfte auferlegt. Sie sind innert 30 Tagen zu bezahlen.

## Considerations