# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 892abdc0-7af2-4230-89d7-fef3e98ad13d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. ist am 4. Juli 1960 in _, geboren. In seinem Heimatland liess er sich zum Hotelfachmann ausbilden. Seit 1987 wohnt der Berufungskläger in der Schweiz und arbeitet seither auf seinem erlernten Beruf als Hotelier. Ein Jahr nach seiner Einreise heiratete er Z., von welcher er zwischenzeitlich wieder geschieden ist. Dieser Ehe entsprangen zwei Kinder, geboren 1994 und 1995. Beide Kinder wachsen bei der Mutter auf. 1993 eröffnete X. einen eigenen Gastwirtschaftsbetrieb. Seit dem Juni 2007 bewirtschaftet er ein Hotel in B.. An den Unterhalt seiner Familie hat X. monatlich Fr. 3'300.- zu bezahlen, wobei sein monatliches Nettoeinkommen ungefähr Fr. 5'000.- beträgt. Der Berufungskläger verfügt über kein Vermögen und weist Schulden in der Höhe von rund Fr. 1'000'000.- auf. Gemäss dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Thurgau ist an seinem aktuellen Wohnort nichts Nachteiliges über X. bekannt. Im Schweizerischen Strafregister ist X. einmal verzeichnet. Am 24. Februar 2005 verurteilte ihn der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Gefängnisstrafe von 20 Tagen, bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren und zu einer Busse von Fr. 500.-.
B.a) Mit Konkursdekret vom 6. Oktober 2006, mitgeteilt am 6. Oktober 2006, verfügte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos, dass über X. der Konkurs eröffnet werde. Zu diesem Zeitpunkt war X. Eigentümer des C. an der D. in I.. Am 8. Juli 2008 kam es zur konkursamtlichen, öffentlichen Liegenschaftssteigerung, bei welcher die Liegenschaft von E. und F. zu je 1⁄2 Miteigentum ersteigert werden konnte.
b) Am 9. Juli 2008 reichte X. bei der kantonalen Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs Beschwerde ein und rügte insbesondere, dass anlässlich der Steigerung der Liegenschaft C. auch das Inventar mitversteigert worden sei, obwohl dies im Eigentum des G. stehe. Das Kantonsgerichtspräsidium stellte mit Verfügung vom 21. Juli 2008, mitgeteilt am 24. Juli 2008, diesbezüglich fest, dass gemäss dem Grundbuchauszug über die genannte Liegenschaft die gesamte Betriebseinrichtung inklusive Mobiliar und Inventar als Zugehör im Grundbuch angemerkt sei und im Konkursinventar darauf hingewiesen worden sei, dass das Inventar mitverpfändet sei. Die G. habe keine Klage um das Eigentum daran geführt, was in einem Lastenbereinigungsverfahren hätte erfolgen müssen. Die Beschwerde erweise sich somit als offensichtlich unbegründet, weshalb sie abzuweisen sei. Dagegen erhob X. Beschwerde beim Bundesgericht, welches auf die Beschwerde mit Urteil vom 15. August 2008 nicht eingetreten ist.
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c) In der Folge weigerte sich der Berufungskläger weiter, das Hotel zu verlassen. Mit Schreiben vom 19. September 2008 verfügte das Konkursamt Prättigau/Davos ein Hausverbot, gemäss welchem X. jeglicher Zutritt zum C. an der D. in I. verboten wurde. Nach weiteren Schriftwechseln zwischen X. und Y., Konkursbeamter des Konkursamtes Prättigau/Davos, in Bezug auf die öffentliche Liegenschaftssteigerung des C. vom 8. Juli 2008 und insbesondere auch hinsichtlich des Inventars des C., welches angeblich der G. gehöre, gelangte X. schliesslich mit Schreiben vom 25. November 2008 an Y.. Dabei führte er aus, er wende sich ein letztes Mal an ihn und zwar um ihn zu verwarnen. Y. habe absolut töricht gehandelt und das C. zum halben Preis seines Wertes verkauft. Darüber hinaus habe Y. E. dahingehend informiert, dass er die gesamte Ware der G. behalten dürfe. Das Kleininventar und der Warenvorrat stelle jedoch Eigentum der G. dar. X. legte im Weiteren dar, dass er Y. eine Frist von drei Tagen gebe, damit dieser die ganze Angelegenheit in Ordnung bringen könne, vor allem weil er (gemeint ist Y.) selber wisse, dass auch er (gemeint ist X.) seine Wahrheit kenne. Falls Y. nicht von seiner Bitterkeit und Bosheit zurück trete, sei er bereit, seine ganze Wahrheit an das oberste Gericht zu bringen. Er ermahne ihn mit diesem Schreiben ein letztes Mal, die heutigen so genannten Besitzer aus dem Haus zu verweisen. Ansonsten werde er dies sein Leben lang bereuen.
d) Aufgrund dieses Schreibens erstattete Y. am 10. Dezember 2008 gegen X. bei der Kantonspolizei Anzeige wegen Drohung gegen Beamte und stellte einen Strafantrag wegen Drohung.
e) Mit Schreiben vom 27. März 2009 gelangte das Konkursamt Prättigau/Davos an die Staatsanwaltschaft Graubünden. Es wurde dargelegt, dass X. Miteigentümer der Eigentumswohnung Nr. 18 im A. an der H. in I. sei. Zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung sei diese Wohnung leer gestanden. Ohne das Konkursamt zu begrüssen, habe der Konkursit X. diese Wohnung per 1. Juli 2008 für Fr. 900.00 pro Monat heimlich vermietet. Wegen dieser Vermietung sei den Gläubigern ihr Vorrecht der Hypothekarguthaben entgangen. Dafür sei X. nach Art. 164 StGB und Art. 169 StGB zu bestrafen. In der Folge wurden die Mieter angehalten, fortan, das heisst ab dem 1. April 2009, den Mietzins der Wohnung an die Konkursverwaltung zu überweisen. Der Konkursmasse entstanden durch die Vermietung zusätzliche Stromkosten von mindestens Fr. 129.70. Im Gegenzug hatte X. seit der Konkurseröffnung für seinen in der Konkursmasse befindlichen erwähnten Wohnungsanteil mindestens Fr. 6'500.00 wohnungsbedingte Kosten auf eigene Rechnung bezahlt. Es handelte sich dabei insbesondere um Amortisationszahlungen, Versicherungsprämien und Heizkosten.
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C. Mit Strafmandat bei Vergehen und Verbrechen vom 18. Mai 2009, mitgeteilt am 5. Juni 2009, sprach der Kreispräsident Davos X. der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren und mit einer Busse von Fr. 100.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von zehn Tagen. Dagegen erhob X. mit Schreiben vom 10. Juni 2009 beim Kreispräsidenten Davos Einsprache, worauf das ordentliche Verfahren bei der Staatsanwaltschaft eingeleitet wurde. In seiner Einsprache machte er insbesondere geltend, dass er nie versucht habe, Y. unter Druck zu setzen oder gar zu bedrohen. Y. habe im Zusammenhang mit dem gesamten Konkurs des C. viele Fehler gemacht und dadurch habe er viel Unrecht erfahren. Dies stehe in einem direkten Zusammenhang mit dem Alkoholproblem von Y.. Aufgrund dessen habe dieser auch absolut keine Kontrolle mehr über seine Arbeit, was ihm dieser selber bestätigt habe.
D. Am 8. Oktober 2009, mitgeteilt am 14. Oktober 2009, erliess der Kreispräsident Davos ein weiteres Strafmandat bei Vergehen und Verbrechen. Dabei sprach er X. des Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren und mit einer Busse von Fr. 150.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2009 erhob X. auch gegen dieses Strafmandat Einsprache. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, dass er die Wohnung, welche zur Hälfte seiner Ex-Frau gehöre, verwalte und für alle Zahlungen dieser Wohnung hafte. Das Konkursamt habe nie etwas von ihm verlangt oder in ermahnt.
E. Mit Anklageverfügung vom 9. Dezember 2009 versetzte die Staatsanwaltschaft Graubünden X. wegen versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie wegen Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB in Anklagezustand und überwies den Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos zur Beurteilung.
F. Mit Urteil vom 8. April 2010, mitgeteilt am 7. Juni 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos was folgt:
„1. X. ist schuldig der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB.
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2. Dafür wird X. verurteilt und bestraft mit:
a) einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je Fr. 10.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und
b) einer Busse von Fr. 250.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 3'000.00
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 330.00
- den Kosten der Strafmandatsverfahren von Fr. 400.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00
total somit von Fr. 6'230.00
gehen zulasten von X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils zusammen mit der Busse, total also Fr. 6'480.00 (Fr. 6'230.00 + Fr. 250.00), der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

## Considerations