# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 29205c1d-f3c9-4327-804e-0a84555bf3aa
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A wohnt mit ihrem 2003 geborenen Sohn B in V. Vom 1. September 2005 an bezog A von der Gemeinde V Alimentenbevorschussungen im Umfang von Fr. 650.- pro Monat, da der Kindsvater seiner Unterhaltszahlungspflicht (Fr. 800.- pro Monat) nicht nachkam. Im November 2007 trat A eine neue, besser besoldete Stelle an. Das anrechenbare Familieneinkommen beträgt seither Fr. 46'960.69 pro Jahr und übersteigt damit den für einen Anspruch auf Alimentenbevorschussung zulässigen Höchstbetrag von Fr. 45'500.-. Nach Antritt der neuen Stelle unterliess es A, die Änderung ihrer finanziellen Verhältnisse den Behörden zu melden. Am 4. Juli 2008 stellte der Präsident der Sozialbehörde V die Alimentenbevorschussung per 31. Juli 2008 ein. Einen gegen diesen Entscheid gerichteten Rekurs As wies der Bezirksrat W am 10. September 2008 ab. Zum Zeitpunkt des Rekursbeschlusses war der Bezirksrat nicht darüber informiert, dass kurz zuvor – am 1. September 2008 – der Präsident der Sozialbehörde seinen Entscheid vom 4. Juli 2008 in Wiedererwägung gezogen hatte. Im Wiedererwägungsentscheid vom 1. September 2008 verfügte der Präsident der Sozialbehörde wiederum die Einstellung der Alimentenbevorschussung und ordnete überdies an, dass A die seit November 2007 erhaltenen Zahlungen im Umfang von Fr. 5'850.- zurückzuerstatten habe (9 x Fr. 650.- für die neun Monate von November 2007 bis Juli 2008).
II.
Gegen den Entscheid des Präsidenten der Sozialbehörde V vom 1. September 2008 erhob A am 10. September 2008 Rekurs beim Bezirksrat W. Dieser
wies den Rekurs am 25. November 2008 ab; gleichzeitig hob er den Rekursbeschluss vom 10. September 2008 auf und schrieb das entsprechende Verfahren als gegenstandslos ab.
III.
Gegen den Rekursbeschluss des Bezirksrates W vom 25. November 2008 erhob A am 21. Dezember 2008 Beschwerde beim Verwaltungsgericht; am 23. Dezember 2008 reichte sie eine Beschwerdeergänzung nach. Sie beantragte die Aufhebung des bezirksrätlichen Beschlusses sowie die Auszahlung einer um Fr. 120.- reduzierten Alimentenbevorschussung; ferner stellte sie Antrag auf unentgeltliche Prozessführung.
Mit Schreiben vom 12. Januar 2009 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung. Die Beschwerdegegnerin liess sich innert Frist nicht vernehmen.
Am 4. März 2009 reichte die Beschwerdeführerin schliesslich einen Lohnausweis mit Minussaldo ein, um zu belegen, dass ihr Einkommen die relevante Bevorschussungsgrenze nicht übersteige.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Angesichts des unter Fr. 20'000.- liegenden Streitwerts fällt die Streitigkeit in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 38 Abs. 2 VRG).
2.
Zu prüfen sind vorab die verfahrensrechtlichen Rügen der Beschwerdeführerin. Unter Bezugnahme auf die Erwägungen 1.2 und 3.4 des bezirksrätlichen Beschlusses bemängelt die Beschwerdeführerin, dass die Sozialbehörde V den „korrekt rechtlichen Dienstweg“ nicht eingehalten habe.
2.1
Mit der ersten Rüge beanstandet die Beschwerdeführerin sinngemäss, dass der Bezirksrat zum Zeitpunkt des Rekursbeschlusses vom 10. September 2008 nicht über den Wiedererwägungsentscheid des Präsidenten der Sozialbehörde vom 1. September 2008 informiert gewesen war. Die Vorinstanz macht in diesem Zusammenhang allerdings zu Recht geltend, dass verfügende Instanzen ihren Entscheid während eines pendenten Rekursverfahrens bis zum Entscheid der Rekursinstanz in Wiedererwägung ziehen können (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 26). Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass der Präsident der Sozialbehörde seinen Entscheid vom 4. Juli 2008 am 1. September 2008 durch einen neuen Entscheid ersetzt hat. Dass der Bezirksrat am 10. September 2008 in Unkenntnis des Wiedererwägungsentscheides einen Rekursbeschluss fällte, schadet der Beschwerdeführerin nicht, zumal der Bezirksrat diesen Beschluss am 25. November 2008 wieder aufgehoben und das betreffende Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben hat.
2.2
Mit der zweiten verfahrensrechtlichen Rüge beanstandet die Beschwerdeführerin sinngemäss, dass der angefochtene Beschluss durch eine nicht ordnungsgemäss zusammengesetzte Behörde angeordnet worden sei. Demnach ist im Folgenden zu prüfen, ob der Präsident der Sozialbehörde V dafür zuständig war, die Einstellung bzw. Rückzahlung der Alimentenbevorschussung anzuordnen.
2.2.1
Gemäss § 22 des Jugendhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (JHG) entscheidet die Vormundschaftsbehörde oder eines ihrer Mitglieder über die Bevorschussung, sofern die Gemeinde nicht eine andere Behörde als zuständig bezeichnet. § 57 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes vom 6. Juni 1926 über das Gemeindewesen (GemeindeG) sieht ausserdem in allgemeiner Form vor, dass die Gemeindeordnung den Behörden gestatten kann, die Besorgung bestimmter Geschäftszweige einzelnen Mitgliedern zu übertragen. Formelle Verfügungen und Verfügungen, die zwar materieller Natur, aber von geringer Bedeutung oder dringlich sind, können in der Zeit zwischen zwei Sitzungen vom Präsidenten oder auf dem Zirkularweg getroffen werden (§ 67 GemeindeG).
Im Fall der Stadt V ist die
Sozialbehörde
für den hier interessierenden Aufgabenbereich zuständig (vgl. Art. 51 Abs. 1 der Gemeindeordnung der Stadt V vom 5. Juni 2005). Diese besteht aus fünf Mitgliedern (Art. 50 Abs. 1 Gemeindeordnung). Präsident ist von Amtes wegen der Sozialvorstand; die vier weiteren Mitglieder werden durch den Gemeinderat gewählt (Art. 50 Abs. 2 Gemeindeordnung). Die Sozialbehörde erfüllt ihre Aufgaben als Gesamtbehörde; sie verteilt ihre Aufgaben selbst und erlässt zu diesem Zweck ein Geschäftsreglement (Art. 52 Gemeindeordnung).
2.2.2