# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c705778d-cdc2-4846-b5dc-6498de6e2705
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Der Stadtrat der politischen Gemeinde C._ erteilte B._ für sein Bauvorhaben
(Abbruch eines Schopfs und Neubau eines Mehrfamilienhauses einschliesslich einer
Erdsondenbohrung auf dem Grundstück-Nr. 0001._) mit Beschluss/Verfügung vom
22. November 2021 die Baubewilligung. Die öffentlich-rechtlichen Einsprachen und
allfällige Einsprachen nach Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB;
SR 210) von D._ und der A._ AG wies er ab, soweit er darauf eintrat. In Bezug auf
allfällige rein privatrechtliche Einsprachen wurden D._ und die A._ AG unter
Fristansetzung auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Deren Begehren um Ersatz der
ausseramtlichen Kosten wurden abgewiesen. Die Gebühren für das Verfahren wurden
B._ auferlegt (act. G 16.5.24).
A.a.
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B.
Gegen die Widerrufsverfügung vom 21. März 2022 erhob die A._ AG am 8. April 2022
Rekurs beim BUD (act. G 17.1). In der ergänzenden Eingabe vom 6. Mai 2022
beantragte sie deren vollumfängliche Aufhebung und es sei die Sache an den Stadtrat
der politischen Gemeinde C._ zu neuerlichem Entscheid zurückzuweisen; unter
Dagegen erhob die A._ AG, wie bereits zuvor im Einspracheverfahren vertreten durch
Rechtsanwalt Ivo Hartmann, am 9. Dezember 2021 Rekurs beim Bau- und
Umweltdepartement (BUD; act. G 16.1). In der ergänzenden Eingabe vom 10. Januar
2022 beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und
dem Baugesuch von B._ sei die Bewilligung zu verweigern. Eventuell sei die
angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben und die Angelegenheit an den
Stadtrat der politischen Gemeinde C._ zum erneuten Entscheid zurückzuweisen.
Subeventuell sei die Baubewilligung nur unter den in der Rekursergänzung formulierten
Bedingungen und Auflagen zu erteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G 16.3).
A.b.
Mit Schriftsatz vom 9. März 2022 orientierte Rechtsanwalt Ivo Hartmann das BUD, der
Stadtrat der politischen Gemeinde C._ werde die angefochtene Verfügung widerrufen,
was er zum Anlass nahm («deshalb»), eine Honorarnote im Gesamtbetrag von
CHF 8'489.20 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer, den Zeitraum vom
29. November 2021 bis 9. März 2022 betreffend) einzureichen (act. G 16.10). Am
21. März 2022 (versandt am 24. März 2022) widerrief der Stadtrat der politischen
Gemeinde C._ die Verfügung vom 22. November 2021 (Baubewilligung/
Einspracheentscheid). Das Baubewilligungsverfahren («mit Einspracheentscheiden
sowie Ergänzungen») sei nochmals zu eröffnen (mit Rekursmöglichkeit) und nach
vollständiger Ergänzung aller Unterlagen und Fakten sei über die Einsprachen und das
Baugesuch neu zu entscheiden (act. G 16.14). Der für die Bearbeitung des Rekurses
zuständige Mitarbeiter der Rechtsabteilung des BUD zeigte den Parteien des
Rekursverfahrens am 29. März 2022 an, der Rekurs sei infolge Widerrufs der
angefochtenen Verfügung gegenstandslos geworden und als Nächstes werde ein
Abschreibungsbeschluss erfolgen (act. G 16.15). Mit Verfügung vom 6. April 2022
schrieb der Leiter Rechtsabteilung des BUD den Rekurs der A._ AG zufolge
Gegenstandslosigkeit ab. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wurde verzichtet. Die
politische Gemeinde C._ wurde verpflichtet, der A._ AG eine ausseramtliche
Entschädigung von insgesamt CHF 2'860 (einschliesslich Barauslagen, jedoch ohne
Mehrwertsteuerzuschlag) zu bezahlen (act. G 16.16).
A.c.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 4/11
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Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie brachte vor, in der angefochtenen
Widerrufsverfügung hätte über die von ihr für das Verfahren vor dem Stadtrat der
politischen Gemeinde C._ beantragte Parteientschädigung befunden werden müssen
(act. G 17.5).
C.
In der Zwischenzeit hatte die A._ AG (Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch
Rechtsanwalt Ivo Hartmann, beim Verwaltungsgericht am 22. April 2022 Beschwerde
gegen die Abschreibungsverfügung des BUD (Vorinstanz), INGE-Nr. 21-11216, vom
6. April 2022 erhoben (act. G 1). In der ergänzenden Eingabe vom 30. Mai 2022 stellte
sie folgende Anträge: 1. Die Verfügung vom 6. April 2022 sei aufzuheben. 2. Eventuell
sei Ziffer 3 der Verfügung vom 6. April 2022 aufzuheben und die zugesprochene
Parteientschädigung auf CHF 5'750 (zuzüglich Barauslagen von 4 % und MwSt)
festzusetzen. 3. Subeventuell sei Ziffer 3 der Verfügung vom 6. April 2022 aufzuheben
und die Sache zum erneuten Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen vor, das Rekursverfahren hätte nicht abgeschrieben werden dürfen,
da die Widerrufsverfügung vom 21. März 2022 mit Rekurs vom 8. April 2022
angefochten worden und somit nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Bezüglich der von
der Vorinstanz zugesprochenen Entschädigung der ausseramtlichen Kosten rügte sie
qualifizierte Ermessensfehler und eine Verletzung der Begründungspflicht. Zudem habe
die Vorinstanz zu Unrecht einen Mehrwertsteuerzuschlag verweigert (act. G 10).
C.a.
Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 14. Juli 2022 die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie führte zur Begründung hauptsächlich
aus, zwar sei die Widerrufsverfügung vom 21. März 2022 im Zeitpunkt des
angefochtenen Entscheids vom 6. April 2022 noch nicht in Rechtskraft erwachsen.
Allerdings sei inzwischen auf den gegen die Widerrufsverfügung gerichteten Rekurs
des Beschwerdeführers nicht eingetreten worden (siehe hierzu den Entscheid
Nr. 67/2022 der Vorinstanz vom 14. Juli 2022, act. G 17.15; zur dagegen am
26. August 2022 erhobenen Beschwerde und deren Beurteilung siehe das Verfahren
vor Verwaltungsgericht B 2022/157 und dessen Entscheid vom 15. Dezember 2022).
Ziehe man in Betracht, dass die Beschwerdeführerin mangels formeller und materieller
Beschwer gar nicht zur Anfechtung des Widerrufs berechtigt sei, sei auf die
Beschwerde vom 6. April 2022 zumindest insoweit nicht einzutreten, als darin die zu
frühe Abschreibung gerügt werde. Des Weiteren brachte die Vorinstanz vor, ihre Praxis
C.b.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Die Beschwerdeführerin
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 i.V.m. Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Eingabe vom
30. Mai 2022 (act. G 10) die formellen und inhaltlichen Anforderungen (Art. 64 i.V.m.
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und Abs. 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Zunächst ist die zwischen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz umstrittene
zur Entschädigung der ausseramtlichen Kosten sei bekannt und ergebe sich auch aus
den von ihr auf der Publikationsplattform aufgeschalteten Entscheiden. Sie habe den
Umfang der zugesprochenen Entschädigung konkret begründet, womit die Gehörsrüge
nicht stichhaltig sei. Hinzu komme, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
vorgängig telefonisch kontaktiert und auf die überhöhte Honorarnote aufmerksam
gemacht worden sei. Im Übrigen liege die Begründungsdichte im angefochtenen
Rekursentscheid über derjenigen, wie sie vom Verwaltungsgericht bei vergleichbaren
Sachverhalten gepflegt werde. Der Mehrwertsteuerzuschlag sei aus Versehen nicht
zugesprochen worden. Allein deswegen wäre die Erhebung einer Beschwerde indessen
nicht nötig gewesen (act. G 15).
Der durch Rechtsanwalt Urs Pfister vertretene Beschwerdegegner liess am 2. August
2022 mitteilen, er werde auf eine Teilnahme am Beschwerdeverfahren B 2022/76
verzichten, da er vom Ausgang des Streits um die Höhe der von der
Beschwerdebeteiligten zu tragenden Entschädigung der ausseramtlichen Kosten für
das Rekursverfahren nicht betroffen sei (act. G 19).
C.c.
In der Replik vom 31. Oktober 2022 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Beschwerdeanträgen fest (act. G 25).
C.d.
Mit Entscheid vom 15. Dezember 2022 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde
vom 26. August 2022 im Verfahren B 2022/157 ab.
C.e.
bis
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Frage zu prüfen, ob der Rekurs im Verfahren INGE-Nr. 21-11216 zu Recht zufolge
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wurde.
Wie sich aus dem im Verfahren B 2022/157 ergangenen Entscheid des
Verwaltungsgerichts vom 15. Dezember 2022 ergibt, ist der dort angefochtene
Rekursentscheid der Vor-instanz vom 14. Juli 2022 (act. G 17.15; Nichteintreten auf die
Widerrufsverfügung der Beschwerdebeteiligten vom 21. März 2022, act. G 16.14) nicht
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde vom 26. August 2022 wurde
abgewiesen.
2.1.
Mit der Widerrufsverfügung vom 21. März 2022 fielen das Anfechtungsobjekt und mit
ihm die materielle Beschwer im Rekursverfahren INGE-Nr. 21-11216 (Baubewilligung
mit Einspracheentscheid vom 22. November 2021, act. G 16.5.24) nachträglich weg.
Dies führt zur Abschreibung des entsprechenden Rekurses, wie die Vorinstanz
zutreffend verfügt hat. Anzufügen bleibt, dass es gerade der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin gewesen war, der die Vorinstanz – wie diese zutreffend darlegte
(act. G 15, II. Rz 1b) – bereits am 9. März 2022 über den anstehenden Widerruf
orientierte. Ausdrücklich bloss «deshalb» sah er sich zur Einreichung der Honorarnote
veranlasst (act. G 16.10). Mit anderen Worten trieb er die von ihm erst im Nachhinein
kritisierte Prozesserledigung selbst voran. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz mit
Schreiben vom 29. März 2022 die am Rekursverfahren Beteiligten über den Widerruf
und den demnächst zu treffenden Abschreibungsbeschluss infolge
Gegenstandslosigkeit orientierte, ohne dass die rechtskundig vertretene
Beschwerdeführerin dagegen opponiert hätte. Wie die Vorinstanz glaubwürdig
ausführte (act. G 15, II. 2a) und von der Beschwerdeführerin inhaltlich auch nicht
(substanziiert) bestritten wird (act. G 25, Rz 18 und Rz 20), war die Höhe der
Honorarnote ferner am 10. März 2022 ausdrücklich im Licht des anstehenden
Abschreibungsbeschlusses telefonisch diskutiert worden. Aufgrund dieser Umstände
durfte die Vorinstanz nach Treu und Glauben insgesamt davon ausgehen, dass die
Beschwerdeführerin mit der von ihr selbst angestossenen Prozesserledigung in Form
eines Abschreibungsbeschlusses nicht bloss rechnete, sondern damit einverstanden
gewesen war. Die sich vor diesem Hintergrund stellende Frage, ob sich die
Beschwerdeführerin, die sich das Handeln ihres Rechtsvertreters anrechnen zu lassen
hat, mit der Rüge, der Abschreibungsbeschluss sei verfrüht erfolgt, treuwidrig und
damit rechtsmissbräuchlich verhält (zu treuwidrigem Verhalten einer Partei bei
bevorstehendem Abschreibungs- und Kostenentscheid vgl. das Urteil des
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/11
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3.
Nachfolgend zu prüfen ist des Weiteren die Höhe des Anspruchs der
Beschwerdeführerin auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten im
Rekursverfahren INGE-Nr. 21-11216.
Bundesgerichts 5D_21/2021 vom 20. Dezember 2021 E. 2.3), kann offenbleiben, da die
Beschwerde bereits aus anderem Grund abzuweisen ist.
Die staatliche Honorarordnung wird u.a. angewendet für die Vorbereitung und
Durchführung eines Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege, wenn ein Gericht
zuständig ist oder wenn ein gesetzlicher Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen
Kosten besteht (Art. 30 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]).
Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie aufgrund
der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2
VRP). Das Honorar bemisst sich nach Art und Umfang der Bemühungen, nach der
Schwierigkeit des Falles und nach dem Streitwert (Art. 31 Abs. 1 AnwG). Es
berücksichtigt die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten (Art. 31 Abs. 2 AnwG).
Gemäss Art. 7 der Verordnung über die Bearbeitung von Rekursverfahren vor den
Departementen (RekV; sGS 951.11) i.V.m. Art. 22 Abs. 1 lit a der Honorarordnung
(HonO; sGS 963.75) beträgt das Honorar vor Verwaltungsbehörden pauschal CHF 500
bis CHF 6'000. In aussergewöhnlich aufwendigen Fällen kann das Honorar um bis zu
100 % erhöht werden (Art. 22 Abs. 2 HonO). Art. 98 VRP bleibt vorbehalten (Art. 22
Abs. 3 HonO). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 Abs. 1 HonO). Honorarpauschalen
dienen der gleichmässigen Behandlung und begünstigen eine effiziente
Mandatsführung. Zudem entlasten sie das Gericht bzw. die Behörde davon, sich mit
der Aufstellung des erbrachten Zeitaufwands im Einzelnen auseinandersetzen zu
müssen (BGE 143 IV 454 E. 2.5.1). Den Behörden kommt bei der Bemessung von
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Die
Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt. Es
ist nur zur Rechtskontrolle befugt und kann einen Kostenspruch der Vorinstanz nur
aufheben, wenn er auf einer Über- oder Unterschreitung bzw. einem Missbrauch des
Ermessens beruht (vgl. Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP; siehe hierzu anstatt vieler etwa den
Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2018/75 vom 21. März 2019 E. 4.3 mit weiteren
Hinweisen).
3.1.
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Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 9. März 2022
eine Honorarnote ein, worin er ein nach Zeitaufwand (23 Stunden) ermitteltes Honorar
von CHF 7'540 geltend machte (act. G 16.10).
3.2.
Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der Honorarnote angerufenen
Bestimmungen zur Bemessung des Honorars nach Zeitaufwand (Art. 23 f. HonO, act.
G 16.10) sind für das Verwaltungsverfahren nicht von Bedeutung, sondern betreffen
ausschliesslich andere Rechtsgebiete. Das Honorar im vorinstanzlichen Verfahren hat
sich nach den in E. 3.1 genannten, von der Vorinstanz zutreffend wiedergegebenen
(act. G 16.16) Bestimmungen zu richten, die eine Entschädigung in Form einer
Pauschale vorsehen. Es wird nicht der tatsächlich vom Rechtsvertreter betriebene,
sondern nur der notwendige Aufwand entschädigt (Art. 98 Abs. 2 VRP).
3.2.1.
Aus der Begründung der Vorinstanz (act. G 16.16, S. 2 zweiter und dritter Abschnitt)
gehen die Überlegungen, weshalb sie der Honorarnote des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin nicht folgte und sie stattdessen zum von ihr für notwendig
erachteten Entschädigungsumfang gelangte, nachvollziehbar hervor: Sie räumte zwar
ein, dass die sich im Verfahren stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen nicht
einfach zu beantworten gewesen seien und sie insoweit den Beizug eines
Rechtsanwalts gerechtfertigt hätten. Unter ausdrücklichem Hinweis auf Art und
Umfang der notwendigen Bemühungen, die Schwierigkeit des Falls und die
wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten setzte sie die für notwendig und
angemessen erachtete Entschädigung unter Berücksichtigung ihrer
Entschädigungspraxis fest. Zudem wies sie darauf hin, dass im Rekursverfahren kein
Augenschein durchzuführen war und sie nicht von einem überdurchschnittlich
komplexen Verfahren ausging. Sie legte auch ihre Praxis offen, wonach sie für
durchschnittlich schwierige Rekursverfahren (ohne Augenschein) regelmässig ein
Honorar von CHF 2'750 für angemessen erachte, was im Übrigen bei dem vom
Rechtsvertreter erwähnten (act. G 10, Rz 34) mittleren Stundenhonorar im Sinn des
Art. 24 Abs. 1 HonO (CHF 250) immerhin einem Zeitaufwand von 11 Stunden
entspricht. Diese Begründung der Vorinstanz ist ausreichend transparent und war einer
sachgerechten Anfechtung zugänglich, auch wenn sie nicht auf die einzelnen
Positionen der Honorarnote eingegangen war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_278/2020 vom 17. August 2020 E. 6.1 f. mit Hinweis auf BGE 143 IV 457 E. 2.5.3).
So erweist sich die von der Beschwerdeführerin erhobene Gehörsrüge (act. G 25,
3.2.2.
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Rz 19) als unberechtigt. Anzufügen bleibt, dass sich aus der vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin nach den unzutreffenden Bestimmungen der HonO (Honorar nach
Zeitaufwand) vorgenommenen blossen Auflistung von Aufwandpositionen, worin von
insgesamt 23 Stunden rund 20 Stunden für die Rekursschrift geltend gemacht wurden
(act. G 16.10), kaum etwas hinsichtlich der für die Bemessung der
Pauschalentschädigung massgebenden Kriterien (insbesondere dasjenige der
Notwendigkeit, siehe hierzu vorstehende E. 3.1) ableiten lässt. Damit war die vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eingereichte Honorarnote von vorneherein
lediglich beschränkt einer vertieften Auseinandersetzung durch die Vorinstanz
zugänglich (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_278/2020 vom 17. August 2020,
E. 5.2, E. 6.1 am Schluss und E. 6.2 zu Beginn).
Das von der Vorinstanz festgesetzte Honorar von CHF 2'750 ist auch im Ergebnis nicht
zu beanstanden. Zunächst überschreitet das vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ermittelte Honorar von CHF 7'540 den in Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO
vorgesehenen Rahmen (CHF 500 bis CHF 6'000). Weder aus dessen Honorarnote noch
dem Begleitschreiben gehen eine Begründung oder Hinweise hervor, die aus objektiver
Sicht auf einen aussergewöhnlich aufwendigen Fall schliessen liessen. Solche ergeben
sich auch nicht aus den übrigen Akten, weshalb allein schon deshalb das vom
Rechtsvertreter geltend gemachte Honorar keine aussagekräftige Grundlage für die
Bemessung der notwendigen ausseramtlichen Kosten im Rekursverfahren darzustellen
vermochte. Ins Gewicht bei der Bemessung der Entschädigung fällt ausserdem, dass
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bereits im Einspracheverfahren eine 13-
seitige Einsprache verfasst (act. G 16.5.25) und an der Einspracheverhandlung vom
25. März 2021 teilgenommen hatte (act. G 16.5.16; zur Relevanz der Fallkenntnis bei
Vertretung bereits im Einspracheverfahren vgl. m.w.H. das Urteil des Bundesgerichts
8C_278/2020 vom 17. August 2020 E. 6.2). Die von ihm in der Honorarnote als
Aufwandgrund erwähnten Themen (etwa «Verstoss gegen Einordnungsvorschriften
Kernzone und Schutzverordnung» oder «Strassenabstand»; act. G 16.10) wurden
grösstenteils bereits eingehend in der Einsprache vom 5. November 2020 (act.
G 16.5.25, S. 4 ff.) abgehandelt und auch anlässlich der Einspracheverhandlung
vorgebracht (act. G 16.5.16, S. 4). Die sich im Rekursverfahren erneut stellenden
rechtlichen und tatsächlichen Fragen waren damit dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin schon vertraut. Von Bedeutung ist weiter, dass die
Beschwerdebeteiligte im Rekursverfahren auf eine Vernehmlassung verzichtet hatte
(act. G 16.5), kein Augenschein durchgeführt worden war und auch der Rekursgegner
3.2.3.
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4.
sich nicht (inhaltlich) hatte vernehmen lassen (vgl. act. G 16.12). Insgesamt war der als
notwendig zu bezeichnende Aufwand der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin für
das Rekursverfahren somit eher unterdurchschnittlich. Das hierfür von der Vorinstanz
pauschal auf CHF 2'750 festgesetzte Honorar erscheint unter diesen Umständen
angebracht und ist jedenfalls mit Blick auf den ihr zustehenden Ermessensspielraum
(siehe hierzu vorstehende E. 3.1 am Schluss) vertretbar. Mit diesen Ausführungen soll
nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass die engagierte Mandatsführung des
Rechtsvertreters für die Beschwerdeführerin nicht nützlich gewesen wäre. Vielmehr
liegen der Bestätigung der vorinstanzlichen Honorarbemessung das enge Grenzen
setzende Entschädigungserfordernis der Notwendigkeit, die für die Rechtsuchenden
günstigen Prozessgrundsätze im Rekursverfahren (Untersuchungsgrundsatz; Art. 58
Abs. 1 i.V.m. Art. 12 VRP; Offizialmaxime, Art. 56 Abs. 1 VRP) und das der Vorinstanz
zustehende Ermessen zugrunde.
Als stichhaltig erweist sich demgegenüber die Kritik der Beschwerdeführerin, dass ihr
die Vorinstanz den Mehrwertsteuerzuschlag zu Unrecht verweigert habe (act. G 10,
Rz 27 ff.). In ihrem Schreiben vom 9. März 2022 (act. G 16.10) hat die
Beschwerdeführerin – wenn auch knapp – begründet, weshalb ihr der
Mehrwertsteuerzuschlag auszurichten sei. Vorliegend sind deshalb keine Gründe
ersichtlich, die gegen eine Entschädigung der Mehrwertsteuer sprechen könnten. Die
Vorinstanz räumt denn auch ein, dass die Verweigerung des Mehrwertsteuerzuschlags
versehentlich erfolgt sei und die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf einen solchen
habe (act. G 15, II. 2b am Schluss). Damit erübrigen sich Weiterungen.
3.3.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Abschreibungsverfügung vom
6. April 2022 insoweit aufzuheben, als die Beschwerdebeteiligte zu verpflichten ist, der
Beschwerdeführerin eine Entschädigung für die notwendigen ausseramtlichen Kosten
im Rekursverfahren von CHF 2'860 zuzüglich Mehrwertsteuer zu bezahlen. Im Übrigen
ist die Beschwerde abzuweisen.
4.1.
Die Beschwerdeführerin obsiegt einzig im Rahmen des Mehrwertsteuerzuschlags.
Aufgrund der Geringfügigkeit dieses Obsiegensanteils ist insgesamt von einem
vollständigen Unterliegen der Beschwerdeführerin auszugehen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
4.2.
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