# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6cb31428-af41-55d5-abf1-0ddd1d7fc172
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene X._, welcher über keine Berufsausbildung verfügt, reiste 1988 erstmals und am 20. Februar 1994 definitiv in die Schweiz ein. Hier war er in den darauffolgenden Jahren in diversen Hilfsarbeitertätigkeiten und zuletzt im Versandbuchhandel tätig (vgl. Urk. 10/1/5, 10/17/1, 10/38/13). Am 8. Februar 1996 (Eingangsdatum) meldete er sich erstmals bei der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungs
bezug an (Urk. 10/1). Mit Verfügung vom 25. März 1996 wurde das Leistungsbe
gehren mangels Erfüllen der versicherungsmässigen Voraussetzungen abgewiesen (Urk. 10/5). Am 12. August 2004 (Eingangsdatum) meldete er sich wiederum bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 10/6). Diese tätigte in der Folge medizinische (Urk. 10/10, 10/12, 10/16) und erwerbliche (Urk. 10/17) Abklärungen und holte insbesondere ein medizinisches Gutachten ein (Gutachten vom 9. Mai 2007, Urk. 10/38). Mit Verfügung vom 4. Oktober 2007 (Urk. 10/50) wies sie das Leistungsbegehren mangels invali
disieren
den Gesundheitsschadens ab. Am 17. Dezember 2008 (Eingangs
datum) meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 10/53). Die IV
Stelle tätigte in der Folge weitere medizinische Abklärungen (Urk. 10/57, 10/60, 10/61, 10/65, 10/71, 10/73) und holte erneut ein medizinisches Gutachten ein (bidisziplinäres [rheumatologisch/psychiatrisches] Gutachten vom 24. März und 17. Mai 2010, Urk. 10/88 und 10/91). Mit Verfügung vom 25. Oktober 2010 (Urk. 10/100 i.V.m. Urk. 10/96) sprach sie dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab 1. Juni 2009 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (inkl. Kinderrenten) zu.
1.2
Am 15. Juli 2013 (Eingangsdatum) wurde ein Revisionsverfahren eingeleitet (Revisionsfragebogen, Urk. 10/113), im Rahmen dessen die IV-Stelle den Versi
cherten bidisziplinär (rheumatologisch und psychiatrisch) begutachten liess. Am 12. Juni 2014 (Urk. 10/128) und am 26. Juli 2016 (Urk. 10/138) wurde jeweils ein Gutachten erstattet. Gestützt darauf hob die IV-Stelle nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (Urk. 10/140, 10/144 und 10/147) mit Verfügung vom 19. Mai 2017 (Urk. 2 [=Urk. 10/153]) die bisherige ganze Rente auf Ende des nach der Verfügung folgenden Monats auf.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 15. Juni 2017 Beschwerde (Urk. 1) und liess beantragen, es sei das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ein Verlaufs
gutachten bei der Y._ einzu
holen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege und um Bestellung von Rechtsanwalt Dr. iur. Pierre Heusser zum unentgeltlichen Rechtsvertreter. Mit Schreiben vom 12. Juli 2017 (Urk. 6) liess er das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 7) sowie dazu
gehörige Unterlagen (Urk. 8/1-2) einreichen. Mit Beschwerde
antwort vom 23. August 2017 (Urk. 9) schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 25. August 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 11). Am 16. Januar 2018 reichte Rechtsanwalt Dr. Heusser seine Honorar
note ein (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
to
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 19. Mai 2017 (Urk. 2) zusammengefasst, die Überprüfung der Invalidenrente nach den Schlussbestimmungen des IVG (IVG) habe ergeben, dass die Diagnose, welche vorliegend zur Rentenzusprache geführt habe, zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage (Päusbonog) gehöre. Das im Jahr 2014 im Rahmen des Revisions
verfahrens eingeholte medizinische Gutachten habe keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben können und auch das im Jahr 2016 aufgrund der Rechtsprechungsänderung eingeholte Verlaufsgutachten könne keinen Befund und keine Einschränkung begründen. In Anbetracht des Aktivitätsniveaus und der Ressourcen des Beschwerdeführers sei eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit nach
vollziehbar.
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor (Urk. 1), sein Gesundheitszustand sei seit 2007 unverändert und die jetzigen Gutachter würden lediglich zu einem anderen Schluss kommen, als die Gutachter bei der Renten
zu
sprache 2010. Die neue Begutachtung stelle eine unzulässige second opinion dar. Die Verlaufsbegutachtung sei 2014 unzulässigerweise bei neuen Gutachtern statt den aus der Begutachtung 2010 bekannten Gutachtern erfolgt. Da ein Verlaufs
gutachten vergleichenden Charakter habe, müsse es sich gemäss bundes
gericht
licher Rechtsprechung mit den Fakten, welche eine Veränderung begründen wür
den, auseinandersetzen und sei von denselben Gutachtern vorzu
nehmen, welche bereits das Vorgutachten verfasst hätten. Dass die Beschwerde
gegnerin diese Aus
führungen im Einwandverfahren nicht berücksichtigt habe, stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht dar. Darüber hinaus verletze das aktuelle Gutachten die Vorgaben nach BGE 141 V 281. Die erfolgte Indika
torenprüfung sei absolut ungenügend und es könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden. Des Weiteren sei der psychiatrische Gut
achter nicht neutral, da er lediglich kurze Untersuchungen durchführe und die zureichende Sorgfalt vermissen lasse, weshalb auf seine Beurteilung ohnehin nicht abgestellt werden könne. Es sei anzuerkennen, dass sich der Gesund
heits
zustand des Beschwerde
führers nicht verändert habe, weshalb ihm weiterhin eine Rente auszurichten sei. Ansonsten müsse ein neues Verlaufsgutachten eingeholt und der Sachverhalt ordnungsgemäss abgeklärt werden. Im Übrigen könne die Beschwerdegegnerin ihre Rentenzusprache ohnehin nicht gestützt auf die Schlussbe
stimmungen des IVG revi
dieren, da nebst der Päusbonog-Diagnose noch weitere Diagnosen erhoben wor
den seien und bei gemischten Diagnosen kein Zurück
kommen auf die Rente nach den Schlussbestimmungen möglich sei.
3.
3.1
Die Rentenzusprache am 25. Oktober 2010 (Urk. 10/100 i.V.m. Urk. 10/96) stützte sich insbesondere auf die Gutachten des Universitätsspitals Zürich vom 24. März und 17. Mai 2010 (Urk. 10/88, Urk. 10/91 und Urk. 10/92):
3.1.1
Dr. med. Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagno
stizierte beim Beschwerdeführer eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD
10 F45.40),
deren Kriterien sie für vollständig erfüllt erachtete
(Urk. 10/88/41-42).
Zudem
äusserte
sie
einen Verdacht auf eine emotional insta
bile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD
10 F60.30) und einen Ver
dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS,
ICD
10 F43.1)
. Symp
tome dieser Erkrankungen würden vom Beschwerdeführer bejaht, es sei jedoch in zeitlicher Hinsicht nicht feststellbar, ob diese bereits seit der Jugend bestünden (Persönlichkeitsstörung) oder im Verlauf nach den Kriegstraumatisierungen auf
getreten seien (PTBS). Zur Verifikation
sei ein längerer Begutachtungszeitr
a
um, im besten Fall unter stationären Bedingungen
,
notwendig (Urk. 10/88/
43-
46).
Eine depressive Symptomatik konnte Dr. Z._ anlässlich der Untersuchung nicht feststellen, weshalb sie diesbezüglich eine Remission notierte (Urk. 10/88/46). Sie schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit 0 % ein (Urk. 10/88/47).
3.1.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabi
li
tation, diagnostizierte in rheumatologischer Hinsicht ein chronisches lumbo
spon
dylogenes Syndrom beidseits, linksbetont (Urk. 10/91/28). Aus rheuma
to
lo
gi
scher Sicht
erachtete er den
Beschwerdeführer zumindest in einer sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeit
als
ganztags arbeitsfähig (Urk. 10/91/29).
3.2
Im Rahmen des Revisionsverfahrens ergibt
sich der medizinische Sachverhalt
einerseits aus dem
bidisziplinären Gutachten vom 1
2.
Juni 2014 (Urk. 10/128)
:
3.2.
1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
diagno
sti
zierte ein
chro
nisches generalisiertes Schmerz
syndrom und ein Panverte
bral
syndrom (Urk. 10/128/9)
. Er hielt fest, es
bestünden vordergründig somatisc
h nicht abstützbare Beschwerden (Urk. 10/128/12) und schloss, dass die
Arbeits
fä
higkeit des Beschwerdeführers in somatisch
-rheumatologischer
Hinsicht nicht eingeschränkt
sei
(Urk. 10/128/18).
Da die 2010 festgestellten Bewegungsein
schränkungen in Schultern und Halswirbelsäule, sowie die Fehlhaltung der Wir
belsäule nicht mehr feststellbar seien, habe sich der Gesundheitszustand seither verbessert (Urk. 10/128/19).
3.2.
2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagno
stizierte in
sbesondere
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
und eine rezidivierende depressive Störung mit derzeit leichter Episode (Urk. 10/128/30). Er notierte, z
war könnten akzentuierte Persönlichkeitszüge festgestellt werden, eine Persönlichkeitsstörung sei jedoch nic
ht nachweisbar (Urk. 10/128/29) und auch eine PTBS könne nicht bestätigt werden (Urk. 10/128/30).
Der Beschwerde
führer leide an einem Ganzkörperschmerz, der psychosomatisch überlagert werde. Er sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdehnung. Infolgedessen könne
eine
anhaltende somato
forme Schmerzstörung diagnostiziert werden.
Die
se
werde durch keine relevante psychische Komorbidität begleitet. Es bestehe (gemäss der Begutachtung durch
Dr. B._
) keine körperliche Begleiterkrankung, die soziale Integration sei erhalten geblieben, die prämorbide Persönlichkeitsstruktur sei etwas auffällig
und
die Schmerzproblematik progredient und chronifiziert (Urk. 10/128/33).
Zusammen
fassend sei dem
Beschwerdeführer die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar (Urk. 10/128/34-35).
3.3
Am
2
6.
Juli 2016
wurde infolge der Rechtsprechungsänderung (BGE 141 V 281)
ein Verlaufsgutachten (Urk. 10/138) eingeholt, welches den medizinischen Sach
verhalt wie folgt skizziert
e
:
3.3.
1
Dr. B._
notierte
,
der Beschwerdeführer klage weiterhin über Schmerzen am
gan
zen Körper (Urk. 10/138/5),
welche sich nicht auf ein bekanntes somatisch-pa
thologisches
Krankheitsbild abstützen liessen
(Urk. 10/138/15). Aufgrund der Ergebnisse der aktuellen Begutachtung bestünden Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden sowie dem in der Untersuchung gezeigten Verhalten
und
den objektivierbaren Befunden (Urk. 10/138/16).
An seiner Einschätzung in der Erstbegutachtung von 2014 (die angestammte Tätigkeit sei weiterhin zu 100 % zumutbar)
hielt
er fest (Urk. 10/138/19).
3.3.
2
Dr. C._
führte aus,
der Beschwerdeführer schildere die psychische Situation seit 2014 weitgehend unverändert. Weiterhin seien weder eine
PTBS
noch eine Persönlichkeitsstörung feststellbar. Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung lasse sich zwar weiterhin nachweisen, habe sich
seither
jedoch gebessert. Der Beschwerdeführer äussere keine hypochondrischen Befürchtungen mehr und das Schmerzerleben sei insgesamt geringer geworden; die Schmerzen seien nicht mehr ständig quälend.
Dr. C._
notierte
, es würden leichtgradige objektive Befunde vorliegen. Der Beschwerdeführer erleide einen subjektiv negativen Ein
fluss, was aus objektiver Sicht nicht nachvollzogen werden könne. Er sei insbe
sondere im Privatleben, seinen Beziehungen
und Hobbys nicht eingeschränkt,
sei sozial gut vernetz, habe Freunde und seine Familie. Sein Tagesablauf sei regel
mässig und strukturiert. Die Behandlung, welche der Beschwerdeführer wahr
nehme sei lege artis; er besuche monatlich einen Psychiater, was angesichts der mi
lden Psychopathologie ausreiche
, und nehme Psychopharmaka ein (Urk. 10/138/30-32).
Abschliessend hielt Dr. C._ fest, es
bestehe aus psychiatrischer Sicht weiterhin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und die somatoforme Schmerzstörung habe sich gebessert (Urk. 10/138/34-35).
4.
4.1
Vorab ist zu prüfen, ob und unter welchem Titel die Beschwerdegegnerin zur
Über
prüfung der Rente berechti
gt war (E. 4.2 und 4.3) und ob die Beschwerde
führerin das Revisionsverfahren unter formellen Aspekten korrekt durchführte (E. 4.4).
4.2
4.2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentli
chen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.2.2
Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers wurde letztmals mit der Renten
zu
sprache vom 2
5.
Oktober 2010 (Urk. 10/100 i.V.m. Urk. 10/96) einer mate
riellen Prüfung unterzogen, weshalb dieser Zeitpunkt als Referenzpunkt zur Beur
teilung einer anspruchserheblichen Änderung heranzuziehen ist. Dr.
Z._
beschrieb die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung (quälender Schmerz bei schwerem emotionalem Konflikt) beim Beschwerdeführer im Jahr 2010 als vollständig erfüllt (Urk. 10/88/41-42).
Demgegenüber hielt Dr. C._
im Jahr 2016 fest, dass sich die somatoforme Schmerzstörung verbessert habe, da der Beschwerdeführer keine hypochondrischen Befürchtungen mehr äussere und die Schmerzen nicht mehr als ständig quälend schildere (Urk. 10/138/28).
Dass der Gutachter im Jahr 2014 von einer in diagnostischer Hinsicht wenig veränderten gesundheitlichen Situation ausging (Urk. 10/128/36), steht einer veränderten Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit nicht entgegen (E. 4.3.1).
Während
Dr. Z._
2010
sodann
einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung und eine
PTBS
äusserte (vgl. E. 3.1.1), konnte
Dr. C._
in den Beguta
chtungen 2014 und 2016 diese Diagnosen nicht bestätigen (vgl. E.
3.2.2 und 3.3.2). Hinge
gen
konnte er
2014 und 2016 Symptome einer leichten Depression
ausmachen
(Urk. 10/128/32 und Urk. 10/138/27), welche 2010 nicht
bestanden hatten
(
Urk.
10/88/46).
Dr. B._
stellte 2014 eine im Vergleich zu 2010 verbesserte Beweglichkeit von Schultern und Halswirbelsäule fest und konnte die vormals diagnostizierte Fehlhaltung der Wirbelsäule nicht
mehr
bestätigen (Urk. 10/128/19).
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich demnach
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers -
seit der letztmaligen materiellen Prüfung mass
geblich verändert. Bei ausgewiesener wesentlicher Änderung des Gesund
heitszu
standes liegt ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, welcher die Beschwerdegegnerin zur umfassenden Prüfung des Renten
anspruchs in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht berechtigt.
4.3
4.3.1
Die Anwendbarkeit von lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen
(SchlB)
der 6. IV
Revision ergibt sich in materieller Hinsicht ausschliesslich aus der Natur des Gesund
heitsschadens auf dem die Rentenzusprache beruht. Zweck der Schlussbe
stimmung ist es, in den dort gezogenen Grenzen, Rentenbezüger gleich zu behandeln wie Rentenanwärter (vgl. Urteils des Bundesgericht 9C_379/2013 vom 13. November 2013 E. 3.2.3). Für eine Herabsetzung oder Aufhebung der Rente unter Anwendung von lit. a Abs. 1 SchlB der 6. IV-Revision ist erforderlich, dass die Rentenzusprache aufgrund der Diagnose eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grund
lage erfolgte und dieses Beschwerdebild auch im Revisionszeitpunkt vorliegt (BGE
139 V 547 E. 10.1.1 sowie 10.1.2). Das Rentenüber
prüfungs
verfahren ist zudem innerhalb von drei Jahren ab dem Inkrafttreten (1. Januar 2012) einzuleiten. Sind die Voraussetzungen erfüllt, geht es darum, aus heutiger Sicht zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für einen Rentenbez
ug im Zeitpunkt der Überprüfung -
und nicht im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprache
-
gege
ben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_688/2016 vom 16. Februar 2017 E.
3.2 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 9C_519/2013 vom 26. Februar 2014 E. 2).
4.3.2
Der Beschwerdeführer wendet ein, die Anwendung der Schlussbestimmungen sei nicht zulässig, da die Rentenzusprache nicht ausschliesslich aufgrund einer Päusbonog-Diagnose erfolgt sei (vgl. E. 2.2).
4.3.3
In casu wurde das Revisionsverfahren am 1
5.
Juli 2013 (vgl. Urk. 10/113) und damit innerhalb der dreijährigen Frist eingeleitet, was der Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht bestreitet.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers finden die Schl
B
auch dann Anwendung, wenn eine Rentenzusprache aufgrund unklarer und klarer Beschwerden erfolgte. Dies setzt jedoch voraus, dass die klaren von den unklaren Beschwerdebildern getrennt werden können. Die Überprüfung hat sodann nur in Bezug auf die unklaren Beschwerdebilder zu erfolgen (vgl. BGE 140 V 197, E.
6.2.3). Soweit festgestellte, organische Beschwerden die Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursachen, sondern lediglich die Auswirkung des unklaren Beschwer
debil
des verstärken, ist eine Anwendung der Schlussbestimmungen ebenfalls zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014, E.
2.4-2.7).
Dr. A._
hielt den Beschwerdeführer im Jahr 2010 aus somatischer Sicht für arbeitsfähig und die durch ih
n
und
Dr. Z._
interdisziplinär attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % erfolgte
einzig wegen
der somatoformen Schmerz
störung
(vgl. insbesondere Urk. 10/88/46, wonach die somatoforme Störung im Vordergrund stand, während die Symptome der verkomplizierenden Persönlich
keitszüge und PTBS noch genauer zu verifizieren und zu diagnostizieren zu waren; Urk. 10/91/31), was denn auch der Renten
zusprache zugrunde gelegt wurde
(vgl. Urk. 10/92/5-6). Da die anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu den Päusbonog-Diagnosen gehört (vgl. BGE 130 V 352) können die Schlussbe
stimmungen grundsätzlich Anwendung finden.
Die SchlB finden
auf jene Fälle keine Anwendung, welche bereits auf der Grund
lage der massgebenden Überwindbarkeitsrechtsprechung erfolgt sind (vgl.
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3). Die im Zeitpunkt der Rentenzusprache (2
5.
Oktober 2010, Urk. 10/100 i.V.m. Urk. 10/96)
massgeblichen
sogenannten Förster-Kriterien zur Prüfung der Überwindbarkeit einer Pä
usbonog-Diagnose wurden von Dr. Z._
zwar erhoben (Urk. 10/88/51)
.
D
ass die Beschwerdegegnerin die Überwindbarkeit bei der Rentenbeurteilung geprüft hätte, ist jedoch nicht ersicht
lich (vgl. Urk. 10/92). Ein Rückkommen auf den Rentenanspruch
ist
daher auch unter dem Titel der Schlussbestimmungen zulässig.
4.4
Zum Einwand des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe das rechtli
che Gehör und die Begründungspflicht verletzt, ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung durchaus mit der Thematik der Verlaufsbegutachtung auseinandergesetzt hatte. So führte sie aus, Dr. C._ habe sich in seiner Beurteilung mit der letztmaligen Begutachtung aus dem Jahr 2010 auseinandergesetzt. Und sie vertrat die Ansicht, eine Verlaufs
begutachtung sei nur in Einzelfällen, insbesondere wenn es um eine spezifische Krankheitsentwicklung und prognostische Aussagen innerhalb eines kurzen (ein-
bis zweijährigen) Zeitraumes gehe, bei denselben Gutachtern anzuordnen (vgl.
Urk. 2 S. 3). Damit setzte sich sie mit den Argumenten des Beschwerde
führers in dieser Angelegenheit hinreichend auseinander. Die Begründungs
pflicht bedeutet schliesslich nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständli
chen Behauptung und jedem r
echtlichen Ein
wand auseinander
setzen muss; viel
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Zudem vermag der Beschwerdeführer mit seinen Einwänden gegen die Begutach
tung nicht durchzudringen. So stellen etwa die im Rahmen des Revisionsver
fahrens bei Dr. B._ und Dr. C._ eingeholten medizinischen Gutachten (E. 3.2 und 3.3) keine unzulässige second opinion dar. Eine unzulässige second opinion liegt vor, wenn der Sachverhalt bereits hinreichend abgeklärt ist, der Versicherungsträger jedoch ein weiteres Gutachten einholt, weil ihm der festge
stellte Sachverhalt nicht gefällt (vgl. BGE 136 V 156 E. 3.3). In casu wurde mit den Gutachten von Dr. B._ und Dr. C._ jedoch geprüft, inwieweit sich der Gesundheitszustand seit der letztmaligen materiellen Beurteilung vor vier Jahren verändert hat (Revision), was eine zulässige (Verlaufs
) Begutachtung darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018, E. 5.2.2). Dabei war die Beschwerdegegnerin auch nicht verpflichtet, eine solche Begutachtung bei den Ärzten des Y._ (Dr. Z._ und Dr. A._) einzuholen, denn es liegt im Ermessen der Verwaltung darüber zu entscheiden, mit welchen Mitteln die Sachverhaltsabklärung zu erfolgen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_186/2013 vom 12. Juli 2013 E. 3.2.1). Dr. B._ und Dr. C._ hatten sich mit der vormaligen Begutachtung aus dem Jahr 2010 auseinandergesetzt und die von ihnen im Vergleich dazu festgestellten Änderungen aktenkundig gemacht. Insbesondere hielten sie fest, welche Symptome und Befunde sie aktuell fest
stellen konnten und welche (geänderten) Diagnosen daher nun vorliegen oder eben nicht mehr vorliegen würden (vgl. vorstehend 4.2.2). Die derart erfolgte (Verlaufs-) Begutachtung ist nicht zu beanstanden. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass Dr. C._ keine neutrale Begutachtung vorgenommen hätte. Sein Gut
achten erfüllt die formellen Anforderungen (vgl. nachstehend E. 5.1) und setzt sich mit den für die Leistungsbeurteilung notwendigen Faktoren auseinander (vgl. nachstehend E. 5.3). Anhaltspunkte für eine Befangenheit, Vorein
ge
nommen
heit oder Unparteilichkeit sind keine ersichtlich. Insbesondere vermögen die pauscha
len, unsubstantiierten Anschuldigungen des Beschwerde
führers (vgl. Urk. 1 S. 25), es sei allgemein bekannt, dass Dr. C._ keine neutralen Beurteilungen abgebe, seine Arbeit nicht sorgfältig ausübe, viel zu kurze Unter
suchungen durchführe und klar versicherungsfreundlich sei, keinen Anschein der Befangen
heit zu erwecken.
5.
5.1
Die Gutachten von Dr. B._ und Dr. C._ (E. 3.2 und 3.3), welche Grundlage für die Einschätzung der Gesundheitsschädigung im Zeitpunkt der Rentenüber
prüfung bilden, basieren auf umfassenden rheumatologischen und psychiatri
schen Untersuchungen. Die Gutachter verfassten ihre Expertise in detaillierter Kenntnis der Vorakten (Urk. 10/128/6ff., 10/128/24f.). Der Beschwerdeführer konnte seine geklagten Beschwerden vor den Fachgutachtern ausführlich schil
dern und wurde von diesen eingehend befragt (Urk. 10/128/2ff., 10/128/25ff., 10/138/4ff., 10/138/24ff.). Die medizinische Situation und Zusammenhänge werden darin einleuchtend dargelegt und begründet; die Schluss
folgerung ist nachvollziehbar. Damit vermögen die
Gutachten die an eine beweiskräftige ärzt
liche Expertise gestellten Anforderungen (E. 1.3) vollum
fänglich zu erfüllen und es kommt ihnen Beweiswert zu.
Insbesondere setzt sich das Gutachten aus dem Jahr 2016 (E. 3.3) mit der geän
derten Rechtsprechung und der Leistungsbeurteilung anhand von Standard
indi
katoren gemäss BGE 141 V 281 auseinander (vgl. nachstehend E. 5.3). In der Begutachtung von Dr. C._ finden sich Angaben zu sämtlichen Standard
in
di
katoren (vgl. E. 1.2) und seine Beurteilung erging vor dem Hintergrund der festgestellten leistungshindernden Faktoren und vorhandenen Kompensations
po
tentialen (vgl. Urk. 10/138/30-34). Wie zu zeigen sein wird (E. 5.3), ist seine daraus gezogene Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Begutachtung entspreche nicht den Anforderungen nach BGE 141 V 281, ist damit nicht zu hören.
5.2
Dr. B._ konnte weder 2014 noch 2016 einen nennenswerten rheumatologischen Befund erheben. Er
führte aus, in der klinischen Untersuchung imponierten eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, diffuse Druckschmerzen und Bewe
gungsschmerzen aller axialen und peripheren Gelenke. Abgestützt auf die objek
tivierbaren Befunde bestehe ein weitgehend normaler Habitus (Urk. 10/128/9). Es bestünden vordergründig somatisch nicht abstützbare Beschwerden. Sämtliche Gelenke der oberen Extremitäten seien aktiv und passiv geprüft frei beweglich. Verglichen mit der Untersuchung im Gutachten 2010 sei insbesondere eine Ver
besserung der Schulterbeweglichkeit feststellbar, welche sich nun beidseits wieder symmetrisch und frei beweglich präsentiere. Im Bereich der Wirbelsäule habe der Beschwerdeführer sämtliche Bewegungen gleich schmerzhaft geschildert, was auf somatisch nicht abstützbare Beschwerden hinweise, da solche in die eine oder andere Bewegungsrichtung schmerzhafter ausfallen würden. In der klinischen Untersuchung könne in keinem axialen Bewegungssegment eine Fehlhaltung
oder Bewegungseinschränkung obj
ektiviert werden. Es bestünden keine Hinweise auf ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom. Die aktuellen Röntgenaufnahmen würden eine altersentsprechende Chondrose HWK 5/6 zeigen, welche keine Bewegungseinschränkung zur Folge habe. Die
im Befundungsbericht vom 28. August
2009 erwähnte linkskonvexe Skoliose sei aktuell nicht mehr feststell
bar
und
d
ie Halswirbelsäule sei wieder frei beweglich. An den unteren Extremi
täten sei die aktive und passive Beweglichkeit ebenfalls beidseits frei Urk. 10/128/12-14).
Dass Dr. B._ angesichts dieser wenig ausgeprägten Befunde auf eine nicht somatisch begründete Ursache der vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden
schloss
und dessen
Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht
ent
sprechend als nicht
eingeschränkt
erachtete (Urk. 10/128/18, E. 3.3.1), ist damit nicht zu beanstanden.
5.3
Dr. C._ konnte beim Beschwerdeführer leichtgradige Befunde einer depressiven Störung und einer somatoformen Schmerzstörung erheben (Urk. 10/128/32, 10/138/27-28, 10/138/30). Zudem stellte er krankheitsfremde Faktoren fest, welche die Funktionseinschränkung mitbeeinflussen (Urk. 10/128/32, 10/138/30). Es besteht demnach ein lediglich leicht ausgeprägter diagnoseinhärenter Schweregrad. Der Beschwerdeführer lässt sich seit dem Jahr 2004 (vgl. Urk. 10/118/6) psychiatrisch lege artis (Urk. 10/138/32) behandeln. Die somatoforme Schmerzstörung hat sich mindestens seit 2014 gebessert (Urk. 10/138/28), weshalb eine Behandlungsresistenz nicht ausgewiesen ist. Eine Eingliederung wird gemäss Dr. C._ vor allem durch krankheitsfremde Fak
toren eingeschränkt (Urk. 10/138/33), weshalb auch nicht von einer Eingliede
rungsresistenz aufgrund gesundheitlicher Gründe auszugehen ist. Komorbiditä
ten, welchen r
essourcenhemmende
Wirkung beizu
messen wäre, sind dem Gut
achten nicht zu entnehmen. Insbesondere vermag die ebenfalls diagnostizierte leichtgradige depressive Störung, welche bereits in der Diagnose der der somato
formen Schmerzstörung enthalten ist (Urk. 10/128/33), die Leistungsfähigkeit nicht in relevantem Ausmass einzuschränken (Urk. 10/138/29).
Soweit Dr. C._ beim Beschwerdeführer akzentuierte Persönlichkeitszüge (misstrauisch, nervös, leichte Störung der Impulskontrolle) feststellte, könnten sich diese negativ auf seine persönlichen Ressourcen auswirken. Allerdings notierte bereits Dr. Z._, dass die
Persönlichkeitsakzentuierung
auch
auf kulturellen Unterschieden beruhen
könnte (Urk. 10/88/43-44), was eine invalidi
sierende Wirkung ausschliesst. Nach Ansicht Dr. C._ ist die Selbst- und Fremdwahrnehmung des Beschwerdeführers nicht gestört und dieser ist in der Lage, sich ein Urteil zu bilden (Urk. 10/138/31). Darüber hinaus verfügt der Beschwerdeführer über sprachliche Fähigkeiten und ist konflikt- und teamfähig (Urk. 10/138/32). Er hat einen geregelten und strukturierten Tagesablauf, kann Auto fahren, die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und Ferien in seiner Heimat verbringen (Urk. 10/138/28). Er unterhält Freundschaften und lebt mit seiner Frau, welche ihn umsorgt, und seinen vier Kindern zusammen. Er unter
nimmt oft Spaziergänge in seiner Umgebung und interessiert sich für die Vor
gänge in der Welt (Urk. 10/138/25). Damit verfügt der Beschwerdeführer über einige nennenswerte persönliche und soziale Ressourcen.
In seinem Privatleben, seiner Beziehungsgestaltung und seinen Hobbys ist er nicht eingeschränkt (Urk. 10/138/30), was sich anhand seiner Aktivitäten (Freunde treffen, Spaziergänge, Familie, Ferien, vgl. Urk. 10/138/25) verifizieren lässt. Sein Aktivitätenniveau ist demnach nicht in allen Lebensbereichen gleich
mässigen eingeschränkt, insbesondere erscheint es inkonsistent, dass angesichts der vorhandenen Freizeitaktivitäten eine Arbeitstätigkeit nicht mehr möglich sein sollte. Die vom Beschwerdeführer wahrgenommene Therapie erfolgt lege artis; die milde Psychopathologie rechtfertigt nach Ansicht von Dr. C._ die ledig
lich monatlich stattfindende Behandlung (Urk. 10/138/32).
In ihren Untersuchungen stellten sowohl Dr. C._ als auch Dr. B._ Diskre
panzen zwischen den geschilderten Beschwerden, dem vom Beschwerde
führer gezeigten Verhalten und den objektivierbaren Befunden fest (Urk. 10/138/16, 10/138/33).
Als Diskrepanz
stellte Dr. C._ fest,
dass der Beschwerdeführer
über
gelegentlich
extrem starke Schmerzen
(wie Messerstiche)
berichte
, hierbei jedoch emotional ruhig bleibe. Die aktuellen Klag
en des Beschwerdeführers wür
den ihm unglaubwürdig erscheinen; so stütze sich dieser beim Gehen an den Wänden ab, was sich somatisch nicht erklären lasse (Urk. 10/138/28). In ver
meintlich unbeobachtetem Zustand nach der Besprechung sei der Beschwerde
führer dann durch deutlich weniger schmerzgeprägtes Verhalten aufgefallen (Urk. 10/128/31). Ausserdem wirke es aufgesetzt, dass der Beschwerdeführer in der Untersuchung zunächst über eine gute Verfassung berichte und sich später aufgrund angeblicher Nausea hinlegen müsse. Dr. C._ schloss daher auf
aggravatoris
che und demonstrative Tendenzen (Urk. 10/138/28). Zudem hielt er fest, es sei ein sekundärer Krankheitsgewinn feststellbar und dem Beschwerde
führer fehle die Motivation zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit (Urk. 10/138/29). Diese Diskrepanzen, demonstrativen Tendenzen und die fehlende Motivation, sich den Belastungen der Arbeitswelt auszusetzen und statt
dessen von einem sekundären Krankheitsgewinn zu profitieren, stehen einem invalidisierenden Gesundheitsschaden aus rechtlicher Sicht diametral entgegen. Derartige Inkonsistenzen schliessen einen relevanten Leidensdruck aus. Die Prü
fung der Standardindikatoren zeigt zusammenfassend, dass der Beschwerdeführer über genügend Kompensationspotential verfügt, um allfällige Belastungsfaktoren zu überwinden, weshalb sein Leistungsvermögen nicht eingeschränkt ist. Dass Dr. C._ eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausschloss, ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden.
Offenbleiben kann,
ob das vom Beschwerdeführer konkret gezeigte aggravatori
sche Verhalten (Abstützen an den Wänden beim Gehen und weniger schmerzge
prägtes Verhalten in unbeobachteter Situation, angebliche Nausea bei zunächst guter Verfassung) ausreicht, um eine Aggravation zu bejahen
. Dies würde
einen invalidisierenden Gesundheitsschaden von Beginn an ausschliessen.
5.4
Vor diesem Hintergrund erweist sich die gutachterliche Beurteilung von
Dr. B._
und
Dr. C._ (E. 3.2 i.V.m. E. 3.3)
als beweiskräftig, weshalb darauf abzu
stellen ist. Dem Beschwerdeführer ist
demnach
eine Arbeitstätigkeit in seiner angestammten Tätigkeit vollumfänglich zumutbar.
6.
In Anbetracht der Erwägungen erfolgte die Aufhebung des Rentenanspruchs zu Recht, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
7.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (Urk. 8/1). Antragsgemäss (Urk. 1) ist dem Beschwerdeführer deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli
gen und die unentgeltliche Rechtsvertretung in der
Person von Rechtsanwalt Dr.
Heusser zu gewähren.
7.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 700.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts-kasse zu nehmen.
7.3
Da zudem die anwaltliche Vertretung geboten war, ist Rechtsanwalt
Dr.
Heusser als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Mit Honorarnote vom 16. Januar 2018 (Urk. 12) wurde ein Aufwand von Total Fr. 3'075.40 (12.5 Stunden à Fr. 220.--, Auslagen à Fr. 97.60 zzgl. MWSt) geltend gemacht. Unter Berück
sich
tigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungs
gericht, GSVGer) ist eine Ent
schädigung in dieser Höhe nicht
angemessen. Die Beschwerdeschrift entspricht über weite Strecken den Ausführungen im Einwand vom 2
6.
Januar 2017 (Urk. 10/147)
, was einen
Arbeitsaufwand von beinahe 10 Stunden (580 min) wie er von Rechtsanwalt
Dr.
Heusser geltend gemacht wird
nicht rechtfertigt
(Urk. 12). Insgesamt
ist
ein Gesamtarbeitsaufwand von
sieben
Stunden für Besprechung
en
mit dem Klienten, dem Studium zusätzlicher Akten und dem Aus
arbeiten der Beschwerdeschrift sowie weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren
anzurechnen, was unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- sowie der Barauslagen von Fr. 97.60 zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % eine Entschädigung von aufgerundet Fr. 1'800.-- ergibt
.
In dieser Höhe ist
Rechtsanwalt
Dr.
Heusser aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
7.4
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unent
geltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 GSVGer).