# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a15fef6-36dc-5562-82cc-8ba74dd3b8cc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1965,
arbeitete zuletzt von März 1990 bis Ende Juni 2006 als
Fassadenisoleur
bei der
Z._
(
Urk.
5/9). Unter Hinweis auf eine Diskushernie sowie Rückenbeschwerden meldete er sich am 2
2.
Mai 2006 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation (
Urk.
5/9-10,
Urk.
5/13,
Urk.
5/
16-
17
,
Urk.
5/26
)
ab
und zog die Akten der zuständigen Taggeldversicherung (
Urk.
5/23) bei
. Mit Verfügung vom 6. April 2007 (
Urk.
5/44) sprach
sie
dem Versicherten sodann eine befristete
Dreiviertelsrente
für die Zeit vom 1. Sep
temb
er 2006 bis 31. Januar 2007 zu.
1.2
Am 2
2.
August 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/52). Die IV-Stelle klärte
daraufhin
abermals
die medizinische Situa
tion (
Urk.
5/60-
62,
Urk.
5/65
,
Urk.
5/69,
Urk.
5/72-73,
Urk.
5/90,
Urk.
5/104,
Urk.
5/106) ab
. Eine von der zuständigen Taggeldversicherung angeordne
te Be
gutachtung konnte infolge Bed
rohung nicht durchgeführt werden (
Urk.
5/66). Nachdem auch eine von der Beschwerdegegnerin angeordnete Begutachtung infolge Unzumutbarkeit nicht durchgeführt wurde
(
Urk.
5/83), fand zwischen dem Versicherten und der IV-Stelle eine Standortbesprechung betreffend die Bedrohung von Ärzten statt (
Urk.
5/113/7-12).
Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2011 (
Urk.
5/132) stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten sodann die Verneinung
des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aus
sicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwände (
Urk.
5/139,
Urk.
5/141,
Urk.
5/148).
Nachdem
sich
weitere
Gutachterstellen nicht bereit erklärten, eine Begutachtung durchzuführen (
Urk.
5/172,
Urk.
5/193,
Urk.
5/199), erfolgte schliesslich
eine psychiatrische Begutachtung
in den
A._
, über welche am 3. Dezember 2013 berichtet wurde (
Urk.
5/234).
Mit Verfügung vom 4. Juni 2014 (
Urk.
5/251 =
Urk.
2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid vom 13. Mai 2011 fest und verneinte einen Ren
tenanspruch.
2.
Der
Versicherte erhob am
2.
Juli 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4. Juni 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei insoweit aufzuheben, als sie die Verweigerung e
iner Rente beinhalte. Es sei ihm
mindestens eine
Dreiviertels
rente
zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur ergänzenden
Sachverhaltsab
klärung
an die Vorins
tanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 1
). Nachdem die IV-Stelle mit Beschwerdeantwort vom 21. August 2014 (
Urk.
4) die Abweisung der Be
schwerde beantragte, wurde die Pensionskasse de
s Beschwerdeführers
, die
Y._
Vorsorge, mit Verfügung vom 10. November 2014 (
Urk.
6) zum Prozess
beigeladen
.
Die
Y._
Vorsorge reichte innert Frist keine Stellungnahme ein, was den Verfahrensbeteiligten am 5. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesun
dheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus, dass sich an der Situation in Bezug auf die medizinische
Unabklärbarkeit
des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den ernst zu nehmenden Dro
hungen nichts geändert habe. Es sei
nicht
davon auszugehen, dass eine medizi
nische Begutachtung lege
artis
und dabei ohne Bedrohung des Untersuchers durchgeführt werden könne. Somit erscheine eine forensisch-medizinische Ab
klärung aus medizinischer Sicht nicht möglich (S. 2). Im Rahmen des
Vorbe
scheidsverfahrens
seien nunmehr medizinische Abklärungen getätigt
und eine psychiatrische
Begutachtung durchgeführt worden. Aus somatischer Sicht be
stehe in der bisherigen Tätigkeit als Fassadenarbeiter keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer angepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig. Die körperlichen Befunde hätten sich seit der letzten Verfügung vom April 2007 nicht wesentlich verändert. Bei der diagnostizierten Persönlichkeitsakzentuierung handle es sich um eine Z-Di
agnose, so dass kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorliege. Die diag
nostizierte mittelgradige depressive Episode finde sodann einzig in psychosozi
alen und soziokulturellen Umständen eine hinreichende Erklärung und vermöge daher keinen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu begründen (S. 5).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (
Urk.
1),
die Be
schwerdeführerin habe das klare Ergebnis des Gut
achtens willkürlich missachtet
(S. 4).
Im Gutachten werde keinerlei Konnex zwischen der
chronifizierten
de
pressiven Störung und irgendwelchen psychosozialen Belastungsfaktoren her
gestellt. Vielmehr werde ausdrücklich darauf hingewiesen,
da
ss das depressive Zustandsbild seit Jahren dokumentiert sei und mithin eine erhebliche
Chronifi
zierung
vorliege (S. 5).
Weiter sei dem Gutachten in Bezug auf die diagnosti
zierte
Persönlichkeitsakzentuierung
nicht zu entnehmen
, dass psychosoziale
Faktoren im Sinne der Rechtsprechung vorlägen, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussen würden. Aus rein psychiatrischer Sicht
sei er daher zu 50
%
ar
beitsfähig, wobei zahlreiche schwerwiegende Beschränkungen zu beachten seien
(S. 6). Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin eine materielle Rechtsverwei
gerung begangen, indem sie seine Stellungnahme zum Gutachten missachtet habe (S. 10). Es sei aktenkundig, dass er auch a
n somatischen Beschwerden leide.
D
ie Beschwerdegegnerin
habe allerdings
eine diesbezügliche Begutach
tung u
n
terlassen.
Es
sei zwingend eine polydisziplinäre Begutachtung bezie
hungsweise nach Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens eine Ergänzung desselben durchzuführen, falls nicht im Sinne einer antizipierten
Beweiswürdi
gung
auf einen überwiegend wahrscheinlichen Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
geschlossen werde (S. 11).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
2
2.
August 2008
(
Urk.
5/
52
) eingetreten. Demnach ist zu prüfen, ob sie eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Gesundheitszustandes im massge
benden Vergleichszeitraum zwischen de
r rechtskräftigen Verfügung vom 6. Ap
ril 2007 (
Urk.
5/44)
und der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
4. Juni
2014 (
Urk.
2) zu Recht verneint hat
.
3.
3.1
Der rechtskräftigen Verfügung vom 6. April 2007 (
Urk.
5/44) lagen im
Wesen
-
tli
chen
die nachfolgenden Berichte zugrunde.
3.2
Die Ärzte des
B._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, führten mit Bericht vom 21. Dezember 2005 (
Urk.
5/17/11-12) folgende Diagnosen auf (S. 1):
lumbospondylogenes
Syndrom links mit/bei Differentialdiagnose (DD): in
termittierend
radikulärer
Reizung S1 links
Wirbelsäulenfehlhaltung
muskulärer
Dysbalance
prominenter
Processus
transversus
L5 beidseits rechtsbetont
myofasziale
Schultergürtelbeschwerden
chronische linksseitige Unterbauchschmerzen seit zirka fünf bis sechs Jah
ren unklarer Ätiologie
Die Ärzte gaben an, sie
würden
die Beschwerden primär bedingt durch die
Wir
belsäulenfehlhaltung
und muskuläre
Dysbalance
beurteilen.
Daher
empfählen
sie
eine ambulante aktiv-stabilisierende Physiotherapie mit Kräftigung der Rü
cken- und Bauchmuskulatur (S. 2).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte mit Schreiben vom 23. Mai 2006 (
Urk.
5/23/23-24) eine chronische Lumbalgie mit
Reizsymp
to
men
rechts und senso
motorischem S1 Ausfall rechts (S. 1). Der
Achillesseh
nenreflex
(
ASR
)
rechts
sei
erloschen und es bestehe eine Hypästhesie im
Der
matom
S1 links. Weitere neurologische Ausfälle fänden sich nicht (S. 2).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
führte mit Bericht vom 14. Juni 2006 (
Urk.
5/13) folgende D
iagnosen
mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1):
chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 beidseits mit
sensomotorischem Ausfall S1 rechts bei medialer
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zu den Nervenwurzeln S1 beidseits
Spondylarthrose
L5/S1 beidseits
beginnender ventraler Spondylose
chronisches
kumu
lativ toxi
sches
Handekzem
Bei fehlender objektivierbarer Nervenläsion und aufgrund des jungen Alters
des Beschwerdeführers sowie
nicht besonders eindrücklichem radiologischem Be
fund sei ein konservatives Vorgehen angebracht.
Der Beschwerdeführer sei nicht mehr in der Lage, seinen Beruf als Fassadenmonteur auszuüben.
Eine adaptierte Tätigkeit sei ihm
hingegen
zu 50-100
%
zumutbar (S 2).
3.5
Die
Ärzte der E._
informierten mit Schreiben vom
15. August 2006 (
Urk.
5/
23/7-8
) über die Untersuchung des Beschwerdeführers, wobei die Halswirbelsäule
(HWS)
geröntgt
worden und ein MRI erfolgt sei. Eine eindeutige
radikuläre
Symptomatik sei
demnach
nicht nachweisbar. Die Intensi
vierung der Nackenschmerz
en nach dem Auffahrunfall würde
sich wahrschein
lich spontan wieder zu
m
Status
quo
ante verbessern. Ein eindeutiges morpholo
gisches Korrelat für die chronischen Kreuzschmerzen ergebe sich nicht.
Höher
gradige
degenerative Veränderungen seien nicht nachweisbar. Aus
wirbelsäu
lenchirurgischer
Sicht gebe es
somit
keinen Handlungsbedarf (S. 2).
3.6
Dr.
med.
F._
, praktischer Arzt,
diagnostizierte mit Bericht vom 18. September 2006 (
Urk.
5/17/1-4) – gestützt auf diverse beigelegte
Arztbe
richte
(
Urk.
5/17/5-13) – ein chronisches
lumbovertebrales
Syndrom bei
Dis
kushernie
(S. 1).
Er
untersuche
den Beschwerdeführer ein- bis zweimal
pro Monat
, wobei die Beschwerden nach wie vor vorhanden seien. Zurzeit sei der Beschwerdeführer sicherlich zu 100
%
arbeitsunfähig. Zusätzlich klage der Be
schwerdeführer über Beschwerden im Bereich der H
WS
nach einem Unfall sowie über Bauchbeschwerden, welche näher
abzuklären seien
(S. 2). Die Arbeitsfä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei durch die
Beschwerde
gegnerin
zu eruieren (S. 4).
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
H._
, erstattete sein Gut
achten zuh
anden der zuständigen Taggeldversicherung am 27. September 2006 (
Urk.
5/23/9-16) und diagnostizierte ein chronisches
lumbospondylogenes
Syn
drom mit sensomotorischer Teilsymptomatik L5 rechts bei medianer und beid
seits
foraminaler
Diskushernie L5/S1 sowie muskul
ärer
Dysbalance
(S. 5
Ziff.
5).
In der angestammten Tätigkeit als Fassaden- und Isolationsmitarbeiter sei der Beschwerdeführer seit dem 28. September 2005 auf Dauer zu 100
%
arbeitsun
fähig. Für eine körperlich leichte Tätigkeit ohne regelmässiges Tragen von Las
ten über 15
kg und ohne monotone beziehungsweise repetitive Arbeitsgänge sei mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 1. September 2006 und mit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ab dem 1. November 2006 zu rechnen, falls eine ärztlich überwachte und zeitlich lückenlose ambulante Therapie stattfinden könne und die
E._
nicht zu einer abweichenden Auffassung ge
lange (S. 7
Ziff.
7.3). Dies
e Einschätzung
gelte auch,
wenn
der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig beschwerdefrei sein sollte (S. 7 oben).
Mit Schreiben vom 24. Oktober 2006 (
Urk.
5/23/4-5) nahm
Dr.
G._
Stellung zum Bericht der
E._
vom 15. August
2006 (vorstehend E. 3.5
)
, welcher bei der Erstellung des Gutachtens noch nicht vorlag
. Dabei gab
Dr.
G._
an, dass sich die Beurteilung der Wirbelsäulenchirurgen mit seiner gutachterlichen Beurteilung decke
n würde
. Aufgrund der übereinstimmenden
Einschätzungen
könne somit die 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten
ab dem
1. September 2006 bestätigt werden. Falls keine neuen As
pekte auftauchen
würden
, sei
mit Sicherheit
mit der vollständigen Arbeitsauf
nahme per 1. November 2006 zu rechnen. Dies gelte auch,
wenn
der Beschwer
deführer zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig beschwerdefrei sein sollte (S. 1).
3.8
Dr.
med. univ.
I._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), gab mit Stellungnahme vom 4. Dezember 2006 an, dass in zu
sammenfassender Beurteilung der vorliegenden Befunde konkordant ein ausge
prägtes lumbales Schmerzsyndrom, das eher diffus ausstrahle, beschrieben werde. Damit sei ein invalidenrechtlich relevanter Gesundheitsschaden ausge
wiesen. Bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit könne auf die nach
vollziehbaren Angaben im Gutachten von
Dr.
G._
sowie die Angaben der
E._
abgestellt werden (
Urk.
5/31 S. 3 f.).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliege
nd angefochtenen Verfügung vom 4. Juni 2014
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Berichte vor.
4.2
Dr.
med.
J._
, praktische
Ärztin
, diagnostizierte mit Schreiben
vom
21. Juli 2008
zuhanden der zuständigen Taggeldversicherung (
Urk.
5/51/2-4
=
Urk.
5/60/7-10
)
eine s
chwere anhaltende Anpassungsschwierigkeit (ICD-10 F43.22) mit einem agitierten depressiven Zustandsbild, wobei zusätzlich eine Angstsymptomatik vorhanden sei
. Hintergrund der psychischen Erkrankung sei die seelische und psychische Belastung durch die langandauernde
,
erfolglose Behandlung der somatischen Beschwerden (S. 1 f.).
Die psychische Erkrankung
reiche aus
, um eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren.
Hätte der Be
schwerdeführer keine somatischen Probleme, wäre er unter Behandlung innert nützlicher Frist wieder in der Lage zu arbeiten.
Unter den gegebenen Umständen sei dies allerdings um ein Vielfaches schwieriger. Daher sei eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit zu attestieren (S. 3).
4.3
Mit Bericht vom 15. September 2008 (
Urk.
5/62) führte
Dr.
D._
folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 2
Ziff.
1.1):
chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 beidseits mit
sensomotorischem Ausfall S1 rechts bei medialer
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zu den Nervenwurzeln S1 beidseits
Spondylarthrose
L5/S1 beidseits
beginnender ventraler Spondylose
chronisches
Zervikothorakovertebralsyndrom
bei ventraler Spondylose der HWS, linkskonvexe Skoliose der Brustwirbelsäule (BWS)
Status nach Morbus Scheuermann der mittleren BWS
Status nach Nierenstein links
s
chwere depressive Entwicklung
Der Beschwerdeführer sei
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
seit dem 10. Feb
ruar 2008 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
2). Es bestehe ein de
utlich depressives Zustandsbild, wobei der Beschwerdeführer auf
konservative Massnahmen
nur wenig anspreche. Des Weiteren liege
eine
kyphoskoliotische
Fehlhaltung der Wirbelsäule sowie eine stark eingeschränkte Beweglichkeit der HWS und LWS vor (S. 3
Ziff.
3.5). Der Gesundheitszustand sei stationär. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht mehr gebessert werden (S. 4
Ziff.
4.1-2). Aus medizinischer Sicht sei keine Umstellung zu prü
fen (S. 6
Ziff.
5.2).
4.4
Dr.
F._
nannte mit Bericht vom 10. Oktober 2008 (
Urk.
5/65) folgende Diag
nosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
1.1):
s
chweres
lumbovertebrales
Syndrom mit Diskushernie L5/S1
s
chweres
Zervikothorakovertebrals
yndrom
s
chwere depressive Verstimmung in ständiger psychiatrischer Behand
lung
Verdacht auf Menis
kus links
Deformation der linken
Kniezehe
mit
Dysästhesien
im Bereich des Fusses links bei Verbrennung vor 20 Jahren
Seit dem 10. Februar 2008 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zu
letzt ausgeübten Tätigkeit (S. 2
Ziff.
2). Der Gesundheitszustand sei stationär und könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden (S. 4
Ziff.
4.1-2). Aus medizinischer Sicht sei keine Umstellung zu prüfen (S. 6
Ziff.
5.2).
4.5
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Radiologie,
L._
, infor
mierte am 13. Oktober 2008 (
Urk.
5/69
=
Urk.
5/73
) über das MRI des linken Knies. Es
bestünden
bis ins mittlere Drittel reichende
Knorpelfibrillationen
me
dial retropatellar e
ntsprechend einer
Chondromalazia
patellae
Grad II
sowie ein schräg bis horizontal verlaufender Riss durch das gesamte laterale
Meniskus
vorderhorn
mit horizontaler Rissausdehnung bis an die Area
intercondylaris
anterior
. Das laterale
Meniskushinterhorn
sowie der mediale Meniskus seien un
auffällig. Ebenfalls
unauffällig
seien die Kreuz
- und
Seitenbänder
sowie die
Muskelsehnen.
Es bestehe kein Gelenkserguss.
4.6
Die Ärzte der
E._
, Orthopädie, informierten mit Schreiben vom 15. Juni 2009 (
Urk.
5/90/6-7) über die klinische Verlaufskontrolle
in der
Fuss
sprechstunde
sechs Wochen postoperativ und stellten folgende Diagnosen (S. 1):
Status nach
Clavus
Exzision
Exostose
am
Digitus
(
Dig
.) V links mit/bei
Clavus
DP-Gelenk
Dig
. V links
Spreizfuss in
Superductus
-Stellung
Dig
. V
Der Beschwerdeführer sei bezüglich der
Clavus
beschwerdefrei (S. 1). Es sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, da der Beschwerdeführer seit vier Jahren wegen einem Rückenleiden arbeitsunfähig sei (S. 2).
4.
7
Die Ärzte des
M._
informierten
mit Schreiben vom 23. Juli 2009
(
Urk.
5/104/1-7 =
Urk.
5/1
06/1-7) über die tagesklinische
Rehabilitationsbehandlung des Beschwerdeführers vom 29. April bis 26. Juni 2009 und stellten folgende Diagnosen (S. 1):
a
gitierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
f
ragliche Intelligenzminderung. DD: Pseudodemenz
Insgesamt sei es durch die Teilnahme
des Beschwerdeführers
am tagesklinischen Rehabilitationsprogramm zu einer Steigerung des Aktivitätsniveaus und
der so
zialen Kontakte gekommen.
Die Schmerzen seien insgesamt unverändert geblie
ben. Prognostisch ungünstig sei
en
die fortgeschrittene
Chronifizierung
, der un
genügende Erfolg durch die bisherigen Therapien und die paranoide Verarbei
tung von vielen sozialen Situationen (S. 4). Eine berufliche Wiedereingliederung erscheine zum jetzigen Zeitpunkt unrealistisch (S. 5).
4.8
Mit Austrittsbericht vom 6. Juli 2011 (
Urk.
5/144) informierten d
ie Ärzte der
N._
über die stationäre
Hospitalisa
tion
des Beschwerdeführers vom 26. Mai bis 16. Juni 2011 und stellten folgende Diagnosen (S. 2):
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), DD:
Anpassungsstö
rung
(ICD-10 F43.22)
chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 beidseits mit
sensomo
-
tori
schem
Ausfall S1 rechts bei
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zu den Nervenwurzeln S1 beidseits
Spondylarthrose
L5/S1 beidseits
Es habe sich ein erfreulicher Verlauf eingestellt. Der Beschwerdeführer habe aktiv am stationären Alltag teilgenommen und gute soziale Kompetenz gezeigt
. Der Beschwerdeführer sei in gutem Allgemeinzustand bei fehlenden Hinweisen auf akute Fremd- und/oder Eigengefährdung in die ambulante Betreuung ent
lassen worden
(S. 3).
4.9
Mit Schreiben vom 1
2.
April 2012 (
Urk.
5/162) beantworteten die Ärzte der
N._
die von der Beschwerdegegnerin gestellten Zusatzfragen. Dabei gaben sie an, dass während der Zeit der stationären Behandlung eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bestanden habe. Für
die
Beurteilung der Anschlusszeit sei Kontakt mit den ambulanten Behandlern aufzunehmen (S. 1).
4.10
Dr.
J._
gab
mit Schreiben vom 29. April 2012 (
Urk.
5/163/6-9)
an
, dass der Zustand des Beschwerdeführers nicht nur zunehmend
chronifiziert
sei, sondern sich das Zustandsbild
auch
verschlechtert habe. Es l
iege
eine chronische de
pressive Entwicklung mit einem andauernden schweren und agitierten depressi
ven Zustandsbild mit Suizidalität, Ängsten und paranoid-projektiven Sympto
men, die psychotisches Ausmass hätten, vor (am ehesten ICD-10 F32.2). Zudem sei eine andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.1 und F62.8) zu diag
nostizieren
(S. 1 f.).
Der Beschwerdeführer sei a
ufgrund der Schwere der psy
chischen Symptome in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Ar
beitsfähigkeit begründe sich nicht aufgrund von psychosozialen Faktoren. Vielmehr seien die psychosozialen Störungen Folge
der
Erkrankungen (S. 3).
4.11
Die Ärzte der
A._
erstatteten ihr psychiatrisches Gutachten
zuhanden der Beschwerdegegnerin
am 3. Dezember 2013 (
Urk.
5/234). Als Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit führten sie Folgendes auf (S. 20):
depressive Störung, derzeit mittelgradige Episode,
chronifiziert
mit
soma
-
tischem
Syndrom (ICD-10 F32.11)
psychosoziale Belastungsfaktoren:
Persönlichkeitsakzentuierung mit misstrauisch-paranoiden und
im
-
pulsi
ven
Zügen (ICD-10 Z73)
Der Beschwerdeführer sei wach, bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orien
tiert gewesen. Allerdings ergebe sich der Eindruck, dass er sehr einfach struktu
riert und intellektuell am unteren Rand des Normalbereichs angesiedelt sei.
Der Beschwerdeführer habe diffuse, nicht situations- oder objektbezogene Ängste, hingegen keine Zwänge
angegeben.
Ein Anhalt
spunkt
für
eine
akute Suizidali
tät bestehe nicht. In der Persönlichkeit würden
schliesslich
misstrauische
und impulsive Züge deutlich (S. 19).
Beim Beschwerdeführer liege
eine depressive Stimmungslage mit deutlich verminderter affektiver Schwingungsbreite
vor.
D
aneben
seien
ein weitgehender
Freude- und Interessenverlust
sowie eine aus
geprägte Antriebsminderung
zu verzeichnen
.
Zusätzlich kä
men ein Verlust des Selbstwertgefühls, wiederkehrende Suizidgedanken, eine verminderte Konzent
rationsfähigkeit
sowie Schlafstörungen hinzu.
I
nsgesamt
liege daher
eine mitt
lere depressive Episode vor
.
Das somatische Syndrom sei aufgrund des
Freude
verlusts
, der mangelnden emotionalen Reaktionsfähigkeit, dem Früherwachen und dem
Libidoverlust
ausgewiesen.
Da das depressive Zustandsbild seit Jahren dokumentiert sei, müsse von einer erheblichen
Chronifizierung
ausgegangen werden. Die affektive Erkrankung spiele sich auf dem Boden von misstrauisch-paranoiden und imp
ulsiven Persönlichkeitszügen ab. Diese würden
es dem Be
schwerdeführer erschweren, mit Misserfolgen und Anpassungen an veränderte Lebenssituationen umzugehen. Die Persönlichkeitszüge seien jedoch nicht in ei
ner Art und Weise ausgebildet, dass eine Persönlichkeitsstörung zu diagnosti
zieren wäre. Es lasse sich kein ausreichender Hinweis finden, dass
das Leben des Beschwerdeführers von Jugend an
primär durch diese
Persönlichkeitsproblema
tik
durchgängig und tiefgreifend negativ beeinflusst worden wäre (S. 21).
Die gesundheitlichen Probleme hätten erhebliche psychosoziale Schwierigkeiten nach sich gezogen. Diese hätten nachvollziehbarerweise ihrerseits zu einer Ver
festigung der affektiven Problematik beitragen. Die psychosozialen Probleme seien aber aus psychiatrischer Sicht nicht ursächlich für die Entstehung von Er
krankung und Arbeitsunfähigkeit gewesen (S. 26).
Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerde
führer zu 50
%
arbeitsfähig in einer
Tätigkeit, die keine besonderen Anforderungen an Schnelligkeit, Präzision, Flexibilität, Umstellungsfähigkeit oder Bewältigung sozialer Stresssituationen ste
lle
und darüber hinaus seine berufliche
Qualifikation beziehungsweise Er
fahrung und seinen
körperliche
n Zustand berücksichtigen würde
. Die ange
stammte Tätigkeit sei aus rein psychiatrischer Sicht als
nicht mehr
leidensge
recht
einzustufen.
Zudem seien
Akkord- beziehungsweise Bandarbeit
en
, Wech
selschichten oder Nachtschichten nicht mehr zu leisten. Die qualitativen und quantitativen Einschränkungen würden aus der geschilderten depressiven Symptomatik, insbesondere den Konzentrationsdefiziten, dem Antriebsmangel, dem verminderten Durchhaltevermögen, den eingeschränkten Kontakt- und Konfliktlösefähigkeiten
sowie
der Reduktion der allgemeinen psychischen Sta
bilität bei weitgehendem Fehlen von Ressourcen und
Bewältigungsmöglichkei
ten
resultieren (S. 24).
Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes mit Wiederherstellung der
voll
schichtigen
Arbeitsfähigkeit sei aufgrund des dargestellten ungünstigen Ver
laufs der affektiven Erkrankung, der inzwischen eingetretenen
Chronifizierung
und der verfestigten Regressionsneigung bei gleichzeitig kaum vorhandenen Ressourcen nicht zu erwarten.
Die Compliance in Bezug auf die Psychopharma
kotherapie sei aufgrund des aktuell festgestellten guten Wirkspiegels des ver
ordneten Antidepressivums als gegeben anzunehmen. Psychotherapeutische
Be
handlungsmöglichkeiten
würden wenig aussichtsreich erscheinen. Die affektive Erkrankung habe sich über die Jahre langsam verschlechternd entwickelt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass die jetzige Einschätzung ab Frühjahr 2008
gelte (S. 25).
4.12
Dr.
D._
führte mit Bericht vom 27. Dezember 2013 (
Urk.
5/239) folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Osteochondrose
mit
Dis
kushernie
L5/S1,
Spondylarthrose
L5/S1
Spondylosis
deformans
L1-L4
chronisches
Reizknie
rechts bei medialer Meniskusläsion
chronisches
Zervikothorakovertebralsyndrom
bei Fehlhaltung und Fehl
-
be
lastung
der Wirbelsäule
beginnende
Femoropatellar
ar
throse
links
depressive Entwicklung
fragliche Intelligenzminderung, DD: Pseudodemenz
Es liege eine deutlich verminderte körperliche und geistige Belastbarkeit vor. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar (S. 2
Ziff.
1.6-7).
Es könne nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (S. 3
Ziff.
1.9).
4.13
Dipl. med.
O._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie,
RAD
, gab mit Stellungnahme vom 27. Januar 2014 an, dass aus somatischer Sicht weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für ange
passte
Tätigkeiten und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätig
keit
angenommen werden könne.
D
ie körperlichen Befunde
hätten sich
seit 2007
kaum wesentlich verändert. In psychischer Hinsicht sei auf das Gutachten
der
A._
abzustellen (S. 8 f.).
5.
5.1
In somatischer Hinsicht sind zwar seit der
befristeten
Renten
zusprache
im Jahr 2007
Kniebeschwerden hinzugekommen, so dass nicht von einem
gänzlich
un
veränderten Befund seit 2007 ausgegangen werden kann. Hingegen liegen keine Anhaltspunkte vor,
dass das chronische
Reizknie
rechts bei medialer
Meniskus
läsion
eine quantitative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat
. So sind ins
besondere das laterale Meniskushorn, der mediale Meniskus, die Kreuz- und Seitenbänder sowie die Muskelsehnen unauffällig und es besteht kein
Ge
lenkserguss
(vorstehend E. 4.5)
.
Der
Clavus
wurde erfolgreich operiert und der Beschwerdeführer ist diesbezüglich beschwerdefrei (vorstehend E. 4.6).
In Bezug auf die bereits im Jahr 2007 vorgelegenen somatischen
Befunde
ist mit dem RAD-Arzt Dipl. med.
O._
davon auszugehen, dass
sich
diese kaum wesent
lich verändert haben,
weswegen eine anspruchserhebliche Veränderung in so
matischer Hinsicht nicht ausgewiesen ist.
Aus den Berichten von
Dr.
D._
(vorstehend E. 4.3, E. 4.12)
und
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.4)
lässt sich nichts Gegenteiliges ableiten.
Beide Ärzte attes
tierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, nahmen al
lerdings keine
quantitative
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit vor. Den aktuellen Berichten von
Dr.
D._
lässt sich
im Übrigen
auch nicht entnehmen, weshalb der Beschwerdeführer mehr eingeschränkt sein soll als noch im Jahr 2007, als sie ihn in einer adaptierten Tätigkeit als zu 50 – 100
%
arbeitsfähig erachtete
(vorstehend E. 3.4)
. Daraus lässt sich schliessen, dass in Bezug auf
die Arbeitsfähigkeit in
eine
r
adaptierte
n
Tätigkeit keine wesentliche Veränderung vorliegt.
Des Weiteren
ist in den Be
richten von
Dr.
D._
und
Dr.
F._
auch
nicht zu erkennen, ob sich die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit nur aus den somatischen Beschwer
den ergibt
,
oder
ob
die
aufgelisteten
psychiatrischen Diagnosen miteinbezogen wurden.
So erwähnten
Dr.
D._
und
Dr.
F._
ein deutlich depressives
Zu
standsbild
beziehungsweise eine schwere depressive Verstimmung. Damit be
wegten sie sich
allerdings
ausserhalb ihrer jeweiligen Fachgebiete, was Zweifel an der Beweiskraft der Berichte aufkommen lässt.
Zudem ist der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte auf
grund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E
. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Im vorliegenden Fall ist ferner de
r
Umstand zu berücksichtigen, dass
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, in seinem Schreiben vom 14. April 2009 (
Urk.
5/83) erwähnte, dass eine Aktennotiz bezüglich eines Telefongesprächs mit
Dr.
D._
vom
10. Juli 2007 vorliege, worin diese angegeben habe, dass sie eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit nur bestätigt habe, weil der Beschwerdeführer so aggressiv gewor
den sei und auf sie habe losgehen wollen (
Urk.
5/83 S. 1).
Nach dem Gesagten ist in somatischer Hinsicht
somit
keine anspruchserhebliche Veränderung seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 6. April 2007 (
Urk.
5/44) ausgewiesen, so dass weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit dem von
Dr.
G._
genannten Belastungsprofil
auszugehen
ist. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzu
weisen, dass selbst wenn eine
leichtgradige
Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands aufgrund der neu ausgewiesenen Kniebeschwerden bejaht würde, dies keinen Einfluss auf das vorliegende Verfahren h
ätte
. Eine Kumula
tion der einzelnen attestierten allfälligen Arbeitsunfähigkeiten aus somatischer und psychischer Hinsicht bei Berücksichtigung der jeweiligen Belastungsprofile und dem Umstand, dass die psychischen Beschwerden klar im Vordergrund ste
hen, wäre nicht angezeigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_425/2013 vom
16. September 2013 E. 4.3.1). Daher kann im Sinne der antizipierten Beweis
-
würdi
gung
auch
auf das vom Beschwerdeführer eventuell beantragte polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
1 S.
1
) verzichten werden (BGE 122 V 157
E. 1d).
5.
2
Für die Beurteilung in psychischer Hinsicht ist auf das Gutachten der
A._
(vorste
hend E. 4.11) abzustellen. Das Gutachten berücksichtigt
e
die vom Be
schwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener W
eise und
wurde in Kenntnis und in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
erstattet.
Die Beurtei
lung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheit
szustand und Arbeitsfähig
keit wu
rden ausführlich begründet.
Die Gutachter hielten
insbesondere
fest
,
dass sich für die vom
M._
vermutete
Intelligenzmin
derung
kein Hinweis gefunden habe und sich auch für eine manifeste
Persön
lichkeitsstörung
oder eine andauernde Persönlichkeitsänderung keine ausrei
chenden Hinweise ergeben hätten. Die aufgrund des klinischen Befunds diag
nostizierte gegenwärtige mittelgradige Episode wiesen sie ferner durch ver
schiedene
Fremdbeurteilungsskalen nach. Schliesslich wurde ausdrücklich fest
gehalten, dass sich die affektive Erkrankung über die Jahre langsam ver
schlechtert ha
be
.
Das
Gutachten erfüllt damit die praxisgemäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.7
)
vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf ab
gestellt werden kann.
Demgemäss
sind
vorliegend als psychiatrische Diagnose
n
eine depressive Stö
rung, derzeit mittelgradige Episode,
chronifiziert
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
,
sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit misstrauisch-pa
ranoiden und impulsiven Zügen (ICD-10 Z73) ausgewiesen.
5.3
Es stellt sich im Folgenden allerdings die Frage, ob der ausgewiesene psychische Gesundheitsschaden eine Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG begründet (vor
stehend E. 1.1-3).
Vorauszuschicken ist, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender
Gesund
-
heits
schaden
vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztin
nen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193
E. 3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne,
bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist.
5.
4
Der Argumentation der Beschwerdegegnerin,
dass
die diagnostizierte mittelgra
dige depressive Episode einzig in psychosozialen und soziokulturellen Umstän
den eine hinreichende Erklärung
fände
und daher keinen invalidisierenden
Ge
sundheitsschaden
zu begründen
vermöge
(vorstehend E. 2.1), ist entgegen zu halten, dass auch wenn die seit Jahren vorhandenen ausgeprägten psychosozi
alen Belastungsfaktoren
für die
Entstehung und Aufrechterhaltung des depres
siven Beschwerdebildes mitverantwortlich sein mögen, klar ein verselbständig
ter psychisch
er
Gesundheitsschaden vor
liegt. So wurde im Gutachten der
A._
ausdrücklich festgehalten, dass die psychosozialen Probleme nicht ursächlich für die Entstehung von Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit gewesen seien
(
Urk.
5/234 S. 26).
Bei der diagnostizierten
Persönlichkeitsakzentuierung mit misstrauisch-paranoiden und impulsiven Zügen handelt es sich zwar um eine Z-Diagnose, die als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen
Gesund
heitsschadens
fällt (Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom 15. November 2010 E. 5.2.4)
. Gleichwohl ist sie geeignet
,
die Auswirkungen des depressiven Zustandsbildes negativ zu beeinflussen. Die seitens der Gutachter gewählte Be
titelung der Persönlichkeitsakzentuierung als psychosozialen Belastungsfaktor (vgl.
Urk.
5/234 S.20) darf nicht zur Argumentation der Beschwerdegegnerin
führen, dass die depressive Episode in den psychosozialen Umständen hinrei
chende Erklärung finde. Dies widerspricht klar den Schlussfolgerungen des Gut
achtens.
In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vorstehend E. 1.3) kann der Argumentation der Beschwerdegegne
rin daher nicht gefolgt werden.
5.
5
Es ist indessen stets eine objektive Betrachtung des
Forderbaren
vorzunehmen (vorstehend E. 1.1-2), wobei mittelschwere psychische Störungen aus dem de
pressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten (Urteile des Bundesgerichts 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2, 8C_104/2014 vom 26. Juni 2014 E. 3.3.4 und 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2). Ein Rentenanspruch kann grundsätzlich nicht entstehen, solange zumutbare thera
peutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesund
heitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbes
serung des (psychischen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch einge
schränkten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor. Allerdings bedingt d
iese
An
nahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterkrankung einer
Schmerz
krankheit
, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 und 9C_947/2012 vom 19. Juni 2013 E. 3.2.2). Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederungs- und
Schadenminderungs
pflicht
.
Im Gutachten der
A._
ist festgehalten, dass keine Erkrankung aus dem
somato
formen
Formenkreis vorliegt (
Urk.
5/234 S. 25), so dass es sich bei der diagnos
tizierten psychischen Störung um ein selbständiges depressives Leiden handelt. Der Beschwerdeführer
befand sich vom 29. April bis 26. Juni 2009 sowie
vom
26. Mai bis 16. Juni 2011 in stationärer psychiatrischer Behandlung (vorstehend E. 4.7-8). Seit April 2008 wird er von
Dr.
J._
therapiert, wobei sich der
Un
tersuchungsrhythmus
den Akten nicht entnehmen lässt.
Dem Gutachten der
A._
ist
ferner
zu entnehmen, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
aufgrund des ungünstigen Verlaufs der affektiven Erkrankung, der inzwischen eingetretenen
Chronifizierung
und der verfestigten Regressionsneigung bei gleichzeitig kaum vorhandenen Ressourcen nicht zu erwarten sei. Die Fortset
zung der ambulanten psychiatrischen Behandlung und der Psychopharmako
therapie erhalte lediglich den derzeitigen Stand von Leistungsfähigkeit und Le
bensqualität. Die Compliance in Bezug auf die Psychopharmakotherapie sei auf
grund des aktuell festgestellten guten Wirkspiegels des verordneten Antidepres
sivums als gegeben anzunehmen
(
vorstehend E. 4.11
). Nach dem Gesagten ist
demnach
von einer konsequenten
Depressionstherapie auszugehen. Somit kann
der psychiatrischen Diagnose
nicht einfach
die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz
abgesprochen werden,
zumal es sich nicht lediglich um eine depres
sive Episode, sondern um eine
chronifizierte
depressive Störung handelt.
5.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht eine
behinderungsangepasste, körperlich leichte
Tätigkeit
ohne regelmäs
siges Tragen von Lasten über 15
kg und ohne monotone beziehungsweise repe
titive Arbeitsgänge weiterhin zu 100
%
zumutbar ist.
In psychischer Hinsicht ist sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten der
A._
abzustellen und som
it ab
dem Frühjahr
2008
von einer
50
%igen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit auszugehen, wobei diese keine besonderen Anforderungen an Schnelligkeit, Präzision, Flexibilität, Umstellungsfähigkeit oder Bewältigung so
zialer Stresssituationen
(beispielsweise Publikumsverkehr
, Kundenkontakt) stel
len sollte
. Zudem sind Akkord- beziehungsweise Bandarbeit
en
, Wechselschich
ten oder Nachtschichten nicht mehr zu leisten. Die angestammte Tätigkeit im Fassadenbau ist als
nicht mehr
leidensgerecht einzuschätzen.
6.
B
eim im Zeitpunkt der angefochtenen V
erfügung 49-jährigen Beschwerdeführer ist
trotz der vorliegenden somatischen und psychischen Einschränkungen
die Verwertbarkeit der attestierten Restarbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt zu bejahen. Hierbei handelt es sich um einen theoretischen und ab
strakten Begriff, der die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt. Er um
fasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen ge
sundheitlich Beeinträchtigter, tatsächlich eine zumutbare und geeignete Stelle zu finden, ab. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten sind
praxisge
mäss
nicht übermässige Anforderungen zu stellen. Das Bundesgericht hat wie
derholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte, wechselbelastende und vorwiegend sitzende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gerade in Form von Teilzeitstellen durchaus vorhanden sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_806/2012 vom 1
2.
Februar 2013 E. 5.2.1 und 8C_489/2007 vom 28. Dezem
ber 2007 E. 4.1). Zudem ist zu berücksichtigen, dass der ausgeglichene Arbeits
markt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und
Arbeits
angebote
, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_673/2012 vom 16. Mai 2013 E. 4.3). Erst wenn ein entsprechender Arbeits
platz als absoluter Glücksfall anzusehen ist und wo aufgrund entsprechender Einschränkungen ein entsprechender Arbeitsplatz nicht ohne weiteres gefunden werden kann, ist von der wirtschaftlichen Unverwertbarkeit einer attestierten Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2007 vom
28. Dezember 2007 E. 4.1).
7.
7.1
Es bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkungen zu prüfen, wobei die Beschwerdegegnerin selbst keinen neuen
Einkommensver
gleich
vornahm.
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss dem seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Art. 29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leist
ungsanspruches. Angesichts der Neua
nmeldung bei der
Be
schwerdegegnerin
am
2
2.
August 2008 (
Urk.
5/52)
würde ein allfälliger Renten
anspruch frühestens ab
dem 1. Februar 2009 bestehen
.
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2009, abzustellen (BGE 129 V 222
E. 4.3.1
).
7
.2
Bei der befristeten
Rentenzusprache
im Jahr 2007 stellte die
Beschwerdegegne
rin
für die Bemessung des
Valideneinkommens
auf die Angaben der
Z._
ab
und ermittelte ein
Valideneinkommen
von
Fr.
67‘613.--.
F
ür die Bemes
sung des Invalideneinkommens
zog sie
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
bei. Für die Zeit nach Ablauf der Wartefrist bis zum 30. Oktober 2006 be
rechnete sie gestützt auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tä
tigkeit und unter Berücksichtigung
eines Tabellenabzugs von 20
%
aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch leichte körperliche Tätigkei
t
en
ausüben könne
,
ein Invalideneinkommen von
Fr.
23‘132.--. Die
Erwerbsein
busse
kam einem Invaliditätsgrad von 66
%
gleich, weshalb dem Beschwerde
führer eine befristete Rente zugesprochen wurde. Da dem Beschwerdeführer ab dem 1. November 2006 eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
zu
mutbar war, betrug das Invalideneinkommen ab diesem Zeitpunkt
Fr.
46‘265.--, so dass sich ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von 32
%
ergab (
Urk.
5/30 S. 2,
Urk.
5/31 S. 4,
Urk.
5/44 S. 8).
7
.
3
Dem Arbeitszeugnis vom 30. Juni 2006
der
Z._
(
Urk.
5/28/2) lässt sich entnehmen, dass d
ie Abteilung Fassadenisolation infolge Umstrukturierung der Hochbauabteilung liquidiert
worden und die Kündigung
damit
aus wirt
schaftlichen Gründen
erfolgt sei.
Aus den
Akten
ergibt sich
allerdings auch, dass der Beschwerdeführer vor der erfolgten Kündigung per Ende Juni 2006 während mehr als neun Monaten aufgrund einer attestierten
100%igen
Arbeits
unfähigkeit
nicht arbeitstätig war (
Urk.
5/9 S. 4
Ziff.
21).
Es lässt sich dadurch schwer nachvollziehen, ob der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden weiterhin bei der
Z._
angestellt und für die
Berechnung des
Validen
einkommens
somit auf deren Angaben abgestellt werden sollte. Allerdings ist
auch zu berücksichtigen, dass das besagte Arbeitsverhältnis bereits sehr lange zurückliegt und der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben seither keiner Ar
beit mehr nachgegang
en ist (
Urk.
5/234 S. 18 oben).
7
.4
Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich,
sowohl für die Bemessung des Vali
den- als auch des Invalideneinkommens
auf die statistischen Werte der LSE
abzustellen,
wobei beide Vergleichseinkommen ausgehend vom selben
Tabel
lenlohn
(
LSE 2008, S. 26,
Tabellengruppe TA1, Total, Männer,
Anforderungsni
veau
4)
zu ermitteln sind. Somit kann
ausnahmsweise von der ärztlich ge
schätzten
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn - auf einen entsprechenden
Invaliditäts
grad
geschlossen und
damit
ein Proze
nt
vergleich vorgenommen werden (BGE
134 V 322 E. 4.1;
Urteile des Bundesgerichts
9C_192
/2014 vom 2
3.
September 2014 E.
3.
2 und
8C_45
0/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3
).
Aufgrund des
aus so
matischer als auch aus psychischer Sicht einschränkenden Belastungsprofils sowie der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein kann (vgl. BGE 126 V 75 E.
5
, Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2)
, erscheint vorliegend
ein Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
als angemessen.
Folglich ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 58
%
(100
%
– [0.5 x 0.85] = 57.5
%
)
, womit
dem Beschwerdeführer ab dem
1.
Februar 2009 eine halbe Invalidenrente zu
steht (vorstehend E. 1.1
)
.
Mit dieser Feststellung und in
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung somit aufzuheben.
8
.
8
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
900.
--
anzusetzen. Da der Be
schwerdeführer bezüglich des Rentenanspruchs an sic
h obsiegt (vgl. nachste
hend E. 8
.2), sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
8
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der
Parteient
schädigung
, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 2
5.
Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Be
schwerdeführer eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim bis Ende 2014 für
Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
200.-- ist die Prozessentschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘100.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.