# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c42c682e-f05c-42b3-8efd-bdf194784812
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968,
Mutter
von vi
er Kinder
n
(geb
oren
1986, 1987, 1988 und 1991), ohne er
lernten Beruf
und
zuletzt als Raum
pflegerin an ver
schiedenen Stellen tätig
,
meldete sich am
13.
September 2006 bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2009 unter anderem eine ganze Rente ab März 2008 zu (
Urk.
11/70
/1-3
).
Nach Eingang des
Revisionsfragebogen
s vom
1
3.
Januar 2010 (
Urk.
11/72)
und Einholung eines Arztberichts (
Urk.
11/73/6-8) teilte sie der Versicherten am
9.
März 2010
mit, ihr
Anspruch sei unverändert
(
Urk.
11/76)
.
1.2
Nach Eingang des
Revisionsfragebogen
s
vom
3.
Mai 2015 (
Urk.
11/79)
holte die IV-Stelle unter anderem ein Gutachten ein, das von den Ärzten der MEDAS
Z._
a
m 1
3.
Juni 2016 erstattet
wurde
(
Urk.
11/99).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/102
,
Urk.
11/104)
setzte
s
i
e
die bisherige ganze
Rente mit Verfügung vom
7.
Februar 2017
auf eine halbe Rente herab (
Urk.
11/118 =
Urk.
121 =
Urk.
2).
2.
D
ie Versicherte
erhob
am
3.
März 2017 Beschwerde
gegen die Verfügung vom
7.
Februar 2017 (
Urk.
2) und ersuchte darum, den Entscheid zu überprüfen
(
Urk.
1
S. 2
).
Am
5.
März 2017 nahm
Dr.
med.
Y._
zum MEDAS-Gut
achten Stellung (
Urk.
5)
und wies sich zugleich als bevollmächtigte Vertreterin der Beschwerdeführerin aus (
Urk.
7)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
April 2017 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
9.
Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4). geänderten
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im Beiblatt zu
r angefochtenen Verfügung (
Urk.
2
/2
)
davon aus, gemäss dem MEDAS-Gutachten sei spätestens seit dem Untersu
chungsdatum im April 2016 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin
und
auch in jeder angepassten Tätigkeit auszugehen (S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich dagegen auf den Standpunkt (
Urk.
1)
, die Folgen ihrer Krebserkrankung, die chronischen Schmerzen, der unwillkürliche Urinabgang sowie ihre psych
ischen
Beeinträchtigungen würden es ihr verun
mög
lichen, einer Tätigkeit nachzugehen.
Bestimmte Angaben im Gutachten seien unzutreffend.
In der Beschwerdeergänzung (
Urk.
5) führte sie aus, das MEDAS
-Gutachten leide an Mängeln, sowohl formeller Art (fehlende Angaben über Zeitpunkt und Dauer der Untersuchung, frühzeitige Entlassung
der Übersetzerin
) als auch
in materieller Hinsicht
, da die
Gütekriterien für eine Begutachtung weder in der Art und Weise der Erhebung der Befunde,
noch
der Objektivierung derselben,
noch
der Diag
nosestellung,
noch
der nachvollziehbaren Begründungen und Kommentare
erfüllt seien
.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in se
inen Bericht vom
1.
Dezember 200
6 (
Urk.
11/10/1-2) die folgenden, hier ver
kürzt angeführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A
):
-
Adenokarzinom
des Colon
ascendens
-
breitbasige
mediane Bandscheibenhernien auf Höhe L3/4 sowie L4/5
-
chronisches
lumbovertebrales
Syndrom mit möglicher intermittierender
radikulärer
Reizung L5 rechts
-
unklare
Cervicobrachialgien
links
-
unklare chronische Oberbauchschmerzen rechts
-
Angsterkrankung mit multiplen psychosomatischen Beschwerden
-
Belastungsinkontinenz
Die Arbeits
un
fähigkeit betrage 5
0
%
seit dem
2
7.
April 2006
beziehungsweise sei die Beschwerdeführerin an den beiden abendlichen Arbeitsstellen zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben gewesen
(
lit
. B).
3.2
Die Ärzte der Rheumaklinik
des B._
führten
in ihrem Bericht vom
7.
Februar 2007
(
Urk.
11/12/3-
4)
aus, sie hätten die Be
schwer
deführerin vom 1
7.
November 2005 bis 1
2.
Januar 2007 behandelt (
lit
. D1), und nannten
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit Tendenz zur Schmerzgeneralisierun
g und als Diag
nose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Kolonkarzinom mit Status nach
Hemicolektomie
rechts im Mai 2005 und Status nach
adjuvanter
Chemo
therapie vom 2
7.
Juni bis
3.
Oktober 2005 (
lit
. A). Sie attestierten eine Arbeits
unfähigkeit
als
Raumpflegerin von 100
%
vom
1.
November bis
1.
Dezember 20
0
5
, dann eine solche von
25
%
bis
3
1.
(richtig: 30.) April 20
06
und von
50
%
bis 3
0.
Mai 20
06, danach nach Beurteilung
durch den
Hausarzt
Dr.
A._
(
lit
. B
)
.
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nannte in ihrer vertrauensärztlichen Stellungnahme an die zuständige Pensions
kasse vom
3.
Dezember 2007 (
Urk.
11/35
/1) als Diagnosen einen chronischen
vielfältige
n
Schmerzzustand mit zahlreichen vegetativen
Beschwerden
und
einer
massiv depressiven Stimmungslage
. Nebst einem Krebsleiden, dessen Ausgang noch völlig offen sei, bestehe eine ebenso bedeutende
Angsterkrankung. Als Reinigungsmitarbeiterin sei
die Beschwerdeführerin
berufsunfähig,
dies
ab Datum der letzt
en Untersuchung vom 2
6.
Oktober 2007.
3.4
Am 2
5.
September 2008 erstatteten die Ärzte
der D._
ein psychiatrisches Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
11/47
).
Sie diagnostizierten eine schwere depressive Episode mit psycho
tischen Sy
mpt
omen
(
ICD-10 F32.3).
Eine Anpassungsstörung und eine Somatisie
rungsstörung seien auszuschliessen. Die vorhandenen körperlichen Beschwerden seien als Symptome der Depression zu interpretieren. Die vorhandenen psychotischen Symptome würden nicht die Kriterien für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis erfüllen (S. 8).
Als Raumpflegerin und auch in ange
passten Tätigkeiten erachteten sie die
Beschwerdeführerin
als von Ende 2005 bis November 2007 zu 50
%
arbeitsunfähig
und ab Dezember 2007 zu 100
%
arbeits
unfähig (S. 9 unten).
3.5
Med.
pract
.
E._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und med.
pract
.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, beide Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führten am
1.
und 2
0.
Oktober 2008 aus, es könne auf das Gutachten abgestellt werden und ab Dezember 2007 sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für jede Tätigkeit ausgewiesen (
Urk.
11/52 S. 3).
3.6
In der Folge sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Ver
fügungen vom 2
5.
Februar 2009
von Dezember 2006 bis Februar 2008 eine halbe Rente (
Urk.
11/70/9-11) und ab März 2008 eine ganze Rente (
Urk.
11/70/1-3) zu.
3.7
Im Revisionsfragebogen vom 1
3.
Januar 2010 wurde ausgeführt, der Gesund
heitszustand sei gleichgeblieben (
Urk.
11/72
Ziff.
1.1).
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
3.
Februar 2010 aus, die Situation habe sich nicht verändert, bezüglich Arbeitsfähigkeit sei sie unverändert schlecht, bezüglich Tumor bestehe bis heute kein Anhaltspunkt für ein Rezidiv (
Urk.
11/73/6-8
Ziff.
1.4). RAD-Arzt med.
pract
.
E._
führte am
8.
März 2010 aus, es sei weiter ein stationärer Ge
sundheitszustand ausgewiesen (
Urk.
11/75 S. 2).
Am
9.
März 2010 teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
(
Urk.
11/76).
4.
4.1
Laut Bericht vom
6.
April 2010 wurde die Beschwerdeführerin am
1.
April 2010 wegen der Belastungsinkontinenz operiert (
Urk.
11/82/15-16).
Am 1
1.
Februar 2015 erfolgte eine funktionelle Ultraschalluntersuchung der beiden Schultergelenke (
Urk.
11/82/45).
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1) führte in seinem Verlaufsbericht vom 2
6.
Juni 2015
aus
(
Urk.
11/82/5-11
), der Gesundheitszustand sei s
tationär
(
Ziff.
1.1)
,
es gebe keine Veränderungen gegenüber den 2010 beschriebenen Klagen (
Ziff.
1.3), eine Behandlung erfolge sporadisch bei Bedarf (
Ziff.
3.1), die
Prognose
sei schlecht (
Ziff.
3.3).
4.2
Am 1
3.
Juni 2016 erstatteten die Ärzte der MEDAS
Z._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/99/1-20
). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben der Versicherten (S. 10 ff.) und die von ihnen erhobenen rheumatologischen und psychiatrischen Befunde (S. 14).
Sie nannte
n
folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 15
Ziff.
4.1):
-
rezidivierende depressive Störung
-
gegenwärtig mittelgradige Episode mit ausgeprägtem somatischem Syndrom
-
schwere depressive Episode aktenanamnestisch
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein
Adenokarzinom
des Colon
ascendens
, einen Verdacht auf eine leichte
Impingement
symptomatik
der linken Schulter, ein generalisiertes Schmerzsyndrom und eine Adipositas mit Hypercholesterinämie (S. 15 f.
Ziff.
4.2).
Als zusammenfassende Beurteilung führten sie - nach im Zirkulationsverfahren erfolgtem Konsensfindungsprozess (S. 14 unten) - aus, insgesamt werde die Arbeitsfähigkeit nur durch die psychopathologischen Befunde beeinträchtigt. Der rheumatologische Gutachter könne keine bedeutsame rheumatologische Erkran
kung finden. Das von ihm diagnostizierte generalisierte Schmerzsyndrom und die wahrscheinliche
Impingementsymptomatik
im Bereich der linken Schulter beein
trächtigten die Arbeitsfähigkeit nicht. Der psychiatrische Gutachter diagnostiziere eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit ausgeprägtem somatischem Syndrom. Er komme zum Schluss, dass die depres
siven Anteile sehr ausgeprägt seien, stelle aber auch eine gewisse Besserung der psychischen Situation in letzter Zeit fest und schätze die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
(S. 15)
.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsfrau erachteten sie die Ver
sicherte als aus psychopathologischen Gründen nur zu 50
%
arbeitsfähig (
S. 16
Ziff.
5.1), dies ab Datum der Schlussbesprechung (S. 16
Ziff.
5.4) vom 1
8.
Mai 2016 (S. 14 unten). Gleiches gelte für jede Alternativtätigkeit, körperliche Schwer
arbeit sei aus rheumatologischer Sicht nicht sinnvoll (S. 16
Ziff.
5.2).
4.3
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 2
6.
April 2016 (
Urk.
11/99/28-37) wurde unter anderem ausgeführt,
die Untersuchung habe am 1
4.
April 2016
von 13:30 bis 15:
10 Uhr stattgefunden (S. 1 oben). W
ährend des ganzen Gesprächs sei die Übersetzerin anwesend gewesen
. Der Gutachter habe versucht, kurze Abschnitte auf Deutsch zu kommunizieren, nachdem die Versicherte angegeben habe, die Sprache ordentlich zu beherrschen; die Kenntnisse seien für eine psychiatrische Anamnese aber bei weitem nicht ausreichend
(S. 3
Ziff.
3.1). Die Psycho
pa
thologie lasse sich nach dem AMDP-System beurteilen (S. 3 unten), was sodann näher ausgeführt wurde (S. 4)
.
Zusatzuntersuchungen seien keine durchgeführt worden. Im Mini-ICF-Rating
bogen erreiche die Versicherte 18 von 52 möglichen Punkten.
Die
Medikamenten-Blutspiegel lägen nahe am therapeutischen Bereich (S. 4
Ziff.
3.2).
A
ls Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte der Gutachter
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit ausge
prägtem somatischem Syndrom, ICD-10 F33.11 (S. 4
Ziff.
4.1).
Dazu führte er aus, das somatische Syndrom sei ausgeprägt, die Versicherte spüre die Depression in ihrem Körper, sie leide unter körperlichen Beschwerden, die nicht durch klare somatische Befunde erklärt werden könnten, was zur Diagnose erforderlich sei
.
Im Vergleich zur
D._
-Begutachtung habe das Ausmass aber etwas abgenommen, die Versicherte könne durchaus noch gewisse Aktivitäten entfalten, pflege sich selbst, hüte Grosskinder, pflege Kontakte zu wenigen Ver
wandten und unternehme auch regelmässige Reisen in ihr eigenes Haus im Kosovo, was im Rahmen einer schweren Depression kaum vorstellbar wäre. Die alleinige Diagnose eines Leidens aus dem somatoformen Kreis sei nicht gerecht
fertigt, die depressiven Anteile seien sehr ausgeprägt. Die Angst lasse sich der Depression zwangslos subsumieren. Die früher festgestellten psychotischen An
teile seien heute nicht mehr nachweisbar, was auch als Zeichen der Beschwer
deverminderung gewertet werden könne (S. 6 oben).
Bezüglich der Indikatoren führte der Gutachter zum Aspekt der Gesundheits
schädigung aus,
das
Leiden der Versicherten zeige viele Facetten, depressive Anteile seien ausführlich dargestellt worden und somatische Dimensionen seien aktenkundig, selbst wenn die Versicherte von Seiten des Krebsleidens als geheilt gelten könne. Die depressiv gefärbte Einschätzung ihrer Prognose, die
Rezidiv
ängste
,
blieben, und auch die ganze Inkontinenzproblematik stelle eine grosse Belastung dar. Nachvollziehbar berichte sie ungern darüber, das Thema sei stark schambesetzt (S. 6
lit
. a).
Zum Aspekt der Persönlichkeit führte der Gutachter aus, die
Ressourcen der Versicherten seien sehr bescheiden. Die Sprachkompetenz sei klein, sie sei quasi als Mädchen in eine ihr völlig fremde Kultur verpflanzt und dann in ihrer All
tagsgestaltung auf Schwangerschaft und Erziehung fokussiert worden, was
die Kompetenz zur Bewältigung von neue
n Aufgaben bis zum heutigen Tag
einschränk
e
. Die Persönlichkeit
sei
damit durch diesen soziokulturel
len Hintergrund
geprägt respektive das Bewältig
ungspotenzial reduziert
(S. 6
lit
. b)
.
Der soziale Kontext
sei
schwierig, der Ehemann ebenfalls berentet
,
und
das
Leiden
der ältesten Tochter k
ö
nn
e
man nur erahnen,
es sei
in den Akten nirgends objektiviert.
Diese Belastungen schränk
t
en das Potenzial zur Bewältigung neue
r
Aufgaben
zusätzlich ein
(S. 6
lit
. c)
.
Zur Konsistenz führte der Gutachter
aus
, s
oweit erkennbar umfass
ten die
Be
schwer
den alle Lebensbereiche gleichmässig,
es könne
nur vermutet werden, dass sie bei positiv besetzten Aktivitäten wie
beispielsweise
bei den
Kosovoreisen oder beim Hüten der
G
rosskinder noch kleine Reserven zu mobilis
i
eren
vermöge.
Aus
schlussgründe nach BGE 131 V 49
seien
höchstens insofern angedeutet
, als
sie
mit Wurzeln in unserer
Kultur, mit Geburt und Erziehung in der Schweiz bessere Voraussetzungen hätte
,
sich
wieder in einen Arbeitsprozess zu integrieren, ein soziales Netz mit gesunden
Anregungen aufzubauen (S. 6 unten).
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, s
eit der Abklärung in der
D._
sei es zu einer leichten Verbesserung der Beschwerden gekommen, es seien etwas mehr Möglichkeiten zu Aktivitäten nachweisbar
und die
Rezidivangst
dürfte weiter abgeklungen sein. Daher schätze er die aktuelle
Arbeitsfähigkeit
auf 50
%
ein
(S. 7 oben)
.
Es lasse sich nicht genau angeben, ab wann sich der Zustand in welchem Umfang verbe
ssert habe, womit einiges
dafür
spreche
, die Arbeits
un
fähigkeit ab dem Datum der Abklärungen beginnen zu lassen (S. 7
Ziff.
6.3).
4.4
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem Bericht vom 2
5.
Februar 2017 (
Urk.
11
/130/1-5) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem
8.
April 2008 behandle (
Ziff.
1.3), und nannte die folgenden, hier leicht gekürzt angeführten, Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
depressive Störung mit Beginn der Krebserkrankung ausgehend von län
gerer Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik, aktuell depressive Störung gemischt mit Angst (auch Globusgefühl), ICD-10 F32.1, episo
disch auch F32.2, und zudem differentialdiagnostisch (DD) Änderung der Persönlichkeit unter chronischer Belastung und DD beginnende Angst
störung, ICD-10 F41.9
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ICD-10 F45.4
-
diverse körperliche Erkrankungen
-
Belastungsinkontinenz Grad II-III
-
Adenokarzinom
des Colon
ascendens
mit Erstdiagnose (ED) 2005
-
Diskushernie L4/5, konservativ behandelt, ED 2005
-
Doppelniere mit
Ureterduplex
links
-
Status nach
Cholezystektomie
1997
-
Status nach Operation am Ohr
Die bisherige Tätigkeit in der Reinigung beurteile sie als zu belastbar (richtig wohl: belastend). In einer
(näher umschriebenen)
angepassten Tätigkeit könnte ein Einstieg mit 2 Stunden an 3-4 Tagen pro Woche, erst im geschützten Rahmen
,
angegangen werden
(
Ziff.
2.1).
4.5
In ihrer Eingabe an das Gericht vom
5.
März 2017 (
Urk.
5) führte
Dr.
G._
unter anderem aus, im MEDAS-Gutachten fehlten die Angaben über den Zeitpunkt der Untersuchung, die Personen, welche die Untersuchung durch
ge
führt hätten, das Datum und die Untersuchungsdauer, sowie ob und wie lange eine Übersetzung
beansprucht worden sei (S. 1 Mitte). Gemäss Aussagen der Patientin habe man bei der psychiatrischen Untersuchung die Übersetzerin vor
zeitig weggeschickt (S.
1 unten). Der Psychostatus sei nicht ordnungsgemäss dargelegt worden. Die hereditäre Belastung mit affektiven Störungen sei nicht als Risikofaktor für psychische Erkrankungen in der Familie erwähnt worden. Die Dranginkontinenz sei weder psychiatrisch noch somatisch erwähnt worden, was auf eine nicht genügend sorgfältige Erhebung und Beurteilung schliessen lasse (S. 2). Die geltend gemachte Verbesserung der depressiven Störung sei weder schulmedizinisch erhoben noch irgendwie begründet worden, so fehlten Befunde nach den üblichen Kriterien wie beispielsweise dem AMDP-S
ystem
(S. 2 Mitte).
Auch sei in keiner Art und Weise eine Änderung der Persönlichkeit thematisiert worden, da diese wie die depressive Störung nicht fachgemäss überprüft, in den Symptomen erhoben oder diagnostisch ein- oder ausgeschlossen worden sei (S. 3 oben). Die Gütekriterien für eine Begutachtung seien nicht erfüllt und die Beur
teilung sei nicht verwertbar (S. 3).
5.
5.1
Die behandelnde Psychiaterin, von ihrer Patientin im vorliegenden Verfahren mit deren Vertretung betraut, vertritt offensichtlich eine andere Einschätzung als die im MEDAS-Gutachten dargelegte. In diagnostischer Hinsicht besteht zwar soweit eine Übereinstimmung, als die MEDAS-Gutachter von einer rezidivierenden de
pressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.11)
,
ausg
ing
en
(vor
stehend E. 4.3)
,
und sie von einer
mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10 F3
2.1) ausg
ing
(vorstehend E.
4.4). Darüber hinaus nannte sie jedoch noch weitere, auch psychiatrische
,
Diagnosen.
Divergent ist auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, laut Gutachten 50
%
in der angestammten und einer angepassten Tätigkeit, laut
Behandlerin
lediglich 20
% in angepasster Tätigkeit.
5.2
Zur Begründung machte die behandelnde Psychiaterin geltend, das Gutachten leide an näher ausgeführten Mängeln, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne (vorstehend E. 4.5).
Die aufgeworfenen
Kritikpunkte
erweisen sich jedoch grossmehrheitlich als unzu
treffend. Dies gilt namentlich
für das Datum und
die
Dauer der Untersuchung,
die
Übersetzung,
die
Bezugnahme auf affektive Störungen in der Familie, die Drang
inkontinenz,
das
Abstützen auf das AMDP-System
und die
inhaltliche Begrün
dung der postulierten Veränderung
im Vergleich zu
2008.
Die Schlussfolgerung
der behandelnden Psychiaterin
, auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden, basierte somit auf zahlreichen unzutreffenden Annah
men und
vermag deshalb nicht zu überzeugen. Gleiches gilt für die von ihr pos
tulierte, vom Gutachten abweichende Einschätzung
betreffend Diagnosen und Arbeitsfähigkeit.
Diese lässt vielmehr die
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4
, 1
24 I 170 E. 4)
zu Tage treten und die
Erfahrungstatsache
,
dass
behandelnde Ärzte und Ärztinnen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5.3
Das MEDAS-Gutachten erweist sich hingegen als schlüssig, zumal es alle praxis
gemässen Kriterien (vorstehen E. 1.5) vollumfänglich erfüllt. Überdies setzte sich der psychiatrische Gutachter eingehend mit den Standardindikatoren (vorstehend E. 1.4) auseinander.
Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob sich d
ie
Gutachter an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsver
mögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt ha
ben
(BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist demnach klar zu bejahen. Die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nac
hweisen
.
Somit ist auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten abzustellen und davon auszugehen, dass
sie
- mit der im Gutachten angeführten Begründung - ab Mai 2016 in der angestammten Tätigkeit 50
%
beträgt.
5.4
Dementsprechend ist ein Revisionsgrund (vorstehend E. 1.2) ausgewiesen und die verfügte Herabsetzung auf eine halbe Rente erweist sich als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Dr.
med.
Y._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.