# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 42e1e789-a4b6-4cb4-8b1f-5f78bf22537d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. X. reiste eigenen Angaben zufolge im Winter 2009 illegal in Griechenland ein. Im Besitz einer bulgarischen Identitätskarte flog er nach einer Woche nach Mailand, von wo aus er in die Schweiz reiste. Hier stellte er am 2. März 2009 sein erstes Asylgesuch.
2. Mit Entscheid vom 24. August 2009 trat das Bundesamt für Migration auf das Asylgesuch nicht ein. X. wurde nach Griechenland weggewiesen. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2009 sprach das Bundesamt für Migration gegenüber X. zudem für den Zeitraum vom 9. Oktober 2009 bis 8. Oktober 2010 eine Einreisesperre aus. Seine Überstellung nach Griechenland verweigerte X. zweimal, sodass diese erst am 16. Dezember 2009 erfolgte.
3. Gemäss eigenen Angaben wurde X. bei seiner Ankunft in Griechenland während zweier Tage inhaftiert. Bei seiner Freilassung erhielt er die Aufforderung, das Land innerhalb eines Monats zu verlassen. Er reiste per Zug in die Nähe der türkischen Grenze, welche er mit Hilfe eines Schleppers zu Fuss überquerte. Vom 21. Dezember 2009 bis am 20. April 2010 lebte er bei einem Freund in Istanbul. Nachdem er von seinen Angehörigen erfahren hatte, dass die Probleme, welche ihn zur Ausreise aus der Heimat veranlasst hatten, weiterbestünden, entschied er sich, erneut in die Schweiz zu fahren. Am 20. April 2010 verliess er Istanbul und reiste in einem Lastwagen in einer fünftägigen Fahrt bis in die Nähe der Schweizer Grenze. Per Auto wurde er von dort nach Zürich gebracht, wo er am 26. April 2010 ankam.
B.1. Am 27. April 2010 stellte X. erneut ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 17. Juni 2010 wies das Bundesamt für Migration X. dem Kanton Graubünden zu, wo er sich am 18. Juni 2010 im Erstaufnahme- und Transitzentrum Foral in Chur einzufinden hatte. Seit dem 26. Januar 2010 hält sich auch der Bruder des Gesuchstellers, Y., der ebenfalls ein Asylgesuch gestellt hat, in der Schweiz auf.
2. Gestützt auf den Umstand, dass der Gesuchsteller am 16. Dezember 2009 im Rahmen des Dublin-Abkommens von der Schweiz nach Griechenland  wurde sowie auf den vom gleichen Tag datierten Eurodac-Treffer in  stellte das Bundesamt für Migration am 12. Mai 2010 an Griechenland ein Ersuchen um Übernahme des Gesuchstellers im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. c VO Dublin. Bis zum Ablauf der Frist am 27. Mai 2010 ging von Griechenland keine Antwort ein. Dies wurde den griechischen Behörden am 28. Mai 2010 mit
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der Aufforderung mitgeteilt, die Übergabeformalitäten innert zweier Arbeitstage bekannt zu geben. Eine Antwort blieb wiederum aus.
3. Am 3. Mai 2010 wurde dem Gesuchsteller das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine Wegweisung nach Griechenland gewährt.
4. Mit Verfügung vom 21. Juni 2010 trat das Bundesamt für Migration gestützt auf Art. 34 Abs. 2 lit. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete den Wegweisungsvollzug nach Griechenland an.
5. Gegen diesen Entscheid liess X. mit Eingabe vom 23. Juni 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben, wobei um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ersucht wurde.
6. Am 23. Juni 2010 ordnete das Bundesverwaltungsgericht als vorsorgliche Massnahme den Vollzugsstopp an.
7. Mit Verfügung vom 25. Juni 2010 hiess das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gut und stellte fest, dass X. den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne.
8. Am 23. Juni 2010 wurde X. von der Kantonspolizei Graubünden verhaftet und vom Amt für Polizeiwesen Graubünden in Ausschaffungshaft genommen. Mit Schreiben vom 23. und 25. Juni 2010 ersuchte der Rechtsvertreter von X. das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden um Entlassung seines Mandanten aus der Haft.
C. Am 25. April 2010 wurde X. dem Bezirksgerichtsvizepräsident Plessur als Haftrichter vorgeführt. Mit am 25. Juni 2010 erlassenem und gleichentags mitgeteiltem Entscheid erkannte der Bezirksgerichtsvizepräsident Plessur:
1. Die vom Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden bis zum 22. September 2010 angeordnete Ausschaffungshaft ist rechtmässig und angemessen und wird hiermit geschützt.
2. Der Inhaftierte hat die Kosten des Verfahrens vor dem Haftrichter im Betrage von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung vorliegendenfalls erfüllt sind, gehen diese Kosten unter dem Vorbehalt der  zu Lasten des Kantons Graubünden.
Die Kosten des Übersetzers von CHF 125.00 trägt der Kanton Graubünden.
Der Kanton Graubünden hat die Kosten dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-3596-3 zu überweisen.
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3. Der Inhaftierte kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AuG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch einreichen. Dieses ist beim Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden einzureichen.

## Considerations