# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 24c3186b-4275-52ca-a13a-af81cf3b7908
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich  oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 77 VRG). Die Unangemessenheit kann vor dem Kantonsgericht nur gerügt werden, wenn die Angelegenheit das Gebiet der  Abgaben oder der Sozialversicherungen betrifft, wenn sie der Beschwerde an eine zur  dieser Rüge befugte Bundesbehörde unterliegt oder ein Gesetz diesen Beschwerdegrund ausdrücklich vorsieht (Art. 78 Abs. 2 VRG). Dies ist vorliegend nicht der Fall; entsprechend ist in casu die Rüge der Unangemessenheit ausgeschlossen. Ferner hat die Beschwerdeinstanz nach Art. 96a Abs. 1 VRG Entscheide einer Behörde, der nach der Gesetzgebung ein weiter  zusteht, mit Zurückhaltung zu prüfen;
dass das Gericht nach Art. 59 Abs. 1 StGB eine stationäre Behandlung anordnen kann, wenn der Täter psychisch schwer gestört ist und er ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang steht und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der
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Gefahr weiterer mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen. Die stationäre Behandlung erfolgt in einer geeigneten psychiatrischen Einrichtung oder einer Massnahmevollzugseinrichtung. Solange die Gefahr besteht, dass der Täter flieht oder weitere Straftaten begeht, wird er in einer geschlossenen Einrichtung behandelt (Art. 59 Abs. 2 und 3 StGB);
dass der Täter aus einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinn von Art. 59 StGB bedingt zu entlassen ist, sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewähren (Art. 62 Abs. 1 StGB). Die Aufhebung einer Massnahme kann gemäss Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB insbesondere dann erfolgen, wenn sie sich als erfolglos erweist, weil die Erreichung des damit verfolgten Zwecks nach den gemachten Erfahrungen aussichtslos erscheint;
dass die zuständige Vollzugsbehörde nach Art. 62d Abs. 1 StGB auf Gesuch hin oder von Amtes wegen prüft, ob und wann der Täter aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die Massnahme aufzuheben ist. Sie beschliesst darüber mindestens einmal jährlich gestützt auf einen Bericht der Leitung der Vollzugseinrichtung und nach Anhörung des Eingewiesenen;
dass zwar grundsätzlich der Behandlung eines Gesuchs um Entlassung bzw. Aufhebung der Massnahme ein erst kürzlich ergangener Entscheid einer Vollzugsbehörde über diese Frage nicht entgegensteht (vgl. Urteile BGer 6B_360/2012 vom 13. August 2012 E. 4; 6B_546/2012 vom 12. November 2012). Das Recht auf Behandlung eines entsprechenden neuen Gesuchs steht jedoch unter dem Vorbehalt des Handelns nach Treu und Glauben. Auf Gesuche, welche in einem unvernünftig kurzem Zeitabstand nach der Anordnung bzw. Überprüfung der Massnahme  werden, ist mangels Rechtsschutzinteresse nicht einzutreten (vgl. VIREDAZ/THALMANN,  au droit des sanctions, 2013, S. 135; Urteile BGer 6B_796/2009 vom 25. Januar 2010 E. 3.4; 6B_471/2012 und 6B_517/2012 vom 21. Januar 2013 E. 5.2; vgl. auch BGE 130 II 729 E. 2, mit zahlreichen Hinweisen, betreffend die fürsorgerische Freiheitsentziehung);
dass die Vorinstanz vorliegend wie erwähnt mit Entscheid vom 7. November 2019 die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers aus dem stationären Vollzug der Massnahme nach Art. 59 StGB ebenso wie die Aufhebung dieser Massnahme abgelehnt hat. Dieser Entscheid wurde dem Beschwerdeführer am 12. November 2019 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist für die Anfechtung dieses Entscheides endete damit am 11. Dezember 2019. Diese Frist liess der Beschwerdeführer unbenutzt verstreichen – um nur wenige Tage nach deren Ablauf, nämlich am 19. Dezember 2019, ein Gesuch um Entlassung aus der stationären Massnahme bzw. um deren Aufhebung . Es verstösst grundsätzlich gegen das Prinzip von Treu und Glauben, die Rechtsmittelfrist unbenutzt verstreichen zu lassen bzw. zu verpassen, und diese Säumnis nur wenige Tage nach Fristablauf durch die Einreichung eines neuen Gesuchs "korrigieren" zu wollen; das () Rechtsmittelverfahren würde damit von Sinn und Zweck entleert;
dass dies in casu umso mehr gilt, als der Beschwerdeführer zur Begründung seines Gesuchs keine wesentlichen neuen Elemente vorbrachte, die er nicht im Rahmen der vorgängigen Prüfung der stationären Massnahme, welche im Entscheid vom 7. November 2019 mündete, hätte  können. Vielmehr hatte er sein Gesuch hauptsächlich damit begründet, dass er am 20. September 2019 ein Fahreignungsgutachten absolviert habe, welches positiv ausgefallen sei. Dieses Gutachten lag indes im Zeitpunkt des Entscheides vom 7. November 2019 bereits vor und es wäre dem Beschwerdeführer ein Leichtes gewesen, dieses im Rahmen des Verfahrens vor der Vorinstanz bzw. in einem Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht einzureichen. Überdies
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bezieht sich dieses Gutachten nur auf das Verhalten im Strassenverkehr, so dass es für die Entlassung aus der stationären Massnahme bzw. die Aufhebung ohnehin nicht ausschlaggebend sein kann, und folglich auch keine neue Prüfung der stationären Massnahme gestützt auf das Gesuch vom 19. Dezember 2019 rechtfertigt. Dies gilt auch, soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vor dem Kantonsgericht vorbringt, dass er mittlerweile einen Lehrvertrag als  für den Sommer 2020 abschliessen konnte. So wurde doch namentlich bereits im  vom 27. Mai 2019 als Ziel formuliert, eine Lehre zu absolvieren. Auch anlässlich der Anhörung des Beschwerdeführers durch die Vorinstanz vom 3. September 2019 wurde die  einer Lehre eingehend erörtert und der Entscheid vom 7. November 2019 wurde unter Berücksichtigung eines möglichen Lehrbeginns im Sommer 2020 gefällt. Auch bestünde  die Möglichkeit, die geplante Lehrstelle im Rahmen des Massnahmenvollzugs anzutreten, wie die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 16. April 2020 erwähnte (hierüber wird die  zu gegebener Zeit zu entscheiden haben). Weiter hatte der Beschwerdeführer in seinem Gesuch namentlich vorgebracht, dass die Verlaufsberichte zu seiner Therapie positiv ausfielen und ihm mehr als nur geringe Erfolgsaussichten bescheinigten. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass im Entscheid vom 7. November 2019 insbesondere festgehalten wurde, dass die Therapie noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden kann. Namentlich müsse geprüft werden, ob der Beschwerdeführer in der Lage sei, kriminelle Entwicklungen in seinem Verhalten zu erkennen. Daher müsse noch ein individuelles Risikomanagement entwickelt werden. Die stationäre  Massnahme sei geeignet, um eine weitere positive Entwicklung des Beschwerdeführers zu ermöglichen, und ihre Durch- oder Fortführung erscheine nicht aussichtslos. Zudem existiere mit der JVA St. Johannsen eine geeignete Einrichtung für die weitere Behandlung, so dass der Massnahmenvollzug auch nicht als undurchführbar bezeichnet werden könne. Der aktuelle  vom 5. November 2019, welcher der Vorinstanz am 23. Dezember 2019 übermittelt wurde, enthält keine Elemente, welche die oben erwähnten Schlüsse der Vorinstanz in Frage stellen und eine Neubeurteilung gestützt auf das Gesuch vom 19. Dezember 2020 erforderlich machen würden. Namentlich wird in diesem Vollzugsplan festgehalten, dass der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2019 bereits in die Vollzugsstufe B übertreten konnte. Aktuelles Teilziel sei nun, dass er sich in dieser Vollzugsstufe bewähre; die unbegleiteten Zeitfenster werden sukzessive gesteigert, bis er das Maximum von zwölf Stunden erreiche, und ihm wurde zudem die Möglichkeit gegeben, das Vollzugsmodul AEP wahrzunehmen, um eine Schnupperlehre zu absolvieren. Hinsichtlich der Therapie werden als Teilziele nach wie vor angestrebt, dass der Beschwerdeführer die für seine Delikte zentralen Gefühle, Kognitionen und Handlungen sowie die wichtigen  für eine risikobehaftete Entwicklung erkennt. Auch diesbezüglich sind demnach keine neuen wesentlichen Sachverhaltselemente erkennbar, welche eine materielle Prüfung des Gesuchs vom 19. Dezember 2019 erforderlich machen. Dies gilt schliesslich auch, soweit der Beschwerdeführer vorbrachte, dass er über mehrere Möglichkeiten verfüge, wo er nach seiner allfälligen Entlassung wohnen könnte, beispielsweise bei seinen Eltern oder bei seiner Freundin;
dass damit im Ergebnis festzustellen ist, dass das Gesuch des Beschwerdeführers vom 19. Dezember 2019 um Entlassung aus der stationären therapeutischen Massnahme bzw. um deren Aufhebung, welches lediglich ein paar Tage nach Ablauf der Rechtsmittelfrist betreffend die vorgängige Prüfung der Massnahme eingereicht wurde, gegen Treu und Glauben verstiess. Der Beschwerdeführer kann daher aus den Vorbringen in seiner Beschwerde bzw. in seinem  vom 6. Mai 2020, wonach die stationäre Massnahme unverhältnismässig sei, seine  gut sei und wonach er einen Rückfall für ausgeschlossen halte, nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal diese Begründung im Wesentlichen auf die Entlassung aus der stationären Mass-
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nahme bzw. auf die Aufhebung der Massnahme abzielt und vorliegend – wie erwähnt – lediglich die Frage des Eintretens geprüft werden kann;
dass die Vorinstanz daher mit Entscheid vom 26. Februar 2020 auf das Gesuch des  vom 19. Dezember 2019 um Entlassung aus der stationären therapeutischen Massnahme bzw. um deren Aufhebung zu Recht nicht eingetreten ist, und die Beschwerde daher abzuweisen ist;
dass es – wie die Vorinstanz namentlich im Schreiben vom 6. Februar 2020 an den  erwähnte, und insbesondere auch, um über das weitere Vorgehen bzw. über  mit Blick auf die Lehre zu entscheiden – dennoch angezeigt ist, dessen Dossier im Rahmen der periodischen Prüfung der beratenden Kommission für die bedingte Strafentlassung und die Abklärung der Gemeingefährlichkeit (KBSAG) an der Sitzung vom Juli 2020 zu ;
dass ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird (Art. 129 VRG);
dass keine Parteientschädigung gewährt wird (Art. 137 Abs. 1 VRG);

## Considerations