# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab6f0414-0000-4ddd-bc10-5e77cbe277c6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war ab 1996 als Inhaber der Einzelfirma
Y._
, einem Fachgeschäft für Rasier- und Elektroapparate, Unterhal
tungselektronik, Uhren und Geschenkartikel
,
selbständig erwerbstätig (
Urk.
7/21/2). Am 3
0.
November 2004 meldete er sich unter Hinweis auf eine Operation an der Wirbelsäule bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte medizinische und erwerbliche Abklärungen durch und
verneinte mit Verfügung
vom 2
1.
Februar 2013 einen Anspruch des Versicherten auf eine
Invalidenrente (
Urk.
7/127). Der
Versicherte erhob dagegen
Beschwerde (
Urk.
7/131)
, die das
hiesige Gericht
mit Urteil
IV.2013.00316
vom 3
1.
Oktober 2014
(
Urk.
7/137) abwies. Das Bundesgericht, an das der Versicherte die Beschwerde weitergezogen hatte, wies diese
mit Urteil 8C_892/2014 vom
2
3.
April 2015
ebenfalls ab
(
Urk.
7/143).
1.2
Am 2
5.
April 2020 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/161). Die
IV-Stelle
klärte wiederum die medizinische und erwerbliche Situation ab und
sprach
dem Versicherten
nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
7/179) mit Verfügung vom 2
0.
April 2021 rückwirkend ab Oktober 2020 eine ganze Rente auf der Basis eines durchschnitt
lichen Jahreseinkommens von
Fr.
37'284.
--
und somit von zunächst
Fr.
1'678.
--
und ab
1.
Januar 2021 von
Fr.
1'692.
--
pro Monat
zu (
Urk.
7/188 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
8.
Mai 2021 Beschwerde
und beantragte
sinngemäss
,
es
sei
ihm
eine höhere Rente zuzusprechen, indem das massgebende durchschnittliche Jahr
eseinkommen neu berechnet werde (
Urk.
1). Die Beschwer
degegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
August 2021 unter Beilage der Stellungnahme der Ausgleichskasse vom 1
8.
August 2021 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 2
1.
September
2021 an seinem Antrag fest (
Urk.
10), worauf die Beschwerdegeg
nerin am 1
4.
Oktober 2021 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (
Urk.
13). Hiervon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2021 Kenntnis
gegeben
(
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
36
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind für die Berechnung der ordentlichen Invalidenrenten die Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
sinnge
mäss anwendbar (vgl. dazu BGE 124 V 159). Der Bundesrat kann ergänzende Vorschriften erlassen. Damit ist insbesondere die sinngemässe Anwendung von
Art.
29 ff. und
Art.
34 ff. AHVG sowie - was in
Art.
32
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ausdrücklich festgehalten wird - von
Art.
50 bis
Art.
53
bis
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) vorgesehen.
1.2
Für die Rentenberechnung werden Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwischen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres und dem 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) berücksichtigt (
Art.
29
bis
Abs.
1 AHVG). Der Bundesrat regelt die Anrechnung der Beitragsmonate im Jahr der Entstehung des Rentenanspruches, der Beitragszeiten vor dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres sowie der Zusatz
jahre (
Art.
29
bis
Abs.
2 AHVG).
1.3
Die Rente wird nach Massgabe des durchschnittlichen Jahreseinkommens berech
net, welches sich aus den Erwerbseinkommen sowie den Erziehungs- und Betreu
ungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwischen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres und dem 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versiche
rungsfalles zusammensetzt (
Art.
29
bis
Abs.
1 und
Art.
29
quater
AHVG).
Bei erwerbstätigen Personen werden nur die Einkommen berücksichtigt, auf denen Beiträge bezahlt wurden (
Art.
29
quinquies
Abs.
1 AHVG).
Zur Ermittlung des durchschnittlichen Jahreseinkommens wird die Summe der Erwerbseinkommen entsprechend dem Rentenindex gemäss
Art.
33
ter
AHVG aufgewertet. Der Bundesrat lässt die Aufwertungsfaktoren jährlich feststellen (
Art.
30
Abs.
1 AHVG). Die Summe der aufgewerteten Erwerbseinkommen sowie die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften werden durch die Anzahl der Beitragsjahre
geteilt (
Art.
30
Abs.
2 AHVG).
1.4
Für jede beitragspflichtige
v
ersicherte
Person
werden individuelle Konten geführt, in welche die für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben eingetragen werden (
Art.
30
ter
Abs.
1 AHVG).
1.5
Nach der Rentenskala, Monatliche Vollrenten, Skala 44, AHV/IV des Bundes
amtes für Sozialversicherungen (BSV; gültig ab dem
1.
Januar 2019) besteht bei einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen zwischen
Fr.
35’551.-- und
Fr.
36’972.-- Anspruch auf eine monatliche Invalidenrente von
Fr.
1’678.--.
Mit Verordnung 21 über Anpassungen an die Lohn- und Preisentwicklung bei der AHV/IV/EO vom 1
4.
Oktober 2020 (vom Bundesrat erlassen gestützt auf
Art.
33
ter
Abs.
1 AHVG) wurden die ordentlichen laufenden Voll- und Teilrenten angepasst, indem das bisher massgebende durchsch
nittliche Jahreseinkommen um 0.8
Prozent erhöht wurde. Anwendbar sind die ab dem
1.
Januar
2021
gültigen
Rententabellen (
Art.
3
Abs.
2).
Nach der Rentenskala, Monatliche Vollrenten, Skala 44, AHV/IV des B
SV (gültig ab dem
1.
Januar 2021
)
,
besteht bei einem massgebenden durchschnittlichen Jah
reseinkommen zwischen
Fr.
35’850.-- und
Fr.
37’284
.-- Anspruch auf eine monatli
che Invalidenrente von
Fr.
1’692
.--.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Situation seit April 2019 massgeblich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war und das Wartejahr in diesem Zeitpunkt begonnen habe. Da eine Rente frühestens sechs Monate
nach der Anmeldung ausgerichtet
werden könne, habe sie den Anspruch auf eine Rent
e per Oktober 2020 geprüft. D
em Beschwerdeführer
sei
keine berufliche Tätigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt mehr zumutbar und er sei
nicht mehr in der Lage, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen.
Die Einschränkung von 100
%
entspreche dem Invaliditätsgrad, weshalb er ab Oktober 2020 Anspruch auf eine ganze Rente habe (
Urk.
2 S. 3).
Gestützt auf ein massgebendes durchschnittliche
s Jahre
seinkommen von
Fr.
36’976
.--
im Jahr 2020 beziehungs
weise
Fr.
37'284.-- im Jahr 2021
und bei vollständigen Beitragsjahren des Versicherten (Vollrente), errechnete sie einen monatlic
hen Rentenanspruch von
Fr.
1’678.-- ab
1.
Oktober 2020 sowie von
Fr.
1'692.-- ab
1.
Januar 2021 (
Urk.
2 S. 1
).
Die zuständige Ausgleichskasse ergänzte mit Stellungnahme vom 1
8.
August 2021, dass für die Ermittlung der einzelnen Berechnungselemente grundsätzlich der Zeitpunkt des Versicherungsfalles massgebend sei. Bezüglich des Rentenan
spruchs trete der Versicherungsfall ein, sobald die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich wenigstens zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen sei und weiterhin mindestens zu 40
%
erwerbsunfähig sei. Fraglich sei, wann der Versicherungsfall eingetreten sei. Der Beschwerdefüh
rer sei bis im Jahr 2011 erwerbstätig gewesen, teilweise mit vorübergehender Arbeitsunfähigkeit. Ab 2011 sei er vom Sozialamt unterstützt worden. Im Urteil des Bundesgerichts 8C_992/2014 sei festgehalten worden, dass für die Aufgabe des eigenen Geschäfts nicht in erster Linie gesundheitl
iche Gründe verantwortlich gewesen seien
. Ebenfalls habe das Gericht bestätigt, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig sei. Somit sei der Versicherungsfall damals nicht eingetreten. Dem aktuellsten Feststellungsblatt sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ab 1
8.
April 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei
. Für den Eintritt des invalidisierenden Gesundheitsschadens sei daher auf April 2019 abzustellen. Das Wartejahr sei am 1
8.
April 2020 abgelaufen.
Daher
seien die Einkommen, wozu auch die Buchungen des Sozialamtes gehörten
,
bis Ende 2019 zu Recht berücksichtigt
worden (
Urk.
6 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er habe lange auf die Invalidenrente warten müssen. Im Jahr 2004 habe er sich erstmals angemeldet und erst im Jahr 2015 sei vom Bundesgericht ein negativer Entscheid ergangen. Die Renten
berechnung empfinde er als suboptimal. Die Jahre
,
in denen er Sozialhilfe bezogen habe,
seien keine Einkommensjahre und auch nicht anzurechnen (
Urk.
1).
In der Replik ergänzte der Beschwerdeführer, seit dem verlorenen Prozess im Jahr 2015 - auf den er sich vorliegend nicht berufe - sei eine völlig neue Situation eingetreten. Im Frühjahr 2019 habe er die Diagnose Lungenkrebs erhalten.
Seine anderen Leiden würden ihn
jedoch
nach wie vor begleiten. Er habe als Kaufmann im Familienbetrieb bis zum Schluss (Ende 2010) gekämpft und viele Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt. Da es sich um eine Einzelfirma gehandelt habe, sei er danach direkt beim Sozialamt gelandet. N
a
ch 25 Jahren schwerer Arbeit könne er es kaum glauben, dass er nur e
ine Invalidenrente von
Fr.
1'600.-- monatlich erhalte (
Urk.
10 S. 1 f.).
3.
3.1
Unbestritten ist, dass der
Beschwerdeführer
seit
April 2019
vollständig
erwerb
s
unf
ähig ist und ab dem
1.
Oktober 2020
(sechs Monate nach de
r Anmeldung vom 2
5.
April 2020
,
Urk.
7/161,
vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Streitig und zu prüfen ist die Berechnung der Rente, insbe
sondere die Höhe des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens.
3.2
Der am
4.
November 1961 geborene Beschwerdeführer
vollendete das 2
0.
Alters
jahr am
4.
November 198
1.
Demnach ist für die Rentenberechnu
ng die Zeit ab
1.
Januar 1982
bis zum 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfa
lles mass
gebend (E. 1.3
hiervor).
Gemäss
Art.
4
Abs.
2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (so genannte leistungsspezifische Invalidität). Der Zeitpunkt des Eintritts der rentenspezifischen Invalidität beurteilt sich nach
Art.
28
Abs.
1 IVG. Danach haben jene Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs
fähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können (
lit
. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen sind
(
lit
. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid sind (
lit
. c).
Der Beschwerdeführer hatte sich bereits am 3
0.
November 2004 erstmals bei der Invalidenversicherung angemeldet, ein Rentenanspruch wurde damals
letzt
instanzlich
mit Urteil des Bundesgerichts 8C_892/2014 vom 2
3.
April 2015 verneint (
Urk.
7/143).
Die
Voraussetzungen der rentenspezifischen Invalidität
gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG war
en
demnach
anlässlich dieses
Verfahren
s
noch nicht erfüllt und der Versicherungsfall nicht eingetreten. Vielmehr begann die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG
mit Eintritt der
aktuellen
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
im April 2019
zu laufen
und trat der Versiche
rungsfall demgemäss nach
deren
Ablauf im April 2020 ein. G
emäss
Art.
29
bis
Abs.
1 A
HVG
ist daher
für die Rentenberechnung des 1961 geborenen Beschwer
deführers
di
e Zeitperiode vom
1.
Januar 1982
bis
3
1.
Dezember 2019
massgebend
.
3.3
Gestützt auf den Auszug aus dem Individuellen Konto
(
Urk.
7/192)
hat die Beschwerdegegnerin ein Einkommen a
us den Jahren 1982
bis
2019
von insge
samt
Fr.
1‘336’624
.-- ermittelt und dieses – bei einem Aufwertungsfaktor
von
1.0
12
– entsprechend
Art.
30
Abs.
2 AHVG durch die Anzahl Beitragsjahre geteilt, womit ein durchschnittliches J
ahreseinkommen von
Fr.
35'596.--
resultierte (
Urk.
2).
Da im Jahr 2020
und bei der anwendbaren maximalen Rentenskala 44
bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen zwischen
Fr.
35’551.-- und
Fr.
36’972.-- Anspruch auf eine monatliche Invalidenrente von
Fr.
1’678.--
besteht, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht für diesen Zeitraum von einem massgeblichen durchschnittlichen Einkommen von
Fr.
36'972.-- ausgegangen und -
unter Vornahme der Erhöhung um 0.8
%
(vgl. E. 1.5)
-
von einem massge
blichen durchschnittlichen Einkommen von
Fr.
37'284.--
für das Jahr 2021
,
womit der Beschwerdeführer ab Januar 2021 Anspruch auf eine Rente von
monatlich
Fr.
1’692.--
hat
.
D
as
Vorgehen
der Beschwerdegegnerin
entspricht
somit
d
en gesetzlichen Vorgaben. D
er Beschwerdeführer
brachte
des Weiteren
zu Recht nicht vor
, die Eintragungen im individuellen Konto enthielten offenkun
dige Unrichtigkeiten, die auch nach Eintritt des Versicherungsfalls zu berichtigen wären.
3.4
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Jahre, in denen er Sozialhilfe bezogen habe, für die Berechnung des durchschnittlichen Jahreseinkommens nicht zu berücksichtigen seien (
Urk.
1).
Würde
n
die vom Beschwerdeführer in den Jahr
e
n 2011 bis 2019 entrichteten Nichterwerbstätigenbeiträge (
Urk.
7/192
)
indessen
nicht
eingerechnet
, ergäbe dies ein tieferes durchschnittliches Jahres
einkommen und somit
-
wegen der fehlenden Beitragsjahre
-
auch einen tieferen Rentenbetrag
beziehungsweise lediglich Anspruch auf eine Teilrente statt auf eine Vollrente.
D
er Beschwerdeführer
hat auch in diesen
Jahr
en
mehr als d
en Mindestbeitrag entrichtet, weshalb die genannten Jahre zu seinen Gunsten als Beitragsjahre zu berücksichtigen sind
.
4.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
3
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.