# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43020ab7-7aaf-4513-bf2e-d545b35028e9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene
X._
, Vater eines 2008 geborenen Kindes, absolvierte eine zweijährige
Anlehre
als Autoservicemann (1983-1985) und anschliessend eine Lehre als Automechaniker (1985-1988). Danach wurde er
im Lehrbetrieb als Automech
aniker weiterbeschäftigt (Urk. 9
/9). Am 22. Novem
ber 1990 erlitt der Versicherte eine Auffahrkollision, woraufhin er sich mit Datum vom 31. Januar 1992 unter Hinweis auf ein Schleudertrauma bei der
Eidge
nössischen Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug anmeldete (Urk. 9
/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und zog die Akten der Unfallversi
cherung bei (Urk. 9
/14/1-305). Entsprechende Abklärungen ergaben, dass behin
derungsbedingt keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich waren (vgl. Abk
l
ärungsprotokoll vom 3. August 19
93 und 11. November 1994, Urk. 9/9, Urk. 9
/13). Mit Verfügungen vom 13. Juli 1995 sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % rückwirkend ab dem 1. November 1991 eine ganze Rente der
Invalidenversicherung zu (Urk. 9
/15-17).
1.2
Im Rahmen der 1998, 2003 und
2009 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahren be
stätigte die IV-Stelle jeweils den bisherigen Anspruch des Versicherten auf eine ganze IV-Rente (Urk
. 9/24 ff., Urk. 9/28 ff., Urk. 9
/36 ff.). Ausserdem sprach sie ihm 2003 resp. 2009 eine akzessorische Ehegatten- resp. Kinderente zu (Verfü
gungen vom 20. Oktober 2003 und 23. Februar 2009, Urk.
9
/27, Urk.
9
/35).
1.3
Im Oktober 2014 eröffnete die IV-Stelle
erneut
ein amtli
ches Revis
ionsverfah
ren (Urk. 9
/43 ff.). Nach ersten medizinischen Abklärungen stellte sie dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 20. Januar 2015 die Einstellung der bisher ausge
richteten In
validenrente in Aussicht (Urk. 9
/48). Dagegen erhob dieser a
m 13. April 2015 Einwand (Urk. 9
/56). Am 3. August 2015 teilte ihm die IV-Stelle mit, es seien zurzeit keine beruflichen Einglied
erungsmassnahmen möglich (Urk. 9
/59; vgl. auch Protokoll der Eingliederungsberatung, wonach sich der Ver
sicherte subjektiv nicht in der Lage fühle, Eingliederungsm
assnahmen durchzu
führen, Urk. 9
/60/2+5). Weiter veranlasste die IV-Stelle das polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin/Rheumatologie/Neuropsychologie/Psychiatrie) Gut
achten der MEDAS
Y._
vom 13.
Mai 2016 (Urk. 9
/72/1-57). Mit Mit
teilungen vom 29. November 2016 und 26. April 2017 erteilte sie dem Versicher
ten Kostengutsprache für ein externes Belastbarkeits- sowie A
ufbautraining (Urk. 9/81, Urk. 9
/89). Diese Massnahme wurde mit Mitteilung vom 14. Novem
ber 2017 beendet (Urk.
9
/93). Anschliessend erhielt der Versicherte Gelegenheit,
zu den neu eingegangenen Akten Stellung zu nehmen (Schreiben vom 21. Februar 2018, Urk.
9
/97). Mit Verfügung vom 11. April 2018 hob die IV-Stelle die bisherige Rente wie vorbeschieden mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung auf (Urk.
9/99
).
Die
am 14. Mai 2018
dage
gen
erhobene
Beschwerde
(Urk. 9/103) wies das hiesige Gericht mit Urteil IV.2018.00461 vom 23. August 2019 ab (Urk. 9/106/1-15).
1.4
Am 11. Februar 2020 meldete sich der Versicherte abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 9/10
8
)
.
Mit Schreiben vom
10. März 2020 forderte die
IV-Stelle den Versicherten auf,
Angaben zum
eigentlichen
Gesundheitsschaden
zu machen
sowie aktuelle Arztberichte einzureichen
(Urk.
9/111
)
.
Nachdem der Versicherte dieser Aufforderung nicht
nachgekommen
war
, forderte ihn
die IV-Stelle mit 20.
Mai 2020 unter Fristansetzung auf, aktuelle Beweis
mittel zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhält
nisse seit Erlass der letzten Verfügung einzureichen
(Urk. 9/1
13). Innert erstreckter Frist (v
gl. Urk. 9/114 f.) reichte der
Versicherte den Physiotherapi
e
bericht vom 10. Juni 2020, das als «
Bestätigung
» bezeichnete Kurzschreiben
der Krebsliga
Z._
vom 9. Juni 2020,
den Bericht von Dr. med.
A._
, Facharzt F
MH für Innere Medizin, vom 7.
Juli 2020 sowie den Abschlussbericht über das Aufbautraining der
B._
vom 2. November 2017 ein (Urk. 9/116 ff.).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
17. August 2020, Urk. 9/122; Einwand vom 17. September 2020
, Urk.
9/123
) trat die IV
Stelle mit Verfügung vom
6.
November 2020
auf das neue Leistungsgesuch nicht ein (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 8. Dezember 2020 (Datum Poststempel) Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 6. November 2020 aufzu
heben; eventualiter sei der Beschwerdeführer einer weiteren medizinischen Untersuchung zu unterziehen und gestützt darauf ein neue
r
Entscheid zu fällen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechts
pflege (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 11. Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsgesetzes (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
li
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad
anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmel
dung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/
Mosimann
/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kom
mentar, 2018,
Mosimann
, N 20 zu Art. 17 ATSG).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tat
sachen
änderung muss nicht
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.4
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung beziehungs
weise den
Einspracheentscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen
stand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegen
stand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen,
der Beschwerdeführer habe
seit Erlass der gerichtlic
h bestätigten Verfügung vom 11.
April 2018
keine wesentliche Veränderung glaubhaft gemacht
(Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, die anhaltende
Physiotherapie zeige, dass sich sein Gesundheitszustand nicht verb
essert habe
. Zudem werde
er nach wie
vor von der Krebsliga
Z._
intensiv fachpsychologisch
behandelt. Die Auf
fassung der Beschwerdegegnerin, wonach keine psychische Erkrankung mit genü
gender Schwere vorliege
,
sei weit
gefehlt
. Sodann verkenne die Beschwer
degegnerin, dass nicht nur eine
Posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS
)
vor
liege, sondern eine generalisierte Angststörung im Vordergrund stehe.
Ferner
vermute der behandele Hausarzt ein
en sekundären
Krankheitsgewinn. Diesem Umstand sei ebenfalls Rechnung zu tragen.
Ausserdem
stütz
e sich die Beschwer
degegnerin vor allem auf das MEDAS-Gutachten vom 13. Mai 2016, welches unter sehr dubiosen Umständen zustande gekommen sei. Die Aussagekraft und Gültigkeit des Gutachtens werde nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Er (der Beschwerdeführer) wehr
e
sich vielmehr dagegen, dass «der Inhalt dieser Rechts
schrift überhaupt in Betracht gezogen» worden sei von der Beschwerde
gegnerin und dem hiesigen Gericht im Verfahren IV.2018.00461.
Ob eine PTBS noch vorliege oder nicht, sei nicht mehr von Relevanz. Entscheidend sei der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Die Ursachen des aktuellen Gesund
heitszustandes seien ebenfalls nicht von Bedeutung. Gemäss Bericht der
Krebsliga
Z._
vom 19.
Dezember 2017 sei die PTBS
regredient
, jedoch nicht voll remit
tiert.
Der Beschwerdeführer werde zufolge Konzentrationsstörungen (ICD-ZA: F06.7) sowie einer generalisierten Angststörung (ICD-10; F41.1) nach wie
vor behandelt
. Damit liege ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von BGE 130 V 352 vor. Gestützt auf die Akten bestehe
weiterhin
eine volle Arbeits
unfähigkeit, auch wenn der Beschwerdeführer alles unternehme, um sobald wie möglich wieder ins Arbeitsleben integriert zu werden. Demgegenüber konzent
riere sich die Beschwerdegegnerin seit der Revision 2014 einzig und allein auf die PTBS, welche nicht mehr
als
einziges Kriterium für die aktuelle Situation in Betracht gezogen werden könne und dürfe (Urk. 1).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
11. Februar 2020
(Urk. 9/108)
zu Recht nicht eingetreten ist.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Glaubhaftmachung einer anspruchserheblichen Änderung nach Art. 87 Abs. 3 IVV und gegebenenfalls der Prüfung, ob eine solche tatsächlich eingetreten ist und sich auf den Invaliditätsgrad bzw. die Rente auswirkt,
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klärung, Beweis
wür
digung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26
. März 2010 E. 1 mit Hinweisen),
mithin die gerichtlich bestätigte,
rentenaufhebende
Verfügung vom
11
. April 2018
(
Urk. 9/99,
vgl. Sachverhalt Ziffer 1.3
)
.
Dieser lag im Wesentlichen das
MEDAS-Gutachten vom 13. Mai 2016
zugrunde:
4
.
De
m
polydisziplinären Gutachten der MEDAS
Y._
vom 13. Mai 2016 sind keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die begutachtenden Fachärzte
folgende Diagnosen fest (Urk. 9
/72/22):
-
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
Status nach Roux-Y-
Gastric
Bypass bei morbider Adipositas 2013
-
Arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ II
Unter dem Titel «Nebenbefunde» diagnostizierten sie (1) einen Status nach HWS-Distorsion 1990 und (2) ein
en Status nach PTBS 1990 (Urk. 9
/72/22).
Der rheumatologische Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer habe 1990 ein Distorsionstrauma der HWS erlitten. Seither beklage er anhaltende panvertebrale Schmerzen ohne relevante Verbesserung. Im Vordergrund stünden thorakale und lumbale Schmerzen mit einer konstanten Schmerzintensität von 8/10 auf der Schmerz-Skala von 1-10; die Nackenschmerzen seien etwas weniger ausgeprägt und leichtgradig nach rechts ausstrahlend. Darüber hinaus sei die Schmerzangabe unspezifisch und unabhängig von mechanischen Faktoren, Körperhaltungen und anderem. Betreffend die HWS habe der Beschwerdeführer den Schmerz eher als Schwäche und Kraftlosigkeit beschrieben. Aus klinisch-funktionaler Sicht sei die HWS unauffällig. An der Brust- und Lendenwirbelsäule habe sich bei Aufforde
rung eine eingeschränkte Beweglichkeit gezeigt; im spontanen Bewegungsablauf eine bessere Beweglichkeit. Übereinstimmend zum klinischen Eindruck einer funktional guten vertebralen Beweglichkeit zeigten auch die anfangs 2016 durch
geführten konventionellen Röntgenbilder kaum eine relevante Pathologie. Die degenerativen Veränderungen seien gering. Mithin ergebe sich aus rheumatolo
gischer Sicht keine Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/72/29 ff., Urk. 9
/72/20).
Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer modalitäts-, prozess- und domänenübergreifend verminderte Ergebnisse erbracht, welche teilweise unter 1 % gefallen seien. Die erhobenen Befunde seien in ihrer Art und Ausprägung fachlich nicht nachvollziehbar resp. mit bekannten Mustern normaler und pathologischer Hirnfunktionen nicht zu erklären. Vielmehr zeugten die Ergebnisse von mangelnder Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie von einer Symptomverdeutlichung. Es hätten sich auch verschiedentlich Inkon
sistenzen ergeben. Dies betreffe insbesondere inkonsistente Befunde innerhalb derselben kognitiven Domäne sowie Diskrepanzen zwischen den erhobenen psycho
metrischen Befunden (unter anderem
schwergradige
Verlangsamung beim Benennen von Farben) und dem lebhaften, konzentrierten und unauffälligen Kommunikationsverhalten des Beschwerdeführers. Aufgrund der beschriebenen Auffälligkeiten und Inkonsistenzen komme dem im Rahmen der neuropsycholo
gischen Untersuchung ermittelten kognitiven Testprofil zu wenig Aussagekraft zu. Es könne nicht beurteilt werden, ob überhaupt eine kognitive Störung vor
liege. Vielmehr sei davon auszugeben, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit über der demonstrierten Leistung liege. Eine neuropsychologische Diagnosestel
lung sei damit nicht möglich
(Urk. 9/72/20, Urk. 9
/72/37 ff.).
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter habe der Beschwerdeführer offen über sich, sein Leben und seine Beschwerden berichtet. Mit 24 Jahren sei es zum besagten Verkehrsunfall gekommen. Dieser habe nach eigenen Angaben gravie
rende Einschränkungen gezeitigt, so namentlich Verlust der Arbeitsfähigkeit und gescheiterte Reintegrationsversuche. Noch im Rollstuhl habe er seine heutige Frau kennengelernt. Aktenanamnestisch sei es kurz nach dem Unfall im Februar 1991 zu einer schweren psychovegetativen Dysregulation gekommen. Gleichzeitig fehle eine ICD-konform gestellte psychiatrische Diagnose. Im Dezember 1991 sei seitens des behandelnden Psychologen erneut eine massive psychovegetative Entgleisung diagnostiziert worden. Aus heutiger Sicht liessen sich in diesen Berichten keine ausreichenden Kriterien, welche eine PTBS oder eine Persönlich
keitsstörung rechtfertigten, finden. Erst die im psychiatrischen Gutachten 1993 diagnostizierte PTBS sei korrekt und schlüssig hergeleitet worden. Die späteren Berichte liessen eine differenzierte Diskussion der psychischen Störung und deren Entwicklung wiederum vermissen. 2015 habe die behandelnde Psychiaterin fest
gehalten, es bestünden keine Hinweise auf eine
Somatisierungstendenz
oder soma
toforme Störung; es würden aber weiterhin Symptome einer PTBS bestehen. Ausserdem habe sie Defizite im Bereiche des Konzentrations- und Aufmerksam
keitsvermögens beschrieben, ohne Untermauerung mit konkreten Testverfahren.
Zusammenfassend habe nach dem Unfall 1993 wohl eine PTBS bestanden. Die im weiteren Verlauf aktenanamnestisch dokumentierten Panikattacken und Kon
zentrationsstörungen seien nicht objektiviert worden. Eine somatoforme Störung, eine Depression oder eine Persönlichkeitsstörung seien aktenanamnestisch aus
geschlossen worden. Eine affektive Störung sei auch aktuell auszuschliessen; der Beschwerdeführer mache zwar Angaben zu Symptomen, welche auf eine PTBS hinwiesen. Auf konkretes Nachfragen habe er die Symptomatik jedoch relativiert, insbesondere betreffend die letzten ein bis zwei Jahre. Vom Unfall selber habe der Beschwerdeführer problemlos, frei und lebendig berichtet, ohne jegliche Zeichen einer Veränderung, welche für eine anhaltende PTBS sprechen würden. Sodann habe der Beschwerdeführer zwar von anhaltenden Ängsten berichtet. Solche seien aktuell indes weder spür- noch nachvollziehbar. Mithin könne zum heutigen Zeitpunkt nur noch ein Status nach PTBS festgehalten werden. Betref
fend die subjektiv berichteten kognitiven Defizite hätten sich auch im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung deutliche Diskrepanzen ergeben. Insbesondere habe der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen Untersuchung ein gutes Erinnerungsvermögen gezeigt und der Untersuchung über einen Zeitraum von mehr als drei Stunden konzentriert folgen können. Entsprechend entfalle auch eine psychiatrisch begrün
dbare Arbeitsunfähigkeit (Urk. 9/72/20 f., Urk. 9/7/
44 ff.).
Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, die geklagten Beschwerden liessen sich nicht objektivieren resp. nach
weisen. Mithin bestehe jedenfalls seit dem 16. April 2016 (Datum der Schlussbe
sprechung) weder aus psychiatrischer noch aus somatischer Sicht eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Dies betreffe sowohl die bisherige als au
ch jede andere Tätigkeit (Urk. 9
/72/23).
5.
5.1
Die Neuanmeldung vom
11. Februar 2020
erfolgte
keine zwei
Jahre nach der
rentenaufhebenden
Verfügung vom
1
1. April 2018
.
Zur Glaubhaftmachung
einer wesentlichen Veränderung
legte der Beschwerdeführer
den Physiotherap
iebericht vom 10. Juni 2020, das als
«
Bestätigung
» be
zeichnete Kurzschreiben
der
Krebsliga
Z._
vom 9. Juni 2020, den Bericht
des behandelnden Hausarztes Dr.
A._
vom 7. Juli 2020 sowie den Abschlussbericht über das Aufbautraining der
B._
vom 2. November 2017 (Urk. 9/116 ff.)
auf.
5.2
Im Physiotherapiebericht v
om 10. Juni 2020 hielt
die behandelnde Physio
therapeutin unter dem Titel „Diagnosen“ (1)
vertebragene
und weichteilrheuma
tische Beschwerden im Rahmen einer somatoformen Störung, (2) ein posttrau
matisches Schmerzsyndrom sowie (3) Gangunsicherheit und Schwäche fest. In objektiver Hinsicht bestünden eine muskuläre
,
dorsalseitige
Dysbalance
, eine rechtsseitige reduzierte Kraft, Gleichgewichtsstörungen und Gangunsicherheit sowie eine geringe Belastbarkeit. Subjektiv habe der Beschwerdeführer Gleichge
wichts- und Sensibilitätsstörungen betreffend die gesamt rechte Körperhälfte
,
mit wechselhaften Spannungszuständen der Muskulatur vom Nacken bis zum
Gesäss
berichtet. Zudem leide er unter häufigen Albträumen oder Angstzuständen. Die Schmerzen seien teilweise so stark (8/10
auf der Schmerz-Skala von 1-10
), dass der Beschwerde
führer den rechten Arm und den K
opf nur eingeschränkt bewegen könne
. Mit der passiven Therapie
in Form von
Faszientechniken
, Mobilisation der Gelenke und
detonisierende
Massnahmen
könnten die Symptome vorübergehend (einige Stunden bis ein Tag) reduziert werden. Im Vordergrund stehe die aktive Therapie
(G
le
ichgewichtstraining/Koordination, Kraftaufbau, Ausdauertraining)
mit
dem
Ziel, die Belastbarkeit durch Kraft und Ausdauertraining zu steigern und dem Beschwerdeführer mehr Sicherheit im Alltag zu geben. Dieser sei zwar motiviert, aber nicht in der Lage, seine volle Konzentration auf das Training zu richten und schnell überfordert/über
lastet. Mithin seien die Therapieerfolge gering
(Urk.
9/117/1).
5.3
Im
vom Beschwerdeführer erbetenen Kurzs
chreiben vom 9. Juni
2020 bestätigten
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und ärztliche Leiterin, Zentrum für Psychoonkologie und ambulante
Onko
-Reha, sowie
die
delegi
ert behandelnde Fachpsychologin
der Krebsliga
Z._
,
dass die Angaben
gemäss
Berichterstattung vom
23. März 2015 (vgl. Urk. 9/55
) im Wesent
lichen
auch noch heute
unverändert gültig seien (Urk. 9/118).
Im vorge
nannten Bericht
wurde
im Wesentlichen
eine PTBS, eine schweres Vermeidungs
verhalten und Beeinträchtigungen d
er Konzentrationsfähigkeit festgehalten (vgl. Urk. 9/55).
5.4
Der seit 2017 behandelnde Hausarzt Dr.
A._
hielt im Bericht vom 7. Juli 2020 fest, soweit aufgrund der Aktenlage ersichtlich, entspreche die aktuelle Situation weitgehend der früheren. Im Vordergrund stehe eine generalisierte Angststöru
ng, die sich durch Nervosität, Z
ittern, Muskelverspannungen, Schwitzen,
Palpitatio
nen
und gelegentlichen Kreislaufstörungen manifestiere. Im Rahmen der Angststörung zeige der Beschwerdeführer ein ausgesprochenes Vermeidungsver
halten. So sei er weiterhin nicht in der Lage, mittels öffentliche
n
Verkehr
s
in die Praxis zu kommen und lasse sich von Freunden oder Verwandten chauffieren; ein sekundärer Krankheitsgewinn könne dabei eine Rolle spielen. Bei diesen Einschränkungen könne er (Dr.
A._
) sich auch längerfristig nicht vorstellen, den Beschwerdeführer wieder an einen Arbeitsplatz heranzuführen. In körper
licher Hinsicht ergäben sich abgesehen von den abgegebenen Empfin
dungs
stö
rungen keine groben neurologischen Ausfälle.
Die Hirnnerven seien intakt und die Koordinationsprüfungen
seien
zwar zittrig
,
aber nicht signifikant patho
logisch. Zusammenfassen
d
liege eine generalisierte Angststörung mit Ver
mei
dungsverhalten u
nd Rückzugstendenz sowie konsek
utiv eingeschränkter geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit vor. Von somatischer Seite bestehe eine Adipositas, Diabetes mellitus und Hypertonie, letztere nicht ausreichend kontrol
liert. Die Leistungseinschränkungen seien mehrheitlich psychogen bedingt und verunmöglichten eine Erwerbstätigkeit auf längere Sicht (Urk. 9/119).
6.
6.1
Die im Neuanmeldungsverfahren aufgelegten Unterlagen
enthalten keine Hinweise auf eine wesentliche Veränderung der
gesundheitlichen
Verhältnisse seit de
r ren
ten
aufhebenden Verfügung vom 1
1
.
April 2018. Im Gegenteil hielt
Dr.
A._
ausdrücklich fest, die aktuelle Situation s
ei unverändert/
entspreche dem frühere
n
Zustand (vgl. E.
5.4
).
Weshalb die im Bericht
der Krebsliga
Z._
vom 23. März 2015 postulierte PTBS (vgl. Urk. 9/55) wieder aktuell sein soll, nachdem
die Behandler
bereits im September 2015 (Urk. 9/61)
und später auch
im Dezember 2017 (Urk. 9/95) –
übereinstimmend
mit den gutachterlichen Feststellungen (vgl. E. 4.) - einen Status nach PTBS
festhielten, ist nicht einsichtig und verblieb im Kurzschreiben von Dr.
C._
und der delegiert behandelnden Fachpsychologin vom 9. Juni 2020 ohne jegliche Erklärung (vgl. E. 5.3).
Eine wesentliche Verände
rung ergibt sich auch nicht aus dem Physiotherapiebericht vom 10. Juni 2020 (vgl. E. 5.1). Davon ging offenbar selbst der Beschwerdeführer nicht aus
.
Wies er doch daraufhin
, aufgrund der fortgesetzten Physiotherapie sei davon auszugehen, dass
sich sein
Ge
sundheitszustand
nicht verbessert habe (vgl. Urk. 1 S. 4).
Dabei verkennt
er
, dass die Frage nach einer allfälligen Verbesserung weder relevant noch
streitentscheidend
ist;
im Rahmen der Neuanmeldung
hat die versicherte Person
vielmehr
eine
massgeblich
e
Veränderung
glaubhaft
zu
machen.
Im Zusam
menhang mit dem Physiotherapiebericht vom 10. Juni 2020 ist zudem zu vermerken, dass
der Beschwerdeführer bereits 2016 panvertebrale Schmerzen mit
einer Schmerzintensität von 8/10
sowie Kraftlosigkeit,
Schwäche, Gleichge
wichts
störungen und
Schwindel
berichtete
(vgl. E. 4.1
, Urk. 9/72/17
, Urk.
9/72/29, Urk. 9/72/33
)
.
Daran ändert auch nichts, wenn die Physiothera
peutin die geschilderten Schmerzen – gänzlich unbegründet
–
nunmehr
als somatoforme
Störung resp. «posttraumatische
s Schmerzsyndrom» interpretiert
(vgl. dazu
auch de
n
als
weiterhin
gültig erklärte
n
Bericht
der Krebsliga
Z._
vom 23. März 2015
, worin
festgehalten wurde
, es bestünden
keine Hinweise auf eine
Somatisierungstendenz
bzw. auf eine somatoforme Störung, Urk. 9/55/2, Urk. 9/118)
. Von einer
fachärztlich
und
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems lege
artis
abgestützte Diagnose (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1,
130 V 396 E. 5.3 und E. 6) kann damit nicht die Rede sein.
Davon abgesehen vermöchte selbst eine hinzugetretene Diagnose
nicht
per se eine relevante Gesundheitsver
schlechterung darzu
stellen
(BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; 141 V 385 E. 4.2 S. 391)
. Zudem fällt auf,
d
ass die körperliche Symptomatik
weiterhin
zumindest teilweise
auf die
bereits vorbekannte
(vgl.
etwa Urk. 9/72/38,
Urk.
9/120/2)
Dekonditionierung
des Beschwerdeführers
zur
ückzu
führen ist
(vgl. Urk. 9/117/1)
,
wofür
die
Invalidenversicherung
grundsätzlich nicht einzustehen hat. Die
von Dr.
A._
postulierte generalisierte Angst
störung mit Vermeidungs- und Rückzugstendenz
erfolgte
ebenso fachfremd wie un
begründet
(vgl. E. 5.4).
Abgesehen davon
wurden allgemeine Ängste
resp. eine generalisierte Angststörung sowie
ein ausgeprägtes Vermeidungsverh
alten bereits 2015 und 2017
festgehalten
.
Dasselbe gilt für
allfällige
Defizite im Bereich
des Konzentrations- und Aufmerksamkeitsvermögens
(vgl. Berichte vom 23. März 2015, 1. September 2015 und 19. Dezember 2017, Urk. 9/55, Urk. 9/61, Urk. 9/95)
.
Eine seither eingetretene Verschlimmerung der vorgenannten Symptome hat der Beschwerdeführer weder behauptet noch
glaubhaft gemacht
.
Daran vermag auch die von Dr.
A._
postulierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit
, welche
sowohl
eine objektivierbare
Begründung
als auch einlässliche Auseinandersetzung mit den anderslauten
den
gutachterlichen Feststellungen
vermissen lässt
(Urk. 9/119)
,
für sich allein keine
wesentliche
Veränderung zu begründen (Ur
teil des Bundes
ge
richts 9C_955/2012 vom 13. Februar 2013 E. 3.3.4).
Kommt
die Erfah
rungs
tat
sache hinzu,
dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc
).
Als
unbehel
flich
erweist sich
auch der Hinweis des Beschwerdeführers, es sei dem von Dr.
A._
erwogenen
sekundären Krankheitsgewinn Rechnung zu tragen.
Der sekundäre Krankheitsgewinn (äußerer Krankheitsgewinn) besteht
definitionsgemäss
in den
äuss
eren Vorteilen, die der kranke Mensch aus bestehenden Symptomen ziehen kann
. Dazu zählen etwa auch
Sozialversicherungsleistungen, weshalb der
sekun
däre Krankheitsgewinn
invalidenversicherungsrechtlich irrelevant ist.
Der B
ereits im
Beschwerdefahren IV.2018.00461 aktenkundige
Abschlussbericht der
B._
vom 2. November 2017
ist
untauglich, eine im massgeblichen Zeitraum zwischen April 2018 und Februar 2020 eingetretene
Veränderung glaubhaft
zumachen
.
D
a es am Beschwerdeführer lag,
eine massgebliche Tatsachenän
derung mit der Neuanmeldung glaubhaft zu machen
(vgl. E. 1.2)
und der Untersuchungs
grundsatz, wonach von Amtes wegen für die
richtige und vollstän
dige Abklä
rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen ist (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen),
insoweit nicht
spielt, kann
auch
dem beschwerdeweise
n
Eventualantrag n
ach einer weiteren Abklärung nicht gefolgt werden
.
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren
,
worin das Gericht einzig
zu prüfen und darüber zu entscheiden
hat
, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf d
as Leistungsbegehren eingetreten ist, bleibt
zudem
kein Raum
für eine in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
umfassende
Prüfung
eines
Rentenanspruchs
(vgl. E.
1.4).
Die darauf
ausgericht
eten Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 5 ff.)
gehen damit
ins Leere.
Mit
seinen Vorbringen
und Beanstandungen im Zusammenhang mit
dem MEDAS-Gutachten vom 13. Mai
2016 ist der Beschwer
deführer im vorliegenden Verfahren ebenfalls nicht zu hören.
Im Urteil IV.2018.00461 vom 23. August 2019, welches unangefochten im Rechtskraft erwuchs,
hat das Gericht die Beweiseignung und -tauglichkeit des MEDAS- Gutachtens
vom 13.
Mai
2016
,
zudem
einlässlich diskutiert und bejaht (vgl. E. 6, Urk. 9/106/10 ff.).
Schliesslich sind d
ie
im vorliegenden B
eschwerdeverfahren einger
eichten Unterlagen (Urk. 3/3-4)
a priori
unbeachtlich (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_266/2015 vom 29. Juni 2015 E. 4.1).
Selbst wenn
sie beachtlich wären
, liesse sich aus dem Auszug der Zeitschrift Plädoyer 4/2020 und der Behandlungsliste der Krebsliga nichts zum Vorteil des Beschwerdeführers ableiten.
6.2
Nach dem Gesagten
hat der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht, dass sich sein Gesundheitszustand
im massgeblichen Zeitraum
in anspruchsrelevanter Weise verändert hat. Es ist
daher nicht zu beanstanden, wenn
die Beschwerde
gegnerin auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist. Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen
.
7.
7.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (Art. 83 ATSG), kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fest
zulegen und vorliegend auf Fr. 7
00.-- festzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
7.2
Da der Beschwerdeführer sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (Urk. 1 S. 2) innert der mit Verfügung vom 10. Dezember 2020
(Urk. 5)
angesetzten Frist (vgl. Urk. 10) nicht substantiiert hat, ist
androhungsgemäss
davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Entsprechend ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen.