# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3790fe5c-cea6-4300-87e2-dba454df1795
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Angriff etc. Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 23. Januar 2020 (DG190277)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (Urk. D1/44) ist
diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 67)
1. Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von
Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage
durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
2 Jahre festgesetzt.
4. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
vom 9. Juli 2019 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldig-
ten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen heraus-
gegeben:
− 1 Winterjacke, schwarz, Marke "Tommy Hilfiger", Gr. XL (Asservat-
Nr. A012'100'449);
− 1 Blue-Jeans, Marke "ACR" (Asservat-Nr. A012'199'450);
− 1 Langarmshirt, grau, Marke "RAW" (Asservat-Nr. A012'199'461);
− 1 Paar Turnschuhe, weiss, Marke "Nike Air" (Asservat-
Nr. A012'199'472).
Werden die Gegenstände vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevoll-
mächtigten Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses
Urteils herausverlangt, werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung über-
lassen.
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5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger, A._, eine Genug-
tuung in der Höhe von Fr. 2'000.– zzgl. Zins zu 5% seit 1. Januar 2019 zu
bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.
6. Rechtsanwalt lic. iur. Y._ wird für seine Bemühungen als amtlicher Ver-
teidiger des Beschuldigten mit Fr. 9'000.– (pauschal inkl. Barauslagen und
MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
7. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher
Rechtsbeistand des Privatklägers, A._, im vorliegenden Verfahren und
im Verfahren DG190276-L mit gesamthaft Fr. 8'300.– (pauschal inkl. Bar-
auslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.00 Gebühr Strafuntersuchung;
Fr. 48.00 IRM, Asservatenverwaltung;
Fr. 1'924.95 Gutachten/Expertisen betr. Beschuldigter;
Fr. 534.10 Gutachten/Expertisen betr. Privatkläger, 1⁄2;
Fr. 9'000.00 amtliche Verteidigung; Fr. 4'150.00 unentgeltlicher Rechtsbeistand Privatkläger (RA X._), 1⁄2.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie diejenigen der unent-
geltlichen Rechtsbeistandschaft des Privatklägers, werden dem Beschuldig-
ten auferlegt.
10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie die Hälfte der Kosten der un-
entgeltlichen Rechtsbeistandschaft des Privatklägers werden auf die Ge-
richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135
Abs. 4 StPO.
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Berufungsanträge:
a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:
(Urk. 92 S. 1)
1. Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils betreffend den Schuldspruch
wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1
StGB (gemäss Urteil-Dispositiv Ziffer 1).
2. Schuldigsprechung des Beschuldigten zusätzlich wegen Angriffs im
Sinne von Art. 134 StGB.
3. Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 16 Mona-
ten.
4. Auferlegung der Kosten des Berufungsverfahrens auf die Staatskasse.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 93 S. 1)
1. Die Anträge 1, 2 und 3 der Staatsanwaltschaft in der Berufungserklä-
rung vom 7. April 2020 seien abzuweisen und das Urteil des Bezirksge-
richts Zürich vom 23. Januar 2020 sei zu bestätigen.
2. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren und die Kosten der
amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.
c) Des Vertreters der Privatklägerschaft:
(Urk. 87 S. 1)
1. Die Beurteilung der Zivilforderungen durch die Vorinstanz sei, soweit
sie angefochten ist, zu bestätigen;
2. die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklägers seien
ausgangsgemäss aufzuerlegen;
3. dem Privatkläger sei nach Ausfertigung ein vollständiges Urteil zu-
kommen zu lassen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend "Staatsanwalt-
schaft") erhob am 10. September 2019 Anklage gegen den Beschuldigten wegen
Angriffs und einfacher Körperverletzung (Urk. D1/44). Mit eingangs wiedergege-
benem Urteil vom 23. Januar 2020 (Urk. 67) sprach das Bezirksgericht Zürich,
7. Abteilung, den Beschuldigten der einfachen Körperverletzung schuldig und be-
strafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten bei einer Probezeit
von 2 Jahren. Im Zivilpunkt verpflichtete es den Beschuldigten, dem Privatkläger
eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zuzüglich Zins zu bezahlen und wies die Genug-
tuungsforderung im Mehrbetrag ab. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsan-
waltschaft fristgerecht Berufung an (Urk. 63).
2. Mit Eingabe vom 7. April 2020 erstattete die Staatsanwaltschaft fristgerecht
ihre Berufungserklärung (Urk. 68). Mit Präsidialverfügung vom 16. April 2020 wur-
de den Parteien Frist zur Anschlussberufung angesetzt (Urk. 70). Sowohl der Be-
schuldigte als auch der Privatkläger verzichteten auf Anschlussberufung (Urk. 72).
3. Am 23. September 2020 beantragte der Beschuldigte persönlich die Her-
ausgabe seiner beschlagnahmten Kleider (Urk. 81). In der Folge wurde mit Be-
schluss vom 8. Oktober 2020 die Rechtskraft der entsprechenden Dispositiv-
Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils betreffend Herausgabe der beschlagnahmten
Kleider festgestellt (Urk. 85).
4. Am 12. Februar 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, anlässlich wel-
cher die Parteien die eingangs aufgeführten Anträge stellten (Prot. II S. 6 ff.). Das
Verfahren erweist sich als spruchreif.
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II. Prozessuales
1. Die Staatsanwaltschaft beantragt mit ihrer Berufung einen zusätzlichen
Schuldspruch hinsichtlich der Anklageziffer 1.1.1 zum Nachteil des Privatklägers
A._ (nachfolgend "Privatkläger") in Form des Tatbestands des Angriffs
(Art. 134 StGB), welcher infolge echter Konkurrenz zum bereits erfolgten Schuld-
spruch wegen einfacher Körperverletzung hinzutreten solle. Vor diesem Hinter-
grund beantragt sie auch eine höhere Strafe von 16 Monaten Freiheitsstrafe
(Urk. 68; Urk. 92).
2. Unangefochten geblieben und entsprechend in Rechtskraft erwachsen ist
somit der bereits erwähnte Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dispositiv-Ziffer 1), die – wie bereits mit
Teilrechtskraftbeschluss vom 8. Oktober 2020 (Urk. 85) festgestellt – vorinstanz-
lich verfügte Herausgabe beschlagnahmter Gegenstände (Dispositiv-Ziffer 4) wie
auch die Zusprechung einer Genugtuung an den Privatkläger unter Verweis der
Zivilforderung auf den Zivilweg im Mehrbetrag (Dispositiv-Ziffer 5), was vorweg
mit Beschluss festzustellen ist. Darüber hinaus wurde die vorinstanzliche Kosten-
festsetzung (inkl. Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen
Rechtsvertretung, Dispositiv-Ziffer 6 - 8) von keiner Partei beanstandet.
III. Materielles
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten für die ihm im Rahmen der Ausei-
nandersetzung zwischen ihm und C._ gegen den Privatkläger vorgeworfenen
Handlungen wie bereits gesagt der einfachen Körperverletzung schuldig. Dabei
erkannte sie insbesondere darauf, dass die in der Anklage ebenfalls umschriebe-
nen Tathandlungen betreffend Schüsse mit dem Soft-Air-Gewehr durch den Mit-
beschuldigten C._ (Parallelverfahren SB200171) dem Beschuldigten nicht
zugerechnet werden können, da es sich dabei um einen Exzess des Mitbeschul-
digten C._ gehandelt habe (Urk. 67 S. 14). Sachverhaltsmässig ist der Vorfall
– soweit er den Beschuldigten betrifft – im Berufungsverfahren nicht mehr umstrit-
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ten und gilt unter Verweis auf die zutreffende und überzeugende Beweiswürdi-
gung der Vorinstanz (Urk. 67 S. 9 - 13) als erstellt.
1.2. Der von der Staatsanwaltschaft beantragte zusätzliche Schuldspruch wegen
Angriffs basiert auf diesem erstellten Sachverhalt und betrifft entsprechend aus-
schliesslich eine Rechtsfrage hinsichtlich der Konkurrenz verschiedener Straftat-
bestände. Konkret geht es um die Frage, ob die dem Beschuldigten nachgewie-
sene einfache Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers, für die er verur-
teilt wurde, eine gleichzeitige Verurteilung wegen Angriffs (begangen zusammen
mit dem Mitbeschuldigten C._) infolge Konsumation (unechte Konkurrenz)
verbieten, wie dies die Vorinstanz vertritt (vgl. Urk. 67 S. 13 f.), oder ob infolge
echter Konkurrenz noch ein zusätzlicher Schuldspruch wegen Angriffs zu ergehen
hat, wie dies die Staatsanwaltschaft fordert (vgl. Urk. 68 S. 1).
2. Rechtliche Würdigung betreffend Angriff (Art. 134 StGB)
2.1. Konkret gilt als erstellt, dass sich der Beschuldigte in der Silvesternacht des
1. Januar 2019 kurz nach dem Mitbeschuldigten C._ via Balkontüre ins
Schlafzimmer der Geschädigten begab und dort auf den Privatkläger traf, welcher
bereits vom Mitbeschuldigten C._ mit Fäusten traktiert wurde. Im Zuge der
folgenden Auseinandersetzung schlug der Beschuldigte den Privatkläger seiner-
seits 3 - 4 Mal mit der Faust ins Gesicht sowie gegen die Rippen und den
Rückenbereich, letzteres während der Privatkläger sich im Schwitzkasten des
Mitbeschuldigten C._ befand. Schliesslich packte der Beschuldigte den Pri-
vatkläger am Hals und würgte ihn, wobei die Würgedauer kürzer als die in der
Anklage umschriebenen 15-20 Sekunden dauerte. Durch das Würgen am Hals
mit beiden Händen durch den Beschuldigten hat der Privatkläger folgende Verlet-
zungen und Folgeschäden erlitten: Würgemale am Hals vorderseitig, Würgetrau-
ma, Schluckbeschwerden, leichte Druckdolenz über dem Kehlkopf, Erschlaffung
der Muskulatur während des Würgens, starke Atemnot/Luftmangel während des
Würgens und zirka 1.5 Wochen andauernde starke Schluckbeschwerden, wobei
aber keine Lebensgefahr bestand. Zusätzlich habe der Privatkläger durch die ge-
schilderten Faustschläge des Beschuldigten sowie des Mitbeschuldigten C._
eine Schädelprellung, zirka vier Hautunterblutungen und Schürfwunden im Be-
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reich des linken Auges sowie zirka drei Hautunterblutungen und Schürfwunden
unterhalb des rechten Auges erlitten. Für diese Tathandlungen und die dadurch
mitverursachten Verletzungen wurde der Beschuldige wie gesagt der einfachen
Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen.
2.2. Nicht zu verantworten hat der Beschuldigte wie bereits erwähnt die dem Pri-
vatkläger durch die Schüsse des Mitbeschuldigten C._ mit dem Soft-Air-
Gewehr im Gesicht, Oberkörper und Hand zugefügten Verletzungen und insbe-
sondere auch nicht die damit einhergehende Gefahr der Verletzung der Augen
und die damit verbundene Gefahr bleibender Schädigung der Sehfähigkeit des
Privatklägers. Diese Handlung des Mitbeschuldigten C._, welche die Vo-
rinstanz in ihrem Urteil betreffend C._ als versuchte schwere Körperverlet-
zung qualifizierte (Schuldspruch rechtskräftig), ist dem Beschuldigten gemäss zu-
treffender Begründung der Vorinstanz auch nicht im Rahmen des Angriffs anre-
chenbar, muss aufgrund der Beweislage doch davon ausgegangen werden, dass
der Vorsatz des Beschuldigten zwar darauf gerichtet war, sich gemeinsam mit
dem Mitbeschuldigten C._ an einem körperlichen Angriff auf den Privatkläger
zu beteiligen, jedoch nicht unter Zuhilfenahme von Waffengewalt, wie dies der
Mitbeschuldigte C._ im Laufe der Auseinandersetzung zur Überraschung des
Beschuldigten tat (Soft-Air-Gewehr; Fleischmesser). Dies äusserte sich gemäss
zutreffender Feststellung der Vorinstanz darin, dass der Beschuldigte, als der Mit-
beschuldigte C._ mit einem Messer bewaffnet ins Schlafzimmer in Richtung
des Privatklägers stürmte, beschwichtigend und mässigend auf Ersteren einrede-
te und damit massgeblich dazu beitrug, dass dieser die Waffe selbstständig wie-
der weglegte (Urk. 67 S. 14). Dies wurde bereits im erstinstanzlichen Verfahren
insoweit auch von der Staatsanwaltschaft anerkannt (vgl. Urk. 52 S. 3 unten).
2.3. Dass die mit dem Soft-Air-Gewehr verursachte schwere Gefährdung des
Privatklägers vom Beschuldigten nicht zu verantworten bzw. ihm nicht zuzurech-
nen ist, erweist sich dabei auch für die sich vorliegend stellende Konkurrenzfrage
als nicht unbedeutend:
2.3.1. Gemäss gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht in Fällen,
in welchen der Täter mit seiner Tathandlung bzw. -beteiligung sowohl einen Kör-
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perverletzungstatbestand als auch den Tatbestand des Angriffs erfüllt, zwar
grundsätzlich echte Idealkonkurrenz, allerdings nur, wenn beim Angriff auch noch
eine bestimmte andere als die verletzte Person effektiv gefährdet wurde oder
wenn die Person, die beim Angriff verletzt wurde, nur eine einfache Körperverlet-
zung erlitt, die Gefährdung den Erfolg an Intensität aber übertraf (BGE 118 IV 227
E. 5b; BGE 135 IV 152 E. 2.1).
2.3.2. Vorliegend richtete sich das gemeinsame Vorgehen des Beschuldigten und
des Mitbeschuldigten C._ einzig gegen den Privatkläger. Der Angriff im Sin-
ne von Art. 134 StGB umfasste somit einzig körperliche Übergriffe auf ihn. Wenn-
gleich der Mitbeschuldigte C._ kurze Zeit später oder zwischenzeitlich auch
auf die Geschädigte losging, erfolgten diese Übergriffe ohne jegliche Beteiligung
des Beschuldigten B._. Sie erfüllen mithin den Tatbestand des Angriffs, der
eine Mehrzahl von Angreiffern voraussetzt, von vornherein nicht. Beim vorliegend
tatbestandsmässigen Angriff wurde also ausser dem angegriffenen Privatkläger,
welcher die besagten Verletzungen erlitten hat, keine weitere Person verletzt oder
gefährdet.
2.3.3. Entsprechend bleibt zu prüfen, ob der Angriff, welcher wie dargelegt weder
den Einsatz des Soft-Air-Gewehrs noch das Küchenmesser umfasst, den Privat-
kläger in einem Mass gefährdete, das über die erlittenen Folgen der bereits abge-
urteilten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
hinausging. Betrachtet man die vom Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten
C._ unter diesen Vorzeichen verbleibende Körpergewalt gegen den Privat-
kläger, erschöpfte sich diese in je 3 - 4 Faustschlägen des Beschuldigten ins Ge-
sicht sowie in den Rippen- und Rückenbereich des Privatklägers, letztere wäh-
rend sich dieser im Schwitzkasten des Mitbeschuldigten C._ befand. Zwar
sind Faustschläge ins Gesicht ab einer gewissen Intensität des Schlages grund-
sätzlich geeignet, schwere Kopfverletzungen und allenfalls gar bleibende Schä-
den beim Opfer hervorzurufen, sei dies direkt oder indirekt aufgrund eines durch
den Schlag verursachten unkontrollierten Sturzes auf den Kopf. Vorliegend be-
stehen jedoch keine konkreten Hinweise darauf, dass die Faustschläge ins Ge-
sicht des Privatklägers eine Gefährdung mit sich brachten, die über die eingetre-
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tenen Verletzungsfolgen, die bereits vom Tatbestand der einfachen Körperverlet-
zung erfasst werden, hinausgingen. So schilderte der Privatkläger anlässlich der
ersten Einvernahme, er habe ein bzw. zwei blaue Augen erlitten, weshalb er "an-
nehme", dass er auch geschlagen worden sei. Er sei zu diesem Zeitpunkt aber
voller Adrenalin gewesen, so dass er davon gar nichts gespürt habe. Dies bestä-
tigte er auch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (Urk. D1/7/1 S. 7;
Urk. D1/7/2 S. 11, 21 unten). Wenngleich das in einer solchen Situation im Körper
ausgeschüttete Adrenalin die Schmerzen solcher Einwirkungen in der Hitze des
Gefechts bis zu einem gewissen Grad zu hemmen vermag, müsste es der Privat-
kläger dennoch mitbekommen haben, wenn die gegen ihn ausgeteilten Schläge
derart stark gewesen wären, dass er dadurch etwa fast zu Boden gegangen oder
kurz vor der Bewusstlosigkeit gewesen wäre. Diese Einschätzung wird dadurch
gestützt, dass der Privatkläger gegenüber der Polizei zu Protokoll gab, dass der
Mitbeschuldigte C._ wohl deshalb zur Soft-Air-Waffe gegriffen habe, weil er
im Rahmen ihrer körperlichen Auseinandersetzung gemerkt habe, dass er (der
Privatkläger) stärker gewesen wäre, wenn sie sich "ernsthaft geprügelt" hätten
(Urk. D1/7/1 S. 3 oben). Dies impliziert, dass der Privatkläger die Fausthiebe der
beiden Beschuldigten sowie den Schwitzkasten, hinsichtlich welchem er sodann
auch nie an Atemnot gelitten oder "Sternchen" gesehen hatte (Urk. D1/7/2 S. 12,
21 F/A 139), als nicht derart gravierend erlebte, dass von einer Gefährdung aus-
gegangen werden müsste, die über die erlittenen Verletzungen hinausging.
2.3.4. Nichts anderes gilt hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen
Würgens mit beiden Händen am Hals des Privatklägers. Zwar ist gemeinhin be-
kannt, dass gerade das Würgen am Hals einer Person lebensgefährlich sein
kann, sofern es aufgrund der Intensität und Dauer des Würgens zu einer Unter-
brechung der Blutzufuhr zum Gehirn (und allenfalls auch der Luftzufuhr) kommt,
die bis zum Tod führen kann. Vorliegend ist mit der Vorinstanz aber wie bereits
dargelegt in dubio pro reo von einer kürzeren Würgedauer als die in der Anklage
umschriebenen 15 - 20 Sekunden auszugehen, wobei für den Privatkläger durch
dieses Würgen keine unmittelbare Lebensgefahr bestanden hatte. Von letzterem
ging bereits die Staatsanwaltschaft bei der Anklageerhebung aus (explizit in der
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Anklage C._ Urk. D1/42 42 S. 3 oben; implizit in der Anklage B._
Urk. D1/44 durch Qualifikation als einfache Körperverletzung).
2.3.5. Nach dem Gesagten steht fest, dass die vom Beschuldigten B._ im
Rahmen des Angriffs zu verantwortende Gefährdung des Privatklägers nicht über
das hinausging, was bereits durch die einfache Körperverletzung erfasst ist. Da-
mit steht – entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft – bereits fest, dass in
casu zwischen den beiden Tatbeständen keine echte Konkurrenz besteht, sie
mithin nicht gleichzeitig zur Anwendung kommen können. Welcher der beiden
Tatbestände in einer solchen Situation vorgeht, ist damit aber noch nicht beant-
wortet und ergibt sich auch nicht von selbst. Die wohl herrschende Lehre geht in
diesem Fall davon aus, dass der Verletzungstatbestand den Angriffstatbestand
konsumiert (vgl. Übersicht mit Hinweisen auf Lehrmeinungen in MAEDER, Basler
Kommentar StGB II, 4. Aufl. 2019, N 13 zu Art. 134, welcher selber allerdings eine
andere Meinung vertritt, vgl. MAEDER, a.a.O., N 14 zu Art. 134; a.M. ferner STRA-
TENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Aufl.,
Bern 2010, § 4 N 44, die sich für den Vorrang des Angriffstatbestandes ausspre-
chen). Auch das Bundesgericht ging in seiner bisherigen Rechtsprechung von
Vorrang des Köperverletzungsdelikts aus. So stellte es in BGE 135 IV 152 mit
Verweis auf die bisherige Rechtsprechung für den Fall, dass die vorsätzliche oder
fahrlässige Tötung oder Körperverletzung durch einen Beteiligten am Angriff
nachgewiesen ist, fest, bei diesem konsumiere der Tötungstatbestand nach
Art. 111 ff. StGB oder der Verletzungstatbestand nach Art. 122 ff. StGB den An-
griffstatbestand nach Art. 134 StGB (BGE 135 IV 152 E. 2.1.2: "[...] s'il peut être
établi que l'un des agresseurs, intentionnellement ou par négligence, cause la
mort ou les lésions corporelles, l'infraction d'homicide au sens des art. 111 ss
CP ou de lésions visée par les art. 122 ss CP absorbe, en ce qui le concerne,
l'agression au sens de l'art. 134 CP."), wobei es den Vorrang des Verletzungsde-
likts vor dem Angriff gerade nicht nur auf die schwere Körperverletzung im Sinne
von Art. 122 StGB beschränkte, sondern auch die nachfolgenden Körperverlet-
zungstatbestände des Strafgesetzbuchs, mithin die einfache Körperverletzung
gemäss Art. 123 StGB, miteinbezog ("les art. 122 ss CP"). Die von der  vertretene Auffassung, wonach es schon aufgrund des höheren Straf-
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rahmens des Angriffstatbestandes, der als Verbrechen ausgestaltet ist (Geldstrafe
bis 5 Jahre Freiheitsstrafe), nicht sein könne, dass dieser durch den als Vergehen
ausgestalteten Tatbestand der einfachen Körperverletzung (Geldstrafe bis 3 Jah-
re Freiheitsstrafe) konsumiert werde, entspricht mithin nicht herrschender Lehre
und Rechtsprechung. Mit dieser sowie mit der Vorinstanz ist folglich davon aus-
zugehen, dass in der vorliegenden Konstellation der Angriffstatbestand durch den
Tatbestand der einfachen Körperverletzung konsumiert wird.
2.3.6. Im Ergebnis bleibt es somit beim bereits rechtskräftigen Schuldspruch we-
gen einfacher Körperverletzung. Der Beschuldigte ist für sein Handeln also nicht
zusätzlich wegen Angriffs schuldig zu sprechen. Nachdem es sich dabei lediglich
um eine Frage nach der rechtlichen Qualifikation des Sachverhalts, für den be-
reits ein Schuldspruch erging, handelt, ist das Absehen von einer zusätzlichen
Verurteilung wegen Angriffs im Dispositiv allerdings nicht als Freispruch aufzufüh-
ren.
IV. Strafzumessung
1. Grundsätze der Strafzumessung und Strafrahmen
1.1. Mit Blick auf die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB kann
vorab auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 67 S. 15 f.).
Im Übrigen hat das Bundesgericht diese Grundsätze und die an sie gestellten Be-
gründungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hin-
weisen). Darauf kann verwiesen werden.
1.2. Der Strafrahmen beläuft sich für die einfache Körperverletzung auf Geldstra-
fe bis zu 180 Tagessätze oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre (Art. 123 Abs. 1 Ziff. 1
StGB). Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe, die vorliegend eine Erweite-
rung des ordentlichen Strafrahmens nach oben oder unten rechtfertigen würden,
sind keine ersichtlich.
2. Konkrete Beurteilung
2.1. Tatkomponenten
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2.1.1. Auf der objektiven Seite der Tatkomponente ist zu berücksichtigen, dass
der Beschuldigte dem Mitbeschuldigten C._ ins Schlafzimmer der Geschä-
digten folgte, wo dieser bereits dabei war, auf den Privatkläger einzuschlagen.
Der Beschuldigte beteiligte sich in der Folge an der Attacke auf den Privatkläger,
obwohl der Privatkläger seinerseits nicht aggressiv war und nur versuchte, die
Schläge abzuwehren. Letzteres wirkt sich zusammen mit der Überzahl der An-
greifer verschuldenserhöhend aus. Konkret verpasste er dem Privatkläger einer-
seits mehrere Schläge gegen die Rippen und den Rücken, als dieser sich im
Schwitzkasten des Mitbeschuldigten C._ befand. Dies ermöglichte es dem
Beschuldigten, mehrmals ungehindert auf den in diesem Moment wehrlosen Pri-
vatkläger einzuschlagen. Andererseits verpasste er dem Privatkläger mehrere
Faustschläge ins Gesicht. Seine Schläge erfolgten mithin gegen einen besonders
empfindlichen und verletzlichen Körperbereich, bei welchem auch stumpfe Ge-
walteinwirkungen unter Umständen schwerwiegende Verletzungen verursachen
können. Ferner würgte er den Privatkläger mit beiden Händen, wenngleich dieser
Vorgang sich auf einige wenige Sekunden beschränkte, sodass der Privatkläger
jedenfalls nie das Bewusstsein verloren hatte oder kurz davor gewesen war.
Nichtsdestotrotz gingen die beiden Beschuldigten mit einiger Brutalität gegen den
Privatkläger vor. Während beim Mitbeschuldigten C._ eine – wenn auch völ-
lig übertrieben sanktionierte – Eifersucht bzw. Bestürzung darüber vorherrschte,
seine Ex-Freundin, für die er noch Gefühle hatte, mit dem Privatkläger im Bett
vorzufinden, was seine Überreaktion bis zu einem gewissen (beschränkten) Mass
nachvollziehbar erscheinen lässt, waren beim Beschuldigten keinerlei derartige
emotionalen Umstände im Spiel. Dass er sich einzig aus einer offensichtlich de-
platzierten Loyalität zu seinem Kollegen C._ heraus derart tatkräftig und bru-
tal an der ihrerseits bereits ungerechtfertigten Racheaktion C._s beteiligte,
zeugt von einer bemerkenswerten kriminellen Energie. Dieser Umstand wirkt sich
entsprechend verschuldenserschwerend aus. Schliesslich ist aber zu seinen
Gunsten dennoch nicht ausser Acht zu lassen, dass die Tatfolgen für den Privat-
kläger mit mehreren Hautunterblutungen, Schürfungen im Gesicht sowie einer
Schädelprellung von den Schlägen sowie 1 1⁄2 Wochen andauernde Schluckbe-
schwerden vom Würgevorgang aber nicht allzu gravierend waren, keine ärztliche
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Versorgung oder gar Spitalaufenthalte erforderten und mittlerweile vollständig
verheilt sein dürften, ohne auffällige Narben zurückzulassen (vgl. Heilungsfort-
schritt zwei Monate nach der Tat anhand des Fotobogens Urk. D1/14/14). Ver-
schuldensrelativierend zur berücksichtigen ist ferner, dass die Tat nicht von langer
Hand geplant, sondern eher spontan erfolgte. Das objektive Tatverschulden er-
weist sich nach dem Gesagten als nicht mehr leicht bis mittelschwer.
2.1.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatkomponenten ist zunächst festzuhalten,
dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte, was sich in der Strafzumes-
sung allerdings neutral auswirkt. Mit Blick auf die Gesinnung zur Tat wirkt sich das
bis zu einem gewissen Grad bereits berücksichtigte niedere Motiv des Beschul-
digten, dem Privatkläger, zu welchem er ebenso wenig in irgendeiner Beziehung
stand wie zur Geschädigten, lediglich aus Loyalität zu seinem Kollegen eine Ab-
reibung verpassen zu wollen, erschwerend aus. Von der fehlenden emotionalen
Involviertheit in diese Angelegenheit ist ferner auf eine hohe Vermeidbarkeit sei-
ner Tat zu schliessen, wäre es ihm doch ein Leichtes gewesen, der Konfrontation
mit dem Privatkläger aus dem Weg zu gehen bzw. sich zumindest nicht selber ak-
tiv zu beteiligen. Allerdings ist mit der Vorinstanz die zum Tatzeitpunkt nicht uner-
hebliche Alkoholisierung des Beschuldigten (rückgerechnete Blutalkoholkonzent-
ration zwischen 1.41 Gew.‰ und 2.53 Gew.‰, vgl. Urk. D1/10/7), die sicher zu
einer gewissen Enthemmung und leichten Beeinträchtigung seiner Steuerungsfä-
higkeit beigetragen haben dürfte, leicht zu seinen Gunsten zu berücksichtigen.
Dies allein vermag die erschwerenden Komponenten allerdings nicht zu überwie-
gen, sondern höchstens aufzuwiegen, womit sich die subjektiven Tatkomponen-
ten auf die objektive Tatschwere nicht relativierend auswirken.
2.1.3. Nach dem Gesagten bleibt es hinsichtlich der einfachen Körperverletzung
somit beim nicht mehr leichten bis mittelschweren Tatverschulden und die Sankti-
on ist klarerweise im das gesetzliche Höchstmass der Geldstrafe (180 Tagessät-
ze) übersteigenden Bereich anzusiedeln. Entsprechend kommt vorliegend nur ei-
ne Freiheitsstrafe als schuldangemessene Sanktion in Frage. Anhand der Tat-
komponenten erweist sich mithin eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten als dem
Verschulden des Beschuldigten angemessen.
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2.2. Täterkomponenten
2.2.1. Hinsichtlich des Vorlebens des heute 22-jährigen Beschuldigten kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden(Urk. 67 S. 17 f.;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch seine persönlichen Verhältnisse haben sich seither
nicht wesentlich verändert (Prot. II S. 11). Es ist mit der Vorinstanz jedenfalls fest-
zuhalten, dass sich aus seiner Biographie keine Umstände ergeben, welche das
strafbare Verhalten erklären würden. Sie bleibt deshalb ohne Auswirkungen auf
die Strafzumessung. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf und hat sich
soweit ersichtlich auch nach der vorliegend zu beurteilenden Tat wohlverhalten
(Urk. 90). Beides ist in der Strafzumessung allerdings neutral zu werten. Mit Blick
auf das Nachtatverhalten ist dem Beschuldigten mit der Vorinstanz zugute zu hal-
ten, dass dieser trotz seiner anfänglichen tätlichen Beteiligung schliesslich ver-
sucht hat, Schlimmeres zu verhindern, als die Situation ausgehend vom Mitbe-
schuldigten C._ weiter zu eskalieren drohte. So wirkte er beschwichtigend
auf letzteren ein, als dieser im Begriff war, mit einem Messer auf den Privatkläger
loszugehen und trug damit sicherlich dazu bei, dass der Mitbeschuldigte C._
das Messer schnell wieder weglegte. Zu seinen Gunsten ist auch zu berücksichti-
gen, dass er unmittelbar nach der Tat zwei unbeteiligte Personen angewiesen
hatte, die Polizei zu verständigen und er, nachdem er sich einem initialen Flucht-
reflex folgend zunächst vom Tatort entfernt hatte, kurze Zeit später aus eigenem
Antrieb wieder zurückkehrte, wo er von der Polizei entsprechend festgenommen
werden konnte (Urk. D1/6/1 S. 2; Urk. D1/6/2 S. 3 f.). Sodann zeigte sich der Be-
schuldigte von Beginn weg weitestgehend geständig und berichtete detailliert
über das Geschehen, wobei er nicht nur seinen Kollegen sondern vor allem auch
sich selber erheblich belastete. Zu Recht nahm die Vorinstanz entsprechend an,
dass seine Kooperationsbereitschaft – insbesondere auch in Anbetracht dessen,
dass sich der Privatkläger und die Geschädigte hinsichtlich des Vorfalls nicht
mehr überall im Detail erinnern konnten – durchaus in gewissem Masse zur Ver-
einfachung der Untersuchung beigetragen hatte. Zudem zeigte sich der Beschul-
digte – ebenfalls von Beginn weg – aufrichtig reuig und einsichtig, was er mehr-
fach – zuletzt anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 35) – glaubhaft be-
kundete. Mit der Vorinstanz ist sodann seine grundsätzliche Bereitschaft, dem
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Privatkläger im Sinne einer Wiedergutmachung eine Schadenersatz- bzw. Genug-
tuungssumme zu bezahlen (Urk. D1/6/3 S. 12; Prot. I S. 34), was er mittlerweile in
Nachachtung der unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen Verpflichtung zu
einer Genugtuungsleistung von Fr. 2'000.– zuzüglich Zins (Dispositiv-Ziffer 5)
auch getan hat (vgl. Urk. 79), als Zeichen dieser Einsicht und Reue zu werten.
2.2.2. Die Täterkomponente wirkt sich entsprechend zu Gunsten des Beschuldig-
ten aus. Es erscheint im Lichte des Gesagten angemessen, die Strafe um rund
einen Viertel auf 10 Monate zu reduzieren.
2.3. Ergebnis
Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit 10 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Die
bereits erstandene Haft von insgesamt 2 Tagen ist gestützt auf Art. 51 StGB an
die Strafe anzurechnen.
V. Vollzug
1. Mit Blick auf die rechtlichen Anforderungen an die Gewährung des beding-
ten Vollzugs kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 67 S. 19).
2. Weiter hat die Vorinstanz auch die Prüfung der Voraussetzungen des be-
dingten Vollzugs zutreffend vorgenommen, auf die vorweg ebenfalls verwiesen
werden kann (Urk. 67 S. 19 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Weitere Straftaten des Be-
schuldigten sind nach wie vor keine bekannt (Urk. 90). Sowohl die objektiven als
auch die subjektiven Voraussetzungen des bedingten Vollzuges sind vorliegend
erfüllt. Die Freiheitsstrafe ist entsprechend bedingt aufzuschieben und die Probe-
zeit auf die Minimaldauer von zwei Jahren anzusetzen.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliches Verfahren
1.1. Nach dem Gesagten bleibt es vorliegend beim bereits rechtskräftigen vor-
instanzlichen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung. Auf eine zusätzli-
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che Verurteilung wegen Angriffs wird zwar verzichtet. Nachdem es sich dabei le-
diglich um eine Frage der rechtlichen Qualifikation des angeklagten Sachverhalts
handelt, für den der Beschuldigte schuldig gesprochen wurde und nach wie vor
verantwortlich ist, ist an der vorinstanzlichen Kostenregelung keine Änderung vor-
zunehmen.
1.2. Sodann blieb im Berufungsverfahren auch die vorinstanzliche Kostenfest-
setzung samt Festlegung der Entschädigungen für den amtlichen Verteidiger des
Beschuldigten und den unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklägers (Urk. 67
S. 23 f. sowie Dispositiv-Ziffer 6 - 8) unbeanstandet und ist ebenfalls zu bestätig-
ten. Zu Recht hat die Vorinstanz diese Kosten für die unentgeltlichen Rechtsbei-
stände für die Geschädigte und den Privatkläger zwar von der Kostentragungs-
pflicht des Beschuldigten ausgenommen und auf die Gerichtskasse genommen,
dann aber in missverständlicher Weise festgehalten, dass eine Nachforderung
"gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO" vorbehal-
ten bleibe. Die in Art. 138 Abs. 1 StPO vorgesehene sinngemässe Anwendung
von Art. 135 Abs. 4 StPO kann hinsichtlich der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-
dung der Privatklägerschaft einen Rückforderungsvorbehalt begründen, allerdings
vom Begünstigten, mithin vom Privatkläger, welcher den unentgeltlichen Rechts-
beistand in Anspruch genommen hat, aber auch dies nur dann und soweit er zur
Tragung der Verfahrenskosten verpflichtet wird (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO analog
i.V.m. Art. 427 StPO). Letzteres ist vorliegend nicht der Fall. Nachdem beim Be-
schuldigten nicht von günstigen finanziellen Verhältnissen auszugehen ist, kommt
eine Kostentragungspflicht hinsichtlich der Entschädigung des unentgeltlichen
Rechtsvertreters des Privatklägers zu seinen Lasten ebenfalls nicht in Frage
(Art. 426 Abs. 4 StPO) weshalb diese Kosten definitiv auf die Gerichtskasse zu
nehmen sind. Mit Blick auf den Beschuldigten bzw. die Kosten seiner amtlichen
Verteidigung ist der vorinstanzliche Vorbehalt einer Rückerstattung gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO dagegen wiederum zutreffend.
2. Berufungsverfahren
2.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt die
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Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung vollständig. Die Kosten des Berufungsver-
fahrens sind entsprechend vollständig auf die Staatskasse zu nehmen.
2.2. Der amtliche Verteidiger ist aus der Gerichtskasse zu entschädigen (Art. 135
Abs. 1 StPO). Mit Kostennoten vom 11. Februar 2021 (Urk. 91) macht er einen
Aufwand von rund 16 Stunden geltend, was in Anbetracht des Umfangs dieses
Verfahrens angemessen erscheint. Unter Berücksichtigung des Aufwands für die
Teilnahme an der Berufungsverhandlung samt angemessener Nachbespre-
chungszeit ist Rechtsanwalt Y._ für seine Tätigkeit als amtlicher Verteidiger
des Beschuldigten im Berufungsverfahren (inkl. Spesen und MwSt.) mit
Fr. 4'000.– zu entschädigen. Die Kosten werden definitiv auf die Gerichtskasse
genommen; eine Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO besteht nicht.
2.3. Der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers ist ebenfalls aus der Gerichts-
kasse zu entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 1 StPO sowie
§ 2 ff. AnwGebV). Der mit Kostennote vom 28. Januar 2021 geltend gemachte
Vertretungsaufwand erscheint angemessen. Der Privatkläger und sein Vertreter
haben auf Teilnahme an der Berufungsverhandlung verzichtet (Urk. 87, 88). Unter
zusätzlicher Berücksichtigung des Aufwands für das Studium des vorliegenden
Entscheids samt angemessener Nachbesprechungszeit (je hälftiger Anteil zu-
sammen mit Verfahren betr. C._, SB200171) ist Rechtsanwalt X._ ent-
sprechend für seine Tätigkeit als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Privatklägers
im vorliegenden Berufungsverfahren (inkl. Spesen und MwSt.) mit Fr.1'100.– zu
entschädigen. Die Kosten werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen (vgl.
Art. 426 Abs. 4 StPO; Art. 30 Abs. 3 OHG).