# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1ce8cade-004c-4432-8816-5896543b4935
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1965 in O.1_ (L.1_) geboren. Er wuchs zusammen mit seiner Schwester (Jahrgang 1965) und seinem Bruder (Jahrgang 1978) bei seinen Eltern auf. Er begann eine Ausbildung in einer Lastwagengarage, musste dann aber aufgrund eines Mitarbeiterengpasses in die Autogarage seines Vaters wechseln. Später arbeitete er als DJ und Animator und wechselte dann in die Gastronomie. Zurzeit arbeitet er als selbständiger Autohändler in O.1_. X._ verdient nach eigenen Angaben durchschnittlich CHF 6'000.-- monatlich.
In die Schweiz kam X._ im Jahre 1990. Im selben Jahr heiratete er A._. Die Ehe wurde 1996 wieder geschieden. Seit dem Jahre 2003 ist X._ mit B._ verheiratet. Aus der Ehe sind drei Kinder der Jahrgänge 2000 (Zwillinge) und 2003 hervorgegangen.
Gemäss dem Leumundsbericht der Stadt O.1_ hat die Stadtpolizei O.1_ seit längerer Zeit grössere Probleme mit X._. Er habe sich der Stadtpolizei O.1_ gegenüber stets sehr unanständig, unkooperativ und zum Teil gewalttätig verhalten. Laut seinem früheren Chef hat X._ seine Arbeit gut gemacht, allerdings habe er Mühe bekundet, sich an Regeln zu halten, so insbesondere an die geregelten Öffnungszeiten (vgl. Staatsanwaltschaft act. 2.5).
Im Schweizerischen Strafregister ist X._ nicht verzeichnet.
B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete am 23. August 2013 die Strafuntersuchung gegen X._ wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB (vgl. Staatsanwaltschaft act. 1.1).
C. Mit Strafbefehl vom 11. November 2014 wurde X._ wegen Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB schuldig gesprochen, wobei er mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 60.-- sowie einer Busse von CHF 300.-- bestraft wurde. Der Vollzug der Geldstrafe wurde bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren und die Ersatzfreiheitsstrafe für die schuldhafte Nichtbezahlung der Busse wurde auf 5 Tage festgelegt. Folgender Sachverhalt wurde dem Strafbefehl zugrunde gelegt (vgl. Staatsanwaltschaft act. 1.2):
"Am Samstag, 6. Juli 2013, um 02.30 Uhr, beabsichtigten die Stadtpolizisten C._ und D._, das Clublokal E._ an der _strasse in O.1_ zu kontrollieren. Als sie das Lokal betraten lief noch Musik, obwohl es bereits um 01.00 Uhr hätte schliessen müssen. Die Stadtpolizisten liefen zur Bar, wo sich der Beschuldigte (Geschäftsführer des Lokals) befand. Dieser lief an ihnen vorbei, ging zur Eingangstüre und
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machte ihnen mit dem Zeigefinger ein Zeichen, dass sie zu ihm kommen sollten. Die zwei Stadtpolizisten gingen zu ihm und wiesen ihn darauf hin, dass die erlaubte Öffnungszeit überschritten sei und dass er das Lokal schliessen müsse. Sie forderten ihn mehrmals auf, die laute Musik auszuschalten respektive ausschalten zu lassen sowie die sich noch im Lokal befindenden Gäste nach Hause zu schicken. Der Beschuldigte wollte, dass die Polizeibeamten draussen warten würden und stellte sich an der Eingangstüre vor die Beiden. Damit hinderte er sie bewusst daran, das Lokal zu betreten, um die Polizeistunde durchzusetzen. Nach einer Auseinandersetzung im Eingangsbereich setzte der Polizeibeamte D._ gegen den Beschuldigten im Lokalinnern Pfefferspray ein. Der Beschuldigte wurde anschliessend zu Boden geführt und in Handschellen genommen. Durch sein Verhalten erschwerte und verzögerte der Beschuldigte die polizeiliche Kontrolle."
D. Dagegen erhob X._ mit Schreiben vom 28. November 2014 Einsprache (vgl. Staatsanwaltschaft act. 1.3). Die beiden Stadtpolizisten D._ und C._ erhoben ihrerseits Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. November 2014. Sie rügten die implizite Verfahrenseinstellung und forderten eine Bestrafung von X._ wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 StGB. Mit Beschluss vom 03. März 2015 trat das Kantonsgericht von Graubünden auf die Beschwerde nicht ein (vgl. Urteil des Kantonsgerichts SK2 14 60; Staatsanwaltschaft act. 1.10).
E. Am 22. August 2013 stellte X._ bei der Staatsanwaltschaft von Graubünden Strafanzeige/Strafantrag gegen Gfr. D._ und FW C._ wegen Tätlichkeit, Körperverletzung, Amtsmissbrauch, falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege (vgl. Staatsanwaltschaft act. 6.01). Die wegen Amtsmissbrauch und einfacher Körperverletzung geführte Strafuntersuchung wurde von der Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 22. Januar 2016 eingestellt. In der Zwischenzeit wurde dagegen beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde eingereicht (Verfahren SK2 16 6).
F. Mit Parteimitteilung vom 04. Mai 2015, mitgeteilt am 05. Mai 2015, kündigte die Staatsanwaltschaft Graubünden an, dass die Strafuntersuchung des X._ abgeschlossen ist und stellte in Aussicht, dass der Strafbefehl gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO ans Gericht überwiesen werde (vgl. Staatsanwaltschaft act. 1.11).
Am 26. Mai 2015, mitgeteilt am 28. Mai 2015, überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1
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StPO dem Bezirksgericht Plessur zur Durchführung des Hauptverfahrens (vgl. Staatsanwaltschaft act. 1.12). Dabei hielt sie am Strafbefehl fest.
G. X._ reichte mit Schreiben vom 23. Juni 2015 einen Beweisantrag ein. Dabei handelte es sich um eine CD, auf welcher sich die Aufzeichnungen der Überwachungskameras vom 05. Juli 2013/06. Juli 2013 befänden. Das Gericht teilte ihm mit, dass es aufgrund eines auf der CD angehängten Programms technisch nicht möglich sei, diese abzuspielen und setzte ihm eine Frist zur Einreichung der Daten auf einem Datenträger ohne angehängtes Programm. Allerdings ging das Gericht davon aus, dass es sich dabei um dieselben Filmaufzeichnungen handelt, wie jene der Staatsanwaltschaft unter Staatsanwaltschaft act. 5.7 und der Beweisantrag somit gegenstandslos sei. In der Folge ging keine Rückmeldung von X._ ein (vgl. BG Plessur act. 8).
Auf Antrag von X._ vom 25. August 2015 wurde am 27. August 2015 das Protokoll der Zeugeneinvernahme von F._ vor der Staatsanwaltschaft Graubünden zu den Akten genommen (vgl. BG Plessur act. 9a).
H. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 03. Juni 2015 vorgeladen wurde, fand am 01. September 2015 statt. Die Parteien stellten folgende Schlussanträge:
Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden (Strafbefehl sinngemäss):
1. Die beschuldigte Person sei der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei die beschuldigte Person mit einer Geldstrafe von 20  zu je CHF 60.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu bestrafen.
3. Zudem sei die beschuldigte Person mit einer Busse von CHF 300.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, zu bestrafen.
4. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen.
Anträge Beschuldigter:
1. X._ sei vom Vorwurf der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB freizusprechen.
2. Auf jeden Fall sei von einer Bestrafung des X._ abzusehen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien durch die Staatskasse zu tragen.
4. X._ sei für die entstandenen Aufwendungen der angemessenen Vertretung seiner Interessen vollumfänglich zu entschädigen.
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I. Gegen das am 01. September 2015 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und am 04. September 2015 ohne Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Plessur meldete X._ mit Eingabe vom 17. September 2015 Berufung an (vgl. act. A.1), woraufhin das Bezirksgericht Plessur den Parteien am 03. November 2015 das schriftlich begründete Urteil mitteilte (vgl. act. E.1). Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB schuldig.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 90.00 und einer Busse von CHF 300.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'167.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'367.00, Gerichtsgebühren CHF 2'700.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich:
Busse CHF 300.00
Verfahrenskosten CHF 5'067.00
Total CHF 5'367.00
Bussen und Verfahrenskosten sind dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations