# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c9fff1a9-72d5-4f89-adb7-1c113035ad27
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, bezog wegen der Folgen eines
am 14. Dezember 2007 erlittenen
Unfalls mit Wirkung ab dem 1. November 2011 eine Invalidenrente
der Suva
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 10 % (Verfügung vom 21. September 2011, Urk. 8/253). Mit Verfügung vom 11. Februar 2021 hob die Suva die Inva
li
den
rente mit Verweis auf den nicht mehr bestehenden Erwerbs
ausfall rück
wir
kend per 1. April 2018 auf. Gleichzeitig forderte sie vom Ver
si
cherten die vom 1. April 2018 bis 30. November 2020 ausgerichteten Renten
leis
tungen in der Höhe von total Fr. 13'982.40 zurüc
k (Urk. 8/326). Die dagegen vom
Versicherten am 11. März 2021 erhobene Einsprache (Urk. 8/327
, mit
Einspracheergänzung
vom 1
8.
Mai 2021,
Urk.
8/334
) wies die Suva mit
Einsprache
entscheid
vom 30. Juni 2021 ab (Urk. 2). Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S. 9).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 25. August 2021 Beschwerde. Er beantragte (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 30. Juni 2021 aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen auszurichten; insbesondere sei die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer weiterhin eine Invaliden
rente auszurichten.
3.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf eine Rückforderung zu verzichten.
4.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für die Vergangenheit eine Rentennachzahlung vorzunehmen.
5.
Es sei der Beschwerde bezogen auf die Rückforderung die aufschiebende Wir
kung zu gewähren bzw. es sei die aufschiebende Wirkung wieder
her
zu
stellen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWST) zulasten der
Beschwer
degegnerin.»
In prozessualer Hinsicht beantragte er, dass ein zweiter Schriftenwechsel an
zu
ordnen sei (Urk. 1 S. 2).
2.2
Mit Beschwerdeantwort vom 28. September 2021 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1
344).
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom 1
1.
Oktober 2021 wurde betreffend die Rück
forde
rung der in der Zeitperiode vom 1. April 2018 bis 30. November 2020 aus
ge
rich
teten Rentenleistungen in der Höhe von total Fr. 13'982.40 die auf
schie
bende Wirkung der Beschwerde vom 25. August 2021 wiederhergestellt (
Urk.
9
S. 4).
Dem Beschwerdeführer wurde mit derselben Verfügung eine Kopie der Beschwer
de
antwort vom 28. September 2021 (
Urk.
7) zur Kenntnisnahme zugstellt. Den Parteien wurde überdies mitgeteilt, dass das Gericht die Anordnung eines weite
ren Schriftenwechsels nicht als erfor
derlich
erachte, es ihnen jedoch
frei stehe
, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen ein
zureichen
(
Urk.
9
S. 4)
.
2.4
In der Folge reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
2.
Dezember 2021 (
Urk.
15
) die Kursbestätigung der Y._
Weiterbildung vom
7.
November 2013 (
Urk.
16/1), die Bestätigung der Teilnah
me am Workshop «Z._
» der Geschäfts
stelle A._
vom
1.
Oktober 2014 (
Urk.
16/2) und
das Zertifikat «Qualifikationsverfahren Allgeme
inbildung» der B._
vom 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
16/3) ein.
2.5
Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu am 2
0.
Dezember 2021 vernehmen (
Urk.
18).
2.6
Alsdann reichte der Beschwerdeführer am
5.
Januar 2022 eine Stellungnahme (
Urk.
19) und weitere Unterlagen (
Urk.
20/1-8) ein.
2.7
Mit Gerichtsverfügung vom 1
2.
Januar 2020 wurde
den
Parteien je eine Kopie der Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezember 2021 (Urk. 18) und der Eingabe des Beschwerdeführers vom 5. Januar 2022 (Urk. 19, Urk. 20/1-8) je wech
selseitig zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
21).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 14. Dezember 2007 (
Urk.
8/5) ereig
net, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG) sind auf die Unfallversicherung anwendbar, soweit das
UVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (Art. 1 Abs. 1 UVG
und
Art.
2 ATSG
).
1.3
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs
unfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.4
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invali
ditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durch
füh
rung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.5
Unter Vorbehalt des vorliegend nicht einschlägigen
Art.
22 UVG richtet sich
die Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Gemäss dieser Norm wird die Rente dann von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert.
1.6
Gemäss
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie
nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG
).
1.7
Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist von den Bezügerinnen und Bezügern
, ihren Angehörigen oder Dritten, denen die Leistung zukommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweiligen zuständigen Durchführungsorgan zu melden (
Art.
31 ATSG).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige Invalidenrente
des Beschwerdeführers
zu Recht mit Wirkung ab dem 1.
Apr
i
l 2018
aufgehoben und die für die Zeit vom 1.
April 2018
bis
30
.
November
20
20
ausgerichteten Rentenleistungen in der Höhe von Fr.
13‘982
.
40
zurückgefordert hat.
2.2
Im angefochten
en
Einspracheentscheid
vom
30
. Juni 20
21
führte die Beschwer
de
gegnerin
im Wesentlichen
aus,
dass
der Beschwerdeführer
gemäss der Anstel
lungsverfügun
g des Universitätsspitals C._
vom 2
4.
Januar 2018 bei diesem ab dem
1.
April 2018 als Lagerungspfleger zu einem monatlichen Brutto
ein
kom
men in der Höhe von
Fr.
5‘119.40 angestellt worden sei. Daraus ergebe sich ein Jahreseinkommen von
Fr.
66‘552.2
0.
Dieser Betrag stelle folglich das Invali
den
einkommen für das Jahr 2018 dar (
Urk.
2 S. 5). Weil sodann über die frühere Arbeitgeberin des
Beschwerdeführer
s, die
D._
GmbH, im Jahr 2013 der Konkurs eröffnet worden sei, sei das
Valideneinkommen
vorliegend gestützt auf
d
e
n
Tabellenlo
hn TA1 2018 für den Wirtschaftszweig 41-43 («Baugewerbe») gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen (LSE)
zu ermitteln
(
Urk.
2 S. 5)
.
Aus den Akten würden sich keine konkreten Anhaltspunkte für eine Weiterausbildung oder einen beruflichen Auf
stieg des Beschwerdeführers in der Baubranche, in welcher er im Unfallzeitpunkt tätig gewesen sei, ergeben. Seine Invalidenkarriere könne daher bei der Ermitt
lung des aktuellen
Valideneinkommens
nicht weiter berücksichtigt werden, weshalb sich auch die von ihm beantragte Berücksichtigung des Kompetenz
niveaus 3 anstelle des Kompetenzniveaus 1 erübrigen würde (
Urk.
2 S. 6). Ent
spre
chend den LSE 2018 sei demnach von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
5‘622.-- für Männer (Tabelle
T
A1, ganze Schweiz, privater Sektor, Wirt
schafts
zweig 41-43, Kompetenzniveau 1, 40 Arbeitsstunden)
sowie von einer betriebs
üblichen Arbeitszeit von 41,3 Stunden im Jahr 2018 (Wirtschaftszweig 41-43; vgl. Tabelle
«Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen» des Bundesamtes für Statistik) auszugehen. Dies ergebe ein Jahreseinkommen in der
Höhe von
Fr.
69'656.60 (=
Fr.
5'622 x 12
Mte. :
40 Std. x 41,3 Std.). Beim Ver
gleich mit dem im Jahr 2018 erzielten Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
66'552.20 resultiere noch eine unfallbedingte Erwerbseinbusse in der Höhe von
Fr.
3'104.40 und damit ein Invaliditätsgrad von lediglich 4,46
%
(
Urk.
2 S.
6)
. Demnach bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr
und die Rente sei zu Recht rückwirkend per
1.
April 2018 aufgehoben worden
(
Urk.
2 S. 6
, S. 8
)
. Alsdann sei der Beschwerdeführer mit der Rentenverfügung vom 2
1.
September 2011 aus
drücklich darauf aufmerksam gemacht worden, dass er wesentliche Verbes
serun
gen in wirtschaftlicher und medizinischer Hinsicht gestützt auf Art.
31 ATSG zu melden habe. Der Beschwerdeführer
sei seiner Meldepflicht nicht nachgekommen.
D
ie
verfügte Rückforderung für die in der
Zeit
periode
vom 1.
April 2018
bis
30
.
November
20
20 (Einstellung der Zahlungen)
ausgerichteten Rentenleistungen in der Höhe von Fr.
13‘982
.
40
sei somit ebenfalls rechtens (Urk.
2 S. 8).
2.3
Der Beschwerdeführer bringt
zusammengefasst vor, wenn
die Beschwerdegeg
nerin
beim
Einkommensvergleich nunmehr für das
Invalideneinkommen
sei
nen tatsächlichen
Lohn
heranziehe
, müsse dies auch für die Vergangenheit gelten. In
seinen früheren A
nstellungen habe er
teilweise weit
weniger als das von der Beschwerde
gegnerin
(
mit
Verfügung vom 21. September 2011, Urk. 8/253)
mit
tels DAP-Blätter festgesetzte Invalideneinkommen
verdient.
Wenn rückwirkend beim Invalideneinkommen auf seine tatsächliche
n Einkünfte abgestellt werde, ergebe sich für die Beschwerdegegnerin
eine
Pflicht zur
Nachzahlung von Ren
ten
leistungen (
Urk.
1 S. 7 f.).
Gegen den Einkommensvergleich der Beschwer
de
geg
nerin sei sodann einzuwenden
, dass per Stellenantritt grundsätzlich
noch nicht davon ausgegangen werden könne, dass ein Arbeitsverhältnis stabil sei.
Es zeige sich erst nach rund zwei Jahren, o
b
dies
der Fall sei
. Selbst wenn man zu Unrecht davon ausgehen würde, das
s
der tatsächlich erzielte Verdienst zur Fest
setzung des Invalidenkommens beigezogen werden könne, dürfe vorliegend frühestens per
1.
April 2020 auf dieses Einkommen abgestellt werden (
Urk.
1 S.
8).
Zum
Valideneinkommen
sei festzuhalten, dass
er sich nicht sein ganzes Leben mit einer Hilfsarbeitertätigkeit im Baugewerbe
zufrieden gegeben
hätte (
Urk.
1 S. 6)
.
Er habe
einen grossen Antrieb, sich weiterzuentwickeln und Karriere zu machen
(
Urk.
1 S. 6,
Urk.
19 S. 1-2)
. So habe er nach dem Unfall eine Agogik-Ausbildung und danach - als Voraus
setzung dafür, weitere Ausbildungen machen zu können - eine Grundausbildung absolviert. Sein nächstes Ziel sei die Aus
bil
dung zum Lage
rungspfleger.
Im Kosovo habe er je eine Lehre als Elektriker und Klimaanlagen
installateur abge
schlossen. Auch daraus könne gefolgert werden, dass er sich
im Gesundheitsfall auf Dauer nicht mit einem Hilfsarbeiterlohn
zu
frieden
gegeben
hätte
(
Urk.
1 S.
6,
Urk.
19 S.
2). Sein überdurchschnittlicher Wille sich beruflich weiter
zuentwickeln ergebe sich
ebenfalls
aus den Rückmel
dungen, welche er beim von der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung finan
zierten
Arbeitstr
aining im E._
erhalten habe (
Urk.
19 S. 2). Aufgrund seiner hervorragenden Leistun
gen habe i
hm das E._
eine Festan
stellung ermöglicht (Urk.
19 S.
3).
Aus all
e
dem
werde
ers
icht
lich, dass er sich im Gesundheitsfall beruflich weiterentwickelt hätte, womit die Anwendung des Kompetenzniveaus 1 beim
Valideneinkommen
nicht zutreffend
sein könne. Kor
rekt sei die Verwen
dung des Kompetenzniveaus 3, woraus ein
Validenein
kommen
von
Fr.
92‘448
.--
(
Fr.
7‘390.
-- :
40 x 41.7 x 12) resultiere
(
Urk.
1 S. 6).
Des Weiteren sei zu monieren, dass beim Einkom
mens
vergleich
die
Einkommens
ein
busse
bei richtiger Berechnung
nur 4,6
%
betragen würde
, womit gemäss Lehre keine erhebliche Änderung
vorliege
.
Und schliesslich sei zu berücksichtigen, dass sich sein
Lohn in sieben Jahren lediglich um
total
Fr.
6‘468.20 erhöht
habe
. Dies ent
spreche einer jährlichen Lohnerhöhung von
Fr.
924.--
(
Urk.
1 S. 9).
Er
sei von der
Beschwerde
gegnerin nie über seine Pflicht, Lohnerhöhungen in diesem kleinen Umfang
zu melden, aufgeklärt worden
(
Urk.
1 S. 10).
3.
3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der
-
kumulativ
-
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Diese Rechtsprechung ist auch bei einem Revisionsverfahren nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG im Bereich der Unfall
ver
sicherung zu beachten
(Urteil des Bundesgerichts
8C_90/2011 vom
8.
August 2011 E. 5.2).
Der Beschwerdeführer dringt mit seinem Vorbringen,
wonach
erst nach zwei Jahren, das heisst hier frühestens per 1. April 2020
,
von einem beson
ders stabilen
Arbeitsverhältnis gesprochen werden könne (E.
2.3
) nicht durch.
Mit Anstellungs
verfügung vom 2
4.
Januar 2018 stell
te das Universitätsspital C._
den Beschwerdeführer per
1.
April 2018 als Lage
rungspfleger OP ein. Das Arbeits
ver
hältnis wurde auf unbestimmte Zeit abge
schlossen (
Urk.
8/325 S. 3-4).
Rechtsprechungsgemäss kann ab Anstellungs
beginn per
1.
April 2018
auf die
konkreten Lohnverhältnisse abgestellt werden (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
I
669/04
vom 1
3.
Dezember 2005
E. 4
).
Der Forderung des Beschwerdeführers nach einer rückwirkenden Berücksichtigung seiner
tatsächlichen Einkünft
e vor seiner Anstellung beim C._
ab
1.
April 2018 (E. 2.3)
ist ebenfalls nicht zu folgen
.
In den Zeiten, in denen der Beschwerdeführer unter dem
hypothetischen Invaliden
ein
kommen in der Höhe von
Fr.
60‘084.-- gemäss Verfügung vom 2
1.
Januar 2011 (
Urk.
8/253, bestätigt mit
Einspracheentscheid
vom
5.
Dezember 2011,
Urk.
8/269, sowie dem rechtskräftigen Urteil UV.2012.00012 des Sozialversiche
rungs
gerichts des Kantons Zürich vom
5.
August 2013,
Urk.
8/290)
lag (vgl.
dazu
den IK-Auszug vom
9.
Oktober 2020
, Urk. 8/318
)
schöpfte der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit
nicht voll aus.
Deshalb ist ein Abstellen auf den
damals
tatsächlich erzielten Verdienst nicht möglich (Urteil des Bundesgerichts
8C_237/2011
vom 1
9.
August 2011 E. 2.3).
Demnach hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 66‘552.20 abgestellt (E. 2.2).
3.2
3.2.1
Hinsichtlich des
Validenkommens
ist unbestritten geblieben, dass für dessen Ermittlung lohn
statistische Angaben heranzuziehen sind. Der Beschwerdeführer hält dafür, dass bezüglich des
Valideneinkommens
auf den Tabellenlohn LSE 2018 TA1, Privater Sektor,
Wirtschaftszweig 41-43 (Bau
ge
werbe), Kompetenz
niveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraus
setzen), Männer
,
in der Höhe von
Fr.
7‘390.-- abzustellen sei (
Urk.
1 S. 6).
Er
begründet dies im W
esentlichen damit, dass er sich nicht sein ganzes Leben mit einer Hilfsarbeitertätigkeit im Baugewerbe zufriedengegeben hätte (E. 2.3). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist auch die beruf
liche Weiterentwicklung zu berück
sichtigen, die eine versicherte Person norma
lerweise vollzogen hätte
. Blosse Absichtser
klärungen genügen
aber
nicht (Urteil
des Bundesgerichts 8C_741/2016 vom 3. März 2017 E. 5 mit weiteren Hin
weisen).
Nicht ausreichend ist mithin, dass der Beschwerdeführer
selber
die Weiter
aus
übung einer Hilfsarbeitertätigkeit auf dem Bau
ohne den Unfall
als «höchst unwahr
scheinlich» bezeichnet (
Urk.
1 S. 6). Rechtsprechungsgemäss ist vielmehr nach
konkrete
n
Anhaltspunkte
n
,
welche
dafür sprechen
,
dass ohne gesundheit
liche Beeinträch
tigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom
men tat
sächlich realisiert worden wäre
n, zu suchen
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_741/2016
vom 3. März 2017 E. 5 mit weiteren Hin
weisen)
.
T
heo
retisch vorhandene berufliche Entwicklungs
möglichkeiten
sind sodann
nur beacht
lich, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (Urteil des Bundes
ge
richts
8C_882/2017
vom 9. Mai 2019 E. 4.3).
Im vorliegenden Fall
arbeite
te der Beschwerdeführer
n
ach Lage der Akten
seit
seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2003 (
Urk.
8/124 S. 2) als Hilfs
arbeiter und
Hilfsisoleur
. Als sich
am 14. Dezember 2007 der
Un
fall ereignete
war der Beschwerdeführer bei der
D._
GmbH als Fassaden-
Isoleur
(ohne Berufsab
schluss) angestellt
.
Er hatte diese Anstellung seit November 2007 inne (
Urk.
8/50 S. 1).
Nachdem die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente des Beschwerdeführers rückwirkend per 1. April 2018 auf
ge
hoben hat
,
ist zu prüfen, ob der Beschwerde
führer nach dem
Unfall
vom
14. Dezember 2007
eine Ausbildung absolviert haben könnte, die i
h
n am
1.
April 2018 befähigt
hätte,
auf dem Bau
komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraus
setzen, aus
zu
üben.
Hier
bei wäre erforderlich, dass die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits vor dem Unfall vom 14. Dezember 2007 durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kund
getan
worden wäre
(Urteil des
Bundesgerichts 8C_741/2016 vom
3. März 2017 E.
5 mit weiteren Hin
weisen). Entgegen seiner Ansicht kann der Beschwerdeführer aus seiner im Kosovo absolvierten Ausbil
dung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er reichte zwei Urkunden
(
Urk.
20/2-3)
ein
, welche
belegen sollen, dass er
im
Kosovo
je eine Lehre als Elektriker und Klima
anlagen
installateur abge
schlossen hat (E. 2.3
).
Diese Diplome sind in der Schweiz jedoch nicht anerkannt und ein Abkom
men mit der Republik Kosovo über die Anerken
nung von Berufsqualifikationen wird gemäss der letzten öffent
lich zugänglichen Bekanntmachung des Staats
ekretariats für Bildung
,
Forschung und Innovation (SBFI) im Januar 2019 von der Schweiz mittelfristig auch nicht beabsichtigt (vgl. den Artikel «Schweizer Expertise für Balkanländer» in SBFI News 1/2019 S. 16-17, www.sbfi.admin.ch).
Der Beschwerdeführer wäre somit nicht umhin
gekom
men
,
eine
in der Schweiz
,
anerkannte
Ausbildung im Bauge
werbe zu absolvieren.
Dafür finden sich in den Akten aber keinerlei Anhalts
punkte.
Hingegen ist den Akten
zu entnehmen, dass
der
Inhaber der
D._
GmbH mit
d
er Arbeitsleistung
des Beschwerdeführers
nicht zufrieden
war. Er teilte
der
Beschwerdegegnerin mit, dass
er ihm - eine weitere Beschäftigung vorausgesetzt - in den Jahren 2008 bis 2011 keine Lohnerhöhung gewährt hätte (
Urk.
8/247-248,
Urk.
8/251 S. 1). Bei der
D._
GmbH bestan
den für den Beschwerdeführer somit nachweislich keine beruflichen Entwick
lungs
möglich
keiten.
Dass der Beschwerdeführer ohne den Unfall eine in der Schweiz aner
kannte Ausbildung im Baugewerbe abgeschlossen hätte, ist nicht mit dem hier anzuwendenden Beweisgrad der
hohe
n
Wahrscheinlichkeit
erstellt.
3.2.2
Zu berücksichtigen ist sodann, dass eine
trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung allen
falls (weitere) Rückschlüsse auf die mutmassliche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesundheitsschadens
bis zum Revisions
zeitpunkt gekommen
wäre,
erlaubt
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_741/2016
vom 3. März 2017 E. 5
mit weiteren Hinweisen
).
V
on
einer solchen besonderen beruflichen Qualifizierung
kann vorliegend keine Rede sein. Die vom Beschwerdeführer erwähnte
Agogik-Ausbildung und Grundausb
ildung (E. 2.3) besteht aus in
zwei Kursbestätigungen für nach
dem
Unfall vom 14. Dezember 2007
absolvierte
Weiterbildungen
von wenigen Tagen
(
Urk.
16/1-2)
und
aus dem
Zertifikat «Qualifikationsverfahren Allgemein
bildung
» vom 1
7.
Juni 2015 für einen 120 Lektionen umfassenden Kurs (
Urk.
16/3). Zu ergänzend ist, dass
d
er
Beschwerdeführer
nach Lage der Akten auch seine jetzige Tätigkeit als Lage
rungspfleger
ohne Schweizer Berufsausbildung ausübt
(
Urk.
8/325 S. 3-4). Gute Leistungen im Rahmen des Arbeitstrainings (E. 2.3) führen sodann ebenfalls nicht zur Annahme, der Beschwerdeführer hätte ohne Unfall einen Berufsweg beschrit
ten, welchem es ihm am
1.
April
2018 ermöglicht haben, auf dem Bau
komplexe praktische Tätigkei
ten, welche ein grosses Wissen in einem Spezial
gebiet voraus
setzen, zu verrichten.
Der Beschwerdeführer ist
in diesem Zusammenhang
daran zu erin
nern, dass aufgrund seiner Selbsteingliederungspflicht
(BGE 113 V 22 E.
4a)
gute Leistungen beim Arbeits
training erwartet werden.
Den Vorbringen
des Beschwerdeführers kann somit nicht gefolgt werden.
Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einem
Validen
ein
kom
men
in der Höhe von Fr. 69'656.60 ausgegangen ist (E. 2.2). Diesbezüglich ist der Beschwerdeführer auch insofern zu berichtigen, als dass gemäss
der Tabelle
des Bundesamtes für Statistik
T
03.02.03.01.04.01
die betriebsübliche Arbeitszeit im Baugewerbe im Jahr 2018
nicht 41.7 (
Urk.
1
S
. 6), sondern 41.
3 Stunden betragen hat.
3.3
Zu keinen Beanstandungen Anlass gibt somit auch der Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin. Sie ermittelte einen Invaliditätsgrad von 4,46 %
(E. 2.2)
.
Dieses Ergebnis ist auf 4
%
abzurunden (vgl. dazu: BGE 130 V 121 E. 3.2). Weil
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. September 2011 eine Invaliden
rente bei einem Invaliditätsgrad von 10
%
zugesprochen worden war (Urk. 8/253), wäre
auch
nach der mit der vom Beschwerdeführer angeführten Lehrmeinung
(
Urk.
1 S. 9)
eine wesentliche Änderung zu bejahen
(
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Aufl. 2020,
N 56 zu
Art.
17 ATSG
,
wonach in der UV nach der Praxis massgebend ist, ob eine absolute Veränderung von 5
%
eintritt)
. Auch dieses Vorbringen gereicht dem Beschwerdeführer somit nicht zum Vorteil.
Bei einem Invaliditätsgrad von 4
%
besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr (E.
1.4
)
.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt die Rückforderung für die vom
1.
April
201
8
bis
30
.
November 2020
ausgerichteten Rentenleistungen in der Höhe von Fr.
13‘982.40.
4.2
Diesbezüglich zunächst festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit der Rentenverfügung vom 2
1.
September 2011
unter Hinweis auf
Art.
31 ATSG
darauf auf
merksam gemacht
hat
te
, dass ihr wesentliche Verbesserungen in wirtschaft
licher und medizinischer Hinsicht zu melden
seien
(
S. 2 des
Ver
fügung vom 21. September 2011, Urk. 8/253
). Angesichts der Tat
sache, dass die Beschwerde
gegnerin in dieser Verfügung von einem hypo
the
tischen Invalideneinkommen von
Fr.
60‘084.-- ausging (
Urk.
8/253 S. 2), hätte
dem Beschwerdeführer die Differenz zum mit
der
Anstellung beim C._
per 1.
April 2018
erzielten
Lohn von
Fr. 66‘552.20 pro Jahr (
Urk.
8/325 S. 3-4) klar erkennbar s
ein
müssen
.
Wird ferner berücksichtigt, dass der Verdiens
t des Beschwerdeführers beim C._
ab
1.
April 2018 die Aufhebung seiner bisherigen Invalidenrente zur Folge hatte, liegt auch eine wesentliche Veränderung der
wirt
schaftlichen Verhältnisse vor (
Kieser
, a.a.O., N 9 zu
Art.
31 ATSG).
Der Beschwer
deführer hat folglich seine
Meldepflicht (
Art.
31 ATSG) v
e
r
letzt
.
Die Rückforderung ist
somit
ebenfalls rechtens.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.