# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 19e6080e-427c-4857-b807-f42924b7734b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1960, ist seit dem 2. Dezember 2011 bei der CSS
Kranken-Versicherung AG (im Folgenden: CSS) krankenpflege
grund
versichert (Urk. 7/9-15). Diese stellte ihm am 5. November 2016 die Monatsprämien für die Zeit vom 2. Dezember 2011 bis zum 31. Dezember 2016 in Rechnung und sandte ihm dies
bezüglich am 14. Januar 2017 eine Mahnung und am 12. Februar 2017 eine Zah
lungsaufforderung zu (Urk. 7/1). In der Folge liess die CSS dem Ver
sicherten Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsauf
forderungen für die Monats
prämien Januar und Februar 2017 zukommen (Urk. 7/2-3).
2.
Am 22. Juni 2017 stellte die CSS beim Betreibungsamt Y._ ein Betreibungs
begehren für die ausstehenden Prämienforderungen (vgl. Urk. 7/4). Gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Y._ vom 27. Juni 2017 (Betreibung Nr. O._) im Betrag von Fr. 24'118.50 für Prämienausstände vom 2. Dezember 2011 bis zum 28. Februar 2017 zuzüglich Verzugszinsen von 5 % ab 1. Januar 2017 und Mahn- und Umtriebsspesen von Fr. 300.-- erhob der Versicherte am 6. Juli 2017 Rechtsvorschlag (Urk. 7/5). Mit Verfügung vom 18. August 2017 for
derte die CSS von ihm die Bezahlung von Fr. 24'479.39 (inklusive Fr. 110.30 Betreibungskosten) und hob den Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. O._ des Betreibungsamtes Y._ auf (Urk. 7/6). Dagegen erhob der Versicherte Ein
sprache (Urk. 7/7). Diese wurde mit Entscheid vom 18. Oktober 2017 in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als festgestellt wurde, der Versicherte schulde einen Betrag von Fr. 22'996.10 (zuzüglich Mahnspesen von Fr. 300.-- und 5 % Verzugszins ab dem 1. Januar 2017 auf Fr. 22'996.10), und lediglich in diesem Umfang Rechts
öffnung erteilt wurde (Urk. 2 = 7/8).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2017 erhob X._ mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Auf
hebung des angefochtenen Entscheids (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss am 14. November 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Davon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 20. November 2017 Kenntnis gegeben (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 61 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) legt der Versicherer die Prämien für seine Versicherten fest.
Die Prämien sind gemäss Art. 90 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) im Voraus und in der Regel monatlich zu
bezahlen.
Der Satz für den Verzugszins auf fälligen Prämien nach Artikel 26 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) beträgt 5 Prozent im Jahr (Art. 105a KVV).
1.2
Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so hat der Versicherer ihr, nach mindestens einer schriftlichen Mahnung, eine Zah
lungsaufforderung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen einzuräumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzuges (Abs. 2) hinzuweisen (Art. 64a Abs. 1 KVG). Der Versicherer muss die Zahlungsaufforderung bei Nichtbezahlung von Prämien und Kostenbeteiligungen spätestens drei Monate ab deren Fälligkeit zustellen. Er muss sie getrennt von allfälligen anderen Zahlungsausständen zustel
len (Art. 105b Abs. 1 KVV). Bei der dreimonatigen Frist gemäss Art. 105b Abs. 1 KVV handelt es sich um eine reine Ordnungsvorschrift, deren Nichteinhaltung weder den Anspruch auf die Ausstände noch auf den der betreibungsrechtlichen Durchsetzung verwirkt (
vgl.
das Urteil des Bundesgerichts 9C_742/2011 vom 17. November 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).
Verschuldet die versicherte Person Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, so kann der Versicherer angemessene Bearbeitungs
gebüh
ren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht
(Art. 105b Abs. 2 KVV)
.
Die CSS statuierte in sämtlichen Ausgaben der seit Januar 2010 in Kraft getretenen Reglemente für die Versicherungen nach KVG, dass die Auslagen für Mahnungen und Betreibungen zulasten der versicherten Person fallen (Art. 14.3, vgl. Urk. 7/16 S. 3, 7/17 S. 2 und 7/18 S. 3).
1.3
Gemäss allgemeinem betreibungsrechtlichem Grundsatz haben die Krankenkas
sen auch ohne rechtskräftigen Rechtsöffnungstitel die Betreibung einzuleiten und im Falle des Rechtsvorschlags nachträglich eine formelle Verfügung zu er
lassen. Nach Eintritt der Rechtskraft derselben können sie die Betreibung fort
setzen. Voraussetzung für eine direkte Fortsetzung der Betreibung ohne Durch
laufen des Rechtsöffnungsverfahrens nach Art. 80 des Bundesgesetzes über Schuldbe
trei
bung und Konkurs (SchKG) ist allerdings, dass das Dispositiv der Verwaltungs
verfügung mit Bestimmtheit auf die hängige Betreibung Bezug nimmt und den Rechtsvorschlag ausdrücklich als aufgehoben erklärt, sei es vollumfänglich oder in einer bestimmten Höhe. Die Verwaltungsbehörde hat demnach in ihrer Verfü
gung nicht bloss einen sozialversicherungsrechtlichen Sachentscheid über die Verpflichtung der versicherten Person zu einer Geldzah
lung zu fällen, sondern gleichzeitig auch als Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvor
schlags zu befinden (BGE 119 V 329 E. 2b; vgl. auch BGE 121 V 109 E. 2).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund von ausstehenden Prämien über eine Forderung gegenüber dem Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 22'996.-- zuzüglich 5 % Verzugszins ab dem 1. Januar 2017 und Fr. 300.-- Mahnspesen verfügt, für die in der Betreibung Nr. O._ des Betreibungsamtes Y._ vom 27. Juni 2017 Rechtsöffnung zu erteilen ist (vgl. Urk. 1 und 2).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer hat zu Recht nicht in Frage gestellt, dass die monatlichen Versicherungsprämien im Jahr 2011 Fr. 316.95, im Jahr 2012 Fr. 340.80, im Jahr 2013 Fr. 370.65, im Jahr 2014 Fr. 376.45, im Jahr 2015 Fr. 401.20, im Jahr 2016 Fr. 441.95 und im Jahr 2017 Fr. 456.75 betrugen (Urk. 7/9-15; vgl. Urk. 1 und 7/7). Die einzelnen für die Zeit ab dem 2. Dezember 2011 geschuldeten Beiträge hat er unbestrittenermassen nicht beglichen.
3.2
Gemäss Art. 24 Abs. 1 ATSG, welche Bestimmung auf den Bereich der obligato
rischen Krankenpflegeversicherung anwendbar ist (Art. 1 KVG), erlischt der Anspruch auf ausstehende Leistungen oder Beiträge fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für welchen die Leistung, und fünf Jahre nach dem Ende des Kalen
derjahres, für welches der Beitrag geschuldet war. Hierbei handelt es sich um eine Verwirkungsfrist, welche von Amtes wegen zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 139 V 244 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Versicherungsprämie für den Monat Dezember 2011 war somit Ende 2016 verwirkt. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb auch richtig erkannt, dass sie die
sen Prämienausstand vom Beschwerdeführer nicht mehr einfordern kann (Urk. 2 S. 3).
3.3
Der Gesamtbetrag der Prämienausstände betreffend den hier noch massgeblichen Zeitraum von Januar 2012 bis Ende Februar 2017 beläuft sich auf Fr. 24'086.10 (Fr. 4'089.60 + Fr. 4'447.80 + Fr. 4'517.40 + Fr. 4'814.40 + Fr. 5'303.40 + Fr. 913.50). Davon in Abzug zu bringen sind die Prämienverbilligungen für das Jahr 2016 von Fr. 816.-- (12 x Fr. 68.--) und für die Monate Januar und Februar 2017 von Fr. 274.-- (2 x Fr. 137.--), welche direkt an die Beschwerdegegnerin überwiesen worden waren (Art. 65 Abs. 1 KVG; vgl. Urk. 2 S. 3, 7/2 S. 3, 7/3 S. 2 f. und 7/6 S. 1). Daraus resultiert ein Betrag von Fr. 22'996.10, welchen der Beschwerdeführer für die ausstehenden Prämien noch schuldet.
Da der Beschwerdeführer als Versicherter nicht über das Recht verfügt, ausste
hende Prämien mit beanspruchten Leistungen zu verrechnen (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 9C_379/2009 vom 4. Juni 2009 und K 7/06 vom 12. Januar 2009 E. 3.2 je mit Hinweisen; vgl. auch Art. 11 sämtlicher Ausgaben des Reglements der CSS für die Versicherungen nach KVG seit Januar 2010, Urk. 7/16 S. 3, 7/17 S. 2 und 7/18 S. 3), spielt es hier keine Rolle, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit einem Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers vom Februar 2012 Leistungen hätte erbringen müssen (Urk. 1 und 7/7; vgl. Urk. 2 S. 3). S
ollte er nach wie vor die Auffassung vertreten, die Beschwerdegegnerin habe
zu Unrecht bestimmte Leistungen nicht erbracht, bleibt
es ihm unbenommen, zur Klärung dieser Frage ein separates Verfahren einzuleiten.
Zwar machte der Beschwerdeführer wiederholt geltend, er habe während fünf Jahren keine Leistungen der Beschwerdegegnerin bezogen (Urk. 1 und 7/7). Dies ist für die Beurteilung der hier strittigen Forderung indessen nicht von Belang, da die Prämien unabhängig davon geschuldet sind (vgl. auch Urk. 2 S. 3).
Schliesslich ist es für den Bestand und die Fälligkeit der Prämienforderung auch nicht von Relevanz, dass dem Beschwerdeführer während vier Jahren keine Prä
mienrechnungen zugestellt worden waren (Urk. 1 und 7/7). Der geltend gemachte Verzugszins von 5 % ab dem 1. Januar 2017 blieb denn auch zu Recht unbean
standet (Urk. 1 und 7/7; vgl. auch Urk. 2 S. 4).
3.4
Nach der Rechnungsstellung am 5. November und 10. Dezember 2016 sowie am 7. Januar 2017 (Urk. 7/1 S. 1, 7/2 S. 1 und 7/3 S. 1) liess die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer jeweils gesetzeskonform Mahnungen und Zahlungsauf
forderungen zukommen (vgl. Urk. 7/1 S. 2 f, 7/2 S. 2 f. und 7/3 S. 2 f.), welchen er keine Folge leistete. Aufgrund ihrer reglementarisch statuierten Befugnis war die Beschwerdegegnerin berechtigt, für den ihr in diesem Zusammenhang ent
standenen Aufwand eine Gebühr zu erheben
(Art. 14.3, vgl. Urk. 7/16 S. 3, 7/17 S. 2 und 7/18 S. 3)
. Weder brachte der Beschwerdeführer etwas vor noch ist sonst etwas ersichtlich, das den veranschlagten Betrag von Fr. 300.-- als unangemessen erscheinen liesse (vgl. auch Urk. 2 S. 3).
3.5
Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin Prä
mien im Betrag von Fr. 22'996.10 zuzüglich 5 % Verzugszins ab dem 1. Januar 2017 auf Fr. 22'996.10 und Fr. 300.-- Mahnspesen schuldet. Sie hat deshalb auch zu Recht in diesem Umfang in der Betreibung Nr. O._ des Betreibungsamtes Y._ vom 27. Juni 2017 Rechtsöffnung erteilt. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.