# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8af2aa6e-e33a-4113-89ef-0b4e2bd36ca4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Am 28. Mai 2018 wurde die Feuerwehr C._ von der Kantonalen Notrufzentrale
aufgeboten, da zwei Bäume vom Waldgrundstück D._ auf die Strasse gefallen waren
und diese blockierten. Die Feuerwehr zerkleinerte die Bäume und schaffte das Holz zur
Seite. Am 30. Mai 2018 stellte die Sicherheitsverwaltung der Stadt C._ den
Eigentümern A._ und B._ des Grundstücks D._ den Feuerwehreinsatz vom 28. Mai
2018 mit CHF 680 in Rechnung. Den dagegen erhobenen Rekurs wies der Stadtrat
C._ mit Entscheid vom 9. Juli 2018 ab.
b. Hiergegen erhoben A._ und B._ am 2. August 2018 Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen, welches ihn zuständigkeitshalber der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) überwies. Die VRK wies
den Rekurs mit Entscheid vom 31. Januar 2019 ab (act. G 2).
B.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
a. Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._ am 10. Februar 2019 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben, und die
Gerichtskosten sowie die Kosten des Feuerwehreinsatzes seien der Gemeinde C._ zu
verrechnen (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 7. März 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie auf die

## Considerations

Erwägungen des angefochtenen Entscheids (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin
beantragte in der Vernehmlassung vom 13. März 2019 Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei. Sie äusserte sich zu Vorbringen der Beschwerdeführer
und verwies im Übrigen auf den angefochtenen Entscheid (act. G 10).
c. Mit Eingabe vom 6. März 2019 bestätigten die Beschwerdeführer ihren Standpunkt
(act. G 14).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Die
Beschwerdeführer sind in ihren eigenen finanziellen Interessen berührt und daher
gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP zur Beschwerde legitimiert. Die
Beschwerdeeingabe vom 10. Februar 2019 (act. G 1) wurde rechtzeitig eingereicht und
entspricht formell und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
2.1. Das Gesetz über den Feuerschutz (sGS 871.1; FSG [Stand 1. Januar 2017])
unterscheidet im Bereich der Feuerwehraufgaben zwischen "Hilfeleistung" (Art. 40
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
FSG), "Dienstleistungen" (Art. 40 FSG), "Feuerwachen" (Art. 41 FSG) sowie
"Schadenverhütung und Schadenbegrenzung" (Art. 41 FSG). In Art. 46 ff. FSG
werden die Kosten für die verschiedenen Leistungen der Feuerwehr geregelt. Nach Art.
46 FSG sind Hilfeleistungen für versicherte Ereignisse nach dem Gesetz über die
Gebäudeversicherung (sGS 873.1; GVG) unentgeltlich (Abs. 1). Einsätze infolge eines
vorsätzlich oder grobfahrlässig verursachten Fehlalarms sowie Sicherungs- und
Behebungsmassnahmen aufgrund gesetzlicher Vorschriften sind kostenpflichtig (Abs.
2). Dabei gilt das Verursacherprinzip (Art. 46 Abs. 1 FSG). Bei mehreren Verursachern
werden die Kosten in erster Linie demjenigen belastet, der die kostenpflichtigen
Leistungen durch eigenes Verhalten schuldhaft bewirkte (lit. a), in zweiter Linie
demjenigen, der für eigenes oder fremdes Verhalten einzustehen hat (lit. b) und in
letzter Linie demjenigen, der ohne eigenes Verschulden die Verantwortung für eine
gefährliche Sache trägt (lit. c). Die Kosten werden nach dem Anteil an der
Verursachung belastet (Art. 46 Abs. 2 FSG). Nicht gedeckte Kosten werden der
politischen Gemeinde belastet, auf deren Gebiet der Einsatz erfolgte (Art. 46 Abs. 3
FSG).
Wer Dienstleistungen nach Art. 40 FSG oder Feuerwachen nach Art. 41 FSG
beansprucht, hat eine Entschädigung nach Aufwand zu leisten. Die Ansätze sind vom
Gemeinderat zu regeln (Art. 46 FSG). Die Ansätze für die Verrechnung der Kosten
nach Art. 46, 46 und 46 FSG richten sich nach dem Tarif für die
Schadenbekämpfung (sGS 871.16).
2.2. Streitig ist, ob die Vorinstanz die Auferlegung der Feuerwehreinsatzkosten von
CHF 680 gegenüber den Beschwerdeführern im angefochtenen Entscheid zu Recht
bestätigte. Gemäss Einsatzrapport lagen zwei morsche Bäume über der Strasse. Als
Einsatzart wurde "6.1 Sturm/Hagel" vermerkt (act. G 8/7/1). Die Vorinstanz führte im
angefochtenen Entscheid unter anderem aus, dass es sich bei den Wegräumarbeiten
nicht um eine unentgeltliche Hilfeleistung für versicherte Ereignisse nach dem GVG (Art.
46 Abs. 1 FSG), sondern um eine Sicherungs- und Behebungsmassnahme aufgrund
gesetzlicher Vorschrift (Art. 46 Abs. 2 FSG) gehandelt habe. Die Pflicht zur
Beseitigung der Bäume gehe aus Art. 100 Abs. 1 des Strassengesetzes (sGS 731.1;
StrG) hervor, wonach der Bestand von Strassen und die Sicherheit ihrer Benützer nicht
beeinträchtigt werden dürften. Bei zwei auf die Strasse gefallenen Bäumen sei die
bis
bis
bis
ter
ter
ter
bis
quater
bis quinquies
bis
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sicherheit der Strassenbenützer ohne Weiteres in Gefahr. Auf der Strasse sei mit
Verkehr zu rechnen gewesen. Die Feuerwehr sei deshalb verpflichtet gewesen,
unverzüglich geeignete Massnahmen zu treffen. Als Eigentümer des Waldes, aus
welchem die beiden umgefallenen Bäume gestammt hätten, würden die
Beschwerdeführer als Verursacher der Kosten gelten. Daran würden ihre Vorbringen,
wonach sie den Wald gut gepflegt hätten und die umgefallenen Bäume vom Forstamt
nicht zum Fällen bezeichnet worden seien, nichts ändern, denn die Beschwerdeführer
hätten die Kosten zu tragen, auch wenn ihnen kein eigenes Verschulden vorgeworfen
werden könne. Ebenso unerheblich für die Frage der Kostentragung sei die Einzonung
des Grundstücks sowie der Umstand, dass die Beschwerdeführer keine Gelegenheit
erhalten hätten, die Bäume selber wegzuräumen, und sie die Feuerwehr nicht
benachrichtigt hätten. Aufgrund der angetroffenen Situation habe für die
Strassenbenützer eine Gefahr bestanden, weshalb die Feuerwehr verpflichtet gewesen
sei, umgehend Massnahmen zu treffen. Die Kostenauflage sei daher gerechtfertigt (act.
G 2).
2.3. Die Beschwerdeführer wenden ein, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten der
Räumung übernehmen müsse, da die Bäume auf eine Gemeindestrasse 1. Klasse
gefallen seien, für welche die Beschwerdegegnerin unterhaltspflichtig sei. Der
Strassenunterhalt werde von der Beschwerdegegnerin vernachlässigt. Die Baumpflege
gehöre zur Unterhaltspflicht. Auf der gleichen Strasse seien innerhalb von einem
Kilometer mehrere Bäume schwer beschädigt, was einen Werkmangel der Strasse
bestätige. Der Waldeigentümer sei nicht verpflichtet, den Wald zu unterhalten. Das
blosse Belassen eines Naturzustands führe zu keiner Grundeigentümerhaftpflicht. Für
Schäden, die auf Pflanzen und Tiere zurückzuführen seien, hafte der Waldeigentümer
nicht (Art. 58 des Obligationenrechts; 220 OR SR). Die Beschwerdegegnerin
übernehme einen Teil der Einsätze, andere bezahle sie jedoch nicht. Ohne
Berücksichtigung der Rechtslage werde mehr oder weniger willkürlich entschieden
(act. G 1). Es sei im Weiteren geradezu unverantwortlich, dass Gemeindestrassen
anscheinend nicht als Werk im Sinn von Art. 58 OR betrachtet würden. Die Haftung aus
unerlaubter Handlung (Art. 41 OR) setze ein Nichthandeln bzw. eine Unterlassung
voraus. Waldbesitzer seien indessen nicht zu einer Handlung verpflichtet, da keine
Bewirtschaftungspflicht bestehe (act. G 14 f.).
3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.1. Als Verursacher im Sinn von Art. 46 Abs. 1 FSG gilt derjenige, dem das Ereignis -
die Ursache für die Dienstleistung - zuzurechnen ist (vgl. M. Gehrer, Kostentragung für
Leistungen der Feuerwehr am Beispiel der st. gallischen Gesetzgebung, in: ZBl
96/1995 S. 158). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat für die Umschreibung des
Verursacherbegriffs weitgehend auf den polizeirechtlichen Störerbegriff abgestellt und
sowohl den Zustands- als auch den Verhaltensstörer kostenpflichtig erklärt (vgl. BGE
132 II 371 E. 3.5, 131 II 743 E. 3.1 mit Hinweisen). Als Verhaltensstörer ist zu
betrachten, wer durch sein eigenes oder das unter seiner Verantwortung erfolgende
Verhalten Dritter unmittelbar eine polizeiwidrige Gefahr oder Störung herbeiführt (BGE
114 Ib 44 E. 2c/bb; M. Frick, Das Verursacherprinzip in Verfassung und Gesetz, Bern
2004, S. 58). Als Zustandsstörer gilt derjenige, der über die Sache, die den
ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat (vgl. BGer
1C_515/2015 vom 2. Juni 2016, E. 2.2 mit Hinweisen). Bei einem Einsatz der
Feuerwehr für Dienstleistungen allgemeiner Art handelt es sich um einen
kostenpflichtigen Einsatz, nicht um eine Hilfeleistung. Die Einsatzkosten können
unabhängig von einem Verschulden demjenigen in Rechnung gestellt werden, der die
Störung unmittelbar verursacht hat (vgl. Gehrer, a.a.O., S. 160).
3.2. Der von den Beschwerdeführern angeführte Art. 58 OR (Haftung des
Werkeigentümers) kommt konkret insofern nicht zur Anwendung, als es sich bei
Bäumen als Gegenständen der Natur in aller Regel (und auch vorliegend) nicht um ein
Werk im Sinn dieser Bestimmung handelt (vgl. Martin A. Kessler, in: Basler Kommentar,
Obligationenrecht I, 6. Aufl. 2015, Rz. 12b zu Art. 58 OR). Demgegenüber erklärt Art.
100 Abs. 2 lit. b StrG - als gesetzliche Vorschrift im Sinn von Art. 46 Abs. 2 FSG -
insbesondere Beeinträchtigungen des Bestandes von Strassen und der Sicherheit ihrer
Benützer durch Pflanzen als unzulässig. Art. 100 StrG umschreibt eine allgemeine
Pflicht zur Unterlassung von Beeinträchtigungen vornehmlich ab anstossenden
Grundstücken. Diese Verpflichtung trifft somit grundsätzlich den Anstösser (D. Gmür,
in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12.
Juni 1988, St. Gallen 1989, S. 171). Auslöser des streitigen Einsatzes bildete der
Umstand, dass morsche Bäume vom Grundstück der Beschwerdeführer auf die
Strasse stürzten. Die Beschwerdegegnerin bestreitet in diesem Zusammenhang das
Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach die Bäume durch nicht sichtbare
Stammfäulnis geschwächt gewesen seien (act. G 1 S. 1), unter anderem mit Hinweis
ter
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
auf ein Foto eines - hier nicht streitigen - späteren Vorfalls vom 20. September 2018
(act. G 10). Die Frage, ob der schlechte Zustand der am 28. Mai 2018 weggeräumten
Bäume von aussen sichtbar war oder nicht, kann insofern offenbleiben, als die
Beschwerdeführer als Eigentümer der Bäume und Anstösser an das betroffene
Strassengrundstück das Ereignis bzw. den nachfolgenden Feuerwehreinsatz als
Zustandsstörer gestützt auf die erwähnten Gesetzesbestimmungen in jedem Fall zu
vertreten haben. Beim Einsatz vom 28. Mai 2018 handelte es sich mithin um eine
Sicherungs- und Behebungsmassnahme im Sinn von Art. 46 Abs. 2 FSG. Die
Ersatzpflicht besteht unabhängig von einem Verschulden der Beschwerdeführer
(Art. 46 Abs. 1 lit. c FSG). Die von den Beschwerdeführern diskutierte Frage, ob auch
eine Haftung aus Art. 41 OR zu bejahen wäre (act. G 14 f.), braucht dementsprechend
nicht geklärt zu werden.
Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführer für die Kosten des Einsatzes vom
28. Mai 2018 gestützt auf Art. 46 Abs. 2 und Art. 46 Abs. 1 FSG aufzukommen
haben, ergibt sich im Weiteren, dass die Wegräumarbeiten zum vornherein nicht als
gewöhnlicher Strassenunterhalt im Sinn des Strassengesetzes (vgl. dazu M. Möhr, in:
Kurzkommentar a.a.O., S. 99 ff.) gelten können. Der von den Beschwerdeführern
angeführte Umstand allein, dass die Beschwerdegegnerin für den Unterhalt der Strasse
zu sorgen hat, macht sie für den vorliegend streitigen Einsatz nicht leistungspflichtig.
Im Ergebnis lässt sich somit nicht beanstanden, dass die Vorinstanz die Verpflichtung
der Beschwerdeführer zur Übernahme der Kosten des Feuerwehreinsatzes bestätigte.
Auch in betraglicher Hinsicht ist kein Anlass für eine Korrektur des den
Beschwerdeführern in Rechnung gestellten Betrages von CHF 680 (5 Arbeitsstunden à
CHF 60 zuzüglich Grundgebühr und Einsatzstunde für schwere Fahrzeuge von
insgesamt CHF 380; act. G 8/7/3) ersichtlich; einen solchen Anlass machen die
Beschwerdeführer auch nicht geltend.
4.
4.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Rekursentscheids vom 31. Januar 2019 abzuweisen.
bis
ter
bis ter
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2. In Streitigkeiten hat gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP jener Beteiligte die amtlichen
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Eine
Gebühr von CHF 1'500 erscheint für das vorliegende Verfahren angemessen (Art. 7 Ziff.
222 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Diese ist den Beschwerdeführern aufzuerlegen,
unter Verrechnung mit dem von ihnen in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss.
4.3. Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP). Die
Beschwerdeführer sind unterlegen und haben auch keinen Entschädigungsantrag
gestellt. Die Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt,
Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
Gallen 2004, S. 176) und zudem ebenfalls keinen Entschädigungsantrag gestellt.