# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4afb0467-8d0e-45bc-8c7c-5b84c26c8e1b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Gemäss seinen Angaben reiste A1._ am 5. März 2020 ohne Reisepass und Visum in
die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Nachdem Slowenien am 14. April 2020 einem
Rückübernahmeersuchen entsprochen hatte, trat das Staatssekretariat für Migration
am 20. April 2020 auf das Asylgesuch nicht ein und wies A1._ nach Slowenien weg.
Am 16. Februar 2021 verurteilte ihn das Kreisgericht Y._ unter anderem wegen
Diebstahls, versuchten Diebstahls, Sachbeschädigung und mehrfachen
Hausfriedensbruchs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten und verwies
ihn für die Dauer von fünf Jahren des Landes. Nachdem die Frist zur Überstellung von
A1._ nach Slowenien nicht eingehalten werden konnte, nahm das Staatssekretariat für
Migration am 23. April 2021 das Asylverfahren wieder auf. Es wies am 15. Juni 2021
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das Asylgesuch und das Bundesverwaltungsgericht am 28. Juli 2021 die dagegen
erhobene Beschwerde ab.
B.
Am 17. August 2021 wurde A1._ im Hinblick auf den Vollzug der Landesverweisung in
Ausschaffungshaft genommen. Die Einzelrichterin der Verwaltungsrekurskommission
genehmigte die Haft am 20. August 2021 für die Dauer von drei Monaten bis
16. November 2021. Vom 10. November bis 11. Dezember 2021 verbüsste A1._
Ersatzfreiheitsstrafen. Am 14. Dezember 2021 und am 10. März 2022 genehmigte die
Einzelrichterin der Verwaltungsrekurskommission jeweils eine Verlängerung der
Ausschaffungshaft für weitere drei Monate bis 11. März 2022 und bis 11. Juni 2022.
Seinen Angaben gegenüber dem Migrationsamt vom 30. August 2021 entsprechend
identifizierten die algerischen Behörden A1._ am 10. Mai 2022 als A._, geboren 1990
(vgl. act. 7-I/2 Seiten 26 und 31, 7-III/2 Seite 21).
C.
Am 30. Mai 2022 beantragte das Migrationsamt bei der Verwaltungsrekurskommission
eine Verlängerung der Ausschaffungshaft für weitere drei Monate. Die zuständige
Einzelrichterin führte am 10. Juni 2022 per Skype eine mündliche Verhandlung durch
und genehmigte unter Verzicht auf die Erhebung amtlicher Kosten die
Ausschaffungshaft für weitere drei Monate bis 11. September 2022. Einer allfälligen
Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung. Das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im richterlichen Haftgenehmigungsverfahren wies sie ab.
D.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 13. Juni 2022 versandten
Einzelrichterentscheid des Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe
seiner Rechtsvertreterin vom 28. Juni 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
den Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, eventuell unter
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung, sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und der Beschwerdeführer umgehend aus der
Haft zu entlassen, eventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid im Rahmen einer
mündlichen Präsenzverhandlung zurückzuweisen, subeventualiter die
Unrechtmässigkeit der Haft festzustellen. Es seien die Verletzung der
Verfahrensgarantien des Beschwerdeführers und – nach Augenschein im
Ausschaffungsgefängnis Bazenheid – die Widerrechtlichkeit der Haftbedingungen
festzustellen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 5. Juli 2022 die Abweisung der
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Beschwerde. Das Migrationsamt (Beschwerdegegner) verzichtete am 13. Juli 2022 auf
eine Vernehmlassung und beantragte seinerseits die Abweisung der Beschwerde. Der
Beschwerdeführer äusserte sich abschliessend am 27. Juli 2022. Die Rechtsvertreterin
reichte gleichzeitig eine Honorarnote für ihre Bemühungen im Beschwerdeverfahren
ein.
Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers und der Vorinstanz zur Begründung ihrer
Anträge sowie die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer –
dessen Ausschaffungshaft die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid bis
längstens am 11. September 2022 bestätigt hat und der mangels aufschiebender
Wirkung der Beschwerde nach wie vor in Haft ist – ist zur Erhebung der Beschwerde
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den am
13. Juni 2022 versandten Entscheid wurde mit Eingabe vom 28. Juni 2022 rechtzeitig
erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Rechtsvertreterin rügt vorab eine Verletzung der Verfahrensgarantien des
Beschwerdeführers. Die Vorinstanz habe dessen Rechtsvertretung erst am 9. Juni 2022
mitgeteilt, die mündliche Verhandlung werde am folgenden Tag und per Skype
stattfinden. Es gebe zwar keine Hinweise dafür, dass die Verhandlung gegen den
Willen des Beschwerdeführers via Skype stattgefunden habe. Allerdings sei nicht
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Verfahrensrechte vollumfänglich
kenne. Das könne von ihm auch nicht verlangt werden. Das Gebot der mündlichen
Präsenzverhandlung dürfe nicht mit der Begründung, eine inhaftierte Person habe sich
nicht gegen die Haftverhandlung via Skype gewehrt, ausgehebelt werden. Eine
plausible Begründung, die den Anforderungen der Rechtsprechung an einen
Rechtfertigungsgrund genügen dürfte, sei in den Akten nicht ersichtlich. Eine rechtliche
2.1.
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Grundlage für die Durchführung der Verhandlung vom 10. Juni 2022 via Skype habe
nicht bestanden.
Die Vorinstanz führt dazu aus, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Eröffnung des
Haftbefehls am 9. Dezember 2021 unterschriftlich bestätigt, auf eine mündliche
Verhandlung vor Ort bei der Verwaltungsrekurskommission in St. Gallen zu verzichten
und mit der Durchführung via Skype einverstanden zu sein. Für die erste Verlängerung
sei aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege vor Ort mündlich verhandelt
worden. Weder bei der Überprüfung der zweiten noch der dritten Verlängerung der
Ausschaffungshaft habe er den Wunsch geäussert, die Verhandlung sei mündlich vor
Ort durchzuführen. Die Skype-Verhandlung sei ihm demnach nicht gegen seinen Willen
aufgezwungen worden.
Nach Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und
über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG) sind Rechtmässigkeit und
Angemessenheit der Ausschaffungshaft spätestens nach 96 Stunden durch eine
richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen. Welche
Regeln für die Behandlung behördlicher Gesuche um Verlängerung der Haft gelten,
regelt die Bestimmung - jedenfalls ihrem Wortlaut nach - nicht. Auch das kantonale
Recht äussert sich nicht dazu (vgl. Art. 93 und 93 VRP). Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG
dürfen Vorbereitungs-, Ausschaffungs- und Durchsetzungshaft zusammen die
maximale Haftdauer von sechs Monaten nicht überschreiten (Abs. 1); sie kann unter
bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung der kantonalen richterlichen Behörde
um eine bestimmte Dauer, jedoch höchstens um zwölf Monate, für Minderjährige
zwischen 15 und 18 Jahren um höchstens sechs Monate verlängert werden (Abs. 2).
Die inhaftierte Person kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG einen Monat nach der
Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch einreichen (Satz 1), über welches die
richterliche Behörde innert acht Arbeitstagen aufgrund einer mündlichen Verhandlung
zu entscheiden hat (Satz 2). In Frage steht vorliegend die richterliche Genehmigung
einer Verlängerung der Ausschaffungshaft über die "maximale" Dauer von sechs
Monaten gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG hinaus. Aus dem Regelungszusammenhang –
Anspruch auf eine mündliche Verhandlung bei Haftentlassungsgesuchen und auf
richterliche Überprüfung der Verlängerung – ist zu schliessen, dass jedenfalls über eine
solche Verlängerung der Ausschaffungshaft nach durchgeführter mündlicher
Verhandlung richterlich zu entscheiden ist (vgl. so auch M. Businger,
Ausländerrechtliche Haft, Zürich/Basel/Genf 2015, S. 244 f.).
2.2.
bis ter
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2.3.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Begriff der mündlichen
Verhandlung entsprechend dem Zeitpunkt der Verankerung des Begriffs im Gesetz im
Jahr 1994 sowie dem Zweck und der Bedeutung der Verhandlung als
Präsenzverhandlung zu verstehen. Der inhaftierten Person kann deshalb die mit einer
Videokonferenz verbundene Beeinträchtigung der Wahrnehmungs- und
Kommunikationsmöglichkeiten nicht gegen ihren Willen aufgezwungen werden.
Mündliche Verhandlungen jedenfalls soweit sie der Überprüfung der Anordnung der
Durchsetzungshaft und deren Verlängerung auf entsprechendes Gesuch der
inhaftierten Person gemäss Art. 78 Abs. 4 AIG betreffen, müssen in physischer
Anwesenheit der erforderlichen Personen stattfinden, soweit die inhaftierte Person
nicht in klarer Kenntnis der Tragweite ihres Entscheids auf die vom Gesetzgeber
gewollte Unmittelbarkeit der mündlichen Verhandlung zugunsten einer Videokonferenz
verzichtet (vgl. BGer 2C_846/2021 vom 19. November 2021 E. 3.3.4). Nach Art. 5
Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV)
handeln staatliche Organe und Private nach Treu und Glauben.
2.3.1.
In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2021
anlässlich der Eröffnung des Haftbefehls vom 8. Dezember 2021 unterschriftlich auf
eine Durchführung der Verhandlung zur Haftüberprüfung vor Ort bei der
Verwaltungsrekurskommission in St. Gallen verzichtete und sich stattdessen mit der
Durchführung via Skype einverstanden erklärte (vgl. act. 7-I/5 Seite 4/8). Am 24. Januar
2022 erteilte er sämtlichen Rechtsvertretern und Rechtsvertreterinnen von AsyLex die
Vollmacht zur vollumfänglichen Vertretung im asyl- und ausländerrechtlichen Verfahren,
so insbesondere zur Vertretung gegenüber Behörden und vor Gerichten, zur
Einreichung von Gesuchen, Rekursen und weiteren schriftlichen und mündlichen
Eingaben sowie zu allen weiteren Handlungen zur Wahrung seiner Interessen im
Zusammenhang mit dem asyl- und ausländerrechtlichen Verfahren in der Schweiz und
im Ausland, namentlich bei einer Administrativhaftanordnung, respektive des
Aufenthalts in Administrativhaft (vgl. act. 7-II/2 Seite 27). Am 4. März 2022 übermittelte
das Migrationsamt der Rechtsvertretung das Protokoll der Befragung des
Beschwerdeführers vom 3. März 2022, aus welchem die Absicht erkennbar war, bei der
Verwaltungsrekurskommission die Verlängerung der bis 11. März 2022 genehmigten
Haft um weitere drei Monate zu beantragen (vgl. act. 7-II/2 Seite 56, Frage 16, und
Seite 60).
2.3.2.
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An den nachfolgenden Befragungen des Beschwerdeführers vom 1. April 2022 und
vom 27. Mai 2022 durch eine Fachspezialistin des Migrationsamts nahm auch eine
Mitarbeiterin von AsyLex teil (act. 7/III/2, Seiten 14-16 und 21-23). Am 1. April 2022
versicherte sich die Fachspezialistin, dass dem Beschwerdeführer die Bestätigung der
Ausschaffungshaft bis 11. Juni 2022 bekannt sei. Am 27. Mai 2022 gab sie bekannt,
das Migrationsamt beabsichtige, bei der Verwaltungsrekurskommission wiederum eine
Verlängerung der Ausschaffungshaft um weitere drei Monate zu beantragen und gab
dem Beschwerdeführer und der Mitarbeiterin von AsyLex die Möglichkeit, sich dazu zu
äussern.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers musste also spätestens seit 27. Mai 2022
davon ausgehen, dass kurz vor Ablauf der bis 11. Juni 2022 richterlich bestätigten
Ausschaffungshaft behördlicherseits ein weiteres Gesuch um eine Haftverlängerung
gestellt und eine mündliche Verhandlung vor der zuständigen Einzelrichterin der
Verwaltungsrekurskommission stattfinden werde. Dass sich die Rechtsvertretung
daraufhin die ihr bekannten Ansprüche ihres Mandanten auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung und Durchführung einer Präsenzverhandlung, welcher die
coronabedingten Regeln nicht entgegenstanden, geltend gemacht hätte, wird aus den
Akten nicht ersichtlich. Die Rechtsvertretung wurde sodann am 9. Juni 2022 über die
Durchführung der Verhandlung am folgenden Tag um 09.00 Uhr in Kenntnis gesetzt. In
dem per Fax übermittelten schriftlichen Plädoyer vom 10. Juni 2022 – der Zeitpunkt
des Eingangs bei der Vorinstanz wird aus den Akten nicht ersichtlich – beantragte die
Rechtsvertreterin für den Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung,
nicht aber die Durchführung einer Präsenzverhandlung (vgl. act. 7-III/3). Sie behauptet
auch nicht, einen solchen Anspruch anlässlich der telefonischen Orientierung vom
9. Juni 2022 oder unmittelbar im Nachgang derselben geltend gemacht zu haben. Es
wäre der Rechtsvertreterin unbenommen gewesen, bereits am 27. Mai 2022,
spätestens aber am 9. Juni 2022 gegenüber der Vorinstanz auf den Anspruch des
Beschwerdeführers auf Durchführung einer Präsenzverhandlung hinzuweisen.
Nachdem sie dies nicht getan hat, durfte die Vorinstanz in guten Treuen davon
ausgehen, der Beschwerdeführer verzichte zugunsten einer Durchführung per Skype
auf die Unmittelbarkeit der mündlichen Verhandlung.
Ergänzend kann zur Abwicklung des Haftüberprüfungsverfahrens angemerkt werden,
dass es zweckmässig erscheint, wenn die inhaftierte Person sich anlässlich der
2.3.3.
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3.
Eröffnung des Haftbefehls dazu äussern kann, ob sie eine Verhandlung vor Ort oder
per Skype wünscht (vgl. Gewährung des rechtlichen Gehörs gemäss Formular
"Vollzugsbericht"; act. 7-I/5 Seite 6). Die Einholung einer solchen Klarheit schaffenden
Erklärung erscheint ohne zusätzlichen Aufwand auch möglich, wenn die inhaftierte
Person anlässlich der Befragung durch das Migrationsamt auf die Absicht hingewiesen
wird, bei der Vorinstanz die Verlängerung der Ausschaffungshaft zu beantragen (vgl.
beispielsweise act. 7-III/2 Seite 23). Der Klarheit diente auch der Vermerk im Protokoll,
ob eine Verhandlung vor Ort oder via Skype stattgefunden hat.
Bei Verlängerungen der Ausschaffungshaft liegen zwischen der Einreichung des
entsprechenden Antrags des Migrationsamts bei der Vorinstanz – vorliegend datiert
das mit keinem Eingangsstempel versehene Gesuch vom 30. Mai 2022 – und dem
Ablauf der bewilligten Haft – vorliegend 11. Juni 2022 – regelmässig mehrere Tage.
Unter diesen Umständen erscheint es als angebracht, dass einer allfälligen
Rechtsvertretung der für die Haftverhandlung vorgesehene Termin von der Vorinstanz
frühzeitig – und wenn immer möglich nicht erst am Vortag – bekannt gegeben wird.
Schliesslich stellt sich vorliegend die Frage, weshalb Migrationsamt und Vorinstanz
trotz der aktenkundigen Vertretungsvollmacht vom 24. Januar 2022 das Verfahren –
soweit in den Akten überhaupt dokumentiert und ersichtlich – weitgehend nicht über
die Rechtsvertretung abwickelten, was an sich üblich und geboten wäre. Insbesondere
wird aus den Akten nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz die Rechtsvertretung über die
Durchführung der mündlichen Verhandlung vom 10. März 2022 in Kenntnis gesetzt und
ihren Entscheid vom 10. März 2022 der Rechtsvertretung zumindest mitgeteilt hätte.
Der Beschwerdeführer beanstandet die Haftbedingungen im Ausschaffungsgefängnis
Bazenheid. Das Trennungsgebot werde nicht eingehalten. Die Haftanstalt sei bis vor
zehn Jahren ein Gefängnis für die Strafhaft und die Räumlichkeiten gerade nicht auf
das Regime der Ausschaffungshaft, die keiner Gefängnisumgebung gleichkommen
dürfe, ausgerichtet gewesen. Das habe die Nationale Kommission zur Verhütung von
Folter bereits im Jahr 2016 festgestellt. Neueren Medienberichten sei zu entnehmen,
dass die Haftbedingungen keineswegs besser geworden seien. Es fehle Privatsphäre,
die Personen seien über eine zu lange Zeitspanne in der Zelle eingesperrt und es fehle
an Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Die "Betreuung" durch
Polizeibeamte zeige ebenfalls, dass die inhaftierten Personen wie im Strafvollzug
3.1.
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beziehungsweise in der Untersuchungshaft behandelt würden. – Das Migrationsamt hat
sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu den Haftbedingungen nicht geäussert.
Nach Art. 81 Abs. 2 AIG (in der seit 1. Juni 2019 in Kraft stehenden Fassung; AS 2019
S. 1413) ist die ausländerrechtliche Administrativhaft in Hafteinrichtungen zu vollziehen,
die dem Vollzug der Vorbereitungs-, Ausschaffungs- und Durchsetzungshaft dienen; ist
dies insbesondere aus Kapazitätsgründen in Ausnahmefällen nicht möglich, so sind die
inhaftierten Ausländerinnen und Ausländer gesondert von Personen in
Untersuchungshaft oder im Strafvollzug unterzubringen. Art. 81 Abs. 4 AIG verweist für
die Rückführungen in einen Drittstaat (lit. a) und für Dublin-Überstellungen (lit. b) auf
das einschlägige europäische Recht. Auch Art. 16 der Richtlinie 2008/115/EG geht
davon aus, dass einerseits in Mitgliedstaaten besondere Hafteinrichtungen unter
Umständen fehlen können – in diesen Fällen müssen die in Haft genommenen
Drittstaatsangehörigen gesondert von den gewöhnlichen Strafgefangenen
untergebracht werden – und anderseits in Haft genommenen Drittstaatsangehörigen
auf Wunsch gestattet wird, zu gegebener Zeit mit Rechtsvertretern,
Familienangehörigen und den zuständigen Konsularbehörden Kontakt aufzunehmen
(vgl. Urteil des EuGH C-519/20 vom 10. März 2022 Rz. 5). Rechtsvorschriften, die
Ausnahmen von diesem Grundsatz der Trennung von Strafvollzug und
ausländerrechtlicher Administrativhaft vorsehen, sind dann zulässig, wenn nicht
ausgeschlossen ist, dass in dem Zeitraum, in dem auf die Ausnahme zurückgegriffen
wird, in bestimmten speziellen Einrichtung für den Vollzug der Abschiebehaft
vorübergehend Plätze verfügbar sind (vgl. Urteil des EuGH C-519/20 vom 10. März
2022 Rz. 78). Personen in ausländerrechtlicher Haft werden gemäss Art. 2 Abs. 2 der
Verordnung über die Gefängnisse und Vollzugsanstalten (sGS 962.14) getrennt von
Gefangenen anderer Haftarten untergebracht und erhalten im Rahmen der
Hausordnung Gelegenheit für soziale Kontakte und gemeinschaftliche Aktivitäten; im
Übrigen werden die Vorschriften der Verordnung sachgemäss angewendet.
3.2.
3.3.
Das Gefängnis Bazenheid war zwar bei seiner Errichtung auf den Vollzug der
Untersuchungshaft ausgerichtet. Zu berücksichtigen ist, dass der Vollzug der
Untersuchungshaft – anders als der Vollzug von Freiheitsstrafen – dem Grundsatz der
Unschuldsvermutung Rechnung tragen muss. Insoweit ergeben sich hinsichtlich der
Anforderungen an die Haftbedingungen Parallelen zur ausländerrechtlichen
3.3.1.
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Administrativhaft. Dass der Zweck der letzteren im Vergleich zu jenem der ersteren ein
freiheitlicheres Regime zulässt, ist unbestritten. Das hat bei der Umnutzung zu
entsprechenden baulichen Massnahmen geführt (vgl. Tagblatt vom 1. November 2018;
www.tagblatt.ch). Die wesentliche Voraussetzung des Vollzugs der
ausländerrechtlichen Haft in einer dafür vorgesehenen Hafteinrichtung ist
unbestrittenermassen erfüllt. Im Gefängnis in Bazenheid werden nebst der
ausländerrechtlichen Administrativhaft – unbestrittenermassen – denn auch keine auf
anderen Rechtgründen beruhenden Freiheitsentzüge vollzogen.
Im Februar 2022 beanstandeten der Beschwerdeführer und ein Mitinsasse in einem
Schreiben an das Migrationsamt (vgl. act. 7-II/2 Seite 42) die Haftbedingung im
Ausschaffungsgefängnis in Bazenheid hinsichtlich der fehlenden Möglichkeit, Sport zu
treiben und zu arbeiten, der Unterbringung in einer Zweierzelle mit lediglich einem WC
ohne Türe, des lediglich zweimaligen Duschens pro Woche sowie des kleinen
Aufenthaltsraums, der keine Möglichkeit für ruhige Gespräche oder Gesellschaftsspiele
biete (vgl. act. 7-II/2 Seite 43). In der mündlichen Verhandlung vor der Vorinstanz
beanstandete der Beschwerdeführer die Haftbedingungen konkret hinsichtlich der
Dauer des Einschlusses in der Zelle (täglich zwanzig Stunden), der Qualität der sozialen
Kontakte zu anderen Insassen (keine guten Beziehungen) und dem Zustand seiner
Zelle (sehe aus wie ein Aschenbecher). Das Migrationsamt hat am 14. Juli 2022 im
Beschwerdeverfahren auf eine Vernehmlassung verzichtet und insbesondere auch die
vom Beschwerdeführer dargelegten Haftbedingungen nicht bestritten. Indes klärte die
Fachspezialistin des Migrationsamts bereits am 22. Februar 2022 die Fragen mit den
Betroffenen und hielt ihnen gegenüber fest, die beanstandeten Bedingungen
entsprächen den Mindestanforderungen. Die geklagten Probleme ergäben sich vor
allem aus der fehlenden Beschäftigung sowie der Möglichkeit, nur zweimal wöchentlich
duschen zu können (vgl. act. 7-II/2 Seite 44). Am 4. März 2022 erneut zu den
Haftbedingungen befragt, führte der Beschwerdeführer aus, die Angelegenheit sei für
ihn erledigt. Er sei froh, dass er und sein Kollege mit der Fachspezialistin des
Migrationsamtes habe sprechen können. Sie wüssten jetzt, wie die Regeln seien und
sie die Verlegung nach Bazenheid akzeptieren müssten (vgl. act. 7-II/2 Seite 53,
Antwort auf Frage 5). Nachdem die beanstandeten Haftbedingungen in tatsächlicher
Hinsicht unbestritten sind, erübrigt sich die Durchführung des vom Beschwerdeführer
beantragten Augenscheins.
Der Beschwerdeführer hat während des Vollzugs der Ersatzfreiheitsstrafen im
3.3.2.
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Gefängnis X._ selbst festgestellt, dass er dort nicht die gleichen Rechte wie im
Ausschaffungsgefängnis Bazenheid habe (vgl. act. 7-I/2 Seite 64, Antwort auf Frage 5).
Daraus wird ersichtlich, dass die Haftbedingungen in der Ausschaffungshaft im
Ausschaffungsgefängnis Bazenheid spürbar weniger einschränkend sind als jene im
Strafvollzug. Sie können aber je nach Zusammensetzung der Insassengemeinschaft,
der Herkunftsländer der Insassen und der Belegung nicht immer gleich offen
ausgestaltet werden. Die damit einhergehende Problematik ist behördlicherseits
bekannt (vgl. etwa die Stellungnahme der Regierung des Kantons St. Gallen vom
18. Mai 2016 zu Ziffer 23 des Berichts der Nationalen Kommission zur Verhütung von
Folter [NKVF] über ihren Besuch vom 5./6. Oktober 2015 in den Gefängnissen der
Kantonspolizei St. Gallen; www.nkvf.admin.ch Publikationen/Berichte der
Kontrollbesuche). Dass die baulichen Voraussetzungen und die personelle Ausstattung
der Gefängnisse es zurzeit nicht zulassen, den Gefangenen überall Beschäftigungs-,
Sport- und Freizeitmöglichkeiten und grosszügige Aussenkontakte zu bieten (vgl.
Stellungnahme zu Ziffer 22 des Berichts), ist auf die überkommene st. gallische
Struktur des Vollzugs freiheitsentziehender Massnahmen in zahlreichen kleineren
Einrichtungen zurückzuführen. Regierung, Parlament und Volk des Kantons St. Gallen
haben in diesem Zusammenhang erkannt, dass zwecks Optimierung eine
weitergehende Zentralisierung der Vollzugseinrichtungen erforderlich ist und in der
Volksabstimmung vom 25. November 2018 den Kantonsratsbeschluss über die
Erweiterung Erneuerung des Regionalgefängnisses und der Staatsanwaltschaft
Altstätten zugestimmt (vgl. zum Stand der Umsetzung Geschäft Nr. 33.21.02, dazu
insbesondere Kantonsratsbeschluss über einen Nachtragskredit betreffend
Altlastensanierung im Zusammenhang mit der Erweiterung und Erneuerung des
Regionalgefängnisses und der Staatsanwaltschaft Altstätten, Botschaft und Entwurf
der Regierung vom 26. Oktober 2021. www.ratsinfo.sg.ch).
Die ärztliche und medizinische Versorgung ist im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid
gewährleistet (vgl. dazu konkret für den Beschwerdeführer nachfolgend Erwägung 4.3).
Hinsichtlich der Möglichkeit sozialer Kontakte zwischen den Mitinsassen und der
Freizeitangebote, dürfen Einschränkungen über den Haftzweck hinausgehen, wenn sie
zur Aufrechterhaltung des ordnungsgemässen Anstaltsbetriebs notwendig sind (vgl.
BGE 124 I 203 E. 2b, 122 I 222). Die Gewährleistung der Möglichkeit sportlicher
Betätigung und offener Zellen während längerer Zeit setzt voraus, dass die damit
erforderliche Betreuung der Insassen personell gewährleistet werden kann. Gemäss
der Schilderung des Beschwerdeführers sind die Kontakte zu den Mitinsassen nicht
gut. Sind indes die Beziehungen zwischen den Häftlingen angespannt, setzt dies einen
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4.
erhöhten personellen Aufwand voraus und führt deshalb gezwungenermassen zu
längeren Einschliessungszeiten sowie in der Folge dazu, dass der Beschwerdeführer
auch die Zeit, in welcher die Zellen geöffnet sind, als unbefriedigend empfindet, weil
weder ruhige Gespräche zustande kommen noch sich Gelegenheiten für
Gesellschaftsspiele ergeben. Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, der Zugang
zu Zeitungen und Büchern oder der Empfang von Besuchen seien ihm verwehrt
worden. Den allgemeinen Anspruch auf Beschäftigung in der ausländerrechtlichen
Administrativhaft gemäss Art. 81 Abs. 2 Satz 3 AIG (in der Fassung vom 16. Dezember
2005, AS 2007 S. 5437) hat der Gesetzgeber per 1. Dezember 2014 ersatzlos
gestrichen (vgl. AS 2013 S. 4375 ff. S. 4390).
Zusammenfassend ergibt sich damit hinsichtlich der monierten Haftbedingungen, dass
die Unterbringung des Beschwerdeführers im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid dem
Grundsatz der Trennung von Straf- und Untersuchungsgefangenen entspricht. Das
Haftregime ist freier ausgestaltet als im Strafvollzug und in der Untersuchungshaft. Es
genügt insgesamt den Mindestanforderungen, welche der Vollzug der
ausländerrechtlichen Administrativhaft erfüllen muss. Soweit es als restriktiv – keine
Möglichkeit für Sport und Beschäftigung, Einschliessung während zwanzig Stunden
täglich, Duschen zweimal wöchentlich – erscheint, ist es durch die bestehenden,
jedoch in Anpassung stehenden st. gallischen Gefängnisstrukturen sowie die
notwendige Aufrechterhaltung eines ordnungsgemässen Anstaltsbetriebs bedingt. Es
ist davon auszugehen, dass Lockerungen zumindest teilweise – wie beispielsweise die
Verkürzung der Einschliesszeiten und Bewegungsfreiheit im Zellentrakt – bei
zuverlässig kooperativem Verhalten der Insassen möglich sind.
Der Beschwerdeführer macht geltend, dem angesichts der rechtskräftigen
Wegweisungsverfügung gegebenen öffentlichen Interesse an deren Vollzug sei das
private, in erster Linie durch die persönliche Freiheit gemäss Art. 10 Abs. 2 BV
geschützte Interesse des Beschwerdeführers gegenüberzustellen. Er müsse bereits seit
sechseinhalb Monaten im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid ausharren. Davor sei er
bereits von Anfang August bis Mitte November [2021] in Ausschaffungshaft gewesen.
Diese sei für knapp einen Monat unterbrochen worden, weil er in dieser Zeit
Ersatzfreiheitsstrafen habe verbüssen müssen. Der Beschwerdeführer befinde sich seit
insgesamt knapp zehn Monaten in Ausschaffungshaft. Um die Verhältnismässigkeit der
Einschränkung der persönlichen Freiheit über einen Zeitraum von mehr als sechs
4.1.
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Monaten zu rechtfertigen, müssten sehr gewichtige öffentliche Interessen vorliegen.
Das Interesse der Öffentlichkeit bestehe in der Erhaltung der öffentlichen Ordnung und
Sicherheit. Ziehe man in Betracht, dass er hauptsächlich durch geringfügige
Verbrechen und Vergehen auffällig geworden sei, könne man nicht von einer
Gefährdung der Sicherheit der Öffentlichkeit sprechen. Schon gar nicht habe er die
Öffentlichkeit gefährdet. Er habe sich in den vergangenen [...] nichts zu Schulden
kommen lassen, sondern sich stets wohlverhalten. Er sei kooperativ und freundlich im
Umgang mit den Behörden. Ziehe man in Betracht, dass die potenzielle Gefährdung
mit dem Freiheitsentzug des Beschwerdeführers abzuwägen sei, steche das
offensichtliche Missverhältnis sofort ins Auge. Die Verhältnismässigkeitsprüfung müsse
sich auch auf die Länge der Haft beziehen. Sie sei auf das Notwendigste zu
beschränken. Bei einer Haftdauer von mehr als sechs Monaten könne davon allerdings
keine Rede mehr sein. Schliesslich wären mildere Mittel – Meldepflicht und/oder
Eingrenzung auf das Gebiet des Kantons St. Gallen – ebenso geeignet, die
Anwesenheit des Beschwerdeführers für den Vollzug der Wegweisung und damit die
Durchsetzung des Asyl- und Ausländerrechts sicherzustellen.
Die maximale Haftdauer von Vorbereitungs-, Ausschaffungs- und Durchsetzungshaft
von sechs Monaten kann gestützt auf Art. 79 Abs. 2 Ingress AIG um eine bestimmte
Dauer, jedoch höchstens um zwölf Monate, verlängert werden, wenn die betroffene
Person nicht mit der zuständigen Behörde kooperiert (lit. a) oder sich die Übermittlung
der für die Ausreise erforderlichen Unterlagen durch einen Staat, der kein Schengen-
Staat ist, verzögert (lit. b).
Der Beschwerdeführer kann der ihm gegenüber verhängten strafrechtlichen
Landesverweisung mangels Pass und – erforderlichenfalls – Visum legal nur mit einer
Ausreise nach Algerien, seinem Heimatland, nachkommen. Zu einer solchen Ausreise
ist er gemäss seinen Angaben anlässlich der Verhandlung vor Vorinstanz am 10. Juni
2022 nicht bereit (vgl. act. 7-III/4, Seite 4). Die algerischen Behörden haben mittlerweile
am 11. Mai 2022 die Identität des Beschwerdeführers – A._, geboren 1990 –
festgestellt. Der Beschwerdeführer hat diese Identität gegenüber der Vorinstanz
bestätigt (vgl. act. 7-III/4 Seite 3). Die Ausstellung und Übermittlung des für die
Ausreise erforderlichen Laissez-passer durch Algerien, das unbestrittenermassen kein
Schengen-Staat ist, steht noch aus. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine mehr
als sechsmonatige Ausschaffungshaft gemäss Art. 79 Abs. 2 Ingress und lit. b AIG sind
damit erfüllt.
4.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 14/21
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Die Haft ist durch das öffentliche Interesse der Durchsetzung des Asyl- und
Ausländerrechts gerechtfertigt und auch verhältnismässig. Sie ist zur Durchsetzung des
öffentlichen Interesses geeignet und erforderlich. Insbesondere ist die vom
Beschwerdeführer in Betracht gezogene mildere Massnahme – die Kombination einer
Meldepflicht mit einer Eingrenzung auf das Gebiet des Kantons St. Gallen –
unzureichend, zumal der Beschwerdeführer vor der Vorinstanz die Absicht äusserte,
nach Frankreich auszureisen, weil seine Familie dort lebe. Wie er dies ohne Papiere
und Visum legal tun könnte, ist nicht ersichtlich. Die Schweiz aber darf nicht bewusst
zu einer illegalen Einreise in einen benachbarten Schengen-Staat Hand bieten (vgl.
BGer 2C_205/2007 vom 1. Juni 2007 E. 3.3, 2C_71/2008 vom 29. Januar 2008 E. 2.3).
Zu prüfen bleibt damit noch die Zumutbarkeit der weiteren Verlängerung der
Ausschaffungshaft.
Je länger die Haft dauert, desto gewichtiger haben die öffentlichen Interessen an ihrer
Aufrechterhaltung zu sein, und umso sorgfältiger sind diese – auch bei einer Weigerung
des Ausländers zu kooperieren – gegenüber den Interessen des Inhaftierten
abzuwägen (vgl. BGE 130 II 56 E. 4.2.3). Indessen ist aber auch zu beachten, dass die
Verhältnismässigkeit nicht bereits mit der Begründung in Frage gestellt werden kann,
der Betroffene verweigere konsequent seine Einwilligung zu einer selbständigen
Rückkehr. In einem Rechtsstaat kann nicht von der Rechtsdurchsetzung abgesehen
werden, weil der Betroffene – wie der Beschwerdeführer – erklärt, sich nicht an die
Rechtsordnung halten zu wollen (vgl. BGer 2C_898/2017 vom 2. Februar 2018 E. 4.1).
Mit der Identifikation des Beschwerdeführers durch die algerischen Behörden am
10. Mai 2022 hat sich die Aussicht darauf, dass für den Beschwerdeführer in
absehbarer Zeit, insbesondere noch innerhalb der zulässigen Haftdauer ein Laissez-
passer ausgestellt wird und dem Vollzug der Landverweisung damit keine rechtlichen
Hindernisse mehr entgegenstehen, konkretisiert. Mit den konkreten Aussichten auf den
Vollzug der Wegweisung gewinnt das öffentliche Interesse an der Umsetzung des
Ausländerrechts an Gewicht. Sie überwiegen die privaten Interessen des
Beschwerdeführers selbst dann, wenn berücksichtigt wird, dass die Bedingungen
seiner Unterbringung im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid den gesetzlichen
Voraussetzungen nur knapp zu genügen vermögen. Sie erfüllen indessen – wie
dargelegt – die grundlegenden Mindestanforderungen an den Vollzug der
ausländerrechtlichen Administrativhaft. Dies umso mehr, als es sich um eine besondere
Einrichtung ohne jeden Bezug zum Vollzug von strafrechtlichen und strafprozessual
bedingten Freiheitsentzügen handelt und weitergehende Lockerungen der
4.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 15/21
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5.
Haftbedingungen – beispielsweise die Verlängerung der Zeiten, in welchen die Zellen
geöffnet und Gespräche und Spiel möglich sind – nicht normativ ausgeschlossen sind,
sondern auch vom Verhalten der Insassen und des in der Folge erforderlichen
personellen Überwachungsaufwandes abhängen. Die medizinische Versorgung ist
gewährleistet. Sie hängt indessen in erster Linie davon ab, dass der Beschwerdeführer
oder seine Rechtsvertretung die entsprechenden Bedürfnisse formuliert. Das
Aufsichtspersonal und die Mitarbeitenden des Migrationsamts sind sodann auch
verpflichtet, auf konkrete Anzeichen hin, wie sie beispielsweise in der spontanen
Äusserung von Suizidgedanken durch den Beschwerdeführer zum Ausdruck kommen
können (vgl. act. 7-III/2 Seite 22), gegebenenfalls auch ohne ausdrücklichen Wunsch
des Betroffenen, psychologische Unterstützung zu veranlassen. Unter den dargelegten
Umständen erscheint die genehmigte Verlängerung der Ausschaffungshaft von bisher
neun auf zwölf Monate immer noch als zumutbar.
Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfahren um unentgeltliche
Rechtspflege und -verbeiständung ersucht. Die Vorinstanz hat auf die Erhebung
amtlicher Kosten – ohne solche zu sprechen und zu verlegen – unter Verweis auf
Art. 97 VRP verzichtet. Da der Beschwerdeführer mit keinen amtlichen Kosten belastet
wurde, hat die Vorinstanz sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege zu Recht als obsolet bezeichnet. Insoweit ist der Beschwerdeführer denn
auch nicht beschwert.
5.1.
Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung hat die Vorinstanz abgewiesen.
Sie führt aus, im Zusammenhang mit der Durchsetzungshaft habe das Bundesgericht
erkannt, dass dem Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung bereits im erstmaligen,
mündlichen Haftprüfungsverfahren zu entsprechen sei, sofern sich die
Durchsetzungshaft direkt an eine längere Ausschaffungshaft beziehungsweise einen
Strafvollzug anschliesse, in der Folge aber nur noch bei besonderen Schwierigkeiten
rechtlicher oder tatsächlicher Natur. Was für die Durchsetzungshaft, welche das letzte
Mittel darstelle, wenn und soweit keine andere Zwangsmassnahme zum Ziel führe, den
illegal anwesenden Ausländer – auch gegen seinen Willen – in die Heimat verbringen zu
können, [gelte], habe umso mehr bei Verlängerungen der Ausschaffungshaft zu gelten,
sofern dem Ausländer nach Ablauf von drei Monaten – wie vorliegend dem
Beschwerdeführer bei der erstmaligen Verlängerung der Ausschaffungshaft am
14. Dezember 2021 – bereits einmal die unentgeltliche Prozessführung gewährt worden
5.2.
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sei. Seither seien keine neuen Sachverhaltselemente dazugekommen, welche zu einer
wesentlichen Änderung der Sachlage und damit zu besonderen Schwierigkeiten
tatsächlicher oder rechtlicher Natur im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
geführt hätten.
Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt,
Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos
erscheint (Satz 1); soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie
ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (Satz 2). Art. 4 Ingress und
lit. d der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) garantiert das Recht auf
unentgeltlichen Rechtsbeistand, ohne dessen Voraussetzungen zu konkretisieren.
Gemäss Art. 99 VRP wird vor Verwaltungsrekurskommission die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gewährt (Abs. 1), wobei die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO) über die unentgeltliche
Rechtspflege sachgemäss Anwendung finden (Abs. 2). Der Umfang des Anspruchs
richtet sich zunächst nach den Vorschriften des kantonalen Rechts. Erst wo sich der
entsprechende Rechtsschutz als ungenügend erweist, greifen die
bundesverfassungsrechtlichen Minimalgarantien Platz. Das kantonale Recht kann
mithin über den bundesverfassungsrechtlichen Anspruch hinausgehen (vgl. BGE 134 I
92 E. 3.1.1).
5.3.
Die Vorinstanz gibt die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Anspruch auf einen
unentgeltlichen Rechtsbeistand im Verfahren der Verlängerung einer
Durchsetzungshaft zutreffend wieder (vgl. BGE 134 I 92, Regeste). Fraglich ist indes,
ob ihrem Schluss, was im Verfahren der Verlängerung der Durchsetzungshaft gelte,
müsse umso mehr in jenem der Ausschaffungshaft gelten, gefolgt werden kann.
Zwar führen Durchsetzungs- wie Ausschaffungshaft zum gleichen schweren Eingriff in
die persönliche Freiheit der inhaftierten Person. Die Durchsetzungshaft kommt
indessen dann zum Tragen, wenn eine Weg-, Aus- oder Landesverweisung aufgrund
des persönlichen Verhaltens der zur Ausreise verpflichteten Person nicht vollzogen
werden kann (vgl. Art. 78 Abs. 1 AIG). Die Haft findet ihre Rechtfertigung damit vorab in
der Erzwingung einer durch das Gesetz vorgeschriebenen Verpflichtung (vgl. BGE 134 I
92 E. 2.1.2). Der Betroffene soll – nachdem während der Ausschaffungshaft sämtliche
zumutbaren Abklärungen und Bemühungen an seinem Verhalten gescheitert sind –
dazu bewegt werden, seiner gesetzlichen Pflicht zur Ausreise nachzukommen und mit
5.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/21
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den Behörden zu kooperieren (vgl. BGE 134 I 92 E. 2.3.1). Wurde unter Beizug eines
Rechtsbeistandes im Verfahren der Anordnung oder der Verlängerung der
Durchsetzungshaft einmal festgestellt, dass die betroffene Person in der Lage ist, ein
Vollzugshindernis durch ein konkretes Verhalten zu beseitigen, ist regelmässig klar,
wann – nämlich nach Erfüllung der Mitwirkungspflicht durch die inhaftierte Person – die
Grundlage für eine Durchsetzungshaft entfällt. Demgegenüber ist bei der
Ausschaffungshaft die Ausgangslage regelmässig komplexer, weil der Grund der Haft
nicht (nur) vom Verhalten der inhaftierten Person, sondern auch vom Verhalten der in-
und ausländischen Behörden abhängt. Dass das Bundesgericht bei der
Durchsetzungshaft davon ausgeht, wenn dem mit der Schwere des Eingriffs
begründeten verfassungsmässigen Anspruch auf eine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung einmal Rechnung getragen worden sei, bestehe er bei der
Verlängerung der Durchsetzungshaft nur noch bei besonderen Schwierigkeiten
tatsächlicher und rechtlicher Natur, ist deshalb sachlich ohne Weiteres nachvollziehbar.
Das Bundesgericht betont denn auch in seiner Begründung den – im Vergleich zur
Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft – besonderen Charakter der Durchsetzungshaft
(vgl. BGE 134 I 92 E. 4.1). An der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
VerwGE B 2022/98 vom 3. Juni 2022 E. 4.6), wonach im gerichtlichen Verfahren zur
Genehmigung der Verlängerung von Ausschaffungshaften über die Dauer von drei
Monaten hinaus bei prozessualer Bedürftigkeit der inhaftierten Person im Verfahren der
richterlichen Haftüberprüfung vor der Vorinstanz ein – verzichtbarer – Anspruch auf
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung besteht, ist deshalb
festzuhalten.
Die Vorinstanz hat daher den Antrag des Beschwerdeführers auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im vorinstanzlichen Verfahren somit zu Unrecht abgewiesen. Die
Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen und dem Beschwerdeführer für das
vorinstanzliche Verfahren Rechtsanwältin Lea Hungerbühler, Zürich, als unentgeltliche
Rechtsbeiständin zu bestellen.
Die Rechtsvertreterin macht im vorinstanzlichen Verfahren einen Aufwand von fünf
Stunden zu CHF 220, mithin ein Honorar von CHF 1'100 geltend. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor der Einzelrichterin im
Verwaltungsjustizverfahren pauschal CHF 1'000 bis 7'500 (Art. 22 Abs. 1 Ingress und
lit. c der Honorarordnung; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine Pauschale
gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Das
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 18/21
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6.
Zusammenfassend erweisen sich die Rügen hinsichtlich der Beachtung des Anspruchs
des Beschwerdeführers auf das rechtliche Gehör, der Erfüllung der
Mindestanforderungen an die Haftbedingungen und der Verhältnismässigkeit der
weiteren Verlängerung der Ausschaffungshaft als unbegründet. Begründet ist hingegen
der Vorwurf, die Vorinstanz habe dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren
zu Unrecht keine unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Die Beschwerde ist
deshalb teilweise gutzuheissen und Ziffer 4 des angefochtenen Entscheides
aufzuheben. Rechtsanwältin Lea Hungerbühler, Zürich, ist dem Beschwerdeführer für
das vorinstanzliche Verfahren als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. Im
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens tragen der Beschwerdeführer zu zwei Dritteln, der Staat zu
einem Drittel (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Auf die
Erhebung der Kostenanteile ist beim Beschwerdeführer gestützt auf Art. 97 VRP und
beim Staat gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP zu verzichten. Das Gesuch des
Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Beschwerdeverfahren kann dementsprechend als gegenstandslos geworden
abgeschrieben werden.
Der Beschwerdeführer unterliegt in der Hauptsache und damit mehrheitlich. Bei diesem
Verfahrensausgang hat er keinen Anspruch auf die Entschädigung ausseramtlicher
Kosten (vgl. Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP; A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti
[Hrsg.] Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, St. Gallen 2020, N
16 zu Art. 98 VRP). Der Beschwerdeführer ist offenkundig prozessual bedürftig. Die
Streitsache hat zudem in verfahrens- und materiellrechtlicher Hinsicht Fragen
aufgeworfen, welche die vom Beschwerdeführer erhobenen Rügen nicht als
aussichtslos erscheinen liessen. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
einverlangte Honorar erscheint angemessen. Anträge auf Entschädigung von
Barauslagen und Mehrwertsteuer wurden nicht gestellt (vgl. Art. 28 und 28 , Art. 29
HonO). Kostenpflichtig ist der Staat (Vorinstanz). Die Rechtsvertreterin darf von ihrem
Mandanten kein zusätzliches Honorar fordern (Art. 11 HonO). Der Beschwerdeführer
ist zur Nachzahlung der Kosten aus unentgeltlicher Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung an den Staat verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 123 Abs. 1 ZPO).
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im Beschwerdeverfahren ist deshalb zu entsprechen. Rechtsanwältin Sonja Comte,
Zürich, die im Beschwerdeverfahren als Rechtsvertreterin aufgetreten ist, ist im
Anwaltsregister des Kantons Zürich eingetragen, jedoch beim Verein AsyLex, einer
gemeinnützigen Organisation, angestellt (vgl. gerichte-zh.ch). Ihre Tätigkeit der
Parteivertretung ist deshalb strikte auf Mandate im Rahmen des von der Organisation
verfolgten Zwecks beschränkt (vgl. Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte; SR 935.61, BGFA). AsyLex unterstützt
Asylsuchende in ihrem Verfahren mit unentgeltlicher rechtlicher Beratung (vgl.
www.asylex.ch Über AsyLex). Der Beschwerdeführer muss die Schweiz zwar aufgrund
einer strafrechtlichen Landesverweisung verlassen. Er ist indessen auch
Asylsuchender, dessen Gesuch abgewiesen wurde. Er ist also unabhängig von der
strafrechtlichen Landesverweisung verpflichtet, die Schweiz zu verlassen.
Rechtsanwältin Sonja Comte, Zürich, kann deshalb als unentgeltliche Rechtsbeiständin
des Beschwerdeführers eingesetzt werden. Zuständig ist der verfahrensleitende
Abteilungspräsident (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 119 Abs. 3 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung, SR 272, und Art. 6 Abs. 1
Ingress und lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung,
sGS 961.2; Art. 6 Abs. 2 des Reglements über die Organisation und den
Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts; sGS 941.22).
Die Rechtsvertreterin macht ein pauschales Honorar von CHF 1'919.50 zuzüglich
Barauslagen von CHF 27 geltend. Das Honorar bewegt sich im Rahmen der
pauschalen Entschädigung, die einer Partei in einem vergleichbaren Verfahren bei
Obsiegen zugesprochen würde. Die Rechtsvertreterin ist mit einem pauschalen
Honorar von CHF 2'000 (vgl. Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b HonO), das bei
unentgeltlicher Prozessführung um einen Fünftel auf CHF 1'600 herabzusetzen ist (vgl.
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG), zu entschädigen. Hinzu
kommen die geltend gemachten Barauslagen von CHF 27 (vgl. Art. 28 und 28 HonO).
Mangels Antrags ist die Mehrwertsteuer nicht hinzuzurechnen (Art. 29 HonO). Die
Rechtsvertreterin darf von ihrem Mandanten kein zusätzliches Honorar fordern
(Art. 11 HonO). Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Kosten aus
unentgeltlicher Rechtspflege und Rechtsverbeiständung an den Staat verpflichtet,
sobald er dazu in der Lage ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 123 Abs. 1
ZPO).
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