# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8ed850f9-550d-5ea3-af90-e947b40d5ffe
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war seit dem 19. Juli 2010 bei der
Y._
GmbH als Sekretärin angestellt und damit bei der Schweizerischen
Unfallversi
cherungsanstalt
(Suva) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversi
cherung (UVG) obligatorisch versichert.
Mit Unfallmeldung vom 3. Juli 2012 liess die Versicherte der Suva mitteilen, ihr seien am 27. April 2011 in der
Uni
klinik
Z._
in Zürich bei einer Operation der linken Hüfte mehrere Nerven angerissen worden, was zu einer Lähmung vom Gesäss bis hinunter zu den Zehen geführt habe (
Urk.
10/1). Gemäss dem Operationsbericht der Uniklinik
Z._
handelte es sich beim Eingriff vom
27. April 2011 um eine
linksseitige
periaz
etabuläre
Beckenosteotomie
(PAO)
mit ventraler
Arthrotomie
und Taillie
rung des Kopf-Halsüberganges (
Urk.
10/5/27-28). Im Bericht vom 18. Juli 2012 gab die Uniklinik
Z._
gegenüber der Suva an, der postoperative Verlauf habe sich während dem Klinikaufenthalt vom 27. April bis 1
2.
Mai 2011 sehr verzögert gezeigt und ein neurologisches Konsilium habe eine
Irritation de
s
Plexus
l
umbosakralis
(Lenden-Kreuz-Geflecht von Nerven) f
estgehalten (
Urk.
10/5/24-26).
Mit Verfügung vom
23. Juli
2014 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 27. April 2011, da es sich dabei um keinen Unfall gehandelt habe und auch keine unfallähnliche Körperschädigung vorliege (
Urk.
10/
46
). Die von der Versicherten
gegen diesen Entscheid am
4. September 2014 erhobene Einsprache (
Urk.
10/49) wies die Suva mit Ein
-
sprach
entscheid vom 5. November 2014 ab (
Urk.
2).
2
.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Massimo
Aliotta
, mit Eingabe vom 5. Dezember 2014 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Feststellung, dass die Suva die ent
sprechenden unfallversicherungsrechtlichen Leistungen zu erbringen habe. Eventualiter beantragte sie die Einholung eines medizinischen
Gerichtsgutach
tens
. Zudem beantragte sie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und einer öffentlichen Verhandlung
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
24. Februar 2015 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 3. März 2015 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
11). Am 13. April 2015 liess die Versicherte die Replik erstatten, wobei sie den prozessualen Antrag stellte, die
von der Suva mit der Beschwerdeantwort eingereichte
interdisziplinäre neurologische
und orthopädische Beurteilung
vom 11. Februar 2015
sei
vollständig aus dem Recht zu weisen (
Urk.
12). Schliesslich erstattete die Suva am 1. Mai 2015 ihre Duplik (
Urk.
16).
Auf die Ausführungen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.
2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das
Be
griffsmerkmal
der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Die Grundsätze zum Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit gelten auch, wenn zu beurteilen ist, ob ein ärztlicher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt. Die Frage, ob eine ärztliche Vorkehr als mehr oder weniger ungewöhn
licher äusserer Faktor zu betrachten sei, ist aufgrund objektiver medizinischer Kriterien zu beantworten. Sie ist nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vor
kehr als solche den Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist; denn das Merkmal der Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition des Unfallbegriffs nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern allein auf diesen selber. Nach der Praxis ist es mit dem Erfordernis der
Ausserge
wöhnlichkeit
streng zu nehmen, wenn eine medizinische Massnahme in Frage steht. Damit eine solche Vorkehr als unge
wöhnlicher äusserer Faktor qualifiziert werden kann, muss ihre Vornahme unter den jeweils gegebenen Umständen
vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweichen und zudem, objektiv betrachtet, entsprechend grosse Risiken in sich schliessen. Im Rahmen einer Krankheitsbehandlung, für welche die Unfallversicherung nicht
leistungspflich
tig
ist, kann ein Behandlungsfehler ausnahmsweise den Unfallbegriff erfüllen, nämlich, wenn es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rech
net noch zu rechnen braucht. Ob ein Unfall im Sinne des obligatorischen Unfallversicherungsrechts vorliegt, beur
teilt sich unabhängig davon, ob die beteiligte medizinische Fachperson einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder
öffentlichrechtliche
) Haftung begründet. Ebenso wenig besteht eine Bindung an eine allfällige strafrechtliche Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (BGE 121 V 35 E. 1b, 118 V 283 E. 2b, je mit Hin
weisen auf Recht
sprechung und Lehre).
1.3
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Beste
hen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt
die blosse Möglichkeit genügt nicht
, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
Auch den Berichten und Gutach
ten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beur
teilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157
E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
2.
2.1
D
ie kantonale
n
Rechtsmittelinstanz
en
haben
grundsätzlich
eine öffent
liche Verhandlung anzu
ordnen
, wenn eine solche in einem im Sinne von Art. 6
Ziff.
1
der Europä
ischen
Menschen
rechts
konvention
(
EMRK
)
zivilrechtlichen Prozess ausdrücklich oder zumindest kon
klu
dent beantragt worden ist. Nur ausnahmsweise kann es sich in solchen Fällen
rechtfertigen, davon abzusehen.
Es sind
Fälle denkbar, in welchen von einer öffentlichen Verhandlung zum vornherein keine Auswirkun
gen auf den zu fällenden Entscheid erwartet werden können und deren Anord
nung deshalb im Hinblick auf die gebotene Verfahrensökonomie ohne Verlet
zung von Art. 6
Ziff.
1 EMRK unterbleiben kann.
Dies trifft zum Beispiel dann z
u, wenn einzig eine Rechtsfrage zur Diskussion steht, deren Antwort sich bereits klar aus der veröffentlichten Rechtsprechung des Schweizerischen Bun
desgerichts ergibt. In solchen Fällen ist die Beschwerde im erstinstanzlichen Verfahren zum vorn
herein als aussichtslos zu qualifizieren, weshalb sich auch im Hinblick auf die von Art. 6
Ziff.
1 EMRK gewährleistete Verfahrensgarantie nicht beanstan
den lässt, wenn
das kantonale Gericht
den Antrag auf Durch
führung einer öf
fentlichen Verhandlung ablehnt
.
Ein innert
angemessener
Frist abgewickelter Prozess kann unter
Mitbe
-
rücksichti
gung
des Gebots der Verfahrenserledigung und
prozessökono
mischer
Überlegungen ohne Durchführung einer mündlichen Verhandlung den Anforderungen des Art. 6
Ziff.
1 EMRK genügen, wenn ausschliesslich rechtli
che oder hochtechnische Fragen zu beurteilen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2007 vom 1
0.
Januar 2008 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung lässt ein Absehen von einer öffentlichen Verhandlung
im Übrigen
zu, wenn die Beurteilung eines umstrittenen Sachverhaltes nicht vom persönlichen Eindruck der Parteien, sondern in erster Linie von den Akten abhängt
. Anders verhält es sich, wenn nicht von vornherein unerhebliche Beweismassnahmen beantragt werden, die naturgemäss nur in einer Verhandlung durchgeführt werden können, wie Zeugen- oder Parteieinvernahmen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_141/2009 vom
2.
Juli 2009 E. 5.3.2 mit Hinweisen).
2.2
Vorliegend geht es um die Beurteilung der Rechtsfrage, ob
im Rahmen des
medizi
nischen Eingriff
s
vom 2
7.
April 2011
Vorkehren getroffen wurden, die aufgrund ihrer Art und ihres Ausmasses auf ein Unfallereignis
im
versiche
rungsrechtlichen
Sinn
gemäss Art. 4 ATSG
schliessen lassen
. Deren Beantwor
tung ergibt sich klar aus der veröffentlichten Rechtsprechung des Bundesge
richts, so dass sich die Durchführung einer Verhandlung als nicht notwendig erweist. Zudem
hängt die Beurteilung des Sachverhaltes nicht in erster Linie vom persönlichen Eindruck der Parteien ab. Weiter liess d
ie Versicherte
zwar
eventualiter die Erstellung eines Gutachtens beantragen
(
Urk.
1,
Urk.
12)
, hat jedoch keine Beweismassnahmen beantragt, die nur in einer Verhandlung durchgeführt werden könnten. Es
ist daher von der Durchführung einer öffentli
chen Verhandlung abzusehen
.
2.
3
Weiter stellte die Versicherte in ihrer Replik vom 1
3.
April 2015 (
Urk.
12) den prozessualen Antrag, d
ie interdisziplinäre neurologische und orthopädische Beurteilung vom 1
1.
Februar 2015
aus dem
Recht zu weisen.
Tatsächlich
ist es der Verwaltung grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung des Rechtsmittels weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den Streitge
genstand betreffen und auf eine allfällige Änderung der angefochtenen Verfü
gung durch Erlass einer neuen abzielen
.
Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was in diesem Verfahrensstadium noch als zulässiges Verwaltungsh
andeln bezeichnet werden kann,
bilden die inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung für die Sache und die zeitliche Intensität der Abklärungsbedürftigkeit im Verfügungszeitpunkt: Punktuelle Abklärungen (wie das Einholen von Bestätigungen, Bescheinigungen usw. oder auch Rückfragen beim Arzt oder andern Auskunftspersonen) werden in aller Regel zulässig sein, nicht aber eine medizinische Begutachtung oder vergleichbare
Beweismassnah
men
wegen ihrer Tragweite für den verfügten und richterlich zu überprüfenden Standpunkt. Bei solchen
erfahrungsgemäss
zeitraubenden Abklärungen kann zudem auch nicht mehr von einer richterlich zu fördernden Prozessökonomie gesprochen werden
(BGE 127 V 228 E. 2 b)
aa
) und E. 2 b)
bb
) mit Hinweisen).
2.4
Die Versicherte
liess mit der Beschwerde
medizinische Berichte
einreichen
, welche sich nicht in den Akten befanden, insbesondere betreffend neurologische Untersuchungen
(
Urk.
3/19,
Urk.
3/25). Daraufhin hat die Suva weitere solche
neurologischen
Berichte erhältlich gemacht (
Urk.
9/1,
Urk.
9/2) und
alle diese neurologischen Berichte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie,
sowie
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie
,
zur ergänzenden Stellung
nahme vorgelegt
.
Dieses Vorgehen erscheint sinnvoll und führte auch zu keiner zeitlichen Verzögerung, da
die Abklärung
innert der Frist zur Erstattung der
Beschwerdeantwort vorgenommen werden konnte. Es wurde mit Verfügung vom
3.
März 2015 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
11), so dass die Versicherte zum
ärztlichen
Bericht vom 1
1.
Februar 2015 Stellung nehmen konnte und ihr rechtliches Gehör nicht verletzt wurde. Anzumerken ist, dass
dieser
dreiseitige
ärztliche
Bericht entgegen der Ansicht der Versicherten (
Urk.
12 S. 4) keiner
umfangreichen
medizinischen Begutachtung
entspricht
.
Zudem änderte diese
während dem Verfahren durchgeführte
Abklärung nichts an der Beurteilung der Suva, den Leistungsanspruch der Versicherten
,
mangels Vorliegens eines Unfalls im versicherungsrechtlichen Sinne
,
zu verneinen
(vgl.
Urk.
8)
.
3.
Die Suva stellte sich in ihrem
Einspracheentscheid
vom
5.
November 2014 sowie
in
ihrer Beschwerdeantwort vom 2
4.
Februar 2015 zusammengefasst auf den Standpunkt, dass der operative Eingriff vom 2
7.
April 2011 den
Unfallbe
griff
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht erfüllt habe.
Bei der Operation sei weder vom medizinisch Üblichen abgewichen worden
,
noch
habe
diese ein ausserordentliches Risiko in sich geschlossen. Es
habe
sich auch nicht um eine grobe ausserordentliche Verwechslung oder Ungeschicklichkeit
gehandelt
(
Urk.
2 S. 8
,
Urk.
8
). Demgegenüber beantragte die Versicherte in ihrer Beschwerde vom
5.
Dezember 2014 die Feststellung, dass die Suva aufgrund der Operation vom 2
7.
April 2011 unfallversicherungsrechtliche Leistungen zu erbringen habe (
Urk.
1).
In der Replik liess sie ausführen, die Tatsache allein, dass die Beschwerdegegnerin Hinweise auf ein Fehlverhalten der involvierten Ärzte im Rahmen der Operation verneine, könne für die Beurteilung nicht massgebend sein (
Urk.
12 S. 5).
4.
4.1
Die
in Frage stehende Operation, eine
peria
z
etabuläre
Beckenosteotomie
,
wurde am 2
7.
April 2011 aufgrund einer symptomatischen Hüftgelenkdysplasie
mit
Coxa
valga
und
antetorta
in der Uniklinik
Z._
vorgenommen (
Urk.
10/5/27-28). Im Bericht zur
Hospitalisation
hielt die Uniklinik
Z._
am 1
8.
Juli 2012 gegenüber dem Vertrauensarzt der Suva fest,
der postoperative Verlauf zeige sich sehr verzögert und die Versicherte sei nur schwer
mobili
-
sierbar
, sie
bewege sich nur sehr vorsichtig. Wegen zunehmend vorhandener Sensibilitätsstörungen am Unterschenkel sowie Kraftlosigkeit der
Kniereflexoren
und Fussmuskeln sei ein neurologisches Konsilium erfolgt, welche
s
die
Diagnose
einer
Irritation des
Plexus
lumbosakralis
genannt habe
. Bei neuro
-
pathischem
Schmerz und darauffolgender Schlafstörung sei eine Therapie mit
Lyrica
begonnen worden. Es wurde festgehalten, während der Operation sei vor allem die für das Alter relativ schwache Knochenqualität aufgefallen, weshalb der Hausarzt um eine Osteoporose-Abklärung ersucht werde
(
Urk.
10/5/
24
-
26
).
4.2
Am
6.
Mai 2011 führte
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, von der
Uni
klinik
Z._
eine neurologische und neurophysiolog
ische
Notfalluntersu
chung
durch
.
Er
diagnostizierte
im Bericht vom
9.
Mai 2011
einen neuropathi
schen Schmerz im linken Bein bei einer postoperativen
Irritation des
Plexus
lumbosakralis
. Diese Irritation sei Ursache der am ehesten neuropathischen Beschwerden im linken Bein (
Urk.
3/19). Im Bericht zur Verlaufsuntersuchung hielt
Dr.
C._
am 2
3.
Mai 2011 fest, Muskeln aus allen drei
Nervenversor
gungsgebieten
zeigten deutliche
axonale
Schädigungszeichen.
Das
Hauptprob
lem seien die extremen neuropathischen Schmerzen. Bei den
Diagnosen führte er eine
Schädigung des
Plexus
lumbosakralis
auf (
Urk.
9/1). Mit Bericht vom
3.
Juni 2011
diagnostizierte
Dr.
C._
daraufhin eine inkomplette
Schädi
gung des
Plexus
lumbosakralis
mit dem Schwerpunkt von
peronealen
und
femoralen
Anteilen, die sich in Besserung befände. Es zeige sich ein zufrieden
stellender Verlauf mit günstiger Prognose. Kernspintomografisch sei kein Hämatom und keine behebbare Ursache der neurophysiologisch nachgewiese
nen
Schädigung des
Plexus
lumbosa
k
ralis
ersichtlich (
Urk.
9/2).
Am 2
4.
Februar 2012 hielt die Uniklinik
Z._
nach einer klinisch
-
neurologischen und neu
rologischen Verlaufskontrolle eine weitgehend rückläufige Nervenschädigung im Bereich des Plexus
lumbosa
k
ralis
fest. Der Befund habe sich gegenüber den früheren Messungen vom
Juni 2011 eindeutig gebessert
(
Urk.
3/25)
.
4.
3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
hielt in seinem Bericht vom 2
9.
Januar 2014 gegenüber der Suva fest,
a
us neurologischer Sicht müsse die Ursache der persistierenden ausgeprägten Schmerzen und des Funktions
defizits am linken Bein offen gelassen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt beständen klinisch und elektrophysiologisch keine sicheren H
i
nweise auf eine persistie
rende Schädigung des Plexus
lumbosakralis
. Im Vordergrund stehe für ihn eine deutliche funktionelle Überlagerung beziehungsweise
somatoforme
Schmer
zausweitung
von
myofaszialen
Beschwerden am linken Bein (
Urk.
10/35).
4.4
Dr.
A._
von der Beschwerdegegnerin hielt am 1
3.
Februar 2014 fest, er könne sowohl die Diagnosestellung einer Dysplasie (angeborene Fehlbildung des Hüft
gelenks) als auch die Indikation zur Osteotomie (Herauslösen der Gelenkpfanne aus dem Becken mit stellungskorrigierender Fixation) in Würdigung der ärztli
chen Dokumentation als auch aus eigener Einschätzung nachvollziehen und bestätigen.
Beim zur Diskussion stehenden Eingriff handle es sich um ein etab
liertes Verfahren und der vorliegende Operationsbericht liefere keinerlei Hin
weise auf ein Abweichen vom Standard.
Eine direkte Schädigung des Plexus
lumbosa
k
ralis
durch eine
peria
z
etabuläre
Osteotomie sei praktisch ausgeschlos
sen. Denkbar se
i
jedoch
eine indirekte Affektion aufgrund
eines
Zuges in Folge der intraoperativen Manipulationen. Angaben zur
Auftretenswahrscheinlichkeit
einer Irritation des Plexus
lumbosa
k
ralis
fänden sich in der ihm bekannten medizinischen Literatur nicht. Da es sich um eine lediglich vorübergehende Affektion handle, sei die klinische Relevanz auch von untergeordneter Bedeu
tung. Es liege keine grobe, ausserordentliche Verwechslung oder Ungeschick
lichkeit vor (
Urk.
10/37
)
.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
von
der
Suva nahmen in
der interdisziplinären neurologi
schen
und orthopädischen Beurteilung
vom 1
1.
Februar
2015
Stellung zu den ihnen ergänzend
neu
vorgelegten neurologischen Untersuchungsberich
ten.
Sie hielten fest, es
könne neurologisch anhand des klinischen und insbe
sondere des elektrophysiologischen Verlaufs festgestellt werden, dass im Rahmen der Operation vom 2
7.
April 2011 eine Läsion neuraler Strukturen im Sinne einer Traktion von Nervenstrukturen erfolgt sei. Nervenläsionen gehörten zu den allgemeinen Operationsrisiken und Eingriffe im Bereich des Hüftgelenks seien die häufigste Ursache operativer
Beinplexuslähmungen
.
Bei einer Affek
tion des Plexus
lumbosa
k
ralis
im Rahmen einer
peria
z
etabulären
Osteotomie handle es sich aus neurologischer Perspektive nicht um ein unerwartetes Ereig
nis. Es fänden sich in den vorliegenden Dokumenten und im klinischen
V
erlauf keine Hinweise für eine grobe oder ausserordentliche Ungeschicklichkeit des Operationsteams (
Urk.
9/3).
5.
5.1
Tatsächlich ergeben sich w
eder aus dem Operationsbericht (
Urk.
10/5/27-28) noch aus dem
Hospitalisationsbericht
(
Urk.
10/5/24-26)
noch aus
den neurolo
gischen Berichten (vgl.
Urk.
3/19,
Urk.
3/25,
Urk.
9/1-2)
Hinweise auf grobe
sowie
ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder
sogar absichtliche Schädigungen anlässlich der Operation vom 2
7.
April 201
1.
Gemäss dem
Hospitalisationsbericht
(
Urk.
10/5/24-26) fiel während der Operation vor allem die relativ schwache Knochenqualität auf, was darauf hin
weist, dass sich zumindest keine den Anwesenden bewussten Vorfälle
ausseror
dentlicher Art
ereigneten.
Erstellt ist hingegen, dass sich anschliessend
bereits während des Spitalaufenthalts
ein schwieriger postoperativer Verlauf zeigte (vgl. E. 4).
Die
Versicherte
selber
liess
in ihren beiden Recht
s
schriften
(
Urk.
1,
Urk.
12)
nicht
s zu Unregelmässigkeiten beim Ablauf der Operation
aus
führen
.
In der
Replik liess sie geltend
machen, es könne nicht auf
die von
der
Suva eingehol
ten medizinischen Beurteilungen abgestellt werden, da diese reine
Parteibe
hauptungen
seien
(
Urk.
12
S. 5). Dies überzeugt jedoch nicht, da
gemäss ständi
ger bundesgerichtlicher Rechtsprechung
auch den Berichten
versicherungsinter
ner
Ärzte und Ärztinnen Beweiswert zukommt, wenn sie schlüssig sind
(vgl. E. 1.3
). Dies ist vorliegend der Fall,
zumal
sich auch aus den übrigen Akten keinerlei Hinweise auf ungewöhnliche Vorkommnisse anlässlich der Operation vom 2
7.
April 2011 ergeben.
Basierend auf d
e
n neurologischen Berichten
der Uniklinik
Z._
(vgl.
Urk.
3/19,
Urk.
3/25,
Urk.
9/1-2)
ist
erstellt
, dass anlässlich der Operation vom 2
7.
April 2011 eine Schädigung des Plexus
lumbosakralis
stattfand
.
Der Bericht von
Dr.
D._
vom 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
10/35)
steht dem nicht
entgegen
, denn er verfügte nicht über die diesbezüglich relevanten neuro
-
logischen Berichte
, weshalb
er sich bewusst zurückhaltend äusserte
. Diese erlittene Nervenläsion wird im Übrigen von der Suva nicht bestritten (
Urk.
8). Weiter
deckt sich die Feststellung einer Besserung
durch
Dr.
D._
mit den neurolo
gischen Berichten
der Uniklinik
Z._
(
Urk.
9/2,
Urk.
3/25)
,
wobei dies
für die Frage, ob die Verletzung unfallbedingt erfolgte, nicht von Bedeutung
ist
.
5.2
Die anlässlich der Operation erfolgte Nervenverletzung
erfolgte unplanmässig
und
stellt
eine Komplikation dar
.
Doch bei
einer Nervenläsion handelt es sich nicht um eine unerwartete Komplikation
,
mit welcher
bei einer Operation nie
mand
rech
net oder zu rechnen braucht.
V
ielmehr
handelt es sich dabei um
eine
bei
Operationen häufig auftretende
Komplikation
.
Entsprechend wurde
die Ver
sicherte in der von ihr unterzeichneten Operationsaufklärung und -vollmacht
über dieses Risiko aufgeklärt
,
wo
unter den allgemeinen Komplikationen ins
besondere die Schädigung von Nerven und Gefässen aufgeführt
war
(
Urk.
10/49/26-30).
Von
der Versicherten
wurde nicht
in Abrede gestellt
, dass bei Operationen
mit Nervenverletzungen
gerechnet werden muss
.
Weiter w
urde
auch von der Versicherten
nicht vorgebracht
,
dass die Operation
ohne Indika
tion
vorgenommen worden
sei
oder mit
ihr
aussergewöhnliche
Risiken einge
gangen worden
seien
.
Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus den Akten.
Die Versicherte brachte vor, die Tatsache allein, dass die Beschwerdegegnerin behaupte, es liege kein Hinweis auf ein Fehlverhalten der involvierten Ärzte vor, könne nicht ausschlaggebend für die Beurteilung sein (
Urk.
12 S. 5).
Die Verwirklichung eines Risikos anlässlich einer Heilbehandlung genügt
jedoch
zur Erfüllung des Unfallbegriffs nicht
, da ein Behandlungsfehler
allein
den
Unfall
begriff
nur ausnahmsweise erfüllt (vgl. E. 1.2).
Hinweise auf ein Fehlverhalten anlässlich der Operation fehlen jedoch nicht nur nach Ansicht
der Suva
, son
dern sind
tatsächlich
in den Akten
nicht
vorhanden.
Mehr als die Verwirkli
chung ein
es
Behandlungsr
isikos
ergibt sich aus den
medizinischen Unterlagen
nicht
.
5.
3
Zusammenfassend
sind die strengen Voraussetzungen
nicht erfüllt
,
um
dem
medizinischen Eingriff
vom 2
7.
April 2011
ausnahmsweise den Charakter eines aussergewöhnlichen äusseren Faktors
respektive einem allenfalls
anlässlich dieses Eingriffs erfolgten Behandlungsfehler
ausnahmsweise
Unfall
qual
ität im Sinne von Art. 4 ATSG zuzuschreiben
(vgl. E. 1.
2
)
.
5.
4
Die Versicherte liess in der Beschwerde eventualiter die Einholung eines medizini
schen Gutachtens beantragen. Dieses habe sich darüber zu äussern, ob anlässlich der Operation vom 2
7.
April 2011 ein medizinischer Sachverhalt vor
gelegen habe, welcher dazu geführt habe, dass der gesetzliche Unfallbegriff erfüllt sei (
Urk.
1 S. 10-11). In der Replik
hielt
die Versicherte d
aran fest
, dass zentrale medizinische Fragen zur Diskussion ständen, welche durch ein Gerichtsgutachten abzuklären seien, falls der Unfallbegriff nicht bereits auf
grund der Akte
n als erfüllt betrachtet werde
(
Urk.
12 S. 5).
O
b der
versicherungsrechtliche
Unfallbegriff
im Sinne von
Art.
4 ATSG
erfüllt ist oder nicht,
ist k
eine medizinische
, sondern eine rechtliche Frage.
Da vom beantragten Gutachten hinsichtlich der zu beurteilenden Frage, ob das
an sich genügend dokumentierte
Ereignis
, das heisst die Operation
vom 2
7.
April 2011
, im Rahmen ihrer Durchführung
einen Unfall im Rechtssinne
mit sich brachte
,
daher
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist von der
Veranlassung
ei
nes solchen
im Sinne einer zulässigen antizipierten Beweiswürdigung
abzuse
hen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_141/2009 vom
2.
Juli 2009 E. 5.3.2).
Die Beschwerde ist somit abzuweisen.