# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 98a20826-29b8-4e6f-bc9d-231c67340eb2
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ war eine von B._ und C._ 1989 gegründete
Kollektivgesellschaft mit Sitz in D._, die ein Ingenieurbüro für Hoch- und
Tiefbau betrieb. Sie übernahm bei ihrer Gründung die offenbar massgeblich von
B._ betriebenen Ingenieurbüros E._ und F._. Laufende Aufträge
und die in den letzten fünf Jahren gewonnenen Kundenkontakte übertrug B._
entschädigungslos auf die neue Gesellschaft (Klagebeilage 2, im Folgenden zitiert
als «Gesellschaftsvertrag», Ziff. 1 – 4). C._ wurde als geschäftsführender
Gesellschafter bestimmt, mit einem fixen Gehalt für ein volles Pensum als
Arbeitnehmer (Gesellschaftsvertrag Ziff. 8 – 14). B._ kündigte den Vertrag
gemäss der vereinbarten Regelung (Gesellschaftsvertrag Ziff. 15) am 28.
Dezember 2004 per Ende 2005. Mit Verfügung vom 15. Mai 2007 entzog der
Präsident des Bezirksgerichts Maloja C._ im Sinne einer vorsorglichen
Massnahme im Hinblick auf die durchzuführende Liquidation vorläufig die
Vertretungsbefugnis für die Gesellschaft. Von einem Abschluss der Liquidation ist
nichts bekannt.
C._ gründete 2001 zusammen mit seiner damaligen Partnerin und heutigen
Ehefrau G._ die Kollektivgesellschaft H._ mit. Auch diese hatte zum
Zweck, ein Ingenieurbüro zu betreiben. Sie wurde liquidiert und Ende Dezember
2019 im Handelsregister gelöscht.
B. B._ kam für die A._ offenbar schon vor der Kündigung des
Gesellschaftsvertrages zur Auffassung, C._ verhalte sich nicht loyal und
handle in verschiedenen Punkten gegen die Interessen der gemeinsamen
Gesellschaft. Neben den zivilrechtlichen Schritten gegen die H._ als
konkurrierende Gesellschaft (dazu sogleich) reichte er deshalb Strafanzeige
gegen C._ wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung ein. Der damalige
Bezirksgerichtsausschuss Maloja verurteilte C._ am 27. Januar 2010 wegen
mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe
von 140 Tagessätzen zu CHF 190.00, bedingt aufgeschoben auf zwei Jahre, und
zu einer Busse von CHF 1'000.00 Rechtsmittel des Verurteilten an das
Kantonsgericht (Ref. SK1 10 14) und an das Bundesgericht (BGer 6B_1056/2010)
blieben erfolglos.
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C. Nach erfolglosem Vermittlungsverfahren gelangte die A._ an das
damalige Bezirksgericht Maloja. Mit Klage vom 27. April 2009 (Proz. Nr. 110-2009-
21) stellte sie die gegenüber dem Vermittlungsverfahren leicht reduzierten
Anträge:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 359'714.85 nebst Zins zu 5% seit 13. März 2009 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Der Gang der Verfahren ist im angefochtenen Urteil dargestellt und braucht hier
nicht rekapituliert zu werden.
Das Bezirksgericht entschied über die Klage wie folgt:
1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 40'937.45, zuzüglich 5% Verzugszins seit 13. März 2009, zu bezahlen.
2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 8'000.00, einem Streitwertzuschlag von CHF 7'000.00 und Schreibgebühren von CHF 1'000.00 sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.00 werden zu 8/9 der Klägerin und zu 1/9 der Beklagten auferlegt.
3. Die Klägerin hat die Beklagte mit CHF 25'057.30 inkl. MwSt, ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations