# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5f8eec72-8e53-4b38-8745-eccf98e72d2f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, ist selbständiger
Kundenm
aler und
war als solcher bei der Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert
, als er a
m 22.
Ok
to
ber 2004
bei einem Verkehrsunfall mit Kollision
seines Lieferwagens mit einem
entgegenkommenden
F
ahrzeug
eine
Distorsion
der Halswirbelsäule
(HWS)
und
je eine Kontusion
an der rechten
Mittelh
and sowie an der Lendenwirbelsäule (LWS)
erlitt
(
Urk.
8/I/2,
Urk. 8/I/
5)
.
Die Magnetresonanztomographie vom
8.
November 2004 ergab eine Diskushernie C5/C6 (Urk. 8/I/4).
Die Suva erbrachte die gesetzli
chen Leistungen für die Folgen
des Unfalls vom 22.
Okto
ber 2004
, welche sie mit Verfügung vom 3
0.
Mai 2007 per 3
1
.
Mai 2007 mit der Begründung einstellte, dass ein adäquater Kausalzusammenhang zu verneinen sei
(Urk.
8/I/
212
).
Die da
gegen vom
Versicherten
(
Urk.
8/I/215) und von dessen Krankenversicherung
Sanitas
(
Urk.
8/I/213) erhobenen Einsprachen wies die Suva mit
Einspracheent
scheid
vom
2
0.
Mai 2008 ab (
Urk.
8/I/243). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
0.
Juni 2008 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich (
Urk.
8/I/249)
,
welche er
am
2.
Februar 2009 wieder zurückzog, woraufhin das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich den unter der Ver
fahrensnummer UV.2008.00212 eröffneten Prozess mit Verfügung vom 1
7.
Feb
ruar
2009
als durch Rückzug der Beschwerde erledigt
abschrieb (
Urk.
8/I/253/
1-2).
1.2
A
m 16.
Januar 20
09
rutschte
der Versicherte
von einer Leiter
ab
, wobei er sich mit der rechten Hand
auffing
und einen Schlag
in die
rechte Schulter
erlitt
(Urk.
8/II/2
, Urk. 8/II/6
, Urk. 8/II/21/1
).
Am 3
0.
September 2009 stürzte er erneut von der Leiter mit Beteiligung der rechten Schulter (
Urk.
8/III/157, Urk. 8/II/3
, Urk. 8/II/21/1
).
D
ie
MRT vom 1
2.
Januar 2010 zeigte eine
Ansatztendinose
der Supras
p
inatussehne bei Zeichen eines subacromialen
Impingements
und
eine ausgedehnte SLAP-Läsion
des Biceps-
labrum-Komplexes
mit tiefem Einriss fast bis zur Sehne (
Urk.
8/II/12).
Am
26.
April 2010 wurde
der Versicherte am rechten Schultergelenk mittels einer
Schulterarthroskopie
mit
Bursektomie
,
Acromioplas
tik
,
Tenolyse
der
Subscapularissehne
,
Débridement
der SLAP-Läsion, der Supra
spinatus- und der
Infraspinatussehne
im Spital
Y._
operiert (
Urk. 8/II/11).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Fol
gen der beiden Unfälle vom 1
6.
Januar und 3
0.
September 2009 (
Urk.
8/II/16-17).
Am 1
4.
Juli 2011 wurde der Versicherte vom Kreisarzt
Dr.
Z._
, Fach
arzt für Chirurgie, untersucht, der den Abschluss des
Schadenfalles
empfahl und auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, leichten bis mit
telschweren Tätigkeit schloss (Bericht vom 1
4.
Juli 2011, Urk. 8/III/49). In der medizinischen Beurteilung
gleichen Datums schätzte
Dr.
Z._
den Integritäts
schaden am
rechten Schultergelenk auf 7,5
% (
Urk.
8/III/50).
Mit Verfügung vom 31. Januar 2012 wurde dem Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbuss
e
von 7,5
%
zugesprochen (
Urk.
8/III/65).
Nach
einer weiteren Operation des rechten Schultergelenks (Arthroskopie mit Te
notomie und
Tenodese
der langen Bizepssehne und AC
-Resektion; Urk. 8/III/106
)
persistierten
vor allem belastungsabhängige
S
chmerzen in der rechten Schulter bei ansonsten komplikationslosem Verlauf (Urk. 8/III/113, Urk. 8/III/119,
Urk.
8/III/136
). Am 1
2.
Februar 2014 wurde eine
erneute
Schultera
r
throskopie rechts
durchgeführt, bei der e
ine
Bursektomie
,
Acromioplastik
, ein
Débridement
des AC-Gelenks und eine
Bicepstenodese
subpectoral
rechts
vorgenommen
wur
den (
Urk.
8/III/150).
Die dabei entnommene Gewebeprobe ergab einen Low-grad-Infekt
, der medikamentös erfolgreich behandelt wurde
(
Urk.
8/III/153
, Urk. 8/III/160, Urk. 8/III/162, Urk. 8/III/165
).
Der Kreisarzt
Dr.
Z._
untersuchte den
Beschwerdeführer
am 18. Mai 201
5.
Er empfahl den
Abschluss des Schaden
falles
und schloss auf eine ganztä
g
ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mit
telschweren, die oberen Extremitäten schonenden Tätigkeit (
Bericht vom 1
8.
Mai 2015;
Urk.
8/III/207/4).
Gemäss
der medizinischen Beurteilung vom 1
9.
Mai 2015
schätzte
Dr.
Z._
den Integritätsschaden bezüglich des rechten Schultergelen
kes (inklusive der bereits entschädigten 7,5%igen Einbusse) auf insgesamt 12
%
ein
(Urk.
8/III/208
).
In
den daraufhin geführten
Vergleichsgesprächen der Suva mit dem
Beschwerde
führer
konnte keine Einigung erzielt werden
(Urk.
8/III/224-225
, Urk. 8/III/233
)
.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
(SVA)
, IV-Stelle,
sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
7.
April 2016 ab dem
1.
Oktober 2005 eine ganze, ab dem 1. Juni 2006 eine halbe und ab dem
1.
Januar 2010 eine bis Ende 2010 befristete
Viertelsrente
sowie ab dem
1.
Januar 2013
wieder
eine ganze und ab dem 1. November 2014 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 8/III/238-243).
1.3
Mit Unfallmeldung vom
9.
März 2017
teilte
der Versicherte der Suva
mit
, er
sei
am 2
2.
Februar 2017 auf einer Eisplatte ausgerutscht und
habe
sich dabei mehrere Bereiche der oberen Extremitäten verletzt (Urk. 8/IV/1).
Die Erstbehandlung fand am 2
7.
Februar 2017 bei
Dr.
A._
, Fachärztin für
Allgemeine Me
dizin, statt
. Sie
diagnostizierte eine
Rippenfrak
t
u
r C5 links lateral, eine Kontusion des rechten Daumenendgelenks und eine unklare Schultersymptomatik
(
Bericht vom 1
0.
April 2017,
Urk. 8/IV/13
; vgl. auch
Urk. 8/IV/
38/6
).
D
ie
Arthro
-MRT des linken Schultergelenkes vom 2
0.
März 2017 zeigte eine
bursaseitige
Partialruptur des anterioren Abschnittes der Supra
spinatussehne, eine Partialruptur des Ober
randes der
Subskapularissehne
, eine
intertendinöse
Partialruptur der langen Bi
zepssehne, ein kleines
perilabrales
Ganglion, eine deutliche Bursitis
subacromia
lis
/
subdeltoidea
und eine mässige hypertrophe AC-Gelenksa
rthrose (Urk.
8/IV/12).
D
ie
Suva
übernahm
die
gesetzlichen Leistungen für die Verletzun
g
en
an der Rippe und
am
rechten
Daumen
(
Urk.
8/IV/47).
Für
die geplante Ope
ration des linken Schultergelenkes vom 2
1.
April 2017 in der Klinik
B._
(
Urk.
8/IV/4)
und die daraus entstehende Arbeitsunfähigkeit inklusive Nach
behandlung
lehnte
sie
eine Leistungspflicht
mit Verfügung vom 22.
Januar 2018
ab (
Urk.
8/IV/49); dies
gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen von
Dr.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 1
4.
Juni 2017 (Urk.
8/IV/34) und vom
7.
August 2017 (
Urk.
8/IV/40
), der eine
n
kausalen Zusammenhang
zwischen dem Unfall vom 22. Februar 2017 und der
Subscapularisläsion
verneinte.
Gegen die Verfügung vom
2
2.
Januar 2018
wurde keine Einsprache erhoben
(
Urk.
2 S. 3
, Urk. 8/IV/50
).
1.4
Mit Verfügung vom 28. Juni 2016 hatte die Suva dem Versicherten ausserdem b
etreffend die Unfallfolgen am rechten Schultergelenk
(Unfälle
vom 1
6.
Januar und 3
0.
September 2009
)
ergänzend zur bereits ausbezahlten Integritätsentschä
digung eine solche aufgrund einer Einbusse von
4,5 % zugesprochen und damit insgesamt einen Integritätsschaden von 12 % entschädigt.
Ein Anspruch auf eine Invalidenrente wurde verneint
(Urk.
8/III/248).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
29.
August 2016
(Urk.
8/III/251
) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
9.
März
2018 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1
0.
April 2018
Beschwerde und beantragte,
es sei ihm eine Rente von 50
%
ab November 2015 zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
23. Mai 2018
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
S.
2
), was dem
Beschwerde
führer
am 2
8.
Mai 2018
zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 10).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
In der Schweiz wohnhafte Selbständigerwerbende und ihre nicht obligatorisch versicherten mitarbeitenden Familienglieder können sich gemäss
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) freiwillig versichern. Nach
Art.
5
Abs.
1 UVG gelten die Bestimmungen über die obligatorische Versicherung sinngemäss für die freiwillige Versicherung. Der Bundesrat erlässt ergänzende Vorschriften über die freiwillige Versicherung
(vgl.
Art.
134 ff.
Verordn
ung über die Unfallversicherung,
UVV)
.
1.2
1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. No
vem
ber 2016 verabschiedeten geänd
erten Bestimmungen des
UVG und der UVV in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
n
Unfälle
haben
sich
im Jahr
2009 ereignet,
weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden
soweit das Gesetz nichts
A
nderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt das UVG nebst dem Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) oder einer unfalläh
n
lichen Körperschä
digung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
2.2
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nic
ht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des
natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
li
che oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tre
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen La
uf der Dinge und nach der allgemei
nen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetre
tenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis
allge
mein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3
2.3.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
2.3.2
War die Leistungsfähigkeit
der versicherten Person
aufgrund einer nicht versi
cherten Gesundheitsschädigung vor dem Unfall dauernd herabgesetzt, so ist für die Bestimmung des Invaliditätsgrades der Lohn, den
sie
aufgrund der vorbeste
henden verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande wäre, dem Einkom
men
gegenüber zu stellen, das
sie
trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden Be
einträchtigung erzielen könnte
(
Art.
28
Abs.
3 UVV).
Art.
28
Abs.
3 UVV kommt dort zur Anwendung, wo eine vorbestehende unfall
fremde verminderte Leistungsfähigkeit vorliegt, die in keinem Zusammenhang mit dem versicherten Ereignis steht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 5.2.1).
Im Rahmen von Art.
28
Abs.
3 UVV handelt es sich bei dem vor dem Unfall erzielten Einkommen bei bereits herabgesetzter Leis
tungsfähigkeit zwar ebenfalls um ein Invalideneinkommen. Es entspricht jedoch mit Bezug auf den neuen Unfall dem
Valideneinkommen
, während das nach die
sem Unfall erzielbare Einkommen das Invalideneinkommen darstellt. Der
Vali
denlohn
im Sinne von
Art.
28
Abs.
3 UVV bildet mithin vom Verordnungsgeber gewollt
beziehungsweise
definitionsgemäss ein gesundheitsbedingt reduziertes Einkommen (Urteil
e des Bundesgerichts
8C_876/2015
vom 2
9.
Januar
2016
E.
5.2.3
und 8C_847/2015 vom
2.
September 2016 E. 4.1.1-2
,
je
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt
Art.
28
Abs.
3 UVV
auch dann
, wenn die vorbestehende Gesundheitsschädigung durch einen Unfall verur
sacht wurde (vgl. BGE 125 V 324 E. 3c/
bb
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2
015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 5.2.2).
2.4
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfallversiche
rer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzu
nehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Über
nahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt
,
die in der Verfügung vom 28. Juni 2016 vorgenommene Berechnung
sei
nachvollziehbar. Dort sei eine unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähig
keit und somit die Ausrichtung einer Invalidenrente ver
n
eint worden, weil
keine Verschlechterung
anzunehmen
sei, nachdem die Invalidenversicherung
nach dem Unfall vom 22.
Oktober 2004 aus krankheitsbedingten Gründen
ab Juni 2006
eine halbe Rente und nun
,
nach den beiden Unfällen im Jahr 2009
,
ab November 2014 wieder eine halbe Rente
unter Berücksichtigung der unfallbedingten und unfall
fremden Faktoren
ausgerichtet
gehabt
habe. Dass die Invalidenversicherung zur
Festlegung der Rente den Unfall vom 2
2.
Oktober 2004 und die Unfälle des Jahres 2009 berücksichtigt habe, ergebe sich aus den IV-Akten.
Im Übrigen
resultiere
auch aufgrund der Angaben in den IK-Auszügen kein Invaliditätsgrad.
In An
wendung von
Art.
28
Abs.
3 UVV
sei das im Jahr 2008 vom
Beschwerdeführer
nach dem IK-Auszug
erzielte Einkommen von Fr.
126'100.--, unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung bis im Jahr 2015 von Fr.
132'829
.--
,
als
Va
lideneinkommen
anzusehen.
Das Invalideneinkommen ergebe sich, da der Lohn bei
S
elbständig
e
rwerbenden schwankend sei, aus dem Mittelwert der Jahr
e 2012 bis 2015 und betrage Fr.
140'540.--. Der Vergleich dieser beiden Einkommen ergebe ebenfalls keine Einbusse, weshalb der Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneint worden sei. Daran ändere nichts, dass sich der Integritätsscha
den verschlimmert habe, denn diese beiden Werte seien nicht ohne Weitere
s
ver
gleichbar. Auch könne die Festlegung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit im an
gestammten Beruf durch den operierenden Arzt zu keinem anderen Ergebnis füh
ren, da man (bei der Invaliditätsbemessung) von den (tatsächlichen) Einkom
menswerten ausgegangen sei und es sich beim
Beschwerdeführer
um einen
Selb
ständige
rwerbenden handle. Es sei ferner darauf hinzuweisen, dass der Kreisarzt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert habe (
Urk.
2 S. 4 f.).
3.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
die unfallkausale Verschlechterung seines Gesundheitszustandes sei vom Kreisarzt und
vom administrativen Bereich
der Suva anerkannt worden.
In den Vergleichsgesprächen sei im Oktober 2015 eine gewisse Leistungs- und Erwerbseinbusse von 2012 bis 2013 respektive seit der letzten Operation vom 1
7.
Januar 2013 mit einem Invaliditätsgrad von 18 % angenommen worden.
Dass aus medizinischer Sicht bei den Befunden im Ver
gleich der Jahre 2011 und 2015
eine Verschlechterung
eingetreten sei, zeige sich auch darin, dass die Integritätsentschädigung entsprechend höher ausgefallen sei. Die entsprechenden Einschränkungen der Integrität hätten denn auch direkt mit der reduzierten Leistungsfähigkeit zu tun, sei doch die Schulter betroffen.
Auch wenn die zumutbaren Tätigkeiten in den Beurteilungen des Kreisarztes der Jahre 2011 und 2015 übereinstimmen würden, bedeute dies nicht, dass damit eine Rente entfalle.
Die Einschränkungen als Maler seien durch das vom Kreisarzt formu
lierte Zumutbarkeitsprofil ausgewiesen. Der Kreisarzt habe stark auf den behan
delnden Operateur abgestellt, der eine bleibende Einschränkung der Arbeitsfähig
keit um 50
%
angegeben habe. Diese zumutbare Tätigkeit entspreche verglichen mit der ursprünglichen Tätigkeit denn auch etwa der 50%igen Leistungsfähigkeit.
Die Invalidenversicherung habe das Einkommen von 2001 bis 2014 im Abklä
rungsbericht vom 1
8.
November 2015 festgehalten
, worauf verwiesen werden könne, und eine 50%ige Rente verfügt. Ihr Vergleich der Einkommen basiere aus
schliesslich auf unfallkausalen Einschränkungen. Eine Abweichung davon müsste begründet sein.
Auch wenn die
Beschwerdegegner
in nicht an den Entscheid der Invalidenversicherung gebunden sei, seien die Grundsätze der unfallbedingten Invaliditätsbestimmung doch dieselben.
Er habe
für die Periode, in welcher sich sein Zustand stabilisiert habe, gestützt auf die medizinische Beurteilung
denn auch
Taggelder
aufgrund einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit
erhalten. An diesem stabilen Zustand habe sich nichts geändert, so dass auch für die Rentenfrage von einer 50%igen Einschränkung auszugehen sei.
Für das
Valideneinkommen
sei
ausgehend vom Unfall im Januar 2009
das Einkommen im Jahr 2008 entspre
chend dem Reingewinn von
Fr.
110'195.-- massgeblich. Das letzte bekannte In
valideneinkommen im Jahr 2014 betrage entsprec
hend Fr.
49'978.0
5.
Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 54.65 %. Der von der
Beschwerdegegnerin
her
angezogene Mittelwert der Jahre 2011 bis 2015 sei nicht nachvollziehbar
, da sich der Invalidenlohn unfallkausal ab 2013
massiv verschlechtert habe
.
Der Renten
beginn
sei, wie von der Suva in den Vergleichsverhandlungen vorgeschlagen, an die Leistungen der Taggeldleistungen anzuschliessen und damit ab November 2015 auszurichten
(Urk. 1 S.
2
ff.).
3.3
3.3.1
Unstrittig ist,
dass die Beschwerdegegnerin für die gesundheitlichen Folgen
der Unfälle
vom
1
6.
Januar und 3
0.
September
2009 am
rechten Schultergelenk
grundsätzlich
leistungspflichtig ist.
Nicht bestritten ist ausserdem, dass
die
Beschwerdegegnerin
den Rentenanspruch per
1.
November 2015 prüfte
(Urk. 8/III/225/1, Urk. 8/III/250/2; vgl.
Art.
19 Abs. 1 UVG)
, nachdem der Kreisarzt
Dr.
Z._
gemäss seinem Bericht zur Ab
schlussuntersuchung vom
18.
Mai 2015
mehr als ein Jahr nach der letzten Ope
ration am rechten Schultergelenk vom 1
2.
Februar 2014 (Urk. 8/III/150)
einen stabilen, nicht mehr verbesserungsfähigen
Gesundheitszustand
festgestellt hatte (Urk. 8/III/207/4
) und die Taggeldleistungen daher per Ende Oktober 2015 einge
stellt worden waren (Urk. 8/III/225/1, Urk. 8/III/250/2).
3.3.2
Nicht zu prüfen und in Rechtskraft erwachsen ist
sodann
der
Entscheid der
Be
schwerdegegnerin
bezüglich der
Integritätsentschädigung (Art. 36 UVG), da der
Beschwerdeführer
die Verfügung vom 2
8.
Juni 2016
(Urk. 8/III/248)
insofern
bereits in der Einsprache anerkannt hat
(Urk.
8
/
III/
251
; Urk. 2 S. 4
)
und dement
sprechend
auch
in der Beschwerde
nichts zur Integritätsentschädigung vorbringt (Urk. 1).
3.3.3
Die nach dem Autounfall vom 22. Oktober 2004 (
Urk.
8/I/2/1) aufgetretenen Be
schwerden, namentlich allfällige andauernde Nacken- und Kopfbeschwerden mit Ausstrahlung in den rechten Arm nach HWS-Distorsion und
HWS-
Diskushernie (Urk. 8/I/15/1, Urk. 8/I/173/1), sind von der Leistungspflicht auszuschliessen. Dies gilt ebenfalls für allfällige Restbeschwerden am linken Schultergelenk (Urk. 8/IV/38/6-9), zu deren Behandlung nach dem Unfall vom 2
2.
Februar 2017 (
Urk.
8/IV/1, Urk. 8/IV/13) die Operation vom 2
1.
April 2017 geplant war (Urk. 8/IV/4). Denn die Leistungspflicht des Unfallversicherers für diese Be
schwerden wurde mit
in Rechtskraft erwachsenem
Einspracheentscheid
vom 2
0.
Mai 2008 (Urk. 8/I/249) und mit
in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom 2
2.
Januar 2018 (Urk. 8/IV/49) je abschliessend beurteilt und verneint
.
3.3.
4
Strittig und zu prüfen
ist
somit
, ob d
ie Beschwerdegegnerin unter Berücksichti
gung der gesundheitlichen Folgen der Unfälle vom 1
6.
Januar und 3
0.
September 2009 am rechten Schultergelenk zu Recht den Anspruch auf eine Invalidenrente
ab November 2015
verneint
hat.
4.
4.1
4.1.1
Die
Beschwerdegegnerin
berücksichtigte zu Recht,
dass
vor den
Unfällen
vom 16.
Januar
und 30.
September
2009
eine
(
vorbestehende
)
dauerhaft
verminderte Leistungsfähigkeit
bestand
,
die mit
diesen Unfallereignissen
keinen Zusammen
hang hatte.
Es liegen trennbare Gesundheitsschädigungen vor. Der vorbestehende Gesundheitsschaden bet
raf
die Halswirbelsäule,
den Nacken- und Kopfbereich, wogegen die hier in Frage stehenden neuen Unfälle vom 1
6.
Januar und 3
0.
Sep
tember 2009 beide das rechte Schultergelenk betrafen.
Die
Beschwerdegegnerin
hat
zutreffend
erkannt, dass damit ein
Sonderfall
im Sinne von
Art.
28
Abs.
3 UVV
vor
liegt
.
4.1.2
Daran ändert nichts, dass die Invalidenversicherung
gemäss dem Feststellungs
blatt vom
8.
Dezember 2015 davon ausging, dass es sich
bei den vor Anfang 2009 vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigungen, namentlich
beim
chronischen
z
er
viko
z
ephalen
Schmerzsyndrom
bei Status nach Frontalzusammenstoss vom 22.
Oktober 2004
und bei
der zervikogenen
zentralen vestibulären Funktionsstö
rung
, um reine Unfallfolgen
gehandelt habe
und
dass
damit eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Maler (sowie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit) begründet gewe
sen sei
, womit Anspruch auf eine halbe Rente ab dem
1.
Juni 2006 resultiere
(
Urk.
9/68,
Urk. 9/73
, Urk. 9/75
)
.
Denn
abgesehen
davon, dass
die invalidenver
sicherungsrechtliche Leistungszusprechung für den unfallversicherungsrechtli
chen Status nicht präjudiziell
ist
(vgl.
BGE 125 V 324 3c/
bb
, 133 V 549 E. 6.1), gründete - wie hiervor ausgeführt (E. 3.3.3)
-
die vorbestehende
herabgesetzte Leistungsfähigkeit
in Gesundheitsbeeinträchtigungen, welche rechtskräftig als nicht unfallkausal beurteilt wurden und von der Leistungspflicht der
Beschwer
degegnerin
auszuklammern sind.
Ausserdem gilt
Art.
28
Abs.
3 UVV
selbst
dann, wenn die vorbestehende Gesundheitsschädigung durch einen Unfall verursacht wurde (vgl.
BGE 125 V 324
E. 3c/
bb
, Urteil des Bundesgerichts
8C_876/2015 vom 2
9.
Januar 2016
E. 5.2.2).
Massgeblich ist allein
, dass
der
Beschwerdeführer
vor den Unfällen im Jahr 2009
über eine Resterwerbsfähigkeit verfügt
e, was hier
un
strittig
der Fall war.
4.1.3
Zu klären ist
somit, o
b
d
er
Beschwerdeführer
im Rahmen von
Art.
28
Abs.
3 UVV
vor den Unfällen vom
1
6.
Januar und 3
0.
September 2009
über einen Lohn ver
fügte, den er auf
gr
und der vorbestehenden verminderten Leistungsfähig
keit zu erzielen im Stande wäre, was hier das
Valideneinkommen
darstellt,
und den er
bis
im Jahr
2015
wegen den Auswirkungen
diese
r
Unfälle
nicht mehr erzielen
konnte
(vgl.
BGE 125 V 324
E.
3c/
bb
).
4.2
4.2.1
Vor den Unfällen vom
1
6. Januar und 30.
September 2009
erwirtschaftete der
Beschwerdeführer
ein Einkommen mit seiner angestammten, selbständigen Tä
tigkeit als Maler. Er führte seinen Malerbetrieb
(Einzelfirma)
teilweise mit Hilfe von Angestellten
(Urk.
9/80-83).
Im Jahr 2006
wurde in der Buchhaltung seines Betriebes
ein Lohn
des
Beschwerdeführer
s
von Fr.
150
'000.-- bei einem Nettoer
trag aus Malerarbeiten von Fr.
297'875.10
und einem bilanzierten Geschäftsver
lust von Fr.
91'697.40
verbucht
.
Im Jahr 2007
wurde ein
Lohn von Fr.
87'000.-- bei einem Nettoertrag aus Malerarbeiten von Fr. 208'552.46 und einem
bilanzier
ten
Geschäftsverlust von Fr. 54
'779.24
in der Jahresrechnung eingetragen
. I
m Jahr 2008 betrug der als Lohn verbuchte Betrag Fr. 117'600.-- bei einem Netto
ertrag aus Malerarbeiten von Fr. 256'751.05 und einem bilanzierten Geschäfts
verlust von Fr.
7'404.7
5.
G
emäss diesen Zahlen
betrug der um den
verbuchten
Lohn bereinigte Gewinn
, worauf der
Beschwerdeführer
verweist (Urk. 1 S. 4 f.),
im
Jahr 2006
Fr.
58'302.60
(Fr.
15
0
'000.-- -
Fr. 91'697.40
)
,
im Jahr 2007
Fr. 32'
220.76
(
Fr.
87'000.-- -
Fr. 54'779.24
) und im Jahr 2008 Fr. 110'195.25
(
Fr. 117'600.-- - Fr. 7'404.75
;
Urk. 9/
84-
85
, Urk. 9/101).
Gemäss dem
Auszug aus dem individuellen Konto
(IK)
, worauf sich die
Beschwer
degegnerin
stützte (
Urk.
2 S. 5),
wurde
im Jahr 2006
zuhanden der
Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
ein AHV-pflichtiges Ein
kommen
von
Fr.
72'100.--, im Jahr
2007
ein solches von
Fr.
89'700.--
und im Jahr 2008 von
Fr.
126'100.--
angegeben
(
Urk.
8/III/216/4)
.
4.2.
2
In den Jahren 2009 bis 2015, mithin in der Zeit während und nach den Unfällen vom 1
6.
Januar und 3
0.
September 2009 sowie den Schulteroperationen vom 26. April 2010 (
Urk.
8/II/11), 17. Januar 2013 (
Urk.
8/III/106) und dem 12. Feb
ruar 2014 (
Urk.
8/III150), erzielte der
Beschwerdeführer
gemäss dem IK-Auszug die folgenden AHV-pflichtigen Einkommen:
Fr.
145'300.-- (2009), Fr. 125'100.-- (2010),
Fr.
155'800.-- (2011),
Fr.
165'700.-- (2012),
Fr.
137'500.-- (2013),
Fr.
133'600.-- (2014), Fr. 110'600.-- (2015;
Urk.
8/III/260/9).
Den Jahresrechnungen
seines Malerbetriebes zu den Jahren 2009 bis 2014
sind
dagegen die folgenden Beträge zu entnehmen (
Urk.
9/85, Urk. 9/97-100):
Nettoertrag
Verlust/Gewinn
Lohn BF
lohnbereinigter Gewinn
2009
Fr. 292'095.70
+ Fr. 35.06
Fr. 117'600.--
Fr. 117'635.06
2010
Fr. 344'617.70
- Fr. 3'249.70
Fr. 117'600.--
Fr. 114'350.30
2011
Fr. 387'993.30
+ Fr. 22'782.02
Fr. 117'600.--
Fr. 140'382.02
2012
Fr. 391'642.95
+ Fr. 28'319.35
Fr. 117'600.--
Fr. 145'919.35
2013
Fr 287'938.--
- Fr. 48'146.13
Fr. 96'000.--
Fr. 47'853.87
2014
Fr. 322'247.70
- Fr. 46'021.92
Fr. 96'000.--
Fr. 49'978.08
4.3
4.3.1
Es ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
bei der
Bestimmung
der Vergleichseinkommen
auf den Eintrag im IK-Auszug
verwies
(
Urk.
2 S. 5).
Denn nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann bei der Bestimmung
der Vergleichseinkommen
als Ausgangspunkt für die Bemessung sowohl bei An
gestellten als auch selbständig Erwerbenden das im Individuellen Konto (IK) E
in
getragene herangezogen werden, da
Art.
25
Abs.
1
der
Verordnung über die In
validenversicherung (IVV)
eine Parallelisierung der IV-rechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich be
itragspflichtigen Einkommen vorschreibt. Dabei
steht sowohl der versicherten Person als auch der Verwaltung der Gegenbeweis offen, dass das tatsächlich erzielte (beitragspflich
tige) Einkommen (erheblich) höher oder tiefer ist als die
verabgabten
IK-Einkünfte (SVR 2010 IV
Nr. 26 S.
79, 8C_9/2009 vom 10.
November 2009 E.
3.4;
Urteil des Bun
desgerichts 8C_443/2018 vom 30.
Januar 2019 E. 2.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
4.3.2
Der
Beschwerdeführer
macht
bezüglich der Vergleichseinkommen einen je
weils
tieferen
Verdienst geltend, als
mit dem
IK-Auszug
ausgewiesen ist
(
Urk.
1 S. 4 ff.)
.
Den Gegenbeweis, dass
sein tatsächlich erzieltes (beitragspflichtige
s
) Einkom
men
je
weils
erheblich tiefer
war
, als das
verabgabte
IK-Einkommen
, hat er indes nicht erbracht.
Er
begründet seinen Standpunkt
allein
damit, dass sein Gehalt
als Patron
eine buchhalterische Grösse darstelle, welche mit dem Betriebsgewinn be
ziehung
sweise -verlust zu addieren sei, wovon auch die Invalidenversicherung ausgegangen sei
(
Urk.
1 S.
4 f.
).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
die massgeblichen Vergleichseinkommen
nicht allein dadurch ermittelt werden
können
, dass der Betriebsgewinn oder -verlust gemäss
der Betriebsbuchhaltung eines Selbständigerwerbenden um
dessen
ver
buchten Lohn addiert wird
(vgl. Urteil des Bundesgerichts I 84/06 vom 10.
Mai 2006 E. 4.1
)
. Denn
i
nvaliditätsfremde Faktoren, welche d
as Betriebsergebnis eines Selb
ständigerwerbenden beeinflussen,
sind
beim Einkommensvergleich
auszu
sondern
. Zu diesen ausserordentlichen (nicht im Zusammenhang mit der Behin
derung stehenden) Erträgen gehören beispielsweise der Abbau des Warenlagers oder die Auflösung von stillen Reserven. Ausserordentliche und damit für den invalidenversicherungsrechtlichen Einkommensvergleich unbeachtliche Aufwen
dungen stellen unter anderem Unterhalts- und Reparaturarbeiten, Rückstellungen und Abschreibungen dar
. Ausserdem
sind der Zinsertrag auf dem investierten Eigenkapital abzuziehen und die von der versicherten Person in einem bestimm
ten Geschäftsjahr effektiv bezahlten AHV/IV/ EO-Beiträge zum Betriebsgewinn hinzuzuzählen
(SVR 1999 IV Nr. 24 S.
71 ff.; Urteil
e des Bundesgerichts
I
937/05
vom 2
2.
September 2006 E.
2.3 und
I
202/03
vo
m 7.
April 2004
E.
3.2
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_528/2018 vom
6.
März 2019 E. 5
).
Diese Rechtspre
chung gilt auch in der Unfallversicherung (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 32/04
vom
6.
August 2004 E. 3.2).
Solche Bereinigungen des Betriebsergebnisses
wurden
weder
vom
Beschwerde
führer
, noch
im
Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 18. November 2015 (
Urk.
9/78-86)
berücksichtigt
.
Entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführer
s hat die Invalidenversicherung
bei der Festlegung der Vergleichseinkommen
- aus
ser für das Jahr 2013
-
denn auch
hauptsächlich auf die IK-Einträge abgestellt respektive für die Zeit ab November 2014 einen Prozentvergleich
ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
angestellt
(Urk.
9/
75-76, Urk. 8/III/238/4-5
).
Daraus kann der
Beschwerdeführer
somit nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal die Invaliditätsschätzung der Invaliden
versicherung - wie ausgeführt (E. 2.4 und E. 4.1.2 hiervor) - für die Unfallversi
cherung nicht bindend ist.
4.3.3
Zur Bestimmung der Vergleichseinkommen ist daher entgegen der Ansicht
des
Beschwerdeführer
s
nicht von einem an den vermeintlichen Reingewinn ange
lehnten Einkommen im Jahr 2008 von
Fr.
110'195.25 und im Jahr 2014 von
Fr.
49'978.08
entsprechend dem Abklärun
gsbericht der IV-Stelle vom 18.
No
vember 2015 (
Urk.
9/85)
auszugehen.
4.4
4.4.1
Ausserdem zeigen sowohl die Zahlen aus den Geschäftsabschlüssen als auch jene aus dem IK-Auszug auf, dass es dem
Beschwerdeführer
mit seiner angestammten Erwerbstätigkeit gelungen ist, bis im Jahr 2008 ein Einkommen von mindestens
rund
Fr.
110'200
.--
(lohnbereinigter Reingewinn; gemäss dem IK-Auszug
Fr.
126'100.--)
zu erzielen und dieses in den folgenden Jahren trotz der Unfälle im Jahr 2009 und der ersten Schulteroperation im April 2010 bis im Jahr 2012 erheblich
auf
mindestens rund Fr. 146'000.--
(lohnbereinigter Reingewinn; ge
mäss dem IK-Auszug auf
Fr.
165'700.--)
weiter zu steigern
(Urk. 8/III/216/4,
Urk.
8/III/260/9, Urk. 9/83-84, Urk. 9/97-101)
.
4.4.2
Erst ab der zweiten Schulteroperation im Januar 2013
(Urk. 8/III/106)
und dem darauffolgenden Jahr mit einer weiteren Schulteroperation im Februar 2014
(Urk. 8/III/150)
reduzierte sich das Einkommen
sowohl gemäss dem IK-Auszug
(
Urk.
8/III/216/4,
Urk.
8/III/260/9)
als auch gemäss
seiner
Buchhaltung
wieder
(Urk
. 9/83-84, Urk. 9/97-101
)
.
Dies
ist
insofern auch aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht beachtlich und medizinisch begründet, als die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s in den Jahren 2013 und 2014 im Zusammenhang mit den Operationen am rechten Schultergelenk vom 17.
Januar 2013 und 12.
Februar 2014
(Urk.
8/III/106, Urk. 8/III/150)
unstrittig zusätzlich eingeschränkt war.
Die Beschwerdegegnerin erbrachte denn auch
weiterhin
Taggelder für diese Zeit.
4.4.3
Jedoch lagen die mit dem IK-Auszug ausgewiesenen und abgerechneten Einkom
men der Jahre 2013 und 2014 von Fr. 137'500.-- und Fr. 133'600.-- noch immer deutlich über dem Einkommen im Jahr 2008
(
Urk.
8/III/260/9).
Wie
hiervor
aus
geführt
,
ist d
er allein
um
den verbuchten Lohn bereinigte
Reingewinn gemäss den Jahresrechnungen 2013 und 2014 von Fr. 47'853.87 und Fr. 49'978.08 (Urk. 9/97)
dagegen
nicht massgeblich, da
auch diese Beträge
nicht um
die
i
nva
liditätsfremde
n
Faktoren
bereini
gt sind.
Entscheidend
ist zudem, dass
sich die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s in Bezug auf die Beeinträchtigungen an der rechten Schulter aus medizinischer Sicht bis im Jahr 2015 wieder
verbesserte
.
Dazu
wurde in den Berichten vom 19.
August
2014 und 3. März 2015 der Orthopädie der
Klinik D._
sechs
und
zwölf
Monate nach der letzten Operation vom 12. Februar 2014 wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit mit Einschränkungen bei Überkopfarbeiten und (Schulter-)belastenden Arbeiten festgehalten (Urk. 8/III/117/1, Urk. 8/III/196/1), wie dies schon vor den Operationen in den Jahren 2013 und 2014 (Urk. 8/II/23)
der Fall war.
Zwar hielt
der Kreisarzt
Dr.
Z._
in de
r Abschlussuntersuchung vom 18.
Mai 2015 (Urk. 8/III/207/3-4) im Vergleich
zu seiner Untersuchung vom 14.
Juli 2011 (Urk. 8/III/49/2-4) eine Verschlechterung der erhobenen Befunde betreffend die ak
tive Flexion und Abduktion fest.
Jedoch beurteilte er das zumutbare Belas
tungsprofil und den Umfang der (100%igen) Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit wiederum gleich wie schon im Juli 2011, mithin vor den Operationen von Januar 2013 und Februar 201
4.
Die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s war in Bezug auf die Beeinträchtigun
gen an der rechten Schulter spätestens ab
Mai
2015 somit wieder auf demselben Stand wie vor den Operationen im Jahr 2013 und 201
4.
4.4.4
Im Übrigen ist es entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s (
Urk.
1 S. 5 f.) un
erheblich, ob und inwiefern der Kreisarzt
Dr.
Z._
bei seiner Einschätzung tat
sächlich stark auf die Beurteilung des behandelnden Operateurs einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit abstellte. Denn aufgrund von Art. 28 Abs. 3 UVV
sind
als Vergleichsbasis zum unfallbedingten Gesundheits
schaden und der daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsfähigkeit per Novem
ber 2015 nicht die ursprüngliche Tätigkeit und das ursprüngliche Einkommen massgeblich, sondern - wie ausgeführt (E. 4.1) - jene, welche direkt vor den Un
fällen im Jahr 2009 bestanden. Es war jedoch bereits vor den unfallbedingten Beeinträchtigungen an der rechten Schulter im Jahr 2009 von den behandelnden Ärzten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
wegen der
Vorbeschwerden attestiert worden (Urk. 8/I/236).
4.4.5
Das
AHV-beitragsrechtlich abgerechnete
Einkommen des
Beschwerdeführer
s ge
mäss dem IK-Auszug reduzierte sich im Jahr 2015 trotz der - nach den Opera
tionen wieder eingetretenen - gesundheitlichen Besserung der Schulterproblema
tik ab August 2014
(Urk. 8/III/117/1)
mit Fr. 110'600.-- erheblich im Vergleich zu
den
Einkommen sämtlicher Vorjahre mit unfallversicherungsrechtlich relevan
ter Gesundheitsbeeinträchtigung
(20
09
bis 2014
; Urk. 8/III/260/9
).
Dies
e Reduk
tion
ist
folglich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht unfallbedingten ge
sundheitlichen
Faktoren
zuzuschreiben
.
Betreffend das Einkommen im Jahr 2015 liegt im Übrigen keine Jahresrechnung des Malerbetriebes des
Beschwerdeführer
s vor
, welche allenfalls Aufschluss über die jedenfalls nicht schulterbedingte erhebliche Einkommensreduktion geben könnte
.
Gemäss dem Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 1
8.
November 2015 hat der
Beschwerdeführer
erklärt, das Jahr 2015 werde noch einmal schlechter ausfallen als 201
4.
Bis jetzt habe er einen Umsatz von
Fr.
215'192.70 ohne die Monate November und Dezember 2015 erzielt. Er könne nicht mehr so viele Lie
genschaften bewirtschaften und aufgrund der fehlende Flexibilität müsse er mehr Aufträge annehmen, welche keinen so hohen Gewinn generieren würden. Er be
zahle sich noch immer denselben Lohn aus, wie in den Jahren 2013 und 2014 (
Fr.
96'000.--). Ob man dies anpassen müsse, werde er mit dem Treuhänder be
sprechen. Es werde auch in diesem Jahr wieder ein Verlust generiert werden (Urk. 9/86).
Auch aus diesen Ausführungen
ist nicht auf unfall
- respektive schulter
bedingte gesundheitliche Faktoren für die Reduktion des Einkommens im Jahr 2015
im Vergleich zu den Vorjahren
zu schliessen.
4.5
4.5.1
Es
bleibt somit dabei, dass mit der
Beschwerdegegnerin
bei der Bestimmung der Vergleichseinkommen auf die Einkommen gemäss dem IK-Auszug abzustellen ist.
Es ist nach dem Gesagten zudem
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegeg
nerin
zur Bestimmung des Invalideneinkommens per November 2015
nicht nur das Einkommen des Jahres 2015, sondern auch
die Einkommen der Vorjahre be
rücksichtigte
(Urk. 2 S. 5)
. Dies gilt umso mehr, als rechtsprechungsgemäss bei - wie hier - starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretenen Einkommensschwankungen auf ein während einer längeren Zeitspanne
erzielten Du
rchschnittswert abzustellen ist (
Urteil des Bundesgericht
s
8
C_443/2018 vom 3
0.
Januar 2019
E. 2.1
mit Hinweisen).
4.5.
2
Sämtliche weiteren Vorbringen des
Beschwerdeführer
s
führen
zu keiner anderen Betrachtungsweise
.
Namentlich ist es unerheblich, was die
Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
im Rahmen
von
Vergleichsgespräche
n
erklärt
h
at.
Auch der Umstand, dass
sich
die Integritäts
einbusse
gemäss der Verfügung vom 28.
Juni 2016
(Urk. 8/III/248) im Vergleich zur
Verfügung vom 3
1.
Januar 2012
(Urk.
8/
III/65
)
vergrössert hat
,
ist
aufgrund der unterschiedlichen Beurteilungs
kriterien nicht geeignet, Rückschlüsse auf die Höhe der
tatsächlich
erzielten Ein
kommen zu schliessen.
Die Integritätseinbusse wurde gemäss der kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
Z._
nach der Suva-Feinrastertabelle 1.2
zudem allein
auf
grund der
zusätzlich
reduzierten Beweglichkeit der Schulter über der Horizonta
le
n
auf 12 % eingeschätzt (Urk. 8/III/208
). Die diesbezüglichen Befunde (Zu
nahme der durchschnittlichen Limitation der aktiven Flexion und Abduktion von 135° auf 107.5°) änderte dagegen - wie hiervor bereits ausgeführt (E. 4.4.3
f.
) - nichts an der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit und am kreisärztlich festgelegten Belastungsprofil.
5.
5.1
Nach dem Gesagten ist mit der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 5)
von einem
Va
lideneinkommen
im Jahr 2008 von maximal
Fr.
126'100.--
auszugehen
.
Da der Einkommensvergleich
auf zeitidentischer Grundlage vorzunehmen ist (vgl. BGE 129 V 222 f. E. 4.2 in
fi
ne
, 128 V 174) ist die
Nominall
ohnentwicklung
bis
im Jahr 2015
zu berücksichtigen
(vgl. Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweizeris
cher Lohnindex nach Branche [2005 = 100
], Nominallohnindex Männer [T1.1.05],
Ab
schnitt
F
Baugewerbe
; 2008: 104.8; 2010: 107.7; und
Schweizeris
cher Lohnindex nach Branche [2010 = 100
], Nominallohnindex Männer [T1.1.
10]
,
Abschnitt F Baugewerbe; 2010: 100; 2015: 102.5
)
,
womit ein
Valideneinkommen
von
Fr.
132'829.10
im Jahr 2015
resultiert
(
Fr.
126'100.--
: 104.8 x 107.7
: 100 x
102.5)
.
Der Durchschnitt der Einkommen gemäss de
n
IK-Einträge
n
nach den Unfällen im Januar und September 2009
übersteigt diesen Betrag, und zwar unabhängig davon,
ob man
wie die
Beschwerdegegnerin
den Dur
ch
schnitt der Jahre 2011 bis 2015
von
Fr.
140'640.-- (Fr. 703'200.-- : 5
)
oder den Dur
ch
schnitt
sämtlicher
Einkommen der
Jahre
seit dem Unfall von
20
09
bis 2015 von
Fr.
139'085.70
(Fr.
973'600.-- : 7
) als
Invalideneinkommen
berücksichtigt.
Die
Beschwerdegegnerin
hat somit zu Recht einen Anspruch
des
Beschwerdefüh
rer
s
auf eine Invalidenrente
der Unfallversicherung
(
Art.
18 ff. UVG)
ab Novem
ber 2015 verneint.
5.2
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
9.
März 2018
(Urk. 2)
erweist sich als rechtmässig
. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.