# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1b47602f-64c4-435b-9ac1-0222594641c8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
war
seit
November
2009 bei der
Y._
GmbH
als
Sale
-, Import- und Exportmanager
angestellt
(vgl. Urk. 9/M11.2
Ziff. 3)
und da
mit bei der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG (nachfol
gend: Helvetia) versichert, als er
sich am 23. April 2018 während einem Aufenthalt in Italien
bei einem
Sturz auf
einem Boot
beide Knie, Fussgelenke sowie den Kopf anschlug (Urk. 9/UM1
).
Nach getätigten Abklärungen stellte die
Helvetia
die bis dahin erbrachten Leis
tungen mit Verfügung vom
21. März 2019
per
5. Juni 2018
ein und verneinte einen
darüberhinausgehenden
Leistungsanspruch
(Urk.
9/K30
).
Die vom
Versi
cherten am
30. April 2019
erhobene Einsprache (Urk.
9/K31
)
, welche am 29. Mai 2019 ergänzend begründet wurde (Urk. 9/K33)
,
wies die
Helvetia
am
29. April 2020
ab (Urk.
9/K50
= Urk.
2
/1
).
2.
Der Versicherte erhob am
2. Juni 2020
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
29. April 2020
(
Urk.
2
/1
) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen ab dem 5. Juni 2018 weiter auszurichten, eventuell sei eine medizinische Begutachtung in Auftrag zu geben
. In prozes
sualer Hinsicht ersuchte er um
Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerde
be
gründung sowie eventuell um
Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1. Juli 2020
(Urk.
7
) beantragte die
Helvetia
die Ab
weisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 7. Juli 2020 wurde dem Beschwer
deführer Frist zur Erstattung einer Replik angesetzt (Urk. 10)
. Mit Ein
gabe vom 9. Juli 2020 erklärte er
, er halte an den materiellen Rechtsbegehren fest, verzichte jedoch auf die prozessualen Anträge (Nachfrist zur Beschwerdebegründung sowie zweiter Schriftenwechsel; Urk. 11).
Nachdem diese Eingabe der Beschwerdegeg
nerin mit Verfügung
vom 13. Juli 2020 zugestellt wo
rde
n war
mit dem Hinweis, der Beschwerdeführer habe erklärt, er verzichte auf eine Stellungnahme (Urk. 12), reichte der Beschwerdeführer eine Replik vom 4. August 2020 ein und verwies hinsichtlich
der Einschätzung des medizinischen Beweiswertes der Untersuchung von
Dr.
med.
Z._
vom 21. Januar 2019 sowie der daraus abgeleiteten Unfall
kausalität durch die Beschwerdegegnerin auf die Beschwerdeschrift (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder
lich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher
Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
trä
ger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
davon aus (Urk. 2/1)
, die Kniebeschwerden beidseits seien nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 23. April 2018 zurückzuführen: Einerseits sei keine Begleit
verletzung erkennbar, welche bei einem Meniskusriss vorhanden sein müsste, andererseits sei kein Drehsturz mit fixiertem Fuss geschildert worden, welcher eine isolierte Meniskusverletzung hätte verursachen können
. D
ie Knie
würden
degenerative Veränderungen aufweisen, welche teilweise bereits seit Jahre
n bild
gebend belegt seien. Der S
tatus quo sine sei sechs Wochen nach dem Unfall erreicht gewesen
(S. 13
f.
lit
. f).
Weiter machte die Beschwerdegegnerin geltend,
es liege keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vor und den medizi
ni
sc
hen Einschätzungen von
Dr.
Z._
komme voller Beweiswert zu (S. 14 f. Ziff. 10). Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung erübrige sich so
dann eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs.
2 UVG bei fehlendem natürlichem
Kausalzusammenhang zwischen einem Unfallereignis und einer Listenverletzung (S. 15 Ziff. 12).
Mit Beschwerdeantwort hielt sie daran fest (Urk. 7).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), es könne nicht auf die Beurteilung
en
des Vertr
auensarztes der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie, Vertrauensarzt SGV, SIM-Gutach
ter,
abgestellt werden, da diese weder nachvollziehbar noch schlüssig und zudem
aktenwidrig seien (
Rn
4 f.).
Im MRI vom 14. Januar 2019 sei ein komplexer Menis
kusriss am rechten Knie festgestellt worden. Dieser gehöre zu den unfallähnlichen Körperschädigungen, wofür die Unfallversicherung einzustehen habe (
Rn
6).
Durch die Vertrauensärzte der Beschwerdegegnerin seien die Meniskusrisse trotz klarer Diagnose nicht berücksichtigt worden, was dem Untersuchungsgrundsatz widerspreche
. Auf deren Berichte könne somit nicht abgestellt werden
(
Rn
9 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für die über den 5. Juni 2018 hinaus anhaltenden Beschwerden zu Recht einstellte.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer stellte sich nach dem Unfallereignis vom 23. April 2018 erstmals am 25. Mai 2018 bei
Dr.
med.
A._
, praktische Ärztin für allgemeine Medizin, vor (Bericht vom 7. September 2018, Urk. 9/M1). Diese hielt eine blo
ckierte Halswirbelsäule linksseitig, eine eingeschränkte Flexion der Knie beidseits und leicht
druckdolente
obere Sprunggelenke (OSG) beidseits fest (Ziff. 4). Sie diagnostizierte eine Kniekontusion beidseits und eine traumatische HWS-Blockade (Ziff. 5).
3.2
Am 14. Januar 2019 erfolgte ein MRI des rechten Knies (vgl. Urk. 9/M7) sowie
des
rechten OSG (vgl. Urk. 9/M14.
1
). Aufgrund dieser MRI-Befunde sowie der eigenen klinischen Untersuchung kam
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Bericht vom 13. Febru
ar 2019 zum Schluss, beim Beschwerdeführer würden an beiden Knien ausgedehnte Meniskusläsionen innenseitig (Korpus und
Hinterhorn
)
bestehen
. Es lä
ge
n
keine Arthrose und
keine über das Alter hinausgehende ausgeprägte degenerative Veränderungen
vor
. Im OSG fi
nde sich keine wesentliche Problematik und die Beschwerden interpretiere er im Sinne einer Überlastung (Urk. 9/M9).
3.3
Am 17. Februar 2019 (Urk. 9/M8) und am 16. März 2019 (Urk. 9/M10)
nahm
Dr.
Z._
Stellung
.
Zum vom Beschwerdeführer beschriebenen Unfallhergang
bemerkte
Dr.
Z._
, er sei selbst Inhaber des Motorboot-Führerscheins für Binne
n
gewässer und Hochsee. Der Besch
werdeführer habe beschrieben, er
sei mit zirka 50 Knoten (zirka 90 km/h) mit seinem Motorboot (abgebildet sei ein Schlauchboot mit Aussenbordmotor; vgl. dazu Besprechungsrapport vom 27. Dezember 2018, Urk. 9/K28.9) unterwegs gewesen. Bei dieser Geschwindigkeit befinde sich das Boot in der sogenannten Gleitphase. Wenn jetzt der Motor stehen bleibe (stehende Schraube), gleite das Boot weiter und verlangsame sich ohne, wie vom Beschwer
deführer beschrieben, einen abrupten Stopp. Selbst wenn die Schraube mit voller Leistung bei dieser Geschwindigkeit
rückwärtslaufen
würde, sei dies nicht ver
gleichbar mit einem Bremsmanöver eines Autos. Die Verzögerung auf dem Wasser sei deutlich geringer. Die Angaben des Beschwerdeführers, er sei beim «Aussteigen des Motors mit vollem Karacho» gegen den Steuerstand gekracht,
seien also nicht nachvollziehbar. Es falle ausserdem auf, dass der Beschwer
de
führer angegeben habe, er habe zuerst keine Schmerzen verspürt. Erst am Abend hätten seine Knie und Fussgelenke zu schmerzen begonnen. Dies sei bei dem doch als massiv geschilderten Trauma nicht denkbar. Unfallbedingt
müssten sofort Schmerzen auftauchen. Ebenso falle auf, dass der Beschwerdeführer eine HWS-Zerrung schildere, jedoch keine Verletzungen am Kopf angegeben habe. Er sei doch nach vorne gegen den Führerstand geschlagen (Urk. 9/M8 S. 2 Mitte).
Zur Frage, ob die Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Kausal
zusammenhang mit dem Ereignis stehe, gab
Dr.
Z._
an
(Urk. 9/M10 S. 3 Ziff. 1)
, eine Prellung beider Knie und eventuell eine Zerrung der HWS könne angenommen werden. Weder bei der Erstuntersuchung bei der Hausärztin (vgl. vorstehend E. 3.1) noch bei der ersten Untersuchung beim Facharzt seien typische Merkmale einer starken Prellung beschrieben worden. Es hätten sich weder Hämatome noch Prellmarken noch Läsionen der Haut gezeigt. Auch im MRI vom 14. Januar 2019 seien keine Befunde beschrieben worden, die auf eine stärkere Prellung (
Bonebruise
) oder auf ein Distorsionstrauma (keine Verletzung der Kolla
teralbänder) hinweisen würden. Es würden sich jedoch ausgedünnte Knorpelüber
züge im medialen Kompartiment mit
osteophytären
Anbauten als Zeichen einer Degeneration zeigen. Auch im MRI des rechten Sprunggelenkes hätten sich keine frischen Verletzungszeichen gezeigt. Ausserdem werde vom Beschwerdeführer angegeben, er habe dort schon seit Sommer 2012 Beschwerden.
Es handle sich also, wenn überhaupt, um eine leichte Prellung. Die Behandlung sei bis maximal einschliesslich sechs Wochen nach dem Unfallereignis vom Un
fallversicherer zu übernehmen.
Dr.
Z._
kam, insbesondere auch aufgrund der bildgebenden Befunde (Rön
t
genbild der HWS und MRI des rechten Kniegelenks sowie des Sprunggelenks), zum Schluss, es g
e
be kein Anhalt für eine traumatische Schädigung irgendwel
cher Strukturen. Die Beschwerden im Sprunggelenk würden schon seit sechs Jahren bestehen und jene im rechten Kniegelenk seien auf degenerative Verän
derungen zurückzuführen (Urk. 9/M10 S. 3 Ziff. 2).
3.4
In d
er Telefonnotiz vom 27. Januar 2020 betreffend Gespräch zwischen der Be
schwerdegegnerin und
Dr.
B._
gab letzterer an, er könne keine Arbeits
unfähigkeit bestätigen, da er nichts objektivieren könne. Der Beschwerdeführer sage, er könne nicht lang
e
sitzen und keine sitzende
n
Tätigkeiten ausüben. Andererseits könne er mit
dem
Flugzeug reisen und mit dem Auto zum Arzt kommen (Urk. 9/M20).
Im gleichentags erstell
t
en Arztbericht empfahl
Dr.
B._
dem Beschwerde
führer
,
ein orthopädisch-rheumatologisches Gutachten durchführen zu lassen
,
um
von der «medizinischen Sachlage her möglichst objektive Grundlagen schaffen (zu) können» (Urk. 9/M21).
3.5
Am 27. Februar 2020 holte die Beschwerdegegnerin bei ihrem beratenden Arzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauensarzt SGV, Gutachter SIM, eine Aktenbeurteilung ein (Urk. 9/M22).
Auch er führte unter anderem aus, es hätten keine objektivierbaren strukturellen traumatischen Schä
den nachgewiesen werden können. Kontusionen seien in den ersten Tagen sehr schmerzhaft, würden aber innert Wochen folgenlos abheilen. Spätestens sechs Wochen nach dem Ereignis vom 23. April 2018 sei der Status quo sine erreicht
gewesen
.
4.
4.1
Vorliegend begründete der
beratende Arzt
Dr.
Z._
unter Berücksichtigung der Aktenlage nachvollziehbar und schlüssig, dass aufgrund des vorhandenen bild
gebenden Materials von sowohl vor
(vgl. Bericht zum MRI Knie rechts vom 8. Januar 2013, Urk. 9/M13)
wie auc
h nach dem Unfallereignis vom 23
.
April
2018 lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden
degenerativen
Knie
- und Sprunggelenks
problematik und somit spätestens
sechs
Wochen später von einem Status quo sine
vel
ante aus
zugehen ist
(vorstehend E.
3.3
).
Dies korrespondiert
sodann auch
mit
der echtzeitlichen Berichterstattung respektive der Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung durch d
en Beschwerde
führer: Nachdem er sich erst einen Monat nach dem Unfallereignis am 25. Mai 2018 erstmals ärztlich untersuchen liess (vgl. E. 3.1), fand danach bis zum 3. August 2018 wiederum keine ärztliche Konsultation statt. Erst dann stellte er sich «wegen erneuten Kniebeschwerden» bei
Dr.
A._
vor (Urk. 9/M2), die den Beschwerdeführer an
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, weiterverwies. Dieser
hielt in seinem Bericht vom 29. August 2018 (Urk. 9/M3) zur
klinischen Untersuchung
tags zuvor
zwei Kniegelenke ohne Erguss
fest. Die Stabilität der Knie beidseits sei gegeben, wenngleich das Innenband links Anzeichen auf eine stattgehabte Distorsion erkennen lasse und etwas laxer erscheine. Weitere In
stabilitäten und Zeichen einer Blockierung fänden sich nicht. Es bestehe der Ver
dacht auf eine traumatisierte
Plica
mediopatellaris
bilateral mit leichtem Schnappe
n bei Hyperextension. Weitere Auffälligkeiten liessen sich nicht dar
stellen. Er empfahl i
h
m kurzzeitig entzündungshemmende Schmerzmittel und fla
n
kierende Physiotherapie.
Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei gelernter Physiotherapeut, weshalb er sich nach dem Unfall vom 23. April 2018, welcher in den Ferien in Italien geschah, selbst habe behandeln können
(vgl. Urk. 9/K2
2.7
Ziff. 5; Urk. 1
lit
. B.3)
.
Diese Darstellung ist zwar nicht anzuzweifeln, jedoch vermag der Beschwerde
führer daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Vielmehr
spricht
die Tatsache, dass der Beschwerdeführer erst über einen Monat nach dem Unfall erstmals einen Arzt konsultierte
,
für einen geringen Leidensdruck sowie für die
von
Dr.
Z._
ausführlich und nachvollzi
ehbar erklärte Annahme, dass
sich
der Beschwerde
führer
lediglich eine leichte Kontusion der Kni
e zugezogen hat. Andere Hinweise, welche gegen diese Annahme und
dafür
sprechen
, dass
am 23. April 2018 ein
stärkeres Trauma stattgefunden hat, sind schlichtweg
nicht aktenkundig.
Dr.
Z._
führte
schlüssig aus, dass es beim vom Beschwerdeführer beschriebenen «Motor
ausfall» zu keinem abrupten Stopp gekommen sein kann. Ebenfalls wies er in Übereinstimmung mit den vorliegenden Akten darauf hin, dass weder einem Arztbericht noch den MRI-Berichten Hinweise auf Hämatome, Prellmarken, Haut
läsionen oder ein stattgehabtes Distorsionstrauma (mangels Verletzung der Kolla
teralbänder)
zu
e
ntneh
men
sind
.
4.2
Zwar ist es durchaus zutreffend, dass bildgebende Schäden
,
insbesondere
unter anderem Meniskusschäden
(vgl. auch Bericht zum MRI vom 16. Januar 2019 des linken Kniegelenks, Urk. 9/M19.5)
,
objektivierbar
sind
. Für eine traumatische Genese fehlen - entgegen der (nicht belegten) Ansicht des Beschwerdeführers - jedoch jegliche Hinweise
und er vermochte nichts vorzubringen, was gegen die ausführliche und schlüssige Begründung der Beschwerdegegnerin im Zusammen
hang mit der Genese von Meniskusschäden (vgl. Urk. 2/1 S. 11
lit
. c ff.) sprechen
würde
.
Die bildgebenden Befunde mit den festgestellten Meniskusschäden wu
rden
entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers in der Beurteilung von
Dr.
Z._
berücksichtigt (vgl. Urk. 9/M10 S. 2).
Gegenüber der Beschwerdegegnerin gab der Beschwerdeführer im Gespräch vom 18. Dezember 2018 sodann an, er habe vor dem Ereignis vom 23. April 2018 noch nie Beschwerden mit seinen Knien gehabt (Besprechungsrapport vom 27. Dezem
ber 2018, Ur
k. 9/K22
.
7
Ziff. 4).
Dies ist aktenwidrig, was
die von
Dr.
A._
eingereichte Krankengeschichte (Behandlungen im November 2012 aufgrund Knieschmerzen rechts sowie Beschwerden am rechten OSG; Urk. 9/M16)
und
der Bericht zum MRI vom
8. Januar 2013 be
legen
. D
as damalige MRI
erfolgte auf
grund eines Sturzes auf eine Anhängerkupplung mit dem rechten Knie und seither (Juni 2011) anhaltenden starken Schmerzen. Auch ist auf dem besagten MRI-Bericht vermerkt, dass er im Sommer 2012 eine Distorsion des rechten OSG
erlitten habe und auch hier ein Dauerschmerz vorliege
(Urk. 9/M13
; vgl. auch
«klinische Angaben» auf dem MRI-Bericht vom 14. Januar 2019 zum rechten OSG
).
4.3
Schliesslich bleibt
anzufügen, dass
vorliegend nicht zu prüfen ist
(vgl. Urk. 1 Ziff. 16)
, ob eine
Listenverletzung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG
vorliegt
. Wie das Bundesgericht festhielt, entfällt eine Deckungsprüfung unter dem Titel der Listendiagnose, wenn der Unfallversicherer – wie hier
(vgl. Urk. 2/1 S. 8
lit
. B.2)
und was vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird
– das versicherte Ereignis als Unfall im Sinne von
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) anerkennt, die diagnostizierten Ver
letzungen jedoch als nicht durch den Unfall verursacht beurteilt und kein Hinweis auf ein nach dem Unfall eingetretenes initiales Ereignis vorliegt
(BGE 146 V 51 E. 9)
.
4.4
Nach dem Gesagten hielten die beratenden Ärzte
Dr.
Z._
und
Dr.
C._
unter Berücksichtigung der erforderlichen Kriterien (vgl. E.
1.4) nachvollziehbar und begründet fest,
dass keine Anhaltspunkte für eine unfallbedingte Schädigung irgendwelcher Strukturen vorliegen und mithin sechs Wochen nach dem Unfall vom 23. April 2018 von einem Status quo sine auszugehen ist.
Es liegt keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin vor.
5.
5.1
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht
nach dem 5. Juni 2018
zu Recht verneint. Dementsprechend ist der angefochtene
Einspra
cheentscheid
vom
29. April 2020 (Urk.
2
/1
) nicht zu beanstanden, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
5.2
Da nicht davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis etwas ändern würden, besteht für weitere Abklärungen kein Anlass und es ist von der Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).