# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6773d357-3802-5c69-b6e4-0bfc03948612
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war von 1993 bis 2004 als Mitgründer und Geschäftsleiter der
Y._
AG und von 2005 bis 2015 als Managing
Director
und Verwaltungsratspräsident der
Z._
AG tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 28. Februar 2015 war (Urk. 11/32; Urk. 17)
.
Unter Hin
weis auf
eine chronische lymphatische Leukämie
meldete er sich am
19. März 2014 (richtig: 2015)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
11/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation
ab und
zog Akten der
Swica
Gesund
heitsorganisation
(
Swica
)
als Krankentaggeldversicherung
bei (Urk.
11/25).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11/35
; Urk.
11/36; Urk. 11/40
; Urk. 11/47
)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügung vom 23. Feb
ruar 2018
b
ei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine befristete halbe Invaliden
rente vo
m
1.
Dezember 2015 bis 31. Juli 2016
zu (Urk.
2
= Urk. 11/52+53
).
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
10. April 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
23. Februar 2018
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine unbefristete
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 17. April 2018 (Urk. 6) reichte er einen Arztbericht vom 12. April 2018 (Urk. 7) nach.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11. Mai 2018
(Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Nachdem der Beschwerdeführer am 24. September 2018 die Replik erstattet hatte (Urk. 16), teilte die Beschwerdegegnerin am 19. Oktober 2018 mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik v
erzichte (Urk. 19), was
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 23. Oktober 2018 (Urk. 20) zur Kenntnis gebracht wurde.
2.
2
Am
2
0.
November
2019 gab
das Gericht dem Beschwerdeführer

## Considerations

Gelegenheit, zu einer vom Gericht in Erwägung gezogenen Abänderung der
angefochtenen Ver
fügung zu seinem
Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen oder die Be
schwerde zurückzuziehen (Urk.
21
). Der Beschwerdeführer
zeigte
mit
Stellung
nahme
vom 16.
Dezember 2019 an
, dass er an der Beschwerde festhalte (Urk. 23)
, wovon die Beschwerdegegnerin am 1
8.
Dezember 2019 in Kenntnis gesetzt wurde
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten
Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, bei Ablauf der einjährigen War
tezeit per Dezember 2015 habe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden, wes
halb ab diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. Die Arbeitsfähigkeit habe
in der Folge
per August 2016
80
%
beziehungsweise ab September 2016
70
%
betragen. Es könne deshalb davon ausgegangen werden, dass es dem Beschwerdeführer wieder möglich sei, ab August 2016 ein Einkom
men in der Höhe von mindestens 70
%
des ursprünglichen Lohns vor
der
Erkran
kung zu erwirtscha
ften
(S. 2 oben)
. Die bisherige Tätigkeit sei nicht krankheits
bedingt beendet worden. Aus medizinischer Sicht sei ihm die Ausübung einer Manager- oder Geschäftsführertätigkeit wieder möglich und zumutbar. Aufgrund der Fatigue-Symptomatik reduziere sich seine Leistungsfähigkeit auf 70
%
. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit sei somit im reduzierten
Pensum
bereits ange
messen berücksichtigt. Somit rechtfertige sich vorliegend ein Prozentvergleich.
Auch bei seiner derzeitigen Tätigkeit als Geschäftsführer in einem Gasthof sei der Beschwerdeführer
schliesslich
wie in allen Geschäftsbereichen gewissen Stresssi
tuationen ausgesetzt (S. 2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Arbeitsfähigkeit von 70
%
beziehe sich gemäss Einschätzung des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) auf eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Stress
exposition (S. 6 Ziff. 10). Selbstverständlich könnten auch in einem kleinen Betrieb kurzzeitig Stresssituationen entstehen. Diese seien jedoch qualitativ und quantitativ nicht vergleichbar mit der Geschäftsführertätigkeit in einem Unter
nehmen, das in einem sehr hart umkämpften Markt tätig sei und 130 Angestellte habe.
Von
der aktuellen Tätigkeit könne nicht darauf geschlossen wer
den, dass er auch in der angesta
mmten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig wäre (S. 8 f. Ziff. 14.1).
Die Erkrankung habe schon im Jahr 2013 erhebliche Auswirkungen gezeigt, indem er plötzlich wegen verminderter Leistungsfähigkeit, Interessenlo
sigkeit, Müdigkeit et
cetera
den Anforderungen der Stelle nicht mehr genügt habe. Nachdem im Oktober 2014 auch noch die Lymphknotenproblematik aufgetreten
sei
, habe er nur noch den Ausweg gesehen, selber die Kündigung einzureichen (S. 12 oben). Die krankheitsbedingte reduzierte Leistungsfähigkeit sei somit ursächlich für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gewesen (S. 12 unten
; vgl. auch Urk. 23 S. 2 Ziff. 2
). So oder so müsse für die Bestimmung des
Validen
einkommens
zumindest mittelfristig angesichts der jahrzehntelangen Bran
chenerfahrung, des sehr fundierten Fachwissens und der umfassenden Kontakte auf einen Lohn in entsprechender Höhe abgestellt werden.
Falls die selbständige Tätigkeit nicht im entsprechenden Sinne angelaufen wäre, hätte er jederzeit auch wieder in den angestammten Bereich als CEO eines mittelgrossen Unternehmens zurückwechseln können (S. 13 Ziff. 15.4). Bei zutreffender Vornahme des Ein
kommensvergleichs resultiere anhand des
Valideneinkommens
in der Höhe von
Fr. 320'588.- und des Invalideneinkommens in der Höhe von Fr. 120'000.- ein Invaliditätsgrad von 63
%
(S. 14 Ziff. 16).
2.3
In der Beschwerdeantwort
(Urk. 9)
ver
wies die Beschwerdegegnerin auf die
Tele
fonnotiz vom 16. Februar 2016, wo der Beschwerdeführer im Sinne einer
«
Aus
sage der ersten Stunde
»
angegeben habe, dass seine Kündigung in keinem Zusammenhang mit seiner Erkrankung stehe. Er habe schon vorher beschlossen, sich selbständig zu machen. Die frühere Arbeitgeberin
Z._
AG sei zudem am 6. Januar 2015 von der
A._
GmbH übernom
men worden. Er wäre daher unabhängig von seiner Erkrankung nicht mehr in der früheren Stellung tätig (S. 1). Es könne gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundeamtes für Statistik von einem J
ahreseinkommen von Fr. 144'071.--
ausgegangen werden, womit sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergebe (S. 1 f.).
2.4
In der Replik (Urk. 16) machte der Beschwerdeführer geltend, bei der Telefonnotiz vom 16. Februar 2016 handle es sich
lediglich
um eine Parteibehauptung der Beschwerdegegnerin (S. 2 Ziff. 3.1).
Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer im damaligen Zeitpunkt offenbar etwas durcheinander gewesen sei und ihm die Umstände der Kündigung nicht mehr präsent gewesen seien (S. 3 Ziff. 3.2). Die Telefonnotiz stehe zudem in klarem Widerspruch zur Kündigung vom 3. Novem
ber 2014, in welcher der Beschwerdeführer «gesundheitliche Gründe» für die Kün
digung angegeben habe (S. 4 Ziff. 5). Im Gesundheitsfall wäre er daher überwie
gend wahrscheinlich bei der
A._
oder allenfalls bei einem anderen Unterneh
men in einer vergleichbaren Position mit entsprechendem Salär tätig (S. 6 Ziff.
6)
.
2.5
Strittig und zu prüfen ist somit der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers, insbesondere die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
sowie
die Höhe des
Valideneinkommens
im Rahmen des Einkommensvergleichs
.
3.
3.1
Dr.
B._
, Facharzt für Allgemeine innere Medizin, nannte im Bericht vom 14. Juli 2014 (Urk.
3/4
= Urk. 11/54/27
) als Diagnose einen thora
kalen Druck unklarer Genese mit Differentialdiagnose (DD) koronare Herzkrank
heit (
KHK) oder L
ungenembolie
.
Der Beschwerdeführe
r habe in der Nacht schon Beschwerden und jetzt bei einem Seminar starken thorakalen Druck mit Dyspnoe, auch belastungsabhängig, gehabt. Dies habe er vorher noch nie gehabt. Er klage auch über extremes Schwitzen.
3.2
Dr.
C._
, Fachärztin für Allgemeine innere Medi
zin und Kardiologie
,
stellte im Bericht vom 14. Juli 2014 (Urk. 3/5
= Urk. 11/54/28-29
) folgende
, hier verkürzt wiedergegebenen
Diagnosen (S. 1):
-
Unklarer thorakaler Druck
bei unter anderem folgenden k
ardiovaskuläre
n
Risikofaktoren: Positive Familienanamnese, arterielle Hypertonie, chroni
scher Nikotinkonsum
-
Schwitzen, Unwohlsein, Lebersteatose unklarer Ätiologie
Der Patient sei am 13. Juli 2014 abends nach
D._
gereist. Gegen 22 Uhr seien vermehrt Unwohlsein, kalter Schweiss
,
Beengungsgefühl thorakal und leichte
Dsypnoe
aufgetreten. Er habe nur 30 Minuten geschlafen, habe auch das Gefühl von vermehrtem Herzklopfen gehabt. Heute sei er
an eine Tagung gegan
gen und habe etwas Druck auf der Brust gespürt (S. 1 unten). Die Ursache der Beschwerden sei unklar. Eine koronare Herzkrankheit sei nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich. Eine Lungenembolie oder Aortendissektion seien ebenfalls zu einem hohen Prozentsatz ausgeschlossen. Auffallend sei die Leber
steatose gewesen. Der Vorschlag sei ein Nikotin- und Alkoholstopp, gelegentlich 24 Stunden Blutdruckmessung und diesbezügliche Therapie (S. 2 unten).
3.3
Der Hausarzt Dr.
E._
, Facharzt für Allgemeine innere Medizin, notierte in der Krankengeschichte am 17. September 2014: «Arbeitsplatzproble
matik, eskaliert!
AUF 2-3 Wochen.» Am 7. Oktober 2014 notierte er: «Bespre
chung, hat auch erneut kleine erfreuliche Fenster.
Spielt erneut mal Tennis.
Plan Beendigung Arbeitsverhältnis» (Urk. 3/6
= Urk. 11/54/30-31
).
In der Folge kündigte der Beschwerdeführer seinen Anstellungsvertrag mit Schreiben vom
3.
November 2014 aus gesundheitlichen Gründen per 2
8.
Februar 2015 (
Urk.
3/7).
3.4
Dr.
F._
, leitender Arzt der Abteilung Ultraschall des Instituts für Radiolog
ie und Nuklearmedizin am Kanton
sspital
G._
, hielt im
Bericht vom 21. November 2014 (Urk. 3/8
= Urk. 11/54/
33-34
) fest, der Patient bemerke seit 4 Wochen eine schmerzlose Schwellung unter dem rechten Kieferwinkel (S. 1
Mitte
). Es hätten sich in der Sonographie zahlreiche bis zu 2,9 x 1,4 cm grosse Lymphome in sämtlichen Kompartimenten des Halses sowohl rechts als auch links gefunden. Der Befund erwecke primär den dringenden Verdacht auf ein malignes Lymphom (S.
1 Mitte
).
3.5
Dr.
H._
, Facharzt für Allgemeine innere Medizin und Hämatologie,
stellte dem Beschwerdeführer am 11. Dezember 2014 ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis für die Dauer vom 1. Dezember 2014 bis zum 28. Feb
ruar 2015 aus (Urk. 11/2/1). Im
Bericht vom 12. Januar 2015 (Urk. 11/12/8-9)
nannte er
als Diagnose eine chronische lymphatische Leukämie (CLL), ICD-10 C91.1 (S. 1 oben). Im Dezember 2014 sei die Erstdiagnose CLL
Binet
Stadium B mit multiplen Lymphknotenmanifestationen zervikal,
supraklavikulär
,
axiliär
, retroperitoneal und
iliakal
gestellt worden. Der Beschwerdeführer habe seit Herbst 2014 über eine Zunahme von Nachtschweiss bei stabilem Körpergewicht und nicht gehäuften Infekten geklagt. Aufgrund einer starken beruflichen Anspan
nung sei die Interpretation des Nachtschweisses nicht eindeutig, habe aber in letzter Zeit zugenommen, so dass es sich am ehesten doch um eine B-Symptoma
tik handle (S. 1 Mitte).
Insbesondere auffällig seien aufgrund der Anspannung des
Patienten deutlich hypertensive Episoden gewesen (S. 2 unten).
3.6
I
m Bericht vom 9. März 2015 zuhanden der
Swica
(Urk. 11/5/2-3)
führte
Dr
.
H._
aus
, der Patient habe eine zunehmend
e B-Symptomatik mit Nacht
schweiss und Fieber erlebt und gemäss eigenen Angaben auch eine deutliche Abnahme der Belastbarkeit. Daraufhin habe der Patient sich bei ihm vorgestellt und es sei die
Diagnose
CLL
gestellt worden
. Aufgrund der deutlichen Beeinträch
tigung der körperlichen Belastbarkeit und der B-Symptomatik sei
en
eine Immun
therapie mit einem CD20-Antikörper und eine Chemotherapie gestartet worden
.
Der Patient sei aufgrund der Intensität der Beschwerden
und
der laufenden The
rapie derzeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Therapie dauere in der Regel 6 Monate und dann sei mit einer schrittweisen Wiedereingliederung ins Berufsleben zu rechnen. Ziel sei die vollständige Wiederherstellung der körperlichen Belastbar
keit und
Arbeitsfähigkeit (S. 1).
3.7
Im Bericht vom 13. April 2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/12/6-7) hielt
Dr
.
H._
fest, der Patient bef
inde sich aktuell in laufender Immun-/Chemotherapie
(Ziff. 1.1)
. Aufgrund der inzwischen verfügbaren Medikamente könne die Prognose deutlich verbessert werden. Eine Kuration sei aber weiterhin unrealistisch (Ziff. 1.4). Es bestehe eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit und eine starke psychische Belastung durch Diagnose und Therapie (Ziff. 1.7).
3.8
Im Bericht vom 9. November 2015 zuhanden der
Swica
(Urk. 11/21/3
= Urk. 11/25/7
) führte
Dr
.
H._
aus, die Immunchemotherapie sei beendet. Der Patient habe diese recht gut vertragen, aber mit einer ausgeprägten Fatigue-Symptomatik und nicht immer gegebener Belastbarkeit. Er gehe davon aus, dass sich die Arbeitsunfähigkeit von 50
%
schrittweise bessern werde
(Ziff. 2)
. Auf
grund der Grunderkrankung und der Intensität der Erkrankung sei wahrscheinlich eine sofortige Tätigkeit als
Geschäftsleiter mit sehr wechselnder Arbeitsbelastung und Reisen nicht möglich. Die noch bestehende Fatigue-Symptomatik sei schwie
rig einzuordnen und zu objektivieren. Nach einer Immunchemotherapie bräuch
ten Patienten häufig noch längere Zeit, um wieder die alte Belastbarkeit zu errei
chen
. Insgesamt werde von einer guten Prognose ausgegangen, da die zugrunde
liegende Grunderkrankung sehr gut kontrolliert sei (Ziff. 3). Zeitlich befristete Arbeiten im Bürobereich seien wahrscheinlich für mehrere Stunden am Tag mög
lich
. Ab Anfang 2016 solle der Versuch einer schrittweisen Steigerung in Betracht gezogen werden
(Ziff. 4a).
3.9
Im Bericht vom 8. März 2016 zuhanden der
Swica
(Urk. 11/25/5-6) führte
Dr
.
H._
aus, die CLL sei aktuell sehr weit zurückgedrängt. Der Patient habe von der Krankheit und der Therapie noch eine bestehende Fatigue-Symptomatik mit rascher Erschöpfung, Müdigkeit und Schwäche (Ziff. 3). Die weitere Prognose der Fatigue könne akt
uell schwer abgeschätzt werden
(Ziff. 5).
In Bezug auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führte
Dr
.
H._
an, d
ie Fatigue-Symptomatik könne sicherlich die Aktivität eines Geschäftsfüh
rers beeinträchtigen, so dass er die Arbeitstätigkeit von 50
%
verstehen könne (Ziff. 6). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer anderen Tätigkeit sei er überfragt
. Ob und in welchem Pensum Tätigkeiten möglich seien, könne nur ein Wiederein
gliederungsversuch zeigen
(Ziff. 7).
3.10
Am 1
0.
Juni 2016 berichtete
Dr
.
H._
dem behandelnden Hausarzt. Zur Anamnese hielt er fest, der Beschwerdeführer stelle sich in weiterhin leicht redu
ziertem Allgemeinzustand vor. Aktuell sei kein Hinweis auf Aktivität der CLL gegeben bei immer noch krankheits- und therapiebedingter Fatigue und daher 50%iger Arbei
t
sunfähigkeit. Die Belastbarkeit sei aber steigend, so dass er ab
1.
August 2016 wieder von einer 100%igen Integration in den Arbeitsprozess ausgehe (
Urk.
11/26/6).
3.11
Im Bericht vom 16. August 2016 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk.
11/26/4-5) führte
Dr
.
H._
aus, der Patient habe bei der letzten Konsul
tation immer noch über eine bestehende Fatigue-Symptomatik geklagt. Es werde daher von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ausgegangen. Ab 1. August 2016 sollte wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
hergestellt worden sein. Er werde den Patienten erst wieder im September 2016 sehen und könne dann abschlies
send berichten (Ziff. 2.1). Die Prognose betreffend hielt er fest, es handle sich nicht um eine kurative Therapie (Ziff. 3.3).
3.1
2
Im Bericht vom 6. September 2016 (Urk. 11/30/6) führte
Dr
.
H._
aus, die Arbeitsfähigkeit sei bei zirka 70
%
gegeben, darüber hinaus
bestehe eine
ausge
prägte Müdigkeit mit Fatigue. Es gebe keine eindeutigen B-Symptome.
3.
13
Im Bericht vom 1. November 2016 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/30/4-5) führte
Dr
.
H._
aus, die CLL befinde sich in guter Remission. Es bestehe weiterhin eine starke Fatigue-Symptomatik als Folge der Therapie (Ziff. 1.2). Der Patient arbeite zu 70
%
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
(Ziff. 2.1). Die Frage, ob die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen verbessert werden könne, beantwortete
Dr
.
H._
wie folgt: «30
%
arbeitsun
fähig, 70
%
arbeitsfähig» (Ziff. 4.1).
3.
14
Dr.
I._
, Facharzt für Allgemeine innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 14. November 2016 (Urk. 11/33 S. 4 f.) aus, es bestehe eine CLL in guter Remis
sion, wobei eine Fatigue persistiere. Das Belastungsprofil
beinhalte
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Stressexposition (S. 5 oben). Die Arbeitsfähigkeit in bisheriger und in angepasster Tätigkeit gemäss Belastungsprofil betrage 0
%
ab 17. September 2014, 50
%
ab 1. Juli 2015 und 70
%
seit 1. September 201
6.
Der
Gesundheitszustand werde sich langfristig am ehesten nicht wesentlich ändern (S. 5 Mitte).
3.
15
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.3) führte in der ärztlichen Bestätigung zuhanden des Beschwerdeführers vom 28. April 2017 (Urk. 11/46) aus, er habe diesen seit 2010 als Hausarzt und ab dem 15.
Juli 2014 wegen ausgeprägten psycho-physischen Problemen im Rahmen einer Arbeitsplatzproblematik betreut. Trotz intensiver Begleitung hätten die Beschwerden bei sich nicht verbessernder Arbeitsplatzproblematik persistiert, so dass die Beendigung des Arbeitsverhält
nisses aus medizinischer Sicht absolut notwendig gewesen sei
, was er
dem Beschwerdeführer auch so nahegelegt und empfohlen
habe
. Der Entscheid hierzu sei am 21. Oktober 2014 getroffen und anschliessend durch den Beschwerdefüh
rer umgesetzt worden.
3.
16
Dr
.
H._
führte in der Stellungnahme vom 12. April 2018 zuhanden des Beschwerdeführers (Urk. 7) aus, dieser habe sich am 1. Dezember 2014 zum ersten Mal in seiner Sprechstunde vorgestellt und zu diesem Zeitpunkt mindestens für einen Zeitraum von drei Monaten eine Nachtschweiss-Symptomatik mit Müdig
keit und Schwäche angegeben (S. 1 oben). Die gestellte Frage, wie lange die Krankheit schon im Voraus vorhanden gewesen sei und welche klinische Rele
vanz
vorgängig bestanden habe, sei schwierig zu beantworten. Sicherlich könne bei einer chronisch lymphatischen Leukämie davon ausgegangen werden, dass der Krankheitsbeginn Jahre vorher zurückliege. Diese Erkrankung und auch die klassischen Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nachtschweiss, Schwit
zen und verminderte körperliche Belastbarkeit entwickelten sich häufig schlei
chend und seien für den Patienten nicht mit einem abrupten Ereignis verbunden. Daher sei es für die Patienten auch häufig schwierig, ein genaues Datum mit Erstmanifestation anzugeben (S. 1 Mitte). Bei Durchsicht der Arztberichte falle auf, dass der Beschwerdeführer mindestens schon im Rahmen der hausärztlichen Konsultation vom 14. Juli 2014 eine
entsprechende krankheitstypische Sympto
matik angegeben habe, indem er eine thorakale Drucksymptomatik mit Dyspnoe und extremem Schwitzen bemerkt habe. Dies passe gut zu einer chronisch lym
phatischen Leukämie. Zudem sei an diesem Tag im peripheren Blutbild eine Erhöhung der Lymphozyten auffällig gewesen (S. 1 unten). Im Spital
O._
sei dann im Oktober 2014 bei zunehmender Beschwerdesymptomatik und vom Pati
enten bereits bemerkter Lymphknotenschwellung am Hals
rechts
eine weiterfüh
rende Untersuchung durchgeführt worden. In dem dortigen Ultraschallbefund stehe, dass multiple Lymphknoten auf der rechten Halsseite identifiziert worden seien. Die damalige Einschätzung, dass kein Hinweis für Malignität vorliege, sei retrospektiv gesehen nic
ht korrekt gewesen (S. 2 oben).
4.
4.1
Die Einschätzung des
RAD
-Arztes Dr.
I._
, dass bei guter Remission der chro
nischen lymphatischen Leukämie eine Fatigue persistiere
und sich der Gesund
heitszustand langfristig am ehesten nicht wesentlich ändern werde (vorstehend E. 3.1
4
)
,
lässt sich gut mit den Angaben von
Dr
.
H._
im
November 2015 in Einklang bringen. Demnach sei die noch bestehende Fatigue-Symptomatik schwierig einzuordnen, nach einer Immunchemotherapie bräuchten Patienten jedenfalls häufig noch längere Zeit, um wieder die alte Belastbarkeit zu erreichen (vorstehend E. 3.8).
Aus seinen
regelmässig erstatteten Berichte
n
geht hervor
, dass der Beschwerdeführer zwar
-
wie ärztlicherseits erwartet
-
seine Arbeitsfä
higkeit nach Remission der Leukämie wieder steigern konnte, die Fatigue-Symp
tomatik mit rascher Erschöpfung, Müdigkeit und Schwäche aber durchwegs
bestehen blieb (vorstehend E. 3.7-
3.
12
). Damit liegt es nahe, dass
mit Dr.
I._
die weiteren Besserungsaussichten ungewiss sind. Auch die Äusserungen von
Dr
.
H._
sind so zu verstehen,
zumal
er zur Prognose angegeben hatte, es handle sich nicht um eine kurative Therapie
(vorstehend E. 3.10)
,
und
er
die
Frage, ob die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen noch
verbessert werden könne, faktisch unbean
twortet liess (vorstehend E. 3.
12). Gestützt auf die übereinstimmenden Einschätzungen von
Dr
.
H._
und Dr.
I._
ist
damit
erstellt, dass der Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung der
jeweils
bestehen
den krankheitsbedingten Einschränkungen
vom
1.
Dezember 2014 bis zum 3
0.
Juli 2015 zu 100
%
und daraufhin – aufgrund einer ausgewiesenen Verbes
serung des Gesundheitszustandes - bis zum 3
1.
Juli 2016 zu 50
%
arbeitsfähig war, was unbestritten blieb und aufgrund der Akten ausgewiesen ist (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
7,
Urk.
2,
Urk.
11/40/1). Aufgrund einer weiteren
gesundheitlichen Verbes
serung, welche sich in der Arbeitsaufnahme der Tätigkeit als Geschäftsführer eines
Gasthofs
widerspiegelte,
war der Beschwerdeführer
seit August 2016 sowie
im massgeblichen Zeitpunkt der Verfügung
zu 70
%
arbeitsfähig
.
Damit kam es im zeitlichen Ablauf zu ausgewiesenen Verbesserungen des Gesundheitszustan
des, welche
bei der Rentenprüfung zu berücksichtigen sind (vgl. E. 1.3-4).
4.2
In Bezug auf die attestierten Arbeitsfähigkeiten stellt sich die Frage, ob diese aus medizinisch-theoretischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in angepasster oder in angestammter Tätigkeit betreffen.
Das vo
m
RAD
-Arzt,
Dr.
I._
,
ermittelte Belastungsprofil lautet: leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Stressexposi
tion (
Urk.
11/33/5). Insbesondere in Bezug auf das Erfordernis «ohne Stressexpo
sition» ist
nicht ersichtlich, welche medizinischen Grundlagen zu
dieser Ein
schränkung führte
n
, zumal
Dr.
I._
dem
Belastungsprofil keine Begründung anfügte
. So lässt sich der RAD-Einschätzung, worauf sich der Beschwerdeführer beruft (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
10), nicht entnehmen
,
gestützt auf welche Befund
e
und welche fachärztlich festgestellte
n
Einschränkung
en
eine Stressexposition gemie
den werden sollte
(vgl.
Urk.
11/33/4-5
)
.
Vielmehr erwähnte
Dr.
I._
lediglich eine persistierende Fatigue
, was sich gemäss
Dr
.
H._
im März 2016 in einer Erschöpfung, Müdigkeit und Schwäche zeigte (vgl. vorstehend E. 3.9).
Diese Ein
schränkungen
fanden in der Folge mit einem reduzierten Arbeitspensum von anfänglich 50
%
und später 70
%
Berücksichtigung. Inwiefern jedoch daraus in qualitativer Hinsicht eine Stressintoleranz resultieren sollte, wurde
weder von
Dr.
I._
noch von
Dr
.
H._
dargelegt.
So geht
aus den echtzeitlichen medizinischen Berichten und Stellungnahmen des behandelnden
Dr
.
H._
die Voraussetzung einer
Stressvermeidung
nicht hervor.
Vielmehr legte er im März 2016 dar (vgl. vorstehend E. 3.9), die Fatigue-Symptomatik mit Erschöpfung, Müdigkeit und Schwäche könne die Aktivität eines Geschäftsführers beeinträch
tigen, so dass er die (Anmerkung: vom Beschwerdeführer bei der
J._
AG aufgenommene) Arbeitstätigkeit von 50
%
verstehen könne. Im Bericht vom 1
6.
August 2016 führte
Dr
.
H._
aus, der Beschwerdeführer klage immer noch über eine bestehende Fatigue-Symptomatik. In Beantwortung der Frage, in wel
chem zeitlichen Umfang der Beschwerdeführer die bisherige beziehungsweise eine angepasste Tätigkeit ausüben könne, hielt
Dr
.
H._
fest, er gehe aufgrund der Fatigue-Symptomatik bis Ende Juli 2016 von einer 50%igen Arbeitsunfähig
keit aus
,
ab
1.
August 2016 sollte wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit herge
stellt worden sein beziehungsweise sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit geplant, wobei im September 2016 eine Evaluation folgen werde (
Urk.
11/24/4-5
Ziff.
2.1 und 4.1;
vgl. vorstehend E. 3.10-11
).
Am
1.
November 2016
erwähnte
Dr
.
H._
erneut die Fatigue-Symptomatik und hielt - in
Beantwortung der Frage, in welchem zeitlichen Umfang der Beschwerdeführer die bisherige beziehungsweise eine angepasste Tätigkeit ausüben könne
– fest, der Beschwerdeführer arbeite zu 70
%
und sei zu 30
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
11/30/4; vorstehend E. 3
.1
4
).
4.3
Somit
attestierte
Dr
.
H._
in keinem seiner echtzeitlichen Berichte und in Kenntnis der aufgenommenen Tätigkeit als Geschäftsführer
der
J._
AG
ab Januar 2016 e
ine Stressintoleranz oder ordnete eine Tätigkeit ohne Stressex
position an.
Insbesondere hielt er die aufgenommene Tätigkeit bei der
J._
AG
nicht
als
qualitativ
un
geeignet oder
un
zumutbar. Dabei
bestehen hinsichtlich der Tätigkeit bei der
J._
AG keine Anhaltspunkte oder Hinweise, dass es sich dabei oder im Vergleich zur angestammten Tätigkeit um eine stressreduzierte oder stressfreie Tätigkeit gehandelt hat. Auch wurde solches vom Beschwerde
führer nie selber geltend gemacht (
Urk.
1,
Urk.
11/40
).
Vielmehr wurde der Beschwerdeführer mit Anstellungsvertrag vom
9.
Januar 2016 bei der
J._
AG mit Sitz in Deutschland ab dem 1
1.
Januar 2016 befristet bis zum 3
1.
März 2016 zum Mitglied des Vorstands bestellt (
Urk.
11/28/19-21). Diese Befristung wurde verlängert, wobei die letzte Lohnabrechnung Juli 2016 betrifft (vgl.
Urk.
11/28/3-11).
Angesichts der Funktion als Vorstandsmitglied mit der Entlöh
nung von Euro 10'000.—
pro Monat bei einem 50%-Pensum (mithin einem Jah
ressalär von Euro 240'000.—
bei einem 100%-Pensum)
, was zumindest in den Jahren 2009, 2010, 2013 und 2014 in etwa dem Einkommen bei der
Z._
AG entsprochen hatte (vgl. den IK-Auszug,
Urk.
11/32/4), und mit einer gewissen Reisetätigkeit
nach Deutschland
– auch ohne festen Arbeitsort (vgl.
Urk.
11/28/20 §4)
-
handelt es sich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine der Tätigkeit bei der
Z._
AG gleichwertigen, mithin um eine angestammte Tätigkeit. Insbesondere wurde nie geltend gemacht, und es ergeben sich hierfür aus den Akten
auch
keine Hinweise, dass die Tätigkeit stress
bedingt im Rahmen des reduzierten Pensums, mithin in qualitativer Hinsicht, nicht zur Zufriedenheit ausgeübt werden konnte, zumal die ursprüngliche Befris
tung eine Verlängerung um drei Monate erfuhr.
Zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Tätigkeit hatte RAD-Arzt
Dr.
I._
eine qualitative Einschränkung einer in zeitlicher Hinsicht limitierten Tätigkeit (
50
%
) ferner
auch noch nicht attestiert.
4.4
Im Weiteren
unterschied
Dr
.
H._
ab der Wiederaufnahme einer Erwerbstä
tigkeit (der Bericht vom November 2015 erfolgte zuvor; vgl. vorstehend E. 3.8) nicht
zwischen der bisherigen
und einer angepassten
Tätigkeit
beziehungsweise
bezeichnete
die bisherige Tätigkeit
ni
cht
als nicht mehr zumutbar
. Dabei ist angesichts der zahlreichen Konsultationen
über mehrere Jahre
und dem Erwäh
nen der Tätigkeit als Geschäftsführer
(vorstehend E. 3.9)
durchaus und mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen, dass
Dr
.
H._
Kenntnis von der erwerblichen und beruflichen Situa
tion des Beschwerdeführers hatte.
Zudem
ist mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass – hätte die im Januar 2016 aufgenommene Tätigkeit bei der
J._
AG aufgrund der zu hohen Stressexposition zu einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes geführt –
Dr
.
H._
entsprechendes in den regelmässigen Berichten erwähnt hätte.
Im Gegenteil jedoch erachtete
Dr
.
H._
den Beschwerdeführer im Juni 2016 und August 2016 prospektiv als ab
1.
September 2016 als zu 100
%
arbeitsfähig ohne irgendwelche Einschränkun
gen in qualitativer Hinsicht zu erwähnen. Auch wenn
die Tätigkeit als Geschäfts
führer eines Gutshofs in der Folge nach einem Monat zu 80
%
im Rahmen von 70
%
ausgeübt werden konnte, vermag dies zwar eine Limitierung in zeitlicher Hinsicht, um die Folgen der Erschöpfung und Müdigkeit abzufedern, zu begrün
den, nicht hingegen eine qualitative Limitierung im Sinne einer stressreduzierten oder stressfreien Tätigkeit.
4.5
Somit
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Beurteilungszeitraum aufgrund der Fatigue-Symptomatik in zeitlicher Hinsicht (zu 50
%
und später zu 30
%
) in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war, nicht jedoch in qualitativer Hin
sicht («ohne Stressexposition»)
,
und somit die angestammte Tätigkeit in qualita
tiver Hinsicht aus medizinisch-theoretischer Sicht zumutbar ist im Rahmen der zeitlichen Limitierung.
4.6
Angesichts
des Gesagten und
der vorliegenden umfassenden echtzeitlichen Aktenlage ist es – entgegen der Auffassung de
s
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
1 S. 9
Ziff.
14.2
; Urk. 23 S. 3 Ziff. 3
) und in antizipierter Beweiswürdigung (BGE
124 V 90 E. 4b
)
– nicht nötig,
Zeugen einzuvernehmen oder
einen
spezifischen
diesbe
züglichen Bericht beim behandelnden Arzt
beziehungsweise
eine gerichtliche medizinische Expertise einzuholen, da die echtzeitlichen Einschätzungen
des behandelnden Arztes
aussagekräftiger sind als allenfalls nachträglich eingeholte Berichte zu bereits beurteilten Vorkommnissen
.
D
ie vorliegenden Akten
lassen
einen Entscheid zu.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der
Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis). Ist der zuletzt bezogene Lohn überdurchschnittlich hoch, ist er nur dann als
Valideneinkommen
heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011, E. 4.5.1).
Nach dem im Sozialversicherungsprozess geltenden Beweismass der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit ist ein bestimmter Sach
verhalt nicht bereits dann bewie
sen, wenn er bloss möglich ist; hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdi
gung aller relevanten Sachumstände, mithin nach objektiven Gesichtspunkten, zur Überzeugung gelangt ist, dass er der wahrscheinlichste aller in Betracht fal
lenden Geschehens
-
abläufe – bei zwei möglichen Sachverhaltsvarianten: die wahrscheinlichere – ist und zudem
begründeterweise
angenommen werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehen
den Ergebnis nichts mehr ändern (Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2009 E. 3.3).
5.
3
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129
V
222). Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die IV-Anmeldung ging am 2
0.
März 2015 bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 11/3 sowie Aktenver
zeichnis zu
Urk.
11). Ein allfälliger Rentenanspruch bestünde somit frühestens ab dem 1. September 201
5.
Da der Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2014 arbeitsunfähig war, läuft
die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
li
t
. b IVG vorliegend erst a
m
30. November 2015 ab
,
womit
ein allfälliger Ren
ten
anspruch frühestens
ab 1. Dezember 2015 entsteht
.
5.
4
Unbestritten blieb seitens der Beschwerdegegnerin, dass das Invalideneinkommen
unter Annahme einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
ab dem 1. September 2016
dem derzeit erzielten Verdienst des Beschwerdeführers als
Geschäftsführer
des Hotels
K._
in der Höhe von Fr. 120'000.--
entspreche
(vgl. Urk. 1 S. 10 Ziff. 15.1
). Dem ist zuzustimmen, entspricht doch die aktuelle einer leidensangepassten Tätigkeit (vorstehend E. 4).
Im davorliegenden Zeitraum von Januar bis
Anfang
Juli 2016 hatte der Beschwerdeführer zwar noch für ein
höheres
Gehalt von monatlich EUR 10'000.
-- bei
einem Pensum von 50
%
als Vorstandsmitglied der
J._
AG gearbeitet (Urk. 11/28/19-21, Urk. 11/28/3-11)
, was
angesichts des lediglich befristeten Vertragsverhältnisses indes
zu Gunsten des Beschwerdeführers
unberücksichtigt bleiben
kann
.
Es
resultiert somit für den
Zeit
raum
von Dezember 2015 bis August 2016 bei einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ein
Invalideneinkommen von Fr. 85'714.-- (
Fr.
1
20'000.-- : 70 x 50) und für den
Zeit
raum
ab
September
2016 bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ein
Invalideneinkommen von Fr. 120'000.
--.
Strittig und zu prüfen ist
insbesondere
die Höhe des
Valideneinkommens
. Konkret steht zunächst die Frage im Raum, ob der Beschwerdeführer seine zuletzt ausge
übte Tätigkeit als CEO eines mittelgrossen Unternehmens ohne
Gesundheitsscha
den
weiterhin ausgeübt hätte.
Mit dieser Tätigkeit hatte er in den Jahren
2005 bis 2014
durchschnittlich
fast
Fr. 300'000.- pro Jahr verdient
, wobei auch grössere Schwankungen
beispielsweise in den Jahren 2009
(
Fr.
225'627.--)
und 2010
(
Fr.
232'232.--)
mit
im Vergleich tieferem
Einkommen
auftraten
(vgl. Urk. 11/11
,
Urk.
11/32
). Dieses klarerweise
im Schnitt
überdurchschnittliche Einkommen ist
nur
dann als
Valideneinkommen
heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit feststeht, dass es weiterhin erzielt worden wäre (vorstehend E.
5.2)
.
5.
5
Im Einwand vom 26. April 2017 (Urk. 11/40) gegen den Vorbescheid vom 27. Februar 2017 (Urk. 11/35/1-3)
hatte der Beschwerdeführer ausgeführt, er habe ab Sommer/Herbst 2014 an Energielosigkeit und ausgeprägter Ermüdbarkeit gelitten und aufgrund dieser Situation seine Stelle per Februar 2015 gekündigt. Er habe beabsichtigt, mit angestellten Mitarbeitern eine Vertretung für Software für kleine und mittlere Betriebe im Hotel- und Gastronomiebereich aufzubauen. Zufolge seiner Erkrankung habe dies allerdings nicht in Angriff genommen wer
den können (S. 2 Ziff. 1).
Er
habe die Stelle nicht ohne Überlegungen in finanzi
eller Hinsicht gekündigt. Er habe beabsichtigt, eine Softwarelösung für kleinere und mittlere Betriebe anzubieten, womit ein ebenso hohes wenn nicht höheres Jahreseinkommen zu erzielen gewesen wäre (S. 4 Ziff. 5.1). Nach dem Ausbruch der Krankheit hätten sich die Pläne mit der selbständigen Erwerbstätigkeit wegen der Folgen der Krankheit zerschlagen (S. 5 Ziff. 5.1).
Die anvisierte selbständige Tätigkeit habe ein der angestammten Tätigkeit gleichwertiges Belastungsprofil enthalten (S. 6
Ziff.
6).
Diese
Ausführungen
des Beschwerdeführers
lassen darauf schliessen
, dass der Plan, die Stelle
bei
Z._
AG
zu kündigen und sich selbständig zu machen, keinen Zusammenhang mit der Leukämiediagnose im Herbst 2014 hatte. Im Vordergrund scheinen finanzielle Ü
berlegungen sowie Schwierigkeiten am
Arbeitsplatz gestanden zu haben. So sprach
auch
der Hausarzt von psycho-physischen Problemen im Rahmen einer Arbeitsplatzproblematik, welche
die Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus medizinischer Sicht notwendig gemacht
hätten
, wobei der Entscheid zur Kündigung am 21. Oktober 2014 getroffen wor
den sei (vorstehend E. 3.1
5
)
. Dabei hielt
Dr.
E._
am 2
8.
April 2017 – und damit in Kenntnis der eingetretenen Krebserkrankung - ausdrücklich fest, dass die
damaligen
Beschwerden im Sommer 2014 trotz intensiver Begleitung persis
tiert hätten bei sich nicht verbessernde
r
Arbeitsplatzproblematik (
Urk.
11/46)
.
Es kann somit als ausgewiesen gelten, dass im Sommer
2014
eine sich nicht verbes
sernde Arbeitsplatzproblematik vorlag. Dabei liegen keine Hinweise vor und es ist auch nicht anzunehmen, dass allfällige sich schleichend entwickelnde Symp
tome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nachtschweiss, Schwitzen (vgl.
Urk.
7
S.
1) zu einem Arbeitsplatzkonflikt geführt haben. Vielmehr ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die erwähnten Symptome
der Krebs
erkrankung
sich zwar schleichend entwickelt haben können, daneben
aber
auch ein Arbeitsplatzkonflikt bestand, welcher nicht im Zusammenhang mit einer Krankheit stand
,
und
dass
dieser Arbeitsplatzkonflikt
- unter Berücksichtigung des Wunsches nach einer Selbständigkeit -
mit der Kündigung im Zusammenhang stand
. Dies
erscheint
umso mehr als überwiegend wahrscheinlich, da
Dr.
E._
in der Krankengeschichte bereits am 1
9.
Juni 2012 eine
n
psycho-physischen Erschöpfungszustand mit Schlafproblemen
und
einer Arbeitsunfähigkeit festhielt, welcher sich in der Folge unter antidepressiver Medikation (
Remeron
) besserte (
Urk.
3/6)
.
Im Weiteren
führte der Beschwerdeführer im Einwand selbst an, er habe die Stelle bei
Z._
AG
nicht ohne Überlegungen in finanzieller Hinsicht
gekündigt, so habe er eine selbständige und der bisherigen gleichwertige Tätigkeit anvisiert (
Urk.
11/40 S. 4
Ziff.
5.1 und S. 6
Ziff.
6).
Den Ausführungen im Ein
wand können somit keine Hinweise darauf entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Kündigung unter anderem für eine selbstän
dige Tätigkeit als arbeitsunfähig
erachtet hat, sondern diese vielmehr ein Ziel des Beschwerdeführers war. Aufgrund der langjährigen beruflichen Erfahrung ist sodann mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass der Wunsch nach und Plan der Selbständigkeit keinem kurzfristi
gen, spontanen Einfall entsprach
,
sondern nach reiflicher Überlegung erfolgte.
Die
geltend gemachte
Energielosigkeit und Ermüdbarkeit im Sommer/Herbst 2014 ist
ferner
zum einen ärztlich nicht
echtzeitlich
dokumentiert, zum anderen ist
gut vorstellbar
, dass sie
auch
durch die
von
Dr.
E._
beschriebene
Arbeitsplatz
problematik
(vgl. vorstehend E. 3.3)
verursacht wurden.
Als möglicher
weiterer
Beweggrund zur Planung einer selbständigen Erwerbstätigkeit kommt zudem die bevorstehende Übernahme der
Z._
AG durch die
A._
GmbH
in Betracht, welche am
6
. Januar 2015 vollzogen
wurde (Urk.
10/2+3
).
Es ist daher durchwegs stimmig, dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin am 16. Februar 2016 telefonisch mitteilte, er habe seinem bisherigen Arbeitgeber gekündigt, noch bevor er erkrankt sei
. D
ie Kündigung stehe mit der Erkrankung in keinem Zusammenhang, er habe schon vorher beschlossen, sich selbständig zu machen. Er plane, mit zwei Angestellten eine Vertretung für Software im Hotel- und Gastronomiebereich aufzubauen, wobei er voraussichtlich mehrheitlich im Hintergrund in der Administration arbeiten werde, weil er da die Zeiten besser einteilen könne (Urk. 11/22).
Zwar vermögen f
ormlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene münd
liche oder telefonische Auskünfte lediglich Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, zu belegen. Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechts
erheblichen Sachverhaltes bedürfen grundsätzlich der Form der schriftlichen Anfrage und Auskunft (BGE 130 II 473 E. 4.2).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
16) besteht jedoch vorliegend – insbesondere unter Berücksichtigung seiner Angaben im Einwand -
kein vernünftiger Zweifel daran, dass
die Aktennotiz vom 16. Februar 2016
, welche im Übrigen
auch mit
der
Telefonnotiz vom 2
1.
August 2015, wonach sich der Beschwerdeführer auf die Selbständigkeit vorbereite (
Urk.
11/16)
,
übereinstimmt,
den wesentlichen Inhalt des Telefonats wahrheitsgetreu wiedergab.
5.
6
In der Folge stellte sich der Beschwerdeführer i
n der Beschwerdeschrift dezidiert auf den Standpunkt, die krankheitsbedingte reduzierte Leistungsfähigkeit sei ursächlich für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gewesen. Schon im Jahr 2013 habe er wegen verminderter Leistungsfähigkeit, Interessenlosigkeit, Müdig
keit et
cetera
den Anforderungen der Stelle nicht mehr genügt. Nach dem Auf
treten der Lymphknotenproblematik im Oktober 2014 habe er nur noch den Aus
weg gesehen, selber die Kündigung einzureichen (vorstehend E. 2.2).
Dies
e Argumentation
stellt eine Kehrtwende gegenüber seinen vorherigen Aus
führungen dar (vorstehend E. 5.
5
), welche an seiner neuen Darstellung Zweifel weckt. Weiter genährt werden diese
Zweifel
dadurch, dass aus den im Recht lie
genden Arztberichten nicht hervorgeht, zu welchem Zeitpunkt sich die Leukä
miediagnose
genau
erhärtete und
der Beschwerdeführer in der Replik selber darauf hinwies, die Krebsdiagnose sei erst nach der Kündigung gestellt worden (Urk. 16 S. 3 Ziff. 3.2)
.
Dokumentiert wurde
durch den Hausarzt, d
ass im Vorfeld des Kündigungsschreibens
vom 3. November
2014 (Urk. 3/7
) Mitte September 2014 die Arbeitsplatzproblematik eskaliert und die Beendigung des Arbeitsver
hältnisses geplant worden sei (vorstehend E. 3.3), welchen Entscheid man dann am 21. Oktober 2014 getroffen habe (vorstehend E. 3.1
5
).
Selbst
Dr
.
H._
wies im Bericht vom 1
2.
Januar 2015 darauf hin, dass die Interpretation des Nacht
schweisses aufgrund einer starken beruflichen Anspannung nicht eindeutig sei (
Urk.
11/12/8).
Entgegen dem Beschwerdeführer kann
daher aufgrund der kon
kreten Umstände nicht mit
der von ihm zitierten bundesgerichtlichen Rechtspre
chung
von der
zeitliche
n
Nähe der Auflösung eines langjährigen Arbeitsverhält
nisses nach dem Eintritt einer gesundheitlichen Beeinträchtigung
darauf geschlossen werden
, dass die
Kündigung krankheitsbedingt erfolgt und die
bis
herige Tätigkeit
andernfalls
weiterhin ausgeübt worden wäre (vgl. Urk. 1 S. 12 Mitte).
Auch aus
dem Kündigungsschreiben (Urk. 3/7
) vermag der Beschwerde
führer nichts für sich abzuleiten, ist doch die Angabe von «gesundheitlichen Gründen» zu vage und dürfte zudem der damaligen Ein
schätzung des Hausarztes entspru
ngen
sein
, wonach das Arbeitsverhältnis «aus medizinischen Gründen» zu beenden sei, was sich jedoch auf die
e
skalierte Arbeitsplatzproblematik bezog.
5.7
Zu berücksichtigen ist dabei, dass im
Bereich des Sozialversicherungsrechts in
der
Regel auf die «Aussagen
der
ersten
Stunde
» ab
zustellen
ist
, denen in
beweismäs
siger
Hinsicht
grösseres
Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst o
der
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtli
cher o
der
an
der
er Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Solche
ersten
Aussagen stellen der Inhalt des Telefongespräc
hs vom 16. Februar 2015 sowie in einem
weite
re
n Sinne die Ausführungen des Beschwerdeführers im
Vorbescheidverfahren
dar (vorstehend E. 5.
5
). Diesen kommt
beweismässig
mehr Gewicht zu
als
den
Ausführungen
des Beschwerdeführers
in der Beschwerde
schrift (vorstehend E. 2.2) und
der Replik (
vorstehend E. 2.4)
, welche spätere Dar
stellungen
im Sinne der genannten Rechtsprechung
sind.
In diese Kategorie fallen auch
die erst am 6. April 2018
während
des
laufenden Beschwerdeverfahrens zuhanden des Beschwerdeführers
produzierten Schreiben der Ehefrau (Urk. 3/3) sowie eines ehemaligen Geschäftspartners
, welcher infolge
von
Verschiebungen und Annullationen von Terminen in der ersten Hälfte 2014 eine belastete Zusam
menarbeit
schilderte
(Urk.
3/10).
Auch die retrospektive Stellungnahme von
Dr
.
H._
betreffend Krankheitsbeginn
erfolgte erst am 12. April 2018 (vor
stehend E. 3.1
6
). Zudem räumte
dieser
ein, es sei schwierig zu beurteilen, wie lange die Krankheit schon im Voraus vorhanden gewesen sei.
Insgesamt ist somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit bei der
Z._
AG nicht krankheitsbedingt aufgrund der Leukämie, sondern aufgrund eines psycho-physisch belastenden Arbeitskonflikts beendet hat, welcher neben der bis zur Kündigung noch nicht bekannten Krebserkrankung bestand, zumal nicht über
wiegend wahrscheinlich erstellt ist, dass der Arbeitsplatzkonflikt in einem Zusammenhang mit allfälligen Krankheitssymptomen stand.
Dies ergibt sich
unter anderem auch
aus einem bereits im Jahr 2012 bestehenden und antidepres
siv behandelten psycho-physischen Erschöpfungszustand mit Schlafschwierig
keiten
und einer Arbeitsunfähigkeit
, wobei keiner der involvierten Ärzte Symp
tome bereits im Jahr 2012 attestierte
und
sich
die Symptome wieder besserten
. Überdies
finden die von der Ehefrau bereits im Jahr 2013 festgestellten Symptome und die daher benötigte Auszeit von vier Monaten im Oktober 2013 (
Urk.
3/3) keinen Niederschlag in echtzeitlichen medizinischen Berichten. So ergeben sich aus der Krankengeschichte von
Dr.
E._
für das Jahr 2013 lediglich Einträge betreffend Impfungen im Dezember 2013 (
Urk.
3/6 S. 1), wobei angesichts der Konsultationen im Jahr 2012 anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer seinen Hausarzt
bei entsprechenden Beschwerden
aufgesucht hätte.
Vielmehr darf dar
aus geschlossen werden, dass eine von der Krebserkrankung zu unterscheidende
Erschöpfung und Arbeitsplatzproblematik bestand, die
schliesslich
– auch unter Berücksichtigung der bevorstehenden Übernahme der Firma – zum Wunsch nach einer selbständigen Tätigkeit und der Kündigung führten.
Nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund der Übernahme der
Z._
AG durch die
A._
GmbH
im Januar 2015 ganz unabhängig vom Kündi
gungsgrund ohnehin ungewiss ist,
ob, in welcher Position und mit welchem Gehalt der Beschwerdeführer weiter beschäftigt worden wäre.
An dieser Schlussfolgerung würden
auch die beantragte Zeugeneinvernahme des genannten Geschäftspartne
rs und der Ehefrau (vgl. Urk. 1 S. 3
und
11
sowie Urk. 23 S. 3 Ziff. 3
) nichts
ändern
,
zumal nicht davon auszugehen ist, dass sich im Rahmen entsprechender Zeugeneinvernahmen andere als die bereits gemach
ten Angaben (
Urk.
3/3 und
Urk.
3/10)
ergeben würden.
Dies gilt auch für die Zeu
geneinvernahme von
Dr.
L._
(vgl.
Urk.
16 S. 6).
Deshalb ist
auf wei
tere Beweisabnahmen in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten
(
BGE 122 V 157 E. 1d
)
.
Es
ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt der Krankheit noch immer
in der vormaligen Stelle tätig wäre.
5.
8
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt,
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
müsse mittelfristig
auch in diesem Fall
auf das bisherige Einkommen abgestellt werden,
hätte er doch, falls die selbständige Tätigkeit nicht im entsprechenden Sinne angelaufen wäre, jederzeit auch wieder in den ange
stammten Bereich als CEO eines mittelgrossen Unternehmens zurückwechseln können
(vorstehend E. 2.2).
Es entspricht indes einer allgemeinen Erfahrungstatsache, dass ein Gang in die Selbständigkeit in der Regel mit
Lohneinbussen
verbunden ist, wobei diese ins
besondere in der Anfangsphase massiv ausfallen können. Es ist somit unwahr
scheinlich, dass der Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbender
von Anfang an dasselbe
sehr hohe
Einkommen erzielt hätte wie zuvor als angestellter CEO.
Eine mittelfristige Steigerung des Einkommens
auf dieses Niveau
wäre zwar möglich gewesen, aber ungewiss, jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Der Beschwerdeführer war zudem im Zeitpunkt
d
es frühestmöglichen Rentenbeginns
im
Dezember
2015
bereits 54
Jahre alt. Es ist somit ebenfalls ungewiss, ob er nach
dem Gang in die Selbständigkeit
im fortgeschrittenen Alter
noch einmal eine derart gut bezahlte Anstellung als CEO einer
mittelgrossen
Unternehmung
gefunden hätte
, zumal der Stellenmarkt für höhere Kadertätigkeiten wie die bis
herige vergleichsweise klein ist
.
Der Beschwerdeführer hätte damit möglicher
weise auch aus IV-fremden Gründen keine vergleichbare Stelle mehr gefunden.
Im Fazit kann zur
Ermittlung de
s
Valideneinkommens
nicht an den
zuletzt erzielte
n
Verdienst bei der
Z._
AG
angeknüpft werden.
5.
9
Die Verwendung der LSE im Rahmen der Invaliditätsbemessung nach
Art.
16 ATSG war und ist nach ständiger Rechtsprechung, an der festzuhalten ist,
ultima
ratio
. Der Griff zur Lohnstatistik ist demnach
subsidiär
, d.h. deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Validen- und/oder Invalideneinkommens aufgrund und nach
Massgabe
der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist
(BGE 142 I 178 E. 2.5.7).
Ist
davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unab
hängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Validen
einkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
5.
10
Wie bereits erwähnt, kann
aufgrund der Kündigung
für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
nicht an den zuletzt erzielten Verdienst bei der
Z._
AG angekn
ü
pft werden.
Im Weiteren kann ein Einkommen aus selbstän
diger Tätigkeit
, wie bereits oben erwähnt,
aufgrund
nicht
zuverlässig ermittelba
rer Parameter nur erraten, nicht
jedoch verlässlich ermittelt werden. Auch die Annahme, dass eine vergleichbare Stelle mit einem Verdienst von rund
Fr.
300‘000.— wieder gefunden worden wäre
,
ist – angesichts des Marktes und des Alters des Beschwerdeführers -
bloss
möglich, nicht jedoch überwiegend wahrscheinlich. Daher ist das
Valideneinkommen
rechtsprechungsgemäss
gestützt auf die LSE zu ermitteln
.
Zu beachten ist diesbezüglich, dass die Lohn
angaben der LSE auch im Bereich der Kaderlöhne (Kompetenzniveau 4) Durch
schnittswerte enthalten, was bedeutet, dass auch im Bereich des Kompetenzni
veau
s
4 sowohl höhere als die angegebenen als auch tiefere als die angegebenen Löhne enthalten sind. Dass die Kaderlöhne
gemäss
LSE im Einzelfall tiefer aus
fallen mögen, als ein früher erwirtschaftetes Einkommen, widerspiegelt denn auch die Tatsache, dass sehr hoch
entlöhnte
Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich oft vorkommen, was umso mehr den Schluss zulässt, dass ein sehr hohes Einkommen nach einer (nicht krankheitsbedingten
Kündigung
) nicht ohne Weiteres überwiegend wahrscheinlich wieder erzielt wer
den kann.
Dies muss umso mehr gelten, als sich im Verlauf der Tätigkeit teilweise (und nicht krankheitsbedingte) Schwankungen von rund
Fr.
100‘000.—
ergaben (vgl.
Urk.
11/32).
Es
ist
daher
– entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 14 oben) –
kein
betriebswirtschaftliches/
laufbahnberaterisches
Gutach
ten einzuholen, zumal jeder Anwendung statistischer Werte die Abstrahierung immanent ist (BGE 142 V 178) und somit auch auf Werte beispielsweise des Kom
petenzniveaus 1 zutrifft.
Die Beschwerdegegnerin errechnete das
Valideneinkommen
wie folgt: Gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2014 könne nach Tabelle TA1_b im Bereich Dienstleistungen der Informations
technologie, Position 62, im mittleren bis obersten Kader von einem Einkommen von Fr. 11‘448.
--
beziehungsweise bei einer üblichen Wochenarbeitszeit von 41.3 Stunden von einem Jahreseinkommen von Fr. 144‘071.—
ausgegangen werden (Urk. 9 S. 1 f.).
Der Beschwerdeführer bringt zu Recht vor, auf die Tabelle TA1_b dürfe
gemäss
Bundesgericht nicht abgestellt werden (Urk. 16 S. 7 Ziff. 8.1
)
Rich
tigerweise ist auf die Tabelle TA1
LSE 2014
(monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor) abzustellen
(
BGE 142 V 178
, E. 2.5.7).
Im Bereich Dienstleistungen der Informationstechnologie, Position 62, erzielten Männer im Jahr 2014 im Kompetenzniveau 4 (Tätigkeiten mit komplexer Prob
lemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein
grosses
Fakten- und theoreti
sches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) im Durchschnitt ein monatli
ches Bruttoeinkommen von Fr. 9‘350
.-, mithin Fr. 112‘200.-- im Jahr (Fr. 9‘350.- x 12).
Der durch
schnittlichen bereichsspezifischen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.2 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T. 03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr. 115’566.-- (Fr. 112’200.-- : 40 x 41.2). Unter Berücksichti
gung der allgemeinen Lohnent
wicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.3 % (
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsu
men
tenpreise und der Reallöhne, 1910-2017
, T 39) resultiert ein hypothetisches
Validenein
kommen
von rund Fr. 115‘913.-- (Fr. 115’566.-- x 1.003).
5.
11
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 115‘913.-- mit dem Invalidenein
kommen für den Zeitraum von Dezember 2015 bis August 2016 von Fr. 85‘714.-
-
ergibt eine Einkommensbusse von Fr. 30‘199.-- und mit rund 26
%
kei
nen ren
tenbegründenden Invaliditätsgrad. Für die Zeit ab September 2016 resultiert bei einem Invalideneinkommen von Fr. 120'000.-
-
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 0
%
.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit zu Unrecht eine befristete halbe Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Dezember 2015 bis zum 31. Juli 2016 zugesprochen.
5.12
Das Gericht ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden. Es kann eine Ver
fügung
oder einen
Einspracheentscheid
zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern (
reformatio
in
peius
) oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat (
reformatio
in
melius
), wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stellung
nahme sowie zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist (Art. 61
lit
. d ATSG und § 25
GSVGer
; BGE 144 V 153 E. 4.4.2, 143 V 295 E. 4.1.5, 122 V 166 E. 2b).
Diese Gelegenheit wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
0.
Novem
ber 2019 (Urk.
21
) eingeräumt,
worauf
er
mit Stellungnahme vom 16. Dezember 2019 (Urk. 23) an der Beschwerde festhielt
.
5.13
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen und die Verfügung der Beschwerdegeg
nerin vom 23. Februar 2018 mit der Feststellung aufzuheben
,
dass kein
Anspruch auf eine Invalidenrente
besteht
.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG)
und auf Fr.
900
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.