# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 05884c43-8088-4eda-aeac-c2839b27f5e2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1964 geborene
X._
war zuletzt Inhaber der
Y._
und in dieser Funktion bei der Suva gegen die Folgen von Berufsunfällen,
Nicht
berufsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 29. Juni 2012 (
Urk.
9/1) war er gleichentags
von einem
Baugerüst
gefallen
. Als Verletzung wurde eine
Stauchung
am Knie rechts
sowie am Handgelenk links
festgehalten.
Im Arztzeugnis UVG
vom
12. September 2012
(
Urk.
9/15) wurde
eine Meniskusläsion rechts
diagnostiziert
.
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen und
tätigte Abklärungen in erwerblicher sowie medizi
nischer Hinsicht.
1.2
Am 11. September 2013
stürzte
der Versicherte erneut. Seitens der Klinik für Un
fallchirurgie des
Z._
wurde mit Austrittsbericht vom 12. September 2013 (
Urk.
9/152) eine
commotio
cerebri nach Sturz am 11. Sep
tember 2013, eine Schulterkontusion links, ein Status nach Knieoperation rechts im März 2013 sowie
ein
arte
r
iovenöses
Angiom
cerebral
, Status nach
Cyberknife
-Behandlung am 19. Dezember 2012
,
diagnostiziert.
1.3
Am 21. August 2014
fand
eine erste kreisärztliche Untersuchung des Versicherten
hinsichtlich der Kniebeschwerden rechts statt
(
Urk.
9/153). Daraufhin
richtete
die Suva ihre zwischenzeitlich betreffend die Kniebeschwerden eingestellten
gesetz
lichen
Leistungen wieder au
s
(
Urk.
9/154).
1.4
Mit Schreiben vom 27. August 2014 (
Urk.
9/160)
teilte die Suva
der Krankentag
geldversicherung des Versicherten,
der
Zürich Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Zürich),
mit, dass sie der Ansicht sei, die Taggeldkosten seien hälf
tig zwischen
ihr und
der Zürich
zu teilen, nachdem sowohl unfall- als auch krank
heitsbedingt eine Arbeitsunfähigkeit bestehe
. Für den Zeitraum vom 1. März 2013 bis 28. Februar 2014 verlangte sie den Betrag von Fr. 46'692.15 von
der
Zürich
zurück,
da
sie in diesem Zeitraum ein volles Taggeld erbracht ha
b
e. Ab dem 1. März 2014 würden dem Versicherten sodann Taggelder für die Arbeitsunfä
higkeit von 50 % bezahlt.
Die
Zürich
werde gebeten, dem Versicherten die restli
chen 50 % direkt zu vergüten.
Nach Abklärungen ihrerseits
lehnte
die
Zürich am 27. Januar 2015 (
Urk.
9/208) die Bezahlung der von der Suva verlangten Rück
forderung im Umfang von Fr. 46'692.15 für den Zeitraum vom 1. März 2013 bis 28. Februar 2014
ab
.
Daraufhin forderte die Suva den
Betrag von Fr. 46'683.-- m
it Verfügung vom 26. Februar 2015 (
Urk.
9/218) vom Versicherten
zurück. Dies mit der Begrün
dung, sie habe irrtümlicherweise vom 1. März 2013 bis 28. Februar 2014 Tag
geldleistungen aufgrund einer vollen Arbeitsunfähigkeit erbracht, obwohl der Versicherte nach wie vor zu mindestens 50 % krankheitsbedingt arbeitsunfähig gewesen sei. Gerechtfertigt wären nur Taggelder im Rahmen einer 50%igen un
fallbedingten Arbeitsunfähigkeit gewesen.
Hiergegen erhob der Versicherte am 16. Apri
l 2015 Einsprache (
Urk.
9/239
).
1.5
Am 27. Mai 2015 fand eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung des Versicher
ten durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für Chirurgie
, statt (
Urk.
9/253).
Daraufhin informierte die Suva den Versicherten mit Schreiben vom 1. Juni 2015 (
Urk.
9/255) über den bevorstehenden Fallabschluss.
Den medizinischen Akten, insbesondere dem kreisärztlichen Bericht vom 27. Mai 2015 zufolge, sei von wei
teren Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung des Zustandes mehr zu erwarten. Daher würden
die
Heilungskosten- und Taggeldleistungen per 30. September 2015 eingestellt. Per 1.
Oktober 2015 w
e
rde geprüft, ob Anspruch auf langfristige V
ersicherungsleistungen bestehe.
Mit
Verfügung vom
7. Juli 2015 (
Urk.
9/270) sprach die Suva dem Versicherten ab 1. Oktober 2015
für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 29. Juni 2012 (
Urk.
9/1)
eine Invalidenrente gestützt auf eine ermittelte Erwerbsunfähigkeit von 46 % zu.
In Bezug auf die in den medizinischen Akten erwähnten
psychischen Beschwerden wurde darauf hingewiesen, dass diese nicht in einem adäquat-kausalen Zusam
menhang
zu
dem mittelschweren Unfall
stünden
.
Die angestammte Tätigkeit
als Firmeninhaber und Gipser
sei dem Versicherten aufgrund des erlittenen Unfalls nicht mehr uneingeschränkt zumutbar. Angepasste Tätigkeiten seien jedoch wei
terhin vollumfänglich
zumutbar.
Nach ärztlicher Beurteilung beeinträchtigten die Restfolgen des Unfalls die Integrität nicht erheblich. Deshalb seien die Voraus
setzungen für die Gewährung einer Integritätsentschädigung nicht erfüllt.
Hiergegen erhob die Krankenversicherung des Versicherten am 16. Juli 2015 vor
sorglich Einsprache (
Urk.
9/274), welche
sie jedoch nach
P
rüfung der Unterlagen am 31. Juli 2015 wieder zurückzog (
Urk.
9/276).
Der Versicherte erhob mit Ein
gabe
n
vom 11. September 2015
(
Urk.
9/282)
respektive
18. November 2015
(
Urk.
9/
294
)
Einsprache gegen die Verfügung vom 7. Juli 2015.
1.6
Zwischenzeitlich hatte der Versicherte am 20. Oktober 2015 einen weiteren Unfall erlitten, bei welchem er
gemäss Schadenmeldung vom
4. November 2015 (
Urk.
10/5)
auf der Treppe gestürzt war. Verletzungen
wurden
an Rücken, Hüften sowie Kopf angegeben.
Im Arztzeugnis UVG vom 15. Mai 2016 (
Urk.
10/33)
wurde eine
(Lendenwirbelsäulen)
LWS-Beckenkontusion rechtsbetont mit reakti
vem
Lumbovertebralsyndrom
sowie
eine Kopfkontusion rechts mit wahrschein
lich
Halswirbelsäulen(
HWS
)
-Distorsion und reaktiviertem
Zervikalsyndrom
diag
nostiziert.
D
ie Suva
erbrachte wiederum die gesetzlichen Leistungen
und tätigte
insbesondere medizinische Abklärungen.
Am 17.
sowie 21. Juni 2016
nahm Kreisarzt
Dr.
A._
zum medizinischen Sachverhalt Stellung (
Urk.
10/40
f.
).
Da
raufhin verfügte die Suva am 22. Juni 2016 (
Urk.
10/42)
per 3. April 2016
den Fallabschluss betreffend die Unfallfolgen infolge Erreichens des Status quo sine und verneinte den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen
.
Eine seitens der Krankenversicherung erhobene vorsorgliche Einsprache (
Urk.
10/50) wurde in der Folge wieder zurückgezogen (
Urk.
10/55).
Am 23. Au
gust 2016 erhob der Versicherte Einsprache (
Urk.
10/56) gegen die Verfügung vom 22. Juni 201
6.
Daraufhin nahm
Dr.
A._
am 26. August 2016 abschliessend zum medizinischen Sachverhalt Stellung (
Urk.
10/59).
1.7
Mit
Einspracheentscheid
vom
23. September 2016 (
Urk.
2)
wurden die laufenden
Einspracheverfahren
aus prozessökonomischen Gründen vereinigt. An der am 26. Februar 2015
(
Urk.
9/218)
verfügten
Rückforderung
der Taggeldleistungen
in der Höhe
von Fr. 46'683
.--
für den Zeitraum vom
1. März 2013 bis 28. Februar 2014
wurde nicht festgehalten
.
Nach
dem
28. Februar 2014 wurde jedoch der Anspruch auf ein Taggeld aufgrund einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bestätigt
(S. 5 ff.). Die mit Verfügung vom 22. Juni 2016
(
Urk.
10/42)
im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 20. Oktober 2015 (
Urk.
10/5) erfolgte Einstellung der Versicherungsleistungen per 3. April 2016 infolge Erreichens des Status quo sine
wurde bestätigt (S. 8 ff.). Der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psy
chischen Beschwerden und dem Unfallereignis vom 29. Juni 2012
(
Urk.
9/1)
wurde verneint (S. 14).
Der am 7. Juli 2015 verfügte
(
Urk.
9/270)
Anspruch auf eine Invalidenrente in der Höhe von 46 % ab 1. Oktober 2015 aufgrund des Un
fallereignisses vom 26. Juni 2012 wurde bestätigt (S. 14 ff.), ebenso die Ableh
nung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung (S. 21 ff.).
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 23. September 2016 erhob der Beschwerde
führer mit Eingabe vom 26. Oktober 2016 (
Urk.
1) Beschwerde und stellt
e
fol
gende Anträge:
«
1.
Der angefochten
e
Einspracheentscheid
der SUVA vom 23. September 2016
,
Referenz:
S
chaden Nrn.
B._
;
C._
;
D._
, sei im Umfang der Abweisung aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer für die Periode vom 1. März 2014 bis 30. September 2015 nachträglich ein volles Taggeld auszurichten.
3.
Zur Berechnung des Invaliditätsgrades ab 1. Oktober 2015 sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versiche
rungsleistungen aufgrund des Unfalls vom 20. Oktober 2015 (Schaden Nr.
C._
) weiterhin zu erbringen.
5.
Es sei dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von min
destens 20 % auszurichten. Die Sache sei zur ergänzenden Sachverhalts
abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegne
rin.»
2.2
In ihrer Beschwerdea
ntwort vom 30. November 2016 (
Urk.
7) beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.
2.3
Mit Replik vom 19. Januar 2017 (
Urk.
13) hielt der Beschwerdeführer vollum
fänglich an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest.
Die Beschwerdegeg
nerin
bestätigte
ihrerseits
mit
Duplik vom 3. März 2017 (
Urk.
18)
ein vollumfäng
liches Festhalten
am
gestellten
Antrag
, was dem Beschwerdeführer am
6.
März 2017 (
Urk.
19) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
n
Unfälle
haben
sich am
29. Juni 2012 (
Urk.
9/1), 11. Sep
tember 2013 (
Urk.
9/152) sowie 20. Oktober 2015 (
Urk.
10/5)
ereignet, weshalb
die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da
hin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Mit
Einspracheentscheid
vom 23. September 2016 (
Urk.
2)
schloss die Beschwer
degegnerin darauf,
dass
beim
Beschwerdeführer für den Zeitraum ab
dem
28. Februar 2014 eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestand
en habe
, daneben jedoch auch eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von min
destens 50 % ausgewiesen gewesen sei. Es sei daher zu Recht eine Aufteilung
der Taggeldleistungen
mit
dem Krankentaggeldversicherer
vorgenommen worden und
die Beschwerdegegnerin
habe zu Recht ein Taggeld aufgrund einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet
(S. 7
, vgl. auch
Urk.
7 S. 4 f.
)
. Weiter erkannte
die Beschwerdegegnerin
darauf
,
dass hinsichtlich des Unfallereignisses vom 20. Oktober 2015 spätestens
per
3. April 2016 vom Erreichen des Status quo sine auszugehen sei, weshalb die Versicherungsleistungen zu Recht per dato einge
stellt worden seien (S.
8 ff., vgl. auch
Urk.
7 S. 4 ff.,
Urk.
18 S. 2 f.
).
Sodann
be
stätigte sie
den
mit Verfügung
vom 7. Juli 2015
ermittelten Anspruch auf eine Invaliden
rente in der Höhe von 46 % (S. 14 ff.
) und verneinte
den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung (S. 2
1 ff., vgl. auch
Urk.
7 S. 5 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführer beantragte mit Beschwerdeschrift vom 26. Oktober 2016 (
Urk.
1) dagegen
vom
1. März 2014 bis 30. September 2015 Unfalltaggelder
ge
stützt auf eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % (S. 5 f
., vgl. auch
Urk.
13 S. 3
). Wei
ter beanstandete er die seitens der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Inva
liditätsgrades verwendeten DAP-Zahlen (S. 6 ff.
, vgl. auch
Urk.
13 S. 3 f.
) und beantragte eine Integritätsentschädigung von mindestens 20 % (S. 11 f.
, vgl. auch
Urk.
13 S. 4 f.
). Schliesslich rügte der Beschwerdeführer hinsichtlich des Un
fallereignisses vom 20. Oktober 2015 den Eintritt des Status quo sine per 3. April 2016 (S. 8 ff.
,
vgl. auch
Urk. 13 S. 4
).
Ergänzend führte er mit Replik vom 19. Ja
nuar 2017 (
Urk.
13) aus, der kreisärztliche Bericht von
Dr.
A._
vom 26. August 2016 liege ihm nicht vor, weshalb er zu edieren sei. Die Beschwerdegegnerin habe
den Bericht
nach erfolgter
Einsprache eingeholt und
ihm
nicht zugestellt. Dies stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar (S. 2).
3.
Vorab ist auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwer
degegnerin einzugehen (
Urk.
13 S. 2). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer in seiner B
eschwerdeschrift vom 26. Oktobe
r
2016 (
Urk.
1) zum kreisärztlichen Bericht von
Dr.
A._
vom 26. August 2016 (
Urk.
10/59
) äusserte (S. 10 f.). Der Bericht lag dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Beschwerdeer
hebung somit - entgegen seinem Vorbringen - vor. Den Akten ist diesbezüglich zu entnehmen, dass der Bericht dem Beschwerdeführer respektive seiner Rechts
vertreterin am 29. August 2016 zugestellt wurde (
Urk.
10/60). Damit hatte der Beschwerdeführer Zeit, sich vor Erlass des
Einspracheentscheides
vom 23. Sep
tember 2016 (
Urk.
2) dazu zu äussern, was er jedoch unterlassen hat. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin ist nicht aus
zugehen. Im Übrigen wäre eine allfällige Verletzung
einer Heilung zugänglich, da
sich der Beschwerdeführer vor dem hiesigen Gericht, das über eine volle Kogni
tion verfügt, äussern
kann
(zum Ganzen:
BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
mit Hinweisen sowie BGE 132 V 387 E. 5.1
).
4
.
4
.1
In einem
nächsten
Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin für den Zeit
raum ab 1. März 2014 zu Recht
auf einen Taggeldanspruch
d
es Beschwerdefüh
rers aufgrund einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit
schloss und für die restlichen 50 % auf
die Zürich
als Krankengtaggeldversicherung verwies
(Urk.
2 S. 7,
Urk.
7 S. 4 f.).
4
.
2
Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss
Einspracheentscheid
vom
23. September 2016
(
Urk.
2) im Zeitraum
nach
dem 28. Februar 2014 unbe
strittenermassen unfallbedingt zu 100 % arbeitsunfähig war. Die Beschwerdegeg
nerin verwies jedoch darauf, dass ab diesem Zeitpunkt auch eine krankheitsbe
dingte Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % ausgewiesen
gewesen sei
, wes
halb eine Aufteilung der Taggelder mit
der Zürich
korrekt sei und
die Beschwer
degegnerin
demzufolge ein Taggeld aufgrund einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszurichten habe. Hierzu
verwies
sie
auf
die Empfehlung Nr.
13/85 der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG vom 3. September 1985 (Totalrevision vom 17. No
vember 2008
, nachfolgend: Empfehlung
Nr.
13/85
), wonach bei trennbaren Ge
sundheitsschäden der Unfall kein Taggeld auslösen könne, wenn und soweit be
reits krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 7).
4
.3
Der
Empfehlung Nr. 13/85
ist
zu entnehmen, dass bei trennbaren Gesundheits
schäden gemäss Art. 16 UVG eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit Vorausset
zung für ein Taggeld
ist
. Solange und soweit vor dem Unfall bereits
eine
krank
heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne d
er Unfall kein Taggeld auslö
sen.
Das Bundesgericht bestätigte dies in
seinem Urteil
8C_942/2015 vom 7. Juli 201
6.
Diesem
lag die Konstellation zu Grunde
, dass die versicherte Person bereits vor dem Unfallereignis krankheitsbedingt arbeitsunfähig war.
4
.4
Mit Blick auf die
Aktenlage ist
davon auszugehen
, dass der Beschwerdeführer krankheitsbedingt frühestens ab dem Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 29. Juni 2012
(
Urk.
9/1)
eingeschränkt war. So wurde im Rahmen der Untersu
chung betreffend das Unfallereignis
nebenbefundlich
eine
arteriovenöse
Malfor
mation im Bereich des Gehirns festgestellt (
Urk.
9/16 S. 1), welche in der Folge Behandlungen nach sich zog (vgl. auch
Urk.
9/188 S. 30,
9/215 S. 47).
Aus psy
chiatrischer Sicht fand eine erste Konsultation gemäss Akten
lage
im März 2013
statt (
Urk.
9/61
S. 4
,
Urk.
9/188 S. 5
,
Urk.
10/36 S. 2
). Eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Zusammenhang
könnte
damit frühestens ab diesem Zeitpunkt angenom
men werden.
Weitere vor dem Unfallereignis vom 29. Juni 2012 bestehende krankheitsbedingte Einschränkungen sind weder ersichtlich noch werden diese
durch die Beschwerdegegnerin
substanziiert
(vgl.
auch Urk.
9/219
S. 4-5
)
.
D
amit
ist
festzuhalten, dass aufgrund der Aktenlage
nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
darauf zu schliessen
ist
, dass der Be
schwerdeführ
er vor dem Unfallereignis vom 29
. Juni 2012 bereits krankheitsbe
dingt arbeitsunfähig war.
Im Gegenteil ist dies praktisch auszuschliessen.
Damit
gelangt
die durch die Beschwerdegegnerin herangezogene Empfehlung
Nr.
13/85
vorliegend nicht zur Anwendung.
Angesichts ausgewiesener unfallbedingter vollumfänglicher Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf seit Unfalldatum (vgl. hierzu etwa das von
Dr.
A._
am 2
7.
Mai 2015 formulierte Stellenprofil,
Urk.
9/253 S. 6) schuldet die Beschwerde
gegnerin ein vollumfängliches Taggeld bis zum Fallabschluss.
Inwieweit daneben Krankentaggeldleistungen aufgrund der später parallel hinzu
getretenen Erkrankung geschuldet sind, ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Die Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers ist eine solche nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG,
Urk.
9/303 S. 2) und fällt da
mit nicht unter den Geltungsbereich des ATSG. Eine allfällige Überentschädigung wäre vom Krankentaggeldversicherer geltend zu machen. Eine Reduktion der Un
falltaggelder aufgrund der nachträglichen Krankentaggeldleistungen fällt indes ausser Betracht.
5
.
Bestritten und damit
nachfolgend
zu prüfen sind
weiter
sowohl der durch die Beschwerdegegnerin ermittelte Invaliditätsgrad von 46 % sowie die Verneinung des Anspruchs auf eine
Integritätsentschädigun
g (
Urk.
2 S. 14 ff.
,
Urk.
7 S. 4 ff.).
In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin die
linksseitigen Schulterbeschwerden
nicht in ihre Beurteilung mit einbezogen hat.
Es stellt sich die
Frage, ob dies zu Recht geschah (
Urk.
1 S. 12,
Urk.
13 S. 5).
Hierzu müsste hinsichtlich des Unfallereignisses vom 1
1.
September 2013 (
Urk.
9/152) im Zeit
punkt der Bemessung von Invalidenrente sowie Integritätsentschädigung im Jahre 2015 überwiegend wahrscheinlich vom Erreichen des Status quo sine
vel
ante (E. 1.3) ausgegangen werden.
5
.1
Der medizinischen Aktenlage ist
hinsichtlich
des Sturzereignisses vom 11. Sep
tember 2013
respektive der Schulterbeschwe
rden links
im Wesentlichen Folgen
des zu entnehmen:
5.1.1
Dem Bericht der Abteilung Orthopädie der
E._
(nachfolgend: Or
thopädie
E._
)
vom 20. August 2013
betreffend
die Untersuchung des Be
schwerdeführers vom 15. Juli 2013 (
Urk.
9/73) ist als Diagnose unter anderem ein
Impingement
der Schulter links,
differentialdiagnostisch
Supraspinatusläsion
, zu entnehmen
(S. 1)
. Nach klinischer Untersuchung der Schultern wurde festgehal
ten, es werde noch eine Bildgebung der linken Schulter durchgeführt zur Erfas
sung einer releva
nten
Rotatorenmanschettenläsion
(S. 3).
5.1.2
Der Bildgebung (Ultraschall und Röntgen)
der linken Schulter vom
15. Juli 2013 (
Urk.
9/139 f.) sind folgende Befunde zu entnehmen: «
Tendinopathie
der
Supra
spinatussehne
ohne grössere abgrenzbare Läsion. Regelrechte
glenohumerale
Ar
tikulation. Keine
O
marthrose
. ACHD mit 9 mm
normweit
. AC-Gelenk
regelrecht.»
5.1.3
Im Austrittsbericht der Klinik für Unfallchirurgie des
Z._
vom 12. September 2013 über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
im Nachgang an das Unfallereignis vom 11. September 2013
(
Urk.
9/152) wurden die Diagnosen
commotio
cerebri nach Sturz am 1
1.
September 2013, Schulter
kontusion links, Status nach Knieoperation rechts im März 2013 sowie
arteriove
nöses
Angiom
cerebral
, Status nach
Cyberknife
-Behandlung am 19. Dezember 2012 bei bekannter Epilepsie
,
gestellt. Der Beschwerdeführer sei per Sanität zu
g
e
wiesen worden. Er habe nach einer Meniskusoperation Physiotherapie gemacht. Dabei sei er unbeobachtet synkopiert und sei kurzfristig bewusstlos gewesen. Der Beschwerdeführer sei wach, allseits orientiert,
der
Glasgow
Coma
Score
liege bei
1
5.
Es bestünden keine manifesten Paresen, jedoch eine Amnesie für das Unfall
ereignis sowie leichte Kopfschmerzen. Es konnten keinerlei Prellmarken oder Hä
matome festgestellt werden an Gesicht/Kopf, Wirbelsäule, Thorax, Abdomen so
wie Extremitäten. An den Extremitäten bestand
sodann
keine Deformität, jedoch eine
Druckdolenz
über dem gesamten Oberarm links bis zur Schulter
, bei freier Beweglichkeit
(S. 1).
5.1.4
In ihrem Bericht vom 20. September 2013 (
Urk.
9/77) hielt die Orthopädie
E._
die Diagnose eines
Impingements
der Schulter rechts (r
ichtig
: links) bei
Supraspi
natussehnenreizung
fest. Erfreulicherweise hätten sich keine gröberen
Rotatoren
manschettenläsionen
oder
ossäre
Läsionen und auch keine ausgeprägten degene
rativen Veränderungen gezeigt. Die vom
Beschwerdeführer
beklagte Besch
wer
desymptomatik sei durch die
Supraspinatusseh
n
enreizung
gut erklärt.
5.1.5
Anlässlich eine
r
Röntgen
untersuchung
der linken Schulter
wurde
am 27. Novem
ber 2013
(
Urk.
9/143) folgender Befund
erhoben
: «Im Verlauf
[ab]
15. Juli 2013 weiterhin regelrechte
glenohumerale
Artikulation. Keine Erosionen. Keine Frak
tur. Kleinste
osteophytäre
Anbauten
glenoidal
inferior. ACHD 9mm». Gleichen
tags wurde eine Ultraschalluntersuchung der linken Schulter mit folgendem Be
fund durchgeführt
(
Urk.
9/144)
: «
Ten
d
i
nopathie
der
Supraspinatus
-Sehne. Keine
Rotatorenmanschettenruptur
. Subtile
artikuläre
Rupturen können
dem
sonogr
a
phischen
Nachweis entgehen. Keine Bursitis
subdeltoidea
».
5.1.6
In ihrem Bericht
vom
10. Dezember 2013 (
Urk.
9/150) hielt die
Orthopädie
E._
fest, bildgebend seien konventionell radiologisch und
sonographisch
die
bekannte
Supraspinatussehnenreizung
nachgewiesen worden,
jedoch
keine Bur
sitis oder
ossäre
n
Läsionen (S. 2).
5.1.7
In seiner Stellungnahme vom 27. November 2014
(
Urk.
9/219)
hielt
der beratende Arzt
der Zürich
fest
, im September
2013
sei es
offenbar zu einem neuerlichen Unfallereignis im Rahmen eines epileptischen An
falls gekommen
. Gemäss den
A
kte
n sei es hier zu Schulterschmerz
en links und zu Rückenbeschwerden lum
bal gekommen. In den radiologis
c
h
en Abklärungen hätten keine frischen traumati
schen Läsionen nachgewiesen werden können, es
hätten
sich ausschliesslich de
generative Veränderungen
gezeigt
. Entsprechend könne davon ausgegangen wer
den, dass die Besc
h
werdegegnerin die Schulter- und Rückenbeschwerden als vor
übergehend traumatisiert übernommen habe.
Se
ines Erachtens könnte hier aber spätestens nach drei
Monaten vom Erreichen des Stat
u
s
quo sine ausgegangen werden (S. 5).
5
.2
Die Beurteilung des versicherungsinternen Arztes
der Zürich
muss mit Blick auf die Aktenlage als vollumfänglich schlüssig beurteilt werden. So bestanden beim Beschwerdeführer an der linken Schulter bereits vor dem Sturz vom September 2013 bildgebend nachgewiesene
degenerative
Veränderungen. Das Unfallereignis selbst zeitigte sodann keinerlei
strukturelle
Folgen, der Beschwerdeführer zog sich nicht einmal Prellmarken zu. Damit ist von einer durch das Ereignis vorüberge
henden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes auszugehen. Die Be
urteilung, wonach spätestens nach drei Mon
aten vom Status quo sine ausgegan
gen werden könne, ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerden an der linken Schulter wurden durch die Beschwerdegegnerin somit zu Recht ausser Acht ge
lassen bei der Beurteilung der Ansprüche auf eine Invalidenrente sowie eine In
tegritätsentschädigung.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente ge
stützt auf eine ermittelte Erwerbsunfä
higkeit von 46 % zu (
Urk.
2 S. 14 ff.
).
In diesem Zusammenhang beanstandet
e
der Beschwerdeführer das durch die Be
schwerdegegneri
n ermittelte
Invalideneinkommen (
Urk.
1 S.
6 ff.,
Urk.
13 S. 3 f.
).
Vorweg ist festzuhalten, dass die
linksseitigen
Schulterbeschwerden - aufgrund des Dargelegten (E. 5.) -
nachfolgend
mangels
natürlicher
Kausalität
zu Recht ausser Acht zu lassen sind.
6
.2
6
.2.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Er
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
6
.
2.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen her
angezoge
n werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der LSE vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Ver
dienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkom
men entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich er
mitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem
Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der
dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt wer
den; die Suva hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung
zu prüfen, gege
benenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leistungsmäs
sige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Be
einträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
6
.3
Als
medizinische
Grundlage für die Ermittlung der DAP-
Zahlen
hat unbestritte
nermassen das durch
Dr.
A._
anlässlich seiner Abschlussuntersuchung vom 27. Mai 2015 (
Urk.
9/253) festgelegte Zumutbarkeitsprofil zu gelten. Demnach sei nicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer die körperlich schwere Tätigkeit als Gipser wieder zu 100 % aufnehmen könne. Aus medizinischer Sicht möglich wä
ren jedoch - rein unfallbedingt -
körperlich leichte bis mittelschwere wechselbe
lastende Tätigkeiten mit im Wechsel sitzend, gehend, stehend,
ohne häufiges Be
gehen von Treppen oder Besteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne Gehen auf unebenem Gelände und
ohne langes Gehen oder Stehen am Stück
. Vermieden werden sollten auch Tätigkeiten im Knien oder im
Hocksitz
. Unt
er Beachtung genannter Einschränkungen wäre
rein unfallbedingt
eine 100%ige Tätigkeit mög
lich (S. 5 f.).
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend, er sei körperlich fragil (
Urk.
1
S. 7
,
Urk.
13 S. 4
). Inwiefern
ihm jedoch
die seitens der Beschwerdegegnerin ausgewählten Ar
beitsplätze
als Qualitätskontrolleur
(DAP-Nr. 9969), Apparatemonteur (DAP-Nr. 344715), Mon
tagearbeiter
(DAP-Nr. 11305), Produktionsmitarbeiter (DAP-Nr. 8321) sowie
als Prüfer
(DAP-Nr. 10047)
aus körperlicher Sicht nicht zumutbar sein sollen, ist weder ersichtlich, noch wird dies weiter
substanziiert
. So ist den
einzelnen Profilen
(
Urk.
9/262 S. 7 ff.)
zu entnehmen, dass die Tätigkeiten alle
samt maximal mittelschwer sind
und im Wechsel zwischen sitzend, ste
hend und gehend ausgeübt werden
, wobei an
vier
von
fünf
Stellen frei zwischen Sitzen und Stehen gewählt werden kann
. Treppen und Leitern müssen an keinem der Ar
beitsplätze bestiegen werden, sodann wird auch kein Gehen auf unebenem Ge
lände vorausgesetzt.
Die Gehstrecke beträgt
weiter
maximal 50 Meter und ein Knien oder Kniebeugen sind
bei
keiner der Tätigkeiten erforderlich.
Die psychi
schen Beschwerden
des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 7,
Urk.
13 S. 4)
sind sodann unbestrittenermassen nicht unfallkausal (
Urk.
2 S. 14) und können daher nicht in die Beurteilung mit einbezogen werden.
Berufliche Voraussetzungen bestehen keine
(
Urk.
9/262 S. 7 ff.)
. Dass der Be
schwerdeführer ungelernt ist (
Urk.
1 S. 7
,
Urk.
13 S. 4
)
,
schadet damit nicht wei
ter.
Die sprachliche Einschränkung respektive Unbeholfenheit
und das Alter
(
Urk.
1 S. 7)
sind
schliesslich invaliditätsfremde Faktor
en
,
die
vorliegend nicht berücksichtigt werden
können
.
In diesem Zusammenhang ist im Übrigen insbe
sondere darauf hinzuweisen, dass
auf dem Arbeitsmarkt
-
vor allem
bei
mit den herangezogenen DAP-Stellen vergleichbaren Stellen - unzählige sprachlich
we
nig versierte
Personen arbeiten.
Hilfsarbeiten werden auf dem massgeblichen hy
pothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt sodann grundsätzlich altersunabhän
gig nachgefragt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_223/2007 vom 2. November 2007 E. 6.2.2).
Kei
ne der ausgewählten DAP-Arbeitsplätze verlangt schliesslich admi
nistrative Fähigkeiten
(
Urk.
9/262 S. 7 ff.)
.
Inwiefern die seitens der Beschwerde
gegnerin ausgewählten DAP-Stellen somit nicht zumutbar sein sollen
, ist nicht ersichtlich.
Merkmale, die ein Abweichen vom Durchschnittslohn
rechtfertigen würden (
Urk.
1 S. 8),
liegen nach dem Dargelegten nicht vor.
Auf der zusammen
fassenden Darstellung
der durch die Beschwerdegegnerin erhobenen DAP-Zahlen
(Urk. 9/
262 S. 1
) werden
schliesslich
die Minimal-, Maximal- sowie
Durch
schnitt
slöhne
der fünf ausgewählten
DAP
-Stellen einzeln und im Total aller dem Profil entsprechenden fünf Suchresultate gegenübergestellt. Auf derselben Zu
sammenfassung finden sich Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der ge
gebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze (
141
), über den Minimal- und den Maximallohn sowie über den
Durchschnitt
slohn der dem Behinderungsprofil entsprechenden verwendeten Gruppe. Mit diesen Anga
ben wurden die höchstrichterlichen Anforderungen an auf die
DAP
gestützte Ein
kommensvergleiche erfüllt.
D
as durch die Beschwerdegegnerin mittels DAP er
mittelte Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 64'214.--
(
Urk.
2 S.
21
)
ist da
mit nicht zu beanstanden
.
B
ei einem
(unbestritten gebliebenen)
Valideneinkom
men
in der Höhe von Fr. 119'237.-- (
Urk.
2 S. 21)
ist
der
ermittelte Invaliditäts
grad von 46 %
damit
zu
bestätigen.
7
.
7
.1
Bestritten ist
weiter
der
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf eine Integritätsent
schädigung
. In diesem Zusammenhang
brachte
der Beschwerdeführer vor, sein Knie sei instabil, schmerze chronisch und die Beweglichkeit sei stark einge
schränkt. Zufolge des Unfallereignisses vom 29. Juni 2012 leide er an einer se
kundären posttraumatischen Gonarthrose. Er könne sich aufgrund der unfallbe
dingt erlittenen Knieverletzung dauernd nur noch mit Hilfe eines Stockes gehend fortbewegen, vor dem Unfall sei er hingegen körperlich in schwerer Tätigkeit auf dem Bau als selbständiger Gipser während Jahren voll arbeitsfähig gewesen, was allein schon aus dem hohen versicherten Verdienst ersichtlich sei. Ausserdem be
stehe wegen des Unfalls vom 11. September 2013 ein
Impingement
der linken Schulter bei
Supraspinatussehnenreizung
mit
Tenopathie
und
Schmerzexazerba
tion
. Die linke Schulter schmerze stark und führe dadurch zu erheblichen Ein
schränkungen im alltäglichen Leben wie auch erwerbli
ch (
Urk.
1 S.
12,
vgl. auch
Urk.
13 S. 4 f.
).
7
.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab
ge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er vor
aussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des An
hanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der In
tegritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). In
tegritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Ab
weichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7
.
3
7
.
3
.1
Vorweg ist festzuhalten, dass hinsichtlich der Schulterbeschwerden links gestützt auf die beweiswertige Beurteilung des versicherungsinternen Arztes
der Zürich
vom 27. November 2014 (
Urk.
9/219)
davon auszugehen ist, dass es beim Unfall
ereignis vom 13. September 2013 lediglich zu einer vorübergehenden Verschlim
merung eines degenerativen Vorzustandes mit Status quo sine spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis gekommen ist (E.
5
). Die Schulterbeschwerden
können damit nicht in die
Bemessung
der Integritätsentschädigung mit einbezo
gen werden.
7
.
3
.2
Nach der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung des Beschwerdeführers vom 27. Mai 2015
(
Urk.
9/253)
nahm
Dr.
A._
zur Frage des Integritätsschadens
im Zusammenhang mit de
n
Kniebeschwerden rechts
Stellung.
Er führte aus, es finde sich eine deutliche Diskrepanz zwischen bildgebend objektivierbaren Befunden und den anlässlich der Untersu
c
hungen demonstrierten Befunden. Bezüglich des rechten Knies liege sicherlich auch eine Überlagerung aufgrund der psychischen Situation vor,
so dass
für die Zumutbarke
i
tsbeurteilung im Wesentlichen die bild
gebend objektivierbaren Befunde massgebend s
eien. Wie in der aktuell
st
en Mag
netresonanztomographie (MRI) vom April 2015 dokumentiert, zeige sich lediglich eine leichte
Pangonarthrose
bei stationären, unveränderten Knorpelläsionen ge
genüber den Voruntersuchungen. Meniskusrisse seien keine nachgewiesen. Bei bereits vor dem Unfall präexistenten und bisher stationären nur leichten
arthro
tischen
Veränderungen im rechten Knie werde die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung aktuell nicht erreicht. Sollten die
arthrotischen
Verän
derungen massiv zunehmen, müsste jedoch gegebenenfalls eine
Reevaluation
er
folgen (S. 5 f.).
7.3.3
A
nlässlich einer
MRI
-Untersuchung
des rechten Knies vom
9
. Juli 2012 (
Urk.
9/90)
wurden
eine
mässige
,
medial betonte Gonarthrose,
am medialen
Femurkondylus
der Verdacht auf eine zusätzliche frische Knorpelschädigung
so
wie
ein horizontaler Riss im
Innenmeniskushinterhorn
entdeckt
. Aufgrund dieser Bildgebung
schloss die
Orthopädie
E._
am 17. September 2012 (
Urk.
9/16)
auf
eine beginnende mediale Gonarthrose
bei wahrscheinlich zusätzlich frischer Knor
p
el- und Meniskusläsion nach
dem Unfall
vom 29. Juni 2012
(
S. 2).
Am 25. März 2013 wurde das rechte Knie operiert (Kniearthroskopie rechts, me
diale
Teilmeniskektomie
[
Hinterhorn
],
Knorpeldébridement
lat
e
raler
Femurkon
dylus
und
Trochlea
,
Urk.
9/69).
Im Rahmen
einer MRI-Bildgebung vom 7. Januar 2014 (
Urk.
9/142) wurde ein Status nach medialer
Teilmeniskektomie
mit Extrusion und Destruktion des Rest-Meniskus festgehalten. Es bestünden leicht progrediente Gelenksknorpeldefekte sowie ein geringer Gelenkserguss. Weiter wurde wenig Knochenmarksödem late
ralseitig i
n der proximalen
Tibiadiaphyse
(differentialdiagnostisch
Stressreaktion)
festgestellt
.
Bei einer
bildgebenden Untersuchung
des rechten Knies vom
1
4. April 2015
(
Urk.
9/238)
wurde
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 7. Januar 2014
Fol
gendes festgehalten:
«Stationäre Substanzdefekte des
Hinterhornes
sowie der Pars
intermed
ia
des medialen Meniskus bei St.
n
.
Teilresektion, aktuell ohne abgr
enz
bare Meniskusrisse. Stat
i
onär[
er
]
Knorpeldefekt in der
Trochlea
femoris
(
bei St
.
n
.
D
é
bridement
)
mit neu geringem
subchondralem
Ödem in der lateralen Facette. Stationäre oberflächliche und tiefe Knorpeldefekte
am
Patelladom
. Unveränderter St
.
n
.
Knorpeld
é
bridement
am lateralen
Femurkondylus
mit Knorpelirregularitä
ten. Stationäre leichte
Pangonarthrose
» (
S. 4
). Die behandelnden Ärzte
der Ortho
pädie
E._
schlossen
am 15. April 2015
auf eine beginnende Gonarthrose so
wie eine
gewisse
muskuläre
Dysbalance
(
Urk.
9/243
S. 2
).
7.3.4
Mit Blick auf
die dargelegte medizinische Aktenlage
erscheint die Beurteilung von
Dr.
A._
vom 27. Mai 2015 (E. 7.3.2) vollumfänglich nachvollziehbar. So lag bereits unmittelbar im Anschluss an das Unfallereignis vom Juni 2012
gemäss Bildgebung vom Juli 2012 eine beginnende mediale Gonarthrose vor
, für welche die Beschwerdegegnerin nicht leistungspflichtig ist,
bei zusätzlich durch das Un
fallereignis hervorgerufener Knorpel- und Meniskusläsion.
Auch in ihrem B
ericht vom 15. April 2015
schloss die Orthopädie
E._
auf eine beginnende Gonarth
rose, wobei die Degenerationen leicht progredient erschienen im Vergleich zur Bildgebung im Jahre 201
2.
Bei leichten
arthrotischen
Veränderungen ist gemäss Suva-Tabelle 5, Integritätsentschädigung gemäss UVG, keine Entschädigung ge
schuldet (S. 2). Auf die demonstrierten Bewegungsdefizite kann gemäss kreisärzt
licher Beurteilung infolge psychogener
Überlagerung
nicht abgestellt werden. Die Verneinung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung ist damit nicht zu beanstanden.
Soweit der Beschwerdeführer darauf hinwe
i
st, dass er sich heute nur noch mit Stock fortbewegen kann, während er früher auf dem Bau in schwerer Tätigkeit als Gipser voll arbeitsfähig gewesen sei (
Urk.
1 S. 12,
Urk.
13 S. 4 f.), ist nicht ersichtlich, was er hieraus zu seinen Gunsten ableiten möchte. So ist für die Frage der Gewährung einer Integritätsentschädigung die objektivierte medizinische Be
fundlage massgebend. Vorliegend ist aufgrund dieser Befundlage auf eine leichte (
Pangon
-)Arthrose zu schliessen, die - wie soeben dargelegt - keinen zu entschä
digenden Integritätsschaden darstellt.
Es bleibt diesbezüglich somit beim Ent
scheid der Beschwerdegegnerin.
8
.
8
.
1
Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Un
fallereignisses vom
20. Oktober
2015 zu Recht vom Erreichen des Status quo sine per
3. April 2016
ausgegangen ist (
Urk.
2 S.
8 ff.
).
8
.2
Gemäss Schadenmeldung vom 4. November 2015
(
Urk.
10/
5
)
hatte der Beschwer
deführer am 20. Oktober 2015 einen Treppensturz erlitten
.
Verletzungen wurden an Rücken, Hüften und Kopf angegeben.
Im Arztzeugnis UVG vom 15. Mai 2016 (
Urk.
10/33) wurde der Unfallhergang dahingehend beschrieben, dass der Be
schwerdeführer beim treppab Gehen zu Hause einen Schwindelanfall erlitten
habe
,
wobei
es zu einem Fehltritt oder Ausrutscher auf der Treppe gekommen sei. Der Beschwerdeführer sei vor allem auf das Gesäss gestürzt und dann auf dem Rücken noch einige
Treppenstufen
hinuntergerutscht. Zudem habe er den Kopf rechts an der Wand angeschlagen. Seither bestünden starke Schmerzen lumbal sowie Kopfschmerzen rechts.
8
.
3
Die medizinische Aktenlage
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 20. Oktober 2015
präsentiert sich wie folgt:
8.3.1
Im Bericht über ein MRI der LWS vom 4. November 2015 (
Urk.
10/2) wurden folgende Befunde festgehalten: «Leichte
Spondylarthrosen
L2/L3 bis L5/S
1.
Chondrose
L4/L5 und
Osteochondrose
mit
Modic
II Veränderungen L5/S1
ohne signifikante Kompressionen.
Nebenbefunde wie beschrieben».
8.3.2
Im Austrittsberic
ht der F._
vom 9. März 2016 (
Urk.
10/36 S. 9 ff.) wurden nach stationärem Aufent
halt des Beschwerdeführers vom 25. Januar 2016 bis 15. Februar 2016 aus psy
chiatrischer Sicht sonstige rezidivierende depressive Störungen diagnostiziert (S. 1).
8.3.3
Am
3.
April 2016 teilte der behandelnde Psychiater der Beschwerdegegnerin mit, dass sich der Zustand des Beschwerdeführer
s
unlängst verschlechtert
habe
und zwar von Seiten der Epilepsie.
Der Beschwerdeführer
sei zur stationären Behand
lung in der Epilepsieklinik angemeldet worden. Die aktuelle Situation werde von den neurologischen Störungen beherrscht. Eine psychiatrische Beurteil
u
ng s
tehe momentan an zweiter Stelle (
Urk.
10/20 S. 1).
8.3.4
Im definitiven Austrittsbericht der
G._
vom 26. April 2016 (
Urk.
10/26 S. 1 ff.)
, wo sich der Beschwerdeführer vom 4. bis am 21. April 2016 in stationä
rer Behandlung befunden hatte,
wurde
n
eine unklare Bewegungsstörung mit Armtremor und Minderbeweglichkeit der linken Körperseite (Erstdia
gnose im April 2016), Ätiologie
am ehesten funktionell, differentialdiagnostisch bei AVM Malformation kortikal präzentral rechts mit massiver funktioneller Überlagerung,
ein
hochgradiger Verdacht auf
eine
symptomatische partielle Epilepsie mit rezidi
vierenden komplex-partiellen Anfällen bei AVM Malformation kortikal prä
zentral lateral rechts (Status nach Bestrahlungs-Therapie
[
Cyberknife
am 19. De
zember 2012], letzter epileptischer Anfall am 31. Januar 2016 während der
Hos
pitalisation
im
F._
),
ein c
hronisches Schmerzsyndrom differentialdiagnostisch
somatoforme Schmerzstörung mit/bei Kopfschmerzen,
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom, chronischen Knieschmerzen rechts (Status nach Kniedistorsi
onstrauma vom 29. Juni 2016,
a
ktenanamnestisch beginnende mediale Gon
arthrose),
eine
depressive Störung mit anfallsphobischer und hypochondrischer Komponente
sowie ein
Impingement
der
Schulter links bei
Supraspinatussehnen
reizung
diagnostiziert
(S. 1).
Betreffend die Schmerzproblematik wurde festgehal
ten, in Zusammenschau von Befundkonstellation und Schmerzpräsentation sei beim vorlie
g
enden chronischen Schmerzsyndrom differentialdiagnostisch eine (gegebenenfalls zusätzliche) somatoforme Schmerzstörung in Betracht zu ziehen. Es wurde eine stationäre, explizit psychosomatisch orientierte Behandlung emp
fohlen (S. 2).
8.3.5
Im Arztzeugnis UVG vom 15. Mai 2016 betreffend die Erstbehandlung des Be
schwerdeführers vom 30. Oktober 2015 (
Urk.
10/33)
diagnostizierte der Hausarzt des Beschwerdeführers
eine LWS-Beckenkontusion rechtsbetont mit reaktivem
Lumbovertebralsyndrom
sowie eine
Kopfkontu
s
ion rechts mit wahrs
c
h
einlich
HWS
-Distorsio
n und reaktivem
Zervikalsyndrom
. Es
lägen
eine
Dolenz
am Kopf rechts
vor (keine sichtbare Prellmarke) sowie
starke lumbale Schmerzen
(L5 > L1).
D
er Beschwerdefüh
r
er könne sich nur mühsam und
unvollständig aufrichten.
Die
Paravertebralmuskulatur
t
horakolumbal
rechts
sei
dolent
und
verspannt, ebenso
die
Be
ck
enmuskulatur re
cht
s mit Parästhesien im rec
h
ten Bein bis GZ. Das
MRI der LWS
vom 4. November 2015 habe keine Fraktur und keine Diskushernie ge
zeigt, aber eine
Spondylarthrose
L2-S1 sowie
eine
Osteochondrose
L4/
5.
Seit dem 20. Oktober 2015 liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor.
8.3.6
Der behandelnde Psychiater
diagnostizierte im Arztzeugnis UVG
vom
18. Mai 2016
(
Urk.
10/36
S. 2
)
eine depressive Episode schweren Grades sowie eine gene
ralisierte Angst- und Panikstörung.
Er führte aus, der Unfall habe zu einer mas
siven Verschlechterung der psych
ischen Symptomatik geführt.
Seit dem 20. Ok
tober 2015 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
8.3.7
Kreisarzt
Dr.
A._
hielt am 17. Juni 2016
(
Urk.
10/40)
fest, es lägen
keine
struk
turelle
n
Läsionen vor
, die mit überwiegender Wahrsch
e
i
nlichkeit auf das Ereignis vom 20. Oktober 2015 zurückzuführen seien. Es bestünden degenerative Verän
derungen im Sinne eines krankheitsbedingten Vorzustandes. Nach allgemeiner Erfahrung sei nach Wochen bis wenigen Monat
en der Status quo
sine
vel
ante erreicht.
Am 21. Juni 2016 ergänzte der Kreisarzt
,
der Status quo sine sei spätestens zum Eintritt in die
G._
anzunehmen
. Dieser Aufenthalt habe zur Ab
k
l
ärung gedient, ob ein M. Parkinson vorliege. Eine genauere Angabe könne aufgrund der
spärlichen Verlaufs-Dokumentation von somatischer Seite nicht gemacht werden (
Urk.
10/41).
In seiner Aktenbeurteilung vom 26. August 2016 (
Urk.
10/59)
kam
Dr.
A._
zum Schluss
,
aus
traumatologisc
h
er
/somatischer Sicht habe der Besc
h
werdefüh
r
er beim angegebenen Sturz vom 20. Oktober 2015 lediglich Kontusionen
bagatellä
rer
Art erlitten - ohne unfallbedingte strukturelle Läsion und ohne richtungsge
bende Verschlimmerung des vorbestehenden degenerativen Zus
tandes - welche spätestens zum E
intritt in die
G._
nicht mehr behandlungsbedürftig ge
wesen seien. Da nach allgemeiner Erfahrung Kontusionen innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten ausheil
t
en, spreche auch diese Erfahrungstatsache nicht dagegen, den Status quo sine zum Eintritt
in die
G._
anzunehmen (S. 6).
8
.
4
8
.4.1
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu. Soll jedoch ein Versicherungsfall ausschliesslich gestützt auf
versicherungsintern
e
Beurteilungen entschieden werden, so sind an die Be
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen: bestehen auch nur
geringe
Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 125 V 351 E. b/
ee
, 122 V 162 E. 1d).
Ein reines Aktengutachten bzw. eine reine Aktenbeurteilung
ist
nicht an sich schon unzuverlässig. Entscheidend ist, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam
nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverstän
dige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_889/2009 vom 9. April 2009 E. 3.3.1 und U 224/06 vom 1. November 2007 E. 3.5; je mit Hinweisen).
8
.
4.2
Dr.
A._
nahm seine Beurteilung
(
Urk.
10/59)
in Kenntnis der wesentlichen, lü
ckenlos vorliegenden Aktenlage vor
(S. 1 ff.)
. Eine persönliche Untersuchung
des Beschwerdeführers
erübrigte sich damit
(
E.
8
.4.1
)
.
Dem Beschwerdeführer ist
zwar
insoweit beizupflichten,
dass eine allgemeine Erfahrungsregel für sich allein ge
nommen nicht geeignet ist, den erforderlichen Nachweis für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des Unfalls zu erbringen. Die Geltung einer solchen abstrak
ten Vermutung im konkreten Fall muss anhand der einzelnen Umstände nach
vollziehbar dargetan sein (
so etwa bereits Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 8/05 vom 12. April 2005 E. 4.2
;
vgl.
Urk. 1
S. 10 f.
).
Der
Kreis
arzt
stütz
te sich
jedoch
nicht alleine auf eine Erfahrungstatsache, sondern konnte diese auch aufgrund der medizinischen Aktenlage für den vorliegenden
Fall
plausibilisieren
:
So führte
er
aus, anlässlich des MRI der LWS vom 4. No
vember 2015
hätten sich
lediglich degenerative Veränderungen ohne jegliche un
fallbedingte strukturelle Läsion gezeigt
(
Urk.
10/59 S. 5)
. Diese Beurteilung stimmt mit derj
enigen des Hausarztes im Arztzeugnis UVG
vom 15. Mai 2016 (
E.
8
.3
) überein, der beschrieb,
das MRI der LWS
vom 4. November 2015 habe keine Fraktur und keine Diskushernie gezeigt, jedoch eine
Spondylarthrose
L2-S1 sowie
eine
Osteochondrose
L4/
5.
Der Kreisarzt verglich die
aktuellen bildge
benden Befunde an der LWS
sodann mit den Vorbefunden aus dem MRI vom 29. Oktober 2013 (
Urk.
9/141) und führte diesbezüglich aus, die degenerativen Verände
r
ungen hätten sich im Vergleich nicht wesentlich verstärkt
(
Urk.
10/59 S. 5)
.
Das Vorliegen eines Sturzes
bagatellären
Charakters vermochte er sodann auch damit zu plausibilisieren, dass beim MRI der LWS
vom
November 2015 die Weichteile unauffällig waren
. Weiter führte er aus, dass es extrem unwahrschein
lich sei, dass es beim Anschlagen des Kopfes zu einer HWS-Distorsion gekommen sein soll, da noch nicht mal eine Prellmarke am Schädel zu sehen gewesen sei. Somit könne das Anschlagen des Schädels nicht sehr stark erfolgt sein und es sei damit auch nicht zu einer nennenswerten Distorsion der HWS gekommen (
Urk.
10/59 S. 5).
Auch dieser Beurteilung ist mit Blick auf die
medizinische
Ak
tenlage - insbesondere das Arztzeugnis UVG des Hausarztes vom 15.
Mai
2016
(
E.
8
.3)
-
zu folgen, nachdem der Hausarzt anlässlich der Erstuntersuchung keine Prellmarken am Kopf feststellen konnte.
Aus dem Dargelegten wird ersichtlich, dass
Dr.
A._
das Erreichen des Status quo sine mittels Bezugnahme zur konkreten medizinischen Aktenlage in nach
vollziehbarer Weise begründe
te
.
Es handelt sich damit nicht
um reine Spekulation des Kreisarztes. Weit
ere Abklärungen erübrigten sich
, vielmehr durfte d
ie Be
schwerdegegnerin davon auszugehen, dass das Ereignis vom
20. Oktober
2015 nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
eines
krankhaften Vorzustands geführt hat und nicht über
anfangs April 2016
hinaus für die
weiterhin anhal
tenden (
Urk.
1 S. 10)
lumbalen sowie Kopfbeschwerden verantwortlich war.
Es ist aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung darauf zu schliessen,
dass die darüber hinaus geklagten Beschwerden
, zumindest überwiegend wahrscheinlich
,
früher oder später auch ohne das Unfallereignis vom 20. Oktober 2015 aufgetreten wä
ren (E.
1.3
).
Auf Ausführungen zum Erreichen des Status quo ante (
Urk.
1 S. 9) kann d
amit verzichtet werden. Aus somatischer Sicht ist die Leistungseinstellung somit nicht zu beanstanden.
8.
5
Zu prüfen bleibt die Kausalität der psychischen Beschwerden zum Unfallereignis vom 20. Oktober 201
5.
Diesbezüglich
machte der Beschwerdeführer unter Ver
weis auf den Bericht seines behandelnden Psychiaters vom 18. Mai 2016 (E.
8
.3)
geltend, der Unfall vom 20. Oktober 2015 habe zu einer massiven Verschlechte
rung der psychiatrischen Symptomatik geführt
(
Urk.
1 S. 9).
8
.
5
.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
;
SVR
1999
UV
Nr. 10 E. 2).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Um
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E.
6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz
. Sofern keines der Kriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise gegeben ist, bedarf es für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen des Nachweises von vier Kriterien. Demgegenüber müssen bei einem Unfall im eigentlich mittle
ren Bereich drei Kriterien ausreichen
. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach an
dern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbs
unfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
;
RKUV
2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2;
Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_476/2010 vom
7.
September 2010 E. 2.4 mit Hin
weisen
).
8
.
5
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung werden Treppenstürze in der Regel als mittelschwere
Unfälle im Grenzbereich zu den
leichten Ereignis
sen betrachtet.
Der Kontakt zum abfallenden Untergrund
setzt beim Sturz auf einer Treppe die Geschwindigkeit herab, was die auf den Körper einwirkenden
Kräfte
reduziert
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_899/2013 vom 15. M
ai 2014 E. 5.1.2 mit Hinwei
sen).
Darauf
ist auch
im
vorliegend in Frage stehenden Unfallereignis
zu schlies
sen
, bei welchem der Beschwerdeführer
auf der Treppe
ausgerutscht
, auf das Ge
säss
gefallen
und dann auf dem Rücken noch einige Stufen
hinuntergerutscht
ist
, wobei er den Kopf
rechts an der Wand
angeschlagen hat
(
E. 8.2
)
.
8
.5.3
Da
nicht
ersichtlich ist, inwiefern eines
der Adäquanzkriterien
in besonders aus
geprägter oder auffallender Weise gegeben
sein soll,
bedarf es für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs des Nachweises von vier Kriterien
(E.
8
.
5
.1).
Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles
lag
en
nicht vor
. Schwere oder eine besondere Art von Verletzungen, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, erlitt der Beschwerdeführer nicht. So kam es durch das Ereignis zu keinerlei strukturellen Verletzungen
, insbesondere am Kopf waren nicht einmal Prellmar
ken ersichtlich (
Urk.
10/33)
. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfall
folgen erheblich verschlimmert hat,
ist ebenfalls nicht dokumentiert
. Ein schwie
riger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen ist den Akten
sodann
nicht zu entnehmen.
So sind keine besonderen Gründe ersichtlich, welche die Heilung beeinträchtigt haben könnten. Alleine
der
Umstand, dass trotz regelmässiger The
rapie
n
keine Beschwerdefreiheit erreicht werden
kann
, genügt für die Bejahung dieses Kriteriums nicht (
zum Ganzen:
Rumo
-Jungo
/ Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Aufl. 2012
,
S. 72 f. mit Hinweisen).
Hinsichtlich der körperlichen Dauerschmerzen fällt mit Blick auf die Aktenlage auf, dass
seitens der
G._
im Zusammenhang mit den geklagten Kopfschmerzen, dem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom sowie den chronischen Knieschmerzen rechts
festgehalten wurde
, in Zusammenschau der Befundkonstellation und Schmerzpräsentation sei beim vorliegenden chronischen Schmerzsyndrom diffe
rentialdiagnostisch eine (gegebenenfalls zusätzliche) somatoforme Schmerzstö
rung in Betracht zu ziehen. Es wurde eine psychosomatisch orientierte stationäre Behandlung des Beschwerdeführers empfohlen (
Urk.
10/26 S. 1 f.). Es kann somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die körperlich imponierenden Beschwerden auch
organischen Ursprungs
sind. Viel
mehr ist dies aufgrund der Stellungnahme der
G._
lediglich möglich
.
D
ie Beschwerden
können daher
nicht als körperliche Dauerschmerzen qualifiziert werden und
müssen
ausser Acht bleiben
(Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.6). Eine ungewöhnlich lange Dauer der
unfallbedingten
ärztlichen Behandlung kann den Akten ebenfalls nicht entnommen werden. So hielt der Hausarzt im Arztzeugnis UVG vom 15. Mai 2016 (
Urk.
10/33) als The
rapie lediglich Analgetika sowie Physiotherapie fest.
Zum Grad und der Dauer
der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann den Akten bei nur schwer ab
grenzbaren Vor- und Nebenerkrankungen des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
10/33) nichts entnommen werden. Ob dieses Kriterium erfüllt ist oder nicht, kann
jedoch
offengelassen werden. Selbst wenn dies der Fall wäre,
wäre lediglich ein Kriterium gegeben.
Insgesamt ist festzuhalten, dass vorliegend höchstens eines der massgeblichen
Adäquanzkriterien
erfüllt
ist
und dies nicht in besonders ausgeprägter Weise. Da
mit ist die Adäquanz der geklagten psychischen Beschwerden zum Unfallereignis vom 20. Oktober 2015 zu verneinen. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegne
rin
bestand
betreffend die psychischen Leiden des Beschwerdeführers somit zu
keinem Zeitpunkt
.
8
.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Beschwerdegegnerin eine Leistungs
pflicht über den Zeitpunkt des Eintritts in die
G._
hinaus zu Recht ver
neinte
(
Urk.
2 S. 14)
.
In somatischer Hinsicht ist aufgrund der beweiswertigen Beurteilung von
Dr.
A._
vom 26. August 2016 (
Urk.
10/59) darauf zu schlies
sen, dass es beim Unfall vom 20. Oktober 2015 lediglich zu einer Kontusion
ba
gatellärer
Art mit Status quo sine spätestens
zum E
intritt in die
G._
gekommen ist. Die psychischen Beschwerden sind sodann nicht als adäquat kau
sal zum Unfallereignis vom 20. Oktober 2015 zu beurteilen, weshalb diesbezüg
lich zu keinem Zeitpunkt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entstan
den ist.
Der
Eintritt in die
G._
ist zwar
am 4. April 2016
erfolgt
(
Urk.
10/26 S. 1)
. Die Leistungseinstellung per 3. April 2016 (
Urk.
1 S. 14) ist je
doch nicht zu beanstanden, nachdem mit Blick auf die Würdigung von
Dr.
A._
(
Urk.
10/59 S. 6)
spätestens
wenige Monate nach dem Unfallereignis
von einem Ausheilen der Kontusionen auszugehen ist
und die
Hospitalisation
im Zusam
menhang mit einem Verdacht auf ein Parkinson-Syndrom erfolgte
.
9
.
9
.1
Zusammenfassend ist die
Beschwerde
vom 26. Oktober 2016 (
Urk.
1) dahinge
hend gutzuheissen, dass dem Beschwerdeführer für den Zeitraum
vom
1. März 2014 bis 30. September 2015 ein Taggeld aufgrund einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit auszurichten ist
(E.
4
)
.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
9
.
2
Das Obsiegen des Beschwerdeführers muss gemessen an den gestellten Anträgen
(
Urk.
1 S. 2)
als marginal bezeichnet werden.
E
r
hat daher
keinen Anspruch auf Parteientschädigung.