# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 030a48ef-c351-4700-afe7-83418e54988c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, arbeitete ab August 1996 bei der
Y._
,
Z._
, ab Februar 2001 als Geschäftsführerin
in
der Filiale
A._
. Nach einem Verkehrsunfall am 1. August 2003 setzte die Versicherte ihre Arbeit zu
nächst nicht aus. Aufgrund anhaltende
r
Kopf- und Nackenschmerzen beschei
nigte
ihr Hausarzt
Dr.
med.
B._
ab 5. Dezember 2003
Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50
%
und 100
%
.
Am 13. April 2004 nahm die Versicherte die Arbeit wieder voll auf und blieb in der Folge ledig
lich noch tagewei
se zu Hause.
D
ie SWICA als obligatorischer Unfallversicherer erbrachte die gesetzlichen Leistun
gen
.
Ab
9. September 2004
war die Versicherte wegen
starken
Schwindel
s
, Kopf- und Nackenschmerzen
wiederum arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Sach
verhalt im Urteil UV.2006.00214 vom 28. September 2007). Am
2.
November 2005 meldete
sie
si
ch die
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte in der Folge die beruflichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte unter anderem die Akten der SWICA ein (
Urk.
8/5-13
, 8/19-21
). Die Arbeitgeberin löste das Ar
beitsverhältnis per 30. Juni
2005 auf (
Urk.
8/8/4-5). Mit
Verfügung vom 25. August 2005
und
Einspracheentscheid
vom 13. März 2006
teilte die SWICA der Versicherten die Ein
stellung der Leistungen per 30. Juni 2005 mit und be
gründete dies mit dem fehlenden adäquaten Kausalzusammenhang der im Vor
dergrund stehenden psy
chischen Beschwerden
(vgl. Sachverhalt im Urteil UV.2006.00214 vom 28. September 2007). Die d
agegen gerichtete Beschwerde
hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil UV.2006.00214
vom 28. September 2007
in dem Sinne gut, dass es die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und neuem Entscheid an die Unfall
versicherung zurückwies.
Die Versicherte, welche
seit
2.
November 2006
Mutter von Zwillingsm
ädchen ist, arbeitete
ab
Juli 2007
während zirka eines Jahres
zu 50
%
bei der
C._
im Bereich Sekretariat (vgl.
Urk.
8/63/70
, 8/73/3, 8/90/18
)
. Nach einer
wiederum
einjährigen 50%-Anstellung im
D._
trat sie
im
Juli 2011 eine Stelle im selben Umfang bei
E._
an, zunächst als stellvertretende Filialleiterin, ab 1. Oktober 2011 als Verkäuferin (vgl. berufliche Anamnese in
Urk.
8/90/18).
Gestützt auf das
in Auftrag gegebene
bidisziplinäre
Gutachten
(psychiatrisch-rheumatologisch)
der
F._
vom 6. Mai 2009 (
Urk.
8/63/9-107) und dessen
Ergänzung vom 5. Juni 2009 (
Urk.
8/63/2-4)
schloss
die SWICA den Fall mit Verfügung vom 25. September 2009 rückwirkend per 30. Juni 2005 ab (
Urk.
8/60). Im Auftrag der IV-Stelle erstellte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, am 17. August 2010 einen Abklärungsbericht
Haushalt (
Urk.
8/73/2-14). Mit Vorbe
scheid vom 5. November 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass
ein
Anspruch
auf eine Invalidenrente vo
raussichtlich verneint werde
(
Urk.
8/77). Auf Einwand der Versicherten vom
6. Dezember 2010 hin (
Urk.
8/80) holte die IV-Stelle weitere ärztliche Berichte (
Urk.
8/84-85) ein und liess die Versicherte in der MED
AS,
G._
,
poly
disziplinär
abklären
(Gut
achten vom 15. Mai 2012,
Urk.
8/90, Ergänzung vom 13. Juli 2012, 8/93). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (
Urk.
8/95-97) hielt die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 20. September 2012 an der vorgesehenen Verneinung eines Renten
anspruchs fest, wobei sie in Anwendung der gemischten Methode einen
Invali
ditätsgrad
von 30,83
%
errechnete (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid liess
X._
am 24. Oktober 2012 Beschwerde erhe
ben und die Zusprechung einer Invalidenrente basierend auf einem
Invali
ditätsgrad
von mindestens 50
%
beantragen. Eventualiter sei die
Beschwerde
gegnerin
zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (psychiatrisch, neurologisch) zu verpflichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 28. November 2012 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsgrundlagen über den
Einkommensver
gleich
(Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
che
rungsrechts
, ATSG,
Art.
28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versi
cherung, IVG), die sozialversicherungsrechtliche Qualifizierung und die soge
nannte gemischte Methode Art. 28a
Abs.
3 IVG) sowie
den Rentenanspruch (
Art.
28
Abs.
2 IVG) zutreffend darge
legt. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist
, dass es für die Annahme eines invalidisierenden
Gesund
heits
scha
dens
einer fachärztlichen, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkann
ten Klassifikationssystems abgestützten Diagnos
e bedarf (BGE 130 V 396 E. 6
,
Urteil des
Bundes
gericht
s
9C_510/2009 vom 30. August 2010 E. 3.2.3).
Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
(ICD-10 F45.4) ebenso wie grundsätzlich sämtlichen
pathogenetisch
-ätio
logisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organi
sche Gr
undlage (BGE 136 V 279 E. 3.2.3
),
unter anderem
einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsfälle (BGE 136 V 279)
, nur ausnahmsweise invalidisierender, d
as heisst,
einen Rentenanspruch
begründender Charakter zu (Art. 4
Abs.
1 IVG sowie Art. 3
Abs.
1 und Art. 6 ATSG; grundlegend BGE 130 V 352). Entscheidend ist, ob und inwiefern die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, trotz ihren subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehe
n (BGE 130 V 352 E. 2.2.4
; 127 V 294 E. 4b/cc in
fine
und E. 5a
).
Umstände, die bei Vorliegen eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen können, sind die erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer des psychischen Leidens (
Komorbidität
), chronische körperliche
Begleiterkran
kungen
mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer Rückzug, ein ver
festigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgeführten Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und ge
scheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigen
anstrengung
der versicherten Per
son (BGE 132 V 65 E. 4.2.2; 130 V 352
E. 2.2.3
; Urteil
des Bundesgerichts
9C_1061/2009 vom 11. März 2010 E. 5.4.3.1.1).
Umgekehrt sprechen u
nter anderem
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese, die Angabe intensiver in der Umschreibung vager Schmerzen oder behauptete schwere Einschränkungen im Alltag bei we
itgehend intaktem psychosozialem
Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsscha
dens (BGE 131 V 49 E.
2.
1
).
1.3
Die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bil
den unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gege
benenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verblei
benden Arbeitskraft zumutbar ist oder nich
t (BGE 130 V 352 E. 2.2.5
).
Bei ihrer Einschätzung der psychischen Ressourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den Schmerzen umzugehen, haben die begutachtenden Ärzte notwendigerweise auch die in E. 1.1
hievor
genannten Kriterien zu be
achten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3; 130 V 352 E. 2.2.4
) und
sich daran zu orientieren
(Ul
rich Meyer, Die Rechtsprechung zur Arbeitsunfähigkeitsschätzung bei
soma
to
formen
Schmerzstörungen, in: Medizin und Sozialversicherung im Gespräch, 2006, S. 221). Insbesondere haben sie sich dazu zu äussern, ob eine psychische
Komorbidität
oder weitere Umstände gegeben sind, welche die
Schmerzbewälti
gung
behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/ 06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem Fall über jedes einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdigung der Si
tuation (SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht
publ
. in: BGE 130 V 396). Gestützt darauf haben die rechtsanwendenden Behörden zu prüfen, ob eine festgestellte psychische
Komorbidität
hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügen
der Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer
Willensanstren
gung
überwindbare Schmerzstörung zu erlauben (Urteil
des Bundesgerichts
9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). Die Prüfung schliesst die Beur
teilung der Frage ein, inwiefern die ärztliche Einschätzung der psychisch be
dingten Arbeitsunfähigkeit invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt (Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_651/ 2009 vom 7. Mai 2010 E. 5.1; 9C_1040/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.4.1; vgl. auch Jörg
Jeger
, Tatfrage oder Rechtsfrage?
Abgren
zungsprobleme
zwischen Medizin und Recht bei der Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit in der Invalidenversicherung. Ein Diskussionsbeitrag aus der Sicht eines Mediziners [
2.
Teil], SZS 2011 S. 580 ff.).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin lehnte einen Rentenanspruch im angefochtenen Ent
scheid mit der Begründung, der Beschwerdeführerin, welche im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre, sei zwar die ange
stammte Tätigkeit als Geschäftsführerin im Verkauf nicht mehr vollumfänglich zumutbar, jedoch sei sie
seit dem 2
2.
Juni 2005
in der Lage, einer
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeit zu
75
%
,
steigerbar
auf 100
%
nachzugehen, was nach Durchführung des Einkommensvergleichs unter Berücksichtigung der Einschränkung im Haushalt zu einem Gesamtinvaliditätsgrad von 30,83
%
führe (
Urk.
2). In der Beschwerdeantwort vom 28. November 2012 ergänzte sie unter Bezugnahme auf die unter Erwägung 1.2 zitierte Rechtsprechung, dass es für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden an einem organischen Korrelat fehle und die Kriterien für die Annahme einer ausnahmsweisen Unzu
mutbarkeit der
Beschwerde
n
überwindu
ng
nicht erfüllt seien, weshalb
keine Ar
beitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes vorliege (
Urk.
7).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen im Wesentlichen geltend machen, dass sie gemäss der Beurteilung von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie, an einer
deutlichen Persönlichkeitsstörung leide, welche auch eine
behinderungangepasste
Tätigkeit lediglich zu 70
%
zulasse mit einem 30%ig verminderten Leistungsprofil. Das Gutachten des
G._
verneine in die
sem Zusammenhang nicht nur fälschlicherweise das Vorliegen von Diskrepan
zen, sondern setze sich auch mit der Beurteilung von
Dr.
H._
nicht ausei
nander. Auch überzeuge das Gutachten des
G._
in Bezug auf die Frage der Ar
beitsfähigkeit im Zeitverlauf nicht. Allein aus diesem Grund seien weitere Ab
klärungen angezeigt. Aus psychischer Sicht sei mindestens bis Mai 2011 von einer höheren als der angenommenen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob und in welchem Umfang die Beschwerde
führerin insbesondere in einer behinderungsangepas
sten Tätigkeit arbeitsfähig ist,
wobei
die
Beschwerdegegnerin den
Beginn der Wartezeit ge
mäss der hier anwendbaren Fassung von
a
Art
.
29
Abs.
1 IVG auf den 9. No
vember 2004 legte. Dieser blieb
zu Recht
ebenso unbestritten wie die Qualifika
tion der Beschwerdeführerin als 80
%
erwerbstätig und 20
%
im Haushalt tätig (vgl. dazu unter anderem 8/80/3
,
Urk.
8/63/95 mit dem
Verlauf der ausgewiese
nen Arbeitsunfähigkeiten, gemäss welchem erst ab 9. November 2004
eine
durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch im Sinne
von
aArt
. 29
Abs.
1
lit
. b
IVG
vorgele
gen hatte
).
3.
3.1
Die IV-Stelle stütze ihren abschlägigen Entscheid im Wesentlichen auf das Gut
achten des
G._
vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
8/90) und das von der SWICA einge
holte Gutachten der
F._
vom
6.
Mai 2009 (
Urk.
8/63/9 ff.).
3.2
Letzteres gab die Unfallversicherung in Nachachtung der ihr mit Urteil UV.2006.00214 vom 2
7.
September 2007 auferlegten Abklärungspflicht in Auf
trag. Als abklärungsbedürftig erwies sich dannzumal die Frag
e, o
b unfallkausale objektiv nachweisbare organische Befunde die im Anschluss an das erlittene Schleudertrauma aufgetretenen somatischen Beschwerden erklären könnten. Andernfalls wurde die Unfallversicherung verpflichtet, eine psychiatrische Be
gutachtung in die Wege zu leiten, da ihre Auffassung, wonach die psychischen Beschwerden eindeutig im Vordergrund
stünden
, aufgrund der Aktenlage nicht bestätigt werden konnte (vgl. insbesondere E. 5 im zitierten Urteil).
3.3
In der
F._
wurde die Beschwerdeführerin
an mehreren
Untersuchungs
daten
im Juni und Juli 2008 einer rheumatolo
gisch/orthopädisch/internistischen und einer psychiatrischen Teilbegutachtung sowie einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit unterzogen.
Die
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfäh
igkeit lauteten in der zusam
menfassenden Beurteilung wie folgt (
Urk.
8/63/44):
Chronisches
zervikozephales
und brachiales Syndrom
Erster Auffahrunfall
1.
August 2003 mit nachfolgenden Kopf- und
Nacken
schmerzen
, Konzentrationsstörungen, Übelkeit und intermittierende Atem
beschwerden
Mehrsegmentale Funktionsstörung der Hals- und der oberen Brust
-
wirbel
säule
(HWS und BWS)
Fehlhaltung und Fehlstatik der Wirbelsäule
Muskuläre
Dysbalancen
und Haltungsinsuffizienz der Wirbelsäule
Verdacht auf tendenzielle
Hyperlaxität
Neurootologisch
mittelgradige Schwindel und
Gleichgewichtsbeschwer
den
mit
Peripher zentraler
vestibulärer
Funktionsstörung links
Visuo-vestibulärer
Integrationsstörung
Cervico-proprio-nociceptiver
Funktionsstörung aktuelle
regrediente
Symptomatik
„
late
whiplash
injury
“-Syndrom
ICD-10 M53.0, M53.1
.
Die zusammenfassende Beurteilung im rheumatologischen Teilgutachten lautete dahingehend, dass bei der Beschwerdeführerin im Anschluss an den Unfall vom
1.
August 2003 die typischen Folgen eines Auffahrunfalls mit Nacken- und Kopfschmerzen, wiederholtem Schwindel, Konzentrationsstörungen und aus
strahlenden Schmerzen aufgetreten seien. Verletzungsfolgen im Sinne
zentral
nervöser
oder spinaler Veränderungen, Läsionen der Facettengelenke o
der
liga
mentäre
Läsionen im
Bereich HWS hätten zwar keine festgestellt werden kön
nen,
doch müsse der
Fehlhaltung und
insbesondere der segmental-
angulären
Kyphosierung
C4/5 und C5/6 dahingehend Rechnung getragen werden, dass diese mit einer segmentalen Funktionsstörung durchaus vergleichbare Befunde seien. Diese muskulären Reaktionen hätten in der Folge angehalten, wobei die zugrunde liegende Fehlhaltung und Fehlstatik der Wirbelsäule sowie die durch ungenügende Trainingsmöglichkeiten und veränderte Freizeitaktivität bedingte muskuläre
Dekonditionierung
des Halteapparates dazu beigetragen hätten. Auf
grund dessen müsse angenommen werden, dass sich im Laufe der Zeit auch eine thorakale Funktionsstörung C5/6 eingestellt habe, welche bis heute anhalte. In Auseinandersetzung mit Vorbefunden insbesondere des CT von
Dr.
med.
I._
vom 1
5.
Dezember 2004 (vgl. dazu
Urk.
8/63/78 und 8/63/88) und den
neu
rootologischen
Befunden von
Dr.
med.
J._
aus den Jahren 2006 und 2007 (vgl.
Urk.
8/63/67 f. und 8/63/88) führten die zuständigen Fachpersonen die nach wie vor bestehende Beschwerdesymptomatik im Bereich der HWS letztlich mehrheitlich auf eine ungenügende Stabilisationsfähigkeit im Bereich der BWS und HWS
zurück
.
Der zuständige psychiatrische Fachgutachter,
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt Psychosomatik, Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, schloss gestützt auf seine Untersuchungsbefunde aktuell das Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus. Weder aufgrund seiner Untersuchung noch
aktenanam
nestisch
hätten sich Hinweise auf eine krankheitswertige
Persön
lichkeitsakzen
tuierung
im Sinne einer Persönlichkeitsstörung ergeben
.
Nach dem Unfall
im Jahr 2003
habe sich bei der sehr leistungsorientierten Beschwerdeführerin wohl eine längerdaue
rnde Anpassungsstörung
mit vor allem Zügen einer längeren depressiven Reaktion
etabliert
. Bis zum Begutachtungsende habe der im Gut
achten des eigenen Instituts im Jahr 2005 diagnostizierte rezidivierende Cha
rakter einer affektiven Störung weder bewiesen noch ausgeschlossen werden können. Zum Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung vom 1
6.
Juli 2008 sei ein weitgehend unauffälliger Psychostatus erhoben worden, wobei die Be
schwerdeführerin unter antidepressiver Medikation gestanden sei (40 mg
Citalopram
).
Eigenanamnestisch habe sich die Beschwerdeführerin aufgrund verschiedener Behandlungen insbesondere aber auch sie stärkende
r Glau
benserfahrungen und der
Aufgabe als Mutter
als
psychisch stabilisiert
erfahren
(
Urk.
8/73/37-43).
In de
r Gesamtbeurteilung wurden
die anhaltenden Nackenverspannungen mit ausstrahlenden Schmerzen als somatisch bezeichnet und einer anhaltenden Funktionsstörung der HWS mit
myostatischen
Belastungsreaktionen zugeord
net. Auch könnten die segmentalen Funktionsstörungen im Bereich der oberen BWS mit den daraus folgenden Übelkeiten und Atembeschwerden objektiviert werden.
Die Arbeitsfähigkeit wurde unter Verweis auf das rheumatologische
Teilgutach
ten
f
ür eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit bei Einschränkungen für Arbei
ten über Schulterhöhe und in vorgeneigtem Stehen
mit 75
%
beurteilt
, wobei durch ein geeignetes Training eine wesentlich höhere Leistungs
fähigke
it erreicht werden könne und seit Sommer 2005 hiervon
auszugehen sei
(
Urk.
8/63/
48 f. und 8/63/
89).
Aus psychiatrischer Sicht könne rückblickend aufgrund der Ak
tenlage lediglich für einen Zeitraum von vier Wochen ab dem 2
2.
Juni 2005 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der dannzumal in der
F._
diagnostizierten depressiven Episode bestätigt werden (
Urk.
8/13/54 f. und
Urk.
8/63/49).
3.4
Der Hau
sarzt der Beschwerdeführerin
Dr.
B._
erklärte in seinem Bericht vom
3.
Februar 2011 anamnestisch, dass Nacken- und Schulterschmerzen sowie Kopfschmerzen und Konzentrationsstörung
en
seit dem Unfall vom
1.
August 2003 im Vordergrund stünden
(
Urk.
8/84).
Die Diagnose
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
H._
vom
5.
Mai 2011
, bei welcher die Beschwerdeführerin
seit 1
5.
Dezember 2008
in Behandlung steht,
lautet
e
auf eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01, DD:
Dysthimia
, ICD-10 F 34.1) und einen Status nach einem HWS-Distorsionstrauma nach Heckkollision vom
1.
August 2003 und 3
0.
August 200
7.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notierte sie eine Adipositas, Merkmale einer
Persönlichkeits
störung
Cluster-Gruppe B (ICD-10 F 60.4) und eine Kaufsucht (ICD-10 F63.8).
Aufgrund der Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen sowie der depres
siv/
dysphorischen
Antriebs- und Stimmungslage erachtete sie die Beschwerde
führerin in ihrer Arbeitsfähigkeit als Verkäuferin seit 1
5.
Dezember 2008 als zu 50% eingeschränkt. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei ihr seit 1
5.
Dezember 2007 ein 70%iges Pensum mit einem 30%ig verminderten
Leis
tungsprofil
zumutbar (
Urk.
8/85/2-4).
3.4
Im
G._
wurde die Beschwerde
führerin
stationär vom
6.
bis
9.
Februar 2012 allgemein-medizinisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch abge
klärt. Anlässlich der Konsenskonferenz
schlossen
die beteiligten G
utachter auf folgende
Diagnosestellung
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/90/36):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit
somatischem Syndrom und
Somatisierungstendenzen
-
Chronisch rezidivierendes
cervicocephales
Schmerzsyndrom
-
muskuläre
Dysbalance
des Schultergürtels
-
wiederholte
Brachialgie
rechts-betont
-
rezidiverende
Blockaden mittlere BWS
.
Der Heilungsverlauf nach dem HWS-Distorsionstrauma im Jahr 2003 sei inso
fern atypisch gewesen, als die Beschwerden im Bereich des Nackens und des Schultergürtels im weiteren Verlauf eher zu
-
als abgenommen hätten, ohne dass sich ein somatisches Korrelat habe finden lassen. Festgestellt worden seien le
diglich
Myogelosen
und
Tendomyosen
im
Nackenmuskulaturbereich
sowie eine verspannte Schultergürtelmuskulatur.
Radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptome seien nicht objektivierbar. Auch sei der von der Beschwerdeführerin geklagte Schwindel sich
er
nicht zentraler Natur, sondern eher Ausdruck einer vegetati
ven Begleitsymptomatik.
Die bisherige Tätigkeit im Detailhandel - dabei insbesondere die Bedienung an der Kasse und das Regalauffüllen - sei für die Beschwerdeführerin eher ungüns
tig; hier bestehe seit August 2003 eine Einschränkung von 30
%
. Ideal wären Tätigkeiten mit der Möglichkeit zu häufigem Haltungswechsel ohne
Zwangs
haltungen
oder repetitives Lastenheben, wie
Bürotätigkeiten, Kontroll- und Aufsichtsfunktionen oder Tätigkeiten in einem Empf
ang. Bei einer solchen Ar
beit
sei von einer Einschränkung von 20
%
auszugehen.
In Auseinandersetzung mit dem Verlauf der Arbeitsfähigkeiten kam die
Konsens
konferenz
zum Schluss, dass die Kündigung der Arbeitsstelle im Jahr 2005 zu einer erheblichen psychischen Dekompensation geführt habe und damit auch eine Unfallfehlverarbeitung in Gang gekommen sei
(
Urk.
8/90/36
ff.).
Auf Bitte der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/92/2) nahm das
G._
am 1
3.
Juli 2012 zu einer Divergenz der Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit der
Konsens
konferenz
und derjenigen von
Dr.
L._
in der psychiatrischen
Teilbegutach
tung
des
G._
, in welcher die Arbeitsfähigkeit aufgrund des psychischen Lei
dens als zu 40
%
eingeschränkt
bezeichnet
worden war
(vgl. dazu
Urk.
8/90/35), Stellung (
Urk.
8/93).
Dr.
L._
und der Rheumatologe
Dr.
M._
erklärten die
Abweichung mit einem Diktat- oder Schreibfehler.
Korrekterweise müsse es heissen: „die Einschränkung dürfte 30
%
betragen“
. Zur abweichenden Beurtei
lung der behandelnden Psychiaterin
Dr.
H._
vom
5.
Mai 2011 erklärten sie, dass d
eren Beurteilung auf dem
Zustand ein Jahr vor der Begutachtung im
G._
basiere und
es
durchaus möglich sei, dass sich der psychische Zustand seither gebessert habe.
Vom 2
4.
bis 2
8.
August 2012 war die Beschwerdeführerin notfallmä
ssig im
N._
hospitalisiert
. Zugewiesen wurde sie von
Dr.
med.
O._
,
P._
, wegen einer
Schmerzexazerbation
und sozialer Dekompensation bei bekanntem Schmerzsyndrom. Die Diagnosen im Kurzaustrittsbericht vom 2
8.
August 2012 lauteten wie folgt (
Urk.
8/96/5):
1.
Chronisches Schmerzsyndrom
Status nach HWS-Distorsionstrauma bei Autounfall 2003
Schmerzhafte
Myogelosen
Nacken beidseits und paravertebral
Verdacht auf
somatoforme
Störung: Tinnitus, Schwindel, Kopfschmer
zen, Taubheitsgefühle, Schwächeanfälle
Aktenanamnestisch Diskushernie C3/4 links, C4/5 rechts, C5/6 rechts
Status nach CTS-OP rechts 05/2012
Aktuell:
Schmerzexazerbation
2.
Hypothyreose
Unter Substitution, Aktuell: TSH von 0.18
ulU
/ml
.
4.
4.1
Die Würdigung d
er medizinischen Akten zeigt auf
, dass aus somatischer Sicht die von Beschwerdeführerin hauptsächlich geklagten Beschwerden in Form ei
ner verminderten Belastbarkeit der HWS mit belastungsabhängigen Kopf- und Nackenschmerzen, teilweise ausstrahlend in die Arme vor allem rechts, Schmer
zen in
der
Brust- und
Rippenregion mit Atembeschwerden und gelegentliche
lumbale Beschwerden
(vgl. unter anderem
Urk.
8/63/74) zwar klinisch überwie
gend fassbar sind, nicht jedoch
hinreichend organisch
nachgewiesen
respektive erklärt
werden können.
Im rheumatologischen Teilgutachten des
G._
wurde
das chronische Schmerz
-
syn
drom
als vorwiegend
tendomyotisch
bei muskulärer
Dysbalance
und mus
kulärer
Dekonditionierung
beurteilt. Den rezidivierenden segmentalen Blo
ckie
rung
en
im BWS-Bereich
wurde keine besondere Relevanz beigemessen (
Urk.
8/90/25 f.). Der neurologische Teilgutachter des
G._
Dr.
Q._
schloss ges
tützt auf seine Untersuchung sowie
in einlässlicher Auseinandersetzung mit den
Vorakten
eine organische Hirnschädigung u
nd
damit eine zentrale Ursache für die im Verlauf immer wieder geklagten Schwindel überzeugend aus. Auch konnte er keine funktionelle Störung des Gleichgewichtssystems feststellen (
Urk.
8/90/29 f.).
Diese Beurteilung stimmt ganz wesentlich mit derjenigen
im Gutachten der
F._
vom
6.
Mai 2009 (
Urk.
8/63/9
ff.)
überein.
Auch dort wurden struk
turelle Verletzungsfolgen
letztlich
verneint. Auch wenn die festgestellte
Fehl
haltung
in Kombination mit der segmental-
angulären
Kyphosierung
im HWS–Bereich als mit einer segmentalen Funktionsstörung vergleichbar bezeichnet wurde, führten die zuständigen Gutachter die im Vordergrund stehende
Be
schwerdesymptomatik
im Bereich der HWS letztlich übereinstimmend mit der Beurteilung im
G._
vor allem auf eine ungenügende Stabilisationsfähigkeit im Bereich der BWS und HWS
und daraus folgende muskuläre Reaktionen nach dem Auffahrunfall von 2003
zurück
.
Eine wesentliche Instabilität der HWS oder vermehrte Abnutzung
serscheinungen sowie Läsionen wurden gestützt auf die Akten und die aktuellen radiologischen Abklärungen überzeugend verneint. Wie im Gutachten des
G._
wurde auch hier
eine organische Ursache der von
Dr.
J._
festgestellten
neurootologischen
Befunde verneint
(vgl. insbeson
dere
Urk.
8/63/8 ff.).
Ebenfalls übereinstimmend mit diesen Beurteilungen fand sich im
N._
zwar ein klinisch fassbarer Befund
für das
diagnostizierte chronische Schmerz
-
syndrom
in Form schmerzh
after
Myogelosen
, dieses konnte aber
eben
falls keiner strukturellen
Schädigung
zugeordnet
werden, sondern wurde
dem Status
nach Schleudertrauma zugeordnet
(
Urk.
8/96/5)
, was letztlich im We
sentlichen mit der Diagnosestellung der
F._
(
Urk.
8/63/90), des
G._
(insbeson
dere rheumatologische Diagnosestellung:
Urk.
8/90/25), wie auch der
jenigen der behandelnden Ärzte
Dr.
B._
und
Dr.
H._
(8/84-85) korre
liert.
Die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
durch das
G._
, wonach die Beschwerde
führerin in einer Tätigkeit mit der Möglichkeit zu häufigem Stellungswechsel ohne Zwangshaltungen und repetitivem Lastenheben zu maximal 20
%
einge
schränkt sei (
Urk.
9/90/38), trägt den objektiven somatischen Befunden
(
Fehl
haltung
in Kombination mit der segmental-
angulären
Kyphosierung
im HWS–Bereich
, segmentale Blockierungen im BWS-Bereich
), welche die Schmerzhaf
tigkeit mitunterhalten,
in jedem Fall angemessen Rechnung und wird durch die fast deckungsgleiche Einschätzung der
F._
bestätigt, welche sich ih
rerseits unter anderem auf die Ergebnisse der evaluierten funktionellen Leis
tungsfähigkeit vom
3.
Juli 2008 stützen konnte (vgl.
Urk.
8/63/99 ff.).
4.3
Was den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt, kam
en
sowohl der zuständige Referent der
F._
,
Dr.
med.
K._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, als auch
Dr.
L._
des
G._
in überzeugender und einlässlicher Auseinandersetzung mit den
Vorakten
zum Schluss, dass sich nach dem Unfallereignis im Jahr 2003
bei
der sehr leistungs
orientierten Beschwerdeführerin
eine
längerdauernde
Anpassungsstörung mit
Zügen einer
reaktiven
depressiven Erkrankung etablierte, welche
zu einer funk
tionellen Verstärkung der somatischen Leiden geführt habe (
Urk.
8/63/40 ff., 8/90/34 f.). Am noch von
Dr.
K._
in Frage gestellten
rezidivierenden Charakter der affektiven Störung (
Urk.
8/63/42) rechtfertigen sich, nachdem nunmehr so
wohl im
G._
aufgrund der Untersuchungen im Februar 2012 (vgl.
Urk.
8/90/34) als auch von
Dr.
H._
am
5.
Mai 2011
(
Urk.
8/85) und bereits im Juli 2005 in der
F._
eine depressive Episode (
Urk.
8/13/54 f.) fest
gestellt worden war, keine ernsthaften Zweifel mehr. Was das Ausmass der
ein
zelnen
rezidivierenden depressiven Episoden anbelangt, wurde diese im Bericht der
F._
vom 1
5.
Juli 2005 als mittelgradig beurteilt
(
Urk.
8/13/55);
Dr.
H._
und
Dr.
L._
erkannten
anlässlich ihrer Untersuchungen
ledig
lich eine leichte depressive Symptomatik (
Urk.
8/85/2-3, 8/9
0/34-35),
Dr.
K._
schloss a
m 1
6.
Juli 2008 eine solche ganz aus (
Urk.
8/63/42 f.).
Zusammengefasst ist damit als erstellt zu betrachten, dass
sich
spätestens seit Sommer 2005
im Nachgang zu einer Anpassungsstörung
eine rezidivierende
depressive
Störung
mit so
matischem Syndrom
entwickelt hat
, welche
dannzu
mal für einen nicht näher bestimmbaren Zeitraum mittelgradigen
Charakter hatte,
seither
jedoch
maximal in
Form leichter Episoden auftrat.
Daneben erkannten sowohl
Dr.
H._
als auch
Dr.
L._
akzentuierte
Persön
lichkeitszüge
bei der Beschwerdeführerin, wobei sich
Dr.
H._
für das Vorliegen von Merkmalen einer Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F 63.8 (
s
onstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
, vgl.
Urk.
8/85) aussprach;
Dr.
L._
erkannte
dagegen
neurotisch-na
rzisstische Persönlichkeitszüge
(
Urk.
8/9
0/34). Nicht nur
Dr.
L._
, sondern auch
Dr.
H._
mass
en der Auffälligkeit, obwohl letztere
im Rahmen des Befunde
s
von einer deutlichen
Persönlichkeitsstörung sprach,
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bei
(
Urk.
8/85/2-3). Der Schluss auf eine relevante
, die Le
is
tungsfähigkeit einschränkende
Persönlichkeitsstörung
rechtfertigt sich
damit
gestützt auf die medizinische Aktenlage
entgegen
den
Vorbringen der Be
schwerdeführerin (
Urk.
1 S. 4) nicht.
Was
die psychiatrischen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit anbelangt,
ist
zu beachten,
dass sowohl die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
L._
im Gutachten des
G._
mit ein
er
30%igen Einschränkung
in der angestammten Tätigkeit
(
Urk.
8/90/35, mit der korrigierenden Stellungnahme in
Urk.
8/93)
und einer 20%igen Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit (vgl. Beurt
eilung der Konsenskonferenz in
Urk.
8/90/37)
,
als auch diejenige von
Dr.
H._
mit 30%iger Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit (
Urk.
8/85/3) ganz of
fensichtlich nicht nur die Einschätzung der Auswirkungen der depressiven Problematik beschlagen. Vielmehr
beziehen
sie sich auf den Gesamtzustand unter Einbezug der
im Rahmen der HWS-Verletzung zu interpretierenden
Schmerzproblematik.
4.4
Wie eingangs dargelegt (vgl. Erwägung 1.2), kommt HWS-Verletzung
en
ohne organisch (hinreichend) nachweisbare Funktionsausfälle (BGE 136 V 279)
– in Anlehnung an die zur
somato
formen
Schmerzstörung ergangene
Rechtspre
chung (BGE 130 V 352 E. 2.2.3) -
nur ausnahmsweise invalidisierender, das heisst, einen Rentenanspruch begründender Ch
arakter zu.
Zu prüfen ist folglich, ob eine erhebliche p
sychische
Komorbidität
oder ein
schlä
gige alternative Kriterien es der Beschwerdeführerin selbst unter Auf
bringung allen guten Willens verunmöglichen, ihre Schmerzen soweit zu über
winden, dass ihr die aus medizinischer Sicht (objektiv) verbleibende Arbeitskraft von
80
%
in einer angepassten Tätigkeit zumutbar ist.
4.5
Dr.
R._
des
G._
vertrat den
Standpunkt,
dass die
rezidivierende depressive Störung
eine
n
eigenständige
n Charakter entwickelt habe (
Urk.
8
/
90/35), mithin nicht nur als Begleiterscheinung zum Schmerzsyndrom
einzustufen sei
.
Seine
Einschätzung, wonach
die Beschwerdeführerin aufgrund des psychischen Lei
dens in ihrer psychophysischen Belastbarkeit und damit ihrer Arbeitsfähigkeit zu zirka 40
%
eingeschränkt sei (
Urk.
8/90/35), korrigierte er am 1
3.
Juli 2012 auf 30
%
, wobei sich dieselbe offensichtlich auf die angestammte Tätigkeit be
zog (
Urk.
8/93). Im Rahmen der Konsenskonferenz schloss
Dr.
L._
mit den andern Teilgutachtern dagegen eine relevante
Komorbidität
der depressiven Störung auf eine angepasste Tätigkeit aus,
geht
doch die Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit
mit
80
%
nicht über das bereits in
der
rheumatologischen Beur
teilung zugestandene Mass an Einschränkung hinaus.
Diese Schlussfolgerung erweist sich angesichts dessen, dass die affektive Stö
rung, abgesehen von einer einmalig bestätigten mittelgradigen Episode im Sommer 2005,
lediglich als leichte Störung diagnostiziert wurde, als begründet. Denn selbst mittelgradige depressive Episoden werden gemäss höchstrichterli
cher Rechtsprechung als keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depressionen im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglichten, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden. Daran ändert nichts, dass eine (leichte oder mittelgradige) depressive Episode vor dem Hinter
grund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert ist (Urteil des Bundesgerichtes 8C_213/2012 vom 1
3.
April 2012 E. 3.2). Leichte bis höchstens mittelschwere
depressive Zustände
gelten auch grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012
E. 4.2.2.1 mit Hinweisen).
Was die von
Dr.
L._
und
Dr.
H._
festgestellten akzentuierten
Persönlich
keitszüge
, respektive Merkmale einer Persönlichkeitsstörung
anbe
langt, gilt es zu beachten, dass selbst eine schlüssig diagnostizierte
Persönlich
keitsstörung
für sich allein nicht ohne Weiteres als invalidisierender
Gesund
heitsschaden
im Rechtssinne zu betrachten ist (Urteile
des Bundesgerichtes 9C-55/2010 vom
8.
Oktober 2010 E. 2.3 und 9C_456/2007 vom 1
7.
März 2008 E. 4.1, je mit Hinweisen). Unter diesen Umständen ist eine psychische
Komorbidi
tät
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer im Sinne der
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung
zu verneinen.
Anhaltspunkte für das Vorhandensein anderer relevanter chronischer
Begleiter
krankungen
fehlen. Wie die Beschwerdegeg
nerin richtig erkannte, handelt
es sich weder bei der Hypothyreose noch
bei
der Adipositas der Beschwerdefüh
re
rin um
Krankheiten
, welche
die
Arbeitsfähigkeit einschränken und
die erforder
liche Intensität erreichen
. Auch
fehlen Hinweise auf einen primären
Krankheits
gewinn
.
Sowohl laut
Dr.
H._
(
Urk.
8(85/3, Schematherapie) als auch gemäss
Dr.
L._
(
Urk.
8/90/35
, weiterführende Psychotherapie
) sind die therapeuti
schen Massnahmen noch nicht ausgeschöpft.
Die Beschwerdeführerin absol
vierte in den vergangenen Jahren zwar diverse Therapien (Psycho- und Physi
otherapie mit Massage, Fango, Bewegungstherapie, vgl.
Urk.
8/90/19, Chiro
praktik,
Atlaslogie
und Farbtherapie, vgl.
Urk.
8/63/71), nahm aber das in der
F._
bereits im Juni 2005 (
Urk.
8/13/69) und wiederum im Gutachten vom
6.
Mai 2009 empfohlene muskelkraft- und ausdauerfördernde intensive Trainingsprogramm (
Urk.
8/63/89) nicht auf
. Die tägliche Bewegung im Rahmen ihrer Arbeit (vgl.
Urk.
1 S. 8) vermag ein spezifisches Training nicht zu ersetzen. Insofern ist auch das Kriterium des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz kooperativer Haltung der versi
cherten Person nicht erfüllt.
Die Beschwerdeführerin arbeitet zu 50
%
und kümmert sich zu wesentlichen Teilen um den Haushalt und die Kinderbetreuung (vgl.
Urk.
8/90/31 f.)
. Das Merkmal
des sozialen Rückzugs kann
entsprechend
ebenfalls nicht als gegeben betrachtet werden.
Zwar ist von einem
chronifizier
ten
Krankheitsverlauf mit im Wesentlichen unveränderter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung auszugehen, doch genügt dies insgesamt nicht, um aus rechtlicher Sicht von einer Unzumutbarkeit der Schmerzüberwindung aus
zugehen.
Vielmehr darf im Rahmen der freien Beweiswürdigung der Schluss gezogen wer
den, dass die Beschwerdeführerin über Ressourcen verfügt, die es ihr seit Sommer 2005 erlauben, einer angepassten Tätigkeit entsprechend der Beurtei
lung des
G._
zu 80
%
nachzugehen.
Die von
Dr.
H._
vertretene Auffas
sung, wonach die Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit zu 30
%
eingeschränkt sei, vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern, mass
Dr.
H._
doch offensichtlich den Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt – mut
masslich im Lichte eines bio-psychosozialen Krankheitsbildes – ein grösseres Gewicht bei, als der für die Belange der Rechtsanwendung massgebende sozial
versicherungsrechtliche Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 9C_870/2010 vom 2
4.
Januar 2011 E. 4.2.1 mit Hin
weisen). Auch fehlen angesichts ihrer Diagnosestellung und des psychopatholo
gischen Befundes im Bericht vom
5.
Mai 2011 Anhaltspunkte für eine dannzu
mal
vorliegende
psychische
Komorbidität
erheblicheren Ausmasses
.
Zusammenfassend ist damit erstellt, dass die Beschwerdeführerin seit November 2005 (
frühest
möglicher Rentenbeginn) in einer angepassten Tätigkeit (Bürotä
tigkeit, Kontroll- oder Aufsichtsfunktionen, Empfang) zu 80
%
arbeitsfähig ist.
Nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im August 2012
verschlechtert
hat, jedoch l
assen
weder der
Bericht des
N._
vom 2
8.
August 2012 (
Urk.
8/96)
noch die Vorbringen der Beschwerdeführerin im Einwand vom 1
2.
September 2012 (vgl. insbeson
dere
Urk.
8/97/6) darauf schliessen, dass es sich hierbei um eine dauerhafte Verschlechterung oder einen wesentlich veränderten Gesundheitszustand han
delt.
5.
Die
Haushaltsabklärung vom
1
7.
August 2010 der IV-Stelle
S._
führte
zum Schluss, dass die Be
schwerdeführerin zu lediglich 11,75
%
im
Bereich Haushalt
eingeschränkt war (
Urk.
8/73/2-17
). Die Beschwerdeführerin
lässt die
Ergebnisse der
Abklärung vor Ort
nicht
in Frage
stellen
. Im Lichte der höchst
richterlichen Rechtsprechung zur Beweiskraft eines Abklärungsberichtes (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
I
883/05
vom 1
7.
Juli
2006
E
. 4.3 mit Hinweisen) drängen sich auch im vorliegenden Verfahren keine Zweifel an der Angemessenheit der Abklärungsresultate auf, sind doch weder klar fest
stellbare Fehleinschätzungen noch Widersprüchlichkeiten erkennbar. Zudem stimmt die Umschreibung der Tätigkeitsbereiche mit den
Vorgaben gemäss Randziffer 3086
des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der In
validenversicherung
(KSIH in der vom
1.
Januar 2010
bis
3
0.
April 2011
gültig gewesenen Fassung) überein.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sichtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prüfungen etc. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen berufli
chen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksich
tigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b,
U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2010 vom 24. November 2010
E. 4.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin bemass das hypothetische
Valideneinkommen
gestützt auf die Angaben der
Y._
zum letzten von der Beschwerdeführerin er
-
zielten Lohn als Geschäftsführerin
in
der Filiale
A._
im Jahr 2005 von
Fr.
4‘950.--
monatlich (x13), was umgerechnet auf ein 80%-Pensum zu
einem
Validenein
kommen
von
Fr.
51‘480.-- im Jahr des frühestmöglichen Renten
-
beginns 2005 führt.
Das statistische
Durchschnittseinkom
men für Frauen
betrug
gemäss Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE 2004, hrsg. 2006, Tabelle TA1, Ziffer 55)
im Jahr 2004 im Detailhandel im Anforderungsniveau 1 und 2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten sowie Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten)
Fr.
4‘908.--,
was unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnent
wick
lung
bis 20
05
im Bereich Dienstleis
tungen (vgl. BFS, Schweizeri
scher Lohnindex nach
Sektor
(
1993
= 100; im Internet abrufbar,
T1.93, Dienst
leistungen, 2004=114,8, 2005=115,7
) und einer durchschnittlichen wöch
ent
li
chen Arbeitszeit 20
05 von 41,6
Stunden (Die Volkswirtschaft 6/2013, S. 90) zu einem Jahreslohn von Fr.
49‘3
95.30 bei einem 80%-Pensum (Fr.
4‘908.—x 12 x 0,8 x 41,6 : 40 x 115,7 : 114,8)
führt.
Das von der Beschwerdef
ü
hrerin
tatsächlich
erzielte Einkommen lag demnach bereits in ihrer Funktion als
Geschäftsführerin
einer kleinen Filiale
ü
ber dem statistischen Durchschnittseinkommen
des
obers
ten Anforderungsniveaus 1 und
2.
Entsprechend verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf Anrechnung eines
hö
heren
hypothetischen Einkommens aufgrund
eines
überwiegend
wahrscheinli
chen beruflichen Aufstiegs. Dass die Beschwerdeführerin, welche bereits mit 21 Jahren die Filiale in
A._
geleitet
hatte
, im Gesundheitsfall
mutmasslich einen beruflichen Aufstieg angestrebt
hätte
, scheint wahrscheinlich. Offensicht
lich hatte sie auch bereits konkrete Schritte unternommen, welche nach dem Unfall jedoch abgebrochen wurden (vgl.
Urk.
8/13/208).
Abgesehen von der Unsicherheit, ob die
Beschwerdeführerin
trotz ihrer Mutterschaft ab 2006 beruf
lich
unverändert
engagiert gewesen
wäre
, machen die statistischen
Vergleichs
einkommen
deutlich, dass ihr Ei
nkommen bereits im ober(
st
)en Fü
hrungsbereich im Detailhandel lag, weshalb ein
Einkommensanstieg zum Beispiel bei Über
nahme einer grösseren Filiale nicht übe
rwiegend wahrscheinlich
gewesen wäre
.
Entsprechend ist
auf das von der Beschwerdegegnerin beigezogene hypotheti
sche
Valideneinkommen
von Fr.
51‘480.-- abzustellen
.
6.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
Die Beschwerdegegnerin liess bei der Berechnung des Invalideneinkommens das von der Beschwerdeführerin in ihrer aktuellen Tätigkeit
im Verkauf
bei
E._
zu Recht ausser Acht
, kann doch die Beschwerdeführerin im Rahmen der Tätigkeit im Detailhandel die ihr verbliebene Restarbeitsfähigkeit von 80
%
aufgrund des medizinisch unpassenden Anforderungsprofils nicht voll ausschöpfen.
Auf der Seite des Invalideneinkommens stützte
sie
sich
vielmehr
korrekterweise
ebenfalls auf die LSE 2004 und zog den Zentralwert „Total“ für Frauen im
An
forde
rungs
niveau
4
von monatlich brutto Fr.
3‘893
.
--
bei
(LSE 2004 Tabelle TA1). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung und der durch
schnittlichen Wochenstundenzahl von 41,6 errechnete sie einen
Jahreslohn 2005 von Fr. 49‘119.--
bei 100
%
.
Hiervon gewährte sie der Beschwerdeführerin einen behinderungsbedingten Abzug (vgl. dazu
BGE 134 V 322 E. 5.2) von 10 %, da ihr nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Arbeiten über Schulter
höhe und ohne Zwangshaltungen sowie ohne wiede
rholte Kniebeugen zumutbar sind
(
Urk.
2 S. 2). Angesichts des Umstandes, dass
der Beschwerdeführerin trotz ihre
r behinderungsbedingten Einschränkungen grundsätzlich ein breites Feld an Einsatzmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt offenstehen und sie bereits zuvor in einer nur mittelschweren Arbeit tätig war, erscheint dieser Ab
zug eher grosszügig. Jedoch erübrigen sich Weiterungen hierzu, da selbst unter Berücksichtigung des 10%igen Abzugs und einer lediglich 75%igen, anstatt
der oben festgestellten
80%igen (vgl. obige E. 4
) Arbeitsfähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit
entsprechend der im Übrigen korrekten Berechnung im ange
fochtenen Entscheid kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.