# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 06d44725-7145-411c-9d54-36831890ce4f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war seit April 1992 als Mitarbeiter im Aussendienst bei der
Y._
angestellt
(
Urk.
2/2-2a)
.
Im
Rahmen
einer kollektiven
Kranken
taggeldversicherung
war er
bei der
Y._
krankenversichert (
Urk.
10/1).
Am 1
5.
März 2012 wurde der
Y._
eine seit dem
9.
März 2012 bestehende Er
werbsunfähigkeit des Versicherten gemeldet (
Urk.
10/K1
Ziff.
6).
Die
Y._
veranlasste eine internistische und psychiatrische Begutachtung des Versicher
te
n (
Urk.
10/M8-9). In der Folge stellte sie die
ausgerichteten
Taggeldleistungen per 2
5.
Mai 2012 ein (
Urk.
10/K12,
Urk.
10/3).
Mit Schreiben vom 2
5.
Juni 2012 kündigte
die Arbeitgeberin
das Arbeitsver
häl
tnis mit dem Versicherten auf den nächstmöglichen Kündigungstermin (
Urk.
2/3a
).
2.
Am
6.
Oktober (Poststempel vom 1
2.
November) 2013 erhob der Versicherte Klage
gegen die
Y._
und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm Tag
gel
der in der Höhe von
Fr.
135‘704.40 zuzüglich Verzugszinse von 5
%
seit Fällig
keit zu bezahlen. Eventuell sei ein Obergutachten zu veranlassen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 oben).
Mit Klageantwort vom 1
7.
März 2014 (
Urk.
9) beantragte die
Y._
die Abweisung der Klage.
Mit Replik vom 1
6.
Juni 2014 (
Urk.
15) und Duplik vom 2
0.
August 2014 (
Urk.
21
) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. Am 2
7.
August 2014 wurde dem Kläger die Duplik zur Kenntnis gebracht (
Urk.
23).
A
m 2
9.
Januar 2015
erklärte
d
er
Kläger
den Verzicht auf die Durchführung einer Hauptver
hand
lung (
Urk.
26)
, die Beklagte stillschweigend (vgl. Urk. 24 S. 3).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesge
setz über die Krankenversicherung (KVG) unterstehen nach
Art.
12
Abs.
3 KVG dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG). Die Kantone können
ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für solche Strei
tig
keiten zuständig ist (
Art.
7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung; ZPO).
Im
Kanton Zürich liegt die Zuständigkeit beim Sozialversicherungsgericht (
§
2
Abs.
2
lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Das Verfahren
richtet sich
nach der ZPO, wobei das
vereinfachte
Verfahren zur An
wendung ge
langt (
Art.
243
Abs.
2 lit. f ZPO)
und die Klage
direkt beim Gericht anhängig
zu machen ist
(BGE 138 III 558 E. 3.2 und 4.6).
Die sachliche und
örtliche
(am schweizerischen Wohnsitz der versicherten Per
son
)
Zuständigkeit
des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der eingereichten Klage ist
vorliegend
gegeben (Allgemeine
Versicherungsbedingungen
,
AVB,
Ausgabe 2007,
E10
,
Urk.
10/2
).
1.2
Streitigkeiten aus den Zusatzversicherungen gemäss VVG sind dem Privatrecht zuzuordnen (BGE 124 III 46 E. 1a). Das Schweizerische Obligationenrecht (OR)
gilt immer subsidiär, wenn das VVG, das hinsichtlich des
Versicherungsvertra
ges
zahlreiche vom OR abweichende oder dieses ergänzende Bestimmungen enthält, eine Frage nicht regelt (vgl.
Art.
100
Abs.
1 VVG).
1.3
Das Gericht stellte den Sachverhalt unabhängig vom Streitwert von Amtes we
gen fest (
Art.
247
Abs.
2 lit. a ZPO).
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht alle rechtserheblichen Sachverhaltselemente zu berücksichtigen hat, die sich im Verlaufe des Verfahrens ergeben, auch wenn die Parteien diese nicht angeführt haben, gilt nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mit
wirkungspflichten
der Parteien. Er entbindet die Parteien nicht davon, Beweise beizubringen und bei der Erstellung des Sachverhalts mitzuwirken (BGE 125 III
231 E.
4a;
Mazan
in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord
nung,
2.
Aufl., 2013,
Rz
9 und
13 zu
Art.
247).
1.4
Gemäss
Art.
8 des Zivilgesetzbuches (ZGB) hat
, wo es das Gesetz nicht anders
bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei
sen,
der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch gel
tend
macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Be
weis
last für
die rechtsaufhebenden beziehungsw
eise rechtsvernichtenden oder
rechts
hin
dern
den
Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des An
spruchs be
haup
tet
oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Nach der höchst
rich
terlichen Rechtsprechung müssen im
Privatversicherungs
recht
die
an
spruchs
b
e
gründenden
Tatsachen lediglich mit dem Beweisgrad der überwie
ge
n
den
Wahr
scheinlichkeit erwiesen sein (BGE 130 III 321 E. 3.1 und 3.5). Das gilt
auch für
den Beweis von anspruchshindernden Tatsachen (Praxis 80/1
991, Nr.
230,
S. 964 f.
E. 3b [Urteil des Bundesgerichts vom 2
2.
November 1990]).
2
.
2
.1
Der Kläger
machte geltend, er sei
auch
in der Zeit vom
2
4.
Mai 2012 bis 3
1.
März 2013 auf dem gesamten Arbeitsmarkt z
u 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen
.
Der Berechnung
des
Krankentaggeldes
legte er
ein
Taggeld von
Fr.
434.95
zugrunde
(
Urk.
1 S. 23
f.
Ziff.
14).
Gegen ein von der Beklagten in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
Z._
brachte er unter anderem vor, der Gutachter habe ihn am
2
4.
Mai 2012 „im Schnellzugstempo“ während nicht mehr als run
d 75 Mi
nuten exploriert (
S. 5
Ziff.
6).
G
emäss
MedReg
verfüge
Dr.
Z._
in der Schweiz über eine 90-Tage Erwerbsbewilligung. Eine schweizerische Praxis- oder
Berufs
ausübungsbewilligung
liege nicht vor. Auf dem Briefpapier der
A._
erscheine sein Name dementsprechend nicht. Daher sei davon aus
zugehen, dass dieser Arzt durch Prof.
Dr.
B._
substituiert worden sei (S.
15 oben).
Es sei darauf hinzuweisen, dass
Dr.
Z._
Lebensmittelpunkt
bis vor
Kurzem
im Norden Deutschlands und seit Kurzem im Ruhrgebiet liege. Aufgrund dieser ört
lichen und auch kulturellen Distanz seines
Lebensmittel
punktes
dürfte er wenig
Bezug zu schweizerischen Gepflogenheiten und dem schweizerischen
Gesell
schafts
- und Rechtssystem haben (S.
17 unten).
Aus dem Gutachten von
Dr.
Z._
gehe nicht angemessen hervor, dass mit der Kün
digung und Freistellung des Klägers nach der sehr langen Anstellungsdauer (21 Jahre) und angesichts seines Alters für ihn eine geradezu existenzbedrohende
Situation eingetreten sei (S. 19
unten).
An diesen Vorbringen hielt der Kläger – mit zusätzlichen Ausführungen zu einer fraglichen Lohnfortzahlung bis September 2012 (vgl. Urk.
15 S.
5 f. und S.
12 f.) sowie zu den Modalitäten der Wiederaufnahme einer neuen Tätigkeit (S. 3 und S. 9) – mit Replik vom 16. Juni 2014
(
Urk. 15) fest.
2.2
Die Beklagte
erachtete das Gutachten von
Dr.
Z._
dagegen als
beweis
tauglich
.
Sie stellte fest, das
Gutachten komme zum Schluss, dass mit dem Datum
der psychiatrischen Exploration eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in der
bis
herigen oder einer vergleichbaren Tätigkeit
bestanden habe
(
Urk.
9 S.
4
Ziff.
6).
Das Arbeitsverhältnis zwischen dem Kläger un
d
seinem Arbeitgeber
s
ei
definiti
v per 3
0.
September 2012 beendet gewesen
. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er die
voll
ständigen Lohnzahlungen erhalten. Die Taggeldleistungen seien an d
en Ar
beit
geber gegangen (
S. 5
Ziff.
9).
Weiter fragte sich die Beklagte, w
enn die depressive Episode im Winter/Frühling
2013 zunehmend abgeklungen sei, weshalb im Gutachten von med.
pract
.
C._
/
Dr.
D._
trotzdem durchgehend bis zum
neuen
Stellenantritt
des Klägers
per
1.
April 2013 unein
geschränkt eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
festgehalten
worden sei
(
S. 10
Ziff.
16).
Mit Duplik vom 20. August 2014 hielt die Beklagte im Wesentlichen an ihren Vorbringen fest (Urk. 21).
3.
3.1
Zwischen den Parteien sind Ansprüche aus einer Kollektivtaggeldversicherung strittig. Die Beklagte richtete dem Kläger unter Berücksichtigung einer 3
0-
tägi
gen Wartefrist ab dem 9. März 2012
Krankentaggel
der
aus (Urk. 10/1, Urk. 10/3).
Zu prüfen bleibt, ob der Kläger auch nach der Einstellung der Leistun
gen durch die Beklagte ab dem 25. Mai 2012 einen Anspruch auf
Krankentag
gelder
hat. Strittig ist dabei insbesondere, ob die Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen eingeschränkt war.
3.2
Art. B2 Abs. 1 der Kundeninformationen und Allgemeinen Bedingungen zur Kollek
tiv-Krankentaggeldversicherung, Ausgabe 2007 (AVB), sieht unter dem Titel „vorübergehende Erwerbsunfähigkeit (Taggeld)“ vor: „Eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge einer Krank
heit mindestens zu 25 % ausserstande ist, ihre berufliche Tätigkeit im ver
sicher
ten Betrieb auszuüben“ (Urk. 10/2 S. 7).
4
.
4
.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
gab in einem
Be
richt vom 2
7.
März 2012 (
Urk.
10/M5) an, der
Kläger sei seit dem 2
1.
Februar
/
8.
März 2012 bei ihm in Behandlung (
Ziff.
1). Als Diagnose nannte er eine Überlastungssituation mit reaktiver Depression und Entwicklung eines Magen
geschwürs mit positivem
Helicobacter
-Befall (
Ziff.
2).
Das Leiden sei erstmals zu Beginn 2012 aufgetreten (
Ziff.
3). Ab dem
9.
März 2012 habe für mehrere Wochen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (
Ziff.
7).
4
.2
Med.
prac
t
.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
i
m Bericht
vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
10/M7) aus
, die Überweisung durch den Haus
arzt
an ihn
sei am 1
6.
April 2012 erfolgt (
Ziff.
1). Als Diagnosen nannte
er
eine Anpas
sungsstörung sowie gelegentlich
Ohnmachtsgefühle und
Agre
ssion
. Des Weiteren bestehe ein schweres Magengeschwür (
Ziff.
2). Seit dem
9.
März 2012 bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
7). Der Psychiater
bemerkte zudem
, es bestehe eine Mobbingsituation am Arbeitsplatz (
Ziff.
12).
4
.
3
Die Beklagte veranlasste
daraufhin
eine
bidiszip
l
inäre
Begutachtung des Klägers
durch die Ärz
te der
A._
.
Das internistische Gutachten vom
8.
Juni 2012 (
Urk.
10/M9) ist von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, und Prof. med.
B._
,
A._
,
unterzeichnet (S. 10). Die
Abklärung
ergab, dass aus somatischer Sicht für den angestammten Beruf des Klägers als
Versiche
rungs
- und Vorsorgeberater eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
besteht
. Ebenso be
stehen keine Einschränkungen für andere beziehungsweise vergleich
bare Tätig
keiten
(S. 8
Ziff.
5).
Die Einschätzung, wonach nach dem 24. Mai 2012 aus somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestand, wird weder durch weitere medizinische Be
richte in Frage gestellt noch von den Parteien bestritten, weshalb darauf abzu
stellen ist.
4
.4
Das psychiatrische Gutachten vom
8.
Juni 2012 (
Urk.
10/M8) ist von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof.
B._
unterzeichnet (S.
13).
Es beruht auf der
Untersuchung des Klägers
vom 2
4.
Mai 2012 und den
den
Gutachtern
zur Verfügung gestellten Akten (S. 1).
Dr.
Z._
führte unter den
Vorakten
den
Bericht von
Dr.
E._
vom 2
7.
Mär
z 2012 auf (S. 7
Ziff.
2).
Der Gutachter
führte aus, bei ausreichender af
fektiver Schwingungsfähigkeit zeige sich eine allenfalls subdepressive, jedoch nicht de
pressi
ve oder suizidale Stimmungslage. Bei der Besprechung der
Ar
beits
situa
tion
werde eine
ausgeprägte Kränkung beschrieben
(S. 8
Ziff.
3 unten).
Dr.
Z._
nannte als Diagnose eine leichte depressive Episode (S. 9
Ziff.
4).
Weiter führte er aus, am
Explorationstag hätten lediglich folgen
de zwei Symp
tome bestanden, und
nur in geringer Ausprägung: eine subdepressive
Stim
mungs
lage
sowie ein etwas verminderter Antrieb (S.
10 Mitte). Beim Kläger liessen sich Schlafstörungen und eine Gewichtsabnahme erheben, so dass eine
leichte depressive Episode zu diagnostizieren sei. Seitens des behandelnden Arztes
sei auch keine antidepressive Medikation verordnet worden. Eine gra
vierende depressive Störung werde also nicht erkannt. Die Entwicklung der de
pressiven Symptomatik könne im Kontext des beruflichen Konflikts diskutiert werden. Offensichtlich sei es zur Freistellung gekommen. Der Kläger bewerbe sich um einen anderen Arbeitsplatz.
Aus Sicht
des Gutachters
sei der Kläger per sofort in der Lage, mit einer Arbeits
fähigkeit von 100
%
in der bisherigen oder jedweden vergleichbaren Tätigkeit zu arbeiten. Soweit keine Rückabwicklung der bereits erfolgten Freistellung er
reichbar sei, kämen vergleichbare Arbeiten per sofort mit einer Arbeitsfähigkeit
von 100
%
in Betracht. Hinweise für eine gravierende depressive Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien weder anamnestisch noch im klinischen Befund evident (S. 11
Ziff.
5).
Unter Berücksichtigung des gesamten Arbeitsmarktes gelte per sofort eine Ar
beitsfähigkeit von 100
%
(S.
13
Ziff.
9).
Es werde
die Fortführung der ambu
lan
ten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
empfohlen
. Die Behand
lung mi
t einem Antidepressivum sei derzeit nicht erforderlich
(S. 13
Ziff.
10).
4
.5
Med.
pract
.
F._
nahm am
5.
Juli 2012
(
Urk.
10/M10)
zum Gutachten vo
n
Dr.
Z._
Stellung
. Med.
pract
.
F._
erklärte, er teile die Beurteilung im Gutachten von
Dr.
Z._
nicht. Gemäss seiner Beurteilung sei der Patient
weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig, nicht zuletzt deshalb, weil unter den gege
b
e
nen Umständen ein Rezidiv seines in Abheilung befindlichen Magenge
schwürs unbedingt vermieden werden müsse.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne keinesfalls durch einen Arzt erfol
gen
, der den Patienten knapp eineinhalb Stunden gesehen habe. Ein solcher Bericht entspreche möglicherweise nicht der Realität, da es sich um ein sehr kurzes Momentbild handle. Der Patient sei zurzeit gar nicht in der Lage, seine Situation
anzugehen. Seines Erachtens betrage die Arbeitsunfähigkeit weiterhin 100
%
und
könne nicht einfach „weg berichtet werden“ (S. 1 f.).
Med.
pract
.
F._
nannte als psychiatrische Diagnose eine Anpass
ungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen. Möglicherweise zeich
ne
sich auch eine längere depressive Reaktion ab (S. 1
; vgl. auch Urk. 6/M13
).
4
.6
Dr.
Z._
,
Dr.
G._
und Prof.
B._
hielten daraufhin in einem Schrei
ben vom 1
0.
Juli 2012 (
Urk.
10/M12) fest, med.
pract
.
F._
berichte keinen aktu
ellen Befund, der eine gravierende Depressivität belege
. Auch sei im Rah
men der Begutachtung nicht ersichtlich gewesen, dass
von Seiten von
med.
pract
.
F._
eine leitlinien-gerechte antidepressive Medikation erfolgt sei, was sicher
lich notwendig wäre
, wenn der behandelnde Arzt ein
die Arbeitsfähigkeit erheb
lich minderndes depressives Syndrom diagnostiziert hätte (S. 1).
4
.7
Med.
pract
.
C._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatteten am
7.
Dezember 2012
(
Urk.
10/M14)
ein
psychiatrisches Privatgutachten
, das von
Dr.
D._
visiert
wurde
(S.
25)
.
Die
Untersuchungen
des Klägers fanden
a
m 3., 2
4.
Oktober und
am
7.
November 2012
statt
(S. 1).
Die Gutachter
hielten fest, der Kläger habe angegeben, dass die ersten 17 Jahre
als Angestellter
bei der Beklagten gut verlaufen seien. Vor drei Jahren sei die Stimmung nach einem Chef-Wechsel umgeschlagen. Der jetzige Chef wer
de als
„militärisch, autoritär,
diktatorisch handelnder Mensch“ beschrieben
, der es nich
t möge, wenn jemand seine eigene Meinung sage
(S. 10).
Seit April 2012 bestünden Ein- und Durchschlafstörungen sowie nächtliche Schweiss
ausbrüche (S. 11 oben).
Bei der
erfolgte
n
Kündigung mit sofortiger Freistellung
handle es sich
unbe
stritte
nermassen
um
eine schwere psychosoziale Belastung, jedoch nicht von einem traumatischen Ausmass wie Krieg, Folter oder Vergewaltigung (S. 20 f.).
Die von med.
pract
.
F._
gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung sei nach
vollziehbar, da das klinische Bild auch von Gefühlen von Sorgen, Anspan
nung und Ärger geprägt sei und durch eine ausserordentliche Belastung ausge
löst worden sei
. Die Kriterien für eine mittelgradig depressive Episode seien er
füllt
. Dies werde auch durch die psychometrischen Tests bestätigt
(S.
21). Anam
nes
tisch sei zu vermuten, dass sich schon vor Beginn einer depressiven Störung schleichend ein Erschöpfungssyndrom entwickelt habe, welches vom Kläger je
doch nicht
habe akzeptiert werden können
und sich in Somatisierun
gen sowie Reizbarkeit geäussert habe.
Med.
pract
.
C._
und
Dr.
D._
stellten zusammenfassend folgende Diag
no
sen: mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom nach plötzli
chem
Verlust des Arbeitsplatzes nach Kündigung mit sofortiger Freistellung und Ver
dacht auf Zustand nach Erschöpfungssyndrom seit Herbst 2010 (S.
22 oben).
Durch
das Zusammenspiel von Arbeitgeber und Krankentaggeldversicherung, wel
che in diesem Fall identisch seien, sei es zu einer zweistufigen Zurück
setzung
des Klägers
a
ls Arbeitnehmer und Versichertem
gekommen
. Erst sei die Kündigung mit sofortiger Freistellung erfolgt, später seien die Kranke
ntaggelder
gestoppt und mithin die
Erkrankung
des Klägers
aberkannt worden
. Die anhal
ten
de Depressivität werde durch die zweite Zurücksetzung mitunterhalten
(S. 23).
Der Kläger
habe in seiner Tätigkeit als Aussendienst-Mitarbeiter häufig Kon
takte zu Kunden und müsse Schreibarbeiten im Büro beziehungsweise am Com
puter erledigen. Die Arbeitszeit sei von halb acht Uhr morgens bis zirka 17 be
ziehungsweise bis 22 Uhr abends (3 - 4 mal wöchentlich). Aufgrund der de
pressiven Störung sei er funktionell schwer eingeschränkt in
der Flexibilität,
der
Umstellungsfähigkeit, in der Selbstbehauptungsfähigkeit und in der Kontaktfä
higkeit zu Dritten. Weiter sei er mittelgradig eingeschränkt in der Anwendung fachlicher Kompetenzen, in der Entscheidungsfähigkeit, in der
Durchhaltefähig
keit
, in der Gruppenfähigkeit und in familiären beziehungsweise intimen Bezie
hungen. Seit Beginn der Erkrankung und aktuell sei er nicht in der Lage, am Abend kurzfristig Kundentermine wahrzunehmen. Aus diesen Darstellungen gehe hervor, dass der Kläger in der Funktion als Versicherungs- und
Vorsorge
berater
bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Nach vollständigem Ab
klingen der depressiven Symptomatik sei prognostisch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
zu erwarten. Eine depressive Episode dauere in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Es habe sich bewährt, den Wiedereinstieg in die
Arbeitstä
tigkeit
schrittweise zu gestalten (
S. 24).
4
.8
Dr.
Z._
,
Dr.
G._
und Prof.
B._
nahmen am 3
1.
Dezember 2012 (
Urk.
10/M19) zum Gutachten von med.
pract
.
C._
und
Dr.
D._
Stellung.
Sie
stellten fest
,
das von
Dr.
D._
verwendete Kürzel „
Vis
“ werde in der kli
ni
schen Praxis meist dann verwendet, wenn der so Unterzeichnende den Pa
tien
ten selber nicht gesehen/untersucht habe und nur den Text geprüft habe. Soweit dies auch hier zutreffe, wäre der Kläger nicht von einer Fachärztin für Psy
chiatrie, sondern von einer sich vielleicht in Facharztausbildung befinden
den Ärztin untersucht worden.
Das von med.
pract
.
C._
gezeichnete Gut
achten würde nur dann den üblichen formalen Regularien genügen, wenn
Dr.
D._
bestätigen könne, dass auch er selber den Kläger im Sinne eines AMDP-kon
formen Befundes exploriert und eine eigene Anamnese erhoben und beides dokumentiert habe
(S. 2)
.
Die von med.
pract
.
C._
und
Dr.
D._
gestellte Diagnose einer mittelgra
digen depressiven Episode stehe nicht im Einklang mit dem im Rahmen ihrer Begutachtung fachärztlich erhobenen psychiatrischen Befund, der die Kriterien einer leichtgradigen depressiven Episode erfülle, darüber hinaus jedoch keine
wei
teren wesentlichen Störungshinweise ergeben habe. Die seitens
von
med.
pract
.
C._
/
Dr.
D._
erfolgte Überlegung eines assoziierten
somatischen Syndroms sei besten
falls spekulativ und ohne Einfluss auf die Bewertung des hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit relevanten Schweregrades der psychischen Stö
rung. Auch die angestellten psychodynamischen Deutungsversuche seien speku
lativ und nebensächlich. Diese seien wiederum ohne Einfluss auf den hier wesentlichen Schweregrad einer zu belegenden psychischen Störung (S. 2 f.).
Auf der von med.
pract
.
C._
/
Dr.
D._
postulierten psychodynamischen Ebene stehe das von ihnen entworfene Bild eines biografisch
geb
rochenen, sich
bislang mit knapper Not durchs Leben schleppenden Mannes in grobem Wi
der
spruch zu der vielmehr weitgehend unauffälligen und erfolgreichen
V
ita des Klä
gers.
Auch hinsichtlich der postulierten Kränkung und Herabwürdigung am Arbeitsplatz fehle es med.
pract
.
C._
/
Dr.
D._
offensichtlich an der not
wendigen kritischen Distanz.
Der Arbeitgeber des Klägers sei
nicht als Men
schen
schinder bekannt, beschäftige Tausende von Mitarbeitern und sei ein an
geseh
ener, seriöser Marktteilnehmer. Konflikte am Arbeitsplatz hätten regelhaft eher „zwei Seiten“ (S. 3).
Gänzlich abwegig sei die Behauptung
der Gutachter
, dass der Kläger durch
die
versicherungsseitige Aberkennung seiner Krankheit zusätzlich gekränkt und be
einträchtigt worden sei. Richtig sei, dass eine depressive Störung attestiert wor
den sei, die jedoch hinsichtlich ihres Ausmasses nicht ausreiche, um eine Ar
beits
unfähigkeit zu begründen. Dass die erwähnten Gutachter nicht in der Lage oder bereit seien, diesen wesentlichen Unterschied zu berücksichtigen, spreche nicht für eine unvoreingenommene und ausreichend kritische Bewertung (S.
4). Die Suggestion
von Seiten von
med.
pract
.
C._
/
Dr.
D._
eine zwei- oder drei
malige Exploration sei einer einmaligen Untersuchung überlegen und not
wen
dig, sei in der generellen Diktion nicht durch evidenz-basierte Daten belegt und nicht haltbar. Im Falle des Klägers sei dies auch deshalb abwegig, weil die psy
chiatrische Sachlage durchaus nicht komplex und mit einer einmaligen Un
ter
suchung durch einen Facharzt gut zu beurteilen gewesen sei (S. 4 unten).
Hinweise für eine klinische Verschlechterung ergäben sich nicht. Die abwei
chen
den Bewertungen von med.
pract
.
C._
/
Dr.
D._
beruhten auf man
gel
haft begründeten Interpretationen (S. 5 unten).
5
.
5
.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157
E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl.
1994, S.
24 f.).
5.2
Die Anforderungen an die Unbefangenheit eines medizinischen Sachverständi
gen
ergeben sich aus dem Anspruch auf ein faires Verfahren gemäss
Art.
29
Abs.
1
der Bundesverfassung und
Art.
6
Ziff.
1 der Europäischen
Menschen
rechts
kon
ven
tion
(Urteil des Bundesgerichts 6B_299/2007 vom 1
1.
Oktober 2007, E. 5.1.1).
Nach der Rechtsprechung ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorlie
gen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ab
lehnung nicht nach
gewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tat
sächlich befangen ist. Es
genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu be
gründen vermögen. Bei der Beur
teilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, wel
che den Arztgutachten im
Sozial
ver
sicherungsrecht
zukommt, ist an die Unpar
teilichkeit des Gutachters ein strenge
r Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1).
Deshalb ist ein triftiger Grund auch etwa gegeben, wenn es dem Gutachter an der im konkreten Fall erforderlichen Kompetenz fehlt oder er aus persönlichen Gründen nicht als geeignet erscheint (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Aufl., Zürich 2009,
Rz
18 zu
Art.
44 ATSG).
5.3
Dr.
Z._
kam im Gutachten vom
8.
Juni 2012 zum Ergebnis, dass bei einer leichten depressiven Episode
ab dem
Zeitpunkt der Exploration
vo
m 2
4.
Mai 2012
für die angestammte
Tätigkeit
wie auch
für eine
Verweistätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestand
(E.
4.4).
Nach dem
Privatgutachten von
med.
pract
.
C._
und
Dr.
D._
vom
7.
Dezember 2012
bestand dagegen
wei
ter
hin eine volle Arbeitsunfähigkeit
(E.
4.7).
Ebenso bestätigte
der behan
deln
de Psychiater
,
med.
pract
.
F._
,
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(E. 4.5).
5.4
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird für eine
Gutachtertätig
keit
eine Fachausbildung verlangt, die auch im Ausland erworben werden kann
(BGE 137 V 210 E.
3.3.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2008 vom 1
2.
August
2008, E.
3.3).
Dem
Medizinalberuferegister
(www.
m
edre
gom.admin.ch) ist zu ent
nehmen, dass
Dr.
Z._
über einen in Deutschland erworbenen
Fach
arzt
titel
in Psychiatrie und Psychotherapie verfügt, der
in der Schweiz aner
kannt wurde
.
Weiter gilt er als 90-Tage-Dienstleister.
Dies genügt
f
ür die Tätig
keit als Gutachter.
Dr.
Z._
führte
im Gutachten
einzig
den Bericht von
Dr.
E._
vom 2
7.
Mär
z 2012 auf (E. 4.4). Dass
der
Bericht von med.
pract
.
F._
vom 1
5.
Mai 2012
im Gutachten nicht
aufgeführt wurde
, schadet
nicht, nachdem das Schrei
ben von med.
pract
.
F._
vom
5.
Juli 2012 den Gutachtern der
A._
zugestellt
worden war
,
sie dazu
am 1
0.
Juli 2012 Stellung
nehmen konnten
(E.
4.6)
und von
ihrer Einschätzung nicht abwichen
.
D
i
e blosse
Vermutung des Klägers, wonach
Dr.
Z._
durch Prof.
B._
substituiert worden sei
, was der Kläger
aus dem Umstand schlussfolgert
, dass
Dr.
Z._
nicht im Briefkopf
der
A._
aufgeführt
ist
(
Urk.
1 S.
15 oben),
lässt sich nicht bestätigen.
Es
ist davon auszugehen, dass
Dr.
Z._
das
psychi
atrische
Gutachten verfasst hat.
Auch die weiteren Vorbringen
des
Klä
gers
sind nicht geeignet, Zweifel an der Qualität des Gutachtens
von
Dr.
Z._
zu be
gründen.
So kann die
angenommene Dauer der Begutach
tung von rund 75 Mi
n
uten mit
einer einmaligen
Exploration
nicht gegen
den
Be
wei
s
wert
des
Gut
achten
s
angeführt werden.
Eine Begutachtung von rund 75 Minu
ten erwei
st sich nicht per se als unzureichend
.
Dr.
Z._
,
Dr.
G._
und Prof.
Dr.
B._
äusserten sich in der Stellungnahme vom 3
1.
Dezember 2012 in
eben
diesem Sinne (E. 4.8 hiervor).
Anhaltspunkte dafür, dass es
Dr.
Z._
an der erfor
derlichen Kompetenz
für die Erstellung eines Gutachtens
gefehlt hätte
,
liegen nicht vor.
Das Gutachten erweist sich
sodann
auch nicht als unklar oder wi
dersprüchlich.
Vielmehr überzeugt es sowohl betreffend die Diagnose einer leichten depressi
ven
Episode (Urk. 6/M8 S. 9) als auch betreffend die Einschätzung, wonach eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie für vergleichbare Tätig
kei
ten vorliegt (S.
11). Die durch Dr.
Z._
erhobenen Befunde, die Tatsache, dass keine antidepressive Medikation eingenommen wird, sowie das beachtliche Aktivitätsniveau des Klägers (vgl. den Tagesablauf in beiden psychiatrischen
Gut
achten, Urk.
6/M8 S.
6 f. und Urk.
6/M14 S.
13) lassen die Schlussfolge
rung
en
von Dr.
Z._
als nachvollziehbar und plausibel erscheinen. Dass Dr.
Z._
die Behandlung mit einem Antidepressivum nicht als erforderlich erach
tete (Urk.
6/M8 S. 13), stimmt sodann mit den von ihm erhobenen Befunden und der gestellten leichten Diagnose überein. Daran vermögen auch die Ausfüh
rungen von med.
pract
.
C._
und Dr.
D._
zur therapeutischen Wirkung von sportlicher Aktivität (Urk. 6/M14 S. 23) nichts zu ändern. Ausserdem stellt der Umstand, dass der Kläger in der Lage war, zwei Mal kurz hinter einander
(vom 4. bis 11. und vom 17. bis 22. Mai 2012; Urk. 15 S. 3) eine Ferienreise nach
Spanien zu unternehmen und durchzustehen, ein deutlicher Hinweis auf eine
lediglich leichte depressive Erkrankung dar, mussten hierfür doch Vorberei
tung
e
n
getroffen, jeweils eine mehrstündige Reise absolviert und Situationen fernab von
zu Hause gemeistert werden. Dabei kann offen bleiben, ob die Reise auf An
raten des Arztes erfolgte, da die erfolgreich durchgeführten Reisen an sich auf ein nicht wesentlich eingeschränktes Aktivitätsniveau schliessen lassen, was mit der von Dr.
Z._
attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit übereinstimmt.
Hingegen bestehen Vorbehalte
am
von
med.
pract
.
C._
und
Dr.
D._
ver
fassten Privatgutachten vom
7.
Dezember 201
2.
Die Gutachter der
A._
wiesen darauf hin, dass
Dr.
D._
das Gutachten lediglich visiert hat.
Das Gut
achten
wurde offensichtlich von med.
pract
.
C._
verfasst.
Gemäss dem
Me
dizinalberufe
register
verfügt
sie
erst seit 2013 über einen Facharzttitel in Psy
chiatrie und
Psychotherapie, während sie ihre Facharztausbildung zum Zeit
punk
t der Begutachtung
des Klägers
noch nicht abgeschlossen hatte.
Die Gutachter der
A._
wandten sich
in der Stellungnahme vom 3
1.
Dezember 2012
d
e
nn
auch gegen
die
wenig
überzeugende
These vom med.
pract
.
C._
und
Dr.
D._
, wonach es durch die Einstellung der
Kran
kentaggelder
zu einer
zwei
t
en (
zweistufigen
)
Zurücksetzung des Klägers durch die Beklagte gekommen sei.
Hinsichtlich der Berichte von med.
pract
.
F._
ist darauf hinzuweisen, dass
dieser die von ihm gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung und einer Ar
beits
unfähigkeit von 100
%
nicht ausreichend begründete.
Gegen die von med.
pract
.
F._
attestierte vollständige Arbeit
sunfähigkeit spricht auch das Fehlen einer antidepressiven Behandlung (
Urk.
10/M8 S. 5
Ziff.
1.3).
5.5
Zusammenfassend
ist
der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt
zu erachten
, dass sowohl aus somatischer (vgl. Ziff. 4.3) wie auch aus psychia
tri
scher Sicht
gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom
8.
Juni 2012
in der angestammten wie auch in einer Verweistätigkeit
ab dem 2
4.
Mai 2012
e
ine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestand.
Angesichts der Würdigung der medizinischen Akten und der geschilderten Um
stände ist von der Veranlassung eines Obergutachtens (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1 oben)
abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung, BGE
122 V 157 E.
1d
), da
nicht er
sicht
lich ist, inwiefern die vom Kläger geforderte Anordnung eines Gutachtens
neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern
könnte
.
Nach dem Gesagten liegt
für den eingeklagten Zeitraum vom 2
4.
Mai 2012 bis
3
1.
März 2013 keine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
des Klägers
vor. Die Klag
e ist daher
vollumfänglich
abzuweisen.
6.
6.1
Gemäss
Art.
114 lit. e ZPO ist das Verfahren kostenlos.
6.2
6.2.1
Nach der zu
alt
Art
.
47
Abs.
3 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) ergan
genen, weiterhin gültigen höchstrichterlichen Rechtsprechung hat der obsie
gende
Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen
externen Anwalt vertreten ist (Urteil
e
des Bundesgerichts 4A_194/2010 vom
1
7.
November 2010, E.
2.2.1,
und
5C.244/2000 vom
9.
Januar 2001, E.
5 mit Hin
weisen).
Nachdem die obsiegende Beklagte durch einen externen Anwalt vertreten ist, steht ihr eine Parteientschädigung zu.
6.2.2
Die Kantone sind zuständig, die Tarife für die Prozesskosten festzusetzen (
Art.
96
ZPO). Das zürcherische Ausführungsgesetz zur ZPO, das GOG, enthält keine für
das Sozialversicherungsgericht anwendbare Tarifbestimmung (vgl.
7.
Teil des GOG
). Dasselbe gilt für die Verordnung über die Anwaltsgebühren (LS 215.3). Diese regelt nur die Parteientschädigungen vor den
Schlichtungsbe
hörden
, den Zivilgerichten und den Strafbehörden. Die Bemessung der
Partei
entschädigung
richtet sich somit nach
§
34 GSVGer sowie den §
§
1, 5 und 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozial
versiche
rungs
gericht
(
GebV
SVGer
). Gemäss
§
34
Abs.
1 GSVGer ist die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsa
che, der Schwie
rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen.
Die Beklagte hat den Antrag auf Zusprechung einer Parteientschädigung zu Las
ten des Klägers gestellt
(Urk. 9 S. 2)
und ist anwaltlich vertreten. Aufgrund der genann
ten Kriterien erscheint eine ermessensweise auf
Fr.
2‘9
00
.
--
festzu
setzende Ent
schädigung (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als gerecht
f
ertigt.