# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a8d30ef-c79c-4cdc-987c-b16fd061a229
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._ und B._ haben am _ 2006 geheiratet. Aus dieser Ehe ist der gemeinsame Sohn Y._, geboren am _ 2007, hervorgegangen.
B. Aufgrund des Vergleichs vom 24. Juli 2008 konnte das Eheschutzverfahren zwischen A._ und B._ durch das Bezirksgerichtspräsidium Inn am 31. Juli 2008 abgeschrieben werden. Es wurde vereinbart, dass der aus der Ehe hervorgegangene Sohn Y._ unter die Obhut der Ehefrau gestellt wird. Dem Vater wurde ein Besuchsrecht eingeräumt, wonach er seinen Sohn bis Ende Juli 2010 an zwei Wochenendtagen pro Monat, jeweils vier Stunden, in Begleitung eines Beistandes/einer Beiständin oder einer von diesem/dieser beauftragten Drittperson besuchen durfte.
C. Mit Beschluss vom 14. August 2008 wurde durch die Vormundschaftsbehörde des Kreises Suot Tasna eine Beistandschaft gemäss Art. 308 ZGB über Y._ errichtet. Die Beistandschaft wurde am 28. Mai 2009 durch die Vormundschaftsbehörde des Kreises Fünf Dörfer übernommen.
D. Die Ehe zwischen A._ und B._ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 2. Februar 2012 gestützt auf Art. 111 ZGB geschieden. Die Eheleute hatten eine umfassende Scheidungskonvention abgeschlossen, welche vom Gericht genehmigt und zum Urteil erhoben wurde. Darin wurde unter anderem vereinbart, dass der gemeinsame Sohn Y._ unter die Obhut und alleinige elterliche Sorge der Mutter gestellt wird. Die Beistandschaft wurde gerichtlich bestätigt.
E. Aus dem Rechenschaftsbericht der Berufsbeistandschaft Landquart vom 18. Juni 2014 geht hervor, dass Y._ zusammen mit seiner 3-jährigen Halbschwester, seiner Mutter und deren Partner zusammenwohnte, die Wochenenden jedoch häufig bei seiner Grossmutter X._ im O.1_ verbrachte. Y._ hat die Diagnose einer beinbetonten spastischen Cerebralparese sowie einen deutlichen Entwicklungsrückstand und besuchte deswegen die externe Sonderschulung im Schulheim O.2_. Das Ziel der Aufgleisung der begleiteten Besuchskontakte zum Vater konnte nicht erreicht werden.
F. Im Erstgespräch vom 5. Juni 2018 der KESB Nordbünden mit der Kindsmutter beschrieb sie die familiäre und wirtschaftliche Situation ausführlich und äusserte den Wunsch, in den Kanton K.3_ umzuziehen. Der Verbleib von Y._ sei noch unklar, würde jedoch auf seine Bedürfnisse ausgerichtet. Im
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Gespräch vom 25. Juni 2018 teilte die Kindsmutter mit, dass Y._ definitiv in der Heilpädagogischen Sonderschule O.4_ in O.5_ angemeldet sei, wobei er unter der Woche bei der Grossmutter schlafen und am Wochenende zu ihr kommen werde.
G. Die Berufsbeistandschaft Landquart beantragte in ihrem Bericht vom 18. September 2018 eine Übertragung der Massnahme an die KESB Bezirk Weinfelden.
H. Der Zwischenbericht der Berufsbeistandschaft Landquart vom 25. Oktober 2018 beschreibt Konflikte zwischen Grossmutter und Mutter von Y._. Y._ habe den Wunsch geäussert, weiter bei der Grossmutter zu leben und die Schule in O.5_ besuchen zu dürfen und verweigere den Kontakt zu seiner Mutter. Die Beiständin beantragte aufgrund dieses Verlaufs die Überprüfung des Aufenthaltsbestimmungsrechts sowie die Regelung des erforderlichen Pflegeverhältnisses. Die KESB Nordbünden eröffnete daraufhin ein Abklärungsverfahren. Das Gespräch der KESB Nordbünden mit der Grossmutter vom 3. Dezember 2018 bestätigte die Kontaktverweigerung von Y._ in Bezug auf seine Mutter. Die Grossmutter führte weiter aus, dass auch sie keinen Kontakt zu ihrer Tochter wünsche und ihre finanziellen Verhältnisse knapp seien, da ihr die Kindsmutter nichts für Y._ bezahle. Im Gespräch der KESB Nordbünden mit der Kindsmutter vom 11. Dezember 2018 beschreibt auch diese einen grösseren Konflikt mit ihrer Mutter. Seit den Herbstferien seien die Besuche von Y._ ausgeblieben. Gemäss Information der KESB hat die Grossmutter beim kantonalen Sozialamt eine Pflegeplatzbewilligung beantragt. Im Gespräch vom 3. Januar 2019 mit der KESB äusserte die Kindsmutter ihren Unmut über die Grossmutter betreffend Y._, da sie über nichts informiert sei und ohne sie entschieden werde. Daher prüfe sie eine Rücknahme ihres Sohns. Y._ lehnte im Gespräch mit der KESB vom 17. Januar 2019 einen Besuch der Kindsmutter im O.3_ ab, willigte jedoch in einen Besuch von ihr im O.1_ ein. Im gleichentags durch die KESB Nordbünden geführten Gespräch mit der Grossmutter erinnerte diese daran, dass die Interessen von Y._ im Zentrum stehen müssten. Sie wolle Y._ im O.1_ behalten, gegen Besuche der Kindsmutter im O.1_ habe sie nichts einzuwenden. Die Kindsmutter sei in den letzten Jahren jedoch oft unzuverlässig gewesen.
I. Der für am 5. Februar 2019 vorgesehene Besuch der Kindsmutter bei Y._ wurde durch die Grossmutter aufgrund einer Grippeerkrankung von Y._ abgesagt. Die Kindsmutter brachte die Vermutung vor, dass die Grossmutter den Kontakt zu Y._ verhindern möchte. Im Gespräch vom 14.
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Februar 2019 äusserte sie wiederum den Wunsch, Kontakt mit Y._ herzustellen. Sie stellte die Überlegung an, Y._ in ein Internat zu verlegen, um seine bestmögliche Entwicklung zu gewährleisten (vgl. Akten KESB act. 128).
J. Am 18. Februar 2019 stellte MLaw Peter Schumacher als Vertreter der Grossmutter per E-Mail ein Gesuch um vollständige Akteneinsicht gestützt auf Art. 449b Abs.1 ZGB.
K. Am 19. Februar 2019 wurde Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen durch die KESB Nordbünden als Verfahrensbeistandschaft für die Vertretung von Y._ im Verfahren betreffend Kindesschutzmassnahme / Behördliche Unterbringung eingesetzt.
L. Mit Schreiben vom 7. März 2019 lehnte die KESB Nordbünden das Gesuch um volle Akteneinsicht ab und gewährte lediglich Einsicht in die Unterlagen, welche die Grossmutter direkt betreffen. Dazu nahm MLaw Peter Schumacher mit Schreiben vom 12. März 2019 Stellung und verlangte volle Akteneinsicht.
M. In der verfahrensleitenden Verfügung vom 22. März 2019, mitgeteilt am 25. März 2019, lehnte die KESB Nordbünden den Antrag von MLaw Peter Schumacher, X._ (Grossmutter) im Verfahren betreffend Anpassung der bestehenden Massnahmen für Y._ Einsicht in sämtliche Originalakten zu gewähren, ab.
N. Gegen diese Verfügung der KESB Nordbünden vom 22. März 2019 liess X._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG David Brassel, mit Eingabe vom 5. April 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden Anträgen erheben:
1. Die verfahrensleitende Verfügung der KESB Nordbünden vom 25. März 2019 im Verfahren betreffend Anpassung der bestehenden Massnahme für Y._ (recte: Y._) geb. _ 2007, sei aufzuheben.
2. Der Beschwerdeführerin sei Einsicht in die Verfahrensakten zu gewähren.
3. Eventualiter sei die Verfügung zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Subeventualiter sei der Beschwerdeführerin unter Anordnung der erforderlichen Massnahmen (z.B. Schwärzungen) Einsicht in die Verfahrensakten zu gewähren.
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5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz bzw. Beschwerdegegnerin.
Formeller Antrag:
6. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sei die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden unverzüglich zu verpflichten, für die Dauer des vorliegenden Beschwerdeverfahrens keinen Beschluss betreffend die elterliche Sorge über Y._, geb. 07.12.2007, namentlich über den Teilbereich "Obhutsrecht" zu erlassen.
O. Die Kindesvertreterin Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 15. April 2019 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
P. Mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2019 beantragte die KESB Nordbünden (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) das Folgende:
1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden kann.
2. Der Antrag auf Erlass einer vorsorglichen Massnahme sei abzulehnen, sofern darauf eingetreten werden kann.
3. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verlegen.
Q. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, in der angefochtenen Verfügung und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen

## Considerations