# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 70821c6a-0eda-4b16-a4d3-9f553efce15f
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 5. Juni 2020; Proz. CG160016
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Es seien die Beklagte 1 und der Beklagte 2 solidarisch zu , der Klägerin den Betrag von CHF 555'607.93 zu , zzgl. Zins zu 5% seit - 2. Februar 2013 auf den Betrag von CHF 5'986.45 (D._ AG) - 18. November 2015 auf den Betrag von CHF 1'308.40 (Rechnung
der E._ GmbH vom 4. November 2015; Sondieröffnungen) - 19. Juni 2013 auf den Betrag von CHF 850.50 (F._ Bau- und
Immobilienberatung) - 31. Januar 2014 auf den Betrag von CHF 3'075.00 (F._ Bau-
und Immobilienberatung) - 31. Januar 2014 auf den Betrag von CHF 1'114.55 (G._
Bauphysik AG) - 15. Oktober 2015 auf den Betrag von CHF 3'454.90 (H._
AG) - 9. März 2016 auf den Betrag von CHF 6'078.65 (H._ AG) - 29. Dezember 2015 auf den Betrag von CHF 6'508.97
(I._AG) - 31. Januar 2014 auf den Betrag von CHF 1'251.45 (X1._ ...
Rechtsanwälte) - 21. Oktober 2014 auf den Betrag von CHF 6'240.55 (X1._ ...
Rechtsanwälte) - 7. April 2014 auf den Betrag von CHF 4'038.00 (X1._ ...
Rechtsanwälte) - 7. Mai 2015 auf den Betrag von CHF 1'768.70 (X1._ ...
Rechtsanwälte) - 27. Oktober 2014 auf den Betrag von CHF 14'371.60 (X1._
... Rechtsanwälte) - 5. Mai 2014 auf den Betrag von CHF 130'517.10 (Verzugszins) - 4. Mai 2016 auf den Betrag von CHF 369'043.11 (Restbetrag).
2. Es sei die Beklagte 1 zusätzlich zu verpflichten, der Klägerin den  von CHF 63'383.62 zu bezahlen, zzgl. Zins zu 5% seit - 8. Februar 2013 auf den Betrag von CHF 1'585.75 (Rechnung der
J._ AG vom 24. September 2012; Heizkörper) - 18. September 2012 auf den Betrag von CHF 46'176.12 (Honorar
B._ Architekten AG)
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- 29. Dezember 2015 auf den Betrag von CHF 247.53 (I._AG) - 4. Mai 2016 auf den Betrag von CHF 3'224.23 (X1._ ...
Rechtsanwälte) - 4. Mai 2016 auf den Betrag von CHF 12'150.00 (div. Mängel).
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. Mehrwertsteuer zu 8% auf der Prozessentschädigung, zu Lasten der Beklagten 1 und des Beklagten 2."
Urteil des Bezirksgerichtes: (act. 215 S. 145 ff.)
1. Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Klägerin
den Betrag von CHF 294'286.– zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit
- 2. Februar 2013 auf den Betrag von CHF 5'986.45 (D._ AG)
- 18. November 2015 auf den Betrag von CHF 1'308.40 (Rechnung der
E._ GmbH vom 4. November 2015; Sondieröffnungen)
- 31. Januar 2014 auf den Betrag von CHF 1'114.55 (G._ Bauphy-
sik AG)
- 15. Oktober 2015 auf den Betrag von CHF 3'454.90 (H._ AG)
- 9. März 2016 auf den Betrag von CHF 6'078.65 (H._ AG)
- 29. Dezember 2015 auf den Betrag von CHF 2'252.20 (I._AG)
- 4. Mai 2016 auf den Betrag von CHF 274'090.85 (Restbetrag).
2. Die Beklagte 1 wird zusätzlich verpflichtet, der Klägerin den Betrag von
CHF 4'104.05 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit
- 8. Februar 2013 auf den Betrag von CHF 585.75 (Rechnung der
J._ AG vom 24. September 2012; Heizkörper)
- 18. September 2012 auf den Betrag von CHF 3'518.30 (Honorar
B._ Architekten AG)
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3. Im darüber hinausgehenden Umfang wird die Klage gegen die Beklagten 1
und 2 abgewiesen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 31'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 15.25 Augenscheinauslagen
CHF 1'620.00 Gutachten K._ (Vergleichsverhandlung)
CHF 12'812.80 Gutachten L._
CHF 1'274.20 Zeugenentschädigungen
CHF 46722.25 Gerichtskosten total.
5. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte – unter solidarischer
Haftung der Beklagten für ihren Anteil – auferlegt.
Sie werden – soweit ausreichend – mit den von den Parteien geleisteten
Kostenvorschüssen von insgesamt CHF 38'500.– verrechnet und im Mehr-
umfang von den Beklagten bezogen.
6. Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Klägerin
die von ihr geleisteten Kostenvorschüsse im Umfang von CHF 11'888.90 zu
ersetzen.
7. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
8. Schriftliche Mitteilung.
9. Rechtsmittelbelehrung.
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Berufungsanträge:
der Klägerin/Berufungsklägerin (act. 212 S. 2 f.):
1a. Es seien die Berufungsbeklagten 1 und 2 unter solidarischer Haftung zu
verpflichten, der Berufungsklägerin zusätzlich (d.h. zusätzlich zum der  mit dem angefochtenen Urteil bereits zugesprochenen Betrag) den Betrag von CHF 70'025.00 zzgl. Zins zu 5% seit 4. Mai 2016 (=  wegen mangelhafter Schallisolation der Böden und Decken sowie  Wärmedämmung des Bodens im Randbereich des ersten ) zu bezahlen.
Demnach sei Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Juni 2020 (Geschäfts-Nr. der Vorinstanz CG160016-G) zu ergänzen und wie folgt neu zu fassen (neuer, durch das Obergericht gemäss dem vorstehenden Rechtsbegehren Nr. 1a zu ergänzender Text von Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids nachstehend in Fettdruck):
,,Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 364'311.00 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit:
- 2. Februar 2013 auf den Betrag von CHF 5'986.45 (D._ AG)
- 18. November 2015 auf den Betrag von CHF 1'308.40 (Rechnung der
E._ GmbH vom 4. November 2015; Sondieröffnungen)
- 31. Januar 2014 auf den Betrag von CHF 1'114.55 (G._ Bauphy-
sik AG)
- 15. Oktober 2015 auf den Betrag von 3'454.90 (H._ AG)
- 9. März 2016 auf den Betrag von CHF 6'078.65 (H._ AG)
- 29. Dezember 2015 auf den Betrag von CHF 2'252.20 (I._AG)
- 4. Mai 2016 auf den Betrag von CHF 344'115.85 (Restbetrag)
1b. Eventualiter sei die Sache zur diesbezüglichen Neubeurteilung ( betreffend mangelhafte Schallisolation der Böden und Decken sowie mangelhafte Wärmedämmung des Bodens im Randbereich des ersten Obergeschosses) an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Es seien die Akten der Vorinstanz beizuziehen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7% MwSt. auf der
Prozessentschädigung, für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren, zu Lasten der Berufungsbeklagten.
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der Beklagten und Berufungsbeklagten (act. 224 S. 2):
1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen;
2. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Kläge-
rin/Berufungsklägerin.
Anträge der Anschlussberufung:
der Beklagten/Berufungsbeklagten/Anschlussberufungskläger (act. 224 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Juni 2020 sei aufzuheben und
die Klage abzuweisen, soweit die Beklagten verpflichtet wurden, der  zu bezahlen:
- Fr. 77'383.40 als Mangelfolgeschaden wegen ungenügender Schalliso-
lation von Böden und Decken sowie dazugehöriger Zins von 5% seit 4. Mai 2016 (E. IX.1 und IX.3);
- Fr. 10'000.– als Mangelfolgeschaden wegen ungenügender Wärme-
dämmung der Böden sowie dazugehöriger Zins von 5% seit 4. Mai 2016 (E. IX.1 und IX.3);
- Fr. 12'900.- für Kosten von Spezialisten sowie dazugehöriger Zins von
5% (E. IX.1 und IX.3);
2. unter Kosten- und Entschädigungsfolge sowohl für das vorinstanzliche als auch das vorliegende Verfahren zulasten der Klägerin/Berufungsklägerin.
der Klägerin/Berufungsklägerin/Anschlussberufungsbeklagten (act. 230 S. 2):
1. Es sei die Anschlussberufung vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt
darauf eingetreten werden kann.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwertsteuer
von 7,7% auf der Prozessentschädigung, zu Lasten der .
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Am 13. Mai 2011 schlossen die Kläge-
rin/Berufungsklägerin/Anschlussberufungsbeklagte (nachfolgend Klägerin) und
der Beklagte 2/Berufungsbeklagte 2/Anschlussberufungskläger 2 (nachfolgend
Beklagter 2) einen "Vertrag für Architekturleistungen" (Architektenvertrag; act.
3/2). Der Beklagte 2 verpflichtete sich darin, den Umbau der Liegenschaft der
Klägerin in M._ zu planen und zu leiten. Das Gebäude wurde in den Jahren
2011 bis 2013 umgebaut und saniert. Die Gesamtkosten beliefen sich gemäss
Schlussrechnung vom 21. August 2013 auf CHF 1'126'075.95 (act. 3/17). Die
Klägerin wirft den Beklagten vor, den Umbau mangelhaft vorgenommen und das
Kostendach von CHF 1 Mio. pflichtwidrig überschritten zu haben.
2. Am 4. Mai 2016 reichte sie beim Bezirksgericht Meilen Klage gegen die bei-
den Beklagten ein und verlangte einen Betrag von CHF 618'991.55 wegen Kos-
tenüberschreitung und zur Behebung von Mängeln (act. 1). Die Vorinstanz führte
zwei Schriftenwechsel, eine Instruktionsverhandlung mit Augenschein in Anwe-
senheit eines Gutachters und mit erfolglos gebliebenen Vergleichsgesprächen
sowie eine separate Hauptverhandlung durch, holte ein Gutachten sowie ein
schriftliches und mündliches Ergänzungsgutachten ein und befragte diverse Zeu-
gen (Prot. Vi S. 3 ff.). Schliesslich erstatteten die Parteien ihre schriftlichen
Schlussvorträge. Mit Urteil vom 5. Juni 2020 hiess die Vorinstanz die Klage teil-
weise gut und verpflichtete die Beklagten solidarisch, der Klägerin CHF 294'286.–
zuzüglich Zinsen von 5% zu bezahlen. Zusätzlich wurde die Beklagte 1 zur Zah-
lung von CHF 4'104.05 verpflichtet. Im weiteren Betrag wurde die Klage abgewie-
sen (act. 209 = act. 214/2 = act. 215, nachfolgend zitiert als act. 215).
3. Dagegen erhob die Klägerin am 13. Juli 2020 Berufung bei der Kammer und
verlangt einen zusätzlichen Betrag von CHF 70'025.– zuzüglich Zins zu 5% seit
4. Mai 2016 als Entschädigung für Mangelfolgeschäden beim Schallschutz der
Böden im 1. und 2. Obergeschoss und der Wärmedämmung des Bodens im 1.
Obergeschoss (act. 212). Nach Eingang des Kostenvorschusses (act. 219 und
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221) wurde den Beklagten Frist zur Berufungsantwort angesetzt (act. 222). Mit ih-
rer Berufungsantwort vom 21. September 2020 erhoben sie Anschlussberufung
(act. 224) und verlangen eine Reduktion der erstinstanzlich zugesprochenen Ent-
schädigung um CHF 100'283.40. Nachdem auch die Beklagten ihren Kostenvor-
schuss bezahlt hatten (act. 225 und 227), wurde der Klägerin mit Verfügung vom
2. Dezember 2020 die Berufungsantwort/Anschlussberufung zugestellt und Frist
zur Beantwortung der Anschlussberufung angesetzt (act. 228). Diese ging bei der
Kammer am 19. Januar 2021 ein (act. 230).
4. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen. Weiterungen erübrigen sich.
Die Sache ist spruchreif. Den Beklagten ist die Anschlussberufungsantwort mit
diesem Entscheid zur Kenntnisnahme zuzustellen.
II.
1. Die Rechtsmittelvoraussetzungen (Art. 311 ZPO) sind erfüllt. Berufung und
Anschlussberufung wurden fristgerecht beim in der Sache zuständigen Oberge-
richt erhoben. Beide enthalten klare Anträge sowie eine Begründung. Die Kosten-
vorschüsse wurden rechtzeitig bezahlt.
2.
2.1 Mit der Berufung können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch
die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl.
Art. 310 ZPO); zu letzterer zählt auch die unrichtige Anwendung des pflichtge-
mässen Ermessens. Die Berufung erhebende Partei trifft eine Begründungslast.
Sie hat substantiiert vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Ent-
scheid unrichtig ist und wie er geändert werden muss. Denn das zweitinstanzliche
Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass bereits eine gerichtliche Beurteilung
des Streits vorliegt. Entsprechend ist es an der Berufung erhebenden Partei, an-
hand der erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen
rechtlichen Schlüsse aufzuzeigen, inwiefern sich die Überlegungen des erstin-
stanzlichen Gerichts nicht aufrecht erhalten lassen (BGer 4A_418/2017 vom 8.
Januar 2018 E. 2.3 und 5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3). Blosse Ver-
weise auf die Vorakten oder Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz
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Vorgetragenen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine hinreichende
Begründung ebenso wenig wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid
bzw. an den erstinstanzlichen Erwägungen (BSK ZPO-KARL SPÜHLER, 3. A. 2017,
Art. 312 N 15; ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. A. 2016, Art. 311 N 36 f.; BGE 138 III
374 ff., E. 4 = Pra 102 [2013] Nr. 4).
2.2 Die Berufungsinstanz kann sämtliche hinreichend substantiierten Mängel in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht frei und uneingeschränkt prüfen (freie bzw.
volle Kognition; vgl. ZR 110 [2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 = Pra 102
[2013] Nr. 4). Die Berufungsinstanz hat den Entscheid einer unabhängigen neuen
Beurteilung zu unterziehen und ist weder an die Argumente der Parteien noch an
die Begründung des vorinstanzlichen Entscheids gebunden, sondern wendet das
Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1). Deshalb
kann die Berufung auch mit einer anderen Argumentation gutgeheissen oder mit
einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abgewie-
sen werden (vgl. BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018 E. 4.1.4; 4A_397/2016
vom 30. November 2016 E. 3.1). Die volle Kognition der Berufungsinstanz bedeu-
tet allerdings nicht, dass die Berufungsinstanz alle sich stellenden Fragen zu un-
tersuchen hat, wenn die Berufung erhebende Partei diese vor der Berufungs-
instanz nicht (mehr) vorträgt. Vielmehr hat sich die Berufungsinstanz – abgesehen
von offensichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der schriftlichen Beru-
fungsbegründung erhobenen Beanstandungen zu beschränken (vgl. BGE 142 III
413 ff., E. 2.2.4; BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; 4A_418/2017
vom 8. Januar 2018, E. 2.3).
2.3 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur noch berücksichtigt werden,
wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht
schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die-
jenige Partei, welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen
will, hat die Novenqualität jedes ihrer Vorbringen darzutun und zu beweisen. Im
Falle unechter Noven hat sie die Gründe detailliert darzulegen, weshalb sie die
Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz vorbringen konnte
(vgl. BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013 E. 3.5.1; OGer ZH LB170050
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vom 22. September 2017 E. II./3 und LB170028 vom 30. November 2017 E.
II./1.2).
3.
3.1 Die Klägerin hatte vor Vorinstanz zur Begründung ihrer Klage vorgebracht,
die Beklagten hätten bei der Sanierung der Böden/Decken anerkannte Regeln der
Baukunde über den Schallschutz sowie die Wärmedämmung verletzt und die
Richtwerte der massgeblichen SIA-Normen nicht eingehalten. Sie hätte der reali-
sierten Bodensanierungsvariante (schwimmende Verlegung einer Dreischichtplat-
te auf der Balkenkonstruktion) nicht zugestimmt, wenn sie gewusst hätte, dass die
Schallisolation nach dem Umbau derart schlecht sei. Die Beklagten hätten sie
nicht über Vor- und Nachteile der gewählten Bodenvariante aufgeklärt, obwohl sie
ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht habe, dass ein möglichst leiser Tritt-
schall wegen den Kindern für sie wichtig sei. Sie habe Anspruch auf mindestens
mittlere Qualität der Schallisolation. Zudem kühle seit dem Umbau der Boden im
1. Obergeschoss im Randbereich stark aus und die anerkannten Regeln der Bau-
kunde für die Wärmedämmung seien verletzt worden (act. 1 Rz 131 ff. und Rz
144 ff.).
3.2 Die Beklagten hatten vor erster Instanz eingewendet, die Klägerin habe we-
gen den höheren Kosten und der Verringerung der Raumhöhe auf einen erhöhten
Schallschutz bei den Böden im 1. und 2. Obergeschoss verzichtet und sich für
einen schwimmend verlegten Holzboden entschieden. Sie hätten die Beklagte
ausführlich über die Möglichkeiten sowie die Vor- und Nachteile der verschiede-
nen Varianten informiert. Eine Abweichung von vereinbarten Eigenschaften bzw.
ein Mangel liege weder beim Schallschutz noch der Wärmedämmung vor. Die
Beklagten seien nicht beauftragt gewesen, eine energetische Sanierung des Ge-
bäudes zu planen (act. 10 Rz 114 ff.).
4.
4.1 Die Vorinstanz erwog zum Schallschutz im Wesentlichen, die Klägerin habe
die zweite Offerte der Zimmerei N._ zur Bodensanierung, welche einen
schwimmend verlegten Boden vorgesehen habe, genehmigt, nicht aber die erste,
welche eine Trittschalldämmung mittels Fermacellplatten umfasst habe. An-
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schliessend prüfte die Vorinstanz, ob nach dem Umbau übermässige Luft- und
Trittschallimmissionen vorlägen (act. 215 S. 83). Als Richtschnur zog sie die Min-
destanforderungen (Umbau) gemäss SIA-Norm 181, Ausgabe 2006, heran und
stützte sich bei der Würdigung auf die Ergebnisse des Beweisverfahrens, nament-
lich das gerichtliche Gutachten vom 4. Mai 2018, das Ergänzungsgutachten vom
28. Februar 2019 sowie die Aussagen der sachverständigen Zeugen O._
und P._. Sie kam zum Schluss, dass beim Luftschall kein Mangel auszu-
machen sei, jedoch beim Trittschallwert die Empfehlungen der SIA-Norm 181
(Stufe 1) nicht erreicht würden (act. 215 S. 85). Die konkrete Verlegeart des Bo-
dens sei gemäss Gutachten unüblich und problematisch, weil die Dreischichtplat-
te nicht starr verschraubt worden sei. Die Vorinstanz sah es aufgrund der Gutach-
ten und der Zeugenbefragungen als erwiesen an, dass die Trittschallqualität in
den Kinderzimmern nach dem Umbau objektiv schlechter sei als zuvor. In der
schlechteren Qualität ortete sie einen Mangel (act. 215 S. 93). Die Klägerin müs-
se die Verschlechterung der Trittschallschutzqualität nicht hinnehmen, weil ihr
dieser Umstand bei der Zustimmung zur zweiten, billigeren Offerte der Zimmerei
N._ nicht habe bewusst sein müssen und die Beklagten sie darüber nicht in-
formiert hätten, obwohl ihnen bekannt gewesen sei, dass der Trittschallschutz ein
Anliegen der Klägerin sei (act. 215 S. 91 und 93). Ebenso hielt es die Vorinstanz
als belegt, dass die Klägerin auf die Sanierung der Böden mittels Verlegung einer
schwimmenden Dreischichtplatte verzichtet hätte, hätte sie von der schlechteren
Trittschallqualität gewusst (act. 215 S. 93).
4.2 Bei der Prüfung der Wärmedämmung in den Randbereichen des Bodens im
1. Obergeschoss zog die Vorinstanz als Richtwerte die Angaben gemäss SIA-
Norm 180 zu Rate. Das Gutachten habe ergeben, dass die gemessenen Tempe-
raturwerte am Rande unter den normativen Empfehlungen für Erneuerungen lä-
gen. Auch der sachverständige Zeuge habe die Temperatur nach der energeti-
schen Sanierung tiefer als zuvor eingestuft. Daher läge hier ebenfalls ein Mangel
vor, dessen Behebungskosten die Beklagten zu entschädigen hätten. Das Be-
zirksgericht ging von Mangelbeseitigungskosten von insgesamt CHF 15'000.– aus
und sprach der Klägerin davon CHF 10'000.– für die Verbesserung der Wärme-
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dämmung in den von der Sanierung der Trittschalldämmung ausgenommenen
Bereichen zu (act. 215 S. 95 ff.).
4.3 Schliesslich sei der Beizug von Spezialisten durch die Klägerin für die Män-
gelfeststellung vorprozessual nötig und geeignet gewesen. Da Mängel vorlägen,
hätten die Beklagten der Klägerin die Kosten der zu Recht beigezogenen Spezia-
listen zu ersetzen (act. 215 S. 132 ff.).
5.
5.1 Die Klägerin verlangt mit ihrer Berufung einen zusätzlichen Betrag von
CHF 70'025.– als Entschädigung für die Behebung von Mangelfolgeschäden. Sie
begründet dies zusammengefasst damit, seit dem Umbau sei die Luft- und Tritt-
schallisolation der Böden und Decken in beiden Obergeschossen wesentlich
schlechter als vor dem Umbau. Die störenden Geräusche seien darauf zurückzu-
führen, dass der schwimmend verlegte Holzboden vermehrt zur Schwingung und
Übertragung des Schalls nach unten anrege. Die Vorinstanz habe zu Unrecht nur
die Entschädigung für die teilweise Sanierung der Böden im 2. Obergeschoss zu-
gesprochen und ohne Begründung die Sanierungskosten für die Böden im 1.
Obergeschoss sowie beim Gang zwischen dem 1. und 2. Obergeschoss wegge-
lassen. Die Vorinstanz habe den mangelhaften Schallschutz grundsätzlich bejaht
und erklärt, dass die Empfehlungen an den Schallschutz gemäss Anhang G der
SIA-Norm 181 einzuhalten, aber beim Trittschall nicht eingehalten worden seien.
Sie habe dann aber falsch erwogen, dass die erreichte Schallschutzqualität im
denkmalgeschützten Haus der Klägerin nicht unüblich und anderes nicht explizit
vereinbart worden sei. Die Vorinstanz habe in ihren Erwägungen nichts zur
Schallsituation im Erdgeschoss erwogen, weshalb unklar sei, ob sie dies verges-
sen oder die Immissionswerte dort falsch eingeschätzt habe. Die Böden beider
oberen Stockwerke seien identisch und gleich aufgebaut. Die Zeugen hätten ihre
Aussagen, der Schallschutz habe sich mit dem Umbau verschlechtert bzw. sei
schlecht, durchwegs auf die Böden beider Obergeschosse bezogen. Die unter-
schiedliche rechtliche Behandlung sei falsch und nicht nachvollziehbar (act. 212
Rz 23 ff.).
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Als weiteren Punkt verlangt die Klägerin für den Fall, dass die Berufung bezüglich
der Bodensanierung im 1. Obergeschoss nicht gutgeheissen werde, zusätzliche
CHF 5'000.– für die Wärmedämmung im Randbereich des Bodens im 1. Oberge-
schoss. Hier liege, wie die Vorinstanz richtig erkannt habe, ein Mangel bei der
Wärmedämmung vor. Die Berechnung der zugesprochenen Entschädigung von
CHF 10'000.– sei jedoch nicht nachvollziehbar. Die Problematik stelle sich nur im
1. Obergeschoss, weshalb dort die gesamten Kosten von CHF 15'000.– anfallen
würden und diese nicht auf die beiden Obergeschosse aufgeteilt werden könnten,
wie dies die Vorinstanz mutmasslich getan habe (act. 212 Rz 65 ff.).
5.2 Mit ihrer Anschlussberufung verlangen die Beklagten die Aufhebung des
erstinstanzlichen Entscheids, soweit der Klägerin eine Entschädigung wegen
mangelhaftem Schallschutz der Böden im 2. Obergeschoss und fehlerhafter
Wärmeisolierung des Randbereichs des Bodens im 1. Obergeschoss im Betrag
von total CHF 87'383.40 sowie eine Entschädigung von CHF 12'000.– für die Kos-
ten der von der Klägerin beigezogenen Spezialisten zugesprochen worden seien.
Sie bestreiten, dass die Luft- und Trittschallisolation nach dem Umbau wesentlich
schlechter sei als zuvor. Die Parteien hätten die Anwendung der SIA-Norm 181
über die Anforderungen zum Schallschutz nicht vereinbart. Die verschiedene Bal-
kenkonstruktion im 1. und 2. Obergeschoss führe zu unterschiedlichen Auswir-
kungen auf den Schall. Auch die Verschraubung der Dreischichtplatten hätte ne-
gative Folgen gezeitigt. Eine massgebliche Verbesserung beim Tritt- und Luft-
schall wäre nur mit mehr Aufbauhöhe erzielbar gewesen, was die Klägerin abge-
lehnt habe. Ohnehin seien die zugesprochenen Kosten zu hoch. Die Vorinstanz
habe einfach die Kosten des ersten Kostenvorschlags der Beklagten übernom-
men, welche die Klägerin aus Kostengründen und wegen des Verlustes der
Raumhöhe gerade nicht akzeptiert habe (act. 224 insb. Rz 38 ff.).
Bezüglich der Wärmedämmung wenden die Beklagten ein, sie seien vertraglich
nicht verpflichtet gewesen, das Gebäude energetisch zu sanieren. Es seien nur
Dämmungen in den neu bewohnten Räumen im Erdgeschoss vereinbart worden.
Die SIA-Norm 180 sei beim Umbau bestehender Gebäude nur empfohlen und von
den Parteien nicht zum Vertragsbestandteil erklärt worden. Die Vorinstanz sei auf
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die Einwände der Beklagten nicht eingegangen. Ein Mangel liege nicht vor
(act. 224 insb. Rz 43 ff.).
Schliesslich rügen die Beklagten im Rahmen der Anschlussberufung, die Klägerin
habe eine Vielzahl von Dritten unnötig beigezogen, um nicht existierende Mängel
zu beurteilen. Da keine vorlägen, habe die Klägerin diese Kosten zu tragen
(act. 224 Rz 46 ff.).
6.
6.1 Die Klägerin ist Eigentümerin der Liegenschaft an der Q._-gasse 1 in
M._. Das rund 400-jährige, denkmalgeschützte Gebäude umfasst ein Erdge-
schoss (mit Keller), zwei Obergeschosse sowie ein Dachgeschoss.
6.2 Der Beklagte 2 ist dipl. Architekt HTL/REG und führte eine Einzelunterneh-
mung (act. 1 Rz 3 ff.). Im Mai 2012 überführte er seine Unternehmung durch
Sacheinlage in die neu gegründete Beklagte 1 (act. 3/3 und 3/4). Diese ist eine
Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts und bezweckt den Betrieb eines Ar-
chitekturbüros. Der Beklagte ist deren Verwaltungsratspräsident mit Einzelzeich-
nungsberechtigung.
6.3 Am 7. Juli 2011 unterbreitete der Beklagte 2 der Klägerin einen ersten
Kostenvoranschlag über CHF 1'212'408.– für den Um-/Ausbau ihrer Liegenschaft
(act. 3/13). Die Klägerin lehnte diesen Voranschlag ab und wünschte, dass der
Umbau zu CHF 1 Mio. realisiert werde (act. 1 Rz 22 und act. 10 Rz 8 f.). Die zwei-
te Offerte vom 27. September 2011 über CHF 1'014'932.–, welche die Sanierung
des Dachgeschosses nicht mehr umfasste, akzeptierte die Klägerin (act. 3/14,
act. 212 Rz 18 sowie act. 1 Rz 22 und act. 10 Rz 10). Im schriftlichen Architekten-
vertrag vom 13. Mai 2011 erklärten die Parteien SIA-Norm 102 betreffend Leis-
tungen und Honorar der Architektinnen und Architekten zum Vertragsbestandteil
(act. 3/2 Ziffer 1 und 4 und act. 3/7).
7.
7.1 Die Klägerin beanstandet in ihrer Anschlussberufungsantwort in formeller
Hinsicht, die Beklagten hätten sich mit den Erwägungen im angefochtenen Urteil
- 15 -
nicht auseinandergesetzt und die Begründungsobliegenheit verletzt (act. 230 Rz
13 f.).
7.2 In der Tat erweisen sich die Ausführungen in der Anschlussberufung teilwei-
se als blosse Wiederholungen der bereits vor Vorinstanz erhobenen Behauptun-
gen. Gleiches gilt indessen ebenso teilweise für die Vorbringen in der Berufung
und der Anschlussberufungsantwort. Da unter anderem das Ergebnis der Be-
weiswürdigung durch die Vorinstanz beim Schallschutz der Böden und der Bo-
denwärmedämmung in den Randbereichen im 1. Obergeschoss gerügt wird und
die Parteien in diesen Punkten diametral kontroverse Meinungen vertreten, ist die
Wiederholung von bereits erstinstanzlich vorgetragenen Behauptungen in gewis-
sem Mass sachlich nachvollziehbar. Dennoch wird im Nachfolgenden thematisch
nur auf die hinreichend begründeten Rügen am angefochtenen Urteil einzugehen
sein, wobei der Kammer unter Verweis auf die vorstehenden Erwägungen (E.
II./2.) uneingeschränkte und volle Kognition zukommt.
8. Im vorinstanzlichen Verfahren bildeten zahlreiche weitere, im Berufungsver-
fahren nicht mehr interessierende Fragen Prozessgegenstand (Überschreitung
des Kostendachs bzw. diverse Nachträge, Erhöhung der Hypothek, weitere Män-
gel und -behebungskosten). Insbesondere wird die Thematik, ob und welche
Schüttungen zwischen Auflagsböden und Decken entfernt oder allenfalls nicht
genügend aufgefüllt wurden, im Rechtsmittelverfahren nicht mehr aufgegriffen. Im
Vordergrund steht im Zusammenhang mit der Schallisolation der schwimmend
verlegte Dreischichtboden. Im Berufungs- und Anschlussberufungsverfahren
bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz im Bereich Schallisolierung der Böden im 1.
und 2. Obergeschoss und Wärmedämmung an den Rändern des Bodens im 1.
Obergeschoss eine unrichtige Rechtsanwendung oder Tatsachenfeststellung
bzw. unangemessene Beweiswürdigung vorgenommen und die Kosten der von
der Klägerin beigezogenen Fachkräfte zu Unrecht den Beklagten überwälzt hat.
9.
9.1 Die Klägerin rügt in ihrer Berufung, die Vorinstanz habe vergessen, ihr die
Entschädigung für die Behebung des mangelhaften Trittschallschutzes im Erdge-
schoss sowie im Gang im 1. Obergeschoss zuzusprechen (act. 212 Rz 23 ff.). Die
- 16 -
Beklagten verneinen einen Mangel beim Schallschutz der Böden im 1. und 2.
Obergeschoss (act. 224 S. 3 ff.).
9.2 Die Erwägungen der Vorinstanz zu den rechtlichen Voraussetzungen der
Haftung für Mängelfolgeschäden blieben unbeanstandet (act. 215 S. 72 ff.). Auf
die grundsätzlich zutreffenden Ausführungen kann zur Vermeidung von Wieder-
holungen verwiesen werden. Hervorzuheben ist, dass die Haftung für Mangelfol-
geschäden einen Mangel und damit ein Abweichen vom vereinbarten und zugesi-
cherten Vertragsgegenstand oder einer vertraglich zugesicherten Leistung vo-
raussetzt, sei es in Form einer mangelhaften Ausführung eines Werks, sei es in
Form eines Planungs- oder Bauleitungsfehlers.
Im Beweisbeschluss der Vorinstanz vom 24. Oktober 2020 (Prot. Vi S. 28 ff.) wur-
de der Klägerin der Hauptbeweis auferlegt, dass die Luftschalldämmung zwischen
dem Kinderzimmer 1 im 2. Obergeschoss und dem darunterliegenden Büro sowie
zwischen dem Kinderzimmer 2 im 2. Obergeschoss und dem darunter liegenden
Elternschlafzimmer die Anforderungen der Stufe 1, nicht aber den erhöhten An-
forderungen der Stufe 2 der SIA-Norm 181 entspreche (Beweissatz 15; Prot. Vi S.
40). Zudem wurde ihr der Negativ-Hauptbeweis auferlegt, dass die Trittschall-
dämmung zwischen dem Kinderzimmer 1 im 2. Obergeschoss und dem darunter
liegenden Büro sowie zwischen dem Kinderzimmer 2 im 2. Obergeschoss und
dem darunter liegenden Elternschlafzimmer und zwischen dem Büro im 1. Ober-
geschoss und der Wohnküche im Erdgeschoss sowie zwischen dem Elternschlaf-
zimmer im 1. Obergeschoss und dem Wohnbereich im Erdgeschoss die Anforde-
rungen der Stufe 1 der gleichen SIA-Norm nicht erfülle (Beweissatz 16, Prot. Vi S.
41). Die Vorinstanz würdigte die zu diesen Punkten abgenommenen Beweise,
insbesondere die Zeugenaussagen früherer Bewohner sowie die Aussagen sach-
verständiger Zeugen und die Ergebnisse der gerichtlichen Begutachtung (act. 215
S. 83 ff.). Sie kam zur Einschätzung, dass aufgrund des Beweisverfahrens erwie-
sen sei, dass ein Mangel bei der Luftschalldämmung nicht ausgemacht werden
könne (act. 215 S. 85), hingegen die Trittschallsituation hinsichtlich der Böden in
den Kinderzimmern im 2. Obergeschoss von schlechterer Qualität als vor dem
Umbau sei (act. 215 S. 93).
- 17 -
Zunächst ist der Klägerin Recht zu geben, dass die Vorinstanz in ihren Erwägun-
gen die Immissionen weder für alle Räume separat prüfte noch im Einzelnen auf-
schlüsselte, weshalb sie den Schallschutz in den Kinderzimmern, jedoch nicht in
den andern Räumen als ungenügend erachtete. Anderseits ist der Klägerin ent-
gegenzuhalten, dass sie zur Begründung ihrer Rüge, die Vorinstanz habe verges-
sen eine Entschädigung für die Sanierung des Bodens im 1. Stock zuzusprechen,
im Wesentlichen die bereits vor Vorinstanz erhobenen Behauptungen zu den
Nachteilen des schwimmend verlegten Bodens sowie den störenden Geräuschen
seit dem Umbau wiederholt und nicht nachvollziehbar dartut, aufgrund welcher,
von der Vorinstanz nicht oder falsch gewürdigten konkreten Beweise sich ergebe,
dass die Schallimmissionen im Erdgeschoss die gleichen wie im 1. Obergeschoss
sein sollen. Die Begründung der Vorinstanz erweist sich zwar bezüglich der ein-
zelnen Räume als wenig differenziert, im Ergebnis indes als vertretbar. Daraus
geht hervor, dass aufgrund der Behauptungen der Klägerin der Schallschutz im
Zusammenhang mit dem typischen Fersengang der Kinder als problematisch er-
achtet wurde (act. 215 S. 91). Es ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden,
dass in der Begründung der Fokus der Beweiswürdigung auf die Lärmimmissio-
nen aus den Kinderzimmern im 2. Obergeschoss und nicht auf diejenigen aus
dem Elternschlafzimmer oder dem Büro im 1. Obergeschoss gerichtet wurde. Ob
sich die Aussagen der Zeugen jeweils stets auf sämtliche Räume auf allen Wohn-
geschossen bezogen haben, wie die Klägerin behauptet, lässt sich aufgrund ihrer
Darstellung nicht bestätigen. Die von ihr in der Anschlussberufungsantwort zitier-
ten Zeugenaussagen beziehen sich jedenfalls ausschliesslich auf Kinderlärm, die
in der Berufung dargestellten zwei Zeugenaussagen auf Kinder- und Katzenlärm
(act. 213 Rz 53 ff. und act. 230 Rz 29 f.). Durch das Ergänzungsgutachten ist zu-
dem erstellt, dass sich die verschiedene Balkenkonstruktion der Böden im 1. und
2. Obergeschoss unterschiedlich auf den Trittschall auswirken, wie auch die Be-
klagten betonen. Die Auswirkungen auf die einfache Balkenlage zwischen 1. und
2. Obergeschoss seien wesentlich deutlicher als diejenigen auf die doppelte und
gekreuzte Balkenlage zwischen Erd- und 1. Obergeschoss (act. 151 S. 34). Die
Behauptung der Klägerin, es handle sich im 1. und 2. Obergeschoss mit Bezug
auf den Aufbau – und entsprechend mit Bezug auf die Trittschallproblematik – um
- 18 -
identische Böden (act. 112 S. 15 f.), trifft daher nicht zu. Die unterschiedliche Be-
trachtung der Schallsituation in den Geschossen durch die Vorinstanz ist deshalb
grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Trittschallimmission im Gang im 1. Stock
war überdies nicht Gegenstand des Beweisverfahrens. Die Klägerin unterliess es
aufzuzeigen, dass darüber hätte Beweis abgenommen werden müssen. Sie hätte
darlegen müssen, dass sie konkrete Behauptungen vor Vorinstanz vorgebracht
habe und diese zu Unrecht nicht ins Beweisverfahren aufgenommen worden sei-
en. Eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz ist diesbe-
züglich nicht anzunehmen. Da die Klägerin in der Berufung im Wesentlichen aus-
führt, es bestünden in allen Geschossen gleich schlechte Verhältnisse, ohne auf
die konkreten Unterschiede der Balkenkonstruktion und die Schallsituation in den
unterschiedlich genutzten Räumen einzugehen, überzeugen ihre Einwände nicht.
Entgegen ihrer Auffassung ist ferner bei der Beurteilung der Schallsituation nicht
entscheidend auf die Empfehlungen der SIA-Norm 181 abzustellen, zumal, wie
nachfolgend im Rahmen der Anschlussberufung erwogen wird (E. II./10.2), nicht
erstellt ist, dass sich die Beklagten zu deren Einhaltung vertraglich verpflichtet
haben.
Insgesamt ist die Entscheidung der Vorinstanz, die Entschädigung für die Män-
gelbehebung nur bezüglich der Böden in den Kinderzimmern zuzusprechen, ver-
tretbar, wenngleich zu begrüssen gewesen wäre, wenn im Sinne der vorstehen-
den Erwägungen anschaulicher dargelegt worden wäre, weshalb in den anderen
vom Beweisverfahren umfassten Bereichen kein Mangel nachgewiesen sei. An-
trag Ziffer 1a der Berufung ist somit abzuweisen.
9.3 Folglich ist auch dem Eventualantrag Ziffer 1b (Rückweisung zur Neubeur-
teilung) kein Erfolg beschieden.
9.4 Was die mit der Berufung zusätzlich verlangten Kosten von CHF 5'000.– für
die Wärmedämmung des Bodens im Randbereich des 1. Stocks betrifft, ist auf die
nachfolgenden Ausführungen im Rahmen der Anschlussberufung (E. II./11) zu
verweisen. Die Berufung erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
- 19 -
10.
10.1 In ihrer Anschlussberufung bestreiten die Beklagten einen Mangel beim
Schallschutz der Böden und wenden ein, die Parteien hätten die Einhaltung der
SIA-Norm 181 inklusive Anhang G betreffend den Schallschutz bei Hochbauten
nicht vereinbart (act. 224 Rz 16, 18, 24 und 38 ff.). Die Klägerin hält im Wesentli-
chen an ihren Ausführungen im Verfahren vor Vorinstanz fest, wonach die Böden
mangelhaft und die Verlegeart des Bodens sehr ungeeignet sei, die Vorgaben der
SIA-Norm 181 nicht eingehalten würden und die herrschende Baukunde verletzt
worden sei (act. 230 Rz 15 ff.)
10.2 Als Massstab dafür, ob ein Mangel vorliegt, gilt das, was von den Parteien
übereinstimmend abgemacht wurde. Erst wenn der Vertragsinhalt feststeht, lässt
sich die Frage, ob eine Abweichung vom Vereinbarten vorliegt, klären. Den Erwä-
gungen im angefochtenen Urteil lassen sich keine schlüssigen Ausführungen zur
von den Parteien vereinbarten Qualität der Schalldämmung der Böden im 1. und
2. Obergeschoss entnehmen. Die Vorinstanz legt nicht dar, welche Willensäusse-
rungen die Parteien dazu abgegeben haben. Sie führt zum Vertragsinhalt einzig
aus, es gehe aus der Aktennotiz der H._ AG hervor, dass für den Schall-
schutz bezüglich der Brandmauer die Mindestanforderungen der SIA-Norm 181
angestrebt würden, was sich auf den übrigen Schallschutz in Bezug auf Böden
und Decken übertragen lasse (act. 215 S. 83). Die besagte Aktennotiz vom 4. Au-
gust 2011 ist an einen Dr. R._ gerichtet und bezieht sich ausdrücklich auf die
Qualität der Akustik der Brandmauer zwischen den zusammengebauten Liegen-
schaften Q._-gasse 1 und 2 (act. 12/80). Entsprechend haben neben den
vorliegenden Prozessparteien die Vertreter des angrenzenden Hauses, Q._-
gasse 2, die Absicht unterschriftlich bekräftigt. Wie die Vorinstanz darin eine ver-
bindliche Abrede der Parteien über die Qualität des Schallschutzes der Böden in-
nerhalb der Liegenschaft Q._-gasse 1 erkennen kann, ist nicht ersichtlich,
zumal sie dies weder näher erörtert noch die Willenserklärungen in der Notiz
normativ auslegt. Ihre Schlussfolgerung hält einer näheren Überprüfung nicht
stand. Gemäss klarem Wortlaut bezieht sich die Notiz ausschliesslich auf den
Schallschutz der Brandmauer. Das Interesse der Bewohner an einer möglichst
guten Schallisolierung gegenüber einer Drittliegenschaft dürfte deutlich höher
- 20 -
sein, als an einer solchen innerhalb eines Einfamilienhauses. In der Aktennotiz
wird weiter bloss festgehalten, dass die Mindestanforderungen gemäss SIA-Norm
181 angestrebt, nicht aber garantiert werden. Dass dieses Bestreben ebenso für
die beiden Böden im Obergeschoss der Liegenschaft der Klägerin gelten soll, wird
in der Notiz mit keinem Wort erwähnt oder auch nur angedeutet. Aufgrund der
Bestreitungen der Beklagten (act. 10 Rz 116 ff.) kann darin ohne Beweisverfahren
oder eingehende normative Auslegung keine Vereinbarung der Parteien über die
Einhaltung der entsprechenden SIA-Norm beim Schallschutz der Böden erblickt
werden. Für die Anwendung von SIA-Normen gilt überdies Folgendes:
Beim Regelwerk des SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein)
handelt es sich um private Bestimmungen, denen keine allgemeine Verbindlich-
keit im Sinne eines Gesetzes oder einer Verordnung zukommt. Sie werden nur
verbindlich, wenn sie von den konkreten Vertragsparteien durch Abrede über-
nommen werden. Der Umstand, dass eine Norm üblich ist, bildet für sich noch
keinen Geltungsgrund (vgl. PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Auflage, N 261 ff.).
Ihre Anwendung setzt vielmehr voraus, dass die Parteien sie zum integrierenden
Vertragsbestandteil erklärt haben (vgl. auch SIA 102 Art. 1.1; act. 3/7). In Ergän-
zung der vorstehenden Überlegungen ergibt sich weder aus dem schriftlichen Ar-
chitektenvertrag (act. 3/2) noch den Parteibehauptungen oder den Ausführungen
im angefochtenen Urteil, dass die Parteien die SIA-Norm 181 samt Anhängen als
Vertragsbestandteil vereinbarten. Der Architektenvertrag zählt in Ziffer 1 unter
dem Titel Vertragsgrundlage die auf das Vertragsverhältnis der Parteien anwend-
baren Normen auf. Darin wird einzig SIA-Norm 102, Ausgabe 2003, aufgeführt
(act. 3/2). Diese Vertragsklausel mit ausdrücklicher Nennung der anzuwenden
SIA-Norm lässt darauf schliessen, dass weitere Normen des SIA nicht als verein-
bart gelten. Jedenfalls ist nicht dargetan, dass SIA-Norm 181 Vertragsbestandteil
des Vertragsverhältnisses der Parteien wurde bzw. die Beklagte diese im Rah-
men der Vertragserfüllung zu beachten hätte.
Insgesamt scheint eher klar, was gerade nicht abgemacht wurde, nämlich dass
die Klägerin die ihr unterbreitete Variante mit erhöhter Tritt- und Luftschalldäm-
mung gemäss Offerte der N._ Zimmerei AG vom 6. Januar 2012 (act. 3/61)
- 21 -
ablehnte. Es blieb unbestritten, dass sie aus Kostengründen und zur Wahrung der
Raumhöhe auf einen erhöhten Schallschutz bei der Bodensanierung verzichtete.
Die Klägerin räumte in der Parteibefragung vom 4. September 2018 selber ein,
sie sei darauf hingewiesen worden, dass der schwimmende Boden für Trittschall
anfällig sei. Auch habe der neue Parkett auf dem unebenen Boden nicht verlegt
werden können. Der Zimmermann habe eine Aufschüttung mit mehreren Schich-
ten vornehmen wollen. Dies sei aber nicht realisierbar gewesen, weil der Boden
dadurch zehn Zentimeter angehoben worden wäre und sich die Türen nicht mehr
hätten öffnen lassen (Prot. Vi S. 90). Zudem bestätigte unter anderem der Zeuge
S._, es seien im Zusammenhang mit dem Schallschutz verschiedene Offer-
ten ausgearbeitet worden. Die Variante, welche einen erhöhten Schallschutz ge-
währleistet hätte, sei wegen des Preises nicht gewünscht worden (Prot. Vi
S. 157 f.). Es bestehen keine Anhaltspunkte, diesen Angaben nicht zu glauben.
Weder die Offerte der Beklagten vom 7. Juli 2011 noch diejenige vom 27. Sep-
tember 2011 (act. 3/13 und 3/14, jeweils Positionen 281 und 282) oder der Archi-
tektenvertrag enthalten konkrete Hinweise zur Qualität des Schallschutzes der
Böden. Ebenso wenig lassen sich den verschiedenen Offerten der N._ Zim-
merei AG dazu Angaben entnehmen (act. 3/60 ff.). Auch die Gutachter hielten
ausdrücklich fest, es seien aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen
keine Anforderungswerte oder eine bestimmte Ausführungsqualität zur Däm-
mungsqualität von den Parteien vereinbart worden (u. a. act. 82 S. 10 und act.
151 S. 22). Zusammenfassend kann entgegen der Auffassung der Klägerin bei
der Beurteilung eines vertraglichen Mangels beim Schallschutz der Böden nicht
entscheidend auf die Wertangaben in SIA-Norm 181 abgestellt werden. Mangels
Vereinbarung ist überdies nicht belegt, die Parteien hätten eine Verbesserung der
Schalldämmung der Böden abgemacht oder eine Verschlechterung ausgeschlos-
sen.
10.3 Es bleibt zu prüfen, ob im Sinne der Kläger dargetan ist, dass die Beklag-
ten bei der Bodensanierung allgemein anerkannte Regeln der Baukunde für den
Schallschutz verletzt haben.
- 22 -
Im Gutachten wird die Luftschallqualität der Böden als gut bis sehr gut, die Tritt-
schalqualität als ausreichend bewertet (vgl. act. 82 S. 11 und act. 151 S. 22). Die
Experten hielten die Trittschalldämmung gegenüber der Luftschalldämmung zwar
als messbar und wahrnehmbar von geringerer Qualität, wiesen jedoch ebenso da-
rauf hin, dass die Bandbreite der zu erwartenden Qualität bei der Sanierung von
Einfamilienhäuser aufgrund fehlender anerkannter Regeln der Baukunde relativ
gross und die erreichte Qualität der Trittschalldämmung nicht unüblich sei (act. 82
S. 10 ff.). Bei denkmalgeschützten Einfamilienhäusern bestehe kein gemeinhin
bekannter Anforderungswert beim Schallschutz der Böden als anerkannte Regel
der Baukunde (act. 151 S. 22 und 25). Weiter erläutern die Gutachter, dass SIA-
Norm 181 Anhang G gewisse Anforderungswerte für den Luft- und Trittschall-
schutz empfehle, diese jedoch ihrer Erfahrung nach nicht einmal üblicherweise
bei Wohnneubauten vertraglich vereinbart und angewandt würden (act. 82 S. 10
und act. 151 S. 22). Aus diesen Informationen erhellen zwei Erkenntnisse: Ers-
tens kann beim Schallschutz (inklusive Trittschalldämmung) der Böden keine Ver-
letzung der Regeln der Baukunde vorliegen, weil keine solchen Regeln existieren.
Zweitens bewegt sich insbesondere auch die mit dem Umbau erzielte Qualität der
Trittschalldämmung nicht im unüblichen Rahmen. Daran ändert nichts, dass die
konkret gewählte Verlegeart (schwimmendes Verlegen einer Dreischichtplatte)
von den Gutachtern als sehr unüblich beurteilt wurde. Ob zur Art der Verlegung
von Böden in vergleichbaren Liegenschaften anerkannte Regeln der Baukunde
bestehen, wurde weder erwogen noch von der Klägerin substantiiert dargelegt.
Damit ist im Zusammenhang mit der Schalldämmung der beiden Böden in den
oberen Stockwerken keine Verletzung von Regeln der Baukunde ersichtlich.
10.4 Die Vorinstanz nahm eine Vertragsverletzung an, weil die Beklagten die
Klägerin nicht vorgängig darauf hingewiesen hätten, dass bei der von ihr gewähl-
ten billigeren Bodenvariante die Trittschalldämmung schlechter als vor dem Um-
bau sei. Die Klägerin habe sich der Verschlechterung der Situation nicht bewusst
sein müssen, als sie der realisierten Lösung zugestimmt habe (act. 215 S. 93).
Die Beklagten wenden ein, die Vorinstanz habe zu Unrecht angenommen, der
Schallschutz sei schlechter als zuvor. Damit bestreiten sie sinngemäss eine Ver-
letzung ihrer Abmahnungspflicht (act. 224 u.a. Rz 24 und 41).
- 23 -
10.4.1 In der Ergänzungsexpertise wird festgehalten, dass gewisse Trittgeräu-
sche gemäss der Wahrnehmung der Zeugen lauter seien als vor dem Umbau,
wobei sogleich relativiert wird, das subjektive Empfinden variiere erfahrungsge-
mäss erheblich und korreliere nicht mit den Messungen (act. 151 S. 28 f.). Bei der
Lautstärke von Geräuschen ist nur zurückhaltend auf die subjektiven Wahrneh-
mungen von Zeugen abzustellen, zumal Geräusche bekanntlich individuell und
unterschiedlich wahrgenommen werden. Die Vorinstanz hat die Glaubhaftigkeit
der Aussagen sowie die Glaubwürdigkeit der Zeugen unter Berücksichtigung de-
ren persönlicher Eigenschaften und Interessen nicht näher beurteilt, sondern im
Wesentlichen die Aussagen der Zeugen zu den aktuell wahrgenommenen Geräu-
schen wiedergegeben (act. 215 S. 92). Die Beweiswürdigung bezüglich der Zeu-
genaussagen erweist sich daher, was auch die Beklagten bemängeln (act. 224 Rz
24), insgesamt als wenig überzeugend. Gemäss Ergänzungsgutachten wirke sich
die konkrete Verlegeart auf den Luftschallschutz tendenziell positiv, auf den Tritt-
schall eher negativ aus (act. 151 S. 34, Prot. Vi S. 268 ff.). Der Trittschall durch
Gehgeräusche werde durch die schwimmende Verlegung des Bodens mit hoher
Wahrscheinlichkeit besser geleitet als vorher, der Schall wirke sich hingegen bei
einer festen Verschraubung an andern Orten aus. So würden beispielsweise die
Geräusche beim Fallenlassen von Gegenständen bei einer Fixierung weniger ab-
gefedert. Zur sicheren Reduktion von Geh- und andern Geräuschen müsse mehr
Aufbauhöhe eingeplant werden (Prot. Vi S. 271). Die konkrete Frage, ob sich die
Schallsituation infolge des Umbaus verschlechtert habe, konnten die Gutachter
nicht bejahen, sondern hielten fest, dass mangels Messangaben von vor der Sa-
nierung keine Aussage basierend auf Messwerten gemacht werden könne (act.
82 Frage 2.5 S. 12 und act. 151 S. 34 unten). Aufgrund der gutachterlichen Aus-
führungen ist der Klägerin zwar insoweit Recht zu geben, als die schwimmende
Verlegung der Dreischichtplatte für die von ihr als störend beurteilten Geräusche
beim Gehen sehr wahrscheinlich ursächlich ist (act. 82 S. 12, act. 151 S. 34). Ob
die heutigen Gehgeräusche indessen objektiv messbar lauter sind als die frühe-
ren, lässt sich weder aus dem Gutachten noch aus den weiteren Beweisen hinrei-
chend feststellen. Es bleibt unklar, was die Vorinstanz unter einer Verschlechte-
rung der Schallsituation im Einzelnen verstand und darunter neben einer Erhö-
- 24 -
hung der objektiv gemessenen Schallwerte allenfalls auch eine sich in der Mes-
sung nicht abbildende Veränderung der Geräusche, die nun störender als die
früheren empfunden werden, fallen sollen. Da sich die Schallsituation allgemein
und die Trittschallsituation im Besonderen vor dem Umbau bezüglich der Art der
damaligen Geräusche nicht mehr sicher feststellen lässt und sich die Vorinstanz
dazu nicht explizit äusserte, könnte eine derart verstandene Verschlechterung
ebenfalls nicht als erwiesen betrachtet werden. Schliesslich ist es nicht sachge-
recht, nur die Erhöhung/Veränderung der Gehgeräusche, nicht aber die positiven
Auswirkungen der schwimmenden Verlegung auf den Luftschall oder bei auf den
Boden fallenden Gegenständen in die Betrachtung einzubeziehen.
Zusammenfassend ergibt sich aus der Beweislage nicht schlüssig, ob und allen-
falls in welchem Ausmass durch den Umbau eine Verschlechterung der Schall-
dämmung der Böden in den Obergeschossen eingetreten ist. Eine befriedigende
Lösung hätte nach fachkundiger Meinung nur mit einer zusätzlichen Verlegeebe-
ne sichergestellt werden können, was die Klägerin jedoch ablehnte (Prot. S. 271
und act. 151 S. 39). Damit liegt eine unzutreffende Tatsachenfeststellung sowie
eine unangemessene Beweiswürdigung vor, zumal die Vorinstanz auch nicht er-
läuterte, ob und wie sie die positiven Aspekte der schwimmenden Verlegung in ih-
re Beurteilung einbezog. Die Rüge der Beklagten ist daher berechtigt.
10.4.2 Damit fehlt es nach der Argumentation der Vorinstanz an der Grundlage
zur Annahme einer Verletzung der Aufklärungspflicht. Zu ergänzen bleibt, dass ih-
re Erwägungen dazu nicht stimmig sind und sie die rechtlichen Voraussetzungen
nicht einlässlich geprüft hat. Gemäss SIA-Norm 102 Art. 1.3.5 hat der Architekt
die Auftraggeberin auf die Folgen ihrer Weisungen, insbesondere hinsichtlich
Termin, Qualität und Kosten aufmerksam zu machen und unzweckmässige An-
ordnungen und Begehren abzumahnen. Beharrte die Auftraggeberin trotz Ab-
mahnung auf ihrer Weisung, ist der Architekt für deren Folgen nicht verantwort-
lich. Der Trittschall gab im Vorfeld der Bodensanierung zu Gesprächen zwischen
den Parteien Anlass. Die Klägerin lehnte den ersten Kostenvoranschlag mit er-
höhtem Schallschutz aus Kostengründen sowie wegen der Verminderung der
Raumhöhe ab (u.a. Prot. S .90, 170, S. 208 f., 211 f., 223). Sie räumte ein, ge-
- 25 -
wusst zu haben, dass eine schwimmende Bodenverlegung anfällig für Trittschall
sei (act. 215 S. 91). Sie entscheid sich demnach trotz Kenntnis der Problematik
von Schallimmissionen für die billigere Offerte auf Kosten der Qualität des Schall-
schutzes und zugunsten der Raumhöhe. Sie betonte überdies, die Einhaltung des
Kostendachs von CHF 1 Mio. sei für sie essentiell. Die Vorinstanz begründet denn
auch ausführlich, weshalb das Kostendach verbindlich gewesen sei und nahm ei-
ne tatsächliche Vermutung dafür an, eine Überschreitung stelle gleichsam eine
Pflichtverletzung der Beklagten dar, für welche sie (unter Vorbehalt, die Vermu-
tung werde nicht umgestossen) haften würden (act. 215 S. 7 ff.). Eine teurere Va-
riante mit erhöhtem Schallschutz scheint daher für die Klägerin unakzeptabel ge-
wesen zu sein. Da sie auf die Problematik des Trittschalls aufmerksam gemacht
wurde und ihr bekannt war, dass ein erhöhter Trittschallschutz mit besonderen
baulichen Massnahmen und höheren Kosten verbunden wäre, wird nicht erkenn-
bar, worüber die Beklagten sinnvollerweise noch hätten informieren sollen.
Die Abmahnungspflicht gemäss der vereinbarten SIA-Norm 102 Art. 1.3.5 ver-
langt weiter, dass die Beklagten die Unzweckmässigkeit der Weisung der Klägerin
kannten. Als Weisung ist deren Zustimmung zur günstigeren, schwimmenden Bo-
denvariante zu werten. Es wäre somit darzulegen gewesen, dass die Beklagten
die konkreten, unzweckmässigen Auswirkungen der gewählten Bodenverle-
gungsvariante auf den Trittschall kannten oder bei pflichtgemässer Sorgfalt hätten
kennen müssen. Es wäre somit konkret aufzuzeigen und zu beweisen gewesen,
dass die Beklagten im Voraus wussten, dass die schwimmend verlegte Drei-
schichtplatte beim Begehen ein "Quietschen", "Knarren" oder "Knarzen" in der un-
teren Etage bewirkt. Dies wurde im angefochtenen Urteil nicht erwogen und, so-
weit ersichtlich, von der Klägerin nicht substantiiert behauptet. Angesichts der
komplexen Zusammenhänge bei der Schalldämmung kann diese Kenntnis den
Beklagten ohne entsprechenden Behauptungen und einem allfälligen Beweisver-
fahren nicht angerechnet werden.
Auch aus diesen Gründen liesse sich eine Verletzung der Abmahnungs- bzw.
Aufklärungspflicht nicht bestätigen.
- 26 -
10.5 Zusammenfassend ist eine Vertragsverletzung durch die Beklagten beim
Schallschutz der Böden nicht erstellt, womit die Grundlage für eine Entschädigung
zur Behebung von Mangelfolgeschäden entfällt. Antrag Ziffer 1 der Anschlussbe-
rufung, das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben und die Klage abzuweisen, ist
insoweit gutzuheissen, als die Beklagten verpflichtet wurden, der Klägerin
CHF 77'383.40 als Mangelfolgeschaden wegen ungenügender Schallisolation der
Böden zu bezahlen.
11.
11.1 Die Beklagten bestreiten in der Anschlussberufung einen Werkmangel bei
der Wärmeisolation des Bodens in den Randbereichen des 1. Obergeschosses.
Sie hätten eine energetische Sanierung des Gebäudes weder planen noch um-
setzen müssen. SIA-Norm 180 sei nicht vereinbart worden. Die Vorinstanz habe
nicht nachvollziehbar dargelegt, weshalb ein Mangel vorliege und die Einwände
der Beklagten nicht beachtet (act. 224 Rz 34 und 43 ff.). Die Klägerin hält an der
gegenteiligen Auffassung im Sinne der Ausführungen der Vorinstanz fest (act.
230 Rz 44 ff.).
11.2 Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf die Gutachten und die Aussagen
des sachverständigen Zeugen P._ als erwiesen, dass die Bodentemperatur
im Randbereich des 1. Obergeschoss tiefer als vor dem Umbau sei und die Emp-
fehlungen der SIA-Norm 180 nicht eingehalten würden, was einen Mangel darstel-
le, wenn entsprechende Massnahmen technisch möglich und wirtschaftlich trag-
bar seien (act. 215 S. 96).
11.3 Die Vorinstanz hat nicht erörtert, was die Parteien im Einzelnen bezüglich
der Innendämmung, insbesondere der Wärmedämmung des Bodens im 1. Ober-
geschoss, vereinbart haben. Im vorinstanzlichen Verfahren behauptete Wil-
lensäusserungen der Parteien werden im angefochtenen Urteil weder dargestellt
noch ausgelegt. Es bleibt verschwommen, was die Klägerin hinsichtlich Wärme-
dämmung konkret wünschte und als finanzierbar erachtete und zu was sich die
Beklagten verpflichteten. Nachdem in den vorinstanzlichen Erwägungen eine
Auseinandersetzung zum Vertragsinhalt fehlt, kann den Beklagten eine mangel-
hafte Leistungserfüllung im Sinne einer Abweichung vom vereinbarten Werk nicht
- 27 -
vorgeworfen werden. Auch die Klägerin behauptet nicht, sie habe vor Vorinstanz
substantiiert, welche Eigenschaften diesbezüglich von ihr gewünscht und vertrag-
lich von den Beklagten zugesichert worden seien und inwiefern eine Abweichung
vom Vertrag vorliege.
Die Vorinstanz leitet einen Mangel im Wesentlichen daraus her, durch das Ergän-
zungsgutachten und einen sachverständigen Zeugen sei festgestellt worden, dass
die Bodentemperatur im 1. Obergeschoss in den Randbereichen am Boden tiefer
als vor dem Umbau sei. Sie kam aufgrund der Ergebnisse der Wärmetests der
Gutachter zur Einschätzung, dass die Empfehlungen von SIA-Norm 180 zum
Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden nicht erfüllt würden
(act. 215 S. 95). Ob diese Normen von den Parteien zum Vertragsbestandteil er-
klärt wurden, prüfte sie nicht. Es ist hier zu wiederholen, was bereits zur SIA-
Norm 181 ausgeführt wurde. Mangels behaupteter und erwiesener Abreden der
Parteien, diese Normen zum Vertragsbestandteil zu erklären, können sie nicht als
vereinbart gelten. Eine Abweichung der gemessenen Temperaturen von den
normierten Werten des SIA bedeutet demnach für sich keine Vertragsverletzung.
Die Sanierung umfasste unter anderem den Um- und Ausbau der Räume im bis-
her mehrheitlich nicht beheizten Erdgeschoss. Es erstaunt deshalb wenig, wenn
wärmetechnische Aspekte des 1. Obergeschosses, welches bereits zuvor be-
wohnt und beheizt war, weder detailliert besprochen noch vereinbart wurden. Die
Argumentation der Vorinstanz und der Klägerin, welche den Mangel in einer Ab-
weichung der gemessenen Werte gegenüber denjenigen in SIA-Norm 180 orten
(act. 215 S. 96), zielt daher an der Sache vorbei.
11.4 Objektive Vergleichswerte zum Wärmezustand vor dem Umbau fehlen.
Das Ergänzungsgutachten ging davon aus, dass sich die Situation im Randbe-
reich des 1. Obergeschosses durch die Innendämmung im Erdgeschoss leicht
verschlechtert habe. Bei kaltem Wetter kühle die Wand im Erdgeschoss stärker
als zuvor aus, was zu einer geringeren Fussbodentemperatur im Randbereich des
1. Obergeschosses führe. Die Heizkörper seien in der Isothermenberechnung je-
doch noch nicht berücksichtigt, weshalb in Realität in diesem Bereich höhere
Temperaturen zu erwarten seien (act. 151 S. 48 Antwort zu Frage 3.4). Die bei-
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den Gutachter halten weiter fest, die Wärmedämmung im Erdgeschoss entspre-
che den normativen Grundlagen sowie den Wärmedämmungsvorschriften, welche
wiederum die Anforderungen an den Denkmalschutz erfüllten. Aufgrund der Um-
nutzung des Erdgeschosses sei nur dort eine Dämmung erforderlich gewesen. An
die restlichen Geschosse würden keine energetischen Anforderungen gestellt
(vgl. act. 82 S. 14 f.). Eine Verletzung der Regeln anerkannter Baukunde lässt
sich aus diesen Feststellungen nicht erkennen und es fehlen auch diesbezüglich
Anhaltspunkte für einen Mangel. Es bleibt anzumerken, dass aus einem unbefrie-
digenden wärmetechnischen Ergebnis eines Umbaus nicht zwingend folgt, dass
ein Mangel in der Bauleitung vorliegen muss. Ein Planungsfehler oder eine Ver-
letzung der Aufklärungspflicht wurde diesbezüglich nicht erwogen.
11.5 Ein von den Beklagten zu verantwortender Mangel bei der Wärmedäm-
mung des Bodens im 1. Obergeschoss ist somit nicht dargetan, weshalb ein An-
spruch der Klägerin auf Entschädigung für Mangelfolgeschäden hier nicht besteht.
Die Anschlussberufung ist auch in diesem Punkt gutzuheissen und das Urteil der
Vorinstanz aufzuheben, soweit die Beklagten verpflichtet wurden, der Klägerin
CHF 10'000.– als Mangelfolgeschaden wegen ungenügender Wärmedämmung
des Bodens im 1. Obergeschoss zu bezahlen. Demnach ist der Berufungsantrag
der Klägerin, ihr seien CHF 5'000.– als Entschädigung für Mangelfolgeschäden in
diesem Bereich zuzusprechen, abzuweisen.
12. Die Beklagten beantragen die Herabsetzung der Beträge von
CHF 77'383.40 und CHF 10'000.– zuzüglich Zins von 5 % seit 4. Mai 2016
(act. 224 S. 2). Die Klägerin äussert sich nicht dazu. Da die Vorinstanz die Be-
klagten verpflichtete, die Entschädigung samt dieser Zinsen zu bezahlen, ist die
Anschlussberufung diesbezüglich ebenfalls gutzuheissen.
- 29 -
13.
13.1 Die Beklagten verlangen die Aufhebung des angefochtenen Entscheids,
soweit ihnen die Kosten für die von der Klägerin beigezogenen Dritten, die
G._ Bauphysik AG, H._ AG, überbunden wurden. Es habe keine Ver-
tragsverletzungen stattgefunden, so dass die beauftragende Klägerin die Kosten
für die Beurteilung von allfälligen Mängeln zu tragen habe (act. 224 Rz 46 ff.). Die
Klägerin vertritt den gegenteiligen Standpunkt (act. 230 Rz 62 ff.).
13.2 Aus der bisherigen Gutheissung der Anschlussberufung würde grundsätz-
lich folgen, dass die Kosten für die zur Begutachtung der vermeintlichen Mängel
beigezogenen Spezialisten nicht auf die Beklagten zu überwälzen sind. Allerdings
sind die Beanstandungen der Beklagten so pauschal, dass eine sorgfältige Beur-
teilung, in welchem Umfang ihr die Kosten nicht zu überwälzen sind, nicht möglich
ist. Die Beklagten gehen nicht auf die einzelnen konkreten Rechnungen ein und
nehmen keinen Bezug auf die Erwägungen der Vorinstanz (act. 215 S. 133 ff.).
Sie beziffern nicht einmal die einzelnen Rechnungen. Die von der Klägerin beige-
zogene G._ Bauphysik befasste sich beispielsweise neben der Trittschall-
dämmung der Böden auch mit den Kastenfenstern und der Schallisolierung der
Abwasserrohre. Die I._AG prüfte unter anderem den Ersatz der Kastenfens-
ter. Zumindest im Bereich der Kastenfenster wurden die Beklagten erstinstanzlich
wegen mangelhafter Vertragserfüllung zu einer Entschädigungszahlung verpflich-
tet (vgl. act. 215 S. 142). Die Beklagten nehmen keine Kostenausscheidung hin-
sichtlich der Aufwände für die einzelnen Mängel vor. Damit bleibt unklar, welche
Leistungen welcher Spezialist erbrachte, auf welchen Bereich sich diese bezogen
und welcher Kostenanteil darauf entfällt. Da es nicht Sache des Gerichts ist, aus
den Akten das Tatsachenfundament zusammenzutragen, fehlt es hier an einer
hinreichenden Begründung. Auf die Anschlussberufung ist deshalb in diesem
Punkt nicht einzutreten.
- 30 -
14. Zusammenfassend ist die Berufung abzuweisen und die Anschlussberufung
im Umfang von CHF 77'383.40 und CHF 10'000.– zuzüglich Zinsen zu 5 % seit 4.
Mai 2016 gutzuheissen. Im Übrigen ist auf die Anschlussberufung nicht einzutre-
ten.
III.
1. Die Parteien haben die Höhe der Gerichtskosten des vorinstanzlichen Ver-
fahrens im Betrag von CHF 46'722.25 (Gerichtsgebühr zuzüglich Kosten des Be-
weisverfahrens; act. 215 Dispositiv-Ziffer 4) nicht angefochten. Da die Klägerin bei
einem Streitwert von CHF 618'991.55 (act. 215 S. 144) nunmehr im Betrag von
CHF 206'902.60 (CHF 294'286.– abzüglich CHF 87'383.40) obsiegt, ist die Ge-
richtsgebühr in Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO der Klägerin zu 2/3 und den
Beklagten, unter solidarischer Haftung, zu 1/3 aufzuerlegen, unter Verrechnung
mit den beidseitig geleisteten Kostenvorschüssen im Gesamtbetrag von
CHF 38'500.– (Vorschüsse Klägerin: CHF 35'250.– ; Vorschuss Beklagte:
CHF 3'250.–). Die Beklagten sind solidarisch zu verpflichten, der Klägerin die Dif-
ferenz der von ihr geleisteten Kostenvorschüsse und des von ihr zu tragenden
Anteils zurückzuerstatten.
2. Zudem ist die Klägerin zu verpflichten, den Beklagten für das erstinstanzli-
che Verfahren eine reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Die Entschädi-
gung richtet sich gemäss § 4 AnwGebV in erster Linie nach dem Streitwert unter
Berücksichtigung des Zeitaufwands sowie der Komplexität des Falles. Beim Auf-
wand ist mit Blick auf § 11 AnwGebV zu berücksichtigen, dass vor Vorinstanz
zwei Schriftenwechsel, eine mündliche Hauptverhandlung, eine ganztätige In-
struktionsverhandlung sowie zwei Beweisverhandlungen mit Zeugenbefragungen
und eine zusätzliche mit mündlicher Ergänzung des Gutachtens durchgeführt
wurden und die Parteien diverse Stellungnahmen sowie schriftliche Schlussvor-
träge erstatteten. Insgesamt rechtfertigt es sich, den Beklagten eine reduzierte
Parteientschädigung von CHF 15'000.– für das erstinstanzliche Verfahren zuzu-
sprechen. Einen Mehrwertsteuerersatz haben die Beklagten im vorinstanzlichen
Verfahren nicht verlangt.
- 31 -
3. Der Streitwert der Berufung beträgt CHF 70'025.–. Die Gerichtsgebühr ist
gemäss §§ 4 und 12 GebV OG auf CHF 7'000.– festzusetzen und der unterlie-
genden Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Im Weitern ist sie zu ver-
pflichten, den Beklagten gemäss §§ 4 und 13 AnwGebV eine Parteientschädigung
von CHF 3'000.– zu entrichten.
4. Der Streitwert der Anschlussberufung beträgt CHF 100'283.40. Die Beklag-
ten unterliegen im Betrag von CHF 12'900.–. Die Gerichtsgebühr beträgt gemäss
§§ 4 und 12 GebV OG rund CHF 8'000.–. Diese sind der Klägerin zu 7/8 und den
Beklagten, unter solidarischer Haftung, zu 1/8 aufzuerlegen. Zudem ist die Kläge-
rin zu verpflichten, den Beklagten eine reduzierte Parteientschädigung von
CHF 7'000.– zu bezahlen.