# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7585f8a-171e-469e-aa24-1798054aa8da
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Politische Gemeinde Vilters-Wangs lud am 22. April 2016 verschiedene
Unternehmen ein, bis 10. Mai 2016 ein Angebot für die Lieferung einer
Strassenkehrmaschine einzureichen. In den Unterlagen zur Einladung wurden als
Zuschlagskriterien der Preis und die Erfüllung des Anforderungsprofils mit einem
Gewicht von je 35 Prozent sowie Serviceleistungen, Garantie und der
Treibstoffverbrauch mit einem Gewicht von 30 Prozent genannt. Das
Anforderungsprofil legte unter anderem die maximale Breite (1‘150 mm), die minimale
Kehrbreite mit Standardbesen (2‘300 mm), das maximale Gesamtgewicht (3,5 t,
nämlich 2,3 t Leergewicht und 1,2 t Nutzlast) und die einzuhaltende Abgasnorm (Euro 5
mit Russpartikelfilter) fest (act. 3.1). Nachdem die spätere Zuschlagsempfängerin ihr
Produkt vorgeführt hatte, wurde das Anforderungsprofil angepasst (maximale Breite
1‘300 mm, minimale Kehrbreite mit Standardbesen 2‘100 mm, maximales
Gesamtgewicht 5 t, nämlich 3 t Leergewicht und 1,5 t Nutzlast, Abgasnorm Euro 5 mit
Russpartikelfilter oder EuroMot 3B; act. 3.2).
Am 14. Juni 2016 erhielten alle ursprünglich eingeladenen Anbieter Gelegenheit, ihr
Angebot entsprechend den neuen Anforderungen zu überarbeiten und bis 27. Juni
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2016 neu einzureichen. Innert dieser Frist gingen drei Angebote von drei Anbietern ein.
Der Zuschlag wurde am 11. Juli 2016 der Aebi & Co. AG Maschinenfabrik, deren
Angebot mit 572 (Preis 182, Erfüllung der Anforderungen 210, Service- und
Dienstleistungen 180) von maximal 600 Punkten bewertet worden war, zum Preis von
CHF 132‘500 erteilt.
B. Die Marcel Boschung AG (Beschwerdeführerin), deren Angebot zum Preis von CHF
115‘000 536 Punkte (Preis 210, Erfüllung der Anforderungen 182, Service- und
Dienstleistungen 144) erzielt hatte, erhob gegen die Zuschlagsverfügung des
Gemeinderats der Politischen Gemeinde Vilters-Wangs (Vorinstanz) mit Eingabe vom
21. Juli 2016 (Postaufgabe: 22.07.16) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr der
Zuschlag zu erteilen. Das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch, der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, hiess der Präsident des
Verwaltungsgerichts am 3. August 2016 gut, ohne die Erfolgsaussichten der
Beschwerde näher zu prüfen, da die Vorinstanz sich dem Begehren nicht ausdrücklich
widersetzt hatte. Die Kosten der Zwischenverfügung verblieben bei der Hauptsache.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 23. August 2016 sinngemäss die
Abweisung der Beschwerde. Die Aebi & Co. AG Maschinenfabrik
(Beschwerdegegnerin) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Auf die
Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz zur Begründung ihrer

## Considerations

Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS
841.1, EGöB). Die Beschwerdeführerin, deren nicht berücksichtigtes Angebot zwar als
wirtschaftlich ungünstigstes beurteilt wurde, hat angesichts des Rückstandes von
lediglich 36 – bei einem Maximum von 600 – Punkten reelle Chancen auf den Zuschlag
und ist damit zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; VerwGE B
2014/210 vom 28. April 2015 E. 1, www.gerichte.sg.ch; BGE 141 II 14 E. 4.1). Die
Beschwerde gegen die Zuschlagsverfügung vom 11. Juli 2016 wurde mit Eingabe vom
21. Juli 2016 (Postaufgabe 22.07.16) rechtzeitig erhoben und erfüllt die Anforderungen
in formeller und inhaltlicher Hinsicht (Art. 15 Abs. 3 der Interkantonalen Vereinbarung
über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS 841.32, IVöB). Auf die Beschwerde ist
deshalb einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe vergaberechtswidrig
gehandelt. Die Vorinstanz habe das Anforderungsprofil der Einladung vom 22. April
2016 geändert, um sich eine weitere auf dem Markt existierende Kehrmaschine, welche
in der Zwischenzeit bei ihr vorgeführt worden sei, offerieren zu lassen. Die mit einer