# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 87d87424-edf7-4326-b9d3-6943a03676b3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, war seit Februar 2000 als angelernter Gärtner bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt und über diese bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (
Urk.
8/1 S. 1
Ziff.
1-3). Am 1
7.
November 2017 wurde er bei der Arbeit von einem Personenwagen
angefahren und zog
sich mehrere V
erletzungen zu
(
Urk.
8/1 S. 1
Ziff.
4-6 und 9, S. 2). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistun
gen (
Urk.
8/4).
Mit Verfügung vom
5.
Februar 2021 (
Urk.
8/
2
67) sprach die Suva dem Versicher
ten eine Invalidenrente
ab
1.
März 2021
bei
einem Invaliditätsgrad
von 11
%
zu. Einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneinte sie.
Die vom Versicherten am 1
1.
März 2021 (
Urk.
8/269) dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 2
6.
April 2021 (
Urk.
8/280
/1-10
=
Urk.
2/1) ab.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
2
8.
Mai 2021
Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 2
6.
April 2021 (
Urk.
2
/1
) und beantragte, dieser sei insoweit aufzuheben als ihm Leistungen verweigert würden und es seien ihm die gesetz
lichen Leistungen zuzusprechen. Insbesondere seien ihm eine Invalidenrente in korrekter Höhe sowie eine Integritätsentschädigung zuzusprechen. Des Weiteren sei eine vollständige medizinische Sachverhaltsabklärung vorzunehmen. Insbe
sondere sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 1
Ziff.
1-2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Juni 2021 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
2.
Juli 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
2.2
Mit
Gerichtsv
erfügung vom 1
2.
Oktober 2021 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2 oben) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
10 Dispositiv
Ziff.
1).
Der Rechtsvertreter reichte dem Gericht am
3.
Februar 2022 (
Urk.
12/1) die Honorarnote in Höhe von
Fr.
8
'594.45 (
Urk.
12/2) ein.
2.3
Gegen die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des K
antons Zürich, IV-Stelle, vom 1
6.
Februar 2021 erhob der Beschwerdefüh
rer am 2
2.
März 2021 ebenfalls Beschwerde
(angelegt unter Verfahren-Nr. IV.2021.00206).
Das Urteil erging am heutigen Tag.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1
.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2/1) fest,
dem Beschwerdeführer sei die angestammte Tätigkeit als Gärtner
aufgrund der
nach dem Unfall
verbliebenen
Beschwerden
nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, praktischer Arzt,
sei
im Bericht vom
7.
Dezember 2020
davon aus
gegangen
, dass
leichte und mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten anteilig mit Stehen, Gehen und Sitzen
jedoch
mit einem vollen Arbeitspensum zumutbar seien. Zu vermeiden seien das Heben und Tragen schwerer Lasten ohne geeignete Hilfsmittel, häufige Arbeitseinsätze auf
unebenem
Untergrund sowie anhaltende Zwangshaltungen wie Hocken, Knien, Kauern. Solche Arbeiten seien nach den erlittenen Frakturen und den angegebe
nen Restbeschwerden des linken Unterschenkels und der linken Hand als ungünstig zu bewerten. In einer angepassten handwerklichen Tätigkeit ohne aussergewöhnliche kognitive Anforderungen seien keine Einschränkungen zu erwarten. Auf die Beurteilung des Kreisarztes könne vollumfänglich abgestellt werden (S. 4 E. 2b).
Die Beschwerdegegnerin
stellte für den
Einkommensvergleich
auf ein
Validen
einkommen
von
Fr.
74'100.-- ab (S. 6 E. 2 cc). Diesem stellte sie ein Invaliden
einkommen von
Fr.
65'802.-- gegenüber, wobei sie einen Abzug vom
Tabellen
lohn von 5
%
gewährte, und ermittelte
einen Invaliditätsgrad von 11
%
. Sie stellte dazu fest, die gesundheitliche Unmöglichkeit, eine schwere Arbeit zu verrichte
n
, führe nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des
hypothetischen Invalidenlohns, da der Tabellenlohn gemäss LSE-Ta
belle TA1, Kompe
tenzniveau eins,
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren T
ätigkeiten umfasse. Die zusätzlichen Einschränkungen beschränkten sich im Wesentlichen darauf, dass anhaltende Zwangsarbeiten nicht mehr zumutbar seien und eine Wechselbelastung notwendig sei
(S. 5 f. E. 2
c
b
).
Dr.
A._
sei davon ausgegangen, dass kein erheblicher Integritätsschaden bestehe.
Bezüglich der oberen Extremitäten bestehe unter Hinweis auf
die
Suva-Tabelle 1 kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, da ein reizloser Lokal- und Funktionsbefund vorliege mit einer seitengleich symmetrischen Beweglich
keit, einem kompletten Faustschluss, einer unauffälligen
Muskeltrophik
und einem kräftigen Händedruck nach einer stabil ausgeheilten Fraktur des linken Unterarms.
Nach der Tabelle
2
bestehe
bei einem unauffälligen
, raumgreifenden und sicheren
Gangbild nach einer vollständig konsolidierten Fraktur des linken Unterschenkels
ebenfalls
kein Integritätsschaden.
Nach
der
Suva-Tabelle 8
bestehe auch
für eine minimale
Hirnfunktionsstörung
kein Integritätsschaden
(S. 7 f. E. 3 b). Zu einer vom Beschwerdeführer erwähnten psychischen Belastung fänden sich in den medizinischen Akten keine Hinweise (S. 8 E. 3 b).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
er
leide in psychischer und physischer Hinsicht erheblich unter den Unfallfolgen (
Urk.
1
S. 4
Ziff.
14).
Die
erlittene
Hirn
blutung werde i
m Bericht vom 1
7.
November 2017 über ei
ne Notfall-Computer
tomographie
(CT)
bildgebend dargestellt. Gemäss dem Bericht
handle es sich
am ehesten um eine Einblutung bei axonaler Schädigung. Es sei ein MRI zum Ausschluss weiterer axonaler Verletzungen empfohlen worden.
Bei axonalen Verletzungen
handle es sich
um kleine Verletzungen der Nervenfasern
, welche die Verbindung beziehungsweise die Kommunikation zwischen den Nervenzellen einschränkten
. Zur Therapie sei ein längerer intensivmedizinischer Aufenthalt erforderlich (S. 6
Ziff.
22-23).
Ein MRI des Schädels sei v
on Seiten
der Ärzte
des Kantonsspitals
B._
erst nach der Sprechstunde vom 1
3.
Juni 2018 in Auftrag gegeben worden. Die Beschwerdegegnerin und die Ärzte
des Kantonsspitals B._
seien der Verpflichtung zur medizinischen Abklärung offensichtlich ungenügend nachgekommen (S. 7
Ziff.
24).
Gemäss dem Notfallbericht vom 1
7.
November 2017
sei
neben der festgestellten distalen Radiusfraktur der Verdacht auf eine
Scaphoidfraktur
(Kahnbeinbruch)
gestellt worden
. Im Röntgenbild vom
5.
Januar 2018
sei
die Fraktur bestätigt worden.
Den
medizinischen Akten
seien diesbezüglich
aber
keine weiteren Massnahmen zu entnehmen. Weder kreisärztlich noch gutachterlich sei abgeklärt worden, was aus dem Kahnbeinbruch im Zeitpunkt des Fallabschlusses geworden sei. Der Beschwerdeführer klage bis heute über Beschwerden am Handgelenk
. Der
Sachverhalt sei
daher
offensichtlich ungenügend abgeklärt worden
(S. 7
Ziff.
25). Gemäss dem Arztbericht vom 2
5.
Februar 2018 sei
nach der Versorgung der Unterschenkelfraktur
die
Metallplatte des
Implantatmaterials
gebrochen. Am
6.
März 2018 sei das
Implantatmaterial
an der Tibia operativ entfernt worden. Am 1
5.
März 2018 sei das restliche
Implantatmaterial
an der Tibia entfernt und stattdessen ein Marknagel ins Schienbein eingesetzt worden.
Man könne nur mutmassen, weshalb
der Beschwerdeführer
innert weniger Tage zweimal operiert worden sei
. Die Berichte der Ärzte
des Kantonsspitals B._
würden sich darüber ausschweigen
(S. 7
Ziff.
28-30).
Dr.
A._
äussere sich zudem nicht zu einem anscheinend vorhandenen Kallus (S. 8
Ziff.
34).
Dieser
verfüge als Allgemeinmediziner offensichtlich nicht über die erforderliche Fachkompetenz zur Beurteilung orthopä
discher Beschwerden. Seine Beurteilungen seien daher nicht verwertbar.
Der Beschwerdeführer habe nach dem
schweren Unfall Anspruch auf ein unabhängi
ges externes Gutachten
. Er sei lediglich von den Ärzten
des Kantonsspitals B._
und einem Allgemeinmediz
in
er gesehen worden. Dies genüge klarerweise nicht (S. 9
Ziff.
35-37
).
Die Einschätzung im neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik
C._
vom
4.
März 2020 sei sodann mit einigen Zweifeln belastet. Es werde davon ausgegangen, dass er vorbestehende kognitive Schwächen aufweise. Die
s
sei falsch und werde bestritten (S. 10
Ziff.
43).
Weiter sei erstaunlich, wenn von einer Arbeitsunfähigkeit von 50-70
%
in angepassten Tätigkeit
en
nach der
neuropsy
chologischen
Abklärung in der Rehaklinik
C._
innert
eines
Jahr
es
keine Arbeit
sunfähigkeit mehr
verbleiben
solle (S. 10
Ziff.
46). Bei den Berichten der Rehaklinik
C._
handle es sich
zudem um versicherungsinterne Stellungnah
men mit parteibehauptendem Charakter (S. 11
Ziff.
47).
Hinsichtlich des
Beweis
wert
es
von neuropsychologischen Befunden sei so oder so eine psychiatrische Abklärung erforderlich. Die Beschwerdegegnerin habe dies ebenfalls unterlassen (S. 11
Ziff.
51).
Zudem sei offensichtlich die Höhe des Leidensabzuges viel zu tief ausgefallen.
E
r habe enorme Sprachschwierigkeiten. Auch sei der Ausländerstatus zu berücksich
tigen. Es bestünden viele erhebliche Einschränkungen
,
und zudem sei er
über 20 Jahre in ein und demselben Betrieb tätig gewesen, so dass sich der maximale Tabellenlohnabzug von 25
%
, mindestens jedoch ein solcher von 20
%
, rechtfer
tige (S. 11 f.
Ziff.
53-58).
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte in der Beschwerdeantwort ergänzend aus,
eine
Scaphoidfraktur
sei
in den Röntgenbildern vom
5.
Januar 2018 und im weiteren Verlauf
nicht diagnostiziert worden
. Im Bereich des linken Handgelenks seien
aber
unbestritten Restbeschwerden vorhanden, die im Rahmen der Zumutbar
keitsbeurteilung berücksichtigt worden seien (S. 2 f.
Ziff.
6).
Im Rahmen der ausführlichen medizinischen Abklärungen sei auch keine Pseudarthrose diagnos
tiziert worden (S. 3
Ziff.
7).
Es seien keine abweichenden ärztlichen Beurteilungen vorhanden. Eine Veranlassung für weitere medizinische Abklärungen bestehe nicht (S. 3
Ziff.
9 unten).
2.4
Streitig und zu prüfen sind die Höhe des Rentenanspruches und ob ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung besteht. Vorab
ist zu entscheiden
, ob auf die vorliegenden medizinischen Akten abgestellt werden kann
oder ob der Sachver
halt
insbesondere durch ein
medizinisches Gutachten ergänzend abzuklären ist.
3.
3.1
Gemäss Schadenmeldung vom 2
0.
November 2017 wurde der Beschwerdeführer am 1
7.
November 2017 von einem Personenwagen angefahren und zog sich diverse Verletzungen zu (
Urk.
8/1
S. 1
Ziff.
4-6 und 9,
S. 2
).
3.2
Im Rahmen der Erstbehandlung im
Kantonsspital W._
wurden am 1
7.
November 2017
ein
Not
f
all-CT Polytrauma
und ein
Notfall-CT
des linken
Unterschenkel
s durchge
führt.
Gemäss
Bericht vom
1
7.
November 2017 (
Urk.
8/15)
wurde
eine kleine subkortikale Blutung mit einem geringem perifokalem Ödem
im Gyrus frontalis superior links festgestellt, am ehesten bei einer axonalen Schädigung. Eine weiterführende Abklärung mittels MRI im Intervall
zum Ausschluss
weiterer axonaler Verletzungen werde empfohlen. Weiter bestünden eine distale Radius
fraktur und eine offene, dislozierte, komplette Unterschenkelfraktur. Zusätzlich sei eine nicht dislozierte, schräg von
dorsokaudal
nach
ventrokranial
verlaufende proximale
Tibiafraktur
festgestellt worden. Weiter bestehe eine fragliche Aufhellungslinie im
Scaphoid
distal. Diese
sei bei
der gegebenen B
ildqualität nicht näher zu beurteilen (S. 2).
3.3
Die Ärzte
des Kantonsspitals B._
attestierten im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 2
4.
November 2017 (
Urk.
8/26) vom 1
8.
November 2017 bis
5.
Januar 2018 eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
. In den nachfolgenden Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom
5.
Januar und 1
4.
Februar 2018 (
Urk.
8/27,
Urk.
8/31) wurde eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
für die Zeit vom
6.
Januar bis
5.
April 2018 fortgeschrieben.
3.4
Die Ärzte
des Kantonsspitals B._
stellten im Austrittsbericht vom 1
1.
Dezember 2017 (
Urk.
8/14
/2-5
) nach der Hospitalisation vom 1
7.
bis 2
5.
November 2017 folgende Diagnosen (S. 1):
-
zweitgradige
offene, dislozierte, mehrfragmentäre Mehretagen-Unter
schenkelfraktur links vom 1
7.
November 2017
-
nach dorsal dislozierte, intraartikuläre distale Radiusfraktur links vom 1
7.
November 2017
-
kleine subkortikale Blutung mit geringem perifokalem Ödem am Gyrus frontal
i
s superior links vom 1
7.
November 2017
Die Ärzte
des Kantonsspitals B._
führten aus, der Patient sei aufgrund der im CT erkannten subkortikalen kleinen Einblutung links für 72 Stunden überwacht worden. Die Überwachung sei unauffällig verlaufen (S. 1 unten). Der Patient habe bereits früh während der Hospitalisation Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Schlafstörungen und Angstattacken gezeigt. Eine psychiatrische Kontaktauf
nahme habe er abgelehnt (S. 2 oben; vgl. auch die Operationsbericht
e
vom 2
0.
und 2
4.
November 2017,
Urk.
8/51,
Urk.
8/13).
3.5
Gemäss dem
Bericht vom
5.
Januar 2018
(
Urk.
8/28)
über
Röntgenbilder des linken Handgelenks und des linken Unterschenkels
wurde am linken Handgelenk
neben dem bekannten Befund
zusätzlich eine abgrenzbare
Ulnastyloid-Avulsi
onsfraktur
festgestellt (S. 1 unten).
3.6
Die Ärzte
des Kantonsspitals B._
stellten im Austrittsbericht vom 1
3.
März 2018 (
Urk.
8/
43/2-3) nach einem stationären Aufenthalt
im
Kantonsspital W._
vom
6.
bis
9.
März 2018 die Diag
nose sekundäres
Implantat
versagen
bei
Verdacht auf Low-Grade-Infekt bei
zweitgradiger
offener, dislozierter, mehrfragmentärer Mehretagen-Unterschen
kelfraktur links mit
Delayed
-Union und Status nach Plattenosteosynthese mit zwei freien Zugschrauben vom 1
7.
November 2017 (
S. 1; vgl. auch den Bericht vom 2
5.
Februar 2018 über ein CT des linken Unterschenkels,
Urk.
8/45).
Die Ärzte
des Kantonsspitals B._
gaben zum Verlauf an, am
6.
März 2018 seien bakteriologische Proben entnommen worden. In der angefertigten Bakteriologie habe sich kein Keimwachstum gezeigt (S. 1 unten). Sie
attestierten für die Zeit vom
6.
März bis
6.
Juni 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2).
3.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
Kantonsspital W._
, führte im Bericht vom 2
0.
Juni 2018 (
Urk.
8/77)
aus, eine zeitweilige Vollbelastung sei schmerzarm möglich. Dies geschehe vor allem in der Wohnung. Auswärts benötige der Patient vorwiegend einen Gehstock.
Die für die Tätigkeit als Gärtner
attestierte Arbeits
unfähigkeit von 100
%
werde
bis Ende August 2018 verlänger
t.
Der Patient habe
über intermittierende stärkste Kopfschmerzen berichtet.
Er habe den Patienten für eine ambulante Untersuchung (MRI) des Schädels angemeldet
(S. 2).
3.8
Dr.
D._
gab in einem weiteren Bericht vom
6.
September 2018 (
Urk.
8/98)
zur Untersuchung des linken Unterschenkels
als Befunde reizlose Weichteile und eine leichte Klopf- und
Druckdolenz
im Bereich des gut palpierenden Kallus an. Die Wunden seien allesamt reizlos und trocken. Weiter liege eine
uneingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks und des Kniegelenks vor. Zum Verlauf bestehe nach der Wiederaufnahme der Arbeit eine zunehmende Belastungsfähig
keit. Der Beschwerdeführer beschreibe aber Tage, an denen er aufgrund der Belastung im Bereich der ehemaligen Fraktur deutliche Schmerzen verspüre. An anderen Tagen sei er praktisch schmerzfrei. Abendlich bestehe
zusätzlich
eine
Schwellungstendenz, je nachdem wie lange er auf den Beinen gewesen sei. Einen Kompressionsstrumpf trage er nicht. Die Schwellung sei am nächsten Morgen jeweils wieder
regredient
(S. 2 oben).
Der Beschwerdeführer sei für einen Arbeits
versuch ab dem 1
7.
September 2018 zu 50 % arbeitsfähig. Er könne aber keine knienden Tätigkeiten verrichten und in den ersten Wochen seien Lasten von über 10 kg zu vermeiden (S. 2 Mitte).
3.9
Dr.
D._
führte im Bericht vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
8/107) zur Anamnese aus, der Arbeitsversuch verlaufe mehr oder weniger erfolgreich. Der Patient arbeite seit dem 1
7.
September 2018 zu 50
%
als Gärtner und gehe der Arbeit ohne Einschränkungen nach. Er sei jedoch am Mittag fix und fertig und leide unter Schmerzen und an Schwellungszuständen. Er sei froh, wenn er dann pausieren und ruhen könne. Die Arbeitsfähigkeit von 50
%
werde fortgeführt und gelte bis Mitte März 201
9.
Falls eine Besserung eintrete, werde die Arbeitsfähig
keit gesteigert (S. 2).
3.10
E._
, Fachpsychologin Neuropsychologie, erstattete am 2
3.
Januar 2019 (
Urk.
8/118) einen Bericht über die neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
8.
Januar 201
9.
Sie führte aus, mit der Untersuchung sei abzuklären, ob in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten noch unfallbedingte Einschränkungen bestünden (S. 1 oben).
Die Untersuchung habe eine mittelgradige neuropsychologische Störung ergeben. Die Hauptschwierigkeiten lägen in den exekutiv-
attentionalen
Funktionen, der geteilten Aufmerksamkeit, der zeitlich verzögerten räuml
ich-konstruktiven Abrufleistung und dem psychomotorischen Antrieb (S. 6 Mitte). Der Beschwerde
führer präsentiere sich im Verhalten und in der Auseinandersetzung mit den vorhandenen Schwierigkeiten psychisch belastet und mit emotionalen Ein
brüchen (S. 7 oben). Im MRI vom 1
2.
Juli 2018 seien ein Residuum der statt
gehabten Blutung im Gyrus frontal
i
s superior links und weitere kleine punktuelle Läsionen ventral davon nachgewiesen worden. Gewisse Störungen seien überwiegend wahrscheinlich durch die Blutung im Gyrus frontalis links bedingt (S. 7 unten).
Es bestehe eine mittelgradige neuropsychologische Störung (ICD-10 F06.8)
mit vorwiegend linksfrontalem Ausfallmuster und Anteilen von affektiv bedingten Leistungsdefiziten. Eine mittelgradige neuropsychologisc
he Störung entspreche einer Arbeitsunfähigkeit von 50-70
%
. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei somit bereits optimal angepasst. Die Leistungsfähigkeit sei, wenn möglich, auf 80 % anzupassen (S. 8).
3.11
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Neurologie, erstattete am 1
3.
März 2019 (
Urk.
8/132 =
Urk.
8/133/2-3) einen Bericht über die neurologische und neuropsychologische Untersuchung vom
4.
März 201
9.
Dr.
F._
stellte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Polytrauma mit Schädelhirntrauma
-
kleine subkortikale Blutung mit geringem perifokalem Ödem im Gyrus frontalis superior links
-
Schädel-MRI vom 1
2.
Juli 2018 mit Residuum der stattgehabten Blutung im Gyrus frontal
i
s superior links sowie Nachweis weiterer kleiner punktueller Läsionen ventral davon
-
Status nach
zweitgradig
offener, dislozierter, mehrfragmentärer,
Mehreta
gen-
Unterschenkelfraktur links
-
nach dorsal dislozierte, intraartikuläre distale Radiusfraktur links
Dr.
F._
führte in ihrer Beurteilung aus, in der neuropsychologischen Unter
suchung hätten sich vorwiegend frontale Defizite mit deutlicher linksseitiger Betonung gezeigt. Weiter hätten sich Defizite im Bereich der Aufmerksamkeit und der Konzentration ergeben. Im Bereich der mnestischen Funktionen habe der Beschwerdeführer ein schlechtes Resultat bei den verbalen im Vergleich zu den figuralen Tests gezeigt.
Die Befunde seien gut zu vereinbaren mit dem neuro
radiologischen Befund einer stattgehabten Blutung im Gyrus frontalis superior links. Sie stimmten auch weitgehend mit den von Neuropsychologin
E._
erhobenen Befunden überein. Nach einem Schädelhirntrauma könne im Allgemeinen noch innerhalb von zwei Jahren mit einer Verbesserung der posttrau
matischen Defizite gerechnet werden. Insofern bestehe weiterhin die Notwendig
keit für ergotherapeutische und neurophysiologische rehabilitative Behandlungs
massnahmen. Eine definitive Prognose bezüglich
Residuen sei zum
jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Es werde eine erneute Beurteilung zwei Jahre nach dem Schädelhirntrauma empfohlen (S. 2 unten).
3.12
Suva-Kreisarzt
Dr.
A._
antwortete am
1.
April 2019 (
Urk.
8/137) auf die Fragen der Beschwerdegegnerin. Er gab an, die berufliche Integration des Beschwerdeführers verlaufe bisher relativ positiv, wobei dieser aus Eigenmotiva
tion bereits eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
anstrebe. Aufgrund des langjährigen, vertrauten beruflichen Umfelds könne nicht unmittelbar abgeleitet werden, ob die festgestellte
n
neuropsychologischen Defizite nicht mehr vorhanden seien.
Stattdessen könne auch, insbesondere bei einer frontalen Hirnschädigung, eine Selbstüberschätzung bei einer verminderten Kritikfähigkeit eintreten. Der Umgang mit allfälligen gesundheitsgefährdenden Arbeitsmitteln wie Motorsägen sei somit noch kritisch zu sehen. Im Rahmen der Berufsausübung sei sodann eine begleitende Beaufsichtigung sinnvoll (S. 1
Ziff.
1).
Zu empfehlen seien
weiterhin
Massnahmen der Ergotherapie beziehungsweise ein neuropsychologisches Training, einmal wöchentlich (S. 1
Ziff.
2).
Es gehe
um die Förderung der Konzentration, des Gedächtnisses, der Anpassungsfähigkeit und Problembewälti
gung, der Selbstwahrnehmung und der Kritikfähigkeit sowie der Selbständigkeit des Beschwerdeführers (S. 1 f.
Ziff.
3). Der Endzustand sei noch nicht erreicht. Eine weitere Stabilisierung bleibe abzuwarten.
Nach der Schwere der strukturellen und neuropsychologischen Störungen solle zwei Jahre nach dem Unfallereignis eine neuropsychologische Nachuntersuchung erfolgen (S. 2
Ziff.
4).
3.13
Dr.
D._
berichtete am
6.
Juni 2019 (
Urk.
8/145/1-2), der Beschwerdeführer habe das Arbeitspensum am
1.
April 2019 auf 100
%
gesteigert, was seinem Wunsch entsprochen habe. Die Steigerung sei initial mehr oder weniger erfolg
reich verlaufen. Der Beschwerdeführer habe sich nun aber wegen zunehmender belastungsabhängiger Schmerzen gemeldet. Er habe zuvor bei einer Arbeitsun
fähigkeit von 50 % genügend Zeit gehabt, um sich zu erholen. Er gebe jetzt an, dass er bei starker Belastung doch hin und wieder unter Schmerzen im Unter
schenkel und zeitweilig auch im Handgelenk leide. Bei Überlastung bestünden neu zusätzlich Schmerzen im rechten oberen Sprunggelenk, da er bei der Arbeit als Landschaftsgärtner das linke Bein schone.
Dr.
D._
habe dem Patient
e
n vorgeschlagen, weniger zu arbeiten mit einer Arbeitsbelastung von erneut 50
%
(S. 2 oben).
3.14
Gemäss einer Telefonnotiz
der Beschwerdegegnerin
vom 2
1.
Juni 2019
übte
der Beschwerdeführer seit dem 1
1.
Juni 2019 wieder
ein Arbeitspensum
von 50
%
aus
(
Urk.
8/146).
3.15
Kreisarzt
Dr.
A._
schlug in der Stellungnahme vom 1
0.
Dezember 2019 eine neurologische und eine neuropsychologische Verlaufsuntersuchung vor (
Urk.
8/171/3). Die Untersuchungen (THV-Assessment) wurden in der Rehaklinik
C._
durchgeführt. Die neuropsychologische Untersuchung erfolgte am
4.
März 2020 durch
Dr.
phil. G._
, Fachpsychologe für Neuropsy
chologie FSP (
Urk.
8/202 S. 3 unten). Die neurologische Untersuchung durch
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Neurologie, erfolgte am
7.
Mai 2020 (
Urk.
8/202 S. 3 oben).
Dr.
G._
gab im neuropsychologischen Bericht vom
4.
März 2020 (
Urk.
8/203) an, der Beschwerdeführer habe am 1
7.
November 2017 ein Poly
trauma erlitten, wobei er sich unter anderem ein Schädelhirntrauma zugezogen habe. Aufgrund der Lokalisation im Marklage
r
handle es sich am ehesten um eine Einblutung bei axonaler Schädigung (S. 5 oben). Der Beschwerdeführer habe anamnestisch keine kognitiven Defizite angegeben. Die aktuellen Hauptprobleme bestünden in einer Kraftminderung und Schmerzen im linken Unterschenkel
,
in der linken Hand und im Arm. Als nächstes werde geprüft, ob das Osteosynthese
material entfernt werden solle. Der Beschwerdeführer arbeite aktuell mit einem Pensum von 50
%
als Gärtner. Er könne die Tätigkeiten jedoch nur bedingt oder gar nicht mehr ausführen. Es sei der langjährigen Tätigkeit und der guten Beziehung zum Arbeitgeber zu verdanken, dass er dennoch weiterbeschäftigt werde. Bisherige Arbeitsversuche mit einem Pensum von 75
%
beziehungsweise von 100
%
seien hauptsächlich aufgrund der Schmerzen gescheitert. Die Belast
barkeit sei für die volle Untersuchungs
dauer von 140 Minuten vorhanden gewesen.
Während der Zeitspanne sei es nicht zur Abnahme der allgemeinen Konzentrationsfähigkeit gekommen (S. 5 unten).
Im Vergleich mit der neuropsychologischen Untersuchung vom Januar 2019 sei ein deutlich bes
seres kognitives Leistungsvermögen
vorhanden mit mehrheitlich normentsprechenden Leistungen. Die Befunde seien zusammengefasst als mini
male kognitive Störung zu bewerten.
Die leichten Minderleistungen seien am ehesten im Rahmen vorbestehender Schwächen zu sehen. Eine Akzentuierung durch das Schädelhirntrauma sei jedoch nicht auszuschliessen.
Ein direkter Zusammenhang zwischen den leichten Minderleistungen und der hochfrontal gelegenen Läsion erscheine als weniger wahrscheinlich (S. 6 oben).
Dr.
G._
nannte als neuropsychologische Diagnose eine minimale kognitive Störung mit grenzwertig reduzierter Sorgfaltsleistung in der selektiv
en Aufmerksamkeit sowie weiterer
Lei
s
tungsschwankungen, ätiologisch nach traumatischer Hirnverletzung (ICD-10 F07.8) auf dem Hintergrund vorbestehen
der kognitiver Schwächen
(Bildungsanamnese)
. Die kognitiven Fähigkeiten zur Ausübung des Berufes als Gärtner seien grundsätzlich vorhanden. Die Funktions
fähigkeit im Beruf sei
primär durch körperliche Faktoren sowie durch die Schmerzen reduziert (S. 6 unten).
3.16
Dr.
H._
führte im neurologischen Bericht vom
8.
Mai 2020 (
Urk.
8/202) aus, aktuell stünden Schmerzen im Bereich des linken Unterschenkels, in den Hüften rechtsbetont, Kribbelparästhesien linksbetont sowie Schmerzen in den Händen und regelmässig auftretende Kopfschmerzen im Vordergrund. Als Differential
diagnose bestünden Spannungskopfschmerzen. Diesbezüglich werde empfohlen, die orale Schmerzmedikation unter Begleitung eines Spezialisten komplett abzusetzen. Betreffend die Beschwerden im linken Unterschenkel sei eine weitere Operation im
Kantonsspital W._
geplant. Bezüglich der Schmerzen in der Hüfte, im Bereich des Iliosakralgelenks links und der Halswirbelsäule empfehle
Dr.
H._
eine orthopädische Untersuchung und die Fortsetzung der Physiotherapie mindestens zweimal in der Woche. Bei den Kribbelparästhesien linksbetont in den Händen könne es sich
im Sinne einer
Differentialdiagnose um ein Karpaltunnelsyndrom beidseits oder eine Reizung des
Nervus
ulnaris
handeln. Der Beschwerdeführer solle sich wegen dieser Beschwerden bei einem Neurologen vorstellen (S. 5 oben).
In Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten seien für die Ausübung des Berufs als Gärtner keine Einschränkungen vorhanden. Die beruflichen Einschränkungen beruhten vorwiegend auf Schmerzen und orthopädischen Problemen. Nach einer orthopädischen Abklärung könne sehr langsam
nach Massgabe der Beschwerden und der Belastbarkeit
eine Steigerung des Arbeitspensums erfolgen (S. 5 Mitte).
3.17
Dr.
D._
führte im Bericht vom 2
1.
Juli 2020 (
Urk.
8/213/2-3) aus, eine Osteo
myelitis sei ausgeschlossen worden. Er habe sich mit dem Patienten auf eine langsame Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75
%
über zwei Wochen geeinigt. Nach den Ferien des Beschwerdeführers solle die Arbeitsfähigkeit auf 100
%
gesteigert werden. Falls dies nicht gehe, solle sich
dieser
wieder melden (S. 2).
3.18
3.18.1
Dr.
A._
führte im Bericht vom
7.
Dezember 2020 (
Urk.
8/242
) über die kreis
ärztliche Untersuchung vom
2.
Dezember 2020 aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass unverändert Restbeschwerden in der linken Hand und vor allem am linken Unterschenkel bestünden. Die Beschwerdesymptomatik sei belastungs
abhängig. Er habe die Arbeitsleistung nicht mehr weiter steigern können. Ein erneuter Arbeitsversuch sei bei einem Pensum von 75
%
gescheitert. Es habe dann jeweils am nächsten Tag eine verstärkte Schmerzsymptomatik bestanden (S. 9 Mitte).
Er
nehme Voltaren und Dafalgan ein, zurzeit regelmässig zirka dreimal täglich.
Der Beschwerdeführer
verfüge über keine abgeschlossene Berufsausbildung. In
I._
habe er als Maurer gearbeitet. In der Schweiz sei er seit zirka zwanzig Jahren ungelernt im Bereich Gartenbau und Gartenunterhalt tätig. Vor dem Unfall habe er im Gartenbau auch körperlich schwere, robuste Arbeiten vollzeitig ausgeführt. Er arbeite im Freien, regelmässig auf unebenem Gelände und wieder
holt auf Leitern (S. 9 unten). Repetitive körperliche Zwangshaltungen wie Knien
und
Hocken sei
e
n aus seiner Sicht belastend. Diese Arbeiten seien ihm kaum möglich (S. 9 f.).
3.18.2
Dr.
A._
stellte folgende Diagnosen (S. 12 oben):
Fremdunfall vom 1
7.
November 2017
-
mit dorsal dislozierter, intraartikulärer distaler Radiusfraktur links
-
mit
zweitgradig
offener, dislozierter, mehrfragmentärer Mehretagen-Unterschenkelfraktur links
vom 1
7.
November 2017
-
mit kleiner subkortikaler Blutung mit geringem perifokalem Ödem im Gyrus frontal
i
s superior links vom 1
7.
November 2017
-
neurop
sychologisch minimale kognitive
Störung bei vorbestehen
den kognitiven Schwächen
(gemäss Bildungsanamnese)
Der Beschwerdeführer sei am 1
7.
November 2017 von einem Auto erfasst worden. Er habe dabei ein schweres Anpralltrauma erlitten mit einer dislozierten, intra
artikulären distalen Radiusfraktur links, einer kleinen subkortikalen Blutung im Bereich des Gyrus frontalis superior sowie einer
zweitgradig
offenen, dislozierten, mehrfragmentären und
mehretagigen
Unterschenkelfraktur links. Es sei zu einer Amnesie zum Ereignis und einem initialen Glasgow
Coma
S
c
ore (GCS) von 15 gekommen. Nach der Versorgung der F
r
akturen seien am
6.
März 2018 bei einer gestörten Konsolidierung der Unterschenkelfraktur und einem
Inplantatversagen
eine
Teilimplantat
entfernung
von der Tibia und
ein lokales
Débridement
erfolgt
und eine bakteriologische Probe entnommen worden
. Am 1
5.
März 2018 seien die Entfernung des restlichen Implantats im Bereich der proximalen Tibia und eine Marknagelosteosynthese erfolgt
(S. 12 Mitte).
In den Verlaufskontrollen zum 1
6.
Oktober 2019 und vom 1
1.
März 2020 sei eine vollständige Konsolidation der Unterschenkelbrüche und der Radiusfraktur links festgestellt worden mit regelrechten Artikulationen in den angrenzenden Gelenken. Nach den unter der beruflichen Arbeitsbelastung geklagten belastungsabhängigen Beschwerden seien im Juli 2020 Röntgenbilder und eine MRI-Untersuchung des linken Unterschenkels veranlasst worden. Bei unauf
fälligen Laboruntersuchungen und der erneuten Entnahme einer Probe sei eine Osteo
myelitis ausgeschlossen worden (S. 12 unten). In weiteren klinischen Unter
suchungen seien reizlose Lokalbefunde mit unauffälligen Weichteilen, ohne
Entzündungszeichen und eine normale Finger-, Knie- und Sprunggelenksbeweg
lichkeit beschrieben worden. Der Versuch einer weiteren Leistungssteigerung im angestammten Beruf als angelernter Gärtner sei schliesslich trotz einer ergänzen
den medizinischen Trainingstherapie bei unveränderten Beschwerden gescheitert (S. 12 f.).
Im Vergleich zu
den
neuropsychologischen Untersuchungen vom 1
8.
Januar 2019 sei
in der letzten Untersuchung
vom
4.
März 2020
lediglich eine minimale kognitive Störung mit einer grenzwerti
g reduzierten Sorgfaltsleistung
in der selektiven Aufmerksamkeit und der kurzfristigen verbalen Merkspanne beschrie
ben worden. Für die Berufsausübung als Gärtner bestünden grundsätzlich keine kognitiven Einschränkungen. Die somatischen Beschwerden seie
n als vorrangig bewertet worden. Drei Jahre nach dem Unfallereignis und über sechs Monate nach der Entfernung des Osteosynthesematerials sei bei einem reizlosen Lokal- und guten Funktionsbefund der Gelenke ein stabiler medizinischer Endzustand erreicht
. Der Beschwerdeführer sei frei und sicher ohne Hilfsmittel beim Gehen mobil. Er demonstriere einen kräftigen, im Seitenvergleich aber geminderten Händedruck. Relevante kognitive Einschränkungen seien nicht auffällig
(S. 13 oben).
3.18.3
Der Beschwerdeführer beschreibe für den angestammten, angelernten Beruf als Mitarbeiter im Gartenbau und Gartenunterhalt mit robusten, wiederkehrend schweren körperlichen Belastungen und körperlichen Zwangshaltungen ein Leistungslimit bei einem Arbeitspensum von 50
%
. Dies absehbar ohne die Möglichkeit einer weiteren Steigerung. Eine vollzeitige Arbeitseinsetzung sei insofern unrealistisch. Die Belastungen seien zu hoch (S. 13 Mitte). Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt seien dem Beschwerdeführer aber leichte und mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten, anteilig zum Stehen, Gehen und Sitzen möglich. Dabei sei ihm ein vollzeitiges Pensum zumutbar. Das Heben und Tragen schwerer Lasten ohne geeignete Hilfsmittel, eine häufige Arbeitsein
setzung auf unebenem Untergrund sowie anhaltende Zwangshaltungen wie Hocken, Knien und Kauern seien nach den erlittenen Frakturen und den angege
benen Restbeschwerden des linken Unterschenkels und der linken Hand als ungünstig zu bewerten. Im Rahmen einer angepassten handwerklichen Tätigkeit ohne aussergewöhnliche kognitive Anforderungen seien ke
ine Einschränkungen zu erwarten.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehe kein unfallbedingter Integritätsschaden, der die
Erh
e
blichkeitsgrenze
überschreite (S. 13 unten).
3.19
Dr.
A._
äusserte sich
in einer ärztlichen Stellungnahme vom 2
2.
April 2021 (
Urk.
2/2 =
Urk.
8/278)
zum Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Er gab zu
allfälligen
Funktionsstöru
n
gen an den oberen Extremitäten
an, b
ei einem reizlosen Lokal- und guten Funktionsbefund mit einer seitengleichen Beweglich
keit, einem
kompletten
Faustschl
uss, einer unauffälligen
Muskel
trophik
und einem kräftigen Händedruck nach einer stabil ausgeheilten Fraktur des linken Unterarms bestehe
unter Hinweis auf die Suva-
Tabelle 1 kein Integritätsschaden.
Bezüglich der unteren Extremitäten
bestehe ein unauffälliges, raumgreifendes und sicheres Gangbild nach einer vollständig konsolidierten Fraktur des linken Unterschenkels mit einer symmetrisch uneingeschränkten Beweglichkeit der Anschlussgelenke und der Knie- und Sprunggelenke. Nach Tabelle 2 bestehe daher auch kein Integritätsschaden
für Funktionsstörungen der unteren Extremi
täten
.
Im Hinblick auf eine Hirnfunktionsstörung
nach einer Hirnverletzung liege eine minimale Hirnfunktionsstörung vor bei einem
bei der
persönlichen Untersuchung unauffälligen angepassten Verhalten
und Kognition
. Nach Tabelle 8 bestehe daher auch insofern kein Integritätsschaden. Dem Beschwerdeführer sei daher durch das Unfallereignis vom 1
7.
November 2017 kein Integritätsschaden entstanden, der die
Erheblichkeitsgrenze
überschreite (S
. 2 unten).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
4.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
4.3
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn
die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer war seit Februar 2000 als angelernter Gärtner tätig (
Urk.
8/1
Ziff.
3). Beim Unfall vom 1
7.
Februar 2017 zog er sich im Wesentlichen eine
zeitgradige
offene, dislozierte, mehrfragmentäre Mehretagen-Unte
r
schenkel
fraktur links, eine nach dorsal dislozierte, intraartikuläre distale Radiusfraktur links und ein Schädelhirntrauma beziehungsweise eine kleine subkortikale Blutung mit geringem perifokalem Ödem im Gyrus frontal
i
s superior links zu
(E. 3.4 und 3.11 hiervor). Nach den neurologischen und neuropsychologischen Verlaufsuntersuchungen vom
4.
März und
vom
7.
Mai 2020 wurde
im Vergleich
zur
vorherigen Untersuchung von neuropsychologischer Seite noch eine mini
male kognitive Störung festgestellt.
Dr.
H._
und
Dr.
G._
verneinten, dass sich die Störung auf die Arbeitsfähigkeit als Gärtner auswirkt (E. 3.15 und 3.16).
Der Beschwerdeführer nahm die angestammte Tätigkeit als Gärtner im September 2018 mit einem Arbeitspensum von 50
%
wieder auf (E. 3.8
hiervor
). Versuche, die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit weiter zu steigern, scheiterten.
5.2
Die Ärzte
des Kantonsspitals B._
empfahlen im Bericht vom 1
7.
November 2017 über ein Notfall-CT
ein MRI
zur Abklärung weiterer a
xonaler Verletzungen. Die Unter
suchung wurde im Juni
2018 durchgeführt (E. 3.2 und 3.7).
Da es sich um eine Empfehlung
handelte
,
f
iel die
Entscheidung über weiterführende medizinische Abklärungen
grundsätzlich
in die Kompetenz der behandelnden Ärzte
des Kantonsspitals B._
. E
ntgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
23-24)
kann
aufgrund des
erst
im Juni 2018
durchgeführten
MRI
des Schädels
nicht
auf ungenügende medizinische Abklärungen
geschlossen werden
. Nach dem Bericht vom
5.
Januar 2018 über Röntgenbilder des linken Handgelenks bestätigte sich der Verdacht auf eine
Scaphoidfraktur
nicht
(E. 3.5 hiervor; vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
25).
Anhaltspunkte für eine vom Beschwerdeführer erwähnte Pseudarthrose
(
Urk.
1 S. 7
Ziff.
25)
finden sich in den medizinischen
Akten
nicht.
Für die Beschwerdegegnerin bestand daher keine Veranlassung
,
eine mögliche Pseudarthrose näher abzuklären.
Der Bericht
des Kreisarztes
Dr.
A._
vom
7.
Dezember 2020 und
d
essen
Stellungnahme vom 2
2.
April 2021 beruhen auf der erforderlichen
persönlichen
Untersuchung
des Beschwerdeführers
und erweisen sich für die streitigen Belange als umfassend.
Eine
fachärztliche orthopädische Untersuchung
war
entgegen dem
Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
35)
nicht zwingend
erforderlich. Die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
und die Prüfung eines Anspruches
auf eine Integritätsentschädigung
war
Dr.
A._
auch aufgrund der Erfahrung als Suva-Kreisarzt
zweifellos möglich
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2019 vom 2
4.
Oktober 2019 E. 5.4), weshalb der Einwand des Beschwerdeführers, wonach auf die Beurteilung des Kreisarztes nicht abgestellt werden könne, weil er nicht über die erforderliche Fachkompetenz zur Beurteilung orthopädischer Beschwerden verfüge (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
35), fehl geht
. Des Weiteren liege
n
keine Anhaltspunkte
oder Zweifel
vor, die gegen
die
Beurteilung
durch
Dr.
A._
sprechen würden.
Der Kreisarzt
berücksichtigte sodann die geklagten Beschwerden und die Einschätzung erfolgte in Auseinandersetzung mit den massgeblichen
Vorakten
.
Dr.
A._
legte
mit nachvollziehbarer Begründung
dar, dass für die Tätigkeit als Gärtner nicht mehr mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50
%
gerechnet werden kann. In einer leichten bis mittelschweren
näher umschriebenen
Tätigkeit ist dagegen von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen. Der Bericht vom
7.
Dezember 2020 und die Stellungnahme vom 2
2.
April 202
1
erfüllen somit die Anforderun
gen an den Beweiswert medizinischer Berichte
.
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen keine, weshalb auf sie abgestellt werden kann
(E. 4.1 hiervor).
Der Beschwerdeführer machte geltend, bei den Berichten der Ärzte der Rehaklinik
C._
handle es sich um versicherungsinterne Stellungnahmen mit partei
behauptendem Charakter (
Urk.
1 S. 11
Ziff.
47). Dieser Einschät
zung kann nicht gefolgt werden, auch wenn es sich bei der Rehaklinik
C._
um ein Unterneh
men der Suva handelt.
Die Berichte von
Dr.
G._
und
Dr.
H._
erfüllen
daher
ebenfalls die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte.
Die
s
hat auch für die
Einschätzung
zu gelten,
wonach die bei der neuropsycho
logischen Untersuchung
festgestellte
n
leichte
n
Minderleistungen
unter anderem mit
vorbestehenden Schwächen
zu erklären sind
(E. 3.15 hiervor).
Der aus
neuropsychologischer Sicht festgestellten Verbesserung zu einer minimalen kognitiven Störung
ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Gärtner ode
r eine vergleichbare körperliche
Arbeit kann daher gefolgt werden.
5.3
Der medizinische Sachverhalt ist
somit
als dahingehend erstellt zu erachten, dass dem Beschwerdeführer die angestammte
körperlich schwere
Tätigkeit
als angelernter
Gärtner
nur noch
eingeschränkt
möglich ist
. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit besteht gemäss
dem von
Dr.
A._
aufge
stellten
Belastungsprofil
jedoch eine zum
utbare Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Dem Beschwerdeführer kann es dabei zugemutet werden,
anstelle der angestammten
Tätigkeit eine ange
passte Tätigkeit zu verrichten, in welcher er ein höheres
Erwerbsein
kommen zu erzielen vermag.
6.
6.
1
Nach den Angaben der
Y._
AG vom 1
6.
Mai 2018 hätte der Beschwerdeführer 2018
mit einem vollen Arbeitspensum
ein Einkommen von
Fr.
74'100.-- (
Fr.
5'700.-- x 13) verdient (
Urk.
8/65). Bei einer Nominallohnent
wicklung im Jahr 2019 von 0.9
%
und von 0.8
%
im Jahr 2020 (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2020, T 39)
ergibt sich ein Jahres
einkommen von
Fr.
7
5
'
365
.-- (
Fr.
74'100.-- x 1.009
x 1.008
), das als
Validenein
kommen
zu veranschlagen ist.
6.2
Für die Bestimmung des zumutbaren Invalideneinkommens sind
vorliegend unbestrittenermassen
Tabellenlöhne heranzuziehen. Gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (
LSE
)
2018
TA1_tirage_skill_level hätte der Beschwerde
führer 2018 in einer einfachen Tätigkeit körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau eins) monatlich
Fr.
5'417.-- verdienen können.
Strittig ist hingegen die Höhe des leidensbedingten Abzugs, welcher von der Beschwerdegegnerin auf 5
%
festgelegt wurde (E. 2.1), während der Beschwerde
führer einen solchen von mindestens 20
%
fordert (
E. 2.2).
6.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnit
ts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kun
gen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht
übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc
). Die Recht
sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
ein
kom
men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsar
beitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.4
Die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbei
ten zu verrichten,
führt
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypo
the
tischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl v
on leichten Tätigkeiten umfasst. Auch bei fehlender Berufsausbildung und bisher vorwiegend ausgeübten körperlich schweren Arbeiten
können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind
(statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2, und
9C_72/2009
vom 30. März 2009 E. 3.4).
6.5
Der Blick auf die Kasuistik des Bundesgerichts der letzten Jahre zum leidensbe
dingten Abzug in ähnlich gelagerten Fällen ergibt folgendes Bild:
6.5.1
Einer Versicherten, welcher
nurmehr körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keiten, überwiegend sitzend, ohne Arbeiten mit Überkopfbewegungen, ohne Oberkörpervorneigeposition, ohne Rotationsbewegungen
der Lenden- und Hals
wir
bel
säule und
mit nur kurzfristigem Zurücklegen von
Gehstrecken in einem Pensum von 70 % zumutbar waren, wurde ein leidensbedingter Abzug von 10 % gewährt.
D
ie Voraussetzungen für einen derartigen Abzug
erachtete das Bundesgericht
in
sofern
als
erfüllt, als die
Versicherte
selbst bei leichten Arbeiten insbesondere durch die Vorgabe, Rotationsbewegungen der Lenden- und Halswirbelsäule zu vermeiden, eingeschränkt und ihr erwerbliches Leistungsverm
ögen entsprechend
beschränkt war (Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2017 vom 16. März 2018 E. 3 und E. 5).
6.5.2
Einem Versicherten, welcher i
n einer adaptierten
leichten bis kurzfristig mittel
schweren Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von 70 % verfügte,
sofern er keine repetitiven Torsions- und Schwenkbewegungen mit dem Rumpf und dem Ober
körper sowie monotone vorgebeugte kniende oder kauernde Arbeiten ausüben
musste, wurde ebenfalls ein leidensbedingter Abzug von 10 % gewährt (Urteil des Bundesgerichts 9C_302/2017 vom 6. Juli 2017 E. 3.1 und E. 3.5).
6.5.3
Einem Versicherten mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
für jegliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten
mit verschiedenen Erfordernissen wie
regelmässiges Wechseln der Arbeitsplatzpositi
on, nur kurzzeitigen
Sitzen oder Stehen
an Ort (20 bis 30 Minuten) und
Vermeiden von Rotationsbewegungen der Halswirbelsäule
wurde ein leidensbedingter Abzug von 10 % gewährt (Urteil des Bundesgerichts
9C_160/2012
vom 6. Juni 2012 E.
3.1 und
E.
4.1.2
).
6.5.4
Einem Versicherten, welchem
körperlich leichtere bis (nur intermittierend) mittel
schwere
Tätigkeiten
, die wechselbelastend (zu vermeiden
waren
längeres fixiertes Sitzen/Stehen an Ort, repetitives Heben, Ziehen, Stossen und Tragen von Lasten
über 15 kg, anhaltende Neigeposition des Oberkörpers sowie stereotype Rota
tions
bewegungen der Wirbelsäule)
zu 100
%
zumutbar waren, wurde ein Leidensabzug von 10 % gewährt (Urteil des Bundesgerichts
8C_259/2011
vom 28. Juni 2011 E. 3.3).
6
.5.5
Einer Versicherten mit Knieproblemen, welche in einer
perfekt adaptierte
n
Tätig
keit (kein Bücken, kein Niederknien, kein Leitersteigen, Tätigkeit weitgehend sitzend mit der Möglichkeit, das linke Bein leicht gestreckt zu halten und
Positionenwechsel
vornehmen zu können)
zu 90 % arbeitsfähig war, wurde kein leidensbedingter Abzug gewährt (Urteil des Bundesgerichts
8C_694/2012
vom 25. Januar 2013 E. 4.2).
6
.6
Dem Beschwerd
eführer sind angepasste leichte und mittelschwere,
wechse
lbelas
tende
Tätigkeiten zu 100 % zumutbar
, wobei das Heben und Tragen schwerer Lasten ohne geeignete Hilfsmittel, eine häufige Arbeitseinsetzung auf unebenem Untergrund sowie anhaltende Zwangshaltungen wie Hocken, Knien und Kauern zu vermeiden seien (vgl. E. 3.18.3
). Sein Belastungsprofil ist somit deutlich weniger einschränkend als in den soeben aufgelisteten Fällen, in welchen ein leidensbedingter Abzug v
on 10 % gewährt worden war (E. 6
.5.1-4).
Nach dem Gesagten liegt ein leidensbedingter Abzug von 5 %, wie ihn die Be
schwerdegeg
nerin festgelegt hat,
durchaus
im Rahmen ihres Ermessens.
Im Übrigen ist auf die
korrekten Ausführungen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7 S. 5 f.
Ziff.
18-20) hinzuweisen.
6.7
Die Festlegung des leidensbedingten Abzugs auf 5 % durch die Beschwerde
geg
nerin ist somit nicht zu beanstanden, womit es an einem triftigen Grund fehlt, das Ermessen des Gerichts an Stelle desjenigen der Verwaltun
g zu setzen (E. 6
.3).
Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und angepasst an die Nominallohnentwicklung
der Jahre
2019 und 2020
resultiert ein Einkommen von
Fr.
6
5
’
477
.-- (
Fr.
5'417.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.95 x 1.009
x 1.008
)
. Als Invalideneinkommen sind daher
Fr.
6
5
'
477
.-- zu veranschlagen.
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
7
5
'
365
.-- mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
6
5
'
477
.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
9'8
88
.--, was einem Invaliditätsgrad von rund 13
%
entspricht. Es besteht daher Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 13
%
, weshalb die Beschwerde diesbezüglich teilweise gutzuheissen ist.
7
.
Nach der Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 2
2.
April 2021
(E. 3.19)
wird
im Hinblick auf allfällige
Funktionsstörungen der oberen Extremitäten, der unteren Extremitäten und
für
Hirnfunktionsstör
ungen nach einer Hirnverletzung
unter Hinweis auf die
Suva-Tabellen 1, 2 und 8
und
gestützt auf die vorliegenden medizinischen Untersuchungen
die
Erheblichkeitsgrenze
für einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nicht überschritten.
Die Beurteilung durch
Dr.
A._
ist schlüssig und nachvollziehbar.
Es liegen keine abweichenden ärztlichen Einschätzungen vor.
Auf die Beurteilung durch
Dr.
A._
kann abgestellt werden. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschä
digung ist daher zu verneinen.
8
.
Zusammenfassend besteht in teilweiser Gutheissung der Beschwerde ein Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 13
%
.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
9
.
9
.1
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung
mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
9
.2
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am
3.
Februar 2022 (
Urk.
1
3
/1) die Honorarnote (
Urk.
1
3
/2) ein.
Dabei erweist sich
insbesondere
ein
geltend gemachter
Aufwand von 14 Stunden für das Verfassen der Beschwerdeschrift als überhöht. Angesichts der zu studierenden vorinstanzlichen Akten, der dreizehn
seitigen Beschwerdeschrift und der Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwalt L. Georg
Séchy
, Zollikon, bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2'
8
0
0.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Da der Beschwerdeführer lediglich in einem geringen Umfang betreffend Invalidenrente obsiegt, ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem unent
geltlichen Rechtsvertreter eine reduzierte Prozessentschädigung von
Fr.
70
0.--
zu bezahlen. Im weitergehenden Umfang von
Fr.
2'10
0.--
ist der unentgeltliche Rechtsvertreter aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.