# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 744ccfb4-0743-44b4-97c7-f4df120e23b6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
arbeitete seit dem 1
6.
Oktober 2017 als Per
so
nalberater für die
Y._
SA und war dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Schadenmeldung vom 1
0.
Novem
ber 2017 zeigte die Arbeitgeberin der Suva
das
Schadenereignis vom
9.
November 2017 an, anlässlich welchem der Versicherte bei der Tramhaltestelle
Oerlikerhaus
von einem
Tram erfasst wurde
(Urk.
10/1). In der erstversorgenden Klinik für Traumatologie im Universitätsspital
Z._
wurden gleichentags die Diag
nosen (1) leichtes Schädelhirntrauma und (2) stumpfes Thoraxtrauma erhoben und der Versicherte wurde
zur neurologischen Überwachung
und Analgesie
bis am 17
.
November 2017
hospitalisiert
(
Urk.
10/
11)
.
Im Dezember
2017
nahm der Versicherte
seine
Arbeit
im Rahmen eines therapeutischen Arbeitsversuchs zu
50
%
wieder
auf
(Urk.
10/20).
Ferner zog
er
wegen persistierenden Kopfschmer
zen
,
Schwank-
und
Drehschwindel, Konzentrations-
bzw.
Gedächtnisschwierig
keiten und Thoraxschmerzen den Neurologen
Dr.
med.
A._
bei
,
der aufgrund seiner Untersuchung am 9.
Januar 2018 eine neuropsychologische Abklärung empfahl (Bericht vom 10.
Januar 2018,
Urk.
10/26).
Das Arbeitsver
hältnis wurde durch die Arbeitgeberin per 3
1.
März 2018 aufgelöst
(
Urk.
10/4
7
).
Ab März 2018 konsultierte der Versicherte die
Sprechstunde
n
für posttraumati
sche Belastungsstörungen
am
Universitä
t
sspital
Z._
(Urk.
8/86).
Am
1
9.
und
20.
Juni 2018 wurde der Versicherte in
der Spezialsprechstunde Leichte Trauma
tische Hirnverletzung an der Rehaklinik
B._
neuropsychologisch, neurolo
gisch und ergotherapeutisch abgeklärt (
Urk.
10/93-95).
Mit Verfügung vom 1
4.
September
2018 stellte die Suva
schliesslich
die Versicherungsleistungen
aufgrund der fehlenden Adäquanz
per 3
0.
September 2018 ein (
Urk.
10/108).
Am 1
5.
Oktober 2018 erhob der Versicherte vorsorglich und am
7.
Dezember
2018 ergänzend Einsprache dagegen (
Urk.
10/120 und 10/132).
Mit Entscheid vom 3. Januar 2019
wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
1. Februar 2019
Beschwerde und bean
tragte, es sei
en
in Aufhebung des
Einspracheentscheids
und unter Ausrichtung des Taggeldes sowie der Übernahme der Heilungskosten
weitere Abklärungen an die Hand zu nehmen
und an
schliessend sei über die Ansprüche auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung neu zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht ersuchte
er
um
unentgeltliche
Verbeiständung
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Mai 2019
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9
), was dem Beschwerdeführer am
1
1.
Juni 2019
angezeigt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
1.
4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
4
.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht opti
mal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend
vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liege
nde mittlere Bereich (BGE 115 V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
4
.4
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbei
tsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E.
6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
ri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit,
nach andern Ursachen zu forschen, die mögli
cherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könn
ten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 12
0 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr.
U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998
Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U
256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass
der Beschwerdeführer im Universitätsspital
Z._
detailliert und umfassend abgeklärt worden s
ei
, im Speziellen auch bildgebend. Beschwerden an der Lenden- und/oder Halswirbelsäule seien keine festgestellt bzw. im Austritt
bericht nicht erwähnt worden. Damit Beschwerden in der Halsregion oder an der Halswirbelsäule dem Unfall zugerechnet werden könnten, müssten sie innert 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Die psychischen Beschwer
den hätten beim Beschwerdeführer schon bald nach dem Unfall im Vordergrund gestanden. Im Zeitpunkt des Abschlusses per 3
0.
September 2018, notabene mehr als 10 Monate nach dem Unfall, hätten keine organischen Folgen des Unfalls mehr vorgelegen. Die Rissquetschwunden, Prellungen und Rippenfrakturen seien in dieser Zeit ausgeheilt. Weder die HWS noch LWS sei
en
durch den Unfall betroffen. Ein Schreckereignis liege nicht vor. Und selbst wenn, wäre – wie höchstrichterlich regelmässig entschieden worden sei – die erlittene Traumatisie
rung in aller Regel innert Wochen oder Monaten überwunden gewesen. Der hier zu beurteilende Unfall vom
9.
November 2017 sei aufgrund der Rechtsprechung den mittelschweren Unfällen im eigentlichen Sinn zuzuordnen. Anhaltspunkte, welche eine andere Betrachtungsweise
rechtfertigen
könnten,
würden
nicht vor
liegen
. Da keines der massgebenden
Kriterien
besonders
ausgeprägt
vorliege und die
Kriterien auch nicht in gehäufter Wei
se
geben
seien, sei die Einstellung der
Versicherungsleistungen
mit V
erfügung vom 14. September
2018 zu Recht erfolgt
(
Urk.
2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin keine Beweise vorgelegt habe, welche das Erreichen des
Endzustandes
nahegelegt hätten
. So fehle eine kreisärztliche Abschlussuntersu
chung oder eine kreisärztliche Aktenbeurteilung. Die letztmalige ausführliche medizinische Berichterstattung sei
im Zu
sammenhang mit den Abk
lärungen in der Rehaklinik
B._
am 1
9.
und 2
0.
Juni 2018 erfolgt. Der Heilungsprozess sei damals, in somatischer und psychischer Hinsicht, noch nicht abgeschlossen g
ewesen. Des Weiteren könne nicht e
inzig aus dem
Umstand
, dass
im Austrittb
e
richt des
Z._
keine Beschwerden in der LWS- und HWS-Region festgehalten worden
seien
, der Schluss gezogen werden, dass die
natürliche
Kausalität nicht
gegeben sei
.
Basierend auf der bisherigen medizinischen Aktenerkenntnis sei der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den HWS- und LWS-Beschwerden mit radikulärer
Ausstrahlung
und dem Unfallereignis zu bejahen. Eine andere
Ursa
che
werde im Bericht der Rehaklinik
B._
nicht diskutiert. Auch die psychi
schen
Beschwerden
im Sinne einer PTBS würden von
d
en bisher involvierten Fachärzten
unisonso
als
Unfallfolge
interpretiert
.
Ferner liege ke
ine fachmedizi
nische Einsc
hätzung zum versi
cherungsmedizinischen Sachverhalt
bei den Akten, weshalb d
ie Beschwerdegegnerin den medizinischen
Sachverhalt
nicht rechtsge
nügend abgeklärt und dadurch den Untersuchung
sgrundsatz
verletzt
habe
.
Hinzu komme, im Bericht der Rehaklinik
B._
seien gesundheitliche Beschwerden als Folge eines psychischen Traumas festgehalten.
Die psychischen Folgen
seien
mithin nicht lediglich mittelbare Folge körperlicher
Verletzungen
, sondern hätten ihre Ursache in der
schreckhaften
Wirkung der Abläufe am
9.
November 201
7.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte (Unfallablauf, Heilbehandlung) sei die Adäquanz der PTBS-Beschwerden mithin zu bejahen (
Urk.
1 S. 5 ff.)
3.
3.1
Im radiologischen Bericht des
Z._
vom
9.
November 2017 wurde unter anderem ausgeführt, dass keine Fraktur der HWS,
der
BWS oder
der
LWS
bestünden
, sich das ventrale und dorsale Alignement, die Artikulation der Facettengelenke der Wirbelsäule und die Artikulation
atlanto
-occipital und
atlanto
-axial regelrecht präsentierten. Ferner lagen keine paravertebrale Weichteilschwellung, keine frischen traumatischen ossären Läsionen von Sternum, Claviculae und Scapulae und keine Fraktur des Beckenskeletts vor (
Urk.
10/30).
3.2
Im Austrittsbericht des
Z._
vom 1
7.
November 2017 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (
Urk.
10/11 S. 2):
-
Leichtes Schädel-Hirn-Trauma vom
9.
November 2017
-
Rissquetschwunden (RQWs) frontal rechts und occipital rechts
-
Stumpfes Thoraxtrauma vom
9.
November 2017
-
Rippenserienfraktur links
Costae
V –
Vlll
-
Geringer Hämatopneumothorax
Bei Eintritt sei der Beschwerdeführer in ordentlichem Allgemeinzustand,
wach und allseits orientiert,
gewesen.
Als weitere Befunde wurden aufgeführt: Glasgow
Coma
Score (GCS) 15, Pupillen
3 mm
isokor
, rund, seitengleiche direkte/indirekte Lichtreaktion
,
Wirbelsäule keine Prellmarken, keine Hämatome, keine Gibbus, keine interspinöse Delle
. Die
Comoputertomographie
(CT) des Neurocranium
s
am
9.
November 2017 zeigte k
eine intrakranielle Blutung
und keine frische Fraktur
.
Die CT
Thorax, Abdomen, Wirbelsäule und Becken nativ und mit
i.v.
KM vom
9. November 2017 brachte die Rippenserienfraktur links mit Beteiligung der 4
.
-
8.
Rippen, dav
on Stückfraktur der 6
.
-
7.
Rippen,
einen schmalen Pneumo
thorax links ventral
, einen schmalen
Pleuraerguss links, Kontusionsblutungen im linken Oberlappen
und ein
Laryngozele
links
zum Vorschein.
Abdominell bestan
den keine
Traumafolgen
.
Die übrigen CT
vom
9.
u
nd 1
4.
November 2017 zeigten die bekannten Verletzungen
. Der Beschwerdeführer sei zur
neurologischen
Über
wa
chung
auf
die traumatol
o
gische Normalstation
verlegt
worden. Hierbei sei er stets hämodynamisch stabil, wach, orientiert sowie subjektiv beschwerdefrei gewe
sen. Computertomographisch hätten keine intrakraniellen bzw. zervikalen
Trau
ma
fol
gen
nachgewiesen
werden können
(
Urk.
10/11 S. 3).
3.
3
Mit Verlaufsbericht vom
5.
Dezember 2017 erhoben die behandelnden Ärzte des
Z._
zu den bestehenden Diagnosen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Der Beschwerdeführer gebe nach wie vor Sch
m
erzen am linken unteren Rippenbogen an. Ferner habe er
über
intermittierend
en
Schwindel
,
Kopfschmer
zen
und Schweissausbrüche geklagt. Im
Gespräch hab
e
er wenig
konzentriert
und von
Gedanken
abschweifend gewirkt (
Urk.
10/13).
3.
4
Dr.
A._
erhob anlässlich seiner
Untersuchung
vom
9.
Januar 2018
(Bericht
vom 1
0.
Januar 2018,
Urk.
10/26) folgenden neurologischen Befund:
bei St. n.
Commotio cerebri am
9.
November 2017 bestünden
postcommotionelle
Spannungskopfschmerzen, mit unspezifischem Schwankschwindel und dem Ver
dacht auf das Vorliegen neuropsychologischer Defizite, aufgrund der Angaben von Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten. Des Weiteren dürfte dieser
Unfall eine periphere Vestibulopathie ausgelöst haben, in Form von Drehschwin
del in rechter Seitenlage, mit unter der
Frenzelbrille
dafür typischem rotatori
schem Nystagmus. Es sei eine neuropsychologische Abklärung erforderlich, sofern diese nicht bereits in die Wege geleitet worden sei.
Eine
50%-
ige
Arbeits
fähigkeit sei zu hoch. Aufgrund der noch
vorhandenen
Beschwerden dürfte die effektive
Arbeitsfähigkeit
momentan maximal 30
%
betragen.
3.
5
Im Bericht vom 2
8.
Mai 2018 hielten die behandelnden Ärzte der Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychosomatik des
Z._
angesichts der ausgeprägten Symp
to
matik, bestehend aus Wiedererleben mit häufigen Intrusionen und Albträu
men, gedanklicher und faktischer Vermeidung von
Traumastimuli
, negativer Verände
rung von Kognition und Stimmung mit ausgeprägten Merk
f
ä
hi
g
keitsstörungen
sowie
Übe
rerr
egung mit erhöhter
Schreckhaftigkeit
seit einem Tramunfall am
9.
November 2017
eine PTBS fest
. Angesichts des Schwe
regrades der Symptoma
tik und deutlich eingeschränkter Fähigkeit
,
zu ambu
lan
ten Behandlungsterminen zu erscheinen, sei eine stationäre psychiatrische Behandlung zum gegenwärtigen Zeitpunkt grundsätzlich sinnvoll.
Auf Wunsch des Beschwerdeführers
, der seine schwangere Partnerin nicht habe alleine lassen wollen,
erfolge die Anmeldung in einem wohnortnahen p
sychiatrischen Zentrum (Ambulat
orium
C._
der
D._
), welches neben einer psychiatrischen Behandlung auch soziale Unterstüt
zung anbiete. Der Beschwerdeführer sei
angesichts der vorhandenen Einschrän
kungen voll arbeitsunfähig (
Urk.
10/86 S.
1f.).
3.
6
Am
1
9.
u
nd 2
0.
Juni 2018
wurde in der Rehaklinik
B._
die Spezialsprech
stunde Leichte Traumatische Hirnverletzung (LTHV-Assessment)
durchgeführt.
Lic. phil.
E._
, Neuropsychologin/Psychologin FSP
,
und
Dr.
phil.
F._
,
Neuropsychologe/Psychologe FSP
, hielt
en
mit Bericht vom
2
7.
Juni 2018 (
Urk.
10/94)
fest, dass
zum jetzigen Zei
t
punkt aufgrund der äusserst geringen Belastbarkeit des Patienten keine
ausführliche
neuropsychologische
Untersuchung
möglich
sei
. Bei Hinweisen auf eine nicht optimale Te
st-Compli
ance sei zudem die Authentizität
der wenigen erhobenen Befunde in Frage zu stellen. Eine valide Einschätzung der kognitiven Leistungsfäh
ig
keit könne deshalb zum aktuellen
Zeitpunkt
nicht
erfolgen
. Bezüglich der erlittenen leichten traumatischen
Hirnverletzung
sei
anzumerken
, dass
prognostisch
in der
Mehrheit
der
Fälle
nach
drei
Monaten von
einer
kompletten Remission auszugehen sei.
Persistierende
Beschweren
seien
meistens
auf sekundäre Faktoren zurückzufüh
ren, wie
beispielsweise
psychische Faktoren
oder
eine
dysfunktionale
Schmerz
v
e
rarbei
t
ung
. Aktuell sei die Funktionsfähigkeit aufgrund der
PTBS
sowie aufgrund der stark reduzierten psychologischen Belastbarkeit deutlich einge
schränkt. Im Vordergrund stehe die fachgerechte Behandlung der
psychotrauma
tologischen
Symptomatik. Das Prozedere diesbezüglich sei bereits im
Z._
aufge
gleist worden.
Der Beschwerdeführer sei von ihnen über die grundsätzlich gute Prognose nach einer leichten traumatischen Hirnverletzung informiert worden. Bei psychischer Stabilisierung sollten sich auch die kognitiven Leistungen weit
gehend normalisieren. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre an eine neuropsycho
logische Verlaufskontrolle zu denken
(
Urk.
10/94 S. 4 f)
.
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, führte in ihrem Bericht vom 1
2.
Juli 2018 (
Urk.
10/93) aus, dass im aktuellen Verlauf die reduzierte psycho
physische Belastbarkeit und die
PTBS
durch das stattgehabte psychische Trauma im Vordergrund stünden. Gleichzeitig leide der Beschwerdeführer noch unter chronischen Schmerzen im Bereich der HWS und LWS mit pseudor
adikulärer
Ausstrahlung. Diesbezüglich empfehle es sich, weitere
Physiotherapie
durchzu
führen. Über die
grundsätzlich
gute Prognose bei leichten traumatischen Hirn
verletzung
en
sei der Beschwerdeführer
informiert
worden. Bezüglich der psychi
schen
Probleme
sei
weitere Psychotherapie indiziert und geplant. In der
neuropsychologischen
Untersuchung habe es Hinweise auf eine nicht
durchge
hend authentische Leistu
n
g
spräsent
ation sowie deutlich reduzierte psychophysi
sche
Belastbarkeit gegeben, weshalb eine
valide
Einschätzung
eines S
c
hweregra
des nicht möglich gewesen sei. Die schon begonnene Therapie der
psychotrau
matol
o
gischen
Symptomatik mit psychotherapeutischer Behandlung und Aufbau
einer
Tagesstrukt
u
r
stehe deshalb im
Vordergrund
und werde vorrangig empfoh
len (
Z._
, dann
Ambulatorium
C._
). Einem von
ihnen
empfohlenen stati
onären
Aufenthalt
in der hiesigen Klinik für
Rehabilitation
stehe der Beschwer
deführer
ablehnend
gegenüber (
bevorstehende
Niederkunft seiner Frau). Die
Funktionsfähigkeit
im Beruf sei momentan deshalb nicht gegeben.
Sollte es nach einer Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes zu keiner Verbess
e
rung der Kognition kommen
, sei
eine erneute neuropsychologische Untersuchung empfeh
lenswert (
Urk.
10/93 S. 5).
Aus ergotherapeutischer Sicht ergänzte
H._
, Dipl. Ergotherapeutin FH, in ihrem Bericht vom 1
2.
Juli 2018, dass es für eine stationäre Rehabilitation zu früh sei. Eine adäquate Konzentration und eine gerichtete Aufmerksamkeit seien noch nicht ausreichend gewährleistet. Der Beschwerdeführer befinde sich in psychologischer Betreuung, welche weiter und intensiver zu empfehlen sei (Unfallverarbeitung). Sobald der Beschwerdeführer sich in seiner Gesamtsituation stabiler fühle, könne ein stationärer Aufenthalt durchaus sehr empfohlen werden (
Urk.
10/95 S. 7).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob das Geschehen vom 9. November 2017 als Schreckereignis im Sinne des UVG zu qualifizieren ist und die Adäquanz zwischen dem Ereignis vom 9. November 2017 und den nachfolgend aufgetrete
nen psychischen Störungen nach der allgemeinen Formel (gew
ö
hnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) geben ist.
4.2
Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung werden plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des gel
tenden Unfallbegriffes) anerkannt, wenn es sich dabei um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt. Die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmit
telbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, durch Störung des seeli
schen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) auszulösen (Urteil 8C_720/2007 des Bundesgerichts vom
3.
Sep
tember 2007 E. 6.1).
Dabei werden an den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Schreckereig
nissen und nachfolgenden psychischen Beschwerden hohe Anforderungen gestellt. Andererseits ist der Versicherungsschutz einer weiten Bandbreite von Versicherten zu gewähren (BGE 129 V 177 E. 3
.3 mit Hinweis auf 115 V 133 E.
4b, 125 V 456 E. 5c S. 462). Damit sind die strengen Anforderungen insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychi
schen Schock zu stellen. Nach der Rechtsprechung besteht die übliche und eini
germassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate überwunden wird (Urteil 8C_720/2007 des Bundes
gerichts vom
3.
September 2007 E. 6.3 und E. 7.3, Urteil 8C_266/2013 des Bundesgerichts vom
4.
Juni 2013 E. 2 und E. 3.2.2).
4.3
Aufgrund des Polizeirapports steht fest, dass der Sohn des Beschwerdeführers bei der Tramstation
Oerlikerhus
langsam die Gleise überquerte, als aus der seiner Blickrichtung entgegengesetzten Richtung ein Tram herannahte. Als der Beschwerdeführer dies bemerkte, eilte er
zu seinem
Sohn
, um ihn zu retten
,
und wurde dabe
i vom anhaltenden Tram erfasst
, wobei der Sohn nur leicht
v
erletzt wurde
(
Urk.
10/39). Das ganze Geschehen spielte sich somit innerhalb einer sehr kurzen
Zeit
ab, wobei weder der Beschwerdeführer noch sein Sohn längeren kör
perlichen und/oder psychischen Strapazen ausgesetzt waren und
sie
sogleich nach dem Aufprall erste Hilfe erhielten.
Der Beschwerdeführer zog sich
beim Unfall
somatische Verletzungen zu
, welche jedoch
zu keinen
erheblichen körper
lichen Schäden
führten (
E
3.1 und
E.
3.2)
.
Bereits Mitte Dezember 2017 nahm der Beschwerdeführer die Arbeit in einem angerechneten Pensum von 50
%
wieder auf
(
Urk.
10/20
)
. Sodann hielten die behandelnden Ärzte
des
Z._
, wo der Beschwerdeführer umgehend nach dem Unfall
durch den Rettungsdienst einge
liefert
und hospitalisiert
wurde
, weder ein
en
psychische
n
Schock noch andere
psychische Auffälligkeiten
oder
typische Angst- und Schreckwirkungen
fest
.
E
rst im
Verlaufsb
ericht vom
5. Dezember 2017 wurde ein
Verdacht auf eine
PTBS
erwähnt
(E. 3.
3
)
.
4.4
D
em Ereignis vom
9.
November 2017
ist sicherlich
eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen und es ist auch nachvollziehbar, dass es vom Beschwerde
führer subjektiv als sehr bedrohlich empfunden wurde,
da er
zuerst
seinen Sohn
und dann sich selbst
in Lebensgefah
r sah. Dennoch ist es nach dem G
esagten nicht geeignet, langjährige psychische Störungen mit vollständiger Erwerbsunfä
higkeit auszulösen, zumal an den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und Schreckereignissen hohe Anforderungen gestellt werden
. Somit
qualifiziert das
Ereignis vom
9.
November 2017
nicht als
Schreck
ereignis im Sinne des UVG.
5
.
5
.1
Streitig und zu prüfen ist weiter, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30.
September 201
8
noch organische Folgen des Unfallereignisses vom 9.
November 2017 gegeben waren.
5
.2
Zum Zeitpunkt der Nachkontrolle im
Z._
am 2
3.
November 2017 war
en
das stumpfe Thoraxtrauma
sowie die Rippenfraktur
en links abgeheilt. Der Beschwer
deführer gab aber nach wie vor Schmerzen
am linken unteren Rippenbogen,
intermittierend Schwindel und Kopfschmerzen an
(
Urk.
10/13
S. 1
).
Schliesslich diagnostizierte
Dr.
A._
am
9.
Januar 2018
postkommotionelle
Spannungs
kopfschmerzen
,
eine wahrscheinlich tra
u
matisch ausgelöste
periphere Vestibulo
pathie und stellte die
Verdachtsdiagnose auf
neuropsychologische
Defizite
(
Urk.
10/26 S. 1).
Ab
März 2018 schien vor allem die psychische Verfassung des Beschwerdeführers im Vordergrund zu
stehen, weshalb er von seinem Hausarzt ans
Z._
überwiesen wurde
, wo d
ie
Diagnose einer
PTBS
nach Unfall durch Tram
kollision als Fussgänger am 9.11.2017
erhoben
wurde.
Im Rahmen dieser Diag
nose sahen die Ärzte
die
geklagten kognitiven Be
einträchtigungen wie Gedächt
nisschwierigkeiten
und Konzentrationsstörungen
(
Urk.
10/86).
A
nlässlich de
s
in der Rehaklinik
B._
durchgeführten LTHV-Assessment
s
im Juni 2018
wurde der Beschwerdeführer eingehend fachärztlich untersucht, wobei begründet dar
getan wurde, dass die kognitiven Beeinträchtigungen im Rahmen der PTBS zu sehen
sind
.
Aufgrund
der äusserst geringen Belastbarkeit des Beschwerdeführers
war
keine ausführliche neuropsychologische Untersuchung möglich
und es bestan
den Hinweise
auf eine
nicht optimale Test-Compliance, weshalb
die Authentizität der wenigen
erhobenen Befunde in Frage zu stellen
war
.
Für die untersuchenden Neuropsychologen
stand
somit
die
fachgerechte
Behandlung der
psychotraumatol
o
gischen
Symptom
a
tik
im Vordergrund
.
Ihrer
Beurteilung
nach sollte
n
sich bei
psychische
r
St
ab
ilisierung
auch die kognitiven Einschränkungen
normalisieren
. D
ie untersuchende
Neurologin
konnte sich dieser Beurteilun
g
an
schliessen (E. 3.
6
)
und auch der Beschwerdeführer macht nichts Gegenteiliges geltend
.
Darüber hinaus
konnten im
Z._
computertomographisch nach dem Unfall keine intrakraniellen bzw. zervikale
Traumafolgen
nachgewiesen werden
(
Urk.
10/29-30), weshalb die kognitiven Beeinträchtigungen
auf kein organisches Korrelat
zurückzuführen sind.
Was de
n
im Januar 2018
geklagte
n
Schwindel betrifft,
ist
darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der neurologischen Untersuchung in
der
Rehaklinik
B._
angab, der vormals bestehende Drehschwindel sei nicht mehr vorhanden, es bestehe nur noch ein
Trümmelgefühl
am Morgen
.
Schliesslich konnte der Lagerungsschwindel
durch die untersuchende Neurologin nicht
mehr
beobachtet und auch
nicht mehr aus
gelöst werden
(
Urk.
10/93 S. 2 f.
)
.
Gleich verhält es sich mit den Rippenbeschwer
den, welche unter Physiotherapie und Analgesie unbestrittenermassen
regredient
waren. Die letzte Verordnung zur Physiotherapie wurde am 2
8.
März 2018 vom Hausarzt erlassen (
Urk.
10/71) und die Schmerzen an den Rippen wurden schliesslich vom Beschwerdeführer anlässlich des LTHV-Assessments nicht mehr
als im Vordergrund stehend
angegeben (
Urk.
10/93-94).
Auch die geklagten Kopfschmerzen erwähnte der Beschwerdeführer nicht mehr oder gab diese auf explizite Nachfrage hin als etwa
ein- bis zweimal
pro
Woche
vorkommend
an
, wogegen er Schmerzmittel einnehme
(
Urk.
10/
93 S. 1 f. und
Urk.
10/94 S. 2), weshalb ihnen
keine versicherungsmedizinische Relevanz zukommen
kann
. Darüber hinaus
liessen
sie
sich in der neurologischen Untersuchung
nicht
fassen
, weshalb
kein organisches K
orrelat besteht
. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass
der
seitens
der Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychosomatik des
Z._
attes
tierten anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit einzig die psychische Proble
matik zugrunde lag (
E. 3.
5
).
An dieser Stelle ist noch anzumerken, dass hinsicht
lich
der erstmals im neurologischen Bericht der Rehaklinik
B._
sieben Monate nach dem Unfallereignis erwähnten
Schmerzen im Bereich der HWS und LWS mit pseudoradikulärer Ausstrahlung
auf die
Ausführungen der Beschwerde
gegnerin verwiesen werden
kann
(
Urk.
2
S.
4 f. und
Urk.
9 S. 2 f.
), denen das
Gericht nichts hinzuzufügen hat
.
5
.3
Dass die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
30. Sep
tember 2018
, das heisst gut
zehn Monate nach dem
Unfallereignis, das Vorliegen organischer Unfallfolgen verneinte, ist vor diesem Hintergrund einleuchtend und plausibel
und
es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass weitere Abklärungen andere Erkenntnisse erbrächten (antizipierte Beweiswürdigung;
vgl. statt vieler: BGE 144 II 427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweisen
).
6.
6.1
Strittig und zu prüfen bleibt, wie es sich mit den organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden verhält.
6.2
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweisba
ren Unfallfolgeschäden ist
zunächst zu differenzieren,
ob die Adäquanz der Be
schwerden
nach
der sogenannten Psycho-Praxis oder
nach der Schleuder
trauma-Praxis zu prüfen ist. Dies ist auch für die Beurteilung des Fallabschlusses von Bedeutung
(vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auf
lage 2012, S. 144).
Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kriterien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
6
.
3
Der Aktenlage nach wurde in sämtlichen ärztlichen Untersuchungen
kein Schleu
dertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquival
ente Verletzung erhoben
.
Somit
kann bereits
a
ufgrund der fehlenden ärztlichen
Diagnose
kein
allfälliges
Schleudertrauma für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich sein, auch wenn zwi
schenzeitlich
einzelne
Beschwerden
des typischen Beschwerdebildes
wie Kopf
schmerzen, Schwindel und
Visuss
t
ö
rungen
bestanden
hatten
(BGE
134 V 109 E.
9.1), zumal diese
wie
vorstehend erwähnt überwiegend wahrscheinlich auf das leichte Hir
nschädeltrauma zurückzuführen wä
ren
(E. 5.2)
.
Demgemäss fällt
bereits daher
die Anwendung
der Schleudertrauma-Praxis ausser Betracht. D
aran vermag auch das
leichte Hirnschädeltrauma
nichts zu ändern (U
rteil 8C_75/2016 des Bundesgerichts vom 1
8.
April
2016
E 4.2
).
6.4
Das Anhalten
von organisch nicht fassbaren
Beeinträchtigungen lässt nicht darauf schliessen, die Adäquanzprüfung erfolge verfrüht. Diese ist im Gegenteil geradezu geboten, denn das Fortbestehen oder der Wegfall einer Leistungspflicht hängt gerade davon ab, ob die Adäquanz bejaht oder verneint wird.
Ebenso ist für den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung nicht von Belang, um welche einzelnen psychischen Beeinträchtigungen es sich handelt, dient diese doch der Beantwor
tung der Frage, ob auf die psychischen Beeinträchtigungen bezogen überhaupt eine Leistungspflicht besteht, wobei die Rechtsprechung auf die Schwere des
Unfallereignisses
(vorstehend E.
1.4.3
)
und die praxisgemäss
massgebenden - sich auf somatische Aspekte beziehende - Kriterien (vorstehend E. 1.4
.4
) abstellt, und nicht
auf die Ausprägung der psychischen Beeinträchtigungen.
6.5
Nach dem Gesagten hat d
ie Adäquanz
prüfung
n
ach der Psycho-Praxis zu
erfol
gen
, bei der einzig die physischen Komponenten zu berücksichtigen sind (BGE 134 V 109 E. 2.1 und 6.1 mit Hinweisen)
,
und der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung ist nicht zu beanstanden.
7
.
7
.1
Das Unfallereignis
vom
9.
November 2017 lässt sich
im Lichte der bundesgericht
lichen Rechtsprechung (vgl. dazu die Kasuistik in
Rumo-
Jungo
/Holzer, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 62 ff.) im mittel
schweren Bereich
höchstens
im Grenzbereich zu den
mittelschweren
Unfällen
einstufen
.
7.
2
Auch wenn dem Unfallgeschehen, jedenfalls im Vorfeld, eine gewisse Eindrück
lichkeit nicht abzusprechen ist, kann nicht gesagt werden, dass es sich unter besonders dramatischen Begleitumständen abspielte. Der Sohn des Beschwerde
führers verletzte sich eher leicht (Schürfungen, Fraktur Handgelenk rechts), und der Schreckmoment war von kurzer Dauer, zumal der Beschwerdeführer bei Bewusstsein blieb und sich mit den Helfern vor Ort unterhalten konnte (
Urk.
10/39 S. 5).
Die erlittenen Verletzungen
sind nicht als schwer oder von besonderer Art zu bezeichnen, konnten doch intrakranielle Verletzungen und Verletzungen der
HWS
, der LWS
und
der
BWS
ausgeschlossen werden
. Weiter beschränkte sich die ärztliche
Behandlung
während des s
tationären Aufenthalt
es
auf neurologische Überwachung sowie
Analgesie
und danach
auf eine konserva
tive Therapie mit Medikame
nteneinnahme und Physiotherapie
.
Auch kann nicht gesagt werden, dass diese Gesundheitsschädigungen erfahrungsgemäss geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
Es
liegen ebenso
keine Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung, einen schwierigen Heilungs
verlauf oder erhebliche Komplikationen
vor
, wobei die Behandlung der psychi
schen Beschwerden nicht in die Prüfung dieser Kriterien miteinzubeziehen
sind
. Auch das Kriterium der ungewöhnlich lang dauernden ärztlichen Behandlung ist nicht erfüllt,
da der Beschwerdeführer bereits Mitte Dezember 2017 die Arbeit in einem angerechneten Pensum von 50
%
wiederaufnehmen konnte
und sich sein
diesbezüglicher Hinweis
auf
die Folgen psychischer beziehungsweise organisch nicht ausgewiesener Beschwerden
bezieht
. Mangels objektivierbaren organischen Substrats der noch
geklagten Beschwerden ist auch das Kriterium der körperli
chen Dauerschmerzen zu verneinen. Gleiches gilt für die attestierte Arbeitsunfä
higkeit.
7
.4
Somit ist keines der massgebenden Kriterien erfüllt und die Adäquanz des Kau
salzusammenhangs zwischen dem Unfall im
November
2017 und allfälligen noch geklagten Beschwerden ist zu verneinen.
8.
Die Beschwerdegegnerin hat die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen daher zu Recht per 3
0.
September
2018
eingestellt. Zudem besteht unter den gegebenen Umständen kein Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsent
schädigung (vgl. E. 1.
2
). Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9.
9.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die B
ewilli
gung der unentgeltlichen Rechtsv
erbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die unentgeltliche
Verbeiständung
notwen
dig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
9.2
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtsv
erbeiständung
stellt, hat ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu äussern (
§
28
lit
. a des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht [
GSVGer
] in Verbindung mit
Art.
119
Abs.
2 Satz 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO]). Im Verfahren betreffend die unent
geltliche Rechtspflege gilt ein durch die umfassende Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter Untersuchungsgrundsatz. Der Gesuchsteller hat zur Erfüllung seiner Mitwirkungsobliegenheit zunächst seine Einkommens- und Vermögens
verhältnisse darzulegen und zu belegen. Die mit dem Gesuch befasste Behörde hat danach weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzu
klären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprü
fen. Sie muss den Sachverhalt nur dort (weiter) abklären, wo noch Unsicherheiten und Unklarheiten bestehen, sei es, dass sie von einer Partei auf solche hingewie
sen wird, sei es, dass sie solche selbst feststellt (Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 vom 1
9.
Oktober 2016 E. 2.3).
9.3
Mit Verfügung vom
5.
Februar 2019
wurde der Beschwerdeführer ausdrücklich aufgefordert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit voll
ständig ausgefüllt und unter Beilage sämtlicher Belege zur aktuellen finanziellen Situation – wobei diesbezüglich ein Hinweis auf
Ziff.
12 des Formulars erfolgte – einzureichen,
unter der Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon aus
gegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe (
Urk.
4
). Das Formular wurde ihm am
7.
Februar 2019
zugestellt (
Urk.
5/1
). Er reichte in der Folge weder das ausgefüllte Formular noch
die
in der Eingabe vom 2
7.
Mai 2019 erwähnte
Unterstützungsbestätigung des Sozialamts ein
(
Urk.
11)
.
9.4
Der Beschwerdeführer ist damit seiner Mitwirkungspflicht im Zusammenhang mit der Darstellung seiner Einnahmen und Ausgaben offensichtlich unzureichend nachgekommen. Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht stattgegeben werden
.