# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2eb95874-b4c7-42d8-8f57-9228cc6306ba
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 6. September 2016 reichten A._ und B._ bei der Kantonspolizei von Graubünden (nachfolgend: Kantonspolizei) u.a. gegen D._ und C._ Strafanzeige wegen übler Nachrede gemäss Art. 173 StGB, Verleumdung gemäss Art. 174 StGB, der falschen Anschuldigung gemäss Art. 303 StGB und wegen Irreführung der Rechtspflege gemäss Art. 304 StGB ein. C._ habe der KESB Mittelbünden/Moesa und der Kantonspolizei wiederholt wahrheitswidrig gemeldet, dass der minderjährige B._ der sexuellen Gewalt von A._ ausgesetzt sei. Zudem soll ihr D._ offenbar berichtet haben, sie habe gesehen, wie B._ schreiend aus dem Haus gestürzt sei.
B. In der Folge verfügte die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) am 24. Januar 2020 (zugestellt am 5. Februar 2020) die Nichtanhandnahme der Untersuchung. Begründend führte sie aus, dass es sich bei den Tatbeständen der üblen Nachrede (Art. 173 Ziff. 1 StGB) sowie der Verleumdung (Art. 174 Ziff. 1 StGB) um Antragsdelikte handle, wobei das Antragsrecht gemäss Art. 31 StGB nach Ablauf von drei Monaten erlösche. Mit Schreiben vom 2. Mai 2016 habe die KESB Mittelbünden/Moesa A._ und B._ alle bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Akten in Kopie zugestellt, wodurch ihnen die Täterschaft bereits Anfang Mai bekannt gewesen sei. Der Antrag vom 6. September 2016 sei demnach verspätet eingereicht worden, sodass aufgrund der fehlenden Prozessvoraussetzung eine Nichtanhandnahme (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO) verfügt werde.
Auch die Tatbestände der falschen Anschuldigung (Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB) und der Irreführung der Rechtspflege (Art. 304 Ziff. 1 StGB) seien durch die Meldungen von C._ und D._ weder in subjektiver noch in objektiver Hinsicht erfüllt, wie sich aus dem Gesamtzusammenhang ergebe. Das eingeleitete Verfahren sei deshalb einzustellen. Davon abgesehen seien die Aussagen und Meldungen von C._ und D._ an die KESB Mittelbünden/Moesa und an die Kantonspolizei auch gestützt auf den Rechtfertigungsgrund der gesetzlich erlaubten Handlungen gemäss Art. 14 StGB zulässig. C._ habe ein Melderecht nach Art. 443 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 440 Abs. 3 ZGB und Art. 314 Abs. 1 ZGB zugestanden.
Von der Strafverfolgung, einer Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung von C._ und D._ wäre auch gestützt auf Art. 52 StGB abzusehen, da die Schuld- und Tatfolgen als gering einzustufen seien.
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C. Gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung erhoben A._ und B._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 13. Februar 2020 (Poststempel: 15. Februar 2020) Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden, wobei sie eine Vielzahl von Anträgen stellten. Sinngemäss beantragten sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und eine Strafuntersuchung sei zu eröffnen.
D. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie in der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Gemäss Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO kann gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Beschwerde erhoben werden. Beschwerdeinstanz ist nach Art. 22 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) das Kantonsgericht von Graubünden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.100]). Nach Art. 396 Abs. 1 StPO beträgt die Beschwerdefrist zehn Tage seit der schriftlichen oder mündlichen Eröffnung des Entscheids.
1.2. Die von den Beschwerdeführern erhobene Beschwerde richtet sich gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 24. Januar 2020 und damit gegen ein taugliches Anfechtungsobjekt. Die besagte Verfügung wurde den Beschwerdeführern am 5. Februar 2020 zugestellt (act. B1), wonach die Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden mit Poststempel vom 15. Februar 2020 (act. A1) fristgerecht erfolgte.
1.3. Gemäss Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO kann die Nichtanhandnahmeverfügung von den Parteien angefochten werden. Parteien sind im Haupt- und Rechtsmittelverfahren neben der Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sowie der Privatkläger (Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Privatkläger gilt der Geschädigte, der ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). In der Erklärung (Konstituierung) kann die geschädigte Person kumulativ oder alternativ die Verfolgung und Bestrafung der für die Straftat verantwortlichen Personen verlangen (Strafklage) bzw. adhäsionsweise
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privatrechtliche Ansprüche geltend machen (Zivilklage), die aus der Straftat abgeleitet werden (Art. 119 Abs. 2 StPO). Der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Es ist Aufgabe der Behörde und damit vorab der Staatsanwaltschaft, den Geschädigten zu eindeutigen Erklärungen zu veranlassen, in welche Richtung er sich als Partei im Strafverfahren beteiligen will. Die Konstituierung ist bis zum Abschluss des Vorverfahrens möglich. Dieses wird entweder durch Nichtanhandnahmeverfügung, Einstellung des Verfahrens, Anklageerhebung oder Erlass eines Strafbefehls beendet. Die Legitimation zur Ergreifung eines Rechtsmittels gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung setzt im Regelfall eine Konstituierung vor dem Erlass der Verfügung voraus. Eine Ausnahme muss für den Fall gelten, in welchem sich der Geschädigte nicht rechtzeitig konstituieren konnte, beispielsweise weil er von der Staatsanwaltschaft nicht auf die Möglichkeit der Konstituierung im Sinne von Art. 118 Abs. 4 StPO hingewiesen wurde oder wenn eine Nichtanhandnahmeverfügung ganz zu Beginn des Vorverfahrens ergeht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 2012, E. 2.1; Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 11 zu Art. 118 StPO; Patrick Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011 [zit. Patrick Guidon, Beschwerde], N 280 ff.).
1.4. Vorliegend ist in Anbetracht der von den Beschwerdeführern erhobenen Strafanzeigen fraglich, ob sie sich mit genügender Klarheit als Privatkläger konstituiert hatten. Aufgrund der Ausführungen in der Beschwerdeschrift ist  jedenfalls unter Berücksichtigung, dass es sich dabei um eine Laieneingabe handelt  davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführer zumindest als Strafkläger rechtsgenügend konstituiert haben, womit die Beschwerdelegitimation zu bejahen ist.
1.5. Nach Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde zu begründen. Der Beschwerdeführer hat zunächst genau anzugeben, welche Punkte des Entscheids er anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO). Der Beschwerdeantrag muss auf Änderung oder Aufhebung einer oder mehrerer Dispositivpunkte lauten, sofern solche vorhanden sind. Beschwerde kann nur gegen das Dispositiv der angefochtenen Verfahrenshandlung, nicht aber gegen die Erwägungen geführt werden. Dabei hat der Beschwerdeführer zum Ausdruck zu bringen, in welchem Sinne er die angefochtene hoheitliche Verfahrenshandlung geändert haben möchte. Zu beachten bleibt, dass die Anträge bzw. die Angabe der angefochtenen Punkte durch die fragliche hoheitliche Verfahrenshandlung begrenzt werden. Der
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Streitgegenstand kann vom Beschwerdeführer nicht frei bestimmt werden, sondern wird durch die angefochtene Verfahrenshandlung grundsätzlich verbindlich festgelegt; die Beschwerde-instanz soll nicht Gegenstände beurteilen, über welche die vorinstanzliche Strafbehörde nicht entschieden hat. Sodann hat der Beschwerdeführer genau anzugeben, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). In der Begründung ist schlüssig zu behaupten, dass und weshalb ein Beschwerdegrund gegeben ist (vgl. Patrick Guidon, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014 [zit. Patrick Guidon, BSK-StPO], N 9b f. zu Art. 396 StGB). Die Anforderungen an die Beschwerdebegründung dürfen zwar nicht überspannt werden, doch hat sich die Begründung zumindest in minimaler Form mit der angefochtenen hoheitlichen Verfahrenshandlung auseinanderzusetzen (vgl. Patrick Guidon, Beschwerde, N 392 mit Hinweis auf BGE 131 II 449 E. 1.3). Daran mangelt es, wenn die Richtigkeit der tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen Handlung nur pauschal bestritten wird. Die Gründe, welche einen anderen Entscheid nahelegen, müssen sich im Prinzip aus der Beschwerdeschrift selbst ergeben. Folglich genügen allgemeine Verweise auf Ausführungen in Rechtsschriften anderer Verfahren oder gar auf die Gesamtheit der Akten nicht, da es nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz sein kann, in Eingaben an andere Behörden oder anderen Verfahren nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte bzw. auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt beruhen soll (vgl. Patrick Guidon, BSK-StPO, N 9c zu Art. 396 StPO). Schliesslich ist genau anzugeben, welche Beweismittel angerufen werden (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO).
1.6 Die Anforderungen an die Begründung der Beschwerde sind relativ hoch. Dies ändert nichts daran, dass bereits die Beschwerdeschrift selbst die Begründung im vorstehend umrissenen Sinne zu enthalten hat und eine nachträgliche Ergänzung, Vervollständigung oder Korrektur grundsätzlich nicht zulässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_183/2012 vom 20. November 2012, E. 2). Namentlich von fachkundigen Personen wie Rechtsanwälten kann erwartet werden, dass sie die Beschwerde formgerecht einreichen. Entsprechend hat in diesen Fällen auch keine Nachfristansetzung gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO zu erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_130/2013 vom 3. Juni 2013, E. 3.2). Die beschwerdeführende Partei hat in ihrer Beschwerde genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Das Gleiche gilt grundsätzlich auch für den juristischen Laien, der auf die
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## Considerations