# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6f1fc2cc-305a-40b1-bd32-22f7f63c0c70
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 1. Februar 2021 lud die B._ für das Bauprojekt Alterszentrum
"D._" in E._ die 'Gewerbliche Kälte' (BKP 346) vier Anbieter zur
Offerteinreichung ein. In den Ausschreibungsunterlagen wurden die
Zuschlagskriterien und deren Gewichtung wie folgt formuliert:
- Z1 Qualifikation Schlüsselperson/en 15% - Z2 Qualität Servicestellennetz, Kontakt Service
Einsatzzeit bei Störung, Referenzangabe Organisation, Struktur 25%
- Z3 Wartungsverträge 10% - Z4 Preis 50%
2. Innert Eingabefrist reichten vier Anbieter ihre Offerten ein. Anlässlich der
Offertöffnung bot sich folgendes Bild:
- A._ AG CHF 132'242.95 100.00% - C._ AG CHF 135'262.90 102.28% - F._ AG CHF 155'116.05 117.30% - G._ AG CHF 199'259.70 150.68%.
3. Bei der anschliessenden Prüfung und Auswertung der Offerten ergab sich
eine Änderung in der Reihenfolge:
- C._ AG 489/500 Punkte - A._ AG 455/500 Punkte - F._ AG 359/500 Punkte - G._ AG 172/500 Punkte.
4. Mit Vergabeentscheid vom 12. April 2021 erteilte die B._ der C._
AG den Zuschlag für die 'Gewerbliche Kälte' (BKP 346) als wirtschaftlich
günstigstes Angebot zum Preis von CHF 135'262.90.
5. Gegen die Vergabeverfügung erhob die A._ AG (Beschwerdeführerin)
am 27. April 2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des
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angefochtenen Entscheids und die Rückweisung der Angelegenheit zur
Neuvergabe an die Gemeinde. Die Beschwerdeführerin begründete ihre
Anträge im Wesentlichen damit, dass die Bewertungen der
Zuschlagskriterien zum Nachteil der Beschwerdeführerin in Bezug auf die
Zuschlagskriterien 2 (Qualität Servicestellennetz) und 3
(Wartungsverträge) fehlerhaft vorgenommen worden seien.
6. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai 2021 beantragte die
Vergabebehörde die Abweisung der Beschwerde. Die Anwendung und
Bewertung der Zuschlagskriterien sei im Rahmen des ihr zukommenden
Ermessens korrekt vorgenommen worden.
7. Am 31. Mai 2021 (Poststempel) vertieft die Beschwerdeführerin ihre
Argumentation und wirft der Vergabebehörde insbesondere vor, eine nicht
kompetente Fachplanerin beigezogen zu haben; weiter habe sie auch die
Referenzobjekte nicht objektiv bewertet und zu wenig selber recherchiert;
schliesslich führe die Bewertung des Wartungsvertrages zu einer
Verzerrung des Schlussergebnisses.
8. In ihrer Duplik vom 10. Juni 2021 hält die Vergabebehörde (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) unverändert an ihren Rechtsbegehren fest. Sie
entgegnet der Argumentation der Beschwerdeführerin und bestreitet deren
Behauptungen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Vergabeentscheid vom 12. April 2021,
worin die Beschwerdegegnerin die ausgeschriebene
Arbeitsleistung/Beschaffung 'Gewerbliche Kälte' (BKP 346) für das
Bauprojekt 'Alterszentrum' in der betreffenden Gemeinde der
Zuschlagsempfängerin zum Preis von CHF 135'262.90 (Bewertung
489/500 Punkte) erteilte. Damit konnte sich die preisgünstiger (CHF
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135'242.95) offerierende Beschwerdeführerin, deren Angebot mit 455/500
Punkten bewertet wurde, nicht einverstanden erklären, weshalb sie
dagegen am 27. April 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden erhob und darin die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids sowie die Rückweisung der Angelegenheit zur Neuvergabe an
die Gemeinde beantragte. Es ist demnach über die Rechtmässigkeit des
angefochtenen Vergabeentscheids zu befinden.
1.2. Die strittige Auftragsvergabe untersteht unbestritten dem öffentlichen
Beschaffungsrecht. Konkret kommen die Interkantonale Vereinbarung über
das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SR 172.056.5 [BR 803.510])
sowie das Submissionsgesetz für den Kanton Graubünden (SubG; BR
803.300) mit zugehöriger Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur
Anwendung. Das vorliegende Verfahren vor Verwaltungsgericht richtet sich
nach dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).
1.3. An der eingereichten Beschwerde gibt es weder bezüglich ihrer Form (=
Erfordernis an Rechtsschriften nach Art. 38 VRG [Rechtsbegehren;
Sachverhalt; Begründung]) noch bezüglich der Wahrung der 10-tägigen
Rügefrist nach Art. 15 Abs. 2 IVöB und Art. 26 Abs. 1 SubG etwas
auszusetzen, zumal das Ziel der Beschwerde materiell klar erkennbar ist
und die Rechtsschrift vom 27. April 2021 gegen den Vergabeentscheid vom
12. April 2021, erhalten am 20. April 2021, innert der gesetzlichen
Anfechtungsfrist erfolgt ist. Die Beschwerde ist daher form- und fristgerecht
eingereicht worden.
1.4. Nach Art. 15 Abs. 1 IVöB (Beschwerde an unabhängige kantonale Instanz
zulässig) bzw. Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG (Beschwerde an das
Verwaltungsgericht) kann namentlich gegen den Zuschlag und den
Ausschluss vom Vergabeverfahren Beschwerde erhoben werden. Die
örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Verwaltungsgerichts
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ist damit gegeben, da es um die unabhängige Überprüfung des
angefochtenen Entscheids geht.
1.5. Zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist
legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art.
50 VRG). Die Legitimation ist gegeben, wenn die Beschwerdeführerin als
nicht berücksichtigte Bewerberin eine reelle Chance hat, bei Gutheissung
ihres Rechtsmittels den Zuschlag zu erhalten; ob dies zutrifft, ist aufgrund
der Begehren und Rügen der Beschwerdeführerin zu beurteilen.
Vorliegend ist die Legitimation zur Beschwerdeerhebung der
Beschwerdeführerin als preisgünstigste Anbieterin zu bejahen, verlangt sie
doch die Auftragsvergabe an sich selber zum Preis von CHF 132'242.95
und hätte somit den Zuschlag erhalten, wenn die Bewertung des Angebots
der Zuschlagsempfängerin aufgrund der anderen Kriterien nicht höher
ausgefallen wäre. Die Beschwerdeführerin war mit 455/500 Punkten
nämlich das wirtschaftlich 'zweitgünstigste' Angebot, hinter demjenigen der
Zuschlagsempfängerin mit total 489/500 Punkten.
1.6. Etwas unklar ist die Beschwerdeführerin, wenn sie in ihrer Replik (Ziff. 6)
vorbringt, sie habe keine Beschwerde eingereicht, sondern einen Rekurs,
und sie beanstande nur die Punktebewertung, nicht die Auswertung selbst.
Eine Erklärung für die falsche Benennung des Rechtsmittels (Rekurs statt