# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 240b71df-432b-4fea-937b-883d7736178c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war als Elektroschemazeichner über seine Arbeitgeberin bei der Suva gegen Unfälle obligatorisch versichert, als er am 3
0.
Dezember 2014 im Treppenhaus ausrutschte und auf das Gesäss fiel
(
Urk.
15/1)
.
Infolgedessen zeigte sich i
n der Computertomographie
(CT) vom 31.
Dezember 2014 eine nicht dislozie
rte Fraktur des Steissbeins (1.
Coccygeal
wirbel
) mit umgebendem, diskretem Hämatom
(
Urk.
15/12
und
15/7-8)
.
In der Folge klagte der Versicherte
über diverse zusätzliche Beschwerde
n
,
wie
Schwin
del,
Kopf- und
Nackenschmerzen
,
Hand- und
Kniebeschwerden
, die vorwiegend in den verschiedenen Abteilungen der
Y._
abgeklärt wurden (
vgl. insbesondere
Urk.
15/
52
-
53
und 15/67-6
9
).
Die
Suva
erbrachte nach Eingang der Unfallmeldung (Urk.
15/1
) zunächst
die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilkosten;
Urk.
15/3
).
Gestützt auf die kreisärztliche Aktenbeurteilung vom
4.
Januar 2016 (
Urk.
15/66) stellte sie diese indes m
it Verfügung vom 6. Januar 2016 per
7.
Januar 2016 ein unter Hinweis darauf, dass die
heute noch bestehenden Beschwerden nicht unfallbedingt seien (
Urk.
15/71)
. Dagegen erhob der Versicherte Einsprache
(
Urk.
15/77)
. Ausserdem meldete er sich b
ei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/88)
. Aufgrund der weiteren
Abklärungen
(Urk.
15/79
,
15/82
, 15/103
und
1
5/107
)
und kreisärztliche
n
Stellungnahmen (Urk.
15/99-100
und
15/109
)
hiess
die Suva
die
Einsprache
am 1
3.
Mai 2016
gut und
richtete weiterhin die gesetzlichen Leistungen aus
(
Urk.
15/110)
.
Im Laufe der weiteren Abklärungen (
Urk.
15/129, 15/133, 15/134, 15/131-142 und 15/172)
, konkret ab
1.
Juli 2016,
reduzierte
die Suva
die Taggeldleistungen
auf 50
%
(
Urk.
15/122)
. Gestützt auf den Bericht
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, zu
r
kreisärztlichen
Untersuchung vom 2
1.
September 2016 (
Urk.
15/160; e
rgänzend
Urk.
15/180) teilte
sie
de
m
Versicherten mit Schreiben vom 2
0.
Okto
ber 2016
alsdann mit,
die Leistungen
seien
noch bis 30.
September 2016
abge
rechnet und danach eingestellt worden
(
Urk.
15/171).
Dementsprechend
verfügte sie am
1
.
November 2016
rückwirkend per
1.
Oktober 2016
die Einstellung ihrer Leistungen
und verneinte gleichzeitig
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente oder Integritätsentschädigung
(
Urk.
15/188
). Die
vom
Versicherten
dagegen
unter Beilage eines weiteren Arztberichts
erhobene Einsprache vom
3
0.
November 2016
(
Urk.
15/191
) wies sie mit Entscheid vom
3.
Februar 2017
ab (
Urk.
2).
Indes
leistete
sie
mit Schreiben vom 1
0.
November 2016 Kostengutspra
che
gemäss Voranschlag für
einen ärztlich verschriebenen Spezial-
Sitzring
im Betrag von Fr. 1'788.15
(
Urk.
15/189
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
3.
Februar 2017
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1.
März 2017 Beschwerde
. Darin machte er geltend
, die Suva
komme ihrer Verpflichtung nicht nach
und das Verfahren dauere zu lange
(
Urk.
1
).
Zudem
fand sich in den Beilagen
(
Urk.
3/1-7)
das Doppel
einer an die Suva adressierten «
Einsprache
» gleichen Datums
, mit der er weiterhin die Aus
richtung der gesetzlichen Leistungen verlangte
(
Urk.
3/
4
)
.
Mit
Verfügung vom 1
5.
März 2017 setzte das Sozialversicherungsgericht ihm eine 10-tägige Frist
an, um sein
e Anträge im Gerichtsverfahren
zu konkretisieren und
zu
begründen
(
Urk.
4
; Zustellung
Urk.
9 und 10
). In der Folge reichte der
Versicherte
mit Ein
gaben vom 18.
März 2017 (
Urk.
5)
weitere Unterlagen ein (
Urk.
6/1-4) und über
brachte
am 7.
April 2017 eine schriftliche Beschwerdeergänzung
. Darin bean
tragte er, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Ferner machte er
darin
einen Anspruch auf
eine
Umschulung geltend
(
Urk.
11).
In der Zwischenzeit hatte
die Suva
dem
G
ericht
die oberwähnte «Einsprache» (
Urk.
8/1; Beilagen
Urk.
8/1-12) zur Prüfung als
Beschwerde überwiesen
(
Urk.
7).
M
it Verfügung vom 1
0.
April 2017
brachte dieses der Suva alle Eingaben des Versicherten samt Beilagen sowie die Akten
notiz vom
3.
April 2017 (
Urk.
10) zur Kenntnis und
setzte
ihr
Frist zur
Einrei
chung der
Beschwerdeantwort an (
Urk.
12)
.
In der
Beschwerdeantwort vom 1
2.
Mai 2017
schloss die Suva
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14). Dazu äusserte sich der Versicherte mit Eingabe vom
9.
Juni 2017 (
Urk.
17; Beilage 18). Die Suva verzichtete auf eine Stellungnahme
hierzu
(
Urk.
21).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die dem Gericht zusammen mit der Beschwerde eingereichte, an die Suva adres
sierte Einsprache vom
1.
März 2017 gegen den
Einspracheentscheid
vom
3.
Feb
ruar 2017 (
Urk.
3/4) erfüllt die Kriterien einer
rechtsgenüglichen
Beschwerde. Zudem hat der Beschwerdeführer mit der als Beschwerde bezeichneten Eingabe vom
1.
März 2017 (
Urk.
1) seinen Beschwerdewillen klar zum Ausdruck gebracht, so dass, obwohl die
Beschwerdeergänzung (
Urk.
10) verspätet eingereicht wurde, auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.
2
.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 bzw. am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Indes sieht
Abs.
1 der
Übergangsbe
stimmungen zur Änderung vom 25.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1.
Januar 2017 ereignet haben, nach b
isherigem Recht gewährt werden
. Vorliegend finden deshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
2
.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts
,
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG)
.
Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
3
.
3
.1
Der Beschwerdeführer
argumentierte
, die Steissbeinfraktur wachse nicht mehr zusammen, weshalb er
zeitlebens
an Schmerzen leiden werde. Zeichner sei
sodann
keine wechselbelastende Tätigkeit, sondern werde zu 100
%
im Sitzen ausgeübt. So könne er im Gehen keine Zeichnungen am Computer erstellen
. Im Übrigen würden
alle Informationen direkt auf
seinen
Rechner geschickt,
benütze man das
Telefon und besuche der Chef die Kunden, so dass
ihm
an örtlicher Ver
schiebung nur ein 15-minutiges Meeting am Montagmorgen verbleibe
.
Lange stehen könne er
a
ngesichts der Gonarthrose
,
der
stark operierten Menisken
und
der
Plantarfasziitis
beidseits nicht
mehr
.
Zudem
könne er
auch
d
en Barhocker nicht benutzen,
da
der
Sitzring
nicht darauf passe
und er
aufgrund der Nacken- und Rückenschmerzen, hervorgerufen durch die Schonhaltung infolge der Steissbeinbeschwerden, nicht lang asymmetrisch sitzen
könne
.
Hinzu kämen die bisher nicht berücksichtigten Einschränkungen aufgrund des
hormonell beding
te
n
Übergewicht
s
, einschliesslich der Folgen der
Kortisonbehandlungen
(Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen)
, und die
im September 2016 erlittene
Aussenbandruptur
.
Wäre er voll arbeitsfähig und damit gesund, bräuchte er keine Schmerzmittel und müsste sich nicht um Nieren und Leber sorgen.
Um wieder vollschichtig einsetzbar zu sein, bedürfe er eines Sitzrings/-kissens und einer Umschulung
bzw. Un
terstützung der IV-Massnahmen
.
Nach mehrfachem Nachfragen
habe er die
Sitzhilfe nun endlich
im März 2017 erhalten
.
Es sei falsch, dass er sich nicht darum gekümmert habe.
Der von
Dr.
A._
am
5.
April 2016 verordnete
Sitzring
sei
für sein Gewicht
zu schwach gewesen, weshalb nach der kreisärztlichen Untersuchung ein Sitzkissen verordnet worden sei, dessen Massanfertigung mehrere Monate gedauer
t habe.
Aus dem
letzten
Bericht der
Y._
gehe hervor, dass das postulierte
Zumutbar
keitsprofil nicht umsetzbar
sei
,
dennoch
habe die Suva eine neutrale Begutach
tung abgeleh
nt
.
D
er Endzustand
sei
noch nicht erreicht, weshalb ihm noch Tag
geldleistungen zustünden.
Er sei nicht auf eine Rente aus, sondern strebe eine volle Integration in eine wechselbelastende Tätigkeit an.
Im Übrigen habe
Dr.
B._
ihn nie
hinsichtlich der
Unfallbeschwerden behandelt
(
Urk.
11 und 17)
.
3
.2
Dem
gegnüber
hielt die
Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid
sowie in der Beschwerde
dafür
, der Kreisarzt habe nachvollziehbar dargelegt, dass und wes
halb der Endzustand gegeben sei. Es sei abermals
– unter anderem am
5.
Ap
ri
l 2016 von
Dr.
A._
–
ein
Sitzring
empfohlen worden. Dabei sei sie auch bereit, sollte der Beschwerdeführer dies wünschen, stattdessen die Kosten für ein Sitz
kissen zu übernehmen. Indes habe
es der Beschwerdeführer
wiederholt versäumt, sich ein entsprechendes Hilfsmittel zu besorgen, das ihm
seine
Arbeit ermögliche. Die noch unregelmässig durchgeführten
chiropraktischen
Behandlungen dienten höch
stens der Erhaltung, nicht aber der Verbesserung
des aktuellen Zustandes
(
Urk.
2
Ziff.
4
und
Urk.
14
Ziff.
6.1
).
Weiter habe der Kreisarzt das Zumutbarkeitsprofil nach eigener Untersuchung, unter Berücksichtigung der Befunde und Beschwerden sowie in Kenntnis der Aktenlage definiert. Dieses sei nachvollziehbar begründet
und sehe einen Wechsel alle 30 bis 60 Minuten zwischen Stehen, Gehen und Sitzen mit Benutzung eines Barhockers einerseits und eines Sitzrings auf einem normalen Bürostuhl anderer
seits vor. Nichts Anderes ergebe sich aus de
n
Bericht
en
der
Y._
, wonach eine Sitzhilfe nötig
und
längeres Stehen wegen der Knie- und Fuss
beschwerden nicht möglich sei
, der Beschwerdeführer in einer wechselbelasten
den, sehr leichten bis leichten Tätigkeit jedoch zu 100
%
arbeitsfähig sei oder sein werde
. Die Tätigkeit als Elektroschemazeichner sei körperlich nicht anstrengend
,
und mit Hilfe des Barhockers, des Sitzkissens auf dem Bürostuhl und einem höhenverstellbaren Pult könne die Position immer wieder geändert werden. Zudem seien auch bei einer reinen Bürotätigkeit örtliche Verschiebungen (z.B. Besprechungen,
Dossierablage
, Arbeitsvorbereitung) nötig
(
Urk.
2
Ziff.
5
und
Urk.
14
Ziff.
6.2
).
4
.
4
.1
Die Argumentation der Beschwerdegegnerin beruht auf dem kreisärztlichen Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
1.
September 2016 zur gleichentags von ihm selbst durchgeführten Untersuchung
(
Urk.
15/160)
.
E
r diagnostizierte
beim Beschwerdeführer
eine posttraumatische
Coccygodynie
bei Verdac
ht auf eine sturzbedingte
Pseud
arthrose
des Os
coccygis
bei einem Status nach Treppensturz am 30. Dezember 201
4.
Dazu erläuterte er, im Vordergrund
der Beschwerdeklage
stünden belastungs- und entlastungsabhängige Steissbeinschmerzen durch Sitzen und durch Wiederaufstehen nach längerem Sitzen
. Klinisch finde sich an der Steissbeinspitze ein umschriebener Druckschmerz. Konventionell-radiologisch (Bild
vom 1
7.
März 2015)
fänden
sich der Hinweis auf eine
sacrococcygeale
Instabilität durch
Retrolisthesis
des Os
coccygis
gegenüber dem
Sakrumende
sowie zwei schwach angedeutete Aufhellungslinien proximal und distal des dis
talen
Skarumgliedes
als Hinweis auf Frakturresiduen
(vgl. auch
Urk.
15/103: Bild vom
5.
April 2016)
. Die ventrale
Kor
t
ikalis
weise im distalen Abschnitt des dista
len
Sakru
m
gliedes
eine Stufe von 1-2 mm auf.
Es würden somit immer noch
behandlungsbedürft
ig
e
Unfallfolgen vorliegen, wobei aber der medizinische End
zustand erreicht sei und die Behandlung lediglich noch dem Erhalt des Status quo diene.
Konkret gehe es
um die Fortführung der Hilfsmittelversorgung durch einen
Sitzring
und das Weiterführen der Bedarfsmedikation bei Schmerzen
(
nichtstero
idalen
Antirheumatika
,
NSAR).
Der Beschwerdeführer sei damit unter den besprochenen Bedingungen des Wech
selrhythmus zwischen Stehen, Gehen, Sitzen und Benutzung eines Barhockers für eine zweite Form des Sitzens neben der Benutzung eines Sitzringes auf einem üblichen Bürostuhl vollschichtig einsetzbar. Die genannten Körperhaltungen soll
ten deutlich kürzer als 11⁄2 Stunden jeweils eingenommen werden – zum Beispiel 30 bis 60 Minuten. Die Bereitstellung eines Schreibtisches, der höhenverstellb
ar sei, müsse angeraten werden. Dieses Zumutbarkeitsprofil sei identisch mit dem
jenigen als Schemazeichner (
Urk.
15/16/9-10).
4
.2
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es ver
lässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situ
ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf 125 V 351 E. 3b/
bb
). Anspruch auf ein Gerichtsgutachten besteht rechtsprechungsgemäss, wenn die Abklärungsergeb
nisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht aus
reichend beweiswertig sind (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.5).
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt nach der Rechtspre
chung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis). Allerdings kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss
dennoch
nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängi
ger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anfor
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2
und
135 V 465
E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts
8C_348/2016 vom
9.
Dezember 2016 E. 2.4
; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_474/2016 vom 2
3.
Januar 2017 E. 2.3-4
).
4
.3
Die Beurteilung des
versicherungsinternen, fachkundigen
Kreisarztes Dr.
Z._
erfolgte unter Berücksichtigung der
Vorakten
(
Urk.
15/160/1-7)
, insbeson
dere der Bilddokumente
(
Urk.
15/160/9)
,
der
subjektiven Beschwerdeklage
(
Urk.
15/160/7)
und der Ergebnisse de
s
eigenen klinischen Untersuch
s
(
Urk.
15/160/8-9)
. Er begründete nachvollziehbar, dass beim Beschwerdeführer nach wie vor auf den Unfall im Treppenhaus im Jahr 2014 zurückzuführende Steissbeinbeschwerden bestünden, die durch weitere Behandlungsmassnahmen nicht mehr verbessert werden könnten.
Schlüssig legte er anschliessend dar, dass
dieser
unter Benutzung eines Barhockers, eines Sitzrings auf dem normalen Bürostuhl (nicht auf dem Barhocker) und eines höhenverstellbaren Schreibtisches sowie
der Einnahme von Schmerzmitteln
im Bedarfsfall seine bisherige Tätigkeit als Elektroschemazeichner
vo
llzeit
ig
(
ohne Leistungseinbusse
)
ausüben
könne
.
4
.4
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Diesbezüglich
ist zunächst
festzuhalten, dass
di
e Leistungspflicht eine
s Unfallversicherers gemäss UVG
voraussetzt, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Scha
den (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Mit anderen Worten ist die natürliche Kausalität zu bejahen, wenn der Unfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Es ist deshalb hervorzuheben, dass die Beschwerdegegnerin einzig für die Steiss
beinbeschwerden einzustehen hat (vgl.
Urk.
15/8). Die zahlreichen weiteren, vom Beschwerdefü
hrer
ab Ende Februar bzw. März 2015
geklagten
und abgeklärten
Beschwerden sind
nicht überwiegend wahrscheinlich a
uf den Unfall
vom 30.
Dezember 2014 zurückzuführen
. Dafür sprechen n
eben dem
fragwürdigen
zeitlichen Konnex die
in den Berichten
erwähnten Vorzustände
bzw. Ursachen, die daraus ersichtlichen widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers zur Erstmanifestation
bzw. zum
Unfallhergang
sowie die objektiven Befunde (
kreis
ärztlichen Einschätzungen
Urk.
15/66
und 15/180
;
ferner z.B.
zu den
Fuss
beschwerden
Urk.
15/16
und 15/169/2
;
zu den Kniebeschwerden
Urk.
15/25
,
15/42
und
15/50/3
; z
u
den Schwindelbeschwerden
, Nacken- und Kopfschmerzen
Urk.
12,
Urk.
15/25
-26
,
15/29,
15/50
,
15/53
,
15/107/2,
15/117
, 1
5/136
und 139/2
;
zu den
S
ehstörungen
Urk.
15/131 und
15/67-68
;
zur Adipositas:
Urk.
15/16/1,
15/41
,
15/42/1
und 15/139/2
).
Die Einsprache gegen die erste Ver
fügung vom
6.
Januar 2016 (
Urk.
15/71) wurde von der Suva denn auch nur gut
geheissen (
Urk.
15/110), weil sie übersehen hatte, dass die Steissbeinbeschwerden im Bericht der
Y._
vom 2
5.
August 2015 (
Urk.
15/52/3) nochmals aufgeführt wurden (Urk.15/100), was Anlass zu weiteren Abklärungen gab (
Urk.
15/100 und 15/109).
4
.5
4
.5.1
Sodann
wecken die
bei den Akten liegenden
Berichte der
Y._
ent
gegen der Auffassung des Beschwerdeführers
keine Zweifel an der kreisärztlichen Beur
teilung.
Insbesondere im Bericht
vom 1
1.
April 2016
, unterzeichnet
von PD
Dr.
med.
C._
, dem
Chefar
zt der Ab
teilung für Wirbelsäu
lench
i
r
urgie
,
wurde
in vollständiger Übere
insti
mmung
mit der kreisärztlichen Einschätzung
festge
halten,
dass
der Beschwerdeführer an klinisch sehr gut nachvollziehbaren, sehr starken Schmerzen im Bereich des Os
coccygis
leide
,
di
e selbstverständlich eine sitzende Tätigkeit «ohne entsprechende Einrichtungen» nicht mögli
ch
mache.
Ein normaler
Sitzring
funktioniere bei starker Adipositas nicht. Man verordne deshalb
einen
Sitzring
mit erhöhter Festigkeit, gegebenenfalls solle der Bandagist eine Spezialanfertigung beantragen, da dies
e
«die Arbeitsfähigkeit als Konstrukteur wiederherstellen müsste». Die Möglichkeit eines Stehpultes sei diskutiert worden, allerdings könne der Beschwerdeführer aufgrund einer extern diagnostizierten
Plantarfasciitis
nicht längere Zeit stehen (
Urk.
15/107/2-3).
4
.5.2
Im
folgenden chefärztlichen Bericht
vom 2
8.
Juli 2016 findet sich
de
r Hinweis, der Beschwerdeführer
sei
nicht zur letzten Konsulta
tion erschienen und eine wei
tere
sei nicht
geplant
(
Urk.
15/134/3).
Ergänze
nd
hierzu
ist der Telefonnotiz vom 18. August 2016
zu entnehmen, dass
im Mai 2016 die Besprechung der
am 1
1.
April 2016 erfolgten
Infiltration des Steissbeins (
Urk.
15/140/1) geplant gewesen wäre, der Beschwerdeführer
den Termin
jedoch nicht wahrgenommen habe. Weitere Termine habe es keine gegeben
(
Urk.
7/141/1
; ferner auch Urk. 15/120 und 15/27
)
.
Da sich somit seit
dem letzten Bericht nichts Neues
ergab
,
sind
die Ausführungen unter den Titel «Verlauf» und «Therapie» dahingehend zu verstehen, dass
sitzende Tätigkeiten trotz des früher selbständig
besorgte
n
nor
male
n
Sitzring
s
(vgl. Rezept des Hausarztes
Urk.
15/33)
nicht möglich waren, weil d
er Beschwerdeführer
dafür
zu schwer war und trotzdem auf dem Ste
issbein sass. Deshalb
bestand die gegenwärtige Behandlung in einem verstärkten
Sitzring
.
Ent
sprechend
wurde unter dem Titel «Arbeitsaufnahme»
betont
, dass man bisher keine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe und dazu auch aktenanamnestisch keine Aussagen möglich seien
(vgl.
Urk.
7/134/2-3).
4
.5.3
Erst
im Rahmen der
kreisärztlichen
Beurteilung
liess sich der Beschwerdeführer erneut in der Wirbelsäulen-Sprechstunde
untersuchen
und verlangte ein neues Arbeitsunfähigkeitszeugnis
. In der Anamnese
des Berichts vom 1
0.
Oktober 2016
wurde konstatiert, dass der rezeptierte
Sitzring
nach Mass «aus mehreren Grün
den» bisher noch nicht angefertigt
worden sei
. Der
nunmehr
berichtende Oberarzt
,
Dr.
med.
D._
,
schlussfolgerte, die konservative Therapie sei noch nicht ausge
schöpft, da der empfohlene und rezeptierte
Sitzring
bisher nicht angefertigt und verwe
ndet worden sei. Man unterstütz
e die Abklärungen der Suva. Insbesondere würde eine wechselbelastende Tätigkeit für den Beschwerdeführer
«
sicher einen Vorteil bringen
»
.
«
Allerdings sollte mittel- bis längerfristig mit einem ent
sprechend angepassten
Sitzring
auch längeres Sitzen wieder möglich sein
»
.
Eine Arbeitsunfähigkeit
attestiere
man für die nächsten zwei Wochen bis zum Er
halt des angefertigten Sitzring
s. Die weitere Arbeitsunfähigkeit sei in Abhängigkeit des Krankheitsverlaufes vom Hausarzt festzulegen (
Urk.
15/172/2 f.).
4
.5.4
Nach Erlass
des angefochtenen Entscheides
fol
gte
der
letzte Bericht von Dr.
D._
, datiert vom
1.
März 201
7.
D
emnach
meldete sich d
er Beschwerdefüh
rer
damals
zur Verlaufskontrolle, insbesondere
der
«Besprechung/Festlegung seiner Arbeitsunfähigkeit».
E
r
habe den rezeptierten massgefertigten
Sitzring
bis
her
«aus mehreren Gründen»
nicht erhalten
. D
ieser werde ihm nun voraussichtlich in zwei Wochen zugeschickt. «In der Zwischenzeit» sei ein Arbeiten als Zeichner im Büro im Sinne einer
zu
100
%
sitzenden Tätigkeit nicht möglich.
D
er weitere klinische Verlauf nach Benutzung des Sitzringes bleibe abzuwarten. Es sei aktuell aber unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in einer rein sitzenden Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig sein werde, «insbesondere nicht sofort». Es sei
indes
wahrscheinlich, dass er in einer wechselbelastenden, sehr leichten bis leichten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig «sei resp. sein werde». Man empfehl
e, die genaue Arbeitsfähigkeit respektive
ein Belastungsprofil im Rahmen ein
e
s Versicherungs
gutachtens erstellen zu lassen und/oder die Belastbarkeit in einem Arbeitsversuch zu prüfen (
Urk.
3/5).
4
.5.5
Zusammenfassend
wurde
dem Beschwerdeführer
im Jahr 2016
aus wirbel
säulen
chirurgischer Sicht
bei Benutzung eines
verstärkten
Sitzrings
vom Chefarzt also
keine
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
attestiert
und
vom Oberarzt
auch
eine
länger sitzend ausgeübte Tätigkeit
zumindest
mittel- und langfristig
nach Erhalt des Sitzrings
als zumutbar erachtet.
Eine Umschulung in eine wechselbelastende Tätigkeit
erachtete dieser dementsprechend nur
als vorteilhaft
,
n
icht
aber als
not
wendig
.
Seiner
wesentlich zurückhaltender formulierten Beurteilung
aus dem Jahr 2017 liegen keine neuen Aspekte bzw. medizinischen Erkenntnisse zugrunde, indes holte der Beschwerdeführer diese offenkundig im Hinblick auf die Beschwerdeerhebung ein. Immerhin
postulierte der Oberarzt
aber selbst
dieses Mal
eine volle Arbeitsfähigkeit
zumindest
in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit.
Augen
fällig
ist
aufgrund der angeführten Berichte und Notizen
ferner
, dass der Beschwerdeführer nach der Infiltration des Steissbeins nur noch Termine wahr
nahm bzw. vereinbarte,
soweit es ihm im Hinblick auf das bei der
Unfallversiche
rung
hängige Verfahren opportun erschien
.
Auch
geht aus
den Akten
und
seinen
Eingaben
k
ein konkreter Grund
hervor
, weshalb es ihm
tatsächlich
nicht möglich
gewesen sein soll
, sich
die
längst rezeptierte
(vgl.
Urk.
15/189
/3
)
und schmerzlin
dernde Sitz
hilfe
umgehend
und nicht erst ein Jahr später
zu beschaffen.
Insbe
sondere da in den Berichten jeweils mit einer
sehr kurzen
Anschaffungsdauer von zwei Wochen gerechnet wurde.
Insoweit ist behandlungsanamnestisch kein rele
v
anter Leidensdruck ersichtlich.
4
.6
4
.6.1
Es bleibt anzumerken, dass
i
m
B
ericht
vom 1
8.
Juli 2016
der Abteilung Chiro
praktik
d
er
Y._
, in welcher ab Januar 2016
die
Nackenbeschwerden
des Beschwerdeführers behandelt wurden
(
Urk.
15/137),
zwar eine Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit von 50
% postuliert
wurde
. Diese wurde
jedoch
nicht mit Steissbeinbeschwerden begründet
(
Urk.
15/139).
Solche wurden erst nach der kreisärztlichen Beurteilung in den
chiropraktischen
Verlaufsbericht vom 1
4.
November 2016 aufgenommen. Darin wurde
erläutert
, aktuell stünden die Nackenbeschwerden
im Vordergrund. Wegen der
Pseud
arthrose
des Steissbeins sei es dem Beschwerdeführer nicht möglich, längere Zeit symmetrisch ausgeglichen zu sitzen. Für den Heilungsprozess der Nackenbe
schwerden sei eine gerade, symmetrische, sitzende oder stehende Haltung jedoch essentiell. Längeres Stehen könne jedoch wegen der Knie- und Fussbeschwerden nicht empf
o
hlen werden. Daher sehe man ein entsprechendes medizinisches Hilfs
mittel in Form eines Sitzkissens
als dringend notwendig
(
Urk.
15/191).
Weitere
Feststellung
en
wurden nicht getroffen, insbesondere keine Arbeitsunfähigkeit
mit Sitzkissen
postuliert. Der Beschwerdeführer kann daher auch aus diesem Bericht nichts für sich ableiten.
4
.6.2
Interessant ist
im Übrigen
die Begründung der Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Bericht
der Abteilung Rheumatologie der
Y._
vom 3
0.
Juni 201
5.
Danach war der Beschwerdeführer weiterhin als Controller (überwiegend sitzende Tätigkeit) zu 100
%
arbeitsunfähig, wobei die Arbeitsunfähigkeit «gröss
tenteils mitbedingt sei durch seine Sehstörungen und dementsprechend Schwie
rigkeiten, Grafiken zu erstellen»
(
Urk.
15/50/1).
Steissbeinbeschwerden fanden in jenen Bericht indes keinen Eingang.
4
.6.3
Als wichtig stufte der Beschwerdeführer
schliesslich
den hausärztlichen Bericht vom 1. März 2016
ein. Der Allgemeinmediziner
Dr.
med.
E._
erhob
allerdings
keine
eigenen
Befunde, sondern gab lediglich die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers wieder.
Zudem waren seine Schlussfolgerungen wider
sprüchlich, insofern er eine
Arbeitsfähigkeit von 50 bis 60
%
einerseits
«in sitzender Haltung»
und andererseits im Rahmen einer
Arbeit
«
mit etwas Sitzen,
Stehen
und Laufen
»
als allenfalls möglich erachtete
(vgl.
Urk.
8/11).
Dieser Bericht
lässt
somit keine Zweifel an den später erfolgten spezialärztlichen Ein
schätzungen
aufkommen
. Beachtenswert ist
indes
der hausärztliche
Bericht vom 1
7.
August 2016, wonach
«
der Beschwerdeführer denke, dass er wieder zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben werden müsse
»
. Als Grund gab er nämlich eine Zustandsverschlechterung an, nachdem er während vier Tagen drei bis vier Stun
den pro Tag sitzend Bewerbungen geschrieben hatte. Dies war ihm erfreulicher
weise ohne die (erst später angefertigte) Sitzhilfe und bei nur noch geringem Schmerzmittelko
nsum möglich (vgl.
Urk.
15/143).
4
.7
Trotz der erwähnten Inkonsistenzen in den Angaben
und im Verhalten des Beschwerdeführers stimmt das vom Kreisarzt definierte Zumutbarkeitsprofil letzt
lich gut
mit
d
er subjektiven Beschwerdeklage überein. So
berichtete er dem Kreis
arzt über Schmerzen am Steissbein, die durch 11⁄2 Stunden Sitzen, besonders stark durch Aufstehen nach längerem Sitzen (dann für 3 bis 5 Minuten) und nach ca. 11⁄2 Stunden Gehen aufträten. Das Beste sei für ihn ein Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen und er könne sich vorstellen, auch längere Zeit mit einer Gesässhälfte auf einem Barh
ocker zu sitzen (
Urk.
15
/160/7
; zu den abweichenden Angaben in der Einsprache vo
m Januar 2016, vgl.
Urk.
15/77)
.
Im Übrigen ist nicht nachvollziehbar, inwiefern der mehrfach vom Beschwerde
führer angestrebte 3D-Computer-Kurs (
Urk.
15/117/3 und 15/143/1 unten) seinen unfallbedingten Beschwerden entgegenkommen bzw. mehr Positionswechsel als bisher in seinem Arbeitsalltag erlauben würde. Gleiches gilt für die im hausärzt
lichen Zeugnis vom 1
3.
März 2017 erstmals angesprochene Umschulung zum Personalfachmann/Personalberater (
Urk.
6/1). Traut sich der Beschwerdeführer diese
Bürotätigkeiten und die dafür nötige Ausbildung zu, spricht nichts gegen eine Arbeitsaufnahme im gelernte
n
Beruf.
4
.8
Es ist somit vollumfänglich auf die kreisärztliche Beurteilung abzustellen, die in allen Teilen nachvollziehbar ist und an der auch nach Studium der Berichte der behandelnden Spezialisten keine Zweifel bestehen.
Es kommt hinzu, dass die Angaben des Beschwerdeführers als unzuverlässig gelten müssen. So schildert
e
er den Unfallhergang immer wieder neu, rückte mal die einen und mal die ande
ren Beschwerden in den Vordergrund
und
berichtete zugleich über Erfolg und Misserfolg
einer
Behandlung
. Behandlungsanamnestisch ist zudem ein massge
blicher Leidensdruck
zu verneinen
.
5
.
5
.1
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ist von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes des Versicherten mehr zu erwarten, wird jedoch der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung erst später gefällt, so wird vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an vorübergehend eine
Übergangsrente nach
Art.
30 UVV in Verbindung mit
Art.
19
Abs.
2 UVG ausgerichtet.
5
.2
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund
retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
5
.3
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
5
.4
Konkrete Behandlungsmassnahmen, welche
Ende September 2016 effektiv durch
geführt wurden und
zu einer Besserung
d
er Steissbeinbeschwerden
hätten
führen sollen, machte der Beschwerdeführer selbst nicht geltend. Weder von der Ein
nahme der Schmerzmittel, noch der
chiropraktischen
Behandlung
war
diesbezüg
lich eine weitere Heilung zu erwarten
und weitere Infiltrationen waren
nach April 2016
nicht geplant
. Damit
war
der medizinische Endzustand erreicht. Unbeacht
lich ist
entgegen
d
er Auffassung
des Beschwerdeführers
, dass
er
erst ab März 2017 tatsächlich über eine geeignete Sitzhilfe verfügte, nachdem diese rechtzeitig sechs Monate vor Fallabschluss rezeptiert wurde
und er somit jederzeit eine solche hätte beschaffen können
– auch um Bewerbungen zu schreiben.
Gemäss
Kreisarzt
ist
des Weiteren
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als technischer Zeichner auszugehen, da diese unter Zuhilfe
nahme eines speziellen Sitzrings, eines Barhockers und
höhenverstellbaren Schreibtisches
hinsichtlich der
Steissbeinbeschwerden als wechselbelastend anzusehen ist. Damit besteht aufgrund
der gesundheitlichen Folgen des
Unfall
s
vom 3
0.
Dezember 2014 keine Einkommenseinbusse. Es resultiert ein Invalidi
tätsgrad von
0
%. Dies schliesst von
vornherein aus
, dass a
llfällige berufliche Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung den Invaliditätsgrad
posi
tiv beeinflussen könnten.
Im Übrigen sieht
– mit
Blick
auf Antrag 3 des Beschwer
deführers (
Urk.
11 S. 1) -
nur das
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
, nicht aber das UVG unter gewissen Voraussetzungen einen Anspruch auf
Kostengutsprache für eine
Umschulung
oder
berufliche Weiterbildung vor (
Art.
16 und 17 IVG).
Auf das entsprechende Begehren ist daher nicht einzutreten.
6
.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin den Fall per 3
0.
September 2016 ab
schloss, die Taggeldleistungen einstellte
und einen
Anspruch auf eine Invalidenrente oder
Integritätsentschä
digung
verneinte
.
Die
Beschwerde
ist daher
abzuweisen
, wobei d
as Verfahren gemäss Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos
ist.