# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b0774898-1eb9-4e8b-a350-851d8a7944c2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961,
ist gelernter
Landwirt und
Spengler
-Sanitär
installateur
(Urk.
7/5/6). Ab
September
2012 arbeitete er als Schwimmbadtech
niker (Urk. 7/
16/5; Urk. 7/23/13
).
Dabei rutschte er a
m 8. Februar 2018 mit dem Werkzeugkoffer auf einer schneebedeckten Schaltafel aus
(Urk. 7/10/3). Am
Fol
getag
wurde
im
Y._
ein Status nach
Kopf- und Handgelenks
kontusion diagnostiziert
(
Urk. 7/10/14).
Das Arbeitsverhältnis wurde im gegenseitigen Einvern
e
hmen per 31. Januar 2019 beendet (Urk. 7/23/13).
Mit
Formular vom 30. Juli 2018
hatte
sich der Versicherte
infolge
Schlaflosigkeit
wegen
Geräusch
,
Kopf
- und
Nackenschmerzen
sowie einer
Konzentrations
störung und Schwindel zum Leistungsbezug bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
an
gemeldet
(Urk. 7/5). Diese zog die Akten des zuständigen Unfallversicherers, der Suva, bei (Urk. 7/10
,
7/23
und 7/29
)
und
holte einen Auszug aus dem individuellen Konto
(IK)
ein
(Urk. 7/16).
Am 12. März 2019
teilte
sie
dem Versicherten schriftlich mit
, dass zurzeit keine Eingliederungsmass
nahmen möglich seien (Urk. 7/24).
Derweilen stellte die
Suva ihre Leistungen
gestützt auf die kreisärz
tliche Aktenbeurteilung vom 25.
Juli 2019 (Urk. 7/29/16 ff.) m
angels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem
Ereignis vom 8. Februar 2018
und den noch geklagten, organisch nicht hinreichend na
chweis
baren Beschwerden per 12.
August 2019 ein (Urk. 7/29/6 f.).
Die IV-Stelle holte
aktuelle
Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten
ein
(Urk. 7/32 und 7/34)
, bevor sie dem V
ersicherten
mit Vo
rbescheid vom 21. November 2019
die Vernei
nung eines Leistungsanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung
in Aussicht
stellte
(Urk. 7/40).
Aufgrund seines
Einwand
s
(Urk. 7/41)
legte sie die Akten
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor
(Urk. 7/43/5 ff.).
Schliesslich verfügte die IV-Stelle a
m 17. Januar 2020 wie angekündigt (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11. Februar 2020 Beschwerde. Darin beantragte er sinngemäss, ihm
sei
eine ganze Rente zuzu
sprechen (Urk.
1). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 20. April 2020 auf Abw
eisung der Beschwerde (Urk. 6). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 30. April 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die
geklagten
Beschwerden seien nicht hinreichend nachweisbar. Eingliederungsmassnahmen mit einer langsamen und stetigen Steigerung der Arbeitsleistung wären möglich, jedoch wolle sich der Beschwerdeführer noch etwas Zeit geben. Im Vordergrund stünden der Hausbau und Umzug
. Es sei somit keine gesundheitliche Beein
trächtigung ausgewiesen, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe
(Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort fügte sie an, die bisherige Tätigkeit als Schwimmbadtechniker sei
ihm
vollumfänglich zumutbar; Einschränkungen könnten durch die
zahlreich
vorhandenen Ressourcen
(Fahrrad fahren, lange Spaziergänge, leichte Haushaltarbeiten, Befassung mit dem Hausbau)
kompen
siert werden (Urk. 6 Ziff. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indessen dafür, aufgrund seiner B
eschwerden sei es ihm unmöglich zu
arbeiten. Er werde von den Ärzten nicht ernst genommen,
wohl
weil er sich nicht k
onzentrieren und nicht die richtigen Worte finden
könne.
Er könne nicht länger
als 15 Minuten Auto fahren und
kein Werkzeug festhalten, da die Kraft in den Händen seit dem Aufprall weg sei
. Er habe schlaflose Nächte wegen Kopfschmerze
n
,
infolgedessen
Schilddrüsenprob
leme und
deshalb
an
Gewicht zugenommen. Beim Aufstehen habe er Schwindel und sei wegen Schwindel
schon zweimal beim Sport
gestürzt.
Er könne weder joggen noch Velo fahren
. Um nicht depressiv zu werden, mache er Waldläufe
.
Die Hände seien gefühllos und
t
aub.
Die Ärztin habe empfohlen, er solle auf der Baustelle nach dem Rechten sehen, um sich von den Schmerzen abzulenken.
Sein Gesundheits
zustand habe sich in keiner Weise verbessert, im Gegenteil. Die Suva habe ihn zu 30 % arbeitsfähig geschrieben, doch keine Firma nehme einen kranken Mann für dieses Pensum (Urk. 1).
3.
3.1
Dem Bericht de
r
Y._
zur Konsultation vom 9. Februar 2018 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei
am Vortag
auf einem Brett ausgerutscht, beidseits einen Koffer von je 25 kg tragend
. Dabei
habe er
wahrscheinlich beide Handgelenk
e überdehnt und sei rücklings auf den Kopf
(
Bauhelm
)
aufgeschlagen.
Bewusstlosigkeit, Erbrechen und Sehstörungen
würden
verneint,
aber
über ein teils leichtes Schwindelgefühl und Üb
elkeit
berichtet
. Leitsymptom seien Schmer
zen im Nacken und
im
linken Handgelenk.
Er
habe den ganzen Tag gearbeitet, was soso
lala gegangen sei. Klinisch mache er den Eindruck, soweit ok, aber schmerzgeprägt zu sein
. Die Schmerzen würden als wechselhaft
beschrieben
und mit 8 bis 10 [auf der analogen Schmerzskala]
bewertet
. Es komme zu einem plötz
lich einschiessenden Schmerz, der mit 10/10
angegeben
werde
. Im CT des Schä
dels und der Halswirbelsäule
(HWS)
fänden sich keine Anhaltspunkte für eine Blutung oder eine sonstige relevante Pathologie
(dazu im Detail Urk. 7/29/88:
Osteochondrosen
der HWS sowie bilaterale
Fazettengelenksarthrosen
, aber keine posttraumatischen Veränderungen und keine Frakturen nachweislich).
Gestützt hierauf diagnostizierte d
ie Allgemeinmedizinerin
Dr. med.
Z._
einen Status nach Kopf- und Handgelenkskontusion beidseits,
verordnete
Analgesie und attestierte eine v
olle Arbeitsunfähigkeit bis 14.
Februar 2018 (Urk. 7/29/272 f.).
3.2
Zu
seinem
Untersuch vom 2. März 2018 auf hausärztliche Zuweisung hielt der
Otorhinolaryngologe
D
r. med.
A._
fest,
es
bestehe
eine beidseitige Hochton-
Innenohrschwerhörigkeit, vergleichbar mit den Vorwerten aus dem Jahr 2017. Es bestünden weder Spontan- noch
Kopfschüttel
n
ystagmen
. Die Lagerungsprüfung falle unau
f
fällig aus. Im Bereich der
nuchalen
Halsmuskulatur seien deutliche
Triggerpunkte
auslösbar.
Rund
einen Monat nach dem Treppensturz auf den Hinterkopf fänden sich
somit
immer noch deutliche Schmerzereignisse im Bereich der
nuchalen
Halsmuskulatur. Der zeitgleich aufgetretene Tinnitus müsse im Sinne einer
Contusio
Labyrinthi
interpretiert werden, wenn auch eine zusätzlich
e
Höreinschränkung nicht dokumentiert werden könne (Urk. 7/257).
3.
3
Notfallmässig
stellte sich der Beschwerdeführer am 27. März 2018
im B._
vor.
Er gab an
, dass er
eigentlich wieder arbeiten
wolle
, aber wegen des Tinnitus/Kompressor
Geräusches im Hinterkopf kaum s
chlafen
könne
. Die Nacken-/Kopfschmerzen seien etwas besser, sobald er
aber
den Kopf drehe, werde der «Lärm im K
opf» wieder lauter und er habe
zunehmend Schmer
zen, teils einschiessend.
Nach eingehender Untersuchung wurden
im
B._
ein zervikales Schmerzsyndrom sowie ein Tinnitus diagnostiziert, die Analgesie aus
gebaut und zusätzlich
Sirdalud
verschrieben.
Es
wurde
angemerkt
, man
habe
bewusst kein
e
Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
und den Beschwerdeführer zur Weiterbetreuung an die Rheumatologie überw
iesen
(Urk. 7/29/75).
3.
4
Im
Bericht der
Klinik für
Rheumato
logie
des
B._
vom 26. April 2018
(
zum e
n
t
sprechenden
Eintrag in der Krankengeschichte, Urk. 7/29/241 f.)
wurde
festge
halten
,
der Beschwerdeführer
sei
mit zwei Koffern bepackt
auf dem
letzten Tritt
auf dem Schnee aus
gerutscht
und m
it dem Hinterkopf auf die Treppe
gestürzt
.
Der innere Teil seines Helms
sei
i
n zwei Teile gespalten
worden
.
Danach
sei er noch
nach vorne
gestürzt
, aber ohne Kopfanprall frontal. Im Anschluss
sei ihm etwas
u
nwohl gewesen,
doch
er habe weitergearbeitet und versucht, d
en Hinter
kopf
zu kühlen
. Direkt nach dem Unfall
habe
er ein Surren im Kopf und ein Ziehen im Nacken beidseits bis zum Hinterkopf
bemerkt
. D
rei Tage
habe er
Durch
fall
gehabt
.
Er sei
für
ca.
eine
Woche krankgeschrieben
worden
und habe
danach
zwölf
Tage
gearbeitet, was nicht gut funktioniert habe, da er beruflich viel mit dem Auto unterwegs gewesen sei. Beim Autofahren habe er sich wegen des Surrens im Kopf und Schlafmangels kaum konzentrieren können
.
Vom HNO-Arzt habe er NSAR
und
Sirdalud
verschrieben erhalten, was nicht so viel geholfen habe. Die vier Termine Physiotherapie hätten bereits etwas geholfen.
Aktuell störe ihn das ständige Surren im Ohr,
d
as ihn auch
a
m Schlafen hindere. Bereits
nor
males
Laufen verstärk
e
dieses
.
Schmerzen habe er noch am Hinterkopf, nicht mehr am Nacken.
Zuvor
habe er täglich Sport ge
trieben
, nämlich Velofahren und Joggen. Das könne er nicht mehr.
Beim Unfall habe er
beide Daumen überstreckt. Ein Röntgen der Hände sei unauffällig gewesen
und
Voltarengel
habe gut gehol
fen.
Seit dem Unfall
habe er Sehstörungen nach längerem Lesen; die Zeilen wür
den verschwimmen und die Augen müde werden
(Urk.
3/1 S. 1 f.
).
B
eim Röntgen von Hals- und Brustwirbelsäule
a
m 6.
April 2018
(vgl. Urk.
7/29/83)
hätten
sich v
erglichen mit dem CT
vom 9.
Februar 2018 stationäre dif
fuse degenerative Veränderungen der Halswirbelkörper
(HWK)
3 bis 6 mit geringer ventraler Spondylose
gezeigt
.
Im Vergleich zur
U
ntersuchung vom 19.
Mai 2010 seien degenerative Veränderungen am
thorako
-lumbalen Übergang mit geringer Spondylose
sowie
eine Skoliose
ersichtlich
. Das dorsale und ventrale Align
e
ment sei
en
erhalten. Es bestünden
keine
höhengeminderte
n Wirbelkörper oder
Hinweise
für eine Fraktur
.
In Zusammenschau der Befunde interpretiere man
die Beschwerden im
Kontext
eines
zervikozephalen
Schmerzsyndroms. Im Rahmen dessen fänden sich segmentale Dysfunktionen der oberen HWS mit sekundär
myofaszialen
Befunden an den okzipitalen Insertionsstellen. Eine Assoziation von Schwindel, Kopfschmerzen und Tinni
t
us werde nicht selten beobachtet bei Dysfunktionen der oberen HWS. Zum Ausschluss struktureller Ursachen habe man ein konventionelles Röntgenbild ergänzt,
da
s einzig degene
rative Veränderungen, betont an der unteren HWS mit ventraler Spondylose
gezeigt habe
. Diese erachte man als nicht ursächlich für die aktuelle Problematik. Begünstigend für ein Unterhalten der Beschwerde seien eine Fehlhaltung der Wirbelsäule mit Schulter- und
Kopfprotraktion
, eine rechtsko
n
vex-th
orakale Skoliose und
Hyperkyphosierung
der BWS.
Empfohlen
werde die Fortsetzung der Physiotherapie. Ergänzend könne eine manuelle
Therapie zur T
raktion der HWS
mit Mobilisierung ohne Impuls versucht werden.
Dem Beschwerdeführer
sei empfohlen worden, eine angepasste Tätigkeit ohne Tragen schwerer und mittel
schwerer Lasten zu beginne
n
(Urk. 3/1 S. 2 f.)
3
.
5
Später liess d
ie
S
uva
den
Beschwerdeführer
i
m
C._
des
B._
abklären
.
Gemäss Bericht zur
K
onsultation vom 29. November 2018 gab er an, auf einer mit Schnee bedeckten Schaltafel ausgerutscht und rückwärts
mit
hoher Geschwindigkeit
mit dem
Kopf auf einer Holzkante aufgeschlagen
zu
sein
, so dass sein Helm zerbro
chen sei. Er sei nicht bewusstlos gewesen und habe weitergearbeitet. Erst am Abend habe er über eine ausgeprägte Müdigkeit und Nackenstarre geklagt. Er habe
ca. vier Tage
Durchfall gehabt, aber keine Übelkeit oder Erbrechen. Im Ver
lauf sei es zu täglich rezidivierenden, einschiessenden Schmerzen o
kz
ipital beid
seits gekommen mit Ausstrahlen nach parietal sowie in die Ohren. Er habe ein brennendes Gefühl im Hinterkopf. Zudem bestehe seit dem Unfall ein konstantes Summen/Rauschen in beiden Ohren,
welches
sich ohne eindeutig abgrenzbaren Auslöser rezidivierend verstärke und
dann
wieder spontan abnehme, aber
nie vollständig
regredient
sei (Urk. 7/29/122).
Aktuell berichte
der Beschwerdeführer
über einen störenden Tinnitus auf beiden Ohren sowie über störende Verspannungen/Schmerzen im Nacken, wofür er bei einem
Osteopathen
in Behandlung sei.
Er höre aufgrund der Überlagerung durch den Tinnitus weniger gut, wobei er
schon
seit dem 18. Lebensjahr zum Teil Prob
leme mit dem Sprachverstehen habe. Einschiessende Kopfschmerzen würden aktuell noch ca. dreimal wöchentlich auftreten. Über einen eigentlichen Dreh- oder
Schwa
nkschw
indel
berichte er nicht, aber es
sei ihm einige Male Schwarz
vor
Augen geworden
, begleitet von vegetativen Beschwerden. Er befürchte eine Bewusstlosigkeit und verzichte deshalb auf das
L
enken des Autos
. Er habe eine vermehrte Lärm-, nicht ab
er Lichtempfindlichkeit bemerkt. An Medikamenten nehme er
Solmag
,
Rezirkane
und
Eltroxin
ein (Urk. 7/29/122 f.).
Die Ärzte kamen zum Schluss
, in der neuro-
otologischen
Untersuchung und im
otorhinolaryngologischen
Status seien keine pathologischen Befunde erhoben worden. Im Reintonaudiogramm sei eine symmetrische, hochbetonte leicht
-
bis mittelgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits
festgestellt worden
. Der Hörverlust nach CPT-AMA betrage rechts 12 % und links 14 %.
Bereits im
audio
me
trischen Tes
t vom 6. Januar 2000 habe sich ein Hörverlust nach CPT-AMA von rechts 10 % und links 12 % gezeigt
. Als Unfallfolge angegeben werde ein Tinnitus, dessen Entwicklung nicht abgeschätzt werden könne. Anhaltspunkte für eine neuro-
otologische
Ursache der Schwindelbeschwerden lägen nicht vor. Eine kognitiv-neuropsychologische Beurteilung derselben habe soweit bekannt nicht stattgefunden (Urk. 7/29/123).
Da
keine pathologischen Befunde objektivierbar
seien, spreche aus neuro-
otologischer
Sicht nichts gegen einen Wiederbeginn mit derselben Tätigkeit. Eine Wiedereingliederung sei ab sofort möglich.
Empfohlen werde
n müsse
ein konsequenter Lärmschutz (Urk. 7/29/124).
3.
6
Auf hausärztliche Zuweisung
erfolgte am 25. Januar 2019
des Weiteren e
ine neu
rologische Beurteilung.
Danach
beklagte
der Beschwerdeführer belastungs- und HWS-bewegungsbetonte Schmerzen hauptsächlich der oberen HWS bzw. sub
o
kz
ipital mit Ausstrahlen gegen den Hinterkopf
,
teils einschiessend stromartig wechsel- oder beidseitig ohne erkennbaren Trigger, allerdings eher bei Kopf
bewegung
,
beim Joggen ein Vibrations- und Hitzegefühl und in Ruhe druckartige bis ziehende Schmerzen sub-/o
kz
ipital.
Zudem
bestehe ein permanenter nicht
-
pulsa
t
i
l
er
,
eher
mittelfrequenter
Tinn
it
us beidseits. Aufgrund dieser Beschwerden sei der Schlaf, vor allem das Durchschlafen, gestört. Er schlafe nur zwei bis drei Stunden und sei morgens nicht erholt. Es bestehe eine Tagesmüdigkeit,
aber
keine Tagesschläfrigkeit.
Eine
Hörminderung
bestehe nicht
, jedoch sei er durch den Tinnitus
und
die limitierte Reizverarbeitung in der Konzentration und Aufnah
mefähigkeit beeinträchtigt. Zuweilen sehe er belastungsabhängig
verschwom
men, verbunden mit
Trümmelsensationen
.
Oszillopsie
, Übelkeit oder Erbrechen bestünden nicht. Visuelle unruhige Reize seien unangenehm. Die Licht-/Lärm
empfindlichkeit bestehe unabhängig von der Schmerzintensität bzw. eher abhän
gig von der Art des Lichts.
In Kenntnis der
Vorakten
(vgl. Urk. 7/29/103) und gestützt auf einen eigenen klinischen Untersuch (vgl. Urk. 7/2
9
/104) diagnostizierte der Neurologe Dr. med.
D._
ein posttraumatisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei einem Status nach Kopfkontusion okzipital und wohl
auch
kraniozervikalem
Beschleu
nigungstrauma durch Sturz auf Treppenabsatz und seither permanenten, fluktu
ierenden, belastungsbetonten Nacken-/Kopfschmerzen, aber auch in Ruhe und nachts, teils von
migräneformem
Charakter sowie posttraumatisch
nicht-pulsati
lem
,
mittelfrequentem
Tinnitus beidseits verbunden mit chronischer Schlafstö
rung und tagsüber beeinträchtigter Aufmerksamkeit/Konzentration
sowie
redu
zierter Belastbarkeit. Klinisch bestünden segmentale Irritationszonen vor allem der oberen HWS und eine
Druckdolenz
der Muskelansatzstellen am
Hinterhaupt
bein
bei sonst unauffälligem Neurostatus.
Nebenbefundlich
ergebe sich
der
Ver
dacht auf ein dynamisches Karpaltunnelsyndrom links und ev. Rezidiv rechts nach
einer
Operation
im Jahr
1990. Der Befund des CTs von Schädel und HWS vom 9. Februar 2018 sei unauffällig gewesen.
Nebenbefundlich
hätten sich diskrete Sklerosen der
ICAe
im Siphon bzw.
Osteochondrosen
und
Spondylarthrosen
mehrsegmental, vor allem auch HWK 2/3 und wahrscheinlich leicht auch
atlan
toaxial
links, gezeigt. Unauffällig sei
auch
der Befund des Hirn-
MRI vom 22. Mai 2018 (
dazu
im Detail
Urk. 7/29/222: k
eine Hinweise für stattgehabte Blutungen,
unauffällige
Felsenbeinstrukturen
,
keine
Liquorzirkulationsstörung
).
Als prioritär bezeichnete Dr.
D._
den Aufbau einer Schmerzbasis-Medikation mit gleich
zeitig schlafförderndem Effekt.
Er
schlug manuelle
Längstraktionen
der HWS und eine ausschliesslich isometrische Kräftigung der Nackenmuskulatur vor. Bezüg
lich des
«
Tinnitus in
dubio
»
empfahl er neben
der Einnahme von
Rezirkane
den Einsatz einer beruhigenden Hintergrundgeräuschquelle beim Schlafen sowie Ent
spannungstechniken
, wie das bereits praktizierte Yoga, allerdings unter Meide
n
zervikaler Belastungen
(vgl. Urk. 7/29/101 f.).
Dem Verlaufsbericht von Dr.
D._
vom 21. März 2019 ist ein im wesentlicher stationärer Verlauf unter
Trittico
50 mg und zusätzlich
Trittico
Retard
aufdo
sierend
150 mg abends zu entnehmen. Zusätzlich sei
der Beschwerdeführer
kürzlich durch einen grippalen Infekt beeinträchtigt gewesen. Das vermutete Karpal
tunnelsyndrom lasse sich neurographisch nicht untermauern, was aber ein Irrita
tionssyndrom nicht ausschliesse.
Dr.
D._
empfahl
eine Umstellung der Basis
medikation, wobei der Beschwerdeführer
phytotherapeutische
Präparate bevor
zuge, sowie die Fortführung der non-pharmakologischen Massnahmen. Es sei keine weitere Kontrolle geplant
(
vgl. Urk. 7/29/57 f.).
3.
7
Zudem
berichtete der Fachpsychologe für Psychotherapie FSP,
lic
. phil.
E._
, am 5. März 2019, der Beschwerdeführer
stehe
seit
Ende
Mai 2018
nach einem Schlag auf den Hinterkopf nach einem Sturz, der neben neurologischen auch erhebliche psychische Probleme verursache,
in seiner Behandlung
. Nach anfänglich wöchentlichen Intervallen fänden die Sitzungen
aktuell monatlich statt –
bisher
insgesamt
13 Sitzungen
. Da sich der Beschwerdeführer fast ausschliesslich über seine Leistungsfähigkeit definiere, sei sein Selbstbildnis grundlegend erschüttert worden. Es gelte, dieses Bild zu ändern, d.h. die eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit zu akzeptieren, die möglicherweise n
ie mehr an das Niveau vor dem Un
fall heranreiche
n werde
. Hinzu komme
die
Ungeduld
des Beschwerde
führers
. Es gelte,
ihn
immer wieder zu motivieren, unter anderem auf Fortschritte hinzuweisen.
Er sei
z.B.
weniger vergesslich und habe weniger Wortfindungs
störungen wie nach dem Unfall.
Ebenfalls mache ihm der
Verlust
d
es Arbeits
platzes
zu
schaffen.
Es
würden
Entspannungstechniken vermittelt und Ideen zur Verbesserung der Schlafhygiene erarbeitet. Der Psychologe
nannte
hierbei
die
bekannten Beschwerden
:
Schwinde
l
, Tinnitus, Erschöpfung, Schlafprobleme, Brennen
/
Surren im Hinterkopf, Konzentrations- und Wortfindungs
schwierigkeiten sowie Einschlafen der Hände, später der Arme und schliesslich
der Beine beim Velofahren. Zur Frage der Arbeitsunfähigkeit verwies er auf die Bescheinigung der Hausärztin (Urk. 7/29/79 f.).
Gemäss
Verlaufsbericht
von
lic
. phil.
E._
, basierend auf d
er Sitzung
vom
13
.
August
2019
,
verbesserte sich
die Symptomatik
in den darauffolgenden
fünf Konsultationen nur un
wesentlich
(Urk. 7/35/3 f.).
3.
8
Derweilen
wurde
die erstbehandelnde
Dr.
Z._
die
neue H
ausärztin
des Beschwerdeführers. Sie berichtete
erstmals
am 4. Juni 2018 über ein deutliches Schwindelgefühl bei Belastung, persistierende Nackenschmerzen mit teils aus
strahlenden Kopfschmerzen sowie einen Tinnitus. Der Beschwerdeführer nehme motiviert und regelmässig an den Therapien teil (Medikamente, Osteopathie, Physio- und Gesprächstherapie), die Fortschritte seien klein und der Verlauf langsam. Der Verlauf der nächsten zwei bis vier Wochen sei abzuwarten und dann eine schrittweise Eingliederung zu versuc
hen (Urk. 7/29/187 f.). Ähnlich lautete der B
ericht vom 10.
August 2
018 (Urk. 7/29/179 f.).
Am
14.
Januar 2019
beschrieb
sie erneut
eine sehr langsame Besserung, vor allem bezüglich der Belastbarkeit.
Es
bestünden Schmerzen im Hinterkopf («Blitz», «Surren»), ein Tinnitus und Schwindel.
Deswegen
schlafe der Beschwerdeführer schlecht und sei erschöpft. Abhängig
vom Verlauf könne gegebenenfalls graduell die Arbeitsfähigkeit gesteigert bzw. gestartet werden (Urk. 7/29/109).
Am 6. Mai 2019
berichtete Dr.
Z._
, es
sei
nun
erstmals ein Stadium erreicht,
in dem
eine Arbeitsaufnahme von 30 % in die Wege geleitet werden könne. Im Verlauf habe es insgesamt eine stetige
Verbesserung
, wenn auch sehr langsam und
teils
mit Rückfällen, gegeben. Es hätte
n
sich Komplikationen
ergeben,
unter anderem psychische Belastungen, die eine
r
zusätzlich
en
Therapie
bedurft
hätten. Teils sei es schwierig gewesen, die M
edikatio
n
gut einzustellen; g
ewisse Medika
mente hätten aufgrund von Nebenwirkungen gewechselt werden müssen (U
rk.
7/29/34).
Im Verlaufsbericht vom 20. August 2019 erläuterte sie, es seien ver
schiedene Medikamente betreffend Schmerz, Tinnitus und Schlaflosigkeit auspro
biert worden mit moderatem Effekt. Aktuell sei die Situation einigermassen stabil, aber vor allem die Nachtruhe fehle weiterhin. Eine psychotherapeutische Behand
lung werde regelmässig durchgeführt, die
osteopathische
Behandlung und Phy
siotherapie seien aktuell pausiert. Der Beschwerdeführer bemühe sich aktiv zu bleiben, habe etwa wieder das Fahrradfahren trainiert, was wegen des Schwin
delgefühls mehrere Monate praktisch unmöglich und für ihn sehr anstrengend gewesen sei. Es sei wünschenswert und sinnvoll, ihn bei der Wiedereingliederung zu unterstützen (Urk. 7/32/7 f.). Im letzten Bericht vom 11. September 2019 setzte sie den Beginn der Arbeitsfähigkeit von 30 % auf den 15. Juli 2019 fest und stellte eine grundsätzlich positive Prognose, wenn der Beschwerdeführer bei einer
langsamen, stetigen Steigerung der Arbeitsleistung unterstützt werde
– wenn vielleicht auch nicht mehr das Niveau bzw. Stadium wie vor dem Unfall erreicht werde. Sie merkte an, er sei bereit, einen Arbeitsversuch mit 30 % anzufangen (Urk. 7/32/2 f.).
Schliesslich äusserte sich Dr.
Z._
im
Vorbescheidverfahren
mit E-Mail vom 3. Dezember 2019 dahingehend, dass die Situation komplex und medizinisch lei
der nicht einfach mittels Bildgebung, Laborwerten oder sonstigen objektiv ein
deutig zu validierende
n
Werten zu beweisen sei. Nichtsdestotrotz seien mehrere fachspezifische Untersuchungen und diverse Therapie- und Behandlungsansätze durchgeführt worden, woran der Beschwerdeführer motiviert mitgewirkt habe. Befremden
d
sei das Verhalten der Institutionen, die ihn weder mit konkreten Behandlungsvorschlägen noch in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber oder bei selbständigen Versuchen, gewisse Arbeiten durchzuführen, unterstützt hätten. Der Beschwerdeführer sei motiviert für einen Arbeitsversuch mit einer Belas
tungssteigerung, der für einen potentiellen Arbeitgeber mit zumindest teilweiser Rentenunterstützung selbstredend eher interessant wäre (Urk. 7/42).
3.9
Die Suva hatte
im Hinblick auf die
abschliessende sozialversicherungsrechtliche Beurteilung
b
ereits
am 3. Mai 2019 ein weiteres
MRI der HWS
durchführen lasse
n
. Unauffällig zur Darstellung kam dabei die Artikulation zwischen C1 und C2. Es zeigten sich eine aktivierte
Ostechondrose
C4/5 mit Typ
Modic
I-Veränderungen und degenerativ bedingte
foraminale
Stenosen C4/5 und C5/6 mit Beeinträchti
gung der C5- und C6-Wurzeln beidseits (Urk. 7/29/36 f.).
In der
letzten
kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 27. Juli 2019 kam der Neu
rologe Dr. med.
F._
zum Schluss, die typischen degenerativen Verände
rungen im unteren Bereich der HWS seien ohne Kausalzusammenhang zum Unfall (Urk. 7/29/19). Abgestützt auf die verfügbare Dokumentation, einschliess
lich der bildgebenden Diagnostik, könne zusammenfassend festgestellt werden, dass sich der Beschwerdeführer durch den Sturz aus dem Stand auf den Hinter
kopf überwiegend wahrscheinlich keine strukturelle Verletzung im Bereich des zentralen oder peripheren Nervensystems zugezogen habe. Eine unfallbedingte Pathologie im Bereich des Kopfes oder der HWS habe bilddiagnostisch nicht fest
gestellt werden können. Diagnostisch könne deshalb der Einschätzung der erst
behandelnden Dr.
Z._
gefolgt werden, wonach der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich eine Kopf- und Handgelenkskontusion beidseits erlitten habe. Nach einer Kopfkontusion auftretende Beschwerden würden in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen abheilen. Ein über drei Monate andauernder
zervikozephaler
Schmerz könne nicht mit dem notwendigen Beweisgrad kausal auf den Unfall zurückgeführt
werden (Urk. 7/29/20).
Mitunter gestützt auf
d
iese
Beurteilung hielt
alsdann
der RAD-Arzt
Dr. med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, am 16. Oktober 2019 fest, der Beschwerdeführer sei in jeglicher Tätigkeit seit jeher zu 0 % arbeitsunfähig. Die Arztberichte seien schlüssig und die angeführten medizinischen Fakten nachvollziehbar.
Er wies
darauf hin, dass
aktenkundig
dem Beschwerdeführer
ab dem 6. Mai 2019
als Schwimmbadtechniker noch immer eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % attestiert werde
,
diesbezüglich jedoch keine funktionellen Einschränkungen bestünden und
die Diskrepanzen in den Angaben
des Beschwerdeführers
zu seinen
Aktivitäten nirgends plausibilisiert
würden
(Urk. 7/43/5 f.).
4.
4.1
In Würdigung der vorstehend
zitierten
Unterlagen ist
festzuhalten
, dass trotz umfangreicher
,
fachspezifischer Abklärungen kein organisches Korr
elat für die vom Beschwerdeführer
nach Ablauf des Wartejahres im Februar 2019
noch geklagten Beschwerde
eruiert
werden konnte.
Diesbezüglich liegen weder sich widersprechende Befunde noch gegensätzliche ärztliche Beurteilungen vor
(vgl. dazu auch die «Beurteilung» des Kreisarztes, Urk. 7/29/19 f.)
.
Dies gilt auch für
die Berichte von
Dr.
Z._
, welche dem Beschwerdeführer
als einzige
eine Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte (vgl. E. 3.8)
.
Insbesondere ergaben sich im Rahmen der bildgebenden Abklärungen von Kopf, HWS und BWS keine Anhaltspukte für eine unfallbedingte strukturelle Läsion
(vgl. E. 3.1
,
3.
4, 3.6 und 3.9
)
. Ebenso wenig liess
en
sich eine zusätzliche Beein
trächtigung des Gehörs
(vgl. E. 3.2
, 3.3
und 3.5)
oder die geklagten Hand
beschwerden
in den apparativen Untersuchungen
objektivieren
(vgl. E 3.6)
.
D
ie eingeschränkte Halsbeweglichkeit wurde als altersentsprechend beurteilt
(vgl.
Urk. 7/29/104)
und die
degenerativen Veränderung
en
an der Wirbelsäule
, vorab der unteren HWS,
sind
weder
unfallbedingt
, noch vermögen sie
die
angegebenen
Beschwerden
zu erklären
(vgl. E. 3.4 und 3.9)
.
Dementsprechend gab der Beschwerdeführer auch an, vor dem Unfall
– trotz bestehende
r
degenerative
r
Ver
änderungen -
beschwerdefrei gewesen zu sein
(vgl. Urk.
7/29/208)
.
Im
Bericht der Rheumatologie des
B._
findet sich einzig der
Hinweis, dass sich bei segmentale
n
Dysfunktionen der oberen HWS nicht selten Assoziationen von Schwindel, Kopfschmerzen und Tinnitus fänden
,
und
es wird diesbezüglich
auf sekundäre
myofasziale
Befunde an den okzipitalen Insertionsstellen hingewiesen
(vgl. E. 3.4)
.
Ebenso erwähnte Dr.
D._
klinisch segmentale Irritationszonen vor allem der oberen HWS und eine
Druckdolenz
der Muskelansatzstellen
(vgl. E. 3.6)
.
Dabei handelt es sich um Erklärungsansätze für die geklagten Beschwerden, nicht aber um klinische Befunde,
di
e auf konkrete B
eschwerden
in einem bestimmen Ausmass
schliessen lassen
würden
.
Es bleibt
anzufügen,
dass i
n der
jüngsten
Bild
gebung die Artikulation zwischen C1 und C2 als unauffällig
sowie
die
mässig
gradige
Osteochondrose
erst
beginnend auf Höhe C3/4 beschrieben
wurden
(vgl. E. 3.9)
.
Beim
zerviko-zephalen
Syndrom spielen denn auch oftmals psychoso
matische Faktoren eine Rolle (vgl. Alfred
Debrunner
,
Orthopädie. Orthopädische Chirurgie,
Studienausgabe der 4
. Aufl. 200
5
, S.
800).
4.2
Aus somatischer Sicht können
daher
einzig eine Handgelenks- und Kopfkontu
sion
als
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt gelten
(vgl. E. 3.1 und 3.9)
. B
ei der ebenfalls diagnostizierten
Contusio
labyrinthi
handelt es sich bloss um eine Vermutung aufgrund des angegebenen, erst seit dem Unfall bestehenden Tinnitus
(vgl. E. 3.2)
.
Gleiches gilt
schon angesichts der
Formulierung («wohl») für das
kraniozervikale
Beschleunigungstrauma und d
as
trotz
unauffälliger neu
rographischer Untersuchung
im Zusammenhang mit den
Handbeschwerden
a
ls
dennoch
möglich erachtete Irritationssyndrom
(vgl. E. 3.6)
.
Wie der Kreisarzt darlegte, heilen n
ach einer Kopfkontusion auftretende Beschwerden
gewöhnlich
i
nnerhalb von Tagen bis Wochen ab, weshalb ein über
drei Monate andauernde
r
zervikozephale
r
Schmerz
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz auf den Hinterkopf zurückgeführt werde kann
(vgl. E. 3.9).
Gleiches
gilt
im Übrigen für die n
ach einem
kraniozervikalen
Beschleu
n
igungstrauma
auftretenden Beschwerden
(vgl. Alfred
Debrunner
,
Orthopädie. Orthopädische Chirurgie,
Studienausgabe der 4
. Aufl. 200
5
, S.
805)
.
Daraus folgt im
Umkehrschluss
, dass
die
ein Jahr nach dem Unfall noch
geklagten Beschwerden wie Schwindel, Schlafprobleme, Tinnitus, Geräusch im
Hinterkopf, Schmerzen im Kopf- und
Nackenbereich
sowie t
eilweise Konzentrations- und Wortfindungsschwierigkeiten
nicht auf objektive Befunde zurückgeführt werden
können
,
auch wenn
der Beschwerdeführer
unstrittig eine Kopfkontusion erlitt
en hat
.
Dies gilt im Besondere
n
auch für
das Ausmass der Beschwerden.
Dem Beschwerdeführer
wurde
schliesslich
einzig von seiner Hausärztin eine Arbeitsunfähigkeit attestiert
(vgl. E. 3.8)
.
Alle
übrigen Ärzte
, die sich zur Arbeits
fähigkeit äusserten,
befürworteten
d
ie
sofortige
Wiederaufnahme
der bisherigen
Tätigkeit
(vgl. E. 3.3, 3.5 und 3.9)
.
Eine Ausnahme bildet der Bericht
der Klinik
für Rheumatologie
des
B._
. Darin
wurde
ein Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit (
ohne Tragen von schweren und mittelschweren Laste
n
) definiert
(vgl. E. 3.4)
,
was zumindest insoweit als fragwürdig erscheint, als d
er Beschwerde
führer die Tätigkeit als Schwimmbadtechniker vor dem Unfall ohne Beschwerden ausübte und
keine unfallbedingten Befunde erhoben wurden
.
4.3
Mit Blick auf allfällige psychische Beschwerden ist hervorzuheben, dass der Beschwerdeführer soweit aktenkundig
seit dem Unfall
weder eine psychiatrische noch
(
abgesehen von
tief dosiertem
Trittico
und
einem Versuch mit
Trittico
retard
,
insbesondere E. 3.6
)
eine nennenswerte psychopharmakologische Behandlung wahr
nahm
.
Der ihn behandelnde
Psychologe erhob
in seinem Bericht
weder einen psychopathologischen Befund, noch stellte er eine psychiatrische Diagnose
oder
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit
.
Er beschrieb lediglich
die
bekannten, mehr
fach abgeklärten
körperlich
imponierenden Beschwerden
und
konstatierte
, dass
dem Beschwerdeführer der Umgang mit denselben aufgrund seines Selbstbild
nisses und seiner Ungeduld
schwer
falle
.
Gleichzeitig beschrieb er eine Besserung der kognitiven Einbussen
bis zum Ablauf des Wartejahres
(vgl. E. 3.7)
.
5.
5.1
Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen
(
BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die - unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ei
nzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2,
E. 3.4-3.6 und 4.1
: statt vieler Urteil des Bundesgerichts
8C_890/2017 vom 15.
Mai 2018 E.
2.2
).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindika
toren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E
. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Dabei
ist
es
nicht Aufgabe der Rechtsanwendung, die medizinischen Befunde ein
zeln oder separat zu prüfen, sondern anhand dieser Vorgehensweise gesamthaft die funktionellen Folgen eine
s
oder mehrerer
entsprechender
Leiden zu würdigen
. Entscheidend für die Berücksichtigung als rechtlich bedeutsame Komorbidität ist deshalb nicht die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz einer einzelnen Stö
rung, sondern ihre ressourcenhemmende Wirkung (vgl. dazu Urteil des Bundes
gerichts
8C_175/2018 vom 27. September 2018
E. 4).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens zu beachtenden Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie
folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schwere
grad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1; Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome [E. 4.3.1.1]; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz [E. 4.3.1.2]; Komorbiditäten [E. 4.3.1.3]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psy
chische Funktionen [E. 4.3.2]) und «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleich
mässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge
wiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).
5.2
Bezüglich der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens
im vorliegen
den Fall
ist
zunächst
auf das Urteil
8C_175/2018
vom 27.
September 2018
E.6 hinzuweisen, worin das Bundesgericht erörterte
, dass in Konstellationen, in wel
chen
– wie vorliegend
(vgl. E. 3.2 und 3.5)
–
keine organisch objektiv ausge
wiesene Schädigung als Ursache für den Tinnitus erstellt
sei,
praxisgemäss
eine
Indikatorenprüfung
im Sinne von BGE 141 V 281 vorzunehmen
sei.
Des Weitere
n
vermutete Dr.
D._
ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma
(vgl. E. 3.6)
, wobei sich die invalidisierende Wirkung einer spezifischen und unfalladäquaten HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktions
ausfälle sinngemäss nach der Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und damit ebenfalls nach BGE 141 V 281 richtet (vgl. BGE
136 V 279
).
Soweit Dr.
D._
Kopfschmerzen von teils
migräneformem
Charakter
beschrieb (vgl. E. 3.6)
,
ist anzumerken, dass es
das Bundesgericht
in
BGE 140 V 290 E. 3
offen
liess
, ob eine Migräne zu den Krankheitsbildern zählt, die mit etablierten Methoden objektiviert werden können.
Indessen hielt es
im Wesentlichen
fest, grundsätzlich könnten
sowohl objektivierbare wie auch medizinisch nicht oder nicht klar fassbare Beschwerdebilder die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beein
trächtigen und somit einen Rentenanspruch begründen. Entweder müss
t
en die subjektiven Beschwerdeangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüs
sig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein oder es
sei
bei unklaren Beschwerdebildern in Anwendung der
sog
enannten
F
oer
ster-Kriterien [
inzwischen
abgelöst
durch die
Standardindikatoren
]
zu prüfen, ob das Leiden grundsätzlich invalidisierend sein
könne
(vgl. BGE 130 V 352
E.
2.2.3).
Die
sub
jektiven Angaben
der versicherten Person vermöchten
eine invalidenver
sicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit
nicht
ohne Weiteres
rechts
genüglich
nachzuweisen
;
es ha
be
stets eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung der geltend gemachten Funktionseinschränkungen zu erfolgen
.
Dabei könn
t
en
Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu plausibilisieren (vgl. BGE 139 V 547 E. 9.1.3), wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksichtigen
seien
. Bei medizinisch unklaren Beschwerdebildern
nehme
die Plausibilitäts
prüfung naturgemäss einen besonderen Stellenwert ein, was in der medizinischen Literatur speziell für Kopfschmerzen a
usdrücklich hervorgehoben
werde
.
Als nicht erforderlich
erachtete das Bundesgericht die Durchführung eines struk
turierten Beweisverfahrens
etwa
beim Cluster-Kopfschmerz mit der Begründung, es handle sich um ein objektivierbares Leiden. Dem Umstand, dass der Nachweis in
erster Linie empirisch-klinisch sowie anamnestisch und nicht etwa bildgebend und/oder apparativ zu erbringen
ist, trug es dennoch Rechnung. Es postulierte ein besonderes Augenmerk bei der
Herleitung und Begründung der Diagnose
, gegebenenfalls unter Einbezug eigener Beobachtungen und fremdanamnestischer Angaben, und verlangte
bei
der Folgenabschätzung, mithin der Beurteilung der Auswirkungen auf das Leistungsvermögen und die Arbeitsfähigkeit, einen kon
sistenten Nachweis
mittels einer sorgfältigen Plausibilitätsprüfung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_350/2017 vom 30. November 2017 E. 5.4).
5.3
Zusammenfassend ist eine Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers
im Rahmen eines medizinisch schwer fassbaren Beschwerdebildes nicht von vornherein aus
zuschliessen. Indessen darf eine solche
trotz
Beweisschwierigkeiten
nicht
allein aufgrund
seiner
subjektive Beschwerdeklage bejaht werden.
Dies muss umso mehr gelten, als sich Hinweise auf Widersprüche und Ausschmückungen in seinen Aus
führungen ergeben, etwa mit Bezug auf die Frage, ob er Auto (vgl. Urk.
7/29/207
; Urk. 7/29/61
; Urk. 1 S. 1 unten
)
und Velo fährt
(vgl. Urk. 3/1 S. 2 oben
; Urk. 7/29/61
; ferner Urk. 7/32/7 unten
)
,
in welchem Umfang Gliedmassen einschlafen und ein Kraftverlust besteht
(vgl. Urk. 7/29/103 f.; Urk. 1 S. 1
;
Urk.
7/29/206 unten
; Urk. 7/29/80
)
, wann Augenprobleme auftraten (vgl. Urk. 7/29/272
; Urk. 7/29/256
), ob
er beim Bücke
n
eingeschränkt ist
(vgl. Urk. 7/41/2: keine Arbeiten als Sanitär, aber Holzsammeln) oder
ob eine Lichtempfindlichkeit besteht (vgl. Urk. 3/2 S. 2 oben
; Urk. 7/29/103 oben
)
. Es
ist
vielmehr
eine sorgfältige Pl
ausi
bilitätsprüfung vorzunehmen
, worauf letztlich auch der RAD
-Arzt
hinwies
, indem
er
Diskrepanzen in den Aussagen des Beschwerdeführers aufzeigte
(vgl. E. 3.9)
.
Ob ein strukturiertes Beweisverfahren
durchzuführen oder eine freihändige Plausibilitätsprüfung vorzunehmen ist, hat
vorliegend
keinen Einfluss auf das Ergebnis.
Beweisrechtlich entscheidend ist
letztlich
auch im Rahmen eines struk
turieren Beweisverfahrens der verhaltensbezogene Gesichtspunkt der «Kons
is
tenz» (BGE 141 V 281 E. 4.4
)
.
5.4
5.4.1
Mit Blick
auf den I
ndikator «Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome»
ist
anzumerken
,
dass keine
r der
gestellten Diagnosen ein bestimm
ter Schweregrad inhärent ist
und weder
bildgebend
noch
klinisch Befunde erhoben werden
konnten, die Aufschluss
über das Ausmass
der geklagten
Beschwerden geben könn
t
en
(vgl. E. 4.1)
.
Bei
Ausschluss einer Schädigung des Gehirns
nicht
weiter
abgeklärt
wurden die
vom Beschwerdeführer geklagten
kognitiven Einbus
sen
wie
Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und
verminderte Konzentration. Offenbar bestand hierzu aufgrund des klinischen Eindrucks seitens der
invol
vierten
Ärzte kein Anlass.
Bezüglich der Augenprobleme konsultierte der
Beschwerdeführer
n
ach eigenen Angaben
einen befreundeten Augenarzt, der
diese allein auf den
Schlafmangel
zurückführte
(vgl. Urk. 7/29/60).
5.4.2
Etwas aussagekräftiger
ist
der
Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
».
E
ine Eingliederung
durch die Beschwerdegegnerin
fand
nicht statt
.
A
nderweitige Arbeitsbemühungen sind
weder
substantiiert dargetan
noch
belegt
(etwa Urk. 7/41/1)
. Positiv zu vermerken ist jedoch
, dass der Beschwerde
führer
mit deutlich stärkeren
Beschwerden
als heute
in der Lage war,
ab der zwei
ten Woche nach dem Unfall
mehrere Tage am Stück
zu arbeiten
(vgl. Urk. 7/41/1; Urk. 3/1 S. 1)
.
Grund zur Annahme einer
Behandlungsresistenz
besteht nicht
.
So
haben
die
Phy
siotherapie,
o
steopathische
Behandlung
und
die monatlichen Gespräche beim Psychologen
nach Angaben des Beschwerdeführers zumindest etwas geholfen und wurden dementsprechend auch über mehrere Monate
wahrgeommen
(vgl. Urk. 7/29/133
, Urk. 7/29/206 oben
; 3/1 S. 1 unten
)
.
Des Weiteren gab
Dr.
Z._
i
m Bericht vom 11.
September 2019
(Urk. 7/32/3)
eine
Medikation
lediglich
mit
T
rittico
(50
mg
/
Tag)
und Tramadol/Paracetamol (75/650 mg
/
Tag)
, beide
Medikamente
niedrig dosiert (vgl.
dazu
h
ttps://compendium.ch
),
R
ezirkane
(
Gingkoblätter
-Trockenextrakt),
Solmag
(Magnesium) und
Eltroxin
(Schild
drüsenhormon)
an
.
Trotz
der
insgesamt
geringen Behandlungsintensität
stellte sich bis im Frühjahr
2019
eine
relevante
gesundheitliche Besserung ein,
auch wenn
der Beschwerdeführer
diese
inzwischen
unter dem Eindruck der angefoch
tenen Rentenverfügung
in Abrede stellte
(Urk. 1 S. 2) und
Dr.
Z._
die Wiedererlangung
d
er Teilarbeitsfähigkeit nachträglich ohne Begründung auf
Mitte
Juli 2019
festsetzte
(vgl. E. 3.8)
.
So berichtete der behandelnde Psychologe im März 2019 über eine Besserung der Vergesslichkeit und Wortfindungsstörung
(vgl. E. 3.7)
. Ebenso bestätigte
Dr.
Z._
stets
eine, wenn gleich langsame Besserung der Beschwerden und
attestierte dem Beschwerdeführer ab 6. Mai 2019 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 30 %. In ihren späteren Berichten setzte sie sich
vorab
für eine berufliche Integration
und nur unterstützend
für eine wenigstens
teilweise Berentung
ein
(vgl. E. 3.8)
. Der Beschwerdeführer selbst äusserte sich gegenüber einem Aussen
dienstmitarbeiter der Suva am 20. März 2019 dahingehend, dass insgesamt seit der letzten Besprechung vom 27. Juli 2018 eine Besserung der Beschwerden ein
getreten sei. Er leide unter weniger Schwindel und seine Hirnleistungsfunktionen hätten sich verbessert, insbesondere die Konzentration und Wortfindungs
störungen. Auch gebessert hätten sich die einschiessenden Schmerzen in den Kopf, die von der Aufprallstelle bis vorne helmartig über den Kopf gegangen seien, äusser
s
t stark, invalidisierend und ungefähr einmal wöchentlich aufge
treten seien. Seit Oktober 2018
sei dies nicht mehr der Fall.
Er erachtete sich dennoch als arbeitsunfähig und
beklagte
e
inschiessende Schmerzen bis in die Ohren, die ungefähr halb so schlimm seien und zweimal pro Monat vorkämen,
sowie
Schmerzattacken, die fünfmal pro Woche vom Hinterkopf ausstrahlen und beim Aufwachen auftreten würden
.
Ebenso gab er einen
Tinnitus der Stärke 7
auf einer Skala von 0 bis
10,
Seh
- und
Handbeschwerden
sowie
eine eingeschränkte Kopfbeweglichkeit
an
(
vgl. Urk.
7/29/59 f.).
5.4.3
Objektivierbare Komorbiditäten
oder s
trukturelle Defizite im Sinne einer eigent
lichen Persönlichkeitsproblematik
respektive einer
erhebliche
n
Störung kom
plexer Ich-Funktionen sind
in den medizinischen Unterlagen
kein Them
a. Dass
der Beschwerdeführer
ungeduldig ist und sich früher über
seine
Leistung defi
nierte,
wie vom behandelnden Psychologen ausgeführt,
indiziert für sich allein noch keine Persönlichkeitsstruktur, welche die Wiederaufnahme einer Arbeits
tätigkeit
in relevanter Weise
erschwer
en würde
.
Der Beschwerdeführer selbst
beschrieb
sich als «Kämpfer» (vgl. Urk. 7/41/2) und
Dr.
Z._
betonte
, dass er sich
i
n jeder Hinsicht motiviert z
eige
(etwa Urk. 7/42)
.
Unterstütz
ung
erfährt
der Beschwerdeführer
durch seine
Ehefrau
.
Hinweise auf einen sozialen Rückzug nach dem Unfall
bestehen nicht
.
Ein solcher
fand
insbe
sondere
auch keinen Eingang in den
Bericht
des behandelnden Psychologen.
Nach
eigener Darstellung
beschäftigt sich der Beschwerdeführer
auch
als Mäd
chen für alles auf der eigenen Baustelle und kümmert sich mitunter um den «Znüni» und den «
Zvieri
»
für die Arbeiter
(vgl. Urk. 7/41/2
).
5.
5
5.
5.1
A
ufschlussreich ist der Indikator «
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitäten
niveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
». So ist die vom Beschwerde
führer und seiner Hausärztin postulierte
höhergradige
bis vollständige
Arbeits
unfähigkeit
nicht
mit der
gute
n
Funktio
n
sfähigkeit d
es Beschwerdeführers im Alltag
zu vereinbaren. In der Besprechung mit dem Aussendienstmitarbeiter der Suva vom 20. März 2019 (vgl. im Detail Urk. 7/29/61 f.) beschrieb
er
einen selb
ständig gestaltete
n
, strukturierten Tagesablauf, der gut gefüllt mit Aktivitäten ist, die weder mit einem monatelangen massiven Schlafmangel
(vgl. dazu a
uch Urk. 7/29/250 oben, wonach der Schlaf zu Beginn
auch
noch als
deutlich
besser ein
gestuft wurde)
noch mit invalidisierenden Schmerzen oder nennenswerten Schwindelbeschwerden in Einklang zu bringen sind.
Ergänzend kann auf sein Schreiben vom 29. November 2019 verwiesen werden (Urk. 7/41).
Der Vollstän
digkeit halber sei angefügt, dass der Beschwerdeführer auch die geplante
n
zwei Wochen Ferien im Ausland wahrnehmen konnte
(vgl. Urk. 7/29/208 unten)
.
Im Wesentlichen hat der Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben bereits früher täglich eine Stunde oder mehr Sport trieb und bei jedem Wetter in der Natur war (vgl. Urk. 7/41/1
, Urk. 3/1 S. 2 oben
), nach dem Unfall seine Hobbies ausgebaut und war – wie
von Anfang an
geplant – auf der eigenen Baustelle anwesend.
Insbesondere
spaziert er täglich 20 km und
fährt
seit dem Sommer 2018 wieder
ein bis drei Stunden Velo
pro Tag,
wobei er auch grosse Steigungen überwindet
und im Winter nur aufhörte, weil es ihm zu kalt war. Er hat die Mus
s
e, sich kreativ zu betätigen, sein Hirn zu trainieren und sich über das Tages
geschehen zu informieren. Neben der Zubereitung von Mahlzeiten erledigt er auch leichte Hausarbeiten
und ist auf seiner Baustelle als Mädchen für Holen/Bringen tätig, sammelt Abfallholz
, wischt die Strasse
und kümmert sich um kleine Zwischenmahlzeiten für die Arbeiter. Inwieweit
etwa
die Tätigkeiten auf der Baustelle mit Bücken und Heben/Tragen von schwereren Lasten verbun
den sind
und ob er ohne den Unfall tatsächlich die Bäume selbst geschlagen und sämtliche Sanitärarbeiten als Eigenleistung erbracht hätte
, braucht nicht im Detail geklärt zu werden. Zumindest im Rahmen körperlich leichte
r
Tätigkeit
en sind im Privatleben keinerlei Einschränkungen ersichtlich. Nicht nachvollziehbar sind schliesslich seine Angaben zum Autofahren. Einerseits räumte er ein, seit Mai/Juni 2018 wieder allein Auto zu fahren, andererseits gab er an, dies sei auf
grund seiner Beschwerden zu gefährlich. Hätte er effektiv Angst vor plötzlich einsetzenden Beschwerden, würde er auf das Autofahren verzichten, zumal solche auch auf kurzen Strecken auftreten können.
5.5.2
Zum
letzte
n
Indikator «
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge
wiesene
r
Leidensdruck
»
ist
nochmals
festzuhalten, dass bisher keine Eingliede
rung stattfand
, so dass hier
zu keine Aussagen möglich sind.
D
ie Behandlungsoptionen
sind
k
aum
ausgeschöpft
. Bis heute beanspruchte der Beschwerdeführer weder eine psychiatrische noch eine stationäre Behandlung, was gegen einen
dekompensierten
Tinnitus und ein relevantes Schmerzgeschehen spricht.
Insbesondere
möglich sein dürfte
auch
eine intensivere medikament
öse Behandlung,
die bis anhin wohl auch
an
der Bevorzugung
phytotherapeutischer
Präparate durch den Beschwerdeführer scheiterte. Bereits im Januar 2019 hatte er gegenüber Dr.
D._
die Einnahme nur folgender Medikamente angegeben:
Rezirkane
,
Trittico
,
Eltroxin
,
Solmag
, alle vierzehn Tage ein namentlich nicht bekanntes Schlafpräparat und höchstens einmal monatlich ein namentlich nicht bekanntes
Schmerzpräparat (Urk. 7/32/11).
Dr.
D._
schlug
hierauf
umgehend einen Ausbau der Medikation und später eine Umstellung derselben vor. Abge
sehen von einem kurzen, durch einen grippalen Infekt beeinträchtigten Versuch mit
Trittico
retard
wurden keine Medikamentenumstellungen oder diesbezügliche Nebenwirkungen – sei es vor oder nach den Konsultationen bei Dr.
D._
–
näher ausgeführt.
Dies spricht klar gegen massivste Schlafprobleme, unerträgliche Schmerzen und gravierende psychische Probleme.
5.
6
Nach
BGE 141 V
281
kann
der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit
, wie dargelegt,
nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschrän
kung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (
BGE 140 V 50
E. 4.3
).
Vorliegend
lässt sich anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 – und damit aus der Optik des Rechtsanwenders, der die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen auf ihre sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat –
k
eine
nennenswerte
Arbeits
un
fähigkeit bestätigen.
Die
Wiedererlangung der
Arbeitsfähigkeit
setzt
keine Beschwerdefreiheit voraus
und
ist auch nicht erst gegeben,
wenn
man den
eigenen hohen Anforderungen an
die
Arbeitsqualität
und das Arbeitst
empo
zu genügen vermag
(vgl
. Urk.
7/29/207).
Nach Art. 7 Abs. 2 ATSG m
assgebend
ist allein die
objektive Zumut
barkeit
.
Dem Beschwerdeführer ist
deshalb
z
umuten, mit demselben Elan
, den er bei
seiner Alltags- und Freizeitgestaltung ze
igt,
e
iner
Erwerbstätigkeit
nachzu
gehen. Zwar n
achvollziehbar
,
aber aus Sicht der I
n
v
alidenversicherung unbeacht
lich
ist,
dass allenfalls invaliditätsfremde Faktoren wie
die geplante Frühpensio
nierung, die geplante Arbeitspause im
Winter bzw. im
Zusammenhang mit dem Hausbau, die
zunächst offene
Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach
dem Umzug und
die guten
finanziellen Vermögensverhältnisse
(
vgl.
Urk. 7/25/3
f., 7/20 und 7/29/208
oben
)
seine Motivation zur Wiederaufnahme einer Arbeits
tätigkeit, vorab beim bisherigen Arbeitgeber, schmälern.
6.
Zusammenfassend lässt sich ein medizinisch nicht fassbares Beschwerdebild, das die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers nennenswert
beeinträchtigt, weder
anhand
seiner
Angaben
,
di
e
auf ein recht aktives Leben schliessen lassen
, noch der Befundlage plausibilisieren
. Damit soll
nicht
in Abrede gestellt werden, dass
allenfalls
noch Restbeschwerden bestehen
. Indes konnten deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit trotz
entsprechender
Abklärungen nicht hinreichend erstellt werden. Die diesbezügliche Beweislosigkeit wirkt sich
zulasten des Beschwerdeführers aus
(Art. 8
des
Schweizerische
n
Zivilgesetzbuch
es,
ZGB)
.
Selbst wenn davon ausgegangen
würde
, der Beschwerdeführer
sollte
aufgrund der rheumatologischen Befunde
künftig
nur noch körperliche leichte Tätigkeiten ausüben,
und seine bisherige Tätigkeit als Schwimmbadtechniker zäh
l
e nicht dazu,
führt dies
offenkundig
nicht zu einem Rentenanspruch
.
Das
Validen
einkommen
wäre anhand des effektiv erzielten Verdienstes festzusetzen, wobei der Beschwerdeführer im Jahr 2016 mit Fr. 85‘800.-- den höchsten Verdienst in den letzten fünf Jahren vor dem Unfall erzielte (Urk. 7/4/5)
. D
as
standardisierte monatliche Einkommen für männliche
Hilfs
kräfte
im selben Jahr
betrug Fr. 5'340.--
(LSE 2016, TOTAL in der Tabelle TA1_tirage_skill_level
, K
ompetenz
niveau 1
)
. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018, A-S 01-96)
ergäbe sich
für das Jahr 2016
somit
eine Invalidenei
n
kommen von
Fr.
66‘803.40 (=
Fr. 5'340.-- x
12
:
40 x 41,7
) und damit ein Invaliditätsgrad von 22 %. Die Auf
rechnung der Nominallohnentwicklung bis zum
mutmasslichen
Rentenbeginn bei beiden Vergleichsei
n
kommen würde offensichtlich nichts daran ändern, dass der Mindestinvaliditätsgrad von 40 %, der Anspruch auf eine
Viertelsrente
gäbe, nicht erreicht wird.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind im vorliegenden Fall auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.