# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2e4e6b80-903f-4318-9b6f-3650c37bbe24
**Court:** BL_EG
**Chamber:** BL_EG_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Aus dem Sachverhalt:
Gestützt auf den rechtskräftigen Strassennetzplan beschloss die Gemeindeversammlung Zwingen am 4. Dezember 2001 den Bau- und Strassenlinienplan (BSP) "X.-weg (nordöstl. Abschnitt)", welchen der Regierungsrat mit dem Beschluss Nr. 654 vom 23. April 2002 genehmigte. Die 30-tägige Referendumsfrist während der öffentlichen Auflage des Bau- und Strassenlinienplanes und des Bauprojektes mit Kreditvorlage verstrich am 18. Februar 2002 ungenutzt. Im Jahre 2003 wurde der Ausbau des X.-wegs (nordöstl. Abschnitt) bis zur Bauzonengrenze fertiggestellt. Mit Verfügung vom 21. November 2005 auferlegte die Einwohnergemeinde Zwingen A. einen Erschliessungsbeitrag von Fr. 24'827.10 für den Ausbau des X.-wegs. Mit Eingaben vom 3. Dezember 2005 und ergänzender Begründung vom 8. Februar 2006 erheben B. und A. gegen die definitive Beitragsverfügung Beschwerde beim Steuer- und Enteignungsgericht. Sie stellen das Begehren, der Bau- und Strassenlinienplan X.-weg sei bis zur Waldgrenze zu verlängern. Eventualiter sei der Strassenbeitrag zu stunden und das Planungsverfahren für die Verlängerung des Bau- und Strassenlinienplans X.-weg habe selbstständig und unmittelbar nach der Bauzonenerweiterung zu erfolgen.

## Considerations

Aus den Erwägungen:
(...)
2. Anfechtungsobjekt
Die Beschwerdeführenden verlangen die Verlängerung des Bau- und Strassenlinienplans
X.-weg, eventualiter die Stundung des Vorteilsbeitrags, im Weiteren die Selbstständigkeit und Unmittelbarkeit des Planungsverfahrens für die Verlängerung des Bau- und Strassenlinienplans X.-weg. Gemäss ständiger Gerichtspraxis können Rechtsbegehren besonders von nicht rechtskundigen Parteien auch an der Vorverhandlung präzisiert werden. An der Vorverhandlung vom 12. Juni 2006 hat die Beschwerdeführerin in diesem Sinne vorgebracht, vom X.-weg aus keine hinreichende Zufahrt zu ihrem Grundstück zu besitzen. Eine solche sei nicht ohne grössere bauliche Massnahmen realisierbar. (...)
2.1 Mit der Beschwerde gegen eine definitive Beitragsverfügung können nach ständiger Gerichtspraxis in der Regel nur Rechnungsfehler gerügt werden, wenn die Beitragspflicht als solche im Rahmen einer provisorischen Beitragsverfügung, beziehungsweise eines provisorischen Kostenverteilers angefochten werden kann.
2.2 § 8 Abs. 3 des Strassenreglements der Gemeinde Zwingen vom 17. September 1997 (StrR) sieht vor, dass Bauprojekte während 30 Tagen öffentlich aufzulegen sind. Die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, deren Grundstücke beitragspflichtig sind, werden mit eingeschriebenem Brief benachrichtigt. Innert der Auflagefrist kann beim Gemeinderat schriftlich und begründet Einsprache erhoben werden, laut § 8 Abs. 4 StrR. Es ist davon auszugehen, dass gemäss dem Reglementswortlaut sowohl Bauprojekt als auch provisorische Beitragsverfügung erstinstanzlich beim Gemeinderat angefochten werden können, was gestützt auf § 174 Abs. 3 des Gesetzes über die Organisation und Verwaltung der Gemeinden vom 28. Mai 1970 (Gemeindegesetz, SGS 180) zulässig ist. Über unerledigte Einsprachen im Beitragsverfahren entscheidet allerdings nicht der Regierungsrat, wie in § 8 Abs. 4 StrR festgehalten wird, sondern das Steuer- und Enteignungsgericht. Ist kein erstinstanzliches Einspracheverfahren im kommunalen Recht vorgesehen, so erlaubt das Enteignungsgesetz die Anfechtung der Beitragspflicht als solcher direkt beim Steuer- und Enteignungsgericht, wenn sie im Rahmen der Planauflage eröffnet wird (§ 96 Abs. 2 EntG).