# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9311d9fc-beee-4103-b4a0-1f84402b0aca
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. X. (nachfolgend: X.) wurde am _ in St. Gallen geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier mündiger Kinder, welche sich noch in Ausbildung befinden und denen gegenüber er unterstützungspflichtig ist. Im Jahr 2007 versteuerte er ein Einkommen von Fr. 123'800.― und ein Vermögen von Fr. 3'735'000.―.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Verurteilung verzeichnet. Mit Strafmandat vom 28. August 2006 verurteilte ihn das Untersuchungsamt St. Gallen wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 8 Wochen und einer Busse von Fr. 2'500.─. Im ADMAS-Register ist ein Führerausweisentzug ab 24. Juni 2006 bis 23. September 2006 vermerkt. Diesem liegt folgende Verfügung des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes St. Gallen vom 19. Juli 2006 zugrunde:
"1. Entzug des Führerausweises für die Dauer von 3 Monaten.
2. Das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien und Unterkategorien ist Ihnen während der Dauer des Entzuges, mit Wirkung ab 24.06.2006 bis und mit 23.09.2006 untersagt.
3. Diese Massnahme hat auch den Entzug allfälliger Lernfahrausweise und Internationaler Führerausweise sowie die Aberkennung ausländischer Führerausweise zur Folge.
4. (Verfahrenskosten)."
B. Mit Strafmandat vom 14. November 2006 wurde X. vom Kreispräsidenten Bergell wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Führerausweisentzugs gemäss Art. 95 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) zu 20 Tagen Haft und Fr. 5'000.─ Busse verurteilt. Die Verfahrenskosten beliefen sich auf insgesamt Fr. 785.─ (Kosten Staatsanwaltschaft Fr. 385.─, kreisamtliche Kosten Fr. 400.─).
C. Mit Einschreiben vom 23. November 2006 erhob der Adressat hiergegen Einsprache mit der Begründung, er könne in italienischer Sprache abgefasste Korrespondenz mangels Sprachkenntnis nicht bearbeiten. In Absprache mit dem Untersuchungsrichteramt Samedan liess der Einsprecher sodann das Strafmandat auf eigene Kosten übersetzen. Nachdem X., mittlerweile anwaltlich vertreten, Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten hatte, versetzte ihn die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Anklageverfügung vom 4. Oktober 2007 wegen des schon im Strafmandat bezeichneten Vergehens in Anklagezustand. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde:
"Mit Verfügung der zuständigen Behörde des Kantons St. Gallen vom 19. Juli 2006 wurde X. der Führerausweis für die Zeit vom 24. Juni bis 23. September 2006 entzogen. Trotz Entzug fuhr er am Montag, 4. September
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2006, um 15.25 Uhr, mit dem Porsche 911 Carrera 4S, Kennzeichen _, von Italien kommend bis zum Schweizer Zoll in Castasegna, wo ihn die Grenzbeamten anhielten und kontrollierten. Das Zollgebäude bzw. die Kontrollstelle befindet sich rund 35 Meter hinter der  Grenze und somit auf CH-Territorium. Die Kontrolle der  verlief negativ. Dagegen figurierte er im FABER (Fahrberechtigungsregister) mit einem Führerausweisentzug. Der Grenzbeamte forderte den Angeklagten deshalb auf, ihm den Führerausweis zu zeigen, woraufhin der Angeklagte ihm einen blauen, ungültigen Führerausweis übergab. Erneut begab sich der Beamte ins Büro zur Überprüfung der Personalien und stellte fest, dass X. der Führerausweis entzogen worden war. Der Grenzwachtchef fragte nun den Angeklagten, ob ihm der Führerausweis entzogen worden war, was er bejahte.
X. anerkennt nicht, gegen Art. 95 Abs. 2 (recte: Ziff. 2) SVG verstossen zu haben; dabei macht er geltend, nicht gewusst zu haben, dass der blaue Führerausweis ungültig sei und dass er den Porsche auf Schweizer Boden gelenkt habe. Bei der Schweizer Grenze habe er einen Lenkerwechsel mit seiner Frau vornehmen wollen."
D. Der Bezirksgerichtsausschuss Maloja führte am 1. April 2008 die Hauptverhandlung in Promontogno mit vorgängiger richterlicher Befragung der Ehefrau des Angeklagten durch; zudem wurde vor der Verhandlung ein Augenschein vorgenommen. Mit Urteil vom gleichen Tag, im Dispositiv am 2. April 2008 und vollständig begründet mitgeteilt am 10. Juni 2008, wurde erkannt wie folgt:
"1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 95 Abs. 2 (recte: Ziff. 2) SVG.
2. Dafür wird er zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 870.─, sowie zu einer Busse von CHF 5'000.─, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 20 Tagen, verurteilt.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren.
4. Auf den Widerruf des aufgeschobenen Vollzuges der Gefängnisstrafe von acht Wochen gemäss Strafmandat des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 28. August 2006 wird verzichtet. Die festgesetzte Probezeit wird um ein Jahr verlängert.
5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus
- einer Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1'635.00 - Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 60.00 - den Kosten für das Strafmandatsverfahren CHF 400.00 - der Busse CHF 5'000.00 - der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichtsausschusses CHF 2'000.00 - den Barauslagen des Bezirksgerichtsausschusses CHF 96.60 abzüglich Übersetzungskosten Strafmandat CHF -1'585.00 Total CHF 7'606.60
gehen zu Lasten von X.. Die Kosten für die Übersetzung des Strafmandats werden der Staatsanwaltschaft übertragen.

## Considerations