# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d60195f1-d20e-5956-a8ba-27f64c8173c8
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geboren am 9. November 1975 in Amuro (Nigeria), heiratete am 10. März 2007
in Murcia (Spanien) die Schweizerin A.B., geboren am 4. September 1966. Am 21. Juli
2008 stellte X.Y. ein persönliches Einreisegesuch über die Schweizer Botschaft in
Madrid. A.B. reichte am 30. September 2008 über das Einwohneramt St. Gallen ein
Familiennachzugsgesuch ein. Nach verschiedenen Abklärungen bewilligte das
Migrationsamt den Familiennachzug am 17. November 2008. X.Y. holte in der Folge
sein Visum jedoch nicht ab, weshalb seine Ehefrau am 31. März 2010 erneut ein
Familiennachzugsgesuch einreichte. Am 9. April 2010 bewilligte das Migrationsamt
erneut den Familiennachzug und X.Y. reiste schliesslich am 16. Mai 2010 in die
Schweiz ein. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt X.Y. eine Aufenthaltsbewilligung
zum Verbleib bei seiner Ehefrau, gültig bis 15. Mai 2013 (nach Verlängerung).
Am 6. Dezember 2011 teilte das Einwohneramt St. Gallen dem Migrationsamt mit, X.Y.
sei ohne seine Ehefrau umgezogen. Mit Schreiben vom 15. März 2012 ersuchte das
Migrationsamt die Ehepartner um Stellungnahme. X.Y. nahm am 20. März 2012
Stellung. Er teilte mit, dass die Trennung etwas mit der IV und/oder mit dem Sozialamt
und der finanziellen Stellung seiner Frau zu tun habe. Er hingegen wolle die
Ehegemeinschaft wieder aufnehmen. Zudem übernachte er praktisch jede Nacht in der
ehelichen Wohnung. Seine Ehefrau wolle nicht, dass er in seiner eigenen Wohnung
bleibe. Sein Ehewille sei nicht erloschen und eine Scheidung auch nicht geplant. Seiner
Stellungnahme legte X.Y. den Eheschutzentscheid des Kreisgerichtes St. Gallen vom
16. November 2011 bei, worin das Getrenntleben der Ehegatten seit dem 1. Oktober
2011 festgehalten, und die Vereinbarung, die sie getroffen hatten, genehmigt wurde.
A.B. liess sich am 3. April 2012 vernehmen. Sie führte aus, dass sie für zwei Jahre in
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Trennung leben würden und es ungewiss sei, was die Zukunft bringen werde. Es
handle sich u.a. um ein kulturelles Problem. Sie verwies zudem auf den
Eheschutzentscheid samt Verhandlungsprotokoll sowie eine anlässlich der
Eheschutzverhandlung getroffene Vereinbarung.
Das Migrationsamt gewährte X.Y. am 26. April 2012 das rechtliche Gehör im Hinblick
darauf, dass in Erwägung gezogen werde, seine Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen.
Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St. Gallen, teilte am 10. Mai 2012 mit, dass er von
X.Y. mit der Wahrung seiner Interessen betraut worden sei. Mit Schreiben vom 11. Juni
2012 nahm der Rechtsvertreter von X.Y. Stellung. Er führte aus, dass die Ehe nur auf
dem Papier getrennt sei und X.Y. praktisch jeden Tag inkl. Nacht mit seiner Ehefrau in
der ehemals gemeinsamen Wohnung verbringe. Zudem beantragte der Vertreter von
X.Y., die Ehefrau und deren Nachbarn zu befragen. Das Migrationsamt widerrief mit
Verfügung vom 5. Juli 2012 die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. und setze ihm eine
Ausreisefrist bis spätestens 12. September 2012.
B./ Am 6. Juli 2012 erhob der Vertreter von X.Y. Rekurs gegen die Verfügung des
Migrationsamtes vom 5. Juli 2012 beim Sicherheits- und Justizdepartement und
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, vom Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung sei abzusehen, und es sei X.Y. die unentgeltliche Rechtspflege
und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Dem Antrag um unentgeltliche Rechtspflege
und Rechtsverbeiständung entsprach das Sicherheits- und Justizdepartement am
20. Dezember 2012, und sein Vertreter wurde als unentgeltlicher Rechtsbeistand
bestimmt. Am 8. März 2013 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs
von X.Y. ab und lud das Migrationsamt ein, eine neue Ausreisefrist anzusetzen.
C./ Am 20. März 2013 erhob X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
vom 8. März 2013 (Versand am 11. März 2013). Er beantragte, der angefochtene
Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und vom Widerruf
der Aufenthaltsbewilligung abzusehen. Mit Eingabe vom 18. April 2013 ergänzte der
Beschwerdeführer seine Beschwerde mit dem verfahrensrechtlichen Antrag, die Akten
eines allfälligen Strafverfahrens gegen A.B. beizuziehen.
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Mit Vernehmlassung vom 25. April 2013 beantragt das Sicherheits- und
Justizdepartement (nachfolgend Vorinstanz) unter Hinweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid, die Beschwerde abzuweisen.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Anfechtungsgegenstand ist der abschlägige Rekursentscheid der Vorinstanz vom
8. März 2013, der zum Widerruf der bis 15. Mai 2013 gültigen Aufenthaltsbewilligung
des Beschwerdeführers ergangen ist. Mit Ablauf der Gültigkeitsdauer ist die
Aufenthaltsbewilligung erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20, abgekürzt AuG). Insofern ist das Verfahren
gegenstandslos. Der Rechtsstreit betrifft mithin nun die Nichtverlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer 2C_1020/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.1;
2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingaben vom 20. März 2013 und vom 18. April 2013 wurden form- und
fristgerecht eingereicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und
2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
diesen zusammenwohnen.
Ein Anspruch aus Art. 42 Abs. 1 AuG setzt also voraus, dass die Ehegatten zusammen
wohnen. Der Beschwerdeführer bekundete die Absicht, ab 17. Februar 2013 bei seiner
Freundin R.S. zu wohnen, zunächst aber ab ungefähr Ende Dezember 2012 nach
Nigeria zu reisen. Bis Anfang Dezember 2012 habe er jedoch bei seiner Ehefrau
gewohnt (act. 11/19b-2, Frage 5). A.B. schrieb in einem Brief an das Migrationsamt
vom 27. Dezember 2012, dass der Beschwerdeführer aufgrund finanzieller Engpässe
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die gemeinsame Wohnung nach der gerichtlichen Trennung nur kurzzeitig verlassen
habe (vgl. act. 11/13a). Somit kann festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer
und seine Ehefrau trotz der richterlichen Ehetrennung auch nach dem 1. Oktober 2011
zumindest zeitweilig wieder unter einem Dach lebten. Dies ergibt sich auch aus den ins
Recht gelegten Akten (vgl. act. 11/5 und act. 11/19b-3, S. 4). Die Voraussetzung des
Zusammenlebens im Sinn von Art. 42 Abs. 1 AuG ist aber auch nach Auffassung des
Beschwerdeführers spätestens ab anfangs Dezember 2012 erkennbar dahingefallen.
Im Übrigen wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid (E. 2 bis E. 2bb) verwiesen.
3. Der Beschwerdeführer erklärte im Verfahren vor der Vorinstanz am 25. Februar 2013,
mit der Scheidung einverstanden zu sein (act. 23). Damit wird die Ehe bzw.
Familiengemeinschaft im vorliegenden Fall nicht mehr gelebt. Daher ist zu überprüfen,
ob ein Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach
Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG besteht.
3.1. Nach Auflösung der Ehe oder Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des
Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Artikel 42
weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine
erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG).
Die Kriterien der Dreijahresfrist und der Integration sind kumulativ erforderlich (BGer
2C_95/2012 vom 13. März 2012 E. 2.2.1; BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Die
Ehegemeinschaft besteht, solange eine tatsächlich gelebte, eheliche Beziehung und
ein gegenseitiger Ehewille vorliegen. Äusseres Kennzeichen einer bestehenden
Ehegemeinschaft ist in der Regel das Zusammenleben der Ehegatten in einer
Hausgemeinschaft (M. Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer, Kommentar, Bern 2010, N 16 zu Art. 50 AuG).
Bei der Berechnung der absolut geltenden Dreijahresfrist kommt es gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf die in der Schweiz gemeinsam verbrachte Zeit
an (BGer 2C_366/2012 vom 1. Mai 2012 E. 2.1; 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011
E. 4.1 und 4.1.1; BGE 136 II 113 E. 3.3). Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive
Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist in der Regel die Aufgabe der
Hausgemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2).
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3.2. Der Beschwerdeführer heiratete seine Ehefrau am 10. März 2007 in Spanien.
Nachdem er sein erstes Einreisevisum verfallen liess, reiste er schliesslich am 16. Mai
2010 — mithin drei Jahre nach Eheschliessung — in die Schweiz ein. Wie bereits von
der Vorinstanz zutreffend festgestellt, ist es grundsätzlich nicht von Bedeutung, ob die
Auflösung der Ehegemeinschaft bereits am 1. Oktober 2011 (gemäss
Eheschutzentscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 16. November 2011) erfolgte,
oder wie vom Beschwerdeführer behauptet erst im Dezember 2012, denn die
Dreijahresfrist wurde ohnehin nicht eingehalten, hätte er ansonsten schon im Jahr 2008
(ausgehend von der Trennung im 2011) bzw. 2009 (ausgehend von der Trennung im
2012) in der Schweiz bei seiner Ehefrau leben müssen. Zu diesem Zeitpunkt befand er
sich jedoch nicht in der Schweiz. Somit fehlt es an der Voraussetzung der
Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, und eine Prüfung der Integration
erübrigt sich.
4. Der Beschwerdeführer rügt, entgegen der Feststellung der Vorinstanz seien die
Voraussetzungen für die Verlängerung der Bewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b und
Abs. 2 AuG erfüllt. Die Vorinstanz erklärt in ihrer Vernehmlassung, der
Beschwerdeführer habe diese Einwendungen im Rekursverfahren nicht vorgebracht
(act. 10).
4.1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht sind neue Begehren
grundsätzlich unzulässig (vgl. Art. 61 Abs. 3 VRP). Nicht eingeschränkt durch das
Novenverbot ist jedoch die Möglichkeit, die im Beschwerdeverfahren gestellten
Anträge mit einer gegenüber dem vorinstanzlichen Verfahren geänderten rechtlichen
Begründung zu versehen oder diese nachträglich zu verdeutlichen (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen 2. Aufl. 2003, Rz. 649). Vorliegend
bringt der Beschwerdeführer keine neuen Begehren vor, sondern ändert lediglich die
rechtliche Begründung. Deshalb werden auch von der Vorinstanz zu Recht keine
Einwände dagegen erhoben. Zudem müssen im Beschwerdeverfahren aufgrund der
verfassungs- und konventionsrechtlichen Rechtsweggarantien und entgegen dem in
Art. 61 Abs. 3 VRP statuierten Novenverbot echte Noven zugelassen werden, soweit
ein Dauerrechtsverhältnis betroffen ist und die Angelegenheit bisher nicht von einer
richterlichen Instanz überprüft wurde (vgl. VerwGE B 2012/20 vom 3. Juli 2012,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
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4.2. Da die Voraussetzungen von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht erfüllt sind, ist zu
prüfen, ob die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund von Art. 50
Abs. 1 lit. b AuG verlängert werden kann, worauf sich der Beschwerdeführer
ausdrücklich beruft.
Danach besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Artikel 42 nach Auflösung der Ehe oder der
Familiengemeinschaft weiter, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren
Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG).
4.2.1. Die Ehe gilt bereits dann als aufgelöst im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG,
wenn die eheliche Gemeinschaft gescheitert ist (Caroni, a.a.O., N 8 zu Art. 50 AuG). Im
vorliegenden Fall wurde die Ehegemeinschaft spätestens am 1. Dezember 2012 — wie
in Erwägung 2.2. dieses Entscheids ausgeführt — aufgelöst.
4.2.2. Wichtige persönliche Gründe können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin
oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliederung
im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Die beiden Elemente
der ehelichen bzw. häuslichen Gewalt (nachfolgend E. 4.2.3.) und der sozialen
Wiedereingliederung (nachfolgend E. 4.3.) sind nicht kumulativ zu verstehen (BGE 138
II 229 E. 3.2.2). Bei der Aufzählung in Art. 50 Abs. 2 AuG handelt es sich nicht um eine
abschliessende Liste (Caroni, a.a.O., N 23 zu Art. 50 AuG; nachfolgend E. 4.4.).
4.2.3. Eheliche Gewalt liegt insbesondere dann vor, wenn Personen innerhalb einer
bestehenden oder aufgelösten ehelichen Beziehung psychische, physische oder
sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (Caroni, a.a.O., N 32 zu Art. 50 AuG). Das
Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid ausgeführt, dass häusliche Gewalt eine
systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, bedeute.
Eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines
eskalierenden Streits reiche dagegen nicht aus. Vielmehr müsse die physische oder
psychische Zwangsausübung und deren Auswirkungen von einer gewissen Konstanz
bzw. Intensität geprägt sein (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.; vgl. auch BGE 136 II 1 E. 5.3;
Caroni, a.a.O., N 34 zu Art. 50 AuG). Bei der Feststellung des entsprechenden
Sachverhalts trifft die ausländische Person eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Sie
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muss die eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder
psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen).
Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen
genügen nicht (BGE 138 II 229 E. 3.2.3).
Der Beschwerdeführer macht geltend, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein. Dazu
führt er aus, dass seine Ehefrau seine Abhängigkeit von der Aufenthaltsbewilligung
ausgenützt habe und dies eine Nötigung im Sinne von Art. 181 des Schweizerischen
Strafgesetzbuches (SR 311.0) darstelle. Dabei stützt er sich auf seine Schilderungen
bezüglich häuslicher Gewalt anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom
17. Dezember 2012 zu den gegen ihn von seiner Ehefrau erhobenen Vorwürfen der
Drohung, Tätlichkeit und Vergewaltigung (act. 11/19b-2). Bis zu dieser Einvernahme als
beschuldigte Person hatte der Beschwerdeführer sich aktenkundig nie gegenüber einer
Behörde (Familienrichterin oder Polizei) geäussert, Opfer häuslicher Gewalt geworden
zu sein, obwohl sich die geltend gemachten Vorfälle angeblich bereits im Juli 2010 und
im Juli 2011 zugetragen haben.
Es liegt kein Strafantrag des Beschwerdeführers gegen seine Ehefrau im Recht. Der
Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, einen solchen Antrag erhoben zu haben.
Selbst wenn der Beschwerdeführer keinen Antrag stellte, wäre er bei einem von ihm
angezeigten und von Amtes wegen verfolgten Delikt als Anzeiger auf Anfrage hin über
die Erledigung bzw. den Verfahrensstand informiert worden (vgl. Art. 301 Abs. 2 der
Schweizerischen Strafprozessordnung, SR 312.0). Im Übrigen macht der
Beschwerdeführer nicht geltend, er sei zu den von ihm in der Befragung vom 17.
Dezember 2012 gegen seine Ehefrau erhobenen Vorwürfen in der Folge als Opfer
befragt worden. Aufgrund der weitreichenden Mitwirkungspflicht des
Beschwerdeführers genügt ein pauschaler Antrag zum Aktenbeizug nicht, zumal der
Beschwerdeführer als Partei die Möglichkeit hat, in Besitz dieser Akten zu kommen und
diese einzureichen. Deshalb ist dem Antrag des Beschwerdeführers, die Akten eines
allfälligen Strafverfahrens gegen A.B. seien durch das Gericht beizuziehen, nicht zu
entsprechen.
Abgesehen davon betreffen die Behauptungen des Beschwerdeführers punktuelle
Spannungen in der Ehe, welche zum Teil auch in den Anzeigen der Ehefrau dargelegt
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wurden. Die von ihm geschilderten Vorfälle ereigneten sich jeweils in einem Abstand
von rund einem Jahr. Selbst wenn sie sich so wie vom Beschwerdeführer geschildert
ereignet haben sollten, wären sie als Einzelereignisse nicht geeignet, eine
systematische und konstante physische und/ oder psychische Zwangsausübung durch
seine Ehefrau zu belegen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3). Deshalb fehlt es am Nachweis
der häuslichen Gewalt.
4.3. Da die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland für
sich allein einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG
darstellt, ist zu prüfen, ob aufgrund dessen die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw.
zu verlängern ist.
4.3.1. Bei der sozialen Wiedereingliederung ist entscheidend, ob die persönliche,
berufliche und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei
einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte und nicht, ob ein
Leben in der Schweiz einfacher wäre und vorgezogen würde (BGer 2C_17/2012 vom
24. Januar 2012 E. 2.3.1; BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Ein persönlicher nachehelicher
Härtefall setzt aufgrund der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der
Konsequenzen für das Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation
nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AuG abgeleiteten
Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar
2012 E. 2.3.1).
4.3.2. Der rund dreijährige Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz war
zumindest anlässlich des Jahreswechsels 2012/13 durch einen rund zweimonatigen
Aufenthalt in seiner Heimat unterbrochen. In Nigeria leben noch der Vater und
Geschwister des Beschwerdeführers (act. 12/40). In einem Zeitraum, als er bereits in
Spanien lebte und über ein Visum für die Schweiz verfügte, nämlich in den Jahren
2009/2010, übernahm der Beschwerdeführer die Arbeit seines an Malaria erkrankten
Vaters in Nigeria (act. 12/40). Auch wenn der Beschwerdeführer mittlerweile in der
Schweiz beruflich relativ stabil integriert erscheint, bestehen nach wie vor enge
familiäre Beziehungen zu seiner Heimat, wo er die ersten dreissig Jahre seines Lebens
verbracht hat. Die in der Schweiz erlangten beruflichen Fähigkeiten können sich auch
auf sein Fortkommen in Nigeria günstig auswirken. Es ist somit keine starke
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Gefährdung ersichtlich, die gegen eine Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in
seiner Heimat sprechen würde.
4.4. Da Art. 50 Abs. 2 AuG nur beispielhaft ist, stellt sich die Frage, ob ein anderer
wichtiger persönlicher Grund ersichtlich ist, welcher eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verlangen würde.
4.4.1. Wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt
im Land nur von kurzer Dauer, besteht praxisgemäss kein Anspruch auf einen weiteren
Verbleib, auch wenn die betroffene ausländische Person hier nicht straffällig geworden
ist, gearbeitet hat und inzwischen allenfalls auch etwas Deutsch spricht (BGer
2C_17/2012 vom 24. Januar 2012 E. 2.3.1).
4.4.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, in der Schweiz beruflich sehr gut integriert
zu sein. Er arbeite seit längerem bei einer Baufirma und werde als Arbeitnehmer sehr
geschätzt. Allein daraus lässt sich entsprechend der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten.
Nachdem der Beschwerdeführer die Absicht äusserte, nach seiner Rückkehr aus
Nigeria im Februar 2013 zu einer Freundin zu ziehen, die Ehe des Beschwerdeführers
seit Oktober 2011 formell getrennt ist und die Ehegatten sich gegenseitig ehelicher
Gewalt bezichtigen, ist nicht davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer und
seine Ehefrau entschliessen, die eheliche Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Die
Bindung an seine Ehefrau hinderte den Beschwerdeführer zudem nicht, sich trotz Ehe
während über dreier Jahre aus beruflichen und verwandtschaftlichen Gründen in
Spanien und in Nigeria und – trotz vorliegenden Visums – nicht in der Schweiz
aufzuhalten. In der Beschwerde werden deshalb zu Recht keine besonders engen
persönlichen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht. Diese ergeben sich auch
nicht durch eine neue mögliche Partnerschaft. Es sind auch keine anderen wichtigen
persönlichen Gründe ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
erfordern würden.
Bezüglich des strafrechtlichen Leumunds wäre zudem — bei Nichtberücksichtigung
der Anzeigen der Ehefrau gegen den Beschwerdeführer — immerhin der rechtskräftige
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Strafbefehl bezüglich der Erschleichung einer Falschbeurkundung (act. 11/17b-7) in
Betracht zu ziehen.
5. (...).
6. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht