# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d837ab76-a19a-5e39-969d-dc87f670169b
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Das Regierungsstatthalteramt Interlaken erteilte der Beschwerdeführerin am 27.
November 2009 die Baubewilligung für den Neubau einer Reitsportanlage samt eines
angebauten Wohnhauses auf der Parzelle Matten Gbbl. Nr. D._. Die Parzelle
wurde in der Ortsplanungsrevision von 2008/2009 als Zone für Sport und Freizeitanlagen
ZSF c1 (Reitsport) eingezont.1 Die Baubewilligung für die Reitsportanlage war mit der
Auflage verbunden, dass die Erschliessungsmassnahmen und die daraus resultierende
Kostenpflicht vor Baubeginn in einem öffentlich-rechtlichen Erschliessungsvertrag geregelt
werden müssten. Am 22. März 2010 schloss die Beschwerdeführerin mit der Gemeinde
1 vom Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt am 11. Januar 2010
RA Nr. 110/2015/149 2
einen Erschliessungsvertrag nach Art. 109 ff. BauG2 ab, in dem sie sich unter anderem
verpflichtete, bis zur Betriebsaufnahme der Reitanlage die Zufahrtsstrassen
(Verbindungsstrasse und E._gässli im betroffenen Streckenabschnitt) auszubauen
bzw. zu verbreitern. In der Folge erstellte die Beschwerdeführerin die Fundationsschicht für
die Verbreiterung des E._gässli. Die Reitsportanlage wurde im Jahr 2010 in
Betrieb genommen.
2. Am 17. Dezember 2014 reichte die Beschwerdeführerin ein Baugesuch ein für den
Neubau von weiteren sechs Pferdeboxen sowie eines Futterraums auf der Parzelle
Nr. D._. Am 1. Juni 2015 sistierte die Gemeinde das Baubewilligungsverfahren,
bis der im Jahr 2010 vereinbarte Ausbau der Erschliessungsstrassen fertig erstellt sei. Die
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) hiess die dagegen
erhobene Beschwerde gut und hob die Sistierungsverfügung mit Entscheid vom 9.
September 2015 auf.3
3. Mit Verfügung vom 23. September 2015 erteilte die Gemeinde Matten bei Interlaken
dem Bauvorhaben wegen ungenügender Erschliessung den Bauabschlag.
4. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2015 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die
Aufhebung des Bauabschlags vom 23. September 2015 und die Erteilung der
Baubewilligung.
5. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet4, führte den
Schriftenwechsel durch, holte bei der Gemeinde die Vorakten ein und edierte beim
Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli die Baubewilligungsakten bbew 143/2009
für den Neubau der Reitsportanlage. Es gab den Parteien Gelegenheit, sich zur Frage zu
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 RA Nr. 110/2015/86 4 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
RA Nr. 110/2015/149 3
äussern, ob für die Erschliessungsanlagen eine Baubewilligung vorliege und ob die
Strassenerweiterung auf fremdem Grund sichergestellt sei. Zudem wies es darauf hin,
dass die Zufahrtsstrassen in der Landwirtschaftszone liegen und für eine
Strassenverbreiterung die Art. 24 ff. RPG5 zu berücksichtigen seien. Am 10. März 2016
führte es in Anwesenheit der Beteiligten und eines Vertreters des TBA, Oberingenieurkreis
I (OIK I) einen Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch.
Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu äussern und
Schlussbemerkungen einzureichen.
6. Die Gemeinde beantragt mit Stellungnahme vom 27. November 2015, die
Beschwerde sei abzuweisen bzw. der Bauabschlag sei zu bestätigen. Eventualiter sei eine
allfällige Baubewilligung nur unter der Auflage zu erteilen, dass von der Baubewilligung erst
Gebrauch gemacht werden dürfe, wenn die Erschliessungsanlagen gemäss
Erschliessungsvertrag vom 22. März 2010 und den in der Zwischenzeit vereinbarten
Projektänderungen ordnungsgemäss erstellt und von der Gemeinde abgenommen seien.
In ihren Schlussbemerkungen vom 13. April 2016 hält sie an diesen Rechtsbegehren fest.
Die Beschwerdeführerin nahm mit Schlussbemerkungen vom 6. Mai 2016 Stellung.
Auf die Rechtsschriften sowie auf das Ergebnis des Augenscheins wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Bauentscheide können nach Art. 40 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die
Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde
5 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
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(Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Baugesuch abgewiesen wurde, ist
durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Strassenmässige Erschliessung
a) Es ist streitig, ob die bestehende Zufahrt zur Reitsportanlage für die geplanten sechs
zusätzlichen Pferdeboxen eine genügende Erschliessung darstellt. Die Beschwerdeführerin
bringt vor, der von der Gemeinde verlangte Ausbau der Zufahrt gehe weit über das
gesetzliche Minimum hinaus und sei sachlich nicht gerechtfertigt. Die Strassen seien zwar
stellenweise sanierungsbedürftig, genügten aber seit Jahren als Zufahrt zur
Reitsportanlage. Die Frage der genügenden Erschliessung müsse losgelöst von der
vertraglich vereinbarten Sanierung und der Erfüllung des Erschliessungsvertrages beurteilt
werden.
Die Gemeinde macht geltend, die Parzelle Nr. D._ habe bis 2010 zur
Landwirtschaftszone gehört und sei auch nur für den landwirtschaftlichen Verkehr
erschlossen gewesen. Das bestehende landwirtschaftliche Strässchen genüge nicht für die
zonenkonforme Erschliessung der Reitsportanlage. Die Einzonung in die Bauzone
erfordere eine neue Erschliessungsanlage, die den Anforderungen von Art. 7 Abs. 1 BauV6
genügen müsse. Abzustellen sei nicht auf die aktuelle, sondern auf die maximal zulässige
Nutzung dieser Parzelle. Die Beschwerdeführerin habe sich im Erschliessungsvertrag
verpflichtet, die Verbindungsstrasse und das E._gässli bis zur Inbetriebnahme der
Reitsportanlage auszubauen. Bisher habe die Beschwerdeführerin nur
Fundationsschichten (Kieskoffer) erstellt und eine provisorische Tragschicht aufgetragen,
was für die Erschliessung nicht genüge.
b) Bauzonen müssen genügend erschlossen sein (vgl. Art. 15 und 19 RPG). Ein
Bauvorhaben darf nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, dass das Baugrundstück
auf den Zeitpunkt der Fertigstellung des Bauvorhabens oder wenn nötig bereits bei
Baubeginn genügend erschlossen sein wird (Art. 7 Abs. 1 BauG). Die Zufahrtsstrasse
muss hinreichend nahe an Bauten und Anlagen heranführen und für Feuerwehr und
6 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
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Sanität gut erreichbar sein. Die Erschliessungsanlagen müssen den Beanspruchung
gewachsen sein, die sich aus der Nutzung des Baugrundstücks und der weiteren
Grundstücke ergeben können, denen sie nach der Planung zu dienen bestimmt sind (vgl.
Art. 7 Abs. 2 und 3 BauG).7 Unter gewissen Voraussetzungen werden auch bestehende
Erschliessungsstrassen als genügend erachtet, selbst wenn sie die Anforderungen an eine
Neuerschliessung nicht erfüllen (vgl. Art. 8 Abs. 2 Bst. a BauG).
c) Die Vorbringen der Parteien zeigen, dass bereits Uneinigkeit über die Frage besteht,
ob die bestehende Reitanlage genügend erschlossen ist. Mit Gesamtentscheid vom
27. November 2009 bewilligte der Regierungsstatthalter von Interlaken den Neubau der
Reitanlage. Da eine genügende Erschliessung Bewilligungsvoraussetzung ist, durfte der
Regierungsstatthalter die Baubewilligung nur erteilen, wenn das Bauvorhaben seiner
Ansicht nach genügend erschlossen war. Die Baubewilligung für den Neubau der
Reitsportanlage deutet deshalb grundsätzlich darauf hin, dass dies bejaht wurde. In den
Erwägungen des Gesamtentscheids ist dazu aber nichts festgehalten. Der
Regierungsstatthalter verfügte als Auflage, dass die Erschliessungsmassnahmen und die
resultierenden Kostenverpflichtungen vor Baubeginn in einem öffentlich-rechtlichen
Erschliessungsvertrag festzuhalten seien. Ausserdem versah das Regierungsstatthalteramt
den Projektplan Grundriss Situation 1:1000 vom 15. Juli 2009, auf dem die
Strassenverbreiterung des E._gässli (auf eine Breite von 6 m) dargestellt ist, mit
dem Bewilligungsstempel. Daraus ziehen die Parteien nun unterschiedliche Schlüsse.
Während die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, der Regierungsstatthalter habe 2009 die
bestehende Erschliessung als genügend erachtet und als Auflage nur die Sanierung dieser
Strassen verfügt, geht die Gemeinde demgegenüber davon aus, mit dieser Auflage und
dem bewilligten Plan der Strassenverbreiterung sei entschieden, dass die bestehende
Erschliessung nicht genüge und verbreitert werden müsse.
d) Die Parzellen Nr. D._ und Nr. F._ wurden anlässlich der
Ortsplanungsrevision von 2009 als Zone für Sport und Freizeitanlagen ZSF c1 und c2
"Reitsport" eingezont.8 Auf der Parzelle Nr. D._ (ZSF c1) hat die
Beschwerdeführerin die Gebäude der Reitsportanlage erstellt. Auf der Parzelle
Nr. F._ (ZSF c2) sind keine Bauten und Anlagen zulässig. Die Erschliessung der
7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 7/8 N. 7 8 Vgl. Erläuterungsbericht vom September 2009 zur Revision der Ortsplanung, S. 14
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Reitsportanlage erfolgt von der G._strasse über bestehende Strassen: zunächst
über eine (namenlose) Verbindungsstrasse (Parzelle Nr. H._), die im Jahr 2009 für
Autos noch nicht durchgehend befahrbar war, und anschliessend über das
E._gässli (Parzelle Nr. I._), das in Zusammenhang mit dem Autobahnbau
in den 1970er Jahren erstellt worden war.9 Beide Strassenparzellen sind im Eigentum der
Gemeinde. Im Richtplan Verkehr von 2009 wurde die Zufahrt zur Reitsportanlage der
Beschwerdeführerin ab der G._strasse neu als Detailerschliessung qualifiziert.
Das gleiche gilt für die Zufahrt zur nördlich gelegenen Reitanlage des Konkurrenten, die
ebenfalls am E._gässli liegt (Parzelle Nr. J._).10
Die Gemeinde verlangte im Baubewilligungsverfahren für den Neubau der Reitsportanlage,
dass das E._gässli verbreitert und die Verbindungsstrasse ausgebaut wird. Die
Gründe dafür sind aber nicht aktenkundig. Einzig in Zusammenhang mit dem Ausbau der
Verbindungsstrasse findet sich die Aussage, dass für die Reitanlage eine angemessene,
für LKW mit Anhänger befahrbare Strasse erstellt werden soll.11 Im Amtsbericht vom
7. September 2009 formulierte die Gemeinde als Bedingung, dass die
Erschliessungsmassnahmen und Kostenverpflichtungen vor Baubeginn in einem öffentlich-
rechtlichen Erschliessungsvertrag vereinbart werden müssten, was wie erwähnt als
Nebenbestimmung im Gesamtbauentscheid vom 27. November 2009 als Auflage
aufgenommen wurde. In den Baubewilligungsakten des Regierungsstatthalteramtes findet
sich jedoch kein Hinweis, dass die Frage der genügenden Erschliessung der
Reitsportanlage über das bestehende E._gässli im Baubewilligungsverfahren
thematisiert wurde.
e) Es ist grundsätzlich Sache der Gemeinde, die Erschliessungsanlagen zu projektieren
und zu bauen (Art. 108 Abs. 1 BauG). Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie die
Planung und Erstellung der Detailerschliessungsanlagen vertraglich an Private übertragen
(Art. 109 BauG), die damit eine Gemeindeaufgabe wahrnehmen. Die Gemeinde kann den
Ausbaustandard ihrer Detailerschliessungsstrassen bestimmen. In vielen Fällen deckt sich
der definierte Ausbaustandard einer Strasse mit der Frage der genügenden Erschliessung
im Sinne von Art. 7 BauG. Dennoch handelt es sich um zwei unterschiedliche Fragen. Die
9 Protokoll des Augenscheins vom 10. März 2016, S. 3, Votum Bauverwalter 10 Richtplan Verkehr, Plan Strassenkategorien 1:5'000, vom AGR genehmigt am 11. Januar 2010 11 Protokoll der Sitzung der Bau- und Planungskommission Matten vom 25. August 2009; Protokoll der Sitzung des Gemeinderats vom 1. September 2009 (Vorakten Nr. 25/09 der Gemeinde)
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Definition des Ausbaustandards von Detailerschliessungsanlagen erfolgt aufgrund einer
Gesamtwürdigung unter Berücksichtigung aller öffentlichen Interessen und des
Planungsgebietes (vgl. Art. 7 Abs. 3 BauG, Art. 6 Abs. 3 BauV). Dabei können auch
Komfortansprüche berücksichtigt werden, solange die Strassen nicht überdimensioniert
werden (vgl. Art. 8 Abs. 1 BauG). Demgegenüber beurteilt sich die genügende
Erschliessung eines Bauvorhabens mit Blick auf das konkrete Bauprojekt. Mit
Erschliessungsvertrag vom 22. März 2010 hat sich die Beschwerdeführerin verpflichtet, die
Verbindungsstrasse und das E._gässli auszubauen bzw. zu erweitern. Damit hat
sie die Auflage des Gesamtbauentscheides von 2009 erfüllt. Dass die Verbreiterung des
E._gässli für eine genügende Erschliessung der Reitsportanlage im Jahr 2009
nötig war bzw. ist, ist damit aber nicht gesagt. Auch wenn die Beschwerdeführerin ihre
vertraglichen Leistungspflichten bislang nicht erfüllt hat, vermag dies keinen Bauabschlag
zu begründen. Die Durchsetzung des Erschliessungsvertrags ist nicht Thema des
Baubewilligungs- bzw. Rechtsmittelverfahrens, sondern muss im dafür vorgesehenen
Verfahren erfolgen.
f) Der Neubau und die Änderung einer Strasse bedürfen einer Bewilligung. In der Regel
werden Strassen mit einer Überbauungsordnung (ÜO) bewilligt, für kleine
Strassenbauvorhaben genügt eine Baubewilligung, sofern keine ÜO verlangt wird (Art. 43
Abs. 1 und 2 SG12). Ursprünglich gingen die Parteien davon aus, dass der Ausbau der
Erschliessungsstrassen mit dem Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalters vom 27.
November 2009 für den Bau der neuen Reitsportanlage mitbewilligt wurde. Inzwischen ist
weitgehend unbestritten, dass dies nicht der Fall ist. Zwar hat das
Regierungsstatthalteramt den Projektplan mit der Strassenverbreiterung des
E._gässli als bewilligt gestempelt. Die Strassenverbreiterung wurde im Baugesuch
für den Neubau der Reitanlage aber nicht als Bauvorhaben genannt. Ausserdem waren die
von der Strassenerweiterung betroffenen Grundeigentümer der Parzellen Nr. K._
und Nr. L._ nicht in das Baubewilligungsverfahren involviert und haben
obgenannten Plan für die Strassenerweiterung auch nicht unterzeichnet (vgl. Art. 11 Abs. 1
Bst. a BewD13). Eine Strassenerweiterung wurde weder publiziert noch im
Gesamtbauentscheid vom 27. November 2009 unter der Rubrik Bauvorhaben aufgeführt.
Zudem bedürfte sie einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG. Für die vertraglich
vereinbarte Strassenerweiterung liegt somit keine Baubewilligung mit
12 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11) 13 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
RA Nr. 110/2015/149 8
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG vor. Dies deutet eher darauf hin, dass der
damalige Regierungsstatthalter die bestehende Erschliessung als genügend erachtete,
restlos klären lässt es sich aber nicht.
g) Zusammenfassend besteht aufgrund des Gesamtentscheides von 2009 Unklarheit,
ob die Reitsportanlage über die bestehenden Strassen genügend erschlossen ist. Diese
Frage ist nachfolgend zu prüfen. Fest steht nur, dass für eine Verbreiterung keine gültige
Baubewilligung vorliegt.
3. Erschliessung der Reitsportanlage
a) Bestehende Erschliessungsanlagen genügen für Bauvorhaben in einem weitgehend
überbauten Gebiet oder ausserhalb der Bauzone, wenn die insgesamt zu erwartende
Mehrbelastung verhältnismässig gering ist und Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung
gewährleistet sind (Art. 5 Abs. 1 Bst. a BauV). Für die Beurteilung sind dabei auch die
örtlichen Verhältnisse (bisherige Nutzung, Fahrbahnbreite, Länge und Übersichtlichkeit der
Zufahrt) sowie die Benützerkategorien (PW, Lastwagen, Schulkinder, usw.) massgebend.14
b) Die Beschwerdeführerin hat auf den Parzellen Nr. K._ und Nr. L._
eine Fundationsschicht für eine Strassenverbreiterung auf insgesamt rund 6 m erstellt,15
die dafür erforderlichen Rechte aber noch nicht erworben. Soweit die Erschliessung über
fremden Grund führt, ist sie rechtlich nicht sichergestellt, was Voraussetzung für eine
Baubewilligung wäre (vgl. Art. 7 BauG i.V.m. Art. 3 und Art. 6 BauV). Bei der Beurteilung
der genügenden Erschliessung ist diese Fundationsschicht daher unbeachtlich; abzustellen
ist einzig auf die Strassenparzellen.
c) Die Verbindungsstrasse (Parzelle Nr. H._) weist eine Breite von 6,5 m auf.
Im Jahr 2009 gab es nur einen Gehweg von ca. 1,5 m Breite, der durch eine Grünhecke
vom Rest der Strassenparzelle abgetrennt war. Die Gemeinde hatte den südlichen Teil der
Strassenparzelle damals an den benachbarten Campingbetrieb verpachtet.16 Inzwischen
14 VGE 2012/208 vom 31. Januar 2013, E. 3.2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 7/8 N 10 15 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 10. März 2016, S. 8 16 Vgl. Fotos auf dem Situationsplan zur Strassenerweiterung 1:200 der M._ AG vom 12.11.2009; Protokoll der Sitzung des Gemeinderats vom 1. September 2009 (Vorakten Nr. 25/09 der Gemeinde)
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wurde die Hecke entfernt und der Pachtvertrag gekündigt. Die Strasse ist somit auf der
ganzen Breite befahrbar und unbestritten genügend breit.17 Die Verbindungsstrasse
mündet rechtwinklig in das E._gässli ein. Die Strassenparzelle E._gässli
ist im Bereich zwischen der Einmündung der Verbindungsstrasse und der Parzelle
Nr. D._ zwischen 3,65 m und 3,75 m breit. Der Belagsteil hat eine Breite von 3 m,
daran schliesst beidseitig ein Bankett von rund 30 cm an. Auf der linken Seite des
E._ (in Richtung Reitsportanlage) stehen die Hecken der Grundstücke
Nr. N._ und O._ an der Parzellengrenze, wobei insbesondere die
Thujahecke der Parzelle Nr. N._ auf die Strassenparzelle ragt.18
d) Im Jahr 2009 wurde eine Reitanlage mit 14 Pferdeboxen bewilligt. Heute sind sieben
Pferde der Beschwerdeführerin und sieben Pensionspferde von Dritten eingestallt. Die
Beschwerdeführerin erklärte am Augenschein, nicht alle Pferdebesitzer und
Pferdebesitzerinnen kämen täglich zur Reitanlage. Es würden auch nicht alle Pferde
ausgeritten. Insgesamt würden täglich drei bis sechs Personen zur Reitanlage fahren,
maximal seien es zehn Fahrten. Etwa drei Mal pro Woche finde ein Pferdetransport statt.
Früher hätten auf der Reitsportanlage auch Dressurprüfungen stattgefunden, zu denen
Pferde hertransportiert worden seien. Heute sei dies nicht mehr der Fall, da der Reitverein
nicht mehr aktiv sei. Einmal im Jahr finde der Bauernanlass statt, zu dem Kühe
hergefahren würden. Im Übrigen gebe es nur kleine Anlässe mit etwa sechs Personen.
Das Futter werde zirka drei Mal pro Jahr mit einem Lastenzug gebracht. Sie selber
transportiere etwa zwei Mal pro Monat mit dem Traktor Futter von der Reitanlage zu ihren
anderen Tieren zu Hause.19
e) Der Vertreter des OIK I hielt am Augenschein fest, auf dem E._gässli
bestehe ein geringes Verkehrsaufkommen. Aufgrund des Fahrverbots dürfe das
E._gässli nur von Fahrrädern, Fussgängern und den Nutzern der Reitanlage legal
befahren werden. Die aktuelle Nutzung in der Zone ZSF erzeuge wenig Verkehr. Bis zur
Reitanlage werde das E._gässli grösstenteils mit Personenwagen, teils auch mit
Pferdeanhängern und grösseren Fahrzeugen befahren. Es handle sich um eine kurze und
übersichtliche Strecke ohne Gefälle. Autos könnten nicht kreuzen, bei der Einmündung der
Verbindungsstrasse und bei der Reitanlage gebe es aber Ausweichstellen. Fussgänger
17 Vgl. Fotos des Augenscheins, Nr. 14 und 16 18 Vgl. Augenscheinsprotokoll, S. 3, Fotos Nrn. 3, 4, 10, 13 19 Vgl. Augenscheinsprotokoll, S. 5-7, Voten der Beschwerdeführerin und ihres Anwalts
RA Nr. 110/2015/149 10
könnten auf einer Seite ausweichen, auf der anderen Seite rage allerdings eine Hecke in
die Strasse. Ausser an den Stellen, wo die Hecke herüberrage, könne das
E._gässli mit Fahrzeugen bis zu einer Breite von 3,60 m befahren werden. An den
Reifenspuren sei zwar ersichtlich, dass nicht nur auf dem Belag gefahren werde. Aber
selbst wenn es entlang der Strassenparzelle einen Zaun hätte, wäre die Strasse für grosse
Fahrzeuge noch breit genug. Heikel sei die Einmündung in die Verbindungsstrasse, weil
die Sichtweite durch die Hecke eingeschränkt werde.20 Diese Stelle sei aber nicht
überdurchschnittlich gefährlich, weil das Verkehrsaufkommen gering sei und langsam
gefahren werde. Die Gemeinde könne verlangen, dass die Hecke zurückgeschnitten oder
zurückversetzt werde. Mit der minimal zulässigen Strassenbreite von 3 m sei die
Reitanlage somit technisch genügend erschlossen. Dies würde auch für den Fall einer
Nutzungsintensivierung gelten. Falls die Reitanlage auf 30 Pferdeboxen ausgebaut und
eine Reitschule mit stündlich neuen Schülern betrieben würde, ergäbe dies etwa 300
Fahrten pro Tag. Auch in diesem Fall erachte er die Erschliessung noch als ausreichend.
Eine Verbreiterung des E._gässli sei nicht nötig.21
f) Die Gemeinde bringt dagegen vor, massgebend sei nicht die aktuelle, sondern die in
dieser Zone maximal mögliche Nutzung. Gemäss Umgebungsplan ersuche die
Beschwerdeführerin um 73 neue Parkplätze. Selbst wenn sie nun darauf verzichten sollte,
zeige dies den Umfang der Nutzung auf, der die Erschliessung der Parzelle gewachsen
sein müsse. Wenn die Reitsportanlage ausgebaut und als Reitschule betrieben würde,
wenn Turniere sowie Wettkämpfe stattfänden und Drittnutzungen wie der Anlass der
Bauern hinzukämen, ergäbe sich ein Verkehrsaufkommen, das über den vom OIK
geschätzten 300 Fahrten liege. Für eine solche Verkehrsbelastung sei die Erschliessung
nicht genügend. Es seien keine besonderen Verhältnisse gegeben, die ein Abweichen von
der Normbreite von 4,2 m für eine Strasse mit Gegenverkehr rechtfertigen würden.
g) Da es sich um eine bestehende Zufahrt handelt, ist die Erschliessung nicht aufgrund
der maximal möglichen Nutzung, sondern anhand des Verkehrs zu beurteilen, den die
heutige Reitanlage und das Bauvorhaben verursachen. Auch in dem von der Gemeinde
mehrfach angeführten Entscheid der BVE22 wurde die Erschliessung nur im Hinblick auf
das konkrete Bauvorhaben beurteilt. Im zitierten Fall ging es um den Neubau von fünf
20 Vgl. Foto Nr. 2 des Augenscheins 21 Augenscheinsprotokoll S. 9-12, Voten des Vertreters des OIK 22 BDE vom 1. März 2016, RA Nr. 110/2015/146
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Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 40 Wohnungen in einem bestehenden Quartier. Die
betroffene Zufahrtsstrasse erschloss bereits 23 Wohneinheiten und zwei
Einfamilienhäuser. Der Mehrverkehr des Bauvorhabens war so erheblich, dass die
Voraussetzungen von Art. 5 BauV für eine bestehende Erschliessung bei weitem nicht
erfüllt waren und die Zufahrt den Anforderungen an eine neue Erschliessung genügen
musste. Die BVE erachtete in diesem Fall eine Strassenbreite von 3,5 m auf einer Strecke
von 40 m sowie eine unübersichtliche Einmündung nicht als genügende Erschliessung für
die Wohnüberbauung. Dieser Fall ist mit der vorliegenden Situation nicht vergleichbar. Die
Reitsportanlage der Beschwerdeführerin verfügt aktuell über 14 Pferdeboxen, die ein
geringes Verkehrsaufkommen verursachen. Es sind nur sechs weitere Pferdeboxen
geplant; mit dem Bauvorhaben handelt es sich somit maximal um 20 Pensionspferde.
Weshalb die Beschwerdeführerin einen Umgebungsplan mit 73 zusätzlichen Parkplätzen
eingereicht hat, ist nicht klar, zumal die Erstellung von zusätzlichen Parkplätzen im
Baugesuch nicht genannt wurde. Die Parkplätze sind nicht Teil des Bauvorhabens, wie die
Beschwerdeführerin inzwischen klargestellt hat. Ob die Reitsportanlage bei einem Ausbau
auf 30 Pferdeboxen, mit gleichzeitiger Nutzungssteigerung als Reitschule und für die
Durchführung von Wettbewerben bzw. Turnieren noch genügend erschlossen wäre, ist
nicht Thema des vorliegenden Verfahrens. Dies entspricht weder der aktuellen Nutzung
noch ist solches vorgesehen. Bereits vor dem Bau der Reitanlage der Beschwerdeführerin
wurde das E._gässli von breiten landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit Anhängern
befahren und von Velofahrern und Fussgängern genutzt. Die aktuelle Nutzung
unterscheidet sich somit nicht wesentlich von der früheren. Hinzu kam einzig ein geringer
Verkehr mit Personenfahrzeugen.
Während der bisherigen fünfjährigen Betriebszeit verursachte die Reitsportanlage
unbestritten keine Verkehrsprobleme. Das tägliche Verkehrsaufkommen durch die
Pferdebesitzer und Pferdebesitzerinnen ist mit sechs bis zehn Fahrzeugen äusserst gering.
Auf der ca. 75 m langen Strecke auf dem E._gässli ergeben sich wenige
Begegnungsfälle, zumal das E._gässli nur für landwirtschaftliche Fahrten sowie
bis zur Reithalle für den motorisierten Verkehr offen ist.23 Eine klarere Signalisation des
Fahrverbots mit Zubringerdienst eingangs der Verbindungsstrasse könnte diesbezüglich für
mehr Klarheit sorgen. Die Gemeinde macht geltend, dass die Strassenbreite nicht genüge,
weil Autos nicht mit Velos mit Kinderanhängern kreuzen könnten und auf Dritteigentum
23 Vgl. Fotos des Augenscheins, Nrn. 9, 14, 15
RA Nr. 110/2015/149 12
ausweichen müssten. Auch bei Strassen mit Gegenverkehr ist eine Strassenbreite von 3 m
grundsätzlich zulässig. Namentlich im Oberland sind solche Strassenverhältnisse nicht
selten anzutreffen. Die Strecke auf dem E._gässli ist übersichtlich und recht kurz,
an beiden Enden dieser Strecke bestehen Ausweichmöglichkeiten. Von den
Verkehrsteilnehmenden darf in solchen Situationen eine angepasste Fahrweise und ein
vorausschauendes Verhalten erwartet werden, insbesondere wenn sie mit
Pferdeanhängern unterwegs sind. Die Einschränkung der Sichtweiten bei der Einmündung
von der Verbindungsstrasse ist ohne weiteres behebbar. Für Pflanzen, welche die
Strassenabstände verletzen oder die zulässigen Höhen überschreiten, gilt keine
Besitzstandsgarantie (Art. 84 Abs. 2 SG). Die Gemeinde könnte daher die Herstellung des
rechtmässigen Zustandes vom betreffenden Grundeigentümer jederzeit einfordern.
Es besteht somit kein Anlass, von den überzeugenden Ausführungen des OIK I
abzuweichen. Die Reitsportanlage, wie sie bis heute betrieben wird, verursacht nur ein
geringes Verkehrsaufkommen, die Verkehrssicherheit ist gewährleistet bzw. kann mit
Rückschnitt oder Entfernung der Hecken hergestellt werden. Die bestehende
Erschliessung erfüllt die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 1 Bst. a BauV und genügt für die
heutige Reitsportanlage auf der Parzelle Nr. D._.
h) Eine bestehende Erschliessung genügt für Umbauten, Erweiterungen und
Zweckänderungen, wenn durch das Bauvorhaben keine wesentliche Mehrbelastung
entsteht (Art. 5 Abs. 1 Bst. b BauV). Die sechs zusätzlichen Pferdeboxen verursachen
keinen wesentlichen Mehrverkehr − weder durch die Fahrten der Pferdebesitzer und
Pferdebesitzerinnen noch durch den Transport von zusätzlichem Futter. Die Pferdebesitzer
kommen nicht alle täglich zur Reitanlage. Auf dem betroffenen Abschnitt des
E._gässli werden die Begegnungsfälle durch das Bauvorhaben daher kaum
zunehmen. Das Bauvorhaben ist somit genügend erschlossen. Der angefochtene
Bauabschlag ist aufzuheben.
4. Baubewilligung
a) Die Gemeinde hat die erforderlichen Fachberichte eingeholt. Der Fachbericht
Brandschutz der Industriellen Betriebe Interlaken vom 25. Februar 2015 und der
Fachbericht Naturgefahren des OIK I vom 5. März 2015 lauten positiv. Die
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Gewässerschutzbewilligung des Amts für Wasser und Abfall (AWA) vom 23. Februar 2015
liegt vor. Die Gemeinde hat zu Handen der Sitzung der Bau- und Planungskommission
vom 3. März 2015 Auflagen formuliert, die vor Baubeginn und während der Bauausführung
gelten. Die Baubewilligung für den Neubau von sechs Pferdeboxen mit Futterraum kann
daher mit den Auflagen der Fachämter sowie den Auflagen der Gemeinde − mit Ausnahme
der Auflage betreffend Fertigstellung der Erschliessung − erteilt werden. Massgebend sind
folgende Projektpläne, alle mit Eingangsstempel der Gemeinde vom 19. Januar 2015:
− Situationsplan 1:1000 vom 16. Januar 2015
− Grundriss Erdgeschoss / Schnitt 1:100 vom 27. November 2014, unterzeichnet am 16.
Januar 2015
− Fassaden 1:100 vom 27. November 2014, unterzeichnet am 16. Januar 2015
Der Projektplan Umgebungsgestaltung 1:1000 vom 16. Januar 2015 ist ungültig (siehe
oben Erwägung 3).
Von der Baubewilligung darf erst Gebrauch gemacht werden, wenn dieser Entscheid in
Rechtskraft erwachsen ist.
b) Die Kosten des vorinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens im Betrag von
Fr. 1'516.40 werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
5. Kosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr.
Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren
erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG24). Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'100.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 1 GebV25). Darin enthalten sind auch die Kosten für die Durchführung des
Augenscheins mit Instruktionsverhandlung vom 10. März 2016 und die Teilnahme des
Vertreters des OIK I am Augenschein.
24 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 25 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
RA Nr. 110/2015/149 14
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Gemeinde (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Da
sie nicht in Vermögensinteressen betroffen ist, werden ihr keine Verfahrenskosten auferlegt
(Art. 108 Abs. 2 VRPG).
b) Die Gemeinde hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108
Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdeführerin gibt zu keinen
Bemerkungen Anlass. Die Gemeinde hat daher der Beschwerdeführerin einen
Parteikostenersatz von Fr. 6'350.40 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu leisten.