# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b463c5ad-0db2-4f52-8dc3-29a99e8a6994
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 08. April 2015 erschien in der Tageszeitung A._ ein Artikel von B._ mit dem Titel "C._". Darin wurde ausgeführt, dass Gewerkschaften gestützt auf die Bundesverfassung (Art. 28) ein Zutrittsrecht auf Baustellen hätten, um Arbeiter über ihre Rechte innerhalb des Gesamtarbeitsvertrages zu informieren. Dies habe die Bauherrin, Y._, nicht interessiert. Zwei Gewerkschafter seien von ihr aufs Übelste beschimpft worden. Die Vertreter seien hartnäckig geblieben und hätten die Baustelle nochmals aufgesucht. Die Bauherrin habe erneut kein Verständnis gezeigt. Der Baustellenbereich sei mit Schloss und Kette unzugänglich gemacht worden. Die Arbeiter hätten das Areal nur über eine schmale Lücke im Zaun verlassen können. [...] (vgl. zum Ganzen Vorinstanz act. III/7). Die X._ veröffentlichte in der Folge diesen Artikel auf ihrer Homepage (vgl. Vorinstanz act. III/8).
B. Y._ (nachfolgend Gesuchstellerin) liess am 24. September 2015 beim Vermittleramt D._ gegen die "E._" (nachfolgend Gesuchsgegnerin) Klage wegen Persönlichkeitsverletzung einreichen. Gleichentags stellte sie beim Bezirksgericht D._ ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen mit folgenden Rechtsbegehren:
"1. Es sei die Gesuchsgegnerin provisorisch und unter Androhung der Bestrafung mit einer Busse wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB mit sofortiger Wirkung zu verpflichten, den Artikel "C._" von ihrer Homepage zu entfernen und sämtliche Artikel auf ihrer Homepage, in welchen der Name der Gesuchstellerin erwähnt wird oder die Gesuchstellerin durch die Verbindung "Eigentümerin F._" identifizierbar wird, zu löschen.
2. Es sei der Gesuchsgegnerin provisorisch unter Androhung der Bestrafung mit einer Busse wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB zu verbieten, ehrverletzende und wahrheitswidrige Behauptungen über ihre Homepage und/oder Medien zu verbreiten.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuchsgegnerin."
Begründend führte sie aus, dass, indem die Gesuchsgegnerin auf der Homepage unter Nennung des vollen Namens ihr vorwerfe, sie "jage Gewerkschafter von der Baustelle", sie "beschimpfe und beleidige" Gewerkschafter aufs Übelste, sie schliesse Bauarbeiter auf der Baustelle ein, die Gesuchsgegnerin sie in ihrem beruflichen und gesellschaftlichen Ansehen verunglimpft habe. Ferner drohe ihr ein nicht wieder gutzumachender Nachteil, wenn die beantragte vorsorgliche Massnahme nicht umgehend angeordnet würde (vgl. Vorinstanz act. I/1).
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C. Das Gesuch wurde der Gesuchsgegnerin am 25. September 2015 zugestellt, verbunden mit der Aufforderung, ihre Stellungnahme bis zum 06. Oktober 2015 einzureichen. Am 15. Oktober 2015 reichte die Gesuchsgegnerin innert erstreckter Frist ihre Stellungnahme mit folgenden Rechtsbegehren ein:
"1. Auf das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen sei nicht einzutreten, ev. sei das Gesuch abzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Darin führte sie aus, dass die "E._" weder eine Zweigniederlassung der E._ noch eine juristische Person sei. Folglich sei die örtliche Zuständigkeit weder aus Art. 12 ZPO noch aus Art. 10 Abs. 1 lit. b ZPO gegeben. Die örtliche Zuständigkeit fehle und somit sei auf das Gesuch nicht einzutreten. Ferner sei der besagte Zeitungsartikel nicht persönlichkeitsverletzend (vgl. Vorinstanz act. I/2).
D. Mit Entscheid vom 07. Dezember 2015 entschied der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur was folgt:
"1. Die X._ wird unter Androhung von Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, verpflichtet, den Artikel “C._” provisorisch und mit sofortiger Wirkung von ihrer Homepage zu entfernen.
2. Im Übrigen werden die Rechtsbegehren unter Ziff. 1 und 2 der Gesuchstellerin abgewiesen.
3.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1’500.0O (Entscheidgebühr) werden zu 4/5 der Gesuchsgegnerin und zu 1/5 der Gesuchstellerin auferlegt. Die Gesuchstellerin hat den Betrag von CHF 300.00 und die Gesuchsgegnerin den Betrag von CHF 1’200.00 dem Bezirksgericht Plessur mit beiliegendem Einzahlungsschein innert 30 Tagen zu bezahlen.
b) Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von CHF 3’000.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

## Considerations