# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f7421c7d-57dd-49ac-a6e8-310bb78a85e9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._, geboren am _ 1977, und X._, geboren am _ 1983, haben am 3. April 2009 vor dem Zivilstandsamt Chur geheiratet. Aus ihrer Ehe ist die gemeinsame Tochter A._, geboren am _ 2009, hervorgegangen. Y._ hat bereits aus erster Ehe drei Söhne, nämlich B._, geboren am _ 1996, C._, geboren am _ 1999, und D._, geboren am _2002. Das eheliche Wohnhaus in O.1_ steht in je hälftigem Miteigentum der Ehegatten. X._ ist seit dem Jahre 2011 Inhaber des Einzelunternehmens E._.
B. Am 19. November 2015 ersuchte Y._ den Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen. Sie beantragte insbesondere, dass die Tochter unter ihre Obhut zu stellen und dem Vater ein minimales Kontaktrecht zu gewähren sei. Des Weiteren sei ein Annäherungs-, Rayon- und Kontaktverbot gegenüber dem Ehemann zu erlassen. Das Wohnhaus der Parteien in O.1_ sei für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau zur Benutzung zuzuweisen und der Ehemann sei anzuweisen, dieses zu verlassen. Ebenso sei das Fahrzeug Skoda Octavia Combi der Ehefrau zur alleinigen Benutzung zuzuteilen. Diese Massnahmen seien superprovisorisch anzuordnen. Sodann stellte die Ehefrau den Antrag, dass der Ehemann zu verpflichten sei, an ihren persönlichen Unterhalt und jenen der Tochter ab 1. November 2015 einen monatlichen Beitrag von CHF 2'600.-- zu bezahlen. Zudem sei die Gütertrennung anzuordnen. Der Ehemann sei ferner zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses von CHF 2'000.--, mithaftend für die Ehefrau, sowie zur Leistung eines Anwaltskostenvorschusses für die Ehefrau von CHF 3'000.-- zu verpflichten.
C. Mit prozessleitender Verfügung vom 23. November 2015, gleichentags mitgeteilt, entsprach der Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart dem Antrag um Erlass superprovisorischer Massnahmen dahingehend, dass die Tochter vorläufig unter die Obhut von Y._ gestellt wurde und das Wohnhaus sowie das Fahrzeug vorläufig der Ehefrau zur Benutzung zugewiesen wurden. Im Weiteren wurde ein einstweiliges Annäherungs- und Rayonverbot erlassen.
D. X._ nahm mit Eingabe vom 14. Dezember 2015 zum Eheschutzgesuch Stellung. Er beantragte, dass die Obhutszuteilung, die Regelung des Besuchs- und Ferienrechts sowie die Zuweisung des ehelichen
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Wohnhauses nach richterlichem Ermessen erfolgen solle. Im Übrigen sei das Gesuch abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne.
E. Am 17. Dezember 2015 fand eine mündliche Eheschutzverhandlung vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart statt, anlässlich welcher die Parteien folgende gerichtliche Teil-Trennungsvereinbarung unterzeichneten:
„1. Aufhebung des gemeinsamen Haushalts
Die Parteien vereinbaren, ab 19. November 2015 auf unbestimmte Zeit getrennt zu leben.
2. Elterliche Sorge und Obhut
Die elterliche Obhut für das Kind A._, geboren am _ 2009, sei für die Dauer der Trennung Y._ zuzuteilen. Das Kind A._ wird demzufolge bei Y._ wohnen.
Die elterliche Sorge bleibt für die Dauer des Getrenntlebens bei beiden Elternteilen. Entsprechend sind sie verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung des Kindes miteinander abzusprechen.
3. Besuchsrecht
X._ ist berechtigt, das Kind A._ jedes erste und dritte Wochenende eines Monats von Samstagmorgen, 09.00 Uhr, bis Sonntagabend 19.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. X._ ist ausserdem berechtigt, das Kind A._ für die Dauer von drei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. X._ verpflichtet sich, die Ausübung des Ferienbesuchsrechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden beziehungsweise mit Y._ beziehungsweise dem Beistand abzusprechen. Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
[Regelung für Weihnachten 2015]
Für die Tochter A._, geboren am 29. Juni 2009, sei eine Beistandschaft in Erziehungs- und Besuchsrechtsangelegenheiten im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten und die zuständige KESB Nordbünden sei anzuweisen, die Beiständin oder den Beistand zu ernennen und mit folgenden Aufgaben zu betrauen:
1. Die Entwicklung der Tochter zu überwachen und dafür besorgt zu sein, dass eine angemessene, dem Kindeswohl konforme Pflege und Erziehung der Tochter durch die Mutter gewährleistet ist.
2. Koordination und Unterstützung der Eltern bei der Regelung und Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts.
4. Wohnung
X._ überlässt Y._ und ihren Kindern die eheliche Wohnung am _weg in O.1_ zur vorläufigen Benützung während der Trennungszeit. X._ hat die Wohnung bereits verlassen.
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5. Mobiliar und Hausrat sowie Auto und Mobiltelefon
Mobiliar und Hausrat bleiben in der ehelichen Wohnung. X._ ist jedoch berechtigt, seine persönlichen Gegenstände abzuholen. [...].
Y._ verpflichtet sich, das Fahrzeug der Marke Skoda Octavia Kombi TSI RS, GR _, Stammnummer _, inklusive sämtliche Autoschlüssel und Fahrzeugunterlagen X._ zurück zu geben. Im Gegenzug händigt ihr X._ ein gleichwertiges, betriebssicheres und eingelöstes Fahrzeug (Kombi) aus. Er ist verpflichtet, ihr immer ein entsprechendes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen.
[...].
6. Unterhalt
X._ verpflichtet sich, sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem ehelichen Wohnhaus (insbesondere Hypothekarzinsen, Neben- und Unterhaltskosten) zu übernehmen und Y._ die Kinderzulagen in der Höhe von CHF 220.00 ab Dezember 2015 jeweils monatlich im Voraus zu überweisen. Über eine weitergehende Unterhaltsverpflichtung von X._ konnten sich die Parteien nicht einigen. Der Bezirksgerichtspräsident wird ersucht, diesbezüglich einen Entscheid auszufällen. Die Parteien sind sich dahingehend einig, dass bei den Kosten für das Wohnhaus von einem Betrag von CHF 1'400.00 auszugehen ist und beim Ehemann von Mietkosten in der Höhe von CHF 1'100.00.
X._ informiert Y._ vierteljährlich über die erfolgten Zinszahlungen bezüglich des Darlehensvertrages mit F._.
X._ verpflichtet sich, die Rechnung der Firma G._ in Höhe von CHF 624.30 zu übernehmen und rechtzeitig zu bezahlen.
7. Gütertrennung
Die Parteien beantragen dem Gericht übereinstimmend die Anordnung der Gütertrennung per 19. November 2015.
8. Rayon- und Kontaktverbot
Der diesbezügliche Antrag von Y._ wird zurückgezogen.
9. Erklärung
Die Parteien erklären, hiermit – mit Ausnahme eines allfälligen zusätzlichen Unterhaltsanspruchs – vorläufig sämtliche Punkte geregelt zu haben.
10. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung.“
F.1. Der Rechtsvertreter der Ehefrau reichte dem Bezirksgerichtspräsidenten mit Eingabe vom 31. Dezember 2015 diverse Unterlagen zur Erwerbssituation von
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X._ ein, insbesondere in Bezug auf ein neu bestehendes Untermietverhältnis seiner Garagenräumlichkeiten.
2. Mit Stellungnahme vom 19. Januar 2016 bestätigte der Rechtsvertreter des Ehemannes das Bestehen eines Untermietverhältnisses, welches sich aber kaum wesentlich auf die Jahresrechnung 2015 auswirken werde. Zudem führte er aus, dass X._ – wie bereits in der Stellungnahme vom 14. Dezember 2015 dargelegt – grundsätzlich überhaupt nicht in der Lage sei, Unterhaltszahlungen zu leisten und es fraglich sei, wie lange er noch für sämtliche Kosten in Zusammenhang mit dem ehelichen Wohnhaus aufkommen könne.
3. Die Jahresrechnung 2015 des vom Ehemann betriebenen Einzelunternehmens wurde dem Bezirkspräsidenten mit Schreiben vom 10. Mai 2016 eingereicht. Darin wird ein Gewinn von CHF 31'695.90 ausgewiesen. Rechtsanwalt Fryberg erklärte nochmals, dass X._ mit diesem Einkommen nicht für sämtliche Wohnkosten aufkommen könne und es ihm nicht möglich sei, überhaupt Unterhaltszahlungen an seine Ehefrau und Tochter zu erbringen. Der Bezirksgerichtspräsident werde gebeten, einen Entscheid zu fällen, wobei angesichts dieser Einkommensverhältnisse kein Unterhalt zugesprochen werden dürfte.
4. Mit Schreiben vom 23. Mai 2016 hielt Rechtsanwalt Portmann unter anderem fest, dass der Ehemann für sich selbst offenbar neue Anschaffungen und Ausgaben tätige, die Stromrechnungen für das eheliche Wohnhaus allerdings nicht bezahle und der Ehefrau drohe, die Versteigerung des Hauses zu provozieren. Ausserdem habe der Ehemann bis dato noch keine eigene Wohnung bezogen.
5. Der Rechtsvertreter des Ehemannes bestritt diese Vorbringen mit Schreiben vom 8. Juni 2016 und bezeichnete sie als unqualifiziert und tatsachenwidrig. Einmal mehr wurde betont, dass X._ die ihm mit Trennungsvereinbarung vom 17. Dezember 2015 auferlegten Kosten nicht tragen könne.
6. In seiner Eingabe vom 20. Juni 2016 legte Rechtsanwalt Portmann dar, dass der Ehemann seinen Pflichten gemäss Trennungsvereinbarung nicht nachkomme. Trotz mehrfacher Mahnung seien die Stromrechnungen nicht beglichen worden. Der Ehemann habe ausserdem angekündigt, auch die Hypothekarzinsen nicht zu bezahlen.
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7. Rechtsanwalt Fryberg wies mit Schreiben vom 28. Juli 2016 darauf hin, dass der volljährige Sohn B._ zusammen mit seiner Freundin offenbar wieder bei Y._ wohne. Daher habe sich dieser an den Wohnkosten zumindest zur Hälfte zu beteiligen und die nicht bezahlten Nebenkosten zu übernehmen. Bei der Ehefrau sei zudem ein reduzierter Grundbetrag von CHF 850.-- einzusetzen.
8. Im Schreiben vom 16. August 2016 führte der Rechtsvertreter der Ehefrau erneut aus, dass sich der Ehemann seit Dezember 2015 nicht an die wenigen, mit der Trennungsvereinbarung geregelten Punkte halte.
G. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart erkannte mit Entscheid vom 19. August 2016, mitgeteilt am 23. August 2016, was folgt:
„1. Die Trennungsvereinbarung vom 17. Dezember 2015 wird genehmigt.
2. Y._ geb. H._ und X._ sind berechtigt, seit 19. November 2015 getrennt zu leben.
3. Es wird die Gütertrennung per 19. November 2015 angeordnet.
4. Die Tochter A._, geboren am 29. Juni 2009, wird für die Dauer der Trennung unter die Obhut von Y._ gestellt. Die elterliche Sorge bleibt für die Dauer des Getrenntlebens bei beiden Elternteilen. Entsprechend sind sie verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung des Kindes miteinander abzusprechen.
5. X._ ist berechtigt, das Kind A._ jedes erste und dritte Wochenende eines Monats von Samstagmorgen, 09.00 Uhr, bis Sonntagabend 19.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
X._ ist ausserdem berechtigt, das Kind A._ für die Dauer von drei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
X._ verpflichtet sich, die Ausübung des Ferienbesuchsrechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden beziehungsweise mit Y._ beziehungsweise dem Beistand abzusprechen.
Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
6. Für die Tochter A._, geboren am _i 2009, ist eine Beistandschaft in Erziehungs- und Besuchsrechtsangelegenheiten im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten und die zuständige KESB Nordbünden wird angewiesen, die Beiständin oder den Beistand zu ernennen und mit folgenden Aufgaben zu betrauen:
1. Die Entwicklung der Tochter zu überwachen und dafür besorgt zu sein, dass eine angemessene, dem Kindeswohl konforme Pflege und Erziehung der Tochter durch die Mutter gewährleistet ist.
Seite 7 — 28
2. Koordination und Unterstützung der Eltern bei der Regelung und Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts.
7. X._ wird verpflichtet, sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem ehelichen Wohnhaus (insbesondere Hypothekarzinsen, Neben- und Unterhaltskosten) zu übernehmen und Y._ die Kinderzulagen in der Höhe von CHF 220.00 ab Dezember 2015 jeweils monatlich im Voraus zu überweisen.
8.a) Die Kosten des vorliegenden Verfahrens in der Höhe von CHF 2'500.00 gehen je zur Hälfte zulasten der Parteien. Da beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, werden sie unter Vorbehalt der Nachzahlung gemäss Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Parteien haben gegenseitig auf eine Parteientschädigung verzichtet.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand von Y._, Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann, wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zulasten des Kantons Graubünden mit CHF 8'530.80 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt.
Der unentgeltliche Rechtsbeistand von X._, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zulasten des Kantons Graubünden mit CHF 6'245.65 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt.
Die Entschädigungen werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations