# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bbbb5493-059f-4959-986f-d02799ebd8e7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, meldete sich am 14. November 2008 unter Hinweis auf eine unfallbedingte Unterschenkelamputation bei der Invaliden
ver
s
icherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 3
/4 = Urk. 3/135). Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung
en
vom 18. Juli 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente vom 1. September 2009 bis 31. Januar 2010, bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente vom 1. Februar 2010 bis 30. Juni 2011 und bei einem Inva
liditätsgrad von 63 % eine
Dreiviertelsrente
ab 1. Juli 20
11 zu (Urk. 3
/206
= Urk. 3/292/32-42
).
Am 23. Dezember 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenan
spruch sei unverändert (Urk. 3
/247).
1.2
Mit Eingabe vom 17. Dezember 2014 (Urk. 3/255 = Urk. 3/292/79-82) ersuchte die Versicherte um Revision ihrer Rente aufgrund einer neuen Anstellung. Mit Vorbescheid vom 17. Juni 2015 (Urk. 3/264 = Urk. 3/292/91-94) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Erhöhungsgesuchs in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 11. August 2015 Einwand (Urk. 3/276 = Urk. 3/292/95-102). Am 5. Januar 2016 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbe
scheid und stellte der Versicherten die Herabsetzung der bisherigen
Dreiviertels
rente
auf eine halbe Rente in Aussicht (Urk. 3/282 = Urk. 3/292/103-106). Mit Verfügungen vom 19. Februar 2016 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 60 % ab 1. Januar 2015 weiterhin eine
Dreiviertels
rente
zu (Urk. 3/286 = Urk. 3/292/25-26) und setzte diese ab 1. April 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 55 % auf eine halbe Rente herab (Urk. 3/292/19-24).
Die gegen diese Verfügungen am 5. April 2016 erhobene Beschwerde (Urk. 3/292
/3-16) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 12. Juli 2017 (Urk. 3/302 = Urk. 2; Prozess Nr. IV.2016.00399) in dem Sinne teilweise gut, als dass die Beschwerdeführerin vom 1. Januar 2015 bis 30. September 2015 An
spruch auf eine ganze Rente und ab 1. Oktober 2015 Anspruch auf eine
Dreivier
telsrente
habe. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
2.
Mit Eingabe vom 10. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle beim hiesigen Gericht ein Revisionsgesuch und beantragte, das Urteil vom 12. Juli 2017 sei in Revi
sion zu ziehen und es sei festzustellen, dass X._ ab Januar 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 58 % lediglich noch Anspruch auf eine halbe Rente habe (Urk. 1 S. 2
Rz
5). X._ beantrage mit
Gesuchsantwort
vom 30. November 2017, auf das Revisionsgesuch sei nicht einzutreten. Even
tuell sei das Revisionsgesuch abzuweisen und die Angelegenheit an die Gesuch
stellerin zurückzuweisen und es sei die Gesuchstellerin anzuweisen, eine Verfügung zu erlassen, mit welcher ihr bis 30. Oktober 2016 eine
Dreiviertelsrente
und ab 1. November 2016 eine halbe Rente zugesprochen werde. Subeventuell sei das Revisionsgesuch abzuweisen und die Angelegenheit an die Gesuch
stellerin zurückzuweisen und es sei die Gesuchstellerin anzuweisen, eine Ver
fügung
über ihre Rentenberechtigung ab 1. Januar 2016 zu erlassen (Urk. 6 S. 2 Ziff. 1-3
). Dies wurde der Gesuchstellerin am 4. Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 61
lit
. i des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) muss die Revision von Entscheiden wegen Ent
deck
ung neuer Tatsachen oder Beweismittel oder wegen Einwirkung durch Verbre
chen oder Vergehen gewährleistet sein. Art. 61
lit
. i ATSG legt die für das kantonale Gerichtsverfahren massgebenden Revisionsgründe fest, überlässt aber die Ausgestaltung des Revisionsverfahrens im Übrigen dem kantonalen Recht (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Art. 61 N 229).
1.2
Nach § 29 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) kann gegen rechtskräftige Entscheide des hiesigen Gerichts von den am Verfahren Beteiligten Revision verlangt werden, wenn sie neue erhebliche Tatsachen erfahren oder Beweismittel auffinden, die sie im früheren Verfahren nicht bei
brin
gen konnten (
lit
. a), wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen (
lit
. b) oder wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte oder das Ministerkomitee des Europarates eine Individualbeschwerde wegen Verletzung der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und deren Protokolle gutheisst und eine Wiedergut
machung nur durch eine Revision möglich ist (
lit
. c).
1.3
Beweismittel im Sinne von § 29
lit
. a
GSVGer
haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von
Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum
Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Entschei
dend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem ande
ren Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hiervon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Tatbestands
würdigung, sondern der Tatbestandsermittlung dient; es bedarf dazu neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlage als objektiv man
gelhaft
erscheinen lassen (BGE
138 V 324 E. 3.2;
127 V 353 E. 5b;
110 V 138 E. 2;
SVR 2014 UV Nr. 22).
Rechtsprechungsgemäss muss die nicht berücksichtigte Tatsache schliesslich
„
erheblich", d
as heisst
entscheidwesentlich
sein, in dem Sinne, dass ihre Berück
sichtigung zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (
Urteil des Bundesgerichts
2F_13/2015
vom 30. Juli 2015
E. 2.1).
1.4
Gemäss § 30
GSVGer
ist das Revisionsgesuch innert 90 Tagen, von der Ent
deckung des Rev
isionsgrundes an
gerechnet, beim Gericht schriftlich einzu
rei
chen (Abs. 1). Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids
ist ein Revisionsgesuch nur noch aus den in § 29
lit
. b und c
GSVGer
genannten
Gründen zulässig (Abs. 2).
1.5
Wie die Beschwerde setzt auch die Revision ein genügendes Rechtsschutz
inte
resse voraus (vgl.
etwa Urteil des Bundesgerichts 2F_9/2008 vom 20. Februar 2008 E. 1.2 und
nachfolgend E. 1.6-1.8).
1.6
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den
Einspracheentscheid
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren beziehungsweise dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59 ATSG). Entspre
chend dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens dürfen an die
Beschwer
debe
-
fugnis
auf kantonaler Ebene nicht strengere Anforderungen gestellt werden, als sie Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) für die Legitimation im Verfahren vor dem Bundesgericht vorsieht. Wer im letztin
stanz
lichen Verfahren beschwerdebefugt ist, muss mithin im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren ebenfalls zum Weiterzug berechtigt sein. Daher sind die mit dieser Bestimmung gesetzten bundesrechtlichen Massstäbe sowie die hierzu
ergangene Praxis auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren richtungwei
sen
d (BGE 131 V 298 E. 2; 130 V 560 E. 3.2). Namentlich ist der
Begriff des schutz
würdigen Interesses gemäss Art. 59 ATSG gleich auszulegen wie derjenige nach
Art. 89 Abs. 1
lit
. c BGG für das bundesrechtliche Beschwerdeverfahren (BGE
133 V 188 E. 4.1 mit Hinweis).
1.7
Die Rechtsprechung betrachtet als schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 89 Abs. 1
lit
. c BGG jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches eine von einem Entscheid betroffene Person an dessen Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde dem
Entscheidadressaten
ver
schaf
fen würde, oder – anders ausgedrückt – im Umstand, einen Nachteil wirt
schaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur zu vermeiden, welch
en der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde. Das rechtliche oder auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die von der beschwerde-führenden Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird, nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Person durch den angefochtenen Entscheid stärker als jedermann betroffen sei und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehe (BGE 133 V 188 E. 4.3.1, 239 E. 6.2; 131 II 361 E. 1.2; 131 V 298 E. 3; 130 V 560 E. 3.3).
1.8
Das Rechtsschutzinteresse wird praxisgemäss verneint, wenn sich die Be
-
schwerde
nur gegen die Begründung des angefochtenen Entscheides richtet, ohne dass eine Änderung des Dispositivs verlangt wird. Bei einer Verfügung über Versicherungsleistungen bildet grundsätzlich einzig die Leistung Gegen
stand des Dispositivs. Da in jedem Fall nur das Dispositiv anfechtbar ist, muss bei Anfechtung der Motive einer Leistungsverfügung im Einzelfall geprüft
werden, ob damit nicht sinngemäss die Abänderung des Dispositivs beantragt wird
(SVR 2007 IV Nr. 3 S.
8, I 808/05 E. 1.3 mit Hinweis;
Urteil des Bun
des
gerichts 9C_8/2009 vom 30. März 2009 E. 2; Kieser,
a.a.O.,
Art. 59
Rz
15). Bejahendenfalls handelt es sich um einen Streit gegen eine Leistungsverfügung.
Verneinendenfalls
ist zu prüfen, ob die
beschwerdeführende
Person hinsichtlich
des allein angefochtenen Begründungselementes ein schutzwürdiges Interesse
an einer sofortigen gerichtlichen Feststellung hat (vgl. Meyer, Verfahrensfragen /
Über die Zulässigkeit von Feststellungsverfügungen in der Sozialversiche
rungs
praxis, in: Ulrich Meyer - Ausgewählte Schriften, Schulthess 2013, S. 341-361, S. 347 f. mit Hinweisen). Müssen beide Fragen verneint werden, so ist auf die Beschwerde mangels eines schutzwürdigen Interesses nicht einzutreten (Volz, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage 2009, § 13
Rz
23 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Gesuchstellerin führte im Revisionsgesuch (Urk. 1) aus, dass im Verfahren IV.2016.00399 einzig die Höhe des
Valideneinkommens
der
Gesuchsgegnerin
im Gesundheitsfall strittig gewesen sei. Unbestritten geblieben sei hingegen, dass die
Gesuchsgegnerin
in angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Das Gericht habe ein
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 236'000.-- festgelegt. Für den Anspruch ab Januar 2016 sei diesem ein Invalideneinkommen von Fr. 73'226.-- gegenübergestellt worden, was zu einer Einkommenseinbusse von Fr. 162'774.-- und damit zu einem Invaliditätsgrad von 69 % geführt habe (S. 1
Rz
1).
Mit Schreiben vom 12. September 2017 habe die
Gesuchsgegnerin
höheres Ein
kommen aus Dienstzulagen und Arzthonoraren für d
ie
Jahr
e
2016 und 2017 gemeldet. Damit handle es sich um Beweismittel, die im damaligen Gerichts
ver
fahren nicht hätten beigebracht werden können und zu einem anderen Ent
scheid geführt hätten. Ab Januar 2016 ergebe der Vergleich des
Validen
ein
kommens
von Fr. 236'000.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 98'280.-- eine
Einkommenseinbusse von Fr. 137'720.-- und damit einen Invaliditätsgrad von 58 %, weshalb die
Gesuchsgegnerin
ab Januar 2016 lediglich noch Anspruch auf eine halbe Rente habe (S. 2
Rz
2,
Rz
5).
2.2
Die
Gesuchsgegnerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 6), die Gesuchstellerin stosse sich daran, dass in den Erwägungen des Urteils
fest
ge
-
halten
worden sei, dass ihr Invalideneinkommen ab Januar 2016 Fr. 73'226.-- betrage und daraus ein Invaliditätsgrad von 69 % resultiere.
Eine Änderung des
Dispositivs des Urteils verlange sie demgegenüber nicht. Ein genügendes Rech
ts
schutzinteresse an einer Revision liege damit von vornherein nicht vor, weshalb auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten sei (S. 4 Ziff. A.9-10).
3.
Im Verfahren IV.2016.00399 vor dem hiesigen Gericht war einzig strittig, wie hoch das
Valideneinkommen
der
Gesuchsgegnerin
im Gesundheitsfall wäre. Unbestritten war hingegen, dass die
Gesuchsgegnerin
seit der
Rentenzusprache
im Juli 2011 in angestammter und angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig war (vgl. Urk. 2 E. 4.1). Das hiesige Gericht kam im Urteil vom 12. Juli 2017 (Urk. 2) zum Schluss, dass es überwiegend wahrscheinlich sei, dass sich die
Gesuchsgegnerin
bei guter Gesundheit spätestens Anfang 2015 selbständig ge
macht und eine eigene Praxis eröffnet oder eine Praxis übernommen hätte, wobei sie ein Einkommen von Fr. 236'000.-- erzielen würde (E. 4.7-4.8). Von Januar bis Juni 2015 habe die
Gesuchsgegnerin
am
Kantonsspital
Y._
a
ls Oberärztin i.V.
in einem 50%-Pensum
ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 64‘025.
-- erzielt. Nach der Beförderung
am Kantonsspital
Y._zur
Ober
ärztin
habe sie dann von Juli bis Dezember 2015
ein jährliches Brutto
ein
k
ommen von Fr. 72‘150.--
erzielt
.
Seit dem
1. Januar 2016
habe
sie schliesslich
am Spital
Z._
als Oberärztin in der Frauenklinik
in einem 50%-Pensum ein jährliches Bruttoeinkommen von
Fr. 73‘226.
-- erzielt.
Für die Zeitdauer von Januar bis Juni 2015 ergab der Vergleich des
Validen
einkommens
von Fr. 236‘000.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 64‘025.-- eine Einkommenseinbusse von Fr. 171‘975.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 73 %. Für die Zeitdauer von Juli bis Dezember 2015 ergab der Ver
gleich des
Valideneinkommens
von Fr. 236‘000.-- mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 72‘150.-- eine Einkommenseinbusse von Fr. 163‘850.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 69 %. Schliesslich ergab der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 236‘000.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 73‘226.-- für die Zeitdauer ab Januar 2016 eine Einkommenseinbusse von
Fr. 162‘774.-- und damit einen Invaliditätsgrad von ebenfalls rund 69 %. Somit hatte die
Gesuchsgegnerin
– unter Berücksichtigung von Art. 88a und Art. 88
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) – vom 1. Januar bis 30. September 2015 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. Oktober 2015 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
, was zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führte (E. 4.11).
4.
4.1
Die Gesuchstellerin
verlangte
, dass die ab 1. Oktober 2015 zugesprochene
Drei
viertelsrente
per 1. Januar 2016 auf eine halbe Rente herabgesetzt werde (vor
-
stehend E. 2.1).
Das hiesige Gericht
prüf
te im Urteil vom 12. Juli 2017 (Urk. 2)
die
Recht
mässig
keit der angefochtenen Verfügungen vom 19. Februar 2016 (vgl. Urk. 3/286 =
Urk. 3/292/25-26; Urk. 3/292/19-24) rechtsprechungsgemäss nach dem Sach
ve
r
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E.
1b), und beurteilte den strittigen Renten
anspruch der
Gesuchsgegnerin
bis zum Verfügungszeitpunkt.
Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben,
bilden
im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis).
Indem die Gesuchstellerin nun eine Herabsetzung der ab 1. Oktober 2015 zuge
sprochenen
Dreiviertelsrente
per 1. Januar 2016 auf eine halbe Rente verlangte, beantragte sie – zumindest sinngemäss (vgl. vorstehend E. 1.8) – eine Änderung des Dispositivs, weshalb das Rechtsschutzinteresse der Gesuchstellerin zu bejahen und grundsätzlich auf das Revisionsgesuch einzutreten ist.
4.2
Die Gesuchstellerin stützte ihr Revisionsgesuch sodann auf das Schreiben der
Gesuch
sgegnerin
vom 12. September 2017
(Urk. 3/304 = Urk. 7/3), in welchem
sie Letztere
über ein höheres Einkommen für die Jahre 2016 und 2017 aufgrund von Dienstzulagen und Arzthonoraren informierte. Das Revisionsgesuch vom 10. Oktober 2017 (Urk. 1) wurde somit rechtzeitig eingereicht (vgl. vorstehend E. 1.4).
5.
5.1
Streitgegenstand im Verfahren IV.2016.00399 vor dem hiesigen Gericht war der Rentenanspruch der
Gesuchsgegnerin
vom 1. Januar 2015 bis zum Verfügungs
-
zeitpunkt
, mithin bis zum 19. Februar 2016 (vorstehend E. 4.1).
5.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
-
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
-
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 1
30 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchs
beeinflussende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu be
rücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ange
dauert hat und voraussichtlich weiterhin an
dauern wird. Die hierzu notwendige
Prognose unterliegt dabei dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweis-grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
5.4
Selbst wenn dem hiesigen Gericht im früheren Verfahren bekannt gewesen wäre
, dass die
Gesuchsgegnerin
per Januar 2016 ein höheres Einkommen erzielt
e
hätte, hätte dies zu keinem anderen Urteil geführt, da eine wesentliche Ände
rung der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erst nach einer Dauer von drei Monaten zu berücksichtigen wäre (vgl. vorstehend E. 5.2-5.3), mithin frühestens per April 2016 und somit erst
nach Verfügungserlass. Das Ergebnis und namentlich das Dispositiv des Ge
richt
s
urteils wären jedenfalls nicht anders ausgefallen, so dass die neue Tat
sache nicht als erheblich im Sinne von § 29
lit
. a
GSVGer
zu betrachten ist.
Dementsprechend ist das Revisionsgesuch mangels Revisionsgrund abzuweisen.
5.5
Der Gesuchstellerin steht es jedoch offen, die Rente der
Gesuchsgegnerin
im Rahmen eines ordentlichen
Revisionsverfahrens zu überprüfen und gegebenen
falls anzupassen. Erst in diesem Zusammenhang wird die Frage zu beurteilen sein,
welche Bedeutung der gerichtlichen Erwägung in Bezug auf die Ein
kommens
verhältnisse für die Zeitdauer ab Januar 2016 (Urk. 3/302 E. 4.11 in
fine
) beizumessen ist.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.
--
an
zu
setzen
und der unterliegenden Gesuchstellerin
auf
zu
erlegen.