# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 726539a1-9ed6-4850-bf2e-1b252712619a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1951, Chauffe
u
r, meldete sich
am 1
9.
Mai
2020 (Eingangsdatum)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichs
kasse, zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die Verord
nung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Corona
virus
(Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall) an (Urk. 7/37
-38
). Mit Ver
fügung vom 2
6.
Mai 2020
verneinte die Ausgleichskasse einen Anspruch auf eine Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung (Urk. 7/52
). Die
dagegen vom Versicherten am 2
2.
Juni 2020 erhobene Einsprache (
Urk.
7/59
) wies die Ausgl
eichskasse mit Entscheid vom 2
3.
Juli 2020
(
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
mit Eingabe vom
2
3.
August 2020
Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die
Zusprache
einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung (
Urk.
1
). Mit Besch
werde
antwort vom 3
0.
September 2020
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Ab
wei
sung der Beschwerde (
Urk.
6
), was dem Beschwerdeführer am
1.
Oktober 2020
ang
ezeigt wurde (
Urk.
8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
185
Abs.
3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat
Verordnun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen
(und zwar auf maximal sechs Monate; vgl.
Art.
7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG)
.
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise auch auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützen - am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall wurde rück
wirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeitraum bis zum 1
6.
September 2020 befristet (Art. 11
Abs.
2). Während dieses Geltungszeitraums erfuhr sie am 2
3.
April und
6.
Juli 2020 je eine Änderung, bevor der Geltungs
zeitraum mit Änderung vom 1
7.
September 2020 bis zum 31. Dezember
2021 verlängert wurde (
Art.
11
Abs.
4). Mit dem Covid-19-Gesetz vom 2
5.
September 2020 wurde rückwirkend per 1
7.
September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaffen (Art. 15 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 des Covid-19-Gesetzes).
1.2
Gemäss
Art.
2
Abs.
1
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand:
6.
Juli 2020) sind Personen anspruchsberechtigt, sofern sie
die folgenden Voraussetzun
gen erfüllen:
a.
Sie müssen
aufgrund von behördlichen Massnahmen gemäss den Artikeln 35
und 40
EpG
im Zusammenhang mit der
Coronaepidemie
(Covid-
19)
die
Erwerbstätigkeit
unterbrechen
:
1.
infolge Ausfalls der Fremdbetreuung ihrer Kinder; oder
2.
infolge Quarantäne.
b.
I
m Zeitpunkt der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit sind sie:
1.
Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer im Sinne von Artikel
10
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
;
oder
2.
Selbständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG
.
c.
Sie sind im Sinne des Bunde
sgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) obligatorisch versichert.
1.
3
Nach
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall
(Stand
:
6. Juli 2020)
sind
Selbständige
rwerbende
im Sinne von
Art.
12
ATSG
anspruchsberech
tigt, wenn sie aufgrund der
bundesrätlichen
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
, obwohl sie nicht zur
Schliessung
des Betriebs verpflichtet oder direkt vom Veranstaltungsverbot betroffen waren,
einen Erwerbsausfall erleiden und ihr für die Bemessung der Beiträge der AHV
massgebendes
Einkommen für da
s Jahr 2019 zwischen Fr.
10‘000.
-- und Fr. 90‘000.-- liegt (
sogenannte Härte
fallregelung)
.
1.4
Gemäss
Rz
. 1024
des Kreisschreibens über die Entschädigung bei
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (Stand:
3.
Juli 2020
,
KS CE)
ge
lten Personen als
Selbständig
er
werbende
, die Einkommen erzielen, welches nicht Entgelt für eine als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer geleistete
Arbeit darstellt.
Bei
Selbständiger
werbenden
ist entscheidend, ob sie von der Aus
gleichskasse als solche anerkannt sind. Die Tatsache, dass die versic
herte Per
son bei der Ausgleichs
kasse als
selbst
ändige
rwerbend
angeschlo
ssen ist, ist dafür ausreichend (
Rz
. 1025).
1.5
Gemäss
Rz
. 1035
KS CE
(Stand:
3.
Juli 2020) richtet sich d
ie Entschädigung für Arbeitnehmer in Quarantäne
an
Personen, die nicht selber am Virus erkrankt sind, aber aufgrund von Kontakt mit einer positiv geteste
ten Person respektive einem Ver
dachtsfall in Quarantäne
sind oder aber aus einem Risiko
gebiet zurück in die Schweiz eingereist sind und von den Behörden unter Quarantäne gestellt wurden. Wer ab dem
6.
Juli 2020 in ein Risik
ogebiet gemäss der Covid-19-Ver
ordnung Massnahmen im
Bereich des internationalen Per
sonenverkehrs reist und sich nach der Rückkehr in die Schweiz in Quarant
äne begeben muss, hat keinen An
spruch auf Coro
na-Erwerbsersatz
.
Die Quarantäne muss ärztlich oder behörd
lich angeordnet sein. Eine Selbst-Isolatio
n genügt für den Anspruch nicht (
Rz
.
1036).
2.
2.1
Die Besch
werdegegnerin verneinte einen Anspruch auf Corona-Erwerbsaus
fallentschädigung mit der Begründung,
dass
der Beschwerdeführer seit dem 3
1.
Dezember
2015
bei ihr
nicht
mehr
als
selbständigerwerbe
nde
Person ange
schlossen
sei.
Im Weiteren
hätten
auch Angestellte einen Anspruch auf Corona-Erwerbs
er
satz
entschädigung, wenn ein Erwerbsausfall infolge Kinderbetreuung oder be
hördlich angeordneter
Quarantäne gegeben sei. Diese Voraussetzungen seien vorliegend jedoch ni
cht erfüllt (
Urk.
2 und
Urk.
7/52
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er wie ein
S
elbstä
n
digerwerbender
für die
Y._
AG
tätig sei
. A
m 1
7.
März 2020
habe der Bundesrat
die ausserordentliche Lage erklärt
und die Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
verschärft.
I
nsbesondere
sei
die ältere
Bevölkerung dazu aufgerufen worden
, zu Hause zu bleiben.
Dies sei zum damaligen Zeitpunkt einer Quarantäne gleichgekommen.
Aufgrund seines Alters gelte er als vulnerable Person. Zudem leide er unter a
llergischen Reaktionen und sei h
erzinfarkt
gefährdet.
Selbst wenn die Tätigkeit für die
Y._
AG als unselbständige Erwerbstätigkeit qualifiziert würde, hätte er daher Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung.
Infolge
der neuen Situation mit dem
Coronavirus
erhalte er
von der Beschwerde
gegnerin seit dem
1.
April 2
020 Ergänzungsleistungen
. Würde ihm für den Monat März 2020 eine Erwerbsausfalle
ntschädigung zugesprochen, hätte
er
– abgesehen von den Steuerschulden – keine Schulden mehr
(
Urk.
1).
3.
3.1
Wie aus der E-Mail-Korrespondenz zwischen den Parteien vom
6.
und
9.
August 2019 hervorgeht (
Urk.
7/32), wur
de der Beschwerdeführer von der Beschwerde
gegnerin
rückwirkend per 3
1.
Dezember
2015 als
Selbständigerwerbender
abge
meldet, da er keine Tätigkeit als
Selbständigerwerbender
(
mehr
)
ausgeübt habe.
Der Beschwerdeführer ist seit dem 1. Oktober 2017
als Chauffeur (auf Abruf) bei der
Y._
AG tätig
. Dass es sich dabei um
eine unselbständige Erwerbstätigkeit
handelt, wurde und wird vom Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bestritten. Er macht vielmehr geltend, er arbeite «wie eine selbständige Person» (Urk. 1).
Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf
Art.
2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall haben nur Personen, die
im
Zeitpunkt der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit im März 2020
von der Aus
gleichskasse als
Selbständigerwerbende
anerkannt waren (vgl.
Rz
.
1025 KS CE)
. Diese Voraussetzung ist beim
Beschwerdeführer
zweifellos
nicht erfüllt
, weshalb ein Anspruch
nach der Härtefallregelung
zu verneinen ist.
3.2
Ausweislich der Akten war
der Beschwerdeführer
nie
in einer ärztlich oder be
hördli
ch angeordneten Quarantäne.
Dass er
gemäss Bundesamt für Gesundheit aufgrund
seines Alters
über 65 Jahren
zu den besonders gefährdeten Personen gehört
(
Urk.
3/2)
,
begründet gegenüber der
Y._
AG
besondere Fürsorgepflich
ten (Ergreifen von Massnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung, allenfalls Freistellung von der Arbeit)
. Diese Gefährdung kann
mit einer Quarantäne im umschriebenen Sinn
jedoch
nicht gleichgesetzt werden.
Demgemäss ist ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung auch gestützt auf
Art.
2
Abs.
1
bis
lit
. a
Ziff.
2
der Covid-19-Verordnung
Erwerbsausfall zu verneinen.
4
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.