# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c4c23208-4691-4e24-a104-c34769529b41
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren im Jahre 1964 in der Türkei, war mit
Y._
ver
heiratet. Sie ist Mutter zweier Kinder, geboren 1992 und 199
8.
Im Jahr 1990 reiste sie aus Frankreich in die Schweiz ein (Urk. 5/31/1, Urk. 5/31/3). Sie erlangte im Jahre 2005 das Schweizer Bürgerrecht (Urk. 5/1, Urk. 5/31/1). Seit 1. Juni 2007 arbeitete sie im Restaurant/Service der von
Y._
geführten
Z._
GmbH (Urk. 5/31/5-6, Urk. 5/40/2). Am 5. Januar 2009 meldete sie sich bei der IV-Stelle
A._
zum Leistungs
bezug an (Urk. 5/31, Aktenverzeichnis zu Urk. 5/1-237). Nach durchgeführten Abklärungen verfügte die IV-Stelle
A._
am 19. Feb
ruar 2010 die Abweisung des Leistungs
begehrens (Urk. 5/72). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Auf das neue Leistungsbegehren der Versicherten vom 25. Oktober 2011 trat die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 25. Mai 2012 nicht ein (Urk. 5/108). Die dagegen von der Versicherten am 27. Juni 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 5/110/3-11) hiess das Sozialver
siche
rungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 12. Mai 2014 gut und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie auf die Neuanmeldung der Versicherten vom 25. Okto
ber 2011 eintrete und nach Vornahme der notwendigen Ab
klä
run
gen über deren Leistungsanspruch verfüge (Urk. 5/139/14). Danach holte die IV-Stelle
beim
Psychiater der Versicherten, Dr. med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
und
bei den weiteren
behandelnden Ärzte
n Berichte ein
(Urk. 5/
151-
152, Urk. 5/157). Alsdann teilte sie der Versicherten am 1. Dezember 2014 mit, dass eine polydisziplinäre Unter
suchung (allgemeine-innere Medizin, Psychiatrie, Neurolo
gie) notwendig sei (Urk. 5/159). Die Untersuchun
gen fanden am 26. und 27. Januar 2015 in der Ab
klärungsstelle
C._
statt (Urk. 5/165). Die
C._
erstattete ihr Gutachten am 30. April 2015 (Urk. 5/176). Mit Schreiben vom 14. Dezember 2015 auferlegte die IV-Stelle der Versicherten eine Mitwirkungspflicht. Sie wies sie darauf hin, dass der Anspruch auf eine Invalidenrente erst nach Absolvierung einer inten
siven fachpsychiatrischen Therapie bei einem ihrer Sprache mächtigen Therapeu
ten
inklusive regelmässiger Medi
kamentenspiegel-Überprüfung geprüft werde (Urk. 5
/182). Die Versicherte liess der IV-Stelle am 18. Januar 2016 mitteilen, dass sie die Therapie bei Dr.
B._
absolvieren werde (Urk. 5/186). In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht von Dr.
B._
vom 9. Juli 2016
ein
(Urk. 5/187).
Her
nach kündigte sie der Ver
sicher
ten mit Vorbescheid vom 2. Dezember 2016 die Ab
w
ei
sung ihres Leistungs
begehrens an (Urk. 5/198). Dagegen erhob die Ver
sichert
e
am 20. Februar 2017 Einwand (Urk. 5/214). Nach Prüfung des Einwandes wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 7. November 2017 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 8. Dezember 2017 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).
D
ie Be
schwerdegegnerin beantragte
m
it Beschwerdeantwort vom 26. Januar
2018 Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 4, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 5/1-237]).
Mit Replik vom 16. Mai 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (Urk. 9). Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom 31. Mai 2018,
dass
sie auf eine Duplik verzichte (Urk. 11)
. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 1. Juni 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
ge
setzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie “
funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex
“
Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex
“
Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex
“
Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie
“
Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert,
so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue An
mel
dung nur geprüft, wenn die Vorauss
etzungen gemäss Abs. 2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den An
spruch erheb
lichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Inva
liditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invalidi
täts
grad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfah
ren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
be
gründende In
validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerde
fall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
7.
November 2017 erwog die Beschwerde
gegnerin, die
C._
-Gutachter hätten der Beschwerdeführerin medizinisch-theo
retisch eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aus rechtlicher Sicht sei jedoch festzuhalten, dass kein schweres psychisches Leiden habe festgestellt werden können. Die psychosozialen Belastungsfaktoren
stünden im Vordergrund
und die Therapieoptionen seien nicht ausgeschöpft. Es liege keine Therapieresis
tenz vor. Die auferlegte Schadenminderungspflicht sei nicht erfüllt worden. Aus recht
licher Sicht bestehe daher kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden
ver
siche
rung (
Urk.
2 S. 2).
Mit der Beschwerdeantwort
führte die Beschwerdegegnerin überdies aus, dass aus dem C._-Gutachten
zahlreiche psychosoziale Be
lastungsfaktoren hervorgehen würden, welche die Beschwerdeführerin stark belasten würden. Die bei der Begut
achtung erhobenen objektiven Befunde seien absolut unauffällig gewesen, was im Widerspruch zu den geltend gemachten Ein
schränkungen stehen würde und gegen einen schweren psychischen Gesund
heitsschaden spreche. Auch hätten bei der Begutachtung Hinweise auf eine Symptomverdeutlichung bestan
den und ein Test zur Detektion von Ag
gra
vation/Simulation sei positiv ausgefallen. Sodann stehe auch das weiterhin hohe Aktivitätsniveau im privaten Bereich mit selb
stän
diger Erledigung des Haushalts, Einkaufen, genauem Ver
folgen der Nach
rich
ten, Kartenspielen sowie regel
mäs
sigen Reisen ins Ausland im Widerspruch zu den geltend gemachten Ein
schränkungen im erwerblichen Bereich. Schliesslich würde die Tatsache, dass in Bezug auf das psychische Leiden noch nie eine stationäre Behandlung statt
ge
funden habe, ebenfalls gegen einen schweren psychischen Gesundheitsschaden sprechen (
Urk. 4
).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor
, dass auf
grund der
Gutachten der
D._ AG
vom 30. Juni 2011 (Urk. 5/76)
und der
C._
eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes er
stellt sei
(
Urk.
9 S.
2). Gemäss den
C._
-Gutachtern sei sie aufgrund der Symptomatik im Rahmen der leicht-mittelgradigen depressiven Episode sowie des chronischen Schmerz
er
lebens derzeit in einer Tätigkeit, welche allfällige organische Limiten berück
sich
tigen würde, aus rein psychiatrischer Sicht zu 40 % arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 3). Die Gutachter würden weiter auf mehrere körperliche Begleiterkrankungen und einen deutlichen sozialen Rückzug mit Kontakten fast ausschliesslich innerhalb der Kernfamilie sowie auf eine psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer verweisen (Urk. 1 S. 4). Die
C._
-Gutachter hät
ten eine versicherungs
medi
zinische Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung ab
ge
geben, was eine Aussonderung allfälliger “psychosozialer Faktoren“ bein
halten würde (
Urk.
9 S. 3). Alsdann habe sie die ihr von der Beschwerdegegnerin aufgetragene fachpsychiatrische Therapie durchgeführt. Als Therapie habe Dr.
B._
psycho
therapeutische Gespräche und Psychophar
maka angegeben (Urk. 1 S. 4). Dr.
B._
habe sodann ausgeführt, dass sie seit Jahren an Depressionen leide, welche sich nach einem einschneidenden Unfall und darauffolgenden Opera
tionen langsam entwickelt hätten. Der Krankheitsverlauf habe sich mittlerweile chronifiziert und die Prognose sei nicht gut. Sie könne nur in geschütztem Rahmen ein paar Stun
den beschäftigt werden, um dem sozialen Rückzug ent
gegenzuwirken (Urk. 1 S. 5).
Trotz der von der Beschwerdegegnerin verlangten Therapie und einer Umstellung der Medikation habe sich ihr Gesundheitszustand seit der Begutachtung im
C._
vor rund zweieinhalb Jahren nicht verbessert (Urk. 1 S. 8).
3.
3.
1
3.1.1
Beim Erlass der Verfügung der IV-Stelle A._
vom
19. Februar 2010 (Urk. 5/72) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.
1
.2
Im Arztbericht vom 29. September 2008 diagnostizierte Dr. med.
T._
, Facharzt für Urologie, einen Status nach Hepatitis B, Leber
häman
giome, eine unklare parenchymatiöse Neubildung in der Leber (beginnende Leber
zirrhose), einen Status nach Nierenkoliken links Mai 2005 und Oktober 2005 und rechts anfangs 2008, einen Status nach Eisenmangelanämie, eine COPD, eine ASS-Allergie, eine Reizdarmsymptomatik sowie eine persistierende Mikro
häma
turie (Urk. 5/14).
3.1.3
Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Medizin, welcher die Be
schwerdeführerin vom 11. Juni 2001 bis 6. Dezember 2005 und wieder ab 28. Januar 2008 behandelte, nannte im Arztbericht vom 26. März 2009 die Dia
gnosen depressive Verstimmung mit Angst, mehrere Leberrundherde un
klarer Genese, Differentialdiagnose (DD): Adenom, Malignom, chronische Hepatitis B und chronisches Lumbovertebralsyndrom (Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) sowie Status nach Nierenkolik links (Urk. 5/43/2). Seit mehre
ren Monaten be
stünden persistierende, an Grösse zunehmende Leberrundherde un
klarer Genese. Die Beschwerdeführerin habe dadurch eine Depression mit Angst entwickelt, da mehrere Familienangehörige an einem Hepatom oder einer Leber
zirrhose verstorben seien. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin - im Restaurant Z._ GmbH (vgl. Arbeitgeberfragebogen, Urk.
5/40/2) - sei die Beschwerdeführerin seit dem 30. September 2008 bis auf weiteres zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 5/43/3). In seinem Verlaufsbericht vom 26. November 2009 schrieb Dr. E._, nach erfolgter Rehabilitation wegen Unfall sei die Be-schwer
deführerin in einer leichten, wechselbelastenden, psychisch nicht allzu strengen Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 5/60/1-2).
3.1.4
Dem Bericht des F._, Klinik für Gastroen
terologie und Hepatologie, Departement für Innere Medizin, vom 25. Mai 2009 sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (Urk. 5/49/1):
-
Status nach Hepatitis B
-
keine Hinweise für das Vorliegen einer Leberzirrhose
-
mehrere, bildgebend (CT, MRI) nicht-malignitätsverdächtige befund
kon
stante Leberläsionen
-
Hepatomegalie und Lebersteatose, DD: nicht-alkoholische Fettleber
-
Tumormarker (AFP, Ca 19-9 und CEA) normwertig
-
Laktoseintoleranz
-
Status nach Nierenkoliken links Mai 2005 und Oktober 2005 und rechts Anfangs 2008
-
Status nach Eisenmangelanämie mit/bei
-
Hämatochezie bei Hämorrhoiden, Status nach Ligatur am 16. März 2004
-
Status nach Analfissur bei 6 Uhr (April 2004)
-
axiale Hiatushernie (Juni 2003)
-
Uterus myomatosus
-
COPD bei persistierendem Nikotinabusus (kumulativ 30py)
-
ASS-/Reovist-Allergie
3.1.5
Die Ärzte des G._ stellten im Bericht vom 4. Juni 2009 als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine dislozierte Joch
bein- und Jochbogenfraktur rechts mit Orbitabodenbeteiligung (Urk. 5/50/2). Die Be
schwerdeführerin sei vom 16. bis 21. März 2009 behandelt worden. Für den Zeit
raum von 14. März bis 24. April 2009 at
testierten sie ihr eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 5/50/3). Am 27. Oktober 2009 berichteten sie über die weitere Behandlung der Beschwerdeführerin bis 13. Oktober 2009. Nach Austritt aus dem
G._
habe die Beschwerdeführerin über persistierende Schmerzen
geklagt. Die Hypo
sen
sibilität im Versorgungsbereich des Nervus (N.) infra
orbitalis rechts habe sie ebenfalls als sehr störend empfunden. Die klinische Untersuchung habe immer reizlose Wundverhältnisse, keine Anzeichen für Ent
zündung und lediglich eine leichte persistierende Schwellung der Wange rechts gezeigt (Urk. 5/59/1). Gemäss den Ärzten des G._ waren die
Befunde der post
operativen augenärztlichen und orthoptischen Untersuchung und
der intra
operativen Inspektion bei der Osteosynthese
materialentfernung wie auch die
jenigen der bildgebenden Untersuchungen (konventionelle
Röntgen
bil
der, Com
putertomogramm, Magnetresonanztomo
grafie) unauffällig
(Urk. 5/59/1
2).
3.1.6
In ihrem Bericht vom 21. September 2009 diagnostizierten die Dres. med. H._, Chefarzt, I._, Oberarzt, und J._, Assistenz
arzt, von der Psychiatrie A._, Kantonsspital A._, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1, bestehend seit Frühjahr 2009), eine an
hal
tende somato
forme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4, bestehend seit „2007?“) sowie Panik
at
tacken (ICD-10: F41.0, bestehend seit März 2009; Diagnosen mit Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit, Urk. 5/56/2). Als Diagnosen ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten sie eine Gast
ritis und rezi
di
vie
rende Harn
wegsin
fekte, welche seit einigen Jahren bestehen würden (Urk. 5/56/2). Bei der Be
schwerdeführerin bestünden eine verminderte Kon
zen
tration und Auf
merk
sam
keit - die Beschwerdeführerin sei gedanklich ab
wesend - sowie Nieder
ge
schlagenheit, ein vermindertes Energieniveau und eine ver
minderte Moti
vation. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Service
angestellte sei die Be
schwerde
führerin seit Mai 2009 bis auf weiteres zu 75 % arbeitsunfä
hig (Urk. 5/56/3).
3.1.7
Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) gelangte am 21. Dezember 2009 zum Schluss, dass ein bleibender Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen sei (Urk. 5/61/3).
RAD-Arzt Dr. L._ hielt in seiner Stellung
nahme vom 10. Februar 2010 sodann fest, die mittelgradige depressive Sympto
matik der Beschwerdeführerin stehe in einem engen zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfall vom 14. März 2009 und seinen Folgen (Gesichts
verletzung, mehrfache Operation) und könne nicht als eigenständiges psychia
trisches Krankheitsbild angesehen werden, zumal eine frühere entsprechende psy
chiatrische Anamnese fehle. Er
fahrungsgemäss seien derartige im Zusam
men
hang mit Unfällen auftretende psychische Reaktionen als Anpassungsstörung (in diesem Fall als längere de
pressive Reaktion gemäss ICD-10 F43.21) einzustufen, gut behandelbar und die Prognose sei gut, falls nicht soziale Faktoren die The
rapie erschweren würden oder sich ein wesentlicher Krankheitsgewinn ent
wickle. Anpassungsstörungen würden keinen dauerhaften psychischen Ge
sund
heitsscha
den darstellen. Die an
deren genannten Diagnosen (somatoforme Schmerzstörung und Panikattacken) würden nicht mit ent
spre
chenden Sympto
men und Befunden beschrieben und seien damit nicht aus
ge
wiesen (Urk. 5/71/1).
3.2
3.2.1
Im Rahmen der Neuanmeldung
der Beschwerdeführerin
vom 25. Oktober 2011 sind folgende medi
zi
nische Gutachten aktenkundig:
3.2.2
Die D._-Gutachter stellten in ihrem Gutachten vom 30. Juni 2011 (Urk. 5/76) die folgenden Diagno
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/76/18-19, Urk. 5/76/31, Urk. 5/76/40-41):
-
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1 G)
-
Status nach Blow in-Fraktur des rechten Mittelgesichts vom 14. März 2009 (Stückfraktur des rechten Os zygomaticum. Impressionsfraktur der Orbita unter Beteiligung der lateralen Orbitawand und des Orbitabodens, der Fissura infraorbitalis sowie der ventralen und lateralen Kieferhöhlen
wand, multiple kleine Stückfragmente mit Aufspiessung des Musculus rectus lateralis), keine intrakranielle oder cervikale Verletzung. Status nach Reposition und Osteosynthese des Jochbeins rechts, Orbitabo
den
re
vision und -plastik vom 17. März 2009
-
residuale, unfallkausale traumatische Schädigung des N. maxillaris rechts mit persistierender Allodynie und neuralgischem Schmerz
-
residualer, unfallkausaler, anhaltender Oberkieferschmerz im Sinne eines Nozizeptorenschmerzes, überwiegend wahrscheinlich myofascial mit myo
artropathischem Kieferschmerz rechts
-
inkomitierende Hyperphorie rechts (bis Hypertropie im Abblick) bei Rec
tus-inferiorparese rechts, Fusion im Gebrauchsblickfeld (zum Teil Dip
lopie im Abblick). Status nach Augenmuskeloperation 2011. Geringe Refraktionsanomalie (korrigiert).
Der Gesamtbeurteilung der D._-Gutachter kann entnommen werden, dass aus neurologischer Sicht seit der operativen Versorgung der am 14. März 2009 erlittenen Blow in-Fraktur des rechten Mittelgesichts unfallkausal eine residuale traumatische Schädigung des N. maxillaris rechts mit persistierender Allodynie und neuralgischem Schmerz sowie überwiegend wahrscheinlich unfallkausal ein anhaltender Oberkieferschmerz im Sinne eines Nozizeptorenschmerzes, überwie
gend wahr
scheinlich myofascial unfallkausal mit myoartropathischem Kiefer
schmerz rechts, bestünden. Allenfalls teilweise unfallkausal sei hingegen ein leichter zervikozephaler, myo
fascial vermittelter Kopfschmerz zu beschreiben. Zusätzlich sei seitens der Augenklinik des G._ eine inkomi
tierende Hyper
phorie rechts (bis Hypertropie im Abblick) bei Rectus-inferior-parese rechts zu konstatieren. Bei Status nach Augenmuskeloperation anfangs 2011 sei mittlerweile die Fusion im Gebrauchsblickfeld wiedererlangt worden. Es bestehe jedoch noch Diplopie im Abblick insbesondere bei Blick nach unten rechts (Urk. 5/76/19).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führten die D._-Gut
achter aus, aufgrund der gemischten leicht bis mittelgradigen Gesichts
schmerz
symptomatik sei eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 20 % begründ
bar. Nach mittlerweile zweijährigem Verlauf sei ein Endstadium erreicht (Urk. 5/76/20). Aus psychiatrischer Sicht führe die - unfallunabhängige - rezi
di
vierende depressive Störung der Beschwerdeführerin zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/76/33). Die Beschwerdeführerin sei wegen der mit dem psychischen Krank
heitsbild einhergehenden Beeinträch
tigung psychischer Grundfunktionen nur in der Lage, ihrem körperlichen Belastungsprofil und ihrem Ausbildungs- und Kenntnisstand entsprechende Tätigkeiten sechs Stun
den täglich zu verrichten. Eine darüber hinausgehende Minderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht. Ledig
lich beim Auftreten von Panikattacken könne es kurzzeitig zu einer vor
über
gehenden weiteren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit kommen (Urk. 5/76/34).
3.2.3
Am
C._
-Gutachten vom 3
0.
April 2015
(Urk. 5/176)
waren
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, fallverant
wortlicher Oberarzt
C._
Begutachtung, zertifizierter medizinischer Gutachter
(SIM),
Dr.
med.
N._
, Oberarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zer
tifizierter medizinischer Gutachter (SIM), Prof.
Dr.
med.
O._
, FMH Psychia
trie und Psychotherapie sowie Neurologie, Leiter der Abteilung Versicherungs
medizin Universitäre Psychiatrische Kliniken
P._
,
Dr.
med. et. phil.
Q._
, Oberarzt, Neurologie FMH, zertifizierter medi
zini
scher Gutachter (SIM)
,
sowie
R._
, Assistenzarzt Neurologie, beteiligt (
Urk.
5/176/42, Urk.
5/176/60,
Urk.
5/176/67).
Die
C._
-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
5/176/33):
-
chronifizierte leicht-mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.0/1), differentialdiagnostisch (DD) nach/bei
-
anamnestisch posttraumatische Belastungsstörung, derzeit weitgehend remittiert/subsyndromal
-
paroxysmale Angststörung am ehesten im Rahmen von Diagnose 1, DD
:
im Sinne einer Panikstörung (ICD-10: F41.0)
-
Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
-
DD
:
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit histrionen Anteilen (ICD-10: Z73.1)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten die
C._
-Gut
achter (
Urk.
5/176/33-34):
-
Jochbein- und Jochbogenfraktur rechts mit Orbitaboden-Beteiligung im März 2009 (ICD-10: S02.7)
-
Episodische Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0)
-
Status nach Störung durch Tabak, Nikotinabhängigkeit (ICD-10: Z17.20)
-
Status nach Mamma-Augmentationsplastik (Türkei) im Jahr 2008
-
Hysteropexie im Jahr 2012
-
Pneumonie, ambulant behandelt, im Dezember 2013
-
Hämorrhoidenoperation im Jahr 2014
-
Diverse Allergien gemäss Ausweis
Die C._-Gutachter hielten in ihrer
Gesamtbeurteilung
unter anderem
fest
, dass die Kriterien für eine chronifizierte leicht-mittelgradige depressive Episode erfüllt seien, dies ohne somatisches Syndrom (
Urk.
5/176/37-38). Die Beschwerde
füh
rerin imponiere als intelligente und aufgestellte Frau, die sich gezielt Nachrichten über die Kriegs
ge
biete und ihre ehemalige Heimat ansehe. Als 16-jährige sei sie im Gefängnis gewesen. Hier könnte eine posttraumatische Belastungsstörung dis
kutiert werden, die später in die depressive Symptomatik übergegangen sei. Nach dem Unfall vom
14.
März 2009 habe sie weitere psychosoziale Belastungs
fak
toren zu verkraften gehabt. Hierzu zähle ein Konflikt mit dem Ehemann, der nach der Verletzung des Gesichtes exazerbiert sei, bis er dann im Dezember 2012 ausgezogen sei. Die Schwester der Beschwerdeführerin habe im Oktober 2012 ein Aneurysma im Gehirn
erlitten, welches operiert worden sei. E
in Neffe der Beschwerdeführerin sei im August 20
14 in Syrien ums Leben gekommen. E
in Onkel sei an den Folgen einer Lebererkrankung gestorben
. D
er Bruder habe sich wegen Echinokokken einer Operation an der Leber unterziehen müssen. Schliess
lich sei der Bruder der Mutter an Leberzirrhose gestorben. Die Beschwerdefüh
rerin selbst habe abdominale Beschwerden entwickelt. In diesem Rahmen seien Adenome festgestellt worden, was die Beschwerdeführerin als Vorstufe zum Krebs interpretiert habe. Sie habe insgesamt drei Suizidversuche hinter sich. Die festgestellte mittelgradige depressive Episode sowie das chronische Schmerz
er
leben würden die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit deutlich ein
schrän
ken. Anderseits sei bisher keine konsequente stationäre Behandlung erfolgt, weswegen hier noch eine gesundheitliche Besserung zu erwarten sei (
Urk.
5/176/38).
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
führten
die
C._
-Gutachter sodann
aus, dass
die Beschwerdeführerin
für die zuletzt ausgeübte Täti
gkeit im Verkauf und im Service
aktuell zu 60
%
arbeitsfähig
sei. Es sollte berücksichtigt werden, dass die externen Stressoren, wie Zeit- und Termindruck sowie insbeson
dere häufige
r
und anspruchsvoller Kundenkontakt und unübersichtliche/schwie
rige Team
situationen, Nachtarbeit etc. zu vermeiden seien, da die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie die Durchhaltefähigkeit
der Beschwerdeführerin
aufgrund der reduzierten Stresstoleranz dann zusätzlich eingeschränkt würden (
Urk.
5/176/38).
In einer Verweisungstätigkeit sei die Beschwerdeführerin aktuell ebenfalls zu 60
%
arbeitsfähig. Es sei davon auszugehen, dass unter einer leitliniengerechten Therapie im stationären Rahmen aufgrund der sonst guten Ressourcen der Be
schwerdeführerin noch eine gesundheitliche Verbesserung zu erzielen sei und
da
mit einhergehend eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei (Urk. 5/
176/39).
3.2.4
In seinem Bericht vom 9. Juli 2016 führte Dr. B._ als psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, schwankend zwischen mittelgradigen und schweren Episoden (ICD-10: F33.11, 33.2) an (Urk. 5/187/6). Der Krank
heits
verlauf habe sich mittlerweile bereits chronifiziert. Die Prognose sei nicht gut. Die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht wei
ter
hin zu 80 % arbeits
unfähig. Die Beschwerdeführerin könne nur in geschütztem Rahmen ein paar Stunden beschäftigt werden, um ihrem sozialen Rückzug entgegen zu wirken (Urk. 5/187/8).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der
leistungsverneinenden
Verfügung der IV-Stelle
A._
vom
19. Februar 2010 (Urk. 5/72)
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 7. November 2017 (Urk. 2) erheblich verschlechtert hat.
4.2
Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht be
trifft, so hielten die
C._
-Gutachter,
deren Expertise auf den erforderlichen fach
ärztlichen Untersuchungen (allgemeininternistisch, neurologisch und psychiat
risch) beruht, fest, dass bei der internmedizinischen Untersuchung lediglich ein verschärftes Atemgeräusch mit längerem Ausatmen - wie bei COPD nach jahre
langem Nikotinabusus - aufgefallen sei. Sodann habe in der neurologischen Untersuchung bezüglich der a
m 14. März 2009 erlittenen Gesichtsschädelfraktur nur eine diskrete Hypästhesie und leichte Hyperpathie mit Allodynie periorbital festgestellt werden können, was ohne relevante medizinische Bedeutung bleibe. Somit könne davon ausgegangen werden, dass die Folgen diese
s
Unfalls weit
ge
hend ausgeheilt seien (
Urk.
5/176/37).
Diese Beurteilung der
C._
-Gutachter ist angesichts der genannten Befunde nach
vollziehbar und unbestritten (vgl. Urk. 1, Urk. 9). Eine erhebliche Ver
schlech
terung des Gesundheitszustands aus somatischer Sicht ist daher zu ver
neinen.
4.3
4.3.1
Alsdann hielten die
C._
-Gutachter zwar fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychischer Sicht zu 40
%
eingeschränkt sei (
Urk.
5/176/38-39).
Es ist aber im Folgenden zu prüfen, ob i
n Anwendung der
geänderten bundesgerichtlichen Recht
sprechung, wonach
grundsätzlich sämt
liche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE
141 V 281 zu unterziehen sind (vgl. E. 1.2.2), auf eine invalidisierende Wirkung des psychischen Leidens der Beschwer
deführerin geschlossen werden
kann
.
4.3.2
Was den Komplex “
Gesundheitsschädigung“ anbelangt, so hielt der psychia
tri
sche
C._
-Gutachter fest, dass unter Berücksichtigung des gesamten kli
nischen Eindrucks, des von der Beschwerdeführerin beschriebenen Tagesablaufs, dem beobachtbaren Verhalten
und
trotz Hinweisen auf eine verdeutlichende Symp
tomdarstellung eine klinisch relevante depressive Sym
p
tomatik
bestehe
. Diese sei nur mit einer gewissen diagnostischen Unschärfe als eine leicht bis mittelgradige de
pressive Episode
darstellbar.
Bezüglich der psychiatrischen Behandlung ist darauf hinzuweisen, dass
sich
die Beschwerdeführerin
gemäss ihren Angaben
seit 2009 alle zwei Wochen zu Dr.
B._
in die Gesprächstherapie begibt und von diesem Fluoxetin® verschrieben bekommt. Bis März 2014
war
sie zudem einmalig für neun Wochen im Medizini
schen Zentrum
S._
in tages
klinischer Be
hand
lung (
Urk.
5/176/51
, Urk. 5/176/53
). Der
C._
-Gutachter führte dazu aus, dass trotz der langjährigen depressiven Störung bisher neben der ambulanten Therapie und der einmaligen für neun Wochen durchgeführten tagesklinischen
Behandlung keine stationären Aufenthalte stattgefunden hätten (Urk. 5/176/58-59
). Gerade in Bezug auf den nur wenig strukturierten Tagesab
lauf der Beschwer
deführerin
seien daher noch nicht alle Behandlungs
op
tionen einer leitlinien
gerechten integriert-psychiat
rischen Therapie ausgeschöpft (Urk. 5/176/59). Nach
diesen Ausführungen
vermag es
somit
nicht zu über
zeugen, dass der Gut
achter die Depressivität am Ende seiner Beurteilung als psychiatrische Komor
bidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer bezeichnet hat (Urk. 5/176/59).
Der Gutachter hielt weiter fest, dass
anamnestisch eine post
-
traumatische Belastungsstörung nach Gefängnis
aufent
halt mit statt
gehabter Folterung und Er
niedrigung bestehen
würde
. Die Beschwerden seien im Verlauf
aber
schrittweise in den Hintergrund getreten. Aktuell lasse sich
zudem
kein Vermeidungsverhalten der Beschwerdeführerin mehr eruieren (Urk.
5/176/56).
Alsdann seien d
ie Angstattacken zu
erst nach dem Unfall mit Gesichts
fraktur im März 2009 im Zusammenhang mit der bis heute anhaltenden depressiven Symp
tomatik aufgetreten (Urk.
5/176/56). Insofern sei davon auszu
gehen, dass die diag
nosti
zierte paroxysmale Panik
stö
rung im Rahmen der affek
tiven Störung zu sehen sei (
Urk.
5/176/56-57). Schliesslich hielt der
C._
-Gutachter fest, dass bezüglich der chronifizierten Schmerzsymptomatik im Bereich des Nackens, der Schultern, der rechten Flanke mit Ausstrahlung ins rechte Bein sowie der chronifizierten Gesichtsschmerzen eine Diagnosestellung aus heutiger Sicht nicht mehr mit ausreichender Sicherheit möglich sei
(Urk.
5/176/57)
. Allemal fehlt bei den Ausführungen des Gutachters zur Schmerz
symptomatik ein explizi
ter Bezug zum Schweregrad (vgl. BGE 142 V 106 E.
4.2).
Eine ausgeprägte psychiatrische Komorbidität ist mit Blick auf die er
wähnten Diagnosen
daher
nicht gegeben
. Eine somatische Komorbidität liegt ebenfalls nicht vor, wobei insbesondere darauf hinzuweisen ist, dass laut den
C._
-Gutachtern
die Folgen des Unfalls vom 1
4.
März 2009 weit
ge
hend aus
geheilt sind (Urk. 5/176/37).
Was den Komplex “Persönlichkeit“ betrifft,
so
ist zu bemerken, dass laut
C._
-Gutachter bei der Beschwerde
führerin deutlich erkennba
ren Ressourcen vor
han
den sind
(Urk. 5/176/59). Die Beschwerdeführerin selbst führte aus, dass sie vor dem Unfall vom 1
4.
März 2009 eine fleissige, intelligente, aktive und gesel
lige Person und sehr leistungsfähig gewesen sei (
Urk.
5/176/50-51).
Im Zusammenhang mit dem Komplex “Sozialer Kontext“ ist zu beachten, dass sich die Kontakte der Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben auf die Kern
familie beschränken würden. Die Ausnahme sei ein telefonischer Kontakt mit einer alten Freundin alle paar Monate. Bis zum Sommer (2014) sei sie auch in ein politisches Lokal mit Mitgliedern der kurdisch-ale
vi
tischen Gemeinde ge
gan
gen. Wie den weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin zu entnehmen ist, erfolgte ihr Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben im Rahmen der kurdisch-alevitischen Gemeinde, weil ihr Ehemann eine Beziehung zu einer Frau aus diesem Lokal pflegte (Urk. 5/176/53). Nebst den von den
C._
-Gutachtern er
wähnten
zahlreichen
psychosozialen Aspekten (E.
3.2.3
vorstehend
) ist ferner zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin gemeinsam mit ihrem Ehemann Schulden in der Höhe von
Fr.
400‘000.-- sowie Schulden
in der Höhe von
Fr.
50‘000.
--
auf ihren Namen hat. Dazu hielt die Beschwerdeführerin fest, dass zwar Betreibungen laufen würden, die aktuell jedoch gestoppt seien, da sie kein ausreichendes Einkommen habe und von der Sozialhilfe
lebe
(Urk.
5/176/52).
Bezüglich des beweisrechtlich entscheidenden Aspekts der verhaltensbezogenen “Konsistenz“ kann angesichts des Tagesablaufs/Alltags der Beschwerdeführerin, wozu namentlich das Verfolgen der Nachrichten im Fernsehen
am Morgen
, die Erledigung von Haushaltsarbeiten wie Staubsaugen, Geschirrabspülen, Kochen des Abend
essens für die Tochter, und - bis ca. Sommer 2014 -
der regelmässige
Besuch eines poli
tischen Lokals der kurdisch
-alevitischen Gemeinde gehörte (vgl.
Urk.
5/176/52-53)
,
nicht von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivi
tätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen gesprochen wer
den. Laut dem
C._
-Gutachter bestanden zudem Hinweise auf eine Symptomver
deut
li
chung beziehungsweise Inkonsistenzen (
Urk.
5/176/54).
Die bereits an
ge
spro
chenen bislang unter
nommenen psychiatrischen Behandlungs
be
mühungen lasse
n überdies nicht auf einen
erheblichen
Lei
densdruck im Sinne der bundes
gericht
lichen Rechtsprechung schliessen.
4.
3
.3
Unter Berücksichtigung der beachtlichen Standardindikatoren, insbesondere der Inkonsistenzen zwischen den angegebenen Einschränkungen und dem tatsäch
lichen Aktivitätsniveau, der ausbaufähigen Behandlungsbemühungen, der lediglich leichten Komorbiditäten und des Vor
handenseins eines Ressourcen
potentials, sind im Vergleich zu den Berichten vor der
Verfügung der IV-Stelle
A._
vom
19. Februar 2010 (Urk. 5/72)
keine erheblichen zusätzlichen funk
tionellen Auswir
kungen der geklagten psychischen Beschwerden mit über
wie
gender Wahrschein
lichkeit nachgewiesen. Aus rechtlicher Sicht ist daher von der medizinischen Ein
schätzung der
C._
-G
utach
ter zur Arbeitsfähigkeit
abzu
weichen (vgl.
dazu
BGE 140 V 193 E.
3.1 und 3.2 sowie 130 V 352 E.
3.3
).
4.4
Aus dem
Bericht von
Dr. B._
vom
9.
Juli 2016 (
Urk.
5/187)
können bezüglich der Standardindikatoren keine weiteren entscheidrelevanten Hinweise ent
nommen werden
. Die Beschwerdeführerin gab bei
Dr. B._
an, dass sie wegen Müdigkeit und Schlaflosigkeit unfähig sei, eine Tagestruktur ein
zu
halten (Urk. 5/187). Gegenüber dem
C._
-Gutachter
nannte
sie jedoch eine Vielzahl von Aktivitäten (vgl. Urk. 5/176/52-53).
Dr. B._
wies zudem auf die Krankheit der Schwester der Beschwerdeführerin hin, welche
die Beschwerdeführerin belaste
. Hierbei handelt es sich um einen psychosozialen Faktor.
Dr. B._
führte sodann aus, dass die Beschwerdeführerin nur in geschütztem Rahmen ein paar Stunden beschäftigt werden könne, um ihren sozialen Rückzug entgegen
zuwirken (
Urk.
5/187/8).
Dazu ist zu erwähnen, dass der soziale Rückzug der Beschwerde
führerin aus der kur
disch
-alevitischen Gemeinde wegen ihrem Ehemann erfolgte (
Urk.
5/176/53).
Schliesslich ist hinsichtlich
seiner
Beurteilung auch auf die Erfahrungstatsache
hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte und medizinische Fachpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientin
nen aussagen (vgl. BGE 125 V 35
1
E. 3b/cc).
4.5
Es ist somit festzuhalten, dass zwischen dem Erlass der
anspruch
sverneinenden
Verfügung der IV-Stelle
A._
vom
19. Februar 2010 (Urk. 5/72)
und dem Erlass der angefochte
nen Verfügung vom 7. November 2017 (Urk. 2) keine wesentliche Verschlech
terung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Sodann liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass eine erhebliche Veränderung der erwerb
lichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands ein
getreten sein könnte (vgl. E. 1.4). Ein Anspruch auf eine Rente ist daher nach wie vor zu verneinen (vgl. E. 1.3).
5
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).