# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bc9073eb-d3b9-4647-bebe-193b6dbbd8ca
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Bankruptcy

## Facts

– dass daher auch die Rechtsmittelinstanz den Sachverhalt nötigenfalls von Amtes wegen festzustellen hat und dementsprechend beispielsweise befugt ist, zur Prüfung der Zahlungsfähigkeit von Amtes wegen einen Betreibungsregisterauszug beizuziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_175/2015 vom 5. Juni 2015 E. 4.1),
– dass sich der vom Konkursamt übermittelten, rund 10 1⁄2 Seiten umfassenden Schuldner-Information (act. E.2) entnehmen lässt, dass die Beschwerdeführerin seit 2002 alljährlich mehrmals betrieben wurde und sie namentlich in den letzten drei Jahren (2017 bis 2019) über 60 Betreibungen zu verzeichnen hatte, welche in den meisten Fällen mit Verlustscheinen gemäss Art. 115 SchKG oder 149 SchKG geendet oder zu einer Konkursandrohung geführt hatten,
– dass sich das Total der seit 2002 in Betreibung gesetzten Forderungen auf über CHF 250'000.00 beläuft und in all diesen Betreibungen lediglich ein Ergebnis von rund CHF 15'300.00 erzielt werden konnte, während für Forderungen von insgesamt über CHF 128'200.00 Verlustscheine ausgestellt werden mussten und für die übrigen Betreibungen eine Restschuld von ca. CHF 78'000.00 ausgewiesen wird,
– dass sich die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin bis Ende Oktober 2019 demnach desolat präsentierte und ihre Zahlungsfähigkeit offensichtlich zu verneinen gewesen wäre,
– dass sich diese Situation nach dem Tod ihres Ehemannes nun allerdings massiv verbessert hat, indem sie sich von dessen Pensionskasse anstelle der ihr zustehenden monatlichen Ehegattenrente von CHF 1'248.00 eine einmalige Kapitalabfindung in Höhe von (vor Steuern) CHF 405'749.00 (act. B.7) hat auszahlen lassen,
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– dass sie damit nun offenkundig über ausreichend flüssige Mittel verfügt, um die noch laufenden Betreibungen durch Zahlung zu erledigen und auch die Forderungen aus den bereits ausgestellten Verlustscheinen auf erstes Verlangen zu begleichen,
– dass der Beschwerdeführerin im Falle einer Aufhebung des Konkursentscheides nämlich nicht bloss die Guthaben auf ihren Konten bei der B._ in Höhe von total CHF 183'295.20 (act. B.9) für die Schuldentilgung zur Verfügung stehen, sondern auch die vom Konkursamt am 13. Dezember 2019 in ihrer Wohnung sichergestellten Barmittel von CHF 100'000.00 (act. E.1),
– dass sich die liquiden Mittel der Beschwerdeführerin folglich auf über CHF 280'000.00 belaufen und diese damit jedenfalls die aus der  hervorgehenden Verbindlichkeiten übersteigen,
– dass die Stadt Chur zwischenzeitlich zwar offenbar eine weitere, bisher nicht betriebene Forderung auf Rückerstattung von Sozialhilfegeldern geltend gemacht hat, der Bestand dieser Forderung aber bestritten ist und die betreffende Verfügung von der Beschwerdeführerin denn auch nachweislich bereits angefochten worden ist (act. B.10), weshalb sie bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin noch ausser Betracht bleiben muss,
– dass bei der derzeitigen Aktenlage die Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin somit als glaubhaft gemacht gelten muss und damit auch die zweite Voraussetzung, welche das Gesetz für eine Aufhebung des Konkurseröffnung verlangt, gegeben ist,
– dass daran auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin anscheinend versucht hat, Vermögenswerte vor dem Konkursamt zu verheimlichen, nichts zu ändern vermag, zumal die mögliche strafrechtliche Relevanz eines solchen Verhaltens bei der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 174 SchKG keine Rolle spielt und es nach Aufhebung des Konkurses Sache der Gläubiger sein wird, die zur Sicherung ihrer Befriedigung erforderlichen Massnahmen in die Wege zu leiten,
– dass zugunsten der Beschwerdeführerin im Übrigen wohl zu berücksichtigen wäre, dass Leistungen, welche von einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge nach Eintritt des Vorsorgefalls erbracht werden, unabhängig davon, ob sie als Renten oder in Kapitalform ausgerichtet werden, im Sinne von Art. 93 SchKG
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nur beschränkt pfändbar sind (BGE 115 III 45 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 5A_338/2019 vom 23. September 2019 E. 6) und die der Beschwerdeführerin ausbezahlte Kapitalabfindung daher möglicherweise nicht oder zumindest nicht vollständig dem Konkursbeschlag unterstehen würde (Art. 197 Abs. 1 SchKG),
– dass nach dem Gesagten die Beschwerde gutzuheissen und der Konkursentscheid aufzuheben ist,
– dass die Prozesskosten gemäss Art. 106 ZPO in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt werden, dieser Grundsatz indessen durch Art. 107 ZPO eingeschränkt wird, welcher in gewissen Fällen eine Verteilung der Prozesskosten nach Ermessen vorsieht,
– dass gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO von der Verteilung nach dem Prozessausgang insbesondere abgesehen werden kann, wenn besondere Umstände vorliegen, welche dies als unbillig erscheinen lassen,
– dass zudem gemäss Art. 108 ZPO unnötige Prozesskosten zu bezahlen hat, wer sie verursacht hat,
– dass die Kosten des Verfahrens vor erster und zweiter Instanz einzig darauf zurückzuführen sind, dass die Beschwerdeführerin es versäumt hat, die in Betreibung gesetzte Forderung samt Zinsen und Kosten rechtzeitig zu bezahlen,
– dass es sich unter diesen Umständen rechtfertigt, ihr trotz des formellen Obsiegens im Beschwerdeverfahren die Gerichtskosten beider Instanzen aufzuerlegen, und die Beschwerdeführerin ausserdem die bisher aufgelaufenen Kosten des Konkursamtes zu tragen hat,
– dass die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 200.00 wie auch jene des Konkursamtes daher aus der am 9. Dezember 2019 beim Betreibungsamt Plessur geleisteten Zahlung der Beschwerdeführerin von CHF 2'000.00 zu beziehen sind,
– dass der Beschwerdeführerin aus den gleichen Gründen auch keine Parteientschädigung zuzusprechen ist,
– dass die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren nicht berufsmässig vertreten war und sie keine Beschwerdeantwort eingereicht hat, weshalb ihr ebenfalls keine Parteientschädigung zuzusprechen ist,
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– dass der Beschwerdegegnerin hingegen der von ihr beim Regionalgericht Plessur einbezahlte Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 vollständig zurückzuerstatten ist,
– dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 GOG in einzelrichterlicher Kompetenz ergeht,
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## Considerations