# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0470d194-ec42-4cc8-a1d1-5b7fd4e43de5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1945, war seit Januar 2012 bei der Y._ GmbH als Übersetzer tätig und damit bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich) versichert, als
er
am 7. Januar 2013 einen Fahrradunfall erlitt (Urk. 9/Z1).
Nach
getätigten
Abklärungen
verneinte die Zürich mit
Verfügung vom
8. Novem
ber 2013 einen Kausalzusammenhang zwischen den Behandlungen betreffend die Kopfverletzungen und dem Unfall vom 7. Januar 2013 und führte aus, dass diesbezüglich (Heilungskosten)
keine Leistungen erbracht werden könnten (Urk. 9/Z33). Die am 14. November 2013
vom zuständigen Kranken
ver
si
cherer
erhobene Einsprache (Urk. 9/Z35) wurde am 19. November 2013 wieder zurückgezogen (Urk. 9/Z36). Die vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 9/Z41 = Urk. 9/Z38) wies die Zürich mit Entscheid vom 1. April 2014 ab (Urk. 9/Z42 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 19. Mai 2014 Beschwerde (Urk. 1) gegen den Ein
spracheentscheid vom 1. April 2014 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzu
heben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, Taggelder, Heilbehandlung und im Fort
ver
lauf Rente und Integritätsentschädigung auszurichten. Eventuell sei ein unab
hängiges medizinisches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität einzuho
len, unter ausdrücklichem Bei- und Einbezug der bildgebenden Aufnahmen aus dem Akutspital Z._ (Subarachnoidalblutung).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2014 (Urk. 7) beantragte die Zürich die Abweisung der Beschwerde. Am 2. Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer die Replik (Urk. 17) sowie weitere Dokumente ein (Urk. 18/1-2). Am 24. Februar 2015 reichte die Beschwerdegegnerin die Duplik (Urk. 21) ein. Mit Eingabe vom 15. April 2015 (Urk. 23) reichte der Beschwerdeführer ein medizi
nisches Gut
achten (Urk. 24) sowie weitere Dokumente (Urk. 25/1-4) ein. Mit Eingabe vom 8. Juni 2015 (Urk. 29) nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zu den Eingaben des Beschwerdeführers und reichte eine weitere medi
zinische Stellungnahme (Urk. 30/2) ein.
Mit Verfügung vom 25. November 2015 (Urk. 42) holte das Gericht bei der A._ Begutachtung, Uni
versitätsspital
B._
, ein neurologisches Gutachten ein, welches am 5. Juli 2016 erstattet wurde
(Urk. 43-44). Mit Eingabe vom 8. August 2016 (Urk. 47) nahm die Beschwerde
gegnerin zum A._-Gutachten Stellung. Der Beschwerdeführer liess sich innert Frist (vgl. Urk. 45) nicht vernehmen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). De
r Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
che
rung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
ni
ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (
BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage,
worüber die Verwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht
(BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) davon aus, dass die Beurteilung durch Dr. med. C._, wonach die Stamm
gang
li
enblutung nicht als überwiegend wahrscheinlich kausal zum Unfallereignis vom
7. Januar 2013 zu betrachten sei, logisch und nachvollziehbar sei. Die These einer unfallbedingten Hirnblutung sei somit nicht als überwiegend wahrschein
lich zu erachten (S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, er sei beim Sturz nach links hingefallen und habe sich dabei den behelmten Kopf heftig am Randstein angeschlagen. Er habe denn auch links frontal eine von den Notfall
ärzten feststellbare Prellmarke am Kopf verzeichnet, was aufzeige, dass trotz Helm eine erhebliche Einwirkung auf den Schädel/Kopf stattgefunden habe. Der Kopfanprall habe eine Hirnblutung in der rechten Hirnhälfte verursacht (S. 6). Im CT/MRI des Stadtspitals Z._ sei nebst der Einblutung der Basalganglien
auch eine subarachnoidiale Einblutung frontal rechts bildgebend festgestellt wor
den (S. 7). Der Einschätzung von Dr.
C._
könne nicht gefolgt werden (S. 7 ff.).
Es gebe, anders als von der Beschwerdegegnerin und deren Vertrauensarzt gel
tend gemacht, keine medizinischen Gründe, die gegen eine traumatische Genese der Hirnblutung sprechen würden. Im Gegenteil seien sämtliche Krite
rien, welche das neurologische Gutachten-Standardwerk aufführe, für die Annah
me einer zumindest teilweise traumatisch bedingten Hirnblutung erfüllt (S. 17). Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass zumindest eine teilkausale Unfallverursa
chung vorliege. Dass es sich zumindest teilweise um Unfallfolgen handle, zeige sich auch daran, dass nebst der Basalganglienblutung auch eine Subarachnoi
dal
blutung vorgelegen habe, welche nicht für eine hypertensive Genese spreche (S. 18).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die cerebrale Blutung beziehungsweise das intrace
rebrale Hämatom mit dem Unfallereignis vom 7. Januar 2013 in einem kausalen Zusammenhang steht, mithin ob die Beschwerdegegne
rin hierfür leistungs
pflichtig ist.
3.
3.1
Prof. Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, Neurozentrum E._, erstattete sein neurologisches Gutachten zuhanden des Beschwerde
füh
rers am 5. März 2015 (Urk. 24) gestützt auf die Akten sowie die neurologi
sche
Untersuchung vom 16. Januar 2015. Er nannte folgende neurologische Di
agno
sen
(S. 16):
leichtes spastisches Hemisyndrom links mit/bei:
Status nach Basalganglienblutung am 7. Januar 2013 mit unsicher be
gleitender leichter Subarachnoidalblutung (gemäss Akten)
klinisch periphere Polyneuropathie mit/bei:
Diabetes mellitus Typ 2
Schlaf-Apnoe-Syndrom
Er führte aus, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall ins Stadtspital Z._ gebracht worden sei, wo in einem Computertomogramm eine Basal
gang
li
enblutung rechts, eine kleine Subarachnoidalblutung frontal und eine Häma
tobursa präpatellaris links diagnostiziert worden seien. Anschliessend sei der Beschwerdeführer ins F._ verlegt worden. Im
Com
putertomogramm des
F._
sei keine Subarachnoidalblutung beschrieben wor
den, wobei die Comuptertomogrammberichte insofern unglücklich formu
liert
seien, als dass in der Beschreibung der Satz „im Vergleich zur Fremd
unter
su
chung vom gleichen Tag Befund stationär“ aufgeführt sei. Somit bleibe retro
spektiv unklar, ob die Radiologen im F._ die nachfolgend kontrovers disku
tierte Subarachnoidalblutung ebenso gesehen hätten, oder ob sich ihre Aussage von oben nur auf die Basalganglienblutung bezogen habe (S. 17).
Wie in den bisherigen Akten, Beurteilungen und Aktengutachten mehrfach erläutert wor
den sei, sei eine Hypertonie (Bluthochdruck) die häufigste Ursache einer Ba
salganglienblutung. Dies dürfe man als von allen Seiten unbestrittene Tatsache ansehen. Es müssten jedoch auch andere Ursachen in Erwägung gezo
gen wer
den – so unter anderem traumatische Ursachen (S. 23 f.). Durch einen Unfall verursachte Basalganglienblutungen könnten sehr wohl vorkommen. Zudem könne in casu eine Hypertonie nicht einfach als Ursache postuliert werden, da der Beschwerdeführer gemäss dem Protokoll der Sanität während der ganzen Beobachtungszeit normale Blutdruckwerte aufgewiesen habe, womit sich die Frage stelle, wie man die hypertensive Ursache begründen wolle (S. 24 oben).
Aufgrund der Akten als auch aufgrund der eigenen Untersuchung könne festge
halten werden, dass beim Beschwerdeführer mehrere vaskuläre Risikofaktoren bestünden. So habe er einen arteriellen Bluthochdruck, einen Diabetes mellitus Typ 2, eine Dyslipidämie (zu hohe Blutfette), eine durchgemachte Durchblu
tungsstörung am Herzen und eine Einengung eines der grösseren Hirnblutge
fässe. All diese Risikofaktoren könnten das Risiko für eine Durchblutungsstö
rung des Gehirns erhöhen. In den Akten sei bisher nie diskutiert worden, ob diese obgenannten und beim Beschwerdeführer vorliegenden vaskulären Risiko
faktoren eine Hirnblutung auch bei einem Trauma wie dem stattgehabten Unfallereignis vom 7. Januar 2013 hätten begünstigen können. Hierzu gebe es keine Li
teratur, doch vermute er, ein erhöhtes Blutungsrisiko bei gleichzeitigem Vorlie
gen solcher vaskulärer Risikofaktoren, da die Blutgefässe dadurch geschä
digt seien. Zu wieviel Prozent diese vaskulären Risikofaktoren an einer Blutung be
teiligt sein könnten, könne nicht bemessen werden (S. 24 f.).
In der Zusam
menschau gelte es somit festzuhalten, dass eine arterielle Hyper
tonie zwar die häufigste Ursache einer Basalganglienbutung sei, sich jedoch auch mehrere wissenschaftliche Publikationen fänden, die zeigen würden, dass es auch trau
matisch bedingte Basalganglienblutungen gebe. Das gleichzeitige Vorliegen von mehreren vaskulären Risikofaktoren dürfte das Blutungsrisiko bei einem Trauma sicherlich erhöhen (S. 25). Eine Kausalitätsbemessung könne üblicherweise bis zu einem gewissen Mass immer nur eine Schätzung sein. Vor dem Hintergrund des Fehlens einer arteriellen Hypertonie in der Zeit unmittel
bar nach dem Unfall und dem gleichzeitigen Vorliegen mehrerer vaskulären Risikofaktoren sei von einer Unfallkausalität auszugehen (S. 25 Mitte).
Zusätzlich zur Basalganglien
blutung bestehe eine weitere unklare Frage, welche die Beantwortung der Unfallkausalität erschwere. So bestehe eine widersprüch
liche Befundung der ersten Computertomogramm-Aufnahme. Während die beid
en Radiologie-Oberärzte des Stadtspitals Z._ eine zusätzliche Subara
chnoid
al
blutung beschrieben hätten, habe der radiologische Gutachter Dr.
G._
in ei
nem Gutachten zu Handen der Zürich Versicherung keine Subarachnoidal
blu
tung gesehen. Die Frage des Vorliegens einer zusätzlichen Subarachnoidal
blu
tung sei eminent, da eine Subarachnoidalblutung überwiegend wahrschein
lich traumatisch bedingt wäre. Da diese Frage unklar sei, werde eine weitere Klä
rung mittels neuroradiologischem Gutachten empfohlen (S. 25 unten).
3.2
Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
H._
Klinik, nahm
am 29. Mai 2015 (Urk. 30/2) Stellung zum Gutachten von Dr. D._. Er führte aus, es sei irrelevant, ob der Beschwerdeführer zu jenem Zeitpunkt ein Schmerz
mittel, insbesondere Aspirin, eingenommen habe. Von Bedeutung sei die throm
bo
zytenhemmende Behandlung mit Aspirin, die er gemäss den zur Verfügung stehenden Unterlagen befolgt habe (S. 1 f.). Dass eine gerinnungs
hemmende
Behandlung die Bildung von traumatisch bedingten Blutungen be
günstigen könne
, sei unbestritten. Die Gedanken von Dr. D._ zum erhöhten Risiko einer
traumatischen Hirnblutung bei bestehenden Risikofaktoren seien rein spekula
tiv
, Literatur könne er keine anführen (S. 3). Die Aussage, dass es keine biome
cha
nische Beurteilung gebe, sei korrekt. Es sei aber evident, dass bei einem Sturz mit niedriger Ausgangsgeschwindigkeit, zudem noch teilweise vom Arm ange
fangen, keine hohen Energien absorbiert werden müssten. Grundsätz
lich würde auch die Tatsache, dass eine Prellmarke von den einen Untersuchern doku
men
tiert und von den anderen nicht dokumentiert sei, wiederum eher auf eine niederenergetische Einwirkung hindeuten, wobei wie bereits erwähnt die Tat
sache des Aufpralls mit Helm beziehungsweise Kopf unbestritten sei. Im Ge
gen
satz zu Dr. D._ seien den berichterstattenden Ärzten die Datenträger mit den
Aufnahmen vom Kopf zur Verfügung gestanden, sowohl vom Stadtspital
Z._
wie auch vom F._. Dazu habe Dr. G._ in seinem neuroradiologischen Gut
achten ausführlich Stellung genommen. Eine Subarachnoidalblutung sei weder auf den Bildern vom Z._ noch auf denjenigen vom F._ erkennbar (S. 4). Insgesamt ergäben sich keine neuen Erkenntnisse. Bei bestehenden kardio
vas
ku
lären Risikofakto
ren und Fehlen von cerebralen Verletzungen liege bei dem an für spontane in
tracerebrale Blutungen typischer Stelle liegenden intracere
bralen Hämatom mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Unfallkausalität oder Teilkausalität vor (S. 6).
3.3
Prof. Dr. med. I._, Facharzt für Radiologie und für diagnos
tische und invasive Neuroradiologie, erstattete seine neuroradiologische Beur
teilung im Rahmen des A._-Gutachtens (vgl. vorstehend E. 3.3) am 31. März 2016 (Urk. 44). Er führte aus, dass auf den vorgelegten Bildern des Z._-Spitals - die erste Untersuchung, die nach dem Sturz des Beschwerdeführers durchgeführt worden sei - keine subarachnoidale Blutung frontal rechts nach
gewiesen werden könne (S. 1). Die Aufnahmetechnik sei nicht absolut optimal,
die Bilder etwas körnig, der Subarachnoidalraum im Bereich der Hirnfurchen frei
, die frontoba
salen Strukturen des planum sphenoidale regelrecht ebenso wie die ventralen Anteile des Temporallappens beidseits. Auch Hinweise auf eine extra
kranielle Verletzung im Bereich des Gesichtes und des knöchernen Schädel-Skeletts wür
den fehlen. Es könne aus diesem Befund geschlossen werden, dass eine trauma
tische Schädigung im Bereich des Kopfes nicht vorliege und eine subarachnoi
dale Blutung, traumatisch oder a-traumatisch, nicht vorliege (S. 2 oben).
In Bezug auf die Basalganglienblutung rechts könne eine klare Aussage ge
macht werden. Die Blutung habe unterschiedliche Dichte-Intensitäten, sie reiche von temporo-parietal rechts bis in die Stammganglien, weise diskrete höhere Dichtewerte im Bereich der A. cerebri media, speziell der lenticulo-striatären Äste auf, die sich jedoch nicht in den subarachnoidalen Raum ausweiten wür
den. Die basalen Zisternen seien frei, speziell die prae-pontine Zisterne wie auch die Cisterna supra chiasmatica (S. 2 Ziff. 2a).
Die unterschiedlichen Dichte-Intensitäten der Blutung, die zentral etwas höher (weisser) seien als temporo-parieto-okzipital, würden darauf hindeuten, dass es sich wahrscheinlich um eine mehrzeitige Blutung handle. Die höchste Dichte finde sich in den Basalganglien, so dass diese Lokalisation als Ausgangspunkt in Frage komme. Es fänden sich keine Hinweise auf eine Einblutung in das Ventrikelsystem. Der basale Gefässkranz der A. carotis interna wie auch der A. cerebri media zeigten keinen Nachweis eines Aneurysmas. Die Gefässe seien nicht spastisch verändert (S. 2 Ziff. 2b).
Die Lokalisation, die wahrscheinliche Mehrzeit
lichkeit, die anamnestischen Fak
to
ren (langjährige Hypertonie, Diabetes) und die Tatsache, dass zumindest Aspirin-
Cardio täglich eingenommen worden sei, lasse die ätiologische Zuord
nung einer primären Stammganglien Blutung als höchst wahrscheinlich erschei
nen (S. 3 Ziff. 2c).
Die Tatsache, dass – gemäss aktenanamnestischen Angaben – zwei Stürze statt
gefunden hätten und keine wesentlichen äusseren Verletzungen im Gesicht und am knöchernen Schädelskelett vorhanden seien, lasse die Wahrscheinlichkeit
einer traumatischen Stammganglienblutung höchst unwahrscheinlich erschei
ne
n. Die Annahme einer primären, nicht traumabedingten Stammganglienblu
tung sei wesentlich wahrscheinlicher und plausibler. Bei dieser ausgedehnten Blutung müssten mindestens im Bereich des Cortex und des subarachnoidalen Raumes Trauma Zeichen vorhanden sein, was nicht der Fall sei. Demgegenüber bestün
den internistische Risikofaktoren (wie Hypertonie; Diabetes mellitus, DM), die
bekannte Ri
sikofaktoren für Stammganglien Blutungen darstellten (S. 3 Ziff. 3a
).
Abschliessend könne gesagt werden, dass auf Grund der Angaben des Be
schwer
deführers, der Aktenlage, der neurologischen Befunde, des CT-Befun
des und der anamnestisch bekannten Risikofaktoren des Beschwerdeführers eine primäre
Stamm
ganglienblutung vorgelegen habe und keine traumatische, durch den Sturz
ausgelöste Blutung (S. 3 unten).
3.4
Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie, Oberarzt Universitätsspital B._, A._ Begutachtungen, erstattete sein neurologisches Gutachten inklusive neuroradiologischer Zusatzbegutachtung am 5. Juli 2016 (Urk. 43/1) ge
stützt auf die Akten (vgl. Urk. 43/2), die neurologische Untersuchung des Be
schwer
deführers vom 3. Dezember 2015 sowie die neuroradiologische Beurtei
lung vom 31. März 2016. Er führte aus, einleitend müsse festgehalten werden, dass auf Grund der geringen Inzidenz nur wenige wissenschaftlich fundierte
Daten hin
sichtlich traumatisch bedingter Basalganglienblutungen vorlägen. Diese
seien somit als seltenes Ereignis einzustufen und hätten in der wissen
schaft
lichen Lite
ratur bis
her nur als Einzelfälle oder in kleinen Kohortenstudien beschrie
ben werden können. In zwei Arbeiten, welche 37 respektive 20 Fälle zusammen
ge
fasst hät
ten, sei in den überwiegenden Fällen eine über die Basal
ganglien
blu
tung hin
ausgehende, begleitende traumatische Schädigung des Gehirns/
Schädel
kalotte (unter anderem fokale Läsionen, Subduralhämatom, Subarachnoidal
häma
tom) beschrieben worden (S. 8 f.).
Im Rahmen des vom Beschwerdeführer am 3. Januar 2016 (richtig 7. Januar 2013
) erlittenen Fahrradsturzes seien bis auf Prellmarken im Stirnbereich keine weiteren Verletzungen im Kopfbereich dokumentiert. Die im initialen cCT vom Spital Z._ beschriebene subarachnoidale Blutung frontal rechts lasse sich retrospektiv nicht bestätigen (siehe aktuelles neuroradiologisches Gutachten), so dass eine solche als unterstützendes Kriterium einer trauma
tischen Genese der Basalganglienblutung nicht weiter herangezogen werden könne. Aus neurolo
gi
scher Sicht bleibe somit eine traumatische Ursache der Basalganglienblutung bei Fehlen anderweitiger relevanter Verletzungen und aufgrund des Unfall
mecha
nismus als wenig plausibel einzustufen (S. 9 oben).
Dr. D._ mache in seiner Begutachtung geltend, dass auf Grund der vor
lie
genden vas
kulären Risikofaktoren eine traumatische Ursache der Hirnblutung gegebenen
falls begünstigt worden sei. Diese Frage könne bei diesbezüglich feh
len
den Da
ten nicht mit letzter Sicherheit beantwortet werden. Dass das Risiko
einer trau
matischen Basalganglienblutung durch das Vorliegen vasku
lärer Risiko
faktoren erhöht sein könnte, scheine intuitiv nachvollziehbar. In Annahme
eines rele
vanten Risikofaktors vaskulärer Risikofaktoren auf traumatische Basal
gang
lien
blutungen wäre auf Grund der Prävalenz /Inzidenz vaskulärer Risikofak
to
ren und Schädelhirntraumas jedoch eine viel höhere Inzidenz solcher trauma
tisch bedingter Basalganglienblutungen zu erwarten, was aber nicht der Praxis ent
spreche. Eine wie von Dr. D._ in Betracht gezogene Begünstigung der Blu
tung durch vaskuläre Risikofaktoren sei somit als zwar denkbar einzustufen, in der Relevanz aber höchst fraglich und sicher nicht geeignet, die Kausalität des Sturzes für die Basalganglienblutung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit plausibel zu machen (S. 9 Mitte).
Für eine spontane Blutung und gegen eine traumatische Genese sprächen insbe
sondere auch die Aspekte der Bildgebung, wie sie in der neuroradiologischen Beurteilung diskutiert würden. Die unterschiedlichen Dichte-Intensitäten der Blutung, die zentral etwas höher seien als temporoparieto-okzipital, würden darauf hindeuten, dass es sich wahrscheinlich um eine mehrzeitige Blutung handle. Die höchste Dichte finde sich in den Basalganglien, so dass diese Loka
lisation als Ausgangspunkt in Frage komme. Die Lokalisation, die wahrschein
liche Mehrzeitlichkeit, die anamnestischen Faktoren (langjährige Hypertonie,
Di
abetes) und die Tatsache, dass zumindest Aspirin-Cardio täglich einge
nommen
worden sei, lasse die ätiologische Zuordnung einer primären Stammgang
lien
blutung als wahrscheinlichste Erklärung annehmen. Für die Annahme einer traumatischen Genese müssten bei der ausgedehnten Basalganglien Blutung mindestens im Bereich des Cortex und des subarachnoidalen Raumes Trauma Zeichen vorhanden sein, was nicht der Fall sei (S. 9).
Zusammenfassend lägen für eine traumatische Genese der Basalganglienblutung im Rahmen des Fahrradsturzes vom 3. Januar 2016 (richtig 7. Januar 2013) zu wenig objektvierbare Hinweise vor, um eine solche als überwiegend wahr
schein
lich einzustufen. Eine spontane Genese scheine abschliessend plausibler (S. 9 unten).
4.
4.1
Die Verwaltung als verfügende Instanz und
im Be
schwe
r
defall
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abwei
chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor
derungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachver
halts
darstel
lung, die es von allen mög
lichen Ge
schehensabläu
fen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
4.2
Dr. J._ hat sich bei seiner Beurteilung (vorstehend E. 3.4) für die Beant
wortung der Frage, ob die cerebrale Blutung beziehungsweise das intra
cerebrale Hämatom mit dem Unfallereignis vom 7. Januar 2013 in einem kau
salen Zusammenhang steht, auf die Untersuchung des Be
schwerdeführers, die neuroradiologische Beurteilung durch Prof. I._ (vgl. vorstehend E. 3.3) sowie die Vorakten gestützt. Seine Ausführungen sind für die streitigen Belange umfas
send und berücksichtigen die vom Beschwerdefüh
rer geklagten Beschwer
den in angemessener Weise. Weiter leuchtet seine Darlegung der medizini
schen Zu
sammenhänge ein und die Beurteilung der medizinischen Situation sowie seine Schlussfolgerung sind nachvollziehbar begründet. Das Gutachten von Dr. J._ sowie die neuroradiologische Beurteilung durch Prof. I._ er
füllen daher die praxisgemässen Anforderungen an den Be
weiswert eines medi
zinischen Berichts (vgl. vorstehend E. 1.4) vollum
fänglich, so dass auf die darin enthaltenen Ausführungen abgestellt werden kann.
4.3
Davon ausgehend hat Dr. J._ in nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass sich die im initialen CT vom Z._ Spital beschriebene subarachnoidale Blutung frontal rechts retrospektiv nicht bestätigen lasse, so dass eine solche als unterstützendes Kriterium einer traumatischen Genese der Basalganglienblutung nicht weiter herangezogen werden könne. Er führte weiter aus, dass eine trau
matische Ursache der Basalganglienblutung bei Fehlen anderweitiger relevanter
Verletzungen des Gehirns/Schädelkalotte wie fokale Läsionen, Subduralhäma
tom
oder Subarachnoidalhämatom und aufgrund des Unfallmechanismus als wenig plausibel einzustufen sei. Zur von Dr. D._ abgegebenen Be
urteilung, wonach aufgrund der vorliegenden vaskulären Risikofaktoren eine traumatische Ursache der Hirnblutung gegebenenfalls begünstigt worden sei, nahm Dr. J._ ausführlich Stellung und führte aus, bei diesbezüglich fehlenden Daten könne seine Annahme nicht mit letzter Sicherheit beantwortet werden. Eine wie von Dr. D._ in Betracht gezogene Begünstigung der Blutung durch vaskuläre Risikofaktoren sei somit als zwar denkbar einzustufen, in der Relevanz aber höchst fraglich und sicher nicht geeignet, die Kausalität des Stur
zes für die
Basal
ganglienblutung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit plausi
bel zu machen
. Dr. J._ stützte sich bei seiner Beurteilung vor allem auch auf die neuroradiologische Beurteilung durch Prof. I._ ab, wonach insbe
sondere auch die Aspekte der Bildgebung gegen eine traumatische Genese sprä
chen. So würden die unterschiedlichen Dichte-Intensitäten der Blutung darauf hindeuten, dass es sich wahrscheinlich um eine mehrzeitige Blutung handle. Die höchste Dichte finde sich in den Basalganglien, so dass diese Lokalisation als Ausgangs
punkt in Frage komme. Zusammenfassend kam Dr. J._ zum Schluss, dass für eine traumatische Genese der Basalganglienblutung im Rah
men des
Sturzes zu wenig objektivierbare Hinweise vorlägen. Eine spontane Genese sc
heine abschliessend plausibler.
4.4
Zusammenfassend wurde die vorliegend entscheidende Frage nach dem über
wiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von Januar 2013 und der bildgebend fest
gestellten Hirnblutung vom Gutachter Dr. J._ klar beantwortet: Er führte aus, dass die Hirnblutung nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 7. Januar 2013 steht.
Die Be
schwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht im angefochtenen Entscheid somit zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Die Kosten für das Gerichtsgutachten in der Höhe von insgesamt Fr. 5‘883.50 (Urk. 48) sind von der Beschwerdegegnerin zu tragen und somit dem Gericht
zurückzuerstatten, da dem Einspracheentscheid nicht ausreichende, da klä
rungsbedürftige, Beurteilungen zugrunde lagen, was das nunmehr vorliegende Gericht
s
guatchten erforderlich gemacht hat.
5.2
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gutachtenskosten (Urk. 17 S. 2 Ziff. 5) fallen unter den Begriff der Parteikosten im Sinne von Art. 61 lit. g des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG). Da
der Beschwerdeführer in diesem Verfahren unterliegt, hat er keinen An
spruch auf Ersatz dieser Kosten (vgl. BGE 115 V 62 E. 5c; SVR 2011 IV Nr. 13 = Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010 E. 2). Gründe für
ein ausnahmsweises Abweichen davon (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 61 lit. g
Rz 206) liegen nicht vor.