# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a045b69-f080-4b73-9485-389dcbc0698d
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 3. Januar 2019 (EE180065-E)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 13 S. 1):
1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit 4. Juni 2018 getrennt leben.
2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin rückwirkend seit 4. Juni 2018 für die Dauer der Trennung einen persönlichen Unterhalt in Höhe von CHF 7'700.00 monatlich zu bezahlen, dies jeweils vorschüssig auf den Monatsanfang.
3. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien über die Herausgabe der Möbel geeinigt haben.
4. Widersprechende Anträge des Gesuchsgegners (namentlich  und dergleichen) seien abzuweisen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des , zuzüglich Mehrwertsteuer.
des Gesuchsgegners (Urk. 15 S. 1 i.V.m. Prot. I S. 14):
1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 4. Juni 2018 getrennt leben.
2. Es sei die eheliche Liegenschaft an der C._-Strasse ..., D._, für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner samt Hausrat zur alleinigen Nutzung zuzuweisen.
3. Es seien der Gesuchstellerin keine Unterhaltsbeiträge .
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten der Gesuchstellerin.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 3. Januar 2019: (Urk. 21 S. 3 f.; Urk. 26 S. 18 f. = 29 S. 18 f.)
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien seit 4. Juni 2018 ge-
trennt leben.
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2. Die eheliche Liegenschaft an der C._-Strasse ..., D._, wird für die
Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur ausschliesslichen Be-
nützung zugewiesen.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien bezüglich der
Aufteilung des Hausrats und Mobiliars geeinigt haben.
4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab
4. Juni 2018 bis und mit 31. März 2019 monatliche Unterhaltsbeiträge von
Fr. 5'000.-- zu leisten, zahlbar je monatlich im Voraus.
Vom 1. April 2019 an ist der Gesuchsgegner für die weitere Dauer der Tren-
nung nicht mehr zu Unterhaltszahlungen an die Gesuchstellerin verpflichtet.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf Fr. 7'500.--.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung dieses Entscheids,
ermässigt sich die Gebühr auf zwei Drittel.
6. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
7. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
8. (Schriftliche Mitteilung)
9. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, ohne Stillstand)
Berufungsanträge zur Erstberufung:
des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und  (Urk. 28 S. 2): "1. Es sei Dispositiv Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids ersatzlos
aufzuheben und vorzumerken, dass der Berufungskläger der  keine Unterhaltsbeiträge schuldet.
2. Es sei in Abänderung von Dispositiv Ziffer 5 des angefochtenen Entscheids die Gerichtsgebühr auf CHF 4'000.00 herabzusetzen.
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3. Es seien in Abänderung von Dispositiv Ziffer 6 des angefochtenen Entscheids die Verfahrenskosten der Berufungsbeklagten .
4. Es sei in Abänderung von Dispositiv Ziffer 7 des angefochtenen Entscheids die Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem  für das vorinstanzliche Verfahren eine  von CHF 6'000.00 zuzüglich MWST zu bezahlen.
5. Es sei dieser Berufung bezüglich Dispositiv Ziffer 4 des  Entscheids die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der ."
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und  (Urk. 34 S. 2): "1. Die Berufung des Berufungsklägers sei vollumfänglich abzuwei-
sen. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zulas-
ten des Berufungsklägers."
Berufungsanträge zur Zweitberufung:
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und  (Urk. 37/28 S. 1 f.): "1. Ziff. 4 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben; der Gesuchsgegner
sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab 4. Juni 2018 bis und mit 31. Dezember 2019 monatliche  von CHF 5'508 zu leisten, zahlbar monatlich je im voraus.
Vom 1. Januar 2020 sei der Gesuchsgegner für die weitere Dauer der Trennung nicht mehr zu Unterhaltszahlungen an die  zu verpflichten.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des ."
des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und  (Urk. 37/36 S. 2): "Es sei die Berufung der Berufungsklägerin und Gesuchstellerin  abzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der  und Gesuchstellerin."
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien haben am tt. Juli 2017 geheiratet. Sie leben seit dem
4. Juni 2018 getrennt. Aus ihrer Ehe sind keine Kinder hervorgegangen (Urk. 1
S. 3; Urk. 13 S. 2; Urk. 15 S. 2).
2. Mit Eingabe vom 21. August 2018 machte die Gesuchstellerin, Erst-
berufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) bei der
Vorinstanz ein Eheschutzverfahren anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf
vor Vorinstanz kann dem erstinstanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 29
S. 3 f.). Am 3. Januar 2019 erliess die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene
Urteil (unbegründete Fassung, Urk. 21). Nachdem der Gesuchsgegner, Erstberu-
fungskläger und Zweitberufungsbeklagte (fortan Gesuchsgegner) rechtzeitig um
eine Begründung des Urteils ersucht hatte (Urk. 22; Urk. 23), wurde den Parteien
am 30. Januar 2019 die begründete Fassung des Urteils zugestellt (Urk. 26;
Urk. 27).
3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben beide Parteien je mit Ein-
gabe vom 8. Februar 2019 innert Frist Berufung mit den vorne zitierten Anträgen
(Urk. 27; Urk. 28; Urk. 37/28). Der Gesuchsgegner stellte gleichzeitig mit seiner
Berufung ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinsichtlich der
Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Urteils (Urk. 28 S. 2). Dieses wurde mit Ver-
fügung vom 11. Februar 2019 abgewiesen (Urk. 30). Die von beiden Parteien ein-
verlangten Kostenvorschüsse von je Fr. 4'000.– gingen innert Frist bei der Ober-
gerichtskasse ein (Urk. 31; Urk. 37/34). Mit Eingabe vom 1. April 2019 erstattete
die Gesuchstellerin ihre Erstberufungsantwort (Urk. 34). Die Zweitberufungsant-
wort des Gesuchsgegners datiert vom 5. April 2019 (Ur. 37/36). Mit Beschluss
vom 10. April 2019 wurde die Zweitberufung der Gesuchstellerin (LE190007-O)
mit dem vorliegenden Berufungsverfahren (LE190006-O) vereinigt und als
dadurch erledigt abgeschrieben (Urk. 35; Urk. 36). Gleichzeitig wurden den Par-
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teien die Berufungsantwortschriften zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 35). Wei-
tere Eingaben der Parteien folgten nicht.
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-27). Das Ver-
fahren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Prozessuale Vorbemerkungen
1.1 Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren die
eingeschränkte Untersuchungsmaxime. Im Geltungsbereich des Eheschutzver-
fahrens hat das Gericht den Sachverhalt nicht von Amtes wegen zu erforschen,
sondern lediglich festzustellen. Im Berufungsverfahren gilt aber auch im Bereich
der Untersuchungsmaxime die Rüge- bzw. Begründungsobliegenheit, was bedeu-
tet, dass die Berufung führende Partei sich sachbezogen mit dem Entscheid der
Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was
am angefochtenen Urteil oder am Verfahren vor der Vorinstanz falsch gewesen
sein soll. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er lediglich
auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist bzw. diese wieder-
holt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden gibt oder den
angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert (BGer 4A_580/2015 vom
11. April 2016, E. 2.2, m.w.H.). Was nicht in einer den gesetzlichen Begrün-
dungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der
Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. In diesem Rahmen ist insoweit auf
die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist
(BGE 134 I 83 E. 4.1).
1.2 Überdies ist zu beachten, dass gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue
Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt wer-
den, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorg-
falt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die Beru-
fungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen,
nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Al-
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les, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren
einfliessen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10, m.w.H.). Jede Partei,
welche neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten
und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte No-
ven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für deren Zulässigkeit (Steininger,
DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N 7; BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013,
E. 3.5.1, m.w.H.). Das Bundesgericht hat für Berufungsverfahren, die der einge-
schränkten Untersuchungsmaxime unterstehen, eine analoge Anwendung von
Art. 229 Abs. 3 ZPO abgelehnt und festgehalten, dass einzig die Novenregelung
gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (BGE 138 III 625 E. 2.2). Unver-
schuldet nicht vorgetragene unechte Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1
lit. a ZPO ohne Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. Berufungsantwort
vorzubringen. Nach Berufungsbegründung und -antwort können grundsätzlich nur
noch echte Noven vorgebracht werden (BGE 138 III 788 E. 4.2; BSK ZPO-
Spühler, Art. 317 N 1 ff.).
2. Ausgangslage / Gegenstand des Berufungsverfahrens
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die der Gesuchstelle-
rin geschuldeten Unterhaltsbeiträge. Nicht angefochten sind demgegenüber die
Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 des vorinstanzlichen Urteils.
2.2 Die Vorinstanz verpflichtete den Gesuchsgegner zur Leistung monat-
licher Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstellerin in der Höhe von Fr. 5'000.– mit
Wirkung ab 4. Juni 2018 bis und mit 31. März 2019. Sie erwog dabei im Wesentli-
chen, dass auch im Falle eines kurzen ehelichen Zusammenlebens nicht leichthin
an die vorehelichen Verhältnisse angeknüpft werden dürfe (Urk. 29 E. 3.4.1,
S. 9 f.). Zwar könne der Gesuchstellerin entsprechend der Verständigung der Par-
teien über ihre Beiträge zu ihren Lebenshaltungskosten durchaus eine Erwerbstä-
tigkeit zugemutet werden, zumal sie immer erwerbstätig gewesen sei. Bis zum
Februar 2018 habe die Gesuchstellerin als angestellte Immobilienvermarkterin
gearbeitet und monatlich Fr. 7'888.– verdient. Allerdings habe sie während unge-
trennter Ehe ein Einzelunternehmen gegründet und damit den Schritt zur Selb-
ständigkeit gewagt. Während des Aufbaus des Geschäfts sei es der Gesuchstel-
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lerin nicht möglich gewesen, sich gleichzeitig als angestellte Immobilienvermark-
terin oder -maklerin zu betätigen. Ebensowenig könne ihr die Aufnahme einer
Aushilfstätigkeit zugemutet werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien
erforderten keine derartigen Anstrengungen. Vielmehr sei der Gesuchsgegner
aufgrund der ehelichen Beistandspflicht gemäss Art. 159 und Art. 163 ZGB ver-
pflichtet, die Gesuchstellerin bei der Umsetzung des von ihm mitgetragenen Ent-
schlusses betreffend Selbständigkeit in der Anfangsphase zu unterstützen und ihr
für eine befristete Dauer die erforderlichen angemessenen Unterhaltsbeiträge zu
leisten (Urk. 29 E. 3.4.5, S. 15 f.).
2.3 Die Gesuchstellerin verlangt mit ihrer Berufung die Erhöhung der vor-
instanzlich zugesprochenen Unterhaltsbeiträge auf Fr. 5'508.– pro Monat sowie
die Ausdehnung der Dauer der Leistungspflicht bis und mit 31. Dezember 2019
(Urk. 37/38 S. 1 f.). Sie ist der Ansicht, die Vorinstanz habe zu Recht die zweistu-
fige Unterhaltsberechnungsmethode angewandt. Zu beanstanden sei aber, dass
die Vorinstanz den Freibetrag im Ergebnis nicht hälftig aufgeteilt habe, sondern
diesbezüglich noch vermögensbildende Positionen – insbesondere Darlehens-
rückzahlungen des Gesuchsgegners – und damit letztlich eine Sparquote berück-
sichtigt habe, obwohl die trennungsbedingten Mehrkosten die Sparquote bei Wei-
tem übersteigen würden. Der entsprechende Abzug von Fr. 508.– pro Monat,
welchen die Vorinstanz vom errechneten Unterhaltsbeitrag gemacht habe, sei
nicht statthaft und im Berufungsverfahren zu korrigieren. Ausserdem sei die
Übergangsfrist noch bis Ende 2019 auszudehnen, da die Gesuchstellerin aus ih-
rer selbständigen Erwerbstätigkeit aktenkundig bis heute nichts verdiene
(Urk. 37/28 S. 4 ff.).
2.4 Der Gesuchsgegner ist demgegenüber der Ansicht, dass vorliegend
gar keine Unterhaltsbeiträge geschuldet seien. Im Einzelnen beanstandet er mit
seiner Berufung die von der Vorinstanz gewählte Berechnungsmethode, die Posi-
tionen Wohnkosten, Darlehensrückzahlungen und Steuern in seinem Bedarf, die
Berücksichtigung des Bonus bei seinem Einkommen sowie die vorinstanzliche
Schlussfolgerung, die Gesuchstellerin erziele aktuell noch kein Einkommen aus
ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit (Urk. 28 S. 4 ff.).
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3. Unterhaltsanspruch / Berechnungsmethode
3.1 Die Vorinstanz erwog mit Bezug auf die Wahl der Berechnungsme-
thode, dass die sog. zweistufige Methode erfahrungsgemäss – zumindest im Sin-
ne einer Kontrollrechnung – selbst dann angebracht sei, wenn gute bis sehr gute
wirtschaftliche Verhältnisse vorlägen. Einer unterschiedlichen Leistungsfähigkeit –
die beim leistungsfähigeren Ehegatten eine besondere Sparquote zur Folge habe,
an welcher der andere Ehegatte nicht partizipiere – könne in solchen Fällen bei
einer angemessenen Aufteilung des Freibetrages Rechnung getragen werden. Im
vorliegenden Verfahren hätten die Parteien grundsätzlich übereinstimmend die
zweistufige Methode angewandt (mit Verweis auf Urk. 1 S. 7; Urk. 13 S. 7; Urk. 15
S. 2 ff.; Prot. I. S. 6). Dies sei auch durchaus sinnvoll (Urk. 29 E. 3.4.2, S. 10).
3.2 Der Gesuchsgegner macht zusammengefasst geltend, die Vorinstanz
habe sich mit den vorliegenden Besonderheiten – insbesondere mit dem Um-
stand, dass die Gesuchstellerin selbst massgebend zu dem von ihr geltend ge-
machten Lebensstandard beigetragen habe – nicht auseinandergesetzt. Die An-
wendung der zweistufigen Berechnungsmethode sei vorliegend nicht angebracht,
weil damit dem Gesuchsgegner die Finanzierung eines Lebensstandards über-
bunden werde, für dessen Kosten er gar nie aufgekommen sei. Die Gesuchstelle-
rin sei während acht Monaten des ehelichen Zusammenlebens im Angestellten-
verhältnis tätig gewesen und habe ein gutes Einkommen erzielt. Sie sei diejenige
gewesen, welche den Lebensstandard der Parteien massgeblich finanziert und
den Gesuchsgegener finanziell unterstützt habe. Bei dieser Ausgangslage sei un-
ergründlich, weshalb nun plötzlich der Gesuchsgegner für den Lebensstandard
der Gesuchstellerin aufzukommen habe, nachdem diese sowohl ihr Einkommen
als auch den damit verbundenen Lebensstandard mit der Aufgabe ihrer Arbeits-
stelle selber und freiwillig reduziert habe. Falsch sei auch, dass die Vorinstanz ih-
rem Entscheid denjenigen Lebensstandard zugrunde gelegt habe, welchen die
Parteien gehabt hätten, als die Gesuchstellerin noch im Angestelltenverhältnis
gewesen sei. Abzustellen sei vielmehr auf denjenigen Standard, den die Parteien
in den letzten drei Monaten vor Aufnahme des Getrenntlebens bzw. seit Aufnah-
me der selbständigen Erwerbstätigkeit durch die Gesuchstellerin gehabt hätten.
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Bei den vorliegenden Verhältnissen sei praxisgemäss die einstufige Unterhaltsbe-
rechnung anzuwenden, wofür der Gesuchsgegner bereits anlässlich der Ehe-
schutzverhandlung plädiert habe (mit Verweis auf Urk. 15 S. 14). Zwar habe die
Vorinstanz richtig erkannt, dass während des ehelichen Zusammenlebens eine
Sparquote bestanden habe, welche durch die trennungsbedingten Mehrkosten
nicht aufgebraucht werde. Verfehlt sei aber die Berücksichtigung der Sparquote
im Rahmen der Aufteilung des Freibetrages, zumal gerade nicht zweistufig ge-
rechnet werden dürfe. Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz die zweistufige Be-
rechnungsmethode angewandt habe, nur weil die anwaltlich vertretene Gesuch-
stellerin es unterlassen habe, ihren massgeblichen Bedarf zu substantiieren
(Urk. 28 S. 5 ff.).
Zuletzt hält der Gesuchsgegner mit Bezug auf die Berechnungsmethode
fest, dass "solche Mischrechnungen" zwar regelmässig nicht zu einem befriedi-
gendem Resultat führten, die Wahl der Berechnungsmethode aber der Parteidis-
position entzogen sei, weshalb auch der Gesuchsgegner im Folgenden an dieser
Berechnungsmethode anknüpfe (Urk. 28 S. 7).
3.3 Der Auffassung des Gesuchsgegners, die Vorinstanz habe sich mit
den besonderen Gegebenheiten des vorliegenden Falls nicht auseinandergesetzt,
kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat den Unterhaltsanspruch der Ge-
suchstellerin gestützt auf Art. 163 ZGB bejaht, mit der Begründung, jeder Ehegat-
te müsse sich auf seine einmal zum Ausdruck gebrachte Zustimmung zu wesent-
lichen Entscheiden betreffend die eheliche Rollenverteilung, die Arbeit und die
Lebensführung behaften lassen (Urk. 29 E. 3.4.1, S. 9). Der Gesuchsgegner
machte vor Vorinstanz zwar geltend, er sei der Idee der Gesuchstellerin betref-
fend Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit skeptisch gegenübergestan-
den (Urk. 15 S. 15). Dass er der Gesuchstellerin aber – wie diese vorinstanzlich
ausführte (vgl. Urk. 13 S. 4) – Ratschläge gegeben, ihr beim Business Plan gehol-
fen, den Text auf der Website überarbeitet und Tipps für die EDV gegeben habe,
stellte der Gesuchsgegner alsdann nicht in Abrede (vgl. Urk. 15; Prot. I S. 5 f. und
S. 14). Insofern hat die Vorinstanz zu Recht darauf geschlossen, dass der Ge-
suchsgegner nicht gegen den Entscheid der Gesuchstellerin zur Aufnahme einer
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selbständigen Erwerbstätigkeit opponiert, sondern diese dabei unterstützt hat und
sich daher mit Bezug auf seine eheliche Beistands- resp. Unterhaltspflicht nun-
mehr auf diese zum Ausdruck gebrachte Zustimmung behaften lassen muss.
Auch durfte die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage offenlassen, wer während
des ehelichen Zusammenlebens resp. zur Zeit, als die Gesuchstellerin noch im
Angestelltenverhältnis tätig war, in welchem Umfang für die Kosten der Gemein-
schaft aufgekommen ist, zumal diese Umstände bei der gegebenen Konstellation
nicht massgebend sind. Da die Gesuchstellerin – wie gesehen – darauf vertrauen
durfte, während des Aufbaus ihrer Selbständigkeit durch den Gesuchsgegner fi-
nanziell unterstützt zu werden, erweisen sich die diesbezüglichen Rügen des Ge-
suchsgegners als unbegründet. Überdies bleibt unklar, was der Gesuchsgegner
mit dem Vorbringen, die Vorinstanz hätte auf den Lebensstandard abstellen müs-
sen, welchen die Parteien seit der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit
durch die Gesuchstellerin gehabt hätten, zu seinen Gunsten ableiten will. So un-
terlässt er es, aufzuzeigen, inwiefern sich der Lebensstandard der Parteien mit
der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit durch die Gesuchstellerin konk-
ret verändert haben soll. Aus demselben Grund verfängt auch die – bloss allge-
mein gehaltene – Kritik des Gesuchsgegners an der vorinstanzlichen Wahl der
Berechnungsmethode nicht.
3.4 Alles in allem ist damit weder zu beanstanden, dass die Vorinstanz
gestützt auf Art. 163 ZGB den Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin bejahte,
noch dass sie diesen in Anwendung der zweistufigen Methode berechnete.
4. Bedarf des Gesuchsgegners
4.1 Wohnkosten
4.1.1 Die Vorinstanz berücksichtigte auf Seiten des Gesuchsgegners unter
dem Titel Wohnkosten die belegten Hypothekarzinsen von monatlich Fr. 550.–,
die Pflichtamortisation von Fr. 731.– pro Monat, die Unterhaltskosten der im Son-
derrecht stehenden Wohnung von Fr. 100.– pro Monat sowie "eine Akontozah-
lung an die Stockwerkeigentümergemeinschaft" von Fr. 354.– pro Monat. Insge-
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samt wurden die monatlichen Wohnkosten des Gesuchsgegners damit auf
Fr. 1'735.– beziffert (Urk. 29 E. 3.4.3, S. 11 f.).
4.1.2 Der Gesuchsgegner akzeptiert diese Berechnung mit Ausnahme der
Position für die Heiz- und Nebenkosten im Betrag von Fr. 354.– pro Monat. Dies-
bezüglich macht er geltend, er habe – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – eine
Heiz- und Nebenkostenabrechnung zu den Akten gereicht, welche belege, dass
die Akontozahlungen an die Stockwerkeigentümergemeinschaft die effektiven
Kosten nicht deckten. Entsprechend seien monatlich Fr. 387.– für die Kosten der
Stockwerkeigentümergemeinschaft zu berücksichtigen, womit sich die gesamten
Wohnkosten des Gesuchsgegners auf monatlich Fr. 1'768.– beliefen (Urk. 28 S. 7
mit Verweis auf Urk. 12/5).
4.1.3 Die Gesuchstellerin ist demgegenüber der Ansicht, der vorinstanzlich
angerechnete Betrag sei nicht zu beanstanden (Urk. 34 Rz 22, S. 5).
4.1.4 Gemäss der im Recht liegenden Heiz- und Nebenkostenabrechnung
vom 7. Mai 2018 beliefen sich die Heiz- und Nebenkosten der ehelichen Woh-
nung in der Belastungsperiode vom 1. Juni bis 31. Dezember 2017 auf
Fr. 2'322.20 (Urk. 12/5). Dies entspricht einem Betrag von rund Fr. 332.– pro Mo-
nat und nicht – wie der Gesuchsgegner annimmt – Fr. 387.– pro Monat. Demge-
mäss weicht der in dieser Belastungsperiode effektiv geschuldete Betrag lediglich
im Umfang von Fr. 12.– pro Monat vom monatlichen Akontobetrag ab (Fr. 960.–
geteilt durch 3 Monate ergibt Fr. 320.– pro Monat). Aufgrund dieser bloss margi-
nalen Differenz ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung, der Gesuchsgegner habe
nicht glaubhaft gemacht, dass höhere Kosten anfielen, nicht zu beanstanden. Es
bleibt daher beim vorinstanzlich angerechneten Betrag von Fr. 354.– pro Monat
und mithin bei Gesamtwohnkosten von Fr. 1'735.– pro Monat.
4.2 Darlehensrückzahlungen
4.2.1 Mit Bezug auf die vom Gesuchsgegner geltend gemachten Rückzah-
lungsraten von Fr. 2'000.– pro Monat erwog die Vorinstanz, dass es sich dabei
um vermögensbildende Zahlungen handle, welche nicht aus einer vertraglichen
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Verpflichtung resultierten. Die Rückzahlung von nicht grundpfandrechtlich abgesi-
cherten Darlehen gehöre deshalb nicht in die Bedarfsrechnung, selbst wenn diese
zur Finanzierung des Erwerbs oder des Ausbaus der Eigentumswohnung aufge-
nommen worden sein sollten (Urk. 29 E. 3.4.3, S. 12).
4.2.2 Der Gesuchsgegner macht mit Verweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung geltend, Darlehensschulden seien im Bedarf zu berücksichtigen,
sofern es sich um gemeinsame Schulden handle oder solche, die den Lebensun-
terhalt beider Ehegatten beträfen oder betroffen hätten, und schon vor Aufhebung
des gemeinsamen Haushaltes regelmässig Zahlungen zur Schuldentilgung vor-
genommen worden seien. Vorliegend sei unbestritten, dass er zur Finanzierung
der ehelichen Liegenschaft bei seiner Mutter ein Darlehen in der Höhe von
Fr. 80'000.– aufgenommen habe. Der entsprechende Darlehensvertrag liege bei
den Akten. Da beide Parteien in der ehelichen Liegenschaft gewohnt hätten,
handle es sich zudem um Schulden, die den Lebensunterhalt beider Parteien be-
troffen hätten. Dass er die Rückzahlungsraten von Fr. 2'000.– jeden Monat geleis-
tet habe, gehe ferner aus den eingereichten Kontoauszügen der Monate Oktober
2017 bis Juni 2018 hervor. Auch sei nicht bestritten worden, dass er die entspre-
chenden Ratenzahlungen geleistet habe. Die Darlehensrückzahlung vermindere
die Schulden des Gesuchsgegners, womit Vermögen gebildet werde, an welchem
die Gesuchstellerin im Rahmen der späteren güterrechtlichen Auseinanderset-
zung im Sinne einer Ersatzforderung der Errungenschaft des Gesuchsgegners
gegenüber seinem Eigengut partizipiere. Demgemäss seien die regelmässig ge-
leisteten Tilgungsraten – genauso wie die vorinstanzlich angerechneten Amortisa-
tionszahlungen – in seinem Bedarf zu berücksichtigen (Urk. 28 S. 8).
4.2.3 Darauf entgegnet die Gesuchstellerin, die Darlehensschuld sei keine
gemeinsame Schuld, zumal diese unbestrittenermassen für den Kauf der im Al-
leineigentum des Gesuchsgegners stehenden Liegenschaft begründet worden
sei. Dass die Parteien gemeinsam in der ehelichen Liegenschaft gewohnt hätten,
ändere daran nichts. Insbesondere könne daraus nicht abgeleitet werden, dass es
sich um eine Schuld handle, die den Lebensunterhalt beider Parteien beträfe. Zu
berücksichtigen sei ferner, dass weder der Darlehensvertrag noch die Ratenzah-
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lungen in der Steuererklärung des Gesuchsgegners aufgeführt seien. Dass der
Gesuchsgegner seiner Mutter monatlich Fr. 2'500.– zurückzahlen müsse, werde
bestritten. Der im Recht liegende Darlehensvertrag sei offenbar einzig für das Ge-
richtsverfahren entworfen worden. Überdies habe der Gesuchsgegner die angeb-
liche Schuld auch nicht bereits vor Aufhebung des gemeinsamen Haushalts re-
gelmässig abbezahlt. Bankbelege für die behauptete monatliche Überweisung seit
Januar 2016 habe der Gesuchsgegner nicht eingereicht, obwohl er für die regel-
mässige Abzahlung vor Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes beweispflichtig
sei. Im Übrigen wären die Abzahlungen vermögensbildend und auch deshalb
nicht im Bedarf des Gesuchsgegners zu berücksichtigen (Urk. 34 S. 6).
4.2.4 Hat der unterhaltspflichtige Ehegatte neben der Unterhaltspflicht an-
deren Schuldverpflichtungen nachzukommen, gebieten die Interessen des Unter-
haltsgläubigers, diese nur zurückhaltend in der Bedarfsrechnung des Unterhalts-
schuldners zu berücksichtigen. Andernfalls hätte der Unterhaltspflichtige es in der
Hand, durch Eingehung von Drittschulden seine Leistungsfähigkeit zulasten des
unterhaltsbedürftigen Ehegatten zu mindern (BGE 127 III 289 E. 2a/bb). Zum Be-
darf hinzuzurechnen sind daher grundsätzlich nur diejenigen regelmässig abbe-
zahlten Schulden, welche die Ehegatten für den gemeinsamen Lebensunterhalt
aufgenommen haben, nicht dagegen persönliche, nur einen Ehegatten treffende
Schulden gegenüber Dritten. Letztere können stattdessen nach Ermessen des
Sachgerichts im Rahmen einer allfälligen Überschussaufteilung berücksichtigt
werden. Massgebend für die Berücksichtigung von Schulden im Notbedarf der
Ehegatten ist nicht der Zeitpunkt der Entstehung oder Fälligkeit der Schuld. Eben-
so wenig kommt es darauf an, ob ein Ehegatte seine Schulden in guten Treuen
abzahlt. Entscheidend ist vielmehr einzig, dass die aufgenommene Schuld nicht
bloss einem Ehegatten dient, sondern für den Unterhalt beider Ehegatten einge-
setzt wurde (BGer 5A_923/2012 vom 15. März 2013, E. 3.1; 5A_131/2007 vom
8. Juni 2007, E. 2.2).
4.2.5 Vorliegend hat der Gesuchsgegner die eheliche Liegenschaft unbe-
strittenermassen vorehelich als Alleineigentümer erworben. An deren Finanzie-
rung war die Gesuchstellerin lediglich im Umfang von Fr. 50'000.– durch Gewäh-
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rung eines Darlehens aus ihrem vorehelich Ersparten beteiligt (Urk. 1 S. 4;
Urk. 2/2; Urk. 13 S. 5; Urk. 15 S. 6 ff.). Demgemäss ist die Liegenschaft güter-
rechtlich dem Eigengut des Gesuchsgegners zuzuordnen. Da eine Schuld dieje-
nige Vermögensmasse belastet, mit welcher sie sachlich zusammenhängt
(Art. 209 Abs. 2 ZGB), stellt die Darlehensschuld des Gesuchsgegners gegenüber
seiner Mutter im Betrag von Fr. 80'000.– eine Eigengutsschuld des Gesuchsgeg-
ners dar. Wenn die behaupteten Darlehensraten im Bedarf des Gesuchsgegners
berücksichtigt würden, wären diese Abzahlungen der Eigengutsschuld aus Errun-
genschaftsmitteln bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung als variable Er-
satzforderung der Errungenschaft zu berücksichtigen (Art. 209 Abs. 3 ZGB), zu-
mal mit dem Eheschutzurteil keine Gütertrennung angeordnet wurde (vgl. Urk. 29
S. 18 f.). Daraus alleine kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Eingehung
der Darlehensschuld resp. deren Rückzahlung den Interessen beider Ehegatten
gleichermassen dient. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass die eingegangene
Darlehensverpflichtung resp. die Begleichung dieser Schuld seit dem Auszug der
Gesuchstellerin aus der fraglichen Liegenschaft hauptsächlich im Interesse des
Gesuchsgegners liegt. Diesen Interessen des Gesuchsgegners hat die Vorinstanz
bereits genügend Rechnung getragen, indem sie die Pflichtamortisation gegen-
über der Hypothekarbank von Fr. 731.– pro Monat in seinem Bedarf anrechnete
(vgl. Urk. 29 E. 3.4.3, S. 11 f.). Bei der gegebenen Ausgangslage kann es nicht
angehen, die Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners durch Berücksichtigung
weiterer Abzahlungsraten im Betrag von Fr. 2'000.– pro Monat zu Lasten der Ge-
suchstellerin zu schmälern. Vielmehr sind die Darlehensrückzahlungen – wie
noch zu zeigen sein wird (vgl. unten E. II/8.4) – bei der Unterhaltsberechnung im
Rahmen der Freibetragsaufteilung zu berücksichtigen. Insofern ist im Ergebnis
nicht zu beanstanden, dass die geltend gemachten Darlehensrückzahlungen kei-
nen Eingang in die vorinstanzliche Bedarfsberechnung gefunden haben.
4.3 Steuern
4.3.1 Die Vorinstanz berücksichtigte auf Seiten des Gesuchsgegners – an-
statt der von diesem geltend gemachten Fr. 3'000.– pro Monat – eine Steuerlast
von Fr. 2'000.– pro Monat. Sie erwog dazu, dass die Steuerbelastung des Ge-
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suchsgegners gemäss den im Recht liegenden Steuerrechnungen für das Jahr
2016 Fr. 2'418.– betragen habe. Bereits damals habe der Gesuchsgegner die Un-
terhaltsbeiträge an die geschiedene (frühere) Ehefrau und seine Kinder in Abzug
bringen können. Unter Berücksichtigung der zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge
an die Gesuchstellerin von Fr. 5'000.– pro Monat könne er jährlich weitere
Fr. 60'000.– vom Einkommen abziehen. Zwar komme neu noch der Eigenmiet-
wert der Wohnung hinzu, welcher sich auf Fr. 20'400.– pro Jahr belaufe, dafür
könnten aber wiederum die Unterhaltskosten und die Zinsen der neu hinzuge-
kommenen Schulden abgezogen werden. Die Steuerlast werde daher tiefer aus-
fallen als noch im Jahr 2016. Für die Dauer der Unterhaltspflicht gegenüber der
Gesuchstellerin sei demnach mit einer Steuerlast von höchstens Fr. 2'000.– pro
Monat zu rechnen (Urk. 29 E. 3.4.3, S. 13 f.).
4.3.2 Mit diesen Erwägungen der Vorinstanz setzt sich der Gesuchsgegner
in seiner Berufungsschrift nicht auseinander. Er hält lediglich fest, dass die Steu-
erlast massgeblich von der Höhe der allenfalls zu leistenden Unterhaltsbeiträge
abhänge, und schlussfolgert alsdann aus seiner Ansicht, dass die vorinstanzlich
festgesetzten Unterhaltsbeiträge nicht geschuldet seien, die Festsetzung der
Steuerlast des Gesuchsgegners auf monatlich Fr. 2'000.– sei falsch. Stattdessen
sei mit monatlichen Steuern von Fr. 3'000.– zu rechnen (Urk. 28 S. 8 mit Verweis
auf die Ausführungen in Urk. 15 S. 10). Mit diesen Ausführungen genügt der Ge-
suchsgegner den Begründungsanforderungen nicht (siehe vorstehend E. II./1.1),
weshalb sich Weiterungen erübrigen.
4.4 Zusammenfassung
Nach dem Gesagten sind sämtliche Beanstandungen des Gesuchsgegners
an der vorinstanzlichen Bedarfsberechnung unbegründet. Mithin ist auf Seiten des
Gesuchsgegners mit einem Gesamtbedarf von Fr. 10'010.– zu rechnen (vgl.
Urk. 29 E. 3.4.3, S. 11).
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5. Bedarf der Gesuchstellerin
Der vorinstanzlich errechnete Gesamtbedarf der Gesuchstellerin von
Fr. 4'806.– pro Monat blieb im Berufungsverfahren unangefochten (vgl. Urk. 28
S. 9; Urk. 37/28 S. 4 ff.). Da er sich überdies auch als angemessen erweist, hat es
damit sein Bewenden.
6. Einkommen des Gesuchsgegeners
6.1 Die Vorinstanz rechnete auf Seiten des Gesuchsgegners mit einem
monatlichen Gesamteinkommen von netto Fr. 17'500.–. Dieses setze sich zu-
sammen aus dem monatlichen Verdienst von netto Fr. 15'500.– inkl. 13. Monats-
lohn und dem Bonus, der dem Gesuchsgegner jeweils im Februar eines jeden
Jahres ausgerichtet werde. Nicht als Lohnbestandteil aufzurechnen sei demge-
genüber die pauschale Spesenentschädigung von Fr. 1'200.– pro Monat, zumal
diese zur Deckung tatsächlicher Spesen erforderlich sei. Unter Einbezug des Bo-
nus habe der Gesuchsgegner im Jahr 2016 Fr. 207'880.– netto, d.h. Fr. 17'323.–
pro Monat verdient. Im Jahr 2017 seien es Fr. 210'163.– netto, d.h. Fr. 17'514.–
pro Monat gewesen. Im Januar 2018 sei dem Gesuchsgegner für das Jahr 2017
eine Extra-Gratifikation von Fr. 25'264.20 netto ausbezahlt worden. Dieser Bonus
übersteige den Bonus des Vorjahres deutlich. Auch wenn der Bonus variabel sei
und vom Geschäftsergebnis abhänge, könne von einem Monatseinkommen von
netto Fr. 17'500.– ausgegangen werden (Urk. 29 E. 3.4.4, S. 14).
6.2 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, es sei lediglich mit einem Netto-
einkommen von Fr. 15'500.– pro Monat zu rechnen. Die Ausführungen der Vorin-
stanz zum Bonus seien unzutreffend. Er habe im Rahmen der Eheschutzverhand-
lung ausgeführt, dass er jeweils im Februar eines jeden Jahres einen Bonus er-
halte, welcher vom Geschäftsergebnis abhängig sei. Der Auszahlungszeitpunkt
der Boni sei nicht bestritten worden. Die Vorinstanz habe indes nicht berücksich-
tigt, dass der Bonus des Jahres 2017 von brutto Fr. 21'255.– ausbezahlt worden
sei, bevor die Parteien am tt. Juli 2017 geheiratet hätten. Dieser Bonus sei für die
Mehrkosten der ehelichen Liegenschaft aufgewendet worden, wofür der Ge-
suchsgegner diverse Schlussrechnungen betreffend Mehrkosten der ehelichen
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Liegenschaft ins Recht gelegt und die persönliche Befragung angeboten habe.
Die Vorinstanz habe das angebotene Beweismittel der Parteibefragung nicht ab-
genommen. Die Gesuchstellerin habe vorinstanzlich ausgeführt, der Bonus sei
zwar vorehelich gewesen und vor der Heirat auf dem Bankkonto des Gesuchs-
gegners eingetroffen, aber erst später verbraucht worden. Zu den diversen Rech-
nungen betreffend Mehrkosten der ehelichen Liegenschaft habe sie sich nicht ge-
äussert. Allerdings sei es "unglaubwürdig", sich auf den Standpunkt zu stellen,
der Gesuchsgegner hätte zur Finanzierung der ehelichen Liegenschaft nicht über
genügend finanzielle Mittel verfügt, und gleichzeitig zu behaupten, der Bonus sei
zwar vor der Ehe beim Gesuchsgegner eingegangen, aber erst später verbraucht
worden. Entsprechend sei der Ausführung des Gesuchsgegners zu folgen, wo-
nach der Bonus des Jahres 2017 bereits vor dem Eheschluss aufgebraucht wor-
den sei und damit nicht als Beitrag an das eheliche Zusammenleben qualifiziert
werden könne (Urk. 28 S. 9 f.).
Gleich verhalte es sich mit dem Bonus des Jahres 2018 über Fr. 25'264.20
netto. Dieser sei dem Gesuchsgegner im Februar 2018 ausbezahlt worden und
unbestrittenermassen für eine USA-Reise aufgewendet worden, welche der Ge-
suchsgegner mit seinen Kindern und ohne die Gesuchstellerin im Juli 2018, d.h.
nach der Trennung, unternommen habe. Entsprechend sei auch dieser Bonus
nicht für das eheliche Zusammenleben verwendet worden (Urk. 28 S. 10).
Nachdem feststehe, dass die Bonuszahlungen des Gesuchsgegners nicht
zur Finanzierung des ehelichen Lebensstandards aufgewendet worden und somit
zur sogenannten Sparquote zu zählen seien, sei unergründlich, warum die Vorin-
stanz dem Gesuchsgegner monatliche Bonuszahlungen von Fr. 2'000.– an das
Einkommen angerechnet habe. Unter Anwendung der zweistufigen Berech-
nungsmethode führe dies zu einem falschen Ergebnis, zumal die Gesuchstellerin
lediglich Anspruch auf Fortführung des zuletzt gelebten Standards habe. Entspre-
chend seien die Bonuszahlungen nicht als Einkommen des Gesuchsgegner zu
berücksichtigen. Sofern diese dennoch zum Einkommen hinzugerechnet würden,
wäre im Rahmen der Freibetragsaufteilung auf Seiten des Gesuchsgegners eine
Sparquote in derselben Höhe zu berücksichtigen (Urk. 28 S. 10 f.).
- 19 -
6.3 Die Gesuchstellerin verweist betreffend Anrechnung des Bonus auf
die Ausführungen der Vorinstanz. Zudem hält sie fest, dass der Bonus nicht Teil
der Sparquote des Gesuchsgegners sei, andernfalls dieser noch vorhanden wäre.
Der Gesuchsgegner habe insbesondere nicht dargelegt, inwiefern er den Bonus
2017 in die Mehrkosten der ehelichen Liegenschaft investiert habe. Dazu habe er
ja gerade das Darlehen der Gesuchstellerin erhalten. Selbstverständlich würden
die von ihm eingereichten Schlussrechnungen zu den Liegenschaftsaufwendun-
gen keinen Beweis dafür bilden, dass er diese mit dem Bonus bezahlt habe. So
fehle es dabei am Nachweis des Zahlungsflusses. Dasselbe gelte auch für die Fe-
rien mit den Kindern. Diese habe der Gesuchsgegner während des Zusammenle-
bens der Parteien gemacht. Die Ferien hätten zum Lebensstandard der Parteien
gehört: Beide Parteien hätten gemeinsam und getrennt voneinander kostspielige
Ferien verbracht, womit diese Bestandteil des Lebensstandards beider Ehegatten
seien. Die Gesuchstellerin habe Anspruch auf Fortführung des Lebensstandards.
Im Gegensatz zur Zeit ihrer Anstellung verfüge sie seit ihrer selbständigen Er-
werbstätigkeit über "praktisch kein Einkommen". Entsprechend sei zur Beibehal-
tung des ehelichen Lebensstandards auch auf den Bonus des Gesuchsgegners
zurückzugreifen. Eine Sparquote sei – entgegen der Behauptung des Gesuchs-
gegners – nicht zu berücksichtigen (Urk. 34 S. 7).
6.4 Als Einkommen gelten alle regelmässig wiederkehrenden Einkünfte.
Beim Arbeitnehmer ist das der Nettolohn mit allen Zulagen, wie 13. Monatslohn,
Gratifikationen und Erfolgsbeteiligungen oder Spesen, soweit diese versteckten
Lohn darstellen (FamKomm Scheidung/Vetterli, Art. 176 N 32; Hausheer/Spycher,
Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010, Rz 01.31). In der Regel wird bei
der Bestimmung des Einkommens vom tatsächlich Vorhandenen ausgegangen.
Einkommensschwankungen sind durch die Wahl einer genügend langen Ver-
gleichsperiode aufzufangen; zudem sind auch sich abzeichnende zukünftige Ent-
wicklungen nach Möglichkeit miteinzubeziehen. Der Umfang der Abklärungen ist
allerdings immer von der Art des laufenden Verfahrens (Summarium - Ordinari-
um) abhängig (Hausheer/Sypcher, a.a.O., Rz 01.34 und Rz 01.49). Eine Nichtan-
rechnung von tatsächlichem Einkommen ist nur für den Fall vorgesehen, dass
- 20 -
sich eine Partei einer übermässigen und unzumutbaren Arbeitsbelastung aussetzt
(Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz 01.50 f. und Rz 01.73).
Damit ist bereits gesagt, dass für die Unterhaltsberechnung nicht bloss der
ordentliche, unter Einbezug des 13. Monatslohns errechnete Verdienst des Ge-
suchsgegners, sondern auch die jährlich ausbezahlten Gratifikationen und Er-
folgsbeteiligungen zu berücksichtigen sind. Diese beliefen sich im Jahr 2016 auf
brutto Fr. 31'000.– (Urk. 12/1), im Jahr 2017 auf brutto Fr. 21'255.– (Urk. 12/2)
und im Jahr 2018 auf brutto Fr. 26'770.– (Fr. 26'250.– Extra-Gratifikation und
Fr. 520.– Erfolgsbeteiligung, vgl. Urk. 17/3). Mithin erhielt der Gesuchsgegner in
den letzten drei Jahren Gratifikationen und Erfolgsbeteiligungen von durchschnitt-
lich Fr. 2'195.– brutto pro Monat, was unter Berücksichtigung der Sozialabzüge
von gesamthaft 8.19 % (vgl. Urk. 12/3; Urk. 17/3) einem Nettobetrag von
Fr. 2'015.– pro Monat entspricht. Diese tatsächlich erzielten Einkommensbestand-
teile sind dem Gesuchsgegner als Einkommen anzurechnen, und zwar unabhän-
gig davon, wofür sie verwendet wurden. Mithin bezifferte die Vorinstanz das Net-
toeinkommen des Gesuchsgegners zu Recht auf rund Fr. 17'500.– pro Monat.
Auch soweit der Gesuchsgegner vorbringt, die Bonuszahlungen seien als
Sparquote zu berücksichtigen, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Berücksichti-
gung einer Sparquote im Rahmen der Freibetragsaufteilung dient der Begrenzung
des Unterhaltsanspruchs: Die Sparquote wird dem unterhaltspflichtigen Ehegatten
belassen und nur der verbleibende Rest des Überschusses wird hälftig geteilt.
Dieses Vorgehen rechtfertigt sich in Fällen, in welchen sich aus der hälftigen Tei-
lung des Überschusses eine Vermögensumverteilung ergibt, indem dem unter-
haltsberechtigten Ehegatten mehr Mittel zufliessen, als er zur Finanzierung des
gebührenden Bedarfs benötigt. Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet
der unmittelbar vor der Trennung gelebte eheliche Standard (Bähler, Unterhalts-
berechnungen – von der Methode zu den Franken, in: FamPra.ch 2015, S. 283
ff.). Eine Sparquote darf jedoch nur berücksichtigt werden, wenn derjenige, der
sie behauptet, sie auch nachweist oder zumindest glaubhaft macht (Haus-
heer/Spycher, a.a.O., Rz 02.65d).
- 21 -
Vorliegend will der Gesuchsgegner eine solche Sparquote geltend machen,
indem er behauptet, die Boni 2017 und 2018 seien nicht für das eheliche Zusam-
menleben verwendet, sondern andersweitig – zur Finanzierung der Mehrkosten
der ehelichen Liegenschaft und einer USA-Reise ohne die Gesuchstellerin – ver-
braucht worden. Selbst wenn der Gesuchsgegner den Bonus 2017 in den Erwerb
der ehelichen Liegenschaft investiert hätte, hätte er damit gerade einen Beitrag an
das eheliche Zusammenleben geleistet. So haben die Parteien diese Liegen-
schaft bis zu ihrer Trennung gemeinsam bewohnt, womit sie zum ehelichen Le-
bensstandard gehörte. Entsprechend hätte auch die Gesuchstellerin in gewisser
Weise an der Investition des Bonus 2017 partizipiert. Mit Bezug auf die USA-
Reise blieb vor Vorinstanz ferner unbestritten, dass die Gesuchstellerin an dieser
vom Bonus 2018 finanzierten Reise nach den ursprünglichen Plänen der Parteien
eigentlich auch teilgenommen hätte, die Reise alsdann aber in Folge der Tren-
nung der Parteien nicht angetreten hat (vgl. Prot. I S. 10 und S. 14). Insofern
weist die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren zu Recht darauf hin, dass solche
kostspielige Ferien zum Lebensstandard der Parteien gehörten und damit Be-
standteil des Lebensstandards beider Ehegatten waren (Urk. 34 S. 7). Mithin kann
auch der Bonus 2018 nicht als Sparquote des Gesuchsgegners berücksichtigt
werden. Auch die diesbezüglichen Vorbringen des Gesuchsgegners zielen damit
ins Leere.
7. Einkommen der Gesuchstellerin
7.1 Die Vorinstanz erwog mit Bezug auf das Einkommen der Gesuchstel-
lerin, dass sich dieses zur Zeit im Wesentlichen auf die Nettoeinnahmen aus der
Vermietung ihres Flarzhausteils in E._ von Fr. 1'280.– pro Monat beschrän-
ke. Es sei glaubhaft, dass die bisherigen Einnahmen aus der selbständigen Er-
werbstätigkeit der Gesuchstellerin, nämlich Provisionen in der Höhe von
Fr. 40'000.–, die Ausgaben überstiegen (vgl. Urk. 29 E. 3.4.5, S. 15 mit Verweis
auf Urk 1 S. 8; Urk. 13 S. 2; Urk. 14/13; gemeint ist offensichtlich, es sei glaub-
haft, dass die Ausgaben die Einnahmen überstiegen). Der Gesuchsgegner habe
nicht glaubhaft darlegen können, dass die Gesuchstellerin ein höheres Einkom-
men erziele. Die angeblichen Job-Angebote vom August 2018 bewiesen keinen
- 22 -
Geschäftsertrag, sondern nur die Erwartung, dass einmal ein Ertrag resultieren
werde (Urk. 29 E. 3.4.5, S. 14 f.).
7.2 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, dass sich das aktuelle Einkom-
men der Gesuchstellerin nicht auf die Nettoeinnahmen aus dem Flarzhaus von
monatlich Fr. 1'280.– beschränke. Der Argumentation der Vorinstanz könne in
Bezug auf die Einnahmen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit der Gesuchstel-
lerin nicht gefolgt werden. Der Gesuchsgegner habe die unsubstantiierte Partei-
behauptung der Gesuchstellerin bestritten, soweit ihm dies möglich gewesen sei.
Einer substantiierten Bestreitung habe zunächst einmal eine substantiierte Be-
hauptung, Bezifferung und Darlegung vorauszugehen. Da Letzteres vorliegend
gefehlt habe, sei es – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – nicht Sache des Ge-
suchsgegners gewesen, glaubhaft darzulegen, dass die Gesuchstellerin ein höhe-
res Einkommen erziele, als von ihr behauptet worden sei. Der Ansatz der Vorin-
stanz sei falsch. Die Einnahmen der Gesuchstellerin in der Höhe von Fr. 40'000.–
seien nie strittig gewesen. Wenn die Gesuchstellerin behaupte, dass den Ein-
nahmen Ausgaben gegenüberstünden, so sei es an ihr, Letztere zu substantiieren
und glaubhaft zu machen (Urk. 28 S. 11 f.).
7.3 Dem entgegnet die Gesuchstellerin, sie habe vorinstanzlich klar fest-
gehalten, dass sie nichts verdient habe. Dies sei angesichts des Umsatzes von
rund Fr. 40'000.– und des geschäftlich begründeten Aufwandes und der Investiti-
onskosten belegt, zumal es klar aus der eigens für die Hauptverhandlung (mit Hil-
fe einer Treuhänderin) erstellten Zwischenabrechnung hervorgehe (Urk. 34 S. 8).
7.4 Gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO haben die Parteien dem Gericht die Tat-
sachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen. Die Vorbringen müssen
zunächst der Behauptungslast genügen. Das ist dann der Fall, wenn der Tatsa-
chenvortrag in allgemeiner Weise sämtliche Tatsachen benennt, welche unter die
ihr Begehren stützenden Normen zu subsumieren sind. Ein solchermassen voll-
ständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung,
er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Bestreitet der
Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten
Partei, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast.
- 23 -
Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen darzulegen, sondern so
ausführlich, dass die Gegenpartei dazu mit substanziiertem Bestreiten oder Ge-
genbeweis Stellung nehmen und das Gericht Bestrittenes rechtlich einordnen und
darüber effizient Beweis führen kann. Die Substantiierung ist vor allem in komple-
xen Verhältnissen von Bedeutung (ZK ZPO-Leu, Art. 150 N 65 ff.; BGE 127 III
365 E. 2). Messlatte bildet dabei die Zumutbarkeit: Das Gericht muss sich fragen,
was von der klagenden Partei im konkreten Fall an Sachverhaltsbeschreibungen
erwartet werden kann (ZK ZPO-Leu, Art. 150 N 74). Mit Bezug auf das Verhältnis
der Rechtsschriften zu den Beilagen ist festzuhalten, dass die Behauptungen
grundsätzlich in den Rechtsschriften – und nicht in den Beilagen – zu erfolgen
haben. So ist es weder Sache der Gegenpartei noch des Gerichts, die Beilagen
zu durchforsten um herauszufinden, was die Behauptungen in den Rechtsschrif-
ten stützt. Ausnahmsweise genügt jedoch, dass durch den Verweis in der Rechts-
schrift selbst klar wird, wie weit ein Aktenstück als Parteibehauptung gilt. Auch
kann der schlüssige Nachweis einer Behauptung ohne weiteres aus den Akten
ersichtlich sein. Insbesondere wird nicht verlangt, dass eine Partei sämtliche
Punkte, die sich aus einer als Beilage eingereichten Urkunde ergeben, substanti-
iert zu behaupten hat. Vielmehr genügt, dass sie die wichtigsten Punkte daraus
behauptet, so dass sich das Beweisthema bestimmen lässt (ZK ZPO-Leu,
Art. 150 N 81 f.).
Diese Grundsätze haben unter der eingeschränkten Untersuchungsmaxime
nur beschränkt Geltung, zumal dabei sowohl die Behauptungs- wie auch die Be-
streitungslast insofern reduziert ist, als dass das Gericht von Amtes wegen abzu-
klären hat, ob die klagebegründenden Tatsachen vorliegen, und mithin auch Tat-
sachen zu berücksichtigen sind, die von keiner Partei behauptet wurden (ZK
ZPO-Leu, Art. 150 N 64).
7.5 Vorliegend machte die Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren
im Wesentlichen geltend, sie habe seit der Gründung ihrer Einzelfirma F._
Immobilien nur Auslagen gehabt und abgesehen von zwei Provisionszahlungen
von je Fr. 20'000.– kein Einkommen erzielt. Die Auslagen würden die Einnahmen
bei Weitem übersteigen. Konkret habe der Umsatz im Jahr 2018 resp. per Ende
- 24 -
Oktober 2018 rund Fr. 40'000.– betragen. Angesichts des geschäftlich begründe-
ten Aufwandes und der Investitionskosten stelle dieser Umsatz aber kein Netto-
gewinn dar. Netto habe die Gesuchstellerin fast nichts bzw. nichts verdient. Viel-
mehr habe per 31. Oktober 2018 ein Verlust von Fr. 1'400.– resultiert (Urk. 1 S. 8;
Urk. 13 S. 2).
Zur Untermauerung dieser Behauptungen verwies die Gesuchstellerin auf
die Zwischenabrechnung vom 2. November 2018 (Urk. 13 S. 2 i.V.m. Urk. 14/13).
Der Gesuchsgegner nahm dazu vor Vorinstanz insofern Stellung, als dass er
die eingereichte Bilanz und Erfolgsrechnung generell bestritt. Zudem führte er
aus, er wisse, dass die Mietkosten monatlich Fr. 200.– betragen würden. Es ma-
che keinen Sinn, so viele Aufwendungen abzuziehen, wenn diesen ein dermas-
sen kleines Einkommen gegenüberstehe; das würde das Steueramt nie akzeptie-
ren. Im Übrigen sage eine Bilanz oder Erfolgsrechnung überhaupt nichts aus.
Vielmehr hätte die Gesuchstellerin die Kontoauszüge sämtlicher Konti einreichen
müssen, damit die Gutschriften und Belastungen ersichtlich wären. Es sei folglich
davon auszugehen, dass das Einkommen der Gesuchstellerin auch jetzt, wo sie
selbständig sei, Fr. 7'888.– pro Monat betrage (Prot. I S. 5 f.; Urk. 15 S. 3).
In der per 31. Oktober 2018 erstellten Zwischenabrechnung sind sowohl die
von der Gesuchstellerin behaupteten Provisionen von Fr. 40'000.– wie auch der
auf rund Fr. 1'400.– bezifferte Verlust aufgeführt. Weiter sind darin verschiedene
Aufwände, wie Material- resp. Waren-, Personal-, Werbe- und Raumaufwand,
sowie Abschreibungen verbucht, welche von der Gesuchstellerin nicht im Einzel-
nen behauptet wurden. Die Zwischenabrechnung beinhaltet neben Bilanz und Er-
folgsrechnung ausserdem sämtliche Kontoblätter der Monate März bis Dezember
2018, aus welchen die Zusammensetzung der einzelnen Aufwände und Investiti-
onen ersichtlich ist (vgl. zum Ganzen Urk. 14/13). Da die Erfolgsrechnung über-
schaubar ist und mithin keine komplexen Verhältnisse vorliegen, war es nicht er-
forderlich, dass die Gesuchstellerin alle ihre Auslagen im Rahmen ihrer Vorbrin-
gen aufzählte resp. substantiiert behauptete. Vielmehr genügte die Schlussfolge-
rung, dass aus der Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben ein Verlust
von Fr. 1'400.– resultierte. Dem Gesuchsgegner wäre es angesichts dieser Vor-
- 25 -
bringen sowie nach Einsicht in die Zwischenabrechnung ohne Weiteres möglich
gewesen, die einzelnen Auslagen zu bestreiten, wie er es nunmehr im Berufungs-
verfahren auch nachholt (vgl. Urk. 28 S. 12 f.). Nachdem er dies vorinstanzlich un-
terlassen hatte, erachtete die Vorinstanz die Behauptung der Gesuchstellerin,
wonach ihre Ausgaben die bisherigen Einnahmen überstiegen, unter Berücksich-
tigung der Zwischenabrechnung als glaubhaft. Dies ist nicht zu beanstanden, zu-
mal die Vorinstanz die eingereichte Zwischenabrechnung aufgrund der Geltung
der eingeschränkten Untersuchungsmaxime (Art. 272 ZPO) von Amtes wegen
und mithin auch ohne entsprechende Parteivorbringen berücksichtigen musste.
Da der Gesuchsgegner seine Einwände gegen einzelne in der Zwischenab-
rechnung und den Kontoblättern aufgeführte Aufwendungen erst im Berufungs-
verfahren erhebt (Urk. 28 S. 12 f.), obwohl ihm dies – wie gesehen – bereits vor
Vorinstanz möglich gewesen wäre, gelten diese Vorbringen als verspätet. Sie ha-
ben somit unberücksichtigt zu bleiben (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Gleiches gilt für sei-
ne neuen Behauptungen, den monatlichen Einnahmen von durchschnittlich
Fr. 5'000.– stünden monatliche Auslagen von Fr. 1'069.60 gegenüber, womit der
Gesuchstellerin aus ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit ein monatliches Netto-
einkommen von Fr. 3'930.– anzurechnen sei (vgl. Urk. 28 S. 13).
Alles in allem hat die Vorinstanz somit zu Recht angenommen, dass die Ge-
suchstellerin aus ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit noch kein Einkommen ge-
neriert. Folglich sind der Gesuchstellerin lediglich die Nettoeinnahmen aus der
Vermietung ihres Flarzhausteils in E._ von Fr. 1'280.– pro Monat als Ein-
kommen anzurechnen.
8. Unterhaltsberechnung / Sparquote / Überschussverteilung
8.1 Die Vorinstanz ermittelte gestützt auf die vorstehend dargelegten
Grundlagen einen Gesamtbedarf der Parteien von Fr. 14'816.– (Fr. 10'010.– +
Fr. 4'806.–) und ein Gesamteinkommen von Fr. 18'780.– (Fr. 17'500.– +
Fr. 1'280.–). Sie erwog alsdann, dass daraus ein Freibetrag von Fr. 3'964.– resul-
tiere, was bei einer hälftigen Aufteilung einen Betrag von ca. Fr. 1'982.– für jede
Partei ausmache. Entsprechend beliefe sich der gebührende Bedarf der Gesuch-
- 26 -
stellerin nach dieser Rechnung auf Fr. 6'788.– (Fr. 4'806.– + Fr. 1'982.–), womit
unter Berücksichtigung des anrechenbaren Einkommens ein zu deckender Betrag
von Fr. 5'508.– bliebe. Es dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass der Ge-
suchsgegner aufgrund seines hohen Einkommens trotz hohem Lebensstandard
Ersparnisse habe bilden können, in jüngerer Zeit zum Beispiel durch Einzahlun-
gen in die Säule 3a und durch Darlehensrückzahlungen, weshalb die hälftige
Freibetragsaufteilung nicht zwingend sei. Zwar könnten diese vermögensbilden-
den Positionen in der eigentlichen Bedarfsberechnung nicht berücksichtigt wer-
den, doch sei ihnen im Rahmen der Aufteilung des Freibetrags Rechnung zu tra-
gen, zumal sie auch während des Zusammenlebens geleistet worden seien und
somit zur Finanzierung des ehelichen Lebensstandards nicht zur Verfügung ge-
standen hätten. Zu berücksichtigen sei ferner, dass die Gesuchstellerin zwar auf
Zahlungen des Gesuchsgegners angewiesen sei, gleichzeitig aber mit dem Auf-
bau ihres Geschäfts – sofern dieses Erfolg haben werde – während der Tren-
nungsdauer durchaus auch Vermögen bilden werde. Das aus Errungenschafts-
mitteln angesparte Vermögen werde dann bei der güterrechtlichen Auseinander-
setzung auszugleichen sein. Es gehe deshalb im jetzigen Zeitpunkt vordergründig
darum, dass die Gesuchstellerin ihren Bedarf mit gewissem Lebensstandard de-
cken könne. Insgesamt erscheine es daher angemessen, die vom Gesuchsgeg-
ner zu leistenden Unterhaltsbeiträge auf Fr. 5'000.– pro Monat anzusetzen
(Urk. 29 E. 3.4.6, S. 16 f.).
8.2 Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, diese Unterhaltsberechnung sei
insofern zu korrigieren, als dass ihr Unterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 5'508.–
zuzusprechen seien, wie es die Vorinstanz an sich fehlerfrei ausgerechnet habe.
So sei es unstatthaft, unter Berufung auf eine Sparquote einen Abzug von
Fr. 508.– zu machen. Zwar würden die Einzahlungen des Gesuchsgegners in die
Säule 3a im Betrag von Fr. 557.– pro Monat anerkannt. Die "Darlehensrückzah-
lungen" seien aber grundsätzlich weiterhin bestritten. Einerseits lägen diesbezüg-
lich nur für wenige Monate Bankkontobelege vor und andererseits sei das Darle-
hen vorehelich und betrage monatlich nur Fr. 2'000.–. Mithin läge die monatliche
Sparquote bei maximal Fr. 2'557.–. Die trennungsbedingten Mehrkosten überstie-
gen den Betrag von Fr. 2'557.– aber bei Weitem. Diese beliefen sich auf mehr als
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Fr. 2'900.–, nämlich Fr. 1'980.– für die neue Miete der Gesuchstellerin, Fr. 150.–
für die Kommunikationskosten, Fr. 38.– für die Billag, Fr. 103.– für die Hausrat-
und Haftpflichtversicherung sowie mindestens Fr. 700.– für die Mehrkosten alltäg-
licher Auslagen, wozu insbesondere die Differenz zwischen dem Ehegatten-
grundbetrag von Fr. 850.– und dem Grundbetrag eines Alleinstehenden von
Fr. 1'200.– sowie die Mehrauslagen bei Ferien (ein Einzelzimmer sei teurer als ein
Doppelzimmer etc.) gehörten. Da die "behauptete" Sparquote von maximal
Fr. 2'557.– deutlich unter den trennungsbedingten Mehrkosten liege, sei die zwei-
stufige Unterhaltsberechnungsmethode mit Überschussverteilung – ohne jeden
Abzug – durchzuführen. Zu berücksichtigen sei ferner, dass die Gesuchstellerin
zu Beginn der Ehe noch erwerbstätig gewesen sei. Das bedeute, dass das wäh-
rend der Ehe verfügbare Einkommen noch höher gewesen sei als das heute vor-
liegende Einkommen, wobei selbst Ersteres während der Ehe verbraucht worden
sei (Urk. 37/28 S. 4 f.).
8.3 Der Gesuchsgegner hält diesen Vorbringen im Wesentlichen entge-
gen, es habe während des Zusammenlebens sehr wohl eine Sparquote bestan-
den, welche durch die trennungsbedingten Mehrkosten nicht aufgebraucht werde.
Diesem Umstand habe die Vorinstanz teilweise dadurch Rechnung getragen,
dass sie in Anwendung der zweistufigen Berechnungsmethode von der hälftigen
Freibetragsaufteilung zu Gunsten des Gesuchsgegners abgewichen sei. Neben
der von der Gesuchstellerin im Berufungsverfahren anerkannten Sparquote von
Fr. 2'557.– seien auch die Bonuszahlungen von durchschnittlich Fr. 2'000.– pro
Monat zur Sparquote zu zählen. Hinzu käme die voreheliche Unterhaltspflicht von
monatlich Fr. 4'400.–, zumal auch diese Mittel nicht zur Finanzierung des eheli-
chen Zusammenlebens zur Verfügung gestanden hätten und somit rechnerisch
ebenfalls zur Sparquote gehörten. Insgesamt habe sich die Sparquote des Ge-
suchsgegners damit auf Fr. 8'957.– belaufen. Dass die trennungsbedingten
Mehrkosten diese Sparquote überstiegen, werde bestritten. Die Gesuchstellerin
verweise in diesem Zusammenhang denn auch einzig auf ihre im Rahmen des
Eheschutzbegehrens geltend gemachten Bedarfspositionen und unterlasse es,
sich mit der Bedarfsberechnung der Vorinstanz auseinanderzusetzen resp. diese
zu bestreiten. Der von der Vorinstanz errechnete Bedarf der Gesuchstellerin von
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Fr. 4'806.– gelte somit als anerkannt. Die trennungsbedingten Mehrkosten belie-
fen sich alsdann lediglich auf Fr. 1'141.–, nämlich Fr. 350.– für den Grundbetrag,
Fr. 1'096.– für die Wohnkosten (Hälfte der früheren Wohnkosten abzüglich heuti-
ge Wohnkosten) sowie Fr. 20.– als Mehrkosten für die Billag resp. Serafe und
Fr. 25.– als Mehrkosten für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Die weiteren
Positionen und Mehrauslagen seien nicht substantiiert. Damit stehe fest, dass die
Sparquote die trennungsbedingten Mehrkosten übersteige und es somit verfehlt
sei, überhaupt die zweistufige Berechnungsmethode anzuwenden. Im Übrigen
werde bestritten, dass es nicht statthaft sei, einen Abzug von Fr. 508.– vom Un-
terhaltsanspruch zu machen. Mangels Anwendbarkeit der zweistufigen Berech-
nungsmethode entfalle eine Überschussverteilung gänzlich (Urk. 37/36 S. 7 ff.).
8.4 Wie bereits ausgeführt, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
die zweistufige Berechnungsmethode angewandt hat (siehe vorstehend
E. II/3.3 f.). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass diese sog. abstrakte Methode
auch bei kleinen Sparquoten durchaus zu überzeugen vermag. Bei dieser Kons-
tellation ist jedoch vor der hälftigen Überschussverteilung die Sparquote abzuzie-
hen und dem entsprechenden Ehegatten zuzuweisen (FamKomm Schei-
dung/Schwenzer-Büchler, Art. 125 ZGB N 105). Vorliegend hat die Vorinstanz je-
doch eine solche Sparquote nicht vorab definiert und beziffert, sondern vermö-
gensbildende Positionen – Einzahlungen in die Säule 3a sowie Darlehensrück-
zahlungen – überschlagsmässig insofern berücksichtigt, als dass sie einen nicht
weiter erörterten Abzug in der Höhe von Fr. 508.– auf dem durch hälftige Über-
schussteilung errechneten Unterhaltsbeitrag vornahm. Diese Vorgehensweise
wird von beiden Parteien zu Recht beanstandet. Richtigerweise ist vor der Auftei-
lung des Freibetrages die Sparquote zu ermitteln. Der die trennungsbedingten
Mehrkosten übersteigende Anteil der Sparquote ist alsdann vom Freibetrag abzu-
ziehen und der verbleibende Rest ist hälftig auf die Ehegatten aufzuteilen.
Im Berufungsverfahren anerkennt die Gesuchstellerin sinngemäss eine mo-
natliche Sparquote im Betrag von Fr. 2'557.–, bestehend aus Einzahlungen in die
Säule 3a von Fr. 557.– und Darlehensrückzahlungen von Fr. 2'000.–. Letztere
sind denn auch mit den im Recht liegenden Kontoauszügen hinreichend belegt
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(Urk. 17/7). Ferner ist nicht von Relevanz, dass die Darlehensschuld vorehelich
begründet wurde. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners gehört demgegen-
über die voreheliche Unterhaltspflicht im Betrag von Fr. 4'400.– pro Monat nicht
zur Sparquote, zumal diese bereits in seinem Bedarf berücksichtigt wurde (vgl.
Urk. 29 E. 3.4.3, S. 11 und S. 13). Soweit der Gesuchsgegner ins Feld führt, auch
der Bonus von durchschnittlich Fr. 2'000.– pro Monat sei zur Sparquote zu zäh-
len, kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden (vgl. vorstehend
E. II/6.4). Mithin beträgt die Sparquote des Gesuchsgegners vorliegend
Fr. 2'557.– pro Monat. Auf Seiten der Gesuchstellerin ist hingegen keine Sparquo-
te zu berücksichtigen, da eine solche weder ersichtlich ist noch geltend gemacht
wurde.
Hinsichtlich der trennungsbedingten Mehrkosten bringt der Gesuchsgegner
zu Recht vor, dass dazu nicht die gesamten Wohn-, Kommunikations- und Versi-
cherungskosten der Gesuchstellerin gehören, sondern lediglich die jeweilige Diffe-
renz zwischen ihren heutigen alleinigen und der Hälfte der früheren gemeinsamen
Kosten. Entsprechend sind – neben dem vom Gesuchsgegner zugestandenen
Betrag von Fr. 45.– für Kommunikation und Hausrat-/Haftpflichtversicherung –
Mehrkosten von Fr. 1'112.– für das Wohnen (Fr. 1'980.– abzüglich der Hälfte von
Fr. 1'735.–) und von Fr. 350.– für den Grundbetrag (Fr. 1'200.– minus Fr. 850.–)
zu berücksichtigen. Darüber hinausgehende Mehrkosten für alltägliche Auslagen
sind nicht genügend glaubhaft gemacht worden. Entsprechend belaufen sich die
trennungsbedingten Mehrkosten insgesamt auf Fr. 1'507.–. Nach der Deckung
dieser Kosten verbleibt eine Sparquote von Fr. 1'050.– (Fr. 2'557.– minus
Fr. 1'507.–). Diese ist vorab vom vorinstanzlich errechneten Freibetrag von
Fr. 3'964.– abzuziehen, woraus ein hälftig auf die Parteien aufzuteilender Betrag
von Fr. 2'914.– resultiert. Der gebührende Unterhalt der Gesuchstellerin beläuft
sich damit auf Fr. 6'263.– (Fr. 4'806.– [Bedarf der Gesuchstellerin] + Fr. 1'457.–
[1/2 von Fr. 2'914.–]. Unter Berücksichtigung des Einkommens der Gesuchstelle-
rin von Fr. 1'280.– resultiert ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von 4'983.–. Damit
erweist sich der von der Vorinstanz festgesetzte Unterhaltsbeitrag von Fr. 5'000.–
pro Monat im Ergebnis als angemessen. Sämtliche Beanstandungen der Parteien
an der vorinstanzlichen Unterhaltsberechnung zielen folglich ins Leere.
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9. Dauer der Unterhaltsverpflichtung
9.1 Zuletzt macht die Gesuchstellerin geltend, es sei ihr nicht möglich und
zumutbar, ihr Einkommen bereits per 1. April 2019 zu erhöhen. Sie habe akten-
kundig bis zur Hauptverhandlung nichts verdient und verdiene auch heute (Feb-
ruar 2019) noch nichts aus ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit. Letzteres gehe
aus dem am 1. Februar 2019 erstellten Jahresabschluss 2018 klar hervor. Auch
im Januar 2019 habe sich die Erwerbssituation der Gesuchstellerin nicht geän-
dert. Dies obwohl sie sich stark bemühe und entsprechende Werbemassnahmen
treffe (Internet-Auftritt, Anrufe bei anderen Maklern zwecks Kooperation, Flyer
verteilen etc.). Sie arbeite sehr hart – mehr als 100 % – und wisse, dass ihr Un-
terhaltsanspruch befristet sei. Es sei jedoch nicht ungewöhnlich, dass es im Rah-
men der Selbständigkeit ein bis zwei Jahre dauere, bis tragbares Einkommen rea-
lisiert werden könne. Namentlich im Bereich der Liegenschaftsmaklerei seien die
Anfangseinkommen bei Selbständigerwerbenden tief. Es fehle auch etablierten
Maklern heutzutage an guten Objekten, die Gegenstand von Maklerverträgen sein
könnten. Eine Rückkehr in das alte Arbeitsverhältnis komme nicht in Frage, zumal
ihre frühere Stelle bereits mit einer anderen Person besetzt sei. Im Übrigen sei es
der Gesuchstellerin auch nicht zuzumuten, sich wieder in ein Arbeitsverhältnis zu
begeben, nachdem sie erhebliche Anstrengungen und Aufwand für ihre Selbstän-
digkeit vorgenommen habe. In Eheschutzverfahren sei auf die effektiven Verhält-
nisse abzustellen. Erst im Rahmen des nachehelichen Unterhalts wäre zu prüfen,
ob der Gesuchstellerin ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden kön-
ne. Insbesondere weil im vorliegenden Fall angesichts des Einkommens des Ge-
suchsgegners sehr gute finanzielle Verhältnisse vorlägen, sei eine "Erhöhung des
Pensums während der Trennung" vorliegend nicht zumutbar. Zu berücksichtigen
sei ferner, dass nach gefestigter Rechtsprechung die Erhöhung eines Pensums
bzw. die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nur für die Zukunft vor-
genommen werden könne (mit Verweis auf BGE 129 III 417 E. 2.2; BGE 114 II 13
E. 5; BGer 5A_549/2017, E. 4). Da vorliegend erst das Obergericht das Ehe-
schutzurteil rechtskräftig fällen werde, sei "nach Fällung des obergerichtlichen Ur-
teils eine angemessene Übergangsfrist einzusetzen". Diese sei ab Entscheid des
Obergerichts auf 3 bis 6 Monate festzusetzen. Entsprechend sei der Gesuchstel-
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lerin erst ab 1. Januar 2020 ein Einkommen von Fr. 5'000.– anzurechnen und die
Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners auf Ende Dezember 2019 zu befristen
(Urk. 37/28 S. 5-8).
9.2 Bei ihrem Entscheid, die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners auf
Ende März 2019 zu befristen, stellte die Vorinstanz – wie gesehen – zu Recht da-
rauf ab, dass die Gesuchstellerin bis anhin – d.h. auch im Zeitpunkt der Urteilsfäl-
lung am 3. Januar 2019 – noch kein Einkommen aus ihrer im März 2018 aufge-
nommenen selbständigen Erwerbstätigkeit generierte (vgl. oben E. II/7.1). Die
Vorinstanz erwog, dass eine Maklertätigkeit keine besonders hohen Investitionen
voraussetze und sich die ersten Erfolge der Gesuchstellerin entsprechend in ab-
sehbarer Zeit einstellen sollten, sofern sich die Gesuchstellerin im Markt richtig
positionieren könne. Dass der Erfolg des Geschäftsausbaus bisher auf sich war-
ten lasse, sei nicht aussergewöhnlich. Allerdings werde die Gesuchstellerin in na-
her Zukunft die erforderlichen Entscheide treffen müssen. So könne das Risiko für
den Erfolg oder Misserfolg des Vorhabens nicht dauerhaft mit dem Ehegatten ge-
teilt werden. Ein längerfristiger Erfolg werde der Gesuchstellerin alleine zukom-
men, weshalb von ihr – wie von jedem anderen Gründer eines Unternehmens –
gewisse eigene Vorleistungen und auch eine gewisse Opferbereitschaft erwartet
werden dürften. Der Gesuchsgegner könne nicht jahrelang zur Unterstützung ei-
nes Projekts der Gesuchstellerin verpflichtet werden. Daher erscheine es als an-
gemessen, seine Unterhaltspflicht bis Ende März 2019 zu begrenzen. Der Ge-
suchstellerin sei zuzumuten, bis dann zu entscheiden, ob sie ihr Unternehmen
aus eigener Kraft weiterführen und allenfalls einen Zusatzverdienst erzielen oder
ob sie den Versuch abbrechen und wieder in ihrem erlernten Beruf als Immobili-
envermarkterin mit Fachhochschulabschluss arbeiten wolle (Urk. 29 E. 3.4.5,
S. 16).
9.3 Mit diesen Erwägungen der Vorinstanz setzt sich die Gesuchstellerin
im Berufungsverfahren nicht auseinander. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführ-
te, hat die Gesuchstellerin das Risiko für den Erfolg oder Misserfolg ihres Ge-
schäftsmodells grundsätzlich alleine zu tragen. Insofern liegen auch mit dem neu
eingereichten Jahresabschluss 2018 (Urk. 37/31/1) keine Umstände vor, welche
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eine längere Unterhaltspflicht des Gesuchsgegner zu rechtfertigen vermögen. Zu
berücksichtigen ist vielmehr, dass die Gesuchstellerin immer erwerbstätig war, bis
im Februar 2018 monatlich netto Fr. 7'888.– verdient und sich erst drei Monate
vor der Aufnahme des Getrenntlebens der Parteien selbständig gemacht hatte.
Angesichts dieser Umstände erscheint es – wie bereits die Vorinstanz erwog – als
angemessen, den Gesuchsgegner für eine Dauer von rund 10 Monaten zur Un-
terstützung ihres Geschäftsaufbaus zu verpflichten. Eine längere Unterstützungs-
pflicht, wie sie die Gesuchstellerin beantragt, stünde dagegen in keinem Verhält-
nis zur Dauer des ehelichen Zusammenlebens, der gelebten Rollenverteilung,
den guten beruflichen Qualifikationen der Gesuchstellerin und ihren Chancen auf
dem Arbeitsmarkt.
Überdies hat die Vorinstanz im Urteil vom 3. Januar 2019 zum Ausdruck ge-
bracht, dass die Gesuchstellerin bis Ende März 2019 zu entscheiden habe, wie ih-
re berufliche Zukunft aussehen soll. Mit dieser – ab Zustellung des Urteils am
30. Januar 2019 (vgl. Urk. 27) – rund zweimonatigen Frist wurde ihr genügend
Zeit eingeräumt, um sich auf veränderte Verhältnisse einzustellen. Da es für die
Gesuchstellerin spätestens seit Ende Januar 2019 voraussehbar war, dass sie ab
1. April 2019 nicht mehr mit einer finanziellen Unterstützung des Gesuchsgegners
rechnen durfte, kann sie sich nunmehr im Berufungsverfahren nicht darauf beru-
fen, eine Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit sei nur für
die Zukunft möglich. So hat das Bundesgericht diesbezüglich festgehalten, dass
stets die Umstände des konkreten Einzelfalls massgebend sind und insbesondere
berücksichtigt werden muss, ob die geforderte Umstellung für die betroffene Par-
tei voraussehbar war (BGer 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014, E. 5.1;
5A_184/2015 vom 22. Januar 2016, E. 3.2; 5A_549/2017 vom 11. September
2017, E. 4). Vorliegend kann den Interessen des Gesuchsgegners – wie gesehen
– nur genügend Rechnung getragen werden, wenn der Gesuchstellerin bereits ab
April 2019 ein hypothetisches Einkommen angerechnet wird. Insofern rechtfertigt
sich unter den gegebenen Umständen eine Abweichung von dem von der Ge-
suchstellerin ins Feld geführten Grundsatz, wonach die Anrechnung eines hypo-
thetischen Einkommens nur für die Zukunft möglich ist.
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Es ist somit festzuhalten, dass die vorinstanzliche Übergangsfrist insgesamt
sowohl ihrem Zweck wie auch den gegebenen Umständen nach als angemessen
erscheint. Eine Verlängerung der Übergangsfrist resp. eine zeitliche Ausdehnung
der Unterhaltspflicht ist daher nicht angebracht.
10. Fazit
Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, bleibt es hinsichtlich der Unter-
haltspflicht des Gesuchsgegners im Ergebnis beim vorinstanzlichen Entscheid.
Die Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Urteils ist folglich zu bestätigen.
11. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
11.1 Die Vorinstanz setzte ihre Entscheidgebühr auf Fr. 7'500.– fest (Dis-
positiv-Ziffer 5 des Urteils) und auferlegte sie den Parteien in Anwendung von
Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO je zur Hälfte (Dispositiv-Ziffer 6 des Urteils). Die Partei-
entschädigungen wurden wettgeschlagen (Dispositiv-Ziffer 7 des Urteils; vgl. zum
Ganzen Urk. 29 E. 5, S. 17 f.).
11.2 Der Gesuchsgegner macht berufungsweise geltend, die erstinstanzli-
che Entscheidgebühr sei mit Fr. 7'500.– zu hoch angesetzt worden. Dem Auf-
wand angemessen erscheine stattdessen eine Gebühr von Fr. 4'000.–, zumal vor
Vorinstanz lediglich eine Verhandlung ohne Parteibefragung stattgefunden habe
und nur die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners streitig gewesen sei. Ausser-
dem habe es vorliegend keinen Grund gegeben, um vom ausgangsgemässen
Verteilungsgrundsatz nach Art. 106 Abs. 2 ZPO abzuweichen. So seien keine
Kinderbelange zur Beurteilung gestanden. Gestützt auf den Verfahrensausgang
seien die vorinstanzlichen Kosten vollumfänglich der Gesuchstellerin aufzuerle-
gen. Zudem habe der Gesuchsgegner auch Anspruch auf eine Parteientschädi-
gung. Für das vorinstanzliche Verfahren inkl. Vergleichsgespräche seien Anwalts-
kosten von über Fr. 7'000.– angefallen. Angemessen erscheine daher eine Par-
teientschädigung von Fr. 6'000.– zzgl. MwSt. (Urk. 28 S. 17).
11.3 Die Gesuchstellerin beantragt die Abweisung der gesuchsgegneri-
schen Berufungsanträge hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen des
- 34 -
erstinstanzlichen Verfahrens und bestreitet pauschal die entsprechenden Ausfüh-
rungen des Gesuchsgegners (Urk. 34 S. 15).
11.4 Im Scheidungsverfahren nach Art. 274-294 ZPO wird die Gebühr ge-
mäss § 5 GebV OG festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebV OG). Demgemäss beträgt die
Gebühr – je nach tatsächlichem Streitinteresse, dem Zeitaufwand des Gerichts
und der Schwierigkeit des Falles – in der Regel Fr. 300.– bis Fr. 13'000.–. Sind
einzig vermögensrechtliche Interessen streitig, berechnet sich die Gerichtsgebühr
ebenfalls nach § 5 GebV OG und nicht nach § 4 Abs. 1 GebV OG. Im Eheschutz-
verfahren ist die Gerichtsgebühr nach denselben Grundsätzen wie im Schei-
dungsverfahren festzusetzen (§ 6 Abs. 1 i.V.m. § 5 GebV OG), allerdings kann die
nach § 5 Abs. 1 GebV OG bestimmte ordentliche Gebühr bis auf die Hälfte er-
mässigt werden (§ 6 Abs. 2 lit. b GebV OG).
Nach Eingang des Eheschutzbegehrens der Gesuchstellerin vom 21. August
2018 lud die Vorinstanz die Parteien direkt – d.h. ohne weitere prozessleitende
Schritte – zur Eheschutzverhandlung auf den 5. November 2018 vor (vgl. Urk. 1-
10). Die Verhandlung vom 5. November 2018 beinhaltete Gesuchsbegründung,
Gesuchsantwort, Replik, Novenstellungnahme sowie Vergleichsgespräche und
dauerte insgesamt rund zweieinhalb Stunden (Prot. I S. 4 ff.). Thematik des vor-
instanzlichen Eheschutzverfahrens bildeten – infolge Kinderlosigkeit der Ehe der
Parteien – hauptsächlich die Ehegattenunterhaltsbeiträge, zumal die Gesuchstel-
lerin die eheliche Wohnung bereits verlassen hatte und sie ihren anfangs gestell-
ten Antrag auf Gütertrennung an der Verhandlung wieder zurückzog (vgl. Prot. I
S. 14). Hinsichtlich der Einkommens- und Bedarfssituation der Parteien lagen
überschaubare Verhältnisse vor. Im Vergleich zu anderen Eheschutzverfahren
ergaben sich in casu keine atypischen und/oder besonders komplizierte Fragen,
weshalb die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse des Falles insgesamt als
durchschnittlich schwierig zu bezeichnen sind. Es rechtfertigt sich daher, von ei-
ner Grundgebühr von höchstens Fr. 6'500.– auszugehen (§ 6 Abs. 1 i.V.m. § 5
Abs. 1 GebV OG). Da die Grundgebühr sodann in Anwendung von § 6 Abs. 2
lit. b GebV OG praxisgemäss zu reduzieren ist, erweist sich die vorinstanzlich
festgesetzte Entscheidgebühr von Fr. 7'500.– als zu hoch. Angemessen erscheint
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eine Reduktion von rund 40 % auf die Grundgebühr und mithin – wie der Ge-
suchsgegner zu Recht beantragt – eine Entscheidgebühr von Fr. 4'000.–. Die
erstinstanzliche Entscheidgebühr ist somit auf Fr. 4'000.– festzusetzen.
Zudem bringt der Gesuchsgegner zu Recht vor, dass in Bezug auf den Un-
terhaltsstreit die Gerichtskosten grundsätzlich nach Obsiegen und Unterliegen
verteilt werden (Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO) und sich diesbezüglich nicht wie
bei den nichtvermögensrechtlichen Kinderbelangen eine hälftige Kostenauflage
unabhängig vom Verfahrensausgang rechtfertigt (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84
Nr. 41). Vor Vorinstanz verlangte die Gesuchstellerin für die Dauer des Getrennt-
lebens die Zusprechung von monatlichen Unterhaltsbeiträgen von Fr. 7'700.– pro
Monat, was bei einer angenommenen Gültigkeitsdauer der vorliegenden Ehe-
schutzmassnahmen von 2 Jahren gesamthaft rund Fr. 184'800.– entspricht
(Fr. 7'700.– x 24 Monate). Demgegenüber verlangte der Gesuchsgegner, es sei-
en keine Unterhaltsbeiträge zuzusprechen. Zugesprochen werden insgesamt
Fr. 50'000.– (Fr. 5'000.– x 10 Monate). Ausgehend von den Anträgen der Parteien
im vorinstanzlichen Verfahren obsiegte der Gesuchsgegner damit zu rund 70 %.
Demgemäss rechtfertigt es sich in Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO, die erst-
instanzlichen Gerichtskosten der Gesuchstellerin im Betrag von Fr. 2'800.– und
dem Gesuchsgegner im Betrag von Fr. 1'200.– aufzuerlegen. Zudem ist die Ge-
suchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner für das vorinstanzliche Verfah-
ren eine reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 105 Abs. 2 und Art. 106
Abs. 2 ZPO). Die für die Festsetzung der Parteientschädigung massgeblichen
Bestimmungen finden sich in der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom
8. September 2010 (AnwGebV). Die volle Parteientschädigung für das erstin-
stanzliche Verfahren wäre in Anwendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und Abs. 3,
§ 11 der AnwGebV auf Fr. 5000.– anzusetzen. In Anbetracht des Verfahrensaus-
gangs ist die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner eine auf 40 %
reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zuzüglich 7.7 % MwSt., mithin
Fr. 2'154.– zu bezahlen.
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III.
1.1 Die Entscheidgebühr für das vereinigte Berufungsverfahren ist gestützt
auf § 12 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf
Fr. 5'500.– festzusetzen.
1.2 Im Berufungsverfahren umstritten waren die Unterhaltsbeiträge sowie
die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens. Auf-
wandmässig sind Letztere jedoch vernachlässigbar, weshalb für die Verteilung
der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten einzig auf den Verfahrensausgang be-
treffend den Unterhaltsstreit abzustellen ist. Diesbezüglich verlangte die Gesuch-
stellerin die Zusprechung monatlicher Unterhaltsbeiträge von Fr. 5'508.– für die
Dauer vom 4. Juni 2018 bis und mit 31. Dezember 2019, was einem Gesamtbe-
trag von ca. Fr. 104'500.– entspricht. Der Gesuchsgegner beantragte wiederum,
es seien keine Unterhaltsbeiträge zuzusprechen. Zugesprochen werden insge-
samt – wie gesehen – Fr. 50'000.–. Damit obsiegen beide Parteien im Berufungs-
verfahren zu rund 50 %. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfah-
rens den Parteien folglich je zur Hälfte aufzuerlegen. Parteientschädigungen sind
für das Berufungsverfahren keine zuzusprechen.