# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fdfdab89-8510-4d6c-aa9d-e130f081bd06
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Am 15. Dezember 2015 meldete sich
X._
, geboren 1983, Mutter zweier 2004 und 2014 geborener Kinder, nach einem Sturz auf den Rücken (vgl. Urk. 8/167) bei der Invalidenversicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/166), nachdem frühere Leistungsgesuche von der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, abgewiesen worden waren (vgl. Urk. 8/35,
Urk. 8/113, Urk. 8/122). Nach durgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/171-179) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren aufgrund eines unveränderten Ge
sundheitszustandes mit Verfügung vom 8. April 2016 ab (Urk. 8/181). Die dage
gen erhobene Beschwerde vom 10.
Mai
2016 (Urk. 8/182/3-8) hiess das
Sozial
versicherungsgericht mit Urteil vom 5. August 2016 im Prozess
Nr. IV.2016.00551 gut, hob die Verfügung vom 8. April 2016 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück (Urk. 8/186).
Nach ergänzenden medizinischen Abklärungen verneinte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/221 und Urk. 8/224) mit Verfü
gung vom 19. Januar 2018 erneut einen Rentenanspruch (Urk. 8/240). Die dage
gen erhobene Beschwerde vom 1
8
.
Februar
2018 (Urk. 8/
243/
3-6)
hiess das
Sozi
alversicherungsgericht mit Urteil vom 21. August 2018 im Prozess
Nr. IV.2018.00186 in dem Sinne gut, dass es die Verfügung der IV-Stelle vom 19. Ja
nuar 2018 insoweit aufhob, als damit ein Rentenanspruch über Juni 2017 hinaus verneint worden war, und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese
weitere
Abklärungen über den Gesundheitszustand der Versicherten seit Juli 2017 vornehme und über den Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt neu verfüge (Urk. 8
/251).
In der Folge holte die IV-Stelle medizinische Berichte ein und stellte mit Vorbe
scheid vom 14. März 2019 in Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (Urk. 8/268). Dagegen erhob die Versicherte am 20. April 2019 Einwände (Urk. 8/270). Mit Verfügung vom 13. Juni 2019 verneinte die IV-Stelle einen Ren
tenanspruch der Versicherten (Urk. 2 = Urk. 8/276).
2.
Gegen die Verfügung vom 13. Juni 2019 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 11. Juli 2019 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 30. September 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 2. Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Am 6. November 2019 (Urk. 10) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren medizinischen Bericht ein
(
Urk.
11)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
einen
Rentenanspruch mit der Begründung (Urk. 2), die Beschwerdeführerin sei in einer näher bezeichneten angepassten Tä
tigkeit vollständig arbeitsfähig. Aus den aktuellen rheumatologischen Berichten sei keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ersichtlich. Die operativ versorgte Meniskusläsion am rechten Knie sei optimal verheilt
,
und es würden keine Beschwerden des rechten Knies beschrieben. Auch aus psychiatrischer Sicht sei keine Veränderung ersichtlich (S. 1 unten f.).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein
(
Urk.
1)
, ihre Beweglichkeit sei nach zweimaliger Knieoperation am linken Knie und nach der Wirbelsäulenoperation stark
eingeschränkt. Sie verspüre Schmerzen im linken Bein beim Sitzen, Stehen, Laufen und sogar während des Schlafens, weswegen sie dauernd Schmerzmittel einnehme. Die im 2017 erfolgte Operation am rechten Knie habe keine Besserung gebracht und es seien weitere Operationen geplant (S. 3 f. Ziff. 3). In der Zwi
schenzeit sei sie auch psychisch erkrankt und deswegen nur zu 50 % arbeitsfähig
(S. 4 Ziff. 4)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der Begutachtung im Sommer 2017
derart verschlechtert hat, dass sie
nun
mehr
Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
3.1
Das Gericht stützte sich im Urteil vom 21. August 2018 auf das Gutachten des
Y._
vom 14. Juli 2017
(
Urk.
8/218)
sowie den Bericht von
Dr.
med. univ. Z._
,
Assistenzärztin Orthopädie, und
Dr.
med. A._
, Oberarzt Orthopädie,
B._
,
vom 29. September 2017 (Urk. 8/227/2-3) und den Bericht von PD
Dr.
med. C._
, Leitender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie,
B._
, vom 15. No
vember 2017 (Urk. 8/232)
.
3.2
3.2.1
Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsappara
tes, sowie Dr. med.
F._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, stellten im interdisziplinären
Y._
-Gutachten vom 14. Juli 2017 (Urk. 8/218) fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 f.):
-
generalisierte
Hyperlaxizität
mit/bei
-
habituelle
n
rezidivierende
n
Patellaluxationen
beidseits b
ei
Trochlea
-Dys
plasie rechts
-
Status nach
ligamentärer
Korrektur vor
zirka
16 Jahren in Kroatien
-
Läsion lateraler Meniskus links (richtig: rechts; ED 03/2017)
-
Erstluxation 03/2011
-
Trochleaplastik
mit MPFL 02/2012
-
mediale
Retinaculumplastik
, lateral
release
, Abtragung
Osteophyten
06/2013
-
beginnende
Femoropatellararthrose
-
rezidivierende OSG-
Supinationstraumen
beidseits
-
chronisches
thorakolumbales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
-
Status nach konsolidierter Deckplattenfraktur L1 nach Sturz 09/2014
-
Status nach multiplen Facettengelenksinfiltrationen
-
Spondylodese
mit TLIF Th12/L1 10/2016
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 40):
-
Status nach Tendinitis
calcarea
Schulter links
-
Status nach
subacromialer
Infiltration 11/2015
-
Verdacht auf
Tendinopathie
Musculus
infraspinatus
-
Status nach Appendektomie 2012
-
Status nach Nabelbruch-Operation 2013
-
leichter Eisenmangel
-
grenzwertiger Vitamin D-Mangel
-
manifeste Symptomverdeutlichung
3.2.2
Aus internistischer Sicht bestünden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 40).
3.2.3
Von orthopädischer Seite
her
finde sich
klinisch
eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich des
thorakolumbalen
Überganges sowie lumbal mit paravertebralem Hartspann ohne
radikuläre
Ausfälle. Die Kniegelenke zeigten ein deutliches
retropatelläres
Reiben mit erheblichem
Patellaverschiebeschmerz
, eine laterale Meniskussymp
tomatik rechts, praktisch frei bewegliche Schultergelenke mit leicht schmerzhaf
ter Abduktion links und die Zeichen einer generalisierten
Bandlaxität
mit mul
tidirektionaler Instabilität der Schultergelenke, massiver Überstreckbarkeit der Ellbogengelenke,
radiocarpaler
Instabilität, instabilen Knie
gelenken sowie Sprunggelenken (S. 41).
Aufgrund der generalisierten
Hyperlaxizität
mit habituellen rezidivierenden
Pa
tellaluxationen
und ihren Folgen mit stattgehabten Operationen an beiden Knie
gelenken sowie des Status nach Tendinitis
calcarea
einerseits sowie des chroni
schen
thorakolumbalen
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms bei Status nach
Spondylodese
Th12/L1 andererseits könne die Beschwerdeführerin lediglich noch in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit mittlerer Sitzdauer, kur
zem Stehen und mittlerer
Gehdauer
, ohne Treppensteigen, ohne Besteigen von Leitern, ohne Tätigkeiten in Zwangspositionen, ohne repetitives Heben von Las
ten über 10 kg und ohne rezidivierende Überkopfarbeit ganztags eingesetzt wer
den. Die ursprüngliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte sei ihr seit März 2011 nicht mehr zumutbar (S. 42).
3.2.4
In der psychiatrischen Untersuchung fänden sich ausser einer Symptomatik, die aus somatischen Gründen zumindest von ihrer Lokalisation her nachvollziehbar sei, keine
weiteren Symptome. Im Hamilto
n-Depressions-Index habe die Be
schwerdeführerin 12 Punkte erreicht, was darauf schliessen lasse, dass bei ihr keine depressive Episode vorliege. Auch die Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung seien nicht erfüllt. Es bleibe
unklar, warum die Beschwerdefüh
rerin einmal pro Monat in psychiatrischer Be
handlung sei. Von dieser Behand
lung lägen keine Akten vor. Die Beschwerdeführerin zeige keinen messbaren Me
dikamentenspiegel von Psychopharmaka
, was bedeute, dass sie die ver
ordneten Medikamente zumindest nicht regelmässig einnehme. Daraus sei zu schliessen, dass kein Leidensdruck der Beschwerdeführerin vorhanden sei (S. 42 f.).
3.2.5
Die angestammte Tätigkeit im Reinigungsdienst sei seit mindestens März 2011 (orthopädische Diagnosen der
Patellaluxationen
und Folgen der Operationen so
wie Rückenoperation und Folgen) nicht mehr zumutbar. Seit Juni 2011, also 3 Monate nach dem letzten Unfall, bestehe in einer Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Arbeit sollte in Wechselhaltung, ohne Arbeit auf Gerüsten und Leitern, mit mittlerer Sitzdauer und kurzem Stehen sowie mittlerer
Gehdauer
ausgeführt werden können, ohne Zwangspositionen, ohne repetitives Heben von Lasten über 10 kg und ohne wiederholte Überkopfarbeit (S. 44).
3.3
Am 28. September 2017 wurde die Läsion des lateralen Meniskusvorderhornes am rechten Kniegelenk operativ versorgt. Dem Austrit
tsbericht von Dr. med. univ.
Z._
, Assistenzärz
tin Orthopädie, und Dr. med.
A._
, Oberarzt Orthopädie
,
B._
, vom 29. September 2017 (Urk.
8
/227/2-3) kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzu
stand habe entlassen werden können, mobilisiert mit Gehstöcken unter Teilbelas
tung von 15 kg und reizlosen, trockenen Wundverhältnissen.
3.4
Im
Bericht vom 15. November 2017 (Urk.
8
/232)
stellte PD
Dr.
C._
fest, es bestünden weiterhin panvertebrale Schmerzen vor allem tieflumbal. Die Be
schwerden seien aktuell am ehesten muskulär bedingt aufgrund eines Trai
nings
defizits und der Mobilisation an Gehstöcken (nach der Knieoperation). Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als
Coiffeuse
.
Am 6. Juni 2018 berichtete
PD
Dr.
C._
(Urk. 8/262/10-11), eine
Pseu
darthrose
habe als Schmerzursache der lumbalen und thorakalen Schmerzen aus
geschlossen werden können. In der Bildgebung zeigten sich ansonsten unauffäl
lige thorakale und lumbale Segmente ohne wesentliche Degeneration. Die Be
schwerden seien am ehesten
funktioneller Natur und im sozialen Kontext zu se
hen. Möglicherweise bestehe auch eine depressive Entwicklung
.
Am 31. Oktober 2018
berichtete
PD
Dr.
C._
(Urk. 8/256 = Urk. 8/262/7-9
= Urk. 8/265/1-3
)
, in der Bildgebung zeige sich eine konsolidierte
Spondylodese
bei Status nach LWK1-Fraktur. Neurologische Ausfälle zeigten sich nicht
(S. 2 unten).
3.5
Dr.
med.
G._
nannte
im Bericht vom 14. Dezember 2018 (Urk. 8/262
/1-6
) zu den bekannten Diagnosen ergänzend Hüftschmerzen beidseits (S. 3 Ziff. 2.5). Seit dem 1. März 2018 bestehe in einer leidensangepassten Tätig
keit ein
e
30%ige Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff.
4.1 und
4.2
; vgl. auch Urk. 3/1 Ziff. 3 und Urk. 3/2 Ziff. 2
)
.
3.6
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Psychiatrie, und
Dr.
med. I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
J._
, diagnostizier
ten im Bericht vom 16. November 2018 (Urk. 8/263) Angst und depressive Stö
rung, gemischt (F41.2)
,
sowie ein chronisches Schmerzsyndrom (R52.2
;
S. 4 Ziff. 2.5
).
Der psychische Gesundheitszustand habe sich nach der Scheidung dras
tisch verschlechtert
(S. 4 oben)
. Während des Gesprächs habe die Beschwerdefüh
rerin abgesehen von einer eingeschränkten Konzentrationsdauer keine weiteren Störungen der mnestischen Funktionen aufgewiesen. Im formalen Denken sei sie verlangsamt gewesen, vermehrt eingeengt auf ihre Sorgen und Befürchtungen. Inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen ergeben. Im Affekt habe die Beschwerdeführerin verängstigt und ver
unsichert, deprimiert und affektlabil gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert gewesen, affektiv sei sie modulierbar, ein affektiver Rapport
gut her
stellbar gewesen. Im An
trieb sei sie vermindert und motorisch wenig lebhaft ge
wesen (S. 4 Ziff. 2.4).
Es bestehe eine reduzierte allgemeine psychische Belastbar
keit, eine rasche körperliche und geistige Erschöpfung, eine eingeschränkte Kon
zentrationsdauer, Antriebsstörungen, eine verlangsamte Psychomotorik, Störun
gen der sozialen Interaktionen sowie Schmerzen in den Gelenken, insbesondere in bei
den Knien (S. 5 Ziff. 3.4). Zurz
eit sei die Beschwerdeführerin in der bisheri
gen und auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 %
und ab Januar 2019 zu 50 %
arbeitsunfähig (
S.
7 Ziff. 4.1-4.3
).
Am 18. Juli 2018 berichteten
Dr.
H._
und
Dr.
I._
(Urk. 3/3), anfangs März hätten die Symptome begonnen nachzulassen. Bei einem vorangegangenen Gespräch, basierend auf einem objektiv besseren psychischen Zustand sowie wei
teren subjektiven Beschwerden
,
sei die Arbeitsfähigkeit zunächst auf 30 % und Anfang Juni auf 50 % erhöht.
Wenn sich der psychische Zustand der Beschwer
deführerin nicht
wieder verschlechtere, sollte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Anfang August gegeben sein (S. 2).
Am 30. Oktober 2019 bewerteten die Ärzte (Urk. 11) den bisherigen Therapiever
lauf trotz adäquater Compliance als instabil. Es bestehe weiterhin eine Arbeits
unfähigkeit von 50 %. Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit ausgeprägter Insta
bilität sei in näherer Zukunft eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwar
ten.
3.7
Dr.
med. K._
, Chefarzt Rheumatologie und Rehabilitation,
B._
, berichtete am 7. Dezember 2018 (Urk. 8/265/4-6
= Urk. 8/269/10-12
), die Beschwerdeführerin leide an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und mutmasslich psychischen Faktoren. Das klinische Bild entspreche einem Fib
romyalgie-Syndrom mit aktuell 18/18 druckschmerzhaften Tenderpoints. Trig
gernd dürften ein Hypermobilitätssyndrom, die multiplen
muskuloskelettalen
Af
fektionen mit Zustand nach 5 Operationen sowie die Stressoren Migration, Tren
nung, Erkrankung des Sohnes und Verantwortung als Mutter gewesen sein.
Auf
eine zugrundeliegende entzündlich-rheumatische Erkrankung
gebe es
keine
Hin
weise
, insbesondere auch nicht
auf
eine
Sp
ondyloarthriti
s
(S. 2 unten).
Im Bericht vom 12. März 2019 (
Urk. 3/4 =
Urk. 8/269
/7-8
) ergänzte
Dr.
K._
, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in der Reinigung und im Service seien aus somatischer Sicht zumutbar, falls sie nicht das Zurücklegen langer Stre
cken erforderten. Eine Tätigkeit als
Coiffeuse
wäre in einem Umfang von etwa 70 % (Bedarf für vermehrte Pausen) zumutbar. Eine dem Leiden angepasste Tä
tigkeit sei aus somatischer Sicht 8.5 Stunden pro Tag zumutbar (S. 2 Ziff.
4.1-
4.
2).
3.8
Dr.
med. L._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt in seiner Beurteilung vom 3. Januar 2019 (Urk. 8/267 S. 4) fest, die panvertebralen Schmerzen bestünden unverändert. Nach der Knie-Arthroskopie vo
m
September 2017 seien seitens der Kniegelenke keine weiteren Behandlungen mehr durchgeführt worden. Im
B
ericht
über die Arthroskopie
seien ausser dem Meniskusschaden keine wesentlichen Veränderungen festgestellt worden, weshalb mit überwiegender Wahrscheinlich
keit ein besserer Zustand angenommen werden könne als zum Zeitpunkt des Gut
achtens. In psychiatrischer Hinsicht seien die gleichen Diagnosen beschrieben worden wie im Vorbericht vo
m
April 201
7.
Mit überwiegender Wahrscheinlich
keit sei aus versicherungsmedizinischer Sicht im Vergleich zum Zeitpunkt des
Y._
-Gutachtens keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes ein
getreten.
Am 4. März 2019 ergänzte
Dr.
L._
seine Stellungnahme dahingehend (Urk. 8/267 S. 5 unten), dass der aktuelle rheu
matologische Bericht keine neuen
Diagnosen oder medizinische Fakten ergebe. Als somatische Nebendiagnosen seien Beschwerden und Degenerationen genannt worden, die zum Zeitpunkt des Gutachtens bereits vorgelegen hätten. Neu sei die Meniskusoperation des rechten Kniegel
e
n
ke
s. Postoperativ bestehe von Seiten des rechten Kniegel
e
nks Beschwer
defreiheit. Auch im aktuellen rheumatologischen Bericht
würden keinerlei Be
schwerden des rechten Knies beschrieben.
4.
4.1
Das Gericht stellte im Urteil vom 21. August 2018 (Urk. 8/251) fest, es könne entsprechend der von den
Y._
-Gutachtern vorgenommenen Einschätzung da
von ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin zumindest bis zur Begut
achtung im Juni 2017 in der ursprünglichen Tätigkeit im Reinigungsdienst nicht mehr arbeitsfähig, hingegen in einer leichten Tätigkeit seit Juni 2011 zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei. Für den Zeitraum nach der Begutachtung könne den medizinischen Akten entnommen werden, dass am 28. September 2017 eine Lä
sion des lateralen Meniskusvorderhornes am rechten Kniegelenk operativ ver
sorgt worden sei. Ob diese sowie die gemäss Beschwerde geplante weitere Opera
tion zu einer dauernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt hät
ten, könne aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht beurteilt werden. Dies
bezüglich werde die Beschwerdegegnerin ergänzende Abklärungen zu treffen ha
ben
(E. 5.4)
.
4.2
Bezüglich der Läsion des lateralen Meniskusvorderhornes am rechten Knie, wel
che im September 2017 operativ versorgt wurde (vgl. E. 3.
3
), sind keine weiteren Behandlungen aktenkundig.
Auch findet sich in den medizinischen Akten keine Stütze, dass eine weitere Knieoperation geplant ist.
Es ist daher davon auszuge
hen, dass die Operation erfolgreich verlaufen ist und die Kniebeschwerden nicht im Vordergrund stehen. Eine Verschlechterung hat sich demnach seit der Begut
achtung im Sommer 2017
höchstens vorübergehend
ergeben.
D
ie Beschwerdeführerin
konsultierte
mehrmals
PD
Dr.
C._
(E. 3.
4
) we
gen der chronischen panvertebralen Schmerzen. Dieser fand in der Bildgebung eine
konsolidierte
Spondylodese
bei Status nach LWK1-Fraktur und verneinte das Vorliegen neurologischer Ausfälle. Zur Beurteilung einer möglichen rheumatolo
gischen Erkrankung überwies er die Beschwerdeführerin an
Dr.
K._
.
Dr.
K._
(E. 3.7) erachtete die Beschwerden dem klinischen Bild eine
s
Fibromy
algie-Syndrom
s
entsprechend.
Für e
ine entzündlich-rheumatische Erkrankung
fand er keine Anhaltspunkte. Damit ist davon auszugehen, dass sich in somati
scher Hinsicht seit der
Y._
-Begutachtung keine Verschlechterung eingestellt hat und
die Beschwerdeführerin
weiterhin - wie damals von den
Y._
-Gutachtern attestiert (E. 3.2.5) - in einer leichten angepassten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig ist.
4.3
Das Gericht erwog im Urteil vom 21. August 2018
(Urk. 8/
251)
, der Bericht der Ärzte der
J._
vermöge die Feststellungen des psychiatrischen Gutach
ters nicht zu entkräften
(E. 5.3)
. Nachdem die objektiven Befunde im Bericht der Ärzte der
J._
vom 16. November 2018 (E. 3.6) wortwörtlich mit denje
nigen im Bericht vom 27. April 2017
(Urk.
8
/243/13-15
)
übereinstimmen
und in den Berichten vom 18. Juli 2018 und 30. Oktober 2019 objektive Befunde gänz
lich fehlen
, ist nicht ersichtlich, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin seit der
Y._
-Begutachtung verschlechtert haben soll.
Daran ändert
auch
nichts, dass die Ärzte
nunmehr
eine Arbeitsunfähigkeit
unterschied
licher Höhe
attestiert haben.
4.4
Zusammenfassend ist
eine Verschlechterung des
Gesundheitszustand
s
der Be
schwerdeführerin seit der
Y._
-Begutachtung nicht
ausgewiesen
, weshalb die Be
schwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht ver
neint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 700.
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.