# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5ad80174-23f9-45a7-a7f0-8e6e7a742bb2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1951, war vom 10. Juli 2000 bis 31. August 2015 als Ver
kaufsassistentin bei der
Y._
angestellt (Urk.
20/
9/159
S. 1 f.
) und in dieser Funktion
gegen die Folgen von Unfällen bei der Suva versichert. Am 16. Februar 2014
ist die Versicherte beim Tanzen aus
gerutscht und gefallen (Unfallmeldung vom 21. Februar 2014, Urk.
20/
9/1).
Die erstbehandelnden Ärz
te diagnostizierten eine Schulterkontusion rechts sowie eine
Hämatobursa
olecrani
rechts (Urk.
20/
9/6).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Urk.
20/
9/2
).
Mit Verfügung vom 2. September 2016 sprach
sie
der Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.-- basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % zu (Urk.
20/
9/139). Die da
gegen erhobene Einspra
che (Urk.
20/
9/143) wurde mit Entscheid vom 1. Dezember 2016 abgewiesen (Urk.
20/
9/150 = Urk. 2)
.
1.2
Die Versicherte erhob am 20. Januar 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1. Dezember 2016 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei die Integritätsentschädigung angemessen zu erhöhen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2017 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8). Mit Replik vom 3. Juli 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest (Urk. 13). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Stel
lungnahme vom 30. November 2017 auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 18), was der Beschwerdeführerin am 1. Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 19).
Dieses Verfahren wurde unter der Prozess-Nr. UV.2017.00015 ange
legt.
2.
2.1
In der Folge klärte die Beschwerdegegnerin die medizinische und erwerbliche Situation weiter ab (Urk.
20/
9/154-155). Mit Verfügung vom 17. März 2017 verneinte sie einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin (Urk.
20/
9/171). Die dagegen erhobene Einsprache (Urk.
20/
9/178)
wies sie mit Entsche
id vom 24. Juli 2017 ab (Urk. 20/9
/184 = Urk. 20/2).
2.2
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 24. Juli 2017 (Urk. 20/2) erhob die Be
schwerdeführerin am 14. September 2017 Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung sowie die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Invali
denrente auszurichten (Urk. 20/1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte wie
derum die Abweisung der Beschwerde (Urk. 20/8), was der Beschwerdeführerin
am 1. Dezember 2017 zur Kenntnisnahme
gebracht
wurde (Urk. 20/10). Dieses Verfahren wurde unter der Prozess-Nr. UV.2017.00220 angelegt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da den beiden Beschwerden im Wesentlichen derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt
,
das gleiche Rechtsgebiet betroffen ist
und die Parteien identisch sind
, ist der Prozess
UV.2017.00220
mit dem vorliegenden Prozess UV.
2017.
00
015
zu
vereinigen
und unter dieser Prozessnummer weiterzuführen. Das Verfahren
UV.2017.00220
ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als Urk.
20/0-10
geführt.
2.
2.1
In den angefochtenen
Einspracheentscheiden
sind die rechtlichen Erwägungen zum Übergangsrecht, zum Invaliditätsgrad und
dessen Bemessung (Art. 18 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung,
UVG;
Art.
16 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversicherungsrechts, ATSG)
sowie zur Integritätsentschädigung (
Art.
24 f. UVG;
Art.
36
Abs.
1 der Verord
nung über die Unfallversicherung, UVV)
zutreffend wiedergegeben (Urk.
2 S. 3 Ziff. 2.1 sowie Urk. 20/2 S. 2 ff.
Ziff.
2 f.). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.3
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3
.
3.1
Die Beschwerdegegnerin gi
ng im
angefochtenen
Entscheid vom 1. Dezember 2016
davon aus,
gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates,
sei die Integritätseinbusse auf 15 % festzusetzen (Urk. 2 S. 5 Ziff. 2.3). Daran hielt sie mit Beschwerdeantwort (Urk. 8) fest und führte ergän
zend aus
, dass eine erneute fachärztliche Beurteilung durch
Kreisärztin
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für Chirurgie,
diese Einschätzung bestätigt habe (Urk. 8 S. 3 f. Ziff. 5.2 ff.).
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde vom
20. Januar 2017
auf den
Standpunkt (Urk. 1),
es liege nicht einmal ansatzweise eine transparente und nachvollziehbare Schätzung des Integritätsschadens vor. Zudem seien die verfügten 15 % ungenügend (S. 4 f. Ziff. 3).
Sodann liege keine Art. 24 Abs. 2 UVG entsprechende
Sachverhaltsermittlung vor. Die Beurteilung des I
ntegritäts
schadens hätte im Rahmen der
kreisärz
tlichen Abschlussuntersuchung
vom 20. Januar 2017
erfolgen
müssen (S. 5 f. Ziff. 4).
Ergänzend machte
die Beschwerdeführerin mit Replik (Urk. 13) geltend, das Ak
tengutachten von
Dr.
A._
vom 5. Mai 2017 sei aufgrund des
Devolutivef
fekts
aus dem Recht zu weisen (S. 3 Ziff. 2). Ferner sei darauf auch aus materi
ellen Gründen nicht abzustellen (S. 3 f. Ziff. 3).
3.2
Im
ebenfalls angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
24. Juli 2017
fü
hrte die Beschwerdegegnerin aus
(Urk. 20/2)
,
gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 20. Januar 2017 sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit weiterhin zu 75 % arbeitsfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 4 Ziff. 3.2). Das zumut
bare Arbeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit decke sich sodann mit jenem, welches durch den Regionalen
Ä
rztlichen
Dienst (RAD) der Invalidenversiche
rung festgehalten w
orden sei
(S. 4 Ziff. 3.2 oben sowie S. 5 Mitte).
Das
Validen
einkommen
belaufe sich ausgehend von ihrem Verdienst bei ihrem letzten Ar
beitgeber vor der Pensionierung und unter Berücksichtigung einer Lohnsteige
rung auf Fr. 79'096.-- für d
as Jahr 2016 (S. 7 Ziff. 3.4). Ausgehend von den
Ta
bellenlöhne
n
der Lohnstrukturerhebung (LSE)
ergebe
sich
für das Jahr 2016
ein Invalideneinkommen von Fr. 79'025.-- (S. 5 ff. Ziff. 3.3). Mit einer Lohneinbus
se von Fr. 71.-- liege die Beschwerdeführerin deutlich unter dem rentenberech
tigenden Grenzwert von 10 %, weshalb ihr keine Rente zuzusprechen sei (S. 7 f. Ziff. 3.5).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort fest (Urk. 20/8).
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen in ihrer Beschwerde vom
14. September 2017
im Wesentlichen
vor
(Urk. 20/1)
,
ihre bisherige angestamm
te Tätigkeit stelle eine durchschnittliche kaufmännische Sekretariats- und Büro
arbeit dar, für welche ihr durch den Kreisarzt eine 25%ige bleibende Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden sei. Es sei nicht einzusehen, weshalb sie in einer anderen durchschnittlichen kaufmännischen Sekretariats- und Büroarbeit zu 100 % arbeitsfähig sein solle. Es sei bisher nicht von einem Mediziner beurteilt worden, ob ihr das Bedienen eines Computers
oder eines Telefons, der Umgang mit Brief- und Paketpost, Ablagetätigkeiten, Archivierung und dergleichen
zu
mutbar sei
en
oder nicht. Der Kreisarzt habe ihr lediglich für Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Somit fehle e
s an einer
rechtsgenüglichen
Sachverhaltsermittlung (S. 5 f. Ziff. 3
, S. 7 f. Ziff. 6
).
4.
4.1
In der kreisärztlichen Untersuchung vom
12. Februar 2015 (Urk.
20/9/97
)
bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie,
gab die Beschwerdeführerin an, Tätigkei
ten unterhalb der Horizontalen würden für den rechten Arm kein Problem dar
stellen. Alles, was über der Horizontalen gemacht werden müsse, bereite Schwierigkeiten. Beispielsweise würden dann Schmerzen sowie ein Blockadegefühl in der rechten Schulter auftreten. Autofahren sei kein Problem. Ru
heschmerzen bestünden keine, der Nachtschlaf sei nicht gestört (S. 3 Mitte).
Dr.
B._
hielt fest, es zeige sich ein sehr schlechtes Heilergebnis. Die Abdukti
on (der rechten Schulter; vgl. S. 4 unten) sei lediglich bis 75° möglich (S. 5 un
ten).
4.2
Zwischen April und November 2015 stellte sich die Beschwerdeführerin mehr
fach in der Schulter-Sprechstunde der
C._
vor. Sie habe über ein Funktions
defizit der rechten Schulter mit Bewegungseinschränkung und Kraftverlust so
wie zeitweise auftretende Schmerzen geklagt
(Bericht vom 20. April 2015, Urk. 20/9/106 Anamnese)
.
Die Ärzte dokumentierten
im April (Urk.
20/
9/106
S. 1
f.
) eine aktive globale Elevation von 100
°
, eine passive
g
l
e
nohumerale
Abduktion von 75°, eine Aus
senrotation (AR) von 30°, kein AR-Lag, eine Innenrotation bis L
3.
Ein Lift-off sei negativ.
Im
Juni (Urk.
20/9/113
S. 1 unten) und August (Urk.
20/9/117
S. 1 unten)
zeigte sich ein weitgehend identischer Befund: Aktive globale Abduktion bis 80
°, pas
sive
glenohumerale
Abduktion 80°, Flexion 100°,
Aussenrotation (
AR
)
3
0° ohne AR-Lag, Innenrotation bis L3, Lift
-
off knapp nicht positiv.
Im November 2015 habe die Beschwerdeführerin schliesslich über eine Be
schwerdelinderung unter Physiotherapie und seltener Einnahme von Schmerz
medikation berichtet
. Dem Befund ist zu entnehmen, dass der Bewegungsum
fang Abduktion 110°, Flexion 100°, Aussenrotation 50°, kein Aussenrotations-Lag Zeichen und Innenrotation bis L1 möglich sei. Der Lift-off
-
Test sei nicht beurteilbar (Urk.
20/9/127
unten).
4.3
Gestützt auf die erfolgte Berichterstattung zum funktionellen Befund an der rechten Schulter im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung sowie den wie
derholten Untersuchungen an der
C._
hielt Kreisarzt
Dr.
Z._
mit Aktenbeur
teilung vom 31. August 2016 (Urk. 20/9/138) fest, es sei von einer dauerhaften und erheblichen Funktionseinschränkung an der rechten S
chulter auszugehen (Ziff. 1). In
Abgleich mi
t der Tabelle 1 der Suva sei ein
Integritätsschaden von 15 %
gegeben
(Ziff. 2 f.).
4.4
Im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens beur
teil
t
e der RAD die zumutbare Tätigkeit
mit Stellungnahme vom 24. Mai 2016
wie folgt
(Urk. 20/9/160)
: Aus medizinischer Sicht seien bei vorgeschädigter Schulter Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationseinwirkungen auf die rechte Schulter sowie
Überkopfarbeiten
und Arbeiten in ständiger Armvorhal
teposition, insbesondere repetitive Tätigkeiten mit Belastung des rechten Armes, nicht mehr zumutbar. Das Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 bis 8 kg (unter ungünstigen Hebeln), in günstiger Belastungsposition (körper
nah, bis Lendenhöhe) über 20 kg, solle vermieden werden (S. 1 f.). Dementspre
chend seien leichte (angepasste) Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transpor
tieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne rechtsseitiges Arbeiten in Armvorhalteposition und
Ü
berkopfarbeiten
medizinisch-theoretisch weiterhin zumutbar (S. 2 oben).
4.5
Am 20. Januar 2017 untersuchte Kreisarzt
Dr.
B._
die Beschwerdeführerin erneut (Urk.
20/9/163
). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit attestierte
Dr.
B._
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe für eine Tätigkeit mit folgendem Zumutbarkeitsprofil für den rechten Arm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit: Körpernah könnten bis Hüfthöhe 8 kg und bis Brust
höhe 5 kg gehoben werden. Körperfern sei das Heben von Lasten nicht zumut
bar. Tätigkeiten über
dem
Kopf seien mit dem rechten Arm nicht möglich. Ebenso seien Tätigkeiten
an stossenden
, schlagenden und vibrierenden Maschi
nen für den rechten Arm ausgeschlossen (S. 6 unten).
Im rechten Schultergelenk sei d
ie Abduktion nur bis 75°
und die Anteversion nur bis 110° möglich (S. 6 Mitte).
4.6
Kreisärztin
Dr.
A._
nahm am 5. Mai 2017 eine Aktenbeurteilung des In
tegritätsschadens vor (Urk.
20/9/180
).
Bei der vorliegenden
Reruptur
der
Supra
spinatussehne
rechts ist für die Schätzung des Integritätsschadens die funktio
nelle Bewegungseinschränkung der rechten Schulter massgebend (Tabelle 1 UVG). Die übrigen Tabellen seien vorliegend nicht einschlägig
. Unter dem Titel „
Schulter
” f
i
nde sich der Punkt „
bis zur Horizontalen beweglich
”
mit einem Re
ferenzwert von 15 %
(S. 6 f.).
Die
Ärzte
der
C._
hätten mit Bericht vom 20. November 2015 eine Abduktion von 110° und eine Flexion (= Anteversion)
von 100° do
kumentiert. Beide Werte für das Bewegungsausmass würden die Horizontale um 10° beziehungsweise um 20° übersteigen. Der Kreisarzt habe anlässlich der Un
tersuchung vom 20. Januar 2017 eine Abduktion von 75° und eine Anteversion von
110° dokumentiert. Un
ter Berücksichtigung der kreisärztlich dokumentier
ten Kombinationsbewegun
gen der rechten Schulter (Nacken- und Hinterhaupt
griff) würden die vorliegen
den Messwerte einem Bewegungsausmass der rechten S
chulter entsprechend dem Punkt „
bis zur Horizontale
n beweglich”
in Tabelle 1 UVG entsprechen (S. 7 oben).
Die Integritätseinbusse an der rechten Schulter betrage 15 % (S. 8).
5.
5.1
In einem ersten Schritt ist die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene In
tegritätseinbusse von 15 % zu prüfen.
In der Suva-Tabelle 1 (Revision 2000), Integritätsentschädigung gemäss UVG, Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten (abruf
bar unter
www.suva.ch
), ist bei völliger Gebrauchsunfähigkeit von einer Integri
tätseinbusse von 50 % auszugehen. Bei Funktionsstörungen der Schulter sind folgende Einbussen vorgesehen: Versteift in Adduktion 30 %, bis 30° über Hori
zontale beweglich 10 %, bis zur Horizontalen beweglich 15 %, nicht reponierte Luxation 25 % und habituelle Luxation 10 %.
5.2
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die kreisärztliche Stellungnahme von
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.3) knapp ausfiel.
Da er jedoch auf die
erhobe
nen Be
funde der
vorangegangene
n
kreisärztliche
n
Untersuchung
(vorstehend E. 4.1)
sowie
insbesondere der Ärzte der
C._
verwies, in welchen ein Heben des rech
ten Armes bis zur Horizontalen dokumentiert wurde, ist seine Einschätzung un
ter
Hinweis auf die
Tabelle 1 UVG nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin führte sodann im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) unter Bezugnah
me
auf
sämtliche eben genannte Berichte nachvollzieh
bar und ausreichend be
gründet aus, wie die Integritätseinbusse von 15 % herzu
leiten ist. Sodann wird die Beurteilung von
Dr.
Z._
durch die ausführli
che Stellungnahme von Kreis
ärztin
Dr.
A._
bestätigt.
Die Festsetzung der Integritätseinbusse auf 15 % ist daher vor dem Hintergrund, dass die Beschwer
deführerin den Arm bis zur Horizontalen heben kann, nicht aber (wesentlich) darüber hinaus (vorstehend E. 4.2), sowie angesichts der Kategorisierung in der Suva-Tabelle 1 (vorstehend E. 5.1) nicht zu beanstanden.
5.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 1 S. 6 Ziff. 6)
war für die Beurteilung der Integritätsentschädigung vorliegend keine persönliche Un
tersuchung notwendig. In den vorhandenen Akten waren die Befunde
doku
mentiert, welche zur Beurteilung der Funktionseinschränkung der rechten Schulter notwendig waren
(namentlich der Bewegungsumfang bei A
d
duktion und Flexion, vgl. dazu auch die Ausführungen von Kreisärztin
Dr.
A._
, vor
stehend E. 4.6
)
. Die Beschwerdeführerin legte auch nicht dar, inwiefern eine persönliche Untersuchung zu einem anderen Ergebnis geführt hätte.
Weiter
kann sie aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin die Prüfung des Integritätsschadens zeitlich vor der Prüfung des Rentenanspruchs vornahm und entschied
, nichts zu ihren Gunsten ableiten
.
Denn auch die
nach der Ak
tenbeurteilung von
Dr.
Z._
eingegangenen
Arztberichte
hielten
fest, dass die Beweglichkeit des Armes im Schultergelenk rechts bis zur Horizont
alen möglich ist und
sich demnach weder verbesserte noch verschlechterte
.
Die Be
schwerdeführerin vermochte nichts vorzubringen, was gegen die mit kreisärztli
cher Einschätzung vom 31. August 2016 festgehaltene Dauerhaftigkeit und Er
heblichkeit der Einschränkung in der rechten Schulter gesprochen hätte.
5.4
Die Beschwerdeführerin beantragte, das Aktengutachten von Kreisärztin
Dr.
A._
vom 5. Mai 2017 sei aufgrund des
Devolutiveffekts
aus dem Recht zu weisen (vorstehend E. 3.1).
Grundsätzlich ist es der Verwaltung wegen des
Devolutiveffekt
es
des Rechtsmit
tels der Beschwerde rechtsprechungsgemäss verwehrt, nach der Beschwerdeer
hebung selber weitere umfassende Abklärungen, etwa eine medizinische Begut
achtung, durchführen zu lassen. Demgegenüber hält die höchstrichterliche
Rechtsprechung punktuelle Abklärungen, wie etwa das Einholen von Bestäti
gungen und Bescheinigungen oder Rückfragen bei Ärztinnen und Ärzten und anderen Auskunftspersonen, für zulässig und begründet dies damit, dass der
Devolutiveffekt
durchbrochen werde vom Prinzip, dass die Verwaltung den angefochtenen Entscheid bis zur Erstattung der Vernehmlassung in Wiedererwä
gung ziehen kann (Barbara Kobel, in: Gesetz über das Sozialversicherungsge
richt des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 2009, N 5 zu § 19
GSVGer
, mit Hin
weisen).
Das Aktengutachten von
Dr.
A._
stellt keine eigentliche medizinische Begut
achtung, sondern eine zulässige aktenbasierte Bestätigung der vorange
gangenen kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
Z._
dar. Es liegt keine Verlet
zung des
Devolutive
ffekts
vor, weshalb das genannte Aktengutachten
nicht aus dem Recht zu weisen
ist
.
5.5
Nach dem Gesagten ist die festgelegte Integritätseinbusse von 15 % nicht zu beanstanden.
6.
6.1
In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwerdege
gnerin einen Ren
tenanspruch zu R
echt verneinte.
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, ihre bisherige Tätigkeit als Verkaufsassistentin entspreche in Bezug auf die körperlichen Anforderungen einer durchschnittlichen kaufmännischen Sekretariats- und Büroarbeit. Darin sei ihr aus ärztlicher Sicht eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Aufgrund des ärztlicherseits aufgestellten Zumutbarkeitsprofils sei in einer durchschnittlichen Sekretariats- und Bürotätigkeit keine 100%ige Arbeitsfähig
keit gegeben. Das Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes beziehe sich auf den all
gemeinen Arbeitsmarkt (S. 7 f.
Ziff.
5 f.). Sodann seien in einer solchen Tätig
keit Armvorhaltepositionen häufig und unvermeidbar
. Auch das Ablegen von Akten und dergleichen sei mit nicht zumutbaren Bewegungen und Krafteinsät
zen verbunden. Aufgrund dieser qualitativen Einschränkungen in einer solchen Tätigkeit sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20
%
zu gewähren
(S. 8 f.
Ziff.
7).
6.2
Im Zeitpunkt des Unfalles und bis zur Pensionierung am 31. August 2015 (vgl. Urk. 20/9/161 oben) war die Beschwerdeführerin als Verkaufsassistentin bei der
Y._
angestellt.
Der
Arbeitsplatzbeschreibung vom 2
2.
Januar 2015
der bishe
rigen Arbeitgeberin
(Urk.
20/9/92) ist bezüglich der zu verrichtenden Haupttä
tigkeiten
Folgendes zu entnehmen
(S. 1 Mitte)
:
-
Telefonzentrale, PC-Arbeiten
Anteil: 70
%
(Bestellungen, Offerten, Service-Rapporte, Kundenreklamationen bear
beiten, usw.)
-
Lagerarbeiten
Anteil: 15
%
(Pakete auspacken, Ware versorgen, Apparate einpacken, versenden)
-
allgemeine Büroarbeiten
Anteil: 15
%
(Ablage etc.)
Das Heben und Tragen von Gewichten unter 5 k
g sowie zwischen 5 und 10 kg bis Lendenhöhe sei oft erforderlich, manchmal seien auch mittelschwere Ge
wichte (10 bis 25 kg) bis Lendenhöhe zu tragen und heben (S. 2).
6.3
Die bisherige Tätigkeit als Verkaufsassistentin erforderte gemäss Angaben der Arbeitgeberin oft
das Heben und T
ragen von Gewichten bis zu 10 kg sowie manchmal auch schwerere
r
Gewichte bis zu 25 kg (vorstehend E. 6.2).
Aus die
sem Grund kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Arbeitsplatzprofil ihrer letzten Tätigkeit jenem einer allgemeinen Sekretariats- und Bürotätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsplatz entspricht. Aufgrund der allgemeinen Le
benserfahrung kann davon ausgegangen werden, dass in einer solchen Tätigkeit selten bis nie das Heben und Tragen von Gewichten
bis zu
25 kg notwendig ist.
Das genannte medizinisch-theoretisch zumutbare Arbeitsprofil ist mit einer all
gemeinen Sekretariats-
und Bürotätigkeit ohne weiteres vereinbar.
6.4
Aus medizinisch-theoretischer Sicht ist ihr eine angepasste Tätigkeit mit Heben und Tragen von Gewichten von 5 kg bis Brusthöhe und bis zu 8 kg bis Hüfthö
he zumutbar, wobei Überkopftätigkeiten nicht zumutbar und solche an stossen
den, schlagenden und vibrierenden Maschinen ausgeschlossen
sind
(vorstehend E. 4.5, vgl. auch vorstehend E. 4.4).
Da ihre bisherige Tätigkeit als Verkaufsas
sistentin auch das Verrichten von Lagerarbeiten beinhaltete, welche mit dem Heben und Tragen von Gewichten über 8 kg verbunden waren, ist nicht zu be
anstanden, dass die Ärzte ihr in ihrer bisherigen Tätigkeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestierten.
Allerdings ist nicht nachvollziehbar, weshalb ihr eine
ausschliessliche
Sekretari
ats-
oder
Bürotätigkeit nicht zumutbar sein sollte. Insbesondere ist die Tätigkeit am Computer nicht als Tätigkeit mit Armvorhalteposition zu werten, da dabei der Oberarm nicht nach vorne geneigt ist und kein Kraftaufwand im Schulterge
lenk notwendig ist, weil der Unterarm auf der Tischplatte abgestützt werden kann (vgl. auch Urk. 20/2 S. 6). Die Beschwerdeführerin gab im Übrigen auch
an, dass sie problemlos A
utofahren
könne
(vorstehend E. 4.1). Die Haltung des Armes ist
beim Steuern eines Autos
vergleichbar mit
jener
beim Arbeiten am Computer, wo
aufgrund der Armauflage auf dem Tisch
sogar noch von einer
geringeren Be
lastung auszugehen ist. Das medizinische Zumutbarkeitsprofil an sich wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Es ist
nicht
ersichtlich, weshalb das Bedienen eines Computers oder Telefons, der Umgang mit Brief- und
leichter
Paketpost oder Ablagetätigkeiten mit diesem Zumutbarkeitsprofil nicht vereinbar wäre.
Schliesslich ist auch nicht erkennbar, worin die nicht zu
mutbaren Bewegungen und Krafteinsätze beim Ablegen von Akten bestehen sollten, da damit jedenfalls keine Überkopfarbeit verbunden ist. Sofern eine grosse Menge an Akten abzulegen oder zu archivieren wäre, wäre dies durchaus in Gewichtsbündeln von unter 5 kg machbar.
6.5
Das von der Beschwerdegegnerin herangezogene Validen- und Invalidenein
kommen wurde in
masslicher
Hinsicht nicht bestritten und ist aufgrund der Ak
ten- und Rechtslage nic
ht zu beanstanden.
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen leidensbedingten Abzug, was die Be
schwerdeführerin beanstandete und einen Abzug von 20 % aufgrund qualitati
ver Einschränkungen forderte (
vorstehend E. 6.1
). Da bei der Beschwerdeführe
rin wie dargelegt (vorstehend E. 6.4) in einer allgemeinen Sekretariats- und Bürotätigkeit keine qualitativen Einschränkungen
bestehen, rechtfertigt sich
kein leidensbedingter Abzug
.
Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, obwohl die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns bei
Zusprache
der Integritäts
entschädigung am
1.
Dezember 2016 (
Urk.
2), welcher Entscheid in Bezug auf den Zeitpunkt des Fallabschlusses (
Art.
19
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
24
Abs.
2 UVG) unbeanstandet blieb, infolge ihrer Pensionierung per 3
1.
August 2015 (
Urk.
20/9/1) kein Erwerbseinkommen mehr erzielte.
Denn a
ls
Valideneinkommen
gelten nach
Art.
16 ATSG diejenigen Einkünfte, welche eine versicherte Person mutmasslich erzielen würde, wäre sie nicht inva
lid geworden. Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Von dieser Befugnis hat er in
Art.
28
Abs.
4 UVV für Versicherte in vorgerücktem Alter Gebrauch gemacht und vorgesehen, dass für sie die Erwerbseinkommen für die Bestimmung des Invaliditätsgrades massgebend sind, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechen
den Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Diese Regelung ist ihrem Wortlaut nach (
„
bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung") zwar primär auf die Ermittlung des Invalideneinkommens ausgerichtet, hat gemäss einhelliger Lehre
und Rechtsprechung aber auch dann Platz zu greifen, wenn es um die Bestim
mung des
Valideneinkommens
geht (
BGE
122 V 418 E. 5 mit Hinweisen). Vor
aussetzung für die Anwendung von
Art.
28
Abs.
4 UVV ist laut dieser Bestim
mung, dass die versicherte Person die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall alters
halber n
icht mehr aufnimmt (Variante I; Urteil des Bundesgerichts
8C_9/2017 vom
3.
März 2017
E. 4.1.3). Diese Variante I ist auch erfüllt, wenn der Ent
schluss zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit schon vor dem Unfall feststand (Erni/
Hüsler
/
Läubli
Ziegler,
Eigenheiten der Invaliditätsbemessung im UVG, in: HAVE, Personen-Schaden-Forum 2008, S.
146).
Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht, dass sie nicht bereits vor dem Unfall am 16. Februar 2014 beabsichtigt hätte, im Zeitpunkt der ordentlichen Pensionie
rung aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf
Art.
28
Abs.
4 UVV zur Invaliditäts
bemessung auf die
LSE
abstellte.
Zusammenfassend verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht.
7.
Nach dem Gesagten ist sowohl der
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2016 betreffend Integritätsentschädigung (Urk. 2) sowie jener vom 24. Juli 2017 be
treffend den Rentenanspruch (Urk. 20/2) zu bestätigen, was zur Abweisung so
wohl der Beschwerde vom 20. Januar 2017 (Urk. 1) als auch jener vom 14. September 2017 (Urk. 20/1) führt.
Soweit die
Beschwerdeführer
in
verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen (vgl. E. 3
.1
), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand ist auf
grund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersu
chungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Ebenso kann aufgrund des in Erwägung 6 Gesagten von der Durchführung einer Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) abgesehen werden
(vgl. Urk. 20/1 S. 9 oben)
.