# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 169c5550-9fef-478e-b489-74b0259d4c2e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1967 geborene
X._
war
seit
dem 13.
August
1987 bei der
Y._ AG
als Bauarbeiter tätig
, als er am 25. Mai 2007 einen Unfall erlitt und sich dabei ei
ne laterale
Tibiaplateaus
palt
-I
mpress
ionsfraktur
am rech
ten Bein
zuzog, die
am 29.
Mai 2007
an
der chirurgischen Klinik des Spitals
Z._
mit
tels
Osteosynthese versorgt wurde (Urk.
8/6/27
).
Am 5.
September
2007
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicher
te bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk.
8/4
). Die damals zuständige Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, holte
in der Folge
die Akten des Unfallversi
cherers ein und tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Am 2. Juni 2008 wurde a
n der Universitätsklinik
A._
eine
Osteosynthesematerial
-E
ntfer
nung und Rekonstruk
tion des lateralen
Tibiaplateau
durchgeführt
(Urk.
8/18/6
)
.
Am 10.
Oktober 2009
erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall,
bei welchem er sich eine geschlossene
mehrfragmentäre distale Unterschenkel
f
r
aktur sowie eine
supracondyläre
distale
Femur
quer
fraktur
wiederum am rechten Bein
zuzog, die
am 12. Oktober 2009 in
der chirurgischen Klinik des Spitals
B._
mittels
Tibia
plateau
-O
steosynthese und Femur
-O
steo
synthese behandelt wurden (Urk.
8/37/4
).
Am 2.
Mai 2011
erfolgte
an
der Universitätsklinik
A._
eine Metallentfernung und
am
9.
August 2011
wurde die Indikation zu einer Kn
ie-Totalprothese gestellt (Urk.
8/57
), die
schliesslich am 20.
Mai 2012
durchgeführt wurde
(Urk.
8/96
). Die IV-Stelle des Kantons Aargau
ordnete
ein
bidisziplinäre
s
Gutachten
(Orthopädie/Psychiatrie)
bei der
C._
an, welches am 7.
Janua
r 2013 erstattet wurde (Urk.
8/113
).
1.2
Mit Verfügung vom 23. August 2013 sprach die Suva dem Versicherten
ab 1.
August 2013
eine
Rente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 17 %
sowie eine Integritätsentschädigung im Umfang von 25 %
zu
(Urk. 8/
153/23-26
), was mit
Einspracheentscheid
vom 15. Oktober 2013 (Urk. 8/153/11-19) und
Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 22. Januar 2015 bestä
tigt wurde (
UV.2013.00278
).
1.3
Mit Verfügung vom 7.
Juli 2014 sprach
die IV-Stelle des Kantons Aargau
dem Versicherten eine vom 1. Mai 2008 bis 28.
Februar 2013 befristete ganze Rente zu
(U
rk.
8/140
)
.
Mit
Urteil des Versicherungsgeri
chts des Kantons Aargau vom 12.
März 2015 wurde
die Verfügung aufgehoben und die Sache zwecks Durch
führung weiterer Abklärungen an die IV-Stelle
zurückgewiesen
(Urk.
8/144).
In der Folge veranlasste
dies
e
eine weitere
bidisziplinäre
Begutachtung (Orthopä
die/Psychiatrie). Das Gutachten der
D._
e
rging am 6. November 2016
(Urk.
8/170).
Gestützt darauf sprach
die IV-Stelle des Kantons Aargau
dem Ver
sicherten
mit Verfügung vom 6.
April 2017
wiederum
eine vom 1.
M
ai 2008 bis 28.
Februar 2013
befristete ganze Rente zu (Urk.
8/182).
Diese Verfügung erwuch
s unangefochten in Rechtskraft.
1.4
Am 28.
März 2019
(Eingangsdatum)
meldete sich der nunmehr im Kanton Zürich wohnhafte Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk.
8/191-192
).
Auf Aufforderung der
IV-Stelle reichte er
medizinische Berichte ein (Urk. 8/197). Mit Vorbescheid vom 28.
Juni 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, nicht auf das neue Leis
tungsbegehren einzutreten (Urk.
8/200)
. Dagegen erhob der
Versicherte
Einwände und reichte einen
weiteren Arztbericht ein (Urk.
8/
201-202). Mit Verfügung vom 20.
November 2019 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren des Versicherten nic
ht ein (Urk.
8/204
= Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
6.
Januar 2020
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und
d
ie Beschwerdegeg
nerin sei anzuweisen, auf das Leistungsbegehren einzutreten und es sei ihm ein
e
ganze Rente, eventuell ei
ne Teil-Rente rückwirkend ab 1. April 2019 auszurichten (Urk. 1 S.
2)
. Mit Beschwerdeantwort vom 18.
März 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung
vom 23.
M
ärz 2020 mitgeteilt wurde (Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 87 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neu
anmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchs
relevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108
E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/
Mosi
mann
/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018,
Mosimann
, N 20 zu Art. 17 ATSG).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Per
son zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Ren
tenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht all
seitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der Beschwerdefüh
rer habe keinen neuen mediz
inischen Sachverhalt dargelegt
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
s
eit der Zusprechung der bis 28.
Februar 2013 befristeten Rente habe sich sein Gesund
heitszustand massiv verschlechtert. Es sei ihm praktisch nicht mehr möglich sich zu bewegen. Er sei heute v
ollständig arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 4
ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemach
ter Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu Recht nicht auf das erneute Leistungsgesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist.
3.
3.1
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation den for
mellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegen
stand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
3.2
Soweit der Beschwerdeführer
beantragt
,
es sei ihm eine Rente zuzusprechen,
ist auf
seine
Beschwerde
nicht ein
zutreten.
4
.
4
.1
Die mit der Neuanmeldung eingereichten ärztlichen Beurteilungen sind mit den gesundheitlichen Verhältnissen zu vergleichen, wie sie bei der letzten materiellen Prüfung (Verfügung vom
6.
April 2017 [Urk. 8/182
]
)
festgestellt worden sind.
4
.2
Die Verfügung
vom
6.
April 2017
(Urk.
8/182
)
, mit
welcher rückwirkend eine vom 1. Mai 2008 bis 28.
Februar 2013 befristete Rente zugesprochen wurde,
beruhte im Wesentlichen auf dem
bidisziplinären
Gutachten
der
D._
vom 6.
Novem
ber 2016
(Urk. 8/170)
.
Darin wurden die folgenden
somatischen
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
(Urk. 8/170 S. 16 f.)
:
-
Chronische Restbeschwerden im Kniegelenk rechts bei Status nach Knie-
totalendprothese
rechts am 20.5.2012 bei sekundärer, fortgeschrittener
Pangonarthrose
rechts ICD-10: M
25.56
-
Status nach Arbei
tsunfall mit Leitersturz am 25.5.
2007
-
Status nach Osteosynthese einer distalen geschlossenen Unterschen
keltrümmerf
raktur rechts und
Tibiaplateau
Oste
o
synthese am 29.
5.2007
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
tibial
, Rekonstruktion laterales
Tibiaplateau
mit
osteochondralem
Allograft
und
Perilocking
platte
am 2.6.2008
-
Status nach Osteosynthese einer distalen
suprakondylären
Femurfrak
tur
rechts am 12.10.2009
-
Status
nach Metallentfernung proximal
e und distale Tibia rechts am 2.5.2011
-
Chronische
lumbovertebrale
lumbospondylogene
Schmerzen rechts und zervikale Schmerzen ICD-10
:
M 54.86
Als somatische Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Adipositas (BMI 41.36 kg/m
2
), ICD-10: E 66.02 erwähnt.
Als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ICD-10: F 33.1
festgehalten
.
Als psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden die Folgenden genannt:
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10: F 45.1
-
Status nach
lang anhaltender
Anpassungsstörung, ICD-10: F 43.21
-
Status nach akuter Belastungsreaktion, ICD-10: F 43.0
Es wurde ausgeführt, es bestünden reizlose, nicht entzündete Verhältnisse im Bereich des rechten Kniegelenks, eine reizlose Narbe und es sei kein Erguss fest
zustellen. Funktionell sei das Kniegelenk mit 10° Streckdefizit und vollem Flexionsumfang objektiv
voll funktionsfähig. Muskulär
bestehe eine leichte Dif
ferenz rechts links, die Muskulatur rechts sei mit knapp 2 cm
hypotroph
ver
gli
chen mit links. Die Sensibilität und die Motorik des rechten Beines seien intakt. Die Kraft im
Quadrizeps
sei schmerzbedingt vermindert. Es bestünden keine Hinweise auf sensomotorische Ausfälle. 2012 habe eine Adipositas mit einem Body Mass Index von 36
kg/m
2
bestanden. Der aktuelle Body Mass Index
sei mit 41.36 kg/m
2
zunehmend. Bei zunehmendem Gewicht steige auch die Belastung der Knie und entsprechend träten durch das Gewicht verstärkte Knieschmerzen beim Gehen und Stehen auf.
Bildgebend bestünden altersentsprechende degenerative Verän
derungen der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule. Es bestünden radiolo
gische Hinweise auf eine beginnende Gonarthrose auch links. Der Beschwerde
führer gebe aber keine Schmerzen im linken Kniegelenk an, trotz einseitiger Belastung mit hauptsächlicher Belastung des linken Knies. Eine DEXA-Densitometrie vom 13. März 2014 habe eine normale Knochendichte und keinen Nachweis einer
Osteopenie
, keine Osteoporose
,
gezeigt.
Entsprechend werde der Beschwerdeführer
deswegen auch nicht behandelt.
Aktuell sehe er sich nicht imstande irgendeine Tätigkeit durchzuführen. Auch keine leichten Tätigkeiten kämen infrage. Aus seiner Sicht sei er aufgrund der Schmerzen komplett einge
schränkt. Er habe auch keine Ideen für berufliche Tätigkeiten. Er
könne sich nur eine Arbeit auf der Baustelle vorstellen. Er könne sich weder sitzende noch fein
motorische Tätigkeiten zum Beispiel als Betriebsmitarbeiter vorstellen. Der Beschwerdeführer sei austherapiert. Am rechten Kniegelenk sei ein Endstadium erreicht worden. Sehr wichtig wäre eine Gewichtsreduktion, da jede Gewichtszu
nahme eine zusätzliche Belastung, verbunden mit vermehrt Knieschmerzen, bedeute. Weitere
interventionelle
Schmerztherapien seien a
us Sicht der Gutach
terin wenig
erfolgsversprechend, da die Erfahrung in der Krankheitsentwicklung beim Beschwerdeführer gezeigt habe, dass solche Interventionen aufgrund der inneren Haltung des Versicherten gegenüber
interventionellen
Massnahmen sogar eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit sich brächten
.
Der subjektive Leidensdruck, der als sehr hoch beschrieben werde, sei in diesem Ausmass nicht mit den objektiven und funktionellen Befunden übereinstimmend. Für körperlich schwere und kniebelastende Tätigkeiten bestehe keine Arbeitsfä
higkeit
. Für körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende, hauptsächlich sitzende und nicht kniebelastende Tätigkeiten (keine kauer
nde, kniende Tätig
keit), bestehe
medizinisch theoretisch aus somatischer Sicht eine Zumutbarkeit
für ein 100
%
iges Pensum. Eine Leistungsreduktion von 10 % (wie im Vorgutach
ten 2012) könne aufgrund der Schmerzen, der
Dekonditionierung
und des Über
gewichts bei vermehrtem Pausenbedarf entstehen. Die Arbeitsfähigkeit als Arbei
ter im Baugewerbe sei retrospektiv seit dem ersten Unfall vom 25. Mai 2007 nicht mehr gegeben. Eine 90 bis 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
nach der Rehabilitationsphase nach der Knieprothese rechts vom 25. Mai 2012, das heiss
e
spätestens sechs Monate nach Abschluss der Reha
bilitation, zumutbar. In den danach berichteten Untersuchungen würden von den verschiedenen behandelnden Ärzten weder objektive noch funktionelle Ein
schränkungen berichtet, die eine höhere Einschränkung der Zumutbarkeit für lei
densadaptierte Tätigkeiten begründen könnten. Verglichen mit dem aktuellen kli
nischen objektiven Status hätten sich die Befunde beim Beschwerdeführer seit der orthopädischen konsiliarischen Beurteilung in der Rehaklinik
E._
vom 24. Januar 2013 nicht verändert
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 % seit Mai 201
6.
Vor Januar 2012 habe keine wesentliche psy
chiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden. Von Januar
2012 bis Februar 2013 habe die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht wegen einer mittelgradigen depressiven Episode bei 50 % gelegen. Für die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit sei die somati
sche Beurteilung ausschlaggebend. Aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit seit dem Arbeitsunfall von 2007 0 % (soma
tisch 0 %, psychiatrisch seit Mai 2
016 50 %). Aus psychiatrischer S
icht bestehe in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % seit Mai 201
6.
Vor Januar 2012 habe keine wesentliche psychiatrisch bedingte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit bestanden. Von Januar 2012 bis Februar 2013 habe die Arbeits
fähigkeit für eine Verweistätigkeit bei 80 % gelegen. Aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 80 % (somatisch 90-100 %, psychiatrisch 80 %), dies seit Mai 2016
(Urk. 8/170 S. 23
ff.).
4
.3
Im Rahmen der Neuanmeldung vom
28.
März 2019
reichte der Beschwerdeführer die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.3.1
Im Bericht der Univ
ersitätsklinik
A._
vom 29.
Mai 2018 betreffend die Ver
laufskontrol
le vom 29.
Mai 2018 wurden die folgenden Diagnosen genannt:
-
Schmerzhafte Knie-TP rechts
-
St. n. Knie-Totalendprothese rechts am 20.05.2012 bei sekundärer fort
geschrittener invalidisierender
Pangonarthrose
rechts bei
-
St. n. Metallentfernung Femur rechts, Metallentfernung proximale Tibia rechts sowie Metallentfernung distale Tibia minimal invasiv rechts am 02.05.2011 bei
-
St. n. Osteosynthese einer distalen
suprakondylären
Femurfraktur
rechts, 12.10.2009
-
St. n. MIPO Osteosynthese einer distalen geschlossenen Unterschen
keltrümmerfraktur rechts und
Tibiaplateau
-Osteosynthese am 29.05.2007 nach Leitersturz am 25.05.2007
-
St. n.
Osteosynthesematerial
-Entfernung
tibial
, Rekonstruktion latera
les
Tibiaplateau
mit
-
Osteochondralem
Allograft
und
Zimmerperilockingplatte
-
OSG Beschwerden rechts
-
Osteoporose
-
Adipositas (BMI 36
kg/m
2
, 176 cm, 120
kg)
Das Röntgen vom 29.
Mai 2018 ergab keine spezifischen Lockerungszeichen.
Die Grösse wurde mit 174.5 cm und das Gewicht mit 135 kg angegeben.
Es wurde ausgeführt,
der Beschwerdeführer leide weiterhin an sehr starken Restbeschwer
den bei Status nach Implantation Knietotalprothese rechts.
Eine Lockerung oder ein Infekt habe bereits vor Jahren ausgeschlossen werden können. Aus Knie-chi
rurgischer Sicht könne aktuell keine sichere Lösung angeboten werden. Der Beschwerdeführer sei einem Eingriff gegenüber auch klar ablehnend eingestellt. Er sei in seinem angestammten Beruf als Bauarbeiter zu 100
%
arbeitsunfähig.
Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit könne theoretisch jedoch durchgeführt wer
den
. Es müsste jedoch ein Arbeitsprofil erstellt werden. Zudem sollte eine G
ewichtsreduktion erfolgen (Urk.
8/197
S. 1
f.
).
4.3.2
Dr.
med. F._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie FMH, führte in seinem Bericht vom 2
5.
Oktober 2018 aus,
die vom Beschwerdeführer geschilderten
,
seit Jahren bestehenden und somit
chronifizierten
somatischen Beschwerden seien am ehesten auf die
femoro-patelläre
Situation mit
residueller
tieferstehender Kniescheibe als Ausdruck der multiplen Vernarbungen nach diversen Voreingrif
fen zurückzuführen. Zusätzlich sei anlässlich der Knieprothesen-Operation auf einen
retropatellären
Ersatz verzichtet worden, so dass sich zwischenzeitlich der Knorpel hinter der Kniescheibe abgenützt habe, dies werde durch die massive Gewichtszunahme
verstärkt
. Therapeutisch könne dem Beschwerdeführer mit weiteren chirurgischen Massnahmen wie sekundärem
retropatellärem
Kuns
t
ge
lenksersatz kombiniert mit
Cranialisierung
der Kniescheibe keine günstige Prog
nose gestellt werden. I
n Anbetracht der multiplen Voro
perationen sollte die Indi
kation für ein operatives Vorgehen äusserst zurückhaltend gestellt werden. Eine Verbesserung der aktuellen Schmerzsituation könnte mit einer drastischen Reduktion des Körpergewichts erzielt werden, um so die Belastung auf das schmerzhafte Knie zu reduzieren. Als letztes bleibe nur die Optimierung der medikamentösen Schmerzlinderung. Eine Beurteilung im Schmerzambulatorium des Universitätsspitals
G._
im April 2015
sei vom Beschwerdeführer klar abgelehnt worden. Bezüglich Arbeitsfähigkeit könne dem Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht in seine
m
angestammten Beruf als Schaler auf dem Bau für Hoch- und Tiefbauarbeiten sicher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wer
den.
Eine manuelle Tätigkeit in vorwiegend sitzender Position könne ihm in Anbetracht der objektivierbaren Befunde zugemutet werden.
Dieser Vorschlag werde vom Beschwerdeführer vehement abgelehnt, mit dem Hinweis, dass schon im Sitzen nach 45 Minuten massive Knieschmerzen aufträten, so da
ss er sich hinlegen müsse (Urk.
8/197
S. 5
f.
).
4.3.3
Dr.
med. H._
, Fachar
z
t
Allgemeine Innere Medizin FMH,
hielt in sei
nem Bericht vom 16.
Januar 2019 zuhanden der Suva fest,
das Hauptproblem seien einerseits die weit
erhin stark schmerzhafte Knie-Totalprothese
rechts, andererseits starke Schmerzen im Bereich
d
es rech
t
en distalen Unterschenkels und im Bereich des Sprunggelenkes. Zudem sei das rechte Bein in einer recht starken Aussenrotation fixiert. Ohne Gehstöcke könne er praktisch nicht gehen, vor allem schmerzbedingt. Dazu komme, dass er stark zugenommen habe, weil er sich praktisch nicht bewege. Sein Gewicht sei gegenwärtig bei BMI 36
kg/m
2
.
Er habe ihn deshalb für eine Ernährungsberatung angemeldet. Seiner Ansicht nach sei er 100
%
arbeitsunfähig. Ob teilweise eine sitzende Arbeit in Frage komme, sei sehr schwer zu entscheiden. Jedenfalls müsste die Arbeit in der
Nähe seines Domizils sein (Urk. 8/197 S.
3).
D
er Bericht von
Dr.
H._
vom 29.
August 2019 zuhanden der Suva
ent
spricht demjenigen vom 16.
Januar 2019
,
ausser dass er neu
festhält,
e
ine sit
zende Arbeit in der Nähe
des Domizils
käme
auch nicht in Frage, da
der Beschwerdeführer
durch seine starke
n Schmerzen behindert sei (Urk.
8/201).
5
.
5
.1
Wie eingangs dargelegt, kommt der Untersuchungsgrundsatz im Rahmen von Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV nicht zum Tragen. Die versicherte Person ist somit be
weisführungsbelastet, was den
Eintretenstatbestand
angeht.
5
.2
In psychiatrischer Hinsicht wird keine Verschlechterung geltend gemacht
und ist auch nicht ersichtlich.
5.3
Aus somatischer Sicht geht aus den Akten hervor, dass im Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung (
20.
November 2019
) im Wesentlichen die gleichen Diag
nosen
bestanden
wie im Zeitpunkt der letzten Verfügung
(6. April 2017)
und keine relevanten Befundänderungen eingetreten sind
.
Den Berichten der behan
delnden Ärzte ist
keine objektivierbare Verschlechterung
zu entnehmen.
Die vom Beschwerdeführer subjektiv erlebte Verschlechterung ist nicht geeignet, eine wesentliche Tatsachenänderung glaubhaft zu machen.
Der
Beschwerdeführer
macht eine
massive Gewichtszunahme
geltend
(Urk.
1.
S.
6
f.
).
G
emäss Gutachten vom 16.
November 2016
betrug der BMI
im Zeitpunkt der Begutachtung
41.36 kg/m
2
.
Im
Bericht der Universitätsklinik
A._
vom 29. Mai 2018 wurde ein Gewicht von 135 kg bei einer Grösse von 174.5 cm angegeben
(vgl. vorne E. 4.3.1)
. Dies entspricht einem BMI von 44.3
3
kg/m
2
.
Nach
Angabe des Hausarztes
Dr.
H._
in seinen
Bericht
en
vom
16. Januar 2019 und vom
29.
August 2019
beträgt der aktuelle BMI
36 kg/m
2
(Urk.
8/201).
Somit ist davon auszugehen, dass sich der BMI
zwischen 36 und 44.33 kg/m
2
bewegt und damit ungefähr im gleichen Rahmen
wie 2016
liegt
.
Eine
relevante
Verschlechterung ist damit auch in Bezug auf die Adipositas nicht dar
getan.
Selbst wenn eine Gewichtszunahme aktenkundig wäre, vermöchte diese allein noch keine anspruchsrelevante Veränderung zu begründen.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit kommen auch die behandelnden Orthopäden in Überei
n
stimmung mit dem Gutachten vom
16.
November 2016 zum Schluss, dass
eine vorwiegend sitzende Tätigkeit
dem Beschwerdeführer grundsätzlich in einem vollen Pensum zumutbar ist. Auf die Einschätzung des Hausarztes
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 29.
August 2019, wonach auch eine sitzende Tätigkeit nicht in Frage
käme (vgl. oben E.
4.3.3)
,
kann nicht abgestellt werden, da sie sich einzig auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers stützt. Objektive Befunde,
die auf eine relevante Verschlechterung schliessen lassen würden
,
sind auch
den Berichten des Hausarztes
nicht zu entnehmen.
5
.4
Auch
wenn mit dem
Beweismass
des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden sind, sind aufgrund der eingereichten Berichte keine genügenden Anhaltspunkte er
sichtlich, die eine eingehende Abklärung rechtfertigen würden.
Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands oder der Arbei
tsfähigkeit im Vergleich zu
2017
ist nicht auszumachen.
5
.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin zum Schluss gelangt ist, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, in rechts
genügender Weise eine anspruchserhebliche Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes glaubhaft zu machen. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten.
6
.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]).