# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dad99269-f196-4e2a-a7ce-b8e52dad5ad8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
war
seit 2008
als Beauty Spezialistin tätig
, seit Februar 2010
unter anderem
als
Selbständigerwerbende
in ihrer
E
inzelfirma
.
Am
4.
September 2013
meldete sie sich unter Hinweis auf
einen am
6.
Oktober 2011 erlittenen Unfall
(Sturz auf den linken Ell
bogen,
Urk.
6/2/9)
bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und wies das
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
6/60) ab. Die
Versicherte erhob dagegen am 2
7.
Juli 2017 bei der IV-Stelle Beschwerde (
Urk.
6/61) und erhielt am
2.
August 2017 von
dieser
die Fehlinformation, dass die Beschwerdefrist bereits seit mehreren Wochen abgelaufen sei (
Urk.
6/63). Eine Überweisung der Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht erfolgte nicht. Stattdessen hob die IV-Stelle die Verfügung vom 2
9.
Juni 2017 mit Verfügung vom 1
0.
August 2018 wiedererwägungsweise auf (
Urk.
6/68) und tätigte weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Insbesondere
liess sie die Versicherte dur
ch die
Y._-Gutachtenstelle
polydisziplinär
begutachten (Expertise vom
27.
April 2020
;
Urk.
6/117
). Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 6/
121,
Urk.
6/124 und
Urk.
6/132
) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
8.
März 2021 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
3.
April 2021 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Am 2. Juni 2021 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
3.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversiche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
1.4
.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmass
nahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.4.2
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsun
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmass
nahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungs
massnahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3 mit Hinweisen).
1.4.
3
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versi
cherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betäti
gungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beein
trächtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenver
sicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
1.4.
4
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine
ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit
zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der «annähernden Gleichwertigkeit» nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter
Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984
S. 91 oben, 1966 S. 439 E.
3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme – aus
schliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkom
mensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Mög
lichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzuneh
menden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellen
wert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbil
dungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E.
3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungs
recht,
Diss
. Bern 1985, S.
186).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive Einglie
derungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f. E.
3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Rehabili
tation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabi
li
sierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem pri
mären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu erreichen oder
wieder herzustellen
(ZAK 1992 S. 367 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
1.4.
5
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung liegt die massgebende Invali
dität vor, w
enn
die versicherte Person
bei der Suche nach einer geeigneten Arbeits
stelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat. Zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung muss ein Kausalzusammenhang bestehen.
Sind der versicherten Person
leichte Tätigkeiten voll zumutbar, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher
Art
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_142/2015 vom
5.
Juni 2015 E. 4.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
leistungsabweisende
Ver
fügung vom
8.
März 2021 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als selbständige Kosmetikerin nicht mehr, in einer den Beschwerden angepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit unter Schonung der
adominanten
linken oberen Extremität hingegen zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Das Einkommen als Selbständige habe anhand der Buchhal
tungsunterlagen nicht genau ermittelt werden können, weshalb für die Festle
gung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne gemäss der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
2012,
T17
,
abzustellen sei. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei ein
Leidensabzug von 10
%
zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführerin sei es möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen
. Es bestehe
weder
ein
Anspruch auf eine Invalidenrente noch auf berufliche Eingliederungsmass
nahmen (S. 2-3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
sie sei sehr motiviert, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, aufgrund der bei ihr bestehenden faktischen
Einarmigkeit
jedoch im Hinblick auf mögliche Verweis
tätigkeiten stark eingeschränkt. So kämen beispielsweise sämtliche Stellen im Service- und Restaurantbereich, in der Reinigungsbranche und im Verkauf nicht in Frage. Es sei für sie schwierig zu beurteilen, welche Art von Tätigkeit sie über
haupt noch ausüben könne. Angesichts dieser Ausgangslage greife es zu kurz, wenn die Beschwerdegegnerin sie lediglich an die Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) verweise. Vorliegend dränge sich die Durchführung eines Belastbarkeits
trainings mit anschliessendem Aufbautraining sowie eine Berufsberatung und Umschulung auf, Instrumente, welche der Beschwerdegegnerin, nicht aber dem RAV zur Verfügung ständen (S. 5). Der Ermittlung der Vergleichseinkommen seien die Tabellenwerte gemäss LSE 2018 statt diejenigen gemäss LSE 2012
zugrunde zu legen. Bei der Berechnung des
Valideneinkommens
sei zudem anstelle des Totalwerts die Abstufung nach Lebensalter zu berücksichtigen. Auf
grund ihrer faktischen
Einarmigkeit
rechtfertige sich ausserdem ein leidens
bedingter Abzug von 20
%
, womit
ein Invaliditätsgrad von 30
%
resultiere und ein Anspruch auf berufliche Massnahmen - insbesondere auch auf eine allfällige Umschulung - ausgewiesen sei
(S. 6-
9).
3.
Dr.
med.
Z._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
A._
, FMH Allge
meine Innere Medizin,
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
C._
, FMH Neurologie, von der
Y._
stellten in ihrem Gutachten vom
2
7.
April 2020
(Urk.
6/117
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
9
):
-
c
hronische Beschwerden am
adominanten
linken Ellbogen
-
anamnestisch
Status nach
vor Jahren erlittener, konservativ behandelter Ellbogenfraktur
-
Status nach
Ellbogenverletzung im Rahmen eines Sturzes am
6.
Oktober
2011
-
im Verlauf Fes
tstellung einer Radiusköpfchen-I
mpressionsfraktur
-
Status nach
kombinierter
arthroskopischer
und offener
Arthrolyse
, vent
raler
Kapsulektomie
,
D
é
bridement
der fehlverheilten Fraktur des Radius
köpfchens und Vorverlagerung des
Nervus
ulnaris
am 2
2.
Januar
2013 bei
Arthrofibrose
bei Zustand nach partiell intraartikulärer Radiusköpfchen
fraktur und
Ulnarisneuropathie
Klinik D._
)
-
Status nach
Implantation einer
humeroradialen
Partialprothese, Desinser
tion-
Reinsertion
des radialen Bandapparates und ventralem Kapsel-Release am
2.
September
2014 bei posttraumatischer
humeroradialer
Arthrose (
Klinik E._
)
-
Status nach
Revision des Ellbogens mit Entfernung der gelockerten Radius
kopfprothese und
Interpositionsarthroplastik
mit
M
usculus
anconeus
am
3. Januar
2019 bei schmerzhafter Bewegungseinschränkung und Lockerung der exzentrisch eingebrachten Radiuskopfprothese
bei festem Sitz der
Kapi
tulum-
Komponente
(
Klinik F._
)
-
radiologisch kein Hinweis für
Implantatlockerung
(Röntgen
1
0.
Dezember
2019)
-
klinisch kein sicherer Hinweis für längerdauernde Schonung der Extremität
-
neurographischer Ausschluss einer
Ulnaris
-Neuropathie
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest (S.
9-10
):
-
l
eichte depressive Episode
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
c
hronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
radiologisch keine
höhergradige
Veränderung der Lendenwirbelsäule und
Il
iosakralgelenke
(Röntgen
1
5.
Februar
2019 und MRI 2
7.
Februar
2019)
-
klinisch kein relevantes funktionelles Defizit
-
Status nach
offener Revision des
Hamstrings
-Sehnenansatzes,
Refixation
der
Semitendinosus
- und
Semimembranosus
-Sehne sowie
Neurolyse
des
Nervus
ischiadicus
auf Höhe des Sehnenansatzes links am 1
0.
Dezember
2013 bei Zustand nach Ruptur der
Semitendinosus
- und
Semimembranosus
-Sehne vom
Tuber
ischiadicum
am 2
6.
Oktober
2013 (
Klinik D._
)
-
kli
nisch kein relevantes funktionel
les Defizit
-
c
hronische Nacken-Schulter-Arm-Handbeschwerden der dominanten rechten Seite
-
klinisch kein relevantes funktionelles Defizit
Dazu führten sie aus,
die Beschwerdeführerin habe
am
6.
Oktober
2011 eine Ver
letzung des linken Ellbogens
erlitten,
welche sich
nachträglich als Fraktur
her
ausgestellt habe
. Nach einer Operation im Januar 2013
sei
die
Ellbogenfunktion immer noch eingeschränkt
gewesen
. Am
3.
Januar
2019
sei
an der
Klinik F._
eine weitere Operation mit Entfernung der gelockerten Radiuskopf
prothese
durchgeführt
worden
.
Bei
der
orthopädischen Untersuchung
seien
chro
nische Beschwerden am
adominanten
linken Ellbogen bei Status nach den oben erwähnten Verletzungen und
Operationen festgestellt
worden
. Die Funktion des
linken Armes
sei
eingeschränkt und eine höhere
Belastung nicht möglich. Die
von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Beschwerden
hätten
allerdings nicht voll
ständig objektiviert werden
können
. Das chronische
lumbovertebrale
Schmerz
syndrom
habe
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Ruptur des
Hamstrings
-Ansatzes links, welche 2013 operiert
worden sei, sei
folgenlos aus
geheilt.
Bei
der
neurologischen Untersuchung
seien
keine Läsionen am peripheren
Nervensystem festgestellt
worden
. Die von der
Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen hätten
keiner Ne
rv
enläsion zugeordnet werden
können
. Aus ne
uro
logischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Bei
der
psychi
atrischen Untersuchung
seien
eine leichte depressive Episode und
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert
worden
.
Die depressive Symptomatik schränk
e
die
Beschwerdeführerin
nicht ein. Die Schmerzstörung
erklär
e
Beschwerden, welche aus somatischer Sicht nicht vollständig objektiviert werden
könnten.
Eine Arbeitsunfähigkeit besteh
e
aus psy
chiatrischer Sicht nicht.
Bei
der
allgemeininternistischen Untersuchung
seien
keine Diagnosen gestellt
worden
. Die
Arbeitsfähigkeit
sei aus dieser Sicht
nicht beeinträchtigt.
Zusammengefasst besteh
e
aus polydisziplinärer Sicht eine Belas
tungsintoleranz des linken
Armes, wodurch die Tätigkeit als Kosmetikerin, welche einen beidhändigen Arbeitseinsatz
erforder
e
,
höhergradig
eingeschränkt
sei (S.
10)
.
F
ür andauernde, die
adominante
linke obere Extremität beanspruchende Verrich
tungen wie
die
angestammte Tätigkeit als Kosmetikerin sei sie von Dezember 2012 bis März 2013 zu 100
%
, anschliessend bis August 2014 zu 50
%
und seit September 2014 wiederum zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit unter Schonung der
adominanten
linken oberen Extremität bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
. Es ergäben sich keine Hinweise für länger andauernde Arbeitsunfähigkeiten für die angepasste Tätigkeit in der Ver
gangenheit, ausser einigen postoperativen Rehabilitationsphasen von wenigen Wochen. Die Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit und das Belast
barkeitsprofil für angepasste Tätigkeiten sei begründet durch die orthopädischen Befunde. In den anderen Fachgebieten seien keine wesentlichen pathologischen Befunde festgestellt worden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Die erwähnten Befunde würden auch nicht betreffend Arbeitsfähigkeit mit den orthopädischen Einschränkungen kumulieren.
Eine Verbesserung der Arbeits
fä
higkeit mit medizinischen Massnahmen
sei
nicht möglich
. Falls die Beschwer
deführerin eine berufliche Umstellung wünschen würde für eine Tätigkeit mit ange
passter Belastung, seien berufliche Massnahmen sicher sinnvoll
(S. 11
-12
)
.
4.
Das polydisziplinäre
Y._
vom 2
7.
April 2020 beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, orthopädischen, psychiatrischen und neurologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinander
setzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medi
zinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situa
tion überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gutachter gelangten zum begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass
die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kosmetikerin nicht mehr, in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit unter Schonung der
adominanten
linken oberen Extremität hingegen zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizi
nische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
3
hie
r
vor).
Dies ist auch zwischen den Parteien unbestritten.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
Zu beachten ist hierbei, dass das sogenannte Wartejahr (
Art.
28
Abs.
1 IVG) im Dezember 2013 abgelaufen war und die Beschwerdeführerin sich im September 2013 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (
Urk.
6/4), weshalb für einen (hier nicht strittigen) Rentenanspruch die Ver
hältnisse im März 2014 (
Art.
29
Abs.
1 IVG), für einen Eingliederungsanspruch hingegen diejenigen im Zeitpunkt der subjektiven und objektiven Eingliederungs
fähigkeit massgeblich sind, dies jeweils auch wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
8.
März 2021 entwickelt haben.
Der für d
ie Invaliditätsbemessung massge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
5.2
Die Beschwerdeführerin absolvierte in ihrem Heimatland eine Handels- und Berufsschule, eine astrologische Ausbildung und arbeitete als Verkäuferin. Ferner bildete sie sich mit diversen Kursen im Bereich Maniküre, Pediküre,
Naildesign
, Make-up und Permanent Make-up weiter (
Urk.
6/117/32,
Urk.
6/12/2). Nach ihrer Einreise in die Schweiz 2008 arbeitete sie zunächst im Angestelltenverhältnis als Nageldesignerin, seit 2010 auch unter der im Handelsregister eingetragenen Ein
zelfirma
G._
, vormals
H._
(vgl. zefix.ch), anfänglich als Untermieterin in bestehenden Studios, seit März 2013 in eigenen Geschäftsräumlichkeiten. Seit Februar 2014 beschäftigt sie eine Angestellte zu einem 50
%-Pensum und vermietet Teile der Geschäftsräum
lichkeiten an vier Masseurinnen
beziehungsweise
Kosmetikerinnen weiter (
Urk.
6/56/2 f.). Gemäss dem individuellen Konto (IK) erzielte die Beschwerdeführerin als unselb
ständig Erwerbende folgende Erwerbseinkommen: 2008:
Fr.
44'165.--, 2009:
Fr.
30'576
.--
(drei Arbeitgeber), 2010:
Fr.
9'763.-- und 2011:
Fr.
5'531.--; als
Selb
ständigerwerbende
rechnete sie 2010
Fr.
29'000.--, 2011
Fr.
22'700
.--
, 2012
Fr.
16'100.--, 2013
Fr.
9'333.-- und 2014
Fr.
31'900.-- ab (
Urk.
6/73; vgl. auch
Urk.
6/56). Laut den betriebswirtschaftlichen Abklärungen vom 2
6.
März 2015 (Bericht vom 2
2.
Mai 2015,
Urk.
6/56) habe sie 2010 einen Reingewinn von
Fr.
27'380.-- und 2011 einen solchen von
Fr.
21'505.-- erzielt. Vor Eintritt der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit gemäss Gutachten, das heisst im Dezember 2012 (vgl. E. 3 in
fine
), erzielte die Beschwerdeführerin daher insgesamt folgende Erwerbseinkommen: 2008:
Fr.
44'165.--, 2009:
Fr.
30'576
.--
, 2010:
Fr.
38'763.--, 2011:
Fr.
28'231.--.
5.3
5.3.1
Weil sich das Nail-
beziehungsweise
Kosmetikstudio der Beschwerdeführerin, erst seit
1.
März 2013 in eigenen Räumlichkeiten und nicht mehr zur Untermiete, noch in der Aufbauphase befand, konnte kein zuverlässiger Wert aus der selbständigen Erwerbstätigkeit ermittelt werden, der als
Valideneinkommen
hätte dienen können. Deshalb zog die Beschwerdegegnerin die Tabellenlöhne der LSE heran und stellte zuerst auf den von Frauen im Wirtschaftszweig 96 (sonstige persön
liche Dienstleistungen), Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten) zu erzielen
den Zentralwert ab, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Gestützt auf die LSE 2012 ergab sich für die massgeblichen Verhältnisse 2013 ein
Validenlohn
von Fr. 45'415.-- (
Urk.
6/57). Mit der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin die Tabelle T17 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht; Privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften] zusammen) der LSE 2012 heran und stellte auf den Lohn für Dienstleistungsberufe und Verkaufskräfte ab, was ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2013 von
Fr.
57'255.95 ergab
(
Urk.
2 S.
3).
5.3.2
Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Üblich ist die Tabelle TA1 (BGE 126 V 75 E. 7a; SVR 2003 IV Nr.
1 S. 1, I 518/01 E. 4b). Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen. Es kann sich durchaus rechtfertigen, auf die Tabelle TA7 resp
ektive
T17 (ab 2012) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalidenein
kommens erlaubt und wenn der versicherten Person der öffentliche Sekt
or auch offensteht (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_111/2021 vom 3
0.
April 2021 E.
4.2.1 mit Hinweisen).
5.3.3
Es kann angesichts des nachstehenden Ausgangs offenbleiben, ob auf die Tabelle T17 abzustellen wäre. Das höchste von der Beschwerdeführerin je erzielte Erwerbseinkommen (2008) würde angepasst an die Nominallohnerhöhung (Tabelle T39) bis ins Jahr 2013 einen Jahreslohn von
Fr.
46'798.30 (
Fr.
44'165.
-
: 2499 [Index Frauen 2008] x 2648 [Index Frauen 2013]
)
ergeben, weshalb die Tabelle TA1, Wirtschaftszweig 96, Privater Sektor, den effektiven Verhältnissen angepasster erscheint, zumal auch dieser Wert den Lohn für persönliche Dienst
leistungen mit abgeschlossener und anerkannter Berufslehre widerspiegelt. Jeden
falls ist entgegen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 7) nicht auf den Wert der Tabelle 17, Position 5 (Dienstleistungsberufe und Verkaufskräfte), Frauen über 50 Jahre abzustellen. Die nachgewiesene Berufsausbildung und -erfahrung qua
lifizierten höchstens für die in der Untergruppe «Berufe im Bereich personen
bezogener Dienstleistungen» erzielten Zentralwerte. Als Verkäuferin hat die Beschwerdeführerin - jedenfalls in den letzten Jahren und in der Schweiz - nicht gearbeitet. Ferner scheint die nachgewiesene und verwertbare Berufserfahrung der Beschwerdeführerin nicht der Gruppe der über 50-jährigen Frauen zu ent
sprechen, zumal sie keine anerkannte
beziehungsweise
äquivalente Ausbildung als Kosmeti
kerin EFZ (mit
eidg
. Fähigkeitszeugnis), FA (
eidg
. Fachausweis) oder HFP (höhere Fachprüfung) nachweisen kann. Höchst fraglich ist, ob im Bereich der von der Beschwerdeführerin angebotenen Dienstleistungen der öffentliche Sektor offen
steht. Damit sind die praxisgemäss geforderten Umstände, die ein Abstellen auf die Tabelle T17 erlauben würden, nicht gegeben.
Nachdem im Verfügungszeitpunkt die LSE 2014 bereits veröffentlicht gewesen waren, wären für die Invaliditätsbemessung der Jahre 2014 und folgende die massgeblichen Erwerbseinkommen ab 2014 gestützt auf die LSE 2014 zu ermit
teln gewesen (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3
, 142 V 178
E. 2.5.8.1; Urteil
des Bundesgerichts
8C_64/2019 vom 2
7.
November 2019 E. 6.2). Für den Ausgang des Verfahrens verbleibt dies jedoch ohne Relevanz.
5.4
5.4.1
Beim Invalideneinkommen ist
nach Ansicht beider Parteien
auf den monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für Frauen in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (LSE 2014, TA1, Total, Fr. 4'300.--) abzustellen.
Hinsichtlich des Invalideneinkommens moniert die Beschwerdeführerin das Mass des leidens
bedingten Abzugs. Während die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohn um 10
%
kürzte, erachtete die Beschwerdeführerin einen solchen infolge faktischer
Einarmigkeit
von (mindestens) 20
%
als angemessen (
Urk.
1 S. 8).
5.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ver
glichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohnein
busse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
Es entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
einen Abzug von 20-25
%
zu rechtfertigen vermag. Mit Urteil 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 hat das Bundesgericht aber auch einen Abzug bei einer versicherten Person mit Einschränkungen der dominanten Hand verneint (E. 3.2 und E. 4.2.2). Gleich entschied es mit Urteil 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 bezüglich einer versicher
ten Person mit Einschränkungen des
adominanten
Arms (E. 5.1.2 und E. 5.2.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.1 mit Hinweisen).
5.4.3
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.5
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass insbesondere die orthopädische Begutachtung eine höhere Belastung des linken
adominanten
Ellenbogens als klinisch und radiologisch nachvollziehbar eingeschränkt erachtete. Hinweise für eine effektive, längerdauernde Schonung der linken Extremität (
Urk.
6/117/49), eine relevante neurologische Pathologie (
Urk.
6/117/59) oder eine eingeschränkte Handfunktion (
Urk.
6/117/46) konnten indes nicht erhoben werden. Insofern liegt entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin keineswegs eine faktische
Einarmigkeit
vor, weshalb ihr Hinweis auf die entsprechende Rechtsprechung nicht
sticht
. Ob sich angesichts der verbliebenen Arbeitsfähigkeit ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn begründen lässt, kann mangels Relevanz für den Ausgang des Ver
fahrens jedoch offenbleiben, weshalb in das Ermessen der Beschwerdeg
eg
nerin nicht einzugreifen ist.
Jedenfalls ergibt sich auch unter Zugrundelegung der von der Beschwerdegeg
nerin (zu Gunsten der Beschwerdeführerin) ermittelten Validen- und Invaliden
einkommen kein Invaliditätsgrad von 20 oder mehr Prozent. Damit entfällt der Anspruch auf eine, im Rechtsbegehren ausserdem nicht näher spezifizierte, Um
schulung (E. 1.4.4), ohne dass die subjektive und objektive Eingliederungs
fähig
keit sowie die Verhältnismässigkeit der Massnahme im Vergleich zu der zu erwar
tenden Verbesserung der Erwerbsfähigkeit noch zu prüfen wären.
5.6
Die Beschwerdeführerin führt nach wie vor ihr
Nailstudio
und ist aus medizi
nischer Sicht für administrative Tätigkeiten sowie weitere nicht Ellbogen-belas
tende Tätigkeiten der
adominanten
linken Extremität vollzeitlich arbeitsfähig. Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation sind nicht angezeigt. Ange
sichts dieser Umstände und unbestrittenen Erkenntnisse hinsichtlich der verblie
benen Arbeitsfähigkeit besteht kein Anspruch auf die
anbegehrte
(
Urk.
1 S. 5) Durch
führung eines Belastbarkeitstrainings mit anschliessendem Aufbautraining (E. 1.4.2).
5.7
Indessen liegt eine spezifische gesundheitliche Einschränkung vor, die besondere Anforderungen an einen geeigneten Arbeitsplatz stellt und der Beschwerde
führerin bei der Suche einer Stelle Schwierigkeiten bereitet. Da ein grosser Teil der in Frage kommenden Tätigkeiten einen uneingeschränkten Einsatz beider Hände und Arme erfordert, reduziert sich der Stellenmarkt erheblich und zwar auch innerhalb des Bereiches leichter Tätigkeiten. Damit ist die Beschwerde
führerin auf Hilfe bei der Suche nach einer passenden Stelle angewiesen. Dem
zufolge besteht Anspruch auf Arbeitsvermittlung (E. 1.4.5).
6.
Nach diesen Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
zu drei Vierteln
der
überwiegend
un
terliegenden Beschwerdeführerin
und zu einem Vier
tel der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu,
welche
vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3
des
Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht,
GSVGer
). Ange
sichts de
s
überwiegenden Unterliegens ist ihr
eine um drei Viertel gekürzte Pro
zessentschädigung von Fr. 500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.