# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 913f8461-5c77-40ee-852a-82d9c760da3c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war seit dem 4.
Oktober
2010 (Urk. 9/43
S. 2) bei der
Y._
AG, als Zimmermann angestellt und über diese bei der
Suva
gemäss dem Bundes
gesetz über die Unfall
ver
siche
rung (UVG) gegen Unfälle, unfallähn
liche Kör
perschä
digun
gen und Berufs
krankheiten ver
sichert. Am 28. November 2011 meldeten der Versicherte und die
Y._
AG dem Krankentaggeldversicherer der Letzteren, der AXA Ver
sicherungen AG (AXA), dass der Versicherte seit dem 26. August 2011 voll
ständig arbeitsunfähig sei (Urk. 9/43 S. 2-3). Am 16. August 2012 meldete der Versicherte der
Suva
einen Unfall, bei welchem ihm mehrere Kanthölzer auf den Nacken gefallen seien (Urk. 9/1), worauf die
Suva
bei der AXA die Akten zur Arbeits
unfähigkeit des Versicherten ab dem 26.
August
2011 (Urk. 9/43/1-125) beizog. Mit Verfügung vom 6. Februar 2013 (Urk. 9/47) verneinte die
Suva
eine Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 15. Juli 2011, da es sich dabei nicht um einen Unfall gehandelt habe.
Die vom Versicherten
am
7.
März
2013
dagegen
erhobene
Einsprache (
Urk. 11/52)
, welche er
am 10. Juli 2013 ergänzte (Urk. 11/62)
,
wies die Suva
am
2.
August
2013 (Urk.
9/66
) ab.
Gegen den Einspracheentscheid vom
2.
August 2013 erhob der Versicherte am
5.
September
2013 Beschwerde (
Urk.
9/65), worauf das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
5.
November 2015 (Prozess Nr. UV.2013.00199;
Urk.
9/94) in Gutheissung der Beschwerde
den angefochtenen Einspracheentscheid
aufhob mit der Feststellung, dass
es sich beim Ereignis vom 1
5.
Juli 2011 um einen Unfall im Sinne von
Art.
4
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
gehandelt habe
, und die Sache an die
Suva zurück
wies
,
damit sie
prüfe
, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 1
5.
Juli 2011
st
ünd
en
, und anschliessend über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers erneut ver
füge.
1.2
In Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts vom 2
5.
November 2015 (Prozess Nr. UV.2013.00199;
Urk.
9/94) holte die Suva bei einem ihrer Kreis
ärzte ein Aktengutachten (Gutachten vom 2
1.
April 2016;
Urk.
121) ein
und verneinte mit Verfügung vom 3
1.
Mai
2016 (
Urk.
9/122)
einen natürlichen Kausal
zusammenhang zwischen dem versicherten Unfallereignis vom 1
5.
Juli 2011 und den Beschwerden im Bereich des linken Ellenbogens und einen solchen zwischen dem versicherten Unfallereignis und den Beschwerden im
Bereich der HWS und der linken Schulter infolge Erreichens des Status quo sine vel ante für die Zeit ab
1.
Februar 2012 sowie einen adäquaten Kausal
zusammenhang zwischen dem versicherten Unfallereignis und den psychi
schen
Beschwerden und
stellte die Ausrichtung von Taggeldleistungen und Heilungskosten auf
den
1.
Februar 2012
hin ein
. Die vom Versicherten am 3
0.
Juni 2016 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/124) wies die Suva mit Entscheid vom 2
3.
November 2016 (
Urk.
9/132 =
Urk.
2) ab.
2.
2.1
Gegen den Einspracheentscheid vom
2
3.
November 2016
(Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte
am
3
0.
Dezember 2016
Be
schwerde und beantragte, dieser sei auf
zuhe
ben und
es
sei die
Suva
zu verpflichten, ihm eine Rente basierend auf einem Invalidi
tätsgrad von 100 %
sowie eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 50
%
zuzusprechen; eventuell sei die Sache an
die Suva zurückzuweisen, damit sie eine polydisziplinäre (neurologische, psy
chiatrische und rheumatologische) Begutachtung in die Wege leite (S. 2)
.
2.2
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
März
2017
beantragte die
Suva
die Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
8 S. 2), worauf mit
Verfügung vom
1
0.
Apri
l 2017
(Urk.
10
) das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche
Rechtsver
tre
tung
antragsgemäss
bewilligt wurde. Dem Beschwerdeführer wurde sodann
eine Kopie der Beschwerdeantwort vom 8. März 2017 zugestellt und es wurden
die Parteien darauf hingewiesen, dass über
allenfalls vom Gericht als nötig erachtete weitere Verfahrensschritte zu einem späteren Zeitpunkt entschieden
werde, und dass, falls
keine weiteren Verfah
rensschritte a
nge
ordne
t würden
, der Endentscheid den Verfahrensbeteiligten zu gegebener Zeit schriftlich mit
geteilt
werde
.
Der Beschwerdeführe
r
wurde sodann darauf hingewiesen, dass
eine Partei, welche un
entgeltliche Rechtsvertretung beansprucht, die Mög
lich
keit
habe
, dem Gericht vor der Fäl
lung des Endentscheids eine detaillierte Zusammenstellung über den bisherigen Zeit
aufwand und die bisher ange
fallenen Barauslagen einzureichen
, und dass im
Unterlassungsfall das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest
setze
.
Mit Eingabe vom 1
8.
April
2017 (
Urk.
12) ersuchte der Beschwerdeführer infolge einer ausserordentlichen Geschäftsüberlastung um eine
Fristan
setz
ung
zur Replik nicht vor Ende Mai 201
7.
Mit Verfügung vom 2
6.
April 2017
(
Urk.
13) wurde der Beschwerdegegnerin eine Kopie der Eingabe des Be
schwer
deführers vom 1
8.
April 2017 zugestellt und es wurde festgestellt, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforder
lich
erachte, dass es den Parteien indes unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
UVG
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die
alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es ge
nügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der
Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die ein
getretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.
1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung
eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand,
wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen;
nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April
1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV
2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chen
de Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b,
1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundes
ge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Gemäss Art. 36
Abs.
1 UVG werden die Pflegeleistungen und
Kostenver
gü
tungen
sowie die Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn
die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
Dagegen werden nach Art. 36 Abs. 2 UVG die Invalidenrenten, die
Integri
täts
entschädigungen
und die
Hinterlassenenrenten
angemessen gekürzt, wenn
die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur teilweise die Folge eines Un
falles ist. Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Vermin
de
rung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berück
sich
tigt.
Diese Bestimmung setzt voraus, dass der Unfall und das nicht versicherte
Ereignis eine bestimmte Gesundheitsschädigung gemeinsam verursacht haben
. Dagegen ist die Bestimmung nicht anwendbar, wenn die beiden Einwir
kung
en einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa, wenn der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile be
treffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden. Diesfalls sind
die Folgen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewer
ten (BGE 121 V 326 E. 3c mit Hinweis).
1.4
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht be
stan
den) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein
(zuvor stummer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat
der (aktuelle) Unfallversicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zu
sam
men
hang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1
UVG zu erbringen. Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilur
sächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Ur
teile des
Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 E. 5.4 f.,
8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 und 4 sowie U 266/99 vom 14. März 2000 E. 1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesund
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 er
gan
ge
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzu
stellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranla
gung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weni
ger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die
erlebnis
mässi
ge
Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal rea
gieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Un
fall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlang
en, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Er
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E
.
7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das
Unfall
ereignis
anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen
Geschehens
ab
lauf
- folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.7
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mitte
l
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen
mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352
E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.8
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
Gesund
heitsschaden
zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid vom
2
3.
November
2016
(Urk. 2)
gestützt auf
das Aktengutachten
ihres Kreis
arztes,
Dr.
Z._
, vom 2
1.
April 2016
davon aus, dass
es infolge des Unfalls
vom 1
5.
Juli
2011 lediglich zu eine
r
vorübergehenden Verschlimmerung ein
es krankhaften Vorzustandes im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und der linken Schulter gekommen sei,
dass
ein natürlicher Kausalzusammen
hang zwischen
dem Unfallereignis und den Beschwerden im Bereich der linken Schulter spätestens Anfang Oktober 2011 und zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden im Bereich der HWS spätestens am
1.
Februar 2012 zu verneinen sei, dass
ein natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem U
n
fallereignis und den Beschwerden im Bereich des linken Ellenbogens zu verneine
n
sei (
Urk.
1 S
.
17)
,
und dass es an einem adäquaten Kausal
zu
sammenhang zwischen
den psychischen Beschwerden
und dem versi
cher
ten Unfallereignis fehle, weshalb die Versicherungsleistungen zu Recht per 1.
Februar 2012
eingestellt worden seien
(
Urk.
1 S. 21)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt hiegegen vor, dass auf das kreisärztliche Akten
gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
1.
April 2016 nicht abgestellt werden könne, unter
anderem
weil dieses leidglich Mutmassungen zum Unfallhergan
g
ent
halte (
Urk.
1 S. 10).
Gestützt auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte sei vielmehr davon auszugehen, dass es sich bei
den
Beschwerden im Bereich seiner
linken Schulter, der HWS und des linken Ellenbogens um Folgen des versicherten Unfallereignisses gehandelt habe (
Urk.
1 S. 11 f.).
3.
Das hiesige Gericht
hat
in E
.
4.5 des in Rechtskraft erwachsenen Urteil
s
in Sachen der Parteien vom 2
5.
November
2015 (Prozessnummer UV.2013.00199;
Urk.
9/94)
erwogen
, dass sich das versicherte Unfallereignis vom 15. Juli 2011 folgendermassen zugetragen hat: Der Beschwerdeführer sprang
mit
Konterlatten
der
Masse 6 cm x 6 cm x 5,6 m vom Gerüst auf das
ungefähr
einen Meter entfernte Dach, als
pro
grammwidrig Konterlatten auf den Bereich zwischen
dem
Nackenansatz und der linken Schulter aufschlugen, worauf er veranlasst wurde, mittels reflexartiger Bewegungen die Konterlatten
gegen die Hebelwirkung ankämpfend
festzuhalten, um ein vollständiges Ent
gleiten und Hinunterfallen
dieser
auf die Strasse zu verhindern.
Auf diese Umschreibung des Unfallhergangs gilt es
vorliegend
abzustellen.
4.
4.1
Im Folgenden ist
anhand des massgebenden medizinischen Sach
verhalts zu prüfen, ob die Beschwerden, unter welchen der Beschwerdeführer nach dem U
n
fall vom 1
5.
Juli 2011 litt, durch dieses Unfallereignis verursacht wurden.
4
.2
Die Ärzte des
A._
erwähnten in ihrem Bericht vom
7.
Oktober 2011 (
Urk.
9/40), dass eine am
7.
Oktober 2011 durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRI) der HWS des
Beschwerde
führers eine multise
g
mentale Osteochondrose
,
eine Spondylose
und eine
Spon
dyl
arthrose
linksbetont
sowie einen kongenital engen zervikalen
Spinal
kanal
ohne zusätzliche Diskushernie ergeben habe. Die Spondylarthrose
habe
zu degenerativen neuroforaminalen Einengungen im Bereich der
Wirbel
kör
per
C3/C4
links, C4/C5 links und C6/C7 links mit möglicher Beeinträch
tigung der Nervenwurzeln C4 links
, C5 links und C7 links geführt
.
4
.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, erwähnte mit Bericht vom 2
0.
Dezember
2011 (
Urk.
9/43 S
.
75), dass
die Erstbehandlung
am 1
8.
Juli 2011
stattge
fun
den
habe. Der Beschwerdeführer habe zu diesem Zeitpunkt seit ungefähr
einer
Woche
unter einer
schmerzhaften Schulter links und
unter
zuneh
men
den Bewegungseinschränkungen der HWS
gelitten.
Dr.
B._
diagnostizierte ein
zervikospondylogenes
Syndrom links mit
/bei
foraminaler Einengung C3-C7, engem Spinalkanal, Verdacht auf Wurzelreizsyndrom C6/7,
Trizeps
schwäche
und Verdacht auf eine PHS (Pariarthropathia
humeroscapularis
) der linken Schulter. Der Beschwerdeführer sei analgetisch und mittels Phy
sio
therapie behandelt worden. An der
C._
K
linik seien sodann Infil
trationen durch
geführt worden. Ab dem 2
6.
August 2011 habe eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
bestanden.
4
.4
In ihrem Bericht vom
3.
Februar 2012 (
Urk.
9/23
S. 5-6)
erwähnten die Ärzte der
C._
Klinik, Neurologie, dass anlässlich einer Konsultation vom
1.
Februar
2012 eine deutliche Besserung der HWS-Beschwerden festzu
stel
le
n gewesen sei
(S
.
5). Nach einer Wurzelinfiltration vom 1
9.
Januar
2012 be
stehe im Bereich der HWS gegenwärtig praktisch Beschwerdefreiheit. Auch klinisch sei von einer Normalisierung der Befunde auszugehen. Im Vorder
grund stehe gegenwärtig eine Schulterproblematik links.
A
m
1.
Juni
2012 (Urk.
9/
11 S.
2)
stellten die Ärzte der
C._
Klinik, Neu
ro
logie,
die folgenden Diagnosen:
-
regredientes, linksseitiges Zervikobrachialsyndrom links mit/bei:
-
foraminaler Affektion der Wurzel C7 links
-
Wurzelinfiltration C7 am 1
9.
Januar 2012, inklusive
Fazetten
ge
lenk
C6/7 mit gutem Erfolg
-
aktuell Verdacht auf zusätzliche Schulterproblematik links
-
Schulter links, adominant:
-
subacromiales
Impingement
,
sonographisch
intakte
Rotatoren
man
schette
, Erguss in der Bursa
-
Ellenbogen links: Insertionstendinopathie der Beuge
r
- und
Streck
sehnen
(Tennis- und
Golferellenbogen
)
Der Beschwerdeführer werde gegenwärtig zur Hauptsache durch Befunde
ortho
pädischer Natur
beeinträchtigt
.
4
.5
Am 1
2.
September 2012 (
Urk.
9/16) stellten die Ärzte der
C._
Klinik, Obere Extremitäten, die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Schulter links, adominant:
-
subacromiales Impingement, magnetresonanztomographisch nach
ge
wiesene
hypertrophe Arthrose des AC-Gelenks (
Acromioclavicu
largelenks
), Bursitis und
langstreckige
inferiore Labrumablösung sowie kleine Subscapularisoberrandläsion
-
Ellenbogen links: Insertionstendinopathie der Beuger- und
Streck
sehnen
-
Status nach intraartikulärer Testinfiltration bei vermutetem
Plica
syn
drom
am linken Ellenbogen
-
Nebendiagnosen:
-
regredientes Zervikobrachialsyndrom
-
foraminale Affektion der Wurzel C7 links
-
Wurzelinfiltration am 1
9.
Januar 2012, inklusive Fazettengelenk C6/7 mit gutem Erfolg
Er führte aus, dass sich magnetresonanztomographisch deutliche Pathologien im linken Schultergelenk identifizieren liessen. Da diese jedoch mit dem klinischen Untersuchungsbefund nicht korrelierten, sei eine operative Inter
ven
tion gegenwärtig nicht angezeigt
. Der Beschwerdeführer könne die
höhe
ren
Belastungen seines Berufs als Zimmermann nicht mehr erbringen
(S.
2).
4
.6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Dermatologie und Venerologie
,
E._
, attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 2
6.
Oktober
2012 (
Urk.
9/43 S
.
119-120) eine Arbeitsunfähigkeit aus psy
chischen Gründen für die bisher ausgeübte Tätigkeit und für angepasste
Tätigkeiten
im Umfang von 100 % seit dem Unfall vom 1
5.
Juli 2011 (S. 2).
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
E._
,
erwähnte in seinem Bericht vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
9/37), dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 1
5.
Juli 2011 unter zunehmenden Schmerzen im linken Arm, Schlafstörungen, Lust- und Interesselosigkeit, Müdigkeit, Traurigkeit, Konzentrations
störungen, Ver
gess
lichkeit, Sinnlosigkeitsgedanken, Gedankenkreisen, Rückzug und Antriebs
losigkeit leide und stellte unter Anderem die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige depressive Episode
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Status nach Alkoholabhängigkeit bis 1996
-
Schulterschmerzen
-
Schmerzen im Bereich des linken Ellenbogens
-
zervikozephales Syndrom
Er führte aus, dass b
ei einer therapieresistenten Situation ohne Fortschritte ein bleibender Nachteil zu erwarten
sei
(S. 2).
4
.7
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie,
Kreisarzt der
Beschwerde
gegnerin
,
führte in seinem auf Grund der Akten verfassten Gutachten vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
9/121) aus, dass auf eine kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers verzichtet worden sei, weil eine solche lediglich den gegenwärtigen Status erheben könne und bezüglich der Beurteilung der Kausalität zum Unfall aus dem Jahre 2011
nicht erforderlich sei
. Auf Grund
des
Urteil
s
des hiesigen Gerichts (vom 2
5.
November 2015; Prozessnummer UV.2013.00199;
Urk.
9/94)
sei von einem
Unfall
mechanismus auszugehen,
bei welchem
die Latte
ausschliesslich
im Bereich zwischen N
ackenansatz und linker Schulter nicht hingegen
an der HWS
oder direkt
an der Schulter
Kontusionen
verursacht
habe
, und
bei welchem
die Arme des Beschwerde
führers auf Grund einer Hebelwirkung vor dem Körper nach oben gezogen worden seien. Eine unfallbedingte strukturelle Läsion der HWS sei auch
bild
gebend
nicht belegt. Die MRI vom
7.
Oktober 2011 habe vielmehr aus
schliesslich degenerativ bedingte Veränderungen im Sinne von
mutliseg
men
talen
Osteochondrosen
, Spondylosen und Spondylarthrosen ergeben, welche zu degenerativen neuroforaminellen Einengungen des Spinalkanals im Be
reich der HWS geführt hätten. Eine unfallbedingte strukturelle Läsion im Bereich der HWS sei daher auszuschliessen. Des Gleichen sei eine richtung
gebende Verschlimmerung der vorbestehenden degenerativen Veränderungen nicht nachgewiesen.
Sollte es durch die Kontusion im Schulter- und
Nacken
ansatzbereich
zu einer Symptomauslösung in Bezug auf die
Sensibilitäts
störung
im Bereich C7 der HWS gekommen sein, se
i
von einem Erreichen des Status quo sine spätestens zum Zeitpunkt der neurologischen Untersuchung an der
C._
K
linik vom
1.
Februar 2012, bei welcher eine Normali
sie
rung der neurologischen Befunde festgestellt worden sei, auszugehen (S. 6).
Eine am
5.
September 2012 durchgeführte MRI des linken Schultergelenks habe eine kleine Oberrandläsion der
Subscapularissehne
, eine
Bizepste
ndino
pathie
, eine
langstreckige
in
feriore
Labrumablösung, eine leichte
Supraspina
tustendinopathie
ohne Riss und eine hypertrophe AC-Gelenksarthrose mit leichter Reizung der Bursa subacromialis und damit ausschliesslich degene
rative Veränderungen ergeben.
Auf Grund des Unfallmechanismus handle es sich bei der langstreckigen inferioren Labrumablösung nicht um eine
Unfall
folge
. Denn anlässlich des versicherten Unfallereignisses sei es zu einem Auf
schlagen einer ungefähr 6 Zentimeter breiten Latte auf den
zwischen
Nacken
ansatz
und linker Schulter gelegenen Bereich gekommen, weshalb eine
direkte Kontusion der
linken Schulter auszuschliessen sei.
Sodann sei eine Verletzung des unteren Labrums auch nicht dadurch möglich, dass die Arme des Beschwerdeführers durch Aufschlagen der Latten auf Grund einer
Hebel
wirkung
vor dem Körper nach oben gezogen worden seien. Die
Impinge
ment
symptomatik
und Reizung der Bursa subacromialis sei im Rahmen der hyper
trophen
AC-Gelenksarthrose zu erklären. Da geeignete
Verletzungsmecha
nis
men
, welche einen Riss der Rotatorenmanschette erklären könnten, wie zum Beispiel ein Sturz nach vorne mit dem Versuch, den Fall durch Festhalten abzufangen, nicht aktenkundig seien, sei davon auszugehen, dass es sich bei den
festgestellten Sehnenveränderungen im Bereich der Rotatorenmanschette um degenerativ bedingte Veränderungen handle
. Eine
richtunggebende Ver
schlimmerung durch das versicherte Unfallereignis
sei
auszuschliessen.
Sollte es infolge des versicherten Unfallereignisses zu einer Bursitis im festge
stellten Bereich gekommen sein, sei davon auszugehen, dass
diese
spätestens Anfang Oktober 2011 wieder abgeheilt war, da Beschwerden im Bereich der linken Schulter auf Grund der Akten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr fest
gestellt worden seien. In Bezug auf die Schulter könne daher insgesamt von einem Erreichen des Status quo sine im Oktober 2011 ausgegangen werden.
Bei den Beschwerden im Bereich des linken Ellenbogens handle es sich um
In
sertionstendinopathien
der Beuger- und Strecksehnen. Dabei handle es sich um
Reizungen oder Entzündungen im Sehnenansatzbereich auf Grund von Über
lastungen oder Fehlbelastungen. Mangels eines adäquaten Schädigungs
mechanismus sowie auf Grund des Umstandes, dass Beschwerden im Bereich
linken Ellenbogens erstmals am
3.
Oktober 2011 und somit mit einer Latenz von drei Monaten geltend gemacht
worden sei
en
, sei weder eine
unfallbe
dingte
strukturelle Läsion im Bereich des linken Ellenbogens noch eine dies
be
züg
liche richtunggebende Verschlim
merung überwiegend wahrscheinlich (S. 7).
5
.
5.
1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass unmittelbar nach dem Unfall vom 1
5.
Juli 2011 vorerst
Beschwerden im Bereich der HWS im Vordergrund standen, und dass diesbezüglich Infiltrationen durchgeführt wurden (vorstehend E
.
4.3). In der Folge stellten die Ärzte der
C._
Klinik, Neurologie
,
anlässlich einer Konsultation vom
1.
Februar 2012 eine
deutliche Besserung der HWS-Beschwerden
und eine fast vollständige
Be
schwer
defreiheit
im Bereich der HWS fest, und gingen davon aus, dass gegen
wärtig die
Beschwerden im Bereich der linken Schulter und des linken Ellenbogens im Vordergrund stünden (vorstehend E. 4.4).
5.2
Während die behandelnden Ärzte zur Frage nach der Unfallkausalität der somatischen Beschwerden im Bereich der linken Schulter und des linken Ellenbogens nicht Stellung nahmen (vgl. vorstehend E. 4.5)
,
ging
Dr.
Z._
in seinem
Gutachten vom 2
1.
April
2016 (
vorstehend E
.
4.7
)
davon aus
, dass
auf Grund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer
gemäss dem durch das
hiesige Gericht
erhobenen
Unfall
mechanismus weder an der HWS noch direkt
an der
linken
Schulter ein
e
Kontusion
erlitten
habe
, sowie
auf Grund
des Umstandes, dass eine
unfallbedingte strukturelle Läsion der HWS auch
bild
gebend
nicht belegt
sei, davon auszugehen sei, dass der Gesundheitsschaden im Bereich der HWS des Beschwerdeführer
s
im Sinne
einer
degenerativen Veränderung weder durch das versicherte Unfallereignis verursacht noch
dadurch
richtunggebend verschlimmert worden sei. Vielmehr sei davon aus
zu
gehen, dass das Unfallereignis ledigli
ch
vorübergehend zu einer
Symptom
auslösung
der vorbestehenden
Sensi
bili
täts
störung
im Bereich C7
geführt habe, und dass
in Bezug auf die HWS der Status quo sine
spätestens zum Zeitpunkt der neurologischen Untersuchung an der
C._
Kl
inik vom
1.
Februar 2012
erreicht worden sei.
Bei der im Bereich der linken Schulter bestehenden
Gesundheits
beein
trächti
gung
im Sinne einer
kleine
n
Subscapularisläsion
,
einer
Bizeps
tendinopathie
,
einer
inferiore
n
Labrumablösung,
einer
Supraspinatustendinopathie
und eine
r
hypertrophe
n
AC-Gelenksarthrose mit leichter Reizung der Bursa
subacro
mia
lis
handle es sich ausschliesslich um
degenerative Veränderungen
und damit nicht um Unfallfolgen
.
Denn auf Grund des dokumentierten
Unfall
mechanimus
seien geeignete Verletzungsmechanismen, welche einen Riss der Rotatore
n
manschette und eine inferiore
Labrumablösung erklären könnten, auszuschliessen.
Aus diesem Grunde sei weder eine Verursachung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des Gesundheitsschadens im Bereich des linken Schultergelenks des Beschwerdeführers erstellt. Vielmehr sei davon aus
zugehen, dass das Unfallereignis allenfalls vorübergehend zu einer Bursi
tis im Bereich der linken Schulter geführt habe, wobei diesbezüglich spätes
tens zum Zeitpunkt
einer ärztlichen
Untersuchung vom 1
1.
Oktober 2011 der Status quo sine erreicht worden sei.
Hinsichtlich der Beeinträchtigungen
im Bereich des linken Ellenbogens
im Sinne von
Insertionstendinopathien der Beuger- und Strecksehnen
sei der
Kausalzusammenhang zum versicherten Unfall m
angels eines adäquaten
Schädigungs
mechanismus
sowie auf Grund
einer langen Latenzzeit von drei Monaten Dauer zu verneinen.
5.3
In psychischer Hinsicht ging
Dr.
F._
am
8.
Januar
2013 (vorstehend
E
.
4.6
.) davon aus, dass der Beschwerdeführer infolge des Unfalls vom 1
5.
Juli
2011 unter
anderem
unter einer mittelgradigen depressiven Episode und unter einer anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung leide, und dass er deswegen arbeitsunfähig sei.
6.
6.1
Die Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom 2
1.
April 2016 (vorstehend E. 4.7) er
füllt die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.5
). Denn einerseits verfügte
er
als Facharzt für
Chirurgie
über eine für die Beurteilung
des somatischen Gesundheitsschadens des Beschwerde
führers angezeigte medi
zinische Weiter
bildung. Andererseits
setzte er sich eingehend
mit dem Unfall
hergang sowie
mit den
me
dizi
nischen Vorakten
und den Ergebnissen der
bildgebenden
Untersu
chungen auseinander
und
begrün
dete
in nach
vollzieh
barer Weise
seine
Schluss
fol
gerungen, wonach
die
Gesundheitsbeeinträchti
gungen
im Bereich der HWS, der linken Schulter und des linken Ellenbogens des Beschwerdeführers ausschliesslich degenerativen Ursprungs und
vorbe
steh
end
seien
, und wonach diese
weder durch das versicherte Unfallereignis verursacht, noch
durch dieses
richtunggebend verschlimmert worden seien, und wonach
in Bezug auf eine
allfällige
vorübergehende Aktivierung
eines
zu
vor weitgehend stummen Vorzustandes im Bereich der HWS und der linken Schulter
im Anschluss an den Unfall insgesamt spätestens am
1.
Februar 2012 der Status quo sine erreicht
worden sei
.
6.2
Die Beurteilung durch
Dr.
Z._
vermag auch insofern zu überzeugen, als er
d
ie Ansicht vertrat, dass die Konterlatten anlässlich des versicherten
Unfall
er
eignisses
nicht auf die HWS und nicht direkt auf die linke Schulter des Be
schwerdeführers, sondern auf den Bereich zwischen Nackenansatz und linker Schulter
aufgeschlagen seien
. Denn damit berücksichtigte der Kreisarzt in korrekter Weise den vom hiesige
n
Gericht in E
.
4.5 des in Rechtskraft
er
wachs
enen Urteil
s
vom 2
5.
November
2015 (Prozessnummer UV.2013.00199
;
Urk.
9/94)
in Sachen der Parteien
beschriebenen Unfallhergang, was nicht zu beanstanden ist. Dem Beschwerdeführer ist daher nicht zu folgen, wenn er geltend machen will, dass der Kreisarzt in seinem Aktengutachten von einem
unrichtigen Unfallhergang ausgegangen sei (vgl.
Urk.
1 S
. 9
f.).
Dem Be
schwer
deführer kann sodann nicht gefolgt werden, wenn er aus dem Um
stand, dass
er
vor dem versicherten Unfallereignis nie in ärztlicher Behand
lung „wegen der Schulter, Einschränkungen im Bereich der HWS oder des Ell
bogens“ (
Urk.
1 S
.
12)
gestanden sei, auf eine Unfallkausalität seiner Beschwerden schliessen will.
Denn, e
ntgegen der Ansicht des Beschwerde
führers
,
genügt dies
gemäss
dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
schein
lich
keit nicht, sondern
entspräche
der unzulässigen
Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc"
(vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/bb S.
341
)
.
6.3
Die Beurteilung durch
Dr.
Z._
vermag daher grundsätzlich
die
für eine
beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten Kriterien
zu erfüllen.
Dabei schadet nicht, dass es sich um
ein
Aktengutachten handelt, da auch reinen Aktengutachten voller Be
weiswert zukommen kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
li
chen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden me
dizini
schen
Sachverhalts geht (Urteil
des Bundesgerichts
8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E.
3.2.2 mit Hinweisen)
. Dies ist vorliegend der Fall.
Einer Ak
tenbeurteilung stand daher
nichts entgegen.
6.4
I
n Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
gilt es indes zu beachten, dass
dieser Kreisarzt der Beschwerdegegnerin ist, und dass Berichten
versiche
rungs
interner
medizinischer Fachpersonen
rechtspre
chungsgemäss
zwar
Beweis
wert
zukommt, dass diesen Berichten indes nicht dieselbe Beweiskraft wie einem ge
richtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom Versiche
rungsträ
ger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zu
erkannt wird, wes
halb bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsinternen ärztlichen Feststellungen ergän
zende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 471 E
.
4.6).
Anlass zu solchen Zweifeln besteht hier jedoch nicht.
6.5
Da sich die behandelnden Ärzte
in somatischer Hinsicht
nicht zur
Unfall
kausalität
äusserten
,
und da ihr
e
Beurteilungen deshalb nicht im Wider
spruch zu derjenigen durch
Dr.
Z._
stehen, vermögen sie die Beurteilung durch
Dr.
Z._
in Bezug auf die Frage nach der Un
fallkausalität nicht
in Zweifel zu ziehen.
Es kann vorliegend daher auf die nachvollziehbare Beur
tei
lung durch
Dr.
Z._
vom 2
1.
April
2016 (vorstehend E
.
4.7
) abgestellt werden.
7
.
7
.1
Gestützt auf die nachvollziehbare und
schlüssige
Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom
2
1.
April 2016
(vorstehend E.
4.7
) steht damit mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit fest, dass
die Gesundheits
beein
trächtigungen im Bereich der
HWS
,
der linken Schulter und des linken Ellenbogens des Beschwerdeführers
ausschliesslich degenerativen Ursprungs
sind
und weder durch das versi
chert
e
Unfallereignis verursacht
wurden
, noch dadurch richtunggebend ver
schlim
mert
wurden.
Sodann
ist
gestützt darauf davon auszugehen, dass es durch das Unfallereignis vom 1
5.
Juli 2011
zwar
zu einer vorübergehenden Ver
schlim
merung des degenerativen Vorzu
standes sowohl im Bereich
der HWS, als auch im Bereich der linken Schulter
des Beschwerdefüh
rers beziehungs
weise zur
vorübergehenden
Aktivie
rung
eines bisher weitgehend stummen Vor
zustandes gekommen ist, dass dies
bezüglich indes spätes
tens am
1.
Febru
ar 2012 gesamthaft der Status quo sine erreicht wurde.
7
.2
Da
davon auszugehen ist, dass
ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergeb
nis
überwiegend wahrscheinlich
nichts ändern
,
besteht -
entgegen der diesbezüglichen
Eventualv
orbrin
gen des Be
schwerdeführers
(
Urk.
1 S.
2)
- für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von
einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durch
führung
solcher
abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 124 V 90 E
.
4b
, 1
22 V 157 E
.
1d mit Hinweis
en
).
7.3
Obwohl für
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erfor
der
lich
ist
, dass der Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist (
vgl. vorstehend E.
1.3
;
BGE 129 V 177 E.
3.1
), steht auf Grund der Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom
2
1.
April 2016 (vorstehend E
.
4.7
)
fest, dass der Status quo sine
gesamthaft spätes
tens am
1.
Februar 2012
erreicht wurde. Ab diesem
Zeitpunkt
stellt das Unfallereignis für die weiterbestehenden
Beschwerden
daher
auch keine Teilursache mehr dar.
Der Beschwerdeführer kann aus
Art.
36
Abs.
1 UVG daher nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl.
Urk.
1 S. 14).
8.
8.1
Die Frage, ob die psychischen Beschwerden in einem adäquaten Kausal
zu
sammen
hang
zum
versicherten Unfallereignis stehen, ist nach der in BGE 115 V 133 dar
gelegten Methode
(vorstehend E
.
1.6
) zu prüfen. Die
Beur
tei
lung
hat dabei
unter Ausklammerung
der psychischen
Bes
chwerdekompo
nenten zu
erfolgen
.
Vorerst ist im Hinblick auf die Adäquanzfrage die objektive Schwere des Unfallereignisses vom 1
5.
Juli 2011 zu prüfen.
8.2
Das Bundesgericht hat in BGE 115 V 133 E. 6a einen gewöhnlichen Sturz und ein Ausrutschen als Beispiele für ein leichtes Unfallereignis aufgeführt. Leichte Unfälle wurden auch angenommen beim Ausrutschen auf einer nassen Wurzel und anschliessendem Sturz auf die linke Seite anlässlich eines Spaziergangs im Wald (Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2008 vom 14. Mai 2009 E
.
5.1), bei einem Treppensturz auf das Gesäss mit einem initialen Verdacht auf Handge
lenksbruch und später festgestelltem Steissbeinbruch (Urteil des Bundesgerichts U 91/01 vom 19.
Dezember
2001), bei einem Aus
gleiten beim Tragen einer Motorsäge auf abschüssigem Gelände im Wald (Urteil des Bundesgerichts U 221/04 vom 7. April 2005), bei einem Sturz auf einer Eisfläche mit Kopfanprall (Urteil des Bundesgerichts U 78/02 vom 25. Februar 2003), bei einem Sturz bei Eisregen mit Schenkelhalsbruch (Urteil des Bundesgerichts U 145/02 vom 2. Dezember 2002), bei einem Sturz beim Hinuntersteigen von einer Bauma
schine (Urteil des Bundesgerichts U 18/00 vom 17.
Oktober
2000) sowie bei einem Schlag eines 600 Kilogramm schwe
ren Betonblocks an den rechten Ober
arm während Betonfräsarbeiten (Urteil des Bundesgerichts U 5/01 + U 7/01 vom 15. Oktober 2001).
8.3
Mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen wurden an
ge
nommen, bei einem schweren Sturz auf den Rücken (BGE 123 V 137 E. 3d),
bei einem Ausgleiten beim Hinuntersteigen von einer Böschung mit an
schliessen
dem heftigem Aufschlagen mit dem Rücken auf einem Betonstück am Boden (BGE 115 V 133 E. 11a-b), bei einem Sturz von einem 1,2 Meter hohen Gerüst mit einer Calcaneusfraktur (RKUV 1998 Nr. U 307 S.
449), bei einem Sturz in einen Lichtschacht mit Kontusion der rechten Hüfte und Distorsion des rechten Knies und beim Sturz auf einer schneeglatten Unter
lage mit Läsion der Supra
spinatussehne an der linken Schulter (Urteil des Bundesgerichts U 232/02 vom 5. August 2003) sowie beim Sturz an einem steinigen Flussufer hangabwärts auf den Rücken ohne schwere Verletzungen (Urteil des Bundesgerichts U 173/03 vom 15. November 2004).
8.4
Beim Unfallereignis vom
1
5.
Juli 2011
handelt es sich um
ein
programm
widriges
Aufschlagen von Konterlatten
der Masse 6 cm x 6 cm x 5,6 m
auf den Bereich zwischen dem Nackenansatz und der linken Schulter
und ein anschliessendes Festhalten der Konterlatten
gegen die Hebelwirkung
mittels reflexartige
r Bewegungen
(
vorstehend E
.
3
). Auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und mangels äusserer Verletzungen ist dieses Geschehen den leichten
beziehungsweise banalen
Unfällen zuzuordnen. Bei solchen Unfällen
kann die Adäquanz des Kausalzusammen
hangs in der Regel ohne weiteres verneint werden, da solche Ereignisse nicht geeignet erscheinen, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu führen (BGE 115 V 133 E. 6a). Aus
nahmsweise (beispielsweise bei einem verzögerten Heilungs
verlauf, bei einer langdauernden Arbeitsunfähigkeit oder bei Komplikationen durch eine be
son
dere Art der erlittenen Verletzung; vgl. RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 ff.) ist die Adäquanzfrage zwar auch bei leichten Unfällen zu prüfen, wobei die Kriterien, die für Unfälle im mittleren Bereich gelten, heranzuziehen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2009 vom 7.
Mai
2009 E
.
5.2 mit Hin
weisen). Im vorliegenden Fall lassen indes keine Anhaltspunkte auf einen solchen Ausnahmefall schliessen.
8
.5
Mangels besonderer Umstände, bei deren Vorliegen auch bei leichten Un
fällen eine Adäquanzbeurteilung vorzunehmen wäre, ist der adäquate Kausal
zu
sammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom
1
5.
Juli 2011
und den psychischen Beschwerden
im Sinne einer mittelgradigen depressiven Episode
und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (vorstehend E.
4.6
)
u
nd somit die Leistungspflicht
der Beschwerdegegne
rin
für die psychische Proble
matik
zu verneinen.
9.
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom
3
1.
Mai 2016
(Urk.
9/122
) beziehungsweise mit dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
einen natürlichen Kausal
zusammen
hang zwischen dem versicherten Unfallereignis vom 1
5.
Juli 2011 und den Beschwerden im Bereich des linken Ellenbogens des Beschwerdeführers und einen solchen zwischen dem versicherten Unfallereignis und den gesundheit
lichen Beeinträchtigungen im Bereich der HWS und der linken Schulter des Beschwerdeführers infolge Erreichens des Status quo sine vel ante für die Zeit ab
1.
Februar
2012
verneinte
sowie einen adäquaten Kausalzusammen
hang zwischen dem versicherten Unfallereignis und den psychischen Be
schwer
den verneinte
,
und damit gleichzeitig die vorübergehenden Leistungen (Taggeld und Heilungskosten) per
1.
Februar 2012 einstellte (vgl.
Urk.
9/122
S
.
2) sowie einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Dauerleistungen (Inv
a
lidenrente und
Integritäts
entschädigung
; vgl.
Urk.
2 S. 21) für die Folgen des Unfalls vom 1
5.
Juli 2011 verneinte.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
10.
Ausgangsgemäss ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdefüh
rers
,
Rechtsanwalt
Philip Stolkin, Zürich,
welcher es unterlassen hat, dem
Gericht eine detaillierte Zusammen
stellung über den Zeitaufwand und die a
n
gefallenen Barauslagen einzureichen
, androhungsweise (vgl.
Urk.
10) nach Ermessen mit Fr. 2‘100.-- (in
klu
sive Mehr
wertsteuer und Barauslagen) aus der Gerichts
kasse zu entschädi
gen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
si
cherungsgericht (GSVGer) aufmerksam zu machen, wonach er zur Nachzah
lung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.