# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a902195a-7485-4b35-a3f3-5b6a02813d71
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 9
I. Sachverhalt
A.1. Am 23. Oktober 2011 verstarb A., geboren am _, mit letztem Wohnsitz in Z.. Als gesetzliche Erben hinterliess er seine Ehefrau B., geboren am _, sowie die vier Nachkommen C., geboren am _, D., geboren am _, E., geboren am _, und F., geboren am _.
2. Das zwecks Besprechung der Nachlassregelung auf den 7. April 2012 anberaumte Treffen der gesetzlichen Erben endete in Uneinigkeit, wobei sich die übrigen Erben namentlich über das Verhalten von D. ärgerten. Aufgrund der Uneinigkeit unter den Erben war es in der Folge nicht möglich, der Witwe B. eine Vollmacht aller Erben über die Bankkonti des Verstorbenen zu verschaffen, um die notwendigen Verwaltungshandlungen vornehmen zu können. Namentlich befinden sich in der Erbengemeinschaft auch einige Liegenschaften, deren Unterhalt und Verwaltung erforderlich ist.
B. Am 21. August 2012 stellten B., C., E. und F. beim Einzelrichter am Bezirksgericht Maloja ein Gesuch mit dem Antrag, in der Erbschaftssache des am 23. Oktober 2011 verstorbenen A. sei die G. GmbH in Y. als gesetzliche Erbenvertreterin gemäss Art. 602 Abs. 3 ZGB einzusetzen. Die notwendigen Voraussetzungen hierfür seien gegeben. Nach dem ersten und bislang einzigen Erbentreffen, welches mit einem Eklat geendet habe, weil der Miterbe D. angefangen habe, die übrigen Miterben zu beleidigen, und die Sitzung mit Drohungen verlassen habe, sei es der Erbengemeinschaft nicht mehr gelungen, einen für alle gemeinsamen Nenner zu finden. Es sei nicht einmal möglich gewesen, der Witwe eine Vollmacht über das Bankvermögen zu erteilen. Diese Erbenvollmacht werde aber dringend benötigt, um die Verfügungsmacht über das Bankvermögen des Verstorbenen zu erhalten und die notwendigen Verwaltungshandlungen vorzunehmen. Die Erbengemeinschaft A. sei deshalb dringend darauf angewiesen, handlungsfähig zu werden, was unter den gegebenen Umständen leider nur durch die Bestellung eines Erbenvertreters möglich sei. Das vorgeschlagene Treuhandbüro G. GmbH besorge bereits die Buchhaltung und Steuersachen einiger Erben und sei auch mit den erbschaftssteuerrechtlichen Angelegenheiten im Nachlass des A. betraut. Es kenne die Familienangehörigen und sei mit den Verhältnissen gut vertraut. Aus diesem Grund sei die G. GmbH die ideale Person für die Erbenvertretung.
C. In seiner Stellungnahme vom 29. August 2012 zeigte sich D. mit der Einsetzung einer Erbenvertretung grundsätzlich einverstanden. Die G. GmbH
Seite 3 — 9
lehnte er indessen ab, weil er die Vermutung hatte, dass diese Firma für seinen Bruder Treuhandgeschäfte erledige, weshalb er sie als befangen erachtete. Er schlug als Erbenvertretung stattdessen die Anwaltskanzlei H., Frau I., X., vor. Diese Fachleute hätten in der vergangenen Zeit seine Eltern in Sachen Erbvorbezug der F. bestens beraten und würden deren volles Vertrauen geniessen. Hinzu komme, dass I. italienisch und H. sogar den Bergeller Dialekt spreche.
D. Mit Schreiben vom 4. September 2012 lehnten die Gesuchsteller die von D. für die Erbenvertretung vorgeschlagene Anwaltskanzlei ab.
E. Mit Entscheid vom 12. September 2012, mitgeteilt am 14. September 2012, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Maloja wie folgt:
„1. In der Erbschaftssache des am 23. Oktober 2011 verstorbenen A. wird Rechtsanwalt lic. iur. J., W., X., als gesetzlicher Erbschaftsvertreter gemäss Art. 602 Abs. 3 ZGB eingesetzt.
2. Die Verfahrenskosten von CHF 300.- gehen zulasten des Nachlasses und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
3. Es werden keine ausseramtlichen Entschädigungen zugesprochen.

## Considerations