# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e8ed569-0076-4871-be99-339c33420afc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, Staatsangehörige der Schweiz und von Spanien
,
wurde am
7.
Februar 1991 in der Schweiz geboren
(
Urk.
3/5
und 11/10
)
.
Infolge
einer
Hemiparese rechts, einer ausgeprägten psychomotorischen Ungeschicklichkeit und
eines
all
gemeinen Entwicklungsrückstand
s
(
Urk.
11/4/72 f.,
11/4/57 und 11/4/46
)
wurden ihr
von der IV-Stelle Schaffhausen S
onderschulmassnahmen gewährt (
Urk.
11/4/63 ff.)
.
In der Schweiz besuchte sie letztmals a
m 12. April 2001
die
Sonderschule
in
Y._
(
Urk.
11/4/20 und 11/4/27)
. Danach
lebte
sie
in
Argentinien
(
Urk.
11/4/17, 11/4/8 und 11/2/4
)
.
Nach ihrer
Rückkehr in die Schweiz
im Sommer 2012
(
Urk.
11/4/2
und 11/14/6
)
meldete sie sich
im April 2013
bei der
IV-Stelle
des Kantons
Schaffhausen
zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/2
)
.
Diese liess
X._
neuropsychologisch abklären (
Urk.
11/14) und leistete alsdann
Kostengutsprache für eine erstmalige Ausbil
dung zur Praktikerin Floristik mit Gärtnereikenntnissen (Pra nach INSOS
)
im geschützten Rahmen
von August 2015 bis August 2016 (
Urk.
11/29). Diese
Aus
bildung
brach
X._
indes
Anfang Oktober 2
015
im Hinblick auf einen Wegzug nach Spanien
ab (
Urk.
11/34
und 11/45/1). In der Folge verneinte die IV-Stelle Schaffhausen
mit Verfügung vom
7.
März 2016
einen Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
11/49).
Im Mai 2017 meldete
sich
X._
erneut zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
11/56). Die
neu
zuständige
Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle)
,
holte
zunächst
Berichte bei den behandelnden Ärzten ein (
Urk.
11/60 und 11/66).
Anschliessend
kündigte sie
X._
mit Vorbescheid
vom 2
2.
November 2017
erneut
die Verneinung eines Rentenanspruchs an (
Urk.
11/72). Dagegen erhob diese
Einwände
(
Urk.
11/77). Am
1.
März 2018 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
X._
mit Eingabe vom
1.
April 2018 Beschwerde. Darin beantragte sie, ihr
sei
eine ganze Invalidenrente
zuzu
sprechen
und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren
(
Urk.
1). Die IV-Stelle schloss
in der Beschwerdeantwort vom 1.
Juni 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Mit Verfügung vom 22.
Juni 2018 gewährte das Sozialver
sicherungsgericht die unentgeltliche Prozessführung und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
14). Innert Frist reichte
die Beschwerdeführerin
keine Replik ein, was der IV-Stelle mit Verfügung vom 5. September 2018 mitgeteilt wurde
(
Urk.
16).
Am 1
5.
Juli 2019 reichte die Beschwerdeführerin den Auszug aus dem individuellen Konto ein (
Urk.
17-18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen Entscheid
, die gesundheit
lichen Einschränkungen seien seit der letzten
Renten
anspruchsprüfung mit
Ver
fügung der IV-Stelle Schaffhausen
vom 7.
März 2016 unverändert. Die
versiche
rungsmässigen Voraussetzungen
seien
nicht
erfüllt
(
Urk.
2)
.
In
der Beschwerde
antwort
ergänzte sie
, dies gelte sowohl
für
eine
ordentliche
wie auch
eine
ausser
ordentliche Rente.
Die Beschwerdeführerin
sei
erst
im Juni 2012
wieder
i
n die Schweiz eingereist
. Damit habe sie weder
bei Eintritt de
r Invalidität am 1.
März 2009
während mindestens drei Jahren
Beiträge
gelei
stet gehabt
, noch sei sie
ab 1.
Januar
2012,
nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres
,
der Beitragspflicht unter
stellt gewesen
(
Urk.
10)
.
1.2
Die Beschwerdeführerin
machte geltend,
sie und ihre Mutter seien
aus gesund
heitlichen Gründen
bzw.
mangels Ausbildung
nicht in der Lage gewesen
, ihre Interessen wahrzunehmen.
Zudem
sei Spanien
, wo sie mehrere Jahre lang gelebt habe,
Mitglied der Europäischen Union
(EU)
, weshalb die Versicherungszeiten dort anzurechnen seien.
Schliesslich
habe sie seit
dem Jahr
2012 die Beiträge ausgerichtet. So habe sich das Sozialamt der Stadt
Z._
bereit erklärt, die Beiträge
rückwirkend für die letzten fünf
Jahre zu bezahlen.
Die
Krankheit
sei ferner in der Schweiz eingetreten
(
Urk.
1).
Sie sei seit Januar 2012 versichert (
Urk.
17).
2.
2.1
Der Anspruch auf eine ordentliche
Invalidenrente
setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person
bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet hat (
Art.
36
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invali
denversicherung
,
IVG
, in der ab
1.
Januar 2008 geltenden Fassung
)
.
Die Mindestbeitragszeit gilt
für Staatsangehörige aller Nationen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_36/2015 vom 29. April 2015 E. 4)
, wobei bei Schweizern und Staatsangehörigen der EU nötigenfalls zusätzlich zu den in der Schweiz zurück
gelegten Beitragszeiten (in der Regel von mindestens einem Jahr) auch solche berücksichtigt werden können, d
ie in einem EU-Staat zurückgelegt wurden (vgl.
Kreisschreiben
des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV]
über das Ver
fahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV/EL
[
KSBIL
], Rz
3005
in der Fassung
vom
4.
April 2016, Stand
1.
Januar
2018
wie schon
Rz 3001.1 in der Fassung vom
1.
Juni 2002, Stand vom
1.
Januar 2009
; BGE 131 V 390
in
Pra 2006 Nr. 151, wobei
die
damals
relevanten Bestimmungen
mit
Art.
52 und
Art.
57
in die heute geltende
Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Si
cherheit
übernommen wurden
)
.
2.2
Gemäss
Art.
36
Abs.
2 IVG sind für die Berechnung d
er ordentlichen Invaliden
renten
die Bestimmungen des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und Hinterlas
senenversicherung (AHVG)
sinngemäss anwendbar; der Bundesrat kann ergän
zende Vorschriften erlassen. Laut
Art.
32
Abs.
1
der
Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV)
in Verbindung mit
Art.
50
der
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV)
und Art.
29
ter
Abs.
2 AHVG liegt ein volles Beitragsjahr vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von
Art.
1
a
oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit entweder den Mindestbeitrag bezahlt hat oder aber Beitragszeiten aufweist, in welchen der Ehegatte mindestens den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat, oder für welche Erziehungs- oder Betreuungsgutschri
ften angerechnet werden können
(vgl. BGE 125 V 253 E
.
1b)
.
2.
3
Zu betonen ist, dass die Mindestbeitragszeit vor Eintritt der Invalidität geleistet
worden
sein muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_721/2013 vom
4.
März 2014 E. 4.1).
Die Invalidität gilt
dabei
als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (
Art.
4
Abs.
2 IVG). Im Falle einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
und
Art.
4
Abs.
2 in Verbindung mit
Art.
28 ff. IVG entsteht, das heisst frühestens, wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
bleibend oder für längere Zeit erwerbs
unfähig (
Art.
7 und 8 ATSG) ist (BGE 137 V 417 E. 2.2.1; Urteil
des Bundesge
richts
8C_610/2014 vom
5.
November 2014 E. 3 am Ende).
Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität hängt somit allein vom Gesundheitszu
stand ab
. U
nerheblich sind zufällige
,
externe Faktoren wie das Datum der Anmeldung zum
Leistungsbezug oder
der
Kenntnisnahme vom
Leistungsan
spruch
(vgl. BGE 140 V 2016 E.
6.1
in
Pra 2014 Nr. 106
S. 852
).
2.4
Es bleibt anzumerken, dass f
ür die Umschreibung der Rechtskraft und der damit verbundenen Rechtsbeständigkeit eines den Anspruch auf eine Dauerleistung verneinenden negativen Entscheids auf die Begründungselemente zurückgegrif
fen werden
muss
. Betreffen diese, wie die versicherungsmässigen Voraussetzun
gen, einen zeitlich abgeschlossenen, späteren Änderungen der Tatsachenlage nicht zugänglichen Sachverhalt, ist eine Überprüfung zufolge Rechtskraft ausge
schlossen
. Die
Anspruchsberechtigung als solche
ist
mithin endgültig dahinge
fallen
, selbst wenn jene
s
Erkenntnis rechtsfehlerhaft
wäre
. Vorbehalten bleibt eine Änderung der den leistungsablehnenden Entscheid tragenden rechtlichen Grundlagen oder wenn ein neuer Versicherungsfall vorliegt (vgl. BGE 136 V 369 E. 3.1.1
mit
diversen Hinweisen
und 3.2
).
Nach ständiger Rechtsprechung begründet eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
grundsätzlich keinen neuen Versicherungsfall
(Urteile
des Bundes
gerichts
8C_721/2013 vom
4.
März 20
14 E. 4.2, 8C_1057/2009 vom 25.
Mai 2010 E. 2.2 und I 76/05 vom 3
0.
Mai 2006 E. 2, in: SVR 2007 IV Nr. 7 S. 23).
Wie es sich damit verhält, wenn eine erneute Anmeldung gestützt auf dieselbe gesund
heitliche Beeinträchtigung erfolgt, nachdem zwischenzeitlich eine volle Arbeits
fähigkeit
erreicht worden war
, liess das Bundesgericht
offen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_721/2013 vom
4.
März 2014 E. 4.2
)
.
Indessen entsteht bei materieller Verschiedenheit der Invaliditätsursachen ein neuer Versicherungsfall mit der Folge, dass die der ersten Ablehnungsverfügung zugrunde liegende fehlende Versicherteneigenschaft das neue Leistungsgesuch nicht präjudiziert (Urteile
des Bundesgerichts
9C_36/2015 vom 2
9.
April 2015 E. 5.1 am Ende und 9C_294/2013 vom 2
0.
August 2013 E. 4
, in: SVR 2013 IV Nr. 45 S. 138; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 9C_592/2015 vom
2.
Mai 2016 E. 3.2).
Um einen neuen Versicherungsfall handelt es sich gemäss
BGE 136 V 369 E. 3.1.1
unter anderem dann,
wenn zur ursprünglichen gesundheitlichen Beeinträch
tigung eine davon völlig verschiedene Gesundheitsstörung hinzugetreten
ist
und zu einer Erhöhung des Invaliditätsgrades geführt
ha
t
.
Gemäss dem
Urteil 9C_294/2013
des Bundesgerichts
vom 2
0.
August 2013, bestätigt
mit
Urteil 9C_36/2015 vom 29.
April 2015 E. 5,
ist allerdings
nicht auszuschliessen,
dass auch im Fall einer vorbestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit im Rahmen des ursprünglichen Leidens ein neuer Versicherungsfall
unter den
üblichen
Voraus
setzungen möglich bleibt.
3.
3.1
In
der Verfügung vom 7
.
März 201
6
e
rläuterte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Schaffhausen
zunächst die in Erwägung
2.1-2.3
dargelegte Rechtslage. Sodann erwog sie
,
zum Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles für Rentenleistungen am
1.
März 2009
s
ei die Beschwerdeführerin nicht in der Schweiz wohnhaft gewesen. Beiträge seien in der Schweiz nicht entrichtet wor
den. Somit bestehe kein Anspruch
auf Rentenleistungen (
Urk.
11/49).
3.2
Damit wurde bereits rechtskräftig
entschieden, dass
die Beschwerdeführerin
für d
ie
seit früh
e
ster Kindheit bestehende
n
Leiden
(allgemeiner Entwicklungsrück
stand [kognitiv, sprachlich, verbal], mit Status nach Hirnschädigung mit leichter rechtsseitiger Halbseitenlähmung als Folge eines hypovolämischen Schocks im Alter von sieben Monaten), aufgrund derer sie auf dem ersten Arbeitsmarkt über
fordert wäre
(vgl.
Urk.
11/4/72
, 1
1/4/
57
, 11/14/11-13
,
11/50/5
und 11/41/1
)
,
keinen Anspruch auf eine ordentliche Rente hat
,
weil
sie bei
Entstehung des Rentenanspruchs respektive
Eintritt der Invalidität
im Folgemonat
nach Vollen
dung des 1
8.
Lebensjahres am 7. Febru
ar 2009
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
nicht während mindestens drei Jahren, davon
wenigstens teilweise
in der Schweiz,
Beiträge geleistet hatte.
Dieser Entscheid ist verbindlich
, zumal die Mindestbeitragsdauer einen abgeschlossenen Sachverhalt betrifft.
Der Entscheid
ist
im Übrigen
auch nicht zu beanstanden
. So trat die Invalidität
ein, bevor die Beschwerdeführerin
als Nichterwerbstätige überhaupt der Beitragspflicht in der Schweiz unterstehen konnte
(
Art.
3
Abs.
1 AHVG)
.
D
ie z
u Taggeldern berechtigende
n
Eingliederungs
massnahmen
konnten
zudem
erst nach
ihrer
Neuanmeldung im April 2013 (
Urk.
11/2)
an die Hand genommen werden (
Urk.
11/46) und bezweckten
die Ein
gliederung im geschützten Rahmen. Dem E
intritt des Versicherungsfalls
am
1.
März 2009
stand deshalb auch
keine über die Volljährigkeit hinaus andauernd
e
Eingliederung
entgegen
(vgl. AHI-Praxis 3/2001
S. 152 ff.
,
BGE 137 V 417
E. 2.4
)
.
Dass die Beschwerdeführerin neben dem Schweizer Bürgerrecht auch die spanische Staatsangehörigkeit besitzt und
allenfalls –
wie
in der Beschwerde
behauptet
(
Urk.
1 S. 2)
–
viele Jahre in Spanien lebte, ist
folglich
belanglos. Im Übrigen steht diese Behauptung im Widerspruch zu ihren konsistenten eigenen Angaben in den Akten, wonach sie vor ihrer Rückkehr in die Schweiz in Argen
tinien lebte (z.B.
Urk.
11/2/4 und 11/66/2).
3.3
Ob
die Angaben im Bericht
vom 1
0.
Oktober 2017
(
Urk.
11/66/1-6)
von
Dr.
med. A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bei welcher
die Beschwerdeführerin seit Ende Mai 2017 in Behandlung steht,
den Eintritt
eine
s
neuen Versicherungsfall
s in diesem Zeitpunkt
zu begründen vermögen, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Diesfalls wäre das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1
lit. b
IVG erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung
erfüllt gewesen
.
Ungeachtet de
s
ungeklärten
Ausmasses der allein psychisch bedingten Arbeits
unfähigkeit
erscheint es aber
aufgrund der
vorliegenden Akten als unwahrschein
lich
, dass
eine allfällige Invalidität aus psychischen Gründen erst nach Erlass der
V
erfügung vom
7.
März 2016 eingetreten ist.
Dr.
A._
diagnostizierte
zwar
erstmals aktenkundig
eine depressive Episode,
gegenwärtig
mittelgradig
,
und eine posttraumatische Belastungsstörung
.
Dazu erläuterte sie jedoch, die Beschwerde
führer
in
sei in Argentinien von ihrer Tante misshandelt und von ihrem schizo
phrenen Onkel sexuell missbraucht worden
. Dabei berichtete sie
mitunter
über seit dem 1
5.
Lebensjahr bestehende Symptome
(
Urk.
11/66/1-2).
Es kommt hinzu, dass
die Mutter der Beschwerdeführer
in
im Telefonat
vom
8.
Juni 2017 gegenüber
der Beschwerdegegnerin
erwähnte
, die Beschwerdeführerin
sei
bereits in Argen
tinien psychiatrisch
behandelt worden
(
Urk.
11/58/1)
.
4.
4.
1
Kann mangels dreijähriger Mindestbeitragsdauer keine ordentliche Rente geltend gemacht werden, ist der Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente zu prüfen
.
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente haben
g
emäss
Art.
42
Abs.
1 AHVG in Verbindung mit
Art.
39
Abs.
1 IVG
Schweizer Bürger mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 ATSG) in der Schweiz, die während der gleichen Zahl von Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang, denen aber k
eine ordentliche Rente zusteht
.
4.2
Vorausgesetzt wird
hierfür
nicht, dass sich die versicherte Person seit ihrer Geburt in der Schweiz aufgehalten hat. Von Bedeutung sind allein die Versicherungs
jahre, für die das Gesetz eine allgemeine Beitragspflicht vorsieht und die
grund
sätzlich für die Berechnung einer ordentlichen Rente massgebend sind.
Tritt der Versicherungsfall daher nach dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Alters
jah
res ein, muss die invalide Person ab Jahresbeginn bis zum Risikoeintritt grund
sätzlich lückenlos Beiträge geleistet haben
(
Art.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
3 AHVG
;
vgl.
BGE 131 V 390
E. 2.4
i
n Pra 2006 Nr.
1
51
S
.
1031 f.
, Urteil des Bundesgerichts I 810/05 vom
5.
Februar 2007 E. 5.2.2).
Dafür
muss
sie
grund
sätzlich – abgesehen von gewissen Ausnahmen und von der freiwilligen Versicherung – in der Schweiz wohnhaft sein oder in der Schweiz eine Erwerbs
tätigkeit ausüben (
Art.
1b IVG
in Verbindung mit
Art.
1a und 2 AHVG; BGE 131 V 390 E. 6.2 übersetzt in Pra 2006 Nr.
1
51
).
Besteht das invalidisierende Leiden seit der Kindheit, so
tritt die Invalidität
allerdings
wie bei der
ordentliche
n
Rente bereits
im
Monat
ein
, der auf die Vollend
ung des 18.
Altersjahres folgt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2013 vom 2
1.
März 2014 E. 7.1).
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass in einem EU-Staat zurückgelegte Versicherungszeit in diesem Zusammenha
ng keine Berücksich
tigung findet
(vgl. BGE 131 V 390 übersetzt in Pra 2006 Nr. 151, ferner Urteil des Bundesgerichts 9C_259/2016 vom 1
9.
Juli 2016 E. 5).
4.3
Die versicherungsmässigen Voraussetzungen wie der Wohnsitz in der Schweiz, die Schweizer Staatsangehörigkeit und die Versicherungsjahre müssen grundsätz
lich im Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität erfüllt sein. Dies gilt indes nicht absolut. So ist eine erneute Anspruchsprüfung
bezogen auf den Zeitpunkt mög
lich, indem e
ine
bisher nicht erfüllte, aber
noch realisierbare Voraussetzung
neu gegeben ist
. Dazu gehören nach Auffassung des Bundesgerichts etwa der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts oder die Wohnsitznahme in der Schweiz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2013 vom 2
1.
März 2014 E. 6.2 mit
Hinweis insbe
sondere auf BGE 111 V 110 E. 3d und das Urteil 9C_1042/2008 vom 2
3.
Juli 2009 E. 3.3
; vgl. auch Rz. 5017 KSBIL, Stand
1.
Januar 2019
).
5.
5.1
5.1.1
Es stellt sich
vorab
die Frage,
inwiefern
bisher
über den Anspruch auf eine
ausserordentliche Rente
verfügt wurde
, zumal die beiden Rentenarten eigenstän
dige Rechtsverhältnisse betreffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_682/2013 vom 2
5.
Februar 2014 E. 2.3 mit Hinweis).
Ist das Verfügungsdispositiv unklar, so muss die Unsicherheit durch Auslegung behoben werden. Zu diesem Zweck kann auf die Begründung der Verfügung
zurückgegriffen werden. Da die Verfügung mit dem Gesetz und dem Rechts
gleichheitsprinzip in Einklang stehen soll, muss bei der Auslegung mitbeachtet werden, welche Lösung mit dem Gesetz übereinstimmt und den von der Behörde üblicherweise zugrunde gelegten Kriterien entspricht. Eine Verfügung darf
aber
nur so ausgelegt werden, wie sie der Empfänger aufgrund aller Umstände, die ihm im Zeitpunkt der Eröffnung bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen, in guten Treuen verstehen durfte und musste (Urteil des Bundesgerichts 1A.42/2006 vom
6.
Juni 2006 E. 2.3 mit Verweis auf BGE 120 V 496 E. 1a und BGE 115 II 415 E. 3a).
5.1.2
Von den Begründungselementen
der
Rentenverfügung
vom
7.
März 2016
(vgl. E.
3
.1)
könnte
– bei unklarem Dispositiv, lautend auf Abweisung des Leistungs
begehrens –
einzig der fehlende Wohnsitz in der Schweiz auf die Prüfung des Anspruchs auf eine ausserordentliche Rente h
in
deuten
. Indessen durfte und musste die Beschwerdeführerin die Verfügung nach Treu und Glauben dahing
ehend verstehen, dass der Anspruch anhand der
in der Verfügung dargelegten «
gesetzlichen Grundlagen
»
geprüft wurde
, das heisst
allein
im Hinblick auf die Mindestbeitragsdauer
für ordentliche Renten
nach
Art.
36 IVG. Der Anspruch
auf eine ausserordentliche Rente
wurde demgegenüber nicht geprüft
.
5.1.3
Das Gleiche gilt
auch
für
die angefochtene Verfügung vom 1. März 2018 mangels eines eindeutigen Wortlauts un
d
mit Blick auf das
Beiblatt
«Re
levante gesetzliche Grundlagen»
.
Es
fragt
sich
allerdings
,
ob
de
r
Anfechtungsgegenstand
aus prozessökonomischen Gründen
auf das somit ausserhalb des durch die
angefoch
tene
Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses
(Anspruch auf eine ordentliche Rente)
auf die Frage des Anspruchs auf eine ausserordentliche Rente
auszudehnen
ist
, zumal im Zusammenhang mit unterschiedlichen Arten von Invalidenrente
n
für denselben Zeitraum wohl von einer Tatbestandsgesam
t
heit gesprochen werden kann und die Beschwerdegegnerin dazu in der Beschwer
deantwort von sich aus ausführlich Stellung nahm (vgl. E. 1.1), worauf der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör gewährt
wurde (vgl. Sachverhalt E. 2). Es ist daher zu prüfen,
o
b
die Frage spruchreif ist
(
vgl. zur
Ausdehnung des
Anfechtungs
gegenstandes:
Urteil des Bundesgerichts 9C_747/2018 vom 1
2.
März 2019 E. 3.5 mit Hinweis insbesondere auf
BGE 130 V 501 E. 1.2
)
.
5.2
5.2.1
Wie bereits in Erwägung
3
.2 erörtert, trat die Invalidität bei der geburts- oder zumindest frühinvaliden Beschwerdeführerin bereits im März 2009 nach ihrem
1
8.
Gebu
rtstag ein. Aufgrund der Akten ist es als überwiegend wahrscheinlich anzusehen, dass
sie
damals ihren Wohnsitz in Argentinien hatte. Sie selbst gab stets an, im Sommer 2012 aus Argentinien in die Schweiz eingereist zu sein (
Urk.
11/4/2 und 11/14/6).
Entgegen der Behauptung in der Beschwerde, viele Jahre in Spanien gelebt zu haben, gab die Beschwerdeführer
in
zudem g
egenüber
Dr.
A._
im Jahr 2017
einzig
an, nach dem Schulabschluss ca. sechs Monate bei ihrem Vater in Spanien gelebt zu hab
en
(
Urk.
11/66/2).
Es ist
naheliegend
, dass sie sich hierbei auf den aktenkundigen Aufenthalt
unklarer Dauer
in Spanien ab Herbst 2015 bezog.
So hatte sie sich
per 1
7.
Oktober 2015 bei der Einwohner
kontrolle
Y._
abgemeldet, um
nach Madr
id zu ziehen (
Urk.
11/46/4).
Seit März 2016 wurde sie von der Sozialhilfe
Z._
unterstützt (
Urk.
3/7).
Eine Adresse in Spanien gab sie
sodann
in der Korrespondenz vom Juli 2016 (
Urk.
11/51
)
an, bevor sie sich im Mai 2017 erneut zum Leistungsbezug
in der Schweiz
anmeldete (
Urk.
11/56/8).
5.
2.2
Es bleibt anzumerken, dass
in zeitlicher Hinsicht regelmässig diejenigen Rechts
sätze heranzuziehen sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 132 V 215 E.
3.1.1; Urteil des
Bundes
gerichts
8C_606/20
11 vom 1
3.
Januar 2012 E. 3.1). Aufgrund des für die Schweiz am
1.
Juni 2002 in Kraft getretenen Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit (FZA) war im März 2009 im Verhältnis zwischen Spanien und der Schweiz die Verordnung [EWG] Nr. 1408/71 des Rates vom 1
4.
Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die inner
halb der Gemeinschaft zu- und abwandern, anwendbar.
Das Bundesgericht kam
in BGE 130 V 145 zum Schluss, dass es aufgrund des in dieser Verordnung verankerten Leistungsexportprinzips unzulässig sei, eine ausserordentliche Rente an den schweizerischen Wohnsitz zu knüpfen (vgl.
auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2013
vom 2
1.
März 2014 E. 7.3.1-2
; zur abweichenden Rechtslage unter der aktuellen Verordnung [EG] Nr. 883/2004 vgl. BGE 141 V 530
in Pra 2016
Nr. 21
).
Daraus kann die Beschwerdeführerin allerdings trotz ihrer Spanischen Staatsan
gehörigkeit nichts zu ihren Gunsten ableiten, da sie
im fraglichen Zeitpunkt
ihren Wohnsitz bei Grossmutter, Tante und Onkel in Argentinien hatte
.
Damit war sie
nicht
als
Familienangehörige im Sinne von
Art.
1 lit.
f
der
soeben genannten
Verordnung
zu qualifizieren und fiel folglich nicht
in deren
Anwendungsbereich.
5.
3
5.3.1
Es ist unstrittig, dass die Beschwerdeführer
in
nach ihrem mehrjährigen Aufent
halt in Argentinien wieder
in d
er Schweiz Wohnsitz nahm
, was nach der in Erwägung 4.3 dargelegten Rechtsprechung eine er
neute Anspruchsprüfung erlaubt.
Mit Blick auf die geforderte gleiche Anzahl Versicherungsjahre wie der eigene Jahrgang ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2011 das 2
0.
Altersjahr vollendete. V
on den in Erwägung 4.2 aufgezählten Mög
lichkeiten, in der Schweiz versichert zu sein,
kommen
aufgrund der Akten
mangels einer ausgeübten Erwerbstätigkeit im relevanten Zeitraum
nur Wohnsitz in der Schweiz (
Art.
1a
lit. a
AHVG) oder freiwillige Versicherung (
Art.
2 AHVG) in Betracht.
Da die versicherungsmässigen Voraussetzungen im Zeitpunkt der Erfüllung des
Wohnsitzerfordernisses neu zu prüfen sind,
setzt
die Bejahung einer gleichen Anzahl von Versicherungsjahren wie ihr Jahrgang folglich
voraus, dass die Beschwerdeführerin entweder
spätestens am 3
1.
Dezember 2011
in die Schweiz einreiste o
der vom
1.
Januar 2012 bis zur Einreise
hier freiwillig
ver
sichert
war.
5.3.2
Hinsichtlich der Dauer der Beitragsleistung und der Höhe der Beiträge wird grundsätzlich auf die indivi
duellen Konten (IK) abgestellt.
Wird
von der ver
sicherten Person
kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt, oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (
Art.
141
Abs.
3 AHVV). Im Fall der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die daraus Rechte ableiten will (BGE 117 V 261
E. 3b-d).
Beim Auszug aus dem IK han
delt es sich
somit
um eine (öffentli
che) Urkunde. Daraus folgt, dass die unangefochten gebliebenen IK-Auszüge und d
ie darin ent
haltenen IK-Eintragungen für die durch sie bezeugten Tatsachen vollen Beweis erbringen, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhaltes nachgewiesen ist (vgl.
Art.
9
Abs.
1
des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs; ZGB
)
.
Die amtliche Berichtigung von Eintragungen im IK nach Eintritt des Versiche
rungsfalles ist im Gesetz nicht explizit geregelt. Allerdings ergibt sich aus der Wegleitung des BSV über Versicherungsausweis und individuelles Konto
(
WL VA/IK
)
, dass
eine
solche
möglich ist
(Rz. 2401 ff.
und
2409).
Deren Zulässigkeit ergibt sich zudem
aus dem im
S
ozialversicherungsrecht geltenden Unter
suchungsprinzip. Die im Zeitpunkt des Versicherungsfalles bestehenden IK-Eintragungen dürfen aber auch von Amtes wegen nur dann berichtigt werden, wenn deren Unrichtigkeit nachgewiesen
ist. Die Beweislast trägt diesfalls der
Ver
sicherungsträger (
vgl.
zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
C-2054/2012 vom
9.
Oktober 2014
E. 4.2.4-5 und
E. 4.3.4.4 mit Hinweisen).
5.3.3
Obschon vorliegend nicht die Beitragsdauer oder -höhe, sondern die Versicherteneigenschaft
festzustellen ist, darf der IK-Auszug
als öffentliche Urkunde
nicht völlig ausser Acht gelassen werden
. Zwar ist nicht jede versicherte Person beitragspflichtig, aber Beiträge implizieren in der Regel ein Versiche
rungsverhältnis.
Gemäss der aktenkundigen Beitragszeitmeldung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Schaffhausen vom 1
8.
November 2015, einschliesslich Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
9.
August 2015, weist die Beschwerdeführer
in
12 gültige Beitragsmonate für das Jahr 2012 und i
nsgesamt eine Betragsdauer von 3 Jahren und 11 Monaten von Januar 2012 bis November 2015 auf (
Urk.
11/44). Im
IK-
Auszug vom
9.
Juni 2017 sind für die Jahre 2012 bis 2014
und 2016
voll
ständige Beitragsjahre ausgewiesen, für das Jahr 2015
indessen
drei Monate (
Urk.
11/59). Gemäss Schreiben vom
5.
Januar 2018 forderte
n die sozialen Dienste der
Stadt
Z._
die Beschwerdeführer
in
auf, si
ch
als Nichterwerbs
tätige für eine rückwirkende Beitragszahlung anzumelden (
Urk.
3/1)
, was zu ent
sprechenden Einträgen im IK-Auszug führte (
Urk.
18)
.
Es ist nicht ersichtlich, wann und auf welcher Grundlage die einzelnen
Beiträge erhoben und die
Eintragungen vorgenommen wurden
. D
ie Beschwerdeführerin
selbst machte stets
nur geltend, die Beiträge
seien
bezahlt
worden
, legte
jedoch
erst im Verfahren
dar,
dass sie seit Januar 2012
versichert
gewesen wäre
(
Urk.
17-18)
.
Sie
behauptete nie, freiwillig versichert gewesen zu sein (vgl. auch
Urk.
11/77/2) und
gab
sogar a
n
, erst im Sommer 2012 in die Schweiz eingereist zu sein (vgl. E. 5.2.1)
.
Wie
präzis
ihre Angaben angesichts der neurologischen Einschränkungen sind, ist
allerdings
fraglich
. So steht etwa das Ausreisedatum vom 2
4.
März 2000 in der Anmeldung (
Urk.
11/2/4) im Widerspruch zum von der Schule bestätigen letzten Schultag am 1
2.
April 2001 (
Urk.
11/4/27). Gleiches gilt für die von ihr angegebene Einreise vor einem Jahr und zwei Monaten (
Urk.
11/14/6) in der am 2
9.
Oktober 2013 stattgefunden neuropsychologischen Abklärung (
Urk.
11/14/2) und dem IK-Eintrag betreffend die
Tätigkeit in der
Werkstätte
B._
im Juni 2012
(
Urk.
11/59)
beziehungsweise die verbuchte Nichterwerbstätigkeit ab Januar 2012 (
Urk.
18)
.
5.4
Es kommt hinzu, dass auch Unklarheiten im Zusammenhang mit der nachfolgen
den Abreise nach Spanien bestehen
.
So ist etwa
die Dauer der
L
and
esa
bwesenheit
fraglich
und ob damit auch der Wohnsitz
oder nur der Aufenthalt verlegt wurde.
Unter diesen Umständen kann auch nicht allein auf den nachgereichten IK-Auszug (
Urk.
18) abgestellt werden.
Zur Problematik
des Leistungsexport
s
sei auf Rz. 5014-5018 des KSBIL und Rz 7108-7117 der Wegleitung über die Renten (RWL) sowie das dort genannte Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2013 und 9C_469/2013 vo
m 21.
Mä
rz 2014 verwiesen.
Die Sache ist somit nicht spruchreif.
5.5
Der Vollständigkeit halber ist zur Argumentation der Beschwerdeführerin, sie und ihre Mutter seien mit der Interessenwahrung überfordert gewesen, anzufügen, dass die Mutter damals verpflichtet gewesen wäre, der Invalidenversicherung den Abbruch der von ihr finanzierten Sonderschule sowie den Wegzug ins Ausland mitzuteilen. Auch wäre es der Mutter freigestanden, sich bei der Invalidenver
sicherung über die Voraussetzungen eines späteren Leistungsbezugs zu erkundi
gen
zumal niemand Vorteile aus der eigenen Rechtsunkenntnis ableiten kann (BGE 124 V 220 E. 2b/aa)
. Ihr Verhalten verunmöglichte es der Invalidenver
sicherung
zudem
, ihre fortgesetzte Leistungspflicht zu prüfen bzw. sie über einen allfälligen Leistungsverlust näher zu informieren (vgl.
Urk.
11/4/4-14). Eine Verletzung der Informationspflicht der Beschwerdegegnerin nach
Art.
27 ATSG (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_557/2010 vom
7.
März 2011 E. 4) fällt somit ausser Betracht.
6.
Zusammenfassend ist
damit
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
1.
März 2018 einen Anspruch auf eine ordentliche Rente abermals vernein
te. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Der Anspruch auf eine ausserordentliche Rente bildet
im Rahmen der
Auslegung nach Treu und Glauben nicht Gegenstand der Verfügung vom
1.
März 201
8.
Eine Ausdehnung des Prozessgegenstandes auf diese Rentenart, wie von der Beschwer
degegnerin in der Beschwerdeantwort
angestrebt
, scheitert daran, dass
sich
die Sache
nicht
als
spruch
reif erweist.
Die IV-Stelle wird
bezüglich der versicherungs
mässigen Voraussetzungen für den Anspruch auf eine ausserordentliche Rente weitere Abklärungen vorzunehmen haben, insbesondere betreffend Wohnsitz und Beitragszeit, und wird anschliessend über einen entsprechenden Anspruch zu verfügen haben. Zu diesem Zweck wird ihr die Sache nach
Eintritt der Rechtskraft überwie
sen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind auf Fr. 500.-- festzusetzen und de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, unter Berücksichtigung der ih
r
gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.