# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 21e1c239-c47b-41b3-92f9-b1b105106f8a
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A, eine 1973 geborene Ausländerin, hält sich seit dem Jahr 1993 in der Schweiz auf. Am 3. November 2010 ersuchte sie um Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung. Nach Prüfung der bundes- und kantonalrechtlichen Mindestanforderungen überwies das Gemeindeamt des Kantons Zürich das Einbürgerungsgesuch am 16. Dezember 2010 an die Gemeinde X zum Entscheid über die Aufnahme ins Gemeindebürgerrecht. Die Bürgerrechtskommission der Gemeinde X lehnte das Einbürgerungsgesuch von A mit Beschluss vom 28. Mai 2013 ab.
II.
Mit Rekurs vom 18. Juni 2013 beantragte
A
dem Bezirksrat
W
sinn
gemäss
,
de
n
Beschluss der Bürgerrechtskommission
X
vom 28. Mai 2013
aufzuheben und sie ins Gemeindebürger
recht der
Gemeinde X
aufzunehmen. Der Bezirksrat hiess den Rekurs
mit Beschluss vom
30. Oktober 2013 gut, hob den
Beschluss vom 28. Mai 2013
auf und wies die Sache im Sinn
seiner
Erwägungen an
die Gemeinde X
zurück
. Zwar vermöge sich A zurzeit wirtschaftlich nicht selbst zu erhalten und erfülle damit die Voraussetzungen für eine Einbürgerung nicht, doch sei bei ihr ein Verfahren für den Bezug einer Invalidenrente pendent;
bis zum Vorliegen eines rechts
kräftigen Entscheids
der Sozialversicherung sei das Einbürgerungsverfahren zu sistieren
.
III.
A erhob
am
25./26. November 2013
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragt
e
sinngemäss, de
r
Beschluss
vom
30. Oktober 2013
sei
aufzuheben und sie ins Gemeind
e
bürgerrecht der
Gemeinde X
aufzunehmen.
D
er Bezirksrat W
liess sich am 1
5. Januar 2014
mit dem Schluss auf Abweisung der Beschwerde vernehmen.
Mit Beschwerdeantwort vom 3./7. Februar 2014 beantragte d
ie
Gemeinde X die
Abweisung des Rechtsmittels unter
"den üblichen Folgen"
. Am 1
7
.
Februar
201
4
nahm
A dazu
Stellung, worauf die
Gemeinde X
mit Vernehmlassung vom
27
.
/28. Februar
2014 reagierte
und für ihre Aufwendungen zusätzlich zu den Gebühren eine Entschädigung von Fr. 500.- verlangte
. Am 6.
März
2014 liess sich
A
ein letztes Mal vernehmen; die
Gemeinde X verzichtete am 14
.
März
2014
auf
eine
weitere
Vernehmlassung.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) von Amtes wegen. Gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 Satz 1, 19b Abs. 2 lit. c sowie §§ 42–44 e contrario VRG ist das Verwaltungsgericht
für
Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide des Bezirksrats −
etwa
betreffend die Ablehnung von Einbürgerungsgesuchen durch Gemeindeorgane − zuständig.
1.2
Angefochten ist ein Rückweisungsentscheid, mit welchem die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin anwies, das Einbürgerungsverfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids über eine von der Beschwerdeführerin beantragte Invalidenrente zu sistieren, weil mit Auszahlung einer IV-Rente allenfalls deren wirtschaftliche Selbsterhaltungsfähigkeit bejaht werden könnte.
Der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid stellt einen Zwischenentscheid im Sinn von § 19a Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) dar (BGE 138 I 143 E. 1.2, 137 V 314 E. 1; Felix Uhlmann, Basler Kommentar, 2011, Art. 90 BGG N. 9 Abs. 2). Er ist deshalb nach § 19a Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 1 BGG nur anfechtbar, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken könnte (lit. a) oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b).
Beim nicht wiedergutzumachenden Nachteil muss es sich grundsätzlich um einen Nachteil rechtlicher Natur handeln, welcher auch durch einen für die Beschwerdeführenden günstigen Endentscheid nicht mehr behoben werden kann (BGE 137 III 380 E. 1.2, 134 I 83 E. 3.1 auch zum Folgenden). Soweit es das materielle Verwaltungsrecht gebietet, können jedoch auch rein tatsächliche Nachteile nicht wiedergutzumachende Nachteile im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG darstellen (BGE 135 II 30 E. 1.3.4 mit Hinweisen).
Vorliegend ist ein solcher nicht wiedergutzumachender Nachteil nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Ferner würde mit der Gutheissung der Beschwerde kein im Sinn der Rechtsprechung bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren im Sinn der genannten Bestimmung erspart (vgl. hierzu statt vieler BGr, 20. April 2009, 8C_1038/2008, E. 2.2 mit Hinweisen). Allerdings kann gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei einer Beschwerde, welche sich − wie hier − gegen die Sistierung eines Verfahrens richtet, vom Erfordernis eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils abgesehen werden, wenn eine ungerechtfertigte Verfahrensverzögerung bzw. Rechtsverweigerung geltend gemacht wird (BGE 137 III 261 E. 1.2.2 mit weiteren Hinweisen). Ob dies auch vorliegend der Fall ist, muss indessen nicht abschliessend beantwortet werden. S
oweit
auf die Beschwerde
einzutreten ist
, ist sie nämlich abzuweisen, wie im Folgenden gezeigt wird.
2.
2.1
Erwerb und Verlust des Kantons- und Gemeindebürgerrechts sind in Art. 20 f. der Verfassung des Kantons Zürich vom 27. Februar 2005 (KV, LS 101), §§ 20–31 des Gemeinde
gesetzes vom 6. Juni 1926 (GG, LS 131.1) sowie in der (kantonalen) Bürger
rechtsverordnung vom 25. Oktober 1978 (BüV, LS
141.11) geregelt. Darüber hinaus sind die Bestimmungen des
Bundes
zu beachten.
2.2
Das eidgenössische Bürgerrechtsgesetz
vom 29.
September 1952 (
BüG,
SR
141.0)
statuiert Mindestanforderungen für den Erwerb des Bürgerrechts. Vor Erteilung einer Bewilligung ist gemäss Art. 14 BüG zu prüfen, ob der Bewerber oder die Bewerberin für die Einbürgerung geeignet, insbesondere in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert (lit. a) und mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen vertraut ist (lit. b), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (lit. c) und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (lit. d). Als weitere Voraussetzung gelten gemäss Art. 15 BüG Wohnsitzerfordernisse. Bei diesen Vorgaben handelt es sich um Mindestvorschriften des Bundes gemäss Art. 38 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101; vgl. Niccolò Raselli, Die Einbürgerung zwischen Politik und Justiz − unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts, ZBl 112/2011, S. 577 ff., 585 f. mit weiteren Hinweisen).
2.3
D
as Kantonsbürgerrecht
beruht
auf dem Gemeindebürgerrecht (Art.
20 Abs.
1 KV
;
vgl.
auch § 20 Abs. 1 GG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 KV sind die Voraussetzungen für den Erwerb und Verlust des Kantons- und des Gemeindebürgerrechts durch Gesetz zu bestimmen.
In Art. 20 Abs. 3 KV sind sodann di
e
kantonalrechtlichen
Mindestanforderun
gen fest
gelegt
. Demnach müssen
Bewerber und Bewerberinnen
für das Bürgerrecht über angemessene Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen (lit. a), in der Lage sein, für sich und ihre Familien zu sorgen (lit. b), mit den hiesigen Verhältnissen vertraut sein (lit. c) sowie die schweizerische Rechtsordnung beachten (lit. d). Auf Gesetzesstufe können weitergehende Voraussetzungen statuiert werden (Peter Kottusch in: Isabelle Häner/Mar
kus Rüssli/Evi Schwarzenbach [Hrsg.], Kommentar zur Zürcher Kantons
verfassung, Zürich etc. 2007, Art.
20 N. 6).
So sieht
§ 21 Abs.
1 in Verbindung mit §
22 Abs.
1 GG
vor, dass
genügende Ausweise über bisherige Heimat- und Familienverhältnisse
beigebracht werden müssen,
und
§
21 Abs. 1 GG und §
3 Abs.
1 in Verbindung mit §
6 BüV
verlangen
einen unbescholtenen Ruf
.
2.4
Zusammenfassend gelten für den Erwerb des Bürgerrechts im Kanton Zürich folgende
Anforderungen:
Ausländische Personen
müssen nebst der Erfüllung der Wohnsitzerforder
nisse
genügende Ausweise über ihre bisherigen Heimat- und Familienverhältnisse beibringen (§ 21 Abs.
1 in Verbindung mit §
22 Abs.
1 GG), über angemessene Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen (Art. 20 Abs.
3 lit. a KV), in der Lage sein, für sich und ihre Familien aufzukommen (Art.
20 Abs.
3 lit.
b KV
und
§
3 Abs. 1 in Verbindung mit §
5 BüV), mit den hiesigen Verhältnissen vertraut sein (
Art. 14 lit. b BüG,
Art.
20 Abs. 3 lit. c K
V;
vgl. auch § 21 Abs.
2 lit. b BüV), die schweizerische Rechtsordnung beachten (
Art. 14 lit. c BüG,
Art.
20 Abs. 3 lit. d KV
;
vgl. auch § 21 Abs. 2 lit. c BüV) und gemäss §
21 Abs. 1 GG und §
3 Abs.
1 in Verbindung mit §
6 BüV über einen unbescholtenen Ruf verfügen.
2.5
Im Kanton Zürich müssen die Gemeinden ausländische Personen, die in
der Schweiz geborene
n sind, in das Bürgerrecht aufnehmen, falls die angeführten Voraussetzungen erfüllt sind
. Nicht in der Schweiz geborene
ausländische Personen
zwischen 16 und 25
Jahren werden den in der Schweiz geborenen in diesem Alter gleichgestellt, sofern sie nachweisen können, dass sie in der Schweiz während mindestens fünf Jahren den Unter
richt auf Volks- oder Mittelschulstufe in einer der Landessprachen besucht haben
(§ 21 Abs. 2 und 3 in Verbindung mit Abs. 1 GG; § 22 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 1 ff. BüV).
Es besteht mit anderen Worten unter den entsprechenden Voraussetzungen eine Verpflichtung der Gemeinden, das Gemeindebürgerrecht zu erteilen oder zuzusichern (vgl. auch Raselli, ZBl 112/2011, S. 587 f.).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin
die
eben erwähnten
Voraussetzungen nicht
erfüllt: Sie wurde 1973 im Ausland geboren und hat dort auch die Schulen besucht, bevor sie 1993 in die Schweiz kam. Damit kommt ihr in den Gemeinden des Kantons Zürich
kein
Anspruch auf Einbürgerung
zu.
3.
Besteht −
wie vorliegend −
kein Anspruch auf Einbürgerung, sind
die
Gemeinden nicht verpflichtet
− hingegen
unter Berücksichtigung der in der
Bundesgesetzgebung, der
Kantonsverfassung und dem Gemeindegesetz beziehungsweise der Bürgerrechtsverord
nung statuierten Mindestanforderungen berechtigt
−,
Personen in ihr Bürgerrecht aufz
u
nehmen (§ 22 Abs. 1 GG). Demgemäss liegt es im Ermessen der Gemeinde, ob sie eine Person in ihr Bürgerrecht aufnehmen will. Daraus folgt, dass die Gemeinde ein Einbürge
rungsgesuch auch dann ablehnen darf, wenn die einbürgerungswillige Person die Mindest
anforderungen des kantonalen Rechts erfüllt.
Zum einen ist es ihr im
Ermessensbereich
überlassen, ob sie in
einem generell-abstrakten Erlass an die Erteilung einer Einbürg
e
rungsbewilligung strengere, über die vom kantonalen Recht festgelegten Mindestvorschrif
ten hinausgehende Anforderungen
vorsehen oder
die Einbürgerung
von
weiteren
sachlichen
Kriterien abhängig machen
will
(vgl.
VGr, 26. Juni 2013, VB.2012.00673, E. 5.4; BGr,
14.
November 2
013
,
1D
_
2/2013
, E. 2.2 −
30. August 2010, 1D_5/2010, E. 3.2.3
−
12. Dezember 2003, 1P.214/2003, E. 3.5.2). Zum anderen kommt ih
r
gemäss bundesgerichtlicher Praxis
im Ermessensbereich
ein Beurteilungsspielraum zu
, welchen die
Rechtsmittelinstanzen zu wahren
haben
: Die kantonalen Behörden dürfen einzig eingreifen, wenn eine Gemeinde ihr Ermessen nicht pflichtgemäss ausübt, was namentlich der Fall ist, wenn das Einbürgerungsorgan sein Ermessen in Widerspruch zum Sinn und Zweck der Bürgerrechtsgesetzgebung ausübt (vgl. BGr, 30. August 2010, 1D_5/2010 E. 3. 2 mit Hinweisen; ferner BGr, 14. November 2013, 1D_2/2013, E. 2.5; BGE 138 I 305 E. 1.4.5, 137 I 235 E. 2.4).
4.
R
atio
l
egis von Art. 20 Abs. 3 lit. b KV ist es zu verhindern, dass Fürsorgefälle und Personen, die ein erhebliches Fürsorgerisiko darstellen, eingebürgert werden
. In diesem Zusammenhang müssen d
ie finanziellen Verhältnisse de
s Bewerbers
geordnet
erscheinen
, was anhand der Betreibungs- und Steuerregister zu überprüfen ist (
vgl.
Kottusch, Art.
20
KV N.
8
; VGr, 21. Oktober 2009, VB.2009.00411, E. 6.1
). Nach § 5 BüV gilt
die
wirtschaftliche Erhaltungsfähigkeit als gegeben, wenn die Lebenskosten und Unterhalts
verpflichtungen der Bewerbenden voraussichtlich in angemessenem Umfang durch Ein
kommen, Vermögen und Rechtsansprüche gegen Dritte gedeckt sind. Zu den Ansprüchen gegenüber Dritten gehören insbesondere Forderungen gegenüber privaten und öffentlichen Versicherungs- und Vorsorgeeinrichtungen, also insbesondere Forderungen aus den Soz
i
alversicherungen wie  Kranken-, Alters- und Hinterbliebenen- sowie Invaliden- und Arbeitslosenversicherung (VGr, 11. Juli 2007, VB.2007.00113, E.
2.2).
Was die Kostendeckung in "angemessenen Umfang" anbelangt, sind die Gemeinden gehalten, auf allfällige Betreibungsverfahren und Steuerausstände abzustellen. Laufen gegen den Bewerber keine nennenswerten Betreibungen und sind die Steuern bezahlt oder Ratenzahlungen vereinbart und eingehalten, so ist die wirtschaftliche Erhaltungsfähigkeit grundsätzlich zu bejahen (vgl. Handbuch Einbürgerungen des Amts für Gemeinden und berufliche Vorsorge des Kantons Zürich [Hrsg.], Zürich 2002, Kap. 3 S. 9). Aus § 5 BüV und dem Erfordernis des § 6 Satz 2 BüV, wonach die einbürgerungswillige Person eines unbescholtenen Rufs bedarf, ergibt sich, dass die kantonalrechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf die Frage der wirtschaftlichen Erhaltungsfähigkeit eine Einschätzung aufgrund der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse sowie eine Prognose erfordern (vgl. VGr, 20. November 2013, VB.2013.00494 E. 4.4.2 Abs. 2 − 26. Juni 2013, VB.2012.00673, E. 5.4 −
21. Oktober 2009, VB.2009.00411, E. 6.1
am Ende mit Hinweis). Die im Rahmen einer Gesuchsprüfung durchzuführende Einschätzung betrifft die gegenwärtige, die Prognose demgegenüber die voraussichtliche wirtschaftliche Erhaltungsfähigkeit des Bewerbers bzw. der Bewerberin.
5.
Die Beschwerdegegnerin lehnte die
Einbürgerung
der Beschwerdeführerin aufgrund deren nicht gegebener wirtschaftliche
r
Erhaltungsfähigkeit ab. Dies bestätigte die Vorinstanz; so sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin sich zurzeit nicht selbst
zu
erhalten vermöge. Ob dies tatsächlich zutrifft, darf mit der Beschwerdeführerin indes bezweifelt werden,
ist
Letztere doch − wie sie auch stets betont hat − bisher weder auf Sozialhilfe angewiesen noch im Betreibungsregister verzeichnet
gewesen
. Zudem lebt sie über dem sozialhilfe
rechtlichen Existenzminimum, wie auch die Vorinstanz anerkennen muss.
Die im Sinn einer Prognose über die künftige Erhaltungsfähigkeit der Beschwerdeführerin angestellten Überlegungen der Vorinstanzen, welche darauf hinauslaufen, dass bei der Beschwerdeführerin ein immanentes Fürsorgerisiko besteht, sind indessen −
und im Hinblick auf die eingeschränkte Kognition der Rechtsmittelinstanzen (vorn 3) −
nicht zu bean
standen. So liegen die Einnahmen der Beschwerdeführerin, welche nach eigenen Angaben aus einer
ausländischen R
ente von durchschnittlich 686.20 Euro im Monat und einer
P
ension von durchschnittlich 961.70 Euro im Monat bestehen, nur knapp über dem sozialhilferechtlichen Existenzminimum.
Schon
geringfügige Änderungen in den finanziellen Verhältnissen könnten sich demnach dergestalt auswirken, dass Sinn und Zweck von Art. 20 Abs. 3 lit. b KV bereits mittelfristig nicht mehr erfüllt wäre, da die Beschwerdeführerin auch nicht über
ein
hinreichend
es
Vermögen verfügt. Da es sich bei den geltend gemachten Ansprüchen gegenüber Dritten um Forderungen in einer Fremdwährung (Euro) handelt, würde beispielsweise nur schon ein Erstarken des Schweizerfrankens um etwa 10−15 % gegenüber dem Euro die Beschwerdeführerin an das sozialhilferechtliche Existenzminimum heranführen. In diesem Zusammenhang ist aller
dings
zu bemerken
, dass die Beschwerdeführerin zurzeit von einer geldpolitischen Mass
nahme der Schweizerischen Nationalbank profitiert, da diese eine Kursuntergrenze im Euro-Franken-Kurs nahe de
m
derzeitigen Wechselkurs verteidigt. Unabhängig davon zeigt dieses Beispiel aber, dass die
negative Prognose der
Vorinstanzen hinsichtlich der künfti
gen Erhaltungsfähigkeit der Beschwerdeführerin durchaus nachvollziehbar erscheint. Da für die Beurteilung der ökonomischen Situation eine
r einbürgerungswilligen Person
sowohl die gegenwärtigen finanziellen Verhältnisse als auch die Aussichten für die Zukunft massgebend sind und vorliegend bereits geringfügige Änderungen in der Kostenstruktur dazu führen können, dass die Beschwerdeführerin von der Fürsorge abhängig wird,
haben
Beschwerdegegnerin und Vorinstanz ihr Ermessen pflichtgemäss und im Sinn und Zweck der Bürgerrechtsgesetzgebung, insbesondere im Sinn und Zweck von Art. 20 Abs. 3 lit. b KV, ausgeübt.
Aus gleichem Grund ist das Argument der Beschwerdeführerin, ihre Ansprüche gegenüber Dritten reichten aus, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, nicht zu hören, bezieht sich dieses doch nur auf ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation. Über ihre zukünftige Situation äussert sich die Beschwerdeführerin kaum. Sie weist einzig daraufhin, dass ihre Rente zuweilen erhöht werde. Dabei dürfte es sich aber um einen Teuerungsausgleich und nicht etwa um eine regelmässige Erhöhung des Rentenbetrags in Folge einer Neuberechnung der Rente handeln, weshalb dies nichts an der Ausgangslage ändert. Des Weiteren hält sie ihr Gesuch um Leistungen der Invalidenversicherung für "komplett unabhängig" von ihrem Einbürgerungsgesuch. Gerade die Zusprechung von Leistungen aus einer Sozialversicherung hätte aber Auswirkungen auf ihre wirtschaftliche Erhaltungsfähigkeit, was die Beschwerdeführerin offenbar verkennt. Es ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass die Anwendung von § 19 in Verbindung mit § 14 Abs. 2 BüV – danach wird das Verfahren einstweilen eingestellt, wenn einzelne Voraussetzungen für die Einbürgerung nicht oder nur unvollständig gegeben sind, sich aber die Erfüllung in nützlicher Frist erwarten lässt – in vorliegendem Fall angezeigt erscheint und das Einbürgerungsverfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid über die beantragte IV-Rente sistiert wird, zumal die Beschwerdeführerin dies auch bereits selbst beantragt hat. Der angefochtene Entscheid ist nach dem Gesagten grundsätzlich nicht zu beanstanden und auch eine Rechtsverzögerung liegt nicht vor.
Letztlich kann offen gelassen werden, ob die Aufnahme der Beschwerdeführerin ins Bürgerrecht der Beschwerdegegnerin auch deshalb abzulehnen gewesen wäre, weil Letztere der Gemeinde für die Jahre 2012, 2013 und 2014 noch Steuern schuldet, obschon die Beschwerdeführerin ihrem Einbürgerungsgesuch vom 3. November 2011 eine Bestätigung des Steueramts X vom 2. November 2010 beigelegt hat, wonach die Schlussrechnungen für die Staats- und Gemeindesteuern und die rechtskräftig veranlagten Bundessteuern ordnungsgemäss bezahlt wurden.
6.
Nach dem Gesagten
ist
die Beschwerde abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
7.
7.1
Als unterliegende Partei wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig
(§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).
7.2
Sodann hat die Beschwerdegegnerin
sinngemäss
die Zusprechung einer Partei
en
t
schädigung verlangt.
Nach § 17 Abs. 2 VRG kann die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer angemessenen Entschädigung für die Umtriebe ihres Gegners verpflichtet werden, namentlich wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte (lit. a) oder wenn ihre Rechtsbegehren oder die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegründet waren (lit. b).
Gemeinwesen besitzen in der Regel keinen Anspruch auf Parteientschädigung; vor allem grössere und leistungsfähigere haben sich so zu organisieren, dass sie Ver
waltungs
streitsachen selbst durchfechten können (
vgl. Plüss, § 17 N. 50 ff.)
. Denn die Erhebung und Beant
wortung von Rechtsmitteln gehört zu den angestammten amtlichen Aufgaben
bzw. zur üblichen Amtstätigkeit
.
Der
in einem Rechtsmittelverfahren gebotene Behörden
aufwand
übersteigt
vielfach jenen nicht wesent
lich, der im vorangehenden nichtstreitigen Verfahren ohnehin erbracht werden musste.
Der im vorliegenden Fall zu leistende Aufwand erscheint nicht als aussergewöhnlich
; er liegt vielmehr
im Rahmen der ordentlichen Verwaltungstätigkeit, weshalb de
r
Beschwe
r
de
gegner
in
keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.
8.