# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4aff6652-6f4c-4dbd-9892-eb0313c375da
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ C. N.-B. wohnt mit ihren beiden Kindern (geb. 1992 und 1997, in X. in einem
Einfamilienhaus. Seit September 2004 lebt sie getrennt von ihrem Ehemann. Das
Einfamilienhaus steht je zur Hälfte im Miteigentum der Eheleute. Im Jahr 2005 war C.
N.-B. in geringem Umfang als Coiffeuse selbständig erwerbstätig. Ihr getrennt lebender
Ehemann bezahlt ihr Unterhaltsbeiträge für sich und die Kinder. In der Steuererklärung
2005 deklarierte C. N.-B. steuerbare Einkünfte von Fr. 52'518.--, ohne steuerbares
Vermögen. Die Steuerbehörde nahm verschiedene Korrekturen an der
Selbstdeklaration vor. Unter anderem rechnete sie vom Eigenmietwert des Hauses die
Hälfte (Fr. 10'360.--) als Unterhaltszahlung des Ehemannes an. Ebenso rechnete sie die
Hälfte der vom Ehemann geleisteten Amortisationszahlung von Fr. 5'564.-- für das
Haus den Unterhaltszahlungen zu. Die abzugsfähigen Schuldzinsen reduzierte sie von
Fr. 18'926.-- um einen vom Ehemann bezahlten Anteil auf Fr. 16'663.--. Beim
Verkehrswert des Hauses und den darauf lastenden Hypothekarschulden brachte sie je
die Hälfte als steuerbares Vermögen bzw. als Schulden zur Anrechnung. Die Pflichtige
wurde für 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 67'800.--, ohne steuerbares
Vermögen, veranlagt. Ihre Einsprache wurde von der Veranlagungsbehörde mit
Entscheid vom 30. März 2007 teilweise gutgeheissen und das steuerbare Einkommen
auf Fr. 67'600.-- reduziert. Die dargelegten Korrekturen blieben indessen unverändert.
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B./ C. N.-B. erhob gegen den Einspracheentscheid mit Eingaben vom 26. April und
28. Mai 2007 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Diese hiess den Rekurs
mit Entscheid vom 9. Januar 2008 teilweise gut, hob den Einspracheentscheid vom
30. März 2007 auf und veranlagte die Pflichtige mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 59'000.--, ohne steuerbares Vermögen. Sie bestätigte den Eigenmietwert von
Fr. 24'320.-- für das Wohnhaus in X. (steuerlich anrechenbarer Betrag Fr. 20'720.--,
hälftiger Anteil der Eheleute je Fr. 10'360.--). Sie erwog, die Liegenschaft sei der
Pflichtigen im Rahmen der Eheschutzmassnahmen zur alleinigen Benützung mit den
Kindern zugeteilt und es sei vereinbart worden, dass sie ab 1. Januar 2005 für den
Unterhalt der Liegenschaft inkl. Amortisation der Hypothekarschuld aufzukommen
habe. Da die Liegenschaft beiden Ehegatten je zur Hälfte gehöre, habe grundsätzlich
jeder Ehegatte den hälftigen Mietwert von Fr. 10'360.-- zu versteuern. Die Aufrechnung
des auf den Ehemann entfallenden Anteils als Unterhaltsleistung zugunsten der
Pflichtigen sei zutreffend. In jenem Umfang, in dem die Pflichtige zudem die auf den
Miteigentumsanteil des Ehemannes entfallenden Unterhaltskosten in der Höhe von
Fr. 2'471.-- sowie einen Anteil an den Schuldzinsen von Fr. 3'690.-- bezahlt habe, habe
sie eine Unterhaltsleistung an ihren Ehemann in Form von indirekten Zahlungen
erbracht. Diese Leistungen stellten beim Empfänger steuerbare Einkünfte und bei der
Pflichtigen abzugsfähige Aufwendungen dar, was die Veranlagungsbehörde zu Unrecht
nicht berücksichtigt habe. Zudem habe der Ehemann für die Liegenschaft im Jahr 2005
eine Hypothekaramortisation von Fr. 5'564.-- bezahlt. Beim hälftigen Anteil davon
handle es sich ebenfalls um eine steuerbare Unterhaltsleistung an die Pflichtige.
C./ Mit Eingabe vom 8. Februar 2008 erhob das kantonale Steueramt Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 9. Januar 2008 sei
aufzuheben und das steuerbare Einkommen der Beschwerdegegnerin sei auf
Fr. 65'341.-- festzusetzen, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Das
kantonale Steueramt bringt vor, der Rekursentscheid werde lediglich in einem Punkt
angefochten, nämlich in bezug auf die Berechnung der von der Pflichtigen zu
versteuernden Unterhaltsbeiträge bzw. der damit zusammenhängenden abzugsfähigen
Schuldzinsen und Liegenschaftsunterhaltskosten. Der Abzug der hälftigen
Schuldzinsen und Liegenschaftsunterhaltskosten als "entgegengesetzte"
Unterhaltsleistungen an den Ehemann sei für sich allein zwar nachvollziehbar, hätte
aber zwingend zur Konsequenz, dass bei der Veranlagung der Pflichtigen gleichzeitig
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nur die hälftigen Schuldzinsen und die hälftigen Liegenschaftskosten zum Abzug
zugelassen werden dürften. Dies habe die Vorinstanz unterlassen. Der von der Ehefrau
"zuviel" übernommene Anteil an den Schuldzinsen und den
Liegenschaftsunterhaltskosten werde nach dem Urteil der Vorinstanz fälschlicherweise
zweimal einkommensmindernd berücksichtigt.
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 29. Februar 2008 zur Beschwerde
vernehmen, ohne einen Antrag zu stellen. Sie hält fest, die Berücksichtigung von
Eigenmietwert, Unterhalts- und Verwaltungskosten sowie Schuldzinsen sei bei
getrennten Ehepaaren nicht ganz einfach. Es liesse sich die Ansicht vertreten,
Eigenmietwert sowie Unterhalts- und Verwaltungskosten seien ausschliesslich dem
Nutzer zuzurechnen. Werde der Eigenmietwert aber dem Eigentümer zugerechnet, so
liege eine Naturalleistung nur dann vor, wenn die Wohnnutzung dem getrennt lebenden
Ehepartner unentgeltlich überlassen werde. Fraglich sei dann, ob noch
Unentgeltlichkeit vorliege, wenn gewisse Gegenleistungen vereinbart würden
(Uebernahme von Unterhalts- und Verwaltungskosten, Schuldzinsen und
Amortisationszahlungen). Im Streitfall sei die Hälfte des Eigenmietwertes dem getrennt
lebenden Ehemann als Miteigentümer zuzurechnen und dieser Hälfteanteil als
Unterhaltszahlung in Form einer Naturalleistung des Ehemannes an die Ehefrau zu
betrachten. Daher seien auch Unterhalts- und Verwaltungskosten sowie die
Hypothekarzinsen hälftig zuzuordnen. Da jedoch eine gefestigte Rechtsprechung zu
diesen Fragen fehle und verschiedene Betrachtungsweisen vertretbar seien, wären
grundsätzliche Ueberlegungen des Verwaltungsgerichts wegweisend. Dem
Beschwerdeführer sei beizupflichten, dass die Korrektur des Unterhaltsbeitrags
aufgrund der übernommenen Schuldzinsen und Liegenschaftsunterhaltskosten im
Gegenzug die Reduktion der entsprechenden Abzüge verlange. Das
Korrespondenzprinzip gebiete aber, dass die Korrekturen auch beim Erbringer der
Unterhaltsbeiträge vorgenommen würden, Ob dies geschehen sei oder noch
geschehen könne, sei nicht bekannt. Jedenfalls sollte nicht mehr Steuersubstrat
besteuert werden, als dies bei einer gemeinsamen Besteuerung der Fall wäre.
Die Steuerpflichtige liess sich zur Beschwerde nicht vernehmen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das Kantonale Steueramt ist zur
Beschwerdeführung legitimiert, und seine Eingabe entspricht zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 161
StG sowie Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Der Sachverhalt ist unbestritten. Im Jahr 2005 lebten die Eheleute N.-B. getrennt.
Der Ehemann leistete Unterhaltszahlungen von Fr. 39'000.-- an die Ehefrau und von
Fr. 21'600.-- für den Unterhalt der Kinder, insgesamt Fr. 60'600.--. Im weiteren
überliess er seinen hälftigen Miteigentumsanteil am Einfamilienhaus der Ehefrau und
den Kindern. Zudem bezahlte er für die Liegenschaft im Jahr 2005 Fr. 1'898.-- an den
Hypothekarzins und eine Hypothekaramortisation von Fr. 5'564.--. Fest steht weiter,
dass die Beschwerdegegnerin einen Grossteil der Hypothekarzinsen für das Jahr 2005
übernahm, nämlich einen Anteil von Fr. 9'279.-- von insgesamt Fr. 11'177.--, ebenso
die Unterhaltskosten der Liegenschaft von Fr. 5'192.-- (nicht Fr. 4'942.-- gemäss
Rekursentscheid). Die Steuerpflichtige deklarierte den gesamten Verkehrswert des
Hauses und die gesamte Hypothekarschuld sowie sämtliche Hypothekarzinsen und
Unterhaltskosten in ihrer Steuererklärung. Ein Wohnrecht oder eine Nutzniessung der
Ehefrau ist nicht im Grundbuch eingetragen.
2.1. Nach Art. 34 Abs. 1 lit. b StG ist der Mietwert von Grundstücken, die dem
Pflichtigen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den
Eigengebrauch zur Verfügung stehen, steuerbarer Vermögensertrag.
Nach Art. 36 lit. f StG sind die Unterhaltsbeiträge, die ein Steuerpflichtiger bei
Scheidung, gerichtlicher oder tatsächlicher Trennung für sich erhält, sowie
Unterhaltsbeiträge, die ein Elternteil für die unter seiner elterlichen Sorge stehenden
Kinder erhält, steuerbar.
Art. 44 Abs. 2 StG lässt den Abzug von Liegenschaftsunterhaltskosten von den
Einkünften zu, Art. 45 Abs. 1 lit. a StG den Abzug von Schuldzinsen und Art. 45 Abs. 1
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lit. c StG den Abzug von Unterhaltsleistungen an den getrennt lebenden oder
geschiedenen Ehegatten.
2.2. Wird in der Praxis ein Eigenheim im Falle der Trennung oder Scheidung dem
unterhaltsberechtigten Ehegatten überlassen, so ändert dies an der Eigennutzung des
Eigentümers grundsätzlich nichts. Unterhaltsbeiträge können nicht nur aus Geld-,
sondern auch aus Naturalleistungen bestehen. Für den Unterhaltsberechtigten ist aber
die Nutzung des Eigentumsanteils des getrennt lebenden Ehegatten nicht als
Eigenmietwert steuerbar, sondern als Unterhaltsbeitrag. Solange nicht eine
Nutzniessung oder ein Wohnrecht grundbuchlich statuiert wird, stellt die unentgeltliche
Ueberlassung eines Hauses oder einer Wohnung an Familienmitglieder, einschliesslich
der Zuweisung an den anderen Ehegatten im Rahmen eines Eheschutz- oder
Scheidungsverfahrens, Eigennutzung des Eigentümers dar. Dieser hat deshalb den
Eigenmietwert als Einkommen zu versteuern, kann ihn aber wiederum bei Trennung
oder Scheidung als Unterhaltsbeitrag zum Abzug bringen. Beim Unterhaltsberechtigten
entspricht die steuerbare Leistung dem Eigenmietwert (vgl. Zigerlig/Jud, in: Zweifel/
Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht I/2b, 2. Aufl., Basel
2008, Art. 23 DBG N 23b; P. Locher, Kommentar zum DBG, Therwil/Basel 2001, Art. 23
N 57 mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2003,
Art. 23 N 62; vgl. BGE 2A.508/2001 vom 26. Juni 2002, E. 2.2).
2.3. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin den hälftigen
Eigenmietwert für ihren Miteigentumsanteil als Naturaleinkommen nach Art. 34 Abs. 1
lit. b StG zu versteuern hat und die Nutzung des Eigentumsanteils des Ehemannes als
dessen Unterhaltszahlung in Form einer Naturalleistung gestützt auf Art. 36 lit. f StG zu
erfassen ist. Vorinstanz und Beschwerdeführer sind sich überdies einig, dass der
Abzug nach Art. 34 Abs. 3 StG bei beiden Ehegatten zu berücksichtigen ist (anders z.B.
die Praxis im Kanton Thurgau, vgl. StR 2004, S. 642 ff.). Einer der Ehegatten bewohnt
das Haus zwar nicht selbst, aber zum einen gilt dieser steuerlich auch als Selbstnutzer,
und das gesamte Haus wird von einem der Ehegatten bewohnt, weshalb es sich
rechtfertigt, auch auf dem als Naturalleistung entrichteten Unterhaltsbeitrag den Abzug
für selbstbewohntes Wohneigentum zu gewähren und die beiden Mietwertanteile nicht
unterschiedlich zu bewerten.
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2.4. Hinsichtlich der Hypothekarzinsen steht fest, dass die Beschwerdegegnerin
Fr. 9'279.-- übernahm, während der Ehemann Fr. 1'898.-- bezahlte. Die
Unterhaltskosten von Fr. 5'192.-- bezahlte ebenfalls die Beschwerdegegnerin. Sie
deklarierte diese Abzüge vollumfänglich in ihrer Steuererklärung. Ebenso deklarierte sie
die gesamten Hypothekarschulden und beim Vermögen den gesamten Verkehrswert
des Hauses.
2.4.1. Die Veranlagungsbehörde liess die von der Ehefrau bezahlten Schuldzinsen im
Betrag von Fr. 9'279.-- zum Abzug zu. Auch beim Liegenschaftsunterhalt anerkannte
sie die faktisch übernommenen Aufwendungen der Beschwerdegegnerin von
Fr. 5'192.-- (Gesamtbetrag Fr. 9'090.--, bestehend aus Fr. 5'192.-- für das Haus und
Fr. 3'898.-- für die Wohnung, die vorliegend nicht zur Diskussion steht). Sie korrigierte
aber die Deklaration beim Vermögen und den Schulden und rechnete Verkehrswert des
Hauses und Hypothekarschuld lediglich zur Hälfte an. Dies ist zutreffend, da das Haus
je zu hälftigem Miteigentum den beiden Ehegatten gehört und jeder seinen Anteil als
Vermögen zu versteuern hat. Aufgrund der Bestätigung der Bank ist weiter davon
auszugehen, dass beide Eheleute Hypothekarschuldner sind.
Es fragt sich indessen, ob bei der Zahlung der Hypothekarzinsen ebenfalls eine hälftige
Aufteilung zu machen ist und die auf den Schuldanteil des Ehemannes entfallende
Zinszahlung der Ehefrau im Betrag von Fr. 3'690.-- als Unterhaltsleistung der Ehefrau
zugunsten des Ehemannes zu erfassen ist, wie dies die Vorinstanz gemacht hat (vgl.
auch StR 2004, S. 643), oder ob der effektiv bezahlte Betrag von Fr. 9'279.-- zum
Abzug zuzulassen ist, wie dies Veranlagungsbehörde und Beschwerdeführer als
zutreffend erachten.
2.4.2. Die Vorinstanz teilte die Hypothekarzinszahlungen sowie die
Unterhaltsaufwendungen je hälftig auf. Derjenige Betrag, der von der
Beschwerdegegnerin zu mehr als der Hälfte übernommen wurde, nämlich Fr. 3'690.--
an Hypothekarzinsen und Fr. 2'596.-- an Unterhaltsaufwendungen, schied sie als
Unterhaltsleistung zugunsten des Ehemannes aus. Diese Unterhaltsbeiträge brachte
sie von den Einkünften in Abzug, was der Beschwerdeführer an sich als
nachvollziehbar erachtet. Allerdings unterliess es die Vorinstanz anerkanntermassen,
die entsprechenden Abzüge der Beschwerdegegnerin zu reduzieren.
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2.4.3. Im Eheschutzentscheid ist bezüglich der Hypothekarzinsen nichts vereinbart.
Hingegen ist festgehalten, dass die Ehefrau für die Liegenschaftsunterhaltskosten
sowie die Amortisation der Hypothekarschuld allein aufzukommen hat. Ueberdies
wurden ihr in der Bedarfsrechnung Mietkosten von Fr. 1'500.-- zugestanden, welche
u.a. Grundlage für die Unterhaltsverpflichtung des Ehemannes waren.
Grundsätzlich ist von der im Rahmen von Eheschutzmassnahmen oder einer
Scheidungskonvention festgelegten Aufteilung der Beiträge und Lasten auszugehen.
Aufgrund der Anrechnung von Mietkosten ist es sachgerecht, dass die Ehefrau die
Hypothekarzinsen für das Haus bezahlt. Da der Ehefrau das Haus zur alleinigen
Benützung überlassen wurde, wäre eine Anrechnung von Mietkosten bei der Regelung
des Unterhalts ungerechtfertigt. Dasselbe gilt für den Liegenschaftsunterhalt. Wie
erwähnt, erhält die Pflichtige von ihrem Ehemann Fr. 1'500.-- pro Monat für
Wohnkosten. Angesichts der jährlichen Zinsbelastung von Fr. 11'177.-- entspricht die
Uebernahme der Liegenschaftsunterhaltskosten durch die Ehefrau der im
Eheschutzentscheid genehmigten Vereinbarung. Werden die darin vereinbarten
Leistungen, vorliegend für Liegenschaftsunterhalt und Hypothekarzinsen, im Rahmen
der Steuerveranlagung aufgeteilt, wie dies die Vorinstanz getan hat, so werden die
Veranlagungen erheblich erschwert, ohne dass dabei ein nennenswerter Vorteil
entsteht. Das zeigt sich vorliegend gerade auch darin, dass nach der Umdeutung von
Zins- und Liegenschaftskosten in Unterhaltsleistungen an den Ehegatten die
entsprechende Reduktion der Abzüge bei der Pflichtigen versehentlich unterblieb. Es
besteht in der Regel kein Anlass, von der zivilrichterlich genehmigten oder von den
Ehegatten vereinbarten Aufteilung abzuweichen. Ob die Zahlungen für
Liegenschaftsunterhalt und Hypothekarzins von der Pflichtigen direkt unter dem
sachlich zutreffenden Titel abgezogen werden oder teilweise als Ehegattenunterhalt
zum Abzug zugelassen werden, wobei sie dem anderen Ehegatten als Einkommen
angerechnet und anschliessend wieder als Abzug gewährt werden, ist für beide
Steuerpflichtigen letztlich ein Nullsummenspiel. Solche fiktiven Aufteilungen führen
ausserdem dazu, dass getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten ihre
Steuererklärung praktisch gemeinsam ausfüllen müssen und die Veranlagungen
gemeinsam vorzunehmen sind, was nicht Sinn und Zweck der getrennten Besteuerung
entspricht. Was der eine Ehegatte anstelle eines Abzugs für Schuldzinsen oder
Liegenschaftsunterhalt geltend machen kann, nämlich einen Abzug für
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Ehegattenunterhalt, hat sich der andere Ehegatte zunächst als Einkommen anrechnen
zu lassen. Er kann dann seinerseits einen Abzug für Schuldzinsen oder
Liegenschaftsunterhalt geltend machen, weiss aber bei letzterem unter Umständen gar
nicht, wofür der Aufwand getätigt wurde.
2.4.4. In der Praxis wurde entschieden, dass die Abzüge für Schuldzinsen und
Liegenschaftsunterhalt grundsätzlich von jener steuerpflichtigen Person abgezogen
werden können, die die entsprechenden Aufwendungen gehabt und getragen hat.
Vorausgesetzt wurde darüber hinaus noch, dass die geltend gemachten Abzüge aus
der Sicht derjenigen Person, die die Aufwendungen getragen hat, den gesetzlich
geforderten Charakter aufweisen; die Voraussetzungen des betreffenden Abzugs
müssten sich in derjenigen Person verwirklichen, die den Abzug geltend mache. Dies
bedeute, dass nicht einfach derjenige, der z.B. Schuldzinsen bzw. Aufwendungen für
Liegenschaftsunterhalt für einen Dritten bezahle, diese auch abziehen könne. Vielmehr
müsse es sich aus Sicht des Zahlenden um eigene Schuldzinsen bzw. eigene
Liegenschaftsunterhaltskosten handeln. Wer für einen Dritten die Zahlung für
Schuldzinsen übernehme, werde nicht zum Schuldner und könne die Zahlungen
dementsprechend nicht als Schuldzinsen (möglicherweise aber als Unterhaltsbeiträge)
abziehen (vgl. Entscheid des Steuergerichts Basel-Landschaft 148/2004 vom 10.
Dezember 2004 mit Hinweis auf Richner/Frei/Kaufmann, a.a.O., Art. 25 N 22 f.; vgl.
auch StE 2003 B 26.22 Nr. 3). Soweit Schuldzinsen von einem Ehegatten übernommen
werden, der nicht Schuldner ist, wird auch in der Veranlagungspraxis mitunter eine
Unterhaltsleistung zugunsten des Schuldners angenommen (vgl. StR 2004, S. 644)
Da vorliegend der Ehefrau in der Trennungskonvention "Mietkosten" angerechnet
wurden, obwohl ihr der Ehemann auch seinen Anteil am Einfamilienhaus überliess, ist
es folgerichtig, dass die Ehefrau den Hypothekarzins zahlt. Der Ehemann kann die
Leistungen an die Ehefrau abziehen, diese hat sie als Einkommen zu versteuern und
kann sie als Schuldzinsen wiederum abziehen. Bei dieser Sachlage noch zusätzliche
Geldflüsse zu fingieren und die hälftige Zahlung der Zinsen als Unterhaltsleistung der
Ehefrau an den Ehemann zu betrachten, ihn beim Einkommen der Ehefrau abzuziehen,
dem Ehemann anzurechnen und diesem wiederum als Zinszahlung zum Abzug
zuzulassen, erscheint praxisfremd und erschwert die Transparenz der Veranlagung in
hohem Mass.
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2.4.5. Im Grundsatz ist es irrelevant, ob die Beschwerdegegnerin die gesamte
Hypothekarzinszahlung als Zinszahlung vom steuerbaren Einkommen abzieht oder ob
sie einen Teil davon als Unterhaltsleistung an den getrennt lebenden Ehemann zum
Abzug bringen kann. Wenn dagegen die von jedem Ehegatten bezahlten abzugsfähigen
Aufwendungen ohne fingierte Aufteilung zum Abzug gebracht werden, vereinfacht dies
die Veranlagung und insbesondere auch das Ausfüllen der Steuerdeklaration durch die
Pflichtigen. Diese pragmatischen Ueberlegungen stehen zwar mit der strengen
Unterscheidung der Zahlungen in steuerrechtlicher Hinsicht im Widerspruch.
Vorliegend kommt aber noch hinzu, dass die Ehefrau (auch) Schuldnerin der Hypothek
ist, was für einen Abzug der Zinszahlungen spricht. Da ihr die Nutzung des Hauses als
Einkommen angerechnet wird, erscheint auch der Abzug für Unterhaltskosten nicht
systemfremd, da der Abzug als Gewinnungskosten des Naturaleinkommens
Wohnnutzung erscheint.
2.4.6. Aufgrund der vorstehenden Ueberlegungen kommt das Verwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Einkünfte und Abzüge gemäss der Berechnung des kantonalen
Steueramts in der Beschwerde zu ermitteln sind. Es sind die effektiven Zins- und
Liegenschaftsunterhaltskosten abzurechnen. Inwiefern dies eine Korrektur der
Veranlagung des Ehemannes gebietet, ist nicht ersichtlich. Die Vorinstanz hat im
Rahmen der Korrektur der Veranlagung der Beschwerdegegnerin die Akten des
Ehemannes nicht beigezogen, und dessen Veranlagung wurde nicht geändert. Mit dem
Antrag des Beschwerdeführers wird die Veranlagung der Beschwerdegegnerin gemäss
dem Grundsatz vorgenommen, dass bei getrennt veranlagten Ehegatten jeder die von
ihm bezahlten abzugsfähigen Aufwendungen abrechnen kann. Inwiefern mehr
Steuersubstrat erfasst wird wie bei einer gemeinsamen Besteuerung, ist nicht
ersichtlich. Dass die Vorinstanz versehentlich die Umdeutung von Abzügen nicht
anpasste, begründet nach dem Korrespondenzprinzip (vgl. Locher, a.a.O., Art. 23 N 58)
keine Notwendigkeit einer Aenderung der Veranlagung des Ehegatten.
2.5. Fest steht, dass die Ehefrau aufgrund der Trennungsvereinbarung zur Amortisation
der Hypothek verpflichtet ist, wobei aber der Ehemann im Jahr 2005 eine Amortisation
von Fr. 5'564.-- geleistet hat. Die Anrechnung der Hälfte dieses Betrags als
Unterhaltsleistung an die Beschwerdeführerin ist zutreffend. Abzugsfähig sind
Darlehensrückzahlungen allerdings nicht.
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2.6. Im vorliegenden Fall wirft die Vorinstanz die Frage auf, ob das Ueberlassen des
Miteigentumsanteils an die Beschwerdegegnerin unentgeltlich erfolge, wenn gewisse
Gegenleistungen vereinbart werden. Zutreffend ist, dass die Ehefrau Hypothekarzinsen
übernimmt und verpflichtet ist, Unterhalt und Amortisation zu zahlen. Dies ändert aber
an der Unentgeltlichkeit der Nutzung des Anteils des Ehemannes nichts. Eine
unmittelbare Gegenleistung muss die Beschwerdegegnerin für die Nutzung des Anteils
des Ehemannes nicht erbringen. Würde die Nutzung des Anteils des Ehemannes
steuerlich nicht bei der Ehefrau erfasst, so wäre der Anteil vom Ehemann als
Eigennutzung und damit als Naturaleinkommen zu versteuern (vgl. oben E. 2.2.), was
nicht sachgerecht wäre. Die Zahlung von Zins und Liegenschaftsunterhalt ist nicht als
direkte Gegenleistung für das Ueberlassen der Wohnung zu betrachten. Dafür wurden
der Ehefrau in der Trennungsvereinbarung Mietkosten zugesprochen. Dies
kennzeichnet die Nutzung als unentgeltlich.
2.7. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde gutzuheissen ist. Der Rekursentscheid vom 9. Januar 2008 ist in Ziff. 1
und 2 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist für 2005 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 65'300.--, ohne steuerbares Vermögen, zu veranlagen.
3. Der Verfahrensausgang entspricht einem Unterliegen der Beschwerdegegnerin.
Diese hat sich am Verfahren allerdings nicht beteiligt. Grund der Beschwerde war
zudem die versehentliche Ermittlung des steuerbaren Einkommens durch die
Vorinstanz. Dies rechtfertigt es, die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens dem
Staat aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdegegnerin ist
unterlegen, und der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Kostenersatz (R. Hirt,
Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht