# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b7b336e0-265e-57df-bcc9-5e2ddfe024e2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._ wurde 1975 geboren und ist (nord)mazedonischer Staatsangehöriger. Er hielt sich
bereits im Jahr 1994 zu Erwerbszwecken illegal in der Schweiz auf und wurde in der
Folge denn auch bereits ausgeschafft. Am 5. November 2013 heiratete X._ die
slowakische Staatsangehörige Y._, geboren 1987, in Mazedonien. Die Ehefrau reiste
am 1. Oktober 2014 in die Schweiz ein, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie
verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit Gültigkeit bis am 19. April 2020.
X._ reiste am 29. Juni 2015 als Tourist in die Schweiz ein und erhielt am 13. Juli 2015
im Rahmen des Familiennachzuges seiner Ehegattin eine bis am 12. Juli 2020 gültige
Aufenthaltsbewilligung. Aus einer früheren Beziehung hat X._ zwei Kinder, eine
Tochter namens B._ (geboren 2002) und einen Sohn C._ (geboren 2004). Die beiden
Kinder reisten am 25. Mai 2016 als Touristen zu ihrem Vater in die Schweiz ein und
erhielten am 22. Juli 2016 im Rahmen des Familiennachzuges zum Vater eine
Aufenthaltsbewilligung.
A.a.
Die Ehegatten X./Y._ wohnen in W._. X._ arbeitet seit dem 1. September 2015 bei
der K._ GmbH in Z._ als Plattenleger. Im Verlaufe der Abklärungen betreffend das
Familiennachzugsgesuch für die beiden Kinder wurde bekannt, dass die Ehefrau seit
dem 1. Mai 2016 einer Erwerbstätigkeit in einem 50% Pensum im Wallis nachging. Sie
arbeitete bei ihrer Schwester im Restaurant E._ in U._ und fuhr eigenen Angaben
zufolge wegen der grossen Entfernung und der unregelmässigen Arbeitstage in der
Freizeit nach W._ zurück. Aufgrund dieser Erkenntnisse bat das Migrationsamt die
örtlich zuständige Polizeistation um diskrete Umfeldabklärungen, da der Verdacht auf
eine Scheinehe bestehe. Im Bericht vom 2. März 2017 hielt die Polizei fest, dass der
A.b.
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B.
Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 23. Mai 2019 reichten X._ und
seine Kinder (Beschwerdeführer) Beschwerde beim Bundesgericht ein. Mit Urteil
2C_613/2019 vom 14. November 2019 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut,
hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid an das Verwaltungsgericht zurück. In
Erwägung 3.6.9 und 3.6.10 hielt es fest, dass der Beschwerdeführer
Zeugenbefragungen der Nachbarn, von Personen aus dem näheren Umfeld sowie eine
erneute Befragung der Ehefrau beantragt habe. Dem Beschwerdeführer obliege die
Substanziierungslast, ob trotz des unbestrittenen Aufenthalts der Ehegattin im Wallis
eine eheliche Gemeinschaft geführt worden sei bzw. ob trotz räumlicher Entfernung ein
Ehewille vorgelegen habe. Deshalb habe die Vorinstanz die von ihm zur Klärung dieser
Beweisfrage angebotenen sachdienlichen Beweismittel nicht im Rahmen einer
antizipierten Beweiswürdigung ablehnen dürfen. Die antizipierte Abweisung der
Beweisanträge des Beschwerdeführers durch die Vorinstanz stelle daher eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar.
Briefkasten und die Türglocke mit dem Namen der beiden Ehepartner angeschrieben
seien. Bei den Kontrollen seien jedoch keine Personen angetroffen worden. In der
Folge wurden die beiden Ehepartner am 25. Juli 2017 je voneinander getrennt
polizeilich befragt. Bei verschiedenen Fragen gaben die Ehepartner voneinander
abweichende Antworten (namentlich betreffend die Umstände des Kennenlernens, die
Trauung, die Beziehung zu den Kindern, Namen der Schwiegereltern, Konfession etc.).
Mit Verfügung vom 4. Januar 2018 widerrief das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligungen von X._ und den beiden Kindern und wies alle drei an, die
Schweiz innert 60 Tagen nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Zur
Begründung führte es im Wesentlichen an, es müsse davon ausgegangen werden,
dass X._ und Y._ eine Scheinehe eingegangen seien. Damit sei ein Widerrufsgrund
gegeben. Eine Rückkehr ins Heimatland sei X._ und seinen Kindern zumutbar, zumal
er sich erst seit Juni 2015 (bzw. die Kinder seit 25. Mai 2016) in der Schweiz aufhalten
würden. Gegen die abschlägige Verfügung rekurrierten X._ und die beiden Kinder. Das
Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 11. Februar
2019 ab. Das Verwaltungsgericht wies die gegen den Rekursentscheid erhobene
Beschwerde am 23. Mai 2019 ebenfalls ab.
A.c.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Praxisgemäss weist das Verwaltungsgericht die Angelegenheit in Fällen wie dem
vorliegenden an das Migrationsamt zurück, wenn nach einem bundesgerichtlichen
Rückweisungsentscheid umfangreiche zusätzliche Sachverhaltsabklärungen zu treffen
sind (vgl. VerwGE B 2018/79 vom 18. Mai 2018, B 2013/115 vom 12. Juni 2013 je E. 1
mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2.
Aufl. 2003, Rz. 1029 mit Hinweisen, siehe auch VerwGE B 2015/17 vom 28. April 2015
E. 2.1 und VerwGE B 2014/32 vom 11. März 2014 E. 1). Dies ist vorliegend bspw.
bereits aufgrund der vom Bundesgericht als geboten erachteten diversen
Zeugenbefragungen wie auch der weiteren von den Beschwerdeführern gestellten
Beweisanträge der Fall, weshalb es sich rechtfertigt, die Angelegenheit gestützt auf Art.
64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1, VRP) analog (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1034) direkt an das
Migrationsamt des Kantons St. Gallen zurückzuweisen. Dieses wird den Sachverhalt im
Sinn der bundesgerichtlichen Erwägungen im 2C_613/2019 vom 14. November 2019
(dort Erw. 3.6.9 und 3.6.10) weiter zu ermitteln und anschliessend über die
Angelegenheit neu zu befinden haben.
2.
Bei dieser Sachlage sind die Kosten der Verfahren vor den kantonalen Instanzen neu zu
verlegen.
Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Aufgrund dieser
Bestimmung sind die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'000),
dem Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz, CHF 1'000) und dem
Migrationsamt (CHF 460) dem Staat aufzuerlegen. Auf die Erhebung der Kosten ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Den Beschwerdeführern sind die im Beschwerde- und
Rekursverfahren geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 2'000 und CHF 1'000
zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführer haben sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren
Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung zulasten des Staates (Vorinstanz, vgl.
Art. 98 Abs. 1 und 2 VRP sowie Art. 98 VRP). Ihre Rechtsvertreterin hat in beiden
Verfahren keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen
festzusetzen ist (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19 der Honorarordnung, sGS 963.75, HonO). Eine
bis
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Entschädigung von CHF 1'500 für das Rekursverfahren und CHF 2'500 für das
Beschwerdeverfahren zuzüglich CHF 160 Barauslagen (4% von CHF 4‘000, Art. 28
Abs. 1 HonO), insgesamt also CHF 4'160, und 7,7% für das Beschwerdeverfahren
(Art. 29 HonO) erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO).