# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d7f0545a-7448-4f83-9f8f-b242a5a350ad
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, durchlief eine Lehre als Schreiner und arbeitete anschliessend im Angestelltenverhältnis in verschiedenen Schreinerbetrieben (vgl. den Lebenslauf in
Urk.
11/11).
Am
7.
September 1997 stürzte
X._
mit dem Motorrad und erlitt eine Mehrfachfraktur des rechten Unterschenkels (Unfallmeldungen UVG, Urk. 8/III/2; medizinische Berichte in Urk. 8/II
I
/1 S. 1-100).
Nach einer Osteosynthese-Opera
tion (Berichte des Kantonsspitals
Y._
von September 1997 bis Ja
nuar 1998,
Urk.
8/III/1 S. 94-96 und
Urk.
8/III/1 S. 80
-83) nahm
X._
die Arbeit in vorerst reduziertem Umfang wieder auf (Bericht der Suva über die Besprechung vom 1
3.
Februar 1998, Urk. 8/I
I
I/1 S. 78-79)
.
Die Suva, bei der
X._
im Rahmen seiner damaligen Anstellung als Schreiner versi
chert war, anerkannte ihre Leistungspflicht und
liess im April 2000 eine abschliessende kreisärztliche Untersuchung durchführen (Bericht vom
6.
April 2000,
Urk.
8/III/18), anlässlich welcher
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt für Chirurgie, dem Versicherten ab dem
7.
April 2000 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Schreiner attestierte (
Urk.
8/III/18 S. 3).
Im Herbst 2003 begab sich
X._
wegen
residuelle
r
Beschwerden im rechten Unterschenkel erneut in ärztliche Behandlung (Bericht des Kantonsspitals
Y._
vom 1
3.
Oktober 2003,
Urk.
8/II
I
/22 S. 21-22). Dr.
Z._
führte wiederum eine kreisärztliche Untersuchung durch (Bericht vom 10. November 2003,
Urk.
8/I
I
I/24), bei der er dem Versicherten nach wie vor eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit attestierte und die zusätzlich geklagten Beschwerden im linken Hüftgelenk und im Lumbalbereich als unfall
fremd beurteilte (Urk. 8/II
I
/24 S. 2 f.). Gestützt auf die Ergebnisse der kreisärztli
chen Untersuchung erklärte die Suva den Fall noch vor Jahresende als abge
schlossen (Schreiben vom 1
1.
November 2003 und vom
6.
Januar 2004,
Urk.
8/II
I
/26 und
Urk.
8/
I
II/27).
1.2
1.2.1
Im Januar 2004 nahm
X._
eine selbständige Erwerbstätigkeit als Schreiner auf, mit der er seine Arbeitskraft
verschiedenen Unternehmungen für die Ausführung von Montagearbeiten im Innenausbau zur Verfügung stellte
(Angaben über eine Besprechung mit der Suva am Betriebsdomizil vom 2
8.
Januar 2009,
Urk.
8/I
I/15 S. 2). Er war wiederum bei der Suva unfallversi
chert, nunmehr im Rahmen einer freiwilligen Versicherung für
Selb
ständig
erwerbende
.
1.2.2
Am
3.
Juli 2008 zog sich
X._
bei der Arbeit eine Rissquetschwunde im
Endglied
des linken Zeigefingers mit Nagelläsion und Fraktur des
Processus
unguicularis
zu (Schadenmeldung UVG vom 1
4.
Juli 2008,
Urk.
8/II
/140; Bericht des Kantonsspitals
A._
vom
3.
Juli 2008,
Urk.
8/I
I/1).
Nach zweimaliger Nagelwurzelentfernung (Berichte des Ka
ntonsspitals
A._
vom 30.
Septem
ber und vom 1
6.
Oktober 2008,
Urk.
8/II/4 und
Urk.
8/II/6) persistierten Schmer
zen an der verletzten Stelle (Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 25. März 2009,
Urk.
8/II/18). Das Kantonsspital
A._
und der konsiliarisch konsultierte
Dr.
med. C._
, Spezial
arzt für Chirurgie, konnten jedoch vorerst keine weiteren medizinischen Vor
kehren empfehlen, sondern
Dr.
C._
wies darauf hin, dass mit einer bleibenden Einschränkung in der Funktion des linken Zeigefingers zu rechnen sei (Bericht des Kantonsspitals
A._
vom 3
0.
März
2009,
Urk.
8/II/20; Be
richt von
Dr.
C._
vom 1
5.
April
2009,
Urk.
8/II/21
)
.
Die Suva, die ihre Leistungspflicht wiederum anerkannte, liess im Dezember 2009 durch den Kreisarzt PD
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, die Abschlussuntersuchung durchführen; in deren Rahmen riet PD
Dr.
D._
zum Fallabschluss, erstellte ein Profil zumutbarer Tätigkeiten und nahm die Schätzung des Integritätsschadens vor (
Bericht vom 1
0.
Dezember 2009,
Urk.
8/II/55). Des Weiteren
fanden auf Veranlassung der Suva in der Rehaklinik
E._
Berufsbe
ratungsgespräche im Hinblick auf eine berufliche Neuorientierung statt (Berichte vom 2
7.
August und vom 2
2.
Dezember 2009,
Urk.
8/
II/44 und Urk.
8/II/57).
1.2.3
X._
hatte sich ausserdem im Juli 2009 bei der Invalidenversiche
rung angemeldet (
Urk.
11/5).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, veranlasste im Februar 2010 unter Mitwirkung der Berufsberaterin der Rehaklinik
E._
ein weiteres Berufsberatungsgespräch
(
Verlaufsproto
koll vom 1
8.
Februar 2010, Urk.
11/20); w
egen eines Auslandaufenthaltes des Versicherten wurde die Prüfung
beruflicher Massnahmen jedoch einstweilen nicht weiterverfolgt (Mitteil
ung vom 2
2.
Februar 2010, Urk. 11
/22).
1.2.4
Nach seiner Rückkehr aus dem Ausland meldete sich
X._
erneut bei der Suva und bei der IV-Stelle.
Die IV-Stelle liess am
1.
Dezember 2010 eine Abklärung im Betrieb des Versi
cherten vornehmen (Bericht vom
2
0.
Dezember 2010,
Urk.
11/35) und verneinte anschliessend
mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2011 den Anspruch des Versicher
ten auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 24 % (
Urk.
11
/40)
. Die Verfügung blieb unangefochten.
Im Juli 2011 unterzog sich der Versicherte nochmals einem
Eingriff am linken Zeigefinger
, der eine gewisse Verbesserung, jedoch keine Be
schwerdefreiheit bewirkte (Berichte
und Zeugnisse
der Klinik für Plastische Chirurgie und Hand
chirurgie
des Universitäts
spitals
F._
des Jahres 2011 in
Urk.
8/II/106-117).
Nach Abschluss dieser Behandlung führte PD
Dr.
D._
im Dezember 2011 eine ergänzende kreisärztliche Untersuchung durch (
Bericht vom 2
1.
Dezember 2011,
Urk.
8/II/123),
und im Januar 2012 fand auf Veranlassung der Suva eine Bespre
chung
am Wohn- und Betriebsort statt, anlässl
ich welcher der Versicherte unter anderem
mitteilte, dass er seinen Betrieb weiterzuführen gedenke und eine Umschulung für ihn nicht in Frage komme
(Bericht vom 3
0.
Januar 2012,
Urk.
8/II/126).
Mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2012 sprach die Suva dem Versicherten darauf
hin
ab
dem
1.
März 2012 eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 26
%
zu
und verneinte gleichzeitig den Anspruch auf eine Integritätsent
schädigung (
Urk.
8/II/128).
Auch diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
1.3.1
Am 2
0.
Juni 2014 erlitt
X._
bei einem Sturz mit dem Fahrrad einen pneumatischen Thorax und eine Rippenserienfraktur (Schadenmeldung UVG vom 1
5.
Juli 2014,
Urk.
8/I/2; Berichte des Kantonsspitals
A._
vom Juli 2014,
Urk.
8/I/7 und
Urk.
8/I/8).
Im weiteren Behandlungsverlauf wurden Beschwerden
an der linken Schulter manifest, und i
m November 2014 diagnostizierte das Kantonsspital
A._
eine symptomatische AC-Gelenksverletzung (Ber
icht vom
5.
November 2014, Urk.
8/I/23).
Nachdem die konservativen Therapien ausgeschöpft
worden
waren und eine Magnetresonanztomographie die Befunde einer Partialruptur des Liga
mentum
acromioclaviculare
und einer nicht dislozierten
Claviculafraktur
ergeben hatte (Berichte des Kantonsspitals
A._
vom 2
0.
Januar sowie vom 2
1.
und vom 2
7.
April 2015,
Urk.
8/I/38 S. 2-3,
Urk.
8/I/57 und
Urk.
8/I/54), wurde am
4.
Juni
2015
im Kantonsspital
A._
eine AC-Gelenksresektion
vorge
nommen (
Berichte vom
4.
und
5.
Juni und vom 2
4.
Juli 2015,
Urk.
8/I/62,
Urk.
8/I/63 und
Urk.
8/I/69 S. 2).
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht auch für die Schulterverletzung und liess im Herbst
2015 eine kreisärztliche Untersuchung durchführen (Bericht von
Dr.
med. G._
, Spezialarzt für Chirurgie, vom
1.
September 2015, Urk.
8/I/73
).
Auch n
achfolgend persistierten
jedoch
die Schmerzen im Bereich der linken Schulter (Berichte des Kantonsspitals
A._
vom
2.
September und vom
5.
November 2015 sowie vom 4., 1
9.
und 2
9.
Januar 2016,
Urk.
8/I/80 S. 2
3,
Urk.
8/I/91 S. 2-3,
Urk.
8/I/117,
Urk.
8/I/126 S. 2-3 und
Urk.
8/I/
132 S.
2
3).
Des Weiteren waren Kopf- und Nackenschmerzen Gegenstand einer Unter
suchung durch
Dr.
med. H._
, Spezialarzt für Rheumatologie (Bericht vom 1
7.
Janua
r 2016,
Urk.
8/I/116
), und es wurde eine Röntgenaufnahme des Beckens wegen geklagter Schmerzen im Bereich der Hüftgelenke erstellt (Bericht des Kantonsspitals
A._
vom 2
2.
Januar 2016,
Urk.
8/I/127 S. 2).
Ausserdem war zwischenzeitlich im Februar 2015 ein Herzleiden in Form eines leichten bis
mittelschweren
Aortenvitiums
festge
stellt worden (Berichte von Dr.
med.
I._
, Spezialarzt für Kardiologie und Innere Medizin, von Februar, September und Dezember 2015,
Urk.
8/I/93,
Urk.
8/I/101 und
Urk.
8/I/105 S. 3)
1.3.2
Von Ende Februar bis Ende März 2016 durchlief de
r Versicherte in der Klinik
J._
eine arbeitsspezifische Rehabilitatio
n
.
Die Suva unterbreitete den Bericht der Klinik vom 2
7.
März 2016 (
Urk.
8/I/143) ihrer Kreisärztin
Dr.
med. K._
, S
pezialärztin für Neurochirurgie; diese äusserte sich
am 2
6.
April 2016 namentlich zur Unfallkausalität der Beschwerden in der linken Hüfte und der Kopf- und Nackenbeschwerden, welche während des Rehabilitationsaufenthaltes wiederum
zur Sprache gekommen waren (
Urk.
8/I/144).
Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
K._
, wonach
die Beschwerden i
n der linken Hüfte (Urk. 8/I/143 S. 4
und S. 5) durch keinen der Unfälle der Jahre 1997, 2008 und 2014 bedingt seien (
Urk.
8/I/144 S.
2), teilte die Suva dem Versicherten, ver
treten durch Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
, mit Brief vom 2. Mai 2016 mit, dass sie für diese Beschwerden mangels Unfallkausalität keine Versicherungs
leistungen erbringen könne (Urk. 8/I/147)
, und kleidete diesen Bescheid anschlie
s
send in die
Verfügung vom 3
1.
Mai 2016 (Urk. 8/I/156
S. 1-2
). Der Ver
sicherte
liess mit Eingabe vom 1
0.
Juni 2016 Einsprache gegen diese Verfügun
g erheben (Urk. 8/I/163 S. 1-5), worauf
d
ie Suva durch
Dr.
K._
die zusätzliche Kausalitätsbeurteilung vom 2
0.
Juni 2016 anhand der Akten verfassen
liess
(
Urk.
8/I/167).
Hinsichtlich der
Kopf- und Nackenbeschwerden
hatte
die Kreisärztin
Dr.
K._
eine neurologische Abklärung
empfohlen (
Urk.
8/I/144 S.
2)
; d
iese wurde im August 2016 durch
Dr.
med. L._
, Spezialarzt für Neurologie,
vorge
nommen (Bericht
vom 30.
August 2016,
Urk. 8/I/179)
. Danach beurteilte
die Kreisärztin die Kopf- und Nackenschmerzen
am
5.
September 2016
ebenfalls als
nicht
unfallbedingt
(
Urk.
8/I/180).
Am 1
9.
September 2016 fand
eine kreisärztli
che Untersuchung durch
Dr.
K._
statt, anlässl
ich welcher die Kreisärztin sich neben den gena
nnten Kausalitätsfragen mit dem Fallabschluss
, de
m Zumutbarkeitsprofil
und der Integritätsentschädigung auseinandersetzte (
Urk.
8/I/191+192
).
Mit Verfügung vom 2
9.
September 2016 eröffnete die Suva dem Versicherten,
dass sie mangels Unfallkausalität für die
zervikospondylo
genen
Beschwerden und die Hinterkopf-/Spannungskopfschmerzen keine Ver
si
cherungsleistungen
in diesem Zusammenhang
erbringen könne (Urk. 8/I/196
S.
1-2
).
Zugleich
informierte
sie ihn m
it einem ebenfalls am 29. September 2016 verfassten Brief darüber, dass gemäss kreisärztlicher Beurteilung von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes mehr erwartet werden könne und daher über die Erhöhung der bis
he
rigen Rente - sie hatte diese zuletzt mit Schreiben vom 21. Juli 2015 im Revisions
verfahren bestätigt (Urk.
8/II
/155) - und den Anspruch auf eine Integritäts
entschädigung befunden werde (Urk. 8/I/197
S. 1-2
). Mit Eingabe vom 27. Okto
ber 2016 liess der Versicherte gegen die Verfügung vom 29. September 2016 betreffend die Leistungspflicht für die Kopf- und Nackenschmerzen ebenfalls Ein
sprache erheben (Urk. 8/I/203 S. 1
5).
1.3.3
Im Anschluss an den Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik
J._
hatte sich der Versicherte im Mai 2016 auch wieder bei der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
11/65). D
iese veranlasste nach
Beizug
der Akten der
Suva eine berufliche Abklärung in der Eingliederungsinst
it
ution
M._
, wo sich der Versicherte von Ende Februar bis Ende März 2017 aufhielt (Bericht vom
7.
April 2017,
Urk.
11
/122). Nach den anschliessenden Berufsberatungsgesprächen ent
schied sich der Versicherte jedoch erneut gegen eine berufliche Neuorientierung und für die Weiterführung seines Betriebs (Verlaufsprotokoll und Mitteilung je vom
5.
Mai 2017,
Urk.
11
/125
und
Urk.
11
/126).
1.4
Mit Entscheid vom 2
5.
April 2017 wies die Suva
die
Einsprachen gegen die Ver
fügung vom 3
1.
Mai 2016
betreffend Unfallkausalität der Hüftbeschwerden (Urk. 8/I/156
S. 1-2
) und gegen die Verfügung vom 2
9.
September 2016 betreffend Unfallkausalität der Kopf- und Nacke
nbeschwerden (
Urk.
8/I/196 S. 1
2) ab (
Urk.
8/I/256).
Des Weiteren sprach
die Suva
dem Versicherten mit Verfügung vom 16. Mai 2017 für die Zeit ab
dem
1.
April 2017 eine höhere, auf einem Invaliditätsgrad von 35 % basierende Rente sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer 5%igen Integritätseinbusse zu (
Urk.
8/I/
267), nachdem sie mit Schreiben
vom 12.
April 2017 die Einstellung der Heilkosten und der Taggelder per Ende März 2017 angekündigt hatte (
Urk.
8/I/254
S. 1-2
).
1.5
Mit Eingabe vom 2
6.
Mai 2017 liess der Versicherte gegen den
Einsprache
entscheid
der Suva vom 2
5.
April 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
18/1
=
Urk.
1 des Prozesses Nr. UV.2017.00131). Ausserdem
liess er die Verfügung der Suva vom 1
6.
Mai 2017 betreffend Rente und
Integritätsentschädigung am 13.
Juni 2017 mit Einsprache anfechten (
Urk.
8/I/278).
Sodann holte die IV-Stelle nach Kenntnisnahme der Rentenverfügung der Suva die regionalärztlich
e Stellungnahme von Dr. med. N._
, Spezialarzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
6.
Juni 2017 ein (Urk. 11/140/6-8) und verneinte daraufhin mit Verfügung vom
2.
November 2017
den Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung bei einem
Invaliditätsgrad von 28
%
(
Urk.
11/150).
Der Versicherte liess mit
Eingabe vom
6.
Dezember 2017
auch gegen diesen Rentenentscheid Beschwerde erheben (
Urk.
17/1 =
Urk.
1 des Prozesses Nr. IV.2017.01330).
Mit Urteil vom
7.
Juni 2019 hob das Sozialversicherungsgericht den
Einsprache
entscheid
der Suva vom 2
6.
Mai 2017 ersatzlos auf und erwog hierzu, dieser Ent
scheid und die ihm
zugrunde liegenden
Verfügungen vom 3
1.
Mai und vom 2
9.
September 2016 seien wegen ihres Feststellungscharakters unzulässig (Urk.
8/I/291). Ebenfalls mit Urteil vom
7.
Juni 2019 bestätigte das S
ozialver
sicherungsgericht
die Verfügung der IV-Stelle vom
2.
November 2017 und wies die Beschwerde
dagegen ab (
Urk.
8/I/296
). Während das Urteil betreffend den
Einspracheentscheid
der Suva unangefochten blieb, liess der Versicherte das Urteil betreffend die Rentenverfügung der IV-Stelle an das Bundesgericht weiter
ziehen; dieses
wies die Beschwerde mit Urteil vom 6
.
Dezember
2019 ab (
Urk.
8/I/300
).
1.6
In der Folge zog die Suva die Urteile zum Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung bei
und gab dem Versicherten
mit Schreiben vom 2
3.
März 2020
(
Urk.
8/I/301)
Gelegenheit zur Stellungnahme im Hinblick auf die hängige Einsprache gegen die Rentenverfügung vom
1
6.
Mai 201
7.
Nach
dem dieser mit Eingabe vom 1
3.
Mai 2020 an
den Vorbringen
in der Einsprache hatte festhalten lassen (
Urk.
8/I/302 S. 1-2), wies die Suva die Einsprache mit E
ntschei
d vom 2
5.
Mai 2020 ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/I/303).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Mai 2020 liess
X._
mit Eingabe vom
2
6.
Juni 2020
durch Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
Beschwerde erheben (
Urk.
1
und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
3/3-4
) mit den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Es sei der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 25.
Mai 2020 aufzuheben.
2.
Es sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen.
3.
Es sei eventualiter die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, verbunden mit der Auflage, ein Administrativ
gut
achten im Sinne von
Art.
44 ATSG einzuholen.
4.
Es sei nach Vorliegen des Gutachtens über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden.
5.
Es
sei
nach Vorliegen des medizinischen Gutachtens auch über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zugunsten des Beschwerdeführers neu zu befinden.
6.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
7.
Es sei im Sinne von
Art.
6 EMRK eine öffentliche Gerichts
ver
handlung durchzuführen.
8.
Es sei im Rahmen der beantragten öffentlichen Gerichts
ver
handlung der Beschwerdeführer durch das Gericht persönlich zu
befragen.
»
Die Suva
schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
3.
Juli 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
8/I/1-308, Urk.
8/II/1-189 und
Urk.
8/III/1-54). Mit Verf
ügung vom 1
8.
August 2020 (Urk.
9) wurden die Akten der Invalidenversicherung beigezogen (
Urk.
11/1-163). Nach
dem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1
6.
September 2020 auf die Durch
führung einer öffentlichen Verhandlung verzichtet hatte (
Urk.
13), wurde
mit Verfügung vom 2
1.
September 2020 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
14). Der Beschwerdeführer liess in der Replik vom 2
7.
Oktober 2020 an seinen übrigen Anträgen festhalten (
Urk.
15 und die damit eingereichten Unter
lagen,
Urk.
16/1-5). Mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2020 wurden im Sinne des entsprechenden Antrags in der Replik
die Akten aus den Prozessen Nr.
UV.2017.00131 und Nr. IV.2017.01330 beigezogen, soweit sie sich noch in den archivierten Dossiers befanden, und der Beschwerdegegnerin wurde Frist zur Duplik angesetzt (
Urk.
19). Die Suva erstattete
am
9.
November 2020
die Duplik und blieb ebenfalls bei ihren Standpunkten (
Urk.
21). Mit Verfügung vom 11.
November 2020 wurde die Duplik dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (
Urk.
22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
Septe
mber 2015 beziehungsweise am 9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versic
herung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Be
urteilung jene Rechtsnormen zug
runde zu legen,
die in
Kraft gestanden sind
, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E.
4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung
des UVG
vom 2
5.
September 2015 vor, dass Versicherungsleistungen f
ür Unfälle, die sich vor dem
1.
Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisheri
gem Recht gewährt werden (
Abs.
1 der
Übergangsbestimmungen).
Die vorliegend zur Diskussion stehenden Ereignisse haben sich im September 1997, im Juli 2008 und im Juni 2014 zugetragen und liegen somit zeitlich vor dem
1.
Januar 201
7.
Deshalb gelangen die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewese
nen Normen
zur Anwendung; sie werden nachfolgend in der damaligen Fassung zitiert
.
2.
2.1
Nach
dem UVG
obligatorisch versichert sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer,
einschliesslich
der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten
tätigen Personen (Art. 1a Abs.
1 UVG).
Gestützt auf
Art.
4
Abs.
1 UVG können sich in der Schweiz wohnhafte
Selb
ständigerwerbende
und ihre nicht obligatorisch versicherten mitarbeitenden Familienmitglieder
freiwillig
versichern. Die Bestimmungen über die obligato
rische Versicherung gelten nach
Art.
5
Abs.
1 UVG
sinngemäss
für die
freiwillig
e
Versicherung.
2.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einem bestimmten Gesundheitsschaden ist nicht erforderlich, dass der Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache des Gesundheitsschadens ist; vielmehr genügt es, dass der Unfall den Gesundheitsschaden zusammen mit unfallfremden Faktoren hervorgerufen hat und somit nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der Gesundheitsschaden entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
UV170080
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung organisch
06.2021
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
Wird ein bestimmter, als Einheit zu betrachtender Gesundheitsschaden durch einen Unfall und durch unfallfremde Faktoren gemeinsam verursacht, so richtet sich die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach den Vorschriften in
Art.
36 UVG: Die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilf
losenentschädigungen
werden nach
Art.
36
Abs.
1 UVG nicht gekürzt, wogegen die Invalidenrenten, die Integritätsentschädigungen und die
Hinterlassenenrenten
nach
Art.
36
Abs.
2 UVG angemessen gekürzt werden, es sei denn, die unfall
fremde Gesundheitsschädigung habe vor dem Unfall zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt. Die Regeln in
Art.
36 UVG kommen dort nicht zur Anwendung, wo
der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden.
In solchen Fällen
sind die Folgen des versicherten Unfalls für sich allein zu bewerten
und zu entschädigen (
BGE 126 V 116 E. 3a mit Hinweis).
2.3
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Der Renten
anspruch entsteht nach
Art.
19
Abs.
1 UVG, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahinfallen. Ferner entsteht zusammen mit der Festlegung der Invalidenrente beziehungsweise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung unter den Voraussetzungen in
Art.
24 UVG auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
2.4
2.4.1
Invalidität ist nach
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (soge
nanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Nach der Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung in der Invalidenversiche
rung, die auch im Unfallversicherungsrecht anwendbar ist, hat der Einkommens
vergleich in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander
zu vergleichen (BGE 128 V 29 E. 1).
Bei einer
selbständigerwerbenden
Person im Besonderen ist zu prüfen, ob ihr auf
grund der s
ozialversicherungsrechtlichen
Schadenminderungspflicht
die Auf
gabe der selbständigen Tätigkeit und die A
ufnahme einer
gesundheitlich
angepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit
zuzumuten ist, wenn
davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann
.
Die Beant
wortung dieser Frage hat nach den
gesamten
Gegebenheiten
des
Einzelfalles zu erfolgen.
Massgebend
sind namentlich die Art der bisherigen Tätigkeit, die Aus
bildung, die noch zu erwartende Aktivitätsdauer und die persönlichen Lebensum
stände. Der Wechsel von einer selbständigen in eine unselbständige Tätigkeit wird von der Rechtsprechung nur unter restriktiven Voraussetzungen als unzumutbar beurteilt, da die
Unfall
versicherung nicht als zuständig dafür erachtet wird, die Aufrechterhaltung eines Betriebs zu gewährleisten (vgl. die Urteile des Bundes
gerichts
8C_53/2019 vom
9.
Mai 2
019 E. 6.3 und 8C_13/2017
vom 2
1.
Juni 2017
E. 3.3.1, je mit Hinweisen
;
zur gleichen Rechtslage in der Invalidenversicherung
vgl.
die
Urteile des Bundesgerichts
9C_888/2017 vom 1
4.
Mai
2018 E.
3.3.1,
8C_492/2015 vom 1
7.
November 2015 E. 2.2 u
nd
9C_356/2014 vom
1
4.
Novem
ber 2014 E.
3.1
, je
mit Hinweisen
).
2.4.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG
).
Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen).
2.5
2.5.1
UV170430
Integritätsentschädigung, Grundlagen
02.2021
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integri
tätsentschädigung (
Art.
24
Abs.
1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätss
chadens abgestuft (
Art.
25
Abs.
1 UVG).
Nach
Art.
25
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von
dieser Befugnis hat er in
Art.
36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark b
eeinträchtigt wird. Gemäss
Abs.
2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädig
ung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritäts
schäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritäts
entschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtent
schädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen
,
und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritäts
schadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
2.5.
2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Ent
schädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Im Falle einer Gesamtentschädigung im Sinne von
Art.
36
Abs.
3 UVV genügt allerdings für den Entschädigungs
anspruch, dass die Summe der Prozentzahlen, die den ein
zelnen Schädigungen entsprechen, die
Erheblichkeitsgrenze
von 5
%
über
steigt; Beeinträchtigungen, die für sich allein das Ausmass von 5
%
nicht erreichen, sind demnach einzube
ziehen (vgl. BGE 116 V 156 E. 3b).
Di
e Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundla
gen in tabellarischer Form (soge
nannte
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht ver
b
indlich, umso weniger als
Ziff.
1
Abs.
1 von Anhang
3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regel
fall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werde
n soll, sind sie mit dem Anhang
3 zur UVV vereinbar (BGE
124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E.
3a).
3.
Das Sozialversicherungsgericht
hob
im Urteil vom
7.
Juni 2019
den
Ein
sprache
entscheid
vom 2
5.
April 2017
mit der Begründung auf,
mit den
damit bestätigten Verfügungen vom 3
1.
Mai und vom 2
9.
September 2016
(
Urk.
8/I/156
S. 1-2
und
Urk.
8/I/196 S. 1-2)
sei
zwar die Erbringung von Leistungen für bestimmte Beschwerdebilder - Hüftbeschwerden sowie Kopf- und Nacken
beschwerden - abgelehnt
worden
, die Leistungsablehnung
habe
jedoch keine Aussage
enthalten
, die über die Feststellung der fehlenden Unfallkausalität der aufgeführten
Befunde und
Beschwerden
hinausgegangen wäre
; es
sei
lediglich das Fehlen der generellen Leistungspflicht festgestellt
worden
, ohne dass
über
konkrete, akt
uelle Ansprüche entschieden worden sei. Das
Rechtsschutzinteresse am Erlass solcher Fest
stellungsverfügungen
(
vgl. BGE 130 V 388 E. 2.4)
habe indessen gefehlt
, da
der rechtsgestaltende Entscheid über den Fallabschluss, die Erhöhung der Rente und die Zusprechung einer Integritätsentschädigung unmittelbar bevor
gestanden habe und
in diesem Zusammenhang auch
über die Unfallkausalität der vorhan
denen Beschwerden zu befinden
gewesen sei
. Der Beschwerdeführer werde somit
die Möglichkeit habe
n
,
die Nichtberücksichtigung bestimmter, als unf
allfremd beurteilter Beschwerdebilder i
n einem
Verfahren gegen
diesen rechtsgestaltenden Entscheid überprüfen zu lassen
(
Urk.
8/I/291 E.
3.2)
.
Strittig und im vorliegenden Verfahren
betreffend den
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Mai 2020
nunmehr zu überprüfen sind damit der Anspruch des Beschwerde
führers auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsents
chädigung aufgrund
der unfallbedingten gesundheitlichen Einschränkungen.
4.
Was zunächst die Frage nach dem Fallabschluss im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG anbelangt, so ist die
Feststellung von
Dr.
K._
im
Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom September 2016
nicht umstritten
, wonach sich d
er Zustand des
linken Schultergelenk
s
seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom Sep
tember 2015 (durch
Dr.
G._
; vgl.
Urk.
8/I/73)
weder
gemäss
den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers noch angesichts der klinischen Be
funde wesent
lich verändert habe -
trotz
des stationären Rehabilitationsaufent
haltes von Februar/März 2016,
der ambulanten Physiotherapie und der Medizinischen Trainingstherapie
-
und wonach keine weiteren Behandlungsoptionen mehr zur Verfügung stünden (
Urk.
8/I/192 S. 9).
Z
ur Zeit der Untersuchung durch
Dr.
K._
sind sodann auch
hinsichtlich der weiteren als unfallkausal anerkannten gesund
heitlichen Beeinträchtigungen keine laufenden ärztlichen Behandlungen oder in Frage kommenden Behandlungsmöglichkeiten dokumentiert
,
und dasselbe gilt für die Beschwerden in der linken Hüfte und für die
Kopf- und Nackenbeschwer
den, deren Unfallkausalität strittig ist
(vgl.
Urk.
8/I/192 S. 6).
Ebenso wenig ist
ersichtlich, dass
in der Zeit nach der kreisärztlichen Untersuchung vom Septem
ber 2016 wieder
ärztliche Behandlungen
auf
genommen worden wären.
Des Weiteren
waren in der Zeit
ab September 2016
keine Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung im Gang; die berufliche Abklärung in der Ein
gliederungsinst
it
ution
M._
von Februar/März 2017 (
Urk.
11/122) hatte keine entsprechenden Konsequenzen, sondern der Beschwerdeführer entschied sich im Nachgang zu dieser Abklärung gegen die Umschulung, die ihm die IV
Stelle vorgeschlagen hatte (vgl.
Urk.
11/125/3-4).
Zu Recht
wandte
sich
der Beschwerdeführer
daher
weder in der E
insprache gegen die Verfügung vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
8/I/278) noch im vorliegenden Beschwer
de
verfahren
(
Urk.
1 und
Urk.
15)
gegen den Fallabschluss im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG per Ende März
2017 und die Prüfung der Ansprüche auf eine höhere Rente und eine Integritätsentschädigung ab dem
1.
April 2017.
5.
5.1
In Bezug auf den Rentenanspruch ist die Voraussetzung einer rentenrelevanten Sachverhaltsänderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 AT
SG seit der Renten
zuspre
chung vom
Februar 2012 (
Urk.
8/II/128) ohne Weiteres gegeben angesichts des neuen Unfalles
mit Schulterverletzung
vom Juni 201
4.
Und soweit der Zeitpunkt der
Rentenrevision vom
Juli 2015 (
Urk.
8/II/155) als Vergleichsbasis heranzu
ziehen wäre (vgl. BGE 133 V 108), so wäre
seither
insoweit eine Sach
verhalts
änderung eingetreten, als
sich
die gesundheitliche Situation we
iter stabilisiert hatte
, sodass
die Übernahme der Heilkosten und die Erbringung von Taggeldern einzustellen waren.
5.2
Für die Invaliditätsbemessung
auf 35
%
ab dem
1.
April 2017
stützte sich
die Beschwerdegegnerin
in der
Verfügung vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
8/I/267)
in medi
zinischer Hinsicht
auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
K._
vom 19.
Sep
tember 2016 (
Urk.
8/I/192).
Dabei folgte sie
Dr.
K._
darin, dass dem Beschwer
deführer die angestammte Tätigkeit als Schreiner infolge des Unfalles vom Juni 2014 nicht mehr vollumfänglich zuzumuten sei
(
Urk.
8/I/192 S. 9)
, und
bemass
das Invalideneinkommen dementsprechend anhand des Verdienstes, den der Beschwerdeführer mit einer gesundheitlich angepassten
unselbständigen
Tätig
keit
gemäss
dem Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
K._
erzielen könnte. Im angefoch
tenen
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Mai 2020 berief sich die Beschwerde
gegnerin zusätzlich (
Urk.
2 S. 5) auf das unterdessen ergangene und am
6.
Dezember 2019 höchstrichterlich bestätigte (
Urk.
8/I/300) Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom
7.
Juni 2019 betreffend den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversiche
rung (
Urk.
8/I/296) und insbesondere darauf, dass das Gericht dort ebenfalls einen Invaliditätsgrad von 35
%
ermittelt hatte (Ur
k.
8/I/296 E. 4.4.7).
Der Beschwerdeführer
liess
gegen dieses Vorgehen einwenden,
seit der kreisärztli
chen
Beurteilung
durch
Dr.
K._
vom September 2016
seien zur Zeit des Erlasses des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
5.
Mai 2020 mehrere Jahre
ver
gangen und es seien daher medizinische
, polydisziplinär ausgestaltete
Verlaufs
abklärungen erforderlich, ungeachtet dessen, dass
das Sozial
ver
sicherungs
gericht im Urteil vom
7.
Juni 2019 die medizinischen Unterlagen als ausreichend für die Invaliditätsbemessung
der IV-Stelle in der Verfügung
vom 2.
November 2017
erachtet habe
.
Abgesehen davon
liess
der Beschwerdeführer darauf hinweisen, dass die invalidenversicherungsrechtliche Invaliditäts
bemessung nicht
massge
bend
für die unfallversicherungsrechtliche Invaliditäts
bemessung sei, da die Invalidenversicherung auch unfallfremde Faktoren zu berücksichtigen habe (
Urk.
1 S. 5 ff.,
Urk.
15 S. 2 ff.), und
schliesslich
liess
er
sinngemäss
geltend machen, bei der Festlegu
ng des Invalideneinkommens sei
der Einkommensrück
gang
in der beibehaltenen selbständigen Tätigkeit als Schreiner zu berücksichti
gen (
Urk.
15 S. 5 f.)
.
5.3
Entsprechend
der zutreffenden Sicht
des Beschwerdeführers ist die Beschwerde
gegnerin an die Invaliditätsbemessung der IV-S
telle nicht gebunden. Wegen der
Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs in der Invaliden- und in der Unfall
versi
cherung (
Art.
8 ATSG) hat die Schätzung der Invalidität in diesen beiden Berei
chen jedoch grundsätzlich
zum gleichen
Resultat zu führen,
soweit
derselbe Gesundheitsschaden in F
rage steht. Dies hat zur Folge, dass ein Versicherungs
träger eine b
ereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegung
eines anderen Ver
siche
rungsträgers
mitzuberücksichtigen
hat
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E. 2b)
.
Vorliegendenfalls
gelangte das Sozialversicherungsgericht im Urteil vom
7.
J
uni 2019, in dem
die
Rechtmässigkeit
der rentenabweisenden Verfügung der IV-Stelle vom
2.
November 2017
zur Diskussion stand
,
unter Einbezug sämtlicher, also auch allfälliger unfallfremder Einschränkungen z
u einem Invaliditätsgrad von 35
%
(
Urk.
8/I/296 E. 4.4.7)
, d
er somit demjenigen der Beschwerdegegnerin ab dem
1.
April 2017 entspricht
.
Dabei ist dem Urteil
vom
7.
Juni 2019
entsprechend dem zutreffenden Hinweis der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 5)
zu entnehmen, dass
die unfallfremden oder als unfallfremd diskutierten Faktoren
bei der Fest
legung der invalidenversicherungsrechtlich
relevanten Einschränkungen
nur eine untergeordnete
Rolle spielten
: In Bezug auf das H
erzleiden, welches das Gericht damals als nicht weiter abklärungsbedür
ftig erachtete (
Urk.
8/I/296 E.
4.2.6),
gingen die Einschränkungen in der körperlichen Belastbarkeit für schwere Arbeit (
Urk.
8/I/296 E. 4.3.4
am Ende
) nicht über die Einschränkungen hinaus, die dem Beschwerdeführer durch
Dr.
K._
und durch den ihr folgenden RAD-Arzt
Dr.
N._
aufgrund der Schulterve
rletzung attestiert
worden
waren (
vgl.
Urk.
8/I/296 E. 4.3.2),
die psychischen Besonderheiten
, die im März 2016 von de
r Klinik
J._
thematisiert worden waren
(
Urk.
8/I/143 S. 2), erreichte
n
angesichts der späteren Beobachtungen in der Eingliederungs
institution
M._
(
Urk.
11/122/8-10) nicht das
Ausmass
einer versicherungs
relevanten Störung (
vgl.
Urk.
8/I/296 E. 4.2.7), die Beschwerden in der linken Hüfte
hatten
aufgrund
der beidseitig nur leichten
Coxarthrose
(vgl.
Urk.
8/I/127 S. 2
) und
der nur leichtgradig verminderten Beweglichkeit im Seitenvergleich (vgl.
Urk.
8/I/192 S. 7) ebenfalls keine Einschränkungen zur Folge, die dem Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
K._
(vgl.
Urk.
8/I/192 S. 9)
widersprochen hätten, sondern der Beschwerdeführer zeigte sich anlässlich der Belastungstests in der Klinik
J._
als gut in der Lage, wechselweise länger zu stehen u
nd zu gehen (
Urk.
8
/I/143 S. 13
; vgl.
Urk.
8/I/296 E. 4.3.3), und
schliesslich
hinderten die Kopf- und Nackenbeschwerden den Beschwerdeführer
grundsätzlich
nicht daran, die ihm aufgetragenen handwerklichen Arbeiten
bei entsprechend angepasster, auch der Schulterproblematik Rechnung tragender Arbeitshaltung
zu verrichten
(
vgl. Urk. 8/I/296 E. 4.3.3
).
Unter diesen Umständen
verwies
die B
eschwerdegegnerin im angefochten
en
Ein
spracheentscheid
auf jeden Fall
für die Zeit bis
zum
Datum der Verfügung der IV-Stelle vom
2.
November 2017 zu Recht auf das Urteil des Sozialversicherungs
gerichts
vom
7.
Juni 2019
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren, um den ebenfalls mit 35
%
bemessenen Invaliditätsgrad zu bekräftigen.
5.4
5.4.1
Das Sozialversicherungsgericht erachtete in diesem Urteil neben den unfall
fremden auch
die
unbestrittenermassen
unfallbedingten Befunde und Diagnosen
ohne weitere Abklärungen als gesichert
.
Hinsichtlich der
Fraktur im rechten Unterschenkel des Jahres 1997 wies das Gericht
gestützt auf den kreisärztlichen Bericht von
Dr.
Z._
vom April 2000 (vgl.
Urk.
8/III/18 S. 2)
auf die Zeichen der Heilung des Bruchs und
auf die wieder
hergestellte
Funktionsfähigkeit
des rechten Beins
hin
und entnahm den medizinischen Unterlagen der Folgezeit, dass weder die behandelnden Ärzte (das Kantonsspital
Y._
im Jahr 2003 und die Klinik
J._
im Jahr 2016) noch der Kreisarzt und die Kreisärztin (in den Jahren 2003 und 2016)
abgesehen von fortbestehenden Beschwerden im rechten Knie noch etwas Auf
fälliges bemerkt hatten und dass dementsprechend keine weiteren, spezifisch auf das rechte Bein bezogene Untersuchungen oder Behandlungen dokumentiert waren (
Urk.
8/I/296 E. 4.2.2).
Was die Verletzung am linken Zeigefinger des Jahres 2008 anbelangt,
so
hatten nach
der erneuten Operation vom Juli 2011
keine weiteren medizinischen Vor
kehren mehr empfohlen werden können, weshalb die Beschwerdegegnerin diesen Fall gestützt auf die kreisärztliche Be
urteilung von PD
Dr.
D._
(Urk.
8/II/123; vgl. auch bereits
Urk.
8/II/55) mit der Rentenzusprechung ab dem
1.
März 2012 denn auch abgeschlossen hatte. Hinweise auf erneuten Abklärungs- oder Behandlungs
bedarf in der nachfolgenden Zeit konnte das Gericht im Urteil vom
7.
Juni 2019 nicht erkennen, sondern
es hob
die Tatsache
hervor, dass der Beschwerdeführer
im September 2016 gegenüber
Dr.
K._
angegeben hatte
, keine Schmerzen mehr an der Fingerkuppe zu haben, sondern nur noch an einer Gefühllosigkeit an dieser Stelle zu leiden
(
Urk.
8/I
/192 S. 6; vgl.
Urk.
8/I/296 E.
4.2.4). Ebenfalls keinen weiteren Abklärungsbedarf konnte das Gericht
den
Akten
hinsichtlich einer Verletzung
des Endgliedes des rechten Mittelfingers vom Mai 201
4
entnehmen
, deren Behandlung bereits Anfang Juni 2014 hatte abge
schlossen werden können (vgl.
Urk.
8/I/296 E. 4.2.4).
G
leichermassen einleuchtend
erschien dem
Gericht
i
m Urteil vom
7.
Juni 2019
schliesslich,
dass
Dr.
K._
im September 2016 keine zusätzlichen Abklärungen zur Schulterverletzun
g des Jahres 2014 vorgeschlagen hatte
. Als bemerkenswert erwähnte es in diesem Zusammenhang, dass sich die linke Schulter anlässlich der
klinischen Untersuchungen im Kantonsspital
A._
ab September 2015 als unauffällig
präsentiert hatte
(vgl.
Urk.
8/I/80 S. 2
-3,
Urk.
8/I/91 S. 2-3 und Urk.
8/I/117), dass die
Arthro
-Magnetresonanzuntersuchung vom Januar 2016 keine Hinweise auf eine
vom AC-Gelenk herrührende
Problematik
und keine Anhaltspunkte für eine
Rotatorenmanschettenruptur
ergeben hatte
und dass die Ärzte des
Kantonsspitals
A._
keine weite
ren Vorkehren zur Behandlung eines
festgestellten
langgestreckten Labrumrisses
(vgl.
Urk.
8/I/126 S. 2-3 und
Urk.
8/I/132 S. 2-3) empfohlen hatten (vgl.
Urk.
8/I/296 E. 4.2.5).
5.4.2
Das Gericht stellte
im Urteil vom
7.
Juni 2019 sodann auch keinen Bedarf für zusätzliche Abklärungen zur verbliebenen Leistungsfähigkeit unter Berück
sichti
gung der g
esundheitlichen Einschränkungen fest.
Zunächst gab das Gericht
das Tätigkeits
pr
ofil wieder
, da
s der RAD-Arzt Dr.
N._
im Juni 2017 in
Anlehnung an das Profil von
Dr.
K._
im
Bericht vom September 2016
(vgl.
Urk.
8/I/192 S. 9)
erstellt
und wofür er dem Beschwerdeführer in Über
einstimmung mit
Dr.
K._
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert hatte
(
vgl.
Urk.
11/140/6-8)
:
zumutbar seien
wechselbelastende Tätigkeiten, allenfalls verbunden mit sporadischem Anheben und Tragen von leichten bis mittel
schweren Lasten (10
15 kg), jedoch ohne
repetitives
Heben und Tragen
von Lasten über 10 kg,
ohne
Überkopfarbeiten,
o
hne Arbeiten auf Brustniveau oder
an vibrie
renden und stossenden Maschinen und desgleichen ohne Tätigkeiten auf Treppen, Leitern und Gerüsten
oder
in kniender oder kniebeugender Stellung
(
Urk.
8/I/296 E. 4.3.2).
Alsdann räumte das Gericht zwar ein, dass die regionalärztliche Beurteilung theoretischer Natur sei, es erachtete diese Beurteilung aber als plausibilisiert und konkretisiert durch die Ergebnisse der spezifischen Belastungstests während des Rehabilitationsaufenthaltes
von Februar/März 2016
in der Klinik
J._
(vgl.
Urk.
8/I/143 S. 11
-14)
und als ergänzt durch die Arbeitserprobungen in der Eingliederungsinstitution
M._
von Februar/März 2017 (vgl.
Urk.
11/122/3-
10
).
Im Besonderen erwähnte das Gericht
neben den
Limiten
, die sich in den Testergebnissen niedergeschlagen hatten, auch die Ressourcen, indem der Beschwerdeführer die Fähigkeit des Hebens von Gewichten erheblich hatte steigern können, eine normgerechte Kraft in beiden H
änden gezeigt hatte und im handwerklich-praktischen Bereich quantitativ und qualitativ genügende bis sehr gute Leistungen erbracht hatte
; ferner konstatierte das Gericht, dass der beteiligte Arzt der Eingliederungsinstitution
M._
den Beschwerdeführer
überein
stimmend mit
Dr.
K._
und
Dr.
N._
als dazu fähig erklärt hatte, in einem Voll
zeitpensum eine normale Arbeitsleistung zu erbringen
(
vgl.
Urk.
8/I/296 E. 4.3.3
und E. 4.3.4). In Bezug auf die Einschränkungen aufgrund der Verletzung am linken Zeigefinger,
die in den Berichten der Klinik
J._
und der Ein
gliederungsinstitution
M._
, aber auch im Bericht von
Dr.
K._
vom Sep
tember 2016
nicht näher themati
siert worden waren, ging das Gericht im Ver
gleich zu den Jahren 2009 und 2011 und den damaligen Beurteilungen durch PD
Dr.
D._
von einer geringeren Ausprägung der Behinderung aus und wies hierzu namentlich auf
das handwerkliche Geschick hin,
das
der Beschwerdeführer in der In
s
titution
M._
beim Verrichten der praktischen Arbeiten an den Tag gelegt hatte und
welches
weitere Abklärungen als unnötig erscheinen
lasse (
Urk.
8/I/296 E. 4.3.4).
5.5
5.5.1
B
ei der Frage nach der erwerblichen Einbusse aufgrund der als genügend abge
klärt erachteten
Befunde, Diagnosen und funktionellen Einschränkungen
erwähnte das
Sozialversicherungsgericht im Urteil vom
7.
Juni 2019 zunächst
den Umstand,
dass der Beschwerdeführer in den ersten Jahren seiner selbständi
gen Tätigkeit ab Anfang 2004 auf Baustellen vorn
ehmlich Arbeiten verrichtet hatte
, die regelmässig mit dem Heben von schweren Gegenständen eines Gewichts von 30-40 kg
verbunden gewesen waren
, und
es stellte
die Unvereinbarkeit dieser Verrichtungen mit dem vorstehend er
örterten Zumut
barkeitsprofil fest
. Sodann
fiel dem Gericht auf,
dass der Beschwerdeführer b
ereits nach der Fingerverletzung des Jahres 2008
ins Auge gefasst hatte
,
vermehrt
(leichtere)
Servicearbeiten anzunehmen
, dass es ihm jedoch
schon vor dem weiteren Unfall des Jahres 2014 nicht
gelungen war
, einen Gewinn in der Höhe desjenigen in den Jah
ren 2005 bis 2007 zu erreichen
, und dass sich die Einkommenssituation im eigenen Betrieb i
n den Jahren nach der Schulter
verletzung des Jahres 2014
n
ochmals verschlech
tert
hatte angesichts dessen, dass der
Beschwerdeführer
angegeben
hatte
,
er ver
möge mit der Tätigkeit als
selbständigerwerbender
Schreiner nur noch ein geringfügiges Einkommen zu erzielen
und sei
zur Zeit
(der persönlichen Befra
gung im Gerichtsverfahren)
nur zu etwa 30-35 %
ausgelastet
(
Urk.
8/I/296 E.
4.4.2).
Auf der anderen Seite
beurteilt
e das Gericht den Beschwerdeführer als dazu in der Lage, seine verbliebene Leistungsfähigkeit im Rahmen einer
unselbständige
n
Erwerbstätigkeit
zu verwerten
.
Es
hob
hierzu erneut die erbrachten Leistungen in der Eingliederungsinstitution
M._
hervor
und
wies auf
die Schluss
folge
rung der Berichterstatter
hin
, es gebe genügend S
pielraum für das Finden einer angepassten Tätigkeit im angestammten Beruf
als Schreiner. Dies recht
fertigte für das Gericht die Annahme,
dass auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tatsächlich Ste
llen vorhanden seien
, die
den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers
genauso wie
seinen verbliebenen Fähigkeiten
genügend Rechnung trügen, und das Gericht konnte
auch
keine
Faktoren persönlicher Art aus
machen, die den Beschwerdeführer an der Aufnahme einer derartigen unselb
ständigen Arbeitnehmertätigkeit hindern würden
(
Urk.
8/I/296 E. 4.4.3).
5.5.2
Für die Bemessung des Einkommens, das der Beschwerdeführer mit einer ange
passten unselbständigen Tätigkeit erzielen könnte, ging das Gericht von der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik aus (LSE) der Ausgabe 2014 aus
und hielt das Stellenspektrum des Kompetenzniveaus 2 und darunter die Bereiche der Ziffern 16-18 («
Herst
. v. Holzwaren u. Papier;
Druckerzeugnisse»),
31-33 («
Herst
. v. Möbeln u. v. sonst. Waren; Rep. u.
Install
. Maschi
nen»)
und
47
(«Detailhandel») für einschlägig.
Aus den dortigen Einkommenszahlen ermittelte das Gericht
für das Jahr 2016 des allfälligen Rentenbeginns
unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung und
eines sogenannten leidens
bedingten Abzuges (
vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
)
von 15
%
ein
E
inkommen von
Fr.
59'119.--
, das der Beschwerdeführer mit einer gesundheitlich angepassten Arbeitsnehmertätigkeit erzielen könnte
(
Urk.
8/I/296 E. 4.4.4
).
Das Gericht bezweifelte sodann, dass
der Beschwerdeführer ab dem Jahr 2016 noch dazu in der Lage gewesen wäre, mit seiner selbständigen Tätigkeit einen Gewinn in vergleichbarer Höhe zu realisieren, und prüfte daher die Frage nach der Zumutbarkeit, die selbständige zugunsten einer unselbständigen Erwerbs
tä
tigkeit aufzugeben.
Es bejahte d
iese Frage und
hielt dabei namentlich die teilweise Vergleichbarkeit
der Arbeitsweise in einem Arbeitsverhältnis mit
der
bisherigen
als selbständiger Unterakkordarbeiter für ausschlaggebend. Dement
sprechend setzte das Gericht als
jährliches Invalideneinkommen den mut
masslichen Lohn für eine Arbeitnehmertätigkeit von
Fr.
59‘119.-- ein
(Urk
.
8/I/296 E. 4.4.5).
Was das
Valideneinkommen
anbelangt, so
bestätigte das G
ericht das Vorgehen der IV-Stelle,
vom Durchschnitt der beitragspflichtigen Einkünfte auszugehen, wie sie im individuellen Konto für die Jahre 2005 bis 2007, also die Jahre vor dem Unfall des Jahres 2008, eingetragen sind, und gelangte auf diese Weise unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
für das Jahr 2016
zu einem
B
etrag von
Fr.
90'502.--
(
Urk.
8/I/296 E. 4.4.6).
Aus der
Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von
Fr. 59‘119.-- und des
Valideneinkommen
s
von
Fr.
90'502.--
resultiert
e der Invaliditätsgrad von aufge
rundet
35
%
(
Urk.
8/I/296 E. 4.4.7).
5.6
Nach dem vorstehend Ausgeführten
(E. 5.3)
sind die dargelegten Erwägungen im Urteil des Sozialversicherungsgericht
s
vom
7.
Juni 2019 betreffend die renten
ab
weisende Verfügung der IV-Stelle vom
2.
November 2017 für die beurteilte Zeit bis zum Erlass dieser Verfügung auch für die Bemessung der unfallversicherungs
rechtlichen Invalidenrente ab dem
1.
April 2017 massgebend.
Ergänzend ist fest
zuhalten, dass es im vorliegenden Verfahren
nicht auf die
Einkommens
ver
hältnisse im Jahr
2016, sondern auf diejenigen im Jahr
2017 ankommt, dass jedoch das Invaliden- und das
Valideneinkommen
anhand derselben Tabelle
(
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, Tabelle T 39
) an die Lohnentwicklung anzupassen sind (vgl.
Urk.
8/I/269 E. 4.4.4 und E. 4.4.6), weshalb sich für das Jahr 2017 der gleiche Invaliditätsgrad ergibt.
5.7
Was sodann die Zeit nach dem
2.
November 2017 betrifft, so ist dem Beschwer
deführer d
arin zu folgen, dass der Sachverhalt
bis zum Datum des Erlasses des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
5.
Mai 2020 zu berücksichtigen ist.
In medizinischer Hinsicht sind allerdings weder im Dossier der IV-Stelle noch in den Dossiers der Beschwerdegegnerin Unterlagen vorhanden, welche ärztliche Abklärungen oder Behandlungen
nach November 2017
dokumentieren. Auch beschränkte sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren wie schon in der Stellungnahme vom 1
3.
Mai 2020 (
Urk.
8/I/302 S. 1-2) darauf, weitere Abklärungen zu verlangen, ohne jedoch Arztbesuche oder auch nur verstärkte oder neue aufgetretene Beschwerden zu erwähnen, abgesehen von der nicht näher
substanzierten
Vermutung einer Zunahme der im Jahr 2016 als leicht ein
ge
stuften
Coxarthrose
(
Urk.
1 S
. 6
ff.,
Urk.
15 S. 2 ff. und S. 6 f.).
Unter
diesen Umständen besteht indessen
kein Anlass für Weiterungen medizinischer
Art.
In
erwerblicher Hinsicht
geht aus der R
eplik und den damit eingereichten Geschäfts
abschlüssen der Jahre 2018 und 2019 hervor, dass der Beschwerde
führer nach dem
2.
November 2017 weiterhin selbständig erwerbstätig war (Urk.
15 S. 4 ff.,
Urk.
16/2-5). Da
ihm
nach dem Gesagten jedoch die Aufgabe der selbständigen Tätigkeit zugunsten einer gesundheitlich angepassten unselb
ständigen Tätigkeit zuzumuten ist, tangieren
Änderungen im Umsatz aus der selbständigen Tätigkeit
das
Invalidene
inkommen nicht und vermögen daher den Invaliditätsgrad nicht zu beeinflussen.
Darin ist der Beschwerdegegnerin (
Urk.
21) zu folgen.
Damit bleibt es im gesamten Zeitraum vom
1.
April 2017 bis zum Datum des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
5.
Mai 2020 beim Invaliditätsgrad von 35
%
.
5.8
In Bezug auf die Höhe der Rente ist der angefochtene
Einspracheentscheid
daher zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Richtigerweise hat die Beschwerdegegnerin sodann gestützt auf
Art.
24
Abs.
2 UVG zusammen mit dem Fallabschluss und der Rentenerhöhung auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung
unter Einbe
zug
der Schulterverletzung des Jahres 2014 geprüft.
6.2
Bei der Festsetzung der Integritätsentschädigung auf 5
%
stützte sie sich wiede
rum auf
Dr.
K._
, die in ihrer Beurteilung
vom 1
9.
September 2016
(Urk.
8/I/191)
hinsichtlich der Verletzung der linken Schulter
auf die Tabelle 5 der Suva-Richt
werte («Integritätsschaden bei Arthrosen») hinwies, worin
in der Spalte «Gelenk
resektion
oder
Arthrodese
» die AC-Arthrose mit 5
%
bewertet ist.
Diese Bewertung basiert auf der alleinigen Tatsache, dass das AC-Gelenk einer derartigen Operation unterzogen worden ist, und ist nicht vom tatsächlichen Befund einer Arthrose abhängig. Es verhält sich somit anders als
dort, wo keine Operation in Frage steht; in jenen Fällen ist erst bei einer festgestellten schweren Arthrose ein Integritätsschaden (von 5-10
%
) festgelegt. Diese Vorwegnahme eines Integritätsschaden
s
nach durchgeführter Operation ist zu erklären mit dem Erfordernis in
Art.
36
Abs.
4 UVV, voraussehbare künftige Verschlimmerungen bereits bei der (erstmaligen) Bemessung des Integritätsschadens zu berücksichti
gen, und muss auf dem Umstand gründen, dass nach Operationen der aufgeführ
ten Art
im Bereich des AC-Gelenks
mit der Entwicklung einer Arthrose zu rechnen ist. Die Annahme eines Integritätsschadens von 5
%
allein aufgrund der Opera
tion
der linken Schulter
, die im Juni 2015 erfolgt war (vgl.
Urk.
8/I/62), erwei
st sich damit als rechtskonform, ungeachtet dessen, dass in den Berichten zur
Arthro
-Magnetresonanzuntersuchung des Schultergelenks vom Januar 2016 keine
arthrotischen
Veränderungen beschrieben worden s
ind (vgl.
Urk.
8/I/126 S.
2-3 und
Urk.
8/I/132 S. 2-3).
6.3
6.3.1
Es gilt allerdings zu beachten, dass der Beschwerdeführer
zur Zeit der Festsetzung der Integritätsentschädigung per April 2017
nicht nur mit
der (
künftigen)
Aus
prägung einer Arthrose als Fol
ge der Schulteroperation
zu rechnen hatte, sondern dass
er
zusätzlich
bereits
im Zeitpunkt der U
ntersuchung durch
Dr.
K._
vom September 2016
durch
schmerzhafte
Beweglichkeit
s
einschränkungen in der linken Schulter beeinträchtigt war. So mass
Dr.
K._
im linken Schultergelenk eine Ab-/Adduktion von 120-0-30° und eine Elevation/
Reklination
von 130
0
20° im Vergleich zu Werten von 180-0-40°
und 170-0-40° auf der rechten Seite (
Urk.
8/I/192 S. 7)
.
Diese Beeinträchtigungen sind durch die Entschädigung des künftigen
Arthrose
schadens
nicht voll
umfänglich abgedeckt, auch wenn sich
arthrotische
Ver
ände
rungen erfahrungsgemäss ebenfalls in Einschränkungen in der Beweg
lichkeit niederschlagen. Es erscheint daher als angezeigt, für die Bemessung des Integri
tätsschadens aufgrund der Schulterverletzung
zusätzlich zur
Tabelle 5
der Suva-Richtwerte
die Tabelle 1 («Integritätsschaden bei Funktionsstö
r
ungen an den oberen Extremitäten») heranziehen
.
6.3.2
In der Tabelle 1 der Suva-Richtwerte ist der Integritätsschaden aufgrund der Reduktion der Beweglichkeit der Schulter auf ein Ausmass bis zur Horizontalen mit 15
%
und auf ein Ausmass bis 30° über der Horizontalen mit 10
%
bewertet.
Mit der
Begrenzung
der
Abduktion des linken Armes
auf die
Höhe von
120°
erreicht der Beschwerdeführer gerade die Grenze, bis zu der ein 10%iger Integri
täts
s
chaden anzunehmen ist (30° über der Horizontalen von 90°), mit der
Begren
zung
der E
levation auf die
Höhe von 130° liegt er leicht darüber (40° über der Horizontalen von 90°). Die Beweglichkeitseinschränkung ist somit gesamthaft betrachtet etwas geringer als die Einschränkung, die nach der Tabelle 1 zu einem Integritätsschaden von 10
%
führen würde.
Da die Tabelle jedoch nicht statuiert, dass Beweglichkeitseinschränkungen geringeren Ausmasses mit 0
%
zu bewerten sind, rechtfertigt es sich, im vorliegenden Fall
eine
Erhöhung des I
ntegritäts
schaden
s um
7,5
%
aufgrund der reduzierten Schulterbeweglichke
it vorzu
nehmen
.
6.4
Der Integritätsschaden aufgrund der Schulterverletzung ist daher von 5
%
um
7,5
%
auf
12,5
%
zu erhöhen.
6.5
6.5.1
Im Vorfeld der Festlegung der Integritätsentschädigung gelangte die Beschwer
de
gegnerin zudem
mit Schreiben vom 2
6.
A
pril 2017 (
Urk.
8/I/264)
an
Dr.
K._
mit der Frage
nach den Integritätsschäden aufgrund der Unfälle der Jahr
e
1997 (Beinfraktur rechts mit anschliessenden Kniebeschwerden) und 2008 (Verletzung am linken Zeigefinger)
.
Diese Frage
war
gerechtfertigt, denn gemäss der zutreffenden Sichtweise im Schreiben vom 2
6.
April 2017 ist gestützt auf
Art.
36
Abs.
3
UVV
eine nach
träg
liche Berücksichtigung derjenigen Integritätsschäden aus den früheren Unfällen vorzunehmen, die damals für sich allein den Schwellenwert von 5
%
nicht erreichten (vgl.
Ziff.
1
Abs.
3
des Anhangs
3
zur UVV
).
Eine schriftliche Ant
wort von
Dr.
K._
ist nicht dokumentiert;
m
it den nachfolgenden Überlegungen erübrigt es sich indessen, nochmals an
Dr.
K._
zu gelangen.
6.5.2
In Bezug auf die Beinverletzung des Jahres 1997 hielt
Dr.
Z._
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom November 2003 zwar fest, die
Erheblichkeits
grenze
zur Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung werde nicht erreicht (Urk.
8/III/24 S. 3), was Spielraum für die Annahme eines Integritätsschadens lässt, der zwar unter 5
%
, aber über 0
%
liegt. Das Kantonsspital
Y._
hatte allerdings kurz vorher im Bericht vom 1
3.
Oktober 2003
radiologisch eine
Femoropatellar
arthrose
, eine Kniearthrose und eine Arthrose des oberen Sprung
gelenks ausdrücklich verneint (
Urk.
8/III/22 S. 13). Damit ist
ein Integritäts
schaden nach der Tabelle 5 der Suva-Richtwerte gänzlich zu verneinen; eine schadensbegründende Gelenkresektion oder
Arthrodese
wie im Falle des AC
Gelenks wurde im Kniegelenk oder in einem Fussgelenk nicht durchgeführt.
Gleichermassen ist in Bezug auf den im Jahr 2008 verletzten linken Zeigefinger von ein
em
Integritätsschaden von 0
%
auszugehen; PD
Dr.
D._
wies im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 1
0.
Dezember 2009 darauf hin, dass der Verlust der Endphalanx des Zeigefingers gemäss der Tabelle 3 der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten») mit 0
%
zu veranschlagen ist (
Urk.
8/II/55 S. 5).
6.5.3
Damit resultieren aus den unfallbedingten Verletzungen der Jahre 1997 und 2008 keine Integritätsschäden, die in Anwendung von
Art.
36
Abs.
3 UVV zum Integritäts
s
chaden aufgrund der Schulterverletzung zu addieren wären.
6.6
S
oweit der Beschwerdeführer
schliesslich
im vorliegenden Verfahren
auf eine mögliche Zunahme der
im Jahr 2016 als leicht befundenen
Coxarthrose
hin
wei
sen liess
(
Urk.
1 S. 9 f.)
,
so sind für die Bemessung des Integritätsschadens die Verhältnisse zur Zeit der Anspruchsentstehung massgebend,
vorliegendenfalls
also die Verhältnisse am
1.
April 2017, und eine Revision kommt aufgrund der Regelung in
Art.
36
Abs.
4 UVV
nur unter eingeschränkten, hier nicht zur Diskussion stehenden Bedingungen
in Betracht. D
a indessen in der Tabelle 5 der Suva-Richtwerte ein Integritätsschaden erst ab einer Arthrose mässiger Ausprä
gung angenommen wird,
wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte (
Urk.
2 S. 7),
entfällt ein Integritätsschaden aufgrund der
Coxarthrose
ebenfalls, und es muss daher nicht beantwortet werden, ob die
Coxarthrose
überhaupt unfallkausal ist, was
Dr.
Z._
im Jahr 2003 verneint hatte (
Urk.
8/III/24 S. 2).
Das Gleiche gilt hinsichtlich der Unfallkausalität der K
opf- und Nackenbeschwerden;
Befunde
von solch
geri
ngem Ausprägungsgrad, wie sie Dr.
L._
im Bericht
vom 30. August 2016
beschrieb
(
Urk. 8/I/179 S. 2)
,
können unter keinen Richt
wert der Suva-Tabellen subsumiert werden.
7.
Zusammengefasst ist die Beschwerde in Bezug auf den Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 35
%
abzu
weisen. In Bezug auf den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ist die Beschwerde gutzuheissen, und dem Beschwerdeführer ist eine Integritäts
ent
schädigung aufgrund eines Integritätsschadens von
12,5
%
zuzu
sprechen.
8.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden
Ersatz der Parteikosten, die oh
ne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Beschwerdeführer obsiegt in Bezug auf die Integritätsentschädigung, unte
r
liegt hingegen in Bezug auf di
e Invalidenrente. Die Bedeutung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung ist geringfügiger als diejenige
des Anspruchs auf eine höhere Invalidenrente. Es rechtfertigt sich daher, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung in der Höhe von rund einem Viertel seiner Auf
wendungen zuzusprechen, was zu einem
Ent
schädigungsbetrag von
Fr.
850.
-
(inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) führt.