# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 97b54845-bbbf-4739-85dc-3084e8f5e328
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
Übertretung von Verkehrsvorschriften
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. April 2015 (GC150040)
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1. Mit Urteil vom 29. April 2015 sprach das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht, den Beschuldigten der mehrfachen Missachtung eines richterlichen Verbots
schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 250.-- (Urk. 30). Das genannte
Urteil wurde dem Beschuldigten im Anschluss an die Hauptverhandlung vom
29. April 2015 mündlich eröffnet und schriftlich im Dispositiv übergeben (Prot. I
S. 12). In Ziffer 7 des Urteilsdispositiv findet sich die Rechtsmittelbelehrung. Darin
werden die Formalitäten zur Erhebung der Berufung gemäss den gesetzlichen
Vorgaben von Art. 399 StPO korrekt und verständlich aufgeführt (Urk. 21).
2. Gemäss Art. 384 lit. a StPO beginnt die Rechtsmittelfrist im Falle eines Urteils mit der Aushändigung oder Zustellung des schriftlichen Dispositivs zu laufen. Die
Frist zur Einreichung der Berufungsanmeldung beträgt gemäss Art. 399 Abs. 1
StPO 10 Tage und dauerte somit im vorliegenden Fall bis am 11. Mai 2015
(Art. 90 StPO).
3. Der Beschuldigte ersuchte die Vorinstanz am 8. Mai 2015 um Zustellung eines begründeten Urteils (Urk. 23). Ein solches hat das Gericht einer Partei auf ihr
Verlangen hin gestützt auf Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO zuzustellen. Die Vorinstanz
kam dieser Pflicht nach und stellte dem Beschuldigten am 8. Juli 2015 das
begründete Urteil zu (Urk. 26/2). An dieser Stelle sei angemerkt, dass das
Begehrung um nachträgliche Zustellung eines begründeten Urteils keine
Berufungsanmeldung im Sinne von Art. 399 Abs. 1 StPO darstellt. Ein solcher
Inhalt liesse sich der Eingabe vom 8. Mai 2015 zudem auch nicht sinngemäss
entnehmen.
4. Mit Schreiben vom 15. Juli 2015 meldete der Beschuldigte beim Bezirksgericht Zürich die Berufung gegen das Urteil vom 29. April 2015 an (Urk. 29). Diese
Berufungsanmeldung erfolgte, nachdem die entsprechende Frist bereits am
11. Mai 2015 zu Ende gegangen war, offensichtlich verspätet. Die fristgemässe
Einreichung der Berufungsanmeldung stellt indessen eine Gültigkeitsvoraus-
setzung für das Eintreten auf die Berufung dar. Nachdem bei offensichtlicher
Unzulässigkeit des Rechtsmittels praxisgemäss auf die Einholung von
Stellungnahmen der Parteien im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet
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werden kann (vgl. ZR 110/2011 Nr. 69), ist auf die Berufung des Beschuldigten
gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO nicht einzutreten.
5. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel des
Beschuldigten kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem
Beschuldigten sind somit die Kosten für das Berufungsverfahren aufzuerlegen.
Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.-- festzusetzen.

## Considerations