# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2073b4b8-e311-4b6d-9362-e43043e6b43f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ wurde am _1949 in O.1_/Grossbritannien geboren. Gemäss seinen Angaben ist er Direktor verschiedener Gesellschaften und befindet sich im Rentnerstand. Nebenbei führt Y._ das Sekretariat des Club C._ und ist dessen Chief Executive. Er ist verheiratet und wohnt in O.2_/Grossbritannien. Zu seinen finanziellen Verhältnissen hat er keine Angaben gemacht.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist Y._ nicht verzeichnet.
B. Am Freitag, 25. Januar 2008, ereignete sich während den "Z." auf der Skeletonbahn "A._" in O.3_ ein Sportunfall, bei dem sich X._ eine schwere Verletzung am rechten Bein zuzog.
C. Zur Abklärung der Unfalldynamik und eines allfälligen strafrechtlichen Verschuldens Dritter an diesem Ereignis eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 2. April 2008 eine Strafuntersuchung betreffend "O.3_: Skeletonschlitten-Unfall zum Nachteil von X._."
D. Mit Verfügung vom 23. November 2009 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Verfahren ein. Dagegen liess der Geschädigte strafrechtliche Beschwerde erheben, welche vom Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 3. März 2010 abgewiesen wurde. Die von X._ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 24. Februar 2011 gut. Es hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden zurück. In der Folge hiess das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 23. März 2011 die Beschwerde des Geschädigten gut, hob die angefochtene Einstellungsverfügung auf und wies die Sache zur Beweisergänzung und neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück.
E. Nach Ergänzung und Weiterführung der Strafuntersuchung gegen Y._ als Beschuldigten ab Februar 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden am 7. Januar 2013 unter Hinweis auf ihre Ausführungen im Schlussbericht Anklage gegen Y._ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB. Gemäss Darstellung in der Anklageschrift vom 7. Januar 2013 liegt dem Strafverfahren gegen Y._ folgender Sachverhalt zugrunde:
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"Am 25. Januar 2008, um 09.40 Uhr, befuhr X._ die Skeletonbahn A._, Gemeindegebiet O.3_. Dabei wurde ausgangs der Kurve "B._" sein Schlitten instabil und kollidierte vorerst mit der rechten, dann mit der linken und erneut mit der rechten Seitenwand der anschliessenden Geraden des Eiskanals. Dadurch wurde der rechte Unterschenkel des Fahrers X._ über den oberen Rand der rechten Seitenwand geschleudert, wo er an einen der zwischen 10 und 12 cm vom Innenrand der Seitenwand entfernt angebrachten Holzpfosten der Sonnensegel prallte. Durch den Aufprall auf den nicht gepolsterten Vierkantpfosten wurde dem Fahrer der rechte Fuss oberhalb des Fussknöchels abgetrennt.
Y._ war im Winter 2007/08 Sekretär und Chief Executive des Club C._. In dieser Funktion war er für den gesamten Betrieb auf der A._-Bahn zuständig. Unter anderem oblag es ihm, jeweils nach Konsultation der Bahnbauer und des Subkomitees für Sicherheit, am Anfang der Saison zu entscheiden, ob die Bahn zur Benützung freigegeben werden konnte. Das tat er auch am 20. Dezember 2007, nachdem er gemeinsam mit den Mitgliedern der erwähnten Kommission die Bahn zu Fuss abgelaufen war und diese auf ihre Betriebstauglichkeit und Sicherheit kontrolliert hatte. Dabei hatte er Kenntnis davon, dass die scharfkantigen Vierkantpfosten der Sonnensegel an der Bahn im Bereich unterhalb der Kurve "B._" nur wenige Zentimeter vom inneren Bahnrand entfernt angebracht und nicht gepolstert waren. Trotzdem und obgleich er selbst als Benutzer des A._ wusste, dass es ausgangs von Kurven zu Touchen mit den Seitenwänden und in der Folge davon dazu kommen konnte, dass Gliedmassen über die Seitenwände gehoben und an die Pfosten geschleudert werden konnten, unterliess er es pflichtwidrig dafür besorgt zu sein, dass diese Pfosten genügend weit von der Wandinnenseite zurückversetzt wurden, um einen Kontakt mit Körperteilen zu verhindern. Bei Anwendung der notwendigen Sorgfalt wäre es für ihn erkennbar gewesen, dass diese zur Befestigung der Sonnensegel im Seitenbankett zu nahe an der Bahn eingelassenen ungeschützten Vierkanthölzer eine Gefahr für die Sicherheit und Gesundheit der Fahrer darstellten, was letztlich dazu führte, dass X._ an einem dieser Pfosten seinen Fuss verlor."
F. Mit Entscheid des Bezirksgerichts Maloja vom 15. April 2013 wurde der Geschädigte als Privatkläger sowohl im Straf- wie auch im Zivilpunkt zugelassen. Eine von Y._ dagegen erhobene Beschwerde hat das Kantonsgericht von Graubünden mit rechtskräftigem Beschluss vom 13. September 2013 teilweise gutgeheissen und X._ im Strafpunkt, nicht aber im Zivilpunkt, als Privatkläger im Hauptverfahren betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung zugelassen.
G. Anlässlich des Augenscheins auf dem "A._" am 11. Februar 2013 hat die Vorinstanz unter Führung von D._ vom Club C._ die für den
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konkreten Fall relevanten Stellen der Bahn besichtigt und dabei auch einige Fahrer beim Herunterfahren des Runs beobachtet.
H. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja am 1. April 2014 waren Y._ mit seiner Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. Yvona Griesser, sowie der Privatkläger X._ mit seinem Vertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Nikolaus Tamm, anwesend.
Die Staatsanwaltschaft Graubünden, welche darauf verzichtete, die Anklage mündlich zu vertreten, stellte gemäss Anklageschrift unter Hinweis auf ihre rechtlichen Erwägungen im Schlussbericht folgende Anträge:
"1. Y._ sei schuldig zu sprechen der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB.
2. Dafür sei er zu verurteilen:
 Zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 100.00. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
 Zur Bezahlung einer Busse von CHF 1'000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche."
Der Rechtsvertreter von X._ stellte in seinem Vortrag die folgenden Anträge:
„1. Es sei der Anklage zu folgen und Y._ der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig zu sprechen.
2. Falls das Gericht wider Erwarten zum Schluss kommen sollte, dass es für den Ausgang des Verfahrens auf Ursache und Hergang des Unfalles ankommen kann, sei die Hauptverhandlung auszustellen und ein gerichtliches Gutachten einzuholen.
Dem Privatkläger seien keine Verfahrenskosten und Parteientschädigungen bezüglich der Zivilklage aufzuerlegen.
3. Y._ sei zur Bezahlung der im Vor- und Hauptverfahren entstandenen Vertretungskosten zu verurteilen (Parteientschädigung).“
Demgegenüber beantragte die Verteidigerin in ihrem Plädoyer was folgt:
„1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung freizusprechen.
2. Die Kosten der Strafuntersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
3. Der Beschuldigte sei für Umtriebe im Strafverfahren angemessen (gemäss eingereichtem Leistungsjournal) aus der Staatskasse (eventuell vom Privatkläger) zu entschädigen.“
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I. Das Bezirksgericht Maloja erkannte mit Urteil vom 1. April 2014, im Dispositiv mitgeteilt am 2. April 2014, schriftlich begründet mitgeteilt am 18. September 2014, wie folgt:
"1. Y._ wird vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB freigesprochen.
2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
 Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 3'825.00
 Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 351.00
 Gerichtsgebühr CHF 4'000.00
Total CHF 8'176.00
werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 4'176.00 zulasten des Kantons Graubünden und CHF 4'000.00 zulasten des Bezirksgerichtes Maloja.
3. Y._ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung zulasten des Bezirksgerichtes Maloja von pauschal CHF 15'000.00 inkl. MwSt. und Spesen zugesprochen.

## Considerations