# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a848c733-99d1-498c-834a-7868597127df
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der
1959 geborene
X._
meldete sich am
3.
Juli 2008 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/7). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle
nebst einem
Auszug aus
dem indi
viduellen Konto (
Urk.
7/12) die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
7/14) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/13) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/17, 7/21 und 7/24)
. Zusätzlich liess sie den Versicherten im Juni 2009 von den Ärzten der
Medas
Y._
begut
achten (Expertise vom 2
1.
Oktober 2009 [Urk. 7/32]). In der Folge auferlegte die Verwaltung
X._
eine Schadenminderungspflicht unter dem Hin
weis, dass
gemäss ihren Abklärungen die Arbeitsfähigkeit durch einen Opiat-Entzug und eine Schmerzmittelreduktion verbessert werden könne. Man erwarte, dass sich der Versicherte einer entsprechenden Behandlung unterziehe und werde dies im Rahmen des laufenden Abklärungsverfahrens überprüfen (Mitteilung vom
4.
Dezember 2009 [
Urk.
7/33]). Am
8.
Dezember 2009 teilte die an der
Z._
tätige
Dr.
med.
A._
,
Fach
ärztin
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
mit, der Versicherte nehme keine Opioide mehr ein und die Schmerzmedikation sei auf ein Minimum redu
ziert worden (
Urk.
7/36; vgl. auch
Urk.
7/38).
Gestützt darauf erachtete die IV
Stelle die Schadenminderungspflicht als weitgehend erfüllt und verlangte
während der nächsten sechs Monate
eine fortbestehende ärztliche Begleitung zur Unterstützung bei der
Opioidabstinenz
(Mitteilung vom
6.
Januar 2010 [
Urk.
7/40]), worauf
Dr.
A._
die Weiterbehandlung des Versicherten bestätigte (
Urk.
7/41 und
Urk.
7/43).
Nachdem die Verwaltung weitere Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt hatte (
Urk.
7/54-55, 7/58 und 7/
59/6
), hielt sie eine Verlaufsbegutachtung für angezeigt (
Urk.
7/61). Die Experten der
Medas
Y._
erstatteten daraufhin ihr Gutachten am
6.
Oktober 2011 (
Urk.
7/71).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/84) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1
9.
September 2012 eine vom
1.
Februar bis am 3
1.
Dezember 2009 befristete ganze Rente der Invalidenversi
cherung zu (
Urk.
7/102 und Urk. 7/106 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 19. Oktober 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm vom 20. Februar bis am 31. Dezember 2009 eine ganze Rente, vom 1. Januar 2010 bis am 30. November 2011 eine
Viertelsrente
und ab 1. Dezember 2011 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen; eventuell sei das Gutachten der
Medas
Y._
vom 6. Oktober 2011 zu ergänzen (Urk. 1
S. 2
). Mit
Beschwerde
antwort
vom 23. November 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 27. November 2012 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der
Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8).
Mit Beschluss vom 1
7.
Januar 2014 setzte das hiesige Gericht dem Beschwerdeführer Frist an, um zu der in Betracht gezogenen Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen (
Urk.
9). Mit Eingabe vom 1
1.
Februar 2014 hielt der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde fest (
Urk.
11).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
1.4
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts begründet
M
edikamenten
ab
hängigkeit
(wie auch Alkoholismus und Drogensucht)
für sich allein keine Inva
lidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird sie
invalidenversi
che
rungsrechtlich
erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlic
her, geistiger oder psychi
scher,
die Erwerbs
fähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn die
Abhängigkeit selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesund
heitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_158/2010 vom 2
9.
Juni 2010 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die befristete
Rentenzusprache
– unter Hin
weis auf die beiden Gutachten der
Medas
Y._
vom 2
1.
Oktober 2009 und
6.
Oktober 2011 (
Urk.
7/32 und
Urk.
7/71) – damit, von Februar 2009 (Ablauf der Wartezeit) bis September 2009 sei dem Beschwerdeführer die Aus
übung der bisherigen Tätigkeit nicht zumutbar gewesen,
weshalb für diese Zeit respektive bis Ende Dezember 2009 (
vgl.
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVV]) Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Für die Zeit danach sei gestützt auf die ursprüngliche Beurtei
lung der
Medas
-Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in der bisherigen und in einer leidensangepassten Tätigkeit
ausgewiesen. Denn die in der
Ver
laufsbegutachtung
diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung begründe als solche noch keine Invalidität und die Voraussetzungen für die Annahme einer ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit des Schmerzsyndroms seien nicht gegeben
. Nach Durchführung eines Prozentvergleichs resultiere ein
rentenausschliessen
der
Invaliditätsgrad von 30
%
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
gestützt auf die beiden
Medas
-Gutachten sei von einer anfänglichen 30%igen Arbeits
unfähigkeit auszugehen, die sich im Laufe der Zeit auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
erhöht habe.
Die vom psychiatrischen Experten gestellte Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung respektive deren Folgen seien mit keiner zumutbaren Willensanstrengung überwindbar.
Bei der Ermittlung des
Invali
deneinkommens
sei mit Blick auf die – angesichts seines Alters und seiner während mehr als sechs Jahren nicht me
hr ausgeübte
n
Erwerbstätigkeit
– zu erwartende Lohnminderung und den ausgewiesenen Lohnnachteil von Teilzeit arbeitenden Männern ein leidensbedingter Abzug von 25
%
gerechtfertigt (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Oberärztin am
C._
, Klinik für Rheuma
tologie und Rehabilitation, nannte am
3.
Oktober 2008 (
Urk.
7/17
/7-10
) fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
Nicht klassifizierbare entzündliche Systemerkrankung (Erstdiagnose No
vember 2006)
Differentialdiagnose: beginnende
seronegative
rheumatoide A
rthritis, M. Still
Rheumafaktor und CCP-Antikörper negativ,
antinukleärer
Antikörper negativ (Mai 2008)
Synovitis
Carpus
links, fragliche
erosive
Veränderung
Metacarpopha
langealgelenk
(MCP) II und III links (MRI Hände vom 3
0.
Juni 2008)
Szintigrafisch
Hyperämie MCP I, II, III und V beidseits sowie Handge
lenke und Handwurzel beidseits (Mai 2008)
Methotrexattherapie
20 mg subkutan (Januar 2006 bis Februar 2008)
sistiert bei klinischer Remission Februar 2008
Wiederbeginn ab
3.
Juli 2008, 25 mg subkutan bei Arthralgien und mil
den
Synovitiden
(MCP)
erstmaliger Schub November 2006 mit
Polyarthralgien, Tendovaginitis Extensor
pollicis
Sehne beidseits
reaktiver Organbeteiligung (
Splenomegalie
, reaktive Hepatitis, Niere mit leichter
Proteinurie
)
intermittierendem Fieber mit flüchtigen Hauteffloreszenzen
Schmerzverarbeitungsstörung,
Somatisierungsstörung
Chronische Unterschenkelschmerzen beidseits seit Dezember 2006
Differentialdiagnose:
restless
legs
MRI Unterschenkel
bland
Februar 2007
Elektroneurographie unauffällig ohne Hinweise für Polyneuropathie (
Dr.
D._
November 2007)
Ohne Einfluss auf di
e Arbeitsfähigkeit beurteilte sie
folgende Diagnosen (S. 2):
Unklare
Thoraxschmerzen
u
nauffällige Koronarangiografie am 1
8.
August 2008
Differentialdiagnose: im Rahmen von Diagnose 1,
Oesophagusspas
men
, idiopathisch
p
ostinterventioneller
Inguinalabszess
rechts
Nachweis von Staphylokokkus
aureus
Kontaktekzem Hände beidseits
dishydriformes
Ekzem Hände beidseits, oberes Sprunggelenk und Ellbo
gen
Steatosis
hepatis
bei Adipositas (BMI 31 kg/m
2
)
Nikotinabusus
ca. 25
py
Gestörte
Glucosetoleranz
unter Steroiden
Dr.
B._
berichtete von einer beim Beschwerdeführer bestehenden entzündlichen Gelenkserkrankung der Finger-, Hand-, Sprung- sowie Kniege
lenke. Die Krankheitsaktivität sei mi
t einer Basistherapie
bis Februar 2008 gut unter Kontrolle gewesen. Bei gutem Verlauf sei auf die Weiterführung der Behandlung verzichtet worden
bis
es zu einem erneuten Schub mit
Gelenks
schmerzen
gekommen
sei
.
Nach Wiederaufnahme der
Behandlung erhoffe sie sich in ein bis zwei Monaten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit. Momentan sei der Beschwerdeführer 100
%
arbeitsunfähig. Sie könne zudem eine
Schmerzchronifizierung
mit einer
Selbst
limitierung
beobachten und es bestehe zwischen der objektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte und der subjektiven Beur
teilung derselben durch den Beschwerdeführer eine Diskrepanz
(S. 1).
Zwei Monate zuvor
hatte
ein im
C._
durchgeführtes psychiatri
sches Konsilium
ergeben
, dass der Beschwerdeführer die von der entzündlichen Systemkrankheit (M. Still) stammenden Beschwerden im Rahmen eines
Somati
sierungssyndroms
wahrscheinlich erheblich
aggraviere
. Es bestehe zudem der Verdacht auf ein Rentenbegehren (Bericht vom 1
2.
September 2008 [
Urk.
7/21/11-15 S. 5).
3.2
Dr.
med.
E._
, Praktischer Arzt FMH, stellte am 1
2.
November 2008
(Urk. 7/21/2-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Nicht klassifizierbare entzündliche Systemerkrankung (Erstdiagnose November 2006; für detaillierte Angaben sie
h
e beiliegende Berichte)
Chronische Unterschenkelschmerzen beidseits seit Dezember 2006
Unklare
Thoraxschmerzen
August 2008
Postinterventioneller
Inguinalabszess
rechts
Angst- und Panikstörung
Kontaktekzem Hände
Steatosis
hepati
s
bei Adipositas
Nikotinabusus
ca. 25
py
Adipositas
Gestörte Glukosetoleranz unter Steroiden
Dem Bericht von
Dr.
E._
kann entnommen werden, dass der Beschwerde
führer unter diffusen Schmerzen gelenksbetont leidet (
Ziff.
3.3
). Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ging im weiteren Verlauf von einer min
destens 40%igen Arbeitsfähigkeit aus (
Ziff.
5.2
).
3.3
Dr.
A._
diagnostizierte am 1
9.
Dezember 2008 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Angst- und Panikstörung gemischt (ICD-10 F41.0).
Sie berichtete von einem bewusstseinsklaren und allseits orientierten Versicherten. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit seien deutlich vermindert. Inhaltlich sei er auf seine jetzige Lebenssituation, seine verschiedenen somati
schen Beschwerden, seine Angstzustände und Panikattacken eingeengt. Sie attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/24/1-4).
3.4
V
on den Kardiologen des
C._
und
Dr.
med.
D._
,
Fach
ärztin
FMH für Neurologie, durchgeführte Untersuchungen ergaben keine Hin
weise auf kardial-ischämisch (
Urk.
7/21/20-21) respektive neurologisch bedingte Beschwerden (
Urk.
7/21/22-23).
3.5
Gestützt auf die Ergebnisse der im Juni 2009 durchgeführten internistischen, rheumatologischen, dermatologischen und psychiatrischen Untersuchung
en
(Gutachten vom 2
1.
Oktober 2009
[
Urk.
7/32]) stellten die
Gutachter
der
Medas
Y._
folgende sich auf die Arbeitsfäh
igkeit auswirkende Diagnose (S.
28 f.):
Hypochondrische Störung
Beschwerden überlagert durch eine Schmerzkrankheit nicht organi
schen Ursprungs
iatrogene
Opioid-Abhängigkeit
Verdacht auf komplexes Medikament
en-Nebenwirkungssyndrom bei
einer Kombination von mehreren Antirheumatika, einem Opiat, einem Opioid und einem Antidepressivum
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diagnosen (S. 29):
Anamne
s
tisch Status nach nicht klassifizierbarer Autoimmunerkrankung (Diagnose
C._
[2
7.
Dezember 2006
]
)
a
ktuell in den letzten Verlaufskontrollen ohne systemische
Entzün
dungszeichen
(unter
Methotrexat
-Therapie)
Chronisches Ekzem, wahrscheinlich endogen (intrinsisch), Differential
diag
nose: zusätzliches
seborrhoisches
Ekzem
nachgewiesene Kontaktallergie auf
Kaliumdichromat
Unklare, bereits länger nachweisbare Erhöhung der Leberwerte, Aus
schluss einer chronischen Hepatitis und eines chronischen
Äthylüber
konsums
; Differentialdiagnose: medikamentös
-
toxisch?
Nikotinabusus
(ein Paket Zigaretten pro Tag/25py)
Adipositas (164.5 cm / 87 kg / BMI 32.5)
Anamnestisch chronischer Tinnitus
Status nach Koronarangiographie am 1
6.
August 2008 (ohne Befund),
postinterventioneller
Inguinalabszess
recht
s
, En
t
lastungseingriff
Status nach
Colonoskopie
am
9.
Februar 2009 mit Entfernung von sechs kleinen
sessilen
, tubulären respektive hyperplastischen
Colonpolypen
Die internistische Untersuchung habe – so
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin – das Bild
eines
50-jährigen, etwas älter wirkenden Versicherten ergeben. Dieser leide an einem diffusen Schmerzsyndrom der Weichteile an beiden Armen und Beinen. Das Becken und die Schultern würden keinen Schiefstand aufweisen und die Wirbelsäule sei normal geformt. An Nacken und Schulter bestehe ein
Mastoid
-Druckschmerz und alle Endphasen der Bewegungen seien schmerzhaft.
An den Fingergelenken seien keine Arthri
tiden beobachtbar. Die Lendenwirbelsäule, das
Iliosakralgelenk
und die
Trochan
teren
seien diffus
druckdolent
(S. 22).
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Dermatologie und Venerologie, berichtete in ihrem dermatologischen Fachgutachten, der Beschwerdeführer leide an einem chronischen Ekzem, das wahrscheinlich endogen bedingt sei. Die neu aufgetre
tenen Hautveränderungen im Gesicht und am Oberkörper könnten einem
Pityrosporon-getriggerten
endogenen Ekzem entsprechen. Der Beschwerdeführer leide zudem unter einer Kontaktallergie auf
Kaliumdichromat
. Aus dermatolo
gischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen.
Die Gutachterin
empfahl bei Wiederaufnahme der Arbeit das Tragen eines Hautschutzes an den Händen und eine Verbesserung der regelmässigen Haut
pflege (S. 24 und S. 44 f.).
Dem rheumatologischen Teil
gutachten von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Rheumatologie sowie Physikalische Medizin und Rehabilitation, kann entnom
men werden,
dass
der Beschwerdeführer
während der Untersuchung ein bizarr anmutendes Schmerzverhalten mit Hyperventilationszeichen, Stöhnen und gro
tesken Ausweichbewegungen gezeigt hat (S. 35). Dies widerspreche den funkti
onell unauffälligen Bewegungsabläufen bei Komplexfunktionen (Entkleiden, Lagewechsel, usw.).
Die generelle „Schmerzausweitung“ werde aktenmässig gut
durch die Berichte der behandelnden Rheumatologen und Psychiater
dokumen
tiert
.
Die Gelenke
– so der Gutachter weiter – seien
aktiv kaum untersuchbar
(S. 40)
.
Soweit untersuchbar würden sich keine Hinweise für eine funktionelle Einschränkung der Beweglichkeit am Bewegungsapparat und für objektiv fass
bare Manifestationen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung finden (S.
37).
Auffällig seien die Schmutzränder unter den Nägeln, besonders der rechten Hand, was im Widerspruch zum beschriebenen Alltagsablauf stehe.
Bei deutli
cher Schmerzüberzeichnung und fehlenden objektiven rheumatologischen Befunden könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Nicht nachvollzieh
bar sei die gleichzeitige medikamentöse Abgabe von verschiedenen Antirheu
matika (S. 40 f.).
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem psychiatrischen Gutachten
aus
,
die subjektiven Angaben des Beschwer
deführers seien in vielen Bereichen erstaunlich pauschal und widersprüchlich gewesen. Mit eindrücklicher emotionaler Intensität
habe
er Benachteiligungen, denen Ausländer ausgesetzt seien
, geschildert. Emotional sei er über weite Strecken in einer resignierten, dumpfen Haltung verharrt und nur vereinzelt habe er Freude gezeigt (S.
50
). Die charakteristischen Symptome von Angst und Panik, wie etwa spezifische Auslöser oder vegetative Reaktionen
,
hätten sich nicht in Erfahrung bringen lassen, sodass
sich
die von der behandelnden Psy
chiaterin gestellte Diagnose
einer Angst- und Panikstörung
nicht aufrecht erhalten lasse. Die
zu
d
iagnostizierende
hypochondrische Störung erlaube eine
Zusammenfassung des komplexen psychiatrischen Bildes unter einem Oberbe
griff.
Die
befundeten
aggressiven Persönlichkeitszüge w
ürden sich ohne Prob
leme mit dieser
Diagnose
vertragen
(S. 52)
.
Der Gutachter berichtete weiter, die ständige Beschäftigung
des Beschwerdeführers
mit sich und seinem Leiden und die ausschliessliche Fokussierung auf die Krankheit schmälere das Potenzial zur Verrichtung von Arbeit gegen Lohn. Eine Differenzierung der konkreten Ein
schränkungen lasse sich mi
t dem Beschwerdeführer nicht
ausarbeiten, weshalb es in Bezug auf seine Arbeitsfähigkeit bei einer groben Schätzung bleiben müsse.
Er erachte
die Ausübung der bisherigen wie auch einer
leidensange
passten
Tätigkeit
im Umfang von
70
%
für
zumutbar (S. 52 f.).
In ihrer
zusammenfassenden Beurteilung berichteten
die beteiligten Spezial
ärzte,
eine Autoimmunkrankheit habe weder serologisch noch radiologisch nachgewiesen werden können. Denkbar sei, dass ein „Status nach“ einer solchen Krankheit vorliege. Differentialdiagnostisch komme auch eine medikamentöse Nebenwirkung in Frage, was bei der verschriebenen Medikation nicht ganz unwahrscheinlich sei.
Denn der Beschwerdeführer nehme gleichzeitig drei von der Formel her verschiedene Antirheumatika ein, was nicht nachvollziehbar sei. Parallel dazu schlucke er Co-
Dafalgan
und
Tramaltropfen
. Er nehme daher zugleich ein Opiat und ein Opioid ein, was kontraindiziert sei und die
Opiatab
hängigkeit
fördere. Eine solche sei beim Beschwerdeführer auch beobachtbar. Festzuhalten sei, dass der Explorand unter einer für ihn gefährlichen
Poly
pharmazie
stehe,
dass sich bei ihm eine Abhängigkeit entwickelt habe und dass möglicherweise seine neuromuskulär präsentierten Erscheinungen ihre Grund
lage in den medikamentösen Nebenwirkungen finden
würden
(S. 24 f.). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter zusammenfassend aus, der Beschwerdeführer sei
seit
4.
September 2009 – dem Tag der gutachterlichen Schlussbesprechung –
in der bisherigen wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig. Es sei gut möglich, dass ein (grosser) Teil der Befindlichkeitsstörungen auf Nebenwirkungen der Medikation basiere
n würden
.
Somit müsse der Beschwerdeführer von den Opioiden und den Antirheumatika entzogen werden (S. 29 f.).
3.6
Dr.
A._
nannte am
3.
August 2010 (
Urk.
7/54/2-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Angst- und Panikstörung gemischt (ICD-10 F41.0)
Solitäres
papilläres
Urothelkarzinom
,
pTa
,
low
grade, Seitenwand links (Erstdiagnose)
Flächige unspezifische blasse Rötung Hinterwand rechts
Status nach Erysipel untere Extremität rechts
Rheumatoide Arthritis
Pruritische
Dermatose
Hereditäre
Hämochromatose
(Befund vom
9.
März 2010)
Sie
führte als ärztlicher Befund depressive Symptome
und Angstzustände wegen der Gesundheit und einer Krebserkrankung
auf und
bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.7
Dr.
E._
berichtete am 1
1.
November 2010 von einem unveränderten Gesund
heitszustand. Er führte aus, dass alle medizinischen Massnahmen ausgeschöpft seien. Der Beschwerdeführer sei aktuell in psychiatrischer Behandlung. Ange
sichts der physischen und psychischen Beschwerden bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
7/59 S. 6).
3.8
In ihrer Verlaufsbegutachtung vom
6.
Oktober 2011 (
Urk.
7/71) stellten die Gut
achter
Dres
.
F._
,
I._
,
H._
und
J._
, Rheumatologie FMH,
der
Medas
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
35):
Chronische Schmerzkrankheit im Sinne einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung/Fibromyalgie
volle Arbeitsfähigkeit aus Optik des Bewegungsapparates
nach wie vor keine Hinweise auf eine Autoimmun- oder entzündlich-rheumatische Erkrankung
persistierender und wahrscheinlich die Arbeitsfähigkeit mit
limitieren
der Opiatkonsum in der Form des Co-
Dafalgans
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (
Verbitte
rungssyndrom
, maligne Regression [ICD-10 F62.80])
Persistierende Opiatabhängigkeit
Den folgenden Diagnosen massen sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 35):
Dyshidrosiformes
Handekzem, wahrscheinlich kontaktallergisch mit Streu
ung
Differentialdiagnose:
pruriginöses
Ekzem, im Rahmen einer
Leber
patho
logie
, bei
atopischer
Diathese (Diagnose der Dermatologie des
K._
2010)
Status nach intensiven Abklärungen und Therapien
Diffuse Hepatopathie
erhöhte Trans
aminasen seit Jahren; Hepatitis-Serologien 2010 negativ
Autoantikörper 2010 negativ
Differentialdiagnose: im Rahmen des metabolen Syndroms; medika
mentös-toxisch
Metaboles Syndrom
Diabetes mellitus Typ II
arterielle Hypertonie
Adipositas (164 cm/88 kg/BMI 33)
Dyslipidämie
Urothelkarzinom
der Harnblase, nicht invasiver Tumor (
pTa
),
low
grade (solitär,
papillär
) der Seitenwand links (Erstdiagnose Juni 2010)
Status nach
transurethraler
Blasenresektion (TUR) und Status nach
Epi
rubicin-Installation
am 1
5.
September 2010
Urge
-Inkontinenz
Nikotinabusus
Tinnitus beidseits
Status nach Koronarangiographie am 1
6.
August 2008 (ohne Befund),
post
interventioneller
Inguinalabszess
rechts, Entlastungseingriff
Status nach
Kolonoskopie
am
9.
Februar 2009 mit Entfernung von sechs kleinen
sessilen
, tubulären respektive hyperplastischen Kolonpolypen
Dr.
H._
berichtete in seinem rheumatologischen Fachgutachten, der Beschwer
de
führer wirke im Vergleich zur Untersuchung vor zwei Jahren deut
lich koope
ra
tiver und freundlicher,
allerdings immer noch sehr
schmerzorien
tiert
. Die aktuell diagnostizierte Fibromyalgie stehe nicht im Widerspruch zur anlässlich der erstmaligen Begutachtu
ng gestellten Diagnose einer
chronischen
Schmerz
krankheit
. Die Funktionalität des Rückens und des per
ipheren Bewe
gungs
apparates sei
vollständig erhalten. Hinweise auf periphere Ausfälle oder eine relevante muskuläre
Dekonditionierung
bestünden keine. Aus rheumatolo
gischer Sicht schränke das chronische Schmerzsyndrom die Arbeitsfäh
igkeit nicht ein. Der Gutachter empfahl
,
auf die Wiedereinnahme von Opiaten
und
die Durchführung von
interventionellen
Eingriffen
zu verzichten
. Ein erneuter medizinischer „Abklärungsrundumschlag“ würde die
Chronifizierung
der Beschwerden möglicherweise weiter unterhalten (
Urk.
7/72 S. 5 f.).
Dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
I._
kann entnommen werden,
dass sich die hypochondrische Störung zwischenzeitlich zu einer
somatoformen
Schmerzstörung entwickelt hat. Das Farbige und Lebhafte, das hypochondri
sche
n
Klagen eigen sei, habe
beim Beschwerdeführer
in den vergangenen Jahren einem Zustand der Resi
gnation und
Verbitterung Platz gemach
t. Die konsequente Fokussierung
seines ganzen Denkens auf die Krankheitsprozesse,
die immer zahlreicher und
komplexer würden, würde einen fatal
en Kreislauf in Gang setzen, dem
er sich
aller Wahrscheinlichkeit nach zukünftig nicht mehr entziehen könne. Es sei praktisch undenkbar – so der Gutachter
weiter –
, dass der Explorand jemals wieder Lohnarbeit leisten werde. Zur Prüfung der Rele
vanz der Schmerzstörung verwies er auf die s
ogenannten „Foerster-Kriterien“ und führte aus, o
b eine psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vorliege, sei Ermessenssache. Er
tendiere dazu, dieses Kriterium als erfüllt zu betrachten. Das
Verbitterungssyn
drom
sei
aber
keine psychia
trische Diagnose und der ICD-10-
Schlüssel enthalte
dazu
keine weiteren, hilfreichen Ausführungen.
Bei den restlichen Kriterien seien viele Teilaspekte erfüllt, wobei auch soziokulturelle Faktoren in relevanter Art und Weise mitspielen würden. Der Beschwerdeführer
habe sich immer über seine Arbeit definiert. Gleichzeitig habe er darauf hingewiesen, dass 30 Jahre Berufstätigkeit genug seien.
Im Vergleich zur ursprünglichen Begutachtung sei aus psychiatrischer Sicht eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit auf 50
%
anzunehmen (
Urk.
7/73 S. 4 ff.).
Zusammenfassend führten die beteiligten Spezialärzte aus, der Beschwerde
führer sei zwar vom Opioid
Tramal
entzogen worden,
zugleich
nehme er aber weiterhin Co-
Dafalgan
ein, das ein Opiat enthalte. Er müsse darum weiterhin als opiatabhängig bezeichnet werden
(
Urk.
7/71 S. 31)
.
Differentialdiagnostisch könne
man die vom Beschwerdeführer geschilderte Symptomatik – die vielen diffusen Beschwerden, die Resignation und die Antriebslosigkeit – auch der kontinuierlichen Einnahme des Opiats zuschreiben. Es sei deshalb ein
Opiatent
zug
zu empfehlen. In Bezug auf die Hepatopathie legten sie dar, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich ein eindeutiges metabolisches Syndrom ent
wickelt habe, weshalb eine vorbestehende Fettleber höchstwahrscheinlich für die Transaminasenerhöhung verantwortlich sei.
D
ie Gutachter erachteten
zudem die Einnahme der beiden Medikamente
Dafalgan
und
Voltaren als deutlich kontraindiziert.
Zur Behandlung der Schmerzkrankheit schlugen sie vor, das Medikament
Crestor
abzusetzen und die Schmerzsituation zu beobachten. Denn beim Beschwerdeführer sei es wichtig, die Medikation
angesichts der
potentiel
len Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Eine der wichtigsten the
rapeutischen Massnahmen
sei
zudem eine drastische Gewichtsreduktion
. Sie bescheinigten dem Beschwerdeführer
ab 2
3.
September 2011, und damit ab dem Tag der Schlussbesprechung,
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
(
Urk.
7/71 S. 33 f.).
3.9
Die am
L._
tätigen Ärzte nannten
am 23. September 2011 (
Urk.
7/94) folgende Diagnosen (S. 1):
Wide
spread
pain
, mit Schmerzschwerpunkten über den Schultern, dem Gesäss und im Bereich der unteren Extremitäten (ICD-10 R52.1)
Verdacht auf
pruritische
Dermatose (ICD-10 L98.9)
Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
Nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-II-Diabetes) ohne Kompli
kationen (ICD-10 E11.9)
Verdacht auf
seronegative
chronische Polyarthritis (Erstdiagnose 2007 [ICD-10 M06.0])
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die betreffenden Ärzte führten aus, weder aus anästhesiologischer noch aus neurologischer Sicht sei ein die Schmerzbilder erklärendes Korrelat erkennbar gewesen. Angesichts des orthopädischen Untersuchungsbefundes könne aktuell nicht von einer strukturellen Beeinträchtigung des Bewegungsapparates ausge
gangen werden. Auffällig sei einzig der Hautbefund, der an eine Psoriasis den
ken lasse. Zur Schmerzzunahme würden schlechte Gedanken und Träume sowie langes Liegen, Laufen und Schlafen führen. Schmerzlindernde Massnahmen und funktionale Bewältigungsstrategien könne der Beschwerdeführer fast keine nennen. Er sei in erster Linie darauf fixiert, mit seinem Schicksal zu hadern und bringe wiederholt zum Ausdruck, dass er nicht verstehe, warum es ihn getroffen habe.
Aus psychiatrischer Sicht sei eine mittelschwere depressive Episode zu diagnostizieren
(S. 1 f.)
.
3.10
Dr.
A._
berichtete am 3
0.
März 2012 von keiner grossen Veränderung des allgemeinen
Zustandbilds
.
Im Vordergrund der Beschwerden stehe die depressive Symptom
atik. Sie attestierte gleichentags sowohl
eine Arbeitsunfä
higkeit von 70
%
als auch von 100
%
(
Urk.
7/95 S. 1).
4.
4.1
Das Gutachten der
Medas
Y._
vom 2
1.
Oktober 2009 wie auch die Verlaufsbegutachtung vom
6.
Oktober 2011 (
Urk.
7/32 und
Urk.
7/71), auf die sich auch der Beschwerdeführer berief (
Urk.
1
S. 3 f.)
, äussern sich umfassend zu den vorhandenen Gesundheitsstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Sie basieren auf eingehenden internistischen, dermatologi
schen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen, berücksichti
gen die vom Exploranden geklagten Beschwerden und ergingen in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
.
Sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
ein
und die gezogenen Schlussfolgerungen sind
aus medizi
nischer Sicht
begründet, weshalb sie alle rechtsprechungsgemäss
en Anforde
rungen an
beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen
erfüllen (vgl. E.
1.6
)
und für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
4.2.1
Gestützt auf die Gutachten der
Medas
Y._
ist der Beschwerdeführer aus internistischer, dermatologischer und rheumatologischer Sicht
in der ange
stammten wie auch
allen übrigen Tätigkeiten nicht eingeschränkt
(vgl.
auch
Urk.
7/94)
. Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten.
4.2.2
Diese Einschätzung wird durch die Berichte der
Dres
.
B._
und
E._
nicht in Frage gestellt.
Dr.
B._
ging
gestützt
auf die in den Jahren zuvor gemachten Erfahrungen
mit der Durchführung einer Basistherapie davon aus, dass dem Beschwerdeführer in den nächsten Monat
en
die Ausübung einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit – worunter auch die angestammte Arbeit als Unterhaltsreiniger (
Urk.
7/13 S. 3) fällt – wieder unein
geschränkt zumutbar sein wird
.
Eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ist damit nicht ausgewiesen.
Sie verwies zudem
auf eine
Schmerzchro
nifizierung
und
Selbstlimitierung des Beschwerdeführers und eine Diskrepanz zwischen ihrer objektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und derjenigen des Versicherten
(
Urk.
7/17/7-10 S
.
1)
.
In diesem Zusammenhang ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass Schmerzen an sich noch keine
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen (Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 2
9.
August
2007 E. 3.3 mit Hinweisen). Im Übri
gen konnten keine entzündlichen Zeichen im klinischen Status festgestellt wer
den, was einer relevanten rheumatologischen Erkrankung respektive
Auto
immunerkrankung
widerspricht (
Urk.
7/32 S. 40 und
Urk.
7/72 S. 4 f.).
Dr.
E._
wiederum nahm in seinen Berichten vom 1
2.
November 2008 und 1
1.
No
vember 2010 keine einleuchtende und durch Befunde untermauerte medizi
nisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfäh
igkeit vor und berichtete einzig von diffusen, gelenksbetonten Schmerzen (
Urk.
7/21/2-6 und
Urk.
7/59 S. 6; vgl.
hievor
zitiertes Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 2
9.
August 2007).
4.3
4.3.1
Im Vordergrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerde
führers stehen damit psychische Störungen.
Die Gutachter der
Medas
Y._
führten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2) mit Überlagerung durch eine
Schmerz
krankheit
nicht organischen Ursprungs (Urk. 7/32 S. 28 und S. 51) respektive eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4 [
Urk.
7/71 S. 35]) an.
4.3.
2
Rechtsprechungsgemäss
ist die Hypochondrie als Krankheitsbild dem gleichen
Syndromenkomplex
zuzurechnen wie die
somatoforme
Schmerzstörung (Urteil des Bundesgerichts 9C_170/2009 vom
6.
Mai 2009 E. 2.2). Die hypochondrische
Störung ist im Grenzbereich des Krankheitswertigen anzusiedeln (Urteil des Bundesgerichts 9C_750/2007 vom 1
8.
August 2008 E. 4.1.2).
4.3.
3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352; vgl. auch zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts
8C_972/2012 vom 3
1.
Oktober 2013
E. 3 ff.).
Diese im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
Chro
nic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewe
gungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare
Funktions
fälle
(BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer
Cancer-related
Fatigue
stellt (
BGE
139 V 346
E. 3
mit Hinweisen
).
„
Burn
out“ als solches fällt nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheb
lichen Gesundheitsbeeinträchtigungen; es stellt grundsätzlich keinen inva
lidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts
9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012
E. 3.1 mit Hinweisen).
4.3.4
Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen
, dass
die
ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhan
denen Leistungspotential
unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage
bilden
, ob und gegebenenfalls inwieweit einer ver
sicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist
.
Er übersieht dabei jedoch, dass die Frage, ob eine
medizinisch festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare
Schmerzstö
rung
und somit auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten, eine ausserhalb des ärztlichen
Kompetenzbereichs liegende
Rechtsfrage darstellt
(Urteil des Bundesgerichts
8C_98/2013 vom
4.
Juli 2013 E.
3.3.1 mit weiteren Hinweisen).
Im Rahmen der freien Beweiswürdig
ung (vgl. Art.
61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachen
feststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozi
al
versicherungsrechtlichen
Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund der Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines ver
gleichbaren Leidens eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben
diesfalls
mit besonderer Sorgfalt zu prü
fen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch
invaliditäts
fremde
Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle
Belas
tungsfaktoren
) mit berücksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen S
tandpunkt aus unbeachtlich sind
, und ob die von den Ärzten anerkannte (Teil
) Arbeits
unfähigkeit auch im Lichte der massgebenden rechtlichen Krite
rien standhält (
Urteil des Bundesgerichts
9C_256/2013 vom
1.
Juli 2013 E. 2.2
mit weiteren Hinweisen
).
E
s können sich daher Konstellationen ergeben, bei wel
chen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses
seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundes
gerichts 8C_98/2013 vom
4.
Juli 2013 E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen).
Gegenteiliges ergibt sich auch
nicht aus BGE 137 V 64 E. 1.2 (
vgl.
Urk.
1 S. 5).
4.3.5
Eine schwere psychische Komorbidität ist vorliegend zu verneinen.
Denn die von den
Medas
-G
utachtern gestellte Diagnose einer
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom
(Verbitterungssyndrom, maligne Regression)
stellt für sich allein keinen invalidisierenden Gesundh
eitsschaden im
Rechts
sinne
dar und
ist nach den rechtlichen Kriterien zu beurteilen, die auch für
somatoforme
Schmerzstörungen und ähnliche Leiden gelten (Urteil des Bundes
gerichts 8C_167/2012 vom 1
5.
Juni 2012 E. 6.1 mit weiter
e
n Hinweisen)
. Sie führt zudem
nicht zwingend zu einer Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesge
richts 8C_96/2012 vom
9.
Mai 2012 E. 4.5 mit weiterem Hinweis; vgl.
hiezu
auch
Nedopil
, Forensische Psychiatrie, Stuttgart/New York 200
7, S. 176
ff.
, worin der
Autor
die Meinung
vertritt
, eine Persönlichkeitsstörung, worunter auch die
Persönl
ichkeitsänderung subsumiert
werde
, bedinge als solche prak
tisch nie eine Arbeitsunfähigkei
t [S. 194;
zitiert in: Urteil des Bundesgerichts 9C_456/2007 vom 1
7.
März 2008 E. 4.1]).
Davon scheint
grundsätzlich
auch der
Medas
-G
utachter
Dr.
I._
auszugehen, der das Verbitterungssyndrom als keine psychiatrische Diagnose qualifiziert und einzig von einer Tendenz zur Bejahung
einer
psychischen Komorbidität
spricht (Urk.
7/73 S. 5).
Abgesehen davon ergeben sich auch aus den weiteren medizinischen Akten keine Anhalts
punkte für das Vorliegen
des betreffenden Kriteriums
:
D
ie
von
Dr.
A._
festgestellte depressive Symptomatik (Urk.
7/54/1-5 S. 3 und
Urk.
7/95 S. 1
) respektive die v
on den Ärzten am
L._
diag
nostizierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) – die von ihnen ausdrücklich in einen Zusammenhang mit den Schmerzen
gestellt wird
(
Urk.
7/94 S. 3)
und
in Kombination mit einer
invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten
psychosozialen Belastungssituation
auftritt
–
stellen
keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens dar
(vgl.
hiezu
auch
Urk.
7/73 S. 6)
, der es dem Beschwerdeführer verunmöglichen würde, die Folgen der Schmerzstörung zu überwinden (Urteil des Bundesgerichts 8C_98/2013 vom 4.
Juli 2013 E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen).
Hinsichtlich der von Dr.
A._
gestellten Diagnose einer Angst- und Panikstörung gemischt (ICD-10 F41.0; vgl. Berichte vom 1
9.
Dezember 2008 [
Urk.
7/24/1-4] und 3. August 2010 [
Urk.
7/54/2-5]) legte der psychiatrische
Medas
-
Gutachter in begründeter Weise dar, weshalb eine solche Gesundheitsstörung nicht (mehr) vorliegt.
Er führte aus, dass keine Hinweise auf die entsprechenden
Leitsymp
tome
, wie etwa spezifische Auslöser oder vegetative Reaktion, ersichtlich seien (
Urk.
7/32 S. 52; vgl. auch
Urk.
7/73 S. 1 ff. sowie
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],
9.
Auflage, Bern 2014, S. 196 f.
). In Übereinstimmung damit beschrieb die behandelnde Psychiaterin in ihrem
jüngsten Bericht die depressive Symptomatik im Vordergrund des psychischen Zustandsbilds (
Urk.
7/95 S. 1).
4.3.6
Somit bleiben die Intensität und Konstanz der alternativ zu beurteilenden Krite
rien zu prüfen.
Eine schwere somatische Erkrankung liegt nicht vor. Z
war wurden beim Beschwerdeführer in den letzten Jahren diverse Neuerkrankungen – so insbe
sondere ein Diabetes mellitus, eine arterielle Hypertonie, ein
Urothelkarzinom
der Harnblase und ein beidseitiger Tinnitus – festgestellt, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist deshalb aber nicht auszumachen (Urk. 7/71 S. 35
; siehe auch E. 4.2.1
).
Es bestand
zudem
bei der rheumatologischen Untersuchung
eine erhebliche Diskrepanz im (Schmerzäusserungs-)Verhalten in beobachteten und abgelenkten Situationen (Urk. 7/32/S. 37 ff.; vgl. BGE 131 V 49 E. 2.1 und Urteil des Bundesgerichts 9C_784/2012 vom 7. Dezember 2012 E. 3.2.3). Ein
sozialer Rückzug in sämtlichen Lebensbereichen ist ebenfalls zu verneinen
, berichtete doch der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung im
L._
am
5.
September 2011 vom Zusammensein mit Freunden
respektive von seinem grösseren Freundes- und Bekanntenkreis
(Bericht vom 2
3.
September 2011 [Urk.
7/94 S. 1 f.
und S. 5
]
).
Ein primärer Krankheitsgewinn ist nicht gegeben; vielmehr ist ein sekundärer in Form vermehrter Zuwendung seitens der Familie nicht auszuschliessen (
Urk.
7/32 S. 48).
Wohl unterzieht sich der Beschwerdeführer seit November 2008 einer
wöchentlichen
Psychotherapie bei
Dr.
A._
(
Urk.
7/24/1-7 S. 2
und Urk.
7/71 S. 25
). Diese besteht
jedoch
in der Beratung von Alltagsangelegenheiten (Urk.
7/73 S. 3) und wir
d vom Beschwerdeführer als (noch)
nicht
erfolgreich beurteilt (
Urk.
7/94 S. 6).
Die
Medas
-Gutachter r
ieten
alsdann
wiederholt zum Opiat-Entzug
(
Urk.
7/32 S. 29 f. und
Urk.
7/71 S. 36) und d
ie Ärzte am
L._
emp
fahlen eine begleitende Therapie mit
Venlafaxin
respektive eine
Schmerzbewäl
tigungstherapie
. Dazu sei der Beschwerdeführer momentan aber nicht bereit (
Urk.
7/94 S. 3).
Eine stationäre Behandlung wurde bislang noch nicht durch
geführt.
Dass die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gä
nzlich ausge
schöpft sind
, lässt sich
unter diesen
Umständen
nicht sagen.
Zu ergänzen bleibt zudem, dass eine Therapie, die über Jahre hinweg ohne erhebliche Fortschritt
e
einzig dazu dient, den Patienten in seiner Krankheit zu begleiten, das Kriterium einer Behandlung nicht
erfüllt, weil sie den Schmerzpatienten in seiner Über
zeugung des Krankseins bestätigt, statt ihn davon abzulösen, was zumindest initial das Ziel jeder Schmerzbehandlung sein und aus
sozialversicherungs
rechtlicher
Sicht auch im weiteren Verlauf bleiben muss (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 54/04 vom 2
9.
März 2005 E. 5.2).
Ob von einem
mehrjährigen,
chronifizierten
Krankheitsverlauf gesprochen werden kann, kann
offenbleiben. Selbst wenn die Frage – trotz der ausgeprägten sub
jektiven Krankheitsüberzeugung des Versicherten – mit dem Beschwerdeführer bejaht wird, ändert sich nichts am Ergebnis, dass eine rechtlich relevante psy
chisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu verneinen ist. Dasselbe gilt in Bezug auf
die weiteren
Vorbringen in seiner Beschwerdeschrift.
4.3.7
Zu ergänzen bleibt, dass die Opiatabhängigkeit vorliegend weder eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschad
en ein
getreten noch
Folge einer krankheitswertigen körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung
ist
(vgl.
E. 1.4
).
5.
Nach dem Gesagten ist
im Falle des Beschwerdeführers
von der Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung auszugehen und das Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens im invaliden
versicherungs
rechtlichen Sinn zu verneinen.
Hierfür spricht auch,
dass die
Medas
-Gutachter eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus psychischer Sicht
einzig mit der ständigen Beschäftigung
des Beschwerdeführers mit sich und seinem Leiden und der ausschliesslichen Fokussierung auf die Krankheit
begründeten
(
Urk.
7/32
S. 28 und
Urk.
7/71
S.
33
)
,
der Beschwerdeführer selbst eine Vermittelbarkeit von 100
%
bei der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung angab (
Urk.
7/50 S. 4)
und
er
aus seiner langjährigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz nun den Schluss zieht, er habe das Recht, sein Leben noch etwas zu geniessen (
Urk.
7/32 S. 49; vgl. auch
Urk.
7/71 S. 36)
Aus somatischen Gründen ist ebenfalls keine längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.5, 3.8 und 4.1-2).
Zusammenfassend
führt
dies zur
Abweisung der Beschwerde und zur Aufhe
bung der befristeten Rente
.