# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b25bda79-c445-4830-ae35-0ba4046b727a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1974, meldete sich u
nter Hinweis auf
somati
sche und psychische B
eschwerden
am 11. April 2014 bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/9). Die Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 26. Mai 2015 erstattet wurde (Urk. 6/46).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/57; Urk. 6/65, Urk. 6/75) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. März 2016 einen Renten
an
spruch (Urk. 6/81 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2. Mai 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 30. März 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr spä
testens ab Oktober 2014 zumindest eine befristete IV-Rente zuzusprechen, eventuell seien ihr Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen, subeventuell sei ein neutrales polydisziplinäres Gutachten zu erstellen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 15. No
vember 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 30. März 2016 (Urk. 2) davon aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht seien die psychischen Leiden aufgrund der psychosozialen Belastungsfaktoren entstan
den. Somit liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, womit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (S. 2 oben). Weiter lasse sich den medizinischen Unterlagen keine bescheinigte dauerhafte Arbeits
unfähigkeit aufgrund somatischer Leiden entnehmen. Verdachtsdiagnosen seien nicht IV-relevant (S. 3 oben). Anhand der vorhandenen medizinischen Akten könne abschliessend festgehalten werden, dass bei der Beschwerdeführerin vor
wiegend ein psychisches Leiden vorhanden sei, dieses durch psychosoziale Belastungsfaktoren entstanden sei und durch eine adäquate psychiatrische The
rapie weiter verbessert werden könne. Somatische Leiden, welche die Arbeits
fähigkeit einschränkten, seien in den vorhandenen Berichten nicht ersichtlich. Da kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorhanden sei, bestehe auch kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen durch die Invalidenversi
cherung (S. 3 unten).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (Urk. 1), gestützt auf das psychiatrische Gutachten sei erstellt, dass sie an einer rezidivierenden depressiven Störung mit Krankheitswert gelitten habe. Nachweislich liege sehr wohl ein IV-relevanter Gesundheitsschaden vor. Sie habe demnach spätestens ab Oktober 2014 Anspruch auf eine IV-Rente. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) habe für den Zeitraum August 2014 bis min
destens Ende Dezember 2014 eine 50%ige Erwerbsunfähigkeit anerkannt. Allein aufgrund dieser von der Beschwerdegegnerin selber anerkannten Erwerbsunfä
higkeit hätte sie unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ab Oktober 2014 bis mindestens Ende März 2015 Anspruch auf wenigstens eine halbe Invalidenrente. Im Fest
stellungs
blatt für den Beschluss vom 10. Juli 2015 sei vom RAD gar eine 50%ige Erwerbsunfähigkeit bis Ende April 2015 anerkannt worden, so hätte sie gar einen Rentenanspruch von 50 % bis mindestens Ende Juli 2015 (S. 11 f.). Sie habe ausserdem Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (S. 12. ff.). Wei
ter sei die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht nicht
nachgekom
men, indem sie es unterlassen habe, die somatischen Leiden abzuklären (S. 14
f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden sowie den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verneint hat.
3.
3.1
Dr. med. Y._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dipl.-Psych. Z._, Psychologische Psychotherapeutin, A._, berichteten am 9. Mai 2014 (Eingangsdatum; Urk. 6/21) von einer stationären Behandlung vom 7. August bis 10. Oktober 2013 sowie von einer anschliessenden ambulanten Behandlung bis 5. November 2013 (Ziff. 1.2
3) und nannten als Diagnosen (Ziff. 1.1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), Probleme in Bezug auf körperliche Misshandlung als Kind (ICD-10 Z61.6) und emotionale Vernachlässigung als Kind (ICD-10 Z62.4). Dazu führten sie aus, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Industriekauffrau bestehe vom 7. August bis 5. November 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Dabei würden kognitive Einschränkungen sowie eine reduzierte Belastbarkeit und Ausdauer im Rahmen der Grunderkrankung vorliegen, welche sich durch eine verminderte Belastbarkeit sowie eine reduzierte soziale Kompetenz auswir
ken würden. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, wenn die depressive Symptomatik ausreichend remittiert sei. Wann damit zu rechnen sei, sei derzeit nicht abschätzbar (Ziff. 1.7).
3.2
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 14. Mai 2014 (Eingangsdatum; Urk. 6/22) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit 14. November 2013 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere Depression seit Jahren. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach Guillain-Barré-Syndrom. Dazu hielt er fest, dass seit 12. Mai 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Ziff. 1.6).
3.3
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 18. Dezember 2014 (Urk. 6/32) unter Beilage eines Berichts der delegierten Psychotherapeutin lic. phil. D._, Eidg. anerkannte Psycho
therapeutin, aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit 9. Dezember 2014 und nannte als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, Zustand nach schwerer Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), eine Akzen
tuierung von Persönlichkeitszügen: vorrangig emotional instabile Züge (ICD-10 Z73.1), Probleme in Bezug auf körperliche Misshandlung als Kind (ICD
10 Z61.6) sowie ein Guillain-Barré-Syndrom (ICD-10 G61.0, Erstdiagnose 2014). Dazu hielt er fest, seit Mai bis voraussichtlich Ende 2014 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe ab spätestens Januar 2015 eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von vier bis fünf Stunden. Die Beschwerdeführerin habe eine hohe Motivation im Sozial
bereich zu arbeiten (Ziff. 1.7).
3.4
PD Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom 26. Mai 2015 (Urk. 6/46) als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, unterdessen weitgehend remittiert (ICD-10 F33.4) mit noch residueller leichter Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit (S. 13 unten). Dazu führte er aus, während zwischen Mai 2013
und Juli 2014 eine überwiegend schwere depressive Symptomatik
vorgelegen habe
,
sei es
ab Juli 2014 zu einer kontinuierlichen Verbesserung der depressiven Störung
gekommen
. Mit Beginn des Praktikums in einem Wohn
heim für Sehbehinderte ab Juli 2014
habe
sich die depressive Symptomatik bei der
Beschwerdeführerin
kontinuierlich zu verbessern und aufzulösen
begonnen
. Die
Beschwerdeführerin habe
in der hiesigen Untersuchung
berichtet
, dass sie seit Januar 2015 jene psychische Verfassung
erlebe
, über die sie in der hiesigen Untersuchung, also zum aktuellen Untersuchungszeitpunkt,
berichtet habe
. In der hiesigen Untersuchung
habe
die
Beschwerdeführerin
bis auf einzelne affektlabile Einbrüche, eine nur in diesen Momenten punktuell nachweisbare leichte depressive Grundstimmung und eine punktuell nachweisbare leichte Depressivität im Gesichtsausdruck, keine Auffälligkeiten
gezeigt
.
Es
habe
im objektiven Psychostatus keinerlei relevante Affektpathologie nachgewiesen werden
können
. Dies entspr
eche
in hoher Kongruenz den subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin, die berichte
, allerhöchstens hin und wieder einen Tag zu erleben, wo sie ein paar Stunden „unten"
sei
mit ihrer Grundstimmung, sich insgesamt aber als affektiv stabil und
ausgeglichen erlebe
, also nicht mehr depressiv
sei (S. 17 Mitte). Sie verneine
eine Antriebsminderung, eine Müdig
keit, eine Freud-
,
Interesse
n- und Lustlosigkeit, sie leide
nicht mehr unter einer Insomnie, und
insbesondere berichte
sie über vollständig intakte Funktionsfä
higkeiten, was
beispielsweise
die Haushaltstätigkeiten betr
effe
, die Einkäufe, ihre Praktikumsstelle, auch treib
e
sie regelmässig Sport und
habe
diverse Kurse im Bereich der Psychologie besucht und sich für die folgenden Monate weitere Praktikumsplätze organisieren können, sodass diese subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin
allesamt sehr gut aufzeigen
würden
, dass die innerpsychi
sche Vitalität der
Beschwerdeführerin
unterdessen wieder vollumfänglich reetabliert
sei
, was im Übrigen auch im objektiven Psychostatus anhand derjeni
gen objektiven Parameter untermauert werden k
önne
, die sehr gut die innerpsy
chische Vitalität abzubilden vermögen, so äusseres Erscheinungsbild,
Psy
cho- und Sprachmo
torik, Mimik und Gestik, Denktempo, kognitive Leis
t
ungen, fehlende Affekt
verarmung
und gut erhaltene affektive Schwingungs
fähigkeit, wo die
Beschwerdeführerin
also in sämtlichen dieser Parameter kei
ner
lei pathologischen Auslenkungen
zeige
. Es besteh
e
also seit Januar 2015 keinerlei depressive Symptomatik mehr, seit Januar 2015
gelte
die depressive Störung, die aufgrund der Langzeitbetrachtung der Anamnese als rezidivierende depressive Störung verstanden werden
könne
, als remittiert. Zwischen Juli 2014 und Dezember 2014 dürfte eine möglicherweise mittelgradige, zuletzt noch leichte depressive Symptomatik vorgelegen haben, zumal die
Beschwerde
führe
rin
wie erwähnt über eine kontinuierliche psychische Zustands
ver
besserung in jenem Zeitraum
berichtet habe (S. 18 oben)
.
Zu den qualitativen Funktionsfähigkeiten sei aus psychiatrischer Sicht weiter festzuhalten, die
rezidivierende depressive Störung
sei als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt, die allerdings unterdessen remittiert
sei
.
Im Gutachten werde
eingehend beschrieben, dass die
Beschwerdeführerin
eine kontinuierliche Verbesserung ihrer depressiven Symptomatik seit Juli 2014
habe
erfahren
können
und in der hiesigen Untersuchung
berichtet habe
, dass sie seit Januar 2015 keinerlei depressiven Symptome mehr
erfahre
, einzig noch hin und wieder einen Tag mit einer kurzdauernden Stimmungseinbusse. Vor diesem Hintergrund müsste man diese Diagnose eigentlich
als Diagnose ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
aufführen
. Nun
müsse
aber gleichzeitig die Lebens
geschichte und die eingehend diskutierte innerpsychisch
e Fragilisierung berücksichtigt werden
, die mit der
Lebensgeschichte einhergehe
. Dies b
edeute
, dass die
Beschwerdeführerin,
obwohl die depressive Störung unterdessen remittiert
sei
, noch nicht eine vollumfängliche Belastbarkeit au
s psychiatrischer Sicht aufweise
.
Sie
habe
in der hiesigen Untersuchung mit
geteilt
, dass sie im April 2015
im
Praktikum im Wohnheim für Sehbehinderte ein 100% Pensum
getätigt habe
, w
orauf sie realisiert habe
, dass dies deutlich zu viel
gewesen sei
. Dies
könne
nachvollzogen werden, wenn wir uns nochmals vor Augen führen
würden
, dass die
Beschwerdeführerin
ab Mai 2013 in eine länger dauernde psy
chische Krise mit schwerer depressiver Symptomatik und Suizidalität
geraten sei
. Die
Beschwerdeführerin habe
unterdessen ihr Leben aber wieder soweit im Griff, sodass sie in einem nun überschaubareren Rahmen, der abe
r nicht einfach strukturiert sei
im Sinne einer vita minima, einen weitgehend unbe
ein
trächtig
ten Alltag leben könne. Nebst dem
50
%
Pr
aktikum gehe sie
zahlreichen Tages
aktivitäten nach, sodass wohl schon ab dem heutigen Untersuchungs
zeitpunkt im Grunde eine Arbeitsfäh
igkeit von höher als 50 % bestehe
. Die
Beschwerde
führerin werde
im Juli 2015 ein einwöchiges Praktikum in einem 100
% Pen
sum
tätigen, dann im September und Oktober ein zweimonatiges Praktikum wieder in einem 100
%
Pensum in derselben Psychiatrischen Klinik
F._ (S. 18)
. Die Argumentation der
Beschwerdeführerin
, dass sie dann als Prakti
kantin nicht jene Arbeitsleistungen erbringen
müsse
, wie als eigentliche
Psychiatriepflegefachfrau,
sei nachvollziehbar. Selbst teile
sie mit, dass sie wohl ab jenem Moment 70
%
arbeitsfähig wäre. Angesichts der wie erwähnt äusserst belasteten persönlichen Anamnese der
Beschwerdeführerin
und der mit dieser einhergehenden innerpsychischen Fragilisierung
könne
vorerst noch vertreten werden, dass die Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin
aktuell und in den fol
genden Monaten noch teilweise beeinträchtigt
beziehungsweise
noch nicht wieder voll etabliert
sei
. Es
könne
wohl für die folgenden Monate eine Arbeits
fähigkeit von 70
%
attestiert werden, auch wenn die
Beschwerdeführerin
als Praktikantin in der Psychiatrischen Klinik
F._
in einem 100
%
Pensum anwesend sein
werde
. Dieses Praktikum
werde
Ende Oktober 2015 beendet sein. Prognostisch
gebe
es keinen Grund, dass danach nicht wieder eine volle Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht erreicht sein sollte. Die Beschwerde
führerin werde
weiterhin die ambulant-psychologischen Gespräche aufsuchen und sich weiterhin selbst mit psychologischer Literatur weiterbilden, aber auch entsprechende Kurse besuchen. Dies
werde
alles zur w
eiteren Konsolidierung bei der Beschwerdeführerin
beitragen und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit
. Es sei
in psychiatrischen Berufen unterdessen aber keinerlei Seltenheit mehr, dass Arbeitnehmer nicht mehr in einem 100
%
Pensum ihre Berufe tätigen
würden
, sondern in höheren Teilzeit
pensen, weil die langfristigen Ausübungen dieser Berufsbereiche in 100
%
Pensen zu möglichen nachhaltigen Erschöpfungen innerpsychischer Ressourcen führen können
(S. 19 oben)
.
Zusammenfassend könne also aufgrund dieser Beurteilung gesagt werden, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 30 % attestiert werden können (S. 19 Mitte).
In der angestammten Tätigkeit, das heisst in den Berufsbranchen, in denen die Beschwerdeführerin bislang tätig gewesen sei, bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 0%ige Arbeitsfähigkeit, da die Beschwerdeführerin persönlich keinen Bezug mehr zu dieser Berufsbranche habe und die früher getätigten Arbeiten an den entsprechenden Stellen als wesentlichen Grund für die stattgehabte psychische Exazerbation erlebe. In einer Verweistätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (S. 19 unten). Für den Zeitraum zwischen Mai 2013 und Juli 2014 dürfte eine 0%ige Arbeitsfähigkeit bestanden haben. Für den Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2014 dürfte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden haben. Diese habe sich seit Januar 2015 laufend verbessert, spätestens ab Untersuchungsdatum bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (S. 20 oben).
3.5
PD Dr. E._ ergänzte in der Stellungnahme vom 30. Januar 2016 (Urk. 6/73), dass sich aufgrund der beiden Austrittsberichte der A._ vom 18. Oktober 2013 und vom 4. August 2014 keinerlei Änderung an der Arbeits
fähigkeit ergeben würden.
3.6
Dr. med. G._, Facharzt für
Anästhesiologie
, RAD, führte in der Stellung
nahme vom 1. März 2016 (Urk. 6/77/5) aus, gemäss psychiatrischem Gutachten von PD Dr. E._ vom 26. Mai 2015 habe aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung - welche im Zeitpunkt der Begutachtung weitgehen remittiert gewesen sei und lediglich noch eine leichte Beeinträchtigung der psy
chischen Belastbarkeit begründet habe - zwischen Mai 2013 und Juli 2014 eine 100%ige, bis Dezember 2014 eine 50%ige und ab Januar 2015 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Schreiben von PD Dr. E._ vom 30. Januar 2016 werde plausibel dargelegt, weshalb an dieser Beurteilung vollumfänglich festgehalten werden könne.
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das psychiatrische Gutach
ten von PD Dr. E._ vom 26. Mai 2015 (vorstehend E. 3.4)
auf für die stritti
gen Belange umfassenden
psychiatrischen
Untersuchung beruht und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksich
tigt. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die
vom
Gutachter vorgenommene
ausführliche Anamneseerhebung sowie die Diskussion der innerpsychischen Struktur
erweist sich vorliegend als ausgespro
chen fallbezogen aufschlussreich und lässt die Schlussfolgerungen
entsprechend
als nachvollziehbar erscheinen.
Dabei zeigte der Gutachter in differenzierter Weise auf, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der innerpsychischen Fragili
sierung trotz der unterdessen remittierten depressiven Störung noch keine voll
umfängliche Belastbarkeit aufweise.
Das
psychiatrische Gutachten
leuchtet folglich in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vor
genommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet.
Die Beurteilung im
psychiatrischen Gutachten
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend, womit es die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4) vollumfänglich erfüllt und für die Entscheid
findung darauf abgestellt werden kan
n. Der
Gutachter kam in
seiner
Gesamtbe
urteilung zum Schluss,
dass für den Zeitraum zwischen Mai 2013 und Juli 2014 eine 0%ige sowie für den Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Diese habe sich seit Januar 2015 schliesslich laufend verbessert, so dass spätestens ab Untersuchungsdatum eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestehe. In der angestammten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 0%ige Arbeitsfähigkeit.
4.2
Bei der
Würdigung eines Gutachtens
gilt es
jedoch
ebenfalls
zu berücksichtigen, dass der
Arztperson
bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit
keine abschliessende Beurteilungs
kompetenz
zukommt. Der Umstand, dass das Gutachten bezüglich der Darle
gung der medizinischen Situation voll beweiskräftig ist, bedeutet nicht, dass auch die dortige Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit für die Belange der Invalidenversicherung ohne weiteres massgeblich ist. Die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, ist eine Rechtsfrage und obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behör
den. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizini
schen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung sozialversi
cherungsrechtlicher Aspekte abzuweichen (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., 132 V 393 E. 3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1).
Dass vorliegend in der angestammten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht gar keine Arbeitsfähigkeit mehr vorliegen soll, ist mit Blick auf die gutachterlichen Ausführungen nicht plausibel und nachvollziehbar. Der psychiatrische Gutach
ter begründete dies damit, dass die Beschwerdeführerin persönlich keinen Bezug mehr zu dieser Geschäftsbranche habe und die früher getätigten Arbeiten als wesentlichen Grund für die stattgehabte psychische Exazerbation erlebt habe (vgl. vorstehend E. 3.4). Dass die Beschwerdeführerin nach dem Erlebten gerne als Psychiatriepflegefachfrau arbeiten würde, ist zwar nachvollziehbar, doch vermag ihre subjektive Ansicht für sich allein eine vollständige Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht zu begründen. Mit Blick auf die ausführliche Anamneseerhebung des psychiatrischen Gut
achters erscheint auch die Begründung, wonach die Beschwerdeführerin die früher getätigten Arbeiten als wesentlichen Grund für die stattgehabte psychi
sche Exazerbation erlebt habe, nicht plausibel. So geht aus dem psychiatrischen Gutachten nirgends hervor, dass die psychischen Exazerbationen mit der Aus
übung der angestammten Tätigkeit in Zusammenhang gestanden hätten. So berichtete der psychiatrische Gutachter, dass im Jahr
2005 die Trennung und 2008 die Scheidung von ihrem Ehemann nach einer in den letzten Jahren unglücklich verlaufenden Ehe
erfolgt sei. Die Beschwerdeführerin sei
während ihrer Ehe dreimal schwanger
geworden
,
wobei
es die ersten beiden Male zu einem Spontanabort und beim dritten Mal zu einer Interruptio
gekommen sei. Beim
ersten Spontanabort
sei es
zu einer Perforation eines Eileiters mit konse
kutiven inneren Blutungen und einem mehrtägigen komatösen Zustand
gekommen
. Bis zuletzt
sei
der Kinderwunsch der
Beschwerdeführerin
also unerfüllt
geblieben
. Ein erstes Mal
sei es im Jahr
2010 zu einer länger dauern
den psychischen Erschöpfung gekommen, dies nach zuvor erfolgten Trennung von ihrem damaligen Lebenspartner und nach dem 2010 auch die Grossmutter der Beschwerdeführerin, bei welcher die Beschwerdeführerin teilweise aufge
wachsen sei, verstorben sei (Urk. 6/46 S. 14 Mitte). Weiter sei es im Jahr 2013 im Vorfeld eines operativen Eingriffs zu einer schweren Exazerbation gekommen, weil mit diesem Eingriff auch die zahlreichen traumatisierenden Lebensereignisse wieder hochgekommen seien, so der unerfüllte Kinderwunsch mit den drei Aborten, insbesondere dem traumatischen Spontanabort 1996, dann aber auch die zahlreichen Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit und Jugendzeit, aber auch die gescheiterte Ehe (Urk. 6/46 S. 15 oben). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit geht aus dem Gutachten sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin in Deutschland eine solide Berufskarriere durchlaufen, viele Jahre in 100 % Pensen gearbeitet und in jener Zeit eine Ausbildung zur Industriekauffrau durchlaufen habe (Urk. 6/46 S. 14 Mitte). Weiter führte der psychiatrische Gutachter aus, der Beschwerde
führe
rin sei es trotz ihrer sehr schwierigen Ausgangsbedingungen im Rahmen der traumatisierenden Gewalterfahrungen und frühen emotionalen Depriva
tionen gelungen, eine sehr stabile und erfolgreiche Berufsanamnese zu durch
laufen.
Dass dann
im Jahr
2010 ein erster Zusammenbruch innerpsychischer Ressour
cen
erfolgt sei
und im Frühjahr 2013 dann die Entwicklung einer schweren und länger dauernden depressiven Exazerbation, zeig
e
auf, dass die früh etablierte narzisstische Schwächung zwar über viele Jahre durch bemerkens
werte berufli
che Leistungen
habe
kompensiert werden
können
, wo die
Beschwerdeführerin
gerade durch ihre sehr guten beruflichen Leistungen jene Anerkennung und Aufwertung
erhalten habe
, die ihr in ihrer frühen Anamnese nie zuteil
gewor
den sei
, allerdings für den Preis, dass sich die
Beschwerdeführerin
wohl im Übermass mit ihrer Rolle a
ls Arbeitnehmerin identifiziert habe
, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wenig ökonomisch mit ihren Ressourcen
umgegangen sei
, sodass einschneidende
ä
ussere Ereignisse, insbesondere der Tod der Gross
mutter im Jahre 2010, diesen narzisstischen Überbau jäh zum Einstürzen
gebracht haben
und zur Entwicklung einer Erschöpfungs- und wohl auch einer depressiven Symptomatik
geführt haben
(Urk. 6/46 S. 15 unten f.).
Die Schlussfolgerung des psychiatrischen Gutachters, wonach die früheren Arbeits
stellen ein wesentlicher Grund für die psychischen Exazerbationen gewesen seien, erscheint nach dem Gesagten nicht medizinisch-psychiatrisch begründet, sondern folgt einzig der subjektiven Sichtweise der Beschwerde
führerin, welche gerne in einer anderen Branche arbeiten möchte.
Für die Frage, ob es der versicherten Person zuzumuten ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen, ist insofern eine objektivierte Betrachtungsweise massgeblich, als es nicht auf ihr subjektives Empfinden ankommen kann.
Die r
ein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihrer Arbeitsfähigkeit
ist nicht relevant. Nach dem Gesagten ist folglich davon auszugehen, dass in der angestammten Tätig
keit von der gleichen Arbeitsunfähigkeit wie derjenigen in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden kann.
4.3
Soweit sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) auf den Standpunkt stellt, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht die psychischen Leiden aufgrund der psychosozialen Belastungsfaktoren entstanden seien und somit kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (S. 2 oben), kann ihr mit Blick auf die medizinische Aktenlage, insbesondere das vor
liegende psychiatrische Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.4) nicht gefolgt werden. S
obald eine Diagnose lege artis gestellt wird und der Psychiater oder die Psychiaterin respektive der Gutachter nicht bloss Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, sondern verselbstständigte psychische Störungen diagnostiziert,
liegt
ein invalidenversicherungsrechtlich potenziell relevanter psychischer Gesundheitsschaden vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2007 vom 1
9.
Juni 2008, E. 3.3.2).
Mit anderen Worten ist eine wie im vorliegenden
psychiatrischen Gutachten
nachvollziehbar festgestellte psychi
sche Erkrankung, welche eine andauernde und erhebliche Erwerbsunfähigkeit bewirkt, relevant und nicht deshalb invaliditätsfremd, weil sie auch auf psycho
soziale Faktoren zurückgeführt werden kann. Im gleichen Sinn hielt das Bun
des
gericht in einem anderen Urteil fest, sofern ein Gutachter lege artis begutachtet und unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben gemäss der Rechtsprechung auf eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit schliesst, dem aus recht
licher Sicht zu folgen ist, sofern die rechtsanwendende Stelle nicht konkrete, fallgebundene Gesichtspunkte zu nennen vermag, die im Rahmen der Folgen
abschätzung eine im Vergleich zum Gutachter abweichende Ermessensausübung gebieten (Urteil des Bundesgerichts 9C_855/2014 vom 2
4.
Oktober 2014 E.
2.4.2). Solches ist vorliegend jedoch zu verneinen.
Die Ansicht der Beschwerdegegnerin erweist sich auch angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer schweren Depression seit Mai 2013 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist und sich deswegen zweimal in stationäre Behandlung begeben musste, als nicht nachvollziehbar. Selbst der RAD erachtete gestützt auf das vorliegende psychiatrische Gutachten eine lang
andauernde Arbeitsunfähigkeit als gegeben (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.4
Zusammenfassend ist die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit aufgrund der gestellten Diagnosen nachvollziehbar, so dass darauf abgestellt werden kann. Wie dargelegt ist entgegen der gutachterlichen Beur
teilung hingegen in der angestammten Tätigkeit von der gleichen Höhe der Arbeitsunfähigkeit
wie derjenigen in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. vorstehend E. 4.2).
5.
5.1
Trotz unbestritten eingetretener Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin besteht vorliegend am Ende des Wartejahres und auch sechs Monate nach der verspäteten Anmeldung
noch
eine relevante Erwerbsein
busse.
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
der vorhan
denen
Einschränkungen vorzunehmen
.
5.2
Die Beschwerdeführerin zog im Oktober 2012 in die Schweiz und arbeitete offen
bar für kurze Zeit beim H._ als Werbe- und Kommunikationsberaterin, bis sie diese Anstellung im Juni 2013 selber kün
digte. In welchem Umfang die Beschwerdeführerin in dieser Anstellung tätig war, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Auch aus dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK) ist diesbezüglich keine Eintragung vorhanden. Einzig einer elektronischen Notiz der Beschwerdegegnerin lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2013 während zweier Monate offenbar ein Ein
kommen in der Höhe von Fr. 5‘424.-- erzielte (vgl. Urk. 6/20). Vorliegend rechtfertigt es sich daher sowohl für die Bemessung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf die statistischen Werte der LSE abzustellen. Beide
Vergleichseinkommen
sind zudem
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln, da
der Beschwerdeführerin - wie bereits dargelegt (vgl. vorstehend E. 4.2) -
sowohl die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als auch eine sonstige, dem Leiden
angepasste Verweistätigkeit
in gleichem Umfang
zumutbar ist.
Somit kann hier von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn - auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich vorgenommen werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_888/2014 vom 4. Februar 2015 E. 2f. und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3).
Z
usätzlich zur medizi
nisch attestierten Arbeitsunfähigkeit vorhandene Einschränkungen, welche einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind
vorliegend
keine ersichtlich und werden
überdies
auch nicht geltend gemacht
.
Nach dem Gesagten resultiert somit für den Zeitraum zwischen Mai 2013 und Juni 2014 ein Invaliditätsgrad von 100 %, für den Zeitraum zwischen Juli 2014 und April 2015 ein Invaliditätsgrad von 50 % und ab Mai 2015 ein Invaliditäts
grad von 30 %.
5.3
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass die Beschwerdeführerin von Oktober 2014 (Art. 29 IVG, wonach ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs ent
steht) bis und mit Juli 2015 (in
Beachtung der Dreimonatsfrist von
Art.
88
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV)
Anspruch auf eine halbe Rente hat.
6.
Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich sodann die Zusprache von Ein
gliederungsmassnahmen, insbesondere von beruflichen Massnahmen (vgl. Urk. 1 S. 2). Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf das psychiatrische Gutachten spätestens ab November 2015 wieder eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit erreicht haben sollte, der Beschwerdeführerin wie dar
gelegt auch die angestammte Tätigkeit in gleichem Masse wie eine angepasste Tätigkeit zumutbar wäre und damit für einen Berufswechsel keine invaliditäts
bedingte Notwendigkeit besteht, sondern ein solcher nur von der Beschwerde
führerin persönlich gewünscht ist, erscheinen berufliche Massnahmen vor
liegend nicht (mehr) angezeigt.
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich die Einholung eines polydisziplinä
ren Gutachtens verlangt (vgl. Urk. 1 S. 2), kann ihr ebenfalls nicht gefolgt wer
den. Auch wenn in den medizinischen Akten teilweise somatische Beschwerden und entsprechende Abklärungen auftauchen beziehungsweise vorhanden sind, lässt sich keinem dieser Berichte eine entsprechende Arbeitsunfähigkeit auf
grund eines somatischen Leidens entnehmen. Entsprechend musste die Beschwerdegegnerin in somatischer Hinsicht auch keine weiteren Abklärungen tätigen. Gegen somatische Einschränkungen spricht schliesslich auch das Akti
vitätsniveau der Beschwerdeführerin mit zahlreichen sportlichen Aktivitäten (vgl. Urk. 6/46 S. 10) sowie die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin zur Psychiatriepflegefachfrau ausbilden lassen will und bereits in einem entspre
chenden Praktikum steht (vgl. Urk. 6/46 S. 18 f.). So ist nicht ersichtlich,
inwiefern die vom Beschwerdeführer geforderte Anordnung eines
polydiszipli
nären
Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entschei
dende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
7.2
Nach
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten.
Die
teil
weise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer
in
hat Anspruch auf eine Partei
entschädigung, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘
8
00.--
(inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.