# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 97ee56ac-f7e7-462c-be51-e57dd798a477
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Gesuch vom 1
2.
Dezember 2019 (
Urk.
7/31) beantragte die 1978 geborene
X._
eine Anerkennung als
Selbständigerwerbende
in der
Branche Dienstleistung (Geschäftsführung, Beratung im Bereich Immobilien, Schu
lungen, Autorentätigkeit). Im Sinne einer Teilanerkennung des Antrags schloss die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, die Versi
cherte mit Verfügungen vom 1
3.
Mai 2020 (Urk. 7/40,
Urk.
7/44 und Urk. 7/47)
ihrer Kasse in der Branche Autorin, Beratungen im Bereich Immobilien und Schu
lungen als
Selbständigerwerbende
an. Bezüglich ihrer Tätigkeit als Geschäfts
füh
rerin der Pensionskasse Y._
/ Z._
AG wies sie das Gesuch hin
ge
ge
n ab. Die gegen diese Entscheide von der Versicherten, der Pensionskasse
Y._
und der
Z._
AG gemeinsam erhobene Einsprache vom 1
2.
Juni 2020 (
Urk.
7/53) wies die Ausgleichskasse mit an die Versicherte gerichtetem
Einspra
cheentscheid
vom
8.
März 2021 (
Urk.
7/81) ab. Nach Intervention der Versicher
ten (
Urk.
7/82) hiess die Ausgleichskasse die Einsprache in Wiedererwägung des Entscheids vom
8.
März
2021 mit drei Entscheiden (
Urk.
2/1,
Urk.
2/2 und
Urk.
2/3) vom
1.
April 2021 in dem Sinne teilweise gut, als dass sie die Tätigkeit der Versicherten für die Pensionskasse
Y._
als
unselbständigerwerbend
quali
fizierte und die
Z._
AG mangels Arbeitgebereigenschaft aus dem Verfahren entliess.
2.
Dagegen erhoben die Versicherte und die Pensionskasse
Y._
in einer gemein
samen Eingabe am
6.
Mai 2021 Beschwerde (Urk. 1) und beantragten, die ange
fochtenen
Einspracheentscheide
seien aufzuheben
,
soweit sie die Erwerbstätigkeit der Versicherten für die Pensionskasse
Y._
beträfen
,
und es sei ihre dies
be
zügliche Erwerbstätigkeit als selbständig zu anerkennen. Am 16. Juni 2021 bean
tragte die Ausgleichskasse, die Beschwerde sei abzuweisen (Urk. 6), was den Be
schwerdeführerinnen mit Verfügung vom 17. Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vom Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit,
massgebender
Lohn ge
nannt, werden paritätische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erhoben (Art. 5
Abs. 1 und Art. 13 des
Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinter
lassenenver
sicherung
, AHVG
). Als
massgebender
Lohn gilt jedes Entgelt für in unselbstän
diger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit (Art. 5
Abs. 2 AHVG). Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit wird dem
gegenüber ein Beitrag des
Selbständigerwerbenden
erhoben (Art. 8 AHVG). Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ist jedes Erwerbseinkommen, das nicht
Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt (Art. 9 Abs.
1
AHVG).
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht auf Grund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen da
bei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 146 V 139 E. 3.1 mit Hinweis).
1.2
Selbständige Erwerbstätigkeit liegt im Regelfall dann vor, wenn die beitrags
pflichtige Person durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbst
organisation und nach
aussen
sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte Gegenleistungen abgegolten wird (BGE 115 V 161 E. 9a mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem Personal charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Das spezifische
Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig vom Arbeitserfolg Kosten
anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat. Für die Annahme selbständiger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesell
schaften in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu sein.
Mass
gebend
ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren Auf
trag
gebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage (BGE 122 V 169 E. 3c mit Hinweisen).
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, das heisst wenn die versicherte Person Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich von der oder dem «
Arbeitgebenden
» abhängig ist und während der Arbeitszeit auch im Betrieb der oder des
Arbeit
gebenden
eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben
kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Not
wendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Ange
wiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko der versicherten Person erschöpft sich
diesfalls
in der (alleinigen) Abhängigkeit vom
persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin
, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation ein
tritt, wie dies beim Stellenverlust von
Arbeitnehmenden
der Fall ist (BGE 122 V 169 E. 3c
mit Hinweisen). Die Abhängigkeit der eigenen Existenz vom persönlichen Arbeits
erfolg ist praxisgemäss nur dann als Risiko einer
selbständigerwerbenden
Person zu werten, wenn beträchtliche Investitionen zu tätigen oder Angestelltenlöhne zu bezahlen sind (BGE 119 V 161 E. 3b). Hervor
zuheben ist, dass sich die Frage nach der Arbeitnehmereigenschaft regelmässig nach der äusseren Erscheinungsform wirtschaftlicher Sachverhalte und nicht nach allfällig davon abweichenden internen Vereinbarungen der Beteiligten beurteilt, was jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu geschehen hat. Entscheidend ist dabei, ob geleistete Arbeit, ein Unterordnungs
verhältnis und die Vereinbarung eines Lohnanspruchs in irgendeiner Form vor
liegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_790/2018 vom 8. Mai 2019 E. 3.2 mit Hin
weis).
1.3
Zu dem für die Berechnung der Beiträge vom Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit massgebenden Lohn gehören unter anderem Tantiemen, feste Entschädigungen und Sitzungsgelder an die Mitglieder der Verwaltung und der geschäftsführenden Organe (Art. 7
lit
. h der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV).
Dies schliesst indessen nicht aus, dass weitere
für eine juristische Person erbrachte Arbeiten als von der Organstellung losgelöst betrachtet und einer selbständigen Tätigkeit, etwa als Rechtsanwalt oder Autor, zugeordnet werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_278/2021 vom
8.
September 2021 E. 4.4). In Grenzfällen, in denen sowohl Merkmale unselbstän
diger als auch
solche selbständiger Erwerbstätigkeit
vorliegen, ohne dass das Pendel eindeutig in die eine oder die andere Richtung ausschlagen würde, ist je
doch rechtsprechungsgemäss namentlich auch Koordinationsgesichtspunkten Rechnung zu tragen. Dies gilt vorab bei Erwerbstätigen, die gleichzeitig mehrere erwerbliche Tätigkeiten für verschiedene oder denselben Arbeit- oder Auftrag
geber ausüben. Es soll nach Möglichkeit vermieden werden, dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für denselben Arbeit- oder Auftraggeber oder dieselbe Tätig
keit für verschiedene Arbeit- oder Auftraggeber unterschiedlich, teils als selb
ständige, teils als unselbständige Erwerbstätigkeit, qualifiziert werden (vorge
nanntes Urteil 9C_278/2021 E. 2.2).
1.4
Für Beitragspflichtige, welche mehrere Erwerbstätigkeiten ausüben, sieht das Ge
setz keine Gesamtbeurteilung ihrer erwerblichen Aktivitäten nach
Massgabe
der wirtschaftlichen Bedeutung der einzelnen Betätigungen vor. Vielmehr ist nach der in Art. 5 und 9 AHVG verwirklichten Konzeption der strikten Unterscheidung von unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Einkommen dahin zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Tätigkeit stammt. Die Tatsache, dass ein Beitragspflichtiger bereits einer Ausgleichskasse als
Selbstän
digerwerbender
angeschlossen ist, hat daher für die Qualifikation eines Entgelts AHV-rechtlich keine Bedeutung. Ebenso wenig vermag umgekehrt die Tatsache, dass ein Beitragspflichtiger bereits mit einer Ausgleichskasse als
Unselbständig
erwerbender
abrechnet, die beitragsrechtliche Qualifikation des Einkommens aus einer weiteren Tätigkeit zu präjudizieren (BGE 123 V 167 E. 4a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
Einspracheentscheide
(
Urk.
2/1 und Urk. 2/2) damit, dass die Beschwerdeführerin 1 als Geschäftsführerin der Be
schwer
deführerin 2 im Handelsregister eingetragen und demnach Organ einer juristischen Person sei. Da die Geschäftsführung der Organtätigkeit immanent und somit mit dem Organ verbunden sei, handle es sich bei dem hierfür erhal
tenen Einkommen um massgebenden Lohn und die Tätigkeit sei als unselb
stän
dige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren. Nicht massgeblich sei, ob die Beschwerde
führerin 1 separat Büroräumlichkeiten gemietet habe oder für weitere Aufträge als
Selbständigerwerbende
anerkannt worden sei.
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) hielt sie ergänzend fest, die Beschwerde
führerin 1 besorge verschiedene administrative und organisatorische Aufgaben. Auch wenn für einzelne Tätigkeiten ihre juristischen Kenntnisse hilfreich seien, würden diese mehrheitlich mit ihrer Stellung als Organ und nicht mit ihrer an
waltlichen Tätigkeit zusammenhängen. Es sei deshalb von massgebendem Lohn auszugehen.
2.2
Die Beschwerdeführerinnen stellten sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdeführerin 1 sei im Haupterwerb als unselbständige Rechts
anwältin tätig mit einem Pensum von ungefähr 80
%
. Im Nebenerwerb übe sie als selbständig Erwerbende verschiedene Tätigkeiten für diverse Institutionen und Auftraggeber aus, so etwa als Dozentin, Mitautorin eines juristischen Kommen
tars und Anbieterin von Schulungen im Bereich Baurecht und Datenschutzgesetz. Diese Bereiche seien von der Beschwerdegegnerin als selbständige Erwerbstätig
keit anerkannt worden. Auch die vorliegend umstrittene Tätigkeit für die Be
schwerdeführerin 2 sei - aus näher dargelegten Gründen - als selbständiger Erwerb zu qualifizieren. Sie sei deren Geschäftsführerin und habe daneben wei
tere operative beziehungsweise administrative Funktionen und unterstütze die Stiftung auch in juristischen Belangen. Diese Art der Tätigkeit sei Ausfluss ihrer juristischen und organisatorischen Fähigkeiten und nicht ihrer Organstellung. In der konkreten Umsetzung ihrer Aufgaben sei sie weitestgehend frei. Sie habe für ihre Nebentätigkeit ein eigenes Büro und stelle sämtliche Arbeitsgeräte selbst. Der Arbeitsumfang für die Beschwerdeführerin 2 variiere, sie stelle ihr jeweils quar
talsmässig in eigenem Namen Honorarrechnungen, auch trage sie das Inkasso- beziehungsweise Unternehmerrisiko selbst (S. 3-17). Die Beschwerdeführerin 2 verfüge über keinerlei Infrastruktur, habe keine eigenen Büroräumlichkeiten und beschäftige kein eigenes Personal. Die Stiftungsräte hätten die Geschäftsführung
lange Zeit selbst besorgt, seit 14 Jahren dafür jedoch einen externen (Rechts-)
Spezialisten
- seit 2018 die Beschwerdeführerin 1 - mandatiert. Auch weitere Aufgaben hätten sie an Dritte delegiert (S. 7).
3.
3.1
Der Aspekt des Unternehmerrisikos ist für die vorliegend umstrittene Qualifika
tion der Erwerbstätigkeit nicht ausschlaggebend, steht doch eine Tätigkeit im Dienstleistungsbereich in Frage, welche ihrer Natur nach nicht notwendigerweise bedeutende Investitionen (etwa in die Infra
struktur oder personelle Mittel) erfor
dert. In solchen Fällen kommt der arbeits
or
ganisatorischen und betriebswirt
schaftlichen Abhängigkeit vom Auftrag- oder Arbeitgeber beziehungsweise der Frage, ob eine arbeitsorganisatorische Integra
tion in deren Betrieb besteht, ent
scheidende Bedeutung zu (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2015 vom 11. Juli 2016 E. 5.1.1 mit Hinweisen).
3.2
3.2.1
Die Beschwerdeführerin 1 ist seit
1.
Mai 2015 als unselbständige Rechtsanwältin im Anwaltsbüro
A._
angestellt, ihr Arbeitgeber ist
B._
(
Urk.
4/8). Zudem ist sie seit
Juni
2018 als Geschäftsführerin der Beschwer
deführerin 2 tätig, deren Stiftungsrat von
B._
präsidiert wird (
Urk.
4/3). Adresse der Beschwerdeführeri
n 2 ist die C._
, deren
Inhaber und Verwaltungsratspräsident ebenfalls
B._
ist (vgl. Aus
zug aus dem Handelsregister
). Gemäss Homepage der Beschwerdeführerin 2 ist die Beschwerdeführerin 1 unter ihrer Telefonnummer im Anwaltsbüro
A._
erreichbar, E-Mails versendet sie auch als
Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin 2 von ihrer Kanzlei-Mail-Adresse aus,
als Postadresse wird darin die Adresse des Anwaltsbüros aufgeführt (
Urk.
3/4). Die Rechnungsstellung für die Geschäftsführung erfolgte auf Briefpapier der An
waltskanzlei, als Geschäftsadresse ist darauf ebenfalls die Kanzlei aufgeführt, wobei die Honorarforderungen
zum Teil
noch am Tag der Rechnungsstellung von
B._
genehmigt wurden (
Urk.
3/6 und
Urk.
4/15). Auch im zwischen den Beschwerdeführerinnen am 2
3.
Mai 2018 abgeschlossenen Vertrag betreffend Geschäftsführung wird die Kanzlei aufgeführt, die Beschwerdeführerin 1 ist berechtigt, als Hilfspersonen Mitarbeitende der Kanzlei beizuziehen (
Urk.
4/11). Für Sitzungen kann sie zudem die Räumlichkeiten der Kanzlei nutzen (
Urk.
1
S. 5). Gegenüber ihrem Telefonanbieter gab sie ebenfalls das Anwaltsbüro
A._
als Arbeitgeber und Kontakt-E-Mail-Adresse an
und vermerkte nichts von einer Selbständigkeit
(Urk. 4/14). Die Beschwerdeführerin 1 hat ein Profil bei
Linkedin
, wobei jedoch weder dort noch auf der Homepage des An
waltsbüros
A._
auf ihre Arbeit als Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin 2 hingewiesen wird. Ein für ihre diesbezügliche Tätigkeit nach aussen sichtbarer Auftritt in eigenem Namen und auf eigene Rechnung ist damit aus den gesamten Unterlagen nicht ersichtlich. Ebenso wenig ergibt sich aus den Unterlagen, dass die Beschwerdeführerin 1 sich aktiv um Mandate für weitere Pensionskassen bemühen oder mit diesbezüglichen Fachkenntnissen für sich werben würde. Hinweise finden sich auf ihre Spezialisierungen im Bau- und Immobilienrecht, Werkvertrags-, Auftrags-, Planungs- und Umweltschutzrecht, Architekten-, Sachen-, Miet- und Datenschutzrecht, Grundstückkauf und Stock
werk
eigentum, in der Neugründung und Umstrukturierung von Arztpraxen, Me
dia
tion und
clp
. Es ist davon auszugehen, dass ihr die Tätigkeit als Geschäfts
führerin der Beschwerdeführerin 2 nicht aufgrund einer besonderen Expertise im Berufsvorsorgerecht angeboten w
orden ist
, sondern da sie angestellte Anwältin des Stiftungsratspräsidenten ist. Aufgrund ihrer erheblichen wirtschaftlichen Ab
hängigkeit vom Arbeitgeber in ihrer Haupttätigkeit ist denn auch zu bezweifeln, dass in ihrer Nebentätigkeit keine Abhängigkeit von diesem bestehen würde.
Zudem ist anzunehmen, dass ein Verlust ihrer Haupttätigkeit auch den Verlust ihrer Nebentätigkeit oder zumindest der mit der Haupttätigkeit verbundenen Vorteile (
Beizug
von
Mitarbeitenden der Kanzlei als
Hilfspersonen, Nutzung von Büroräumlichkeiten der Kanzlei, Auftritt nach aussen im Namen der Kanzlei) mit sich bringen würde.
3.2.2
Nachdem die Beschwerdeführerin 2 nach Angaben der Beschwerdeführerinnen für
sämtliche nicht zwingend dem Stiftungsrat obliegenden Aufgaben Dritte beige
zogen hat und über keine eigene Infrastruktur verfügt (
Urk.
1 S. 7), tritt das Kriterium der Einbindung in die Arbeitsorganisation der Beschwerdeführerin 2 in
den Hinter- und das Element der Weisungsgebundenheit in den Vordergrund.
Geschäftsführer einer Stiftung haben die durch das nach den Statuten zuständige Organ - vorliegend den Stiftungsrat
(vgl.
Urk.
4/4 und
Art.
83 des Schweizeri
schen Zivilgesetzbuches)
- gefällten Beschlüsse umzusetzen. Diese ausführende Funktion erfolgt immer weisungsgebunden. Bezeichnend dafür ist, dass die
Be
schwerdeführerin 1 über keine Einzelzeichnungsberechtigung verfügt, sondern nur zusammen mit einem Mitglied des Stiftungsrates kollektiv zu zweien zeich
nungsberechtigt ist (
Urk.
4/3). Auch ist die Beschwerdeführerin 1 in der Ge
staltung ihrer Arbeit nicht frei, vielmehr ist ihr Aufgabenbereich im Organisa
tionsstatut der Beschwerdeführerin 2 klar umschrieben (vgl.
Urk.
4/16 S. 3) und
sie hat sich an die Vorgaben des Gesetzes und der Aufsicht zu halten (
Urk.
1 S. 12
). Auch in zeitlicher Hinsicht besteht ein gewisses Unterordnungsverhältnis, fällt doch nach Angaben der Beschwerdeführerinnen jeweils im Frühling und Herbst i
m
Zusammenhang mit den Stiftungsratssitzungen mehr Arbeit an, Auswir
kun
gen auf die Arbeitslast haben auch die Vorgaben der Stiftungsaufsicht (insbe
sondere die jährliche Berichterstattung) sowie allenfalls veränderte gesetzliche Vorgaben, die Anpassungen von Grundlagendokumenten erforderlich machen (
Urk.
1 S. 6). Dies alles spricht gegen eine selbständige Erwerbstätigkeit.
3.3
Dass die Vertragsparteien das Vertragsverhältnis zwischen der
Beschwerde
füh
rerin 1 und der Beschwerdeführerin 2
(
Urk.
4/11) als Auftrag bezeichneten, stellt keine rechtlich bindende Qualifikation dar. Zwar sprechen gewisse vertragliche Vereinbarungen wie etwa zur Kündigungsfrist für eine selbständige Tätigkeit. Andere Punkte wie etwa Entschädigungen im Krankheitsfall oder bei Ferienab
wesenheit sind nicht geregelt. Die Vereinbarung einer Entschädigung im Stun
denlohn wiederum spricht
für die Annahme einer unselbständigen Erwerbstätig
keit, bemisst sich doch das an die
Beschwerdeführerin 1 zu entrichtende Entgelt
auf Grund ihrer tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden und ist entsprechend abhängig von der geleisteten Arbeitszeit und nicht vom Erfolg oder der Art der geleisteten Arbeit, für die gegenüber der
Beschwerdeführerin 2
auch keine Ge
währleistung oder Haftung, sondern einzig die Verpflichtung zur sorgfältigen Erfüllung der Aufgaben besteht. Des Weiteren hat die
Beschwerdeführerin 1 keine erheblichen Geschäftskosten zu tragen.
Unkosten wie Reisespesen oder Ähnliches sowie Rechnungen Dritter übernimmt vielmehr die
Beschwerdeführerin
2.
Mass
gebend sind wie bereits dargelegt (E. 1.1 hiervor) ohnehin nicht die zivilrecht
lichen Verhältnisse, sondern die wirtschaftlichen und damit die tatsächlichen Gegebenheiten. Diese sprechen mit Blick auf die obigen Ausführungen überwie
gend für eine unselbständige Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin 1.
S
oweit die Beschwerdeführerinnen geltend machten, die Tätigkeit der Beschwer
deführerin 1 für die Beschwerdeführerin 2 erschöpfe sich nicht in ihren Aufgaben als Geschäftsführerin, sondern sie unterstütze diese auch in juristischen Belangen,
ist festzuhalten, dass sich solches aus ihren - wohlgemerkt mit «Geschäfts
füh
rung
»
betitelten - Honorarrechnungen (
Urk.
3/6 und
Urk.
4/15) nicht ergibt. Zwar m
ögen ihre juristischen Fähigkeiten für gewisse bei der Geschäftsführung anfal
lende Aufgaben von Nutzen sein, mehrheitlich hängen sie jedoch mit ihrer Stel
lung als Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin 2 und nicht mit ihrer anwalt
lichen Tätigkeit zusammen. So ist denn auch nicht ersichtlich, dass projekt
bezogene Einsätze bei ihrer Arbeit für die Beschwerdeführerin 2 überwiegend wären. Auch nicht von Belang ist, dass die Beschwerdeführerin 1 einen eingerichteten Büro-Arbeitsplatz gemietet hat, befindet sich dieser doch an ihrer Wohnadresse, Ver
mieter ist ihr an derselben Adresse wohnhafte Partner (vgl.
Urk.
4/12,
Urk.
7/17/1 und
Urk.
7/25), welcher ihr auch ihren Laptop gekauft hat (
Urk.
4/13). Im gemie
teten Büro mag die Beschwerdeführerin 1 ihren anderen Nebenerwerbstätigkeiten nachgehen. Dass sie auch ihre Arbeit für die Beschwerdeführerin 2 mehrheitlich dort verrichtet, obwohl sie in ihren Honorarrechnungen, auf der Homepage der Beschwerdeführerin 2 und in ihrer Korrespondenz auf das Anwaltsbüro
A._
verweist, in der Anwaltskanzlei über Hilfspersonal verfügt und ihr dort Büroräumlichkeiten zur Verfügung stehen, ist hingegen nicht plausibel.
3.4
Zusammenfassend ist das vorliegend ausschlaggebende Kriterium der Weisungs
ge
bundenheit erfüllt. Für eine Qualifikation als unselbständige Erwerbstätigkeit fällt ebenso ins Gewicht
, dass die
Beschwerdeführerin
1 bezüglich ihrer Tätigkeit für die
Beschwerdeführerin 2
nicht
nach
aussen
sichtbar in eigenem Namen am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. Die
Beschwerdegegnerin hat somit das der
Beschwerdeführerin 1 für ihre diesbezügliche Arbeit ausgerichtete Entgelt zu Recht
als massgebenden Lohn qualifiziert, was zur Abweisung der Beschwerde führt.