# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d465bc51-bae5-4efc-85c4-5886032b4a9d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
meldete sich am 1
5.
März 2015 unter Hinweis auf die
Folgen
einer H
irnblutung bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2 S. 5
Ziff.
6.2-6.3). Am 1
6.
Mai 2015
bean
tra
gte
sie ausserdem Hilfsmittel (
Urk.
6/14). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
6/7;
Urk.
6/9-10
;
Urk.
6/16;
Urk.
6/19;
Urk.
6/
22-
23
) ab
und teilt
e der Versicherten daraufhin
mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
6/26). Nach weiteren Abklärungen (
Urk.
6/29;
Urk.
6/33;
Urk.
6/36) erteilte sie
der Versicherten
Kostengutsprache für
mehrere Hilfsmittel (
Urk.
6/41-46;
Urk.
6/51). Sodann veranlasste sie eine Abklärung der beein
träch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt sowie eine Abklärung für
Hilf
losenentschädigung
, über welche
am 1
4.
respektive 2
1.
Dezember 2015 be
richtet wurde (
Urk.
6/53;
Urk.
6/57). Mit
unangefochten gebliebener
Verfügung
vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
6/68) sprach
sie
der Versicherten schliesslich bei einem
Invaliditätsgrad von 48
%
eine
Viertelsrente
mit Wirkung ab dem
1.
November 2015 zu.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/58
)
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
zudem
mit Verfügung vom
2
1.
April
2016 (
Urk.
6/69
= Urk. 2)
eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades mit Wirkung ab dem
1.
November 2015 zu.
2.
Die Versicherte erhob am 2
0.
Mai 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
ab
dem
1.
November
2015
eine
Hilflosenentschädigung
mittleren Grades zuzu
spre
chen
. Eventuell seien weitere Abklärungen vorzunehmen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juni 2016 (
Urk.
5) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
3.
Juli 2016 zur Kenntnis gebracht, wobei gleichzeitig der beantragte zweite Schriftenwechsel (vgl.
Urk.
1 S. 2) als nicht erforderlich erachtet wurde (
Urk.
7). Am 2
3.
August 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht ein (
Urk.
8-9), was der Beschwerdegegnerin am 2
4.
August 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilf
losenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine
Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Leben
s
verrichtungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Per
son als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beein
trächtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E.
3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Gemäss
Art.
37
Abs.
1
IVV
gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter an
ge
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über
wachung bedarf.
Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauern
den persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen
Lebens
verrichtungen
voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.3
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regel
mä
ssig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen
von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches
(
Art.
38
Abs.
3 IVV).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Gesundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte
einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebens
prak
tische
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte)
Dritt
hilfe
bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon abhängig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.4
Schliesslich muss beim Bedarf an lebenspraktischer Begleitung die
Schaden
min
derungspflicht
berücksichtigt werden
(vgl. Kreisschreiben über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015, Sta
nd 1. Januar 2017, KSIH
Rz
8040 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_410/2009 vom 1. April 2010). Die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Einsatzfähigkeit sind durch geeignete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe der Familienangehörigen, denen dadurch keine unverhältnismässige Belastung entstehen darf, möglichst zu mildern. Diese Mithilfe geht weiter als die ohne Gesundheitsschaden zu erwartende Unterstützung. Es ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Keinesfalls darf aber unter dem Titel Schadenminderungspflicht die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder über
wälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschrän
kung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden
Teilfunk
tionen
in Frage kommt (Urteil des Bundesgerichts I 1013/06 vom 9. November 2007 E. 7.2). Grundsätzlich unerheblich ist die Umgebung, in welcher sich die versicherte Person aufhält. Versicherte, welche mit Familienangehörigen zusam
menleben, hätten sonst kaum je Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für lebenspraktische Begleitung. Es ist allein massgebend, ob die versicherte Person,
wäre sie allein auf sich gestellt, erhebliche Dritthilfe benötigen würde. Dem
gegenüber ist die tatsächlich erbrachte Mithilfe von Familienangehörigen eine
Frage der Schadenminderungspflicht, die erst in einem zweiten Schritt zu prüfen
ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_828/2011 vom 27. Juli 2012 E. 5.3.1).
1.5
Gemäss
Art.
42
Abs.
4 IVG richtet sich der Anspruchsbeginn einer
Hilflosenent
schädigung
nach der Vollendung des ersten Lebensjahres nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG. Gemäss Randziffer 8092 des
KSIH
entsteht der Anspruch grund
sätzlich nach dem Ablauf des Wartejahres in sinngemässer Anwendung von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG. Die Regeln über die Entstehung des Rentenanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 IVG sind hier nicht anwendbar. Diese Verwaltungsweisung ist gesetzeskonform und daher auch für das Gericht anwendbar (BGE 137 V 351 E. 5.1).
1.6
Gemäss
Art. 69 Abs.
2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines
Leistungs
anspruchs
unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem
Aspekt der Hilflosigkeit (Art.
9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Stö
rungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern not
wendig
(vgl. BGE 133 V 450 E. 11.1.1)
. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext
schliesslich
muss plau
si
bel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen
Lebensver
richtungen
sowie den
tatbestandsmässigen
Erfordernissen der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein.
Schliesslich
hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige
Ent
scheidungsgrundlage
im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fach
lich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 140 V 543
E.
3.2.1
mit Hinweisen; SVR 2012 IV Nr. 54 S.
195,
Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E.
3.2). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem
Gesichtspunkt
der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom
14. Septem
ber 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt
de
s Intensivpflegezuschlags (vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_308/2016 vom 6.
September 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf
8C_756/2011
vom 12. Juli 2012
E.
3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die
vor Ort
erfolgte
Abklärung fest, dass die Beschwerdeführerin ab Eintritt des Gesundheitsschadens für zirka acht bis neun Monate
in den sechs alltäg
lichen Bereichen
auf regelmässige
sowie
andauernde Dri
tthilfe angewiesen und diese durch die durchgehende
Hospitalisation
auch
gewährleistet gewesen sei. Nach Austritt aus dem Pflegeheim habe sie ihre Selbständigkeit in den alltäg
lichen Bereichen mit Unterstützung von geeigneten Hilfsmitteln mehrheitlich wiedererlangt
.
Sie
sei nicht mehr regelmässig und anda
uernd auf Dritthilfe angewiesen
. Eine medizinisch-pflegerische Hilfe sowie eine persönliche Überwa
chung seien nicht notwendig. Ab Heimaustritt per Juli 2015 benötige sie jedoch weiterhin regelmässig lebenspraktische Begleitung, wobei der Mindestansatz von zwei Stunden pro Woche erfüllt sei. Nach Ablauf der Wartefrist und somit ab dem
1.
November 2015 habe die Beschwerdeführerin daher Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
wegen leichter Hilflosigkeit
(S. 4
f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1), es seien nicht alle
Bereiche
korrekt abgeklärt
und
die Hilflosigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen
sei
teilweise
nicht berücksichtigt worden. Es bestehe – aus näher genannten Gründen (S. 4 ff.) - bei
mindestens
drei
alltä
g
lichen Lebensverrichtungen ein dauernder
Bedarf an Dritthilfe. Zusätzlich benö
tige sie
dauernde Pflege sowie dauernde persönliche
Überwachung
und
lebens
praktische
Begleitung
. Eine
mittelschwere
Hilflosigkeit
sei ausgewiesen (S. 6 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Hilf
losen
entschädigung
aufgrund einer mittelschweren Hilflosigkeit
hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war vom
7.
November 2014 bis 1
5.
Januar 2015 im
Z._
, Klinik für Neurochirurgie,
infolge einer
erlitte
nen
Subarachnoidalblutung
bei
rupturiertem
An
eurysma der Aorta cerebri
media
rechts hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht vom 1
5.
Januar 2015,
Urk.
6/23/7-12)
.
Zur
anschliessenden
stationären neurologischen Rehabilitation befand
sie
sich vom 2
6.
Februar bis
4.
Mai
2015 in der
A._
. Mit
Austritts
bericht
vom 1
3.
Mai 2015 (
Urk.
6/16) informierten die Ärzte darüber, dass gute Rehabilitationsfortschritte hätten erzielt werden können, wobei die Beschwer
deführerin
hilfsmittelfrei
stand- und gangsicher
gewesen
sei und eine gute Ausdauer beim Treppensteigen gezeigt habe. Die Armparese links sei deutlich
regre
dient
. Es bestehe allerdings ein mittelschwerer bis schwerer
Neglect
mit fehlen
der Störungseinsicht und Selbstüberschätzung, sodass eine engmaschige Struktur-
und Pflegeunterstützung notwendig sei.
Die Beschwerdeführerin benö
tige weiterhin viel Unterstützung, so dass eine Versorgung zu Hause nicht mög
lich sei.
Die
Anmeldung für einen Pflegeheimplatz sei in die Wege geleitet worden
(vgl. S. 1 ff.).
3.
2
PD
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Neurochirurgie,
informierte mit Be
richt vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
6/23/5-6) über die nach über fünf Monaten nach der schweren Blutung erfolgte Untersuchung der Beschwerdeführerin.
Durch die
intensiven
Rehamassnahmen
sei s
ie
mittlerweile wieder
gehfähig
.
Auf der linke
n Seite armbetont sei noch eine leichte Hemiparese vorhanden,
wobei sicher
lich ein Kraftgrad
von
vier von fünf vorhanden sei.
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass noch eine leichte Inkontinenz
vorliege
, diese aber in den letzten Monaten eine deutliche Besserung erfahre
n habe
.
Auch könne sie in einem langsamen Tempo zirka 1.4 Kilometer laufen.
Kognitiv verbessere sie sich zunehmend.
W
eitere ambulante Massnahmen
seien
notwendig
, wobei a
ufgrund des jetzigen Verlaufs noch ein deutliches
Rehapotential
erkannt
werde
(S. 1).
3.3
Mit Bericht vom 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
6/23/1-4) führte PD
Dr.
B._
die nach
folgende
n - gekürzt aufgeführten -
Diagnosen auf (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Subarachnoidalblutung
bei
rupturiertem
An
eurysma der Aorta cerebri
media
rechts (Blutungsereignis bereits am
2.
November 2014)
-
Diagnosen im Verlauf:
-
Vasospasmen
der Aorta cerebri
media
rechts und Aorta cerebri
anterior
rechts mit multiplen z
erebralen Ischämien frontal und parietal rechts
-
krisenhafter Anstieg
des
intracranial
pressure
(ICP)
-
Harnwegsinfekt mit Escherichia
coli
-
Verdacht auf Pneumonie rechts
-
Verdacht auf Arzneimittelexanthem unter
Tazobac
und
Tygacil
-
Status nach lokaler Nachblutung nach Tracheotomie
-
Sepsis bei
perigastrischem
Abszess bei lockerer
perkutaner endos
kopi
scher Gastrostomie (
PEG
)
-Sonde
-
Verdacht auf Diabetes Mellitus Typ II
-
Sinusitis
maxillaris
rechts
-
Status nach Implantation
regio
16 mit Sinuslift am 2
3.
Oktober 2014
-
Penicillinallergie
-
Laktoseintoleranz
Bezüglich der aktuell
weiterbestehenden Defizite sei
noch ein
Verbesserungs
potential
mit ambulanten rehabilitativen Massnahmen vorhanden (S. 2
Ziff.
1.4).
Die Beschwerdeführerin sei derzeit
in der bisherigen Tätigkeit
aufgrund der neu
rologischen und neurokognitiven Defizite sicher
lich zu 100
%
arbeitsunfähig. Aktuell
sei nicht absehbar, ab wann eine Wiedereingliederung in einer ange
passten Tätigkeit denkbar sei (S. 2 f.
Ziff.
1.6-1.7).
3.4
Am 1
7.
November 2015 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähig
keit in Beruf und Haushalt, über welche am 1
4.
Dezember 2015 berichtet wurde (
Urk.
6/53).
Die Beschwerdeführerin habe dabei angegeben, dass sie bei guter Gesundheit die Kurse
für
Weben
weiterhin im bisherigen Rahmen von sechs Lektionen
pro Woche
durchgeführt hätte. Das Pensum
sei für sie in Ord
nung gewesen. S
o habe sie nebenbei noch den Haushalt versorgen können
(S. 6
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson legte dementsprechend die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 22
%
Erwerbstätige und zu 78
%
im Haushalt Tätige fest (S. 6
Ziff.
2.6).
Sodann kam
sie
nach erfolgter Abklärung
unter Berück
sichtigung der Schadenminderungspflicht
zum Schlu
ss, dass die Beschwerde
füh
rerin
in der Haushaltsführung, in der Ernährung sowie
in der
Wohnungs
pflege
im Umfang von insgesamt 33.50
%
eingeschränkt sei (S. 8 ff.
Ziff.
6).
3.5
Gleichentags erfolgte d
urch dieselbe Abklärungsperson
am Wohnort der Be
schwer
deführerin auch
eine
Abklärung für
Hilflosenentschädigung
, über welche am 2
1.
Dezember 2015 berichtet wurde (
Urk.
6/57).
Die
Abklärungsperson
gab dabei an, dass das Gespräch
im Beisein des Ehemannes sowie der ambulanten
psychiatrische
n
Pflegehilfe stattgefunden
habe
, wobei mehrheitlich der Ehe
mann
habe miteinbezogen werden müssen
(S. 1). Dabei sei angegeben worden, dass die Beschwerdeführerin Fortschritte
erzielt
habe
, indem sie nun kleine alltäg
liche Dinge wieder selber mit der linken Hand ausführen könne. Die
Feinmo
torik
sei jedoch weiterhin noch sehr eingeschränkt. Ausserdem habe sie
nach wie vor
Schwierigkeiten sich
länger
zu konzentrieren. D
er Orientierungssinn sei
ebenfalls
noch nicht gewährleistet. Sie finde sich nur in der näheren Umgebung und
auf
eingeübten Strecken einigermassen zurecht.
Sie müsse a
n
unbekannte Orte
begleitet werden. Das Kurzzeitgedächtnis sei weiterhin gestört. Externe Termine müssten von einer Drittperson vereinbart, koordiniert und begleitet werden.
S
eit
dem
Austritt aus dem Pflegeheim
sei sie
mit Hilfsmittel
n
jedoch
mehrheitlich wieder selbständig
in den alltäglichen Bereichen
(S. 2 f.).
Hinsichtlich des
„
Ankleidens/Auskleidens
“
gab
die Bes
chwerdeführerin an, dass
ihr
dies
wieder selbständig möglich sei.
Einzig
beim Anziehen der
Socke
am linken Bein
müsse ihr
noch geholfen
werden (S. 4 unten). Die Abklärungsperson verwies die Beschwerdeführerin diesbezüglich auf das zumutbare Hilfsmittel des
Sockenanziehers
, womit die Selbständigkeit in diesem Bereich weiterhin erhal
ten werden könne (S. 5 oben).
Im Bereich
„
Auf
stehen/Absitzen/Abliegen
“
führte d
ie
Beschwerdeführerin
aus, dass sie zunächst bei sämtlichen Tra
nsfers auf
regelmässige Dritthilfe angewie
sen gewesen sei.
S
eit
dem Austritt aus der Reha
seien ihr die Positionswechsel
mehrheitlich wieder selber möglich
gewesen und s
eit dem Austritt aus dem Pflegeheim
seien ihr diese
wi
eder selbständig möglich
. Das höhenverstellbare
B
ett benötige sie weiterhin, da ihr dieses das Auf- und Zubettgehen erleichtere,
womit sie ihre Selbständigkeit
erhalten könne (S. 5).
In Bezug auf das
„
Essen
“
gab
die Beschwerdeführerin an, dass sie bereits in der Reha ihre Mahlzeiten
wieder
selbständig mit dem üblichen Besteck habe ein
neh
men können. Das Zerkleinern von Speisen sei ihr seit August 2015 wieder möglich.
Einzig bei härte
re
n Speisen oder einem grossen Stück Fleisch müsse dieses zeitweise von einer Drittperson zerkleinert
werden.
Das Trinken aus einem Glas oder einer Tasse sei ihr selbständig möglich. Die Abklärungsperson
erachtete
daraufhin
das Zerkleinern von härteren Speisen beziehungsweise einem
Stück Fleisch
als nicht alltäglich
(S. 5).
Zur
„
Körperpflege
“
schilderte
d
ie
Beschwerdeführerin
, dass sie bis zum Austritt aus dem Pflegeheim regelmässig auf Dritthilfe angewiesen gewesen sei.
Mit den notwendigen Hilfsmitteln
sei ihr diese wieder selbständig möglich. Sie seife sic
h ein und brause sich selber ab. A
u
ch die Haarwäsche sei ihr selbständig
möglich. Die Zahnpflege sei ihr immer selber möglich gewesen (S. 5 unten).
Die folgenden Angaben machte die Beschwerdeführerin z
ur
„
Reinigung nach Ver
richtung der Notdurft
“
: seit der Hirnblutung sei sie inkontinent und trage in der Nacht
Panti
e
s
.
Dennoch
sei das Bett zeitweise am Morgen nass. Das Aus
wechseln der Höschen sei ihr selbständig möglich. Am Tag
gehe sie selbständig auf die Toilette und reinige sich nach dem Stuh
lgang mit einem Feuchttüchlein
(S. 6 oben).
In Bezug auf die
„
Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte
“
führte die Beschwerdeführerin aus, dass ihr die Fortbewegung aktuell wieder selbständig möglich sei. Sie könne
in einem langsamen Tempo mit gelegentlichen Pausen bis zu zwei Kilometer gehen
. Eine Verkehrssicherheit sei gegeben.
Auch könne sie
Treppen mit Hilfe der Handläufe wieder selbständig überwinden. Ein verba
ler Dialog sei möglich. Die Abklärungsperson hielt
sodann
fest, dass die Pflege
gesellschaftlicher Kontakte im Bereich der lebenspraktischen Begleitung berück
sichtigt werde (S. 6).
Bei der Beurteilung des Bedarfs an lebenspraktischer
Begleitung kam die
Abklä
rungsperson
zum Schluss, dass die
Beschwerdeführerin auf
eine solche
ange
wie
sen sei
(S. 6 unten).
F
ür den Bereich „Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen“
hielt sie dabei
fest,
dass
die Beschwerdeführerin regel
mässig durch eine Drittperson angeleitet
beziehungsweise gecoacht werden
müss
e
, da die Abläufe neu eingeübt werden müssten. Bei der Wäsche s
eien die Abläufe
wieder
soweit
gefestigt, dass sie diese praktisch wieder alleine bewäl
tigen könne. Für diesen Bereich rechnete die Abklärungsperson einen zeitlichen Aufwand von 120 Minuten pro Woche an (S. 7 oben).
Im Bereich
„Begleitung bei ausserhäuslich
en Verrichtungen und Kontakten“
müssten Arzt- und Therapietermine durch den
Ehemann a
bgemacht und koordi
niert werden
, da die Beschwerdeführerin diese aufgrund der jetzigen kognitiven Einschränkungen vergesse un
d nicht von sich aus wahrnehme
. Die Beschwerde
führerin müsse
infolge
des fehlenden
Orientierungssinn
s
zu den Terminen begleitet werden
. In un
mittelbarer Nähe der Wohnung finde sie sich mittlerweile auf den mit ihr eingeübten Wegen wieder alleine zurecht.
Auf
verbaler
Ebene sei ein einfacher Dialog
möglich, bei komplexeren Sachverhalten gebe der Ehe
mann Auskunft beziehungsweise ergänze die Angaben der Beschwerdeführerin. Hierfür rechnete die Abklärungsperson einen zeitlichen Aufwand von 30 Minu
ten
pro Woche
an (S. 7
unten
).
Sodann erkannte die Abklärungsperson
, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund der kognitiven Einschränkungen aktuell nicht möglich sei
, die bisherigen
Kontakte im selben Umfang wie zuvor zu pflegen. Inhaltlich könne ein Dialog von der Beschwerdeführerin nicht mehr nachvoll
zogen beziehungsweise eingeschätzt werden. Handlungen seien nicht mehr gänzlich nachvollziehbar und müssten begleitet werden. Hierfür berücksichtigte die Abklärungsperson nochmals einen zeitlichen Aufwand von 30 Minuten pro Woche (S. 8 oben).
Sodann sah die Abklärungsperson i
m
Bereich „Regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer dauernden Isolation von der Aussenwelt“ keine Isolation, da
d
ie
Beschwerdeführerin
im gemeinsamen Haushalt mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn wohne. Sie gehe auch regelmässig nach draussen und habe wieder
zu weben
angefangen (S. 8).
Auch verneinte die Abklärungsperson eine dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe. Die Beschwerdeführerin nehme die Medikamente selber
ein
und müsse lediglich zeitweise vom Ehemann daran erinnert werden. Zuletzt verneinte die Abklärungsperson die Notwendigkeit einer persönlichen Überwachung (S. 8).
Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin mit Unterstützung von geeigneten Hilfsmitteln in sämtlichen sechs Bereichen der alltäglich relevanten Lebensverrichtungen wieder selbständig sei und zudem keine medizinisch-pfleg
erische Hilfe oder persönliche Ü
berwachung
benötige
.
B
is Juli 2015
sei sie
hospitalisiert beziehungsweise im Heim untergebracht ge
wesen.
Seit dem
Heimaustritt sei sie jedoch im Bereich der lebenspraktischen Begleitung regelmässig auf Dritthilfe angewiesen. Der Mindestansatz von zwei Stunden pro Woche sei erfüllt. Die Wartefrist der lebenspraktischen Begleitung könne im November 2014 eröffnet und nach
deren
Ablauf
ab
November 2015
anerkannt werden. Entsprechend
könne ab diesem Zeitpunkt eine
Hilflos
enent
schädigung
leichten Grades ausgerichtet werden (S. 8 unten).
3.6
Dem i
m Rahmen des Beschwerdeverfahrens
eingereichten
Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, vom
8.
A
ugust 2016 (
Urk.
9) lässt sich entnehmen, dass dieser auf die durch PD
Dr.
B._
gestellte Diagnose
eines Status nach schwerster
Subarachnoidalblutung
mit intrazerebraler Blutung
mit anschliessendem Clipping eines Aorta cerebri
media
Aneurysmas im Verlauf
verwies
(S. 1).
Dr.
C._
kam
zum Schluss, dass zusätzlich zum
leichtgradigen
linksseitigen sensomotorischen spastischen
Hemisyndrom
mit noch schwerem
Neglect
mit taktilem Auslöschphänomen
ein schweres neuropsychiatrisches
Ver
haltenssyndrom
mit sch
werer Antriebsminderung, Affekt-
Inkontinenz und Enthemmung
im Vordergrund
stehe. Insgesamt
seien die
neurologischen Aus
fälle nicht nur leicht, sondern mittelschwer bis schwer und die Beschwerde
füh
rerin
benötige
eine intensive Pflegebetreuung, Hilfsmittel
sowie
eine
Therapie
. Im weiteren Verlauf könne es durchaus noch zu einer gewissen Verbesserung kommen (S. 2 f.).
4.
4.1
Die Abklärung für
Hilflosenentschädigung
(vorstehend E.
3.5)
erfolgte durch eine
qualifizierte Fachperson in Kenntnis
der räumlichen Verhältnisse am
Wohnort der Beschwerdeführerin
sowie
von
der
en
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
(vgl.
Urk.
6/53 S. 7 f.
Ziff.
5;
Urk.
6/57 S. 1 f.).
Auch die benötigten Hilfsmittel waren der Abklärungsperson bekannt (vgl.
Urk.
6/57 S. 4).
Das Gespräch fand im Beisein und unter Einbezug des Ehemannes
sowie
der zuständigen
P
erson der
Psychiatriespitex
statt (vgl.
Urk.
6/57 S.
1). Die Ausführungen
der
Abklä
rungs
person
sind detailliert und ihre Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer
We
ise begründet.
Dem Bericht lassen sich
schliesslich
keine divergierende
n
Meinungen der Beteiligten entnehmen.
Insbesondere erga
ben auch die medizinis
chen Berichte
keine Anhaltspunkte, welche auf eine anderweitige Einschätzung hindeuten würden
. So erwies sich
die von den Ä
rzten der
A._
als
unerlässlich
erachtete Unter
bringung in einem Pflegeheim infolge der Notwendigkeit einer eng
maschi
gen Struktur- und Pflegeunterstützung
bereits
kurze Zeit später
als
überholt
(vgl.
Urk.
6/16 S. 2;
Urk.
6/40).
PD
Dr.
B._
beschrieb sodann eine Ver
besse
rung des körper
lichen und kognitiven Zustandes
, wobei er noch ein deutliches
Re
hapotential
sah (vgl.
Urk.
6/23
/1-4 S. 2
Ziff.
1.4;
Urk.
6/23/5-6 S. 1
).
S
einen Berichten
lässt sich
nichts entnehmen, was der Einschätzung der
Abklärungs
person
entgegenstehen würde.
Dies gilt auch für den erst im
Beschwer
de
ver
fah
ren
eingereichten Bericht von
Dr.
C._
, erachtete dieser doch insbeson
dere ein schweres neuropsychiatrisches Verhaltenssyndrom mit schwerer
Antriebs
minderung
, Affekt-Inkontinenz und Enthemmung als im Vordergrund stehend (vgl.
Urk.
9 S. 2). Eine
intensive
Pflegebedürftigkeit lässt sich allerdings
weder
mit einer Antriebsminderung
noch mit einer
Enthemmung begründen.
Inwiefern
di
e Beschwerdeführerin eine solche Pflege
benötigt, begründete
Dr.
C._
denn
auch nicht weiter. Die bestehende Inkontinenz war
sodann
bei der Abklärung bereits bekannt (vgl.
Urk.
6/57 S. 6 oben).
4.2
D
ie
nun
beschwerdeweise vorgebrachten Rügen der Besch
werdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 4 ff.)
vermögen daran
nichts zu ändern, wobei
insbesondere darauf hinzu
weisen
ist
, dass die nun geltend gemachten Einschränkungen
anlässlich der vor Ort erfolgten Abklärung weder vom Ehemann der Beschwerdeführerin
noch von der ebenfalls anwesenden
P
erson der
Psychiatriespitex
erwähnt wurd
en.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie sei in mindestens drei alltäglichen Lebensverrichtungen auf die regelmässige Dritthilfe angewie
sen, steht dies ihrer
zuvor
getätigten Aussage entgegen, wonach sie seit
dem
Austritt aus dem Pflegeheim mit Hilfe der Hilfsmittel wieder mehrheitlich selb
ständig sei (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
21;
Urk.
6/57 S. 3 oben).
Hinsichtlich des
„
Ankleidens/Auskleidens
“
gab die Beschwerdeführerin aus
drück
lich an, d
ass sie einzig beim Anziehen der
Socke
am linken Bein Hilfe benötig
e (vgl.
Urk.
6/57 S. 4 unten). Eine generelle Hilfestellung beim Anziehen von Socken und Strümpfen wurde demgegenüber nicht erwähnt.
Ferner
kann nicht nachvollzogen werden
, w
eshalb die Beschwerdeführerin
einen
Sockenan
zieher
nicht verwenden k
ann
. Auch der nun geltend gemachte
Umstand,
wonach
sie die Kleider nicht selber aussuchen könne, wurde
zuvor
mit keinem Wort erwähnt. Vielmehr
wurde
darauf hin
gewiesen
, dass sie sich auch ausgeh
fertig anziehen könne (vgl.
Urk.
6/57 S. 4 unten). Die diesbezüglichen Vor
bringen der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
15)
vermögen daher keine Zweifel am Abklärungsbericht aufkommen zu lassen.
Dies gilt auch
hinsichtlich der
im Bereich
„
Aufstehen/Absitzen/Abliegen“
nun
geltend gemachten Einschränkung, wonach sie sich nicht selber positionieren oder alleine aus dem Bett komme
n könne
, wenn sie nicht einigermassen gut liege (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
16).
So gab die Beschwerdeführerin
insbesondere
d
as von der Beschwerdegegnerin hierfür
nebst dem Elektrobett
zugesprochene Hilfs
mittel „
Gripo
Aufsteh- und Transferhilfe“
infolge
Nichtgebrauchs zurück
(vgl.
Urk.
6/29/3-5 S. 2;
Urk.
6/45;
Urk.
6/50;
Urk.
6/52;
Urk.
6/57 S. 4).
In Bezug auf das „Essen“ wurde anlässlich der Abklärung lediglich eine benötigte
zeitweise
Hilfestellung beim Zerkleinern von härteren Speisen oder einem grossen Stück Fleisch erwähnt (vgl.
Urk.
6/57 S. 5). E
ine weitergehende Unterstützung
machte keiner der Anwesenden geltend.
Nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdeführerin infolge der Armparese links
weiterhin
in der
Feinmo
torik
eingeschränkt ist
.
Allerdings
stellte
PD
Dr.
B._
lediglich noch eine leichte
armbetonte Hemiparese auf der linken Seite
fest
, wobei bereits ein Kraftgrad von vier von fünf vorhanden sei (vgl.
Urk.
6/23/1-4 S. 2
Ziff.
1.4;
Urk.
6/23/5-6 S. 1
).
Auch
Dr.
C._
erwähnte lediglich eine leichte Armparese sowie eine leichte Feinmotorik- und Koordinationsstörung der linken Körper
hälfte (vgl.
Urk.
9 S. 2).
Ausserdem ist zu beachten,
dass die Beschwerdeführerin Rechtshänderin ist und
beispielsweise auch wieder weben
oder einen Salat rüsten
kann,
was
ebenfalls eine gewisse Feinmotorik voraussetzt (vgl.
Urk.
6/53
S. 9
Ziff.
6.2
,
S. 11
Ziff.
6.7;
Urk.
6/57 S. 2). Dass
sie
während den Mahlzeiten beaufsichtigt werden müsse
(vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
17)
, ist schliesslich ein so zentraler Punk
t,
der, wäre
er erfüllt,
anlässlich der vor Ort erfolgten Abklärung in jedem Fall
von einem der drei Anwesenden
erwähnt worden wäre.
Dies gilt auch für den im Bereich „Körperpflege“
nun
geltend gemachten Um
stand, wonach
sie
ohne Anwesenheit einer Drittperson weder baden noch duschen
könne
, da ihr beim Ein- und Ausstieg geholfen werden müsse (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
18).
Zuvor
gab sie
ausdrücklich an, dass ihr dies mit den notwendigen Hilfsmitteln wieder selbständig möglich sei;
zumal
sie
anstelle des
ursprünglich
empfohlenen
Badewannendrehsitz
es
(vgl.
Urk.
6/29/3-5 S.
3), welcher
ihr das
selbständige
Ein- und Aussteigen erleichtert hätte,
auch
ledig
lich
ein Badebrett
verwenden
(vgl.
Urk.
6/50;
Urk.
6/5
2).
Nicht nachvollziehbar ist
sodann,
dass
die Beschwerdeführerin
hinsichtlich der „Reinigung nach Verrichtung der Notdurft“
tagsüber die
Panties
selbständig wechseln k
önne
, in der Nacht
aber die Hilfe Dritter benötigen würde
(vgl.
Urk.
1
S. 5
Ziff.
19).
A
nlässlich der Abk
lärung gab sie an, dass sie nur in der Nacht
Panties
trage und diese selbständig wechseln könne. Tagsüber gehe sie selb
stän
dig auf die Toilette (vgl.
Urk.
6/57 S.
6 oben).
Soweit die Beschwerdeführerin pauschal geltend macht, die angerechneten 30 Minuten
pro Woche für die „Pflege gesellschaftlicher Kontakte“ seien viel zu kurz (vgl.
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
20), lässt sich diesbezüglich keine
klare Fehlein
schätzung erkennen
. Ausserdem ist unklar, was die Beschwerdeführerin hieraus
zu ihren Gunsten ableiten will, erachtete doch die Abklärungsperson den
Min
dest
ansatz
von zwei Stunden pro Woche bereits als erfüllt und anerkannte dem
zu
folge
die Notwendigkeit einer lebenspraktischen
Begleitung (vgl.
Urk.
6/57 S.
8).
Auch das
im Hinblick auf die Notwendigkeit einer „dauernden persönlichen
Ü
ber
wachung“
Vor
gebrachte
,
wonach
sie während des ganzen Tages
nicht
alleine
gelassen werden könne, sondern abgesehen von kleinen Unterbrüchen dauernd
jemand
anwesend sein müsse und sie auch den Zopf nur unter Aufsicht backen könne (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
22),
wurde während der ganzen Abklärung von keinem der Anwesenden erwähnt. Zudem gab sie anlässlich der gleichentags erfolgten Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt ausdrücklich an, dass sie morgens um zirka 4.00 Uhr erwache und dann selber einen Brotteig oder
Zopfteig
herstelle (vgl.
Urk.
6/53 S. 8 f.). Dass sie hierfür f
rühmorgens ihren Ehemann weckt
, damit dieser sie beaufsichtigt, wurde nicht
erwähnt.
Schliesslich wurde h
insichtlich der benötigten „dauernden medizinisch-pflege
rischen Hilfe“ anlässlich der Abklärung in Anwesenheit des Ehemannes ein
deutig angegeben, dass die Beschwerdeführerin die Medikamente selber richte und einnehme, sie lediglich zeitweise vom Ehemann daran erinnert werde (vgl.
Urk.
6/57 S.
3, S.
8). Die nun gegenteilige Aussage, wonach sie die Medika
mente nicht selber einnehmen könne (vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
24), kann
demnach
nicht nachvollzogen werden
.
4.
3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Abklärungsbericht für
Hilflosenent
schä
digung
vollumfänglich den
praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.6)
entspricht
, weshalb
darauf abzustellen ist
. Da eine klare Fehleinschätzung der Abklärungsperson nicht ersichtlich ist, besteht kein Anlass, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person einzugreifen.
Somit
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen mit Unterstützung der Hilfsmittel ihre Selbständigkeit
wieder
erlangt hat und
sie
auch k
eine medizinisch-pflegerische Hilfe
oder
persönliche Ü
berwachung
benö
tigt
.
Demgegenüber ist ein Bedarf an
lebensprakti
scher
Begleitung
ausgewiesen
,
wobei
der Mindestansatz von zwei Stunden pro Woche erfüllt ist (vgl.
Urk.
6/57 S.
8).
Die Beschwerdeführerin hat folglich ab dem
1.
November 2015 (vgl. hier
zu vorstehend E.
1.5) Anspruch auf eine Entschädigung wegen leichter Hilf
losig
keit.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
er
legen.