# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 625dbb9f-75c7-41ee-bb6c-6f4d7137c4a5
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
A, eine 1967 geborene Staatsangehörige Bosnien-Herzegowinas, heiratete am 15. Juli 2004 in der Heimat den 1961 geborenen und in der Schweiz niederlassungsberechtigten Landsmann C. Sie reiste am 7. Mai 2006 in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung für den Kanton Zürich, welche zuletzt bis zum 6. Mai 2015 verlängert wurde. Am 14. Juni 2006 kam der gemeinsame Sohn D zur Welt. D verfügt inzwischen über das schweizerische Bürgerrecht. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2015 wies das Migrationsamt ein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung wegen Sozialhilfebezugs ab und setzte A eine Frist zum Verlassen der Schweiz. Die in der Folge erhobenen Rechtsmittel wurden von der Sicherheitsdirektion mit Rekursentscheid vom 6. Oktober, vom Verwaltungsgericht mit Urteil vom 26. März 2018 (VB.2017.00736 [nicht auf www.vgrzh.ch veröffentlicht]) und vom Bundesgericht mit Urteil vom 29. Oktober 2018 (2C_419/2018) abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Die im Verwaltungsgerichtsentscheid neu angesetzte Frist zum Verlassen der Schweiz endete am 29. November 2018 (VGr, 26. März 2018, VB.2017.00736, E. 4.2 und Dispositiv-Ziff. 2). Mit Urteil vom 1. März 2019 (2F_4/2019) trat das Bundesgericht auf ein Revisionsgesuch nicht ein.
B.
Mit Eingabe vom 15. Januar 2019 beantragte A dem Migrationsamt, die Verfügung vom 17. Dezember 2015 wiedererwägungsweise aufzuheben und ihr die Aufenthaltsbewilligung angemessen zu verlängern. Mit Schreiben vom 17. Januar 2019 teilte das Migrationsamt ihrem Rechtsvertreter mit, dass es auf das Gesuch nicht eintrete, und hielt fest, dass sich A illegal in der Schweiz aufhalte und das Land unverzüglich zu verlassen habe.
II.
A erhob dagegen am 30. Januar 2019 Rekurs an die Sicherheitsdirektion. Diese wies den Rekurs mit Entscheid vom 24. Juni 2019 ab, soweit sie auf ihn eintrat und er nicht gegenstandslos war, und hielt fest, dass A die Schweiz unverzüglich zu verlassen habe.
III.
Dagegen erhob A am 24. August 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den Rekursentscheid aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, auf das Wiedererwägungsbegehren einzutreten und ihre Aufenthaltsbewilligung angemessen, jedoch mindestens für ein weiteres Jahr zu verlängern, unter Entschädigungsfolgen zulasten des Migrationsamts und der Sicherheitsdirektion unter solidarischer Haftung. In prozessualer Hinsicht stellte sie den Antrag, ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und den unterzeichnenden Rechtsanwalt B als unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen.
Antragsgemäss ordnete das Verwaltungsgericht mit Präsidialverfügung vom 27. August 2019 an, dass eine Wegweisungsvollstreckung gegenüber A bis auf Weiteres zu unterbleiben habe.
Die Sicherheitsdirektion verzichtete ausdrücklich auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt stillschweigend auf die Beschwerdeantwort. Mit Eingaben vom 24. September und vom 23. Oktober 2019 reichte A weitere Beweismittel ein. Am 27. Oktober 2019 liess ihr Rechtsvertreter dem Verwaltungsgericht seine Honorarnote zukommen.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion über Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht zuständig (§§ 41–44 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]).
1.2
Der Beschwerdegegner ist auf das Gesuch vom 15. Januar 2019 nicht eingetreten. Der Streitgegenstand des Rechtsmittelverfahrens betrifft demnach zunächst die Frage, ob der Beschwerdegegner zu Recht keinen materiellen Sachentscheid gefällt hat. Allerdings ist das Verwaltungsgericht auch dann befugt, einen Sachentscheid zu fällen, wenn sich das zu behandelnde Rechtsmittel gegen einen Nichteintretensentscheid bzw. den diesen schützenden Rekursentscheid richtet. Entsprechend sind materielle Beschwerdeanträge bei der Anfechtung eines Nichteintretensentscheids bzw. im Rechtsmittelverfahren gegen eine erstinstanzliche Nichteintretensverfügung zulässig (VGr, 22. August 2019, VB.2019.00127, E. 1.3; VGr, 10. Januar 2019, VB.2018.00660, E. 1.2; Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 64 N. 7). Der Antrag der Beschwerdeführerin ist somit auch insoweit zulässig, als die Anordnung einer materiellen Rechtsfolge verlangt wird.
1.3
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.