# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53708310-ba3d-47fb-97b6-624635edd346
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 7. Mai 2018 (AH180005-L)
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Rechtsbegehren:
des Klägers (Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 10 S. 1): "1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 25'115.20,
zuzüglich Zins zu 5 % auf CHF 25'115.20 seit dem 31. August 2017 zu bezahlen.
2. Es sei der in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamts Zürich 2 (Zahlungsbefehl vom 13. September 2017) erhobene  zu beseitigen und Rechtsöffnung für den Betrag von CHF 25'115.20 nebst Zins zu 5 % seit dem 31. August 2017  für die Parteientschädigung des Klägers zu erteilen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7 % MWST zu Lasten der Beklagten."
der Beklagten (Urk. 13 S. 2): "1. Das Leistungsbegehren des Klägers auf Zahlung von
CHF 25'115.20 brutto (kläg. Rechtsbegehren Ziff. 1) zzgl. Zins zu 5 % seit dem 31.8.2017 sei abzuweisen.
2. Es sei das Rechtsöffnungsbegehren für die Betreibung Nr. ...,  Zürich 2, Zahlungsbefehl v. 13.9.2017, abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers."
Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 7. Mai 2018: (Urk. 19 S. 30 f. = Urk. 22 S. 30 f.)
1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Lohn in der Höhe von Fr. 25'115.20 netto nebst Zins zu 5 % seit dem 31. August 2017 zu . In diesem Umfang wird der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamts Zürich 2 (Zahlungsbefehl vom 13. September 2017) aufgehoben.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von Fr. 4'807.– (Fr. 4'463.– zzgl. 7.7 % MwSt.) zu bezahlen.
4. [Schriftliche Mitteilung]
5. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage]
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Berufungsanträge der Beklagten und Berufungsklägerin: (Urk. 21 S. 2)
"1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 7.5.2018  und zur Neubeurteilung i.S. der Berufungsgründe an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."

## Considerations

Erwägungen:
I.
Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, welche die Finan-
zierung von Prozessen Dritter bezweckt (Urk. 5/2). Der Kläger war bei der Beklag-
ten seit dem 1. Januar 2016 zuerst als Leiter Case Management und ab dem
1. Dezember 2016 zusätzlich als stellvertretender Geschäftsführer, mithin Mitglied
der Geschäftsleitung, zu einem Pensum von 100 % tätig (Urk. 5/3-4; Urk. 10
Rz 16; Urk. 13 Rz 7.1). Das Arbeitsverhältnis endete am 31. Oktober 2017, nach-
dem die Beklagte dem Kläger mit Schreiben vom 6. Juli 2017 unter Einhaltung der
vertraglichen Kündigungsfrist von drei Monaten gekündigt und ihn mit Schreiben
vom 25. August 2017 mit sofortiger Wirkung freigestellt hatte (Urk. 10 Rz 17 f.;
Urk. 5/6-7). Vorinstanzlich forderte der Kläger den Monatslohn für August 2017 in
der Höhe von Fr. 25'115.20 (Urk. 1 Rz 10; Urk. 10 Rz 3, Rz 6 und Rz 21 ff.). Die
Beklagte machte vor Vorinstanz geltend, die klägerische Forderung sei mit ihren
Gegenforderungen aus Schlechterfüllung des Arbeitsvertrages (Minderleistung)
sowie aus Verletzungen der nachvertraglichen Verschwiegenheitspflicht seitens
des Klägers zu verrechnen (Urk. 13 Rz 8.5, Rz 9.13 und Rz 10.2).
II.
1. Die unbegründete Klage samt Klagebewilligung ging bei der Vorinstanz
am 16. Januar 2018 ein (Urk. 1 und 3). Daraufhin wurden die Parteien zur Haupt-
verhandlung auf den 17. April 2018 vorgeladen (Urk. 8), an welcher die Parteien
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Klagebegründung und Klageantwort sowie Replik und Duplik erstatteten und zu
den Noven Stellung nahmen (Prot. I S. 3 ff.). Am 7. Mai 2018 erliess die Vorin-
stanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 16 [Urteilsdispositiv];
Urk. 19 = Urk. 22 [begründete Ausfertigung]).
2. Gegen dieses Urteil erhob die Beklagte mit Eingabe vom
17. September 2018 rechtzeitig (vgl. Urk. 20/2) Berufung mit den eingangs zitier-
ten Anträgen (Urk. 21 S. 2). Mit Schreiben vom 18. September 2018 wurde der
Kläger über den Eingang der beklagtischen Berufung in Kenntnis gesetzt
(Urk. 25). Daraufhin stellte der Kläger mit Gesuch vom 15. Oktober 2018 den An-
trag, es sei die Beklagte zu verpflichten, eine Sicherheit für die klägerische Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 5'000.– zu leisten (Urk. 26).
3. Da sich die vorliegende Berufung sogleich als offensichtlich unbegrün-
det erweist, kann auf die Einholung einer Berufungsantwort des Klägers verzichtet
werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Damit entstehen ihm keine Kosten, welche durch
eine Sicherheitsleistung im Sinne von Art. 99 ZPO gesichert werden müssten,
weshalb das klägerische Gesuch um Sicherheitsleistung für die Parteientschädi-
gung ohne prozessuale Weiterungen als gegenstandslos abzuschreiben ist.
III.
1.1 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung bei der Rechtsmitte-
linstanz schriftlich und begründet einzureichen. Aus der Rechtsschrift muss her-
vorgehen, dass und weshalb der Rechtssuchende einen Entscheid anficht und
inwiefern dieser geändert oder aufgehoben werden soll (BGE 134 II 248 E. 2.4.2;
137 III 617 E. 4.2.2). In der Berufungseingabe sind somit konkrete und klare
Rechtsmittelanträge bzw. Rechtsbegehren zur Sache zu stellen. Die Berufungs-
anträge sind so zu formulieren, dass sie bei Gutheissung zum Urteil erhoben wer-
den können; ein blosser Aufhebungs- und Rückweisungsantrag genügt in der Re-
gel nicht; vielmehr muss in Streitsachen, die auf Geldzahlungen gerichtet sind, ein
bezifferter Antrag gestellt werden (BGE 137 III 617 E. 4.3). Ein Aufhebungs- und
Rückweisungsantrag ist ausschliesslich dann zulässig, wenn die Rechtsmittel-
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instanz wegen fehlender Spruchreife nur kassatorisch entscheiden kann
(BGE 134 III 379 E. 1.3 [zum BGG]; Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 311 N 20 [zur ZPO]; ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 34 [zur ZPO]). Dabei
gilt es zu berücksichtigen, dass die Berufungsinstanz volle Kognition in Tat- und
Rechtsfragen besitzt (Art. 310 ZPO) und das Verfahren ergänzen sowie in der
Sache entscheiden kann (Art. 316 und 318 ZPO). Aus diesem Grund reicht es
auch im Falle, in dem der Sachverhalt von der Vorinstanz unvollständig festge-
stellt wurde, nicht aus, lediglich die Aufhebung des erstinstanzlichen Entscheides
und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu verlangen (ZK ZPO-
Reetz/Theiler, a.a.O.; OGer ZH LE140011 vom 3. April 2014, E. 3.1; OGer ZH
LA140005 vom 9. April 2014, E. II/2). Die Rechtsfolge des Nichteintretens auf
mangelhafte Begehren steht jedoch unter dem Vorbehalt des überspitzten Forma-
lismus (Art. 29 Abs. 1 BV). Daraus folgt, dass auf eine Berufung mit formell man-
gelhaften Rechtsbegehren ausnahmsweise einzutreten ist, wenn sich aus der Be-
gründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was
der Berufungskläger in der Sache verlangt. Rechtsbegehren sind im Lichte ihrer
Begründung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2).
1.2 Im Rechtsbegehren der Beklagten fehlt ein Berufungsantrag in der Sa-
che. Die Beklagte beantragt lediglich die Aufhebung des Urteils und die Rückwei-
sung "zur Neubeurteilung i.S. der Berufungsgründe an die Vorinstanz" (Urk. 21
S. 2). Aus der Berufungsbegründung lässt sich jedoch ableiten, was die Beklagte
in der Sache beantragt. Sie rügt mit ihrer Berufung eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs und bringt zusammengefasst vor, sie habe vor der Vorinstanz Scha-
denersatzforderungen aus "internen" Schäden geltend gemacht und in diesem
Zusammenhang Beweismittel angeboten. Die Vorinstanz habe aber kein Beweis-
verfahren durchgeführt, mit der Begründung, die Verletzung der Verschwiegen-
heitspflicht sei nicht genügend substantiiert worden. Dies zu Unrecht, zumal die
Beklagte vor der Vorinstanz substantiiert dargelegt habe, dass der Kläger Infor-
mationen, welche der Verschwiegenheitspflicht unterlägen, pflichtwidrig genutzt
habe. Sie habe Sachverhalte dreier Fälle "gerichtsfest dargelegt" und Personen
benannt, welche als Zeugen hätten darlegen können, ob und inwieweit der Kläger
Informationen pflichtwidrig zu seinem Vorteil genutzt habe. Damit habe die Be-
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klagte die Verletzung der arbeitsvertraglichen Verschwiegenheitspflicht durch den
Kläger genügend glaubhaft gemacht. Auch den "direkten, internen" Schaden in
der Höhe von Fr. 18'189.05, welcher ihr durch das Verhalten des Klägers ent-
standen sei, habe sie vor Vorinstanz dargelegt und substantiiert (Urk. 21 S. 7 ff.).
Aus der Berufungsbegründung der Beklagten in Verbindung mit dem angefochte-
nen Entscheid geht damit hervor, dass sie die vorinstanzliche Schlussfolgerung
beanstandet, wonach die Beklagte die Anspruchsgrundlagen der geltend gemach-
ten Verrechnungsforderung aus Verletzung der Verschwiegenheitspflicht nicht
genügend substantiiert habe. Daraus folgt, dass die Beklagte in der Sache die
Gutheissung ihrer Verrechnungsforderung und damit eine (Teil-) Abweisung der
Klage beantragt. Angesichts dessen erweist sich der beklagtische Berufungsan-
trag im vorliegenden Fall trotz Fehlens eines materiellen Antrags ausnahmsweise
als ausreichend. Auf die Berufung ist daher einzutreten.
2.1 Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache,
mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2;
BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offen-
sichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu
beschränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben
werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). Aufgrund der umfassenden Überprü-
fungsbefugnis ist die Berufungsinstanz allerdings nicht an die mit den Rügen vor-
gebrachte Argumentation oder an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden,
sondern kann die Rügen auch mit abweichenden Erwägungen gutheissen oder
abweisen (ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 310 N 6).
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2.2 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter
den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tat-
sachen und Beweismittel nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ –
ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317
Abs. 1 lit. b ZPO). Die Berufungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid
umfassend überprüfen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufar-
beiten und beurteilen. Alles, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das
erstinstanzliche Verfahren einfliessen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317
N 10, m.w.H.). Jede Partei, welche neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt,
hat zunächst zu behaupten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht.
Will eine Partei unechte Noven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für de-
ren Zulässigkeit (Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N 7; BGer 5A_330/2013
vom 24. September 2013, E. 3.5.1, m.w.H.). Im Berufungsverfahren ist das Nach-
bringen von Behauptungen, welche im erstinstanzlichen Verfahren unsubstantiiert
geblieben waren, ausgeschlossen (ZK ZPO-Reetz, Vorbemerkungen zu Art. 308-
318 N 44).
2.3 Das vorliegende Verfahren hat eine arbeitsrechtliche Angelegenheit
zum Gegenstand, deren Streitwert weniger als Fr. 30'000.– beträgt (Urk. 22
E. II/1.2). Für derartige Streitigkeiten gilt das vereinfachte Verfahren (Art. 243
Abs. 1 ZPO), und das Gericht stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest
(Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 ZPO). Die Ermittlung der für den Entscheid massge-
blichen Tatsachen (Sachverhaltserstellung) unterliegt der sog. sozialen bzw. ein-
geschränkten Untersuchungsmaxime (BGer 4A_46/2016 vom 20. Juni 2016,
E. 7.1.2; Brunner/Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 247 N 6 und N 10). Diese
bezweckt die schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwischen den Partei-
en zu garantieren und das Verfahren zu beschleunigen (BGE 141 II 569 E. 2.3.1;
125 III 231 E. 4a). Die Parteien sind jedoch auch unter der Herrschaft der einge-
schränkten Untersuchungsmaxime nicht davon befreit, bei der Feststellung des
entscheidwesentlichen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erhe-
benden Beweise zu bezeichnen. Sie tragen auch in diesem Bereich die Verant-
wortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht hat den Sachverhalt nicht von
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sich aus zu erforschen oder nicht vorgetragenen Tatsachen nachzugehen; es
stellt mithin keine eigene Ermittlungen an (Brunner/Steininger, a.a.O., Art. 247
N 10; ZK ZPO-Hauck, Art. 247 N 33; BGer 4C.255/2005 vom 26. Oktober 2005,
E. 3.4; 4A_475/2012 vom 6. Dezember 2012, E. 2.2). Nach dem Willen des Ge-
setzgebers obliegt dem Gericht bei der sozialen Untersuchungsmaxime einzig die
verstärkte Fragepflicht. Dabei hat das Gericht den Parteien durch sachgemässe
Fragen zu helfen, damit die notwendigen Behauptungen gemacht und die dazu-
gehörigen Beweismittel bezeichnet werden. Wenn beide Parteien – wie vorlie-
gend – durch einen Anwalt vertreten sind, darf und soll sich das Gericht, wie im
ordentlichen Verfahren, zurückhalten (BGE 141 III 569 E. 2.3.1; BGer 4A_46/2016
vom 20. Juni 2016, E. 7.1.2; Botschaft ZPO, BBl 2006 7348).
3. Die Vorinstanz ging in ihrem Urteil davon aus, die klägerische Lohnfor-
derung für August 2017 von Fr. 25'115.20 sei ausgewiesen (Urk. 22 E. IV/3.2).
Die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz wurden von der Beklagten im
Berufungsverfahren nicht gerügt. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet
damit einzig noch die Frage, ob die Beklagte im Umfang dieser Forderung über
Verrechnungsansprüche verfügt. Im vorinstanzlichen Verfahren machte die Be-
klagte dabei nicht bloss Gegenforderungen aus Verletzungen der Verschwiegen-
heitspflicht seitens des Klägers, sondern auch solche aus Schlechterfüllung des
Arbeitsvertrages durch den Kläger (Minderleistung) geltend (Urk. 13 Rz 7.3 ff.;
Urk. 22 E. IV/1.2). Im Einzelnen führte sie dabei folgende Schadenspositionen auf
(Urk. 13 Rz 8.5, Rz 9.13 und Rz 10):
- Minderleistung infolge Ausübung nicht genehmigter Nebentätigkeiten
durch den Kläger von mindestens 7.5 % des Bruttojahresgehaltes von
Fr. 350'000.–
- nach richterlichem Ermessen festzusetzender "externer" Schaden aus
der Verletzung der nachvertraglichen Verschwiegenheitspflicht seitens
des Klägers
- "interner" Schaden aus der Verletzung der nachvertraglichen Ver-
schwiegenheitspflicht von insgesamt Fr. 18'189.05.
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Die Vorinstanz kam hinsichtlich sämtlicher Verrechnungsforderungen der
Beklagten zum Schluss, dass die Beklagte deren Anspruchsgrundlagen nicht
substantiiert dargelegt habe (Urk. 22 E. IV/3.4-3.7). In ihrer Berufungsschrift the-
matisiert die Beklagte nur noch die Verletzung der Verschwiegenheitspflicht resp.
die missbräuchliche Verwendung von Geschäftsgeheimnissen durch den Kläger
(Urk. 21 S. 4 ff.). Ausserdem bezieht sie sich bloss auf den vorstehend erwähnten
"internen" Schaden von Fr. 18'189.05 (Urk. 21 S. 7 ff.). Im vorliegenden Beru-
fungsverfahren ist daher lediglich zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Unrecht den
verrechnungsweise geltend gemachten Schadenersatzanspruch der Beklagten in
der Höhe von Fr. 18'189.05 aus der Verletzung der Verschwiegenheits- bzw. Ge-
heimhaltungspflicht verneinte.
4. Will eine Arbeitgeberin eine Verrechnung des Lohnes mit Gegenforde-
rungen aus Treuepflichtverletzungen geltend machen, so hat sie – wie die Vorin-
stanz zutreffend festhielt (vgl. Urk. 22 E. IV/2.4-2.5) – die Verletzung der Treue-
pflicht durch den Arbeitnehmer, den entstandenen Schaden sowie den natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Vertragsverletzung und eingetre-
tenem Schaden zunächst substantiiert darzulegen und sodann gestützt auf Art. 8
ZGB zu beweisen. Hinsichtlich der grundsätzlichen rechtlichen Prämissen in Be-
zug auf die Treuepflicht des Arbeitnehmers gemäss Art. 321a Abs. 3 und Abs. 4
OR kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden
(vgl. Urk. 22 E. IV/2.5). Ergänzend ist festzuhalten, dass die Treuepflicht des Ar-
beitnehmers nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nur noch in Form einer
Verschwiegenheitspflicht weiter besteht, jedoch nicht mehr als Verbot, die im
Dienst des Arbeitgebers erfahrenen, geheim zu haltenden Tatsachen zu verwer-
ten. Insbesondere kann der Kundenkreis auch dann nicht unter ein nachvertragli-
ches Verwertungsverbot fallen, wenn er geheim ist, da ansonsten die Vereinba-
rung eines Konkurrenzverbotes überflüssig wäre. Aus der nachvertraglichen Ver-
schwiegenheitspflicht kann deshalb kein Verbot abgeleitet werden, Adressen und
Telefonnummern der betreuten Kunden zu verwenden und diese Informationen
Dritten zugänglich zu machen bzw. mit diesen Kunden von sich aus in Kontakt zu
treten. Will eine Arbeitgeberin die Verwertbarkeit der Kenntnisse des Kundenkrei-
ses seitens des Arbeitnehmers schützen, so ist sie gehalten, mit diesem ein ent-
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sprechendes Konkurrenzverbot zu vereinbaren und ihm damit das Eingehen von
Geschäftsbeziehungen mit den Kunden der Arbeitgeberin zu untersagen
(ZR 2005 Nr. 18 E. 3b). Auch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann
der blosse Einblick in den Kundenkreis keinesfalls ein besonderes Geheimnis im
Sinne von Art. 321a Abs. 4 OR darstellen, bezüglich dessen der Arbeitnehmer
auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Verschwiegenheit verpflichtet
wäre (BGE 138 III 67 = Pra 101 Nr. 76, E. 2.3.2).
Vorliegend ist unbestritten, dass zwischen den Parteien kein Konkurrenz-
verbot vereinbart wurde, sondern lediglich eine Verpflichtung des Klägers zur
Verschwiegenheit über alle im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Leiter
Case Management stehenden Wahrnehmungen, wobei diese Verpflichtung auch
über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses hinaus gelten sollte (vgl. Urk. 21
Rz 6.2.3; Urk. 5/3; Prot. I S. 7 und S. 12). Die Verschwiegenheitsverpflichtung
gemäss Ziffer VIII des Arbeitsvertrages vom 26. Oktober 2015 resp.
17. November 2015 geht inhaltlich nicht weiter als die Treuepflicht gemäss
Art. 321a Abs. 4 OR (vgl. Urk. 5/3).
5. Im Zusammenhang mit der von der Beklagten behaupteten Treue-
pflichtverletzung erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, dass es der Beklagten
nicht gelinge, substantiiert zu behaupten, dass der Kläger in den genannten drei
Fällen – "C._ c/ D._", "E._ GmbH c/ F._ Ltd." und "G._" –
seine arbeitsrechtliche Verschwiegenheitspflicht verletzt habe. So äussere die
Beklagte lediglich die Vermutung resp. Annahme, der Kläger sei in den entspre-
chenden Fällen – insbesondere nach seiner Freistellung – in Kontakt mit den An-
spruchsinhabern gestanden und habe beabsichtigt, seine Kenntnisse, welche er
ihm Rahmen seiner Tätigkeit bei der Beklagten erlangt habe, sich zu Nutze zu
machen bzw. die Finanzierung an sich oder an einen anderen Prozessfinanzierer
zu ziehen. Die Ausführungen der Beklagten seien insbesondere im Fall "E._"
zu vage. So könne aus dem Umstand, dass Rechtsanwalt H._ der Beklagten
eine Absage mit der Begründung erteilt habe, der Anspruchsinhaber habe sich für
eine Finanzierung des Schiedsgerichtsverfahrens "anderweitig orientiert", nicht
darauf geschlossen werden, dass damit der Kläger gemeint oder dieser irgendwie
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darin involviert gewesen sein solle. Auch im Fall "C._ c/ D._" könne die
Beklagte weder den Vorwurf der Verschwiegenheitspflichtverletzung seitens des
Klägers noch einen entsprechenden Schaden substantiiert darlegen. Ferner ver-
möge die Beklagte betreffend den Fall "G._" – abgesehen von den zwei E-
Mails von Rechtsanwalt I._ an den Kläger – keine weitergehende Beweise
liefern. Der Kläger bestreite im Übrigen gar nicht, mit Rechtsanwalt I._ in
Kontakt gestanden zu haben, sondern bringe selbst vor, er sei von I._ kon-
taktiert worden, weil die Beklagte auf dessen Nachfragen nicht geantwortet habe;
er habe diesen aber ausdrücklich an die Beklagte verwiesen. Diese Ausführungen
des Klägers würden sich mit dem Inhalt der E-Mails decken, wohingegen die Be-
klagte nichts vorlegen könne, was ihre Behauptung, dass der Kläger aktiv auf
Rechtsanwalt I._ zugegangen sein soll, belegen würde. Hinzu komme, dass
die Beklagte auch im Fall "G._" keinen Schaden substantiiert geltend ge-
macht habe. Insbesondere könne sie keinen umgehenden und erheblichen Hand-
lungsbedarf aus dem Verhalten des Klägers glaubhaft darlegen (Urk. 22 E. IV/3.5-
3.6).
Insgesamt kam die Vorinstanz deshalb zum Schluss, die Schadenersatzfor-
derung der Beklagten im Umfang von Fr. 18'189.05 sei abzuweisen. Damit könne
die Beklagte dem ausgewiesenen Anspruch des Klägers keine Gegenforderung
zur Verrechnung entgegenstellen, weshalb die Klage gutzuheissen sei (Urk. 22
E. IV/3.7).
6. Die Beklagte ist – wie bereits erwähnt – der Ansicht, ihre Ausführungen
hinsichtlich der Verletzung der Verschwiegenheitsverpflichtung durch den Kläger
seien im vorinstanzlichen Verfahren genügend substantiiert vorgebracht worden.
Sie macht berufungsweise geltend, die Vorinstanz habe die Anforderungen an
das Glaubhaftmachen der Pflichtverletzungen unverhältnismässig hoch ange-
setzt. Es liege in der Natur der Verletzung der Verschwiegenheitspflicht bzw. der
Nutzung von Geschäftsgeheimnissen, dass der Arbeitnehmer – der Kläger – alles
daran setze, dass die Arbeitgeberin – die Beklagte – gerade keine "handfesten
Beweise", also Urkundenbeweise erlangen könne, um dem Arbeitnehmer die Ver-
letzung der Verschwiegenheitspflicht und damit die Verletzung des Arbeitsvertra-
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ges nachweisen zu können (Urk. 21 S. 8 f.). Nur durch die Befragung der angebo-
tenen Zeugen J._ und dessen Assistentin K._ im Rahmen eines Be-
weisverfahrens hätte abgeklärt und ermittelt werden können, dass der Kläger mit
J._ in Kontakt getreten sei, um den Fall "C._ c/ D._" für sich ver-
wenden zu können. Auch im Fall "E._ GmbH c/ F._ Ltd." hätte nur durch
eine Befragung des Zeugen Rechtsanwalt H._ festgestellt werden können,
inwieweit der Kläger seine arbeitsvertragliche Verschwiegenheitspflicht verletzt
und Geschäftsgeheimnisse der Beklagten vertragswidrig und missbräuchlich ver-
wendet habe. Im Fall "G._" sei ferner aufgrund der eingereichten E-Mails da-
von auszugehen, dass der Kläger in schwerer Weise gegen die nachvertragliche
Verschwiegenheits- und Treuepflicht verstossen habe. Die Vorinstanz gehe "über
diese Mails hinweg" und sehe darin inhaltlich lediglich eine Kontaktaufnahme
durch Rechtsanwalt I._ gegenüber dem Kläger. Der Wortlaut der E-Mails
weise aber deutlich darauf hin, dass der Kläger und Rechtsanwalt I._ in dau-
erndem Kontakt gestanden seien. Die Vorinstanz hätte die Beklagte zu weiteren
Beweisen zulassen müssen, zumal der Beweisnotstand der Beklagten nur mit ei-
ner Befragung der angebotenen Zeugen hätte behoben werden können. Die Be-
klagte habe sodann auch den "direkten internen" Schaden, welcher durch die vom
Kläger begangenen qualifizierten Verletzungen der nachvertraglichen Pflichten in
den drei Fällen entstanden sei, vor der Vorinstanz dargelegt und substantiiert
(Urk. 21 S. 5-7).
7. Gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO haben die Parteien dem Gericht die Tat-
sachen, auf die sie ihr Begehren stützen, darzulegen. Pauschale Behauptungen
genügen nicht. Die jeweiligen Anforderungen an die Substantiierung ergeben sich
einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderer-
seits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Tatsachenbehauptungen
müssen dabei so konkret formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten mög-
lich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann. Bestreitet der Prozess-
gegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei,
greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die
Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen
zergliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenom-
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men oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 III 368
E. 2b). Das Erfordernis hinreichender Substantiierung des Beweisthemas be-
zweckt nicht zuletzt die Verhinderung des unzulässigen Ausforschungsbeweises
(BK ZPO-Brönnimann, Art. 152 N 33). Niedriger anzusetzen sind die Anforderun-
gen an die Substantiierung in der Regel, wenn es um Tatsachen geht, die aus-
serhalb der Sphäre der behauptenden Partei liegen. So dürfen bei Behauptungen
zu Gesprächen, an welchen die behauptende Partei nicht selbst teilgenommen
hat, nicht allzu hohe Anforderungen an den Detaillierungsgrad gestellt werden
(BK ZPO-Killias, Art. 221 N 23; ZK ZPO-Leuenberger, Art. 221 N 46).
8.1 Zur behaupteten Verletzung der Verschwiegenheitspflicht stellte die
Beklagte im vorinstanzlichen Verfahren folgende Tatsachenbehauptungen auf:
Der Kläger sei bis zu seiner Freistellung als Leiter Case Management tätig
gewesen und sei in dieser Position, welche insbesondere die Prüfung der Anfra-
gen von Anspruchsinhabern und Rechtsanwälten für eine Prozessfinanzierung
beinhalte, mit allen relevanten Geschäftsvorfällen und Geschäftsgeheimnissen
vertraut gewesen. Dabei habe der Kläger sowohl hinsichtlich der finanzierten Fäl-
le, als auch hinsichtlich derjenigen, für welche eine Prozessfinanzierung geprüft
worden sei, Einsicht in alle Geschäftsakten gehabt (Urk. 13 Rz 9.1).
Zur Zeit der Tätigkeit des Klägers bei der Beklagten sei unter anderem der
Fall "C._ c/ D._" in der Prüfung für eine Prozessfinanzierung gewesen.
Die Anspruchsinhaber, zu denen u.a. J._ gehört habe, seien mit einem
Prozessfinanzierungsvertrag einseitig angebunden worden und es sei eine Legal
Opinion bei einer Anwaltskanzlei in ... [Stadt in Deutschland] in Auftrag gegeben
worden. Diese Anwaltskanzlei habe im Rahmen der Legal Opinion einen
Fragekatalog zum Sachverhalt erstellt, welcher nach der Beantwortung durch die
Anspruchsinhaber bzw. nach der Bearbeitung durch den Rechtsanwalt der
Anspruchsinhaber mit E-Mail vom 11. Oktober 2017 an die ...
Rechtsanwaltskanzlei übersandt worden sei. Am 22. November 2017 habe sich
J._ telefonisch auf der privaten Mobiltelefonnummer des Geschäftsführers
der Beklagten – also bei Rechtsanwalt X._ – gemeldet. Diese private
Mobiltelefonnummer habe J._ nur vom Kläger erhalten können. J._
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habe dem Geschäftsführer der Beklagten anlässlich dieses Telefonats mitgeteilt,
dass der Kläger nach einer Prüfung des Falles allenfalls für eine Finanzierung
besorgt sein wolle. Dabei hätte der Kläger für eine Legal Opinion auf die ...
Rechtsanwaltskanzlei zurückgreifen wollen, welche bereits für die Beklagte eine
Legal Opinion erstellt habe. Der Kläger hätte aber die Zustimmung der Beklagten
benötigt, um einen Interessenkonflikt bei der ... Rechtsanwaltskanzlei
ausschliessen zu können. Durch dieses Vorgehen habe der Kläger seine Pflicht
zur Verschwiegenheit aus dem Arbeitsvertrag mit der Beklagten verletzt und
Geschäftsgeheimnisse der Beklagten zweck- und pflichtwidrig verwendet. Der
Kläger habe beabsichtigt, einen Fall, welchen er nur aufgrund seiner Tätigkeit bei
der Beklagten gekannt habe, für eigene Zwecke zu nutzen. Er müsse einiges vor
dem 22. November 2017 mit J._ in Kontakt getreten sein, um den Fall
"C._ c/ D._" für sich verwenden zu können (Urk. 13 Rz 9.3-9.5).
Auch in einem zweiten Fall habe sich der Kläger seiner Kenntnisse über In-
formationen der Beklagten, welche der Verschwiegenheitspflicht unterlägen, be-
dient. Im Fall "E._ GmbH c/ F._ Ltd." sei es nämlich im Februar 2018
zum Abbruch der abschliessenden Verhandlungen zwischen der beauftragten
Rechtsanwaltskanzlei L._, Rechtsanwalt H._ und der Beklagten betref-
fend den Prozessfinanzierungsvertrag über EUR 364.8 Mio. gekommen. Es sei
davon auszugehen, dass der Kläger auch in diesem Fall unmittelbar nach seiner
Freistellung durch die Beklagte sich Geschäftsgeheimnisse zu Nutze gemacht
und sich um diesen Fall bemüht habe. Zwar würden der Beklagten weitergehende
Informationen fehlen, doch hätte Rechtsanwalt H._ die Absage gegenüber
der Beklagten damit begründet, dass sich der Anspruchsinhaber für eine Finan-
zierung des Schiedsgerichtsverfahrens "anderweitig orientiert" habe (Urk. 13
Rz 9.7).
Der Kläger habe sodann in einem dritten Fall, dem sog. "Fall G._", die
Verschwiegenheitspflicht verletzt bzw. Kenntnisse über Geschäftsgeheimnisse
der Beklagten eingesetzt. In diesem Fall sei es um die Finanzierung eines Pro-
zesses über EUR 30 Mio. gegangen, ausgestaltet als Stufenklage mit einer ersten
Teilklage über EUR 15 Mio. im Zusammenhang mit einem Editionsbegehren so-
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wie einer zweiten Teilklage über weitere EUR 15 Mio. Der diesbezügliche Pro-
zessfinanzierungsvertrag sei im August 2017 abgeschlossen worden, wobei sich
die Beklagte die Option ausbedungen habe, vor Ablauf der Verjährungsfrist am
31. Dezember 2017 einseitig über die Finanzierung der zweiten Teilklage zu ent-
scheiden. Nach Einreichung der ersten Teilklage beim Landgericht Köln Mitte De-
zember 2017 habe der prozessführende Rechtsanwalt, I._, versucht, die Be-
klagte vor Ablauf der Verjährungsfrist für die zweite Teilklage aus dem Prozessfi-
nanzierungsvertrag zu drängen. Er habe der Beklagten offen damit gedroht, die
zweite Teilklage von einem anderen Prozessfinanzierer finanzieren zu lassen, so-
fern die Beklagte die Option nicht ausüben werde. Die Beklagte habe die Option
jedoch ausgeübt und auch die zweite Teilklage finanziert. Im Februar 2018 hätten
sich dann konkrete Hinweise für das Verhalten des prozessführenden Rechtsan-
walts ergeben. So habe Rechtsanwalt I._ dem Kläger am 13. und
14. Februar 2018 zwei E-Mails gesandt, von denen die Beklagte infolge noch ak-
tiver E-Mailadresse und automatischer Weiterleitung unmittelbar Kenntnis erhal-
ten habe. In diesen zwei E-Mails habe Rechtsanwalt I._ dem Kläger sein
Vorgehen gegenüber der Beklagten geschildert, insbesondere hinsichtlich eines
allfälligen Wechsels des Prozessfinanzierers. Der Kläger habe Rechtsanwalt
I._ zudem den Betreibungsregisterauszug der Beklagten übermittelt, mit wel-
chem die Beklagte von Rechtsanwalt I._ konfrontiert worden sei. Auch habe
der Kläger Rechtsanwalt I._ mit "weiteren Hintergrundinformationen" ver-
sorgt, woraufhin Letzterer vom Kläger "Neuigkeiten" erfragt und Rückmeldungen
eingefordert habe. Diese E-Mails würden zeigen, dass der Kläger in dem von der
Beklagten finanzierten Fall "G._" in intensivem Kontakt mit dem prozessfüh-
renden Rechtsanwalt gestanden habe und "bis dato" stehe. Damit habe der Klä-
ger in schwerer Weise gegen die nachvertragliche Verschwiegenheits- und Treu-
epflicht verstossen. Obwohl der Kläger gewusst habe, dass die Beklagte den Fall
"G._" bereits seit August 2017 finanziert habe, habe er über den prozessfüh-
renden Rechtsanwalt versucht, diesen "wirtschaftlich sehr einträglichen Fall" bzw.
dessen Finanzierung an sich oder einen anderen Prozessfinanzierer zu ziehen.
Über die Fragen, in welchem Ausmass dies geschehen sei und seit wann der
Kläger mit dem prozessführenden Rechtsanwalt in Kontakt stehe, seien Rechts-
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anwalt I._ sowie sein Kanzleipartner M._ und die ebenfalls auf dem Fall
"G._" tätige angestellte Rechtsanwältin N._ als Zeugen zu befragen
(Urk. 13 Rz 9.8-9.11).
8.2 Hinsichtlich des behaupteten "internen Schadens" machte die Beklagte
im vorinstanzlichen Verfahren geltend, die qualifizierten Verletzungen der nach-
vertraglichen Pflichten durch den Kläger hätten bei der Beklagten einen umge-
henden und erheblichen Handlungsbedarf ausgelöst. Die Beklagte habe versucht,
durch Sichten der eigenen Akten und der gesamten IT-Infrastruktur, insbesondere
durch Überprüfung des gesamten E-Mailverkehrs sowie Wiederherstellung und
Untersuchung der gelöschten Daten, herauszufinden, "ob der Kläger auch noch in
anderen Fällen wie in den beschriebenen" vorgegangen sei. Es sei um eine ei-
gentliche Schadensbegrenzung gegangen. Diese Massnahmen seien im Novem-
ber 2017 eingeleitet worden und würden "bis aktuell" andauern, weil der Kläger
seit Kurzem auf der Homepage der O._ AG als "Director Litigation Funding"
geführt werde. Es sei deshalb nicht auszuschliessen, dass sich "dadurch auf-
grund der Kenntnisse des Klägers aus seiner vormaligen Funktion" bei der Be-
klagten Weiterungen ergäben. Die sich aus dem Verhalten des Klägers direkt bei
der Beklagten ergebenden Kosten würden sich wie folgt zusammensetzen:
10 Stunden à Fr. 600.– (RA Dr. X1._, Aufwand Nov. 2017 bis März 2018),
20 Stunden à Fr. 450.– (RA X._, Aufwand Nov. 2017 bis März 2018),
10 Stunden à Fr. 225.– ("interner" IT-Spezialist, Aufwand Nov. 2017 bis März
2018) und Fr. 939.05 ("externer" IT-Spezialist, P._ AG, Rechnung vom
22.12.2017). Insgesamt würden sich die Kosten damit auf Fr. 18'189.05 belaufen
(Urk. 13 Rz 10).
9.1 Der Kläger bestritt im vorinstanzlichen Verfahren, die Mobiltelefon-
nummer des beklagtischen Geschäftsführers an J._ herausgegeben zu ha-
ben und erklärte, dass die Mobiltelefonnummer von Rechtsanwalt X._ ohne-
hin öffentlich bekannt sei. Ferner hielt der Kläger fest, dass die Beklagte den Fall
"C._ c/ D._" gar nie aktiv finanziert, sondern im Gegenteil dessen Fi-
nanzierung ausdrücklich abgelehnt habe, was J._ bezeugen könne. Auch sei
der Kläger nicht aktiv auf J._ zugegangen. Vielmehr habe sich J._ an
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ihn gewandt, da sich die Beklagte auf seine Nachfrage nie zurückgemeldet habe.
Daraufhin habe der Kläger J._ an die Beklagte verwiesen, so wie er es auch
bei den anderen Anspruchsinhabern gemacht habe – nach dem Motto "A._
comes first". Ausserhalb seiner Tätigkeit für die Beklagte sei der Kläger weder für
eine Finanzierung des Falles "C._ c/ D._" besorgt gewesen, noch habe
er diesen Fall für eigene Zwecke genutzt bzw. nutzen wollen. Auch im Fall
"E._ GmbH c/ F._ Ltd." habe sich der Kläger immer fair und loyal verhal-
ten. Er habe nach seinem Austritt bei der Beklagten weder Kontakt zur Kanzlei
L._ noch zu den Partnern oder Mitarbeitern derselben gehabt. Die "G._-
Fälle" seien am 31. Dezember 2017 durch die Beklagte finanziert worden. Die von
der Beklagten eingereichten E-Mails würden jedoch vom Februar 2018 stammen
und könnten daher offenkundig nicht dazu gedient haben, irgendeinen Druck bei
der Beklagten aufzubauen. Der Hintergrund dieser E-Mails sei gewesen, dass
sich Rechtsanwalt I._ beim Kläger darüber beklagt habe, dass die Beklagte
seine Rechnungen nicht bezahle und er vom Kläger habe wissen wollen, was zu
tun sei. Der Kläger habe dabei ganz klar darauf verwiesen, dass ein Prozessfi-
nanzierungsvertrag mit der Beklagten vorliege, weshalb sich Rechtsanwalt
I._ bei der Beklagten melden müsse (Urk. 10 Rz 37 f.; Prot. I S. 7 f. und
S. 10 f.).
9.2 Der Kläger hielt vor Vorinstanz zudem fest, dass der Beklagten in allen
drei Fällen kein Schaden erwachsen sei (Urk. 10 Rz 37 f.; Prot. I S. 10 f.). Insbe-
sondere werde bestritten, dass durch das Verhalten des Klägers bei der Beklag-
ten ein umgehender betrieblicher Handlungsbedarf notwendig gewesen und ihr
daraus ein "interner" Schaden erwachsen sei. Die einzelnen geltend gemachten
Schadenspositionen würden daher im Bestand, in der Höhe des Aufwandes sowie
in der Höhe der Abgeltung vollumfänglich bestritten (Prot. I S. 12).
10. Zuletzt machte die Beklagte insbesondere noch geltend, ihr "interner"
Schaden sei hinreichend ausgewiesen. Es sei in Zürich angemessen, dass ein
gestandener Rechtsanwalt wie Dr. X1._ Fr. 600.– pro Stunde verdiene. Zu-
dem seien Fr. 450.– pro Stunde für einen langjährigen und erfahrenen Rechtsan-
walt ebenfalls angebracht. Für die IT-Mitarbeiter würde die Beklagte gegenüber
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Dritten zudem stets Fr. 225.– pro Stunde verrechnen, weshalb auch dieser Kos-
tenpunkt hinreichend ausgewiesen sei (Prot. I S. 15).
11. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt und wie die vorherigen Ausfüh-
rungen nochmals erhellen, sind die Vorbringen der Beklagten im Zusammenhang
mit den angeblich vom Kläger begangenen Verletzungen der Verschwiegenheits-
pflicht in allen drei Fällen sehr vage. Sie erschöpfen sich letztlich allesamt im
Vorwurf, der Kläger sei mit den jeweiligen Anspruchsinhabern resp. Kunden der
Beklagten in Kontakt getreten, um der Beklagten den entsprechenden Fall weg-
zunehmen. Dabei differenziert die Beklagte nicht klar zwischen dem Vorwurf der
Verschwiegenheitspflichtverletzung während und derjenigen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses. Nach Angaben der Beklagten sollen sich die Sachver-
halte aus den drei geschilderten Fällen zwar allesamt nach Beendigung des Ar-
beitsverhältnisses ereignet haben, doch hält die Beklagte an anderer Stelle wie-
derum fest, der Kläger habe sich unmittelbar nach seiner Freistellung Geschäfts-
geheimnisse zu Nutze gemacht, um sich um den betreffenden Fall zu bemühen.
Des Weiteren führt die Beklagte zwar aus, der Kläger habe aufgrund seiner da-
maligen Position Einsicht in alle Geschäftsakten der finanzierten und der noch zu
prüfenden Fälle gehabt, doch umschreibt sie keine konkreten Geheimnisse oder
Kenntnisse, welche der Kläger sich zu Nutze gemacht haben soll, um der Beklag-
ten nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Geschäfte wegzunehmen.
Soweit sie im blossen Einblick in den Kundenkreis ein solches Geheimnis sieht,
ist darauf hinzuweisen, dass aus der nachvertraglichen Verschwiegenheitspflicht
kein Verbot abgeleitet werden kann, Adressen und Telefonnummern der betreu-
ten Kunden zu verwenden bzw. mit diesen Kunden in Kontakt zu treten (vgl. vor-
stehend Ziff. III/4). Zwar kann die Beklagte nicht wissen, was genau im Rahmen
der unbestrittenermassen erfolgten Kontakte zwischen dem Kläger und den An-
spruchsinhabern besprochen wurde, zumal seitens der Beklagten niemand daran
beteiligt war und die diesbezüglichen Tatsachen damit ausserhalb der Sphäre der
Beklagten liegen. Insofern dürfen an die Behauptungen hinsichtlich des Inhalts
der Kontakte keine allzu hohen Anforderungen an den Detaillierungsgrad gestellt
werden. Nichtsdestotrotz muss das Gericht aufgrund der Parteivorbringen zum
tatsächlichen Geschehensablauf in der Lage sein, zu entscheiden, ob die gesetz-
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lichen Voraussetzungen für den Bestand des geltend gemachten Rechts vorlie-
gen.
Selbst wenn die Umschreibung der Verschwiegenheitspflichtverletzungen
vorliegend als genügend substantiiert erachtet würde, so stellen sich hinsichtlich
der übrigen Voraussetzungen der geltend gemachten Schadenersatzforderung
weitere Probleme. Bereits der von der Beklagten verwendete Begriff "interner
Schaden" wirft Fragen auf. Die Beklagte führt unter diesem Titel folgende Auf-
wandpositionen auf (Urk. 13 Rz 10.2):
- Aufwand Dr. X1._ 10 Std. à Fr. 600.– Fr. 6'000.–
- Aufwand RA X._ 20 Std. à Fr. 450.– Fr. 9'000.–
- Aufwand interner IT-Spezialist 10 Std. à Fr. 225.– Fr. 2'250.–
- Aufwand externer IT-Spezialist, P._ AG, Rg. v. 22.12.2017 Fr. 935.05
Hinsichtlich der ersten drei Positionen führt die Beklagte lediglich pauschal
aus, sie habe die eigenen Akten und die gesamte IT-Infrastruktur sichten sowie
den gesamten E-Mailverkehr überprüfen müssen (Urk. 13 Rz 10.1). Damit ist der
"interne" Schaden nicht ansatzweise ausreichend substantiiert. Auch erhellt aus
diesen dürftigen Vorbringen nicht, ob die Beklagte an die bei ihr angestellten Per-
sonen (Dr. X1._, RA X._, interner IT-Spezialist) auch tatsächlich Zah-
lungen tätigte oder ob sie den entsprechenden "internen" Schaden nur gegenüber
dem Kläger in Rechnung stellen will. So weist der von der Beklagten verwendete
Begriff "interner Schaden" darauf hin, dass es sich dabei bloss um kalkulatorische
Positionen handelt. Gleiches ergibt sich aus dem Umstand, dass die Beklagte in
diesem Zusammenhang vorbringt, sie verrechne ihre "internen Stunden" für den
IT-Mitarbeiter "gegenüber Dritten immer" mit Fr. 225.– pro Stunde (vgl. Prot. I
S. 15). Soweit die Beklagte keine effektiven Zahlungen zu leisten hatte, liegt auch
kein Schaden im Rechtssinne vor, zumal ein solcher definitionsgemäss eine Ver-
mögensverminderung – sei es durch Verminderung der Aktiven, durch Vermeh-
rung der Passiven oder im Sinne eines entgangenen Gewinnes – voraussetzt.
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Sodann fehlt es hinsichtlich der behaupteten – und vom Kläger bestrittenen
– "internen" Schadenspositionen an Beweisofferten seitens der Beklagten. Zwar
erwähnt die Beklagte im Zusammenhang mit ihrer vierten Aufwandposition die
Rechnung vom 22. Dezember 2017, doch wird diese weder eingereicht, noch als
Beweismittel genannt. Auch in Bezug auf die ersten drei Aufwandpositionen un-
terlässt die Beklagte die Bezeichnung entsprechender Beweismittel. Entgegen der
Ansicht der Beklagten (vgl. Urk. 21 Rz 8.7) könnte daher nicht auf der Grundlage
des Ergebnisses des Beweisverfahrens festgestellt werden, inwiefern ihr ein er-
satzfähiger Schaden entstanden sein soll. Auch wäre der Beweisnotstand der Be-
klagten nicht alleine durch die Befragung der angebotenen Zeugen zu beheben
gewesen, zumal diese zum behaupteten "internen" Schaden nicht als Zeugen of-
feriert wurden und demgemäss dazu auch keine Aussagen hätten machen dürfen.
Ferner ist zu berücksichtigen, dass selbst die Beklagte vorbringt, ihre be-
haupteten Massnahmen seien vorgenommen worden, um herauszufinden, ob der
Kläger "auch noch in anderen Fällen wie in den beschriebenen Fällen" vorgegan-
gen sei. Die Beklagte selbst spricht von Schadensbegrenzungsmassnahmen (vgl.
Urk. 13 Rz 10.1). Daraus folgt, dass – selbst wenn der Kläger in den von der Be-
klagten geschilderten Fällen Verletzungen der Verschwiegenheits- resp. Geheim-
haltungspflicht begangen hätte und der "interne" Schaden der Beklagten ausge-
wiesen wäre – eine Zuordnung des "internen" Schadens zu den einzelnen Pflicht-
verletzungen von vornherein nicht möglich wäre und es daher an einem adäqua-
ten Kausalzusammenhang zwischen den Vertragsverletzungen und dem Schaden
mangeln würde. Daran ändern auch die neuen – und ohnehin verspätet ins Ver-
fahren eingebrachten – beklagtischen Vorbringen in der Berufungsschrift nichts,
wonach es der allgemeinen Lebenserfahrung entspreche, dass Hinweise in drei
Fällen auf eine Verletzung der Verschwiegenheitspflicht zu aufwendigen Mass-
nahmen im Unternehmen führen müssten (Urk. 21 Rz 8.6). Solche pauschalen
Vorbringen sind nicht dazu geeignet, einen adäquaten Kausalzusammenhang zu
begründen.
Insgesamt wurde das Gericht somit aufgrund der Parteivorbringen der Be-
klagten nicht in die Lage versetzt, die Begründung für den verlangten Schaden
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plausibel nachzuvollziehen, weil die Beklagte es unterlassen hat, die einzelnen
Voraussetzungen ihres Verrechnungsanspruchs genügend darzulegen. Der
Sachverhalt wurde insgesamt nur dürftig begründet, weshalb die Schilderung als
Beweis- und Urteilsgrundlage als völlig ungenügend erachtet werden muss, wie
dies die Vorinstanz zutreffend feststellte. Entgegen der Auffassung der Beklagten
hat die Vorinstanz somit zu Recht kein Beweisverfahren durchgeführt, weil die er-
forderlichen Tatsachenbehauptungen fehlen. Die entsprechende Kritik der Be-
klagten am vorinstanzlichen Urteil ist damit unbegründet, weshalb die Berufung
abzuweisen und der angefochtene Entscheid zu bestätigen ist (Art. 318 Abs. 1
lit. a ZPO).
IV.
1. Bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis sind bis zu einem Streit-
wert von Fr. 30'000.– keine Kosten zu erheben (Art. 114 lit. c ZPO). Das zweitin-
stanzliche Verfahren ist daher kostenlos.
2.1 Da die Beklagte im Berufungsverfahren vollumfänglich unterliegt, ist ihr
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
2.2 Dem Kläger sind im Berufungsverfahren keine relevanten Umtriebe
entstanden, welche die Zusprechung einer Parteientschädigung rechtfertigen
würden. Insbesondere ist in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO davon ab-
zusehen, dem Kläger den Aufwand zu entschädigen, welcher ihm im Zusammen-
hang mit der Ausarbeitung seines Sicherstellungsgesuchs (Urk. 26) entstanden
ist. Zum Einen hat er diesen Aufwand durch seine Gesuchstellung selbst veran-
lasst und zum Anderen wäre dieser zur Wahrung des Anspruchs auf Sicherheits-
leistung für die Parteikosten nicht notwendig gewesen. So hätte – vor der Anset-
zung einer Frist zur Berufungsantwort – anstelle eines begründeten Gesuchs die
blosse Mitteilung genügt, dass der Kläger im Falle der Einholung einer Beru-
fungsantwort ein Sicherstellungsgesuch stelle (vgl. BGE 141 III 554 E. 2.5.2). Für
das Berufungsverfahren sind daher keine Parteientschädigungen zuzusprechen.
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