# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ea6ececf-7772-4f03-9c38-5ac7aa6e52d0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1987, w
ar seit 2010 bei der
Y._
als
Telematiker
angestellt und damit bei der Suva versichert, als am
1. Januar 2013
beim Abfeuern von Feuerwerk ein Feuerwerkskörper unmittelbar neben seinem Kopf explo
dierte und er sich ein Knalltrauma zuzog (vgl. Urk. 7/1)
.
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 7. Dezember 2016 (Urk. 7/104) eine Integritätsentschädigung ent
sprechend einer Integritätseinbusse von 10 % zu. Dagegen erhob der Ver
si
cherte am 26. Januar 2017 Einsprache (Urk. 7/109
/1-8
).
Die Suva verneinte mit Verfügung vom 2. März 2017 (Urk. 7/112) eine weiterge
hende Leistungspflicht, indem sie den Kausalzusammenhang zwischen dem Knallereignis und den gemeldeten psychischen Beschwerden sowie den Ohren- und Kieferbeschwerden verneinte. Auch gegen diese Verfügung erhob der Versi
cherte am 8. März 2017 (Urk. 7/113)
Einsprache; ebenso die Kranken
versicherung des Versicherten, die
Visana
, am 22. März 2017 (Urk. 7/115).
Mit Entscheid vom 18. Dezember 2017 wies die Suva die erhobenen Einsprachen ab (Urk. 7/118 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 25. Januar 2018 Beschwerde gegen den
Ein
sprache
ent
scheid
vom 18. Dezember 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, insbe
sondere die Ausrichtung von Taggeld und die Übernahme – näher ausge
führte
r
–
Therapien
;
auch
sei festzustellen, dass die Verfügung betreffend Höhe der Integritätsent
schä
digung noch nicht rechtskräftig geworden sei, da eine allfällige Berentung und Festlegung einer solchen Entschädigung erst nach Abschluss der Taggeld
phase vorzunehmen sei (Urk. 1 S. 2 f.).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 12. März 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1. Januar 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung
beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hin
weisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurtei
lung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differen
zieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kriterien: BGE
117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine
diesem äquivalente Verletzung
oder ein Schädel-Hirn
trauma erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwer
de
bild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hinter
grund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
).
Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsun
fähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzu
ordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausge
prägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammen
hangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl.
auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesund
heitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
be
messung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversiche
rung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl.
Urteil des Bun
desgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.5
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritäts
schäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritäts
entschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamt
entschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Inte
gritäts
schadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Mit
dem
angefochtene
n
Einspracheentscheid
(Urk. 2) führte die Beschwerde
gegnerin aus, dass
sie einzig die
Tinnitusbeschwerden
mit Lärmempfind
l
ichkeit als verbleibende Unfallfolge anerkannt habe.
Laut dem Gutachten von Dr. med.
Z._
, Oberärztin an der
A._,
vom 26. Juni 2016 seien die übrigen Beschwerden (
myofasziale
Symptomatik) Ausfluss einer Anpassungsstörung, welche ihrerseits nicht
unfallkausal
se
i (S. 4)
.
Gestützt
auf
die interne medizini
sche Beurteilung
durch
Dr. med.
B._
, Fachärztin
für
Otho
-
R
hino
-Laryn
gologie (
ORL=
HNO)
und für Arbeitsmedizin
,
sei von einem unfall
bedingten End
zustand auszu
gehen. Die von Dr.
Z._
vorgeschlagenen Therapien beträfen Beschwerden, welche nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen (S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), der medizinische Endzustand sei nicht erreicht und diesbezüglich könne nicht auf
die versicherungsinterne Beurteilung abgestellt werden (S. 15 ff.).
Die Beschwerde
gegnerin habe, aus näher dargelegten Gründen,
sinngemäss
di
e Untersuchungs
pflicht verletzt, da die medizinische Behandlung noch nicht abgeschlossen sei (S. 18).
2.3
Strittig und zu prüfen sind allfällige weitergehende Leistungsansprüche des Beschwerdeführer
s.
3.
3.1
In
d
er Nacht vom 31. Dezember 2012 auf den
1. Januar 2013 erlitt der Beschwer
deführer ein
Knalltrauma, als ein Feuerwerkskörper unmittelbar neben seinem Ohr detonierte (Urk. 7/1).
3.2
Die Erstbehandlung erfolgte gemäss Bericht von Dr. med.
C._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 19. November 2013 (Urk. 7/13) am 3. Januar 2013 (Ziff. 1). Er nannte als Diagnose ein Knalltrauma des rechten Ohres (Ziff. 5) und
attestierte
keine Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 8).
3.3
PD Dr. med.
D._
, Leitender Arzt in der
E._
, nannte in seinem ORL
Bericht vom 1. November 2013 (Urk. 7/37) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Explosionstrauma rechts an Silvester 2012
-
i
ntermittierender, knapp kompensierter Tinnitus rechts
-
r
ezidivierende Otalgie rechts ohne körperliches Korrelat
-
Verdacht auf eine Anpassungsstörung
Er
führte anamnestisch aus, der Beschwerdeführer habe berichtet, letztes Jahr ein Explosionstrauma an Silvester erlitten zu haben. Er sei unmittelbar nach dem Trauma zum Arzt gegangen, woraufhin eine Trommelfellperforation rechts diagnostiziert worden sei. Er
habe
in der Folge für etwa 24 Stunden ein starkes Ohrgeräusch verspürt. Dieses sei dann zum Grossteil wieder verschwunden und
habe
einen Ohrenschmerz hinterlassen, welcher seit dieser Zeit in unregelmässi
gen Abständen auftr
e
t
e. Als Befund erhob er ein völlig reizloses und intaktes
Tromme
lfell beidseits bei lufthaltiger Pauke ohne Anhaltspunkte für
einen
Defekt oder
eine
Narbe im Bereich des rechten Trommelfells (S. 1 unten). Dies führte zu
seiner
Beurteilung, wonach
die Ohrgeräusche durch das erlittene Trauma erklär
bar seien. Ein kausalorientierter Behandlungsansatz bestehe diesbezüglich aber nicht. Auch seien die Ohrenschmerzen nicht durch ein somatisches Korrelat erklärbar, weshalb allenfalls eine neurologische Abklärung und eine unter
stützende psychologische Therapie erforderlich seien (S. 2).
3.4
Dr. med. F._
, Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, hielt am 20. November 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin fest
(Urk. 7/14)
, der Beschwerdeführer habe sich
anfangs März 2013
aufgrund eines Knalltraumas vom 21. Dezember 2012 (richtig: 1. Januar 2013) mit anhaltender Lärmvul
nerabilität bis Mitte März
2013
wegen einer
Dysakusis
bei lauter Musik gemeldet. Bei fehlender Arbeitsunfähigkeit wurde ein guter Lärmschutz empfohlen (S. 1).
3.
5
Die Oberärztin der Neurologie an der
G._
, Dr. med.
H._
, berichtete am 26. November 2013 über
am 2
1.
Oktober und
5.
November 2013 erfolgte Konsultationen
(Urk. 7/15).
Sie nannte
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Knalltrauma
am
3
1.
Dezember
2012 rechtes Ohr mit/bei
-
anamnestisch rezidivierende
r
Otalgie, rezidivierende
m
Tinnitus rechts
-
klinisch: unauffälliger neurologischer Untersuchungsbefund
-
Status nach
zervikobrachialem
Schmerzsyndrom rechts
Januar
2013 mit/bei
-
klinisch: Verdacht auf
Skapuladyskinesie
und leichtgradige
Scapula
alata
Sie führte aus, der Beschwerdeführer habe detailliert über die Ereignisse des letzten Jahres berichtet, wonach an Silvester ein Feuerwerkskörper knapp neben seinem rechten Ohr explodiert sei. Er habe sofort ein Pfeifen sowie Schmerzen und D
ruck
auf
dem rechten Ohr verspürt.
Nach zwei Tagen sei das Pfeifen weg
gegangen, der Druck und der Schmerz seien geblieben. Er habe dann am 4. Januar 2013 einen Allgemeinmediziner aufgesucht, der angeblich einen Riss im Trommelfell (or
thoskopisch) festgestellt und
Analgetika verabreicht habe (S. 1 unten).
Ab
dem
26. Juni
2013
bestehe ein permanenter Tinnitus (S. 2 oben). Neu
rologisch fänden sich vollständig unauffällige Befunde
,
insbesondere keine Anhaltspunkte für eine periphere oder zentrale vestibuläre Funktionsstörung, keine Hinweise für ein
Dehiszenzsyndrom
des oberen Bogenganges (S. 2 f.). Die weiteren bildgebenden Verfahren
-
Magnetresonanztomographie
(
MRI
)
und Computer
tomographie
-
zeigten ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine intra
zerebrale Pathologie
, welche
die Symptomatik des Beschwerdeführers erklären könnte (S. 3 oben). Im Rahmen dieser Symptomatik sei es ihres Erachtens zu einer Anpassungsstörung gekommen
,
die darin resultiere, dass die Gedanken des Beschwerdeführers weitgehend um seinen Tinnitus und die Therapie
möglich
kei
ten bzw. verpasste
n
Therapiemöglichkeiten kreisten (S. 3 Mitte).
3.6
Dr. med. I._
,
ORL
-Facharzt,
ergänzte in seinem Bericht vom 30. November 2013 (Urk. 7/16) die
bekannten
Befunde dahingehend, dass er davon ausgehe, dass beim Beschwerdeführer ein bleibender Tinnitus bestehen bleibe (Ziff. 4
lit
. c). Eine weitere Konsultation sei nicht vorgesehen (Ziff. 3
lit
. c).
3.7
Dr.
B._
(vorstehend E. 2.1)
nahm am 18. Juni 2014 (Urk. 7/34) eine erste
Beurteilung vor.
Der ärztliche Bericht aus der ORL-Praxis Dr.
I._
vom 30. November 2013 (vgl. vorstehend E. 3.6) zeuge von einem Tinnitus rechts sowie Lärmempfindlich
keit seit dem Knalltrauma
vom
1. Januar 201
3.
Es sei eine Persistenz des Tinnitus zu erwarten. Bei Dr.
F._
(vgl. vorstehend E. 3.4)
habe sich der Beschwerde
führer nicht mehr vorgestellt (S. 1). Sofern
sich
keine lärm
bedingte Absenkung im Hochtonbereich des rechten oder linken Ohres nach
wei
sen lasse, könne eine Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und der Explosion des Feuerwerkskörpers am rechten Ohr nicht mit der not
wendig über
wiegenden Wahrscheinlichkeit hergestellt werden (S. 2 oben).
Mit Ergänzung vom 14. Juli 2014 (Urk. 7/41) hielt Dr.
B._
fest, eineinhalb Jahre nach dem akustischen Trauma fehle es an genügend subjektiven Infor
ma
tionen über die Ohrgeräusche. Durch die häufigen Arztwechsel sei die Beur
teilung des Tinnitus
erschwert und es könne nach Aktenlage nicht abge
schätzt werden, wie stark die Beeinträchtigung dadurch sei. Da sich die Situation in Bezug auf den Tinnitus noch verändern könne, sei die Beurteilung einer all
fälligen Integri
tätseinbusse erst zwei Jahre nach dem Trauma möglich (S. 2 unten).
3.8
Der Beschwerdeführer beantwortete am 16. Juli 2014 den Fragebogen der Beschwerde
gegnerin zur erlittenen Hörschädigung (Urk. 7/42). Gemäss seinen Angaben bestünden seit 1. Januar eine Hörverminderung und seit 13. Juni 2013 Ohrensausen im rechten Ohr (Ziff. 4 und 5). Seine Arbeit habe er aufgeben müssen (Ziff. 12).
3.9
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7)
führte
in ihrer Beurteilung vom 25. Juli 2014 (Urk. 7/44)
aus
, dass der Beschwerdeführer selbst seine Hörverminderung mit Schadendatum am 1. Januar 2013 angebe, andererseits jedoch das Ohrensausen auf dem rechten Ohr erst fünf Monate später am 13. Juni 2013 aufgetreten sein soll
e
. Dies sei im Sinne der Unfallkausalität nicht plausibel, weil keine zeitliche Korrelation zum Ereignis bestehe. Beim Beschwerdeführer sei nach Aktenlage eine Anpassungsstörung angenommen und deshalb eine psychotherapeutische Therapie empfohlen worden. Kosten für Diagnostik und Therapie seien nicht zu übernehmen (S. 1).
3.10
Dem am 16. Januar 2015 von Dr. med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erstellte
n
ärztliche
n
Zeugnis (Urk. 7/72/20-21) lässt sich ent
nehmen
, dass sich der Beschwerdeführer am 3. Januar 2013 nach einem Knall
trauma in der Silvesternacht mit akutem Tinnitus und Schmerzen im rechten Ohr in der Praxis gemeldet ha
t
. Klinisch habe ein Hämatom auf dem rechten Trommelfell nachgewiesen werden können, welches am 22. Januar 2013 ver
schwunden und der klinische Ohrenbefund unauffällig
gewesen sei (Ziff. 2). Aus seiner Sicht seien die Beschwerden mit dem Unfall mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit in Verbindung zu bringen. Der Beschwerdeführer habe vor dem Knalltrauma keinerlei Ohrenbeschwerden gehabt (Ziff. 3).
3.11
Dr.
F._
führte
in seinem Bericht vom 22. Januar 2015 (Urk. 7/72/22)
aus
, dass
er den Beschwerdeführer am 22. März 2013 ambulant behandelt habe (Ziff. 1) und
dieser
ausser an einer
Dysakusis
bei lauter Musik zu diesem Zeitpunkt an keinen Schmerzen und Tinnitus-Beschwerden gelitten habe (Ziff. 3). Die während der Untersuchung geschilderten Beschwerden unmittelbar im Anschluss an das Knalltrauma (Tinnitus und Druckgefühl auf dem rechten Ohr) sprächen für eine relevante Lärmeinwirkung,
weshalb mit einer überwiegende
n
Wahrscheinlichkeit von einem Lärmtrauma auszugehen sei (Ziff. 2).
3.12
Prof.
D._
(vorstehend E. 3.3)
erachtete in seiner Stellungnahme vom 3. Februar 2015 (Urk. 7/72/29) die Ohrgeräuschbeschwerden nach wie vor als Folge des Explosionstraumas vom Silvester 201
2.
Die Asymmetrie der Hör
schwelle, insbesondere im Bereich der hohen Frequenzen zu
ungunsten
der rechten Seite
,
lasse den Zusammenhang mit dem Lärmtrauma von Silvester 2012 zumindest als möglich erscheinen.
3.13
Auch Dr.
H._
(vorstehend E. 3.5)
erachtete in ihrem Bericht vom 20. März 2015 (Urk. 7/72/30-31) die Beschwerden als Folge des Knalltraumas vom 1. Januar 2013, enthielt sich aber
der Kausalitätsfrage
und verwies statt
dessen auf das Fachgebiet der HNO (Ziff. 2 und 4).
3.14
Mit Stellungnahme vom 30. März 2015 (Urk. 7/7
2
/23-24) bestätigte Dr.
I._
(vorstehend E. 3.6)
die Konsultation vom 5. Juli 201
3.
Auch
er ging
auf
grund der
glaubhaften
Schilderung des Beschwerdeführers
von einem
Lärm
trauma aus und qualifizierte das Ereignis als Unfall (Ziff. 3 und 4).
Im Rahmen seiner HNO-ärztlichen Unter
suchung habe er ein intaktes Trommelfell rechts fest
gestellt mit einer kleinen, reizlosen Narbe
antero
-inferior (Ziff. 2).
Falsch sei hin
gegen, dass die Ohren
geräusche erst fünf Monate später aufgetreten seien (Ziff. 3 und 4).
3.15
Am 26. Juni 2016 erstatte Dr.
Z._
(vorstehend E. 2.1)
ein Gutachten (Urk. 7/95). Sie nannte
gestützt auf die geklagten Beschwerden und der erhobe
nen Befunde die folgenden
Diagnosen
(
S. 5
Ziff. 4):
-
Status nach Explosionstrauma rechts an Silvester 2012 mit/bei
-
Lärmtrauma rechtes Ohr mit Abfall der Hörschwelle im Hochtonbereich und
Hyperakusis
und
Misophonie
mit erniedrigter Unbehaglichkeits
schwelle
-
Ti
n
nitus
auris
rechts, aktuell knapp kompensiert Grad II-III und beein
flussbar durch Aktivierung der Kaumuskulatur (somatosen
sorische Komponente)
-
Anpassstörung
Sie führte aus,
an Silvester 2012 sei ein Feuerwerkskörper in der rechten Hand des Beschwerdeführers explodiert. Bei der Erstuntersuchung seien eine Hörmin
derung und ein Tinnitus sowie ein Hämatom auf dem Trommelfell rechts doku
mentiert worden. Zunächst habe sich die Hörminderung gebessert, jedoch seien dann eine persistierende
Dysakusis
und Lärmempfindlichkeit und Belast
barkeit des Gehörs sowie intermittierende Ohrenschmerzen rechts
auf
ge
treten. Der Tinnitus habe sich im
Sommer 2013 nach Musikexposition verstärkt,
chroni
fiziert
und der Beschwerdeführer habe auch psychisc
h
dekompensiert
. Der Tinnitus sei permanent vorhanden und als störend beschrieben. Der Schlaf sei nicht beein
trächtigt. Der Beschwerdeführer sei arbeitsfähig, habe jedoch die ursprüngliche Stelle verlassen und eine selbständige Tätigkeit begonnen, bei der er besser auf Veränderungen und Beschwerden reagieren und die Arbeit einteilen könne (
Ziff. 1).
Der Tinnitus und die Hörstörung (inklusive
Hyperakusis
) st
ü
nden in zeitlichem Zusammenhang mit dem Unfall und seien aufgrund der vorliegenden Befunde mit dem Unfall in kausale Verbindung zu bringen. Bei den Ohrenschmerzen und zum Teil auch der
Hyperakusis
handle es sich um Folgeerscheinungen von Tinnitus und Hörstörung im Sinne einer
Anpassstörung
mit Veränderung der Wahrnehmung und durch muskuläre Verspannung im Bereich der Kau- und Nackenmuskulatur (Ziff. 5).
Die Ohrenbeschwerden seien unverändert vorhanden, eine
Regredienz
der Hörstörung sei nicht zu erwarten und es sei mit einer Per
sistenz des Tinnitus zu rechnen (Ziff. 6). Durch Behandlung der unfallfremden Folgeerscheinungen und der
Anpassstörung
sowie durch spezialisierte Tinnitus
-
Retraining
-
Therapie mit ganzheitlichem und verhaltenstherapeutischem Ansatz könnten die Beschwerden möglicherweise günstig beeinflusst werden bis zur Beschwerdefreiheit trotz Symptompersistenz (Ziff. 7 und Ziff. 8).
D
er Beschwerdeführer
sei
im Moment voll arbeitsfähig mit der Einschränkung, dass die Leistungsfähigkeit ernied
rigt sei (zirka 80 % von 100 %). Diese
variiere und
bedinge
Anpassungen der Arbeitszeit und des Inhaltes aufgrund von Tinnitus und Lärmempfindlichkeit (Ziff. 9).
Die Gutachterin nahm schliesslich – näher ausgeführt – Stellung zu den
akten
kundigen Arztberichten (
2.
Titel) und erachtete abschliessend eine psychiatrische Begutachtung für sinnvoll (
2.
Titel Ziff. 4).
3.16
Die Beschwerdegegnerin legte das Gutachten
von
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7)
vor, welche in ihrer Beurteilung vom 29. November 2016 (Urk. 7/102)
ausführte, dass der Tinnitus mit überwiegender Wahrschei
nlichkeit unfallkausal sei. Die Lärmempfindlichkeit finde analog des Gutachtens ein messbares Korrelat in der erniedrigten Unbehaglichkeitsschwelle und sei als Folge der Hochtonhörstörung und des Tinnitus zu interpretieren.
Die bisherige Psychothera
pie/
Tinnitus
counseling
könne zu Lasten des Schadenfalles übernommen
w
erden. Hingegen sei die
myofasz
iale
Problematik mit Kieferbeschwerden (Ohrenschmerzen) nicht unfallkausal und die
entsprechende Therapie sei nicht zu Lasten des Unfall
ereig
nisses zu übernehmen. Aus ORL-ärztlicher Sicht bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit (S. 1). Nach ihrer Auffassung resultiere für den unfallbedingten schweren Tinnitus, der keine Schlafbeeinträchtigungen verursache und nur in der ersten Zeit
bei äusseren Anlässen
dekompensierend
gewesen sei, mittlerweile aber auch ignoriert werden könne, unter Einschluss einer zusätzlichen abnormen Lärmempfindlichkeit als erschwerende
m
Faktor
,
eine gesamthafte Integ
ritäts
ein
busse in Höhe von 10 %. Durch weitere Therapien sei eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation nicht zu erwarten. Im alltagsrel
e
vanten Hörfrequenz
bereich zwischen 250 und 8000 Hz bestehe Normalhörigkeit, invalidisierende Unfallfolgen beständen nicht
(S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt auf die Einschätzungen von Dr.
Z._
(vorstehend
E. 3.1
5
)
und Dr.
B._
(vorstehend E.
3.1
6
)
eine weiter
gehende Leistungspflicht (Urk. 2).
4.2
Das Gutachten von Dr.
Z._
(vorstehend E.
3.1
5
) erscheint für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigt die geklagten Beschwerden des Beschwer
deführers. Z
udem
wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das Gutachten die
praxis
gemässen
Kri
terien an ein beweiskräftiges Gutachten (vorstehend E. 1.
6
).
Gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers und ihre eigene
otor
hinolaryn
go
logische
Untersuchung
kam die Gutachterin zum
begründeten
und
nachvoll
ziehbaren
Schluss, dass der
organisch
nicht objektivierbare
Tinnitus und die
audiometrisch ermittelte – nicht
behandlungsbedürftige
-
Hörstörung
mit quali
tativem Abfall der Hörschwelle im Hochtonbereich
sowie
die
Hyperakusis
mit erniedrigter Unbehaglichkeitsschwelle
unfallkausal seien, hingegen es sich bei den Ohrenschmerzen und zum Teil auch bei der
Hyperakusis
um unfallfremde Folgeerscheinungen im Sinne einer Anpassungsstörung mit Veränderung der Wahrnehmung und durch muskuläre Verspannung im Bereich der Kau- und Nackenmuskulatur
handle
. Ebenso begründet von der Gutachterin ist die voll
ständige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit einer qualitativen
Leistungs
e
inschränkung von zirka 20 %.
Diese gutachterlichen Einschätzungen decken sich auch mit der Beurteilung durch die Arbeitsmedizinerin Dr.
B._
, welche die Unfallkausalität hinsichtlich des Tinnitus bejahte
,
die Hörstörung
gemäss
alltagsrelevantem Hörfrequenz
be
reich als nicht invalidisierend qualifizierte,
die
myofasz
iale
Problematik mit Kieferbeschwerden (Ohrenschmerzen) als nicht mit dem Unfallere
ignis vom 1. Dezember 2013 kausal
erachtete
und der
aus dem Tinnitus hervorgehenden Beeinträchtigung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers
beimass
(vorstehend E. 3.16)
.
Daran vermögen auch die Einwendungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Weder vermag ein geltend gemachter (aber nie medizinisch ausge
wiesener) Riss im Trommelfell (vgl. Urk. 1 S. 13 f. Ziff. 24)
etwas
am Ergebnis zu ändern, da
spätestens
bei Fallabschluss diesbezüglich keine Restfolgen ersichtlich waren (vorstehend E. 3.1
5
, E.
3.16
), noch
ist der Hinweis, wonach lediglich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, vor dem Hintergrund
der
von
de
n
behandeln
d
en bzw. untersuchenden Ärzten
attestierten voll
ständigen Arbeitsfähigkeit
(vor
ste
hend E. 3.2, E. 3.4, E. 3.15, E. 3.16) stichhaltig. Im Übrigen ging
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.15) von
einem knapp kompensierten Tinnitus und
einer vari
ierenden Einschränkung
aus
.
Ausserdem
könne d
er Beschwerdeführer aufgrund seiner Selbständigkeit seine Arbeitseinteilung steuern.
Ebenso
fuss
t
en
die von Dr.
Z._
vorgeschlagenen
Behandlungsmassnahmen
bzw. Therapie
empfehlungen auf unfallfremde Faktoren, weshalb Dr.
B._
diese in ihrer Beur
teilung
z
u Recht
ausgeklammer
t hat (vorstehend E. 3.16).
4
.3
Gestützt auf das Gutachten von Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.15) und d
er schlüssigen Einschätzung der Arbeitsmedizinerin Dr.
B._
folgend
(vor
stehend E. 3.16)
ergibt sich, dass den vom Beschwerdeführer noch geklagten Beschwerden kein unfallbedingtes Substrat zugrunde liegt
, welches eine über den 2. März
2017
hinaus bestehenden Anspruch auf Leistungen nach UVG begründen w
ürde
.
Da keine organisch nachweisbaren Unfallfolgen vorliegen, ist somit eine spezifi
sche Adäquanzprüfung zwischen dem Unfallereignis und den geltend gemachten Beschwerden vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_170/2015 vom 29. September 2015 E. 5.2). Dabei kann praxisgemäss
die Frage
nach einer natürlichen Kausalität zum versicherten Unfall
ereignis
entsprechender Beschwer
den
offen bleiben, wenn ein allfälliger Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit nicht
rechtsgenüglich
wäre (BGE 135 V 465 E. 5.1).
4.4
Der Beschwerdeführer beanstandete den Fallabschluss per 2. März 2017 als ver
früht (vorstehend E. 2.2).
Ein Fallabschluss ist dann vorzunehmen, wenn von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann
(
v
orstehend E. 1.4).
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 2. März 2017, mithin gut vier Jahre nach dem Unfall
hergang
, ein. In diesem Zeitpunkt befand sich der Beschwerdeführer
nebst dem Tinnitus
wegen einer
myofas
z
ialen
Symptomatik in Behandlung
bzw. Abklärung
.
Dabei handelt sich um Ohrenschmerzen auslösende Verspannungen der Kau- und Nackenmuskulatur (vorstehend E. 3.14).
Ebenfalls wurde mangels org
a
nischen Korrelats auf eine Anpassungsstörung
geschlossen, diese aber
– trotz Empfehlung (vorstehend E. 3.3, E. 3.15) -
fachpsychiatrisch nie abgeklärt.
4.5
Den medizinischen Akten ist übere
insti
mmend zu entnehmen, dass in keinem der durchgeführten bildgebenden Verfahren
beziehungsweise Untersuchungen
orga
nische Schädigungen nachgewiesen werden konnten
(vo
rstehend E. 3.3, E. 3.5, E. 3.14
).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann bei einem Tinnitus, der sich keiner organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zuordnen lässt, der adäquate Kausalzusammenhang zum Unfall, wie bei anderen organisch nicht ausgewiesenen Beschwerdebildern, nicht ohne besondere Prüfung bejaht werden (
BGE 138 V 248
). Mangelt es somit an einer organisch objektiv ausge
wiesenen Unfallfolge und an einer Verletzung, welche die Anwendung der Schleuder
trauma-Praxis rechtfertigen könnte, ist der adäquate Kausalzu
sammen
hang nach den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickel
ten Grund
sätzen (sog. Psycho-Praxis
) zu beurteilen (nicht
publ
. E.
6.2 des Urteils
BGE 138 V 248
). Gleiches muss für eine organisch objektiv nicht belegte
Hyper
akusis
gelten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2018 vom 27. September 2018 E. 7.2)
.
Dementsprechend wäre eine Prüfung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis
(BGE
115 V 133)
gerechtfertigt. Die Adäquanz ist jedoch bereits nach der für die ver
sicherten Personen günstigeren Schleudertrauma-Praxis
(vgl. vorstehend E. 1.3)
zu verneinen, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt.
4.6
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist
nach der Psycho- wie auch nach der Schleudertrauma-Praxis
zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu quali
fi
zieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt
.
Irrelevant sind die Unfallfolgen oder Begleit
umstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können; solchen
Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen (
BGE 140 V 356
E.
5.1; nicht
publ
. E
.
6.2.1 des Urteils
BGE
138 V 248
).
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer Feuer
werk zündete, als ein Feuerwerkskörper explodierte und er dabei ein Knalltrauma am rechten Ohr erlitt. Angesichts des objektiv erfassbaren Unfall
hergangs kann mit der Beschwer
degegnerin von einem leichten Unfall ausgegangen werden (vgl.
Urk. 2 S. 4 f. Ziff. 4
; Urk. 6 S. 5 Ziff. 4.5
) mit der Konsequenz, dass
gemäss
Rechtsprechung der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheits
störungen in der Regel ohne Weiteres verneinte werden kann
,
weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen
(vgl.
BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E.
6a
).
4.7
Selbst
wenn
es sich beim Unfallereignis vom 1. Januar 2013 um einen mittel
schw
e
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen handelt
e
, wäre die Adä
quanz eines Kausalzusammenhanges nur dann zu bejahen, wenn vier der
massgeblichen
Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt wären (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E. 6.1 mit Hin
weisen).
Der zu beurteilende Unfall hat sich weder unter besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Der Beschwer
deführer hatte beim Abfeuern von Feuerwerk mit einem Knall gerechnet. Auch erlitt er keine Verletzungen von nennenswerter Schwere oder besonderer
Art.
Generell beschränkte sich die Behandlung in der Folge im Wesentlichen auf
Abklärungen bzw. ärztliche Verlaufskontrollen sowie medikamentöse Schmerz
bekämpfung. Damit ist das Kriterium der fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_638/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 4.2.3 mit Hinweis). Zudem sind aus den Akten weder besondere Gründe ersichtlich, welche
die Heilung beeinträchtigt hätten, noch besondere Komplikationen erkennbar.
Recht
sprechungs
gemäss
darf allein wegen persistierender Beschwerden trotz durch
geführter Behandlungen nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_9/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.7.4). Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Derartige Gründe liegen nicht vor, weshalb dieses Kriterium nicht erfüllt ist. Auch das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung ist nicht gegeben. Beim Kriterium der Dauerbeschwerden können adäquanzrelevant nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch
bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen
(vgl. auch Urk. 3/3)
und nach der Beeinträchtigung, welche die ver
unfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer
machte zwar glaubhaft geltend, dass
er
an Schmerzen leide, es liegen jedoch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass
er
deshalb in
seinem
Lebens
alltag wesentlich beeinträchtigt ist
, zumal auch von den behandelnden und begutachtenden Ärzten keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.4, E. 3.15, E. 3.16)
. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden liegt
demnach
-
wenn überhaupt
-
nicht in besonders ausgeprägter Weise vor.
Der Beschwerdeführer hat die Arbeitsstelle gekündigt und sich selbständig gemacht
, um seine Arbeit besser einteilen zu können (vgl.
vorstehend E. 3.15;
Urk. 7/109/8-162)
.
Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstrengungen ist deshalb wohl zu verneinen, wobei dies offengelassen werden kann, da auch in diesem Fall höchstens zwei Kriterien erfüllt wären, was zur Verneinung der Adäquanz führt.
Damit wäre von den
praxisgemässen
Krite
rien höchstens zwei erfüllt, was auch unter diesem Blickwinkel zur Verneinung der Adäquanz führt.
4.8
Zusammenfassend steht fest, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den nach wie vor bestehenden bzw. geltend gemachten Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und dem Unfallereignis vom 1. Januar 2013 zu verneinen ist.
Lagen somit (auch) im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids (Dezember 2017) keine unfallkausale
n
Beeinträchtigungen mehr vor, erweist sich auch der
Ein
wand des angeblich verfrühten Fallabschlusses (vgl. vorstehend E. 2.2) als nicht stichhaltig.
Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 2. März 2017 eingestellt hat. Dies führt in diesem Punkt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Was die Integritätsentschädigung
und den Antrag des Beschwerdeführers hierzu (Urk. 1 S. 2 Ziff. 3)
anbelangt, so ist festzustellen, dass mit Verfügung vom 7. Februar 2016 (Urk. 7/104) eine
Integritäts
einbusse von 10 % und dementspre
chend eine Entschädigung im Umfang von Fr. 12'600.
--
festgesetzt
wurde
. Dage
gen erhob der Versicherte
am 28. Februar 2017 Einsprache (Urk. 7/109). Mit Ver
fügung vom 2. März 2017 (Urk. 7/112) verneinte die Beschwerdegegnerin
sodann
eine weitergehende Leistungspflicht. Dass in der Einsprache gegen diese Verfü
gung die
Integritätsentschädigung nicht (mehr) erwähnt wurde, macht sie – ent
gegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Urk. 2
; Urk. 6 S. 3 f. Ziff. 4.1
) – nicht rechtskräftig.
F
ür das vorliegende
Verfahren bzw.
Ergebnis
ist dies
indes
nicht ausschlaggebend, weshalb e
s mit dieser Feststellung sein Be
wenden
haben kann
.