# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c614c86-25d5-443d-ac5e-2510ff2e82a9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde am 11. Juni 1939 in A. geboren. Er gelangte am 1. Juli 1964 von B. kommend bei der Einwohnerkontrolle der A. zur Anmeldung. Am 15. August 2003 heiratete er die _ Staatsangehörige C.. Er nannte sich fortan X.. Heute wohnt X. am _ in D.; seine Frau lebt in der E., in F.. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister A. waren gegen X. zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 15. Juni 2007 insgesamt sechs Betreibungen über Fr. 130'054.60 anhängig und fünf Verlustscheine im Betrag von Fr. 130'047.50 offen.
Im schweizerischen Strafregister ist X. mit einer Eintragung verzeichnet: Mit Urteil vom 16. Mai 2002 verurteilte ihn das Bezirksgericht Prättigau/Davos wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 alt StGB zu 20 Tagen Gefängnis, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde.
B. Am 25. Juni 2000, kurz nach 19:30 Uhr, begegneten sich auf dem Trottoir der G.-Strasse in A. die seit Jahren verfeindeten X. und H.. Beim Kreuzen ungefähr auf der Höhe der I. versetzte X. mit dem rechten Ellbogen dem talwärts gehenden H. einen starken Schlag gegen die rechte Brustseite. H. stürzte zu Boden und konnte erst einige Sekunden später seinem Widersacher zurufen, da ihm der Schlag den Atem genommen hatte. Bereits um 19:43 Uhr meldete H. der NEZ in J. telefonisch den Vorfall und begab sich anschliessend in Spitalbehandlung. Bei der Untersuchung im Spital A. wurden – durch Y. – unter anderem ein Hämatom und eine Prellung im Bereich des Rippenbogens rechts festgestellt, ebenso eine Rippenfraktur. H. stellte gegen X. Strafantrag wegen Körperverletzung. X. seinerseits bestritt, H. einen Schlag versetzt zu haben und machte eine gegen ihn gerichtete Verschwörung geltend. Mit Urteil vom 16. Mai 2002 sprach die Strafkammer des Bezirksgerichts Prättigau/Davos den rechtsverbeiständeten X. schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 alt StGB. Sämtliche von X. gegen dieses Urteil eingereichten Rechtsmittel blieben sowohl beim Kantonsgericht Graubünden als auch beim Schweizerischen Bundesgericht ohne Erfolg.
C. Mit Eingabe vom 21. April 2006, der Post übergeben am 4. Mai 2006, reichte Y. beim Kreisamt A. gegen X. eine Klage wegen Ehrverletzung ein. Zur Begründung legte Y. seiner Eingabe drei Schreiben in Kopie bei.
D. Zu der auf den 16. August 2006 angesetzten Sühneverhandlung erschien X. nicht. Die zweite Aussöhnungsverhandlung fand am 7. Februar 2007 vor dem Kreispräsidenten A. statt. Sowohl Y. als auch X., letzterer in Begleitung von
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Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, waren persönlich anwesend. Aus dem Protokoll der Sühneverhandlung geht hervor, dass X. zu verstehen gab, dass er das Strafverfahren, das zu seiner Verurteilung geführt habe, neu aufzurollen wünsche, da er aufgrund falscher Arztzeugnisse verurteilt worden sei. Y. machte demgegenüber geltend, er habe nichts mit den Nazi-Anschuldigungen etc. zu tun (Kreisamt act. 1.12). Schliesslich wurde vereinbart, mit der Fristansetzung zur Klageergänzung um einige Tage zuzuwarten, um den Streit in dieser Zeit vergleichsweise zu erledigen. Mit Eingabe vom 17. April 2007 führte Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill sinngemäss aus, dass die Äusserungen seines Mandanten gegenüber Y. wohl der falsche Weg gewesen seien, um das laut der Überzeugung seines Mandanten unzutreffende Strafurteil richtig zu stellen. X. entschuldige sich im ihm möglichen Umfang und Ausmass gegenüber dem sich in seiner Ehre verletzt fühlenden Kläger und ersuche, das vorliegende Verfahren durch das Kreisamt A. abschreiben zu lassen. X. distanzierte sich mit Schreiben vom 7. Mai 2007 hingegen von der Eingabe seines Anwaltes. Er hielt fest, dass nie die Rede davon gewesen sei, dass er sich bei Y. entschuldige. Y. sei für ihn ein krimineller Arzt, der durch seinen falschen Arztbericht einen Verbrecher geschützt habe. Als Folge dieses Schreibens legte Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder.
E. Mit Schreiben vom 9. Mai 2007 bat Y. um Fortsetzung des Verfahrens. Am 29. Mai 2007 ergänzte er seine Klage gegen X. insofern, als er ausführte, er denke, dass sich sämtliche für diesen Fall relevanten Unterlagen im Besitze des Kreispräsidenten befänden.
F. In der Folge reichte X. am 12. Juni 2007 eine Stellungnahme ein. Seiner Eingabe legte er den vom 3. Juli 2000 datierten „Arztbericht Polizei“, der von K., Oberarzt Chirurgie/Orthopädie, und von Y., damals Assistenzarzt Chirugie/Ortho., unterzeichnet ist, bei. Ebenfalls legte er seinem Schreiben einen „Offenen Brief“ vom 4. Juni 2007 bei. Der Kreispräsident A. wertete die Stellungnahme als sinngemässen Antrag um Zulassung zum Entlastungsbeweis. Mit Eingabe vom 12. Juli 2007 erhob Y. Einrede gegen diesen Antrag. Er beantragte, X. sei nicht zum Entlastungsbeweis zuzulassen, da dieser vorwiegend in der Absicht gehandelt habe, ihm etwas Übles vorzuwerfen. In der Folge übermittelte der Kreispräsident A. die Akten gestützt auf Art. 166 Abs. 2 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos zwecks Beurteilung der Frage um Zulassung zum Entlastungsbeweis.
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G. Mit Urteil vom 27. September 2007, mitgeteilt am 12. Oktober 2007, wies der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos den Antrag von X. auf Zulassung zum Entlastungsbeweis ab. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Berufung von X. wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums Graubünden vom 4. August 2008, mitgeteilt am 11. August 2008, wegen Nichtleistung des Kostenvorschusses als erledigt abgeschrieben.
H. Am 12. November 2008, mitgeteilt am 26. November 2008, erliess der Kreispräsident A. folgende Anklageverfügung:
„1. X. wird angeklagt der Ehrverletzung im Sinne von Art. 173 Abs. 1 StGB.
2. Der Fall wird an die Strafkammer des Bezirksgerichts Prättigau/Davos zur Beurteilung überwiesen.
3. Das Gericht wird gebeten, mit dem Urteil auch über die Kosten des Kreisamtes A. zu befinden. Es sind dies: Aussöhnungsverfahren Fr. 200.-- Untersuchungsverfahren Fr. 500.-- Total Fr. 700.--
4. Der Kostenvorschuss von Fr. 560.-- (Y.) wird an das Bezirksgericht Prättigau/Davos überwiesen.

## Considerations