# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ab22ad0-5170-5f88-9fd7-133a72fd23fe
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geb. 1974, und B._, geb. 1968, heirateten 2003. Sie sind die Eltern der beiden Söhne C._, geb. 2001, und D._, geb. 2003.
Mit Urteil des Zivilgerichts des Sensebezirks (hiernach: das Zivilgericht) vom 6. November 2015 wurde die Teilvereinbarung über die Scheidungsfolgen der Parteien genehmigt und die Ehe geschieden. Die gemeinsame elterliche Sorge über die beiden Kinder wurde beibehalten, die Kinder unter die Obhut der Mutter gestellt und dem Vater ein grosszügiges Besuchsrecht . B._ wurde zur Zahlung von Kindesunterhaltsbeiträgen von je CHF 750.- und eines nachehelichen Unterhaltseitrags von CHF 200.- pro Monat verpflichtet. Die mit Beschluss des  des Sensebezirks vom 28. September 2011 angeordnete Erziehungsbeistandschaft für die beiden Kinder im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wurde aufrechterhalten.
B. Am 15. September 2016 reichte B._ eine Klage auf Abänderung des  beim Zivilgericht ein. Er beantragte insbesondere, dass D._ unter seine Obhut zu stellen sei und der Kindesunterhaltsbeitrag für D._ rückwirkend seit dem 1. Februar 2016 entfalle. Die Eltern, der Beistand, der Familientherapeut sowie die Lehrpersonen hätten zusammen vereinbart, dass D._ ab Anfang Februar 2016 mehrheitlich bei ihm wohnt.
Am 19. Oktober 2016 verfügte der Gerichtspräsident des Sensebezirks (hiernach: der ) dringlich, dass D._ vorläufig bis zur Sitzung vom 14. November 2016 mehrheitlich unter der Obhut von B._ verbleibt.
An der Sitzung vom 14. November 2016 schlossen A._ und B._ eine  betreffend vorsorgliche Massnahmen, wonach D._ alternierend eine Woche beim Vater und bei der Mutter, beginnend Sonntagabend 19.00 Uhr verbringt. Die neue Reglung galt ab Sonntag, 20. November 2016, und war an bestimmte Bedingungen gebunden. Eine Einigung bezüglich allfälliger Reduktion des Unterhaltsbeitrages konnte nicht gefunden werden.
Mit Entscheid vom 14. November 2016 genehmigte der Gerichtspräsident diese Vereinbarung und berechtigte B._, von dem für D._ geschuldeten Unterhaltsbeitrag pro Woche, in welcher D._ sich beim Vater aufhält, einen Abzug von CHF 60.- zu machen.
Am 31. März 2017 reichte B._ seine Ergänzungsschrift betreffend die Abänderung des Scheidungsurteils ein. Die Klageantwort und Widerklage von A._ erfolgte am 18. Mai 2017. Sie beantragte die Abweisung der Abänderungsklage, soweit darauf einzutreten sei, und die alleinige elterliche Sorge über die beiden Kinder. Am 23. August 2017 reichte B._ die Widerklageantwort ein, in welcher er auf Abweisung der Widerklage schloss.
In einem gemeinsamen Gespräch zwischen B._, A._, D._, dem  sowie dem Beistand vereinbarten die Parteien am 10. Oktober 2017 insbesondere, dass D._ wieder jede Nacht beim Vater und die Mittagszeit/Nachschulzeit bis 17.15 Uhr bei der Mutter verbringt, dies ab den Herbstferien 2017.
Mit Eingabe vom 21. März 2018 ergänzte bzw. änderte B._ die Rechtsbegehren der Klageschrift vom 15. September 2016. Er beantragte, dass D._ unter die alternierende Obhut der Eltern zu stellen und er zu verpflichten sei, einen monatlichen Kindesunterhaltsbeitrag von CHF 350.- für D._ zu bezahlen.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 18
Die Parteien reichten am 26. April 2018, 30. Mai 2018, 4. Juni 2018 und 7. Juni 2018 weitere  ein.
Am 4. November 2016, 8. November 2016, 16. Februar 2018 und 21. März 2018 reichten der Beistand bzw. der Familientherapeut auf Aufforderung des Zivilgerichts Berichte zur Situation von D._ ein.
Die Parteien wurden am 1. Mai 2018 persönlich durch das Zivilgericht angehört. Am 21. März 2019 entschied dieses das Folgende:
1. Das Scheidungsurteil des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 6. November 2015 wird wie folgt geändert:
Ziffer 2.2 Obhut:
a) Das Kind C._ wird unter die Obhut der Mutter gestellt.
b) Das Kind D._ wird unter die alternierende Obhut der Eltern gestellt.
Betreuungsanteile:
a) Periode vom 1. Februar 2016 bis zum 19. November 2016:
In dieser Periode wird D._ hauptsächlich vom Vater betreut. Während der Woche übernachtet D._ beim Vater.
b) Periode vom 20. November 2016 bis zum 14. Oktober 2017:
D._ verbringt alternierend eine Woche beim Vater und bei der Mutter,  Sonntagabend 19.00 Uhr. D._ wohnt in der ersten Woche bei der Mutter.
Diese Regelung ist an folgende Bedingungen gebunden:
D._ besucht auch weiterhin den obligatorischen Schulunterricht ohne  Absenzen.
E._ macht dem Gericht Meldung, sollte D._ innerhalb des Zeitraumes eines Monats fünf Tage oder mehr der Schule unentschuldigt fernbleiben.
B._ verzichtet darauf, D._ zu kontrollieren, ob er in die Schule geht, in den Wochen, in denen er bei der Mutter wohnt.
D._ kann weiterhin auf die Aufgabenhilfe des Vaters zählen (auch während der Woche in der er bei der Mutter wohnt).
c) Periode ab dem 15. Oktober 2017:
D._ verbringt die Nächte während der Schulzeit von Sonntagabend bis Freitag beim Vater. Die Mittags- und Nachschulzeiten sowie die Schulferien mit  verbringt D._ bei der Mutter.
Ziffer 2.4 B._ bezahlt A._ an den Unterhalt seines Sohnes C._ einen monatlichen Betrag von CHF 750.00 zuzüglich allfälliger Kinder- und Familienzulagen.
B._ bezahlt A._ an den Unterhalt seines Sohnes D._, folgende monatliche Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfälliger Kinder- und Familienzulagen:
Zeit vom 15. September 2016 bis 19. November 2016: CHF 510.00 Zeit vom 20. November 2016 bis 31. Dezember 2016: CHF 620.00 Zeit vom 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2017: CHF 765.00 Zeit vom 1. März 2017 bis 31. Juli 2017: CHF 155.00 Zeit vom 1. August 2017 bis 14. Oktober 2017: CHF 440.00 Zeit vom 15. Oktober 2017 bis 31. Juli 2018: CHF 530.00
Kantonsgericht KG Seite 4 von 18
Zeit ab dem 1. August 2018: CHF 580.00
Die Unterhaltspflicht der Kinder dauert bis zur Mündigkeit der Kinder respektive bis diese eine angemessene Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen haben.
Nach Wegfall eines Anspruchs auf Unterhalt von A._, frühestens ab dem 1. September 2015, erhöht sich der Unterhaltsbeitrag für die beiden Söhne C._ und D._ um je CHF 100.00. B._ ist berechtigt, einen Drittel eines  monatlichen Netto-Lehrlingslohnes des Kindes vom Unterhaltsbeitrag in Abzug zu bringen. Beispiel Nettolohn CHF 900.00, Reduktion CHF 300.00.
Ziffer 3.1 Mangels einvernehmlicher Einigung hat der Vater das Recht, seine beiden Kinder C._ und D._ jedes zweite Wochenende von Freitag 19.00 Uhr, bis  19.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen.
Diese Regelung gilt grundsätzlich auch während der Schulferien mit Ausnahme der Wochen in denen die Kinder Ferien mit ihrer Mutter zusammen verbringen.
Der Beginn und das Ende der Besuchs- und Betreuungszeit kann auf berechtigten Wunsch von C._ geändert werden.
[...]
C. Am 13. September 2019 erhob A._ Berufung gegen diesen Entscheid. Sie , dass dieser aufzuheben, die Klage vom 15. September 2016 abzuweisen und die Gerichts- und Parteikosten des erstinstanzlichen Verfahrens B._ aufzuerlegen seien. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Gleichentags stellte sie ein Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren.
B._ reichte am 14. November 2019 seine Berufungsantwort und Anschlussberufung ein. Er beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Abweisung der Berufung vom 13. September 2019, soweit darauf einzutreten sei. In seiner Anschlussberufung beantragt er das Folgende:
1. Ziffer 1, Ziffer 2.2, Betreuungsanteile, lit. c) Periode ab dem 15. Oktober 2017, des Urteiles des Zivilgerichtes des Sensebezirkes vom 21. März 2019 sei aufzuheben und wie folgt abzuändern:
D._ verbringt die Nächte bis zum vollendeten 18. Altersjahr von Sonntagabend bis Freitag beim Vater. Die Ferien mit Übernachtungen verbringt er bei der Mutter.
2. Ziffer 1, Ziffer 2.4 des Urteiles des Zivilgerichtes des Sensebezirkes vom 21. März 2019 sei aufzuheben und wie folgt zu regeln:
B._ schuldet ab dem 1. Januar 2020 für seinen Sohn D._ keinen .
Die Unterhaltspflicht von C._ dauert bis zu dessen Mündigkeit resp. bis dieser ein angemessen Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen hat.
Nach Wegfall eines Anspruchs auf Unterhalt von A._, frühestens ab dem 1. September 2015, erhöht sich der Unterhaltsbeitrag für C._ um CHF 100.-. B._ ist , einen Drittel eines allfälligen monatlichen Netto-Lehrlingslohnes von C._ vom Unterhaltsbeitrag in Abzug zu bringen. Beispiel Nettolohn CHF 900.-, Reduktion CHF 300.-
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
A._ nahm am 20. Januar 2020 zur Anschlussberufung Stellung und beantragt, dass auf die Anschlussberufung nicht einzutreten, subsidiär sie abzuweisen sei. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Kantonsgericht KG Seite 5 von 18
Am 22. Januar 2020 reichte A._ die schriftliche Erklärung von C._ vom 14.  2020 nach, wonach er ihre Rechtsbegehren in der Berufung vom 13. September 2019 bestätigt und wünscht, dass diese den Prozess für ihn weiterführt.
Am 29. Januar 2020 reichte B._ eine spontane Stellungnahme ein. A._ reichte ihre spontane Antwort hierzu am 3. Februar 2020 ein.
B._ reichte am 18. Februar 2020 eine weitere spontane Stellungnahme ein.
Am 26. bzw. 27. Februar 2020 reichte der Beistand auf Aufforderung hin den Tätigkeitsbericht 2019 vom 26. Februar 2020 betreffend die Beistandschat für D._ und C._ ein.
D. Mit Urteil der Instruktionsrichterin des I. Zivilappellationshofs vom 10. Oktober 2019 wurde A._ für das Berufungsverfahren die vollständige unentgeltliche Rechtspflege gewährt, unter Beiordnung von Rechtsanwalt Patrik Gruber als amtlicher Rechtsbeistand.

## Considerations

Erwägungen
1.
1.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10‘000.- beträgt. Stehen sowohl  als auch nicht vermögensrechtliche Fragen im Streit, so gilt das  nicht (vgl. Urteil BGer 5A_991/2015 vom 29. September 2016 E. 1, nicht publ. in BGE 142 III 612).
Vorliegend sind sowohl Unterhaltsbeiträge als auch die Obhut strittig, womit das  nicht gilt.
1.2. Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage seit Zustellung des begründeten Entscheides (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Frist steht vom 15. Juli bis und mit dem 15. August still (Art. 145 Abs. 1 Bst. b ZPO).
Der begründete Entscheid wurde der Berufungsklägerin am 13. August 2019 zugestellt. Die am 13. September 2019 eingereichte Berufung erfolgte somit unter Berücksichtigung des  fristgerecht.