# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c21dfc53-8521-4a53-a33c-f86b3a3d634d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
Der 1950 geborene
X._
war seit dem
1. April 2000 als
Bauarbeiter
bei der Firma
Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (
SUVA) obligatorisch versichert
. Mit Schadenmeldung vom
18. Januar 2007
wurde der SUVA mitgeteilt, dass der Versicherte am gleichen Tag bei Aufräumarbeiten
auf der Baustelle
von einem Fussbrett, welches sich
aus zwölf
Meter
n
Höhe
von einem Fassadengerüst
gelöst hatte
,
am Kopf getroffen w
orden sei
(
Urk.
7/187, 7/1 und
7/3).
Der
Versicherte
wurde
am Unfalltag
in die
Notfallstation des Spitals
Z._
eingeliefert und
a
m selben Tag
in die Unfallchirurgie des
A._
überwiesen
(
Urk.
7/5).
Die SUVA gewährt
e
Heilbehandlung und Taggeld
er
.
Mit Verfügung vom 14. Juli 2014 lehnte
sie
den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung rückwirkend per 1. September 2007 ab.
Zur Begründung verwies sie
auf eine
interne
interdisziplinäre Gesamtbeurteilung
vom 9. Mai 2014
(
Urk.
7/292)
,
auf deren Grundlage sie
eine
erhebliche (mindestens 10%
ige
) unfallbedingte Erwerbseinbusse und eine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität verneinte
(
Urk.
7/298).
Die
hiegegen
erhobene Einsprache vom 1
2.
September 2014
mit dem Antrag auf Zusprechung einer angemessenen Invalidenrente für den Unfall vom 18. Januar 2007 (
Urk.
7/300) wies die SUVA unter dem Hinweis, dass „lediglich die Rente angefochten
“
worden sei,
mit
Einspracheentscheid
vom
10. Dezember 2014 ab (
Urk.
2).
Dagegen erhob der Versicherte am 14. Januar 2015 Beschwerde und beantragte, es sei
en
ihm eine angemessene Invalidenrente und aufgrund seiner Unfallver
letzungen eine angemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen (
Urk.
1
S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2015 schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 8. April 2015 (
Urk.
12) und Duplik vom
11. Mai 2015 (
Urk.
15) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach Art. 10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
) inva
lid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1
UVG
). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind
(vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In
diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch be
fugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese
un
fallbedingt
beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmäs
sige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger thera
peutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresverdiens
tes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritätsscha
dens
abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.5
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
6
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus
dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b
umschriebe
nen
Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kri
terien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine diesem äquivalente Verletzung oder ein
Schädel-Hirn
trauma
erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen
Be
schwerdebild
einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fäl
len aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einsprachee
ntscheid
vom 10. Dezember 2014
davon aus, dass gestützt auf
ihre
interdisziplinäre
Gesamtbeur
teilung
in
den Fachgebieten Neurologie, Psychiatrie, Ophthalmologie und
Otorhinolaryngologie (
ORL
)
vom 9. Mai 2014
unfallbedingt nur wenig objekti
vierbare Befunde, nämlich eine
Aufblickeinschränkung
links und
Augensakka
deneinstellungen
in alle Blickrichtungen mit minimaler Ausprägung feststellbar seien.
B
ezüglich der Gleichgewichtsstörungen sowie der wahrgenommenen Schmerzen
im Bereich des Kopfes
sei der Beschwerdeführer wahrscheinlich auf
grund
der psychischen Gesundheitsstörung mit einer reaktiv affektiven Symp
tomatik (Angst) nicht in der Lage, die organisch nur minimalen Funktionsstö
rungen adäquat zu kompensieren. Das Beschwerdebild mit Beeinträchtigungen in den Bereichen Gleichgewicht, Schmerzwah
r
nehmung
und k
ognitive Leis
tungsfähigkeit
sei deshalb überwiegen
d
wahrscheinlich im Rahmen
einer
zum Unfall vom 18.
Januar 2007 teilkausalen psychischen Gesundheitsstörung und nicht durch
ein unfallbedingtes organisches Psychosyndrom zu erklären.
Auch
rechtfertige sich
die a
naloge Anwendung der Schleudert
r
auma-Praxis
n
icht
,
nachdem
keine Hinweise
für eine entsprechende Schädigung mindestens im Grenzbereich zwischen einer Commotio und einer
Contusio
Cerebri
bestün
den.
Der
Unfall vom 18. Januar 2007
sei
als mittelschwer ein
zustufen
und
der
medizinische Endzustand
sei
am 1. September 2007, also knapp sieben Monate nach dem
Unfall
,
erreicht
worden
. D
a
mit sei das
Kriteri
um der ungewöhnlich langen Dauer
der
ärztlichen Behandlung
nicht erfüllt
.
Sodann könne
vorliegend
offen bleiben
, o
b die Schwere oder die besondere Art der erlittenen Verletzung erfahrungsgemäss geeignet seien
,
eine psychische Fehlentwicklung auszulösen, nachdem die anderen Kriterien für einen Leistungsanspruch bei Unfällen im mittelschweren Bereich nicht erfüllt seien. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch geklagten gesundheitlichen Einschränkun
gen sei
damit
zu verneinen.
Ausgehend vom medizinischen Zumutbarkeitsprofil und gestützt auf die
Tabel
lenlöhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) sowie unter
Anrech
nung
eines zusätzlichen leidensbedingten Abzuges von 5 % resultiere eine
Er
werbsei
n
busse
von 2.26 %
und somit kein Rentena
n
s
pruch
.
Da
„
lediglich Augenbeschwerden als Unfallfolgen
“
zu berücksichtigen seien, best
ehe
auch
kein
entschädigungspflichtiger Integritätsschaden (
Urk.
2 S. 6 ff. und
Urk.
6 S. 4 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte dagegen geltend,
dass sich aus
den Ausführungen
der interdisziplinä
ren Gutachter
ergebe, dass das heutige Beschwerdebild über
wiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer zum Unfall teilkausalen psychischen Gesundheitsstörung
st
ehe
. A
uch wenn ein organisches
Psychosyn
drom
nicht vorhanden sei, genüge eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahende Teilursache zum Beweis der natürlichen Kausalität.
I
m
angefoch
tenen Entscheid
aber
we
rde
die natürliche Teilkausalität, trotz expliziter Beja
hung im Gutachten, offen gelassen und nur die
Adäquanz gemäss der
soge
nannten
Psychorechtsprechung geprüft und hernach verneint. Ausgehend von der Adäquanzprüfung
bei
psychischen Unfallfolgen
fielen
aufgrund der
Unfall
schilderung
eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles sowie die Schwere und die besondere Art der erlittenen
Verletzungen ins Gewicht;
die
se seien
nach Einschätzung der medizinis
chen Fachpersonen geeignet
,
eine psychische Fehl
entwicklung auszulösen.
Auch die Adäquanzk
riterien der ungewöhnlich langen Dauer der
ärztlichen Behandlung sowie des
schwierige
n
Heilverlauf
s und der
erheblichen Komplikationen sowie
der
körperliche
n
Dauerschmerzen seien er
füllt.
Zu berücksichtigen sei
ausserdem
, dass
der Beschwerdeführer
in einem P
ensum von 80 %
lediglich eine
Leistung
von
40 %
erbringe, weshalb auch das
K
riterium des
Grad
es
und
der
Dauer der
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit erfüllt sei.
In Bezug auf die Invaliditätsgradermittlung sei zu berücksichtig
en, dass der Beschwerdeführer
bei einem Erwerbspensum von 80 % und einer Leistungsfä
higkeit von 40 %
ein Bruttojahreseinkommen von
Fr.
39‘882.20 erziele.
Diese
s
Einkommen sei als Invalide
neinkommen zu veranschlagen. I
m Vergleich
zum
v
or dem Unfall erzielten E
inkommen von
Fr.
60‘697.90
(=
Valideneinkommen
)
ergebe sich
ein
Invaliditätsgrad von 34
%
.
Weiter
sei a
ufgrund
der im
interdis
ziplinären Gutachte
n anerkannten bleibenden Unfallfolgen im ophthalmologi
schen und psychiatrischen Bereich gestützt auf die e
ntsprechenden
Tabellen
werte
der unfallbedingte
Integritätsschaden zu schätzen
und
eine Entschädi
gung
auszurichten (
Urk.
1 S. 5 ff.).
Ergänzend stellte sich
der Beschwerdeführer
in d
er Replik
(
Urk.
12)
auf den Standpunkt, der von der
Beschwerdegegnerin beim Einkommensverglei
ch vor
genommene leidensbedingte
Abzug von 5
%
sei
zu tief
;
d
ieser sei in Anbetracht
des
Alter
s
und fehlender Sprachkenntnisse
vielmehr
auf
15
%
festzulegen. So
dann sei es nicht zulässig
,
nach Durchführung sämtlicher medizinischer Ab
klärungen dem
Beschwerdeführer
, der seiner Mitwirkungspflicht stets nachge
kommen sei, nach abschliessender
Begutachtung sieben Jahre rückwirkend das Unfalljahr als
Zeitpunkt des Fallabschlusses
mitzuteilen.
In Bezug auf den
In
tegritätsschaden
sei auf das neurologische Gutachten des
A._
vom 3. Dezember 2010 zu verweisen
,
wonach ein Inte
gritätsschaden von 30
%
bestehe
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
vorab
der
Anspruch auf eine Invalidenrente aufgrund
der gesundheitlichen Folgen des Ereignisses vom 18. Januar 2007.
Uneinig sind sich die Parteien auch über den Zeitpunkt des Fallabschlusses.
3.
3.1
Die Ärzte des Spital
s
Z._
hielten
im Bericht vom 18. Januar 2007
das E
intref
fen des Beschwerdeführers
mit der Sanität
bei einem
Wert von 15 auf der Glas
gow
Coma
Scale
(G
C
S
) fest. Die
Diagnosen
nach durchgeführter Computerto
mographie des Schädels und der Halswirbelsäule (HWS)
lauteten
:
Schädelh
irn
t
rauma
mit Commotio cerebri mit offener komplexer Mittelgesichtsfraktur links
,
mit Trümmerfraktur des Si
nus
maxil
l
aris
(Kieferhöhle)
, des
Orbita
boden
s
lateral
(Augenhö
h
lenboden)
,
des
OS
zygomaticus
(Jochbein),
Fraktur der Lamina
pa
pyrace
a
mit Auslauf in den Sinus
sp
henoid
alis
und
Foramen
car
o
ticum
,
r
etro
bul
bär
es
Hämatom
, Fraktur des Sinus
maxillaris
,
eine
n
mehrfachfrakturierte
n
P
ro
ce
ssus
pterygoideus
rechts,
Fraktur der Kiefergel
e
nkspfanne links und
ein
fragliches
Epiduralhämatom
in der mittleren Schädelgrube mit Lufteinschluss links
sowie
ein
s
ubdurales Hämatom
im Bereich des
Tentoriums
links.
Es wurde die Verlegung des Beschwerdeführers
mit der Ambulanz
in die Unfallchirurgie des
A._
vermerkt
(
Urk.
7/5).
3.2
Im Bericht vom
19. Januar 2007
wiesen
die Ärzte des
A._
auf
die Ergebnisse
der Untersuchungen
im Spital
Z._
und die dort erstellten
Computertomogra
fien (CT)
des Schädels und der HWS hin. Aufgrund eine
s
Verlaufs
-
CT des Schä
dels
ersahen sie eine
kleine
Subarachnoidalblutung
in
der mittleren
Schädel
grube
links und schlossen ein
Epiduralhämatom
aus.
Sie hielten fest, n
ach komplikationsloser
Commotioüberwachung
werde der Beschwerdeführer von den Kollegen der Kieferchirurgie zur weiteren Versorgung der Gesichtsfrakturen übernommen
und
er
sei für ein
Rekonsil
bei den Ärzten
der Ophthalmologie am 19. Januar 2007 angemeldet. Sie attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
8. bis 19. Januar 2007 (
Urk.
7/
8).
3.3
Im Austrittsbericht des
A._
vom 31. Januar 2007 hielten die Ärzte die Reposi
tion und Osteosynthese der Jochbeintrümmerfraktur sowie die
Orbitaboden
revi
sion
mit Einlegen ei
n
e
r PDS-Folie in
Intubationsnarkos
e
am 25. Januar 2007
fest
. Der
peri
- und postoperative Verlauf
habe
sich komplikationslos gestaltet, sodass der Beschwerdeführer bereits am 30. Januar 2007
bei
gutem Allgemein
befinden aus der stati
onären Behandlung und ambulanten
Nachbehandlung
habe entlassen werden können
. Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 18. Januar bis 1
2.
Februar 2007 attestiert (
Urk.
7/21).
3.
4
Die behandelnde
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Augenheilkunde
,
diagnostizierte im Bericht vom 19. April 2007 eine Jochbeintrümmerfraktur i
m Januar 2007 und eine
Aufblick
einschränkung
. Zum Verlauf vermerkte sie, subjektiv sei der Zustand stabil und die
Aufblickeinschränkung
links sei
seit
der ersten Untersuchung im Februar 2007 in etwa unverändert. Bei noch immer bestehenden Doppelbildern
liege eine Berufsunfähigkeit vor. O
b ein bleibender Nachteil zu erwarten sei, könne noch nicht bestimmt werden, da es Monate dauern könne
,
bis die
Aufblickeinschränkung
abnehme (
Urk.
7/14).
3.
5
Im ärztlichen Zwischenbericht des
A._
vom 24. April 2007 wurde festgehalten, subjektiv sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei. O
b
jektiv bestünde
n
eine leichte Schwellung
und
anamnest
isch eine
regrediente
Hypästhes
i
e
im Mittelge
si
cht links. Der
Nervus
faci
alis
sei intakt und
eine
Druckdolenz
über dem Mittelgesicht
nicht vorhanden
. Im Röntgenbefund vom 1
2.
April 2007
,
OPT und OK 1/2 axial
,
verzeichne
ten die Ärzte keine Pathologie und vermerkten d
ie Wiederaufnahme der Arbeit zu 100
%
ab dem 13. April 2007 (
Urk.
8/15).
3.
6
Die behandelnde Augenärztin
Dr.
B._
berichtete am 16. Juli 2007, der Beschwerdeführer
habe weiterhin eine
Aufblickeinschränkung
links und nur ein kleines
binoc
ulares
Gesichtsfeld ohne Diplopie
. Es stelle sich die Frage, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Schieloperation in Erwägung gezogen werden müsse
,
um das vor
handene
binoculare
Gesichtsfeld
wenn möglich etwas zu ver
grössern. Mit der Diplopie dürfe der Beschwerdeführer jedenfalls nicht Auto
fahren und im Prinzip keine gefährlichen Arbeiten mit Maschinen ausführen. Die Arbeiten
,
die er täglich verrichte
(
anscheinend ohne gefährliche Maschinen
)
,
beeinträchtigten
ihn angeblich nicht (
Urk.
7/18).
3.7
Im Austrittsbericht des
A._
vom 16. Oktober 2007 berichteten die Ärzte
über
den
stationären Aufenthalt vom 13. b
is 15. August 2007 zur
Osteosynthesema
terialentfernung
im Bereich des linken Jochbeins. Der
peri
- und postoperative Verlauf
habe
sich komplikationslos gestaltet, sodass der Beschwerdeführer be
reits am 15. August 2007 in die ambulante Weiterbehandlung
habe
entlasse
n werden können
. Es wurde vom 13. bis 20. August 2007 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (
Urk.
7/29).
3.8
Im Bericht des interdisziplinären Zentrums für Schwindel und
Gleichge
-
wichtsstörung
des
A._
betreffend die Abklärungen im Zeitraum vom 1
2.
D
ezember 2007
bis 24. Januar 200
8
vermerkten die Ärzte, seit einem
Schä
delhirntrauma
vom
18. Januar 2007 mit Commotio cer
eb
ri
und
Mittelgesichts
frakturen
mit operativer Sanierung best
ehe
ein lage- und bewegungsabhängiger
Schwankschwindel
. Dieser nehme
bei körperlicher Belastung zu. In der klini
schen Untersuchung sowie
anlässlich der
apparativen Zusatzuntersuchungen
hätten
sich eine beidseitige peripher-
vestibuläre
Unterfunktion sowie eine beidseits
sensorineurale
Schwerhörigkeit im Hochtonbereich
gezeigt
.
Ä
tiolo
gisch könne es sich hierbei um
Traumafolgen
im Sinne einer Commotio
laby
rinthi
handeln. Differentialdiagnostisch müsse jedoch auch
an
eine
vorbeste
hende
Pathol
ogie des
Nervus
vestibulocochle
aris
gedacht werden. Die Arbeits
fähigkeit werde durch die Symptomatik nicht beeinflusst, es solle jedoch darauf geachtet werden
, dass der Beschwerdeführer nicht in grossen Höhen arbeite. Aus neurologischer Sicht sei keine weitere Therapie indiziert. Es müsse jedoch bemerkt werden, dass bei obiger Symptomatik ein erhöhtes Risiko für eine
Canalolithiasis
bestehe (
Urk.
7/38).
3.9
Dr.
phil.
C._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie
,
wies im Gutachten vom 18. Februar 2009 darauf hin, dass neuropsychologische Störungen im sprachli
chen Gedächtnis, in der Aufmerksamkeit, in gewissen exekutiven Funktionen und im Arbeitstempo als Funktionseinschränkungen im Vordergrund stünden. Die Beeinträchtigungen
entsprächen
im ganz engen neuro
psychologischen Sinn
einer leichten bis mittelschweren Störung. Die Störung sei durch die
Schmerz
situation
überlagert und der Schweregrad könne deshalb nicht exakt angegeben werden. Zusätzlich liege eine sehr deutliche Beeinträchtigung der psycho-phy
sischen
Belastbarkeit vor, welche wahrscheinlich im Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden (Schmerzsituation und damit zusammenhängende weitere
Faktoren
wie beispielsweise Schlafstörung) st
ehe
.
In der Gesamtheit wirkten sich die Störungen in sämtlichen Lebensbereichen sehr gravierend aus und die Alltags- und Berufsbewältigung sei dadurch zumindest mittelschwer eingeschränkt. Die festgestellten Störungen seien mit einem Schädel-Hirn-Trauma vereinbar
und in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätig
keit als Bauarbeiter würden sich
die
attentionalen
und exekutiven
Funktionsde
fizite
sowie die Verlangsamung generell auswirken
(
Urk.
7/53 S. 8).
3.10
Die Ärzte des
A._
führten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
am 10. Juni 2009 eine neurologische, am 23
.
Juli 2009 eine neuropsychologische und am
4. und 9. November 2009 eine neuro-
otologische
Begutachtung durch. Im hierbei erstellten
beziehungsweise
überarbeiteten Gutachten vom 3. Dezember 2010
(
Urk.
7/139)
hielten sie
fest, für den Beschwerdeführer stünde
n
als Erklärung seiner Arbeitsunfähigkeit die chronische
n Gesichts- und Kopfschmerzen
, die Gehunsicherheit mit rezidivierenden Schwindelattacken sowie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen im Vordergrund
(S. 7)
. Da er vor dem Unfallere
ignis vom 18.
Januar
2007 beschwerdefrei gewesen sei
,
liege
eine direkte Kausalität der Gesichts- und Kopfschmerz
en zumindest für die initialen sechs
Monate nach
dem
Unfallereignis
vor
.
Das Unfallereignis allein
e könne jedoch
die chronischen Gesichts- und
Kopfschmerzen
nicht
erklären. F
ür diese ungünstige Entwicklung müsse von zusätzlichen, unfallfremden
Pathomechanismen
ausgegangen werden,
dies
nicht zuletzt auch unter Berücksichtigung des Schmerzrückgangs in den ersten Wochen und Monaten nach dem Ereignis und angesichts der unauffälligen objekti
ven kieferchirurgischen Befunde
in der Untersuchung vom 1
2.
April 2007. Als Ursache für die ungünstige Entwicklung kämen am ehesten psychische Faktoren im Rahmen der depressiven Verstimmung in Betracht. Dabei müsse angefügt werden, dass bisher weder eine effektive analgetische Therapie noch eine
schmerzdistanzierende antidepressive Basisbehandlung (
d.h.
weder
medikamen
-
tös
noch psychotherapeutisch) durchgeführt worden sei.
Die Kausalität zwischen Unfallereignis und Gehunsicherheit/Schwindelattacken sei allenfalls möglich. Der quantitative Video-Kopfimpulstest
vom 28. Dezember 2007
zeige eine bilaterale peripher-
vestibuläre
Unterfunktion, während der quantitative Video Kopfimpulstest
vom
9. November 2009
eine mittelschwere peripher-
vestibuläre
Unterfunktion des horizontalen Bogengangs rechts mit vermehrten ca
t
ch-
up
Sakkaden
bei Kopfdrehungen nach rechts ergeben habe. Ätiologisch sei die per
i
pher-
vestibulär
e
Unterfunktion möglicher
weise
F
olge ei
ner
contusio
labyrinthi
und somit direkt unfallkausal. Eine bereits
vor dem Un
fall bestandene
klinisch asymptomatische peripher-
vestibuläre
Unterfunktion könne
aber
nicht ausgeschlossen werden, da die Gehunsicherheiten erst mit ei
ner Latenz von 2-3 Monaten nach dem Ereignis aufgetreten seien und damit
eine
unfallfremde Schwindelursache (
differentialdiagnostisch
psychophysiolo
gischer Schwindel bei Depression) in Erwägung zu ziehen sei. Auch im Falle ei
ner direkten Kausalität der peripher-
vestibuläre
n
Unterfunktion könn
ten Per
sistenz und
Schweregrad der Schwindelbeschwerden nur schwerlich durch die
contusio
labyrinthi
allein erklärt werde
n
; auch in diesem Fall müssten zusätzli
che, unfallfremde Faktoren vermutet werden (Verdacht auf Aggravation bei De
pression).
Ergänzend sei zu erwähnen, dass sich anamnestisch und klinisch (
La
gerungsmanöver
) keine Hinweise für eine bei
contusio
labyrinthi
gehäuft auf
tretende
Canalolithiasis
gefunden hätten.
Als dritte Hauptursache für die Arbeitsunfähigkeit gebe der Beschwerdeführer Konzentrations- und Merkfähigkei
tsstörungen an. Tatsächlich habe
die neu
ropsychologische Untersuchung vom 23. Juli 2009 mittelschwere bis schwere kognitive Minderleistungen in den Bereichen Aufmerks
amkeit,
Visuskonstruk
tion
sowie
mnestische
und exekutive
Funktionen ergeben. Dieser Befund über
treffe bezüglich Schweregrad die Resultate der letzten neuropsychologischen Untersuchung vom 2
2.
Januar 2009
. Damals seien die Defizite als leicht bis mittelschwer eingestuft worden. Ätiologisch könnten die ausgeprägten neu
ropsychologischen Defizite nicht eind
eutig zugeordnet werden. Im
Schädel-CT vom 19. Januar 2007 hätten sich zwar mehrere kleine
subarachnoidale
Blutun
gen sowie eine Kontusionsblutung
temporo
–polar links gezeigt, doch bereits
im
Kontroll-CT vom 29. Januar 2007 seien sämtliche
Blutungen vollständig resor
biert g
ewesen. Das Schädel-MRI vom 17.
Dezember 2009 zeige lediglich einen diskreten
postkontusionellen
Defekt des
Gyrus
rectus
rechts, sowie zwei sehr kleine auf
Shearing
injuries
hinweisende
Hämosiderinablagerungen
in der
Radi
atio
optica
rechts und im
Gyrus
frontalis
superior
links. Das Ausmass der kog
nitiven Minderleistungen könne durch das Schädel-Hirn-Trauma und deren strukturelle ZNS-Läsion allein wahrscheinlich nicht
erklärt werden. Auch hier müss
e vermutet
werden, dass die neuropsychologischen Testresultate durch die Depression und die Schmerzproblematik verfälscht worden seien. Entsprechend könne von neuropsychologischer Seite nicht angegeben werden, ob überhaupt schmerz- und depression
sunabhängige kognitive Beeinträchtigungen vorlägen. In Anbetracht des geschilderten Beschwerdebildes sei der Beschwerdeführer aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig. Dabei sei zu betonen, dass die eigentlich
un
fallbedingte
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Überlagerung respektive Verzer
rung durch die chronische Schmerzproblematik und durch die Depression nicht konklusiv beurteilt werden könne
. Bezüglich der
Schwindelproblematik sei
un
ter Berücksichtigung der
SUVA-Tabelle 14 (Integritätsschaden
von 30
%
bei Störungen des Gleichgewichtssystems)
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für rein sit
zende Tätigkeiten und wechselbelastende Tätigkeiten mit reduzierter
physischer Belastung attestiert
worden
(
Urk.
7/139 S.
7 f.).
3.1
1
Im Austrittsbericht der
orthoptischen
Abteilung des
A._
vom 20. August 2010
(
Urk.
7/122)
wiesen die Ärzte auf die am
19. August 2010 durchgeführte
Schie
loperation
am rechten Auge hin. Sie hielten fest,
der operative Eingriff sei kom
plikationslos
verlaufen
und der Beschwerdeführer sei am ersten postoperativen Tag en
tlassen worden;
präoperativ habe
der grosse ver
tikale Schielwinkel mini
miert werden können.
3.12
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
erstellte im Auftrag der Beschwerdegegnerin das
Gutachten vom 31. März 2011
(
Urk.
7/147)
.
Als Ergeb
nis
sein
er Untersuchung
hielt er
fest, dass aktuell keine nach ICD-10 kodierte psychische Störung
habe
diagnostiziert werden könne
n; dies weil
die psycho
pathologischen Befunde dafür nicht
aus
reichend seien.
Eine andere depressive Störung wie eine
Dysthymie
lasse sich aus dem Querschnittsbefund nicht ablei
ten
,
und für eine Anpassungsstörung fehle das Zeitkriterium von höchstens zwei Jahren seit Beginn einer auslösenden psychosozialen Belastung. Für eine
somatoforme
Schmerzstörung lägen keine sicher nachweisbaren Symptome vor
,
und bereits das Eingangskriterium, nämlich die wiederholte Darbietung körper
licher Symptome in Verbindung mit hartnäckiger Forderung
nach medizini
schen Untersuchungen
,
sei nicht gegeben. D
er Beschwerdeführer habe
den Un
fall
selber
zwar
als einschneidend erlebt;
ein
psychisch anhaltend traumatisie
rendes, nicht integrierbares Ereignis stelle es jedoch nicht dar. Auch Anzeichen für eine posttraumatische Belastungsstörung, die sich in Form von primär kör
perlichen Beschwerden manifestiere, hätten sich nicht finden lassen. Ein orga
nisches Psychosyndrom nach Schädelhirntraum habe ebenfalls nicht festgestellt
werden können, obwohl dieses Störungsbild noch am ehesten das geklagte
Be
schwerdebild
erfa
ssen könnte. Zwar liege
gesichert ein Schädelhirntrauma vor, das schwer genug gewesen sei, um eine Bewusstlosigkeit herbeizuführen.
Die chirurgische Verlaufskontrolle am 1
2.
April 2007 habe
aber
die subjektive
Be
schwerdefreiheit
und
die
objektiv fehlende
n
Druckschmerzen im Gesicht festge
ste
llt. Über weitere Beschwerden we
rde in den Akten erst wieder am 1
2.
November 2007 berichtet.
A
us
psychiatrischer Sicht
sei
nicht nachvollzieh
bar, dass ein nach einem Unfall möglicherweise vorhandenes organisches
Psy
chosyndrom
nac
h circa
drei Monaten zur vollständigen Beschwerdefreiheit führe
,
um danach
Monate später
ohne weitere pathogene Einwirkung wieder mit erheblicher Schwere klinisch manifest zu werden (S. 26 ff.).
Auch ergäben sich aufgrund der Plausibilitäts-
und
Konsistenzprüfung begründete und ver
nünftige Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeangaben, so dass auf die Diagnostik der begutachtenden Neuropsychologen des
A._
in ihrem
Teil
gutachten
vom 24. Juli 2009 nicht abgestellt werden könne. Da keine psychi
sche Störung
fest
zustellen
sei
, la
sse sich auch kein
e
Arbeitsunfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht begründen (S. 31).
3.13
3.13.1
Im
i
nterdisziplinären Gutachten des
E._
vom 5. März 2013, welches im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstellt wurde, berichteten die Ärzte über die Untersuchungen
vom 29. Ok
tober bis
2.
November 2012
in den Fachrichtungen
Allgemeine
Innere Medizin, Neurologie,
Opthalmologie
,
HNO,
Psychiatrie und Neur
opsychologie
(
Urk.
7/215)
.
In der a
llgemeinmedizinischen und internistischen Beurteilung wiesen die Ärzte darauf hin,
dass
kein invalidisierendes Leiden
bestehe
(S. 23).
3.13.2
Aus neurologischer
Sicht
bestand
laut Facharzt
an der Schwere des Traumas bezog
en auf den
Gesichtsschädel kein Zweifel; d
iese sei
durch die
ossären
Ver
letzung
en belegt. Zweifellos habe
auch eine Hirnbeteiligung stattgefunden, wo
bei diese von der Klinik her schwer einzugrenzen sei. Der Beschwerdeführer ma
che eine mehrstündige Amnesie geltend. Aktenmässig sei aber schon am
Un
fallplatz
ein GCS von 15 dok
umentiert. Die kleinen
Subarachn
o
i
dalblutungen
seien für die aktuelle Beurteilung nicht mehr relevant, da sie
innert
kurzer Zeit
resorbiert seien (S. 31)
. Relevant seien die im MRI beschriebenen
postcontusio
nellen
Defekte, welche aber ein geringes Ausmass aufwiesen. Trotzdem könne keine „Commotio“
diagnostiziert
werden, sondern es habe eine
Contusio
cerebri stattgefunden
(S. 32)
.
Die Diagnose eines organischen Psychosyndroms könne aufgrund der geklagten Beschwerden und der MRI-Befunde bejaht werden. Die Angaben von konstant vorhandenen Gesichts- respektive Kopfschmerzen
seien
nicht weiter objektivierbar; p
hänomenologisch handle es sich am ehesten um einen chronischen Spannungstyp-Kopfschmerz, wobei obwohl stark störend keine Behandlung durchgeführt werde. Die angegeben
en
Gefühlsstörungen könn
ten
nicht einem Innervatio
nsgebiet eines bestimmten
Nerves
zugeordnet werden
. Für den
beklagte
n
Schwin
del könne klinisch keine relevante Störung des
vestibulären
Systems (mehr) objektiviert werden und insbesondere sei auch der Kopf-Impuls-Test nach
Halmagyi
beidseits negativ gewesen. Es bestünde
n
zwar eine deutliche Stand- und Gangunsicherheit bei den erschwerten
unge
richteten
Versuchen
, ein kooperationsunabhängiger pathologischer Be
fund sei aber
i
m
Intervall nicht objektivierbar (S. 33).
Z
ur
Frage der
unfallbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologi
scher Sic
ht
wurde vermerkt
, wegen des Schwindels seien Tätigkeiten mit entsprechendem Gefahrenpotential wie zum Beispiel in der Höhe etc. nicht mehr möglich. Leistungsmässig
liege
die Arbeitsfähigkeit
bei 2 x 3 Stunden täglich
bei
einem reduzierten Rendement, so
dass effektiv
eine Arbeitsfähigkeit von noch 50
%
resultiere.
Bezüglich der
Frage einer dauerhaften und erheblichen Beeinträchtigung sei eine genaue Zahlenangabe betreffend das organische Psychosyndrom nicht möglich.
Eine Annäherung erscheine insofern vertretbar
,
als anlässlich der ersten neuropsy
chologischen Untersuchung durch
Dr.
C._
eine leichte bis mittelschwere Störung f
e
stgestellt
worden sei
, überlagert dur
ch I
nterferenzfaktoren, wobei diese
vor a
llem auf Schmerzen hinwies
en
,
man
in den vorliegenden Unt
ersu
chungen aber davon ausgegangen sei
, dass auch prätraumatische Faktoren wie
etwa das bildungsferne Niveau
mitspiel
ten
. Diese u
nfallfremden Faktoren
wur
den auf
5
%
geschätzt
, so dass gemäss SUVA-Tabelle 8
(Integritätsschaden b
e
i psychischen
Folgen von
Hirnverletzungen)
ein Integrität
s
schaden im Bereich zwischen leicht und leicht bis mittelschwer von 30
%
resultiere. Die Kopf
schmerzen seien hierbei mitberücksichtigt
(S. 66
f.
).
3.13.3
In der ophthalmologischen Beurteilung
hielt der zuständige
E._
-
Gutachter fest, die operative Versorgung der Mittelgesichtsfraktur habe, abgesehen von einer Einschränkung der Beweglichkeit nach oben und einer leichten Parästhesie, keine negativen Folgen nach sich gezogen. Die Schieloperation am rechten Auge habe die Koordination sicher deutlich verbessert und
das deutlich eingeschränkte Stereosehen
sei im Einzelnen nicht geklärt. Vom Ophthalmologischen her sei der Beschwerdeführer für alle Beruf
e
geeignet, die kein Stereosehen
erforder
te
n
(S. 35 f.)
.
3.13.4
In der HNO
-Beurteilung vermerkte
der
zuständige Gutachter des
E._
in Bezug auf
die Schwindelbeschwerden, diese
zeigten
sic
h für den Beschwerdeführer da
rin
, dass er es nicht mehr wage
, normal herum
zulaufen
,
und stark verunsichert
sei. Ob
jek
tive Befunde
beträfen
eine
n
unsichere
n
Gang sowie ein
en unsicheren Romberg. Der Tretversuch we
rde nicht zügig durchgeführt,
da
d
er
Beschwerde
führer
Angst habe, er könn
t
e fallen. Da aber der
Einbeinstand
beidseits mit ge
schlossen
en
Augen funktioniere
,
könne davon ausgegangen werde
n
, dass keine per
iphere Funktionsstörung bestehe
. Somit sei die leichte Untererregbarkeit des rechten Labyrinths bei der Untersuchung auf keinen Fall mehr klinisch relevant, da im Normalfall eine solche akute Störung nach 3 Monaten zentral kompen
siert werde. Es sei weiter anzunehmen, dass mit überwiegender Wahrscheinli
ch
keit
ein
e
Commotio
labyrinthi
vorgelegen habe
sowie auch mindestens eine Commotio cer
eb
ri, die dann die Schwindelbeschwerden und den Tinnitus aus
gelöst hätten
. Diese Beschwerden
stünden in kausalem
Zusammenhang
zum
Unfall. Gesamthaft
zeigten
sich
keine neuen Erkenntnisse
im Vergleich
zum neurologischen Gutacht
en des
A._
aus dem
Jahr 2009 (S. 38 f.).
3.13.5
Aus psychiatrischer Sicht
diagnostizierte
der zuständige
Experte des
E._
ein organisches Psychosyndrom n
ach Schädel-Hirntrauma (IC
D
-10 F
7.02). Die Di
agnose nach ICD-10 fordere nicht eine
Hirnverletzung; e
ine nachgewiesene Hirnverletzung mache die Diagnose aber umso plausibler. Da der Beschwerde
führer die ICD-Kriterien
eines
organischen Psychosyndroms
„
mit Kopfschmer
zen, Schwindel,
Erschöpftheit
, Reizbarkeit, Störung der Konzentrat
i
on
, des geis
tigen Leistungsvermögen
s
, des Gedächtnisses, des Schlafes und einer vermin
derten Belastungsfähigkeit bei Stress, emotio
nalen Reizen oder unter Alkohol“
praktisch alle erfülle und zudem eine objektiv klar fassbare Hirnschädigung er
litten habe, müsse die Diagnose gestellt werden.
Die Symptome könnten gemäss ICD-
10 von Depression und Angst begleitet sein, als Folge eines verminderten Selbstwertgefühls und
der
Furcht vor ei
ner bleibenden Hirnschädigung. Der Beschwerdeführer
habe
keine Probleme bei der Anpassung an Regeln und Rou
tine und sei auch in der Lage
,
A
ufgaben zu strukturieren und sei zur
Flexibilität und Umstellung fähig. Er sei jedoch verlangsamt und schwer besinnlich und ebenso verlangsamt bei der Anwendung der an sich gegebenen fachlichen Kompetenzen und in Bezug auf
die
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit.
Infolge Angst, Depression und Schmerz be
stehe
eine eingeschränkte
Durchhaltefähig
keit
. Gegeben sei
en
die Gruppenfähigkeit, die Selbstversorgung und die
Wege
fähigkeit
(glaubhaft sei der Umstand, dass er keine grösseren Distanzen mit dem Auto fahre).
In Bezug auf die aktuelle Arbeitsfähigkeit von 50 bis 60
%
in
leichter Tätigkeit fänden sich in Bezug auf den Alltag des Beschwerdeführers keine Inkonsistenzen. Er fühle sich im Rahmen seiner Familie geborgen, pflege Hobbies (Sport am Fernseher), spaziere und unterhalte
einen Bekanntenkreis
(S. 51 f.).
3.13.6
In der
n
europsychologischen Beurteilung
vermerkte der zuständige P
sychologe, dass eine eigentliche neuropsychologische Untersuchung mit einer validen Be
urteilung nicht habe durchgeführt werden können
. N
achdem der Beschwerde
führer emotional derart stark negativ re
a
giert habe
, sei
auf die Weiterführung der Untersuchung verzichtet
worden
.
Indem der Beschwerdeführer nicht
zu ei
ner genügend guten Zusammenarbeit bereit sei, könne keine genauere Aussage über dessen neuropsychologische Leistungsfähigkeit gemacht werden (S. 53 f.).
3.14
Die Ärzte der
F._
berichteten
über den
dortigen
Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 4. bis
1
8. Juni 2013. In ihrer zusammenfassenden Be
urteilung
vom 21. Juni 2013
hielten sie f
est, beim Beschwerdeführer l
asse
sich aus psychiatrischer Sicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine chronische Schmerzst
örung mit somatischen und psych
i
s
chen Faktoren diag
nostizieren. Dabei stünden seit mehr als sechs Jahren anhaltende Schmerzen im Vorder
grund, welche ihren Ausgangspunkt in den Verletzungen
anlässlich des
Unfall
s
vom
18. Januar 2007 hätten. Psychische Faktoren spielten eine essentielle Rolle für Schweregrad, Exazerbation und Aufrechterhalt
ung der Schmerzen,
welche
klinisch
bedeutsame Beeinträchtigungen und Leiden in sozialen und beruflichen Funktionsbereichen verursachten
. Es bestehe
anhaltend eine Tendenz zu dys
funktionale
m
Umgang mit Schmerz. Die Therapiezeiten im Rahmen des
multi
modalen
Therapieprogramms habe der Beschwerdeführer stets pünktlich einge
halten, wobei er in Bezug auf de
ssen Wirksamkeit von
Begi
nn des Aufenthaltes an Zweifel gehegt
und eine Behandlung mit Analgetika stets mit der Begrün
dung abgelehnt habe, dass er keine Medikamente einnehmen wolle.
Während des zweiwöchigen Rehabilitationsaufenthaltes habe die dysfunktional
schmerz
bezogene
Kognition des Beschwerdeführers nicht aufgelöst werden können. Der Beschwerdeführer sei als leidend und sehr auf seine Schmerzen fokussiert wahr
genommen worden. Körperlich habe er sich nicht bis an seine funktionelle Leistungsgrenze belasten lassen, weshalb keine valide Aussage über die physi
sche Belastbarkeit habe getroffen werden können.
Angesichts der
Schmerzfi
xierung
könnten aktuell keine weiteren Therapien empfohlen werden (
Urk.
7/241 S. 2)
.
3.15
Im
Bericht vom 26. Juli 2013 über die am 23. Juli 2013 durchgeführte Magnetresona
nztomografie (MR)
wies
der zuständige Radiologe
im
Befund
auf den
Vergleich mit dem
Schädel-CT
vom 19. und
29
.
Januar 2007 sowie
dem
ausw
ärtigen Schädel-
MR vom 17. Dezember 2009
hin
.
Er ersah alte
Hämoside
ri
n-Depositionen
subkortikal in der Pars
medialis
des linken
Gyrus
frontalis
su
perior
und rechts im mittleren Abschnitt der
Radiatio
optica
. Die Befunde ent
sprächen
residuellen
Veränderungen nach
sogenannten
Shearing
Injuries
[
axo
nale
Verletzungen; kleine Verletzungen der Nervenfasern]
. Weitere derartige Befunde bestünden nicht.
Für
d
ie beidseits in der
supratentoriellen
weissen Substanz
sichtbaren
einzelnen subkortikale
n
unspezifische
n
punktförmige
n
FLAIR-/T2-Hyperintensitäten sei kein Zusammenhang mit einem Trauma zu vermuten. Im Vergleich zum MR vom 17. Dezember 2009 bestünden
erheblich weniger Artefakte und damit sei das Gehirn zuverlässiger beurteilbar. Der im damaligen Bericht zum MR beschriebene
postkontusionelle
Defekt des
Gyrus
rectus
rechts lasse si
ch nicht bestätigen. Ans
ons
t
en
bestünden keine Änderun
gen zu
diesem MR. Nach einer ausgeprägten
Subarachnoidalblutung
könnten gelegentlich im späteren MR
subpiale
Residuen gesehen werden. Dies sei aber keineswegs obligat. Es könne durchaus auch sein, dass man später im MR keine Restbefunde mehr finde. Auch sei es möglic
h, dass
sich
die im
CT nachgewiese
ne
n
ödematös-hämorrhagischen kleinen Kontusionen (links temporal) in einem späteren MR eventuell nicht mehr fänden, vor allem, wenn diese sehr ober
flächlich gelegen seien. Ebenso sei erklärlich, dass die kleinen
Hämosiderin
-De
positionen des MR p
rimär im CT nicht sichtbar gewesen seien
, da das MR für derartige Befunde ganz erheblich sensitiver sei (
Urk.
7/249).
3.16
3.16.1
Im
Rahmen
d
er interdisziplinären SUVA-Begutachtung berichtete
Dr.
me
d.
G._
, Fachärztin FMH für Ohren- Nasen und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie
(Abteilung Arbeitsmedizin)
,
über die
otoneurologische
Unter
suchung vom 16. Januar 2014.
In der Beurteilung hielt sie fest, der Beschwer
deführer beschreibe eine unspezifische Gangunsicherheit ohne eigentlichen Drehschwindel. Die kurzen Schwindelgefühle seien durch schnelle
Kopfrotatio
nen
oder Inklinationen spürbar, könnten jedoch bei den apparativen
Provokati
onsmanövern
nicht objektiviert und abgeleitet werden. Es zeige sich einzig eine massiv supprimierte periphere
vestibuläre
Funktion der beiden Gleichgewichts
organe mit relativer Unterfunktion des rechten Gleichgewichtsorganes in der thermischen Reizprüfung. Der Beschwerdeführer zeige kontinuie
r
liche
Augen
sakkadeneinstellungen
in alle Blickrichtungen, was als zentrale Kompensation und Hinweis einer zentralen Verarbeitungsproblematik einer kongenitalen
Tro
chlearisparese
mit Mikrostrabismus zu beurteilen sei. Da die Pendelstuhlprüf
ung keine
Präponderanz
oder ein
Richtungsü
berwiegen aufweise, dürfe die periphere
vestibuläre
Imbalance
als zentral kompensiert beurteilt werden. Die beschriebe
nen Schwindelbeschwerde
n
bei schnellem sich Aufrichten oder schneller Kopfrotation sei
en
nicht durch eine periphere
vestibuläre
Funktionsstörung zu erklären, welche längst kompensiert sei
.
Aus
otologischer
Sicht bestehe
kein Anspruch auf e
ine u
nfallursächliche
Integritätsentschädigung
,
und die
Schwin
delsy
mptomatik
sei im Rahmen der ophthalmologischen
wie auch
der
cerebra
len
und zentralen Leistungseinschränkungen zu berücksichtigen
(
Urk.
7/308
S. 4 f)
.
3.16.2
Dr.
med.
H._
, Augenärztin FMH
,
wies im
SUVA-
Teilg
utachten vom 27. Januar 2014 auf die ophthalmologische Untersuchung vom 15. Januar 2014 hin.
Zur Frage der festgestellten und durch das Ereignis vom 18. Januar 2007 verur
sachte
n Gesundheitsschäden hielt
sie
fest
, der eingeschränkte Aufblick am lin
ken Auge sei unfallbedingt. Die Bewegungseinsch
ränkung nach oben sei
durch die
Orbitabo
de
n
fraktur
links und durch die Folgen der operativen Eingriffe am linken Auge im Rahmen der Jochbeintrümmerfraktur erklärt.
Die
Schielopera
tion
am rechten Auge sei unfallbedingt, unabhängig davon, ob tatsächlich eine
Trochlearisparese
bestanden habe. Ohne das Unfallereignis hätte eine kongeni
tale
Trochlearisparese
kompensiert werden können. Infolge eines solchen Trau
mas
könne
aber eine kongenitale
Bewegungsstörung nicht mehr kompensiert werden. Durch Suppression sei
das Stereosehen
beeinträchtigt.
Doppelbilder seien gemäss Angaben des Beschwerdeführers nicht mehr relevant und seien auch anlässlich der Untersuchung im gesamten Gebrauchsblickfeld nicht fest
gestellt worden.
In Bezug auf die Frage
n
hinsichtlich
leistungsmässige
r
Limi
tierungen und einer dauerhaften Beeinträchtigung der Integrität vermerkte die Gutachterin, zumutbar seien alle Tätigkeiten,
die
kein
Stereosehen
erforderten
. Arbeitsvorgänge, für die ein perfektes Stereosehen unabdingbar sei, wie zum Beispiel Arbeiten als Feinmechaniker, als Zahntechniker oder Uhrmacher, sei
en
nicht zumutbar, da ein exaktes Platzieren von Gegenständen deutlich erschwert sei. Aus op
hthalmologischer Sicht bestehe
kein Anspruch auf eine
Integritäts
entschädigung
(
Urk.
7/
285 S. 11 f.).
3.16.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie FMH
(SUVA-Versicherungsmedizin)
,
vermerkte
im Teilgutachten vom 31. März 2014
, dass sich anlässlich der
neu
rologische
n
Un
tersuchung vom 15. Januar 2014
keine Hinweise für eine rele
vante neuropsychologische Funktionsstörung
, ein Fr
ontalhirnsyndrom, einen
Neglect
oder eine
Anosognosie
ergeben
hätten
.
Der Beschwerdeführer
habe
die
anlässlich der Untersuchung angefallenen
Aufgaben problemlos
bewältigt
. Nachdem die früheren neuropsychologischen Untersuchungen keine
Befund
konstellationen
ergeben hätten, die ausreichend zuverlässig eine organische Ursache annehmen liesse
n
und differentialdiagnostisch Schmerzen
,
psychische Faktoren, Aggravation
,
aber auch psychosoziale Faktoren (Bildungsniveau, fremder kultureller Hintergrund) als Ursache im Vordergrund
ge
standen
h
ätten
, sei die funktionelle Bedeutung der singulären kleinen rundlichen
Hämosiderin
depots
im linken Frontallappen und in der rechten
Sehrinde
zu diskutieren.
Ohne Nachweis anderer posttra
umatischer Veränderungen entspre
che dieser Befund definitiv nicht dem typischen Bild einer
axonalen
Hirnverletzung
als organische Grundlage für eine komplexe neuropsychologische Funktionsstörung mit Beteiligung mehrerer Funktionsbereiche. Unter Berücksichtigung der heute unbestrittenen Plastizität des Hirngewebes könne nicht davon ausgegangen werden, dass die beiden kleinen singulären Läsionen auf Funktionsebene der kognitiven Leistungsfähigkeit in einem erheblichen Ausmass relevant seien.
Schlussfolgernd könne in Kenntnis des Beschwerdeverlaufs, der erhobenen Be
funde, des Verhaltens und des Umgangs mit den Beschwerden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem chronisch-posttraumatischen Kopfschmerz
(ICHD-II 5.2.1) ausgegangen werden. Die nachgewiesenen
residuellen
kleinen
Hämosideri
ndepots
könnten auch
nicht als eine adäquate organische Grundlage für eine Gleichgewichtsstörung mit Schwindel betrachtet werden. Eine relevante kognitive Funktionsstörung infolge dieser Hirnläsion sei ebenso überwiegend unwahrscheinlich (
Urk.
7/288 S. 22 f.).
3.16.4
Med.
pract
.
J._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH
(SUVA-Versicherungsmedizin)
,
ver
wies im Teilgutachten vom 4. April 2014 auf die psychiatrische Unte
rsuchung vom 16. Januar 2014
.
Er diagnostizierte eine
chronifizierte
Anpass
ungsstörung mit ängstlichen, wenigen depressiven Ele
menten
,
kombiniert mit einem reaktiven Sc
h
merzsyndrom und e
inen auffälligen Verhalten (ICD-
10 F43.25). Differentialdiagnostisch komme eine nicht näher be
zeichnete Angststörung in Betracht (ICD 10 F41.9).
Sieben Jahre nach dem
Un
fallereignis
sei von einer
Chronifizierung
der Beschwerden auszugehen. Es könne jedoch nicht a priori eine Unveränderlichkeit des gesamten Zustandes ange
n
ommen werden. Dies vor allem
deshalb,
weil der psychische Zustand un
behandelt geblieben sei
(
Urk.
7/289 S. 20).
3.16.5
In der
SUVA-internen i
nterdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 9. Mai 2014
hielten die
involvierten
Ärzte
(
Dres
.
G._
,
H._
,
I._
und med.
pract
.
J._
)
schlussfolgernd fest, unfallbedingt seien nur wenig
e
objektivierbare Befunde, nämlich eine
Aufblickeinschränkung
links und
Augensakkadeneinste
llungen
in alle Blickrichtungen
mit minimaler Ausprägung feststellbar.
Die subjektiv vom Beschwerdeführer geschilderten Gleichgewichtsstörungen seien
nur
bedingt organisch erklärbar. Informationen über das Gleichgewicht erhalte das Gehirn über die Augen (visuelle Achse), Rezeptoren der Muskel
n
, Sehnen und Gelenke (
vestibulo
-spinale Achse) und
über
das Gleichgewichtsorgan (
vestibuläre
Achse). Bei mindestens zwei funktionierenden Systemen könne das Gehirn den Ausfall einer Funktionsachse gut kompensieren. Im vorliegenden Fall liege eine
Beeinträchtigung, wenn auch nur minimal, des visuellen Systems vor. Wahrscheinlich sei der Beschwerdeführer bezüglich der Gleichgewichtsstörung sowie der wahrgenommenen Schmerzen im Bereich des Kopfes im Rahmen der psychischen Gesundheitsstörung mit einer reaktiv affektiven Symptomatik (Angst) nicht in der Lage, die organisch nur minimen Funktionsstörungen adä
quat zu kompensieren. Die somatisch wahrgenommenen Beschwerden und die reaktive Angstsymptomatik bedingten respektive verstärkten sich gegensei
tig und führten vor dem Hinterg
r
u
nd des geringen Bildungsgrades sowie
vorbeste
hender
und durch den Unfall
akzentuierter Charaktermerkmale mit Pessimismus und Introvertiertheit zu der bisher unverrückbaren Überzeugung
von
nicht
the
rapierbar
en
Beschwerden. Die mangelnde Fähigkeit, mit den Beschwerden adä
quat umzugehen, sei deshalb nicht alleine auf eine zum Unfall teilkausale Angstsymptomatik zurückzuführen, sondern resultiere auch aus dem
Vorzu
stand
zu
zu
rec
hnender Charaktereigenschaften
(
Urk.
7/292 S. 3 f.)
.
Die Gutachter bejahten
zwar
die Frage einer unfallbedingten hirnorganischen Schädigung und hielten fest, m
it der kranialen Magnetresonanztomographie vom 26. Juli 2013 seien
residuelle
fokale kleine
Hämosiderindepots
subkortikal im
Gyrus
frontalis
superior
links und im mittleren Abschnitt der
Radiatio
optica
rechts nach traumatischer H
i
rnverletzung nachgewiesen
.
Es könne
aber
davon ausgegangen werden, dass
diese folgenlos abgeheilt seien und das heutige
Be
schwerdebild
überwiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer zum Unfall teilkausalen psychischen Gesundheitsstörung und nicht mit dem erfor
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einem
unfallbe
dingten
organischen Psycho
syndrom zugeordnet werden könne (S. 4).
Die zumutbare Leistungsfähigkeit sei durch die unfallbedingte Aufblick
-
einschränkung
links beeinträchtigt. Zumutbar seien
aber
alle Arbeitsvorgänge, die
kein perfektes
Stereosehen erforder
te
n.
Arbeiten, welche ein übliches Mass an Stereosehen benötigten, seien erlernbar und der Zeitbedarf für deren Ausführung etwas grösser
.
Aus den
Unfallfolgen
ergebe sich
auf oph
thalmologischem
, neurologischem
und
neuro
otologischem
Fachgebiet
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Teilkausalität der psychischen
Gesundheitsstö
rung
zum Unfall vom 18. Januar
2007 zu bejahen. Aufgrund ungenügender
Be
handlung auf psychiatrische
m und ORL-ärztlichem Fachgebiet
seien die Be
schwerden in den letzten Jahren weitegehend unverändert geblieben. Trotz
Ar
beitsbemühungen
sei es dem
Beschwerdeführer
damit nicht möglich
,
eine kon
stante Arbeitsleistung zu erbringen. Tätigkeiten auf Leitern und in Höhe könn
ten sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken und sollten
vermieden werden (
S. 5).
4.
4.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass
sich der Beschwerdeführer
anlässlich
des Ereignisses vom 18. Januar 2007
komplexe
Gesichtsfrakturen
(namentlich Kie
ferhöhle, Kiefergelenkspfanne, Augenhöhlenboden, Kielbeinflügelfortsatz, Joch
bein
;
vgl. E. 3.1 hiervor)
im Bereich der linken mittleren Gesichtshälfte
zugezo
gen hat
te
,
welche
chirurgisch versorgt werden mussten
(u.a. Reposition und Osteosynthese; vgl. E. 3.3
hievor
)
.
Die Computertomographie des Schädels ergab sodann eine
subarachnoidale
Blutung
in der mittleren Schädelgrube
links
und eine Kontusionsblutung
temporo
-polar links
(E. 3.1
und E. 3.2
).
Der
p
eri
- und postoperativ
e
Verlauf
gestaltete sich angesichts der
Komplexität der Verletzun
gen
er
freulich
positiv
,
und
die Entlassung aus der stationären Behandlung
in die ambulante
Nachbehandlung
konnte
bereits am
30. Januar 2007 erfolgen
(E. 3.3).
Die
subarachnoidalen
Blutungen und die Kontusionsblutung
wurden
aufgrund der
CT-Kontrollaufnahmen
vom 29. Januar 2007 als vollständig resor
biert
beurteilt
(vgl. E. 3.10
).
Komplikationslos
verlief
auch
die
Osteosynthese
material
entfernung
anlässlich de
s
stationären Au
fenthaltes vom 13. bis 15. Au
gust 2007 (E. 3.7).
Die
im Zusammenhang mit
der Jochbeintrümmerfraktur di
agnostizierte
Aufblickeinschränkung
links
und die Diplopie (
Sehen von Doppel
bildern)
wurde
n
mit
d
er am 19. August 2010 durchgeführten Schieloperation am rechten Auge soweit kor
rigiert
, dass der grosse vertikale Schielwinkel mini
miert werden konnte
und sich im gesamten Gebrauchsfeld keine Doppelbilder mehr feststellen liessen
(vgl. E.
3.11 und
E.
3.16.2
)
.
4.2
Aus neurologischer Sicht ist die medizinische Aktenlage
insofern
konsistent
, als
die
noch
objektivierbaren Befunde
(
Hämosiderin
-Depositionen)
die
-
nach zu
nächst positivem Verlauf eingetretene
-
ungünstige Entwicklung
beziehungs
weise
die Beschwerdesymptomatik
nicht zu erklären vermögen
. So
war
bereits a
nlässlich
der neurologischen Erstuntersuchung im
A._
im Sommer 2009
auf
grund fehlender Befunde
eine
psychische Symptomatik vermu
tet
worden
(E. 3.10).
Im Rahmen
der
2012 erfolgten
neurologischen Zweitu
ntersuchung im
E._
ordnete
der Gutachter aufgrund
fehlende
r
anderer objektivierbarer
Be
funde
die geklagten Gesichts- und Kopfschmerzen am ehesten einem
Spanungs
kopfschmerz
zu
,
und
d
ie geklagten Schwindelbeschwerden
sowie
die gezeigten Stand- und Gangunsicherheiten
konnten
klinisch ke
iner
Störung des
vestibulä
ren
Systems
zugeschrieben
werden
(E. 3.13
.2
).
Der SUVA-intern begutachtende
Neurologe
Dr.
I._
diskutierte in diesem Zusammenhang die funktionelle Bedeutung der
Hämosiderindepots
und
wies aufgrund
seiner
eigenen Untersu
chungen darauf hin, dass die erhobenen Befunde
definitiv nicht dem typischen Bild einer
axonalen
Hirnverletzung als
organische Grundlage für eine komplexe neurologische Funktionsstörung
entsprächen
und somit auch nicht
von einem chronisch-posttraumatischen Kopfschme
rz
oder von einer (adäquaten) organi
schen Grundlage für eine
Gleichgewichtsstörung mit Schwindel
ausgegangen werden könne
(E. 3.16.3
).
4.
3
Im Hinblick auf die
psychische Beschwerdesymptomatik hielt der
Diplompsychologe
Dr.
C._
in seinem Gutachten vom 18. Februar 2009 eine durch die Schmerzsituation überlagerte und damit nicht näher quantifizierbare Funktionseinschränkung
fest
(E. 3.9).
D
ie Ärzte des
A._
wiesen
im Rahmen
ihres
Gutachten
s
vom 3. Dezember 2010 auf eine Depression und ein
e
Schmerz
problematik
hin; d
iese
verunmögliche,
dass
aus
neuropsychologischer Sicht
an
gegeben
werden könne
, ob eine depressionsunabhängige Beeinträchtigung vor
liege
(E. 3.10)
.
Aus fachpsychiatrischer Sicht gelangte
Dr.
D._
im
Gutachten vom 31. März 2011
zum Schluss, dass
ein
(
dem Störungsbild noch am ehesten entsprechendes
)
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma nicht habe festgestellt werden können und auch sonst
keine nach ICD-10 kodierte psychische Stör
ung
zu diagnostizieren sei; selbst bei vorhandenem organischem Psychosyndrom wäre es jedenfalls nicht nachvollziehbar, dass nach erreichter vollständiger Beschwerdefreiheit –
ohne pathogene Einwirkung
- Monate später Beschwerden von erheblicher Schwere klinisch wieder manifest würden
(E. 3.12).
Im
Gutachten des
E._
vom 5. März 2013
wurde seitens des
zuständigen
Psychiater
s zwar
ein organisches Psych
osyndrom nach Schädel-Hirntrauma
bejaht
, indes kann laut SUVA-interner interdisziplinärer Gesamtbeurteilung vom 9. Mai 2014 (E. 3.16.5) nach folgenloser Abheilung das
(
heutige
)
Beschwerdebild überwiegend wahrscheinlich
nicht einem unfallbedingten organischen Psychosyndrom zugeordnet werden, sondern ist im Zusammenhang mit einer zum Unfall teilkausalen psychischen Gesundheitsstörung zu sehen
(E. 3.13
.5
)
.
D
ie Ärzte der
F._
ihrerseits
hielten
nach zweiwöchigem
stationärem
Aufen
thalt
des Beschwerdeführers
im Sommer 2013
e
ine essentielle Rolle
psychischer Faktoren
und eine anhaltende Tendenz zu dysfunktionalem
Umgang mit Schmerzen fest, die
den
Schweregrad,
die
Exazerbation und
die
Aufrechterhaltung der Schmerzen
begründe
te
n
(E. 3.14).
Der SUVA-intern begutachtende Psychiater med.
pract
J._
diagnostizierte eine
chronifizierte
Anpassungsstörung mit ängstlichen, wenig depressiven Elementen kombiniert mit einem reaktiven Schmerzsyndrom
und e
inem auffälligen Verhalten (ICD-
10 F43.25)
und
wies
differential
-
diagnostisch
auf
eine
ICD-10 F41.9 codierte
nicht
näher bezeichnet
e
Angststörung
hin
(E. 3.16.4
).
4.4
Damit kann namentlich gestützt auf die umfassende, auf persönlicher Untersu
chung des Beschwerdeführers beruhende und schlüssige (zur Beweiskraft vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 9. Mai 2014 (
Urk.
7/292
S. 1
f
f.) abgestellt werden
, wonach (nebst der verbliebenen orga
nisch begründeten unfallb
edingten
Aufblickeinschränkung
am linken Auge und den Einschränkungen im Stereosehen; siehe E. 8 hernach) die beklagten anhal
tenden Kopfschmerzen, Schwindelbeschwerden mit Gangunsicherheiten sowie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen nicht (mehr) auf organisch nachweisbare Unfallfolgen zurückgeführt werden können, sondern im Zusam
menhang mit einer –
zum Unfall teilkausalen
- psychischen Störung stehen. Hier bedarf es einer besonderen Adäquanzprüfung (vgl. zum Ganzen etwa Bun
desgerichtsurteil 8C_754/2011 vom 20. April 2012 E. 4 und 8C_
859/2014 vom 3. Februar 2015 E. 4
; zur Adäquanzprüfung E. 6 hernach)
.
D
ie Frage der natür
lichen Kausalität zwischen Unfall und besagten (nicht objektivierbaren) Be
schwerden
könnte im Übrigen
offen gelassen werden mit
der Begründung, ein allfälliger
natürlicher Kausalzusammenhang wäre nicht adäquat (zum Ganzen BGE 135 V 465 E. 5.1; vgl. E. 6 und 7 hernach).
5.
Hinsichtlich des Zeitpunkts des Fallabschlusses ergibt sich Folgendes:
Die operative Versorgung der Gesichtsverletzungen erfolgte im Januar 2007 mit komplikationslosem
peri
- und postoperativen Verlauf (E. 3.3)
,
und die
ebenfall
s
problemlose
Osteosynthesematerialentfernung
fand
im August 2007
statt
(E. 3.7). Im Zusammenhang mit dem Unfallereignis wurde am 19. August 2010 eine Schieloperation durchgeführt (E. 3.11). Nachdem das
A._
ab 13. April 2007 (
Urk.
7/15), respektive bereits ab 13. Februar 2007 (
Urk.
7/17) die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100
%
festgehalten hat
te
, ist der Fallabschluss nach der
Osteosynthesematerialentfernung
per
1.
September 2007 nicht zu beanstanden
,
zumal aus den Akten auch zu schliessen ist, dass der Beschwerdeführer ab April 2007 seine bisherige Tätigkeit wieder zu 100
%
aufgenommen hat
te
(
vgl.
Urk.
7/18 S. 2).
Dass bei Fallabschluss
von einer Fortsetzung der Behandlung
noch
eine Besserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise
noch eine namhafte Steigerung der allein massgeblichen Arbeitsfähigkeit zu erwarten war
(vgl. Art. 18
Abs.
1 UVG; BGE 134 V 109
E. 4.3 und E. 6.1)
, geht aus den Akten nicht hervor und wird auch nicht geltend gemacht.
Allfällige noch
behandlungsbedürftige
psychische Beschwerden bilden
bei der sogenannten Psychopraxis (E. 6 hernach)
keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses (Bundesgerichtsurteil 8C_892/2015 vom 29. April 2016 E. 4.1).
6
.
6
.1
Weiter besteht unter den Parteien Uneinigkeit darüber, ob die Adäquanz nach den Kriterien der sogenannten „
Schleudertraumapraxis
“ (vgl. BGE 134 V 109) oder nach jenen Kriterien vorzunehmen ist, welche die Rechtsprechung
für psy
chische Unfallschäden entwickelt hat (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
).
6
.
2
6.2.1
Ein Schleudertrauma der HWS oder ein äquivalenter
Verletzungsmechanismus im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
wurde vorliegend
nicht diag
nostiziert
beziehungsweise
es
fehle
n in de
n
medizinischen Akten
Hinweise, die auf eine derartige Verletzung schliessen liessen. Dies
wird vom Beschwerdefüh
rer
denn auch nicht bestritten.
Er beruft
sich indessen auf das Vorliegen der Symptome eines Schädel-Hirntraumas.
6
.2.2
Nach Lage der Akten wurde beim
Beschwerdeführer, als er am 18. Januar 2007 nach dem Unfall
ins Spital
Z._
eingeliefert wurde, die Diagnose
n
eine
s
Schä
delhirntraumas
mit
Commotio cerebri mit
offener k
omplexer
Mittelgesichts
fraktur
links gestellt (E. 3.1)
. Bei
Eintritt
wies
er
einen die Schwere eines Schä
del-Hi
r
ntraumas klas
si
fizierenden Glasgow
Coma
Scale
-
Wert (GCS) von 15 auf, was dem bestmöglichen Wert entspricht. Die stationäre Aufnahme erfolgte
zwecks
Commotioüberwachung
und zur weiteren Versorgung der Gesichts- und Kieferfrakturen.
Ein a
ufgrund
einer
ersten
Computer
tomographie
vermutetes
Epiduralhämatom
konnte mittels Kontrolltomographie ausgeschlossen werden
(E. 3.2)
.
Der Beschwerdeführer
wurde
sodann bereit
s
am 30. Januar 2007
in
gu
tem
Allgemeinzustand nach Hause entlassen (
Urk.
7/21
)
. Sodann wurde
i
m ärztlichen Zwischenbericht
des
A._
vom 24. April 2007
auf die subjektive
Be
schwerdefreiheit
hingewiesen (E. 3.5).
E
ine
Contusio
cerebri
anstelle einer „Commotio“
wurde
einzig
im
E._
-Gutachten vom 5. März 2013
vermerkt, wo
bei
die Ärzte
selbst
dort
darauf hinwiesen
, dass die kleinen
Sub
a
rachnoidalblu
tungen
für die aktuelle Beurteilung nicht mehr relevant seien, da sie innert kur
zer Zeit resorbie
rten und
die im MRI beschriebenen
postk
ontusionellen
Defekte nur ein geringes Ausmass aus
ge
wiesen
h
ätten
(
vgl.
E. 3.13.1
).
P
ostkontusionelle
Defekte
konnten demgegenüber
im MRI vom 23. Juli 2013 verneint
werden
(E. 3.15).
Anlässlich
der
interdisziplinären SUVA-Begutachtung
wies
der z
uständige Neurologe
Dr.
I._
auf die
Plastizität des Hirngewebes
hin und
vermerkte
mit nachvollziehbarer Begründung
, dass zufolge
fehlender Nachweise anderer
posttraumatischer Veränderungen
einzig die
singulären kleinen rundlichen
Hämosiderindepots
im linken Frontallappen und in der
rechten
Sehrinde
zu diskutieren seien und
dieser Befund definitiv nicht dem typischen Bild einer
axonalen
Hirnverletzung
entspreche,
welche
als organische Grundlage für eine kom
plexe neuropsychologische Funktionsstörung mit Beteiligung mehrerer Funktionsbereiche
dienen könnte (E. 3.16.3).
Damit
kann
als
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt gelten
, dass ein allfälliges Schädel-Hirntrauma höchstens den Schweregrad einer
(leichten)
Commotio cerebri
,
nicht im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri
,
erreichte
(vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_236/2016 vom 11. August 2016 E. 5.2.2)
. Dies genügt grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (
vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_270/2011 vom 28. Juli 2011 E.
2.1 und 8C_476/2007 vom 4. August 2008 E. 4 [
publ
. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133] mit Hinweis auf
Urteile
U 588/06 vom 11. Dezember 2007
E. 4.
2.2, U 419/05 vom 24. März 2006
E.
4.1, U 276/04 vom 13. Juni 2005
E.
2.2 und U 6/03 vom 6. Mai 2003
E. 3.2). Zudem wurden allfällige für ein Schädel-Hirntrauma typi
sche Beschwerden
erst geraume Zeit
nach dem Unfallereignis
vom 18. Januar 2007
medizinisch erhoben
;
s
o etwa
im Rahmen der
Abklärung der Schwindel
beschwerden im Dezember
2007
und Januar 2008 (E. 3.8), der
Aufmerksam
keitsstörungen
im Februar 2009 (E. 3.9)
und
der
Kopfschmerzen,
Konzentrati
onsstörungen
und Merkfähigk
eitsstörungen im Juni 2009. B
ereit
s anlässlich dieser Abklärungen wurde auf unfallfremde
Pathomechanismen
hingewiesen
(E. 3.10).
Es kann in Würdi
gung der medizinischen Akten
somit nicht von einem im Anschluss an das Unfallereignis aufgetretenen komplexen und vielschichtigen Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur ausgegangen werden. Die Verneinung einer die Schleudertrauma-Praxis rechtfertigenden Verletzung
ist damit
nicht zu beanstanden. Sie hält unter der mit BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung, wonach für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nebst der medizinischen Diagnose eines Schleudertraumas der HWS das weitgehende Vorliegen des für eine derartige Verletzung typischen Beschwerdebildes genügte (BGE 117 V 359 E. 4b
)
, und erst recht im Lichte der mit BGE 134 V 109
formulierten
erhöhten Anforderungen an den Nachweis derartiger Verletzungen
stand. Somit
hat
die Adäquanzbeurteilung nach den bei psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall au
fgestellten Kriterien im Urte
il BGE 115 V 133 zu erfolgen
.
7.
7.
1
Die Beschwerdegegnerin
ging beim Ereignis vom 18. Januar 2007 von einem
mittelschwer
en Unfall
i
m engeren Sinne aus
.
Demgegenüber zog der Beschwer
deführer in der Replik ein Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Fällen in Betracht
.
7
.2
Das Bundesgericht ordnete etwa folgende Ereignisse dem Bereich der mittel
schweren Unfälle im engeren Sinn zu:
eine „Hollywoodschaukel“
,
die sich auf einer Dachterrasse befand
und durch eine Windböe erfasst
wurde,
stürzt
e
auf den Versicherten
(
Bundesgerichtsu
rteil 8C
_9
5
7/2008 vom 1. Mai 2009 E. 4.3.1),
oder
die versicherte Person wurde durch eine 15.6 kg schwere Schaltafel, die aus fünf Meter
n
Höhe zu Boden fiel
,
getroffen (U 282/00 vom 21. Oktober 2003 E. 4.2).
Mit Blick darauf ist aufgrund des a
ugenfälligen
Geschensablaufs
das
Er
eignis vom
18. Januar 2007 den
mittelschweren Unfällen
zuzuordnen
, wobei
mitzu
berücksichtigen
ist, dass
a
m Unfallort
beziehungsweise bei
Spitaleintritt
ein
GCS-Wert von 15
fest
gestellt
wurde
(
Urk.
7/5)
.
Bei
der gegebenen Unfallschwere -
mittel
schwerer Unfall im engeren Sinn
-
müssten von den zusät
zlich zu beachtenden Kriterien
gemäss BGE 115 V 133
E. 6c/
aa
(
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) mindestens drei in einfacher Form oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil
e
8C_
867/2015 vom 20. April 2016 E. 4.2
mit Hinweis auf SVR 2012 UV Nr. 23
E.
S. 83;
8C_435/2011 E. 4.2;
SVR 2010 Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009 E. 4.5; 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E. 6.2.2,
nicht
publ
. in BGE 138 V 248).
7.3
7.3.1
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich
praxisgemäss
objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls des Versi
cherten (
SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7,
Bundesgerichtsurteil
8C_398/2012 vom
6. November 2012 E. 6.1 mit Hinweisen).
Der nachfolgende Heilungsprozess ist
bei der Beurteilung der Unfalldramatik
nicht relevant (vgl.
etwa
Urteil des Bundes
gerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 11.1).
Beim Geschehen vom
18. Januar 2007
kann aus objektiver Warte
mit Blick auf die Praxis
nicht von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer be
sonderen Eindrücklichkeit des Unfalls gesprochen werden. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, welche aber noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Bundesgerichtsurteil 8C_
867/2015 vom 20. April 2016 E. 4.2.1 mit Hinweisen)
.
D
as Bundesgericht
bejahte
dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn, bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwa
gen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der Tunnelwand, bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, wobei die Insassen des Personen
wagens verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie aufmerksam zu machen
,
oder bei einem in der 29. Woche schwangeren Unfallopfer (vgl.
zum Ganzen
Urteil des Bundesgerichts 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.2.1 mit zahlreichen Hinweisen).
Für solche oder ähnliche
Umstände
ergeben sich vorlie
gend keine Anhaltspunkte
.
7.3.2
Mit Bli
ck auf die Rechtsprechung sind die
erhebliche
n
Verletzungen
im li
nken mittleren Gesichtsbereich, die der Beschwerdeführer
erl
itten hat und eine statio
näre
Hospitalisation
vom
18.
b
is 31. Januar
2007
erforderten
,
aus objektiver Sicht
nicht von besonderer Schwere
oder besondere
r Art.
S
o
etwa
erkannte das
Bundesgericht
in
Bezug auf ein Ereignis
, bei dem
ein Arbeiter kopfüber von ei
nem Baugerüst auf ein abgestelltes Arbeitsgerät stürzte und sich
dabei
eine
Mandibulafraktur
und eine Jochbeinfraktur sowie eine
Thoraxkontusion
zuge
zogen hatte, nicht
auf ein solches
von
besonderer Art, das speziell geeignet wäre
, psychische Fehlentwicklunge
n auszulösen (Urteil des Bundes
gerichts
8C_825/2008
vom 9. April 2009
E. 4.4).
Weiter liegt hinsichtlich der allein massgebenden physischen Beschwerden
auch
keine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung vor. Der Beschwerdeführer konnte die angestammte Tätigkeit bereits im
Oktober
2007 wieder
ganztags
für mehrere Monate aufneh
men
(
Urk.
7/260)
.
7.3
.3
Den medizinischen Akten sind überdies weder Hinweise auf eine ärztli
che Fehlbehandlung zu entnehmen
noch kann von einem unfallbedingt schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Ko
mplikationen gesprochen werden, weshalb diese beiden Kriterien ebenfalls nicht bejaht werden können.
7.3
.4
Bei der
Adäquanzbeurteilung nach BGE 115 V 133 sind die Folgen der orga
nisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung einzubeziehen. Dies gilt auch für die Beurteilung der
ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_903/2009 vom 28. April 2010 E. 4.6).
Nach der
operative
n
Versorgung der Gesichtsverletzungen im Januar 2007
(E. 3.3)
,
der
Osteosynthesematerialent
fernung
im August 2007 (E. 3.7) und der Schieloperation im August 2010 (E. 3.11) mit jeweils komplikationslosem Ver
lauf sind keine namhaften weiteren ärztlichen Behandlungen aktenkundig. Das Kriterium ist damit nicht erfüllt.
7.3
.5
Hinsichtlich
des
Grad
e
s
und
der
Dauer der physisch bedingten Arbeitsu
nfähig
keit
ergibt sich
, dass nach dem Ereignis vom 18. Januar 2007
dem Beschwer
deführer
bereits ab 13. April 2007 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in sei
ner bisherigen Tätigkeit attestiert (E. 3.5) und
ab diesem Datum die Erwerbstä
tigkeit auch wieder
aufgenom
men wurde
(
Urk.
7/ 18 S. 2
), weshalb auch dieses
Kriterium
als
nicht erfüllt
zu erachten ist.
7.3
.6
Beim Aspekt
k
örperliche
r
Dauerschmerzen
ist zu berücksichtigen, dass psychi
sche Beschwerden, die körperlich imponieren
,
nicht in die Beurteilung
mitein
zubeziehen
sind
(
vorerwähntes
Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom
9. April 2009 E. 4.6).
Die
vorliegend geklagten Schmerzen
lassen sich nicht (mehr) auf
ein
organisch
nachweisbares Substrat zurückführen, so dass auch dieses Kriterium
als nicht erfüllt zu gelten hat
.
7.3.7
Zusammenfassend ist somit
keines der insgesamt sieben Kriterien erfüllt
, so dass die Adäquanz zu verneinen ist.
8
.
8
.1
Was die
verbliebenen
unfallbedingten
organischen Störungen
(Aufblick
-
einschränkung
links und Beeinträchtigungen im Stereosehen)
angeht, ist von einer vollen Arbeitsfähigkeit in allen Berufen auszugehen, die kein (perfektes) Stereosehen erfordern. Hinsichtlich des Erwerblichen
ist
festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer
bis 30. November 2008 bei
der
Firma
Y._
als Bau
arbeiter
im Stundenlohn angestellt
war
. Die Kündigung erfolgte
aufgrund
der schlechten
Auftragslage (
Urk.
7/72)
und damit
nicht
wegen
der nunmehr anerkannten unf
allkausalen Beschwerden
, sondern aus unfallfremden
Gründe
n
; das
Valideneinkommen
ist damit auf statistischer Grundlage festzulegen.
Aktenkundig ist im Weiteren eine seit März 2009
auf Stundenlohnbasis
im Umfang von 3 bis 10 Tagen pro Monat
ausgeübte T
ätigkeit als Hilfsgärtner (
Urk.
7/88)
.
M
it d
ieser
Teilzeiterwerbstätigkeit
wird
die
leidensadaptiert volle
Restearbei
tsfähigkeit nicht ausgeschöpft
. Mithin kann
der
daraus
erzielte
tatsächliche
Verdienst nicht als Invalidenlohn gelten
, sondern es
ebenfalls
sind
die Tabellenlö
hne der LSE heranzuziehen (BGE 139
V
592 E. 2.3
).
Da die
beiden
Vergleichseinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu
ermitteln
sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Beachtung
eines allfälligen zusätzlich zu berücksic
htigenden Abzug
s vom Tabellenlohn (
Bundesgerichtsurteil
e
9C_898/2015 vom 7. April 2016 E. 1
und
8C_249/2010 vom 1. Juni 2010 E. 7.2; SVR 2008 IV Nr. 2, I 697/05, E.5.4).
8
.2
D
ie
unfallbedingt
e
Aufblickeinschränkung
und die Be
einträchtigungen im Stereosehen behindern
den Beschwerdeführer
weder im Alltag
(beispielsweise auch nicht beim Lenken eines Motorfahrzeuges)
noch
in der Ausübung der
an
gestammten
Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter
beziehungsweise in einer angepassten Tätigkeit
.
Insoweit
ergeben sich keine besonderen Merkmale für einen
leidens
bedingten
Abzug
.
In Bezug auf das Alter des bei Fallabschluss 57-jährigen Be
schwerdeführers
erscheint fraglich,
ob das Merkmal
„
Alter" in der Unfallversi
cherung
mit Blick auf Art. 28
Abs.
4 UVV
grundsätzlich überhaupt einen Abzug vom Tabellenlohn
rechtfertigen könnte
(zu dessen Bedeutung
Bundesgerichts
urteil
8C
_
815/2015 vom
8.
April 2016 E. 3.2)
,
was
indessen nicht abschliessend
zu prüfen
ist
.
Wenn überhaupt (vgl.
Bundesgerichtsurteil
8C_534/2012 vom
4.
Februar 2013 E. 4.5, wonach sich ein fortgeschrittenes Alter eher
lohnför
dernd
denn -mindernd auswirkt), würde sich bei einer solchen Ausgangslage
(Vergleichseinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn)
das Alter nicht nur beim Invaliden-, sondern auch beim
Valideneinkommen
auf die
Einkom
menshöhe
auswirken. Eine allfällige Korrektur der beiden Vergleichseinkommen würde sich damit gegenseitig aufheben (
Bundesgerichtsurteil
8C_754/2015 vom 2
6.
Februar 2015 E. 4.3).
Sodann nimmt die
Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil
ist (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_808/2015 vom 2
0.
Februar 2016 E. 3.4.2 mit Hinweise
n
), weshalb
die lange Betriebszugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nachdem der aus
K._
stammende Beschwerdeführer bereits im Jahr 1979 in die Schweiz einreiste
und über eine C-Niederlassungsbewilligung ver
fügt (
Urk.
7/93)
,
fallen auch die Kriterien Nationalität oder Aufenthaltskategorie nicht ins Gewicht (BGE 126 V 79 E
. 5a/cc)
.
Damit verbleit es
im Ergebnis beim von der Beschwerdegegnerin angenomme
nen
r
entenausschliessenden Invaliditätsgrad.
9
.
9
.1
In Bezug
auf das Begehren um
Zusprechung
eine
r
Integritätsentschädigung ist
festzuhalten
,
dass i
m Verhältnis zwischen Verfügung u
nd
Einspracheentscheid
nach Art. 52 ATSG grundsätzlich von einer Parallelität der Gegenstände auszu
gehen
ist
.
Anders verhält es sich
, wenn eine Teilrechtskraft der Verfügung ein
tritt: Da das
Einspracheverfahren
, obgleich dem Verwaltungsverfahren zugehö
rig, Elemente der streitigen Verwaltungsrechtspflege aufweist, gilt hier das
Rü
geprinzi
p
(BGE 131 V 407 E. 2.2.1
mit Hinweisen). Die Verfügung des Versi
cherungsträgers tritt deshalb in Teilrechtskraft, soweit sie unangefochten bleibt und nicht von Amtes wege
n überprüft wird
. Dementsprechend ist eine Verfü
gung, mit der gleichzeitig über den Anspruch auf Invalidenrente und auf
Inte
gritätsentschädigung
entschieden wird, bezüglich der Integritätsentschädigung beschwerdeweise nicht mehr anfechtbar, wenn sich die Einsprache lediglich auf den Rentenanspruch bezog und hinsichtlich der Integritätsentschädigung keine Recht
sbegehren gestellt wurden (
Zum ganzen
Urteil
des Bundesgerichts 8C_623/2007 E. 3.2
mit Hinweisen
auf BGE 119 V 347 E. 1c
und
Urteil des
da
maligen
Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 152/01 vom 8.
Oktober 2003 E. 3
; ferner auch Bundesgerichtsurteil 8C_592/2012 vom 2
3.
November 2012
E. 3.1 und 3.2
).
9
.2
Gemäss Einsprache vom 1
2.
September 2014 (
Urk.
7/300) steht mit Blick auf das entsprechende R
echtsbegehren fest, dass der bereits damals
anwaltlich
vertre
tene
Beschwerdeführer
die Verfügung der
Beschwerdegegnerin
vom
1
4.
Juli 2014 (
Urk.
7/298)
einzig im Rentenpunkt angefochten
beziehungsweise
die
Zu
sprache
einer
(
angemessenen
)
Invalidenrente für den Unfall vom 1
8.
Januar 2007 beantragt
hat.
Anhaltspunkte
dafür
, dass der Beschwerdeführer auch die Bemessung des Integritätsschadens anfechten
wollte
, ergeben sich
auch aus der
Einsprachebegründung
nicht.
Im
Einspracheentscheid
wies die
Beschwerdegeg
nerin
denn auch auf diesen
aus ihrer Sicht
nicht mehr strittigen Punkt hin (
Urk.
2 E. 1
mit Hinweisen auf BGE 119 V 347 und RKUV 1999 S. 98 f.
).
Es muss folglich bei der Feststellung bleiben, dass die
eben genannte Verfügung insoweit unangefochten in Rechtskraft erwachsen
ist
, als die
Beschwerdegegne
rin
damit
die Voraussetzungen für
den Anspruch auf
eine
Integritätsentschädi
gung
verneinte
. Damit ist i
n diesem Punkt auf die
Beschwerde nicht einzutreten
.