# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 06f6152a-82ba-4e98-ae69-12f7d79389ec
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Beschimpfung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht
Strafsachen, vom 1. Dezember 2014 (GG140050)
- 2 -
Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 25. Septem-
ber 2014 (Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der Beschimpfung im Sinne von Art.
177 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 3 Tagessätzen zu
Fr. 40.– (entsprechend Fr. 120.–).
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ eine Genug-
tuung in der Höhe von Fr. 100.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Ge-
nugtuungsbegehren abgewiesen.
5. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'400.– Gebühr Vorverfahren Fr. 2'900.– Total
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
6. Die Kosten des Gerichts- und des Vorverfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt.
- 3 -
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für die Kosten ihrer
anwaltlichen Vertretung eine Entschädigung von Fr. 3'194.65 (inkl. Baraus-
lagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 46 S. 1 f.)
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 1. Dezember 2014 sei
vollumfänglich aufzuheben. Dementsprechend sei der Appellant vom
Vorwurf der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB freizu-
sprechen.
2. Auf das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin B._ sei nicht
einzutreten; eventualiter sei es vollumfänglich abzuweisen.
3. Die Kosten des Gerichts- und des Vorverfahrens seien auf die Staats-
kasse zu nehmen.
4. In Abänderung von Ziff. 7 des angefochtenen Urteils sei der Appellant
nicht zu verpflichten, für die Kosten der anwaltlichen Vertretung der
Privatklägerin dieser eine Entschädigung zu bezahlen; eventualiter sei
eine erstinstanzliche Entschädigung auf CHF 100.00 zu beschränken.
5. Dem Appellanten sei für das Berufungsverfahren eine Entschädigung
über CHF 4'202.40 für die Kosten seiner anwaltlichen Vertretung zuzu-
sprechen.
6. Der Antrag der Privatklägerin, für ihren anwaltlichen Aufwand im Beru-
fungsverfahren mit CHF 907.75 entschädigt zu werden, sei abzuwei-
sen.
- 4 -
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich auf die
Staatskasse zu nehmen.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:
(Urk. 40)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
c) Der Vertretung der Privatklägerin B._:
(Urk. 43 S. 2)
1. Die Anträge des Beschuldigten seien vollumfänglich abzuweisen und
das vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen.
2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, die Privatklägerin für ihre anwaltli-
chen Aufwendungen im Berufungsverfahren im Umfang der beiliegen-
den Honorarnote vollumfänglich zu entschädigen.
_

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes
Winterthur, Einzelgericht Strafsachen, vom 1. Dezember 2014 (Urk. 35) meldete
der Verteidiger mit Eingabe vom 9. Dezember 2014 rechtzeitig die Berufung an
(Urk. 23). Das begründete Urteil wurde von ihm am 16. Februar 2015 entgegen-
genommen (Urk. 27). Mit Eingabe vom 9. März 2015 wurde die Berufungserklä-
rung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO (Urk. 37) fristgerecht eingereicht (Art. 90
StPO). Beweisanträge wurden keine gestellt. Mit Präsidialverfügung vom 23. März
- 5 -
2015 wurde der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft Frist zur Erhebung ei-
ner Anschlussberufung resp. zum Antrag auf Nichteintreten angesetzt (Urk. 38).
Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 26. März 2015 (Urk. 40) die
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Der Vertreter der Privatklägerin verzich-
tete mit Eingabe vom 8. April 2015 (Urk. 41) auf eine Anschlussberufung. Mit Ein-
gabe vom 14. Mai 2015 beantragte der Vertreter der Privatklägerin die Anträge
des Beschuldigten seien vollumfänglich abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil
sei zu bestätigen. Überdies verlangte er für die Privatklägerin eine Entschädigung
für ihre anwaltlichen Aufwendungen im Berufungsverfahren im Umfang der beilie-
genden Honorarnote (Urk. 43; Urk. 44).
II. Prozessuales
1. Im Rahmen der Berufungserklärung wurde das erstinstanzliche Urteil voll-
umfänglich angefochten (Urk. 37 S. 1 f.). Demnach liegt keine Teilrechtskraft vor.
2. Beim eingeklagten Delikt der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1
StGB handelt es sich um ein Antragsdelikt. Es liegt ein rechtsgültiger Strafantrag
der Privatklägerin B._ bei den Akten (Urk. 1).
3. Auf die Argumente der Verteidigung ist im Rahmen der nachstehenden Er-
wägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder
tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen;
vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken (BGE 138 I 232 E. 5.1 und BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hin-
weisen; Urteile 6B_484/2013 vom 3. März 2014 E. 3.2, 6B_526/2009 vom 2. Sep-
tember 2009 E. 3.2 und 6B_678/2009 vom 3. November 2009 E. 5.2).
4.1. Der Verteidiger bringt in prozessualer Hinsicht vor, dass das erstinstanzliche
Urteil unter Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ergangen sei. Der
Vertreter der Privatklägerin habe sich im Rahmen eines schriftlichen Plädoyers
vom 22. November 2014 ausführlich zum Strafpunkt und rudimentär zum Zivil-
punkt geäussert. Gleichzeitig habe er seine Honorarnote eingereicht. An der
- 6 -
Hauptverhandlung vom 1. Dezember 2014 seien durch die Vorinstanz lediglich
die Anträge der Privatklägerschaft verlesen worden. Dem Beschuldigten bzw. sei-
nem damaligen Vertreter sei keine Einsicht in die Plädoyernotizen und die Hono-
rarnote gewährt worden, obwohl die Vorinstanz im angefochtenen Urteil massge-
blich auf diese zwei Dokumente abgestellt habe (Urk. 37 S. 3; Urk. 46 S. 3).
4.2. Es trifft zu, dass anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom
1. Dezember 2014 lediglich die Anträge der Privatklägerin verlesen wurden
(Prot. I S. 7; Urk. 17 S. 2). Dem Beschuldigten bzw. seinem Sohn C._, wurde
kein Einblick in das schriftliche Plädoyer (Urk. 17) und die Honorarnote (Urk. 18)
des Vertreters der Privatklägerin gewährt und daher war es auch nicht möglich,
dazu Stellung nehmen zu können. Ferner wurde im vorinstanzlichen Urteil ver-
schiedentlich auf diese zwei Schriftstücke Bezug genommen (Urk. 35 S. 12, 24,
28 f.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör des Beschuldigten wurde insofern ver-
letzt.
4.3. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs
kann aber ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die
Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den
Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraus-
setzung ist darüber hinaus - im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer
schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-
rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein-
baren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197 f.).
4.4. Die Berufungsinstanz verfügt vorliegend über eine volle Kognition (Art. 398
Abs. 2 und Abs. 3 StPO), womit nur schon deswegen eine Gehörsverletzung ge-
heilt werden kann. Auch sonst entsteht für den Beschuldigten kein Nachteil aus
einem Verzicht auf Rückweisung. Weiter räumt der Verteidiger selbst ein, dass
die Verletzung des rechtlichen Gehörs im Berufungsverfahren geheilt werden
könne (Urk. 37 S. 3).
- 7 -
III. Sachverhalt
1.1. Der Beschuldigte bestreitet den ihm vorgeworfene Anklagesachverhalt
(Urk. 3/1 S. 4 und S. 6; Urk. 3/6 S. 2 f.; Prot. I S. 16; Prot. II S. 13). Demnach ist
gestützt auf die vorliegenden Beweismittel zu prüfen, ob sich der Sachverhalt
rechtsgenügend erstellen lässt.
1.2. In Bezug auf den Anklagesachverhalt ist auf die Anklageschrift (Urk. 11 S. 2)
sowie die entsprechende Wiedergabe im vorinstanzlichen Urteil zu verweisen
(Urk. 35 S. 3; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.3. In Bezug auf die Grundsätze der Beweiswürdigung, insbesondere die Wür-
digung von Aussagen (Urk. 35 S. 4 f.), kann auf die zutreffenden Ausführungen
der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.4. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1;
Urk. 3/6; Prot. I S. 10 ff.; Prot. II S. 10 ff.) die als Auskunftsperson getätigten Aus-
sagen der Privatklägerin (Urk. 3/2) sowie die Zeugenaussagen von D._
(Urk. 3/3) und E._ (Urk. 3/4) einerseits und von F._ (Urk. 3/5) anderer-
seits vor. Zudem findet sich noch ein Gesprächsprotokoll vom 7. Juli 2013 in den
Akten (Urk. 2), eine Sachverhaltsdarstellung die von der Privatklägerin einen Tag
nach dem fraglichen Vorfall verfasst wurde.
1.5. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 35 S. 5 ff.), der
Privatklägerin (Urk. 35 S. 7 ff.) sowie der Zeuginnen D._ (Urk. 35 S. 9 f.),
E._ (Urk. 35 S. 10) und F._ (Urk. 35 S. 10 f.) ausführlich, detailliert und
korrekt wiedergegeben. Es kann daher zwecks Vermeidung von Wiederholungen
darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die anlässlich der Berufungs-
verhandlung getätigten Aussagen des Beschuldigten (Prot. II S. 10 ff.) wird, so-
weit erforderlich, im Rahmen der Beweiswürdigung Bezug genommen.
2.1. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er
als Beschuldigter einvernommen und somit nicht unter der Strafandrohung von
Art. 307 StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet wurde. Zudem hat er,
- 8 -
wie auch die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 35 S. 11), als direkt vom Verfahren
Betroffener ein Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen
Licht darzustellen.
Es sollte vorliegend jedoch nicht ausser acht gelassen werden, dass kein Grund
ersichtlich ist, weshalb der 60-jährige Beschuldigte, der bis anhin strafrechtlich
noch nie in Erscheinung getreten ist (Urk. 7/2; Urk. 19; Urk. 46 S. 9; Prot. II
S. 10 f.), plötzlich delinquieren und eine ihm unbekannte Person als Hure be-
schimpfen sollte. Im Übrigen ist dem Verteidiger auch insofern beizupflichten,
dass es für den Beschuldigten naheliegend gewesen wäre, einen Vergleich abzu-
schliessen (Urk. 6/3) und sich somit des vorliegenden Strafverfahrens auf einfa-
che und schnelle Art und Weise zu entledigen, was für ihn vor allem mit einem
viel geringeren Kostenrisiko verbunden gewesen wäre (Urk. 46 S. 10; Prot. II
S. 19). Diese Umstände führen dazu, dass auch die prozessuale Stellung die
Glaubwürdigkeit des Beschuldigten nicht allzu gross zu beeinträchtigen vermag.
2.2. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten führte die
Vorinstanz zunächst aus, dass der Beschuldigte versucht habe, die Privatklägerin
mit Unterstellungen, die er schlicht nicht habe wissen können, in ein schlechtes
Licht zu rücken. Diese Gegenangriffe sowie Übertreibungen in der Sache und in
der Bestimmtheit seien als Warnsignale zu werten (Urk. 35 S. 12). Vor dem Hin-
tergrund, dass der Beschuldigte sowohl in der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme vom 1. September 2014 wie auch anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 1. Dezember 2014 nicht anwaltlich vertreten war, erhellt nicht,
weshalb die erwähnten "Unterstellungen" gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aus-
sagen sprechen sollen. Der Beschuldigte durfte die Aussagen der Privatklägerin
ohne Weiteres in Zweifel ziehen oder auf ein mögliches Motiv für das nächtliche
Telefonat hinweisen. Im Übrigen ist mit dem Beschuldigten - zumindest aus seiner
Sicht - nicht unbedingt zu erwarten, dass die 14-jährige Tochter der Privatklägerin
(Urk. 3/2 S. 6) morgens um 03.30 Uhr noch wach ist. Dass sich der Beschuldigte
überdies durch die früheren Telefonate der Privatklägerin, mit denen sie offen-
sichtliche Unwahrheiten verbreitete, "sehr belästigt" fühlte, ist naheliegend.
- 9 -
Sodann erhellt nicht, inwiefern sich der Beschuldigte zu den vor dem 6. Juli 2013
erfolgten Anrufen der Privatklägerin nicht konstant geäussert haben soll (Urk. 35
S. 13). Der Beschuldigte schilderte vielmehr konstant und widerspruchsfrei, dass
es sich beim Telefonat vom 6. Juli 2013 um den dritten Anruf der Privatklägerin
gehandelt habe. Sie habe bereits vorher zweimal angerufen und dabei erwähnt,
dass sie die Freundin von C._ sei sowie dass sie schwanger sei und
C._ ihr gehöre. Alle drei Telefonanrufe habe zuerst seine Frau entgegenge-
nommen (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 20; Prot. I S. 13 f.; Prot. II S. 11). Dies wurde denn
auch von der Zeugin F._ bestätigt (Urk. 3/5 S. 3 f.). Vor diesem Hintergrund
kann es keine Rolle spielen, zu welcher genauen Uhrzeit die ersten beiden Anrufe
erfolgten (Urk. 35 S. 13) bzw. weshalb der Beschuldigte nicht bereits in der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erwähnte, dass sie mitten in der Nacht
stattgefunden hätten (Prot. I S. 13). Im Übrigen waren bei den beiden Einvernah-
men seit diesen Anrufen bereits ein bis zwei Jahre verstrichen. Weiter schilderte
der Beschuldigte konstant, dass er beim zweiten Anruf noch kurz mit der Privat-
klägerin gesprochen habe (Urk. 3/1 S. 3; Urk. 20 S. 2; Prot. I S. 13), wobei er sich
lediglich in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung diesbezüglich nicht ganz si-
cher war (Prot. I S. 13), was von einem zurückhaltenden Aussageverhalten zeugt.
Im Übrigen ist offensichtlich, dass der Beschuldigte nicht in der Lage ist, Sätze in
komplexerem Deutsch zu bilden und gewisse Nebensätze teilweise den Haupts-
ätzen widersprechen (Urk. 46 S. 9; Prot. II S. 18). Augenscheinlich fällt es ihm et-
wa schwer, in längeren Sätzen "seine Ehefrau" von "dieser Frau", der Privatkläge-
rin, grammatikalisch eindeutig abzugrenzen (Prot. II S. 11 f.), womit sich die ent-
sprechenden "Wortklaubereien" der Vorinstanz (Prot. II S. 19) relativieren. Von in-
konstanten Aussagen kann daher keine Rede sein.
Die Vorinstanz führte weiter aus (Urk. 35 S. 13), dass der Beschuldigte auf die
Frage, ob er die Privatklägerin vor der vorliegenden Strafuntersuchung noch nie
gesehen habe, geantwortet habe "Nie gesehen und nie gehört." (Prot. I S. 10),
was in klarem Widerspruch zu seiner Aussage stehe, die Privatklägerin habe be-
reits vor dem 6. Juli 2013 zweimal angerufen und sie "ständig geplagt" (Urk. 3/1
S. 5). Es ist zumindest nicht gänzlich auszuschliessen, dass nach albanischem
Sprachdenken "Nie gesehen und nie gehört" eine fremde Person bezeichnet
- 10 -
(Urk. 46 S. 9), womit dieser offensichtliche Widerspruch erklärbar wäre. Dies gilt
um so mehr, da der Beschuldigte ansonsten konstant vorbrachte, dass es sich um
den dritten Anruf der Privatklägerin gehandelt habe und sie ihm insofern bereits
vor dem Anruf vom 6. Juli 2013 bekannt gewesen sei.
Zudem erhellt nicht, weshalb die Aussage des Beschuldigten, wonach er nicht
über die Telefonnummer der Privatklägerin verfügt habe und sie daher auch nicht
habe zurückrufen können, als Schutzbehauptung zu werten sei (Urk. 35 S. 13 f.).
Es ist entgegen der Vorinstanz durchaus denkbar, dass der Beschuldigte die
Nummer der Privatklägerin nicht kannte, obschon beim Anruf ihre Nummer zu-
nächst auf dem Display des privaten Festnetztelefons des Beschuldigten er-
schien, in der Folge jedoch nicht mehr abrufbar war (Prot. I S. 16; Prot. II S. 13).
Es trifft zu, dass sich der Beschuldigte zur Frage, wer nach dem von der Privat-
klägerin initiierten und auf Deutsch geführten (ersten) Telefongespräch zuerst
aufgelegt hat, widersprüchlich äusserte, wie die Vorinstanz ausführte (Urk. 35
S. 14). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erklärte er zweimal, dass die
Privatklägerin aufgelegt habe (Urk. 3/1 S. 2 und S. 4), während er bereits in der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (Urk. 3/1 S. 3) wie auch in der Berufungs-
verhandlung (Prot. II S. 12) ausführte, dass er den Hörer aufgelegt habe, und in
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll gab, dass er nicht mehr wis-
se, wer den Anruf beendet habe (Prot. I S. 15). Diesbezüglich fällt zunächst in Be-
tracht, dass das Telefongespräch beenden nicht zwingend mit dem Auflegen des
Telefonhörers gleichzusetzen ist. Sodann konnte der Beschuldigte die Frage auch
in dem Sinne verstehen, ob er das Gespräch sofort beendet habe (vgl. Prot. II
S. 12), was durchaus die unterschiedlichen Antworten erklären kann. Weiter kann
bei einem Telefongespräch mitten in der Nacht, bei dem das eine Wort das ande-
re gibt und das in einem mehr oder weniger gehässigen Tonfall geführt wird, im
Nachhinein oftmals nicht mehr eindeutig festgestellt werden, wer dann letztlich als
erster den Telefonhörer aufgelegt hat. Ferner sind seit dem Vorfall, einem nächtli-
chen Telefongespräch von wenigen Minuten, inzwischen bereits beinahe zwei
Jahre verstrichen, womit sich die entsprechende Aussagen zu diesem Detail wei-
ter relativieren. Schliesslich kann die (widerspruchsfreie) Beantwortung dieser
- 11 -
Frage für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten nicht von entschei-
dender Bedeutung sein. Im Übrigen erklärten sowohl die Privatklägerin (Urk. 3/2
S. 4), die Zeugin D._ (Urk. 3/3 S. 4) wie auch die Zeugin F._ (Urk. 3/5 S.
4) übereinstimmend, dass der Beschuldigte dieses auf Deutsch geführte erste
Gespräch beendet bzw. aufgehängt habe.
Ferner erwähnte die Vorinstanz, dass sich der Beschuldigte widersprüchlich zur
Frage geäussert habe, ob er die Freundinnen seines Sohnes C._ kennenge-
lernt habe (Urk. 35 S. 14). Es ist offensichtlich, dass dem Beschuldigten dieses
Thema nicht sonderlich behagte, er jedoch bestrebt war, mit unterschiedlichen
gesellschaftlichen Realitäten sowie einem entsprechenden Wertewandel so gut
es geht zurecht zukommen (Urk. 3/1 S. 5; Prot. I S. 11 f.; Prot. II S. 14). Der Be-
schuldigte erklärte jedoch konstant, dass er von einer Beziehung zwischen sei-
nem Sohn C._ und der Privatklägerin nichts gewusst habe (Urk. 3/1 S. 5;
Prot. I S. 11; Prot. II S. 14). Daher kann es vorliegend auch keine Rolle spielen,
dass der Beschuldigte bei einem Besuch einmal eine aus der Türkei stammende
Freundin seines Sohnes C._ kennengelernt haben soll, wie C._ anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorbrachte (Prot. I S. 17).
Es fällt schliesslich auf, dass der Beschuldigte nicht bestrebt war, sich in einem
für ihn vorteilhaften Lichte zu präsentieren, was entgegen der Vorinstanz (Urk. 35
S. 14 f.) durchaus für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. So räumte er
etwa ein, dass er aufgrund des nächtlichen Telefonanrufs ziemlich wütend gewe-
sen sei (Urk. 3/1 S. 4; Prot. I S. 14; Prot. II S. 12). Anlässlich der Berufungsver-
handlung gab der Beschuldigte zudem breitwillig zu Protokoll, dass er gegen eine
Beziehung zwischen seinem Sohn C._ und der Privatklägerin gewesen wäre,
wenn er davon gewusst hätte, da die Privatklägerin Serbin sei, bereits verheiratet
gewesen sei und aus dieser Ehe zwei Kinder habe (Prot. II S. 14 f.). Vor diesem
Hintergrund ist schliesslich auch auf die unwiderlegbaren Vorbringen des Be-
schuldigten hinzuweisen, wonach das Wort "Hure" nicht zu seinem Wortschatz
gehöre (Urk. 46 S. 9 f.; Prot. II S. 12).
2.3. In Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist festzuhalten, dass
diese unter Hinweis auf die Straffolgen der falschen Anschuldigung, der Irrefüh-
- 12 -
rung der Rechtspflege und der Begünstigung als Auskunftsperson aussagte
(Art. 181 Abs. 2 StPO; Urk. 3/2 S. 2). Da die Privatklägerin als Auskunftsperson
im Sinne von Art. 178 lit. a StPO einvernommen wurde (Urk. 3/2 S. 2), handelt es
sich nicht um eine "neutrale Aussageperson" (Urk. 35 S. 15).
Gemäss übereinstimmenden Aussagen kannten sich die Privatklägerin und der
Beschuldigte nicht (Urk. 3/2 S. 3; Urk. 3/1 S. 2; Prot. I S. 10). Die Privatklägerin
erklärte jedoch, dass sie mit dessen Sohn C._ vier Jahre lang eine Bezie-
hung gehabt habe. Die Familienverhältnisse seien aber schwierig gewesen und
sie habe die Familie nie kennengelernt (Urk. 3/2 S. 4), was vom Beschuldigten
bestätigt wurde, da er zu Protokoll gab, dass er nicht gewusst habe, wer die Pri-
vatklägerin sei (Prot. II S. 11) bzw. er habe die Privatklägerin noch nie gesehen
(Prot. I S. 10).
Der Beschuldigte erklärte, dass sein Sohn C._ kurz nach dem eingeklagten
Vorfall im August 2013 seine heutige Ehefrau, die er bereits seit langem gekannt
habe, geheiratet habe (Urk. 3/1 S. 5; Prot. I S. 9; Prot. II S. 9 und S. 14). Es ist
daher durchaus möglich, dass C._ zeitweise eine Parallelbeziehung sowohl
zu seiner heutigen Ehefrau wie auch zur Privatklägerin führte. Die Privatklägerin
fühlte sich womöglich von ihrem "Freund" C._ an der Nase herumgeführt,
war eifersüchtig und wollte sich deshalb rächen. In diesem Umstand wäre auch
ein mögliches Motiv zu erblicken, Zwietracht in der Familie AF._ zu säen
bzw. den Beschuldigten (unrechtmässig) zu belasten (Urk. 46 S. 8; Prot. II S. 18).
In diesem Zusammenhang ist ebenfalls erwähnenswert, dass die Privatklägerin
erklärte, dass sie sich unmittelbar nach dem fraglichen Vorfall von C._ ge-
trennt und ihn darüber informiert habe, dass sie eine Anzeige gegen seinen Vater
einreichen werde (Urk. 3/2 S. 5), während die Zeugin D._ gar erwähnte, die
Privatklägerin habe sich noch mitten in der Nacht von C._ getrennt (Urk. 3/3
S. 5 f.), womit bereits die Umstände dieser Trennung nicht als besonders glaub-
haft erscheinen. Wenn der Beschuldigte die Privatklägerin sodann tatsächlich als
Hure beschimpft hätte, dann ist auch nicht ersichtlich, weshalb sie sich noch in
der selben Nacht oder kurz danach von ihrem Freund C._ hätte trennen sol-
len, was um so mehr erstaunt, da sie sich aufgrund dessen Gesundheitszustan-
- 13 -
des offensichtlich grosse Sorgen um ihn machte (Urk. 3/3 S. 4; Urk. 3/4 S. 3) und
so sehr verzweifelt war, dass sie gar seinen Vater morgens um halb vier Uhr an-
rief. Daher wäre vielmehr zu erwarten gewesen, dass sie auf den Beschuldigten,
den Vater ihres Freundes C._, wütend gewesen wäre. Es kann demnach
nicht ausgeschlossen werden, dass die Privatklägerin angesichts ihrer Eifersucht
und der Möglichkeit, dass sie von C._ verlassen wird, nach einem triftigen
Grund suchte, um ihrerseits C._ den Laufpass geben und ihm damit zuvor-
kommen zu können.
Schliesslich macht die Privatklägerin finanzielle Ansprüche gegen den Beschul-
digten geltend und verlangte eine Genugtuung von Fr. 500.– (Urk. 5; Urk. 17). Alle
diese Umstände lassen es als angezeigt erscheinen, ihre Aussagen mit einer ge-
wissen Vorsicht zu würdigen.
2.4. Die Vorinstanz hielt zu den Aussagen der Privatklägerin fest (Urk. 35
S. 15 f.), dass es auf den ersten Blick zumindest als speziell erscheine, dass die
14-jährige Tochter der Privatklägerin die nach 3 Uhr in der Nacht am Telefon ge-
machte Äusserung des Beschuldigten, die Privatklägerin sei eine Hure, gehört
haben soll (Urk. 3/2 S. 5). Die Privatklägerin habe aber eine plausible Erklärung
geliefert, wonach sie mit ihren zwei Kolleginnen im Wohnzimmer gewesen sei und
von dort aus nicht gesehen habe, dass die Türe zum Zimmer, in dem die Tochter
im Bett geschlafen habe, offen gewesen sei. Die Tochter sei dann vom Telefonie-
ren mit dem Lautsprecher erwacht (Urk. 3/2 S. 5 f.). Dieser Auffassung kann nicht
gefolgt werden. Es ist zwar denkbar, dass die Tochter bei offener Schlafzimmertü-
re wegen dem Telefongespräch, das aufgrund des Lautsprechers hörbar war,
aufgewacht ist. Die Privatklägerin (Urk. 2; Urk. 3/2 S. 5 f.) wie auch die Zeuginnen
D._ (Urk. 3/3 S. 3) und E._ (Urk. 3/4 S. 3) schilderten übereinstimmend,
dass sie einen Frauenabend machten, zusammen auswärts etwas getrunken hät-
ten und dann anschliessend zur Privatklägerin nach Hause gegangen seien. Mit
dem Verteidiger (Urk. 46 S. 7; Prot. II S. 17) ist es daher nicht naheliegend, dass
die Tochter bei offener Schlafzimmertüre von den nächtlichen Gesprächen der
drei Frauen im Wohnzimmern nicht geweckt wurde, dann jedoch aufgrund des auf
Lautsprecher geschalteten kurzen Telefongesprächs sofort aufgewacht ist.
- 14 -
Was die Umstände des Telefonats vom 6. Juli 2013 betrifft, erscheint es eher
fragwürdig, weshalb die Privatklägerin morgens um halb vier den Beschuldigten
telefonisch über den schlechten Gesundheitszustand seines Sohnes C._ hät-
te informieren sollen. So wäre es zunächst naheliegend gewesen, G._ oder
weitere sich bereits vor Ort befindende Kollegen (erneut) zu bitten, selbst aktiv zu
werden und etwas zu unternehmen. Die Privatklägerin und/oder ihre Kolleginnen
hätten sodann ein Taxi nehmen, C._ aufsuchen und ihm zu Hilfe eilen kön-
nen. Schliesslich wäre es auch denkbar gewesen, die Sanität oder allenfalls die
Polizei zu verständigen. Weshalb die Privatklägerin gegen den erklärten Willen
von G._ (Urk. 2) sowie gegen den mutmasslichen Willen von C._ (vgl.
Urk. 3/3 S. 3) den Beschuldigten um halb vier Uhr morgens angerufen hat, erhellt
daher nicht, zumal die Privatklägerin selbst erklärte, dass sie von C._ ge-
warnt worden sei, bei ihm zu Hause anzurufen (Urk. 3/2 S. 4 f.). Deshalb ist mit
dem Verteidiger (Urk. 46 S. 5) erst recht nicht nahliegend, dass die Privatklägerin
beim nächtlichen Telefonat, nachdem erst die Zeugin F._ das Telefon ab-
nahm, explizit den Beschuldigten zu sprechen verlangte (Urk. 3/2 S. 3).
Auch die Schilderungen der Privatklägerin betreffend das zweite Telefonat, wo-
nach sie der Beschuldigte angerufen und "Du!" gesagt, sie mit "Ja?" geantwortet
und der Beschuldigte sie erst danach als Hure beschimpft habe (Urk. 3/2 S. 4),
wirken unglaubhaft. Hätte der Beschuldigte die Privatklägerin beschimpfen wollen,
so wäre vielmehr zu erwarten gewesen, dass er das sofort getan hätte. Weiter ist
auch kein Grund ersichtlich, weshalb der Beschuldigte die Privatklägerin als Hure
seines Sohnes hätte betiteln sollen, obschon dieser nach übereinstimmenden
Schilderungen (Erwägung III. 2.3. hiervor) bis zum fraglichen Telefonanruf nichts
von der Beziehung zwischen C._ und der Privatklägerin wusste und sich die
Privatklägerin gemäss eigenen Angaben (Urk. 3/2 S. 3 f. ) beim Telefonat auch
nicht als Freundin von C._ zu erkennen gab.
Schliesslich weist der Verteidiger zutreffend auf die lebensfremd anmutende Re-
aktion der Privatklägerin hin, die auf die angebliche Beschimpfung des Beschul-
digten erfolgt sein soll (Urk. 46 S. 5). Wenn eine Frau am Telefon unvermittelt als
Hure beschimpft wird, wäre vielmehr zu erwarten, dass sie sich entweder spontan
- 15 -
verteidigt oder einfach den Hörer auflegt. Vor diesem Hintergrund mutet es in der
Tat beinahe grotesk an, wenn die Privatklägerin erklärt, sie habe nach der ersten
Beschimpfung den Lautsprecher eingeschaltet und der Beschuldigte habe sie
weiter als Hure und Hure seines Sohnes beschimpft, worauf sie zweimal gesagt
habe, sie sei keine Hure und der Beschuldigte (und nicht etwas sie selbst)
schliesslich dieses zweite Telefonat beendet habe (Urk. 3/2 S. 4). Es wäre insbe-
sondere nicht zu erwarten gewesen, dass die Privatklägerin, die nach eigenen
Angaben schockiert und sehr verletzt gewesen sei (Urk. 3/2 S. 4 f.), den Laut-
sprecher des Mobiltelefons einschaltet, damit ihre zwei Kolleginnen und sogar
noch ihre Tochter, diese Beschimpfungen mitbekamen (Urk. 3/2 S. 5 f.). Ab-
schliessend ist darauf hinzuweisen, dass sich die Privatklägerin selbst wider-
spricht, wenn sie erklärt, sie habe nach der ersten Beschimpfung den Lautspre-
cher eingeschaltet (Urk. 3/2 S. 4), da sie noch im Gesprächsprotokoll vom 7. Juli
2013 festhielt, dass der Lautsprecher während des gesamten Gesprächs einge-
schaltet gewesen sei (Urk. 2).
2.5. Zur Glaubwürdigkeit der Zeugin D._ ist festzuhalten, dass sie unter der
strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte, weshalb sie sich bei be-
wusst falscher Aussage strafrechtlich zu verantworten hätte. Allerdings ist sie eine
gute Kollegin der Privatklägerin (Urk. 3/3 S. 2), womit es als angezeigt erscheint,
ihre Aussagen mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen.
2.6. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin D._ ist zu-
nächst darauf hinzuweisen, dass die staatsanwaltschaftliche Einvernahme der
Zeugin D._ vom 16. Mai 2014 unmittelbar nach der Einvernahme der Privat-
klägerin (Urk. 3/2 S. 1 und S. 7) und in deren Anwesenheit stattfand (Urk. 3/3
S. 1).
Der Verteidiger machte geltend, dass bei der Einvernahme der Zeugin D._
auffalle, dass deren Aussagen sämtliche Elemente des Gesprächsprotokolls vom
7. Juli 2013 beinhalteten, welche jedoch chaotisch und im zeitlichen Ablauf inkon-
sistent wiedergegeben worden seien. Daher dränge sich der Schluss auf, dass
die Zeugin D._ das Gesprächsprotokoll zu lesen bekommen habe, dieses
aber unzureichend habe memorisieren können. Wo nichts im Protokoll gestanden
- 16 -
sei, habe sie Erinnerungslücken gehabt (Urk. 46 S. 6 f.). In diesem Zusammen-
hang fällt zudem in Betracht, dass die Staatsanwältin die Zeugin D._ damit
konfrontierte, dass sie (die Zeugin D._) genau das erzählt habe, was sie (die
Staatsanwältin) bereits mit der Privatklägerin besprochen habe. Auf explizite
Nachfrage der Staatsanwältin erklärte die Zeugin D._, dass sie sich nicht ab-
gesprochen hätten. Die Staatsanwältin fragte die Privatklägerin, ob sie der Zeugin
D._ gesagt habe, was sie sagen solle, da die Zeugin D._ genau die sel-
ben Wörter benützt habe, wie die Privatklägerin, was die Privatklägerin jedoch
bestritt (Urk. 3/3 S. 5). Die Schilderungen der Zeugin D._ zu den Ereignissen
in den frühen Morgenstunden des 6. Juli 2013 (Urk. 3/3 S. 3 f.) entsprechen in der
Tat ziemlich genau dem im Gesprächsprotokoll vom 7. Juli 2013 (Urk. 2) festge-
haltenen Ablauf (insofern unzutreffend, die Vorbringen des Verteidigers, wonach
der Inhalt des Gesprächsprotokolls chaotisch und im zeitlichen Ablauf inkonsistent
wiedergegeben worden sei, Urk. 46 S. 6), womit zumindest nicht ausgeschlossen
werden kann, dass die Zeugin D._ das Gesprächsprotokoll gelesen und
möglicherweise gar versucht hat, dieses auswendig zu lernen.
Die Zeugin D._ erklärte, dass der Beschuldigte von Anfang an unfreundlich
gewesen sei. Auf die Frage, woher sie das wisse, erklärte sie, dass man am Tele-
fon alles gehört habe. Soweit sie sich erinnern könne, sei das Gespräch über
Lautsprecher geführt worden. Sie sei sich aber nicht sicher, es sei schon lange
her. Auch beim zweiten Telefonat, als der Beschuldigte die Privatklägerin angeru-
fen habe, sei er wieder unfreundlich gewesen (Urk. 3/3 S. 3 f.). Diese Aussage
steht in Widerspruch zur Aussage der Privatklägerin, welche erklärte, dass sie
den Lautsprecher erst beim Rückruf des Beschuldigten eingeschalten habe,
nachdem der Beschuldigte sie bereits das erste Mal als Hure beschimpft habe
(Urk. 3/2 S. 4). Die Aussage der Zeugin D._, wonach der Beschuldigte von
Anfang an unfreundlich gewesen sei, und sie somit die zwei Telefongespräche
zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten hätte mithören müssen, ob-
wohl der Lautsprecher gemäss Angaben der Privatklägerin erst vor dem Ende des
(zweiten) Telefongesprächs eingeschaltet wurde, wirkt unglaubhaft.
- 17 -
2.7. Zur Glaubwürdigkeit der Zeugin E._ ist festzuhalten, dass sie unter der
strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte, weshalb sie sich bei be-
wusst falscher Aussage strafrechtlich zu verantworten hätte. Allerdings ist auch
sie eine Kollegin der Privatklägerin (Urk. 3/4 S. 2), dementsprechend sind ihre
Aussagen ebenfalls mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen.
2.8. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin E._ ist da-
rauf hinzuweisen, dass deren staatsanwaltschaftliche Einvernahme nach anfäng-
licher Verschiebung (Urk. 3/2 S. 1; Urk. 6/6; Urk. 6/10-13) und in Absprache mit
der Privatklägerin (Urk. 3/2 S. 1; Urk. 6/12) am 23. Mai 2014, mithin eine Woche
nach der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Privatklägerin und der Zeugin
D._, sowie in Anwesenheit der Privatklägerin stattfand (Urk. 3/4 S. 1).
Der Verteidiger machte diesbezüglich geltend, dass die Zeugin E._ erklärt
habe, dass sie den Beschuldigten selber nicht kenne, aber sie kenne seine Stim-
me (Urk. 3/4 S. 2). Bereits die erste Aussage deute auf ein klares Lügensignal
hin. Auf die Frage in welcher Beziehung sie zum Beschuldigten stehe, habe sie
ungefragt betont, dass sie seine Stimme kenne, um ihm die abgesprochenen Ge-
sprächsinhalte zuschanzen zu können (Urk. 46 S. 7). Es ist tatsächlich merkwür-
dig, dass die Zeugin E._ zu Protokoll gab, dass sie die Stimme des Beschul-
digten kenne, wenn man bedenkt, dass sie lediglich einem Telefonat beigewohnt
und erst im Nachhinein erfahren hat, welcher Person die entsprechende Stimme
zuzuordnen ist.
2.9. Zur Glaubwürdigkeit der Zeugin F._ ist festzuhalten, dass sie unter der
strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte, weshalb sie sich bei be-
wusst falscher Aussage strafrechtlich zu verantworten hätte. Allerdings ist sie die
Ehefrau des Beschuldigten (Urk. 3/5 S. 2), womit auch ihre Aussagen mit einer
gewissen Vorsicht zu würdigen sind.
2.10. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin F._ kann
der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie festhält, dass sich die Zeugin
F._ bezüglich der drei Telefonanrufe der Privatklägerin in Widersprüche ver-
strickt habe (Urk. 35 S. 19 f.). Es trifft zwar zu, dass sich die Zeugin F._ hin-
- 18 -
sichtlich des zeitlichen Ablaufs sowie des Inhalts der drei Telefonaten zunächst
etwas unklar äusserte, was jedoch mit den Umständen der Befragung sowie ih-
rem Bildungshintergrund (vgl. Urk. 46 S. 9; Prot. II S. 19) erklärbar ist. Auf die
konkrete Nachfrage, hat sie durchaus glaubhaft und präzise geantwortet, dass die
Privatklägerin dreimal, jedoch nicht in der selben Nacht, angerufen habe (Urk. 3/5
S. 4).
3.1. Bei einem Quervergleich zwischen den Aussagen der Privatklägerin
(Urk. 3/2 S. 3 f.), der Zeugin D._ (Urk. 3/3 S. 3 f.) und der Zeugin E._
(Urk. 3/4 S. 3) zum Kerngeschehen, mithin den Anruf der Privatklägerin und den
Rückruf des Beschuldigten, fällt auf, dass alle drei übereinstimmend schilderten,
dass die Privatklägerin erst den Beschuldigten angerufen, dieser danach zurück-
gerufen und die Privatklägerin dabei auf Serbisch als Hure beschimpft habe. Die
Aussagen der Privatklägerin und der Zeugin D._ zum Kerngeschehen sind
beinahe deckungsgleich (Erwägung III. 2.6. hiervor), während die Aussagen der
Zeugin E._ kürzer und leicht anders ausfallen.
So erklärten sowohl die Privatklägerin (Urk. 3/2 S. 3) wie auch die Zeugin
D._ (Urk. 3/3 S. 3), dass beim ersten Gespräch zunächst die Mutter von
C._ das Telefon abgenommen habe, während die Zeugin E._ diesen
Umstand nicht erwähnte. Die Privatklägerin erklärte, dass sie die Mutter von
C._ gebeten habe, den Beschuldigten ans Telefon zu holen (Urk. 3/2 S. 3),
während sich die Zeugin D._ lediglich dahingehend äusserte, dass die Mutter
von C._ den Beschuldigten ans Telefon geholt habe (Urk. 3/3 S. 3). Weiter
konnte sich die Privatklägerin daran erinnern, dass sie sich beim Beschuldigten
für den nächtlichen Anruf entschuldigt habe (Urk. 3/2 S. 3), was von der Zeugin
E._ bestätigt wurde (Urk. 3/4 S. 4), während die Zeugin D._ diesbezüg-
lich nichts erwähnte. Sowohl die Privatklägerin (Urk. 3/2 S. 4) wie auch die Zeugin
D._ (Urk. 3/3 S. 4) erklärten, dass der Beschuldigte das erste Gespräch be-
endet habe, während die Zeugin E._ nichts entsprechendes erwähnte. An-
gesichts der grossen Übereinstimmung zwischen den Aussagen der Privatkläge-
rin und der Zeugin D._ kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass
sie sich miteinander abgesprochen haben, zumal die Zeugin D._ einräumte,
- 19 -
dass sie sich über die Angelegenheit "nicht gross" unterhalten hätten und über-
dies zwischen den zwei Einvernahmen vom 16. Mai 2014 offensichtlich die Mög-
lichkeit bestand, sich auszutauschen (Urk. 3/2 S. 7; Urk. 3/3 S. 1, 3 und 5).
Ferner erklärte die Privatklägerin, dass der Beschuldigte "zwei, drei Minuten spä-
ter" angerufen habe (Urk. 3/2 S. 4), die Zeugin D._, dass der Beschuldigte
"später" die Privatklägerin angerufen habe (Urk. 3/3 S. 4) und die Zeugin
E._, dass der Beschuldigte "nach diesem Anruf" die Privatklägerin angerufen
habe (Urk. 3/4 S. 3). Sowohl die Privatklägerin (Urk. 3/2 S. 4) wie auch die Zeugin
D._ (Urk. 3/3 S. 4) gaben zu Protokoll, dass der Beschuldigte die Privatklä-
gerin als "Hure" und als "Hure seines Sohnes" bezeichnet habe, während die
Zeugin E._ lediglich erklärte, dass der Beschuldigte mehrmals das Wort Hure
gesagt habe (Urk. 3/4 S. 3). Diese Aussagen stimmen mit der entsprechenden
Darstellung im von der Privatklägerin angefertigten Gesprächsprotokoll (Urk. 2)
überein.
Die Privatklägerin erklärte, dass sie, nachdem der Beschuldigte sie ein erstes Mal
als Hure beschimpft habe, den Lautsprecher (am Mobiltelefon) eingeschaltet habe
(Urk. 3/2 S. 4). Demgegenüber war bei der Einvernahme der Zeugin D._ die
Rede davon, dass man am Telefon alles gehört habe und das Gespräch, soweit
sie sich erinnern könne, auf Lautsprecher gewesen sei (Urk. 3/3 S. 4). Die Zeugin
E._ erklärte lediglich ganz allgemein, dass sie (die Privatklägerin) den Laut-
sprecher angestellt gehabt habe (Urk. 3/4 S. 4). Im von der Privatklägerin ange-
fertigten Gesprächsprotokoll war denn auch vermerkt, dass der Lautsprecher
während des gesamten Gesprächs angeschaltet gewesen sei (Urk. 2), was mög-
licherweise den augenfälligen Widerspruch zwischen der (anderweitigen) präzisen
Aussage der Privatklägerin, wonach sie den Lautsprecher (des Mobiltelefons)
nach der ersten Beschimpfung eingeschaltet habe, und den vagen Äusserungen
der Zeuginnen D._ und E._ zum Zeitpunkt, in dem der Lautsprecher
eingeschaltet wurde, zu erklären vermag.
Sowohl die Privatklägerin (Urk. 3/2 S. 5) wie auch die Zeugin D._ (Urk. 3/3
S. 4) erklärten, dass (im Verlauf des zweiten Telefongesprächs) die Tochter der
Privatklägerin aufgewacht sei und das Wort Hure mitbekommen habe, während
- 20 -
die Zeugin E._ diesen Umstand nicht erwähnte. Mit dem Verteidiger (Urk. 46
S. 8; Prot. II S. 18) wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Zeugin E._ an
diesen erwähnenswerten im Gesprächsprotokoll jedoch nicht vermerkten Um-
stand erinnert hätte.
In Bezug auf die Sprache, mit der das Telefonat bzw. die Telefonate in den frühen
Morgenstunden des 6. Juli 2013 geführt wurden, ist festzuhalten, dass die Privat-
klägerin (Urk. 3/2 S. 5) wie auch der Beschuldigte (Urk. 3/1 S. 4; Prot. I S. 14) und
die Zeugin F._ (Urk. 3/5 S. 4 f.) übereinstimmend erklärten, dass das erste
Gespräch auf Deutsch geführt worden sei, was erstaunlicherweise weder die
Zeugin D._ noch die Zeugin E._ erwähnten. Sodann gab die Privatklä-
gerin zu Protokoll, dass das zweite Gespräch auf Serbisch geführt worden sei
(Urk. 3/2 S. 5), was von der Zeugin D._ (Urk. 3/3 S. 4) wie auch von der
Zeugin E._ (Urk. 3/4 S. 4) bestätigt wurde, während der Beschuldigte (Urk.
3/1 S. 4) und die Zeugin F._ (Urk. 3/5 S. 4) bestritten, dass der Beschuldigte
kurz danach zurückgerufen habe. Dass der Beschuldigte, der die Serbisch spre-
chende Privatklägerin auch nach ihren eigenen Angaben bis zum fraglichen Tele-
fonat nicht kannte (Urk. 3/2 S. 3 f.), die Privatklägerin nach dem auf Deutsch ge-
führten Telefongespräch hätte zurückrufen und dabei Serbisch hätte sprechen
sollen, ist nicht naheliegend.
3.2. Zusammenfassend kann zumindest nicht gänzlich ausgeschlossen werden,
dass zwischen der Privatklägerin, der Zeugin D._ und der Zeugin E._
eine irgendwie geartete Absprache stattgefunden hat oder dass die Zeuginnen
D._ und/oder E._ von dem von der Privatklägerin angefertigten Ge-
sprächsprotokoll Kenntnis hatten. In den belastenden Aussagen der Privatkläge-
rin, der Zeugin D._ und der Zeugin E._ finden sich zu viele - nicht er-
klärbare - Ungereimtheiten, womit diese Aussagen nicht glaubhaft wirken, wäh-
rend die Aussagen des Beschuldigten wie auch der Zeugin F._ entgegen der
Vorinstanz durchaus als glaubhaft erscheinen.
3.3. Somit verbleiben unüberwindbare Zweifel an der Verwirklichung des Ankla-
gesachverhalts. In Nachachtung des Grundsatzes in dubio pro reo ist daher nicht
rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte am Samstag, 6. Juli 2013, um
- 21 -
ca. 03.42 Uhr, die Privatklägerin anlässlich eines Telefongesprächs mehrfach als
Hure und als Hure seines Sohnes bezeichnete (Urk. 11 S. 2).
4. Aufgrund der obigen Erwägungen ist der Beschuldigte freizusprechen.
IV. Zivilansprüche
Bei diesem Verfahrensausgang ist die Privatklägerin B._ mit ihren Zivilan-
sprüchen auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen (Art. 126 Abs. 1 lit. d
StPO).
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des erstinstanzlichen Hauptverfahrens
und des Vorverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 3 StPO).
Es besteht vorliegend auch kein Anlass, dem Beschuldigten die Verfahrenskosten
gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO aufzuerlegen. Da dem Beschuldigten keine
Kosten aufzuerlegen und die Verfahrenskosten vollumfänglich auf die Gerichts-
kasse zu nehmen sind, ist beim Beschuldigten von Vornherein kein Interesse da-
ran ersichtlich, die Aufhebung der vorinstanzlichen Kostenaufstellung (Dispositiv-
ziffer 5) zu verlangen.
2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Unterliegt die Staats-
anwaltschaft, trägt der verfahrensführende Kanton die Kosten (Schmid, StPO
Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 428 N 3), weshalb fest-
zuhalten ist, dass die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ausser Ansatz fällt und die
Kosten des Berufungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.
3.1. Wird die beschuldigte Person im Rechtsmittelverfahren freigesprochen, so
hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene
Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1
lit. a StPO). Sowohl der Beizug eines Verteidigers als auch der von diesem be-
- 22 -
triebene Aufwand müssen sich als angemessen erweisen. Beim Entscheid über
die Angemessenheit des Beizugs eines Anwalts sind neben der Schwere des
Tatvorwurfs und der tatsächlichen und rechtlichen Komplexität des Falls insbe-
sondere auch die Dauer des Verfahrens und dessen Auswirkungen auf die per-
sönlichen und beruflichen Verhältnisse der beschuldigten Person zu berücksichti-
gen. Was die Angemessenheit des vom Anwalt betriebenen Aufwands betrifft, so
wird sich dieser in aus juristischer Sicht einfachen Fällen auf ein Minimum be-
schränken. Nur in Ausnahmefällen wird bei Verbrechen und Vergehen schon der
Beizug eines Anwalts an sich als nicht angemessene Ausübung der Verfahrens-
rechte bezeichnet werden können (BGE 138 IV 197 E. 2.3.4 und E. 2.3.5
S. 203 f.).
3.2. Vorliegend wird dem Beschuldigten vorgeworfen, eine Beschimpfung und
somit ein Vergehen begangen zu haben und es wird beantragt, dass er mit einer
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.– sowie mit einer Busse von Fr. 400.–
zu bestrafen sei (Urk. 11 S. 3). Auch wenn der Tatvorwurf daher grundsätzlich als
eher leicht einzustufen ist, muss bereits aufgrund des als Vergehen ausgestalte-
ten Tatbestandes von Art. 177 StGB sowie angesichts der Verfahrensdauer der
Beizug eines Anwalts als angemessen bezeichnet werden.
3.3. Der Beschuldigte liess für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung
von Fr. 4'202.30 (inkl. Auslagen und 8 % MWST; Urk. 47/1 S. 2; vgl. Urk. 46 S. 2) für
die Kosten seiner anwaltlichen Vertretung beantragen, was als angemessen er-
scheint (vgl. § 18 Abs. 1 AnwGebV i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV).
3.4. Dem Beschuldigten ist daher für das Berufungsverfahren eine Prozessent-
schädigung von Fr. 4'202.30 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse zuzusprechen.
- 23 -