# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a4d8bd7-c25b-5142-8158-7027770f4cbf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
,
ohne Ausbildung und
zuletzt
in der
Abpack
erei
bei der
Y._
AG tätig,
zog sich
am 19. Februar 2017
bei einem Stolper
sturz
eine Frak
tur am linken Sprunggelenk zu
(
Urk.
6/16/10-11
)
.
A
m 10
. April 2017
meldete sich die Versicherte
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 6/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm medizinische und erwerbliche Abklärungen vor und
zog
unter anderem die Akten des Krankentaggeld
- und Unfall
versicherers bei
.
Am 11. August 2017 informierte
sie
die Versicherte darüber, dass aktuell keine Eingliederungsmass
nahmen möglich seien, da die gesundheitlichen Beschwerden eine Arbeitstätig
keit ni
cht zulassen würden (Urk. 6/15).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle bei der MEDAS
Z._
(
Medas
) ein polydisziplinäres Gutachten (Allge
meine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates; Expertise vom
18. März
2019 [
Urk.
6/35
]
)
. Mit Vorbescheid vom 9. September 2019 (Urk. 6/37) stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Versi
cherte am 6. Novem
ber 2019 Einwand (Urk. 6/47)
erhob
. Am 2. Dezember 2019 verneinte die IV-Stelle verfügungsweise einen Leistungsanspruch der Versicher
ten (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 8. Januar 2020 Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte, es sei die Verfügung vom 2. Dezember 2019 aufzuheben und es sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2020 (Urk. 5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 13. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung vom
2. Dezember 2019 (Urk. 2) damit, dass aufgrund der gutachterlichen Abklärungen in der Gesamtwürdigung kein stimmiges Gesamtbild für ein Leiden im Sinne der Invalidenversicherung aufgezeigt
werden könne
. Objektiv sei das Ausmass der Beschwerden nicht nachvollziehbar.
Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich ledig
lich Einschränkungen aus den subjektiven Angaben und die
Beschwerdeführerin
könne
erwerbstätig sein
.
In
neurologischer Hinsicht liege ein
aggravatorisches
Verhalten vor. Die Ressourcen seien aus orthopädischer und allgemein-internis
tischer Sicht unbeeinträchtigt
,
die therapeutischen Optionen
würden nicht aus
geschöpft
,
eine The
rapieresistenz
könne deshalb
vernein
t werden
und es ergäben
sich lediglich Einschränkungen aus den subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin
. Entsprechend sei es
ihr
zumutbar, jegliche Erwerbstätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt auszuüben (S. 2).
2
.
2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1),
es sei unverständlich, wie die Beschwerdegegnerin das
Medas
-Gutachten für be
weiswertig halte und gleichzeitig zum Schluss komme, es läge kein invalidi
sierender Gesundheitsschaden vor, nachdem die Beschwerdeführerin gemäss den
Medas
-Experten auch in einer angepassten Täti
gkeit nicht mehr vollumfänglich
erwerbsfähig sei. Damit weiche die Beschwerdegegnerin ohne weitere Begrün
dung vom Gutachten ab, weshalb die angefochtene Verfügung willkürlich be
gründet und bereits deshalb
aufzuheben sei
(S. 4 f. Ziff. 2.2)
. Davon abgesehen sei die
Medas
-Expertise nicht beweiswertig, da die Gutachter zum Schluss kämen, eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt sei aufgrund des Verlaufs der
Erkrankung fraglich, aber gleichzeitig von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten
Tätigkeit
ausgingen (S. 5 Ziff. 2.3.1). Es fehle zudem eine Begrün
dung für die gutachterliche Feststellung,
wonach
keine Persönlichkeitsstörung vor
liege
, obwohl bei der Beschwerdeführerin
gemäss Expertise
histrionische
und abhängige Persönlichkeitszüge erkennbar seien (S. 6 Ziff. 2.3.2).
Ebenso wenig
sei der Hinweis
der
Medas
-Experten
nachvollziehbar, es werde keine relevante psychiatrische Behandlung durchgeführt, nachdem die Beschwerdeführerin ange
geben habe, sich in psychiatrischer Behandlung zu befinden
(
Ziff. 2.3.3).
Im Weiteren sei die gutachterlich attestierte
80%ige
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
nicht
plausibel
, da der behandelnde Orthopäde die Beschwerdeführerin höchstens in einem kleinen Teilpensum als erwerbsfähig erachte und in der Ex
pertise nicht dargelegt werde, weshalb diese An
sicht nicht geteilt werde (Ziff. 2.
4).
Entsprechend könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden und es liege zudem auch kein ärztlicher Bericht bei den Akten, welcher abschliessend und
be
weiswertig über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin Auskunft geben könne, weshalb die Angelegenheit zu weiteren Abklä
rungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen sei (S. 7 Ziff. 3).
3.
3.1
Die
Medas
-Gutachter
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie FMH,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie FMH,
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates
,
und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin FMH, stellten
in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 18. März 2019 (Urk. 6/35/1-9) folgende Diagnosen (S. 5 f.):
-
mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei:
-
pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung beidseitig, gegenwärtig rechts
betont
-
Diskusextrusion L5/S1 paramedian rechts betont mit schwerer Stenose im Ab
gang des
Recessus
der S1-Wurzel
rechts und Kompression dieser Nervenwurzel
-
Status nach Distorsionstrauma
vom 19. Februar 2017 mit/bei:
-
Status nach Fraktur im Bereich des
Processus
anterior
cal
canei
, mit einem 4 x 10 mm grossen K
n
ochenfragment vermutlich aus dem
Kuboid
st
ammend und Status nach knöchern
em Ausriss des Ligamentum
calca
neocuboideum
dorsale
-
PHS rechts mit Einschränku
ng des Schürzengriff
s
-
bei leichter AC- und
Omarthrose
und habituell l
eicht vermindertem
subacromialem
Raum
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
leichte
Rhizarthrosen
beidseits
-
leichte Gonarthrose links
-
leichte Degen
e
ration OSG rechts
-
Adipositas Grad I (BMI 34.1)
-
arterielle Hypertonie, aktuell mässig eingestellt
-
bronchiale
Hyperr
eaktivität
(bei
Luftwegsinfekte
n
)
-
Status nach Hysterektomie, zirka 2003
-
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
(
ICD-10 Z73)
Die
Medas
-Gutachter führten aus, dass sich i
n der Untersuchungssituation in mehreren Disziplinen deutliche Hinweise für eine Aggravation mit einem ange
strengten,
unphysiologischen
Gangbild
ergäben
. Die Beschwerdeführerin zeige kaum Entlastungsbewegungen in der Untersuchungssituation, lege aber einen sehr leidenden Eindruck an den Tag. Bei der Beschwerdeführerin sei von einer Aggravation auszugehen mit einem aus
dem Zustandsbild nicht ableitbaren,
nicht nachvollziehbaren
und inkonsistenten Verhalten
. Es
er
scheine
nicht plausibel, dass
es der Beschwerdeführerin gar nicht möglich sein soll, mehr a
ls 10 oder 15 Minuten zu sitzen und
nur wenige Meter
zu gehen
und
sie
permanent
grösste
Schmerzen habe, ohne dass Schmerzmittel konsequent eingenommen würden. Das scheinbar völlige Therapieversagen
bezüglich aller
angebotenen Behand
lungen sei in keiner Weise nachvollziehbar.
Hinsichtlich der
häusliche
n
Situation bestehe eine vollumfängliche Versorgung seitens der Schwiegertochter der Be
schwerdeführerin, wel
che im gemeinsamen Haushalt lebe
, weshalb der psychoso
ziale Support optimal sei.
Angesichts der Inkonsistenzen, welche in der Gesamt
schau als ausgeprägt negative Antwortverzerrung und
aggravatorisches
Verhal
ten zu werten seien, könne die Arbeitsfähigkeit lediglich medizin-theoretisch festgelegt werden.
Die
Medas
-Gutachter
hielten
weiter
fest
, dass die
Ausübung der
angestammte
n
Tätigkeit seit Ende 2016 nicht mehr zumutbar sei. In angepasster Tätigkeit bestehe unter Berücksichtigung des Belastungsprofils eine Arbeitsfähigkeit
von mindes
tens 80 % (ganztägig,
Leistungsminderung höchste
n
s 20 %), wobei auf
grund des
aggravatorischen
Verh
altens eine genauere Festlegung nicht möglich sei
(S. 8).
3.2
In
seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 15. März 2019 (Urk. 6/35/140-151)
wies Dr.
A._
darauf hin,
dass
im Rahmen
der psychiatrischen Untersuchung eindeutige Hinweise für eine Aggra
v
ation
bestünden
. Dafür spreche
das sehr angestrengte und sehr
unphysiologische
Gangbild der Beschwerdeführerin bei Ankunft. In der Untersuchungssituation mache sie ständig die Augen zu, als wäre sie schwer krank
,
zeige
aber
kaum Entlastungsbewegungen. Sie
mache
einen sehr leidenden Eindruck, nehme jedoch
keine Analgetika ein. E
ine psychiatrische Be
handlung sei erst seit
zwei
Sitzungen aufgenommen worden und auch die Aus
sage der Beschwerdeführerin, sämtliche bisherigen Behandlungsmassnahmen hätte
n keinen Erfolg gebracht, scheine nicht konsistent. Im Weiteren habe die
Beschwerdeführerin
bei dem im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung durch
geführten Symptomvalidierungsverfahren nur 3 von 15 Punkten
erzielt, wobei dieser
Wert für ein suboptimales Antwortverhalten
spreche
. Wäre das Ergebnis echt, käme es einer
schwergradigen
Demenz gleich, wofür es kl
inisch keine An
haltspunkte gebe
. Eine solche Ausprägung sei als bewusste negative Leistungs
verzerrung zu bewerten
(
S. 10).
Gutachter
Dr.
A._
führte weiter aus, dass aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
bestehe
. Bisher l
ägen
auch keine Information
en
betreffend die
Beurteilung des
psychischen Zustands vor, wobei die
frühere Untersuchung
im Zusammenhang mit der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL
)
sehr auffällig gewesen sei und sich auch dort Hinweise auf Aggravation ergeben hätten (S. 10).
Bei der Beschwerdeführerin sei von einer unzureichenden Authentizität und Glaubhaft
igkeit
der gezeigten Symptome auszugehen, wobei sie teilweise auch unvollständige und ungenaue Antworten gebe. Im Hinblick auf die Behand
lungs
aktivität zeigten sich unter besonderer Berücksichtigung der a
ktuellen Medika
mentenspiegel Wi
dersprüche, jedoch keine Hinweise für eine Therapieresistenz (S. 11, S. 9).
Dr.
A._
führte weiter aus, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht keine Störung der Ressourcen
bestehe. Es zeigte
sich keine Beeinträchtigung
bei der Wissensanwendung und der Durchsetzung ihrer Ziele, die auch auf das Arbeitsleben übertragbar wären. Sie sei zu interpersonellen Interaktion
en
und Bezie
hungen im Stande und könne auch
aufgrund
der hinreichenden persön
lichen Ressourcen erwerbstätig sein. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten und
in einer angepassten Tätigkeit, wobei dies
auch in retrospektiver Hinsicht gelte
(S. 11 f.).
3.3
Dr.
D._
ver
wies
in seinem allgemein-internistischen Teilgutachten vom 14. Februar 2019 (Urk. 6/35/155-167)
auf eine Diskrepanz zwischen der
(wohl verdeutlichenden)
Angabe der Beschwerdeführerin, maximal 10 bis 15 Minuten sitzen zu können und der während der Untersuchung beobachteten Sitzdauer von fast einer halben Stunde
(
S.
11
)
.
Aus allgemein-internistischer Sicht bestünden keine wesentlichen Funktions
störungen und die Ressourcen seien nic
ht beeinträchtigt (S. 11). Die g
eklagten pulmonalen Symptome beruhten auf einer im Januar 2018 diagnostizierten bron
chialen Hyperreagibilität, wobei ein Asthma nie klar manifest geworden sei. Sie
träten
interkurren
t bei viralen Infekten auf
und seien gut behandelbar
, wobei sie durch
eine
Rhinopa
thie
und den Reflux verstärkt wü
rden, welcher ebenfalls be
handelt werde.
Es falle zudem
eine gewisse Tendenz auf, wegen geringfügiger Symptome wiederholte ärztliche Konsultationen aufzusuchen. Folgen für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestünden dadurch keine. Die Adipositas habe per se keine Einschränkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Ebenso wenig bestünden von
gastroen
terologischer
Seite wesentliche
Beeinträchtigungen und auch die
Kreislauf-
Situation habe keine unmittelbaren Folgen
auf
die
Arbeits
fähigkeit (S. 11).
Dr.
D._
führte weiter aus, dass aus allgemein-internistischer Sicht sowohl für die angestammte als auch eine angepasste Tätigkeit eine
100%ige
Arbeits
fähig
keit (Pensum 5 Tage pro Woche, 8.5 Stunden pro Tag) bestehe, wobei die ständige Exposition in Kälte wegen der Tendenz zu Erkältungen mit respiratorischen Symptomen
ungünstig
sei. In retrospektiver Hinsicht bestünden zu keinem Zeit
punkt Affektionen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, abgesehen von inter
kurrenten Perioden während
Hospitalisationen
und
Rekonvaleszenzzeiten
(S. 12).
3.4
Dr.
C._
führte
in ihrem orthopädischen Teilgutachten vom 10. Januar 2019 (Urk. 6/35/168-190)
aus, dass die klinischen Befunde der Lendenwirbelsäule nicht verwertbar seien, da die Beschwerdeführerin während der Untersuchung nicht kooperiert habe und sich Inkonsistenzen gezeigt hätten.
Die Beschwerdeführerin klage beispielsweise über Ausstrahlungen nach links, der radiologische Befund sei jedoch rechts. Die Beschwerden seien nur teilweise nachvollziehbar oder
die
Beschwerdeführerin
verwechsle einfach die Seiten.
Objektiv sei
en
kein paraver
tebraler Hartspann und soweit beurteilbar keine radikulären Zeichen feststellbar gewesen
. Die Beweglichkeit der rechten
S
chulter sei im Schürzengriff einge
schränkt und ansonsten unauffällig. Das
OSG
rechts sei
bland
, links fänden sich lokale
Druckdolenzen
, aber keine Hinweise auf ein CRPS
(S.
20
)
.
Die orthopädische Expertin wies weiter
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin überall lege
artis versorgt worden sei und
es während des Verlaufs der Erkran
kung und des Heilungsprozesses nach dem Sturz vom Februar
2017 zur Symp
tomausweit
ung und zu inkonsistentem Verhalten gekommen sei.
Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe
der fünfwöchige Reha-Aufenthalt
nicht
geholfen respektive es helfe alles nichts.
Das
inkonsisten
te Verhalten erschwere eine Rei
ntegration der Beschwerdeführerin in den ersten Arbeitsmarkt
und
das Aus
mass der Beschwerden
sei objektiv
nicht nachvollziehbar (S. 21).
In orthopädischer Hinsicht seien folgende Verrichtungen
unz
umutbar: Heben/
Tragen von Lasten über 7 kg beidseits, Arbeiten in Zwangspositionen des Rump
fes und in gebeugter/gebückter Position, Überkopfarbeiten rechts, Arbeiten mit schlagenden/vibrierenden Maschinen, rein stehende und
rein gehende
Verrich
tungen, Besteigen von Treppen/Gerüsten, Gehen auf unebenem Grund. Die Aus
übung der angestammten Tätigkeit
sei seit Ende 2016 nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit sei unter Berücksichtigung des genannten Belas
tungsprofils eine vollschichtige Präsenz zumutbar. Es sei von einer Leistungs
minderung von 20 % auszugehen, wobei
eine genauere Festlegung
aufgrund des
aggravatorischen
Verhaltens der Beschwerdeführerin nicht möglich sei.
D
ie ge
nannte Arbeitsfähigkeit und das Zumutbarkeitsprofil
seien spätestens seit
dem Zeitpunkt der orthopädischen Untersuchung respektive Mitte Dezember 2018 anwendbar. Aufgrund des
aggravatorischen
Verhaltens, welches auch schon
vor
her
als Befundinkonsistenz und Symptomauswei
t
ung beschrieben worden sei, sei eine genauere Festlegung der
retrospektiven
Leistungsfähigkeit nicht möglich. Es dürfe aber davon ausgegangen werden, dass schon länger eine leidensadaptierte Tätigkeit mög
l
ich gewesen wäre (S.
21 f.)
.
3.5
Der neurologische Gutachter
Dr.
B._
führte
in seinem Teilgutachten vom 15. März 2019 (Urk. 6/35/191-205)
aus
, dass sich
im
Symptomvalidierungsver
fahren
erneut ein pathologischer Befund von lediglich 5 von 15 Punkten gezeigt habe, obwohl dieser Test der Beschwerdeführerin bereits von der vorausgehenden psychiatrischen Untersuchung bekannt
gewesen
sei und
von
ein
em gewissen
Übungseffekt
ausgegangen
werden
dürfe
.
Dieses Testergebnis
spreche für ein deutlich suboptimales Antwortverhalten und käme einer durchaus schon
schwe
rer
gradigen
Demenz gleich, wofür es klinisch sicherlich keine Anhaltspunkte
gebe. Eine solche Ausprägung sei als bew
usste negative Leistungsverzerr
ung zu bewerten
(S.
10
).
Im Weiteren wies d
er neurologische Gutachter darauf hin, dass ungeachtet der
Angabe der Beschwerdef
ührerin von maximalen Schmerzen –
ein Schmerz von VAS 10/10 entspreche
gemäss
VAS-
Terminologie einem
höchste
n
menschenvor
stellbare
n
vernichtende
n
Folterschmerz –
zum
Zeitpunkt
der neurologischen Begutachtung
keine Schmerzmittel respektive
solche
zuletzt am Vorabend einge
nomm
en worden
seien
. Keines der in Frage kommenden Schmerzmittel
habe
auf
grund der Laboruntersuchung vom 19. Dezember 2018 im Serum detektiert werden
können
. Die Angabe über eine solche extreme Schmerzausprägung sei mit der aktuellen Therapieaktivität in keiner Weise kongruent (S. 10).
Dr.
B._
hielt
ferner
fest, dass unter neurologischen Gesichtspunkten hin
sichtlich des Rückenleidens das Bestehen degenerativer Veränderungen als un
zweifelhaft erscheine, wobei gemäss den
anamnestischen Angaben vorrangi
g
myofasziale
Beschwerden anzunehmen seien. Einziger aktuell auffälliger Befund sei ein nicht sicher auslösbarer ASR rechts, welcher gemäss Aktenlage früher besser darstellbar gewesen sei.
I
n der
Lasègue
-Prüfung
sei
kein objektivierbarer richtiggehender positiver
Lasègue
feststellbar, sondern vielmehr ein Pseudo-
Lasègue
mit Schmerz lumbal, bestenfalls bis zum Gesäss reichend. Eine klassische
und erwartungsgemässe
Ausstrahlung im S1
-Seg
ment werde
indessen
nicht beschrieben. Des Weiteren sei das
Bein immerhin bis zur Höhe
70
führbar
und
es sei
ein
Langsitz
mit 9
0
aufgerichteter Oberkörperposition un
d gerade gericht
eten Beinen
möglich. Selbst wenn eine leichte Irritation
für die S1-Wurzel rechts
nicht ausgeschlossen sei, so sei eine schwerer wiegende radikuläre Kompression nicht plausibel, zumal die Beschwerdeführerin auch am rechten Bein keine signifikante segmentbezogene sensomotorische Defizitsymptomatik benennen könne und eine solche auch nicht im klinischen Befund sichtbar sei (S. 11).
Der neurologische Gutachter wies auf massive Befundinkonsistenzen hin. Ab
gesehen vom auffälligen Resultat im Symptomvalidierungsverfahren
erscheine
es
aufgrund der aktuellen Symptomatik
/
Bildgebung sowie der klinischen Befund
lage
nicht plausibel, dass es der Beschwerdeführerin nicht möglich sein soll, mehr als 10 oder 15 Minuten zu sitzen
oder
nur wenige Meter
zu gehen, sie
dauernd
grösste
Schmerzen habe, ohne dass aber Schmerzmittel konsequent eingenom
men
würden.
Ebenso wenig sei d
as scheinbar völlige
V
ersagen
s
ämtlich
er
angebotener
Behandlungen
nachvollziehbar
(S. 11
).
Bezüglich der Fussschmerzen hielt Dr.
B._
fest, dass aktenkundig zwar die Diagnose eines CRPS beschrieben worden sei,
sich aber aus der aktuellen Unter
suchung keinerlei Hinweise mehr auf das manifeste Bestehen von Res
idual
zu
ständen nach CRPS ergäb
en. Sollte
je ein solches vorgelegen haben -
für welches aus heutiger Sicht gemäss der aktuell
erhebbaren
Anamne
se erhebliche Zweifel bestünden -
,
so seien aus neurologischer Sicht sicherlich keine Folgen mehr ableitbar. Die Beschwerd
eführerin habe explizit beschrie
ben, dass sie lediglich initial eine Verfärbung am linken Fuss festgestellt habe, was nicht einer vegetativ vaskulären Reaktion des CRPS
entspreche
, zumal
eben auch initial und nicht erst als Folge di
eser aufgetreten
.
D
ie
Beschwerdeführerin
habe
z
udem
v
on einem
durchaus typische
n
Remittieren dieser Verfärbung binnen zirka sechs Wochen
und eine
r
Besserung der damaligen Schwellung
berichtet
.
Eine k
onkrete Verän
derung de
r Temperatur, des Haarwachstums und
der
Sudomotorik
habe die Be
schwerdeführerin explizit und wiederholt – auch retrospektiv erfragt – verneint. Es erscheine deshalb wesentlich plausibler, dass
die behandelnden Ärzte
aufgrund der dysfunktionalen Schmerz
angabe
der Beschwerdeführerin ohne hinreichende Abgrenzung anderer Schmerzgründe
die dysfunktionale
Schmerzbeschreibung einem CRPS zuwiesen
,
ohne dass dieses objektiv vorgelegen
habe
. Auch die Sensibilitätsstörung am linken Fuss habe gemäss Anamnese der Beschwerde
führerin bereits vorbestanden und habe sich nach dem Unfall vom Februar 2017 in keiner Weise verändert, weshalb keine distale Generalisierung anzunehmen sei (S. 12).
Im Weiteren führte der neurologische Experte
aus, dass in der angestammten Tätigkeit keine über die orthopädische Bewertung hinausgehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe.
Unter
Abgrenzung der hochgradigen Inko
nsistenzen sei davon auszugehen,
dass eine leidensangepasste Tätigkeit sicherlich ganztätig und mit voller Leistungsfähigkeit medizinisch zumutbar sei
(S. 14)
.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass d
as
Medas
-Gutachten vom 18. März 2019
inklusive Teilgutachten
(vgl. E. 3) den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise
entspricht
. So ist es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand und der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin. Es beruht sodann auf den notwendigen
internistischen,
psychiatrischen,
orthopädischen und
neurologischen
Untersu
chu
n
gen. Die Gutachter berücksich
tigten detailliert die geklagten Beschwerden
und setzten sich damit auseinander (Urk. 6/35/141-151 S. 3
f.
, S. 10
; Urk. 6/35/155-167
S. 5 f.
, S. 10 f.
; Urk. 6/35/168-190 S. 14 f.
, S. 21
;
Urk. 6/35/192-205 S. 4 f
.
, S. 12 f.; Urk. 6/35/191
-205
S. 4 f.,
S.
12 f.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben, wobei sich die Guta
chter zur
Krankheitsentwicklung
äusserten und Bezug auf die medizinischen Vorakten nahmen (
Urk.
6/35/10-28 S. 1 ff.
,
Urk.
6/35/141-151 S. 7 f.;
Urk. 6/35/155-167 S. 3 f.;
Urk. 6/35/168-190 S. 3 ff.
; Urk. 6/35/191
-205 S. 3
). Schliesslich leuchtet die Expertise in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
und die Schlussfolgerungen
im Gut
achten
sind begründet.
Die Experten schälten insbesondere die Inkonsistenzen
zwischen den geschil
derten Beschwerden und den objektiven Befunden respek
tiv
e dem t
eilweise gezeigten Verhalten der
Beschwerdeführer
in
heraus (
Urk. 6/35/1-9
S. 4, S. 7 f.;
Urk. 6/35/140-151 S. 10
f.
;
Urk. 6/35/155-16
7 S. 11; Urk. 6/35/168-190
S. 20 f.
;
Urk. 6/35/191
-205 S. 10
f.
) und würdigten diese in einleuchtender Weise.
In diesem Sinne
diagnostizierte der psychiatrische Gutachter
Dr.
A._
in nach
vollziehbarer Weise
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
(
ICD-10 Z73
)
, welchen
er
unter Hinweis auf das Fehlen einer Störung der Ressourcen
der Beschwerdeführerin
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bei
mass (Urk. 6/35/140-151 S. 11
f.
).
Gleichermassen verneinte
Dr.
D._
einleuchtend das Vorliegen von internistischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
(
Urk. 6/35/155-167 S. 11 f.). In orthopädischer Hinsicht le
gte Dr.
C._
eingehend dar, dass
die Beschwerdeführerin unter einem chronischen
lumbo
spondylogenen
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Zeichen, Restschmerz
en im Zu
sam
menhang mit dem
OSG links und
unter
einem PHS
rechts leide, welche
un
ter Berücksichtigung des
aggrava
torischen
Verhaltens der Beschwer
deführerin zu
einer mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führ
t
e
n
.
Den
im Übrigen diagnostizierten leichten
Rhizarthrosen
beidseits,
leichten
Gon
arthrosen links und
der leichten
Degeneration
des OSG rechts mass
er
keine Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bei (Urk. 6/35/168-190 S. 20 ff.). Dr.
B._
diagnostizierte aus neurologischer Sicht ein lumbospondylogenes Schmerzsyn
drom mit
pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung beidseitig, wobei er
unter Ver
weis auf
eine
Aggravation
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit ausging. Das Vorliege
n eines CRPS im Zusammenhang mit dem linken Fuss verneinte der neurologische Gutachter respektive mass
einem solchen
keine Auswirkungen auf die Arb
eitsfähigkeit bei (Urk. 6/35/191
-205 S. 10 f.,
S.
14
).
Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den
Beweis
wert eines ärztlichen Gut
achtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die Entscheidfindung grundsätzlich darauf abzustellen ist.
4.2
4.2.1
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kon
stel
lation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine
solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwi
schen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anam
nese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhal
ten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
4.2.2
Die
M
edas
-Gutachter gingen von deutlichen Hinweisen für eine Aggra
v
ation aus.
Dres
.
E._
und
B._
legten dar, dass d
ie
Beschwerdef
ührer
in
bei dem
im
Rahmen
der psychiatrischen und neurologischen Untersuchungen durchge
führ
ten Symptomvalidierungsverfahren ein bewusst negatives Antwortverhalten ge
zeigt
habe (Urk. 6/35/140-151 S. 10, Urk. 6/
35/191
-205 S. 10).
Dr.
E._
wies sodann
auf ein teilweise dramatisierendes Verhalte
n hin, indem die Beschwerde
führerin
sehr
breitbasig
langsam Schritt für Schritt gegangen sei, sich mit beiden Armen in der Luft abgestützt habe und am Ende der Exploration stehen geblieben sei, als könne sie keinen Schritt mehr gehen, und dann den Gang in der auf
fälligen Form fortgesetzt habe. Auffallend sei dabei gewesen, dass bei der Be
schwerdeführerin kaum Entlastungsbewegungen im Sitzen
zu beobachten gewe
sen seien
. Die Beschwerdeführerin sei plötzlich aufgestanden, habe sich mit den Händen am Rücken gefasst, die Augen geschlossen, als könne sie plötzlich nicht mehr reden, und habe sich nach den
zuvor
gestellten Fragen erkundigt, wobei sie dies mehrfach wiederholt
habe
(Urk. 6/35/140-151 S. 8, S. 10)
.
Im Weiteren seien d
ie Antworten der Beschwerdeführerin teilweise unvollständig und ungenau aus
gefallen (S. 11). Dr.
B._
führte aus,
dass
im Rahmen der Laboruntersuchung
im Blut der Beschwerdeführerin kein Schmerzmittel hätte nachgewiesen werden können. Dies stehe nicht nur im Widerspruch zu ihren Angaben, sie hätte zuletzt am Vorabend der Untersuchung
Analgetika
eingenommen, sondern sei auch mit den von ihr
g
eklagten maximalen Schmerzen nicht kongruent
(Urk. 6/35/191
-205 S. 10).
Im Weiteren erscheine es aufgrund der aktuellen Symptomatik und klinischen Bildgebung nicht plausibel, dass die Beschwerdeführerin gemäss eige
nen Angaben nicht mehr
als
10/15 Minuten sitzen und nur wenige Meter gehen könne. Ebenso wenig sei
ihr
Hinweis, sämtliche Therapien hätten nicht ange
schlagen,
nachvollziehbar (S. 11). Die
orthopädische Gutachter
in
Dr.
C._
v
erwie
s auf
eine
mangelnde Kooperation der Beschwerdeführerin während der Unter
suchung,
das
Vorliegen von Inkonsistenzen – die Beschwerdeführerin klage bei
spielsweise über Ausstrahlungen in die linke Seite, der radiologische Befund sei aber rechts
–, die Aussage der Beschwerdeführerin, dass sämtliche Therapien –
insbesondere auch der fünfwöchige Reha
-A
ufenthalt – nicht
s
gebracht hätten, sowie auf eine fehlende Nachvollziehbarkeit des Ausmasses der objektiven Be
schwerden
respektive auf eine Symptomausweitung
(Urk. 6/35/168-190 S. 20 f.)
.
Im Bericht der
medbase
vom 13.
Februar
2018 betreffend
die am 30./31. J
anuar 2
018 durchgeführte EFL (Urk. 6/20
/4-8) wurde ausgeführt, dass die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit aufgrund der beobachteten erheblichen Symptomauswei
t
ung nicht verwertbar seien.
Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nur
teilweise
erklären und die bestehenden Symptome seien nur ansatzweise durch die Diagnose
n
erklärbar (S. 4)
.
Die behandelnden Ärzte der
Klinik F._
berichteten am 4. September 2017 von einer Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden, der angege
benen Sensibilitätsminderung und dem relativ gering ausgeprägten MRI-Befund (Urk. 6/35/117-118 S. 2) respektive wiesen am 26. Februar 2019 auf eine diffuse Schmerzsymptomatik im
gesamten
Fussbereich hin (Urk. 6/36/133-134 S.
2).
Nach dem Gesagten ergeben sich aus den Akten klare Hinweise auf eine Aggra
vation der Beschwerdeführerin
.
Vor diesem Hintergrund erübrigt sich die Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahrens nach Massgabe von BGE 141
V
281.
4.3
Was die
von
der Beschwerdeführerin gegen
das
Medas
-
Gutachten
vorgebrachten
Einwände
angeht
(Urk. 1 S. 5 ff. Ziff. 2.3 ff.), ist Folgendes
zu bemerken
:
Der Hin
weis,
die Expertise
sei deshalb nicht beweiswertig, weil die
Gutachter
eine Rein
tegration in den ersten Arbeitsmarkt verneinten, aber gleichzeitlich von einer
80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgingen (
S. 5 Z
iff.
2.3
.1
)
,
geht ins Leere. D
ie
orthopädische
Expertin
erachtete eine Reinte
gration nicht aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung der Beschwerde
füh
rerin als erschwert, sondern wegen ihres
aggravatorischen
Verhaltens
(Urk. 6/35/168-190 S. 21).
Ebenso wenig überzeugt
der Hinweis
,
eine Persönlichkeitsstörung
sei
ohne Be
gründung verneint worden
, obwohl gemäss
Gutachten
histrionische
und abhän
gige Persönlichkeitszüge erkennbar seien
(Urk. 1 S. 6 Ziff. 2.3.2
). Der psychia
trische Experte führte aus, dass sich bei der Beschwerdeführerin keine Beeinträch
tigung bei der Wissensanwendung und der Durchsetzung ihrer Ziele zeige und sie (die Beschwerdeführerin) zu interpersonellen Interaktionen und Beziehungen im Stande sei und über hinreichende persönliche Ressourcen verfüge (Urk. 6/35/140-151 S. 11).
Im Übrigen kann aus dem Vorliegen von
histrioni
schen
und abhängigen
Persönlichkeitszügen nicht per se auf das Vorliegen einer Persönlichkeit
sstörung geschlossen werden
.
Bezüglich des
Einwand
s
, die Gutachter seien von einer fehlenden psychiatrischen Behandlung ausgegangen, obwohl die Beschwerdeführerin angegeben habe, sich in entsprechender Therapie zu befinden (Urk. 1 S.
6 Ziff.
2.3.3
)
,
ist Folgendes zu berücksichtigen:
Die
Experten
hielten in ihrer interdiszip
linären Gesamtbeurtei
lung fest, eine relevante psychiatrische Therapie finde nicht statt, da die Be
schwerdeführerin lediglich ein pflanzliches Medikament
ein
nehme und erst zwei psychiatrische Therapiestunden stat
tgefunden hätten (Urk. 6/35/1-9
S. 4). Sie verneinten somit nicht jegliche psychia
trische Behandlung, sondern ein
e
in einem
relevanten
respektive
adäquaten Umfang
durchgeführte psychiatrische Therapie. Die Beschwerdeführerin
gab gegenüber
dem psychiatrischen Gutachter an, sie sei erst
zweimal b
ei ihrem Psychiater
gewesen
und
habe
sich
zuvor
nie
eine
r
psy
chiatrische
n
Therapie
unterzogen
(Urk. 6/35/140-151 S. 7
).
Im Rahmen der neu
rologischen Begutachtung bemerkte die Beschwerdeführerin, dass sie zirka im September [2018] zuletzt beim Psychiater gewesen sei und im Januar [2019] wieder ein Termin anstehe (Urk. 6/35/191-205 S. 6).
Schliesslich geht auch das
Argument, die gesamtgutachterlich attestierte Arbeits
fähigkeit von 80 % in angepasster Tätigkeit sei nicht nachvollziehbar, weil der behandelnde Orthopäde die Erwerbsfähigkeit lediglich in einem kleinen Teilpen
sum als möglich erachte (Urk. 1 S. 6 Ziff. 2.4),
in
s
Leere.
Die
orthopädische Gut
achterin
legte eingehend dar, weshalb in einer angepassten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (Urk. 6/35/
168-190 S. 20 ff.). Im einzig aktenkundigen Bericht des behandelnden Orthopäden
Dr.
med.
G._
, Sp
ezialarzt Chirurgie/Orthopädie F
MH Handchirurgie (D)
,
vom 31. Oktober 2018 (Urk. 6/35/50-53) finden sich demgegenüber keine Angaben betreffend Arbeits
fähigkeit.
4.4
Zusammenfassend steht fest, dass die Beschwerdeführer
in
in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig
ist.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere
medizinische
Abklärungen durchzuführen (Urk. 1 S. 7 Ziff. 3), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen) verzichtet werden. Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Bei diesem Ergebnis geht der Einwand der Beschwerdeführerin betreffend
willkür
liche Begründung der ang
efochtenen Verfügung (Urk. 1 S.
4
f. Ziff. 2.2) ins Leere.
Unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Beschwerdeführerin über keine Ausbildung verfügt und
vor Eintritt des Gesundheitsschadens als
Produktions
mitarbeiterin bei der
Y._
AG
mehrere Jahre
eine Hilfstätigkeit (Kompe
tenz
niveau 1) ausübte
(
Urk. 6/11/1-5,
Urk. 6/
3
)
, ist mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
davon auszugehen
, dass die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensangepassten Verrichtung keine
n
rentenbegründenden Invalidi
tätsgrad von 40 %
(vgl. E. 1.2)
zur Folge hat
.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert i
m Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die Kosten des Verfahrens auf Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss d
er
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.