# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4689f6e7-a49d-415f-8625-ea8f728a62e3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1972 in O.1_ geboren. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Von Beruf ist er Unternehmensberater. Laut Auskunft des Steueramtes O.2_ hatte X._ im Steuerjahr 2010 ein  von Fr. 170‘500.-- und ein Vermögen von Fr. 9‘000‘000.--. X._ ist im schweizerischen Zentralstrafregister nicht verzeichnet. Laut ADMAS-Register wurde er am 24. Juli 2008 wegen einer Wiederhandlung bezüglich Geschwindigkeit verwarnt.
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 7. Oktober 2011 wurde X._ der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 170.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 600.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._, bestraft. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Am 21. Juli 2011, um 12.05 Uhr, lenkte der Beschuldigte seinen Personenwagen Mini Cooper S Cabrio, Kontrollschild _, von O.3_ herkommend Richtung O.4_. Auf der S.1_, _, zwischen O.5_ und O.7_, in der Örtlichkeit O.8_, überholte der Beschuldigte mindestens zwei Fahrzeuge, obwohl der dafür nötige Raum auf der Gegenfahrbahn bzw. der Abstand zu dem auf der Gegenfahrbahn fahrenden Fahrzeug von A._ nicht ausreichend war. Um eine Kollision zu verhindern, musste A._, der mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h fuhr, auf ca. 60-70 km/h abbremsen. B._, der vom Beschuldigten zuletzt überholt wurde, musste sein Fahrzeug stark nach rechts gegen die Leitplanke lenken, um dem Beschuldigten das rechtzeitige Wechseln auf seine Fahrbahn zu ermöglichen. Der Abstand vom Fahrzeug des Beschuldigten zu dem auf der Gegenfahrbahn entgegenkommenden Personenwagen von A._ betrug bei Abschluss des Überholmanövers lediglich ca. 20 bis 30 Meter.“
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 14. Oktober 2011 Einsprache bei der Staatsanwaltschaft, worauf diese in der Folge die Strafuntersuchung ergänzte.
D. Am 28. Februar 2012 teilte die Staatsanwaltschaft X._ den Schluss der Strafuntersuchung mit und stellte die Überweisung des Strafbefehls an das Bezirksgericht Prättigau/Davos in Aussicht. X._ wurde zudem eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen.
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E. Am 30. April 2012, mitgeteilt am 3. Mai 2012, verfügte die Staatsanwaltschaft die Überweisung des Strafbefehls an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Zudem teilte sie mit, dass sie am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl als Anklageschrift gelte (Art. 356 Abs. 1 StPO).
F. Die Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 1. Oktober 2012 vorgeladen wurde, fand am 6. Dezember 2012 statt. Anwesend waren X._ als Beschuldigter in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Barth. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden
1. X._ sei schuldig zu sprechen der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG.
2. Die beschuldigte Person sei mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 170.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu bestrafen.
3. Die beschuldigte Person sei zudem mit einer Busse von CHF 600.00 zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.
4. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen.
Anträge von X._
1. X._ sei vom Vorwurf der Verletzung von Verkehrsregeln, insbesondere der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 2 SVG vollumfänglich freizusprechen.
2. Eventualiter sei X._ wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG für schuldig zu befinden und hierfür milde zu bestrafen.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
G. Gegen das am 6. Dezember 2012 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und am 11. Dezember 2012 ohne schriftliche Begründung im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos meldete X._ am 12. Dezember 2012 Berufung beim Bezirksgericht Prättigau/Davos an. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Prättigau/Davos den Parteien am 1. März 2013 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
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„1. X._ ist schuldig betreffend grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG.
2. Dafür wird X._ bestraft mit:
a) einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 170.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und
b) einer Busse von CHF 600.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von vier Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3‘483.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1‘083.00, Gerichtsgebühren CHF 2‘400.00) gehen zu Lasten von X._.
X._ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:
Busse Fr. 600.00 Fr. 700.--
Verfahrenskosten Fr. 3‘483.00 Fr. 3‘832.50
Total Fr. 4‘083.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations