# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1dc732ea-a0bd-42fb-9bee-7ddb9a7a5ad5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war arbeitslos und bei der Schweizerischen Un
fallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert, als er am 21. März 2016 anlässlich eines unbezahlten Probetags beim Arbeiten auf der Hebebühne ausrutschte, fiel und sich dabei am linken Knie verletzte (vgl. Urk. 7/1).
1.2
Die Suva anerkannte das Ereignis vom
21. März 2016
als Unfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Am 8. Februar 2021 (Urk. 7/322/1-3) teilte sie dem Versicherten mit, sie stelle die gesetzlichen Leistungen per 30. April 2021 ein. Mit Verfügung vom 3. März 2021 (Urk. 7/332) verneinte die Suva bei einem Invalidi
tätsgrad von 7.69
%
einen Rentenanspruch und sprach dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 20
%
eine Integritätsentschädigung von Fr
. 29'640.--
zu.
Die vom zuständigen Krankenversicherer erhobene Einsprache (Urk.
7/336
) wurde
am
30. April 2021
wieder zurückgezogen (Urk.
7/345
). Die vom Versicherten am
19. April 2021
erhobene
(Urk. 7/341) und am 8. Juni 2021 ergänzte (Urk. 7/357)
Einsprache wies die
Suva
am
3. August 2021
ab (Urk.
7/363
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
30. August 2021
Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom
3. August 2021
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend ab 1. Mai 2021 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 15
%
zuzusprechen
(Urk. 1 S
.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
27. September 2021
(Urk.
6
) beantragte die
Be
schwer
degegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer am
5. Oktober 2021
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG
) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde legen, die in Geltung standen, als sich der zu den mate
riellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderungen vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereig
net haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangs
bestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 21. März 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Be
rufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
s
unfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird ge
mäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inv
a
lideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
n
en, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
gestützt auf den Untersuchungsbericht ihres Kreisarz
tes vom 4. Februar
2021 (Urk. 7/317
) von einem stabilen medizinischen Endzustand aus. Durch die Fort
setzung von ärztlichen Behandlungen könne keine namhafte Besserung des Ge
sundheitszustandes mehr erwartet werden, insbesondere sei eine Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten beruflichen Tätigkeit nicht mehr zu erreichen. In Anbetracht der Unfallfolgen seien dem
Beschwer
deführer
leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten vollzeitig zumutbar (E. 4
.
a.
aa
). Medizinische Berichte, welche dem widersprechen würden, lägen den Akten grundsätzlich nicht bei. Soweit die Hausärztin eine zusätzliche Leistungseinbusse von zirka 10 bis 20
%
geltend mache, könne ihr nicht gefolgt würden, da sie diese mit keinem Wort begründe
(E.
4.
b)
.
Hinsichtlich der Bemessung des
Valideneinkommens
könne nicht an den zuletzt erzielten L
ohn angeknüpft werden, da der
Beschwerdeführer
bereits vor dem Un
fallereignis arbeitslos gewesen sei. Gestützt auf statistische Werte (Kompe
tenz
niveau 2) ergebe sich ein
Valideneinkommen
im Jahr 2021 von Fr. 71'319.30 (E.
5.
a
.bb
).
Hinsichtlich des Invalideneinkommen betrage das Jahreseinkommen im Jahr 2021 gestützt auf statistische Werte (Kompetenzniveau 1) grundsätzlich
Fr. 69'474.9
5.
Der Umstand allein, dass einer versicherten Person nur mehr leichte
Arbeiten zumutbar seien, sei rechtsprechungsgemäss selbst bei einer ein
geschränk
ten Leistungsfähigkeit kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, weil der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mitt
el
schweren Tätigkeiten umfasse. Da der
Beschwerdeführer
weiterhin in der Lage sei, leichte Arbeiten zu verrichten, sei hierfür kein Abzug vorzunehmen. Daran ändere auch der Verweis des Beschwerdeführers auf BGE 126 V 75 nichts, da das Bundesgericht damals noch auf das heute nicht mehr verwendete An
forde
rungs
niveau 4 abgestellt habe
. Die Rechtsprechung zu dem seit
der Lohnstruktur
erhe
bung (LSE) 2012 bestehenden Kompetenzniveau 1, wie sie nun in reichhal
tiger Weise vorliege, sei zu jenem Zeitpunkt denn auch noch nicht etabliert ge
wesen. Darüber hinaus würden die übrigen wenigen Limitationen, welche das kreisärzt
liche Zumutbarkeitsprofil enthalte (wechselbelastende und vorwiegend sitzende Arbeiten)
,
durch den vorgenommenen leidensbedingten Abzug von 5
%
ausrei
chend abgedeckt (E. 5.b.bb). Das Invalideneinkommen bel
aufe sich folglich auf
Fr. 66’0
01.20, womit ein Invaliditätsgrad von 7.46
%
resultiere (E. 5.b.cc
und E. 5c
) und entsprechend kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (E. 5.d).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), der
von der Beschwerdegegnerin zugestandene Leidensabzug von 5
%
werde der medi
zinischen Gesamtsituation nicht gerecht. Der Kreisarzt unterlasse es, das sehr rudimentär formulierte Belastungsprofil zu begründen. Immerhin führe er aus, dass die regelmässige Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshem
menden Medikamenten zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit
notwendig sei. Er gehe somit von einer Schmerzsituation aus, welche die Leistungsfähigkeit in jeglicher Arbeit beeinträchtige (S. 3 Ziff. 2). Im Gegensatz dazu sei die Haus
ärztin der Auffassung, dass ihm nur
vor allem
sitzende Tätigkeiten mit sehr wenig Wechselbelastungen zumutbar seien, da vor allem die Positionswechsel zu ver
mehrten Schmerzen führten. Sie postuliere ein Arbeitspensum von 3 bis 4 Stund
en im Verlauf und sei überdies der Meinung, dass auch die Leistungsfähigkeit des Patienten in einer leichten wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit 10 bis maximal 20
%
betrage
(S. 3 f
.
Ziff. 2
).
Gemäss BGE 126 V 75 sei ein Versicherter, welcher nur für leichte, wechsel
be
lastende, vermehrt sitzend zu verrichtende Arbeiten eingesetzt werden könne, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt, was sich auf das Lohnniveau auswirke. Für diese Einschränkung habe da
s Bundesgericht einen A
bzug von 15
%
gewährt. Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene
A
bzug von nur 5
%
sei aus näher ge
nannten Gründen unangemessen (S. 4
).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) führte die Beschwerdegegnerin aus, es sei zwar richtig, dass der Kreisarzt empfohlen habe, weiterhin Medikamente als UVG-
mässig geschuldete Leistungen zu übernehmen. Dies bedeute aber nicht, dass Medi
kamente zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führen müssten, vielmehr gehe der Kreisarzt von einer vollzeitig zumutbaren Tätigkeit aus (S. 4 oben).
Die Haus
ärzt
in sei Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, also keineswegs Fachärztin für das hier massgebliche Fachgebiet. Sie setze sich mit der kreis
ärzt
lichen Beurteilung vom 3. Februar 2021 nicht auseinander und zeige somit nicht auf, worin sich der Kreisarzt irre. Sie lasse in ihrem Bericht auch durch
blicken, dass sie nur eine ganz vage Beurteilung abgeben könne (S. 4 f.). Aus dem Bericht seiner Hausärztin könne der Beschwerdeführer somit nichts zu seinen Gunsten ableiten (S. 5 Mitte
).
2.4
Strittig und zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und dabei insbesondere
dessen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sowie
die Höhe des
bei der Berechnung des
Invalideneinkommens zu berücksichtigenden leidensbedingten Abzugs.
3.
3.1
Gemäss Schadenmeldung vom 14. April 2016 (Urk. 7/1) sei der Beschwerdeführer am 21. März 2016 anlässlich eines unbezahlten Probetags beim Arbeiten auf der Hebebühne ausgerutscht, gefallen und habe sich dabei am linken Knie verletzt.
3.2
Dr. med.
Y._
, Fachärztin für Radiologie,
kam
im Bericht zur Magnet
resonanztomographie (MRI) des linken Kniegelenks vom 31. März 2016 (Urk. 7/
21)
zu folgender Beurteilung: Komplexer
Riss im
Hinterhorn
des Menisk
us
medialis
mit
Fragmentdislokation
nach
posteromedian
kranial, komplette Ruptur des vor
deren Kreuzbands (VKB), deutlicher Erguss, kleine Baker-Zyste, minimaler
Bone
Bruise
im medialen Kompartiment, keine Frakturen.
3.3
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom 13. April 2016 (Urk. 7/23) folgende Diagnosen (S. 1 oben):
-
mediale Meniskusläsion Knie links nach Sturzereignis von einer Hebe
bühne am 18. (richtig: 21
.) März 2016 beim Probearbeiten
-
Verdacht auf chronische VKB-Ruptur Knie links mit beginnenden Knor
pel
alterationen im vornehmlich medialen, aber auch teilweise lateralen
tibiofe
mor
alen
Kompartiment
Es liege wohl eine
acute
-on-
chronic
-Verletzung vor mit Komplettierung einer Meniskusläsion durch das Sturzereignis bei Verdacht einer chronischen Instabili
tät mit progressiver Überlastung des medialen Meniskus (S. 2 oben).
3.4
PD Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
lo
gie des Bewegungsapparates,
Abteilung Orthopädie der
Universitätsklinik
B._
, berichtete mit Austrittsbericht vom
6. Juni
2016 (Urk. 7/
16/1-2)
über
die an diesem Tag stattgehabte Operation in Form einer Kniearthroskopie links, einer medialen
Teilmeniskektomie
(
Hinterhorn
) und eines
Knorpeldébridements
(S. 1 Mitte).
3.5
Mit Austrittsbericht vom 30. November 2016 (Urk. 7/44/1-2) berichtete Dr.
A._
über die an diesem Tag stattgehabte
n
O
perationen (S. 1 Mitte):
Valgis
ierende
(6°) und
slope
korrigierende (7°)
Tibiakopfosteotomie
(CARD PSI) mit distal auslau
fender
Tuberositasosteotomie
links vom 25. November 201
6.
3.6
Die Ärzte der Rehaklinik
C._
berichteten am 12. Juli 2017 (Urk. 7/80) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 6. Juni bis 11. Juli 201
7.
Sie hielten fest, im Rahmen der aktiven Rehabilitation hätten leichte Ver
besserungen im Bereich von Kraft und Koordination der unteren Extremität erreicht werden können. Die Beweglichkeit habe nicht massgeblich verbessert werden können. Das intensive Schmerzlevel und die Überwärmung der distalen Tibia hätten nicht beeinflusst werden können (S. 4 unten).
3.7
Dr. med.
D._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Institut für Anästhesio
logie des Universitätsspitals
E._
, führte im Abschlussbericht vom 18. Oktober 2018 (Urk. 7/140) aus, nach mittlerweile 1.5 Jahren der konser
va
tiven, medikamentösen und
interventionellen
Behandlungsversuche habe keine zufriedenstellende Schmerzlinderung erreicht werden können. Infolge ausge
schöp
fter Optionen werde die Behandlung abgeschlossen (S. 2).
3.8
Die Orthopäden der Universitätsklinik
B._
führten im Sprechstundenbericht vom 8. November 2018 (Urk. 7/144) aus, es zeigten sich einerseits persistierende Schmerzen im Bereich des medialen Kniegelenks, obwohl die Beinachse
valgisiert
worden sei. Weiter störe den Patienten aber auch die Instabilität sehr, die sich unter and
e
rem mit Stürzen aufgrund von Instabilität und
Giving
-
way
-Symp
to
matik zeige. Aus diesem Grund sei die Indikation zur Plattenentfernung und gleichzeitig Stabilisierung mittels VKB-Plastik gegeben. Dem Patienten sei be
wusst, dass zukünftig eine Knietotalprothese notwendig sein werde (S. 2 unten).
3.9
Am 1
8. Januar 2019 (Urk. 7/159/2-3)
berichteten die Orthopäden der Universi
täts
klinik
B._
über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom 14. bis
17. Januar 201
9.
Es seien folgende Operationen durchgeführt worden (S. 1 unten
):
Osteosynthesematerialentfer
n
ung
;
arthroskopisch
-assistierte
VKB
-Rekon
struk
tio
n
Knie links,
Semitendinosussehne
vierfach, Fixation
femoral
mit
Flipp
tack
, Hybrid
fixation
tibial
;
arthroskopische
Plica
mediopatellaris
Resektion.
Im Sprechstundenbericht vom 7. Juni 2019 (Urk. 7/179) hielten sie fest, aktuell bestehe aufgrund der MRI-Bildgebung und den angegebenen Beschwerden kein anatomisches Korrelat für die Schmerzen. So hätten diese auch klinisch nicht klar objektiviert werden können. Es werde ein erneuter Rehabilitationsversuch in stationärem Setting empfohlen (S. 2 unten).
3.10
Die Ärzte der Rehaklinik
C._
berichteten am 9. September 2019 (Urk. 7/203) über die ambulante, arbeitsorientierte Tagesrehabilitation vom 30. Juli bis 3. September 201
9.
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und Ein
glie
derungsperspektive hielten sie fest, es sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht
werden könnte, als bei den Leistungstests und im Behandlungs
programm gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Ein
schränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur sehr ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen (S. 2 unten). Die berufliche Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei nicht zumutbar, da die Anforderungen zu hoch seien: Es handle sich um eine körperlich schwere Tätigkeit mit häufigem Steigen auf Treppen oder Leitern. Eine leichte bis mittelschwere andere Tätigkeit sei ganztags zumutbar. Es ergäben sich folgende spezielle Einschränkungen be
treffend das Knie links: wechselbelastend (Stehen/Gehen am Stück bis maximal 1.5 Stunden, ohne Tätigkeit längerdauernd in der Hocke, auf den Knien sowie ohne häufiges Treppen- oder Leiternsteigen). Es werde der Fallabschluss vorge
schlagen (S. 3 oben).
B
ei Austritt
hätten
folgende Beschwerden
bestanden
: Erhebliche Symptomaus
weitung, eingeschränkte Beweglichkeit
und
Instabilitätsgefühl des linken Knies, Hyposensibilität im Bereich des
anterioren
Unterschenkels links, schmerzbedingt global abgeschwächte Kraft des linken Beines sowie Durchschlafprobleme (S. 2 oben). Im Vordergrund stünden bewegungs- und belastungsverstärkte Schmerzen des linken Knies (S. 3 unten).
3.11
Die Orthopäden der Universitätsklinik
B._
berichteten am 11. Juni 2020 (Urk. 7/260/2-3) über die am Vortag stattgehabte Operation. Diese habe eine Kniegelenksarthroskopie links, die Resektion des
Zyklops
und freier Fasern vom VKB-Transplantat, eine
Notchplastik
,
Denervation
an der medialen Patellarfacette und am Patellarunterpol sowie eine Osteosynthese-Materialentfernung an der proximalen Tibia rechts umfasst (S. 2 oben).
3.12
Im Sprechstundenbericht vom 15. Dezember 2020 (Urk. 7/301/2
-
4) führten die Orthopäden der Universitätsklinik
B._
aus, es liege eine sehr schwierige Situation vor. Da die Infiltration kaum ein Ansprechen gezeigt habe, spreche dies
gegen eine intraartikuläre Problematik, sondern eher für ein chronisches Schmerz
problem. Wohl könne die Schmerzsituation mit einer weiteren chirur
gischen Inter
vention nicht gebessert werden. Es werde daher eine Vorstellung beim Schmerz
therapeuten zur Mitbeurteilung und Einleitung einer multimodalen
Schmerzthe
rapie empfohlen (S. 2 unten). Eine Wiederaufnahme der angestam
mten
Tätigkeit sei nicht realistisch, es werde daher darum gebeten, eine Umschulung auf eine kniesch
onende Tätigkeit zu prüfen (S. 3
).
3.13
Dr. med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, berichtete am 4. Februar 2021 über die am Vortag durchgeführte ärztliche Untersuchung (Urk. 7/317). Er hielt fest, da sämtliche bisher durchgeführten operativen und konservativen Behandlungsmöglichkeiten zu keiner anhaltenden Besserung der Beschwerden geführt hätten, sei von einem stabilen medizinischen Zustand, dem
versicherungsmedizinischen Endzustand, auszugehen. Die geklagten Beschwer
de
n stünden im Einklang mit den Befunden (S. 10 oben). In Anbetracht der Unfall
folgen seien dem Beschwerdeführer leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitze
n
de Tätigk
eiten vollzeitig zumutbar (S. 10
unten Frage 4
).
Zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit sei die regelmässige Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten notwendig, Kostengutsprache für die Übernahme dieser Medikamente und die damit verbundenen Arztkonsultationen werde empfohlen (S. 11 Frage 7).
3.14
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in
der
zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
auf deren Fragen hin ver
fassten
hausärztlichen Stellungnahme vom 21. Mai 2021 (Urk. 7/360/2-3) aus, die körperlichen Symptome beschränkten sich aktuell auf das linke Knie. Be
schwerden bestünden sowohl in Ruhe als auch verstärkt bei Belastung des Ge
lenks. Zumutbar seien ihrer Meinung nach vor allem sitzende Tätigkeiten mit sehr wenig Wechselbelastungen, da vor allem die Positionswechsel zu vermehrten Schmerzen führten. Den Einstieg in eine vollzeitige Arbeitstätigkeit sehe sie als wenig realistisch, auch unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Patien
ten. Allenfalls sei ein Pensum von 30 bis 50
%
initial mit Chance zur Steigerung im Verlauf möglich (S. 1 Ziff. 1). Auf die Frage, ob der Patient in seiner Leis
tungsfähigkeit bezüglich einer leichten, wechselbelastenden, vorwiegend sitzen
den Tätigkeit eingeschränkt sei, antwortete Dr.
G._
, sie würde diese Einbusse bei zirka 10 bis maximal 20
%
schätzen (S. 1 f. Ziff. 3). Aufgrund der Medika
men
teneinnahme sei aus medizinischer Sicht kaum eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit zu postulieren (S. 2 Ziff. 4).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer ist in seiner
angestammten
Tätigkeit als Lastwagen
chauf
feur nicht mehr arbeitsfähig. Dies
ist
unbestritten und durch die Akten ausge
wiesen.
4.2
Die
nach eigener Untersuchung des Beschwerdeführers erstattete
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit durch
den Kreisarzt
Dr.
F._
vom 4. Februar 2021 (E. 3.13) erfüllt die Voraussetzungen an einen beweiskräftigen Arztbericht (E.
1.3).
Da es sich bei
Dr.
F._
indes um
einen
versiche
rungsinterne
n
Arzt
handelt, ist unter Anwendung eines strengen Massstabs zu überprüfen, ob auch nur ge
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
seiner
Feststellungen bestehen, bevor auf diese abgestellt werden kann (
E. 1.4
).
4.3
Der Beschwerdeführer bestreitet die kreisärztliche Feststellung, wonach ihm leichte
, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten vollzeitig zumutbar
seien,
nicht explizit, verweist aber auf seine Hausärztin Dr.
G._
, welche der
Meinung sei, dass die Leistungsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit 10 bis
maximal 20
%
betrage (E. 2.2).
Damit zitiert er Dr.
G._
indes nicht korrekt, nachdem diese nicht von einer Leistungsfähigkeit in dieser Höhe, sondern vielmehr von einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit von 10 bis maximal 20
%
ausging (E. 3.14
).
Konkret schrieb sie:
«Diese (Leistungs-)Einbusse würde ich bei zirka 10 bis maximal 20
%
schätzen». Mit
dieser äusserst zurück
haltenden
Ausdrucksweise lässt die Hausärztin Unsi
cherheit erkennen, bezie
hungs
weise lässt sie – um es in den Worten der Be
schwerdegegnerin zu sagen (E. 2.3) – durchblicken, dass sie nur eine ganz vage Beurteilung abgeben könne. Auch führt die behandelnde fachfremde Internistin tatsäch
lich nicht aus, weshalb sie bei der Beurteilung des Knieschadens
zu einer anderen Einschätzung gelangte als der Orthopäde Dr.
F._
.
Dies gilt auch für ihre Einschätzung, initial sei wohl nur ein Pensum von 30 bis 50
%
möglich, mit
Chance zur Steigerung im Verlauf.
Entsprechend vermag ihre erst im
Ein
spra
ch
e
verfahren
auf Wunsch des
Beschwerdeführers erstatte
te
Stellungnahme keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr.
F._
zu wecken.
4.4
Entscheidend gestützt wird die kreisärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik
C._
nach einer fünfwöchigen
arbeitsorientierten Tagesrehabilitation im Spätsommer 2019 (E. 3.10). Sie konnten
den Beschwerdeführer somit während einer längeren Zeit beobachten und kamen
unter Berücksichtigung der objektivierbaren Befunde und Ausklammerung der erhobenen Symptomausweitung
in ihrem sorgfältigen und nachvollziehbaren Be
richt
zum Schluss,
nicht nur – wie von Dr.
F._
attestiert - eine
leichte
, sondern gar eine
mittelschwere
wechselbelastende
Tätigkeit sei ganztags zumut
bar.
Schliesslich erwähnten auch die behandelnden Orthopäden der Universitätsklinik
B._
keine
Leistungse
inschränkung in einer angepassten Tätigkeit, als sie im Sprechstundenbericht vom 15. Dezember 2020 die Prüfung einer Umschulung auf eine knieschonende Tätigkeit empfahlen (E. 3.12).
Nicht gefolgt werden kann dem
Schluss des Beschwerdeführers von der kreis
ärztlich festge
stellten Notwendigkeit einer Medikamenteneinnahme auf eine Schmerzsituation, welche die Leistungsfähigkeit in jeglicher Arbeit beeinträchtige (E. 2.2), nachdem Dr.
F._
explizit festgehalten hatte, dem Beschwerdeführer seien ange
passte Tätigkeiten vollzeitig zumutbar (E. 3.13). Mit B
lick auf den allgemeinen
sozialversicherungsrechtlichen Grundsatz der
Schadenminderungs
pflicht
(vgl. stat
t vieler
BGE 140 V 267
E. 5.2.1)
spricht die Notwendigkeit einer Medikamen
tenein
nahme
für sich gesehen
nicht gegen eine vollzeitige Arbeits
fähigkeit. Selbst Dr.
G._
hielt entsprechend fest, aufgrund der Medikamenten
einnahme sei aus medizinischer Sicht kaum eine Einschränkung der Leistungs
fähig
keit zu postulieren (E. 3.14).
4.5
Was das Belastungsprofil angeht, so finden sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Einschätzungen durch Dr.
F._
und Dr.
G._
. Letztere betonte
zwar
, dass die Tätigkeit
«ihrer Meinung
nach
»
nur sehr wenig Wechselbelastungen beinhalten sollte
, da vor allem die Positionswechsel zu vermehrten Schmerzen führten
(E. 3.14).
Eine echte Differenz zur Beurteilung durch Dr.
F._
besteht hier aber kaum, nachdem auch letzterer zwar wechselbelastende, jedoch vor
wiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten
empfahl
. Auch diesbezüglich besteht sodann Übereinstimmung mit den Ärzten der Rehaklinik
C._
, welche
etwa Gehen oder
Stehen am Stück bis maximal 1.5 Stunden als zumutbar erachteten (E. 3.10).
4.6
Nach
dem Gesagten bestehen keine
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen Beurteilung
vom 4. Februar
2021
durch Dr.
F._
, weshalb auf diese abgestellt werden kann.
Demnach besteht seitens
des
Beschwerdeführer
s
zum unbestrittenen Zeitpunkt des Fallabschlusses per 1. Mai 2021 eine Arbeitsfähigkeit von 100
% für ange
passte leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten.
Nachfolgend sind die entsprechenden erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
5.
5.1
Das dem
Einspracheentscheid
zu Grunde gelegte
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 71'319.30 wird vom Beschwerdeführer nicht mehr (vgl. noch Urk. 7/357) bestritten.
Nachdem er bereits vor dem Unfallereignis vom 21. März
2016 arbeitslos war,
stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung
zu Recht
auf statistische Werte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_793/201
1 vom 4. April
2012 E. 3.2-3)
, und zwar auf die
Schweizerische
Lohnstrukturerhebung (LSE) 20
18 (TA1
_
tirage_skill_leve
l
,
Männer, Wirtschaftszweig 49-53 «Verkehr und
Lagerei
», Kompetenzniveau 2;
vgl. im Detail Urk. 2 E. 5.a)
.
5.2
Auch zur Berechnung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf die
LSE
2018
(TA1_
tirage_skill_leve
l,
Männer, Total Kompetenzniveau 1; vgl. im Detail Urk. 2 E. 5.b)
ab
. Die
Höhe des
so errechneten Jahreseinkommens
von Fr. 69'474.95 vor Vornahme eines allfälligen leidensbedingten Abzugs
ist
ebenfalls un
bestritten
ermassen korrekt
.
Strittig ist hingegen die Höhe des leidensbedingten Abzugs, welcher von der Beschwerdegegnerin auf 5
%
festgelegt wurde (E. 2.1), während der Beschwerde
führer einen solchen von mindestens 15
%
fordert (E. 2.2).
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnit
ts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kun
gen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht
übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc
). Die Recht
sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
ein
kom
men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsar
beitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.4
Die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbei
ten zu verrichten,
führt
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypo
the
tischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl v
on leichten Tätigkeiten umfasst. Auch bei fehlender Berufsausbildung und bisher vorwiegend ausgeübten körperlich schweren Arbeiten
können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind
(
statt vieler:
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2
, und
9C_72/2009
vom 30. März 2009
E. 3.4
).
5.5
Der Blick auf die Kasuistik des Bundesgerichts der letzten Jahre zum leidensbe
dingten Abzug in ähnlich gelagerten Fällen ergibt folgendes Bild:
5.5.1
Einer Versicherten, welcher
nurmehr
körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keiten, überwiegend sitzend, ohne Arbeiten mit Überkopfbewegungen, ohne Oberkörpervorneigeposition, ohne Rotationsbewegungen
der Lenden- und Hals
wir
bel
säule und
mit nur kurzfristigem Zurücklegen von
Gehstrecken
in einem Pensum von 70
%
zumutbar waren, wurde ein leidensbedingter Abzug von 10
%
gewährt
.
D
ie Voraussetzungen für einen derartigen Abzug
erachtete das Bundesgericht
in
sofern
als
erfüllt, als die
Versicherte
selbst bei leichten Arbeiten insbesondere durch die Vorgabe, Rotationsbewegungen der Lenden- und Halswirbelsäule zu vermeiden, eingeschränkt und ihr erwerbliches Leistungsverm
ögen entsprechend beschränkt war
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_830/2017 vom 16. März 2018
E. 3 und E. 5
).
5.5.2
Einem Versicherten, welcher i
n einer adaptierten
leichten bis kurzfristig mittel
schweren Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
verfügte,
sofern er keine repetitiven Torsions- und Schwenkbewegungen mit dem Rumpf und dem Ober
körper sowie monotone vorgebeugte kniende oder kauernde Arbeiten ausüben
musste, wurde ebenfalls ein leidensbedingter Abzug von 10
%
gewährt (Urteil des Bundesgerichts 9C_302/2017 vom 6. Juli 2017 E. 3.1
und E. 3.5
).
5.5.3
Einem Versicherten mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
für jegliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten
mit verschiedenen Erfordernissen wie
regelmässiges Wechseln der Arbeitsplatzpositi
on, nur kurzzeitigen
Sitzen oder Stehen
an Ort (20 bis 30 Minuten) und
Vermeiden von Rotationsbewegungen der Halswirbelsäule
wurde ein leidensbedingter Abzug von 10
%
gewährt (Urteil des Bundesgerichts
9C_160/2012
vom 6. Juni 2012
E.
3.1 und
E.
4.1.2
).
5.5.4
Einem Versicherten, welchem
körperlich leichtere bis (nur intermittierend) mittel
schwere
Tätigkeiten
, die wechselbelastend (zu vermeiden
waren
längeres fixiertes Sitzen/Stehen an Ort, repetitives Heben, Ziehen, Stossen und Tragen von Lasten
über 15 kg, anhaltende Neigeposition des Oberkörpers sowie stereotype Rota
tions
bewegungen der Wirbelsäule)
zu 100
% zumutbar waren, wurde ein Leidensabzug von 10
%
gewährt (Urteil des Bundesgerichts
8C_259/2011
vom 28. Juni 2011 E. 3.3).
5.5.5
Einer Versicherten mit Knieproblemen, welche in einer
perfekt adaptierte
n
Tätig
keit (kein Bücken, kein Niederknien, kein Leitersteigen, Tätigkeit weitgehend sitzend mit der Möglichkeit, das linke Bein leicht gestreckt zu halten und
Posi
tionenwechsel
vornehmen zu können)
zu 90
%
arbeitsfähig war, wurde kein leidensbedingter Abzug gewährt (
Urteil des Bundesgerichts
8C_694/2012
vom 25. Januar 2013 E. 4.2).
5.6
Dem Beschwerdeführer
sind angepasste leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten zu 100
%
zumutbar (vgl. E. 4.6).
Sein
Belastungsprofil ist somit deutlich weniger einschränkend als in den soeben aufgelisteten Fällen, in welchen ein leidensbedingter Abzug von 10
%
gewährt worden war (E. 5.
5.1-4).
Die entsprechenden Belastungsprofile
heben sich insbesondere dadurch von jenem
des Beschwerdeführers
ab, als dass sie Bewegungseinschränkungen
beziehungs
weise –
vermeidungen
betreffend die
Wirbelsäule beinhalten. Dass
daraus
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine relevante Benachteiligung
resultiert
, liegt auf der Hand.
Aufschlussreich ist diesbezüglich insbesondere das zitierte Urteil des Bundes
ge
richts 9C_830/2017 (vgl.
vorstehend
E. 5.5.1). Das dortige Belastungsprofil stimmte
insoweit vollständig mit dem vorliegenden überein, als der dortigen Versicherten
nurmehr
körperlich leichte,
überwiegend sitzende
wechselbelastende Tätigkeiten
, zumutbar
waren. Hinzu kam
jedoch, dass diese
keine
Arbeiten mit Überkopf
bewegungen, Oberkörpervorneigeposition oder Rotationsbewegungen der Lenden-
und Halswirbelsäule und
nur
kurze
Gehstrecken beinhalten durften. Diesen zu
sätzlichen
, vorliegend aber gerade nicht vorhandenen,
Einschränkungen mass das Bundesgericht das entscheidende Gewicht bei der Beschrän
kung des erwerblichen Leistungsvermögens und der entsprechenden Gewährung eines Leidensabzugs von 10
%
zu.
Stimmigerw
eise
ist denn auch k
aum
ein wesentlicher Unterschied
zwischen dem vorliegenden und dem
dem
Urteil
8C_694/2012
zugrundeliegenden Belastungs
profil (E. 5.5.5)
auszumachen
, für welches das Bundesgericht keinen leidensbe
dingten Abzug vornahm.
5.7
Nach dem Gesagten
liegt
ein leidensbedingter Abzug von 5
%
, wie ihn die Be
schwerdegegnerin festgelegt hat,
zumindest im Rahmen ihres Ermessens
.
Auch d
er Verweis auf BGE 126 V 75 (vgl. E. 2.1), wo in einer vergleichbaren Konstellation ein Leidensabzug von 15
%
gewährt worden war, hilft dem Be
schwerdeführer nicht weiter. Dieser Entscheid datiert vom 9. Mai 2000 und ist demnach deutlich älteren Datums als die
oben
zitierten
Urteile
(E. 5.5.1-
5
). Es lässt sich ihm denn auch der wichtige
,
vom Bundesgericht
unterdessen
aufge
stellte Grundsatz
noch nicht entnehmen
, wonach
der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen leidens
bedingten Abzug
darstellt
(vgl. E. 5.4)
.
Nachdem
der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl v
on leichten Tätigkeiten umfasst, ist auch die geltend gemachte fehlende berufliche Ausbildung des Beschwerdeführers (vgl. E. 2.2)
nicht von Relevanz (E. 5.4), wie die
Beschwerdegegnerin
ausführte
(vgl. Urk. 6 S. 5 f. Ziff. 2.2)
. Unklar ist schliesslich, woraus der Beschwerdeführer schliesst, die Beschwerdegegnerin be
gründe den Leistungsabzug (richtig: Leidensabzug) mit dem Urteil des Bundes
ge
richts 8C_572/2016 (Urk. 1 S. 4 Mitte). Dieses dreht sich nicht um einen leidens
be
dingten Abzug und wurde von der Beschwerdegegnerin soweit ersichtlich auch nicht zitiert.
Dem im
vermutlich gemeinten
Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018
vom 2
3.
März 201
8
betroffe
nen
Versicherten waren leichte Tätigkeiten
ohne länger andauernde Rumpf
beu
ge
hal
tungen und im freien Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
zu 100
% zumutbar, wobei ein leidensbedingter Abzug verneint wurde (dortige E. 6.5).
Auch mit diesem
Ent
scheid
lässt sich die Beurteilung durch die Beschwer
de
geg
nerin
ohne Weiteres
vereinbaren.
5.8
Die Festlegung des leidensbedingten Abzugs auf 5
%
durch die Beschwerde
gegnerin ist somit nicht zu bean
standen, womit es an einem trif
tigen Grund fehlt, das Ermessen des Gerichts an Stelle desjenigen der Verwaltung zu setzen (E. 5.3).
Die Beschwerdegegnerin hat demnach auch das Invalideneinkommen unter Be
rücksichtigung des genannten leidensbedingten Abzugs korrekt berechnet. Es beträgt Fr. 66'001.20
, weshalb
nach einer Gegenüberstellung mit dem
Validen
einkommen
von Fr. 71'319.30
ein
Invaliditätsgrad von
rund
7
%
resultiert
.
Somit besteht kein Rentenanspruch (E. 1.2)
5.9
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.