# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a1e314d-b432-4d05-a74a-1460e93c1f2d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
war
seit 2003 bei der
Y._
AG
als Operating-Betreuerin (Auffüllen
, Reinigen
von
Verpflegungsautomaten
, Abrechnen etc.
)
angestellt
(
Urk. 7
/
6/
121, Urk.
7
/12
/2, Urk. 7/12/7
,
Urk.
7
/28
/
3
).
Bei einem
Ver
kehrsunfall am 1. August 2007 erlitt sie eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und Prellungen (Urk.
7
/6
/
71,
Urk. 7/6/129, Urk. 7/6/150-153,
Urk.
7
/
53
/13
).
Nach dem Unfall
klagte sie insbesondere über Nacken- und Kopf
beschwerden, Ohrgeräusche
,
Schwindel
und psychische
Beschwerden (Urk.
7
/6
/
53, Urk.
7
/
53
/13-14, Urk. 7
/
53/23
).
Die Anstellung bei der
Y._
AG wurde ihr nach gescheiterten Arbeitsversuchen per En
de Mai 2008 gekündigt (Urk. 7
/6
/38, Urk. 7/12/2
). Seither ging die Versicherte keiner Erwerbstätigkeit mehr nach
(
Urk.
7/103/5)
.
Die
Unfallversicherung Suva
richtete de
r
Ver
sicherten die gesetz
lichen Leistungen aus, welche
sie
mit Verfügung vom
3. November 2009 (
Urk.
7
/21
/1-13
), bestätigt mit Ein
sprache
entscheid vom
11. Januar
2010 (Urk.
7/97/2
), per
Ende Dezember 2009 einstellte.
1.2
Am 3. April 2008 hatte sich die
Ver
sicherte bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk.
7
/1). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und m
edizinischen Ver
hältnisse ab und holte unter anderem das interdisziplinäre Gutachten des
Z._
(
Z._
;
Urk.
7
/53
), ergänzt mit Stellungnahme vom 27. Januar 2012
(
Urk.
7/71
), ein.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7
/74
, Urk.
7
/80) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren m
it Verfügung vom 1. Juni 2012 ab
(Urk. 7/82
).
Die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten vom 2. Juli 2012 (
Urk.
7/84/3-16) wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren Nr.
IV.2012.00704
mit Urteil
vom 20
.
August 2013 ab (Urk. 7/97/22).
1.3
Am 1
7.
Oktober 2014 wurde bei der
Beschwerdeführerin
im
Spital
A._
wegen zunehmender Kniegelenksbeschwerden bei schwerer
Femoropatellar
arthrose
eine
femoropatelläre
Arthroplastik rechts durchgeführt (
Urk.
7/104-105).
Am 12.
Januar 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/100).
M
it Vorbescheid vom 2
2.
Juni
2015 kündigte die IV-Stelle ihr Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren an (Urk. 7/116), wogegen die Versicherte
mit Schreiben vom 4.
November
2015
Einwände erhob (Urk.
7/132
). Die IV-Stelle holte in der Folge das
polydisziplinäre
Z._
-
Gutachten vom
4.
Juli 2016
ein (Urk.
7/154
) und kündigte mit Vorbe
scheid vom
22. Juli 2016
die Abweisung des
Leistungs
begehrens an (Urk.
7
/
156
). Dagegen erhob die Ver
sicherte
mit
E-Mail
vom
1
4.
September
2016, ergänzt mit Schreiben vom
3
0.
November
2016, Einwände (Urk. 7/160, Urk. 7/169) unter Beilage der
Bericht
e
des
B._
vom 14.
September
und 27. Oktober
2016
(Urk. 7/165
, Urk. 7/168
), der Austritt
berichte der
K
linik
C._
vom
8.
März 2016 (Urk. 7/166) und der Privat
klinik
D._
vom 17.
Oktober 2016 (Urk.
7/167)
.
Dazu holte die
IV-Stelle die Stellungnahme der
Z._
-Gutachter vom
2
3.
Ju
n
i
2017 ein (
Urk.
7/173).
Die Versicherte äusserte si
ch hierzu mit Schreiben vom 11.
Septem
ber
und vom 4. Oktober
2017 (
Urk.
7/177
, Urk. 7/179) unter Beilage des
B._
-Berichts vom 14.
September
2017 (Urk. 7/180/1-2).
Mit Verfügung vom 1
7.
Oktober
201
7
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
wie angekündigt
ab (Urk. 9/83).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
1
7.
November
2017
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
17.
Oktober
2017
sei aufzuheben und es sei ihr eine
ganze
Invalidenrente
auszurichten
; eventualiter sei
die Verfügung vom
17.
Oktober
2017
aufzuheben und
die Sache
zwecks neuer Entscheidung an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die
Beschwerdeführerin
, es sei ihr die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen und es sei
ihr
Rechtsanwalt Mathias Buchmann als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss
mit
Beschwerdeantwort vom
1
2.
Januar 2018
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
). Mit Eingabe vom 2
6.
Januar 2018
(
Urk.
8)
reichte
die
Beschwerdeführe
rin
die
Bericht
e
des S
pitals
A._
vom
27.
Dezember 2017,
der
Poliklinik
der
E._
vom 2
7.
Dezem
ber 2017
und der Privatklinik
D._
vom
19.
Januar 2018
ein (
Urk. 9/3-5). Mit Verfügung vom 6.
Februar 2018 wurde das Gesuch der
Beschwerdeführe
rin
um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung abgewiesen (
Urk.
10 S. 5). In der Replik vom 1
3.
März 2018 hielt die
Beschwerdeführer
in sinngemäss an ihren Anträgen fest (
Urk.
11) und reichte den Austrittsbericht der Privatklinik
D._
vom 13.
Februar
2018 ein (
Urk.
12/6
).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom
2
7.
März 2018 auf eine weitere Stellungnahme
(Urk. 1
4
).
Mit Eingabe vom 1
2.
August 2019 gab die
Beschwerdeführerin
den Bericht des
B._
vom 1
5.
Juli 2019 zu den Akten (Urk. 16, Urk. 17/7), welcher der
Beschwerdegegnerin
zur Kenntnis zugestellt wurde (
Urk.
18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die I
nvalidenversicherung,
IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine
Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2.2
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen un
d vergleichbare psychoso
ma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist die tatsäch
liche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der ver
sicherten Person in einem struk
tu
rierten, ergebnisoffenen Beweisve
rfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281).
Mit
Leitentscheid
BGE
143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien
;
je nach Krankheitsbild
bedürfe es
allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Hierbei sind die funktionellen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens mit einem Katalog von sogenannten Standardindikatoren vermehrt
zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4). Das Prüfungsraster gestaltet sich wie f
olgt: Unter die Kategorie
«
funk
tionel
ler Schweregrad
»
(E. 4.3) fällt der Komplex
«
G
esundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1), dem Behandlungs- und Einglieder
ungserfolg oder der Behandlungs
resistenz (E. 4.3.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3),
ausserdem
der Komplex
«
Persön
lichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; E. 4.3.2) un
d der Komplex
«
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
. Unter der Kategorie
«
Konsistenz»
(Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
sind die g
leichmässige Einschränkung des
Aktivitätenni
veaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
1
.3
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG). Der Rentenan
spruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistu
ngsanspruchs nach Art. 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 40
Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditäts
grad
von mindestens 50
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 60
Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 70
Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothe
tischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades
erfolgt
ist
(BGE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, a
uch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirk
ungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, is
t der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hin
weisen).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru
chs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im
angefochtenen Entscheid
auf den Stand
punkt
,
es habe sich
gemäss dem MEDAS-Gutachten der
Z._
vom 4. Juli 2016
im Vergleich zur Vorbegutachtung
aus psychiatrischer Sicht eine Verschlechte
rung eingestellt. Es sei wiederholt zu psychiatrischen
Hospitalisati
onen
gekom
men, von denen
die Versicherte
hinsichtlich der Depression jeweils in gebessertem Zustand habe entlassen werden können. Die attestierten mittelschweren depres
siven Episoden würden gemäss dem Abklärungsergebnis leichten depressiven Episoden entsprechen.
Es sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründe. Dass kein Dol
metscher bei der Begutachtung mitgewirkt habe, ändere nichts,
denn es
sei aktenkundig, dass die
Beschwerdeführerin
gut Deutsch spreche und sie auf einen Dolmetscher verzichtet habe
. Die
Beschwerdeführerin
sei nach den medizinischen Standards des Fachgebietes unter Berücksichtigung der psychiatrischen Begut
achtung exploriert worden
(Urk. 2 S.
1
f.).
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin zudem aus,
das
Z._
-Gutachten sei voll beweiskräftig und danach sei als einzige Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, leichte bis mittelschwere depressive Episode
(
ICD-10 F33.1
),
gegeben. Dass die angestammte Tätigkeit auch als leidensangepasste Tätigkeit gelte,
ergebe sich aus der Stellung
nahme des Regionalen Ärztlichen
Dienstes vom 8. Juli 2016 (Urk.
7/155/3-4) und aus dem ort
hopädischen Teilgutachten (Urk.
7/154/61). I
n Bezug auf die neueste Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 409 und 418
ergebe das strukturierte Beweis
verfahren, dass aus rechtlicher Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit bestehe. Denn die depressive Störung könne durch die posi
tiven Ressourcen kompensiert werden, wodurch die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
begünstigt werde. Ausserdem liege aus rechtlicher Sicht keine
Therapieresistenz des psychischen Leidens vor.
Denn es finde keine adä
quate Therapie des psychischen Leidens statt, da die
Beschwerdeführerin
nur ein
mal im Monat psychiatris
che Einzelgespräche führe (Urk.
7/154/28) und sie ihre Medikamente nicht wie verschrieben eingenommen habe. So habe ein Medika
ment über und eines unter dem therapeutischen Wert geleg
en (Urk.
7/154/32, Urk. 7/154/43). Zudem hätten die stationären psychiatrischen Klinikaufenthalte jeweils zu einer Besserung der Symptomatik geführt.
Die medizinisch attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit sei deshalb aus rechtlicher Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb kein invalidisierendes Leiden vorliege (
Urk.
6).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
wendet dagegen ein,
selbst die
Z._
-Gutachter würden von einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
ab Dezember 2014 in der angestammten respektive einer leidensangepassten Tätigkeit ohne längere kniende oder hockende Positionen, ohne Zeitdruck oder Nachtarbeit ausgehen.
Allerdings
liege
es
auf der Hand, dass sie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (Auffüllen etc. von
Y._
-Automaten) zu einem grossen Teil in kniender oder hockender Position habe ausführen müssen und
ihr
diese Tätigkeit daher nicht mehr zumutbar sei. Unter Berücksic
htigung sämtlicher medizinischer Unterlagen und des
bisherigen Krankheitsverlauf
s
müsse man zum Schluss kommen, dass bei ihr nicht nur eine 30%ige, sondern
eine
100%ige Erwerbsunfähigkeit bestehe. Die Einschätzung und Diagnosestellung der
Z._
-Gutachter sei
en
insbesondere in psychiatrischer Hinsicht unhaltbar und
widersprächen
in krasser Weise der Einschätzung der behandelnden Ärzte.
Anlässlich der Begutachtung sei eine sprachliche Barriere vorhanden gewesen und der psychiatrische Gutachter habe wesentliche medizi
nische Akten, etwa ihren stationären Aufenthalt in der Privatklinik
D._
ab dem
8.
März
2016
(gemeint wohl: gemäss dem Bericht vom
8.
März
2016
, Urk. 7/166, Urk.
7/165/2
)
und wesentliche Symptome
ausser Acht gelas
sen
. Auch in der ergänzenden Stellungnahme der
Z._
vom 2
3.
Juni 2017 hätten die Fe
hler der Begutachtung nicht weg
geredet werden können. Es werde hierzu auf die Berichte des
B._
vom 1
1.
und 14. September 2016
(
Urk.
7/165)
verwiesen. Ferner sei die Objektivität des psychiatrischen
Z._
-Gutachters von Anfang an nicht gegeben gewesen. Auf dessen Diagnosestellung und Einschät
zung könne nicht abgestellt werden. Somit könne nur der Einschätzung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der behandelnden Fachärzte gefolgt werden.
An der Diagnosestellung des psychiatrischen
Z._
-Gutachters einer mittel
schweren, mit Tendenz zu einer leichten Depression sei insbesondere verfehlt, dass er darauf abstelle, dass sich der Zustand nach Beendigung der stationären Aufenthalte jeweils gebessert habe, ohne den Langzeitverlauf der bei ihr vorlie
genden schweren Depression zu beurteilen. So
s
ei nicht nachvollziehbar, weshalb der psychiatrische
Z._
-Gutachter lediglich eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert habe, obschon sie nachweislich immer wieder in eine schwere bis mittelschwere Depression verfalle und stationär behandelt
werde
sowie anschlies
send
drei
m
al wöchentlich an
Gruppen
sitzungen, zwei
m
al wöchentlich an psychologisch-psychotherapeutischen Einzelgesprächen
und
mindestens einmal monatlich an Sitzungen mit der Psychiaterin teilnehme.
Sie kämpfe
aktenkundig bereits seit zehn
Jahren mit ihren Depressionen. In dieser Zeit habe sich trotz durchgehender adäquater fachärztlicher Betreuung keine Besserung, sondern zusehends eine Verschlechterung eingestellt.
Dass sie nicht therapierbar sei, würden auch die jüngsten Ereignisse gemäss
ihrer Eingabe vom 26.
Januar 2018 (
Urk.
8, Urk. 9/3-5) und
dem Austrittsbericht
der Privatklinik
D._
vom 1
3.
Februar 2018 (Urk. 12/6) zeigen
, wonach sie einen Suizidversuch unter
nommen habe und unter anderem wiederum eine schwere depressive Störung diagnostiziert worden sei.
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter müsse zumindest eingestehen, dass die bisherigen Therapieversuche lege
artis
erfolgt seien und sie durchwegs kooperiert habe. Dieser habe festgestellt, dass trotz kontinuierlicher Fachbehandlung bisher keine durchgreifende Remission eingetreten sei. Konkrete neue Therapieoptionen würden auch von den
Z._
-Gutachtern nicht vorge
schlagen und sinngemäss
hätten sie
vorgeschlagen, so weiterzumachen wie bisher.
N
ur schon aufgrund der ständigen Unterbrüche durch die stationären Behandlungen würde sie eine einmal gefundene Arbeitsstelle mit Sicherheit wieder verlieren und sie wäre aufgrund ihrer Leiden nicht in der Lage, überhaupt eine Stelle auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu finden.
Hinzu komme, dass die behandelnden Ärzte
-
unter
anderem
die Ärzte
der Klinik
C._
auf
grund
einer zweimonatigen stationären Behandlung
-
nebst der rezidivierenden depressiven Störung
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hätten, welche
Diagnose
vom psychiatrischen
Z._
-Gutachter m
it einer
unzu
reichenden
Begründung
abgelehnt
worden sei.
So habe er aktenwidrig einfach nur festgestellt, dass die vorherrschende Beschwerde eines andauernden und quälenden Schmerzes nicht zu explorieren sei. Damit seien die bundesgericht
lichen Anforderungen
nach BGE
141 V 281 E. 2.1.1 an eine korrekte Diagnose
stellung nicht erfüllt.
Auch habe er sich nicht dazu geäussert, inwiefern die diag
nostizierten Schmerzsyndrome beziehungsweise die dysfunktionale Schmerzver
arbeitung die Arbeitsfähigkeit einschränke
n würden
.
Sodann
hätten in diesem Zusammenhang
die Indikatoren nach BGE 141 V 281
geprüft werden müssen.
Die gutachterlichen Antworten hätte ihr eine Grundlage dazu geliefert, um die ärztlich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu beweisen.
Mit Blick auf die neueste Rechtsprechung
gemäss BGE
143 V 409 und 418 sei
nunmehr zwingend eine erneute Begutachtung durchzuführen, wenn von ihr
im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens auch hinsichtlich der Depression der
Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit verlangt werde.
Eine Prüfung
der Standardindikatoren ergebe
jedenfalls, dass die funktio
nellen Auswirkungen der depressiven Störung und der somatoformen Schmerz
störung schlüssig und widerspruchsfrei nachgewiesen werden könnten.
Nament
lich sei die Darstellung der
Beschwerdegegnerin
aktenwidrig, dass kein sozialer Rückzug stattgefunden habe. Sie habe nur deshalb mit der Familie Kontakt, weil sie mit dieser nicht zuletzt auch aus Kostengründen unter einem Dach wohne
, wobei sie sich auch manchmal zurückziehe und ihr der Kontakt mit den Kindern und Enkelkindern auch zu viel werde. Auch meide s
ie
jegliche Kontakte zu Bekannten und Freunden. Der regelmässige Besuch der Gruppentherapie könne nicht als positive Ressource gewertet werden. Hobbies und Interessen habe sie keine. Das Häkeln und Stricken habe sie wegen der Schmerzen wieder aufgeben müssen. Jedenfalls hätten die letzten Jahre gezeigt, dass sie allfällige positive Ressourcen nicht zu aktivieren vermöge und sich die psychischen Probleme nicht überwinden liessen. Die Medikamenteneinnahme stelle sodann ebenfalls ein Indikator für ihren Leidensdruck dar, da sie die stark wirkenden Antidepressiva
Trazodon
offenbar überdosiere und die nur niedrig potenten
Chloroprothixen
unterdosiere, womit sie mit allen erdenklichen Mitteln gegen ihre depressive Störung anzukämpfen versuche. Sowohl die Gutachter als auch alle behandeln
den Ärzte hätten sich auf den Standpunkt gestellt, dass eine adäquate Therapie des psychischen Leidens stattfinde. Die Therapieresistenz
sei entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegneri
n
völlig offensichtlich.
Die Beschwerdegegnerin habe zudem ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie die angefochtene Verfügung lediglich damit begründet habe, dass kein anspruchsbegründender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei
und
indem
sie zur Ermittlung des Invaliditätsgrades keinen Einkommensvergleich durchgeführt habe. Aufgrund dieser Verletzung des rechtlichen Gehörs könne sie, die Beschwerdeführerin, nicht abschliessend zur Berechnung des Invaliditäts
grades Stellung nehmen
(Urk. 1 S.
4
ff.
, Urk. 11 S. 2 ff.
).
2.3
2.3.1
Die Rüge de
r Beschwerdeführerin
zur
Verletzung der Begründungspflicht respek
tive des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a)
ist formeller Natur. Deren Bestäti
gung
könnte (gegebenenfalls) zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides führen.
Ausgangsgemäss
(vgl.
E. 4
hernach)
kann von
der
Beurteilung
dieser Rüge
abgesehen werden.
2.3.2
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung de
r
Beschwerdeführerin
vom
12. Januar 2015
(Eingang bei der Beschwerdegegnerin am
1
4.
Januar
2015
;
Urk.
7/100
) eingetreten. Das Gericht hat daher in materiell-rechtlicher Hinsicht zu
prüfen, ob
sich die massgeblichen tatsächlichen Verhältnisse
seit der mit Ver
fügung vom
1.
Juni 2012
erfolgten Abweisung des Rentenanspruchs
(
Urk.
7/82)
, welche
mit Urteil
des Sozialversicherungsgerichts
im Verfahren Nr.
IV.20
12
.00
704
vom
20.
August
2013 bestätigt
wurde
(Urk.
7/97/23
),
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom
17.
Oktober
2017
(Urk. 2) in leistungsbegründendem Ausmass
verändert ha
ben
. Die angefochtene Verfügung bildet dabei recht
spre
chungsgemäss d
ie zeitliche Grenze der richter
lichen Überprüfungsbefugnis
(BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 12
2 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesge
richts 8C_76/2009 vo
m 19. Mai 2009 E. 2, je
mit Hinweis).
Der
frühest
mögliche Beginn einer allfälligen Rente bildet aufgrund der Neuan
meldung vom 12. Januar 2015 (
Urk.
7/100) der 1. Juli 2015 (Art. 29
Abs.
1 und Abs. 3 IVG).
Aufgrund des sogenannten Wartejahres gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG ist hier somit die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Juli 2014 relevant.
Im Nachfolgenden ist somit der Sachverhalt von Juli 2014 bis Oktober 2017 zu
überprüfen
.
2.3.3
Die von der Beschwerdeführerin in diesem Verfahren eingereichten ärztlichen Bericht
e
(Urk. 9/3-5, Urk. 12/6
, Urk. 17/7
) sind daher nu
r insoweit beachtlich, als sie Rückschlüsse auf d
en Sachverhalt bis
am 17.
Oktober 2017
zulassen
.
3.
3.1
Die Rentenabweisung
mit Verfügung vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
7/82)
war
gestützt auf die Einschätzung des
Z._
-Gutachtens vom 19. Mai 201
1
erfolgt
, welches aus polydisziplinärer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der anges
tammten Tätigkeit
ausgewiesen hatte
(Urk.
7/53/23-27).
Die damals geklagten Leiden der Beschwerdeführerin beschränkten sich im Wesentlichen auf die nach dem Ver
kehrsunfall vom
1.
August 2007 mit HWS-Distorsion aufgetretenen
Beschwerden
ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle (Nacken- und Kopfbeschwerden mit Ausstrahlung in die Schultern und oberen Extremitäten sowie mit Schwindel, Tinnitus und weiteren vegetativen Beschwerden
sowie reaktiver depressiver Störung
; Urk. 7/97/14-15
,
Urk. 7/97/
18-19
).
Die
Z._
-Gutachter stellten in somatischer Hinsicht
die folgen
den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit: Initiale retropatellare Gonarthrose beidseits, HWS-Distorsionstrauma
Quebec Task Force
(
QTF) Grad I/II vom 1. August 2007 ohne objektivierbare organisch
-
morphologische Folgeschädigung, subjektive Mitteilung eines panver
tebralen Schmerzsyndroms bei klinisch uneingeschränkter Beweglichkeit und bildgebend altersassozi
i
erten blanden degenerativen Veränderungen sowie bei rumpfmuskulärer
Antagonistendysbalance
bei defizitärer Bauchmuskulatur (Fol
gen einer
Langzeitdekonditionierung
)
. Aus psychiatrischer Sicht wurde zudem eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) mit dysfunktionaler Schmerzver
arbeitung, sekundärer Symptomausweitung und Selbs
tlimitierung ebenfalls ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Darü
ber hinaus bestünden keine Diag
nosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz (Urk.
7
/53
/
23).
Das Gericht bestätigte diese Einschätzung
mit
Urteil IV.2012.00704 vo
m 2
0.
August 2013
aus rechtlicher Sicht in Anwendung der damals geltenden
-
mittlerweile mit den Leitentscheiden BGE 141 V 281, 143 V 409 und 418 geänderten
-
bundesge
richtlichen Rechtsprechung
zu pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (BGE 136 V 352, 130 V 352
;
Urk. 7/97/17-21).
Von diesem Sachverhalt
ist im Hinblick auf Art. 17 Abs. 1 ATSG als Vergleichs
basis auszugehen.
3.2
3.2.1
Gemäss dem im Revisionsverfahren eingeholten
polydisziplinären
Z._
-Gutachten
vom
4.
Juli 2016
hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rer
in seit der letzten Begutachtung mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
ver
schlechtert (Urk. 7/154/22
). Es sei wiederholt zu depressiven Dekompensationen mit der Notwendigkeit einer psychiatrischen
Hospitalisation
gekommen
, von welcher die
Beschwerdeführerin
jeweils profitiert habe, so dass sie in teilremit
tiertem, hinsichtlich der Depression wieder gebessertem Zustand habe entlassen werden können. Es sei wiederholt zu einer Teilremission gekommen, nicht jedoch zu einer Vollremission
. Es seien die diagnostischen Kriterien einer depressiven Episode mit daraus resultierenden Affektregulationsstörungen, Antriebsstörun
gen und Beeinträchtigungen der Psychomotorik erfüllt, allerdings nicht in einem Bereich, der einer schweren Depression entspräche
. Die von der
Beschwerdefüh
rerin
beschriebenen Panikattacken seien im Zusammenhang mit der rezidivieren
den depressiven Störung zu interpretieren. Daher werde die Diagnose einer Panikstörung nicht gestellt. Auch die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung habe erneut nicht gestellt werden können, da sich weder der bei dieser Diagnose vorausgesetzte quälende schwere Schmerzcharakter noch ein ausgewiesener schwerwiegender innerseelischer Konflikt beziehungsweise eine gravierende psychosoziale Belastung in enger Verknüpfung mit der Entwicklung und Aufrechterhaltung der Schmerzstörung habe explorieren lassen. Es werde die Einschätzung der Ärztin der Privatklinik
D._
(gemäss dem Austritts
bericht vom 5. November 2012, Urk. 7/94/1) geteilt, nach der die Schmerzwahr
nehmung verknüpft sei mit einer depressiv bedingten Selbstwahrnehmung respektive einer vermehrt nach innen gerichteten Wahrnehmung körperbezoge
ner Symptome und der daraus resultierenden dysfunktionalen Schmerzverarbei
tung. Ausserdem seien Persönlichkeitsakzentuierungen im Sinne von
dependen
ten
Persönlichkeitszügen mit Neigung zur Selbstüberforderung bei einer Neigung zu Perfektionismus und hohen Selbstansprüchen ohne jedoch narzisstische Anteile
vorhanden
. Eine krankheitswertige Persönlichkeitsstörung liege nicht vor (
Urk.
7/154/33-34).
A
us
psychiatrischer und
polydisziplinärer
führender
Sicht
bestehe
insgesamt
seit Abschluss
der
Hospitalisation
in der
K
linik
C._
von Dezember
2014
bis März 2015 (
Urk.
7/113)
eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher
Tätigkeit
aufgrund der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, leichte bis mittelschwere
Episode (ICD-
10 F33.1). Die Beschwerdeführe
rin sei seinerzeit aus der Klinik am
C._
mit einer beschriebenen Teil
remission der Depression in somit stabilisi
ertem Zustand entlassen worden
(Urk. 7/154/14-15
, Urk. 7/154/32-34
)
.
Der
Beschwerdeführerin
sei
en
die bisherige und eine Verweistätigkeit mit sechs Stunden Arbeit täglich, mithin ein 70%iges Pensum, ohne Zeitdruck und ohne Nachtarbeitsbedingungen zumutbar (
Urk.
7/154/36).
Als aktuelle körperliche Beschwerden habe die Beschwerdeführerin Nacken-, Hinterkopf-, Rücken-
,
Kniegelenk-,
Ellbogen- und
rechtsbetonte Schulterschmer
zen
,
Schmerzen an den Händen
und Füssen
,
Migräneanfälle verknüpft mit Übel
keit
sowie
Dauertin
nitus
angegeben (Urk. 7/154/26-27
, Urk. 7/154/33
, Urk. 7/154/40-41
, Urk. 7/154/55
).
Aus internistischer, neurologischer und ortho
pädischer Sicht seien keine Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
zu nennen
.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) seien d
ie folgenden Diagnosen gestellt
worden:
Migräne; rezidivierende
Cervico-Cephal
gien
ohne radikuläre Symptomatik und ohne bedeutsame Bewegungseinschrän
kung der HWS, radiologisch keine Degeneration, anamnestisch HWS-Distorsion Grad I-II 2007; rezidivierende Lumbalgien bei freier Beweglichkeit der LWS ohne radikuläre Symptomatik,
radiologisch
mässige
Facettenarthrosen Lendenwirbel
körper (LWK) 5/S1, rechtsseitige
lumbo-sacrale
Übergangsstörung,
Chondrose
Grad I
lumb
o
-sacral
; intermittierende Schmerzen am rechten Kniegelenk mit/bei minimalem Streckdefizit desselben
, Arthroplastik
femoropatellar
im Oktober
2014, radiologisch keine Lockerungszeichen; intermittierende Schmerzen am linken Kniegelenk ohne Funktionseinschränkung, radiologisch
mässige
Degene
ration
femoro
-patellar; intermittierende Schmerzen an beiden Händen ohne funk
tionelle Defizite, radiologisch
mässige
Rhiz
a
rt
h
rose;
Impingement
Grad I an der rechten Schulter bei freier Beweglichkeit; Verdacht auf
Ul
n
arisrinnensyndrom
rechts; Struma nodosa euthyreot
(Schilddrüsenknoten bei normal funktionieren
der Schilddrüse)
;
Colon
irritabile
; Übergewicht (BMI 26
kg/m
2
); Parapsoriasis (dermatologisch gesichert); Status nach Hysterektomie 201
4
(
Urk.
7/154/14-15).
A
ufgrund des
Status nach
femoropatellarer
Arthroplastik des rechten Kniegelenks seien der Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht Tätigkeiten mit lange andauernden knienden oder hockenden Arbeiten nicht zumutbar (Urk. 7/154/61).
Insgesamt
sei die Beschwerdeführerin
seit der Entlassung aus der Klinik
C._
per 3
1.
März 2015 (Urk. 7/113/1)
in der Lage, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Automatenbedienerin
und alle leichten bis mittelschweren Tätigkeiten
ohne lang andauernde kniende oder hockende Arbeiten, ohne besonderen Zeitdruck sowie ohne Nachtarbeit in einem 70%igen Pensum
(mit sechs Stunden täglich)
zu verrichten (Urk. 7/154/15
-16
, Urk. 7/154/36
).
3.2.2
Im Bericht des
B._
vom 1
4.
September 2016 wurde hierzu ausgeführt, die psy
chiatrische Begutachtung habe entgegen der Behauptung des Gutachters nicht 100 Minuten, sondern weniger als eine Stunde ohne Übersetzung gedauert. Die Beschwerdeführerin sei sprachlich deutlich überfordert gewesen. Es sei daher von deutlichen Missverständnissen auszugehen.
Zudem
fehle
der zweite Aufenthalt in der Klinik
C._
vom
8.
März 2016 (richtig: vom 2
9.
Oktober 2015 bis 2
4.
Dezember 2015 gemäss dem Austrittsbericht vom
8.
März 2016, Urk. 7/166/1)
in der Aktenauflistung des Gutachtens, obschon er auf S. 28 (
Urk.
7/154/28) erwähnt
worden
sei.
Dieser Fehler sei gravierend und wirke sich auf die Gesamt
beurteilung aus. Keineswegs sei die Beschwerdeführerin in stabilisiertem Zustand entlassen worden
, wie auf S. 15, S. 28 und S. 33 behauptet worden sei,
und
keineswegs sei sie
wieder zu 70
%
arbeitsfähig, zumal sie nach der Begutachtung am
1
0
.
August 2016 erneut in die Privatklinik
D._
habe eintreten müssen und somit durchgehend mindestens eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden sei
.
Die im
Z._
-Gutachten aufgezählten sechs Symptome (verstärkte Selbstwahrnehmung, Ängste, Zukunftsängste, Panikattacken, Schlaf
störungen, Lustlosigkeit, Traurigkeit, Gedankenkreisen, Rückzug, Schmerzen, Appetitverlust; S. 26 ff.)
würden zudem
ebenfalls einer mittelgradigen Episode gemäss ICD-10 entsprechen. Eine leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) falle daher weg. Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit seien im Gutachten negiert worden (S. 31), jedoch im Alltag deutlich vorhanden. So könne die Beschwerdeführerin
Behandlungsprogramme nicht mehr beschreiben, verlege Gegenstände im Alltag, habe deutliche Konzentrationsstörungen, könne
nur zirka 25 Minuten Autofahren und nur
zirka 30 Minuten lesen, wobei sie den Inhalt oft nicht begreife.
Auch sei im Gutachten
mit keinem Wort
erwähnt
worden
, dass
–
wie
im Bericht vom
9.
Februar 2015 beschrieben (
Urk.
7/107/3)
-
neuropsycho
logisc
he Resultate vorliegen würden, welche die kognitiven Einschränkungen objektiv belegen würden.
Ebenfalls scheine die deutliche Suizidalität der Beschwerdeführerin keine Rolle zu spielen und sei nicht gewürdigt worden. Daher sei nur ein Teil der Symptomatik überhaupt Gegenstand der gutachterlichen Aus
einandersetzung, was
schliesslich
zur falschen Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode geführt habe.
Richtig sei
bei acht erfüllten Merkmalen
(depressive Stimmung mit Gefühlsblockaden, Interesseverlust und vollständiger Antriebslosigkeit, vollständiger Verlust
von Selbstvertrauen, Schuldgefühle wegen der Erkrankung gegenüber dem Ehemann, meist tägliche deutliche Suizid
ideen und Pläne, deutliche Konzentrationsstörungen, Durch
sch
lafstörungen)
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere dep
ressive Episode (ICD-10 F33.2), welche ab 2014 bestehe. Die Symptome würden fremdanamnestisch durch den Ehemann bestätigt, weshalb an ihnen weder im Verlauf noch objektiv Zweifel
zu heg
en seien.
Die
Beschwerdeführerin
sei
nach objektiver Beurteilung zu 100 % arbeitsunfähig. Das
Z._
-Gutachten sei daher selektiv, unvollständig und deutlich beschönigend und damit nicht objektiv (
Urk.
7/165/2-5).
Gemäss dem Austrittsbericht
vom 8.
März 2016
, der
den
Z._
-Gutachtern
bei der Begutachtung im April 2016
nicht vor
l
ag
(
Urk.
7/154/1
-12
),
war
die
Beschwerdeführerin
vom 29.
Oktober bis 2
4.
Dezember 2015
, mithin vor der
Z._
-Begutachtung
in der
Klinik
C._
stationär behandelt
worden
,
nachdem
diese von ihrer ambulanten
B._
-
Psychotherapeutin zur multimodalen Behandlung bei depressiver Dekompensation und vermehrten Angstanfällen zugewiesen
worden
war
. Die
Beschwerdeführerin
habe über eine Häufung von Angstanfällen und Panikattacken in den letzten Monaten berichtet, welche sich durch schweres Atmen, Herzrasen und schwache Beine zeigen würden. Sie habe Angst vor der Angst. Zudem hab
e
sie deshalb grosse Konzentrationsschwierig
keiten und vergesse schnell. Sie sei zunehmend lärmempfindlich und in einer Gruppe mehrere
r
miteinander sprechender Leute überfordert. Seit zirka einem Jahr habe sie sich vermehrt zurückgezogen. Sie verlasse das Haus ungern. Am liebsten bleibe sie im
Bett. Auch für das Lesen habe sie inzwischen keine Energie und Lust mehr. Ausserdem leide sie
an Schmerzen am ganzen Körper. Es seien
die folgenden psychiatrischen Diagnosen
gestellt worden
: Rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.1), Panikstörung (ICD-10 F41.0), anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45.4).
Die
Beschwerdeführerin
habe während des gesamten Aufenthaltes zuverlässig an den Therapiesitzungen teilgenommen. Sie
sei
indes
nicht in der Lage gewesen, die unter anderem erfolgte
psychoedukativen
Infor
mationen vollständig zu verstehen und zu integrieren. Gründe dafür seien eine Kombination aus Konzentrationsschwierigkeiten, sprachlicher Barriere, fehlende
r
Introspektions- und Reflexionsfähigkeit sowie der Einstellung, dass Psychothe
rapie nicht helfen würde. Dennoch hätten die Panikattacken auf zirka zwei bis drei Mal pro Tag reduziert werden können und sie habe hilfreichere Bewälti
gungsstrategien im Umgang mit den Angstzuständen erlernen können. Auch habe ein erhöhtes Problembewusstsein erarbeitet und eine Stimmungsaufhellung erzielt werden können.
Die depressive Symptomatik habe bei Austritt deutlich kompensiert imponiert und
die
Beschwerdeführerin
sei deutlich von Selbst
- sowie Fremdgefährdung
distanziert gewesen. Es werde eine psychiatrisch-psychothera
peutische Nachbehandlung empfohlen (
Urk.
7/166/1-7).
Dem Austrittsbericht der Privatklin
i
k
D._
vom 1
7.
Oktober 2016 ist zu entnehmen, dass
auf Zuweisung des
B._
wegen psychischer Dekompensation aufgrund einer familiären Problematik (Konflikte mit dem Ehemann) und Suizidgedanken vom 8.
August bis 2
6.
September 2016
, mithin rund drei Monate nach der
Z._
-Begutachtung,
eine weitere stationäre Behandlung
erfolgt
ist
.
Es
wurden
die folgenden
psychiatrischen Diagnosen gestellt: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.1), chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden Anteilen. Die Wertlosigkeits- und Hoffnungslosigkeitsgefühle sowie die suizidalen Gedan
ken seien im Verlauf der Behandlung weitgehend remittiert.
Die diffusen Ängste mit panikartigen Zuständen und körperlichen Schmerzen persistierten über die Therapie hinweg. Sie sei in stabilisiertem, teilremittierte
m
Zustand bei fehlenden Hinweisen auf
akute Selbst- oder Fremdgefährdung in die vorbestehenden Ver
hältnisse
entl
assen worden. Sie habe sich
motiviert gezeigt für die tage
s
klinische Anschlussbehandlung ab dem 27. September 2016 sowie für die Weiterführung der ambulanten Behandlung im
B._
(
Urk.
7/167/1-4).
Im
Bericht des
B._
vom 2
7.
Oktober 2016 wurde sodann ausgeführt, der Verlauf nach dieser stationären Behandlung habe nicht mehr eine Teilremission, sondern kurz darauf wieder einen verschlechterten Zustand gezeigt. Die Symptome seien nach wie vor vergleichbar wie sie im
B._
-
Bericht vom 1
4.
September 2016
(
Urk.
7/165)
beschrieben worden seien.
Es sei weder eine Remission noch eine Besserung des Zustandes festgestellt worden (Urk. 7/168/1).
3.2
.3
In der Stellungnahme vom 23.
Juni 2017 zu diesen
vier
Berichten
(E. 3.2.2)
führte der psychiatrische
Z._
-Gutachter aus,
daraus ergebe sich keine Änderung der Einschätzung gemäss dem
Z._
-Gutachten vom
4. Juli 201
6.
Eine Explora
tionsdauer von - wie behauptet - weniger als einer Stunde wäre mit der vorlie
genden Informationstiefe wie sich aus dem Gutachten im Kapitel Anamnese und Befund ergebe, nicht vereinbar.
Bezüglich der geltend gemachten Sprachbarriere sei anzumerken, dass d
ie
Beschwerdeführerin
ausdrücklich auf die Beiziehung eines Übersetzers verzichtet habe und es sei ihr ausreichend Zeit eingeräumt worden, ihre Beschwerden ausführlich
sowie
umfassend darzustellen. Ausserdem
sei sie
aus der Vorbeg
utachtung
darüber informiert gewesen, dass
im Rahmen der psychiatrischen Exploration komplexe Sachverhalte
dargestellt werden müssten
.
Als Beispiel guter sprachlicher Verständlichkeit und zeitlich ausführlicher Anam
nese sei darauf hingewiesen, dass der nicht aktenkundig dokumentierte Aufent
halt Ende 2014
(richtig: Ende 2015, Urk. 7/
166/1
)
mit der
Beschwerdeführerin
anamnestisch eruiert worden sei
(vgl.
Urk.
7/154/28-29)
. Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung sei offenbar unstrittig. Vorliegend gehe es im Wesentlichen um die Frage des Ausprägungsgrades und der daraus resultie
renden Funktionalität.
Indes seien die vorgelegten Berichte nicht dazu geeignet, eine andere versicherungspsychiatrische Sichtweise herbeizuführen. Zwischen
zeitliche vorübergehende Verschlechterungen im psychopathologischen Befund seien nicht ausgeschlossen; aber die Berichte über die psychiatrischen
Hospitali
sationen
würden deutlich aufzeigen, dass jeweils rasch eine Remission der Symp
tomatik unter Behandlung habe erzielt werden können. Anlässlich der
Hospitali
sation
vom 2
9.
Oktober bis 2
4.
Dezember 2015 in der Klinik
C._
habe eine bei Eintritt mittelgradige depressive Episode stabilisiert werden können, so dass auf eine allenfalls leichte Depression bei Entlassung rückschliessen lasse. Die anlässlich der Untersuchung im April 2016 erhobenen psychopathologischen Befunde würden eine an der Grenze zwischen leicht und mittelschwer liegende depressive Episode belegen.
Eine mehrere Monate später durch die behandelnden Ärzte attestierte schwere depressive Epis
ode, welche bei Aufnahme in der Privat
klinik
D._
auch beschrieben worden sei, habe unter der Fachbehand
lung deutlich gebessert werden können. Auch die
B._
-Stellungnahme vom 2
7.
Oktober 2016
sei nicht dazu
geeignet, Zweifel an der im Austrittsbericht der Privatklinik
D._
attestierte
n
deutlichen Symptomremission zu beweisen. Mithin ergebe sich kein neuer Gesichtspunkt, der eine Abänderung der
Z._
-Einschätzung begründen könnte
(
Urk.
7/173/3-5).
3.2.4
Aus den von Seiten der
Beschwerdeführerin
in diesem Verfahren eingereichten Berichten des Spitals
A._
vom 2
7.
Dezember 2017 (
Urk.
9/3), der
E._
gleichen Datums (
Urk. 9/4) und
der Privatklinik
D._
vom 1
3.
Februar 2018
(
Urk.
12/6)
geht hervor, dass die
Beschwerdeführerin
in der Nacht vom 23. Dezember 2017 einen Suizidversuch mit
Tab
letten unternahm
, woraufhin sie vom 2
5.
Dezember 2017 bis 1
9.
Januar 2018 erneut in der Privatklinik
D._
stationär
psychiatrisch-psychotherapeutisch
behandelt
worden sei
. Die behandelnden Fachärzte diagnostizierten im Rahmen der rezidivierenden depres
siven Störung wiederum eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33
.2; Urk. 9/4 S. 1, Urk. 12/6 S.
1).
Die
Beschwerdeführerin
sei nach der Behandlung in stabilisiertem Zustand und in Besserung der
depres
siven Symptomatik in die vorherigen Wohnverhältnisse entlassen worden (Urk. 12/6 S. 3).
3.3
3.3.1
Mit den vorliegenden ärztlichen
und gutachterlichen Berichten
ist
im Vergleich mit dem Sachverhalt, welcher der gerichtlich bestätigten V
erfügung vom
1.
Juni 2012 (Urk.
7/82) zugrunde
gelegen hatte
,
unstrittig
eine Verschlechterung des
psychischen
Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin
ausgewiesen, welche Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
gibt.
Namentlich
bescheinigt
en auch die
Z._
-Gutachter im G
utachten vom 4. Juli 2016
eine
Verschlechterung
im Vergleich mit der
Z._
-Beurteilung von Mai 2011 (Urk.
7/53)
und neu eine
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in der angestamm
ten und in einer leidensangepassten Tätigkeit aufgrund der
nunmehr gestellten Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung, leichte bis mittelschwere depr
essive Episode (ICD-10 F 33.1;
Urk. 7/154/14-16
, Urk. 7/154/22
).
Die Überprüfung des Rentenanspruchs hat somit oh
ne Bindung an frühere Beur
tei
lungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfass
end zu erfolgen (BGE 141 V 9 E.
2.3).
3.3.2
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
kann
bei vorliegender Aktenlage bezüglich des hier
massgeblichen
Zeitraums von
Juli 201
5 (
frühest
möglicher Rentenbeginn)
bis Oktober 2017
(vgl. E. 2.3.2
hiervor)
allerdings
nicht
ohne Weiteres
ausgeschlossen werden, dass ein Rentenanspruch der
Beschwerdeführe
rin
besteht, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
4.
4.1
Die Einschätzung der
Z._
-Gutachter einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit respek
tive einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit
in der angestammten und einer leidensange
passten Tätigkeit
ab dem
1.
April 2015
, welche sich auf die Untersuchungen im April 2016 stützt
(
Urk.
7/154/1)
, vermag unter Berücksichtigung der gesamten
nunmehr
vorliegenden Aktenlage bis im Oktober 2017 n
icht zu überzeugen.
Insbesondere in Bezug auf die psychischen Beschwerden weist der Krankheits
verlauf von Ende 2014 bis Anfang 2018 auf eine insgesamt schwerwiegendere Gesundheitsbeeinträchtigung mit weiterer Verschlechterung hin, als dies im
Z._
-Gutachten vom
4.
Juli 2016 beschrieben wurde.
So
ist ausgewiesen, dass d
ie
Beschwerdeführerin
in der Zeit von Dezember 2014 bis
Anfang 2018
, mithin innerhalb von drei Jahren vier
m
al
unter anderem
wegen der von allen Fachärzten übereinstimmend diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung bei
depressiver Dekompensationen
mit Suizidgedanken bis hin zu
akuter
Suizidalität je mehrere Wochen stationär behandelt
wurde
.
Zusätz
lich zur depressiven Symptomatik litt die
Beschwerdeführerin
- unabhängig von
der durch die Ärzte
teilweise unterschiedlich vorgenommenen
diagnostischen
Einord
n
ung - unter Angstsymptomen und einer
(dysfunktionalen)
Schmerzver
arbeitungsstörung.
Dabei
war die
Beschwerdeführerin
vom 15.
Dezember 2014 bis 3
1.
März 2015
(
Urk.
7/
113
)
und
nur rund sieben Monate später
vom
2
9.
Oktober 2015 bis 24. Dezember 2015 (Urk. 7/116) in der Klinik
C._
sowie
nach weiteren
sieben Monate
n
vom
8.
August bis 2
6.
September 2016 (
Urk.
7/167)
und
fünfzehn Monate darauf
- nach dem Suizidversuch vom 2
3.
Dezember - vom 2
5.
Dezember 2017 bis zum
19.
Januar 2018
(
Urk.
12/6)
in der Privatklinik
D._
in stationärer
psychiatrisch-psychotherapeu
tischer
Behandlung
.
In der hier zu beurteilenden Zeit
bis Mitte Oktober 2017 (Urk.
2) bestanden somit je mehrmonatige 100%ige Arbeitsunfähigkeiten
während den
relativ kurz aufeinanderfolgenden
stationären Aufenthalten
.
Auch zeichnet sich damit ab, dass
der
Behandlungserfolg durch die stationären Behandlungen insgesamt nicht
nachhaltig im Sinne einer anhaltenden jeweiligen B
esserung
und Stabilisierung
des psychischen Gesund
heitszustandes
war
, was es abzuklären gilt.
4.2
4.2.1
D
iesem Krankheitsverlauf wurde
und
konnte im Gutachten vom
4.
Juli 2016 nicht hinlänglich Rechnung getragen (werden).
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter begründete die von ihm gestellte Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung, leichte bis mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F 33.1), und die
dementsprechend attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
denn auch
hauptsäch
lich damit, dass
anlässlich der Untersuchung vom 2
5.
April 2016 bei der
Beschwerdeführerin
mittlerweile das Bild einer leichten bis mittelschweren depressiven Episode gesehen worden sei und sie
-
nach den (im Verlauf) wieder
holt eingetretenen depressiven Dekompensationen
-
v
on den psychiatrischen
Hospitalisation
jeweils profitiert
habe
sowie in teilremittiertem, hinsichtlich
der Depression gebessertem Zustand
habe
entlassen werden können (Urk. 7/154/33-34).
In der gutachterlichen Beurteilung kam de
m
Behandlungs
erfolg durch die stationäre
n
Behandlungen
somit
massgebliche Bedeutung zu.
In der weiteren Begründung
(Urk. 7/154/33-34)
bezog sich der Gutachter jedoch lediglich einer
seits auf die stationäre Behandlung in der Privatklinik
D._
vom 1
5.
Juni bis
8.
August 2012
(
Urk.
7/94)
, welche hier indes
in Bezug auf den massgeblichen Zeitraum
nicht mehr ausschlaggebend
sein kann
, und
andererseits
auf
die stationäre Behandlung
in
der Klinik
C._
vom 15.
Dezember 2014 bis 3
1.
März 2015
(
Urk.
7/113). Bezüglich der weiteren Behandlungen und Behandlungserfolge bestanden bei der Begutachtung
dagegen
keine genauen Kenntnisse.
So war g
emäss dem Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 2
8.
April 2015 im Anschluss an die stationäre Behandlung, ab dem 1
3.
April 2015 eine acht
wöchige teilstationäre Behandlung im
B._
geplant (Urk. 7/113/6). Dies hat der psychiatrische Gutachter nicht berücksichtigt und hierzu lag ihm auch kein Bericht vor. Ob diese Anschlussbehandlung stattfand, hat die
Beschwerdegegne
rin
abzuklären und gegebenenfalls ein
en
Bericht hierzu einzuholen.
Hinzu kommt, dass den
Z._
-Gutachtern
auch
der
Bericht der Klinik
C._
vom 8. März 2016 (Urk.
7/166
)
zur stationären Behandlung
vom 2
9.
Oktober bis 2
4.
Dezember 2015
bei der Begutachtung im April 2016 nicht vorgelegen hatte. Zwar war im psychiatrischen Teilgutachten erwähnt worden, dass die
Beschwerdeführerin
gemäss ihren Angaben zweimal hintereinander in der Klin
i
k
C._
stationär behandelt worden sei, jedoch wurde fälschlicherweise fest
gehalten, dies sei 2014 und zum Jahreswechsel 2014/2015 gewesen (Urk. 7/154/28), anstatt richtigerweise zum Jahreswechsel 2014/2015 bis Ende März 2015 (
Urk.
7/113) und von Ende Oktober bis Weihnachten 2015 (Urk. 7/166).
4.2.2
In Bezug auf die Zeit nach der
Z._
-Begutachtung im April 2016 trat n
achweis
lich
spätestens Anfang August 2016 aufgrund desselben Leidens eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes
mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit während der
monatlichen
stationären Behandlung vom 8.
August bis 26. Sep
tember 2016
ein (
Urk.
7/167).
Bei der derzeitigen Aktenlage
kann
jedoch
nicht
abschliessend
beurteilt werden, wie lange
und mit welcher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diese erneute Verschlechterung andauerte.
Denn dem Austrittsbericht der Privatklin
i
k
D._
vom 17. Oktober 2016 ist zu entnehmen, dass unmittelbar nach der stationären Behandlung ab dem 27. September 2016 wiederum eine tagesklinische Anschlussbehandlung im
B._
vorgesehen war (Urk. 7/167/3). Da eine solche in der Regel acht Wochen dauert, kann nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass sie für die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer und rechtlicher Sicht massgeblich
ist
. Ein Bericht ist den Akten jedoch auch hierzu nicht zu entnehmen. Ob eine solche Anschlussbehandlung stattgefunden hat, ist von der
Beschwerdegegnerin
ergänzend abzuklären; gegebenenfalls hat sie einen entsprechenden Bericht von der betreffenden Tagesklinik einzuholen.
B
ezüglich des Zeitraums vom 2
7.
September
2016 bis zur Verfügung vom 17.
Oktober 2017 liegt allein der
B
ericht des
B._
vom 27.
Oktober 2016
vor (Urk. 7/168)
.
Darin wurde ausgeführt, dass
sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
bereits kurz nach Abschluss der
stationären Behandlung per 26.
September 2016 (Urk.
7/167) wieder verschlechtert
habe
.
Somit
kann
jeden
falls nicht ohne Weiteres auf eine anhalten
de Besserung geschlossen werden
.
Dass nach Austritt aus der Privatklinik
D._
ab Ende September 2016
möglicherweise
keine anhaltende Besserung des p
sychischen Gesundheitszustan
des,
namentlich der depressiven Symptomatik
,
sondern eine (im Vergleich zum Vorzustand im April 2016) zumindest teilweise weitere Verschlechterung
einge
treten ist,
zeigt
insbesondere
auch de
r Umstand, dass im Dezember 2017
wegen einer schweren depressiven Episode mit Suizidversuch erneut eine stationäre Behandlung
vom 25. Dezember 2017 bis 1
9.
Januar 2018
erfolgen
musste (
Aus
trittsbericht der Privatklinik
D._
vom 1
3.
Februar 2018
;
Urk. 12/6).
Zwar
fand
die
se
stationäre Behandlung
nach Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 17.
Oktober
2017 (Urk.
2)
statt
und damit
ausserhalb
des hier
strittigen
Überprü
fungszeitraums. Jedoch
erfolgte
sie
lediglich rund zwei Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung
und
sie bestätigt
damit
die Fortsetzung des bisherigen Krankheitsverlaufs
, bei dem jeweils eine nur kurzfristige
Besserung der depressi
ven Symptomatik
(
mit Angst- und Schmerzstörungssymptomen
)
nach einer stationären Behandlung
eintrat. I
nsgesamt
ist daher zu prüfen, ob aus psychiat
rischer Sicht von einer
fortschreitende
n
Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustandes mit entsprechender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei
.
Insofern
sind
die
spätestens ab dem 23.
Dezember 2017
ausge
wiesene weitere
Verschlechterung
und die stationäre
Behandlung bis Mitte Januar 2018
dennoch für den hier
massgeblichen
Überprüfungszeitraum relevant.
Es kann damit
auch
für die Zeit nach dem 26. September 2016
nicht
auf die medizinische Einschätzung der
Z._
-Gutachter abgestellt werden und es kann auch nicht
ohne Weiteres
ausgeschlossen werden, dass
die Arbeitsfähigkeit
in einem anspruchserheblichen Umfang eingeschränkt war.
4.2.3
Daran
vermag
auch die Stellungnahme des psychiatrischen
Z._
-Gutachters vom
23.
Juni 2017 (
Urk.
7/173)
nichts
zu ändern
, in welcher dieser an seiner Einschätzung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit
aufgrund
der Begutachtung vom April 2016 (
Urk.
7/154/1)
festhie
lt
. Denn
zum einen konnte er nur zur
damaligen
ihm
vorgelegen
habenden
Aktenlage Stellung nehmen
;
zum anderen
erfolgte nach April 2016 keine
erneute klinische Untersuchung
mit
aktuelle
r
Exploration
und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
, welche diese Beurteilung zu stützen vermöchte
.
Der Gutachter
schloss
mithin
aufgrund
der
bisherige
n
Berichte
und
Befunde
auf die weitere
Krankheitse
ntwicklung.
Dabei erachtete er
weiterhin
vor allem
den Umstand als massgeblich
, dass
gemäss den
Berichte
n
über die psychi
atrischen
Hospitalisationen
jeweils rasch eine Remission der Symptomatik unter Behandlung habe erzielt werden können
(
Urk.
7/173
/5
)
.
Den Umstand
dagegen
,
dass sich
relativ
schnell
wieder
erhebliche
Verschlechterungen
mit schweren depressiven Episoden
einstellten, berücksichtigte er
indes
kaum
respektive konnte er im Hinblick auf die Gesamtentwicklung bis zur stationären Behandlung ab Ende 2017 nicht berücksichtigen
.
Auch die Ausführungen des psychiatrischen
Z._
-Gutachters zum Umstand, dass bei der Begutachtung im April 2016 der
Bericht der Klinik
C._
vom
8.
März 2016 zur stationären Behandlung vom 2
9.
Oktober bis 2
4.
Dezember 2015 (
Urk.
7/166)
noch nicht vorgelegen hatte,
vermögen
nicht zu überzeugen. Denn im Gutachten
waren
- wie bereits ausgeführt (vgl. E.
4.2.1
hiervor) -
die Zeitangaben der aufeinanderfolgenden stationären Behandlungen
in der
Klinik
C._
vage und falsch
aufgeführt worden
(
2014
und zum Jahreswechsel 2014/2015,
Urk.
7/154/28,
anstatt richtigerweise zum Jahreswechse
l 2014/2015 bis Ende März 2015,
Urk.
7/113
,
und von End
e Oktober bis Weihnachten 2015,
Urk.
7/166).
Entgegen den Ausführungen des Gutachters in der Stellungnahme vom 2
3.
Juni 2017 (Urk. 7/173/4) konnte der betreffende stationäre Aufenthalt im Herbst/Winter 2015, zu welchem der Bericht
(
Urk.
7/166)
fehlte, somit mit der
Beschwerdeführerin
nicht
ausreichend anamnestisch eruiert werden.
Diesen Irrtum im Gutachten hat der psychiatrische
Z._
-Gutachter in der ergänzenden Stellungnahme trotz des
nunmehr vorliegenden Berichtes
der Klinik
C._
vom 8.
März 2016 (
Urk.
7/166)
zudem wiederum
nicht bemerkt, sondern noch
mals zitiert (Urk. 7/173/4).
Zur letzten i
hm bekannten stationären
B
ehandlung vom 8.
August bis 26.
Sep
tember 2016
in der Privatklinik
D._
(
Urk.
7/167) und dem
B._
-Bericht vom 1
4.
September 2016 (
Urk.
7/165)
hielt
der psychiatrische
Z._
-Gutachter
sodann
fest
, dass
die
von den behandelnden
B._
-Therapeuten diagnostizierte und
(von den Ärzten der Privatklinik
D._
)
bei Aufnahme der stationären Behandlung
anfänglich
festgestellte
schwere depres
sive Episode insofern remittiert
sei
, als
(im Austrittsbericht vom 17. Oktober 2016, Urk. 7/167/3)
ausdrücklich eine weitgehende Remission von Wertlosigkeits- und Hoffnungslosigkeitsgefühlen notiert worden sei und auch die depressive Stimmungslage im Sinne einer Niedergeschlagenheit teilweise remittiert sei
. Mit
hin habe
die schwere depressive Episode
unter Fachbehandlung deutlich gebessert werden können
(Urk. 7/173/4-5).
Allein
damit ist
für die Zeit
ab de
m
27.
Septem
ber 2016
jedoch
nicht
ohne Weiteres
ausgewiesen
, dass die schwere depressive Episode
anhaltend
, nämlich allenfalls anspruchsrelevant mehr als drei Monate (vgl.
Art.
88a IVV),
bereits wieder
auf das Niveau einer leichten bis mittelschwe
ren depressiven Störung reduziert
wurde
und
daher
eine (maximal) 30%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/154/14-15, Urk. 7/154/32-34)
bestand
.
Die Ärzte der Privatklinik
D._
hatten im Austrittsbericht vom
1
7.
Oktober
2016
denn auch zusätzlich
festgehalten
,
dass
die
diffusen Ängste mit panikartigen Zuständen und körperlichen Schmerzen während der ganzen st
ationären Therapie persistiert
hätten
und
die Niedergeschlag
enheit nur teilweise remittiert sei
.
Zudem
empfahlen
die Ärzte der Privatklinik im Anschluss eine teilstationäre Weiterbe
handlung
(Urk. 7/167/3-4).
Im Übrigen räumte auch der psychiatrische
Z._
-Gutachter ein, dass es vor dem Hintergrund der Eigendynamik im Krankheitsverlauf psychischer Störungen, ins
besondere im Verlauf rezidivierender Depressionen, welche durch vielfäl
tige äussere, aber auch intern
e Faktoren beeinflusst würden, nicht ausgeschlossen sei, dass zwischenzeitlich eine Verschlechterung stattgefunden haben könne (Urk. 7/173/4-5).
4.2.4
Somit kann bei derzeitiger Aktenlage trotz der
Z._
-Stellungnahme vom 23. Juni 2017 (Urk. 7/173) nicht ohne aktuelle psychiatrische Untersuchung und Beurteilung ausgeschlossen werden, dass keine weitere Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
nach der Begutachtung im April 2016 bis im Oktober 2017 eingetreten ist.
4.3
Nach dem Gesagten ist in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilung der
Z._
-Gutachter nicht abzustellen. D
er
hier zu prüfende
Sachverhalt bis Oktober 2017
erweist sich damit
als nicht
hinreichend
abgeklärt.
Daran ändern auch die vorlie
genden Berichte der behandelnden Ärzte nichts.
4.4
4.4.1
Bei dieser Ausgangslage kann
auch d
ie Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, es sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung begründe (
Urk.
2 S. 2
), nicht bestätigt werden.
Insbesondere
aber
finden ihre
Erwägung
en
,
die diagnos
tizierten mittelschweren
depressiven Episoden würden gemäss den Abklärungen leichten depressiven Episoden entsprechen und mit den psychiatrischen stationären Behandlungen hätten jeweils eine dauerhafte Besserung der depres
siven Symptomatik herbeigeführt werden können (
Urk.
2 S. 1), in den Akten keine Stütze. So wurde zum einen von allen Fachärzten eine rezidivierende depressive Störung (ICD
-
10 F33) diagnostiziert, die seit spätestens Ende 2014 wegen regelmässigen Dekompensationen mit mittelschweren und schweren Epi
soden in kürzester Zeit wiederholt mehrmonatige stationäre Behandlungen erfor
derte, weshalb eine dauerhafte Besserung nicht ausgewiesen ist
.
Zum anderen wies
auch
der psychiatrische
Z._
-Gutachter in der Stellungnahme vom 2
3.
Juni 2017 explizit darauf hin, dass entgegen dem Zitat einer Partei nicht eine leichte depressive Episode, sondern eine leichte bis mittelschwere Episode im Gut
achten beschrieben worden sei (Urk. 7/173/5). Bei der (diagnostischen) Verschlüs
selung sei zudem die Diagnose einer mittelschweren Depression (ICD-10 F33.1) vorgenommen worden (Urk. 7/173/4).
Dagegen wäre d
ie Diagnose einer (gegen
wärtig) leichten depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressi
ven Störung mit ICD-10 F33.0 zu kodifizieren
gewesen
(
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapi
t
el V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auf
lage 2015, S. 178 f.).
Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass die psychischen Leiden der
Beschwerde
führerin
sich nicht nur auf
depressive Symptome beschränken;
zusätzlich sind Angstattacken und
eine
dysfunktionale Schmerzverarbeitung
vor dem Hinter
grund einer Persönlichkeitsakzentuierung
fachärztlich dokumentiert
. A
uch wenn diese von den
Z._
-Gutachtern
- im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten (Urk. 7/166/1, Urk. 7/167/1) -
nicht als eigenständige Diagnosen eingeordnet
, sondern im Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven Störung inter
pr
etiert wurden (Urk. 7/154/33-34
)
- ob zu Recht oder nicht, kann hier zunächst offen bleiben -
, fallen sie
im Rahmen des ergebnisoffenen Beweisverfahrens (nachfolgend E. 4.4.2-3)
dennoch ins Gewicht.
Die psychische Störung wurde denn auch nicht nur von den behandelnden Ärzten, sondern auch von den
Z._
-Gutachtern als hinreichend schwerwiegend eingestuft, um von einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.4.2
Hinzu k
ommt, dass das vorliegende
psychische
Be
schwerdebild gemäss der j
üngs
ten bundesge
richtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V
409 und
418)
unter Berück
sichtigung des mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 (Urteil des Bunde
sgerichts vom 3. Juni 2015) präzisierten strukturierten, nor
mativen Prüfungsrasters zu beurteilen
ist
.
Dabei
basiert
das strukturierte Beweisverfahren
auf einer ergebnis
offenen Gesamtbetrachtung in Berücksichtigung der Wechselwirkung der Leiden (BGE 143 V 418 E. 8.1).
Damit wurde die
bisherige Rechtsprechung, wonach leichte bis mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis nur dann als invalidisierend zu werten waren, wenn sie
im Sinne einer Behand
lungsresis
tenz als schwer und therapeutisch nicht (mehr)
a
ngehbar
galten (BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2017 vom 15. März 2017 E. 4.2),
vom Bundesgericht aufgegeben.
Da hier keine Ausschlussgründe vorliegen und ein konkreter Beweisbedarf gege
ben ist (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1, 141 V 281 E. 2.2), darf von einem strukturier
ten Beweisverfahren mit Gesamtbetrachtung sämtlicher Leiden in Berücksichti
gung
ihrer Wechselwirkungen (BGE 143
V 418 E. 8.1, 141 V 281 E. 4.3.1.3) nicht abgesehen werden.
D
ie
Beschwerdegegnerin
ist im angefochtenen Entscheid vom 17. Oktober 2017
(Urk.
2)
dagegen
von der gutachterlichen
Beurteilung
abge
wichen, ohne ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren
durchzuführen; z
u den einzelnen Standardindikatoren
(BGE 141 V 281 E. 4) hat sie mithin
nichts ausge
führt.
Erst
in der Beschwerdeantwort
hat sie
zu den Standardindikatoren Ausfüh
rungen
gemacht
(Urk. 6)
.
4.4.3
Auch die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort erlauben bei gegebener Aktenlage
nicht
ohne Weiteres
die Schlussfolgerung, es habe im hier massgeblichen Zeitraum kein anspruchsrelevanter
Gesundheitsscha
den
bestanden
.
Namentlich kann sie sich bei ihrer Aussage, es liege keine adä
quate Therapie des psychischen Leidens vor
(Urk. 6 S. 2)
, auf keine fachärztliche Beurteilung in dieser Frage stützen, sondern
sie
beurteilte dies in Abweichung von der fachärztlich-gutachterlichen Einschätzung
und auch ohne eine entspre
chende Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
.
So trat
n
ach Einschätzung des psychiatrischen
Z._
-Gutachters trotz kontinuierlicher Fach
behandlung
und guter Compliance
bisher (per April 2016) keine durchgreifende Vollremission ein, wobei die Beschwerdeführerin die therapeutischen Angebote kontinuierlich wahrgenommen habe und ein Leidensdruck durchaus erkennbar sei (Urk. 7/154/35-36
; vgl. zu den einzelnen Behandlungen:
Urk. 7/154/28).
Dass weitere therapeutische Optionen offenstehen würden, von denen ausserdem ein nachhaltiger Behandlungserfolg zu erwarten wäre, w
urde
auch vom Gutachter nicht erklärt. Für die Weiterbehandlung bei zweifelhafter Prognose empfahl er lediglich die Fortführung der Fachbehandlung mit Motivationsarbeit und Opti
mierung der psychopharmakologischen Behandlung, wobei die bisherige Behand
lung fachgerecht (lege
artis
) gewesen sei (Urk. 7/154/19-20, Urk. 7/154/37).
Auch der Umstand, dass die Laborwerte zu den Medikamenten nicht optimal waren, rechtfertigt entgegen
den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 6 S. 2)
bei gegebener Aktenlage und angesichts der wie hiervor dargelegten gutachterlich-medizinischen Ausführungen zur Behandlung nicht bereits das Abweichen von jeglicher medizinischer Beurteilung aus rechtlicher Sicht, zumal
insgesamt eine medikamentöse Behandlung mit den Laborergebnissen
grundsätzlich
bestätigt wurde. Es handelte sich dabei zum einen um eine Überdosierung eines Antide
pressivums, welche sich indes gemäss den gutachterlichen Ausführungen auch durch eine hochdosierte Einnahme kurz vor der Blutentnahme erklären lasse, und zum anderen um eine Unterdosierung eines Neuroleptik
um
s sowie eines Sedati
vums (Urk. 7/154/32).
Ferner
sind
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6 S. 2)
auch
das
im
Z._
-Gutachten beschriebene
wenige Lesen und Stricken, das regelmässige Besuchen von Therapien und
das familiäre
Umfeld der
Beschwerdeführerin
nicht ohne Berücksichtigung des übrigen, eher geringen
Aktivitätenniveaus
(Urk. 7/154/27-28, Urk.
7/154/56
)
und des augenfällig unsteten Krankheitsver
laufs
als Ressource
n
zu beurteilen, welche die psychische Belastung in Bezug auf eine volle Erwerbstätigkeit hinreichend zu kompensieren vermöchte
n
.
4.
5
Die vorliegende
Aktenlage
rechtfertigt somit weder die Annahme einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
noch das Fehlen eines anspruchs
relevanten Gesundheitsschadens.
5.
5.1
Im Ergebnis
kann nicht
abschliessend
beurteilt werden
,
ob und inwiefern
die
im Vergleich zum Gesundheitszustand
von
Anfang Juni 2012 (Urk.
7/82)
eingetre
tene
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
betreffend die Zeit ab Juli 2015 anspruchserheblich ist.
Die
Beschwerdegegnerin
hat daher
die Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
in der angestammten und
einer
leidensangepassten Tätigkeit
aus interdisziplinä
rer und insbesondere psychiatrischer Sicht
hinsichtlich des
gesamt
en
Krankheits
verlauf
s
ab (spätestens) Dezember 2014 unter
besonderer
Berücksichtigung der wiederholten depressiven Dekompensationen mit der Notwendigkeit zu stationä
ren Behandlungen
abzuklären. Dabei interessiert insbesondere
auch
, ob diese auf
eine insgesamt stetige
Verschlechterung
mit entsprechender Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
schliessen
lassen. Die
neue fachärztliche
Gesamtb
eurteilung
hat sich daher detailliert
zum chronologischen Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit
zu
äussern
.
Z
ur
Vervollständigung der Sachlage
hat die
Beschwerdegegnerin
vorgängig
ausserdem Berichte über allfällige teilstationäre Behandlungen im
B._
einzuho
len
und den
Experten
zusammen mit den übrigen Akten vorzulegen
. Solche
teil
stationäre
n
Behandlungen im
B._
waren - soweit aktenkundig -
im Anschluss an die stationären Behandlungen in
der Klinik
C._
vom 15.
Dezember 2014 bis 3
1.
März 2015 (vgl. Urk. 7/113/
6
)
und in der Privatklinik
D._
vom
8.
August bis 2
6.
September 2016
(vgl.
Urk.
7/167/3) vorgesehen.
Bei der hernach vorzunehmenden Prüfung des Rentenanspruchs ist sodann zu beachten, dass bereits eine allfällige teilweise Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Kombination mit den 100%igen Arbeitsunfähigkeiten während den stationären Aufenthalten einen mindestens befristeten Rentenanspruch begründen könnte (vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
.
b und
c IVG
, Art. 29
bis
und 88a
Abs.
1 IVV; BGE
142 V 547
E. 3.2,
Urteil des Bundesgerichts 8C_18/2014 vom 1
4.
Mai 2014 E. 3
).
5.2
Von der
von
Seiten
der Beschwerdeführerin beantragten B
eweismassnahme
(Urk. 1
S. 8 und S. 10
, Urk. 11
S. 3
) ist unter diesen Umständen abzusehen. Ins
besondere ist bei gegebener lückenhafter Abklärung durch die Verwaltung kein Gerichtsgutachten einzuholen (BGE 137 V 210 E. 4.4).
Die
angefochtene Verfügung vom 17.
Oktober 2017 (Urk. 2)
ist folglich
aufzuhe
ben und
die Sache
ist
zur ergänzenden Abklärung
im Sinne der Erwägungen
sowie
zu neuem
Entscheid über den Rentenanspruch
der
Beschwerdeführerin
an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Beschwerde ist
folglich
in diesem Sinne gutzuheissen.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Verfahren kos
tenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr.
8
00.--
anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerich
t ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze
ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
3'400
.— (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.