# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fdbc7feb-252a-45e9-bc26-8eb0c22eba3c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ und X._ sind beide Polizisten bei der Polizei_. Am 9. Juli 2013 kam es im Rahmen einer Gastwirtschaftskontrolle zu einem Vorfall zwischen Y._ und X._ einerseits und Z._ andererseits. Gemäss Aussagen von Y._ und X._ habe Z._ ihre Anweisungen nicht befolgt und sie zeitweise daran gehindert, das Restaurant zu betreten. Y._ sei von Z._ zurückgestossen worden. Danach habe X._ seinen Pfefferspray eingesetzt. Beim darauffolgenden Handgemenge habe Z._ Y._ mit dem Ellenbogen einen Schlag gegen das Kinn verpasst. Z._ sei dann von ihnen zu Boden geführt und mit Handfesseln arretiert worden, ehe er auf den Polizeiposten gebracht worden sei. Dort habe er sich die Augen auswaschen können. Ebenfalls sei er darüber informiert worden, dass er durch die Kantonspolizei verzeigt werde. Anschliessend sei er wieder entlassen worden. Beim Verlassen des Polizeipostens habe Z._ den beiden Polizisten gedroht.
Noch am selben Tag erstatteten Y._ und X._ Anzeige gegen Z._. Y._ stellte Strafantrag gegen Z._ wegen Tätlichkeiten und Drohung. X._ stellte Strafantrag gegen Z._ wegen Drohung. Sowohl Y._ als auch X._ verzichteten darauf, sich als Privatkläger zu konstituieren.
Am 23. Juli 2013 wurde Z._ polizeilich einvernommen, wobei er mit den Vorwürfen der Gewalt und Drohung gegen Beamte, der Tätlichkeiten, der Körperverletzung sowie des Ungehorsams gegen die Polizei konfrontiert wurde.
B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eröffnete am 23. August 2013 ein Strafverfahren gegen Z._ wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB. Im Rahmen der Strafuntersuchung wurde Z._ anlässlich von zwei Konfronteinvernahmen mit den beiden Polizisten als beschuldigte Person wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte einvernommen.
C. Mit Strafbefehl vom 11. November 2014, mitgeteilt am 19. November 2014, wurde Z._ der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB für schuldig befunden und mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 60.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 300.00 bestraft.
D. Mit Eingabe vom 28. November 2014 erhob Z._ Einsprache gegen den Strafbefehl.
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Mit Eingabe vom 1. Dezember 2014 erhoben Y._ und X._ ebenfalls Einsprache gegen den Strafbefehl.
E. Mit Eingabe vom 1. Dezember 2014 (Datum Poststempel) gelangten Y._ und X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden. Die Rechtsbegehren lauteten wie folgt:
"1. Der Strafbefehl gegen Z._ sei aufzuheben.
2. Die Strafsache sei der Staatsanwaltschaft zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
3. Eventualiter seien der Staatsanwaltschaft Weisungen zur Fortsetzung des Verfahrens bzw. zur weiteren Ermittlung des Sachverhaltes zu erteilen (Art. 397 Abs. 2 StPO).
4. Eventualiter sei Z._ wegen Verletzung von Art. 285 StGB (Gewalt und Drohung gegen Beamte) unter Verhängung einer entsprechenden Strafe zu verurteilen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz."
F. Mit Stellungnahme vom 9. Dezember 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft das kostenfällige Nichteintreten auf die Beschwerde, da sich die Beschwerdeführer im Strafverfahren nicht als Privatkläger konstituiert hätten.
Z._ liess sich nicht vernehmen.
G. Mit Schreiben vom 9. Januar 2015 replizierten die Beschwerdeführer auf die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft.
H. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Ausführungen im angefochtenen Strafbefehl wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1. a) Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde bildet der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 11. November 2014, mitgeteilt am 19. November 2014. Ein Strafbefehl ist grundsätzlich mittels Einsprache anzufechten; die Einsprache ist an die Staatsanwaltschaft zu richten (Art. 354 Abs. 1 StPO). Beschwerde gemäss Art. 393 ff. StPO ist jedoch zu erheben, wenn der Strafbefehl eine implizite Einstellung enthält. Eine solche liegt namentlich dann vor, wenn die Staatsanwaltschaft durch den Strafbefehl nur einen Teil der inkriminierten Taten ahndet, im Übrigen jedoch keine formelle Einstellung erfolgt (BGE 138 IV 241 E. 2
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= Pra 2013 Nr. 29). Der Grundsatz der Verfahrenseinheit (Art. 29 StPO) verlangt, dass Straftaten gemeinsam verfolgt und beurteilt werden, wenn eine Person wegen mehrerer Straftaten verdächtigt, beschuldigt oder angeklagt ist. In materieller Hinsicht ist dies insbesondere für die Bildung einer Gesamtstrafe (Art. 49 StGB) wichtig. Daraus lässt sich im Umkehrschluss ableiten, dass beim Erlass eines Strafbefehls lediglich hinsichtlich eines Teils der inkriminierten Taten ohne gleichzeitigen Erlass einer Einstellungsverfügung für die übrigen Punkte (bzw. ohne Mitteilung i.S.v. Art. 318 Abs. 1 StPO) im Regelfall von einer impliziten Einstellung auszugehen ist und diese ohne weiteres Zuwarten auf eine allfällige förmliche Einstellung angefochten werden kann. Zu prüfen ist somit zunächst, ob der angefochtene Strafbefehl eine implizite Einstellung enthält. Bejahendenfalls ist die Beschwerde zulässig.
b) Mit der Einstellung (Art. 319 StPO) wird das Strafverfahren beendet. Folge ist, dass es betreffend den eingestellten Sachverhalt unter Vorbehalt einer Wiederaufnahme gemäss Art. 323 StPO zu keinem, auf eine Verurteilung des Betreffenden gerichteten Gerichts- bzw. Strafbefehlsverfahren mehr kommt. Aus dem Erledigungsprinzip gemäss Art. 2 Abs. 2 StPO folgt, dass sämtliche untersuchte Lebenssachverhalte in einer gesetzlich vorgesehenen Form, d.h. entweder mittels Anklage (Art. 324 ff. StPO), Einstellung (Art. 319 ff. StPO) oder Strafbefehl (Art. 352 ff. StPO), abgeschlossen werden müssen. Sofern bei mehreren untersuchten Lebenssachverhalten unterschiedliche Erledigungsformen angezeigt sind, besteht ein Anspruch darauf, dass sie mit separaten Erledigungen abgeschlossen werden (z.B. Einstellungsverfügung und Anklage). Dieser Anspruch verträgt sich mit der Möglichkeit einer impliziten Einstellung nur schwer. Die implizite Einstellung ist denn an sich in der StPO auch nicht vorgesehen (vgl. Art. 320 Abs. 1 StPO), sondern ein aus praktischer Notwendigkeit geschaffenes Instrument, um die Verfahrensrechte der Parteien im Zusammenhang mit Einstellungen nicht unterlaufen zu können. Im Hinblick auf das Fairnessgebot (Art. 3 StPO) ist davon jedenfalls nur mit Zurückhaltung Gebrauch zu machen.
Kein Anspruch auf Erlass einer Einstellungsverfügung besteht, wenn sich während der Untersuchung ergibt, dass ein zunächst der beschuldigten Person vorgeworfenes schweres Delikt nicht erfüllt ist, jedoch offensichtlich ein anzuklagender minderschwerer Straftatbestand gegeben ist. Denn hier geht es lediglich um die Qualifikation des gleichen Sachverhaltes, nicht jedoch - was Voraussetzung für eine (Teil-)Einstellung wäre - um den Verzicht auf die Strafverfolgung bezüglich eines Teils des Sachverhalts (vgl. zum Ganzen BGE 138 IV 241 E. 2.4 = Pra 2013 Nr. 29). Als Beispiele einer teilweisen impliziten
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Einstellung nennt das Bundesgericht ein eigenes Urteil (BGE 130 IV 90), das von einem an den Folgen eines Strassenverkehrsunfalles verstorbenen Opfer handelt, wo der Täter mit Strafbefehl wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden war, weil die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen war, dass der adäquate Kausalzusammenhang mit dem Tod unterbrochen worden sei. Nach Auffassung des Bundesgerichts hat die Staatsanwaltschaft in Bezug auf die mit dem Tod des Opfers verbundenen Tatbestandselemente implizit die teilweise Einstellung verfügt, indem sie die Verfolgung auf die aus dem Unfall stammenden Verletzungen beschränkte. Ein anderes Beispiel wäre ein Verfahren wegen verschiedener ehrverletzender Äusserungen, das mit einem Strafbefehl wegen einer einzigen Äusserung endet, während die anderen Äusserungen mangels ehrverletzendem Charakter nicht weiter verfolgt werden (vgl. BGE 138 IV 241 E. 2.4 = Pra 2013 Nr. 29).
c) Ausgangspunkt für die Frage, ob der angefochtene Strafbefehl eine implizite Einstellung enthält, ist somit der angezeigte bzw. untersuchte Sachverhalt. Gemäss den (zusammengefassten) Angaben der Beschwerdeführer hat Z._ bei der fraglichen Gastwirtschaftskontrolle ihre Anweisungen nicht befolgt und sie zeitweise daran gehindert, das Restaurant zu betreten. Y._ sei von Z._ zurückgestossen worden. Danach habe X._ seinen Pfefferspray eingesetzt. Beim darauffolgenden Handgemenge habe Z._ Y._ mit dem Ellenbogen einen Schlag gegen das Kinn verpasst. Z._ sei dann von ihnen zu Boden geführt und mit Handfesseln arretiert worden, ehe er auf den Polizeiposten gebracht worden sei. Dort habe er sich die Augen auswaschen können. Ebenfalls sei er darüber informiert worden, dass er durch die Kantonspolizei verzeigt werde. Anschliessend sei er wieder entlassen worden. Beim Verlassen des Polizeipostens habe Z._ den beiden Polizisten gedroht (vgl. StA act. 5.1, 7.1 und 7.2). Y._ stellte Strafantrag gegen Z._ wegen Tätlichkeiten und Drohung (StA act. 5.3). X._ stellte Strafantrag gegen Z._ wegen Drohung (StA act. 5.4). Am 23. August 2013 eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Z._ wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB (StA act. 1.1). Im Rahmen der Strafuntersuchung wurde Z._ anlässlich von zwei Konfronteinvernahmen als beschuldigte Person wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte einvernommen (StA act. 7.4 und 7.5). Thema der Einvernahme bildeten dabei auch die angebliche Tätlichkeit und die Drohung.
Der angefochtene Strafbefehl enthält sodann folgenden Sachverhalt (StA act. 1.2):
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"Am Samstag, 6. Juli 2013, um 02.30 Uhr, beabsichtigten die Polizisten Y._ und X._, das Clublokal B._ an der _strasse in O.1_ zu kontrollieren. Als sie das Lokal betraten, lief noch Musik, obwohl es bereits um 01.00 Uhr hätte schliessen müssen. Die Polizisten liefen zur Bar, wo sich der Beschuldigte (Geschäftsführer des Lokals) befand. Dieser lief an ihnen vorbei, ging zur Eingangstüre und machte ihnen mit dem Zeigefinger ein Zeichen, dass sie zu ihm kommen sollten. Die zwei Polizisten gingen zu ihm und wiesen ihn darauf hin, dass die erlaubte Öffnungszeit überschritten sei und dass er das Lokal schliessen müsse. Sie forderten ihn mehrmals auf, die laute Musik auszuschalten respektive ausschalten zu lassen sowie die sich noch im Lokal befindenden Gäste nach Hause zu schicken. Der Beschuldigte wollte, dass die Polizeibeamten draussen warten würden, und stellte sich an der Eingangstüre vor die Beiden. Damit behinderte er sie bewusst daran, das Lokal zu betreten, um die Polizeistunde durchzusetzen. Nach einer Auseinandersetzung im Eingangsbereich setzte der Polizeibeamte X._ gegen den Beschuldigten im Lokalinnern Pfefferspray ein. Der Beschuldigte wurde anschliessend zu Boden geführt und in Handschellen genommen. Durch sein Verhalten erschwerte und verzögerte der Beschuldigte die polizeiliche Kontrolle."
Z._ wurde mit erwähntem Strafbefehl der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB für schuldig befunden. Aus dem Sachverhalt im Strafbefehl wird deutlich, dass die Staatsanwaltschaft das tatbestandsmässige Verhalten von Z._ im Umstand erblickt, dass dieser sich an der Eingangstüre vor die beiden Polizisten stellte ("Der Beschuldigte wollte, dass die Polizeibeamten draussen warten würden, und stellte sich an der Eingangstüre vor die Beiden. Damit [!] behinderte er sie bewusst daran, das Lokal zu betreten, um die Polizeistunde durchzusetzen"). Keine Erwähnung findet demgegenüber der inkriminierte Schlag mit dem Ellenbogen gegen das Kinn von Y._. Der Hinweis, dass eine "Auseinandersetzung" stattgefunden habe, genügt hierfür nicht. Ebenso unerwähnt bleibt die inkriminierte Drohung ("Er sagte uns beim Verlassen des Polizeipostens, dass er uns nochmals sehen würde und er sich dies nicht gefallen lasse", vgl. StA act. 7.1, S. 2; ferner StA act. 7.2, S. 2). Da Y._ und X._ entsprechend ihrer Anzeige Strafantrag wegen Tätlichkeiten bzw. Drohung gestellt haben - woraufhin die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB eröffnete und entsprechende Ermittlungen (insb. Einvernahmen) durchführte -, die angebliche Tätlichkeit und die Drohung im Strafbefehl jedoch unerwähnt geblieben und demzufolge auch nicht als geahndet zu betrachten sind, liegt diesbezüglich - mangels entsprechender förmlicher Einstellung des Verfahrens - eine implizite Verfahrenseinstellung vor. Davon scheint offenbar auch die Staatsanwaltschaft auszugehen, wenn sie ihr Begehren um Nichteintreten mit der ihrer Ansicht nach fehlenden Legitimation der Beschwerdeführer (und nicht mit der Unzulässigkeit
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der Beschwerde als solche gegen den angefochtenen Strafbefehl) begründet. In Bezug auf die (implizite) Einstellung im genannten Umfang ist die Beschwerde somit zulässig.
2. Bevor die übrigen formellen Voraussetzungen der Beschwerde zu prüfen sind, erscheint es angebracht, auf das rechtliche Schicksal einer impliziten Verfahrenseinstellung näher einzugehen.
a) Eine Einstellungsverfügung muss schriftlich und begründet ergehen (Art. 80 Abs. 2 StPO). Da sie keine einfache verfahrensleitende Verfügung darstellt, muss sie zwingend besonders ausgefertigt werden (Art. 80 Abs. 3 Satz 1 StPO e contrario; BGE 138 IV 241 E. 2.5 = Pra 2013 Nr. 29). Der Verzicht auf die Strafverfolgung wird somit vom Erlass einer formellen Einstellungsverfügung abhängig gemacht, die ausdrücklich die Sachverhalte erwähnt, auf deren Verfolgung die Staatsanwaltschaft verzichtet, so dass die Grenzen klar und förmlich definiert werden. Eine solche Formalisierung ist gerade auch im Hinblick auf die Ausübung des nach Art. 322 Abs. 2 StPO vorgesehenen Beschwerderechts unabdingbar, da die Beschwerde zu begründen ist und sich namentlich über die Gründe zu äussern hat, welche einen anderen Entscheid nahe legen (Art. 396 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). Dies setzt die Kenntnis über die Gründe der Einstellung voraus.
b) Kommt die Staatsanwaltschaft ihrer Begründungspflicht bei einer (impliziten) Einstellung nicht nach, stellt dies eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 3 Abs. 1 lit. c StPO) und damit desjenigen auf ein faires Verfahren (Art. 6 Ziff. 1 EMRK) dar (Daniela Brüschweiler, in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 2 zu Art. 80 StPO m.w.H.). Ein Verstoss gegen die Begründungspflicht zeitigt dieselben prozessualen Konsequenzen wie irgend eine andere Gehörsverletzung (Lorenz Kneubühler, Die Begründungspflicht - Eine Untersuchung über die Pflicht der Behörden zur Begründung ihrer Entscheide, Bern 1998, S. 211). Fraglich ist indessen, ob eine Verletzung der Begründungspflicht zur Nichtigkeit oder Anfechtbarkeit des mangelhaften Entscheides führt.
c) Fehlerhafte Entscheide sind in der Regel nicht nichtig, sondern nur anfechtbar, und sie werden durch Nichtanfechtung rechtsgültig. Nichtigkeit, d.h. absolute Unwirksamkeit, eines Entscheides kann nur angenommen werden, wenn
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er mit einem tiefgreifenden und wesentlichen Mangel behaftet ist, wenn dieser schwerwiegende Mangel offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Inhaltliche Mängel haben nur in seltenen Ausnahmefällen die Nichtigkeit einer Verfügung zur Folge; erforderlich ist hierzu ein ausserordentlich schwerwiegender Mangel. Als Nichtigkeitsgründe fallen hauptsächlich funktionelle und sachliche Unzuständigkeit einer Behörde sowie schwerwiegende Verfahrensfehler in Betracht (wie z.B. der Umstand, dass der Betroffene keine Gelegenheit hatte, am Verfahren teilzunehmen). Fehlt einem Entscheid in diesem Sinne jegliche Rechtsverbindlichkeit, so ist dies durch jede Behörde, die mit der Sache befasst ist, jederzeit und von Amtes wegen zu beachten (BGE 137 I 273 E. 3.1).

## Considerations