# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4f7e5e39-58b0-480f-ac10-928119993127
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, war als Arbeitsloser bei der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
berufsunfällen versichert, als er am 1
1.
Februar 2017 beim Holzsuchen im Wald rückwärts ein
e Böschung hinunterstürzte und
sich eine C
ommotio cerebri sowie diverse Prellungen und Schürfwunden zuzog
(vgl.
Urk.
8/1,
Urk.
8/6
,
Urk.
8/
9
S.
2
)
. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen und stellte diese mit Verfügung vom
9.
Januar 2018 (
Urk.
8/63) per 3
1.
Januar 2018 ein. Die vom Versicherten dagegen am 1
8.
Januar 2018 erhobene (
Urk.
8/69) und am 1
9.
März 2018 ergänzte (
Urk.
8/86) Einsprache wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Novemb
er 2018 (
Urk.
8/90 =
Urk.
2) ab
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
November 2018 (
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am 2
8.
Dezember 2018 Beschwerde und beantragte
, dieser sei aufzuhe
ben, und es seien ihm die gesetzlich
geschuldeten
L
eistungen
auszurichten. Even
tuell seien
weitere
A
bklärungen
zum Sachverhalt zu treffen
(
Urk.
1 S.
2).
Die Suva schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Januar 2019 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit
andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine
massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE
115
V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so
müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr.
U
442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Ergibt
die Prüfung,
dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich Weiterungen zur natürlichen Kausalität (
BGE 135 V 465 E. 5.1
;
Urteil des Bundesgerichts
8C_795/2012 E. 5.1).
1.6
Gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Adäquanz auch dort nach den für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufge
stellten Kriterien (sogenannte
Psycho-Praxis
) - und nicht nach der Schleudertrauma-Praxis – zu beurteilen, wo ein Schädel
hirntrauma lediglich den
Schweregrad einer Commotio cerebri und nicht mindestens den Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri erreicht (Urteil des Bundesgerichts 8
C_44/2017 vom 1
9.
April 2017 E.
4.1)
.
1
.7
Zeitlich ist bei der Prüfung der Adäquanz nach den Kriterien für die psychische Fehlentwicklung derjenige Zeitpunkt
massgebend
, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1; Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_303/2017 vom
5.
September
2017
E.
6.1 mit Hinweisen). Die namhafte Besserung des Gesundheitszustandes nach
Art.
19
Abs.
1 UVG bestimmt sich namentlich nach
Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht. Diese Frage ist prospektiv zu beurteilen (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_303/2017 vom
5.
September 2017 E.
6.3.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, es lägen organisch nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden vor. Eine namhafte Besserung des (somatischen) Gesundheitszustands sei nicht zu erwarten. Nachdem der Beschwerdeführer weder ein Schleudertrauma noch eine diesem äquivalente Ver
letzung noch ein Schädelhirntrauma erlitten habe, habe ein
e
Adäquanzprüfung nach der Psycho
-P
raxis zu erfolgen, welche ausgehend von einem Unfall im mitt
leren Bereich ergebe, dass keines der massgebenden Kriterien erfüllt sei. Weitere Beweismassnahmen zur Frage nach dem Vorliegen organisch objektiv ausgewie
sener Unfallfolgen seien nicht durchzuführen (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, seine Beschwerden seien adäquat kausal, die Kriterien gemäss Psycho
-P
raxi
s seien erfüllt. Der Bericht der Suva-Kreisärztin
sei nicht beweiskräftig. Die medizinischen Akten seien ungenü
gend und der Sachverhalt insbesondere hinsichtlich der Restarbeitsfähigkeit nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aus dem Unfallereignis vom 1
1.
Februar 2017 über den 3
1.
Januar 2018 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat und damit insbesondere die Frage, wie es sich mit der Kausalität
der über diesen Zeitpunkt hinaus geklagten Beschwer
den
verhält.
3.
3.1
In ihrem Bericht vom 1
1.
Februar 2017 über die gleichentags erfolgte
ambulante
Erstbehandlung (
Urk.
8/9 S. 2-3) na
nnten die Ärzte des Y._
fol
gende Diagnosen (S. 1):
-
C
ommotio cerebri vom 1
1.
Februar 2017 mit/bei
-
Kontusion Thorax links
-
Kontusion
Skapula
links
-
Kontusion kaudale Brustwirbelsäule (BWS)
-
m
ultiple oberflächliche Schürfwunden beidseits
-
Status nach Sturz über Böschung zirka 10-15 Meter am 1
1.
Februar 2017
-
Hypokaliämie
mit 3.4mmol/L
-
nebenbefundlich
Blockwirbelbildung Brustwirbelkörper (BWK) 12
/Len
den
wirbel
körper (LWK) 1
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer habe sich mit starken Rücken
schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und der BWS, linksseitigen
Tho
raxschmerzen
und
S
chmerzen in der linken Schulter vorgestellt
,
nachdem er über
eine Böschung gestü
r
z
t und zirka zwei bis drei Minuten bewusstlos gewesen sei.
Der Bodycheck
habe
unter anderem einen Glasgow
Co
ma
Scale
(GCS) von 15
ergeben (S. 1 unten). Das durchgeführte
Computertomogramm
(CT) habe keinen Hinweis auf
Traumafolgen
ergeben (S. 2 oben, vgl. auch
Urk.
8/12/3-4).
Vom 1
1.
Februar 2017 bis voraussichtlich 1
7.
Februar 2017
werde dem Beschwerde
führer
eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(
Urk.
8/13 S. 2
Ziff.
8).
3.2
Dr.
med. Z._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin
, berichtete am 1
1.
April 201
7 (
Urk.
8/22 S. 1-2)
, der Beschwerdeführer
klage
über Schmerzen vor allem noch im Bereich des Nackens und der linken Schulter, welche in lang
samer Besserung seien.
Die gegenwärtige Behandlung bestehe in P
hysiotherap
ie und der Einnahme von
Targin
5/25 etwa alle zwei Tage
.
Der Beschwerdeführer konsultiere sie etwa alle drei Wochen.
Die Arbeitsfähigkeit sei schwierig festzu
legen, da der Beschwerdeführer zurzeit arbeitslos sei
(
Ziff.
2-3)
. Eine Wiederauf
nahme der Arbeit sei seit 2
0.
März 2017 im Umfang von 50
%
möglich
(
Ziff.
4
).
3.3
Am 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
8/2
8) berichtete
Dr.
Z._
, der Verlauf stagniere.
Thorakobrachial
sei eine Verbesserung zu verzeichnen, in Bezug auf die HWS dagegen eine Verschlechterung (
Ziff.
5, vgl. auch
Ziff.
2). Eine kreisärztliche Untersuchung wäre allenfalls sinnvoll (
Ziff.
3).
3.4
Am 1
5.
Juni 2017 berichtete Suva-Kreisärztin
Dr.
med. A._
, Fach
ärztin für Chirurgie, über die am Vortag durchge
führte Untersuchung
(
Urk.
8/34
)
. Sie führte aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, aktuell ausschliesslich noch Beschwerden im Bereich
des Nackens und des Hinterhaupte
s sowie Kopf
schmerze
n
zu verspüren. Ansonsten seien sämtliche Prellungen abgeheilt. Bei der Untersuchung habe sich eine
diskret
eingeschränkte Beweglichkeit der Halswir
belsäule nach rechts mit muskulären Verspannungen im Bereich der rechten Nackenmuskulatur gezeigt. Grobneurologisch habe kein pathologischer Befund erhoben werden können. Gesamthaft seien der protrahierte Verlauf und die per
sistierenden Beschwerden im Bereich des Nackens, des Hinterhaupt
es und des Kopfe
s bei unauffälliger
Traumaspirale
nicht erklärbar. Vor einer abschliessenden Beurteilung empfehle sie eine Magnetresonanztomographie (MRI) der HWS sowie ein MRI des Schäde
ls inklusive
Hämosiderinsequenz
,
f
erner eine neurologische Standortbestimmung (S. 4).
3.5
Die am 2
6.
Juni 2017 im
Y._
, Institut für Radiologie, durchge
führte MRI-Untersuchung
des
Neurokraniums
und der HWS
ergab gemäss Bericht vom
gleichen
Tag
(
Urk.
8/37) ein altersentsprechend normales Schädel-MRI ohne posttraumatische oder strukturelle Läsionen sowie eine
polypoide
Schleim
hautschwellung im Sinus
maxill
aris
rechts.
Die Radiologin führte aus, i
m Bereich der HWS hätten keine posttraumatischen
Veränderungen
nachgewiesen werden können,
das vo
r
dere und hintere Längsband
seien
intakt
.
Es
hätten
sich degene
rative Veränderungen auf den Ebenen C4/5 und C5/6 ohne Nachweis einer Ner
venwurzelkompression oder Myelopathie
gezeigt
(S. 2).
3.6
Med.
pract
.
B._
, Oberärztin,
Y._
, Abteilung für Neurolo
gie, berichtete am 1
5.
Juli 2017 über die klinisch-neurologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
8/39 S. 2-4)
. Sie führte aus, nach den Kriterien der International
Headache
Society (ICHD-3
beta
) von 2013 seien beim Beschwerdeführer die Kriterien eines «chronischen posttraumatischen Kopf
schmerzes bei leichter Kopfverletzung» (IHS 5.2.2) erfüllt, ein körperlicher Pri
märschaden habe diesbezüglich jedoch nicht nachgewiesen werden können. Allerdings könne durch ein MRI mehr als fünf Monate nach dem Ereignis eine leichte traumatische
axonale
Schädigung nicht sicher ausgeschlossen werden. Bei täglicher Schmerzmitteleinnahme über mehr als vier Monate ohne anhaltende Besserung und Exazerbation der Beschwerden nach Absetzen könne die Entwick
lung eines (zusätzlichen) medikamenteninduzierten Kopfschmerzes nicht ausge
schlossen werden. Des Weiteren ergäben sich beim Beschwerdeführer Hinweise auf kognitive Funktionsstörungen. Zur Quantifizierung der Defizite sowie Beur
teilung eines Zusammenhangs des Defizitprofils mit dem Ereignis sollte eine neu
ropsychologische Testung erfolgen (S. 3 Mitte). Abhängig vom Befund sei gege
benenfalls eine psychiatrische Vorstellung zu erwägen (S. 3 unten).
3.7
Am 1
0.
Oktober 2017 berichteten
Dr.
phil.
C._
, Neuropsychologin, und Prof.
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt,
E._
, Klinik für Neurologie, über die ambulante neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom gleichen Tag (
Urk.
8/52). Sie führten aus, im Vorder
grund der neuropsychologischen Abklärung habe ein stark reduzierter Antrieb, eine generelle Verlangsamung sowie eine affektive Verstimmung gestanden. For
mal neuropsychologisch hätten sich
schwergradige
Einschränkungen in der psychomotorischen Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie modalitätsübergreifend im episodischen Gedächtnis gefunden.
Darüber hinaus seien im
attentionalen
Bereich leichte bis mittelschwere Minderleistungen in der Aufmerksamkeitsakti
vierung und selektiven Aufmerksamkeit
konstatierbar
gewesen. Sowohl die kog
nitiven wie auch die motorischen Frontalhirnfunktionen seien leicht bis mittel
schwer beeinträchtigt. Die
vis
u
okonstruktiven
Schwierigkeiten seien am
ehesten durch die exekutiven Minderleistungen (unter anderem verminderte Handlungs
planung) bedingt.
Ätiologisch sei
e
n
die Befunde nicht direkt zuzuordnen, primär gingen sie aber von einem Zusammenhang der kognitiven Leistungsfähigkeit mit dem momentanen Befinden des Beschwerdeführers beziehungsweise mit den psy
chisch-psychiatrischen Faktoren (ausgeprägte Antriebsminderung bei deutlicher affektiver Verstimmung mit Hoffnungslosigkeit) und der psychosozialen Belas
tungssituation (unter andere
m
bestehende Arbeitslosigkeit) aus. Darüber hinaus könne ein leistungsmindernder
Einfluss der Schmerzsymptomatik nicht ausge
schlossen werden. Dem Beschwerdeführer sei die Dringlichkeit einer psychothe
rapeutischen-psychiatrischen Behandlung aufgezeigt worden (S. 3).
3.8
Nach Vorlage der Akten verneinte Suva-Kreisä
rztin
Dr.
A._
(vorstehend
E.
3.4)
am 1
8.
Dezember 2017
die Frage nach dem Bestehen
struktureller Läsio
nen
, dies
unter Hinweis auf die MRI-Untersuchung des
Neurokraniums
und der HWS
(
Urk.
8/61).
3.9
PD
Dr.
med. F._
,
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion sowie Rheumatologie, berichtete am 1
3.
Februar 2018 (
Urk.
8/86
/3-4
), beim Beschwerdeführer liege ein
zervikovertebrales
und
zervikozephales
Syndrom bei Status nach Commotio cerebri und Kontusion der HWS vor
. Er habe dem Beschwerdeführer neu
Ly
ri
c
a
verschrieben. Klassische Schmerzmittel schienen bei ihm wenig zu wirken
(S. 2 Mitte). Aufgrund der persönlichen Anamnese und des übrigen Leidens wie auch der neurologischen Berichte könne davon ausge
gangen werden, dass das jetzige Beschwerdebild im Zusammenhang mit dem Unfall stehe. Andere Ursachen für das jetzige Krankheitsbild sehe er nicht (S. 2 unten).
3.10
Am 2
2.
Februar 2018 nahm die
(neue)
Hausärztin des Beschwerdeführers,
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Stellung zu den ihr seitens der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers unterbreiteten Fra
gen betreffend die Adäquanzkriterien
(
Urk.
8/86/7-8)
. Sie führte unter anderem aus, der Heilungsverlauf sei protrahiert aufgrund der persistierenden
Zephalgien
(
Ziff.
5). Zurzeit bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
6). Es sei davon aus
zugehen, dass der Unfall die aktuellen Beschwerden verursacht habe. Nach den Kriterien der International
Headache
Society (ICHD-3
beta
) seien die Kriterien eines «chronischen posttraumatischen Kopfschmerzes bei leichter Kopfverlet
zung» erfüllt. Ein körperlicher Primärschaden könne leider nicht nachgewiesen werden (
Ziff.
7).
Der Beschwerdeführer sei einem Psychi
ater sowie
dem Rheuma
tologen
Dr.
F._
zur weiter
en Behandlung zugewiesen worden (
Ziff.
10).
4.
Ausweislich der medizinischen Akten erlitt der Beschwerdeführer beim Unfaller
eignis vom 1
1.
Februar 2017 nebst Prellungen am
Thorax
, der BWS und der lin
ken Schulter eine Commotio cerebri.
Während die Prellungen im Verlauf abheil
ten, persistierten Beschwerden im Bereich des Nackens, des Hinterhaupts sowie Kopfschmerzen im Sinne eines
zervikovertebralen
und
zervikozephalen
Syn
droms (vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.3, E. 3.4, E. 3.9). Das CT vom 1
1.
Februar 2017 ergab keinen Hinweis auf
Traumafolgen
(vorstehend E. 3.1) und auch in der
MRI-Untersuchung des
Neurokraniums
und der HWS vom 2
6.
Juni 2017 konnten keine posttraumatischen oder strukturellen Läsionen beziehungswe
i
se Verände
rungen nachgewiesen werden (vorstehend E. 3.5).
In Kenntnis dieser bildgeben
den Befunde und nach eigener Untersuchung des Beschwerdeführers verneinte Suva-Kreisärztin
Dr.
A._
das Vorliegen unfallbedingter struktureller Läsionen in nachvollziehbarer Weise
(vgl. vorstehend E. 3.4, E. 3.8)
, dies im Einklang mit der Rechtsprechung, wonach v
on organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden
kann
, wenn die erhobenen Befunde mit apparati
ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (
BGE 138 V 248 E. 5.1
), und dass
k
linische Befunde wie Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken oder Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat der geklagten Beschwerden
schliessen
lassen
(vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_46/2010 vom 2
6.
April 2010 E. 4.3
).
In der neurologischen Untersuchung vom
4.
Juli 2017 konnte hinsichtlich der Kopfschmerzproblematik
ein körperlicher Primärschaden
ebenfalls
nicht nachge
wiesen werden (vorstehend E. 3.6) und auch d
ie im Rahmen der neu
ropsycholo
gischen Unters
u
c
hung vom 1
1.
Oktober 2017 erhobenen Befunde mit unter anderem Eins
chränkungen in der psychomot
orischen Verarbeitungsgesch
w
indig
keit, Minderleistungen im
attentionalen
Bereich sowie Beeinträchtigungen der kogni
tiven und motorischen Frontalhi
r
n
funk
ti
onen waren ätiol
o
gisch nicht direkt zuzuordnen.
Die Neuropsychologin postulierte vielmehr
primär ein
en
Zusammenhang der kognitiven Leistungsfähigke
it mit dem momenta
nen
psychi
schen
Befinden des Beschwerdeführer
s und der psychosozialen Belastungssitua
tion (vors
tehend E. 3.7).
Nach Lage der medizinischen Akten
bestehen somit
keine organisch
nachweisba
ren Unfallfolgen, welche die über den
3
1.
Januar 2018
hinaus
geklagten
Restbe
schwerden
des Beschwerdeführers
zu erklären vermöchten.
Von weiteren spezi
alärztlichen Erhebungen sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erk
enntnisse zu erwarten, weshalb
keine Notwendigkeit
für
ergänzende
Abklärungen besteht
(antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 134 I 140
E. 5.3).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer erlitt beim infrage stehenden
Unfall
k
ein Schleudertrauma der
HWS oder
eine dem Schleu
dertrauma äquivalente Verletzung. Bei ihm wurde
(lediglich) eine
C
ommotio cerebri
diagnostiziert. Der
GCS a
nlässlich der Erstbe
handlung
am Unfalltag
lag
bei
m Maximum von
15
Punkten
(vgl. vorstehend
E.
3.1). Das Vorliegen einer an der Schwelle zu einer
Contusio
cerebri liegenden Schädelhirnverletzung ist
durch die medizinischen Akten
nicht ausgewiesen. D
ie Adäquanz
ist daher
nach der Psycho-Praxis zu beurteilen, mithin einzig unter Berücksichtigung der physischen Komponenten des Gesundheitsschadens.
Die Prüfung der Adäquanz anhand der
für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten
Kriterien ist vorliegend unbestritten.
5.2
Nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung per 3
1.
Januar 2018 vornahm. Denn zu diesem Zeitpunkt waren
die unfallbedingten Prellungen abgeheilt und in Bezug auf das noch beklagte, keinem (unfallbeding
ten)
organisch
en Substrat zuordenbare Beschwerdebild mit im Vordergrund ste
hender
zervikovertebraler
und
zervikozephaler
Problematik berichtete
Dr.
F._
am 1
3.
Februar 2018 von einem chronischen Schmerzbild mit seit einem Jahr
chronifizierten
Schmerzen (
Urk.
8/86
/3-4
S. 2 Mitte). Abgesehen davon, dass
Dr.
F._
nicht darlegte, dass durch die von ihm eingeleitete Therapie mit geän
derter Medikation
(vgl. vorstehend E. 3.9)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eine
ins Gewicht fallende Verbesserung
des Gesundheitszustands zu erwarten
ist
, gelten ärztliche Verlaufskontrollen und die Einnahme von Medikamenten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf eine namhafte Verbes
serung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 2
2.
September 2016 E. 5.3 mit Hinweis).
Im Übrigen ist das Vorliegen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit bei mangelndem organischem Substrat für die geklagten Beschwerden nicht nachvollziehbar.
Soweit aus dem Bericht der Hausärztin
Dr.
G._
vom 2
2.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.10)
schliesslich
hervorgeht, dass der Beschwerdeführer einem Psychiater zur Behandlung zugewiesen wurde,
bleibt anzumerken, dass psychische
Beeinträchtigungen für die Beurteilung der Adäquanz
bei der Psycho-Praxis unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesge
richts 8C_892/2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss
Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallhergang
habe
er beim Holz
suchen im Wald das Gleichgewicht
verloren
, woraufhin er rückwärts über eine zwei Meter hohe Böschung
ge
stürzt, etwa 15 bis 20 Meter den Berghang hinun
ter
ge
rollt
sei
und sich dabei an Steinen und Baumstämmen
ge
st
ossen
habe
. In der Folge sei er etwa zwei bis drei Minuten bewusstlos gewesen (
Urk.
8/6
Ziff.
1,
Ziff.
3).
Die Beschwerdegegnerin ordnete das Ereignis vom 1
1.
Februar 2017 als Unfall im mittleren Ber
e
ich ein, was mit Blick auf die Kasuistik (vgl. dazu:
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG, 4. Auflage 2012, S. 62 ff.
) nicht zu beanstanden und im Übrigen unbestrit
ten ist.
D
as Ereignis vom
1
1.
Februar 2017
hat sich
objektiv betrachtet
weder
unter besonders dramatis
chen Begleitumständen ereignet
noch ist es als besonders ein
drücklich zu bezeichnen.
Ein Geschehensablauf, der hinsichtlich Eindrücklichkeit das übersteigen würde, was
rechtsprechungsgemäss
jedem mindestens mittel
schweren Unfall eigen und somit für eine Bejahung des Kriteriums noch nicht ausreichend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_595/2009 vom 1
7.
November 2009 E. 8.1), liegt nicht vor.
Die
vom Beschwerdeführer erlittenen Verletzungen
in Form einer Commotio cerebri sowie von Prellungen und Schürfwunden si
nd
nicht als besonders schwer
zu werten
oder von besonderer Art
und
erfahrungsgemäss
insbeson
d
ere nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann eb
enfalls nicht gesprochen werden.
Die beim Unfall erlittenen Prellungen und Schürfwunden waren bald abgeheilt
(vgl. vorstehend E. 3.4)
u
nd
die darüber hinaus erfolgten
hausärztlichen Konsul
tationen sowie die Abklärung und (medikamentöse) Behandlung durch
Dr.
F._
(vgl.
Urk.
8/62,
Urk.
8/86
/3-4
)
erfolgten im Zusammenhang mit
organisch nicht ausgewiesenen
Beschwerden
.
Körperliche Dauerschmerzen, die auf einem orga
nischen Substrat beruhen, liegen
ebenfalls
nicht vor.
Anhaltspunkte für eine ärzt
liche Fehlbehandlung sind
sodann
ebenso wenig vorhanden wie für einen bezüg
lich organische
r
Verletzungen schwierigen Heilungsverlauf oder diesbezügliche erhebliche
Komplikationen. Da
s Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist
schliesslich
ebenfalls zu verneinen, nachdem die objektivierbaren Unfallfolgen in Form von Prellungen und Schürfwunden bald abgeheilt waren und
die
anhaltend
attestierte Arbeitsunfähigkeit
mit dem nicht objektvierbaren Beschwerdebild und
gegebenenfalls einer im Rahmen der Adä
quanzprüfung nach Psycho-Praxis nicht zu berücksichtigenden psychischen Problematik zu erklären ist.
Damit ist keines der massgebenden Kriterien erfüllt, weshalb letztlich offen blei
ben kann, ob
der infrage stehende Unfall als im engeren Sinn
mittelschwer oder als im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen liegend zu qualifizieren ist. Die
Adäquanz eines etwaigen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom
1
1.
Februar 2017
und den nach dem
3
1.
Januar 2018
geklag
ten Beschwerden
ist
zu verneinen.
5.4
Nach dem Gesagten
ist die Beschwerdegegnerin über den
3
1.
Januar 2018
hinaus nicht mehr leistungspflichtig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.