# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 50f7cbef-4254-4cc5-b9b0-53c136d5e437
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, arbeitete bei der
Y._
(23
%
, unbefristet) und der
Z._
(29
%
, befristet), als sie am 2
3.
April 2007 bei einem Verkehrsunfall eine mediale, leicht imprimierte
Tibiakopffraktur
links, eine proximale
Fibulafraktur
links sowie eine Schulter- und Ellbogenkontusion rechts (vgl.
Urk.
13/13) erlitt (
Urk.
13/1-1a).
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2010 eine Integritätsentschädigung entspre
chend einer Integritätseinbusse von 20
%
zu (
Urk.
13/131); dagegen erhob die Versicherte am 2
2.
November 2010 Einsprache und beantragte eine
Integritäts
entschädigung
entsprechend einer Integritätseinbusse von 40
%
(
Urk.
13/135).
Mit Verfügung vom
6.
März 2014 sprach die SUVA der Versicherten eine Inva
lidenrente ab
1.
April 2014 bei einer Erwerbsunfähigkeit von 73
%
und einem versicherten Jahresverdienst von
Fr.
11‘009.-- sowie eine
Integritätsentschädi
gung
entsprechend einer Integritätseinbusse von 35
%
zu (
Urk.
13/214 =
Urk.
13/219). Die vom Krankenversicherer dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
13/220) wurde wieder zurückgezogen (
Urk.
13/223). Die Versicherte erhob am
9.
April 2014 Einsprache,
dies
mit dem Antrag auf eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 100
%
sowie einem höheren versicherten Ver
dienst
(
Urk.
13/224).
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Juni 2014 wies die SUVA die Einsprache ab (
Urk.
13/232 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
2) erhob die Versi
cherte am 3
0.
Juli 2014 Beschwerde
(
Urk.
1
; vgl.
Urk.
5-6
)
und beantragte, die
ser sei abzuändern und
es sei ihr
ein
e
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
zuzusprechen (S. 1 unten
Ziff.
1); auch sei der versicherte Verdienst nicht richtig eingesetzt (S. 4
Ziff.
5).
Die SUVA beantragte mit
Beschwerdeantwort vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
12)
die A
bweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin am 1
4.
November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung
,
UVG)
). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG
). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbsein
kommen
, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wel
cher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit 2008 von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft 10-2009 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E.
4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.4
Gemäss
Art.
15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Ver
dienst bemessen (
Abs.
1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (
Abs.
2).
Der
Bundesrat erlässt Bestimmungen über den versicherten Verdienst in Sonderfäl
len (
Abs.
3 Satz 3).
1.5
Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall, so ist der Lohn massge
bend, den die versicherte Person ohne den Unfall im Jahr vor dem
Rentenbe
ginn
bezogen hätte (
Art.
24
Abs.
2 Satz 1 der Verordnung über die Unfallversi
cherung
,
UVV)
. Damit wird die Anpassung an die normale Lohnentwicklung im angestammten Tätigkeitsbereich bezweckt, nicht die Berücksichtigung anderer lohnrelevanter Veränderungen in den erwerblichen Verhältnissen (BGE 127 V 165 E. 3b).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, es könne auf das Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
9.
Juli 2013 im
invaliden
ver
sicherungsrechtlic
hen
Verfahren der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
13/202 =
Urk.
13/191
Beilage
)
abgestellt
und eine verbleibende Arbeitsfähigkeit von 25
%
angenommen werden (S. 6
Ziff.
4b); sie ermittelte einen Invaliditätsgrad von 7
3
%
(S. 7
Ziff.
5c). Der für die Rente massgebende versicherte Verdienst betrage
Fr.
11‘009.--
, auch wenn
der Taggeldbemessung
-
richtigerweise
-
ein höherer Betrag zugrunde gelegen
habe
(S. 8
Ziff.
7
; Urk
.
12 S. 4 f.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), sie leide an somatischen und an psychischen Beeinträchtigungen (S. 3
Ziff.
2-3). Die Annahme der Beschwerdegegnerin, sie könne bestimmte leichte Tätigkeiten ausüben, sei unrealistisch; wenn man die psychischen Beschwerden berücksich
tige, sei sie im Erwerbsleben überhaupt nicht mehr einsetzbar. Sie sei bereits 60-jährig,
nicht ausgebildet und Ausländerin mit wenig Deutschkenntnissen. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt könne sie sicherlich keine Stelle mehr finden, beziehungsweise es sei ein Leidensabzug vom Tabellenlohn von 25
%
angezeigt (S. 3 f.
Ziff.
4).
2.3
Strittig und zu prüfen sind die Arbeitsfähigkeit und deren erwerbliche Aus
wirkun
gen, mithin der Invaliditätsgrad, sowie die Höhe des versicherten Ver
diensts.
Nicht mehr strittig, sondern mangels Anfechtung in Teilrechtkraft erwachsen, ist die zugesprochene Integritätsentschädigung (vgl.
Urk.
2 S. 3
Ziff.
1).
3
.
3.1
Vom 1
6.
Mai bis 1
2.
Juli 2007 weilte die Beschwerdeführerin stationär in der
A._
, worüber mit Austrittsbericht
vom 1
0.
Juli 2007 (
Urk.
13/25)
berichtet wurde. Dabei wurden die folgenden, hier verkürzt ange
führten Diagnosen gestellt (S. 1):
Unfall vom 2
3.
April 2007: auf dem Trottoir von einem PW angefahren
mediale, leicht imprimierte
Tibiakopffraktur
links, proximale
Fibula
fraktur
links
a
nteroinferiore
Schulterluxation rechts (primäre Diagnose:
Schulter
kontusion
)
,
undislozierte
Akromionfraktur
Ellbogenkontusion mit einer Schürfung rechts
s
chwere Anpassungsstörung, Angst und Depression gemischt mit ausge
prägter
psychotraumatologischer
Komponente
Cephalea
(Hinterkopf und rechts
parietotemporal
)
Ex
s
tirpation des Zahnes 27 bei unfallfremder Lockerung
a
rterielle Hypertonie
Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab Austrittsdatum attestiert (S. 2 Mitte).
3.2
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seinem Unter
suchungsbericht
vom 2
9.
Januar 2008 (
Urk.
13/45)
aus, die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei
immer noch ausgewiesen
(S. 3 Mitte).
3.3
Vom 1
4.
Februar bis 2
0.
März und vom 3
0.
April bis
7.
Mai 2008 weilte die Beschwerdeführerin ein weiteres Mal in der
A._
, worüber mit Austrittbericht
vom 1
2.
Juni 2008 (
Urk.
13/69)
berichtet wurde.
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, z
usätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen bestehe eine mittelschwere Leistungsminderung infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert. Eine klare Trennung von funktionell-somatisch unfall
kausal bedingter Einschränkung
und psychiatrisch nicht unfallkausal bedingter Einschränkung sei schwierig, weshalb die Beurtei
lung der Zumutbarkeit aus globaler Sicht erfolge
(S. 2)
.
Die frühere Tätigkeit als Reinigungsfrau sei aktuell nicht zumutbar. Ganztags zumutbar sei aus rein somatischer Sicht eine
sehr leich
te, vorwiegend sitzende Arbeit
, unter Vermeidung von kniebelastenden Tätigkeiten, ohne Tätigkeiten länger dauernd über Brusthöhe mit dem rechten Arm
(S. 2 Mitte).
Aus globaler Sicht (
unter
Mitberücksichtigung der psychischen Problematik)
sei aktuell keine Arbeitsleistung zumutbar (S. 2 unten).
3.4
Kreisarzt
Dr.
B._
führte
in
seinem Untersuchungsbericht
vom 1
2.
Mai 2009 (
Urk.
13/99)
aus, a
n der rechten Schulter sei von einem Endzustand auszugehen. Mit einer Verbesserung der Schulterfunktion sei nicht mehr zu rechnen
(S. 3 Mitte)
.
D
as linke Kniegelenk
sei
inspektorisch
äusserlich reizlos und, soweit beurteilbar, er
gussfrei. Da die Versicherte nur
schon bei der Berührung der Haut über heftige Schmerzen klage und mit Abwehrbewegungen reagiere, sei ein konklusiver klinischer Untersuch nicht möglich. Am 2
9.
Januar 2008 habe immerhin noch die Stabilität geprüft werden können, die damals nicht beein
trächtigt gewesen sei. Die Kniegelenksfunktion sei erheblich eingeschränkt. Während am 2
9.
Januar 2008 immerhin noch eine Flexion von 90° habe gefun
den werden können, hätten die ärztlichen Kollegen eine solche von nur noch 70° gefunden, die heute bestätigt werden könne. Da es keine Möglichkeiten mehr gebe, sei mit dem Hin
weis auf das Rückfallmelderecht
der Abschluss durchzuführen
(S. 3 unten).
Im Nachtrag vom 1
3.
Mai 2009 (
Urk.
13/100) führte
Dr.
B._
ferner aus, a
uf
grund der objektivierbaren klinischen Befunde, insbesondere des
inspektori
schen
Befundes und der Röntgenbilder vom
6.
Oktober 2008
,
seien schon über 2
Jahre nach dem Unfall weder das pathologische Gangbild mit den erheblichen
Beschwerden noch die Funktio
nseinschränkung erklärbar; d
ie Ursache liege deshalb in einer Verarbeitungsstörung.
Zumutbar sei eine leichtere, wechselnd belastende Tätigkeit den ganzen Tag. Die Dauer der stehenden
beziehungsweise
gehenden Position sollte 1/3 der gesam
ten Arbeitszeit nicht überschreiten und fall
s
möglich auf den ganzen Tag ver
teilt sein. Tätigkeiten in kniender oder hockender Position seien zu vermeiden. Das Gewicht von zu hebenden Lasten sei bis Taillenhöhe auf 10 kg, bis Brust
höhe auf 5 kg limitiert. Überkopfarbeiten, die den Einsatz beider obere
r
Extre
mitäten erforderten, seien nicht mehr zumutbar. Repetitiv weit ausreichende Tätigkeiten mit der rechten oberen Extremitä
t seien ungeeignet
.
3.5
Am 1
6.
Juni 2011
erstatteten
die Ärzte der
C._
ein
bidisziplinäres
Gutachten im Auftrag der
Invalidenversicherung
(Urk.
13/146
), dies gestützt auf ihr orthopädisches (
Beilage 1
) und psychi
a
trisches (
Beilage 2
) Fachgutachten.
Im Bericht über die
bidisziplinäre
Konse
nsbespre
chung
vom 1
4.
April 2011
(
Beilage 3
) nannten die Gutachter folgende Diagno
sen
(S. 1 Ziff. 1)
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
:
posttraumatische Gonarthrose links be
i Status nach imprimierter
Tibi
a
kopffraktur
links mit offener Reposition und Osteosynthese am 29. April
2007
anteriore
/
inferiore Schulterluxation mit
Avulsionsfraktur
der ventra
len Kante des
Glenoids
(Bankartläsion),
undislozierte
Akromionfraktur
Schulter rechts
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Als
Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
nannten sie:
Rippenserienfraktur rechts
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
Tibiakopf
links
3.
Okto
ber
2008
Status nach Ellenbogenkontusion rechts
Adipositas per magna
arterielle Hypertonie
depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
Weiter führten die Gutachter aus, aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft zu 25 % arbeitsfähig. Die Ar
beitsfähigkeit als Hausfrau sei ebenfalls zu 25 % vorhanden. Die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus einem höheren Pausenbedarf, einer gerin
gen
Gewichtsbelastung (Lasten bis zu 5 kg) sowie einer deutlich eingeschränk
ten
Gehstrecke
an Unterarmgehstöcken von 500 m (S. 1 Ziff. 2). Auch in einer den somatischen Einschränkungen angepassten Verweistätigkeit, die im Bereich von
leichter körperlicher Tätigkeit angesiedelt sei, sei die Versicherte im Um
fang von 25 % arbeitsfähig (S. 2 Ziff. 3).
3.6
Am 1
8.
November 2013 erstattete
Dr.
med.
D._
, Orthopädische Chirur
gie,
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
13/193)
, dies gestützt auf seine am
8.
Mai 2013 erfolgte Untersuchung (S. 1 Mitte).
Er führte unter anderem aus, die von ihm erhobenen klinischen Befunde stimm
ten
mit
den im
C._
-Gutachten angeführten fast vollständig überein (S. 4 Mitte).
Die Frage, ob sich die Zumutbarkeitsbeurteilung des o
rthopädischen
Fachgut
achtens
des
C._
auch unter Berücksichtigung der kreisärztlichen Feststellungen vom 1
3.
Mai 2009 halten liessen, bejahte er,
verbunden
mit der
Klammerbemer
kung
, es handle sich um eine
Arbeitsfähigkeit von 25
%
in
leichter
Verwei
sungs
tätigkeit
(S. 9
Ziff.
7.6.3).
3.7
Am 1
4.
Februar 2014 erstattete
Dr.
med.
E._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
welche die Beschwerdeführerin seit dem 2
5.
Oktober 2007 behandelte (vgl.
Urk.
13/57 =
Urk.
3/1), der Beschwerdegegnerin einen
Ver
laufsbericht
(
Urk.
13/210). Darin nannte sie folgende Diagnosen (S. 1):
posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.11) im Rahmen des metabolischen Syndroms (Adipositas per magna, arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus Typ 2)
posttraumatische Gonarthrose links
Status nach Osteosynthese (OS) und Materialentfernung (ME) bei
Tibia
kopffraktur
medial
Omarthrose
rechts
Status nach Frakturen an
Glenoid
und
Akromion
chronisches, rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS)
Am 2
6.
Februar 2014 nahm
Dr.
E._
zu ihr vom Rechtsvertreter der Beschwer
deführerin unterbreiteten Fragen Stellung
(
Urk.
13/211
=
Urk.
3/4
)
.
Dabei nannte sie als Diagnosen eine
posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.11) im Rahmen des metabolischen Syndroms
; d
ie posttraumatische
Belastungsstö
rung
sei
eine
klare Folge des Unfalls
(
Ziff.
2).
Aus rein
psychiatrischer Sicht
sei die Versicherte ihres Erachtens 70
%
arbeitsun
fähig sowohl für ihre angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin als auch für eine ihrer Behinderung a
ngepasste Tätigkeit
(
Ziff.
3).
4.
4.1
Die
Z._
gab in der Unfallmeldung einen befristeten Vertrag und einen Stundenlohn von
Fr.
17.20 zuzüglich
Fr.
1.62 Ferien-/Feiertagsentschädigung an (
Urk.
13/1a
Ziff.
3 und 12).
A
m
9.
März 2009
(
Urk.
13/
95
) bezifferte sie
den von der Beschwerdeführerin im Jahre 2009 erzielbaren Bruttolohn mit
Fr.
17.20 pro Stunden zuzüglich 6.25
%
1
3.
Monatslohn/
Gratifikation (S. 1). Den zwischen dem 2
3.
April 2006 und dem 2
2.
April 2007
ausgerichteten Lohn
bezifferte sie nicht im Total; dem bei
gefügten Lohnbuchauszug sind
einzelne Zahlungen zu entnehmen, die in der Summe den
Betrag von
Fr.
2‘
181.20 ergeben
.
Am 2
8.
November 2012 bezifferte sie den 2013 erzielbaren Lohn mit
Fr.
17.60 pro Stunde zuzüglich 9.53
%
Ferien-/Feiertagsentschädigung und „100
%
“ 1
3.
Monatslohn (
Urk.
13/169).
4.2
Die
Y._
gab in der Unfallmeldung einen Monatslohn von
Fr.
759.85 zuzügli
ch (in der Rubrik Gratifikation/
1
3.
Monatslohn eintragen) 15.85
%
an (
Urk.
13/2
Ziff.
12).
A
m 1
0.
März 2009 (
Urk.
13/94)
bezifferte sie
den von der Beschwerdeführerin im Jahre 2009 erzielbaren Bruttolohn mit
Fr.
8‘430.40 zuzüglich
Fr.
803.15 Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie
Fr.
577.10 1
3.
Monatslohn/
Gratifi
kation (S. 1).
Den vom
2
3.
April
2006 bis 2
2.
April 2007 bezogenen Lohn bezif
ferte sie mit
Fr.
6‘502.30 (S. 3).
Am 2
3.
November 2012 bezifferte sie den im Jahr 2013 erzielbaren Grundlohn mit
Fr.
18.10 zuzüglich
Fr.
2.14 Ferien-/Feiertagsentschädigung und
Fr.
1.69 1
3.
Monatslohn (
Urk.
13/170).
5.
5.1
Kreisarzt
Dr.
B._
erachtete
im Jahr 2009
leichtere, wechselnd belastende
, nicht
in kniender oder hockender Position
zu verrichtende
Tätigkeit
en
-
mit
Gewichtslimiten
von 10 kg (
bis Taillenhöhe
) und 5 kg (
bis Brusthöhe
), ohne beide Extremitäten beanspruchende Überkopfarbeiten und ohne r
epetitiv weit ausreichende Tätigkeiten mit der rechten oberen Extremität
-
als ganztags zumutbar (vorstehend E. 3.4).
Weit zurückhaltender, nämlich mit einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von ledig
lich 25
%
, fiel die Beurteilung durch
die
C._
-Gutachter im Jahr 2011 aus, welche die Einschränkung mit einem höheren Pausenbedarf, einer nur geringen
Gewichtsbelastung und einer deutlich eingeschränkten Gehstrecke begründeten (vorstehend E. 3.5). Dieser Beurteilung schloss sich der Gutachter
Dr.
D._
im Jahr 2013 an (vorstehend E. 3.6).
5.2
Die
behandelnde Psychiaterin attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(vor
stehend E. 3.7).
Die
s
ist etwas weniger als die aus somatischer Sicht attes
tierte Arbeitsunfähigkeit von 75
%
, mit dieser aber ohne weiteres vereinbar.
Da
klarerweise
keine Veranlassung besteht, die verschiedenen
Teilarbeits
un
fähig
keiten
zu kumulieren (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_872/2014 vom 1
7.
März 2015 E. 5, 9C_765/2013 vom 2
1.
Januar 2014 E.
3.2, I 514/06 vom 2
6.
Mai 2007 = SVR 2008 IV Nr. 15 E. 2.1)
, zumal dies im vorliegenden Fall bezeichnenderweise eine Arbeitsunfähigkeit von weit über 100
%
ergäbe, ist somit vom höheren der beiden Werte (75
%
) auszugehen, was eine noch verbleibende Arbeitsfähigkeit von 25
%
ergibt.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE abgestellt, und zwar
auf
den Zentralwert der von Frauen in einfachen und repetitiven Arbeiten im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige erzielten Einkommen (vgl.
Urk.
13 /213 S. 4
Ziff.
10), angepasst an die von 2010 bis 2013 eingetretene Nominallohnentwicklung.
Dies ist nicht zu beanstanden, und das Resultat (
Fr.
54‘187.--) ist auch rechne
risch korrekt.
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat sodann die nur 25
%
betragende Arbeitsfähigkeit berücksichtig
t
und zusätzlich in Anbetracht der Schwere der medizinischen und erwerblichen Einschränkungen einen Abzug von 15
%
vorgenommen (
Urk.
13/213 S.
4 f.
Ziff.
10
).
Angesichts dessen, dass den gesundheitlichen Einschränkungen schon durch eine massive Reduktion der als zumutbar erachteten Arbeitszeit weitestgehend Rechnung getragen wurde, ist ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn als grosszügig einzustufen. Da er aber Ausdruck des der Beschwerdegegnerin zustehen
den und pflichtgemäss ausgeübten Ermessens ist, ist er so zu belassen. Keine Veranlassung - auch nicht unter den beschwerdeweise angeführten Titeln (
Urk.
1 S. 4 oben) - besteht andererseits, einen noch höheren Abzug vorzuneh
men.
Somit beläuft sich das hypothetische Invalideneinkommen im Jahr 2013
auf rund
Fr.
11‘515.--.
5
.5
Zur Bestimmung des hypothetischen
Valideneinkommens
hat die
Beschwerde
gegnerin
auf den höheren der beiden Stundenlohn-Ansätze (vorstehend E. 4.2) abgestellt und
(
bei 42 Wochenstunden und 47 Arbeitswochen
)
ein Total von
rund
Fr.
43‘290.-- (
Fr.
18.10 +
Fr.
2.14 +
Fr.
1.69 x 42 x 47) ermittelt (
Urk.
13/213 S. 4
Ziff.
8).
Auch die
s
erweist sich als korrekt und wurde denn auch nicht beanstandet, womit das hypothetische
Valideneinkommen
im Jahr 2013
Fr.
43‘290.-- beträgt.
5.6
Beim
Valideneinkommen
von
Fr.
43‘290.-- (vorstehend E. 5.5) und dem
Invali
deneinkommen
von
Fr.
11‘515.-- (vorstehend E. 5.4) beträgt die
Einkommens
einbusse
Fr.
31‘775.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 73
%
ergibt.
Der von der Beschwerdegegnerin festgesetzte Invaliditätsgrad ist somit nicht zu beanstanden und die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen.
6.
In der
für den versicherten Verdienst
relevanten Zeitspanne (2
3.
April 2006 bis 2
2.
April 2007) erzielte die Beschwerdeführerin ein Einkommen von
Fr.
2‘181.20
bei der
Z._
(vorstehend E. 4.1) und
von
Fr.
6‘502.30
bei der
Y._
(vorstehend E. 4.2)
.
Die Beschwerdegegnerin ging hingegen betreffend
Y._
von
Fr.
8‘018.-- aus (
Urk.
13/213 S. 3
Ziff.
2).
Der Grund dafür lässt sich aufgrund der Akten nicht eruieren, kann jedoch offen bleiben, da die Beschwerdegegnerin eine für die Beschwerdeführerin doch deutlich vorteilhaftere Berechnung vorge
nommen hat, mit der es zu
deren G
unsten sein Bewenden haben kann.
Somit erweist sich der von der Beschwerdegegnerin festgesetzte versicherte Ver
dienst als keinesfalls zu tief angesetzt, so dass die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist.
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.