# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfc0b9a6-4b4d-4fe8-9cfb-1afa19f99914
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB) schrieb am 7. Juli
2014 die Erstellung der Gebäudeautomation im Neubau Labor 2 im offenen Verfahren
aus (ABl 2014 S. 1797/1798). Für die Eignungs- und Zuschlagskriterien wurde auf die
Ausschreibungsunterlagen verwiesen. Teil 3 der besonderen Bestimmungen betraf die
speziellen Bedingungen für Reinräume. Im Formular Eignungsprüfung wurde nach drei,
maximal fünf Jahre alten "vergleichbaren" Referenzen gefragt; in den ergänzenden
Festlegungen wurden als Zuschlagskriterien unter Ziffer 1 der Preis und unter Ziffer 2
Referenzen/Qualität genannt. Die Ausschreibung wurde unangefochten rechtskräftig.
Am 11. August 2014 lagen die Bewerbungen von neun Anbietern vor. Bei der
Bewertung der Angebote wurden der Preis mit 60 Prozent (oder 60 von 100 Punkten),
die Referenzen (Vollständigkeit) mit 25 Prozent (oder 25 von 100 Punkten) und die
Qualität (Systemwahl) mit 15 Prozent (oder 15 von 100 Punkten) gewichtet (act. 7/6).
Die Preiskurve richtete sich nach der Formel [60 x tiefster Offertpreis / Offertpreis des
Angebots]. Das Angebot der Stesag AG zum – revidierten – billigsten Preis von CHF
390'778.70 erreichte mit 75 Punkten (Preis 60 Punkte, Referenzen 10 Punkte, Qualität 5
Punkte) der maximal erzielbaren 100 Punkte den sechsten Rang. Der Rektor der NTB
vergab die Arbeiten am 10. Oktober 2014 zum Preis von CHF 486'000 an die BS
Automation AG, deren Angebot 88,2 Punkte (Preis 48,2 Punkte, Referenzen 25 Punkte,
Qualität 15 Punkte) erzielt hatte.
B. Die Stesag AG (Beschwerdeführerin) erhob mit Eingabe vom 16. Oktober
2014 gegen die Zuschlagsverfügung des Rektors der NTB (Vorinstanz) vom 10.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/8
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St.Galler Gerichte
Oktober 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der Vergabe-
Entscheid sei aufzuheben und neu zu beurteilen und die Vergabekriterien plausibel und
nachvollziehbar zu gestalten. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2014 erteilte der
Präsident des Verwaltungsgerichts der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung. Die
amtlichen Kosten der Verfügung von CHF 1'000 wurden der Beschwerdeführerin
auferlegt. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2014 die
Abweisung der Beschwerde und teilte am 12. November 2014 mit, der Vertrag sei mit
der BS Automation AG abgeschlossen worden. Die BS Automation AG
(Beschwerdegegnerin) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Auf die
Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz zur Begründung ihrer

## Considerations

Anträge wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs.
2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen; sGS 841.1, EGöB). Als beim Zuschlag nicht berücksichtigte
Bewerberin ist die Beschwerdeführerin grundsätzlich zur Beschwerde legitimiert (Art.
64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege;
sGS 951.1, VRP). Dass der Vertrag mit der Beschwerdegegnerin mittlerweile
abgeschlossen ist, schliesst die Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin nicht
aus, da ihr der Anspruch auf die Feststellung der Rechtswidrigkeit des angefochtenen
Zuschlags verbleibt, sollte sich ihre Beschwerde als begründet erweisen (vgl. Art. 18
Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS
841.32, IVöB; BGE 132 I 86 E. 3.2). Die Beschwerdebefugnis setzt jedoch ein eigenes
schutzwürdiges Interesse voraus; insbesondere reicht es nicht aus, sich in allgemeiner
Weise auf die richtige Handhabung der Regeln des Beschaffungsrechts zu berufen und
lediglich die Aufhebung des – behaupteterweise – rechtswidrigen Zuschlags
anzustreben (dazu nachfolgend Erwägung 2). Darüber hinaus ist auch zu prüfen, ob
eine reelle Chance auf einen Zuschlag an die Beschwerdeführerin bestanden hätte (vgl.
BGer 2C_380/2014 vom 15. September 2014 E. 4.4 und 4.6 mit Hinweisen; dazu
nachfolgend Erwägung 3).
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2. Der Präsident des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin teilte dem
Präsidenten des Verwaltungsgerichts am 29. Oktober 2014 telefonisch mit, er habe
nicht den Antrag gestellt, es sei der Beschwerdeführerin der Zuschlag zu erteilen,
sondern einfach eine Überprüfung der ganzen Vergabe gewollt (act. 10). Damit macht
die Beschwerdeführerin kein eigenes schutzwürdiges Interesse geltend, so dass auf
ihre Beschwerde nicht eingetreten werden kann.
Nicht eingetreten werden kann auch auf den Antrag der Beschwerdeführerin, die
Vergabekriterien seien plausibel und nachvollziehbar zu gestalten. Soweit sie die
Vergabekriterien und deren Gewichtung beanstanden will, hätte sie diese Rügen gegen