# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57411bff-91f4-5987-8f61-88bcec0c8497
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Steuerpflichtigen sind Eigentümer einer von ihnen seit Dezember 1997 selbstbewohnten Liegenschaft am C._ in D._. Im Jahr 2016 wurde auf dem Dach ihrer  eine Photovoltaikanlage für den Eigengebrauch installiert. In der Steuerveranlagung 2016 wurden die dafür geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten von CHF 35'738.- vollständig zum Abzug zugelassen. Dabei wurde die den Steuerpflichtigen zugesprochene Subvention von CHF 5'895.- abzugsvermindernd berücksichtigt. Insgesamt betrug der Steuerabzug für die  der Photovoltaikanlage CHF 29'843.-.
B. Am 18. Oktober 2018 wurden die Steuerpflichtigen für das Steuerjahr 2017 ordentlich . Dabei rechnete die Kantonale Steuerverwaltung (nachfolgend: Steuerverwaltung) den  unter Code 3.350 (Andere Liegenschaftserträge) ohne weitere Begründung einen Betrag von CHF 696.- auf. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerfaktoren ergab sich ein  Einkommen (Code 7.910) von CHF 158‘959.- (Kanton; geschuldete Steuer: CHF 16‘062.55) resp. CHF 168‘332.- (Kanton; geschuldete Steuer nach Steuerabzug: CHF 8‘190.-) und ein steuerbares Vermögen (Code 7.910) von CHF 225‘595.- (geschuldete Steuer: CHF 541.20).
Am 28. Oktober 2018 erhoben die Steuerpflichtigen Einsprache. Sie beantragten, es sei auf eine Aufrechnung unter Code 3.350 (Andere Liegenschaftserträge) zu verzichten; allenfalls sei ihnen zu erklären, wie sich der Betrag von CHF 696.- zusammensetze. Zur Begründung brachten sie vor, der von ihrer Photovoltaikanlage zu viel produzierte Strom werde automatisch ins Stromnetz . Gemäss der „Analyse zur steuerrechtlichen Qualifikation von Investitionen in  Technologien wie Photovoltaikanlagen – Steuerrechtliche Tragweite der Verordnung über die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien (SR 642.116.1)“, von der Schweizerischen Steuerkonferenz SSK im Jahr 2011 herausgegeben und im Jahr 2014 genehmigt (nachfolgend kurz: Analyse), sei aber nur die kostendeckende  (KEV) zu versteuern. Sie jedoch hätten eine Subvention erhalten, welche bereits steuerrechtlich berücksichtigt worden sei, weshalb in ihrem Fall auf eine Aufrechnung der  Entschädigung zu verzichten sei. Die Steuerpflichtigen wiesen ferner darauf hin, dass ihre Photovoltaikanlage nur tagsüber und auch nicht jeden Tag Strom produziere, so dass auch sie Strom vom Elektrizitätswerk beziehen müssten. Da die Einspeisung deutlich tiefer vergütet werde als der bezogene Strom koste, würden sie mehr bezahlen, als sie entschädigt würden.
Mit Einspracheentscheid vom 29. März 2019 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. Sie begründete ihren Entscheid damit, dass die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) immer steuerbares Einkommen aus unbeweglichem Vermögen darstelle. Bei Anlagen, die dem  dienten, würden unterschiedliche kantonale Praxen bestehen. Dabei werde zwischen dem Nettoprinzip und dem Bruttoprinzip unterschieden, wobei der tatsächlich ins Netz  Strom, der vom Netzbetreiber im Rahmen der KEV vergütet werde, in jedem Fall steuerbar sei. Der aufgerechnete Betrag setze sich wie folgt zusammen: Für die Periode vom 1. Januar 2017 bis 18. Juli 2017 seien CHF 382.- berücksichtigt worden, für die Periode vom 19. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 ein Betrag von CHF 314.- (CHF 698.- / 360 Tage x 162 Tage). Dies ergebe einen Gesamtbetrag von CHF 696.-.
C. Am 16. April 2019 reichten die Steuerpflichtigen gegen den Einspracheentscheid vom 29. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg ein. Sie stellen den Antrag, es sei auf
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
die Aufrechnung der Einspeisevergütungen in der Höhe von CHF 696.- zu verzichten. Zur  wird vorgebracht, dass zwischen der nicht kostendeckenden Einmalvergütung (EIV) in Form einer einmaligen Subvention und der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) zu  sei. Sie hätten sich für eine Subvention entschieden. Gemäss Analyse sei aber nur die  Einspeisevergütung (KEV) als Einkommen zu deklarieren und zu versteuern.
Der mit Verfügung vom 17. April 2019 einverlangte Kostenvorschuss von CHF 300.- wurde am 24. April 2019 bezahlt.
In ihren Bemerkungen vom 20. Mai 2019 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde. Unter Berufung auf die Analyse weist sie darauf hin, dass nicht nur Entschädigungen aus  Einspeisevergütung (KEV) steuerbares Einkommen aus unbeweglichem Vermögen darstellen würden, sondern auch die Direktvermarktung des Stroms oder die Überlassung von  für den Betrieb einer Solaranlage. Bei Anlagen, welche der Eigenbedarfsdeckung dienten, würden unterschiedliche kantonale Praxen bezüglich der Besteuerung der Entschädigung bestehen. Einige Kantone würden dem Nettoprinzip folgen, andere (so auch der Kanton Freiburg) dem Bruttoprinzip. Dieses qualifiziere die Kosten für den Bezug der vom Eigentümer selbst  Energie steuerlich als nicht abziehbare Lebenshaltungskosten, weshalb der Bruttobetrag der Einspeisevergütung als Ertrag besteuert werde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf die Einreichung von Bemerkungen.

## Considerations

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung relevant, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.
Erwägungen
Prozessuales
1.