# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cd7232a5-e263-4387-be3e-fcaefd2f7153
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1976 geborene
X._
, Vater
von fünf Kindern
(geboren 1999, 2001, 2008
, 2009, 2011
),
reiste im August 1998 in die Schweiz ein und
arbeitet
e
zuletzt
seit
Oktober 2006 im
Y._
als Mitarbeiter Hausdienst
,
Grundreinigung
,
(Urk.
9/8
, U
rk. 9/
25
und Urk. 9/122/51
)
. Am 13.
Oktober 2008 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf Rückenprobleme aufgrund eines
Auffahrunfalls
am 1.
August 2008 sowie psychische
r
Probleme seit Januar 2008 bei der Sozialversicherungsanstalt Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
9/7-8).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse holte die IV-Stelle zunächst ein
en Arbeitgeberbericht
der
Z._
ein (Urk.
9
/
15
), zog
Auszüge
aus dem individuellen Konto bei
(
Urk.
9/16, Urk.
9/
21-22
) und
forderte Arztberichte
(Urk. 9/17, Urk.
9/19, Urk.
9/23) sowie einen weiteren Arbeitgeberbericht
des
Y._
ein (Urk.
9/25
).
Anschliessend gewährte die
IV-Stelle dem Versicherten a
m
11.
Februar
2009
sowie am
7. April
2009
Arbeitsplatzerhaltungsmassnahmen
(
Urk. 9/2
6
und Urk. 9/27
)
und verlangte bei der Pensionskasse BVK eine Kopie des vertrauensärztlichen Gutachtens vom 4
.
März 2009
ein
(Urk.
9/2
8
-29
)
.
Aufgrund des
erfolgreichen Eingliederungsversuch
s
im April
2009
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15.
April 2010 wie vorbeschieden
einen Renten
anspruch des Versicherten (Urk.
9/60).
Am 20.
Mai 2010 erhielt die IV-Stelle
zur Vervollständigung ihrer Akten die Unterlagen
der
AXA-Winterthur
, welche als zuständige Unfallversicherung anschliessend an den Auffahrunfall
des Versicherten vom 1. August 2008
die gesetzlichen Leistungen erbracht hatte
(Urk.
9/61).
Am
9
.
Februar 2015
(Eingangsdatum)
meldete
sich der Versicherte
erneut
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug
an
(Urk. 9/70)
. Am
10. April 2015
reichte Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, d
en Arztbericht
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
des
Y._
vom 18. Februar 2018
zu den Akten
(Urk. 9/
74-
75)
.
Am
16.
Mai 2015 erlitt der Versicherte eine
n Unfall mit Knieverletzung
(Urk.
9/
99)
, weshalb ihm a
m 13. Juli 2015
von der IV-Stelle mitgeteilt wurde
,
dass unfallbedingt
die Eingliederungsberatung aufgeschoben werde
n müsse
(
Urk.
9/
84)
.
In der Folge tätigte die
IV-Stelle
berufliche
Abklärungen
(Urk.
9/85-86), holte Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
9/
91
und Urk.
9/
94
), die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 9/
92
und
Urk.
9
/95
)
,
eine
Kopie des psychiatrischen Gutachtens
von Dr.
A._
vom 20. Juli 2015 (Urk.
9/
96
), eine Kopie des
erneuten
vertrauensärztlichen
Gutachtens vom 16. Juli 2015
der Pensionskasse BVK
(Urk.
9/9
3
und Urk.
9/97-
98
)
sowie die Akten
zum Unfall im Mai 2015
der
Unfallversicherung AXA-Winterthur
ein
(Urk.
9/
99
-1
03
)
.
Mit
Vorbescheid
vom 18. Februar 2016 verneinte die IV-Stelle aufgrund eines fehlenden invalidisierenden Gesundheitsschaden
s
einen Rentenanspruch (Urk. 9
/
10
6).
Dagegen erhob der Versicherte am
29. März
und am
29. April
2016 Einwände (Urk.
9
/
107
und Urk.
9
/
110-111
).
Diese veranlassten die IV-Stelle
,
den Versicherten
bidisziplinär
begutachten zu lassen
(
Expertise
vom
27.
August 2016
, Urk.
9
/
121
und
Expertise
vom 3. September 2016
, Urk.
9/122
)
.
Nach Eingang der Stellungnahme des Versicherten
vo
m
10.
Oktober 2016 zu diesen
Gutachten
(Urk.
9/124)
holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (Urk. 9/126-127)
. Am
19.
Oktober 2017
wurde ein Belastbarkeitstraining
bei der
B._
, Arbeitsintegration,
genehmigt
und der Versicherte erhielt ein entsprechendes
Taggeld (Urk.
9/131
-
157
)
.
Nach
e
ingegangenem
Schlussbericht vom 22.
Februar 2018 (Urk. 9/159
) stellte die IV-Stelle die Integrationsmassnahmen mit
Mitteilung vom 12. März 2018
ein und stellte
dem
Versicherten
am
13.
März 201
8
die Prüfung des Re
ntenanspruchs in Aussicht (Urk.
9/160-161)
.
In der Folge wurden
weitere Arztberichte durch die
IV-Stelle beigezogen (Urk.
9/165, Urk.
9/168). Nachdem
sich der Versicherte am 23.
Mai 2018 dazu geäussert hatte
(Urk. 9/170)
, erging am 14. Juni 2018
ein Renten
verneinender Vorbescheid (Urk.
9/172). Dagegen
brachte
der Versicherte
am
6.
August und 6.
September 2018
Einwände vor
(Urk.
9/176 und Urk.
9/178).
Mit Verfügung vom 18.
September 2018 lehnte die
IV-Stelle das Rentengesuch ab (Urk.
2
).
2.
Der Versicherte erhob am 12.
Oktober 2018 Beschwe
rde gegen die Verfügung vom 18. September 2018 (Urk.
2) und beantragte, ihm sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine
ganze
Invalidenrente auszurichten
. In prozessrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer
um
unentgeltliche Prozessführung
und
Verbeiständung
(
Urk.
1 und
Urk.
3).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2018 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am 20.
November 2018 zu
r
Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 10). Mit Eingabe vom 30.
November 2018 reichte der Beschwerdeführer
eine Stellungnahme seines behandelnden Psychiaters sowie einen
Arzt
- und einen Verlaufs
bericht
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Y._
ein
(Urk.
11-12
). D
ie entsprechenden Doppel wurden der Beschwerdegegnerin am
3. Dezember 2018
zugestellt (Urk. 13).
3.
Auf
die
Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird
,
soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin trat auf die Neuanmeldung ein und erwog
im angefochtenen Entscheid, dass aufgrund der ihr vorliegenden medizinischen Unterlagen keine Diagnose ausgewiesen sei, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dauerhaft einschränken würde. N
ach Beurteilung der Unterlagen durch den Regionalen medizinischen Dienst (RAD) seien
die
geschilderten klinischen psychiatrischen Symptome nicht plausibel und nachvollziehbar.
Der
Beschwerdeführer
weise
viele Ressourcen auf und kümmere sich um seine Familie.
D
ie spezifische stationäre Angsttherapie, welche mehrmals empfohlen worden sei,
werde
vom Beschwerdeführer weiterhin abgelehnt.
Ausweislich des rheumatologischen Gutachtens
bestehe in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger
Witterungsbedingungen eine 100
%
ige
Arbeitsfähigkeit.
Das
Tragen und Transportieren von Lasten über 15 kg und das Verharren in Zwangshaltungen
solle
vermieden werden
. Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, neue diagnostische Aspekte hervorzubringen, weshalb am Renten verneinenden Entscheid fest
ge
halte
n werde
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, er leide
,
wie am 15.
Dezember 2015 vom
Y._
diagnostiziert worden sei,
an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, einer rezidivierenden depressiven Störung
, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen
, einem Verdacht auf Zwangsgedanken und weise eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und passiv aggressiven Zügen auf
.
Mit den Diagnosen des
Y._
sei nachvollziehbar dargelegt
worden
, dass seine Arbeitsfähigkeit bereits
damals nicht vorgelegen habe
. Dieselben Diagnosen seien
zudem
von der
C._
während seinem
Stationären Aufenthalt vom 18. August bis 7. September 2016
festgestellt worden (Urk. 1 S.
4
)
.
Seine
Arbeitsfähigkeit
sei
auch somatisch eingeschränkt
und die
Angststörung
habe
ebenfalls
bei der Arbeitsintegrationsstelle festgestellt
werden können
.
Des Weiteren
verkenne der RAD, dass
er
nicht nur aufgrund der Einschätzung von Dr.
A._
als
zu
100
% arbeitsunfähig eingeschätzt
worden sei,
sondern auch in der Beurteilung von Dr.
med
.
D._
der
C._
und zuvor von
verschiedenen weiteren Ärzten
. Es liege auf der Hand, dass sich
sein
Gesundheitszustand seit dem 22.
Februar 2018 nochmals verschlechtert habe
(Urk. 1 S. 5-8.)
.
Er
sei
bereits
jahrelang in Therapie und habe
sich
zwei
stationären Therapien unterzogen. Diese hätten zu keiner Besserung
geführt
. Es sei
ihm daher
nicht
anzulasten
, dass er nun keine
weitere
Therapie in Form einer stationären Angstt
he
r
a
pie gemacht habe.
Er habe
ausserdem
den
Aufenthalt
im Jahr 2016 krankheitsbedingt,
wegen seiner zwanghaften
Angst
,
seinen
Kindern könnte etwas
zustossen,
ab
gebrochen. Es sei Wunschdenken, dass ein neuer Therapieansatz ihn vollständig heilen könnte. Insgesamt sei offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe, indem sie neuere Arztbericht
e
einfach ausser Acht gelassen habe. Er sei nun nach der gescheiterten Wiedereingliederung auf eine Invalidenrente angewiesen (Urk. 1 S. 9-10)
.
3.
Mit Verfügung
vom 15. April 2010
(Urk.
9/60
)
wurde ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers gestützt auf seine erfolgreiche Wiedereingliederung am 17. August 2009 in seine angestammte Tätigkeit als
Mitarbeiter Hausdienst (Grundreinigung)
am
Y._
verneint. Davor
litt der Beschwerdeführer vor allem an einem
Cervicospondylogenen
Schmerzs
yndrom rechtsbetont nach dem Auffahrunfall am 1. August 20
08
, depressiven und zunehmend paranoiden Reaktionen auf den Unfall im August 2008 sowie a
n rezidivierenden Depressionen
(Urk. 9/1-
60).
4.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
im Rahmen
der Neuanmeldung vom
9. Februar
201
5
(Eingangsdatum, Urk.
9/70
)
auf folgende
Unterlagen
:
4.
1
Die Beschwerdegegnerin holte ein
bidisziplinäres
Gutachten ein. Die rheumatologische Untersuchung erfolgte am 18. Juli 2016
durch
Dr. med. E._
,
Fachärztin FMH für Innere Medizin spez. Rheumatologie
,
(Expertise
vom 27.
August 2016
, Urk. 9/121). Die
psychiatrische
Untersuchu
ng fand am 28.
August 201
6
durch
Prof.
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
statt (Expertise
vom 3.
September 2016
, Urk.
9/122)
.
Darin werden die bis zur Begutachtung de
s
Beschwerdeführer
s
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
9
/
121/7-7
7
und Urk.
9/12
2
/6-48
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägu
ngen aber darauf Bezug genommen.
4.
2
Dr.
E._
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine verminderte Belastbarkeit und linksbetonte Beschwerden der Lendenwirbelsäule
(LWS)
bei kleiner
mediolateraler
Diskushernie L4/L5 mit deutlichem Kontakt zur Nervenwurzel L5 rechts ohne Dislokation
oder
Kompression und leichter bis mässiger
Foraminalstenose
L4/L5 rechts ohne Kompression mit normalen Facettengelenken
,
kräftiger autochthoner Rückenmuskulatur
,
ohne Atrophie
,
ohne Verfettung (MRI 08/2016)
und
ohne radikuläre Zeichen (Urk.
9/121/9
4
).
Sie
erläuterte
zusammenfassend
, es bestünden beim Beschwerdeführer sehr geringe strukturelle Befunde im Bereich der LWS, die möglicherweise seine
Leistungsfähigkeit
leicht einschränken könnten. Die Befunde
erklärten das
Ausmass der
angegebenen
Beschwerden nur zum kleinen
Teil
, insbesondere, weil die bildgebenden Befunde auf der rechten
Seite
vorlägen
, während linksbetonte lumbale Beschwerden angegeben
worden seien
(Urk. 9/
121/
95-
96).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt sie fest, das
s das
längere Ver
harren in vornüber geneigte
r
Haltung, ob stehend oder sitzend
, zu
vermeiden
sei
. Ebenso seien unerwartete, asymmetrische Lasteneinwirkungen auszuschliessen. Eher günstig seien wechselbelastende Tätigkeiten. Der Beschwerdeführer könne mit Lasten bis zu 15 kg hantieren (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiter im Hausdienst (Grundreinigung) des
Y._
, welche ihm gemäss seinen Angaben aufgrund sei
ner Arbeitsunfähigkeit am 24. M
a
i
2016
von der Arbeitgeberin
gekündigt worden sei (Urk. 9/121/97),
sei
angepasst
.
Der Beschwerdeführer
sei in dieser oder einer anderen angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
.
Es habe in der angestammten oder in einer anderen angepassten Tätigkeit nie eine lange Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 9/121/98).
Zum Schluss merkte sie noch an, der Beschwerdeführer habe
am Untersuchungstag und am Vortag kein
Schmerzmittel verwendet
und die
Physiotherapie
habe vor einem halben Jahr das letzte Mal stattgefunden. Ausserdem sei von ihm das verordnete Psychopharmaka
Risperdal
wie die Blut- und Haaranalyse ergeben habe
n, nicht eingenommen worden, was von ihm aber nicht so geschildert
worden sei
(Urk. 9/121/
99
und
Urk. 9/121/
105
).
4.
3
Prof. Dr.
F._
nannte in seinem Gutachten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Unter
den
Diagnosen
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er
folgende fest (Urk. 9/122/
76):
-
R
ezidivierende depressive Störung, gegenwertig remittiert unter ant
idepressiver Therapie, ICD-10
:
F
33.4
-
Betroffensein von Katastrophen, Krieg und sonstigen
Feindseligkeiten, ICD-10
:
Z65.5
-
Probleme in Verbindung mit Ausbildung (kein anerkannter Beruf in der Schweiz
)
, ICD-10
:
Z55
-
Probleme m
it Arbeitslosigkeit, ICD-10
:
Z56
Zur Affektivität führte er aus, die Grundstimmung des Beschwerdeführers sei
indifferent und weder zum positiven, noch zum negativen Pol verschoben. Die Schwingungsfähigkeit sei nicht eingeschränkt und die Vitalgefühle nicht gemindert. Das Selbstwertempfinden sei intakt und die Psychomotorik
sei
unauffällig. Der Antrieb präsentiere sich regelrecht. Es sei keine Reduktion der Freudfähigkeit und der Interessen feststellbar. Es liege auch kein sozialer Rückzug vor. Im Gegenteil, der Beschwerdeführer beklage sich, dass sich seine Kollegen seit einem Jahr von ihm distanzieren würden. Der Appetit sowie der sexuel
le Antrieb seien normal. Zudem k
lage
d
er
Beschwerdeführer
über keine Ängste mit Ausnahme nachvollziehbarer finanzieller Existenzängsten. Er leide an keinen Panikattacken und er habe keine passiven Todeswünsche und keine akute Suizidalität (
U
rk.
9/122/60).
Zur Posttraumatischen Belastungsstörung führte er aus,
dass die Diagnose
gemäss den Definitionen der ICD-10 e
in zeitliches Kriterium von
sechs
Monaten zwischen dem traumatisierenden Ereignis und dem Auftreten der Symptome
aufweise
. Der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
gebe jedoch an, dass die Kriegserlebnisse vor 2006
nie
zu psychischen Problemen geführt hätten. Damit sei das zeitliche Kriterium für die Diagnosestellung nicht erfüllt. Des Weiteren stelle der Auffahrunfall mit ein
er HWS-
Distorsion im Schweregrad Quebec Task Force 1 oder 2 (=ohne strukturelle Schädigungen) aus
dem Jahr
2008 gemäss den Definitionen der ICD-10 kein Eintrittskriterium für die Diagnose dar. Ein Kopfanprall
en
am Lenkrad bei einem
Auffahrunfall
ohne jegliche strukturellen Ereignisse
sei sicherlich nicht geeignet
,
eine Posttraumatische Belastungsstörung auszulösen.
Abgesehen davon, habe Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
im St
atus seines Gutachtens vom 4.
März 2009 für die Pensionskasse B
VK kein einziges Symptom einer P
osttraumatischen Belastungsstörung aufgezählt. Sein Gutachten sei damit nicht nachvollziehbar. Die Diagnosestellung einer Posttraumatischen Belastungsstörung sei nachweislich falsch gemäss den Kriterien des ICD-10. Des Weiteren sei
die Assistenzärztin
Dr. med.
H._
aus der Sprechstunde für Belastungsreaktionen der Psychiatrie des
Y._
fälschlicherweise bei der Diagnosestellung
im
Bericht
vom 18. Februar 2015
von einem schweren Autounfall (statt eines Bagatellunfalls) ausgegangen. Eine Arbeitsunfähigkeit
habe
sie
nicht ausgesprochen.
Es sei lediglich
erwähnt
worden
, dass der
Beschwerdeführer
zu 50 % krankgeschrieben s
e
i
. Diese Arbeitsunfähigkeit sei jedoch weder bestätigt noch verworfen worden. Das Gutachten
für die Pensionskasse BVK vom 16. Juli 2015
von Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
sei nachvollziehbar in der Darstellung der Beschwerden, de
s
Psychostatus und der abgeleiteten Arbeitsfähigkeit.
Er
habe ausgeführt
, zusammenfassend fänden sich weder in den umfangreichen
Vorakten
noch in der aktuellen gutachterlichen Untersuchung klare Hinweise auf einen relevanten psychischen Gesundheitsschaden, der eine langfristige Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen würde. Die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund des Auffahrunfalls
im Jahr
2008 sei auch bezüglich des Verlaufs in Frage zu stellen. Die Symptomatik sei nicht durchgehend dokumentiert worden und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit se
i
letztlich unklar. Auch
Prof. Dr. med.
J._
, Facharzt für Neurologie, und Med.
pract
.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
sei
en
in
ihrem
Gutachten
vom 20. Juli 2015
für den
Krankentaggeldversicherer
Helsana zum Schluss gekommen, dass kein ausreichender Anhalt für eine psychiatrische Erkrankung mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit vorliege. Folglich
sei
auch keine Arbeitsunfähigkeit festgestellt
worden
(Urk.
9/122/70
-73
).
Insgesamt sei aus gutachterlicher Sicht aufgefallen, dass der Beschwerdeführer beim hiesigen Untersuch posttraumatische und depressive Symptome ohne jegliche emotionale Beteiligung
geschildert habe
.
Die Körpersprache habe diametral zu den geschilderten Symptomen gestanden und
die Symptome seien
wie
auswendig
gelernt präsentiert worden. Es habe eine hohe Diskrepanz zwischen
den
beklagten Symptomen und einem unauffälligen Psychostatus bestanden. Auch habe sich keine depressive oder posttraumatische Problematik emotional auf den
Beschwerdeführer
übertragen.
Er
sei gut spürbar
gewesen und
habe sich vital und psychopathologisch unauffällig am Untersuch präsentiert. Während die behandelnden Ärzte des Beschwerdeführers ihm schwere psychi
sche Störungen
attestiert hätten
, se
i dieser nun seit der Neuan
meldung vom 9. Februar 2015 dreimalig inklusive dieser Begutachtung von
unabhängigen
psychiatrischen Beurteilern gesehen worden, die
im Gegensatz zu den Behandelnden
,
keine depressive Symptomatik und keine
Posttraumatische
Belastungsst
ö
r
ung hätten beschreiben können
. Während der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des rheumatologischen Untersuchs
nachweislich
keine Neuroleptika im Blut gehabt habe,
habe
sich nun ein ausreichender therapeutischer Spiegel
vorgefunden
. Gleiches gelte für die Antidepressiva. Ob die unauffällige Psychopathologie nun Ergebnis der therapeutischen Bemühungen sei, könne er nur spekulieren
(Urk. 9/122/74).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt er fest, wie auf Basis der ICD-10 Kriterien belegt
worden sei
, könne di
e
Diagnose einer
Posttraumatischen
Belastungsstörung nicht gestellt werden. Ob es zwischenzeitlich zu depressiven Symptomen gekommen
sei
, könne er aufgrund der hiesigen Querschnittsuntersuchung nicht feststellen. Diese wären dann auf j
eden Fall vorübergehend gewesen
. Aktuell liege keines d
e
r Hauptsymptome einer
depressiven
Störung
mit gedrückter Stimmung,
Verminderung
der Freudfähi
g
keit
sowie
der
Interessen
und des Antriebs vor (Urk.
9/122/74).
Aus psychiatrisch-versicherungsmässiger Sicht komme er zur selben Beurteilung wie seine
V
orgutachter Dr.
I._
und Prof. Dr.
J._
, dass kein mittel- und langfristiger Gesundheitsschaden vorliege. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%-
ige
Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und adaptierter Tätigkeit (Urk. 9/122/
7
5).
4.
4
Im
Austrittsbericht vo
n
Oberarzt Dr. med.
L._
sowie
von
Assistenzarzt Dr. med.
D._
,
C._
, vom 16. September
2016 w
urden folgende Diagnosen
erhoben
(Urk. 9/127/5).
:
-
Posttraumatische Belastungsstörung
, ICD-10:
F43.1
-
Mittelgradige depressive Episode
,
ICD-10:
F32.1
-
Vd
.
a
. a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung
,
ICD-10:
F45.40
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
,
ICD-10:
Z73
Der Beschwerdeführer habe freiwillig das erste Mal die offen geführte Spezialstation für Traumafolgestörungen vom 18. August 2016 bis am 7. September 2016 besucht.
Es zeige sich, dass der Beschwerdeführer eine paranoid gefärbte Angst entwickelt
habe, seit dem Unfall 2008
seine Kinder im Stich zu lassen, seinen Kinder könnte etwas gesch
ehen. Diese sei
in der
Klassifikation nach ICD-
10 als Problem mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (Z73) zusammengefasst worden. Dabei habe das Kontrollbedürfnis
in
Bezug auf die Kinder auch zwang
haften Charakter. Der Beschwerdeführer habe jede freie Minute genutzt um nach Hause zu gehen und zu kontrollieren, ob es den Kindern gut gehe. Er habe auch oft um Sonderurlaub gebeten, um bei den Kinde
rn übernachten zu können. Dies habe es ihm erschwert
, sich auf die Station einzulassen. Schliesslich sei der Beschwerdeführer
auf eigenen Wunsch in gegense
itigem Einvern
e
hmen ausgetreten. Die Ärzte äusser
te
n sich nicht zu
r
Arbeitsfähigkeit
(Urk.
9/127/6)
.
4.
5
Dr.
A._
wiederholt
e
in seinem Bericht
vom 5. Dezember 2016
die Diagnosen des Austrittsberichts de
r
C._
(Urk. 9/126/2)
.
Zur Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass der Beschwerdeführer bis am
7
. September 2016 50 %
a
rbeitsunfähig gewesen sei und seit dem 8. September 2016 bis auf Weiteres zu 100 % (Urk. 9/126/4).
4.
6
Dr. med
.
A._
stellte
in seinem Bericht vom 20. April 2018
folgende Diagnosen
(Urk. 9/165/1)
:
-
Posttraumatische Belas
tungsstörung mit Folgestörungen, ICD-10:
F.43.1
-
Aktuell: schwere rezidivierende Depression, mit wahnhaften Symptomen
, ICD-10:
F.33.3
-
Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung
, ICD-10:
F45.40
-
Verdacht auf Zwangsgedanken
, ICD-10:
F42.0
-
Probleme in Bezug auf Schwierigkeiten der Lebensbewältigung
, ICD-10:
Z73
Der
Beschwerdeführer
sei vom Mai 2017 bis März 2018 i
n der
C._
in Behandlung gewesen. Ein Austrittbericht liege ihm nicht
vor
. Seit März 2018 sei
der Beschwerdeführer
nun wieder in seiner Behandlung
.
Er
sei vom 31. März 2016
bis am 7. September 2016
zu 50 % arbeitsunfähig
gewesen
und seit dem 8.
September 2016 zu 100 %
(Urk. 9/165/3).
4.
7
Im Bericht der
C._
vom 23. April 2018 wurde aufgeführt, dass der Beschwerdeführer vom 30. Mai 2017 bis am 21. Februar 2018 bei ihnen in ambulanter Behandlung gewesen sei. Es werden folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
(Urk. 8/168/4)
:
-
Generalisierte Angststörung
, ICD-10:
F41.1
-
Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige
Episode
, ICD-10:
F33.1
-
Posttraumatische Belastungsstörung
,
ICD-10:
F43.1
-
Undifferenzierte Somatisierungsstörung
,
ICD-10:
F45.1
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf andere psychosoziale
Umstände
; Betroffensein
von
Krieg
, ICD-10: Z65
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten,
dass die aktuelle Arbeitsfähigkeit vom behandelnden Psychi
ater
Dr.
A._
festgestellt werden müsse
(Urk. 8/168/1).
Zudem sei
eine genaue Arbeitsprognose schwierig zu stellen. Die bis
Ende
Februar
2018
besuchte
Arbeits
in
teg
ration
habe nochmals verdeutlicht, wie es um die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
stehe.
Arbeit sei
in einem 50%-Pensum
knapp möglich.
Sobald die Arbeit eine gewisse Grenze überschreite und vom Beschwerdeführer als einschränkend erlebt werde, seien dysfunktionale Verhaltensmuster deutlich erkennbar. Er fühle sich dann häufig krank (meistens Grippe), die Angstsymptome
würden
stärker und die Fehltage bei der Arbeit häufiger. Bei gutem therapeutischem Ansprechen auf eine Angstbehandlung sei eine 50%-
ige
Arbeitsfähigkeit möglich
.
Vorgehend m
üsse
aber
eine stationäre Angsttherapie
vom Beschwerdeführer
gemacht werden
(Urk.
8/168/4
).
5
.
5.1
Zu prüfen ist, ob der Gesundheitszustand de
s
Beschwerdeführer
s
respektive dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit Erlass der leistungsverneinenden Verfügung vom
15. April 2010
(Urk.
9
/
6
0) bis zum Erlass der Verfügung vom
18
.
September
2018 (Urk. 2) eine anspruchsrelevante Änderung erfahren habe.
5.2
Das
r
heumatologische Gutachten
v
om 27. August 2016 (Urk. 9/121) und das psychiatrische Gutachten
vom 3. September 2016
(Urk. 9/122)
beruhen auf für die streitigen Belange umfassenden fachärztlichen Untersuchungen und wurden in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst
(Urk.
9
/
121/7-77 und Urk. 9/12
2
/6-48
)
. Die vorhandenen Arztberichte wurden sorgfältig gewürdigt (
Urk.
9
/
121
/
95
, Urk. 9/121/99 und Urk
.
9/122/69-73).
Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers ausführlich auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Die Gutachten erfüllen
daher die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.5).
Dies wird seitens der Parteien denn auch zu Recht nicht bestritten.
5.3
Inhaltlich
vermögen die Gutachten
ebenfalls überzeugen. Insbesondere wurde nachvollziehbar dargelegt, weshalb in Anbetracht der objektiven Befunde und der gestellten Diagnosen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit
im
Y._
_
als Mitarbeiter Hausdienst (Grundreinigung) oder in einer and
eren angepassten Tätigkeit
attestiert werden kann.
Berücksichtigung fand dabei in somatischer Hinsicht,
die beim Beschwerdeführer festgestellten
nur sehr gerin
ge
n
strukturelle
n
Befunde im Berei
ch der LWS, die möglicherweise seine Leistungsfähigkeit
lediglich
leicht einschränken
(Urk.
9/
121
/
95-
96
)
,
und dass
aus rheumatologischer Sicht
nie
eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit
bestand
(Urk. 9/121/98)
.
In der anschliessenden psychiatrischen Begutachtung gab
der Beschwerdeführer
dann auch
an
, dass sich seine somatischen Beschwerden gebessert hätten (Urk.
122/57)
.
In psychiatrischer Hinsicht
zeigt
e
Prof. Dr.
F._
schlüssig
auf
, w
eshalb
keine Anhaltspunkte für eine
psychische
Erkrankung
vorliegen.
Er stellte fest, dass
der Beschwerdeführer
an keiner
depressive
n
Störung
leide
und eine allfällig zwischenzeitlich aufgetretene
depressive Störung
zu
diesem Zeitpunkt unter Antidepressiva remittiert
sei
.
Des Weiteren
seien
die
diagnostischen Kriterien
nach ICD-10 F43.1 für eine Posttraumatische Belastungsstörung
aufgrund
traumatisierende
r
Ereignisse auf der Flucht oder des Auffahrunfalls
im Jahr
2008
nicht
erfüllt
(E.
4.
3
)
. Zudem konnte beim Beschwerdeführer auch k
ein konsequentes Vermeidungsverhalten
bezüglich Autofahren und Autoreisen nach Kroatien
erkannt werden
(
Urk. 9/121/105 und Urk. 9/122/52
)
.
Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer
nach
Symptome
n
einer Posttraumatischen Belastungsstörung
befragt
,
sich b
ezüglich de
s
möglich erlebten traumatisierenden Ereignis
ses
, de
s
Tod
es
seines Onkels, in Widersprüche
verstrickte
. Ebenfalls konnte er keine konkreten Bilder zu den toten Menschen, die er auf der Flucht
sah
, schildern (Urk.
9/122/56-57
). Insgesamt fiel Prof. Dr.
F._
eine hohe Diskrepanz zwischen den beklagten Symptomen und einem unauffälligen Psychostatus auf (E. 4.
3
vgl. Urk. 9/122/59).
D
em ist anzumerken, dass die
vertrauensärztlichen Gutachter der Krankent
aggeldversicherung Helsana sowie der Pensionskasse BVK bereits im
Jahr 2015
zum Schluss kamen
, dass
beim Beschwerdeführer
kein relevanter psychischer Gesundheitsschaden
vorliege
und er als voll arbeitsfähig anzusehen
sei
(Urk. 9/96/14 und Urk.
9/9
8/13-14).
Da
demnach
aus somatischer Sicht
weiterhin
kein invalidisierender Gesundheitsschaden
sowie
keine Arbeitsunfähigkeit vorliegen
und der Beschwerdeführer
bis auf die angegebenen
Rückenschmerzen
über keine weiteren
Symptome
klagt
,
kann keine
massgebliche
Veränderung
erblickt werden.
Dasselbe gilt aus
psychiatrischer Sicht
, zum
al
die subjektiven Schilderungen der Beschwerden (
Symptome
einer posttraumatischen Belastungsstörung, eine Herabgestimmtheit, erhöhte Nachdenklichkeit, Durchschlafstörungen, Angst
, erhöhte Ermüdbarkeit
) dieselben geblieben sind
und der Beschwerdeführer bereits
beim Zeitpunkt der Erstanmeldung über
ein
Beobachtet-,
Verfolgtwerden
sowie über existenzielle Ängste berichtet
e
(Urk. 9/122/56
im Vergleich zu
Urk.9/23/6-7
und
Urk. 9/28/3)
.
Falls zwischenzeitlich depressive Störungen
aufgetreten wären
, hätte sich der Gesundheitszustand g
emäss Prof.
F._
eher verbessert, da eine depressive Störung mittlerweile remittiert ist.
5.4
Die im
Austrittsbericht vom 16. September 2016 der
C._
(E.
4.
4
)
genannten Befunde und Diagnose
n
vermögen
, entgegen
den Ausführungen
des Beschwerdeführers,
eine Verschlechterung nicht
als
überwiegend wahrscheinlich erscheinen
zu
lassen
.
Vor allem
fehlt
in
dem Bericht
eine
Einschätzung
zur Arbeitsfähigkeit
.
Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer über die
erhobenen Symptome einer
paranoiden Angststörung bereits im Jahr 2009 berichtete, indem er
unter
anderem
an
gab
,
unter Verfolgungswahn zu leiden
und das Gefühl zu haben, beobachtet zu werden
. Ebenfalls sind
die
subjektiven Schilderungen
(Symptome einer
Posttraumatischen
Belastungsstörung
, explosive Wut, Isolation und Rückzug, Antriebslosigkeit, Ängste, Ein- und Durchschlafstörungen, erhöhte Ermüdbarkeit, bedrückte Grundstimmung
)
grundsätzlich
unverändert geblieben
(Urk. 9/127/7 im Vergleich Urk. 9/23/7-8 und Urk. 9/28/3)
.
Im Bericht der
C._
wurde
jedoch
erstmals
festgehalten, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall 2008 an einer
angegebenen
Angst um seine Kinder leide
(Urk.
9/127/6).
Somit bestand
diese
bereits im Jahr 2009
, wurde jedoch
vom Beschwerdeführer
nicht explizit
angeben.
Auch
im Zeitpunkt des Gutachtens am 28. August 2016
konnte
keine Ausprägung festgestellt werden, welche zu einer psychiatrischen Diagnose geführt hätte (Urk. 9/122/769), obwohl der
Beschwerdeführer exakt diese Angst
beschrieb
(Urk.
9/122/56)
.
5.5
Gleich verhält es sich mit dem Arztbericht des behandelnde
n Psychiaters Dr.
A._
vom 5.
Dezember 2016
(E.4.
5
)
. Dieser enthält
keine neuen medizinischen Erkenntnisse, sondern
übernimmt
weitgehe
nd die Diagnose
n
des Austrittsberichts de
r
C._
. Z
ur Arbeitsfähigkeit
hielt
Dr.
A._
lediglich fest, dass der Beschwerdeführer seit
dem 8.
September 2016 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig sei, ohne Ausführungen, die diese Einschätzung begründen würden (Urk.
9/127/4).
Diese Arztberichte lassen
vielmehr die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E. 4) zu Tage treten und die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E.
3b/cc).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer macht
e
allerdings geltend, dass sich sein Gesundheitszustand im Zeitraum zwischen
dem Abbruch der Arbeitsintegrationsmassnahm
e
am 22. Februar 2018
und dem Erla
ss der
angefochtenen Verfügung vom 18.
September 2018
(Urk. 2)
weiter
verschlechtert
habe
. D
ie Beschwerdegegnerin habe ihre
Untersuchungspflicht
verletzt, indem sie
neuere Arztberichte einfach ausser Acht
gelassen habe
(Urk. 1 S.
10
).
6.2
Von einer ebensolchen Veränderung de
s Gesundheitszustandes - namentlich der
vom Beschwerdeführer
geltend gemachten Verschlechterung - ist mit Blick auf
den Arztbericht von Dr.
A._
vom 20. April 2018
(E. 4.
6
)
sowie
den
Arztbericht de
r
C._
vom 23. April 2018
(E 4.
7
)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auszugehen.
Die Anamnese sowie die
objektiv erhobenen
Besch
werden präsentieren sich
unverändert (Urk. 9/165/2 und Urk. 9/168/3 im Vergleich
Urk. 9/126/3-4 und Urk. 9/127/6
)
.
Darüber hinaus wird
von den Ärzten
nicht näher erläutert, inwiefern sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert
haben soll.
Gegenteilig erwähnt Dr.
A._
, der Beschwerdeführer befände sich in einem schweren depressiven Zustand, eigentlich wie vor dem Klinikaufenthalt, womit der Gesundheitszustand implizit gleich
ge
blieb
en ist
(Urk. 9/165/2).
Somit hat nach wie vor
die gutachterliche Einschätzung bestand, dass kein
psychischer
Gesundheitsschaden vorliegt.
Daraufhin
weisen
auch
die vernachlässigte
Medikamenteneinnahme sowie der
Therapie
verlauf. I
m Zeitraum
vo
n
Januar 2016
bzw.
spätestens
vo
n
März 2016 bis
im Juli 2016 nahm der Beschwerdeführer das verordnete Psychopha
rmak
on
Risperdal
nicht ein (Urk.
9/121/96 und Urk.
9/121/105)
. Eine stationäre psychiatrische Behandlung fand gemäss Akten einzig vom
18. August 2016 bis am 7. September 2016 statt und wurde auf Wunsch des Beschwerdeführers abgebrochen (Urk. 9/127/
5-
6). Trotz Anraten der Ärzte kam es zu keiner Wiederholung
einer stationären Angsttherapie
. Zudem
s
cheint der Behandlungsrhythmus
der ambulanten
Therapie
vom 30. Mai 2017 bis am 21. Februar 2018 i
n der
C._
nur
gering gewesen zu sein
(Urk. 9/168/2-4)
.
Somit ist bei der nicht konsequenten
Medikamenteneinnahme
, dem
aktuellen Behandlungsrhythmus und der nicht
wiederholten
stationären Therapie behandlungsanamnestisch von einem
unverändert
geringen Leidensdruck auszugehen.
7.
Zusammenfassend stellte die Beschwerdegegnerin zwecks Beurteilung des Rentenanspruchs
des Beschwerdeführers zu Recht auf das rheumatologische und psychiatrische Gutachten
ab. Seither ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine erhebliche respektive anspruchsrelevante Verschlechterung des somatischen und psychischen Gesundheitszustandes eingetreten. Dementsprechend ist sowohl für die
bisherige
Tätigkeit, als auch für eine
andere angepasste Tätigkeit
nach wie vor von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades besteht kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Daran ändern auch die im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztbericht
e
nichts.
Da sich die angefochtene Verfügung vom
18. September 2018
(Urk. 2) somit als rechtens erweist, ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen
sind vorliegend erfüllt (Urk. 1/11-14
und
3/11-24
). Antragsgemäss (Urk. 1
/1
) ist
dem Beschwerdeführer
deshalb die unentgeltliche Prozessführung
sowie die
unentgeltliche
Verbeiständung
zu bewilligen.
8.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 800.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.3
Mit Honorarnote vom
24. Oktober 2018
(Urk.
6 und Urk. 7
)
und vom 3. Dezember 2018 (Urk. 14 und Urk. 15)
machte Rechtsanwältin Stephanie
Baur
einen Aufwand von Total Fr.
3'191.90
(Fr.
2'732.40
Arbeitsaufwand für
12
Stunden und
42
Minuten plus Fr.
231.30
Barauslagen zzgl. MwSt.) geltend. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsach
e und der Schwierigkeit des Pro
zesses (§ 34 Abs.
3
GSVGer
) ist eine Entschädigung in dieser Höhe nicht angemessen.
Namentlich erscheint ein Aufwand von
acht
Stunden
für die Beschwerdeschrift,
angesichts deren Umfangs sowie des nicht aussergewöhnlichen
Schwierigkeitsgrades,
als überhöht. Darüber hinaus ist der Aufwand für die
zahlreichen
Kontakte
per Telefon und Mail
mit
Dr.
A._
nach Versand der Beschwerde im Umfang von total
1
Stunde und
45
Minuten
überhöht
, zumal dem Gericht im Beschwerdeverfahren keine neuen relevanten
medizinischen
Tatsachen im massgebenden Zeitraum
bekannt gemacht wurden.
Im Übrigen
wurde
n
Leistungen vermerkt, die offensichtlich nicht in Zusammenhang mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren stehen („Verjährungsverzichtserklärung an BVK“, „Eingang VV BVK“) und daher nicht zu entschädigen sind
.
Insgesamt ist ein Gesamtarbeitsaufwand von
neun
Stunden für
das
Aktenstudium, für
Besprechungen mit dem Klienten, dem Ausarbeiten der Beschwerdeschrift sowie weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit d
em Beschwerdeverfahren anzurech
nen
. Somit ist die Entschädigung von Rechtsanwältin Stéphanie Baur
unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- sowie eine
s
Anteil
s
für Barauslagen und Mehrwertsteuer
auf rund
Fr.
2’200
.--
festzusetz
en
.
8.4
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4
GSVGer
).