# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6177774-c884-4226-a9be-ce1f6c8395f8
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend aktienrechtliche Verantwortlichkeit
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Inhaltsverzeichnis
Sachverhalt und Verfahren .................................................................................... 4
A. Sachverhaltsübersicht ................................................................................ 4 B. Prozessverlauf ............................................................................................ 6 C. Wesentliche Prozesserklärungen und Beweisvorbringen der Parteien ....... 7
Erwägungen .......................................................................................................... 8 1. Formelles .................................................................................................... 8
1.1. Zuständigkeit ....................................................................................... 8 1.2. Vollmacht der klägerischen Rechtsvertreterin ..................................... 9 1.3. Klageänderung .................................................................................... 9 1.4. Nachklagevorbehalt ........................................................................... 10
2. Aktiv- und Passivlegitimation .................................................................... 10 3. Anwendbares Recht ................................................................................. 11 4. Haftung aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit ...................................... 11
4.1. Grundsatz .......................................................................................... 11 4.2. Verjährung ......................................................................................... 12
4.2.1. Parteistandpunkte ........................................................................... 12 4.2.2. Rechtliches ..................................................................................... 13 4.2.3. Würdigung ...................................................................................... 16
4.3. Unbestrittener Sachverhalt ................................................................ 17 4.4. Pflichtverletzungen ............................................................................ 19
4.4.1. Bezahlung von Entwicklungskosten ohne Gegenleistung ............... 19 4.4.1.1. Parteistandpunkte .................................................................... 19 4.4.1.2. Rechtliches ............................................................................... 25 4.4.1.3. Würdigung ................................................................................ 27
4.4.2. Bezahlung von Management-Fees ohne Gegenleistung ................ 33 4.4.2.1. Parteivorbringen ....................................................................... 33 4.4.2.2. Rechtliches ............................................................................... 39 4.4.2.3. Würdigung ................................................................................ 40
4.4.3. Fazit ................................................................................................ 43 4.5. Schaden ............................................................................................ 43
4.5.1. Parteistandpunkte ........................................................................... 43 4.5.2. Rechtliches ..................................................................................... 44 4.5.3. Würdigung ...................................................................................... 45
4.5.3.1. Entwicklungskosten .................................................................. 45 4.5.3.2. Management-Fees ................................................................. 125
4.5.4. Fazit .............................................................................................. 129 4.6. Kausalzusammenhang .................................................................... 129 4.7. Verschulden ..................................................................................... 131 4.8. Solidarität ......................................................................................... 133 4.9. Handeln nach Treu und Glauben (Art. 2 ZGB) ................................ 135
4.9.1. Parteivorbringen............................................................................ 135 4.9.2. Rechtliches ................................................................................... 138 4.9.3. Würdigung .................................................................................... 139
4.10. Verrechnung ................................................................................ 142 4.10.1. Parteistandpunkte ....................................................................... 142 4.10.2. Rechtliches ................................................................................. 145
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4.10.3. Würdigung .................................................................................. 146 4.11. Schadenszins ............................................................................... 147 4.12. Ergebnis ....................................................................................... 148
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................ 150 5.1. Streitwert ......................................................................................... 150 5.2. Gerichtsgebühr und Parteientschädigung ........................................ 150
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Rechtsbegehren der Klage: (act. 1)
"1. Die Beklagten seien zu verpflichten, der Klägerin unter  Haftbarkeit CHF 4'344'153.07 als Teilschadensbetrag nebst Zins zu 5% seit dem 5. November 2007 zu bezahlen, unter  Vorbehalt des Nachklagerechts;
2. Die Schadenersatzpflicht jedes einzelnen Beklagten sei richterlich gemäss Art. 759 Abs. 2 OR im gleichen Verfahren festzulegen;
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich  von 5.6% zulasten der Beklagten."
Rechtsbegehren der Replik: (act. 31)
"1. Die Beklagten seien zu verpflichten, der Klägerin unter  Haftbarkeit CHF 5'317'843.17 als Teilschadensbetrag nebst Zins zu 5% seit dem 5. November 2007 zu bezahlen, unter  Vorbehalt des Nachklagerechts;
2. Die Schadenersatzpflicht jedes einzelnen Beklagten sei richterlich gemäss Art. 759 Abs. 2 OR im gleichen Verfahren festzulegen;
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich  von 5.6% zulasten der Beklagten."
Sachverhalt und Verfahren
A. Sachverhaltsübersicht
a. Die Klägerin ist eine schweizerische Grossbank, die als Aktiengesellschaft
organisiert ist (act. 3/1). Sie war Hauptgläubigerin der D._ AG (nachfolgend
"D._" genannt). Mit Entscheid vom 5. November 2007 genehmigte der Präsi-
dent III des Amtsgerichts Luzern-Stadt den Nachlassvertrag mit Vermögensabtre-
tung der D._ (act. 3/2), in welchem die Forderung der Klägerin im Betrag von
CHF 22'318'673.40 in der dritten Klasse zugelassen worden war (act. 3/3). Die
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Klägerin hat sich zudem die Rechtsansprüche der Masse nach Art. 260 SchKG im
Nachlass der D._ abtreten lassen (act. 3/D).
Der Zweck der D._ (ehemals D._ AG, neu D._ AG in Nachlassli-
quidation) ist die Entwicklung, Produktion und der Verkauf von Produkten der me-
chanischen und elektronischen Industrie, insbesondere Präzisionswaagen sowie
der Handel mit solchen Produkten (act. 3/B+4). Der Geschäftsbereich Waagen
der D._ wurde bei der Gründung der E._ AG (nachfolgend "E._"
genannt) von dieser übernommen (act. 32/295).
Die F._ Ltd. (neu F._ AG, nachfolgend "F._" genannt) hat die Ent-
wicklung im Bereich Mikroelektronik, Chip-Design etc., Entwicklung und Design
von Software, Produkte-Architektur, Projektmanagement von Entwicklungsprojek-
ten bis zur Serienreife, Halten und Vermarkten von Lizenzen und Patenten, Er-
werb von Liegenschaften und Wertschriften sowie Abwicklung von Treuhandge-
schäften zum Zweck und kann sich an anderen Firmen beteiligen (act. 3/6).
Die G._ SA (nachfolgend "G._" genannt) bezweckt den Erwerb und die
Verwaltung von industriellen Beteiligungen (act. 3/8).
Der Beklagte 1 war Verwaltungsratspräsident der D._ und Delegierter
des Verwaltungsrates der F._. Der Beklagte 2 war Delegierter des Verwal-
tungsrats der D._ und Verwaltungsratspräsident der F._ (act. 3/B;
act. 3/6). Die Beklagten sind die einzigen Verwaltungsräte der G._; der Be-
klagte 1 ist Verwaltungsratspräsident (act. 3/8).
Der Beklagte 1 war zudem bei der D._ gemäss Arbeitsvertrag als aktiver
Verwaltungsratspräsident angestellt und ausserdem verpflichtet, den CEO bei der
"Restrukturierung und Neupositionierung der Produktepalette, Evaluation neuer
Technologien, und Unterstützung und Pflege der Vertretungen weltweit" zu unter-
stützen (act. 3/15). Der Beklagte 2 hatte das Mandat als CEO der D._ inne
und damit die "Aktive Leitung des Unternehmens in allen Belangen" (act. 3/16).
Die Beklagten waren zudem – direkt oder indirekt über weitere Gesellschaften –
Mehrheitsaktionäre sowohl der D._ als auch der F._ (act. 1 S. 8 Rz. 8,
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S. 9 Rz. 11 und Rz. 14 und S. 11 Rz. 18; act. 14 S. 5 ff.; act. 31 S. 15 Rz. 35;
act. 38 S. 27). Die G._ gehört ebenfalls – direkt oder indirekt – zu 100% den
Beklagten (act. 1 S. 9 Rz. 14; act. 14 S. 7).
b. Die Klägerin macht als Hauptgläubigerin der D._ als Abtretungsgläubi-
gerin im Sinne von Art. 260 SchKG Verantwortlichkeitsansprüche gegen die bei-
den Beklagten als ehemalige Verwaltungsräte der D._ geltend. Gegenstand
des vorliegenden Prozesses bildet der Vorwurf der Klägerin an die Adresse der
Beklagten, sie hätten unter kontinuierlicher Verletzung ihrer Treuepflicht gegen-
über der D._ in den Jahren 2002 bis 2006 dafür gesorgt, dass die D._
ohne Gegenleistung sämtliche Aufwendungen der F._ für das von dieser ver-
folgte Entwicklungsprojekt "F1._" im Betrag von CHF 4'344'153.07 bezahlt
habe. Sodann hätten die Beklagten Zahlungen von Management-Fees ohne Ge-
genleistung durch die D._ an die G._ in den Jahren 2000 bis 2004 im
Betrag von CHF 973'690.10 zu verantworten. Die Klägerin verlangt von den bei-
den ehemaligen Verwaltungsräten die Bezahlung von insgesamt
CHF 5'317'843.17 im Rahmen einer Teilklage. Die Beklagten bestreiten die Vor-
würfe der Klägerin und verwahren sich gegen jede Haftung.
B. Prozessverlauf
Am 12. Juni 2012 (Datum der Überbringung) reichte die Klägerin die Klage
ein (act. 1). Den mit Verfügung vom 13. Juni 2012 unter Hinweis auf Art. 98 ZPO
verlangten Vorschuss für die Gerichtskosten leistete sie fristgerecht (Prot. S. 2 f.;
act. 8). Die Klageantwort ging mit Datum vom 12. Oktober 2012 ein (act. 14). Am
24. April 2013 fand eine Vergleichsverhandlung statt, an welcher die Parteien in-
des zu keiner Einigung fanden (Prot. S. 10 f.). Die Replik erging am 26. Juni 2013
(act. 31). Dabei nahm die Klägerin eine Klageänderung vor und erhöhte die Kla-
gesumme, weshalb mit Verfügung vom 27. Juni 2013 ein zusätzlicher Vorschuss
für die Gerichtskosten verlangt wurde, den die Klägerin fristgerecht leistete (Prot.
S. 17 f.; act. 33; act. 35). Die Duplik datiert vom 14. Oktober 2013 (act. 38). Die
mit Verfügung vom 1. November 2013 (Prot. S. 21; act. 44) verlangte Stellung-
nahme zu den Dupliknoven erging am 14. November 2013 (act. 46). Mit Verfü-
gung vom 15. November 2013 wurde festgehalten, eine allfällige Stellungnahme
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dazu werde entweder schriftlich eingefordert oder der Hauptverhandlung vorbe-
halten (Prot. S. 22). Mit Verfügung vom 7. August 2014 (Prot. S. 23 f.; act. 50)
wurde den Parteien Frist angesetzt zur Erklärung, ob sie auf die Durchführung der
mündlichen Hauptverhandlung – vorbehalten der Durchführung eines Beweisver-
fahrens – verzichteten. Mit Eingaben vom 25. August 2014 (act. 54; act. 55) ver-
zichteten sowohl die Klägerin als auch die Beklagten auf die Durchführung einer
mündlichen Hauptverhandlung. Mit Verfügung vom 27. August 2014 (Prot.
S. 26 f.; act. 56) wurde den Beklagten Frist zur Stellungnahme zur klägerischen
Stellungnahme zu den Dupliknoven angesetzt, welche am 18. September 2014
erging (act. 58). Die Klägerin nahm wiederum mit Eingabe vom 29. September
2014 Stellung (act. 62). Letztere wurde den Beklagten am 30. September 2014
zugestellt (Prot. S. 29). Der Prozess ist nunmehr spruchreif, weshalb das Urteil zu
fällen ist (Art. 236 Abs. 1 ZPO).
C. Wesentliche Prozesserklärungen und Beweisvorbringen der Parteien
a. Die Klägerin macht geltend, die Beklagten hätten durch verschiedene
Pflichtverletzungen, namentlich die Belastung von Aufwendungen der F._ für
das Entwicklungsprojekt "F1._" bei der D._ in den Jahren 2002 bis 2006
ohne Gegenleistung (act. 1 S. 18 ff. Rz. 33 ff.; act. 31 S. 66 ff, Rz. 107 ff.) und die
Zahlung von Management-Fees in den Jahren 2000 bis 2004 durch die D._
ohne Gegenleistung an die G._ (act. 1 S. 41 ff. Rz. 67 ff.; act. 31 S. 8 f.
Rz. 7 f. und S. 124 ff. Rz. 193 ff.) der Klägerin aufgrund Kreditausfalls bei der
D._ einen Schaden in Millionenhöhe verursacht (act. 1 S. 48 Rz. 87 f.;
act. 31 S. 130 f. Rz. 211 f.).
Die Klägerin offeriert zum Beweis ihrer Behauptungen diverse Urkunden
gemäss separatem Beilagenverzeichnis zur Klageschrift (act. 3/B-F+1-251) sowie
gemäss dem Beweismittelverzeichnis zur Replik diverse Urkunden gemäss sepa-
ratem Beilagenverzeichnis (act. 32/252-314), diverse Zeugen sowie eine Partei-
befragung und die Edition verschiedener Dokumente und gemäss dem Beweis-
mittelverzeichnis zur Stellungnahme zu den Dupliknoven weitere Urkunden ge-
mäss separatem Beilagenverzeichnis (act. 47/391-403).
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b. Die Beklagten bestreiten Pflichtwidrigkeiten und/oder einen Schaden für die
D._ im Zusammenhang mit Belastungen von Aufwendungen der F._ bei
der D._, soweit solche Belastungen überhaupt stattgefunden hätten (act. 14
S. 41 ff.; act. 38 S. 99 ff.); ebenso bestreiten sie die Vorwürfe der ungerechtfertig-
ten Bezahlung von Management-Fees ohne jegliche Gegenleistung an die
G._ (act. 14 S. 70 ff; act. 38 S. 163 ff.).
Die Beklagten offerieren zum Beweis ihrer Darstellungen gemäss dem Be-
weismittelverzeichnis zur Klageantwort (act. 19) diverse Urkunden (act. 15/3-85),
mehrere Zeugen, Parteibefragungen und die Edition verschiedener Dokumente.
Weiter anerbieten die Beklagten zum Beweis nach dem Beweismittelverzeichnis
zur Duplik (act. 39) diverse Urkunden (act. 40/86-121), zahlreiche Zeugen, Partei-
befragungen und Beweisaussagen sowie Edition verschiedener Dokumente.
c. Auf diese und die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die Akten wird
– soweit für die Entscheidfindung notwendig – im Rahmen der nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

## Considerations

Erwägungen
1. Formelles
1.1. Zuständigkeit
Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 40 und Art. 15 ZPO. Die sach-
liche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG.
Die Zuständigkeit blieb denn auch zu Recht unbestritten (act. 1 S. 5 Rz. 4; act. 14
S. 3).
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1.2. Vollmacht der klägerischen Rechtsvertreterin
Die Beklagten beanstanden die gehörige Bevollmächtigung der klägerischen
Rechtsvertreterin, da die Unterzeichner im klägerischerseits eingereichten Han-
delsregisterauszug nicht als Zeichnungsberechtigte erschienen (act. 14 S. 2).
Die beiden Unterzeichner der Vollmacht erscheinen lediglich nicht in den
klägerischerseits eingereichten Handelsregisterauszügen (act. 3/1; act. 32/258),
weil diese nicht vollständig eingereicht wurden. Dem (umfangreichen) Online-
Handelsregisterauszug ist die Zeichnungsberechtigung der beiden Unterzeich-
nenden der klägerischen Vollmacht ohne Weiteres zu entnehmen (vgl.
www.zefix.ch).
1.3. Klageänderung
Die Klägerin erhöht replicando ihre Forderung von CHF 4'344'153.07 um
CHF 973'690.10 auf CHF 5'317'843.17. Dieser zusätzlich geltend gemachte
Schaden betreffe Zahlungen von Management-Fees ohne Gegenleistung durch
die D._ an die G._ für die Jahre 2000 bis 2004 (act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f.).
Eine Klageänderung ist nach Art. 227 Abs. 1 ZPO zulässig, wenn der geän-
derte oder neue Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und
mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (lit. a)
oder die Gegenpartei zustimmt (lit. b). Der Sachzusammenhang ist zu bejahen,
wenn die beiden prozessualen Ansprüche dem gleichen oder einem benachbar-
ten Lebenssachverhalt entstammen (WILLISEGGER, in: SPÜHLER / TENCHIO / INFAN-
GER, Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 29
zu Art. 227 ZPO).
Die Beklagte stimmt der Klageänderung ausdrücklich nicht zu (act. 38
S. 24). Da es sich um einen Forderungsanspruch von über CHF 30'000.– handelt,
gilt dasselbe (ordentliche) Verfahren. Da die Klägerin bezüglich der Zahlungen für
Management-Fees von der D._ an die G._ eine weitere unerlaubte
Vermögensentäusserung der Beklagten als Verwaltungsräte der D._ und
damit ebenfalls eine organschaftliche Treue- und Sorgfaltspflichtverletzung gel-
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tend macht, mithin eine Erweiterung des gleichen Lebenssachverhaltes vorträgt,
ist auch der sachliche Zusammenhang ohne Weiteres zu bejahen. Die Klageän-
derung ist demnach zulässig.
1.4. Nachklagevorbehalt
Die Klägerin behält sich das Nachklagerecht vor (act. 1 S. 2 und S. 48
Rz. 88; act. 31 S. 2 und S. 8 Rz. 7).
Ein Nachklagevorbehalt ist nicht erforderlich. Ein solcher hat keine besonde-
re rechtliche Wirkung, weil auch die blosse Erhebung einer (verdeckten) Teilklage
die Erhebung weiterer Teilklagen nicht ausschliesst (WEBER, in: SPÜHLER / TEN-
CHIO / INFANGER, a.a.O., N 8 zu Art. 86 ZPO).
Das Gericht wird über einen nicht eingeklagten Anspruch grundsätzlich we-
der Abklärungen zum strittigen Sachverhalt vornehmen noch eine rechtliche Beur-
teilung abgeben, zumal die Klägerin lediglich eine Leistungsklage erhebt und nicht
auf Feststellung einer weitergehenden Leistungspflicht klagt.
2. Aktiv- und Passivlegitimation
2.1. Die Klägerin begründet ihre Aktivlegitimation damit, dass sie sich die
Rechtsansprüche der Masse nach Art. 260 SchKG im Nachlass der D._ am
21. Oktober 2010 habe abtreten lassen. Ihre Aktivlegitimation ergebe sich zudem
gemäss der Praxis des Bundesgerichts auch direkt aus Art. 757 OR. Mit dieser
Verantwortlichkeitsklage als Haftpflichtige belangt würden der Beklagte 1 als Ver-
waltungsratspräsident und der Beklagte 2 als das in der massgebenden Zeit-
spanne einzige weitere Verwaltungsratsmitglied der D._ (Delegierter des
Verwaltungsrates). Die Beklagten seien somit als formelle Organe der D._
passivlegitimiert (act. 1 S. 5 Rz. 2 f.).
2.2. Die Beklagte äussert sich dazu nicht und meint, die Aktiv- und Passivlegi-
timation seien von Amtes wegen zu prüfen (act. 14 S. 3 und S. 5).
2.3. Die Aktivlegitimation betrifft die Frage der Berechtigung der klagenden Par-
tei, das eingeklagte Recht oder Rechtsverhältnis geltend zu machen, mithin die
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materiellrechtliche Begründetheit des eingeklagten Anspruchs. Sie stellt im Be-
reich des Zivilprozessrechts keine Prozessvoraussetzung dar (STECK, in: SPÜHLER
/ TENCHIO / INFANGER, a.a.O., N 16 zu Art. 236 ZPO). Dasselbe gilt für die Passiv-
legitimation, mithin die Frage, wer nach materiellrechtlichen Aspekten für einen
bestimmten Anspruch ins Recht zu fassen ist. Lediglich die Prozessvorausset-
zungen werden von Amtes wegen geprüft (Art. 60 ZPO). Materiellrechtliche As-
pekte einer Klage sind dahingegen von den Parteien darzulegen (Verhandlungs-
grundsatz, Art. 55 ZPO).
2.4. Die Beklagten bestreiten Aktiv- und Passivlegitimation nicht, weshalb sie
als anerkannt gilt. Im Übrigen sind die Ausführungen der Klägerin auch zutreffend.
3. Anwendbares Recht
Durch das Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revi-
sorinnen und Revisoren (Revisionsaufsichtsgesetz, RAG) vom 16. Dezember
2005 (SR 221.302) wurden die Bestimmungen über die Revisionsstelle komplett
revidiert. Ferner wurden auch einzelne – hier allerdings kaum interessierende –
Bestimmungen, welche den Verwaltungsrat betreffen, geändert. Das Gesetz trat
am 1. September 2007 (AS 2007 3969) in Kraft. Die hier zu diskutierenden
Pflichtverletzungen der beiden Beklagten sind nach den klägerischen Behauptun-
gen in den Jahren 2002 bis 2006 erfolgt (act. 1 S. 19 ff. Rz. 35 ff.). Sie sind dem-
nach jedenfalls gemäss dem früheren Recht zu beurteilen (Art. 7 ÜbBest. der Än-
derungen vom 16. Dezember 2005).
4. Haftung aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit
4.1. Grundsatz
4.1.1. Die Mitglieder des Verwaltungsrates und alle mit der Geschäftsführung oder
mit der Liquidation befassten Personen sind sowohl der Gesellschaft als auch den
einzelnen Aktionären und Gesellschaftsgläubigern für den Schaden verantwort-
lich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verur-
sachen (Art. 754 Abs. 1 OR).
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4.1.2. Die Klägerin als Geschädigte trägt die Behauptungs- und Beweislast für
den Schaden, die Pflichtwidrigkeit und den Kausalzusammenhang (BÖCKLI,
Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, § 18 N 136 f., S. 2403 f.). Hinsichtlich des
Verschuldens ist in der Lehre umstritten, ob das Verschulden ebenfalls von der
Klägerin behauptet und bewiesen werden muss (so FORSTMOSER / MEIER-HAYOZ /
NOBEL, Schweizerisches Aktienrecht, 1996, § 36 N 35 ff.) oder vermutet wird und
dem Organ die Exkulpation offen steht (so BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 136b, S. 2404).
Die praktische Bedeutung dieser Kontroverse ist gering, da bei einem objektivier-
ten Sorgfaltsmassstab subjektive Entlastungsgründe kaum je eine nennenswerte
Rolle spielen (vgl. zur Kontroverse GERICKE / WALLER, in: HONSELL / VOGT / WAT-
TER, Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012, N 35 zu Art. 754 OR).
4.2. Verjährung
4.2.1. Parteistandpunkte
Die Beklagten erheben gegenüber sämtlichen klägerischen Forderungen die
Einrede der Verjährung, soweit keine Verjährungseinredeverzichtserklärung vor-
liege (act. 14 S. 3 und S. 71 ff.; act. 38 S. 27 und S. 164).
Die Klägerin führt dazu aus, der Präsident III des Amtsgerichts Luzern-Stadt
habe den Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung der D._ am 5. November
2007 genehmigt. Der Kollokationsplan, mit welchem die Forderung der Klägerin
im Betrag von CHF 22'318'673.40 in der dritten Klasse zugelassen worden sei,
sei vom 24. Dezember 2009 bis 14. Januar 2010 aufgelegen. Die relative Verjäh-
rungsfrist habe somit am 24. Dezember 2009 zu laufen begonnen und sei im
Zeitpunkt der Klageeinreichung am 12. Juni 2012 noch nicht abgelaufen gewesen
(act. 31 S. 11 Rz. 15 f.).
Die zehnjährige absolute Verjährungsfrist beginne mit der schädigenden Hand-
lung. Die Berechnung der absoluten Verjährungsfrist sei für jede schädigende
Handlung einzeln vorzunehmen. Die Beklagte habe am 21. Dezember 2009 einen
bis am 31. Dezember 2010 und am 8. bzw. 9. November 2010 einen bis 31. De-
zember 2011 befristeten Verjährungseinredeverzicht unterzeichnet. Mit Unter-
zeichnung am 10. bzw. 15 November 2011 hätten die Beklagten die Einredever-
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zichtserklärung bis am 31. Dezember 2012 verlängert (act. 31 S. 11 Rz. 17 f.).
Gemäss Bundesgericht würden die Verjährungsfristen mit jeder neuen Verjäh-
rungseinredeverzichtserklärung von neuem unterbrochen. Das heisse, dass die
absolute Verjährungsfrist von 10 Jahren mit der Verjährungseinredeverzichtser-
klärung vom 21. Dezember 2009 für weitere 10 Jahre bis im 2019 unterbrochen
worden sei. Demnach sei für schädigende Handlungen, welche nach dem 21. De-
zember 1999 vorgenommen worden seien, die Verjährung infolge der Verjäh-
rungseinredeverzichtserklärung noch nicht eingetreten. Aber auch wenn man da-
von ausgehe, dass der Verzicht auf die Verjährungseinrede dieselbe Wirkung ha-
be wie eine vor oder nach Ablauf der Verjährung vertraglich vereinbarte Verlänge-
rung der Verjährungsfrist, seien die entsprechenden Ansprüche noch nicht ver-
jährt: In beiden Fällen sei es so zu halten, wie wenn die Verjährungsfrist weiter
laufen würde. Der von den Beklagten ausgesprochene Verzicht auf die Verjäh-
rungseinrede bewirke demnach, dass die Verjährungsfrist bis zum 31. Dezember
2012 weitergelaufen sei. Die Einreichung der Klage am 12. Juni 2012 habe somit
als eine der in Art. 135 Ziff. 2 OR ausdrücklich vorgesehene Handlung die Verjäh-
rung zu unterbrechen vermocht, sodass von diesem Tag an eine neue zehnjähri-
ge Verjährungsfrist gelaufen sei (analog Art. 137 Abs. 1 und 2 OR). Auch in die-
sem Fall sei demzufolge für schädigende Handlungen, welche nach dem 21. De-
zember 1999 vorgenommen worden seien, die Verjährung infolge der Verjäh-
rungseinredeverzichtserklärung noch nicht eingetreten (act. 31 S. 12 Rz. 19).
4.2.2. Rechtliches
Das Recht der "Verantwortlichkeitsklage im Konkurs" nach Art. 757 OR gilt
auch beim Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (Liquidationsvergleich). Die-
ser gilt als dem Konkurs gleichgestelltes Verfahren (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 282;
BGE 122 III 166; BGE 122 III 176).
Auch im Rahmen des vom Bundesgericht begründeten einheitlichen, neu
entstandenen Anspruchs der Gläubigergesamtheit im Konkurs, welcher einge-
schränkte Einredemöglichkeiten der Organe kennt, bleibt den Verwaltungsräten
die Einrede der Verjährung grundsätzlich erhalten (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 298).
Im Konkurs wird der eigene Anspruch der Gesellschaft durch denjenigen der
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Gläubigergesamtheit abgelöst mit dem Zweck, diejenigen Einreden auszuschlies-
sen, welche den Abtretungsgläubigern gegenüber nicht gerechtfertigt sind. Unter
diesen Ausschluss fällt die Einrede der relativen Verjährung, soweit sie der Ge-
sellschaft entgegengehalten werden könnte, da die zur Verantwortung gezogenen
Organe nicht von ihrer eigenen Untätigkeit profitieren sollen und die Abtretungs-
gläubiger vor Konkurseröffnung die Verjährung nicht unterbrechen können (BGE
136 III 322, E.4.5, S. 332). Den Organen bleibt damit die Einrede der relativen
Verjährung gegenüber der Gläubigergesamtheit sowie der absoluten Verjährung
erhalten.
Der Anspruch auf Schadenersatz gegen die verantwortlichen Personen ver-
jährt in fünf Jahren von dem Tage an, an dem der Geschädigte Kenntnis vom
Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen erlangt hat, jedenfalls aber mit
dem Ablaufe von zehn Jahren, vom Tage der schädigenden Handlung an gerech-
net (Art. 760 Abs. 1 OR). Wird die Klage aus einer strafbaren Handlung hergelei-
tet, für die das Strafrecht eine längere Verjährung vorschreibt, so gilt diese auch
für den Zivilanspruch (Art. 760 Abs. 2 OR).
Bei der Klage aus indirekter Schädigung im Konkursfall beginnt der Verjäh-
rungslauf für den Liquidator im Liquidationsvergleich am Tage nach der Bestäti-
gung des Nachlassvertrages durch das Gericht. Für die einzelnen Gläubiger, die
subsidiär nach Art. 757 Abs. 2 und 3 OR klageberechtigt sind, beginnt die fünfjäh-
rige Verjährung jedoch erst mit der Auflage des Kollokationsplanes und des In-
ventars zur Einsicht zu laufen (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 470 m.H.a. BGE 122 III 195,
E.9.c.). Aufgrund besonderer Umstände kann der Geschädigte im Einzelfall die
nötige Kenntnis jedoch auch schon früher erlangen. Keinesfalls aber kann die
fünfjährige (relative) Verjährung für Verantwortlichkeitsansprüche der Gesamtheit
der Gläubiger, welche einem Gesellschaftsgläubiger nach Art. 260 SchKG abge-
treten wurden, einsetzen, bevor über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet wurde,
denn die Forderung der Gesamtheit der Gläubiger ist nicht einklagbar, bevor über
die Gesellschaft der Konkurs eröffnet wurde (BGE 136 III 322, E.4, mit Hinwei-
sen).
- 15 -
Die absolute Verjährung beginnt am Tage der schädigenden Handlung
(BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 471).
Sowohl die relative als auch die absolute Verjährung unterstehen den allge-
meinen Regeln über Unterbrechung und Stillstand (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 477).
Mit der Unterbrechung beginnt eine gleiche neue Frist. Dies gilt sowohl für die re-
lative wie auch die absolute Frist und sogar auch für eine längere strafrechtliche
Frist. Insbesondere ein sogenannter Verjährungsverzicht, wie er in der Praxis zur
Vermeidung einer die Verjährung unterbrechenden Betreibung häufig vorkommt,
unterbricht die Verjährung. Die Wirkung des Verzichts beschränkt sich auf die
Person des Verzichtenden (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 477a). Das Bundesgericht hielt
bezüglich Art. 60 OR fest, der Verzicht komme einer Unterbrechung gleich (BGE
112 II 231, E.3.e.bb.). Das Bundesgericht entschied weiter, dass sich die Dauer,
für welche der Verzicht gilt, nach dem Parteiwillen bestimmt, wobei der Verzicht
auf die Verjährung nicht für eine Dauer erklärt werden darf, welche die zehnjähri-
ge Dauer gemäss Art. 127 OR übersteigt (BGE 132 III 226, E.3.3.8, S. 240 = Pra
95 [2006] Nr. 146 S. 999 ff., E.3.3.8, S. 1011). Die Begrenzung der Frist auf zehn
Jahre betrifft indes nur die maximale Dauer des Verzichts in der Zukunft. Dem
Schuldner ist unbenommen, auch nach Ablauf von zehn Jahren weitere Verjäh-
rungsverzichte für die Dauer von maximal zehn Jahren abzugeben, könnte er
doch auch einfach auf die Erhebung der Verjährungseinrede verzichten (DÄPPEN,
in: HONSELL / VOGT / WIEGAND, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl.
2011, N 3a zu Art. 141 OR). Selbiges hat auch für Art. 760 OR zu gelten. Soweit
die Verjährung durch Klage unterbrochen wird, so beginnt die Verjährung von
neuem zu laufen, wenn der Rechtsstreit vor der befassten Instanz abgeschlossen
ist (Art. 138 OR).
Die strafrechtliche Verjährungsfrist beginnt mit der Straftat. Dabei bindet ein
rechtskräftiger strafrechtlicher Freispruch oder sogar eine rechtskräftige Einstel-
lung der Strafuntersuchung den Zivilrichter (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 475). In einem
neueren Entscheid hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung allerdings da-
hingehend präzisiert, dass nicht jede Einstellung der Strafuntersuchung den Zivil-
richter binde, namentlich jene nicht, die nur auf der verspäteten Stellung eines
- 16 -
Strafantrages beruht. Nötig sei vielmehr die Einstellung, weil die objektiven oder
subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen nicht erfüllt seien (BGE 136 III 502,
Erw. 6.3). Jene Überlegungen zur Anwendbarkeit von Art. 60 Abs. 2 OR gelten
ohne Weiteres auch für Art. 760 Abs. 2 OR.
4.2.3. Würdigung
Vorliegend hat der Präsident III des Amtsgerichts Luzern-Stadt mit Ent-
scheid vom 5. November 2007 den Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung der
D._ genehmigt (act. 3/2). Der Kollokationsplan im Nachlassvertrag ist am
24. Dezember 2009 aufgelegt worden (act. 3/3). Die Klägerin hat sich die Rechts-
ansprüche der Masse nach Art. 260 SchKG am 21. Oktober 2010 abtreten lassen
(act. D). Die Klage datiert vom 12. Juni 2012 (act. 1).
Nach dem Gesagten begann die relative Verjährung mit der Auflage des Kolloka-
tionsplans zu laufen, mithin am 24. Dezember 2009. Nachdem die Klage am
12. Juni 2012 erhoben worden ist, ist die Verjährung unterbrochen worden und
steht nun zufolge des Gerichtsverfahrens still (Art. 138 OR, in Kraft seit 1. Januar
2011, mithin vor Klageeinleitung).
Die absolute Verjährung begann mit den einzelnen schädigenden Handlun-
gen, also im Rahmen der der Teilklage zugrundeliegenden Handlungen (irgend-
wann) im Jahre 2000 (vgl. act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f.). Die ersten Verjährungseinrede-
verzichtserklärungen der Beklagten erfolgten per 21. Dezember 2009, befristet bis
31. Dezember 2010 (act. 32/253a+b). In der Folge unterzeichneten die Beklagten
weitere Verjährungseinredeverzichtserklärungen am 8. bzw. 9. November 2010,
befristet bis 31. Dezember 2011 (act. 32/254+255), und am 10. bzw. 15. Novem-
ber 2011, befristet bis 31. Dezember 2012 (act. 32/256+257). Jede dieser Erklä-
rungen führt zur Unterbrechung der Verjährung und liess eine neue zehnjährige
Verjährungsfrist beginnen. Somit ergeben sich von der ersten Verjährungsver-
zichtserklärung vom 21. Dezember 2009 an zehn Jahre zurück gerechnet, mithin
bis zum 21. Dezember 1999 keine Probleme bezüglich einer allfälligen Verjäh-
rung.
- 17 -
Vorbehalten bleibt wie gezeigt eine längere strafrechtliche Verjährungsfrist.
Das Strafverfahren gegen die Beklagten wurde mit Einstellungsverfügung vom
19. April 2013 (act. 3/259) eingestellt, weil die für die Erfüllung der angezeigten
Straftaten erforderlichen Elemente nicht gegeben waren. Dies ist für den Zivilrich-
ter bindend. Strafrechtliche Verjährungsfristen sind somit vorliegend nicht mass-
geblich.
Die eingeklagten schädigenden Handlungen sind nach dem Gesagten nicht
verjährt.
4.3. Unbestrittener Sachverhalt
Beim System "F1._" handelt es sich um ein mobiles, digitales Multi-
mediasystem, welches die Übertragung von Daten in Echtzeit ermöglicht.
F1._ bedeutet Interaktiver Kommunikationspunkt, der es ermöglicht, in Echt-
zeit (zur Zeit des Geschehens), preiswert an multimedialen Präsentationen mit
Text, Bild, Stimme, Fotografie, ähnlich wie beim ... (Musikfernsehkanal), über In-
formationslieferanten im Mehrkanalsystem, über Satelliten oder Internet teilzu-
nehmen. F1._ kann zudem beschrieben werden als ein Kommunikationssys-
tem, welches eine speziell entwickelte Hardware und eine besondere Software
enthält, die – zumindest damals [ca. 2003] – die neueste Übertragungstechnolo-
gie verwendete. Als Grundausrüstung werden Standardschnittstellen zu den ge-
genwärtigen Kommunikationsnetzwerken verwendet. Das System erlaubt die so-
fortige Übertragung von Daten durch Satellit oder Internet. F1._ ist somit ein
übergeordnetes Datensystem, welches interaktiv vernetzt ist und eine gegenseiti-
ge Kommunikation mit einem erkannten Nutzer erlaubt (act. 1 S. 12 Rz. 19;
act. 3/13 S. 11; act. 3/24 S. 4; act. 14 S. 8). Das System bestand aus einem Be-
rührungsbildschirm mit einer Verbindung zu einem lokalen Server, der wiederum
mit einer Medienquelle verbunden war (act. 1 S. 12 Rz. 20; act. 3/13 S. 7; act. 14
S. 9). F1._ wurde von der H._ N.V. entwickelt.
In einem Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag vom 16. Mai 2002 zwischen
der D._ und der F._ wurde festgehalten, die D._ sei Inhaberin und
unbeschränkt Verfügungsberechtigte über eine von ihr bisher alleine entwickelte
- 18 -
Software des "F1._-Projektes". Sie sei auch Inhaberin über ein umfangrei-
ches Know-how betreffend die Umsetzung des "F1._-Projektes" im Waage-
bereich, welches über einige Jahre hinweg habe erworben werden müssen. Die
D._ beabsichtige, das "F1._-Projekt" in Zusammenarbeit mit der Li-
zenznehmerin F._ weiterzuentwickeln und alle Anwendungen von F1._
ausserhalb des Waagebereichs durch die Lizenznehmerin weltweit zu vermark-
ten. Die D._ werde als strategischer Partner der F._ die Entwicklung im
Segment "F1._-Anwendung für Waagen" fortführen und finalisieren und um-
gekehrt werde die F._ alle übrigen Entwicklungen auf ihre Rechnung und
Gefahr weiterentwickeln (act. 1 S. 13 Rz. 24; act. 3/21; act. 14 S. 36). Das System
F1._ konnte demnach sowohl im Waagebereich als auch ausserhalb des
Waagebereichs Verwendung finden. Der Bereich F1._ für Waagen war der-
jenige der D._, während der Bereich ausserhalb Waagen auf die F._
ausgegliedert wurde. Beide Gesellschaften waren demnach grundsätzlich am
Entwicklungsprojekt F1._ beteiligt.
Die Klägerin macht nun wie gesagt geltend, die D._ habe Aufwendun-
gen der F._ bezahlt und gleichzeitig auf ihrem Konto ... (Entwicklungsprojekt
F1._) aktiviert. Die Beklagten bestreiten zwar, dass die D._ Kosten für
das Entwicklungsprojekt F1._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert
hat, die von der F._ geschuldet gewesen wären. Sie bestätigen indes, dass
bei der D._ ein Konto "Entwicklungsprojekt F1._" bestanden habe, über
welches die Auslagen des Projekts F1._ bezahlt worden seien. Es ist dem-
nach davon auszugehen, dass für das Projekt F1._ Entwicklungskosten von
der D._ bezahlt und von dieser erfolgsneutral auf ihrem Konto ... "Entwick-
lungsprojekt F1._" aktiviert wurden. Ansonsten wäre denn auch die Buchhal-
tung nicht ordnungsgemäss geführt, was keine der Parteien annimmt (act. 1
S. 18 f. Rz. 34; act. 14 S. 42 und S. 44 ).
- 19 -
4.4. Pflichtverletzungen
4.4.1. Bezahlung von Entwicklungskosten ohne Gegenleistung
4.4.1.1. Parteistandpunkte
Die Klägerin wirft den Beklagten vor, Aufwendungen der F._ ohne Ge-
genleistung und damit à fonds perdu der D._ belastet zu haben und es sei
auch nie das Ziel der Beklagten gewesen, eine Gegenleistung für diese Vermö-
gensdispositionen zu erhalten (act. 1 S. 7 Rz. 4, S. 18 f. Rz. 33 f. und S. 53
Rz. 11 und 13; act. 31 S. 131 Rz. 215 und Rz. 219 und S. 134 Rz. 232). Aufgrund
der zahlreichen Handlungen, mit welchen Aufwendungen und Kosten zwar von
der D._ getragen worden seien, dieser jedoch keine Gegenleistung zuge-
kommen sei, sei die D._ ausgehöhlt und ihr zulasten ihrer Gläubiger jegliche
Substanz entzogen worden (act. 31 S. 130 Rz. 211). Die D._ habe nicht die
Entwicklung eines eigenen Produkts, sondern die Entwicklung eines Produkts der
F._ bezahlt, was nicht im Interesse der D._ gewesen sei (act. 31 S. 54
Rz. 87). Die D._ sei nie für ihre Aufwendungen für die Entwicklung von
F1._ entschädigt worden (act. 31 S. 71 Rz. 114).
Es sei nicht zutreffend, dass das Produkt F1._ von H._ "nur in den
Grundzügen" entwickelt gewesen sei und noch einer erheblichen Weiterentwick-
lung bedurft habe (act. 31 S. 16 Rz. 40). F1._ sei von Anfang an für den Ein-
satz ausserhalb des Waagebereichs entwickelt worden und es habe keine spezi-
fische Entwicklung für F1._ für Waagen stattgefunden (act. 1 S. 28 Rz. 50;
act. 31 S. 98 Rz. 153). Entgegen der Darstellung der Beklagten seien "L._",
was von den Beklagten als F1._ für den Waagebereich bezeichnet werde,
und F1._ ausserhalb des Waagebereichs zwei völlig unterschiedliche Ent-
wicklungen (act. 1 S. 30 Rz. 54; act. 31 S. 102 Rz. 161). F1._ sei für
"L._" nicht benötigt worden (act. 31 S. 105 Rz. 164). Die F._ habe
F1._ ausschliesslich für sich selbst entwickelt (act. 31 S. 19 Rz. 43).
F1._ ausserhalb des Waagebereichs sei kein "Abfallprodukt" gewesen
(act. 31 S. 98 Rz. 154). Wäre die Verwendung im Waagebereich das angestrebte
Ziel des Projekts F1._ gewesen, hätten die Beklagten nicht ab Februar 2003
- 20 -
und damit vor Abschluss der angeblichen Basisentwicklung versucht, die F._
und damit das Projekt F1._ zu verkaufen (act. 31 S. 22 f. Rz. 49 und S. 25
Rz. 51). Erst im Oktober 2006 sei eine Verwendung von F1._ im Rahmen
von "L._" angeregt worden (act. 31 S. 29 Rz. 56, S. 68 Rz. 111 und S. 107
Rz. 166).
Die F._ habe nicht eine Basisentwicklung für F1._ für Waagen und für
F1._ ausserhalb von Waagen vorgenommen, sondern ein verkaufsfähiges
Endprodukt für den Einsatz ausserhalb des Waagebereichs entwickelt. Spätes-
tens im Jahr 2005, ev. schon im März 2003, habe es ein verkaufsfertiges Endpro-
dukt F1._ für ausserhalb des Waagebereichs gegeben (act. 31 S. 52 f.
Rz. 86 und S. 68 Rz. 111). Die D._ habe zu keiner Zeit F1._-Waagen
entwickelt (act. 31 S. 118 Rz. 181). Das Entwicklungskonzept "L._" hätte
keinen entsprechenden Bildschirm gebraucht (act. 31 S. 57 f. Rz. 93).
Selbst wenn die angebliche Basisentwicklung F1._ nicht nur für den Bereich
ausserhalb von Waagen, sondern auch für den Bereich Waagen vorgenommen
worden wäre, hätte es keine Rechtsgrundlage für eine einseitige Übernahme der
gesamten Entwicklungskosten durch die D._ gegeben. Die D._ und die
F._ hätten im Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag vom 16. Mai 2002 ver-
einbart, dass jede Partei die laufenden Kosten trage (act. 31 S. 63 f. Rz. 104).
Es sei nicht nur das Projekt I._ gewesen, das die prekäre Situation der
D._ verursacht habe, sondern auch die Tatsache, dass die D._ für das
Projekt F1._ Zahlungen im Umfang von gut CHF 4 Mio. geleistet habe, die
die F._ hätte leisten müssen (act. 31 S. 56 Rz. 90).
Die Beklagten führen aus, sie hätten die F1._-Technologie für den
Waagebereich gesucht. Da sie die gesamte F1._-Technologie zu einem ver-
nünftigen Preis hätten erwerben können, hätten sie das getan (act. 14 S. 10;
act. 38 S. 37). Das System F1._ sei zum Zeitpunkt des Erwerbs von H._
noch nicht fertig entwickelt gewesen, sondern habe noch einer erheblichen Wei-
terentwicklung bedurft. Das System habe jedoch die Eigenschaften aufgewiesen,
welche die D._ für ihre Entwicklungsprodukte benötigt habe. Die Eigenschaf-
- 21 -
ten von F1._, mit welchen der Einzelhandel hätte revolutioniert werden kön-
nen (Berührungsbildschirm, Verbindung zu einem lokalen Server), hätten zweifel-
los vorgelegen. Darüber hinaus habe F1._ aber auch die Eigenschaften auf-
gewiesen, welche für das Vernetzen von Waagen mit anderen Geräten weltweit
erforderlich seien (act. 14 S. 9 und S. 53; act. 38 S. 34).
Das System F1._ habe in einer ersten Phase einer Grundentwicklung von
F1._ für Waagen und ausserhalb von Waagen bedurft, welche von der
F._ im Bereich ausserhalb von Waagen, aber für das Waagengeschäft vor-
genommen worden sei (act. 14 S. 11 f. und S. 40). Den Beklagten sei es stets da-
rum gegangen, F1._ für die Erweiterung und Ergänzung des Waagensorti-
ments der D._ zu erwerben, zu entwickeln und das Projekt "L._" umzu-
setzen. Die Basisentwicklung für den Bereich F1._ für Waagen und
F1._ ausserhalb des Waagebereichs sei identisch gewesen, sodass die aus
der Basisentwicklung gezogenen Erkenntnisse in sämtlichen in Betracht gezoge-
nen F1._-Anwendungsbereichen hätten verwertet werden können. Die ganze
F1._-Entwicklungsarbeit der F._ habe also 1:1 der Entwicklung der
neuen Waagengenerationen gedient (act. 14 S. 33, S. 40, S. 52, S. 54 und S. 61;
act. 38 S. 34 und S. 138). Die D._ sei nur an den F1._-Anwendungen in
Bezug auf das Kerngeschäft (Waagen) interessiert gewesen; sie habe nur des-
halb ein Interesse an der Weiterentwicklung der Basisversion F1._ gehabt
(act. 14 S. 32). Die F1._-Anwendungsmöglichkeiten ausserhalb des Waage-
bereiches seien quasi als "Abfallprodukt" mitentwickelt worden (act. 14 S. 53;
act. 38 S. 38, S. 95, S. 101, S. 139, S. 143 und S. 151).
Die Basisentwicklung und erste intensive Tests seien im Retailbereich erfolgt, weil
die Risiken von Tests und der Anwendung von in Entwicklung stehenden Produk-
ten im Bereich von Präzisionswaagen zu hoch gewesen wären (act. 14 S. 12,
S. 33 und S. 54). In einem ersten Schritt der Zusammenführung von F1._
und "L._" hätten die F1._-Bildschirme übernommen und eingesetzt wer-
den sollen (act. 14 S. 31 und S. 36).
F1._ sei im Jahre 2004 noch nicht marktreif gewesen. Die von der Klägerin
erwähnten Verträge und Geschäftsbeziehungen hätten lediglich Testläufe und
- 22 -
Nullserien betroffen (act. 14 S. 38). Sämtliche bei den Kunden laufenden Testsys-
teme seien für die Überprüfung der Stabilität, Bedienerfreundlichkeit, Festlegung
von FAQ's, Behebung von Mängeln an Systemkomponenten, Überprüfung der
Qualität der Systemkomponenten für die weitere F1._-Entwicklung sehr
wichtig gewesen (act. 38 S. 77 und S. 127). Es habe spätestens im Jahre 2005
verkaufsfertige F1._-Anwendungen gegeben, die über die F._ GmbH,
..., verkauft worden seien. Dabei habe es sich aber um allereinfachste Anwen-
dungen von Systemkomponenten gehandelt. Alle verkauften Systeme und Kom-
ponenten (Bildschirme etc.) hätten ausschliesslich Testsysteme von Kunden be-
troffen, die Erfahrung mit Systemkomponenten hätten sammeln wollen, bevor al-
lenfalls eine übergeordnete Vernetzung mit F1._ in Betracht gezogen worden
sei (act. 38 S. 76 f., S. 86 und S. 91). Einzig die von J._ betriebene Anlage
habe den Level einer bidirektionalen F1._-Volllösung erreicht. Diese Anlage
habe aber auch nach vier Jahren Testbetrieb noch nicht zu 100% funktioniert.
Entsprechend sei auch keine Bestellung in grösserem Umfang gekommen
(act. 38 S. 91). Der Einsatz von F1._ zur Vernetzung von Waagen mit ande-
ren Geräten sei bei der D._ bis Oktober 2006 gar nicht in Betracht gezogen
worden (act. 38 S. 36).
Der Bereich F1._ ausserhalb von Waagen sei auf die F._ ausgelagert
worden, um diesen später gewinnbringend verkaufen zu können (act. 14 S. 31 f.
und S. 40). Die Weiterentwicklung F1._ sei auf Empfehlung der Klägerin über
die F._ (aber zum Nutzen der D._) gelaufen (act. 38 S. 73). Durch die
Auslagerung der F1._-Basisentwicklung auf die F._ habe das unter-
nehmerische Risiko für die D._ verringert und das unternehmerische Risiko
auf die F._ beschränkt werden können und die F._ sei ein starker Part-
ner der D._ geworden (act. 14 S. 32 und S. 34). Die F._ und F1._
ausserhalb von Waagen hätten nach abgeschlossener Basisentwicklung verkauft
und mit dem Ertrag die D._ für die Entwicklungskosten entschädigt sowie ein
starker Entwicklungspartner generiert werden sollen (act. 14 S. 39 und S. 43;
act. 38 S. 7, S. 37 f., S. 40 f., S. 53, S. 86, S. 95 und S. 162). Die Möglichkeit der
F1._-Nutzung der D._ sei durch die Doppelfunktion der Beklagten bei
der D._ und der F._ abgesichert gewesen (act. 38 S. 38).
- 23 -
Die Basisentwicklung F1._, die Tests der entsprechenden F1._-
Komponenten, die Verkäufe von Testgeräten und Nullserien, die Suche und Zu-
sammenarbeit mit Testpartnern hätten allein der Basisentwicklung F1._ ge-
dient, welche Voraussetzung für die Implementierung von F1._ im Waagebe-
reich gewesen sei. Die entsprechenden Kosten seien somit zu Recht der D._
verrechnet worden (act. 14 S. 36 und S. 42; act. 38 S. 100 und S. 115). Sämtliche
von der D._ bezahlten und aktivierten Entwicklungskosten seien im Interesse
der Projektentwicklung "L._" getätigt worden und im Zusammenhang mit der
Erweiterung der Produktepalette der D._ gestanden. Die Aufwendungen sei-
en allesamt im Interesse der D._ getätigt worden (act. 38 S. 74 und S. 90).
Wenn die D._ die Entwicklung von F1._ nicht ausgelagert, sondern
selbst durchgeführt hätte, wären ihr dieselben Kosten entstanden (act. 14 S. 83).
Die gemeinsame Basisentwicklung sei von der F._ und der D._ im
Rahmen ihrer Kräfte finanziert worden. Damit sei die D._ ihrer Verpflichtung
aus dem Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag nachgekommen, wonach sie die
F._ nach Kräften zu unterstützen hatte (act. 14 S. 83).
Die D._ und das Waagengeschäft sei der Hauptbestandteil, das Kernge-
schäft und das operative Standbein der DEF._ Gruppe gewesen (act. 14
S. 43). Die Entwicklung habe stets mit dem Ziel stattgefunden, die D._ als
technologisch starke Einheit in der Schweiz zu positionieren (act. 14 S. 11; act. 38
S. 26). Nach detaillierten Marktanalysen sei für die D._ klar gewesen, dass
mit der Zusammenführung von F1._ und der "L._" Aussicht darauf be-
stehe, das Waagengeschäft zu revolutionieren und die D._ in diesem Seg-
ment als Marktführer zu positionieren, was zu einem Mehrfachumsatz mit komfor-
tablem Deckungsbeitrag führe (act. 14 S. 30 f.). Die von der D._ für die Ba-
sisentwicklung des Systems F1._ getragenen Kosten, welche von der Kläge-
rin mit rund CHF 4 Mio. beziffert würden, seien angesichts des riesigen Marktes
für F1._-gesteuerte Waagen und des erwarteten hohen Deckungsbeitrags
auf den Stückpreis eine angemessene Investition gewesen (act. 14 S. 34). Die
D._ habe von jeher viel Geld in die Entwicklung neuer Produkte investiert
(act. 14 S. 43). Aufgrund der aus damaliger Sicht berechtigten Absatzerwartungen
- 24 -
für das System F1._ seien auch die geleisteten Entwicklungskosten aktiviert
worden (act. 14 S. 34).
Die Erfindung "L._" sei im Jahre 2000 zum Patent angemeldet worden
(act. 14 S. 18). Das Patent "K._" habe die angestrebte Basisentwicklung von
F1._ betroffen und sei eine Ergänzung zu demjenigen von "L._" gewe-
sen (act. 14 S. 11 und S. 56; act. 38 S. 152). Stets sei die D._ Inhaberin der
Patentanmeldung "K._" gewesen (act. 14 S. 44). Am 5. Juli 2006 sei die Pa-
tentanmeldung von der D._ auf die F._ übertragen worden. Die Paten-
terteilung sei erst 2009 erfolgt (act. 14 S. 53; act. 38 S. 52 f.). Die Patente hätten
zusammen verschmolzen einen einmaligen Schutz ergeben (act. 38 S. 82). Die
Patentanmeldung "L._" hätten die Nachfolger der Beklagten bei der D._
und E._ für wertlos gehalten und deshalb fallen gelassen (act. 38 S. 52 und
S. 67).
Die Position "Entwicklungskosten F1._" stelle ein aktiviertes Aufwandkonto
dar, welches einen zukünftigen Wert beinhalte. Als die D._ das Gesuch um
Nachlassstundung eingereicht habe, sei noch keine L._ in Produktion gewe-
sen. Bei der Entwicklung neuer Produkte sei es in der Regel so, dass zuerst Aus-
gaben für die Entwicklung anfielen und sich Erträge erst viel später einstellten. In-
nerhalb einer Unternehmung gebe es oft auch Entwicklungskosten, welche gar
nie amortisiert werden könnten. Aus solchen Fehlinvestitionen lasse sich noch
keine Pflichtwidrigkeit und Verantwortlichkeit ableiten (act. 14 S. 51). Die erwarte-
te Gegenleistung habe in den Gewinnen gelegen, welche mit dem entwickelten
Produkt später hätten erzielt werden können (act. 14 S. 84). Das Entwicklungs-
projekt F1._ und "L._" hätten den entsprechenden Gegenwert gehabt
(act. 38 S. 180).
Die D._ sei spätestens 2005 wegen Lieferschwierigkeiten beim I._, ei-
nem von der D._ entwickelten Mobiltelefon, in eine finanziell prekäre Situati-
on geraten (act. 14 S. 35; act. 38 S. 82). Weder der gerichtlich eingesetzte Sach-
walter noch der CEO der 2006 neu gegründeten E._ hätten die Entwicklung
von F1._ aufrecht erhalten (act. 14 S. 35).
- 25 -
4.4.1.2. Rechtliches
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die unstreitige Auffassung beider Par-
teien, dass die beiden Beklagten zur D._ nicht nur in einem gesellschafts-
rechtlichen, sondern auch in einem arbeitsvertraglichen Verhältnis standen (Be-
klagter 1 als aktiver Verwaltungsratspräsident u.a. mit der Verpflichtung, die Rest-
rukturierung und Neupositionierung der Produktpalette, Evaluation neuer Techno-
logien und Unterstützung und Pflege der Vertretungen weltweit zu unterstützen,
der Beklagte 2 als CEO; act. 1 S. 10 f. Rz. 18; act. 3/B; act. 3/15+16; act. 14
S. 7 f.) jedenfalls dazu führt, dass die beiden Beklagten nach Auffassung des
Bundesgerichts sowohl die arbeitsvertragliche als auch die gesellschaftsrechtliche
Treuepflicht trifft, wobei die gesellschaftsrechtliche Treuepflicht regelmässig wei-
tergeht (BGE 130 III 213, Erw. 2.1).
Reine Vermögensschäden sind nur zu ersetzen, wenn die Schädigung
durch Verstoss gegen eine Norm bewirkt wurde, die nach ihrem Zweck vor derar-
tigen Schäden schützen soll (sog. Schutznormtheorie). Zur Begründung eines
Anspruchs aus mittelbarer Schädigung genügt es, wenn irgendeine durch Gesetz
oder Statuten aufgestellte aktienrechtliche Organpflicht verletzt ist. Zu den haf-
tungsbegründenden Pflichten gehört insbesondere die gesetzliche Sorgfalts- und
Treuepflicht des Verwaltungsrates gemäss Art. 717 OR (im Sinne der alten und
neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts, vgl. dazu GERICKE / WALLER,
a.a.O., N 15-17, N 23, 25 und 26 zu Art. 754 OR).
Die Mitglieder des Verwaltungsrates sowie Dritte, die mit der Geschäftsfüh-
rung befasst sind, müssen ihre Aufgaben mit aller Sorgfalt erfüllen und die Inte-
ressen der Gesellschaft in guten Treuen wahren (Art. 717 Abs. 1 OR).
Sorgfalt bedeutet die gebotene Umsicht und Vorsicht, welche ein vernünftiger
Mensch bei der jeweiligen Aufgabenerfüllung an den Tag legen würde und be-
dingt u.a. ein gesetzeskonformes Verhalten. Nach Rechtsprechung und Lehre ist
der Sorgfaltsmassstab zu objektivieren, d.h. diligentia quam in suis genügt nicht.
Das Verhalten eines Verwaltungsratsmitglieds wird mit dem Verhalten verglichen,
das billigerweise von einer abstrakt vorgestellten, vernunftgemäss handelnden
- 26 -
Person in einer vergleichbaren Situation erwartet werden kann (WATTER / ROTH
PELLANDA, in: HONSEL / VOGT / WATTER, Basler Kommentar, Obligationenrecht II,
4. Aufl. 2012, Art. 717 N 3 und 5; BGE 139 III 24, E.3.2, S. 26).
Der Verwaltungsrat hat alle gebotene Sorgfalt anzuwenden, um das Gesell-
schaftsvermögen unter den gegebenen Umständen möglichst zu erhalten. Uner-
laubt sind Geschäfte ohne eine mindestens in der Grössenordnung angemessene
und in der Zeit ihrer Vornahme als vertretbar nachvollziehbare Gegenleistung. Der
Verwaltungsrat darf nur aus sachlich begründeten Erwägungen heraus und im In-
teresse der Gesellschaft eine Rechtsposition ohne gegenläufigen Vorteil aufge-
ben, einen Rechtsanspruch verfallen lassen oder zulasten der Gesellschaft ir-
gendwelche Zahlungen versprechen oder Garantien abgeben (BÖCKLI, a.a.O.,
§ 13 N 569a).
Die gesetzlich normierte Treuepflicht verlangt, dass die Mitglieder des Verwal-
tungsrats ihr Verhalten am Gesellschaftsinteresse ausrichten. Zur Treuepflicht
gehört insbesondere das Gebot zur Unterlassung von der Gesellschaft schädli-
chen Aktivitäten. Es geht um die Zurückstellung eigener Interessen, wo immer
diese nicht mit jenen der Gesellschaft parallel laufen. Der Verwaltungsrat darf
schlechterdings keine Geschäfte einseitig zulasten der Gesellschaft abschliessen.
Wo einer das doch tut, macht er sich im Rahmen von Art. 754 OR haftbar. Und
ein Organisationsmitglied, das selber mit der Gesellschaft Verträge abschliesst,
muss diese im Rahmen marktüblicher Bedingungen halten (Regel des Abschlus-
ses zu Drittbedingungen). Jede wesentliche Begünstigung des Organmitglieds ist
rechtswidrig (BGE 139 III 24, E.3.2, S. 26; BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 600; im Ergeb-
nis ebenso WATTER / ROTH PELLANDA, a.a.O., Art. 717 N 15). Gemäss Praxis des
Bundesgerichts sind strenge Massstäbe anzulegen, wenn Verwaltungsräte nicht
im Interesse der Gesellschaft, sondern im eigenen Interesse, in demjenigen von
Aktionären oder von Drittpersonen handeln (BGE 113 II 52, E.3.a, S. 57; BGE 130
III 213, E. 2.2.2, S. 219; zustimmend BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 600 und WATTER /
ROTH PELLANDA a.a.O., Art. 717 N 15). Es besteht mit anderen Worten im Rah-
men der Treuepflicht ein kategorischer Vorrang des Gesellschaftsinteresses ge-
genüber den persönlichen Interessen des einzelnen Organmitglieds.
- 27 -
Das Bundesgericht hat insbesondere auch festgehalten, dass selbst jede zum
Konzern gehörige Gesellschaft rechtlich als unabhängig und autonom zu betrach-
ten ist und dass das Organ einer Gesellschaft von Gesetzes wegen allein deren
Interessen und nicht diejenigen anderer Konzerngesellschaften zu wahren hat
(BGE 130 III 213, E. 2.2.2, S. 219; BGE 110 Ib 127, E.3, S. 132 = Pra 73 [1984]
Nr. 257, S. 708 ff.). Es gilt mithin bei der Zurückstellung gesellschaftsfremder Inte-
ressen ein sehr strenger Massstab. Das Gesellschaftsinteresse verlangt exklusive
Beachtung.
Nach der Gerichtspraxis verhält sich etwa ein Verwaltungsratsmitglied pflichtwid-
rig, das der Gesellschaft Vermögenswerte entzieht, ohne sicherzustellen, dass
dieser ein entsprechender Gegenwert zukommt (ZR 59 [1960] Nr. 130 S. 330 ff.,
S. 333 und S. 336 f.; ebenso BGE 130 III 213, E.2.2.2, S. 219).
Bei einfachen und leicht überschaubaren Verhältnissen, so auch bei einem
nur aus wenigen Personen zusammengesetzten Verwaltungsrat, beurteilt das
Bundesgericht die Anforderungen an die Sorgfaltspflichten nach einem strengen
Massstab (GERICKE / WALLER, a.a.O., N 26 zu Art. 754 OR, m.H.a. das Urteil des
Bundesgerichts 9C_289/2011 vom 3. Juli 2011, E. 4.2).
4.4.1.3. Würdigung
Es ist vorab festzuhalten, dass ein Mittelabfluss bei der D._ unbestritten
ist, da Aufwendungen betreffend das Projekt F1._ von der D._ bezahlt
und von dieser erfolgsneutral auf ihrem Konto 1 (Entwicklungsprojekt F1._)
aktiviert wurden. Die Klägerin macht nun geltend, diesem Mittelabfluss stünde
keine Gegenleistung gegenüber. In der Folge ist somit zu prüfen, ob diesem Ver-
mögensabgang eine angemessene Gegenleistung gegenüber gestellt werden
kann, mithin inwiefern die Zahlung dieser Entwicklungskosten im Interesse der
bzw. von Nutzen für die D._ war.
Die Beklagten bringen wiederholt vor, es habe für die Bereiche F1._ aus-
serhalb von Waagen und F1._ für Waagen eine gemeinsame Basisentwick-
lung gegeben und da diese Basisentwicklung für das Waagengeschäft benötigt
und damit voll und ganz im Interesse der D._ gewesen sei, habe diese zu
- 28 -
Recht die entsprechenden Entwicklungskosten übernommen. Die Beklagten le-
gen jedoch weder dar, inwieweit F1._ beim Erwerb von H._ "in den
Grundzügen" tatsächlich entwickelt war, noch welche Weiterentwicklungen konk-
ret noch erforderlich waren, sowohl für eine Nutzung bezüglich F1._ aus-
serhalb Waagen als auch im Waagebereich. Damit bleibt unklar, was die gemein-
same Basisentwicklung beinhaltete und welche Erkenntnisse daraus einerseits für
den Bereich ausserhalb Waagen, vor allem aber für den Waagenbereich – und
damit für die D._ – gewonnen wurden. Ebenso ist nicht erkennbar, was noch
weiter entwickelt werden musste; beispielsweise für den Waagenbereich, um die
Basisentwicklung dort umsetzen zu können. Folglich ist nicht zu erkennen, was an
den getätigten Basisentwicklungen für den Waagebereich und damit für die
D._ inwiefern von Nutzen war, d.h. welche Erkenntnisse oder Komponenten
aus der Basisentwicklung im Waagebereich verwendet werden konnten.
Den Parteien obliegt die Behauptungslast, eine Obliegenheit, deren Unterlassung
dazu führt, dass die betreffende Tatsache im Zivilprozess nicht berücksichtigt
wird. Die behaupteten Tatsachen sind in einer Weise zu begründen, in der sie
vom Gericht nachvollzogen und von der Gegenpartei bestritten werden können;
rechtserhebliche Tatsachen sind nicht nur pauschal, sondern detailliert genug
bzw. substantiiert zu behaupten. Es darf dabei vom Belangten erwartet werden,
dass er rechtsrelevanten Sachvorbringen des Klägers mit konkreten Angaben wi-
derspricht (BGE 105 II 143, E.6.a.bb, S. 146; SUTTER-SOMM / VON ARX, in: SUTTER-
SOMM / HASENBÖHLER / LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung (ZPO), 2. Aufl. 2013, N 23 f. zu Art. 55 ZPO; GEHRI, in: SPÜHLER /
TENCHIO / INFANGER, Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung,
2010, N 1, N 3 und N 5 zu Art. 55 ZPO).
Die Beklagten hätten konkret und im Einzelnen darzulegen gehabt, welche Ent-
wicklungen (z.B. Komponenten, Software, o.ä.) mit den Zahlungen, welche auf
dem Konto 1 der D._ als Aufwand aktiviert wurden, für die Entwicklung
F1._ für den Bereich des Waagengeschäftes notwendig oder zumindest von
Nutzen waren und damit im Gesellschaftsinteresse der D._ lagen. Jede Auf-
wendung, die ausschliesslich der Fortentwicklung F1._ für den Bereich aus-
- 29 -
serhalb des Waagengeschäftes gedient hat, lag nicht im Interesse der D._.
Denn die D._ wollte sich auf das Waagengeschäft konzentrieren und in die-
sem Bereich neue Technologien zur Anwendung bringen.
Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die F1._-Entwicklung eine ge-
meinsame Basisentwicklung für die Bereiche innerhalb von Waagen und aus-
serhalb von Waagen beinhaltet, mithin die Basisentwicklung vollumfänglich bei-
den Gesellschaften zugute käme, so käme sie eben auch der F._ zugute,
weshalb es gerechtfertigt erschiene, die F._ auch die entsprechenden Ent-
wicklungskosten mittragen zu lassen. Es liesse sich nicht ohne weiteres begrün-
den, die gesamten Kosten nur der D._ aufzuerlegen. Weshalb dem doch so
sein sollte, wird von den Beklagten nicht ausgeführt. Die Bezahlung sämtlicher
Aufwendungen für die Basisentwicklung lag nicht im Interesse der D._, denn
die D._ bezahlte damit die Aufwendungen der F._ für die Basisentwick-
lung F1._ im Hinblick auf die Verwendung ausserhalb des Waagengeschäfts
mit. Diese lag jedoch nur im Interesse der F._, nicht im Interesse der
D._. So hält denn auch der Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag zwischen
der D._ und der F._ vom 16. Mai 2002 (act. 3/21) fest, die D._
werde als strategischer Partner der F._ die Entwicklung im Segment
"F1._-Anwendung für Waagen" fortführen und finalisieren und umgekehrt
werde die F._ alle übrigen Entwicklungen auf ihre Rechnung und Gefahr wei-
terentwickeln. Der besagte Vertrag hätte also eine Teilung der Kosten vorgese-
hen, sofern die Entwicklung in beiden Bereichen dieselbe war. Daran hat man
sich aber gerade nicht gehalten.
Nach den Ausführungen der Beklagten lässt sich vermuten, dass sie nach jahre-
langer Entwicklung über einzelne F1._-Komponenten verfügten, wobei indes
nur ein Bildschirm explizit genannt wird, welche auch getestet wurden. Es gab je-
doch nur ein bidirektionales System (bei J._), das ebenfalls getestet wurde,
jedoch nie einwandfrei funktionierte. Diese Tests wurden im Bereich ausserhalb
Waagen vorgenommen. Für F1._ für Waagen hatten die Beklagten soweit
erkennbar nichts. Der 15-Zoll-LCD-Bildschirm hätte in einem ersten Schritt der
Zusammenführung von F1._ und "L._" übernommen und eingesetzt
- 30 -
werden sollen. Inwiefern sich hierfür ein Investitionsvolumen von rund CHF 4 Mio.
rechtfertigen soll, wurde von den Beklagten nicht ansatzweise dargelegt.
Die Beklagten sprechen weiter von einem Patent "K._", welches die
F1._-Grundentwicklung betroffen habe und von der D._ gehalten wor-
den sei (act. 14 S. 11, S. 44, S. 53 und S. 56). Auch eine hinreichend substantiier-
te Rechfertigung des Investitionsvolumens von CHF 4 Mio. für das Patent fehlt.
Bei einem Investitionsvolumen von rund CHF 4 Mio. über vier Jahre handelt es
sich im Vergleich zu den gemäss den geprüften Jahresrechnungen in diesen Jah-
ren erwirtschafteten Brutto- bzw. Nettogewinnen von CHF 11'248'574.22 bzw.
CHF 474'750.40 im Jahre 2002 (act. 3/222), CHF 10'377'109.67 bzw.
CHF 305'391.22 im Jahre 2003 (act. 3/218), CHF 10'767'064.67 bzw.
CHF 64'409.150 im Jahre 2004 (act. 3/68) und CHF 8'150'462.15 bzw.
CHF 549'232.14 im Jahre 2005 (act. 3/251) um einen nicht vernachlässigbaren
Betrag. Im Übrigen berufen sich die Beklagten auch nicht auf eine Investitionspla-
nung oder einen Businessplan, der einerseits die Investitionsströme und anderer-
seits die daraus resultierenden Ergebnisse, wie z.B. die Gewinnerwartungen und
die Pay-back-Periode, aufzeigen würde. Auch vor diesem Hintergrund ist eine
konkret zu erwartende Gegenleistung nicht erkennbar.
Jeder (natürlichen oder juristischen) Person steht es offen, zu forschen und zu
entwickeln. Jede Gesellschaft muss für sich selbst entscheiden, ob und inwiefern
sie Forschung betreiben will. Doch wenn sie fremde Forschung finanziert, muss
sie darlegen können, inwiefern diese für sie selbst von Nutzen ist, also in welcher
Hinsicht sie davon profitiert und so eine konkrete Gegenleistung für ihre Ausga-
ben erhält. Visionäre Vorstellungen können nicht unter Missachtung der Grenzen
juristischer Personen verfolgt werden. Nach dem Gesagten bestreiten die Beklag-
ten zwar mehrfach, dass Aufwendungen und Kosten der F._ ohne Gegen-
leistung durch die D._ bezahlt worden seien, sie legen aber in keiner Weise
dar, worin die Gegenleistungen denn bestanden haben sollten. Es ist somit nicht
zu sehen, worin der konkrete Nutzen dieser Investitionen für die D._ lag.
Damit ist auch nicht dargelegt, inwiefern die Interessen der D._ gewahrt wur-
den.
- 31 -
Was die beklagtische Behauptung anbelangt, das aktivierte Aufwandskonto
1 hätte einen künftigen Wert beinhaltet, so ist festzustellen, dass die Beklagten
keinerlei substantiierte Behauptungen dazu aufstellen, um welchen zukünftigen
Wert mit welcher frankenmässigen Bedeutung es denn gehe. Indes gestanden sie
zu, dass zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um Nachlassstundung noch
keine L._ in Produktion gewesen sei (act. 14 S. 51). Der Nachlassliquidator
kam denn auch unbestrittenermassen zum Schluss, dass der künftige Wert ledig-
lich mit CHF 1.– zu bewerten war (vgl. act. 1 S. 27 Rz. 47; act. 14 S. 51). Auch in
diesem Zusammenhang ist somit nicht dargetan, worin die Gegenleistung der In-
vestitionen der D._ bestand.
Die Beklagten führen aus, die F._ und F1._ ausserhalb von Waagen
hätten nach abgeschlossener Basisentwicklung verkauft und mit dem Ertrag die
D._ für die Entwicklungskosten entschädigt werden sollen. Eine entspre-
chende schriftliche Vereinbarung wird jedoch nicht dargetan und auch nicht weiter
substantiiert. Hingegen wurde der Verkaufsprozess der F._ mit der Manda-
tierung der Klägerin am 22. April 2003 unter dem Projektnamen "M._" gestar-
tet. Hier wird eine erwartete Gegenleistung für die getätigten Investitionen er-
kennbar, in dem zu lösenden Kaufpreis für den Verkauf der F._. Effektiv wä-
re dieser Kaufpreis jedoch nicht an die D._ geflossen, sondern an die
G._ als Muttergesellschaft der F._ und damit indirekt an die Beklagten
als Aktionäre der G._. Dass diese den Betrag in die D._ (re-)in-
vestierten, war für die D._ nicht garantiert. Damit standen die Interessen der
F._ bzw. der G._ im Vordergrund der Investitionen der D._. Ge-
mäss Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag vom 16. Mai 2002 (act. 3/21) hätte die
D._ zwar am Erfolg der F._ mit dem F1._-Projekt in Form einer Li-
zenzgebühr in der Höhe von 4% des Umsatzes teilhaben sollen. Indes kam es in
der Folge gemäss den Beklagten nie zu einem grösseren Umsatz der F._ im
Zusammenhang mit F1._-Anwendungen (act. 14 S. 36), entsprechend blie-
ben auch die Einnahmen für die D._ aus. Für diesen Fall, dass der zukünfti-
ge Nutzen ausbleibt, hatte die D._ keinerlei Sicherheiten, welche ohne Wei-
teres beispielsweise durch Darlehensvereinbarungen hätten vorgenommen wer-
den können. Entgegen den Ausführungen der Beklagten wurde das unternehme-
- 32 -
rische Risiko für die D._ durch die Auslagerung der Entwicklung auf die
F._ nicht minimiert, wenn sie trotzdem die entstandenen Aufwendungen be-
zahlte. Damit unterliessen es die Beklagten, die Interessen der D._ genü-
gend zu wahren.
Die Beklagten behaupten, aus Fehlinvestitionen lasse sich noch keine Pflichtwid-
rigkeit und Verantwortlichkeit ableiten. Es ist sicher richtig, dass es innerhalb einer
Unternehmung Entwicklungskosten geben kann, welche die Gesellschaft nicht mit
zukünftigen Erträgen wettmachen kann, sodass sie sich im Nachhinein als Fehlin-
vestition erweisen. Und eine Fehlinvestition kann, muss aber nicht, eine Pflicht-
verletzung sein. Vorliegend haben die Beklagten aber die D._ Entwicklungs-
kosten bezahlen lassen, die – zumindest auch – einer anderen Gesellschaft
(F._) zugute kamen, ohne dass der D._ für diese Aufwendungen eine
ersichtliche Gegenleistung zukam. Das ist eine Pflichtwidrigkeit, unabhängig da-
von, ob F1._ je zum Erfolg hätte geführt werden können. Die Beklagten ha-
ben unter Missachtung ihrer Treuepflicht gegenüber der D._ die F._ fi-
nanziell unterstützt.
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die Beklagten
nicht darlegen, welche Gegenleistungen den Investitionen der D._ in die Ba-
sisentwicklung F1._ durch die F._ gegenüber standen. Es ist demnach
davon auszugehen. dass die D._ Entwicklungsaufwand der F._ für die
F1._-Basisentwicklung bezahlte, ohne dafür eine materielle oder finanzielle
Gegenleistung zu erhalten. Damit gelingt es den Beklagten auch nicht zu begrün-
den, dass die Bezahlung der Aufwendungen für eine Basisentwicklung F1._
durch die F._ im wohlverstandenen Geschäftsinteresse der D._ gelegen
haben soll. Die Beklagten haben demnach ihre Sorgfaltspflicht, das Gesell-
schaftsvermögen zu erhalten, verletzt. Denn Geschäfte ohne eine mindestens in
der Grössenordnung angemessene und in der Zeit ihrer Vornahme als vertretbar
nachvollziehbare Gegenleistung, auch wenn diese erst in der Zukunft zu erwarten
ist, sind nicht erlaubt. Inwiefern diese Zahlungen sachlich begründet und im Inte-
resse der D._ waren, wurde von den Beklagten nicht genügend dargelegt.
Die Beklagten als Verwaltungsräte der D._ verhielten sich vielmehr pflicht-
- 33 -
widrig, indem sie dieser Vermögenswerte entzogen, ohne sicherzustellen, dass
ihr entsprechende Gegenwerte zukommen. Sie waren dabei ganz den Interessen
der D._ verpflichtet und hätten die Interessen der F._ als Schwesterge-
sellschaft, oder diejenigen der Muttergesellschaft G._, nicht voran stellen
dürfen, denn die Organe einer Gesellschaft haben selbst im Konzern nur die Inte-
ressen der Gesellschaft, für die sie als Organ berufen sind, zu wahren, und nicht
diejenigen einer Schwestergesellschaft. Eine Verletzung der organschaftlichen
Treuepflicht ist daher zu bejahen.
4.4.2. Bezahlung von Management-Fees ohne Gegenleistung
4.4.2.1. Parteivorbringen
Die Klägerin bringt vor, die Beklagten hätten die D._ in den Jahren
2000 bis 2004 Management-Fees ohne Gegenleistung im Gesamtbetrag von
CHF 973'690.10 an die G._ bezahlen lassen (act. 1 S. 41 ff. Rz. 67 ff.;
act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f. und S. 124 ff. Rz. 193 ff.). Die Ansprüche aus der Zahlung
von ungerechtfertigten Management-Fees der Jahre 1997, 1998 und 1999 mache
die Klägerin nicht geltend (act. 31 S. 126 f. Rz. 199 f. und S. 127 f. Rz. 203 f.).
Die Klägerin führt weiter aus, die Beklagten behaupteten, dass der Holding Be-
triebsaufwand für Miete, Beratung und Buchführung, Verwaltungs- und Informa-
tikaufwand sowie Personalaufwand entstanden sei und dass sie Finanzaufwand
gehabt habe. Es sei zwar richtig, dass der bei der Holdinggesellschaft anfallende
Aufwand für die Aktivitäten, welche im Interesse des Gesamtkonzerns ausgeübt
würden, den Tochtergesellschaften zu marktmässigen Konditionen verrechnet
werden könne. Diese Entschädigungen der Tochtergesellschaften müssten aber
untergeordneten Charakter haben (act. 31 S. 124 Rz. 193). Wie die Erfolgsrech-
nungen der G._ der Jahre 1998 bis 2002 zeigten, habe die G._ gar kein
Personal gehabt, das Dienstleistungen hätte erbringen können. Die G._ wei-
se nämlich für diese fünf Geschäftsjahre insgesamt nur gerade einen Personal-
aufwand von CHF 10'389.60 aus. Die Miete habe CHF 24'000.– und der Verwal-
tungs- und Informatikaufwand rund CHF 137'300.– betragen. Die G._ könne
zudem auch nicht Leistungen von Dritten zugekauft haben, da sich auch hierfür in
den Erfolgsrechnungen keine Hinweise fänden. Die G._ könne unmöglich für
- 34 -
die D._ wesentliche Leistungen auf den Gebieten Marketing, Rechtsbera-
tung, Ausarbeitung von Verträgen, Koordination von Patenten etc. erbracht ha-
ben. Es sei deshalb offensichtlich, dass die D._ an die G._ Zahlungen
geleistet habe, für die sie von der G._ keine Gegenleistung erhalten habe.
Zudem werde bestritten, dass der von der G._ verbuchte Betriebsaufwand im
Interesse der D._ entstanden sei (act. 1 S. 42 Rz. 72; act. 31 S. 124 f.
Rz. 193 und S. 127 Rz. 201).
Die Beklagten hätten den Aktionären der D._ Dividenden ausbezahlt. Die
Behauptung der Beklagten, in den Management-Fees seien auch Dividendenzah-
lungen enthalten, könne demzufolge nicht nachvollzogen werden (act. 31 S. 125 f.
Rz. 196). Der Beklagte 1 sei gemäss Arbeitsvertrag bei der D._ als aktiver
Verwaltungsratspräsident angestellt gewesen und habe gemäss Ziffer 3 des Ar-
beitsvertrages einen Jahreslohn von CHF 220'000.– (brutto) bezogen. Der Be-
klagte 2 sei mit demselben Salär bei der D._ als CEO angestellt gewesen.
Die Aussage der Beklagten, dass sie keine Verwaltungsratshonorare bezogen
hätten, weshalb auch dieses im Rahmen der Management-Fees an die G._
abgeführt worden sei, sei demzufolge falsch (act. 31 S. 125 Rz. 195). Solche Mit-
telausschüttungen an die G._ ohne Gegenleistung seien offenbar von allem
Anfang an, das heisst schon beim Kauf der D._ durch die G._, vorgese-
hen gewesen. Aus einem vom Beklagten 1 im Vorfeld des Kaufs der D._
durch die G._ erstellten Dokument gehe nämlich hervor, dass schon damals
geplant gewesen sei, dass die Holding unter anderem für die Begleichung der
Fremdkapitalzinsen anstelle einer Dividende Fees für Marketing, Management,
Rechtsberatung etc. von der D._ beziehe. Dass die Fremdkapitalzinsen etc.
aus diesen Fees hätten bezahlt werden können, habe aber voraus gesetzt, dass
den Fees bei der G._ keine wesentlichen Leistungen und damit Kosten ge-
genüber stünden (act. 1 S. 44 f. Rz. 78). Die Klägerin [recte: wohl die Beklagten]
erbrächten keinerlei Beweise, ob die Bezahlung einer Pauschalgebühr von 1.3%
– wie von ihnen behauptet – vom zuständigen Steueramt wie auch der Revisions-
stelle genehmigt worden sei. Dies werde mit Nichtwissen bestritten; sei aber für
das vorliegende Verfahren auch irrelevant (act. 31 S. 125 Rz. 194).
- 35 -
Die Klägerin bestreitet, dass der von der G._ verbuchte Betriebsaufwand im
Interesse der D._ entstanden sei. Die G._ habe deshalb kein Recht, ihn
der D._ zu verrechnen. Noch viel weniger gebe es einen Rechtsgrund, der
die G._ berechtigen würde, gar ihre eigenen Kosten für die Fremdkapitalfi-
nanzierung und ihre Amortisationsverpflichtungen der D._ in Rechnung zu
stellen. Die Ausschüttung der Management-Fees sei vielmehr ohne Gegenleis-
tung erfolgt und damit nicht rechtens (act. 31 S. 129 Rz. 207). Auch die Tatsache,
dass die der D._ von der G._ in Rechnung gestellten Managementge-
bühren jeweils 1.3% des erzielten Umsatzes (zuzüglich MwSt.) betragen hätten,
und es dafür nach Aussage des Beklagten 2 eine Vereinbarung zwischen der
G._ und der D._ gegeben habe, lasse darauf schliessen, dass es sich
bei den Managementgebühren um Pauschalzahlungen und nicht um Entschädi-
gungen für konkrete, erbrachte Leistungen gehandelt habe (act. 1 S. 45 Rz. 79).
Die für den angeblichen Aufwand für "Marketingstrategie, Marketingentwicklung,
Finanzberatung, Controlling" per 31. Dezember rückdatierten Honorarrechnungen
für die Zahlungen der Management-Fees seien von den Beklagten ausgestellt
und die entsprechenden Vergütungsaufträge seien von den Beklagten zusammen
mit N._ unterzeichnet worden. Das seien die relevanten, pflichtwidrigen und
schuldhaften Handlungen der Beklagten (act. 1 S. 42 Rz. 72; act. 31 S. 126 f.
Rz. 197 ff. und S. 127 ff. Rz. 203 ff.).
Die Beklagten führen aus, es werde nicht bestritten, dass die G._ der
D._ eine Management-Fee von 1.3% auf dem jährlich erzielten Umsatz (un-
ter Ausschluss der Erlöse aus Entwicklungsleistungen, Versicherungsleistungen,
verrechnete Verkaufsspesen und Nebenerlösen) in Rechnung gestellt habe. Die-
se Zahlung sei nicht ohne Gegenleistung erfolgt, wie behauptet werde.
Einerseits seien der G._ – als Holdinggesellschaft – Betriebsaufwand (Miete
/ Beratung / Buchführung / Verwaltungs- und Informatikaufwand / Personalauf-
wand) und andererseits Finanzaufwand entstanden, welcher habe gedeckt wer-
den müssen. Ob es sich bei dieser Pauschalbelastung um eine reine Manage-
ment-Fee (Betriebsaufwand / Fremdfinanzierung etc.) oder um eine Management-
Fee kombiniert mit einer Dividende (Leistung der Amortisation) gehandelt habe,
sei nicht entscheidend. Auf beides habe die G._ als Holdinggesellschaft An-
- 36 -
recht gehabt. Die Beklagten hätten bei der D._ kein Verwaltungsratshonorar
bezogen. Dieses sei im Rahmen der Management Fee an die G._ abgeführt
und für die Amortisation der Fremdfinanzierung des Aktienkaufes der D._
verwendet worden. Unter diesen Vorgaben sei die Abführung einer pauschalen
Management Fee von 1.3% auf dem jährlichen Umsatz der D._ rechtens
gewesen. Andere Holdinggesellschaften würden unter diesem Titel bis zu 4% des
Jahresumsatzes der Tochtergesellschaften abführen (act. 14 S. 70 f. und S. 73).
Die Summe der durch die G._ erbrachten Leistungen hätten die effektiv von
der D._ ausgerichteten jährlichen Management-Fees (Pauschalgebühr von
1.3% des jeweiligen Jahresumsatzes) erheblich überstiegen (act. 38 S. 163).
Der erbrachte Leistungsumfang der G._ habe unter anderem folgende Tätig-
keiten umfasst: Evaluation von neuen Produkten für die D._ weltweit (Ablö-
sung des traditionellen Waagebereiches), Evaluation von neuen Technologien
weltweit (Kommunikationssysteme Labor / Apotheken), Begleitung von Neuent-
wicklungen mit Drittfirmen, Koordination virtueller Firmenverbund für Neuentwick-
lungen (I._ etc.), juristische Begleitung, Marktfeedback (einziger direkter
Marktzugang über O._ SA), Erstellen von Marketingtools für die D._
weltweit, Koordination mit Entwicklungsfirmen weltweit, neue Geschäftsmodelle
für Entwicklungspartner (Risiko / Leistungserbringung / Erfolgsbeteiligung), admi-
nistrative Unterstützung (act. 38 S. 164 f.). Der statutarische Zweck der G._
umfasse auch die Verwaltung von industriellen Beteiligungen. Dies beinhalte die
Pflege des internationalen Netzwerkes, die Koordination der Patente, die Ausar-
beitung der Verträge unter den Tochterfirmen, die Rechtsberatung etc. durch die
Holdinggesellschaft (act. 14 S. 72).
Ein Ausgleich der erbrachten Holdingleistungen hätte sonst allein über die Aus-
richtung einer Dividende geschehen müssen. Eine Dividende sei jedoch keine
Entschädigung für eine Leistungserbringung, sondern lediglich eine Entschädi-
gung für das zur Verfügung gestellte Kapital. Die G._ habe als Aktionärin An-
recht auf Dividenden (Verwendung: Zinsleistungen für Fremdkapital / Amortisation
des Fremdkapitals) gehabt. Die Management-Fees hätten ebenso gut als Divi-
dende an die G._ ausgeschüttet werden können. Die Beklagten hätten wäh-
- 37 -
rend über zehn Jahren weder eine Dividende noch einen Lohn von der G._
bezogen. Dies sei auch der Grund, wieso in den Bilanzen der G._ keine
Lohnzahlungen aufgeführt seien. Sämtliche freien Mittel der G._ seien zur
Stärkung der Gesellschaft für die zukünftige Neuausrichtung der D._, insbe-
sondere die grossen Entwicklungsaufgaben, eingesetzt worden (act. 14 S. 72;
act. 38 S. 164 und S. 166 f.).
1996 habe die G._ die Aktienmehrheit an der D._ übernommen. Die
G._ habe sich hierfür u.a. bei der P._ mit CHF 4 Mio. verschuldet (Fes-
ter Vorschuss / Kredit der Holding zum Kauf der D._). Die Zinslast bei der
P._ habe für den ersten Vorschuss von CHF 1 Mio. 4.75% p.a. und für den
zweiten Vorschuss in der Höhe von CHF 2 Mio. 6.25% p.a. betragen. In den je-
weiligen Bilanzen der G._ seien diese Schulden auf der Passivseite unter
"fester Vorschuss P._" und "Darlehen Vorsorgefonds" geführt worden. Der
Kredit der P._ habe bis Ende 1997 mit CHF 500'000.–, danach (ab 1998) mit
mindestens CHF 250'000.– pro Halbjahr (erstmals per 30. Juni 1998) amortisiert
werden müssen. Effektiv sei der feste Vorschuss ab dem hier relevanten Jahr
2000 wie folgt amortisiert worden: im Jahr 2000 CHF 300'000.–, im Jahr 2001
CHF 350'000.–, im Jahr 2002 CHF 300'000.–, im Jahr 2003 CHF 450'000.– und
im Jahr 2004 CHF 100'000.–. Die Kapitalzinsen für diesen Kredit seien in der Jah-
resrechnung der G._ aufwandseitig unter "Kapitalzinsen / -spesen" oder "Fi-
nanzaufwand" geführt worden und hätten im Jahr 2000 CHF 113'659.95, im Jahr
2001 CHF 85'794.05, im Jahr 2002 CHF 59'299.70, im Jahr 2003 CHF 32'589.85
und im Jahr 2004 CHF 19'151.55 betragen. Dies ergebe für die relevanten Jahre
2000 bis 2004 alleine für den Kredit zum Kauf der D._ Amortisations- und
Kapitalzinszahlungen an die P._ von CHF 413'659.95 im Jahr 2000,
CHF 435'794.05 im Jahr 2001, CHF 359'299.70 im Jahr 2002, CHF 482'589.85 im
Jahr 2003 und CHF 119' 151.55 im Jahr 2004. Diese Aufwände seien vertragliche
Verpflichtungen aus dem Erwerb der Aktienmehrheit der D._ gewesen und
seien aus den von der D._ ausgerichteten Management-Fees und Dividen-
den bezahlt worden. Die Beklagten sähen nicht ein, was daran falsch gewesen
sein sollte (act. 38 S. 165 f.).
- 38 -
Sämtliche übrigen Aufwände der G._ (gemäss den entsprechenden Jahres-
rechnungen: Aufwand + ausserordentlicher Aufwand + Wertschriftenverluste - Fi-
nanzaufwand) in der Höhe von CHF 110'125.60 im Jahr 2000, CHF 170'040.– im
Jahr 2001, CHF 48'975.70 im Jahr 2002, CHF 48'729.85 im Jahr 2003 und
CHF 58'835.85 im Jahr 2004 seien ebenfalls ausschliesslich im Zusammenhang
mit dem Holdingstatut gegenüber der D._ gestanden und seien folglich eben-
falls zu Recht aus den jährlichen Management-Fees / Dividenden der D._
beglichen worden (act. 38 S. 166 f.).
Es seien folgende jährlichen Dividenden / Management-Fees von der D._ an
die G._ ausgerichtet worden (act. 38 S. 167): 2000: Dividende: CHF 370'000 / Management Fee: CHF 192'917.20 // Total CHF 562'917.20
2001: Dividende: CHF 370'000 / Management Fee: CHF 193'580.75 // Total CHF 563'580.75
2002: Dividende: CHF 370'000 / Management Fee: CHF 214'709.45 // Total CHF 584'709.45
2003: Dividende: CHF 300'000 / Management Fee: CHF 188'610.00 // Total CHF 558'610.00
2004: Dividende: CHF 0 / Management Fee: CHF 183'872.70 // Total CHF 183'872.70
Total CHF 2'453'690.00
Diesen Einnahmen seien folgende Ausgaben der G._ für D._-bezogene
Kosten gegenüber gestanden (act. 38 S. 167): 2000: Zins +Amort. CHF 413'660 / Betriebskosten: CHF 110'126 // Total CHF 523'786.00
2001: Zins +Amort. CHF 434'794 / Betriebskosten: CHF 170'040 // Total CHF 605'834.00
2002: Zins +Amort. CHF 359'300 / Betriebskosten: CHF 48'976 // Total CHF 408'276.00
2003: Zins +Amort. CHF 482'590 / Betriebskosten: CHF 48'730 // Total CHF 531'320.00
2004: Zins +Amort. CHF 119'152 / Betriebskosten: CHF 58'836 // Total CHF 177'988.00
Total CHF 2'247'204.00
Sämtliche von der Klägerin monierten Management-Fees der Jahre 2000-2004
seien von der Generalversammlung der D._ genehmigt worden. Den Beklag-
ten sei im Zusammenhang mit den Jahresrechnungen 2000-2004 regelmässig die
Décharge erteilt worden. Dies in Kenntnis der entsprechenden Jahresrechnungen
der D._, in welchen die jährlichen Management-Fees an die G._ klar
ausgewiesen worden seien. Die Höhe der jährlichen Management-Fee an die
G._ habe jährlich gegenüber der Revisionsstelle der D._ begründet und
von dieser genehmigt werden müssen. Ebenso sei eine Überprüfung und Ge-
nehmigung der jährlichen Management-Fee der D._ an die G._ durch
- 39 -
das Steueramt des Kantons Zürich im Rahmen der jährlichen Steuerveranlagung
erfolgt. Die jährlichen Management-Fees seien im Rahmen der steuertechnischen
Akzeptanz und nicht auf den viel höheren effektiven Aufwand ausgerichtet worden
(act. 14 S. 70 f. und S. 73; act. 38 S. 164 f.).
Die Pauschalzahlungen der D._ an die G._ (1.3% des jährlichen Um-
satzes) seien konkret für die Deckung des Betriebsaufwandes der Holding, der
Personalkosten, der Kosten der Fremdfinanzierung des Aktienpaketes D._,
sowie für die Amortisation der gewährten Darlehen für den Aktienkauf D._
verwendet worden. Die G._ habe Anrecht auf die Erstattung des Betriebs-
aufwandes, der Schuldzinsen und die Erstattung einer angemessenen Dividende
durch die D._ gehabt. Die Erhebung der Management Fee mit allenfalls Divi-
dendenanteil gegenüber der D._ sei unter allen Aspekten rechtens gewesen.
Von Pflichtwidrigkeiten in dieser Hinsicht könne keine Rede sein (act. 14 S. 73 f.).
Die Zahlung der jährlichen Management-Fees sei nicht ohne Gegenleistung der
G._ erfolgt (act. 38 S. 168).
4.4.2.2. Rechtliches
Konzerne sind im Dienstleistungsbereich häufig arbeitsteilig organisiert: Be-
stimmte Dienstleistungen werden von der Konzernleitung oder spezialisierten
Konzernunternehmen erbracht und den Konzernunternehmen zur Verfügung ge-
stellt. Entsprechende Verträge enthalten konzerninterne Zahlungen, welche ei-
nerseits die zentral bei der Konzernleitung anfallenden Kosten abdecken, häufig
aber auch als Mittel zur steuergünstigen Gewinnabführung eingesetzt werden,
was zu steuerlichen Problemen führt. Die Entschädigung für solche Dienstleistun-
gen erfolgt meist pauschal durch eine umsatzproportionale Abgabe (VON BÜREN,
Schweizerisches Privatrecht, Band VIII Handelsrecht, 6. Teilband Der Konzern, 2.
Aufl. 2005, S. 394 ff.). Es darauf zu achten, dass die Stelle im Konzern, die eine
zentrale Leistung erbringt, unter Einrechnung einer angemessenen Gewinnspan-
ne, die wirklich entstandenen Kosten auf die Untergesellschaft überwälzt und die
Untergesellschaft nach Massgabe des ihr wirklich entstehenden Nutzens an die
Lasten beiträgt (BÖCKLI, a.a.O., § 11 N 431). Es fragt sich demnach, welche Leis-
tungen der Holding Mehrwerte bei den Tochtergesellschaften generieren und
- 40 -
demzufolge von der Holdinggesellschaft via Management-Fees den Konzernge-
sellschaften weiterverrechnet werden dürfen.
4.4.2.3. Würdigung
Die D._ bezahlte unbestrittenermassen eine Management-Fee von
1.3% auf dem jährlich erzielten Umsatz (unter Ausschluss der Erlöse aus Entwick-
lungsleistungen, Versicherungsleistungen, verrechnete Verkaufsspesen und Ne-
benerlösen) an die G._. Die Klägerin macht geltend, die D._ habe hier-
für keine Gegenleistung erhalten. Die Beklagten sind dagegen der Ansicht, der
G._ sei Betriebs- und Finanzaufwand entstanden, welcher habe gedeckt
werden müssen und allenfalls sei auch noch eine Dividende enthalten gewesen.
Es ist grundsätzlich zulässig, konzerninterne Dienstleistungen über Umsatzpau-
schalen zu entschädigen, doch muss damit ein angemessener Nutzen entgolten
werden.
Die Beklagten machen geltend, der G._ sei Betriebsaufwand für Miete,
Beratung, Buchführung, Verwaltungs- und Informatikaufwand sowie Personalauf-
wand entstanden, welcher habe gedeckt werden müssen. Die G._ habe di-
verse Leistungen für die D._ erbracht, wie Evaluation, Koordination sowie ju-
ristische und administrative Unterstützung. Die Berechnung des sämtlichen übri-
gen Aufwands (ohne Finanzaufwand) der Beklagten ist nicht nachvollziehbar,
kann jedoch dahingestellt bleiben. Denn es ist offensichtlich nicht gerechtfertigt,
sämtlichen Betriebsaufwand der G._ der D._ anzulasten. Einerseits hielt
die G._ gemäss den Berichten über die Prüfung der Jahresrechnung von
2000 bis 2004 (act. 3/226; act. 40/113-116) neben der Beteiligung an der D._
eine weitere Beteiligung an der "O._, France". Sie wird auch für diese Unter-
nehmung Leistungen erbracht haben, sodass auch die O._ France einen
Kostenanteil zu übernehmen hatte. Andererseits erbrachte die G._ gemäss
den Revisionsberichten von 2000 bis 2004 (act. 3/226; act. 40/113-116) Lieferun-
gen und Leistungen gegenüber Dritten und Nahestehenden in nicht unmassgebli-
chem Umfang, woraus ihr ebenfalls ein Aufwand entstanden sein dürfte, der nicht
der D._ angelastet werden kann. Der übrige Betriebsaufwand der G._
- 41 -
lag somit zumindest nicht im alleinigen Interesse der D._, weshalb es nicht
gerechtfertigt ist, ihr diese Kosten vollumfänglich zur Last zu legen.
Des Weiteren ist, wie die Klägerin zutreffend ausführt, nicht nachvollziehbar, wie
die G._ mit ihren geringen Aufwandsposten der D._ Dienstleistungen in
den Bereichen Evaluation, Koordination sowie juristische und administrative Un-
terstützung im Umfange der bezahlten Management-Fees hätte erbringen sollen.
Gemäss den Berichten über die Prüfung der Jahresrechnung von 2000 bis 2004
(act. 3/226; act. 40/113-116) betrugen der Personalaufwand ab 2001 rund
CHF 5'000.– und der Raumaufwand rund CHF 12'000.– pro Jahr. Der jährliche di-
verse Verwaltungsaufwand schwankt zwischen CHF 7'500.– und 19'500.–, der
Buchführungs- und Beratungsaufwand zwischen CHF 4'300.– und CHF 7'600.–.
Demgegenüber bezahlte die D._ Management-Fees zwischen rund
CHF 180'000.– und rund CHF 220'000.– pro Jahr.
Die Beklagten machen weiter geltend, der G._ sei ein Finanzaufwand
entstanden, denn sie habe sich anlässlich des Erwerbs der D._ im Umfang
von ca. CHF 4 Mio. fremdfinanzieren müssen, was Schuldzinsaufwand und Amor-
tisationszahlungen zur Folge gehabt habe. Gemäss dem Kreditvertrag vom
25. Juni 1995 und dem Nachtrag vom 10. Juli 1996 (act. 40/119+120) zwischen
der damaligen Q._ (heute P._) und den Beklagten erhielt die G._
zum Erwerb der D._ zwei feste Vorschüsse von CHF 1 Mio. bzw. CHF 2 Mi-
o., insgesamt CHF 3 Mio. Die daraus in den Jahren 2000 bis 2004 geleisteten
Amortisations- und Zinszahlungen zwischen CHF 360'000.– und CHF 480'000.–
wurden von den Beklagten nachvollziehbar dargelegt und ergeben sich auch aus
den Berichten über die Prüfung der Jahresrechnung der G._ von 2000 bis
2004 (act. 3/226; act. 40/113-116). Indessen ist nicht ersichtlich, inwiefern es im
Interesse der D._ liegen sollte, die G._ für den für sie bezahlten Kauf-
preis zu entschädigen. Sie erhält für solche Zahlungen keine Gegenleistung.
Weiter entrichtete die D._ der G._ Dividendenzahlungen von
CHF 370'000.– in den Jahren 2000 bis 2002 und CHF 300'000.– im Jahre 2003,
2004 wurde keine Dividende bezahlt (vgl. act. 3/226; act. 40/113-116). Es ist,
auch nach der Darstellung der Beklagten, nicht ersichtlich und nicht nachvollzieh-
- 42 -
bar, weshalb und inwiefern in den Management-Fees weitere Dividendenzahlun-
gen enthalten sein sollen. Solches läge auch nicht im Interesse der D._ und
es wäre ebenfalls keine Gegenleistung gegeben.
Sodann standen die Beklagten zur D._ als aktiver Verwaltungsratspräsident
bzw. Verwaltungsrat und CEO sowohl in einem gesellschaftsrechtlichen als auch
in einem arbeitsrechtlichen Verhältnis. Für letzteres bezogen sie gemäss ihren
Arbeitsverträgen einen Lohn (vgl. act. 3/15+16). Es ist denkbar, dass für ihre
Verwaltungsratsmandate eine zusätzliche Entschädigung vereinbart war, doch
wurde dies und auch der entsprechende Umfang von den Beklagten nicht darge-
legt. Weiter kann den beklagtischen Berechnungen zur Management-Fee nicht
entnommen werden, dass darin eine solche Entschädigung an die G._ abge-
führt wurde.
Ob eine Mittelausschüttung ohne Gegenleistung schon beim Kauf der D._
durch die G._ vorgesehen war, wie die Klägerin behauptet, lässt sich auf-
grund des von dieser erwähnten Dokuments "..." der CJ._ / T._ vom tt.
Mai 1996 (act. 3/245) nicht erstellen. Dieses bezieht sich auf eine "R._ Zug"
und eine "R._ AG". Ob es sich dabei um die G._ und die D._ han-
delt, ist nicht erkennbar. Weiter geht es um ein Darlehen der S._ Versiche-
rungsgesellschaft. Die G._ erhielt jedoch ein Darlehen von der damaligen
Q._ und heutigen Klägerin (act. 40/119+120). Schliesslich hält das Doku-
ment fest, die Holding beziehe Fees anstelle einer Dividende. Wie gesehen bezog
die G._ jedoch Dividenden von der D._.
Gemäss den Beklagten wurden die Zahlungen der Management-Fees von
der Generalversammlung der D._, der Revisionsstelle und dem kantonalen
Steueramt genehmigt, was die Klägerin bestreitet. Für die vorliegende Beurteilung
einer möglichen Pflichtverletzung der Beklagten ist eine allfällige solche Geneh-
migung nicht von Belang, weshalb nicht weiter darauf eingegangen zu werden
braucht.
Nach dem Gesagten konnten die Beklagten nicht dartun, dass die D._
für die an die G._ bezahlten Management-Fees eine nachvollziehbare und
- 43 -
angemessene Gegenleistung erhalten hat. Folglich waren diese Zahlungen nicht
im Interesse der D._, welche die Beklagten ebenso wie diejenigen der
G._ zu wahren hatten. Wie erwähnt, hat der Verwaltungsrat alle gebotene
Sorgfalt aufzuwenden, um das Gesellschaftsvermögen zu erhalten. Geschäfte
ohne angemessene Gegenleistung sind nicht erlaubt. Ein Verwaltungsrat, der der
Gesellschaft Vermögenswerte entzieht, ohne sicherzustellen, dass ihr ein ent-
sprechender Gegenwert zukommt, verhält sich pflichtwidrig. Folglich verletzten
die Beklagten ihre organschaftlichen Sorgfalts- und Treuepflichten gegenüber der
D._, indem sie die Zahlung von Management-Fees an die G._ anordne-
ten, ohne eine entsprechende Gegenleistung für die D._ zu erhalten.
4.4.3. Fazit
Zusammenfassend kann bezüglich der Pflichtverletzungen festgehalten
werden, dass die Beklagten ihre organschaftlichen Sorgfalts- und Treuepflichten
gegenüber der D._ mehrfach verletzten. Sie veranlassten, dass die D._
Kosten bezahlte, die der F._ entstanden und entsprechend auch von ihr zu
tragen gewesen wären, ohne dass die D._ hierfür ein entsprechender Ge-
genwert zukam. Zudem ordneten die Beklagten an, dass die D._ der
G._ Management-Fees bezahlte, ebenfalls ohne dass sie eine entsprechen-
de Gegenleistung erhielt.
4.5. Schaden
4.5.1. Parteistandpunkte
Die Klägerin macht geltend, es seien Kosten der F._ durch die D._
bezahlt und gleichzeitig auf deren Konto 1 (Entwicklungsprojekt F1._) akti-
viert worden (act. 1 S. 18 f. Rz. 34). Im Jahr 2002 habe die D._ total
CHF 1'034'554.72 bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert, die von der
F._ geschuldet gewesen wären (act. 1 S. 19 Rz. 35; act. 31 S. 72 Rz. 116).
Sodann habe die D._ im Jahr 2003 insgesamt von der F._ geschuldete
Kosten von CHF 1'635'743.37 bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert und
davon CHF 450'298.09 gleich wieder abgeschrieben (act. 1 S. 20 Rz. 37; act. 31
S. 78 Rz. 125). Im Jahr 2004 habe die D._ Kosten von CHF 1'029'088.35
- 44 -
bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert, die von der F._ geschuldet ge-
wesen wären (act. 1 S. 22 Rz. 39; act. 31 S. 86 Rz. 132). Weiter habe die
D._ im Jahr 2005 total CHF 514'388.58 bezahlt und als Entwicklungskosten
aktiviert, die die F._ hätte leisten müssen (act. 1 S. 24 Rz. 42; act. 31 S. 91
Rz. 138). Selbst im Jahr 2006, nachdem die Insolvenz und das Bestehen einer
begründeten Besorgnis der Überschuldung der D._ festgestellt worden sei,
habe die D._ weiterhin Zahlungen im Umfang von CHF 130'378.05 geleistet
und unter Entwicklungsprojekt F1._ aktiviert, die die F._ hätte bezahlen
müssen (act. 1 S. 24 Rz. 44; act. 31 S. 94 Rz. 143).
Die Beklagten bestätigen, dass bei der D._ ein Konto "Entwicklungspro-
jekt F1._" bestanden habe, über welches die Auslagen des Projekts
F1._ bezahlt worden seien (act. 14 S. 44). Sie bestreiten jedoch, dass die
D._ im Jahr 2002 CHF 1'034'554.72 für das Entwicklungsprojekt F1._
bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert habe und dass diese Kosten eigent-
lich von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 14 S. 44 f.). Die Beklagten
bestreiten weiter, dass die D._ im Jahr 2003 CHF 1'635'743.37, im Jahr 2004
CHF 1'029'088.35, im Jahr 2005 CHF 514'388.58 und schliesslich im Jahr 2006
CHF 130'378.05 für die F._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert ha-
be, welche eigentlich von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 14 S. 46 f.
und S. 49; act. 38 S. 114, S. 123 und S. 129).
4.5.2. Rechtliches
Schaden ist die Differenz zwischen dem gegenwärtigen Stand des Vermö-
gens des Geschädigten und dem hypothetischen Stand, den sein Vermögen ohne
die Pflichtverletzung hätte. Auch in der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit ist
grundsätzlich von dieser sogenannten Differenztheorie auszugehen (GERICKE /
WALLER, a.a.O., N 13 zu Art. 754).
Unter der Sammelposition "aktivierter Aufwand" werden in der Finanzbuch-
haltung Posten wie Gründungs-, Emissions- und Kapitalerhöhungskosten ausge-
wiesen, deren Charakterisierung als eigentliche Aktiven (Vermögenswerte) frag-
lich ist, obwohl sie vom Gesetz ausdrücklich als sog. Bilanzierungshilfe als aktivie-
- 45 -
rungsfähig betrachtet werden. Nach dem im fraglichen Zeitraum von 2002 bis
2006 in Kraft stehenden Art. 664 aOR gehören zu diesen Aufwendungen Umstel-
lungs- und Erweiterungskosten des Geschäfts mit länger wirkendem Nutzen. Von
einer Erweiterung wird unter anderem dann gesprochen, wenn neue Produkte
oder Geschäftszweige eingeführt werden (BOEMLE / LUTZ, Der Jahresabschluss,
5.A., Zürich, 2008, S. 347 f.). Selbstredend kann eine Gesellschaft nur die Auf-
wendungen für ihre eigenen Erweiterungen aktivieren.
4.5.3. Würdigung
4.5.3.1. Entwicklungskosten
a) Vorbemerkungen
aa) Die Klägerin stützt ihre Behauptungen insbesondere auf die Kontoblätter des
Kontos 1 (Entwicklungsprojekt F1._) der Jahre 2002 bis 2006 aus der Fi-
nanzbuchhaltung der D._ (act. 3/65-67, act. 3/122+129) sowie auf die ge-
prüften Jahresrechnungen 2002 bis 2006 der D._ (act. 3/68, act. 3/218,
act. 3/222, act. 3/250, act. 3/251).
Die Beklagten rügen, die Klägerin reiche zum Nachweis dieser Zahlungen
lediglich das Kontoblatt 1 aus der Finanzbuchhaltung 2002 der D._ ins
Recht. Damit sei nicht nachgewiesen, dass es sich um einen Auszug aus der de-
finitiven Finanzbuchhaltung der D._ handle (act. 14 S. 44 f.). Die Beklagten
hätten keinen Zugang zu den Akten der D._, [D._ AG] sowie der
E._. Die Echtheit der eingereichten Jahresrechnungen 2002 bis 2006 der
D._ sowie des Kontoblattes ... (Entwicklungsprojekt F1._) der D._
von 2002 bis 2006 müsse somit zumindest mit Nichtwissen bestritten werden. Die
Klägerin werde aufgefordert, die entsprechenden, von den Beklagten unterzeich-
neten, Originale (Jahresabrechnungen 2002 bis 2006) ins Recht zu legen (act. 38
S. 106, S. 108, 111, S. 114, S. 122, S. 128 und S. 132).
Die Klägerin erwidert, die Beklagten übersähen, dass der ins Recht gelegte
Auszug des Kontos 1 der D._ des Jahres 2002 vom 9. Juli 2006 datiere. Die
Jahresrechnung 2002 der D._ sei aber am 11. Juni 2003 von der Revisions-
- 46 -
stelle testiert worden. Da der Jahresendsaldo des Auszugs des Kontos 1 (Ent-
wicklungsprojekt F1._) der D._ von 2002 auf den Rappen genau mit
dem in der Jahresrechnung 2002 der D._ für das Entwicklungsprojekt
F1._ aktivierten und testierten Wert übereinstimme, könne deshalb ohne
Weiteres davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Auszug aus der de-
finitiven Finanzbuchhaltung der D._ handle (act. 31 S. 73 Rz. 117).
Die Auszüge des Kontos 1 der Jahre 2002 bis 2005 datieren vom 9. Juli
2006 (act. 3/65-67; act. 3/122), derjenige des Jahres 2006 vom 14. August 2007
(act. 3/129). Die Revisionsberichte datieren vom 11. Juni 2003 (act. 3/222), vom
26. Juli 2004 (act. 3/218), vom 20. Juli 2005 (act. 3/68), vom 26. April 2006
(act. 3/251) und vom 17. August 2006 (betrifft das erste Halbjahr 2006;
act. 3/250). Die Kontoauszüge datieren somit jeweils nach dem Revisionsbericht,
sodass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um Auszüge aus der de-
finitiven Buchhaltung der D._ handelt. Die Schlussbeträge der Kontoauszüge
bzw. betreffend das Jahr 2006 der Kontostand per 30. Juni 2006 stimmen weiter
exakt mit den in der geprüften Bilanz unter Aktiven aufgeführten Beträgen für
Entwicklungskosten F1._ überein. Es bestehen somit keine Anhaltspunkte
für Zweifel an der Korrektheit der Kontoauszüge. Solche legen die Beklagten
denn auch nicht dar. Im Übrigen berufen sie sich selbst sowohl auf die Kontoaus-
züge als auch auf die Revisionsberichte. Auf die Nachforderung von Originalen
kann demnach verzichtet werden.
bb) Die Beklagten rügen weiter, mit dem Kontoblatt 1 aus der Finanzbuchhal-
tung der D._ sei nicht nachgewiesen, dass die aufgeführten Belastungen
überhaupt mit dem Entwicklungsprojekt F1._ in Verbindung stünden. Die
Tatsache, dass die Belastungen auf dem Konto 1 (Entwicklungskosten F1._)
aufgeführt seien, lasse noch nicht darauf schliessen, dass die Aufwendungen im
Zusammenhang mit oder gar für die F._ erfolgt seien (act. 14 S. 44 f.).
Aus den von der Klägerin vorgelegten Blättern des Kontos 1 (Entwicklungsprojekt
F1._) gehen die von ihr für diese Jahre behaupteten aktivierten Aufwendun-
gen hervor, und zwar stets unter Nennung eines Textes für die Buchung (meist
Person oder Sache), des Gegenkontos und des Betrages (act. 3/65-67;
- 47 -
act. 3/122+129). Die Beklagten bestätigten selbst, dass bei der D._ ein Kon-
to "Entwicklungsprojekt F1._" bestanden habe, über welches die Auslagen
des Projekts F1._ bezahlt worden seien (act. 14 S. 44), sodass von einem
Zusammenhang der aufgeführten Zahlungen mit dem Entwicklungsprojekt
F1._ auszugehen ist. Hingegen geht nicht aus dem Kontoauszug hervor,
dass diese Aufwendungen der F._ entstanden sind und von dieser zu tragen
gewesen wären. Mithin ist der entscheidende Zusammenhang zwischen den
Ausgaben der D._ und den tatsächlichen Aufwendungen der F._ nicht
offensichtlich. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die von der D._ bezahl-
ten Aufwendungen – in rechtlicher Hinsicht – auch von ihr geschuldet waren oder
ob sie mit der F._ in Zusammenhang standen und dementsprechend auch
von dieser zu begleichen gewesen wären. Der Bestand eines Zusammenhangs
der einzelnen Kosten mit der F._ ist von der Klägerin zu behaupten und
nachzuweisen. An diesen Nachweis dürfen indes keine überspannten Anforde-
rungen gestellt werden. Denn angesichts der teilweise sehr klaren Zuordnungs-
möglichkeiten ist doch erkennbar, dass sich bei den beiden Beklagten ein gewis-
ses Handlungsmuster betreffend das Konto 1 der D._ etabliert hatte.
Wie aus dem Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag vom 16. Mai 2002 (act. 3/21)
ersichtlich, waren grundsätzlich sowohl die D._ als auch die F._ im Ent-
wicklungsprojekt F1._ tätig. Das von den Beklagten repetitiv vorgetragene
Argument, F1._ sei ein Projekt der D._ gewesen, ist damit so nicht
stichhaltig. Wie bereits ausgeführt, darf vom Beklagten erwartet werden, dass er
rechtsrelevanten Sachvorbringen des Klägers mit konkreten Angaben wider-
spricht (BGE 105 II 143, E.6.a.bb, S. 146). Die Beklagten hätten den Begründun-
gen der Klägerin, weshalb die einzelnen Zahlungen der F._ zuzuordnen sind,
im Einzelnen entgegenzuhalten gehabt, inwiefern und weshalb die Kosten mit der
D._ anstatt der F._ in Zusammenhang stehen. Im Folgenden wird daher
auf dieses generelle Argument der Beklagten nicht mehr eingegangen.
Die Frage ob die Zahlung eines Aufwandes der F._ durch die D._ durch
ein Interesse ihrerseits allenfalls gerechtfertigt war, ist keine Frage der Scha-
- 48 -
densermittlung, sondern der Pflichtverletzung, und daher im Nachfolgenden nicht
zu untersuchen.
cc) Davon ausgehend, dass die Buchhaltung korrekt geführt wurde, kann zur
Ermittlung der Frage, ob die von der D._ bezahlten Entwicklungskosten ei-
nen Zusammenhang zur F._ haben, auf die von den Parteien eingereichten
Belege abgestellt werden. Auf die Einvernahme der von den Parteien, insbeson-
dere den Beklagten, offerierten zahlreichen Zeugen kann dahingegen verzichtet
werden, da sie nicht zielführend wäre. Gegenstand des Zeugnisses ist die Aussa-
ge über potentiell entscheidrelevante Tatsachen (WEIBEL / NAEGELI, in: SUTTER-
SOMM / HASENBÖHLER / LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung (ZPO), 2. Aufl. 2013, N 7 zu Art. 169 ZPO). Die Ausführungen der
Parteien zu den entscheidrelevanten Tatsachen – sofern rechtsgenügend vor-
handen – werfen indes keine Fragen auf, die nicht mittels der im Recht befindli-
chen Urkunden geklärt werden könnten, sodass ein Zeugenbeweis entbehrlich ist.
Die Beurteilung, ob ein Aufwand "zu Recht" von der D._ an Stelle der
F._ erbracht wurde, beinhaltet eine Wertung und eine rechtliche Würdigung,
welche unter dem Titel der Pflichtverletzung zu prüfen ist.
Die Parteien stellen weiter diverse Anträge betreffend Edition. Die Klägerin will
Originalrechnungen bei der F._ oder den Beklagten edieren. Ersteres ist
nicht zielführend, da es vorliegend um die Buchhaltung und Zahlungen der
D._ geht, über welche die F._ keine Unterlagen besitzt. Ebenso ist eine
Edition bei den Beklagten nicht zielführend, die angeben, über keine Unterlagen
zu verfügen und selbst diverse sehr weitgehende Editionsanträge stellen, welche
indes für die vorliegend zu analysierenden Tatsachen nicht von Belang erschei-
nen, sodass auch die Frage von deren Zulässigkeit offen bleiben kann.
b) Jahr 2002
aa) Die Klägerin führt aus, im Jahr 2002 habe die D._ total
CHF 1'034'554.72 bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert, die von der
F._ geschuldet gewesen wären. Dies gehe nicht nur aus dem Kontoblatt des
Kontos 1 (Entwicklungsprojekt F1._) der D._ für das Jahr 2002, sondern
- 49 -
auch aus der geprüften Jahresrechnung 2002 der D._ hervor (act. 1 S. 19
Rz. 35; act. 31 S. 72 f. Rz. 116).
Die Beklagten bestreiten, dass die D._ im Jahr 2002 CHF 1'034'554.72
für die F._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert habe, welche eigent-
lich von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 14 S. 44).
Gemäss dem Auszug des Kontos 1 für das Jahr 2002 (act. 3/65) und der
geprüften Jahresrechnung 2002 der D._ (act. 3/222) aktivierte die D._ in
diesem Jahr Entwicklungskosten in der Höhe von CHF 1'034'554.72 (Kontostand
per 31. Dezember 2002 von CHF 1'034'554.72 abzüglich Kontostand per 1. Janu-
ar 2002 von CHF 0.–). Es ist deshalb von CHF 1'034'554.72 an gesamthaft  Entwicklungskosten im Jahr 2002 auszugehen.
Die Beklagten machen weiter geltend, gemäss Lizenz- und Zusammenar-
beitsvertrag F._ / D._ vom 16. Mai 2002 habe die D._ unter Ziffer I.
1. Feststellungen erklärt, dass sie Inhaberin und unbeschränkt Verfügungsberech-
tigte über eine von ihr bisher alleine entwickelte Software des F1._-Projektes
sei. Gemäss diesen Feststellungen sei die D._ zu diesem Zeitpunkt auch In-
haberin des gesamten Know-How's betreffend die Umsetzung des F1._-
Projektes im Waagebereich gewesen. Aufgrund dieser Erklärung seien zumindest
sämtliche vor diesem 16. Mai 2002 angefallenen Kosten von der D._ alleine
zu tragen gewesen. Somit falle ein Schaden zumindest betreffend den bis 16. Ju-
ni 2002 auf dem Konto 1 verbuchten Zahlungen (zumeist 30-tägige Zahlungsfrist)
ausser Betracht (act. 38 S. 108).
Mit Datum vom 16. Mai 2002 schlossen die D._ und die F._ einen
Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag (act. 1 S. 13 Rz. 24; act. 3/21; act. 14
S. 36). Gemäss dessen Ziffer I 1. ist die D._ Inhaberin und unbeschränkt
Verfügungsberechtigte über eine von ihr bisher alleine entwickelte Software des
F1._-Projektes und ist sie auch Inhaberin über ein umfangreiches Know-How
betreffend die Umsetzung des F1._-Projektes im Waagebereich. Die
F._ wurde am tt. Mai 2000 gegründet und im Handelsregister eingetragen
(act. 3/6). Sie trat unbestrittenermassen bereits im Februar 2002 – und damit vor
- 50 -
Abschluss des Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrages mit der D._ vom Mai
2002 – an einer Messe in San Diego mit dem F1._-Projekt gegen aussen auf
(act. 1 S. 16 Rz. 30; act. 14 S. 37 f.). Die F._ war somit offensichtlich schon
vor Mai 2002 im F1._-Projekt tätig. Entgegen den Beklagten kann daher
nicht gesagt werden, dass sämtliche vor dem 16. Mai 2002 angefallenen Kosten
ohne Weiteres von der D._ zu tragen waren.
bb) Die Klägerin macht Zahlungen an H._ (H1._ bzw. H2._) über
CHF 625'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) geltend und führt dazu aus, die von
der D._ im Jahr 2002 an H._ geleisteten Zahlungen beträfen im We-
sentlichen die im Cooperation Agreement zwischen F._ und H1._ ver-
einbarten Kosten. Insbesondere befänden sich darunter auch die von der F._
unter dem vorgenannten Vertrag geschuldeten Startup-Kosten von EUR 70'000.–
und EUR 105'000.–. Daneben habe die D._ an die H2._ EUR 17'448.–
für die Produktedemonstration in San Diego überwiesen. Bis am 16. Mai 2002,
dem Datum des zwischen der D._ und der F._ abgeschlossenen Li-
zenz- und Zusammenarbeitsvertrages, hätten die Rechnungen von H._ im
Jahr 2002 dabei auf die D._, danach auf die F._ gelautet (act. 1 S. 19 f.
Rz. 36). Es sei die F._ gewesen, die das Manufacturing and Purchase Ag-
reement vom 31. Mai 2002, das Cooperation Agreement (Development) vom
6. August 2002 sowie die Amendments No. 1 vom 11. Dezember 2002 und No. 2
vom 26. November 2003 to Cooperation Agreement (Development) mit H2._
bzw. mit H1._ abgeschlossen und die Purchase Order vom 29. Oktober 2004
an H1._ erteilt habe. Die in den Vereinbarungen mit H._ enthaltenen
Kosten seien deshalb zweifellos von der F._ zu tragen gewesen (act. 31
S. 74 Rz. 118).
Die Beklagten bestreiten Zahlungen an H._ nicht, sind jedoch der An-
sicht, diesen lägen die in den Vereinbarungen mit H._ enthaltenen Kosten für
die Übernahme von F1._ zu Grunde, welche zweifellos von der D._ hät-
ten getragen werden müssen. Im Übrigen sei aufgrund des Kontoauszuges nicht
ersichtlich, wofür die einzelnen Ausgaben erfolgt seien (act. 14 S. 45 f.). Wenn
sich die D._ am 16. Mai 2002 bezüglich des F1._-Projektes als Inhabe-
- 51 -
rin und unbeschränkt Verfügungsberechtigte über eine von ihr bisher alleine ent-
wickelte Software des F1._-Projektes bezeichnet habe, sei es auch folgerich-
tig, dass die D._ die entsprechenden Gestehungskosten von H._ zu tra-
gen gehabt habe (act. 38 S. 107 f.).
Die D._ und die H._ N.V. unterzeichneten am 1. Januar 2002 ei-
nen Letter of Intent (act. 1 S. 13 Rz. 21; act. 3/19; act. 14 S. 11). Gemäss dessen
Article 1 hatte die D._ der H._ Zahlungen von zweimal EUR 70'000.–
und einmal EUR 35'000.– zu leisten. Am 31. Mai 2002 schloss die F._ mit
der N.V. H._, Division ... (H2._), einer Gesellschaft des H._-
Konzerns, ein Manufacturing and Purchase Agreement zur Produktion von 15-Zoll
F1._-Terminals ab (act. 1 S. 14 Rz. 25; act. 3/22; act. 14 S. 36 f.). Mit der
H._ ... N.V., Division H1._ (H1._) schloss die F._ am 6. Au-
gust 2002 ein Cooperation Agreement (Development) ab (act. 1 S. 14 Rz. 26;
act. 3/23; act. 14 S. 37). Mit Datum vom 11. Dezember 2002 schlossen die beiden
Unternehmungen ein Amendment No. 1 und mit Datum vom 26. November 2003
ein Amendment No. 2 zum Cooperation Agreement (act. 1 S. 15 Rz. 27; act. 3/18;
act. 3/25; act. 14 S. 37). Nach Article 3 des Cooperation Agreement (Develop-
ment) vom 6. August 2002 (act. 3/23) hatte die F._ Zahlungen von
EUR 70'000.– und EUR 105'000.– zu leisten, wobei angemerkt wurde, dass die
EUR 70'000.– bereits geleistet worden seien. Dieser Betrag wurde mit Rechnung
vom 19. Februar 2002 (act. 3/69) der D._ in Rechnung gestellt und von ihr
mit einer Zahlung von CHF 103'075.– mit Valuta 27. März 2003 beglichen
(act. 3/69a) sowie der entsprechende Betrag auf dem Konto 1 unterm 25. März
2002 mit dem Vermerk "H._ EUR 70'000.–/Jan." als Entwicklungskosten ak-
tiviert (act. 3/65). Nach den Ausführungen der Beklagten wurde der Hauptvertrag
mit H._ auf die F._ übertragen (act. 14 S. 32; act. 38 S. 7). Dement-
sprechend wurde dieser Betrag der F._ gutgeschrieben, weshalb ihr nun
auch diese Kosten anzurechnen sind. Die Rechnung vom 16. Mai 2002 (act. 3/70)
über EUR 17'448.– war ebenfalls noch an die D._ adressiert, doch beinhalte-
te sie die Kosten der Messe in San Diego, an welcher gemäss den Beklagten die
F._ auftrat, sodass folglich die entsprechenden Kosten zu deren Lasten ge-
hen. Der entsprechende Betrag von CHF 26'014.95 wurde nach dem Auszug des
- 52 -
Kontos 1 des Jahres 2002 (act. 3/65) am 28. Juni 2002 mit dem Vermerk
"H._ Demo San Diego" als Entwicklungskosten aktiviert. Sämtliche späteren
Rechnungen vom 26. Juli 2002 über EUR 165'102.–, vom 23. August 2002 über
EUR 58'957.–, vom 27. September 2002 über EUR 53'521.–, vom 25. Oktober
2002 über EUR 62'286.– und vom 22. November 2002 über EUR 23'712.– laute-
ten jeweils auf die F._ und wären daher auch von ihr zu bezahlen gewesen
(act. 3/71-75). Die entsprechenden Zahlungen in der Höhe von CHF 243'477.–,
CHF 86'943.–, CHF 78'927.–, CHF 93'179.85 und CHF 35'081.90 wurden gemäss
dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002 (act. 3/65) unter Hinweis auf H._
und den Eurobetrag von der D._ als Entwicklungskosten aktiviert. Dem Kon-
toauszug ist weiter zu entnehmen, dass eine Rückzahlung über CHF 41'442.– er-
folgte. Dieser Betrag ist in Abzug zu bringen. Insgesamt wären Zahlungen an
H._ im Betrag von CHF 625'000.– (CHF 625'256.70, nach der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) von der F._ zu leisten gewesen.
cc) Die Klägerin macht weiter eine Zahlung an U._ über CHF 8'000.– (auf
CHF 1'000.– gerundet) geltend und führt aus, die Beklagten bestritten nicht, dass
das in der Klage erwähnte Vertragsverhältnis mit U._ von der F._ abge-
schlossen worden sei. Die Beklagten behaupteten zudem nicht, dass gleichzeitig
auch eine Rechtsbeziehung zwischen U._ und der D._ bestanden habe.
Es habe deshalb für die D._ keinen Rechtsgrund gegeben, Zahlungen an
U._ zu leisten (act. 1 S. 19 Rz. 35; act. 31 S. 74 Rz. 119).
Die Beklagten halten fest, die Rechnung U._ stamme aus der ersten
Hälfte des Jahres 2002 (25. März 2002) und habe einen Einkauf betroffen, wel-
cher für das Entwicklungsprojekt F1._-Waagebereich D._ getätigt wor-
den sei. Die entsprechende Rechnung sei an die D._ adressiert (Attention
F1._-Project), die Bestellung sei von der D._ ausgegangen, habe der
D._ gedient und sei somit richtigerweise auch von der D._ beglichen
worden (act. 38 S. 109).
Die an die D._ adressierte Rechnung von U._ datiert vom 25. März
2002 (act. 32/305), was wie gesagt, jedoch noch nicht gegen einen Zusammen-
hang mit der F._ spricht, da diese nachweislich schon ab Februar 2002 im
- 53 -
F1._-Projekt tätig wurde (Messe in San Diego). Jedoch schloss die F._
erst am 28. April 2003, mithin über ein Jahr später, ein OEM Bundled Distribution
Agreement mit der amerikanischen Firma U._ ab (act. 1 S. 15 Rz. 28;
act. 3/27; act. 14 S. 37). Frühere Vertragsbeziehungen mit der F._ sind nicht
ersichtlich und wurden auch von der Klägerin nicht dargetan. Damit ist kein Zu-
sammenhang zwischen dieser Zahlung und der F._ erstellt, weshalb sie nicht
von ihr zu tragen ist.
dd) Die Klägerin bringt sodann vor, die D._ habe Zahlungen an V._
(bzw. W._ Est.) über CHF 135'000.– sowie an AA._ und AB._
(AC._) über CHF 200'000.– (jeweils auf CHF 1'000.– gerundet) erbracht. Zu-
dem macht die Klägerin einen Spesenvorschuss an AA._ über CHF 7'415.–
geltend (act. 1 S. 19 Rz. 35; act. 31 S. 72 Rz. 116 und S. 77 Rz. 124). Die Beklag-
ten bestritten nicht, dass die Anstellungsverhältnisse mit V._, AA._,
AB._ und AD._ von der F._ abgeschlossen worden seien. Die Be-
klagten behaupteten zudem nicht, dass gleichzeitig auch eine Rechtsbeziehung
zwischen den vorgenannten Personen und der D._ bestanden habe. Es ha-
be deshalb für die D._ keinen Rechtsgrund gegeben, Zahlungen an V._,
AA._ oder AB._ zu leisten, unabhängig davon, wofür diese Zahlungen
genau erfolgt seien (act. 31 S. 74 Rz. 119).
Die Beklagten führen hierzu aus, soweit es um Zahlungen in der ersten Hälf-
te 2002 gehe, werde vorab darauf verwiesen, dass aufgrund der Erklärung unter
Ziffer I. im Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag F._ / D._ vom 16. Mai
2002 klar sei, dass zumindest sämtliche vor diesem Datum angefallenen Kosten
von der D._ alleine zu tragen gewesen seien. Somit falle ein Schaden zu-
mindest betreffend die bis 16. Juni 2002 auf dem Konto 1 verbuchten Zahlungen
(zumeist 30-tägige Zahlungsfrist) ausser Betracht (act. 38 S. 108). Im Übrigen
hätten V._ (über die Firma W._ Est.), AA._ (zum Teil über
AC._), AB._ und AD._ am Entwicklungsprojekt F1._-
Waagebereich der D._ gearbeitet, weshalb die entsprechenden Kosten zu
Recht über das Entwicklungskonto F1._ (...) der D._ gebucht worden
seien. Insofern habe ein Arbeitsverhältnis zur D._ bestanden, zumindest ein
- 54 -
mündliches oder konkludentes. Betreffend AA._, AB._ und AD._
lege die Klägerin keinen Vertrag mit der F._ ins Recht. Diese hätten aber klar
an einem Entwicklungsprojekt der D._ gearbeitet. Eine vertragliche Bezie-
hung zur F._ werde folglich von den Beklagten bestritten. Die Rechnungen
der W._ Est. seien an die D._ adressiert. Sie seien folglich zu Recht von
der D._ beglichen worden. Die Rechnungen belegten, dass auch die
W._ Est. (als Verleihfirma von V._) gewusst habe, dass die Leistungen
von V._ für die D._ erbracht worden seien. Zudem seien lediglich Rech-
nungen im Umfang von CHF 95'000.– vorgelegt worden. Es würden aber Zahlun-
gen an V._ im Umfang von CHF 135'000.– behauptet (act. 38 S. 109).
Die Beklagten nehmen jedoch andernorts in ihren Vorträgen mehrfach eine
gegenteilige Position ein. So bestreiten sie im Rahmen der Erörterung der Vorge-
schichte die Anstellung dieser Mitarbeiter durch die F._ nicht (act. 14 S. 37)
und bestreiten ausdrücklich nicht, dass unter anderem Personalkosten für das
Projekt F1._ mehrheitlich über die D._ abgewickelt wurden, obwohl je-
weils die F._ nach aussen auftrat (act. 14 S. 43 f.). Die Beklagten führen wei-
ter aus, die Basisentwicklung sei durch die F._ erfolgt und innerhalb dieser
unter anderem durch AA._, welcher COO der F._ geworden sei.
AA._ habe mehrheitlich in den Räumlichkeiten von H._ in Holland gear-
beitet, sei aber auch in den Geschäftsräumlichkeiten der F._ tätig gewesen
(act. 14 S. 9). Andernorts bringen die Beklagten vor, AA._ sei zweifellos mit
F1._ und der F._ in Zusammenhang zu bringen (act. 14 S. 28 f.). Die
Beklagten lassen auch mehrfach verlauten, die Anstellungsverhältnisse
AA._, AD._, AB._, V._ etc. seien formal über die F._ ge-
laufen (act. 38 S. 10 und S. 12). Weiter heisst es in den beklagtischen Vorbringen,
zur Umsetzung dieser Projekte (mit F1._-Technologie als Plattform mit bidi-
rektionaler Kommunikation und Datenmanagement) "Automatische Medikati-
on/Pillbox" seien AA._, AB._ und AD._ von H._ übernommen
und über die F._ angestellt worden (act. 38 S. 3). Schliesslich halten die Be-
klagten fest, es sei richtig, dass die Anstellungsverhältnisse mit V._,
AA._, AB._ und AD._ von der F._ abgeschlossen und die da-
mit verbundenen Kosten von der D._ getragen worden seien (act. 38 S. 99).
- 55 -
Die von den Beklagten eingenommenen Positionen stehen sich offensicht-
lich entgegen, sind mithin widersprüchlich. Ist das Vorbringen einer Partei unklar,
widersprüchlich, unbestimmt oder offensichtlich unvollständig, so gibt ihr das Ge-
richt durch entsprechende Fragen Gelegenheit zur Klarstellung und zur Ergän-
zung (richterliche Fragepflicht, Art. 56 ZPO). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung hängt die richterliche Fragepflicht von den konkreten Umständen
ab, namentlich der Schwierigkeit des Falles, den Kenntnissen der Parteien und ih-
rer allfälligen anwaltlichen Vertretung. Die Fragepflicht betrifft vor allem nicht ver-
tretene Parteien ohne juristische Kenntnisse, währendem sie gegenüber anwalt-
lich vertretenen Parteien nur mit Zurückhaltung anzunehmen ist. Sie darf nicht
dazu dienen, prozessuale Nachlässigkeiten der Parteien auszugleichen (Urteil
des Bundesgerichts 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014, E.1.3.2; Urteil des Bundesge-
richts 4D_57/2013 vom 2. Dezember 2013, E.3.2; Urteil des Bundesgerichts
4A_444/2013 vom 5. Februar 2014, E.6.3.3). Auffallend ist, dass die Beklagten
lediglich an einer konkreten Stelle bestreiten, dass eine vertragliche Beziehung
zur F._ bestanden habe und geltend machen, es habe zumindest ein münd-
liches oder konkludentes Arbeitsverhältnis zur D._ bestanden, während sie in
ihren sämtlichen sonstigen Ausführungen vom Gegenteil ausgehen. Da die Be-
klagten die Anstellungen durch die F._ auch in der zweiten Rechtsschrift im
Zusammenhang mit der allgemeinen Vorgeschichte anerkennen und auch in ihren
weiteren Ausführungen davon ausgehen und dies lediglich in den Ausführungen
zu den Entwicklungskosten bestreiten, ohne jedoch die anderen Bemerkungen zu
korrigieren, ist erkenntlich, dass es sich dabei um eine blosse Schutzbehauptung
handelt. Aufgrund der konsistenten gegenteiligen Ausführungen kann kein Verse-
hen angenommen werden. Doch selbst wenn, dürfte eine solche prozessuale
Nachlässigkeit nicht über richterliche Fragen korrigiert werden, weshalb sich sol-
che erübrigen. Es ist daher auf die Anerkennung der Anstellungen von V._,
AA._, AD._ und AB._ durch die F._ hier und auch im Folgen-
den abzustellen. Anderweitige oder zusätzliche Tätigkeiten der Genannten bei
oder für die D._ werden von den Beklagten nicht hinreichend substantiiert
geltend gemacht.
- 56 -
Demnach stellte die F._ anerkanntermassen ab Oktober 2001 V._ als
Vice President Marketing & Sales, ab spätestens Januar 2002 AA._ als Vice
President Systems Architecture / COO und AB._ als Sales Engineer / Vice
President Research & Development und ab Juni 2003 AD._ als Vice Presi-
dent Tech Support ein (act. 1 S. 15 Rz. 29; act. 3/28a+b; act. 14 S. 37).
Betreffend V._ legt die Klägerin zwei Verträge der F._ mit der
W._ Est. vom 10. Oktober 2001 und vom 1. Juni 2006 (act. 3/28a+b) sowie
12 monatliche Rechnungen des Jahres 2002 über total CHF 95'000.–
(act. 32/306) ins Recht. Wie vorstehend erörtert, ist von einer Anstellung von
V._ bei der F._ auszugehen, sodass ein Zusammenhang dieser Zah-
lungen mit der F._ erstellt ist. Dass Rechnungen vor dem Lizenz- und Zu-
sammenarbeitsvertrag vom 16. Mai 2002 datieren, spricht nicht gegen einen Zu-
sammenhang mit der F._, da diese V._ schon ab Oktober 2001 als Vice
President Marketing & Sales angestellt hatte und nachweislich schon ab Februar
2002 im F1._-Projekt tätig wurde (Messe in San Diego). Da nach den beklag-
tischen Ausführungen die Aufwände ungeachtet der vertraglichen Verpflichtung
der F._ der D._ belastet wurden, ist nicht weiter von Bedeutung, dass
sich die Rechnungen an die D._ richten. Die entsprechenden Zahlungen sind
im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002 (act. 3/65) aufgeführt. Dementspre-
chend bezahlte die D._ Aufwendungen über CHF 95'000.–, welche die F._ hätte tragen müssen.
Die weiteren von der Klägerin geltend gemachten rund CHF 40'000.– betref-
fen Spesenrechnungen von V._. Sie reicht dazu Rechnungen der Visa Kre-
ditkarte von V._ über CHF 39'346.60 zu den Akten (act. 32/307).
Die Beklagten halten entgegen, sämtliche Kreditkartenabrechnungen von
V._ seien an die D._ adressiert und beträfen eine auf die D._ lau-
tende VISA-Karte. Die entsprechenden Rechnungen seien zu Recht von der
D._ bezahlt worden. Die Kreditkartenbelastungen beträfen zudem teilweise
den Zeitraum vor dem 16. Mai 2002. Sämtliche Kreditkartenbelastungen beträfen
das F1._-Projekt der D._ (act. 38 S. 109).
- 57 -
Die Rechnungen halten fest, dass sie Bezüge von V._ betreffen
(act. 3/307). Aufgrund der Anstellung von V._ bei der F._ ist ein Zu-
sammenhang wie erwähnt erstellt. Da nach den beklagtischen Ausführungen die
Aufwände ungeachtet der vertraglichen Verpflichtung der F._ der D._
belastet wurden, ist nicht weiter von Bedeutung, dass sich die Rechnungen an die
D._ richten. Dass Rechnungen vor dem Lizenz- und Zusammenarbeitsver-
trag vom 16. Mai 2002 datieren, spricht nicht gegen einen Zusammenhang mit der
F._, da diese V._ schon ab Oktober 2001 als Vice President Marketing
& Sales angestellt hatte und nachweislich schon ab Februar 2002 im F1._-
Projekt tätig geworden war (Messe in San Diego). Die Zahlungen zu den einzel-
nen Rechnungsbeträgen sind dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002
(act. 3/65) zu entnehmen. Somit bezahlte die D._ Aufwendungen im Betrag
von CHF 39'346.60, welche die F._ hätte leisten müssen.
Betreffend die Zahlungen an AA._ und AB._ (AC._) über
CHF 200'000.– reicht die Klägerin acht Rechnungen der AC._ über insge-
samt EUR 77'742.50 entsprechend CHF 131'670.60 ein (act. 32/308).
Die Beklagten führen dazu aus, teilweise beträfen die Rechnungen der
AC._ Leistungen vor dem 16. Mai 2002. Sämtliche Rechnungen seien an die
D._ adressiert worden (Attn. Administration F1._ Project). Sie seien fol-
gerichtig von der D._ beglichen worden. Sämtliche von der AC._ abge-
rechneten Leistungen hätten das F1._-Projekt der D._ betroffen. An-
derslautende Vereinbarungen (z.B. mit der F._) mit AA._ oder der
AC._ existierten nicht, respektive seien von der Klägerin in diesem Prozess
nicht eingereicht worden. Die behaupteten Zahlungen an AA._ und
AB._ im Jahr 2002 in der Höhe von CHF 200'000.– seien nicht ausgewiesen
(act. 38 S. 109).
Den Rechnungen ist zu entnehmen, dass sie Leistungen von AA._ und
AB._ betreffen (act. 32/308). Da nach den beklagtischen Ausführungen die
Aufwände ungeachtet der vertraglichen Verpflichtung der F._ der D._
belastet wurden, ist nicht weiter von Bedeutung, dass sich die Rechnungen an die
D._ richten. Dass Rechnungen vor dem Lizenz- und Zusammenarbeitsver-
- 58 -
trag vom 16. Mai 2002 datieren, spricht nicht gegen einen Zusammenhang mit der
F._, da diese ab spätestens Januar 2002 AA._ als Vice President Sys-
tems Architecture / COO und AB._ als Sales Engineer / Vice President Re-
search & Development angestellt hatte und zudem nachweislich schon ab Febru-
ar 2002 im F1._-Projekt tätig wurde (Messe in San Diego). Die entsprechen-
de Zahlungen lassen sich dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002 (act. 3/65)
entnehmen. Demnach bezahlte die D._ Kosten, welche die F._ hätte
leisten müssen, im Umfang von CHF 131'670.60.
Die Klägerin reicht weiter sechs Rechnungen von AE._ aus dem Jahr
2002 über je EUR 6'000.– ins Recht (act. 32/309).
Die Beklagten führen hierzu aus, sämtliche Rechnungen von AE._ sei-
en an die D._ adressiert und somit auch zu Recht von dieser bezahlt worden.
Anderslautende Vereinbarungen (z.B. mit der F._) mit einer AE._ exis-
tierten nicht, respektive seien von der Klägerin in diesem Prozess nicht einge-
reicht worden. Die Rechnungen beträfen das Projekt F1._ der D._
(Consulting-Leistungen) der Monate Oktober bis Dezember 2002. Die entspre-
chenden Rechnungen fänden sich nicht im Kontoblatt 1, 2002 (act. 38 S. 109).
Es ergibt sich nicht aus diesen Rechnungen von AE._, inwiefern sie mit
AA._ und / oder AB._ oder der F._ in Zusammenhang stehen und
dies wird von der Klägerin auch nicht erläutert, sodass ein solcher Zusammen-
hang nicht erstellt werden kann.
Betreffend den Spesenvorschuss an AA._ über CHF 7'415.– legt die
Klägerin zwei Spesenabrechnungen von AA._ zu den Akten (act. 32/310).
Dazu halten die Beklagten fest, die handschriftliche Auflistung "Spesenkonto
AA._" sei unübersichtlich und könne nicht nachvollzogen werden. Ausser-
dem sei nicht klar, wer diese erstellt habe. Die meisten Positionen beträfen das
Jahr 2003. Die einzelnen Positionen hätten keinen Eingang in das Kontoblatt 1,
2002 der D._ gefunden. Soweit Positionen dem Entwicklungsprojekt
- 59 -
F1._ belastet worden seien, hätten diese das F1._-Project der D._
(Waagebereich) betroffen (act. 38 S. 109 f.).
Im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002 findet sich eine Zahlung vom
5. September 2002 mit dem Vermerk "AA._ Spesenvorschuss" über
CHF 7'415.– (act. 3/65). Dieser Betrag ergibt sich zwar nicht aus den eingereich-
ten Abrechnungen, doch da AA._ anerkanntermassen bei der F._ ange-
stellt und eine Spesenentschädigung offensichtlich vereinbart war (act. 32/310)
sowie eine entsprechende Zahlung ausgewiesen ist, lässt sich ein Zusammen-
hang mit der F._ erstellen. Die entsprechenden Kosten von CHF 7'415.–  damit von ihr zu tragen gewesen.
ee) Die Klägerin macht weiter Zahlungen der D._ für Briefpapier und Visi-
tenkarten für die F._ über CHF 6'373.85 geltend. Es sei zutreffend, dass die
D._ in den Rechnungen des Druckzentrums ... vom 30. November 2002 und
von AF._ vom 18. Oktober 2002 als Rechnungsadresse aufgeführt sei. Die
Rechnung des Druckzentrums ... sei für "Briefschaft F1._". Das Druckzent-
rum ... habe dabei den zweifarbig warmrot/grauen Druck und die Lieferung von to-
tal 5'300 Briefbogen, 600 Adressetiketten, 500 Couverts und 4 x 300 Visitenkarten
in Rechnung gestellt. Da die D._ blau bedrucktes Briefpapier und Visitenkar-
ten und kein Produkt F1._ gehabt habe, könnten die fraglichen Briefbogen,
Adressetiketten, Couverts und Visitenkarten nicht für die D._ bestimmt ge-
wesen sein. Die F._ dagegen habe ein Logo in den Farben warmrot/grau ge-
habt, sodass die vom Druckzentrum ... fakturierten Waren zweifelsohne für die
F._ bestimmt gewesen seien. Gleich verhalte es sich auch mit der Rechnung
der Firma AF._, welche fünf Stempel mit dem Aufdruck "F._ Ltd., ...
[Adresse]" in Rechnung gestellt habe. Es sei offensichtlich, dass die D._
nicht fünf Stempel mit der Firma und der Adresse der F._ benötigt habe,
sondern dass diese für die F._ bestimmt gewesen seien (act. 31 S. 75 f.
Rz. 120 und 122). Die Klägerin bestreite zudem, dass die D._ aufgrund der
Vereinbarung im Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag zwischen der D._ und
der F._ verpflichtet gewesen sei, Zahlungen für Briefpapier, Etiketten und
Couverts sowie Stempel der F._ zu leisten. Gemäss Ziffer II Rz. 7 des Li-
- 60 -
zenz- und Zusammenarbeitsvertrages habe die D._ die F._ in Sachen
Werbung, Organisation und Personalberatung nur kostenlos zu beraten gehabt.
Eine Tragung der entsprechenden Kosten der F._ durch die D._ sei da-
gegen im Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag nirgendwo stipuliert (act. 31 S. 77
Rz. 124).
Die Beklagten erwidern, die Bestellung vom Druckzentrum ... sei offensicht-
lich von AG._, D._, ausgegangen. Dieser sei bei der D._ angestellt
gewesen und habe mit der F._ nichts zu tun gehabt. Er habe folglich für die
F._ gar keine Bestellungen auslösen können. Die Rechnung sei an die
D._ adressiert und von der D._ folglich zu Recht beglichen worden. Die
Rechnung sei nicht im F1._-Entwicklungskonto 1, 2002 enthalten. Die Rech-
nung von AF._ laute auf die D._ und sei folglich zu Recht von der
D._ beglichen worden. Die Zahlungen für Briefpapier, Etiketten und Couverts
sowie Stempel seien aufgrund der Vereinbarung im Lizenz- und Zusammenar-
beitsvertrag zwischen der D._ und der F._ erfolgt, wonach die D._
die F._ nach Kräften zu unterstützen und sie kostenlos in Sachen Werbung,
Organisation und Personalberatung zu beraten gehabt habe (act. 14 S. 45 f.;
act. 38 S. 112).
Die Klägerin legt zwei Rechnungen des Druckzentrums ... vom 30. Novem-
ber 2002 (act. 3/76) und 30. Dezember 2002 (act. 32/318) sowie eine Rechnung
von AF._ vom 18. Oktober 2002 (act. 3/77) ins Recht. Die erste Rechnung
des Druckzentrums ... betrifft "Briefschaft F1._" in warmrot-grauem Druck.
Die F._ verwendete ein Logo betreffend F1._ in den Farben rot und
grau (vgl. act. 32/313). Dass die D._ selbiges Logo verwendet hat, machen
die Beklagten nicht geltend. Somit betrifft dieser Aufwand die F._, nicht die
D._. Die zweite Rechnung betrifft Visitenkarten für V._. Er war aner-
kanntermassen bei der F._ angestellt, sodass dieser Aufwand ebenfalls nicht
die D._ betrifft. Es ist nicht ersichtlich, dass die Bestellung von AG._ von
der D._ ausging, er wird lediglich in der Rechnungsadresse erwähnt, was je-
doch nicht entscheidend ist. Die Adressstempel "F._ Ltd., ... [Adresse]" be-
treffen offensichtlich die F._ und nicht die D._. Gemäss Lizenz- und Zu-
- 61 -
sammenarbeitsvertrag vom 16. Mai 2002 (act. 3/21) verpflichtete sich die D._
als Lizenzgeberin, die F._ als Lizenznehmerin nach Kräften zu unterstützen
und sie überdies kostenlos in Sachen Werbung, Organisation und Personalbera-
tung zu beraten. Betreffend die Bezahlung von Kosten für Büromaterial steht
nichts vermerkt. Die entsprechenden Rechnungsbeträge von CHF 6'107.– (exkl.
MwSt.), CHF 266.85 (inkl. MwSt.) und CHF 170.– sind im Auszug des Kontos 1
enthalten (act. 3/65). Diese Zahlungen stehen mit der F._ in Zusammenhang
und wären daher von ihr zu tragen gewesen. Die Klägerin macht von Gesamtbe-
trag von CHF 6'543.85 lediglich CHF 6'373.85 geltend, weshalb auch nur dieser Betrag berücksichtigt werden kann.
ff) Die Klägerin führt aus, die D._ habe CHF 9'890.60 für IT Hard- und
Software für Mitarbeiter der F._ bezahlt (act. 31 S. 76 f. Rz. 122).
Nach den Beklagten wurden die Rechnungen für IT Hard- und Software an
die D._ adressiert und folglich zu Recht von der D._ beglichen (act. 38
S. 111).
Die Klägerin reicht eine Rechnung der AH._ vom 15. Januar 2002, zwei
der AI._ vom 22. Januar 2002 und vom 29. April 2002 und eine weitere der
AJ._ vom 19. Januar 2002 ins Recht (act. 32/314). Die erste Rechnung
nennt unter Lieferadresse AA._ und eine Adresse in den Niederlanden. Die
zweite führt unter der Lieferadresse zwar zuerst die D._ auf, dann aber wei-
ter dieselbe Adresse wie die erste Rechnung. Da AA._ anerkanntermassen
bei der F._ angestellt war und diese Lieferungen direkt an ihn gingen, stehen
die entsprechenden Aufwendungen mit ihm und damit mit der F._ in Zu-
sammenhang und sind entsprechend auch von ihr zu bezahlen. Die zweite Rech-
nung von AI._ nimmt unter "Ihre Referenz" auf "V._" Bezug und auch
diejenige von der AJ._ richtet sich zuhanden von "Herrn V._". Aner-
kanntermassen arbeitete V._ für die F._. Folglich gehen ihn betreffende
Aufwendungen zu Lasten der F._. Die entsprechenden Zahlungen von
CHF 2'810.60, CHF 4'991.–, CHF 875.– und CHF 1'214.– (exkl. MwSt.) lassen
sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002 der D._ finden (act. 3/65).
- 62 -
Demnach ergeben sich Zahlungen der D._ für IT Hard- und Software für Mit-
arbeiter der F._ im Betrag von CHF 9'890.60.
gg) Weiter bringt die Klägerin vor, die D._ habe CHF 5'028.50 für Flugti-
ckets nach Holland und Belgien für Mitarbeiter der F._ bezahlt (act. 31
S. 76 f. Rz. 122).
Die Beklagten entgegnen, die Rechnungen für Flugtickets seien an die
D._ adressiert, beträfen die D._ und seien zu Recht von dieser begli-
chen worden. Der Aufwand (1. Rechnung) sei vor dem 16. Mai 2002 entstanden.
Die Reisen des Beklagten 2 hätten in direktem Zusammenhang mit dem
F1._-Projekt der D._ gestanden (act. 38 S. 111).
Bei den Akten liegen drei Rechnungen der AK._ Reisen sowie die Ko-
pie eines Flugtickets (act. 32/315). Die beiden Rechnungen vom 2. April 2002 und
vom 21. Oktober 2002 sowie das Flugticket vom 21. August 2002 lauten auf den
Beklagten 2. Der Beklagte 2 war Delegierter des Verwaltungsrats der D._
und Verwaltungsratspräsident der F._. In welcher Funktion er diese Flugrei-
sen unternahm, kann den Belegen nicht entnommen werden und wird von der
Klägerin auch nicht näher dargelegt. Ein Zusammenhang dieser Aufwendungen
mit der F._ kann damit nicht erstellt werden. Die Rechnung der AK._
Reisen vom 24. Oktober 2002 über CHF 749.– betrifft V._, welcher  für die F._ tätig war. Diesbezüglich besteht somit ein Zu-
sammenhang zur F._. Da nach den beklagtischen Ausführungen die Auf-
wände im Zusammenhang mit dieser Anstellung ungeachtet der vertraglichen
Verpflichtung der F._ der D._ belastet wurden, ist nicht weiter von Be-
deutung, dass sich die Rechnungen an die D._ richten. Die entsprechende
Zahlung lässt sich im Auszug des Kontos 1 der D._ finden (act. 3/65). Somit
ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ in der Höhe von CHF 749.–.
hh) Die Klägerin macht die Bezahlung von Hotelkosten von Mitarbeitern der
F._ durch die D._ im Betrag von CHF 5'181.10 geltend (act. 31 S. 76 f.
Rz. 122).
- 63 -
Die Beklagten meinen dazu, die Rechnungen für Hotelkosten seien an die
D._ adressiert und von der D._ folglich zu Recht beglichen worden. Die
Übernachtungen (AA._ / AL._ etc.) seien in direktem Zusammenhang
mit dem F1._-Projekt der D._ gestanden. Die Rechnungen des Hotels ...
seien ebenfalls an die D._ adressiert und folglich zu Recht von der D._
bezahlt worden. Die Aufwände seien in Zusammenhang mit dem F1._-
Projekt der D._ (Waagegeschäft) entstanden (act. 38 S. 111 f.).
Die Klägerin reicht eine Rechnung der Romantikhotels ... sowie acht Rech-
nungen des Hotels ... (act. 32/316) ins Recht. Die Rechnung des Romantikhotels
... bezieht sich auf AA._ und AL._. Weiter nimmt die Rechnung des Ho-
tels ... vom 6. November 2002 auf AA._ Bezug. Bei den restlichen Rechnun-
gen ergibt sich hingegen nicht, wem die Übernachtung diente. Die jeweiligen Zah-
lungen lassen sich jedoch im Auszug des Kontos 1 (act. 3/65) finden und sind dort
mit "Hotel ... AA._/V._", "... AA._/V._", "Hotel ...
AA._/AB._", "... V._/AA._", "Hotel ... AA._" oder "...
AA._" bezeichnet. Anerkanntermassen arbeiteten V._, AA._ und
AB._ für die F._, weshalb deren Übernachtungskosten zu ihren Lasten
gehen. Bezüglich der Rechnung vom 8. Dezember 2002 wurden vom Rech-
nungsbetrag von CHF 587.10 lediglich CHF 160.– vom Konto 1 bezahlt. Ein
handschriftlicher Vermerk auf der Rechnung weist diesen Betrag dem Projekt
F1._ zu und den restlichen Betrag von CHF 427.10 "Meeting". Entsprechend
ist der Betrag von CHF 427.10 nicht zu berücksichtigen. Die Rechnung der Ro-
mantikhotels ... bezieht sich im Betrag von CHF 728.80 auf AA._, der Rest-
betrag von CHF 330.– betrifft AL._. Bezüglich letzterem ist kein Bezug zur
F._ ersichtlich und wird von der Klägerin auch nicht dargetan. Der entspre-
chende Betrag kann daher nicht berücksichtigt werden. Es ergeben sich demnach
Aufwendungen über CHF 4'424.– welche von der F._ zu tragen gewesen wären.
ii) Weiter bezahlte die D._ nach der Klägerin Kosten des Patentanwalts
für F1._ (zum Teil Mitarbeiter der F._ erwähnt) im Betrag von
CHF 14'738.65 für die F._ (act. 31 S. 76 f. Rz. 122).
- 64 -
Die Beklagten erwidern, die Rechnungen AM._ & Partner seien an die
D._ adressiert und von dieser folglich zu Recht beglichen worden. Sie hätten
allesamt den Patentschutz F1._ und "K._" betroffen. Die D._ sei
Inhaberin dieser Patente / Patentanmeldungen gewesen. Die entsprechenden
Kosten seien ihr daher zu Recht belastet worden (act. 38 S. 112).
Hierzu reicht die Klägerin die zehn Rechnungen Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
und 10 von AM._ & Partner zu den Akten (act. 3/175). Die Rechnungen
Nr. 2, 3, 5 und 6 nehmen Bezug auf AA._ und / oder V._. Da diese an-
erkanntermassen bei der F._ gearbeitet haben, lässt sich bezüglich dieser
Rechnungen ein Zusammenhang mit der F._ erstellen. Aus den restlichen
Rechnungen ergibt sich kein Hinweis auf die F._. Die Klägerin liefert auch
keine näheren Erklärungen, sodass sich kein Zusammenhang mit der F._ er-
stellen lässt. Die Rechnungen finden sich, teilweise zusammengefasst, im Auszug
des Kontos 1, jeweils mit dem Vermerk "AM._" sowie eines präzisierenden
Zusatzes wie Anmeldung, Recherche oder ähnlich (act. 3/65). Der Aufwand ge-
mäss den Rechnungen Nr. 2, 3, 5 und 6 im Gesamtbetrag von CHF 7'491.30  demnach der F._ zu belasten gewesen.
jj) Die Klägerin macht sodann geltend, die D._ habe Kosten betreffend
AN._ Consulting für F1._ (Kontakt: Herr V._) über CHF 13'709.45
für die F._ bezahlt (act. 31 S. 76 f. Rz. 122).
Nach den Beklagten seien die Rechnungen von AN._ an die D._
adressiert und folglich von der D._ zu Recht beglichen worden. Die Aufwän-
de des Ingenieurbüros AN._ hätten in direktem Zusammenhang mit dem
F1._-Projekt der D._ (Waagegeschäft) gestanden. Die Aufwände seien
zudem vor dem 16. Mai 2002 entstanden (act. 38 S. 111 f.).
Die Klägerin reicht zwei Rechnungen des Ingenieurbüro AN._ vom
2. April 2002 und vom 3. Mai 2002 (act. 32/317) ein. Beide Rechnungen verzeich-
nen unter Kontakt "Herr V._". V._ war anerkanntermassen für die
F._ tätig, womit sich ein Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der
F._ ergibt. Dass die Rechnungen vor dem Lizenz- und Zusammenarbeitsver-
- 65 -
trag vom 16. Mai 2002 datieren, spricht nicht gegen einen Zusammenhang mit der
F._, da diese nachweislich schon ab Februar 2002 im F1._-Projekt tätig
wurde (Messe in San Diego). Im Auszug des Kontos 1 lassen sich zwei Zahlun-
gen mit den Vermerken "AN._ 01/03" und "AN._ 04" finden (act. 3/65).
Die entsprechenden Beträge stimmen jedoch nicht mit denjenigen der Rechnun-
gen überein. Die Klägerin erläutert diese Diskrepanz nicht. Somit lässt sich der
Zusammenhang der von der Klägerin vorgelegten Rechnungen mit diesen Einträ-
gen nicht erstellen, sodass nicht nachgewiesen ist, dass die Rechnungen vom
Konto 1 der D._ für die F._ bezahlt wurden.
kk) Sodann macht die Klägerin Kosten des Beklagten 2 für die Messe in San
Diego über CHF 1'741.– geltend (act. 31 S. 76 f. Rz. 124).
Die Beklagten bestreiten diese Position allgemein, ohne sich im Detail dazu
zu äussern (act. 38 S. 111 f.).
Im Auszug des Kontos 1 findet sich unter dem 19. Februar 2002 eine Belas-
tung von CHF 1'741.– mit dem Vermerk "AO._ San Diego" (act. 3/65). An der
Messe in San Diego präsentierte die F._ erstmals das Projekt F1._ (vgl.
act. 1 S. 16 Rz. 230; act. 14 S. 37). Dieser Aufwand über CHF 1'741.– entstand somit der F._ und ist auch von dieser zu tragen.
ll) Schliesslich führt die Klägerin aus, die D._ habe Zahlungen für Diver-
ses im Betrag von CHF 3'806.85 für die F._ geleistet (act. 31 S. 76 f.
Rz. 122).
Die Beklagten bringen dazu vor, der diverse Aufwand sei vor dem 16. Mai
2002 entstanden. Er sei folglich zu Recht der D._ belastet worden. Die
Rechnung der Confiserie ... AG gehe auf eine Bestellung der D._ zurück. Ein
Zusammenhang mit der F._ sei nicht erstellt. Die Rechnung des Advokatur-
büros AP._ sei augenscheinlich auf ein Mandat der D._ zurückzuführen,
ansonsten die Rechnung nicht auf die D._ ausgestellt worden wäre. Ein Zu-
sammenhang mit der F._ sei nicht erstellt. Dasselbe gelte für die Rechnung
- 66 -
des Club .... Die Zahlung an AQ._ könne ebenfalls nicht zugeordnet werden
(act. 38 S. 112).
Die Klägerin legt eine Rechnung der Confiserie ... vom 30. April 2002, eine
des Advokaturbüros AP._ vom 4. Oktober 2002 und eine vom Club ... vom
30. September 2002 (act. 32/319) zu den Akten. Alle drei Rechnungen richten
sich an die D._. Ein Zusammenhang mit der F._ kann ihnen nicht ent-
nommen werden und wird von der Klägerin auch nicht erläutert. Es finden sich
entsprechende Zahlungen im Auszug des Kontos 1 (act. 3/65), doch ohne weiter-
führende Angaben. Diese Aufwände können somit nicht der F._ angelastet
werden. Die Klägerin reicht weiter zwei E-Mails an und von V._ vom 19. Feb-
ruar 2002 und vom 17. Oktober 2002 betreffend zwei Zahlungen an einen
AQ._ ins Recht (act. 32/319). Die Zahlungsanweisungen gingen von V._
aus, der anerkanntermassen für die F._ arbeitete, sodass davon auszugehen
ist, dass die Zahlungen die F._ betreffen. Die Verbuchungen über CHF 686.–
und CHF 576.45 sind dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2002 zu entnehmen
(act. 3/65). Dass die erste Rechnung vor dem Lizenz- und Zusammenarbeitsver-
trag vom 16. Mai 2002 (act. 3/21) datiert, spricht nicht gegen einen Zusammen-
hang mit der F._, da diese nachweislich schon ab Februar 2002 im
F1._-Projekt tätig wurde (Messe in San Diego). Die entsprechenden Auf-
wendungen von total CHF 1'262.45 hätten somit von der F._ getragen  müssen.
mm) Zusammengefasst ergibt sich, dass die D._ im Jahr 2002 über das Konto 1 (Entwicklungskosten F1._) Zahlungen im Betrag von
CHF 930'364.40 leistete, zu deren Tragung die F._ verpflichtet gewesen .
c) Jahr 2003
aa) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2003 habe die D._ total
CHF 1'635'743.37 bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert (und davon
CHF 450'298.09 gleich wieder abgeschrieben), die von der F._ geschuldet
gewesen wären. Dies gehe nicht nur aus dem Kontoblatt des Kontos 1 (Entwick-
- 67 -
lungsprojekt F1._) der D._ für das Jahr 2003, sondern auch aus der ge-
prüften Jahresrechnung 2003 der D._ hervor. Dieser zeige, dass die
D._ im Jahr 2003 für das Entwicklungsprojekt F1._ gegenüber dem Vor-
jahr zusätzlich CHF 1'185'445.28 (CHF 2'220'000.– - CHF 1'034'554.72) aktiviert
habe. Da per Bilanzstichtag vom 31. Dezember 2003 vorgängig noch
CHF 450'298.09 abgeschrieben worden seien, ergäben sich daraus für das Jahr
2003 total aktivierte Entwicklungskosten von CHF 1'635'743.37
(CHF 1'185'445.28 + CHF 450'298.09) (act. 1 S. 20 Rz. 37; act. 38 S. 78
Rz. 125).
Die Beklagten bestreiten, dass die D._ im Jahr 2003 CHF 1'635'743.37
für die F._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert habe, welche eigent-
lich von der F._ geschuldet gewesen wären. Es werde weiter bestritten, dass
die Abschreibung von CHF 450'298.09 aufgerechnet werden könne (act. 14 S. 46;
act. 38 S. 114 f.).
Gemäss dem Auszug des Kontos 1 für das Jahr 2003 (act. 3/66) und der
geprüften Jahresrechnung 2003 der D._ (act. 3/218) aktivierte die D._
in diesem Jahr Entwicklungskosten in der Höhe von CHF 1'185'445.28 (Konto-
stand per 31. Dezember 2003 von CHF 2'220'000.– abzüglich Kontostand per
1. Januar 2003 von CHF 1'034'554.72). Per 31. Dezember 2003 schrieb die
D._ zudem CHF 450'298.09 aktivierte Entwicklungskosten ab (act. 3/66),
welche in der folgenden Beurteilung ebenfalls zu berücksichtigen sind, da es um
die gesamthaft effektiv von der D._ anstelle der F._ bezahlten Kosten
geht. Es ist deshalb von CHF 1'635'743.37 an aktivierten Entwicklungskosten im Jahr 2003 auszugehen.
bb) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2003 habe die D._ für H._
(H1._) CHF 680'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt, die von der
F._ geschuldet gewesen wären. Dabei habe die D._ genau die im
Amendment No. 1 zum Cooperation Agreement zwischen H1._ und F._
vereinbarten EUR 371'000.– Fixkostenbeteiligung an der Entwicklung des Pro-
dukts "... Medium-F1._" und EUR 75'000.– Vorauszahlung für die zu bezah-
lende Lizenz überwiesen, wobei die entsprechenden Rechnungen von H1._
- 68 -
auf die F._ lauteten (act. 1 S. 20 Rz. 37 f.). In den Rechnungen der H._
vom 26. Juli 2002, 23. August 2002 und 27. September 2002 sei die F._ so-
wohl Liefer- wie auch Rechnungsadresse. Der Zahlungsauftrag und die Belas-
tungsanzeige dazu datierten vom 19. bzw. 22. November 2002. Die weiteren Zah-
lungsaufträge bzw. Belastungsanzeigen betreffend H._ gehörten ebenfalls zu
Rechnungen, in denen die F._ sowohl als Liefer- als auch als Rechnungs-
adresse genannt werde. Auf der Rechnung vom 30. April 2003 sei die F._
ebenfalls Liefer- und Rechnungsadresse, doch sei diese nachträglich von Hand
gestrichen und mit einem Stempel der D._ versehen worden. Die Beklagten
hätten nicht bestritten, dass die Vereinbarung mit H1._ zur Entwicklung der
F1._-Einheit und das Manufacturing and Purchase Agreement mit H2._
für die Herstellung der F1._-Terminals von der F._ abgeschlossen und
die damit verbundenen Kosten von der D._ getragen worden seien. Es sei
deshalb erstellt, dass diese Zahlungen der D._ für die F._ erfolgt seien
(act. 31 S. 79 ff. Rz. 127).
Die Beklagten machen geltend, mit Ausnahme der Zahlungen an H._
sei nicht nachgewiesen, dass die Zahlungen im Zusammenhang mit der F._
erfolgt seien (act. 14 S. 46). Die behaupteten Zahlungen an H._ (H1._)
seien nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten (act. 38 S. 121). Die Auf-
wände der Rechnung von der H._ vom 28. Februar 2003 seien im Auftrag
der D._ entstanden. Die Kosten seien zu Recht der D._ belastet wor-
den. Die Rechnung von der H._ vom 30. April 2003 sei an die D._
adressiert. Zahlungsgrund seien F1._-Entwicklungsaktivitäten gewesen.
F1._ sei ein Entwicklungsprojekt der D._ gewesen. Die Kosten seien zu
Recht der D._ belastet worden. Beim Statement des H._ Coordination
Center vom 8. Mai 2003 handle es sich anscheinend um die Mahnung der Rech-
nung der H._ vom 30. April 2003. Es werde auf die entsprechenden Ausfüh-
rungen verwiesen (act. 38 S. 116 f.).
Die Klägerin verweist bezüglich der Zahlungen an H._ auf diverse
Rechnungen, teilweise mit Zahlungsaufträgen und Belastungsanzeigen (act. 3/69-
75, 78-80a). Die Rechnungen vom 19. Februar 2002, 16. Mai 2002, 26. Juli 2002,
- 69 -
23. August 2002, 27. September 2002, 25. Oktober 2002 und 22. November 2002
sowie die entsprechenden Zahlungsbelege (act. 3/69-75) betreffen jedoch das
Jahr 2002 und sind im Auszug des Kontos 1 jenes Jahres zu finden, weshalb sie
entsprechend dort bereits berücksichtigt wurden und für das Jahr 2003 nicht er-
neut einberechnet werden können, was die Klägerin den Beträgen nach jedoch
auch nicht tut.
Wie vorstehend erwähnt (vgl. Erw. 4.5.3.1.b.bb) schloss die F._ mit der
H._ ... N.V., Division H1._ (H1._) am 6. August 2002 ein Coopera-
tion Agreement (Development) mit zwei späteren Amendments ab. Die Beklagten
geben denn zunächst auch zu, dass die Zahlungen an H._ mit der F._
in Zusammenhang stünden. Die Rechnung vom 28. Februar 2003 (act. 3/78) ist
entsprechend an die F._ adressiert. Die Rechnung vom 30. April 2003
(act. 3/79) war zumindest ursprünglich an die F._ adressiert, nachträglich
wurde die Adresse gestrichen und ein Stempel der D._ aufgedrückt. Die
F._ war unbestritten im F1._-Projekt tätig. Weshalb die Aufwände dieser
Rechnungen im Auftrag der D._ hätten entstanden sein sollen, ist nicht er-
sichtlich und wird von den Beklagten auch nicht erläutert. Entsprechend wären die
Kosten von der F._ zu tragen gewesen. Dass die Mahnung zur Rechnung
vom 30. April 2003 sich an die D._ richtete, ändert daran nichts, sondern ist
nachvollziehbar, nachdem die D._ anstelle der F._ die Rechnungen be-
zahlte. Die beiden Zahlungen über CHF 111'562.50 und CHF 568'149.40 finden
sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003 (act. 3/66). Nach dem Gesagten
wären die Zahlungen an H._ im Jahr 2003 im Gesamtbetrag von
CHF 679'711.90 von der F._ zu leisten gewesen.
cc) Die Klägerin führt weiter aus, die D._ habe für AR._ N.V. (nachfol-
gend AR._ genannt) CHF 289'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt
(act. 1 S. 20 f. Rz. 37 f.). Die F._ habe am 31. Mai 2002 mit der N.V.
H._, Division ..., ..., (H2._) ein Manufacturing and Purchase Agreement
für die Produktion von 15-Zoll-F1._-Terminals abgeschlossen. Im August
2002 sei die Division ... von H._ an AR._ lnc. verkauft worden. Das Ma-
nufacturing and Purchase Agreement zwischen der F._ und H2._ sei
- 70 -
dabei auf die AR._ N.V., ..., übertragen worden. Vertragliche Grundlage für
sämtliche Rechnungen von AR._ sei deshalb das von der F._ unter-
zeichnete Manufacturing and Purchase Agreement vom 31. Mai 2002. Die Kläge-
rin bestreite, dass die eingereichten Rechnungen jeweils die D._ als Rech-
nungsempfängerin nennen würden, und dass die F._ in diesen Rechnungen
nicht einmal erwähnt werde. Auf den Rechnungen seien zwar formell die D._
als Liefer- und Rechnungsadresse aufgeführt, doch sei diese Adresse jeweils mit
dem Zusatz "ATT. ADMINISTRATION F1._-PROJ" ergänzt. Auch wenn die
Rechnungen von AR._ an die D._, "ATT. ADMINISTRATION F1._-
PROJ", adressiert gewesen seien (bei der Rechnung vom 27. Februar 2003 sei
es noch die F._ gewesen), seien dies zweifellos Rechnungen gewesen, de-
nen Lieferungen und Leistungen an die F._ zu Grunde gelegen hätten (unter
anderem für "lndustrialisation of the 15 inch F1._"), und die deshalb von der
F._ hätten bezahlt werden müssen. Die Purchase Order der F._ vom
31. Juli 2002 dokumentiere denn auch klar, dass der Auftrag für die Leistungen,
die AR._ der D._ mit Rechnung vom 26. September 2003 in Rechnung
gestellt habe, von der F._ erteilt worden sei. AR._ werde in diesem Auf-
trag dabei von der F._ explizit aufgefordert, die Rechnung an die D._ zu
senden. Bei den Zahlungen der D._ an AR._ handle es sich somit eben-
falls um Zahlungen, die die F._ hätte leisten müssen (act. 31 S. 79 f.
Rz. 127).
Die Beklagten bestreiten, dass die F._ eine vertragliche Bindung zu ei-
ner Firma AR._ N.V., ..., gehabt habe. Die diesbezüglichen Ausführungen
der Klägerin seien nicht nachvollziehbar. Die Klägerin habe keine Vertragsbezie-
hung der F._ mit AR._ N.V. nachgewiesen. Die Beklagten bestritten ei-
nen Zusammenhang der Zahlungen an AR._ mit Tätigkeiten der F._.
Die Rechnungen würden jeweils die D._ als Rechnungsempfängerin nennen.
Die F._ werde in diesen Rechnungen nicht einmal erwähnt. Die behaupteten
Zahlungen an AR._ seien nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten.
Die Rechnungsbeträge könnten dem Kontoblatt nicht zugeordnet werden (act. 14
S. 46 f.; act. 38 S. 117 und S. 121 f.). Die Rechnung von AR._ vom 27. Feb-
ruar 2003 betreffe F1._-Entwicklungskosten und somit das Entwicklungspro-
- 71 -
jekt der D._. Die Kosten seien somit zu Recht der D._ belastet worden.
Die Rechnung von AR._ vom 28. März 2003 sei an die D._ adressiert,
mit dem Zusatz "ATT. ADMINISTRATION F1._ PROJ". Die Rechnung habe
somit das F1._-Entwicklungsprojekt der D._ betroffen. Die Kosten seien
zu Recht dem Konto 1 der D._ belastet worden. Die Überweisung des Zah-
lungsauftrags vom 25. April 2003 sei folgerichtig von der D._ vorgenommen
worden. Rechnungs- und Lieferadressat der Rechnungen von AR._ vom
30. April 2003, 27. Mai 2003, 27. Juni 2003, 30. Juni 2003, 20. August 2003 und
26. September 2003 sei die D._ "ATT. ADMINISTRATION F1._-PROJ".
Die Rechnungen hätten das F1._-Projekt der D._ betroffen. Es sei nicht
ersichtlich, wieso diese Rechnungen die F._ betreffen sollten. Folgerichtig
seien die Rechnungen mit Zahlungsaufträgen vom 23. Mai 2003, 10. Juni 2003,
18. Juli 2003, 29. August 2003 und 16. September 2003 durch die D._ begli-
chen worden. Die Rechnung der AR._ N.V. vom 26. September 2003 belege,
dass die F._ im Auftrag und auf Rechnung der D._ tätig gewesen sei
und die entsprechenden Bestellungen respektive Leistungen für die D._ er-
folgt seien (act. 38 S. 117 f.).
Die Klägerin belegt die geltend gemachte Übernahme der Division ... und
des Manufacturing and Purchase Agreement von H._ durch AR._ lnc.
im August 2002 lediglich mit den Ausdrucken einer Mitteilung auf der Website von
H._ und eines Wikipedia-Eintrages zu AR._ (act. 32/320+321). In der
Mitteilung heisst es, dass AR._ den grössten Teil von H2._ erworben
habe. Dem Eintrag bei Wikipedia sind ebenfalls keine Details zu entnehmen. Ins-
besondere fehlt ein individueller Hinweis, dass AR._ das Manufacturing and
Purchase Agreement mit der F._ übernommen hat, zumal die H2._ of-
fenbar nicht vollständig übernommen wurde. Eine allgemeine vertragliche Bezie-
hung zwischen AR._ und der F._ lässt sich damit nicht nachweisen, wie
die Beklagten zu Recht beanstanden. Die Klägerin reicht betreffend AR._
acht Rechnungen, teilweise mit Zahlungsaufträgen und Belastungsanzeigen, zu
den Akten (act. 3/81-88). Lediglich eine Rechnung der AR._ vom 2. Juli 2003
(act. 3/81) richtet sich an die F._ und führt diese auch als Lieferadresse auf,
sodass für den entsprechenden Betrag von CHF 87'308.–, der sich auch im Aus-
- 72 -
zug des Kontos 1 des Jahres 2003 (act. 3/66) findet, auch ohne nachgewiesenen
(Rahmen-) Vertrag von einem Aufwand der F._ ausgegangen werden kann.
Die Purchase Order vom 31. Juli 2003 (act. 3/89) betreffend "Industrialisation of
the 15 inch F1._" September 2003 über EUR 16'700.– führt als Lieferadresse
die F._ auf, die D._ ist lediglich als Rechnungsadresse vermerkt. Unter
"Dealt with by" wird zudem auf AA._ verwiesen, der anerkanntermassen für
die F._ tätig war. Somit lässt sich diesbezüglich ein Zusammenhang mit der
F._ erstellen. Die entsprechende Rechnung mit dem Betreff "Industr.
F1._ sep03" datiert vom 26. September 2003 (act. 3/88 = act. 3/346). Die
Zahlung über CHF 26'544.65 fehlt jedoch im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2003 (act. 3/66). Sie ist im Kontoauszug des Jahres 2004 unterm 11. Februar
2004 (act. 3/67) aufgeführt und daher erst dort zu berücksichtigen, wo sie von der
Klägerin ebenfalls verlangt wird. Die weiteren Rechnungen sind an die D._
gerichtet und führen auch die D._ als Lieferadresse auf (act. 3/82-87). Einen
Zusammenhang mit der F._ ist diesbezüglich nicht erkennbar und wird von
der Klägerin auch nicht erläutert.
dd) An U._, so die Klägerin weiter, habe die D._ CHF 39'000.– (auf
CHF 1'000.– gerundet) bezahlt (act. 1 S. 20 Rz. 37). Die Beklagten hätten nicht
bestritten, dass der Lizenzvertrag mit U._ für die Verwendung von Software-
produkten von U._ im Rahmen der F1._-Einheit von der F._ abge-
schlossen und die damit verbundenen Kosten von der D._ getragen worden
seien. Es sei deshalb erstellt, dass diese Zahlungen der D._ für die F._
erfolgt seien (act. 31 S. 80 Rz. 127). Die Klägerin bestreite, dass die eingereich-
ten Rechnungen von U._ jeweils die D._ als Rechnungsempfängerin
nennen würden, und dass die F._ in diesen Rechnungen nicht einmal er-
wähnt werde. Auf den Rechnungen betreffend U._ seien zwar formell die
D._ als Liefer- und Rechnungsadresse aufgeführt, doch sei diese Adresse
jeweils mit dem Zusatz "Attn. Adm. F1._ Project" versehen (act. 31 S. 79
Rz. 127).
Die Beklagten bringen vor, die behaupteten Zahlungen an U._ seien
nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten. Sämtliche der ausgewiesenen
- 73 -
Zahlungen beträfen das F1._-Projekt der D._. Die Zahlungen seien so-
mit zu Recht von der D._ geleistet worden (act. 38 S. 121). Die Rechnungen
von U._ vom 30. April 2003, 27. Juni 2003 und 30. Juni 2003 seien an die
D._ adressiert und von dieser folglich auch zu Recht beglichen worden. Ein
Zusammenhang zur F._ sei nicht erstellt. Die F._ werde in diesen
Rechnungen nicht einmal erwähnt. Die Klägerin habe nicht dargelegt, in welchem
Zusammenhang diese Kosten angefallen seien. Die Tatsache, dass an die Rech-
nungssteller Beträge vom Konto 1 überwiesen worden seien, belege die Behaup-
tung der Klägerin noch nicht, dass es sich tatsächlich um Entwicklungsaufwand
F1._ gehandelt habe. Die Rechnungsbeträge könnten dem Kontoblatt nicht
zugeordnet werden (act. 14 S. 46; act. 38 S. 118).
Die F._ schloss unbestrittenermassen am 28. April 2003 ein OEM
Bundled Distribution Agreement mit der amerikanischen Firma U._ ab (act. 1
S. 15 Rz. 28; act. 3/27; act. 14 S. 37). Eine vertragliche Beziehung der D._
zu U._ wird von den Beklagten nicht dargelegt. Die Rechnungen von
U._ stehen damit mit der F._ in Zusammenhang und die entsprechen-
den Zahlungen wären von der F._ zu bezahlen gewesen. Die Beklagten führ-
ten denn auch andernorts aus, sie bestritten nicht, dass die erwähnten Vertrags-
verhältnisse von der F._ abgeschlossen und die Kosten von der D._ ge-
tragen worden seien (act. 14 S. 42). Es wurde einleitend bereits festgehalten,
dass die Beklagten bestätigten, mit dem Konto 1 Entwicklungskosten des Projekts
F1._ aktiviert zu haben. Die im Auszug des Kontos 1 (act. 3/66) aufgelisteten
Zahlungen betreffen Entwicklungskosten des Projekts F1._, andernfalls wäre
die Buchhaltung nicht korrekt, wovon keine der Parteien ausgeht. Entgegen den
Beklagten sind die geltend gemachten Zahlungen mit den eingereichten Rech-
nungen belegt, denn die Zahlungen der Rechnung vom 30. April 2003 über
EUR 5'000.– bzw. CHF 7'710.– (act. 3/90), der Rechnungen vom 27. Juni 2003
über EUR 10'000.– und EUR 2'000.– bzw. CHF 15'675.– und CHF 3'135.–
(act. 3/91) sowie der Rechnung vom 30. Juni 2003 über EUR 8'000.– bzw.
CHF 12'476.– (act. 3/92) finden sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003
(act. 3/66). Demzufolge bezahlte die D._ Aufwendungen im Gesamtbetrag
von CHF 38'996.–, die von der F._ geschuldet waren.
- 74 -
ee) Sodann macht die Klägerin geltend, die D._ habe V._ (bzw.
W._ Est.) CHF 115'000.–, AA._ (AC._ / AE._) CHF 326'000.–,
AB._ CHF 33'000.– und AD._ (AS._) CHF 32'000.– (jeweils auf
CHF 1'000.– gerundet) bezahlt (act. 1 S. 20 Rz. 37). In der Klageantwort hätten
die Beklagten nicht bestritten, dass es die F._ gewesen sei, die die Anstel-
lungsverhältnisse mit V._, AA._, AB._ und AD._ abgeschlos-
sen habe, und dass die Kosten von der D._ getragen worden seien. Es sei
deshalb erstellt, dass diese Zahlungen durch die D._ für die F._ erfolgt
seien. Diese Zahlungen seien durch die Einträge auf dem Konto 1 (Entwicklungs-
projekt F1._) belegt, zumal auf dem ins Recht gelegten Kontoauszug auch
das Gegenkonto der einzelnen Buchungen ersichtlich sei. Es sei folglich belegt,
dass die verbuchten Zahlungen von der D._ auch tatsächlich geleistet wor-
den seien (act. 31 S. 85 f. Rz. 131).
Die Beklagten bestreiten die Höhe der errechneten Zahlungen an V._
(CHF 115'000.–), AA._ (CHF 326'000.–) und AB._ (CHF 33'000.–). Sie
bestreiten weiter, dass die behaupteten, aber nicht belegten Zahlungen an
V._, AA._, AB._ und AD._ im Zusammenhang mit der oder für
die F._ erfolgt seien (act. 14 S. 46 f.). Sofern Personal über die F._ an-
gestellt gewesen sei (V._ / W._ Est.), sei dieses ausschliesslich im Auf-
trag und auf Rechnung der D._ mit der Entwicklung F1._ (Endziel: Im-
plementierung in den Waagebereich) beschäftigt gewesen. Sämtliche von der
D._ direkt oder über die (auf Wunsch der Klägerin) vorgeschobene F._
vorgenommene Entwicklungsarbeit F1._ sei im Hinblick auf die Implementie-
rung von F1._ ins Waagengeschäft vorgenommen worden (act. 38 S. 115).
Da V._, AA._, AB._ und AD._ im Entwicklungsprojekt
F1._ der D._ tätig gewesen seien, seien die entsprechenden Aufwände
zu Recht der D._ belastet worden (act. 38 S. 122). Die in der Klage ausge-
wiesenen Mitarbeiterkosten seien bei weitem nicht belegt und würden bestritten.
Die Rechnungen der W._ für V._ seien an die D._ adressiert, folg-
lich von dieser geschuldet und zu Recht bezahlt worden. Der ausgewiesene
Rechnungsbetrag gemäss diesen Rechnungen betrage 12 x CHF 8'500.– =
CHF 102'000.–. Die Visa-Business-Karte habe auf die D._ gelautet. Die aus-
- 75 -
gewiesenen Zahlungen Februar bis Dezember 2003 im Umfang von
CHF 4'504.95 seien somit zu Recht von der D._ geleistet worden. Die Zah-
lungen hätten mit dem F1._-Projekt der D._ in Zusammenhang gestan-
den. Die Rechnungen AC._ Januar bis Dezember 2003 im Umfang von
EUR 87'815.– seien an die D._ adressiert. AA._ sei vollumfänglich für
das Entwicklungsprojekt F1._ der D._ tätig gewesen. Die Rechnungen
beträfen Consulting-Leistungen betreffend "F1._ Product Development". Die
Kosten seien demnach zu Recht von der D._ getragen worden. Mit dem Be-
legbündel von AE._ würden D._-Consulting Leistungen Januar bis De-
zember 2003 im Gesamtumfang von EUR 63'000.– in Rechnung gestellt. Rech-
nungsadressat sei die D._. Projektentwicklerin F1._ sei ebenfalls die
D._ gewesen, weshalb die Aufwände zu Recht der D._ belastet worden
seien. Die beiden Rechnungen von AA._ im Umfang von total EUR 12'000.–
beträfen das F1._-Projekt der D._, seien an die D._ adressiert und
deshalb auch zu Recht der D._ belastet worden. Die Spesenabrechnungen
von AA._ seien nicht nachvollziehbar und könnten auch nicht dem Kontoblatt
1 / 2003 zugeordnet werden. Die behaupteten Zahlungen an AB._ seien
nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten. Sämtliche Rechnungen von
AT._ für AB._ für April bis Dezember 2003 beträfen die F1._-
Produktentwicklung und somit das Entwicklungsprojekt der D._. Sämtliche
Rechnungen seien an die D._ adressiert und somit zu Recht von der
D._ bezahlt worden. Die behaupteten Zahlungen an AD._ seien nicht
belegt und würden der Höhe nach bestritten. Die Rechnungen von AS._ für
AD._ für August bis Dezember 2003 seien allesamt an die D._ adres-
siert und von der D._ zu Recht beglichen worden. Sie beträfen das
F1._-Entwicklungsprojekt der D._. Die Zahlungen seien somit zu Recht
von der D._ geleistet worden (act. 38 S. 120 f.).
Wie bereits zum Jahr 2002 ausgeführt, stellte die F._ anerkanntermas-
sen ab Oktober 2001 V._ als Vice President Marketing & Sales, ab spätes-
tens Januar 2002 AA._ als Vice President Systems Architecture / COO und
AB._ als Sales Engineer / Vice President Research & Development und ab
Juni 2003 AD._ als Vice President Tech Support ein.
- 76 -
Die Klägerin macht nun geltend, die D._ habe V._ bzw. der W._
Est. CHF 115'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt. Sie reicht hierzu zwölf
Rechnungen der W._ aus dem Jahr 2003 über je CHF 8'500.– (act. 32/329)
ins Recht. Aufgrund der Anstellung von V._ bei der F._ ist ein Zusam-
menhang erstellt. Dass sich die Rechnungen an die D._ richten, ist nicht wei-
ter von Bedeutung, da nach den beklagtischen Ausführungen die Aufwände un-
geachtet der vertraglichen Verpflichtung der F._ der D._ belastet wur-
den (act. 14 S. 43 f.; act. 38 S. 99; vgl. Erw. 4.5.3.1.b.dd). Die entsprechenden
Zahlungen sind dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003 zu entnehmen
(act. 3/66). Dementsprechend bezahlte die D._ Aufwendungen im Betrage
von CHF 102'000.– (12 x CHF 8'500.–), welche die F._ hätte tragen müssen.
Die weiteren von der Klägerin geltend gemachten rund CHF 13'000.– betreffen
Spesenrechnungen von V._. Sie reicht dazu Rechnungen der Visa Kreditkar-
te von V._ über CHF 5'019.15 zu den Akten (act. 32/330). Aufgrund der An-
stellung von V._ bei der F._ ist ein Zusammenhang wie erwähnt erstellt.
Da nach den beklagtischen Ausführungen die Aufwände ungeachtet der vertragli-
chen Verpflichtung der F._ der D._ belastet wurden, ist nicht weiter von
Bedeutung, dass sich die Rechnungen an die D._ richten. Die Zahlungen zu
den einzelnen Rechnungsbeträgen sind dem Auszug des Kontos 1 des Jahres
2003 (act. 3/66) zu entnehmen. Im Auszug des Kontos 1 finden sich zudem weite-
re Zahlungen mit den Betreffen "Visa V._" und "V._ Spesen" im Ge-
samtbetrag von CHF 8'243.25 (act. 3/65). Da V._ anerkanntermassen bei
der F._ angestellt und eine Spesenentschädigung offenbar vereinbart war
sowie entsprechende Zahlungen ausgewiesen sind, sind auch diese Zahlungen
zu berücksichtigen. Die D._ hat demnach Aufwendungen für V._ in der
Höhe von CHF 13'000.– (CHF 13'262.40, gemäss der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt, welche die F._ hätte tragen müssen.
Die Klägerin macht weiter geltend, die D._ habe anstelle der F._ Zah-
lungen für AA._ bzw. AC._ / AE._ im Betrag von CHF 326'000.–
(auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt. Sie reicht hierzu vierzehn Rechnungen der
AC._ über insgesamt EUR 87'815.– entsprechend CHF 135'067.75 ins Recht
- 77 -
(act. 32/331). Den Rechnungen ist aufgrund des angegebenen E-Mail-Kontaktes
zu entnehmen, dass sie AA._ betreffen. Auch diese Rechnungen sind an die
D._ gerichtet, was jedoch nicht relevant ist, da AA._ anerkanntermas-
sen bei der F._ angestellt war und nach den Beklagten die im Zusammen-
hang mit diesen Anstellungsverhältnissen getätigten Aufwendungen der F._
der D._ belastet wurden. Die entsprechenden Zahlungen lassen sich auch
dem Auszug des Kontos 1 (act. 3/66) entnehmen. Da ein Zusammenhang mit der
F._ besteht, wären die Kosten von CHF 135'067.75 von ihr zu tragen .
Die Klägerin reicht sodann zwanzig Rechnungen von AE._ aus dem Jahr
2003 (act. 32/332) ins Recht. Es ergibt sich aus diesen Rechnungen von
AE._, deren Adressatin die D._ ist, nicht, inwiefern sie mit AA._
oder der F._ in Zusammenhang stehen und wird von der Klägerin auch nicht
erläutert, sodass ein solcher Zusammenhang nicht erstellt werden kann.
Schliesslich reicht die Klägerin zwei Rechnungen von AA._ aus dem Jahr
2003 über je EUR 6'000.– zu den Akten (act. 32/333). Auch diese Rechnungen
sind an die D._ gerichtet, was jedoch nicht relevant ist, da AA._ aner-
kanntermassen bei der F._ angestellt war und nach den Beklagten die im
Zusammenhang mit diesen Anstellungsverhältnissen getätigten Aufwendungen
der F._ der D._ belastet wurden. Die entsprechenden Zahlungen über
CHF 9'874.– und CHF 8'964.– lassen sich auch dem Auszug des Kontos 1
(act. 3/66) entnehmen. Da ein Zusammenhang mit der F._ besteht, wären
die Kosten von CHF 18'838.– von ihr zu tragen gewesen.
Ferner legt die Klägerin eine Aufstellung betreffend Akontozahlungen und Spe-
senabrechnungen der Jahre 2002 bis 2005 und dreizehn Spesenabrechnungen
aus dem Jahr 2003 von AA._ ins Recht (act. 32/310+334). Im Auszug des
Kontos 1 finden sich zehn Zahlungen mit dem Vermerk "AA._ Spesen ac"
(act. 3/66). Die entsprechenden Beträge ergeben sich zwar nicht eindeutig aus
den eingereichten Abrechnungen, doch da AA._ anerkanntermassen bei der
F._ angestellt und eine Spesenentschädigung offensichtlich vereinbart war
(act. 32/310) sowie entsprechende Zahlungen ausgewiesen sind, lässt sich ein
- 78 -
Zusammenhang mit der F._ erstellen. Die entsprechenden Kosten von
CHF 75'543.– wären damit von ihr zu tragen gewesen.
Die Klägerin reicht sechs Rechnungen von AT._, Singapur, aus dem Jahr
2003 ins Recht (act. 32/335). Diese Rechnungen tragen handschriftliche Vermer-
ke "(AB._)", "AB._" oder "AB._". Aus den Rechnungen selbst ergibt
sich jedoch in keiner Weise, wie diese mit AB._ oder der F._ in Zusam-
menhang stehen sollen und die Klägerin bietet hierzu keine Erklärung, sodass ein
solcher nicht erstellt werden kann.
Weiter reicht die Klägerin fünf Rechnungen von AS._ aus dem Jahr 2003 ins
Recht (act. 32/336). Diese Rechnungen tragen die handschriftliche Notiz
"AD._" oder "AD._". Aus den Rechnungen selbst ergibt sich jedoch in
keiner Weise, wie diese mit AD._ oder der F._ in Zusammenhang ste-
hen sollen und die Klägerin bietet hierzu keine Erklärung, sodass ein solcher nicht
erstellt werden kann.
ff) Die Klägerin macht geltend, für Fronten, Aufhängungen etc. von AU._
für den F1._-Bildschirm seien CHF 42'361.40 bezahlt worden (act. 31 S. 84
Rz. 129). Sie bestreite, dass die eingereichten Rechnungen jeweils die D._
als Rechnungsempfängerin nennen würden und dass die F._ in diesen
Rechnungen nicht einmal erwähnt werde. Auf den Rechnungen betreffend
AU._ sei zwar formell die D._ als Liefer- und Rechnungsadresse aufge-
führt, doch sei diese Adresse jeweils mit dem Zusatz "F1._ Project" verse-
hen. Wie den Rechnungen entnommen werden könne, habe AU._ Alumini-
um-Fronten, Befestigungsvorrichtungen und weiteres Material für F1._-
Bildschirme geliefert. Nachdem die Beklagten selbst ausgeführt hätten, dass die
Entwicklung von F1._ erst auf der Basisstufe angelangt gewesen sei und es
noch keine F1._-Systeme für Waagen gegeben habe, könne dieses Material
nur für die F._ bestimmt gewesen sein. Auch diese Rechnungen hätte des-
halb die F._ bezahlen müssen (act. 31 S. 79 f. Rz. 127).
Die Beklagten führen aus, die Rechnungen von AU._ vom 18. August
2003, 13. November 2003 und 16. Dezember 2003 seien an die D._ adres-
- 79 -
siert. Sie bezögen sich auf Lieferungen im Rahmen des F1._-Projektes der
D._. Die Rechnungen seien folglich zu Recht von der D._ beglichen
worden. Es sei nicht nachgewiesen, dass die Zahlungen im Zusammenhang mit
der F._ erfolgt seien. Die F._ werde in diesen Rechnungen nicht einmal
erwähnt. Die Klägerin habe nicht dargelegt, in welchem Zusammenhang diese
Kosten angefallen seien. Die Tatsache, dass an die Rechnungssteller Beträge
vom Konto 1 überwiesen worden seien, belege die Behauptung der Klägerin noch
nicht, dass es sich tatsächlich um Entwicklungsaufwand F1._ gehandelt ha-
be. Die Rechnungsbeträge könnten dem Kontoblatt nicht zugeordnet werden. Die
Klägerin führe ausserdem nicht aus, was es mit den in der Auflistung nicht be-
nannten Ausgabenposten auf sich habe (act. 14 S. 46; act. 38 S. 118).
Die Klägerin reicht vier Rechnungen von AU._ ins Recht (act. 3/93-95).
Die Rechnungen richten sich an die D._ / F1._-Projekt und betreffen
verschiedenes Material teilweise ausdrücklich für F1._. Ein Bezug zur
F._ ergibt sich indes nicht und wird von der Klägerin auch nicht dargelegt.
Somit kann kein Zusammenhang dieser Ausgaben mit der F._ erstellt wer-
den.
gg) Die Klägerin führt aus, daneben habe die D._ 2003 eine Reihe weiterer,
meist kleinerer Zahlungen geleistet und als Entwicklungskosten aktiviert, die die
F._ hätte leisten müssen, unter anderem an das Druckzentrum ... für Brief-
papier und Visitenkarten der F._ für CHF 1'858.–. Bei den Rechnungen des
Druckzentrums ... für das Jahr 2003 gelte das Gleiche wie zur Rechnung des
Druckzentrums ... des Jahres 2002. Auch diese Rechnungen hätte deshalb die
F._ bezahlen müssen. Die Klägerin bestreite, dass die eingereichten Rech-
nungen jeweils die D._ als Rechnungsempfängerin nennen würden, und
dass die F._ in diesen Rechnungen nicht einmal erwähnt werde (act. 1
S. 20 f. Rz. 38; act. 31 S. 79 ff. Rz. 127 und S. 84 Rz. 129).
Die Beklagten bringen vor, es sei nicht nachgewiesen, dass die Zahlungen
überhaupt im Zusammenhang mit der F._ erfolgt seien. Die eingereichten
Rechnungen würden jeweils die D._ als Rechnungsempfängerin nennen. Die
F._ werde in diesen Rechnungen nicht einmal erwähnt. Die Klägerin habe
- 80 -
nicht dargelegt, in welchem Zusammenhang diese Kosten angefallen seien. Die
Tatsache, dass an die Rechnungssteller Beträge vom Konto 1 überwiesen wor-
den seien, belege die Behauptung der Klägerin noch nicht, dass es sich tatsäch-
lich um Entwicklungsaufwand F1._ gehandelt habe. Die Rechnungsbeträge
könnten dem Kontoblatt nicht zugeordnet werden (act. 14 S. 46). Die Rechnung
des Druckzentrums ... vom 9. Mai 2003 sei an die D._ adressiert. Sie betreffe
die Briefschaft im F1._-Projekt. Bei F1._ handle es sich um ein Entwick-
lungsprojekt der D._. Die Kosten seien folglich zu Recht von der D._
bezahlt worden (act. 38 S. 118). Die Rechnungen des Druckzentrums ... vom
30. September 2003, 30. Dezember 2003 und 31. Dezember 2003 seien an die
D._ adressiert. Sie beträfen Visitenkarten F1._. F1._ sei das Ent-
wicklungsprojekt der D._ gewesen. Die Kosten seien folglich zu Recht der
D._ belastet worden. Die Bestellungen seien von AG._ ausgegangen.
AG._ habe nur die D._ verpflichten können (act. 38 S. 118 f.).
Die Rechnungen des Druckzentrums ... vom 30. November 2002 (act. 3/76)
und von AF._ vom 18. Oktober 2002 (act. 3/77) betreffen das Jahr 2002 und
wurden dort bereits geprüft, weshalb sie hier nicht erneut berücksichtigt werden
können.
Die Rechnung des Druckzentrums ... vom 9. Mai 2003 (act. 3/96) ist zwar an die
D._ adressiert, doch betrifft sie "Briefbogen F1._ quer" in einseitig
warmrot / grauem Druck. Wie bereits in den Ausführungen zum Jahr 2002 festge-
halten (Erw. 4.5.3.1.b.ee.), verwendete die F._ ein Logo betreffend F1._
in den Farben rot und grau (vgl. act. 32/313) und machen die Beklagten nicht gel-
tend, dass die D._ selbiges Logo verwendet hat. Somit betrifft dieser Auf-
wand offensichtlich die F._, nicht die D._. Die Bestellung ging nicht von
AG._, sondern von N._ aus. Die Rechnungen des Druckzentrums ...
vom 30. September 2003 (act. 3/97), 30. Dezember 2003 (act. 3/98) und 31. De-
zember 2003 (act. 3/99) betreffen Visitenkarten F1._ in den Farben warmrot /
grau. Die erste Rechnung trägt zudem den handschriftlichen Vermerk
"AD._". Die anderen beiden Rechnungen verweisen schon im Betreff zusätz-
lich auf "AD._" bzw. "AA._". AD._ und AA._ waren anerkann-
- 81 -
termassen bei der F._ angestellt, sodass dieser Aufwand ebenfalls die
F._ betrifft und nicht die D._. Es ist nicht ersichtlich, dass die Bestellun-
gen von AG._ von der D._ ausgingen, er wird lediglich in der Rech-
nungsadresse erwähnt. Dies ist jedoch nicht entscheidend, da sich ein Zusam-
menhang mit der F._ erstellen lässt. Im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2003 (act. 3/66) finden sich Zahlungen für die jeweiligen Rechnungsbeträge exkl.
MwSt. über CHF 583.–, CHF 359.–, CHF 506.– und CHF 410.–. Die Zahlungen
über insgesamt CHF 1'858.– stehen damit mit der F._ in Zusammenhang und wären daher auch von ihr zu tragen gewesen.
hh) Die Klägerin bringt vor, die D._ habe weiter CHF 7'045.– und
CHF 10'735.30 an AV._ für "F1._, Flyer und Booklet" sowie an
AW._ Print für "F1._ Booklet" und "Prospekt F1._" geleistet und als
Entwicklungskosten aktiviert, die die F._ hätte leisten müssen. Die Klägerin
bestreite, dass die Rechnungen jeweils die D._ als Rechnungsempfängerin
nennen würden und die F._ in diesen Rechnungen nicht einmal erwähnt
werde (act. 1 S. 20 f. Rz. 38; act. 31 S. 79 Rz. 127 und S. 84 Rz. 129). Die
AV._ Communications AG und die AW._ Print hätten die Kosten für die
Gestaltung, die Realisation und den Druck des achtzigseitigen "F1._ Booklet"
sowie des "Prospekt F1._" in Rechnung gestellt. Dabei handle es sich um
den Business Plan "F1._ ... Business Plan Volume I" der F._ von Mitte
Januar 2003 und die Beilage "F1._ –..." zum gleichnamigen Musterschreiben
vom 26. Februar 2003. Auch diese Rechnungen hätte deshalb die F._ be-
zahlen müssen (act. 31 S. 81 Rz. 127).
Die Beklagten halten fest, in Bezug auf die Ausgaben für Briefpapier, Visi-
tenkarten, Booklets, Flyer und Business Pläne sei auf die Ausführungen betref-
fend die Vereinbarung im Lizenz- und Zusammenarbeitsvertrag zu verweisen. So-
fern Zahlungen im Zusammenhang mit dem Entwicklungsprojekt F1._ erfolgt
seien, seien diese Kosten zu Recht der D._ belastet worden (act. 14 S. 47).
Es sei nicht nachgewiesen, dass die Zahlungen überhaupt im Zusammenhang mit
der F._ erfolgt seien. Die Rechnungen würden jeweils die D._ als Rech-
nungsempfängerin nennen. Die F._ werde in diesen Rechnungen nicht ein-
- 82 -
mal erwähnt. Die Klägerin habe nicht dargelegt, in welchem Zusammenhang die-
se Kosten angefallen seien. Die Tatsache, dass an die Rechnungssteller Beträge
vom Konto 1 überwiesen worden seien, belege die Behauptung der Klägerin noch
nicht, dass es sich tatsächlich um Entwicklungsaufwand F1._ gehandelt ha-
be. Die Rechnungsbeträge könnten dem Kontoblatt nicht zugeordnet werden
(act. 14 S. 46). Die Rechnung von AV._ Communications SA vom 24. Febru-
ar 2003 sei an die D._ adressiert. Sie betreffe Flyer und Booklets zum
F1._-Projekt. F1._ sei ein Entwicklungsprojekt der D._ gewesen.
Die Kosten seien folglich zu Recht der D._ belastet worden. Die Bestellung
sei von N._ ausgegangen. N._ habe nur die D._ verpflichten kön-
nen. Die Rechnung von AV._ Communications SA vom 25. Februar 2003 sei
an die D._ adressiert. Sie betreffe F1._-Prints. F1._ sei ein Ent-
wicklungsprojekt der D._ gewesen. Die Rechnung sei folglich zu Recht der
D._ belastet worden. Die Rechnung der AW._ Print vom 17. Februar
2003 sei an die D._ adressiert. Sie betreffe Booklets zum F1._-Projekt.
F1._ sei ein Entwicklungsprojekt der D._ gewesen. Die Kosten seien
folglich zu Recht der D._ belastet worden. Die Bestellung sei von N._
ausgegangen. N._ habe nur die D._ verpflichten können. Die Rechnung
der AV._ Communications SA vom 27. Februar 2003 sei an die D._
adressiert. Sie betreffe F1._-Kleber. F1._ sei ein Entwicklungsprojekt
der D._ gewesen. Die Kosten seien folglich zu Recht der D._ belastet
worden (act. 38 S. 119 f.).
Die Rechnungen der AV._ Communications AG vom 24. Februar 2003,
25. Februar 2003 und 27. Februar 2003 (act. 3/100; act. 32/325 +326) richten sich
sämtliche an die D._ und betreffen F1._ Flyer und Booklet, Diverses
und Kleber. Ein Bezug zur F._ ergibt sich hieraus nicht und wird von der Klä-
gerin auch nicht weiter erläutert. Die Rechnungen der AW._ Print vom
17. Februar 2003 (act. 3/101) sind ebenfalls an die D._ gerichtet und bezie-
hen sich auf D._ / F1._ Booklet. Ein Zusammenhang zur F._ ergibt
sich auch hieraus nicht und wird von der Klägerin nicht erläutert. Mangels eines
Zusammenhangs zur F._ können diese Zahlungen des Kontos 1 nicht be-
rücksichtigt werden.
- 83 -
ii) Die Klägerin führt aus, die D._ habe eine Zahlung für Spesen an die
Klägerin geleistet und als Entwicklungskosten aktiviert, welche die F._ hätte
leisten müssen (act. 1 S. 20 f. Rz. 38). Mit Rechnung vom 29. Oktober 2003 habe
die Klägerin der F._ Spesen unter dem Mandatsvertrag vom 14. April 2003 in
Rechnung gestellt. Diesen Mandatsvertrag habe die F._ unterzeichnet. Ent-
sprechend hätte die F._ auch die Spesenrechnung bezahlen müssen (act. 31
S. 81 Rz. 127).
Die Beklagten äussern hierzu, die Rechnung der Klägerin vom 29. Oktober
2003 und deren Begleichung über die D._ belege, dass der Klägerin bewusst
gewesen sei, dass sämtliche F1._-Kosten über die D._ abgerechnet
worden seien. Sie habe damals gegen eine entsprechende Verbuchung nichts
einzuwenden gehabt (act. 38 S. 119).
Die F._ schloss am 14. bzw. 22. April 2003 einen Mandatsvertrag mit
der Klägerin betreffend Verkauf / Teilverkauf der F._ (act. 3/53). Gemäss
dessen Ziffer 5 gingen allfällige Spesen zu Lasten der Auftraggeberin, mithin der
F._. Dementsprechend hätte die F._ die Aufwendungen gemäss der
Rechnung vom 29. Oktober 2003 (act. 3/102) zu tragen gehabt. Die Rechnung
richtet sich denn auch an die F._. Die Zahlung findet sich im Auszug des
Kontos 1 des Jahres 2003 (act. 3/66). Der Betrag von CHF 444.70 wäre demnach von der F._ zu bezahlen gewesen. Die Frage, ob und inwiefern der Klägerin
bewusst war, dass F1._-Kosten über die D._ abgerechnet werden, und
allfällig daraus fliessende Folgen werden unter dem Handeln nach Treu und
Glauben geprüft (vgl. Erw. 4.9.).
jj) Die Klägerin macht weiter geltend, die D._ habe für IT Hardware für
Mitarbeiter der F._ im Jahr 2003 CHF 16'246.97 für die F._ bezahlt
(act. 31 S. 84 Rz. 129).
Die Beklagten halten fest, sämtliche lP-Hardware gemäss den fünf Rech-
nungen aus dem Jahre 2003 habe dem F1._-Projekt der D._ gedient.
Die entsprechenden Rechnungen seien an die D._ adressiert. Die Kosten
seien zu Recht der D._ belastet worden. Die Bestellung sei von AG._
- 84 -
ausgegangen, einem langjähriger Mitarbeiter der D._, welcher nur die
D._ habe verpflichten können und mit der F._ nichts zu tun gehabt habe
(act. 38 S. 120).
Die Klägerin legt fünf Rechnungen vor. Die Rechnung der AI._ vom
23. Dezember 2002 (act. 32/322 S. 1) ist an die D._ adressiert und nimmt
Bezug auf AG._. Sie betrifft diverse IT-Komponenten. Ein Hinweis auf die
F._ ist der Rechnung nicht zu entnehmen. Ein Zusammenhang zur F._
wird von der Klägerin auch nicht näher dargelegt und kann damit nicht erstellt
werden. Die Quittung ... vom 4. März 2003 (act. 32/322 S. 2) trägt die lediglich
handschriftliche Notiz "Hr. AA._". Ansonsten ist ihr kein Zusammenhang zur
F._ zu entnehmen und wird von der Klägerin auch nicht ausgeführt. Der
handschriftliche Vermerk genügt nicht zum Nachweis eines Zusammenhangs mit
der F._, sodass ein solcher nicht erstellt werden kann. Die Rechnung der ...
vom 29. September 2003 (act. 32/322 S. 3) ist zwar an die D._ adressiert,
entgegen den Beklagten jedoch nicht an AG._, beinhaltet aber eine Bestel-
lung von AA._. Da dieser anerkanntermassen für die F._ arbeitet, ist ein
Zusammenhang zur F._ damit erstellt. Der entsprechende Betrag von
CHF 338.30 ist im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003 aufgeführt (act. 3/66).
Die Rechnung der ... (UK) Ltd. (act. 32/322 S. 4) richtet sich an die D._, ent-
gegen den Beklagten jedoch nicht an AG._. Ein Hinweis auf die F._ ist
der Rechnung indes nicht zu entnehmen. Ein Zusammenhang zur F._ wird
von der Klägerin auch nicht näher dargelegt und kann damit nicht erstellt werden.
Die Rechnung der AI._ vom 7. Januar 2003 (act. 32/322 S. 5) hält als Rech-
nungsadresse diejenige der D._ in ... fest, unter Bezugnahme auf AG._.
Als Lieferadresse ist die D._ an einer Adresse in ... unter Bezugnahme auf
V._ festgehalten. V._ arbeitete anerkanntermassen für die F._,
womit ein Zusammenhang erstellt ist. AG._ fungiert lediglich als Rechnungs-
adressat. Der entsprechende Betrag exkl. MwSt. von CHF 3'988.– ist im Auszug
des Kontos 1 des Jahres 2003 aufgeführt (act. 3/66). Insgesamt wären somit Zah-
lungen für IT Hardware im Betrag von CHF 4'326.30 von der F._ zu tragen gewesen.
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kk) Die Klägerin macht Zahlungen der D._ für Flugtickets von Mitarbeitern
der F._ im Betrag von CHF 24'270.50 geltend (act. 31 S. 84 Rz. 129).
Die Beklagten erwidern, sämtliche Rechnungen von AK._-Reisen seien
an die D._ (N._) adressiert und von dieser folglich zu Recht beglichen
worden. Ein Zusammenhang zur F._ sei nicht behauptet und ersichtlich
(act. 38 S. 120).
Bei den Akten liegen siebzehn Rechnungen der AK._ Reisen
(act. 32/323). Die Rechnungen vom 10. April 2003, 24. April 2003, 30. Mai 2003, 10. Juni 2003, 5. September 2003, 17. Oktober 2003 und 1. Dezember 2003 be-
treffen alleine den Beklagten 2. Der Beklagte 2 war Delegierter des Verwaltungs-
rats der D._ und Verwaltungsratspräsident der F._. In welcher Funktion
er diese Flugreisen unternahm, kann den Belegen nicht entnommen werden und
wird von der Klägerin auch nicht näher dargelegt. Ein Zusammenhang dieser
Aufwendungen mit der F._ kann damit nicht erstellt werden. Die Rechnung
vom 12. September 2003 betrifft den Beklagten 2 und BA._. Für den Beklag-
ten 2 gilt das vorstehend Gesagte. BA._ ist nicht bekannt. Ein Zusammen-
hang mit der F._ kann nicht erstellt werden. Die Rechnungen vom 11. Juli
2003, 19. August 2003, 5. September 2003 und 17. Dezember 2003 betreffen die
Beklagten und V._. Letzterer arbeitete anerkanntermassen für die F._.
Insoweit besteht somit ein Zusammenhang zur F._. Da die Rechnung für die
jeweils aufgeführten Personen je die gleichen Reiseziele betreffen, ist davon aus-
zugehen, dass diesbezüglich auch die Beklagten für die F._ unterwegs wa-
ren. Die Rechnungen vom 30. Juni 2003, 16. Juli 2003, 19. September 2003 be-
treffen V._, der anerkanntermassen bei der F._ arbeitete. Insoweit be-
steht ein Zusammenhang zur F._. Die Rechnung vom 7. Oktober 2003 und
21. November 2003 betreffen AD._. Auch er arbeitete anerkanntermassen
für die F._, sodass ein Zusammenhang zur F._ besteht. Die entspre-
chenden Zahlungen über CHF 1'575.50, CHF 642.50, CHF 1'471.–, CHF 220.–,
CHF 3'279.50, CHF 942.50, CHF 502.50, CHF 1'100.50 und CHF 2'485.– lassen
sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003 der D._ finden (act. 3/66).
- 86 -
Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ in der Höhe von
CHF 12'219.–.
ll) Die Klägerin macht Zahlungen der D._ für die F._ für Hotelkosten
von Mitarbeitern der F._ in der Höhe von CHF 4'564.25 geltend (act. 31
S. 84 Rz. 129).
Die Beklagten halten dazu fest, sämtliche Hotel-Rechnungen seien an die
D._ (Herr BB._) adressiert. Ein Zusammenhang zur F._ könne
nicht erstellt werden. Die entsprechenden Kosten seien folglich zu Recht dem
F1._-Entwicklungskonto der D._ belastet worden (act. 38 S. 120).
Die Klägerin reicht zehn Hotelrechnungen des Jahres 2003 zu den Akten
(act. 32/324). Die neun Rechnungen des Hotels ... sind jeweils an die D._,
Herr BB._, adressiert. Wen die Übernachtungen betreffen, ist den Rechnun-
gen nicht zu entnehmen und wird von der Klägerin auch nicht ausgeführt. Ein Zu-
sammenhang dieser Aufwendungen mit der F._ kann nicht erstellt werden,
weshalb die entsprechenden Zahlungen nicht berücksichtigt werden können. Die
Rechnung der Hotels ... vom 21. August 2003 betrifft AA._ und AD._.
Beide waren anerkanntermassen für die F._ tätig, sodass ein Zusammen-
hang erstellt ist. Die Zahlung findet sich auch im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2003 (act. 3/66). Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ im
Betrag von CHF 688.–.
mm) Die Klägerin macht sodann Kosten des Patentanwalts für F1._ (zum Teil Mitarbeiter der F._ erwähnt) im Betrag von CHF 15'892.20 geltend, wel-
che die D._ für die F._ bezahlt habe (act. 31 S. 84 Rz. 12).
Die Beklagten entgegnen, die Rechnungen von AM._ & Partner hätten
Patente und Patent-Anmeldungen der D._ betroffen. Die Rechnungen seien
folglich zu Recht der D._ belastet worden (act. 38 S. 120).
Es liegen sechs Rechnungen von AM._ & Partner bei den Akten
(act. 3/176). Lediglich die Rechnung Nr. 1 weist einen Bezug zur F._ auf, in-
dem im Betreff eine Besprechung mit AA._ erwähnt wird, welcher anerkann-
- 87 -
termassen für die F._ arbeitete. Die restlichen Rechnungen betreffen das Pa-
tent "K._", welches die F1._-Grundentwicklung betraf und von der
D._ gehalten wurde (vgl. act. 14 S. 11, S. 44, S. 53 und S. 56). Ein Zusam-
menhang mit der F._ ist nicht erkenntlich. Der Betrag der Rechnung Nr. 1
findet sich im Auszug des Kontos 1 (act. 3/66). Somit ergibt sich eine Zahlung der
D._ für die F._ in der Höhe von CHF 785.30.
nn) Die Klägerin macht weiter die Bezahlung einer Anwaltsrechnung in Sachen
U._ über CHF 10'000.– von der D._ für die F._ geltend (act. 31
S. 84 Rz. 129).
Die Beklagten erwidern, die Rechnung von BC._, BD._, BE._
vom 11. März 2003 sei an die D._ adressiert. Anscheinend sei die D._
Mandatsgeberin gewesen. Die Rechnung sei somit zu Recht der D._ belastet
worden (act. 38 S. 120).
Die Klägerin reicht eine Rechnung von BC._, BD._, BE._ vom
11. März 2003 für einen Kostenvorschuss in Sachen U._ ins Recht
(act. 32/327). Die Rechnung ist an die D._ adressiert. Die F._ schloss
erst am 28. April 2003 ein OEM Bundled Distribution Agreement mit der amerika-
nischen Firma U._ ab (vgl. act. 1 S. 15 Rz. 28; act. 3/27; act. 14 S. 37). Ein
Zusammenhang mit der F._ ist damit nicht ersichtlich.
oo) Sodann macht die Klägerin Zahlungen von der D._ für die F._ für
Diverses in der Höhe von CHF 2'806.20 geltend (act. 31 S. 84 Rz. 129).
Die Beklagten erklären, die Rechnungen zu Diversem lauteten auf die
D._. Ein Zusammenhang mit der F._ könne nicht erstellt werden. Die
Rechnungen beträfen das F1._-Projekt der D._. Die Kosten seien zu
Recht der D._ belastet worden (act. 38 S. 120).
Es befindet sich eine Rechnung der ... vom 16. Mai 2003 bei den Akten
(act. 32/328 S. 1). Sie ist an die D._ adressiert, betrifft indes einen Transport
von Dokumenten der Firma U._ gemäss einem Auftrag von V._. Die
F._ schloss am 28. April 2003 ein OEM Bundled Distribution Agreement mit
- 88 -
der amerikanischen Firma U._ ab (vgl. act. 1 S. 15 Rz. 28; act. 3/27; act. 14
S. 37). V._ war anerkanntermassen für die F._ tätig. Damit ist ein Zu-
sammenhang zur F._ erstellt. Der entsprechende Rechnungsbetrag findet
sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003 (act. 3/66). Somit bezahlte die
D._ CHF 113.25 für die F._. Die Klägerin reicht weiter eine Rechnung des Advokaturbüro AP._ vom 9. Januar 2004 zu den Akten (act. 32/328
S. 2). Diese richtet sich an die D._. Ein Zusammenhang mit der F._
lässt sich nicht erkennen und wird von der Klägerin auch nicht erläutert. Sodann
liegt eine Rechnung der ... vom 24. November 2003 im Recht (act. 32/328 S. 3).
Sie richtet sich an die D._ zu Handen von AA._. Er arbeitete anerkann-
termassen für die F._. Damit besteht ein Zusammenhang zur F._ und
die entsprechenden Kosten von CHF 1'050.–, welche sich auch im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2003 finden (act. 3/66), hätten von ihr getragen werden
müssen.
pp) Schliesslich zieht die Klägerin eine Rückvergütung der "..." aus einem
Schadenfall betreffend AB._ in der Höhe von CHF 11'150.– und den Betrag von CHF 3'084.– als "zuviel aufgeführt" ab (act. 31 S. 84 Rz. 129). Die Beklagten äussern sich nicht hierzu. Diesen Abzügen ist nichts entgegenzusetzen.
qq) Zusammengefasst ergibt sich, dass die D._ im Jahr 2003 über das Konto 1 (Entwicklungskosten F1._) Zahlungen im Betrag von
CHF 1'157'715.20 (CHF 1'171'949.20 - CHF 11'150.– - CHF 3'084.–) leistete, zu deren Tragung die F._ verpflichtet gewesen wäre.
d) Jahr 2004
aa) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2004 habe die D._ total
CHF 1'029'088.35 bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert, die von der
F._ geschuldet gewesen wären. Dies gehe nicht nur aus dem Kontoblatt des
Kontos 1 (Entwicklungsprojekt F1._) der D._ für das Jahr 2004, sondern
auch aus der ins Recht gelegten geprüften Jahresrechnung 2004 der D._
hervor. Dieser zeige, dass die D._ im Jahr 2004 für das Entwicklungsprojekt
F1._ gegenüber dem Vorjahr zusätzlich CHF 1'029'088.35
- 89 -
(CHF 3'249'088.35 - CHF 2'220'000.00) aktiviert habe (act. 1 S. 22 Rz. 39; act. 31
S. 86 Rz. 132).
Die Beklagten bestreiten, dass die D._ im Jahr 2004 CHF 1'029'088.35
für die F._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert habe, welche eigent-
lich von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 14 S. 47; act. 38 S. 123).
Gemäss dem Auszug des Kontos 1 für das Jahr 2004 (act. 3/67) und der
geprüften Jahresrechnung 2004 der D._ (act. 3/68) aktivierte die D._ in
diesem Jahr Entwicklungskosten in der Höhe von CHF 1'029'088.35 (Kontostand per 31. Dezember 2004 von CHF 3'249'088.35 abzüglich Kontostand per 1. Janu-
ar 2004 von CHF 2'220'000.00).
bb) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2003 habe die D._ für H._
(H1._) CHF 63'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt, die von der
F._ geschuldet gewesen wären. Mit Ausnahme der Rechnung vom 29. Okto-
ber 2003 lauteten alle Rechnungen von H1._, die D._ im Jahr 2004 be-
zahlt habe, auf die F._. Die Rechnung vom 29. Oktober 2003 laute zwar auf
die D._, ihr lägen aber zwei vom Beklagten 2 unterzeichnete Purchase Or-
ders der F._ zugrunde. Gegenstand dieser Rechnungen seien unter ande-
rem fünf Mustergeräte des Medium F1._ und eine Jahresmiete für Räumlich-
keiten auf dem H._-Campus in ... (act. 1 S. 22 Rz. 39 f.; act. 31 S. 87
Rz. 133).
Die Beklagten verweisen auf ihre vorstehenden Ausführungen (act. 14
S. 47) und halten fest, die behaupteten Zahlungen an H._ (H1._) seien
nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten. Sämtliche ausgewiesenen Zah-
lungen beträfen das F1._-Projekt der D._. Die Zahlungen seien somit zu
Recht von der D._ geleistet worden (act. 38 S. 123 f.).
Die Klägerin legt bezüglich der Zahlungen an H._ vier Rechnungen, ei-
ne mit Zahlungsauftrag und Belastungsanzeige, sowie zwei Purchase Orders zu
den Akten (act. 3/103-107). Wie vorstehend erwähnt (vgl. Erw. 4.5.3.1.b.bb)
schloss die F._ mit der H._ ... N.V., Division H1._ (H1._) am
- 90 -
6. August 2002 ein Cooperation Agreement (Development) mit zwei späteren
Amendments ab. Die Beklagten geben denn zunächst auch zu, dass die Zahlun-
gen an H._ mit der F._ in Zusammenhang stünden. Die beiden Rech-
nungen vom 13. November 2003 über EUR 1'500.– und EUR 7'500.– (act. 3/103)
sowie diejenige vom 5. Dezember 2003 über EUR 2'000.– (act. 3/104) sind an die
F._ adressiert und wären entsprechend auch von ihr zu begleichen gewesen.
Die Rechnung vom 29. Oktober 2004 über EUR 5'000.– und EUR 6'393.–
(act. 3/105) führt zwar die D._ auf, doch beruht sie auf der Purchase Order
vom 29. Oktober 2004 (act. 3/107) von der F._, in welcher die D._ ledig-
lich als Rechnungsadresse angegeben wird. Auch diese Zahlung wäre demnach
von der F._ zu leisten gewesen. Die entsprechenden Zahlungen über
CHF 2'382.75, CHF 11'913.75, CHF 31'770.–, CHF 7'650.– und CHF 9'781.30
sind im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 (act. 3/67) aufgeführt. Insgesamt
wären Aufwendungen im Gesamtbetrag von CHF 63'000.– (CHF 63'497.80, nach der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) von der F._ zu leisten gewesen.
cc) Die Klägerin macht weiter eine Zahlung an AR._ in der Höhe von
CHF 26'544.65 von der D._ für die F._ geltend (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten halten dazu fest, die AR._-Rechnung sei an die D._
adressiert, betreffe das F1._-Entwicklungsprojekt der D._ und sei zu
Recht von dieser beglichen worden (act. 38 S. 125).
Unter dem Jahr 2003 reicht die Klägerin eine Purchase Order vom 31. Juli
2003 (act. 3/89) betreffend "Industrialisation of the 15 inch F1._" September
2003 über EUR 16'700.– ein, welche als Lieferadresse die F._ aufführt. Die
D._ ist lediglich als Rechnungsadresse vermerkt. Unter "Dealt with by" wird
zudem auf AA._ verwiesen, der anerkanntermassen für die F._ tätig
war. Somit lässt sich diesbezüglich ein Zusammenhang mit der F._ erstellen.
Die dazugehörige Rechnung mit dem Betreff "Industr. F1._ sep03" datiert
vom 26. September 2003 (act. 3/88 = act. 3/346). Die entsprechende Zahlung
über CHF 26'544.65 ist im Kontoauszug des Jahres 2004 unterm 11. Februar
2004 aufgeführt (act. 3/67). Demnach bezahlte die D._ Aufwendungen über
CHF 26'544.65 anstelle der F._.
- 91 -
dd) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2004 habe die D._ für U._
CHF 28'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt, die von der F._ geschul-
det gewesen wären. Die beiden Rechnungen lauteten auf die D._. Zumindest
für die grössere dieser beiden Rechnungen sei die "Kreditsprechung" aber durch
die F._ erfolgt, wobei das Dokument vom Beklagten 2 unterzeichnet worden
sei (act. 1 S. 22 Rz. 39 f.; act. 31 S. 87 Rz. 133).
Die Beklagten entgegnen, die behaupteten Zahlungen an U._ seien
nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten. Sämtliche ausgewiesenen Zah-
lungen beträfen das F1._-Projekt der D._. Die Zahlungen seien somit zu
Recht von der D._ geleistet worden (act. 38 S. 123 f.).
Die Klägerin legt hierzu zwei Rechnungen der U._ vom 9. Januar 2004
und 30. April 2004 und dazugehörige Zahlungsaufträge und Belastungsanzeigen
zu den Akten (act. 3/108-109a). Beide Rechnungen sind an die D._ adres-
siert. Unbestrittenermassen schloss indes die F._ am 28. April 2003 ein OEM
Bundled Distribution Agreement mit der amerikanischen Firma U._ ab (act. 1
S. 15 Rz. 28; act. 3/27; act. 14 S. 37). Eine vertragliche Beziehung der D._
zu U._ wird von den Beklagten nicht dargelegt. Die Rechnungen von
U._ stehen damit mit der F._ in Zusammenhang und die entsprechen-
den Zahlungen wären von der F._ zu bezahlen gewesen. Die Beklagten führ-
ten denn auch andernorts aus, sie bestritten nicht, dass die erwähnten Vertrags-
verhältnisse von der F._ abgeschlossen und die Kosten von der D._ ge-
tragen worden seien (act. 14 S. 42). Die Rechnung vom 30. April 2004
(act. 3/109) stützt sich zudem auf zwei Kreditsprechungen von der F._ vom
5. und 6. März 2004 (act. 3/110+111). Entgegen den Beklagten sind die geltend
gemachten Zahlungen mit den eingereichten Rechnungen belegt. Die entspre-
chenden Zahlungen über CHF 7'947.50 und CHF 20'111.– finden sich auch im
Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 (act. 3/67). Demzufolge bezahlte die
D._ Aufwendungen im Gesamtbetrag von CHF 28'000.– (CHF 28'058.50, nach der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) die von der F._ geschuldet wa-
ren.
- 92 -
ee) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2004 habe die D._ für V._ (bzw.
W._ Est.) CHF 107'000.–, AA._ (AC._ / AE._) CHF 389'000.–,
AB._ CHF 134'000.– und AD._ (AS._) CHF 121'000.– (jeweils auf
CHF 1'000.– gerundet) bezahlt, die von der F._ geschuldet gewesen wären
(act. 1 S. 22 Rz. 39; act. 31 S. 87 Rz. 133).
Die Beklagten bestreiten die Höhe der aufgrund des Kontoauszuges ... be-
rechneten Zahlungen an V._ und AA._ (act. 14 S. 47) und halten weiter
fest, es seien zwei Rechnungen der W._ Est. im Totalbetrag von
CHF 17'000.– mit dem Betreff Honorar Februar und März 2004 ausgewiesen. Die
entsprechenden Rechnungen seien an die D._ adressiert und folglich auch
von der D._ zu bezahlen gewesen. Ein Bezug zur F._ bestehe nicht. Für
das Jahr 2004 belege die Klägerin keine weiteren Zahlungen an V._ / Pro-
dukt W._ Est. Eine Bezahlung von CHF 107'000.– an V._ werde somit
bestritten. Die Kreditkartenabrechnungen im Betrag von total CHF 4'079.16 be-
treffend V._ lauteten auf die D._. Ein Bezug zur F._ sei nicht er-
sichtlich, die D._ habe diese Kosten zu Recht bezahlt. Die sechzehn Rech-
nungen der AC._ im Gesamtbetrag von EUR 86'501.16 seien allesamt an die
D._ adressiert und beträfen das F1._-Entwicklungsprojekt der D._.
Die Leistungen von AA._ seien für das F1._-Projekt der D._ er-
bracht worden, weshalb diese zu Recht für diese Consulting-Leistungen Januar
2004 bis Dezember 2004 aufgekommen sei. Die vierzehn Rechnungen von
AE._ im Gesamtumfang von EUR 58'000.– seien an die D._ adressiert
und umfassten Consulting-Leistungen Januar bis Dezember 2004. AA._ sei
für das F1._-Entwicklungsprojekt der D._ tätig gewesen, weshalb die
D._ die entsprechenden Kosten habe tragen müssen. Die Spesenabrech-
nungen von AA._ seien nicht nachvollziehbar und hätten so auch keinen
Eingang in das Kontoblatt 1 / 2004 gefunden. Bei dieser Gelegenheit werde je-
doch bestritten, dass an AA._, resp. AC._, resp. AE._ im Jahr 2004
CHF 389'000.– überwiesen worden seien. Zahlungen in einem solchen Umfang
seien von der Klägerin nicht belegt worden. Die fünf Rechnungen im Totalbetrag
von EUR 14'303.– beträfen die F1._-Produktentwicklung der D._. Die
entsprechenden Rechnungen seien an die D._ adressiert, sie seien somit
- 93 -
auch von der D._ zu bezahlen gewesen. Im Übrigen weise die Klägerin keine
Zahlungen an AB._ im Umfang von behaupteten CHF 134'000.– für das Jahr
2004 nach. Die Spesen von AB._ für das Jahr 2004 seien im Zusammen-
hang mit dem F1._-Entwicklungsprojekt der D._ entstanden und folglich
auch zu Recht von dieser bezahlt worden. Die zehn Rechnungen der AS._
seien an die D._ adressiert und beträfen einen Totalbetrag von
EUR 70'160.–. Die Aufwendungen von AD._ seien im Zusammenhang mit
dem F1._-Entwicklungsprojekt der D._ entstanden. Diese habe die ent-
sprechenden Kosten folglich zu Recht beglichen. Im Übrigen weise die Klägerin
keine Zahlungen an AD._ im Umfang von behaupteten CHF 121'000.– für
das Jahr 2004 nach. Die behaupteten Zahlungen an V._, AA._,
AB._ und AD._ seien nicht belegt und würden der Höhe nach bestritten.
Sämtliche ausgewiesenen Zahlungen beträfen das F1._-Projekt der
D._. Die Zahlungen seien somit zu Recht von der D._ geleistet worden
(act. 38 S. 123 f.). Die Visa-Abrechnung betreffe die D._. Die entsprechende
Karte habe der D._ gehört. Die Aufwände seien zu Recht von der D._
übernommen worden. Die Aufwände seien im Zusammenhang mit dem
F1._-Projekt der D._ gestanden (act. 38 S. 125).
Wie bereits zum Jahr 2002 ausgeführt, stellte die F._ anerkanntermas-
sen ab Oktober 2001 V._ als Vice President Marketing & Sales, ab spätes-
tens Januar 2002 AA._ als Vice President Systems Architecture / COO und
AB._ als Sales Engineer / Vice President Research & Development und ab
Juni 2003 AD._ als Vice President Tech Support ein.
Die Klägerin macht nun geltend, die D._ habe V._ bzw. der W._
Est. CHF 107'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt. Sie reicht hierzu zwei
Rechnungen der W._ Est. für V._ aus dem Jahr 2004 (act. 32/338) über
je CHF 8'500.– ins Recht. Dass sich die Rechnungen an die D._ richten, ist
nicht weiter von Bedeutung, da nach den beklagtischen Ausführungen die Auf-
wände ungeachtet der vertraglichen Verpflichtung der F._ der D._ be-
lastet wurden (act. 14 S. 43 f.; act. 38 S. 99; vgl. Erw. 4.5.3.1.b.dd). Die entspre-
chenden Zahlungen sind dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 zu entneh-
- 94 -
men (act. 3/67). Dem Kontoauszug ist weiter zu entnehmen, dass die Zahlung
über CHF 8'500.– an die AC._ W._ Est. monatlich erfolgte. Dement-
sprechend bezahlte die D._ Aufwendungen im Betrage von CHF 102'000.– (12 x CHF 8'500.–), welche die F._ hätte tragen müssen.
Die weiteren von der Klägerin geltend gemachten rund CHF 5'000.– betreffen
Spesenrechnungen von V._. Sie reicht dazu acht Rechnungen der Visa Kre-
ditkarte von V._ über CHF 4'360.15 (act. 32/339) sowie eine Kreditkartenab-
rechnung, die V._ für CHF 87.48 und AA._ für CHF 5'413.53 betrifft
(act. 32/349), zu den Akten. Dass sich die Rechnungen an die D._ richten, ist
nicht weiter von Bedeutung, da nach den beklagtischen Ausführungen die Auf-
wände ungeachtet der vertraglichen Verpflichtung der F._ der D._ be-
lastet wurden (act. 14 S. 43 f.; act. 38 S. 99; vgl. Erw. 4.5.3.1.b.dd). Die Rech-
nungsbeträge finden sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 (act. 3/67). Im
Kontoauszug finden sich zudem weitere Zahlungen mit den Betreffen "Visa
V._" und " V._ Spesen" im Gesamtbetrag von CHF 1'906.85 (act. 3/67).
Da V._ anerkanntermassen bei der F._ angestellt und eine Spesenent-
schädigung offenbar vereinbart war sowie entsprechende Zahlungen ausgewie-
sen sind, sind auch diese Zahlungen zu berücksichtigen. Weiter zieht die Klägerin
Rückzahlungen von Spesen durch V._ im Betrag von CHF 2'963.10 ab. Auch
diese Rückzahlungen sind dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 zu ent-
nehmen (act. 3/67). Damit sind Zahlungen der D._ für die F._ in der Hö-
he von CHF 3'391.38 ausgewiesen.
Die Klägerin macht weiter geltend, die D._ habe anstelle der F._ Zah-
lungen für AA._ bzw. AC._ / AE._ im Betrag von CHF 389'000.–
(auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt. Sie reicht hierzu sechzehn Rechnungen der
AC._ über insgesamt EUR 86'501.16 ins Recht (act. 32/340). Den Rechnun-
gen ist aufgrund des angegebenen E-Mail-Kontaktes zu entnehmen, dass sie
AA._ betreffen. Auch diese Rechnungen sind an die D._ gerichtet, was
jedoch nicht relevant ist, da AA._ anerkanntermassen bei der F._ ange-
stellt war und nach den Beklagten die im Zusammenhang mit diesen Anstellungs-
verhältnissen getätigten Aufwendungen der F._ der D._ belastet wur-
- 95 -
den. Die entsprechenden Zahlungen über total CHF 135'816.20 lassen sich auch
dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 (act. 3/67) entnehmen. Im Kontoaus-
zug finden sich zudem weitere Zahlungen an die AC._ im Gesamtbetrag von
CHF 46'284.65. Da ein Zusammenhang mit der F._ besteht, wären die Kos-
ten von CHF 182'100.85 von ihr zu tragen gewesen.
Die Klägerin reicht sodann vierzehn Rechnungen von AE._ aus dem Jahr
2004 (act. 32/341) ins Recht. Es ergibt sich aus den ersten acht dieser Rechnun-
gen von AE._, deren Adressatin die D._ ist, nicht, inwiefern sie mit
AA._ oder der F._ in Zusammenhang stehen und dieser wird von der
Klägerin auch nicht erläutert, sodass ein Zusammenhang nicht erstellt werden
kann. Lediglich die Rechnungen vom 5. September 2004, 10. September 2004,
15. September 2004, 4. Oktober 2004, 4. November 2004 und 9. Dezember 2004
geben als Zahlungsempfänger AA._ an, sodass sich ein Zusammenhang zur
F._ ergibt. Diese sechs Zahlungen lassen sich auch dem Auszug des Kontos
1 des Jahres 2004 (act. 3/67) entnehmen. Somit ergeben sich Zahlungen der
D._ für die F._ im Gesamtbetrag von CHF 52'120.80.
Ferner legt die Klägerin eine Aufstellung betreffend Akontozahlungen und Spe-
senabrechnungen der Jahre 2002 bis 2005 (act. 32/310) und sechzehn Spesen-
abrechnungen aus dem Jahr 2004 von AA._ (act. 32/342) sowie eine Kredit-
kartenabrechnung, die V._ für CHF 87.48 und AA._ für CHF 5'413.53
betrifft (act. 32/349), ins Recht. Im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 finden
sich zwölf Zahlungen mit dem Vermerk "AA._ ac Spesen " (act. 3/67). Die
entsprechenden Beträge ergeben sich zwar nicht eindeutig aus den eingereichten
Abrechnungen, doch da AA._ anerkanntermassen bei der F._ angestellt
und eine Spesenentschädigung offensichtlich vereinbart war (act. 32/310) sowie
entsprechende Zahlungen ausgewiesen sind, lässt sich ein Zusammenhang mit
der F._ erstellen. Die entsprechenden Kosten von CHF 92'657.63 wären  von ihr zu tragen gewesen.
Die Klägerin reicht fünf Rechnungen von AT._, Singapur, aus dem Jahr 2004
ins Recht (act. 32/343). Diese Rechnungen tragen zum Teil den handschriftlichen
Vermerk "AB._". Aus den Rechnungen selbst ergibt sich jedoch in keiner
- 96 -
Weise, wie diese mit AB._ oder der F._ in Zusammenhang stehen sol-
len und die Klägerin bietet hierzu keine Erklärung, sodass ein solcher nicht erstellt
werden kann. Die Klägerin verweist weiter auf eine Dauerauftragsbestätigung
vom 13. Juli 2004 (act. 3/152), gemäss welcher monatlich CHF 10'000.– an
AB._ überwiesen worden sein sollen. Im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2004 (act. 3/67) sind jedoch keine Zahlungen an AB._ über CHF 10'000.– zu
finden. Schliesslich reicht die Klägerin sechs Expense Reports von AB._ aus
dem Jahr 2004 zu den Akten (act. 32/344). Die entsprechenden Zahlungen über
CHF 1'486.45, CHF 9'391.95, CHF 3'750.55, CHF 3'749.75, CHF 3'561.15 und
CHF 2'614.– sind im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 (act. 3/67) ausgewie-
sen. AB._ arbeitete anerkanntermassen für die F._, weshalb diese auch
für dessen Auslagen aufzukommen hat. Die D._ hat diesbezüglich Zahlun-
gen im Umfang von CHF 24'553.85 für die F._ vorgenommen.
Weiter reicht die Klägerin zehn Rechnungen von AS._ aus dem Jahr 2004
ins Recht (act. 32/345). Diese Rechnungen tragen die handschriftliche Notiz
"AD._" oder "AD._". Aus den Rechnungen selbst ergibt sich jedoch in
keiner Weise, wie diese mit AD._ oder der F._ in Zusammenhang ste-
hen sollen und die Klägerin bietet hierzu keine Erklärung, sodass ein solcher nicht
erstellt werden kann.
ff) Die Klägerin macht Kosten für Design, Lautsprecher und diverses Material
von der AU._ für den F1._-Bildschirm im Betrag von CHF 19'626.20 gel-
tend, welche die D._ für die F._ bezahlt habe (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten führen dazu aus, die Rechnung sei auf die D._ ausge-
stellt worden. F1._ sei das Entwicklungsprojekt der D._ gewesen. Daher
sei die Rechnung zu Recht der D._ belastet worden (act. 38 S. 126).
Die Klägerin reicht drei Rechnungen von AU._ aus dem Jahr 2004
(act. 32/352) zu den Akten. Die Rechnungen richten sich an die D._ /
F1._-Projekt und betreffen verschiedenes Material. Ein Bezug zur F._
ergibt sich indes nicht und wird von der Klägerin auch nicht dargelegt. Somit kann
kein Zusammenhang dieser Ausgaben mit der F._ erstellt werden.
- 97 -
gg) Weiter macht die Klägerin Zahlungen an das Druckzentrum ... für Briefpapier
und Visitenkarten der F._ über CHF 1'074.– geltend (act. 1 S. 22 Rz. 40;
act. 31 S. 87 f. Rz. 133 f.).
Die Beklagten führen aus, die Rechnung vom 31. Mai 2004 sei auf die
D._ ausgestellt. Sie betreffe F1._-Visitenkarten für AB._, AA._
und AD._. Diese seien im Auftrag der D._ tätig gewesen. Die D._
habe diese Kosten zu Recht übernommen. Die Rechnung vom 2. September
2004 betreffe die Lieferung von F1._-Briefbogen. F1._ sei ein Entwick-
lungsprojekt der D._ gewesen. Die Kosten seien zu Recht der D._ be-
lastet worden. Die Rechnung laute auch auf die D._. Die Bestellungen seien
von AG._ ausgegangen. AG._ habe nur die D._ verpflichten kön-
nen (act. 14 S. 48; act. 38 S. 125 und S. 127).
Die Klägerin reicht zwei Rechnungen des Druckzentrums ... zu den Akten
(act. 3/112+113). Die Rechnungen vom 31. Mai 2004 (act. 3/112) und 2. Septem-
ber 2004 (act. 3/113) sind beide an die D._, AG._, adressiert. Bei der
ersten Rechnung ist nicht ersichtlich, von wem die Bestellung ausging. Bei der
zweiten ging die Bestellung von N._ aus. Wie die Klägerin jedoch richtig dar-
legt (act. 46 S. 19 Rz. 31), ergibt sich aus dem Schreiben der F._ an die Klä-
gerin vom 30. April 2003 (act. 47/400) und dem Dokument "..." vom 6. Juli 2005
(act. 40/100), dass N._ auch für die F._ auftrat. Dieses Handeln
N._s für die F._ wurde von den Beklagten geduldet, weshalb von einer
Duldungsvollmacht auszugehen ist und sich die Beklagten entgegen ihren Aus-
führungen (act. 58 S. 14) nicht im Nachhinein auf ein fehlendes Zeichnungsrecht
gemäss Handelsregister berufen können. Beide Rechnungen betreffen "Visiten-
karten F1._" bzw. "Briefbogen F1._ quer" in einseitig zweifarbig warmrot
/ grauem Druck. Wie bereits in den Ausführungen zum Jahr 2002 festgehalten
(Erw. 4.5.3.1.b.ee.), verwendete die F._ ein Logo betreffend F1._ in den
Farben rot und grau (vgl. act. 32/313) und machen die Beklagten nicht geltend,
dass die D._ selbiges Logo verwendet hat. Somit betrifft dieser Aufwand of-
fensichtlich die F._, nicht die D._. Die entsprechenden Rechnungsbe-
träge (exkl. MwSt.) von CHF 652.– und CHF 422.– sind im Auszug des Kontos 1
- 98 -
des Jahres 2004 enthalten (act. 3/67). Die Zahlungen über insgesamt
CHF 1'074.– stehen damit mit der F._ in Zusammenhang und wären daher auch von ihr zu tragen gewesen.
hh) Die Klägerin macht Zahlungen der D._ für den Nachdruck des
F1._-Booklets und der Deckblätter für die F._ im Betrag von
CHF 4'600.– sowie die Bezahlung des Agenturhonorars für den Nachdruck des
F1._-Booklets und der Deckblätter etc. für die F._ in der Höhe von
CHF 2'164.90 geltend (act. 1 S. 22 Rz. 40; act. 31 S. 87 f. Rz. 133 f.).
Die Beklagten verweisen betreffend die Ausgaben für Booklets auf ihre Aus-
führungen betreffend das Jahr 2002. Die Rechnungen der AW._ Print vom
24. Juni 2004 und 31. August 2004 beträfen einen F1._-Nachdruck.
F1._ sei ein Entwicklungsprojekt der D._ gewesen. Die Kosten seien zu
Recht der D._ belastet worden. Die Rechnung laute auch auf die D._.
Die Bestellung sei von N._ ausgegangen. N._ habe nur die D._
verpflichten können. Die Rechnungen der AV._ Communications AG im Jahr
2004 lauteten auf die D._. Sie beträfen F1._-Druckkosten. F1._ sei
das Entwicklungsprojekt der D._ gewesen. Die Kosten seien zu Recht der
D._ belastet worden (act. 14 S. 48; act. 38 S. 125 f. und S. 127).
Die Rechnungen der AW._ Print vom 24. Juni 2004 (act. 3/116) und
31. August 2004 (act. 3/117) sind an die D._, N._, gerichtet und bezie-
hen sich auf D._ / F1._ Nachdruck Deckblätter bzw. D._ / F1._
Booklet Nachdruck. Ein Zusammenhang zur F._ ergibt sich hieraus nicht und
wird von der Klägerin auch nicht erläutert. Mangels eines Zusammenhangs zur
F._ können diese Zahlungen des Kontos 1 nicht berücksichtigt werden. Die
Rechnungen der AV._ Communications AG vom 18. Juni 2004, 30. Juni
2004 und 7. September 2004 (act. 32/350) richten sich ebenfalls sämtliche an die
D._, N._, sie betreffen F1._. Ein Bezug zur F._ ergibt sich
auch daraus nicht und wird von der Klägerin nicht weiter erläutert. Somit können
auch diese Zahlungen des Kontos 1 nicht berücksichtigt werden.
- 99 -
ii) Die Klägerin macht diverse Aufwendungen der D._ für die Homepage
F1._.ch der F._ in der Höhe von CHF 6'234.20 geltend (act. 1 S. 22
Rz. 40; act. 31 S. 87 f. Rz. 133 f.).
Die Beklagten führen aus, die Rechnung der ... betreffe die Domain-Gebühr
"F1._.ch". Die Rechnung der BF._ Ltd. (act. 32/357) betreffe F1._
(Webpage). F1._ sei das Entwicklungsprojekt der D._ gewesen, sodass
die Kosten der D._ zu Recht belastet worden seien (act. 14 S. 48; act. 38
S. 126 f.).
Die Klägerin reicht eine Rechnung von BG._ Webdesign ... vom
12. November 2004 (act. 3/115) zu den Akten. Sie ist an die F._ adressiert
und der Auftrag wurde von V._ erteilt. Weiter legt die Klägerin eine Rech-
nung der ... vom 31. August 2004 (act. 32/358) ins Recht, welche ebenfalls an die
F._ adressiert ist und die Website F1._.ch betrifft. Auch die Rechnung
der BF._ Ltd. vom 19. November 2004 (act. 32/357) betreffend die Webhotel-
Jahrespauschale und die Installationspauschale ist an die F._ gerichtet.
Dass die Website F1._.ch von der F._ betrieben wurde, blieb seitens
der Beklagten unbestritten (vgl. act. 31 S. 36 Rz. 64; act. 38 S. 53). Diese Auf-
wände stehen somit offensichtlich in Zusammenhang mit der F._, nicht mit
der D._. Die Rechnungsbeträge von CHF 5'177.–, CHF 35.– und
CHF 1'022.20 sind im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 enthalten
(act. 3/67). Die Zahlungen über CHF 6'234.20 stehen damit mit der F._ in Zusammenhang und sind daher auch von ihr zu tragen.
jj) Sodann macht die Klägerin die Bezahlung einer Lieferung von Hardware an
die F._ durch BH._ Solutions im Betrag von CHF 3'000.– durch die
D._ geltend (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten halten fest, diese Rechnung betreffe das F1._-Projekt
der D._. Die Kosten seien der D._ zu Recht belastet worden (act. 38
S. 126).
- 100 -
Es liegt eine Rechnung der BH._ Solutions vom 13. Dezember 2004
(act. 32/361) bei den Akten, die an die F._, AB._, adressiert ist.
AB._ arbeitete anerkanntermassen für die F._. Damit ergibt sich ein Zu-
sammenhang zur F._. Der Rechnungsbetrag ist im Auszug des Kontos 1 des
Jahres 2004 aufgeführt (act. 3/67). Die Zahlung von CHF 3'000.– wäre von der F._ zu tragen gewesen.
kk) Die Klägerin macht Zahlungen der D._ für Flugtickets für Mitarbeiter der
F._ im Betrag von CHF 11'028.– geltend (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten führen aus, sämtliche Rechnungen von AK._ Reisen AG
seien an die D._ (N._) adressiert und beträfen mehrheitlich Europa-
Flüge der Beklagten 1 und 2. Die entsprechenden Kosten seien zu Recht der
D._ belastet worden. Sie beträfen das F1._-Projekt der D._. Die
Reservierung der Flüge habe N._ erledigt. N._ habe nur die D._
verpflichten können (act. 38 S. 125).
In den Akten finden sich acht Rechnungen für Flugtickets aus dem Jahr
2004 (act. 32/347). Die Rechnungen vom 15. Januar 2004, 23. April 2004, 10. Ju-
ni 2004, 23. August 2004, 27. September 2004 und 10. Dezember 2004 betreffen
alleine die Beklagten. Der Beklagte 1 war Verwaltungsratspräsident der D._
und Delegierter des Verwaltungsrates der F._. Der Beklagte 2 war Delegier-
ter des Verwaltungsrats der D._ und Verwaltungsratspräsident der F._.
In welcher Funktion sie diese Flugreisen unternommen haben, kann den Belegen
nicht entnommen werden und wird von der Klägerin auch nicht näher dargelegt.
Ein Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der F._ kann damit nicht er-
stellt werden. Die Rechnungen vom 27. Januar 2004 und 4. November 2004 be-
treffen V._ bzw. AD._. Beide waren anerkanntermassen für die F._
tätig. Diesbezüglich besteht somit ein Zusammenhang zur F._. Dass die Flü-
ge von N._ reserviert wurden, ändert daran nichts. Wie die Klägerin richtig
darlegt (act. 46 S. 19 Rz. 31), ergibt sich aus dem Schreiben der F._ an die
Klägerin vom 30. April 2003 (act. 47/400) und dem Dokument "..." vom 6. Juli
2005 (act. 40/100), dass N._ auch für die F._ auftrat. Dieses Handeln
N._s für die F._ wurde von den Beklagten geduldet, weshalb von einer
- 101 -
Duldungsvollmacht auszugehen ist und sich die Beklagten entgegen ihren Aus-
führungen (act. 58 S. 14) nicht im Nachhinein auf ein fehlendes Zeichnungsrecht
gemäss Handelsregister berufen können. Die entsprechenden Zahlungen über
CHF 925.– und CHF 1'102.50 lassen sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2004 der D._ finden (act. 3/67). Somit ergibt sich eine Zahlung der D._
für die F._ in der Höhe von CHF 2'027.50.
ll) Die Klägerin macht die Bezahlung von Hotelkosten von Mitarbeitern der
F._ durch die D._ in der Höhe von CHF 3'318.90 geltend (act. 31 S. 88
Rz. 134).
Die Beklagten bringen vor, diese Übernachtungskosten stünden ebenfalls in
direktem Zusammenhang mit dem F1._-Projekt der D._, weshalb die
Kosten zu Recht der D._ belastet worden seien. Sämtliche Hotel-
Rechnungen seien auf die D._ ausgestellt und die meisten an N._ und
Herrn BB._ adressiert. N._ und Herr BB._ hätten nur die D._
verpflichten können. Beide seien für die F._ nicht zeichnungsberechtigt ge-
wesen (act. 38 S. 125).
Es liegen fünf Rechnungen für Hotelkosten des Jahres 2004 (act. 32/348)
bei den Akten. Die beiden Rechnungen des Hotels ... vom 8. Februar 2004 und
25. Oktober 2004 sind an die D._, Herr BB._, adressiert. Wen die Über-
nachtungen betreffen, ist den Rechnungen nicht zu entnehmen und wird von der
Klägerin auch nicht ausgeführt. Ein Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der
F._ kann nicht erstellt werden, weshalb die entsprechenden Zahlungen nicht
berücksichtigt werden können. Die Rechnungen des Hotels ... vom 29. Februar
2004, 22. März 2004 und 31. Juli 2004 betreffen AA._, AB._ und
AD._. Alle drei waren anerkanntermassen für die F._ tätig, sodass ein
Zusammenhang erstellt ist. Daran ändert nichts, dass die Rechnungen an die
D._ adressiert sind; bei zweien an N._. Wie vorstehend ausgeführt, trat
N._ auch für die F._ auf. Die entsprechenden Zahlungen über
CHF 1'979.90, CHF 172.– und CHF 396.– finden sich im Auszug des Kontos 1
des Jahres 2004 (act. 3/67). Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die
F._ im Betrag von CHF 2'547.90.
- 102 -
mm) Die Klägerin macht Kosten des Patentanwalts für F1._ (zum Teil Mitar-
beiter der F._ erwähnt) von CHF 11'670.60 geltend, welche die D._ für
die F._ bezahlt habe (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten bringen vor, die Rechnungen von AM._ & Partner beträ-
fen die Patente resp. Patentanmeldungen der D._. Die D._ sei die Inha-
berin der entsprechenden Rechte gewesen. Die Kosten seien der D._ zu
Recht belastet worden (act. 38 S. 125).
Es liegen sechs Rechnungen von AM._ & Partner bei den Akten
(act. 3/178). Lediglich die Rechnung Nr. 1 weist einen Bezug zur F._ auf, in-
dem im Betreff Telefonate mit V._ und AA._ erwähnt werden, welche
anerkanntermassen für die F._ arbeiteten. Die restlichen Rechnungen Nr. 2,
3, 4, 5 und 6 betreffen das Patent "K._", welches die F1._-
Grundentwicklung betraf und von der D._ gehalten wurde (vgl. act. 14 S. 11,
S. 44, S. 53 und S. 56). Ein Zusammenhang mit der F._ ist nicht ersichtlich.
Der Betrag der Rechnung Nr. 1 findet sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2004 (act. 3/67). Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ in
der Höhe von CHF 562.25.
nn) Die Klägerin macht weiter die Bezahlung einer Anwaltsrechnung in Sachen
F1._ über CHF 13'940.50 für die F._ durch die D._ geltend (act. 31
S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten führen aus, Dr. BI._ sei anscheinend von der D._
mandatiert worden. Die Rechnung laute auf die D._ und sei zu Recht von der
D._ bezahlt worden (act. 38 S. 126).
In den Akten befindet sich eine Rechnung von Rechtsanwalt Dr. BI._
vom 13. Dezember 2004 (act. 32/351). Die Honorarnote betrifft dessen anwaltli-
che Bemühungen und Barauslagen in Sachen F1._ für die Kalenderjahre
2002, 2003 und 2004. Die Rechnung ist an die D._ gerichtet. Ein Zusam-
menhang mit der F._ kann ihr nicht entnommen werden und wird von der
- 103 -
Klägerin auch nicht dargelegt. Daher kann diese Zahlung nicht berücksichtigt
werden.
oo) Die Klägerin macht eine Aufwandentschädigung für den Verkauf der
F._ im Betrag von CHF 10'166.– an BJ._ geltend, den die F._ mit
Mandatsvertrag vom 28. Januar 2004 mit dem Verkauf ihrer selbst mandatiert ha-
be (act. 1 S. 17 Rz. 31 und S. 22 Rz. 40; act. 31 S. 87 f. Rz. 133 f.).
Die Beklagten halten dazu fest, die Rechnung laute auf die D._ und ha-
be das Projekt F1._ betroffen. F1._ sei das Projekt der D._ gewe-
sen. Die Kosten seien zu Recht der D._ belastet worden (act. 38 S. 126).
Die Klägerin reicht eine Rechnung von BJ._ vom 29. Januar 2004
(act. 3/114) betreffend Aufwandsentschädigung Financial Advisor F1._ für
den Zeitraum bis 14. März 2004 zu den Akten. Die Rechnung richtet sich an die
D._, doch wurde der Mandatsvertrag vom 28. Januar 2004 (act. 3/56) von
der F._ abgeschlossen. Somit hat auch die F._ die daraus entstehen-
den Aufwendungen zu tragen. Der Rechnungsbetrag ist im Auszug des Kontos 1
des Jahres 2004 (act. 3/67) enthalten. Somit ergibt sich eine Zahlung der D._
für die F._ in der Höhe von CHF 10'166.40.
pp) Weiter macht die Klägerin Service Fee und Out of Pocket Expenses für die
F._ in der Höhe von CHF 4'086.50 geltend (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten bestreiten dies nicht und äussern sich nicht weiter hierzu
(act. 38 S. 125 f.).
Die Klägerin reicht diesbezüglich eine Rechnung der BK._ SA vom
5. Mai 2004 (act. 32/353) zu den Akten. Die Rechnung richtet sich an die F._
und ist entsprechend auch von ihr zu bezahlen. Der Betrag der Rechnung findet
sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004 (act. 3/67). Somit ergibt sich eine
Zahlung der D._ für die F._ in der Höhe von CHF 4'086.50.
- 104 -
qq) Die Klägerin macht für die Integration von BL._ in F1._ U._
Zahlungen in der Höhe von CHF 3'906.25 geltend, die die D._ für die
F._ bezahlt haben soll (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten halten dazu fest, die Rechnung laute auf die D._ und be-
treffe das F1._-Projekt. F1._ sei das Entwicklungsprojekt der D._
gewesen. Die Kosten seien zu Recht der D._ belastet worden (act. 38
S. 126).
Die Rechnung der BL._ vom 30. Juni 2004 (act. 32/354) richtet sich an
die D._ und bezieht sich auf die Integration BL._-F1._ U._. Ein
Zusammenhang mit der F._ ist hieraus nicht ersichtlich und wird von der
Klägerin auch nicht näher vorgetragen. Somit kann diese Zahlung nicht berück-
sichtig werden.
rr) Die Klägerin macht sodann die Kosten einer Anwaltsrechnung im Zusam-
menhang mit dem Verkauf der F._ im Betrag von CHF 4'050.– geltend
(act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten bringen vor, Rechtsanwalt BM._ sei von der D._
mandatiert worden. Die Honorarnote laute auf die D._. Sie betreffe das Pro-
jekt F1._ von der D._. Die Kosten seien der D._ zu Recht belastet
worden (act. 38 S. 126).
Es liegt eine Honorarnote von BM._ ... + Partner vom 26. Juli 2004
(act. 32/355) bei den Akten. Die Rechnung richtet sich an die D._ und be-
zieht sich auf anwaltschaftliche Tätigkeit in Sachen F1._, insbesondere Stu-
dium der Unterlagen von A._ ..., konzeptionelle Überlegungen für Vertrags-
gestaltung sowie Besprechungen mit den Beklagten. Ein Zusammenhang mit der
F._ ist hieraus nicht ersichtlich und wird von der Klägerin auch nicht vorge-
bracht. Somit kann diese Zahlung nicht berücksichtig werden.
ss) Weiter macht die Klägerin Zahlungen für Lieferungen der BN._ lnc. an
die F._ über CHF 33'760.70 geltend, welche von der D._ bezahlt wor-
den seien (act. 31 S. 88 Rz. 134).
- 105 -
Die Beklagten führen aus, die drei Rechnungen der BN._ lnc. beträfen
das F1._-Projekt der D._. Die Kosten seien zu Recht der D._ be-
lastet worden (act. 38 S. 126).
Die Klägerin reicht drei Rechnungen der BN._ lnc. aus dem Jahr 2004
(act. 32/356) ins Recht. Die Rechnungen nehmen sämtliche Bezug auf die
F._ und AD._, der anerkanntermassen für die F._ tätig war. Daraus
ergibt sich ein Zusammenhang mit der F._. Die Rechnungsbeträge von
CHF 615.–, CHF 11'713.70 und CHF 21'432.– sind im Auszug des Kontos 1 des
Jahres 2004 (act. 3/67) aufgeführt. Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für
die F._ in der Höhe von CHF 33'760.70.
tt) Die Klägerin macht zudem eine Zahlung der D._ an BO._ Consul-
ting für Sponsorship der F._ über CHF 3'075.– geltend (act. 31 S. 88
Rz. 134).
Die Beklagten bestreiten dies nicht und äussern sich nicht weiter hierzu
(act. 38 S. 125 f.).
In den Akten findet sich eine Rechnung der BO._ Consulting vom
13. September 2004 (act. 32/359) betreffend Sponsorship, die sich an die
F._, AA._, richtet. Daraus ergibt sich ein Zusammenhang mit der
F._. Der Rechnungsbetrag ist im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004
(act. 3/67) aufgeführt. Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._
in der Höhe von CHF 3'075.–.
uu) Die Klägerin macht geltend, die D._ habe Lieferungen von ... an Mitar-
beiter der F._ im Umfang von CHF 1'351.60 bezahlt (act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten halten fest, die drei ...-Rechnungen seien an die D._
adressiert. Sie beträfen das Projekt F1._ und F1._ sei das Entwick-
lungsprojekt der D._ gewesen, weshalb die Kosten zu Recht der D._
belastet worden seien (act. 38 S. 126).
- 106 -
Die Klägerin reicht drei Rechnungen von ... aus dem Jahr 2004 (act. 32/360)
zu den Akten. Alle Rechnungen sind an die D._ adressiert, beinhalten jedoch
Lieferungen von AB._ und AD._, welche unstreitig bei der F._ ar-
beiteten. Damit besteht ein Zusammenhang zur F._, weshalb sie auch die
entstandenen Kosten zu tragen hat. Die Rechnungsbeträge von CHF 404.25,
CHF 615.35 und CHF 332.– sind im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2004
(act. 3/67) aufgeführt. Es ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ in
der Höhe von CHF 1'351.60.
vv) Schliesslich macht die Klägerin Zahlungen für Diverses in der Höhe von
CHF 19'873.70 geltend, welche die D._ für die F._ bezahlt haben soll
(act. 31 S. 88 Rz. 134).
Die Beklagten bringen vor, die Rechnungen lauteten auf die D._. Sie
beträfen das F1._-Projekt. Die Kosten seien der D._ zu Recht belastet
worden (act. 38 S. 126).
Bei den Akten findet sich eine Rechnung der ... vom 24. Februar 2004
(act. 32/362 S. 1). Sie ist an die D._ gerichtet. Ein Zusammenhang mit der
F._ ist ihr nicht zu entnehmen und wird von der Klägerin auch nicht dargetan.
Daher kann sie nicht berücksichtigt werden. Die Rechnung der ... vom 8. März
2004 sowie die dazugehörige Mahnung vom 5. Mai 2004 (act. 32/362 S. 2 und 5)
sind an die F._, V._, adressiert, womit ein Zusammenhang erstellt ist.
Weshalb die Adresse handschriftlich gestrichen und "D._" notiert wurde, wird
von den Parteien, insbesondere den Beklagten, nicht erläutert und ist daher un-
beachtlich. Die Rechnung der ... vom 28. April 2004 (act. 32/362 S. 3 f.) ist zwar
an die D._ adressiert, jedoch zu Handen von AA._, der bei der F._
arbeitete, sodass ein Zusammenhang zur F._ erstellt ist. Die Rechnungsbe-
träge von CHF 48.80 und CHF 604.– sind im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2004 aufgeführt (act. 3/67). Demnach bezahlte die D._ anstelle der F._
CHF 652.80.
ww) Zusammengefasst ergibt sich, dass die D._ im Jahr 2004 über das Konto 1 (Entwicklungskosten F1._) Zahlungen im Betrag von
- 107 -
CHF 642'908.01 leistete, zu deren Tragung die F._ verpflichtet gewesen .
e) Jahr 2005
aa) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2005 habe die D._ total
CHF 514'388.58 bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert, die die F._
hätte leisten müssen. Dies gehe nicht nur aus dem Kontoblatt des Kontos 1 (Ent-
wicklungsprojekt F1._) der D._ für das Jahr 2005, sondern auch aus der
ins Recht gelegten geprüften Jahresrechnung 2005 der D._ hervor. Dieser
zeige, dass die D._ im Jahr 2005 für das Entwicklungsprojekt F1._ ge-
genüber dem Vorjahr zusätzlich CHF 514'388.58 (CHF 3'763'476.93 -
CHF 3'249'088.35) aktiviert habe (act. 1 S. 24 Rz. 42; act. 31 S. 91 Rz. 138).
Die Beklagten bestreiten, dass die D._ im Jahr 2005 CHF 514'388.58
für die F._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert habe, welche eigent-
lich von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 14 S. 49; act. 38 S. 129).
Gemäss dem Auszug des Kontos 1 für das Jahr 2005 (act. 3/122) und der
geprüften Jahresrechnung 2005 der D._ (act. 3/251) aktivierte die D._ in
diesem Jahr Entwicklungskosten in der Höhe von CHF 514'388.58 (Kontostand per 31. Dezember 2004 von CHF 3'763'476.93 abzüglich Kontostand per 1. Janu-
ar 2004 von CHF 3'249'088.35).
bb) Die Klägerin führt aus, im Jahr 2005 habe die D._ eine Rückvergütung
von AR._ in der Höhe von EUR 44'000.– bzw. CHF 67'760.– erhalten und
bringt diesen Betrag in ihrer Rechnung zum Abzug (act. 31 S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten bestreiten dies nicht und äussern sich nicht weiter hierzu
(act. 38 S. 131).
Der Berücksichtigung dieser Rückzahlung steht nichts entgegen. Sie ist un-
term 17. Januar 2005 auch im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 vermerkt
(act. 3/122). Entsprechend ist der Betrag von CHF 67'760.– in Abzug zu bringen.
- 108 -
cc) Die Klägerin bringt vor, im Jahr 2005 habe die D._ für U._
CHF 9'000.– (auf CHF 1'000.–) gerundet bezahlt, die von der F._ geschuldet
gewesen wären (act. 1 S. 24 Rz. 42; act. 31 S. 92 Rz. 139).
Die Beklagten führen aus, die von der Klägerin behaupteten Zahlungen an
U._ würden dem Bestand und der Höhe nach bestritten. Sämtliche ausge-
wiesenen Zahlungen beträfen das F1._-Projekt der D._ und Rech-
nungsadressat sei die D._ ("ATT. ADMINISTRATION F1._-PROJ"),
weshalb die Rechnungen zu Recht der D._ belastet worden seien (act. 38
S. 130).
Die Klägerin legt hierzu zwei Rechnungen der U._ aus dem Jahr 2005
über EUR 1'350.– und EUR 4'500.– (act. 32/369) zu den Akten. Beide Rechnun-
gen sind an die D._ adressiert. Doch schloss unbestrittenermassen die
F._ am 28. April 2003 ein OEM Bundled Distribution Agreement mit der ame-
rikanischen Firma U._ ab (act. 1 S. 15 Rz. 28; act. 3/27; act. 14 S. 37). Eine
vertragliche Beziehung der D._ zu U._ wird von den Beklagten nicht
dargelegt. Die Rechnungen von U._ stehen damit mit der F._ in Zu-
sammenhang und die entsprechenden Zahlungen wären von der F._ zu be-
zahlen gewesen. Die Beklagten führten denn auch andernorts aus, sie bestritten
nicht, dass die erwähnten Vertragsverhältnisse von der F._ abgeschlossen
und die Kosten von der D._ getragen worden seien (act. 14 S. 42). Im Aus-
zug des Kontos 1 des Jahres 2005 ist eine Zahlung an U._ Computer über
CHF 9'067.50 aufgeführt (act. 3/122). Damit sind sie entgegen den Beklagten ge-
nügend belegt. Dementsprechend bezahlte die D._ Aufwendungen im Ge-
samtbetrag von CHF 9'000.– (CHF 9'067.50, nach der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) die von der F._ geschuldet waren.
dd) Die Klägerin macht geltend, im Jahr 2005 habe die D._ für V._
(bzw. W._ Est.) CHF 104'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet), AA._
(AC._ / AE._) CHF 163'149.95, AB._ CHF 79'006.05 und
AD._ (AS._) CHF 122'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt, die
von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 1 S. S. 24 Rz. 42; act. 31
S. 92 f. Rz. 139 f.).
- 109 -
Die Beklagten halten fest, die von der Klägerin behaupteten Zahlungen an
V._ würden dem Bestand und der Höhe nach bestritten. Die von der Klägerin
vorgelegten Belege reichten als Beweis nicht aus. Die Visa-Karte der sechs Kre-
ditkartenbezüge im Umfang von CHF 2'550.– laute auf die D._. Sämtliche
ausgewiesenen Zahlungen und Kosten beträfen das F1._-Projekt der
D._, weshalb die Zahlungen zu Recht von der D._ geleistet worden sei-
en. Die Höhe der Zahlungen an AA._ werde bestritten. Die ins Recht geleg-
ten Rechnungen der AC._ (Consulting-Leistungen D._ Januar bis De-
zember 2005 / Projekt F1._) betrügen total EUR 68'627.85. Die Zahlungen
hätten das Projekt F1._ der D._ betroffen. AA._ sei ausschliesslich
für dieses Projekt tätig gewesen. Die ins Recht gelegten Rechnungen von
AE._ betrügen im Totalbetrag EUR 12'000.– (Consulting-Leistungen
D._ Juli 2005 / Projekt F1._). Die Leistungen von AA._ seien im
Projekt F1._ der D._ erbracht worden. Die Spesen von AA._ seien
im Zusammenhang mit dem F1._-Projekt der D._ entstanden. Sämtliche
Kosten seien daher zu Recht der D._ belastet worden. Bei dieser Gelegen-
heit werde bestritten, dass an AA._ respektive AC._ respektive
AE._ im Jahr 2005 CHF 172'000.– überwiesen worden seien. Zahlungen in
einem solchen Umfang seien von der Klägerin nicht belegt. Die von der Klägerin
behaupteten Zahlungen an AB._ würden dem Bestand und der Höhe nach
bestritten. Die von der Klägerin vorgelegten Belege reichten als Beweis nicht aus.
Sämtliche ausgewiesenen Zahlungen und die Spesenrapporte beträfen das
F1._-Projekt der D._, weshalb die Zahlungen zu Recht von der D._
geleistet worden seien. Die zwölf Rechnungen der AS._ im Gesamtbetrag
von EUR 78'820.– beträfen den Zeitraum von Dezember 2004 bis November
2005. Die Rechnungen seien an die D._ adressiert ("ATT. ADMINISTRATI-
ON F1._-PROJ") und beträfen die Leistungen von AD._, welcher am
F1._-Projekt der D._ mitgearbeitet habe. Die Aufwände seien zu Recht
der D._ belastet worden. Es werde bestritten, dass an AD._ resp. die
AS._ im Jahr 2005 CHF 122'000.– überwiesen worden seien. Zahlungen in
einem solchen Umfang seien von der Klägerin nicht belegt worden (act. 1 S. 49;
act. 38 S. 129 f.).
- 110 -
Wie bereits zum Jahr 2002 ausgeführt, stellte die F._ anerkanntermas-
sen ab Oktober 2001 V._ als Vice President Marketing & Sales, ab spätes-
tens Januar 2002 AA._ als Vice President Systems Architecture / COO und
AB._ als Sales Engineer / Vice President Research & Development und ab
Juni 2003 AD._ als Vice President Tech Support ein.
Die Klägerin legt für das Jahr 2005 keine Rechnungen der W._ Est. für
V._ ins Recht. Dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) ist
jedoch zu entnehmen, dass – wie schon in den Jahren 2002 bis 2004 – monatli-
che Zahlungen an die W._ Est. geleistet wurden. Da V._ anerkannter-
massen für die F._ tätig war, ergibt sich daraus, dass die D._ Aufwen-
dungen im Betrage von CHF 102'000.– (12 x CHF 8'500.–) bezahlte, welche die F._ hätte tragen müssen.
Die weiteren von der Klägerin geltend gemachten rund CHF 2'000.– betreffen
Spesenrechnungen von V._. Sie reicht dazu sechs Rechnungen der Visa
Kreditkarte von V._ über insgesamt CHF 4'286.05 (act. 32/363) zu den Ak-
ten. Dass sich die Rechnungen an die D._ richten, ist nicht weiter von Be-
deutung, da nach den beklagtischen Ausführungen die Aufwände ungeachtet der
vertraglichen Verpflichtung der F._ der D._ belastet wurden (act. 14
S. 43 f.; act. 38 S. 99; vgl. Erw. 4.5.3.1.b.dd). Die Rechnungsbeträge finden sich
im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122). Im Kontoauszug finden
sich zudem Rückzahlungen von V._ für die Visa-Karte im Gesamtbetrag von
CHF 2'082.85 (act. 3/122), welche in Abzug zu bringen sind. Die von der Klägerin
geltend gemachten Zahlungen der D._ für die F._ in der Höhe von
CHF 2'000.– (CHF 2'203.20, nach der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) sind damit ausgewiesen.
Die Klägerin legt zwölf Rechnungen der AC._ für AA._ aus dem Jahr
2005 (act. 32/364) im Betrag von EUR 68'627.87 ins Recht. Den Rechnungen ist
aufgrund des angegebenen E-Mail-Kontaktes zu entnehmen, dass sie AA._
betreffen. Auch diese Rechnungen sind an die D._ gerichtet, was jedoch un-
bedeutend ist, da AA._ anerkanntermassen bei der F._ angestellt war
und nach den Beklagten die im Zusammenhang mit diesen Anstellungsverhältnis-
- 111 -
sen getätigten Aufwendungen der F._ der D._ belastet wurden. Die ent-
sprechenden Zahlungen über insgesamt CHF 107'489.75 lassen sich auch dem
Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) entnehmen. Demnach bezahl-
te die D._ Aufwendungen der F._ in der Höhe von CHF 107'489.75 für die F._.
Die Klägerin reicht sodann zwei Rechnungen von AE._ aus dem Jahr 2005
(act. 32/365) ins Recht. Sie richten sich zwar an die D._, geben jedoch als
Zahlungsempfänger AA._ an, sodass sich ein Zusammenhang zur F._
ergibt. Die beiden Zahlungen über je CHF 9'300.– lassen sich auch dem Auszug
des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) entnehmen. Somit ergeben sich Zah-
lungen der D._ für die F._ im Gesamtbetrag von CHF 18'600.–.
Ferner legt die Klägerin eine Aufstellung betreffend Akontozahlungen und Spe-
senabrechnungen der Jahre 2002 bis 2005 (act. 32/310) sowie eine E-Mail von
N._ an AA._ betreffend Spesenzahlung und eine Spesenabrechnung
von AA._ (act. 32/366) ins Recht. Die entsprechenden Zahlungen über
CHF 12'628.–, CHF 2'274.60 und CHF 2'009.– sind im Auszug des Kontos 1 des
Jahres 2005 aufgeführt (act. 3/122). Da AA._ anerkanntermassen bei der
F._ angestellt war und eine Spesenentschädigung offensichtlich vereinbart
war (act. 32/310) sowie entsprechende Zahlungen ausgewiesen sind, lässt sich
ein Zusammenhang mit der F._ erstellen. Die entsprechenden Kosten von
CHF 16'911.60 wären von ihr zu tragen gewesen.
Die Klägerin verweist betreffend AB._ auf eine Dauerauftragsbestätigung
vom 13. Juli 2004 (act. 3/152), gemäss welcher monatlich CHF 10'000.– an
AB._ überwiesen worden sein sollen. Im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2005 (act. 3/122) sind zwei Zahlungen über CHF 10'000.– mit der Bezeichnung
"AB._ 04" bzw. "AB._ 05" zu finden. Weiter reicht die Klägerin vier Ex-
pense Reports von AB._ aus dem Jahr 2005 zu den Akten (act. 32/367). Da-
von lassen sich jedoch nur zwei Zahlungen über CHF 4'837.55 und CHF 6'531.70
im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) nachvollziehen. AB._
arbeitete anerkanntermassen für die F._, weshalb diese auch für dessen
- 112 -
Auslagen aufzukommen hat. Die D._ hat diesbezüglich Zahlungen im Um-
fang von CHF 31'369.25 für die F._ vorgenommen.
Weiter reicht die Klägerin zwölf Rechnungen von AS._ aus dem Jahr 2005
ins Recht (act. 32/368). Aus diesen Rechnungen ergibt sich in keiner Weise, wie
diese mit AD._ oder der F._ in Zusammenhang stehen sollen und die
Klägerin bietet hierzu keine Erklärung, sodass ein solcher Zusammenhang nicht
erstellt werden kann.
ee) Die Klägerin macht geltend, die D._ habe Kosten der AU._ für die
F._ im Umfang von CHF 23'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt (act. 1
S. 24 Rz. 42; act. 31 S. 92 Rz. 139).
Die Beklagten führen dazu aus, die Zahlungen an AU._ würden dem
Bestand und der Höhe nach bestritten. Rechnungsadressat sei die D._
(F1._). Die Rechnungen beträfen das F1._-Projekt der D._, wes-
halb sie zu Recht der D._ belastet worden seien (act. 38 S. 130).
Die Klägerin legt eine Rechnung von AU._ vom 16. November 2004
(act. 32/370) zu den Akten. Die Rechnung richtet sich an die D._ / F1._
zu Handen des Beklagten 2. Ein Bezug zur F._ ergibt sich nicht und wird von
der Klägerin auch nicht erklärt. Somit kann kein Zusammenhang dieser Ausgaben
mit der F._ erstellt werden.
ff) Die Klägerin macht weiter Zahlungen an die AW._ Print für weitere
zehn Exemplare des F1._-Booklets für die F._ über CHF 1'275.– und an
AV._ Communications AG für die Realisation und das Agenturhonorar für
das F1._-Booklet für die F._ von CHF 1'721.25 geltend (act. 1 S. 24
Rz. 43; act. 31 S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten halten fest, die Rechnungen seien an die D._ adressiert.
Sie beträfen das F1._-Projekt der D._, weshalb sie zu Recht der
D._ belastet worden seien (act. 38 S. 131).
- 113 -
Die Rechnung der AW._ Print vom 31. Januar 2005 (act. 3/126) ist an
die D._, N._, gerichtet und bezieht sich auf D._ / F1._-Booklet.
Ein Zusammenhang zur F._ ergibt sich hieraus nicht und wird von der Kläge-
rin auch nicht erläutert. Die beiden Rechnungen von AV._ Communications
AG vom 13. Januar 2005 und 7. Februar 2005 (act. 32/374) richten sich ebenfalls
an die D._ und betreffen F1._. Ein Bezug zur F._ ergibt sich nicht
und wird von der Klägerin auch nicht weiter erklärt. Mangels eines erstellten Zu-
sammenhangs zur F._ können diese Zahlungen nicht berücksichtigt werden.
gg) Die Klägerin macht zudem Zahlungen der D._ an ....ch für die Internet-
Adresse F1._.ch und an ....tv Corporation für die Internet-Adressen
F1._.tv und F1._.info über CHF 1'037.70 für die F._ geltend (act. 1
S. 24 Rz. 43; act. 31 S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten bringen vor, die Rechnungen von ....ch beträfen die Web-
adresse F1._.ch für das Jahr 2005. Die Rechnung von ....tv Corporation be-
treffe ebenfalls das F1._-Projekt. F1._ sei das Entwicklungsprojekt der
D._ gewesen, sodass die Rechnungen zu Recht der D._ belastet wor-
den seien (act. 38 S. 131).
Bei den Akten liegen zwei Rechnungen von ....ch vom 1. Februar 2005 und
9. Dezember 2005 (act. 3/123+124). Beide sind an die F._ adressiert und be-
treffen das Domain-Abonnement für F1._.ch. Dass die Website F1._.ch
von der F._ betrieben wurde, blieb seitens der Beklagten unbestritten (vgl.
act. 31 S. 36 Rz. 64; act. 38 S. 53). Diese Aufwände stehen somit in Zusammen-
hang mit der F._. Die Rechnung von ....tv Corporation vom 13. August 2005
(act. 3/125) betrifft die Web-Adressen F1._.tv und F1._.info und ist
ebenfalls an die F._ gerichtet, sodass ein Zusammenhang zur F._ vor-
liegt. Die Rechnungsbeträge von CHF 161.70 (Rechnung vom 1. Februar 2005
exkl. MwSt.), CHF 174.– und CHF 102.– sind im Auszug des Kontos 1 des Jahres
2005 (act. 3/122) enthalten. Diese Zahlungen über CHF 437.70 wären von der F._ zu tragen gewesen. Der Restbetrag ist indes nicht ausgewiesen.
- 114 -
hh) Die Klägerin macht Zahlungen der D._ für Flugtickets von Mitarbeitern
der F._ in der Höhe von CHF 10'757.50 geltend (act. 31 S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten führen aus, die sechs Reiseabrechnungen beträfen Entwick-
lungsprojekte der D._ (F1._ / I._). Die Rechnungen seien auf die
D._ ausgestellt und somit auch zu Recht von der D._ beglichen worden.
Die Reservierung der Flüge habe N._ erledigt. Sie habe nur die D._
verpflichten können (act. 38 S. 131).
Die Klägerin reicht sechs Rechnungen von AK._ Reisen für Flugtickets
aus dem Jahr 2005 (act. 32/371) zu den Akten. Sämtliche Rechnungen betreffen
die Beklagten und einmal ist ein BP._ erwähnt. Nämliche Rechnung trägt zu-
dem den handschriftlichen Vermerk "I._". Der Beklagte 1 war Verwaltungs-
ratspräsident der D._ und Delegierter des Verwaltungsrates der F._.
Der Beklagte 2 war Delegierter des Verwaltungsrats der D._ und Verwal-
tungsratspräsident der F._. In welcher Funktion sie diese Flugreisen unter-
nommen haben, kann den Belegen nicht entnommen werden und wird von der
Klägerin auch nicht näher dargelegt. Ein Zusammenhang dieser Aufwendungen
mit der F._ kann damit nicht erstellt werden. Folglich können diese Zahlun-
gen nicht berücksichtigt werden.
ii) Die Klägerin macht weiter die Bezahlung von Hotelkosten von Mitarbeitern
der F._ durch die D._ im Betrag von CHF 2'767.28 geltend (act. 31
S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten bringen vor, sämtliche Hotelrechnungen lauteten auf die
D._. Sie beträfen Übernachtungen im Zusammenhang mit dem F1._-
Projekt der D._. Die Kosten seien folglich zu Recht der D._ belastet
worden (act. 38 S. 131).
Die Klägerin reicht vier Rechnungen für Hotelkosten aus dem Jahr 2005
(act. 3/372) zu den Akten. Die Rechnung des Hotels ... vom 20. Oktober 2005 ist
an die D._ adressiert. Wen die Übernachtung betrifft, ist ihr nicht zu entneh-
men und wird von der Klägerin auch nicht näher ausgeführt. Ein Zusammenhang
- 115 -
dieser Aufwendung mit der F._ kann nicht erstellt werden, weshalb die ent-
sprechende Zahlung nicht berücksichtigt werden kann. Die Rechnungen des Ho-
tels ... vom 10. Mai 2005 und 16. Dezember 2005 betreffen AA._ und
AB._. Beide waren anerkanntermassen für die F._ tätig, sodass ein Zu-
sammenhang erstellt ist. Die Zahlungen über CHF 854.20, CHF 420.30 und
CHF 427.30 finden sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122).
Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ im Betrag von
CHF 1'701.80.
jj) Die Klägerin macht Kosten des Patentanwalts von CHF 5'012.80 geltend,
welche die D._ für die F._ bezahlt habe (act. 31 S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten halten fest, die fünf Rechnungen von AM._ & Partner be-
träfen die Patente / Patentanmeldungen der D._. Sämtliche Patente resp.
Patentanmeldungen lauteten auf die D._. Die Rechnungen seien an die
D._ adressiert. Die Beträge seien daher zu Recht der D._ belastet wor-
den (act. 38 S. 131).
Es liegen fünf Rechnungen von AM._ & Partner aus dem Jahr 2005
(act. 32/373) bei den Akten. Sämtliche Rechnungen betreffen das Patent
"K._", welches die F1._-Grundentwicklung betraf und von der D._
gehalten wurde (vgl. act. 14 S. 11, S. 44, S. 53 und S. 56). Ein Bezug und damit
ein Zusammenhang zur F._ ist nicht ersichtlich und wird von der Klägerin
auch nicht erklärt, sodass diese Rechnungen nicht berücksichtigt werden können.
kk) Die Klägerin bringt vor, die D._ habe Lieferungen von ... für die
F._ im Umfang von CHF 11'978.55 bezahlt (act. 31 S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten führen aus, sämtliche Rechnungen von ... lauteten auf die
D._. Ein Zusammenhang mit dem F1._-Projekt sei fast nirgends aus-
zumachen. Die ...-Rechnungen beträfen den Geschäftsbereich der D._,
weshalb die entsprechenden Kosten zu Recht der D._ belastet worden seien
(act. 38 S. 131).
- 116 -
Die Klägerin reicht neunzehn Rechnungen von ... aus dem Jahr 2005
(act. 32/375) zu den Akten. Alle Rechnungen sind an die D._ adressiert. Ei-
nige dieser Rechnungen betreffen zumindest teilweise die F._ oder deren
Mitarbeiter (AA._, AB._), nämlich diejenige vom 26. Januar 2005 bezüg-
lich CHF 166.85 und CHF 15.–, diejenige vom 8. Februar 2005 hinsichtlich
CHF 214.30 und CHF 19.30, diejenige vom 26. März 2005 über CHF 141.60, die-
jenige vom 26. September 2005 bezüglich CHF 214.30, CHF 18.60 und
CHF 23.55, diejenige vom 19. Oktober 2005 über CHF 306.15 und diejenige vom
9. November 2005 über CHF 509.95. Diese Zahlungen stehen mit der F._ in
Zusammenhang und sind damit von ihr zu tragen. Die Rechnungsbeträge sind im
Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) aufgeführt. Es ergibt sich eine
Zahlung der D._ für die F._ in der Höhe von CHF 1'629.60.
ll) Die Klägerin macht geltend, die D._ habe die Kosten für das Mietfahr-
zeug von AA._ im Betrag von CHF 17'892.– für die F._ bezahlt (act. 31
S. 92 f. Rz. 140).
Die Beklagten erklären, die Rechnung laute auf die D._. Sie sei somit
zu Recht von der D._ beglichen worden (act. 38 S. 131).
Hierzu reicht die Klägerin eine Rechnung von der Garage ... vom 28. No-
vember 2005 (act. 3/376) ins Recht. Diese richtet sich an die D._. Ein Hin-
weis, dass das Fahrzeug von AA._ genutzt wurde, ergibt sich daraus nicht.
Näheres wird von der Klägerin nicht vorgebracht. Damit lässt sich kein Zusam-
menhang zur F._ erstellen, weshalb diese Zahlung unberücksichtigt bleibt.
mm) Schliesslich führt die Klägerin aus, die D._ habe Zahlungen für Diver-
ses im Umfang von CHF 29'209.40 für die F._ geleistet (act. 31 S. 92 f.
Rz. 140).
Die Beklagten erwidern, die Rechnungsbelege seien nicht nachvollziehbar.
Sie seien zu Recht dem F1._-Project der D._ belastet worden (act. 38
S. 131).
- 117 -
Die Klägerin legt eine Rechnung der BN._ Inc. vom 6. Januar 2005
über USD 17'200.– vor, welche an die F._ adressiert ist (act. 32/377 S. 1). Im
Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 findet sich eine Zahlung an BN._ Inc.
vom 10. Januar 2005 über CHF 19'780.–. Diese wird im Betreff jedoch weiter als
Doppelzahlung ("Doppelzlg") bezeichnet. Unterm 7. Februar 2005 findet sich ein
Gutschriftseintrag über CHF 20'857.– mit dem Betreff "BN._ Vg Doppel-Zl".
Die dazugehörige Gutschriftsanzeige vom 7. Februar 2005 legt die Klägerin eben-
falls vor (act. 32/377 S. 3). Da diese Zahlung wieder zurückbezahlt wurde, ist sie
nicht zu berücksichtigen. Weitere Zahlungen an BN._ Inc. sind nicht im Kon-
toauszug enthalten.
Weiter liegt ein E-Mail vom 19. Januar 2005 von AB._ an N._ bei den
Akten (act. 32/377 S. 2), in welcher AB._ N._ anweist, EUR 900.– an
die BQ._-RB betreffend mobile phone für ihn und AA._ zu bezahlen. Im
Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) ist eine Zahlung vom 21. Ja-
nuar 2005 mit dem Vermerk "BQ._ Mobile Phone" über CHF 1'386.– . Da diese Kosten AB._ und AA._ betreffen, welche beide aner-
kanntermassen für die F._ tätig waren, sind diese von der F._ zu tragen.
Es liegt des Weiteren eine Rechnung der BR._ gmbh & co. ... vom 2. August
2005 über EUR 1'898.– bei den Akten (act. 32/377 S. 4). Sie ist an die F._,
AB._, adressiert, woraus sich ein Zusammenhang zur F._ erstellt. Wes-
halb die Adresse handschriftlich gestrichen und "D._" notiert wurde, wird von
den Parteien, insbesondere den Beklagten nicht erläutert, weshalb darauf nicht
näher eingegangen zu werden braucht. Die Zahlung ist unterm 2. September
2005 mit dem Betreff "..." im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122)
aufgeführt und entspricht CHF 2'941.90. Dieser Betrag wäre von der F._ zu tragen gewesen.
Die Klägerin legt sodann eine Rechnung der BS._ Co. Ltd. vom 23. August
2005 über USD 800.– vor (act. 32/377 S. 5). Diese ist an die F._, AB._,
adressiert, woraus sich ein Zusammenhang zur F._ ergibt. Die entsprechen-
de Zahlung über CHF 960.– ist im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 unterm
- 118 -
13. September 2005 mit dem Vermerk "BS._" aufgeführt. Diese Kosten hätte
die F._ bezahlen müssen.
Überdies reicht die Klägerin eine Rechnung der BT._ Corp. vom 4. Juli 2005
über USD 600.– (act. 32/377 S. 6) zu den Akten. Auch diese Rechnung ist an die
F._, AB._, adressiert, sodass ein Zusammenhang zur F._ besteht.
Die Rechnung wurde gemäss dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005
(act. 3/122) mit einer Zahlung im Betrag von CHF 720.– vom 13. September 2005 beglichen. Hierfür hätte die F._ aufkommen müssen.
Zudem befindet sich eine E-Mail von BU._ an BV._ vom 8. Dezember
2005 (act. 32/377 S. 7) bei den Akten. Darin bittet BU._ um die Bezahlung
seiner Aufwendungen von CHF 525.– für seine Tätigkeit in Singapur. Ein Zusam-
menhang zur F._ ergibt sich aus dieser E-Mail nicht und wird von der Kläge-
rin auch nicht erläutert, sodass sich ein solcher nicht erstellen lässt und die Zah-
lung unberücksichtigt bleiben muss.
nn) Zusammenfassend ergibt sich, dass die D._ im Jahr 2005 über das Konto 1 (Entwicklungskosten F1._) Zahlungen im Betrag von
CHF 229'387.60 (CHF 297'147.60 - CHF 67'760.–) leistete, zu deren Tragung die F._ verpflichtet gewesen wäre.
f) Jahr 2006
aa) Die Klägerin führt aus, selbst 2006, nachdem die Insolvenz und das Beste-
hen einer begründeten Besorgnis der Überschuldung der D._ festgestellt
worden sei, habe die D._ weiterhin Zahlungen im Umfang von
CHF 130'378.05 geleistet und unter Entwicklungsprojekt F1._ aktiviert, die
die F._ hätte leisten müssen. Dies gehe einerseits aus dem Kontoblatt des
Kontos 1 (Entwicklungsprojekt F1._) der D._ für das Jahr 2006 hervor.
Der am 30. Juni 2006 auf dem Konto 1 ausgewiesene Saldo von
CHF 3'875'082.93 werde andererseits auch durch die ins Recht gelegte geprüfte
- 119 -
Zwischenbilanz zu Fortführungswerten per 30. Juni 2006 auf den Rappen genau
bestätigt (act. 1 S. 24 Rz. 44; act. 31 S. 94 Rz. 143).
Die Beklagten bestreiten, dass die D._ im Jahr 2006 CHF 130'378.05
für die F._ bezahlt und als Entwicklungskosten aktiviert habe, welche eigent-
lich von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 14 S. 49).
Gemäss dem Auszug des Kontos 1 für das Jahr 2006 (act. 3/129) aktivierte
die D._ in diesem Jahr Entwicklungskosten in der Höhe von CHF 130'378.05 (Letzter Kontostand per 19. September 2006 von CHF 3'893'854.98 abzüglich
Kontostand per 1. Januar 2006 von CHF 3'763'476.93). Der Kontostand per
30. Juni 2006 von CHF 3'875'082.93 wird durch die geprüfte Zwischenbilanz zu
Fortführungswerten per 30. Juni 2006 (act. 3/250) bestätigt.
bb) Die Klägerin macht geltend, im Jahr 2006 habe die D._ für V._
(bzw. W._ Est.) CHF 57'000.–, AA._ (AC._ / AE._)
CHF 9'000.– und AD._ (AS._) CHF 25'000.– (jeweils auf CHF 1'000.–
gerundet) bezahlt, die von der F._ geschuldet gewesen wären (act. 1
S. S. 24 Rz. 44; act. 31 S. 95 Rz. 144).
Die Beklagten halten fest, die behaupteten Honorarzahlungen an V._
(bzw. W._ Est.), AA._ (AC._ / AE._) und AD._
(AS._) würden der Höhe nach bestritten. Die Honorarzahlungen seien nicht
belegt. Geleistete Honorarzahlungen hätten das Projekt F1._ der D._
betroffen und seien deshalb zu Recht von der D._ beglichen worden. Die
Kreditkartenabrechnungen lauteten auf die D._. Die Spesen seien im Zu-
sammenhang mit dem Entwicklungsprojekt F1._ der D._ entstanden.
Die D._ sei somit für diese Kosten zu Recht aufgekommen. Die Rechnung
der AC._ sei an die D._ adressiert und betreffe die Produktentwicklung
F1._ der D._. Die Rechnung sei somit zu Recht von der D._ be-
zahlt worden. Bei den Rechnungen der AS._ handle es sich zweimal um die
gleiche Rechnung. Sie sei an die D._ adressiert, betreffe das F1._-
Projekt der D._ und sei somit zu Recht von der D._ bezahlt worden
(act. 1 S. 49 f.; act. 38 S. 133 f.).
- 120 -
Wie bereits zum Jahr 2002 ausgeführt, stellte die F._ anerkanntermas-
sen ab Oktober 2001 V._ als Vice President Marketing & Sales, ab spätes-
tens Januar 2002 AA._ als Vice President Systems Architecture / COO und
ab Juni 2003 AD._ als Vice President Tech Support ein.
Die Klägerin legt für das Jahr 2006 keine Rechnungen der W._ Est. für
V._ ins Recht. Dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2006 (act. 3/129) ist
jedoch zu entnehmen, dass bis Juli 2006 – wie schon in den Jahren 2002 bis
2005 – monatliche Zahlungen in der Höhe von CHF 8'500.– an die W._ Est.
geleistet wurden. Da V._ anerkanntermassen für die F._ tätigt war,
ergibt sich daraus, dass die D._ Aufwendungen im Betrage von
CHF 51'000.– (6 x CHF 8'500.–) bezahlte, welche die F._ hätte tragen .
Die weiteren von der Klägerin geltend gemachten rund CHF 6'000.– betreffen
Spesenrechnungen von V._. Sie reicht dazu drei Rechnungen der Visa Kre-
ditkarte von V._ über insgesamt CHF 5'565.50 (act. 32/378) zu den Akten.
Dass sich die Rechnungen an die D._ richten, ist nicht weiter von Bedeu-
tung, da nach den beklagtischen Ausführungen die Aufwände ungeachtet der ver-
traglichen Verpflichtung der F._ der D._ belastet wurden (act. 14
S. 43 f.; act. 38 S. 99; vgl. Erw. 4.5.3.1.b.dd). Die Rechnungsbeträge von
CHF 5'401.90, CHF 53.80 und CHF 109.80 finden sich im Auszug des Kontos 1
des Jahres 2006 (act. 3/129). Die von der Klägerin geltend gemachten Zahlungen
der D._ für die F._ in der Höhe von CHF 5'565.50 sind damit .
Die Klägerin legt eine Rechnung der AC._ für AA._ vom 4. Januar 2006
(act. 32/379) im Betrag von EUR 6'000.– ins Recht. Der Rechnung ist aufgrund
des angegebenen E-Mail-Kontaktes zu entnehmen, dass sie AA._ betrifft.
Auch diese Rechnung ist an die D._ gerichtet, was jedoch nicht relevant ist,
da AA._ anerkanntermassen bei der F._ angestellt war und nach den
Beklagten die im Zusammenhang mit diesen Anstellungsverhältnissen getätigten
Aufwendungen der F._ der D._ belastet wurden. Die entsprechende
Zahlung über CHF 9'300.– ist im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2006 unterm
- 121 -
24. Januar 2008 mit dem Vermerk "AC._ Zlg EUR 6'000" aufgeführt
(act. 3/129). Die von der Klägerin geltend gemachte Zahlung der D._ für die
F._ in der Höhe von CHF 9'000.– (CHF 9'300.–, nach der Klägerin auf CHF 1'000.– gerundet) ist damit ausgewiesen.
Sodann reicht die Klägerin zwei Rechnungen von AS._ vom 30. Dezember
2005 über je EUR 7'974.90 ins Recht (act. 32/380). Aus diesen Rechnungen
ergibt sich jedoch in keiner Weise, wie diese mit AD._ oder der F._ in
Zusammenhang stehen sollen und die Klägerin bietet hierzu keine Erklärung, so-
dass ein solcher Zusammenhang nicht erstellt werden kann.
cc) Die Klägerin macht Zahlungen der D._ für Flugtickets von Mitarbeitern
der F._ in der Höhe von CHF 13'355.50 geltend. Mit einer Ausnahme beträ-
fen die von AK._ Reisen in Rechnung gestellten Flugtickets Flüge der Be-
klagten von Zürich nach Amsterdam. So seien die beiden Beklagten am 26. Ja-
nuar 2006, 7. Februar 2006, 20. Februar 2006, 15. März 2006 sowie 16. Mai 2006
und der Beklagte 2 darüber hinaus am 28. März 2006 sowie am 27. April 2006 im
Zusammenhang mit F1._ nach Amsterdam geflogen. Dies könne unmöglich
für das Waagenbusiness der D._ gewesen sein, da die D._ dieses per
1. Januar 2006 in die E._ eingebracht habe. Vielmehr seien dies Reisen der
Beklagten für die F._ zu den holländischen Investoren um BW._ und
CA._ gewesen, die sich dann im Juli 2006 in Form einer Kapitalerhöhung an
der F._ beteiligt hätten (act. 31 S. 95 f. Rz. 145 f.).
Die Beklagten führen aus, die genannten Flugtickets hätten mehrheitlich die
Beklagten betroffen, welche einen Arbeitsvertrag mit der D._ gehabt hätten.
Die Rechnungen seien auf die D._ ausgestellt. Sie seien von der D._
bestellt und somit zu Recht von ihr bezahlt worden. Die Reservierung der Flüge
habe zumeist N._ (mehrheitlich Rechnungsadressatin) erledigt. Sie habe nur
die D._ verpflichten können (act. 38 S. 134).
Die Klägerin reicht acht Rechnungen von AK._ Reisen für Flugtickets
aus dem Jahr 2006 (act. 32/382) zu den Akten. Die Rechnungen vom 23. Januar
2006, 6. Februar 2006, 16. Februar 2006, 13. März 2006, 23. März 2006, 26. April
- 122 -
2006 und 12. Mai 2006 betreffen die Beklagten. Der Beklagte 1 war Verwaltungs-
ratspräsident der D._ und Delegierter des Verwaltungsrates der F._.
Der Beklagte 2 war Delegierter des Verwaltungsrats der D._ und Verwal-
tungsratspräsident der F._. In welcher Funktion sie diese Flugreisen unter-
nommen haben, kann den Belegen nicht entnommen werden. Wie die Klägerin
zutreffend vorbringt, übernahm die E._, welche per 17. Februar 2006 im
Handelsregister eingetragen wurde, bei der Gründung den Geschäftsbereich
Waagen von der D._ (vgl. act. 32/295). Die D._ bestand und besteht je-
doch weiterhin. Einen Zusammenhang zwischen den Flügen der Beklagten nach
Amsterdam und Investoren für die F._ wird von der Klägerin nicht nachvoll-
ziehbar dargelegt. Aus den Minutes conference call vom 9. März 2006
(act. 32/383) ergibt sich, dass es auch um das Projekt I._, ein Projekt der
D._, ging. Ein Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der F._ kann
damit nicht genügend erstellt werden. Folglich können diese Zahlungen nicht be-
rücksichtigt werden. Die Rechnung vom 17. Februar 2006 über den Betrag von
CHF 1'665.– betrifft hingegen AA._ und AB._. Beide arbeiteten aner-
kanntermassen für die F._. Diesbezüglich besteht somit ein Zusammenhang
zur F._. Dass N._ die Reservierungen tätigte, ändert daran nichts. Wie
die Klägerin richtig darlegt (act. 46 S. 19 Rz. 31), ergibt sich aus dem Schreiben
der F._ an die Klägerin vom 30. April 2003 (act. 47/400) und dem Dokument
"..." vom 6. Juli 2005 (act. 40/100), dass N._ auch für die F._ auftrat.
Dieses Handeln N._s für die F._ wurde von den Beklagten geduldet,
weshalb von einer Duldungsvollmacht auszugehen ist und sich die Beklagten ent-
gegen ihren Ausführungen (act. 58 S. 14) nicht im Nachhinein auf ein fehlendes
Zeichnungsrecht gemäss Handelsregister berufen können. Die entsprechende
Zahlung lässt sich im Auszug des Kontos 1 des Jahres 2006 der D._ finden
(act. 3/129). Somit ergibt sich eine Zahlung der D._ für die F._ in der
Höhe von CHF 1'665.–.
dd) Die Klägerin macht weiter die Bezahlung von Hotelkosten von Mitarbeitern
der F._ durch die D._ im Betrag von CHF 1'232.70 geltend (act. 31
S. 95 Rz. 145).
- 123 -
Die Beklagten bringen vor, die Hotelrechnungen seien auf die D._ aus-
gestellt. Die Reservationen seien von der D._ erfolgt. Sie hätten das
F1._-Projekt der D._ betroffen und seien somit zu Recht von der
D._ bezahlt worden. Zum Teil seien die Rechnungen doppelt geführt (act. 38
S. 134).
Die Klägerin reicht sechs Rechnungen für Hotelkosten des Hotels ... aus
dem Jahr 2006 (act. 3/384) zu den Akten. Eine Rechnung vom 23. Mai 2006 über
CHF 204.15 sowie eine vom 23. August 2006 über CHF 171.15 sind an die
D._ adressiert und betreffen einen CB._ und einen CC._. Es ist
kein Zusammenhang mit der F._ erkenntlich und wird von der Klägerin auch
nicht näher ausgeführt. Da ein Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der
F._ nicht erstellt werden kann, sind die entsprechenden Zahlungen nicht zu
berücksichtigen. Die weiteren Rechnungen vom 31. Januar 2006 über
CHF 245.95, 23. Februar 2006 über CHF 219.15, 23. Mai 2006 über CHF 204.15
und 23. August 2006 über CHF 188.15 betreffen AA._ und AB._. Beide
waren anerkanntermassen für die F._ tätig, sodass ein Zusammenhang er-
stellt ist. Dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2006 (act. 3/129) sind korrespon-
dierende Zahlungen an das Hotel ... zu entnehmen Somit ergibt sich eine Zah-
lung der D._ für die F._ im Betrag von CHF 857.40.
ee) Die Klägerin bringt vor, die D._ habe Lieferungen von ... für die
F._ im Umfang von CHF 8'000.– (auf CHF 1'000.– gerundet) bezahlt. Da es
2006 kein Produkt für F1._ für Waagen gegeben habe, müssten auch die
zehn Zahlungen der D._ an ... F1._ ausserhalb des Waagebereichs und
damit die F._ betroffen haben. Auf neun der zehn Rechnungen sei die
F._ explizit als Lieferadresse erwähnt, den Rechnungen von ... seien dem-
nach Lieferungen an die F._ zu Grunde gelegen. Die letzten der für die
F._ geleisteten Zahlungen seien dabei sogar noch nach dem 21. Juli 2006,
als die D._ ihr Gesuch um Nachlassstundung im gerichtlichen Verfahren ge-
stellt habe, erfolgt (act. 1 S. 24 f. Rz. 44 f.; act. 31 S. 95 Rz. 144 und S. 96
Rz. 148).
- 124 -
Die Beklagten führen aus, die ...-Rechnungen seien an die D._ adres-
siert. Sämtliche Transporte seien im Auftrag der D._ erfolgt. Die Rechnungen
seien folglich zu Recht von der D._ bezahlt worden. Ausserdem wiesen die
zehn Rechnungen keinen Betrag von CHF 8'000.– aus (act. 38 S. 133 f.).
Die Klägerin reicht zehn Rechnungen von ... (act. 32/381) zu den Akten. Die
Rechnungen sind an die D._ oder die E._, welche per 17. Februar 2006
im Handelsregister eingetragen wurde und bei der Gründung den Geschäftsbe-
reich Waagen von der D._ übernahm (vgl. act. 32/295), adressiert. Teilweise
ist die Adresse der E._ von Hand gestrichen und ein Stempel der D._
aufgedruckt oder ein Vermerk "D._" notiert worden, was jedoch nicht weiter
entscheidend ist. Denn die Rechnungsbeträge sind im Auszug des Kontos 1 des
Jahres 2006 der D._ (act. 3/122) aufgeführt, wurden demnach von der
D._ bezahlt. Einige dieser Rechnungen betreffen zumindest teilweise die
F._ oder die F._ AG (so lautet die neue Firma der F._ ab Februar
2006, vgl. act. 3/6) oder deren Mitarbeiter (AA._, AB._, AD._),
nämlich diejenige vom 26. Dezember 2005 bezüglich CHF 244.30, CHF 29.30,
CHF 469.40, CHF 56.35, CHF 65.65 und CHF 7.90, diejenige vom 20. Januar
2006 hinsichtlich CHF 253.40, diejenige vom 20. Februar 2006 über
CHF 1'584.35, diejenige vom 20. März 2006 bezüglich CHF 494.60, diejenigen
vom 15. Mai 2006 über CHF 266.45, CHF 387.50 und CHF 1'875.85, diejenige
vom 21. Juni 2006 hinsichtlich CHF 484.55 und diejenige vom 9. August 2006
über CHF 1'626.20. Diese Zahlungen stehen somit mit der F._ in Zusam-
menhang und wären von ihr zu tragen gewesen. Die Rechnungsbeträge sind im
Auszug des Kontos 1 des Jahres 2005 (act. 3/122) aufgeführt. Es ergibt sich eine
Zahlung der D._ für die F._ in der Höhe von CHF 7'845.80.
ff) Die Klägerin macht weiter Kosten für "Diverse Spesen 1. Q. ...", also der
F._, von CHF 3'113.75 geltend, welche die D._ bezahlt habe (act. 31
S. 95 Rz. 145).
Die Beklagten bestreiten dies, ohne sich weiter dazu zu äussern (act. 38
S. 134).
- 125 -
Die Klägerin begründet nicht, inwiefern sich aus der Bezeichnung "Diverse
Spesen 1. Q. ..." ergeben soll, dass es sich dabei um Spesen der F._ han-
deln soll. Sie reicht dazu auch keine Rechnungen oder sonstigen Urkunden ein.
Somit lässt sich kein Zusammenhang zur F._ erstellen, weshalb diese Zah-
lung unberücksichtigt bleibt.
gg) Die Klägerin macht weiter Zahlungen für Diverses im Betrag von
CHF 14'019.60 der D._ für die F._ geltend (act. 31 S. 95 Rz. 145).
Die Beklagten bestreiten dies, ohne sich weiter dazu zu äussern (act. 38
S. 134).
Aus dem Auszug des Kontos 1 des Jahres 2006 ergeben sich keine Zahlun-
gen für "Diverses". Die Klägerin lässt weiterführende Erläuterungen sowie Rech-
nungen oder andere Urkunden vermissen. Somit lässt sich kein Zusammenhang
zur F._ erstellen, weshalb diese Zahlung unberücksichtigt zu bleiben hat.
hh) Zusammenfassend ergibt sich, dass die D._ im Jahr 2006 über das Konto 1 (Entwicklungskosten F1._) Zahlungen im Betrag von CHF 75'933.70 leistete, zu deren Tragung die F._ verpflichtet gewesen wäre.
g) Fazit
Insgesamt bezahlte die D._ in den Jahren 2002 bis 2006 Kosten in der
Höhe von CHF 3'036'308.91 (= CHF 930'364.40 + CHF 1'157'715.20 + CHF 642'908.01 + CHF 229'387.60 + CHF 75'933.70), welche von der F._ zu
tragen gewesen wären.
4.5.3.2. Management-Fees
a) Die Klägerin bringt vor, die Beklagten hätten die D._ in den Jahren
2000 bis 2004 Management-Fees ohne Gegenleistung im Gesamtbetrag von
CHF 973'690.10 an die G._ bezahlen lassen. Durch die Zahlung von Ma-
nagement-Fees ohne Gegenleistung sei die D._ geschädigt worden (act. 1
S. 41 ff. Rz. 67 ff.; act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f. und S. 124 ff. Rz. 193 ff.).
- 126 -
Mit Datum vom 31. Dezember 2004 habe die D._ auf ihrem Konto 2 (Promo-
tionen) einen Aufwand von CHF 183'872.70 für "Managementbel. 2004" und
gleichzeitig auf dem Konto 3 (G._ Konto-Korrent) eine Verbindlichkeit ge-
genüber der G._ in derselben Höhe (zuzüglich Mehrwertsteuer) verbucht.
Dieser Buchung sei eine Honorarrechnung der G._ vom 31. Dezember 2004
zu Grunde gelegen, mit der diese der D._ ihren angeblichen Aufwand für
"Marketingstrategie, Marktentwicklung, Finanzberatung, Controlling" in Rechnung
gestellt habe. Der Rechnungsbetrag sei "CHF 14'144'057.– davon 1.30%" gewe-
sen, wobei der erstgenannte Betrag genau dem von der D._ im Jahr 2004
erzielten Umsatz, unter Ausschluss der Erlöse aus Entwicklungsleistungen, Versi-
cherungsleistungen, verrechneten Verkaufsspesen und Nebenerlösen, entspre-
che (act. 1 S. 41 Rz. 67; act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f.).
In der Jahresrechnung 2003 der D._ seien dem Konto 2 (Promotionen)
CHF 188'610.– belastet worden mit dem Vermerk "G._ Part.". Gleichzeitig
seien dem Konto 3 (G._ Konto-Korrent) der G._ bei der D._
CHF 202'944.35 gutgeschrieben worden, was dem vorgenannten Betrag zuzüg-
lich 7.6% Mehrwertsteuer entspreche. Die CHF 188'610.– wiederum entsprächen
exakt 1.30% des von der D._ im Jahr 2003 erzielten Umsatzes, unter Aus-
schluss der Erlöse aus Entwicklungsleistungen, Versicherungsleistungen, ver-
rechneten Verkaufsspesen und Nebenerlösen (act. 1 S. 41 Rz. 68; act. 31 S. 8 f.
Rz. 7 f.).
In den Jahren 2002 und 2001 hätten die der D._ belasteten und der G._
gutgeschriebenen Managementgebühren CHF 214'709.45 bzw. CHF 193'580.75
betragen. Dies entspreche wiederum 1.3% des von der D._ in den entspre-
chenden Jahren erzielten Umsatzes, unter Ausschluss der verrechneten Ver-
kaufsspesen und der Nebenerlöse (act. 1 S. 42 Rz. 69; act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f.).
Für das Jahr 2000 habe die G._ der D._ für "Marketingstrategie, Markt-
entwicklung, Finanzberatung und Controlling" Managementgebühren von
CHF 192'917.20 (1.3% von CHF 14'839'787.95; zuzüglich 6.5% MwSt.) in Rech-
nung gestellt (act. 1 S. 42 Rz. 70; act. 31 S. 8 f. Rz. 7 f.). Die Ansprüche aus der
Zahlung von ungerechtfertigten Management-Fees der Jahre 1997, 1998 und
- 127 -
1999 mache die Klägerin nicht geltend (act. 31 S. 126 f. Rz. 199 f. und S. 127 f.
Rz. 203 f.).
b) Die Beklagten erwidern, es sei kein Schaden für die D._ ersichtlich, und
bestreiten die von der Klägerin geltend gemachten Schadensbeträge aus den be-
haupteten ungerechtfertigten Zahlungen von Management-Fees in den Jahren
2000 bis 2004 durch die D._ an die G._ im Gesamtumfang von total
CHF 973'690.10. Sie bestreiten jedoch nicht, dass die G._ der D._ eine
Management-Fee von 1.3% auf dem jährlich erzielten Umsatz (unter Ausschluss
der Erlöse aus Entwicklungsleistungen, Versicherungsleistungen, verrechneten
Verkaufsspesen und Nebenerlösen) in Rechnung gestellt habe (act. 14 S. 70 ff.;
act. 38 S. 24 und S. 169 f.).
c) Die D._ bezahlte demnach unbestrittenermassen eine Management-
Fee von 1.3% auf dem jährlich erzielten Umsatz (unter Ausschluss der Erlöse aus
Entwicklungsleistungen, Versicherungsleistungen, verrechneten Verkaufsspesen
und Nebenerlösen) an die G._.
Mit Honorarrechnung vom 31. Dezember 2004 (act. 3/215) stellte die G._ der
D._ Managementgebühren 2004 im Betrag von CHF 197'847.– in Rechnung.
Der Betrag setzte sich zusammen aus CHF 183'872.70 zuzüglich Mehrwertsteuer
von 7.6% (act. 3/215). Dieser Betrag wiederum entsprach 1.3% von
CHF 14'144'057.– (act. 3/215), was dem Umsatz des Jahres 2004 der D._
unter Ausschluss der Erlöse aus Entwicklungsleistungen, Versicherungsleistun-
gen, verrechneten Verkaufsspesen und Nebenerlösen (Erlöse Waagen, Geräte,
Fremdprodukte CHF 11'319'849.35 + Erlöse I._ CHF 2'084'582.– + Erlöse
Dockingstations/Accessoires CHF 20'598.– + Erlöse CD._ CHF 118'813.95 +
Erlöse Ersatzteile, Zubehör und Reparaturen CHF 583'242.45 + Erlöse diverse
Kundenaufträge CHF 16'972.09 = CHF 14'144'057.84) entsprach (act. 3/68). Der
Rechnungsgrundbetrag von CHF 183'872.70 wurde der D._ per 31. Dezem-
ber 2004 mit dem Vermerk "Managementbel. 2004" auf dem Konto 2 (Promotio-
nen) belastet und der Rechnungsbetrag (zuzüglich MwSt.) von CHF 197'847.00
per selbem Datum und mit selbigem Vermerk auf dem Konto 3 (G._ Konto-
- 128 -
Korrent) gutgeschrieben (act. 3/213+214). Demnach bezahlte die D._ der
G._ im Jahr 2004 für Management-Fees den Betrag von CHF 183'872.70.
Im Jahr 2003 betrug der Umsatz der D._ unter Ausschluss der Erlöse aus
Entwicklungsleistungen, verrechneten Verkaufsspesen und Nebenerlösen
CHF 14'508'464.43 (Erlöse Waagen CHF 13'750'200.60 + Erlöse CD._
CHF 132'895.88 + Erlöse Ersatzteile, Zubehör und Reparaturen CHF 602'080.10
+ Erlöse diverse Kundenaufträge CHF 23'287.85 = CHF 14'508'464.43;
act. 3/218). Die Management-Fee von 1.3% dieses Umsatzes wurde der D._
per 31. Dezember 2003 auf dem Konto 2 (Promotionen) im Betrag von
CHF 188'610.– mit dem Vermerk "G._ Part." belastet (act. 3/216) und per
selbem Datum und mit selbigem Vermerk auf dem Konto 3 (G._ Konto-
Korrent) der selbige Betrag zuzüglich Mehrwertsteuer (CHF 202'944.35) gutge-
schrieben (act. 3/217). Demnach bezahlte die D._ der G._ im Jahr 2003
für Management-Fees den Betrag von CHF 188'610.–.
Im Jahr 2002 wurden der G._ Management-Fees im Betrag von
CHF 214'709.45 gutgeschrieben (act. 3/219), was fast exakt 1.3% des Umsatzes
der D._ unter Ausschluss der Erlöse aus verrechneten Verkaufsspesen und
Nebenerlösen von CHF 16'510'919.37 entsprach (Erlöse Waagen
CHF 15'308'562.55 + Erlöse CD._ CHF 162'568.02 + Erlöse Ersatzteile, Zu-
behör und Reparaturen CHF 1'010'340.25 + Erlöse diverse Kundenaufträge
CHF 29'448.55 = CHF 16'510'919.37; act. 3/222). Demnach bezahlte die D._
der G._ im Jahr 2003 für Management-Fees den Betrag von
CHF 214'709.45.
Im Jahr 2001 stellte die G._ der D._ mit Honorarrechnung vom 31. De-
zember 2001 (act. 3/221) Managementgebühren 2001 im Betrag von
CHF 208'292.90 in Rechnung. Der Betrag setzte sich zusammen aus
CHF 193'580.75 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.6% (act. 3/221). Dieser Betrag
wiederum entsprach fast exakt 1.3% von CHF 14'850'826.89 (act. 3/221), dem
Umsatz des Jahres 2001 der D._ unter Ausschluss der Erlöse aus verrech-
neten Verkaufsspesen und Nebenerlösen (Erlöse Waagen CHF 13'871'349.65 +
Erlöse CD._ CHF 257'903.41 + Erlöse Ersatzteile, Zubehör und Reparaturen
- 129 -
CHF 677'035.– + Erlöse diverse Kundenaufträge CHF 84'538.83 =
CHF 14'890'826.89; act. 3/244). Die Management-Fees im Betrag von
CHF 193'580.75 wurden der G._ gutgeschrieben (act. 3/220). Demnach be-
zahlte die D._ der G._ im Jahr 2004 für Management-Fees den Betrag
von CHF 193'580.75.
Im Jahr 2000 stellte die G._ der D._ mit Rechnung vom 31. Dezember
2000 Managementgebühren von CHF 192'917.20 zuzüglich 7.5% MwSt., mithin
CHF 207'386.–, in Rechnung (act. 3/223). Der Betrag von CHF 207'386.– wurde
der G._ auf dem Konto 1020 gutgeschrieben (act. 3/224). Demnach bezahlte
die D._ der G._ im Jahr 2004 für Management-Fees den Betrag von
CHF 192'917.20.
Insgesamt bezahlte die D._ der G._ somit in den Jahren 2000 bis
2004 Management-Fees im Betrag von CHF 973'690.10 (CHF 192'917.20 + CHF 193'580.75 + CHF 214'709.45 + CHF 188'610.– + CHF 183'872.70).
4.5.4. Fazit
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die D._ in den Jahren 2002
bis 2006 Kosten in der Höhe von CHF 3'036'308.91 bezahlte, welche von der
F._ zu tragen gewesen wären. Zudem bezahlte die D._ der G._ in
den Jahren 2000 bis 2004 Management-Fees im Betrag von CHF 973'690.10.
Aufgrund dieser Zahlungen verringerte sich das Vermögen der D._ um
CHF 4'009'999.01, sodass ihr im entsprechenden Umfang ein Schaden entstand.
4.6. Kausalzusammenhang
4.6.1. Die Klägerin führt aus, es sei unschwer festzustellen, dass das pflichtwidri-
ge Verhalten der Beklagten geeignet gewesen sei, den eingetretenen Schaden
herbeizuführen und diesen auch direkt herbeigeführt habe. Aufgrund der zahlrei-
chen Handlungen, mit welchen Aufwendungen und Kosten zwar von der D._
getragen worden seien, dieser jedoch keine Gegenleistung zugekommen sei, sei
die D._ ausgehöhlt und ihr zulasten ihrer Gläubiger jegliche Substanz entzo-
gen worden. Hätten die Beklagten als eigentliche Dirigenten dieses Geschehens
- 130 -
und als Verwaltungsräte der D._ ihre Pflichten erfüllt, namentlich das Inte-
resse der D._ gewahrt, so wäre es nicht zu diesen Verlusten und damit zum
geltend gemachten Schaden gekommen (act. 1 S. 58 Rz. 32; act. 31 S. 134
Rz. 232).
Die Beklagten halten dem entgegen, es fehle ein kausaler Zusammenhang
zu einer pflichtwidrigen und schuldhaften Handlung eines Organs. Sie bestreiten
zudem, dass es nicht zu Verlusten der D._ gekommen wäre, wenn die Be-
klagten ihre Pflichten erfüllt hätten. In anderem Zusammenhang führen die Be-
klagten überdies aus, wenn die D._ die Entwicklung von F1._ nicht aus-
gelagert, sondern selbst durchgeführt hätte, wären ihr dieselben Kosten entstan-
den (act. 14 S. 83 und S. 88; act. 38 S. 181 und S. 184).
4.6.2. Zwischen der pflichtwidrigen Handlung und dem eingetretenen Schaden
muss ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Die natürli-
che Kausalität ist gegeben, wenn ein Handeln Ursache im Sinn einer conditio sine
qua non für den Eintritt des Schadens ist (Urteil des Bundesgerichts 4C.68/2007
vom 13. Juni 2008, E.8.1). Als adäquate Ursache eines Erfolgs ist auch im Be-
reich der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit ein Ereignis dann anzusehen, wenn
es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der Erfahrung des Lebens
geeignet war, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, sodass
der Eintritt dieses Erfolgs durch jenes Ereignis allgemein begünstigt erscheint.
Dabei muss sich der Richter hinsichtlich des Beweises dieses Zusammenhangs
mit jener Gewissheit zufrieden geben, welche ihm die Erfahrung des Lebens ver-
leiht und welche mit dem gewöhnlichen Lauf der Dinge rechnet (BGE 113 II 52,
E.3.a, S. 57).
Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs obliegt dem Geschädigten.
Der präsumtiv Haftpflichtige kann die natürliche Kausalität zwischen dem pflicht-
widrigen Verhalten und der Schädigung bestreiten, indem er mit dem Einwand
rechtmässigen Alternativverhaltens geltend macht, dass der Schaden auch dann
eingetreten wäre, wenn der Schädiger sich rechtmässig verhalten hätte. Dieser
Entlastungsbeweis ist strikte zu erbringen (HEIERLI / SCHNYDER, in: HONSELL / VOGT
- 131 -
/ WIEGAND, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl. 2011, N 29a zu Art. 41
OR, m.H.a. BGE 131 III 115, E. 3.1 und 3.3).
4.6.3. Wären die Beklagten ihren Treue- und Sorgfaltspflichten nachgekommen
und hätten sie die D._ keine Zahlungen leisten lassen, ohne dass sie hierfür
eine Gegenleistung erhält, wäre es nicht zu einem Vermögensschaden für die
D._ gekommen. Das Verhalten der Beklagten war somit ursächlich, mithin
natürlich kausal, für den Eintritt des Schadens. Nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der Erfahrung des Lebens ist die Bezahlung von Kosten ohne
Gegenleistung geeignet und damit adäquat kausal, um zu einer Vermögensein-
busse und damit zu einem Schaden zu führen.
Wenn die Beklagten pauschal behaupten, dass es auch zu Verlusten der D._
gekommen wäre, wenn sie ihre Pflichten erfüllt hätten, und sodann vortragen, die
gleichen Kosten wären auch ohne Auslagerung entstanden, machen sie letztlich
geltend, bei rechtmässigem Alternativverhalten wäre der gleiche Schaden ent-
standen. Wie gezeigt wird hier aber ein strikter Beweis gefordert, dem rechtsge-
nügend substantiierte Behauptungen zu diesem Thema vorauszugehen haben.
Daran fehlt es, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Lediglich am Rande
sei erwähnt, dass die Argumentation unzutreffend ist: Wäre die Auslagerung un-
terblieben, hätte die D._ für ihre Aufwendungen eine Gegenleistung – die je-
doch nicht dargelegt wird – erhalten. Nur im Falle der Wertlosigkeit der Gegenleis-
tung wäre eine Vermögenseinbusse erfolgt. Die Beklagten behaupten aber gera-
de –pauschal – die langfristige Werthaltigkeit des Projektes F1._ (innerhalb
wie ausserhalb des Waagenbereichs).
4.7. Verschulden
4.7.1. Die Klägerin bringt vor, die Aufträge zur Zahlung der Aufwendungen durch
die D._ seien alle durch den Beklagten 2 und/oder den Beklagten 1, teilweise
auch zusammen mit N._, unterschrieben und ausgelöst worden (act. 1
S. 51 f. Rz. 8 und S. 53 Rz. 10). Bezüglich der Zahlungen an die G._ hätten
sowohl der Beklagte 1 als auch der Beklagte 2, jeweils gemeinsam mit N._,
- 132 -
Vergütungsaufträge an die Klägerin unterzeichnet (act. 1 S. 54 Rz. 16). Das be-
schriebene Verhalten der Beklagten sei schuldhaft (act. 31 S. 133 Rz. 220).
Die Beklagten bestreiten, dass der D._ schuldhaft Vermögen entzogen
worden sei. Ebenso werde ein schuldhaftes Handeln der Beklagten bestritten
(act. 14 S. 84). Es sei keine Unsorgfalt der Beklagten auszumachen; sie hätten
erkennbar im Interesse der D._ gehandelt (act. 38 S. 181).
4.7.2. Für eine Haftung nach den Bestimmungen von Art. 752 ff. OR reicht jedes
Verschulden, auch Fahrlässigkeit. Fahrlässigkeit setzt voraus, dass das schädi-
gende Ereignis für den Schädiger voraussehbar gewesen ist. Das bedeutet in-
dessen nicht, dass er seines Eintrittes hat sicher sein müssen. Es genügt, wenn
er sich nach der ihm zumutbaren Aufmerksamkeit und Überlegung hätte sagen
sollen, es bestehe eine konkrete Gefahr der Schädigung. Die in Frage stehenden
Handlungen müssen aufgrund der Kenntnisse und Umstände zur Zeit ihres Ge-
schehens beurteilt werden – es genügt nicht, dass sie nachträglich, ex post, im
Lichte späterer Erkenntnisse betrachtet, als falsch erscheinen. Nach allgemein
anerkannter Auffassung ist ein objektivierter Verschuldensmassstab zugrunde zu
legen, d.h. diligentia quam in suis genügt nicht. Massgebend ist diejenige Sorgfalt,
die ein gewissenhafter und vernünftiger Mensch desselben Verkehrskreises wie
die Verantwortlichen unter den gleichen Umständen als erforderlich ansehen wür-
de. Da Fahrlässigkeit genügt, ist es sehr schwierig, bei festgestellter objektiver
Pflichtwidrigkeit noch eine Exkulpation im subjektiven Bereich zu erlangen
(FORSTMOSER / MEYER-HAYOZ / NOBEL, a.a.O., § 36 N 75; WATTER / ROTH PELLAN-
DA, a.a.O., N 3 und N 5 f. zu Art. 717 OR; GERICKE / WALLER, a.a.O., N 32 zu
Art. 754 OR; BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 429, S. 2510).
4.7.3. Es ist erstellt, dass die D._ Aufwendungen bezahlte, die von der
F._ zu bezahlen gewesen wären, und dass sie Management-Fees an die
G._ bezahlte, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Die entsprechen-
den Zahlungsanweisungen wurden mindestens zum grossen Teil von den Beklag-
ten, teilweise zusammen mit N._, unterzeichnet (vgl. act. 3/69a+70a,
73a+74a, 78a, 80a-87a, 91a-93a, 104a, 108a+109a, 132-151; act. 3/230-233). Da
es sich bei der D._ um eine KMU-AG handelte und somit überblickbare Ver-
- 133 -
hältnisse vorlagen und die Beklagten zudem aktiver Verwaltungsratspräsident
bzw. Delegierter des Verwaltungsrats und CEO der D._ waren, kann davon
ausgegangen werden, dass sie von der Verbuchung der Zahlungen auf dem Kon-
to 1 und der Aktivierung dieser Entwicklungskosten sowie der Bilanz und der Er-
folgsrechnung der D._ Kenntnis hatten. Sie waren sich zudem über die Jah-
resrechnungen und die Revisionsberichte sowohl der D._ als auch der
F._ im Klaren. Damit konnten ihnen diese Vorgänge nicht verborgen bleiben.
Für einen gewissenhaften und vernünftigen Menschen in derselben Lage war vo-
rauszusehen, dass durch die Leistung von Zahlungen durch die D._ ohne
Erhalt einer entsprechenden Gegenleistung eine konkrete Gefahr einer finanziel-
len Schädigung für die D._ besteht. Den Beklagten ist damit ein zumindest
fahrlässiges und damit schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen. Subjektive Entlas-
tungsgründe wurden keine geltend gemacht.
4.8. Solidarität
4.8.1. Die Klägerin beantragt, es seien die Beklagten unter solidarischer Haftbar-
keit zur Bezahlung des geltend gemachten Betrages zu verpflichten. Weiter sei
die Schadenersatzpflicht jedes einzelnen Beklagten richterlich gemäss Art. 759
Abs. 2 OR im gleichen Verfahren festzulegen (act. 1 S. 2; act. 31 S. 2). Die Be-
klagten seien solidarisch für diesen Schaden haftbar, weil jede beklagte Partei im
vollen Umfang des geltend gemachten Schadens ein Verschulden treffe (act. 1
S. 58 f. Rz. 28).
Die Beklagten bestreiten ohne nähere Begründung, dass sie solidarisch
haftbar seien (act. 14 S. 88).
4.8.2. Sind für einen Schaden mehrere Personen ersatzpflichtig, so ist jede von
ihnen insoweit mit den anderen solidarisch haftbar, als ihr der Schaden aufgrund
ihres eigenen Verschuldens und der Umstände persönlich zurechenbar ist
(Art. 759 Abs. 1 OR). Der Kläger kann mehrere Beteiligte gemeinsam für den Ge-
samtschaden einklagen und verlangen, dass der Richter im gleichen Verfahren
die Ersatzpflicht jedes einzelnen Beklagten festsetzt (Art. 759 Abs. 2 OR).
- 134 -
Nach dieser differenzierten Solidarität wird, wenn für denselben Schaden mehrere
Personen ersatzpflichtig sind, grundsätzlich die Solidarität unter ihnen ausgelöst.
Wer für sich – wäre er allein ersatzpflichtig – Herabsetzungsgründe im Sinne von
Art. 43 und Art. 44 OR in Anspruch nehmen kann, kann dies auch als Solidar-
schuldner. Dies gilt selbst dann, wenn er solidarisch einstehen muss für einen an-
deren, der seinerseits diese Herabsetzungsansprüche nicht beanspruchen kann.
Er trägt freilich dafür die Darlegungs- und Beweislast (BÖCKLI, a.a.O., § 18
N 486 ff., S. 2533 f.).
Was die gemeinsame Einklagung unter Festlegung der Ersatzpflicht jedes einzel-
nen Beteiligten im Sinne von Art. 759 OR anbelangt, so will das Gesetz dem Klä-
ger einen Teil des Kostenrisikos nehmen, in dem er im Falle einer Abweisung der
Klage die Kosten nur so tragen muss, wie wenn auf der Gegenseite ein einziger
Beklagter gestanden hätte (BÖCKLI, a.a.O., § 18 N 511, S. 2539; GERICKE / WAL-
LER, a.a.O., N 8 zu Art. 759 OR).
4.8.3. Dem Antrag der Klägerin kann grundsätzlich stattgegeben werden. Indes
liegen übersichtliche Verhältnisse mit lediglich zwei Verwaltungsräten vor. Der
Beklagte 1 war Verwaltungsratspräsident und der Beklagte 2 Delegierter des
Verwaltungsrats der D._ (act. 3/B). Der Beklagte 1 war als aktiver Verwal-
tungsratspräsident angestellt (act. 3/15); der Beklagte 2 hatte das Mandat als
CEO inne (act. 3/16). Nach den Vorbringen der Beklagten zu schliessen, haben
sie über alles gemeinsam entschieden. Es wurden denn auch von keinem der
Beiden Herabsetzungsgründe im Sinne von Art. 43 und Art. 44 OR geltend ge-
macht. Solche sind auch nicht ersichtlich. Damit haften beide Beklagten für den
ganzen entstandenen Schaden solidarisch.
- 135 -
4.9. Handeln nach Treu und Glauben (Art. 2 ZGB)
4.9.1. Parteivorbringen
Die Beklagten führen aus, die doppelte Anwendungsmöglichkeit (innerhalb
und ausserhalb des Kerngeschäftes der D._) von F1._ sei schon früh-
zeitig mit der Klägerin diskutiert worden. Es sei die Klägerin gewesen, die den
Beklagten vorgeschlagen habe, die F1._-Entwicklung in zwei Sparten, näm-
lich F1._ für Waagen und F1._ ausserhalb von Waagen, aufzuteilen und
den Bereich F1._ ausserhalb von Waagen auszulagern, damit dieser Waa-
gen-fremde Bereich später problemlos abgelöst und eventuell gewinnbringend
verkauft werden könnte. Dieses Vorgehen sei in der Folge sowohl von der Kläge-
rin als auch von der D._ als formal richtige Vorgehensweise erachtet und als
solche verabschiedet worden. Parallel zu den Verkaufsbemühungen der Klägerin
seien die Entwicklungsarbeiten F1._ der D._ weiter gelaufen. Dies auf
entsprechende Empfehlung der Klägerin formal zum Teil über die F._ (Ver-
träge mit H._, Anstellungsverhältnisse V._, AA._, AD._,
AB._ etc.), damit die entsprechenden Kosten im Verkaufsfall F._ als
Entwicklungskosten in den Preisverhandlungen F._ hätten aktiviert werden
können. In Tat und Wahrheit seien sämtliche Angestellten der F._ für die
Weiterentwicklung F1._ im Interesse der D._ tätig gewesen. Ohne ent-
sprechende Intervention der Klägerin wären sämtliche F1._- und Anstel-
lungsverträge über die D._ abgeschlossen worden. Zu einem Verkauf der
F._ und der F1._-Anwendungsbereiche ausserhalb des Waagenge-
schäftes sei es nicht gekommen, das von der Klägerin empfohlene Konstrukt aber
sei geblieben. Heute verlange die Klägerin genau aus diesem Sachverhalt (den
sie vorgeschlagen und mitgetragen habe) von den Beklagten Schadenersatz aus
aktienrechtlicher Verantwortlichkeit. Das Verhalten der Klägerin widerspreche klar
dem Gebot von Treu und Glauben als Schranke der Rechtsausübung. Die Klage
sei unter diesen Vorgaben nicht zu schützen (act. 14 S. 31 f. und S. 40; act. 38
S. 6 f., S. 9 f. und S. 12).
Die Klägerin sei seit 1997 über alle Tätigkeiten, Konzepte etc. der D._ im De-
tail informiert gewesen und habe die D._ und die Beklagten mit Ratschlägen,
- 136 -
Verkaufsmodellen, Vertragsvorlagen etc. unterstützt. Mindestens zweimal jährlich
sei mit der Klägerin eine Verwaltungsrats-Sitzung abgehalten worden, in welcher
jeweils im Detail über den Stand sämtlicher Entwicklungsprojekte informiert wor-
den sei. Aufgrund des Kontokorrent- und Kreditverhältnisses zur D._ seien
der Klägerin die Jahresrechnungen 2002 bis 2006 und die Kontoblätter ... für die
Jahre 2002 bis 2006 der D._ zeitaktuell bekannt gewesen. Es sei sogar da-
von auszugehen, dass der Klägerin Quartalsabschlüsse der D._ zur Verfü-
gung gestellt worden seien. Gegen die entsprechende Verbuchung (Kontoblatt 1)
und die Aktivierung der Kosten unter dem Titel Entwicklungsprojekt F1._ in
der jeweiligen Jahresrechnung der D._ habe die Klägerin jeweils nichts ein-
zuwenden gehabt. Die Klägerin habe die Verbuchung auf Kontoblatt 1 und die
entsprechende Aktivierung dieser Kosten in den Jahresrechnungen / Bilanzen der
D._ unterstützt, genehmigt und akzeptiert. Sie habe ja gewusst, worum es
gegangen sei. Eine nachträgliche Berufung der Klägerin auf pflichtwidrige Falsch-
belastung der D._ zugunsten der F._ (von welcher die Klägerin gewusst
habe, dass sie inaktiv gewesen sei) verletze den Grundsatz von einem Handeln
nach Treu und Glauben. Diese nachträglichen Einwände der Klägerin seien wie
gesagt nicht zu schützen (act. 38 S. 9 und S. 11 f.).
Die Klägerin bringt vor, aus der Traktandenliste einer Besprechung zwischen
der Klägerin und der D._ vom 3. September 2002 sei ersichtlich, dass es an-
lässlich dieser Besprechung darum gegangen sei, die Klägerin von Grund auf
über das Projekt F1._ zu informieren. Seitens der Beklagten sei bereits im
Dezember 2001, vor dem Abschluss des Letter of lntent mit H._ am 1. Janu-
ar 2002, geplant gewesen, das Projekt F1._ in einer eigenen Gesellschaft mit
eigenem Start-up-Management und eigenem Advisory Board zu führen, und der
Beklagte 2 sei bereits beim ersten Kontakt mit H1._ als Vertreter der F._
aufgetreten. Und es sei auch die F._ gewesen, die im Februar 2002 an der
Messe in San Diego F1._ vorgestellt habe (obwohl der Lizenz- und Zusam-
menarbeitsvertrag zwischen der D._ und der F._ erst vom 16. Mai 2002
stamme). Das Projekt F1._ sei von allem Anfang an und ausschliesslich ein
Projekt der F._ gewesen. Da die Verträge zwischen der F._ und
H._ vom 31. Mai 2002 und vom 6. August 2002 datieren, sei es zudem of-
- 137 -
fensichtlich, dass es auch nicht auf Anraten der Klägerin gewesen sein könne,
dass "der Hauptvertrag mit H._ auf die F._ übertragen" worden sei.
Auch die Einstellung von V._ (Oktober 2001), AA._ (spätestens im Ja-
nuar 2002) und AB._ (spätestens im Januar 2002) durch die F._ sei vor
dem 3. September 2002 erfolgt. Unzutreffend sei auch die Behauptung der Be-
klagten, die F._ sei auf Anregung der Klägerin gegründet worden, um den
Anwendungsbereich F1._ ausserhalb des Waagensegments in Form eines
Aktienverkaufs einfacher gestalten zu können. Die F._ sei am 19. Mai 2000
und damit zu einem Zeitpunkt gegründet worden, als noch nicht einmal die Be-
klagten, geschweige denn die Klägerin, das Projekt F1._ gekannt hätten.
Nicht bestritten werde, dass ein späterer Verkauf der F._ geplant gewesen
sei. Es sei in der Tat das Ziel der Beklagten gewesen, die F._ und damit das
Projekt F1._ bis spätestens Ende Mai 2003 zu verkaufen (act. 31 S. 49 ff.
Rz. 83 f.; act. 46 S. 8 Rz. 16 f.). Zutreffend sei auch, dass die Klägerin und die
F._ am 14./22. April 2003 einen Mandatsvertrag betreffend den Ver-
kauf/Teilverkauf der F._ abgeschlossen hätten. Aus der Regelung in dessen
Ziffer 3 gehe hervor, dass die Beklagten bereits vor der Mandatierung der Kläge-
rin nach Käufern für die F._ gesucht hätten (act. 46 S. 10 Rz. 20).
Es sei zutreffend, dass die Klägerin die Jahresrechnungen 2002 bis 2006 sowie
vereinzelte Quartalsabschlüsse der D._ erhalten habe. Entgegen der Be-
hauptung der Beklagten gehe aus dem Schreiben der Klägerin vom 17. April 1997
dagegen in keinster Weise hervor, dass die Klägerin seit 1997 über alle Tätigkei-
ten, Konzepte etc. der D._ im Detail informiert worden sei, sie die Beklagten
mit Ratschlägen, Verkaufsmodellen, Vertragsvorlagen etc. unterstützt habe, und
mindestens zweimal jährlich mit der Klägerin eine Verwaltungsrats-Sitzung abge-
halten worden sei, in welcher jeweils im Detail über den Stand sämtlicher Entwick-
lungsprojekte informiert worden sei (act. 46 S. 12 f. Rz. 22). Dass in Tat und
Wahrheit die D._ die gesamten Entwicklungskosten für F1._ bezahlt
habe und nicht die F._ und dass die F._ de facto eine inaktive Gesell-
schaft gewesen sei, habe die Klägerin damals nicht wissen können. Entgegen der
Behauptung der Beklagten seien der Klägerin die Bilanzen und Erfolgsrechnun-
gen der F._ nämlich bis am 22. November 2005 nicht bekannt gewesen. Es
- 138 -
sei erst am 22. November 2005 gewesen, dass die Klägerin vom Beklagten 1 per
Fax erstmals Abschlüsse der F._ erhalten habe. Genauso wenig seien der
Klägerin die Kontoblätter des Kontos 1 (Entwicklungsprojekt F1._) der
D._ und damit die einzelnen auf diesem Konto vorgenommenen Buchungen
bekannt gewesen. Diese Kontoblätter habe die Klägerin erst mit Fax der D._
vom 13. Juli 2006 erhalten. Es ergebe sich damit von selbst, dass die Klägerin
auch nicht an der Verbuchung und der Aktivierung der entsprechenden Entwick-
lungskosten mitgewirkt, diese unterstützt, genehmigt oder akzeptiert haben kön-
ne. Aus den ihr von der D._ zur Verfügung gestellten Jahresabschlüssen und
– wo erhalten – Quartalsabschlüssen habe die Klägerin jeweils die Höhe der von
der D._ zum jeweiligen Bilanzstichtag total aktivierten Entwicklungskosten für
das Projekt F1._ ersehen können. Diese habe die Klägerin jeweils zur
Kenntnis genommen – nicht mehr und nicht weniger. Die Klägerin sei aber auf-
grund der ihr von den Beklagten abgegebenen Unterlagen und mündlichen Infor-
mationen davon ausgegangen, dass die F._ gleichzeitig einen viel höheren
Betrag in die Entwicklung von F1._ investiert und die D._ die Entwick-
lung von F1._ für Waagen und die F._ die Entwicklung von F1._
ausserhalb des Waagenbereichs finanziert hätten (act. 46 S. 14 Rz. 24). Mit den
im Rahmen ihres Mandatsvertrages vom 22. April 2003 mit der F._ abgege-
benen Unterlagen sei der Klägerin von den Beklagten das Bild einer sehr aktiven
F._ vermittelt worden (act. 46 S. 15 Rz. 25).
4.9.2. Rechtliches
Nach dem Grundsatz des Handelns nach Treu und Glauben hat jedermann
in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung seiner Pflichten nach Treu
und Glauben zu handeln (Art. 2 Abs. 1 ZGB). Der offenbare Missbrauch eines
Rechts findet keinen Rechtsschutz (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Das Gebot des Handelns
nach Treu und Glauben richtet sich an alle Rechtssubjekte und ordnet eine Hal-
tung gegenseitiger Rücksichtnahme an, und zwar sowohl bei der Rechtsaus-
übung als auch bei der Pflichterfüllung. Art. 2 Abs. 2 ZGB verhindert die Durch-
setzung bloss formaler Rechte, wenn diese in offensichtlichem Widerspruch steht
zu elementaren ethischen Anforderungen. Art. 2 Abs. 2 ZGB stellt eine Vorschrift
- 139 -
zur Lösung von Einzelfällen dar. Sie weist das Gericht an, besonderen Umstän-
den eines Einzelfalls Rechnung zu tragen. Die Norm dient als korrigierender "Not-
behelf" für die Fälle, in denen formales Recht zu materiell krassem Unrecht führen
würde (HONSELL, in: HONSELL / VOGT / GEISER, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch
I, 4. Aufl. 2010, N 11, N 24 und N 28 zu Art. 2 ZGB).
Wie bei vielen unbestimmten, insbesondere wertungsbezogenen Rechtsbegriffen
lässt sich auch beim Rechtsmissbrauch der Wirkungsbereich am besten durch die
Bildung von der Rechtsprechung folgenden Fallgruppen erfassen. Mögliche Fall-
gruppen sind fehlendes Interesse (unnütze Rechtsausübung); dolo agit, qui petit,
quod (statim) redditurus est (wenn die Durchsetzung eines Anspruchs sogleich zu
einem Rückforderungsanspruch des Verpflichteten führen würde); krasses Miss-
verhältnis der Interessen; widersprüchliches Verhalten (venire contra factum
proprium); rechtsmissbräuchliche Berufung auf einen Formmangel oder auf die
Nichtigkeit eines befristeten Verjährungsverzichts; Missbräuchliche Inanspruch-
nahme von Bankgarantien und Akkreditiven; verzögerte Rechtsausübung; Treu-
widrigkeit beim Rechtserwerb und zweckwidrige Verwendung eines Rechtsinsti-
tuts (HONSELL, a.a.O., N 37 ff. zu Art. 2 ZGB).
4.9.3. Würdigung
Die Beklagten machen geltend, die Klägerin habe vorgeschlagen, die
F1._-Entwicklung in zwei Sparten, F1._ für Waagen und F1._ aus-
serhalb von Waagen aufzuteilen und letztere auf die F._ auszulagern, um
diese später besser verkaufen zu können. Wenn sie nun aus diesem von ihr vor-
geschlagenen Konstrukt Schadenersatz aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit
von den Beklagten verlange, widerspreche dies dem Gebot von Treu und Glau-
ben.
Die Klägerin wirft den Beklagten jedoch nicht die Aufteilung der F1._-
Entwicklung und die Auslagerung des waagenfremden Bereichs auf die F._
vor, sondern, dass diese Aufteilung nicht konsequent durchgezogen wurde und
die Beklagten veranlassten, dass die D._ Aufwendungen der F._ be-
- 140 -
zahlt, ohne hierfür eine erkennbare Gegenleistung zu erhalten. Es kann somit of-
fengelassen werden, von wem die Initiative zur Ausgliederung ausging.
Die Beklagten machen weiter geltend, die Klägerin sei seit 1997 über alle
Tätigkeiten der D._ im Detail informiert gewesen und habe aufgrund des
Kontokorrent- und Kreditverhältnisses jährlich, meistens aber quartalsweise, Ein-
blick in die Abschlüsse der D._ inklusive der Kontoblätter ... gehabt. Sie habe
gegen die Verbuchung auf dem Konto 1 und die Aktivierung der Kosten unter dem
Titel Entwicklungsprojekt F1._ in der jeweiligen Jahresrechnung der D._
nichts einzuwenden gehabt, sondern dies unterstützt, genehmigt und akzeptiert.
Sie habe gewusst, dass die F._ inaktiv gewesen sei. Eine nachträgliche Be-
rufung der Klägerin auf pflichtwidrige Falschbelastung der D._ zugunsten der
F._ verletze den Grundsatz des Handelns nach Treu und Glauben.
Die Klägerin erwidert, sie habe nicht wissen können, dass in Tat und Wahr-
heit die D._ die gesamten Entwicklungskosten für F1._ bezahlt habe
und nicht die F._ und dass die F._ de facto eine inaktive Gesellschaft
gewesen sei. Sie habe die Jahresrechnungen 2002 bis 2006 sowie vereinzelte
Quartalsabschlüsse der D._ erhalten. Die Bilanzen und Erfolgsrechnungen
der F._ seien ihr bis am 25. November 2005 nicht bekannt gewesen.
Die Frage, ob die Klägerin von den Buchhaltungsunterlagen der D._
und der F._ Kenntnis hatte und damit wusste oder zumindest erkennen
konnte, dass die F._ faktisch inaktiv ist und die D._ Kosten für die
F._ bezahlt, kann offen gelassen werden. Denn die Führung der Buchhaltung
sowie die Erstellung der Jahresrechnungen der beklagtischen Unternehmen
D._ und F._ waren alleine Sache der Beklagten, die Klägerin hatte da-
mit nichts zu tun und weder ein Recht noch eine Pflicht, diese zu überprüfen. Die
Beklagten tragen auch nicht vor, die Klägerin habe ihnen Vorgaben betreffend die
Buchhaltungsführung gemacht. Dazu wäre diese auch nicht befugt gewesen. Es
ist nicht ersichtlich und wird von den Beklagten auch nicht dargelegt, gestützt auf
welches Recht oder welche Verpflichtung der Klägerin die Aufgabe hätte zukom-
men sollen, die Buchhaltung der von den Beklagten gehaltenen Unternehmen,
insbesondere der D._ und der F._, zu überwachen oder auch nur anzu-
- 141 -
sehen. Selbst wenn sie über die entsprechenden Unterlagen verfügt hätte. Die
Beklagten führen nicht aus, dass die Klägerin in den Kontokorrent- oder Kreditver-
trägen mit der D._ oder dem Verkaufsmandat mit der F._ eine Verpflich-
tung eingegangen wäre, die Buchführung der beiden Gesellschaften zu kontrollie-
ren und deren finanzielle Entwicklung stetig im Auge zu behalten. Zumal von den
Beklagten auch nicht dargestellt wird, die Klägerin habe tatenlos zugesehen, wie
die D._ trotz zunehmend desolater finanzieller Lage noch Kosten einer ande-
ren Unternehmung bezahlt habe. Auch aus einem Verkaufsmandat resultiert kei-
ne Verpflichtung zur Prüfung der Buchhaltung, noch weniger von derjenigen der
Schwestergesellschaft. Selbst wenn die Klägerin erkannt hätte, dass die D._
Aufwände der F._ bezahlt, bestand auch keine Rechtspflicht, die Beklagten
darauf hinzuweisen, dass dadurch möglicherweise Interessen der D._ beein-
trächtigt und damit Sorgfalts- und Treuepflichten der Beklagten als Verwaltungsrä-
te verletzt sein könnten.
Das Gebot des Handelns nach Treu und Glauben ordnet wie gesagt eine Haltung
gegenseitiger Rücksichtnahme sowohl bei der Rechtsausübung als auch bei der
Pflichterfüllung an. Die Beklagten haben indes in keiner Weise ausgeführt, welche
Pflicht die Klägerin ohne die zu erwartende Rücksichtnahme (nicht) erfüllt oder
welches Recht sie ohne Rücksicht ausgeübt hat. Der vorliegende Sachverhalt
passt denn auch zu keiner der zum Rechtsmissbrauch erwähnten Fallgruppen.
Einzig der Vorwurf eines widersprüchlichen Verhaltens der Klägerin könnte sich
aus der beklagtischen Aussage, die Klägerin habe die Aktivierung der Entwick-
lungskosten unterstützt, genehmigt und akzeptiert sowie gewusst, dass die
F._ inaktiv sei, noch herauslesen lassen. Gegen die Aktivierung der Entwick-
lungskosten war (und ist) indes nichts einzuwenden, sondern gegen die Bezah-
lung von Aufwendungen einer anderen Unternehmung ohne Gegenleistung. Die
Klägerin war jedoch blosse Kreditgeberin der D._ und hatte ein Verkaufs-
mandat mit der F._ inne. Weder aus der einen noch der anderen vertragli-
chen Beziehung ergibt sich das Recht, geschweige denn die Pflicht, die Buchhal-
tung der Vertragspartnerin zu überprüfen. Solches ist von den Beklagten auch
nicht dargetan. Es stand der Klägerin somit gar nicht zu, die Aktivierung der Ent-
wicklungskosten zu genehmigen. Folglich kann aus einem Stillschweigen – vo-
- 142 -
rausgesetzt der Vorgang wurde überhaupt erkannt – auch keine Genehmigung
abgeleitet werden.
Wie erwähnt, stellt Art. 2 Abs. 2 ZGB eine Vorschrift zur Lösung von Einzelfällen
dar. Jedoch führen die Beklagten nicht aus, inwiefern in vorliegendem Streitfall
besonderen Umständen Rechnung zu tragen wäre. Die Durchsetzung des An-
spruches aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit der Klägerin führt nicht zu mate-
riell krassem Unrecht. Ein offenbarer Rechtsmissbrauch ergibt sich aus dem Ver-
halten der Klägerin nicht.
4.10. Verrechnung
4.10.1. Parteistandpunkte
Die Beklagten bringen vor, der Gläubiger, der mit seiner Forderung gegen-
über der Konkursitin rechtskräftig kolloziert worden sei, könne gegenüber gleich-
artigen Gegenforderungen der Konkursitin die Verrechnung erklären. Die Voraus-
setzungen der Verrechnung müssten im Zeitpunkt der Erklärung gegeben sein,
das Erfordernis der Gegenseitigkeit müsse zusätzlich bereits im Zeitpunkt der
Konkurseröffnung bestanden haben. Die Gegenseitigkeit der Forderungen werde
mit der Ablösung des eigenen Anspruchs der Gesellschaft durch denjenigen der
Gläubigergesamtheit im Konkurs nicht beseitigt. Diese Ablösung habe nicht zum
Zweck, den Gläubigern mehr Rechte zu verschaffen, als die Gesellschaft jemals
gehabt habe. In der Lehre werde überzeugend die Ansicht vertreten, dass den
verantwortlichen Organen unter Vorbehalt der Gläubigerbenachteiligung diejeni-
gen Einreden auch im Konkurs der Gesellschaft gegenüber der Gesamtheit der
Gläubiger erhalten bleiben sollten, die vor der Konkurseröffnung der Gesellschaft
entstanden seien. Dazu gehöre insbesondere die Befugnis zur Verrechnung mit
Gegenforderungen, welche schon vor Eröffnung des Konkurses entstanden seien.
Eine Verrechnungsforderung könne auch Bestand haben und zur Kompensation
dienen, wenn sie nicht im Kollokationsplan aufgeführt sei (act. 38 S. 15 f.).
Gemäss Kollokationsplan im Nachlassvertrag Nr. ... seien folgende, im Nachlass-
verfahren D._ angemeldeten Forderungen der Beklagten mit Schadenersatz-
forderungen der D._ verrechnet worden: Nr. 37 (Ord.-Nr. 1) des Eingabever-
- 143 -
zeichnisses über CHF 34'037.70, Nr. 24 (Ord.-Nr. 7) des Eingabeverzeichnisses
über CHF 3'008.–, Nr. 51 (Ord.-Nr. 8) des Eingabeverzeichnisses über
CHF 30'280.–, Nr. 15 (Ord.-Nr. 22) des Eingabeverzeichnisses über CHF 3'856.–,
Nr. 52 (Ord.-Nr. 23) des Eingabeverzeichnisses über CHF 30'280.–, Total
CHF 101'461.70. In diesem Umfang sei von den Beklagten somit bereits Scha-
denersatz an die D._ durch Verrechnung geleistet worden. Dieser Betrag sei
den Beklagten anzurechnen (act. 38 S. 16).
Des Weiteren seien den Beklagten die folgenden, rechtskräftig kollozierten Forde-
rungen abgetreten worden: Abtretungserklärung der CE._ B.V. (Forderung
D._ Nr. 38) vom 8. August 2013 über CHF 429'931.85, Abtretungserklärung
von Y._ (Forderung D._ Nr. 41) vom 8. Oktober 2013 über
CHF 8'932.75, Abtretungserklärung der CF._ AG (Forderung D._ Nr.
35) vom 10. September 2013 über CHF 11'545.50, Abtretungserklärung der
E._ (Forderung D._ Nr. 48) vom 3. Oktober 2013 über
CHF 1'744'091.97, Abtretungserklärung der CF._ AG (Forderung D._
Nr. 20) vom 7. Oktober 2013 über CHF 38'064.55, Abtretungserklärung der
CG._ AG (Forderung D._ Nr. 10) vom 7. Oktober 2013 über
CHF 13'807.20, Total CHF 2'246'313.82. Bezüglich dieser abgetretenen
CHF 2'246'373.82 werde ebenfalls Verrechnung mit einem allfälligen Schadener-
satzanspruch der D._ erklärt (act. 38 S. 16). Auch bezüglich der folgenden,
an die Beklagten abgetretenen, aber im Kollokationsplan mit rechtlich nicht halt-
baren Begründungen willkürlich nicht zugelassenen, Forderungen werde Ver-
rechnung mit einem allfälligen Schadenersatzanspruch der D._ erklärt: Ab-
tretungserklärung von CH._ (Forderung D._ Nr. 14) vom 4. Oktober
2013 im Betrag von CHF 4'875.–, Abtretungserklärung von CI._ (Forderung
D._ Nr. 13) vom 9. Oktober 2013 im Betrag von CHF 9'750.–, Abtretungser-
klärung der CJ._ AG (Forderung D._ Nr. 32) vom 4. Oktober 2013 im
Betrag von CHF 2'582.40, Abtretungserklärung der CK._ GmbH (Forderung
D._ Nr. 42) vom 4. Oktober 2013 im Betrag von CHF 1'560.20, Total
CHF 18'767.60 (act. 38 S. 16 f.).
- 144 -
Die Klägerin führt dagegen an, sie bestreite den Bestand der von den Be-
klagten im Konkurs eingegebenen Forderungen Nr. 24, 51, 15 und 52. In Bezug
auf die Forderung Nr. 37 (Ord.-Nr. 1) des Kollokationsplans seien nicht die Be-
klagten als Gläubiger aufgeführt, sondern vielmehr die S._ ...-Versicherungs-
Gesellschaft. Mangels Vorliegens der Voraussetzung der Gegenseitigkeit der
Forderungen sei bezüglich dieser Forderung die Verrechnungsmöglichkeit bereits
aus diesem Grund ausgeschlossen. Bei den übrigen Forderungen handle es sich
um behauptete Lohn- und Spesenforderungen der Beklagten ohne Rechtsgrund-
lage. Mangels ausgewiesener Forderungen der Beklagten gegenüber der
D._ sei eine Verrechnung mit Verantwortlichkeitsansprüchen der D._
nicht möglich gewesen. Die Beklagten hätten in der Duplik keinerlei Vorbehalt,
weder ausdrücklich noch implizit angebracht, sondern schlicht und einfach fest-
gehalten, dass die Beklagten an die Klägerin bereits Schadenersatz im Umfang
von CHF 101'461.70 geleistet hätten. Daraus und in der Tatsache, dass die Be-
klagten nichts gegen die rechtlich unmögliche und deshalb nichtige "Verrechnung"
ihrer Forderungen mit Ansprüchen aus Verantwortlichkeit aus Organhaftung un-
ternommen hätten, sei in rechtlicher Hinsicht eine Anerkennung des Anspruchs
aus Verantwortlichkeit der Beklagten als Organ der D._ zu sehen (act. 46
S. 5 Rz. 8 f.).
Im Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung zwischen der D._ und ihren
Gläubigern vom 11. September 2007 hätten die Gläubiger in Ziffer 2 erklärt, sich
für ihre Forderungen aus dem Liquidationserlös der Aktiven der D._ zu be-
friedigen und gegenüber der D._ auf die Nachforderung eines sich bei der
Liquidation ergebenden Ausfalls zu verzichten. Die entsprechenden Forderungen
der Gläubiger seien damit mit der Genehmigung des Nachlassvertrags durch das
Amtsgericht Luzern Stadt vom 5. November 2007 sowie mit dem Abschluss des
Liquidationsverfahrens mit Entscheid des Bezirksgerichts Luzern vom 2. Mai 2012
untergegangen. Der Verzicht werde für alle Gläubiger rechtsverbindlich, auch für
solche, welche dem Nachlassvertrag nicht zugestimmt hätten. Im Zeitpunkt der
Forderungsabtretungen im August bis Oktober 2013 hätten die entsprechenden
Forderungen somit nicht mehr bestanden. Nicht existierende Forderungen könn-
ten nicht abgetreten werden. Die zu Gunsten der Beklagten kurz vor Einreichung
- 145 -
der Duplik im Hinblick auf dieses Verfahren vorgenommen Forderungsabtretun-
gen seien daher allesamt rechtlich nicht möglich und deshalb nichtig. Es bestün-
den keine Forderungen der Beklagten, welche sie im vorliegenden Verfahren zur
Verrechnung bringen könnten (act. 46 S. 5 f. Rz. 11). Auch wenn die Abtretung
rechtlich bestehende Forderungen umfasst hätte – was seitens der Klägerin be-
stritten werde –, wäre es den Beklagten verwehrt, diese im vorliegenden Verfah-
ren gegenüber der Klägerin zur Verrechnung zu bringen, denn die Verrechnung
mit Forderungen, welche erst nach Konkurseröffnung erworben worden seien, sei
von Gesetzes wegen gestützt auf Art. 213 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG ausgeschlossen.
Nach dem Willen des Gesetzgebers solle vermieden werden, dass ein Gläubiger
die anderen Gläubiger schädige, indem er die Voraussetzungen der Gegenseitig-
keit erst durch Handlungen nach der Konkurseröffnung schaffe (act. 46 S. 6
Rz. 12 f.).
4.10.2. Rechtliches
Wenn zwei Personen einander Geldsummen oder andere Leistungen, die ih-
rem Gegenstande nach gleichartig sind, schulden, so kann jede ihre Schuld, inso-
fern beide Forderungen fällig sind, mit ihrer Forderung verrechnen (Art. 120 Abs.
1 OR). Im Konkurs des Schuldners können die Gläubiger ihre Forderungen, auch
wenn sie nicht fällig sind, mit Forderungen, die dem Gemeinschuldner ihnen ge-
genüber zustehen, verrechnen (Art. 123 Abs. 1 OR). Die Verrechnung im Konkurs
ist jedoch ausgeschlossen, wenn ein Schuldner des Konkursiten erst nach der
Konkurseröffnung dessen Gläubiger wird (Art. 213 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG). Die Ver-
rechnung ist demnach ausgeschlossen, wenn eine Forderung zwar vor der Kon-
kurseröffnung entstanden ist, die Voraussetzung der Gegenseitigkeit jedoch erst
infolge einer Forderungsabtretung erfüllt wurde, die nach der Konkurseröffnung
erfolgte (PETER, in: HUNKELER, Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N 12 zu
Art. 213). Die Konkursmasse, vertreten durch die Konkursverwaltung, kann eben-
falls die Verrechnung erklären. Sie unterliegt keinen Einschränkungen (STÄUBLI,
in: STAEHELIN / BAUER / STAEHELIN, Basler Kommentar SchKG II, 2. Aufl. 2010,
N 33 f. zu Art. 213 SchKG).
- 146 -
Der bestätigte Nachlassvertrag ist für sämtliche Gläubiger verbindlich, deren
Forderungen vor der Bewilligung der Stundung oder seither ohne Zustimmung
des Sachwalters entstanden sind (Nachlassforderungen, Art. 310 Abs. 1 SchKG).
Alle Nachlassgläubiger haben statt ihrer ursprünglichen Forderungen (vorbehält-
lich Art. 313 und 316 SchKG) nur noch Anspruch auf die im Nachlassvertrag fest-
gelegten (beim ordentlichen Nachlassvertrag) bzw. auf die sich aus dem Kolloka-
tions- und Verteilungsverfahren (beim Nachlassverfahren mit Vermögensabtre-
tung) ergebenden Nachlassdividenden. Dabei ist unerheblich, ob der Gläubiger
dem Nachlassvertrag zugestimmt hat oder nicht (HUNKELER, in: HUNKELER, Kurz-
kommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N 5 f. zu Art. 310 SchKG). Mit Erfüllung des
Nachlassvertrages geht der die Dividende übersteigende Teil der Forderung unter
(HARDMEIER, in: STAEHELIN / BAUER / STAEHELIN, Basler Kommentar SchKG II, 2.
Aufl. 2010, N 13 zu Art. 310 SchKG).
4.10.3. Würdigung
Die Konkursverwaltung des Konkursverfahrens der D._ verfügte im Kol-
lokationsplan im Nachlassvertrag (act. 3/3), sie weise die angemeldeten Forde-
rungen ab und erkläre bezüglich diverser Forderungen der Beklagten im Betrag
von CHF 101'461.70 Verrechnung mit Verantwortlichkeitsansprüchen aus Organ-
haftung. Dass die Beklagten nicht dagegen vorgingen, kann nicht als Anerken-
nung von Organhaftungsansprüchen betrachtet werden. Es musste ihnen freiste-
hen, auf eine Anfechtung des Kollokationsplans zu verzichten. Der Kollokations-
plan hat keine über den Konkurs hinausgehenden Rechtswirkungen, weil es im
Kollokationsverfahren nicht um den Bestand oder Nichtbestand von Forderungen
geht, sondern bloss um die Frage, inwieweit angemeldete Gläubigeransprüche
bei der Verteilung der Aktivmasse zu berücksichtigen sind (SPRECHER, in: HUNKE-
LER, Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N 36 zu Art. 247 SchKG mit Hinwei-
se). Ob diese Verrechnung zulässig war oder nicht und die beklagtischen Forde-
rungen Bestand hatten, kann jedoch dahingestellt bleiben. Denn indem die Kon-
kursmasse die Verrechnung der beklagtischen Forderungen mit Verantwortlich-
keitsansprüchen erklärte, ging sie implizit vom Bestand dieser Forderungen aus,
denn eine Verrechnung kann nur bei tatsächlichem Bestand der Gegenforderung
- 147 -
gültig erfolgen (vgl. HIERHOLZER, in: STAEHELIN / BAUER / STAEHELIN, Basler Kom-
mentar SchKG II, 2. Aufl. 2010, N 18 zu Art. 247 SchKG). Der Klägerin als Pro-
zessstandschafterin (Art. 260 SchKG) ebendieser Konkursmasse ist es verwehrt,
auf diese Erklärung zurückzukommen und sie ist darauf zu behaften. Andernfalls
handelte die Klägerin widersprüchlich und damit treuwidrig. Der klagende Abtre-
tungsgläubiger muss sich demnach entgegenhalten lassen, die in den Kollokati-
onsplan aufgenommenen Forderungen durch Verzicht auf Anfechtung des Planes
selbst anerkannt zu haben (BGE 103 III 46 E.1.a, S. 49 f.). Demzufolge ist der Be-
trag von CHF 101'461.70 an die Schadenersatzforderung aus Verantwortlichkeit
anzurechnen und von der vorliegenden Forderung über CHF 4'009'999.01 in Ab-
zug zu bringen. Es resultiert eine Schadenersatzforderung in der Höhe von
CHF 3'908'537.31.
Wie die Klägerin zutreffend ausführt, erklärten die Gläubiger in Ziffer 2 des
Nachlassvertrages mit Vermögensabtretung zwischen der D._ und ihnen
vom 11. September 2007 (act. 47/391), sich für ihre Forderungen aus dem Liqui-
dationserlös der Aktiven der D._ befriedigen zu wollen und gegenüber der
D._ auf die Nachforderung eines sich bei der Liquidation ergebenden Aus-
falls zu verzichten (Art. 318 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG). Der Verzicht wird für alle Gläu-
biger verbindlich, auch für diejenigen, welche dem Nachlassvertrag nicht zuge-
stimmt haben. Die Forderungen der Gläubiger sind damit mit der Genehmigung
des Nachlassvertrages durch das Amtsgericht Luzern-Stadt vom 5. November
2007 (act. 32/252) und nach dem Abschluss des Liquidationsverfahrens mit Ent-
scheid des Bezirksgerichts Luzern vom 2. Mai 2012 (act. 47/392) untergegangen.
Die untergegangenen und damit nicht weiter existierenden Forderungen konnten
daher nicht rechtsgültig an die Beklagten abgetreten werden. Im Übrigen ist die
Verrechnung ausgeschlossen, wenn ein Schuldner des Konkursiten erst nach der
Konkurseröffnung dessen Gläubiger wird. Vorliegend erfolgten die Abtretungen im
Zeitraum August bis Oktober 2013 und damit nicht nur nach der Konkurseröff-
nung, sondern sogar nach dem Abschluss des Liquidationsverfahrens. Eine Ver-
rechnung ist damit ausgeschlossen.
4.11. Schadenszins
- 148 -
4.11.1. Die Klägerin macht geltend, der Schaden müsse grundsätzlich vollständig
gedeckt werden. Dazu gehöre ein Schadenszins von 5% p.a. vom Zeitpunkt an, in
welchem das schädigende Ereignis sich finanziell ausgewirkt habe und bis zur
Zahlung des Schadenersatzes. Der Präsident III des Amtsgerichts Luzern-Stadt
habe am 5. November 2007 den Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung der
D._ genehmigt. Spätestens ab diesem Moment sei klar gewesen, dass sich
die schädigenden Handlungen der Beklagten finanziell auch auf die Klägerin
auswirkten. Vorliegend sei der Schadenszins von 5% p.a. demzufolge ab dem
5. November 2007 zu berechnen (act. 1 S. 58 Rz. 30; act. 31 S. 12 f. Rz. 20 f.).
Die Beklagten erwidern, mangels Schaden entfalle auch die Pflicht zur Leis-
tung eines Schadenszinses (act. 14 S. 88; act. 38 S. 25).
4.11.2. Der Schaden muss grundsätzlich vollständig gedeckt werden. Dazu gehört
ein Schadenszins von 5%, welcher ab dem Zeitpunkt geschuldet ist, in welchem
sich das schädigende Ereignis finanziell ausgewirkt hat (GERICKE / WALLER,
a.a.O., N 50 zu Art. 754 OR unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
4C.117/1999 vom 16. November 1999, E.5.c.).
4.11.3. Der Festsetzung des Beginns des Zinsenlaufs auf den Zeitpunkt der Ge-
nehmigung des Nachlassvertrages mit Vermögensabtretung durch den Entscheid
des Amtsgerichts Luzern-Stadt vom 5. November 2007 (act. 3/2) steht nichts ent-
gegen. Der Klägerin ist damit auf ihrer Forderung von CHF 3'908'537.31 ein
Schadenszins von 5% seit dem 5. November 2007 zuzusprechen.
4.12. Ergebnis
Nach dem Gesagten haben die Beklagten ihre Sorgfalts- und Treuepflichten
als Verwaltungsräte der D._ verletzt. Sie haben dadurch der Klägerin
schuldhaft einen Schaden in der Höhe von CHF 3'908'537.31 verursacht, den sie
ihr zu ersetzen haben. Bezüglich des Verhaltens der Klägerin ist kein Verstoss
gegen das Gebot des Handelns nach Treu und Glauben dargetan. Den Beklagten
ist der im Rahmen des Konkursverfahrens bereits angerechnete Betrag von
CHF 101'461.70 in Abzug zu bringen. Demzufolge ist die Klage teilweise gutzu-
heissen und sind die Beklagten unter solidarischer Haftung zu verpflichten, der
- 149 -
Klägerin den Betrag von CHF 3'908'537.31 zuzüglich Zins von 5% seit dem 5. November 2007 zu bezahlen. Im Mehrbetrage ist die Klage abzuweisen.
- 150 -
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
5.1. Streitwert
5.1.1. Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1
ZPO). Demzufolge beträgt der für die Bemessung der Gerichtsgebühr und der
Parteientschädigung massgebende Streitwert der vorliegenden Klage
CHF 5'317'843.17 (act. 1 S. 2; act. 31 S. 2).
5.1.2. Der für die Zulässigkeit von Rechtsmitteln entscheidende Streitwert beträgt
ebenfalls CHF 5'317'843.17 (Art. 91 Abs. 2 ZPO; Art. 51 Abs. 1 lit. a und Art. 112
Abs. 1 lit. d BGG).
5.2. Gerichtsgebühr und Parteientschädigung
5.2.1. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen sind grundsätzlich nach Obsiegen
und Unterliegen der Parteien im Prozess festzulegen (Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2
ZPO).
5.2.2. Die Klage wird im Umfang von CHF 3'908'537.31 gutgeheissen, was einem
Anteil von rund 75% entspricht. Somit obsiegt die Klägerin im Umfang von 75%
und unterliegt zu 25%. Entsprechend hat sie 25% der Kosten zu tragen. Die Be-
klagten haben 75% zu übernehmen. Weiter haben die Beklagten der Klägerin ei-
ne reduzierte Parteientschädigung von 50% zu bezahlen.
Die Klägerin leistete in Anwendung von Art. 98 ZPO einen Vorschuss für die Ge-
richtskosten (Prot. S. 2 f. und S. 17 f.; act. 8; act. 35). Die Kosten werden soweit
möglich aus diesem Vorschuss gedeckt. Für den den Beklagten auferlegten und
aus den klägerischen Vorschüssen bezogenen Anteil der Kosten wird der Kläge-
rin das Rückgriffsrecht auf die Beklagten eingeräumt.
5.2.3. Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung
des Obergerichts (GebV OG) vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m.
Art. 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw.
nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Unter Berück-
sichtigung von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG und in Anbetracht des Umfangs des
- 151 -
Verfahrens ist die Gerichtsgebühr auf 150% einer vollen Grundgebühr festzuset-
zen.
5.2.4. Die Parteientschädigung wird nach Ermessen festgesetzt (SUTTER / VON
HOLZEN, in SUTTER-SOMM / HASENBÖHLER / LEUENBERGER, a.a.O., N 30 zu Art. 95
ZPO). Die Grundgebühr ist mit der Beantwortung der Klage verdient; für jede wei-
tere Rechtsschrift ist ein Zuschlag zu gewähren (§ 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV).
Zur Berechnung der reduzierten Parteientschädigung ist daher von 150% der
Grundgebühr auszugehen.
Ist einer mehrwertsteuerpflichtigen Partei eine Prozessentschädigung zuzuspre-
chen, hat dies zufolge Möglichkeit des Vorsteuerabzugs ohne Berücksichtigung
der Mehrwertsteuer zu erfolgen (Praxisänderung des Kassationsgerichts des Kan-
tons Zürich, Entscheid vom 19. Juli 2005; ZR 104 (2005) Nr. 76, SJZ 101 (2005)
531 ff.).
Das Handelsgericht erkennt:
1. In teilweiser Gutheissung der Klage werden die Beklagten unter solidari-
scher Haftung verpflichtet, der Klägerin CHF 3'908'537.31 zuzüglich Zins
von 5% seit dem 5. November 2007 zu bezahlen.
Im Mehrbetrage wird die Klage abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 111'000.–.
3. Die Kosten werden zu 25% der Klägerin sowie zu 75% den Beklagten, die-
sen unter solidarischer Haftung, auferlegt und, soweit möglich, aus den von
der Klägerin geleisteten Kostenvorschüssen gedeckt. Für den den Beklagten
auferlegten und aus den klägerischen Vorschüssen bezogenen Anteil der
Kosten wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagten, unter solida-
rischer Haftung derselben, eingeräumt.
- 152 -
4. Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Klägerin
eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 53'500.– zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder
Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42
und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-
wert beträgt CHF 5'317'843.17.