# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f86b68a0-6b71-4131-b0c0-41f7f9638e59
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1962
,
meldete sich am 27. Oktober 2004 erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Mit Schreiben vom 10. Mai 2006 zog der Versicherte sein Leistu
ngsbegehren zurück (Urk. 7/28).
Am 22. September 2008 erfolgte durch den Arbeitgeber des Versicherten eine Meldung zur Früherfassung (Urk. 7/29, Urk. 7/31). Nach entsprechenden Abklärungen erachtete die IV-Stelle eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung als nicht notwendig (Schreiben vom 17. November 2008; Urk. 7/35).
1.2
Am 14. August 2015 meldete sich der Versicherte erneut
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/40
). Die IV-Stelle klärte
daraufhin
die medizinische und erwerbl
iche Situation ab und zog Akten des
Kranken
taggeldversicherers
bei (Urk.
7/41, Urk. 7/62
)
.
Nach ergangenem Vorbescheid (Urk.
7/69
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
13. Februar 2017
einen Renten
anspruch (Urk.
7/70
= Urk. 2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
16. März 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
13. Februar 2017
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Sachverhalt seriös abzuklären und ihm hierauf die gesetzlichen Leistungen auszurichten
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
20. April 2017
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2. Mai 2017
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan
spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi
nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis
material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass
der Beschwerdeführer durch sein Leiden nicht dauerhaft arbeitsunfähig sei. Er sei nur nach der Operation beziehungsweise nach den Eingriffen für kurze Zeit arbeitsunfähig gewesen. Aus medizinischer Sicht könne der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit weiterhin ausüben. Dabei müsse eine Toilette kurzfristig erreichbar sein. Da der Beschwerdeführer keine Erkrankung habe, die zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe, habe er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und berufliche Massnahmen (S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf den Standpunkt (Urk. 1),
er habe sich aufgrund eines urologischen Leidens zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet.
Gemäss Bericht von Dr.
Y._
bestehe eine Blasenentleerungsstörung mit einer fast nicht beherrschbaren Drangsymptomatik. Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelbare Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasenausgang eine narbige Veränderung nach der
transurethralen
Prostatasektion entwickelt. Es trete immer wieder Urinverlust auf. Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit würde erst in Frage kommen, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei.
Bei Dr.
Y._
handle es sich um den vom privaten Taggeldversicherer beigezogenen Gutachter (S. 3 Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch offen
sichtlich lediglich gestützt auf die Beurteilung von Dr.
Y._
sowie auf die Akte
nbeurteilung der
Ärztin
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
verneint (S. 3 Ziff. 6). Ein Abstellen auf ein Gutachten, welches von einem privaten Krankentaggeldversicherer mit offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen bei einem Vertrauensarzt in Auftrag gegeben worden sei, sei indes kein Beweis
mittel im Sinne von Art. 43 ATSG, zumal ein privater Versicherer im Gegensatz zur IV-Stelle nicht zur Abklärung des Sachverhalts verpflichtet sei, sondern
vielmehr einen Gewinn anstrebe (S. 4 Ziff. 7). Durch das Abstellen auf den Bericht von Dr.
Y._
sei der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden. Weder der Bericht von Dr.
Y._
noch die Aktenbeurteilung der RAD-
Ärztin
sei
en
geeignet, als Grundlage für die Beurteilung seiner Ansprüche zu dienen (S. 4 Ziff. 8). Er stehe noch immer in urologischer Behandlung und die Blasen
entleerungsstörung bestehe noch immer (S. 4 Ziff. 9).
Selbst gemäss Dr.
Y._
komme die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit erst in Frage, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Dr.
Z._
halte im Übrigen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität fest, was eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit impliziere (S. 4 Ziff. 11). Hinzu komme, dass sich bei ihm zwischen
zeitlich ein Nierenschaden entwickelt habe, welcher ebenfalls Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 4 Ziff. 12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und in d
iesem Zusammenhang insbesondere
die Höhe der Arbeitsfähigkeit.
3.
3.1
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Urologie,
B._
,
nannte im Bericht vom 16. Juni 2015 (Urk. 7/41/5-7) als Diagnosen eine benigne Prostata
hyperplasie Stadium II, Rezidiv-Steinbilder, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener
Cholezystektomie
, einen Status nach
Gastric
banding
, einen Nikotinabusus sowie einen unspezifischen
Nodulus
laterobasal
im Lungenunter
lappen links. Dazu führte sie aus,
der Beschwerdeführer habe sich zur Verlaufs
kontrolle vorgestellt. Das Medikament
Duodart
habe
dem Beschwerdeführer über
haupt nicht geholfen. Weiterhin bestünden Schmerzen bei der Miktion, sehr erschwertes Wasserlösen mit nur schwachem Harnstrahl, persistierend
sei die Harndrangsymptoma
t
i
k und zum Teil tropfenweiser ungewollter Urinverlust. Sie könne die Beschwerden nicht eindeutig der Prostata zuordnen
. Dennoch sehe sie als letzten Therapieversuch/Therapieoption die
transurethrale
Resektion (TUR) der Prostata. Sie habe mit dem Beschwerdeführer über die möglichen Komplikationen und auch das Persistieren der Schmerzen bei der Miktion sowie der Harndrangsymptomatik gesprochen. Die TUR-Prostata werde voraussichtlich im Juli 2015 stattfinden.
3.2
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 22. September 2015 (Urk.
7/50/8-10) aus,
es bestehe weiterhin ein ausgeprägter Harndrang. Wenn nicht sofort die Toilette aufgesucht werde, gehe der Urin ungewollt in die Hose. Vorlagen
(richtig wohl: Einlagen)
würde der Beschwerdeführer zurzeit nicht verwenden. Die Miktionsfrequenz werde mit etwa stündlich tagsüber und drei bis viermal Nykturie, bei einer Trinkmenge von zwei bis drei Liter am Tag
angegeben. Beim Wasserlösen würden gute Urinportionen bestehen und der Urin würde sich mit gutem Strahl lösen. Das Wasserlösen selber sei im Ver
gleich zu vor der Operation wesentlich besser. Am Ende des Wasserlösen
s
bestehe ein Brenn
en
im Bereich der Harnröhre. Sie führte weiter aus, die TUR
Pro
stata sei mittlerweile drei Monate her. Weshalb weiterhin diese ausgeprägte Drangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bestehe, sei ihr unklar.
3.3
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Urologie,
B._
,
berichtete am
30.
Oktober
2015 (Urk. 7/50/6-7) über eine
videourodynamische
Untersuchung und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase ohne
Detrusorhyper
aktivität
(sensorische
Urge
) sowie eine benigne Prostatahyperplasie mit Status nach TUR-Prostata. Dazu führte sie aus,
beim Beschwerdeführer liege allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne
Detrusorhyperaktivität
vor. Es hätte keine echte
Detrusorhyperaktivität
nachgewiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal
gewesen
. Es liege keine persistierende
infravesikale
Obstruk
tion durch die benigne Prostatavergrösserung vor. Nachdem keine organische Ursache für die
Überaktivität
der Harnblase vorliege, habe sie dem Beschwerde
führer
Betmiga
verordnet, dessen Wirkung werde man frühestens in sechs bis acht Wochen beurteilen können.
3.
4
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
führte
im Bericht vom 10. November 2015 (Urk.
7/50/1-4)
aus, sie behandle den Beschwerdeführer sei
t
Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte
als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase, eine rezidivierende
Nephrolit
iasis
sowie eine Prostatahyperp
lasie
(Ziff. 1.1)
.
Dazu führte sie aus, die
Nephrolitiasis
könne immer wieder auftreten, die Prostata sei abschliessend behandelt und die hyperaktive Harnblase werde medikamentös therapiert (Ziff.
1.4). Die Frage der Arbeitsunfähigkeit könne sie als behandelnde Ärztin nicht beantworten, sie denke, dass der Hausarzt Dr.
D._
dafür der richtige Ansprechpartner sei (Ziff. 1.6).
3.
5
Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 18. Dezember 2015 (Urk. 7/51/1-4) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine Harndrangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bei Status nach TUR
Pro
stata, eine benigne Prostatahyperplasie, eine
Prostatolithiasis
sowie rezidi
vierende Steinbilder (Ziff. 1.1). Eine Prognose sei
zurzeit unbestimmt (Ziff.
1.4).
Weitere Informationen inklusive Arbeitsfähigkeit sollen bei den
behandelnden urologischen Fachä
rzten von
B._
verlangt werden (Ziff. 1.11).
3.
6
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 12. Februar 2016 (Urk.
7/62/6-8) aus, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn
inkontinenz nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata gekommen sei, könne sie nicht eruieren. Auch die Kollegin Frau Dr.
C._
habe bei der
urodynamischen
Untersuchung keine groben Auffälligkeiten au
s
ser der senso
rischen
Urge
feststellen können. In einer diagnostischen
Urethrozystoskopie
Ende letzten Jahres hätte sich die
Sphinkterregion
intakt gezeigt, der Beschwer
deführer habe a
uf Aufforderung den Sp
h
inkter zu
100 % schliessen können. Da sämt
liche
Anticholinergika
und auch
Betmiga
zu keiner Besserung der Beschwer
den geführt hätten, soll nun ein Therapieversuch mit Becken
boden
gymnastik und Elektrostimulation durchgeführt werden
(S. 2 unten f.)
.
3.7
Im Überweisungsbericht
ans
E._
vom 10. Mai
2016 (Urk. 7/62/2-4)
führte Dr.
A._
unter anderem aus,
sie bitte die Harndrang
symptomatik und Harndranginkontinenz-Situation nochmals zu evaluieren. Nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata könne der Beschwerdeführer wieder sehr gut Wasser lösen mit einem guten maximalen Flow. Leider habe postoperativ eine Harndrangsymptomatik kombiniert mit Harndranginkontinenz begonnen
, für die sie keine Ursache finden könne.
Zystoskopisch
habe sich der S
p
hinkter zu 100 % schliessend gezeigt. Auch die
Urodynamik
habe keine Pathologie ausser der sensorischen
Urge
ergeben. Sämtliche ausprobierten
Anticholinergika
sowie auch
Betmiga
hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt.
3.
8
Dr. med. Y._
, Facharzt für Urologie,
berichtete am
6. Juli 2016 (Urk.
7/62/37-40)
von einer am 5. Juli 2016 durchgeführten Untersuchung und nannte
als Diagnosen eine Prostatahyperplasie mit
irritativen
Beschwerden, eine persistierende Drangsymptomatik sowie eine rezidivierende
Urolithiasis
links (S.
1). Dazu führte er aus, der Untersuchungszeitpunkt sei ungünstig gewesen, da der Beschwerdeführer vor knapp zehn Tagen einen Eingriff am linken Harnleiter gehabt habe. Die Harnleiterschiene sei erst am 4. Juli 2017 entfernt worden, so dass Restbeschwerden von dieser Behandlung bestanden hätten.
Er habe die Untersuchung wegen dieser Beschwerden nicht vollständig durch
führen können. Gewisse Befunde seien, wegen der kaum 24-Stunden zurück
liegenden Blasenspiegelung nicht eindeutig zu verwerten.
Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelte Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasen
ausgang nach der
transurethralen
Prostatasektion eine narbige Ver
änderung entwickelt (S. 2 Ziff. 1).
Der Beschwerdeführer habe berichtet
, dass er beim kleinsten Ha
rn
drang die Toilette aufsuchen
müsse
und diesen Drang kaum je unterdrücken
könne
. Dem
entsprechend steh
e
er des Nachts
drei bis vier Mal
zum Wasser
l
ösen auf, allerdings komm
e
es des Nachts nie zum Einnässen. Tagsüber such
e
der
Beschwerdeführer
im häuslichen Umfeld die Toilette in halb
bis
stündlichen
Abständen
auf, ausser Haus könne er den Urin bis zu maximal zwei Stunden knapp zurückhalten.
Der heftige Ha
rn
drang verstärk
e
sich beim Gang zur Toilette, so dass der
U
rin nicht immer ganz zurückgehalten werden
könne
. Obwohl immer wieder Urinverlust
auftrete
,
trage
der
Beschwerdeführer
k
eine Einlagen, vielmehr wechsle
er seine Unterhosen
drei bis viermal
täglich. Zum Schluss der Miktion
könne
es etwas brennen, blutigen Urin
habe der Beschwerdeführer
nie beobachtet, der Ha
rn
strahl sei gut
,
es
besteh
e
auch kein Restharngefühl und nur m
ä
ssiges Nachträufeln nach dem Wasser
l
ösen.
Der Beschwerdeführer
berichte, dass beim Husten gelegentlich Ha
rn
drang
auftrete
und dann ein Urinverlust erfolgen
könne
, beim Treppensteigen, sowohl aufwärts wie abwärts, verlier
e
er keinen
U
rin, beim Aussteigen aus dem Auto
könne
der Ha
rn
drang heftig werden und ein Verlust auftre
ten, bei Spaziergängen
soll es gelegentlich ebenfalls zu imperativem Harndrang und Einnässen kommen
(S. 2 Ziff. 1a)
.
Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten in der Unter
suchungs
situation nur teilweise nachvollzogen werden können. Der Beschwer
de
führer habe beim Betasten der Blase Harndrang geäussert, ein erheblicher Urin
verlust sei in der Untersuchungssituation bei einem Füllungs
volumen von 180
Milliliter
nicht zu beobachten gewesen (S. 3 oben).
Im Gespräch
sei
der
Beschwerdeführer
, der als Automechaniker tätig
gewesen sei
, nicht in der Lage seinem Beruf nachzugehen, solange die Drang
sympto
matik besteh
e
.
Der Beschwerdeführer
könne
sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigste
ns teilweise wiederaufzunehmen (S. 3 Ziff. 3). Aufgrund dieser Angaben sei
nicht zu erwarten, dass
der Beschwerdeführer
bei einem anderen Arbeitgeber seine Tätigkeit als
Automechaniker aufnehmen würde (S. 3 Ziff. 4). Weiter
sei
es fraglich, dass der
Beschwerdeführer
zu einer, auch leichte
n beruflichen Tätigkeit zu moti
vieren
sei
, solange die Drangsymptomatik besteh
e
. Allenfalls komm
e
die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit infrage, wenn die Blasenentleerungs-Störung behoben
sei
und die allfällige chronische Prostata
ent
zündung zur Ausheilung komm
e
(S. 3 Ziff. 5)
.
Aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen habe
der
Beschwerdeführer
bereits vor dem Prostata
eingriff über eine Drangsymptomatik geklagt, im Aufklärungsgespräch bei der behandelnden Urologin
sei
er darauf hingewiesen
worden
, dass diese Beschwerden allenfalls andauern können und unter Ums
tänden auch fort
bestehen werden (S. 3 unten). Die behandelnde Urologin habe auch erwähnt, dass sie nicht sicher sei, dass die vom Beschwerdeführer damals geklagten Beschwerden auf die Prostatavergrösserung zurückzuführen seien (S. 4 oben).
3.
9
Nach Durchführung einer
Ureterorenoskopie
, Laserlithotripsie, Steinentfernung und DJ-
Kathetereinlage
links am
E._
, Klinik für Urologie, am 26. Juni 2016 (Operations- und Austrittsbericht; Urk. 7/62/41-44) nannten die Ärzte nach
sonographischer
Nachkontrolle
im Bericht vom 27. Juli 2016 (Urk. 7/62/45-47) als Diagnosen
irritative
Miktionsbeschwerden seit der
Ureterorenoskopie
, eine Steinfreiheit links, einen Status nach TUR-Prostata bei Prostataobstruktions
syndrom, eine Blasenhalssklerose, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener
Cholezystektomie
sowie einen Status nach
gastric
banding
(S. 1). Dazu führten sie aus,
die vom Beschwerdeführer aktuell beschriebenen linksseitigen Flankenschmerzen seien am ehesten als
muskuloskelettal
zu bewerten. Des Weiteren werde die erhöhte Miktionsfrequenz am ehesten durch die bekannte Blasenhalssklerose verursacht, wobei differentialdiagnostisch auch eine Reizung der Prostata im Rahmen des letzten Eingriffs zu diskutieren sei.
3.
10
Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauens
ärztlicher Dienst, Helsana Versicherungen AG, führte in seiner Stellungnahme vom 8. September 2016 (Urk. 7/62/48-49) aus,
d
er Beschwerdeführer sei auf
grund von unklaren Miktionsbeschwerden
seit dem 19.
März
2015 durchgehend 100
% arbeitsunfähig. Eine Vielzahl von Untersuchungen
hätten
keine objekti
vierbaren Befunde aufzeigen können. Die
bisherigen therapeuti
schen Bemühungen
, konservativ-medikamentös und operativ,
hätten
die sub
jektiv beklagten Miktionsbeschwerden nicht beeinflussen
können
. Die behandeln
den Urologen der
B._
-Praxis
hätten
keine
Arbeitsunfähigkeits
zeugnisse
aus
gestellt
, auch auf gezielte Anfrage nicht. Stattdessen
hätte der Hausarzt Dr.
D._
entsprechende Zeugnisse ausgestellt.
Dr.
D._
sei nach telefonischer Rücksprache am 5. April 2016 auch nicht überzeugt, dass der Beschwerdeführer arbeitsunfähig sei und seine Angaben plausibel seien. Er sei mit der Beurteilung
einverstanden, dass ab dem 22.
April
2016 eine volle
Arbeitsfähigkeit
besteh
e
, mit der Einschränkung, dass
der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne.
Trotz dieses Konsenses habe Dr.
D._
weiterhin Zeugnisse für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt. Deshalb sei eine weitere urologische Meinung bei Dr.
Y._
eingeholt worden. Diese sei nicht schlüssig ausgefallen, einerseits wegen ungünstige
r
Umstände
(am Vortag
sei eine
Ureterschi
ene
wegen eines Nierensteinleidens entfernt
worden
, weshalb noch Restbeschwerden vorhanden
gewesen seien
) und andererseits, weil die Arbeitsunfähigkeits
beurteilung nur auf die subjektiven
Angaben des Beschwerdeführers erfolgt seien, ohne diese mit den objektiven Befunden zu korrelieren. Aufgrund der
g
eklagten Beschwerden (starker Harndrang, drei bis viermal nachts Wasserlösen, tags, ausser Haus alle zwei Stunden Miktion, keine Einlagen) sei eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit als Werkstattmitarbeiter medizi
nisch
nicht nachvollziehbar (S. 1). Trotz weiterhin attestierter 100%iger Arbeitsunfähigkeit, habe Dr.
D._
am 1. September 2016 erneut telefonisch bestätigt, dass er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugt sei und der Beschwerde
führer sicherlich zumindest teilweise arbeiten könnte.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund eines gesteigerten Harn
dranges ohne objektivierbare Ursache mit einer Miktionsfrequenz von ein
-
bis vier
mal
stündlich eine seit nun eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeitsun
fähigkeit medizinisch nicht nachvollziehbar sei (S. 2).
3.
1
1
Dipl.-
m
ed.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 (Urk. 7/67/3-4) aus,
eine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Eine Einschränkung in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter bestehe dahingehend, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse. Die bisherige Tätigkeit könne weiterhin verrichtet werden, sofern eine Toilette kurzfristig erreichbar sei. Aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht, bestehe seit jeher eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit, welche jeweils aufgrund der operativen/invasiven Ein
griffe kurzzeitig unterbrochen gewesen sei.
Ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke
,
habe vorliegend nicht festgestellt werden können. Aus urologischer Sicht liege keine längerfristige arbeitsunfähigkeits
begründende Erkrankung vor. Die Operation der Prostata und die Entfernung von Harnsteinen bewirke jeweils für einen kürzeren Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Vertrauensarzt der Helsana habe berichtet, dass der Hausarzt weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, obwohl er im Telefonat nicht davon überzeugt sei, dass der Beschwerdeführer t
atsächlich krank sei. Sämtliche
Feststellungen würden auf subjektiv geäusserten Beschwerde
n
basieren, trotz wiederholter urologischer Abklärungen seien keine objektivierbaren Befunde feststellbar gewesen. Eine diskrete Harninkontinenz sei nach Prostataresektion nicht ungewöhnlich. Diesem Symptom könne mit der Verwendung von Einlagen begegnet werden. Die Verwendung von Einlagen sei dem Beschwerdeführer zumutbar.
4.
4.1
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE
126 V 353 E. 5b S. 360; BGE 125 V 193 E. 2 S. 195; je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 10).
4.2
Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesund
heitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4).
Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das
fachärztlicherseits
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Eine Anspruchs
berechtigung setzt dabei stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungs
fähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagno
sen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.
Weiter ist zu bemerken, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesund
heitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E.
3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeits
fähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründende Art eingetreten ist.
4.
3
De
n
Bericht
en
von Dr.
A._
vom 16. Juni und 22. September 2015
lässt sich entnehmen
, dass
beim Beschwerdeführer bei Vorliegen einer benignen Prostatahyperplasie und erfolgloser medikamentöser Therapie (vgl. vorstehend E. 3.1) eine
t
ransurethrale
Resektion der Prostata
durchg
eführt wurde, wobei auch nach dem Eingriff
eine Harndrang
symptomatik mit Harninkontinenz persistierte (vorstehend E. 3.2). Danach erfolgte
n
zahlreiche fachärztliche Untersuchungen. Dr.
C._
stellte
im Bericht vom 30. Oktober 2015
fest, dass
beim Beschwerdeführer allenfalls eine hyperaktive Harnblase
ohne
Detrusor
hyper
aktivität
vorliege
. Eine echte
Detrusorhyperaktivität
hätte nicht nachge
wiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen. Eine persistierende
infravestikale
Obstruktion (Verengung der Harnröhre) durch die benigne Prostatavergrösserung liege nicht vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege,
sei eine medikamentöse Therapie mit
Betmiga
verordnet worden (vgl. vorstehend E. 3.3). Dr.
A._
führte in weiteren Bericht
en
vom 12. Februar
sowie 10. Mai
2016 aus, es könne nicht eruiert werden, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn
inkontinenz gekommen sei. Auch bei der
urodynamischen
Untersuchung von Dr.
C._
hätten keine groben Auffälligkeiten
respektive Pathologie
ausser der sensorischen
Urge
festgestellt werden können. Die
Sphinkterregion
habe sich intakt gezeigt. Sämtliche
Anticholinergika
und auch
Betmiga
hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt
(vgl. vorstehend E. 3.6).
Der Beschwer
de
führer wurde in der Folge
von Dr.
A._
ans
E._
zur nochmaligen
Evaluation der Harndrangsymptomatik und Harndranginkontinenzsituation über
wiesen (vgl. vorstehend E. 3.7).
S
chliesslich holte die Helsana Versicherungen AG
eine urologische Zweit
meinung bei Dr.
Y._
ein. Dieser hielt in seinem Bericht vom 6. Juli 2016
fest,
die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden
hätten
nur teilweise nachvoll
zogen werden
können
. Zur Arbeitsfähigkeit führte er schliesslich aus, im Gespräch sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage seinem Beruf nach
zugehen, solange die Drangsymptomatik bestehe. Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigstens teilweise wieder
auf
zunehmen, weshalb
es fraglich sei, dass der Beschwerdeführer zu einer leichten beruflichen Tätigkeit zu motivieren sei
(vgl. vorstehend E. 3.8)
. Dr.
F._
des Vertrauensärztlichen Dienstes der Helsana Versicherungen AG führte in seiner Stellungnahme im Wesentlichen aus, eine Vielzahl von Unter
suchungen hätten keine objektivierbaren Befunde aufzeigen und alle bisherigen therapeutischen Bemühungen hätten die subjektiv beklagten Miktionsbe
schwerden nicht beein
flussen können
. Eine seit eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeits
un
fähigkeit sei medizinisch nicht nachvollziehbar (vgl. vor
stehend E.
3.10).
4.
4
Angesichts dieser medizinischen Sachlage ging die Beschwerdegegnerin ent
gegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 ff.) zu Recht davon aus, dass vorliegend kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Weder die behandelnden Urologinnen der
B._
-Praxis (vgl. vorstehend E.
3.1-4, E. 3.6) noch die Ärzte des
E._
(vgl. vorstehend E. 3.7
und E. 3.9
) attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit.
Etwas
anderes
ergibt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 10) auch
aus dem Bericht des
E._
vom
17. Januar 2017 (Urk. 3)
nicht. Einzig aus dem Wortlaut, dass eine «deutliche Einschränkung der Lebensqualität aufgrund der Blasenfunktionsstörung» bestehe, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten,
nachdem auch in diesem Bericht keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht wurden.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit
selbst
gemäss Dr.
Y._
erst in Frage komme, wenn die Blasen
entleerungsstörung behoben sei (vgl. Urk. 1
S. 3 Ziff. 4 und S. 4 Ziff. 10), kann ihm nicht gefolgt werden. Geht doch aus der Arbeitsunfähigkeits
beurteilung
und der Formulierung
von Dr.
Y._
deutlich hervor, dass diese nur auf d
en
sub
jektiven Angaben des Beschwerdeführers basier
t
, eine vollständige Unter
suchung nicht möglich war und die angegebenen Beschwerden nur teilweise nachvollzogen werden ko
nnten (vgl. vorstehend E. 3.8).
Die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit ist nicht relevant. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungs
fähigkeit zu bestimmen (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2
).
Objektivierbare Befunde liessen sich vorliegend trotz wiederholter urologischer Abklärungen jedoch keine feststellen. Sodann erachtet offenbar selbst der behandelnde Hausarzt
Dr.
D._
-
dies
entgegen seine
n
anderslautend ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen
zuhanden des Krankentaggeldversicherer
s
- den Beschwerdeführer
mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne,
als arbeitsfähig
(vgl. vorstehend E. 3.10).
In gleichem Sinne führte
die RAD-Ärztin Dipl.-Med.
G._
aus
, dass in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter eine Einschränkung lediglich dahingehen
d
bestehe, dass
eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und ent
sprechend eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse (vgl.
vorstehend E. 3.11).
4.
5
Nach der allgemeinen
Beweisregel
obliegt es
bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzu
weisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs
anspruch (BGE 139 V 547 E. 8.1).
Vor dem Hintergrund fehlender Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen
und fehlender objektivierbarer Befunde,
welche
auf eine längerfristige arbeitsunfähigkeits
begründende
Erkrankung
respektive auf eine krankheitsbedingte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
schliessen
l
ie
ssen
,
bleibt kein Raum für die Annahme eines
invalid
isierenden Gesundheitsschadens.
Anderslautende
Berichte wurden durc
h den Beschwerdeführer trotz
Inaussichtstellung
nicht nachgereicht.
Die sub
jektive
Einschätzung
des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner
Arbeitsun
fähigkeit
reich
t
für einen
rechtsgenüglichen
Nachweis einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht aus.
Bei objektiver Betrachtung ist vom Beschwerdeführer
forderbar
, dass er seine Arbeitsfähigkeit vollumfänglich verwertet
und dabei
im Sinne der Schadenminderungspflicht
nötigenfalls auf Einlagen zurückgreift.
Da für das Vorhandensein eines invalidisierenden Leidens keine Anhaltspunkte bestehen, wurde der Sachverhalt seitens der Beschwerdegegnerin entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S.
5) genügend abgeklärt.
Die Beschwerdegegnerin hat
nach dem Gesagten
zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen und de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.