# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f8e8576-18e2-4304-b1df-c22985737871
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, Mutter von drei Kindern (Jahrgang 1995, 1996 und 1999), war seit Juli 2003 bei der
Y._
als Mitarbeiterin Gastronomie tätig, als sie sich am 20. Mai 2012 bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 9/1; Urk. 9/14/1-7 =
Urk. 9/15/1-7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Kranken
tag
geld- (Urk. 9/8; Urk. 9/25; Urk. 9/45) sowie der Unfallversicherung (Urk. 9/16) bei. Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 27. Oktober 2014 den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit, da es nicht gelungen sei,
sie
innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (Urk. 9/44). Zudem führte die IV-Stelle eine Haus
haltsabklärung vor Ort durch, worüber am 1. Juni
2015 berichtet wurde (Urk. 9/51).
Mit Vorbescheid vom 12. August 2015 (Urk. 9/55) stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Zusprache einer Dreiviertelsrente von Februar 2013 bis März 2014 sowie einer Viertelsrente von April bis Dezember 2014 in Aussicht. Nach
dem die Versicherte dagegen Einwände erhoben hatte (Urk. 9/58/1), holte die IV-Stelle beim Z._ ein polydisziplinäres Gutach
ten ein, das am 15. August 2016 erstattet wurde (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42)
. Mit neuem Vorbescheid vom 28. Oktober 2016 (Urk. 9/79) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte wiederum Einwände (Urk. 9/84-85; Urk. 9/88 = Urk. 9/107 = Urk. 3/1). Mit Verfügung vom 7. April 2017 (Urk. 9/103 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren der Versicherten ab.
2.
Die Versicherte erhob am 19. Mai 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. April 2017 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2017 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde. Der psychiatrische Gutachter des
Z._
, Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wurde mit Verfügung vom 7. Juli 2017 (Urk. 10) um eine vertiefte Stellungnahme ersucht. Mit Verfügung vom 7. September 2017 (Urk. 14) wurde den Parteien die
Stellungnahme der
Z._-Gutachter
vom 23. August 2017 (Urk. 12) zur Stellungnahme sowie die Beschwerdeantwort der Beschwerde
führerin zur Kenntnis zugestellt. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 21. Septem
ber 2017 (Urk. 16) auf eine Stellungnahme. Die behandelnde Psychia
terin, med. pract.
B._
, Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 26. Sept
ember 2017 zur Stellungnahme der
Z._-Gutachter
Stellung (Urk. 18). Mit Verfügung vom 9. Oktober 2017 (Urk. 19) wurde antragsgemäss
(vgl. Urk. 1 S. 1) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und den Parteien die
Stellungnahmen zugestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Recht
s
ver
hältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung be
ziehungsweise eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwer
de
weise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durc
h
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhn
lichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.5
Sowohl
bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
-
ten
revision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b
).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine
versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter,
die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gung
e
n und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätig
keit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erforderlich ist
(BGE
144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E.
3.1, 137 V
334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E.
3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (
vgl. BGE 144 I 28 E.
2.4
)
.
1.6
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
davon
aus, dass die Beschwerdeführerin seit Februar 2012 in ihrer Gesundheit erheblich eingeschränkt sei.
S
ie sei bei Ablauf des Wartejahres im Februar 2013
gemäss Z._
-Gutachten im Erwerbsbereich zu 50 % eingeschränkt gewesen. Es werde an der Qualifikation 58
%
Erwerbs- und 42
%
Haushaltsbereich festgehalten, habe doch die Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung vor Ort angegeben,
sie würde
ohne gesundheitliche E
inschränkung weiterhin bei
der
Y._
an de
r Kasse
im bisherigen Pensum arbeiten. Im Haushaltsbereich liege eine Einschränkung von
20 % vor. Es sei nicht nachvollziehbar dargelegt worden, weshalb eine Ein
schrän
kung von 45 % vorliegen sollte. Dem Ehemann der Beschwerdeführerin sowie den drei erwachsenen Kindern, welche im selben Haushalt lebten, sei in Form der Mitwirkungspflicht eine vermehrte Mithilfe im Haushalt zumutbar. Zu
dem wäre mit einer 50%igen Erwerbsfähigkeit eine höhere Einschränkung im Haushalts
bereich nicht gerechtfertigt. Somit resultiere im Erwerbsbereich ein Teilin
validi
tätsgrad von 29 % und im Haushaltsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 8.4 %, weshalb die Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von insgesamt 37.4 % keinen Anspruch auf eine Rente habe (S. 1 unten f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber sinngemäss geltend (Urk. 1), sie sei
gemäss der
Einschätzung ihrer langjährig behandelnden Psychiaterin zu 100 % arbeitsunfähig. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb auf die Einschätzung der
Z._
-Gutachter
abgestellt worden sei. Zudem habe
ihr Pensum bei der
Y._
60 % und nicht 58 %
betragen, weshalb sie
als zu 60 % im Erwerbsbereich und
zu
40 % im
Haushalt Tätige zu qualifizieren sei
. Im Haushaltsbereich liege eine Einschränkung von 45 % vor (S. 1 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin, mithin ob sie Anspruch auf eine Rente hat.
3.
3.1
Dem Austrittsbericht
des C._
, Klinik für Gastro
enterologie und Hepatologie, vom 26. April 2012 (Urk. 9/9/15-21), ist zu ent
neh
men, dass die Beschwerdeführerin vom 8. bis 23. März 2012 in der Klinik hospitalisiert war. Die Ärzte des
C._
nannten folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
akutes Leberversagen (8. März 2012)
-
Miliartuberkulose
-
sekundäres/erworbenes Hämophagozystose-Syndrom
-
Sarkoidose (Beginn 2005), Differentialdiagnose Granulome
-
Hypovitaminose, Erstdiagnose
-
Adipositas Grad II
Vom
15. Februar bis zum 1. April 2012 liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (S. 4 oben).
3.2
Die Ärzte des
C._
, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, nannten in ihrem Bericht vom 21. Juni 2012 (Urk. 9/9/1-5) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Miliartuberkulose (Erstdiagnose März 2012)
-
akutes Leberversagen (8. März 2012)
-
sekundäres/erworbenes Hämophagozystose-Syndrom (Erstdiagnose März 2012)
-
Sarkoidose (Beginn 2005),
Differentialdiagnose Granulome
Die Beschwerdeführerin sei seit dem 8. März 2012 zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Es sei zu hoffen, dass sie ab dem 16. Juli 2012 das Arbeitspensum auf 20 % steigern könne. Der weitere Anstieg des Arbeitspensums sei abhängig vom klinischen Verlauf (Ziff. 1.7, Ziff. 1.9).
3.3
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Hausärztin der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 9/60), nannte in ihrem Bericht vom 21. Juli 2012 (Urk. 9/10/1-5) eine Miliartuberkulose sowie ein akutes Leberver
sagen (2012) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin habe ab dem 16. Juli 2012 an drei Tagen pro Wo
che für zwei Stunden gearbeitet,
die weitere Steigerung werde durch das
C._
begleitet (Ziff. 1.9).
3.4
Die Ärzte der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des
C._
nannten in ihrem Bericht vom 27. Juni 2013 (Urk. 9/25/3-6 = Urk. 9/32/6-9) folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
Miliartuberkulose (Erstdiagnose März 2012)
-
Status nach akutem Leberversagen (8. März 2012)
-
posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS;
Erstdiagnose März 2013)
-
Sarkoidose (Beginn 2005), Differentialdiagnose Granulome
-
Osteoporose
-
Hypovitaminose
-
Adipositas Grad II
Bei der motivierten Beschwerdeführerin könne eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Zuletzt habe sie ein Arbeitspensum von 50 % geleistet. Aus infektiologischer Sicht bestehe seit dem 29. Juni 2013 für die bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin Gastronomie eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei bei weiterhin positivem Verlauf
denkbar. Hinsichtlich der posttraumatischen Belastungsstörung sollte eine Stellun
g
nahme durch die behandelnde Psychiaterin erfolgen. Aufgrund der Osteoporose sollten Tätigkeiten mit einem erhöhten Sturzrisiko vermieden werden (Ziff. 3-6).
3.5
Die Ärzte der Augenklinik des
C._
führten in ihrem Bericht vom 13. November 2013 (Urk. 9/30/1-2) aus, dass die Beschwerdeführerin seit 2005 an einer rezi
di
vierenden Panuveitis beider Augen (rechts mehr als links) bei Sarkoidose leide (Ziff. 1.4). Aus ophtalmologischer Sicht bestehe aktuell keine Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.1, Ziff. 1.6, Ziff. 1.7).
3.6
Med. pract.
B._
führte in ihrem Bericht vom 17. Dezember 2013 (Urk. 9/32/1-5
) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit April 2013 behandle (Ziff. 1.2), und nannte folgende psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Ziff. 1.1):
-
PTBS
(ICD-10 F43.1) nach akutem Leberversagen unter Tuberkulo
stati
ka
therapie Februar 2012
-
generalisierte Angststörung mit Panikattacken in Bezug auf das Leberver
sagen nun generalisiert (ICD-10 F41.1)
-
Zwangsstörung seit Kindheit (ICD-10 F42.1)
-
psychophysischer Erschöpfungszustand, anfangs Dezember
2013
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin bei der Y._ sei die Be
schwerdeführerin vom 18. bis vorläufig zum 31. Dezember 2013 zu 100 % arbeits
unfähig (Ziff. 1.6). Die Prognose sei gut, wenn sich die Beschwerdeführerin erholen und die Angststörung behoben werden könne (Ziff. 1.4).
3.7
Dem Austrittsbericht der Ärzte der
E._
vom 9. April 2014 (Urk. 9/37 = Urk. 9/40/7-10) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 11. Februar bis zum 6. März 2014 in der Klinik hospitalisiert war. Die Ärzte der
E._
nannten eine generalisierte Angststörung mit Panik
attacken (ICD-10 F41.1) sowie eine
PTBS
(ICD-10 F43.1) als psychiatrische Diagnosen (S. 1).
Die Beschwerdeführerin habe während des Aufenthaltes grosse Fortschritte machen
können und sich psychophysisch stärken können (S. 3 Mitte). Vom 11. Februar bis zum 21. März 2014 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4 oben).
3.8
In ihrem Bericht vom 22. Mai 2014 (Urk. 9/40/1-6) nannte med. pract.
B._
eine generalisierte Angststörung mit Panikattacken neuer Fokus (ICD-10 F41.1), eine
PTBS
(ICD-10 F43.1) nach akutem Leberversagen unter Tuberkulostatikatherapie
(
Februar 2012
)
sowie eine Zwangsstörung seit Kindheit (ICD-10 F42.1) als psy
chia
trische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Die bisherige Tätigkeit bei der
Y._
sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumut
bar. Eine angstfreie weitgehend sitzende oder leicht wechselbelastende Arbeit wäre vorläufig zu maximal zwei Stunden pro Tag an drei bis vier Tagen wöchent
lich möglich. Auch bräuchte sie einen hohen Stuhl, da sie ansonsten Rücken
schmerzen bekomme (Ziff. 1.7).
3.9
Im bei der Beschwerdegegnerin am 23. Dezember 2014 eingegangenen Bericht (Urk. 9/48/1-5) führte Dr.
D._
aus, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin verbessert habe (Ziff. 1.1). Die Leber funktioniere glück
licher
weise bestens, das Erlebnis habe die Beschwerdeführerin jedoch stark erschüttert. Rein physisch sei sie wieder recht gut belastbar (Ziff. 1.3). In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1).
3.10
Die Ärzte der Augenklinik des
C._
berichteten am 13. April 2015 (Urk. 9/50) über die gleichentags erfolgte Untersuchung und führten aus, dass die Beschwerdeführerin über einen gleichbleibenden Verlauf berichtet habe. Klinisch zeigten sich stabile Befunde (S. 1 unten f.).
3.1
1
Die Ärzte des
Z._
erstatteten am 15. August 2016 (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42
) das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre
Gutachten
gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff. Ziff. 2), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 12 f. Ziff. 3, S. 15 ff. Ziff. 4.1.1.2) sowie auf die internis
tischen (S. 12 ff. Ziff. 3), psychiatrischen (S. 14 ff. Ziff. 4.1), rheumatologischen (S. 22 ff. Ziff. 4.2), gastroenterologischen (S. 27 Ziff.
4.3), infektiologischen (S. 28 ff. Ziff. 4.4), ophtalmologischen (S. 31 ff. Ziff. 4.5) und pneumologischen (S. 33 ff. Ziff. 4.6) Untersuchungen.
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 35 f. Ziff. 5.1):
-
bilaterale rechts betonte Varusgonarthrose
-
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
-
ängstlich-depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
-
rezidivierende Uveitis bei Sarkoidose
-
Glaskörpertrübung rechtes Auge
Zudem nannten die Gutachter folgende Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
(S. 36 f. Ziff. 5.2):
-
Miliartuberkolose, Diagnose März 2012
-
Sarkoidose, Diagnose April 2005
-
Status nach akutem Leberversagen und tuberkulostatischer Therapie Februar 2012
-
Osteoporose, Erstdiagnose April 2010
-
sekundärer Hyperparathyreoidismus, Erstdiagnose Februar 2016
-
Adipositas per magna
-
hypochromes sowie mikrozytäres rotes Blutbild ohne Anämie
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die zuletzt bei der
Y._
ausgeübte
rein stehende Tätigkeit der Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht aufgrund der objektivierbaren, bilateral rechts betonten Varusgonarthrose nicht mehr mög
lich sei. Ebenso bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sonstige körperlich mittel bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten oder für Arbeiten, welche stets nur im Stehen oder stets gehend durchgeführt werden müss
t
en. Für körperlich leichte bis sehr selten mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten bestehe eine 80%ige, ganztägig verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus pneumologischer, gastroenterologischer und infektiologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus ophtalmologischer Sicht führ
t
e
n
die rezidivierende Uveitis bei Sarkoidose sowie Glaskörpertrübungen am rechten Auge zu einer 10%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle in der freien Wirtschaft verwertbaren beruflichen Tätigkeiten, welche durch
schnitt
liche Anf
orderungen an die Sehfähigkeit
stellen würden.
Zudem sei aus psychia
trischer Sicht eine ängstlich-depressive Störung gemischt mit geringgradiger Aus
prägung festgestellt worden, weshalb die Beschwerdeführerin in der Lage sei, die ihr aus somatischer Sicht attestierte Arbeitsfähigkeit in einem 80%-Pensum in der freien Wirtschaft zu realisieren. Schliesslich bestehe aus allgemeininter
nis
tischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Zusammen
fassend bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sowi
e für Arbeiten, welche vor allem
stets stehend oder gehend ausgeübt werden müss
t
en, keine Arbeitsfähigkeit mehr. Für körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende beruf
liche Tätigkeiten bestehe unter adaptierten Arbeitsplatzbedingungen eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit leicht erhöhtem Pausenbedarf. Die geringen Leistungseinbussen der verschiedenen Fachrichtungen würden sich ergänzen und sich nicht addieren, es könnten die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden (S. 37 ff. Ziff. 6.2).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, ihrer Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass ab Februar 2012 für jegliche berufliche Tätigkeit eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Retrospektiv sei in jeglicher Tätigkeit ab Januar 2013 von einer 50%igen und ab Juli 2013 von einer 75%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Sicher ab Juni 2016 bestehe das postulierte Zumutbarkeits
profil (S. 39 Ziff. 6.3).
3.1
2
Dr. med. Dr. rer.pol.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 5. Oktober 2016 (Urk. 9/78/2-3) aus, dass das
Z._-
Gutachten
(vgl. vorstehend E. 3.11)
umfassend und schlüssig sei, weshalb darauf abgestellt werden könne.
3.13
Med. pract.
B._
nahm am 20. Dezember 2016 zum psychiatrischen Teil des
Z._
-Gutachtens (vgl. vorstehend
E. 3.11
) Stellung (Urk. 9/91/1-8) und führte aus, dass bei der Beschwerdeführerin folgende psychiatrische Diagnosen vorliegen würden (S. 7 Ziff. 11):
-
PTBS
(ICD-10 F43.1)
-
spezifische Phobie (ICD-10 F40.2)
-
Angststörung mit Panikattacken (ICD-10 F41.1)
-
depressive Störung, mittelgradige bis schwere Episode mit Suizidge
danken
(ICD-10 F32.1/2)
-
Zwangsstörung (ICD-10 F42.2)
-
Schlafstörung (ICD-10 F51; könne aber bei depressiver Störung subsu
miert werden)
-
prägende, negative Kindheitserfahrungen (ICD-10 Z61-63)
Der psychische Gesundheitszustand lasse eine Arbeitsfähigkeit kaum mehr zu, die
Beschwerdeführerin sei zu 80-100 % arbeitsunfähig. Der schlechte körperliche Zustand, die grosse Ungewissheit, wie sich beispielsweise die ungeklärte Entzün
dungsreaktion oder der Visus entwickeln werde, die Rücken- und Gelenkschmer
zen unter anderem durch Osteoporose und die dadurch eingeschränkte körper
liche Belastbarkeit und Agilität würden sich stark verschlechternd auf den psy
chischen Zustand auswirken (S. 8 oben).
3.1
4
Dr.
D._
nahm am 23. Dezember 2016 ebenfalls zum
Z._
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.1
1
) Stellung (Urk. 9/87/3-4) und führte aus, dass das Leberver
sagen, die Sarkoidose, die Panuveitis, die Tuberkulose und die Osteoporose (the
ra
piebedingt) sehr wohl gesundheitsrelevant und belastende Krankheitsbilder seien,
seien es doch entzündliche Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen wür
den. Die deutliche Sehminderung des rechten Auges sei ebenfalls im Alltag sehr beeinträchtigend, ausserdem sei das psychiatrische Krankheitsbild am ehesten Folge all dieser Erkrankungen. Die Adipositas sei eine Nebendiagnose
,
die viel
leicht auch Folge der Therapie sei. Zudem leide die Beschwerdeführerin sehr wohl unter sogenannten Flashbacks, sie könne weiterhin nur in Begleitung ins
C._
gehen, weil die ganzen Erinnerungen zurückkommen würden
(S. 2).
3.1
5
Die
Z._
-Gutachter nahmen am 8. Februar 2017 auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin (vgl. Urk. 9/92/1) zu ihrem Gutachten
(vgl. vorstehend E. 3.11)
ergänzend Stellung (Urk. 9/93) und legten dar, weshalb die von der Psychiaterin med. pract.
B._
gestellten Diagnosen in keiner Art und Weise bestätigt werden könnten (S. 2).
Der RAD-Arzt Dr.
F._
führte in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 2017 (Urk. 9/102/6) aus, dass es gestützt auf die ergänzende Stellungnahme der
Z._
-Gutachter (vgl. vorstehend
E. 3.15
) bei seiner Einschätzung bleibe (vorstehend E. 3.1
2
).
3.16
Die
Z._
-Gutachter nahmen am 23. August 2017 auf entsprechende Nachfrage durch das Gericht hin (vgl. Urk. 10-11) zum Bericht der behandelnden Psychia
terin med. pract.
B._
vom 20. Dezember 2016 (vgl. vorstehend E.
3.13
) vertieft Stellung (Urk. 12) und legten dar, dass die von med. pract.
B._
attestierte Arbeitsfähigkeit (richtig: Arbeitsunfähigkeit) von 80-100 % in keiner Art und Weise nachvollzogen werden könne.
3.17
Med. pract.
B._
nahm am 26. September 2017 zur Stellungnahme der
Z._
-Gutachter vom 23. August 2017 (vgl. vorstehend
E. 3.16
) Stellung (Urk. 18) und hielt an ihrer Einschätzung
(vgl. vorstehend E. 3.13)
fest.
4.
4.1
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom August 2016 (vorstehend
E. 3.11
) um
fasst die Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie, Ophthal
mologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Pneumologie, Rheumatologie und Infektiologie. Die Gutachter verfügen über entsprechende Facharzttitel (vgl. Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 41) und waren somit in ihren Fachgebieten grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin befähigt. Das
Z._
-
Gutachten
erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigte die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
Z._
-
Gutachten
die praxis
gemässen Kriterien an ein beweiskräftiges
Gutachten
(vgl. vorstehend E. 1.
7
).
4.2
Die Gutachter diagnostizierten in somatischer Hinsicht eine bilaterale rechts be
tonte Varusgonarthrose, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine rezidivierende Uveitis bei Sarkoidose und eine Glaskörpertrübung des rechten Auges mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Sie legten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht, insbesondere aufgrund der diagnostizierten bilateral rechts betonten Varusgon
arthrose, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter bei der
Y._
sowie Arbeiten, welche vor allem
stets stehend oder gehend ausgeübt werden müssen, nicht mehr zumutbar seien. Für körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten bestehe seit Juni 2016 hingegen unter adaptierten Arbeitsplatzbedingungen eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähig
keit. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit leicht erhöhtem Pausenbedarf (vorstehend
E. 3.11
).
Die retrospektiv attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ab Februar 2012 sowie die 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Januar 2013 und die 75%ige Arbeitsfähigkeit ab Juli 2013
für jegliche Tätigkeiten
(vorstehend
E. 3.11
) erscheinen aufgrund der Untersuchungsbefunde,
der vorliegenden Berichte
sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten ebenfalls als nachvollziehbar (vgl. vorstehend E. 3.1-3.5, E. 3.10).
4.3
In Bezug auf den Bericht der Hausärztin Dr.
D._
vom Dezember 2014 (vor
stehend E. 3.9) sowie auf ihre Stellungnahme vom Dezember 2016 (vorstehend
E. 3.14
) ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapie
kräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Ausserdem legte Dr.
D._
in ihrem Bericht vom Dezember 2014 (vorstehend E. 3.9) nicht näher dar, weshalb der Beschwerdeführerin im Dezember 2014 nur eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar gewesen sein soll. Das Gleiche gilt für die in ihrer Stellung
nahme vom Dezember 2016 (vorstehend
E. 3.14
) attestierte Arbeitsfähigkeit von 40 %. Die Einschätzung von Dr.
D._
vermögen somit am Beweiswert des
Z._
-Gutachtens nichts zu ändern.
4.4
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in somatischer Hinsicht als dahingehend erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin die zuletzt aus
geübte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, eine angepasste Tätigkeit ist ihr jedoch seit
Juni 2016 zu 80 % zumutbar, welche
vollschichtig umgesetzt werden kann. Zudem bestand ab Februar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche
Tätigkeiten
sowie ab Januar 2013 eine 50%ige und ab Juli 2013 eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit für jegliche
Tätigkeit
en
.
4.5
In psychi
atri
scher Hinsicht diagnostizierten die
Z._
-Gutachter eine ängstlich-depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2), mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit und attestierten der Beschwerdeführerin
sowohl
in der bisherigen als
auch in einer angepassten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Ausser während
dem Aufenthalt in der
E._
(vgl. vorstehend E. 3.7) habe aus psychiatrischer Sicht nie eine höhere Arbeitsunfähigkeit bestanden (vorsteh
end
E. 3.11
).
In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom August 2017 (Urk. 12) legten die
Z._
-Gutachter in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, weshalb die von der behandelnden Psychiaterin med. pract.
B._
diagnostizierte PTBS, spezifische Phobie, Angststörung mit Panikattacken, depressive Störung, mittelgradige bis schwere Episode mit Suizidgedanken, Zwangsstörung, Schlafstörung und prägen
de
n
, negative
n
Kindheitserfahrungen (vorstehend
E. 3.13
) nicht bestätigt werden könnten. So könne eine PTBS nicht diagnostiziert werden, da die dafür notwen
digen Symptome nicht vorhanden seien. Die Beschwerdeführerin habe eine leicht
e Vergesslichkeit beklagt, könne sich aber ausserhalb der Wohnung bewegen, eine Phobie könne ebenfalls nicht diagnostiziert werden. Ebenfalls fänden sich keine Hinweise für Panikattacken, die Beschwerdeführerin leide nicht unter massiven Ängsten, die mit Atemnot und Todesangst verbunden seien. Sie sei in der Lage zu kochen, erledige mit ihren Familienangehörigen den Einkauf, habe regel
mässigen Kontakt mit einer Freundin und mit ihren Familienmitgliedern. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin auch keine Suizidgedanken geäussert, auch fänden sich keine Hinweise für das Vor
handensein einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode. Auch seien keine Zwänge vorhanden. Es sei auch nicht so, dass die Beschwerdeführerin täglich ihre Wohnung reinigen müsse, sie habe berichtet, dass die Wohnungsreinigung am Wochenende stattfinde. Daraus werde ersichtlich, dass sie also nicht unter einem Putzzwang leide, eine Zwangsstörung könne deshalb nicht diagnos
tiziert werden. Die Beschwerdeführerin habe ausserdem berichtet, dass sie gut schlafen könne, am Morgen keine Mühe habe aufzustehen. Eine Schlafstörung liege nicht vor. Dass die Beschwerdeführerin gelitten habe, dass sie als Kind viel habe putzen müssen, sei nachvollziehbar. Sie sei aber später in der Lage gewesen, eine Familie zu gründen, zu emigrieren und während Jahren zu arbeiten. Diese negativen Kindheitserfahrungen hätten also keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit, begründeten auch keine psychiatrische Diagnose (S. 3, vgl. S. 2 f.; vgl. auch Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 21 f. Ziff. 4.1.6; Urk. 9/93; vgl. auch vorstehend
E. 3.15
).
Es ist nachfolgend aus rechtlicher Sicht zu beurteilen, ob aufgrund der gemisch-ten
ängstlich-depressiven Störung eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist.
4.6
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
fak
toren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines renten
be
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281
) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
4.7
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist in Bezug auf den Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auf
grund der ängstlich-depressiven Störung im Alltag etwas beeinträchtigt ist. Sie ist aber dennoch in der Lage, sich ausser Haus zu bewegen, auch wenn sie unter einer erhöhten Ängstlichkeit leidet. Die Beschwerdeführerin ist arbeitslos, die wirtschaftliche Lage ist schwierig und sie hat auch Schuldgefühle, weil sie n
ichts zum Einkommen der Familie
beiträgt. All dies kann nach Ansicht der
Z._
-Gut
-
achter dazu beitragen, dass sie sich durch ihre Beschwerden mehr eingeschränkt fühlt, als dass es den objektivierbaren Befunden entspricht (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 18 Ziff. 4.1.3.1).
In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –res
i
stenz ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin seit April 2013 durch med.
pract.
B._
psychotherapeutisch behandelt wird, jedoch keine Psychopharmaka einnimmt (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 19 Ziff. 4.1.3.3; vgl. vorstehend E. 3.6).
In Bezug auf die Komorbidität ist schliesslich festzuhalten, dass die Beschwerde
führerin neben der gemischten ängstlich-depressiven Störung an keiner weiteren psychischen Diagnose leidet (vorstehend
E. 3.11
, E. 4.5).
Zum Komplex Persönlichkeit ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin von ihrer Persönlichkeit her nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. Die erhöhte Ängstlichkeit und
die
leichte
n
depressive
n
Verstimmungen schränken die Beschwerdeführerin geringgradig ein im Umgang mit ihren Ressourcen (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 18 Ziff. 4.1.3.1). Die Beschwerdeführerin ver
fügt demnach durchaus über persönliche Ressourcen.
Zum Komplex sozialer Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin über einen
geregelten
Tagesablauf verfügt und diversen Aktivitäten nachgeht. Sie geht am Abend jeweils zwischen 22.30 Uhr und 23.00 Uhr ins Bett und steht am Morgen um 6.00 Uhr auf. Am Morgen hat sie manchmal Schmerzen in den Gelenken, ansonsten fällt ihr das Aufstehen nicht schwer. Tagsüber ist sie meis
tens zu Hause. Alleine verlässt sie ihre Wohnung nur für kurze Strecken. Meistens erledigt sie die Wohnungsreinigung am Wochenende, ihr Mann und ihre Kinder sind ihr dabei behilflich. Zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern erledigt sie auch den Grosseinkauf. Beim Kochen hat sie keine Probleme. Die Beziehung zu ihrem Mann und ihren Kindern ist gut. Die Familie unterstützt sie, zeigt Ver
ständnis. Zur Begutachtung hat sie eine Freundin begleitet. Mit dieser Freundin hat sie regelmässig telefonischen Kontakt, ebenfalls mit ihren Familienan
ge
hörigen (Urk. 9/7/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 16 Ziff. 4.1.1.2, S. 18 f. Ziff. 4.1.3.2). Somit verfügt die Beschwerdeführerin über gewisse soziale Ressourcen.
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleich
mässigen Einschränkungen des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebens
b
ereichen ist festzuhalten, dass diesbezüglich keine gleichmässigen Einschrän
kungen bestehen. Die Beschwerdeführerin
arbeitet in einem Pensum von 40 % als Verkäuferin bei der G._ (vgl. Urk. 6; Urk. 7/35; Urk. 9/106/2 Ziff. 5.2; Urk. 9/106/9; Urk. 9/87/4).
Tagsüber kümmert sie sich um den Haushalt, worin sie von ihrer Familie unterstützt wird. Sie ist auch, trotz ihrer erhöhten Ängst
lichkeit, in der Lage, ihre Wohnung alleine zu verlassen. Die Beschwerdeführerin geht nicht mehr ins Ki
no und ins Theater, die Familie
kann sich auch aus finanziellen Gründen keine Ferien mehr leisten. Ansonsten hat sich das Aktivi
tätenniveau nicht verändert (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 20 Ziff. 4.1.3.4).
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungsanam
nes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten, dass sich die Be
schwerdeführerin seit April 2013 in psychotherapeutischer Behandlung befindet, jedoch keine antidepressive Therapie stattfindet. Die Nichteinnahme von Psycho
pharmaka ist nach Ansicht der
Z._
-Gutachter aufgrund der geringgradig ausge
prägten depressiven Verstimmung und der verständlicherweise erhöhten Abnei
-
gung gegenüber von Medikamenten zwar nicht unbedingt indiziert, dies spricht jedoch gegen einen hohen Leidensdruck. Ausserdem könnte bei der Beschwer
deführerin noch eine verhaltenstherapeutische Intervention durchgeführt werden (Urk. 9/77/2-42 = Urk. 3/2/2-42 S. 19 Ziff. 4.1.3.3).
4.8
Zusammengefasst führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass d
as
Z._
-Gutachten, wonach die gemischte ängstlich-depressive Störung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit von 20 % bewirkt (vorstehend E. 4.5), schlüssig und wider
spruchs
frei
ist, so dass ihm
gefolgt werden kann. Es steht somit mit überwie
gender Wahrschein
lichkeit fest, dass aus psychischer Sicht in der
angestamm
ten
sowie
in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % besteht (vgl. vorstehend E. 3.1
1
).
4.9
In Bezug auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin med. pract.
B._
vom Dezember 2013 (vorstehend E. 3.6) und Mai 2014 (vorstehend E. 3.8) sowie auf ihre Stellungnahmen vom Dezember 2016 (vorstehend
E. 3.13
) und September 2017 (vorstehend
E. 3.17
) is
t
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Haus
ärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amt
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbe
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Es wurde bereits ausgeführt, weshalb den von med. pract.
B._
gestellten Diag
nosen
nicht gefolgt werden kann (vorstehend E. 4.5). Die von med. pract.
B._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 80-100 % (vorstehend E. 3.1
3
; vgl. vorstehend E. 3.6, E. 3.8) ist angesichts des Umstandes, dass
lediglich
eine gemischte ängst
lich-depressive Störung vorliegt, nicht nachvollziehbar (vgl. hierzu auch Urk. 12 S. 3 unten). Die Einschätzung von med. pract.
B._
vermag deshalb am Beweiswert des
Z._
-Gutachtens nichts zu ändern. Die diesbezüglichen Einwände der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 2.2) erweisen sich somit als unbegründet.
4.10
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend
erstellt zu erachten
, dass der Beschwerdeführerin gestützt auf das
Z._
-Gutachten die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist.
Für körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten besteht seit Juni 2016 unter adaptierten Arbeitsplatzbedingungen eine 80%ige Arbeits- und Leistungs
-
fähigkeit, die vollschichtig umgesetzt werden kann mit leicht erhöhtem Pausen
-
bedarf. Ab Februar 2012 lag für jegliche berufliche Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor. Ab Januar 2013 lag eine 50%ige und ab Juli 2013 eine 75%ige Arbeitsfähigkeit
für jegliche berufliche Tätigkeit
vor.
5.
5.1
Am 5. Mai 2015 fand eine Abklärung vor Ort statt, worüber am 1. Juni 2015 berichtet wurde (Haushaltsabklärungsbericht, Urk. 9/51). Die Abklärungsperson führte aus, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in einem Mehrfamilienhaus wohne. Die beiden Töchter (geboren 1995 und 1996) seien in der Ausbildung zur Kleinkindererzieherin. Der 16-jährige Sohn (geboren 1999) besuche die Heilpädagogische Schule. Er gehe selbständig mit dem Bus zur Schule und finde sich im Alltag gut zurecht. Er sei aktuell im letzten Schuljahr, es folge noch ein Vorbereitungsjahr, weshalb der Verbleib in der Schule für ein weiteres Jahr gewährleistet sei (S. 4 Ziff. 2.3.1, S. 5 Ziff. 4.1 und Ziff. 5.1).
Die Beschwerdeführerin würde nach eigenen Angaben b
ei guter Gesundheit weiter
hin bei
der
Y._
an der Kasse im bisherigen Pensum arbeiten (S. 4 Ziff. 2.5). In der Folge qualifizierte die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als zu 58 % Erwerbstätige und zu 42 % im Haushalt Tätige und führte dies
bezüglich aus, dass die Beschwerdeführerin aktuell behinderungsangepasst nach einer neuen Stelle in einem Pensum zwischen 40-50 % suche. Sie könne vor Ort einen Vertrag vorweisen, der die Suche zusätzlich erhärte (S. 4 f. Ziff. 2.6).
Die Abklärungsperson ermittelte sodann eine Einschränkung im Haushalt von 20 %, was bei einem 42%igen Anteil im Haushaltsbereich einen Teilinva
lidi
täts
grad von 8.4 % ergab (S. 6 ff. Ziff. 6-7).
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den Haushaltsabklärungsbericht vom Juni 2015 von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 58 % Erwerbs
tätige und zu 42 % im Haushalt Tätige aus (vorstehend E. 2.1). Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, ihr Pensum bei der
Y._
habe 60 % und nicht 58 % betragen, weshalb sie als zu 60 % Erwerbstätige und als zu 40 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren sei. Ausserdem sei sie im Haushalt zu 45 % eingeschränkt (vorstehend E. 2.2).
5.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E.
3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 31. Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl. Art. 27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017, in Kraft seit 1. Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufga
-
benbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teil
-
erwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
5.3
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der
IVV
vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Inva
lidi
tätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art
. 28a Abs. 3
IV
G
) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE
130 V 445 E.
1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
7. April 2017
und somit vor dem Inkrafttreten
der Verordnungsänderung am 1.
Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen)
. Nachfolgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen.
5.4
Die Abklärungsperson stützte sich für die Qualifikation der Beschwerdeführerin
auf das bisher ausgeübte Arbeitspensum. Dem Arbeitgeberfragebogen der
Y._
vom 25. September 2012 (Urk. 9/14/1-7 = Urk. 9/15/1-7
) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit Eintritt im Juli 2003 24.60 Stunden pro Woche gearbeitet hat, wobei die betriebsübliche Arbeitszeit 43 Stunden pro Woche betrug (S. 2 Ziff. 2.9). 24.60 Stunden entsprechen daher einem Pensum von 57.2 % (24.60 / 43 x 100). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson - und ihr folgend die Beschwerdegegnerin - von einem 58%-Pensum ausgegangen ist und die Beschwerdeführerin als zu 58 % Erwerbs
tätige qualifizierte. Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin (vorsteh
end E. 5.1) erweist sich somit als unbegründet.
5.5
Nachfolgend ist die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich zu prüfen.
Der Haushaltsabkl
ärungsbericht (vorstehend E. 5.1
) wurde von einer qualifizier
ten Abklärungsperson bei der Beschwerdeführerin zu Hause sowie unter Berücksichtigung der medizinischen Diagnosen und der Angaben der Beschwer
deführerin erstellt. Der Abklärungsbericht ist sodann plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben. Damit erfüllt der Abklä
rungsbericht die praxisgemässen Kriterien an einen beweiskräftigen Bericht ( vgl. AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit), weshalb darauf abgestellt werden kann.
Die von der Abklärungsperson ermittelte Einschränkung von 20 % im Haushalts
bereich ist schlüssig und nachvollziehbar begründet. Dabei berücksichtigte die Abklärungsperson, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin zu 100 % erwerbs
tätig und gesundheitlich nicht eingeschränkt sei. Demnach sei ihm neben seiner Erwerbstätigkeit eine vermehrte Mithilfe im Haushaltsbereich zumutbar, was mit
unter zu seiner Mitwirkungspflicht gehöre. Zusätzlich seien den drei Kindern eine altersentsprechende Unterstützung im Haushaltsbereich zumutbar (vorsteh
end
E. 5.1
; Urk. 9/51 S. 6 Ziff. 6). Inwiefern die Beschwerdeführerin im Haushalts
bereich zu 45 % eingeschränkt sei, konnte sie nicht substantiiert darlegen (vor
stehend E. 2.2; Urk. 1 S. 2). Der diesbezügliche Einwand erweist sich somit als unbegründet.
Demnach steht fest, dass im Haushalt eine Einschränkung von 20 % besteht, was bei einem Anteil im Haushalt von 42 % einem Teilinvaliditätsgrad von 8.4 % entspricht (vorstehend E. 3.11).
6.
6.1
Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich aufgrund eines Einkommensvergleiches zu ermitteln.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
ein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.3
Die Beschwerdeführerin war
seit
Juli 2003 bei der
Y._
als Mitarbeiterin Gastronomie tätig (
vgl.
Urk. 9/
77/
2-42 = Urk. 3/2/2-42
S. 12 Ziff. 3.1.2, S. 37 Ziff. 6.1; Urk. 9/51 S. 2 Ziff. 2.2;
vgl.
auch
vorstehend E. 4.7, E. 5.4). Für die Bemessung des Valideneinkommens - bei Ablauf des Wartejahres im Februar 2013 - stellte die Beschwerdegegnerin auf die Angaben im
Arbeitgeberfragebogen
der
Y._
vom 25. September 2012 ab, wonach die Beschwerdeführerin im Jahr 2011 bei einem Pensum von 58 % ein Einkommen von Fr. 31’681.-- erzielt habe (Urk. 9/14/1-7 = Urk. 9/15/1-7 S. 2 Ziff. 2.10). Das von der Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnent
wicklung ermittelte Valideneinkommen von Fr. 31'903.-- für das Jahr 2013 (Urk. 2 S. 2 oben; vgl. Urk. 9/52; Urk. 9/78 S. 3 unten) ist deshalb nicht zu bean
standen.
6.4Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/aa).
6.5
Der Beschwerdeführerin war bei Ablauf des Wartejahres im Februar 2013
bis Ende Juni 2013
jegliche Tätigkeit zu 50 % zumutbar (
danach war sie zu 75 % arbeits
fähig, was einen anspruchsrelevanten Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich ausschliesst;
vorstehend E. 4.10). Sie konnte demnach ihre bisherige Tätigkeit weiterhin ausüben. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bis Ende Dezember 2013 wieder bei der
Y._
in einer angepas
sten Tätigkeit erwerbs
tätig war. J
edoch ist nicht ersichtlich,
was für eine Tätigkeit sie genau ausübte,
in welchem Pensum
sie tätig war
und was sie dabei verdiente (Urk. 9/51 S. 2 f. Ziff. 2.2, Ziff. 2.3; vgl. Urk. 9/41/2). Das von der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Invalideneinkommens herangezogene bereits errechnete Validen
ei
n
kommen (vgl. Urk. 2 S. 2 oben)
ist deshalb grundsätzlich nicht zu beanstan
den. Das ermittelte Valideneinkommen von Fr. 31'903.-- für das Jahr 2013 (vor
stehend E. 6.3) entspricht jedoch - entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin, die von einem 100%-Pensum ausging - einem 58%-Pensum, weshalb bei einem Pensum von 50 % ein Invalideneinkommen von rund Fr. 27'503.-- resultiert (Fr. 31'903.-- : 58 x 50).
Nicht abgestellt werden kann auf das in der Tätigkeit bei der G._ erzielte Einkommen, da die Beschwerdeführerin lediglich in einem Pensum von 40 % tätig ist und damit ihre Restarbeitsfähigkeit von 75 % nicht ausschöpft (vgl. vorstehend E. 6.4).
6.6
Der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr. 31'903.--
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr. 27'503.-- ergibt
eine E
inkommenseinbusse von Fr. 4’400.-- und damit eine Einschränkung von 13.8 %. Bei einem Anteil von 58 % im erwerb
lichen Bereich resultiert damit ein Teilinvaliditätsgrad von 8.0 %.
6.7
Die Addition der Teilinvaliditätsgrade von 8.0 % im erwerblichen Bereich (vor
stehend E. 6.6) und von 8.4% im Haushaltsbereich (vorstehend E. 5.5) ergibt einen Invaliditätsgrad von gesamthaft 16.4 %.
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente. Mithin ist die angefochtene Verfügung (Urk. 2) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Schliesslich ersuchte die Beschwerdeführerin sinngemäss um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung durch Rechtsanwältin Corinne Schoch im Ver-waltungsverfahren (Urk. 1 S. 1 unten).
Der Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdeführerin vom 7. April 2017 (Urk. 2), mit welcher das
Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen wurde. Hinsichtlich unent
g
eltlicher Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren liegt kein Entscheid der Beschwerdegegnerin und somit kein Anfechtungsgegenstand vor, weshalb es dies
bezüglich auch am Streitgegenstand fehlt, so dass in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (vgl. vorstehend E. 1.1).
8.
Die Verfahrenskosten gemäss Art.
69 Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
9
00.-- fes
tzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).