# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c22995ce-04cf-4129-a5b4-38ce83558ef1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, Mutter von drei Kindern (geboren 2000 und 2003),
war seit
dem
2.
November 20
09
stundenweise
als Tagesmutter tätig (
Urk.
11/
3
Ziff.
5.4
) und
meldete sich am
10. Dezember 2012
unter Hinweis auf seit dem 1
7.
Juli 2012 bestehende Kopf-, Rücken- und Beinschmerzen sowie
Blut
hochdruck
und einen Kraftverlust im rechten Arm
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbez
ug
an (Urk.
11
/3 Ziff.
6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
2
3.
März 2015 einen Rentenanspruch
(Urk. 1
1
/
71
).
1.2
Am 1
1.
Juni 2019 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf seit dem Jahr 2012 bestehende psychische Beschwerden sowie eine dissoziative Bewegungs
störung erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 1
1/82
Ziff.
6.1
).
Die
IV-Stelle klärte die beruflich
erwerbliche und die medizinische Situation ab und veranlasste bei der MEDAS
Y._
ein interdisziplinäres Gutach
ten, welches am
7.
April 2021 erstattet wurde (
Urk.
11/117).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 1
1
/
122,
Urk.
11/126
Urk.
11/137
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
4.
September 2021 einen
A
nspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
11/142 =
Urk. 2).
1.3
Nach
am 1
3.
Juni
2019
er
folgter
Anmeldung
der Versicherten
z
um Bezug von
Hilflosenentschädigung
(
Urk. 1
4
/7/
8
3
) und
durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
14
/7/
121
,
Urk.
1
4
/7/
131
,
Urk.
1
4
/7/137
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung
vom
1.
November 2021
ebenfalls
einen Anspruch der Versicherten auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
1
4
/
7/148 =
Urk.
1
4
/2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
6.
Oktober 2021 gegen die Verfügung vom 2
4.
Sep
tember 2021 (
Urk.
2) Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine neue Begut
achtung in die Wege leite, insbesondere ein neues psychiatrisches Gutachten. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
Dezember 2021 (
Urk.
10) beantragte die IV-Stelle die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin am 1
0.
Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Gegen die Verfügung vom 1. November 2021 (Urk. 1
4
/2) erhob die Beschwerde
führerin am
2.
Dezember 2021 Beschwerde und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese eine neue Begutachtung in die Wege leite. Insbesondere solle sich das neue psychiatrische Gutachten auch über ihre Hilflosigkeit äussern. In prozessualer Hinsicht bean
tragte sie ebenfalls die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Einsetzung der unterze
ichnenden Rechtsanwältin als un
entgeltliche Rechtsver
treterin (Urk. 1
4
/1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
Januar 2022
(Urk. 1
4
/
6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin am
2.
Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
4
/
8).
Mit Gerichtsverfügung vom
22
. März 2022 wurden die beiden Verfahren IV.2021.00723 und IV.2021.00628
vereinigt
und die Gesuche der Beschwerde
führerin um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt
(
Urk.
1
5
)
.
Am 2
9.
März 2022 reichte Rechtsanwältin Sibylle Käser Fromm ihre Honorar
note
n
(
Urk.
17-
18) ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.
6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihr
e
Verfügung
vom 2
4.
September 2021
(
Urk.
2) damit, dass die Abklärungen ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2019 gesundheitlich eingeschränkt sei. Laut dem eingeholten Gutachten sei sie in ihrer bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit in einem Pensum
von 100
%
arbeitsfähig. Mit dem eingereichten Bericht
seien keine neuen
medizinischen Tatsachen geltend gemacht worden. Es bestehe kein Anspruch auf
eine Invalidenrente (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde
vom 2
6.
Oktober 2021
(
Urk.
1) geltend, die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie sich in ihrer Verfügung nicht zu sämtlichen eingereichten Berichten geäussert habe. Zudem hätten diese Berichte zur ergänzenden Stellungnahme zwingend der Gutachterstelle vorgelegt werden müssen. Unabhängig davon sei das Gutachten
der MEDAS
Y._
, insbesondere das neurologische und psychiat
rische Gutachten,
unverwertbar
.
Unter anderem habe
der neurologische Gutachter
in keiner Weise in Betracht gezogen, dass es sich um eine psychiatrische Erkran
kung handle
,
un
d seine Sicht sei inakzeptabel
(S. 5 f.
Ziff.
1-
2
, S. 17 f.
Ziff.
8
).
Auch der psych
i
atrische
Gutachter
habe sich nicht seriös mit den von den behan
delnden Fachärzten gestellte
n Diagnosen
und auch nicht mit dem
im
April 2018 diagnostizierten dissoziativen Stupor
auseinandergesetzt
(S. 6 f
f
.
Ziff.
3).
Es sei vielmehr der Diagnostik und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die behan
delnden Psychiaterinnen zu folgen. Die Gutachter hätten ihre Einschätzung in Unkenntnis der Diagnose der
dissoziativen
Bewegungsstörung gemacht (S. 9 ff.
Ziff.
4). Es sei von einem schwerwiegenden Gesundheitsschaden und somit von einem hohen funktionellen Schweregrad auszugehen. Eine Aggravation liege nicht vor (S. 15 f
f
.
Ziff.
7).
2.3
In ihrer Verfügung vom
1.
November 2021 (
Urk.
1
4
/2) verneinte die Beschwer
degegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädi
gung
mit der Begründung, dass
d
as im April 2021 eingetroffene medizinische Gutachten
ergeben habe
, dass
sie
in ihrer bisherigen wie auch in einer angepass
ten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei. Im Zusammenhang mit der Hilflosigkeit in den Lebensverrichtungen und der lebenspraktischen Begleitung würden auch die medizinischen Aspekte bei der Anrechnung berücksichtig
t
.
Damit
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Hilflosigkeit
bei der Beschwerdeführerin
im Sinne des Gesetzes gegeben.
Es seien keine neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht worden (S. 1 f.).
2.4
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde
vom
2.
Dezember 2021
(
Urk.
1
4
/1) geltend,
dass sie
seit mehreren Jahren von der Spitex im Bereich Haushalt und von ihrem Ehemann pflegerisch unterstützt
werde
(S.
6 oben
).
Zur Beurteilung ihres Anspruches auf
Hilflosenentschädigung
könne nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt w
erden, da dieses mangelhaft sei. V
ielmehr sei
en
die diesbezüglichen Stellungnahmen der behandelnden Ärztinnen zu berücksich
tigen, wonach sie in den Lebensbereichen An- und Auskleiden sowie Körperpflege
und Fortbewegung regelmässig Unterstützung benötige. Zudem sei eine Unter
stützung in der Haushaltsführung erforderlich (S. 6 f.
Ziff.
2). Pflegerische Leistungen und Unterstützungen würden von ihrem Ehemann aber auch von ihrer Tochter erbracht und könnten so auch mit der Krankenkasse abgerechnet werden (S. 7
Ziff.
3).
3.
Da d
ie Beschwerdegegnerin letztmals
mit Verfügung vom
2
3.
März 2015
(Urk. 1
1
/
71
)
den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin materiell prüfte und
in der Folge
einen Anspruch
verneinte, gil
t es
nachfolgend
zu prüfen, ob
sich der anspruchsrelevante Sa
chver
halt im Vergleichszeitraum seit
Erlass der
Verfügung vom
2
3.
März 2015
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
4.
Sep
tember 2021 (Urk. 2)
in einer für
d
en Rentenanspruch massgeblichen Weise
erheblich verändert hat
(vgl. vorstehend
.
E. 1.
5
-
6
)
,
und ob sich das Gutachten der MEDAS
Y._
vom
7.
April 2021
(Urk. 1
1
/
117
) für die Beurteilung dieser Frage als beweiswertig (vorstehend E. 1.
7
) erweist.
Weiter zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenent
schädigung
.
4
.
Vorab ist zur
von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin
(vorstehend E. 2.2)
festzuhal
ten, dass in der angefochtenen Verfügung vom
2
4.
September 2021
(Urk. 2) tatsächlich nicht vertieft auf
die im Rahmen des
Einspracheverfahrens
von der Beschwerdeführerin vorgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen
,
Dr.
med. Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med. A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
eingegangen worden ist
. Ob damit eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs gegeben ist, kann offen
gelassen werden. Einerseits ging aus der angefochtenen Verfügung zumin
dest klar hervor, dass die Beschwerdegegnerin in den nachgereichten Arztberich
ten keine Verschlechterung des Gesundheitszustands sah
,
und andererseits konnte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
Oktober 2021
(Urk. 1) bei voller Kognition des hiesigen Gerichts alle ihre Argumente vorbringen, womit eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin ohn
ehin als geheilt anzusehen ist.
5.
5
.1
Die
anspruchsverneinende Verfügung vom
2
3.
März 2015 (
Urk.
11/71
), worin
davon ausgegangen wurde, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Tagesmutter
als
auch für jede andere leidensadap
tierte Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit und somit keine Invalidität bestehe, basierte auf dem
B._
-Gutachten vom 1
8.
Dezember 2014 (vgl. nachstehend E.
5
.2).
5
.2
Die Gutachter des
B._
konnten
in ihrem Gutachten vom 1
8.
Dezember 2014 (
Urk.
11/56)
keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) nennen (S. 14
lit
. F.
Ziff.
1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) nannten sie eine dissoziative Störung, gemischt mit dissoziativen Sensibilitäts- und Bewegungsstörungen (ICD-10 F44.7) und gezeigtem Ganzkörperschmerz mit Betonung der rechten Körperhälfte unklarer Ätiologie, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit Ganzkörper-Schmerzsyndrom,
eine leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0) in enger Verknüpfung mit psychosozialen Belastungsfaktoren, somatoformer und dissoziativer Störung, eine Adipositas, eine arterielle Hypertonie sowie
chronifi
zierte
vasomotorische Kopfschmerzen (S. 14
lit
. F.
Ziff.
2).
Die Gutachter führten zusammenfassend aus, dass sie aufgrund ihrer Untersuchung zur Einschätzung gelangt seien, dass die Versicherte in der Lage sei, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Tagesmutter ebenso zu verrichten wie Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie könne jegliche ihrem Ausbildungs- und Kenntnisstand sowie ihrer körperlichen Konstitution angepasste Tätigkeit 8.5 Stunden täglich ohne weitere Minderung der Leistungsfähigkeit ausüben (S. 15 oben). Das Belastungs-/Ressourcenprofil bestehe in mittelschweren körperlichen Arbeiten durchschnitt
licher geistiger Art mit durchschnittlichen Verantwortungsbereichen, ohne besonderen Zeitdruck, ohne besondere weitere psychische Belastungsfaktoren wie Nachtarbeitsbedingungen, Akkordarbeit oder Tätigkeiten mit besonders hohen Anforderungen an die Konfliktfähigkeit (S. 15 Mitte).
Die Gutachter hielten fest, dass die Versicherte interdisziplinär (internistisch, orthopädisch-
traumatologisch
, neurologisch und psychiatrisch) untersucht worden sei. Sie erlebe sich zwar subjektiv vollständig invalidisiert, es habe jedoch weder auf somatischem noch auf psychiatrischem Fachgebiet eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Die Versicherte habe gegenüber den Fachgutachtern stets ein ausgeprägtes, durch organische Befunde nicht hinlänglich erklärbares Schmerzsyndrom beklagt,
ferner habe sie über Bewegungs-
und Empfindungsstörungen mit daraus resultierenden, invalidisie
renden Beeinträchtigungen geklagt. Aus psychiatrischer Optik sei die Symptoma
tik als Ausdruck einer gemischt dissoziativen Störung und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung interpretiert worden. Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit resultiere daraus allerdings nicht, da auch die sogenannten Förster-Kriterien nicht hinlänglich erfüllt seien
(S. 14 f.
lit
. G.)
.
6
.
6
.1
I
m Rahmen der erneuten Anmeldung
de
r
Beschwerdeführer
in zum Leistungsbe
zug
vom
1
1.
Juni 2019
(Urk. 1
1
/
82
) gingen die folgenden wesentlichen medizinischen Berichte ein:
6.
2
Dr.
Z._
stellte in ihrem Bericht vom
6.
April 2019 (
Urk.
11/80)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.1
-
dissoziative Bewegungsstörung, ICD-10 F44.4
Dr.
Z._
führte aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
r
in in Bezug auf die Depression
trot
z zweimaligen
Hospitalisationen
verschlech
tert habe.
Die Depression
sei mittel
-
bis
schwergradig
. Ebenfalls habe sich der Gesundheitszustand in Bezug auf die dissoziative Störung verschlechtert mit neu auch Episoden von Stupor. Beide Diagnosen bewirkten, dass die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben sei (S. 1).
6.
3
Dr.
Z._
stellte in ihrem
Bericht vom
1
7.
Februar 2020
(
Urk.
11/
97/1-3
)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2
):
-
m
ittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom, ICD-10 F32.1
, bestehend seit dem Jahr 2014
-
dissoziative Bewegungsstörung ICD-10 F44.4
, bestehend seit dem Jahr 2018
-
undifferenzierte
Somatisierungsstörung, ICD-10 F45.1
Dr.
Z._
führte aus, dass der Gesundheitszustand stationär sei und die Befunde unverändert (
Ziff.
1.1 und
Ziff.
1.3). Die Beschwerdeführerin sei seit dem
7.
April 2014 alle zwei bis vier Wochen bei ihr in Behandlung. Die letzte Kontrolle sei am 1
1.
Februar 2020 erfolgt (
Ziff.
3.1). Seit einem halben Jahr
finde eine zusätzliche Behandlung in der Muttersprache der Beschwerdeführerin statt (
Ziff.
3.3).
Der Beschwerdeführer
in
sei keine Tätigkeit möglich (
Ziff.
2.1-2).
Dr.
Z._
führte aus, dass die Motivation ihrer Patientin sehr hoch sei (
Ziff.
4.3).
6
.
4
Dr.
A._
stellte in ihrem Bericht vom
5.
April 2020 (
Urk.
11/101)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.1, bestehend seit 2014
-
dissoziative Bewegungsstörung, ICD-10 F44.4, bestehend seit 2014
-
chronische Schmerzen mit psychischen und körperlichen Faktoren, ICD-10 F
45.4, bestehend seit 2020
-
störende Persönlichkeitsänderungen, ICD-10 F61.1 (akzentuierte Persön
lichkeitszüge)
-
chronisches
lumbospondylogenes
Rechtssyndrom nach Diskushernie L5/S1, bestehend seit 2012
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
A._
einen Status nach
Suizidversuch im Jahr 2016
und eine arterielle
Hypertonie (
Ziff.
2.6).
Dr.
A._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 2
0.
Mai 2019 bei ihr
in monatlicher
Behandlung sei und die letzte Kontrolle am
2.
April 2020 erfolgt sei (
Ziff.
1.1-2)
.
Die Beschwerdeführerin sei ihr im April 2019 für eine ergänzende Psychotherapie in der Muttersprache zugewiesen worden.
Sie
habe berichtet,
dass sie
seit Oktober 2011 krank
sei
.
Im Juli 2012 sei eine Infiltration mit Wurzel
blockade L5 rechts gemacht worden. Seither habe die Beschwerdeführerin eine Beinparese und könne nur mit Hilfe einer Krücke laufen (
Ziff.
2.1).
Dr.
A._
führte aus, dass
man,
wenn man die früheren Berichte und ihre erhobene Exploration vergleiche, zum Schluss komme,
dass sich das Zustandsbild der Beschwerdeführerin insgesamt nicht verändert habe
. Nach dem Tod des Bruders im Jahr 2018 sei es sogar zu einer Verschlechterung gekommen.
Dr.
A._
hielt fest, dass sie die Beschwerdeführerin nicht einmal im geschützten Rahmen einsetzbar erachte. Sie sei zu 100
%
arbei
tsunfähig
. Die Beschwerdeführerin zeige sich aufgrund der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung vom narzisstischen Typus sehr gekränkt und verbittert, weil ihr das Gesundheitssystem und der Staat bei der Lösung ihrer Probleme nicht habe helfen können (
Ziff.
2.7).
Sie
benötige die Hilfe von ihrem Mann und von der Spitex. Alleine könne sie ihren Haushalt nicht bewältigen. Sie sei sogar bei der Körperhygiene auf
Hilfe angewiesen (
Ziff.
4.5).
6
.
5
Am
7.
April 2021 erstatteten die Gutachter der MEDAS
Y._
das von der Beschwerdegegnerin veranlas
ste interdisziplinäre Gutachten (
Urk.
11/117).
Die Gutachter konnten in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung (
Urk.
11/117/1-11) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 7
Ziff.
4.2). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie Probleme mit Bezug auf die Lebensführung, nicht näher bezeichnet, Personen, die das Gesundheitswesen aus sonstigen näher bezeichneten Gründen in Anspruch nähmen (Zweckverhalten ohne erkennbare zugrundeliegende relevante organisch-medizinische Grundlage), anamnestisch und in der
Aktenlage beschriebene Phänomene mit Trauerreaktion und affektiven Symptomen in Form einer Anpassungsproblematik, inzwischen abgeklungen, daher keine
ICD
-10
- V
ergabe
, degenerative Veränderungen
der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS)
, anamnestisch Spannungskopf
schmerzen,
eine
arterielle Hypertonie, aktuell unter
antihypertensiver
Therapie
normotoner
Blut
druck sowie eine Adipositas Grad I (S. 7 f.
Ziff.
4.2).
Die Gutachter führte
n
aus, die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätig
keit als Tage
s
mutter ganztägig und ohne Leistungsminderung arbeitsfähig. Dies gelte auch retrospektiv. Auch in allen angepassten, rückengerechten Tätigkeiten sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit möglich (S. 10
Ziff.
4.7-8).
Es seien weder somatisch noch psychiatrisch quantitativ relevante Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit objektivierbar (S. 10
Ziff.
4.9).
Die Gutachter verneinten sodann die Frage, ob sich der Gesundheitsschaden im Vergleich zur gutachterlichen Beurtei
lung vom 1
8.
Dezember
2014
verschlechter
t
habe.
Insbesondere könnten sie aber auch die Diagnose einer ehemals noch angenommenen dissoziativen oder soma
toformen Störung nicht bestätigen. Es lägen vielmehr sehr erhebliche Inkonsis
tenzen bezüglich der Beschwerde- und Symptomvalidität
vor
(S. 10
Ziff.
2).
Die Gutachter hielten im Rahmen der Konsistenzprüfung fest, dass das
damalige Verhalten der Beschwerdeführerin anlässlich
der Begutachtung im Jahr 2014
in ähnlicher Weise dysfunktional und vergleichbar zum aktuellen Status
sei
. Auch damals sei
schon eine angebliche Schwäche des rechten Armes gezeigt
,
gleich
wohl aber die Unterarmgehhilfe trotz vermeintlicher Schwäche benutzt worden. Dieses damals beschriebene nichtauthentische Verhalten mit «Lähmungen» decke sich auch mit der
aktuellen Symptomatik. D
as
Verhaltensbild
sei
nun über sechs Jahre fortgesetzt beobachtbar. Es werde aktuell das
Angewiesensein
auf Unter
armgehhilfen demonstriert, was
die Beschwerdeführerin
an einer beruflichen Tätigkeit hindere. Sie fühle sich maximal hilflos und pflegebedürftig. Gewisse Parallelen seien noch erkennbar
zu den
anamnestisch angegebenen Schlagan
fälle
n
der Mutter mit Lähmungen. Diese schienen als Leitmotiv
der Beschwerde
führerin
für
ihr eigene
s
medizinische
s
Laienmodell
zu fungieren. Gleichermassen habe auch der Ehemann schon
seit dem
3
5.
Lebensjahr eine bis dato gewährte Teilrente nach wohl zwei B
andscheibenoperationen. Auch die Beschwerdeführe
rin habe erklärt, sie habe «zwei Bandscheiben». Letztlich sei auch die Erstsymp
tomatik im Jahr 2012 durch lumbale Rückenbeschwerden initiiert gewesen.
Schwergradige
Inkonsistenzen bestünden bezüglich der Befund- und Aussagequalität. Eine relevante Schmerzsymptomatik sei zudem nicht hinrei
chend plausibel. Nicht plausibel sei zudem die völlige Unwirksamkeit aller Massnahmen. Sowohl
bei Betrachtung der Slick-Kriter
i
en als auch der daraus
abgeleiteten
Bianchini
-Kriterien ergäben sich somit erhebliche Hinweise für das Vorliegen mindestens einer
schwergradigen
Aggravation bis teilweise auch Simulation einer nicht oder nicht relevant vorhandenen Symptomatik (S. 9
Ziff.
4.6).
6
.
6
Dr.
med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führten in ihrer Stellungnahme vom 1
5.
und 2
8.
April 2021 (
Urk.
11/120/5-6) aus, dass das polydisziplinäre Gutachten
beweiswertig sei, weshalb darauf
abgestellt werden könne
. Dies bedeute
konkret
,
dass sich
der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin
seit der letzten Begutachtung
im Dezember 2014
nicht wesentlich verändert habe
. Es bestehe damit eine volle Arbeitsfähigkeit in den zuletzt ausgeübten wie auch in anderen, angepassten Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes.
6
.
7
Dr.
Z._
führte in ihrer zu
Handen
der Beschwerdeführerin erstellten Stellungnahme vom 1
1.
Juni 2021 (
Urk.
11/135)
aus, dass die
Beschwerdeführe
rin
seit dem
7.
April 2014 in ihrer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung stehe.
Sie
leide seit
dem Jahr 2012 an einer Bewegungsstörung, für welche mehrfach abgeklärt keine organische Ursache habe gefunden werden können.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4), Erstdiagnose 2014, mit anamnestisch moto
rischer Hemiparese beinbetont rechts, sowie eine Hypästhesie ebenfalls beinbe
tont
der rechten Körperhälfte ohne neurologische/somatische Korrelate
und eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) sowie eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1) zu nennen (S. 1 Mitte).
Dr.
Z._
führte aus, dass entgegen den Ausführungen im
Gutachten
bei der Beschwerdeführerin ein
chronische
r
Krankheitsverlauf
dieser Bewegungsstörun
gen
vorliege, basierend
auf langanhaltende
n
unlösbare
n
schwere
n
seelische
n
Belastungen.
Es bestünden zudem
komorbide
Störungsbilder
wie eine Depression sowie eine u
ndifferenzierte Somatisierungsstörung.
Es
bestehe auch die Unfähig
keit der Beschwerdeführerin, alleine stehen zu können (S. 1 unten
).
Dass es sich
um eine Aggravation oder ein Begehren respektive
eine
Inanspruchnahme des Gesundheitswesens handle
, könne ihres Erachtens ausgeschlossen werden
.
Die nicht
einheitliche Schilderung der Symptome hänge von den subjektiv unter
schiedlichen Erlebniszuständen ab. Auch die unterschiedlich präsentierten Bewegungseinschränkungen seien Teil der Bewegungsstörung im dissoziativen Störungsbild (S. 2 oben).
Die Schlussfolgerungen der Gutachter, dass ein nicht vo
rhandenes Trauma der Beweis sei
für das Nicht-Vorliegen einer dissoziativen Bewegungsstörung
,
sei nic
ht korrekt
(S. 2 Mitte).
Dr.
Z._
führte aus, dass bei der Beschwerdefüh
rerin eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 80
%
und 100
%
bestehe (S. 2
Ziff.
3).
Zu den in den Teilgutachten beschriebenen Symptominkonsistenzen führte
Dr.
Z._
aus, dass
eine
dissoziative Störung ein psychischer Abspaltungs
prozess
sei,
bei dem das Unbewusstsein die Steuerung der Symptome ü
bern
ehme. Das Bewusstsein habe kaum die
Möglichkeit, Einfluss zu nehmen
solange der schwerwiegende innerseelische Konflikt sich nicht lösen lasse
. Eine Simulation oder
Aggravierung
wären eine bewusst vorgenommene Handlung. Dies greife im vorliegenden Fall zu kurz, da auch über die lange Dauer der Erkrankung kein ausreichender und der Patientin zu unterstellender Krankheitsgewinn erkennbar sei (S. 2 f.
Ziff.
5).
Was die
Hilflosenentschädigung
anbelange
,
beruhten die Angaben im Fragebo
gen auf den subjektiven Angaben. Die Beschwerdeführerin benötige Unterstüt
zung bei der Haushaltsführung, beim Ankleiden und bei der Körperpflege. Zudem benötige sie regelmässige Begleitung durch eine Dritt-Person. Der Bedarf bestehe seit 2014, anamnestisch bereits seit 2012 (S. 3
Ziff.
8).
6.
8
Dr.
A._
stellte in ihrem Bericht vom
4.
Juli 2021 (
Urk.
11/139
)
die gleichen psychiatrischen
Diagnosen
wie in ihrem Vorbericht vom
5.
April 2020
(S. 1
Ziff.
2
, vorstehend E. 6.
4
). Hinzu kämen Kopf- und Rückenschmerzen, die immer noch persistierten.
Dr.
A._
führte aus, dass all diese Symptome dazu führten, dass die Beschwerdeführerin nicht belastbar sei (S. 2 oben). Es sei
nicht zutreffend
, dass ein nicht vorhandenes Trauma der Beweis für das Nichtvorliegen einer Bewegungsstörung
sei
(S. 2 Mitte). Die Beschwerdeführerin sei zwischen 80
%
und 100
%
in ihrer Arbeitsfähigke
it eingeschränkt (S. 2
Ziff.
3)
.
Dr.
A._
führte aus,
d
ass die Beschwerdeführerin einen sehr leidenden Eindruck mache, der wirklich authentisch sei und auch von der Spitex berichtet werde. Die Alltagsfunktionalität sei
deutlich reduziert. Die Beschwerdeführerin sei nicht belastbar und bra
u
che Hilfe auf mehreren Ebenen.
Es sei
keine Schauspielerei, zumal die Beschwerdeführerin eine junge Frau sei, die keinen Krankheitsgewinn habe und sich ihr Leben in der Schweiz anders vorgestellt habe (S. 3
Ziff.
5). Die Beschwerdeführerin brauche Hilfe bei der Haushaltsführung, beim Ankleiden, bei der Körperpflege sowie für administrative Tätigkeiten. Sie könne nicht allein aus dem Haus gehen (S. 4
Ziff.
8).
6.9
In seiner Stellungnahme vom 2
1.
September 2021 (
Urk.
11/141/2) führte
Dr.
D._
, RAD, aus, dass es sich bei den Ausführungen der behandelnden
Psychiaterin
Dr.
A._
auf die Fragen der Rechtsvertreterin um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes handle, weshalb an der Stellungnahme vom April 2021 festgehalten werde.
7
.
7
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf das MEDAS-
Y._
Gutachten vom
7.
April 2021
(vorstehend E.
6.5
) davon aus,
dass bei der Beschwerdeführerin
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewie
sen sei und kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung best
ehe
(vorstehend E. 2.1). Bereits im Rahmen der letztmaligen Prüfung des Rentenan
spruches wurde in der rentenanspruchsverneinenden Verfügung
vom 2
3.
März 2015 (Urk. 11/71)
gestützt auf das
B._
-Gutachten vom
1
8.
Dezember 2014
(vorstehend E.
5
.2) davon ausgegangen, dass bei der Beschwerdeführerin keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
vorlägen
.
Dagegen machte
die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen unter Hinweis
auf
ihre behandelnden Psychiaterin
nen
Dr.
Z._
(
vorstehend E.
6.2-3 und E. 6.7
)
sowie
Dr.
A._
(vorstehend E.
6.4 und E. 6.8
)
geltend, dass
dem
Gutachten
der MEDAS
Y._
vom
7.
April 2021 ke
in
Beweiswert zukomme (vorstehend E. 2.2).
7.
2
Das MEDAS
Y._
-Gutachten vom
7.
April 2021
(vorstehend E.
6.
5
) erfüllt die formalen Beweiswert-Anforderungen (vorstehend E. 1.
7
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen
der Beschwerdeführerin
, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein und enthält nachvollziehbar
begründete Schlussfolgerungen
.
Die Gutachter der MEDAS
Y._
hielten fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zum Vorgutachten am
B._
im Dezemb
er 2014 nicht verschlechtert habe
. Ihre Diagnostik wich jedoch von jener d
er Gutachter des
B._
ab, insbe
sondere gingen sie von erheblichen Inkonsistenzen respektive einer Beschwer
deaggravation aus.
7.3
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädi
gung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn: eine erheb
liche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten
Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, 131 V 49 E. 1.2, je mit Hinweisen). Wann ein verdeut
lichendes Verhalten (nur) verdeutlichend und unter welchen Voraussetzungen die Grenze zur Aggravation und vergleichbaren leistungshindernden Konstellationen überschritten ist, bedarf einer einzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung auf einer möglichst breiten Beobachtungsbasis auch in zeitlicher Hinsicht (Urteil des Bundesgerichts
8C_165/2021 vom 2. Juli 2021 E. 4.2.1
mit Hinweisen).
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vorn
herein keine Grundlage für eine Invalidenrente,
selbst
wenn die
klassifikatori
schen
Merkmale einer Störung gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselb
ständigten Gesundheitsschädigung auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2.2, Urteil des Bundesgerichts
8C_165/2021 vom 2. Juli
2021 E.
4.2.1
mit Hinweisen).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Konstellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
führung eines strukturierten Bewe
isverfahrens nach BGE 141 V 281.
7.4
Bereits anlässlich der orthopädischen Begutachtung am
B._
Ende 2014 machte die Beschwerdeführerin geltend, ihren rechten Arm, die rechte Hand und auch das gesamte rechte Bein nicht bewegen zu können und sich nur mit Hilfe zweier Unterarmgehstützen mühsam fortbewegen zu können. Obwohl eine völlige Kraft
losigkeit des rechten Beines dargeboten wurde, welches
die Beschwerdeführerin
weder
aus stehender
oder
sitzender noch aus liegender Position anheben
konnte
, konnte der orthopädische Gutachter keine messbare muskuläre Atrophie der rechten unteren Extremität feststellen. Auch stand der von der Beschwerdeführe
rin behaupteten Kraftminderung der gesamten rechten oberen Extremität der Befund einer rechts wie links uneingeschränkt mittelkräftigen Ober- und Unter
armmuskul
atur entgegen
(
Urk.
11/56 S. 11
Ziff.
2
,
S. 12
Ziff.
4). Zudem wurde darauf hingewiesen, dass
,
obwohl die Beschwerdeführerin angegeben habe, kein Gefühl im rechten Arm zu haben und die Arme respektive die Hände nicht spontan bewegen
zu
könne
n
, das Halten der Krücken problemlos möglich gewesen sei (vgl.
Urk.
11/56 S. 4
6 Mitte, S. 49
Ziff.
5 unten f.
)
.
Anlässlich der Beg
utachtung bei der MEDAS
Y._
zeigte die Beschwerdeführerin sodann ein identisches Beschwerdebild
und
machte
weiterhin
geltend, lediglich
noch mit Gehstöcken kurze Distanzen bewältigen
zu können.
Ihre behandelnde
Psychiaterin
Dr.
Z._
führte in
ihrer Stellungnahme vom 1
1.
Juni 2021 (vorstehend E.
6
.
7
)
diesbezüglich
sogar
aus
,
dass
die Beschwerdeführerin nicht einmal in der Lag
e sei, alleine stehen zu können.
Wie bereits im Rahmen der erstmaligen Begutachtung am
B._
im Jahr 2014 liess sich jedoch
auch
im Rahmen
der
sechs Jahre später erfolgten
Begutachtung an der MEDAS
Y._
keine Atrophie der Muskulatur der Beine feststellen.
Die Gutachter der MEDAS
Y._
hielten fest, dass sich bei der völlig seitengleichen Muskelausprägung keine Hinweise für eine Inaktivität fänden (
Urk.
11/117/1-11 S. 7 oben).
Unabhängig
davon, ob die Ursache einer Parese nun psychisch
er
oder somatisch
er
Natur
ist,
wäre
nach einem derart langen Schonverhalten im
geltend gemachten
Ausmass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine
wesentliche
Atrophie der Muskulatur zu erkennen gewesen.
Da eine Muskelatrophie der Beine respektive der
Arme bei der Beschwerdeführerin
jedoch
zu keinem Zeitpunkt festgestellt werden konnte, bestehen
unabhängig von deren Genese
gewichtige Zweifel an den dargebotenen Beschwerden
,
und es ist mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin ausserhalb von Arztbesuchen
,
Spitexbetreuung
und Begutachtungssituation
en
sehr wohl in der Lage ist, normal zu gehen
und auch ihre Arme und Hände einzusetzen
.
Eine andere
Erklärung für die durchwegs erhaltene Muskulatur
findet sich nicht
.
D
ie Gutachter der MEDAS
Y._
hielten denn auch fest
, dass ausserhalb der Unter
suchungssituation ein guter Gebrauch der oberen wie der unteren Extremitäten habe beobachtet werden können (
Urk.
11/117
/1-11
S. 6 unten).
Bei dieser Ausgangslage
mit erheblichen Anzeichen für eine Aggravation respek
tive ein Vortäuschen eines Beschwerdebildes
,
erweisen sich weitere Ausführun
gen zu
dem Vorbringen
der Beschwerdeführerin
und ihren behandelnden Psychiaterinnen
Dr.
Z._
(vorstehend E. 6.7) und
Dr.
A._
(vorstehend
E. 6.8)
, wonach die Gutachter der MEDAS
Y._
die Diagnose der dissoziativen Gangstörung
und ihre Ursache
nicht berücksichtigt respektive ihr Beschwerdebild nicht verstanden hätten, als hinfällig.
Neben der fehlenden Atrophie der Muskulatur trotz vorgegebener Lähmung
,
finden sich auch weitere Inkonsistenzen und Auffälligkeiten.
Als inkonsistent erwiesen sich, wie die Gutachter der MEDAS
Y._
festhielten
(
Urk.
11/117/1-11 S. 6 Mitte)
, die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Auftreten der Parese.
Deren Auftreten wurde erstmals im Zusammenhang mit einer längeren Autofahrt genannt
(
Urk.
11
/1
4
/
19-20 S. 1
,
Urk.
11/15/5-8 S. 3 oben)
, dann mit einer Infiltrationsbehandlung und weiter im Zusammenhang mit einer Lumbalpunktion
(
Urk.
11/56 S. 12
Ziff.
4, S. 31
Ziff.
2.1 unten
,
vgl.
Urk.
11/117/22-42 S. 7 unten
).
Zumindest als auffällig zu bezeichnen
ist weiter
- wie dies die Gutachter der MEDAS
Y._
ebenfalls festhielten -
die Ähnlichkeit des angegebenen Beschwer
debildes zu jenem ihres ebenfalls eine Invalidenrente beziehenden Ehemannes respektive zu jenem ihrer Mutter.
So führte
die Beschwerdeführerin
im Rahmen der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug vom 1
0.
Dezember 2012 (
Urk.
11/3
Ziff.
6.2) aus, neben Bluthochdruck und einem Kraftverlust im rechten Arm an Kopf-, Rücken- und Beinschmerzen zu leiden (
Urk.
11/3
Ziff.
6.2). Wie aus dem ebenfalls am hiesigen Gericht in Sachen des Ehemannes
der Beschwer
deführerin
beurteilten Verfahren Nr. IV.2015.00036 hervorgeht,
lag der
am 20. Januar 2005
rückwirkend ab 1. April 2002 erfolgte
n
Rentenzusprache
ein
lumboradikuläres
sensomotorisches Reiz- und Ausfallsyndrom L5 links
und ebenfalls eine Kopfschmerz- und depressive
Symptomatik
zugrunde
.
Sodann ist hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Hemisymptoma
tik
rechts, für welche trotz umfassender Abklärungen keine Ursache gefunden wurde, auffallend, dass auch ihre Mutter gemäss
den Angaben der Beschwerde
führerin
seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist (vgl.
Urk.
11/56 S. 22
Ziff.
2.2).
Vor dem Hintergrund einer Beschwerdeaggravation sind auch die vor der Neuanmeldung
im Juni 2019 (
Urk.
11/82)
erfolgten
Hospitalisationen
im Zusammenhang mit einem gezeigten Stupor (
Urk.
11/100/
13-17,
Urk.
11/100/18-20) zu würdigen.
Die Durchführung eines strukturierten Beweis
verfahrens erübrigt sich bei dieser Konstellation (vorstehend E. 7.
3
).
7.5
An der Schlüssigkeit des Gutachtens der MEDAS
Y._
vermögen auch die Ausführungen der behandelnden Psychiaterinnen
Dr.
Z._
(vorstehend
E. 6.
2-3
und
E.
6.
7
)
und
Dr.
A._
(vorstehend E. 6.
4 und E. 6.8
)
nichts zu ändern, zumal diese
trotz der dargelegten Auffälligkeiten
unkritisch
die Darstellungen der B
eschwerdeführerin ü
bern
ahmen
und auch nach Vorlage des MEDAS
Y._
-Gutachtens weiter stützten
.
Daneben
gilt es bezüglich der Ausführungen der behandelnden Psychiaterinnen zu berücksichtigen
, dass
ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als hausarztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
ihre
r Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Soweit RAD-Arzt
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme
vom 2
1.
September 2021 (vorstehend E. 6.9)
explizit zum Bericht von
Dr.
A._
vom
4.
Juli 2021
(vorstehend E. 6.
8
) äusserte, dass es sich
im Vergleich zum MEDAS-Gutachten
lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes handle, hat dies auch für die Ausführungen der seit dem Frühjahr 2014 behandelnden Psychiate
rin
Dr.
Z._
zu gelten. So ü
bern
ahm
Dr.
A._
die von
Dr.
Z._
seit Behandlungsbeginn - und damit noch vor der Begutachtung am
B._
Ende 2014
- erfolgte Beurteilung einer
mehr oder weniger
vollständigen Invalidisierung
der Beschwerdeführerin
.
Sodann wiesen die Gutachter de
r
MEDAS
Y._
darauf hin
, dass gerade die behandelnde Psychiaterin die vorhandenen starken
externalen
Anreize beim Verhalten der Beschwerdeführerin nicht berücksichtige, was wohl ihrer patientennahen Rolle als Therapeutin geschuldet sein möge (
Urk.
11/117/1-11
S. 7 Mitte).
Tatsächlich kann der Ansicht von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
, wonach
kein der Patientin zu unterstellender Krankheitsgewinn erkennbar sei
(vorstehend E. 6.7-8)
, nicht gefolgt werden.
So profitiert die
Familie der Beschwerdeführerin
bereits zum jetzigen Zeitpunkt von ihrer Krankenrolle, indem der Ehemann für die
angegebene
Pflege der Beschwerdeführerin Geld erhält
und
er
sich neben seinem Bezug einer halben Rente nicht um eine Anstellung bemühen muss
(
Urk.
11/117/1-11 S. 6 Mitte,
vorstehend E. 2.4
).
Soweit
Dr.
A._
in ihrem Bericht vom
5.
April 2020
(vorstehend E.
6.4
) einen im Jahr 2016 verübten Suizidversuch erwähnt, steht dem die Äusserung der Beschwerdeführerin selbst anlässlich der psychiatrischen Begutachtung bei der MEDAS
Y._
am
3
0.
September 2020 entgegen, wonach
sie bisher keinen Selbst
mordversuch unternommen habe und auch nichts plane
(
Urk.
11/117/47-68 S. 9 Mitte).
7.6
Zusammenfassend zeigte die Beschwerdeführerin bereits anlässlich
der Unter
suchung am
B._
im Jahr 2014
ein deutlich
aggravierendes
Verhalten, auch wenn dieses nicht als solches benannt wurde.
In der gleichen Weise präsentierte
sie sich
sodann im Rahmen der Folgeb
egutachtung an der MEDAS
Y._
.
Eine wesentliche, rentenrelevante Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwer
deführerin seit der letztmaligen Prüfung des Rentenanspruches und einen
solchen verneinende
n
Verfügung
vom 2
3.
März 2015 (
Urk.
11/71) ist demnach zu vernei
nen.
Damit liegt unverändert kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor.
Die angefochtene Verfügung
vom 2
4.
September 2021
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der
diesbezüglich erhobenen
Beschwerde führt.
8.
Bei einem fehlenden invalidisierenden Gesundheitsschaden (vorstehend E. 7) ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass auch keine Hilflosigkeit
im Sinne von
Art.
9 ATSG
bei der Beschwerdeführerin ausgewiesen ist, welche einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
begründen würde. Auch die diesbezüglich
angefochtene Verfügung
vom
1.
November 2021
(
Urk.
14
/2) erweist sich
damit
als rechtens
,
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdefüh
rer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
9.2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
9
.3
Der von Rechtsanw
ältin Sibylle Käser Fromm
mit Eingabe vom
2
9.
März 2022 (
Urk.
18)
geltend gemachte Aufwand von
15
Stunden
für das Verfahren betreffend die Invalidenrente
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass
sie die
Beschwerdeführer
in
schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerdeschrift in
weiten Teilen der
Einsprache vom
2
8.
Juni 2021 (
Urk.
11/137).
Namentlich erscheint ein Aufwand von
acht
Stunden für die Beschwerdeschrift und
sechs
Stunden für
Aktenstudium und Abklärungen als
überhöht.
Angesichts der zu studierenden, bereits bekannten
Aktenstücke der Beschwerde
gegnerin, der
Ergänzungen der Beschwerdeschrift im Vergleich zur Einsprache (
Urk.
11/137)
, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesproche
nen Beträgen
und
dem als adäquat zu qualifizierenden geltend gemachten Aufwand im Verfahren betreffend
Hilflosenentschädigung
von sechs Stunden
,
ist die Entschädigung von
Rechtsanwältin
Sibylle Käser Fromm
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
185
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2'900.--
(inklusive
Spesenpauschale
und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
9
.4
D
ie
Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.