# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 84f7d61d-6b04-4db0-aaec-931fe5a8ebf3
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache Geldwäscherei
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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 15. März 2019 (GG180042)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 7. Februar 2018
(Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Bezüglich der Überweisung vom 14. November 2013 ist die Beschuldigte
nicht schuldig und wird vom Vorwurf der Geldwäscherei im Sinne von Art.
305bis Ziff. 1 StGB freigesprochen.
2. Die Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 StGB bezüglich der Barabhebungen vom 29. November
2013 bis zum 15. Januar 2014 und der nachfolgenden Aufbewahrung und
Übergabe des entsprechenden Geldes an D._.
3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu
Fr. 100.–.
4. Der Vollzug dieser Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei
Jahre festgesetzt.
5. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 1 wird auf den Zivilweg
verwiesen.
6. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine
Prozessentschädigung in Höhe von Fr. 6'992.15 (inkl. Mehrwertsteuer) zu
bezahlen.
7. Die beschlagnahmte Festplatte (STA-Sachkautionsnummer 33322) wird
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen hin an die
Beschuldigte herausgegeben. Wird die Festplatte nicht abgeholt, wird diese
sechs Monate nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der Lagerbehörde
zur Vernichtung überlassen.
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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'100.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 50.00 Auslagen Untersuchung
Fr. 10'847.95 Kosten der amtlichen Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
9. Rechtsanwalt lic. iur. HSG X._ wird für seine Aufwendungen als
amtlicher Verteidiger aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt:
Honorar CHF 9'636.75 Barauslagen CHF 435.65
Zwischentotal CHF 10'072.40 7.7% MwSt. CHF 775.55
Entschädigung total, inkl. MwSt. CHF 10'847.95
(Zur Auszahlung gelangen nur gerundete Beträge.)
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden –
mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung – zu vier Fünfteln der
Beschuldigten auferlegt und zu einem Fünftel auf die Gerichtskasse
genommen.
11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Dispositivziffer 9 werden auf
die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung bei
der Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von vier
Fünfteln dieser Kosten.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 73 S. 2)
1. Die Beschuldigte und Erstberufungsklägerin sei von Schuld und Strafe
vollumfänglich freizusprechen.
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2. Die Zivilforderungen der Privatklägerin 1 seien vollumfänglich
abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens
inklusive der amtlichen Verteidigung seien ausgangsgemäss
vollumfänglich auf die Staatskasse zunehmen.
4. Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MwSt.).
b) Des Vertreters der Privatklägerin 1:
(Urk. 70 S. 2)
1. Die Beschuldigte A:_ sei zu verpflichten, der Privatklägerin
B._ AG Schadenersatz in der Höhe von Fr. 322'500.– zu
bezahlen, zuzüglich 5 % Zins seit dem 15. Januar 2014.
2. Eventualiter sei die Beschuldigte A._ zu verpflichten, der
Privatklägerin B._ AG Schadenersatz in der Höhe von
Fr. 322'500.– zu bezahlen, zuzüglich 5 % Zins seit dem 15. Januar
2014, dies in solidarischer Haftung mit D._.
3. Die Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin B._ AG für
ihre notwendigen Aufwendungen eine Prozessentschädigung in Höhe
von Fr. 14'447.85 zu bezahlen.
c) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 58)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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I. Verfahrensgang und Prozessuales
1. Verfahrensgang
In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur
Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 51 S. 5 f.). Mit Urteil des
Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 15. März 2019 wurde
die Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs
schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 51 S. 38 f.). Gegen das mündlich eröffnete
Urteil liess die Beschuldigte gleichentags Berufung anmelden (Urk. 44). Die
Privatklägerin B._ AG meldete mit Eingabe vom 18. März 2019 Berufung an
(Urk. 45). Das begründete Urteil wurde den Parteien am 29. Juli 2019 zugestellt
(Urk. 50/1-3). Mit Eingabe vom 14. bzw. 19. August 2019 reichten die
Beschuldigte sowie die B._ AG innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399
Abs. 3 StPO die Berufungserklärung ein (Urk. 53; Urk. 55). Anschlussberufungen
wurden keine erhoben (vgl. auch Urk. 58). Die auf den 17. April 2020 angesetzte
Berufungsverhandlung musste infolge der vorübergehenden Einstellung des
Verhandlungsbetriebs der Zürcher Gerichte zwecks Eindämmung der
Coronavirus-Pandemie abgesagt werden (Urk. 62). Mit Präsidialverfügung vom
16. April 2020 wurde im Einverständnis mit den Parteien (Urk. 64/1-3) die
schriftliche Durchführung des Berufungsverfahrens angeordnet (Urk. 65). Mit
Eingabe vom 10. Juni 2020 bzw. 13. Juli 2020 reichten der Vertreter der B._
AG und die Verteidigung jeweils fristgerecht die Berufungsbegründung ein
(Urk. 70; Urk. 73). Auf Berufungsantwort wurde seitens der Privatklägerschaft
sowie der Staatsanwaltschaft verzichtet (Urk. 77; Urk. 78). Am 7. September 2020
reichte die Verteidigung innert Frist die Berufungsantwort ein (Urk. 82). Weitere
Stellungnahmen wurden nicht eingereicht. Beweisanträge wurden keine gestellt
(vgl. auch Urk. 73 S. 2). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
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2. Umfang der Berufung
Die Berufung der Beschuldigten richtet sich gegen die Dispositivziffern 2-6 sowie
10 und 11 des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 53 S. 3 f.). Die Privatklägerin B._
AG ficht mit ihrer Berufung die Dispositivziffern 5 und 6 des vorinstanzlichen
Urteils an (Urk. 55 S. 1). Damit ist das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10.
Abteilung - Einzelgericht, vom 15. März 2019 bezüglich der Dispositivziffern 1
(Freispruch vom Vorwurf der Geldwäscherei in Bezug auf die Überweisung vom
14. November 2013), 7 (Herausgabe der beschlagnahmten Festplatte) sowie 8
und 9 (Kostenfestsetzung inklusive Kosten der amtlichen Verteidigung) in
Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.
3. Anklageprinzip
3.1. Die Verteidigung stellt sich – wie bereits vor Vorinstanz – auf den
Standpunkt, dass die Anklageschrift den formellen Anforderungen in Bezug auf
die Umschreibung des subjektiven Tatbestands nicht genüge. In der Anklage
werde in einzig pauschaler, vollkommen unbegründeter Art und Weise
festgehalten, die Beschuldigte habe gewusst, dass die Gelder deliktisch erlangt
worden seien, und wissentlich und willentlich deren Herkunft verschleiert. Aus
dieser Beschreibung werde nicht ersichtlich, wieso die Beschuldigte was gewusst
oder wenigstens in Kauf genommen haben soll. Dies gehöre zwingend in die
Anklage. Die Schilderung des objektiven Tatgeschehens genüge für die
Umschreibung des subjektiven Tatbestands nur, wenn sich daraus die Umstände
ergäben, aus denen auf einen vorhandenen Vorsatz geschlossen werden könne.
Vorliegend könne aus den in der Anklage umschriebenen objektiven Umständen
– hier einzig, dass der Vater der Beschuldigten ohne Rechtsanspruch Gelder von
Konten der Privatklägerinnen abgehoben habe – nicht auf einen vorhandenen
Vorsatz geschlossen werden, auch nicht bezüglich Vertuschungshandlungen
(Urk. 73 S. 3 f.).
3.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand
des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der
beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise
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zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht
genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz
der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch
auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Entscheidend ist, dass die
beschuldigte Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt
und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung
richtig vorbereiten kann. Die nähere Begründung der Anklage erfolgt an
Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen
(Urteil des Bundesgerichts 6B_1423/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 2.2). In
Bezug auf den subjektiven Tatbestand sind die Anforderungen an dessen
Umschreibung in der Anklageschrift gering (BGE 143 IV 63 E. 2.3 mit Hinweis).
Hinsichtlich der Vorsatzelemente genügt grundsätzlich der Hinweis auf den
gesetzlichen Straftatbestand im Anschluss an die Darstellung des Sachverhalts
als zureichende Umschreibung der subjektiven Merkmale, wenn der betreffende
Tatbestand nur vorsätzlich begangen werden kann (Urteil des Bundesgerichts
6B_654/2019 vom 12. März 2020 E. 1.3). Dass in der Anklageschrift die
Elemente, die auf Vorsatz schliessen lassen, nicht speziell aufgeführt sind, führt
somit nicht zu einer Verletzung des Anklagegrundsatzes (Urteil des
Bundesgerichts 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 2.3 mit Hinweisen).
3.3. Der Beschuldigten wird mehrfache Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis
Ziff. 1 StGB zur Last gelegt. In der Anklageschrift vom 7. Februar 2018 wird klar
umschrieben, mit welchem konkreten Verhalten sie den Tatbestand von Art. 305bis
Ziff. 1 StGB in objektiver Hinsicht verwirklicht haben soll (Urk. 18 S. 3 f.). Die
Anklagevorwürfe sind auch im subjektiven Bereich hinreichend konkretisiert. Wie
erwähnt, ist das objektive Tatgeschehen, aus welchem die Staatsanwaltschaft auf
den Vorsatz der Beschuldigten schliesst, in der Anklageschrift ausdrücklich
umschrieben. Sodann führt die Anklage aus, die Beschuldigte habe gewusst,
dass das von ihrem Vater, D._, überwiesene Geld von der B._ AG und
der C._ AG (vormals B._ International AG) gestammt habe. Sie habe
weiter gewusst, dass D._ das Geld ohne Rechtsanspruch abgehoben habe
(Urk. 18 S. 3). Zudem wird festgehalten, die Beschuldigte habe gewusst oder
zumindest in Kauf genommen, dass D._ das Geld durch ungetreue
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Geschäftsbesorgung erlangt habe, und habe gewusst und gewollt, dass durch ihr
Handeln der Ursprung des Geldes vertuscht werde. Sie habe gewusst und
gewollt, dass durch ihr Handeln die Beschlagnahme des Geldes durch die
Behörden erschwert oder verhindert werde (Urk. 18 S. 4). Es trifft zu, dass in der
Anklageschrift nicht näher begründet wird, woher die Beschuldigte wusste, dass
das von ihrem Vater überwiesene Geld von der B._ AG bzw. der C._
AG stammte und von ihrem Vater ohne Rechtsanspruch abgehoben worden war.
In der Anklage ist das inkriminierte Verhalten jedoch lediglich zu behaupten. Es ist
nicht Aufgabe der Anklage, die vorgebrachten Behauptungen zu belegen oder zu
beweisen. Ob die Behauptungen zutreffen, ist im Rahmen des gerichtlichen
Verfahrens zu entscheiden. In die Anklage gehören deshalb keine Hinweise auf
Beweise oder Ausführungen, welche die Anklagebehauptungen in
sachverhaltsmässiger Hinsicht oder bezüglich der Schuld- oder Rechtsfragen
stützen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1030/2015 vom 13. Januar 2017 E. 1.3;
vgl. dazu auch SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N 1 zu
Art. 325; LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.],
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N 2 zu
Art. 325; BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, 2. Aufl. 2014, N 45 zu Art. 9). Dass in
der Anklageschrift die Argumente, die auf das Wissen der Beschuldigten
schliessen lassen, nicht im Einzelnen aufgeführt sind, führt somit nicht zu einer
Verletzung des Anklagegrundsatzes. Es ist vorliegend denn auch nicht ersichtlich,
inwiefern es der Beschuldigten gestützt auf den in der Anklageschrift enthaltenen
Lebenssachverhalt nicht möglich gewesen sein soll, zu erkennen, was ihr konkret
vorgeworfen wird, und ihre Verteidigungsrechte angemessen auszuüben. Dies
zeigt sich im Übrigen auch im Umstand, dass sich die Verteidigung vor Vorinstanz
sowie im Berufungsverfahren umfassend und eingehend zum subjektiven
Sachverhalt äusserte (Urk. 40 S. 15 ff.; Urk. 73 S. 9 ff.).
4. Verwertbarkeit der Einvernahmen der Beschuldigten
4.1. Die Verteidigung macht geltend, dass die Einvernahmen der Beschuldigten
unverwertbar bzw. jedenfalls nicht zu Ungunsten der Beschuldigten verwertbar
seien. Der Beschuldigten sei zu Beginn ihrer ersten Einvernahme am 3. Juli 2015
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kein genügender Vorhalt gemacht worden. Es sei ihr einzig vorgehalten worden,
dass gegen sie ein Strafverfahren wegen Geldwäscherei eingeleitet worden sei.
Dieser Vorhalt genüge der klaren, unmissverständlichen Vorgabe des
Gesetzgebers und der darauf basierenden Rechtsprechung des Bundesgerichts
nicht (Urk. 73 S. 4 ff.). In der Konsequenz sei diese Einvernahme gemäss Art. 158
Abs. 2 StPO unverwertbar. Dabei handle es sich um eine absolute
Unverwertbarkeit im Sinne von Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO (Urk. 73 S. 6). Da die
erste Einvernahme nicht verwertbar sei, gelte die nachfolgende Einvernahme vom
22. Januar 2018 neu als erste Einvernahme im Sinne von Art. 158 Abs. 1 StPO.
Auch an dieser Einvernahme sei der Beschuldigten zu Beginn kein genügender
Vorhalt gemacht worden. Zudem seien ihr die Aussagen aus der vorherigen
Einvernahme vorgehalten worden. Im Ergebnis sei deshalb auch die
Einvernahme vom 22. Januar 2018 absolut unverwertbar (Urk. 73 S. 7). Dies
gelte analog auch für die Konfrontationseinvernahme vom 30. Januar 2018 sowie
die Einvernahme vom 30. Januar 2018 (Urk. 73 S. 7 f.).
4.2. Gemäss Art. 158 Abs. 1 StPO weisen Polizei oder Staatsanwaltschaft die
beschuldigte Person zu Beginn der ersten Einvernahme darauf hin, dass gegen
sie ein Vorverfahren eingeleitet worden ist und welche Straftaten Gegenstand des
Verfahrens bilden (lit. a). Die beschuldigte Person muss in allgemeiner Weise und
nach dem aktuellen Verfahrensstand darüber aufgeklärt werden, welches Delikt
ihr zur Last gelegt wird. Vorzuhalten ist ein nach dem aktuellen Verfahrensstand
möglichst präziser einzelner Lebenssachverhalt und der daran geknüpfte
Deliktsvorwurf, nicht aber bereits die genaue rechtliche Würdigung. Der Vorhalt
muss so konkret sein, dass die beschuldigte Person den gegen sie gerichteten
Vorwurf erfassen und sich entsprechend verteidigen kann. Einvernahmen ohne
diesen Hinweis sind nicht verwertbar. Der Vorhalt muss zu Beginn der
Einvernahme erfolgen. Der Hinweis auf den Gegenstand des Verfahrens im
Verlauf der Einvernahme genügt nicht. Soweit die erste Einvernahme wegen
eines nicht rechtsgenüglichen Tatvorhalts nicht verwertbar ist, gilt die
nachfolgende Einvernahme neu als erste Einvernahme im Sinne von Art. 158
Abs. 1 StPO (Urteil des Bundesgerichts 6B_1214/2019 vom 1. Mai 2020 E. 1.3.1
mit Hinweisen). Erfolgt der Tatvorhalt nicht zu Beginn, sondern erst im Verlauf der
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Einvernahme, ist die Einvernahme insgesamt nicht verwertbar. Eine lediglich
partielle Unverwertbarkeit bis zu jenem Zeitpunkt fällt ausser Betracht (Urteil des
Bundesgerichts 6B_646/2017 vom 1. Mai 2018 E. 5.3). Nach der Rechtsprechung
ist im frühen Verfahrensstadium der ersten Einvernahme eine gewisse
Verallgemeinerung im Hinblick auf eine erfolgreiche Durchführung der
Strafuntersuchung zulässig (Urteile des Bundesgerichts 6B_646/2017 vom 1. Mai
2018 E. 5.1; 6B_489/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 3.2).
4.3. In der ersten (delegierten) polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2015 wurde
die Beschuldigte zu Beginn pauschal darauf hingewiesen, dass gegen sie ein
Strafverfahren wegen Geldwäscherei eingeleitet worden sei (Urk. 6/1 S. 1).
Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Insbesondere wurde der Beschuldigten
nicht dargelegt, mit welchem konkreten Verhalten oder in welchem
Zusammenhang sie sich der Geldwäscherei schuldig gemacht haben soll. Die
präzisen Vorwürfe ergaben sich erst aus den im Laufe der Einvernahme
gestellten Fragen (Urk. 6/1 S. 2 ff.). Der Gegenstand der Strafuntersuchung
wurde damit weder in zeitlicher noch sachlicher Hinsicht umschrieben. Die
Vorinstanz stufte den allgemeingehaltenen Vorhalt der Geldwäscherei als
ausreichend ein. Es sei gerade Sinn und Zweck einer Einvernahme – erst recht
der ersten Einvernahme – den relevanten Sachverhalt zu ermitteln. Das Vorgehen
der Polizei, welche nicht einen einzigen Vorhalt gemacht habe, sondern die
Beschuldigte zu allen fraglichen Transaktionen befragt habe, sei gleichermassen
sinnvoll wie auch rechtlich zulässig (Urk. 51 S. 13). Damit lässt die Vorinstanz
indes ausser Acht, dass die beschuldigte Person zu Beginn der Einvernahme
über die Vorwürfe informiert werden muss. Nur auf diese Weise kann sie die
Situation abschätzen und darüber entscheiden, wie sie ihre Verteidigungsrechte
wahrnehmen will (BSK StPO-RUCKSTUHL, a.a.O., N 22 zu Art. 158; GODENZI, in:
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
Strafprozessordnung, a.a.O., N 21 zu Art. 158). Der Hinweis auf den Gegenstand
des Verfahrens im Verlauf der Einvernahme genügt daher nicht. Die der
Beschuldigten konkret angelasteten Handlungen, namentlich die Geldbezüge,
waren der einvernehmenden Person von Anfang an bekannt, wie die von ihr
gestellten Fragen zeigen. Der Tatvorwurf hätte damit bereits vor den Aussagen
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der Beschuldigten selber dargelegt werden können. Zu Beginn einer
Strafuntersuchung darf eine Belehrung nach dem vorstehend Ausgeführten zwar
grundsätzlich noch vage und allgemein ausfallen. Der Beschuldigten hätte zu
Beginn der Einvernahme aber mindestens vorgehalten werden müssen, es werde
ihr vorgeworfen, sich durch die von ihr vorgenommenen Bargeldbezüge der
Geldwäscherei schuldig gemacht zu haben. Dass die Beschuldigte aus den
Umständen wusste, worum es geht, wie die Vorinstanz ebenfalls anführte (Urk. 51
S. 13), ist möglich, letztlich bleibt dies aber unklar und darf nicht zu ihren Lasten
angenommen werden. Wie bereits dargelegt, ist der beschuldigten Person ein
möglichst präziser einzelner Lebenssachverhalt und der daran geknüpfte
Deliktsvorwurf vorzuhalten. Ungenügend sind blosse juristische Vorwürfe.
Nachdem der Beschuldigten lediglich pauschal der Vorwurf der Geldwäscherei
gemacht wurde, kann der Auffassung der Vorinstanz, wonach die Beschuldigte
anwaltlich verteidigt gewesen sei und deshalb allfällige Unklarheiten etwa in
Bezug auf den Begriff der Geldwäscherei mit der Verteidigung hätte klären
können (Urk. 51 S. 13), nicht gefolgt werden. Im Ergebnis ist der Deliktsvorhalt in
der ersten Einvernahme mit der Verteidigung als unzureichend einzustufen. Die
von der Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2015
getätigten Aussagen sind deshalb nicht verwertbar (Art. 158 Abs. 2 StPO). Daran
ändert nichts, dass die Beschuldigte diese in der staatsanwaltschaftlichen
Einvernahme vom 22. Januar 2018 bestätigte (Urk. 6/3 S. 2), zumal sie zuvor
nicht auf die Unverwertbarkeit der vorherigen Einvernahme hingewiesen worden
war (vgl. dazu BSK StPO-RUCKSTUHL, a.a.O., N 37 zu Art. 158; GODENZI, in:
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
Strafprozessordnung, a.a.O., N 36 f. zu Art. 158). In den nachfolgenden
Einvernahmen hat die Beschuldigte keine Aussagen zur Sache mehr gemacht
(Urk. 6/3; Urk. 6/4; Urk. 7). Vor Vorinstanz hat sie lediglich die Ergänzungsfragen
der Verteidigung beantwortet (Prot. I S. 9 ff.). Wie sich nachfolgend ergibt, sind
diese Aussagen für die Erstellung des Sachverhalts nicht entscheidend.
Unabhängig davon ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte die gegen sie
erhobenen Vorwürfe im Zeitpunkt der späteren Einvernahmen klar erfassen und
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sich auch gegen diese verteidigen konnte, nachdem ihr die einzelnen Geldbezüge
im Verlauf der ersten Einvernahme im Einzelnen vorgehalten worden waren.
5. Verwertbarkeit der WhatsApp-Chats
5.1. Die Verteidigung macht sodann geltend, dass die WhatsApp-Chats
unverwertbar seien. Aus den Akten sei nicht ersichtlich, dass die WhatsApp-Chats
der Beschuldigten je anlässlich einer Einvernahme vorgehalten worden wären.
Dies gelte entgegen der Vorinstanz auch für die Einvernahme der Beschuldigten
vom 22. Januar 2018. Weder habe die Beschuldigte die Chats unterzeichnet noch
seien sie als Beilage zum Protokoll angehängt. Insofern sei dieses Beweismittel
nicht zu Ungunsten der Beschuldigten verwertbar. Dass die Vorinstanz bei der
Entscheidfindung dennoch zu Ungunsten der Beschuldigten darauf abgestellt
habe, verletzte die Ansprüche auf Gewährung des rechtlichen Gehörs, auf
effektive Möglichkeit, sich zu verteidigen, und auf ein faires Verfahren (Urk. 73
S. 8 f.).
5.2. Die Printauszüge der WhatsApp-Chats (Urk. 3/2) befinden sich seit Beginn
des Strafverfahrens gegen die Beschuldigte bei den Akten. Mit Eingabe vom
9. Juli 2015 hatte die Privatklägerschaft der Staatsanwaltschaft neben einem
iPhone auch einen Ordner mit Ausdrucken von WhatsApp-Gesprächen
eingereicht. Sie führte diesbezüglich aus, das iPhone stehe im Eigentum der
B._ AG und sei der Beschuldigten während ihrer Zeit bei der B._ AG
und E._ AG unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. Bei ihrem Austritt
habe sie es wieder zurückgegeben. Im Ordner gebe es eine Zusammenfassung
ausgewählter WhatsApp-Gespräche (Urk. 2 S. 1). Auf Antrag der Beschuldigten
wurden das Mobiltelefon (sowie ein Geschäftscomputer) versiegelt. Am 25. Mai
2016 stellte die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht am
Bezirksgericht Zürich einen Antrag auf Entsiegelung und Durchsuchung. Mit
Verfügung vom 26. August 2016 hiess das Zwangsmassnahmengericht das
Gesuch gut und gab die versiegelten Geräte der Staatsanwaltschaft zur
Durchsuchung und weiteren Verwendung frei. Der Antrag der Beschuldigten auf
Entfernung der WhatsApp-Ausdrucke aus den Akten wurde abgewiesen. Die von
der Beschuldigten gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde vom
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Bundesgericht mit Urteil vom 21. November 2016 abgewiesen (vgl. dazu Urk. 5/8
ff.; Urk. 5/27). In Anbetracht dieses Verfahrensablaufs kann kein Zweifel daran
bestehen, dass die Beschuldigte Kenntnis von der Existenz der WhatsApp-
Gespräche und deren Bedeutung für das Strafverfahren hatte. Sie hatte zudem
die Gelegenheit, sich dazu zu äussern und ihren Standpunkt darzulegen. Wie die
Vorinstanz zutreffend ausführte, wurde der Beschuldigten in der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Januar 2018 vorgehalten,
aufgrund der WhatsApp-Chats (sowie ihrer Stellung bei der E._ AG) habe sie
gewusst, dass ihr Vater sehr viel Geld von der B._ AG und der B._
International AG bezogen habe (Urk. 6/3 S. 3). Damit wurde ihr auch
kommuniziert, dass die WhatsApp-Gespräche im Verfahren als Beweismittel
herangezogen werden. Dass die Gespräche, die sich wie erwähnt als Ausdrucke
bei den Akten befinden, ihr nicht im Einzelnen vorgehalten wurden, schadet nicht.
Dies gilt umso mehr, als die Beschuldigte vor Vorinstanz erklärte, dass sie
anlässlich der Verhandlung keine Aussagen zur Sache machen wolle, und
ausdrücklich darauf verzichtete, dass ihr die Fragen des Gerichts im Einzelnen
vorgehalten werden (Prot. I S. 9 f.). Insofern verhält sie sich widersprüchlich,
wenn sie nun im Nachhinein geltend macht, man hätte ihr die Auszüge im
Einzelnen vorhalten sollen. Im Übrigen verweigerte die Beschuldigte auch in den
staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen die Aussagen zur Sache (Urk. 6/3-4;
Urk. 7). Schliesslich nahm neben dem Privatklägervertreter auch die Verteidigung
im vorinstanzlichen Verfahren zu den WhatsApp-Gesprächen und deren
möglichen Interpretation Stellung (Urk. 37 S. 4 f.; Urk. 40 S. 20). Es kann daher
nicht die Rede davon sein, dass sich die Vorinstanz auf ein Beweismittel
abgestützt hätte, das den Parteien nicht bekannt gewesen wäre oder mit deren
Erheblichkeit sie nicht hätten rechnen müssen. Mit der Vorinstanz (Urk. 51 S. 14)
ist deshalb von der Verwertbarkeit der WhatsApp-Chats auszugehen.
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Anklagevorwurf
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Der Beschuldigten wird in der Anklage zur Last gelegt, sich der Geldwäscherei
schuldig gemacht zu haben. Dies, indem sie Geldbeträge in der Höhe von
insgesamt Fr. 322'500.– ab dem Konto ihres Vaters, D._, bei der F._
abgehoben und das Geld ihrem Vater übergeben habe. Die Beschuldigte habe
gewusst, dass das Geld von der B._ AG und der C._ AG (vormals
B._ International AG) gestammt habe und von ihrem Vater ohne
Rechtsanspruch abgehoben worden sei. Weiter habe sie gewusst oder zumindest
in Kauf genommen, dass D._ das Geld durch ungetreue
Geschäftsbesorgung erlangt gehabt habe. Sie habe gewusst und gewollt, dass
durch ihr Handeln der Ursprung des Geldes vertuscht werde bzw. die
Beschlagnahme des Geldes durch die Behörden erschwert oder verhindert werde
(Urk. 18 S. 3 f.). In der Anklage wird der Beschuldigten noch eine weitere
Geldwäschereihandlung (Überweisung vom 14. November 2013) zur Last gelegt
(vgl. Urk. 18 S. 3). Von diesem Anklagevorwurf wurde sie rechtskräftig
freigesprochen.
2. Straftatbestand der Geldwäscherei
Gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB macht sich der Geldwäscherei schuldig, wer eine
Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung
oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die wie er weiss oder
annehmen muss, aus einem Verbrechen herrühren. Das strafbare Verhalten liegt
in der Sicherung der durch die Vortat unrechtmässig erlangten Vermögenswerte.
Der Tatbestand schützt in erster Linie die Rechtspflege in der Durchsetzung des
staatlichen Einziehungsanspruchs bzw. das öffentliche Interesse an einem
reibungslosen Funktionieren der Strafrechtspflege. Nach der Rechtsprechung
dient der Tatbestand in Fällen, in denen die der Einziehung unterliegenden
Vermögenswerte aus Delikten gegen das Vermögen herrühren, neben dem
Einziehungsinteresse des Staates auch dem Schutz der individuell durch die
Vortat Geschädigten. Tathandlung der Geldwäscherei ist jeder Vorgang, der
geeignet ist, den Zugriff der Strafbehörden auf die verbrecherisch erlangten
Vermögenswerte zu vereiteln (Urteil des Bundesgerichts 6B_1208/2018 vom
6. August 2019 E. 3.1 mit Hinweisen). Geldwäscherei ist ein abstraktes
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Gefährdungsdelikt. Der Nachweis einer konkreten Vereitelungsgefahr oder einer
gelungenen Vereitelung ist demnach nicht erforderlich (BGE 136 IV 188 E. 6.1;
BGE 127 IV 20 E. 3a, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_295/2019
vom 8. August 2019 E. 1.3). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei
Eventualvorsatz genügt. Dem Täter muss dabei mindestens in der üblicherweise
geforderten "Parallelwertung in der Laiensphäre" (BGE 138 IV 130 E. 3.2.1)
bewusst sein, dass die Vermögenswerte aus einer schwerwiegenden Vortat
stammen, die erhebliche Sanktionen nach sich zieht. Die genauen Umstände der
Vortat muss der Täter nicht kennen (ISENRING, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar
StGB, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 20. Aufl. 2018, N 20a zu Art. 305bis; BSK
StGB II-PIETH, 4. Aufl. 2019, N 59 zu Art. 305bis mit Hinweisen).
3. Objektiver Tatbestand
3.1. In der Anklageschrift vom 7. Februar 2018 wird in Bezug auf die Vortat zur
Geldwäscherei ausgeführt, D._, Vater der Beschuldigten und Inhaber der
E._ AG, habe im September 2013 von der B._ AG und der C._ AG
(vormals B._ International AG) insgesamt Fr. 1‘901‘418.25 auf das Konto der
E._ AG bei der F._ überwiesen. Er habe gewusst, dass er keinerlei
Rechtsanspruch auf dieses Geld gehabt habe sowie gewusst und gewollt, dass
das Geld gegen den Willen von G._ und H._ transferiert werde. Um zu
verhindern, dass die Geschädigten H._ und G._ oder die Behörde
Zugriff auf das Geld bekommen hätten, habe D._ Fr. 500'000.– auf sein
Konto der I._ in J._ überwiesen. Ab November 2013 habe er begonnen,
von den Fr. 500'000.– Beträge in die Schweiz auf sein Konto Nr. ... bei der
F._ zu überweisen (Urk. 18 S. 2 f.). Der Beschuldigten wird wie erwähnt
vorgeworfen, im Zeitraum zwischen dem 29. November 2013 und 15. Januar
2014 auf Anweisung von D._ insgesamt Fr. 322'500.– von diesem Konto
abgehoben und ihm das Geld zu namentlich nicht bekannten Zeitpunkten
zwischen dem 29. November 2013 und 2. Juli 2015 übergeben zu haben (Urk. 18
S. 3 f.).
3.2. Mit Urteil des Obergerichts Zürich, I. Strafkammer, vom 4. April 2018 wurde
D._ der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen. Das
- 17 -
Obergericht erachtete es als erstellt, dass D._ von der B._ AG, der
B._ International AG sowie der B._ Unique AG Geldbeträge in der Höhe
von insgesamt Fr. 1'901'418.25 auf das Konto der E._ AG bei der F._
überwiesen hat, wie ihm in der Anklage zur Last gelegt wurde. Die
Überweisungen seien nicht mit G._ und H._ abgesprochen gewesen
und die E._ AG habe darauf keinerlei Rechtsanspruch gehabt. Dadurch sei
den erwähnten Gesellschaften finanzieller Schaden entstanden. Mit seinem
Verhalten habe sich D._ der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig gemacht (Urk. 29 S. 46 ff.). Das
Urteil des Obergerichts Zürich, I. Strafkammer, vom 4. April 2018 ist in
Rechtskraft erwachsen (Urk. 29 S. 79). Damit bildet die in der Anklage als Vortat
aufgeführte Straftat Gegenstand eines rechtskräftigen Urteils, weshalb sie mit der
Vorinstanz (Urk. 51 S. 21 und 26) als nachgewiesen zu erachten ist. Von der
Beschuldigten wird dies nicht bestritten. Bei der ungetreuen Geschäftsbesorgung
im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB handelt es sich um ein
Verbrechen (Art. 10 Abs. 2 StGB). Damit liegt eine im Sinne des
Geldwäschereitatbestandes taugliche Vortat vor. Die in der Anklage aufgeführten
vom F._ Konto Nr. ... getätigten Bargeldbezüge sind durch die bei den Akten
liegenden Belege dokumentiert (Urk. 6/2/2 ff.). Daraus geht auch hervor, dass die
Beschuldigte die Bezüge vorgenommen hat. Dies stimmt mit den Aussagen von
D._ anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 30. Januar 2018 überein.
D._ gab damals an, dass die Beschuldigte die Gelder auf seine Anweisung
bezogen und für ihn aufbewahrt habe (Urk. 7 S. 2 ff.). Von der Beschuldigten
wurde im Verlauf des Verfahrens denn auch nie bestritten, die in der Anklage
aufgeführten Bargeldbezüge getätigt und das Geld zuhause aufbewahrt zu haben.
Ebenfalls nicht in Abrede gestellt wurde von ihr, dass D._ das auf dem
F._ Konto befindliche Geld zuvor von seinem Konto bei der I._
überwiesen hatte. Dies lässt sich auch anhand der Akten nachvollziehen
(Urk. 6/2/1 ff.). Damit ist erstellt, dass die von der Beschuldigten bezogenen
Geldbeträge aus einem Verbrechen stammen.
3.3. Die Verteidigung macht in Bezug auf den objektiven Tatbestand geltend,
dass die Handlungen der Beschuldigten nicht dazu geeignet seien, den "paper
- 18 -
trail" zu unterbrechen bzw. zu verschleiern. Ihr Vater habe ihr vor seiner Abreise
eine Generalvollmacht ausgestellt. Da die Beschuldigte nicht Inhaberin des
Kontos bei der F._ gewesen sei, habe sie, um Geld abheben zu können, am
Bankschalter jedes Mal die Vollmacht sowie eine Kopie des Ausweises ihres
Vaters und ihres eigenen Ausweises vorzeigen müssen. Es sei deshalb ohne
weiteres möglich gewesen nachzuvollziehen, wer die Gelder abgehoben habe.
Auch die spätere Aufbewahrung der Gelder bei der Beschuldigten zuhause sei
nicht geeignet, den "paper trail" zu unterbrechen. Da man problemlos habe
nachvollziehen können, dass die Beschuldigte die Barbezüge vorgenommen
habe, sei selbstverständlich auch der Schluss nahegelegen, sie habe die Gelder
bei sich zuhause aufbewahrt. Auch die Rückgabe an die einstige "Quelle" der
Gelder bzw. an D._ sei derart naheliegend, dass die Auffindung der Gelder
nicht genügend erschwert werde (Urk. 73 S. 12 f.).
3.4. Der Auffassung der Verteidigung kann nicht gefolgt werden. Es trifft zu, dass
sich die Beschuldigte beim Bezug der Gelder vom Konto ihres Vaters jeweils
ausweisen musste, weshalb im Nachhinein nachvollzogen werden konnte, dass
sie die Barauszahlungen getätigt hatte. Dies ist jedoch nicht entscheidend. Bei
der Beurteilung, ob eine Geldwäschereihandlung vorliegt, ist massgebend, ob die
in Frage stehende Handlung geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die
Auffindung oder die Einziehung der Vermögenswerte zu vereiteln. Dies ist
insbesondere der Fall, wenn die Papierspur ("paper-trail") unterbrochen wird. Bei
der Einzahlung von Bargeld auf ein Bankkonto oder der Überweisung von Geld
von einem inländischen Konto auf ein anderes inländisches Konto, wird aus
diesem Grund in der Regel keine Geldwäschereihandlung angenommen, da
dadurch erst ein "paper-trail" begründet bzw. dieser verlängert wird.
Demgegenüber bricht die Spur der Vermögenswerte beim Barbezug von
Geldbeträgen ab (EGGER TANNER, Die strafrechtliche Erfassung der
Geldwäscherei, Diss. 1999, S. 125 und 159 f.; ACKERMANN, in: Ackermann/Heine
(Hrsg.), Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, Bern 2013, § 15 N 57 und 62). Die
Barauszahlung von deliktischem Geld wird von Lehre und Rechtsprechung daher
als Geldwäschereihandlung eingestuft (BGE 142 IV 333 E. 5.1; vgl. dazu auch
ISENRING, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar StGB, Schweizerisches
- 19 -
Strafgesetzbuch, a.a.O., N 17 zu Art. 305bis; BSK StGB II-PIETH, a.a.O., N 51 zu
Art. 305bis, je mit Hinweisen). Es besteht kein Anlass, vorliegend anders zu
entscheiden. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die durch die ungetreue
Geschäftsbesorgung von D._ deliktisch erlangten Gelder im gegen ihn
geführten Verfahren nicht eingezogen werden konnten, da die entsprechenden
Vermögenswerte nicht mehr vorhanden waren. Im Urteil vom 4. April 2018 wurde
D._ deshalb zu einer Ersatzforderung verpflichtet (Urk. 29 S. 75). Die von
D._ und der Beschuldigten vorgenommenen Handlungen waren somit nicht
nur grundsätzlich geeignet, die Einziehung der Vermögenswerte zu vereiteln.
Diese wurden dem Zugriff der Privatklägerschaft bzw. der Strafbehörden auch
effektiv entzogen.
3.5. Damit ist der objektive Tatbestand der Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 StGB erfüllt. Nachdem die Beschuldigte mehrere Bargeldbezüge
vorgenommen hat, ist von mehrfacher Tatbegehung auszugehen.
4. Subjektiver Tatbestand
4.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Beschuldigte habe in Kauf genommen,
dass ihr Vater die von ihr abgehobenen Vermögenswerte deliktisch erlangt habe.
Sie habe weiter gewusst und gewollt, dass durch ihr Handeln der Ursprung des
Geldes vertuscht und die Beschlagnahmung durch die Behörden erschwert oder
gar verhindert werde (Urk. 51 S. 24 und 28). Die Vorinstanz stützte sich bei ihrer
Beweiswürdigung auf den WhatsApp-Chat sowie die Aussagen der Beschuldigten
und ihres Vaters, welche sie als nicht überzeugend erachtete (Urk. 51 S. 22 ff.).
4.2. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat die Beschuldigte innerhalb eines
Zeitraums von lediglich eineinhalb Monaten rund Fr. 322'000.– vom Konto ihres
Vaters bei der F._ abgehoben und bis zur Übergabe an ihren Vater bei sich
zu Hause aufbewahrt. Die Beschuldigte hob die Gelder vom privaten Konto ihres
Vaters ab. Die von ihr getätigten Bezüge waren nur möglich, weil ihr Vater
vorgängig Geld von seinem Konto bei der I._ überwies. Die Bargeldbezüge
der Beschuldigten bewegten sich zwischen Fr. 5'000.– und Fr. 35'000.– und
erfolgten alle paar Tage, wobei unterschiedliche Filialen der F._ beteiligt
- 20 -
waren. Mit zwei Ausnahmen wandte sich die Beschuldigte nie zweimal
hintereinander an dieselbe Bankfiliale. Im Laufe des Verfahrens konnte die
Beschuldigte keine plausible Erklärung für die Höhe und Anzahl der
Transaktionen sowie die Modalitäten der Bargeldbezüge vorbringen. Wie bereits
dargelegt, sind die von ihr in der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juli 2015
(Urk. 6/1) gemachten Angaben nicht verwertbar. In den nachfolgenden
Einvernahmen hat die Beschuldigte Aussagen zur Sache verweigert (Urk. 6/3 S. 2
ff.; Urk. 6/4 S. 1 f.; Urk. 7 S. 2 ff.). Vor Vorinstanz führte sie auf Ergänzungsfragen
der Verteidigung aus, sie habe das Geld auf Wunsch ihres Vaters in
Einzelbeträgen abgehoben. Ihr Vater habe erwähnt, dass er mit dem Geld eine
Firma in K._ gründen wolle. Dabei habe es sich um eine Computer/IT-
Reparaturfirma gehandelt (Prot. I S. 11). D._ gab anlässlich der
Konfrontationseinvernahme vom 30. Januar 2018 an, seine Tochter habe das
Geld auf seine Anweisung hin abgehoben und zu Hause aufbewahrt. Er sei zu
diesem Zeitpunkt in K._ gewesen. Er habe ihr gesagt, dass er das Geld in
bar benötige. Dies, da sein Geschäftspartner das Geld in bar gewollt habe (Urk. 7
S. 2 ff.). Die Aussagen der Beschuldigten und von D._ zum Hintergrund der
Bargeldbezüge stimmen überein, vermögen aber nicht ansatzweise zu
überzeugen. So erscheint es wenig zweckmässig, für eine Firmengründung in
K._ Schweizer Bargeld bereitzustellen. Der Vorinstanz (Urk. 51 S. 24) ist
sodann weiter darin zu folgen, dass es keinerlei Sinn ergibt, Bargeld im
Gesamtbetrag von rund Fr. 322'000.– abzuheben und zu Hause aufzubewahren,
während sich der Empfänger dieses Geld im Ausland befindet. Es ist kein Grund
dafür ersichtlich, weshalb das Geld für die Firmengründung nicht bis zur Rückkehr
von D._ in die Schweiz auf seinem Bankkonto hätte belassen werden
können. Insofern lag die Annahme nahe, dass die Bargeldbezüge den Grund
hatten, die Verfolgbarkeit und das Auffinden des deliktisch erlangten Geldes zu
erschweren.
4.3. Die Verteidigung verwies darauf, dass die Beschuldigte auf Anweisung ihres
Vaters gehandelt habe und ihm habe vertrauen dürfen (Urk. 73 S. 10 und 12).
Wie erwähnt, waren die Angaben des Vaters der Beschuldigten zum Zweck der
Transaktionen jedoch offensichtlich nicht geeignet, das ungewöhnliche Vorgehen
- 21 -
überzeugend zu erklären oder Zweifel bezüglich der Herkunft der Gelder zu
beseitigen. Dies gilt umso mehr, als es sich bei der Beschuldigten nicht um eine
geschäftsunerfahrene oder am Geschehen unbeteiligte Person handelte. Die
Beschuldigte war selbst bei der B._ AG sowie der E._ AG angestellt
(Urk. 6/3 S. 4), weshalb es naheliegend ist, dass sie über den Hintergrund der
Transaktionen mehr wusste, als sie später angab. Diese Annahme wird durch die
Printauszüge der WhatsApp-Chats zwischen der Beschuldigten und ihrem Vater
gestützt (Urk. 3/2). Es kann diesbezüglich auf die korrekte Zusammenfassung der
Kommunikation im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 51 S. 18 ff.).
Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 73 S. 9 ff.) geht daraus klar
hervor, dass die Beschuldigte nicht nur von den Differenzen zwischen ihrem Vater
und den Inhabern der Privatklägerinnen Kenntnis hatte, sondern auch darüber
informiert war, dass ihr Vater Geldbeträge im grösseren Umfang abgezogen hat.
So schrieb D._ der Beschuldigten, dass er sich dies von den beiden
Grünschnäbeln nicht gefallen lasse, sie müssten bluten, was die Beschuldigte mit
"yes" sowie "und wie" kommentierte (Urk. 3/2/13). Weiter schrieb D._ am
6. September 2013, dass es jetzt losgehe mit dem Geld "abzüglen". Es werde
eskalieren. Auf die Frage, um wie viel [Geld] es gehe, antwortete D._ mit
"750 + 750" (Urk. 3/12/14 f.). Der Verteidigung (Urk. 73 S. 10) ist beizupflichten,
dass das Wort "abzügle" nicht in jedem Fall gleichbedeutend mit stehlen oder
veruntreuen ist. Im damaligen Zusammenhang deutete es indes klar auf ein
unrechtmässiges Verhalten hin. Im Übrigen wies D._ die Beschuldigte im
Verlaufe ihrer Kommunikation mehrfach an, nicht mehr über WhatsApp zu
schreiben, sondern Viber zu nutzen. Weiter schrieb er, man solle die Ohren
offenhalten bzw. aufpassen und keine Fehler machen. Er wies sie zudem an,
alles auf dem Handy zu löschen (Urk. 3/12/16; Urk. 3/12/20 ff.). Hätte sich
D._ lediglich ihm zustehende Gelder ausbezahlt, wäre dieses konspirative
Vorgehen nicht nötig gewesen. Die Kommunikation zwischen der Beschuldigten
und ihrem Vater wurde im September bzw. Oktober 2013 geführt. Im November
2013 und damit lediglich kurze Zeit später begann sie auf seine Anweisung hin,
grössere Geldbeträge von seinem Konto abzuheben. Dass sie in diesem
- 22 -
Zeitpunkt nicht mit der allenfalls deliktischen Herkunft des Geldes gerechnet
haben will, ist nicht glaubhaft.
4.4. Für die Erfüllung des subjektiven Tatbestandes der Geldwäscherei ist nicht
erforderlich, dass der Täter die genauen Umstände der Vortat oder deren
rechtliche Würdigung kennt. Insofern muss der Beschuldigten entgegen der
Auffassung der Verteidigung (Urk. 73 S. 10) nicht nachgewiesen werden, dass sie
im Einzelnen über die Delinquenz ihres Vaters informiert war und diese rechtlich
richtig erfassen konnte. Entscheidend ist, dass die Beschuldigte in Anbetracht der
Ungewöhnlichkeit der Transaktionen mit der deliktischen Herkunft des Geldes
rechnen musste. Darüber hinaus hatte sie aufgrund der WhatsApp-Nachrichten
ihres Vaters Kenntnis davon, dass er nur kurze Zeit zuvor von den
Privatklägerinnen erhebliche finanzielle Mittel abgezogen hatte. Vor diesem
Hintergrund bestanden konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen einer schweren
Rechtsverletzung. Dass die Barauszahlung von deliktischem Geld dazu geeignet
ist, die Einziehung der Vermögenswerte zu erschweren bzw. zu vereiteln, liegt auf
der Hand und muss auch der Beschuldigten bewusst gewesen sein (vgl. dazu die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 51 S. 24). Daran vermag der
Umstand, dass die einzelnen Bargeldbezüge dokumentiert wurden (Urk. 73 S. 12
f.), selbstredend nichts zu ändern. Indem die Beschuldigte die Bargeldbezüge
trotz aller Verdachtsgründe vornahm, nahm sie in Kauf, Vermögenswerte aus
einer schweren Straftat einem allfälligen Zugriff durch die Strafbehörden zu
entziehen. Damit ist der Tatbestand der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 StGB auch in subjektiver Hinsicht erfüllt und die Beschuldigte
entsprechend schuldig zu sprechen.
III. Sanktion
1. Anwendbares Recht
Am 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils des
Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts) in Kraft getreten. Die
Beschuldigte hat die zu beurteilenden Straftaten vor Inkrafttreten des neuen
Rechts verübt. Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird ein Straftäter nach demjenigen
- 23 -
Recht beurteilt, das bei Begehung der Tat in Kraft war. Das neue Recht ist indes
anwendbar, wenn es für den Täter das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Die
Revision hat zu einer Einschränkung des Anwendungsbereichs der Geldstrafe
geführt. Neu beträgt die Geldstrafe mindestens drei und höchstens 180
Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Damit erweisen sich die revidierten
Bestimmungen für die Beschuldigte nicht als milder und es ist das bisherige Recht
anzuwenden.
2. Strafzumessungsregeln
2.1. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist vorab der
Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die
Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen.
Die Einsatzstrafe ist unter Einbezug gleichartiger Strafen der anderen Straftaten
in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen (BGE 144 IV 217
E. 3.5.1). Nach der gesetzlichen Konzeption basiert die Gesamtstrafe begrifflich
auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was voraussetzt, dass das Gericht
zumindest gedanklich für sämtliche begangenen Taten eine konkrete Strafe
gebildet hat (BGE 144 IV 217 E. 3.5.3). Die Vorinstanz ist dem insoweit
nachgekommen, als sie die schwerste Geldwäschereihandlung bestimmt und
dafür eine Einsatzstrafe von 70 Tagessätzen festgesetzt hat (Urk. 51 S. 29 ff.).
Für die weiteren Geldwäschereihandlungen wurden keine separaten
(hypothetischen) Strafen mehr festgesetzt, sondern dafür eine Erhöhung der
Einsatzstrafe um insgesamt 140 Tagessätze vorgenommen (Urk. 51 S. 31). Dies
zeigt bereits auf, wie schwierig eine separate Beurteilung der einzelnen
Geldwäschereihandlungen ist. Die Beschuldigte handelte innerhalb eines
Zeitraums von lediglich eineinhalb Monaten, wobei sie exakt gleich vorging. Die
Geldwäschereihandlungen unterscheiden sich einzig im Deliktsbetrag
voneinander. Sind verschiedene Straftaten zeitlich und sachlich derart eng
miteinander verknüpft, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein
beurteilen lassen, verletzt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein
Bundesrecht, wenn das Gericht nicht für jedes Delikt eine hypothetische Strafe
festsetzt, sondern diese in einem Gesamtzusammenhang würdigt (Urteile des
- 24 -
Bundesgerichts 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25.
September 2017 E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2).
2.2. Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ausserordentliche Umstände, die ein
Verlassen des ordentlichen Strafrahmens als angezeigt erscheinen liessen, liegen
nicht vor. Zu den Grundsätzen der Strafzumessung finden sich im
vorinstanzlichen Urteil bereits zutreffende Erwägungen (Urk. 51 S. 29 f.). Diese
brauchen an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden.
3. Tatkomponenten
3.1. Die Beschuldigte hat einen nicht unerheblichen Aufwand betrieben, um das
von ihrem Vater deliktisch erlangte Geld dem Zugriff der Behörden zu entziehen.
Sie ist innerhalb eines Zeitraums von lediglich eineinhalb Monaten insgesamt
14 Mal bei einer Bankfiliale der F._ vorbeigegangen, um das Geld
abzuheben. Die Bezüge bewegten sich zwischen Fr. 5'000.– und Fr. 35'000.–.
Insgesamt wurden Gelder im Umfang von rund Fr. 322'000.– abgehoben, wobei
die entsprechenden Vermögenswerte dem Zugriff der Behörden letztlich auch
effektiv entzogen wurden. Dieser Betrag ist als erheblich einzustufen, auch wenn
im Rahmen des Tatbestands der Geldwäscherei regelmässig noch höhere
Deliktsbeträge vorliegen dürften. In diesem Zusammenhang ist im Übrigen darauf
hinzuweisen, dass bei der gewerbsmässigen Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB ein Umsatz ab Fr. 100'000.– als gross gilt (BGE 129 IV
188 E. 3.1). Demgegenüber erweisen sich die von der Beschuldigten
vorgenommenen Vereitelungshandlungen in Form von Bargeldbezügen ab dem
Bankkonto ihres Vaters nicht als besonders raffiniert. Die von ihr an den Tag
gelegte kriminelle Energie ist als tief zu werten. Insgesamt ist in objektiver
Hinsicht von einem noch leichten Verschulden auszugehen.
3.2. In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigten mindestens
eventualvorsätzliches Handeln anzulasten, wobei ihr konkrete Anhaltspunkte für
die deliktische Herkunft der Gelder vorlagen. Mit der Vorinstanz (Urk. 51 S. 30) ist
anzunehmen, dass die Beschuldigte nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf
- 25 -
Initiative ihres Vaters gehandelt hat. Dies ändert nichts daran, dass sie sich ohne
Weiteres gegen den Bezug der Gelder hätte entscheiden können, lässt ihr
Verschulden aber in einem milderen Licht erscheinen. Dass die Beschuldigte aus
der Tatbegehung einen finanziellen Vorteil erlangte, wird ihr in der Anklage nicht
vorgeworfen. Insgesamt vermag die subjektive Tatschwere die objektive leicht zu
relativieren. Dem Tatverschulden angemessen erweist sich eine Geldstrafe von
240 Tagessätzen.
4. Täterkomponenten
4.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten ist
bekannt, dass sie 1989 geboren wurde und in Zürich L._ aufgewachsen ist.
Sie machte eine Ausbildung als kaufmännische Angestellte und fing nach der
Lehre bei der Privatklägerin B._ AG zu arbeiten an. In der Folge arbeitete sie
bei verschiedenen Arbeitgebern. Im Jahr 2017 absolvierte sie eine
Berufsausbildung zur Personalassistentin und bildete sich in der Folge zur
Payroll-Spezialistin weiter. Derzeit arbeitet sie in der Personalvermittlung im IT-
und Finanzwesen (Urk. 6/3 S. 4; Prot. I S. 7). Die Beschuldigte ist ledig und hat
keine Kinder (Urk. 60/1).
Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten lassen
sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.
4.2. Die Vorstrafenlosigkeit der Beschuldigten (Urk. 52 = Urk. 89) ist
strafzumessungsneutral zu behandeln (BGE 136 IV 1).
4.3. Die Beschuldigte hat Aussagen zur Sache im Verfahren grösstenteils
verweigert. Damit liegt hinsichtlich des Nachtatverhaltens kein vollumfängliches
Geständnis oder kooperatives Verhalten bei der Aufklärung der Tat vor, welches
die Strafverfolgung nennenswert erleichterte und strafmindernd zu
berücksichtigen wäre. Das Nachtatverhalten ist daher mit der Vorinstanz (Urk. 51
S. 31) als neutral zu gewichten.
4.4. Seit Begehung der Geldwäschereihandlungen der Beschuldigten sind rund
sieben Jahre vergangen. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots wurde
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nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich, zumal das Verfahren gegen
die Beschuldigte im Zusammenhang mit dem relativ aufwändigen Verfahren
gegen ihren Vater, D._, stand. Nachdem sich die Beschuldigte seit der
Tatbegehung wohlverhalten hat (Urk. 52 = Urk. 89), rechtfertigt sich indes gestützt
auf Art. 48 lit. e StGB eine leichte Reduktion der Strafe. Die von der Vorinstanz
ausgesprochene Geldstrafe von 210 Tagessätzen erweist sich im Ergebnis als
angemessen.
5. Tagessatzhöhe
Die Beschuldigte arbeitet 100 % und verdient rund Fr. 6'600.– netto pro Monat,
wobei sie einen 13. Monatslohn erhält. Sie verfügt über kein Vermögen, hat
jedoch Schulden in der Höhe von Fr. 9'000.–. Für die Krankenkasse zahlt sie
monatlich rund Fr. 300.–. Die Steuern betragen gemäss ihren Angaben rund
Fr. 420.– pro Monat (Urk. 60/1 ff.). Die von der Vorinstanz festgesetzte
Tagessatzhöhe von Fr. 100.– erweist sich vor diesem Hintergrund sicherlich nicht
als zu hoch. Nachdem sich die finanziellen Verhältnisse der Beschuldigten seit
dem vorinstanzlichen Urteil nicht verbessert haben, steht einer Erhöhung des
Tagessatzes ohnehin das Verschlechterungsverbot entgegen (vgl. dazu BGE 144
IV 198 E. 5.4). Die Beschuldigte ist daher mit einer Geldstrafe von 210
Tagessätzen zu Fr. 100.– zu bestrafen.
6. Vollzug
Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe bedingt aufgeschoben und die
Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt (Urk. 51 S. 38). Dies erscheint als
angemessen und ist auch in Beachtung des Verschlechterungsverbots zu
bestätigen.
IV. Zivilansprüche
1. Parteistandpunkte
Die Vorinstanz hat die Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._ AG
auf den Zivilweg verwiesen (Urk. 51 S. 38). Dagegen erhob die Privatklägerin
- 27 -
Berufung und verlangt, wie bereits vor Vorinstanz, die Zusprechung von
Schadenersatz in der Höhe von Fr. 322'500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem
15. Januar 2014. Eventualiter beantragt sie die Verpflichtung der Beschuldigten
zur Leistung von Schadenersatz in solidarischer Haftung mit D._ (Urk. 70
S. 2). Die Privatklägerin C._ AG hat im vorliegenden Verfahren ausdrücklich
auf die Zusprechung von Schadenersatz verpflichtet (Urk. 37 S. 6), wovon
Vormerk zu nehmen ist. Die Beschuldigte beantragt die Abweisung der
Zivilforderungen der B._ AG. Eventualiter seien diese auf den Zivilweg zu
verweisen (Urk. 73 S. 2; Urk. 82 S. 1). Zur Begründung wird ausgeführt, es fehle
an der Widerrechtlichkeit, da die Beschuldigte vom Vorwurf der Geldwäscherei
vollumfänglich freizusprechen sei. Damit entfalle die Grundlage für die Haftung
aus unerlaubter Handlung (Urk. 82 S. 1; vgl. auch Urk. 73 S. 14). Sodann wird auf
die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen, wobei ergänzend ausgeführt wird,
dass es für die solidarische Haftung der gerichtlichen Feststellung bedürfe. Die
Solidarität führe nicht zu einer Kumulation der Ansprüche des Geschädigten.
Dieser könne seine Ansprüche nur einmal befriedigen. Damit sei entscheidend,
ob D._ den fraglichen Betrag bereits bezahlt habe. Mit der Vorinstanz stehe
die Ungewissheit, ob die Bezahlung des Schadenersatzes durch D._
erfolgen werde bzw. erfolgt sei, der Gutheissung der Schadenersatzforderung der
B._ AG entgegen (Urk. 82 S. 1 f.).
2. Rechtliche Grundlagen
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht eine zivilrechtliche
Verantwortlichkeit des Geldwäschers. Zwar schützt der Tatbestand der
Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB in erster Linie die
Rechtspflege in der Durchsetzung des staatlichen Einziehungsanspruchs bzw.
das öffentliche Interesse an einem reibungslosen Funktionieren der
Strafrechtspflege. Doch dient der Tatbestand nach der Rechtsprechung in Fällen,
in denen die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte aus Delikten gegen
das Vermögen herrühren, neben dem Einziehungsinteresse des Staates auch
dem Schutz der individuell durch die Vortat Geschädigten (Urteil des
Bundesgerichts 6B_1202/2019 vom 9. Juli 2020 E. 4.2.1 f. mit Hinweisen). Haben
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mehrere den Schaden gemeinsam verschuldet, sei es als Anstifter, Urheber oder
Gehilfen, so haften sie dem Geschädigten solidarisch (Art. 50 Abs. 1 OR). Der
Begünstiger haftet nur dann und nur soweit für Ersatz, als er einen Anteil am
Gewinn empfangen oder durch seine Beteiligung Schaden verursacht hat (Art. 50
Abs. 3 OR). Unter Begünstigung wird allgemein ein Verhalten verstanden,
welches den durch die Vortat verursachten Erfolg sichert. Die Definition der
Sicherung des Erfolges einer Vortat trifft auch auf die Geldwäscherei zu.
Verhindert der Geldwäscher die Aushändigung der aus der Vortat stammenden
Vermögenswerte an den Geschädigten der Vortat gestützt auf Art. 70 Abs. 1
StGB oder eine Einziehung und Verwendung zu Gunsten des Geschädigten, wird
damit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der durch die Vortat
eingetretene Erfolg gesichert (HEIERLI, Zivilrechtliche Haftung für Geldwäscherei
unter Berücksichtigung der Instrumente des Einziehungsrechts, Diss. 2012, N
1152 ff. und 1207 f.; BSK OR-GRABER, 7. Aufl. 2020, N 30 ff. zu Art. 50). Die
Haftung des Geldwäschers erstreckt sich auf den durch die Vortat verursachten
Schaden im Umfang der Vermögenswerte, deren Einziehung durch die
Geldwäscherei vereitelt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1202/2019 vom
9. Juli 2020 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
3. Würdigung
3.1. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat sich die Beschuldigte der Geldwäscherei
schuldig gemacht, indem sie vom Konto ihres Vaters Bargeldbezüge in der Höhe
von insgesamt Fr. 322'500.– getätigt hat. Dabei handelt es sich um Geld, welches
dieser unrechtmässig auf das Konto der E._ AG überwiesen hatte. D._
wurde deswegen rechtskräftig wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt.
Die von der Beschuldigten bezogenen Vermögenswerte stammen damit aus
einem Vermögensdelikt (Ziff. II.3.). Der Vorinstanz (Urk. 51 S. 33) ist deshalb
beizupflichten, dass die Beschuldigte aufgrund der von ihr begangenen
Geldwäscherei grundsätzlich zivilrechtlich belangt werden kann. Der
Beschuldigten wird nicht vorgeworfen, sich an den strafbaren Handlungen ihres
Vaters beteiligt und den dadurch verursachten Schaden mitbewirkt zu haben.
Durch die von ihr vorgenommenen Bargeldbezüge ab dem Konto ihres Vaters
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wurde jedoch der Zugriff auf die von ihm deliktisch erlangten Vermögenswerte
verunmöglicht und in diesem Umfang auch der durch die Vortat eingetretene
Erfolg gesichert. Wie bereits dargelegt, hat die Beschuldigte in Kauf genommen,
dass die fraglichen Vermögenswerte unrechtmässig erworben wurden. Damit liegt
eine schuldhafte Begünstigungshandlung vor. Nachdem die Beschuldigte erst
nach der eigentlichen Schadenverursachung mitgewirkt hat, haftet sie lediglich für
die von ihr gewaschene und aus diesem Grund nicht mehr greifbare Summe
(perpetuierter Schadensteil). Die Beschuldigte wird daher gegenüber der
Privatklägerschaft im Umfang der von ihr bezogenen Bargeldbezüge von
Fr. 322'500.– ersatzpflichtig. Sie haftet dafür in Solidarität mit D._ (vgl. dazu
HEIERLI, a.a.O., N 1152 ff.).
3.2. Die Vorinstanz wies darauf hin, dass D._ mit Urteil vom 4. April 2018
dazu verpflichtet worden sei, der B._ AG Schadenersatz in Höhe von
Fr. 1'237'653.39 zu bezahlen. Sie führte diesbezüglich aus, dadurch bestehe
bereits seitens von D._ eine Schadenersatzpflicht in Bezug auf die hier
relevanten Fr. 322'500.–. Soweit D._ den fraglichen Betrag bezahlt habe,
bestehe seitens der B._ AG kein Schaden mehr. Ob D._ bereits
Schadenersatz bezahlt habe, sei nicht bekannt bzw. zumindest aktenmässig nicht
belegt. Diese Ungewissheit stehe einer Gutheissung der Schadenersatzklage der
B._ AG entgegen (Urk. 51 S. 34). Ein Solidarschuldner wird erst durch die
effektive Zahlung des Mitschuldners befreit, nicht schon durch dessen
Verurteilung zur Zahlung. Ein Solidarschuldner kann nicht haftungsreduzierend
einwenden, dass auch Dritte für den gleichen Schaden einzustehen haben (BSK
OR-GRABER, a.a.O., N 14 zu Art. 50; N 7 zu Art. 144). Die Haftung der
Geldwäschers ist nicht subsidiär. Sie besteht auch dann, wenn vom Vortäter
Schadenersatz erhältlich gemacht werden kann. Dass der perpetuierte
Schadensteil über die Schadenersatzforderung gegen den Vortäter oder über
eine staatliche Ersatzforderung gegen diesen oder die Bank mit Verwendung des
Verwertungserlöses zu Gunsten des Geschädigten getilgt werden kann, ändert
nichts daran, dass der Schaden – Nichtverfügbarkeit der durch die Vortat
abhandengekommenen Vermögenswerte des Geschädigten – noch besteht, und
dass dieses Fortbestehen durch die Begünstigung bedingt ist. Insofern spielt es
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keine Rolle, ob die Schadenersatzforderung des Geschädigten gegen den
Vortäter durchsetzbar ist und ob der Vortatschaden über die Geltendmachung
einer staatlichen Ersatzforderung getilgt werden könnte (HEIERLI, a.a.O., N 1174,
1199 und 1210). Seitens der Beschuldigten wurde im Laufe des Verfahrens nie
bestritten, dass die B._ AG einen Schaden im Umfang von Fr. 322'500.–
erlitten hat. Es wurde von ihr auch nicht geltend gemacht, dass der Schaden
zumindest teilweise ersetzt worden sei. Der Behauptung der B._ AG, wonach
D._ den Schaden bis heute nicht ersetzt hat (Urk. 70 S. 5 f.), wurde seitens
der Beschuldigten auch im Berufungsverfahren nicht widersprochen (vgl. dazu
Urk. 82 S. 2). Im Übrigen ist auch nicht ersichtlich, wie die B._ AG
nachweisen könnte, dass ihre Schadenersatzforderung noch nicht beglichen
wurde, handelt es sich dabei doch um eine negative Tatsache (vgl. dazu auch
Urk. 70 S. 5). Dass D._ in dem gegen ihn geführten Strafverfahren zu seiner
Schadenersatzleistung verpflichtet wurde, steht einer Schadenersatzverpflichtung
der Beschuldigten damit nicht entgegen. Dasselbe gilt für den Umstand, dass in
seinem Strafverfahren Vermögenswerte beschlagnahmt wurden. Sollte der
Schaden von D._ bereits ersetzt worden sein, was wie erwähnt von der
Beschuldigten nicht behauptet wird, wäre die Beschuldigte gegenüber der
B._ AG von ihrer Schadenersatzpflicht befreit.
3.3. Die Vorinstanz war der Ansicht, dass eine solidarische Verpflichtung der
Beschuldigten mit D._ nicht in Frage komme, da eine solche von der
B._ AG nicht beantragt worden sei (Urk. 51 S. 35). Der Vorinstanz ist
zuzustimmen, dass die Dispositionsmaxime im Adhäsionsverfahren im gleichen
Umfang gilt wie in einem gewöhnlichen Zivilprozess (LIEBER, in: Donatsch/Lieber/
Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
Strafprozessordnung, a.a.O., N 4a zu Art. 122). Nicht ersichtlich ist
demgegenüber, inwiefern die Verpflichtung der Beschuldigten zu Schadenersatz
in Solidarhaftung mit D._ gegen die Dispositionsmaxime verstossen soll. Die
solidarische Haftung ist gesetzlich vorgeschrieben. Wie erwähnt, sieht Art. 50
Abs. 3 OR vor, dass der Begünstiger für den durch die Geldwäscherei
perpetuierten Schadensteil in Solidarität mit dem Vortäter haftet. Durch die
Anordnung der solidarischen Haftung nach Massgabe dieser Bestimmung wird
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der B._ AG nicht mehr zugesprochen als sie beantragt hat. Vielmehr wird
damit im Dispositiv explizit festgehalten, dass sie ihren Schaden nur einmal
ersetzt erhält. Die Vorinstanz führte im Weiteren aus, im Urteil des Obergerichts
Zürich, I. Strafkammer, vom 4. April 2018 sei rechtskräftig entschieden worden,
dass D._ nicht solidarisch hafte, sondern alleine. Dem Gericht stehe es nicht
zu, an diesem rechtskräftigen Entscheid etwas zu ändern (Urk. 51 S. 34 f.). Der
Vertreter der B._ AG wies diesbezüglich zutreffend darauf hin, dass das
Verfahren gegen die Beschuldigte im Zeitpunkt des Urteils vom 4. April 2018 noch
pendent war, weshalb D._ nicht solidarisch mit der Beschuldigten zur
Leistung von Schadenersatz verpflichtet werden konnte (Urk. 70 S. 4). Eine
solche Anordnung kann im vorliegenden Verfahren denn auch nur getroffen
werden, weil D._ bereits verurteilt worden ist. Zwischen den Strafverfahren
gegen D._ bzw. die Beschuldigte besteht ein enger Sachzusammenhang.
Dies bedeutet aber nicht, dass die gegen sie geltend gemachten Zivilansprüche
zwingend gemeinsam beurteilt werden müssen, zumal keine notwendige
Streitgenossenschaft besteht. Durch die solidarische Mitverpflichtung der
Beschuldigten wird zudem entgegen der Vorinstanz nicht in das rechtskräftige
Urteil gegen D._ eingegriffen. Seine Haftung wird nicht dadurch verändert,
dass weitere Personen für den Schaden solidarisch einzustehen haben. Vielmehr
ergibt sich für die B._ AG dadurch einzig die Möglichkeit, zumindest im
Umfang von Fr. 322'500.– auch gegen die Beschuldigte vorgehen zu können.
Dies ändert nichts daran, dass die B._ AG den Schaden nur einmal ersetzt
erhält.
3.4. Nach dem Gesagten ist die Beschuldigte antragsgemäss zu verpflichten, der
B._ AG Schadenersatz von Fr. 322'500.– zuzüglich Zins zu 5 % seit dem
15. Januar 2014 zu bezahlen. Dies in solidarischer Haftung mit D._.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Kostenfolgen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenregelung
(Dispositivziffern 10 und 11) zu bestätigen. Im Berufungsverfahren tragen die
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Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428
Abs. 1 StPO). Mit dem heutigen Urteil unterliegt die Beschuldigte mit ihren
Berufungsanträgen vollumfänglich, während die Privatklägerin B._ AG
vollumfänglich obsiegt. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind deshalb der
Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht der
Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten ist.
2. Parteientschädigung
Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn
sie obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Die Aufwendungen betreffen in erster
Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfahren
selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Interessen der
Privatklägerschaft notwendig waren (BGE 139 IV 102 E. 4.1). Ein Obsiegen ist
dann gegeben, wenn die beschuldigte Person im Strafpunkt verurteilt wird und der
Privatklägerschaft die geltend gemachte Zivilforderung zugesprochen wird
(SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, a.a.O., N 6 zu Art. 433). Die Regelung
von Art. 433 StPO gilt auch im Rechtsmittelverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO).
Auch wenn Art. 436 StPO diesbezüglich keine direkte Verweisungsnorm aufweist,
richtet sich die Norm hinsichtlich des Entschädigungsanspruches und der -pflicht
nach dem Grundsatz des Obsiegens bzw. Unterliegens, welcher in Art. 428 StPO
Niederschlag gefunden hat (BSK StPO-WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N 6 zu Art.
436 mit Hinweisen). Ausgangsgemäss hat die B._ AG gegenüber der
Beschuldigten daher Anspruch auf angemessene Entschädigung für die
notwendigen Aufwendungen im Verfahren. Die von der B._ AG für das
gesamte Verfahren geltend gemachte Entschädigung von Fr. 14'447.85 (Urk. 70
S. 2 und 6; Urk. 71/2) wurde von der Beschuldigten in ihrer Höhe nicht bestritten
und erweist sich als angemessen. Die Beschuldigte ist daher zu verpflichten, der
B._ AG eine Prozessentschädigung von Fr. 14'447.85 zu bezahlen.

## Considerations