# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f3bf1fd-c6d7-4ad7-8c0a-3e0ccc6b1645
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Jugendanwaltschaft) vom 13. Juli 2015 wurde Y._ im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen zwecks stationärer Beobachtung und Abklärung in der Jugendinstitution A._ in O.1_ untergebracht. Ab dem 2. Dezember 2015 wurde Y._ sodann vorsorglich in die Therapiegemeinschaft B._ in O.2_ versetzt. Seit dem 3. April 2016 ist Y._ im Massnahmenzentrum C._ in O.3_untergebracht.
B. Am 18. Februar 2016 unterschrieb X._, der Vater von Y._, eine von der Jugendanwaltschaft verfasste und unterzeichnete Vereinbarung, welche vorsah, dass ab Januar 2016 "die Eltern von Y._ die Nebenkosten im Betrag von CHF 330.-- sowie einen zusätzlichen Beitrag an die Unterbringung von CHF 300.--, total somit CHF 630.-- zu entrichten" hätten. D._, die Mutter von Y._, unterschrieb die Vereinbarung nicht.
C. Mit Schreiben vom 30. Mai 2017 ersuchte das Amt für Justizvollzug Graubünden X._ zur Überprüfung des Elternbeitrages und um Zustellung der aktuellen und wesentlichen Unterlagen betreffend Einkommen und Vermögen bis am 22. Juni 2017. Im Rahmen eines Telefongesprächs vom 15. Juni 2017 teilte X._ der Jugendanwaltschaft mit, dass sich seine finanzielle Situation nicht verändert habe. Er beziehe lediglich einen Grundlohn von monatlich brutto CHF 2'000.00. Die finanzielle Situation von D._ habe sich verschlechtert. Sie beziehe eher noch weniger IV-Rente als im Februar 2017. Schriftliche Unterlagen reichte X._ innert Frist nicht ein.
D. Am 10. August 2017 stellte der Rechtsvertreter von D._ der Jugendanwaltschaft den Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair vom 27. April 2017, mitgeteilt am 9. Mai 2017, sowie weitere Unterlagen betreffend die finanziellen Verhältnisse von D._ zu. Der Einzelrichter verpflichtete X._, die monatlichen Kinderzulagen von CHF 220.00 an D._ zu überweisen. Zu weitergehenden Unterhaltsbeiträgen wurde er aufgrund der bei ihm festgestellten Unterdeckung nicht verpflichtet. D._ erhob am 22. Mai 2017 gegen die fehlende Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden, welches diese mit Entscheid vom 16. August 2017, mitgeteilt am 21. August 2017, abwies.
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E. Mit Schreiben vom 10. Juli 2017 teilte die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden der Jugendanwaltschaft mit, dass X._ und D._ im Jahr 2015 ein steuerbares Einkommen von CHF 32'700.00 (Kanton) sowie kein steuerbares Vermögen ausgewiesen hätten.
F. Mit Verfügung vom 19. September 2017, mitgeteilt am 20. September 2017, entschied die Jugendanwaltschaft, was folgt:
1. X._ wird verpflichtet, dem Kanton Graubünden die von Januar 2016 bis und mit September 2017 für seinen Sohn Y._ angefallenen elterlichen Kostenbeiträge von total CHF 13'230.-- zu bezahlen.
2. X._ und D._ werden in Anwendung von Art. 45 Abs. 5 JStPO verpflichtet, dem Kanton Graubünden ab 1. Oktober 2017 einen elterlichen Unterhaltsbeitrag an die Kosten des stationären Massnahmevollzugs ihres Sohnes Y._ in der Höhe von monatlich CHF 300.00 zu bezahlen.
3. Die Beiträge an die Massnahmevollzugskosten sind monatlich zu entrichten. Die Rechnungsstellung erfolgt durch das Amt für Justizvollzug.
4. Die Beitragshöhe wird jährlich überprüft und den konkreten Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Eltern angepasst. Die Eltern haben der Jugendanwaltschaft bzw. der zuständigen Fallverantwortlichen des Amtes für Justizvollzug Graubünden alle erheblichen Veränderungen der finanziellen Verhältnisse mitzuteilen.

## Considerations