# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 258f93a7-17ee-4737-88d2-e4914cbdda87
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988, seit 2007 Schweizer Bürger, absolvierte in Finnland (Helsinki) die Deutsche Schule und schloss diese im Jahr 2006 mit de
m
Abitur
ab. Im Frühjahr 2008 zog er nach Oesterreich (Innsbruck), um dort das Studium der Biologie zu beginnen. Von Mitte Juli
2008
bis Mitte November 2014 war er an der dortigen Universität immatri
kuliert, machte jedoch keinen Abschluss. Im Frühjahr 2014 zog er nach Zürich, wo er seither wohnhaft ist. Einer Erwerbstätigkeit ging er bislang nicht nach (Urk.
7/1, Urk. 7/10/2, Urk. 7/28/2).
1.2
Am 22. Juni 2015 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/1). Im Rahmen der von der IV-Stelle daraufhin durchgeführten Standortgespräche erklärte der Versicherte, er habe das Studium (zuerst Bio
logie, dann Kunstgeschichte, dann wieder Biologie) aus psychischen Gründen abbrechen müssen (Urk. 7/10/2). Seit 2008 sei er immer wieder in psycholo
gischer Behandlung gewesen. Gemäss den Ärzten müsse er eine Ausbildung mit Unterstützung der IV-Stelle machen, alleine sei es nicht zu schaffen (Urk.
7/4/3-4). Er möchte mit Unterstützung der IV-Stelle
eine
Ausbildung zum Koch machen (Urk. 7/4/4 und Urk. 7/10/1-2). Nachdem die IV-Stelle den Bericht der behandelnden Psychiaterin, Dr. med.
Y._
, Oberärztin der
Z._
, vom 10. September 2015 (Urk. 7/12/1-6, unter Beilage des Eintrittsrésumés vom 20. Februar 2015, des Austrittsberichtes der Tagesklinik
A._
der
Z._
vom 1. Juni 2015 [Urk. 7/12/7-12]) sowie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (Urk. 7/19/4) eingeholt hatte, erteilte sie dem Versicherten am 17. November 201
5
Kostengutsprache für Integrationsmassnahmen in der Form eines Belastbarkeitstrainings bei der
B._
vom 16. November 2015 bis 26. Februar 2016 (Urk. 7/17) und sprach ihm mit Verfügungen vom 4. Dezember 2015 und 19. Januar 2016 für die Dauer dieser Massnahme ein Taggeld zu (Urk. 7/21-22). Am 29. Februar 2016 reichte die
B._
den Schlussbericht ein (Urk. 7/23-24). Am 7.
März 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass gemäss ihren Abklärungen aufgrund seines Gesund
heitszustandes zurzeit keine weiteren beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und sie den Anspruch auf eine Rente prüfe. Gemäss telefoni
scher Besprechung mit Dr.
Y._
vom 4. Februar 2016 werde er am 1. April 2016 in ein betreutes Wohnen eintreten. Sobald das betreute Wohnen aufgegleist sei und die Tagesstruktur stabil funktioniere, könne er sich mit einem Zusatzgesuch wieder bei ihr – der IV-Stelle – melden, damit sie den Start von weiteren Massnahmen prüfen könne. (Urk. 7/25). Nach Bei
zug weiterer Berichte von Dr.
Y._
(Urk. 7/30 und Urk. 7/34) sowie einer Stellungnahme des RAD (Urk. 7/44/3-4) stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 12. August 2016 die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/45). Dagegen liess der Versicherte am 13. September 2016 durch Ute Schärlinger, Sozialarbeiterin des Ambulatori
ums
A._
, Einwand erheben mit dem Antrag auf erneute Prüfung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen im Hinblick auf eine Erstausbil
dung (Urk. 7/49). Die IV-Stelle wies daraufhin mit Verfügung vom 29. September 2016 das Leistungsbegehren des Versicherten ohne weiteres ab (Urk. 2 [= Urk. 7/52]).
2.
Gegen die Verfügung vom 29. September 2016 liess der Versicherte mit Ein
gabe vom 31. Oktober 2016 Beschwerde (Urk. 1) erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1. De
zember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 30. Januar 2017 erstattete der Beschwerdeführer die Replik, wobei er an den in der Beschwerde gestellten Anträgen festhielt (Urk.
10). Mit Eingabe vom 23. Februar 2017 liess die Beschwerdegegnerin verlauten, dass sie auf eine Duplik verzichte (Urk. 12), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. Februar 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
1.2
Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Dieser Zeitpunkt ist objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes festzustellen; zufällige externe Faktoren sind unerheb
lich (AHI 2003 S. 209 E. 2a). Das IVG beruht somit auf dem Konzept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 126 V 461 E. 1 mit Hinweis).
1.3
1.3.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit (Abs. 1):
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Die Eingliede
rungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 unter anderem in Integrations
massnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit. a
bis
) und Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b).
1.3.2
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsun
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmass
nahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrations
massnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmassnahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Reha
bilitation (lit. a) und Beschäftigungsmassnahmen (lit. b).
1.3.3
Massnahmen beruflicher Art im Sinne von Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG setzen
im Gegensatz zu den Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die beruf
liche Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. a IVG - objektive und subjektive Eingliederungsfähigkeit,
das heisst die objektive Möglichkeit und die erklärte Bereitschaft sowie das entsprechende Verhalten der versicher
ten Person, arbeiten zu wollen,
voraus.
Bei einer Arbeitsfähigkeit ab 50 % gilt die (objektive) Eingliederungsfähigkeit als erreicht und sind direkt Massnahmen beruflicher Art vorzusehen (vgl.
E.
1.5; vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die
Integrationsmassnahmen [KSIM], gültig ab 1. Januar 2016, Stand 1. Januar 2016
, Rz 1072).
1.3.4
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbil
dung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1 IVV die berufliche Grundbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBG) sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.
Als invalid im Sinne von Art. 16 IVG gilt, wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehr
kosten auf sich nehmen muss. Bezüglich psychischer Beeinträchtigungen sind die von der Rechtsprechung zum invalidisierenden geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden (Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 7 und 8 Abs. 1 ATSG) entwickelten Grundsätze auch im Bereich des Art. 16 IVG massgeblich; dabei ist jedoch nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen Bezugspunkt (BGE 114 V 29 E. 1b in fine mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts I 159/05 vom 16. März 2006 E. 3.2.2). Sodann ist es unerheblich, ob die versicherte Person bei Erlass der Verwaltungsverfügung an einem invali
disierenden Gesundheitsschaden leidet. Denn es kommt im Rahmen von Art.
4 Abs. 1 IVG (in Verbindung mit Art. 7 und 8 Abs. 1 ATSG), von seinem ausdrücklichen Wortlaut wie von der Systematik der Invalidenversicherung als final konzipierte Erwerbsausfallversicherung (AHI 1999 S. 79) her, nicht auf die Gleichzeitigkeit (Kontemporalität), sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit an (BGE 126 V 461 E. 2 in fine, AHI 2003 S. 158 E. 2).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
1.5
1.5.1
Versichert nach Massgabe des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung sind Personen, die gemäss den Artikeln 1a und 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) obligatorisch oder freiwillig versichert sind.
Gemäss Art. 1a Abs. 1 lit. a AHVG sind natürliche Personen nach AHVG obli
gatorisch versichert, wenn sie in der Schweiz ihren Wohnsitz haben.
1.5.2
Anspruch auf eine ordentliche Rente der Invalidenversicherung haben Versi
cherte, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Bei
träge geleistet haben (Art. 36 Abs. 1 IVG). Falls die Mindestbeitragsdauer mit schweizerischen Versicherungszeiten nicht erfüllt ist, müssen bei Schweizern und Angehörigen von EU/EFTA-Staaten Beitragszeiten mitberücksichtigt werden, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt worden sind. Ist die Min
destbeitragsdauer zwar unter Anrechnung von Versicherungszeiten in der EU/EFTA erfüllt, beträgt aber die Beitragsdauer in der Schweiz weniger als ein Jahr, so besteht kein Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente (vgl.
Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3.
Auf
lage 2014, Rz.
4 zu Art. 36).
1.5.3
Der Anspruch von Schweizer Bürgern auf eine ausserordentliche Rente rich
tet sich laut Art. 39 Abs. 1 IVG nach den Bestimmungen des AHVG. Gemäss Art. 42 Abs. 1 AHVG haben Schweizer Bürger mit Wohnsitz und gewöhnli
chem Aufenthalt in der Schweiz Anspruch auf eine ausserordent
liche Rente, wenn sie während der gleichen Zahl von Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang, denen aber keine ordentliche Rente zusteht, weil sie bis zur Ent
stehung des Rentenanspruchs nicht während eines vollen Jahres der Beitrags
pflicht unterstellt gewesen sind. Betroffen sind jene Versicherungs
jahre ab dem 1. Januar, der dem Datum folgt, an welchem die Person ihr 20.
Altersjahr vollendet hat (vgl. Art. 2 IVG in Verbindung mit Art. 3 AHVG sowie Art. 36 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 2, 29
bis
und 29
ter
AHVG (BGE 131 V 393 E.. 2.4 mit Hinweis auf die Materialien; Urteil des Bundesgerichts I 810/05 vom 5. Febbruar 2007 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.5.4
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entsteht gemäss Art. 9 IVG frühestens mit der Unterstellung unter die obligatorische oder die freiwillige Versicherung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung (Abs.
1
bis
). Für den Anspruch von Schweizer Bürgern ist seit der Aufhebung der Versicherungsklausel per 1. Januar 2001 nicht mehr vorausgesetzt, dass sie im Zeitpunkt des Eintritts der leistungsbegründenden Invalidität ver
si
chert waren (BGE 136 V 33 E. 5.3 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) kommt ebenfalls Beweis
wert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderun
gen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht ver
wehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweis
würdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d; Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.2 und 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.3).
1.8
Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft die IV-Stelle die Begehren, nimmt die notwen
digen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchführungsorgan die Auf
gabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt so abzuklären, dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG). Die IV-Stelle hat folglich den anspruchsrelevanten (medizi
nischen und erwerblichen) Sachverhalt mit der erforderlichen Sorgfalt zu untersuchen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_366/2016 vom 11. August 2016 E. 5.3).
Die Abklärungspflicht der IV-Stelle erstreckt sich auf alle nach dem Sachver
halt und der Aktenlage im Bereich des Möglichen liegenden Leistungen. Insoweit trifft sie auch eine Verfügungspflicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_155/2007 vom 10. Juli 2007 E. 4 mit Hinweis).
1.9
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rück
weisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensent
scheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt unge
nügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. Sep
tember 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die abschlies
sende medizinische Abklärung der Rentenprüfung habe ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers vor allem durch ein Abhängig
keitsverhalten begründet sei und deshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. Der Einwand des Beschwerdeführers mit dem Antrag um erneute Prüfung von beruflichen Massnahmen im Hinblick auf eine Erstaus
bildung sei geprüft worden. In der Mitteilung vom 7. März 2016 sei dem Beschwerdeführer mitgeteilt worden, dass er sich nach Aufgleisen des betreuten Wohnens sowie einer stabilen Tagesstruktur mit einem Zusatzge
such bei ihr melden dürfe. Da die Rentenprüfung ergeben habe, dass keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege, sei die Mitteilung vom 7.
März 2016 in Bezug auf die Gewährung weiterer beruflicher Massnahmen als nichtig zu betrachten. Es seien weiterhin keine beruflichen Massnahmen vor
gesehen (Urk. 2).
2.2
In der Beschwerde wurde dagegen vorgebracht, zur Auffassung der Beschwer
degegnerin, wonach die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch ein Abhängigkeitsverhalten begründet sei, könne ohne Kenntnis der gesamten Akten nicht fundiert Stellung genommen werden. Sollte nicht schon auf
grund der im IV-Dossier liegenden medizinischen Unterlagen eine Invalidität bejaht werden können, müsse ein den Beweisanforderungen genügendes psychiatrisches Gutachten eingeholt werden. Was die Leistungsarten betreffe, so würden ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, ein Taggeldan
spruch und ein Rentenanspruch zu prüfen sein. In Bezug auf die Eingliede
rungsmassnahmen sei in erster Linie an die Übernahme der invaliditätsbe
dingten Mehrkosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung zu denken. Seitens des Beschwerdeführers werde eine Kochlehre in geschütztem Rahmen - nämlich im
C._
– angestrebt. In Anbetracht des von einer Mitar
beiterin der
Z._
unterzeichneten Einwandes dürfte sich der psychische Gesundheitszustand so weit stabilisiert haben, dass eine Ausbildung in geschütztem Rahmen nun begonnen werden könne. Die für einen Taggeldanspruch bei erstmaliger beruflicher Ausbildung vorausgesetzte invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse sei beim 28-jähigen Beschwerdeführer, der als Gesunder schon im Erwerbsleben stünde, gegeben. Ein Rentenanspruch könnte mangels damaliger Eingliederungsfähigkeit schon vor dem Beginn von Eingliederungsmassnahmen gegeben sein (Urk.
1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Beschwerdeantwort fest, der Beschwer
de
führer nehme derzeit keine medikamentöse Behandlung in Anspruch, was gegen einen hohen Leidensdruck und einen invaliden
versi
cherungs
rechtlich massgebenden Gesundheitsschaden spreche (Urk. 6).
2.4
Der Beschwerdeführer liess in der Replik ausführen, die reine Akten
beur
tei
lung des RAD vom 10. August 2016, auf welche die Beschwerdegegnerin verweise, weiche ohne plausible Begründung sowohl bezüglich der Herkunft und Vorgeschichte als auch bezüglich des Schweregrades der Ein
schränkun
gen im sozialen/zwischenmenschlichen Bereich von den übrigen medizini
schen Unterlagen frappant ab. Sie könne mangels hinreichenden Beweiswerts nicht als Grundlage für einen Abweisungsentscheid verwendet werden (Urk.
10 S. 11). Dementsprechend könne entgegen der Auffassung der Beschwer
de
gegnerin nicht davon ausgegangen werden, es handle sich beim Gesund
heitsschaden des Beschwerdeführers um eine primäre Sucht
erkrankung und der selbstunsichere sowie narzisstische Anteil des Gesund
heitsschadens sei eher gering ausgeprägt (Urk. 10 S. 12). Dr.
Y._
habe keine Indi
kation für eine medikamentöse Behandlung erwähnt. Er unternehme jedoch alles medizinisch Indizierte. Der Umstand, dass nach der überzeugend begründeten Beurteilung von Dr.
Y._
nicht nur eine Ausbildung nur in geschütztem Rahmen stattfinden könne, sondern er über
dies sogar einer betreuten Wohnform bedürfe, zeige eindrücklich, wie schwer die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wögen. Es liege ein invali
disierender Gesundheitsschaden vor, weshalb er Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung habe (Urk. 10 S. 12 f.).
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer vom 24. Oktober bis 17. Dezember 2013 stationär in der Klinik
D._
(Deutschland) aufhielt, wobei er auf der Schwerpunktstation für Patienten mit pathologischem Computergebrauch, Persönlichkeitsstörungen und sozialer Phobie, behandelt wurde (Urk. 7/16 = Urk. 3/4). Seit dem 19.
Februar 2014 steht er in der
Z._
, Zentrum für soziale Psychiatrie, in psychiatrischer Behandlung (ambulant resp. tagesklinisch [vom 23. September 2014 bis 13. Mai 2015], Urk. 6/12).
3.2
Im – von Dr.
Y._
eingereichten - Entlassungsbericht der Klinik
D._
vom 4. Februar 2014 wurden ein pathologischer PC
Gebrauch (ICD-10 F63.8), eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine soziale Phobie (ICD
10 F40.1), ein Alkoholabusus (ICD-10 F10.1) sowie ferner eine essen
tielle Hypertonie (I 10.90) und sonstige näher bezeichnete Muskel
krankheiten (M62.88) diagnostiziert (Urk. 7/16/1).
Zum Aufnahmegespräch sei ein blasser und stark erschöpfter Patient erschienen, der mit deutlich depressiver Stimmungslage und gleichzeitig hoher psychophysiologischer Anspannung berichtet habe. Er sei voll und allseits orientiert, Aufmerksamkeit und Konzentration seien deutlich redu
ziert und auch die Merkfähigkeit sei beeinträchtigt. Es gebe keinen Anhalt für inhaltliche Denk- oder Wahrnehmungsstörungen, der formale Gedanken
gang sei durch starkes Grübeln gekennzeichnet. Darüber hinaus ergäben sich Anhalte für wiederkehrendes Derealisationserleben, ausserdem ausgeprägte sozialphobische Bewertungsängste sowie Nähe-Distanzintoleranzen. Die Befindlichkeit sei insgesamt auf den negativen Skalenbereich verschoben und vordergründig ängstlich-depressiv. Die Vitalgefühle seien beeinträchtigt und der Antrieb stark reduziert. Insuffizienzgefühle und Schuldgefühle wür
den deutlich bis hin zu ausgeprägter Selbstentwertung. Das Interaktionsver
halten zeige sich emotional-instabil sowie ängstlich-vermeidend, sozialer Rückzug sei vorherrschend. Es würden jedoch ausserdem eine ausgeprägte innere Wut und Aggressivität beschrieben und langanhaltend
e
Druck- und Anspannungszustände. Zuletzt sei es zunehmend zu einem Alkoholkonsum als Art Selbstmedikation zur Gefühlsbetäubung gekommen. Es bestehe eine exzessive Computernutzung von mindestens acht bis
zehn
Stunden Online-Gaming täglich plus zusätzlich drei bis vier Stunden Surfen (Urk. 7/16/4-5).
Im Verlauf des stationären Aufenthaltes seien die Bedarfsmedikation mit einem anspannungsregulierenden Neuroleptikum und nach Compliance
auf
bau die antidepressive Medikation mit Fluoxetin begonnen worden, wovon der Beschwerdeführer habe profitieren können. Er sei regulär in deutlich stabilisiertem Gesamtzustand und mit Kompetenzaufbau hinsichtlich funk
tionaler Anspannungs- und Emotionsregulation entlassen worden. Es bestünden jedoch weiterhin eine ausgeprägte Nähe-Distanzregulations
stö
rung sowie Identitätsstörung, weshalb die Arbeitsfähigkeit weiterhin als nicht gegeben betrachtet werde. Es werde zwingend die Aufnahme einer ambulan
ten Psychotherapie empfohlen, in deren Rahmen die Borderline-Störung ebenso wie die PC-Problematik weiter behandelt werden sollten. Auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe für pathologischen Computer
gebrauch werde als erforderlich erachtet, und es werde die Fortführung der genannten Medi
kation empfohlen (Urk. 7/16/3).
3.3
Im Bericht von Dr.
Y._
vom 20. Februar 2014 über das Erstge
spräch in der
Z._
vom 19. Februar 2014 wurde zur Biographie des Beschwerdeführers unter anderem festgehalten, die Eltern des Beschwerde
führers hätten sich getrennt, als er fünf Jahre alt gewesen sei. Dies habe zum Umzug des Beschwerdeführers nach Finnland geführt. Dort habe er die Schule besucht und
das
Abitur
absolviert. Anschliessend habe er begonnen, in Österreich Biologie zu studieren. Abgeschlossen habe er jedoch nur zwei Semester.
Zur Krankheitsentwicklung wurde bemerkt, dass sich der Beschwerdeführer mit der in der Klinik
D._
gestellten Diagnose einer Borderline-Störung identifizieren könne. Insbesondere bezüg
lich seiner Identität bestünden starke Unsicherheiten. Er tendiere zu Ideali
sierung und Entwertung und habe Angst vor menschlicher Nähe, aus Sorge, andere zu verlieren. Eine „richtige“ Partnerschaft habe er bisher nicht gehabt, sondern nur Beziehungen, welche nicht intim und nie längerfristig gewesen seien. Er habe einmal sexuelle Erfahrung gemacht, obwohl er Interesse an Sexualität habe. Jedoch verhindere die Angst vor Nähe, dass er sich auf andere einlasse. Die erste Erinnerung an dieses Gefühl und Verhalten liege im Alter von sieben Jahren. Eine Verstärkung der Symptomatik sei im Zusammenhang mit der Erkrankung der Mutter aufgetreten, welche nach der Trennung depressiv und paranoid geworden sei und den Kontakt zu seinem Vater verhindert habe. Während dieser Zeit habe sich der Einzelgängerdrang verstärkt, er habe Kontakte in der Schule vermieden und sich aus „Trotz“ von anderen isoliert. Anpassungszustände reguliere er durch selbstverletzende und selbstschädigende Verhaltensweisen. So habe er sich zwei Mal geritzt und konsumiere regelmässig Alkohol, derzeit täglich. Teilweise habe er täg
lich eine Flasche hochprozentigen Alkohol getrunken (Urk. 7/12/8).
3.4
Im „Verlaufsbericht zur erstmaligen beruflichen Ausbildung, für die Zeit ab Februar 2014“ vom 10. September 2015 nannte Dr.
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/
1
2
/2
):
-
soziale Phobien (ICD-10 F40.1) seit der Jugend
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD
10 F33.0) seit der Jugend
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und selbstunsi
cheren Zügen (ICD-10 F61.8) seit der Jugend
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeits
syn
drom, aktuell abstinent (ICD-10 F10.2) seit 2014
-
pathologisches Online-Gaming (ICD-10 F63.8) seit Jugend
Der Beschwerdeführer sei seit seiner Kindheit und Jugend durch diese Diagno
sen beeinträchtigt. Er sei in einem invalidierenden, nicht stützenden und nicht fördernden Umfeld aufgewachsen und habe somit nicht die Mög
lichkeiten erhalten, grundlegende Fähigkeiten bezüglich der Lebensgestal
tung zu erwerben. Es bestünden in allen Lebensbereichen Einschränkungen und Defizite, für welche er Unterstützung von aussen benötige. Da beim Beschwerdeführer Grundfertigkeiten zur Alltagsbewältigung fehlen würden, sei auch keine Aussage bezüglich des Arbeitsumfanges und der möglichen Tätigkeiten zu machen. Aus diesem Grunde erachte sie ein Belastbarkeits
training zur Prüfung der Belastbarkeit, zur Festlegung des Arbeitspensums im Sinne des zeitlichen Umfangs pro Tag sowie der möglichen Tätigkeiten, die er ausführen könne, als notwendig. Der Beschwerdeführer habe es bisher nicht geschafft, etwas längerfristig durchzuhalten. Bei einem Besuch in der Tagesklinik habe sich gezeigt, dass er Schwierigkeiten habe, sich auch an die dortigen niederschwelligeren Strukturen zu halten, und so habe er die Teil
nahme an Therapien häufig versäumt. Er sei insbesondere durch seine Per
sönlichkeitsstörung und die soziale Phobie im zwischenmenschlichen Bereich eingeschränkt und rasch überfordert. Insofern stellten solche Situationen für ihn eine hohe Belastung dar und er reagiere mit vegetativen Symptomen und Rückzugstendenzen. Die Leistungsfähigkeit an sich sei schlecht zu beurteilen, da der Beschwerdeführer bisher nie gearbeitet habe und somit kein Aus
gangswert zur Messung der Leistungsfähigkeit vorliege (Urk. 7/12/2-3).
Beim Beschwerdeführer liege eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und selbstunsicheren Zügen vor. Zudem bestehe eine soziale Phobie mit aus
geprägter Belastung in zwischenmenschlichen Kontakten und Tendenz zu Rückzug und Vermeidung. Durch die psychosozialen Faktoren (Unter
stützung durch die Eltern) würden die beschriebenen Symptome aufrecht
erhalten. Wunsch des Beschwerdeführers sei es jedoch, aus diesem Teufels
kreis auszubrechen. Aus diesem Grunde sei die Unterstützung
durch
die IV
indiziert. Diese solle dazu beitragen, dass er es schaffe, sein Leben selbstän
dig gestalten zu können. Hierzu wäre eine identitätsstiftende Massnahme, wie zum Beispiel eine berufliche Integration, notwendig. Da jedoch bereits bei anderen strukturgebenden Massnahmen (Tagesklinikauf
ent
halt vom Sep
tember 2014 bis Mai 2015) Schwierigkeiten bestanden hätten, den struktur
gebenden Rahmen einzuhalten, sei eine endgültige Beurteilung der Prognose schwierig. Der Beschwerdeführer sei sehr motiviert, seine Lebensqualität zu verbessern, die Lebensumstände zu verändern und mehr Selbständigkeit zu erreichen. Aus ärztlich-psychotherapeutischer Sicht sei die Entwicklung einer beruflichen Identität dazu massgeblich beitragend. Es werde jedoch hoher Motivation von aussen bedürfen, dass der Beschwerdeführer eine solche Massnahme vollende. Dabei stünden ihm unter anderem auch seine hohen Ansprüche an sich selbst im Wege, die immer wieder zu Frustration und dem Gefühl des Scheiterns führten. Insofern könne die berufliche Integration selbstwertverstärkend und identitätsstiftend sein und sich somit auf den Krankheitsverlauf günstig auswirken. Dies liege jedoch letztlich auch daran, wie motiviert er die Massnahme durchführe (Urk.
7/12/5).
3.5
Im „Verlaufsbericht zur beruflichen Integration/Rente, für die Zeit ab 10. September 2015“ vom 25. April 2016 hielt Dr.
Y._
bei im Wesentlichen gleichen Diagnosen wie im Bericht vom 10. September 2015 (vgl. E. 3.
4
) fest, die darin beschriebenen Symptome bestünden fort. Hierbei wirkten insbesondere die Symptome der Persönlichkeitsstörung hinderlich und führten zu ausgeprägten Einschränkungen im zwischenmenschlichen Bereich. So leide er anhaltend unter sozialphobischen Symptomen mit ver
mehrter Rückzugstendenz und ausgeprägtem Vermeidungsverhalten. Aber auch die Strukturlosigkeit verhalte sich hartnäckig und sei durch äussere Massnahmen bisher kaum zu durchbrechen gewesen. Es falle dem Beschwer
deführer anhaltend schwer, sich an Vereinbarungen zu halten und Verbind
lichkeiten einzugehen, auch wenn diese für ihn von Nutzen wären. Positiv sei, dass er seit circa sechs Monaten vom Alkohol abstinent lebe (Urk.
7/30/2). Zum Ressourcenprofil wurde festgehalten, der Beschwerde
führer sei ungelernt. Er habe mehrere Semester Biologie studiert, sei jedoch kaum in Vorlesungen gewesen. Zuletzt habe er eine Belastungserprobung der Beschwerdegegnerin bei der Arche in Zürich wahrgenommen und sei dort zwei bis vier Stunden täglich tätig gewesen. Er habe jedoch häufig gefehlt. Es sei davon auszugehen, dass er grundsätzlich in der Lage sei, mit einem Pen
sum von drei bis vier Stunden täglich einer solchen Tätigkeit weiterhin nach
zugehen (Urk. 7/30/3). Der Beschwerdeführer sei grundsätzlich in der Lage, Wiedereingliederungsmassnahmen wahrzunehmen. Er sei im Rahmen dieser mit mindestens drei bis vier Stunden belastbar. Das Pensum sollte gesteigert werden. Jedoch sei es notwendig, weiterhin an der Motivation des Beschwer
deführers zu arbeiten (Urk. 7/30/5).
3.6
Im EU-Bericht (Formular 213) vom 30. Mai 2016 nannte Dr.
Y._
im Wesentlichen die gleichen Diagnosen wie in den Vorberichten (vgl. E. 3.4 und 3.5), wobei sie aber die Diagnose „soziale Phobien“ nicht mehr erwähnte (Urk. 7/34/9). Die Schwierigkeiten bestünden fort und beeinträchtigten den Beschwerdeführer in seinem Alltagsgeschehen. Hierbei wirkten sich insbe
sondere die Symptome der Persönlichkeitsstörung hinderlich, die zu ausge
prägten Einschränkungen im zwischenmenschlichen Bereich führten (Urk.
7/34/2-3). Der bisherige Verlauf sei positiv zu bewerten, da es dem Beschwerdeführer gelungen sei, den Alkoholkonsum zu beenden und das PC
Using einzuschränken. Er zeige sich in der Therapie motiviert und verbindli
cher als noch in
deren
Anfängen (Urk. 7/34/11). Die letzte Tätigkeit als Student und eine angepasste Tätigkeit könne er nicht verrichten. Er wünsche, eine Ausbildung als Koch zu absolvieren. Diese sollte in geschütztem Rahmen erfolgen. Der derzeitige Gesundheitszustand könne durch Psycho
therapie, Unterstützung durch Massnahmen im geschützten Bereich (zum Beispiel Lehre) sowie beim Erlernen von Alltagsfertigkeiten, zum Beispiel in einem betreuten Wohnen, verbessert werden (Urk. 7/34/14).
3.7
RAD-Arzt med. pract.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, führte in der Stellungnahme vom 20. August 2016 aus, es handle sich um ein primäres Suchtgeschehen. Vor dem Suchtgeschehen scheine kein invalidisierender Gesundheitsschaden bestanden zu haben, da der Beschwerdeführer seine Matura erfolgreich habe absolvieren können. Ein exzessives Gamen führe folgerichtig zu einer sozialen Ungeübtheit und Ver
meidungsverhalten, allerdings beschreibe die Tagesklinik trotzdem recht gute soziale Fertigkeiten. Dieser Teil des Gesundheitsschadens (selbstunsicher und narzisstisch) scheine daher eher gering ausgeprägt zu sein. Die Biografie weise auf Reifungsdefizite hin, da man ihm viele Verpflichtungen abgenom
men habe. Eine Berentung wäre hier therapeutisch kontraproduktiv. Die Frage nach früheren Arbeitsunfähigkeiten könne nicht beantwortet werden, da die Klinik
D._
keine Angaben dazu mache. Der Beschwerdeführer sei mit diesem Gesundheitsschaden in die Schweiz eingereist (Urk. 7/44/4).
4.
4.1
.1
Vorab ist festzuhalten, dass laut
Begründung
in der auf Abweisung des Leis
tungsbegehrens lautenden Verfügung vom 29. September 2016 nebst dem Rentenanspruch auch der – erst - mit dem Einwand vom 13. September 2016 gestellte Antrag auf erneute Prüfung von beruflichen Massnahmen im Hin
blick auf die Erstausbildung (Urk. 7/49) geprüft wurde (Urk. 2).
In der Beschwerde wurden die gesetzlichen Leistungen, insbesondere auch Eingliederungsmassnahmen in Form der Übernahme der invaliditätsbeding
ten Mehrkosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung (Kochlehre in geschütztem Rahmen im
C._)
, und in der Replik in Form einer erstmaligen beruflichen Ausbildung mit gegebenenfalls vorgängigen Inte
grationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, beantragt (Urk. 1 S. 7 und Urk. 10 S. 2).
Streitgegenstand bilden somit vorliegend auch resp. sogar in erster Linie beruf
liche Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 8 IVG (vgl. E.
1.3
).
4.1.2
In formeller Hinsicht ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin den Vor
bescheid vom 12. August 2016 mit
„
kein Anspruch auf IV-Leistungen“ beti
telt und damit die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt hatte. Einleitend hatte sie jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie
nur
-
den Anspruch auf eine Rente geprüft habe (Urk. 7/45; vgl. auch Mit
teilung vom
7. März 2016, Urk. 7/25
). Hinsichtlich des
-
erst
-
im Einwand vom 13. September 2016 (Urk. 7/49) gestellten Antrags auf erneute Prüfung von beruflichen Massnahmen im Hinblick auf die Erstausbildung erging kein Vorbescheid. Es kann offen bleiben, ob darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 42 ATSG zu erblicken ist (vgl. Art. 5
7
a IVG) und die angefochtene Verfügung deshalb insoweit bereits aus formellen Gründen aufzuheben wäre. Da das IVG auf dem Prinzip des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles beruht (vgl. E. 1.2), hätte die Beschwerdegegnerin den besagten Antrag nämlich auch aus materiellen Gründen nicht ohne Weiteres abweisen dürfen.
4.2
4.2.1
Gemäss Aktenlage wollte der Beschwerdeführer nach bestandene
m Abitur
(2006) das Studium der Biologie absolvieren, musste dieses jedoch „aus psychischen Gründen“ abbrechen. Aktuell strebt er die Ausbildung zum Koch an.
Der Besuch der Mittelschule gilt zwar als erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 5 Abs. 1 IVV; vgl. E. 1.3.4). Die bestandene Matura schliesst diese jedoch nicht ab (vgl. BGE 101 V 165 Regeste und E. 2; Die Praxis 71 (1982) Nr. 86). Für die von ihm nunmehr angestrebte Ausbildung als Koch könnte der Beschwerdeführer deshalb dann einen Anspruch gegen
über
de
r
Invali
denversicherung erheben, wenn er aus Gründen eines bleibenden oder längere Zeit dauernden Gesundheitsschadens, somit invaliditätsbedingt, daran gehindert worden ist, im üblichen Rahmen eine seinen Fähigkeiten entsprechende Berufsausbildung zu absolvieren (vgl. BGE 126 V 461).
4.2.2
Dem Bericht der
D._
Klinik vom
4. Februar 2014
(vgl. E.
3.2)
ist zu ent
nehmen, dass dem Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben ab dem 10. Lebensjahr seine Leidenschaft für Computerspiele zum Verhängnis geworden sei und er sich immer mehr in diese Welt zurückgezogen habe, worunter nicht nur die schulischen Leistungen, sondern auch die Integration in das soziale Umfeld zunehmen gelitten hätten. Ab dem Beginn des World of Warcraft (WOW) –Spielens habe sich diese Spirale zunehmend verselb
ständigt. Irgendwie habe er es noch geschafft, das Abitur zu machen. Das liege wohl zum grössten Teil daran, dass er eigentlich recht intelligent sei. Und so sei er dann 2008 nach Oesterreich gegangen, um dort zu studieren. Die Abwärtsspirale habe sich dort jedoch eigentlich nur weiter entwickelt. Nachdem es ihm nun so schlecht gehe, dass er nicht mehr seinen eigenen Haushalt hinbekommen habe, habe er sich nun doch zu einer erneuten Psychotherapie entschieden (Urk. 7/16/4).
Aufgrund dieser Angaben des Beschwerdeführers selbst steht ausser Frage, dass er zumindest auch durch das
-
von Dr.
Y._
in Übereinstimmung mit den Ärzten der Klinik
D._
diagnostizierte
-
pathologi
sche Spielen (ICD-10 F63.0) daran gehindert worden ist, im üblichen Rahmen eine seinen Fähigkeiten entsprechende Ausbildung zu absolvieren.
4.2.3
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht
(wie auch Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch)
als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE
124 V 265 E. 3c).
Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditäts
begründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbstständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art.
6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fach
ärztlich festgestellten psychischen Störungen von Krankheitswert (BGE
127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleich
sam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Verände
rung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich bessern und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich ent
sprechend verringern würde (Urteile des Bundes
gerichts 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19.
August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014, Rz. 51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Sucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesund
heitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV
recht
lich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht - einem Symptom gleich - Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Vor
aussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittel
konsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidi
sierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mit
telbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2 mit weiteren Hinweisen).
Diese Rechtsprechung ist – unstrittig – auch im vorliegenden Fall beachtlich.
4.2.4
Die behandelnden Ärzte gehen übereinstimmend davon aus, dass beim Beschwerdeführer – nebst einem Alkoholabusus und einem pathologischen PC-Gebrauch resp. einem pathologischen Online-Gaming – eine Persönlich
keitsstörung sowie soziale Phobien bestehen. Gemäss der Beurteilung von Dr.
Y._
ist der Beschwerdeführer durch diese Leiden seit seiner Kindheit und Jugend beeinträchtigt (Urk. 7/12/2). Aktuell wirkt sich laut Dr.
Y._
insbesondere die Persönlichkeitsstörung auf die Arbeits
fä
higkeit des Beschwerdeführers aus (Urk. 7/30/2). Auch die Ärzte der
O._
Klinik massen der Persönlichkeitsstörung einen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers bei (Urk. 7/16/3). Zur Frage, ob zwischen der Persönlichkeitsstörung und den sozialen Phobien ein enger Zusammenhang besteht, haben sich die behandelnden Ärzte zwar nicht konkret geäussert. Wie der Beschwerdeführer zu Recht bemerkte, deuten aber insbesondere die Angaben im Bericht der
D._
Klinik darauf hin, dass die dortigen Ärzte einen solchen als gegeben erachteten, ist doch darin von einer vorherrschen
den Gefühlsvermeidung durch Spielen und Alkohol, einem compensatori
schen Computerspielen sowie von einem zunehmenden schädlichen Alkohol
konsum als Art Selbstmedikation zur Gefühlsbetäubung die Rede (Urk. 7/16/3-4).
4.3
4.3.1
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege, auf die Stellungnahme von RAD-Arzt
E._
vom 10. August 2016 (Urk. 7/44/3-4).
4.3.2
Dem Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass die - sehr knapp gefasste und vage formulierte, nicht auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers beruhende – Stellungnahme von RAD-Arzt
E._
den eingangs genannten Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen
(vgl. E. 1.6 und E. 1.7)
nicht genügt, zumal sie in ihren Schlussfolgerungen massgeblich von der Beurteilung der behandelnden Ärzte abweicht.
Rechtsprechungsgemäss ist auf der anderen Seite ebenfalls zu berücksichti
gen, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtli
chen Ver
hältnis zur versicherten Person stehen und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versi
cherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszu
standes und erfüllen des
halb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte
beziehungsweise regelmässig be
han
del
nde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2)
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig ge
stützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1).
4.3.3
Schon deshalb liegen keine zuverlässigen medizinischen Entscheidungs
grundla
gen vor. Hinzu kommt, dass sich die mit dem Beschwerdeführer befassten Ärzte zur sich vorliegend
-
im Hinblick auf einen allfälligen Anspruch auf erstmalige berufliche Ausbildung im Sinne von Art. 16 IVG - insbesondere stellenden Frage nach dem psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitraum zwischen dem Abschluss de
s
Abiturs
und dem Abbruch des Studiums nicht konkret geäus
sert haben (vgl. E. 4.2).
4.3.4
Die Beschwerdegegnerin hat demnach den rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gebe.
Dieses hat sich insbesondere darüber auszusprechen, ob nebst dem Sucht
geschehen ein psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorliegt und seit wann, sich ferner zur Ursächlichkeit des Suchtgeschehens und allfälligen aus diesem resultierenden Folgeschäden sowie zu den Wechselwirkungen zwischen einem allfälligen psychischen Gesundheitsschaden und dem Suchtgeschehen zu äussern (E. 4.2.3).
Im Hinblick auf den Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ hat die Beschwerdegegnerin danach vorab über die vom Beschwerdeführer bean
tragten Eingliederungsmassnahmen zu befinden.
4.3.5
Hinsichtlich eines allfälligen Rentenanspruches ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer erst seit 2014 Wohnsitz in der Schweiz hat. Es erscheint daher fraglich, ob die eingangs genannten versicherungsmässigen Voraus
setzungen für einen Anspruch auf eine (ausserordentliche) Rente
(vgl. E. 1.5)
überhaupt erfüllt sind.
4.4
Die Beschwerde ist demnach in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefoch
tene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie ergänzende Abklärungen im Sinne der Erwä
gungen vornehme und hernach über einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Eingliederungsmassnahmen und eine Rente neu verfüge.
5.
5
.
1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen.
Ausgangs
gemäss
sind
sie
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Nach § 34 Abs. 1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer)
, wobei vorliegend eine
Prozessentschädigung von Fr. 2‘100.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen erscheint.