# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cb474480-102d-400a-831d-4b58e8948cbc
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

Sachverhalt
A.
a) B._, Z._, ist Eigentümer von Grundstück Nr. 001, Grund-
buch Y._, in Y._. Das Grundstück liegt nach dem Teil-
zonenplan der Gemeinde Y._ in der Landwirtschaftszone und um-
fasst auch eine Teilfläche des – heute nicht mehr existierenden und
dementsprechend nicht mehr im Grundbuch aufgeführten – Grund-
stücks Nr. 002; dieses Grundstück wurde nach einer Grenzmutation
auf die Grundstücke Nrn. 001 und 003 aufgeteilt. Grundstück Nr. 001
grenzt im Norden an das Grundstück Nr. 004 des C._unternehmens
(Gewässerparzelle mit beidseitiger Strasse).
[...]
Übersicht Grundstücke
(Quelle: Geoportal SG)
b) Im November 2001 liess die A._AG, X._, beim Planungs-
amt (heute: Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, abgekürzt
AREG) um die Vorprüfung einer flächendeckenden Geländeauffüllung
von 6'000 bis 7'000 m3 zum Zweck der Erleichterung der maschinellen
landwirtschaftlichen Bodenbewirtschaftung und der Bodenverbesse-
rung auf den Grundstücken Nrn. 001 und [alt]003 ersuchen. Das
AREG stimmte der Geländeauffüllung mit Verfügung vom 13. Mai
2002 im Umfang von maximal 3'000 m3 mit inertem Aushubmaterial
von Baustellen in der Umgebung auf einer Fläche von 5'000 m2 unter
diversen Bedingungen zu. Gestützt darauf erteilte der Gemeinderat
der Politischen Gemeinde Y._ (nachfolgend: Gemeinderat Y._)
der A._AG am 28. Mai 2002 die Baubewilligung unter Auflagen und
Bedingungen.
Am 18. März 2003 stellte das Bauamt der Politischen Gemeinde Y._
fest, dass das Gelände über den in den Plänen bewilligten Perimeter
hinaus aufgefüllt worden war. Mit Schreiben vom 19. März 2003 for-
derte das Bauamt die A._AG auf, den bewilligten Zustand bis Ende
März 2003 wiederherzustellen. In der Folge stellte sich heraus, dass
die Gesamtkubatur der Auffüllung ca. 8'800 m3 auf einer Fläche von
10'800 m2 betrug. Davon abgezogen wurde die bewilligte Menge von
3'000 m3 und ein als "Toleranz in der Schütthöhe" bezeichnetes Volu-
men von 25 cm auf 10'800 m2, entsprechend ca. 2'600 m3. Die effek-
tive Mehraufschüttung wurde folglich auf 3'200 m3 beziffert.
Am 21. Dezember 2004 verfügte der Gemeinderat Y._ die Wieder-
herstellung des rechtmässigen Zustands. Dagegen erhob die
A._AG Rekurs beim Baudepartement. Nach einer vorläufigen Beur-
teilung durch das Baudepartement widerrief der Gemeinderat Y._
am 14. März 2005 die Wiederherstellungsverfügung und forderte die
A._AG auf, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 3/11
c) Am 13. April 2005 ersuchte die A._AG um nachträgliche Be-
willigung der auf einer Fläche von 10'800 m2 ausgeführten Gelän-
deauffüllung von 8'800 m3. Nachgesucht wurde im Weiteren um Be-
willigung des im Vergleich zur erteilten Baubewilligung von zehn auf
sechs Meter verringerten Gewässerabstands. Mit Verfügung vom
23. September 2005 verweigerte das AREG die Zustimmung zum
nachträglichen Baugesuch und forderte den Gemeinderat Y._ auf,
die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu verfügen.
d) Am 28. Oktober 2005 wies der Gemeinderat Y._ das nach-
trägliche Baugesuch vom 13. April 2005 ab und ordnete die Wieder-
herstellung des mit Baubewilligung vom 28. Mai 2002 bewilligten Zu-
stands an. Die Verfügung des AREG vom 23. September 2005 erklärte
der Gemeinderat zum integrierenden Bestandteil seiner Verfügung.
Zur Wiederherstellung wurde der A._AG eine Frist bis 31. Mai 2006
angesetzt.
e) Dagegen liess die A._AG Rekurs bei der Regierung des Kan-
tons St.Gallen erheben. Nach einem Augenschein am 4. Mai 2006
blieb das Rekursverfahren formlos sistiert, bis das Verwaltungsgericht
und das Bundesgericht über einen ähnlich gelagerten Fall entschieden
hatten. Nach Wiederaufnahme des Verfahrens wies die Regierung des
Kantons St.Gallen mit Entscheid vom 3. April und 1. Mai 2012 den Re-
kurs ab. Begründet wurde der Entscheid insbesondere mit der fehlen-
den Zonenkonformität der Geländeauffüllung. Die weitergehende Auf-
füllung sei weder für eine hinreichende Bewirtschaftung erforderlich,
noch ergebe sich im Vergleich zur bewilligten Auffüllung eine wesent-
liche Ertragssteigerung. Für die Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands wurde der A._AG eine Frist von sechs Monaten ab
Rechtskraft des Entscheids angesetzt. Eine dagegen erhobene Be-
schwerde wies das Verwaltungsgericht ab (VerwGE B 2012/102 vom
21. August 2013). Das verwaltungsgerichtliche Urteil erwuchs in
Rechtskraft.
B.
a) Mit Beschluss vom 25. August 2014 (betitelt als "Vollzugsverfü-
gung") setzte der Gemeinderat Y._ der A._AG eine Frist bis spä-
testens 30. November 2014 für den Beginn und eine Frist bis 31. Mai
2015 für die Fertigstellung der Wiederherstellungsarbeiten. Für den
Fall der Unterlassung des Rückbaubeginns bis am 30. November
2014 wurde D._ – als Verantwortlichem der A._AG – die Straf-
folge von Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0;
abgekürzt StGB) angedroht. Ferner wurde der A._AG für den Fall
der Unterlassung des Rückbaus die Ersatzvornahme auf deren eigene
Kosten durch den Gemeinderat angedroht. Dieser Beschluss erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
b) In der Folge stellte der Gemeinderat Y._ fest, dass die
A._AG innert Frist keine Rückbauarbeiten begonnen hatte. Sie gab
der A._AG mit Schreiben vom 12. Dezember 2014 die Möglichkeit,
sich zu den nächsten Vollzugsschritten (Strafanzeige; Anordnung der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 4/11
Ersatzvornahme) zu äussern. Von dieser Möglichkeit machte die
A._AG mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 Gebrauch. Am
13. Mai 2015 informierte sie ausserdem über den aktuellen Stand. Sie
wies namentlich darauf hin, dass sich die Suche nach einer geeigne-
ten Fachperson für eine fachliche Unterstützung der Wiederherstel-
lung verzögert habe. Zwischenzeitlich habe das Ingenieurbüro "E._
Anstalt" für die Planung und Projektleitung gewonnen werden können.
Das Ingenieurbüro benötige zusätzliche Zeit. Die Wiederherstellung
könne unmöglich bis 31. Mai 2015 abgeschlossen werden, weshalb
sie (A._AG) auf eine Fristverlängerung angewiesen sei.
c) Mit Beschluss vom 18. Mai 2015 stimmte der Gemeinderat
Y._ einer Fristverlängerung für die Einreichung eines konkreten Sa-
nierungsprojekts inklusive Einreichung eines verbindlichen Zeitplans
zu. Den Entscheid über die Dauer der Fristerstreckung stellte der Ge-
meinderat Y._ bis zum Vorliegen weiterer Unterlagen zurück.
d) In der Folge ging bei der Gemeinde der "Bericht Voruntersu-
chung" von der E._ Anstalt (nachfolgend "Bericht Voruntersuchung
von E._") bei der Politischen Gemeinde Y._ ein. Der Bericht da-
tiert vom 19. Oktober 2015 (vgl. demgegenüber rekurrentische Bei-
lage 4 mit Fassung vom 21. September 2015). Anschliessend ruhte
das Verfahren und die A._AG nahm – soweit ersichtlich – weder
weitere Abklärungen noch Vorbereitungsarbeiten und auch keine
Rückbauarbeiten vor.
e) Mit Schreiben vom 9. Januar 2019 stellte der Gemeinderat
Y._ der A._AG einen Verfügungsentwurf betreffend Anordnung
eines Kostenvorschusses und Ersatzvornahme zu und gab ihr Gele-
genheit, zum Entwurf Stellung zu nehmen. Mit Schreiben vom 23. Ja-
nuar 2019 teilte Dr. Marcel Köppel, Rechtsanwalt, Sargans, namens
der A._AG ("formlos und ohne offizielle Mandatierung") mit, dass
sich die A._AG der Wiederherstellungsverpflichtung bewusst sei.
Der A._AG bzw. Herrn D._ gehe es nicht darum, im Sinne einer
Wiedererwägung das abgeschlossene Verfahren neuerlich aufzurol-
len. Er wies den Gemeinderat Y._ darauf hin, dass die prognosti-
zierten Kosten einer allfälligen Ersatzvornahme von mehr als
Fr. 350'000.– für die A._AG nicht bezahlbar seien. Werde die
A._AG tatsächlich mit Kosten von über Fr. 350'000.– belastet, so
werde dies den Konkurs der Firma zur Folge haben. Dr. Marcel Köppel
stellte eine Kontaktaufnahme von Herrn D._ in Aussicht.
f) Am 14. Mai 2019 ordnete der Gemeinderat Y._ die Ersatzvor-
nahme zur Beseitigung der rechtswidrigen Geländeauffüllung im Ge-
biet M._ (Grundstück Nr. 001) an und auferlegte der A._AG die
Kosten von schätzungsweise Fr. 353'740.– (Ziff. 1). Weiter verpflich-
tete er die A._AG zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von
Fr. 353'740.– (Ziff. 2). In Ziff. 3 seines Beschlusses stellte der Gemein-
derat der A._AG in Aussicht, dass nach Eingang des verfügten Kos-
tenvorschusses eine Bauunternehmung zur Ausführung der Wieder-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 5/11
herstellungsmassnahmen beauftragt werde. Diese werde ab 1. Okto-
ber 2019 innert drei Wochen nach Zahlung des Kostenvorschusses
bzw. dessen Eingang bei der Gemeindekasse mit den Rückbauarbei-
ten beginnen. Der A._AG wurde ausserdem die Gelegenheit gege-
ben bzw. sie wurde verpflichtet, bis 1. Oktober 2019 die Wiederher-
stellung vollständig selbst auszuführen und abgeschlossen zu haben
(Ziff. 4). Für den Fall der Zuwiderhandlung gegen Ziff. 4 des Beschlus-
ses wurde D._ – als verantwortliche Person der A._AG – die
Straffolge von Art. 292 StGB angedroht (Ziff. 5). Schliesslich wurde
der A._AG die Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– auferlegt (Ziff. 6).
Die Anordnung der Ersatzvornahme begründete der Gemeinderat
Y._ damit, dass die A._AG die Rückbaumassnahmen trotz
Fristansetzung und Androhung der Ersatzvornahme bisher noch nicht
ausgeführt habe. Die von der A._AG geltend gemachte Knappheit
an Finanzen entbinde diese nicht von der Wiederherstellungspflicht.
Hinsichtlich der Erhebung eines Kostenvorschusses stützte sich der
Gemeinderat Y._ auf Art. 160 Abs. 1 des Planungs- und Baugeset-
zes (sGS 731.1; abgekürzt PBG) sowie auf eine Kostenschätzung,
wonach sich die Kosten für die erforderlichen Massnahmen auf insge-
samt rund Fr. 353'740.– belaufen würden.
C.
Gegen diesen Beschluss erhob die A._AG, nun vertreten durch
Dr. Jakob Rhyner, Rechtsanwalt, Buchs, mit Schreiben vom 21. Mai
2019 Rekurs beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom
12. Juni 2019 werden folgende Anträge gestellt:
1. Der Rekurs sei gutzuheissen und auf ein Wiederher-
stellungsverfahren sei zu verzichten.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.
[...]
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 19. Juli 2019 macht die Vorinstanz
geltend, die Rekursbegründung enthalte keine Argumente, welche der
angefochtenen Vollzugsverfügung entgegenstünden. [...]
b) B._ als Eigentümer des betroffenen Grundstücks Nr. 001 liess
sich im Rekursverfahren nicht vernehmen und stellt keine Anträge.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 6/11
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Der Rekurs erfolgte fristgerecht (Art. 47 Abs. 1 VRP). Die Re-
kursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). Zu prüfen bleibt, inwie-
weit auf den Rekurs eingetreten werden kann.
1.2.1 Eine Verfügung oder ein Entscheid als Anfechtungsgegenstand
sind Prozessvoraussetzung, ohne die auf die Rechtsmittel der nach-
träglichen Verwaltungsrechtspflege nicht eingetreten werden kann.
Sie bilden somit zugleich den Anlass und die Begrenzung des Wir-
kungsbereichs der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege. Aus-
serhalb des in der Verfügung oder im Entscheid geregelten Rechts-
verhältnisses liegende Rechtsbegehren sind grundsätzlich unzulässig
(M. BERTSCHI, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich 2014, Vorbemer-
kungen zu §§ 19-28a N 45 f.; F. GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 44 f.). Gegenstand des Verfahrens kann
mithin nur sein, was vom erstinstanzlichen Entscheid erfasst wurde
(GVP 1978 Nr. 4). Sprengt die mit dem Rekursantrag aufgestellte
Rechtsbehauptung den durch die erstinstanzliche Verfügung gesteck-
ten Rahmen, ist darauf nicht einzutreten. Nur die Verfügung ist Gegen-
stand des Anfechtungsverfahrens. Sie bildet den Ausgangspunkt der
nachträglichen Verwaltungsrechtspflege. Begrifflich ist die Verfügung
des materiellen Verwaltungsrechts als eine behördliche Anordnung im
Einzelfall zu verstehen, durch die ein konkretes und individuelles
Rechtsverhältnis in verbindlicher Weise rechtsgestaltend oder feststel-
lend geregelt wird. Wenn sich die Vorbringen in der Rekursbegrün-
dung nicht auf den Anfechtungsgegenstand bzw. dessen Motive be-
ziehen, genügt die Begründung den Anforderungen nicht
(CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen,
St.Gallen 2003, Rz. 921 f. mit Hinweisen).
1.2.2 Gegenstand des angefochtenen Beschlusses bildet die Anord-
nung der Ersatzvornahme zur Beseitigung einer Geländeauffüllung auf
Grundstück Nr. 001. Gegenstand ist ausserdem die Verpflichtung der
Rekurrentin, für die mutmasslichen Kosten der Ersatzvornahme einen
Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 353'740.– zu leisten. Nicht Gegen-
stand des angefochtenen Beschlusses ist demgegenüber eine Anord-
nung zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Diesbezüg-
lich verfügte die Vorinstanz wie dargelegt bereits am 28. Oktober 2005
nebst der Abweisung des nachträglichen Baugesuchs auch die Wie-
derherstellung des mit Baubewilligung vom 28. Mai 2002 bewilligten
Zustands. Ein dagegen von der Rekurrentin erhobener Rekurs wurde
ebenso abgewiesen wie eine gegen den Rekursentscheid gerichtete
Beschwerde an das Verwaltungsgericht (vgl. VerwGE B 2012/102
Erw. 5 sowie Entscheid der Regierung vom 3. April und 1. Mai 2012
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 7/11
Erw. 9 f.). Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtes vom 21. August
2013 wurde somit rechtskräftig über die Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustands entschieden. Ebenfalls in Rechtskraft erwuchs der
Beschluss der Vorinstanz vom 25. August 2014, worin der Rekurrentin
unter anderem für den Fall der Unterlassung des Rückbaus die Ersatz-
vornahme auf deren eigene Kosten durch den Gemeinderat angedroht
wurde.
Nachdem die Rechtmässigkeit und insbesondere die Verhältnismäs-
sigkeit des Wiederherstellungsbefehls feststehen, ist auf den Rekurs
insoweit nicht einzutreten, als damit eine angebliche Unverhältnismäs-
sigkeit der Wiederherstellung geltend gemacht wird.
1.2.3 Nichts anderes ergibt sich aus dem sinngemässen Einwand der
Rekurrentin, gewisse Umstände hätten im Urteil des Verwaltungsge-
richtes vom 21. August 2013 keine Beachtung gefunden und/oder hät-
ten seither eine Änderung erfahren:
Die Rekurrentin macht zunächst geltend, die Vorinstanz habe den Be-
richt Voruntersuchung von E._ weder herangezogen noch ange-
messen und zielorientiert gewürdigt. Aus dem Bericht ergebe sich,
dass ein Rückbau aus bodenkundlicher und ökologischer Sicht nicht
sinnvoll sei und es werde empfohlen, den Standort im jetzigen Zustand
zu belassen (vgl. im Einzelnen Rekursbegründung vom 12. Juni 2019
Ziff. B.3). Damit verkennt die Rekurrentin, dass sich aus einem derar-
tigen Parteigutachten, bei dem es sich zudem erklärtermassen um
eine "Voruntersuchung" handelt, keine Gründe ableiten lassen, welche
die vom Verwaltungsgericht rechtskräftig beurteilte Verhältnismässig-
keitsprüfung nachträglich umstossen und ein Zurückkommen auf die
verwaltungsgerichtliche Beurteilung rechtfertigen könnten. Der Rekur-
rentin wäre es freigestanden, ihre Einwände zur Beweiswürdigung so-
wie allfällige Gutachten im Verfahren betreffend Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands einzubringen. Im Verfahren betreffend
Anordnung der Ersatzvornahme sind solche Einwände verspätet und
es ist darauf nicht einzutreten. Dass die Vorinstanz im angefochtenen
Beschluss nicht näher auf den Bericht Voruntersuchung von E._
eingegangen ist, ändert somit nichts an der Rechtmässigkeit ihres Be-
schlusses.
Die Rekurrentin macht weiter geltend, die veranschlagten und als Vor-
schuss verlangten Kosten hätten sich im Vergleich zu 2013 beinahe
verdoppelt. Sie bezieht sich dabei sinngemäss auf das Urteil des Ver-
waltungsgerichtes vom 21. August 2013 (B 2012/102), wo mit Wieder-
herstellungskosten von rund Fr. 200'000.– gerechnet wurde (vgl.
Erw. 5.2). Wiederum gilt, dass die Verhältnismässigkeit des Wieder-
herstellungsbefehls bereits rechtskräftig beurteilt wurde. Das Verwal-
tungsgericht hielt mit Blick auf die finanziellen Folgen des Rückbaus
für die Rekurrentin ausdrücklich fest, dass die finanziellen Nachteile
der Wiederherstellung nicht ins Gewicht fallen, wenn der rechtswidrige
Zustand – wie hier – auf (mehrfachem) bösgläubigem Verhalten des
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 8/11
Bauherrn beruht. Die finanziellen Belastungen der Wiederherstellun-
gen waren damit gemäss Verwaltungsgericht nicht zu berücksichtigen
(Erw. 5.2.2). Diese Ausführungen haben nach wie vor Gültigkeit, wo-
mit es grundsätzlich keine Rolle spielt, ob im heutigen Zeitpunkt die
Rückbaukosten höher geschätzt werden als im Zeitpunkt des verwal-
tungsgerichtlichen Urteils. Die höhere Kostenschätzung führt jeden-
falls in vorliegender Konstellation nicht dazu, dass auf die Frage der
Verhältnismässigkeit zurückzukommen und auf die Anordnung der Er-
satzvornahme zu verzichten wäre.
Die Rekurrentin wendet ausserdem ein, die Baustellenzufahrt führe
über ca. 700 Meter trockensteinmauerunterlegte Naturstrasse entlang
des K._-Bachlaufs. Diese würde durch die rückbaubedingten Zu-
und Wegfahrten erheblich gefährdet, was immense Instandstellungs-
kosten zur Folge haben könnte. Auch diese Einwände betreffen die
Frage der Verhältnismässigkeit des Wiederherstellungsbefehls und
nicht die Rechtmässigkeit der Anordnung der Ersatzvornahme samt
entsprechendem Kostenvorschuss. Auch diesbezüglich ist nicht auf
den Rekurs einzutreten, womit sich die von der Rekurrentin beantragte
Einholung einer Expertise über allfällige Instandstellungskosten der
Trockensteinmauer erübrigt. Die Rekurrentin lässt ausserdem ausser
Acht, dass gemäss Verwaltungsgericht ausdrücklich auch "allfällige
Kosten zur Instandstellung der Strasse des C._unternehmens" nicht
zu berücksichtigen seien, wenn diese "wie befürchtet durch die Trans-
portfahrten beschädigt" würde (Erw. 5.2.2). Selbst wenn die Einwände
betreffend Trockensteinmauer rechtzeitig und für vorliegenden Ent-
scheid beachtlich wären (was nicht der Fall ist), änderte sich nichts am
Ergebnis der Verhältnismässigkeitsprüfung. Kommt hinzu, dass im
Rahmen der Geländeauffüllung – mutmasslich unter Einhaltung von
Präventivmassnahmen gemäss Baubewilligung – die Zufahrt offenbar
möglich war, ohne die Trockensteinmauer zu beschädigen. Weshalb
beim nun in Frage stehenden Abtransport des Erdmaterials etwas an-
deres gelten soll, ist nicht ersichtlich und wird nicht dargelegt (vgl. er-
gänzend Schreiben der Vorinstanz vom 26. August 2014, wonach die
"Rückbauten ab einem 10-Meter-Korridor, gemessen ab Strassenrand
der K._strasse erfolgen [können]. Somit kann sichergestellt werden,
dass einerseits die K._strasse nicht unnötig destabilisiert wird und
andererseits der Korridor für die geplante Druckleitung nicht tangiert
wird").
1.2.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass Gegenstand des an-
gefochtenen Beschlusses vom 14. Mai 2019 und somit des vorliegen-
den Rekursverfahrens lediglich die Anordnung der Ersatzvornahme
sowie die Verpflichtung zur Leistung eines Kostenvorschusses ist.
Vorliegend können deshalb nur Rügen behandelt werden, welche die
Rechtmässigkeit des Beschlusses vom 14. Mai 2019 betreffen. Soweit
darüber hinausgehend, ist auf den Rekurs nicht einzutreten.
2.
Es bleibt somit zu prüfen, was die Rekurrentin gegen den Beschluss
vom 14. Mai 2019 vorbringt.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 9/11
2.1 Die Rekurrentin macht geltend, die veranschlagten und als Vor-
schuss verlangten Kosten hätten sich im Vergleich zu 2013 beinahe
verdoppelt, wozu sie sich nie habe äussern können. Damit rügt sie
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Sie lässt jedoch ausser Acht,
dass die Vorinstanz ihr mit Schreiben vom 9. Januar 2019 den Verfü-
gungsentwurf betreffend Anordnung des Kostenvorschusses und der
Ersatzvornahme zustellte und ihr Gelegenheit gab, dazu Stellung zu
nehmen. Bereits aus dem Verfügungsentwurf ergab sich klar, dass ge-
mäss eingeholter Kostenschätzung mit Rückbaukosten von rund
Fr. 353'740.– zu rechnen sein würde. In der Folge reichte Rechtsan-
walt Dr. Marcel Köppel namens der Rekurrentin eine Stellungnahme
ein und bezog sich auch auf die prognostizierten Rückbaukosten. Der
sinngemässe Einwand der Rekurrentin, ihr sei das rechtliche Gehör
ungenügend gewährt worden, trifft somit nicht zu. Hinzu kommt, dass
sie sich im vorliegenden Verfahren ebenfalls umfassend äussern
konnte.
2.2 Nicht umstritten scheint, dass die Vorinstanz von der Rekurren-
tin als Rückbaupflichtige vor der Durchführung einer Ersatzvornahme
einen Kostenvorschuss verlangen kann. Die entsprechende Rechts-
grundlage findet sich in Art. 160 Abs. 1 PBG. Die Rekurrentin bean-
tragt jedoch eine "Oberexpertise über Rückbaukosten". Soweit darin
die Rüge enthalten sein sollte, der Kostenvorschuss sei nicht ange-
messen im Sinn von Art. 160 Abs. 1 PBG, ist der Rekurrentin nicht zu
folgen. Die Höhe des Kostenvorschusses basiert auf einer Grobkos-
tenschätzung von E._ vom 14. Januar 2019. Inwiefern diese Schät-
zung unzutreffend und der Kostenvorschuss deshalb unangemessen
sein könnte, legt die Rekurrentin nicht dar und ist nicht ersichtlich. Der
Kostenvorschuss ist rechtmässig und auf die Einholung weiterer An-
gaben zu den mutmasslichen Rückbaukosten ("Oberexpertise") kann
verzichtet werden.
2.3 Die Rekurrentin macht weiter geltend, es bedürfe noch Analysen
der Materialqualität und es müsse das allgemeine Verkehrsaufkom-
men mit den in sich wohnenden Gefährdungen bedacht werden. Sie
beantragt auch diesbezüglich die Einholung von Expertisen. Ihre Ein-
wände stehen jedoch weder der Anordnung der Ersatzvornahme noch
der Verpflichtung zur Leistung eines Kostenvorschusses entgegen.
Die "Materialqualität" hat alleine die Rekurrentin zu verantworten, weil
sie (über das bewilligte Mass hinaus) Material ablagerte. Sollten sich
Materialanalysen für die Umsetzung des Rückbaus als notwendig er-
weisen, wird es an der Rekurrentin – bzw. ersatzvornahmeweise am
von der Vorinstanz zu beauftragenden Drittunternehmer – sein, die
entsprechenden Analysen in die Wege zu leiten. Ebenso wird es an
der Rekurrentin bzw. dem Drittunternehmer sein, die Verkehrssicher-
heit im Rahmen des Rückbaus zu gewährleisten. Die Einholung ent-
sprechender Expertisen erübrigt sich.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2019), Seite 10/11
3.
Zusammenfassend ergibt sich, dass über die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands bereits rechtskräftig entschieden wurde. So-
weit die Rekurrentin die Unverhältnismässigkeit der Wiederherstellung
geltend macht, ist auf den Rekurs nicht einzutreten. Darüber hinaus
zeigt sich, dass die Vorinstanz zu Recht die Ersatzvornahme anord-
nete und einen entsprechenden Kostenvorschuss verfügte. Nachdem
der in der angefochtenen Verfügung genannte Wiederherstellungster-
min sowie die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses (1. Oktober
2019) in Kürze abläuft, wird die Vorinstanz der Rekurrentin noch einen
neuen Termin bekannt zu geben haben. Diese Bekanntmachung hat
indessen nur noch informellen Charakter und stellt keine anfechtbare
Verfügung mehr dar (siehe hierzu auch Baudepartement SG, Juristi-
sche Mitteilungen 2007/IV/38). Der Rekurs erweist sich als unbegrün-
det und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
4.
4.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 10.01 des Ge-
bührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, sGS 821.5).
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kos-
ten der Rekurrentin zu überbinden.
4.2 Der von der Rekurrentin am 29. Mai 2019 geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 3'000.– wird verrechnet.
5.
Die Rekurrentin stellt ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen
Kosten.
5.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Ent-
schädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Un-
terliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
5.2 Da die Rekurrentin mit ihren Anträgen unterliegt, hat sie von
vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung.
Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen.