# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 07ffbd49-4177-5b87-8179-29a5a7df22b0
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die A._ AG wurde (...) 2004 unter der Firma B._ AG im Handelsregister des Kantons
St. Gallen eingetragen. (...) 2005 verlegte sie ihren Sitz in den Kanton Zug und änderte
die Firma in C._ AG. Seit (...) 2010 firmiert sie als A._ AG unter gleichzeitiger
Verlegung des Sitzes nach Zürich. Vom (...) 2011 bis (...) 2019 war die Gesellschaft
wiederum in Kanton St. Gallen mit Sitz in D._ domiziliert. Seit (...) 2019 befindet sich
ihr Sitz in E._ SZ. Der eingetragene Zweck der Gesellschaft besteht im Wesentlichen
im Anbieten und Erbringen von Dienstleistungen in den Bereichen Finanz-, Anlage-,
Steuer-, Vorsorge-, Versicherungsberatung und -Vermittlung sowie
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Vermögensverwaltungen. Z._ war – ab (...) 2008 einziges – Verwaltungsratsmitglied;
per (...) 2019 schied er aus der Gesellschaft aus. Seither hat Y._ Einsitz im
Verwaltungsrat. Seit (...) 2019 ist er Verwaltungsratspräsident und X._ neu Mitglied
des Verwaltungsrats (vgl. zum Ganzen www.zefix.ch bzw. die Websites der jeweiligen
kantonalen Handelsregisterämter).
B.
Die A._ AG wurde am 19. November 2018 ermessensweise für die Kantonssteuern
2015 mit einem steuerbaren Reingewinn von CHF 100 und einem steuerbaren Kapital
von CHF 0 sowie für die direkte Bundessteuer 2015 mit einem steuerbaren Reingewinn
von CHF 100 veranlagt. Der Steuerbetrag wurde entsprechend den
kantonalgesetzlichen Mindeststeuerbestimmungen auf CHF 250 festgelegt (act. 7/2/3).
Am 17. Dezember 2018 erhob die A._ AG dagegen Einsprache und reichte gleichzeitig
die Steuererklärung 2015 ein. Gestützt auf einen Jahresverlust gemäss
Erfolgsrechnung 2015 von CHF 869'972 deklarierte sie einen steuerbaren Reingewinn
von CHF 0 und ein steuerbares Eigenkapital von CHF 0 (act. 7/2/5). Nachdem die A._
AG die Einsprache am 28. Februar 2019 mündlich begründet hatte (vgl. act. 7/6/II/06),
unterbreitete die Veranlagungsbehörde mit E-Mail vom 4. März 2019 einen
Veranlagungsvorschlag für die Kantonssteuern 2015 sowie die direkte Bundessteuer
2015 (act. 7/2/6). Mit Einspracheentscheid vom 3. Mai 2019 hiess das kantonale
Steueramt die Einsprache teilweise gut und setzte den steuerbaren Reingewinn für die
Kantonssteuern 2015 und die direkte Bundessteuer 2015 unter Aufrechnung von
CHF 878'864 und Berücksichtigung einer Verlustverrechnung von CHF 8'892 neu auf
CHF 0 fest; das steuerbare Kapital für die Kantonssteuer 2015 blieb mit CHF 0
unverändert (act. 7/2/1+2). Dagegen erhob die A._ AG Rekurs und Beschwerde bei
der Verwaltungsrekurskommission, welche mit Entscheid vom 28. Oktober 2019 auf die
Rechtsmittel mangels eines aktuellen Rechtsschutzinteresses nicht eintrat (act. 2/1).
C.
Die A._ AG (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 28. Oktober 2019 (zugestellt am
4. November 2019, act. 2/2) mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 2. Dezember 2019
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und stellte folgende Anträge (act. 1):
1. Der vorinstanzliche Entscheid vom 28. Oktober 2019 sei aufzuheben.
2. Es sei im Vergleich mit dem Einspracheentscheid vom 3. Mai 2019 auf Aufrechnung
im Umfang von CHF 852'952.50 zu verzichten.
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3. Es sei festzustellen, dass der steuerlich relevante Verlust für das Jahr 2015
CHF 844'060.50 beträgt.
4. Der in der nächsten Periode maximal verrechenbare Verlust sei auf
CHF 1'236'743.50 festzusetzen.
5. Es seien die Verfahrenskosten des vorinstanzlichen Verfahrens dem Staat
aufzuerlegen.
6. Eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. MWST.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 13. Dezember 2019 die Abweisung
der Beschwerde und verwies zur Begründung im Wesentlichen auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid (act. 6). Das kantonale Steueramt (Beschwerdegegner)
verzichtete am 7. Januar 2020 ausdrücklich (act. 9) und die Eidgenössische
Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Mit
Eingabe vom 13. Februar 2020 teilte die Beschwerdeführerin mit, unter Festhaltung an
den gestellten Anträgen auf eine weitere Stellungnahme zu verzichten (act. 13).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,
in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
(...)
2.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
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Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung
der Rechtsmittel berechtigt. Die Vorinstanz trat im angefochtenen Entscheid auf die
Rechtsmittel der Beschwerdeführerin nicht ein. Anfechtungsobjekt bildet somit ein
Prozessentscheid. Zu prüfen ist demnach einzig, ob die Vorinstanz zu Recht auf den
Rekurs und die Beschwerde nicht eingetreten ist. Wären die Beschwerde und der
Rekurs gutzuheissen, wären die Streitsachen zur Behandlung in der Sache an die
Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP;
T. Kamber, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 17 zu Art. 56 VRP; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 1032). Soweit die anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin die Aufhebung des angefochtenen Entscheids (Antrag 1), die
Auferlegung der Verfahrenskosten an den Staat (Antrag 5) und im Eventualfall die
Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur neuen Beurteilung (Antrag 6)
beantragt, ist auf die Beschwerde einzutreten. Nicht einzutreten ist dagegen auf die
Anträge 2 bis 4, mit welchen die Beschwerdeführerin eine Entscheidung in materieller
Hinsicht beantragt. Im Übrigen wurde die Eingabe vom 2. Dezember 2019 rechtzeitig
eingereicht, und sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
3.
Zu prüfen ist – wie in Erwägung 2 bereits erwähnt – einzig, ob die Vorinstanz auf die
Rechtsmittel zu Recht nicht eingetreten ist. Die Nichteintretensentscheide begründete
die Vorinstanz im Wesentlichen damit, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund der
Nullveranlagungen an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse in beiden Rechtsmitteln
fehle.
Gegen die Veranlagungsverfügung kann der Steuerpflichtige innert 30 Tagen seit der
Eröffnung bei der Veranlagungsbehörde schriftlich Einsprache erheben (Art. 180 Abs. 1
StG, Art. 132 Abs. 1 DBG). Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses
berechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids
ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Die Rekurs- und
Beschwerdeberechtigung gehört zu den Prozessvoraussetzungen. Es handelt sich um
eine Vorbedingung, die erfüllt sein muss, damit die angerufene Behörde (Rekursinstanz
oder Verwaltungsgericht) einen Entscheid in der Sache fällen kann. Fehlt die
Legitimation, wird das Verfahren mit einem Nichteintretens-entscheid erledigt. Ob sie
3.1.
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gegeben ist, prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen (Geisser/Zogg, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti, a.a.O., N 3 zu Art. 45 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 385; vgl. auch
BGer 2C_514/2017 vom 17. Dezember 2017 E. 2.2.1). Die Voraussetzung des
Rechtsschutzinteresses gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für jedes
Rechtsmittel (vgl. BGer 2C_253/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung in Steuersachen setzt somit ein schutzwürdiges
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides voraus.
Fehlt dieses, ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten (vgl. Hunziker/Mayer/Knobel in:
Zweifel/ Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl. 2016, N
22 zu Art. 140 DBG; Zweifel/ Casanova/Beusch/Hunziker, Schweizerisches
Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2. Aufl. 2018, § 20 Rz. 7).
Vom Reingewinn der Steuerperiode einer juristischen Person werden die Verluste aus
den sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen, soweit
sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinns dieser Jahre nicht berücksichtigt
werden konnten (vgl. Art. 86 StG und Art. 67 DBG). Ergibt sich aufgrund der
Verlustverrechnung eine Nullveranlagung, fehlt es der steuerpflichtigen Person in der
Folge an einem Feststellungs- oder einem andersartigen Rechtsschutzinteresse, das
sie zur Anfechtung des Entscheids berechtigen könnte. Der formellen und materiellen
Rechtskraft einer Verfügung zugänglich sind zwar die Entscheidformel (Dispositiv),
nicht aber die Sachverhaltsfeststellungen oder die Erwägungen zur Rechtslage (Motiv).
Aus diesem Grund kann nur das Dispositiv Bindungswirkung entfalten. Im Steuerrecht
bedeutet dies, dass (nur) die Steuerfaktoren an der Rechtskraft teilhaben. Die
Erwägungen, die zum Dispositiv führen, haben lediglich die Bedeutung von Motiven.
Die tatsächlichen und die rechtlichen Verhältnisse, auf denen eine rechtskräftige
Veranlagung beruht, können an sich in einer späteren Periode abweichend beurteilt
werden. Wird eine juristische Person mit einem Reingewinn von null Franken veranlagt,
ist damit nur entschieden, dass sie keinen steuerbaren Gewinn erzielt und
dementsprechend für das betreffende Jahr keine Steuern zu bezahlen hat. Die Höhe
des einer solchen Veranlagungsverfügung zugrunde liegenden Verlusts ist hingegen
nicht rechtskräftig festgesetzt worden. Die Steuerbehörden sind daher nach ständiger
Praxis befugt, die Höhe der in den Vorjahren geltend gemachten Verluste trotz der
Rechtskraft der entsprechenden Veranlagungsverfügung zu überprüfen, wenn sie im
Rahmen von Art. 86 StG und Art. 67 DBG über den Abzug von solchen Verlusten zu
befinden haben (vgl. BGE 140 I 114 E. 2.4 mit weiteren Hinweisen).
3.2.
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Die Beschwerdeführerin wies in der Bilanz per 31. Dezember 2015 einen Verlust von
CHF 869'972 aus (act. 7/6/II/02). In der Steuererklärung 2015 verrechnete sie diesen
mit den Verlusten der Geschäftsjahre 2008 bis 2014 von insgesamt CHF 287'091 und
deklarierte einen steuerbaren Reingewinn von CHF 0 (act. 7/2/5). Der
Beschwerdegegner rechnete im Einspracheentscheid insgesamt CHF 878'864 auf und
nahm gleichzeitig eine Verlustverrechnung von CHF 8'892 vor. Zudem wurde
festgehalten, dass der Stand des Eigenkapitals ein Minus von CHF 1'238'491 aufweise
(act. 7/2/1 und 2). Weil sich aufgrund der dargelegten Verlustverrechnung sowohl für
die Kantonssteuern als auch für die direkte Bundessteuer eine Nullveranlagung ergibt,
fehlt es der Beschwerdeführerin praxisgemäss an einem Feststellungs- oder einem
andersartigen Rechtsschutzinteresse, das sie zur Anfechtung der diesbezüglichen
Nichteintretensentscheide der Vorinstanz in den vorliegend angehobenen
Beschwerdeverfahren berechtigten könnte (vgl. BGer 2C_253/2014, 2C_254/2014 vom
11. Dezember 2014 E. 3.2; 2C_696/2013 vom 29. April 2014 E. 3.4.3).
3.3.
Indes gibt es Fälle, wo Steuerentscheide über eine bestimmte Steuerperiode hinaus
Rechtskraft entfalten, deren Klärung keinen Aufschub duldet. So schliesst
beispielsweise eine positive Gewinneinschätzung notwendigerweise die Feststellung
mit ein, dass kein verrechenbarer Verlustvortrag (mehr) vorhanden ist. Dabei handelt es
sich um die Feststellung einer dauernden, von den besonderen Verhältnissen der
einzelnen Steuerperiode grundsätzlich unabhängigen Rechtslage; der Entscheid wirkt
daher periodenübergreifend. Folglich schliesst eine nicht auf Null lautende
rechtskräftige Gewinneinschätzung die spätere Berücksichtigung von
Verlustüberschüssen generell aus, und zwar unabhängig davon, ob die frühere
Einschätzung als solche nach pflichtgemässem Ermessen oder als ordentliche
ergangen ist (BGer 2C_696/2013 vom 29. April 2014 E. 3.4.2). Dagegen verneinte das
Bundesgericht ein derartiges Interesse (BGer 2C_514/2017 vom 13. Dezember 2017)
mit Blick auf die bundesrechtliche Rechtsfrage, ob die im Jahr 2010 entstandenen
Verluste längstens in der Steuerperiode 2016/2017 oder doch erst in der Steuerperiode
2017/2018 verrechnet werden können. Es erwog, es erscheine zwar als
nachvollziehbar, dass die steuerpflichtige Person hierzu eine bundesgerichtliche
Klärung herbeiführen möchte. Es gelte aber zu bedenken, dass im Moment erst und
nur die Veranlagung für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis 31. März 2011 zur Diskussion
stehe und für diesen Zeitraum eine Nullveranlagung resultiere (erwähnter BGer E. 2.3.2;
vgl. auch BGer 2C_489/2018, 2C_490/2018 vom 13. Juli 2018 E. 2.2.4). Damit steht
aber ohne weiteres fest, dass wenn sich aufgrund der Verlustverrechnung eine
3.4.
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Nullveranlagung ergibt, es wie dargelegt der steuerpflichtigen Person in der Folge an
einem Feststellungs- oder einem andersartigen Rechtsschutzinteresse fehlt, das sie zur
Anfechtung des Entscheids und zur Geltendmachung eines allfälligen
überschiessenden Verlustvortrages berechtigen könnte. In einem solchen Fall ist die
Höhe des für die Nachfolgeperiode massgebenden verbleibenden Verlustvortrags
folglich in der Nachfolgeperiode zu prüfen (BGer 2C_696/2013 vom 29. April 2014
E. 3.4.2.3).
Die mit der Beschwerdeschrift vorgebrachten (materiellen) Begründungen erweisen
sich allesamt als unbehelflich, um ausnahmsweise ein aktuelles Rechtsschutzinteresse
der Beschwerdeführerin zu bejahen.
3.5.
Die Vorbringen betreffend einer allfälligen Verrechnungssteuerpflicht sind unbeachtlich,
da diese nicht erkennbar auf die Abänderung der in der gestützt auf den
Einspracheentscheid ergangenen Veranlagungsverfügung festgesetzten Steuerfaktoren
(steuerbarer Gewinn, steuerbares Kapital), den Steuersatz oder die Steuerbeträge
abzielen (vgl. BGer 2C_253/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 3.2). Es ist zwar
nachvollziehbar, dass die Steuerpflichtige hierzu eine Klärung herbeiführen möchte.
Wie sie jedoch selbst anerkennt, wird mit den Aufrechnungen noch nicht definitiv über
allfällige verrechnungssteuerpflichtige Leistungen befunden, und es steht der
Beschwerdeführerin und allfälligen Nahestehenden auch offen, sich gegen die
Aufrechnungen zur Wehr zu setzen. Der daraus resultierende Mehraufwand wird durch
die bundesgerichtliche Rechtsprechung in Kauf genommen. Vor diesem Hintergrund ist
ausserdem nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz das rechtliche Gehör verletzt
haben soll, indem sie im angefochtenen Entscheid nicht auf den Aspekt der
Rückerstattung der Verrechnungssteuer eingegangen ist. Im Übrigen gewährt die
Steuerbehörde, wenn sie gewinnwirksame Aufrechnungen tätigt, gleichzeitig auch die
Steuerrückstellungen darauf. Andernfalls kann sie formlos verlangt werden. Daher
muss die Beschwerdeführerin im Rahmen des Vorsichtsprinzips keine
Steuerrückstellungen auf solchen allfälligen Aufrechnungen verbuchen.
3.5.1.
Daraus, dass die Vorinstanz in einem unveröffentlichten Entscheid eine
Nullveranlagung anders beurteilt hat, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Einerseits handelte es sich dabei gemäss Ausführungen der
Vorinstanz um einen speziell gelagerten Einzelfall. Andererseits fehlt bei einer
3.5.2.
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Nullveranlagung wie dargelegt nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts
ein Feststellungs- oder andersartiges Rechtsschutzinteresse. Inwiefern vorliegend
hinreichend Gründe vorliegen sollten, aufgrund derer eine Praxisänderung geboten sein
sollte, erhellt sich dem Verwaltungsgericht nicht. Dasselbe hat für den Einwand, der
Beschwerdeführerin sei der Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2018/159 vom
16. Oktober 2019 nicht bekannt gewesen, zu gelten. Auch jener Entscheid stützt sich
auf die bisherige, konstante bundesgerichtliche Rechtsprechung. Eine Verletzung von
Treu und Glauben durch die Vorinstanz ist dementsprechend nicht auszumachen,
zumal damit von der allseits bekannten Rechtsprechung eben gerade nicht
abgewichen wird.
Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid weiter zutreffend aus, dass mit einer
Nullveranlagung nicht verbindlich über Aufrechnungen und geldwerte Leistungen
entschieden worden sei. Mit Blick auf die geldwerten Leistungen ist festzuhalten, dass
die Veranlagung dieser auf der Stufe der juristischen Person beim Beteiligungsinhaber
zu keinem Aufrechnungsautomatismus führt. Dem Beteiligungsinhaber kann zudem die
Rechtskraft der Veranlagung der Kapitalgesellschaft – ohne steuerbaren Gewinn und
ohne steuerbares Kapital – nicht entgegengehalten werden. Ferner liegt nach
bestätigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Aufrechnung geldwerter
Leistungen beim Beteiligungsinhaber auch nicht im (schutzwürdigen) Interesse der
Kapitalgesellschaft (vgl. VerwGE B 2018/159 vom 16. Oktober 2019 mit weiteren
Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). Schliesslich bezieht sich die Umkehr der
Beweislast, die im von der Beschwerdeführerin zitierten Entscheid B 2018/256, 257
vom 21. Februar 2019 erwähnt wird, nicht auf eine Nullveranlagung. Die Argumente der
Beschwerdeführerin gehen daher auf den vorliegenden Fall mit einer Nullveranlagung
fehl.
3.5.3.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, aufgrund der zahlreichen Aufrechnungen
resultiere für das Steuerjahr 2015 in der Steuerbilanz gar kein Verlust, und eine
Nullveranlagung liege nur deshalb vor, weil Verlustverrechnungen vorgenommen
worden seien, sei auf die bereits dargelegte bundesgerichtliche Rechtsprechung
verwiesen. Demnach fehlt es selbst dann an einem Rechtsschutzinteresse, wenn sich
eine Nullveranlagung beim Reingewinn lediglich aufgrund einer Verlustverrechnung
ergibt und sich die Steuerpflichtige gegen die Berechnung des Verlustvortrages wendet
(BGer 2C_124/2019 vom 7. Februar 2019 mit Hinweis auf BGE 140 I 114 E. 2.4.1; BGer
2C_253/2014, 2C_254/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 3.2). Aus den von der
3.5.4.
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Beschwerdeführerin zur Stützung ihrer Rechtsposition angeführten
Bundesgerichtsentscheiden lässt sich nichts Anderes herleiten. Wie dargelegt, nehmen
einzig die Steuerfaktoren an der Rechtskraft teil. Wird eine juristische Person mit einem
Reingewinn von null Franken veranlagt, ist damit bloss entschieden, dass sie – die
juristische Person – in der massgebenden Steuerperiode keinen steuerbaren Gewinn
erzielt und dementsprechend für das betreffende Jahr keine Steuern zu bezahlen hat.
Über den "Nullgewinn" hinaus ist damit zum Verlust in betraglicher Hinsicht noch nichts
Abschliessendes gesagt. Diese Frage stellt sich erst dann, wenn in einer späteren
Steuerperiode ein steuerbarer Reingewinn auftritt (BGer 2C_514/2017 vom
13. Dezember 2017 E. 2.3.1). Aufgrund der aktenkundigen Verlustverrechnung liegt
jedoch kein steuerbarer Reingewinn vor. Die Behauptung der Beschwerdeführerin,
wonach ein späteres Nachholen der Verrechnung von Vorjahresverlusten nicht mehr
möglich sei, greift zu kurz: Der Verrechnungsausschluss ist gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nämlich lediglich bei einer positiven Veranlagung
gegeben. Da die Verlustverrechnung nicht aufgeschoben werden darf, rechtfertigt der
Verzicht auf die Ergreifung eines Rechtsmittels gegen eine derartige Veranlagung
lediglich (aber immerhin) die Annahme, dass keine verrechenbaren Verluste (mehr)
vorliegen. Insofern liegt über das Bestehen von Verlusten bzw. über deren vollständige
Kompensation mit Gewinnen bis und mit Abschluss des zuletzt steuerlich erfassten
Geschäftsjahres ein rechtskräftiger Entscheid vor, auf welchen nicht mehr
zurückgekommen werden kann; es sei denn, die Voraussetzungen einer Revision seien
erfüllt. Davon zu unterscheiden ist die Situation bei einer Nullveranlagung: In diesem
Fall ist die Höhe des für die Nachfolgeperiode massgebenden verbleibenden
Verlustvortrags in der Nachfolgeperiode zu prüfen (vgl. zum Ganzen ausführlich BGer
2C_696/2013 vom 29. April 2014, insbesondere E. 3.4.3 mit zahlreichen Hinweisen).
In dem von der Beschwerdeführerin zitierten Bundesgerichtsentscheid 2A.192/2000
vom 9. Mai 2001 (in: StE 2001 B 96.11 Nr. 6) ging es darum, dass die Steuerverwaltung
in der Veranlagungsverfügung festhielt, der vortragbare Verlust per 31. Dezember 1997
betrage CHF 584'363. Vor der dortigen Rekurskommission beantragte die
steuerpflichtige AG die Erhöhung des Verlusts auf CHF 804'127. Auf
Verwaltungsgerichtsbeschwerde der AG hin hob das Bundesgericht den Entscheid
jener Rekurskommission und den Einspracheentscheid auf. Auf das Begehren, den
vortragbaren Verlust nominal festzusetzen, trat es aber nicht ein. Es hielt in
ausführlicher Auseinandersetzung mit der in der Lehre vorgetragenen Kritik daran fest,
dass Feststellungsentscheide bei der direkten Bundessteuer mit grösster
3.5.5.
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4.
Die Beschwerdeführerin beanstandet schliesslich die vorinstanzliche Verlegung der
Verfahrenskosten. Soweit die Vorinstanz in der Entscheidbegründung auf den
verwaltungsgerichtlichen Entscheid B 2018/159 vom 16. Oktober 2019 verweise, sei
dieser erst nach Zustellung des angefochtenen Entscheids publiziert worden und der
Beschwerdeführerin demnach nicht bekannt gewesen. Wie bereits vorstehend in
Erwägung 3.5.2 dargelegt, fand mit VerwGE B 2018/159 vom 16. Oktober 2019 keine
Praxisänderung statt. Jener Entscheid stützte sich vielmehr auf die langjährige Praxis
des Bundesgerichts und verneinte ein Feststellungs- bzw. Rechtsschutzinteresse bei
einer Nullveranlagung. Folglich besteht kein Anlass, von der vorinstanzlichen
Kostenverteilung abzuweichen. Diese ist daher zu bestätigen.
5.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist,
abzuweisen ist. (...).
Zurückhaltung zu gewähren und für die Fixierung von Verlustvorträgen abzulehnen
seien. Die Veranlagungsverfügung laute in solchen Fällen auf null. Das Vorhandensein
von Verlusten finde sich nur in der Begründung, welche an der Rechtskraftwirkung des
Urteilsdispositivs jedoch nicht teilhätten (BGer 2A.192/2000 vom 9. Mai 2001).
Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht erkannte, ging es folglich um
die (unzulässige) Feststellung der Höhe des verrechenbaren Verlustvortrages.
Vorliegend beschränkt sich der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners
bezüglich beider Steuerveranlagungen jedoch auf die jeweiligen Steuerfaktoren und
lässt folgerichtig im Dispositiv die Verrechenbarkeit kumulierter Verluste in künftigen
Jahren offen. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach ein (aktuelles)
Rechtsschutzinteresse jedoch richtigerweise selbst dann erst zu bejahen sei, wenn
nach erfolgter Verlustverrechnung noch ein steuerbarer Gewinn verbleibe, lässt sich
aufgrund des Dargelegten daher nicht beanstanden.
Die Vorinstanz erkannte in ihrem Entscheid daher zu Recht, dass es der
Beschwerdeführerin bezüglich der beiden erhobenen Rechtsmittel aufgrund der
Nullveranlagung an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse fehle. Es ist deshalb nicht
zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf den Rekurs und die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 3. Mai 2019 nicht eingetreten ist.
3.6.
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