# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6bc4109-390c-485c-a675-cf12f221e89f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Am 1. September 2004 überschritt A. auf der Autobahn A13 die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h - nach Abzug der Sicherheitsmarge - um 49 km/h. Mit Strafmandat des Kreispräsidenten Fünf Dörfer vom 3. Dezember 2004 wurde A. der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gesprochen und unter Ansetzung einer Probezeit von einem Jahr mit einer Busse von Fr. 1'000.-- bestraft. Ferner entzog ihm das Strassenverkehrsamt Graubünden (nachfolgend Strassenverkehrsamt) mit Verfügung vom 28. Dezember 2004 den Führerausweis für die Dauer von einem Monat.
2. Am 5. Mai 2005 lenkte A. mit einem Blutalkoholgehalt von mindestens 0.91‰ ein Motorfahrzeug und überschritt dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 26 km/h. Am 14. Juni 2005 verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, Zweigstelle Horgen, wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG (qualifizierte Blutalkoholkonzentration) sowie Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG und bestrafte ihn dafür mit 30 Tagen Gefängnis sowie einer Busse von Fr. 800.--. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben. Aufgrund dieses Vorfalls wurde A. mit Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 6. Juli 2005 der Führerausweis für die Dauer von sechs Monaten entzogen. Zudem wurde er zum Besuch des Verkehrsunterrichts verpflichtet. Dieser Verpflichtung kam er am 8. Oktober 2005 nach.
3. Am 2. Januar 2006 beging A. erneut eine Trunkenheitsfahrt mit einem Blutalkoholgehalt von 0.9‰. Mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 13. November 2007 wurde A. des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 60.-- bestraft. In teilweiser Gutheissung der Berufung reduzierte das Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 21. Mai 2008 die Geldstrafe auf 60 Tagessätze à Fr. 50.--.
4. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass A. mit Strafmandat des Kreispräsidenten Chur vom 21. Dezember 2006 wegen Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 200.-- sowie mit Strafbefehl des Kreisamts Baden vom 5. Juli 2007 u.a. wegen Missachtung der
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zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Anhängerzüge auf Autobahnen um 24 km/h zu einer Busse von Fr. 510.-- verurteilt wurde. Sodann wurde A. mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein vom 26. Juni 2007 der Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft.
B. Mit Verfügung vom 31. Mai 2006 verpflichtete das Strassenverkehrsamt A., sich zur Abklärung der Fahreignung beim Psychiatrischen Dienst Graubünden (PDGR) verkehrspsychologisch untersuchen zu lassen. Damit sollte abgeklärt werden, ob A. aufgrund seines bisherigen Verhaltens Gewähr biete, dass er künftig beim Führen eines Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen würde (charakterliche Eignung). Ausschlaggebend für diese Massnahme waren nebst dem Fahren in angetrunkenem Zustand vom 2. Januar 2006 (Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 21. Mai 2008) sowie dem übrigen getrübten automobilistischen Leumund zwei weitere konkrete Vorfälle. Einerseits hatte sich A. nach einem Selbstunfall vom 26. November 2005 nicht pflichtgemäss verhalten und mit seinem Vorgehen eine mittelschwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG begangen, andererseits beging er am 24. Januar 2006 auf der Autobahn A1 eine Geschwindigkeitsüberschreitung von rechtlich relevanten 32 km/h, was ebenfalls eine mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften darstellt. A. habe innerhalb von nur zwei Monaten gleich zwei mittelschwere Widerhandlungen sowie eine schwere Widerhandlung begangen. Er sei seit April 1997 im Besitz des Führerausweises und die vorliegend zu beurteilenden Vorfälle stellten seit dem Jahre 2004 bereits die dritte Administrativmassnahme dar. Aufgrund der gesamten Sachlage bestünden ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung, weshalb eine diesbezügliche verkehrspsychologische Abklärung unumgänglich sei.
C. Gegen diese Verfügung liess A. mit Eingabe vom 16. Juni 2006 Beschwerde beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG [damaliges Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement]) einreichen. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2006 sistierte das Departement das Verwaltungsbeschwerdeverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss der Strafverfahren. Gleichzeitig wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt. Nach Abschluss der Strafverfahren wies das DJSG die Beschwerde mit Verfügung vom 21. April 2009 ab, woraufhin die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 31. Mai 2006 unangefochten in Rechtskraft erwuchs.
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D. Am 25. August 2009 wurde A. - wie mit Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 31. Mai 2006 angeordnet - vom PDGR einer testpsychologischen Untersuchung zur Überprüfung seiner charakterlichen Eignung unterzogen. Das Gutachten des PDGR vom 30. September 2009 kam zum Schluss, dass die Fahreignung von A. nur mit Auflagen (Verkehrstherapie) gegeben sei, da eine unsichere charakterliche Fähigkeit zur Verkehrsanpassung festgestellt worden sei. Gestützt darauf sprach das Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 10. Februar 2010 gegen A. einen Warnungsentzug für die Dauer von zwölf Monaten aus. Mit einer zweiten Verfügung vom 10. Februar 2010 ordnete das Strassenverkehrsamt gegen A. therapeutische Massnahmen an.
E. Gegen diese Verfügungen liess A. mit Eingabe vom 5. März 2010 Beschwerde beim DJSG erheben, woraufhin das DJSG mit Verfügung vom 24. Juni 2010 die beiden Verfahren vereinigte und die Beschwerden abwies. Die dagegen erhobenen Berufungen sind zurzeit ebenfalls beim Kantonsgericht von Graubünden hängig (SK2 10 39).
F. Zwischenzeitlich war A. am 22. März 2008 in Z., Y., als Lenker eines Motorfahrzeugs mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.69‰ in eine Polizeikontrolle geraten. Aufgrund dieses Sachverhalts wurde A. vom rumänischen Gericht Z. mit Strafurteil vom 6. Januar 2009 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Blutalkoholkonzentration zu sechs Monaten Gefängnis mit bedingtem Aufschub bei einer Probezeit von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Dieses Urteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
Das B. des C. informierte daraufhin die Schweizerische Botschaft in X. mit Schreiben vom 16. März 2009 über diesen Sachverhalt. Darin führte es aus, dass A. am 23. März 2008 in Y. der Führerausweis entzogen worden sei. Die Schweizerische Botschaft setzte ihrerseits das Strassenverkehrsamt darüber in Kenntnis.
Mit Verfügung vom 14. April 2009 sprach das Strassenverkehrsamt gegen A. einen vorsorglichen Entzug des Führerausweises für sämtliche Kategorien, Unterkategorien und Spezialkategorien auf unbestimmte Zeit aus. Gleichzeitig wurde A. verpflichtet, sich beim PDGR spezialärztlich untersuchen zu lassen. Angesichts des Umstands, dass er innerhalb von drei Jahren bereits dreimal in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug gelenkt habe, bestünden ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung, weshalb eine spezialärztliche Abklärung
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betreffend eine allfällige Alkoholabhängigkeit unumgänglich sei. Die definitive Verfügung werde erst nach Vorliegen des spezialärztlichen Berichts und nach Gewährung des rechtlichen Gehörs erlassen.
G. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 30. April 2009 wies das DJSG mit Verfügung vom 27. April 2010, mitgeteilt am 3. Mai 2010, ab.
H. Mit Eingabe vom 29. Mai 2010 reichte A. gegen die abweisende Verfügung des DJSG Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren ein:
„I. Rechtsbegehren
1. Ziff. 1 und Ziff. 2 Satz 2 des Dispositivs der Departementsverfügung vom 27. April 2010, mitgeteilt am 03. Mai 2010, sowie die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 14. April 2009 seien vollumfänglich aufzuheben.
2. Von einem vorsorglichen Führerausweisentzug und einer spezialärztlichen Fahreignungsabklärung sei abzusehen.
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an das Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden, subeventualiter an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Dem Berufungskläger sei für seine anwaltlichen Aufwendungen im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung im Betrage von Fr. 5'102.80 zu Lasten des Kantons/Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden/Strassenverkehrsamt zuzusprechen.
4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren.
II. Prozessuale Anträge
1. Es sei eine öffentliche Berufungsverhandlung durchzuführen.
2. Der Berufung sei aufschiebende Wirkung zu erteilen, insbesondere der Führerausweis sei dem Berufungskläger auch für die Dauer des Berufungsverfahrens zu belassen.
3. Es seien hinsichtlich jener Urkunden, welche sich in den Akten des Strassenverkehrsamtes und der Vorinstanz befinden und in rumänischer Sprache verfasst sind, entsprechende Übersetzungen fertigen zu lassen (soweit nicht bereits geschehen) und anschliessend dem Berufungskläger die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äussern.
III. Beweisanträge
1. Es seien aus Händen der zuständigen Strafbehörde/Gericht Z. sämtliche Akten i.S. A. beizuziehen und es seien sachgerechte Übersetzungen der entsprechenden Aktenstücke zu veranlassen.
2. Es seien folgende Personen als Zeugen zu befragen:
- D.,
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- E., Z.
- F., c/o Strassenverkehrsamt Graubünden, Kalchbühlstrasse 18, 7000 Chur.“

## Considerations