# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 22cbd991-4832-403b-98a7-6462bbfb1833
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war ab 22. August 1989 als Primarlehre
rin von der Erziehungsdirektion (heute: Bildungsdirektion) des Kantons
Z._
angestellt und unterrichtete an der Unterstufe in
A._
.
I
m Rahmen
dieses Anstellungsverhältnisses
war sie
bei der
BVK Personalvor
sorge des Kantons Zürich
(nachfolgend: BVK) berufsvorsorgeversichert (vgl. dazu etwa Urk. 6 S. 3).
Am 12. März 2004 erlitt die Versicherte als Folge eines epileptischen Anfalls einen Autounfall. Nach einem neurochirurgischen Eingriff im
B._
am 23. August 2005 war sie während 27 Monaten anfallsfrei. Aufgrund neuropsychologischer Einschränkungen musste sie jedoch ihr Arbeitspensum ab 3. Dezember 2007 auf 60 % reduzieren (Urk. 1 S. 3)
.
Mit Verfügung der Bildungsdirektion vom 12. November 2008 (Urk. 7/1) wurde die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 2008 für 12 Wochenlektionen aus dem Schuldienst entlassen und festgestellt, dass die Rest
arbeitsfähigkeit rund 60 % (17 Wochenlektionen) betrage und dies zu einer kommunalen Anstellung führe (bei gleichzeitiger Beendigung der kantonalen Anstellung).
Bereits am 16. August 2008 ha
tte die Versicherte ein Anstell
ungsverhältnis bei der Gemeinde
Y._
angetreten (mit einem Pensum rund 60 %) und war diesbezüglich bei der
Pensionskasse des Personals der Gemeinde
Y._
(nachfolgend: Pensionskasse
Y._
) berufsvorsorgeversichert.
1.2
Mit Verfügung vom 23. April 2009 (Urk. 2/2) sprach die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 eine auf einem Invaliditätsgrad von 41 % basierende Vier
telsrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu.
Ab dem 1. Januar 2009 richtete die BVK der Versicherten eine auf einem Invalidi
tätsgrad von 40 % basierende Invalidenrente (samt entsprechendem Überbrückungszuschuss) aus (Urk. 2/3).
1.3
Im Januar 2009 trat bei der Versicherten ein Tinnitus auf; es kam zunehmend zu psychischen Dekompensationen mit diversen Klinikaufenthalten. Ab Juni
2009 wurde ihr von den behandelnden Ärzten Arbeitsunfähigkeiten betreffend die zuvor bestehende Restarbeitsfähigkeit von 60 % attestiert; die Krankentag
geldversicherung erbrachte Taggeldleistungen (vgl. Urk. 1 S. 4).
Am 15. April 2010 stellte die Versicherte bei der IV-Stelle ein Revisionsgesuch (Urk. 27/40; vgl. auch Urk. 27/43). Schliesslich sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 31. Mai 2012 (Urk. 2/4; vgl. auch Urk. 27/135-139) mit Wir
kung ab 1. April 2010 eine auf einem Invaliditätsgrad von 89 % basierende
g
anze Rente zu.
1.4
Sowohl die BVK als auch die Pensionskasse
Y._
verneinten in der Folge ihre Leistungspflicht in Bezug auf den von der IV-Stelle neu festgestellten Inva
liditätsgrad. Die BVK lehnte die Erhöhung der von ihr ausgerichteten Invali
denrente ab. Die Pensionskasse
Y._
verneinte ihre Leistungspflicht zur Gänze, richtete aber aufgrund ihrer Vorleistungspflicht die gesetzlichen Mini
malleistungen aus (vgl. Urk. 1 S. 5).
2.
Mit Eingabe vom 3. Juni 2013 (Urk. 1) liess die Versicherte Klage gegen die BVK und die Pensionskasse
Y._
erheben mit folgende
m
Rechtsbegehren:
1.
Es sei festzustellen, welche der beiden Beklagten nach Gesetz und Reglement leistungspflichtig ist.
2.
Die Beklagten seien zu verpflichten, ihre vollständigen Dossiers mit den Berechnungsgrundlagen für eine gesetzliche und eine reglementarische Rente zu edieren und detailliert zu begründen.
3.
Es seien der Klägerin zu Lasten der als leistungspflichtig erkann
ten Beklagten die gesetzlich und reglementarisch geschuldeten Renten zuzusprechen inkl. Zins zu 5 % ab heute, im Fall der Be
klagten 1 jährlich mindestens Fr. 57'870.00, im Fall der Beklagten 2 mindestens Fr. 34'401.00.
4.
Es sei der Klägerin Gelegenheit zu geben, nach Edition der gesam
ten Akten, Berechnungen und Begründungen zur Höhe der geschuldeten Renten Stellung zu nehmen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten 1 resp. der Beklagten 2.
Die BVK schloss in ihrer Klageantwort vom 4. Juli 2013 (Urk. 6) auf Abweisung der Klage; eventuell sei festzustellen, dass die Pensionskasse
Y._
leistungs
pflichtig sei; jeweils unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und Ent
schädigungsfolgen. Zudem stellte die BVK diverse Verfahrensanträge. Die Pen
sionskasse
Y._
liess in ihrer Klageantwort vom 11. September 2013 (Urk. 12) auf ko
sten- und entschädigungsfällige
Abweisung der gegen sie ge
richteten
Klage schliessen. Replicando liess die Versicherte an ihren Anträgen festhalten (Urk. 17). Am 5. Februar 2014 erklärte die Rechtsvertreterin der Ver
sicherten, dass sie nicht mehr an der Bezifferung ihres Rechtsbegehren festhalte und mit einem grundsätzlichen Entscheid, der die gerichtsüblichen Parameter nenne (leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung, Rentenbeginn und Invaliditäts
grad), einverstanden sei. Duplicando hielten die BVK und die Pensionskasse
Y._
an ihren Abweisungsanträgen fest (Urk. 20 und 22). Mit Verfügung vom 14. Mai 2014 (Urk. 24) wurden die Akten der Eidgenössischen Invaliden
versicherung in Sachen der Versicherten beigezogen. Am 4. Juni 2014 wurde den Parteien Frist zur freigestellten Stellungnahme zu den beigezogenen Akten (Urk. 27/1-173) angesetzt (Urk. 28). Die BVK reichte am 6. August 2014 ihre Stellungnahme ins Recht (Urk. 32); diese wurde den anderen Parteien, die sich ihrerseits nicht mehr vernehmen liessen, zur Kenntnis gebracht (vgl. Urk. 34).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu
70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenver
-
sicherung (Art. 29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeein
richtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von ei
nem Jahr gemäss Art. 28
Abs.
1 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) in
valid wird. Damit nämlich der durch die zweite
Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem Obligatorium unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Ver
sicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrich
tung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorge
verhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26
Abs.
3 BVG e contrario; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeeinrich
tungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Ar
beitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der In
validenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorge
einrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130
V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn
der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in je
dem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. lc, 120 V 112 E. 2c/aa und 2c/bb mit Hinweisen).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeein
richtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (aArt. 73bis IVV; seit
1.
Juli 2006: Art. 73ter IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Be
trachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten las
sen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die In
validitätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Klägerin liess zur Begründung der Klage im Wesentlichen ausführen, es gehe um die Frage, ob der Erhöhung de
s
durch die IV-Stelle verfügten Invalidi
tät
sgrades
auf
100 %
(richtig: 89 %)
derselbe Gesundheitsschaden zugrunde liege, der bereits zur Viertelsrente geführt habe. Falls dies zutreffe, sei der sach
liche Zusammenhang zu bejahen. Es sei wahrscheinlich, dass ein sachlicher Zusammenhang zwischen der früher aufgetretenen Epilepsie und der späteren psychischen Entwicklung bestehe. Da auch ein zeitlicher Zusammenhang gege
ben sei, weil die Klägerin nie mehr voll leistungsfähig gewesen sei, führe dies zur Leistungspflicht der Beklagten
1.
Soweit die Beklagte 1 das Auftreten des Tinnitus in den Vordergrund stelle, sei dies nicht zutreffend. Aus den Akten er
gebe sich etwas anderes, denn die Persönlichkeitsstörung und die Depression seien weit vor dem Januar 2009, als der Tinnitus erstmals aufgetreten sei, ak
tenkundig. Die Weiterbeschäftigung der Klägerin zu 60 % (ohne Klassenlehre
rinnenfunktion und nur in Kleinklassen) sei ein Eingliederungsversuch gewesen. Falls diese engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhänge verneint werden sollten, ergäbe sich ohne Weiteres die Leistungspflicht der Beklagten 2 (Urk. 1 und 17).
2.2
2.2.1
Die Beklagte 1 stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die Klägerin erstmals im Jahr 1997 länger arbeitsunfähig gewesen sei, weshalb es zu medizinischen Abklärungen gekommen sei. Ab Februar 1998 sei sie aber wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Nach dem infolge eines epilep
tischen Anfalls erlittenen Verkehrsunfall
s
vom 12. März 2004 sei es erneut zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit gekommen. Nach einer vertrauensärztlichen Begutachtung habe die Beklagte 1 anerkannt, dass eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege und ihr eine entsprechende Berufsinvalidenrente ausgerichtet. Nachdem die Klägerin nicht mehr von der Bildungsdirektion an
gestellt und somit nicht mehr bei der Beklagten 1 versichert gewesen sei, sei es ab dem 30. Juni 2009 erneut zu einer Arbeitsunfähigkeit gekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei die Klägerin bei der Beklagten 2 versichert gewesen. Ursache die
ser neuen Arbeitsunfähigkeit sei gemäss eigenen Angaben der Klägerin ein Tin
nitus gewesen, der sich im Sommer 2009 eingestellt habe. Der Gesundheitsscha
den, der zur Ausrichtung von Invalidenleistungen durch die Beklagte 1 geführt h
abe, sei die Temporallappenepil
epsie (mit damit einhergehenden neuropsy
chologischen Defiziten) gewesen. Mit dem damals noch gar nicht aufgetretenen Tinnitus, geschweige denn einer damit einhergehenden psychischen Dekom
pensation habe kein sachlicher Zusammenhang bestanden. Es sei aber auch kein zeitlicher Zusammenhang gegeben. Demzufolge sei die Beklagte 1 nicht ver
pflichtet, infolge der späteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes hö
here Leistungen zu erbringen (Urk. 6, 20 und 32).
2.2.2
Die Beklagte 2 liess im Wesentlichen vortragen, dass aufgrund des von der Be
klagten 1 im Jahr 2008 eingeholten vertrauensärztlichen Gutachtens erstellt sei, dass die Klägerin bereits im April 2008 auch aus psychischen Gründen in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt
gewesen sei. Im Anschluss an diese Begutach
tung seien Gespräche zwischen der Bildungsdirektion und der Schule
Y._
geführt worden, die zu einer Umwandlung der kantonalen in eine kommunale Anstellung geführt hätten, weil die Klägerin aus Sicht der Arbeitgeberin als Klassenlehrperson aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr einsatzfähig ge
wesen sei. Der Klägerin seien im Rahmen ihrer Restarbeitsfähigkeit Lektionen in den Fächern musisches Gestalten und DaZ (Deutsch als Zusatzsprache) zugeteilt worden. Somit habe sie keine Klassenlehrerfunktion mehr gehabt und nur noch in Kleingruppen unterrichtet, was ihre Belastung deutlich gesenkt habe. Die Klägerin sei somit bereits während der Zeit der kantonalen Anstellung nicht mehr in der Lage gewesen, als Klassenlehrerin zu arbeiten. Auch im Übrigen schloss sich die Beklagte 2 im Wesentlichen dem Hauptstandpunkt der Klägerin an und erachtete die Beklagte 1, da sowohl ein enger sachlicher als auch zeitli
cher Konnex zwischen der früheren Arbeitsunfähi
gkeit beziehungsweise Teilin
val
id
is
ierung und der späteren Erhöhung der Invalidität bestehe, als leistungs
pflichtig (Urk. 12 und 22).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit der Kläge
rin auf eine Ursache zurückzuführen ist, die während der Versicherungs
dauer bei der Beklagten
2
neu eingetreten ist, oder ob dafür dieselbe Gesund
heitsbeeinträchtigung verantwortlich ist, derentwegen der Klägerin bereits mit Verfügung vom
23. April 2009 eine Viertelsr
ente der Eidgenössischen Invali
denversich
erung und in der Folge auch
entsprechende
Invalidenleistungen der Beklagten 1
zugesprochen worden war
en
. Mit anderen Worten stehen die sach
liche und zeitliche Konnexität zwischen der Ursache der (ersten) Teilinvalidi
sierung und der späteren Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit
beziehungsweise
der Invalidität
zur Diskussion. I
st diese Konnexität zu bejahen
, ergibt sich daraus die Leistungspflicht der Beklagten
1
; andernfalls
ist
die Beklagte
2 leistungs
pflichtig
D
a die IV-Stelle
die Verfügung, mit welcher sie der Klägerin mit Wirkung ab 1. April 2010 eine auf einem Invaliditätsgrad von 89 % basierende ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zugesprochen hatte, auch der
Be
klagten 1 eröffnet hatte
(vgl. Urk. 27/139), besteht ihr gegenüber grundsätzlich eine Bindungswirkung im Sinne des oben in E. 1.4 Ausgeführten. In Bezug auf die Beklagte 2 ist dies nicht der Fall, da ihr die genannte Verfügung nicht zu
gestellt worden war. Es kann allerdings festgehalten werden, dass weder die Be
klagte 1 noch die Beklagte 2 den von der IV-Stelle festgelegten Invaliditätsgrad oder den Beginn des Anspruchs auf eine ganze Rente in Zweifel gezogen haben.
3.
3.1
Der Zusprache der Viertelsrente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 beziehungsweise der Invalidenleistungen der Beklagten 1 ab 1. Januar 2009 lag in medizinischer Hinsicht folgender Sachverhalt zugrunde:
3.1.1
Dr.
med.
C._
, Spezialärztin FMH für Innere Medizin, diagnosti
zierte in ihrem Bericht vom 9. April 2008 (Urk. 27/13/3-9) einen Status nach neurochirurgisch-therapeutischem Eingriff am 23. August 2005 wegen thera
pieresistenter Temporallappen-Epilepsie mit komplex-fokale
n
Anfällen (ICD-10 G40.2). Es bestehe zwar eine 40%ige Berufsinvalidität, die Beschwerdeführerin sei aber als Unterstufenlehrerin für den Unterricht im Klassenverband im
Um
fang
von 60 % einsetzbar. Sie sei wegen der Epilepsie psychisch leicht vermin
dert belastungsfähig und leide an leichten verbalen episodischen Gedächtnis
störungen, was ihre Leistungsfähigkeit als Primarlehrerin deutlich einschränke. Sie müsse deshalb mehr protokollieren und brauche mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Stunden, da sie Informationen nicht immer stabil abspei
chern könne.
3.1.2
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (RAD) bestätigte die von
Dr.
C._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % am 12. August 200
8.
Diese Einschränkung ergebe sich durch die kognitive Gedächtnisstörung (Urk. 27/19/3).
3.2
Die Erhöhung der Viertelsrente auf eine ganze Rente der Eidgenössischen Invali
denversicherung ab 1. April 2010
(Verfügung vom 31. Mai 2012
[Urk. 2/4])
basierte auf folgenden medizinischen Fakten:
3.2.1
Oberärztin
Dr.
med.
E._
vom
B._
hielt in ihrem Bericht vom 17. Juni 2009 (Urk. 27/46/20-21) folgende Beurteilung fest: „Anpassungs
störung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) bei Patientin mit subakutem, zurzeit knapp kompensiertem Tinnitus und bekanntem epilep
tischem Leiden (seit 2005 anfallsfrei).
3.2.2
Chefarzt
Dr.
med.
F._
, Oberarzt
Dr.
med.
G._
,
Dr.
med.
H._
und die Psychotherapeutin
I._
von der Klinik
J._
, wo sich die Klägerin
vom 17. November bis 14. Dezember 2009 aufhielt, stellten in ihrem Bericht vom 28. Januar 2010 (Urk. 27/46/13-18) fol
gende Diagnosen:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
V.a. emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10 F60.31)
Tinnitus aurium b
eidseits
(ICD-10 H93
.
1)
Epilepsie, nicht näher bezeichnet bei Z
ustand nach
Hippocam
pussklerose-Op
eration
2005 (ICD-10 G40
.
9)
Im Sommer 2008 sei es beruflich zu einem Wechsel von ihrer Tätigkeit als Klas
senlehrerin zu einer normalen Lehrertätigkeit gekommen, was die Klägerin als Rückstufung und Kränkung empfunden habe.
Anfang 2009 habe sie im An
schluss an einen Saunabesuch erstmals den Tinnitus wahrgenommen. Im Ver
lauf des Jahres sei es zu weiteren Belastungen vor allem durch den Tinnitus ge
kommen, so dass sich zunehmend auch depressive Symptome entwickelt hätten, weshalb im Sommer 2009 eine stationär-psychiatrische Behandlung erforderlich geworden sei. Im Zuge dieser Behandlung sei sie antidepressiv auf Cipralex ein
gestellt worden, worunter sich der Tinnitus massiv verschlechtert habe. Seitdem mache sie sich Vorwürfe, die psychiatrische Behandlung in Anspruch genom
men zu haben, und sei deutlich belastet, verzweifelt und hoffnungslos bezüglich der Symptomatik. Während es zunächst gelungen sei, die Klägerin zu stabili
sieren, sei es bei zunehmender Behandlungsdauer erneut zu einer starken An
spannung und psychischer Destabilisierung
gekommen
.
Die Klägerin habe eine deutliche Ambivalenz gegenüber der Behandlung und sich gedanklich eingeengt auf Tinnitus, Hoffnungslosigkeit und Zukunftsängste gezeigt.
3.2.3
Der stellvertretende Klinikdirektor
Dr.
med.
K._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
L._
von der
M._
diagnosti
zierten in ihrem Bericht vom 18. Februar 2010 (Urk. 27/119/13-14) eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode sowie einen beidseitigen Tinnitus. Die Klägerin sei aufgrund von suizidalen Äusserungen per FFE (fürsorgerischer Freiheitsentzug) stationär eingewiesen worden. Sie habe berichtet, sie habe Cannabis geraucht und sei bewusstlos geworden. Sie könne sich nicht mehr an ihre Äusserungen erinnern. Die Klägerin habe angegeben, dass sie vor allem an einem beidseitigen Tinnitus leide, aufgrund dessen s
ie
auch depressiv geworden sei. Zusätzlich sei sie infolge des Tinnitus in ihrer Ar
beitsfähigkeit beeinträchtigt und als Primarschullehrerin
herabgestuft worden, was sie sehr belaste.
3.2.4
Dr.
med.
N._
, Fachärztin für Hals-
,
Nasen-
,
Ohren-Krankheiten führte in ihrem Bericht vom 10. Februar 2010 (Urk. 27/46/10-11) aus, die
Klägerin
habe erstmals im Januar 2009 einen hochfrequenten Tinnitus im rechten Ohr gehört.
Damals sei das Ohrgeräusch nur sehr leise und in Ruhe wahrzunehmen gewe
sen. Es habe sie deshalb damals nur wenig gestört. Bis zum Sommer 2009 habe sich aufgrund einer Belastungssituation eine erhebliche depressive Störung entwickelt.
3.2.5
Dr.
med.
O._
, Fachärztin FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 17. Mai 2010 (Urk. 27/46
/6-7
) einen akuten hochfrequenten konstanten Tinnitus rechts Grad IV und eine Hyperaku
sis bei Epilepsie und einem Status nach operierter Hypocampussklerose. Eine Arbeitsunfähigkeit habe sie der
Kläger
in nicht attestiert. Ein Tinnitus könne aber zu Konzentrationseinschränkungen führen. Grundsätzlich sei eine Arbeits
tätigkeit aber trotzdem zu empfehlen. Bei der Beschwerdeführerin sei die Situa
tion allerdings viel komplexer, und der Tinnitus stehe nicht im Vordergrund.
3.
2.6
Oberärztin
Dr.
med.
P._
und der Psychologe
Dr.
phil.
Q._
von der
R._
(Psychiatrische Dienste
S._
) er
klärten in ihrem Bericht vom 7. Juni 2010 (Urk. 27/63), dass sich im Verlauf des Aufenthaltes die massiven, als Folge der organischen Störung entstandenen Persönlichkeitsveränderungen zeigten. Charakteristisch seien hierbei einerseits die veränderte emotionale Reagibilität in Form einer Affektverflachung und an
dererseits eine Antriebsverminderung und eine Einschränkung im Durchhalte
vermögen hinsichtlich zielgerichteter Aktivitäten.
3
.
2.7
Der Leitende Arzt Prof.
Dr. Dr.
med.
T._
und Assistenzarzt
Dr.
med.
U._
vom
V._
bestätigten am 16. Juni 2010, dass die Klägerin aus epileptologischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Aus epileptologischer Sicht bestünden keine Einschränkungen; aufgrund der neuropsychologischen Funktionsstörung liege jedoch eine verbale episodische Gedächtnisstörung vor. Vermutlich ergebe sich auch aus psychiatrischer Sicht eine verminderte Leis
tungsfähigkeit. Es bestünden Gedächtnisdefizite sowie ein Tinnitus, der zu einer psychischen Destabilisation
ge
führ
t habe
(Urk. 27/59/3-5).
3.2.8
Aus dem Bericht von Oberarzt
Dr.
med.
W._
, Assistenzarzt
Dr.
med.
AA._
und des Leitenden Arztes Prof
.
Dr.
med.
BB._
von der
M._
vom 16. September 2010 (Urk. 27/16-19
; vgl. auch Urk. 27/20-21
) geht hervor, dass
die Klägerin aufgrund zunehmender Suizidge
danken zugewiesen worden
ist
. Sie habe berichtet, dass sie seit einer Mittelohr
entzündung vor eineinhalb Jahren an einem therapierefraktären Tinnitus leide und sich dadurch massiv psychisch belastet fühle. Sie habe fast ständig Sui
zidgedanken ohne konkrete Suizidabsichten, sei traurig, lust- und antriebslos.
3.2.9
Die Dres.
W._
und
AA._
äusserten sich am 5. Oktober 2010 dahingehend, dass ihres Erachtens die psychischen Probleme ungefähr im Januar 2009 be
gonnen hätten (Urk. 27/119/33). I
n ihrem Bericht vom 12. November 2010 (Urk. 27/71)
führten die beiden Ärzte
aus, dass sich die Klägerin durch den Tin
nitus massiv psychisch belastet fühle. Stimmung und Antrieb seien reduziert. Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit vermindert.
Angesichts eines seit
ei
nundzwanzig Monaten dauernden
depressiven Zustandsbild
s, das sich
trotz intensive
r Therapie
nicht signifikant gebessert habe,
sei
von der Gefahr ei
ner weiteren Chronifizierung auszugehen.
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass bei der Klägerin bereits seit vie
len Jahren erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung
en vorhanden sind. Dabei handelt es sich sowohl um somatische als
auch um psychische Beschwerden (vgl. dazu etwa die von
Dr.
C._
in ihrem Gutachten vom 25. Mai 2005 [Urk. 7/8 = Urk. 27/50/1-16] dargestellte Krankengeschichte). Im vorlie
genden Zusammenhang ist allerdings nicht streitentscheidend, seit wann eine gesundheitliche Störung vorhanden war, sondern zu welchem Zeitpunkt die re
levante Arbeitsunfähigkeit eintrat, die mit der späteren Invalidisierung (bezie
hungsweise der Erhöhung der Invalidität) in einem engen sachlichen und zeitli
chen Konnex steht.
4.2
Die erste Teilinvalidisierung von 40 % durch die IV
Stelle mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 erfolgte gestützt auf den Bericht von
Dr.
C._
vom 9. April 2008 (Urk. 27/13/3-9)
über die
bei der Klägerin bestehende Epi
lepsie, welche ihre psychische Belastungsfähigkeit leicht verminderte und leichte verbale episodische Gedächtnisstörungen zur Folge hatte. Die Klägerin musste deshalb damals mehr protokollieren und benötigte mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Stunden (vgl. oben E. 3.1.1).
Mit anderen Worten war die Klägerin zum Zeitpunkt der ersten Teilinvalidisierung durch die Epilep
sie beziehungsweise deren Auswirkungen (kognitive Störungen) in ihrer Ar
beits- beziehungsweise Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Dies wurde auch von
Dr.
D._
bestätigt: Die Einschränkung von 40 % ergebe sich durch die kognitive Gedächtnisstörung (Urk. 27/19/3 und oben E. 3.1.2).
Der Erhöhung der Invalidenrente beziehungsweise des Invaliditätsgrades lag
hingegen
- wie aus den oben in E. 3.2 wiedergegebenen Arztberichten hervor
geht -
im Wesentlichen ein anderer medizinischer Sachverhalt zugrunde. Im Ja
nuar 2009 trat bei der Klägerin - wie ausgeführt - neu ein Tinnitus auf. Und als Folge dieses Tinnitus entwickelte sich die psychische Gesundheitsbeeinträchti
gung, derentwegen die IV-Stelle die Invalidenrente auf Antrag der Klägerin re
vidierte. Dieser medizinische Zusammenhang ergibt sich implizit aus den Be
richten der Klinik
J._
(vgl. oben E. 3.2.2), der Dres.
K._
und
L._
(vgl. oben E. 3.2.3) und von
Dr.
N._
(vgl. oben E. 3.2.4). Ausdrücklich bejaht wurde ein solcher Ursa
che-Wirkung-Zusammenhang zwischen Tinnitus und psychischer Gesundheits
beeinträchtigung von Prof.
Dr. Dr.
T._
und
Dr.
U._
in ihrem Bericht vom 16. Juni 2010
(vgl. oben E. 3.2.7): Es bestehe (Urk. 27/59/4) „ein Tinnitus, der zu einer psychischen Destabilisation führte.“
Aus
epileptologischer Sicht bestünden hingegen keine Einschränkungen. Schliesslich bestätigten auch die Dres.
W._
und
AA._
, dass die psychischen Probleme ungefähr im Januar 2009 begonnen hätten, und berichteten wiederholt, dass sich die Klägerin durch den Tinnitus massiv psychisch belastet fühle (vgl. dazu oben E. 3.2.8 und 3.2.9).
Angesichts der medizinischen Aktenlage kann die These, dass zwischen der beste
henden Epilepsie (derentwegen beziehungsweise wegen deren kognitiven Folgen die erste Teilinvalidisierung erfolgte) und den im Jahr 2009 aufgetrete
nen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen (weswegen schliesslich die zweite Teilinvalidisierung erfolgte) ein enger sachlicher Zusammenhang besteht, nicht
hinreichend begründet
werden.
Zwar bestanden bei der Klägerin offen
sichtlich bereits seit geraumer Zeit auch psychische Probleme und möglicher
weise auch eine durch die epileptische Grunderkrankung erhöhte psychische Vulnerabilität,
was
jedoch nichts daran
ändert
, dass aufgrund der herrschenden Aktenlage ein Konnex zwischen der Epilepsie und der im Jahr 2009 aufgrund psychische
r
Probleme aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit
nicht
erstellt ist. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist demgegenüber davon auszugehen, dass der im Januar 2009 erstmals aufgetretene und sich dann im Jahresverlauf ver
schlimmer
nde
Tinnitus ursächlich für die psychische De
s
tabilisation war (wie es ausdrücklich von Prof.
Dr. Dr.
T._
und
Dr.
U._
festgehalten wurde).
Dieser Geschehensablauf entspricht im Übrigen auch der Selbsteinschätzung der Klägerin,
w
ie sie
sie
gegenüber den verschiedenen Ärztinnen und Ärzten abgab (vgl. etwa oben E. 3.2.2, 3.2.3 und 3.2.8).
4.3
Aus dem Gesagten folgt,
dass die relevante Arbeitsunfähigkeit, derentwegen die IV-Stelle die Invalidenrente der Klägerin mit Wirkung ab 1. April 2010 auf eine ganze Rente erhöhte, im Sommer 2009 eintrat, als die Klägerin bei der Beklag
ten 2 berufsvorsorgeversichert war.
Daraus ergibt sich die Leistungspflicht der Beklagten 2 hinsichtlich der infolge der Erhöhung des Invaliditätsgrades der Klägerin auszurichtenden Invalidenleistungen. Die Klage gegen die Beklagte 1 ist demgegenüber ohne Weiteres abzuweisen
.
5.
5.1
Der Rentenbeginn ist in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 BVG, wonach diesbezüg
lich sinngemäss die Bestimmungen des IVG gelten, und in Überein
stimmung mit der Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV
Stelle, vom 31. Mai 2012 (Urk. 2/4) auf den 1. April 2010 festzulegen.
5.2
Aufgrund der medizinischen Akten und der Feststellungen der IV
Stelle ist er
stellt und wurde von den Parteien zu Recht nicht in Zweifel gezogen, dass es der Klägerin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist ihren ange
stammten Beruf als Primarlehrerin auszuüben. Der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad von 89 % (Verfügung vom 31. Mai 2012 [Urk. 2/4]) ist auf
grund der Akten ausgewiesen und wurde von den Parteien ebenfalls nicht in Zweifel gezogen.
Für die Erhöhung der Invalidität hat nach dem Gesagten die Beklagte 2 einzu
stehen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich bei Kons
tellationen wie der vorliegenden um einen neuen Versicherungsfall (Jacques-André Schneider, Thomas Geiser, Thomas Gächter [hrsg.], BVG und FZG, Bern 2010 N 48 zu Art. 23). Angesichts der nur noch marginalen Arbeitsfähigkeit
(25 % in einer zeitlich flexiblen Tätigkeit ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in einer wohlwollenden und konflikt
armen Arbeitsatmosphäre) und einem damit erzielbaren Verdienst von rund
Fr.
13‘500.-- (
Urk.
2/4 Verfügungsteil 2) ergibt sich in Bezug auf das bei der Beklagten 2 versicherte Pensum von 60 % mit einem Verdienst von über
Fr.
65‘000.-- pro Jahr (
Urk.
27/54/3),
was als Valideneinkommen zu gelten hat, ein Invaliditätsgrad von rund 80
%
und damit eine vollumfängliche Invalidität. Dass die Klägerin bereits eine Viertelsrente von der Beklagten 1 bezieht, ändert hieran nichts, denn die nun geschuldete ganze Invalidenrente basiert auf einem entsprechend reduzierten Pensum und ebensolchen Verdienst.
5.3
Da sich der Rentenanspruch aufgrund der Aktenlage nicht genau beziffern lässt und die Klägerin am 5. Februar 2014 dem Sozialversicherungsgericht hat mit
teilen lassen, dass sie an ihrem bezifferten Rechtsbegehren nicht länger festhalte und mit einem grundsätzlichen Entscheid über die Leistungspflicht einverstan
den sei (Urk. 18), ist vorliegend die Klage gegen die Beklagte 2 gemäss ständiger Praxis in dem Sinne gutzuheissen, dass die
se
zu verpflichten ist, der Klägerin ab 1. April 2010 auf eine
r
vollumfänglichen Invalidität
basierende Invalidenleis
tungen, insbesondere eine Invalidenrente der berufliche Vorsorge (obligatorisch
und überobligatorisch) auszurichten. Die genaue ziffernmässige Berechnung der einzelnen Rentenbetreffnisse ist hingegen der leistungspflichtigen Vorsorgeein
richtung zu überlassen (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450)
,
welche
diese Berechnung gegenüber der Klägerin transparent darzulegen haben wird.
Von den nachzuzahlenden Rentenbetreffnissen sind die im Sinne von Art. 26 Abs. 4 BVG bereits geleisteten Vorschusszahlungen abzuziehen.
6.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist (BGE 119 V 131 ff.). Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerich
tlichen Klage an geschuldet. Die
Kläger
in liess am 3. Juni 2013
Klage
er
heben
(Urk.
1), womit ihr ab 3
.
Juni 2013
Verzugszinsen
von 5 %
für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen Rentenbetreffnisse und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen sind.
7.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Die Beklagte
2
ist demzufolge zu ve
rpflichten, der
Kläger
in
eine
angemessen erscheinende
Prozessentschädigung in der Höhe von Fr.
3‘800
.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.