# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9d63b085-2437-4241-892a-6216de3fa844
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war seit
1.
August 2015 in einem Pensum von 80
%
als Pflegehelferin beim Alterswohnheim
Y._
angestellt und damit bei der
Visana
Versicherungen AG gegen Unfälle versichert. Am 1
7.
März 2017 erlitt sie einen Unfall, als sie sich beim Versuch, einen veran
kerten Ablaufstöpsel im Lavabo mit einer Schere zu entfernen,
deren Spitze in die linke Hand rammte (
Urk.
12/9).
Dabei zog sie sich eine Stichverletzung mit Verdacht auf Gelenkbeteiligung zu (
Urk.
12/3
-4)
. Die
Visana
trat auf den Schaden ein und gewährte Heilbehandlung sowie Taggeld (
Urk.
12/10-12).
Am 1
8.
März 2017
wurde eine operative Wundexploration, Gelenkspülung und Naht der
Dorsalaponeurose
vorgenommen (
Urk.
12/5-6). Am 1
2.
April 2017 erfolgte bei der Diagnose einer Läsion der
Streckerhaube
/radiales sagittales Band Streckapparat Zone 5 Zeigefinger links mit/bei Status nach Stichverletzung sowie Status nach
bildgeberisch
verifizierter Nahtinsuffizienz mit
Ulnarluxation
der Strecksehnen ein weiterer operativer Eingriff im Sinne einer Revision des gesam
ten Situs, Rekonstruktion/Zentrierung
Streckerhaube
mittels distal
gestielter
Zügelungsplastik (
Urk.
12/14-15).
In der Folge begab sich die Versicherte
unter anderem
ab 2
6.
September 2017 in Behandlung beim Schmerzam
b
ulatorium des
Universitätsspitals Z._
, Institut für Anästhesiologie (
Urk.
12/48-49)
;
a
m 1
7.
April 2018 wurde über die Beendigung der Schmerztherapie berichtet
unter Hinweis auf eine instabile Schmerzsituation
(
Urk.
12/198-199).
Hierauf stellte die
Visana
mit Verfügung vom 2
0.
April 2018 (
Urk.
12/209-211) die Taggeldleistungen per 3
0.
April 2018 ein.
D
agegen
erhob die Versicherte am
7.
Mai 2018 (
Urk.
12/214-218)
Einsprache.
In der Folge holte die
Visana
beim Zentrum A._
,
ein interdisziplinäres Gutachten ein, welches am 2
3.
Mai 2019 (
Urk.
12/323-
35
6
) erstattet w
u
rde.
Mit Entscheid vom 2
9.
Dezember 2020 (
Urk.
12/720-724) wies die
Visana
die Einsprache ab.
Mit Verfügung vom
6.
Januar 2021 (
Urk.
12/726-7
30) sprach die
Visana
der Versicherten
sodann
mit Wirkung ab
1.
Mai 2018 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 23
%
bei einem versicherten Verdienst von
Fr.
44'610.60 (80
%
) im Betrag von
Fr.
855.05 sowie eine Integritätsentschädi
gung für eine Integritätseinbusse von 25
%
im Betrag von
Fr.
37'050.-- zu. Die dagegen am
8.
Februar 2021 (
Urk.
12/749-753) erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 2
3.
Dezember 2021 (
Urk.
2) abgewiesen.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am
1.
Februar 2022 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, es
seien
ihr eine monatliche Rente in der Höhe von
Fr.
2'396.70 (unter Vorbehalt der Anpassung nach dem definitiven Entscheid über die IV-Rente) und eine Integritätsentschädigung im Betrag von
Fr.
88'920.-- zuzusprechen. Even
tuell sei die Angelegenheit zur erneuten
Entscheidfindung
an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie
um
Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege und Bestellung von
Advogada
Fernanda
Pontes
Clavadetscher
als unentgeltliche Rechtsvertreterin
(
Urk.
1 S. 2)
.
Die
Visana
ersuchte am 1
6.
Mai 2022 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11 S. 2), was der
Beschwerdeführerin
am 2
3.
Mai 2022 (
Urk.
13) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
5.
November 2021 einen Anspruch auf eine Rente der Invaliden
versicherung. Der Entscheid im dagegen angestrengten Beschwerdeverfahren ergeht am heutigen Tag im Prozess Nr. IV.2021.0074
7.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
05.2021
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
UV170430
Integritätsentschädigung, Grundlagen, Gesetzestext
02.2021
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dau
ernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträch
tigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berück
sichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimme
rung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung des
angefochtenen
Einsprache
entscheides
aus,
gemäss gutachterlicher Einschätzung
sei der Beschwerdeführerin in einer - näher beschriebenen - angepassten Tätigkeit
ein
Pensum von 100
%
zumutbar (
Urk.
2
Ziff.
7). Bei Gewährung eines leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn von 10
%
(
Ziff.
8) und einem
Valideneinkommen
basierend auf dem letzten Verdienst samt (durchschnittlich erzielten) Zulagen (
Ziff.
6) errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 23
%
(
Ziff.
9).
Zur Integritätsentschädigung verwies die Beschwerdegegnerin auf die Einschät
zung der Gutachter und klammerte psychische
sowie
neuropsychologische Einschränkungen aus (
Ziff.
12).
2.2
Die Beschwerdeführerin
kritisierte das eingeholte Gutachten in verschiedener Hinsicht (
Urk.
1
Ziff.
8 ff. und
Ziff.
26 ff.). Das frühere Einkommen bemass sie höher als die Beschwerdegegnerin und verwies dabei auf ihre Lohnausweise (
Ziff.
17 f.). Zum «Tabellenlohn» brachte sie vor, dass sie als in einem Niedrig
lohnberuf arbeitende Ausländerin die statistischen Werte nicht erzielen könne (
Ziff.
20 ff.).
Sie schloss auf einen Abzug von 15
%
wegen der «Ausländereigen
schaft» sowie 30
%
für «Behinderung», mithin das eingeschränkte Profil und die verminderte Leistungsfähigkeit (
Ziff.
48). Den Integritätsschaden bemass sie mit 60
%
unter Hinweis auf (von der Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigte) Dauerschmerzen sowie kognitive Einschränkungen.
3.
3.1
Dem Gutachten der Fachleute
des Zentrums A._
vom 2
3.
Mai 2019 (
Urk.
12/323-356) lagen Untersuchungen in den Bereichen Neurologie, Neuropsychologie, Chirurgie und Psychiatrie zu Grunde
. Sie stellten folgend
e
Diagnosen (S. 29):
-
Stichverletzung über MPC II
radialseits
der linken Hand mit Sehnenbeteili
gung mit/bei
-
Wundexploration, Gelenkspülung und Naht
Dorsalaponeurose
am 18.3.2017
-
Rekonstruktion/Zentrierung
Streckerhaube
mittels distal
gestielter
Zügelungsplastik am 14.4.2017
-
Entwicklung eines CRPS (erstmalige Erwähnung am 1
2.
Mai
2017) bei allerdings nicht ganz eindeutig dokumentierter Befundlage
-
frustran
verlaufenden schmerztherapeutischen Massnahmen (medika
mentös inkl
usive
Opi
oide,
Ketamintherapie
, Neuromodu
lation mit Einpflanzung von E
l
ektroden ze
r
vikal)
Aktuell:
-
Chronifiziertes
Schmerzsyndrom der linken Hand nach Stichverletzung und wiederholten operativen Eingriffen (ne
u
rologische Diagnose)
-
CRPS I im Endstadium an der linken Hand mit
Einsteifung
sämtlicher Lang
fin
ger und persistier
e
nder Schmerzsymptomatik (handchirurgische Diagnose)
-
ohne krankheitswertige psychiatrische oder neuropsychologische gesundheitliche Beeinträchtigung
-
depressiv gefärbte Anpassungsstörung
(unfallfremd)
3.2
Die Gutachter führten
in hand-/unfallchirurgischer Hinsicht
aus
(S. 25 f.)
, beim Unfall sei es
zu einer Längsläsion der radial streckseitigen Anteile der
Strecker
haube
gekommen. Bei der Erstversorgung der Wunde
sei
diese Läsion nicht definitiv versorgt worden, so dass es in der Folge zu einer
Dezentrierung
der Streckse
hne über das Grundgliedköpfchen
hinweg nach
ulnar
gekommen
sei
. In einem zweiten Eingriff
sei
die dislozierte Strecksehne
mittels
distal gestellter Z
ü
gelungsplastik
rezentriert
worden. Zu diesem Zeitpunkt
habe
man wegen der starken Schm
e
rzhaftigkeit in diesem Bereich ein drohendes CRPS
I
vermutet und trotz fehlender weiterer Kriterien für ein solches eine entsprechende medikamen
töse Therapie eingeleitet. Im weiteren Verlauf
sei
es dann zum Vollbild eines CRPS gekommen, wegen der erheblichen Schmerzsymptomatik
habe
die indizierte ergotherapeutische
Ü
bungs-Behandlung nicht durchgeführt werden
können
, zumal die dann in der Schmerzambulanz des
Universitätsspitals Z._
aufge
nommene medi
kamentöse Therapie keinerlei Besserung der Beschwerdesympto
matik erbracht ha
be
. Die nachfolgende
Einsteifung
der Langf
in
ger
sei
durch unterschiedlichste Schmerz
t
herapieverfahren nicht zu verhindern gewesen und
habe
letztendlich zum jetzigen Zustand geführt. Im Verlauf
sei
weder durch eine fünfmalige
Ketamininfusion
noch durch Modifikation der Schmerzmedikation
noch
durch eine Neuromodulation mit Einpflanzung von Elektroden zervikal eine
Ä
nderung des Zustandsbildes zu erreichen gewesen.
Es
bestünden
nach wie vor persistierend eine Ruhe- und Belastungsschmerz
haftigkeit, eine aktiv und passiv nicht beeinflussbare
Einsteifung
der Langfinger sowie Zeichen einer
Allodynie
. Die vegetativen und trophischen Zeichen eines akuten CRPS
bestünden
aktuell nicht mehr. Die Beugekontraktur im PIP-Gelenk des Zeigefingers resultier
e
zum einen aus einer wohl
längerstreckigen
Verklebung des Strecksehnenapparates von der
Streckerhaube
bis auf das Grundglied reichend bei
Rezentrierung
der Strecksehne und der zu keinem Zeitpunkt durchführbaren
ergotherapeutischen
Mobilisation. Konsekutiv
sei
es hier zu einer Schrumpfung der
palmaren
Platte (beugeseitige Gelenkskapselanteile) gekommen, so dass sich jetzt die vorgefundene fixierte Beugekontraktur ausgebildet ha
be
. Im Bereich des Mittel- und Ringfingers finde sich eine fixierte sogenannte Schwanenhalsdeformität ohne relevante Restbe
w
eglichkeit der Grund-, Mittel- und Endgelenke bei
Ü
berstreckstellung des PIP-Gelenks. Die beginnende
Palmar
fibromatose
ha
be
keinen Einfluss auf diese Deformität. Diese Fehlstellung
sei
nicht simulierbar und Folge einer Störung des Gleichgewichts zwischen dem Beuge- und Strecksehn
e
napparat.
Die Experten führ
t
en weiter aus, e
s resultier
e
eine erhebliche Einschränkung der linken Hand mit Aufhebung sämtlicher Greiffunktionen und eine glaubhaft vorgetragene persistierende Schmerzsymptomatik mit Hyperästhesie und
Allo
dynie
unter Betonung des Zeigefingers. Bei gut erhaltener Beweglichkeit und Schmerzfreiheit des Daumens könn
t
en grobe Gegenhalt
ef
unktionen erfüllt werden, dies jedoch nur kurzzeitig wegen der bestehenden Schmerzsymptomatik. Insgesamt entspr
e
ch
e
das Bild einem CRPS im Endstadium. Somit
seien
sämtliche Tätigkeiten mit Anforderung an jegliche Greiff
u
nktionen linksseitig nicht mehr durchführbar, möglich s
e
i
e
n lediglich noch einhändige manuelle Tätigkeiten. Bezüglich der Schmerzsymptomatik
sei
die Prognose unsicher, operative Korrek
tu
rm
assnahmen der Langfingerfehlstellungen s
e
i
e
n beim derzeitigen Endzustand des CRPS als sehr riskant einzustufen. Die Schmerztherapie
sei
bereits im April 2018 wegen Ausbleiben
s
jeglichen Erfolges abgebrochen
worden
.
3.3
Betreffend die neurologische Untersuchung hielten die Gutachter fest
(S. 26 f.)
,
die
Beschwerdeführerin beklage gegenwärtig
einen Ruhedauerschmerz maxima
ler Intensität. Die Finger seien verkrampft, sie habe Kribbelerscheinungen in der gesamten linken Hand. Es w
e
rd
e
eine totale Gebrauchsunfähigkeit der linken Hand angegeben. Klinisch-neurologisch finde sich ein unauffälliger Hi
rn
nerven
stat
u
s. Im motorischen System imponier
t
e
n
die Fehlhaltung der Finger D2-5 der linken Hand sowie äusserlich die knotige Veränderung der
Palmaraponeurose
links. Eine Kraftpr
ü
fung l
a
ss
e
sich nicht durchführen, da selbst bei einfachen Berührungen durch den Untersucher die Hand schmerzhaft weggezogen w
e
rd
e
, während die Probandin selbst diese wiederum berühren k
ö
nn
e
. Im sensiblen System w
e
rd
e
ein klopfender, pulsierender Dauerschmerz der gesamten Hand sowie des Armes angegeben. Eine Minderung des Vibrationsempf
in
dens l
a
ss
e
sich schmerzbedingt am Handgelenk links nicht objektivieren. Trophische Verände
rungen bes
tünden
nicht.
Die Gutachter konstatierten,
initial
sei
keine relevante Verletzung im Rahmen der explorativen Operation festgestellt
worden
,
später habe sich
MR-tomographisch sowie während der Zweitrevision eine Ruptur des sagittalen Bandes von D2
gefunden
. Es
sei
bereits vor der zweiten Operation der Verdacht ein
e
s CRPS gestellt
worden
, wobei die subjektiv seitens der
Beschwerdeführerin
genannten Veränderungen (Rötung, Schwellung, übermässiges Haarwachst
u
m) sich nur teilweise in der Aktenlage widerspiegel
te
n; zwar
sei
initial von Schwellung und Rötung die Rede, später jedoch von einer allgemeinen
Regredienz
beider Symp
tome. Eine veränderte
Trophik
mit Beteiligung des Nagelwachstums, Behaarung oder Temperaturunterschiede
n
w
e
rd
e
in den Akten nicht eindeutig dokumentiert. Sämtliche medikamentöse
n
Therapien
hätten
versag
t
, wobei eine Erstlinienthe
rapie mit
Bisphosphonaten
oder Steroiden nicht durchgef
ü
hrt w
orden sei.
Spätere Versuche mit
Trizyklika
,
Ketamininfusionen
und Opiaten
hätten
keinerlei Effekte
erbracht
; auch ein invasives
neuromodulatorisches
Herangehen über mehrere Wochen
habe
keine Entlastung
gezeigt
. In der heutigen Untersuchung fehl
t
en sämtliche objektivierbare
n
Kriterien eines CRPS; weder Schwellung
,
seitendiffe
rentes Hautkolorit, veränderte Behaarung oder
Temperaturunterschiede f
ä
nden sich an der betroffenen Hand. Des Weiteren w
e
rd
e
eine für
ein
CRPS untypische Schmerzqualität angegeben und nicht begründbar
sei
die selektive Ber
ü
hrungs
empfindlichk
e
it (heftige Reaktion nur durch die Hand des Untersuchers; Führen eines PKW mit Scha
l
tgetriebe jedoch möglich). Von dem Ka
rdinalsymptom einer
Allodynie
kö
nn
e
demnach nicht ausgegangen werden. Der äusserliche Aspekt der
Palmaraponeurose
erinner
e
gegenwärtig vielmehr an einen posttrau
matisch/pos
toperativ entstandenen M.
Dupuy
tren
, welcher zur jetzigen Fehlhal
tung der Finger beitr
a
g
e
.
Unerklärlich aus neurologischer Sicht
sei
die Planung und
Durchführung
eines operativen/invasiven Eingriffes w
ä
hrend bereits der Verdacht eines CRPS vor
ge
l
egen habe. Ferner müs
s
e
als äuss
e
rst problematisch die Einschätzung des Schmerztherapeuten
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Anästhesiologie
und Intensivmedizin sowie Facharzt für Manuelle Medizin und Akupunktur, vom Institut
C._
AG,
gewertet werden. Es
sei
die Rede von einem CRPS Typ
II
(einschliesslich Nervenläsion
; vgl. hierzu
Bericht vom 1
4.
Januar 2019,
Urk.
12/373-374, vgl. auch
Bericht vom 1
4.
November 2019,
Urk.
12/462-463
), wovon bei
fehlenden neurologischen klini
s
c
hen und elektrophysiologischen Untersuchungen zu keinem Zeitpunkt ausgegangen werden
könne
. Des Weiteren w
e
rd
e
der
Beschwerdeführerin
ein sehr schwerwiegendes Krankheitsbild mit schlechtester Prognose sowie Ausbreitung der Schmerzen und Arbeitsuntauglichkeit dargelegt
(vgl. Bericht vom 1
4.
Januar 2019,
Urk.
12/373-374)
, welches einer möglichen Gesundung nur gegenteilig entgegenwirken k
ö
nn
e
. Erwiesenermassen
sei
eine Limitierung der Erkrankung und eine
Beschw
er
deregredienz
möglich und nicht ausgeschlossen.
Auf
neurologischer Ebene
seien
die jetzigen Beschwerden in Zusammenschau nicht mehr ausreichend begründbar; es
sei
von einem
chronifizierten
Schmerzsyndrom mit posttraumatisch/postoperativ ent
stande
ne
m
M.
Dup
u
ytren
der linken Hand mit hierdurch bedingter Fehlhaltung der Finger auszuge
h
en. Aufgrund der Angaben und der heutigen Untersuchung s
e
i
e
n ausserdem Symptomausweitung und -verdeutlichung anzunehmen. In Anbetracht der massiven Schmerzen
sei
aus neurologischer Sicht ein Integritätsschaden von 10
% anzurechnen; eine völlige Funktionsuntauglichkeit der linken Hand (wie geltend gemacht) lieg
e
jedoch nicht vor. Eine Arbeitstätigkeit im Bereich
des Gastronomieservices
schein
e
eingeschränkt möglich (b
eispielsweise
Aufnahme von Bestellungen, Kassieren); durchaus vorste
l
lbar schi
e
nen überdies organisato
rische Tätigkeiten in überwiegend sitzender Position ohne besonderen Bedarf einer Beidhändigkeit (b
eispielsweise
Telefonistin).
3.4
Zur
neuropsychologischen
Untersuchung führten die Gutachter aus
(S. 27 f.)
, es
erg
e
b
e
sich ein sehr heterogenes Bild mit einerseits klinisch unauffälligen kogni
tiv-intellektuellen Fähigkeiten und andererseits diversen Minderleistungen in mehreren neuropsychologischen
T
ests. Aufgrund fehlender Hinweise auf eine hirnorganis
c
he Beteiligung l
ie
ssen sich die testpsychologisch gemessenen Minderleistungen nicht auf eine hirnorganisch begründbare Problematik zurück
führen. Vielmehr zeig
e
die durchgeführte Messung der verba
l
en Intelligenz im MWT-B einen IQ von 86 Punkten, der nur knapp im Normbereich lieg
e
(85 bis 115 Punkte). Es
sei
deshalb davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
über eine lediglich knapp im Normbereich liegende sprachliche Intelligenz verfüg
e
, sodass die übrigen neuropsychologis
c
hen Testleistungen in diesem Kontext zu beurteilen s
e
i
e
n. Bei grenzwertiger Intelligenz
se
i erfahrungsgemäss zu erwarten, dass auch andere kognitive Fähigkeiten eher niedrig ausgebildet s
e
i
e
n, was sich im vorliegenden Fall bestätig
e
. Eine spezifische kognitiv-in
tellektuelle Beein
trächtigung kö
nn
e
deshalb nicht postuliert werden, zumal auch von n
e
urolo
gische
r
Seite keine hirnorganische Begr
ü
nd
u
ng für eine solche Beeinträchtigung vorlieg
e
.
Damit könn
t
en aus neuropsychologischer Sicht krankheitswertige intellekt
u
ell-kognitive Störungen bei nachgewiesenermassen eher niedrigem intellektuellem Leistungsniveau ausgeschlossen werden. Eine neuropsychologisch begr
ü
ndbare Minderung der Arbeitsf
ä
higkeit lieg
e
nicht vor.
3.5
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung
(S. 28)
präsentiert
e
sich
laut den Gutachtern
eine affektiv leicht gedämpfte, ansonsten aber adäquate
Beschwerde
führerin
mit
dysthymer
Stimmung, wobei jedoch die diagnostisch
e
n Kriterien einer d
e
pressiven Störung nicht erfüllt
seien
. Die
dysthyme
Stimmung l
a
ss
e
sich im vorliegenden Fall gut erklären durch die unbefriedigende gesundheitliche und unklare berufliche und finanzielle Perspektive. Konkrete Aussichten auf eine berufliche Wiedereingliederung
bestünden
derzeit nach Angaben der
Beschwer
deführerin
nicht, zudem
sei
sie in Sorge, dass ihre Beschwerden noch schlimmer werden könnten, was ihr von Seiten eines behandelnden Arztes suggeriert worden sei. Eine ständige Traurigkeit vernein
e
sie, zudem schildere sie, sich auf ihr Baby zu freuen (sie
sei
derzeit in der 1
5.
Sch
w
angerschaftswoche). Depressive Symp
tome w
ü
rden verneint.
Aus der Vorgeschichte
sei
zu erwähnen, dass die
Beschwerdeführerin
vor
13 Jahren im Rahmen der Scheidung während eines halben Jahres in psychiatrisch-psychotherapeutische
r
Behandlung gewesen sei und
Cipralex
bekommen habe. Sie sei damals w
ahrend ca. 6 Monaten arbeitsunfä
hig gewesen. Die Gespräc
he
mit der Psychiaterin hätten ihr gutgetan, und sie habe nach ca. einem halben Jahr die Therapie beenden können. Vorübergehend sei sie damals fürsorgeabhängig gewesen
.
Aktuell s
e
i
e
n die diagnostischen Kriterien für eine depressive Stör
ung oder eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung nicht erfüllt. Es
hätten
keine psychosozialen Belastungen oder Konflikte zum Zeitpunkt des Unfalls
bestanden
, die so gravierend waren, dass sie geeignet wären, um als aufrechterhaltende Faktoren f
ü
r die Schmerzen zu fungieren. Es
lägen
anamnestisch auch keine Hinweise auf eine Störung der Persönlichkeit vor.
Zusammenfassend zeig
e
die aktuelle psychiatrische Untersuchung das unfal
l
fremde Vorliegen einer depressiv gefärbten Anpassungsstörung als Folge der unbefriedigenden gesundheitlichen Situation, der fehlenden beruflichen Perspek
tiven und der unklaren zukünftigen
sozio-ökonomischen
Situation. Dass sich die
Beschwerdeführerin
diesbezüglich Sorgen mache, sei
nachvollziehbar. Es erschein
e
deshalb auch sinnvoll, dass sie sich psychotherapeutisch unterstützen l
a
ss
e
. Eine unfallkausale psychiatrische Beeinträchtigung lieg
e
nicht vor, aus psychiatrischer Sicht l
a
ss
e
sich auch keine Arbeitsunf
ä
higkeit begründen.
3.6
Die Gutachter
attestierten
eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Pflegehelferin aufgrund der Schmerzen und Funktions
einschränkungen in der linken Hand. Für eine ausschliesslich einhändige (rechts
händige) Tätigkeit bestünden keine Einschränkungen in zeitlicher Hinsicht, es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Vorstellbar seien Tätigkeiten, bei denen der hochgradig eingeschränkten linken Hand nur zeitlich begrenzte Hilfsfunk
tionen abverlangt würden, wie etwa Überwachungsfunktionen, eine Tätigkeit als Telefonistin oder in einem Empfang ohne Notwendigkeit des Bedienens einer Tastatur (S. 31).
4.
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist die Rechtmässigkeit des Fallabschlusses per 3
0.
April 201
8.
Nach operativen Behandlungen und Schmerztherapie wurde letztere am 1
7.
April 2018 beendet. Weitere Therapie
möglichkeiten sahen die zuständigen Ärzte des
Universitätsspitals Z._
- abgesehen von einer Dosierungsanpassung der Schmerzmedikamente
sowie Neuromodulation
(
zur Schmerzbekämpfung
)
-
nicht mehr (
Urk.
12/198-199).
Die
Experten des Zentrums A._
erachteten die gewählten Therapien als lege
artis
erfolgt und terminierten den Endzustand
auf den Zeitpunkt
nach Beendigung der Schmerztherapie
im April 2018
(
Urk.
12/354
Ziff.
18 f.).
5.
5.1
Zur gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nahmen die Gutachter
des Zentrums A._
ausführlich Stellung. Die Expertise erfüllt die praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert. So ist sie für die streitigen Belange umfassend, gibt sie doch Auskunft über die gesundheitliche Situation, den Zusammenhang zum Unfall sowie
zur
verbleibende
n
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
(
Urk.
12/323-356 S. 29 ff.)
. Das Gutachten beruht sodann auf den notwendigen Untersuchungen in neurologischer, neuropsychologischer, hand-/unfallchirurgischer und psychiatrischer Hinsicht
(S. 14 ff.)
. Die Experten berücksichtigten detailliert die geklagten Beschwerden
(S. 15, S. 17 und S. 26 ff.)
und ihnen waren die
Vorakten
bekannt
(S. 3 ff.)
, welche sie entsprechend kritisch würdigten
(S. 25 ff.,
insbesondere
S. 27)
. Das Gutachten leuchtet weiter in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet.
In diesem S
inne zeigten die Gutachter nachvollziehbar auf, dass aufgrund des verbleibenden chronischen Schmerzsyndroms sowie des CRPS I mit
Einsteifung
sämtlicher Langfinger die bisherige Tätigkeit nicht mehr
zumutbar
, indessen eine angepasste (einhändige) Arbeit
vollzeitlich möglich
ist.
5.2
Soweit die Beschwerdeführerin das neurologische Teilgutachten kritisiert und dabei insbesondere die Diagnose eines M.
Dupuytren
in Frage stellt (
Urk.
1
Ziff.
8 f.), ist zu bemerken, dass nach
konsensualer
Einigung der Gutachter
diese Diag
nose im Hauptgutachten nicht gestellt wurde.
Der neurologische Teilgutachter beschrieb aber immerhin gewisse Auffälligkeiten, welche an der Diagnose eines CRPS hätten zweifeln lassen können. Die Diagnosestellung des - bei dieser Frage federführenden - Chirurgen wurde von den Experten als korrekt beurteilt und in die Diagnoseliste aufgenommen (
CRPS I im Endstadium an der linken Hand mit
Einsteifung
sämtlicher Lang
fin
ger und persistier
e
nder Schmerzsymptomatik)
.
Es bestehen betreffend Diagnose
demnach
keine Differenzen zwischen den Gutach
tern und der Beschwerdeführerin.
In diesem Sinne sind auch die gerügten - nach Ansicht der Beschwerdeführerin - falschen Befunderhebungen in diesem
Zusam
menhang
(
Ziff.
10)
irrelevant
, wurde doch die entsprechende Diagnose gestellt.
Anzufügen bleibt, dass
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht
die
Diagno
sen als solche, sondern deren konkrete
n
funktionelle
n
Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der betroffenen Person entscheidend
sind
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E. 4.1.4 mit Hinweisen).
Relevant ist in Bezug auf die Diagnosestellung vielmehr, dass ein CRPS I (ohne Nervenschädi
gung) und nicht II (mit Nervenschädigung) diagnostiziert wurde, da keine Nervenschäden erhoben werden konnten. Dass dies unzutreffend sein soll, machte die Beschwerdeführerin nicht geltend und die Akten drängen einen solchen Schluss auch nicht auf
, zumal anlässlich der Operation vom 2
0.
März 2017 die Nerven dargestellt und geschont werden konnten und kein Hinweis auf eine Nervenschädigung geschildert wurde (
Urk.
12/
5-6)
.
Auch
wurden
keine funktio
nellen Einschränkungen
genannt
, welche die Gutachter nicht berücksichtigt haben.
Die Kritik an der fehlenden Diskussion der schlechten Werte beim Aufmerksam
keitstest (
Ziff.
11 f.
und
Ziff.
28 f. sowie
Urk.
12/344) ist insoweit unbegründet, als dies eine
n
von verschiedenen
Befunden
darstellt und hieraus keine Arbeits
unfähigkeit resultiert. Dass deswegen einfache Überwachungsaufgaben nicht mehr möglich sein sollten, kann jedenfalls nicht geschlossen werden.
Dass der von der Beschwerdeführerin thematisierte geringe IQ (
Urk.
1
Ziff.
13 ff.) Folge des Unfalls und vorliegend überhaupt relevant sein sollte, ist geradezu abwegig. Die Beschwerdeführerin begründete auch einen allfälligen Zusammen
hang mit
keinem Wort
. Dass eine knapp im Normalbereich liegende sprachliche Intelligenz vorliege und deshalb eine Tätigkeit als Telefonistin nicht möglich sein sollte (
Ziff.
15), überzeugt ebenfalls nicht, geht es bei diesem Test doch nicht um die Fähigkeit, telefonieren zu können, sondern um das schnelle Verständnis eines Textes sowie den Wortschatz. Dass einfachere Telefonate etwa an einem Empfang deshalb nicht möglich sein sollten, ist dem Gutachten und den übrigen Akten nicht zu entnehmen. Immerhin wurden bei der Untersuchung keine Hinweise auf eine
aphasische
Störung gefunden und das verbale Kommunikationsverhalten als unauffällig beurteilt (
Urk.
12/
345).
Die Beschwerdeführerin bemängelte schliesslich das Negieren einer Erschöpfung durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
1
Ziff.
30
und
Ziff.
35
). Eine eigentliche Erschöpfung fiel den Gutachtern offensichtlich nicht auf
(vgl. etwa
Urk.
12/344
Abs.
3)
und die Beschwerdeführerin
schilderte auch lediglich unspezifisch eine allgemeine Erschöpfung (
Urk.
12/339 unten).
Aus dem Hinweis auf schmerzbe
dingte
Schlafstörungen
(
Urk.
12/331 unten f.)
ergibt sich ebenfalls keine relevante Pathologie
,
j
edenfalls nicht in einem Ausmass,
welches die Arbeits
fähigkeit zusätzlich beeinträchtigt.
So thematisierte
n
insbesondere weder
Dr.
B._
noch die Ärzte der Uni
versitäts
klinik
D._
(
Urk.
12/462-463 und
Urk.
12/520-522) ein Erschöpfungssyndrom.
Auch wenn die Beschwerdefüh
rerin unbestrittenermassen an einem Schmerzsyndrom der linken Hand leidet, führt dies nach der plausiblen Einschätzung der Gutachter nicht zu einer Arbeits
unfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
5.3
Ausgewiesen ist, dass
der
linke
n
Hand nur zeitlich begrenzte Hilfsfunktionen abverlangt werden können. In diesem Sinne ist nicht näher auf das von der Beschwerdeführerin thematisierte Schmerzsyndrom einzugehen, weil dies von den Gutachtern gerade berücksichtigt und deswegen nur noch ein ganz
unterge
ordneter
Einsatz
der linken Hand
als zumutbar erachtet wurde.
Eine psychische Erkrankung wurde sodann ausgeschlossen und die Beschwerdeführerin machte
auch selber
nicht geltend,
psychisch krank zu sein. Eine allfällige Adäquanzprü
fung würde denn auch - bei
leichtem Unfall
(vgl. das Präjudiz
bei vergleichbarem Unfall mit gar zugezogenen Frakturen:
Urteil des Bundesgerichts
8C_62/2016 vom
7.
Juli 2016 E. 4.2.2
) -
von vornherein scheitern.
Damit erweist sich das durch die Gutachter umschriebene Profil für eine noch zumutbare
Arbeitstätigkeit (Tätigkeiten, bei denen der hochgradig eingeschränk
ten linken Hand nur zeitlich begrenzte Hilfsfunktionen abverlangt werden, E. 3.6)
als nachvollziehbar
. Die Beschwerdeführerin bestritt
denn auch weder
diese
s
Profil
noch die Restarbeitsfähigkeit von 100
%
substantiiert.
Auf das unbegrün
dete Bestreiten einer Arbeitsfähigkeit von gar lediglich 80
%
(
Urk.
1
Ziff.
48) ist angesichts der eindeutigen Akt
enlage nicht weiter einzugehen, zumal auch die Ärzte der Universitätsklinik
D._
eine Tätigkeit mit Gebrauch der rechten
Hand mit Heben von Lasten bis 5 kg als zumutbar erachteten, ohne eine
zeitliche Einschrä
n
kung zu formulieren (Bericht vom 1
8.
Dezember 2019,
Urk.
12/526-528
).
6.
6.1
6.1.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
mit
Fr.
63'730.25 (100
%) und stützte sich dabei auf den dokumentierten letzten Lohn von
monat
lich
Fr.
3'773.80 (80
%
)
oder
Fr.
61'324.25 (100
%
) pro Jahr
sowie die im Jahr vor dem Unfall gemäss Lohnjournale
n
und -abrechnungen ausgerichteten Zulagen von
Fr.
2'406.--
(
Urk.
2 S. 4).
Die Beschwerdeführerin ging vom letzten Lohn vor dem Unfall im Jahr 2016 von
Fr.
57'985.-- (80
%
) aus und schloss auf ein
Valideneinkommen
von
Fr.
72'481.-- (100
%
) unter dem Hinweis, dass in den letzten neun Monaten des Jahres 201
6 (richtig: 2017 nach dem Unfall im März samt anschliessender Arbeitsunfähigkeit)
Zuschläge für Nacht- oder Wochenend
schichten weggefallen seien (
Urk.
1
Ziff.
17).
6.
1.
2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die
Beschwer
deführerin
im Zeitpunkt des Rentenbeginns (
1.
Mai 2018)
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
6.
1.
3
Hierzu ist
vorwegzuschicken
, dass die von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Lohnausweise für die Jahre 2016 und 2017 unter dem Posten
«
Lohn
»
auch die Kinderzulagen in Höhe von
Fr.
4‘800.-- enthalten (vgl. etwa Lohn
abrechnung vom 3
1.
M
ä
rz 2016,
Urk.
12/401), welche nicht zum
Valideneinkom
men
zu rechnen sind.
Den Lohnabrechnungen und dem Lohnjournal 2016 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin (exklusive Zulagen) einen Verdienst von monatlich
Fr.
3‘721.-- (x 13) erzielte (
Urk.
12/401-412). Ab Januar 2017 erhöhte sich der Lohn auf
Fr.
3‘773.80 (
Urk.
12/387-390). Nach Auskunft der Arbeitgebe
rin vom 3
1.
Juli 2019 (
Urk.
12/385) wäre der Beschwerdeführerin weiter
hin der gleiche Lohn ausgerichtet worden. Damit ist von einem Einkommen (exklusive Zulagen) von hochgerechnet
Fr.
61‘324.25 auszugehen.
Da die Zulagen erheblich schwankten und davon auszugehen ist, dass diese auch weiterhin zur Ausrichtung gelangt wären, rechtfertigt es sich, jene im Jahr vor dem Unfall zu berücksichtigen. Ein Abstellen auf die Periode nach dem Unfall verbietet sich, arbeitete doch die Beschwerdeführerin gar nicht mehr und wurde damit auch weder am Abend noch am Wochenende eingesetzt.
In der Periode
März bis Dezember 2016 wurden der Beschwerdeführerin Zulagen von Fr.
2'447.15
ausgerichtet
(
Urk.
12/401-411, vgl. auch
Urk.
11 S. 10). Im Januar 2017 erfolgte keine Entschädigung und im Februar 2017 eine solche von Fr.
189.60 (
Urk.
12/387-388). Neu wurde ab 2017 auf den Zulagen eine Ferien
entschädigung von 10.64
%
ausgerichtet. Zudem erhöhte sich der Satz für eine Arbeitsstunde am Abend oder am Wochen
en
de von
Fr.
5.75 auf
Fr.
6.--. Demge
mäss erhöhte sich der Satz für Zulagen um 15.45
%
. Die Zulagen für das Jahr 2016 sind entsprechend aufzurechnen auf einen Betrag von
Fr.
2'825.2
5.
Zusam
men mit der Entschädigung im Februar 2017 (
Fr.
209.75) resultieren Zuschläge von
Fr.
3'035.--.
Weshalb diese nicht auch auf ein Vollzeitpensum hochzurech
nen wären, erklärte die Beschwerdegegnerin nicht und solches ist auch nicht nachvollziehbar. Bei höherem Pensum hätte die Beschwerdeführerin auch vermehrt am Abend und am
Wochenende
eingesetzt werden können.
Bei hochgerechneten Zulagen von
Fr.
3’793.75 resultiert ein gesamthaftes Einkommen von
Fr.
65'118.-- (
Fr.
61‘324.25
+
Fr.
3'793.75). Dies entspricht dem
Valideneinkommen
.
6.2
6.2.1
Das Invalideneinkommen bemass die Beschwerdegegnerin anhand der Tabellen
löhne des Bundesamtes für Statistik und stellte hierbei auf die für die Beschwer
deführerin in Frage kommenden Löhne der TA1 im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) der Lohnstrukturerhebung 2018 ab. Ausgehend vom Monatslohn von
Fr.
4'371.-- resultiert bei einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ein Einkommen von
Fr.
54'681.20 (
Urk.
2 S. 5). Dies blieb von der Beschwerdeführerin unbestritten (
Urk.
1
Ziff.
48). Bemängelt wurde einzig der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
. Die Beschwerdeführerin forderte einen solchen von
40.5
%
,
schloss auf ein zu gewärtigendes Mindereinkommen wegen ihres Status als Ausländerin von 15
%
und verlangte von diesem Ergebnis einen weiteren Abzug von 30
%
aufgrund des eingeschränkten Arbeitsprofils (
Urk.
1
Ziff.
48).
6.2.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.2.3
Dafür, dass die Beschwerdeführerin als
seit 2001 (vgl.
Urk.
12/335) in der Schweiz lebende
Ausländerin auf dem Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse hinnehmen müsste, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, entsprach doch ihr Einkommen bei Eintritt der teilweisen Invalidität durchaus branchenüblichen Ansätzen (
vgl.
hierzu
Urteil des Bundesgerichts 9C_382/2007 vom 1
3.
November 2007 E. 6.4 mit Hinweis
).
Damit besteht auch für eine Parallelisierung
(
Urk.
1
Ziff.
24)
von vorn
herein kein Raum. Da die LSE auf den Einkommen von Schweizern und Auslän
dern beruht
,
ist auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin unhaltbar, es werde ihr ein 15
%
bis 20
%
höherer Lohn angerechnet als ihren Landsleuten, da diese entsprechend weniger als Schweizer verdienten (S. 1
Ziff.
25). Die Beschwerde
führerin spricht zudem gut Deutsch (
Urk.
12/330) und lebt schon lange in der Schweiz. Es ist nicht davon auszugehen, dass sie lohnmässig benachteiligt wird.
Da die Beschwerdeführerin nicht als
einarmig
einsetzbar beurteilt wurde, rechtfertigt sich der maximale Abzug von 25
%
aufgrund der Einschränkungen nicht
(vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_174/2019 vom
9.
Juli 2019
E. 5.1.2 mit Hinweis)
.
Z
u bedenken
ist sodann
, dass das Bundesgericht bei funktio
neller
Einarmigkeit
oder
Einhändigkeit
auch schon
Abzüge
von 10
%
als angemessen bezeichnet hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_800/2017 vom 2
1.
Juni 2018 E. 6 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin kann j
e nach Zustand die
adominante
linke Hand mehr oder weniger
einsetzen. Dass ein
Zuhilfenehmen
des Armes nicht möglich wäre, wurde nicht vorgebracht und ergibt sich nicht aus den Akten.
Sodann ist die dominante rechte Hand unversehrt und kann
uneinge
schränkt
eingesetzt werden
(
Urk.
12/353
Ziff.
14
lit
. c)
.
Unter diesen Gesichtspunkten kann der Tabellenlohnabzug von 10
%
nicht als unangemessen im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden. Gründe für einen weiteren Abzug wurden nicht geltend gemacht und sind nicht ersichtlich.
6.3
Bei der Gegenüberstellung des
Valideneinkommen
s
von
Fr.
65'118.-- und
des
Invaliden
einkommens
von
Fr.
49'213.-- (
Fr.
54'681.20 x 0.9) resultiert eine Lohn
einbusse von
Fr.
15'905.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 24
%
.
7.
7.1
Umstritten zwischen den Parteien ist sodann der versicherte Verdienst.
Während
dem
die Beschwerdegegnerin diesen mit
Fr.
55'763.25 bemass (
Urk.
2 S. 7), schloss die Beschwerdeführerin auf einen solchen von
Fr.
57'985.-- (
Urk.
1
Ziff.
59; entsprechend dem Lohn im Jahr 2016,
Urk.
1
Ziff.
17).
7.2
UV170310
Versicherter Verdienst, Gesetzestext
04.2021
Gemäss Art. 15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen (Abs. 1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Abs. 2).
7.3
Der Antrag der Beschwerdeführerin ist nach Lektüre der
gesetzlichen
Bestimmun
gen offenkundig unhaltbar. Es ist zwingend der Lohn innerhalb eines Jahres vor dem Unfall zu berücksichtigen und nicht jene
r
im Kalenderjahr vor dem Unfall, welche
r
zudem Kinderzulagen enthält. Die Beschwerdegegnerin legte in ihrer Beschwerdeantwort die Berechnung des versicherten Verdienstes im Detail dar (
Urk.
11 S. 19 ff.). Die Berechnung erweist sich als in allen Punkten zutreffend, weshalb darauf zu verweisen ist, zumal sich die Beschwerdeführerin hierzu nicht mehr geäussert hat. Es ist von einem versicherten Verdienst von Fr.
55'785.26 auszugehen.
7.4
Die der Beschwerdeführerin zustehende Rente beträgt demgemäss bei einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 24
%
Fr.
10'710.77 pro Jahr oder
Fr.
892.56 pro Monat.
Die Beschwerde ist entsprechend teilweise gutzuheissen.
8.
8.1
Die Beschwerdeführerin bemängelte schliesslich die Höhe der Integritätsentschä
digung und forder
te eine solche in Höhe von 60
%
unter Hinweis auf nichtberücksichtigte Dauerschmerzen und kognitive Einschränkungen (
Urk.
1
Ziff.
61 f.).
8.2
Die Gutachter führten aus, als Folge des Unfalls bestehe aufgrund der Ausbildung eines CRPS im Endstadium mit Aufhebung sämtlicher Greiffunktionen der linken Hand bei
Einsteifung
der Langfinger und persistierender Schmerzsymptomatik eine dauernde
Schädigung
der körperlichen Integrität. Den entsprechenden Integritätsschaden bemassen sie mit 25
%
(
Urk.
12/354
Ziff.
23).
8.3
Nach der Suva-Tabelle 1 - Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
-
entspricht eine in Streckstellung und Pro- und Supination steife Hand einem Integritätsschaden von 25
%
.
Die von den Gutachtern erwähnte persistierende Schmerzsymptomatik ist darin
in der Tat
nicht abgebil
det, sondern lediglich die Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit.
Indessen bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen von Integritätsschäden grund
sätzlich nur für
organisch bedingte (nachweisbare) Beeinträchtigungen
.
Soweit die Schmerzen dagegen
als Folge einer in den Tabellen aufgeführten Beeinträch
tigung der versicherten Person
auftreten, werden sie zusammen mit dem orga
nischen Korrelat anhand der hierauf zutreffenden
Tabelle berücksichtigt. Für eine additive analoge Anwendung der Suva-Tabelle 7 für Schmerzen,
die aus einer (bereits in einer weiteren Suva-Tabelle berücksichtigten) physischen Integritäts
einbusse
resultieren, besteht somit kein Raum. Dies würde denn auch dem Grundsatz der Gleichberechtigung
und egalitären und abstrakten Bemessung zuwiderlaufen
(Urteil
725 19 40 / 223
des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom
5.
September 2019 E. 6.5)
.
Da keine Suva-Tabelle für Schmerzen existiert, hat das Bundesgericht etwa bei einer Kopfschmerzproblematik
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_139/2009
vom 2
6.
August 2009
E. 5.1 f.)
oder bei neuropathischen Schmerzen
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_362/2014
vom 2
5.
Juni 2014
E. 6.2 f.)
auf die Tabelle 7 abge
stellt, welche zwar Integritätsschäden bei Wirbelsäulenaffektionen
quantifiziert
, als einzige Tabelle aber nach Schmerzintensität abstuf
t
. Die analoge Anwendung dieser Tabelle erfolgte aber nicht additiv zu einer organischen Gesundhe
itsschä
digung, sondern mangels besser passender anderer Tabellen. In jenen Fällen war einzig der Schmerz abzugelten und nicht noch eine ausgewiesene organische Pathologie.
8.4
Kognitive Einschränkungen werden lediglich nach Suva-Tabelle 8 (
Integritäts
schaden bei Hirnfunktionsstörungen nach Hirnverletzung
) entschädigt.
Eine solche Konstellation liegt nicht vor. Soweit die - insgesamt leichteren - kogniti
ven Defizite überhaupt von Relevanz sind, gehen sie nach Auffassung der Beschwerdeführerin auf die Schmerzproblematik zurück, für welche keine separate Entschädigung geschuldet ist (E. 8.3).
8.5
Damit erweist sich die zugesprochene Integritätsentschädigung von 25
%
als korrekt.
9.
9
.1
Da die Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin
antragsgemäss
die
unentgeltliche Rechts
vertretung
zu gewähren
unter Bestellung von
Advogada
Fernanda
Pontes
Clavadetscher
,
Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin.
9
.2
Advogada
Fernanda
Pontes
Clavadetscher
ist bei diesem Ausgang des Verfahrens - fast vollständiges Unterliegen -
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Die Entschädigung ist
mangels Ein
reichens einer Kostennote
nach Ermessen auf Fr.
2‘900
.-- (inklusive Barauslagen un
d Mehrwertsteuer) festzusetzen unter dem Hinweis, dass für die unnötigen respektive irrelevanten Ausführungen in der Beschwerdeschrift keine Entschädi
gung auszurichten ist (
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
,
GebV
SVGer
)
.
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst
:
In Gutheissung des Gesuches vom
1.
Februar 2022 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt und es wird ihr
Advogada
Fernanda
Pontes
Clavadetscher
, Zürich,
als
unentgeltliche
Rechtsvertreterin bestellt,