# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ffbe6bc7-113e-447b-ab89-3a265494b3b2
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., zurzeit im Rahmen einer stationären Massnahme in der Forensisch-
Psychiatrischen Abteilung der Justizvollzugsanstalt, stellte mit Eingabe vom 12.
Dezember 2016 im Hinblick auf eine Anhörung und die Vollzugskoordinationssitzung im
Zusammenhang mit der jährlichen Überprüfung der stationären Massnahme ein
Ausstandsbegehren gegen den Leiter Straf- und Massnahmenvollzug im Amt für
Justizvollzug, lic. iur. A.Q., wegen offensichtlicher Befangenheit (Vorakten, Nr. 369). Die
Befangenheit von lic. iur. A.Q. ergebe sich gemäss X.Y. namentlich daraus, dass
Ersterer im Rahmen der Anhörung vom 9. November 2015 gegenüber ihm gesagt
haben soll, er werde ihn nie wieder aus dem Dispositiv (Z.) herauslassen (act. 11, S. 1).
B. Das Amt für Justizvollzug leitete das Gesuch am 22. Dezember 2016
zuständigkeitshalber dem Sicherheits- und Justizdepartement weiter und beantragte
die Ablehnung (Vorakten, Nr. 371 und 372). Zur Begründung führte es im Wesentlichen
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an, das Ausstandsbegehren werde nicht begründet. Daher sei nicht dargetan und aus
den Akten nicht ersichtlich, welche objektiven Gründe vorliegen, die geeignet wären,
Misstrauen in die Unparteilichkeit von lic. iur. A.Q. zu erwecken. Es liege nicht im
Belieben einer verurteilten Person, sich eine genehme Amtsperson auszusuchen, die
das Verfahren führt und Anhörungen macht.
C. Mit Verfügung vom 24. Mai 2017 wies das Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen das Gesuch von X.Y. betreffend Ausstandsbegehren gegen lic. iur.
A.Q. ab (act. 5). Es lägen weder ein Verhalten noch Umstände vor, die ihn im
Massnahmeverfahren als befangen erscheinen liessen. Im Wesentlichen begründete
das Sicherheits- und Justizdepartement den Entscheid damit, dass X.Y. die Arbeit des
Leiters Straf- und Massnahmenvollzug weder in regelmässig möglichen
Stellungnahmen noch in Rechtsmittel- oder Gerichtsverfahren beanstandet habe,
obwohl Ersterer dessen Voreingenommenheit offenbar darin sehe, dass dieser für ihn
unliebsame Entscheide gefällt oder Verfahrensschritte unternommen habe. Das
Vorbringen einer einzigen, aus dem Zusammenhang gerissenen Äusserung desselben
sei nicht bestätigt und kaum in der behaupteten Weise gemacht worden, zumal lic. iur.
A.Q. für die Entscheidung, X.Y. aus dem Hochsicherheitsdispositiv zu entlassen, gar
nicht zuständig sei. Die betroffene Äusserung sei vielmehr als Motivierungsversuch zu
verstehen, um X.Y. zur deliktorientierten Zusammenarbeit, an welcher es fehle, zu
bewegen. Weitere konkrete Vorhalte lägen nicht vor. Dass lic. iur. A.Q. mehrfach gegen
seine Wünsche entschieden habe, sei sachlich begründet und soweit ersichtlich
jedenfalls nie gerichtlich korrigiert worden. Im Weiteren könne auch nicht auf eine
Befangenheit geschlossen werden, wenn kein ausserterminlicher Austausch stattfinde,
erlaube die grosse Geschäftslast doch regelmässig nur den Mindestkontakt. Die
angeblich von lic. iur. A.Q. gezeigte Verachtung sei eine rein subjektive Wahrnehmung.
D. Am 7. Juni 2017 (Postaufgabe 9. Juni 2017) erhob X.Y. (Beschwerdeführer)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss, der vorinstanzliche
Entscheid sei aufzuheben und seinem Gesuch um Ausstand von lic. iur. A.Q. sei
stattzugeben (act. 11, S. 2).
E. Mit Vernehmlassung vom 28. Juni 2017 beantragte das Sicherheits- und
Justizdepartement (Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde. Er verzichtete unter
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## Considerations

Verweis auf die Erwägungen in der Verfügung vom 24. Mai 2017 auf ergänzende
Bemerkungen (act. 6). Lic. iur. A.Q. (Beschwerdebeteiligter) nahm mit Schreiben vom
28. Juli 2017 (act. 9) Stellung und beantragte die Abweisung der Beschwerde und
verweist für die Begründung ebenfalls auf die Erwägungen der angefochtenen
Verfügung vom 24. Mai 2017 sowie auf die im Vorverfahren eingereichten
Stellungnahmen des Leiters des Amtes für Justizvollzug. Auf die Begründung des
angefochtenen Entscheides, die Ausführungen des Beschwerdeführers zur
Begründung seiner Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist Adressat der angefochtenen Verfügung, mit welcher seinem
Gesuch um Ausstand des Beschwerdebeteiligten durch das Sicherheits- und
Justizdepartement nicht entsprochen wurde, und damit zur Erhebung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 7. Juni 2017 (act. 1) sowie die Beschwerdeergänzung vom
22. August 2017 (act. 11) erfolgten rechtzeitig und erfüllen, unter Berücksichtigung,
dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertreten ist,
formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1. Die Garantie eines durch Gesetz geschaffenen, zuständigen, unabhängigen und
unparteiischen Gerichts ergibt sich aus Art. 30 Abs. 1 des Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV), Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum
Schutze der der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 14
Abs. 1 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (SR 0.103.2,
UNO-Pakt II) sowie für Verwaltungsbehörden aus Art. 29 Abs. 1 BV. Es soll garantiert
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werden, dass keine sachfremden Umstände, die ausserhalb des Prozesses liegen, in
sachwidriger Weise zugunsten oder zulasten einer Partei auf das gerichtliche Urteil
einwirken. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird bereits verletzt, wenn
bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der
Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen.
Voreingenommenheit und Befangenheit in diesem Sinne werden nach der
Rechtsprechung angenommen, wenn im Einzelfall anhand aller tatsächlichen und
verfahrensrechtlichen Umstände Gegebenheiten aufscheinen, die geeignet sind,
Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Dabei ist nicht auf das
subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die
Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es
genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der
Befangenheit und Voreingenommenheit hervorrufen. Für die Ablehnung wird nicht
verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 140 III 221 E. 4.1, 140 I 326 E.
5.1, 139 III 433 E. 2.1.1, 139 I 121 E. 5.1, 139 III 120 E. 3.2.1, 138 I 1 E. 2.2, je mit
Hinweisen, vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 16 24
vom 4. April 2017 E. 5a).
2.2. Für nichtgerichtliche Behörden – wie hier für den Leiter Straf- und
Massnahmenvollzug – kommen Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK, welche die
Unabhängigkeit des Gerichts bzw. vor der Gefahr der Befangenheit und der
Voreingenommenheit der Richter schützen, nicht zur Anwendung. Vielmehr hat nach
Art. 29 Abs. 1 BV jede Person auch in Verfahren vor Verwaltungsinstanzen Anspruch
auf gleiche und gerechte Behandlung; das Gebot der Unbefangenheit bildet einen
Teilgehalt dieses Grundrechts (vgl. B. Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung,
2002, S. 237). Es gilt das Gebot des fairen Verfahrens (BGE 139 I 124 E. 4.2.1 mit
Hinweis auf BGE 133 I 4 E. 5.3.1). Die Rechtsprechung zur Unabhängigkeit und
Unparteilichkeit von Gerichtsbehörden kann, obwohl die Anforderungen an die
Unbefangenheit von Richterinnen und Richter im Kern übereinstimmen (vgl. M. Schefer,
Die Kerngehalte von Grundrechten, Bern 2001, S. 535), jedoch nicht ohne weiteres auf
erstinstanzliche Verwaltungsverfahren übertragen werden. Vielmehr müssen die
Anforderungen an die Unparteilichkeit von Verwaltungs- und Exekutivbehörden unter
Berücksichtigung ihrer gesetzlich vorgegebenen Funktion und Organisation ermittelt
werden (G. Steinmann, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender (Hrsg.), Die
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schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 35 zu Art. 29
BV; vgl. auch BGer 1C_914/2013 vom 26. Juni 2014). Behördenmitglieder und
Mitarbeiter der Verwaltung kommen in ihrem Fachbereich mit bestimmten
Sachverhalten und den beteiligten Akteuren oft notwendigerweise unter verschiedenen
Gesichtspunkten und in unterschiedlichen Zusammenhängen in Berührung. Ihre
hauptsächlichen Aufgaben bestehen zumeist nicht oder jedenfalls nicht nur in der
Durchführung und justizmässigen Erledigung von Verfahren. Vielmehr sind sie (auch)
Anlaufstelle für verschiedenste Fragen zum gleichen Thema, in alle damit
zusammenhängenden Arbeitsabläufe eingebunden und wegen ihrer Spezialkenntnisse
in einem Verfahren manchmal kaum gleichwertig zu ersetzen. An ihre Unabhängigkeit
können deshalb nicht die gleichen Anforderungen gestellt werden wie an diejenige von
Justizbehörden, die grössere persönliche und fachliche Distanz haben und mit einem
bestimmten Sachverhalt wesensgemäss nur punktuell und im Hinblick auf eine
bestimmte Entscheidung befasst werden (BGer 2P.101/2003 a.a.O. E. 2.2). Im
verwaltungsinternen Verfahren bejaht die Rechtsprechung eine Ausstandspflicht in der
Regel deshalb nur dann, wenn das betreffende Behördenmitglied ein persönliches
Interesse an dem zu behandelnden Geschäft hat (BGer 1C_278/2010 vom 31. Januar
2011 E. 2.2), d.h. wenn ein Ausstandsgrund in der Person selbst und nicht in der
Organisation einer Verwaltungs- oder Regierungsbehörde begründet liegt (vgl. B.
Schindler, a.a.O., S. 111).
Die einer Behörde von Gesetzes wegen obliegenden Aufgaben sind insbesondere auch
dann zu berücksichtigen, wenn es um die Beurteilung von Stellungnahmen und
anderen Äusserungen vor der Entscheidfällung geht. Solche Aussagen, welche sich im
üblichen Rahmen der Ausübung von Regierungs- und Verwaltungsfunktionen
bewegen, schaffen im Allgemeinen keinen Ausstandsgrund. Eine Beurteilung aller
konkreten Umstände ist indessen in jedem Fall unabdingbar (BGE 125 I 119 E. 3f; 209
E. 8a; BGer 2P.56/2004 vom 4. November 2004 E. 3.3; je mit Hinweisen). Eine
Ausstandspflicht hat das Bundesgericht etwa dann bejaht, wenn das betreffende
Behördenmitglied gegenüber einem nachmaligen Verfahrensbeteiligten seine
persönliche Geringschätzung oder Abneigung zum Ausdruck gebracht hatte. Eine
Ausstandspflicht kann sich aber auch ergeben, wenn eine Behörde noch vor
Kenntnisnahme aller entscheidrelevanter Umstände ihre Meinung bereits fest gebildet
hat (BGer 1P.208/2001 vom 16. Juli 2001 E. 3c).
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2.3. Im Kanton St. Gallen regelt Art. 7 VRP den Ausstand. Danach haben
Behördenmitglieder, Beamte, öffentliche Angestellte und amtlich bestellte
Sachverständige, die Anordnungen treffen, solche vorbereiten oder daran mitwirken,
von sich aus in den Ausstand zu treten, wenn sie – namentlich – aus anderen Gründen
befangen erscheinen (Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP). Durch die Ausstandsvorschriften soll
vermieden werden, dass Mitglieder, die voreingenommen sind oder so erscheinen, an
einem Entscheid mitwirken (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 173 f.; zur Ausstandspflicht nichtgerichtlicher Behörden vgl.
auch GVP 2014 Nr. 44, E. 2.2 f.). Ein strikter Nachweis ist nicht erforderlich – es genügt
die Glaubhaftmachung. Auf rein individuelle – subjektive – Eindrücke eines
Verfahrensbeteiligten darf nicht abgestellt werden. Vielmehr sind nur die objektiv
festgestellten Umstände zu berücksichtigen.
3.
3.1. Der Beschwerdeführer stellte ein Ausstandsbegehren gegen den
Beschwerdebeteiligten wegen offensichtlicher Befangenheit (Vorakten, Nr. 369) und
macht in seiner Beschwerdeschrift vom 7. Juni 2017 (act. 1) zur Begründung im
Wesentlichen geltend, sein Misstrauen gegenüber dem Beschwerdebeteiligten sei,
auch wenn er nie schriftlich auf ein Fehlverhalten hingewiesen habe, allseits bekannt
gewesen. So habe dieser dann auch berechtigte Zweifel daran gehegt, ob er am
Gespräch überhaupt erscheinen werde. Auch das Verharmlosen und Schönreden
seiner Differenzen mit dem Beschwerdebeteiligten würden die Situation nicht besser
machen. Seiner Beschwerdeergänzung vom 20. August 2017 (act. 11) ist im Weiteren
zu entnehmen, der Beschwerdebeteiligte habe im Rahmen der Anhörung vom 9.
November 2015 auf seine Äusserung, er könne nichts zugeben, was nicht geschehen
sei, gesagt, dass er ihn nie wieder aus diesem Dispositiv herauslassen werde. Auch
habe der Beschwerdebeteiligte ohne jede sachliche Begründung eine bereits verfügte
bedingte Entlassung zu verhindern versucht und überdies auch dazu beigetragen, dass
er sich zu seiner Familie entfremde und gesundheitlich sowie intellektuell schleichend
degeneriere. Der Beschwerdebeteiligte habe in seiner schriftlichen Stellungnahme
zudem die mehrfach verlautbarte Aussage festgehalten, wonach eine therapeutische
Bearbeitung eines strukturellen Rückfallrisikos ohne Eingeständnis seinerseits (des
Beschwerdeführers) nicht stattfinden könne. Abschliessend bringt der
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Beschwerdeführer vor, sein Ausstandsbegehren basiere in erster Linie auf in den
letzten zehn Jahren stetig gewachsenen persönlichen subjektiven Empfindungen
gegenüber dem Beschwerdebeteiligten.
3.2. Der Beschwerdebeteiligte bringt im Rahmen der Vernehmlassung am 28. Juli 2017
demgegenüber vor (act. 9), er habe sich gegenüber dem Beschwerdeführer nie derartig
geäussert. Vielmehr habe die vom Beschwerdeführer genannte Mitteilung im Rahmen
der Anhörung vom 9. November 2015 dahingehend gelautet, dass die Vollzugsbehörde
vom Beschwerdeführer eine Veränderung erwarte, ansonsten eine bedingte Entlassung
nicht verantwortbar sei. Diese habe im Zusammenhang mit seinem Rückfallrisiko, den
betroffenen Rechtsgütern und seiner fehlenden Einsicht wie auch
Verantwortungsübernahme in Bezug auf die Anlassdelikte gestanden. Es sei daher
nicht nachvollziehbar, dass daraus eine Voreingenommenheit abgeleitet werden könne.
Da der Beschwerdeführer die Begehung der schweren Delikte weiterhin bestreite und
demzufolge eine therapeutische Aufarbeitung der Anlasstaten zur Senkung des
strukturellen Rückfallrisikos nicht stattfinden könne, seien ihm die daraus aus der Sicht
der Vollzugsbehörde resultierenden Konsequenzen aufgezeigt worden. Selbstredend
könne aus dem Umstand, dass sich Mitarbeitende der Vollzugsbehörde vor einer
persönlichen Anhörung nach der Bereitschaft des Betroffenen zur Teilnahme
erkundigen, keine Befangenheit abgeleitet werden. Der Beschwerdebeteiligte weist
jegliche Einflussnahme auf Beurteilungen und Einschätzungen des
Betreuungsumfeldes von Vollzugseinrichtungen über verurteilte Straftäter von sich und
führt an, dass die Vermutung des Beschwerdeführers geradezu absurd sei, wonach
Briefe des Massnahmenzentrums V. unter der Einflussnahme des
Beschwerdebeteiligten bewusst ge- bzw. verfälscht worden sein könnten. Der
Beschwerdeführer lege denn auch nicht konkret dar, welche Berichte oder Teile davon
er beanstandet. Der Beschwerdebeteiligte weist schliesslich eine Einflussnahme
irgendwelcher Art auf Beurteilungen und Einschätzungen des Betreuungsumfelds von
Vollzugseinrichtungen über verurteilte Straftäter von sich.
3.3. Vorliegend geht es um die Beurteilung einer allfälligen Befangenheit des im Amt für
Justizvollzug tätigen Leiters Straf- und Massnahmenvollzug. Der Aktennotiz über die
persönliche Anhörung des Beschwerdeführers vom 9. November 2015 (Vorakten, Nr.
352), auf die der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift verweist (act. 1, S. 1),
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ist, die vorliegende Sachlage betreffend, im Wesentlichen zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer das Anlassdelikt weiterhin bestreitet und eine bedingte Entlassung,
solange die von der Vollzugsbehörde erwarteten Veränderungen (vgl. Vorakten, Nr.
357, S. 1) nicht eintreten, unverantwortbar sei. Es ist aktenkundig, dass der
Beschwerdeführer bereits im Rahmen der Gespräche mit Dr. B.W. im Zeitraum vom 24.
Oktober 2013 bis 14. Februar 2014 zwar formuliert habe, er habe gegen eine Weisung
verstossen. Dass er sich jedoch an einem Kind sexuell vergangen (bzw. dies versucht)
habe, treffe nicht zu (Vorakten, Nr. 269, S. 1). Von dieser eigenen Überzeugung ist der
Beschwerdeführer bis dato, soweit ersichtlich, nicht abgerückt (vgl. auch Vorakten, Nr.
341, S. 18; Nr. 358, S. 2; Nr. 365b, S. 6 und 9). Nicht nur die genannte Verfügung
sondern auch der Bericht des Massnahmenzentrums V. (Vorakten, Nr. 341, S. 18)
heben hervor, dass nicht nur die Auseinandersetzung mit der Pädophilie sondern auch
die Deliktbearbeitung mit Verantwortungsübernahme diesbezüglich wichtig sei (vgl.
etwa Vorakten, Nr. 341, S. 18 f.; Nr. 357). Basierend darauf stellte das Amt in Aussicht,
dass eine bedingte Entlassung unter diesen Voraussetzungen im Rahmen der noch zu
erlassenden Verfügung nicht bewilligt werden könne (Vorakten, Nr. 352, S. 1). Obwohl
der Beschwerdebeteiligte als Leiter des Straf- und Massnahmenvollzugs in die
Hierarchie des Amts für Justizvollzug eingegliedert ist (http://www.sg.ch/home/
sicherheit/justizvollzug/amt_fuer_ justizvollzug.html), lässt sich in dieser Äusserung
weder eine Befangenheit noch eine persönliche Abneigung erblicken, zumal sich die
betroffene Aktennotiz und die daraus abgeleiteten Folgerungen nicht auf eine
persönliche Einschätzung des Beschwerdebeteiligten, sondern im Wesentlichen auf
den Behandlungsbericht des Massnahmenzentrums V. vom 16. September 2015
stützen, an dessen Ausarbeitung der Beschwerdebeteiligte im Übrigen nicht beteiligt
war. Vielmehr war er der Adressat dieses Berichts (vgl. Vorakten Nr. 341, S. 1).
Der daraufhin am 22. Dezember 2015 erlassenen Verfügung des Amts für Justizvollzug
(Vorakten, Nr. 353), die im Übrigen vom Vorgesetzten des Beschwerdebeteiligten
unterzeichnet wurde, lässt sich überdies – in demselben Zusammenhang – entnehmen,
dass die Bereitschaft des heutigen Beschwerdeführers, sich mit seiner Störung
auseinanderzusetzen eher auf einer strategischen Anpassungsleistung beruhe, mit dem
Ziel, in ein offenes Setting verlegt zu werden. Diese Feststellung ist in nachvollziehbarer
Weise erfolgt: Dass der Beschwerdeführer dieses Ziel tatsächlich verfolgt, ist
namentlich der Beschwerdeergänzung vom 20. August 2017 zu entnehmen (act. 11, S.
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1; vgl. diesbezüglich auch Vorakten, Nr. 352; Nr. 346, S. 6; Nr. 358, S. 3; eindeutig Nr.
359; Nr. 364; Nr. 365a; Nr. 365b, S. 6) und ergibt sich bereits aus der Einschätzung
durch Dr. B.W. (Vorakten, Nr. 269). Dass ein geschlossener Vollzug vorliegend
notwendig erscheint, beruht ebenfalls nicht auf einer Einschätzung des
Beschwerdebeteiligten. Vielmehr hat die Strafkammer des Kantonsgerichts im
Entscheid vom 11. Dezember 2013 in E. 3a/ee (Geschäfts-Nr. ST.2013. 45-SK3)
gestützt auf das Gutachten von L.M., Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, festgestellt, es sei (ausschliesslich) von einer stationären Massnahme gemäss
Art. 59 StGB eine deutliche deliktpräventive Wirkung auf das Rückfallrisiko zu erwarten.
Der geschlossene Vollzug sei aufgrund des Schutzbedürfnisses der Gesellschaft bei
einer mit hoher Wahrscheinlichkeit drohenden Gefährdung hochwertiger Rechtsgüter
zudem höher zu gewichten als der mit der Anordnung verbundene Eingriff in die
persönliche Freiheit des heutigen Beschwerdeführers (Vorakten, Nr. 273, S. 23).
Das Amt für Justizvollzug hielt in seiner Verfügung zudem fest, auf die fehlende
Tataufarbeitung liesse auch schliessen, dass der Beschwerdeführer beim RISK
(Risikoorientiertes Interventionsprogramm für straffällige Klient/innen) nicht
mitgearbeitet habe und daher davon auszugehen sei, dass ihm die Deliktmechanismen
ebenso wenig bekannt seien wie Frühwarnzeichen und Risikosituationen (vgl. auch
Vorakten, Nr. 341, S. 19). Dasselbe lässt sich aus dem Behandlungsbericht Stationäre
Massnahmen Forensisch-Psychiatrische Abteilung (FPA) vom 4. Oktober 2016
entnehmen, wonach eine inhaltliche Auseinandersetzung und eine deliktorientierte
Therapie im Sinne eines wirksamen kompensatorischen Risiko-Managements im
stationären Setting bisher nicht möglich bzw. durch den heutigen Beschwerdeführer
konsequent abgelehnt worden sei (Vorakten, Nr. 365b, S. 9). Ohne Tataufarbeitung und
Einsicht sei unter Bezugnahme auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung aber eine
Veränderung des Verhaltens grundsätzlich nicht zu erwarten. Angesichts der fehlenden
therapeutischen Bearbeitung der deliktrelevanten Störung und der Anlasstaten müsse
auch unter Berücksichtigung der Erfahrungen nach der bedingten Entlassung im Juni
2011 (vgl. auch Vorakten, Nr. 336 Ziff. 2 und Nr. 241) von einem unvermindert hohen
Rückfallrisiko bezüglich sexuellen Handlungen mit Kindern ausgegangen werden (vgl.
diesbezüglich die diagnostische und prognostische Beurteilung der Abteilung für
Forensische Abklärungen Vorakten, Nr. 358, S. 2; Nr. 365a, S. 3 f.; betreffend
strukturelles Rückfallrisiko in Bezug auf das Anlassdelikt Nr. 365b, S. 10 f.). Es trifft
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zwar zu, dass Dr. B.W. in ihrem Bericht (datiert auf den 14. Februar 2014) angegeben
hat, dass beim Beschwerdeführer nicht mit dem Risiko eines unvorbereiteten sexuellen
Übergriffs auf ein Kind zu rechnen sei (Vorakten, Nr. 269, S. 1). Die betroffene
Stellungnahme stellt jedoch nicht eine vorhandene Rückfallgefahr des
Beschwerdeführers in Frage, sondern legt den Fokus vielmehr auf die zeitliche
Komponente, nämlich diejenige des unvorbereiteten Übergriffs. So ist aktenkundig,
dass der Beschwerdeführer vor Beginn einer Tathandlung jeweils eine Vorlaufzeit
benötigte, um das Vertrauen eines Opfers zu gewinnen (vgl. Vorakten, Nr. 270). Das
Amt hob schliesslich hervor, dass weder eine Vollzugsöffnung noch eine bedingte
Entlassung verantwortbar seien und eine Vollzugsöffnung erst dann geprüft werden
könne, wenn sich der heutige Beschwerdeführer ernsthaft auf die Therapie in der JVA
Z. eingelassen und relevante Entwicklungsschritte erzielt habe (vgl. Vorakten, Nr. 365a,
S. 4: Gemäss Vollzugsbericht vom 1. November 2016 seien Entlassungsvorbereitungen
zu diesem Zeitpunkt verfrüht).
3.4. Unter Bezugnahme auf die vorliegenden Akten sowie Vorakten aus dem
vorinstanzlichen Verfahren kann den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht
gefolgt werden. Dies umso weniger als nicht ersichtlich ist, weshalb der
Beschwerdebeteiligte befangen sein soll, wenn dieser im Rahmen der Erfüllung seiner
amtlichen Tätigkeit in Bezug auf den Beschwerdeführer (auch) negativ ausfallende
Entscheide zuungunsten des Beschwerdeführers zu fällen hat. Zwar bringt der
Beschwerdeführer vor, Differenzen zwischen ihm und dem Beschwerdebeteiligten
würden verharmlost und schöngeredet. Er vermag jedoch weder in seiner
Beschwerdeschrift noch im ergänzenden Schreiben nachvollziehbar darzulegen, aus
welchen objektiv feststellbaren Gründen von einem Anschein der Befangenheit des
Beschwerdebeteiligten auszugehen ist. Der Beschwerdeführer belässt es bei bloss
pauschalen Beanstandungen, ohne diese aber näher zu begründen. Dass eine
Vollzugsbehörde von einem verurteilten und sich im Strafvollzug befindenden Straftäter
eine gewisse konstruktive Mitarbeit erwarten darf, und im Rahmen des Vollzugs dieser
Erwartung mittels mündlicher Äusserungen Nachdruck verleiht, ist nicht zu
beanstanden. Die vom Beschwerdeführer beanstandete Aussage erscheint jedenfalls
nicht geeignet, den Beschwerdebeteiligten als Befangen erscheinen zu lassen.
Vielmehr lässt sich die Argumentation der Vorinstanz nachvollziehen, wonach die
beanstandete Aussage entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht als Zeichen
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der Abneigung, sondern vielmehr als Motivation zur deliktorientierten Mitarbeit zu
betrachten ist. Gestützt auf die vorliegenden Akten und unter Bezugnahme auf E. 3.3
dieses Entscheids ist es offensichtlich, dass es an einer Aufarbeitung der deliktischen
Vergangenheit weitgehend fehlt. Den Akten lassen sich jedenfalls keine Anhaltspunkte
entnehmen, die ein anderes Ergebnis wahrscheinlicher machen. Folglich kann auch die
Argumentationslinie der Vorinstanz in E. 3 b des angefochtenen Entscheides nicht
bemängelt werden. Dass der Beschwerdebeteiligte eine therapeutische Bearbeitung
eines strukturellen Rückfallrisikos vom Eingeständnis des Beschwerdeführers abhängig
macht, ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Nach objektiven Gesichtspunkten ist es in
der vorliegenden Konstellation durchaus nachvollziehbar, dass eine Verminderung der
Rückfallgefahr nur gelingen kann, wenn der betroffene Täter eine minimale, nach
aussen erkennbare intrinsische Motivation aufweist, sich mit der zur Delinquenz
führenden Neigung bzw. der eigenen Delinquenz an sich auseinanderzusetzen.
Zusammenfassend erkannte die Vorinstanz demnach zu Recht, dass gesamthaft und in
objektiver Weise weder ein Verhalten des Beschwerdebeteiligten vorliegt noch
Umstände erkennbar sind, die diesen im Massnahmenverfahren als befangen
erscheinen lassen können. Dies muss umso mehr gelten, als die Vollzugsbehörde
gestützt auf die ihr vorliegenden Akten (im Besonderen auf Berichte von Fachpersonen,
Vollzugsberichte und Entscheide der Strafkammer), die im Übrigen ein weitestgehend
einheitliches Bild den Beschwerdeführer betreffend abgeben, tätig geworden ist.
Dieses Vorgehen ist praxisgemäss und somit nicht zu beanstanden. Eine persönliche
Abneigung des Beschwerdebeteiligten gegenüber dem Beschwerdeführer lässt sich
daraus – objektiv betrachtet – nicht ableiten. Schliesslich ist die Begründung, dass das
Ausstandsbegehren in erster Linie aufgrund von seit zehn Jahren gewachsenen
persönlichen subjektiven Empfindungen dem Beschwerdebeteiligten gegenüber
beruhe, unbeachtlich. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
4. Bei diesem Ausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von dem
Beschwerdeführer zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
1‘500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 211 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der prozedural offenkundig bedürftige Beschwerdeführer ist im stationären
Massnahmenvollzug. Dementsprechend ist es gerechtfertigt, auf die Erhebung der
amtlichen Kosten zu verzichten (Art. 97 VRP).
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