# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d092bc6e-ba38-4bd2-bca8-f670b8037466
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1983
,
ledig und staatenlos (Niederlassungs
be
willigung C
; anerkannter Flüchtling
)
,
besuchte die Primar- und Oberschule in
Y._
und verfügt über keine berufliche Ausbildung
(Urk.
9
/
1 S. 4, Urk. 9/2 S.2
, Urk. 9/14 S. 1
)
.
Am
18
.
Februar
2002
meldete
er
sich
ohne
Hinweis
e
zu seinem Gesundheitszustand
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug
an (Urk.
9
/
14)
.
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen
sprach
die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
5
.
Februar
200
3
(Urk. 9/44)
gestützt auf einen
Invaliditäts
grad von
100 %
eine
ausserordentliche
ganze
IV-Rente mit Wirkung ab
1. Sep
tember 2001
zu (Urk.
9
/4
4
)
.
Mit Mitteilung der IV-Stelle vom
18
.
Mai
200
5 (Urk. 9
/
66
)
sowie
vom
12
.
Februar
2009 (Urk.
9/117
)
–
gestützt auf
das
Gutachten von
lic
. phil
.
Z._
, und Dr. med
.
A._
vom 8. Januar 2009 (Urk. 9/115) –
und vom 1. Okto
ber 2012 (Urk. 9/178)
mit Hinweis auf die Wiedereingliederung und Mit
wirkungs
pflicht
wurde die Rente revisionsweise bestätigt.
Mit Schreiben vom 1. Okto
ber 2012 (Urk. 9/171)
wurde der Versicherte auf seine Schadenminde
rungs
pflicht hingewiesen
.
Am 12. August 2013 (Urk. 9/190) wurde der Ver
sicherte an seine Schadenminderungspflicht gemäss Schreiben vom 1. Oktober 2012 erinnert und darauf hingewiesen, dass die Durchführung der auferlegten Massnahme bei der nächsten Revisionsprüfung überprüft w
e
rde.
Im Rahmen eines im
Dezember
2013 (
vgl.
Urk.
9/222 S. 1
) von Amtes wegen ini
tiierten Revisi
onsverfahrens
tätigte die IV-Stelle medizinische Abklärungen und
veranlasste
ein
bidisziplinäres
neurologisch-psychiatrisches Gutacht
en von Prof. Dr. med.
B._
,
welches am 3
0.
April 2015
(Urk. 9/116)
erstattet wurde
.
Am 25. Juni 2015
(Urk. 9/219)
reichte Prof.
Dr.
B._
Ergänzungen zum Gut
achten nach.
Dem
Versicherten
wurde
mit
Vorbescheid vom
13
.
Oktober 2015
die Aufhe
bung der Rente in Aussicht gestellt (Urk.
9
/
225
), worauf
die Sozialen Dienste der
G._
im Namen des Versicherten vorsorglich Einwand
erhob
en
(Urk.
9
/
226
)
, welchen
sie am 31. Dezember 2015 (Urk. 9/233) ergänzte
n
. Mit Verfügung vom
25
.
Juli
2016 hielt die IV-Stelle an der angekündigten Renteneinstellung fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte am
12
.
September
201
6
Beschwerde (Urk. 1) mit
den
Anträgen (S. 2)
,
es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 25. Juli 2016 aufzu
heben und ihm sei weiterhin die von Gesetzes wegen zustehende Invaliden
rente auszurichten. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und
Rec
htsanwältin Susanne von Aesch K
amer,
Zürich
, als unentgeltliche Rechtsver
treterin
beizustellen
.
Am
21
.
Oktober
201
6
reichte der Versicherte das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 6) samt Unterlagen
(Urk.
7
)
nach.
Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom
21
.
Oktober
201
6
(Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom
10
.
Januar
2017 (Urk.
12
) hielt
der Beschwerdeführer
an den gestellten Anträgen fest.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom
7
.
Februar
2017 (Urk.
16
) auf eine Duplik, was
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
8
.
Februar 2017 (Urk. 17
) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen
).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.5
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchge
führter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem
Weg der
blossen
Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im
darauf folgenden
Revisions
verfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangs
sach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundes
gerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1
.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1
.7
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation ent
springende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder unge
würdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihre rentenaufhebende
Verfügung vom
25
.
Juli
2016 (Urk. 2)
-
gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten
von Prof.
Dr.
B._
vom
30. April 2015 (Urk. 9/116) samt Ergänzung vom 25. Juni 2015 (Urk. 9/219) -
damit
,
dass
beim
Be
schwerdeführer spätestens ab Zeitpunkt der Begutachtung eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes ein
getreten sei
,
und nunmehr
in
eine
r
den Einschränkungen des Beschwerde
führers
angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Da der Invaliditäts
grad unter 40 % liege, bestehe kein Anspruch mehr auf eine Invaliden
rente. Zudem verwies sie auf die
am 13. Oktober 2015 auferlegte
Schadenminderungs
pflicht Drogen
abstinenz
als Voraussetzung für allfällige zukünftige Leistungsan
sprüche
.
2
.2
Der
Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde vom 12. September 2016 (Urk. 1) auf den Standpunkt, dass er nach wie vor an einem in der Kindheit erlittenen Trauma sowie dem ADHS-Syndrom leide. Hinzukomme seine Angst unter Leute zu gehen, weshalb er auch die von der Beschwerde
gegnerin anberaumten Beratungstermine nicht habe wahrnehmen können. Die Rentenaufhebung se
i
daher nicht gerechtfertigt (S. 3 f.)
.
Zudem brachte er in der Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2017 (Urk. 12) vor, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei. So könne auf das Gutachten von Prof.
Dr.
B._
mangels vollständiger Abklärungen in neuropsychologischer Hinsicht nicht abgestellt werden
,
und in Bezug auf die medizinischen Schlussfol
gerungen sei es nicht nachvollziehbar (S. 5-12).
2
.3
U
mstritten ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verändert hat
.
3
.
Vorliegend sind
für die Frage der Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung
die aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse zu vergleichen mit denjenigen, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses der
Mitteilung
vom
12. Februar 2009 (Urk. 9/117)
-
gestützt auf das psychiatrische Gutachten
von Dr. med.
A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
und
lic
. phil.
Z._
, Fachpsychologe für
Psychotherapie FSP,
vom 8. Januar 2009 (Urk. 9/115) -
gezeigt haben
(vgl.
E.
2
.5)
.
Die
spätere
rentenbestätigende Mitteilung
vom 1. Oktober 2012 (Urk. 9/178) ba
sierte lediglich
auf
einem Verlaufsbericht der behan
deln
den Ärztin respektive einer Einschätzung des Arztes des regional
en
ärztlichen Dienstes (
RAD;
Urk. 9/176 S. 3).
4
.
Dr.
A._
und
Lic
.
phil
Z._
nannte
n
in ihrem
psychiatrischen
Gutachten vom
8. Januar 2009 (Urk. 9/115)
folgende Diagnose
n (S. 7):
-
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
-
Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen
und selbstunsicheren
Zügen
(
ICD
10 F60.8
)
-
Kognitive Störung (ICD-10 F70)
Sie
stellten
als Befund
fest
, das allgemeine Testleistungsniveau des Beschwerde
führers
sei
unterdurchschnittlich
. Es bestünden
defizitäre Test
ergebnisse vor allem im Bereich der Merkfähigkeit und sehr starke Defizite im
Gedächtnis für sprachliches Material, jedoch eine durchschnittliche Leistung für figuralräumli
ches
Material. Im Bereich des schlussfolge
rnd
en De
nkens, des sprachlichen Den
kens
und vor allem d
es rechnerischen Denkens bestehe
ebenfalls eine starke unterdurchschnittliche
Leistungsfähigkeit. Es
könne
eine generelle Verlangsa
mung der Informationsverarbeitung,
visuell w
ie auditiv, festgestellt werden. Zudem bestünden klinisch leichte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstö
rungen. Es seien Anzeichen für eine depressive Störung festzustellen. Der Beschwerdeführer wirke affektiv vermindert. Es sei eine depressive Grund
stimmung mit fehlender Zukunftsorientierung festzustellen. Der Beschwerde
führer berichte von Ängsten. Eine weitere schwere Psychopathologie wie formale oder inhaltliche Denkstörungen, S
innestäuschungen und Zwänge könnten sie
nicht feststell
en
(S. 7).
In ihrer zusammenfassenden Beurteilung führten die Fachpersonen aus, dass auf
grund der depressiven Störungen, der Persönlichkeit und vor allem aufgrund der kognitiven Beeinträchtigungen der Beschwerdeführer in seiner Lern- und Arbeits
fähigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt beeinträchtigt sei. Sie schätzen ihn darin zu 80% arbeitsunfähig (S. 8).
5
.
5
.1
Die
rentenaufhebende
Verfügung vom
25. Juli 2016 (Urk. 2)
beruhte auf nach
stehenden medizinischen Berichten.
5
.2
Dr. med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
D._
, klinischer Psycholo
ge-Psychotherapeut FSP, bei welchen sich der Beschwerde
führer seit dem 13. Juli 201
1
in Behandlung befand (letzte Kontrolle 22. Oktober 2013), nannten in ihrem Bericht vom 25. Februar 2014 (Urk. 9/192) folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Sie
führte
n
aus,
der Beschwerdeführer
habe
starke Konzentrations-,
Merkfähi
g
keits
- und Gedächtnisstörungen
. Im formalen Denken sei er stark verlangsamt und leicht umständlich. Er habe weder Befürchtungen noch Zwänge. Es fänden sich keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störung.
Im Affekt sei er leicht deprimiert und leicht hoffnungslos. Der Antrieb sei leicht gesteigert. Motorisch sei der Beschwerdeführer unruhig. Es fänden sich keine zirkadianen
Besonderheiten.
Es
f
i
nde ein sozialer Rückzug statt. Die Prognose in Bezug auf die psychiatrische Störung sei ungünstig. Es sei mit einer
Chronifizierung
der Symptomatik zu rechnen. Aus dem bisherigen Verlauf der Integrations
bemühungen gingen sie von keiner relevanten Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeits
markt aus. Gespräche fänden nur sporadisch statt, da sich der Beschwerdeführer nicht auf eine kontinuierliche Behandlung einlasse (S. 2). Im ersten Arbeitsmarkt sei er 100 % arbeitsunfähig.
Unter Fragen zur bisherigen Tätigkeit führten sie an, e
s bestehe eine Einschränkung aufgrund eines Geburtsgebrechen (ADHS) sowie eine psychiatrische Erkrankung (Traumfolgestörung). Diese wirkten sich durch reduzierten Antrieb, Einschränkung der Konzentration auf die Arbeit aus
und
,
Hyperaktivität und depressive Symptomatik führten zu einer geringeren Belastung.
Durch medizinische Massnahmen (integrierte Behandlung) liessen sich die Einschränkungen vermindern (
Verbesserung des
Konzentrationspo
t
enzials und Rückgang der Depressivität;
S. 3).
5
.3
5
.3
.1
Prof. Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für
Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, SSPIM
Interventionelle
Schmerztherapie, SGV Vertrauensarzt, SIM zertifizierter Medizinischer Gutachter,
nannte in seinem
bidisziplinären
neu
rologisch-psychiatrischen Gutachten
vom 30. April 2015 (Urk. 9/
215/1-116
)
fol
gende
bidisziplinäre
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Leicht- bis
mässiggradige
Scapula
alata
rechts ohne isolierte Paresen in der Schulterarmfunktion
;
Verdacht auf alte durchgemachte Läsion des
Nervus
dorsalis
scapulae
rechts
Zudem nannte er folgende
bidisziplinäre
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Kokain; gegenwärtig ständiger Sub
stanzgebrauch (ICD-10 F14.25)
-
Psychische und Verhaltensstörung durch MDMA; gegenwärtig ständiger Sub
stanzgebrauch (ICD-10 F14.25)
-
Verdacht auf ADHS; zurzeit gegebenenfalls medikamentös kompensiert
In seiner
bidisziplinären
Zusammenfassung der Arbeitsfähigkeit
stellte
Prof.
Dr.
B._
fest
, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht keine schwe
ren Arbeiten verrichten sollte, die sich
aber
ohnehin konstitutionell
verböten
. Aus psychiatrischer Sicht könnten einfache Arbeiten ohne besondere Anforderungen an die Neurokognition mit einem Pensum von 100 % durchgeführt werden. Eine Ausbildungsfähigkeit sei derzeit wegen der nachgewiesenen Drogensucht nicht gegeben. Diesbezüglich
sei
ein Drogenentzug und eine Entwöhnungstherapie zu fordern (S. 2)
.
5
.3
.2
Prof.
Dr.
B._
führte
im neurologischen Teilgutachten
(Urk. 9/215/3-51)
aus, dass
der Beschwerdeführer
eine kindliche Epilepsie oder andere neurologische Störungen in der Vergangenheit negiere. Er gebe an, als Kind von seinem Gross
vater geschlagen worden zu sein. Unter anderem habe er auch Schläge auf den Kopf bekommen. Im Dossier der Beschwerdegegnerin lägen keine Unterlagen vor und es würden hier auf Befragen keine anamnestischen Angaben erhoben, welche auf ein durchgemachtes minimal
brain
injury
(MTBI) oder gar ein Schädelhirn
trauma hindeuten würden. Die im MRI vom 10. Februar 2010 beschriebenen dis
kreten
Glioseherde
frontoparietal
und frontal links seien unspezifischer Natur
.
Im Befundbericht
seien
keine Strukturschäden beschrieben worden. Ob eine
suszep
tibilitätsgewichtete
Bildgebung zur
Hämosiderin
darstellung
(z. B. BOLD-Technik, FLAIR-Messung) durchgeführt
w
u
rde, sei
nicht vermerkt. Die
Originalbilder
hätten
zur Beurteilung nicht vor
gelegen
. Der neurologische Untersuch
habe
keine Hinweise auf eine zentralnervöse Problematik
ergeben
, so dass klinisch
neurolo
gisch keine Folgeerscheinung eines Schädelhirntraumas diagnostiziert
werden könne.
Unerwarteter
w
eise
habe
eine leic
ht- bis
mässiggradige
Scapula
al
ata
rechts
imponiert
.
Festzustellen sei eine
Fehlstellung der rechten
Scapula
mit nach aussen rotiertem
Angulus
inferior
scapulae
und etwas zu weit von der Mittellinie entferntem und
von der
Thoraxwand
abst
ehenden Margo
medialis
scapulae
(S. 45). Weitere neurologische Störungen mit nachfolgenden
Handicapierungen
lägen nicht vor (S. 46).
5
.3
.3
In seinem
psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 9/215/52-112)
stellte
Prof. Dr.
B._
fest, beim Beschwerdeführer
hätten
bei der ps
ychiatrischen Unter
suchung vom
2. April 2015 keine depressiven oder
dysthymen
Symptome mehr bestanden
und sich im
Gesprächskontakt
zudem
nur minime kognitive Auffällig
keiten feststellen lassen.
Während in den Vorberichten von
Demotivationalität
des Beschwerdeführers häufig die Rede gewesen sei, habe dieser ihm gegenüber angegeben, nun sein Leben selbst in die Hand nehmen zu wollen. Übereinstim
mend mit dem Bericht von
Dr.
C._
vom Februar 2012
gebe
der Beschwerde
führer an, den Cannabiskonsum aufgegeben zu haben. Ein entsprechendes Urindrogenscreening sei ohne Hinweis auf den
aktuellen
Konsum von Drogen verlaufen. Die Haaranalyse, welche den Zeitraum vo
n
November 2014 bis Mitte März 2015 repräsentiere, gebe Auskunft über den durch
schnittlichen Konsum im entsprechenden Zeitintervall. In der untersuchten
Haar
probe sei Kokain und dessen Metabolit
Benzoytecgonin
und
Norcocain
nachge
wiesen worden. Das zusätzlich nachgewiesene
Cocaethylen
beweise den eigentli
chen Kokain-Konsum und belege, dass Kokain und Ethylalkohol gleichzeitig im Kreislauf
vorhanden gewesen seien. In der untersuchten Haarprobe seien die Designerdrogen
3,4
Methyiendioxymethamphetamin (MDMA) und 3,4-
Methylendioxy
ampheta
min
(MDA) nachgewiesen worden. Damit sei der Konsum von MDMA (z.B.
Ecstasy) im untersuchten Zeitraum bewiesen. Die festgestellte MDMA-Kon
zentration liege im oberen Bereich und sei vereinbar mit einem mittelstarken bis starken MDMA-Konsum (S. 54 mit Ergänzung gemäss Urk. 9/219
und gestützt auf den Bericht zu den Haaranalysen des Instituts für Rechtsmedizin der
J._
vom 23. April 2015 [Urk. 9/215/113-116]
).
Die diagnostische Einordnung im Verlauf der Krankengeschichte
erscheine
schwierig bis verunmöglicht. Dies
einerseits, weil
die in den Berichten
getroffenen diagno
stischen
Einordnungen
sich
nicht anhand eines aussagekräftigen Psychostatus
nachvollziehen lassen
würden
, und zum anderen, weil nahezu jeder Psychiater eine
völlig andere Einschätzung des
Beschwerdeführers mache
, ohne diese zu den
Vordiagnosen differential
diagno
stisch nachvollziehbar abzugrenzen. Hinzu
komm
e
, dass der chronische
Cannabiskonsum ungenügend im Hinblick auf die Psychopathologie gewürdigt
worden sei.
Im Verlauf
seien
depressive Symptome ab dem Jahr 2002 beschrieben
worden, die
gemäss Aktenmaterial wohl während des teilstationären Aufenthalts in der
E._
ihren vermeintlichen Höhepunkt mit einer
mittelgradigen Ausprägung erreichten
hätten. Dies datiere
im
Zeitraum 2005 bis
200
7.
Danach
seien
depressive Symptome weiterhin nachweisbar
gewe
sen
, jedoch
deutlich psychosozial durch Beziehungsstress begleitet oder geprägt. Im
Gutachten von
Dr.
A._
werde
dann von einer chronischen
Dysthymia
gesprochen auf der Grundlage einer Persönlichkeits
störung mit nar
z
isstischen
und selbstunsicheren Zügen
(S. 54)
.
Wesentliche Hin
weise auf eine Persönlich
keitsstörung hätten
hier
nicht erhoben werden können. Die vordiagnostizierten emotional-instabilen, narzisstischen und unsicheren Per
sönlichkeits
züge seien im psychiatrischen Untersuch nicht hervor
getreten
. Allfällig hätten Akzentuierungen be
obachtet werden können (S. 55).
In der ambulanten psychiatrischen Behandlung durch Dr.
C._
habe die diagno
stische Einschätzung komplett gewechselt und es werde von einem ADHS-Syn
drom (F 90.0) und von einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (F
43.1) ausgegangen. In keiner psychiatrischen Betreuung / Begutachtung erhalte der chronische THC-Konsum ein adäquates Augenmerk, obschon bereits korrekterweise im Bericht Berufsberatung v
om
7. August 2006 darauf hinge
wiesen worden sei
,
und die psychopathologische Symptomatik derjenigen bei chronischem THC-Konsum sehr ähneln würde mit Demotivierung, Adynamie und schleichend depressiver
Entwicklung. Nach
nun
angegebener ca. zweijähriger Abstinenz von THC
sei
es zu einer völligen Regression der depressiven Symptome gekommen und
die Demotivierung und Adynamie
seien
psychopathologisch
nicht mehr
nachweisbar, was zumindest nicht
dagegenspreche
, dass der chroni
sche THC
-
Konsum
einen Anteil an der vorhergehenden Symptomatik
gehabt habe
(
S. 55
)
.
Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit sich
auf
drän
gen
den Intrusionen, Flashbacks, Albträumen sowie
Arousal
und
Ver
meidungs
verhalten
lägen
allesamt nicht vor, weshalb die Diagnose einer
PTBS
gemäss F
43.1 wie von
Dr.
C._
vordiagnostiziert
,
gutachterlicherseits
nicht bestätigt wer
den
könne
(S. 5
5
)
.
Beim Beschwerdeführer sei
durch
Dr.
C._
auch ein ADHS
festgestellt
worden
,
und
der Beschwerdeführer
werde aktuell
mit
Concerta
36 mg am Tag behandelt.
In
der diagnostischen Beurteilung eines ADHS bei Erwachsenen
seien
die
Wender-Utah-Kriterien anzuwenden.
Prüfe man diese
aktuell beim Versicherten
, könne
die Diagnos
e nicht aufrechterhalten werden (S. 55).
Während seiner
ins
gesamt ca. vierstündigen
Untersuchung hätten keine wesentlichen Beeinträchti
gungen der Aufmerksamkeit, des Affektes oder der Hyperaktivität wahrge
nommen werden können. Eine gewisse
Desorganisiertheit
falle jedoch in der Ordnung der Unterlagen des Beschwerdeführers auf. Eine Störung der Impulsivi
tät oder in der Affektkontrolle liege nicht vor und sei auch aus dem Tagesablauf nicht zu erfragen. Auch eingehende Fragen zum vormaligen Drogenkonsum hätten den Beschwerdeführer nicht aus der Ruhe gebracht. Eine emotionale Über
reagibilität liege nicht vor. Damit sei diese Störung eines ADH
Syndroms entwe
der unter der Medikation kompensiert, oder liege oder lag gar nicht (mehr) vor (
S. 55 f.
)
.
Zusammenfassend sei d
ie Beurteilung des Verlaufs der Erkrankung
auf der Grundlage des vorhandenen Aktenmaterials nur sehr schwer bis überhaupt
nicht möglich
gewesen. Es erg
ä
ben sich
Hinweise
darauf, dass eine Persönlichkeits
fehl
entwicklung aufgrund der erheblichen
Traumatisierungen und Belastungen in der prägenden
Phase des Aufwachsens
eingetreten sein könn
te und eine Adol
eszen
ten
krise ausgelöst
habe
.
Möglicherweise
habe
sich auch zeitweilig eine emotional-instabile, dann
narzisstische und unsichere Persönlichkeits
akzen
tuierung eingestellt.
Aktuell
könne
jedoch davon ausgegangen werden, dass
es
diesbezüglich zu einer
Nachreifung gekommen
sei
und
allfällig
akzentuierte Per
sönlichkeitszüge noch
vorliegen
würden
. Die depressive Entwicklung
möge
einerseits im Zusammenhang mit
der problematischen Persönlichkeitsentwick
lung des
Beschwerdeführers
koinzident
gewesen
, anderseits aber auch
mit
eine
m
chronischen THC-Konsum
einhergegangen sein.
Aktuell
sei von
einer Besserung des psychischen
Gesundheitszustandes auszugehen (S. 56).
Während in der Querschnittsuntersuchung auf Drogen beim Beschwerdeführer kein Nachweis habe geführt werden können, habe die Haaranalyse einen regel
mässigen Gebrauch von Kokain und der synthetischen Droge MDMA (Ecstasy) aufgezeigt. Damit sei bewiesen, dass die vo
n
diesen
gemachten Aussagen zur Sub
stanzanamnese wissentlich falsch gewesen seien (S. 56).
Die chronische Depressivität /
Dysthymia
/ affektive Niedergestimmtheit sei mit hoher Wahrscheinlichkeit eine unerwünschte Wirkung des chronischen Konsums von stimulierenden Substanzen. Die psychomotorische Wirkung des Kokains beruhe auf der Blockade der
Monoamin
-Rückaufnahme im Gehirn. Kokain blockiere die Transportproteine für Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Dadurch komme es unter Konsum zu einem Überschuss an Monoaminen mit Unterdrückung des Müdigkeitsgefühls, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, erhöhte Libido, Hyperaktivität, Gefühl der Leistungssteigerung, bei höheren Dosen auch Euphorie, seltener Halluzinationen, Angst und Irritation. Nach chronischem Kokainkonsum - wie beim Beschwerdeführer - entst
ünden
nach langem Abusus psychiatrische Störungen (Angststörungen, Depressionen, Psychosen). Zudem zeige sich nach Phasen hoher Kokainaufnahme eine milde Entzugssymptomatik mit hauptsächlich psychischen und kaum physischen Erscheinungen (S. 57).
Aufgrund des Drogenkonsums sei ein Entzug notwendig, um die Voraus
setzun
gen für eine Erstausbildung überhaupt herstellen zu können. Für einfache Arbei
ten ohne besondere Anforderungen an die Kognition sei der Beschwerde
führer zu 100% einsetzbar (S. 5
9
).
E
ine berufliche Wiedereingliederung
sei aus psychiatrischer Sicht
in einfachen, kognitiven wenig anspruchsvollen Tätigkeiten möglich. Eine Ausbildungs
fähig
keit sei nicht gegeben (
S. 59
)
.
Bezüglich der Frage, ob
sich
der Grad der Arbeitsfähigkeit seit der letzten Revision verändert habe, antwortete Prof.
Dr.
B._
, dass im klinisch-psychiatrischen Untersuch keine affektiven Symptome vorlägen. Die Querschnittsuntersuchung auf Drogen sei negativ, so dass geschlussfolgert werden müsse, dass die vorbe
schriebenen depressiven Symptome wahrscheinlich durch die chronische Drogen
einnahme verursacht worden seien. Damit könne von einer Verbesserung zu den Vorberichten ausgegangen werden (S. 59).
5
.4
Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychothe
rapie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, Vertrauensarzt SGV, regional
ärztlicher Dienst (RAD), schloss sich in seiner auf die Akten gestützten Stellung
nahme vom 22. August 2015 (Urk. 9/222 S. 8) der Diagnose und der Ein
schätzung bezüglich Arbeitsfähigkeit dem Gutachten von Prof.
Dr.
B._
(vor
stehend E. 5.3) an.
6
.
Prof.
Dr.
B._
setzte sich mit
den von
Dr.
A._
und Dr. phil.
Z._
gestellten
Diagnosen und dem von
ihnen
erhobenen Befund ausführlich ausei
nander
(Urk. 9/215/52-112 S. 51-53)
und stellte
fest, dass bei
m
Beschwerdeführer
im Gegensatz zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
A._
und Dr. phil.
Z._
keine depressiven und
dysthymen
Symptome vorliegen würden sowie nur minime kognitive Ausfälligkeiten festzustellen seien (Urk. 9/215/52-112 S. 54).
So sei es zu einer völligen Regression der depressiven Symptome gekommen und die Demotivierung und Adynamie seien psychopathologisch nicht mehr nachweisbar (S. 55). Zudem stellte er fest, dass
die Wender-Utah-
Kriterien für ein
e
ADHS-Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt seien, womit diese entweder unter Medikation kompensiert sei oder nicht mehr vorliege oder gar nie vorgelegen habe (S. 55 f.).
Prof.
Dr.
B._
folgerte denn auch, dass
aktuell
von einer Besserung des psychischen Gesundheitszustands auszugehen sei (S. 56).
Die Verbesserung des Zustandes bezüglich der depressiven Symptomatik wird durch den ein Jahr zuvor von
Dr.
C._
und Dr.
D._
erhobenen Befund
(E. 6.2)
unterstützt, wo diese den Beschwerdeführer im Affekt lediglich leicht deprimiert und leicht hoffnungslos mit leicht gesteigertem Antrieb beschrieben. Im Gegensatz dazu stellten
Dr.
A._
und
lic
.
phil
Z._
in ihrem Gutachten noch eine depressive Grundstimmung mit fehlender Zukunftsorientierung fest (Urk. 9/115 S. 7). Letztere berichteten sodann auch noch von Ängsten des Beschwerdeführers (Urk. 9/115 S. 7), was sich weder im Bericht von
Dr.
C._
und Dr.
D._
(vgl. Urk. 9/115 S. 7 [«Weder Befürchtungen noch Zwänge»]) noch bei Prof.
Dr.
B._
(Urk. 9/215) findet.
Der Beschwerdeführer stellte sich zwar auf den Standpunkt, dass kein Revisions
grund aufgrund eines veränderten Gesundheitszustandes vorliegen würde und kritisierte d
eswegen das Gutachten von Prof.
Dr.
B._
in verschiedener Hin
sicht,
eine
Verbesserung
hinsichtlich
der depressiven und
dysthymen
Sympto
ma
tik
bestritt er jedoch nicht
(vgl. Urk. 12).
Für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
sprechen
im Übrigen auch der Umstand der Aufhebung der Vertretungs- und Verwaltungsbeistandschaft durch die Kindes- und Erwachsenschutzbehörde (KESB) am 22. April 2014 mit der Begründung, dass sich die Selbständigkeit des Beschwerdeführers positiv entwi
ckelt habe, er seine Ziele für die Zukunft formulieren könne
,
sie
ihn als urteils- und vollmachtfähig erachte und
dass
kein Schwächezustand bestehe
(Urk. 9/197)
;
sowie
ebenfalls
der Umstand der Aufhebung
der
Vereinbarung mit dem
Beruf
s
beistandschafts
- und Betreuungsdienst der
G._
, welcher sich auf freiwilliger Basis um die Angelegenheiten des Beschwerdeführers gekümmert hatte,
per
31. Mai 2016, weil der Beschwerdeführer gemäss
diesem
alles selbstän
dig regeln wolle (Urk. 9/238).
Nach dem Gesagten ist
zumindest bezüglich der
depressiven und
dysthymen
Symptomatik von einer substantiellen Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers auszugehen, womit in der Folge eine substantielle Ände
rung des Gesundheitszustandes und damit ein Revisionsgrund vorliegt
.
Daher
ist im Folgenden
der Rentenanspruch
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
E. 2.4
).
7
.
7
.
1
Das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof.
Dr.
B._
vom 30. April 2015 (E. 6
.3
) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und nach Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerde
führerin auseinander. De
r
Gutachter ha
t
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
seine
Schlussfolge
rungen nach
voll
ziehbar begründet. Damit entspricht es den bundesgerichtlichen Vorga
ben an ein beweiskräftiges Gutachten (vorstehend E. 2.
6
).
7
.
2
7.2.1
Dr.
C._
und
Dr.
phil.
D._
diagnostizierten
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
–
davon
a
bweich
end
Prof.
Dr.
B._
s
Gutachten
(E. 6
.
3
) – in
ihrem
Ber
i
cht
vom 25. Februar 2015 (E. 6
.2
) eine
einfache Aktivitäts- und Auf
merksamkeits
störung
und
eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung. Prof
.
Dr.
B._
setzte sich mit
ihren
Diagnosen in seinem
psychiatri
schen Teil
gutachten
ausführlich
auseinander (Urk.
9
/
215
/52-112
S.
32 f., S. 53 und S. 55 f.
) und
stellte
diesbezüglich
fest, dass die
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeits
störung
sowie die
posttraumatische Belastungsstörung nicht vorliegen würden
.
7.2.2
Gemäss den diagnostischen Leitlinien für hyperkinetische Störungen (F.90), wie sie eine einfache
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung in Form eines ADHS (
F
90.0) darstellt, sind eine beeinträchtigte Aufmerksamkeit und Überaktivität die Kardinalsymptome, welche für eine Diagnose notwendig sind und
in mehr als einer Situation (z.B. zu Hause, im Klassenraum, in der Klinik)
vorkommen müs
sen. Im Erwachsenenalter müssen Aufmerksamkeit und Aktivität anhand ent
wicklungsmässig angemessener Normen beurteil werden.
(vgl.
F90 hyperkineti
sche Störungen
in
Dilling
/
Mambour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F]: Klinisch diagno
stische Leitlinien,
10.
Aufl. 2015, S.
358-362
).
Dr.
C._
und Dr.
phil.
D._
erhoben keinen Befund, welcher auf eine beeinträchtigte Aufmerk
samkeit oder Überaktivität
des Beschwerdeführers schliessen lassen würde. Sie stellten zwar eine starke
Kon
zentrations
- und Merkfähigkeitsstörung fest, legten jedoch nicht dar, wie sich eine solche auf die Aufmerksamkeit
auswirken würde. Zudem finden sich keine Hinweise in ihrem Befund auf eine Überaktivität
und vor allem auch nicht auf eine Impulsivität
(vgl. E. 6.
2
). Demgegenüber
legte
Prof.
Dr.
B._
anhand der
Wender-Utah-Kriterien
detailliert und überzeugend dar
, dass der Beschwerde
führer die
für ein
e
ADHS-Persönlichkeitsstörung
notwendigen Kriterien nicht erfüllt
,
und
er
folgerte daraus, dass
die
se
entweder unter Medikation kompensiert sei oder nicht mehr vorliege oder gar nie vorgelegen
ha
be
(
Urk. 9/215
S.
55 f.).
Von
diesen gutachterlichen Feststellungen
ist auszugehen.
7.2.3
Eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht als eine verzögerte oder protra
hierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnli
cher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Sie soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von 6 Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von außer
gewöhnlicher Schwere aufgetreten ist
(vgl. diagnostische Leitlinien für eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychoti
sche Symptome in
Dilling
/
Mambour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F]: Klinisch diagnostische
Leitlinien, 10.
Aufl. 2015, S.
208
)
.
Dr.
C._
und Dr.
phil.
D._
legten in ihrem Bericht (E. 6
.
2
)
nicht dar,
weshalb
sie beim Beschwerdeführer auf das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung schlossen. Auch gingen
Dr.
A._
und
lic
. phil.
Z._
2009 in ihrem, der Mitteilun
g vom 12.
Februar 2009 (
Urk.
9/117) zugrundeliegenden
Gutachten vom 8.
Januar 2009 (
Urk.
9/115)
ebenso wenig
von einer posttraumatischen Belastungsstörung aus,
wie Prof.
Dr.
B._
in seinem Gutachten 2014 (E. 6.4), in welchem er darlegte, dass beim Beschwerde
führer keine Symptome mit sich aufdrängenden Intrusionen, Flashbacks, Alb
träumen sowie
Arousal
und Vermeidungsverhalten vorliegen würde
n
(E. 6.
3
)
.
Das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung ist daher nicht erstellt.
7
.3
Der Beschwerdeführer reichte mit der Replik vom 10. Januar 2
017 (Urk. 12) zwei Berichte der E._
ein. Dabei handelt es sich um eine Verlaufsabklärung der psychologischen Diagnostik
vom 21. De
zember 2016 (Urk. 13/2
) bezüglich
Untersuchung
en
vom 1
5.
und
29.
No
vember 2016
sowie einen Bericht
vom 30. Dezember 2016
(Urk. 13
/1
)
aufgrund eines Fragekataloges der Vertreterin des Beschwerdeführers.
Die rentenaufhe
bende Verfügung der Beschwerdegegnerin datiert vom
25. Juli 2016 (Urk. 2)
,
womi
t die nachgereichten Berichte einen Sachverhalt
betreffen
, welcher
zeitlich
nach dem Verfügungszeitpunkt liegt
,
und
dementsprechend
sind sie
grundsätz
lich unbe
achtlich
(BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b)
. So
weit
sie jedoch den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Verfügungszeitpunkt betreffen, bleibt anzufügen, dass sie keine
Aspekte vor
brachten
, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind
, sodass
sich
k
eine vom Gutachten
von Prof.
Dr.
B._
abweichende Be
urteilung aufdräng
t
(
vgl.
E.
2
.
7
).
Zudem
wurde d
ie
Verlaufsabklärung der psy
chologischen Diagnostik vom 21.
Dezember 2016 (Urk.
13/2)
ausschliesslich von Psychologen verfasst und nicht von Fach
ärzten
.
Und bezüglich
dem
Bericht vom 30. Dezember 2016 (Urk. 13/1)
von Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, leitender Arzt des
E._
, und von Dr. med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Assistenzärztin,
darf das Gericht überdies die Erfahrungstatsache berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte in
zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihres Patienten aussa
gen (siehe vorne E.
1
.7 und unten E. 7.4.3).
7
.
4
7
.4.1
Der Beschwerdeführer kritisierte das
Gutachten von Prof.
Dr.
B._
in seiner Beschwerdeantwort (Urk. 12) in verschiedener Hinsicht.
7
.
4
.2
Dem Vorwurf
der dem Gutachten zugrundeliegende Sachverhalt
sei
durch
Prof.
Dr.
B._
unvollständig abgeklärt worden
, da dieser keine neuropsychologi
sche Testung durchführen liess (vgl. Urk. 12 S. 7-10)
,
ist entgegen zu halten, dass einem testmässigen Erfassen der Psychopathologie im Rahmen einer psychiatri
schen Exploration generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden kann, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung
wie allesamt von Prof.
Dr.
B._
vorge
nommen
ausschlaggebend ist. Es liegt im Ermessen der medizinischen Fach
person, ob sie psychologische Tests durchführen will.
Nachdem Prof.
Dr.
B._
dies anfäng
lich noch befü
rwortete (
Urk.
9/210 und 211), nahm er schliesslich
danach Abstand, als feststand, dass der Beschwerdeführer entgegen seinem Vorbringen, weiterhin Drogen konsumierte, und somit die Aussagekraft der ent
sprechenden Abklärung nicht aussagekräftig sein würde (
Urk.
9/215/114-116 sowie
Urk.
9/219; siehe auch nachfolgend 7.4.3).
Aus diesem Grund ist es dem Beweis
wert des psychiatrischen Teilgutachtens und somit
des gesamten Gut
achtens
von Prof.
Dr.
B._
nicht abträglich, dass für dieses keine neuro
psycho
logische Testung durchgeführt worden ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_466/2017 vom 9. November 2017 E. 5.1
)
.
7
.4.3
Betreffend die Kritik
des Beschwerdeführers
an Prof.
Dr.
B._
bezüglich
der fehlenden Diagnose der Aufmerksamkeits-/Persönlichkeit
s
störung kann auf die vorstehenden Erwägungen E. 8.2 und im Zusammenhang mit dem unterlassenen neuropsychologischen Test auf E. 8.3 verwiesen werden.
Der Vorwurf
des Beschwerdeführers
an Prof.
Dr.
B._
,
einen Kausal
zu
sammenhang zwischen einer allfälligen Drogensucht und
dem beim Beschwerde
führer vorha
nden psychischen und kognitiven Beeinträchtigung
nicht genügend berücksichtigt zu haben,
geht fehl. Prof.
Dr.
B._
bemängelt
e
denn sogar
am Gutachten von
Dr.
A._
und
lic
. phil.
Z._
vom
8. Januar 2009 (Urk. 9/115)
die mangelhafte Auseinandersetzung der Wechselwirkung zwischen Suchtmittel
konsum und
dem
psychischen Leiden respektive
der
kognitive
n
Beeinträchtigung (vgl. Urk. 9/215 S.
52 f.
)
, mit welcher er
sich
demgegenüber
eingehend
befasst
e
(vgl. Urk. 9/215 S. 44, S. 47 f.
, S. 52 f., S. 56 f., S. 59
).
Zudem ist anzufügen, dass
Prof.
Dr.
B._
– gestützt auf die seinem Gutachten beigelegten
Haaranalysen des Instituts für Rechtsmedizin
der
J._
vom 23.
A
pril
2015 (Urk.
9/215/113-116) – noch davon ausging, dass der Beschwerdeführer Kokain und MDMA konsumiere, was ihn eine Psychische- und Verhaltensstörung durch MDMA und durch Kokain (ICD-10 F14.25) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit diagnostizieren liess (
vgl. E.
6.3
)
.
D
eshalb
forderte er
ein
en
Drogenentzug und eine Entwöhnungstherapie, statuierte
aber
, dass zum Untersuchungszeit
punkt trotz dem Konsum eine Arbeitsfähigkeit von 100
% in einer Arbeit ohne besondere Anforderungen an die Neurokognition gegeben sei (vgl. E. 6.3).
B
is zum Verfügungszeitpunkt
ist diesbezüglich
so
gar eine Verbes
serung in dem Sinne eingetreten
, dass der Beschwerdeführer nach der Untersuchung von Prof.
Dr.
B._
nachweislich
(Urk. 9/232)
auf den Konsum von MDMA und Kokain ver
zichtete.
7
.5
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten von Prof.
B._
vom 30. April 2015 (E. 6.3
)
samt Ergänzung vom
25. Juni 2015 (Urk. 9/219)
und die
darauf beruhende RAD-ärztliche Einschätzung von
Dr.
F._
vom
22. August 2015 (E. 6.4
) sowie auf die Haaranalyse durch das Institut für Rechts
medizin der
J._
vom 1
4.
Dezember 2015
(Urk. 9/232)
abgestellt werden.
Es ist somit ab dem Gutachtenszeitpunkt vom
2
.
April 2015
gestützt auf
das somatische
Leiden (
leicht- bis mittelgradige
Scapula
alata
rechts ohne isolierte Parese in der Schulterfunktion
)
und
das
psychische Leiden (
kompensier
tes
,
oder nicht
[
respektive nicht mehr
]
vorhandenes ADHS
)
sowie der kognitiven Beeinträchtigung aufgrund des Suchtmittelkonsums
von einer
100
%igen Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
für einfache Arbeiten ohne besondere Anforde
rungen an die Neurokognition ohne schwere und Überkopfarbeiten
auszugehen (vgl. E.
6.3
und
E.
6
.4
).
8
.
Nach ständiger Rechtsprechung ist im Regelfall eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbstein
gliede
rung verwertbar. Festzuhalten ist aber auch an der Rechtsprechung, gemäss wel
cher nach langjährigem Rentenbezug ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähig
keit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen können, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungs
potenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 26. April 2011 E. 3.1.1
).
Ein
Auf
hebungs
entscheid,
bei
welchem keine Prüfung der Eingliederungsfrage vorange
gangen ist,
ist denn
auch
bundesrechtswidrig, wenn sich bei einer Invalidenren
ten
revision nach lang
j
ähriger Bezugsdauer keinerlei Anknüpfungspunkte für eine zumutbare Selbstein
gliederung bieten
(vgl. Urteil des Bundesgeri
chts vom 2
6.
April 2011 E.
3.1.2
).
Vorliegend kann zweifelsfrei nicht von einer
Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials
des Beschwerdeführers
ohne vorgängige Durchführung befä
higender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung
des Beschwerdeführers
ausgegangen
werden
, zumal er bis zum Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfü
gung
während
15 Jahre
n
eine ganze Invalidenrente bezog und über keine Erstausbildung verfügt. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch mehrere Versuche der Abklärung von Eingliederungsmassnahmen unternommen, welche vom Beschwerdeführer jeweils nicht wahrgenommen wurden (vgl. Urk. 9/239, Urk. 9/240, Urk. 9/241, Urk. 9/242, Urk. 9/245 S. 2), sodass von einer subjektiven Eingliederungs
un
fähigkeit seitens des Beschwerdeführers auszu
gehen ist.
Die Prüfung der Eingliederungsfrage durch die Beschwerdegegnerin ist
folglich
in genügender Weise ihrer rentenauf
hebenden Verfügung vorausge
gangen, sodass ein Aufhebungsentscheid zulässig
ist
.
9
.
9
.1
Für die Berechnung des
Valideneinkommen
s
des Beschwerdeführers
ist zu beach
ten, dass
Art. 26 Abs. 1
IVV
f
ür
Versicherte ohne Ausbildung
Folgendes
vor
sieht
: Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden berufli
chen Kenntnisse erwerben, entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nic
ht
invalide erzielen könnte, dem
nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (
LSE):
Nach Vollendung von
30
Altersjahren
100 %.
Der Beschwerdeführer konnte aufgrund seiner Frühinvalidität keine Ausbildung abschliessen und war zum Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung über 30
Jahre alt.
Damit berechnet sich sein
Valideneinkommen
nach dem Medianwert gemäss LSE zum Verfügungszeitpunkt.
Zum Verfügungszeitpunkt galt das IV
Rundschreiben Nr. 329, welches das zu berücksichtigende durchschnittliche Ein
kommen auf Fr. 82'500.-- festlegte.
Die Beschwerdegegnerin
hat
das
Validen
ein
kommen
des Beschwerdeführers dementsprechend
korrekterweise
auf Fr. 82'500.--
festgelegt
(vgl. Urk. 9/221)
.
9
.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Der
Beschwerdeführer
ging
nie
Arbeit
einer
nach, weshalb auf die Tabellenlöhne gemäss LSE abzustellen ist.
Rechtsprechungsgemäss sind daher die Löhne für
Männer
(LSE 2014 TA1, Kompetenzniveau 1) in einfachen Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art heranzuziehen, so dass - angepasst an die Nominal
lohnentwicklung von Indexstand
103,3
(2014) auf Indexstand
104
.
4
(2016; vgl.
Tabelle T1.
10 Nominallohnindex,
Männer
2011-2016) sowie an die betriebs
übliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2016 (vgl. Tabelle T
03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
-
ein Invalideneinkommen von Fr.
67
'
160
.
75
resultiert
(Fr.
5’312
.-- x 12 /
103,3
x
104
.
4
/ 40 x 41.7).
Vom Beschwerdeführer
zu Recht nicht beanstandet wurde, dass kein leidensbe
dingter Abzug auf den Tabellenlohn erfolgte. Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beur
teilung des Tabellenlohnabzuges geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Ein solcher
ist
nicht ersichtlich und wurde auch nicht geltend gemacht (Urk. 1
und Urk. 12
), weshalb es
damit
sein Bewenden hat.
9
.3
Nach dem Gesagten steht dem
Valideneinkommen
von
Fr. 82'500.-- (E. 10
.1) ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr.
67'
160
.
75
(E. 10
.2) gegenüber. Damit resultiert für die Zeit ab
April
2015
ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
rund
1
9
%.
Die
Rente wurde daher zu Recht aufgehoben und die
Beschwerde
ist
somit
abzuweisen.
1
0
.
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Der Beschwerdeführer beantrag
t
e in seiner Beschwerde vom 12. September 2016 (Urk. 1) die unentgeltliche Rechtspflege unter Beistellung von Rechtsanwältin Susanne von Aesch Kramer, Zürich
(
Inclusion
Handicap)
, als unentgeltliche
Rechtsvertreterin
. Die
Prozess
führung
schien
zum Zeitpunkt der Verfahrensein
leitung
nicht aussichtlos, die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (vgl. Urk. 6 und Urk. 7/1-8) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten.
Ihm
ist daher
die unentgeltliche Rechtspflege unter Beistellung von Rechtsanwältin Susanne von Aesch Kramer, Zürich, als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
zu gewähren
.
1
1
.
1
1
.1
D
ie Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
800.-- festzu
setzen. Diese sind ausgangsgemäss
dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der
Beschwerdeführer ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen.
Am 13.
Juni 2018 (Urk.
18
)
reichte
Rechtsanwältin Anna Willi, Zürich, im Namen von
Inclusion
Handicap
eine Kostennote mit einem
geltend gemachten
Stunden
aufwand von 15,5 Stunden
zum einem Honorarstundenansatz von Fr. 250.--
und Barauslagen in der Höhe von Fr. 30.-- ein.
Angesichts der zu studierenden gut
251
Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa
3
- und
15-
seitigen Rechtsschriften, den Aufwendungen im Zusammen
hang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von
Rechts
an
wältin Susanne von Aesch Kramer, Zürich
bei Anwendung des gerichts
üblichen Stundenansatzes
für die Vertretung durch den Rechtsdienst
Inclusion
Handicap von Fr.
185
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
bei einem Aufwand von 15,
5
Stunden
auf
Fr.
3'13
0.--
(inklusive
Barauslagen
von Fr. 30.--
und Mehrwert
steuer)
festzu
setzen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.