# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94835919-2177-4a5d-8dc9-c105e8b4c444
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 23
I. Sachverhalt
A. X. wurde am _ geboren und wuchs zusammen mit fünf Geschwistern bei den Eltern im M. auf. Er besuchte während elf Jahren die Schule. Anschliessend erlernte er den Beruf eines Schuhmachers. Weil er in seinem Heimatland eigenen Angaben zufolge politisch verfolgt wird, kam er im Jahr 2001 in die Schweiz, wo er ein Asylgesuch einreichte. Während neun Monaten war er bei der Firma J. in L. als Maler tätig. Seit 2006 betreibt er unter dem Namen „K.“ eine eigene Firma. Sein durchschnittliches Monatseinkommen beziffert er auf Fr. 4'000.-- bis Fr. 5'000.--. Für den Kauf von Fahrzeugen hat er bei Freunden und Familie den Betrag von Fr. 180'000.-- aufgenommen.
X. ist mit F. verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder (geboren 1984, 1985 und 1994).
X. ist im Schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet und geniesst einen guten Leumund.
B. Mit Verfügung vom 23. Oktober 2008 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X. wegen Beteiligung an einem Raufhandel. Am 21. Januar 2009 stellte die Staatsanwaltschaft dem Kreisamt O. einen Mandatsantrag bei Verbrechen und Vergehen. Mit Strafmandat des Kreispräsidiums O. vom 31. März 2009, mitgeteilt am 2. April 2009, wurde X. wegen Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zur Bezahlung einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Dagegen liess dieser mit Schreiben vom 9. April 2009 frist- und formgerecht Einsprache erheben. Die Akten wurden in der Folge der Staatsanwaltschaft zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens überwiesen. Die Schlussverfügung erging am 28. Mai 2009.
C. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. Juli 2009 wurde X. wegen Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. Juli 2009 folgender Sachverhalt zugrunde:
„Der Angeklagte wollte am 5. September 2008 kurz nach 21.30 Uhr mit seinem Fahrzeug, das er vor seinem Wohnhaus an der N. in O. abgestellt hatte, ins Stadtzentrum fahren. Dabei stellte er fest, dass A. seinen P. unberechtigterweise auf einem Besucherparkplatz der Liegenschaft an der
Seite 3 — 23
N. abgestellt hatte. Beim Wegfahren machte der Angeklagte A., der sich in Begleitung von B. und C. befand, auf diesen Umstand aufmerksam. In der Folge kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf X. aus seinem Fahrzeug ausstieg. Da die anschliessende Diskussion nur zu weiteren gegenseitigen Beschimpfungen führte, begab sich der Angeklagte zur Hauswartin E. und forderte diese auf, das Kontrollschild des Fahrzeuges von A. zu notieren. Nach einer weiteren, von B. ausgesprochenen Beleidigung bzw. Beschimpfung verpasste der Angeklagte diesem einen Schlag ins Gesicht. Daraufhin griffen B., A. und C. den Angeklagten an, wobei dieser sowie A. und C. in einen Dornenbusch fielen. Trotzdem schlugen die drei jungen Männer mehrmals mit Fäusten und Füssen auf X. ein. E., ein unbeteiligter Kollege der drei jungen Männer und die Ehefrau des Angeklagten versuchten, die drei Männer vom Angeklagten wegzureissen, was ihnen auch gelang.
X. erlitt bei dieser Auseinandersetzung mehrfache Prellungen im Gesicht, an Armen und Beinen sowie Rippenprellungen links und eine Bruch der Querfortsätze der Lendenwirbelkörper I – III. Er war vom 5. – 10. September 2008 im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert. Der Angeklagte einerseits sowie A., B. und C. anderseits stellten gegenseitig Strafantrag wegen Körperverletzung bzw. Tätlichkeiten.
Mit Strafmandaten vom 31. März 2009 sprach der  O. X., C., B. und A. schuldig des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB. Der Angeklagte, der zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 70.-- sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt wurde, erhob gegen das Strafmandat rechtzeitig Einsprache. Die Strafmandate gegen B., A. und C. erwuchsen in Rechtskraft.“
D. Mit Urteil vom 3. November 2009, mitgeteilt am 15. Dezember 2009, erkannte der Bezirksgerichtsauschuss I. wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB.
2. Dafür wird X. mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 70.00 und einer Busse von CHF 400.00 bestraft.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.
4. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt fünf Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit diese nicht bezahlt wird.
5. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'975.00 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 1'975.00, Gerichtskosten von CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X..
X. schuldet dem Bezirksgericht I. folglich Total CHF 4'375.00 (Busse von CHF 400.00, Verfahrenskosten von CHF 3'975.00). Dieser
Seite 4 — 23
Betrag ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das  70-3596-3 des Bezirksgerichtes I. zu überweisen.

## Considerations