# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 193cc2a8-30bc-4287-ab1b-d6b264ea7dcd
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. mit als «Eingabe Strafanzeigen gemäss Beilagen + Revisionsgesuch +
Untersuchungsforderung/Strafanzeigen» betitelter Eingabe datiert vom
23. April 2020 an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gelangte
(Verfahrensakten SV.20.0510, Reiter 1);
- die BA am 19. Mai 2020 verfügte, die Strafanzeige werde – soweit eine Bun-
deszuständigkeit vorliege – nicht anhand genommen (act. 1.1; Verfahrens-
akten SV.20.0510, Reiter 2);
- A. mit als «Beschwerde gg. Nichtanhandnahme v. 19.5.2010 [sic] /
SV.20.0510 und Strafanzeige gegen Bundesanwalt [sic] B.» datiert vom
5. Juni 2020 (Poststempel: 7. Juni 2020) an die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts gelangt und zahlreiche Anträge stellt (act. 1);
- die BA auf entsprechendes Ersuchen (act. 2) hin am 11. Juni 2020 die Ver-
fahrensakten übermittelte (act. 3).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts innert zehn
Tagen zulässig ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37
Abs. 1 StBOG);
- zur Beschwerde die Parteien legitimiert sind, sofern sie ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen
Entscheides haben (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1
StPO);
- die geschädigte Person somit grundsätzlich nur insoweit zur Beschwerde le-
gitimiert ist, als sie sich im Sinne der Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft
konstituiert hat bzw. als sie – was gerade bei der Nichtanhandnahmeverfü-
gung der Fall sein kann – noch keine Gelegenheit hatte, sich als Privatklä-
gerschaft zu konstituieren (vgl. hierzu u.a. den Beschluss des Bundesstraf-
gerichts BB.2016.24 vom 7. Juni 2016 E. 1.2 mit Hinweisen);
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- die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffnet, wenn sich aus den Infor-
mationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren ei-
genen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1
lit. a StPO);
- sie auf die Eröffnung verzichtet, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmever-
fügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO);
- der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 23. April 2020 insbesondere
erklärt, dass er «[e]ntsprechend den zwei beiliegendem [sic] Dossiers [...]
Strafanzeige gegen eine Vielzahl an Staatsanwält-, Ober- und Bundesrich-
terInnen aufgrund systematischer Benachteiligung etc.» erstatte; er seiner
Eingabe gemäss Beilagenverzeichnis inbesondere ein «Dossier 1, Gröbst-
fahrlässiges Verhalten Polizei, Staatsanwaltschaft, OGer», ein «Dossier 2,
Strafanzeigen im Kontext des Strafbefehlsverfahrens 2011-024-692» und
ein «Dossier 3, Strafanzeigen im Kontext der Untersuchungen gg. C. / D. AG
(ehem. E. GmbH)» beilegte (Verfahrensakten SV.20.0510, Reiter 1);
- die BA mit den Verfahrensakten SV.20.0510 drei weisse unverschlossene
Kuverts übermittelte, die entsprechend dem Beilagenverzeichnis der Ein-
gabe vom 23. April 2020 beschriftet sind; soweit ersichtlich das Dossier 1 ein
Beilagenverzeichnis und einen Stoss von Dokumenten enthält; soweit er-
sichtlich das Dossier 2 ein Schreiben mit durchgestrichenem Adressaten da-
tiert vom 23. April 2020 betreffend «Revisionsgesuch gg. Strafbefehl 2011-
024-692 vom 17. November 2011», ein an die BA adressiertes Schreiben
datiert vom 23. April 2020 betreffend «Strafanzeige Art. 312 StGB Amtsmiss-
brauch, Art. 314 StGB Ungetreue Amtsführung, Art. 317 StGB Urkundenfäl-
schung im Amt, Art. 305 StGB Begünstigung» und einen Stoss von Doku-
menten enthält; soweit ersichtlich das Dossier 3 ein an die BA adressiertes
Schreiben datiert vom 23. April 2020 betreffend «Strafanzeige Art. 312 StGB
Amtsmissbrauch, Art. 314 StGB Ungetreue Amtsführung, Art. 317 StGB Ur-
kundenfälschung im Amt, Art. 305 StGB Begünstigung, etc» und einen Stoss
von Dokumenten enthält;
- den erwähnten Eingaben wie auch der Beschwerde des Beschwerdeführers
kein konkreter Sachverhalt entnommen werden kann, der einen hinreichen-
den Tatverdacht begründen könnte; es im Übrigen nicht Aufgabe der Straf-
verfolgungsbehörde ist, ob allenfalls in Beilagen Sachverhaltselemente zu
finden sind, welche einen Tatverdacht begründen könnten (OBERHOLZER,
Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, N. 1763 mit Hinweis);
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- sodann in Bezug auf Strafanzeigen gegen kantonale Staatsanwältinnen und
Staatsanwälte oder Richterinnen und Richter ohnehin keine Bundeszustän-
digkeit anzunehmen ist;
- die Beschwerdegegnerin daher zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet
hat;
- nach dem Gesagten sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet er-
weist, weshalb sie ohne Schriftenwechsel abzuweisen ist, soweit darauf ein-
zutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO im Umkehrschluss);
- soweit der Beschwerdeführer seine Eingabe datiert vom 5. Juni 2020 als
Strafanzeige gegen den Stellvertretenden Bundesanwalt verstanden wissen
will, er darauf hinzuweisen ist, dass Straftaten grundsätzlich bei der zustän-
digen Strafverfolgungsbehörde anzuzeigen sind (vgl. Art. 12, 301 Abs. 1
StPO); von einer entsprechenden Weiterleitung vorliegend abgesehen wird;
- der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege ersucht;
- dieses Gesuch infolge der Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen
ist (vgl. Art. 29 Abs. 3 BV);
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Kosten zu
tragen hat (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und
Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR);
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