# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f271cc5-3087-41c9-ae4a-f0dfb6bbb143
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene X._ absolvierte im Kosovo eine Ausbildung zur Daktylographin (Urk. 6/38/2) und war seit Januar 2009 als Deckenmonteu
rin mit einem 100 %-Pensum bei der Y._ GmbH tätig (Urk. 6/38/3). Am 31. Juli 2012 bekam die Versicherte bei der Ar
beit von einer langen Eisenstange einen Schlag auf den rechten Unterarm (Urk. 6/46/2-19 S. 2) und meldete sich am 30. Oktober 2014 unter Hinweis auf Beschwerden an den oberen Extremitäten zum Bezug von Leistungen der Inva
lidenversicherung an (Urk. 6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/14, Urk. 6/24 und Urk. 6/46) bei und klärte die erwerblichen und medi
zinischen Verhältnisse ab. Am 5. Mai 2015 informierte die IV-Stelle die Versi
cherte über den Abschluss der Eingliederungsbemühungen und wies darauf hin, dass sich Letztere derzeit nicht in der Lage fühle, bei Eingliederungsmassnah
men mitzuwirken und auf entsprechende Unterstützung im Bereich Arbeitsver
mittlung verzichte (Urk. 6/25). Mit Schreiben vom 12. Januar 2016 (Urk. 6/31) ersuchte die Versicherte um Wiederaufnahme von Eingliederungsmassnahmen beziehungsweise um Prüfung einer Rente. Am 7. April 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass gemäss deren Angaben eine Unterstützung seitens der Eingliederungsberatung aufgrund des aktuellen Gesundheitszustands nicht möglich sei, weshalb der Anspruch auf eine Rente geprüft werde (Urk. 6/39). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/48, Urk. 6/52) wies die IV-Stelle unter Hinweis auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichtere Tätigkeiten das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 10. November 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 12. Dezember 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 10. November 2016 sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die An
gelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2017 (Urk. 5) schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 18. Mai 2017 (Urk. 10) reichte die Beschwerdeführerin den Bericht von Dr. med. Z._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 28. April 2017 (Urk. 11) ein und erneuerte ihr Rechtsbegehren. Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf eine Duplik (Urk. 13), was der Beschwerdeführerin am 6. Juni 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 14).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
%1.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als De
ckenmonteurin nicht mehr ausführen könne, sie jedoch für leichtere Arbeiten ohne Überkopfarbeit, ohne körperfernes Heben und Tragen sowie ohne Tätig
keiten auf Leitern und Gerüsten zu 100 % arbeitsfähig sei. Auf dem Arbeits
markt entspreche ein grosser Anteil an Tätigkeiten diesem medizinisch beur
teilten Belastungsprofil, wobei die Ausübung solcher Arbeiten bei der Be
schwerdeführerin zu keiner hohen Erwerbseinbusse führe und kein Anspruch auf eine Rentenleistung entstehe (S. 1 f.). In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 5) wies die Beschwerdegegnerin unter anderem darauf hin, dass bei einem Ein
kommensvergleich bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 18 % respektive bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichteren Tätigkeit ein solcher von 35 % resultiere (S. 3).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe keinen Einkommensver
gleich durchgeführt, weshalb der Entscheid aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (S. 9 Ziff. 2). Im Weiteren habe die Beschwerdegegnerin respektive ihr Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) den Be
richt der
A._ AG nicht berücksichtigt, in welchem eine Einschränkung von 20 % für angepasste Tätigkeiten attestiert worden sei. Bei der RAD-Stellungnahme vom 30. Januar 2015 handle es sich sodann lediglich um eine Kurzeinschätzung ohne genauere Auseinandersetzung mit den Befunden und Diagnosen, wobei eine solche in der abschliessenden RAD-Beurteilung vom 4. Juli 2016 zwingend hätte stattfinden müssen. Der RAD habe zudem gewisse Berichte betreffend Beschwerden an den Füssen und Beinen ignoriert (S. 10 Ziff. 3 und Ziff. 5; vgl. auch Urk. 10 S. 3 Ziff. 4 und S. 4 f. Ziff. 9 ff.). Im Weiteren habe sich die gesundheitliche Situa
tion der Beschwerdeführerin seit Januar 2015 verschlechtert (Urk. 1 S. 10 Ziff. 4 und S. 12 sowie Urk. 10 S. 4 Ziff. 7 f.). Schliesslich resultiere bei einem Einkommensvergleich unter Berücksichtigung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten und eines leidensbedingten Abzugs von 25 % ein Invaliditätsgrad von 53 % (Urk. 1 S. 11 und Urk. 10 S. 6 f. Ziff. 14 ff.).
3.
3.1
Med. pract. B._, Fachärztin für physikalische und rehabilitative Medizin, PD Dr. med. C._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilita
tion/Rheumatologie, sowie MSc Physiotherapeut D._ der A._ hielten in dem in den Akten nur unvollständig enthaltenen Bericht zu Handen des Kranken
taggeldversicherers über die Untersuchung vom Januar 2015 (Urk. 6/46/2-19 und Urk. 1 S. 10 Ziff. 3) fest, dass subjektiv die Schulterschmer
zen links mit Bewegungs- und Belastungseinschränkung im Vordergrund stün
den. Die Schmerzen und Beweglichkeit in der dominanten rechten Schulter seien deutlich besser geworden und beeinflussten den Alltag der Beschwerde
führerin aktuell nicht. Es bestünden zudem belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der linken Ferse. Die Fachpersonen der A._ hielten weiter fest, dass sich die Beschwerden durch die beginnenden degenerativen Veränderungen im Acromioclaviculargelenk links sowie die Pulley-Läsion der linken Bizepssehne mit aktuell auch Subluxation und Entzündung objektiv begründeten. Die symptomatischen Beschwerden würden durch das Impingementsyndrom der Rotatorenmanschettenmuskulatur verstärkt und die Schmerzen in der linken Ferse seien klinisch durch einen Verdacht auf einen Calcaneussporn zu erklären. Zusammengefasst bestünden eine chronische degenerative Erkrankung der Schultergelenke und eine entzündliche Erkrankung beider Schultern, begleitet durch ein Impingementsyndrom (S. 2 f.).
Im Weiteren wurde ausgeführt, dass arbeitsbezogene relevante Probleme in ei
ner verminderten muskulären Stabilisierung beider Schultern sowie in der ver
minderten Arm- und Handkraft beidseitig vorlägen. Die Ausübung der ange
stammten Tätigkeit sei nicht zumutbar, da die Anforderungen bezüglich des Hantierens von Gewichten und des längeren Arbeitens über Schulterhöhe zu hoch seien und deshalb wesentliche Arbeiten nicht ausgeübt werden könnten. Zumutbar seien hingegen mittelschwere Arbeiten mit vermehrten Pausen (zu
sätzlich zu den üblichen Pausen von zirka 20 Minuten pro Halbtag) über den Tag verteilt von ungefähr 11⁄2 Stunden, um der Beschwerdezunahme bei kumu
lierenden Belastungen Rechnung zu tragen. Ferner seien Arbeiten über Schul
terhöhe, Kriechen und das Stossen von Lasten (15 kp) manchmal möglich, ma
ximal jedoch für drei Stunden pro Tag (S. 3 Ziff. 3.1-3).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit wurde darauf hingewiesen, dass die ange
stammte Tätigkeit als Deckenmonteurin aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar sei respektive eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor
liege (S. 4 Ziff. 6.1). Eine wechselpositionierende, leichte bis mittelschwere Tä
tigkeit mit Berücksichtigung der erwähnten Einschränkungen sei der Beschwer
deführerin indessen ganztags mit vermehrten Pausen zumutbar. Tätigkeiten mit Bewegungen von schweren Lasten, mit Stossen, Ziehen sowie mit Arbeiten auf Schulter- und über Schulterhöhe seien zu vermeiden und es seien zusätzliche Pausen von 11⁄2 bis 2 Stunden über den Tag verteilt angemessen. Entsprechend ergebe sich in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 4 Ziff. 6.2).
3.2
In seiner Stellungnahme vom 29. Januar 2015 (Urk. 6/23) hielt der RAD-Arzt pract. med. E._, Facharzt für Arbeitsmedizin, fest, dass das Anforderungs
profil in der bisherigen Tätigkeit die funktionelle Leistungsfähigkeit und das Belastungsprofil der Beschwerdeführerin übersteige, weshalb eine Ausübung der angestammten Tätigkeit unmöglich sei. Eine angepasste Arbeit mit leichten bis maximal gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten (Belastung beim Heben/Tragen bis 10 kg) sowie mit Tätigkeiten im Bewegungsraum bis Brust- respektive ma
ximal Schulterhöhe seien zumutbar. Ausgeschlossen seien Überkopfarbeiten sowie sonstige den Schultergürtelbereich belastende Tätigkeiten (beispielsweise Tätigkeiten mit Vibrationsbelastungen oder mit Schlägen auf die obere Extre
mität).
3.3
In seinem Bericht vom 12. Juni 2015 (Urk. 6/34/16-17) führte Dr. med. F._, Oberarzt Fusschirurgie der G._ Klinik, betreffend den linken Fuss fol
gende Diagnosen auf (S. 1):
-
Überbelastung Peronealsehnen. Differenzialdiagnose: Längssplit Peroneus bre
vis-Sehne
-
unklare Taubheit Fersen beidseits sowie Schmerzen Schienbein beidseits
-
anamnestisch frozen shoulder beidseits
Dr. F._ wies auf eine diskrete Schwellung lateral hinter dem Aussenknöchel mit dort lokalisierter Druckdolenz sowie auf eine distal im Verlauf der Pe
ronealsehne leicht auslösbare Druckdolenz mit tastbarer, zirka stecknadelkopf
grosser Verhärtung hin, welche ebenfalls leicht druckdolent sei, am ehesten in der Sehnenscheide (S. 1). Es handle sich dabei links mehr als rechts am ehesten um eine Überbelastung der Peronealsehnen bei Cavovarus-Konfiguration der Füsse. Bei diesbezüglich rückläufigen Beschwerden unter Physiotherapie emp
fahl Dr. F._, den konservativen Weg beizubehalten (S. 2).
3.4
Am 7. Juli 2015 nannte Dr. med. H._, Oberärztin Neurologie der G._ Klinik, folgende Diagnosen (Urk. 6/34/18-20 S. 1):
-
beidseitige nächtlich akzentuierte Hüft- und Unterschenkelschmerzen mit/bei
-
klinisch: unauffälligem neurologischem Untersuchungsbefund, diskrete Druckdolenz Tractus iliotibialis
-
EMNG: keine Polyneuropathie
-
Status nach frozen shoulder beidseits, aktuell nur linksseitig Beschwerden
Die Ärztin hielt fest, dass die seit mehr als zehn Jahren auftretenden nächtlich akzentuierten Schmerzen im Bereich beider Hüften und Unterschenkel nicht neurologisch bedingt seien. Die klinische Untersuchung zeige vollständig un
auffällige Befunde und elektrophysiologisch zeigten sich ebenfalls keine An
haltspunkte für eine neurogene Ursache. Gleichermassen scheine eine systemi
sche rheumatologische Erkrankung aufgrund der langen Dauer der Beschwerden als eher unwahrscheinlich. Bezüglich der Brennschmerzen und Taubheitsgefühle in den Fersen sei vermutlich eine chronische Hypovitaminosa B12 mitbeteiligt (S. 3).
3.5
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. I._, Facharzt FMH für Allge
meinmedizin, führte in seinem Bericht vom 22. Januar 2016 (Urk. 6/34/4-5) aus, dass sich die Situation äusserst komplex zeige und der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sehr wechselhaft und von verschiedenen Problemen be
gleitet sei. Im September 2015 sei er von der Beschwerdeführerin über zuneh
mende Sorgen und Ängste, teilweise eine Angst- und Panikproblematik, infor
miert worden. Um die Ängste vor der Zukunft und davor, nicht mehr gesund zu werden, zu unterdrücken, habe sie sich selbständig Medikamente (Benzodiaze
pine) besorgt, durch deren Einnahme sie den Alltag einigermassen habe bewäl
tigen können (S. 1).
Im Weiteren wies Dr. I._ darauf hin, dass sich zumindest die myofascialen Beschwerden im Bein unter hochdosierter B12-Substitution parenteral und Magnesiocard deutlich gebessert hätten. Auch mit den diskreten rechtsseitigen residuellen Schulterbeschwerden könne die Beschwerdeführerin im Alltag gut leben (S. 2).
Der Hausarzt hielt sodann fest, dass er das Ressourcenprofil für berufliche Tätig
keiten aufgrund der Schulterprobleme und der seelischen Situation nicht abschliessend beurteilen könne. Bezüglich der Schultersituation bestehe, wie seinerzeit von der G._ Klinik attestiert, weiterhin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit als Deckenmonteurin. Inwieweit die psychische Situation eine zu
sätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke, könne er nicht beurteilen (S. 2).
3.6
Dr. med. J._, Oberärztin Obere Extremitäten der G._ Klinik, stellte in ihrem Bericht vom 10. Mai 2016 (Urk. 6/43/6-8) folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
frozen shoulder links
-
Status nach frozen shoulder rechts
Die Ärztin führte aus, dass eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % in der angestammten Tätigkeit vorliege, einerseits aufgrund der frozen shoulder rechts, wobei die Beweglichkeit deutlich besser geworden sei, die Schmerzen aber ge
blieben seien. Der genaue Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei ihr nicht bekannt, da letztere nicht durch sie indiziert worden sei; die Arbeitsunfähigkeit halte aber an (S. 2 Ziff. 1.6).
Im Weiteren wies Dr. J._ darauf hin, dass es rein körperliche Einschränkun
gen seien, welche bei der Überkopfarbeit als Deckenmonteurin stark problema
tisch seien. Die aktuelle Arbeit sei aus medizinischer Sicht nicht zumutbar. Als behinderungsangepasst erachtete sie eine Tätigkeit unterhalb der Horizontalen ohne körperferne Belastungen (S. 2 Ziff. 1.7), wobei Dr. J._ Überkopfarbeiten, das Heben/Tragen (körperfern), das Besteigen von Leitern/Gerüsten und das He
ben/Tragen (körpernah) von Lasten über 5 kg ausschloss sowie eine einge
schränkte Beidhändigkeit erwähnte (S. 3 Ziff. 1.9).
3.7
In seinem Bericht vom 27. Mai 2016 (Urk. 6/44) nannte der seit 23. Oktober 2015 behandelnde Psychiater der Beschwerdeführerin, Dr. med. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
somatisch: frozen shoulder beidseitig
-
psychisch: Status nach schwerer depressiver Episode (Oktober 2015), aktuell teilweise regredient
Dr. K._ hielt fest, es bestünden Schulterschmerzen und die Beschwerdeführe
rin könne nicht ein- und durchschlafen. Zudem wies er auf eine depressive Entwicklung hin (S. 2 Ziff. 1.4). In körperlicher Hinsicht könne die Beschwerdeführerin die oberen Extremitäten nicht belasten. Geistige Ein
schränkungen bestünden nicht, sie sei aber leicht depressiv (S. 2 Ziff. 1.7). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Deckenmonteurin bestehe sodann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 2012 (S. 2 Ziff. 1.6).
3.8
In seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2016 (Urk. 6/47 S. 4) führte der RAD-Arzt Dr. med. L._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, unter Hinweis auf die Berichte der Dres. K._, J._ und I._ (vgl. E. 3.5-7) aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Stellung
nahme des RAD-Arztes Dr. E._ (vgl. E. 3.2) nicht verschlechtert und sich namentlich die Depression wohl deutlich gebessert habe.
3.9
Dr.
Z._ wies in ihrem nach Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) verfassten Bericht vom 28. April 2017 (Urk. 11) auf
die seit Jahre
n bestehenden Schulterschmerzen hin, wobei aktuell die
Schmerzen im Bereich der linken Schulter mit stark eingeschränkter Beweglichkeit sowie
die
beträchtlichen Ruhe- respektive nächtlichen Schmerzen
im Vordergrund stünden (S. 1). Die krampf
artigen Muskelschmerzen in beiden Beinen, insbesondere in den Waden, im Rahmen eines Restless-Legs-Syndroms, hätten bislang trotz hochdosierten Analgetika, Magnesium und eines Muskelrelaxans nicht wesentlich beeinflusst werden können. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin aufgrund der
limitierten Belastbarkeit der oberen und unteren Extremitäten sowie des Rückens
nicht in der Lage, körperlich belastende Arbeiten ausführen, eine angepasste Tätigkeit sei ihr aber zu 50 % halbtags zumutbar (S. 2).
4.
4.1
Was zunächst den von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren einge
reichten Bericht von Dr. Z._ (Urk. 11) betrifft, ist im Grundsatz festzuhalten, dass für die richterliche Beurteilung grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit der angefochtenen Verwaltungsverfügung – hier am 10. November 2016 (Urk. 2) – massgebend sind (BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen).
Tatsa
chen, die sich erst später verwirklichen,
sind jedoch insoweit zu berücksichti
gen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; vgl. zudem etwa Bundesgerichtsurteil
8C_279/2015 vom 27. August 2015 E. 3.2.1 mit Hinweisen)
.
4.2
Auch wenn Dr.
Z._
auf die seit Jahren bestehenden Schulterschmerzen hin
w
ies
(Ur
k. 11 S. 1),
ist
aufgrund ihres Berichts
nicht klar, seit wann (vor oder nach
dem
10. November 2016) die im April 2017 im Vordergrund stehenden Schmerzen
in der linken Schulter mit eingeschränkter Beweglichkeit
bestehen.
Ebenso wenig ist ihrem Bericht zu entnehmen, dass die erwähnten Rückenbe
schwerden bereits im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bestanden hätten. Im Weiteren äusserte sich die Ärztin weder zum Zeitpunkt des Beginns der von ihr postulierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit, zu den konkreten Auswirkungen der Schulter- und Rückenbeschwerden auf die Leistungsfähigkeit noch zum Belas
tungsprofil der behinderungsangepassten Tätigkeit. Vor diesem Hintergrund ist dieser Bericht bei der Beurteilung des Entscheids der Beschwerdegegnerin ausser Acht zu lassen.
5.
5.1
Vorwegzuschicken ist, dass der Bericht der A._ (vgl. E. 3.1) für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht umfassend ist und auf den erforderlichen Untersuchungen beruht. Besagter Bericht wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben (Urk. 6/46/2-19 S. 6-8) und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die im Bericht gezogenen Schlussfolgerungen in ei
ner Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvoll
ziehen kann. Die Fachpersonen der A._ legten schlüssig dar, dass eine chroni
sche degenerative Erkrankung der Schultergelenke und eine entzündliche Er
krankung der Gelenkkapsel beider Schultern, begleitet durch ein Impingement
syndrom, vorliegen, welche die Ausübung der angestammten Tätigkeit als De
ckenmonteurin verunmöglichen (S. 3 und S. 4 Ziff. 6.1). In einer angepassten Tätigkeit mit wechselpositionierenden leichten bis mittelschweren Arbeiten ohne Bewegungen von schweren Lasten, ohne Stossen und Ziehen, ohne Arbei
ten auf Schulter- und über Schulterhöhe und mit zusätzlichen über den Tag verteilten Pausen von 11⁄2 bis 2 Stunden attestierten die A._-Fachpersonen in nachvollziehbarer Weise eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (S. 3 Ziff. 3.3 und S. 4 Ziff. 6.2). Der Bericht der A._ erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Berichts (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die Entscheidfindung darauf abzustellen ist.
5.2
5.2.1
Nichts anderes ergibt sich aus den Berichten der Dres. F._, H._, I._ und J._ (vgl. E. 3.3-6). Die Dres. F._ und H._ machten keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dr. I._ und Dr. J._ gingen in Übereinstimmung mit den A._-Fachpersonen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus. Zum Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte sich Dr. I._ in
dessen nicht, sondern beschränkte sich auf den Hinweis, dass er das Ressour
cenprofil für berufliche Tätigkeiten aufgrund der Schulterprobleme und der see
lischen Situation nicht abschliessend beurteilen könne. Dr. J._ bescheinigte keine Einschränkung in einer optimal angepassten Tätigkeit mit Arbeiten unter
halb der Horizontalen ohne körperferne Belastungen. Diesbezüglich ist zu be
rücksichtigen, dass es sich bei Dr. J._ um die behandelnde Ärztin der Be
schwerdeführerin handelt, bei welcher die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht im Vordergrund steht. Dies im Gegensatz zur A._, welche vom Krankentaggeldversicherer als externe Stelle mit der Beurtei
lung der noch möglichen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beauftragt worden ist (Urk. 6/14/59), und in deren Untersuchung der Evaluation der Leis
tungsfähigkeit besonderes Gewicht zugemessen wurde. Die Einschätzung von Dr. J._ vermag daher die – zurückhaltendere – Zumutbarkeitsbeurteilung im Bericht der A._ nicht zu entkräften.
5.2.2
An der Beurteilung der A._ vermag auch die Stellungnahme des RAD-Arztes pract. med. E._ (vgl. E. 3.2) nichts zu ändern. Der RAD-Arzt beschränkte sich darauf, die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu verneinen respektive die Zumutbarkeit der Ausübung angepasster leichter bis maximal gelegentlich mittelschwerer Tätigkeiten zu postulieren. Eine entsprechende Be
gründung und Auseinandersetzung mit der Einschätzung der Ärzte der A._, die auch in einer Verweistätigkeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestierten, fehlt indessen. Im Weiteren nannte pract. med. E._ keine Diagnosen, nahm keinen Bezug auf die Vorakten und setzte sich mit dem medizinischen Sachverhalt in keiner Weise auseinander. Es liegt zudem nahe, dass der RAD-Arzt die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht hat (zum Beweiswert von reinen Aktenbeurteilungen des RAD, vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_9
71/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
5.2.3
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, ihr somati
scher Gesundheitszustand habe sich seit der A._-Untersuchung im Ja
nuar 2015 verschlechtert. Die Beschwerden in der linken Schulter seien damals noch weit weniger stark gewesen als heute. Dies belege der Bericht von Dr. J._ vom 10. Mai 2016 (E. 3.6), wonach der Beschwerdeführerin nur noch körpernahes Heben bis maximal 5 kg zumutbar sei (S. 10 Ziff. 4). Von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin, insbeson
dere einer Verschlimmerung der Beschwerden in der linken Schulter, ist im be
sagten Bericht von Dr. J._ keine Rede. Die behandelnde Ärztin wies lediglich darauf hin, dass nach einer frozen shoulder rechts nun seit etwa einem halben Jahr auch linksseitige Schulterschmerzen bestünden (Urk. 6/43/6-8 S. 1 Ziff. 1.4). Schulterschmerzen links mit Bewegungs- und Belastungseinschrän
kungen standen indessen bereits im Rahmen der genannten A._-Untersuchung im Vordergrund (Urk. 6/46/2-19 S. 2). Ebenso wenig ist im Bericht des Haus
arztes vom 22. Januar 2016 von einer Verschlechterung der Schulterbeschwer
den links die Rede. Der Hausarzt wies lediglich auf einen sehr wechselhaften Gesundheitszustand hin, wobei aktuell die linksseitigen Schulterbeschwerden im Vordergrund stünden, respektive auf eine fehlende Besserung der Schulterbe
schwerden links (Urk. 6/34/4-5 S. 1). Ferner finden sich auch im Bericht von Dr. Z._ vom 28. April 2017 (Urk. 11) – sofern darauf überhaupt abgestellt werden könnte (vgl. E. 4) - keine Hinweise auf eine Verschlimmerung der Schulterproblematik. Vor diesem Hintergrund ist eine Verschlechterung der Schulterbeschwerden seit Januar 2015 nicht ausgewiesen. Dies gilt umso mehr, als Dr. J._ am 10. Mai 2016 von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit Arbeiten unterhalb der Horizontalen ohne kör
perferne Belastungen und somit im Vergleich zur Beurteilung der A._ (Urk. 6/46/2-19 S. 3 Ziff. 3.3 und S. 4 Ziff. 6.2) von einer höheren Arbeitsfähig
keit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ausging (Urk. 6/43/6-8 S. 2 Ziff. 1.7).
Gleich verhält es sich bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemach
ten Verschlimmerung der Bein- und Fussproblematik (Urk. 1 S. 12; vgl. auch Urk. 10 S. 4 f. Ziff. 9 ff.), wobei sie es beim pauschalen Hinweis auf eine entsprechende Verschlechterung beliess und insbesondere keine Ausführungen dazu machte, inwiefern sich die entsprechenden Beschwerden konkret ver
schlechtert haben. Abgesehen davon wird in den Berichten von Dr. F._ vom 12. Juni 2015, von Dr. H._ vom 7. Juli 2015, von Dr. I._ vom 22. Januar 2016, von Dr. J._ vom 10. Mai 2016 und von Dr. Z._ vom 28. April 2017 keine Verschlechterung der Bein- und Fussbeschwerden thema
tisiert (vgl. E. 3.3-3.6 und E. 3.9). Vielmehr wies der Hausarzt Dr. I._ am 22. Januar 2016 darauf hin, dass sich die myofascialen Beschwerden im Bein-Bereich unter hochdosierter B12-Substitution parenteral und Magnesiocard deutlich gebessert hätten (Urk. 6/34/4-5 S. 2).
5.3
Was den vom behandelnden Psychiater Dr. K._ am 27. Mai 2016 erwähn
ten Status nach schwerer depressiver Episode (Oktober 2015), aktuell teilweise regredient, betrifft (vgl. E. 3.7), ist Folgendes zu bemerken: Dr. K._ sprach von einer „depressiven Entwicklung“ sowie davon, dass die Beschwerdeführerin nicht gut ein- und durchschlafen könne respektive „leicht depressiv“ sei (Urk. 6/44 Ziff. 1.4 und Ziff. 1.7). Betreffend den Auslöser der depressiven Stö
rung sowie deren konkrete Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit machte er in
dessen keine Angaben. Vielmehr wies er bezüglich Belastungsprofil in einer an
gepassten Tätigkeit darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nichts machen könne, bei dem die Arme gebraucht würden (Ziff. 1.7), was nahelegt, dass die von ihm postulierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. insbesondere Ziff. 1.6) ausschliesslich auf körperlichen Beschwerden beruht. Abgesehen da
von ist die Beschwerdeführerin nur „leicht depressiv“ und leidet lediglich unter Ein- und Durchschlafstörungen. Vor diesem Hintergrund ist an der im A._-Be
richt attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit fest
zuhalten.
5.4
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) da
von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in wechselpositionierenden, leichten bis mittelschweren Tätigkeiten mit zusätzlichen Pausen von 11⁄2 bis 2 Stunden pro Arbeitstag ohne Bewegungen von schweren Lasten, ohne Stossen, ohne Ziehen und ohne körperferne Arbeiten auf Schulter- und über Schulter
höhe zu 80 % arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das reduzierte Leistungsvermögen der Beschwerdeführe
rin in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
6.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.2.2
Die Beschwerdegegnerin ging von einem Valideneinkommen von maximal Fr. 66‘000.-- aus, wobei sie auf den Lohn abstellte, welcher die Beschwerde
führerin
gemäss Angaben im Arbeitgeberbericht (Urk. 6/42/4)
als Angestellte im Unternehmen ihres Ehemannes im Jahr 2013 erzielte (Urk. 5 S. 2 f. Ziff. 6). Auch wenn dieser Lohn im Vergleich zu den
abgerechneten Einkommen in den
Vorjahren 2012 (Fr. 40‘000.--) und 2011 (Fr. 32‘000.--) erheblich höher ausfiel, ist bei der nachfolgenden Ermittlung des Invaliditätsgrades
zu Gunsten der Be
schwerdeführerin
darauf abzustellen, zumal die
se
in den Jahren 2010 und 2009 beim besagten
Unternehmen jeweils Fr. 65‘000.--
verdiente (Urk. 6/41). Ent
sprechend ist unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für
Frauen
(BFS, T1.
2
.10 Nominallohnindex,
Frauen
, 2011-201
6
, Total, Stand 2013 = 102.
6
, Stand 2015 = 1
04.1
)
von einem
hypothetischen
Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 66‘
965
.--
auszugehen.
6.
3
6.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139
V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Bei
zug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6
.3
.2
Die Beschwerdeführerin hat seit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die Y._ GmbH aus gesundheitsbedingten Gründen per Februar 2016 (Urk. 6/38/3 und Urk. 6/42) keine neue Erwerbstätigkeit auf
genommen (Urk. 6/47 S. 1 f.). Das Invalideneinkommen ist demzufolge gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2014 zu ermitteln.
Unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdeführerin gemäss dem A._-Bericht noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zu 80 % zumutbar sind (vgl. E. 3.1 und E. 5.1), ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art weiblicher Angestellter (LSE 2014, TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Frauen) im Umfang von Fr. 4‘300.-- abzustellen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2015 (BFS, T
03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen
in Stunden pro Woche) und angepasst an die Nominallohn
entwicklung für Frauen bis ins Jahr 2015 (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2016, Total, Stand 2014 = 103.6, Stand 2015 = 104.1) resultiert bei einem Arbeitspensum von 80 % ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 43‘242.--.
6
.3.3
Zum behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn hielt das Bundesgericht fest, dass die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hy
pothetischen Invalidenlohnes führt, weil der Tabellenlohn im tiefsten Niveau bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht mit Blick auf den allein massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1) davon aus, dass dieser auch Stellen beinhaltet, welcher Versicherten mit eingeschränkten Belastungsprofilen beziehungsweise spezifischen Anforderungen an einen Ar
beitsplatz gerecht werden, weshalb solche Einschränkungen grundsätzlich nicht abzugsrelevant sind (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8). Der Beschwerdeführerin sind jedenfalls wechselposi
tionierende leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Bewegungen von schwe
ren Lasten, ohne Stossen, ohne Ziehen und ohne körperferne Arbeiten auf Schulter- und über Schulterhöhe vollschichtig zumutbar, dies mit einer Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit von 20 % zufolge erhöhten Pausenbedarfs.
Praxisgemäss ist unter dem Titel „Beschäftigungsgrad“ kein Abzug gerechtfer
tigt, weil die 80%ige Arbeitsfähigkeit hier vollschichtig umsetzbar (E. 3.1 und E. 5.1) ist (vgl. dazu etwa Bundesgerichtsurteile 8C_740/2014 vom 11. Februar 2015 E. 4.5 und 8C_7/2015 vom 7. April 2015 E. 5.2.3). Sodann wurde der gel
tend gemachte vermehrte Pausenbedarf bereits bei der Reduktion der Arbeitsfä
higkeit (auf 80 %) berücksichtigt. Da Hilfsarbeiten auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden, wirkt sich der Faktor Alter nicht (zwingend) lohnsenkend aus, und ausserdem erfordern einfache Tätigkei
ten auch kein besonderes (Aus-)Bildungsniveau (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2 und E. 3.4.3).
6.4
Bei einem Valideneinkommen von Fr.
66‘
965.-- und einem Invalideneinkom
men von Fr. 43‘242.-- resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 23‘723.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 35 % (BGE 130 V 121) ergibt. Damit besteht kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 1.2), weshalb sich die Verfügung vom 10. November 2016 (Urk. 2) als rechtens er
weist, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Nichts anderes würde sich erge
ben, wenn anstatt auf die LSE 2014 auf die LSE 2012 abgestellt würde, da – ausgehend von einem Monatslohn von Fr. 4‘112.-- und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Stand 2012 = 102.0) und der betriebsüblichen Arbeitszeit - ebenfalls ein Invaliditätsgrad von unter 40 % resultieren würde.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.