# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a2a98132-b011-4846-954b-1233599f946b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
war als Maschinist tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 8. September 2010 beim Zusammenlegen einer Betonpumpe am linken Knie verletzte (Schadenmeldung vom 10. September 2010, Urk. 8/6). Bei einer Kreuzbandruptur und einer Meniskusläsion –
L
etztere am ehesten degenerativ bedingt - wurde am 22. September 2010 eine Kniearthroskopie links mit
Shaving
des
Kreuzband
stumpfes
sowie einer
Teilmeniskektomie
durchgeführt (Urk. 8/17). Aufgrund einer andauernden Knieinstabilität erfolgte
sodann
am 29. Juni 2011 e
ine vor
dere Kreuzbandplastik (Urk. 8/63). In der Folge nahm der Versicherte die Arbeit ab 1. Oktober 2011 wieder zu 50 % auf (Urk. 8/79, vgl. auch entsprechendes ärztliches Attest, Urk. 8/81). Nach
O
steosynthesematerialentfernung
(
Operation vom
6. Juni 2012
,
Urk. 8/
113
.2
und
Urk. 8/117) teilte der Versicherte
der SUVA sodann
am 24. August 2012 mit, er arbeite nun wieder zu 100 % (Urk. 8/123
, vgl. auch entsprechendes ärztliches Attest, Urk. 8/119
). Am 9. Oktober 2012 schliesslich untersuchte Kreisarzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Chirurgie FMH, den Versicherten (Urk. 8/127). Dr.
Y._
bezifferte den Integritätsschaden mit 5 % (Urk. 8/128
.1
).
D
ie SUVA
teilte
dem Versicherten
daraufhin
mit Schreiben vom
12. Oktober 2012 mit
(Urk. 8/130)
, der Schadenfall werde abgeschlos
sen,
da von weiteren Behandlungen keine wesentliche Besserung der Unfallfol
gen mehr zu erwarten sei. Jedoch würden
– wie Dr.
Y._
ausgeführt habe -
Kosten für
vier
Ar
ztkonsultationen
pro Jahr
,
für
Schmerzmittel,
für eine
Genu
Train
Bandage
sowie für die medizinische Trainingst
herapie
weiterhin über
nommen
. Mit Verfügung vom
selben
Tag
(Urk. 8/131) sprach
sie dem Versi
cherten
bei einer Integritätseinbusse von 5 % eine Entschädigung von Fr. 6‘300.-- zu. Die
gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache
des Versicher
ten (Urk. 8/132)
wies
die SUVA
mit En
tscheid vom 7. März 2013 (Urk. 2
) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 12. April 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte sinngemäss, es sei ihm eine höhere Integritätsentschädigung auszu
richten. Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2013 (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-145) ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 11. Juni 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
D
ie Beschwerdegegnerin
hielt
im angefochtenen Entscheid
dafür, auf die schlüs
sige und nachvollziehbar kreisärztliche Beurteilung, wonach der
Integritäts
schaden
5 % betrage, könne abgestellt werden. Abweichende ärztliche Ein
schätzungen lägen im Übrigen nicht vor (Urk. 2). Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, die Beeinträchtigungen bei der Arbei
t und im
Privatbe
reich
sei
en
schlimmer geworden (Urk. 1).
2.
2.1
Nach Art. 24 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädi
gung
, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die
Integritätsentschä
digung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwe
re des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Die Schwere des Integritätsschadens
beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem
medizinische
n
Befund ist der Integri
tätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die
Integritätsent
schädigung
der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegen
satz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritätsscha
den
bleiben dabei unberücksich
tigt. Die Bemessung des Integri
tätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
Kreisarzt Dr.
Y._
untersuchte den Beschwerdeführer am 9. Oktober 2012 (
Bericht vom
selben
Tag,
Urk. 8/127).
Der Beschwerdefü
hrer gab gegenüber Dr.
Y._
an
, die Schmerzen hätten seit
der Entfernung des Plättchens
abge
nommen.
Er habe
jedoch immer noch Schmerzen im Bereich des
Tibiaplateaus
sowie im Bereich des Oberschenkels dist
al lateral
. Die
GenuTrain
Bandage gebe ihm einen gewissen Halt, ohne diese verspüre er ein Instabilitätsgefühl (Urk. 8/127.2)
.
Anlässlich der Untersuchung zeigte sich d
as linke Kniegelenk reizlos und ergussfrei
und der Beschwerdeführer wies einen flüssigen
hinkfreien
Barfussgang in allen drei Positionen auf
. Die aktive Flexion des linken Knies war
jedoch
auf 110° limitiert und sagittal bestan
d eine Instabilität mit
Lachman
+ bis ++ mit hartem Anschlag.
Ausserdem wies d
ie
Trophik
sowohl am Unter- als auch am Oberschenkel ein Defizit auf
(Urk. 8/127.4)
. Dr.
Y._
hielt fest,
er habe dem Beschwerdeführer erklärt, dass er sich mit den
Restbeschwerden arrangieren
müsse und ihm
empf
ohlen
, die m
edizinische Trainingstherapie weiterzuführen.
Der Fall sei administrativ abzuschliessen, wobei
die
Beschwer
degegnerin
vier Konsultationen pro Jahr, Kosten für Schmerzmittel sowie
Kos
ten für die
GenuTrain
Bandagen
übernehme
sowie
weiterhin
die
Kostengutspra
che
für die m
edizinische Trainingstherapie
leiste
. In der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei der Beschwerdeführer seit dem 25. Juni 2012
wieder
voll arbeitsfähig. Das Zumutbarkeitsprofil umschrieb
Dr.
Y._
dabei wie folgt: M
ittelschwere wechselbelastende Tätigkeit
en
, wobei die Dauer der stehenden beziehungsweise gehenden Position die Hälfte der Arbeitszeit nicht überschrei
ten und falls möglich auf den ganzen Tag verteilt sein sollte. Auss
erdem sei d
as Gewicht von zu hebenden Lasten
auf 15 bis 25 kg
zu limitieren
. Tätigkeiten in
kniender oder hockender
Positi
on seien ungeeignet (Urk. 8/127.
4).
3.2
Hinsichtlich
der Beurteilung der Integritätsschädigung hielt Dr.
Y._
fest (Beri
cht vom 10. Oktober 2012, Urk. 8
/128), massgebend zur Schätzung des Integritätsschadens seien die Feinrastertabellen 5.2 und 6.2 der „
Integritätsent
schädigung
gemäss UVG“. Bei einer mässigen sagittalen Instabilität liege der Referenzwert zwischen
0 und 5 %. Aufgrund der beschriebenen
Knorpelverhält
nisse
und der radiologischen Aufnahmen bestehe höchstens eine leichte Arth
rose, die teilweise vorbestehend sei und per se noch nicht
integritätsentschädi
gungspflichtig
sei. Werde jedoch das Flexionsdefizit von 30° berücksichtigt, sei der Integritätsschaden mit 5 % korrekt taxiert, wobei es sich um eine grosszü
gige Schätzung handle und
einer prospektiven Entwicklung mindestens für die nächsten fünf Jahre Rechnung getragen sei.
4.
Es besteht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keine
rlei
Veranlassung, von der
Einschätzung
durch
D
r.
Y._
, wonach der Integritätsschaden 5 %
beträgt
, abzuweichen
.
Der Bericht von Dr.
Y._
ist umfassend, beruht auf eigener Untersuchung und wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt.
Seine Ein
schätzung ist
sodann
mit Blick auf die SUVA-Tabelle
n
5.2 und 6.2
– gemäss welchen der Referenzwert bei
einer mittelschweren Instabilität
bei
0-5 % liegt und eine leichte Arthrose
zu
keine
r
Entschädigung
führt
-
nachvollziehbar
begründet
.
A
bw
eichende
Einschätzungen
liegen nicht
vor
.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei in letzter Zeit bei der Arbeit wie auch im Privatbereich vermehrt beeinträchtigt
, weshalb ihm eine höhere
Integritätsent
schädigung
auszureichten sei
(E. 1)
, ist darauf hinzuweisen, dass sich
der
Inte
gritätsschaden
einzig nach dem medizinischen Befund und unabhängig von der Erwerbsfähigkeit
beurteilt
(E. 2.1, vgl. auch Art. 36 Abs. 1 der Verordn
ung über die Unfallversicherung
).
Erhob der
behand
elnde Arzt des Beschwerdeführers,
Dr. med.
Z._
, gemäss Bericht
vom 4. April 2013
(Urk. 8/142)
sowohl in Bezug
auf die Instabilität als auch hinsichtlich der Kniebeweglichkeit einen tendenziell besseren Befund als Dr.
Y._
im Oktober 2012 (E. 3.1), besteht
demnach
keinerlei Veranlassung, dem Beschwerdeführer eine höhere als die von der
Beschwerdegegnerin festgelegte Integritätsentschädigung auszurichten.
Anzufügen bleibt, dass sich eine persönliche Befragung des Beschwerdeführers – wie von ihm beantragt (Urk. 1) – bereits aufgrund dieser klaren Sachlage erübrigt.
5.
Zusammenfassend erweist sich der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 7. März 2013 als rechtens, weshalb die Beschwerde vollumfänglich abzu
weisen ist.