# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 63cffcda-029a-4587-970e-8987daeba3fe
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970,
war seit dem
30. November 1998 bei der
Z._
AG als Teamleiterin mit Sonderfunktionen
Statistics
angestellt (Urk. 6/19/1 f.).
Aufgrund einer psychischen Belastungssituation nach einer Um
strukturierung am Arbeitsplatz (Urk. 6/14/2, Urk. 6/22/1) wurde sie von ihrem Hausarzt, Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin
sowie
Physikalische Medizin und Rehabilitation, ab dem 7. Dezember 2015
zu 100 %
krankgeschrieben und bezog zuerst Lohnfortzahlungen
von ihrem Arbeitgeber
und
danach
Krankentaggelder (Urk. 6/11/57 ff., Urk. 6/14/4).
Am 6. Juni 2016 meldete sie sich bei der Invalidenvers
icherung zum Leistungsbezug an. Dazu ver
wies sie auf schwerwiegende Probleme am Arbeitsplatz und führte aus, sie habe Konzentrationsstörungen, sei erschöpft, würde schneller ermüden, sei wenig belastbar, brauche viel Ruhe und sei aus kleinstem Anlass überfordert. Zudem spüre sie eine Muskelverspannung ohne körperliche Leistung. Sie sei in einem Stimmungstief, was ihre Leistungsfähigkeit enorm einschränke (Urk. 6/4/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin medizinische und berufliche Abklärungen und zog Akten der Krankentaggeld
versicherung bei (Urk. 6/11,
Urk.
6/16, Urk. 6/19, Urk. 6/22, Urk. 6/43). Mit Verfügung vom 24. November 2016 erteilte sie Kostengutsprache für Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Belastbarkeits- sowie Aufbautrainings von Januar bis Juni 2017 bei der
Arbeitsintegration B._
, Stiftung
C._
(Urk. 6/26). Gleichentags teilte sie der Versicherten mit,
dass keine weiterführenden beruflichen Eingliederungsmassnahmen indiziert seien, da aktuell nur Massnahmen der Frühintervention möglich seien. Es werde der An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung geprüft (Urk. 6/27). Am 1. Juni 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten ergänzend mit, es seien zurzeit keine weiteren Eingliederungsmassnahmen möglich, da ihr gesundheitlicher Verlauf
abzuwarten sei
(Urk. 6/37). Am 13. September 2017 löste der Arbeitgeber schliesslich das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten gemäss dem
Gesamtarbeitsvertrag (
GAV
) der
Z._
AG per 31. Dezember 2017 auf (Urk. 6/76).
Die IV-Stelle liess die Versicherte hernach durch
das
Institut D._
polydisziplinär begutachten (
D._
-Gutachten vom 26. Oktober 2017, Urk. 6/60)
und legte dieses Gutachten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor, welcher dazu am 10. Nov
ember 2017 Stellung nahm (Urk. 6/96/5
)
.
V
om 30. Oktober
201
7
bis 30. April 201
8
befand sich die Versicherte überdies
in tagesklinischer Behandlung in der
p
sychiatrischen
K
linik
E._
(Urk. 6/73/1
, Urk. 6/84
).
Ab
1.
Januar 2018 meldete sie sich bei der Arbeitslosenversicherung zum Bezug von Taggeldern an (
Urk.
6/79/1).
Mit
Mitteilung
vom 30. Mai 2018 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für
eine
Arbeitsvermittlung ab dem 1. Juni 2018, wobei diese aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen werden musste (Urk. 6/86).
Zudem
teilte sie der Versicherten
am 1. Juni 2018
mit, mit der unterstützenden Arbeits
vermittlung
seit dem 1. Juni 2018
würden die Eingliederungsmassnahmen abge
schlossen
und
es werde
die
Rentenprüfung
ein
geleitet
(Urk. 6/87).
Am 10. September respektive 1. November 2018 nahm der RAD zu neu eingegangenen medizinischen Berichten Stellung (Urk. 6/96/6 f.).
Mit Vorbe
scheid vo
m
1
2.
November 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten schliesslich eine ganze
Rente
vom
1. Dezember 2016 bis 31. März 2017 sowie eine
halbe Rente
vom
1. April bis 31. Dezember 2017
in Aussicht (Urk. 6/99).
Gleichzeitig
auferlegte
sie ihr im Sinne einer Schadenminderungspflicht die
Pflicht zur
Weiterführung der psychiatrischen Behandlung sowie eine
r
Schlafabklärung und eine
r
immunologische
n
/endokrinologische
n
Abklärung (Urk. 6/97).
Gegen den Vorbescheid zur in Aussicht gestellten Rente
erhob die Versicherte am 14. Dezember 2018 Einwand (Urk. 6/105). Am 1. Februar 2019 reichte sie weitere medizinische Berichte ein (Urk. 6/110, Urk. 6/111).
Dazu nahm der RAD am 4. April 2019 Stellung (Urk. 6/114/3).
Am 7. Mai 2019 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/122
= Urk. 2
, Urk. 6/117).
2.
Gegen die Verfügung vom 7. Mai 2019 erhob die Versicherte Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
vom
1. Dezember 2016 bis 31. Juli 2018 eine ganze Rente zuzusprechen. Für die Zeit ab dem 1. August 2018 seien zusätzliche medizinische Abklärungen durchzuführen und gestützt darauf die Rentenleistungen erneut zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Be
schwerdeantwort vom
19. Juli 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Mit Replik vom
16. August 2019
erneuerte
die Beschwerdeführerin ihre
Rechtsbegehren
(Urk. 8) und reichte einen Bericht
eines behandelnden Arztes
vom 2
1.
Juni 2019
zu den Akten (Urk. 9/3). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 30. August 2019 auf das Einreichen einer Duplik
(
Urk.
11)
, worüber die Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom 3. September 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Okto
ber 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
die Beschwerdeführerin ab Dezember 2015 in ihrer Arbeitsfähigkeit als Teamleiterin bei der
Z._
eingeschränkt gewesen sei. Nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahres (Dezember 2016) sei sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Arbeits
unfähigkeit entspreche somit dem Invaliditätsgrad. Mit einem Invaliditätsgrad von 100 % bestehe zunächst ein Anspruch auf eine ganze Rente. D
ie Integration der Beschwerdeführerin in den Arbeitsmarkt mittels eines Belastbarkeits- und Aufbautrainings habe
nicht
erreicht werden können.
Per Januar 2017 habe sich ihr Gesundheitszustand verbessert
.
Ab April 2017 habe sie daher Anspruch auf eine halbe Rente. Per Oktober 2017 habe sich ihr Gesundheitszustand weiter ver
bessert. Seit diesem Datum bestehe aus medizinischer Sicht eine Arbeitsunfähig
keit von 30 %, weshalb die Rentenzahlung per 31. Dezember 2017 eingestellt werde.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei das Gutachten des
D._
nach
vollziehbar und plausibel. Die subklinische Hyperthyreose sei bekannt gewesen. Es habe keine funktionelle Leistungseinschränkung attestiert werden können, da die Schilddrüsenwerte im Normbereich gelegen hätten (Urk. 2 S. 3). Die Be
schwerdeführerin habe die ihr empfohlenen Abklärungen durchführen lassen. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass
die
erfolgreiche
Thermoblation
eines Schilddrüsenknotens stattgefunden habe. Bei der Kontrolle hätten sich normalisierte Schilddrüsenwerte sowie eine Verbesserung des Schlafes und der Konzentration
gezeigt
(Urk. 2 S. 3 f.). Aus psychiatrischer Sicht würden keine neuen medizinischen Sachverhalte geltend gemacht. Die Beschwerdeführerin ver
füge über genügend Ressourcen, wieder einer Tätigkeit nachzugehen. Sie erledige den Haushalt, gehe einkaufen, koche und benutze die öffentlichen Verkehrsmittel. Zudem pflege sie einen guten Kontakt zur Mutter und den Schwestern.
Sie habe auch den
Kontakt zu früheren Bekannten wieder aufgenommen. Dies spreche dafür,
dass sich der Gesundheitszustand verbessert habe und es ihr zumutbar sei, einer Arbeit nachzugehen (Urk. 2 S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demg
egenüber auf den Standpunkt,
in Bezug auf die Schadenminderungspflicht sei das Vorgehen der Beschwerdegegnerin widersprüchlich und gemäss gesetzlichem Wortlaut auch unzulässig.
Zum Zeit
punkt des Vorbescheids sei ihr Gesundheitszustand noch nicht stabil gewesen. Erst nach Abschluss der tagesklinischen Behandlung im April 2018 könne von einer Stabilisierung respektive der langsamen Wiederaufnahme einer Tätigkeit ausgegangen werden.
Eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes per Januar 2017 sei medizinisch nicht ausgewiesen (Urk. 1 S. 7). Es müsse nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden (Urk. 1 S. 8).
Ferner
ver
möge der
psychiatrische Gutachte
r seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht
ausreichend zu begründen
(Urk. 1 S. 9 f.). Ihr Gesundheitszustand sei auch im September 2017 noch nicht stabil gewesen und die behauptete Verbesserung des Gesundheitszustandes ab Juli 2017 sei nicht mit dem notwendigen Beweisgrad nachgewiesen. Während ihrer Behandlung in der
E._
von Oktober 2017
bis
April 2018 sei sie aus psychiatrischer Sicht nach wie vor nicht arbeitsfähig gewesen, auch nicht in einer angepassten Tätigkeit.
Es sei der Einschätzung der behandelnden Ärzte sowie des RAD zu folgen, welche aus psychiatrischer Sicht ab dem 1. Mai 2018 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgingen.
Eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes könne somit erst ab dem 1. August 2018 berücksichtigt werden
(Urk. 1 S. 10)
. Die Beschwerdegegnerin habe erst im November 2018 eine immunologische/endokrinologische Abklärung angeordnet, obschon sie zu diesem Zeitpunkt bereits über den Rentenanspruch entschieden habe und sie
– die Beschwerdeführerin -
zwei Monate zuvor operiert worden
sei
. Bis heute fehle eine abschliessende Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit aus immunologischer/endokrinologischer Sicht. Die angeordnete Schlafabklärung sei ebenfalls nicht durchgeführt worden. Somit fehle es an einer vollständigen me
dizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab dem 1. August 201
8.
Es sei davon auszugehen, dass sich ihr Gesundheitszustand bezüglich der Diagnose des Schilddrüsenadenoms im Dezember 2018 verbessert respektive stabilisiert habe und spätestens ab diesem Zeitpunkt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (Urk. 1 S. 12).
Weder das Gutachten noch die Beurteilung durch den RAD würden den notwendigen bundesgerichtlichen Beweisanforderungen entsprechen, da sie weder vollständig (immunologisch/endokrinologisch) noch schlüssig (psychiatrische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowie Zumutbarkeitsprofil und Zeitpunkt der angeblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes) seien (Urk. 1 S. 11).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort ergänz
t
e die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde
führerin sei jahrelang erhöhter beruflicher Belastung ausgesetzt gewesen und es sei eine Versetzung erfolgt.
Vom behandelnden Hausarzt, Dr.
A._
, sei
en
dementsprechend auch
ein
Mobbing und ein Burnout diagnostiziert worden. Dabei handle es sich um Z-Diagnosen, welche schon medizinisch keinen Krank
heitswert aufweisen würden und daher nicht invalidisierend seien (Urk. 5 S. 1).
I
m Gutachten werde als einzige Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode
,
genannt. Es sei davon auszugehen, dass diese depressive Symptomatik reaktiv infolge der erhöhten beruflichen Belastung aufgetreten sei. Daher sei schon fraglich, ob jemals ein invalidisierender Gesundheitsschaden und ein Rentenanspruch bestanden
hätten
und die befristeten Renten somit zu Recht zugesprochen worden seien.
Zum Zeitpunkt des Gutachtens sei der erforderliche Schweregrad des Leidens darüber hinaus sicherlich nicht mehr gegeben
gewesen
. Als funktionelle Einschränkung habe eine erhöhte Ermüdbarkeit bestanden. Aus
serdem habe
die Beschwerdeführerin
unter leichten depressiven Verstimmungen und einer verminderten psychischen Belastbarkeit gelitten.
Der Invaliditätsgrad von 40 % werde nicht erreicht, weshalb kein Renten
an
spruch bestehe
.
Der Bericht von Dr. med.
F._
, Facharzt für Radiologie, spreche dafür, dass die funktionelle Einschränkung (erhöhte Ermüdbarkeit) durch die Schilddrüsenerkrankung und nicht die depressive Symptomatik bedingt gewesen sei. Da sich die depressive Symptomatik daher noch früher als bisher angenommen gebessert habe, sei es noch wahrscheinlicher, dass sie als Reaktion auf die jahrelange erhöhte berufliche Belastung aufgetreten sei. Betreffend die Schadenminderungspflicht sei anzumerken, dass die verlangten Abklärungen als Prävention der Erhaltung des Gesundheitszustandes dienen würden und somit mittels einer Schadenminderungspflicht auferlegt werden könnten (Urk. 5 S. 2).
2.4
Replicando
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und
zog in Er
wägung,
der Hausarzt sei kein Facharzt in Psychiatrie. Es sei auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin, Dr. med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, abzustellen. Diese habe eine chronifizierte Depression mit Ängsten, schwer bis mittelgradig, eine dissoziative Störung sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.
Es entspreche daher nicht den fachärztlichen Berichten, lediglich von einem Burnout sowie einer Mobbingsituation – also Z-Diagnosen ohne Krankheitswert – auszugehen
(Urk. 8 S. 1).
Selbst der Gutachter erwähne weder das Burnout noch das Mobbing, wie dies die Beschwerdegegnerin vorbringe.
Diese
Argumentation erweise sich somit als unbewiesene Behauptung.
In den medizinischen Berichten würden sich zudem keine Anhaltspunkte dafür
finden, dass die depressive Symptomatik nur reaktiv auf die erhöhte Belastung am Arbeitsplatz aufgetreten sei. Die Gutachter hätten unabhängig vom Arbeitsplatz eine leicht- bis mittelgradige rezidivierende Störung diagnostiziert. Sofern die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass gar nie ein invalidisierender Gesundheitsschaden bestanden habe, widerspreche sie somit der Einschätzung der Gutachter.
Des Weiteren sei die vom Gutachter g
e
stellte Diagnose einer leicht-
bis mittelschweren rezidivierenden depressiven Störung aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht durchaus relevant
(Urk. 8 S. 2)
.
Die Beschwerdegegnerin sei schliesslich der Frage nicht nachgegangen, ab wann bei ihr
– der Beschwerdeführerin -
eine Chronifizierung der Depression eingetreten sei, wobei Dr.
G._
schon im Jahr 2016 über eine chronifizierte Depression gesprochen habe (Urk. 8 S. 3). Für
die
Behauptung der Beschwerde
gegnerin, wonach die hohe Ermüdbarkeit vermutlich – nicht überwiegend wahr
scheinlich – auf die Schilddrüsenerkrankung zurückzuführen sei und daher die depressive Symptomatik schon viel früher als angenommen remittiert gewesen sei, würden sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte finden. (Urk.
8
S. 3 f.).
Es sei korrekt, dass die Schilddrüsenerkrankung nach der erfolgreichen Operation keinen längerdauernden
Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit habe. Es sei jedoch nicht geklärt worden, wie lange die Einschränkung angedauert habe und ob diese daher aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevant gewesen sei respektive länger als drei Monate angedauert habe.
Dafür habe die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen zu tätigen
(Urk. 8 S. 4).
Was die Schadenminderungspflicht anbelange, so bedinge der Gesetzeswortlaut von Art. 7b
IVG
in Verbindung mit Art. 21
Abs.
4
ATSG
, dass überhaupt Leistungen ausgerichtet würden, was vorliegend nicht der Fall gewesen sei. Letztlich zeige das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, dass die Abklärungen im Zeitpunkt des Entscheids nicht vollständig gewesen seien (Urk. 8 S. 5).
3.
3.1
Der Hausarzt Dr.
med.
A._
berichtete am 18. August 2016, die Ursache der Arbeitsunfähigkeit sei eine Belastungssituation am Arbeitsplatz, es bestehe dringender Verdacht auf Mobbing. Dazu stellte er die folgenden Diagnosen (Urk. 6/22/1 f.):
-
Zunehmend
e depressive Störung - Burnout-
Synd
rom; bisher stationärer Verlauf, in psychotherapeutischer
Betreuung
-
Zwei h
eisse Knoten in der Schilddrüse, klinisch euthyreot, Status nach
Herpes Zoster
N.
trigemini
ramus
frontalis rechts
Februar 201
6
-
Distorsion Hüftgelenk und Achillessehnen
beidseits
-
unklare K
niegelenksbeschwerden links (kli
nisch gegenwärtig nicht fassbar,
den
kbar: ISG-Blockade links, It. B
eckentiefstand rechts) von
etwa
0.5 cm
-
H
yperlaxizität
It
.
Hohlfüsse
-
k
eine kl
inisch fassbaren Schulter- Ar
mbeschwerden
-
Juni 2007:
06-2007 CAVE CRS C6 re
chts
(evtl. auch Reizung C7)
,
CAVE DH C5/C6 oder C6/C7
-
Februar 2014:
Nephrolithiasis (asymptomatisch)
, Verdacht auf
pleuropericardiale
Reizung
, Differentialdiagnose [
DD
] Th-
SS
,
w
eniger wahrscheinlich: GERD
-
Anamnest
isch
schwerer
Eisenmangel
-
Unklare
Sekretion aus
Umbilicus
-
Februar 2014: CAVE beginnendes Burnout-
Syndrom
-
zum Teil
mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte
-
Status nach
Mobbing
(
Mai 1998
), keine depressive
Störung
-
Juli 2007:
Zervik
alsyndrom
und
radik
uläres Reiz- und sensibles Ausfalls
syndrom C6 re
chts bei Disk
ushe
rn
ie und
Osteochondrose
auf Höhe C5/C6,
regredient
unter Therapie
-
November 2011: Adynamie
-
November 2015: Mobbing, zum Teil vegetative Reaktionen
-
Anamnestisch unklare Amenorrhoe (Juni 2011), anamnestisch Menorrhagien, Zyklusunregelmässigkeiten 2006, Fehlgeburt am 13. Juli 2006
Weiter führte der Hausarzt aus, am
bisherigen Arbeitsplatz
beziehungsweise
mit dem bisherigen Vorgesetzten
sei die Beschwerdeführerin
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Sie wolle
aber schon bald wieder arbeiten und wünsch
e Arbeits
versuche. Die Beschwerdeführerin leide unter einem Mobbing,
eine
B
eeinträchtigung der psychischen Verfassung
sei
die logische Folge. Zur Quantifizierung der Beei
nträchtigung der neuropsychologischen
Funktionen
werde
sie demnächst neuropsychologisch
abgeklärt. Seitens der Schilddrüse
lägen
noch keine abschliessenden Beurt
eilungen vor. D
ie
Beschwerdeführerin müsse
entsprechenden Verlaufskontrollen unterzogen werden. Welchen Einfluss da
s Adenom auf die neuropsychologische
Leistungsfähigkeit
habe, sei
vorerst unklar
. Seit A
nlaufen der
Eingliederungsmassnahmen
und der Betreuung durch eine
Casemanagerin
der Krankentaggeldversicherung scheine
sich die psychische Ver
fassung der
Beschwerdeführerin bereits zu stabilisieren. D
ie frühere Hoffnungs
losigkeit steh
e
gegenwärtig nicht im Vordergrund (Urk. 6/22/51)
.
3.2
Mit Bericht vom 30. August 2016
über die seit
8.
Dezember 2015 bestehende Behandlung
nannte die Psychiaterin Dr.
G._
einen
Status nach mittelschwerer bis schwerer Depression sowie nach langer mittelgradiger (Erschöpfungs-) Depression (ICD-10 F32.11) mit starken Ängsten.
Den weiteren Diagnosen, einer
akzentuierten Persönlichkeit mit starker Leistungsorientierung, Aggressionshemmung, Überanspannung und selbstunsicheren Zügen (ICD-10 Z73.1)
, mass sie
keine leistungseinschränkende Wirkung bei
.
D
ie Beschwerdefüh
rerin habe eine schwierige Kindheit in Serbien mit früher Parentifizierung gehabt.
Zum
Teil habe sie indirekte Gewalt erlebt bei den Grosseltern. Mit 18 Jahren sei sie zu den Eltern in die Schweiz gekommen und von diesen unterdrückt und finanziell ausgenutzt worden. Sie habe früh geheiratet und sich dann nach wenigen Jahren scheiden lassen. Bei der
Z._
habe sie sich hochgearbeitet und sei von ihrem Chef für ihren Fleiss geschätzt, jedoch vom Chef ihres Chefs in ihrer Rolle als Vorgesetzte schikaniert worden.
Danach sei sie dekompensiert, da ihre alten Traumata reaktiviert worden seien. Sie habe eine starke Leistungsorientierung, keine Kenntnis von ihren eigenen Bedürfnissen und Grenzen, könne sich nicht abgrenzen. Das Ausmass einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) werde nicht voll erreicht. Sie weise die typischen Symptome einer Erschöpfungs-Depression auf, mit ausgeprägter Verunsicherung, sozialem Rückzug, des Gefühls von hilflosem Ausgeliefertseins, Repression, Ver
meidungsverhalten und starkem Kontrollbedürfnis. Langfristig könne voraussichtlich von einer Restitutio ausgegangen werden, aktuell weise sie aber noch eine sichtlich verminderte Belastbarkeit und erhöhte Ermüdbarkeit auf (Urk. 6/16/2). Betreffend die Arbeitsfähigkeit erklärte Dr.
G._
, d
ie Beschwerdeführerin
werde durch ihren Hausarzt krankgeschrieben (Urk. 6/16/1).
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei vielleicht für zwei Stunden pro Tag zumutbar. Die Beschwerdeführerin benötige ein Belastbarkeitstraining durch die Invalidenversicherung. Je nach Belastungsgrenze könne sie dann reintegriert werden, sie sei sehr arbeitswillig. Es könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (Urk. 6/16/3).
3.3
Dr.
G._
hielt am 12. April 2017 fest, bei der Beschwerdeführerin zeige sich seit August 2016 eine minime, aber instabile, bei Belastung einbrechende Verbesserung, es sei kein namhafter Fortschritt erreicht worden.
Dazu ergänzte sie die Diagnosen einer chronifizierten Depression mit Ängsten, schwer
-
bis mittelgradig (ICD-10 F32.2
/
32.1), einer dissoziativen Störung (ICD-10 F44) sowie einer kombinierten Persönlichkeitsstörung
(zwanghaft und abhängig). Ferner nannte sie eine sich noch nicht im Sinne einer Persönlichkeitsstörung äussernde Traumafolgestörung (im ICD-10 nicht
codierbar
) mit Identitätsstörung und gering integrierter psychischer
Struktur des Ich (ICD-10 F61.0). Die bisherige Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin nicht ausüben. Betreffend die Ausübung einer an
gepassten Tätigkeit erklärte Dr.
G._
,
die Beschwerdeführerin befinde sich im Reintegrationszentrum
C._
.
Dort manifestier
e
sich
das
aus
der Persön
lichkeits
störung und geringer Integration
der Ich-Struktur hervorgehende
Problem, welches schliesslich die Belastungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit so stark ein
schränk
e
, dass das Programm nicht in der üblichen Zeitdauer durchlaufen werden
könne
und eine Verlängerung beantragt werden
müsse
(Urk. 6/32/1).
3.4
In seinem Verlaufsbericht vom 15. Mai 2017 erklärte Dr.
A._
, eine Beant
wortung der durch die Beschwerdegegnerin gestellten Fragen durch ihn sei mehr
heitlich nicht möglich, da er keine Sachverhalte der Arbeitsmedizin beurteile. In diagnostischer Hinsicht ergänzte er zu seinem Bericht vom 18. August 2018 (Urk. 6/22) die Diagnosen der unklaren
Hypergammaglobulinämie
sowie des Status nach Mobbing (Besserung nach Stellenverlust, Besserung der Dekonditionierung und vegetativen Dystonie durch das Arbeitstraining, vegetatives Problem: Hyperthyreose, denkbar: beginnende
asthmoide
Störung, Urk. 6/40/1). Die Gründe, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigen würden, lägen nicht im Bereich der kar
d
iovaskulären sowie sonographischen Diagnostik. Darum sei die Beschwerdeführerin auch an entsprechende Stellen weitergeleitet worden (Hämatologie, Urk. 6/40/2).
3.5
Vom 10. Januar bis 9. Juni 2017 absolvierte die Beschwerdeführerin im Rahmen der Frühinterventionsmassnahmen ein Belastungs- sowie Aufbautraining in der
Arbeitsintegration
B._
, Stiftung
C._
. Dem Abschlussbericht vom 8. Juni 2017 lässt sich entnehmen, dass die anfänglich grosse Motivation
der Beschwerdeführerin
für eine Eingliederung integrationsfördernd für den ersten Arbeitsmarkt
sei
. Integrationshinderlich sei demgegenüber, dass die Beschwerde
führerin zur Zeit psychisch nicht in der Lage sei, sinnvolle und realistische Massnahmen für eine nachhaltige Integration mitzugestalten. Tendenziell habe eine Zunahme ihrer Erschöpfungszustände bereits bei vier Stunden Anwesenheit innerhalb von vier Tagen beobachtet werden können. Eine Leistungssteigerung habe zu vermehrten krankheitsbedingten Ausfällen geführt. In der Erarbeitung von realistischen Tätigkeitsfeldern habe sich ihr Fokus auf ihre psychischen Prozesse und die Notwendigkeit einer Priorisierung ihrer Therapieerfolge verdeutlicht.
Es w
ürden
daher die Fortsetzung der medizinisch-therapeutischen Massnahme sowie – eventuell zu einem späteren Zeitpunkt – ein Aufbautraining
empfohlen
(Urk. 6/48/6).
3.6
Mit Bericht vom 12. Juni 2017 nannte Dr. med.
H._
, Fachärzt
in für Neurologie, als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen psycho
physischen Erschöpfungszustand als Reaktion auf eine prolongierte und vielfältige psychosoziale Belastungssituation, assoziiert mit neuropsychischen Defiziten (Urk. 6/44/1). Dazu führte sie aus, der
Hauptbefund der neurologischen Abklärung
sei
ein kognitiv
es Ausfallsprofil mit Leistungs
minderungen leichten bis mittelschweren Ausmasses im
attentionalen
und exekuti
ven Be
reich
. Sekun
där seien auch die Gedä
chtnisleistungen
leichtgradig
betroffen. Die Befunde
der klinisch-
neurologischen Untersuchung
seien
unauffällig,
elektroenzephalographi
sch
ergäb
en sich keine Anhaltspunkte für eine
Epilepsie oder Enzephalopathie
und in der MRI-Untersuchung des Kopfes
fänden
sich keine Hinweise auf eine Vaskulitis, eine relevante
Vaskulopathie
oder auf Raumforderungen
.
Bei
der Beschwerdeführerin sei
eine Erschöpfungsdepression diagnostiziert
worden
, anamnestisch als Folge einer lang anhaltenden vielschichtigen Belastungssituation. In der
akuten Phase
habe
sie
unter ausgeprägten Konzentrationsschwierigkeiten, einer
Orientierungslosigkeit,
Vergesslichkeit
,
Verlangsamung und auch Lärmempfindlichkeit
gelitten
. Seit Be
ginn der Akutmanifestation Ende letzten Jahres
seien
die Beschwerden subjektiv
regredient
, die physische Belastbarkeit schwank
e
aber noch stark. Auch die kognitive Leistungsfähigkeit
habe
sich noch nicht normalisi
ert. Nach Ausschluss einer hirn
organischen Ursache
seien die kogniti
ven Minderleistungen zusammen mit der schwankenden Belastbarkeit gut mit den Auswirkungen der Erschöpfungsdepression erklärbar
. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 29. November 2013 und bis auf Weiteres zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 6/44/2).
Ob die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, könne aus heutiger Optik nicht beant
wortet werden, da die Beschwerdeführerin sei
t
fast einem Jahr nicht mehr unter
sucht worden sei. Aus der Optik der Untersuchungsbefunde von damals wäre eine Wiederaufnahme der Tätigkeit, zunächst mit einem reduzierten Pensum, möglich gewesen (Urk. 6/44/3).
3.7
3.7.1
Am 26. Oktober 2017 erstattete das
D._
sein polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie sowie Neurologie
(Urk. 6/60). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nannten
die Sachverständigen
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) mit exzessiver Tagesschläfrigkeit bei Depression (IC
D
-10 F51,
neurasthenie
-ähnliche Symptomatik, zusätzliche somatische Ursachen nicht ausgeschlossen, siehe auch Diagnose
der subklinischen Hyperthyreose
, Urk. 6/60/21
)
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die folgenden (
Urk.
6/60/21 f.):
-
Intermittierendes zervikales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0)
-
Wirbelsäulenfehlform / -
fehlhaltung
(betonte
Kyphosierung
der oberen Brustwirbelsäule [BWS] mit konsekutiver Halswirbelsäulen [HWS]- und Schultergürtelprotraktionsfehlstellung)
-
Reaktive Myogelose der Subokzipital-, Trapezius- sowie der
interskapulären
Muskelgruppen im Rahmen einer muskulären Dysbalance
-
Subklinische Hyperthyreose, DD unklare Autoimmunerkrankung
-
Zwanghafte, perfektionistische und selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z33.1)
3.7.2
Dr. med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, untersuchte die Beschwerdeführerin internistisch. Dabei stellte er die Diagnose der subklinischen Hyperthyreose (Differentialdiagnose: unklare Autoimmunerkrankung). Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führte er aus, d
ie
Beschwerdeführerin gebe
eine vermehrte Müdigkeit an, welche seit
zwei
Jahren bestehe und mit einem Burnout begonnen habe. Bei der klinischen allgemeininternistischen Untersuchung
sei
eine etwas diffus vergrösserte Schild
drüse auf
gefallen
. Die übrigen klinischen Befunde
seien
unauffällig
gewesen
. Bei den Laborwerten
bestünden
unspezifische Zeichen einer entzündlichen Reaktion
mit
erhöhter BSR und grenzwertiger Erhöhung von zwei Leberwerten. Die Schild
drüsenparameter
würden
eine Tendenz zur Hyperthyreose bei einem tiefen TSH
zeigen
, wobei die übrigen Schilddrüsenwerte im Normbereich
liegen würden
. Eine Autoimmunerkrankung mit subklinischer Hyperthyreose
sei
dadurch möglich. Aufgrund der erhobenen Befunde
könne
keine genaue Diagnose gestellt werden. Eine leicht vermehrte Müdigkeit
könne
dadurch ebenfalls entstehen. Eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
könne
aber aufgrund der
leicht
gradigen
Befunde au
s all
gemeininternistischer Sicht nicht bestätigt werden.
Eine länger andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit durch ein internistisches Leiden besteh
e
aufgrund
der
Untersuchung nicht
(Urk. 6/60/7)
.
Es
seien
weitere Abklärungen mit Laboruntersuchungen und allenfalls
einem
Ultraschall der Schilddrüse bezüglich einer autoimmunen Hyperthyreose angezeigt. Diese
könne
danach behandelt werden, womit keine länger andauernde, höhergra
dige Arbeits
unfähigkeit entstehe (Urk. 6/60/8)
.
3.7.3
Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erwog im Rahmen der psychiatrischen Exploration,
d
ie altersentsprechend aus
sehende Explorandin mach
e einen gepflegten Eindruck,
sei
freundlich und
kooperativ. Die Stimmung
sei
herabgesetzt, gelegentlich
auch etwas depressiv. Sie wirk
e etwas verlangsamt, der Antrieb
sei
vermindert. Sie
schilder
e ihre Beschwerden und ihren Tagesablauf sehr genau,
verliere
sich dabe
i manchmal in Details.
Ferner
zeig
e
sie
kaum Freude und
die affektive Modulationsfähigkeit
sei
herabgesetzt. Der affektive Kontakt zum
Untersucher
sei
gut
gewesen (Urk. 6/60/10). Die Be
schwerdeführerin habe einen wachen Eindruck gemacht, sei
bewusstseinsklar
(Urk. 6/60/10 f.)
.
Überdies sei sie
zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orientiert.
Sie drück
e sich differenziert aus. Die im Rahmen der Untersuchung gemachten Beobachtungen und Feststellungen wies
en auf durchschnittliche Intelli
genzleistungen hin. Während der Untersuchung
habe
sie keine Zeichen von Konzentrationsschwäche
gezeigt
. Sie
könne
gut auf die gestellten Fragen eingehen. Die Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen
seien
intakt. Ihre Aus
führungen
seien
anschaulich. Das Denken
sei
depressiv eing
eengt. Sie zeig
e kein Gedankenabreissen, keine Neologismen, keine Gedankenleere. In ihren Schilderungen
seien
keine Hinweise auf überwertige Ideen erkennbar. Wahnhaftes Denken oder Wahnvorstellungen
seien
nicht vorhanden. Es
gebe
keine Anhaltspunkte für illusionäre Verkennungen, akustische, optische, olfaktorische oder taktile Halluzinationen. Die
Beschwerdeführerin habe
einen klaren und guten Bezug zur Realität und zu ihrer Person. Sie
könne
sich gegen
über der Umgebung klar abgrenzen, Gedankenausbreitung oder Fremdbeeinflussungserlebnisse
seien nicht vorhanden. Ferner äusser
e
sie
keine Zwangsgedanken. Hinweise auf Zwangshandlungen
seien ebenfalls nicht vorhan
den. Sie berichte nicht über Ängste und erwähne keine Phobien. Auch über
einen
Lebensverleider
, Suizidgedanken oder Suizidimpulse
berichte sie nicht (Urk. 6/60/11)
.
In seiner psychiatrischen Beurteilung führte der Gutachter aus, d
er Arbeitsdruck
bei der Beschwerdeführerin habe in den letzten Jahren zugenommen
, die Produktivität
habe
gesteigert werden
müssen
, sie
habe
Mitarbeiter beurteilen
müssen
,
habe
zum Teil keine Stellvertretung
gehabt und
Überstunden leisten
müssen. Zudem habe sie an den Wo
chenenden arbeiten
und ihre Ferien verschieben müssen
.
Sie sei
schon immer sehr pflichtbewusst
gewesen und habe sich
unter einen hohen Leistungsdruck
gesetzt
. Sie
sei
auch sehr angepasst,
habe
Mühe
,
sich gegenüber der Umgebung zur Wehr
zu setzen und
sei
selbstunsicher. Sie
könne
sich gegen die zunehmende Überforderung nicht zur Wehr
setzen und sei
zunehmend in eine depressive Krise
geraten, wobei es
schliesslich
im Dezember 2015
zum Zusammenbruch
gekommen sei
. Sie befinde sich seither in ambulanter psychiatrischer Behandlung,
nehme Antidepressiva und
besuch
e
auch eine Traumatherapie. Nur langsam
habe
sich das psychiatrische Zustandsbild
ge
bessert. Im Jahr
2017
seien
berufliche Massnahmen durchgeführt
worden
, bei denen sie ihr Arbeitspensum nicht über
vier
Stunden pro Tag
habe
steigern
können
. Zurzeit lieg
e
ein mittelgradiges depressives Zustandsbild vor. Vor allem leide die
Beschwerdeführerin
unter einer ausgeprägten Müdigkeit. Sie leg
e
sich auch tagsüber hin,
schlafe
nachts 10 Stunden
und
fühl
e
sich nicht ausgeschlafen. Sie leb
e
alleine,
sei
in der Lage
,
den Haushalt selbständig zu führen. Spaziergänge bis zu einer Stunde
seien
mö
glich. Seit einigen Monaten sei
sie auch wieder in der Lage
,
zu lesen, was ihr Freude bereite. Neben den regelmässigen Besuchen ihrer Therapien pfleg
e
sie
auch soziale Kontakte mit
Bekannten und
Familienan
gehörigen. Freude
habe
sie auch
an ihren Pflanzen sowie
am Einrichten der Wohnung
(Urk. 6/60/11).
Bei der psychiatrischen Untersuchung
sei
sie etwas ver
langsamt
gewesen
, der Antrieb
sei
vermindert
gewesen und
die Stimmung leicht
gradig depressiv. Bei der
Beschwerdeführerin könne als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende
depressive
Störung, gegenwärtig le
icht- bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) gestellt werden. Ohne leistungseinschränkende Wirkung seien die
zwanghaften, perfektionistischen und selbstunsicheren Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z33.1).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, i
n der bisherigen Tätigkeit besteh
e
eine Arbeitsfähigkeit von 70
%. Von
Dezember 2015 bis Dezember
2016
habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Von Januar bis Juni
2017
seien
berufliche Massnahmen durchgeführt
worden. Von Juli bis September
2017
habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden
und ab Zeit
punkt der Untersuchung
könne
eine Arbeitsunfähigkeit von 30
% attestiert werden. Das depressive Zustandsbild
habe
sich deutlich gebessert. Es
sei
zwar geplant, dass die
Beschwerdeführerin ab Oktober 2017
einen Aufenthalt in der Tagesklinik mach
e
, dies zur besseren Strukturierung des Tagesablaufes. Zurzeit
fänden
sich aber keine Hinweise mehr für eine durchgehend mittelgradige depressi
ve Episode, sodass ab
dem
Zeitpunkt
der Untersuchung eine Arbeitsfähigkeit von 70
% attestiert werden
könne.
In einer angepassten Tätig
keit, bei
welcher
die
Beschwerdeführerin
keine Führungsaufgaben übernehmen
müsse, bestehe
ab
dem
Datum der Untersuchung eine Arbeitsfähigkeit von 80
% (Urk. 6/60/12)
.
Zudem ergänzte er, invaliditätsfremde Faktoren würden keine Rolle spielen (Urk. 6/60/13).
3.7.4
Dr. med.
K._
, Facharzt für Rheumatologie, erhob anlässlich seiner Untersuchung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei das intermittierende zervikale Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), bei
Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
(betonte
Kyphosierung
der oberen BWS mit konsekutive HWS- und Schultergürtelprotraktionsfehlstellung
sowie einer
reaktiven Myogelose der Subokzipital-, Trapezius- sowie der
interskapulären
Muskelgruppen im Rahmen einer muskulären Dysbalance
und dem
Status nach Diskushernie und
Ost
eochondrose
auf Höhe HWK5/HWK6,
Urk. 6/60/17 f.
).
Dazu ergänzte er, d
er klinisch-rheumatologische Status
habe
bis auf eine Oberkörper- und Wirbelsäulenfehlhaltung und eine
allgemeine
muskuläre Dysbalance mit reaktiven Myogelosen im
Nacken-Schultergürtel keine
weitere Auffälligkeiten
er
geben.
Insgesamt könn
t
en daher keinerlei Diagnosen festgestellt werden, welche die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
ungünstig beeinflussen würden.
Rein in Bezug auf den Bewegungsapparat
bestehe daher
weder aktuell noch seit der Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2015, unter Berücksichtigung der Aktenlage, eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
(Urk. 6/60/18)
.
3.7.5
Der neurologische Gutachter, Dr. med.
L._
, Facharzt für Neurologie,
nannte die Diagnose einer exzessiven Tagesschläfrigkeit bei Depression (IC
D
-10 F51) bei
neurasthenie
-ähnlicher Symptomatik, wobei zusätzliche somatische Ur
sachen nicht ausgeschlossen werden könnten.
Die
Beschwerdeführerin
berichte
über eine stark ausgeprägte Müdigkeit und vermehrte Tagesschläfrigkeit. Auf der
Epworth
-Schläfrigkeitsskala
werde
ein pathologischer Wert von 16/21 Punkten erreicht (die
Beschwerdeführerin fahre
nicht Auto). Zusammen mit der Müdigkeit komm
e
es zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Aufgrund der anamnestischen Angaben
fänden
sich keine Hinweise auf eine eingeschränkte Schlafhygiene. Ebenfalls
würden
Anhaltspunkte für eine motorische Störung des Schlafs in Form von Restless
Legs
Symptomen
fehlen
. Es besteh
e
bei der
Be
schwerdeführerin
wahrscheinlich ein Schnarchen, sodass eine Schlafapnoe nicht ausgeschlossen
sei
. Ansonsten
würden
sich keine Hinweise auf eine Hypersomnie zentralen Ursprungs (Narkolepsie)
finden
. Di
e vermehrte Müdigkeit und Schläf
rigkeit steh
e
wahrscheinlich i
m
Zusammenhang mit der psychiatrischen Erkrankung (Depression
, Urk. 6/60/20).
Die
Beschwerdeführerin
berichte
über eine allgemein stark eingeschränkte Belastbarkeit. Insbesondere die grosse Mühe
,
am Morgen in Gang zukommen und der stark erhöhte Pausenbedarf
würden
gegen eine rein organische Hypersomnie
sprechen
. Diesbezüglich pass
e
die Symptomatik rein phänomenologisch zu einer Neurasthenie. Der neurologische Untersuchungsbefund
sei
unauffällig
.
Die
Beschwerdeführerin sei
im Sommer 2016 durch die Neurologin
Dr.
H._
untersucht
worden
, we
lche in ihrem Bericht vom 12. Juni
2017 auf eine unauffällige
elektroenzephalographische
Untersuchung und einen unauffälligen MRI-Befund des Kopfes
hingewiesen habe. Sie habe deshalb
die festgestellten kogniti
ven Einschränkungen ebenfalls im
Zusammenhang mit der Erschöpfungsdepression
gesehen (Urk. 6/60/20 f.)
.
Aus neurologischer und schlafmedizinischer Sicht
sei
nachvollziehbar, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
in zeitlicher und leistungsmässiger Hin
sicht relevant eingeschränkt
sei
. Es
müsse
jedoch davon ausgegangen werden, dass die psychiatrischen Diagnosen im Vordergrund
stünden
. Aus diesem Grund
werde
im Detail auf die psychiatrische Beurteilung verwiesen. Angesichts der Angaben der
Beschwerdeführerin
hinsichtlich einer stark ausgeprägten Schläfrigkeit sollten somatischen Ursachen ausgeschlossen werden.
Aus diesem Grund
sei
eine fundierte Abklärung in einem Schlaflabor notwendig
(Urk. 6/60/21)
.
3.7.6
Aus interdisziplinärer Sicht führten die Gutachter aus, die
Beschwerdeführerin
beklage sich über eine vermehrte Müdigkeit mit Leistungseinschränkung, welche sich allmählich aber bessern würde. Bei
der
psychiatrischen Untersuchung
seien
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode und zwanghafte perfektionistische und selbstunsichere Persönlichkeits
züge diagnostiziert
worden
. Durch die depressive Symptomatik
könne
auch ein grosser Teil der Müdigkeit und Antriebsverminderung erklärt werden. Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
noch eine Arbeitsunfähigkeit von 30
% für die bis
herige Tätigkeit. Bei einer angepassten Tätigkeit ohne Führungsaufgaben besteh
e
eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%. Bei
der
neurologischen Untersuchung
sei
eine exzessive Tagesschläfrigkeit diagnostiziert
worden
. Die neurologischen Befunde
seien
unauffällig. Die
se
Schläfrigkeit
könne
zu einem grossen Teil mit der Depression erklärt werden. Eine somatische Ursache
sei
nicht sicher ausgeschlos
sen, weshalb weitere Abklärungen empfohlen
würden
. Rein aus neurologischer Sicht besteh
e
keine zusätzliche zu den psychiatrischen Einschränkungen festgestellte Arbeitsunfähigkeit. Bei
der
allgemeininternistischen Untersuchung
seien
Hinweise
auf
eine Autoimmunerkrankung festgestellt
worden
. Dies könne die Ursache der neurologisch unsicheren Befunde sein. Die pathologischen Be
funde
seien
aber nicht hochgradig ausgeprägt. Rein aus allgemeininternistischer Sicht besteh
e
keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Bei
der
rheumatologischen Untersuchung
sei
ein intermittierendes zervikales Schmerzsyndrom bei Fehlhaltung der Wirbelsäule und muskulären Insuffizienzen diagnostiziert
worden
. Die Beschwerden
seien
nicht dauernd vorhanden. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteh
e
aus rheumatologischer Sicht nicht.
Zusammengefasst
sei
die
Beschwerdeführerin
aus polydisziplinärer Sicht für die angestammte Tätigkeit mit Teamleiterfunktion zu 70
% arbeits- u
nd leistungsfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei
in einem ganztägigen Pensum mi
t ver
mehrten Pausen verwertbar.
ln
einer einfachen Tätigkeit ohne Leitungsfunktion besteh
e
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%. Aufgrund der anamnestischen Angaben,
der Untersuchungsbefunde sowie
der vorliegenden Dokumente
und
der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten
sei davon auszugehen
, dass die Arbeitsfähigkeit seit Dezember 2015 eingeschränkt
sei
. Auf
grund des psychischen Leidens
könne eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit von Dezember 2015 bis Dezember 2016 bestätigt werden. Ab Januar 2017 ha
be
sich die Arbeitsfähigkeit mit den beruflichen Massnahmen verbessert. Vo
n
Januar bis September 2015
(richtig: 2017) habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestan
den
. Die
festgestellte 30%
ige Arbeitsunfähigkeit
könne
ab Oktober 2017 bestätigt werden
.
Aus somatischer Sicht
seien
weitere Abklärungen im Hinblick auf eine mögliche Autoimmunerkrankung sowie eine fundierte Schlafabklärung
zu tätigen
. Bei einer effektiven Diagnose
könne
eine Behandlung eingeleitet werden, sodass keine länger andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit durch ein manifestes Leiden zu erwarten
sei (Urk. 6/60/23)
.
Mit den vorgeschlagenen medizinischen M
assnahmen könnten die Arbeitsfähi
gkeit und damit die
Eingliederungsfähigkeit
verbessert werden. Berufliche Massnahmen sollten später nochmals geprüft werden. Insgesamt
sei die Prognose für die Wiederei
ngliederung in den Erwerbsprozess unsicher
(Urk. 6/60/24)
.
3.8
Dem Bericht
der
E._
vom 27. März 2018 lässt sich entnehmen, dass
sich
die Beschwerdeführerin
ab
30. Oktober
2017
bei der
E._
in tagesklinischer Behand
lung befand (Urk. 6/73/3). Die Behandler nannten dabei die Diagnosen der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0) sowie der Persönlichkeitsakzentuierung (selbstunsicher-vermeidend, ICD-10 Z73, Urk. 6/73/4). Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielten die Behandler fest, die Beschwerdeführerin sei vom 30. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 zu 100 % und hernach vom 1. März bis Ende März 2018 zu 80 % arbeitsunfähig (Urk. 6/73/3). Die Fortführung einer leitenden Funktion sei aufgrund der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin erschwert. Möglicherweise sei eine ausführende Tätigkeit mit klarer Aufgabendefinition geeigneter (Urk. 6/73/5). Eine 50%ige Tätigkeit, nach Möglichkeit auf fünf Arbeitstage verteilt, sei für die berufliche Wiedereingliederung günstig (Urk. 6/73/7).
Am 25. April 2018 ergänzten
diese Ärzte
, die Beschwerdeführerin sei vom 30. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 zu 100 %, hernach vom 1. März bis 11. April 2018 zu 80 % und sodann vom 12. bis 30. April 2018 zu 70 % arbeits
unfähig gewesen (Urk. 6/84/1). Die angepasste Tätigkeit sollte nach Möglichkeit keine Führungsaufgaben beinhalten. Der Arbeitsort solle möglichst reizarm gestaltet sein. Lärmemissionen seien zu vermeiden. Es solle die Möglichkeit für Pausen bestehen. Denkbar
sei
beispielsweise eine Tätigkeit im Bereich
von
Yoga-Meditationskurse
n
oder auch eine einfache Bürotätigkeit. Die Beschwerdeführerin zeige sich betreffend den Einsatzbereich sehr offen und flexibel (Urk. 6/84/2).
3.9
Die Beschwerdeführerin unterzog sich sodann am 12. September 2018 in der Klinik
M._
einer
Thermoblation
Struma nodosa links (Operationsbericht vom 16. Januar 2019, Urk. 6/110/6). In seinem Verlaufsbericht vom 17. Dezember 2018 hielt
Dr.
F._
fest, die Beschwerdeführerin gebe eine Besserung der potenziell
hyperthyreoten
Beschwerden an. So seien ihre Schlaf
gewohnheiten besser, der Schlaf sei nun auch deutlich erholsamer. Hierdurch sei ihre Belastbarkeit über den
Tag verbessert und sie ermüde nicht mehr so schnell. Auch ihre Konzentrationsfähigkeit sei leicht verbessert. Insgesamt sei sie sehr zufrieden mit der aktuellen Situation und zeige sich sehr dankbar (Urk. 6/110/10).
Es werde eine erneute Kontrolle 12 Monate nach der
Thermoblation
empfohlen (Urk. 6/110/12).
3.10
Am 21. Juni 2019 berichtete der neue behandelnde Psychiater, Dr. med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
über die Beschwerdeführerin
. Er nannte die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1) mit Persönlichkeitsakzentuierung (selbstunsicher-vermeidend, ICD-10 Z73.1) sowie der dissoziativen Störungen (Konversionsstörungen, ICD-10 F44.8) bei traumatisierenden Ereignissen in der Kindheit (Urk. 9/3 S. 1). Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin leide
zurzeit
an einem mittelgradigen depressiven Zustandsbild und
an
mehrmals wöchentlich auftretenden dissoziativen Zuständen. Sie
sei
seit 2015 krankgeschrieben und befinde sich seither durchgehend in ambulanter
oder
tagesklinischer psychiatrischer Behandlung. Aktuell
sei sie
alle zwei Wochen
bei ihm in
Behandlung
. In den letzten Monaten
sei
ein insgesamt gleichbleibendes psychisches Zustandsbild zu beobachten.
Die Beschwerdeführerin verfüge
über knapp ausreichende Ressourcen
,
um ihren Haushalt führen zu können. Ausserdem bemüh
e
sie sich
um
eine berufliche
Wiedereingliederung in einem
30%
igen
Arbeitspensum mit Hilfe des RAV. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
sei
derzeit
nicht möglich,
dies
aufgrund der geri
ngen Belastbarkeit und Ausdauer (Urk. 9/3 S. 2).
Im Zustand der Störungen oder Konversionsstörungen
leide die Beschwerdeführerin
an einem mindestens teilweisen Verlust der normalen Integration von Erinnerungen, des Identitätsbewusstseins, der Empfindungen sowie der Kontrolle
ihrer Körperbewegungen.
Aus
seiner
Sicht
sei
das
Ausmass
der Einschränkungen dieser dissoziativen Störungen oder Konversionsstörungen vergleichbar mit demjenig
en einer Persönlichkeitsstörung (Urk. 9 S. 3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung auf das
D._
-Gutachten. In diesem kamen die Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei a
ufgrund
ihres
psychischen Leidens von Dezember 2015 bis Dezember 2016
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen
. Ab Januar 2017 ha
be
sich die Arbeitsfähigkeit mit den beruflichen Massnahmen verbessert. Vo
n
Januar bis September
2017 habe noch
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden
. Die
fest
gestellte 30%
ige Arbeitsunfähigkeit
könne
ab
dem
Zeitpunkt des Gutachtens im
Oktober 2017 bestätigt werden
.
Aus somatischer Sicht
seien
weitere Abklärungen
im Hinblick auf eine mögliche Autoimmunerkrankung sowie eine fundierte Schlafabklärung
zu tätigen (Urk. 6/60/23).
Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
vom
1. Dezember 2016 bis 31. März 2017 eine ganze und
vom
1. April bis 31. Dezember 2017 eine halbe Invaliden
rente zu
. Per 31. Dezember 2017 bestehe kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente
(Urk. 2 S. 1).
Nachfolgend ist daher auf den
Beweiswert des
D._
-Gutachtens
einzugehen
.
4.2
4.2.1
In der Verfügung ging die Beschwerdegegnerin
-
gleich wie die Beschwerdeführerin
in der Beschwerde
-
davon aus,
dass die
se
von Dezember 2015 bis Dezember
2016 zu 100 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (Urk. 1 S. 1, Urk. 2 S. 4).
I
n der Beschwerdeantwort stellte
die Beschwerdegegnerin
diese Annahme in Frage, indem sie von
einer
f
raglichen
dauernden, auf einer invalidisierenden Krankheit basierenden
100
%igen Arbeits
- und danach Erwerbs
unfähigkeit
sprach. Damit zweifelte sie die Richtigkeit der Zusprechung einer R
ente
an (
Urk.
5 S.
2
). Dennoch beantragte sie nur
die
Abweisung der Beschwerde
und keine
reformatio
in peius
. Zu prüfen ist
nichts
destotrotz
der Anspruch auf eine Invalidenrente
über den ganzen strittigen Zeit
raum
und im Besonderen auch,
ob sich
der
gesundheitliche Zustand
der Beschwerdeführerin
per Januar
und
Oktober 2017 verbesserte und sie ihre Arbeitsfähigkeit
in der Folge
auf 50 % respektive auf 70 % steigern konnte
.
Dabei
ist strittig, ob
ihr die angestammte Tätigkeit als Teamleiterin weit
er
hin zumutbar ist
.
4.2.2
Vorab
stellt sich
die Beschwerdeführerin
auf den Standpunkt
, ihr Gesundheitszustand sei
vor April 2018
noch nicht stabil gewesen
, weshalb die Rentenprüfung verfrüht
vorgenommen worden sei
(Urk. 1 S. 6, vgl. Urk. 6/96, Urk. 6/99).
Ein
Rentenanspruch
wird
grundsätzlich
geprüft, sobald
die Wartezeit
gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b
IVG
, mithin die Dauer einer mindestens 40%igen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf während eines Jahres,
abgelaufen ist
und die versicherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (BGE 121 V 190).
Dabei kann ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches gemäss Art. 29
Abs.
1 ATSG entstehen (Art. 29
Abs.
1 IVG).
Von den Gutachtern wie auch den behandelnden Ärzten war ab
7.
Dezember
2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Teamleiterin bei der
Z._
attestiert worden, und dies
über den
7.
Dezember 2016 hinaus und damit
während mehr als einem Jahr.
Die Beschwerdeführerin kehrte denn auch nicht mehr an den Arbeitsplatz zurück.
Demzufolge
war die Frage des Rentenanspruchs zu Recht für die Zeit nach Ablauf
des Wartejahres geprüft worden, nachdem die Beschwerdeführerin nach einem Jahr auch noch nicht eingliederungsfähig war.
4.2.
3
Die Beschwerdeführerin bringt gegen das psychiatrische
Teilg
utachten vor,
es
sei erst ab dem 1. Mai 2018 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen (Urk. 1 S. 10).
Weder die Gutachter noch der Bericht der
Arbeitsintegration
B._
, Stiftung
C._
, oder die behandelnden Ärzte hätten eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
von 0 %
auf 50 % per Januar 2017 bestätigt (Urk. 1 S. 7). Zudem habe sie ihre Arbeitsfähigkeit während des Aufbau- und Belastbarkeitstrainings nicht über vier Stunden steigern können (Urk. 1 S. 8).
Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin bestätigten die Gutachter
des
D._
sehr wohl eine Arbeits
fähigkeit von 50 % seit Januar 201
7.
Zur Begründung ver
wiesen sie insbesondere auf die beruflichen Massnahmen (Urk. 6/60/23).
Zwar
machte
Dr.
J._
in seinem psychiatrischen Teilgutachten
keine expliziten Aussagen zu
r Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin während der Zeitspanne von Januar bis Juni 2017 (Urk. 6/60/12). Aus dem entscheidenden polydisziplinären Konsens geht jedoch hervor, dass die Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab Januar 2017 auf 50 % in angestammter sowie angepasster Tätigkeit schätzten (Urk. 6/60/23).
Die Ausführung
im Gutachten
, wonach die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit per Januar 2017 von 0 % auf 50 % habe steigern können, leuchtet sodann ein. Insbesondere berichtete
auch
Dr.
H._
unter Verweis auf ihre neurologische Untersuchung vom 15. August 2016, dass sich die depressive Symptomatik, ein
schliesslich der Konzentrationsschwierigkeiten und der Vergesslichkeit dank einer Arbeitspause mit psychiatrischer Begleitung und seit Beginn der medikamentösen Therapie mit Cymbalta gebessert habe (Urk. 6/44/1). Dementsprechend veranschlagte sie
die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin schon damals auf 50 % (
Urk.
6/44/2). Dem Abschlussbericht über das Aufbau- und Belastungstraining in der Stiftung
C._
ist
immerhin
zu entnehmen, dass
bei der Beschwerdeführerin
Fortschritte
mit Bezug auf die Abgrenzung und
den eigenen
Druck im Umgang mit Aufträgen festgestellt werden konnten und
sie
ein Pensum von vier Stunden pro Tag an vier Wochentagen absolvieren konnte, auch wenn diese
s
subjektiv bereits als Überforderung wahrgenommen worden sei (Urk. 6/48/4 f.). Auch der Hausarzt hielt im Januar 2017 einen ordentlichen be
ziehungsweise guten Verlauf fest und merkte an, gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin laufe es im Programm der Arbeitsintegration seh
r
gut
und auch im Februar 2017 habe die Beschwerdeführerin erklärt, es gehe ihr gut respektive «an sich nicht schlecht»
(Urk. 6/39/35
f.
).
Am 15. Mai 2017 berichtete er sodann von einer Besserung der Dekonditionierung und vegetativen Dystonie durch das Arbeitstraining (Urk. 6/40/1).
Die gutachterliche Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin
ihre Arbeitsfähigkeit per Januar 2017 auf 50 % steigern konnte, erweist sich vor diesem Hintergrund als nachvollziehbar
. Dr.
G._
hielt zwar am 12. April 2017 fest, die Beschwerdeführerin könne ihre bisherige Tätig
keit zu 0 % ausüben. Betreffend die
Zumutbarkeit
einer angepassten Tätigkeit
führte sie aus
,
in der Stiftung
C._
manifestier
e
sich
ein
aus
der Persön
lichkeits
störung und
der geringen
Integration
der Ich-Struktur der Beschwerdeführerin hervorgehendes
Problem. Dieses schränke schliesslich
die Belastungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit so stark ein, dass das Programm nicht in der üblichen Zeitdauer durchlaufen werden
könne
und eine Verlängerung beantragt werden
müsse (Urk. 6/32/1).
In Bezug auf Berichte
von
behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist jedoch
einerseits
rechtsprechungsgemäss auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Andererseits
führte Dr.
G._
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit offenbar in erster Linie auf
die
durch sie
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung zurück (Urk. 6/32/1).
Diesbezüglich führte der psychiatrische Gutachter jedoch nachvollziehbar aus, dass
bei der Beschwerdeführerin keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Sie sei zwar zwanghaft und perfektionistisch, habe aber 20 Jahre lang eine gute Arbeits
leistung erbringen können und auch während Jahren eine Beziehung mit ihrem Freund gehabt und sich dabei wohl gefühlt. Sie sei daher in der Berufswelt und in der Pflege persönlicher Beziehungen nicht durch die schweren pathologischen Symptome einer Persönlichkeitsstörung beeinträchtigt
. Es handle sich dabei viel
mehr um eine akzentuierte Persönlichkeit, welche die Arbeitsfähigkeit nicht einschränke
(Urk. 6/60/13).
Der Hausarzt äusserte sich schliesslich nicht zur Arbeitsfähigkeit
ab Januar 2017
, indem er am 15. Mai 2017 erklärte, die Gründe, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigen würden, lägen nicht im Bereich
der
kardiovaskulären und sonographischen Diagnostik, weshalb sie an entsprechende Stellen weitergeleitet worden sei (Urk. 6/40/2).
Nach dem Gesagten
vermögen die genannten Berichte die gutachterliche Ein
schätzung, wonach die
Beschwerdeführerin ab Januar 2017 zu 50 % arbeitsfähig
gewesen sei, nicht in Frage zu stellen.
4.2.4
Die Beschwerdeführerin kritisiert ferner die im psychiatrischen Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeit von
70 % per Oktober 201
7.
So bringt sie unter anderem vor,
der psychiatrische Gutachter vermöge seine Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
medizinisch nicht näher zu begründen
, indem er argumentiere,
sie
benütze die öffentlichen Verkehrsmittel und besuche ihre Mutter und Schwester
(Urk. 1 S.
9
).
D
er Gutachter
vermochte ein deutlich gebessertes
depressive
s
Zustandsbild
zu erkennen
(Urk. 6/60/12). Insbesondere schilderte die Beschwerdeführerin anlässlich der Exploration, in den ersten Monaten der Krise
sei
sie vor Terminen ängstlich gewesen und ihre Hände
seien
wie durchsichtig geworden. Diese Phänomene habe sie jedoch nicht mehr (Urk. 6/60/9). Auch die Tatsache, dass sie
gemäss Gutachten
wieder Kontakt zu früheren Bekannten auf
genommen habe, mit denen sie sich regelmässig treffe, spricht für eine weitere Verbesserung ihres gesundheitlichen Zustands
im Zeitpunkt des Gutachtens
(Urk. 6/60/10).
Diese Einschätzung wird untermauert durch den
Bericht des
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
vom 19. April 2018
, in
welchem
festgehalten wurde
, die Beschwerdeführerin pflege gemäss eigenen Aussagen Kontakt zu Nachbarn und Freunden und sei gut vernetzt (Urk. 6/79/4).
Weiter wurde im Gutachten festgehalten, die Beschwerdeführerin
könne auch wieder lesen
, worüber sie sich freue
(Urk. 6/60/10).
Auch der
psycho
pathologische Befund, wie er sich
anlässlich der Begutachtung
darstellte,
lässt sich gut mit dem Bild einer leichten bis mittleren depressiven Episode vereinbaren. So habe die Beschwerdeführerin etwas verlangsamt gewirkt und ihr Antrieb sei gemindert gewesen. Zudem habe sie kaum Freude gezeigt und die affektive Modulationsfähigkeit sei herabgesetzt gewesen (Urk. 6/60/10). Gleich
zeitig habe sie sich jedoch bewusstseinsklar und gut orientiert
präsentiert
und auch keine Zeichen von Konzentrationsschwäche gezeigt. Sodann seien die Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen intakt gewesen (Urk. 6/60/11). Dass der Gutachter zuerst von einer mittleren und hernach von einer leichten Depression
sprach
,
ist nicht als Widerspruch zu werten
. Denn offenbar differenzierte er bei seiner Beurteilung zwischen der Stimmung, welche leichtgradig depressiv war
,
und dem
weiteren
depressiven Zustandsbild, in wel
chem er insbesondere berücksichtigte, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Müdigkeit eingeschränkt sei (Urk. 6/60/11 f.).
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die
gutachterlich
angenommene Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 %
per Oktober 2017
widerspreche den Behandlern (Urk. 1 S. 9 f.). Es trifft zu, dass die Oberärztin der
E._
in ihre
n
Bericht
en vom 27. März und
25. April 2018 eine abweichende Einschätzung zur Arbeitsunfähigkeit festhielt (100 % vom 30. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018, dann 80 % vom 1. März bis 11. April 2018 und sodann 70 % vom 12. April bis 30. April 2018, Urk. 6/84/1). Allerdings
ist
ihre Beurteilung
nicht überzeugend
. Insbesondere
ist
nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin bei
einem
unauffällige
n
psychiatrischen Untersuchungsbefund und einer attestierten rezidivierenden depressiven Störung leichtgradigen Ausmasses
mit
einer Persönlichkeitsakzentuierung im März respektive April 2018 immer noch zu 70 respektive 80 % arbeitsunfähig
gewesen
sein sollte. Zudem
erwähnte
die Ober
ärztin
im gleichen Bericht, dass eine 50%ige Tätigkeit für die berufliche Wieder
eingliederung günstig sei (Urk. 6/84/2).
Nach dem Gesagten vermag die Einschät
zung der
E._
dem psychiatrischen Gutachten in beweiswertiger Hinsicht keinen Abbruch zu tun. Zum Bericht von Dr.
G._
vom 12. April 201
7
ist zu erwähnen, dass dieser
zum Zeitpunkt der Begutachtung im
Oktober 2017 nachweislich nicht mehr aktuell war
, weshalb der Gutachter
des
D._
auch erwähnte, dass die Diagnose der Depression bestätigt werden könne, diese sei jedoch nur noch leicht- bis mittelgradig ausgeprägt (Urk. 6/60/12).
Betreffend den Bericht von Dr.
N._
ist
weiter
anzumerken, dass dieser die Beschwerdeführerin im Juni 2019 nur
für
30 % arbeitsfähig
hielt
(Urk. 9/3 S. 2). Allerdings erwähnte er ein über die letzten Monate insgesamt gleichgebliebenes psychisches Zustandsbild, womit er lediglich eine andere Würdigung des gleichen Sachverhaltes vornahm. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin sodann offenbar heute eine weniger engmaschige Therapie in Anspruch nimmt als zum Zeitpunkt der Begutachtung (Urk. 9/3 S. 2, Urk. 6/60/8), lässt
ebenfalls auf eine verbesserte Situation schliessen.
Damit ver
mag
der Bericht von
Dr.
N._
die gutachterliche Feststellung nicht in
Frage
zu ziehen.
In Anbetracht des
nicht sehr gravierenden
psychiatrischen Befundes
im Zeitpunkt der Begutachtung
, gemäss welchem aber doch gewisse psychische Ein
schränkungen
– insbesondere die erhöhte Ermüdbarkeit (Urk. 6/60/13) –
festgestellt wurden
, erweist sich auch die
gutachterliche
Schlussfolgerung, wonach die Beschwerdeführerin
ab Oktober 2017
noch zu 30 % in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt sei, als einleuchtend
.
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin
gegen das psychiatrische Gutachten
gehen damit fehl
.
4.2.5
Des Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin das internistische Gutachten und macht geltend, dieses sei unvollständig. Namentlich habe der internistische Gut
achter die Auswirkungen der Hyperthyreose
und die von der Beschwerdeführerin geschilderten Symptome der Müdigkeit und Erschöpfung
nicht in seine Beurteilung miteinbezogen. Zudem fehle eine abschliessende Beurteilung
der genannten
Schilddrüsenerkrankung, weshalb die medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unvollständig sei (Urk. 1 S. 11). Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin
setzte sich der internistische Gutachter mit dem Vorliegen einer Hyperthyreose auseinander. So stellte er die Diagnose einer subklinischen Hyperthyreose (DD: unklare Autoimmunerkrankung).
Er
erwähnte auch, dass dadurch eine leicht vermehrte Müdigkeit entstehen könne
. Allerdings könne eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der geringgradigen Befunde aus allgemeininternistischer Sicht nicht bestätigt werden
(Urk. 6/60/7).
Dass er gleichzeitig weitere somatische Abklärungen betreffend die Schilddrüse empfahl (Urk. 6/60/8), widerspricht dieser Einschätzung nicht.
Einerseits hielt der Gutachter
bereits fest, dass eine autoimmune Hyperthyreose behandelbar sei, wo
mit keine länger andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit entstehe (Urk. 6/60/8). Andererseits
erklärte
auch der neurologische Gutachter
unter Hin
weis auf
die Erschöpfungs-Symptomatik
, dass die psychiatrischen D
iagnosen im Vordergrund stünden
(Urk. 6/60/21).
Der psychiatrische Gutachter bezog diese Problematik denn auch in seine Beurteilung ein, indem er festhielt, die Beschwerdeführerin sei vor allem durch ihre erhöhte Ermüdbarkeit eingeschränkt (Urk. 6/60/13).
An dieser Sachlage
ändert auch der Umstand nichts, dass sich die Beschwerdeführerin im September 2018 an der Schilddrüse operieren liess und danach normale Schilddrüsenwerte festgestellt werden konnten (
Urk.
6/110/6, Urk. 6/110/10). Zwar wies sie nach der Operation auf eine Besserung ihrer Schlaf
gewohnheiten und eine weniger rasche Ermüdbarkeit ihn (Urk. 6/110/10). Allerdings führte die Beschwerdeführerin
gegenüber dem internistischen Gutachter selbst aus
, ihre Müdigkeit habe mit dem Burnout begonnen (Urk. 6/60/7)
.
Auch Dr.
H._
sah anlässlich ihrer neurologischen Untersuchung im August 2016 die psychiatrische Problematik im Vordergrund (Urk. 6/44/2)
. Damit ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die geltend gemachte Müdigkeit
vor allem
auf die depressive Störung zurückzufü
hren ist.
Vor diesem Hintergrund kann dahingestellt bleiben, ob die Anordnung weitere
r
somatische
r
Abklärungen im Sinne einer Schadenminderungspflicht korrekterweise erfolgte (Urk. 6/97). Das internistische Gutachten erweist sich da
mit als ver
wertbar
und es ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
, dass die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
beziehungsweise war
.
4.2.6
Zusammenfassend ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin vo
m
7.
Dezember 2015 bis
Ende
Dezember 2016 zu 0 %, von Januar bis September 2017 zu 50 % und ab Oktober 2017 zu 70 %
in der angestammten Tätigkeit
arbeitsfähig war.
Mit dem psychiatrischen Gutachter ist
ferner
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre Restarbeitsfähigkeit
weiterhin
in ihrer bisherigen Tätigkeit als Teamleiterin zu verwerten.
Wie bereits erwähnt, legte er dar, dass
sie
vor allem durch die erhöhte Ermüdbarkeit eingeschränkt sei (Urk. 6/60/13). Diesbezüglich führte der RAD schlüssig aus, dass
die funktionellen Leistungseinschränkungen überwiegend auf
die
bestehende
Erschöpfung und
die
Störungen der zwischenmenschlichen Interaktion
zurückzuführen seien
. Die Erschöpfung trete bei Führungsaufgaben
genauso wie bei
einfachen Tätigkeiten auf (Urk. 6/96/7). Im Übrigen verneinte auch die Oberärztin der
E._
die Zumut
barkeit der Wiederaufnahme einer Teamleiterposition nicht
explizit
. Sie führte lediglich aus, die Tätigkeit im Rahmen der Wiedereingliederung solle nach Möglichkeit keine
Führungsaufgaben beinhalten (Urk. 6/84/2). An anderer Stelle erwähnte sie sodann, dass die Fortführung einer leitenden Funktion aufgrund der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin erschwert sei
und möglicherweise eine ausführende Tätigkeit mit klarer Aufgabendefinition geeigneter wäre (Urk. 6/73/5). Diesem Umstand trug der psychiatrische Gutachter
jedoch
bereits Rechnung, indem er die Arbeitsfäh
igkeit in der angestammten Tätig
keit unter Berücksichtigung
der vorhandenen
Einschränkungen (Ermüdbarkeit, leichte depressive Verstimmung, verminderte Belastbarkeit, Urk. 6/60/13) auf 50 % respektive 70 % veranschlagte (Urk. 6/60/12).
4.2.
7
Nach dem Gesagten
erfüllt
das
D._
-Gutachten
die von der Rechtspr
echung ge
stellten Anforderungen an ein beweiswertes
Gutachten
(E. 1.
5
)
, so dass
grund
sätzlich
darauf abgestellt werden kann.
Die gutachterliche Schlussfolgerung hinsichtlich
des Verlaufs der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist
hingegen
rechtsprechungsgemäss durch das Gericht daraufhin zu untersuchen, ob und inwieweit der ärztliche Experte seine Arbeitsunfähigkeitseinschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren hinreichend und nachvollziehbar begründet hat (BGE 145 V 361).
4.3
4.3.1
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.3.2
Hinsichtlich des
Komplexes der Gesundhe
itsschädigung ist zum Indikator der Ausprägung der
diagnoserelevanten Be
funde
festzuhalten, dass
sich das depressive Zustandsbild langsam zu
rückgebildet habe
.
Zudem berichtete die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung nicht mehr über Ängste und zeigte keine Zeichen von Konzentrationsschwäche
mehr
(Urk. 6/60/11).
Der
psychiatrische Gutachter
diagnostizierte
daher
zum Zeitpunkt der Exploration noch
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig le
icht- bis mittelgradige Episode.
Die Beschwerdeführerin leide vor allem unter einer erhöhten Ermüdbarkeit, einer leichten depressiven Verstimmung und einer ver
minderten psychischen Belastbarkeit (Urk. 6/60/13).
Dieser Diagnose ist ein leichter bis mittlerer Schweregrad inhärent.
Zum Indikator Behandlungserfolg oder -resistenz
ist dem Gutachten zu entnehmen
, dass die Kooperation in den bisher erfolgten Therapien gegeben gewesen sei. Der geplante Aufenthalt in einer Tagesklinik
könne
ihr
helfen, den Alltag aktiver zu gestalten
,
was
zu einer Verbesserung
beitragen
könne. Die bestehende Behandlung sei weiterzuführen (Urk. 6/60/14, Urk. 6/60/23)
.
Insgesamt ergibt sich daraus, dass
die
Beschwerdeführer
in
durchaus
Bemühungen anstellt
,
um
ihren
Gesundheitszustand zu verbessern, jedoch die Behandlungs
möglichkeiten
–
insbesondere
die psychiatrischen Th
era
pieoptionen – noch nicht aus
ge
schöpft sind
, weshalb nicht von einer Therapieresistenz gesprochen werden kann
.
Hinsichtlich des Indikators des Eingliederungserfolges führte der Gutachter aus, die Kooperation bei den Eingliederungsbemühungen sei vorhanden gewesen, die festgestellten Einschränkungen seien durch die Depression bedingt gewesen (Urk. 6/60/14).
Aus dem aktuellen Bericht der
E._
ergibt sich sodann, dass auch die
Ärzte dort
eine Wiedereingliederung als möglich erachte
te
n (Urk. 6/84/2). Daher bestehen keine Hinweise auf eine manifeste Eingliederungsresistenz.
R
elevante Komorbiditäten
liegen keine vor.
Das zervikale Schmerzsyndrom bereitet der Beschwerdeführerin keinerlei Schmerzen im Alltag (Urk. 6/60/15) und das autonome Adenom an der Schilddrüse wurde anlässlich der Operation vom September 2018 entfernt, wobei die Beschwerdeführerin eine Besserung der potentiell
hyperthyreoten
Beschwerden angab (Urk. 6/110/10).
4.3.3
Betreffend den Indikator
Persönlichkeit
ist auf die zwanghaften, perfektionistischen und selbstunsicheren Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z33.1) hin
zuweisen (Urk. 6/60/22).
Auch wenn diese die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussen (Urk. 6/60/13), so ist
ihnen
dennoch eine gewisse ressourcenmindernde Wirkung zuzuerkennen. Denn
durch ihre zwanghafte und perfektionistische Haltung und die damit einhergehenden hohen Leistungsansprüche an sich selbst hat
die Beschwerdeführerin
Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass sie nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher
.
Ferner ist dem Gutachten zu entnehmen, sie sei auf
grund ihrer Selbstunsicherheit und ihrer Schwierigkeiten, sich zur Wehr zu setzen, im Laufe der Zeit zunehmend in eine berufliche Überforderung hineingeraten und depressiv geworden (Urk. 6/60/12 f.).
4.3.4
Der soziale Kontext
der
Beschwerdeführer
in
hält
dahingehend
Ressourcen
bereit, da sie Unterstützung durch ihre
Familienmitglieder erhält. Zudem hat sie den Kontakt zu
früheren
Bekannten wieder aufgenommen, mit denen sie sich regel
mässig trifft.
Sie
besucht auch ihre Mutter oder wird von ihr besucht und hat regelmässig
en
Kontakt zur Schwester
(Urk. 6/60/10,
Urk.
6/60/14)
.
4.3.5
Zum entscheidenden
Indikator «Konsistenz»
ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin ihr Aktivitätsniveau zum Zeitpunkt der Begutachtung bereits steigern konnte. So
treffe
sie sich
gemäss Gutachten
wieder mit Bekannten und
habe
regelmässigen Kontakt zur Familie (Urk. 6/60/10, Urk. 6/60/14). Des Weiteren
sei
es ihr wieder möglich zu lesen
und auch den Haushalt führe sie selbständig, auch wenn sie dafür mehr Zeit benötige als früher.
Allerdings
sei es ihr nicht mehr möglich, zu malen oder Yoga zu praktizieren
(Urk. 6/60/10).
Hinsichtlich des Leidensdrucks ist zu bemerken, dass angesichts der
engmaschig durchgeführten Therapien (jeweils
einmal pro Woche Psychotherapie,
Trauma- und Atemtherapie
sowie
Ergotherapie, Urk. 6/
60/8)
doch ein
Leidensdruck
vor
handen ist und sie sich demzufolge in ihrem Verhalten als konsistent erweist
.
4.3.6
In Anbetracht der leicht- bis mittelgradig ausgeprägten Befunde, der Persönlichkeitsakzentuierung, des zuvor wesentlich reduzierten, hernach aber gesteigerten Aktivitätsniveau
s,
lässt sich die gutachterlich angegebene Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit
von 100 %, 50 % sowie 30 % auch mit Blick auf die Standardindikatoren nachvollziehen.
Da es anhand der Aktenlage möglich war, die erforderliche Prüfung der Standardindikatoren
vorzunehmen, ist im Übrigen
entgegen dem A
ntrag der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 2)
von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen, da von diesen keine
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte B
eweiswürdigung; BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Zusammenfassend steht fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit vo
m
7.
Dezember 2015 bis
Ende
Dezember 2016 zu 100 %, hernach von Januar bis September 2017 zu 50 % und ab Oktober 2017 noch zu 30 % arbeits
unfähig war. In einer angepassten Tätigkeit bestand in Abweichung dazu ab Oktober 2017 eine
Arbeitsfähigkeit
von 80 %.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen
Auswirkungen.
Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit verwerten kann, sind
s
owohl das
V
aliden
- als auch das Inv
alidene
in
kommen gestützt auf das zuletzt erzielte –
jeweils
der Teuerung bis
in
s Anspruchsjahr 201
6
respektive 2017
angeglichene –
E
in
ko
mmen zu ermitteln. Der
In
validitätsgrad entspricht
damit
jeweils
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
in
der angestammten Tätigkeit
. Dies ergibt einen Invaliditätsgrad von 100 % für
den Monat
Dezember 2016 (frühest
möglicher Rentenbeginn bei krankheitsbedingter Niederlegung der Arbeit im Dezember 2015 und Anmeldung zum Leistungsbezug im Juni 2016, Urk. 6/48, Urk. 6/11/57, vgl. Art. 28
Abs.
1
lit
. b
i
.V.m
.
Art. 29 Abs. 1 IVG)
, sodann von 50 % für die Zeit von Januar bis September 2017 und schliesslich von 30 % ab Oktober 201
7.
Unter analoger Berücksichtigung der
für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (
vgl. E. 1.4)
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
vom
1. Dezember 2016 bis
31. März 2017 eine ganze Rente und
vom
1. April bis 31. Dez
ember 2017 eine halbe Rente
zugesprochen hat.
Per 31. Dezember 2017 besteht
bei einem Invaliditätsgrad unter 40 %
kein Rentenanspruch mehr
(Art. 28
Abs.
2 IVG)
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweis
t sich eine Kostenpauschale von
Fr.
8
00.-- als angemessen. Weil die Beschwerde abzuweisen ist, sind die Kosten der
Beschwerdeführerin
auf
zuerlegen.