# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 32aa235f-83e2-4721-a5a9-dfd213e9954e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Y._ als Verkäufer und A._ als Käuferin schlossen am 6. Oktober 2006 einen Kaufvertrag über eine 4 1⁄2-Zimmerwohnung und zwei Miteigentumsanteile in O.1_ zum Preis von über CHF 4 Mio. ab. Zwischen den Vertragsparteien kam es in der Folge zu Differenzen in Bezug auf das Vorliegen und die Behebung von Mängeln.
B. Mit Eingabe vom 31. Juli 2012 meldete Y._ bei der Schlichtungsbehörde des damaligen Bezirks Maloja eine Klage mit folgendem Rechtsbegehren an:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 250'000.-- nebst Zins zu 5% seit dem 31. Juli 2012 zu bezahlen.
2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 4. Oktober 2012 beantragte A._ die kostenfällige Abweisung der Klage.
C. Nachdem die Parteien an der Schlichtungsverhandlung keine Einigung erzielen konnten, liess Y._ mit Eingabe vom 22. Januar 2013 beim damaligen Bezirksgericht Maloja (heute: Regionalgericht Maloja) Klage einreichen. Dabei reduzierte er seine Forderung auf den Betrag von CHF 195'000.00 zuzüglich 5% Verzugszins seit dem 31. Juli 2012.
D. Mit Prozessantwort vom 8. April 2013 beantragte A._ die kostenfällige Abweisung der Klage. Gleichzeitig stellte sie den Antrag, es sei Y._ zu einer Sicherheit für die Parteientschädigung in Höhe von CHF 30'000.00 zu verpflichten. Ausserdem verkündete sie der B._ als Totalunternehmerin den Streit, welche daraufhin auf Seiten von A._ in den Prozess eintrat.
E. Nach einem weiteren Schriftenwechsel, in welchem beide Parteien an ihren bisherigen Rechtsbegehren festhielten, zog A._ ihren Antrag auf Verpflichtung des Klägers zur Leistung einer Sicherheit für die Parteientschädigung zurück. Das entsprechende Verfahren wurde in der Folge mit Verfügung vom 16. Oktober 2013 abgeschrieben.
F. Nachdem der Gerichtsvorsitzende des Bezirksgerichts Maloja eine Expertise zum merkantilen Minderwert der betroffenen Wohnung eingeholt hatte, lud er die Parteien auf den 21. März 2017 zu einer Hauptverhandlung vor. Am 14. März 2017 setzte der Rechtsvertreter von A._ das (nunmehr) Regionalgericht
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Maloja darüber in Kenntnis, dass seine Mandantin am 18. Dezember 2016 verstorben sei. Daraufhin sistierte das Regionalgericht Maloja das Verfahren, bis die allfälligen Erben ermittelt seien und diese über eine allfällige Ausschlagung entschieden hätten. Die auf den 21. März 2017 angesetzte Hauptverhandlung wurde abgesagt.
G. Mit Schreiben vom 23. Mai 2017 fragte der Gerichtsvorsitzende beim beklagtischen Rechtsvertreter an, ob die Erben feststünden, wer diese seien und ob sie das Verfahren fortsetzen wollten.
H. Mit Schreiben vom 8. Juni 2017 teilte der beklagtische Rechtsvertreter dem Bezirksgericht Maloja das Folgende mit:
"In vorerwähnter Angelegenheit überlasse ich Ihnen die Erbbescheinigung vom 2. Mai 2017. Dieser Bescheinigung können Sie entnehmen, dass als einziger Erbe der Sohn der Beklagten fungiert. Es handelt sich hierbei um Herrn C._. Herr C._ hat die Erbschaft angenommen.
In Ihrem Schreiben vom 23. Mai 2017 haben Sie die Frage aufgeworfen, ob meine Mandantschaft das Verfahren fortsetzen will. Diese Frage können wir mit nein beantworten. Mein Mandant hat kein Interesse an der Fortführung des Verfahrens."
I. In seiner Stellungnahme vom 22. Juni 2017 führte Y._ aus, C._ habe vorbehaltlos Abstand vom Prozess erklärt. Diese Prozesshandlung käme der vollumfänglichen Anerkennung der Klage gleich, weshalb das Verfahren als gegenstandslos abzuschreiben sei. C._ sei daher zu verpflichten, ihm die eingeklagte Forderung von CHF 195'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 31. Juli 2012 zu bezahlen sowie sämtliche Kosten und die ausseramtliche Entschädigung zu übernehmen.
J. C._ bestritt mit Schreiben vom 27. Juni 2017, die Klage anerkannt zu haben. Er habe effektiv kein Interesse an diesem Verfahren, gleichwohl er aufgrund seiner Stellung als Beklagter weiterhin daran teilnehmen müsse. Die von der Gegenseite daraus geschlossene Klageanerkennung müsse entschieden zurückgewiesen werden. Abgesehen davon wäre eine Klageanerkennung ohnehin nur wirksam, wenn die Parteien das Protokoll mit der Klageanerkennung unterzeichnet hätten. Abgesehen davon habe er nie die Absicht gehabt, die Klage anzuerkennen.
K. Mit Verfügung vom 14. September 2017 lud der Gerichtsvorsitzende die Parteien auf den 5. Dezember 2017 zur Hauptverhandlung vor.
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L. Am 5. Dezember 2017 fand vor dem Regionalgericht Maloja eine Hauptverhandlung statt, an welcher die Rechtsvertreter beider Parteien anwesend waren. Diese konnten sich in der Folge sowohl zur strittigen Klageanerkennung wie auch zur Sache selbst äussern. Mit Entscheid vom 5. Dezember 2017, mitgeteilt am 16. August 2018, erkannte das Regionalgericht Maloja wie folgt:
1. Es wird festgestellt, dass der Beklagte die Klage im Umfang von CHF 195'000.-, zuzüglich Zins zu 5% seit 31. Juli 2012, anerkannt hat.
2. Demzufolge wird das Verfahren Proz.Nr. 115-2013-5 zufolge Anerkennung als gegenstandslos abgeschrieben.
3. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 8'000.-, die Kosten der Schlichtungsbehörde von CHF 400.-, die Kosten des Gutachtens von insgesamt CHF 13'695.60, inkl. MwSt., sowie die Kosten der rogatorischen Einvernahme von CHF 50.- werden dem Beklagten auferlegt. Sie werden mit dem klägerischerseits geleisteten Vorschuss verrechnet, unter Erteilung des Regressrechts auf den Beklagten.
4. Der Beklagte wird verpflichtet, den Kläger ausseramtlich mit CHF 86'833.15 (inkl. Barauslagen, MwSt. und Interessenwertzuschlag) zu entschädigen.
5. Die Revision des rechtskräftigen Entscheids (vgl. Art. 328 ff. ZPO) kann beim Regionalgericht Maloja verlangt werden, wenn geltend gemacht wird, dass die Klageanerkennung unwirksam ist (vgl. Art. 328 Abs. 1 lit. c ZPO). Das Revisionsgesuch ist innert 90 Tagen seit Entdeckung des Revisionsgrundes – spätestens nach Ablauf von 10 Jahren seit Eintritt der Rechtskraft des Entscheids – schriftlich und begründet einzureichen.

## Considerations