# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cfaf596a-18e6-4e56-b562-5a61be589b12
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Persönlichkeitsverletzung / Unlauterer Wettbewerb
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 16. Mai 2012 (CG100133)
Rechtsbegehren (Urk. 2 S. 2 f.):
"1. Es sei festzustellen, dass die Beklagte die Kläger widerrechtlich in der "C._" (C._) vom tt.mm.2010 (Online- wie ) im Beitrag "..." in ihrer Persönlichkeit verletzt hat.
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2. Es sei festzustellen, dass die Beklagte in unlauterer und  Weise die Klägerin 1 in der C._ (C._) vom tt.mm.2010 (Online- wie Print-Ausgabe) im Beitrag "..." in ihren Geschäftsverhältnissen herabgesetzt hat.
3. Es sei die Beklagte unter Androhung der Überweisung an den Strafrichter zur Bestrafung der verantwortlichen Organe mit Busse wegen Ungehorsams im Sinne von Art. 292 StGB zu verpflichten, den Beitrag "..." unter der Internetadresse http://www.C._.ch/ ....html, sowie aus sämtlichen der Beklagten zugänglichen, den vorgenannten Artikel enthaltenden Internetarchiven innert 10  nach Rechtskraft des Urteils von den betreffenden Websites zu entfernen.
4. Es sei der Beklagten unter Androhung der Überweisung an den Strafrichter zur Bestrafung der verantwortlichen Organe mit Busse wegen Ungehorsams im Sinne von Art. 292 StGB zu verbieten, gegenüber Dritten, so insbesondere auch in künftigen  derselben, die im Beitrag "..." enthaltenen verletzenden  betreffend die Kläger zu wiederholen.
5. Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger 2 eine Genugtuung in der Höhe von CHF 10'000.00 zuzüglich Zins seit dem tt.mm.2010 zu bezahlen.
6. Es seien die Kläger zu ermächtigen, das Dispositiv des Urteils auf Kosten der Beklagten in der Grösse einer halben Seite in der "C._" ("C._") veröffentlichen zu lassen.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der ."
Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Mai 2012 (Urk. 54):
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 8'000.– festgesetzt.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
3. Die Gerichtskosten werden den Klägern je zur Hälfte auferlegt, unter solida-
rischer Haftung der Klägerin 1 und des Klägers 2 für den Gesamtbetrag.
4. Die Kläger werden verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung
von insgesamt Fr. 10'260.– (inkl. Mehrwertsteuer) je zur Hälfte zu bezahlen,
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unter solidarischer Haftung der Klägerin 1 und des Klägers 2 für den Ge-
samtbetrag.
5. (Mitteilungssatz)
6. (Rechtmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
der Kläger und Berufungskläger (Urk. 53 S. 3):
"1. Es sei in Gutheissung der Berufung das Urteil des Bezirksgerichts Zürich
vom 16. Mai 2012 in Sachen "A._ AG" und B._ gegen die "C._" (Geschäfts-Nr.: CG100133-L/U) aufzuheben und den mit der  vom 30. Juli 2010 gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich .
2. Eventualiter sei in Gutheissung der Berufung die Akten zu neuer Entschei-
dung verbunden mit der Weisung zur Durchführung einer Hauptverhandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Die ordentlichen und ausserordentlichen Kosten sowohl des erstinstanzli-
chen wie auch des Berufungsverfahrens seien der Berufungsbeklagten ."
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der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 61 S. 2):
"Die Berufung der Berufungskläger sei in vollem Umfang abzuweisen, und es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Mai 2012 zu bestätigen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Mehrwertsteuerzusatz von 8%) zulasten der Berufungskläger 1 und 2."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Am tt.mm.2010 veröffentlichte die Beklagte in der "C._" (Print- und
Online-Ausgabe) folgenden Beitrag (Urk. 4/4a+b):
"... ...
Der Verkauf der «D._» entfachte neue Diskussionen um Medienmacht und . Wie viel Transparenz braucht es in den Medien?
E._
Am Freitagmorgen überraschte mich diese Information auf der Website des «F._»: «Sie ha-
ben 1 neue Nachricht erhalten.» Ein Klick auf die Botschaft führte zu einem kleinen Ratespiel, das
dem User in deutscher Sprache die Wonnen neuer Klingeltöne nahebringen will. Der Anbieter ver-
spricht im Kleingedruckten, dass er sich an die Verhaltensregeln des Bundesamts für Kommunika-
tion halte.
Das heisst also: Eine englischsprachige Zeitung spricht in ihrem Werberaum den ausländischen
Leser in seiner Muttersprache an. Und der Werbetreibende berücksichtigt dabei die jeweiligen na-
tionalen Rahmenbedingungen – offensichtlich stellt eine solche Aktion keine Internet-Spielerei
mehr dar. Die Entgrenzung des Medienmarktes schreitet weiter voran.
Bereits seit Jahren wird die Schweiz erfolgreich durch die Werbefenster ausländischer Fernseh-
sender bearbeitet. Sie ziehen etwa ein Drittel der hiesigen TV-Werbefranken an. Auch deutsche
Zeitschriften haben Werbefenster. Nun können via Internet selbst fremdsprachige Zeitungen in
den Fenstermarkt einsteigen. Alte Machtgefüge werden immer brüchiger.
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Das Beispiel des «F._», der die Aufmerksamkeit von Schweizer Lesern zu wecken sucht, re-
lativiert die hiesigen Diskussionen um Medienkonzentration und Besitzverhältnisse, welche neuen
Antrieb erhielten, als vor einer Woche die «D._» an den Financier G._ und den ... An-
walt H._ verkauft wurde.
Sicher verdient Beachtung, dass H._ vor acht Jahren bei der Übernahme des I._ -
Verlags involviert war; dass er die «AA._» präsidiert und im Verwaltungsrat von J._
Schweiz, von K._ Schweiz, von L._ und der M._ sitzt; dass ferner die drei letztge-
nannten Medienfirmen von N._ geführt werden und dass O._ wiederum Präsident von
L._ ist. Letzterer war von 1988 bis 1994 Geschäftsführer von P._ und damit im Machtbe-
reich des damals oft beargwöhnten Q._.
Angesichts dieser Konstellationen wurde schon öfters über ein rechtes Mediennetzwerk spekuliert,
bei dem der 84-jährige Q._ immer noch eine Rolle spielen soll. Der Liebhaber von Verschwö-
rungstheorien kann die Fäden weiter ziehen und darauf verweisen, dass R._ Anfang Jahr
über seine Firma S._ den Mehrheitsbesitz an den ... T._ Studios übernahm, welche in
der Fernseh- und Werbeproduktion engagiert ist.
Der Verkauf der «D._» brachte auch die «AA._» wieder in den Fokus von medienkriti-
schen Beobachtern. Denn Ende 2006 wurden die I._-Titel ans Medienhaus J._ verkauft,
während die «AA._» herausgelöst und an B._ übertragen wurde. Die Hintergründe der
Transaktion blieben im Dunkeln. Und damit gärt weiterhin die Frage: Wer wirkte als edler Gönner?
In medienpolitischer Hinsicht steht man hier vor drei Themenbereichen: Transparenz der Besitz-
verhältnisse, verlegerische Einflussnahme und Medienkonzentration. Transparenz gehört zum
klassischen Forderungskatalog der Aufklärer. Das erwarten auch die Journalisten. Im Presseko-
dex steht: Die Arbeitnehmer «haben Anspruch auf Transparenz über die Besitzverhältnisse ihres
Arbeitgebers».
Im Wettbewerb der Marken und Images verfügt jener über einen Vorteil, der klar ausweisen kann,
wer das letzte Wort im Betrieb hat. Wenn aber eine eindeutige Produktedeklaration fehlt, müssen
weder Leser noch Journalisten im Dunkeln tappen. Die Frage, ob beispielsweise der «AA._»-
Verleger irgendwelche Direktiven erhält oder nicht, spielt letztlich keine Rolle für die Identifizierung
des Produkts. Wer den Titel liest, weiss, was er in Händen hält. Er erkennt etwa, dass die
«AA._» vom rechtsliberalen zum nationalkonservativen Blatt sich verändert.
Unübersichtlicher erscheint die Lage auf einer tieferen Ebene. Denn selbst wenn die Besitzver-
hältnisse sonnenklar sind, kann der Leser höchstens bei genauer Lektüre und bei guter Kenntnis
der Sachzusammenhänge durchschauen, inwiefern weitere Interessengeflechte die konkrete In-
formationsarbeit mitprägen: das Beziehungsnetz der Redaktoren, des Chefredaktors oder des Be-
sitzers, Einflussversuche der Werbetreibenden oder von politischen Akteuren. Im täglichen Infor-
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mationsgeschäft wird oft das Transparenzgebot verletzt. Solche Defizite gefährden viel stärker die
Glaubwürdigkeit einer Marke als unklare Eigentümerverhältnisse.
Konkurrenz und Medienvielfalt sind ein Mittel gegen intransparente Informationen. Die Käufer der
«D._» wollten denn auch mit ihrem Eingriff ein Zeichen gegen die Medienkonzentration in un-
serem Land setzen. Man kann das als staatspolitisch edle Tat interpretieren. Allerdings handelt es
sich hier um eine Nebenfrage von kurzfristigem Interesse.
Die Gefahr scheint nämlich gering, dass die Schweiz in monopolartigen Strukturen erstarrt. Je
mehr die Informationen digital ausgetauscht werden, desto weniger spielen regionale und nationa-
le Grenzen eine Rolle. Techno-Konzerne beispielsweise, welche elektronische Lesegeräte herstel-
len, schaffen weltweit neue Rahmenbedingungen. Wer bloss sein altes Revier im Blick hat, könnte
schnell überrollt werden."
2. Die Klägerin 1 ist Herausgeberin des Wochenmagazins "AA._". Sie
befindet sich im Eigentum des Klägers 2, der im August 2006 zunächst 60% und
im Dezember 2006 die restlichen 40% der Aktien erwarb. Der Kläger 2 ist sowohl
Verleger als auch Chefredaktor der "AA._". Die Kläger sehen sich durch den
von der Beklagten publizierten Artikel in ihrem Persönlichkeitsrecht (Art. 28 ZGB)
verletzt. Die Klägerin 1 ist zudem der Ansicht, sie werde durch die im Beitrag ent-
haltenen unwahren und unnötig verletzenden Aussagen in unlauterer Weise her-
absetzt (Art. 3 lit. a UWG).
4. Am 2. August 2010 (Datum des Poststempels) reichten die Kläger Klage-
schrift und Weisung bei der Vorinstanz ein (Urk. 1, Urk. 2). Die Beklagte erstattete
die Klageantwort am 7. Februar 2011 (Urk. 20). Die Replik datiert vom 18. Okto-
ber 2011 (Urk. 38), die Duplik vom 13. Februar 2012 (Urk. 46). Am 16. Mai 2012
fällte die Vorinstanz das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil (Urk. 49 =
Urk. 54).
5. Mit Eingabe vom 3. Juli 2012 erhoben die Kläger Berufung gegen das
ihnen am 4. Juni 2012 zugestellte Urteil (Urk. 53). Den ihnen auferlegten Kosten-
vorschuss leisteten die Kläger rechtzeitig (Urk. 58). Die Berufungsantwort ging am
17. September 2012 ein (Urk. 61) und wurde den Klägern am 4. Oktober 2012 zur
Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 65). Seither sind keine weiteren Eingaben mehr
erfolgt.
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II.
1. Die Kläger sind zusammengefasst der Auffassung, durch den von der Be-
klagten publizierten Text werde – auch mit Aussagen und Wertungen zwischen
den Zeilen – beim massgebenden Durchschnittsleser der Eindruck vermittelt,
dass bei der "AA._" ein Dunkelmann Einfluss nehme und damit die redaktio-
nelle Unabhängigkeit nicht gewährleistet sei. Der Kauf der "AA._" werde als
Aktienübertragung und damit als Schenkung dargestellt. Die Eigentumsverhält-
nisse würden in Frage gestellt und der Aktienerwerb als intransparent bezeichnet.
Die Existenz eines Gönners und damit eines Dunkelmannes werde als Tatsache
vorausgesetzt. Die Selbstidentifikation (Mutation zum nationalkonservativen Blatt)
stelle keine Abschwächung sondern eine inhaltliche Bestätigung der vorab in Fra-
ge gestellten Direktiven dar. Der Leser bekomme damit die Antwort betreffend Di-
rektiven und fehlender Produktedeklaration nachgeliefert: Die "AA._" sei zum
nationalkonservativen Blatt mutiert, was die Einflussnahme politischer Akteure vo-
raussetze. Es werde suggeriert, dass der Kläger 2 von dritter Seite Direktiven er-
halte und die Befehle eines Dunkelmannes ausführe. Den Klägern werde presse-
ethisches Fehlverhalten vorgeworfen, obwohl die Kläger den vom Schweizeri-
schen Presserat gestellten Anforderungen an die Transparenz nachgekommen
seien. Der Kläger 2 habe öffentlich erklärt, dass der Erwerb der Aktien durch Ei-
genkapital und Bankdarlehen finanziert und dabei keine Sicherheit eines Dritten
geleistet worden sei. Interne Verträge und Dokumente müssten nicht auf den
Tisch gelegt werden, zumal damit auch vertragliche Stillschweigevereinbarungen
schwerwiegend verletzt würden. Die Ausführungen über die Einflussnahme von
Werbetreibenden und Politkern sei ebenso auf die "AA._" gemünzt, da dem
Durchschnittsleser bekannt sei, dass das von der "U._" gesponserte Kreuz-
worträtsel und die Inserate des "V._" zum Gerücht geführt hätten, R._
nehme auf diese Weise Einfluss auf die "AA._". Bei den fehlerhaften Be-
hauptungen handle es nicht mehr um zu vernachlässigende journalistische Unkor-
rektheiten sondern um grundlegende Falschbehauptungen, welche jeglicher
Wahrheit entbehrten und die Kläger schwerwiegend in ihrer Persönlichkeit verletz-
ten (Urk. 2 Ziff. 18, Ziff. 22, Ziff. 24; Urk. 38 Ziff. 15, Ziff. 20, Ziff. 29, Ziff. 34, Ziff.
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46, Ziff. 56, Ziff. 62). Die objektiv unwahren Aussagen und schwerwiegenden
Herabsetzungen würden die Klägerin 1 im Wettbewerb mit anderen Medienunter-
nehmen in einem komplett falschen Bild zeigen, was zur Folge habe, dass Leser
und Werbemarkt das Magazin meiden würden. Der Beklagten sei es nicht um ob-
jektive Information über die "AA._" und die Klägerin 1 gegangen, sondern um
eine gezielte Falschdarstellung einer Mitbewerberin und Konkurrentin mittels un-
nötig verletzender Aussagen durch Zeichnung eines unnötig verletzenden Ge-
samtbildes, so dass auch der Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs (Art. 3 lit. a
UWG) erfüllt sei (Urk. 2 Ziff. 25 ff.; Urk. 38 Ziff. 65 f.). Den Klägern stünden daher
die eingeklagten Feststellungs-, Beseitigungs-, Unterlassungs-, Publikations- und
Genugtuungsansprüche zu (Urk. 2 Ziff. 28 ff.).
2. Nach Auffassung der Beklagten wird durch den fraglichen Artikel weder
die Persönlichkeit der Kläger noch der lautere Wettbewerb verletzt. Der Verkauf
der "D._" habe die Diskussion um Medien, Macht und Dunkelmänner neu
entfacht. Damit sei auch der Verkauf der "AA._" wieder in den Fokus der
medienpolitischen Beobachter gekommen (Urk. 20 S. 19), zumal die beiden Käu-
fer der "D._" (G._ und H._) auch mit der "AA._" eng verbun-
den seien (Urk. 20 S. 27). Die Aussagen des Klägers 2 zur Finanzierung des Er-
werbs der Klägerin 1 hätten – insbesondere mit Blick auf den Erwerb der zweiten
Aktientranche – alle essentiellen Punkte im Dunklen gelassen und daher die Spe-
kulationen zu den Hintergründen der Transaktion in beträchtlichem Ausmass an-
geheizt (Urk. 20 S. 13, S. 17, S. 27, S. 39). Die Frage nach einem Gönner habe in
der Öffentlichkeit, in der Branche und in den Medien weiter gegärt (Urk. 20 S. 21,
S. 25, S. 39), weshalb sie im Artikel durchaus habe angesprochen werden dürfen
(Urk. 20 S. 10), fordere doch auch der Presserat wirtschaftliche Transparenz be-
züglich Macht- und Besitzverhältnissen in den Medien (Urk. 46 S. 11, S. 16, S.
24). Dabei sei den Klägern nicht etwa unterstellt worden, dass es einen Gönner
gebe, sondern dass die Frage nach einem Gönner weiter gäre (Urk. 20 S. 31;
Urk. 46 S. 15, S. 21, S. 26). Der Begriff "übertragen" sei neutral und sage nichts
über den Rechtsgrund des Vorganges (Kauf oder Schenkung) aus. Mit der Er-
wähnung allfälliger Direktiven habe der Autor nur aufgegriffen, was die logische
Folge aus der fehlenden Transparenz beim Verkauf der Anteile der Klägerin 1 an
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den Kläger 2 gewesen sei. Die Frage, ob der Kläger 2 Direktiven erhalte, sei klar
offen gelassen worden (Urk. 20 S. 30; Urk. 46 S. 15, S. 19). Auch sei positiv her-
vorgehoben worden, dass sich das Produkt "AA._" in jedem Fall selbständig
identifizieren lasse (Urk. 20 S. 22, S. 29 f.). Mittlerweile hätten die Kläger in der
"AA._" vom tt.mm.2012 selber eingeräumt, dass der Financier G._ die
Kredite des Klägers 2 beim Kauf der "AA._" abgesichert habe. Es sei gera-
dezu infam, wenn die Kläger in der Replik wiederholt behaupteten, eine solche
Absicherung habe es nicht gegeben (Urk. 46 S. 6, S. 11, S. 16 f., S. 24, S. 27).
Auch derjenige, der Kredite absichere, leiste einen wirtschaftlichen Beitrag und
sei daher Gönner, sei doch bei der Gewährung von Bankkrediten die Absicherung
fundamental wichtig (Urk. 46 S. 17 f.). Die weiteren Ausführungen zu Transpa-
renz, Besitzverhältnissen, verlegerischer Einflussnahme und Medienkonzentration
seien allgemein gehalten und nicht direkt auf die "AA._" bezogen (Urk. 20 S.
29). Auch würde sich der Abschnitt zu allfälligen weiteren Interessengeflechten,
zu möglichen Beziehungsnetzen der Redaktoren, des Chefredaktors und Besit-
zers sowie zu möglichen Einflussversuchen der Werbetreibenden oder politischer
Akteure an alle Medien richten und nicht direkt die "AA._" betreffen. Die Klä-
ger würden den Text uminterpretieren und alle allgemein gehaltenen Aussagen in
unkorrekter Weise auf die "AA._" beziehen (Urk. 20 S. 30 f., Urk. 46 S. 14).
Fragen nach den Hintergründen der Transaktionen von 2006 und auch die Fest-
stellung, dass diese im Dunkeln lägen, müssten bei einem in der Öffentlichkeit
auftretenden und agierenden Medienunternehmen erlaubt sein (Urk. 20 S. 41 f.,
Urk. 46 S. 32). Im Artikel der C._ finde sich demnach keine einzige persön-
lichkeitsverletzende oder unlautere Herabsetzung der Kläger.
3. Die Vorinstanz erwog zunächst, dass Art. 3 lit. a UWG ein umfassenderer
Anwendungsbereich als Art. 28 ZGB zukomme, die unlautere Herabsetzung aller-
dings einen Anwendungsfall der Persönlichkeitsverletzung darstelle, weshalb die
an beide Tatbestände zu stellenden Anforderungen weitgehend identisch seien.
Überdies gälten im Wirtschaftsleben prinzipiell strengere Voraussetzungen für ei-
ne Verletzung der Ehre. Soweit im vorliegenden Fall eine Persönlichkeitsverlet-
zung verneint werden müsse, sei auch eine unlautere Herabsetzung ausge-
schlossen (Urk. 54 S. 12).
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Den Titel und die ersten sechs Absätze des Artikels hielt die Vorinstanz für
sich allein genommen für nicht weiter relevant. Auch konnte die Vorinstanz in der
Aussage, die Aktien seien an den Kläger 2 übertragen worden, keine Persönlich-
keitsverletzung erkennen, da damit offen gelassen werde, ob die Titel verkauft
oder verschenkt worden seien. Zudem habe mit der gewählten Formulierung nicht
die Veräusserungsart sondern der Empfänger in den Fokus gerückt werden sollen
(Urk. 54 S. 16 f.). Auch die Wendung, dass die Hintergründe der Transaktion im
Dunkeln geblieben seien, lasse nicht auf eine Verletzung der Persönlichkeit der
Kläger schliessen. Damit würden nicht inkorrekte Verhaltensweisen angespro-
chen sondern die Empfindung, keine klaren Verhältnisse vor sich zu haben, die es
ermöglichen würden, die Situation einzuschätzen und weiteres Handeln zu defi-
nieren (Urk. 54 S. 17 f.). Demgegenüber werde mit der Frage: "Wer wirkte als ed-
ler Gönner" nicht nach einem allfälligen Gönner gefragt; ein solcher werde viel-
mehr vorausgesetzt. Bei der Prüfung, ob diese vorweggenommene Tatsache per-
sönlichkeitsverletzend sei, dürfe indes nicht ausser Acht bleiben, dass bei einer
Gesamtbetrachtung des Artikels beim medieninteressierten Durchschnittsleser
nicht der Eindruck entstehe, dem Kläger 2 werde vorgeworfen, er habe tatsächlich
die Klägerin 1 mittels fremder Hilfe erworben. Im Fokus des Artikels stehe die
Problematik unklarer Besitzverhältnisse und damit die nicht erkennbare mögliche
Einflussnahme Dritter. Die Frage nach dem "edlen Gönner" verliere in diesem
Kontext ihre selbständige Bedeutung, weshalb die Kläger gesamthaft betrachtet,
trotz unkorrekter Fragestellung, nicht in einem "falschen Licht" gezeigt würden.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung würden unzutreffende Presse-
äusserungen jedoch nur dann als insgesamt unwahr und persönlichkeitsverlet-
zend gelten, wenn sie in wesentlichen Punkten nicht zuträfen und die betroffene
Person im Ansehen der Mitmenschen empfindlich herabsetzten. Dies habe auch
für das Wettbewerbsrecht zu gelten (Urk. 54 S. 18 ff.).
Die Vorinstanz prüfte sodann, ob die im Artikel aufgestellte Behauptung, es
fehle bei der "AA._" an Transparenz über die Besitzverhältnisse, die Persön-
lichkeit der Kläger verletzten. Sie konstatierte, dass der Autor es nicht bloss bei
der festgestellten Intransparenz der Besitzverhältnisse belasse, sondern diese ihn
zur Anschlussfrage nach der redaktionellen Einflussnahme führe, bei der auch die
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"AA._" angesprochen werde. Zwar lasse der Autor die Frage, ob die Kläger
Direktiven erhalten würden, offen. Aufgrund der besonderen Bedeutung, die der
Unabhängigkeit für die Medien zukomme, verletze aber bereits die unbeantworte-
te Frage nach der Einflussnahme das durch Art. 28 ZGB geschützte Rechtsgut
der beruflichen und geschäftlichen Ehre (Reputationsschutz), die auch juristi-
schen Personen zuerkannt werde. Es stelle sich daher die Frage, ob die Beklagte
Rechtfertigungsgründe (Einwilligung des Verletzten, überwiegendes privates oder
öffentliches Interesse, Gesetz) nachzuweisen vermöge, welche die gegebene Wi-
derrechtlichkeit beseitigen könnten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung dürfe die Presse wahre Tatsachen verbreiten, es sei denn, es handle sich
um solche aus dem Geheim- oder Privatbereich oder die betroffene Person werde
in unzulässiger Weise herabgesetzt, weil die Form der Darstellung unnötig verlet-
zend sei. Da der C._-Artikel in keiner Weise reisserisch geschrieben sei, las-
se sich eine unnötige und damit nicht gerechtfertigte Verletzung der Persönlich-
keit nicht ausmachen. Seitens der Kläger werde sodann anerkannt, dass ein öf-
fentliches Informationsinteresse an der Person des Klägers 2 und am Produkt
"AA._" nachvollziehbar sei und folglich ein legitimer Anspruch bestehe zu
wissen, in wessen Eigentum die Klägerin 1 stehe. Die Parteien seien sich auch
einig, dass bei tatsächlicher Intransparenz die Frage nach redaktioneller Einfluss-
nahme und Unabhängigkeit öffentlich gestellt werden dürfe. Die Kläger würden
einzig bestreiten, dass die behauptete Tatsache der Intransparenz wahr sei. Ob
die Kläger tatsächlich Transparenz über die Besitzverhältnisse geschaffen hätten
oder nicht, sei daher für die hier zu beurteilende Persönlichkeitsverletzung absolut
zentral, weshalb zu untersuchen sei, ob die vom Autor des C._-Artikels be-
hauptete Intransparenz der Besitzverhältnisse der Wahrheit entspreche (Urk. 54
S. 20 ff.). Massagebend sei dabei der Beweis über die behauptete Tatsache
mangelnder Transparenz. Werde eine Anschuldigung – im Sinne eines Vorwurfs
der Intransparenz – in der Presse wiedergegeben, sei entscheidend, ob die An-
schuldigung stimme, nicht aber, ob sie tatsächlich geäussert worden sei. Die An-
schuldigung werde nicht wahr, wenn sie wiederholt werde. Es seien Tatsachen zu
verlangen, die entweder feststünden oder denen die Kläger in der fraglichen Zeit
der Veröffentlichung des Artikels nicht widersprochen hätten (Urk. 54 S. 28).
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In Würdigung von zwei Stellungnahmen des Schweizer Presserates vom 28.
März 2003 und 13. Juli 2011 kam die Vorinstanz zum Schluss, dass es bei Zwei-
feln an der tatsächlichen wirtschaftlichen Beherrschung eines Unternehmens nicht
genüge, bloss die Eigentumsverhältnisse an der Medienunternehmung darzutun.
Da es kaum möglich sei, sich als Verleger "unzweideutig" zu erklären, um herr-
schende Zweifel zu beseitigen, müsse diesen anderweitig begegnet werden (Urk.
54 S. 23 ff.). Dabei sei von Belang, dass die Äusserungen des Klägers 2 in der
Zeit des Kaufs der "AA._" Fragen im Zusammenhang mit der Finanzierung
aufwerfen würden (Urk. 54 S. 35). Der Kläger 2 habe sich bereits vor Veröffentli-
chung des hier zur Diskussion stehenden Artikels öffentlich dahingehend verneh-
men lassen, dass er die Klägerin 1 unter Einsatz seines gesamten Vermögens
und mit Hilfe von Bankdarlehen erworben und dafür einen Marktpreis bezahlt ha-
be (Urk. 54 S. 27). Auch habe er öffentlich festgehalten, dass für die Finanzierung
der zweiten Tranche kein Dritter Sicherheit für das erneut geleistete Bankdarlehen
geleistet habe. Dass mit dieser Aussage die (in vielen Presseartikeln kursieren-
den) Gerüchte nicht beseitigt, sondern noch angeheizt worden seien, verstehe
sich von selbst. Es sei gerichtsnotorisch, dass Banken ihre Darlehen nur bei ge-
nügend vorliegenden Sicherheiten gewähren würden. Solche Sicherheiten hätten
gemäss Angaben des Klägers 2 nicht bestanden, da er sein gesamtes Vermögen
in den Kauf investiert und die Klägerin 1 ein gravierendes Defizit ausgewiesen
habe. Weder habe der Kläger 2 den in den Medien genannten Übernahmewerten
für die Klägerin 1 widersprochen, noch sei der Kaufpreis für die "AA._" kom-
muniziert worden. Demzufolge habe der Autor des C._-Artikels den Klägern
aufgrund der sich ihm damals bietenden Situation Intransparenz vorwerfen dür-
fen. Eine widerrechtliche Verletzung der Persönlichkeit dadurch, dass die Beklag-
te die fehlende Transparenz angesprochen und damit die Frage nach der Ein-
flussnahme aufgeworfen habe, sei demnach zu verneinen (Urk. 54 S. 35 f.).
Keine weitere Bedeutung mass die Vorinstanz dem von der Beklagten in der
"AA._" vom tt.mm.2012 erschienenen Artikel bei, wonach G._ die Bank-
kredite abgesichert habe. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, der Vorwurf
der Intransparenz sei im Lichte der damaligen Verhältnisse und der sich damals
bietenden Situation zu prüfen (Urk. 54 S. 36).
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Die Vorinstanz konnte nicht erkennen, inwiefern den Klägern im achten Ab-
schnitt ein presseethisches Fehlverhalten vorgeworfen werde, beinhalte dieser
Textabschnitt doch lediglich allgemeine Ausführungen (Urk. 54 S. 37 f.). Sie wi-
dersprach ferner der Auffassung der Kläger, der Autor beantworte im neunten Ab-
schnitt die Frage nach der Einflussnahme mittels Direktiven "als logische Konse-
quenz" dahingehend, dass die (im zehnten Abschnitt) "angesprochenen" politi-
schen Akteure als Gönner vorausgesetzt würden. Die veränderte Ausrichtung der
"AA._" werde auch nicht ansatzweise mit den alternativen Quellen möglicher
Einflussnahme in Verbindung gebracht (Urk. 54 S. 38 f.). Auch könne nicht als er-
stellt gelten, dass der Durchschnittsleser einen Bezug zwischen den im zehnten
Abschnitt genannten "weiteren Interessengeflechten" und der – im Abschnitt nicht
erwähnten – "AA._" herstelle oder mit den Gerüchten, wonach die Familie
R._ die "AA._" finanziere, vertraut sei (Urk. 54 S. 40 f.). Die gefährdete
Glaubwürdigkeit einer Marke stehe im zehnten Abschnitt in Beziehung mit der
nicht bekannten Einflussnahme. Weitergehende Bedeutung komme dem Begriff
"Glaubwürdigkeit" nicht zu (Urk. 54 S. 36).
Als Fazit hielt die Vorinstanz fest, der publizierte Artikel verletze die Persön-
lichkeit der Kläger insofern, als er die Frage nach der redaktionellen Einflussnah-
me durch Dritte offen lasse. Grund für die gestellte Frage sei allerdings die feh-
lende Transparenz der Besitzverhältnisse bei der Klägerin 1, die als erstellt zu
gelten habe. Der Autor habe daher die Frage nach der Einflussnahme im Sinne
des öffentlichen Interesses stellen dürfen, komme ihr in der Medienbranche doch
eine besondere Bedeutung zu. Der Eingriff in die Persönlichkeit der Kläger sei
daher gerechtfertigt. Anderweitige Verletzungen der Persönlichkeit könnten im Ar-
tikel nicht erkannt werden. Die Klage sei daher abzuweisen.
III.
1.1 Das Berufungsverfahren richtet sich nach der schweizerischen Zivilpro-
zessordnung (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Demgegenüber stand das erstinstanzliche
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Verfahren noch unter der Herrschaft des zürcherischen Prozessrechts (Art. 404
Abs. 1 ZPO).
1.2 Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben. Sie richtet sich ge-
gen einen erstinstanzlichen Endentscheid. Klagen aus Persönlichkeitsverletzun-
gen sind nicht vermögensrechtlicher Natur. Auf die Berufung ist damit einzutreten
(Art. 308 und 311 ZPO).
1.3 Der Kläger 2 ist mit seiner Wohnadresse gemäss Weisung (Urk. 1) ins
Rubrum des Berufungsurteils aufzunehmen (DIKE-Komm-Kriech, N 6 zu Art. 238
ZPO).
1.4 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO muss die Berufung eine Begründung ent-
halten. Dies bedeutet, dass sich der Berufungskläger substanziiert mit den ange-
fochtenen Urteilserwägungen auseinandersetzt und im Einzelnen aufzeigt, worin
eine unrichtige Rechtsanwendung oder eine unrichtige Feststellung des Sachver-
halts (Art. 310 ZPO) liegt. Es genügt nicht, wenn der Berufungskläger bloss den
vor Vorinstanz eingenommenen Rechtsstandpunkt wiederholt oder gar lediglich
auf die Rechtsschriften in den Vorakten verweist. Vielmehr muss er die als fehler-
haft erachteten Erwägungen der Vorinstanz zum Ausgangspunkt seiner Kritik ma-
chen. Die Berufungsinstanz ist nicht verpflichtet, den angefochtenen Entscheid
von sich aus auf alle denkbaren Mängel zu untersuchen, es sei denn, diese träten
offen zu Tage (BGE 138 III 374, 375 E. 4.3.1; CAN 2012 Nr. 75 S. 206 f. sowie –
mit weiteren Hinweisen – Seiler, Die Berufung nach ZPO, Basel 2013, N 893 ff.,
insb. N 896; Hohl, Procédure civil II, Bern 2010, N 2405 f.; Reetz/Theiler, in: Sut-
ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., N 36 zu Art. 311 ZPO; ZPO-
Rechtsmittel-Kunz, N 92 zu Art. 311 ZPO; CPC-Jeandin, N 3 zu Art. 311 CPC).
1.5 Soweit die Kläger in ihrer Berufung lediglich auf die Vorakten bzw. auf
die vor Vorinstanz gemachten Ausführungen verweisen (Urk. 53 S. 8 Ziff. 20, S.
11 Ziff. 28, S. 15 Ziff. 43, S. 17 Ziff. 46, S. 26 Ziff. 73) oder allgemeine rechtliche
Ausführungen ohne konkreten Bezug zum angefochtenen Entscheid machen (vgl.
– beispielhaft – Urk. 53 S. 8 Ziff. 19, S. 8 f. Ziff. 21-22, S. 10 Ziff. 24-25, S. 14 f.
Ziff. 36-42, S. 19 f. Ziff. 51-53, S. 22 Ziff. 61-62, S. 30 Ziff. 84-85), verfehlt sie die
- 15 -
obgenannten gesetzlichen Begründungsanforderungen. Insoweit braucht auf ihre
Vorbringen nicht weiter eingegangen zu werden.
1.6 Die Kläger werfen der Vorinstanz vor, sie habe ihnen das rechtliche Ge-
hör (Art. 29 BV und Art. 53 ZPO) verweigert, indem keine Hauptverhandlung im
Sinne von Art. 228 ff. ZPO und kein Beweisverfahren durchgeführt worden sei. Mit
ihrer Vorgehensweise habe die Vorinstanz auch das in Art. 2 ZGB und Art. 52
ZPO verankerte Gebot von Treu und Glauben verletzt (Urk. 53 S. 19 Ziff. 51 bis S.
22 Ziff. 60). Den Klägern sei die Möglichkeit verwehrt worden, alle entscheidrele-
vanten Tatsachen vorzutragen (Urk. 53 S. 30 Ziff. 87).
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und von Treu und Glauben liegt
nicht vor: Das vorinstanzliche Verfahren richtete sich nach der Zivilprozessord-
nung des Kantons Zürich vom 13. Juni 1976 (ZPO/ZH; vgl. Erw. 1.1). Demzufolge
können sich die Kläger nicht darauf berufen, die Vorinstanz habe keine Hauptver-
handlung nach eidgenössischer ZPO durchgeführt und es sei ihnen verwehrt
worden, an der Hauptverhandlung neue Tatsachen und Beweismittel vorzutragen
(Urk. 53 S. 22 Ziff. 60). Nach schriftlicher Klagebegründung und Klageantwort und
Durchführung einer Referentenaudienz/Vergleichsverhandlung ordnete die Vo-
rinstanz am 6. Juli 2011 für die weiteren Parteivorträge das schriftliche Verfahren
an (Urk. 32), was gemäss § 128 ZPO/ZH ohne weiteres zulässig war. Die Kläger
verlangten damals keine mündliche Hauptverhandlung, sondern reichten die
schriftliche Replik am 18. Oktober 2010 ein (Urk. 38). Damit durfte die Vorinstanz
von einem stillschweigenden Verzicht auf eine Hauptverhandlung ausgehen (BGE
134 I 229, 236 f. E. 4.3; 134 I 331, 333 E. 2.3). Im Rahmen des allgemeinen Rep-
likrechts (BGE 137 I 195) hätten sich die Kläger von sich aus zu der ihnen am 26.
April 2012 zugestellten Duplik (Urk. 46, Urk. 48) äussern können und müssen.
Dies haben sie unterlassen, was im Berufungsverfahren nicht nachgeholt werden
kann. Zu Recht weist die Beklagte sodann darauf hin, dass nur über strittige
rechtserhebliche Tatsachen ein Beweisverfahren durchzuführen ist (§ 133
ZPO/ZH; Urk. 61 S. 19 N 43). Die Kläger legen nicht dar, inwiefern die Vorinstanz
bestrittene Tatsachen als erwiesen angenommen und ihrem Urteil zugrunde ge-
legt hat. Auch verlieren die Kläger kein Wort darüber, welche Tatsachenbehaup-
- 16 -
tungen nicht in den Prozess eingeführt werden konnten und welche Beweismittel
die Vorinstanz ihrer Auffassung nach noch hätte erheben müssen.
2.1 Die Kläger monieren als unrichtige Rechtsanwendung, dass die Vor-
instanz die eigenständige Anwendbarkeit des UWG nicht geprüft und dessen Gel-
tung pauschal und in unrichtiger Weise mit einem Verweis auf die Normen des
Persönlichkeitsschutzes abgetan habe (Urk. 53 S. 13 Ziff. 34). Die Vorinstanz sei
zu Unrecht davon ausgegangen, dass Art. 3 lit. a UWG einen Anwendungsfall der
Persönlichkeitsverletzung darstelle (Urk. 53 S. 7 Ziff. 15). Beispielsweise sei es
schwer vorstellbar, dass eine unlautere Medienveröffentlichung durch ein über-
wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt werden könne, denn ein öffentli-
ches Interesse an Information setze voraus, dass wahrheitsgemäss, sachlich und
ohne Verunglimpfungen, d.h. in der Sache eben lauter, berichtet werde (Urk. 53
S. 7 f. Ziff. 18). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien unrichtige
Tatsachenbehauptungen als sog. "journalistische Ungenauigkeiten und Vereinfa-
chungen in Presseberichten" zwar zuzulassen, aber dann als Wettbewerbswidrig-
keit zu qualifizieren, wenn diese die Leserschaft in Bezug auf Tatsachen, die ei-
nen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Ehre eines Wettbewerbsteilneh-
mers hätten, zu unzutreffenden Vorstellungen verleiten würden (Urk. 53 S. 8 Ziff.
19 mit Verweis auf BGE 123 III 363). Dies erfordere eine getrennte Beurteilung
(Urk. 53 S. 7 Ziff. 17) und eine separate Prüfung jeder einzelnen Äusserung (Urk.
53 S. 10 Ziff. 24), zumal die Klägerin 1 und die Beklagte direkte Konkurrentinnen
seien (Urk. 53 S. 10 Ziff. 26). Die vorliegend in suggestiver Frageform verfasste
Äusserung über einen "edlen Gönner" und die "Hintergründe der Transaktion", die
"im Dunkeln" geblieben seien, müssten als Herabsetzung bzw. als Anschwärzung
qualifiziert werden (Urk. 53 S. 9 Ziff. 23). Durch die im Artikel vom tt.mm.2010
enthaltenen objektiv unwahren und damit herabsetzenden Aussagen werde die
Klägerin 1 in einem komplett falschen Licht gezeigt und im Wettbewerb mit ande-
ren Medienunternehmen benachteiligt (Urk. 53 S. 10 Ziff. 26, S. 11 Ziff. 29). Un-
wahrheiten würden durch die Pressefreiheit nicht geschützt und fänden auch kei-
ne Rechtfertigung unter Berücksichtigung eines allfälligen öffentlichen Interesses
(Urk. 53 S. 12 Ziff. 31). Der Beklagten sei es nicht um objektive Information son-
dern nur darum gegangen, eine Konkurrentin aus sachfremden Motiven mit unnö-
- 17 -
tig verletzenden und inhaltlich nicht zutreffenden Aussagen zu benachteiligen
(Urk. 53 S. 12 f. Ziff. 33).
2.2 Ob die unlautere Herabsetzung (Art. 3 lit. a UWG) einen "Anwendungs-
fall" (lex specialis) von Art. 28 ZGB darstellt, nachdem sich beide Tatbestände
überschneiden, jedoch auch einen eigenständigen Anwendungsbereich haben,
kann dahingestellt bleiben. Tatsache ist, dass das Lauterkeitsrecht nicht nur die
(natürliche oder juristische) Person eines Marktteilnehmers erfasst, sondern auch
dessen Waren, Werke, Leistungen, Geschäftsverhältnisse oder Preise. Anderer-
seits findet Art. 3 lit. a UWG nur bei Wettbewerbshandlungen Anwendung, bei de-
nen tendenziell strengere Kriterien erfüllt sein müssen, bevor eine Verletzung der
Ehre bejaht wird, was die Vorinstanz zutreffend vermerkte. Vorliegend haben sich
die Kläger sowohl auf das Lauterkeitsrecht als auch auf das Persönlichkeitsrecht
berufen. Geht es um den geschäftlichen Ruf, das berufliche, wirtschaftliche oder
gesellschaftliche Ansehen einer Person, steht der kumulativen Anwendung von
UWG und Persönlichkeitsrecht nichts entgegen. In Lehre und Rechtsprechung
wird bei dieser Konstellation von weitgehend identischen Tatbestandsvorausset-
zungen ausgegangen (zum Ganzen: SHK-Spitz, N 12 und N 42 zu Art. 3 lit. a
UWG; BSK ZGB I-Meili, N 29 zu Art. 28 ZGB; Müller, SIWR V/1, S. 36 f.; Bauden-
bacher, Lauterkeitsrecht, Basel 2001, N 77 zu Art. 1 UWG; BGE 121 III 168, 173
E. 3b/aa). Der Vorinstanz ist denn auch nicht entgangen, dass die bei Pressebe-
richten zu Art. 28 ZGB entwickelte Praxis vom Bundesgericht auf das Wettbe-
werbsrecht übertragen wurde (BGE 123 III 354, 363 E. 2.a). Sowohl das Persön-
lichkeitsrecht als auch das UWG bezwecken den Schutz vor unwahren/irrefüh-
renden Herabsetzungen (BGE 126 III 305, 307 f. E. 4.b/aa; 129 III 49, 52 E. 2.2:
"empfindlich herabsetzt"), was sich im Lauterkeitsrecht bereits aus dem Geset-
zestext von Art. 3 lit. a UWG ergibt. Wenn die Vorinstanz aufgrund dieser Um-
stände zum Schluss gelangte, eine unlautere Herabsetzung liege nicht vor, soweit
eine Persönlichkeitsverletzung verneint werde, kann ihr keine Rechtsverletzung
vorgeworfen werden. Indem die Vorinstanz explizit eine unnötig verletzende
Äusserung verneinte, da der Artikel in keiner Weise reisserisch geschrieben sei
(Urk. 54 S. 22), hat sie sogar ein spezifisch lauterkeitsrechtliches Tatbestands-
merkmal aufgegriffen und geprüft. Die Kläger zeigen nicht auf, welcher konkrete
- 18 -
Aspekt unter lauterkeitsrechtlichen Gesichtspunkten zusätzlich zu prüfen gewe-
sen wäre und von der Vorinstanz ausser Acht gelassen wurde.
2.3 Die Kläger bringen immerhin vor, eine unlautere Medienmitteilung könne
– im Gegensatz zur Verletzung der Persönlichkeit – schwerlich durch ein über-
wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt werden (Urk. 53 S. 7 Ziff. 18). Die-
ser Ansicht kann nicht beigepflichtet werden. Wohl führt Art. 3 UWG (wie das
UWG im allgemeinen) im Gegensatz zu Art. 28 Abs. 2 ZGB nicht explizit Rechtfer-
tigungsgründe an. Doch wird in der Lehre anerkannt, dass die Rechtfertigungs-
gründe des Persönlichkeitsrechts im Rahmen der Anwendung von Art. 3 lit. a
UWG berücksichtigt werden können und gegebenenfalls bereits tatbestandsaus-
schliessende Wirkung zeitigen. Insbesondere wird die Wahrnehmung berechtigter
Interessen (überwiegende private oder öffentliche Interessen, Art. 28 Abs. 2 ZGB)
durch die Presse und die diesbezügliche Gewährleistung der Meinungsäusse-
rungs- und Medienfreiheit im Rahmen einer verfassungskonformen Auslegung
von Art. 3 lit. a UWG berücksichtigt, ohne dass es eines speziellen Rückgriffs auf
die Rechtfertigungsdogmatik bedürfte. Die Frage der Rechtfertigung wird also
gleichsam "vorweggenommen" und auf der Tatbestandsebene behandelt (SHK-
Spitz, N 65 zu Art. 3 lit. a UWG; Riemer, Persönlichkeitsrechte und Persönlich-
keitsschutz gemäss Ar. 28 ff. ZGB, sic! 1999, 106; ähnlich Streuli-Youssef, SIWR
II/1, S. 122). Damit durfte die Vorinstanz in Bejahung eines Rechtfertigungsgrun-
des (öffentliches Interesse) auch die Unlauterkeit verneinen (Urk. 54 S. 41).
2.4 Auch wenn nicht jede unwahre Behauptung bereits eine Persönlichkeits-
verletzung darstellt, ist den Klägern beizupflichten, wenn sie ausführen, Unwahr-
heiten könnten nicht durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt werden
(Urk. 53 S. 12 Ziff. 31). Soweit die Kläger indes pauschal darauf beharren, die im
Artikel vom tt.mm.2010 getätigten Aussagen seien objektiv unwahr und damit
herabsetzend (Urk. 53 S. 10 Ziff. 26, S.11 Ziff. 29), setzen sie sich mit dem aus-
führlich begründeten Entscheid der Vorinstanz, der die fehlende Transparenz der
Besitzverhältnisse für erstellt hielt und der Frage nach dem edlen Gönner im Kon-
text keine selbständige Bedeutung beimass, nicht hinreichend auseinander. Den
Klägern gelingt es daher auch nicht, eine Rechtsverletzung aufzuzeigen, wenn sie
- 19 -
berufungsweise vortragen, aufgrund des Gesamteindrucks müsse die Frage nach
einem "edlen Gönner" und die Äusserung über die "Hintergründe der Transakti-
on", die "im Dunkeln" geblieben seien, als Herabsetzung bzw. Anschwärzung
qualifiziert werden (Urk. 53 S. 9 Ziff. 23). Damit wiederholen sie einfach ihre
(durch die Vorinstanz widerlegte) Sicht der Dinge, ohne neue Aspekte aufzuzei-
gen oder die vorinstanzliche Begründung einer substantiierten Kritik zu unterzie-
hen. Auch werfen die Kläger der Beklagten zu Unrecht sachfremde Motive und
unnötig verletzende Aussagen vor (Urk. 53 S. 12 f. Ziff. 33). Die Auffassung der
Vorinstanz, dass aufgrund der überragenden Bedeutung der Medien die Frage
nach der Einflussnahme im Sinne des öffentlichen Interesses gestellt werden darf
(Urk. 54 S. 20 f., S. 22, S. 41), ist nicht zu beanstanden. Nachzutragen bleibt nur
noch, dass bereits der vom Kläger 2 abgegebene Hinweis auf Vertraulichkeit und
Stillschweigeabkommen (Urk. 38 Ziff. 28: "Über die Details der Verträge wurde
Vertraulichkeit vereinbart.") geeignet war, Fragen zu provozieren, etwa dahinge-
hend, aus welchem Grund und worüber die Parteien genau Stillschweigen zu be-
wahren haben. Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern der Artikel weit über das
Ziel hinausschiesst, völlig sachfremde bzw. unsachliche Wendungen enthält, mit-
hin unhaltbar ist. Solche "Entgleisungen" wären aber zu fordern, damit von einem
unnötig verletzenden Charakter gesprochen werden könnte (SHK-Spitz, N 40 zu
Art. 3 lit. a UWG).
2.5 Bei ihrer Argumentation übergehen die Kläger aber auch den Umstand,
dass in der "AA._" vom tt.mm.2012 entgegen ihren Ausführungen in der
Replik (Urk. 38 Ziff. 9, Ziff. 45, Ziff. 46, Ziff. 58) eingeräumt wurde, dass G._
die Kredite des Klägers 2 abgesichert hatte (Urk. 47/1). Die Beklagte berief sich in
der Duplik darauf, dass eine solche Aussage angesichts der redaktionellen und
verlegerischen Verantwortung des Klägers 2 nicht publiziert worden wäre, wenn
sie nicht der Wahrheit entsprechen würde, so dass es unwiderlegbar einen Gön-
ner gegeben habe (Urk. 46 S. 7 N 11). Dieser Behauptung wurde seitens der Klä-
ger weder im erst- noch im zweitinstanzlichen Verfahren widersprochen, weshalb
davon ausgegangen werden kann. Es besteht auch kein Anlass, diesen Umstand
im Rahmen des Wahrheitsbeweises nicht zuzulassen, wie die Vorinstanz dies ge-
tan hat (Urk. 54 S. 36). Beim strafrechtlichen Ehrenschutz ist anerkannt, dass für
- 20 -
den Wahrheitsbeweis (im Gegensatz zum Gutglaubensbeweis) auch Tatsachen
herangezogen werden können, die dem Täter erst nach der Äusserung bekannt
werden oder sich aus einer späteren Abklärung ergeben (BSK StGB II-Riklin, N
14 zu Art. 173 StGB; Trechsel/Lieber, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2013, N 14 zu Art. 173 StGB, je mit Verweis auf die Rechtspre-
chung). Es sind keine Gründe ersichtlich, um beim zivilrechtlichen Wahrheitsbe-
weis anders zu verfahren. Damit lässt sich die im C._-Artikel behauptete In-
transparenz der Besitzverhältnisse und Existenz einer (im Hintergrund wirkenden)
Gewährsperson aber nicht mehr als Unwahrheit hinstellen, so dass die Klage in
lauterkeitsrechtlicher Hinsicht mangels unwahren und damit herabsetzenden
Äusserungen (vgl. Urk. 2 Ziff. 25 f., Urk. 38 Ziff. 65 f.) auch aus diesem Grund ins
Leere läuft.
2.6 Eine unrichtige Rechtsanwendung der Vorinstanz durch Nichtanwen-
dung des UWG liegt insoweit nicht vor. Damit stösst auch der Verfahrensantrag
Ziffer 2 ("Es seien die Parteien gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO zu einer mündlichen
Verhandlung zu laden.") ins Leere, der von den Klägern u.a. mit der Begründung
gestellt wurde, das erstinstanzliche Urteil äussere sich nicht zu den von den Klä-
gern geltend gemachten Rechtsbegehren in Bezug auf eine UWG-Verletzung
(Urk. 53 S. 32). Ohnehin liegt es im Ermessen der Berufungsinstanz, ob sie eine
Verhandlung durchführt, einen zweiten Schriftenwechsel anordnet oder aufgrund
der Akten entscheidet (Art. 316 Abs. 1 und 2 ZPO). Aufgrund des verfassungs-
rechtlichen Beschleunigungsgebotes hat die Berufungsinstanz im Berufungsver-
fahren grundsätzlich (d.h. mangels Vorliegen besonderer Umstände) auch im or-
dentlichen und im vereinfachten Verfahren auf einen zweiten Schriftenwechsel zu
verzichten. Dies rechtfertigt sich auch deshalb, weil im Berufungsverfahren
grundsätzlich keine neuen Tatsachen oder Beweismittel mehr vorgebracht wer-
den können (Seiler, a.a.O., N 1139 ff., N 1152 ff.; Reetz/Hilber, in: Suter-Somm/
Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., N 43 zu Art. 316 ZPO). Ein zweiter
Schriftenwechsel drängt sich insbesondere dann auf, wenn nach Art. 317 ZPO
neue Tatsachen in der Berufungsbegründung und/oder -antwort vorgebracht wor-
den sind (KUKO-Brunner, N 5 zu Art. 317 ZPO). Nova konnten in der Berufungs-
antwort indes auch von der Beklagten nicht ausgemacht werden (Urk. 61 S. 6 N
- 21 -
6); sie hat denn auch auf Abweisung des Verfahrensantrags geschlossen (Urk. 61
S. 2). Den Klägern stand es im Übrigen frei, sich im Rahmen des allgemeinen
Replikrechts (BGE 137 I 195, 133 I 100) umgehend zur Berufungsantwort ver-
nehmen zu lassen. Damit hat es sein Bewenden. Dass die Vorinstanz keine
Hauptverhandlung durchzuführen hatte (vgl. Urk. 53 S. 32 Ziff. 97), wurde bereits
dargelegt (Erw. 1.6).
3.1 Im Abschnitt "Verletzung des Persönlichkeitsrechts" (Urk. 53 S. 13 Ziff.
35 bis S. 21 Ziff. 58) bemängeln die Kläger, dass die Vorinstanz "ohne jegliche
Auseinandersetzung mit den [...] notwendigen Rechtfertigungsgründen" zum
Schluss gekommen sei, es liege keine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung
vor, da der Kläger 2 die in den Medien kursierenden Übernahmewerte für die Klä-
gerin 1 nie entkräftet habe (Urk. 53 S. 16 f. Ziff. 45 und 47). Es sei weder eine In-
teressenabwägung zwischen den öffentlichen Interessen und den privaten Inte-
ressen des Klägers 2 noch eine Auseinandersetzung mit anderen Rechtferti-
gungsgründen vorgenommen worden. Insbesondere bleibe unklar, welche Vor-
kehren der Kläger 2 hätte vornehmen können bzw. müssen, um jegliche Gerüchte
und Spekulationen über den Kauf der Klägerin 1 aus der Welt zu schaffen (Urk.
53 S. 18 Ziff. 48-50 und S. 24 Ziff. 67).
3.2 Eine Verletzung der Persönlichkeit ist u.a. dann nicht widerrechtlich,
wenn sie durch ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse gerechtfer-
tigt ist (Art. 28 Abs. 1 ZGB). Das Entfaltungsinteresse des Verletzers ist dem In-
tegritätsinteresse des Verletzten gegenüber zu stellen (Hausheer/Aebi-Müller,
Das Personenrecht des schweizerischen Zivilgesetzbuches, 3. Aufl., Bern 2012,
N 12.23; BSK ZGB I-Meili, N 49 zu Art. 28 ZGB). Bei Persönlichkeitsverletzungen
durch Medien ist das schutzwürdige Interesse des Verletzten an der Unversehrt-
heit seiner Person (Ehre und/oder informationelle Privatheit) und das Interesse
der Allgemeinheit an einer ungehinderten Information gegeneinander abzuwägen
(BGE 132 III 641, 647 f. E. 5.2; CHK-Aebi-Müller, N 34 zu Art. 28 ZGB).
3.3 Wie die Beklagte zu Recht vermerkt (Urk. 61 S. 18 N 40), hat die  weder das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und den Informations-
auftrag der Presse noch das Schutzbedürfnis der Kläger aus den Augen verloren:
- 22 -
Sie hat insbesondere dem Umstand Rechnung getragen, dass die Kläger selbst
einräumten, es bestehe ein öffentliches Informationsinteresse an der Person des
Klägers 2 bzw. seinem Produkt und ein legitimes Bedürfnis zu wissen, in wessen
Eigentum die Klägerin 1 stehe (Urk. 54 S. 22 mit Verweis auf Urk. 38 Ziff. 63). Die
Vorinstanz hat sodann die Empfehlungen des Presserates herangezogen und
festgehalten, dass eine Erklärung des Eigentümers nicht genüge, um zweifelhafte
Verhältnisse über die Beherrschungsverhältnisse auszuräumen (Urk. 54 S. 25).
Sie ist sodann in sorgfältiger Würdigung der Akten zum Ergebnis gelangt, dass
vorliegend aufgrund der Umstände der Transaktion und den Verlautbarungen des
Klägers 2 solche unklaren Verhältnisse herrschen würden, die aufgrund der Funk-
tion der Medien und medialen Beeinflussungsmöglichkeiten öffentlich thematisiert
werden dürften (Urk. 54 S. 36).
3.4 Welche privaten Interessen des Klägers 2 oder welche "anderen Recht-
fertigungsgründe" die Vorinstanz unberücksichtigt liess, wird in diesem Zusam-
menhang klägerischerseits nicht näher ausgeführt. Wohl wird seitens der Kläger
an anderer Stelle darüber gemutmasst, ob dem Kläger 2 eine Darlegung der
Vermögensverhältnisse zuzumuten wäre (Urk. 53 S. 31 Ziff. 88). Abgesehen da-
von, dass seitens der Kläger keine eindeutige Antwort auf diese Frage erfolgte, ist
nicht einzusehen, weshalb der Kläger 2 seine gesamten Vermögensverhältnisse
hätte offenlegen müssen, um Transparenz zu schaffen. Von Interesse wären all-
fällige Dritte, die den Erwerb der "AA._" ermöglicht haben, und die mit ihnen
getroffenen Vereinbarungen. So oder anders liess der Kläger 2 mehrmals verlau-
ten, er habe sein gesamtes Vermögen in die "AA._" investiert (Urk. 38 Ziff.
28). Ansonsten wird seitens der Kläger einzig darauf hingewiesen, die Vorinstanz
lasse unklar, was die Kläger noch hätten vorkehren können bzw. müssen, um
dem Vorwurf der Intransparenz zu entgehen. Dabei ist nur zutreffend, dass die
Vorinstanz nicht explizit erwähnte, auf welche Weise berechtigten Zweifeln über
die Besitzverhältnisse zu begegnen ist (Urk. 54 S. 25: "so muss diesen anderwei-
tig begegnet werden"). Es war indes nicht die Aufgabe der Vorinstanz oder Dritter,
den Klägern aufzuzeigen, wie sich Gerüchte und Spekulationen über fehlende
Transparenz allenfalls hätten beseitigen lassen. Ohnehin haben die Kläger wie-
derholt mit Stillschweigeabkommen argumentiert, deren Einhaltung zwingend sei,
- 23 -
widrigenfalls sie schwerwiegende Vertragsverletzungen begehen würden (Urk. 38
Ziff. 20, Ziff. 35, Ziff. 36). Selbstredend genügt die Berufung auf (unbekannte)
Stillschweigevereinbarungen nicht, um dem Vorwurf der Intransparenz zu entge-
hen oder überwiegende private Interessen geltend zu machen. Ansonsten wäre
es ein leichtes Spiel, Forderungen nach Transparenz und unliebsamen Diskussi-
onen aus dem Weg zu gehen. Eine Möglichkeit der Offenlegung haben die Kläger
im Übrigen nachträglich selber aufgezeigt, indem sie einen weiteren Pressebei-
trag (Urk. 47/1) folgen liessen, womit nun immerhin festzustehen scheint, wer die
dem Kläger 2 gewährten Bankkredite abgesichert hat.
3.6 Weitergehende konkrete Rügen können dem Abschnitt "Verletzung des
Persönlichkeitsrechts" nicht entnommen werden. Die Berufung ist auch in diesem
Punkt unbegründet.
4.1 Weiter kritisieren die Kläger als unrichtige Rechtsanwendung eine un-
richtige Ausübung des Ermessens durch die Vorinstanz (Urk. 53 S. 22 ff. Ziff. 61
ff.). Sie halten dafür, die Vorinstanz sei durch die mangelnde Ausschöpfung ihres
Ermessensspielraums vom gesetzlich vorgesehenen Ermessensrahmen abgewi-
chen (Urk. 53 S. 29 Ziff. 83). Im Einzelnen:
4.2 Soweit die Kläger lediglich geltend machen,
- die Vorinstanz gelange fälschlicherweise zum Schluss, der  der Intransparenz und die Thematisierung der  würden keine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung  (Urk. 53 S. 24 Ziff. 66),
- die "knappen" Erwägungen zum presseethischen Fehlverhalten im achten Abschnitt des C._-Artikels würden nicht die  des Textes und den beim Leser hinterlassenen Eindruck berücksichtigen (Urk. 53 S. 25 Ziff. 69),
- eine gründliche Auseinandersetzung mit dem gesamten Text und dem durch Andeutungen beim Leser erheischten Eindruck sei nicht vorgenommen worden (Urk. 53 S. 25 Ziff. 70),
- es fehle an einer Berücksichtigung aller Tatsachen und einer  Interessenabwägung (Urk. 53 S. 25 Ziff. 71),
vermögen sie indes keine Rechtsverletzung darzutun. Die Kläger lassen un-
erwähnt, welche Textpassagen aus welchen Gründen über die zulässigerweise
- 24 -
angesprochene Transparenzproblematik hinausgehen und damit eine Persönlich-
keitsverletzung erkennen lassen. Ebenso schweigen sie sich darüber aus, welche
Tatsachen die Vorinstanz unberücksichtigt liess und welche Umstände die von
der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung in einem falschen Licht er-
scheinen lassen. Wenn im achten Abschnitt des C._-Artikels ausgesagt wird,
transparente Besitzverhältnisse würden auch im Interesse der angestellten Jour-
nalisten liegen, wird neben der Leserschaft bzw. der Öffentlichkeit lediglich eine
zusätzliche Gruppe von Betroffenen erwähnt, deren Interessen als Medienschaf-
fende bzw. abhängige Arbeitnehmer zu berücksichtigen sind. Darin ist kein unzu-
lässiger Angriff auf die Berufsehre der Kläger zu sehen, selbst wenn mangels ge-
nügender Transparenz auch eine Betroffenheit der Arbeitnehmer der Klägerin 1
zum Ausdruck gebracht würde. Da die Vorinstanz die allgemeinen Äusserungen
im achten Abschnitt nicht als persönlichkeitsverletzend wertete, war sie auch nicht
gehalten, die von den Klägern vermisste Interessenabwägung durchzuführen.
4.3 Der Verweis der Kläger auf diverse Vorbringen vor erster Instanz genügt
nicht, um die im neunten Abschnitt aufgeworfene Frage nach der Einflussnahme
mittels Direktiven und die der "AA._" bescheinigte klare Identifizierbarkeit als
persönlichkeitsverletzend erscheinen zu lassen (Urk. 53 S. 26 Ziff. 72-73). Darin
ist lediglich eine Wiederholung des vorinstanzlichen Standpunkts und keine Aus-
einandersetzung mit dem erstinstanzlichen Entscheid zu sehen. In der ergänzen-
den Bemerkung, es fehle wiederum eine Interessenabwägung und die von den
Klägern vorgetragenen Rügen seien in wenigen Worten abgetan worden (Urk. 53
S. 26 f. Ziff. 74), kann keine hinreichende Beanstandung gesehen werden, zumal
sich die Vorinstanz – wie in Erw. 3.3 dargelegt – sehr wohl einlässlich mit der "un-
beantworteten Frage nach der Einflussnahme" auseinandergesetzt hat. Die Vo-
rinstanz hat es auch hier auf den Punkt gebracht, wenn sie die aufgeworfene Fra-
ge nach Direktiven für gerechtfertigt hielt und erkannte, die klar feststellbare Aus-
richtung des Blattes werde im neunten Abschnitt nicht auf die Einflussnahme von
– im zehnten Abschnitt erwähnten – politischen Akteuren zurückgeführt (Urk. 54
S. 39). Zu Recht machen die Kläger nicht geltend, die Bezeichnung der
"AA._" als nationalkonservatives Blatt sei falsch oder rufschädigend. Auch
darf nach Auffassung der Kläger die Frage nach der Transparenz und damit nach
- 25 -
der Unabhängigkeit von Medienunternehmen in der Öffentlichkeit gestellt und der
Kläger 2 als "absolute Person der Zeitgeschichte" betrachtet werden (Urk. 38 Ziff.
6, Urk. 38 Ziff. 63). Wenn aufgrund von unklaren Finanzierungsvorgängen beim
Erwerb der Klägerin 1 durch den Kläger 2 die Einflussnahme nationalkonservati-
ver Kreise als denkbare Option erscheint, kann darin bzw. in einer Presseäusse-
rung, welche eine solche Interessenbindung als Option artikuliert oder als Frage
aufwirft, keine unwahre Behauptung und keine ehrverletzende Äusserung liegen.
Damit wird beim Leser nämlich nicht der Eindruck erweckt, eine nicht deklarierte
Einflussnahme unbekannter Dritter stehe im Sinne einer Tatsache fest. Vielmehr
wird lediglich eine begründete Vermutung formuliert.
Die Kläger werfen der Vorinstanz schliesslich vor, sie erläutere nicht, inwie-
fern der im neunten Abschnitt enthaltene Passus, wonach es beispielsweise für
die Identifizierung des Produkts "AA._" keine Rolle spiele, ob deren Verleger
irgendwelche Direktiven erhalte oder nicht, der Wahrheit entspreche. Die dafür
notwendigen Beweise seien von der Beklagten nicht vorgebracht worden (Urk. 53
S. 27 Ziff. 75). Dieser Vorwurf ist unberechtigt. Die Kläger zeigen nicht auf, dass
sie im vorinstanzlichen Verfahren den erwähnten Passus in Frage stellten. Weder
in der Klageschrift noch in der Replik lassen sich entsprechende Bestreitungen
finden (Urk. 2 Ziff. 19, Urk. 38 Ziff. 50). Die Kläger interpretierten den Passus le-
diglich im dem Sinne, als mit der dem Blatt bescheinigten Identifizierbarkeit die
Frage nach der Erteilung von Direktiven positiv beantworte werde (Urk. 2 Ziff. 19,
Urk. 38 Ziff. 50). Dies ist nicht dasselbe. Daran, dass die "AA._" als national-
konservatives Blatt bezeichnet resp. wahrgenommen wird, nehmen die Kläger
keinen Anstoss. Ob sich angesichts der klaren politischen oder ideologischen
Ausrichtung einer Zeitung die Frage nach der redaktionellen oder verlegerischen
Unabhängigkeit erübrigt, um das Produkt zu "identifizieren", ist im Übrigen eine
Ansichtssache, die sich einer Überprüfung entzieht. Persönlichkeitsverletzend ist
die Aussage in ihrer allgemeinen Art jedenfalls nicht.
4.4 Die Vorinstanz hat schliesslich erwogen, es lasse sich nicht erstellen,
dass der Durchschnittsleser die im zehnten Abschnitt erwähnten "weiteren Inte-
ressengeflechte" auf die "AA._" beziehe, da auch die Behauptung der Klä-
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ger, der Durchschnittsleser wisse um das Gerücht, wonach die Familie R._
über die "U._" und das "V._" die "AA._" finanziere, nicht erstellt sei
(Urk. 54 S. 40). Die Kläger nehmen an dieser "Feststellung" insofern Anstoss, als
sie von der Beklagten in keinster Weise bewiesen und von der Vorinstanz ohne
tiefgründige Auseinandersetzung mit den von ihnen vorgebrachten Tatsachen an-
bzw. hingenommen worden sei (Urk. 53 S. 27 Ziff. 77-78). Auch diesem Einwand
ist kein Erfolg beschieden: Erstens bezeichnen die Kläger die von ihnen vorge-
brachten, angeblich nicht geprüften Tatsachen nicht näher; auch lassen sie offen,
wie die von ihnen gewünschte tiefgründige Auseinandersetzung aussehen müss-
te. Zweitens obliegt es den Klägern und nicht den Beklagten, den Nachweis einer
Persönlichkeitsverletzung zu führen (BSK ZGB I-Meili, N 56 zu Art. 28 ZGB). Drit-
tens hat die Vorinstanz die Behauptung, der Durchschnittsleser wisse um die Ge-
rüchte, auch mangels hinreichender Substantiierung zurückgewiesen, da die Klä-
ger nicht ausführten, wo, wann und wie über solche Gerüchte breit oder zumin-
dest unter dem medieninteressierten Publikum diskutiert worden sei (Urk. 56 S.
40). Viertens kann es nicht sein, dass aufgrund kursierender Gerüchte über die
Kläger und die "AA._" in der Presse und in der Öffentlichkeit keine Debatte
über die Unabhängigkeit der Medien und die innere Pressefreiheit geführt werden
kann. Auf ein solches Redeverbot läuft der Einwand der Kläger aber hinaus, wenn
behauptet wird, der Durchschnittsleser beziehe entsprechende Beiträge sofort auf
die "AA._" und müsse davon ausgehen, die journalistischen Stellungnahmen
seien aufgrund kursierender Gerüchte auf die Kläger gemünzt.
4.5 Soweit die Kläger monieren, die Vorinstanz habe in ihrem "Fazit" keine
Interessenabwägung zwischen der (unwahren) Berichterstattung und den privaten
Interessen des Klägers 2 vorgenommen, kann auf die Erw. 2.4, 3.3 und 3.4 ver-
wiesen werden. In einem Fazit werden nicht noch einmal sämtliche Überlegungen
angestellt, sondern die Resultate vorgestellt. Zuhanden der Kläger kann nochmals
rekapituliert werden: Die pauschale Berufung auf eine unwahre Berichterstattung
hilft den Klägern nicht (Erw. 2.4); der Hinweis auf in der Berufungsschrift nicht nä-
her definierte private Interessen erfüllt den notwendigen Substantiierungsgrad
nicht (Erw. 3.4); eine Interessenabwägung wurde – in der gebotenen Ausführlich-
keit – vorgenommen (Erw. 3.3). Nicht zielführend ist schliesslich auch der klägeri-
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sche Hinweis, die Vorinstanz habe nicht "ausgelegt", inwieweit die von der Be-
klagten behaupteten Ausführungen der Wahrheit entsprächen, und "sich nicht
substantiiert darüber geäussert", wie dies im Zusammenhang mit einer Verletzung
des Persönlichkeitsrechts der Kläger sowie eines unlauteren Verhaltens der Be-
klagten zu beurteilen sei (Urk. 53 S. 28 Ziff. 80). Die Vorinstanz hat sich sehr wohl
differenziert mit allen sich aufgrund der Parteivorbringen stellenden Fragen in tat-
sächlicher und rechtlicher Natur auseinandergesetzt. Auch für die Kläger ist die
Transparenz der Besitzverhältnisse an der Klägerin 1 von zentraler Bedeutung
(Urk. 53 S. 16 Ziff. 22). Wenn die Vorinstanz – wie vorstehend aufgezeigt - mit
ausführlicher und zutreffender Begründung zum Schluss kam, der Autor habe im
öffentlichen Interesse den Klägern Intransparenz vorwerfen dürfen, liegt darin kei-
ne unrichtige Rechtsanwendung im Sinne einer unrichtigen Ausübung des Er-
messens.
4.6. Die Vorinstanz habe – so die Kläger weiter – einerseits die Tatsache
verkannt, dass sich der Kläger 2 anlässlich zahlreicher öffentlicher Stellungnah-
men über seine Beteiligung an der Klägerin 1 und die fehlende Finanzierung
durch andere, stille Inverstoren geäussert habe. Andererseits lasse die Vorinstanz
in ihrer Würdigung ausser Acht, dass der Kläger 2 von der Beklagten nie Gele-
genheit zu Stellungnahmen über die in der Berichterstattung erhobenen Vorwürfe
erhalten habe. Die müsse als klarer Verstoss gegen die journalistischen Grund-
prinzipien und gegen das Persönlichkeitsrecht gewertet werden (Urk. 53 S. 29
Ziff. 82). Dieser Darstellung kann nicht gefolgt werden. Die Beklagte weist zu
Recht darauf hin, dass sich die Vorinstanz in Erw. 4.3.4.4 sehr ausführlich mit den
diversen Stellungnahmen des Klägers 2 befasst und diese bei der Urteilsfindung
berücksichtigt hat (Urk. 54 S. 26 ff., S. 34 f.). Ob die Gelegenheit zur vorgängigen
Stellungnahme einem journalistischen Grundprinzip entspricht, kann offen gelas-
sen werden. Wird von einer Anhörung der Betroffenen abgesehen, macht dies die
Presseäusserung nicht per se rechtswidrig. Die Kläger hätten das Recht auf Ge-
gendarstellung ausüben können, um sich mit einer eigenen Darstellung zu Wort
zu melden (Art. 28g ZGB).
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5.1 In dem mit "Unrichtige Feststellung des Sachverhalts" überschriebenen
Abschnitt führen die Kläger aus (Urk. 53 S. 30 Ziff. 86):
"Bei der Beurteilung der oben bereits ausgeführten Frage (vgl. Ziff. 49 der ), ob der Berufungskläger 2 in für ihn zumutbarer Weise die Modalitäten sowie die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Berufungsklägerin 1  Finanzierung dargelegt hat bzw. hätte darlegen können, hat die  in Verletzung ihrer Pflicht zur Überprüfung und Ermittlung von  gegen Art. 310 Bst. b ZPO verstossen."
Auch unter Beachtung von Ziffer 49 der Berufungsschrift (wonach unklar
bleibe, welche Vorkehren der Kläger 2 hätte ergreifen müssen, um Gerüchte und
Spekulationen aus der Welt zu schaffen) wird nicht klar, inwiefern die Vorinstanz
den Sachverhalt unrichtig ermittelt hat. Die Feststellung des Sachverhalts bezieht
sich auf die tatsächlichen Gegebenheiten; als solche gelten etwa die Feststellun-
gen tatsächlicher Natur aufgrund der unstrittigen Parteivorbringen und der ange-
rufenen Beweismittel einschliesslich deren Würdigung durch das Gericht. Auf Un-
zumutbarkeit haben sich die Kläger nur insoweit berufen, als sie im vorinstanzli-
chen Verfahren wiederholt geltend machten, sie hätten für die erforderliche
Transparenz im Sinne des Presserates gesorgt und seien nicht verpflichtet, in
Verletzung von Stillschweigevereinbarungen über Interna und genaue Finanz-
ströme zu orientieren (Urk. 38 Ziff. 8 f., Ziff. 19, Ziff. 22, Ziff. 31, Ziff. 34 f., Ziff. 45,
Ziff. 57, Ziff. 59, Ziff. 60). Die Vorinstanz hat dieser Auffassung insofern wider-
sprochen, als sie in Würdigung von zwei Stellungnahmen des Presserates, unwi-
dersprochen gebliebener Übernahmewerte für die Klägerin 1 und gerichtsnotori-
scher Tatsachen (dass Banken ihre Darlehen nur gegen Sicherheiten gewähren)
zum Schluss gekommen ist, dass der Vorwurf der Intransparenz zutrifft und ge-
genüber den Klägern erhoben werden durfte. Wo genau nun die Kläger mit ihrer
Kritik am vorinstanzlichen Entscheid ansetzen wollen, wird aus der oben zitierten
Passage nicht ersichtlich. Die Kläger nennen keine Beweismittel, welche die Vor-
instanz nicht abgenommen oder falsch gewürdigt hat. Auch wird das vorliegende
Verfahren nicht vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dass es weder Sache
der Beklagten noch der Vorinstanz war, den Klägern Wege aufzuzeigen, wie das
öffentliche Informationsbedürfnis an der Person des Klägers 2 und an der
"AA._" gestillt und dem Anspruch nach Transparenz begegnet werden kann,
wurde bereits erwähnt (Erw. 3.4). Es ist nicht ersichtlich, wo die Vorinstanz von
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einem unzutreffenden Sachverhalt ausgegangen ist oder unzutreffende Feststel-
lungen tatsächlicher Art getroffen hat.
5.2 Die weiteren in diesem Abschnitt enthaltenen Rügen der unterbliebenen
Hauptverhandlung und Abnahme von Beweismitteln (Urk. 53 S. 30 f. Ziff. 87)
wurden bereits in Erw. 1.6 verworfen. Es kann darauf verwiesen werden.
6. Die Berufung erweist sich insgesamt als unbegründet. Die von den Klä-
gern in der Berufungsschrift mehrfach angebotene "Parteibefragung" kann unter-
bleiben. Die Klage ist abzuweisen.
IV.
Ausgangsgemäss werden die Kläger für das erst- und zweitinstanzliche Ver-
fahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 und 3 ZPO). Die Hö-
he der erstinstanzlichen Entscheidgebühr und Prozessentschädigung gab zu kei-
nen Beanstandungen Anlass und ist zu bestätigen.
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