# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fb612c0a-bfa1-4215-9e93-307000a7c3b1
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt:
1. In der Veranlagungsverfügung betr. die Staatssteuer 2014 vom 25. August 2016 wurde
den Pflichtigen ein Betrag von Fr. 57‘797.-- betr. die Kosten für ein Privatauto mangels Nach-
weis für die geschäftliche Nutzung aufgerechnet.
2. Mit Schreiben vom 21. September 2016 erhob der damalige Vertreter der Pflichtigen
Einsprache und begehrte u.a. das als Geschäftsvermögen aufgenommene geleaste Fahrzeug
sei zu anerkennen und die daraus resultierenden Leasingkosten (Konto 6260) sowie die als
Geschäftsaufwand verbuchten Versicherungs- und Verbrauchskosten seien als Gewinnungs-
kosten zuzulassen. Der Privatanteil von 50% für Verpflegung/Spesen unter Personalaufwand
sei aufzuheben. Zur Begründung führte er aus, die Pflichtige habe die Zahnarztpraxis von Dr.
C._, in D._ übernommen. Es seien drei gleichwertige in der Oberklasse angesiedelte
Fahrzeuge vorhanden. Zwei Fahrzeuge würden mehrheitlich privat verwendet. Ein Fahrzeug sei
zwecks Einsatz für geschäftliche Fahrten angeschafft und in der Folge auch als Geschäftsver-
mögen aufgenommen worden. Die Einsatzbereitschaft im Praxisalltag und bei den kantonalen
Notfalldiensten müsse sichergestellt werden. Es handle sich um mehrere wöchentliche Fahrten
zum Techniker in E._ und F._, Materialtransporte, Fahrten zu Fortbildungen und in Aus-
nahmefällen Beförderung von Patienten. Die Erfolgsrechnung weise keine Kosten der anderen
Fahrzeuge aus. Das Konto 5290 sei in der Erfolgsrechnung der Gruppe „Personalaufwand“ zu-
gerechnet. Es handle sich um Einkäufe für die Praxis, da das Team so oft als möglich gemein-
sam frühstücke. Es seien aber auch Abfallmarken, Klopapier, Müllsäcke usw. gekauft. Im Wei-
teren würden Tee, Wasser, Kaffee und Prosecco für die Patienten während der Wartezeit an-
geboten, Geschenke für Lehrtöchter, Schnupperlehrtöchter, Gutscheine gekauft und Teame-
vents organisiert worden. Zudem würden die Mitarbeiter alle zwei Wochen die Möglichkeit ha-
ben sich durch einen Physiotherapeuten massieren zu lassen.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 9. Oktober 2017 hiess die Steuerverwaltung die Einspra-
che teilweise gut. Zur Begründung führte sie aus, nach Durchsicht des betreffenden Kontos sei
festzustellen, dass die Aufrechnung von 50% als Privatanteil angebracht sei. Es sei den Pflich-
tigen zudem nicht gelungen nachzuweisen, dass es sich beim Porsche 911 um ein Geschäfts-
fahrzeug handle. Damit könne kein Fahrzeug als Geschäftsfahrzeug angesehen werden. Je-
doch könnten die geschäftlich zurückgelegten Kilometer gemäss Aufstellung des Pflichtigen
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zum Abzug zugelassen werden, weshalb sich der Gewinn um Fr. 7‘636.-- (=10‘909 km x Fr.
0.70) reduziere. Zukünftig sei der Steuererklärung sowohl für einen allfälligen Nachweis der
überwiegenden geschäftlichen Nutzung als auch der Nachweis der geschäftlich zurückgelegten
Kilometer (Fahrtenbuch) beizulegen.
4. Mit Schreiben vom 9. November 2017 erhob der neue Vertreter der Pflichtigen Rekurs
und begehrte, 1. Es seien der Einsprache-Entscheid vom 9. Oktober 2017 und die Veranla-
gungsverfügung vom 25. August 2016 aufzuheben und das steuerbare Einkommen um Fr.
60'556.00 zu reduzieren. 2. Eventualiter seien der Einsprache-Entscheid und die Verfügung
aufzuheben und die Steuerverwaltung anzuweisen, einen Privatanteil von 20% an den Verpfle-
gungskosten, Spesen und den Fahrtkosten anzunehmen. 3. Es sei die Steuerverwaltung anzu-
weisen, die (erhöhten) Anforderungen an das Fahrtenbuch erst für die Zeit ab Rechtskraft des
Urteils zu verlangen. 4. Unter o/e Kostenfolge.
Zur Begründung führte er u.a. aus, es handle sich beim geltend gemachten Verpfle-
gungs- und Spesenaufwand um Betriebsausgaben, welche entsprechend verbucht worden sei-
en. Die Pflichtigen seien bereit einen Anteil von 20 % als Privatanteil zu akzeptieren. Die priva-
ten Aufwände seien auf einem anderen Konto verbucht worden.
Hinsichtlich des Geschäftsfahrzeugs führte der Vertreter aus, im Unterschied zu einem
normalen Zahnarzt sei die Rekurrentin seit 2014 Eigentümerin einer Praxis mit vielen an-
gestellten Zahnärzten. Sie sei somit nicht bloss Ärztin, sondern auch Geschäftsführerin und
Arbeitgeberin. Die Rekurrentin arbeite selbst als Zahnärztin und müsse während der gesamten
Öffnungszeiten die angestellten Zahnärzte kontrollieren und zu den Patienten schauen. Dabei
sei sie nicht zuletzt wegen der Zeitersparnis von gut 40 Minuten auf ein Auto angewiesen. Ne-
ben den Kontrollfahrten zur Praxis fahre die Rekurrentin ein bis zwei Mal pro Woche zu den
Zahntechnikern nach E._ und F._. Dies sei erforderlich, um kurzfristige Arbeiten zeitge-
recht abholen zu können. Ferner benötige die Rekurrentin das Fahrzeug für ihren Bereit-
schaftsdienst im Praxisalltag sowie bei kantonalen Notfalldiensten. Diesfalls müsse sie auch
nachts in die Praxis, wozu sie auf ein Auto angewiesen sei. lm Übrigen werde das Auto auch für
Fahrten zu Fortbildungen benötigt. Schliesslich werde das Auto auch vom Rekurrenten für Ein-
käufe und zur Materialbeförderung für die Praxis gebraucht. Ausnahmsweise würden - soweit
notwendig - auch Patienten mit dem Auto befördert. Grundsätzlich würden sämtliche Fahrten
mit dem Porsche Carrera 911 bestritten. Der Audi A6 werde nur ausnahmsweise verwendet.
Der eigens als Geschäftsfahrzeug angeschaffte Porsche Carrera 911 werde überwiegend ge-
schäftlich genutzt und sei als Geschäftsvermögen zu qualifizieren. Die erhöhten Anforderungen,
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an das Fahrtenbuch, könnten einzig ab Rechtskraft der angefochtenen Veranlagungsverfügung
angewandt werden.
5. Mit Vernehmlassung vom 13. Dezember 2017 beantragte die Steuerverwaltung die Ab-
weisung des Rekurses. Zur Begründung führte sie u.a. aus, fraglich sei vorliegend, ob der im
Jahre 2014 neu angeschaffte Sportwagen mit einem Katalogpreis von rund Fr. 190'000.-- be-
triebsnotwendiges Geschäftsvermögen darstelle und der beanspruchte Geschäftsaufwand
steuerlich zu akzeptieren sei. Der geschäftliche Leasingaufwand gemäss Erfolgsrechnung be-
trage im ersten Jahr Fr. 62'760.--. Im Jahre 2014 seien Fr. 4'075.-- als Benzinkosten verbucht
worden. Rechne man die verbuchten Benzinkosten um auf gefahrene Kilometer, so komme
man bei zwischen 10-12 Liter Verbrauch pro 100 km auf rund 25'000 km pro Jahr. Das Service-
heft des Porsche 911 Carrera weise am 5. August 2016 hingegen lediglich einen Kilometer-
stand von 12'650 km aus. Für Vermögenswerte aus selbständiger Erwerbstätigkeit gelte die
Präponderanzmethode. Die Steuerverwaltung gehe davon aus, dass der Privatnutzen überwie-
ge. Nicht nur deswegen, weil Zahnärzte regelmässig nicht auf ein Geschäftsfahrzeug angewie-
sen seien, sondern auch weil wegen des Charakters des Sportwagens der Luxusklasse eine
Geschäftsnotwendigkeit verneint werde. Auch die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs für bloss
gelegentliche Fahrten für die Zahnarztpraxis würde für Privatvermögen sprechen. Aus diesen
Gründen sei der gesamte Fahrzeugaufwand gekürzt worden. Damit seien geschäftliche Fahrten
im Betrag von Fr. 3'156.-- zugelassen (Veranlagung) und nachträglich noch zusätzlich Fr. 7'636
(Einsprache-Entscheid) gewährt worden. Die Aufrechnung betr. Spesen sowie Verpflegungs-
kosten sei im Übrigen bei 50% zu belassen, da die geschäftliche Notwendigkeit nicht nachge-
wiesen sei.
6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest.
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## Considerations

Das Steuergericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig.
Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegen-
den Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Rich-
tern des Steuergerichts beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne
weiteres darauf einzutreten.
2. Strittig sind vorliegend die Aufrechnungen betreffend die geltend gemachten Fahrzeug-
kosten, die Spesen und die Verpflegungskosten.
3. a) Von den steuerbaren Einkünften werden, gemäss § 29 lit. b StG bei selbständi-
ger Erwerbstätigkeit, die für die Erzielung des Erwerbseinkommens geschäfts- oder berufs-
mässig begründeten Aufwendungen unter Ausschluss der Zahlungen von Bestechungsgeldern
im Sinne des schweizerischen Strafrechts an schweizerische oder fremde Amtsträger, die Prä-
mien des Unternehmers für Betriebsunfallversicherung, die Kosten der berufsorientierten Aus-
und Weiterbildung, einschliesslich Umschulungskosten, des eigenen Personals, die geschäfts-
mässig begründeten Abschreibungen und Rückstellungen sowie die eingetretenen und ver-
buchten Verluste auf Geschäftsvermögen, Zinsen auf Geschäftsschulden sowie Zinsen, die auf
Beteiligungen nach § 24 Buchstabe b entfallen, abgezogen.
b) Abzugsfähig ist der gesamte Aufwand, der für die selbständige Erwerbstätigkeit
notwendig ist. Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit ist demnach, dass der Aufwand mit einer
selbständigen Erwerbstätigkeit direkt zusammenhängt. Es muss sich sodann um geschäfts-
mässig begründete Aufwendungen handeln. Ob der Aufwand aber zweckmässig bzw. vermeid-
bar gewesen wäre, spielt keine Rolle. Die geschäftsmässige Begründetheit ist vielmehr solange
zu bejahen, als ein sachlicher Zusammenhang zwischen Ausgabe und Geschäftsbetrieb be-
steht (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zürich
2013, § 27 N 2f.). Ein bloss irgendwie gearteter Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit
genügt nicht; die Abziehbarkeit von Aufwendungen setzt voraus, dass ein qualifiziert enger
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Konnex zwischen den getätigten Ausgaben und den erzielten Einkünften vorliegt (vgl.
Reich/von Ah in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Art. 10
StHG N 6).
Lebenshaltungskosten gehören nicht zu den geschäfts- oder berufsmässig be-
gründeten Kosten. Die zur Bestreitung des Lebensaufwands notwendigen Mittel sind dem Un-
ternehmen durch Übertragung von Geschäftskapital in das Privatvermögen des selbständig
Erwerbenden zu entnehmen. Zu den Lebenshaltungskosten zählen insbesondere die Aufwen-
dungen für den Lebensunterhalt des selbständig Erwerbenden und dessen Familie, Ausgaben
für Ferien, Reisen, Privatwohnungen und private Versicherungen, die Steuern, der Privatanteil
Autokosten, Verluste im Bereich des Privatvermögens, sowie Verluste, die auf Liebhaberei zu-
rückzuführen sind. Diesen Aufwendungen fehlt der erforderliche enge Konnex zum Unterneh-
menszweck, selbst wenn sie allenfalls der Erwerbstätigkeit förderlich sind (vgl. Klöti-
Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. A., Bern 2015, § 36 N 7f.).
c) In Bezug auf die Beweislast ist schliesslich festzuhalten, dass der Nachweis für
steuerbegründende Tatsachen der Steuerbehörde, der Beweis für steueraufhebende oder
steuermindernde Tatsachen grundsätzlich aber dem Steuerpflichtigen obliegt; dieser hat steu-
ermindernde Tatsachen nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (vgl. Entscheid des
Bundesgerichts [BGE] 140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen
Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 519; vgl. auch Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steu-
erverfahrensrecht, § 19 Rz. 8ff.; Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 7. April 2017, 510 16
96, E. 3d, www.bl.ch/steuergericht).
d) Auslagen im Rahmen der Kundenbetreuung sowie der Kontaktpflege können
unstrittig geschäftsmässig begründet sein. Der Nachweis des Geschäftsbezugs ist aber dort
von besonderer Bedeutung, wo Auslagen - wie die vorliegend geltend gemachten Konsuma-
tionsunkosten - regelmässig auch im Bereich der privaten Lebenshaltung anfallen. Mit Bezug
auf Repräsentationsspesen sehen die Muster-Spesenreglemente denn auch vor, bei Einladun-
gen von Drittpersonen neben dem Datum der Einladung und dem Namen sowie Ort des Lokals
zusätzlich die Namen der anwesenden Personen und den Geschäftszweck der Einladung zu
vermerken (vgl. Ziff. 5.1 des Kreisschreibens Nr. 25 vom 18. Januar 2008 der Schweizerischen
Steuerkonferenz, Muster-Spesenreglemente für Unternehmen und für Non-Profit-
Organisationen) (vgl. Entscheid des Bundesgerichts, 2C_273/2013 vom 16. Juli 2013, E. 4.1).
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e) Im Jahre 2014 hat die Pflichtige nachdem sie die Zahnarztpraxis von Dr. C._
übernommen hat, ihr Team stark vergrössert und zahlreiche Personalanlässe organisiert. Im
Weiteren hat sie u.a. ihren Mitarbeiterinnen auch regelmässig das Frühstück offeriert. Im Jahre
2014 sind in der Folge Fr. 14‘208.22 dem Konto 5290 Spesen/Verpflegung belastet und auch
so in der Steuererklärung als Aufwand geltend gemacht worden. Die Steuerverwaltung hat den
Pflichtigen mangels geschäftsmässiger Begründetheit die Hälfte dieser Kosten als Privatauf-
wand aufgerechnet.
f) Nach einer genauen Überprüfung der Kosten betr. Verpflegung/Spesen (Konto
5290) in Höhe von Fr. 14‘208.-- ergibt sich folgendes: Vier der Einkäufe resp. Konsumationen
haben an Wochenenden statt gefunden und es wurden Kosten für sieben Essen in Restaurants
verbucht resp. wurden Gutscheine erworben. Ein grosser Anteil der Spesen entfällt auf Physio-
therapiebehandlungen, einen Teamevent im Ausland und ein Freizeitcenter in G._. Dane-
ben wurden über 120 Kleinposten wie Denner, Coop und weitere verbucht. Augenfällig ist die
Häufigkeit der Transaktionen resp. der Kosten, welche die Pflichtige ihrem Personal in Form
von Essenseinladungen, Teamevents, Physiotherapiebehandlungen, Besuche in einem Frei-
zeitcenter oder aber das fast tägliche Offerieren von Frühstück, zukommen lässt. In den aller-
meisten Fällen aber handelt es sich um Verpflegungskosten resp. Lebenshaltungskosten und
damit um steuerlich nicht abzugsfähige Kosten, die ohnehin zum täglichen Bedarf gehören.
Hinsichtlich der Repräsentationsspesen (Konto 6641) in Höhe von Fr. 13‘669.01
lässt sich ein ähnliches Bild zeichnen. Insgesamt wurden auf diesen Kontoblättern über 30 Res-
taurantbesuche verbucht, wovon acht Essen im Ausland stattgefunden haben. Daneben wurden
auch diverse Getränke- resp. Apérolieferungen verbucht. Sieben der Ausgaben fanden an ei-
nem Samstag statt. Zwei Ausgaben erfolgten an einem Sonntag. Ein Teammeeting fand an
einem gesetzlichen Feiertag, am 1. Mai statt. Ebenfalls ersichtlich ist, dass die Pflichtige zahl-
reiche Mitarbeitergespräche mit einem Mittagessen verbunden hat. Es erscheint bereits auf-
grund dieser ausserordentlich hohen Kadenz der Ausgaben im Denner und Coop, sowie der
sehr häufigen Restaurantbesuche als eher unwahrscheinlich, dass die Mehrheit der Ausgaben
(80%) geschäftsmässig begründet war, sodass sich eine Aufrechnung von lediglich 20% der
Auslagen als Privataufwand nicht rechtfertigen würde. Ein Grossteil der Auslagen ist vielmehr
der privaten Lebenshaltung der Rekurrenten zuzuordnen. Damit erweist sich die Aufrechnung
der Steuerverwaltung in Höhe von nur 50% der Auslagen als eher kulant und ist nicht zu bean-
standen. Der Rekurs ist in diesem Punkt abzuweisen.
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4. Im Weiteren ist zu untersuchen, ob die Steuerverwaltung die geltend gemachten Fahr-
zeugkosten zu Recht nicht zum Abzug zugelassen hat.
a) Nach § 24 lit. b StG [...] gelten alle Vermögenswerte als Geschäftsvermögen, die
ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen [...]. Da diese Bestimmung mit
Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie mit Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) identisch ist, rechtfertigt es sich,
zur Auslegung auch die Rechtsprechung und Literatur zum DBG bzw. StHG beizuziehen.
b) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenheit und konkreten Zweckbe-
stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatvermögen bilden oder Alternativgü-
ter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- als auch zum Privatvermögen gehören. Für die Ab-
grenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche Funktion des Vermögenswertes ab-
zustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es tatsächlich dem Geschäft dient (vgl.
BGE 2C_515/2013 vom 27. November 2013, E. 2.1; BGE 133 II 420, E. 3.2, m.w.H.). Daneben
können als weitere Abgrenzungskriterien im Einzelfall die äussere Beschaffenheit des Vermö-
genswertes, dessen tatsächliche Nutzung, die Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das
Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv, die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse und auch des-
sen buchmässige Behandlung dienen (BGE 2A.44/2006 vom 17. November 2006, E. 2.2,
m.w.H.). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl privaten als auch geschäftlichen Zwecken,
spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung zum Geschäfts- oder Privatvermögen er-
folgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präponderanzmethode (Amschwand, Geschäfts-
vermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ. in: SteuerRevue [StR] 2000, S. 481 ff.).
Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Januar 1995 diejenigen gemischt, d.h. teils
geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Er-
werbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Geschäftsvermögen zugewiesen. Die nicht vor-
wiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören demgegenüber gesamthaft zum Privatvermö-
gen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt werden (BGE 133 II 420, E. 3.3, m.w.H). Ein
Vermögenswert dient dann vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr
als 50% geschäftlich genutzt wird (vgl. Reich/von Ah in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar
zum Schweizerischen Steuerrecht, Art. 18 DBG N 55; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Hand-
kommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art. 18 N 107 m.w.H).
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c) Ist die technisch-wirtschaftliche Funktion eines Vermögenswerts nicht klar er-
kennbar, kommt dem Willen und der Sachdarstellung des Pflichtigen u.U. grosse Bedeutung zu.
Freilich kann nicht auf einzelne beliebige Willensäusserungen des Steuerpflichtigen abgestellt
werden. Relevant ist einzig der Wille, ein Wirtschaftsgut dem Geschäft zu widmen und nicht der
Wille, ein Wirtschaftsgut für die Zwecke der Besteuerung als Geschäftsvermögen zu behandeln.
Der Wille, so wie er den Steuerbehörden gegenüber erklärt wird, muss auch in den tatsächli-
chen Verhältnissen zum Ausdruck gebracht und verwirklicht worden sein. Entscheidend ist inso-
fern eine objektivierte Willenskundgebung. Die Aufnahme eines Vermögenswertes in die Bilanz
stellt nach der bundesgerichtlichen Praxis ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass dieser zum Ge-
schäftsvermögen gehört, sofern er nicht ausdrücklich als Privatvermögen gekennzeichnet und
der damit zusammenhängende Aufwand und Ertrag nicht konsequent über das Privatkonto ge-
bucht wird. Das BGer hält jedoch fest, dass die Aufnahme in die Buchhaltung allein nicht die
Zuteilung eines Vermögenswerts zum Geschäftsvermögen zu bewirken vermag (Reich/von Ah,
a.a.O., Art. 8 StHG N 48af.).
5. a) Vorliegend betreibt die Pflichtige eine eigene Zahnarztpraxis mit mehreren Ange-
stellten, wobei im hier strittigen Steuerjahr drei Fahrzeuge auf die Pflichtige zugelassen waren.
Zwei der Fahrzeuge, der Porsche Cayenne und der Porsche 911 Carrera, werden mit einer
Wechselnummer genutzt. Strittig ist die Qualifikation des eigens für die Praxis angeschafften
Fahrzeugs, Porsche 911 Carrera. Gemäss der Darstellung der Rekurrenten wird das Fahrzeug
für betriebliche Nebentätigkeiten, wie wöchentliche Fahrten zu Zahntechnikern, für die Sicher-
stellung der Einsatzbereitschaft bei Notfalldiensten, zur Beförderung von Material und Einkäu-
fen (u.a. auch Znüni), sowie zur Bewältigung des Arbeitsweges und für Fahrten zu Fortbil-
dungsveranstaltungen benutzt. Für den Transport von grösseren Gegenständen werde aber
auch der Audi verwendet. Der Porsche 911 diene ausschliesslich geschäftlichen Zwecken wo-
bei die anderen beiden Fahrzeuge privat genutzt würden.
b) Die Kern-Tätigkeit eines Zahnarztes wird jeweils in der Praxis ausgeübt, da für
die Ausübung der Tätigkeit spezifische nicht mobile Ausrüstung (Behandlungsstuhl, entspre-
chende Beleuchtung, Borer, Luft- und Wasserspritze, Speichelsauger, Röntgengerät und vieles
mehr) verwendet werden muss. Für die eigentliche Ausübung dieser Kern-Tätigkeit oder die
von Dentalhygienikerinnen sowie Praxisassistentinnen nicht benötigt oder nur bedingt benötigt
wird hingegen ein Fahrzeug. Hausbesuche, wie sie bei anderen Ärzten (z.B. Allgemeinmedizi-
ner, Tierärzte etc.) vorkommen können, sind bei einem Zahnarzt eher die Ausnahme. Auch ei-
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nen Notfall behandelt der Zahnarzt in der Praxis und begibt sich nicht zum Patienten nach Hau-
se, da ein zahnärztlicher Notfall die Patienten meistens nicht in ihrer Mobilität einschränkt.
c) Die genauere Betrachtung des sehr rudimentär geführten Fahrtenbuches ergibt
folgendes: Elf Fahrten haben an Wochenenden statt gefunden, wobei deren geschäftsmässige
Begründetheit nicht weiter dargelegt wurde. 19 Fahrten betrafen Besuche in Einrichtungs- und
Dekoläden, was bei der Übernahme der Praxis zwar möglich ist, hingegen fanden diese Fahr-
ten über das ganze Jahr verteilt statt. zehn Fahrten betrafen Fahrten zu Restaurants, wobei
diese Fahrten ab Mitte August 2014 aufgezeichnet wurden. Innerhalb von vier Monaten wurden
zehn Essen mit Personal durchgeführt, wobei hier die Geschäftsmässigkeit ebenfalls nicht dar-
gelegt wurde. 17 Fahrten erfolgten nach H._. Acht Fahrten betreffen Blumenkäufe bei „Blu-
men I._, J._“. Nur fünf von diesen Einkäufen sind verbucht und nur bei zwei Buchungen
stimmen die Kaufdaten überein. Was die Fahrten zu den Fortbildungen angeht ist festzustellen,
dass ein Zugfahrticket (am 2. Juni 2014) nach K._ 1. Klasse ab Fr. 620.-- gekostet hätte,
wobei die Kilometerentschädigung bei 2‘250 gefahrenen Kilometern 70 Rp. deutlich mehr Ab-
züge bringt. Die Anfahrten zum Kongress in L._ (Mitte der Insel) am 3. Juni 2014 von 350
km erscheinen deutlich zu hoch. Die Insel K._ ist 38 km lang. Unter der Annahme eine Fahrt
ist 20 km lang, würden bei fünf Kongresstagen und zwei täglichen Fahrten lediglich 200km ge-
fahren. Der SSO Kongress in M._ am 23. Mai 2018 wurde mit 190 km doppelt aufgelistet.
Die IDS in N._ wurde von den Rekurrenten im Jahre 2014 mit 1’030 km verbucht, wobei
diese Messe im Jahre 2014 gar nicht stattfand. Sie wird gemäss Information des Veranstalters
lediglich alle zwei Jahre durchgeführt. Die Messe fand somit im Jahre 2013 oder im 2015 statt.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Aufzeichnungen der Rekurrenten sehr ungenau sind und
wesentlicher Korrekturen bedürfen. Hinsichtlich des verbuchten Fahrzeugaufwands betr. Konto
6200 ist festzustellen, dass die Rekurrenten auch hier auf eine genaue Erfassung und Abgren-
zung der Auslagen verzichtet haben. Die Rechnung O._, G._ betraf das Fahrzeug mit
dem Kennzeichen BL (...) und damit den Audi. Die MFK Gebühren über Fr. 120.-- vom 26. Feb-
ruar 2014 können ebenfalls nicht den Porsche 911 Carrera betreffen, da dieses gemäss Lea-
singvertrag am 18. März 2014 gekauft wurde. Eine weitere Position in der Höhe von Fr.
1‘077.57 auf dem Kontoblatt 6200 kann allenfalls den Porsche Cayenne angehen. Die eben
aufgezählten Kosten dürften bei einer korrekten Verbuchung sowie Zuteilung der Fahrzeuge
nicht in der Buchhaltung erscheinen. Die verbuchten Benzinkosten betragen Fr. 4‘075.85. Die
Rekurrenten geben im Fahrtenbuch an mit dem eigens für geschäftliche Zwecke angeschafften
Porsche 911 Carrera 10‘909 km gefahren zu sein. Je nach Benzinpreis und Verbrauch pro Liter
ergibt sich bei einem Betrag von Fr. 4‘075.85 für Benzinkosten eine Fahrleistung zwischen 20-
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25‘000 km. Ein Eigenverbrauch für privat gefahrene Kilometer mit den Privatfahrzeugen wurde
hingegen keiner verbucht. Die gemäss Fahrtenbuch gefahrenen Kilometer stehen somit in kras-
sem Widerspruch zu den verbuchten Benzinkosten.
Schliesslich ist festzustellen, dass auch die angegebene Kilometerleistung zu
hinterfragen ist. Die Erstinverkehrssetzung des Porsches 911 Carrera war am 17. März 2014.
Der Leasingvertrag datiert vom 9. September 2014. Auf dem Wartungsnachweis des Porsche
911 Carrera ist per 5. August 2016 ein Kilometerstand von 12‘650 km verzeichnet. Dies bedeu-
tet, dass zwischenzeitlich ein Halterwechsel erfolgt sein muss. Umgerechnet auf ein Jahr wur-
den rund 6‘900 km mit dem Porsche gefahren, was zu der Annahme führt, dass die Rekurren-
ten nicht nur mit dem Carrera sondern auch mit anderen Fahrzeugen gefahren sein müssen.
Der Porsche Carrera sowie der Porsche Cayenne teilen sich zudem eine Wechselnummer.
Damit ist auch die Kilometerleistung des Porsches Cayenne in die Berechnung miteinzubezie-
hen. Aufgrund der eingereichten Kopien der Wartungsnachweise des Porsche Cayenne ist fest-
zustellen, dass im Jahre 2014 rund 25‘000 km gefahren wurden. Zusammen mit dem Porsche
911 Carrera ergibt dies eine Kilometerleistung von rund 37‘000 km. Für geschäftliche Fahrten
machen die Rekurrenten 10‘909 km geltend.
Schliesslich ist noch ein Blick auf das Fahrzeug Audi A6 zu werfen. Dieses hatte
beim Kauf am 9. September 2014 einen Kilometerstand von 28‘200 km. Auf der Rechnung der
Garage P._ vom 24. November 2016 betrug der Kilometerstand 86‘911 km. Die Jährliche
Kilometerleistung des Audi A6 beträgt rund (in 27 Monaten: 58‘711km) 38‘627 km. Insgesamt
sind die Rekurrenten im Jahre 2014 mit ihren drei Fahrzeugen rund 74‘536 km gefahren. Davon
ausgehend, dass der Porsche Cayenne und der Porsche 911 Carrera für geschäftliche Fahrten
benutzt worden sind, ist festzustellen, dass mit dem Porsche 911 Carrera weniger als ein Drittel
der Fahrten vorgenommen wurden. Im Ergebnis ist die Nutzung aller drei Fahrzeuge überwie-
gend privater Natur. Damit hat das Fahrzeug Porsche 911 Carrera nach der Präponderanzme-
thode nicht überwiegend geschäftlichen Zwecken gedient. Die Aufrechnung der Fahrzeugkos-
ten ist damit zu Recht erfolgt.
Was den Arbeitsweg angeht, ist festzustellen, dass ein Weg von Q._ nach
R._ 48 Minuten in Anspruch nimmt und mit den zur Verfügung stehenden öffentlichen Ver-
kehrsmitteln bewältigt werden kann. Die Steuerverwaltung hat hier kulanterweise die Fahrtkos-
ten für 220 Arbeitstage zu 2 x 7 km à 70 Rp. als Abzug zugelassen. Zuzüglich einer Pauschale
für Kundenbesuche von Fr. 1‘000.-- ist den tatsächlich geschäftlich begründeten Aufwendungen
für Fahrzeugkosten mehr als Genüge getan. Der Rekurs erweist sich auch in diesem Punkt als
unbegründet und ist abzuweisen.
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6. Abschliessend ist festzuhalten, dass es gemäss Erwägung 3c klar den Steuerpflichtigen
obliegt entsprechende Beweismittel für ihre Behauptungen beizubringen, ansonsten sie sich mit
Nachteilen konfrontiert sehen müssen. Mit anderen Worten obliegt es den Rekurrenten ein kor-
rekt und ordentlich geführtes Fahrtenbuch einzureichen, aus welchen die geschäftsmässige
Begründetheit der Fahrten klar erkennbar ist, ansonsten die Steuerverwaltung einen entspre-
chenden Abzug aus Gründen der Gleichbehandlung aller Steuerpflichtigen ablehnen muss. Die
Anforderungen an die Beweismittel sind zu jedem Zeitpunkt dieselben und können damit nicht
bloss auf den Zeitpunkt der Rechtskraft des Entscheids des Steuergerichts eingeschränkt wer-
den, was entsprechend zur Abweisung des Eventualantrags führt.
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Würdigung aller in Betracht kommenden
tatsächlichen Umstände und den Zahlreichen Unstimmigkeiten in der Buchhaltung der Pflichti-
gen sowie unter Anwendung der Präponderanzmethode das Fahrzeug Porsche 911 Carrera
nicht als Geschäftsvermögen zu qualifizieren ist und folglich die Fahrzeugkosten nicht als Auf-
wand der Erfolgsrechnung belastet werden können. Die Steuerverwaltung hat zudem die Nut-
zung des privaten Fahrzeugs für geschäftliche Zwecke bereits gebührend berücksichtigt, indem
für Kundenbesuche eine Pauschale von Fr. 1‘000.-- und zusätzlich die Kosten des Arbeitswegs
in Höhe von Fr. 2‘156.-- bereits zum Abzug zugelassen wurden. Der Rekurs ist somit in allen
Punkten abzuweisen.
8. Ausgangsgemäss sind den unterliegenden Rekurrenten die Verfahrenskosten aufzuer-
legen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und Abs. 3 VPO) und es ist ihnen keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen (§ 130 StG i.V.m. § 21 VPO).
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