# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6d411f0c-0f78-4cc4-9862-5261a73bad08
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1973 in O.1_ (L.1_) geboren. Y._ kam am _1961 in O.2_ (L.2_) zur Welt. Die Parteien schlossen am 13. September 1996 vor dem Zivilstandsamt O.3_ (L.3_) den Bund der Ehe. Dieser entsprossen die Kinder A._, geboren am _1996, B._, geboren am _1998, und C._, geboren am _2002. Die Familie ist im Jahre 2003 von L.2_ in die Schweiz gezogen und lebt seither in O.4_.
B. Die Ehegatten trennten sich Ende 2008, wobei die Folgen des Getrenntlebens auf Gesuch von X._ vom 28. Oktober 2008 durch Erlass von Eheschutzmassnahmen geregelt wurden. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2008, mitgeteilt am 22. Dezember 2008, stellte der Bezirksgerichtspräsident Imboden die Berechtigung zum Getrenntleben fest, teilte die Obhut über die gemeinsamen Kinder der Ehefrau zu (unter gleichzeitiger Zuweisung der ehelichen Wohnung), räumte dem Ehemann ein gerichtsübliches Besuchsrecht von zwei Wochenenden im Monat ein und verpflichtete Y._ zur Leistung eines monatlichen Unterhaltsbeitrages von Fr. 5'413.00 an seine Familie (Fr. 1'000.00 für jedes Kind, Fr. 2'413.00 für die Ehefrau). Im Rahmen eines Abänderungsverfahrens kamen die Parteien am 7. Juli 2010 vergleichsweise überein, die Obhut über die Tochter A._, die seit Juni 2009 beim Vater lebte, auf diesen zu übertragen. Der an die Ehefrau und die beiden Töchter B._ und C._ zu entrichtende Unterhaltsbeitrag wurde auf Fr. 5'250.00 (Fr. 1'000.00 für jedes Kind, Fr. 3'250.00 für die Ehefrau) festgelegt. Y._ arbeitete zum damaligen Zeitpunkt - wie bereits vor der Trennung der Ehegatten - in einer vollzeitigen Anstellung als Oberarzt bei den D._ mit Arbeitsort O.5_. In der Folge trat er per 1. März 2011 eine neue Stelle in O.6_ an, wo er seither als Arzt beim E._ mit einem Pensum von 80% beschäftigt war.
C. Mit Schreiben vom 14. März 2011 reichten die Ehegatten beim Bezirksgericht Imboden einen am 9./22. Februar 2011 unterzeichneten gemeinsamen Scheidungsantrag ein. Anlässlich der am 13. April 2011 durchgeführten gemeinsamen und getrennten Anhörung konnten die Parteien mit Bezug auf den Scheidungspunkt, die Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut über die gemeinsamen Kinder, die Aufteilung von Mobiliar und Inventar und die grundsätzliche Teilung der schweizerischen und deutschen Vorsorgeguthaben eine Teil-Ehescheidungskon-vention abschliessen. Zudem wurde vereinbart, dem Ehemann die Klägerrolle bezüglich der verbliebenen strittigen Punkte zuzuteilen. Mit Verfügung vom 13. April 2011, mitgeteilt am 19. April 2011, überwies der
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Bezirksgerichtspräsident die strittigen Nebenfolgen dem Bezirksgericht Imboden zur Beurteilung, unter gleichzeitiger Abschreibung des Scheidungsverfahrens auf gemeinsames Begehren mit umfassender Einigung (Proz.-Nr. 135-2011-83).
D. Mit Klageschrift vom 23. Juni 2011 stellte und begründete Y._ seine Anträge zu den strittigen Nebenfolgen, wobei er  soweit für das Berufungsverfahren noch relevant  folgende Rechtsbegehren formulierte:
"1. [Besuchs- und Ferienrechte]
2. [Beistandschaft]
3. [Güterrecht]
4. Unterhalt:
Der Ehemann sei auf seiner Bereitschaft zu behaften, an den Unterhalt der gemeinsamen Kinder B._ und C._ monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von je Fr. 800.-- zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen, dies bis zur Mündigkeit derselben resp. bis zum Abschluss ihrer Erstausbildung.
Die Ehefrau sei zu ermahnen, diese vom Ehemann erhaltenen Kinderunterhaltsbeiträge effektiv für die Töchter B._ und C._ zu verwenden, bspw. mit Beiträgen für den Ski- und Snowboardclub oder den Liftpass, zumal sie vor Kantonsgericht Graubünden vollmundig den Wintersport im Ski- und Snowboardclub als elementaren Bestandteil der Lebensführung der Kinder deklarieren liess;
Die Ehefrau sei zu verpflichten, an den Unterhalt der gemeinsamen Tochter A._ monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'100.-- (zuzüglich allfällige von ihr vereinnahmte Kinderzulagen, die zur Zeit vom obhutsberechtigten Vater vereinnahmt werden) zu bezahlen, dies bis zur Mündigkeit derselben resp. bis zum Abschluss ihrer Erstausbildung;
Diese Unterhaltsbeiträge zugunsten A._ werden zur Zahlung fällig, sobald die Mutter ein Fr. 3'000.-- übersteigendes Einkommen erzielt (netto, inkl. 13. ML p.r.t.), und zwar in dem Fr. 3'000.00 übersteigenden Ausmass.
Der Ehemann sei auf seiner Bereitschaft zu behaften, an den Unterhalt der Ehefrau monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'662.-- bis und mit Februar 2012 zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.“
E. Am 2. September 2011 stellte und begründete X._ im Rahmen ihrer Klageantwort folgende Anträge:
"1. [Scheidungsantrag]
2. [Elterliche Sorge und Obhut]
3. [Besuchs- und Ferienrechte]
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4. Kinderunterhalt
a. Y._ sei zu verpflichten, X._ an den Unterhalt von B._ und C._ je einen monatlich pränumerando zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'000.00, zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen.
b. Die Unterhaltsbeiträge gemäss vorstehender lit. a seien praxisgemäss zu indexieren.
c. X._ sei zu verpflichten, an Y._ für A._ einen vom Gericht festzulegenden monatlich pränumerando zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag zu leisten, der ihren Einkommensverhältnissen und der von Y._ an sie zu leistenden Unterhaltsrente gerecht wird, wobei die Unterhaltspflicht maximal bis zur Mündigkeit von A._ dauert.
5. Unterhaltsregelung für X._
a. Der Kläger sei zu verpflichten, an die Beklagte mit Beginn Rechtskraft des Scheidungsurteils und bis zum Eintritt des Klägers in das ordentliche Pensionierungsalter einen monatlichen pränumerando zu leistenden und praxisgemäss abzustufenden Unterhaltsbeitrag von zu Beginn Fr. 4'500.00 (für den Fall, dass die Beklagte zu Unterhaltszahlungen für A._ verpflichtet wird), eventuell von zu Beginn Fr. 3'500.00 (für den Fall, dass die Beklagte nicht zu Unterhaltszahlungen für A._ verpflichtet wird) zu bezahlen.
b. Der Unterhaltsbeitrag gemäss vorstehender lit. a sei praxisgemäss zu indexieren.
6. [BVG / Pensionskasse]
7. [Güterrecht]
8. Weitergehende Anträge von Y._
Sämtliche von den vorstehenden Rechtsbegehren abweichende Anträge von Y._ seien abzuweisen.
9. Kostenregelung
Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Y._."
F. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien Gelegenheit zu weiterer Darlegung bzw. Präzisierung ihrer Standpunkte. Sowohl der Ehemann als auch die Ehefrau hielten in der Replik vom 3. November 2011 bzw. in der Duplik vom 3. Januar 2012 an den bisher gestellten Rechtsbegehren unverändert fest.
G. Am 27. Juni 2011 hatte der Ehemann zudem ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen gestellt, in welchem er mit Wirkung ab 1. Juli 2011 bis und mit Februar 2012 die Reduktion des an die Ehefrau zu leistenden Unterhalts auf Fr. 2'259.25 und mit Wirkung ab März 2012 dessen vollständige Aufhebung
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beantragte. Nachdem die Ehefrau in ihrer Stellungnahme vom 2. August 2011 die kostenfällige Abweisung des Gesuchs beantragt hatte, erkannte der Bezirksgerichtspräsident mit Entscheid vom 14. September 2011, mitgeteilt am 13. Oktober 2011, auf teilweise Gutheissung des Gesuchs. Der Familienunterhalt wurde bis und mit August 2012 bei Fr. 5'250.00 (je Fr. 1'000.00 für die Töchter B._ und C._, zuzüglich der vertraglichen und/oder gesetzlichen Kinderzulagen; Fr. 3'250.00 für die Ehefrau) belassen. Ab 1. September 2012 erfolgte angesichts der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens auf Seiten der Ehefrau eine Reduktion auf Fr. 3'247.00 (je Fr. 1'000.00 für die Töchter B._ und C._ zuzüglich der vertraglichen und/oder gesetzlichen Kinderzulagen; Fr. 1'247.00 für die Ehefrau). Die vom Ehemann gegen diesen Entscheid erhobene Berufung wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 11. Januar 2012, mitgeteilt am 16. Januar 2012, kostenfällig ab.
H. Am 17. Februar 2012 instanzierte Y._ ein weiteres Abänderungsverfahren, in welchem er die sofortige Zuteilung der elterlichen Obhut über die Tochter B._ an sich sowie - als Folge davon - eine Neuregelung des Unterhalts sowie des Besuchs- und Ferienrechts verlangte. In der Folge wurde B._ durch Bezirksrichterin Dr. med. Annaregula Lutz angehört und gestützt auf das Ergebnis dieser Anhörung mit superprovisorischer Verfügung vom 22. Februar 2012 unter die Obhut des Kindsvaters gestellt. Im weiteren Verlauf des Verfahrens wurde den drei Töchtern auf Begehren der Ehefrau je eine Prozessbeiständin bestellt, worauf sich die Parteien anlässlich der Hauptverhandlung vom 1. Oktober 2012 betreffend der Zuteilung der Tochter B._, des Besuchsrechts sowie des von Y._ zu zahlenden Unterhaltsbeitrages einigen konnten. So verpflichtete sich der Ehemann, an den Unterhalt der Ehefrau und der jüngsten Tochter C._ für die Zeit ab Februar 2012 bis und mit August 2012 den Betrag von Fr. 4'250.00 zu bezahlen. Ab September 2012 wurde eine Reduktion auf Fr. 2'247.00 (Fr. 1'000.00 für die Tochter C._ und Fr. 1'247.00 für die Ehefrau) vereinbart. Mit Entscheid des Einzelrichters für Zivilsachen vom 1. Oktober 2012, mitgeteilt am 11. Oktober 2012, wurde über die Kinder B._ und C._ zudem eine Beistandschaft errichtet und die Vormundschaftsbehörde Rhäzüns-Trins mit der Ernennung eines Beistands beauftragt. Der entsprechende Beschluss der Vormundschaftsbehörde datiert vom 22. November 2012.
I. Nachdem die Ehegatten mit Beweisverfügung vom 8. Januar 2013, mitgeteilt am gleichen Tag, zur Einreichung von Urkunden betreffend ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse (Lohnausweis, Arbeitsvertrag,
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Kontoauszüge) verpflichtet worden waren, fand am 1. Oktober 2013 vor dem Bezirksgericht Imboden die Hauptverhandlung statt. In diversen Punkten konnten sich die Parteien gütlich einigen, so namentlich bezüglich der Sorgezuteilung über die Kinder, der Besuchs- und Ferienrechte der Eltern, der Fortführung der Beistandschaft, des Unterhalts des Ehemannes an die jüngste Tochter C._ sowie der Aufteilung der in der Schweiz vorhandenen Vorsorgeguthaben. Die klägerischen Rechtsbegehren wurden insofern angepasst, als der an A._ und B._ bis zur Mündigkeit respektive bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung zu leistende Kindesunterhalt mit je Fr. 1'300.00 beziffert wurde. Die Gegenseite bezifferte den ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 28. Februar 2018 zu leistenden nachehelichen Unterhaltsbeitrag neu mit Fr. 2'291.00. Danach sei ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'000.00 bis zum Eintritt von Y._ in sein ordentliches Pensionsalter geschuldet.
J. Mit Entscheid vom 1. Oktober 2013, mitgeteilt am 18. November 2013, erkannte das Bezirksgericht Imboden, was folgt:
"1. Die am 13. September 1996 vor dem Zivistandsamt O.3_ (L.3_) geschlossene Ehe der X._ und des Y._ wird gestützt auf das gemeinsame Scheidungsbegehren gemäss Art. 122 ZGB geschieden.
2. Die gemeinsamen Töchter A._, geboren am _1996, und B._, geboren am _1998, werden unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut von Y._ gestellt. Die elterliche Sorge und Obhut über die Tochter C._, geboren am _2002, wird X._ zugeteilt.
Das Besuchs- und Ferienrecht der Eltern richtet sich bezüglich Dauer und Modalitäten nach der in Ziffer 5 und 6 der Teilkonvention vom 1. Oktober 2013 vereinbarten Regelung. Diese gilt als Minimalanspruch und es ist den Parteien freigestellt, das Besuchs- und Ferienrecht unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder flexibel zu handhaben.
3. Die mit Verfügung vom 1. Oktober 2012, mitgeteilt am 11. Oktober 2012, angeordnete und mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Rhäzüns-Trins vom 19. November 2012 für die beiden Kinder B._ und C._ errichtete Beistandschaft wird aufrecht erhalten.
4. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt der Tochter C._ einen monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000.00 zuzüglich allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen zu entrichten. Sollte C._ eine Mittelschule besuchen, erhöht sich der Unterhaltsbeitrag bei Eintritt vereinbarungsgemäss auf CHF 1'300.00. Die Unterhaltspflicht dauert - unter Vorbehalt von Art. 277 Abs. 2 ZGB - bis zur Mündigkeit.
5. Y._ wird des Weiteren verpflichtet, X._ mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlich im Voraus
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zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'200.00 zu entrichten. Die Unterhaltspflicht endet am 31. August 2015.
6. X._ wird verpflichtet, an den Unterhalt der Tochter B._ mit Wirkung ab 1. September 2015 einen monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 666.00 zuzüglich allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen zu entrichten. Die Unterhaltspflicht dauert - unter Vorbehalt von Art. 277 Abs. 2 ZGB - bis zur Mündigkeit.
7. [Indexierung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 4 bis 6]
8. [Aufteilung des Pensionskassenguthaben]
9. [Teilung des in L.2_ erworbenen Vorsorgeguthabens]
10. [Güterrechtliche Auseinandersetzung]
11. Im Übrigen wird die am 1. Oktober 2013 abgeschlossene  gemäss Art. 279 ZPO genehmigt.
12. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 12'000.00 werden zu 1⁄4 dem Kläger und zu 3⁄4 der Beklagten auferlegt. Die auf Y._ anfallenden Gerichtskosten von CHF 3'000.00 werden in diesem Umfang mit dem von ihm geleisteten Vorschuss von CHF 7'000.00 verrechnet und die Restanz ihm nach Rechtskraft dieses Entscheids und nach Vorlage eines Einzahlungsscheins erstattet. Die auf X._ anfallenden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 8'000.00 werden mit dem ihr zustehenden Guthaben von CHF 250.00 aus dem Verfahren Proz.-Nr. 135-2011-83 verrechnet. Die Restanz geht infolge der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege zu Lasten des Kantons Graubünden und wird auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt der Rückforderungsanspruch des Gemeinwesens.
Ausseramtlich hat die Beklagte den Kläger mit CHF 3'715.20 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations