# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e84d272c-7941-4bcf-8189-439b0a5c1821
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Betrug etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 26. November 2013 (DG130248)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Juli 2013 ist die-
sem Urteil beigeheftet (Urk. HD 54).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
- des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB;
- der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB;
- der mehrfachen versuchten Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag
durch Haft erstanden ist.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ Schadenersatz
von Fr. 32'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 18. Juni 2012 zu bezahlen. Im
übersteigenden Betrag wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses
verwiesen.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._ AG Schaden-
ersatz von Fr. 2'106.40 zu bezahlen.
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6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 2'500.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 199.60 Auslagen Untersuchung
Fr. 50.00 ausserkantonale Untersuchungskosten
Fr. 11'567.65 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt, jedoch gemeinsam mit den Kosten der amtlichen
Verteidigung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforde-
rung erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten
erlauben.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 97)
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 26. November 2013 (Ge-
schäfts-Nr. DG130248-L) sei in Dispositiv-Ziffer 1 aufzuheben und der
Beschuldigte sei vom Vorwurf des Betruges im Sinne von Art. 146
Abs. 1 StGB freizusprechen und der einfachen versuchten Veruntreu-
ung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22
Abs. 1 StGB zu verurteilen.
2. Weiter sei das angefochtene Urteil in Dispositiv-Ziffer 2 aufzuheben
und der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten
zu bestrafen.
3. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5 sei die Zivilforderung der
C._ AG abzuweisen und ihr kein Schadenersatz zuzusprechen.
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4. Die Verfahrenskosten seien mindestens zur Hälfte auf die Staatskasse
zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(schriftlich, Urk. 88)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
_

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
Mit Urteil der Vorinstanz vom 26. November 2013 wurde der Beschuldigte des
Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, der Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie der mehrfachen versuchten Veruntreuung im
Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig
gesprochen und mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten bestraft,
unter Anrechnung von einem Tag erstandener Haft (Urk. 81 S. 29).
Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte am 5. Dezember 2013 rechtzeitig
Berufung an und liess am 3. März 2014 fristgerecht die schriftliche Berufungs-
erklärung folgen, mit welcher er erstmals den Beweisergänzungsantrag stellen
liess, es sei D._ als Zeuge zu befragen (Urk. HD 74, Urk. HD 79/2, Urk. 82).
Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Anschlussberufung und beantragte die
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 88). Auch die Privatkläger B._
und C._ AG erhoben weder Berufung noch Anschlussberufung.
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Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte und sein amtli-
cher Verteidiger (Prot. II S. 4). Im Rahmen der Berufungsverhandlung wurde
D._ als Zeuge einvernommen (Prot. II S. 11 ff.).
II. Prozessuales
Nach Art. 399 Abs. 4 StPO kann die Berufung auf einzelne Urteilspunkte einge-
schränkt werden. Eine isolierte Anfechtung des Schuldpunktes ist indes nicht
möglich: Bei einem Antrag auf Freispruch gelten für den Fall der Gutheissung au-
tomatisch auch die mit der Tat untrennbar zusammenhängenden Folgepunkte des
Urteils (z.B. Sanktion, Zivilpunkt, Kostenfolgen) als angefochten, also alle Punkte
nach Art. 399 Abs. 4 lit. b - g StPO. Bestätigt das Berufungsgericht den Schuld-
punkt, sind die weiteren Urteilspunkte – soweit nicht explizit angefochten – nicht
zu überprüfen (vgl. Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 399 N 18; BSK StPO -
Eugster, Art. 399 StPO N7).
Angefochten wurden die Schuldsprüche betreffend Betrug im Sinne von Art. 146
Abs. 1 StGB sowie betreffend mehrfach versuchter Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dispositivziffer
1 al. 1 und 3). Ferner wurde die Höhe der Freiheitsstrafe (Dispositivziffer 2) ange-
fochten sowie die Verpflichtung des Beschuldigten, der Privatklägerin C._
AG Schadenersatz in Höhe von Fr. 2'106.40 zu bezahlen (Dispositivziffer 5).
Nach der anlässlich der Berufungsverhandlung durchgeführten Zeugeneinver-
nahme von D._ schränkte der Beschuldigte seine Berufung weiter ein, indem
er auch den Schuldspruch wegen versuchter Veruntreuung im Sinne von Art. 138
Ziff. 1 Abs. 1 StGB gemäss Anklagepunkt 1.3.b. anerkannte (Urk. 97 S. 1 und S. 6
in Verbindung mit Prot. II S. 26).
Unangefochten und damit in Rechtskraft erwachsen sind somit der Schuldspruch
betreffend Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zum Nachteil
des Privatklägers B._ (Dispositivziffer 1 al. 2), der Schuldspruch betreffend
versuchte Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gemäss Ankla-
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gepunkt 1.3.b.(Dispositivziffer 1 al. 3 teilweise), der vom Beschuldigten dem Pri-
vatkläger B._ zu bezahlende Schadenersatz (Dispositivziffer 4) sowie die
Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 6), was mittels Beschluss festzustellen ist.
III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Betrugsvorwurf
Dem Beschuldigten wird in Ziffer 2 der Anklage im Wesentlichen vorgeworfen, er
habe am 19. Oktober 2012 bei der E._ AG in Zug eine Pressmaschine im
Wert von Fr. 2'106.40 bezogen und darauf hingewiesen, dass die Rechnung hier-
für an die C._ AG zu stellen sei. Der Beschuldigte habe zuvor als Angestell-
ter der C._ AG wiederholt Materialien und Werkzeuge für seine Arbeitgeberin
gekauft. Nachdem ihm am 12. Oktober 2012 von der C._ AG gekündigt wor-
den war, habe er sich darauf verlassen, dass die Verkäufer bei der E._ AG
nichts von der Kündigung gewusst hätten und nicht nachfragen würden. Durch
dieses Vorgehen habe der Beschuldigte der C._ AG einen Schaden in Höhe
von Fr. 2'106.40 verursacht.
Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten diesbezüglich des Betrugs schuldig
(Urk. 81 S. 29).
Der Beschuldigte gestand den Sachverhalt im Wesentlichen ein. Er führte aus,
am 19. Oktober 2012 die Pressmaschine bezogen und als Rechnungsempfänge-
rin seine ehemalige Arbeitgeberin angegeben zu haben, machte jedoch geltend,
er sei der Meinung gewesen, hierzu berechtigt gewesen zu sein, weil ihm die
C._ AG noch Geld geschuldet habe (Urk. HD 39 S. 6, Prot. I S. 7 f., Prot. II
S. 17 ff.). Weiter sei er der Ansicht, nicht die C._ AG, sondern deren Auftrag-
geber hätten die Zusammenarbeit mit ihm kündigen müssen, zumal die C._
AG selber Unterakkordantin gewesen sei. Zudem habe die C._ AG die Auf-
kündigung später zurückgezogen (Urk. HD 31 S. 11).
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Die Vorinstanz verwarf diese Einwendungen mit zutreffender Begründung
(Urk. 81 S. 13 f.), worauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nach-
folgenden Erwägungen verstehen sich als Hervorhebungen und Präzisierungen:
Mit Schreiben vom 12. Oktober 2012 setzte die C._ AG den Beschuldigten
darüber in Kenntnis, dass die Verträge vom 6. und 11. September 2012 gekündigt
würden. Es wurde ihm ausdrücklich untersagt, Materialien bei Grosshändlern auf
den Namen der C._ AG zu beziehen (Urk. HD 24/2). Das Schreiben wurde
dem Beschuldigten am 15. Oktober 2012 zugestellt (Urk. HD 24/3).
Die Auffassung des Beschuldigten, die C._ AG habe dem Beschuldigten die
zwischen ihnen beiden geschlossenen Verträge nicht aufkündigen dürfen, er-
scheint abwegig, räumte doch der Beschuldigte in der Einvernahme vom 12. April
2013 bei der Staatsanwaltschaft selbst ein, er habe den Vertrag mit der C._
AG geschlossen (Urk. HD 31 S. 11). Eine allfällige spätere Rücknahme der Kün-
digung muss im vorliegenden Verfahren nicht geklärt werden. Massgeblich ist,
dass dem Beschuldigten im damaligen Zeitpunkt unmissverständlich mitgeteilt
wurde, es sei ihm nicht weiter gestattet, Materialien auf den Namen der C._
AG zu beziehen, womit dem Beschuldigten eine entsprechende Berechtigung
nicht zustand.
Dessen ungeachtet gab sich der Beschuldigte gegenüber der E._ AG als
Bevollmächtigter der C._ AG aus und bezog die Pressmaschine auf ihre
Rechnung. Dieses Verhalten stellt grundsätzlich eine einfache Lüge dar. Weil der
Beschuldigte gemäss seiner Anerkennung schon früher bei der E._ AG als
Bevollmächtigter der C._ AG Materialien bezog, konnte er jedoch vorausse-
hen, dass die E._ AG keine weitere Überprüfung seiner Berechtigung vor-
nehmen würde. Die vom Beschuldigten begangene Täuschung ist damit arglistig.
Die Verkäufer der E._ AG irrten sich aufgrund der Täuschung über die Be-
rechtigung des Beschuldigten zum Materialbezug. Aufgrund dieses Irrtums über-
liessen sie ihm die Pressmaschine, womit eine Vermögensdisposition erfolgt ist.
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Diese Leistung erfolgte, wie auch von der Verteidigung angetönt (Urk. 97 S. 3 f.),
aus dem Vermögen der E._ AG an einen Unberechtigten. Damit trat der un-
mittelbare Vermögensschaden bei ihr ein. Weil eine vorübergehende Schädigung
ausreicht, ist es für die Strafbarkeit grundsätzlich nicht von Bedeutung, ob die
E._ AG diesen Schaden allenfalls auf Dritte abwälzte.
Indem die C._ AG die entsprechende Rechnung der E._ AG (vgl. Urk.
ND 3 S. 7) beglich, wurde sie in strafrechtlicher Hinsicht lediglich mittelbar ge-
schädigt. Diese Vermögensverminderung ist keine direkte Folge des betrügeri-
schen Verhaltens des Beschuldigten. Sie ist auch nicht gestützt auf eine entspre-
chende vertragliche Vereinbarung von der C._ AG zu tragen, welche als di-
rekter Schaden adhäsionsweise im Strafverfahren geltend gemacht werden könn-
te (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_568/2013 vom 13. November 2013, E. 4.3.
m.w.H.). Die Schadenersatzforderung der C._ AG rührt aus einem (in der
Regel nicht ersatzfähigen) indirekten Schaden, einem sog. Reflexschaden. Daran
ändert nichts, dass die C._ AG eine moralische Verpflichtung zur Beglei-
chung des Schadens bei der E._ AG gehabt haben mag (so die Vorinstanz,
vgl. Urk. 81 S. 13).
Ein berechtigter Anspruch des Beschuldigten gegenüber der E._ AG ist aus
den Akten weder ersichtlich noch wird dies vom Beschuldigten geltend gemacht.
Unter diesen Umständen bereicherte sich der Beschuldigte zum Nachteil der
E._ AG unrechtmässig an der Pressmaschine. Dies war dem Beschuldigten
bewusst, weshalb er mit Vorsatz handelte, auch wenn er hoffte, die C._ AG
würde die E._ AG schadlos halten.
Zusammenfassend ist der Beschuldigte im Bezug auf den Vorwurf gemäss An-
klageziffer 2 des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-
chen, wobei zu präzisieren ist, dass dies zum Nachteil der E._ AG erfolgte.
Soweit von der Verteidigung argumentiert wird, in der Anklageschrift sei einzig der
Schaden der C._ AG und nicht ein solcher der E._ AG aufgeführt (Urk.
97 S. 4), mithin das Anklageprinzip sei verletzt, ist auf Folgendes hinzuweisen:
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Gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO hat die Anklageschrift neben den formellen Anga-
ben (lit. a-e) sowie den angeblich verletzten Gesetzesbestimmungen (lit. g) "mög-
lichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit
Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung" (lit. f) zu
bezeichnen. Als ungültig muss die Anklage erst dann angesehen werden, wenn
sie wegen einer entsprechenden Formulierung ihre Umgrenzungs- und/oder In-
formationsfunktion nicht mehr zu erfüllen vermag. Solange der Beschuldigte aus
der Anklage also ersehen kann, was ihm konkret vorgeworfen wird, und er sich
gestützt auf die Informationen auch effektiv (oder wirksam) verteidigen kann, be-
steht keine Verletzung des Anklageprinzips (vgl. zumindest sinngemäss zum kan-
tonalen Prozessrecht: Kass.Nr. 99/249S, Entscheid vom 5. Juli 2000, Erw. II/1/5/f;
Kass.Nr. 98/280S, Entscheid vom 5.7.1999, Erw. II/6/4; vgl. bereits BGE 103 Ia 6,
ZR 60 Nr. 43; zum Ganzen vgl. Kass.Nr. 2000/330S, Entscheid vom
17. Dezember 2001, Erw. II/3/2/b).
Im vorliegenden Fall sind in der Anklageschrift sämtliche Sachverhaltselemente
genannt, um eine genügende Verteidigung sicherzustellen. Die Verteidigung
nahm denn auch in angemessener Form zum Vorwurf Stellung. Das Anklageprin-
zip steht somit einer Verurteilung wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1
StGB nicht entgegen.
2. Vorwurf der versuchten Veruntreuung gemäss Anklageziffer 3.a.
Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 3.a. zusammengefasst vorgeworfen, er
habe zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt zwischen Juli und September
2012 der F._ AG bzw. deren Mitarbeitern G._ und H._ (Anklagezif-
fer 3.a.) geflanschte Umwälzpumpen im Gesamtwert von mindestens
Fr. 100'000.– zum Kauf angeboten, obwohl ihm diese Pumpen durch die C._
AG zur Montage auf einer ihm zugewiesenen Baustelle zur Verfügung gestellt
worden seien. G._ und H._ hätten den Kauf jedoch abgelehnt.
Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten diesbezüglich der versuchten Verun-
treuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
schuldig (Urk. 81 S. 29).
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Der Beschuldigte bestritt den Anklagevorwurf anlässlich der Berufungsverhand-
lung (Prot. II S. 20 ff.), womit er an seinem Standpunkt im Vorverfahren sowie in
der Hauptverhandlung der Vorinstanz festhielt (vgl. Urk. HD 67 S. 9). Er machte
im Wesentlichen geltend, es sei nicht nachgewiesen, dass es sich bei den Pum-
pen um diejenigen gehandelt habe, welche ihm von der C._ AG anvertraut
worden seien (vgl. Urk. HD 69 S. 4 f.).
Die Vorinstanz hat die Anforderungen an die Beweiswürdigung sowie die mass-
geblichen Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen korrekt aufgeführt und
hernach zutreffend gewürdigt (Urk. 81 S. 5 f. und S. 15 ff.), worauf vorab zu ver-
weisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich
als Ergänzungen und Präzisierungen:
Parteien haben das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft
und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu
stellen (Art. 147 Abs. 1 StPO). Die Partei oder ihr Rechtsbeistand können die
Wiederholung der Beweiserhebung verlangen, wenn der Rechtsbeistand oder die
Partei ohne Rechtsbeistand aus zwingenden Gründen an der Teilnahme verhin-
dert waren (Art. 147 Abs. 3 StPO). Auf die Benachrichtigung und auf die Teilnah-
me an der Beweiserhebung kann in Kenntnis des Rechts verzichtet werden. Bleibt
ein Anwesenheitsberechtigter der Beweiserhebung trotz ordnungsgemässer Be-
nachrichtigung und ohne zwingenden Grund fern, ist ein stillschweigender Ver-
zicht anzunehmen. Ein Verzicht lässt weder einen Anspruch auf Wiederholung
entstehen noch führt er zur Unverwertbarkeit des Beweisergebnisses (Schleimin-
ger BSK-StPO, N 11 zu Art. 147).
Der Beschuldigte war an der Einvernahme von G._ vom 23. Mai 2013 anwe-
send und nahm sein Recht auf Ergänzungsfragen wahr (vgl. Urk. 34 S. 4). An den
Einvernahmen von I._, H._ und J._ vom 25. Februar 2013 nahm
der Beschuldigte trotz ordnungsgemässer Vorladung (Urk. HD 52/18) nicht teil
(vgl. Urk. HD 23+25+27). Nachdem der Beschuldigte zunächst keine Anrufe ent-
gegen nahm, wurde im Einverständnis mit dem amtlichen Verteidiger mit der Be-
fragung von I._ begonnen. Um 09.00 Uhr meldete sich der Beschuldigte und
teilte mit, er warte auf seine Mutter, welche seinen Sohn hätte beaufsichtigen sol-
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len. Um 09.54 Uhr teilte er mit, er könne an der Befragung nicht teilnehmen (vgl.
Urk. HD 22).
Das Nichterscheinen des Beschuldigten und die spätere Kundgabe, er könne an
der Befragung nicht teilnehmen, müssen als Verzicht auf Teilnahme an den Ein-
vernahmen gewertet werden. Zudem wurden die Einvernahmen im Einverständ-
nis und in Anwesenheit der amtlichen Verteidigung durchgeführt, wobei keine
Wiederholung beantragt wurde. Unter diesen Umständen sind die Aussagen von
I._, H._ und J._ vom 25. Februar 2013 verwertbar.
Der Beschuldigte bestätigte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom
12. April 2013, es seien ihm von der C._ AG 20 Pumpen anvertraut worden.
Er bestritt jedoch, dass er diese Pumpen habe verkaufen wollen (vgl. Urk. HD 31
S. 12).
H._ erklärte am 25. Februar 2013 als Zeuge, eine Person namens "A._
oder so ähnlich" habe mit ihm telefonischen Kontakt aufgenommen und gefragt,
ob er geflanschte Umwälzpumpen kaufen wolle. Es seien grössere Pumpen als
die Standardpumpen gewesen. Er (der Anrufer) habe keine Zahl und keine Typen
genannt. Es sei aber um mehrere gegangen. Er habe zum Anrufer gesagt, dass
er die Pumpen dem Lieferanten zurückgeben solle. Der Anrufer habe geantwortet,
dass ihm die Rechnung für seine Aufwendungen nicht bezahlt worden sei. Er ha-
be die Pumpen deshalb als Gegenleistung an sich genommen. Der Anrufer habe
gesagt, dass es um grössere Pumpen gegangen sei. Der Anrufer habe zunächst
beim Sekretariat vorgesprochen und sei an den Geschäftsleiter, G._, weiter-
verwiesen worden, welcher ihm gesagt habe, er solle sich mit ihm (H._) in
Verbindung setzen (vgl. Urk. HD 27 S. 3 ff.).
Anlässlich der Einvernahme vom 12. April 2013 wurde der Beschuldigte auf die
Aussagen von H._ vom 25. Februar 2013 hingewiesen. Der Beschuldigte
machte geltend, mit dieser Anfrage "nichts zu tun" zu haben (Urk. HD 31 S. 13).
Am 23. Mai 2013 wurde G._ bei der Staatsanwaltschaft als Zeuge befragt. Er
identifizierte den Beschuldigten als jene Person, welche bei ihm vorgesprochen
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und gefragt habe, ob er der F._ AG Pumpen verkaufen könne. Es habe sich
um geflanschte Pumpen gehandelt, welche immer gross seien und die man nur
bei grossen Objekten einbauen könne. Ihm (G._) sei sofort klar gewesen,
dass die F._ AG keine solchen Pumpen benötige. Die genaue Stückzahl der
angebotenen Pumpen sei ihm nicht bekannt, es sei aber von Pumpen [in der
Mehrzahl] die Rede gewesen (vgl. Urk. HD 34 S. 2 ff.). Der Beschuldigte stellte
die Ergänzungsfrage, ob die F._ AG Umwälzpumpen an Lager habe, was
G._ bejahte und ausführte, er habe nur Pumpen in kleineren Dimensionen,
also nicht geflanschte Pumpen (Urk. HD 34 S. 4).
Am Folgetag bestätigte der Beschuldigte nunmehr, bei G._ gewesen zu sein.
Er habe damals aber nicht die Pumpen der C._ AG gemeint. Es seien ande-
re Pumpen des Herstellers K._ gewesen. Er habe [G._] drei Monate alte
Pumpen des Herstellers K._ verkaufen wollen, welche er nicht mehr benötigt
habe (Urk. HD 36 S. 2).
Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 26. November 2013 stellte
sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, er habe nur kleine Pumpen der Grösse
32 bis 35 zum Verkauf angeboten, solche für ein kleines Einfamilienhaus. Die
Pumpen der C._ AG könne man nur in grosse Gebäude mit 12 bis 15 Stock-
werken einbauen (Urk. HD 67 S. 9). Auf Vorhalt der Aussagen von H._ und
G._, wonach ihnen vom Beschuldigten grosse Pumpen angeboten worden
seien, erklärte der Beschuldigte, das könne nicht sein. Es sei nie die Rede von
geflanschten Pumpen gewesen. Er sei bei der Firma F._ AG selbst in der
Schnupperlehre gewesen. Sie hätte nie grössere Gebäude als solche mit drei und
vier Stockwerken gehabt (Urk. HD 67 S. 10). Mit G._ und H._ habe er
keine Probleme (Urk. HD 67 S. 11).
Nach Einvernahme des Zeugen D._ und nach Vorhalt des Lieferscheins
(Urk. HD 26/2) gab der Beschuldigte in der Berufungsverhandlung vom 4. Juli
2014 im Widerspruch zu seinen Angaben vor Vorinstanz zu, dass es sich um ge-
flanschte Pumpen gehandelt habe, welche er G._ angeboten habe. Aller-
dings blieb er dabei, dass es nicht die Pumpen der Firma C._ gewesen seien
(Prot. II S. 23 f.).
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Der Schluss der Vorinstanz, der Beschuldigte habe seine Aussagen jeweils dem
Untersuchungsergebnis angepasst (Urk. 81 S. 20), erscheint angesichts der im-
mer wieder abgeänderten Aussagen des Beschuldigten nachvollziehbar. So gab
er einen Kontakt zur F._ AG erst zu, nachdem ihn G._ als den Verkäu-
fer identifiziert hatte. In den Einvernahmen von G._ und H._ erfuhr er,
dass die F._ AG keinen Bedarf an geflanschten bzw. grossen Pumpen hatte.
Auf seine Frage hin erfuhr er hingegen, dass sie durchaus Pumpen in kleineren
Dimensionen an Lager habe. In der Folge stellte sich der Beschuldigte auf den
Standpunkt, G._ und H._ kleine Pumpen zum Verkauf angeboten zu
haben. Schliesslich gab er zwar zu, dass er geflanschte, und somit grössere
Pumpen, angeboten habe, blieb aber dabei, es seien nicht die Pumpen gewesen,
die er von der C._ AG erhalten habe. Dieses Aussageverhalten lässt die Be-
hauptungen des Beschuldigten unglaubhaft erscheinen.
Demgegenüber gaben G._ und H._ unmissverständlich zu Protokoll,
dass der Beschuldigte ihnen die grossen Pumpen zum Kauf angeboten habe, war
doch gerade die Grösse für sie ausschlaggebend, das Angebot abzulehnen (vgl.
Urk. HD 27 S. 3 und Urk. HD 34 S. 4). Entgegen der Sachdarstellung des Be-
schuldigten ist somit davon auszugehen, dass G._ und H._ grosse, ge-
flanschte Pumpen angeboten wurden.
Dass es sich dabei um die geflanschten Pumpen der C._ AG handelte, lässt
sich sodann den glaubhaften Aussagen von H._ entnehmen. Seine Aussage,
wonach der Beschuldigte ihm erklärt habe, die Pumpen als Gegenleistung für
nicht bezahlte Rechnungen an sich genommen zu haben (Urk. HD 27 S. 3), deckt
sich mit den weiteren Aussagen des Beschuldigten in der Untersuchung, wonach
er ein ausstehendes Guthaben bei der C._ AG gehabt habe (vgl. Urk. HD 31
S. 10). Mit dieser Argumentation wollte er den unrechtmässigen Bezug der
Pressmaschine von der E._ AG rechtfertigen (vgl. Urk. HD 39 S. 69, Prot. I
S. 7 f., vgl. dazu oben Ziff. II. 1). Offenkundig handelte der Beschuldigte auch bei
diesem Vorfall mit der Begründung, aufgrund der angeblichen Schuld der
C._ AG zu seinem Handeln berechtigt zu sein, was die Vorinstanz zu Recht
als Motiv des Beschuldigten würdigte (vgl. Urk. 81 S. 22). Nachdem der Beschul-
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digte nie geltend machte, offene Rechnungen gegenüber der K._ zu haben,
ist rechtsgenügend erstellt, dass es sich bei den vom Beschuldigten an G._
und H._ anerbotenen, geflanschten Pumpen um jene der C._ AG han-
delte.
Unklar bleibt demgegenüber aufgrund der Schilderungen von G._ und
H._, wie viele Pumpen ihnen angeboten wurden. Es wurde keine Zahl ge-
nannt. Zu Gunsten des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass es nicht alle 20
anvertrauten Pumpen waren, sondern nur die sechs Pumpen, welche mit Maschi-
nenschrift auf dem Lieferschein (Urk. HD 26/2) aufgeführt wurden. In diesem Sin-
ne ist der erstellte Anklagesachverhalt zu präzisieren.
Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz der Anklagesachverhalt Ziff. 3.a. mit der
genannten Präzisierung erstellt, dass lediglich sechs Pumpen zum Verkauf ange-
boten wurden.
Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als versuchte Veruntreuung im Sinne
von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist zutref-
fend und wurde vom Beschuldigten zu Recht nicht in Frage gestellt.
Der Beschuldigte ist daher in Anklageziffer 3.a. der versuchten Veruntreuung im
Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
schuldig zu sprechen.
IV. Strafzumessung
Die Vorinstanz hat sich in ihrem Urteil zutreffend und ausführlich zum Strafrah-
men und zu den allgemeinen theoretischen Komponenten der Strafzumessung
geäussert, worauf, um Wiederholungen zu vermeiden, vorab verwiesen werden
kann (vgl. Urk. 81 S. 22 ff. ).
Mit der Vorinstanz ist die Veruntreuung zum Nachteil von B._ (Anklageziffer
1.) als gravierendste Tat zu würdigen. Innerhalb des Strafrahmens bis zu fünf
Jahren Freiheitsstrafe ist das objektive Tatverschulden als noch leicht zu bewer-
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ten. So ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die Deliktssumme von rund
Fr. 38'000.– bestimmungswidrig von seinem Konto auf unberechtigte Konten
überwies. Der Beschuldigte handelte dabei eventualvorsätzlich. Die subjektive
Tatschwere vermag das objektive Tatverschulden nicht zu relativieren. Die von
der Vorinstanz für die vollendete Veruntreuung festgesetzte Einsatzstrafe von
8 Monaten erscheint angemessen.
Ferner ist der Betrug zum Nachteil der E._ AG zu berücksichtigen. In objekti-
ver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Schaden rund Fr. 2'000.– ausmachte. Der
Beschuldigte ging relativ geschickt vor, indem er die Vertreter der E._ AG im
Glauben liess, er sei weiterhin zum Bezug von Material auf Rechnung der
C._ AG berechtigt. In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass er die
C._ AG schädigen wollte, welche den Schaden letztlich beglich. Die subjekti-
ve Tatkomponente vermag jedoch auch hier die objektive Tatschwere nicht zu re-
lativieren, wollte sich der Beschuldigte nach eigenen Angaben damit schlicht eine
Betreibung der C._ AG ersparen, welche er als aussichtslos einschätzte (vgl.
Urk. 67 S. 8). Diese Tat ist in leichtem Umfang straferhöhend zu werten.
Sodann sind die mehrfachen Versuche der Veruntreuung zum Nachteil der
C._ AG zu berücksichtigen. Der Beschuldigte versuchte jeweils, sechs der
ihm anvertrauten geflanschten Pumpen an Dritte zu verkaufen, wobei in Ergän-
zung zu den vorinstanzlichen Erwägungen anzumerken ist, dass er sehr dilettan-
tisch vorging. Insbesondere informierte er die potentiellen Käufer gleich selbst
über die Probleme, die den Pumpen anhafteten, nämlich dass er diese als Ge-
genleistung für nicht bezahlte Rechnungen an sich genommen habe (vgl. Urk. HD
27 S. 3). Sodann ist entgegen der Vorinstanz nicht von einem Deliktsgut von je-
weils Fr. 100'000.–, sondern - bei Fr. 5'000.– pro Pumpe - von einem Deliktsbe-
trag von Fr. 30'000.– für jeden versuchten Verkauf auszugehen. Diese Taten sind
folglich leichter als vor Vorinstanz zu gewichten.
Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt wie-
dergegeben, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 81 S. 24). Anlässlich der
Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte ergänzend aus, dass er immer
noch als Heizungsmonteur tätig sei. Allerdings arbeite er nun alleine und habe
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keine Angestellten mehr. Er habe mit der Firma L._ AG aus ... einen Jahres-
vertrag als Unterakkordant und verdiene ca. Fr. 52.-- pro Stunde. Er wolle nie
mehr Direktaufträge entgegen nehmen, sondern nur noch seine Hände verkaufen
(Prot. II S. 8 ff.).
Mit der Vorinstanz ergeben sich aus den persönlichen Verhältnissen des Be-
schuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. Eine besondere Straf-
empfindlichkeit ist nicht ersichtlich.
Der Beschuldigte weist drei Vorstrafen auf (vgl. Urk. 84):
Mit Urteil des Bezirksgerichts Affoltern am Albis vom 8. Dezember 2005 wurde
der Beschuldigte wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfachen Diebstahls sowie
Hausfriedensbruchs zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 9 Monaten verurteilt,
unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren.
Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, Zweigstelle Affoltern,
vom 16. März 2006 wurde der Beschuldigte wegen Drohung mit einer bedingten
Gefängnisstrafe von 33 Tagen bestraft, unter Ansetzung einer Probezeit von
5 Jahren.
Mit Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg vom 14. Januar 2010 wurde der Beschul-
digte der mehrfachen Veruntreuung, des mehrfachen Diebstahls, des gewerbs-
mässigen Betrugs, der Drohung, mehrfachen Urkundenfälschung und falschen
Anschuldigung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren
und 8 Monaten, als Teilzusatzstrafe zum erwähnten Urteil des Bezirksgerichts Af-
foltern am Albis vom 8. Dezember 2005 und zum Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Limmattal / Albis vom 16. März 2006 verurteilt. Ferner wurde der bedingte
Vollzug jener Strafen widerrufen. Der Beschuldigte wurde am 24. Januar 2011
bedingt aus dem Strafvollzug entlassen.
Offenbar hielt ihn auch die Verbüssung einer längeren Freiheitsstrafe nicht davon
ab, wieder im gleichen Stil zu delinquieren, wie bei jenen Taten, für die er durch
das Bezirksgericht Lenzburg verurteilt wurde (vgl. das entsprechende Urteil in den
Beizugsakten). Der Beschuldigte muss daher als uneinsichtig und unbelehrbar
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bezeichnet werden, weshalb die Vorstrafen deutlich straferhöhend zu berücksich-
tigen sind.
Eine weitere, von der Vorinstanz noch berücksichtigte Vorstrafe des Beschuldig-
ten ist mittlerweile gelöscht (vgl. Urk. HD 62, Urk. 84) und darf dem Beschuldigten
nicht mehr entgegen gehalten (vgl. Art. 369 Abs. 7 StGB) oder gar straferhöhend
berücksichtigt werden.
Das Geständnis des Beschuldigten hinsichtlich des Anklagevorwurfs der vollende-
ten Veruntreuung ist demgegenüber in mittlerem Umfang strafmindernd zu be-
rücksichtigen. Dass er diese Tat ehrlich bereut, spiegelt sich auch im Umstand
wieder, dass er noch im Laufe des Verfahrens damit begann, dem Privatkläger
B._ das Geld zurück zu bezahlen (vgl. Urk. HD 67 S. 7). Marginal strafmin-
dernd wirkt sich zudem aus, dass sich der Beschuldigte in der Berufungsverhand-
lung auch betreffend der versuchten Veruntreuung gemäss Anklagepunkt 1.3.b.
geständig zeigte.
Weil sich die Strafzumessungsfaktoren insgesamt zu Ungunsten des Beschuldig-
ten auswirken, rechtfertigt sich eine Erhöhung der Einsatzstrafe auf 12 Monate,
wobei nicht unberücksichtigt gelassen wurde, dass Freiheitsstrafen bis zu einem
Jahr bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen in der Form der Halbge-
fangenschaft vollzogen werden können (Art. 77b StGB).
Der Anrechnung von einem Tag erstandener Haft steht nichts entgegen (Art. 51
StGB).
V. Vollzug der Strafe
Die Vorinstanz hat sich in ihrem Urteil zutreffend und ausführlich zur Frage des
bedingten Vollzugs sowie zu dessen allgemeinen theoretischen Voraussetzungen
geäussert, worauf vorab verwiesen werden kann (vgl. Urk. 81 S. 24 ff.).
Für einen bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe müssten angesichts der Strafe
des Bezirksgerichts Lenzburg vom 14. Januar 2010 besonders günstige Umstän-
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de vorliegen (vgl. Art. 42 Abs. 2 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung sind unter besonders günstigen Umständen solche zu verstehen, die aus-
schliessen, dass die Vortat die Prognose verschlechtert. Bei Art. 42 Abs. 2 StGB
gilt demnach die Vermutung einer günstigen Prognose bzw. des Fehlens einer
ungünstigen Prognose nicht. Vielmehr kommt der früheren Verurteilung zunächst
die Bedeutung eines Indizes für die Befürchtung zu, dass der Täter weitere Straf-
taten begehen könnte. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges kommt da-
her nur in Betracht, wenn eine Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren
den Schluss zulässt, dass trotz der Vortat eine begründete Aussicht auf Bewäh-
rung besteht. Dabei ist zu prüfen, ob die indizielle Befürchtung durch die beson-
ders günstigen Umstände zumindest kompensiert wird. Das trifft etwa zu, wenn
die neuerliche Straftat mit der früheren Verurteilung in keinerlei Zusammenhang
steht, oder bei einer besonders positiven Veränderung in den Lebensumständen
des Täters. Jedenfalls ist bei eindeutig günstiger Prognose der Strafaufschub
stets zu gewähren. Die Vorschrift von Art. 42 Abs. 2 StGB stellt klar, dass der
Rückfall für sich genommen den bedingten Strafvollzug nicht auszuschliessen
vermag (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3 S. 6 f. mit Hinweisen).
Wie die Vorinstanz zu Recht festhält (vgl. Urk. 81 S. 26), haben weder frühere
Verurteilungen mit bedingten Strafen noch die Verbüssung einer längeren Frei-
heitsstrafe den Beschuldigten davon abgehalten, erneut zu deliquieren. Dies ge-
schah teilweise im gleichen Stil, gab sich der Beschuldigte doch auch bei den
vom Bezirksgericht Lenzburg zu beurteilenden Taten unberechtigterweise als Mit-
arbeiter einer Firma aus und bezog von den dergestalt getäuschten Firmen Mate-
rial (vgl. Urteil in Beizugsakten). Die heute zu beurteilenden Taten stehen somit
mit der früheren Verurteilung in engem Zusammenhang.
Auch den anlässlich der Berufungsverhandlung geschilderten aktuellen Verhält-
nissen lassen sich keine besonders günstigen Umstände im Sinne einer beson-
ders positiven Veränderung in den Lebensumständen des Beschuldigten entneh-
men (vgl. Prot. II S. 6 ff.). Selbst wenn der Beschuldigte heute keine Einzelfirma
mehr betreibt und keine Angestellten mehr hat, leidet er offenkundig weiterhin un-
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ter finanziellen Problemen und hat Konkursschulden (vgl. Urk. HD 67 S. 8, vgl.
auch Prot. II S. 11).
Mit der Vorinstanz ist daher die Strafe weder ganz noch teilweise aufzuschieben.
VI. Zivilansprüche
Wie dargelegt, schädigte der Beschuldigte die C._ AG durch den Betrug nur
mittelbar. Als Reflexgeschädigte kann ihr daher kein Schadenersatz zugespro-
chen werden, zumal eine entsprechende Schutznorm fehlt.
Die Zivilforderung der C._ AG ist unter diesen Umständen auf den Zivilweg
zu verweisen, zumal ein entsprechendes Verfahren nach Aussagen der Aus-
kunftsperson I._ bereits angehoben wurde (vgl. Urk. HD 23 S. 5).
VII. Kostenfolgen
Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426
Abs. 1 StPO).
Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung hinsichtlich der Schuldsprüche. Er
obsiegt hinsichtlich der Zivilforderung der C._ AG sowie in Bezug auf die
Strafhöhe. Unter diesen Umständen sind die Kosten des Berufungsverfahrens,
ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, zur einen Hälfte auf die
Gerichtskasse zu nehmen und dem Beschuldigten zur anderen Hälfte aufzuerle-
gen, aber zu erlassen (Art. 428 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 425 StPO).
Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Nachforderungsrecht des Staates bleibt im Umfang der Hälfte vorbehalten
(Art. 426 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO).
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