# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5c844fb8-145b-4d39-b145-32119fbdba63
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene
X._
war vom
1. August 2009
bis zum
30. Juni 2010
bei der
Y._
AG
als
Unterhaltsreinigerin
im Stundenlohn
angestellt
, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 23. November 2009 war (Urk. 9/14).
Am
31. Mai 2010
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf Brustkrebs
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/6).
Diese holte in der Folge einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten ein (IK-Auszug, Urk. 9/9) und tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit Schreiben vom 29. September 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 9/21). Am 25. Februar 2011
erfolgte
eine Haushaltsabklärung (Urk. 9/27).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Verfügung
en
vom
18. Juli
und
11. August 2011
eine ganze Rente der In
validenversicherung
ab 1.
November 2010
zu
(Urk.
13
/1-2 und
Urk.
9/32
).
1.
2.
Im April 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein. Sie
holte
einen aktuellen IK-Auszug
(Urk. 9/53) sowie
einen medizinischen Bericht ein (Urk. 9/60) und
ordnete eine Abklärung bei der MEDAS
Z._
an
(Urk. 9/
74
). Das
poly
disziplinäre Gutachten
(
Innere Medizin – Onkologie,
Rheumatologie, Gynä
kologie, Psychiatrie, Neuropsychologie
)
wurde am
30. August 2013
erstattet (Urk. 9/
78
).
Nach durc
hgeführtem
Vorbescheidverfahren
erteilte die IV-Stelle
am 18. Juli 2014
Kostengutsprache für eine Potenti
alabklärung bei der
A._
AG
(Urk. 9/93), welche vom 28. Juli bis 22. August 2014 stattfand (Urk. 9/99).
Die Eingliederungsmassnahmen wurden am 3. September 2014 abgeschlossen
(Urk. 9/101)
.
M
it Verfügung vom
7. November 2014
stellte die IV-Stelle die Rente
per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein (Urk. 9/
105
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
2. Dezember 2014
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr wei
terhin
eine Rente zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um
Wie
derherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
und
um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1/1
und
Urk.
1/2
)
.
Mit
Beschwerde
antwort
vom 22. Januar 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 12. Februar 2015 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zugestellt und das Gesuch um Wie
derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gemäss den medizi
nischen Abklärungen habe sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin verbessert. Bisher sei kein Rezidiv des Mamma-Karzinoms festgestellt worden. Aufgrund der
Fatigue
-Symptomatik nach Chemo-Therapie könne noch von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % ausgegangen werden. Die leichte depressive Episode gelte als überwindbar. Die angestammte Tätigkeit könne
die Beschwerdeführerin
wieder zu 80 % ausüben. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kei
n Rentenanspruch mehr (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen im Wesentlichen geltend,
im Gutach
ten sei die Arbei
tsfähigkeit
aus internistisch-onkologischer Sicht
auf
80 % und aus psychiatrisch-neurologischer Sicht
auf
50 % eingeschätzt worden. Die interdisziplinäre Beurteilung habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % aufgrund der Depression und der krebsbedingten
Fatigue
ergeben. D
as
Fatig
ue
-Syndrom und die Depression seien Begleiterscheinungen der
Krebser
krankung
. Es handle sich dabei nicht um ein
syndromales
Beschwerdebild
. Es sei auf die Beurteilung der
Z._
und de
s
RAD abzustellen
(Urk. 1
/1
).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche eine Rentenaufhebung rech
tfertigt
. Insbesondere
ist zu prüfen, ob seit der Ver
fügung der
Beschwerde
gegnerin
vom 18. Juli bzw. 11. August 2011
(
Urk. 13
/1-2 und Urk. 9/32
)
, mit welcher der Bes
chwerdeführerin mit Wirkung ab 1. November 2010
eine ganze Rente zugesprochen worden war, eine wesentliche Veränderung des Gesund
heitszustandes und der
sich daraus ergebenden Arbeits
fähigkeit stattgefunden hat.
3.2
3.2.1
Die urs
prüngliche
Rentenzusprache
vom 18. Juli bzw. 11. August 2011
(
Urk.
13
/1-2 und Urk. 9/32
) beruhte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf
den
folgenden
Berichten
:
3.2
.2
Im Bericht
der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie des
B._
vom 15. Januar 2010
betreffend die Konsultation
vom
21. Dezember 2009
wurde die Diagnose eines invasiv
duktalen
Mammakarzinoms rechts genannt
. Es wurde festgehalten, dass die operative Entfernung am 25. November 2009 im Spital
C._
durchgeführt worden
sei.
Die Beschwerdeführerin sei zur
adjuvanten
Chemotherapie zugewiesen worden
(Urk. 9/18
).
3.2.3
Im B
ericht derselben Klinik vom 26.
Mai 2010 wurde ausgeführt, dass die Beschwer
deführerin nach der letzten Chemotherapie über eine progrediente
Fati
gue-Symptomatik
berichte. Es wurde ihr eine Arbei
tsunfähigkeit von 100 % vom 24.
Nov
em
ber 2009 bis 30. Juni 2010 attestiert
(Urk. 9/18 S. 12 f.
).
3.2.4
Dr.
med.
D._
bestätigte
in seine
m Bericht vom 3. August 2010
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Mit der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit sei in e
inigen Monaten zu rechnen (Urk.
9/18
S. 3
ff.
).
3.2.5
Dr.
med.
E._
, FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, führte in ihrem Bericht vom 3. September 2010 aus, die bisherige Tätigkeit sei für ca. die nächs
ten zwei Jahre nicht zumutbar. Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne
jedoch
gerechnet werden (Urk. 9/19).
3.2
.6
Im Bericht
der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie
des
B._
vom 16. September 2010 wurde
festgehalten,
aufgrund der durchge
führten Chemotherapie sei die Beschwerdeführerin infolge der Nebenwirkungen deutlich körperlich und kognitiv in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt
.
Nach erfolgter Erholung von den
adjuvanten
Therapiemassnahmen (Chemotherapie, anschliessend Radiotherapie) sei die bisherige Tätigkeit mit einer Arbeitsfähigkeit von 80-100 % möglich (Urk. 9/20).
3.2.7
In ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2010 hielt RAD-Ärztin
Dr.
med.
F._
, Praktische Ärztin, fest, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 25. November 2009 sei für die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin und jedwede andere Tätigkeit ausgewiesen. Aufgrund der Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit durch die Grunderkrankung und deren Therapie,
welche
Schwäche,
Schmerz
zustände
und kognitive Einschränkungen zur Auswirkung habe, sei es plausibel, dass zumindest vorläufig keine Beschäftigung ausgeübt werden könne (Urk. 9/28).
3.3.
3.3.1
Im Rahmen des im April 2012
eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die
Be
schwerdegeg
nerin
einen Verlaufsbericht von Dr.
E._
ein
(Urk. 9/60)
und liess die
Beschwerdeführer
in
bei der
Z._
polydisziplinär
begutachten
(Urk. 9/78)
.
3.3.2
In ihrem Bericht vom 14. Oktober 2012 gab die behandelnde Ärztin
Dr.
E._
an, die Beschwerdeführerin habe bei Anstrengung Schmerzen an Schulter und Brust rechts. Sie sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin zu 100 % arbeitsunfähig, da sie den Arm nicht belasten könne (Urk. 9/60).
3.3.3
Im polydisziplinären Gutachten vom 30. August 2013 wurden folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt:
Leichtgradige depressive Episode (F32.1)
Fatigue
-Symptomatik nach Chemotherapie wegen Mammakarzinom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf d
ie Arbeitsfähigkeit wurden die F
olgenden erwähnt:
u
nklare kognitive Einschränkungen
a
kzentuierte Persönlichkeit mit vor allem abhängigen Anteilen
m
yofasziales
Schmerzsyndrom infolge muskulärer
Dysbalance
des Schul
tergürtels
Mammakarzinom rechts, Stadium pT1c pN1 (1/10) cM0 G2, Hormonrezep
toren positiv, Her-2-neu negativ
Lumpektomie
und
Axilladissektion
(25.11.2009), Chemotherapie mit 5-Fluorouracil,
Epirubicin
und
Cyclophosphamid
vom 05.0
1.
bis April 2010, Radiotherapie mit 50.4 Gy (Juli/August 2010), Tamoxifen seit Juli 2010
Es wurde ausgeführt, das Mammakarzinom sei im Nov
em
ber 2009 mit
Lumpekto
mie
und anschliessend sechs Zyklen Chemotherapie, gefolgt von Radiotherapie, behandelt worden. Seit Abschluss der Chemotherapie erhalte die Versicherte
Nolvadex
(Tamoxifen) für voraussichtlich fünf Jahre. Bei regelmäs
sigen Kontrollen bestünden bisher keine
Rezidivzeichen
. Seither habe sich eine deutliche
Fatigue
-Symptomatik entwickelt. Aus internistisch-onkologischer Sicht
bestehe
seit Beendigung der Radiotherapie (Herbst 2010) eine um 20 % eingeschränkte Leistungsfähigkeit und somit eine Arb
ei
tsfähigkeit von 80 %. Aus psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht sei eine offenbar längerfristige Einschränkung der Leistungsfähigkeit aufgrund einer depressiven Erkrankung und zusätzlich der ausgeprägten
Fatigue
-Symptomatik zu bemerken, die mit insgesamt 50 % quantifiziert werden könne und somit einer integralen Arbeits
fähigkeit von 50 % entspreche.
Aus der rheumatologischen Beurteilung ergebe sich keine alltagsrelevante Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit, dies für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit bzw. für mechanisch leichte bis mit
telschwere Arbeitstätigkeiten ohne allzu hohe Rückenbelastungen. Für die bis
her praktizierte Tätigkeit im Reinigungsdienst könne man infolge einer anzu
nehmenden allgemeinen
Dekonditionierung
eine innert sechs bis neun Monaten reversible Leistungsminderung von maximal 20 % annehmen, davon ausge
hend, dass die im Reinigungsdienst anfallenden Arbeitseinsätze zu etwa 20 % als mechanisch stark belastend einzustufen seien. Zusammenfassend ergebe die interdisziplinäre Beurteilung aufgrund der Untersuchungen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht von insgesamt 50 %. Vor allem Konzentrations- und Durchhaltefähigkeit seien eingeschränkt. Dies impliziere eine einfache Arbeit in einem zugewandten Umfeld möglich
st
ohne grössere Ansprüche an die kognitive Leistungsfähigkeit und ohne grösseren Druck. Auf
grund der kognitiven Defizite sollte es sich um eher einfache ausführende Arbeiten ohne Anforderung an planerische und
visuokonstruktive
Leistungen und an Gedächtnisfunktionen handeln. Aufgrund der
Aufmerksamkeitsstörun
gen
sollte auch kein hoher Zeitdruck (
z.b.
Akkord) vorliegen. Wegen der leich
ten Gedächtnisstörungen müsste mit einer etwas erhöhten Einarbeitungszeit gerechnet werden.
Insgesamt bestehe eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit sowie auch in einer Verweistätigkeit um 50 %. Die Leistungsminderung zur
Rekonditionierung
sei darin eingeschlossen (Urk. 9/78
S. 14 f.
).
3.3.4
In ihrer Stellungnahme vom 9. September 2013 führte RAD-Ärztin
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, aus, ausgewiesen mit Tangie
rung der Arbeitsfähigkeit seien eine leichtgradige depressive Episode ICD 10: F32.1 und eine
Fatigue
-Symptomatik nach Chemotherapie wegen Mammakarzi
nom. Bisher sei kein Rezidiv des Mammakarzinoms festgestellt worden. Wahr
scheinlich seit Mitte 2011 sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in bisheriger Tätigkeit wieder erreicht worden. Auch eine leichte bis mittelsch
were Ver
wei
stätigkeit ohne Schichtarbeiten und Akkordarbeiten in einfachen, repetiti
ven
,
überschaubaren Tätigkeiten sei in einem 50 %-Pensum umsetzbar. Eine weitere Besserung der depressiven und teilweise der
Fatigue
-Symptomatik sei möglich und eine fachärztliche psychiatrische und
psycho
pharma
ko
therapeuti
sche
Be
handlung sei zweckmässig (Urk. 9/82 S. 4).
4.
4.1
Im angefochtenen Entscheid stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie
auf das
polydisziplinäre
Gutachten vom 30. August 2013
, welches
die
recht
sprechungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Entschei
dungsgrundlagen
(vgl. E.
1.6
)
grundsätzlich
erfüllt
. Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter unter
Beizug
eines Dolmetschers und
wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt
die von der
Beschwerdeführer
in
geklag
ten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darle
gung der medizinischen
Zusammenhänge ist
im Wesentlichen
einleuchtend
.
4.2
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Innere Medizin und Onkologie FMH, kam im Hauptgutachten
vom
27. März 2013
zum Schluss, dass der Versicherten aus internistisch-onkologischer Sicht seit Beendigung der Radiotherapie (Herbst 2010) eine Tätigkeit von 8.5 Stunden täglich zumutbar sei. Die somatische Komponente der
Fatigue
schränke aber die Leistungsfähigkeit um 20 % ein. Somit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
(Urk. 9/78 S. 10)
.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt der Cancer-
related
Fati
gue
als Begleitsymptom onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie zumindest mittelbar eine org
an
ische Ursache zugrunde, weshalb es sich nicht rechtfertigt,
die zum invalidisierenden Charakter somatoformer
Schmerzstö
run
gen
entwickelten Grundsätze gemäss BGE 130 V 352
analog anzuwenden (BGE
139 V 346).
Entgegen den Vorbringen
in der Beschwerde hat die
Beschwerde
gegnerin
das
Fatigue
-Syndrom entsprechend der bundesgerichtlichen Recht
sprechung als somatisches Leiden anerkannt und die gestützt darauf erfolgte Einschätzung einer um 20 % verminderten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt (vgl.
Urk. 2 und Urk. 8), was nicht zu beanstanden ist.
4.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
kam im psychiatrischen Teilgutachten
vom 26.
April 2013
zum Schluss, dass bei der Versicherten eine längerfristige Einschränkung der Leistungsfähigkeit aufgrund der depressiven Erkrankung bestehe, die mit ca. 30 % quantifiziert werden könne (Urk. 9/78 S. 33).
Gemäss der bundesgerichtlichen
Praxis
sind leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven For
menkreis in der Regel therapier
bar und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C
_168/2015 vom 13. April 2016 E.
4.2, 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1,
9C
_836/2014 vom 23. März 2015 E.
3.1, 9C_4
74/2013 vom 20. Februar 2014 E.
5.4,
9C_917/2012
vom 14. August 2013 E. 3.2
, 9C_696/201 vom 19. Juni 2013 E. 4.3.2
.1
, 9C_250/2012 vom 29. November 2012 E. 5
sowie
9C_736
/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1).
Bei der depressiven Episode handelt es sich definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden
(
Dilling
/
M
ambour
/
Schmidt [Hrsg.],
Internatio
nale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F): Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S.
169
ff.)
, dem es am
Krankheits
char
a
kter
fehlt
. Dies gilt umso mehr, als die Episode leichten Grades ist (
vgl.
Urteil des Bun
des
gerichts
9C_176/2011
vom 29.
Juni
2011 E.
4
.3).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (
vgl.
BGE 140 V 193 E.
3.3
), was vorliegend nicht der Fall ist. Die Beschwerdeführe
rin
war
gemäss ihren eigenen Angaben anlässlich der psychiatrischen Begut
achtung vom 26. April 2013 in keiner psychiatrischen Behandlung
und
nahm
lediglich ein nicht ärztli
ch verordnetes pflanzliches Arzneimittel
ein
, das bei Verstimmungszuständen angewendet wird
(Urk. 9/78 S. 27).
Damit sind die Behandlungsmöglichkeiten keineswegs ausgeschöpft.
Demzufolge ist mit der vorliegend gestellten Diagnose einer leichten depressiven Episode keine
invali
disierende
psychische Erkrankung im Sinne des Gesetz
es gegeben (Art. 4 Abs.
1 IVG).
Ein Abweichen von den durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen ist möglich, wenn sich aus rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergibt (vgl. BGE
140 V 193
E.
3
.
1
u
nd 3.2
sowie
130 V
352 E.
3.3).
Aus
invalidenversiche
rungsrechtlicher
Sicht kann
somit
auf die von
Dr.
I._
vorgenommene Ein
schätzung der ps
ychisch bedingten Arbeitsunfähi
gkeit nicht abgestellt werden
. Damit ist
die Beschwerdegegnerin
in diesem Punkt
zu Recht vom Gutachten abgewichen.
4.4
Was die im rheumatologischen Teilgutachten
vom 18. April 2013
erwähnte
rever
sible Leistungsminderung von 20 % infolge
Dekonditionierung
betrifft
(Urk. 9/78 S. 24)
, ist festzuhalten, dass es sich dabei
nicht um einen invaliden
versicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden handelt.
4.5
Die Beschwerdeführerin macht
sodann
geltend, dass sich aus dem
Abschlussbe
richt
der
A._
AG ergebe, dass sie in der Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt sei (Urk.1/1). Aus dem Abschlussbericht
der
A._
AG im Rahmen der Potentialabklärung vom 2
8.
Juli bis 2
2.
August 2014
(Urk. 9/99 = Urk. 3/1) ist jedoch
nicht ersichtlich, dass
die fehlende berufliche Eingliederung
in den ers
ten Arbeitsmarkt
im Sinne der Verwertung
der
bestehenden Arbeitsfähigkeit auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten
zurückzuführen wäre.
4.
6
Zusammenfassend ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
nunmehr 80
% beträgt, womit
eine anspruchsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhält
nisse im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben
ist
.
5.
Sowohl für die Ermittlung des
Valideneinkommens
als auch des
Invalidenein
kommens
ist vorliegend auf den statistischen Lohn gemäss
Lohnstrukturerhe
bung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen und es ist von denselben Zentralwerten auszugehen, weshalb im Sinne eines Prozentvergleichs bei einem Einkommen ohne Behinderung von 100 % und einem Einkommen mit Behinde
rung von 80 % eine Erwerbseinbusse
von
20 %
und damit ein
rentenaus
schliessender
IV-Grad resultiert
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
somit
als rechtens,
was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin stellte ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1/1). Vorliegend sind die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt, wes
halb dem Gesuch der Beschwerdeführerin zu entsprechen ist. Sie ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
7.
Gemäss ständiger Praxis werden Entscheide nebst den Parteien und allfälligen Beigeladenen lediglich den beschwerdeberechtigten Bundesbehörden eröffnet (
Mosimann
, in: Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 4 zu § 27). Dem Wunsch der Beschwerdeführerin, den Entscheid auch der Pro
Infirmis
zu eröffnen (Urk. 1/1 S. 2, 3/3), kann daher nicht entsprochen werden.