# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 18fc9907-a7a6-4699-af7b-e037b1f75ed4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, arbeitete vom
6.
Juni 2006 bis 3
0.
Juni 2007
als Reinigungsangestellte
bei
der
Y._
in
Z._
(
Urk. 11/12, Urk. 11
/2
4
).
Am
2
1.
Dezember 2006
er
litt
sie einen
Unfall, als sie im Korridor ihrer Wohnung ausglitt und mit voller Wucht auf
ihren
Kopf
fiel
(Urk. 11
/
23/137
).
Dabei zog sie sich
eine Prellmarke
pareto-occipital
und
eine C
ommotio cerebri
sowie
ei
ne Halswirbelsäulen
(HWS)
-Distorsion
zu
(Urk. 11/23/136).
Am
16
.
März 2007 (Urk. 11/24/9)
kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis
per
3
0.
Juni 2007
(Urk. 11/24)
.
Während und nach ihrer Tä
ti
g
keit bei der
Y._
be
zog sie Taggelder der Un
fall
versicherung
(Urk.
11
/
23/4-25
). Mit Ver
fügung vom
29. Juli 2008
(Urk. 11
/23/43)
stellte der
Un
fallversicherer
die Taggeldleistungen per
31.
August 2008
ein. Eine dagegen erhobene Einsprache der Ver
sicherten
(Urk. 11
/23/
31, Urk. 11/23/38
)
wurde mit
Einspracheentscheid
vom
15. September 2009 (Urk. 11/38)
abgewiesen
.
Auf
Ver
an
lassung der Unfallver
sicherung absolvierte die Versicherte zudem
vom
1
1.
Feb
r
uar 2008 bis zum 3
0.
Juni 2008
ein
Arbeitstraining
bei den
A._
als
Servicemit
arbeiterin
im
B._
-Restaurant
C._
mit dem Ziel,
die Leistungsfähigkeit kon
tinuierlich auf ein konstantes 100%-Pensum zu stei
gern
(Urk. 11/23/
54, Urk. 11/23/65-68, Urk. 11/23/75
).
1.2
Am
12
.
Dezember 20
08
(Urk. 11/12)
meldete sie sich unter Hinweis
auf den Be
richt
von
Dr.
med.
D._
vom
2.
Dezember 2008 (Urk. 11/7/21-23
)
bei der In
va
li
den
versicherung zum Leistungsbezug
an
. Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zog vorweg die Akten des Unfallversicherers (Ur
k. 11/23
) bei und
holte Arztberichte (Urk. 11/26-27
, Urk. 11/31-32
, Urk.
11/36
, Urk. 11/39
),
einen Arbeitgeberbericht (Urk.
11/24
) sowie einen Aus
zug aus dem
in
divi
duellen Konto (IK-Auszug, Urk. 11
/
25
) ein. Zudem ver
an
lasste sie ein
in
ter
disziplinäres
Gutachten bei der
E._
in
F._
, welches am
18.
Oktober 2010 (Urk. 11/45) er
stattet wurde
.
Mit Vorbescheid vom 2
3.
Juni 2011 (Urk. 11/50)
stellte
die IV-Stelle der Ver
sicherten ab
1.
Dezember 2007 bei einem
I
n
validitäts
grad
von 100
%
eine ganze sowie
vom
1.
April 2008 bis 3
0.
September 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine befristete halbe Rente in Aus
sicht
.
Dage
gen erhob d
ie
Ver
sicherte
mit Ein
gabe vom 1
5.
September 2011 (Urk. 11/67) und
unter Auflage weiterer medi
zinischer Berichte (Urk. 11/65-66)
verschiedene Einwände
, welche den
E._
-Gut
achtern
am
6.
Oktober 2011
(Urk. 11/68)
zur Stellung
nahme
zugestellt
wurde. Am 1
4.
November 2011
(Urk. 11/69)
nahmen die
E._
-Gut
achter zu den geltend gemachten Kritikpunkten Stellung. Mit Schreiben vom 2
8.
Dezember 2008 (Urk. 11/71) wurde der Versicherten Gelegenheit geboten,
sich zu der Stellung
nah
me der
E._
-Gutachter zu äussern (vgl. dazu Stellung
nahme vom 23. Januar 2012,
Urk. 11/
74).
Mit Verfügung
en
vom
3.
Mai 2012 (Urk. 2
/1-2
) sprach ihr die IV-Stelle ab
1.
Dezember 2007 eine ganze Rente und vom
1.
April bis 3
0.
Sep
tem
ber 2008 eine
halbe Rente nebst zweier Kinderrenten zu.
2.
Dagegen
erhob die Versicherte am 7. Juni 2012 Beschwerde (Urk. 1
/1
) und be
antragte, es sei
en
die Verfügung
en
vom
3.
Mai 2012
aufzuheben
und der psy
chi
atrische Bericht von
Dr.
med.
G._
sei
abzu
warten und bei der Beurteilung zu berück
sichtigen
.
Ferner
sei ihr eine
angemessene
Rente zuzu
sprechen. Nöti
gen
falls habe das Gericht einen Psychiater zwecks er
gänzender Beurteilung zu
be
stimmen.
Am 18. Juni 2012 (Urk. 6) reichte sie den entsprechenden Bericht von
Dr.
G._
vom 14. Juni 2012 (Urk. 7) nach.
Mit
Beschwerdeantwort vom
10
.
August
2011
(Urk.
10
)
beantragte
die IV-Stel
le
die Abweisung der Beschwerde
. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 1
5
.
Au
gust 2012
(Urk.
12
)
zugestellt.
3.
Mit Schreiben vom 1
2.
November 2013 (Urk. 13) wurde dem hiesigen Gericht an
gezeigt, dass
die Rechtsvertreterin der Versicherten,
H._
,
verstor
ben
sei
.
Das Rubrum wurde entsprechend angepasst.
4.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Al
l
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lich
keiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu be
rück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Er
krankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärztlicherseits schlüssig fest
gestellt wird und nachgewiesenermassen die
Ar
beits
-
und Erwerbsfähigkeit wesent
lich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich fest
gestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrüh
ren, be
stehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu um
fassen
hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar un
t
er
scheidbare an
dauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen da
mit
vergleich
baren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rell
en Belastungs
situation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt,
wel
che in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreich
en
de
Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psy
chi
scher Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundes
gerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
einkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Validen
einkom
men
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau er
mittelt und ei
nander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mens
differenz
der
Invali
di
tätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkom
mens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Ab
stufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit
demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hin
wei
sen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht
eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in den angefochtenen Verfügungen vom 3.
Ma
i
2012 (Urk. 2/1-2) davon aus, dass
die Beschwerdeführerin seit
dem
Un
fallereignis
am
2
1.
De
zember 2006 (Beginn der einjährigen Wartezeit) bis
am
2
0.
Dezember 2007 aus me
dizinischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei
und
sie nach Ablauf des Wartejahres im Dezember 2007 einen Anspruch auf
eine ganze Rente der In
va
lidenversicherung habe. Vom
1.
Januar bis 3
0.
Juni 2008
sei
die
Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätig
keit noch zu 50
%
ar
beitsunfähig gewesen
, weshalb sie ab
1.
April 2008 (drei Monate nach der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit per 1. Januar 2008)
noch
einen Anspr
uch auf
eine halbe Invalidenrente habe.
D
ie Ausübung einer
leidens
ange
passten
, leich
ten bis mittelschweren T
ätigkeit in einem 100
%
-Pen
sum sei
ihr
gemäss medizi
ni
scher
Beurteilung ab
1.
Juli 2008
wieder
zumut
bar
,
weshalb
sie
ab 3
0.
September 2008
(drei Monate ab Ver
besse
rung per
1.
Juli 2008)
bei einem mittels
Ein
kom
mens
ver
gleich
s
ermittelten
Inva
liditätsgrad
von 6
%
keinen Anspruch
auf eine Rente der In
validen
versi
cherung mehr habe.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass die psy
chiatrischen Beurteilungen und die
medizinischen
Darlegungen derart diver
gier
ten
, dass eine weitere psychiatrische Begutachtung durch das Gericht anzu
ord
nen sei,
falls
nicht auf die Beurteilung von
Dr.
G._
ab
ge
stellt werde.
2.3
Mit den angefochtenen Verfügungen hat die Beschwerdegegnerin rückwirkend eine
abgestufte und befristete Rente zugesprochen. Auch wenn die Beschwer
de
führerin ihr Rechtsbegehren hinsichtlich des Rentenanspruches nicht substan
ti
iert hat, ist in Bezug auf den Anfechtungs- und Streitgegenstand Folgendes zu bemerken:
Nach der Rechtsprechung liegt bei der rückwirkenden Zusprechung einer ab
gestuften und/oder befristeten Rente – wenn also gleichzeitig eine Rente zuge
sprochen und diese revisionsweise herauf- oder herabgesetzt und/oder aufge
ho
ben
wird – bloss ein Rechtsverhältnis vor. Der Umstand allein, dass Umfang und
allenfalls Dauer des Rentenanspruchs über den verfügungsweise geregelten Zeit
raum hinweg variieren, ist unter anfechtungs- und streitgegenständlichem Ge
sichtswinkel belanglos. Wird insbesondere nur die Abstufung oder die Befristung
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben (BGE 125 V 413 E. 2c und E. 2d mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung führt dazu, dass hier nicht bloss die Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Invalidenrente per 31. März 2008 und die Befristung die
ser
Rente bis 30. September 2008 zu prüfen ist. Vielmehr ist auch auf die Recht
mässigkeit der am 3. Mai 2012 rückwirkend für die Zeit vom 1. Dezember 2007 bis 31. März 2008 zugesprochenen ganzen Invalidenrente und das Vorliegen der Revisionsgründe einzugehen.
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt:
3.2
Im ärztlichen Zwischenbericht vom 1
0.
März 2007
(Urk. 11/23/133)
äusserte sich
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
dahin
ge
hend, dass bei der Beschwerdeführerin eine Commotio cerebri und eine HWS-Distor
sion bestehe
und derzeit nicht mit der Wiederaufnahme der Tätigkeit ge
rechnet werden könne.
3.3
Am 1
3.
April 2007
(Urk. 11/23/131)
nannte
Dr.
med.
J._
, FMH für Rheuma
to
logie, ein post
traumatisches
zervikozephales
spondylogenes
Schmerz
syn
drom
und ein post
traumatisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit se
kundä
rer
mus
kulärer
Dysbalance
.
Mit der
Wiederaufnahme der Arbeit könne derzeit
nicht ge
rechnet werden.
3.4
Im
Austrittsbericht
vom 2
4.
Juli 2007
(Urk. 11/23/90-95)
über die
Hos
pitali
sation
vom 3
0.
Mai bis 1
1.
Juli 2007
nannten
med. prakt.
K._
, Ärzt
licher Dienst, und
Dr.
med.
L._
, Facharzt Physikalische Medizin und Reha
bi
litation, Ober
arzt,
Arbeits
orientierte
Reha
bilitation,
M._
,
fol
gende Diagnosen:
A.
Unfall vom 2
1.
Dezember 2006: Sturz mit leichter traumatischer
Hirn
ver
letzung
(MTBI) und HWS-Distorsion QTF II (Computer
tomo
graphie vom
8.
Juni 2007: auf Höhe von C5/6 degenerative Ver
änderungen mit
Exo
stose
/Neoarthrose)
A1
Zervikozephales
Schmerzsyndrom
B.
Hypothyreose, substituiert
C.
Anakusis links bei einem Status nach Meningitis vor Jahren
Als Probleme bei Austritt nannten sie:
Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
, im Verlauf
regredient
Leichte depressive Reaktion im Rahmen einer leichten
Anpassungs
stö
rung
, deutlich gebessert im Verlauf
Multiple psychosoziale Belastungssituation (anhaltender Schmerz, Ar
beits
losigkeit, allein erziehende Mutter von zwei Söhnen [richtig: einer Tochter und ein
em
Sohn]
)
Ein- und Durchschlafstörung, leicht gebessert unter
Surmontil
In den letzten Wochen des Reha-Aufenthaltes aufgetretene Schmerzen
beim längeren Stehen im
I
liosakralgelenk
rechts (unfallfremd, bei leich
ten
degenerativen Veränderungen konventionell-radiologisch)
Zur
Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive hielten
med.
prakt.
K._
und
Dr.
L._
fest,
nebst
den
neuro-muskulo
skelettal
be
ding
ten Ein
schränkungen bestehe eine höchstens minime Leistungsminderung in
folg
e einer psy
chischen Störung mit Krankheitswert.
Die Tätigkeit als Raumpflegerin sei der Beschwerdeführerin aktuell nicht zumut
bar;
die Anforderungen (mittelschwere Tätigkeit, ganztags stehende/gehende Tätig
keit) seien zu hoch. Die Beschwerdeführerin sei für einen Arbeits
versuch zur Anpassung und Angewöhnung für angepasste leichtere Tätig
keiten arbeits
fähig.
Die Zumutbarkeit
von
andere
n
berufliche
n
Tätigkeiten werde im Moment noch nicht festgelegt, da mit einer weiteren Verbesserung des Zu
standes zu rech
nen sei.
3.5
Im Bericht
vom 3
0.
Januar 2008
(Urk. 11/23/
77-78
)
nannte
Dr. med.
N._
, Neurologie FMH,
als Diagnosen einen Sturz auf den Rücken und Hinter
kopf am 2
1.
Dezember 2006 mit HWS-Kontusion und leichter traumati
scher
Hir
n
verletzung
beziehungsweise Commotio cerebri, ein
Zervikal
syn
drom
, ein leichtes
zerviko-zephales
linksseitiges Syndrom und anam
nestisch leichte neu
ro
psychologische Funktionsstörungen sowie ein
leicht
gradiges
Lumbo
ver
tebral
syndrom
.
Sie führte weiter aus, d
er Neurostatus sei ohne er
wähnens
werte Auf
fällig
keiten. Es seien auch keine Hinweise für eine intra
kranielle
Struktural
teration
vor
handen und es gebe auch keine Anhaltspunkte für eine zervikale Mye
lo
pathie; es bestehe keine
radikuläre
Symptomatik. Für eine
leicht
gradige
Tätig
keit mit Wechselbelastung, bei welcher die Be
schwerde
führe
rin keine schwe
ren Lasten heben
und nicht stundenlang die
selbe Haltung ein
nehmen m
üsse (zum Beispiel Stehen an Ort mit
Kopf
in
klination
)
,
erachte sie eine 50%ige Arbeits
fähig
keit zum jetzigen Zeitpunkt
als
zumut
bar.
3.6
Im kreisärztlichen Abschlussuntersuchungsbericht vom 1
8.
Juni 2008 (Urk. 11/23/55-58) hielt
Dr.
med.
O._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
in seiner Beurteilung fest (S. 3
Ziff.
5), dass bei der Be
schwerdeführerin Restbeschwerden in Form einer
Zervikalgie
sowie
Zephal
gien
bei einem Status nach einer Commotio und einer HWS-Dis
tor
sion am 2
1.
Dezember 2006, bei gleichzeitig bestehenden degenerativen Ver
änderungen C5/6 sowie ein Verdacht auf eine Depression vorl
äg
e
n
.
Er habe den Eindruck bekommen, dass sich die Beschwerdeführerin seit der
kreis
ärztlichen
Untersuchung im November 2007 insgesamt stabilisiert habe. Die HWS-Beweglichkeit habe sich unter einer 60%igen Tätigkeit als Portionie
rerin
gebessert. Es seien noch Muskelverspannungen der
Schulter
gürtel
musku
latur
nach
weisbar. Neurologische Defizite seien im Rahmen einer neuro
logi
schen Un
tersuchung nicht nachweisbar
gewesen.
Ferner
scheine die psy
chische Kompo
nente eine wesentliche Rolle zu spielen.
Er habe den Ein
druck, dass die noch be
stehende
Schmerz
symptomatik
durch diese Kom
ponente un
günstig be
einflusst werde. Be
züg
lich der psychischen Situation sehe er keine Kausalität zum
Un
fall
ereignis
gegeben.
Hinsichtlich der Unfallfolgen sehe er den medizinischen Endzustand erreicht. Für die 60%ige Tätigkeit als Portioniererin sehe er die Beschwerdeführerin wei
terhin arbeitsfähig. Diese
Arbei
t sei sicherlich auch ausbaufähig, wie zum Bei
spiel
mit Tätigkeit
en
, bei wel
chen ei
n Herumgehen erforderlich sei.
Ab zirka Ende August 2008 sehe er fol
gendes Zumutbarkeitsprofil für Tätig
keiten auf dem all
gemeinen Arbeits
markt als gegeben an: Leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten ganztags ohne for
cierte maximale HWS-Bewegungen nach links oder Tätig
kei
ten, bei welchem die HWS in rotierter oder inklinierter (oder kom
binierter) Hal
tung
über 30 Mi
nu
ten Dauer gehalten werden müsse
. Die lum
bale
Be
schwerde
symptomatik
sehe er als unfallfremd bei Hyperlordose.
3.7
Am 3
1.
Oktober 2008
(Urk. 11/45/32-33) diagnostizierten
Dr.
med.
P._
,
Assi
s
tenz
ärztin
, und
Dr.
med.
Q._
, Oberärztin Notfall,
R._
,
Not
fall
station
, eine
Medi
kamentenintoxikation
in suizidaler Absicht (Valium und Schmerz
mittel) sowie als Nebendiagnosen ein
zervikozephales
Schmerzsyndrom
nach einem Status nach einer H
WS
-Distorsion, ei
ne Hypothyreose (sub
stituiert) un
d eine
Anakusis links bei einem Status nach Meningitis vor Jahren sowie
eine
multiple psychosoziale Belastungssituation (anhaltender Schmerz, Arbeits
losig
keit, allein erziehende Mutter von zwei Kindern).
3.8
Im Verlaufsbericht vom 2
8.
Januar 2009 (Urk. 11/26
, vgl. dazu auch Urk. 11/45/25-28
) nannten Prof.
S._
, Leitender Arzt, und
Dr.
med.
T._
, Assistenzärztin,
U._
,
gestützt auf die
Hospi
tal
isation
vom 3
1.
Oktober bis 17.
Dezember 2008 nach Selbst
mord
versuch
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2) zirka seit 19
98 (Exa
zerbation 2006) und ein
zerviko
ze
phales
Schmerzsyndrom bei einem Status nach einer HWS-Distorsion seit 2006 sowie eine Anakusis links bei ei
nem Sta
tus nach einer Meningitis seit der Kindheit
;
sie
attestierten der Be
schwerde
führerin für die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Kellnerin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit dem
Klinik
eintritt
am 3
1.
Oktober 2008 bis auf weiteres.
Die Fachpersonen der
U._
hielten weiter fest, dass die Beschwerdeführerin anam
nestisch jedoch seit 2006 unter depressiven Episoden und Schmerzen leide,
so dass bereits damals eine schwere Einschränkung von Leistungsfähigkeit und Be
lastbarkeit und, mit hoher Wahrscheinlichkeit, zumindest intermittierend, eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Die schwere depressive Symptomatik führe zu Einschränkung von Konzentration und Leistungsfähigkeit. Daneben bestehe eine chronische Schmerzsymptomatik bei einem Status nach einer HWS-Dis
tor
sion und degenerativen Veränderungen in C5/C
6.
Dadurch seien die psy
chische und physische Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit schwer einge
schränkt. Die b
isherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht nicht mehr
zumutbar. Durch längerfristige intensive psychotherapeutische sowie pharmako
logische Behandlung sowie eine Therapie der chronischen
Schmerz
symptomatik
liessen sich die Einschränkungen vermindern, wobei ak
tuell keine Prognose hin
sichtlich der späteren Leistungsfähigkeit möglich sei. Diese Angaben gälten seit dem 3
1.
Oktober 2008, wobei bereits von
vorbe
ste
henden
Einschränkungen aus
zu
gehen
gewesen
sei.
3.9
Am 2
5.
Mai 2009 (Urk. 11/32) nannten
Dr.
med.
V._
, Oberärztin, und
Dr.
med.
W._
, Assistenzärztin,
U._
, folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeits
fähig
keit:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Epi
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.2) seit Jahren
Somatische Diagnose (laut
U._
-Unterlage)
zervikozephales
Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsion
Hypothyreose, substituiert bei Status nach
Radioiodtherapie
2002
Anakusis links bei Status nach Meningitis vor Jahren
Dr.
V._
und
Dr.
W._
hielten fest, dass die Beschwerdeführerin von ihrem
Rheu
ma
tologen
Dr.
D._
vom 2
7.
Dezember 2008 bis 1
5.
Februar 2009 zu 100 %
krankgeschrieben worden sei. Danach sei eine Krankschreibung von 50 % ge
plant gewesen. Aus psychiatrischer Sicht sei in der Zeit der Behandlung keine
eingehende Abklärung der Arbeitsfähigkeit durchgeführt worden. Sie schlös
sen sich der Beurteilung von
Dr.
D._
an. Eine Teilaufnahme der Arbeit sei ab März 2009 zumutbar. Die Beschwerdeführerin habe selbst über eine Ver
bes
serung ihre
s Zustandes berichtet.
3.10
Im Bericht vom 2
2.
Oktober 2009 (Urk. 11/65) hielt
Dr.
med.
AA._
, Facharzt für
R
adiologie,
BB._
, in seiner Beurteilung fest, ab
ge
seh
en von
einer moderaten Diskusdegeneration und nicht fokaler
Pro
trusion
im Seg
ment C3/4 sei kein pathologischer Befund erkennbar, ins
besondere
gebe es
keine
Hinweise auf eine Verletzung
der
kraniozervikalen
Mem
bran
und Liga
mente be
ziehungsweise auf eine Instabilität in diesem Bereich. Der Spinalkanal sei zwi
schen
C2/3 und C4/5 anlagebedingt relativ eng und durch eine
Diskus
de
ge
neration
und
Protrusion
bei C3/4 weiter eingeengt, was bei einem
HWS-Dis
torsions
trauma
bekanntlich ein höheres Risiko einer
Rücken
mark
kontusion
nach
sich ziehe. Diese sei wiederum einzig im Früh
stadium und nach intra
ve
nöser Kon
trastmittelabgabe bildgebend nachweisbar, so dass ein statt
gehabtes Ereig
nis dieser Art zum jetzigen Zeitpunkt weder ausgeschlossen noch be
stätigt
habe
werden könne
n
.
3.
11
Im interdisziplinären Gutachten vom 1
8.
Oktober 2010 (Urk. 11/45) nannten die
Fachpersonen des
E._
nach
allgemeininternistischen
, psychiatrische
n
und or
th
o
pädische
n
Untersuchung
en folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Ar
beits
fähig
keit (S. 21
Ziff.
5.1 f.):
Chronisches
zervikozephales
und –brachiales Schmerzsyndrom links ohne
ra
dikuläre
Symptomatik (ICD-10 M53.0/M53.1)
Status nach H
WS
-Distorsion und Commotio cerebri im Rahmen eines häus
lichen Sturzes am 2
1.
Dezember 2006
g
eringe
Diskusprotrusion
Halswirbelkörper 3/4 ohne Neurokompression
(Magnetresonanztomographie am 2
8.
November 2008 und 1
2.
Oktober 2009)
Chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radi
ku
läre
Symptomatik (ICD-10 M54.6/M54.5)
weitgehend freie Beweglichkeit der
thorakolumbalen
Wirbelsäule
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Substituierte Hypothyreose im März 2009
Status nach
Radioi
odtherapie
bei Hyperthyreose 2002
e
uthyreote
Stoffwechsellage
Gehörlosigkeit links bei Status nach Meningitis im Säuglingsalter (ICD-
10 H91.9)
Hypercholesterinämie
(ICD-10 E78.0)
Die
E._
-Gutachter hielten in ihrer Gesamtbeurteilung fest (S. 21
f.
Ziff.
6
.1
), seit einem häuslichen Sturz am 2
1.
Dezember 2006 mit HWS-Distorsion und Com
motio cerebri leide die Beschwerdeführerin an anhaltend
en
therapie
resisten
ten
,
chro
nischen
zervikozephalen
und
zer
vikobrachialen
Schmer
zen
links
betont
. Spä
ter
seien chronische therapieresistente
thora
kovertebrale
und
lumbo
verteb
rale
Schmerzen hinzu
ge
treten. Parallel zu den somatischen Beschwerden seien noch zu
sehends depres
sive Symptome mit einem Status nach
notfallmäs
siger
Hospi
talisation
per fürsorgerischen Frei
heits
ent
zug vom 3
1.
Oktober 2008 in der
U._
wegen akuter Selbstgefährdung nach Suizidversuch hinzugekom
men.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in
einer
an
deren Tätig
keit konstatierten die
E._
-Gutachter
(S. 22 Ziff. 6.2)
,
aus ortho
pädischer Sicht könnten auf
grund der anamnestischen Angaben, der erhobenen Untersuchungsbefunde sowie der bildgebenden Diagnostik ein chronisches
zer
vi
kozephales
und
zerviko
brachiales
Schmerzsyndrom links ohne
radikuläre
Symptomatik als auch ein chronisches
thorakolumbovertebrales
Schmerzsyn
drom
, ebenfalls ohne
radi
kuläre
Symptomatik, diagnostiziert werden, ohne dass sich die von der Be
schwerde
führerin angegebenen, sehr diffusen Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde vollständig begründen liessen. Auf
grund der er
ho
benen Befunde und gestellten Diagnosen könnten ihr körper
lich schwere Tätig
keiten bleibend nicht mehr zugemutet werden. Für körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten, wie die angestammte Tätigkeit im Service, aber auch die Tätigkeit als Reinigungsangestellte, bestehe eine Arbeits- und Leistungs
fähig
keit von 100
%
.
Aus psychiatrischer Sicht könnten aufgrund der anamnestischen Angaben sowie
der erhobenen Untersuchungsbefunde eine gegenwärtig remittierte rezi
divie
ren
de
depressive Störung als auch eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
stö
rung
dia
gnos
tiziert werden, ohne dass daraus eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
ab
geleitet werden könne. Trotz der geklagten Beschwerden kön
ne der Beschwer
de
führerin zugemutet werden, weiterhin einer ihren körper
lichen Ein
schrän
kung
en angepassten Tätigkeit uneingeschränkt nachzugehen.
Aus allgemeininternistischer Sicht könnten lediglich Diagnosen ohne Aus
wir
kung
en auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
werden.
Zusammenfassend könnten der Beschwerdeführerin körperlich schwere Tätig
kei
ten bleibend nicht mehr zugemutet werden, körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten, und somit auch die ursprünglich angestammte Tätigkeit als Service-Angestellte beziehungsweise Reinigungsfachfrau, könnten ihr indes un
ein
geschränkt
und ganztags zugemutet werden.
Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im genannten Ausmass bestehe seit Mit
te
200
8.
Retrospektive könne für die Zeit ab Unfallereignis vom 21. Dezem
ber 2006 bis
Dezember 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätig
keit angenommen werden, ab Januar 2008 habe eine 50%ige Arbeits
fähig
keit be
stan
den. Ab Juli 2008 bestehe eine Arbeitsfähigkeit
,
wie sie heute noch zu be
stä
tigen sei (S. 22 f.
Ziff.
6.3).
Für die häuslichen Tätigkeiten mit intermittierend mittelschweren
Tätig
keits
an
tei
len
bestehe aus polydisziplinärer Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit (S. 23
Ziff.
6.4).
3.12
Im Bericht vom
6.
September 2011 (Urk.
11/66
) diagnostizierte
Dr.
G._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, rezidivierend depressive Episoden, derzeit remittiert (ICD-10 F33.4), eine
dependente
Persönlichkeit mit
persön
lich
keits
strukturellen
Defiziten (ICD-10 F60.7) und eine
multi
somatoforme
Symp
to
matik (Schmerzen, Bauchproblematik [ICD-10 ~F45.1]) sowie die von
Dr.
D._
diagnostizierte schmerzhafte Problematik am Bewegungsapparat (
zer
viko
verte
brales
,
zervikozephales
und Schulter-Arm-Syndrom).
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
G._
fest
(S. 5 f.)
, es liege eine
krank
heits
wer
tige
multiple
somatoforme
Störung in
Komorbidität
mit rezidivierenden depres
si
ven Episoden und
einer
dependenten
Persönlichkeitsstörung vor. Die
somato
for
me
Problematik zeige sich seit der Adoleszenz bis heute in er
heb
lichen
Ge
wichts
schwankungen
bei inne
ren oder äusseren Konflikten
sowie
in der
Schmerz
symptomatik
(Spannungskopfschmerzen, Rücken
schmer
zen, Bauch
schmer
zen).
Das funktionelle Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin sei dadurch einge
schränkt. Nach Mini-ICD-10-APP lägen insbesondere folgende Aktivitäts- und Partizipations
störungen vor (S. 5): Bei Planung und Strukturierung von Auf
ga
ben ausser
halb eingespielter Bereiche (zum Beispiel im Service) tr
ä
te
n
rasch Über
forderung und Angst des Nichtgenügens auf. Weiter seien aufgrund der Per
sön
lich
keitsstruktur Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit reduziert, in Kon
flikten bleibe ihr meist der innere und äussere Rückzug. Immer wenn die Span
nung zu gross geworden sei, sei es in der Vergangenheit immer wieder zu Ex
plosionen gekommen. Die Fähigkeit zur Selbstpflege im weiteren Sinne sei ein
ge
schränkt, sie sei teilweise nicht in der Lage, ihren Alltag so zu gestalten, dass die eigene Rekreation einen genügenden Platz habe.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
G._
aus (S. 5 f.), die Beschwerde
führerin bewege sich oft an der Grenze ihrer Belastbarkeit, was auch die prak
tischen Erfahrungen der
Beiständin
, die ihr oft direkt zur Hand gehen müs
se
,
unterstreichen würden. Mit dem 50%-Pensum sei sie momentan gut aus
ge
lastet, mehr sei ihr derzeit nicht zumutbar.
Die Prognose sei nicht so sc
hlecht. Unter einer multimodalen
, anleitenden und länger
fristig angesetzten Psychotherapie sei es denkbar, dass die Beschwerde
führerin lerne, ihr Leben so zu gestalten, dass ihr Leistungs
vermögen wieder grös
ser werde.
Schliesslich kritisierte
Dr.
G._
das
E._
-Gutachten sowohl in formeller als auch
in materieller Hinsicht (S. 6-8).
3.13
Der seit November 2008 behandelnde
Dr.
med.
D._
nannte im Bericht vom 13. September 2011 (Urk. 11/63-64
, vgl. dazu auch
Urk. 11/36,
Urk. 11
/7/21-23
) folgende
Diagnosen:
1.
Sturz am 2
1.
Dezember 2006
S
t
atus nach Commotio cerebri
HWS-Distorsion
therapieresistentes chronisches
zervikovertebrales
Syndrom
zervikozephales
Syndrom, zunehmende Spannungskopfschmerzen nach körperlicher Belastung
2.
Unfallfremdes (
thorako
- und)
lumbovertebrales
Syndrom
3.
Depression
p
osttraumatische Entwicklung
Hospitalisation
in der
U._
Ende 2008
Status nach Suizidversuch
4.
Substituierte
Aypothyreose
Dr.
D._
äusserte sich dahingehend, dass bei der Beschwerdeführerin ein chro
ni
sches Rückenschmerz
syndrom bestehe, welches sich nach dem Unfall im De
zem
ber 2006 entwickelt habe. Zudem bestehe eine Depression mit einem Status nach einem Suizidversuch. Funktionseinschränkungen bestünden in Form von re
duzierter körperlicher sowie auch psychischer Belastbarkeit (Urk. 11/63).
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht weiter fest (Urk. 11/64), dass die Be
schwerde
führerin derzeit zu 50
%
im Service (leichte Arbeit) erwerbstätig sei. Der Be
schwerde
führerin sei sowohl die
bisherige als auch eine
be
hin
derungs
ange
passte
Tätig
keit zu 50
%
zumut
bar, sofern es sich um leichte Arbeit handle. Die festge
stellten Einschränkungen be
stünden seit 200
6.
3.
14
In ihrer Stellungnahme vom 1
4.
November 2011 (Urk. 11/69) zum Schreiben
der
Rechtsvertreterin
vom 1
5.
September 2011 und
zum
B
ericht von
Dr.
G._
vom
6.
September 2011 (vgl. E. 3.
12
)
führten
Dr.
med.
CC._
, FMH für Psy
chia
trie und Psychotherapie,
E._
, und
Dr.
med.
DD._
, Ärzt
liche Lei
tung,
E._
,
aus,
sie hielten an ihren
im
Gutachten vom 18. Oktober 2010 gezogen
en
Schluss
fol
ge
rungen fest
.
3.15
Am
1
4.
Juni 2012 (Urk. 7)
äusserte sich
Dr.
G._
zu
r
Stellungnahme
der
E._
-
Gutach
ter
vom 1
4.
November 2011 und machte wieder
um diverse Mängel gel
tend. Insbesondere m
onierte er
, dass das
E._
-Gutachten aufgrund der fach
li
chen
Mängel sowie der falschen Be
hauptungen die praxisgemässen Kriterien für den Beweiswert einer Expertise nicht erfülle.
4.
4.1
Vorwegzu
schicken ist, dass das
E._
-Gutachten vom
18
. Oktober 20
10
(
E. 3.11
hie
vor
) in
sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den
Be
weis
wert
einer Expertise entspricht (
E. 1.6
hie
vor
). So ist es für die Be
ant
wor
tung der gestellten Fragen um
fassend, gibt es doch detailliert Auskunft über die Arbeits
fähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit unter Berücksichtigung der
Schmerz
komponente
und einer die Arbeitsfähigkeit nicht beein
flus
senden psy
chischen Patho
logie. Ferner basiert die Expertise auf ein
lässlichen
all
gemein
in
ternistischen
, psychiatrischen und orthopädischen Untersuchungen
, berück
sich
tigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Ver
halten
der Beschwerdeführerin auseinander. Insbesondere zeigten die
Gutachter
auf, dass
das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive
Krank
heits
über
zeu
gung
, nur noch halbtags arbeiten zu können, durch die somatischen Be
funde nicht hinreichend objektiviert werden k
onnte
n
, so dass ein
e
psychische Über
la
gerung angenommen werden muss
.
Das Gutachten wurde weiter in Kennt
nis der
Vorakten
ab
ge
geben. So nahmen die Ärzte Einblick in die Vor
berichte und würdigten die Er
geb
nisse im Rahmen ihrer Gesamtbeurteilung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sam
menhänge ein. Demgemäss sind die Schlussfolgerungen der medi
zi
ni
schen Experten in einer Weise begründet, dass die
rechts
an
wen
dende
Person sie prü
fend nachvollziehen kann. Es ist schlüssig dar
gelegt
wor
den, dass
keine Psy
cho
pathologie
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
besteht
und die
Be
schwer
de
führerin
vom
Unfallereignis am 2
1.
Dezember 2006 bis Dezember 2007 für jeg
liche Tätigkeit arbeitsunfähig war, ab Januar 2008 in einer adap
tierten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig war und
ab Mitte 2008
in einer kör
per
lich leichten bis mittelschweren
Tätigkeit (
und
somit auch in ihrer ange
stammte
n
Tä
tigkeit als Serviceangestellte beziehungsweise
Reinigungs
fach
frau
)
wieder
im Um
fang von 100 % arbeitsfähig ist
.
Der
retrospektive
Verlauf der von den
E._
-Gutachtern attestierten
Arbeits
fähig
keit von 100
%
von
Dezember 2006 bis Dezember 2007
respektive
von
Januar
bis
Juni
2008 von 50
%
korrespondiert denn auch mit den Einschätzungen
in den
B
e
richten
von
Dr.
I._
(E. 3.2
hie
vor
),
Dr.
J._
(E. 3.3
hievor
)
,
von
med.
prakt.
K._
und
Dr.
L._
(E. 3.4
hie
vor
)
sowie von
Dr.
N._
(E.
3.5)
.
Schliesslich
hielt
auch
Dr.
O._
in seiner
abschliessenden
kre
is
ärzt
lichen
U
nter
suchung vo
m 1
8.
Juni 2008 (E. 3.6
hievor
)
einzig noch
unfallkausale
Rest
be
schwerden
in Form
e
iner
Zervikalgie
sowie
Zephalgien
, mithin nicht ob
jek
ti
vierbare Befunde
, fest
.
In diesem Zusammenhang gilt auch zu berücksichti
gen, dass sich die Be
schwerdeführerin
im
Jahr 2008
-
trotz eines sehr guten Ar
beits
zeugnisses seitens der
A._
als Servicemitarbeiterin im
B._
-Restaurant
C._
-
nicht
um eine
F
estanstellung
bemüht hat und
stattdessen
in die Ferien gefahren ist
(Urk. 11/23/
52, Urk. 11/23/54 und Urk. 11/23/60
)
.
4.2
An dieser Beurteilung vermögen d
ie übrigen ärztlichen
Ein
schätzun
gen nichts zu
ändern.
4.2.1
Vertieft mit der psychischen Komponente befassten sich Prof.
S._
und Dr.
T._
(E.
3.8
hievor
),
Dr.
V._
und
Dr.
W._
(E.
3.9
hievor
) sowie
Dr.
G._
(E. 3.12
und E. 3.15
).
Dr.
S._
und
Dr.
T._
attestierten der Beschwerdeführerin seit
Kli
nik
eintritt
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die letzte ausgeübte Tätigkeit als Kellnerin
bis auf weiteres.
Aus dem Bericht geht hervor, dass die Be
schwer
de
führerin am 1
7.
Dezember 2008 wieder aus der Klinik entlassen wurde und
die Nachbehandlung hernach durch das
R._
erfolgte. Es ist daher
nicht nachvollziehbar
,
weshalb
sie der Beschwerdeführerin Ende Januar und damit gut eineinhalb Monate nach Klinikaustritt immer noch eine volle Arbeitsfähigkei
t bis auf weiteres attestierten.
Anzufügen bleibt in die
sem Zusammenhang, dass im Austrittsb
ericht vom 13. Januar 2009 (Urk.
11/45/
25-28) ein
Rück
gang der depressiven Symptomatik
sowie ein
teil
re
mittier
t
er
Zustand festgestellt wurden.
Schliess
lich bestätigte selbst die Beschwer
deführ
erin, dass sie die psychiatrische Nach
be
handlung nach zweimaliger Sitz
ung
abgebrochen habe, weil es ihr bes
ser ge
gangen sei
(Urk. 11/45 S.
11
Ziff.
4.1.1.2)
,
weshalb
mit den RAD-Ärzten
von ei
ner nicht lang
an
dauernden Arbeitsun
fähig
keit auszugehen ist.
Dr.
V._
und
Dr.
W._
führten in ihrem Bericht vom 2
5.
Mai 2009
explizit
aus
, dass
in der Zeit der Behandlung keine eingehende Abklärung der Arbeits
fähig
keit durchgeführt worden sei, weshalb nicht auf ihre Ein
schätzung, wonach sie sich der Beurteilung von
Dr.
D._
an
schlös
sen, abgestellt werden kann.
Was d
ie
Bericht
e
des seit Frühling 2011 behandelnden Psychiaters
Dr.
G._
vom
6.
September 20
11
(E. 3.12
hievor
)
beziehungsweise vom 1
4.
Juni 2012 (E. 3.14
hievor
)
anbelangt,
so ist festzuhalten,
dass
bei der Würdigung von Be
richten behandelnder Ärzte
rechts
prechungs
ge
mäss
berück
sichtigt wer
den darf und
soll, dass deren Beur
teilung mitunter im Hinblick auf ihre
auf
trags
recht
li
che
Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten der Patien
ten ausfällt. Berichte behandelnder Ärzte können ein Gutachten zwar dann in Frage stellen und zumindest Anlass für weitere Abklärungen geben, wenn darin nicht rein sub
jektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennt werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un
ge
würdigt geblie
ben sind und bei deren Berücksichtigung sich eine abwei
chende Beurteilung
aufdrängt (
Urteil des Bun
desgerichte
s 9C_276/2009 vom 24. Juni 2009
E. 4.2.3 mit Hinweisen). Weder im Bericht von
6.
September 2011 (E. 3.12
hievor
) noch in der Stell
ung
nahme vom 1
4.
Juni 2012 (E. 3.1
4
hievor
) finden sich solche
As
pekte.
D
e
r Bericht
von
Dr.
G._
vom
6
.
September 2011
wurde
Dr.
CC._
zur Stellungnahme zugestellt,
so dass
er sich nachträglich
mit des
sen Diagnosestellung
auseinan
der
setzte und insbesondere keine
Persönlich
keitsstörung
bestätigen konnte
.
Die von
Dr.
G._
festgehaltene
Persönlich
keitsstörung
wurde
von den
G
utachtern somit nicht übersehen, son
dern offenkundig nicht so interpretiert.
S
ie
führten in ihrer Stellungnahme vom 1
4.
November 2011 (E. 3.14) denn auch aus, dass eine
Persönlichkeitsstö
rung
definitionsgemäss die Arbeits
fähigkeit ab Eintritt ins Er
wachsenenalter er
heblich beeinträchtige, was bei der Beschwerde
führerin nicht der Fall gewesen sei.
Objektiv fest
stell
bare Ge
sichtspunkte, welche im Rahmen der psychiatri
schen Begutachtung durch die
E._
-Gutachter unerkannt geblieben
und geeignet ge
wesen wären, zu einer ab
weichenden Beurteilung zu führen, sind
demnach
nicht er
sicht
lich.
Ferner ist
bezüglich des
Bericht
s
von
Dr.
G._
vom
6.
September 2011 (E. 3.12
hie
vor
) festzuhalten, dass mangels ausdrücklicher Differenzierung unklar bleibt, in
wiefern in seine Be
ur
teilung betreffend die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerde
führerin auch psy
cho
soziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren und damit
ver
sicherungs
recht
lich
nicht relevante Faktoren mit eingeflossen sind,
auf wel
che
Dr.
CC._
in seiner Beurteilung hinwies,
weshalb die von Dr.
G._
at
tes
tier
te
50%ige Arbeitsfähigkeit nicht
aussagekräftig
ist
.
4.2.2
Mit de
r somatischen Komponente setzte
sich
insbesondere
Dr.
D._
aus
einan
der
(E. 3.13
hievor
)
.
Wenn
er in seinem
Bericht
vom
1
3.
September 2011
unter derzeitig vorhandene
L
eiden
persistierende Beschwerden der HWS mit starker Verspannung der
para
ver
tebralen
Muskulatur sowie Ein
schränkungen der HWS-Beweglichkeit, Schmer
zen der BWS und vor allem der LWS mit Ausstrahlung in die rechte
Unte
r
extremität
aufführt, ist mit den Suva-Ver
sicherungs
medizinern
Dr. med.
EE._
, Facharzt für Chirurgie FMH, und
Dr.
med.
FF._
, Facharzt für Chirurgie FMH und spez. Allgemeinchirurgie
(vgl. dazu Urk. 11/54/48-53)
,
fest
zuhalten
,
dass es
sich dabei
wie in den zuvor von
Dr.
D._
verfassten Berichten
um
die Angabe
von Symptomen handelt,
die
nicht als objektivierbare Befunde ein
gestuft wer
den kön
nen, zu
mal die Unter
suchungs
ergebnisse für andere Untersu
cher nicht
re
produzier
bar oder mit wissen
schaftlichen Methoden apparativ oder
bild
ge
bend
dar
gestellt wer
den können.
Unter diesen Umständen vermag die Einschätzung durch Dr.
D._
jene der
E._
-
Gutachter nicht zu entkräften. Denn sein Bericht erschöpft sich im Wesentlichen in den subjektiven Schmerzangaben, wie sie im Übrigen auch ins
E._
-Gut
achten Eingang gefunden haben (Urk. 11/45 S. 16 f.). Doch hat es Dr.
D._
- anders als die Gutachter - unterlassen, diese im Vergleich zu den erhobenen Be
funden deutlich im Vordergrund stehenden Schmerzschilderungen zu objek
ti
vie
ren.
4.3
Wenn
Dr.
G._
in formeller Hinsicht bemängelt, dass die Untersuchungsdauer
im
E._
-Gutachten nicht angegeben worden
beziehungsweise
zu kurz gewesen
sei
,
ist fest
zuhalten, dass es f
ür den Aussage
gehalt eines medi
zini
schen Gutach
tens in erster Linie darauf an
kommt
, ob die Expertise in
halt
lich vollständig und im Er
geb
nis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier
– zu, ist die
Un
tersuchungsdauer
grund
sätzlich nicht entscheidend
(Urteil des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom 3. Juli 2013 E.4)
. Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass sich eine Be
gut
ach
tung nicht auf einen gleich langen Beobachtungszeitraum stützen kann wie die Be
richte be
han
delnder Fachleute
.
4.
4
Auch die weiteren materiellen Einwände vermögen das
E._
-Gutachten ebenf
alls nicht in Zweifel zu ziehen, so dass darauf abzustellen ist.
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
den fraglichen Zeitraum im Erwerbsbereich auswirkt.
Nachdem d
ie
Beschwerdeführ
er
in
seit
Ende 2006
keiner
vollzeitlichen
Erwerbs
tätigkeit mehr nachgegangen ist und auch keine regelmässige
Erwerbs
bio
gra
phie
au
f
weist
(Urk. 11/25)
, sind für die Ermittlung des
Valideneinkommens
Ta
bellen
löhne
heran
zu
zi
ehen und vom mittleren Lohn für Frauen
, die Hilfsarbeiten au
s
führten (
Zentral
wert
), auszugehen.
Da auch das Invalideneinkommen in angepasster Tätigkeit anhand der
Tabellen
löhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(
LSE
)
– und wiederum unter Ein
stufung der Beschwerde
führerin als
Hilfs
arbeiterin
– zu ermitteln ist, kann rech
nerisch ein
Prozent
vergleich
vorge
nom
men werden. Eine möglichst genaue
Be
zifferung und Gegen
überstellung der beiden hypothetischen
Erwerbsein
kom
men
, um aus der Einkommensdifferenz den Invaliditätsgrad bestimmen zu können
, erübrigt sich
somit.
Ein leidensbedingter Abzug ist der Beschwer
de
führerin nicht zu ge
währen,
da
ihr die bisherigen Tätigkeiten als Kellnerin und
Ser
vice
mitarbeiterin
immer
noch zumutbar sind
.
Ausgehend von der durch die
E._
-Gutachter attestierten Arbeitsunfähigkeit re
sultiert damit für den Zeitraum nach dem Unfall bis 31. Dezember 2007 ein
In
validitätsgrad
von 100 %, von Januar 2008 bis Juni 2008 ein solcher von 50 % und ab Juli 2008 ein solcher von 0 %. Da der Unfall am 21. Dezember 2006 er
f
olgte, war das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) im Dezember 2007 abge
laufen. Damit kommt in Bezug auf die Entstehung des Rentenanspruches nicht Art.
29
Abs.
1 IVG in der am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Fassung, wo
nach der Anspruch frühestens sechs Monate nach dessen Geltendmachung entsteht, zum Tragen (BGE 138 V 395 E. 3.3.2). Da sich der massgebliche Sach
verhalt vollumfänglich unter der bis 31. Dezember 2007 in Kraft gewesenen Rechtslage verwirklicht hat, sind gemäss Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG - in der bis da
hin in Kraft gewesenen Fassung - bei verspäteter Anmeldung die Leistungen
vielmehr für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate auszurichten. Die
Zusprache
der ganzen Rente (zuzüglich Kinderrenten) mit Wirkung ab 1. De
zem
ber 2007 ist daher nicht zu beanstanden.
Die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht die ganze Rente mit Wirkung ab 1. April 2008 (drei Monate nach Ver
besserung) auf eine halbe Rente herabgesetzt beziehungsweise letztere per 30.
Se
p
tember 2008 (drei Monate nach Verbesserung) eingestellt.
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung nicht zu bean
standen ist. Die dagegen erhobene Beschwerde ist somit abzuweisen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die
Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr.
9
00.
--
anzu
setzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie von der
unterlie
genden Beschwerdeführer
in
zu tra
gen.
7.2
Mit Beschluss der (damaligen) Vormundschaftsbehörde
GG._
vom 18. Dezem
ber
2008 wurde
HH._
zur
Beiständin
der Beschwerdeführerin ernannt (Urk. 11/28-29). Nach dem Tod der Rechtsvertreterin rechtfertigt sich, dieses Ur
teil
nicht nur der Beschwerdeführerin persönlich, sondern auch ihrer
Bei
ständin
,
nunmehr bei der
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
(KESB) des Bezirks
II._
,
zuzustellen.