# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11064574-4dda-4139-b4a6-55b14428a964
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1946, bezog seit 1.
November 2011
eine ordentliche
Alters
rente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV; Urk. 7/
73
),
eine polnische
sozialversicherungsrechtliche Rente
(vgl. Urk. 7/53, Urk. 7/75, Urk. 7/146)
sowie
Ergän
zungs
- und Zusatz
leistungen
,
als
die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nach
folgend: SVA)
,
dem Versicherten mit Schreiben vom 4. Juni 2015 (Urk.
7/140) mitteilte, dass sie eine periodische Überprüfung seines Leistungsanspruchs
durchführe und ihn um Einreichung des ausgefüllten Formulars „Periodische Überprüfung 2014“ und der darin aufgeführten erforderlichen Unterlagen auf
forderte. Mit Schreiben vom 16. September 2014 (Urk. 7/151) forderte die SVA den Versicherten zu weiteren Angaben und zur Einreichung weiterer Unterlagen auf. Mit Schreiben vom 3. Dezember
2015
(Urk. 7/219)
informierte
sie ihn
über die Ergebnisse der periodischen Überprüfung.
1.2
Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 (Urk. 7/183) stellte die SVA die Ausrich
tung von Ergänzungs- und Zusatzleistungen per 1. November 2011 ein und forderte vom Versicherten für die Zeit vom 1. November 2001 bis 30. November 2015 zu Unrecht ausgerichtete Leist
ungen im Betrag von Fr. 96‘222.
zurück. Mit einer weiteren Verfügung vom 3. Dezember 2015 (Urk.
7/187) bemass die SVA gleichzeitig den Leistungsanspruch des Versicherten für die Zeit
vom 1. bis 31. Dezember 2015 sowie für die Zeit v
om 1. November 2011 bis 30. November 2015 neu und sprach ihm für
letzteren
Zeitraum
eine Nachzahlung an
Ergän
zungs
- und Zusatzleistungen im
Betrag
von
Fr.
86‘106.-- zu.
Mit Mitteilung vom 3. Dezember 2015 (Urk. 7/218) verrechnete die SVA die Rückforderung im Betrag von
Fr.
96‘222.-- mit der Nachzahlung im Betrag von
Fr.
86‘106.--, wo
raus eine Rückforderung im Umfang eines Restbetrags von Fr. 10‘116.-- resul
tierte. Mit Verfügung vom 23. Dezember 2015 (Urk. 7/222) bemass die SVA den Leistungsanspruch des Versicherten für die
Zeit ab 1.
Januar 2016
neu
.
1.3
Am 15. Januar 2016 erhob der Versicherte Einsprache (Urk. 7/238) gegen die
Verfü
gung der SVA vom 3. Dezember 2015 betreffend Nachzahlung
im Betrag
von Fr. 86‘106.-- (Urk. 7/187) und am 1. Februar 2016 Einsprache (Urk. 7/242)
gegen die
Verfügung vom 23. Dezember 2015 (Urk. 7/222) und beantragte, dass ihm bei der Bemessung seines Leistungsanspruchs
die polnische
R
ente nicht
im Umfang des
Bruttorentenbetrag
s
sondern lediglich
im Umfang der
Nettorente als Einnahmen
anzurechnen
seien
. Mit Entscheid vom 25. Juli 2016 (Urk. 7/248
= Urk. 2
) wies die
SVA die Einsprachen des Versicherten vom 15. Januar und vom 1. Februar 2016 ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
25. Juli 2016
(
Urk.
2) erhob
der
Ver
si
cherte am
14. September 2016
(Urk. 1) Beschwerde und bean
trag
te,
dieser sei aufzuhe
ben und es sei
ihm bei der Bemessung seines Leistungsanspruch die polnische
Altersrente lediglich im Umfang der
Nettorente anzurechnen. In formeller Hin
sicht beantragte der Versicherte, dass der Beschwerde die aufschiebende Wir
kung zu erteilen sei (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
30. September 2016
(Urk.
6
) beantragte die
SVA
die Abwei
sung der Beschwerde
.
Eine Kopie dieser Eingabe wurde
dem Beschwerde
führer
am
24.
Oktober 2016
zugestellt (Urk.
8
).
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Auf den Beschwerdeführer als Staatsangehöriger
der Republik
Y._
ist
das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein
schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (
Freizügig
keitsabkommen
, FZA) in persönlicher Hinsicht anwendbar
.
Nach Art. 1
Abs.
1 des Anhangs II FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wendeten die Vertragsparteien untereinander insbesondere die Verordnung (EWG)
Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehö
rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO 1409/71), und die Verordnung Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung Nr. 1408/71 oder gleichwertige Vorschriften (VO 574/72) an. Durch den Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom 31. März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II des Abkommens über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit per 1. April 2012 in Kraft getreten (AS 2012 2345; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_455/2011 vom
4. Mai 2012 E. 2.1) sind diese beiden Rechtsakte durch die Verordnung (EG)
Nr. 883/2004 des Europäi
schen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (VO Nr. 883/2004, geändert durch die Verord
nung (EG) Nr. 988/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009) sowie durch die Verordnung (EG)
Nr. 987/2009 des Europäi
schen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG)
Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (VO 987/2009) mit Wirkung per 1. April 2012 abgelöst worden.
1.1.
2
Gemäss Art. 3
Abs.
3
VO Nr. 883/2004
gilt d
iese Verordnung auch für die beson
deren beitragsunabhängigen Geldleistungen gemäss
deren Art.
70
, welche sowohl Merkmale der
sozialen Sicherheit als auch Merkmale der Sozialhilfe
aufweisen. Art. 70
Abs.
4
VO Nr. 883/2004
bestimmt, dass beitragsunabhängige Geldleistungen im Sinne von
Abs.
2 dieser Bestimmung
ausschliesslich in dem Mitgliedstaat
gewährt werden
, in dem die betreffenden Personen wohnen, und
dass sie
nach
den
Rechtsvorschriften
dieses Mitgliedstaates
vom Träger des Wohnor
ts und zu seinen Lasten gewährt werden.
1.1.
3
Art. 70
Abs.
2
lit
. c bestimmt, dass die
beitragsunabhängige
Geldleistungen im Sinne der VO Nr. 883/2004 im Anhang dieser Verordnung aufgeführt sein müssen.
Für die Schweiz sind in Anhang X der unter Anderem die
Ergänzungs
leistungen
gemäss ELG
und gleichartige in kantonalen Rechtsvors
chriften vor
gesehene Leistungen als beitragsunabhängige Geld
leistungen aufgeführt.
Dem
nach untersteh
e
n die Ergänzungsleistungen und die kantonalen Zusatzleistun
gen
nicht dem Prinzip des Leistungsexports gemäss Art. 7
VO
Nr. 883/2004
(vorstehend E. 1.1.3; vgl.
BGE 141 V 530
)
.
1.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Al
ters
,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie
die
Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG er
füllen. Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die
anerkannten Ausga
ben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anre
chenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG berech
net.
1.3
Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören nach Art. 11 Abs. 1 ELG
, in der ab 1. Januar 2011 geltenden Fassung:
Z
wei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei alleinstehenden Personen jährlich Fr. 1'000.-- und bei Ehepaaren und Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
1'500.-- übersteigen (
lit
. a.);
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (
lit
. b); ein Fünfzehntel (bei Altersrentnern ein Zehntel) des Reinvermögens, soweit es bei Alleinstehenden
Fr.
37'500.--, bei Ehepaaren
Fr. 60'000.--
u
nd bei rentenberechtigten Wai
sen sowie bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
15'000.-- übersteigt
; gehört der Bezügerin oder dem Bezüger oder einer Person, die in die Be
rechnung der Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, eine Liegen
schaft, die mindestens von einer dieser Personen bewohnt wird, so ist nur der
Fr. 112‘
500
.--
übersteigende Wert der Liegenschaft b
eim Vermö
gen zu berücksichtigen
(
lit
. c);
Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich der Renten der AHV und der IV (
lit
. d);
Leistungen aus Verpfründungsvertrag und ähnlichen Vereinbarungen
(
lit
. e)
;
Familienzulagen (
lit
. f);
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist (
lit
. g)
;
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (
lit
. h).
1.4
Gemäss §§ 15 und 19a Abs. 3 des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eid
ge
nössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung ZLG finden die
Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach Art. 9 ff. ELG gelten
,
entsprechende Anwendung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts
Abweichendes bestimmt ist.
Gemäss § 20 Abs. 1 (ZLG) können die Gemeinden Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind. Soweit für die
Gemeindezuschüsse nichts Abweichendes bestimmt ist, gelten für diese laut § 20a
ZLG die allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; Art. 27-61).
Gemäss Art. 7 Abs. 1 der Zusatzleistungsverordnung finden, soweit durch diese
Ver
ordnung nichts anderes bestimmt ist, die Bestimmungen des ZLG sinnge
mäss
auch auf die Gemeindezuschüsse Anwendung.
1.5
Gemäss Art. 10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 ELG werden bei alleinstehenden Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (zu Hause le
bende Personen) als Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr
Fr.
19'290.-
-
als Ausgaben anerkannt (Betrag
gemäss
Art. 1 V
erordnung
15 vom 15. Oktober 2014 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in Kraft seit 1. Januar 2015). Art. 10
Abs.
1
lit
. a ELG setzt den Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf sodann für Ehepaare (
Ziff.
2) sowie für
rentenberech
tigte
Waisen und Kinder, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen, fest. Weitere Differenzierungen nimmt das Gesetz nicht vor
(Urteil des Bundesgerichts
9
C_893/2015
vom 2
0.
Juni 2016
E. 5.1 f.).
Der Pauschalbetrag für den allgemeinen Lebensbedarf umfasst insbesondere die Kosten für Nahrung, Kleidung, Körperpflege, Strom, Wasser, Steuern, kulturelle Bedürfnisse (vgl. Ralph
Jöhl
, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR Band XIV, Soziale Sicherheit,
2.
Auflage 2007 S.
1694
N.
80).
1.6
Nach der Rechtsprechung (BGE 128 V 39) kann
eine Verfügung über
Ergän
zungs
leistungen
in zeitlicher Hinsicht Rechtsbeständigkeit nur für das Kalen
der
jahr entfalten; im Rahmen der jährlichen Überp
rüfung können deshalb die Grund
l
agen zur Berechnung der Ergänzungsleistungen ohne Bindung an früher
berücksichtigte Berechnungsfaktoren und unabhängig allfälliger während der Bemessungsdauer möglicher Revisionsgründe von Jahr zu Jahr neu festgelegt werden
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
5.
Juli 2016
(Urk. 2) davon aus, dass
dem Beschwerdeführer der Bruttobetrag seiner polnischen
Rente
als Einnahme anzurechnen sei, und dass ihm insbeson
dere auch die
ihm
von der polnischen
Rente von den polnischen Behörden in Abzug gebrachten
Verwaltungsgebühren und Krankenkosten
als Einnahmen
anzurechnen seien.
Denn
diese Abzüge
stellten
Aufwendungen dar, welche
von
der Pauschale für den
allgemeinen
Lebensbedarf
umfasst würden
(S.
3).
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt
hiegegen
vor,
dass ihm bei der Bemessung seines Leistungsanspruchs hinsichtlich der von ihm bezogenen polnischen
Rente
nicht der Bruttorentenbetrag sondern lediglich
der
Nettorente
nbetrag
als Einnahmen anzurechnen sei. Er machte gelten
d
, dass es sich bei Steuern, Krankheitskosten und Verwaltungsgebühren zwar grundsätzlich um Abzüge handle, welche
vom allgemeinen Lebensbedarf
gedeckt seien
, dass die schweizerische Altersrente in
des ohne Abzüge gewährt werde, weshalb er als Bezüger einer schweizerischen und einer polnischen Altersrente im Vergleich zu Personen, welche ausschliess
lich eine schweizerische Altersrente beziehen
würden
, zu Unrecht schlechter gestellt
würde
(S. 4).
3.
3.1
Den Akten ist zu entnehmen,
dass der
Beschwerdeführer
in der Zeit vom
3
0.
September 2010
bis 3
1.
August 2011
eine polnische
sozialversicherungsrecht
liche
Erwerbsunfähigkeits
rente (
Urk.
7/163,
Urk.
7
/45,
Urk.
7/75) und in der Zeit ab
1.
September 2011 eine polnische Altersrente bezog (
Urk.
7/163,
Urk.
7/146/3-7).
Dabei fällt auf, dass die polnischen Rentenentscheide vom 2
9.
November 2010 (
Urk.
7/45) und vom
9.
Juni 2011 (
Urk.
7/75) an die schweizerische Wohnadresse des Beschwerdeführers adressiert waren. Demgegenüber
war
die polnische
Ren
tenbescheinigung
vom
1.
März 2014 (
Urk.
7/146/5-6 =
Urk.
3) an eine in Polen gelegene Adresse des Beschwerdeführers adressiert.
3.2
Der
polnische
n
Bescheinigung betreffend Rentenauszahlung an den
Beschwerde
führer im Jahre 2010 (
Urk.
7/53)
ist
sodann
zu entnehmen,
dem Beschwerdefüh
re
r
im Jahre 2010 keine Gebühren oder Abgaben, insbesondere keine solchen für polnische Steuern und Krankenversicherung
von seiner polnischen Rente i
n Ab
zug
gebracht wurden. Demgegenüber ist
der polnischen Rentenbescheinigung für den Monat März 2014 (
Urk.
7/146/5)
zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer
von der monatlichen Bruttorente
im Betrag
von
PLN
1‘339.--, ein Betrag von PLN 91.-- für Steuern sowie ein Betrag von insgesamt PLN 120.48 für Kranken
versicherung abgezogen
wurden, und dass
dem Beschwerdeführer
ein
Nettoren
te
nbetrag
von PLN 1‘127.18 ausbezahlt
wurde, was unbestritten ist (
Urk.
1 S. 3)
.
Des Gleichen ist der Bescheinigung der polnischen Rentenversicherungsanstalt (ZUS) vom 2
0.
Oktober 2014
(
Urk.
7/163) zu entnehmen, dass die dem Beschwer
deführer für die Zeit vom 3
0.
September 2010
3
1.
August 2011 der
Bruttorenten
betrag
und für die Zeit seit dem
1.
September 2011 ein im Vergleich zum Brutto
rentenbetrag kleiner Nettorentenbetrag ausbezahlt wurde.
4.
4.1
In Bezug auf die dem Beschwerdeführer von seiner polnischen Altersrente in Ab
zug gebrachten Beträge für Krankenversicherung gilt es die
besondere
n
Vor
schriften für die Leistungen bei Krankheit und Mutterschaft für Rentner und ihre Familienangehörigen
des
Abschnitt
s
2 des Titels III in Kapitel 1 der
VO 883/2004 zu beachten
. In Art. 23 der VO 883/2004 ist der Sach-
leistungsanspruch
von Rentnern geregelt, welche einen Rentenanspruch auf Grund der Rechtsvorschrif
ten mehrerer Mitgliedstaaten haben und einen An-spruch auf Leistungen bei Krankheit und Mutterschaft in ihrem
Wohnland
haben. Nach dieser Bestimmung hat eine Pe
rson wie auch ihre Familienange
hörigen, die eine Rente oder Renten nach den Rechtsvorschriften von zwei oder mehr Mitgliedstaaten erhält, wovon einer der Wohnmitgliedstaat ist, und die Anspruch auf Sachleistungen nach den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats hat, Anspruch auf Sachleistungen bei Krankheit und Mutterschaft vom Träger des Wohnorts für dessen Rechnung, als ob sie
allein nach den Rechtsvorschrif
ten dieses Mitgliedstaats Anspruch auf eine Rente hätte.
4.2
Demgegenüber gilt es bezüglich der
dem Beschwerdeführer von seiner polnischen Altersrente in Abzug gebrachten Beträge für
Steuern das Abkommen
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Polen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen vom
2.
September 1991 (schweizerisch-polnisches
Doppelbesteue
-
rungsabkommen
)
zu beachten. Gemäss
Ar
t
. 18
dieses Abkommens
können
Ruhegehälter und ähnliche Vergütungen, die einer in einem Vertragsstaat ansässigen Person für frühere unselbständige Arbeit gezahlt werden
,
abgesehen
von
der Ausnahme für Ruhegehälter
aus öffentlichen Dienstverhältnissen
(vgl. Art. 19
Abs.
2 des Abkommens)
,
grundsätzlich
nur
in dem Staat besteuert wer
den, in welchem die
betr
offene
Person
Wohnsitz hat
.
4.3
4.3.1
Da der Beschwerdeführer im streitigen Zeitraum unbestrittenermassen in der Schweiz Wohnsitz hatte
, hätten ihm von seiner polnischen Altersrente daher grundsätzlich weder Beträge für Steuern noch solche für Krankenversicherung in Abzug gebracht werden dürfen.
4.3.2
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers in seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 2
6.
September 2014 (Urk. 7/154) handelt es sich bei
der
polnischen Adresse, an welche die polnische
Rentenbescheinigung für den Monat März 2014 (
Urk.
7/146/5)
gerichtet
wurde (
Z._
,
A._
,
B._
), um die Adresse
eines Grundstücks
in Polen,
welches
sich
in seinem
Eigentum
befunden habe
(S. 2).
4.3.
3
In seinem
Schreiben
1
0.
November 2014 (
Urk.
7/162) führte der Beschwerdefüh
rer sodann aus, dass seine polnische Altersrente auf das polnische Bankkonto seiner Ehegattin ausbezahlt
worden sei
. Die auf das polnische Konto fliessenden Leistungen
habe
er ausschliesslich für die Begleichung von Kosten für medizini
sche Behandlungen in Polen
verwendet
.
Denn er
könne sich diese Behandlungen in der Schweiz aus finanziellen Gründen nicht leisten.
4.4
In Würdigung der gesamten Umstände ist daher mit dem massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer gegenüber den polnischen Behörden
eine Rentenauszahlung auf das polnische Bankkonto seiner Ehegattin veranlasst und dabei den polnischen Behörden
einen Wohnsitz in Polen, nämlich einen solchen an der
Z._
,
A._
,
B._
,
bekannt gab
. Infolgedessen gingen die polnischen Behörden von einem Wohnsitz des Beschwerdeführers in Polen aus und brachten auf den monatlichen Rentenleistungen die gemäss polnischem Recht geschuldeten Steuern und Beiträge für Krankenversicherung in Abzug.
5.
5.1
Nach Gesagtem steht daher fest, dass der Beschwerdeführer aus finanziellen Überlegungen, mit der Absicht Kosten für medizinische Behandlungen einzuspa
ren
,
gegenüber den polnischen Behörden ein polnisches Bankkonto und einen polnischen Wohnsitz bekannt gab.
5.2
Art. 2
Abs.
2 ZGB gewährt offenbarem Rechtsmissbrauch keinen Rechtsschutz. Das Rechtsmissbrauchsverbot gilt als allgemeiner Rechtsgrundsatz auch im öf
fentlichen Recht. Es steht der Inanspruchnahme eines Rechtsinstituts zu Zwecken entgegen, welche dieses nicht schützen will (BGE 134 I 65 E. 5.1.; 131 I 166
E. 6.1
mit Hinweisen), und lässt scheinbares Recht weichen, wo offenbares Unrecht geschaffen würde (BGE 125 III 257 E. 2c). Nur stossendes, zweckwidriges Verhalten erscheint aber rechtsmissbräuchlich und soll über das Rechts
-
missbrauchsverbot sanktioniert werden (
Urteil des Bundesgerichts
9C_740/2014 vom
9.
März 2015
E. 5.3;
SVR 2014 UV Nr. 9 S. 29, 8C_607/2013 E. 6.1 mit Hinweisen).
5.3
Das Verhalten des Beschwerdeführers, welcher gegenüber den polnischen Behör
den entgegen den tatsächlichen Verhältnissen und
mithin
wahrheitswidrig einen polnische
n
Wohnsitz
meldete mit der Absicht, damit Kosten für medizinische Be
handlung zu vermindern, erscheint als zweckwidrig und damit als
rechtsmiss
bräuchlich
.
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwer
degegnerin
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Juli 2016 (
Urk.
2) da
von ausging, dass die dem Beschwerdeführer von
d
er polnischen Altersrente in Abzug gebrachten Beträge für Steuern und Krankenversicherung Lebenshal
tungskosten darstellten, welche vom
Pauschalbetrag für den allgemeinen
Lebens
bedarf
umfasst werden.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Gesuch des Beschwerde
-
führers, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, als gegenstandslos.