# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6acbc598-acc8-44eb-a0bb-5c7723120e80
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._, geboren am _ 1965, bewohnt in O.1_ das Schloss A._, welches der B._ gehört. Im Jahre 2013 suchte er über eine  eine Frauenbekanntschaft. In der Folge meldete sich X._. Nach einem Austausch von E-Mails und einem oder zwei Telefongesprächen zog X._ am _ 2013 auf Schloss A._ ein. C._, die dort seit 2009 als Haushälterin arbeitete, wies ihr das Zimmer Nr. _ als Gästezimmer zu.
B. Am 29. November 2013 erstattete X._ bei der Kantonspolizei Graubünden Strafanzeige gegen Y._ wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung, Hausfriedensbruchs, Drohung, Tätlichkeiten und Ehrverletzung. Sie stellte dabei einen entsprechenden Strafantrag und konstituierte sich als Straf- und Zivilklägerin.
C. Mit Verfügung vom 19. März 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen Y._ wegen Nötigung gemäss Art. 181 StGB.
D. Mit Verfügung vom 3. Juli 2014 wurde die Strafuntersuchung nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 311 Abs. 2 StPO auf üble Nachrede gemäss Art. 173 StGB ausgedehnt.
E. Mit Parteimitteilung vom 2. Juni 2015 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchung gegen die beschuldigte Person Y._ wegen Nötigung etc. abgeschlossen sei. Auf Grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse werde eine Einstellungsverfügung gemäss Art. 319 ff. StPO in Aussicht gestellt. Allfällige Beweisanträge seien innert einer Frist von zehn Tagen seit Erhalt dieser Mitteilung geltend zu machen.
F. Mit Einstellungsverfügung vom 28. Januar 2016, mitgeteilt am 4. Februar 2016, verfügte die Staatsanwaltschaft wie folgt:
1. Das Strafverfahren gegen Y._ wegen Nötigung gemäss Art. 181 StGB etc. wird eingestellt.
2. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton.
3. Der beschuldigten Person wird eine Entschädigung von CHF 7'974.70 ausgerichtet. Die Finanzverwaltung Graubünden wird angewiesen, nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung, die Y._ zugesprochene Entschädigung an Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Wieser, Chesa Wieser, 7524 Zuoz, zu überweisen.
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G. Gegen diese Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Januar 2016 erhob X._ am 16. Februar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden mit den folgenden Anträgen:
1. Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, den Beschwerdegegner wegen Erfüllung nachfolgender Straftatbestände zur Anklage zu bringen:
 Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB
 Sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB
 Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB
 Einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziffer 1 StGB
 Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB und
 Üble Nachrede gemäss Art. 173 StGB, ev. Verleumdung gemäss Art. 174 StGB
3. Ev. sei die Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen.
4. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners, ev. der Vorinstanz.
H. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 24. Februar 2016 unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung und die Akten die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
I. In seiner Stellungnahme vom 16. März 2016 beantragte Y._ die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin.
J. Am 30. März 2016 reichte der Rechtsvertreter von X._ eine Vernehmlassung zu den mit der Stellungnahme vom 16. März 2016 eingereichten Unterlagen von Y._ ein.
K. Y._ hielt in seiner Eingabe vom 1. April 2016 vollumfänglich an seinen Ausführungen in der Stellungnahme fest und verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
L. Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 4. April 2016 ebenfalls auf die Einreichung einer Duplik.
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M. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (vgl. Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides beziehungsweise der Verfügung sie anficht (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden.
1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert sind (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Einstellungsverfügung – von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen – nur dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt konstituiert haben (vgl. Art. 118 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N. 6 zu Art. 322 StPO [zit. Basler Kommentar zur StPO]; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N. 9 zu Art. 322 StPO). Als
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geschädigte Person gilt, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (vgl. Art. 115 Abs. 1 StPO). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuldhafte Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt sie eine blosse Hypothese (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 20 zu Art. 115 StPO).
1.3. In Bezug auf sämtliche vorliegend zur Diskussion stehenden Straftatbestände ist die Beschwerdeführerin als geschädigte Person gemäss Art. 115 StPO anzusehen. Sie hat bei der Kantonspolizei wegen den angeblichen Vorfällen zwischen ihr und dem Beschwerdegegner am 29. November 2013 und 18. Juni 2014 Strafantrag gegen denselben gestellt und sich sodann auch explizit als Privatklägerin im Zivil- und Strafpunkt konstituiert (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.3 und act. 5.2). Durch die Einstellung des Verfahrens ist die Beschwerdeführerin offensichtlich beschwert, sodass sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist. Da sich die von ihr am 16. Februar 2016 erhobene Beschwerde als frist- und formgerecht erweist und auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren dann einzustellen, wenn der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn unter einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichtes gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar 2015 E. 2 mit Hinweis auf PKG 1997 Nr. 36 E. 5). Im Weiteren hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO die Einstellung des Verfahrens zu erfolgen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist, d.h. wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre – nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. Aus dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO) folgt, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf, wobei der Staatsanwaltschaft bei der Beurteilung dieser Frage ein gewisser Spielraum zusteht. Hingegen ist – in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" – Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in
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der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 138 IV 186 E. 4.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 15 und 19 f. zu Art. 319 StPO; Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 5 f. zu Art. 319 StPO).
3. Wie die Beschwerdeführerin selbst zu Recht ausführt, ist eine Beschwerde nach Art. 393 ff. StPO zu begründen (Art. 396 StPO). Dabei hat die beschwerdeführende Partei gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO unter anderem genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht und welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen. Die Staatsanwaltschaft stellte das Strafverfahren gegen Y._ unter anderem wegen Drohung, Nötigung und Freiheitsberaubung gemäss Art. 180 StGB, Art. 181 StGB und Art. 183 Ziff. 1 StGB ein. Die Beschwerdeführerin beantragt zwar die vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung somit auch bezüglich der Einstellung des Strafverfahrens wegen Drohung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Hingegen soll die Staatsanwaltschaft gemäss Ziffer 2. der Rechtsbegehren, anders als bei den übrigen in Frage stehenden Straftatbeständen, nicht angewiesen werden, den Beschwerdegegner auch wegen Erfüllung dieser Tatbestände zur Anklage zu bringen. Ausserdem fehlt es an einer Begründung für einen anderslautenden Entscheid bezüglich der Einstellung des Strafverfahrens wegen diesen Straftatbeständen. Damit ist die Frage, ob das gegen Y._ geführte Strafverfahren wegen Verletzung von Art. 180 StGB, Art. 181 StGB und Art. 183 Ziff. 1 StGB von der Staatsanwaltschaft zu Recht eingestellt wurde, nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. Ebenso werden im Beschwerdeverfahren die Handlungen im Zusammenhang mit den SM-Sexspielen nicht mehr thematisiert, so dass auch hierüber nicht mehr zu entscheiden ist.
4.1. Die Staatsanwaltschaft stellte die Strafuntersuchung gegen Y._ wegen Vergewaltigung mit der Begründung ein, dass die Aussagen von X._ verschiedene Widersprüche aufweisen würden und deshalb nicht glaubhaft seien. Sie habe in ihrer Anzeige vom 29. November 2013 und in der Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft mehrere unterschiedliche Zeitpunkte, in denen sie von Y._ zum Beischlaf gezwungen worden sein soll, genannt. Zudem sei die Schilderung der angeblichen Vergewaltigung auch nicht sehr detailliert. Über die Intensität der Vergewaltigung habe sich X._ ausgeschwiegen. Erst durch konkretes Nachfragen seien Einzelheiten erwähnt worden. Auch die Verhaltensweise von X._ sei widersprüchlich. Nach der angeblichen Vergewaltigung vom 11. Oktober 2013 sei X._ des Öfteren mit Y._
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ausgegangen und habe bis zur Anzeige vom 29. November 2013 mit ihm zusammen im gleichen Bett geschlafen. Weiter habe sie, anlässlich einer Einladung der Eltern des Beschuldigten, am 26./27. Oktober 2013 im Hotel D._ in O.2_ im selben Zimmer wie Y._, bzw. im Gästezimmer deren 3-Zimmerwohnung in O.3_ übernachtet. Sodann habe sie, ohne Wissen des Beschuldigten, am 4. November 2013 eine Mittelmeerkreuzfahrt für sie beide reserviert. Diese Verhaltensweisen würden nicht in das Bild einer Frau passen, die gegen ihren Willen mittels Gewalt genötigt worden sei, den Geschlechtsverkehr zu erdulden. Nicht nachvollziehbar sei auch, warum X._ nicht gleich im Anschluss an diese angebliche Vergewaltigung, als sie sich morgens mit C._ im Kaminzimmer zum Kaffee getroffen habe, das Schloss A._ verlassen und die Polizei oder zumindest einen Arzt aufgesucht habe. Ferner stehe aufgrund der Aktenlage fest, dass X._ in keinem Arbeitsverhältnis oder sonstigen Abhängigkeitsverhältnis zu dem Beschuldigten gestanden sei, welches ihm ermöglicht hätte, sie dadurch zu sexuellen Handlungen zu nötigen.
4.2. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass die Staatsanwaltschaft das offensichtliche Abhängigkeitsverhältnis vom Beschwerdegegner verkenne, in welches sie sich manövriert habe. Auf Seite 10 ihrer Einstellungsverfügung fasse die Vorinstanz die Gründe zusammen, welche ihres Erachtens gegen die von ihr zur Anzeige gebrachte Vergewaltigung durch Y._ sprechen würden. Aus den Akten ergebe sich nicht, woher die Vorinstanz die Behauptung nehme, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Konfronteinvernahme ausgesagt, der Vorfall habe sich am Morgen des 24. Oktobers 2013 ereignet. Richtig sei, dass sie stets den 11. Oktober 2013 als Tag der Vergewaltigung angeführt habe. Aus den faktisch nicht gegebenen Widersprüchen folgere die Staatsanwaltschaft zu Unrecht, dass sie (X._) unglaubwürdig sei. Die Staatsanwaltschaft habe die Depositionen von C._ gänzlich ausser Acht gelassen. C._ habe anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 2. Dezember 2013 bestätigt, dass sie (X._) ihr gegenüber unmittelbar nach der Tat erzählt habe, Y._ habe sich auf sie drauf gelegt und sei gewaltsam in sie eingedrungen. Auch wenn ihr Verhalten nach dem 11. Oktober 2013 nicht als typisch für ein Vergewaltigungsopfer bezeichnet werden könne, dürfe dies unter den konkreten Umständen doch nicht zum Anlass genommen werden, die Strafuntersuchung gegen Y._ einfach einzustellen. Wenn die Staatsanwaltschaft wegen ihres Verhaltens nach der Vergewaltigung eine Verurteilung als wenig wahrscheinlich annehme, müsste sie solches auch begründen. Falls der Vorfall vom 11. Oktober 2013 nicht als Vergewaltigung zu
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taxieren wäre, müsste dieser Vorgang doch wenigstens als sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB qualifiziert werden.
4.3. Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft. Die Vergewaltigung ist Nötigung einer Frau zum Beischlaf. Geschützt ist unabhängig von ihrem Alter jede Person weiblichen Geschlechts. Die Nötigungsmittel sind Bedrohung, Gewalt, unter psychischen Druck setzen und auf andere Weise widerstandsunfähig machen. Die Einwirkung muss zur Folge haben, dass das Opfer den Beischlaf wider Willen duldet. Der Täter kann das Opfer auch ohne Gewalt so unter psychischen Druck setzen, dass seine Lage aussichtslos erscheint, ein weiterer Widerstand nicht zuzumuten ist. In subjektiver Hinsicht muss der Täter den Beischlaf wollen. Darüber hinaus muss der Täter wissen, dass das Opfer mit dem Beischlaf nicht einverstanden ist. Es genügt jedoch auch ein Eventualvorsatz. Wer es für möglich hält, dass das Opfer mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden ist, und dies in Kauf nimmt, begeht eventualvorsätzlich eine Vergewaltigung (vgl. zum Ganzen Stefan Trechsel/Carlo Bertossa, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 1 ff. zu Art. 190 StGB mit weiteren Hinweisen auf N. 3 ff. zu Art. 189 StGB [zit. Praxiskommentar]).
4.4. X._ führte anlässlich ihrer ersten polizeilichen Einvernahme vom 29. November 2013 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, Frage 3) aus, dass sie am 2. Oktober 2013 ins Schloss A._ eingezogen sei. Y._ habe die Bedingung gestellt, dass sie mit ihm in seinem Zimmer in seinem Bett übernachten müsse. Dies habe sie getan. Am 11. Oktober 2013 um 09:00 Uhr sei es zum ersten sexuellen Übergriff gekommen. Dabei habe sich Y._ mit voller Wucht (ihrer Einschätzung nach wiege Y._ ca. 130 kg) auf sie gelegt, habe ihre beiden Handgelenke festgehalten und sei mit Gewalt in sie eingedrungen. Sie habe sich umgedreht und ihm gesagt, dass er damit aufhören solle. Er habe aber weiter gemacht. Sie habe wirklich keine Möglichkeit gehabt, sich zu wehren. Sie habe mit Y._ nie einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt. In der gleichen Einvernahme brachte X._ bei der Frage 18 vor, Y._ habe sich nach dem Vorfall vom 24. Oktober 2013 gewünscht, dass sie ab dem Zeitpunkt in seinem Bett neben ihm schlafen solle, was sie dem Frieden zuliebe getan habe. In ihrer polizeilichen Einvernahme vom 17. Dezember 2013 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.4, Frage 1) führte X._ aus, dass Y._ sie ab
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dem 29. September 2013 aufgefordert habe, mit ihm in seinem Zimmer bzw. Bett zu schlafen. Sie habe dann bis am 29. November 2013 mit Y._ in einem Bett geschlafen. Dies ergebe etwa eine Zeitspanne von zwei Monaten, während welcher sie mit Y._ geschlafen habe. Während dieser Zeit habe nur der sexuelle Übergriff vom 11. Oktober 2013 stattgefunden. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Konfronteinvernahme vom 5. Mai 2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Fragen 1, 10, 23, 26, 27-29, 31 und 35) führte X._ aus, sie sei am 19. September 2013 auf das Schloss A._ gekommen und habe das Zimmer Nr. 13 bezogen. Anfangs Oktober habe sich dann die Beziehung zu Y._ zusehends verschlechtert. Sie sei vom Beschuldigten aufgefordert worden, gemeinsam in seinem Bett in seinem Schlafzimmer zu schlafen. Dabei sei es einmal zum Geschlechtsverkehr gekommen. Es habe sich dabei um eine Vergewaltigung gehandelt, da sie mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden gewesen sei. Sie habe weder eine Frauenärztin noch einen Arzt aufgesucht.
4.5. Y._ sagte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen vom 5. Mai 2014 und 15. April 2015 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Fragen 32, 34 und act. 4.8, Frage 16) aus, dass es zwischen ihm und X._ einmal zum freiwilligen Geschlechtsverkehr gekommen sei. Er wisse nichts von einer Vergewaltigung. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Vorwürfe von X._ seien unhaltbar, zumal sie am 4. November 2013 eine Ferienreise bzw. Kreuzfahrt bei der Firma E._ über ca. CHF 3'000.00 reserviert habe. Ein solches Verhalten sei nicht nachvollziehbar, wenn er X._ angeblich vergewaltigt haben soll.
4.6. C._ führte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 2. Dezember 2013 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.2, Fragen 5 und 7) aus, dass sie bezüglich der Vergewaltigung nur wisse, was X._ ihr am fraglichen Morgen erzählt habe. Sie habe ihr gesagt, dass Y._ auf sie draufgelegen und gewaltsam in sie eingedrungen sei. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme vom 5. August 2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.7, Frage 27) führte C._ aus, sie habe nie gesagt, dass Herr Y._ gewaltsam in X._ eingedrungen sei. Sie wisse nichts von einer Vergewaltigung. Frau X._ habe ihr erzählt, dass Herr Y._ sich einmal auf sie draufgelegt habe. Dabei habe sie aber mit keinem Wort erwähnt, dass er sie vergewaltigt habe.
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4.7. Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Einstellungsverfügung aus, dass die Aussagen von X._ aufgrund einer Vielzahl von Widersprüchen nicht glaubhaft seien. Diesen Ausführungen ist aus nachfolgenden Gründen beizupflichten. Unbestritten ist, dass es zwischen Y._ und X._ zumindest einmal zum Geschlechtsverkehr kam. Während Y._ ausführte, dass dieser einvernehmlich stattgefunden habe, brachte die Beschwerdeführerin vor, von Y._ vergewaltigt worden zu sein. X._ führte an ihrer polizeilichen Einvernahme vom 29. November 2013 aus, am 2. Oktober 2013 auf Schloss A._ eingezogen zu sein und ab diesem Zeitpunkt im Zimmer von Y._ übernachtet zu haben (Frage 3). In der gleichen Einvernahme (Frage 18) brachte sie vor, dass Y._ sie erst nach dem Vorfall vom 24. Oktober 2013 gebeten habe, in seinem Bett neben ihm zu schlafen. In ihrer polizeilichen Einvernahme vom 17. Dezember 2013 bestätigte sie wiederum, dass Y._ sie bereits ab dem 29. September 2013 aufgefordert habe, mit ihm in seinem Zimmer bzw. Bett zu schlafen. Diese Aussagen erscheinen widersprüchlich. Unklar ist auch, was mit dem Vorfall vom 24. Oktober 2013 gemeint ist. Eventuell meinte X._ damit den Vorfall am Vorabend der geltend gemachten Vergewaltigung. Daraus leitete die Staatsanwaltschaft auch einen Widerspruch bezüglich des Datums der Vergewaltigung ab. Zudem erwähnte X._ bis zu ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme mit keinem Wort, dass sie, mit Ausnahme des Vorfalls vom 11. Oktober 2013, als die angebliche Vergewaltigung stattgefunden haben soll, im Bett angeblich immer mit Nachthemd, Strumpfhose und Kapuzenpullover angezogen gewesen sei. Auch dieses Aussageverhalten ist schwer zu erklären, zumal es sich dabei um einen wesentlichen Punkt handelt. Im Anschluss an die angebliche Vergewaltigung suchte X._ keinen Arzt auf, weshalb auch kein entsprechendes Zeugnis vorliegt, das eine Vergewaltigung hätte nachweisen können. Sie liess sich erst am 8. Januar 2014 im Spital F._ untersuchen. Gemäss den mündlichen Angaben des Gynäkologen Dr. med. G._ stehe das dabei am linken Eierstock festgestellte zystenähnliche Gebilde nicht im Zusammenhang mit einer Vergewaltigung (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.1). Sodann fehlen auch in dem von X._ an die Eltern von Y._ gerichteten 27 Seiten umfassenden Brief vom 28. November 2013 jegliche Hinweise auf die in Frage stehende Vergewaltigung, obschon X._ ausführte, von Y._ sexuell genötigt und gezwungen worden sei, mit ihm das Bett zu teilen (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.5, S. 4, dritter Abschnitt, unter Beilagen X._, S. 23-43) und auch sonst im Detail auf die von ihr festgestellten Verfehlungen und Persönlichkeitsdefizite des Beschuldigten einging. Zudem ist die Schilderung der angeblichen Vergewaltigung nicht sehr
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detailliert. Über die Intensität der Vergewaltigung schwieg sich X._ aus und Einzelheiten wurden erst durch konkretes Nachfragen erwähnt. X._ führte am 29. November 2013 aus, dass sich Y._ bei einem geschätzten Körpergewicht von ca. 130 kg mit voller Wucht auf sie gelegt, ihre beiden Handgelenke festgehalten habe und mit Gewalt in sie eingedrungen sei. Sie habe sich umgedreht und ihm gesagt, dass er damit aufhören solle. Wie die Staatsanwaltschaft weiter zutreffend festhielt, ist die Verhaltensweise von X._ nach der angeblichen Vergewaltigung vom 11. Oktober 2013 atypisch. Davon geht sie in ihrer Beschwerde selber aus (vgl. act. A.1, S. 6), wenn sie ausführt, dass das Verhalten nach dem 11. Oktober 2013 nicht als typisch für ein Vergewaltigungsopfer bezeichnet werden könne. So schlief X._ gemäss ihren Angaben bis zur Anzeige, welche sie erst am 29. November 2013 einreichte, weiterhin mit Y._ zusammen im gleichen Bett. Weiter übernachtete sie, anlässlich einer Einladung der Eltern des Beschuldigten, am 26./27. Oktober 2013 im Hotel D._ in O.2_ im selben Zimmer wie der Beschuldigte (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 1.9, S. 3), bzw. im Gästezimmer in deren  in O.3_ (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.6, Frage 4 und act. 4.5, Frage 36, in welcher sie ihr atypisches Verhalten nicht in Abrede stellte). Es ist, wie der Beschwerdegegner zu Recht vorbringt, vor allem nicht nachvollziehbar, dass X._ nach der angeblichen Vergewaltigung vom 11. Oktober 2013 eine Offerte für eine gemeinsame Kreuzfahrt einholte (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.6, S. 2 ff.), wenn sie tatsächlich von Y._ vergewaltigt worden sein sollte. Diese Verhaltensweisen passen überhaupt nicht in das Bild einer Frau, die gegen ihren Willen mittels Gewalt genötigt wurde, den Geschlechtsverkehr zu erdulden. Es ist schwer vorstellbar, dass eine Frau nach einer Vergewaltigung weiterhin mit dem Täter im selben Bett schläft und sogar mit ihm auf eine Kreuzfahrt geht. Dies vorliegend umso weniger, als X._ an ihrer ersten polizeilichen Einvernahme noch klar aussagte, dass zwischen ihr und Y._ kein Abhängigkeitsverhältnis bestanden habe. Der erstmals im Beschwerdeverfahren von ihrem Rechtsvertreter vorgebrachte Einwand, X._ würde am sog. Stockholm-Syndrom leiden (vgl. act. A.1, S. 4), erscheint konstruiert und wird nicht weiter belegt. Hierfür liegen keinerlei Anhaltspunkte vor. Die Beschwerdeführerin beantragte denn auch zu keinem Zeitpunkt der Untersuchung im Rahmen ihres Rechts auf Beweisergänzung ihre psychiatrische oder psychologische Begutachtung und beliess es bei einer blossen Behauptung. Es ist, nicht zuletzt auch aufgrund der geplanten Kreuzfahrt und dem Besuch im K.1_, jedenfalls nicht ersichtlich, dass sich X._ in einer Zwangslage befand. Schliesslich führte die Zeugin C._ aus, dass X._ auch ihr
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gegenüber nie etwas von einer Vergewaltigung erzählte und das Schloss jederzeit hätte verlassen können (vgl. dazu auch die Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.7, Fragen 29, 38 und 45 und act. 4.2, Frage 3).
4.8. Die Beschwerdeführerin vermag in ihrer Beschwerde nicht darzutun, was den Verdacht für eine Vergewaltigung erhärten würde. Dem Einwand, dass eine vergewaltigte Frau sich gegenüber dem männlichen Befragenden ohne Not und ungefragt nicht weiter über das ihr zugefügte Leid äussere, ist entgegenzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin am 29. November 2013 damit einverstanden erklärte, durch einen männlichen Polizisten einvernommen zu werden (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, Frage 2). Anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Konfronteinvernahme vom 5. Mai 2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, S. 3) war sie sodann mit einer Gegenüberstellung mit der beschuldigten Person einverstanden. Auch wenn C._ anlässlich ihrer ersten Aussage noch ausführte, X._ habe ihr erzählt, dass sich Y._ auf sie drauf gelegt habe und gewaltsam in sie eingedrungen sei, so gibt C._ nur das wieder, was ihr X._ erzählte. Bei der Aussage, sie würde Y._ zutrauen, gegen den Willen von X._ Geschlechtsverkehr zu haben, handelt es sich um eine blosse subjektive Einschätzung von C._, welcher keine weitere Bedeutung hinsichtlich des tatsächlich Geschehenen zukommt. Das gleiche gilt für ihre Ausführungen, ihres Erachtens habe Y._ ein grosses psychisches Problem und leide unter Verfolgungswahn. Der Einwand der Beschwerdeführerin, der Vorfall vom 11. Oktober 2013 sei, wenn nicht als Vergewaltigung so doch wenigstens als sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB zu qualifizieren, kann nicht gehört werden, da er sich dabei auf dieselben unbewiesenen Tatvorgänge bezieht und im Übrigen ausschliesslich Art. 190 StGB Anwendung findet, wenn, wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht, ein Mann eine Frau zum Geschlechtsverkehr zwingt (vgl. Stefan Trechsel/Carlo Bertossa, in: Praxiskommentar, a.a.O., N. 1 zu Art. 189 StGB und N. 13 zu Art. 191 StGB; ferner BGE 124 IV 157).
4.9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Parteien bezüglich des zwischen ihnen stattgefundenen Geschlechtsverkehrs diametral auseinandergehen. Während X._ von einer Vergewaltigung spricht, macht Y._ geltend, sie hätten einvernehmlich miteinander verkehrt. Die Aussagen von X._ erscheinen aufgrund der Widersprüche, des geringen Detailierungsgrades sowie aufgrund ihres Verhaltens nach dem fraglichen Vorfall wenig glaubhaft. Die einzige Drittperson, die zum fraglichen Zeitpunkt im Schloss anwesend war, C._, konnte eine Vergewaltigung nicht bezeugen. Das
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Beweisergebnis lässt somit den Nachweis der von X._ behaupteten Vergewaltigung nicht in einem Mass zu, dass mit einer gerichtlichen Verurteilung zu rechnen ist. Zudem sind auch keine weiteren Beweise ersichtlich, die zu einem anderen Schluss führen würden. Die Staatsanwaltschaft hat daher das Strafverfahren gegen Y._ wegen Vergewaltigung zu Recht eingestellt.
5.1. Im Zusammenhang mit der Einstellung des Verfahrens wegen Tätlichkeiten führte die Staatsanwaltschaft aus, dass der objektive Tatbestand gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB aufgrund des Schlages auf einen Eierstock erfüllt sein dürfte. Indessen lasse sich die Aussage von Y._, dass es sich bei dem Schlag um ein Versehen und nicht um eine gewollte Tätlichkeit gehandelt habe, nicht widerlegen. Einen weiteren Vorgang, jenen vom Morgen des 18. November 2013, als der Beschuldigte X._ anlässlich eines Fluchtversuchs aus seinem Zimmer derart am Kapuzenpullover zurückgehalten habe, dass sie keine Luft mehr und einen roten Hals bekommen habe, habe zwar auch C._ mitbekommen. Eine Tätlichkeit könne Y._ aber, da er eine solche kategorisch bestreite und zudem ein Arztbericht nicht vorhanden sei, nicht nachgewiesen werden.
5.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass bezüglich des Vorfalls mit dem Kapuzenpullover unbestritten sein dürfte, dass die ihr durch Y._ zugefügte Verletzung den objektiven Straftatbestand der Tätlichkeit erfülle. Auf Grund ihrer durchaus glaubhaften Schilderung und den dargelegten Äusserungen von Frau Q._ könne nicht zweifelhaft sein, dass auch der subjektive Tatbestand erfüllt sei. Was die Schläge auf die Eierstöcke angelange, begnüge sich die Staatsanwaltschaft mit dem Polizeirapport, wonach gemäss einer telefonischen Auskunft von Dr. med. G._ vom Spital F._, dem operierenden Arzt, die dort vorgefundene Zyste nicht verlässlich mit der Vergewaltigung in Zusammenhang zu bringen sei. Dr. R._ habe sie aber nicht nur gynäkologisch untersucht, sondern auch operiert, und zwar just wegen den Schlägen von Y._ auf ihre Eierstöcke. Weil die Staatsanwaltschaft keinen Bericht eingeholt habe, versuche sie selber einen solchen zu erhalten. Sollte ihr dies nicht gelingen, müsse die Sache wohl an die Vorinstanz zur entsprechenden Nachbearbeitung zurückgewiesen werden.
5.3. Wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge haben, wird gemäss Art. 126 StGB, auf Antrag, mit Busse bestraft. Nach der Praxis des Bundesgerichts ist eine Tätlichkeit anzunehmen bei einer das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitenden physischen Einwirkung auf einen Menschen, die keine
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Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge hat; die Verursachung von Schmerzen wird nicht vorausgesetzt. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Dabei muss sich der Vorsatz auf die Tathandlung und den Erfolg beziehen (vgl. BGE 117 IV 16; Andreas Donatsch, in: Donatsch [Hrsg.], StGB, Kommentar, 18. Aufl., Zürich 2010, N. 1 zu Art. 126 StGB und Andreas Roth/Tornike Keshelava, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N. 13 zu Art. 126 StGB [zit. Basler Kommentar zum StGB]).
5.4. X._ führte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 29. November 2013 aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, Fragen 6 und 15), dass Y._ den Morgen mit einem Auftauspiel begonnen habe, wenn sie nicht aufgewacht sei. Dabei habe er angefangen, sie während mindestens drei Minuten mit Armen und Händen zu schlagen. Einmal habe er dabei ihren Eierstock so sehr getroffen, dass sie sich verkrümmt und angefangen habe zu weinen. Solche Auftauspiele hätten etwa 70 Mal stattgefunden. Sie habe keinen Arzt aufgesucht, da sie weder Prellungen noch weitere sichtbare Verletzungen davon getragen habe. Am 17. Dezember 2013 führte X._ aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.4, Frage 6), dass sie am 18. November 2013 versucht habe, aus dem Zimmer von Y._ zu fliehen, wobei sie von diesem an ihrem Kapuzenshirt so fest gezogen worden sei, dass sie keine Luft mehr und einen roten Hals bekommen habe. Dies könne auch durch C._ bezeugt werden. Am 5. Mai 2014 führte sie aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.4, Fragen 41, 51, 53, 54, 55, 60 und 61), dass Y._ sie an der Kapuze ihres Shirts zurück auf das Bett geworfen habe. Sie schätze, dass es ca. zweimal zu solchen Auftauspielen gekommen sei. Beim zweiten Mal habe sie dann den Schlag auf die Eierstöcke erhalten. Auf die Frage des Staatsanwalts hin, wie sie sich den Widerspruch zu der Einvernahme vom 29. November 2013 erkläre, in welcher sie ausgeführt habe, dass solche Spiele etwa 70 Mal stattgefunden hätten, führte X._ aus, dass sie das so nicht gesagt habe. Es seien 70 Sexspiele gewesen. Sie habe gemeint, dass 70 Mal Sexspiele und nicht 70 Mal Auftauspiele stattgefunden hätten. Einen Arzt habe sie vier Wochen später aufgesucht. Auf die Frage hin, weshalb sie nicht sofort nach dem Schlag auf die Eierstöcke zum Arzt gegangen sei, führte X._ aus, dass sie vorerst versucht habe zu glauben, dass es sich bei dem Schlag von Y._ um ein Versehen gehandelt habe. Eine Woche nach diesem Schlag hätten dann die stichartigen Schmerzen begonnen.
5.5. Y._ führte am 5. Mai 2014 aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.4, Fragen 42, 44, 45 und 52) dass er X._ noch nie etwas zu Leide getan
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habe. Bezüglich der Auftauspiele führte Y._ aus, dass er X._ bei diesen Spielen leicht mit den Handkanten im Bauchbereich geschlagen habe. Diese Schläge seien aber keineswegs heftig gewesen. Er habe sich für den Bauchschlag auch sofort bei ihr entschuldigt. Diese Entschuldigung habe X._ damals auch angenommen. Es sei nur einmal zu einem solchen Spiel gekommen, bei welchem er mit seinen Handkanten auf sie leicht eingeschlagen habe. Von einem Vorfall, wonach er X._ an der Kapuze des Pullovers derart zurückgezogen habe, so dass sie keine Luft bekommen haben soll, wisse er nichts. Er bestreite einen solchen Vorfall.
5.6. C._ führte am 2. Dezember 2013 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.2, Fragen 3 und 9) aus, dass ihr X._ erzählt habe, Y._ habe sie an einem Morgen noch im Bett an ihrem Kapuzenpullover gepackt und gezogen, so dass sie keine Luft mehr bekommen habe. Sie habe die Würgemale oder die Spuren am Morgen an ihrem Hals feststellen können. X._ habe ihr das morgens erzählt. Am 5. August 2014 führte C._ aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.7, Fragen 47, 48, 49 und 58), so wie ihr X._ erzählt habe, sei sie anscheinend noch im Bett gelegen und Y._ habe sie dabei an der Kapuze festgehalten, so dass sie das Bett nicht habe verlassen können. Auf jeden Fall habe sie gesehen, dass X._ an diesem Morgen eine Rötung am Hals aufgewiesen habe. Betreffend der von Y._ verabreichten Schläge gegen die Eierstöcke von X._ führte C._ aus, dass sie nicht dabei gewesen sei.
5.7. Die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft, es könne Y._ bezüglich der Tätlichkeiten kein tatbestandsmässiges Verhalten nachgewiesen werden, erweist sich als korrekt. Bezüglich des unbestrittenen Schlages mit der Hand auf den Bauch und damit auf die Eierstöcke von X._ dürfte der objektive Tatbestand von Art. 126 Abs. 1 StGB zwar erfüllt sein. Die Aussage von Y._, es habe sich beim Schlag auf die Eierstöcke um ein Versehen beim sog. Auftauspiel gehandelt, lässt sich indessen nicht widerlegen. So führte sogar X._ aus, sie sei anfangs davon ausgegangen, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe und sei deshalb nicht zum Arzt gegangen. Es kann somit Y._ kein vorsätzliches Verhalten nachgewiesen werden. Dass diese Tätlichkeit sogar zu einer Schädigung an den Eierstöcken, mithin zu einer Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB oder, wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht, gemäss Art. 123 StGB führte, lässt sich mangels eines im Anschluss an diesen Vorfall eingeholten Arztberichts nicht nachweisen, womit es mangels einer nachgewiesenen Schädigung des Körpers bereits am objektiven Tatbestand von Art. 123 und Art. 125 StGB fehlt. Ein Zusammenhang zwischen den Schlägen auf
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die Eierstöcke von X._ und der operativ entfernten Zyste ist nicht erstellt. Die telefonische Auskunft von Dr. med. G._ bezog sich einzig auf die angebliche Vergewaltigung. Der in Aussicht gestellte Bericht, der einen Zusammenhang zwischen den Schlägen und der Zyste erklären könnte, wurde von der Beschwerdeführerin nicht eingereicht. Für einen solchen Zusammenhang bestehen denn auch nicht die geringsten Anhaltspunkte. Die beantragte Rückweisung zur Einholung eines entsprechenden Arztberichts ist auch deshalb abzuweisen, da nicht erkennbar ist, inwiefern ein solcher zum heutigen Zeitpunkt noch aufzeigen könnte, dass die Schläge kausal zur operativ entfernten Zyste gewesen waren. Die am Morgen des 18. November 2013 festgestellte Rötung am Hals von X._ konnte von C._ zwar bestätigt werden. C._ konnte jedoch nicht bestätigen, dass diese Verletzung tatsächlich von einem Zurückziehen des Kapuzenpullis herrührte. Y._ streitet diesen Vorfall kategorisch ab. Weitere Angaben und Beweismittel fehlen völlig. Es liegt insbesondere kein Arztbericht vor, der eine Verletzung am Hals durch das Ziehen der Kapuze bestätigen und damit eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 oder Art. 125 StGB begründen würde. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten und nicht detailliert begründeten Einwände vermögen an diesen Feststellungen nichts zu ändern, zumal auch C._ nur das widergibt, was ihr X._ erzählte. Die blosse Aussage von C._, Y._ habe ihr gegenüber erwähnt, mit der Hand an der Kapuze hängengeblieben zu sein, vermag auch kein tatbeständliches Verhalten nach Art. 126 StGB zu begründen, da Y._ den ganzen Vorfall bestreitet. Jedenfalls kann auch hier kein Vorsatz nachgewiesen werden.
5.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei den Schlägen auf die Eierstöcke von X._ zwar der objektive, hingegen nicht der subjektive Tatbestand der Tätlichkeit nachweisbar ist. Bei der Verletzung am Hals kann Y._ weder in objektiver noch subjektiver Sicht ein tatbestandsmässiges Verhalten nachgewiesen werden. Weitere Beweismittel sind nicht erkennbar, womit es mit grösster Wahrscheinlichkeit zum einem Freispruch in einem gerichtlichen Verfahren käme. Somit stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen Y._ wegen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB zu Recht ein.
6.1. Die Staatsanwaltschaft stellte auch das gegen Y._ geführte Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB ein. X._ habe das Pförtnerhaus für ihre Tätigkeit als Masseurin nutzen dürfen, was S._ auf Ersuchen seines Sohnes anlässlich seiner Geburtstagsfeier am 14.
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Oktober 2013 gutgeheissen habe. Indessen habe bezüglich dieser zwei Zimmer im Wächterhaus weder ein mündliches noch schriftliches und mithin gültiges Mietverhältnis zwischen der Firma B._ und X._ bestanden. Da die Vermieterin selber diesen Vertrag noch nicht unterzeichnet gehabt habe, habe sich Y._ aus guten Gründen befugt gefühlt, das Pförtnerhaus, zu welchem er ein Passepartout besässe, zu betreten und zwar selbst dann, wenn kein Notfall vorgelegen sei. Y._ könne folglich im Zusammenhang mit dem Betreten des Pförtnerhauses und dem Aufsuchen zweier Zimmer kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten zum Vorwurf gemacht werden.
6.2. X._ bringt vor, dass der im Recht liegende Mietvertrag tatsächlich nur ihre Unterschrift aufweise. Fakt sei jedoch, dass der Mietvertrag auf Geheiss von Vater S._ vom Anwalt der Vermieterin, welcher auch den Beschwerdegegner persönlich vertrete, redigiert worden sei. Damit könne sich Y._ nicht auf den Standpunkt stellen, weil dieser Mietvertrag seitens der Vermieterschaft noch nicht unterzeichnet worden sei, sei er nicht existent. Y._ habe daher Hausfriedensbruch begangen, wenn er ohne Zustimmung des Mieters in die Räumlichkeiten eingedrungen sei.
6.3. Gemäss Art. 186 StGB wird, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Durch Art. 186 StGB geschütztes Rechtsgut ist das Hausrecht, d.h. die Befugnis, über bestimmte Räume ungestört zu herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen. Träger des Rechts ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über die Räume zusteht, gleichgültig, ob jene auf einem dinglichen oder obligatorischen oder auf einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis beruht. Ausschlaggebend soll die tatsächliche Verfügungsmacht sein. Das Hausrecht knüpft an den Berechtigten an. Der Wille des Berechtigten ist ausschlaggebend (vgl. Vera Delon/Bernhard Rüdy, in: Basler Kommentar zum StGB, a.a.O., N. 5 zu Art. 186 StGB). Es reicht, dass der Täter gegen den Willen des Opfers unrechtmässig in eine Wohnung eindringt. Der Wille des Berechtigten kann dabei auch konkludent zum Ausdruck gebracht werden, zum Beispiel mittels einer abgeschlossenen Tür. In subjektiver Hinsicht ist ein entsprechender Vorsatz erforderlich (vgl. Andreas Donatsch, a.a.O., N. 18 zu Art. 186 StGB).
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6.4. X._ führte aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, Frage 14), dass sie ab dem 1. Oktober 2013 einen schriftlichen und mündlichen Mietvertrag über das Wächterhaus vor dem Schloss A._ abgeschlossen habe. Sie habe das Wächterhaus von der B._, die Firma, welche S._ und T._ (Eltern von Y._) gehöre, als Gewerbeobjekt gemietet. Y._ habe daher das Haus ohne ihre Erlaubnis betreten.
6.5. Y._ führte aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Fragen 64 und 65), dass er damals in das Pförtnerhaus habe gehen müssen, da die Wasserleitungen zur Pumpe für das Schloss zugefroren gewesen seien. Die Firma H._ sei damals dabei gewesen. Die Rechnungen betreffend diese Reparatur seien bei seinem Vater in O.4_. Er habe das Pförtnerhaus nur im Zusammenhang mit den eingefrorenen Wasserleitungen betreten. Am 15. April 2015 führte Y._ aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.8, Frage 16), dass der Mietvertrag für das Pächterhaus von der Firma B._ nicht unterzeichnet worden sei. Er habe diesen Mietvertrag erst vier oder fünf Tage nach der Datierung von X._ erhalten. Mit X._ sei lediglich abgemacht gewesen, dass sie das Pächterhaus nutzen könne. Von Miete sei nicht die Rede gewesen. Auf Befragen hin erklärte Y._, dass er anlässlich des Geburtstagsessens seines Vaters, dies sei am 14. Oktober 2013 im Restaurant I._ in O.5_ gewesen, ihn gefragt habe, ob X._ das Pächterhaus für ihre Praxis nutzen könne. Dies sei von seinem Vater aus in Ordnung gewesen. Es sei aber auch zu diesem Zeitpunkt von ihrer Seite her nie die Rede von Miete gewesen.
6.6. C._ führte am 2. Dezember 2013 aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.2, Frage 11), der Vater von Y._ habe X._ an seinem Geburtstag mitgeteilt, dass sie das Pförtnerhaus für ein halbes Jahr zur Verfügung stellen würden. Das habe Y._ auch mitbekommen. Am 5. August 2014 sagte die als Zeugin einvernommene C._ aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.7, Frage 64), dass sie Y._ persönlich vor das Pförtnerhaus gefahren habe. Dies seien ein oder zwei Tage vor ihrer Aussage bei der Polizei gewesen. Er habe mit einem Schlüssel das Pförtnerhaus geöffnet und das Haus betreten. Er sei oben aber nicht hineingekommen, da X._ die Zwischentüre mit einem Schlüssel abgeschlossen habe.
6.7. Gemäss dem von Y._ eingereichten und von X._ unterzeichneten Mietvertrag vom 22. November 2013 mietete X._ rückwirkend mit Mietbeginn ab 1. Oktober 2013 das Zimmer Nr. _ mit separater Dusche und WC im
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Schloss A._ und das 2 Zimmer Wächterhaus auf Schloss A._ (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.6, S. 28) von der B._. Dieser Vertrag wurde von X._ als Mieterin, jedoch nicht von der B._ als Vermieterin unterzeichnet. C._ führte indessen aus, dass der Vater von Y._, S._, an seinem Geburtstag am 14. Oktober 2013 ausgeführt habe, X._ das Pförtnerhaus zur Verfügung zu stellen. S._ ist Präsident der B._ mit Einzelunterschriftsbefugnis (vgl. act. C.6, S. 4). S._ war somit befugt, X._ das Wächterhaus zur Verfügung zu stellen. Ein Mietvertrag bedarf keiner Schriftlichkeit. Daher schliesst die fehlende Unterschrift des Vermieters das Zustandekommen eines Vertrages nicht a priori aus. Eine übereinstimmende Willensäusserung von S._, als Vertreter der B._, und X._ zum Abschluss eines Mietvertrages über das 2-Zimmer Wächterhaus kann aufgrund der deponierten Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden. Daran vermag auch der bei den Akten liegende und seitens der Vermieterschaft nicht unterzeichnete schriftliche Mietvertrag nichts zu ändern. Möglich wäre, dass die schriftliche Abfassung des Vertrags nicht als Gültigkeitserfordernis, sondern lediglich zu Beweiszwecken vereinbart wurde. Dafür würde etwa der rückwirkend vereinbarte Mietbeginn sprechen. Allenfalls wäre zu prüfen, ob ab 1. Oktober 2013 (Vertragsbeginn gemäss schriftlichem Vertrag) ein faktisches Mietverhältnis bestand, und ob die Mieterin Mietzinsen bezahlte. Für den Einwand des Beschwerdegegners, sein Vater habe mit der Nichtunterzeichnung des Vertrages zu erkennen gegeben, dass er keinen Mietvertrag mit X._ abschliessen wollte, gibt es keine Anhaltspunkte. All diese Fragen wurden in der Strafuntersuchung nicht geklärt. Es wäre beispielsweise möglich gewesen, Y._ dazu zu befragen. Damit lässt sich aufgrund der Aktenlage nicht abschliessend beurteilen, ob ein gültiges Mietverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der B._ bestand. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet. Die Staatsanwaltschaft wird im Zuge der Rückweisung der Angelegenheit diese und allenfalls weitere offenen Fragen zu klären haben. In diesem Zusammenhang sei auch festgehalten, dass der Einwand von Y._, er habe wegen den zugefrorenen Wasserleitungen das Haus betreten müssen, nicht überzeugt. Die von ihm dazu ins Recht gelegte Rechnung der H._ vom 7. November 2013 bescheinigt einen Auftrag vom 21. Oktober 2013. Damit war jedenfalls kein rechtfertigender Grund gegeben, das Wächterhaus am 29. November 2013 zu betreten sofern tatsächlich ein Mietvertrag bestanden haben sollte. Das gleiche gilt für den Einwand, der Beschwerdegegner sei als Mitglied des Verwaltungsrates der B._, welche Eigentümerin des Pächterhauses sei, berechtigt gewesen, als Vertreter der
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Vermieterin das Pächterhaus zu betreten, zumal der Mieter das Hausrecht an seiner Wohnung auch gegenüber dem Vermieter hat (vgl. dazu Stefan Trechsel/Thomas Fingerhuth, in: Praxiskommentar, a.a.O., N. 9 zu Art. 186 StGB).
6.8. Aufgrund des vorliegenden Untersuchungsergebnisses kann somit nicht gesagt werden, dass in einem gerichtlichen Verfahren betreffend Hausfriedensbruchs mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch von Y._ zu rechnen wäre. Die Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als begründet. Die Staatsanwaltschaft wird anhand der oben gemachten Ausführungen die Frage der Erfüllung von Art. 186 StGB weiter zu klären haben.
7.1. Am 18. Juni 2014 erstattete X._ Anzeige wegen strafbaren Handlungen gegen die Ehre und stellte gegen Y._ Strafantrag wegen Verleumdung und übler Nachrede. Begründend führte sie an, Y._ habe anlässlich der Konfronteinvernahme vom 5. Mai 2014 gegenüber den anwesenden Personen geäussert, dass sie ein Bild aus dem Familienbesitz der Y._ entwendet habe und als Prostituierte tätig gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft stellte die gegen Y._ geführte Strafuntersuchung wegen Ehrverletzung mit der Begründung ein, dass dem Beschuldigten nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden könne, er habe die zu den Akten gegebene ausgedruckte Webseite verfälscht. Auf dieser Seite wirbt der N._, mit dem Inserat "P._" mit Eintritt & 1mal Sex à 15 min & alle Softgetränke für CHF 160.00, wobei auf derselben Seite der Name "J_" resp. deren Hände beim Massieren des nackten Rückens einer Prostituierten (L._) in Bauchlage auf einer Liege abgelichtet sind. Angesichts dessen und des zu den Akten gegebenen Erlebnisberichtes eines Freiers namens "M._" habe Y._ aus guten Gründen annehmen dürfen, dass X._ vermutlich der Prostitution nachgehe. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf, X._ habe anlässlich eines Besuches bei den Eltern von Y._ ein Gemälde gestohlen, führe die Würdigung der Aussagen von Y._ und X._ zu keiner Überzeugung in Richtung der einen oder anderen Sachverhaltsdarstellung. Die Aussagen von X._ und der Zeugin C._ würden nicht ausreichen, um den Tatbestand der üblen Nachrede zu erhärten.
7.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die von der Staatsanwaltschaft beschafften Beweise vermöchten bezüglich N._ mit nichts zu unterlegen, dass die Behauptung von Y._ zutreffend wäre, auch wenn die räumliche Nähe der Beschwerdeführerin zu diesem Betrieb gewisse Schlüsse als angezeigt erscheinen lassen könnten. Es wäre ein Einfaches gewesen, den Betreiber des
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N._ zu befragen, ob sie dort je als Prostituierte gearbeitet habe. Was den Diebstahl betreffe, stehe Aussage gegen Aussage. Das genüge der Staatsanwaltschaft aber, um das Verfahren einzustellen. Damit akzeptiere sie den von Y._ zu Unrecht erhobenen Vorwurf des Diebstahls ohne weiteren Kommentar, sodass dieser nach wie vor im Raum stehe.
7.3. Gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB wird, wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Gegenstand dieser Bestimmung bilden ehrenrührige Tatsachenbehauptungen über eine Person, die gegenüber einem Dritten erhoben werden. Erfasst werden auch gemischte, nicht jedoch reine Werturteile. Eine Tatsachenbehauptung ist in ihrem Sinn eine Aussage über den Betroffenen ohne direkte Wertung. Die Wertung hat der Adressat der Äusserung als Schlussfolgerung aus der Äusserung zu ziehen (vgl. Franz Riklin, in: Basler Kommentar zum StGB, a.a.O., N. 33 ff. vor Art. 173 StGB). Die Tatsachenbehauptung muss ehrenrührig sein, also geeignet, den Ruf des Betroffenen zu schädigen. Wann dies der Fall ist, hängt vom in seiner Tragweite umstrittenen Ehrbegriff ab. Ehre ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Anspruch einer Person auf Geltung. Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst, sich so zu benehmen, wie ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (vgl. BGE 117 IV 27 E. 2.c; 116 IV 205 E. 2; 103 IV 157 E. 1). Entscheidend dafür, ob die Äusserung ehrverletzend sein kann, ist der Sinn, welchen ihr der unbefangene Hörer nach den Umständen beilegen musste (vgl. BGE 119 IV 44 E. 2.a). Dabei kommt es nicht nur auf die isolierten einzelnen Äusserungen an, sondern auch auf den Gesamtzusammenhang (vgl. BGE 117 IV 27 E. 2c). Der Angriff muss quantitativ eine gewisse Erheblichkeit aufweisen, unbedeutende Übertreibungen bleiben dabei straflos (vgl. Franz Riklin, in: Basler Kommentar zum StGB, a.a.O., N. 24 Vor Art. 173 StGB). Eine Äusserung ist schon dann ehrenrührig, wenn sie an sich geeignet ist, den Ruf zu schädigen, unabhängig davon, ob der Dritte die Beschuldigung oder Verdächtigung für wahr hält oder nicht (vgl. BGE 103 IV 22 E. 7). Die üble Nachrede setzt Vorsatz voraus. Der Täter muss alle objektiven Tatbestandsmerkmale mit Wissen und Willen erfüllen. Der Vorsatz braucht sich nicht auf die tatsächliche Schädigung des Rufs zu beziehen; der Täter muss sich nur der Ehrenrührigkeit seiner Behauptung und des Umstands, dass sie von einem Dritten zur Kenntnis genommen werden würde, bewusst gewesen sein (vgl.
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Franz Riklin, in: Basler Kommentar zum StGB, a.a.O., N. 7 zu Art. 173 StGB). Beweist der Beschuldigte, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten, so ist er nicht strafbar (vgl. Art. 173 Ziff. 2 StGB).
7.4. Der inkriminierte Sachverhalt betrifft die Vorhalte von Y._, X._ gehe der Prostitution nach und sie habe in O.3_ ein Gemälde gestohlen.
Y._ führte am 5. Mai 2014 aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Fragen 72 und 70), dass er betreffend die Prostitution lediglich seinen näheren Vertrauten mitgeteilt habe, er vermute, dass sich X._ prostituieren würde. Er habe alles eins zu eins von der Webseite www.xxx.ch, auf welcher die Hände der Masseurin X._ beim Massieren des nackten Rückens einer Frau in Bauchlage auf einer Liege im N._ in Recherswil abgebildet seien, auf einen USB-Stick geladen und nichts gefälscht. Das fragliche Bild habe X._ bei seinen Eltern zu Hause in O.3_ ohne deren Einverständnis mitgenommen. Er habe dieses Bild im Schloss A._ in ihrem Zimmer unter dem Lavabo an der Wand angelehnt gesehen.
Am 5. Mai 2014 führte X._ aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Frage 70), Y._ habe verbreitet, dass sie eine Prostituierte sei. Diese Aussagen würden nicht stimmen. Sie habe nie als Prostituierte gearbeitet. Sie habe zwar Räumlichkeiten im Gebäude des N._ angemietet, dort jedoch nur Prostituierte massiert. Sie sei überzeugt, dass Y._ die Bilder auf seinem Ausdruck gefälscht habe. Seine Aussage, sie habe ein Bild, welches in ihrem Zimmer Nr. 13 gewesen sei, mit ihren Sachen mitgenommen, stimme ebenfalls überhaupt nicht.
C._ führte anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 5. August 2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.7, Fragen 71 bis 73) auf die Frage hin, ob sie mitbekommen habe, dass Y._ in F._ und O.5_ verbreitet habe, X._ sei der Prostitution nachgegangen, aus, dass viel geredet werde. Sie habe gehört, dass X._ ein Bild aus der Villa der Familie Y._ mitgenommen und auf dem Schloss versteckt habe. Sie könne sich aber nicht vorstellen, wie X._ dieses Bild mitgenommen habe.
7.4.1. Die Kantonspolizei Graubünden stellte in ihrem Ermittlungsbericht vom 30. November 2015 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.8) fest, dass aufgrund der Übereinstimmung der Dateinamen auf dem USB-Stick von Y._, auf welchem eine Kopie der Webseite www.xxx.ch/de/inserate/siesucht/301445 im
http://www.xxx.ch
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Verzeichnis `\Fall _\X._\Beweismaterial - Lady of Jura\XXX N._\ gespeichert wurde, davon auszugehen sei, dass die Webseite des N._ zu dem Zeitpunkt auch tatsächlich so ausgesehen habe, wie sie als Kopie auf dem USB-Stick vorhanden gewesen sei (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.8; des Weiteren act. 1.9, Beilage 11; act. 3.6, S. 26/27 und act. 5.3). Dieser Auffassung kann gefolgt werden. Auf der obgenannten Webseite wirbt der N._, mit dem Inserat "P._" mit Eintritt & 1 Mal Sex à 15 min & alle Softgetränke für CHF 160.00, wobei auf derselben Seite der Name "J_" resp. deren Hände (von X._; vgl. ihre Aussage in Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.6) beim Massieren des nackten Rückens der Prostituierten L._ in Bauchlage auf einer Liege abgelichtet sind (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 1.43 und act. 5.8). Sodann wird der von Y._ zu den Akten gegebene Erlebnisbericht eines Freiers namens "M._", der diesen Bericht mit X._, einer Masseurin, im N._ am 24. Juni 2012 unter www._ ins Internet stellte (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 1.9, Beilage 008-1, 008-2 und 009) mit der auf Facebook stehenden Profilseite von X._ unter "../#!/X._.X._.3344" verknüpft (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 1.9, Beilage 10). Diesem Erlebnisbericht kann entnommen werden, dass die Masseurin X._ zumindest bei diesem Freier nebst einer Massage auch noch sexuelle Handlungen – Streicheln des Geschlechtsteils von M._ mit Tantra Finishing Technik etc. bis zum Samenerguss – entgeltlich durchgeführt haben soll. Angesichts dessen durfte Y._ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung aus guten Gründen annehmen (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Frage 70), dass X._, selbst wenn sie ihren Angaben zu Folge im N._ in den von ihr angemieteten Räumlichkeiten auf eigene Rechnung nur als Masseurin arbeitete, vermutlich der Prostitution nachging, was er offenbar seinem näheren Bekannten sowie vor der Staatsanwaltschaft kundgab. Die Beschwerdeführerin vermag in ihrer Beschwerde nichts Gegenteiliges darzulegen (vgl. act. A.1, N. 10). Sie führt selber aus, dass die räumliche Nähe zum N._ gewisse Schlüsse als angezeigt erscheinen lassen könne. Die räumliche Nähe alleine erlaubt zwar noch nicht den Schluss, die Beschwerdeführerin würde der Prostitution nachgehen. Die vom Beschwerdegegner eingereichten Unterlagen sprechen aber deutlich dafür. Die Beschwerdeführerin bringt nicht vor, weshalb die durch die Staatsanwaltschaft beschafften Beweise, auch bezüglich Domain des Betriebes N._, mit nichts zu unterlegen vermöchten, dass die Behauptungen des Beschwerdegegners zutreffend wären. Der Einwand von X._, es wäre ein Einfaches gewesen, den Betreiber des N._ zu befragen, vermag daran nichts zu ändern. Da X._ gemäss ihren Angaben nur Zimmer für Massagen im
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N._ angemietet hatte, wird der Geschäftsführer des N._ kaum sachdienliche Hinweise darüber machen können, ob X._ in diesen Räumen tatsächlich bloss Massagen anbot oder auch der Prostitution nachging. Y._ hat daher den Nachweis erbracht, dass er ernsthafte Gründe hatte anzunehmen, X._ gehe der Prostitution nach. Die Staatsanwaltschaft hat daher das Strafverfahren gegen Y._ in diesem Punkt zu Recht eingestellt, da keine weiteren Beweise erkennbar sind, die für die Version der Beschwerdeführerin sprechen würden. In einem gerichtlichen Verfahren wäre daher nicht mit einer Verurteilung von Y._ zu rechnen.
7.4.2. Zu prüfen bleibt, ob sich Y._ aufgrund seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft, wonach X._ anlässlich eines Besuches bei seinen Eltern in O.3_ ein handgemaltes Ölgemälde aus der Wohnung seiner Eltern unbemerkt mitgenommen bzw. gestohlen habe, der üblen Nachrede schuldig gemacht hat. Die Beschwerdeführerin bestritt diesen Diebstahl kategorisch, während Y._ dieses Bild auf Schloss A._ im Zimmer Nr. _, welches -X._ zu Beginn ihres Einzugs zugewiesen wurde, unter dem Lavabo vorgefunden haben will. Gemäss seinen bei seinem Vater gemachten Recherchen, sei dieses Gemälde nie auf Schloss A._ aufgehängt worden. Indessen soll dieses Gemälde eine Zeitlang in O.3_ im Wohnzimmer seiner Eltern neben dem Cheminée aufgehängt gewesen sein. Sein Vater habe dann anstelle dieses Gemäldes von O._ sel. ein anderes Bild dort aufgehängt und das fragliche Ölgemälde im Kasten im Zimmer von Y._ in O.3_ aufbewahrt (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.8, Frage 9). Die Feststellung der Staatsanwaltschaft, wonach die Würdigung der Aussagen von Y._ und X._ zu keiner Überzeugung in Richtung der einen oder der anderen Sachverhaltsdarstellung führe, ist zwar zutreffend. Die von Y._ anlässlich der Konfronteinvernahme vom 5. Mai 2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, Frage 70) geäusserte Tatsachenbehauptung, X._ sei eine Diebin, weil sie vorsätzlich ein Bild gestohlen habe, steht damit aber, wie von der Beschwerdeführerin zu Recht vorgebracht, weiterhin im Raum. Die sittliche Ehre ist beim Vorwurf betroffen, vorsätzlich eine strafbare Handlung begangen zu haben (vgl. BGE 101 IV 292) wie zum Beispiel bei einer Diskreditierung als Dieb (vgl. dazu auch Franz Riklin, in: Basler Kommentar zum StGB, a.a.O., N. 21 zu Vor Art. 173 StGB). Gegenstand einer üblen Nachrede können sowohl wahre als auch unwahre die Ehre beeinträchtigende Aussagen sein. Unerheblich ist, ob der Adressat die Beschuldigung oder Verdächtigung als wahr hält (vgl. BGE 103 IV 22). Die Frage der Wahrheit einer Aussage betrifft nicht die
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Tatbestandsmässigkeit, sondern die Strafbarkeit. Der Täter bleibt straflos, wenn er zu einem Entlastungsbeweis zugelassen wird und der Beweis gelingt. Indem Y._ X._ gegenüber Dritten eines unehrenhaften Verhaltens bezeichnete, ist das objektive Tatbestandsmerkmal der üblen Nachrede unabhängig davon, ob die Äusserung wahr ist oder nicht, gegeben. Die üble Nachrede setzt Vorsatz voraus. Der Täter muss alle objektiven Tatbestandsmerkmale mit Wissen und Willen erfüllen. Eventualabsicht genügt. Der Täter muss sich nur der Ehrenrührigkeit seiner Behauptung bewusst gewesen sein (vgl. Franz Riklin, in: Basler Kommentar zum StGB, a.a.O., N. 9 f. zu Art. 173 StGB). Y._ musste sich der Ehrenrührigkeit seiner Behauptung im Vorfeld bewusst gewesen sein, als er X._ anlässlich der Einvernahme als Diebin bezeichnete, und erhob sie trotzdem. Aufgrund der vorliegenden Akten dürfte es Y._ kaum gelingen, den Entlastungsbeweis für seine ehrverletzenden Äusserungen zu erbringen. Es ist auch nicht erkennbar, dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten. Es stellt sich ohnehin die Frage, ob Y._ überhaupt zum Entlastungsbeweis zuzulassen ist, denn es ist kein begründeter Anlass für die entsprechende Äusserung erkennbar (vgl. Art. 173 Ziff. 3 StGB). Es ist nicht ausgeschlossen, dass Y._ diesen Vorwurf in blosser Beleidigungsabsicht äusserte und es ihm lediglich darum ging, X._ der Schmach auszusetzen (vgl. dazu Andreas Donatsch, a.a.O., N. 23 zu Art. 173 StGB). Aufgrund dieser Ausführungen steht nicht zum Vornherein fest, dass Y._ bei einem gerichtlichen Verfahren mit seiner Äusserung, X._ sei eine Diebin, vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen würde. Zumindest bestehen erhebliche Zweifel daran, womit nach dem Grundsatz in dubio pro duriore von der Staatsanwaltschaft Anklage zu erheben wäre. Damit erweist sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als begründet. Die angefochtene Verfügung ist somit auch in diesem Punkt aufzuheben und zur weiteren Behandlung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.
8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen Y._ wegen Hausfriedensbruchs und übler Nachrede bezüglich des Vorwurfs, X._ habe ein Bild gestohlen, zu Unrecht eingestellt hat. Hingegen erweist sich die Einstellung des Strafverfahrens bezüglich der übrigen in Frage stehenden Straftatbeständen als rechtens. Die Beschwerde erweist sich daher teilweise als begründet. Demzufolge ist die angefochtene Einstellungsverfügung vom 28. Januar 2016, soweit sie den Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB und die üble Nachrede gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB
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betrifft, aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
9. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, den Beschwerdegegner wegen Erfüllung nachfolgender Straftatbestände zur Anklage zu bringen: Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB, Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB, einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB, Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB und üble Nachrede gemäss Art. 173 StGB, ev. Verleumdung gemäss Art. 174 StGB. Diesem Antrag ist vorliegend nicht stattzugeben. Zwar lässt Art. 397 Abs. 3 StPO diese Möglichkeit grundsätzlich zu. Von dieser Möglichkeit ist indessen nur mit Zurückhaltung Gebrauch zu machen. Das hat unter dem Gesichtspunkt der Unabhängigkeit der einzelnen Strafbehörden damit zu tun, dass die Untersuchung von der Staatsanwaltschaft und nicht von der Beschwerdeinstanz zu führen ist. Art. 397 Abs. 3 StPO soll eine Ausnahme im Interesse einer zielgerichteten Förderung des Strafverfahrens bzw. der Verfahrenseffizienz bilden. Die Staatsanwaltschaft hat bei der Aufhebung der angefochtenen Einstellungsverfügung und nach allenfalls ergänzter Untersuchung grundsätzlich in eigener Kompetenz zu entscheiden, ob anzuklagen oder erneut einzustellen ist (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts SK2 16 16 vom 19. Juli 2016 E. 6 und Patrick Guidon, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 6b, 7 und 8 zu Art. 397 StPO; anders im Entscheid des Kantonsgerichts SK2 11 4 vom 15. März 2011 E. 3. c), in welchem die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 397 Abs. 3 StPO im Sinne der Verfahrenseffizienz zur Anklageerhebung verpflichtet wurde).
10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin nach Massgabe ihres Unterliegens kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführerin ist mit ihren Anträgen, die Einstellung des Verfahrens wegen Nötigung, sexueller Nötigung, Vergewaltigung, Tätlichkeiten, Drohung und übler Nachrede bezüglich des Vorwurfs, X._ gehe der Prostitution nach, aufzuheben, unterlegen. Ihrem Begehren um Aufhebung der Verfahrenseinstellung wegen Hausfriedensbruchs und übler Nachrede bezüglich des Vorwurfs, X._ habe ein Gemälde gestohlen, ist hingegen stattzugeben. Demzufolge rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin 4/5 der Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen. Gemäss Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren im Strafverfahren (VGS; BR 350.210) beträgt der Gebührenrahmen in Beschwerdeverfahren CHF 1‘000.00 bis CHF 5‘000.00. Im vorliegenden Fall erscheint eine Gebühr von CHF 2'500.00 als angemessen, wovon die Beschwerdeführerin 4/5, demnach CHF 2'000.00 zu tragen hat. Diese
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Kosten gehen gestützt auf die Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 16 9 betreffend unentgeltliche Rechtspflege vom 12. Juni 2017 vorerst zu Lasten des Kantons Graubünden (zum Rückerstattungsanspruch des Kantons vgl. nachfolgend E. 10.3.). Der verbleibende Anteil von CHF 500.00 geht gestützt auf Art. 428 Abs. 4 StPO zulasten des Kantons Graubünden.
10.2. Im Weiteren hat der Kanton Graubünden die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 436 Abs. 3 StPO, welcher trotz Verweis auf das Berufungsverfahren auch im Beschwerdeverfahren Anwendung findet (vgl. Stefan Wehrenberg/Friedrich Frank, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 14 und N. 16 zu Art. 436 StPO; Yvona Grieser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, a.a.O., N. 4 zu Art. 436 StPO), im Umfang ihres Obsiegens aussergerichtlich zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 12. Juni 2017 eine Honorarnote zu einem Stundenansatz von CHF 250.00 (act. D.8) ein und am 14. Juni 2017 eine solche zum Armenrechtstarif von CHF 200.00 (act. D.10). Für die Bemessung der Parteientschädigung ist der volle Tarif massgebend. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Honorarverordnung (HV; BR 310.250) gilt dabei ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 270.00 als üblich. Sofern keine Honorarvereinbarung nachgewiesen wird, ist die Entschädigung praxisgemäss auf Basis des mittleren Stundenansatzes von CHF 240.00 zu berechnen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK1 16 21 vom 2. November 2016 E. 6. b). Vorliegend hat der Rechtsvertreter es unterlassen, eine Honorarvereinbarung einzulegen. Dementsprechend ist der verrechnete Stundenansatz auf CHF 240.00 zu kürzen. Bezüglich des Stundenaufwandes ist von dem mit Honorarnote vom 14. Juni 2017 verrechneten Gesamtaufwand von 17.15 Stunden auszugehen, zumal dieser Aufwand angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen angemessen erscheint. Daraus ergibt sich ein Honorar nach Zeitaufwand von CHF 4'116.00 (17.15 x CHF 240.00). Hinzu kommen die Barauslagen von CHF 126.00 und die Mehrwertsteuer von 8 %. Somit resultiert ein Gesamtaufwand von CHF 4'581.35. Damit ergibt sich bei einem Obsiegen zu 1/5 eine aussergerichtliche Entschädigung in Höhe von CHF 916.25 (inkl. Spesen und 8 % MwSt.) zu Lasten des Kantons Graubünden.
Der beschuldigte Beschwerdegegner hat seinerseits gegenüber der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung im Umfang der Abweisung der Beschwerde, somit im Umfang von 4/5 (analoge Anwendung von Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 432 Abs. 1 StPO; vgl. dazu Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar
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2015 E. 7.b m.w.H.). Da der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners keine Honorarnote einreichte, ist seine Entschädigung nach Ermessen festzusetzen. Dabei erweist sich unter Berücksichtigung der eingereichten Stellungnahme und der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen ein Gesamtaufwand von CHF 3'000.00 (inkl. Spesen und 8 % MwSt.) als angemessen. Dieser Betrag entspricht in etwa dem Aufwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ohne die Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege. Somit resultiert eine aussergerichtliche Entschädigung in der Höhe von 4/5 von CHF 3'000.00, mithin CHF 2'400.00 (inkl. Spesen und 8 % MwSt.). Diese geht zu Lasten der Beschwerdeführerin.
10.3. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 16 9 wurde der Beschwerdeführerin die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 136 Abs. 2 StPO erteilt. Gestützt darauf reichte der unentgeltliche Rechtsbeistand am 14. Juni 2017 eine Honorarnote ein (act. D.10), mit welcher er einen Aufwand von 17.15 h à CHF 200.00 pro Stunde geltend macht. Daraus ergibt sich ein Honorar von CHF 3'815.55 (inkl. Spesen in der Höhe von CHF 102.90 und 8% MwSt.). Angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand angemessen. Auch der verrechnete Stundenansatz von 200.00 Franken zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer entspricht den rechtlichen Grundlagen (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [HV; BR 310.250]). Zu berücksichtigen ist indessen, dass 1/5 des anwaltlichen Aufwandes bereits durch die der Beschwerdeführerin zugesprochene aussergerichtliche Entschädigung gedeckt wird, die im Umfang der Aufwendungen für die unentgeltliche Rechtspflege anzurechnen ist (vgl. Art. 138 Abs. 2 StPO). Damit verbleibt ein Betrag von 4/5 des geltend gemachten Honorars von CHF 3'815.55, mithin CHF 3'052.45 (inkl. Barauslagen und 8 % MwSt.), mit welchem der unentgeltliche Rechtsbeistand noch zu entschädigen ist. Entsprechend dem Verfahrensausgang ist dieser Betrag der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Gestützt auf die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 16 9 betreffend unentgeltliche Rechtspflege vom 12. Juni 2017 wird er vorerst aus der Gerichtskasse bezahlt. Sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin gestatten, hat sie diesen Betrag wie auch die ihr auferlegte und vom Kanton bevorschusste Gerichtsgebühr (vgl. E. 10.1.) dem Kanton Graubünden zurückzuzahlen (vgl. Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Dies entspricht einem Betrag von CHF 5'052.45
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(Gerichtsgebühr CHF 2'000.00; Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand CHF 3'052.45). Überdies wird die Beschwerdeführerin verpflichtet, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, dem unentgeltlichen Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter die Differenz zwischen der unentgeltlichen Entschädigung und dem vollen Honorar im ihr auferlegten Umfang von 4/5 (vgl. Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO) zu erstatten.
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## Considerations