# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6a629cb-9133-40ae-a2be-b1c55b941f7e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1970, welcher letztmals vom 1. Mai 2006 bis 28. Februar 2009 als Koch beim Restaurant Z._, A._, tätig war (Urk. 8/12/1-8 Ziff. 2.1, Urk. 8/12/9), meldete sich am 10. Februar 2009 unter Hinweis auf Kopfschmerzen und Depressionen bei der Invali
denversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4 Ziff. 6.2). Die
Sozialver
sicherungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, IV
Stelle, welche dem Versicherten am 25. Mai 2010 vor
erst Leistungen der Arbeitsvermittlung zugesprochen hatte (Urk. 8/24), stellte nach durchgeführter Eingliederungsberatung mit Mitteilung vom 10. Januar 2011 (Urk. 8/42) die Arbeitsvermittlung ein. Nach Erlass des Vorbescheids (Urk. 8/51) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfü
gungen vom 17. November 2011 (Urk. 8/66 und Urk. 8/73) bei einem Invaliditätsgrad von 100 % für die Zeit vom 1. Oktober 2009 bis 31. Juli 2010 und bei einem solchen von 80 % für die Zeit ab 1. August 2010 eine ganze Rente zuzüglich
Kinder
renten
zu.
1.2
In Gutheissung der von der
GastroSocial
Pensionskasse, Aarau, der beruflichen
Vorsorge
einrichtung
des Restaurants Z._, am 23. Dezember 2011 dagegen erhobenen Beschwerde (Urk. 8/81/3-14) wies das hiesige Gericht die Sache mit Urteil vom 29. Juni 2012 (Prozess Nr. IV.2011.01362; Urk. 8/84/1-12) an die IV-Stelle zurück, damit diese den Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht ergänzend abkläre und anschliessend über den Rentenanspruch des Versicherten neu verfüge. In Nachachtung dieses Urteils liess die IV-Stelle den Versicherten
bidisziplinär
psychiatrisch und neurologisch begutachten (Gutachten vom 14. Oktober 2013; Urk. 8/96/1-23). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/100, Urk. 8/113) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Mai 2016 (Urk. 8/166
= Urk. 2) einen Anspruch des Versicherten auf Versicherungs
leis
tungen.
2.
Der Versicherte erhob am 8. Juni 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. Mai 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben, es seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juli 2016 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle die Abwei
sung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am 15. August 2016 eine Kopie zugestellt wurde (Urk. 9).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Die
Dysthymie
ist zwar nicht den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen oder vergleichbaren psychosomatischen Leiden zuzurechnen (Urteil des Bundesgerichts 8C_643/2015 vom 18. Dezember 2015 E. 5.2.1).
Nach der Rechtsprechung ist
die mit BGE 130 V 352 begründete
(und mit BGE 141 V 281 geänderte)
Rechtsprechung zum invalidisierenden Charakter somatoformer Schmerzstörungen
jedoch
analog auch bei einer psychiatrisch diagnostizierten
Dysthymie
anzuwenden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_327/2011 vom 12. August 2011 e. 3.3.1;
SVR 201
1 IV Nr. 17 S. 44, 9C_98/2010). Bei
Dysthy
mie
handelt es sich um
eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Krite
rien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen (
ICD-10
F34.1).
Gemäss der Rechtsprechung wurde eine
Dysthymie
denn auch verschiedentlich
den jeweiligen Umständen nach
als
nicht invalidisierend
beurteilt
(Urteile
des Bundesgerichts I 649/06 vom 13. März 2007 E. 3.3.1;
I
938/05 vom 2
4.
August 2006, E. 4.1 und E. 5; I 834/04 vom 1
9.
April 2006, E. 4.1; I 488/04 vom 3
1.
Januar 2006, E. 3.3).
Diese Schlussfol
gerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstör
ung - auftritt
(
Urteile
des Bundesgerichts I 649/06 vom 13. März 2007 E. 3.3.1;
8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2)
. Findet sich im Psychostatus indes nur eine
Dysthymie
, so kann das wohl eine Einbusse an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich.
Diese Grundsätze wurden durch die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E 3.2 mit Hin
weis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 3.3.3).
1.3.2
Eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht als eine verzögerte oder protra
hierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation ausserge
wöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Angst und Depression sind häufig mit den Symptomen und Merkmalen einer post
traumatischen Belastungsstörung assoziiert und Suizidgedanken sind nicht sel
ten. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Patienten nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde
Persönlich
keitsänderung
über (Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/ Martin H. Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Kli
nisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.; zur Publikation vorge
sehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 5.1). Progrediente Entwicklungen widersprechen indes dem zu erwartenden degressi
ven Charakter posttraumatischer Störungen. Bei diesem Krankheitsbild bedarf indes die Herleitung und Begründung der Diagnose ein besonderes Augenmerk. Wenn das auslösende Trauma allein durch die subjektiven Angaben und Schil
derungen der betroffenen Person belegt wird, lässt sich ein entsprechender Nachweis in aller Regel nicht ohne weiteres erbringen (Urteile des Bundesge
richts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 5.2.2 und 9C_687/2013 vom 24. Juni 2014 E. 4.2). Des Weiteren erfordert die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung einer eingehenden Prüfung. Diese beträgt nach ICD-10 wenige Wochen, bis (sechs) Monate. Besondere Begründung braucht es dabei in jenen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt werden soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_195/2015 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen), wobei ein nur gelegentliches Auftreten von Flashbacks oder Alpträumen nicht genügt, um eine posttrauma
tische Belastungsstörung zu begründen. Da es sich dabei um ein schwer fass
bares, rein subjektives, nicht objektivierbares und unspezifisches Krankheitsbild handelt, ist in Zusammenhang mit der Diagnosestellung insbesondere auf
Aus
schlussgründe
(Aggravation und dergleichen) zu achten. Eine posttraumatische Belastungsstörung kann sich daher nur unter den für somatoforme
Schmerz
störungen
geltenden Voraus
setzungen (BGE 141 V 281 E. 4.2) invalidisierend auswirken (Urteile des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 5.2.3; 8C_375/2014 vom 10. Februar 2015 E. 3.2 und 8C_483/2012 vom 4. Dezember 2012 E. 4.2-3 mit Hinweisen) und es ist bei der Beurteilung der Frage nach den Auswirkungen der Störung auf das Leistungsvermögen beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit ein strukturiertes Beweisverfahrens unter Verwendung der Standardindikatoren nach Massgabe von BGE 141 V 281 E. 4.1.3 durchzuführen (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 5.2.3).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
.
1.5
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsein
busse
von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im Folgenden ist der für die Invaliditätsbemessung massgebende medizinische Sachverhalt zu prüfen.
2.2
Die Ärzte der B._ erwähnten in ihrem Gutachten vom 14. Oktober 2013 (Urk. 8/96/1-23), dass der Beschwerdeführer am 21. Juni 2013 psychiatrisch und am 4. Juli 2013 neurologisch untersucht worden sei (S. 3) und stellten die folgenden Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit; S. 5):
Dysthymie
c
hronisches Kopfschmerzsyndrom mit
:
chronischem Spannungskopfschmerz
Migräne ohne Aura
möglicher Analgetika-induzierter Komponente
Sie führten aus, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht an einem
vermutlich auf
Grundlage einer Migräne bestehenden Kopfschmerzsyndrom leide,
welches sich symptomatisch als Spannungskopfschmerz
äussere.
Möglich
erweise
liege
zusätzlich eine durch die übermässige Einnahme von Schmerz
mitteln bedingte Komponente vor.
In psychiatrischer Hinsicht sei die anamnes
tisch
gestellte Diagnose einer längeren depressiven Reaktion leichten Grades in eine
Dysthymi
e
übergegangen
(S. 5). Auf G
rund der
Kopfschmerz
symptomatik
sowie der milden affektiven Erkrankung
im Sinne einer
Dysthymie
bestehe
ein erhöhter Erholungsbedarf und somit die Notwendigkeit, vermehrt Pausen einzulegen
. Sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe und Hilfskoch als auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe aus neurologisch-psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit
von insgesamt
mit 80
% (S. 6).
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung hätten eine unerklärlich tiefe Leis
tung bei der detaillierten Prüfung von kognitiv-mnestischen Fähigkeiten und fehlende Angaben über die Tagesgestaltung beziehungsweise deren Wider
sprüchlichkeit die Frage nach einer funktionellen Ausgestaltung der Beschwer
den und diejenige nach einer nicht authentischen Beschwerdeschilderung auf
geworfen.
Die
Anhaltspunkte für eine fehlende
Authentizität der Beschwerden
ergäben
sich aus Diskrepanzen zwischen Schilderungen und
dem
objektiven Befund, diskrepanten, teilweise
nicht nachvollziehbaren Angaben und einem
direktem Weigern, relevante Angaben zu tätigen
(S. 16). Sodann habe die ergänzende Psychodiagnostik Anhaltspunkte für eine Aggravation beziehungs
weise Simulation ergeben (S. 13). Die Hinweise auf eine nicht authentische Beschwerdeschilderung seien indes nicht im Sinne einer bewussten Simulation oder Aggravation sondern im Sinne einer starken Identifikation mit der
Kran
kenrolle
zu verstehen (S. 14). Der Beschwerdeführer könne sich noch daran erinnern, als die C._ Armee im Jahre 1987 in D._ auf Menschen geschossen habe und Menschen mit Messern geschnitten habe. Auch könne er sich an Bombardements der C._ Armee erinnern. Bilder zu den damaligen Ereignissen tauchten bei ihm nicht spontan auf, sondern nur wenn er im Fern
sehen Beiträge über den Bürgerkrieg sehe oder in der Zeitung einen Artikel dar
über lese. Bisweilen kämen die Erinnerungen auch hoch, wenn er alleine zu Hause sei oder wenn er an sein Heimatland denke. Die Beschäftigung damit sei indes ausschliesslich gedanklicher Natur und er habe
nicht das Gefühl,
dass
er die Vorgänge von damals erneut
erlebe. Als er n
och
in D._
gelebt habe, sei er einmal zusam
men
mit anderen Kindern in
den
Gewahrsam der
Armee genommen worden. Nachdem sein Vater
davon Kenntnis
erhalten
habe, sei er nach wenigen Stunden
zu dem Orte, an dem er festgehalten worden sei, gekommen, worauf er
sofort freigelassen worden
sei
. Irgendwelche Misshand
lungen habe er nicht erlebt
(S. 12)
.
In diagnostischer Hinsicht sei auf Grund der langen Dauer der depressiven Reak
tion leichten Grades eine
Dysthymia
zu diagnostizieren. Zur Entwicklung einer depressiven Episode sei es bis anhin nicht gekommen. Obwohl der Beschwerdeführer
Zeuge massiver Gewalt
geworden sei und
einige Symptome, welche an eine posttraumatische Belastungsstörung erinner
te
n,
geschildert habe, sei eine posttraumatische
Belastungsstörung nicht
zu diagnostizieren. Eine solche habe auch
in der Vergangenheit nie
vorgelegen (S. 15). In psychischer Hinsicht werde der Beschwerdeführer durch eine leichte
Beeinträchtigung
der emotionalen
Belastbarkeit
im Umfang von 20 % in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt (S. 16).
In neurologischer Hinsicht sei davon auszugehen, dass
als Grunderkrankung vermutlich eine Migräne ohne Aura vor
liege
, welche
chronifiziert
sei
und sich aktuell phänomenologisch
als Spannungskopfschmerz äussere. Zusätzlich bestehe
eine Analgetika-induzierte Kopfschmerzkomponente
(S. 22)
.
Aus neu
rologischer Sicht
werde der Beschwerdeführer durch einen vermehrten
Pausen
bedarf
und eine Exazerbation der Schmerzattacken bei der Ausübung schwerer Tätigkeiten in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Die gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit als Hilfskoch sowie die Ausübung leichter bis mittelschwerer Verweistätigkeiten seien dem Beschwerdeführer im Umfang von 80 % zuzumuten. Körperlich schwere Tätigkeiten seien ihm indes nicht mehr zuzumuten (S. 23).
2.3
Mit Bericht vom 23. Juli 2014 (Urk. 8/123) nahmen die Ärzte der B._ ergänzend zu ihrem Gutachten vom 14. Oktober 2013 Stellung und erwähnten, dass von einer Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 20 %
seit dem 1
3. Dezember
2011
auszugehen sei. Anlässlich der Begutachtung hätten sich
gewisse kognitive Ein
bussen
gezeigt, welche nicht mit dem objek
tiven Befund
,
der erhobenen Anam
nese
und der
Psychodiagnostik
übereinstimmten.
Ein speziell
es hinsichtlich Aggravation und
Simulation entwickeltes Testverfahren
habe
ein positives
Resultat ergeben
. Da eine neuropsychologische Testung in sehr hohem Masse v
on der Mitarbeit eines Exploran
den abhängig ist,
sei bei den festgestellten
starken Hinweisen auf eine (unbewusste)
Beschwerde
verdeut
lichung
bei starker Identifizierung mit der Krankenrolle
auf eine
neuro
psycho
logische
B
egutach
tung
verzichtet worden (S. 2).
2.4
Dr. med. E._, Fachärztin für Neurologie, und Prof. Dr. phil. F._, Neuropsychologin, erwähnten in ihren Bericht vom 24. März 2014 (Urk. 8/128), dass die neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdefüh
rers vom 17. März 2014 Hinweise auf eine
Pseudodemenz im Rahmen
einer
depressiven Erkrankung
, jedoch
keine Hinweise auf eine fokale
Hirnleistungs
schwäche
oder auf eine beginnende neurodegenerative Erkrankung
ergeben hätten. Der Beschwerdeführer habe bei der Prüfung
der kognitiven Funktionen
meist
unterdurchschnittlich
abgeschlossen und die Aufgaben meist
vorzeitig abgebrochen. Die Arbeitsfähigkeit
sei
aus fachpsychiatrischer
Sicht
zu beurtei
le
n (S. 2).
2.5
Am 30. Januar 2015 nahmen die
Ärzte der
B._
zum Bericht von Dr. E._ und Prof. F._ vom 24. März 2014 Stellung und erwähnten, dass die durch Dr. E._ und Prof. F._ durchgeführte
verhaltensneurologische Abklärung
zwar vordergründig auffall
ende Befunde
ergeben habe, dass dabei jedoch auch
ein deutlicher Hinweis auf eine Aggravation festgestellt
worden sei. Dieser Umstand decke
sich
mit den
deutlichen Hinweisen auf eine Aggravation
, welche sich anlässlich der Begutachtung gezeigt hätten
. Unter diesen Voraussetzungen
sei
eine neuropsychologische Untersuchung
nicht zielführend
, da
von einer sol
chen
bei einer Aggravation keine validen Ergeb
n
isse
zu erwarten seien (Urk. 8/137).
2.6
Die Ärzte der G._ erwähnten in ihrem Bericht vom 8. Mai 2015 (Urk. 8/147), dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 14. April 2015 bis 8. Mai
2015
durch sie psychiatrisch behandelt worden sei und diagnostizierten eine
Pos
ttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Auf Grund der fehlenden Behandlung seit der Flucht in die Schweiz im Jahre 1989 könnte auch eine
andauernde Persönlichkeitsänderung
vorliegen (S. 1). Der Beschwerdeführer sei im Alter von 17 Jahren einen Monat lang in einem Gefängnis der C._
Armee festgehalten
worden
. Während dieser Zeit sei er Opfer und Zeuge von Folter geworden. Bis heute bestünden anhaltende Erinne
rungen (
flash
backs
), die der
Beschwerdeführer
zu vermeiden
versuche
. Seiner Ehefrau habe er aus Scham noch nie
erzählt, was er im Gefängnis erl
ebt habe.
Da bis anhin
noch keine Diagnose einer PTBS gestellt
worden sei
,
seien
weitere psychiatrische Abklärungen in einem spezialisierten Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer
angezeigt (S. 2).
2.7
Mit Bericht vom 17. September 2015 (Urk. 8/154) nahmen die Ärzte der B._ zum
Bericht
der Ärzte der G._
vom
8.
Mai 2015
Stellung und erwähnten, dass anlässlich der Begutachtung vom 14. Oktober 2013 die Diagnose einer PTBS nicht habe gestellt werden können, dass die Verhaltensbeobachtung anlässlich der Abklärung durch die Ärzte der G._ jedoch von Bedeutung und dass eine Abklärung durch ein auf Kriegs- und
Folteropfer spezialisiertes medi
zinisches Fachzentrum
zu
begrüssen
sei (S. 1)
.
2.8
Die Ärzte des H._, Klinik für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, Sprechstunde für Migration, diagnostizierten mit Bericht vom 2. Oktober 2015 (Urk. 8/155/2-8) eine s
chwere
PTBS und eine s
chwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
und führten aus, dass beim Beschwerdeführer
kli
nisch, psychometrisch und fremdanamnestisch die Kernsymptome einer schwe
ren
PTBS festzustellen seien. Diese sei durch eine kriegsbedingte
Bedrohung
seit der Kindheit
und
durch eine schwere psychische und physische
Folter im jungen Erwachsenenalter
verursacht worden
. Da
der Beschwerdeführer
nach seiner Flucht in die Schweiz über einen längeren Zeitraum ein hohes berufliches und soziales Funktionsniveau
gezeigt habe
,
sei
von einer
delayed
onset
PTBS
auszu
geben
(S. 1). Anlässlich eines Telefongesprächs mit der den Beschwerdeführer behandelnden Ärztin der G._ vom 9. Juli 2015 habe diese angegeben, dass die Verdachtsdiagnose einer PTBS mehrheitlich indirekt gestellt worden sei (S. 6).
Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass
das Haus
seiner
Familie
in D._ im
Rahmen
ethnischer
Konflikte
während seiner Kindheit
angezündet worden
sei. Zudem sei er im Alter von 17 Jahren auf
dem Weg zur Schule oder
zur
Kirche von Soldaten
verhaftet und
in
eine
Kaserne abgeführt worden. Dort habe man ihn und weitere Männer in einem Raum festgehalten und gefoltert, um Schuldgeständnisse
aus ihnen
herauszupressen. Die Folter habe
vier bis fünf
Tage gedauert. Sein Vater habe
anschliessend seine Entlassung veranlasst
. Wenige Tage nach seiner Freilassung
sei er jedoch erneut von Soldaten
zu Hause gesucht
worden. Als sie ihn nicht angetroffen hätten, hätten sie
statt
dessen seine Schwester mitgenommen
. Diese sei nach
rund 10 Tagen wieder freigelassen
worden, infolge von während der Haft erlittener Folter und Verge
waltigung jedoch
psychisch
erkrankt
.
In der Schweiz habe er sich im Jahre
2004 selbständig gemacht
und ein Restaurant eröffnet.
Leider sei es finanziell nicht gut gelaufen,
weshalb er ab April 2006 erneut
eine Stelle in einer Pizzeria angenommen
habe und daneben
mit Hilfe seiner Frau versucht
habe
, das
Res
taurant
am Laufen zu halten.
Im Jahre
2007 habe er
sein Restaurant
schliessen müssen. Im Rahmen der
schwierigen Geschäftssituation hätten
die Erinnerungen an die traumatischen Erlebnisse in
D._
, die ihn stets begleitet hätten, zunehmend
belastenderen
Charakter angenommen.
Im Jahr
2006 hätten auch die Kopfschmerzen eingesetzt
, im Jahr
2008
hätten
die Depressionen eingesetzt,
worauf er
ab 2009 seine Arbeit
gänzlich habe
aufgeben müssen. Bis zum Ver
lust seines Geschäftes sei es ihm durch die dauernde Be
schäftigung gut gegan
gen, aller
dings habe er schon damals an Intrusionen gelitten, wenn er nicht abgelenkt gewesen sei. Den plötzlichen massiven Leistungsknick erkläre er sich dadurch, dass der finanzielle Verlust für sein
e Ehre eine grosse Schmach sei, und
dass die Krankheit der Schwester und der Krie
g in D._ ihn stark belastet hätten (S. 7)
.
Er
stehe morgens meist
ungefähr
um
neun
Uhr auf,
prak
tiziere während rund einer
Stunde Yoga, schaue
f
ern
und
gehe
hinaus
, um zu laufen. Nach dem Mittagessen
l
ege er sich schlafen und gehe da
nn wieder hin
aus oder ins Schwimm
bad
(S. 8)
.
3.
3.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die beteiligten Ärzte den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers teilweise unterschiedlich beurteilten. Während die Ärzte der B._ in ihrem Gutachten vom 14. Oktober 2013 (vorstehend E. 2.2) davon ausgingen, dass der Beschwer
deführer unter Kopfschmerzen und unter leichten depressiven Symptomen im Sinne einer
Dysthymie
leide und eine PTBS verneinten, diagnostizierten die Ärzte der G._ am 8. Mai 2015 (vorstehend E. 2.6) und die Ärzte des H._ in ihrem Bericht vom 2. Oktober 2015 (vorstehend E. 2.8) eine PTBS. Während die Ärzte des H._ feststellten, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, dass die C._ Armee im Jahre 1987 in D._ auf Leute geschossen und verletzt habe, und dass er einmal mit anderen Kindern von der Armee für einige wenige Stunden in Gewahrsam genommen worden und anschliessend wieder freigelassen worden sei, ohne Misshandlungen erlebt zu haben, stützen sich die Ärzte des H._ in ihrer Beurteilung vom 2. Oktober 2015 (vorstehend E. 2.8) bei der Diagnose einer PTBS auf inhaltlich abweichende Angaben des Beschwerdefüh
rers, wonach er, als er in D._ im Alter von 17 Jahren
von Soldaten
ver
haftet und
in
einer
Kaserne festgehalten
worden sei, zusammen mit weiteren Männern während eines Zeitraums von vier bis fünf Tagen
gefoltert
worden sei, und wonach wenige
Tage nach seiner
eigenen
Freilassung
auch seine
Schwester
verhaftet und während
10 Tagen gefoltert und vergew
a
ltigt worden
sei.
3.2
In Bezug auf das Ereignis in D._, als der Beschwerdeführer im Jahre 1987 im Alter von 17 Jahren von Soldaten verhaftet wurde, divergieren die Angaben des Beschwerdeführers gegenüber den Ärzten des B._ verglichen mit seinen gegenüber den Ärzten des H._ getätigten Aussagen in
entscheidwesentlichen
Punkten stark. Während der Beschwerdeführer gegenüber ersteren Ärzten aussagte, lediglich während einigen wenigen Stunden festge
halten worden zu sein, ohne irgendwelche Misshandlungen oder Folter erlebt zu haben, gab er gegenüber den Ärzten des H._ an, dass er und weitere Personen während vier bis fünf Tagen festgehalten und
gefoltert
worden seien
,
und dass anschliessend auch seine Schwester verhaftet und wäh
rend
10 Tagen gefoltert und vergew
a
ltigt worden
sei. Diesbezüglich gilt es indes zu beachten, dass der Beschwerdeführer die Aussagen gegenüber den Gutach
tern des B._ vor Erlass des eine Verneinung seines Leistungsanspruchs in Aussicht stellenden Vorbescheids vom 8. November 2013 (Urk. 8/100) tätigte. Den Akten sind sodann auch keine Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer vor Erlass des Vorbescheids vom 8. November 2013 gegenüber anderen beteiligten Ärzten geltend gemacht hätte, in D._ Opfer von Folter und Zeuge von Folterungen gewesen zu sein. So hat der Beschwerdeführer ins
besondere Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, welcher den Beschwerdeführer am 6. Dezember 2001 untersuchte (Urk. 8/81/28), weder angegeben, dass er in D._ unter Misshandlungen oder Folterungen gelitten habe, noch dass er auf Grund solcher Erlebnisse unter Flashbacks oder Ähnlichem gelitten habe (Urk. 8/81/34). Sodann hat der der Beschwerdeführer gegenüber Dr. I._ angegeben, dass alle seine drei Schwestern gesund seien und nicht unter psychischen Krankheiten litten (Urk. 8/81/30). Gemäss der Aktenlage steht daher fest, dass der Beschwerdefüh
rer nach Erlass des Vorbescheids vom 8. November 2013, gegenüber den Ärzten der J._, welche ihn vom 14. April bis 8. Mai 2015 behandelten (vorstehend E. 2.6), erstmals angab, in D._ im Alter von 17 Jahren Opfer von Folter und Zeuge von Folterungen Anderer geworden zu sein und weiterhin unter den Folgen dieser Ereignisse zu leiden. Auf diese erst nach Erlass des Vorbescheids vom 8. November 2013 getätigten Aussagen des Beschwerdeführers kann auf Grund der
Aktenlage
indes nicht abgestellt werden
, zumal
„
Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Schilde
rungen des Ereignisses, die bewusst oder unbewusst von Überlegungen ver
sicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2b S. 47
; Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2015 E. 4.3.2
).
3.3
Unter diesen Umständen fehlt es an einer Grundlage zur Annahme einer PTBS. Denn gemäss den k
linisch-diagnostischen Leitlinien der
ICD
10 für die Diag
nose einer PTBS (Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen der Welt
gesundheit
s
organi
sation, ICD-10 Kapitel V
,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9. Aufl., Bern 2014
, S.
207 f.) entsteht eine solche
als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit au
ss
erge
wöhnlicher Bedrohung
oder katastrophenarti
gem Ausmass
, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
Zusätzlich zum Trauma muss eine wiederholte unausweich
liche Erinnerung oder Wiederinszenierung des Ereignisses im Gedächtnis, Tag
träumen oder Träumen
(Nachhallerinnerungen, Flashbacks)
auftreten.
3.4
3.4.1
Eine PTBS setzt sodann voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten,
in der Regel
nach
höchstens sechs Monate
n
(
vgl.
Urteil
des Bun
desgerichts
9C_636/2013
vom
2
5.
Februar 2014 E. 4.3.2
) nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt. Prädisponierende Faktoren können die Schwelle zur Entwicklung dieses Syndroms zwar senken und den Verlauf erschweren, sind aber weder notwendig noch ausreichend, um dessen Auftreten erklären zu können (
Dilling
/
Mom
bour
/Schmidt
a.a.O.). Gemäss der Fachliteratur kann indes in gewissen Fällen die Symptomatik einer PTBS erst mit erheblicher, zum Teil mehrjähriger Ver
zögerung auftreten (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 E. 4.1.2), weshalb die Diagnose einer
PTBS
nicht von vornherein bloss aufgrund der Latenz
ver
worfen werden darf (Urteil des Bundesgerichts 9C_195/2015 vom 24. November 2015 E. 3.3.3). Das Bundesgericht hat in einem Fall aus dem Jahre 2013 (Urteil des Bundesgerichts
9C_228/2013
vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4) indes erwogen, dass bei einer
zwischen Trauma und psychischer Dekompensation liegende
n
Zeitspanne von rund 20 Jahren, während welcher der
Versicherte
nicht nur einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachging, sondern
unter anderem
auch eine Familie gründete, die teilweise widersprüchlichen
,
subjektiven Angaben des
Versicherten
zu traumatischen Erlebnissen (Folter während Haft in der Türkei)
allein, bei sonst gänzlich fehlenden objektivierbaren Anhaltspunkten, nicht
genügten
, um ein schweres, zur um viele Jahre verzögerten Auslösung einer
PTBS
geeignetes Trauma als überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen.
3.4.2
Der vorliegende Sachverhalt ist vergleichbar mit demjenigen, welcher dem Urteil des Bundesgerichts
9C_228/2013
vom 26. Juni 2013 zu Grunde lag. Gemäss den gegenüber den Ärzten des H._ getätigten Angaben des Beschwerdeführers habe sich das traumatisierende Ereignis im Jahre 1987, als der Beschwerdeführer 17 Jahre alt gewesen sei, ereignet. Zu einer psychischen Dekompensation sei es gemäss der Beurteilung durch die Ärzte des H._ indes erst nach der Schliessung des vom Beschwerdeführer geführten Restaurants im Jahre 2007 gekommen (vorstehend E. 2.8). Zwischen dem Trauma und der psychischen Dekompensation liegt daher eine verhältnismässig lange Zeitspanne von zwanzig Jahren. Während dieser Zeit ging der Beschwerdeführer in der Schweiz einer vollzeitlichen Erwerbs
tätigkeit nach und gründete eine Familie. In den Akten fehlen sodann obje
ktivier
bare Anhaltspunkte, dass sich das traumatische Ereignis tatsächlich so zugetra
gen hat, wie dies der Beschwerdeführer gegenüber den Ärzten des H._ angegeben hat. Zudem fehlen objektivierbare Anhalts
punkte, dass der Beschwerdeführer während der langen Latenzzeit von zwanzig Jahren unter erheblichen, wiederholten unausweich
lichen Erinnerungen oder Wiederinszenierung des traumatischen Ereignisses gelitten hätte.
3.4.3
Unter diesen Umständen genügen
die teilweise widersprüchlichen subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
mit
Blick auf die zwischen Trauma und psy
chischer Dekompensation liegende lange
Latenzzeit
von rund 20 Jahren
vorlie
gend
allein
nicht
,
um
bei sonst gänzlich fehlenden objektivierbaren Anhalts
punkten
ein schweres,
zu einer
um viele Jahre verzögerten Auslösung einer
PTBS
geeignetes Trauma als überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen.
Demnach fehlt es daher auch insofern an einer
rechtsgenüglichen
Grundlage zur
Annahme einer invalidisierenden
PTBS
. Die Folgen der Beweislosigkeit wir
ken sich zu Lasten des Beschwerdeführers aus (Urteile
des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4,
9C_1014/2012 vom
8.
Mai 2013 und 9C_1026/2012 vom 1
3.
Februar
2013).
4.
4.1
Die Beurteilungen durch die Ärzte der G._ vom 8. Mai 2015 (vorstehend E. 2.6) und der Ärzte des H._ vom 2. Oktober 2015 (vor
stehend E. 2.8), welche ohne Kenntnis der medizinischen
Vorakten
ausschliess
lich auf Grund subjektiver Angaben und Schilderungen des Beschwerdeführers ein traumatisches Ereignis genügender Schwere, um eine PTBS auszulösen als nachgewiesen erachteten, und auf dieser Grundlage die Diagnose einer PTBS stellten, vermögen nicht zu überzeugen, sodass darauf vorliegend nicht abge
stellt werden kann.
4.2
Nicht abgestellt werden kann vorliegend sodann auf die Stellungnahme der Ärzte der B._ vom 17. September 2015 (vorstehend E. 2.7), worin sich diese zum
Bericht
der Ärzte der G._
vom
8.
Mai 2015
äusserten und die Meinung vertraten, dass eine Abklärung der PTBS durch ein auf Kriegs- und
Folteropfer spezialisiertes medizinisches Fachzentrum
angezeigt sei. Denn, wie bereits erwähnt (vorstehend E. 3.3 und 3.4.3), fehlt es vorliegend bereits an einer
rechtsgenüglichen
Grundlage zur Annahme einer PTBS.
4.3
Das
bidisziplinäre
Gutachten der Ärzte der B._ vom 14. Oktober 2013 (vorste
hend E. 2.2) erfüllt hingegen sämtliche nach der Rechtspre
chung für eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausge
setzten Kriterien (vgl. vorste
hend E. 1.6). Denn die Gutachter verfügten als Fachärzte für Psychi
atrie und Psychotherapie und für Neurologie über die für die Beurteilung des Gesund
heitszustandes des Beschwerde
führers angezeigten
fach
medi
zinischen
Aus- und Weiter
bildungen. Sie hatten zudem Kennt
nis sämtlicher medizinischer
Vorak
ten
, setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden aus
einan
der und begründeten die gezogenen Schlüsse in nachvollziehbarer Weise
.
Insbesondere vermag zu überzeugen, dass die Gutachter eine PTBS aus
schlossen und in psychischer Hinsicht davon ausgingen, dass die anamnestisch bestehende längerdauernde depressive
Reaktion l
eichten Grades in eine
Dys
thymie
übergegangen
sei. Zu überzeugen vermag sodann, dass die Gutachter davon ausgingen, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht unter Kopfschmerzen im Sinne einer
chronifizierten
Migräne ohne Aura,
welche sich
als Spannungskopfschmerz äussere, sowie einer
Analgetika-induzierte
n
Kopf
schmerzkomponente
leide. Der nachvollziehbaren Beurteilung durch die Ärzte der B._ vom 14. Oktober 2013 kommt daher Beweiswert zu und es kann vor
liegend darauf abgestellt werden.
4.4
Des Weiteren vermag zu überzeugen, dass die Gutachter der B._ davon ausgin
gen, dass der Beschwerdeführer auf Grund eines durch die
Kopfschmerz
symp
tomatik
und die
Dysthymie
verursachten erhöhten
Erholungs
- und
Pausen
be
darf
s
in seiner Arbeitsunfähigkeit eingeschränkt werde und dass ihm aus somatischen und psychischen Gründen die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Hilfskoch sowie die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich mittel
schwerer Tätigkeiten im Umfang eines Arbeitspensums von 80 % zuzumuten seien. Daran ändert nichts, dass die Gutachter der B._ in psychischer Hinsicht ausschliesslich eine
Dysthymie
diagnostizierten. Denn obwohl es sich nach der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E. 1.3.1) bei einem ausschliesslich eine
Dysthymie
umfassenden Psychostatus in der Regel nicht um einen invalidisie
renden Gesundheitsschaden handelt, begründeten die Gutachter der B._ vor
liegend in überzeugender Weise, dass der Beschwerdeführer sowohl aus soma
tischen als auch psychischen Gründen insgesamt im Umfang von 20 % in der Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit und in der Ausübung
behinderungsange
passter
Tätigkeiten beeinträchtigt werde, weshalb darauf abgestellt werden kann.
5.
5.1
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch die Ärzte der B._ vom 14. Oktober 2013 (vorstehend E. 2.2) ist daher davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit als Koch bezie
hungsweise Hilfskoch sowie die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich mittelschwerer Tätigkeiten seit März 2010 (vgl. Urk. 8/96/7) im Umfang eines Arbeitspensums von 80 % zuzumuten sind. Für die Zeit zuvor herrscht
Beweis
losigkeit
, die sich zulasten des Beschwerdeführers auswirkt.
5.2
Die Einwendungen des Beschwerdeführers
vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ände
rn. Dem Beschwerdeführer ist insbesondere nicht zu folgen, wenn er geltend macht, dass auf das Gutachten der Ärzte der B._ nicht abzustellen sei, weil diese Ärzte zu Unrecht nicht erkannt hätten, dass er an einer PTBS leide. Denn nach Gesagtem fehlt es vorliegend bereits an einer
rechtsgenüglichen
Grundlage zur Annahme einer PTBS (vorstehend E. 3.3 und 3.4.3).
5.3
Angesichts der schlüssigen medizinischen Aktenlage bedarf es vorliegend keiner zusätzlichen Abklärungen, weshalb - entgegen der diesbezüglichen
Vorbringen
des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S.
2
) -
von
ergänzenden Beweismassnahmen oder einer
Rück
wei
sung
der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung
sol
cher
abzusehen
ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweis; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 176 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E. 4b S. 28).
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
Rentenbe
ginns
massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichs
einkommen
müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.4
Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (Tabellenlöhne) abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 E. 3b), wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren mit zu berücksichtigen sind (AHI 1999 S. 237, E. 3; Urteile des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 3.2.1, 9C_868/2013 vom 24. März 2014 E. 4.2.2, 9C_210/2011 vom 21. April 2011 E. 3.2.1.2). Nach der Rechtsprechung können
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohn
strukturerhebungen
(LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird
pra
xisgemäss
auf die stan
dardisier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten
Zentral
wert
(Median) auszuge
hen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berück
sichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochen
stunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebs
üb
liche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.5
Da vorliegend der frühestmögliche Rentenbeginn im Jahre 2010 liegt (vgl. vorstehend E. 5.1), sind beim Einkommensvergleich die Verhältnisse dieses Jahres massgebend. Da die vom Beschwerdeführer vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
ausgeübte Arbeitstätigkeit bei der Pizzeria Z._ aufgrund der Schliessung des Restaurants aufgegeben werden musste (Urk. 8/12/9), und
da
davon auszugehen
ist
, dass
der Beschwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden weiterhin als
Koch beziehungsweise als Hilfskoch tätig gewesen wäre,
ist vorlie
gend
bei der Bemessung des
Valideneinkommens
auf Erfahrungs- und Durch
schnittswerte (Tabellenlöhne)
in der Wirtschaftsabteilung Gastronomie abzu
stellen. Sodann ist, da der Beschwerdeführer über keine in der Schweiz anerkannte Berufsausbildung verfügt,
bei der
Bestimmun
g des
Va
lideneinkom
mens
auf den Durchschnittslohn (Zentralwert) für Männer
für
ein
fache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4 der LSE 2010, Tabelle TA1, priva
ter Sektor Schweiz 2010) in der Gastronomie (Wirtschaftsabteilung 56) abzu
stellen. Ausgehend
vom Tabellenlohn von
Fr.
3‘895.
resultiert
bei einer betriebsüblichen
Wochen
arbeitszeit
in der Gastronomie im Jahre 2010 von 42.2 Stunden (
www.bfs.admin.ch
) und bei einem Be
schäftigungsgrad von 100 %
ein
Vali
den
ein
kommen
von rund Fr.
49
‘311
--
(Fr. 3‘895.-- x
12 Monate ÷ 40 Stun
den x 42.2
Stunden
)
.
7.
7.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zo
gen
werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei
jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell
eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der mass
geb
li
che Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzu
rechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
ei
nem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, son
dern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund
heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimm
ung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall ge
samt
haft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabel
lenlohnes
zu be
grenzen
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
7.3
Nach der Rechtsprechung ist selbst bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein l
eidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt, wenn leichte bis mit
te
l
schwere Arbeiten zumutbar sind. Dies ergibt sich daraus, dass der
Tabellen
lohn
im Anforderungsniveau 4
(ab 2012: Kompetenzniveau 1)
bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schwe
ren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2009 vom 3
0.
März 2009 E. 3.4 mit Hinweisen).
7.4
Vorliegend
ist dem Beschwerdeführer
die Ausübung
behinderungs
angepasster
, körperlich leichter bis mittelschwerer Tätig
keiten im Umfang eines
Arbeitspen
sums
von 80 % zuzumuten.
Es ist daher
davon
auszugehen, dass
der Beschwer
de
führer
aus gesundheitlichen Gründen im Ver
gleich zu voll Einsatz
fähigen nicht mit geringe
ren Einkünften rech
nen müsste. Da weitere
einkommens
beeinflus
sende
Merkmale nicht auszumachen sind, ist von einem Abzug vom
Tabellen
lohn
daher abzusehen.
7.5
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts für
einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4
) für
Männer der LSE 2010 (Ta
belle TA1, privater Sektor Schweiz 2010)
von Fr.
4‘901.--
,
bei einer
betriebs
üb
lichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2010 von ins
gesamt 41.6 Stunden (
www.bfs.admin.ch
) und bei einem zumutbaren Beschäftigungsgrad von 80 %
resultiert ein
Inv
aliden
einkommen
von rund Fr.
48‘932
.--
(Fr. 4‘901.-- x
12 Monate ÷ 40 Stun
den x 41.6
Stunden
x 0.8)
.
8.
Ein
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
49
‘311.--
mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr.
48‘932
.--
ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr. 379.--
. Dar
aus resultiert ein Invaliditätsgrad von 1 %.
Damit steht fest, dass
weder
ein für den An
spruch auf eine Invaliden
rente
mindestens
vorausgesetzter Invaliditätsgrad
von 40 % noch ein für berufliche Massnahmen
rech
tsprechungsgemäss voraus
gesetzter
Mindestinvaliditäts
grad
von etwa 20
%
(
vorstehend E. 1.5) erreicht wurde.
Unter diesen Umständen ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegeg
nerin
mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Mai 2016 (Urk. 2) Ansprüche des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen verneinte, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und
dem
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen
.