# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 77bfd124-df71-4e50-84ed-594254028f80
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

I. Sachverhalt
A. X._ reiste gemäss eigenen Angaben am 3. Januar 2019 illegal in die Schweiz ein und reichte am 4. Januar 2019 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des Staatssekretariats für Migration (SEM) in Kreuzlingen ein Asylgesuch ein.
B. Mit Entscheid vom 27. Februar 2019 führte das SEM aus, ein Asylgesuch gemäss Art. 18 AsylG liege erst dann vor, wenn Ausländer in irgendeiner Weise zu erkennen geben würden, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung ersuchen würden. X._ habe geltend gemacht, sein Heimatland ausschliesslich aus wirtschaftlichen Gründen verlassen zu haben, weshalb auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei. Gleichzeitig wurde er aus der Schweiz weggewiesen und unter Androhung von Zwangsmassnahmen im Unterlassungsfall aufgefordert, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Mit dem Vollzug der Wegweisung wurde der Kanton Graubünden beauftragt. Der Entscheid ist am 11. März 2019 unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
C. In der Folge wurde X._ durch das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (AFM GR) zu einem Besprechungstermin auf 27. März 2019 vorgeladen. Dabei äusserte er sich dahingehend, dass er mit dem Entscheid des SEM nicht einverstanden sei. Er wolle in der Schweiz ein schönes Leben führen, eine Schule besuchen und arbeiten. Eine Rückkehr nach L.1_ komme für ihn nicht in Frage. Es herrsche Armut in L.1_, zudem habe er auch Probleme in der Familie.
D. Am 1. April 2019 beantragte X._ beim AFM GR Nothilfe. Die Zuweisung in die Nothilfeunterkunft A._ erfolgte am gleichen Tag.
E. Am 10. April 2019 wurde X._ durch die Polizei in O.1_ kontrolliert und vorläufig festgenommen, da er dem Täterbeschrieb bei einem Taschendiebstahl entsprach. Er wurde wegen illegalem Aufenthalt zur Anzeige gebracht; der Taschendiebstahl konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Nach den polizeilichen Ermittlungen wurde er wieder entlassen.
F. Am 15. April 2019 lud das AFM GR X._ zu einer Kurzbefragung auf 17. April 2019 vor. Dieser nahm jedoch den Termin ohne Angabe von Gründen oder eine Entschuldigung nicht wahr.
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G. Am 23. April 2019 meldete das AFM GR dem SEM das Untertauchen von X._.
H. Am 8. Juli 2019 teilte das SEM dem AFM GR mit, dass X._ am 14. Juni 2019 durch das algerische Generalkonsulat in O.1_ unter diesem Namen anerkannt worden sei. In der Folge beantragte das AFM GR die Ausschreibung im automatisierten Fahndungssystem RIPOL.
I. Am 14. Juli 2019 wurde X._ in O.1_ durch die Polizei kontrolliert und aufgrund der Ausschreibung im RIPOL vorläufig festgenommen. Im Anschluss an die polizeilichen Handlungen wurde er mittels Train-Street am 15. Juli 2019 zuständigkeitshalber in den Kanton Graubünden zurückgeführt. Tags darauf wurde er vom AFM GR in Ausschaffungshaft versetzt.
J. Am 16. Juli 2019 gewährte das AFM GR X._ das rechtliche Gehör zur angeordneten Ausschaffungshaft. Dabei gab dieser zu Protokoll, dass er nicht bereit sei, in sein Heimatland zurückzukehren.
K. Am 17. Juli 2019 wurde das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden um Überprüfung der Ausschaffungshaft ersucht. Die mündliche Verhandlung wurde auf den 18. Juli 2019 angesetzt.
L. Nach Durchführung der mündlichen Verhandlung, an welcher X._ persönlich teilnahm, erachtete das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 18. Juli 2019, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, dass die bis zum 13. Oktober 2019 angeordnete Ausschaffungshaft rechtmässig und angemessen sei und geschützt werde. Eine gegen diesen Entscheid von X._ erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Beschluss vom 12. August 2019 (SK2 19 51) ab.
M. Am 23. September 2019 teilte das SEM auf Anfrage des AFM GR mit, dass das obligatorische konsularische Ausreisegespräch auf den 16. Oktober 2019 geplant sei. Eine formelle Vorladung werde in den nächsten 14 Tagen zugestellt.
N. Am 17. September 2019 wurde X._ das rechtliche Gehör zu einer Verlängerung der Ausschaffungshaft gewährt. Wie bereits bei früheren Gesprächen antwortete er wiederum, dass er kein Interesse an einer Rückkehr nach L.1_ habe, ohne dafür einen konkreten Grund anzugeben. Eine noch länger andauernde Ausschaffungshaft nehme er in Kauf, irgendwann werde er so oder so freikommen.
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O. Am 1. Oktober 2019 stellte das AFM GR beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden ein Gesuch um Verlängerung der Ausschaffungshaft.
P. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung, an welcher X._ sowie dessen Rechtsvertreter teilnahmen, erkannte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 4. Oktober 2019, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, was folgt:
1. Der Verlängerung der Ausschaffungshaft bis zum 12. März 2020 durch das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden wird zugestimmt.
2.a) X._ hat die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind, gehen diese Kosten – unter dem Vorbehalt der Rückforderung – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Kosten des amtlichen Rechtsbeistands in Höhe von CHF 1'421.60 gehen zu Lasten von X._. Sie werden – unter dem Vorbehalt der Rückerstattungspflicht – vom Kanton Graubünden getragen und aus der Gerichtskasse bezahlt.
3. X._ kann gemäss Art. 80 Abs. 6 AIG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden einreichen.

## Considerations