# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 04536eed-acb4-48b6-998b-8a801f12e077
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. wurde am 25. Februar 1966 in BB. geboren und wuchs zusammen mit einer Schwester bei seinen Eltern in AA., CC. und DD. auf. Er besuchte die Primar- und die Realschule. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine vierjährige Maschinenschlosserlehre bei der LL. in AA., welche er erfolgreich abschloss. In der Folge arbeitete A. längere Zeit für die Temporärfirma MM. AG.
Im Jahre 1997 lernte A. in GG. B. kennen, welche er im August 1998 in der Schweiz heiratete und mit ihr in EE. wohnte. Anfangs April 1999 zog C., geboren am 5. April 1987, Tochter von B., zu A. und ihrer Mutter nach EE.. Die gemeinsame Tochter D. wurde am 27. September 1999 geboren. Von 1998 bis Ende 2000 arbeitete A. für die Firma NN. in FF.. Dort verdiente er monatlich zwischen Fr. 4'800.-- und Fr. 5'000.-- brutto. Im Frühjahr 2001 ging er nach GG. und kam im Jahre 2003 für kurze Zeit zurück in die Schweiz. Von 2003 bis Februar 2007 hielt er sich wiederum in GG. auf. In GG. verdiente sich A. seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs. Die Ehe mit B. wurde am 19. Januar 2005 geschieden.
Im Oktober 2007 verheiratete sich A. mit E.. Der gemeinsame Sohn wurde am 30. Januar 2006 in GG. geboren. Ab Februar 2007 wohnte A. in AA. und es wurden ihm von der MM. AG in BB. Temporärjobs vermittelt. Ende September 2007 zogen seine Ehefrau und sein Sohn zu ihm nach AA.. Im Zeitraum vom 1. März 2008 bis 30. April 2008 erhielt A. von der Gemeinde AA. Sozialleistungen in der Höhe von Fr. 5'737.40. Seit dem 1. April 2008 arbeitet er bei der Firma OO. AG in BB.. Dort erzielt er ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 5'475.--. Gemäss Leumundsbericht sind beim Betreibungsamt des Kreises Rhäzüns drei Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 42'504.90 hängig.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet. Gemäss Leumundsbericht vom 22. Januar 2009 hat seine Lebensführung und das allgemeine Verhalten in AA. nie zu Klagen Anlass gegeben. Sein derzeitiger Arbeitgeber beschreibt ihn als guten und zuverlässigen Mitarbeiter.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. März 2009 wurde A. wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. März 2009 folgender Sachverhalt zu Grunde:
„A. wird angeklagt
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1. der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Abs. [recte: Ziff.] 1 StGB.
Im Jahr 1997 lernte A. in GG. B. kennen, welche er im August 1998 in der Schweiz heiratete und danach mit ihr in EE. wohnte. Anfangs April 1999 zog C., geb. 5. April 1987, Tochter von B., von GG. zu A. und B. nach EE..
Ab Sommer 2000 bis ca. Ende März 2001 kam es dazu, dass A. C. zuerst in der Familienwohnung an der HH.-Strasse 1 in EE. und anschliessend in der Familienwohnung am II.-Strasse 4 in EE. regelmässig berührte und mit ihr Geschlechtsverkehr hatte. Zu Beginn streichelte er sie in der Nacht immer wieder, insbesondere auch an den Brüsten und an der Scheide. In der Folge und vor allem nachdem B. anfangs September 2000 mit der Tochter D. nach GG. gereist war, kam es zwischen A. und C. bis Mitte November 2000 in der Familienwohnung täglich oder auch mehrmals täglich zu Geschlechtsverkehr.
Am 17. November 2000 erstattete B. bei der Kantonspolizei Landquart gegen A. Strafanzeige wegen sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil ihrer Tochter C.. Daraufhin hielt sich C. bis am 6. Dezember 2000 in der Kinderklinik des Kantonsspitals Graubünden und danach bei der Pflegefamilie P. in EE. auf. Vom 6. Dezember 2000 bis Ende März 2001 kam es sodann zwischen A. und C. in der Wohnung am II.-Strasse 4 in EE. und einmal in der Wohnung von F. in AA. etwa einmal wöchentlich zu Geschlechtsverkehr.
Der Angeklagte bestreitet, C. in sexueller Absicht berührt und/oder mit ihr Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben.
2. der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB.
Mit Eheschutzentscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 13./14. Juni 2001 sowie mit Ehescheidungsurteil des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 19./24. Januar 2005 wurde A. verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter D., geb. 27.8.1999 [recte: 27.9.1999], einen monatlich praenumerando je auf den 1. fälligen Unterhaltsbeitrag von CHF 700.-- zu bezahlen, zuzüglich die gesetzlichen und/oder vertraglichen Kinderzulagen sowie unter Berücksichtigung der vereinbarten Indexierung.
Gemäss Strafanzeige der Sozialen Dienste der BB. vom 20. Januar 2004 sowie vom 24. Mai 2007 bezahlte A. im Zeitraum vom 1. Juni 2001 bis am 31. Mai 2007 den der Tochter D. geschuldeten monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 700.-- nicht. Die Sozialen Dienste der BB. bevorschussten B. seit Juli 2001 die Unterhaltsbeiträge und übernahmen ab gleichem Datum das Inkasso.
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Der Angeklagte gibt an, während der in Frage stehenden Zeitspanne keine Unterhaltsbeiträge bezahlt zu haben. Er macht geltend, finanziell nicht in der Lage gewesen zu sein, da er während seiner Aufenthalte in GG. über ein monatliches Einkommen von höchstens CHF 300.-- verfügte.
Ab Februar bis Mai 2007 erzielte der Angeklagte in der Schweiz ein regelmässiges Einkommen, bezahlte aber die monatlichen Unterhaltsbeiträge von CHF 711.--, total CHF 2'844, nicht.“
C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Landquart am 27. Mai 2009 waren A. in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst, sowie die Vertreterin der Anklage, Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott Guyan, anwesend. Die Anklagevertreterin stellte und begründete folgende Anträge:
„1. A. sei der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren zu bestrafen.
3. Für den Teil von 18 Monaten sei die Freiheitsstrafe in Anwendung von Art. 43 StGB bei einer Probezeit von 3 Jahren bedingt aufzuschieben.
4. Kostenfolge gemäss Gesetz.“
Der amtliche Verteidiger beantragte und begründete was folgt:
„1. A. sei vom Vorwurf der sexuellen Handlunge mit Kindern vollumfänglich freizusprechen.
2. A. sei wegen des Vorwurfs der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten zu einer nach richterlichem Ermessen festzusetzenden Geldstrafe, maximal zu einer Geldstrafe von CHF 1'000.--, zu verurteilen. Die Geldstrafe sei bedingt auszusprechen. Von der Auferlegung einer Busse sei abzusehen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
D. Mit Urteil vom 27. Mai 2009, mitgeteilt am 11. Juni 2009, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Landquart wie folgt:
„1. A. ist schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB.
2. Dafür wird er mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren bestraft.
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3. In Anwendung von Art. 43 StGB wird der Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 18 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. Die restlichen 18 Monate Freiheitsstrafe hat A. zu verbüssen.
4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus: - der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 4'000.00 - den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 176.00 - der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts-
ausschusses Landquart Fr. 3'820.00 - den Barauslagen des Bezirksgerichts-
ausschusses Landquart Fr. 380.00 - dem Honorar der amtlichen Verteidigung
(MwSt. Inbegriffen) Fr. 7'850.30 total somit Fr. 16'226.30
werden A. auferlegt.

## Considerations