# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7e0292db-94da-4306-a7d4-77266d698ef5
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. (vormals X.) und Y. heirateten am 18. April 2009 vor dem Zivilstandsamt A.. Aus dieser Ehe sind die Kinder Z., geboren am 15. Juli 2009, und W., geboren am 19. Januar 2012, hervorgegangen. Die Familie lebte bis zur Trennung in A..
B. Am 18. Juni 2012 liess Y. beim Bezirksgericht Hinterrhein ein Gesuch um Durchführung einer eheschutzrichterlichen Tagfahrt einreichen, worin er die Festlegung einer beschränkten oder unbeschränkten Trennungsdauer, die Zuteilung der Kinder Z. und W. für die Dauer der Trennung, Unterhalts- Besuchs- und Ferienrechtsregelung sowie die Regelung der finanziellen Verhältnisse der Parteien für die Dauer der Trennung beantragte.
C. Aufgrund der Eheschutzverhandlung vom 21. Juni 2012 hielt der Einzelrichter des Bezirksgerichtes Hinterrhein mit Verfügung vom 22. Juni 2012 provisorisch folgendes fest:
„1. Die Parteien leben seit dem 1. Juni 2012 getrennt.
2. Die Obhut über die Kinder Z., geboren am 15. Juli 2009, und W., geboren am 19. Januar 2012, wird der Mutter zugewiesen. Das Sorgerecht haben die Eltern während der Trennung weiterhin gemeinsam inne.
3. Das eheliche Haus in A., B., wird X., mit den Kindern, zu Wohnzwecken zugewiesen.
4. Y. sucht sich eine Wohnung, nach Möglichkeit vorerst ein Provisorium, bis feststeht, ob die Ehefrau und die Kinder im ehelichen Haus bleiben.
5. Y. listet die zusätzlichen Gegenstände auf, die er aus dem ehelichen Haus mitnehmen möchte und übergibt diese Liste X.. Im gegenseitigen Einvernehmen werden die Parteien sodann den Abholtermin festlegen.
6. Als Entscheidungshilfe zur Regelung des Besuchsrechts werden von Frau Dr. med. Monika Räth Hürlimann und von Herrn Dr. med. Christian Comminot schriftliche Auskünfte eingeholt. Die Parteien erhalten Frist bis am 5. Juli 2012 zur Einreichung der Fragethemen beim Gericht.
7. Provisorisch gilt folgendes Besuchsrecht:
Erstmals am 24. Juni 2012 und dann alle 14 Tage, jeweils am Sonntag, von 13.00 bis 15.00 Uhr, kann der Vater die Kinder in A. mit sich auf Besuch nehmen. In den anderen Wochen kann der Vater die Kinder jeweils am Freitag, von 16.00 bis 18.00 Uhr mit sich auf Besuch nehmen, mit Ausnahme des 13. Juli 2012, weil der Vater am Sonntag, 15. Juli 2012, ab 14.00 Uhr, an der Geburtstagsparty von Z. im ehelichen Haus teilnimmt. Alle diese Besuche hat der Vater in Begleitung von Frau G., Gotta von W., wahrzunehmen, mit Ausnahme der Geburtstagsparty, an der die Anwesenheit von Frau G. nicht notwendig ist. X. wünscht sodann, dass das provisorische
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Besuchsrecht bis auf Weiteres ohne Begleitung durch den ersten Sohn des Ehemannes, R., ausgeübt wird.
8. Y. bezahlt vorläufig die Rechnungen und Daueraufträge der Familie und überweist X. monatlich, jeweils Ende Monat für den Folgemonat, erstmals Ende Juni für den Monat Juli 2012, CHF 2‘000.00 auf ihr GKB-CK 302.736.500.
9. Es wird die Gütertrennung per 1. Juni 2012 angeordnet.“
D. Mit Schreiben vom 5. Juli 2012 liess X. in wesentlichen Zügen ihre Bedarfsberechnung darstellen und begründete damit eine Anhaltung des Ehemannes um ein Abänderungsverfahren bezüglich seiner finanziellen Verpflichtung gegenüber der früheren Ehefrau.
E. Aufgrund verschiedener Korrespondenzen zwischen den Parteien, Verwandten, Bekannten und Nachbarn, Telefonaten an das Gericht sowie Polizeieinsätze bezüglich Tätlichkeiten während der Ausübung des Besuchsrechts am 27. Juli 2012 und am 24. August 2012, ermahnte das Gericht die Parteien am 27. August 2012 schriftlich zur anständigen und diskussionsarmen Kinderübergabe.
F. Gleichentags ersuchte X. um die Bestimmung einer aussenstehenden und neutralen Begleitperson, die für die Einflussnahme einer geordneten Ausübung des Besuchsrechts in der Lage ist. Gleichzeitig sei Y. ausserhalb der Besuchsrechtsausübung mit einem Annäherungsverbot zu belegen.
G. Am 29. August 2012 erliess der Einzelrichter des Bezirksgerichtes Hinterrhein sodann folgende vorsorgliche Massnahme:
„1. Das Gesuch um Erlass superprovisorischer Massnahmen wird gutgeheissen und es ist Y. mit Ausnahme der Besuchsrechtsausübung verboten, sich näher als 200 m zum ehelichen Haus in A., B., anzunähern.
2. Dieses Rayonverbot erfolgt unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf diese Strafdrohung an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet.
3. Bezirksrichter Urs Chiara wird anlässlich der Kinderübergabe von Sonntag, 2. September 2012, 13.00 Uhr, anwesend sein. Es ist den Parteien bis zur definitiveren Regelung des Besuchsrechts untersagt, über anderes als über dringende Kinderbelange zu sprechen. Y. darf die Besuche nach wie vor nur in ständiger Begleitung von G. ausüben.
4. Dem Gesuchsgegner wird Fist bis am 10. September 2012 erteilt zur schriftlichen Stellungnahme zum Schreiben von Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill vom 27. August 2012, das er hiermit erhält.
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5. Die Kosten des Verfahrens bleiben bei der Prozedur.
6. Gegen diesen superprovisorischen Entscheid gibt es kein Rechtsmittel.
7. (Mitteilung).“
H. Mit Schreiben vom 4. September 2012 erklärte der Einzelrichter des Bezirksgerichtes Hinterrhein, dass in Anbetracht der Tatsache, dass die Parteien nun wüssten, wie die Kinderübergabe stattzufinden habe, aus Kostenüberlegungen sowie aus Gründen der Verhältnismässigkeit, bis auf weiteres darauf verzichtet werde, seitens des Gerichts die Kinderübergabe zu überwachen.
I. Nach telefonischer Absprache mit den Parteien wurde die Kinderübergabe entgegen der Verfügung vom 4. September 2012 weiterhin richterlich überwacht. Die Namen der gerichtlichen Begleitpersonen wurden den Parteien jeweils im Vorfeld der Kinderübergabe mitgeteilt.
J. Am 10. September 2012 reichte Y. seine Stellungnahme zum Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 29. August 2012 ein und beantragte die Aufhebung des seiner Meinung nach ungerechtfertigten Rayonverbots.
K. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2012 legte der Einzelrichter des Bezirksgerichtes Hinterrhein das Besuchsrecht provisorisch bis auf Weiteres wie folgt fest:
- „Mit Beginn am Samstag, 6. Oktober 2012, finden die Besuche alternierend am Samstag und am Sonntag (erstmals am 14. Oktober 2012), jeweils von 14.00 bis 16.00 Uhr statt.
- Die Überwachung der Kinderübergaben erfolgt nicht mehr durch das Gericht. Die Kinderübergabe und -überwachungen erfolgen durch die Au-pair-Frau und/oder durch Frau H. und/oder Herrn F..
- Die Parteien dürfen sich anlässlich der Kinderübergaben bis auf Weiteres nicht begegnen.
- G. wird als ständige Begleiterin der Besuche durch I. ersetzt, Grossmutter väterlicherseits von Z. und W..
- Die Kinderübergaben haben nach wie vor vor dem Haus stattzufinden, ohne Betretung des Hauses.“
L. Gleichentags beantragte X. was folgt:
„1. Das Besuchsrecht sei insofern abzuändern, alsdass Herr Y. jedes zweite Wochenende, alternierend an einem Samstag respektive an einem Sonntag, die gemeinsamen Kinder W. und Z. während vier
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Stunden (von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr) zu sich auf Besuch nehmen kann.
2. Das Besuchsrecht soll nur in Begleitung einer unabhängigen Drittperson, die auch für die Übergabe und die Rückgabe der Kinder verantwortlich ist, ausgeübt werden können.
3. Herr Y. sei – unter weiterer Bezahlung der Bankverpflichtungen betreffend die Liegenschaft am B. in A. – zu verpflichten, an die Gesuchsgegnerin zusätzlich monatlich CHF 2‘950.- (inklusive der Kinderzulagen) zu bezahlen.
4. Die Familienkrankenkassenversicherung Sansan ist gerichtlich anzuweisen, eine Aufteilung der Familienpolice einerseits auf Herrn Y. und andererseits auf Frau X. mitsamt den Kindern W. und Z. vorzunehmen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchstellers.“
M. Am 16. Oktober 2012 reichte Y. sodann seine Stellungnahme mit folgenden Rechtsbegehren ein:
„1. Das Rayonverbot sei aufzuheben.
2. Das Besuchsrecht der gemeinsamen Kinder Z. und W. sei wöchentlich alternierend am Samstag resp. Sonntag von 9.00 – 17.00 Uhr festzulegen. Alle 2 Monate sollen die Kinder ein Wochenende Samstag 9.00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uhr bei ihrem Vater verbringen dürfen.
3. Auf eine Begleitperson sei künftig zu verzichten.
4. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller die eheliche Liegenschaft am B. jederzeit für Besichtigungen und auch zusätzliche Bauabnahmen zugänglich zu machen, sowie Pläne und Verträge betreffend dem Bau des Hauses auszuhändigen.
5. Der Unterhalt von Y. für seine Ehefrau und die Kinder Z. und W. sei auf Fr. 1‘000.00 (inkl. Kinderzulagen) festzulegen.
6. Dem Gesuchsteller seien sämtliche gemeinsame Bankkonti und Konti lautend auf X. per 30. Juni 2012 offenzulegen.
7. Die Gesuchsgegnerin habe dem Gesuchsteller die von ihm verlangten persönlichen Gegenstände herauszugeben.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 8 % MWST zulasten der Gesuchsgegnerin.“
N. Anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 25. Oktober 2012, an der beide Parteien und ihre Rechtsvertreter teilnahmen, konnte keine Einigung erzielt werden. Jedoch wurden verschiede Punkte festgestellt beziehungsweise vereinbart. Mit Entscheid vom 30. November 2012, mitgeteilt am 14. Dezember
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2012, erkannte der Einzelrichter des Bezirksgerichtes Hinterrhein alsdann was folgt:
„1. Es wird festgestellt, dass Y. und X. seit dem 1. Juni 2012 getrennt leben.
2. Die elterliche Obhut über die gemeinsamen Kinder Z., geboren am 15. Juli 2009, und W., geboren am 19. Januar 2012, wird für die Dauer des Getrenntlebens X. übertragen.
3. Y. ist berechtigt, Z. und W. alle 14 Tage, alternierend am Samstag beziehungsweise am Sonntag, von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.
Auf die Festlegung eines Ferienrechts wird zurzeit verzichtet.
Das Besuchsrecht darf nur in Begleitung von I. oder J. ausgeübt werden.
Die Parteien dürfen einander anlässlich der Kinderübergaben ohne gegenseitiges Einverständnis nicht begegnen, und die Kinderübergaben haben vor dem Haus in A. stattzufinden.
Y. erhält eine Frist von 30 Tagen, um dem Gericht mitzuteilen, ob er eine Begutachtung durch Dr. med. Christoph Burz der Psychiatrischen Dienste Graubünden betreffend Besuchsrechtsbegleitung wünscht.
4. Die eheliche Liegenschaft, B., _ A., wird für die Dauer des Getrenntlebens X. zusammen mit den gemeinsamen Kindern Z. und W. zugeteilt.
Y. wird verpflichtet, X. bis am 25. Dezember 2012 alle Schlüssel dieser Liegenschaft abzugeben.
Y. hat inventarisierte Gegenstände gemäss Urkunden K13 am 10. November 2012 abgeholt.
Die Digitalkamera (Errungenschaft) wird X. zum Gebrauch überlassen.
Die Ordner mit Bankauszügen und Belegen des Hausbaus hat X. Y. zur Kopierung herauszugeben. Er hat sie ihr innert 10 Tagen zu erstatten.
5. Y. wird nebst zur Bezahlung der Hypothekarzinse für das eheliche Haus in A. verpflichtet, an X., an ihren Unterhalt und an den Unterhalt von Z. und W., für die Dauer des Getrenntlebens, mit Wirkung ab Dezember 2012 im Voraus monatlich, jeweils auf den ersten Tag im Monat insgesamt CHF 1‘680.00 (davon für die Kinder je CHF 750.00) zuzüglich gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen. Für die Zeit bis Ende November 2012 gilt Ziffer 8 der Verfügung vom 22. Juni 2012.
6. Die vorstehenden Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik von 99.1 Punkten (Stand: November 2012, Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Diese Beträge werden jährlich auf den 1. Januar, erstmals 2014, dem Stand per Ende November des Vorjahres angepasst. Die Beiträge werden wie folgt berechnet:
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Beitrag gemäss Ziffer 5 x neuer Indexstand Indexstand gemäss Ziffer 6 (= 99.1)
Die neuen Beiträge werden auf die nächsten fünf Franken auf- oder abgerundet. Eine Unterschreitung der Unterhaltsbeiträge ist indes ausgeschlossen.
7. Zwischen den Parteien wird die Gütertrennung per 1. Juni 2012 angeordnet.
8. Das mit Entscheid vom 29. August 2012 verfügte Annäherungsverbot wird aufgehoben. Die Betretung der ehelichen Liegenschaft/Parzelle in A. ist Y., mit Ausnahme der Besuchsrechtsausübung, weiterhin nur mit vorgängiger Erlaubnis von X. erlaubt.
9. Die Kosten des Eheschutzverfahrens von CHF 5‘446.00 (inklusive schriftliche Arztauskünfte) gehen je hälftig zu Lasten der Parteien. Die Kosten der Gesuchsgegnerin von CHF 2‘723.00 gehen aufgrund der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege zu lasten der Gerichtskasse, unter Vorbehalt der Nachzahlung. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.
10. Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill wird aufgefordert, dem Gericht bis am 3. Januar 2013 seine tarifgemässe URP-Honorarnote für die Vertretung der Gesuchsgegnerin zuzustellen.

## Considerations