# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 702f2304-3d13-4597-be35-b83e066d88a8
**Court:** BL_EG
**Chamber:** BL_EG_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Aus dem Sachverhalt:
A. und B. sind Gesamteigentümer bzw. Gesamteigentümerin der Parzelle Nr. 2652, Grundbuch Duggingen. Mit Nachschätzung der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung vom 11. Juli 2007 wurde ihre Liegenschaft auf Fr. 1'410'000.00 geschätzt. Die Gebäudeversicherung teilte daraufhin der Einwohnergemeinde Duggingen mit, dass ein Mehrwert durch Investitionen von Fr. 78'000.00 entstanden sei. Gestützt auf diese Mitteilung stellte die Gemeinde A. und B. mit Verfügungen vom 31. Juli 2007 einen Wasseranschlussbeitrag von Fr. 1'392.65 sowie einen Kanalisationsanschlussbeitrag von Fr. 3'357.10 in Rechnung. Mit Eingabe vom 10. August 2007 erhoben A. und B. gegen die Verfügungen der Gemeinde vom 31. Juli 2007 Beschwerde beim Steuer- und Enteignungsgericht, Abteilung Enteignungsgericht (nachfolgend: Steuer- und Enteignungsgericht). Sie stellen den Antrag, die Beitragsverfügungen seien vollumfänglich aufzuheben. Zur Begründung machen die Beschwerdeführenden geltend, dass der von der Gebäudeversicherung festgestellte Mehrwert durch Investitionen auf Sanierungen, nicht jedoch auf Um- oder Erweiterungsbauten zurückzuführen ist. Die reglementarischen Voraussetzungen der Beitragserhebung seien deshalb vorliegend nicht erfüllt.

## Considerations

Aus den Erwägungen:
5. Um- oder Erweiterungsbauten als Voraussetzung der Beitragserhebung
5.1 Nach § 27 Abs. 2 WR sowie § 23 Abs. 2 AR sind Anschlussbeiträge geschuldet, wenn sich der Gebäudeversicherungswert zufolge Um- oder Erweiterungsbauten erhöht. Gemäss den jeweiligen Tarifordnungen beträgt der Wasseranschlussbeitrag 2% und der Kanalisationsanschlussbeitrag 4% des erhöhten Gebäudeversicherungswerts, wobei ein Freibetrag von jeweils Fr. 10'000.00 gewährt wird. Voraussetzung der Beitragserhebung ist somit, dass eine Erhöhung des Gebäudeversicherungswerts vorliegt, die auf einen Um- oder Erweiterungsbau zurückzuführen ist.
5.2 Wie die Beschwerdeführenden zu Recht feststellen, können für den Gebäudeunterhalt respektive für Arbeiten, die das Gebäude und seine Einrichtungen im gleichwertigen Zustand erhalten, nach den vorliegend anwendbaren Reglementen keine zusätzlichen Anschlussbeiträge erhoben werden. Solche Arbeiten fallen nicht unter den Begriff "Umbauten", auch wenn sie auf die Gebäudeschätzung einen Einfluss ausüben können (vgl. AGVE 1975, S. 618, E. 2). Zu prüfen ist deshalb, ob es sich bei den Sanierungen, welche die Beschwerdeführenden in den Jahren 1998 bis 2007 vorgenommen haben, um "Umbauten" im Sinne des kommunalen Rechts oder um Unterhaltsarbeiten handelte.
Die Abgrenzung zwischen blossen Unterhaltsarbeiten und Umbauten ist nicht immer eindeutig. Sie ist unter anderem danach zu treffen, ob der Arbeitsaufwand seiner Qualität nach denjenigen eines Umbaus erreicht (vgl. Erich Zimmerlin, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Aarau 1985, N 2c zu § 150). Auf die steuerrechtliche Ausscheidung, die einen relativ weiten Unterhaltsbegriff kennt, kann im Beitragsverfahren nicht abgestellt werden. Dies ergibt sich aus dem Sinn und Zweck der Erhebung von nachträglichen Beiträgen bei Umbauten, welcher in der Gleichbehandlung der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer liegt. Es sollen Rechtsungleichheiten vermieden werden zwischen denjenigen, die von Anfang an ein aufwändiges Gebäude mit entsprechend hohem Versicherungswert erstellen und einen entsprechend höheren Beitrag bezahlen müssen und solchen, die ihr Gebäude erst später durch Verbesserungen auf denselben Ausbaustandard bringen (vgl. RRB vom 4. August 1987, in: ARGVP 1988, S. 172). Gestützt darauf sind als "Umbauten" im Sinn der Reglemente der Beschwerdegegnerin diejenigen Erhöhungen der Versicherungssumme zu bezeichnen, die auf baulichen Massnahmen beruhen. Das Bundesgericht hat dementsprechend eine relativ weite Auslegung des Begriffs "Umbauten" im Bereich der Vorteilsbeitragserhebung als vertretbar erachtet (vgl. BGE 2P.171/1996, E. 4b).