# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a676ce13-2b6c-5e65-b130-0aff4095c609
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1. Die 1967 geborene S._ arbeitete seit 1996 in Teilzeit als Reinigerin bei der _ AG und war über diese Tätigkeit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 12. November 2001 wurde sie bei der Arbeit im Tierspital _ von einem Hund angefallen, worauf sie vor Schreck in Ohnmacht fiel (Urk. 10/1 Ziff. 3-20, Urk. 10/2). Seither beklagte die Versicherte Bewusstseinsverluste, Schwindel, Kopfschmerzen und Angstzustände und war arbeitsunfähig. Dr. med. A._, Innere Medizin FMH, _, diagnostizierte am 22. Januar 2002 eine posttraumatische Belastungssituation nach Hundeangriff am 12. November 2001, eine reaktive, depressive Entwicklung und intermittierende Anfälle einfacher Migräne (Urk. 10/10 Ziff. 1 und Ziff. 2a). Nach einer kreisärztlichen Untersuchung am 19. April 2002 (Urk. 10/26 = Urk. 3/6) verfügte die SUVA am 13. Mai 2002 die Einstellung der Leistungen per 15. Mai 2002 mit der Begründung, die jetzigen Beschwerden seien organisch nicht erklärbar und psychisch begründet; für eine Leistungspflicht fehle es am rechtserheblichen Zusammenhang (Urk. 10/27 = Urk. 3/4).
Hiegegen erhob die Krankenkasse _ am 27. Mai 2002 vorsorglich Einsprache (Urk. 10/31), welche sie nach Akteneinsicht am 18. Juni 2002 wieder zurückzog (Urk. 10/34). Mit Eingabe vom 13. Juni 2002 erhob S._, vertreten durch die R._, _, Einsprache (Urk. 10/39= Urk. 10/33= Urk. 3/5), welche die SUVA mit Einspracheentscheid vom 7. August 2002 abwies (Urk. 10/40 = Urk. 2).
2. Hiegegen erhob S._, weiterhin vertreten durch die R._, am 4. November 2002 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung vom 13. Mai 2002 sei unter Kosten und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben, und das Taggeld und die Heilungskosten seien weiterhin zu entrichten. Im Weiteren beantragte S._ die Einholung eines interdisziplinären Gutachtens unter Kostenfolge für die Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2 Ziff. I). In ihrer Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2003 beantragte die SUVA, vertreten durch Rechtsanwalt Christian Leupi, Luzern, die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Verfügung vom 31. Januar 2003 wurde der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt (Urk. 12).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-zialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2002 in Kraft gewesen sind.
2.
2.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper (BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen).
Nach der Definition des Unfalls bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Verumständungen in Betracht fallen (BGE 122 V 233 Erw. 1, 121 V 38 Erw. 1a, je mit Hinweisen).
2.2
2.2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 Erw. 2b, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 113 Erw. 3d/bb; Maurer, Sozialversicherungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438 Ziff. 7a). Im So-zialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 142 Erw. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 Erw. 3b).
2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 135 Erw. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 Erw. 3b; BGE 115 V 141 Erw. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 139 Erw. 6; vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa, 115 V 139 Erw. 6a).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehl-entwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kri-terium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt um so mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
2.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht per 15. Mai 2002 verneint hat.
3.1 Die Beschwerdeführerin machte geltend, das Fehlen von Sturzfolgen sei nicht erwiesen. Es sei überdies nicht abgeklärt worden, ob eine leichte traumatische Hirnläsion vorliege. Die heutigen Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Bewusstseinstrübungen) seien klar Unfallfolgen; der Gesundheitszustand, wie er vor dem Unfall bestanden habe, sei bis heute nicht wieder erreicht worden. Selbst wenn es sich um psychische Beschwerden handeln würde, sei die Adäquanz zu bejahen (Urk. 1 S. 2 f. Ziff. III).
Die Beschwerdegegnerin stellte sich zunächst auf den Standpunkt, es liege kein Unfallereignis vor (Urk. 9 S. 4 Ziff. 7). Im Weiteren bestritt sie den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang der Beschwerden mit dem Ereignis (Urk. 9 S. 5 ff. Ziff. 8-11).
3.2
3.2.1 Gemäss Unfallmeldung und Berichten des Stadtspitals Waid vom 12. November 2001 und vom 7. Dezember 2001 spielte sich das in Frage stehende Ereignis vom 12. November 2001 so ab, dass die Beschwerdeführerin von einem Hund angefallen wurde, worauf sie grosse Angst bekam. Daraufhin habe sie synkopiert und sei am Boden liegen geblieben (Urk. 10/1 Ziff. 6; Urk. 10/2= Urk. 3/7; vgl. auch Urk. 10/4).
Die Beschwerdeführerin schilderte den Vorfall am 11. Januar 2002 dahingehend, dass sie im Korridor von einem schwarzen Hund angefallen worden sei. Er sei auf die Hinterbeine gestanden und habe beide Vorderbeine gegen ihre Brust gestemmt. Der Hund habe ihren Pullover im Maul gehabt, sie sei aber nicht gebissen worden. Sie habe vor Schreck aufgeschrieen, worauf zwei Personen aus einem Büro in den Korridor gekommen seien und den Hund hätten packen können. Sie sei rückwärts gegen die Wand gefallen und wisse von da an nichts mehr (Urk. 10/8= Urk. 3/3). Auch diese Schilderung lässt als wahrscheinlich erscheinen, dass die Beschwerdeführerin nicht vom Hund umgestossen wurde, sondern infolge des nachträglich eingetretenen Bewusstseinsverlustes stürzte, zumal dies gemäss ihren Ausführungen erst der Fall war, nachdem die Personen den Hund bereits gepackt hatten.
Keine zusätzlichen Erkenntnisse ergeben sich aus den weiteren Abklärungen der Beschwerdegegnerin. So gab der Hauswart des Tierspitals an, beim fraglichen Hund handle es sich weder um einen grossen oder grimmig aussehenden noch um einen aggressiven Hund. Es sei ein Mischling mit einer Schulterhöhe von etwa 40 cm. Er sei aber ein "Kläffer" und habe die Tendenz, sich auf die Hinterbeine zu stellen, das habe man gewusst. Bei ihm, dem Hauswart, kämen seine Vorderläufe bis zum Oberschenkel. Was genau passiert sei, wisse er nicht. Die Hunde der Mitarbeiterinnen hätten sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Eine Mitarbeiterin sagte aus, dass sie einen Hund bellen gehört habe. Als sie daraufhin in den Korridor gegangen sei, habe sie die Beschwerdeführerin dort in Seitenlage liegen gesehen. Diese sei nicht ansprechbar gewesen. Sie habe allein auf dem Gang gelegen, genau vor dem Büro, in dem der Hund gebellt habe. Im Korridor habe sich kein Hund befunden. Es sei noch ein Assistenzarzt dazugekommen (Urk. 10/22= Urk. 3/10).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass den Schilderungen über das in Frage stehende Geschehen zufolge der Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich erscheint, wonach die Beschwerdeführerin nicht durch den Hund umgestossen und wegen des Sturzes ohnmächtig wurde, sondern dass der Bewusstseinsverlust ohne äussere Gewalteinwirkung, namentlich etwa aus Angst, eintrat.
3.2.2 Gemäss Bericht über die notfallmässige Einweisung der Beschwerdeführerin ins Stadtspital Waid vom 12. November 2001 blieb die Beschwerdeführerin, nachdem sie synkopiert hatte, am Boden liegen. Es sei unklar, wie lange sie liegen geblieben sei, wahrscheinlich etwa 15 Minuten. Es sei ihr schwarz vor den Augen geworden. Den Kopf habe sie nicht angeschlagen, es habe keine Amnesie und keine Nausea bestanden. Seit Spitaleintritt hätten leichtgradige frontale Kopfschmerzen bestanden und ein Hitzegefühl im Kopf, jedoch keine Dyspnoe und keine Thoraxschmerzen. Nach Medikation seien die Kopfschmerzen verschwunden, und die Beschwerdeführerin konnte nach Hause entlassen werden (Urk. 10/2, vgl. auch Urk. 10/5).
In der Folge beklagte die Beschwerdeführerin immer wieder stechend einschiessende Kopfschmerzen, Schwindel sowie ein wenige Sekunden dauerndes Hitzegefühl. Sie schlafe schlecht, habe Alpträume vom Hund und klage über Gedankenkreisen. Zu Hause habe sie mehrere Schwächeanfälle gehabt (ambulanter Kurzbericht des Stadtspitals Waid vom 7. Dezember 2001, Urk. 10/4, vgl. auch den Bericht von Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie FMH, _ vom 19. Dezember 2001, Urk. 10/6 S. 2).
Am 7. Dezember 2001 wurde im Stadtspital Waid, Institut für Röntgendiagnostik, ein Computertomogramm (CT) des Schädels erstellt. Als die Beschwerdeführerin für die Untersuchung geholt worden sei, habe sie mit rekliniertem Kopf und geschlossenen Augen im Wartezimmer gesessen und sei nicht ansprechbar gewesen; nach dem Dafürhalten einer anderen wartenden Person war sie eingeschlafen gewesen. Die nicht weckbare Beschwerdeführerin sei auf den Boden gelegt und anschliessend in die Notfallstation gebracht worden. Als die Beschwerdeführerin ansprechbar geworden sei, habe sie als erstes gefragt, wo der Hund sei. Als sie später von ihren Symptomen erzählt habe, habe sie zu weinen begonnen. Sie habe Angst geäussert, dass sie ihr ganzes Leben Ängste haben werde. Das CT des Schädels ergab keine pathologischen Befunde (Bericht des Stadtspitals Waid, Institut für Röntgendiagnostik vom 7. Dezember 2001, Urk. 10/3; ambulanter Kurzbericht des Stadtspitals Waid vom 7. Dezember 2001, Urk. 10/4). Im ambulanten Kurzbericht des Stadtspitals Waid vom 7. Dezember 2001 wurde eine posttraumatische Belastungsreaktion mit/bei Hundeangriff am 12. November 2001, intermittierenden Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Schwindel, "Absenzen", differentialdiagnostisch Epilepsie, diagnostiziert und eine neurologische Beurteilung mit der Frage nach Absenzepilepsie empfohlen (Urk. 10/4).
Die neurologische Untersuchung bei Dr. B._ ergab keine auffälligen Befunde. Dr. B._ erachtete die Episode mit Bewusstlosigkeit anlässlich der medizinischen Untersuchung als vermutlich psychogene vasovagale Synkope. Klinisch und aus der Zusatzuntersuchung verfüge er über keine Hinweise für ein zerebrales Anfallsleiden als Ursache des einmaligen Ausnahmezustandes. Im Übrigen seien die Kopfschmerzen semiologisch am ehesten mit rezidiverenden Anfällen einfacher Migräne zu erklären, im Hintergrund könne man Spannungskopfschmerzen abgrenzen (Bericht vom 19. Dezember 2001, Urk. 10/8 S. 2 = Urk. 3/8).
Gemäss Bericht von Dr. A._ vom 22. Januar 2002 klagte die Beschwerdeführerin über Schwindel, kurzzeitigen Bewusstseinsverlust Angstzustände und Schlafstörungen. Dr. A._ erachtete sie bis auf weiteres als zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 10/10/1).
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. April 2002 gab die Beschwerdeführerin an, störend seien am meisten die Anfälle von Bewusstseinstrübung. Diese würden alle drei bis fünf Tage auftreten, jeweils etwa 20 Minuten dauern, und sie müsse sich dann in einen Lehnstuhl setzen oder gar hinlegen. Nach etwa 20-30 Minuten sei der Spuk vorbei, nachher sei sie etwas müde, aber wieder einsatzfähig. Aus Furcht vor diesen Anfällen gehe sie ausser Haus keiner Tätigkeit nach. Den ersten derartigen Anfall habe sie am 12. November 2001 bei der Arbeit im Tierspital gehabt. Kreisarzt Dr. med. C._, Orthopädische Chirurgie FMH, stellte anlässlich der Untersuchung keinen krankhaften Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin fest. In seiner Beurteilung verwies er auf die ungeklärte Ursache der Synkopen und erachtete die Koinzidenz mit dem die Beschwerdeführerin anfallenden Hund als womöglich zufällig. Jedenfalls bestehe kein Grund zur Annahme, dass das Ereignis die weitere Entwicklung beeinflusst habe (Urk. 10/26).
3.2.3 Den medizinischen Berichten zufolge konnte für die Synkopen keine organische Ursache gefunden und namentlich auch eine Epilepsie ausgeschlossen werden. Bezüglich des Leidens wurde zum einen eine posttraumatische Belastungsreaktion diagnostiziert, zum anderen wurden psychogene vasovagale Synkopen (funktionelle Kreislaufstörungen) als Ursache vermutet. Dieser Zusammenhang mit dem psychischem Erleben erscheint schlüssig; so dürfte sich bereits die erste Synkope aufgrund des Schreckerlebnisses mit dem Hund ereignet haben (Erw. 3.2.1). Auch im Zusammenhang mit der Ohnmacht vor dem Erstellen des Schädel-CT am 7. Dezember 2001 wurde deutlich, dass dem Angstgefühl der Beschwerdeführerin eine grosse Bedeutung zukommt (vgl. Erw. 3.2.2). Schliesslich gab die Beschwerdeführerin selbst an, aufgrund des Erlebten an Ängsten zu leiden, wenn auch davon anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung nicht mehr die Rede war.
Den medizinischen Berichten zufolge scheint hingegen nicht wahrscheinlich, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich der ersten Synkope am 12. November 2001 insbesondere am Kopf verletzt hatte. So war sie am Kopf nicht verwundet, und es bestand keine Nausea und keine Amnesie. Die Kopfschmerzen liessen sich medikamentös behandeln (vgl. Bericht von Dr. B._ vom 19. Dezember 2001 S. 2 oben, Urk. 10/8). Schliesslich ergab das CT des Schädels (sowie die neurologische Untersuchung) keine pathologischen Befunde. Da keine Anhaltspunkte bestehen, dass die Beschwerdeführerin den Kopf angeschlagen hätte, erscheint eine milde traumatische Hirnverletzung (oder ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, vgl. Urk. 1 S. 2 f. Ziff. III.3), welche denn auch in keinem medizinischen Bericht diagnostiziert wurde, als wenig wahrscheinlich. Daher ist das Vorliegen von Sturzfolgen und die Notwendigkeit entsprechender medizinischer Abklärungen zu verneinen.
Aufgrund der medizinischen Berichte ist davon auszugehen, dass die Ursache der Synkopen ungeklärt ist, bei wahrscheinlicher funktioneller Ätiologie. Hingegen liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach der Unfall organische Veränderungen bewirkt und insofern Ursache der Beschwerden sein könnte. Da nicht ersichtlich ist, inwiefern sich der Grund eruieren liesse, kommen die Regeln über die Beweislast zum Tragen, weshalb der Entscheid zu Ungunsten der Beschwerdeführerin ausfällt (vorstehende Erw. 2.2.2). Da die Beschwerdegegnerin bis anhin ihre Leistungspflicht nicht anerkannt hat, sondern die Frage der Leistungspflicht offen liess und die entsprechenden Abklärungen bis zur Leistungseinstellung vielmehr in Gang waren (vgl. auch Urk. 10/15-17), handelt es sich um den leistungsbegründenden Kausalzusammenhang, weshalb keine Umkehr der Beweislast stattfindet wie beim leistungsaufhebenden Kausalzusammenhang (vgl. Urk. 1 S.2 Ziff. III.2; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b).
3.2.4 Selbst wenn indes - was den medizinischen Berichten zufolge am Wahrscheinlichsten erscheint - von einer psychischen Ursache der Beschwerden ausgegangen würde, so änderte dies am Ergebnis nichts. Zwar wäre diesfalls der natürliche Kausalzusammenhang der Beschwerden mit dem Ereignis vom 12. November 2001 zu bejahen. Indes bliebe dies für die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bedeutungslos, da es ohnehin am adäquaten Kausalzusammenhang fehlt.
So ist das Ereignis mit der Beschwerdegegnerin als leicht einzustufen, wobei zu beachten ist, dass bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen massgebend ist, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa, 115 V 139 Erw. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91). Die Beschwerdeführerin wurde beim Vorfall weder verletzt noch ist im (kurzen) Bellen und Hochspringen eines mittelgrossen Hundes ein Geschehensablauf zu erblicken, welcher die Einstufung als mittelschweres Ereignis rechtfertigen würde. Daher ist die Adäquanz psychischer Störungen von vorneherein zu verneinen. Selbst bei Annahme eines mittelschweren Ereignisses wären die für die Annahme der Adäquanz erforderlichen Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; eine ärztliche Fehlbehandlung, welche Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; der Grad und Dauer der - physisch bedingten-
Arbeitsunfähigkeit) offenkundig nicht erfüllt, dies um so mehr, als diese in gehäufter Weise erfüllt sein müssten (vorstehende Erw. 2.3).
3.3 Das Ausgeführte führt zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin keine Beschwerden vorliegen, für welche sie Leistungen der Unfallversicherung in Anspruch nehmen könnte. Die Beschwerdegegnerin hat daher ihre Leistungspflicht zu Recht eingestellt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Bei diesem Ergebnis muss auf die Frage, ob ein Unfallereignis vorlag, nicht eingegangen werden, zumal die von der Beschwerdegegnerin vor dem 15. Mai 2002 erbrachten Leistungen nicht streitig sind.