# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a4933957-b98d-44ae-9c4f-173f1e9c7a37
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.
Die Gemeinde Q. (nachfolgend: Gesuchstellerin) beabsichtigt den Ausbau
des D. Das Projekt wurde vom Gemeinderat mit Beschluss vom 15. Januar
2015 genehmigt. Es basiert auf dem kommunalen Erschliessungsplan vom
4. Mai 2006 (Beschluss Gemeinderat) resp. vom 23. Januar 2008 (Geneh-
migung Regierungsrat; vgl. § 132 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über Raument-
wicklung und Bauwesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar 1993).
B.
Der Rechtserwerb konnte mit einem der drei vom Projekt betroffenen
Grundeigentümer am 9. Juli 2015 vorvertraglich geregelt werden. Mit Ein-
gabe vom 6. August 2015 ersuchte die Gesuchstellerin um Einleitung des
Enteignungsverfahrens für die offenen Rechtserwerbe.
C.
Mit Einschreiben vom 24. August 2015 wies der Präsident des Spezialver-
waltungsgerichts, Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen (nachfol-
gend: SKE), die Gesuchstellerin an, die Enteignungsakten vom 31. August
2015 bis 29. September 2015 auf der Gemeindekanzlei zur Einsichtnahme
zur Verfügung zu halten. Zudem wurde die Aktenauflage in der E öffentlich
publiziert. Die betroffenen Grundeigentümer - soweit bekannt - wurden di-
rekt angeschrieben und zur Einreichung von Begehren nach § 152 Abs. 1
BauG aufgefordert.
D.
Die Mitglieder der Erbengemeinschaften A. und B. (nachfolgend: Gesuchs-
gegnerinnen) sind Eigentümerinnen der Strassenparzelle F (= D) im Halte
von 59 m2. Die ganze Parzelle soll abgetreten werden. Sie haben innert der
Auflagefrist keine Begehren gestellt.
E.
Mit Schreiben vom 20. Mai 2016 forderte das SKE die Gesuchstellerin auf,
sämtliche Unterlagen zu den kommunalen Bemühungen zur Ermittlung der
Eigentümer der Parzelle F einzureichen. Die Gesuchstellerin kam dieser
Aufforderung am 23. Juni 2016 nach.
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F.
Am 22. März 2017 hat das SKE den Fall beraten und das nachfolgende
Urteil gefällt.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Projekt und Enteignungstitel liegen vor (A.). Die Auflage hat ordnungsge-
mäss stattgefunden (C.).
1.2.
Die Gemeinde Q. ist als Enteignerin befugt, Verfahren der formellen Ent-
eignung einleiten zu lassen (§ 151 BauG).
1.3.
Die Gesuchsgegnerinnen sind Erbengemeinschaften mit unbekannten Mit-
gliedern. Eine Vertretung ist ebenfalls nicht bekannt. Die Zustellungen müs-
sen daher durch öffentliche Publikation im Amtsblatt des Kantons und in
allfälligen weiteren amtlichen Publikationsorganen erfolgen (§ 27 Abs. 2
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG, SAR 271.200]
vom 4. Dezember 2007, Veröffentlichung im Dispositiv). Dies wurde bereits
für die Auflage der Enteignungsakten so gehandhabt (C.).
In der Eingabe vom 23. Juni 2016 wird seitens der Gesuchstellerin darge-
legt, dass es ihr schon vor 20 Jahren im Zuge der Kostenverteilung für die
damalige Neuvermessung nicht mehr gelungen sei, einen Miterben der bei-
den Erbengemeinschaften ausfindig zu machen. Es erübrigt sich hier sei-
tens des SKE weitere Anstrengungen zu unternehmen. Einerseits steht hier
– wie zu zeigen sein wird (hinten Erw. 4.) – für die unbekannten Eigentümer
kein erheblicher wirtschaftlicher Wert in Frage. Sie erleiden durch den Ent-
zug keinen wirtschaftlichen Schaden – im Gegenteil. Andererseits ist die
Grundbuchbereinigung bei eigentümerlosen Grundstücken Sache des Zi-
vilrichters (vgl. Erw. 2.1. und 2.2.).
1.4.