# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dab88744-0951-4a2a-8f89-a84be531d104
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1980 als Tochter des A._ und der B._ geboren. Sie ist verheiratet mit C._, hat zwei Kinder und ist von Beruf kaufmännische Angestellte. Derzeit arbeitet sie zu 80% als Bankangestellte bei der D._ und studiert nebenbei Betriebswirtschaft an der Höheren Fachschule Südostschweiz (IbW) in O.1_.
X._ ist weder im Schweizerischen Strafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.
B. Mit Strafbefehl vom 7. Januar 2014 wurde X._ der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG für schuldig erkannt. Dafür wurde sie mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 80.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 500.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen, bestraft.
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 10. Januar 2014 Einsprache. Am 28. Januar 2014 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig überwies sie den Strafbehelf gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG an das Gericht. X._ wurde eine Frist von zehn Tagen angesetzt, um allfällige Beweisanträge geltend zu machen.
D. Am 11. März 2014 übermittelte die Staatsanwaltschaft die Verfahrensakten ans Bezirksgericht Plessur, verbunden mit dem Hinweis, dass der Strafbefehl vom 7. Januar 2014 im Sinne von Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gelte. Diesem lag der folgende Sachverhalt zugrunde:
"Am Donnerstag, 23. Mai 2013, um 07:50 Uhr, fuhr die Beschuldigte mit dem Personenwagen G._, Kontrollschild _, von O.2_ kommend über die _strasse nach O.1_. Höhe der Örtlichkeit O.3_, Gemeindegebiet O.1_, überholte sie mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h den von E._ mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h gelenkten Personenwagen H._, Kontrollschild _. Dabei fuhr sie auf die Gegenfahrbahn und befand sich unmittelbar vor der dortigen unübersichtlichen Linkskurve auf der Höhe des überholten Personenwagens. Das Überholmanöver schloss sie in der Linkskurve ab. X._ führte das Überholmanöver aus, obwohl sie nicht die Gewissheit
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hatte, dass die für den Überholvorgang benötigte Strecke und die Strecke, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu jenem Punkt zurücklegt, wo sie die linke Strassenseite freigegeben haben wird, frei sind. Beim Entscheid, an der fraglichen Stelle zu überholen, zog die Beschuldigte zumindest aus grober Pflichtwidrigkeit nicht in Betracht, dass sie mit ihrem Verhalten in vorhersehbarer Weise eine gefährliche Verkehrssituation schaffen würde."
E. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 27. März 2014 vorgeladen wurde, fand am 16. April 2014 statt. X._ war dazu persönlich erschienen. Sie wurde von ihrem privaten Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Michael Fleischhauer, begleitet. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. X._ liess die folgenden Schlussanträge stellen:
"1. X._ sei von der Anklage der groben Verletzung von Verkehrsregeln freizusprechen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."
F. Das am 16. April 2014 gefällte und gleichentags mündlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Plessur wurde X._ am 16. April 2014 ohne schriftliche Begründung im Dispositiv mitgeteilt. Gegen dieses Urteil meldete X._ am 23. April 2014 beim Bezirksgericht Plessur Berufung an (act. A.1). Daraufhin teilte das Bezirksgericht Plessur den Parteien am 13. Juni 2014 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
1. X._ ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 80.00 und einer Busse von CHF 500.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 6 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'320.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'820.00, Gerichtsgebühren CHF 1'500.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich:
Busse CHF 500.00 Verfahrenskosten CHF 3'320.00 Total CHF 3'820.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils zu bezahlen.

## Considerations