# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 748c1b4e-c2b0-4b90-bcc8-7301a5f78b78
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Das Gesundheitsdepartement stellte mit Verfügung vom 11. Oktober 2012 fest, Dr.
med. X.Y., habe eine Berufspflicht verletzt (Ziff. 1). Es büsste ihn dafür mit Fr. 4'000.--
(Ziff. 2). Ausserdem wies es ihn an, den ärztlichen Bericht betreffend L.V., umgehend
der Christlichsozialen Krankenkasse der Schweiz zuzustellen (Ziff. 3). Schliesslich
wurde die Widerhandlung gegen die Anweisungen der Verfügung unter Strafandrohung
gestellt (Ziff. 4) und Dr. med. X.Y. eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- auferlegt (Ziff.
5). Die Verfügung wurde am 11. Oktober 2012 per Einschreiben versandt. Sie konnte
Dr. med. X.Y. nicht zugestellt werden; er holte das Einschreiben auch später nicht auf
der Post ab. Die Verfügung wurde deshalb am 26. Oktober 2012 nochmals
orientierungshalber per A-Post zugestellt.
B./ Mit Schreiben vom 16. November 2012 liess Dr. med. X.Y. (nachfolgend:
Gesuchsteller) durch Rechtsanwalt A.B. ein Gesuch um Wiederherstellung der
verpassten Beschwerdefrist beim Gesundheitsdepartement stellen. Das
Gesundheitsdepartement (nachfolgend: Gesuchsgegner) leitete das Gesuch am 5.
Dezember 2012 zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht weiter.
Der Gesuchsgegner erklärte mit Schreiben vom 30. Januar 2013 Verzicht auf eine
Vernehmlassung. Das Schreiben wurde am 31. Januar 2013 zur Kenntnisnahme an den
Vertreter des Gesuchstellers weitergeleitet.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Gemäss Art. 30ter Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 148 Abs. 1 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt ZPO) kann eine Frist einer
säumigen Partei wiederhergestellt werden, wenn die Partei glaubhaft macht, dass sie
kein oder nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach Abs. 2 der gleichen Bestimmung ist
das Gesuch innert zehn Tagen seit Wegfall des Säumnisgrundes einzureichen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/5
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.1. Zuständig zur Behandlung eines Fristwiederherstellungsgesuchs ist jene Instanz,
bei welcher die Frist versäumt wurde (B. Merz, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.],
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N 27 zu
Art. 148; N. Gozzi, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 2 zu Art. 149). Da vorliegend um
Wiederherstellung der Beschwerdefrist ersucht wird, hat das Verwaltungsgericht
darüber zu befinden.
1.2. Die Frist von zehn Tagen beginnt in dem Zeitpunkt zu laufen, in dem der
Hinderungsgrund weggefallen ist; Voraussetzung für den Beginn des Fristenlaufs ist
überdies, dass die Partei überhaupt Kenntnis von der Säumnis hat (B. Merz, a.a.O.,
N 22 zu Art. 148; N. Gozzi, a.a.O., N 41 zu Art. 148). Die Nichtbeachtung der Frist hat
gemäss Art. 30bis VRP Verwirkungsfolge; sie führt mit anderen Worten zum
Nichteintreten auf den Rechtsbehelf. Der Nachweis der Fristeinhaltung liegt im Übrigen
an der säumigen Partei. Sie ist gehalten, im Wiederherstellungsgesuch den Grund für
die Säumnis sowie dessen Eintritt und Wegfall im Einzelnen darzulegen und die
notwendigen Beweismittel beizulegen (vgl. M. Zweifel, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.],
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Auflage, Basel 2008, N 21
zu Art. 133 DBG).
Den entsprechenden Nachweis erbringt der Gesuchsteller nicht. In seinem Gesuch
führt er lediglich aus, er leide an einem schweren Burnout. In einem beigelegten
Arztzeugnis (Beilage 6 zur Beschwerde) wird ihm zwar eine 100-prozentige
Arbeitsunfähigkeit vom 1. Juli 2012 bis zum 31. März 2013 bescheinigt. Er äussert sich
jedoch mit keinem Wort dazu, wann er von der Säumnis Kenntnis nahm und es seine
gesundheitliche Situation wieder zuliess, einen Vertreter zu bestellen. Somit ist die
Einhaltung der Wiederherstellungsfrist nicht nachgewiesen und auf das
Fristwiederherstellungsgesuch nicht einzutreten.
1.3. Selbst wenn von der Einhaltung der Frist ausgegangen würde, wäre das Gesuch
abzuweisen. Zwar kann eine plötzliche und schwere Erkrankung eine
Fristwiederherstellung rechtfertigen (vgl. N. Cozzi, a.a.O., N 20 zu Art. 148). Vorliegend
fehlt es jedoch am Nachweis, dass der entsprechende Hinderungsgrund - auch Ende
Oktober 2012 noch - bestand. Das im Recht liegende Arztzeugnis enthält keinen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/5
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
ärztlichen Befund. Daraus geht lediglich hervor, dass eine 100-prozentige
Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Juli 2012 besteht. Ob sie – wie der Gesuchsteller
behauptet - auf ein schweres Burnout zurückgeht, kann dem Zeugnis nicht entnommen
werden. Selbst wenn aber der Gesuchsteller an einem Burnout litt beziehungsweise
leidet und deswegen seit dem 1. Juli 2012 krankgeschrieben ist, erscheint nicht
glaubhaft, dass er vier Monate später (objektiv und subjektiv) immer noch nicht in der
Lage war, einen Dritten mit der in Frage stehenden Prozesshandlung zu betrauen. Auf
jeden Fall ist dies nicht rechtsgenüglich nachgewiesen.
2. (...).