# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 91d92ae0-6869-4cfc-b5ad-aa765771d946
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1986 geborene
X._
war als Monteur bei der
Y._
AG angestellt und bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 1
7.
Juli 2017 beim Arbeiten mit einer Trennscheibe abrutschte und sich dabei in den Unterarm
s
chnitt
(
Urk.
13/1
; vgl. auch
Urk.
13/33
)
. Die Ärzte des
Z._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 2
0.
Juli 2017 eine Schnittver
letzung des linken Untera
r
ms im palmar distalen Drittel mit 60%iger Durchtren
nung des Musculus
palmaris
longus, 50%iger Durchtrennung der Sehne des Musculu
s
flexor
digitorum
superficiali
s
IV und 90%iger Durchtrennung der Sehne des Musculus
flexor
carpi
ulnaris
. Am Unfalltag
nahmen sie
die operative Wund
versorgung
mit Naht der durchtrennten Sehnen
vor
. Am 2
0.
Juli 2017
beschei
nigten
sie
dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
13
/2-3
,
Urk.
1
3
/13)
.
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht, kam für die Heilungs
kosten auf und richtete Taggelder aus
(
Urk.
13
/5
-7
)
.
Nach anfänglich unauffäl
ligem postoperativem Verlauf (
Urk.
13
/12,
Urk.
13
/17,
Urk.
13
/21,
Urk.
13
/28) schei
terte ein Arbeitsversuch Mitte November 2017 wegen Schmerzen in der Hand (
Urk.
13
/24
,
Urk.
13/29,
Urk.
13/33
).
Eine neurologische Untersuchung ergab eine leichtgradige Neuropathie des
Nervus medianus (
Urk.
12/35).
Wegen der persis
tierenden Beschwerden (
Urk.
13/40,
Urk.
13/45,
Urk.
13/53) wurde d
er Versi
cherte vom 1
4.
Februar bis zum 2
1.
März 2018 in der Rehaklini
k
A._
statio
när behandelt
(
Urk.
13/59)
.
Am 2
8.
Februar
erfolgte
eine operative Narben
revi
sion samt
Karpaltunnelsyndrom (
CTS
)
-Release
(
Urk.
13/123
; vgl. auch
Urk.
13/111
,
Urk.
13/113
,
Urk.
13/131
)
. In der Folge verzögerte sich der Heilungs
verlauf
weiter
(
Urk.
13/149 S. 2
,
Urk.
13/165 S. 2
)
. Nach
dem sie
das
Dossier
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, zur Würdigung vorgelegt hatte (
Urk.
13/200),
verneinte
die Suva
mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2020 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschä
digung (
Urk.
13/221).
Mit einer weiteren Verfügung vom 2
9.
Juni 2020 stellte sie
die Taggelder und die Übernahme der Heilungskosten per
3
1.
Mai 2020
ein
(
Urk.
13/227 S. 2 ff.; vgl. auch
Urk.
13/202
,
Urk.
13/225
).
Die vom Versicherten
gegen die Verfügung vom 1
5.
Juni 2020
erhobene Einsprache
(
Urk.
13/239,
Urk.
13/246; vgl. auch
Urk.
12/242)
wies die Suva
– nach erneuter Vorlage des Dossiers an Kreisarzt
Dr.
B._
(
Urk.
13/247)
–
mit Einspracheentscheid vom
5.
Januar 2021 ab (
Urk.
13/249 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Christe, mit Eingabe vom
8.
Februar 2021 Beschwerde
und beantragte, es sei die Sache zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen und zum Neuentscheid betreffend Inva
lidenrente und Integritätsentschädigung an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen (
Urk.
1 S. 2). Am 1
4.
April 2021 reichte der Beschwerdeführer einen aktu
ellen Bericht des behandelnden Arztes
Dr.
med.
C._
ein (
Urk.
8-9). Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Mai 2021 beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
12), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
1.
Mai 2021 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
14).
Am
1.
März 2022 (
Urk.
15) reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Handchirurgie vom 1
4.
Februar 2022 ein (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren
tenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Zur Bestimmung des Invali
ditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durch
füh
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbs
einkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Vali
deneinkommen).
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehand
lung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Massgeblich für die Beurteilung der Schwere des Schadens ist der medizinische
Befund (
BGE 115 V 147
E. 1, 113 V 218 E. 4b S. 221
mit Hinweisen).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dau
ernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Darin
hat der Bundesrat
in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschä
digung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versi
cherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilwei
sem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden ent
sprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdiens
tes ergäbe (Ziff. 2).
Davon ausgehend hat die S
uva
weitere Bemessungsgrund
lagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Soweit diese Tabellen lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung der Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie
mit Anhang 3 zur UVV vereinbar (Urteil des Bundesgerichts
8
C_549/2007
vom 30. Mai 2008
E. 7.1.2
mit Hinweis auf
BGE
124 V 29
E. 1c S. 32
)
.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integ
ritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen,
so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamt
entschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden pro
zentual angerechnet (Abs. 3).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V
177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
V
on organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
kann
erst
dann
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati
ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden und die angewendeten Unter
suchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerkannt sind
(Urteil des Bundesgerichts
8C_729/2012 vom
4.
April 2013 E. 2 mit weiteren Hinweisen
). Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier bedarf es einer besonderen Adäquanzbeurtei
lung. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen beziehungsweise leichte
n
Unfällen einerseits, schweren Unfällen ander
seits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird
.
Bei Unfällen im mittleren Bereich sind weitere unfallbezogene Kriterien (Adäquanzkriterien) einzubeziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018
vom 1
8.
September 2018
E. 3.2 und 5.1 mit Hinweisen).
1
.5
Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben
die
Versicherungsträger von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG). Ihre
Unter
suchungspflicht
dauert
so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben erheb
liche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (
Urteil des Bundesgerichts
8C_257/2018
vom 2
4.
August 2018 E. 3.3.2 mit Hin
weisen
).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Auch dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern der Untersuchungsbefund lückenlos vorliegt, namentlich ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergibt, und zudem nicht umstritten ist. Weiter sind unfallversicherungsintern eingeholte ärztliche Berichte dann nicht zu berücksichtigen, wenn an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen auch nur geringe Zweifel bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2013 vom 3
1.
März 2014 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Verfügung vom
2
9.
Juni 2020
, womit die Taggeldleistungen pe
r 3
1.
Mai 2020
eingestellt wurden
(
Urk.
13/227 S. 2 ff.)
, ist unangefochten in Rechtskraft erwach
sen (
vgl.
Urk.
13/239,
Urk.
13/246
). Es ist
mittels des Kreisarztberichtes vom 2
4.
April 2020 (
Urk.
13/200) ausgewiesen und
unbestritten, dass von
der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung
spätestens im April/Mai 2020
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden
konnte
und ein stabi
ler medizinischer Endzustand erreicht
war
(
Urk.
1,
Urk.
2 S. 6
,
Urk.
13/227 S. 2
).
S
trittig
und zu
prüfen
ist, ob danach
ein Rentenanspruch entstanden ist. Ebenfalls u
mstritten ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Integritätsentschädi
gung
hat.
2.2
Die Suva
begründet ihre Auffassung,
dass
der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente hat, damit,
dass
er
gemäss Zumutbarkeitsbeurteilung der Reha
klinik
A._
vom 2
1.
März 2018
in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
D
er Sachverhalt
sei
anhand der im Recht liegenden Vielzahl an medizinischen Berichten interdisziplinär hinreichend abgek
l
ärt
. Die neurologi
schen Abklärungen hätten keine
objektivierbare
Nervenläsion ergeben
. E
s habe sich
k
eine eindeutige Schädigung des Nervus medianus und/oder Nervus ulnaris im Bereich der Schnittwunde/Narbe dokumentieren lassen.
Auch ein MRI habe einen unauffälligen Befund ergeben, und ein CRPS habe
nicht bestätigt werden können
(
Urk.
2 S. 6 f.,
Urk.
12 S. 7).
Auch der vom Beschwerdeführer aufgesuchte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie, habe
laut
Bericht vom 1
9.
August 2020 einen physiologischen Normalbefund der Muskulatur
festgestellt
mit sehr geringer Umfangdifferenz des Unterarms auf der linken Seite
im Vergleich zur
dominanten rechten
Seite
. Damit fehlten gemäss Kreisarzt
Dr.
B._
verifizierbare Anzeichen einer schmerzhaften Gebrauchsminde
rung
.
Die Befunde von
Dr.
E._
würden vielmehr aufzeigen
, dass
die Hand und der Unterarm links weitgehend normal einsetzbar, gebrauchsfähig und belastbar seien.
D
em vom Beschwerdeführer geltend gemachten schmerzbeding
ten Bewegungsdefizit der Hand und des Arms links
werde
durch das von der Rehaklinik
A._
aufgestellte Zumutbarkeitsprofil umfassend Rechnung getra
gen (
Urk.
12 S. 9).
Gestützt
dar
auf könne
, wie dies
Dr.
B._
überzeugend dargelegt habe,
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit ausgegangen werden
(
Urk.
2 S. 6 f.
,
Urk.
12 S. 6 f.
).
Es lägen keine Berichte im Recht, welche
auch nur geringe
Zweifel
an der Beurteilung von
Dr.
B._
aufkommen liessen (
Urk.
12 S. 7).
Dazu
sei auch der Bericht des Allgemeinarztes
Dr.
C._
vom 1
3.
April 2021 nicht
geeignet
, da mangels Begründung der abweichenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilung davon ausgegangen werden müsse, dass dieser Arzt lediglich auf
das
subjektive Schmerzempfinden des Beschwerde
führers und nicht auf damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare objektivierbare Befunde abgestellt habe (
Urk.
12 S. 9).
Im Übrigen
wäre die
–
anhand der zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) zu beurteilende
–
adäquate Unfallkausalität eines nicht objektivierbaren neuropathischen Schmerzsyndroms
zu verneinen
(
Urk.
12 S. 8 f.
).
Das Valideneinkommen,
welches der Beschwerde
führer in der angestammte
n Tätigkeit ohne unfallbedingte
Einschränkung im Jahr
2020 verdienen könnte, betrage
Fr.
68'250.-- (
Urk.
2 S. 3,
Urk.
13/221 S. 2). Das Invalideneinkommen sei auf Basis der Tabellenlöhne der
Lohnstrukturerhe
bung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2018, total privater Sektor, Männer
im
Kom
petenzniveau 1)
zu bestimmen
. Unter Berücksichtigung der leidensbedingten Ein
schränkungen gemäss dem Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik
A._
recht
fertige sich die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs von 5
%
. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2020 resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr.
65'023.75 und – verglichen mit dem Valideneinkommen – keine rentenrele
vante unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfä
higkeit (
Urk.
2 S. 7 f.,
Urk.
13/221 S. 2).
Im Rahmen der Beurteilung, ob ein unfallbedingter Integritätsschaden vorliege, habe Kreisarzt
Dr.
B._
in Kenntnis der medizinischen Akten samt der bild
gebenden Befunde berücksichtigt, dass
subjektive Beschwerden
ohne objektivier
bares Korrelat vorlägen. Seine Schlussfolgerung, dass damit die
Erheblichkeits
grenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht sei, überzeuge. Demnach bestehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
2 S. 9,
Urk.
12 S.
4
,
Urk.
13/221
S. 3).
2.3
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber
auf den Standpunkt,
der medizi
nische Sachverh
alt bedürfe weiterer Abklärung
durch die Suva. Diese schliesse gestützt auf die Beurteilungen ihres Kreisarztes vom 2
4.
April und
7.
Oktober 2020 das Vorliegen eines neuropathischen Schmerzsyndroms
als
objektivierbare Gesundheitsschädigung
aus. Entgegen der
k
reisärztlichen Stellungnahme vom
7.
Oktober 2020 werde im
B
ericht
der Klinik für Plastische Chirurgie und Hand
chirurgie
des
F._
vom 1
8.
März 2020 aber nicht jegliche Nervenläsion ausgeschlossen. E
s werde lediglich darauf hingew
i
e
sen, dass es für chronische neuropathische Schmerzen keine eindeutigen (medizinischen) Lösun
gen gebe
; das Vorliegen eines neuropathischen Schmerzsyndroms werde also vorausgesetzt.
In den Berichten von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, vom
3.
Dezember 2018 und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, vom
4.
Juli 2019 werde das Vorliegen eines neuropathischen Schmerzsyndroms bestätigt.
Dieses
Schmerzsyndrom
sei
Anlass
für die Revisionsoperation vom 2
8.
Februar 2019 gewesen
. In seiner Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2019 sei der Kreisarzt
noch
davon ausgegangen, dass die zweite Operation eine Nervenschädigung verursacht
habe. Bis Ende 2019 habe er prognostisch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten bestätigt. Dass der gleiche Kreisarzt in seinen späteren Einschätzungen vom 2
4.
April und
7.
Oktober
2020 plötzlich von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ausgehe, sei nicht nachvollziehbar.
I
n den zahlreichen spezialärztlichen Berichten, die zwischen den kreisärztlichen Stellungnahmen vom 2
2.
Juli 2019 und 2
4.
April 2020 erstellt worden seien,
werde
keine Verbesserung des Gesundheitszu
s
tandes erwähnt
.
Im Gegenteil seien die verschiedenen angewendeten Therapi
e
ansätze erfolglos ge
blieben
.
Deshalb
sei ohne weitere
Beweiserhebungen, bloss gestützt auf die kreisärztlichen Stellung
nahmen, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
Die Suva sei zu ver
pflichten, medizinisch abklären zu lassen, in welchem Ausmass
sich das neuro
pathische Schmerzsyndrom einerseits hinsichtlich des zeitlichen Pensums, ande
rerseits auch
bezüglich
des Belastungsprofils
auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirke.
Letzteres könnte
zur
Bemessung eines leidensbedingten Abzugs bei der Festset
zung des Invalideneinkommens von Bedeutung sein.
Auch zur Beurteilung des Integritätsschadens seien weitere medizinische Abklärungen nötig
(
Urk.
1 S. 7 f.).
3.
3.1
Wegen des verzögerten Heilungsverlaufs hielt sich der Beschwerdeführer
zwecks stationärer Rehabilitation vom 1
4.
Februar bis 2
1.
März 2018 in der Rehaklinik
A._
auf
. Im Austrittsbericht vom 2
1.
März 2018 diagnostizierten die
Fach
leute
eine Schnittverletzung des linken Untera
r
ms im palmar distalen Drittel mit
einem
Sägeblatt (Unfall vom 1
7.
Juli 2017) mit 60%iger Durchtrennung des Musculus
palmaris
longus, 50%iger Durchtrennung der Sehne des Musculus
flexor
digitorum
superficialis
IV und 90%iger Durchtrennung der Sehne des Musculus
flexor
carpi
ulnaris
, welche am 1
7.
Juli 2017 operativ versorgt und genäht wurde. Zudem erwähnten sie eine leichtgradige, am ehesten
kompressive
Neuropathie des
Nervus
medianus im Carpaltunnelabschnitt
, die aufgrund des Ergebnisses der am
6.
Dezember 2017 durchgeführte
n
Neurographien
zu
diag
nostizieren
sei
.
I
m Bereich der Schnittwunde sei von einer zusätzlichen Reizung des Nervus medianus auszugehen (vgl. auch den Befundbericht des Neurologen
Dr.
G._
vom
7.
Dezember 2017 [
Urk.
13/35]).
Weiter hielten sie fest, e
ine MRI
Untersuchung des linken Unterarms habe keine Pathologie ergeben. Hand
chirur
gische Konsilien
durch
PD
Dr.
med.
I._
vom 2
2.
(richtig wohl
:
26.)
Februar
(
Urk.
13/58)
und
8.
März 2018 hätten aufgrund der klinischen Zeichen und berichteten Beschwerden
zur Schlussfolgerung geführt
, dass der Nervus medianus und wen
i
ger der Nervus ulnaris in der Narbe kleben würden (
Scar
-Tethering Nerve [
Urk.
13/60 S. 1]).
Dem Bericht ist
ferner
zu entnehm
en, dass beim Austritt aus der Rehak
linik
A._
folgende Befunde in der Hand und im Unterarm links erhoben wurden: Reizlose Narbenverhältnisse am Unterarm ohne deutliche Schwellung im Seiten
vergleich.
Der Faustschluss war vollständig möglich, und der Beschwerdeführer gab keine Kribbelparästhesien an. Die Beweglichkeit des Handgelenks für Dorsal
extension/
Palmarflexion
habe 50-0-80° betragen. Die Testung habe eine Hand
kraft von 34.7 kg links ergeben, gegenüber 6
4.3 kg rechts (
Urk.
13/60 S
. 8-10).
Bei
Klinikaustritt hätten folgende Probleme
fort
bestanden:
Schmerzhafte Bewe
gungseinschränkung des linken Handgelenks, persistierende Ruhe- und belas
tungsabhängige Schmerzen im Bereich des Operationsgebiets, Kraftdefizit der linken oberen Extremität, intermittierende und bewegungsverstärkte Kribbel
parästhesien der gesamten linken Hand sowie eine Schwellneigung (
Urk.
13/60 S. 2). Im Vordergrund stünden die schmerzhafte Bewegungseinschränkung und die Kraftminderung der linken Hand (
Urk.
13/60 S. 3). Therapeutisch dränge der Beschwerdeführer
angesichts des derzeit frustranen Verlaufs der Ergo- und Phy
siotherapie und der andauernden Schmerzen auf die
vom handchirurgischen Konsiliar
i
us vorgeschlagene Neurolyse.
Wegen
der
Unfallfolgen am distalen Vor
derarm und an der Hand links
sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätig
keit
zumindest innert absehbarer Zeit
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Für eine andere leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne repetitiven (Kraft-)Einsatz der linken Hand, ohne wiederholte Exposition dieser Hand gegenüber Schlägen/Vibrationen sowie ohne Einsatz auf Leitern, welche den Einsatz der linken Hand als Haltehand nötig machten, bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
13/60 S. 2 f.).
3.2
Zur Objektivierung der vermuteten
kompressiven
Pathologie des
Nervus
medianus oder
u
lnaris wurde in der Folge
im
Z._
eine hoch
auflösende Sonographie durchgeführt. Hierbei
ergaben
sich
keine
A
uffällig
keiten
, so dass
Oberarzt
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
,
fest
hielt,
die Verdachtsdiagnose eines
Scar
-Tethering Nerve des
Nervus
medianus oder ulnaris
könne
nicht aufrecht erhalten
werden (
Urk.
13/65; vgl. auch
Urk.
13/62 S. 3
und
Urk.
13/71
).
Eine erneute neurologisch-apparative Abklärung
(Elektroneurographie und Elektro
myographie) vom
4.
Mai 2018 durch
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Neurologie der Rehaklinik
A._
,
ergab im Bereich der Nervi
ulnari
und
medi
ani
sowohl sensibel als auch motorisch Befunde im Normbereich
und eine Ver
besserung im Vergleich zu den
vom
Neurologen
Dr.
G._
erhobenen
Vorbe
funden vom
6.
Dezember 201
7.
Aufgrund des klinischen Befunds wurde
dennoch der Verdacht auf ein leichtgradig ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom links erho
ben
(
Urk.
13/
69).
Die Konsultation des Beschwerdeführers in der
ambulanten Schmerzsprechstunde
des
Z._
am
4.
September 2018 ergab
keine Hinweise für ein CRPS (Komplexes regionales Schmerzsyndrom
;
Urk.
13/198).
Der Neurologe
Dr.
G._
untersuchte den Beschwerdeführer am 2
7.
November 2018 erneut.
Seinem Bericht vom
3.
Dezember 2018 ist zu entnehmen, dass
sich keine eindeutige Schädigung des Nervus medianus oder des Nervus ulnaris im
Bereich der Schnittwunde/Narbe dokumentieren liess. B
ei der
Medianusneuro
graphie
hätten sich
unverändert leichtgradige
demyelinisierende
Schädigungs
zeichen der motorischen und sensiblen
Medianusfasern
im Carpaltunnelabschnitt
gezeigt, wobei eine eindeutige Differenzierung des Schädigungsorts (direkt im Carpaltunnelabschnitt oder etwas weiter proximal im Bereich der Narbe) schwie
rig sei
und allenfalls mittels einer MR-Neurographie gelingen könnte
. Die
Ulna
risneurographie
habe
, ebenso wie die Sonographie der beiden N
erven, zu einem
un
auffälligen Ergebnis
geführt
. Aufgrund der anamnestischen Angaben und der klinischen
Präsentation sei es möglich, dass ein neuropathisches Schmerz
syndrom bei fokaler Reizung des Nervus medianus und/oder ulnaris im Ber
ei
ch der Narbe
bestehe
(
Urk.
13/104
).
3.3
Nachdem
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Handchirurgie, aufgrund ihrer Unter
suchung vom 2
0.
Dezember 2018 eine operative Revision mit Sehnen- und Nerven
lösung im Bereich des Unterarms sowie eine operative Dekompression des
Carpaltunnelsyndroms empfohlen hatte (
Urk.
13/111), und Suva-Kreisarzt
Dr.
B._
am
8.
Januar 2019 die Durchführung dieser Operation als sinnvoll und das Carpaltunnelsyndrom als unfallkausal
bezeichnet hatte (
Urk.
13/113)
, führte
Dr.
D._
den Eingriff am 2
8.
Februar 2019 durch (
Urk.
13/132). Knapp neun Wochen nach der Operation gab der Beschwerdeführer
Dr.
D._
an, die Vernarbungen seien schlimmer als nach der ersten Operation (
Urk.
13/149 S. 2).
Dem Bericht vom
4.
Juli 2019 von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, ist zu entnehmen, dass
ihm
der Beschwerdeführer am
3.
Juli
2019
über eine massive Berührungsempfindlichkeit mit brennenden Schmerzen distal der Operations
narbe am Unterarm, ständiges Ameisenlaufen in allen Fingern und eine Schmerz
zunahme schon bei leich
t
en Tätigkeiten berichtete.
Elektrodiagnostisch ergab die
Medianusneurographie
einen normalisierten Befund bei Status nach der CTS-Operation. Hingegen zeigte die
Ulnarisneurographie
links eine gegenüber rechts um 50
%
geringere Amplitude des Sensiblen Nervenaktionspotentials.
Dr.
H._
ging davon aus, dass die Schmerzen wohl primär durch Läsionen im Bereich der Operation am Unterarm verursacht würden. Er
diagnostizierte ein postoperatives neuropathisches Schmerzsyndrom am linken Unterarm volar distal der Narbe und
eine persistierende Fühlstörung im Innervationsgebiet des
Nervus
medianus und
Nervus
ulnaris
(Ramus
palmaris
und wahrscheinlich auch Ramus dorsalis
[
Urk.
13/165; vgl. auch
Urk.
13/178
,
Urk.
13/183
]
).
Kreisarzt
Dr.
B._
beurteilte den aktenmässig dokumentierten Verlauf am 2
2.
Juli 2019 und gelangte zum Schluss, dass noch kein stabiler medizinischer Zustand erreicht worden sei. Die Operation habe zwar die Nervenkompression erfolgreich
beseitigt, aber selbst
eine zumindest vorübergehende schmerzhafte sensible Nervenreizung/Nervenschädigung im Sinne einer seltenen Komplikation verursacht. Dadurch sei der verzögerte Heilungsverlauf medizinisch begründet mit
zeitlich offener Prognose. Dementsprechend sei bis Ende des Jahres auch in angepassten Tätigkeiten keine Teilarbeitsfähigkeit anzunehmen, weil dadurch Heilverlauf und Behandlung gefährdet würden (
Urk.
13/166).
Am 2
3.
Januar 2020 nahm
Dr.
L._
, Oberarzt der
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
F._
, eine weitere Ultraschallunter
suchung vor, welche keine eindeutigen Pathologien im Nervus ulnaris und medi
anus ergab (
Urk.
13/192). Dem Verlaufsbericht von
Dr.
L._
vom 1
8.
März 2020
ist zu entnehmen, dass die zwischenzeitlich in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
F._
durchgeführte
Neurographie des
Nervus ulnaris links (vgl.
Urk.
13/192) normale motorische und sensible Ergebnisse
ge
zeitigt
hatt
e.
Dr.
L._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer eine Büro
arbeit ausüben könne. Eine weitere Operation sei nicht vorgesehen. Dem Beschwerdeführer sei erklärt worden, dass es keine eindeutige Lösung für chro
nische neuropathische Schmerzen gebe, welche möglicherweise mit Verwachsun
gen im anfänglichen Wundgebiet zusammenhingen (
Urk.
13/197).
3.4
Am 2
4.
April 2020
würdigte Kreisarzt
Dr.
B._
die neusten
Arztberichte
und gelangte zur Schlussfolgerung, es könne inzwischen von einem dauerhaft stabilen medizinischen Endzustand ausgegangen werden. Nach objektivierbaren Kriterien sei eine Besserung eingetreten. Dem Beschwerdeführer sei, entsprechend der Beur
teilung der Rehaklinik
A._
, eine leidensangepasste Tätigkeit im Vollzeit
pensum zumutbar. Mit Blick auf die im Bericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
F._
vom 1
8.
März 2020 dokumen
tierten klinischen Befunde (
Beweglichkeit Extension/Flexion 50-0-40°, Pro
-
/Su
pi
nation voll,
Radialduktion
/
Ulnarduktion
30-0-20°; Faustschluss sowie Finger
extension voll; Daumenopposition bis
Kapandji
10;
Jamar
-Test 18 kg ver
sus 56 kg
[
Urk.
13/197]
)
sei die
E
rheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschä
digung nicht erreicht. Subjektive Beschwerden wie Schmerzen ohne objektivier
bares Kor
relat fänden bei der Beurteilung des Integritätsschadens keine Berück
sichtigung (
Urk.
13/200).
3.5
Nach Erhalt der den Anspruch auf eine Rente und Integritätsentschädigung verneinenden Verfügung der Suva vom 1
5.
Juni 2020
(
Urk.
13/221)
holte
der Beschwerdeführer
bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie,
eine Zweitmeinung ein
(
Urk.
13/243 S. 1). Dem Bericht vom 1
9.
August 2020
über die Untersuchung vom 1
7.
August 2020
ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer angab, schon leichteste Berührung
en
distal der N
arbe würde
wegen der stetigen Hypersensibilität Schmerzen auslösen. Beim Auflegen der Hand, etwa zum
Schreiben mit einer Tastatur,
brenne und schmerze
die Narbe.
Die Schmerzen führten auch zu einem erheblichen Kraftverlust, so dass er mit der linken Hand keine
T
ürfalle
mehr bedienen könne.
Dr.
E._
erhob eine diskrete Schwellung im Bereich der Narbe, eine eingeschränkte Beweglichkeit
mit Flexion/Extension 70-0-45° sowie
Ulnarduktion
/
Radialduktion
30-0-20°. In Flexion sei der Faust
schluss nicht möglich, sonst deutlich abgeschwächt möglich, ebenso der Pinzet
ten-Griff.
Zudem bestehe eine diskrete Umfangdifferenz des linken Vorderarms mit 26 cm im Vergleich zur rechten Seite mit 27 cm. Während der Untersuchung habe der
Beschwerdeführer Kribbelparästhesien in der ganzen Hand angegeben.
Dr.
E._
gelangte zur Beurteilung, nach der zweiten Operation habe sich ein neuropathisches Schmerzsyndrom
entwickelt, welches zusammen mit den
Dys
-
und
Hyperästhesien
das
Hauptsym
p
t
om
bilde
. Trotz intensiver therapeutischer Bemühungen hätten die Schmerzen bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden können. Die klinisch fassbaren Befunde, insbesondere der fehlende Faustschluss bei Flexion und die deutliche Kraftminderung im Vergleich zur Gegenseite wider
sprächen der Beurteilung der Suva deutlich. Obwohl er kein Funktionsprofil habe erheben können, stehe doch fest, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, mit der linken Hand noch eine Arbeitsleistung zu erbringen (
Urk.
13/243 S.
2 f.).
3.6
Am
7.
Oktober 2020 nahm Kreisarzt
Dr.
B._
zum Fall erneut aus versiche
rungsmedizinischer Sicht Stellung und wies darauf hin, dass
im Rahmen der
neu
rologische
n
Abklärung im Universitätsspital Zürich
jegliche Nervenläsion
–
auch ein neuropathisches Schmerzsyndrom
–
ausgeschlossen worden sei.
Sodann doku
mentiere auch
Dr.
E._
einen Normalbefund der Muskulatur mit sehr geringer Differenz
der linken Seite im Vergleich zur dominanten rechten Seite
von
lediglich
1,0 cm.
Bei langanhaltenden Schmerzen und dadurch begründeter Gebrauchsminderung sei eine zunehmende Minderung der Muskulatur unver
meidbar. Die Befunde von
Dr.
E._
würden somit aufzeigen, dass die Hand und der Unterarm links weitgehend normal einsetzbar, gebrauchsfähig und belastbar seien
.
Deshalb vermöge der Bericht von
Dr.
E._
seine Einschätzung vom 2
4.
April 2020 nicht zu ändern
(
Urk.
13/247)
.
3.7
Dr.
med.
C._
, praktischer Arzt, attestierte dem Beschwerdeführer
mit Bericht vom
1
3.
April 2021
, das
s
er mit dem linken Unterarm maximal Gewichte von 1,5
kg für höchstens zwei Stunden täglich heben und tragen könne; für wenige Minuten könne er auch Gewichte bis maximal 3 kg heben. Ein Heben über Brust
höhe sei nicht möglich. Damit sei der linke Arm auch für leichte Tätigkeiten prak
tisch nicht einsetzbar. Nach den Hebeübungen bestünden über mehrere Stunden heftige Schmerzen und Schwellungen des linken Unterarmes. Er,
Dr.
C._
, empfehle
deshalb eine erneute Überprüfung der tatsächlichen Belastbarkeit des linken Armes bei einem Spezialarzt (
Urk.
8).
4.
4.1
Umstritten ist in erster Linie, ob der Beschwerdeführer als Folge seines Unfalls beziehungsweise der beiden Operationen an einem objektivierbaren neuropathi
schen Schmerzsyndrom
im Bereich der Hand und des Unterarms links
leidet
, das zu Leistungen der Beschwerdegegnerin berechtigt.
Kreisarzt
Dr.
B._
gelangte
am
7.
Oktober 2020 gestützt auf die medi
zinischen Akten
zur
Einschätzung, dass damals keine Ne
rvenläsion mehr bestan
den habe
(
Urk.
13/247)
.
Zwar
erwähnte
Dr.
L._
von der
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
F._
, auf
dessen
Beurtei
lung
Dr.
B._
verwies, in
seinem
Bericht vom
1
8.
März 2020
, dass eine kürzlich
in der Klinik durchgeführte Neurographie des Nervus ulnaris links (vgl.
Urk.
13/192) keinen auffälligen motorischen und sensiblen Befund ergeben
habe
(
Urk.
13/197).
Die
vom Neurologen
Dr.
H._
am
3.
Juli 2019 durchgeführte
Ulna
risneurographie
hatte
da
gegen noch eine gegenüber rechts um 50
%
gerin
gere Amplitude des
s
ensiblen Nervenaktionspotentials
gezeigt
.
Dr.
H._
war
des
halb davon aus
gegangen
, dass ein postoperatives neuropat
h
isches Schmerz
syndrom
am linken Unterarm mit einer persistierenden Fühlstörung
vorliege
(
Urk.
13/165).
Dr.
B._
hatte dies
in seiner früheren Stellungnahme
vom
2
2.
Juli 2019
anerkannt
,
mit der Feststellung
,
dass
die
zweite Operation zu einer
zumindest vorüber
gehenden schmerzhaften sensiblen Nervenrei
zung/Nervenschädigung
geführt
habe
(
Urk.
13/166)
.
Es fällt auf, dass der Neurologe
Dr.
G._
am 2
7.
November 2018, vor der zwei
ten Operation, im Rahmen einer
Medianusneurographie
leichtgradige
demyelini
sierende
Schädigungszeichen der motorischen und sensiblen
Medianusfasern
im Carpaltunnelabschnitt erhoben hatte (
Urk.
13/104), während
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Neurologie der Rehaklinik
A._
,
einige Monate früher am
4.
Mai 2018 nach der gleichen Untersuchung zum Schluss gelangt war, es lägen Normalbefunde vor
. Sie schloss daraus auf eine zwischenzeitliche Verbesserung der Situation im Vergleich zur Voruntersuchung durch
Dr.
G._
vom
6.
Dezember 2017
(
Urk.
13/69 S. 2 f.)
. Damals hatte
Dr.
G._
allerdings den genau gleichen Befund erhoben wie später am 2
7.
November 2018 (
Urk.
13/35), was gegen eine zwischenzeitliche Besserung spricht.
Es ist
vor diesem Hintergrund
nicht auszuschliessen, dass die
bei den Akten liegenden
unterschiedlichen
fachärztlichen
Einschätzungen
zum Vorliegen einer
objektivierbaren Nervenschädigung
nicht Folge einer Ausheilung der Nerven
läsionen im
zeitlichen
Verlauf, sondern bloss Ausdruck einer unterschiedlichen Beur
teilung des
im Wesentlichen gleichen
medizinischen Sachverhalts sind.
Dies würde jedenfalls die subjektiv weitgehend unveränderte Beschwerdesituation erklären.
Mangels einer neurologischen Auseinandersetzung mit dieser Proble
matik kann nicht gesagt werden, welche
Interpretation der apparativ erhobenen neurologischen Befunde
zuverlässiger ist. Damit kann bei der gegenwärtigen Aktenlage – entgegen der Ansicht von
Dr.
B._
– das Vorliegen eines objek
tivierbaren neuropat
h
ischen Schmerzsyndroms nicht ausgeschlossen werden.
4.2.
Zur Bestimmung des Belastungsprofils einer zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit und des
trotz
der Unfallfolgen
noch
möglichen Arbeitspensums stellte Kreisarzt
Dr.
B._
auf die Beurteilung im Austrittsbericht der
Rehaklinik
A._
vom
2
1.
März 2018
ab
, welche auf
Untersuchungen in der Zeit vom
1
4.
Februar bis 2
1.
März 2018
beruht
(
Urk.
13/60
S. 2 und 8-10)
. In der Folge kam es
allerdings
am 2
8.
Februar 2019
zu
r
zweiten Operation
am
linken Unter
arm
,
die
auch gemäss
Dr.
B._
zu einer Komplikation
führte
im Sinne einer zumindest vorübergehenden Läsion des Nervus ulnaris (
Urk.
13/166)
. Es fällt auf, dass
die
fachärztlich dokumentierte
klinische Befundlage nach der zweiten Ope
ration vom
2
8.
Februar 2019
nicht mit derjenigen bei Austritt aus der Rehaklinik
A._
, die dem von den dortigen Ärzten definierten Zumutbarkeitsprofil zugrunde liegt, übereinstimmt.
Während die Ärzte der Rehaklinik
A._
in ihrem Austrittsbericht
vom 2
1.
März 2018
insbesondere
reizlose Narbenverhält
nisse am Unterarm ohne deutliche Schwellung, einen uneingeschränkt möglichen Faustschluss, das Fehlen von Kribbelparästhesien und eine Handkraft von 34.7
kg links gegenüber 64.3 kg
rechts
vermerkten (
Urk.
13/60 S
. 8-10), erhob der Neuro
loge
Dr.
H._
am
3.
Juli 2019 eine massive Berührungsempfindlichkeit mit brennenden Schmerzen distal der Operationsnarbe am Unterarm sowie ständiges Ameisenlaufen in allen Fingern (
Urk.
13/165). Dem Bericht der Klinik für Plasti
sche Chirurgie und Handchirurgie des
F._
vom 1
8.
März 2020 ist eine geringere relative Kraft der linken Hand zu entnehmen (18 kg links versus 56 kg rechts [
Urk.
13/197]). Und der orthopädische Chirurg
Dr.
E._
erwähnte in seinem Bericht vom 1
9.
August 2020 eine Berührungsempfindlich
keit sowie
eine
leichte Schwellung im Bereich der Operationsnarbe, einen deutlich eingeschränkten Faustschluss und Pinzetten-Griff
sowie Kribbelparästhesien in der ganzen Hand
(
Urk.
13/243 S. 2
), während
Dr.
D._
im
aktuellsten Bericht vom 1
4.
Februar 2022
von einem kompletten Faustschluss und kompletter Extension, aber auch einer ausgeprägten Kraftminderung sprach (
Urk.
16
).
Aufgrund der verschlechterten Befundlage nach der zweiten Operation ist nicht auszuschliessen, dass das in der Rehaklinik
A._
erstellte Zumutbarkeitsprofil aktuell nicht mehr gilt.
Ein umfassendes Zumutbarkeitsprofil wurde nach der zweiten Operation aber nicht erstellt, worauf die
Dres
.
E._
und
C._
zu Recht hinwiesen (
Urk.
8,
Urk. Urk.
13/243 S. 3). Deshalb ist unklar, welche
Funk
tions
- und Bewegungseinschränkungen im Bereich von Hand und Unterarm links heute anhand organisch objektivierbarer Läsionen erklärt werden können.
4.3
Soweit
Dr.
B._
aus der geringen Umfangdifferenz des linken Unterarms im Vergleich zur dominanten rechten Seite auf eine fehlende Gebrauchsminderung des linken Arms schloss (
Urk.
13/247), wird das Gewicht dieses Arguments dadurch relativiert, dass
Dr.
B._
den Beschwerdeführer nie persönlich untersucht hat. Deshalb verfügte er über kein umfassendes Bild des linken Arms und der linken Hand. Es kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass auch weitere Aspekte wie Ausprägung der Muskulatur und Grad der
Beschwie
lung
der Hand berücksichtigt werden müssen, um im Seitenvergleich auf eine fehlende Gebrauchsminderung des linken Arms schliessen zu können.
4.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die medizinische Aktenlage nicht frei von Widersprüchen ist
, selbst wenn die Einschätzung des praktischen Arztes
Dr.
C._
vom 1
3.
April 2021
, dass der Beschwerdeführer mit der linken Hand aktuell auch keine leichten Tätigkeiten mehr versehen könne
(
Urk.
8)
, unberück
sichtigt bleibt
. Damit bestehen zumindest geringe
Zweifel an
der Richtigkeit der
vom
Kreisarzt
Dr.
B._
a
m
2
4.
April und
7.
Oktober 2020 gezogenen
Schluss
folgerungen
, dass
kein objektivierbares neuropathisches Schmerzsyndrom im linken Unterarm vorliege und der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig sei in leichten bis mittelschweren angepassten Tätigkeiten mit dem von den Spe
zialisten der Rehaklinik
A._
definierten Zumutbarkeitsprofil
(
Urk.
13/200,
Urk.
13/247)
.
Deshalb kommt den Suva-internen Aktenbeurteilungen von
Dr.
B._
keine
, für den definitiven Fallabschluss hinreichende
Beweiskraft zu (vgl. vorstehend E. 1.6).
Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass ein weiter eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil den Anspruch auf eine Rente und/oder Integritätsentschädigung beeinflussen könnte, selbst bei Zumutbarkeit einer Arbeit im Vollzeitpensum. Auch angesichts
seines
noch jungen Alters
ist eine sorgfältige Abklärung
de
s
medizinische
n
Sachverhalt
s unabdingbar
.
4.5
Bei dieser Aktenlage
wird
die Suva – an welche die Sache zurückzuweisen ist –
den Beschwerdeführer durch externe Experten zu begutachten lassen haben. In Anbetracht der zur Diskussion stehenden Beeinträchtigungen sind
zumindest fachärztlich-handchirurgische und
-
neurologische Untersuchungen nötig
, um die
natürlich kausalen Unfallfolgen abschliessend zu beurteilen.
Allfällige glaub
hafte, jedoch nicht direkt organisch objektivierbar zu machende Schmerzen, wären sodann nach der Rechtsprechung über die
Unfalladäquanz
auf ihre Leis
tungsrelevanz hin zu überprüfen
(vgl. vorstehend E. 1.4
sowie das Urteil des Bun
desgerichts 8C_123/2018 vom 1
8.
September 2018 E. 4.3.4, 4.4 und 5.1
).
Die
Sachverständigen
werden sich
zudem unter Berücksichtigung der in E.
1.3
dargelegten Bestimmungen
zur Integritätsentschädigung
zum Integritätsschaden zu äussern haben.
Im Falle
objektivierbarer Funktions- und Bewegungseinschrän
kungen im linken Vordera
r
m und der linken Hand werden sie vorab
die Suva-Tabelle 1
(
«Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitä
ten»
)
heranzuziehen haben. Sollte sich
zudem
ein
unfallkausales
neuropathisches Schmerzsyndrom
objektivieren lassen,
ist ein solches im Quervergleich unter Berücksichtigung der Schmerzfunktionsskala de
r Suva-Tabelle 7 (
«Integritäts
schaden bei Wirbelsäulenaffektionen»
) zu bewerten (
vgl. dazu das Urteil des Bun
desgerichts 8C_362/2014 vom 2
5.
Juni 2014 E. 6.2-3)
.
Gestützt auf die gutachterlichen Erkenntnisse wird die
Beschwerdegegnerin
her
nach erneut über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zu verfügen haben. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5.
Nach § 34 Abs. 1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Als weitere Bemessungskrite
rien nennt
§
7 der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer)
den Zeitaufwand und die Bar
auslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist die Prozessentschädigung des Beschwer
defü
hrers ermessensweise auf
Fr.
2'2
00.
-- (inkl. Barauslagen und MWSt)
festzusetzen.