# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3acbdf72-b277-4e22-a9fe-39f95fd92330
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

massgebliche Sachverhalt habe sich seit Abschluss des ordentlichen
Verfahrens wesentlich verändert. Die Vorinstanz habe unter der
veränderten Sachlage das Wiedererwägungsgesuch hinsichtlich der
geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe zu Unrecht
abgewiesen. A._ sei vorläufig als Flüchtling anzuerkennen; dies
allerdings aufgrund subjektiver Nachtfluchtgründe, was eine
Asylgewährung ausschliesse.
b) Bereits am 29. November 2002 war die Ehefrau von A._ ihrem
Ehemann mit dem damals dreijährigen gemeinsamen Sohn in die
Schweiz gefolgt. Mittlerweile sind A._ wie auch seine Familie,
einschliesslich des 2007 geborenen zweiten Sohnes, im Besitze von
Jahresaufenthaltsbewilligungen.
2. Am 5. September 2007 meldete sich A._ bei der IV-Stelle des
Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle klärte dessen erwerbliche und medizinische Situation ab.
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Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies sie in der Folge mit
Verfügung vom 1. Juni 2010 das Leistungsbegehren von A._ ab, da
der Versicherungsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor
der Einreise in die Schweiz eingetreten und A._ zum damaligen
Zeitpunkt nicht bei der Invalidenversicherung versichert gewesen sei.
3. Am 3. Mai 2010 meldete sich A._ bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Graubünden, AHV-Ausgleichskasse, als EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend AHV-Ausgleichskasse) zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an. Auf entsprechende Nachfrage hin teilte die IV-
Stelle der AHV-Ausgleichskasse am 21. Mai 2010 mit, A._ sei zu
100 % invalid. Mit Verfügung vom 19. November 2010 gewährte die AHV-
Ausgleichskasse A._ daraufhin rückwirkend per 1. September 2007
Ergänzungsleistungen und leistete eine Nachzahlung im Betrag von
Fr. 207'625.--. In den folgenden Jahren passte die AHV-Ausgleichskasse
die Ergänzungsleistungen den Lebensumständen von A._ an. Ab
dem 1. Oktober 2013 richtete sie Ergänzungsleistungen auf der
Grundlage eines Einpersonenhaushalts aus.
4. Am 2. Oktober 2013 ersuchte die AHV-Ausgleichskasse die IV-Stelle, den
Invaliditätsgrad von A._ zu überprüfen. Am 12. Januar 2015 teilte die
IV-Stelle der AHV-Ausgleichskasse mit, im Revisionsverfahren habe sich
ergeben, dass A._ seit dem 1. März 2014 nicht mehr invalid sei.
Ausgehend von dieser Beurteilung stellte die AHV-Ausgleichskasse mit
Verfügung vom 14. Januar 2015 die A._ zugesprochenen
Ergänzungsleistungen rückwirkend per 1. März 2014 ein und verpflichtete
A._, die zu Unrecht bezogenen Ergänzungsleistungen im Betrag von
Fr. 27'430.-- zurückzuerstatten. Die gegen diese Anordnung erhobene
Einsprache wies die AHV-Ausgleichskasse mit Entscheid vom 5. März
2015 ab.
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5. Am 2. April 2015 reichte die Sozialversicherungsanstalt Graubünden,
Fachstelle BVM, bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Strafanzeige
gegen A._ wegen Betrugs, Urkundenfälschung und widerrechtlichen
Erwirkens von Leistungen oder Beiträgen ein.
6. Am 17. April 2015 gelangte A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kanton Graubünden. Darin
beantragte der Beschwerdeführer, der Einspracheentscheid der AHV-
Ausgleichskasse vom 5. März 2015 sei aufzuheben und ihm seien die ihm
zustehenden Ergänzungsleistungen ab dem 1. März 2014 wieder
auszurichten. Eventualiter sei er von einem unabhängigen
psychiatrischen und/oder psychotraumatologischen Sachverständigen
hinsichtlich seiner Erwerbsfähigkeit eingehend zu untersuchen und/oder
es sei von einem unabhängigen psychiatrischen und/oder
psychotraumatologischen Sachverständigen ein diesbezügliches
Obergutachten einzuholen. Ihm sei für das vorliegende Verfahren die
unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt lic.
iur. Adrian Scarpatetti zu gewähren. Zur Begründung dieser Anträge
brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, in den letzten sieben
Jahren von verschiedenen (psychiatrischen) Fachärzten untersucht sowie
begutachtet worden zu sein. Alle Ärzte seien aufgrund der gleichen oder
ähnlichen Diagnosen zum Schluss gekommen, dass der
Beschwerdeführer nicht erwerbsfähig sei, der Krankheitsverlauf schwierig
sei sowie die Heilungschancen äusserst gering seien. Diese für die
Bemessung des rentenbegründenden Invaliditätsgrads massgebliche
Sachlage habe im Vergleich zur ursprünglichen Beurteilung des
Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers im 2010 keine Änderung
erfahren. Der Beschwerdeführer leide infolge der erlittenen traumatischen
Ereignisse nach wie vor an schwerwiegenden psychischen Beschwerden,
welche eine Erwerbstätigkeit ausschlössen. Der von der IV-Stelle
beigezogene Gutachter, Dr. med. B._, vertrete erstmals und als
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einziger der mit dem Fall befassten Ärzte die Auffassung, der
Beschwerdeführer leide seit Ende 2013 an keiner psychischen Krankheit
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Unabhängigkeit von Dr. med.
B._ werde nach wie vor bestritten, sei doch dessen ablehnende
Haltung gegenüber dem Beschwerdeführer sowie das Verharmlosen der
geäusserten Beschwerden und Probleme im Gutachten stets spürbar. Der
Gutachter gehe im Übrigen just von demjenigen Zeitpunkt von einer
Besserung der gesundheitlichen Verfassung aus, in welchem sich der
Beschwerdeführer aufgrund einer Verschlechterung seines
Gesundheitszustands wieder in psychiatrische Behandlung begeben
habe. Von einer Stabilisierung sowie Besserung des psychischen
Zustands des Beschwerdeführers könne keine Rede sein. Seit seiner
Folterung im 1999 leide er an schwerwiegenden psychischen
Beschwerden, die, obgleich er sich unzähligen ambulanten sowie
stationären Behandlungen unterzogen habe, nicht hätten geheilt werden
können. Dies habe dazu geführt, dass er die Therapie zeitweise
unterbrochen habe. Mittlerweile habe er jedoch eingesehen, dass dies
kein gangbarer Weg sei und er auf psychiatrische Hilfe angewiesen sei,
wenn auch nur zur Linderung der vorhandenen Probleme. Der
massgebliche Sachverhalt habe sich somit seit der erstmaligen
Beurteilung des Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers im 2010 nicht in
rechtserheblicher Weise verändert, weshalb sich der angefochtene
Einspracheentscheid als unrichtig erweise.
7. Die AHV-Ausgleichskasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
beantragte in der Vernehmlassung vom 26. Mai 2015 unter Berufung auf
den angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde.
Ergänzend hielt sie fest, der Beschwerdeführer habe gegenüber der IV-
Stelle und der EL-Stelle mehrfach unvollständig und/oder nicht
wahrheitsgetreu Auskunft gegeben. Er habe dabei erhebliche kriminelle
Energie, aber keine gesundheitlichen Einschränkungen gezeigt.
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8. Dazu nahm der Beschwerdeführer in der Replik vom 4. Juni 2015 unter
Erneuerung seiner Anträge Stellung. Die Beschwerdegegnerin hielt in der
Duplik vom 10. Juni 2015 ihrerseits an ihren Anträgen fest.
9. Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Oktober 2015 ersuchte die
zuständige Instruktionsrichterin das Staatssekretariat für Migration, dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die den Beschwerdeführer
betreffenden Asylakten zuzustellen. Im November 2015 wurden die
fraglichen Akten von der Beschwerdegegnerin eingereicht und vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Gerichtskanzlei
eingesehen.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die
eingereichten Beweismittel wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der als EL-Durchführungsstelle tätigen AHV-Ausgleichskasse des
Kantons Graubünden vom 5. März 2015. Gemäss Art. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ELG; 831.30) sind die Bestimmungen des
ATSG auf die Ergänzungsleistungen anwendbar. Gemäss Art. 56 Abs. 1
i.V.m. Art. 60 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen und
Einspracheentscheide eines Sozialversicherungsträgers beim
zuständigen Versicherungsgericht innerhalb von 30 Tagen
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Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben werden. Örtlich zuständig ist
gemäss Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen
Kantons, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende
Dritte zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der
Beschwerdeführer wohnt seit Jahren in X._ (Kanton Graubünden),
womit die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit
des als Versicherungsgericht amtenden Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden fällt (Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das angerufene
Gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit somit
zuständig. Der Beschwerdeführer ist als formeller und materieller
Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids von diesem überdies
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher
Überprüfung (Art. 59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist folglich zu
bejahen. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist damit einzutreten.
2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist einerseits, ob der
Beschwerdeführer über den 1. März 2014 hinaus Ergänzungsleistungen
beanspruchen kann, andererseits ob er der Beschwerdegegnerin zu viel
bezogene Ergänzungsleitungen in der Höhe von Fr. 27'430.--
zurückzuerstatten hat. Der Bund und die Kantone gewähren Personen,
welche die gesetzlichen Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen,
Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1
ELG). Die geschuldeten Ergänzungsleistungen bestehen aus der
jährlichen Ergänzungsleistung, welche monatlich ausbezahlt wird (Art. 3
Abs. 1 lit. a ELG), sowie aus der Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1 lit. b ELG). Die jährliche
Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die
anerkannten Ausgaben (Art. 10 ELG) die anrechenbaren Einnahmen (Art.
11 ELG) übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Hierdurch sowie mit den
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zusätzlich zu vergütenden Krankheits- und Behinderungskosten soll der
Existenzbedarf des leistungsberechtigten Versicherten angemessen
gedeckt und dessen Sozialhilfeabhängigkeit vermieden werden (Art. 112
Abs. 2 lit. b der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft [BV; SR 101]; BGE 130 V 185 E.4.3.3, 127 V 369
E.5a).
b) Der Bezug von Ergänzungsleistungen knüpft an die in der AHV und IV
versicherten Risiken an. Um Ergänzungsleistungen beanspruchen zu
können, muss dem Anspruchsberechtigten deshalb eine entsprechende
Rente oder Hilflosenentschädigung zustehen (Art. 4 ELG; GUSTAVO
SCARTAZZINI / MARC HÜRZELER, Bundesversicherungsrechts, 4. Aufl., Basel
2012, § 14 N. 13). Davon wird in Ausnahmefällen abgesehen und
Schweizer Staatsangehörigen, Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates
der Europäischen Gemeinschaft, die der Verordnung (EWG) 883/04
unterstellt sind, Staatsangehörigen der EFTA, auf welche die Verordnung
(EWG) 1408/71 anwendbar ist, Flüchtlingen und Staatenlosen sowie
Angehörigen von Staaten, mit denen die Schweiz ein
Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, das einen Anspruch
auf ausserordentliche Renten vorsieht, wird ein Anspruch auf sog.
rentenlose Ergänzungsleistungen eingeräumt. Dies gilt allerdings nur,
wenn sie das ordentliche Rentenalter erreichten haben (Art. 4 Abs. 1 lit. b
Ziff. 1 ELG), verwitwet oder verwaist sind und einen Anspruch auf eine
Witwen-, Witwer- oder Waisenrente der AHV hätten, wenn die
verstorbene Person die Mindestbeitragsdauer erfüllt hätte (Art. 4 Abs. 1
lit. b Ziff. 2 ELG) oder zu mindestens 40 % Prozent invalid sind (Art. 4
Abs. 1 lit. d ELG). Die Frage, ob eine dieser Fallkonstellationen vorliegt,
ist aufgrund der massgeblichen Regelungen in der AHV sowie IV und der
dazu ergangenen Rechtsprechung zu entscheiden. Fällt diese Prüfung
positiv aus, so sind bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen
(Aufenthalt, Wohnsitz, wirtschaftliche Verhältnisse) rentenlose
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Ergänzungsleistungen auszurichten (vgl. zum Ganzen Wegleitung über
die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV des Bundesamtes für
Sozialversicherungen [WEL], Stand 1. Januar 2015, Rz. 2230; ERWIN
CARIGIET / UWE KOCH, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, Supplement,
Zürich 2010, S. 72 f.; RALPH JÖHL/PATRICIA USINGER EGGER, in: MEYER
[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrechts, Soziale Sicherheit,
Band XIV, Basel 2016, S. 1722 Rz. 25; URS MÜLLER, in:
STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
ELG, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2015, Art. 4 N. 32).
c) Bei der Prüfung eines Anspruchs auf rentenlose Ergänzungsleistungen
sind demnach nicht nur die anerkannten Ausgaben und anrechenbaren
Einnahmen, sondern auch die rentenspezifischen Sachverhaltselemente
zu ermitteln. Diese Abklärung hat in Form einer Amtshilfe gegenüber der
zuständigen AHV-Ausgleichskasse zu erfolgen (Art. 32 Abs. 2 ATSG;
WEL Rz. 2230.03; JÖHL/USINGER-EGGER, a.a.O., S. 1722 Rz. 25). In den
Anwendungsfällen von Art. 4 Abs. 1 lit. d ELG ist zusätzlich noch die IV-
Stelle beizuziehen, welche zuhanden der EL-Durchführungsstelle den
massgeblichen Invaliditätsgrad abzuklären und hierfür, sofern erforderlich,
medizinische Gutachten einzuholen hat (Art. 32 Abs. 2 ATSG und Art. 57
Abs. 1 lit. f IVG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 lit. k der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV]; WEL Rz. 2230.04; JÖHL/USINGER-EGGER,
a.a.O., S. 1723 Rz. 25 und FN 127). An diese Abklärungen zum
rentenbegründenden Invaliditätsgrad haben sich die EL-Organe
grundsätzlich zu halten (BGE 140 V 267 E.2.3, 117 V 202 E.2b; Urteil des
Bundesgerichts P 49/06 vom 16. Juli 2007 E.4.1). Diese Bindung ist
deshalb angezeigt, weil die EL-Durchführungsorgane zum einen nicht
über die fachlichen Voraussetzungen für eine selbstständige Beurteilung
der Invalidität verfügen und es zum anderen zu vermeiden gilt, dass der
gleiche Sachverhalt unter denselben Gesichtspunkten von verschiedenen
Instanzen unterschiedlich beurteilt wird (BGE 117 V 202). Davon
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ausgenommen ist eine vor Erlass der Verfügung oder des
Einspracheentscheides (zum zeitlich massgebenden Sachverhalt:
BGE 129 V 167 E.1) eingetretene gesundheitliche Veränderung, welche –
unter Umständen – berücksichtigt werden darf, auch wenn sie der
Verwaltung zum Zeitpunkt der Verfügung oder des
Einspracheentscheides noch nicht bekannt oder noch nicht überwiegend
wahrscheinlich war und damit nicht Gegenstand dieser Entscheide bildete
(vgl. Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts P 49/06 vom
16. Juli 2007 E.4.1, P 6/04 vom 4. April 2005 E.3.1.2 in fine).
d) Von dieser Rechtslage ausgehend prüfte die Beschwerdegegnerin im
2010 den Anspruch des Beschwerdeführers auf rentenlose
Ergänzungsleistungen. Dabei kam sie in der Verfügung vom
19. November 2010 zum Schluss, der Beschwerdeführer könne bei einem
Invaliditätsgrad von 100 % rückwirkend ab dem 1. September 2007
Ergänzungsleistungen von bis zu Fr. 3'747.-- monatlich beanspruchen
(Beilagen der Beschwerdegegnerin [Bg-act. 20]). In der Folge passte sie
die dem Beschwerdeführer zustehenden Ergänzungsleistungen jährlich
an dessen Lebensumstände an und richtete seit dem 1. Oktober 2013
Ergänzungsleistungen auf der Grundlage eines Einpersonenhaushalts
aus (vgl. Bg-act. 21-30). Am 2. Oktober 2013 ersuchte die
Beschwerdegegnerin die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers zu überprüfen. Am 12. Januar 2015 teilte die IV-Stelle
der Beschwerdegegnerin daraufhin mit, der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers betrage seit dem 1. März 2014 0 % (Akten der
Beschwerdegegnern [Bg-act.] 46). Aufgrund dieser Beurteilung verneinte
die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Ergänzungsleistungen rückwirkend per 1. März 2014 zunächst in der
Verfügung vom 14. Januar 2015 und auf Einsprache hin alsdann im
Entscheid vom 5. März 2015. Nachfolgend ist unter Zugrundelegung der
massgeblichen invalidenversicherungsrechtlichen Regelungen zunächst
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zu prüfen, ob der Beschwerdeführer tatsächlich seit dem 1. März 2014
nicht mehr in rentenbegründenden Umfang invalid ist. Ist dies zu bejahen,
so wird in einem weiteren Schritt zu untersuchen sein, ob die
Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund berechtigt war, die dem
Beschwerdeführer zugesprochenen Ergänzungsleistungen auf diesen
Zeitpunkt hin einzustellen.
3. a) Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen
Versicherten ist der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung
mit Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen auf zeitidentischer Basis
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu
bestimmen ist (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1).
b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
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entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis IVV). Anlass für eine
solche Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen,
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands mit entsprechender
Beeinflussung der Erwerbsfähigkeit, sondern etwa auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben, eine
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder
sich der Aufgabenbereich verändert hat (BGE 134 V 131 E.3, 133 V 545
E.6.1, 130 V 343 E.3.5; Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom
25. Juli 2013 E.3.1.1; vgl. auch URS MÜLLER, Die materiellen
Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversicherung,
Freiburg 2003, S. 133 Rz. 486). Dagegen bildet die unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keinen
Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 115 V 308
E.4a/bb; Urteil des Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 17. Januar 2008
E.3.1.2).
c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE
133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_646/2014 vom
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17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2,
9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei dieser
Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur
Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des
Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die
zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten
Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in:
STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31 Rz. 13).
4. Auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin hin prüfte die IV-Stelle den
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers erstmals im Verfahren, welches
mit der Verfügung vom 19. Oktober 2010 seinen Abschluss fand (Bg-
act. 40). In der Folge liess die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers erst wieder im Rahmen des vorliegenden
Verfahrens durch die IV-Stelle überprüfen. Unter diesen Umständen ist
nach dem vorangehend Ausgeführten zunächst zu untersuchen, auf
welchem Sachverhalt die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
19. Oktober 2010 betreffend den rentenbegründenden Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers beruht. Daraufhin wird der für die Bemessung
des rentenbegründenden Invaliditätsgrad massgebliche Sachverhalt zu
ermitteln sein, der sich bis zum Abschluss des vorinstanzlichen
Verfahrens zugetragen hat. Schliesslich wird durch Gegenüberstellung
dieser beiden Sachverhalte zu prüfen sein, ob die massgeblichen
Verhältnisse hiermit eine rechtserhebliche Änderung erfahren haben,
welche eine Neubemessung des rentenbegründenden Invaliditätsgrads
rechtfertigt (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Bern / St. Gallen /
Zürich 2015, Art. 17 Rz. 37).
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5. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. Oktober 2010 stützte
sich in der Beurteilung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers und dessen Arbeitsfähigkeit auf die Mitteilung der IV-
Stelle vom 21. Mai 2010 (Bg-act. 4). Diese Beurteilung beruhte einerseits
auf dem Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom
27. November 2008 (IV-act. 18), andererseits auf dem Gutachten der EPI-
Klinik, Schweizerisches Epilepsie-Zentrum, vom 23. Dezember 2009 (IV-
act. 33). Im erstgenannten Gutachten kam Dr. med. C._ zum
Schluss, der Explorand leide an einer posttraumatischen
Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1, seit ca. 2001), einer rezidivierenden
depressiven Störung (ICD-10: F 33.1, seit ca. 2001) und einer
generalisierten Angststörung (ICD-10: F 41.1, seit ca. 2004). Bereits jetzt
bestehe eine Chronifizierung, welche therapeutisch schwer angegangen
werden könne (IV-act. 18 S. 12). Der Explorand sei durch die festgestellte
Störung vielschichtig eingeschränkt. Er sei in seiner Konzentration und
Aufnahmefähigkeit beeinträchtigt. Er reagiere bei kleinsten Störfaktoren
mit Angst und Stress, namentlich in Form von Kopfschmerzen, innerer
Unruhe, Zittern sowie allenfalls partiell mit epileptischen oder
dissoziativen Anfällen. Er leide unter Motivationsstörungen,
Interessenverlust, Insuffizienzgefühlen und Versagensängsten. Er sei
Mitmenschen gegenüber misstrauisch, ziehe sich sozial zurück und zeige
ein ausgedehntes Vermeidungsverhalten. Derzeit sei der Explorand
aufgrund seiner psychischen Beschwerden zu 100 % arbeitsunfähig (IV-
act. 18 S. 13). Möglicherweise leide der Explorand ausserdem an einer
neurologischen Störung. Deshalb sei zu erwägen, ein neurologisches
Gutachten einzuholen (IV-act. 18 S. 14). Aufgrund dieser Empfehlung gab
die IV-Stelle ein neurologisch-psychiatrisches Gutachten bei der EPI-
Klinik in Auftrag. In diesem bidisziplinären Gutachten vom 23. Dezember
2009 (IV-act. 33) diagnostizierten Dres. med. D._, E._,
Fachärztin für Neurologie, F._, G._ und lic. phil. H._,
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Fachpsychologin für Psychotherapie, beim Exploranden als Krankheiten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine andauernde
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F 62.9),
vermutlicher Beginn 1999, mit nicht-epileptischen, dissoziativen Anfällen
und Sensibilitätsstörungen (ICD-10: F 44.7), rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F 33.1), und eine
generalisierte Angststörung (ICD-10: F 41.1), Spannungskopfschmerzen
im Sinne eines somatoformen Symptoms im Rahmen der Depression
(medikamentenindizierter Kopfschmerz), Status nach Exstirpation eines
cavernösen Hämangioms im vorderen Hippokampus links am 26. April
2002 mit Einschränkungen im anterioren episodisch verbalen Gedächtnis
und eine Lumbalgie. Als Krankheiten ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter anamnestisch multiple
Arzneimittelallergien fest. Der Explorand leide nicht an epileptischen,
sondern psychogenen Anfällen (IV-act. 33 S. 18). Aus neurologischer
Sicht sei der Explorand in seiner Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt (IV-
act. 33 S. 16). Im Vordergrund stehe die psychiatrische
Beschwerdesymptomatik mit dissoziativen (= psychogenen) Anfällen und
dissoziativen Sensibilitätsstörungen, einer rezidivierend depressiven
Störung und einer generalisierter Angststörung. Diese psychiatrische
Symptomatik werde als Ausdruck einer andauernden
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung gewertet, der eine
posttraumatische Belastungsstörung vorangegangen sei. Der Explorand
sei aufgrund der schwerwiegenden psychiatrischen Symptomatik, die sich
im Anschluss an die Foltererlebnisse von 1999 entwickelt habe, zu 100 %
arbeitsunfähig (IV-act. 33 S. 18). Unter Bezugnahme auf dieses
Gutachten und die übrigen Akten hielt der RAD-Arzt am 22. Januar 2010
fest (IV-act. 45 S. 7), der Versicherte leide nicht an einem Anfallsleiden
sui genereris. Ebenso sei ein intracerebrales pathologisches respektive
epileptogenes Geschehen ausgeschlossen. Infolge seiner psychischen
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Beschwerden sei der Versicherte jedoch voraussichtlich ab 2002 zu
100 % arbeitsunfähig (IV-act. 45 S. 7).
6. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung des
Beschwerdeführers seither in einer für den Rentenanspruch
massgeblichen Weise verbessert hat, liess die IV-Stelle den
Beschwerdeführer im Zeitraum vom 16. April 2014 bis zum 6. Juni 2014
tageweise observieren (vgl. IV-act. 101 S. 1 und separate BVM-Akten)
und bei Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
zertifizierter Gutachter SIM, fachärztlich begutachten (IV-act. 110). Hierzu
untersuchte Dr. med. B._ den Beschwerdeführer am 14. November
2014 persönlich während mehr als drei Stunden. Auf der Grundlage der
im Rahmen dieser Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse sowie den
medizinischen Vorakten beurteilte er im Gutachten vom 1. Dezember
2014 den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 122). Der Beweiswert dieses Gutachtens hängt
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob es für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und in den
daraus gezogenen Schlussfolgerungen begründet ist. Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (vgl.
BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; 122 V 160 E.1c). Dennoch hat es
das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
(Art. 61 lit. c ATSG) als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. Danach haben Gutachten
versicherungsexterner Ärzte vollen Beweiswert, wenn sie die
vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete Indizien gegen
- 17 -
deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 353 E.3b/bb). In einem
solchen Fall sind ergänzende Beweisvorkehren nur in Betracht zu ziehen
und nötigenfalls anzuordnen, wenn die Schlüssigkeit eines Gutachtens in
wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint (vgl. BGE 121 Ia 146 E.1c).
b) Dr. med. B._ stellte beim Beschwerdeführer im psychiatrischen
Gutachten vom 1. Dezember 2014 keine Krankheit mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit fest (IV-act. 122 S. 20). Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig voll remittiert (ICD-10: F 33.4), einen Status nach
posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig voll remittiert (ICD-10:
F 43.1), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionisch-unreifen,
narzisstischen, emotional-instabilen und dissozialen (antisozialen)
Anteilen (ICD-10: F 13.1), psychische und Verhaltensstörung durch
Sedativa oder Hypnotika, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F 13.1), und
psychische Verhaltensstörungen sowie solche durch Tabak,
Abhängigkeitssyndrom gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10:
F 17.4). Die vom Exploranden beklagten Beschwerden seien sehr
vielgestaltig und wechselhaft, widersprüchlich und aus psychiatrischer
Sicht nicht plausibel. Sie könnten keinem bekannten psychiatrischen
Krankheitsbild nach ICD-10 zugeordnet werden. Die subjektiven
Beschwerden wirkten unecht; ein wirklicher Leidensdruck sei nicht
spürbar (IV-act. 122 S. 23). Insbesondere hätten bei der ausführlichen
Exploration keine spezifischen posttraumatischen Symptome, wie
Flashbacks, Hyperarousel und ständige innere Anspannung, emotionale
Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen,
Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber oder ein spezielles
Vermeidungsverhalten in mit dem traumatischen Ereignissen in
Zusammenhang stehenden Situationen festgestellt werden können. Der
Explorand schildere die bei ihm angewandten Foltermethoden im
Gegenteil ungewöhnlich deutlich, in allen Einzelheiten und sehr plastisch.
- 18 -
Dabei beobachte er das Gegenüber sehr genau, um zu sehen, welche
Reaktionen diese Schilderungen auslösten. In dieser Erzählung könne er
kaum gestoppt werden. Normalerweise vermieden traumatisierte
Menschen solche extrem genauen Schilderungen, da hierdurch
insbesondere wieder schmerzhafte und quälende Erinnerungen
hervorgerufen werden könnten. Der Explorand habe keine entsprechende
emotionale Reaktion gezeigt. Er sei während seinem Erzählen ruhig und
ausgeglichen geblieben (IV-act. 122 S. 23). Es hätten keine spezifischen
Hinweise auf noch aktuell bestehende, im engeren Sinne
psychopathologische, den Exploranden in seiner Lebensführung
beeinträchtigende, psychische Einschränkungen, die auf die Erlebnisse
der Folterungen in seinem Heimatland vor mehr als 10 Jahren
zurückzuführen seien, eruiert werden können (IV-act. 122 S. 23).
Hinweise auf eine generalisierte Angststörung seien ebenfalls nicht
erkennbar gewesen. In der aktuellen Untersuchung seien keine Ängste
deutlich geworden, sondern im Gegenteil eine zunehmend dysphorische
und unterschwellig aggressive Stimmung und Distanzlosigkeit, weil es
dem Exploranden nicht gefallen habe, verschiedene, ihm eher
unangenehme Fragen des Referenten, unter anderem nach seinen
aktuellen täglichen oder beruflichen Aktivitäten zu beantworten. Auch die
Angststörung sei folglich voll remittiert. Es fänden sich bei
fortbestehendem Renten- und Entschädigungswunsch deutliche Hinweise
auf einen hohen sekundären Krankheitsgewinn und ein ausgeprägtes
dysfunktionales Krankheits-, Schon- und Vermeidungsverhalten, das
insbesondere im Kontakt mit Ärzten sowie Psychiatern zu beobachten sei.
Zudem fänden sich Hinweise auf deutliche Aggravationstendenzen.
Bewusste Täuschungstendenzen (Simulation) könnten nicht
ausgeschlossen werden (IV-act. 122 S. 25). Eine psychiatrische Krankheit
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe in der aktuellen,
ausführlichen gutachterlichen Untersuchung nicht festgestellt werden
können (IV-act. 122 S. 24). Aus psychiatrischer Sicht sei der Explorand
- 19 -
weder in der von ihm in seiner Heimat noch in der zuletzt 2002 in der
Schweiz ausgeübten beruflichen Tätigkeit beeinträchtigt. Die Ausübung
der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei dem Exploranden
demzufolge in einem regulären Rahmen von 8.5 Stunden pro Tag
zumutbar (IV-act. 122 S. 27). Zeitweilig habe eventuell bis 2010 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorgelegen. Wahrscheinlich seit Ende 2013
sei anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse von einer
Verbesserung des psychischen Zustands und, darauf fussend, von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit des Exploranden auszugehen. Ab spätestens
Frühjahr 2014 sei der Explorand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
100 % arbeitsfähig (IV-act. 122 S. 27). Ab dem aktuellen
Untersuchungszeitpunkt im November 2014 bestehe mit Sicherheit eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 122 S. 27). Seit der Verfügung vom
1. Juni 2010 habe sich die gesundheitliche Verfassung des Exploranden
demzufolge wesentlich verbessert (IV-act. 122 S. 30).
c) Die vorangehend auszugsweise wiedergegebenen Ausführungen von Dr.
med. B._ sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf
einer eingehenden Untersuchung des Beschwerdeführers,
berücksichtigen die geklagten Leiden und wurden in Kenntnis der
Vorakten erstellt. Ausserdem leuchten sie in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der Beurteilung der medizinischen
Situation und der auf dieser Grundlage vorgenommenen Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein. Insofern Dr. med.
B._ darin von der Auffassung anderer Ärzte abweicht, begründet er
sorgfältig und überzeugend, weshalb er deren Einschätzung nicht teilt und
in Objektivierung der Angaben des Beschwerdeführers von einem
deutlich höheren Funktions- und Aktivitätsniveau als dem vom
Beschwerdeführer geltend gemachten ausgeht. In den Akten finden sich
im Übrigen keine Indizien, welche Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. med. B._ vom 1. Dezember
- 20 -
2014 wecken. Dem fraglichen Gutachten ist folglich voller Beweiswert
zuzuerkennen.
aa) Was der Beschwerdeführer gegen diese Betrachtungsweise einwendet,
vermag nicht zu überzeugen. Soweit er geltend macht, das Gutachten
vom 1. Dezember 2014 lasse die erforderliche Objektivität vermissen und
auf eine Voreingenommenheit von Dr. med. B._ schliessen, kann
ihm nicht gefolgt werden. Es gehört zu den Pflichten eines Gutachters,
sich kritisch mit dem Aktenmaterial und den vom Exploranden beklagten
Beschwerden auseinanderzusetzen (BGE 132 V 110 f. E.7.2.2). Dabei ist
der Nachweis von Schmerzen und ihrer Intensität naturgemäss mit
grossen Schwierigkeiten verbunden. Deshalb gehört es zur Aufgabe des
Gutachters, die Glaubhaftigkeit der Schmerzschilderungen zu überprüfen,
indem er deren Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag
analysiert. Zu diesem Zweck hat sich der Gutachter zum beobachteten
Verhalten zu äussern, auf Inkonsistenz und Vagheit gemachter Angaben
hinzuweisen und Indizien zu benennen, welche zur Annahme von
Aggravation oder Simulation berechtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_802/2007 vom 5. Mai 2008 E.5.3; URS MÜLLER, Das
Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung [nachfolgend: Müller,
Verwaltungsverfahren], Bern 2010, RZ. 1680). Dass Dr. med. B._ im
Gutachten vom 1. Dezember 2014 mehrfach auf solche Punkte hinweist,
ist folglich Bestandteil seines Gutachtensauftrags und nicht Ausdruck
mangelnder Objektivität oder Voreingenommenheit. Entgegen den
Behauptungen des Beschwerdeführers sind die entsprechenden
Ausführungen von Dr. med. B._ im Übrigen neutral und sachlich
abgefasst sowie objektiv begründet. Schliesslich vermag allein die
Tatsache, dass dessen Beurteilung von Art und Ausmass der
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und, darauf fussend,
seines funktionellem Leistungsvermögens von jener anderer Ärzte
abweicht, keine Zweifel an der Unparteilichkeit und Objektivität von Dr.
- 21 -
med. B._ zu wecken. In den Akten finden sich demzufolge keine
Anhaltspunkte, die nach objektiver Betrachtung auch nur geringe Zweifel
an der Unbefangenheit und Unbefangenheit von Dr. med. B._
wecken. Der gegenteiligen Behauptung des Beschwerdeführers kann
offensichtlich nicht gefolgt werden.
bb) Ebenso wenig treffen die Vorbringen des Beschwerdeführers zu, wonach
die Beurteilung von Dr. med. B._ jener der Vorgutachter der PDGR
sowie der EPI-Klinik widerspreche (vgl. vorne E.5; IV-act. 18 und 33).
Denn Dr. med. B._ stellt die Richtigkeit der damaligen Beurteilung
keineswegs in Frage. Er nimmt vielmehr an, die gesundheitliche
Verfassung des Beschwerdeführers habe seither eine wesentliche
Verbesserung erfahren (vgl. IV-act. 122 S. 23, 27 und E.5b vorne). Es
besteht folglich kein Widerspruch zwischen den fraglichen Beurteilungen.
Demgegenüber gehen der behandelnde Psychiater des
Beschwerdeführers, Dr. med. I._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, wie auch dessen Hausarzt, Dr. med. K._, FMH Innere Medizin,
von einem seit 2010 im Wesentlich unverändert gebliebenen
Gesundheitszustand aus (vgl. Arztberichte vom 13. März 2015 [Beilagen
des Beschwerdeführers (Bf-act.) 3], 13. Januar 2014 [Bf-act. 6],
12. Februar 2015 [Bf-act. 7]). Bei der Würdigung dieser ärztlichen
Stellungnahmen hat und soll das Gericht nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung allerdings der Erfahrungstatsache Rechnung tragen,
dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3b/ccc).
Einzig die Tatsache, dass der Gutachter, Dr. med. B._, bei der
Befunderhebung, Diagnostik und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers zu anderen Ergebnissen gelangt als die
behandelnden Ärzte, bildet deshalb für sich allein kein Indiz gegen die
Zuverlässigkeit seiner Expertise. Gemäss der bundesgerichtlichen
- 22 -
Rechtsprechung erklären sich solche Divergenzen vielmehr aus der
unterschiedlichen Natur des Behandlungsauftrags des therapeutisch
tätigen Arztes einerseits und des amtlich bestellten fachmedizinischen
Experten andererseits. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige
– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende –
Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007 E.2.2.1 m.w.H.).
Dasselbe gilt, wenn die Schlüssigkeit der gutachterlichen Feststellungen
durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes
erschüttert wird (Urteil des Bundesgericht 8C_216/2009 vom 28. Oktober
2009 E.4.6). Dass Ersteres zutrifft, macht der Beschwerdeführer nicht
geltend und ist nicht ersichtlich. Letzteres ist, wie nachfolgend zu zeigen
sein wird, zu verneinen.
cc) Dr. med. B._ führte im Gutachten vom 1. Dezember 2014 hinsichtlich
der von den behandelnden Ärzten vertretenen Auffassung, wonach der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2010 keine Änderung
erfahren habe, aus, die in den Vorberichten gesellten Diagnosen könnten
in der aktuellen gutachterlichen Untersuchung nicht mehr bestätigt
werden. Der Explorand habe 2011 die Behandlung im Ambulatorium der
Klinik Waldhaus abgebrochen. Mindestens zwei Jahre sei er nicht in
psychiatrischer Behandlung gewesen. Auch beim Hausarzt sei keine
intensive oder spezifische Behandlung durchgeführt worden. Für die
Durchführung der in den Vorgutachten empfohlenen Therapie sei der
Hausarzt zudem nicht ausgebildet. Es könne kein schweres
psychiatrisches Krankheitsbild mehr vorgelegen haben, wenn keine
Behandlung mehr erforderlich gewesen sei (IV-act. 122 S. 26). In den
aktuellen medizinischen Berichten gingen die derzeit behandelnden Ärzte
dennoch von einem unveränderten psychischen Zustand und demzufolge
- 23 -
von einer unverändert gebliebenen Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 122
S. 26). Weshalb keine regelmässige Behandlung mehr erforderlich
gewesen sei, werde von den Ärzten weder hinterfragt noch erklärt. Der
behandelnde Psychiater stütze sich ausserdem auf die subjektiven
Angaben des Exploranden. Objektive Befunde würden nicht in
erforderlichem oder nachvollziehbarem Umfang mitgeteilt. Ausserdem
seien die vorhandenen psychosozialen Belastungsfaktoren von den
behandelnden Ärzten bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
einbezogen worden. Der psychiatrische Gutachter sei dagegen gehalten,
bei seiner Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nach IV-
rechtlichen Kriterien vorzugehen. Somit müsse seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit auf objektiv feststellbaren psychischen Symptomen sowie
Defiziten und nicht auf rein subjektiven Angaben des Exploranden
beruhen. Auch dürfe der Gutachter, die psychosozialen
Belastungsfaktoren, die als IV-fremd gälten, nicht in seien Beurteilung
berücksichtigen (IV-act. 122 S. 26).
dd) In der Tat bezieht Dr. med. K._ bei seiner Beurteilung in den
Arztberichten vom 13. Januar 2014 (Bg-act. 6) sowie 12. Februar 2015
(Bg-act. 7) psychosoziale Faktoren in Form der partnerschaftlichen
Probleme mit ein. Überdies standen ihm wie auch dem behandelnden
Psychiater, Dr. med. I._, im Gegensatz zu Dr. med. B._ nicht
die gesamten medizinischen Vorakten zur Verfügung (vgl. Aktenauszug
im Gutachten vom 1. Dezember 2014 [IV-act. 122 S. 2-11]). Vor allem
aber beruhen die Beurteilungen der behandelnden Ärzte allein auf den
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Demgegenüber versuchte
Dr. med. B._, die Schmerzschilderungen des Beschwerdeführers zu
objektivieren und deren Auswirkungen bei der Untersuchung sowie im
Alltag zu validieren. Vor dem Hintergrund des Aussageverhaltens des
Beschwerdeführers erscheint dies im vorliegenden Fall für eine
zuverlässige Abschätzung seiner psychischen Beschwerden und den
- 24 -
hieraus resultierenden funktionellen Beeinträchtigungen unerlässlich. So
gab der Beschwerdeführer anlässlich seiner gutachterlichen Exploration
vom 14. November 2014 an, seitdem er krank sei, nicht mehr Auto
gefahren zu sein (IV-act. 122 S. 16). Überdies habe er Angst, das Haus
alleine zu verlassen. Deshalb wäre es für ihn schwierig, einer Arbeit
ausser Haus nachzugehen (IV-act. 122 S. 15). Befragt nach seinem
sozialen Umfeld hielt er sodann fest, er habe nur einen Freund in
Konstanz. Andere Kollegen habe er nicht. Er habe keine Kontakte zu
Leuten in seinem Umfeld in X._ (IV-act. 122 S. 16). Ausserdem
behauptete er, von einem Kollegen zum Gutachtertermin gefahren
worden zu sein. Diese Aussagen treffen allesamt nicht zu. Die IV-Stelle
liess den Beschwerdeführer vom 16. April 2014 bis zum 6. Juni 2014
tageweise observieren (vgl. IV-act. 101 S. 1 und separate BVM-Akten).
Die Zulässigkeit der fraglichen Observation ist zu Recht unbestritten
geblieben (vgl. dazu BGE 137 I 327). Die dabei gemachten
Videoaufnahmen zeigen, dass der Beschwerdeführer allein das Haus
verlässt, sich in der Öffentlichkeit unauffällig verhält, auch mal einige
Worte mit einem Nachbarn wechselt und selber Auto fährt (vgl. separate
BVM-Akten). Zudem geht daraus hervor, dass er am 14. November 2014
allein von X._ zum Gutachtertermin gefahren ist. Damit steht fest,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner persönlichen
Untersuchung durch Dr. med. B._ mehrfach unwahre Angaben zu
Art und Umfang seiner Beschwerden und den daraus folgenden
Beeinträchtigungen gemacht hat. Der Beschwerdeführer hat in der
Untersuchungssituation folglich nicht existierende Beschwerden
vorgetäuscht, allenfalls geringfügige Beschwerden übertrieben dargestellt.
Ein solches Verhalten geht deutlich über ein bloss verdeutlichendes
Gebaren in der Untersuchungssituation hinaus, das als normal
anzusehen ist. Wenn Dr. med. B._ im Gutachten vom 1. Dezember
2014 ausführt, der Beschwerdeführer versuche, ihn zu manipulieren und
zeige Aggravations- sowie Täuschungstendenzen (IV-act. 122 S. 25), hat
- 25 -
er die Situation ganz offensichtlich richtig eingeschätzt. Dass infolge
dieser kritischen Haltung zum behaupteten Beschwerdebild die
Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und
dessen Arbeitsfähigkeit aufgrund dieser Einschätzung erheblich von jener
der behandelnden Ärzte abweicht, erstaunt nicht, hinterfragen diese doch
die Angaben des Beschwerdeführers nicht und bestimmen auf deren
Grundlage die Gravidität der psychischen Krankheit des
Beschwerdeführers sowie seiner Arbeitsfähigkeit.
ee) Soweit der Beschwerdeführer Dr. med. B._ in diesem
Zusammenhang vorwirft, die erlittenen Folterungen zu negieren oder
zumindest zu verharmlosen, ist ihm entgegenzuhalten, dass er weder
anlässlich seiner Befragung durch die Empfangsstelle Kreuzlingen am
18. Januar 2001 noch anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen durch
die zuständige kantonale Behörde am 7. Februar 2001 über
schwerwiegende Folterungen berichtete. Damals gab er im Wesentlichen
an, im Militärdienst zum ersten Mal verhört worden zu sein. In den zehn
Jahren zwischen Militärdienst und der Ausreise sei er zehn- bis zwölfmal
festgenommen und verhört worden. Es sei jeweils um kurdische
Organisationen gegangen. Über die Studentenunruhen sei er ebenfalls
befragt worden. Am 9. Juli 1999 habe er einem bei den Unruhen
verletzten Studenten helfen wollen. Dabei habe er einen Schlag auf den
Kopf erhalten und sei bewusstlos geworden. Seit rund drei Jahren sei er
Sympathisant der Mujaheddin gewesen und habe für diese
Dokumentationen verteilt. Die Mujaheddin seien die einzige Bewegung,
die sich für die Rechte und Autonomie der Kurden einsetzen würde. Am
1. Dezember 2000 sei ein Freund, welcher auch für die Mujaheddin
gearbeitet habe, festgenommen worden, als er im Büro Überstunden
gemacht habe. Der Beschwerdeführer habe am nächsten Tag zu seinem
Kind ins Spital gehen müssen, weshalb er nicht am Arbeitsplatz gewesen
sei, als ihn die Polizei dort habe suchen wollen. Als er dies am Telefon
- 26 -
erfahren habe, sei er mit seiner Familie nach Hause gegangen und habe
gepackt (vgl. Befragungsprotokoll für Asylbewerber vom 7. Februar 2001
in den separaten Akten des Staatssekretariats für Migration). Diese
Angaben stehen im Widerspruch zu den aktuellen Behauptungen des
Beschwerdeführers, wonach er aufgrund politischer Aktivitäten gegen das
Regime 1999 für sechs Monate inhaftiert gewesen und gefoltert worden
sei. So seien ihm die Fussnägel ausgerissen und er sei mehrmals
bewusstlos geschlagen worden. Im Weiteren habe er mitanschauen
müssen, wie verschiedenen Leuten die Augen ausgelöffelt und
Gefangene erhängt worden seien (vgl. etwa Beschwerdeschrift vom
17. April 2015 und IV-act. 122 S. 21). Gegenüber dem Gutachter, Dr.
med. B._, gab er an, während sechs Monaten im Gefängnis
gewesen zu sein. Er sei 200 Mal mit Kabeln und auch mit einem
schwarzen Holz geschlagen worden. Im Gefängnis sei ein Mann mit Bart
und grüner Hose gewesen, der ihm mit einer Zange Fussnägel
abgeknipst habe. Ein oder zwei Tage sei er im Koma gewesen. Es sei
ihm von einem Arzt gesagt worden, im Kopf sei ein Blutgerinnsel, welches
operiert werden müsse (IV-act. 122 S. 12). Durch Schläge auf den Kopf
sei eine Hirnblutung entstanden (IV-act. 122 S. 21), die etwa ein Jahr
nach seiner Einreise in die Schweiz entfernt worden sei (IV-act. 122
S. 12). Ob die übrigen Schilderungen des Beschwerdeführers zutreffen,
erscheint angesichts der ursprünglichen Angaben des Beschwerdeführers
durchaus fraglich. Verneint werden kann dies in jedem Fall in Bezug auf
die vom Beschwerdeführer angesprochene Operation, die am 26. April
2002 im Universitätsspital Zürich durchgeführt wurde und ein im Uncus
lokalisiertes Cavernom betraf (vgl. Gutachten der EPI-Klinik vom
23. Dezember 2009 [IV-act. 33] S. 2). Gemäss Gutachten handelte es
sich dabei um eine angeborene und nicht, wie vom Beschwerdeführer
behauptet, um eine durch Folterung erworbene Gefässfehlbildung
(Gutachten der EPI-Klinik vom 23. Dezember 2009 [IV-act. 33] S. 15).
Eine erheblich übertriebene Darstellung der während der Inhaftierung
- 27 -
erlittenen Behandlung vermöchte auch zu erklären, weshalb der
Beschwerdeführer, wie Dr. med. B._ festhielt, bereitwillig bereit war,
von seinem traumatischen Ereignissen zu berichten und während dem
Erzählen ruhig und ausgeglichen blieb (vgl. IV-act. 122 S. 23 und E.5b
vorne). Jedenfalls ist es nicht zu beanstanden, wenn Dr. med. B._
auf ein solch atypisches Verhalten hinweist und diesem bei der
Beurteilung von Art und Umfang der geltend gemachten Beschwerden
sowie funktionellen Beeinträchtigungen gebührend Rechnung trägt.
ff) Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren
mehrfach unwahre Angaben gegenüber der IV-Stelle gemacht hat. So
behauptete der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung durch die IV-
Stelle vom 7. Januar 2015, wie gegenüber Dr. med. B._, aktenwidrig,
ein Nachbar habe ihn am 14. November 2014 zum Gutachtertermin
chauffiert (vgl. separate BVM-Akten, Befragungsprotokoll vom 7. Januar
2015, act. 1 S. 2). Hinsichtlich seiner Wohnsituation führte er anlässlich
des Evaluationsgesprächs vom 18. September 2014 sodann aus,
gemeinsam mit seiner Ex-Ehefrau (gerichtlich getrennten Ehefrau), von
der er seit dem 1. Oktober 2013 getrennt lebe, ein Einfamilienhaus zu
bewohnen. Seine Wohnung befinde sich im Keller und sei über eine
separate Eingangstür zugänglich. Er habe seit einigen Jahren mit seiner
Exfrau keinen Kontakt mehr (vgl. separate BVM-Akten,
Befragungsprotokoll vom 18. September 2014, act. 4 S. 8). Für die
Wohnung zahle er monatlich einen Mietzins von Fr. 1'300.-- (vgl. separate
BVM-Akten, Befragungsprotokoll vom 18. September 2014, act. 4 S. 10).
Diese Angaben belegte der Beschwerdeführer am 7. Januar 2015 mit
einem unterzeichneten Mietvertrag (vgl. separate BVM-Akten, act. 2).
Konfrontiert mit der Videoaufnahme vom 12. August 2014, worin der
Beschwerdeführer zu sehen ist, wie er zwei Männer über den
Haupteingang in das gemietete Einfamilienhaus einliess, kam er auf diese
Angaben zurück und räumte ein, sich auch im oberen Teil des Hauses
- 28 -
aufzuhalten, wenn seine Ehefrau nicht zu Hause sei (vgl. separate BVM-
Akten, Befragungsprotokoll vom 7. Januar 2015, act. 1 S. 6). Schliesslich
gab die Vermieterin des Beschwerdeführers, , an, das Ehepaar würde
zusammen einen monatlichen Mietzins von ungefähr Fr. 2'200.--
bezahlen. Konfrontiert mit den Angaben des Beschwerdeführers, wonach
er einen Mietzins von Fr. 1'300.-- und seine Frau eine solchen von Fr.
1'510, gesamthaft somit Fr. 2'810.-- schulde, gab die Vermieterin zu, mit
dem Beschwerdeführer einen fingierten Mietvertrag abgeschlossen zu
haben. Das Ehepaar würde auch nach der Trennung weiterhin eine Miete
von Fr. 1'510.-- pro Monat bezahlen. Am 22. Januar 2015 ging ein
handschriftlicher Brief der Vermieterin ein, in dem sie diese Angaben
bestätigte (vgl. separate BVM Akten, Ermittlungsbericht / Strafanzeige
vom 2. April 2015 S. 16). Weitere Ungereimtheiten bestehen sodann
hinsichtlich der Zahl der vom Beschwerdeführer gemalten und verkauften
Bilder (vgl. separate BVM Akten, Ermittlungsbericht / Strafanzeige vom 2.
April 2015 S. 12, Befragungsprotokoll vom 18. September 2014, act. 4
S. 4 sowie Befragungsprotokoll vom 7. Januar 2015, act. 1 S. 2 f.). Dieses
Aussageverhalten des Beschwerdeführers weckt erhebliche Zweifel an
der Glaubhaftigkeit seiner Angaben zu seinem psychischen
Beschwerdebild. Die zurückhaltende Würdigung der diesbezüglichen
Angaben durch Dr. med. B._ erweist sich demnach als richtig.
gg) Zu Recht hat Dr. med. B._ sodann die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer während mindestens zwei Jahren (2011-2013) keine
psychiatrische Behandlung und Therapie in Anspruch nahm, als Indiz
gegen das Vorliegen einer schwerwiegenden psychischen Krankheit
gewertet. Freilich erscheint es durchaus plausibel, wenn Dr. med. I._
im Arztbericht vom 16. März 2015 festhält, sich bewusst dafür
entschieden zu haben, den Beschwerdeführer nur einmal pro Monat zu
sehen, da eine Heilung seiner psychischen Störung nicht möglich sei. Die
Therapie sei darauf ausgerichtet, den Beschwerdeführer zu befähigen,
- 29 -
seinen Alltag zu bewältigen (IV-act. 3 S. 2). Dies vermag jedoch nicht zu
erklären, weshalb der Beschwerdeführer seine psychiatrische Therapie
wenige Monate nach der Zusprache der Ergänzungsleistungen
aufgegeben und erst wieder nach Einleitung des vorliegenden
Revisionsverfahrens, mithin am 25. November 2013, aufgenommen hat
(vgl. BVM-Akten, Ermittlungsbericht / Strafanzeige vom 2. April 2015
S. 7). Diese zeitliche Koinzidenz mit laufenden bzw.
wiederaufgenommenen versicherungsrechtlichen Abklärungen sowie die
Weigerung des Beschwerdeführers, hierzu gegenüber dem Gutachter
genaue Angaben zu machen (Gutachten vom 1. Dezember 2014 [IV-
act. 122] S. 21), wecken erhebliche Zweifel an Bestand und Umfang der
vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden.
Aus den vorgenannten Gründen vermögen weder die vom
Beschwerdeführer eingereichten Arztberichte noch dessen übrigen
Vorbringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
gutachterlichen Feststellungen von Dr. med. B._ zu wecken. Das
psychiatrische Gutachten von Dr. med. B._ vom 1. Dezember 2014
erweist sich dementsprechend als voll beweiskräftig. Dass die Einholung
des vom Beschwerdeführer beantragten psychiatrischen und/oder
psychotraumatologischen (Ober-)Gutachtens an diesem Ergebnis etwas
zu ändern vermöchte, kann ausgeschlossen werden. In antizipierter
Beweiswürdigung ist deshalb auf die Einholung eines solchen Gutachtens
zu verzichten (vgl. BGE 122 V 162 E.1d; MÜLLER, Verwaltungsverfahren,
Rz. 972).
d) Soweit der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren
schliesslich organisch bedingte Schulterbeschwerden als Grund für seine
Arbeitsunfähigkeit anführt, ist vorderhand darauf hinzuweisen, dass er
diese Beeinträchtigungen im Revisionsfragebogen vom 13. Oktober 2013
nicht erwähnt (IV-act. 52) und im vorinstanzlichen Verfahren, soweit
ersichtlich, nie geltend gemacht hat. Indes beschreibt Dr. med. L._,
- 30 -
FMH Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie, im Arztbericht vom
15. Dezember 2012 Beschwerden an der linken Schulter und führte zu
deren Linderung am 15. November 2012 eine AC-Gelenksinfiltration links
durch (Bf-act. 8). Der Beschwerdeführer befand sich deswegen jedoch
nicht in regelmässiger Behandlung bei Dr. med. L._. Vielmehr suchte
er Dr. med. L._ nach der Abschlusskontrolle vom 15. November
2012 erst wieder am 4. Februar 2015 auf. Anlässlich dieser Konsultation
beschrieb Dr. med. L._ im Arztbericht vom 6. Februar 2015 klinisch
nicht mehr nur links, sondern nunmehr auch rechts ausgeprägte AC-
Schmerzen, denen er eine invalidisierende Wirkung zuschreibt (vgl. Bf-
act. 9). Dr. med. K._, an den sich die beiden Arztberichte als
behandelndem Hausarzt richten, erwähnt diese Schulterbeschwerden
indes weder im Arztbericht vom 13. Januar 2014 (Bf-act. 6) noch im
Arztbericht vom 12. Februar 2015 (Bf-act. 7) als eigenständige und
voraussichtlich dauerhafte Krankheit mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Unter diesen Umständen kann
ausgeschlossen werden, dass diese die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers beeinträchtigen. Weitere medizinische Abklärungen
erscheinen diesbezüglich nicht als erforderlich und werden vom
Beschwerdeführer denn auch nicht gefordert.
e) In Würdigung der gesamten Aktenlage gelangt das Gericht damit zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer spätestens ab Frühjahr 2014 (IV-
act. 122 S. 27), mithin ab dem 1. März 2014, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit an keiner (psychischen) Krankheit mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit leidet. Die gesundheitliche Verfassung des
Beschwerdeführers hat demzufolge seit dem 19. Oktober 2010 eine
wesentliche Verbesserung erfahren. Im vorliegenden Fall liegt somit ein
Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor. Dementsprechend
durfte die Beschwerdegegnerin in Übernahme der entsprechenden
Empfehlung der IV-Stelle auf ihre vormalige Beurteilung des
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rentenbegründenden Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers
zurückkommen und dessen rentenbegründenden Invaliditätsgrad ohne
Bindung an frühere Beurteilungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
frei festzulegen (BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1; Urteil des
Bundesgerichtes 8C_209/2015 vom 17. August 2015 E.6.3).
f) Diese Prüfung ergibt, dass der voll arbeitsfähige Beschwerdeführer
seitdem 1. März 2014 sowohl die von ihm zuletzt im Ausland als auch in
der Schweiz ausgeübte Erwerbstätigkeit ausüben kann. Dass er aufgrund
seiner gesundheitlichen Verfassung auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt keine entsprechende Arbeitsstelle finden kann, macht der
Beschwerdeführer nicht geltend und ist aufgrund der Aktenlage
auszuschliessen (vgl. dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1, 110 V 273 E.4b). Als
Folge seiner gesundheitlichen Verfassung erleidet er demzufolge seit
dem 1. März 2014 keine Erwerbseinbusse mehr, womit er seither nicht
mehr invalid ist und keine Invalidenrente mehr beanspruchen kann.
7. a) Bei diesem Ergebnis bleibt zu prüfen, ob der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente im angefochtenen
Einspracheentscheid zu Recht rückwirkend per 1. März 2014 verneint
wurde. Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV darf die IV-Stelle eine Rente
rückwirkend (ex tunc) vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen
Änderung aufheben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung
darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt
hat oder er einer ihm obliegenden Meldepflicht nicht nachgekommen ist.
Bezüglich der Meldepflicht hält Art. 31 Abs. 1 ATSG fest, Bezügerinnen
und Bezüger, ihre Angehörige oder Dritte, denen Leistungen zukommen,
müssten dem Versicherungsträger jede wesentliche Änderung in den für
die Leistung massgebenden Verhältnissen melden. Diese Regelung wird
für den Bereich der Ergänzungsleistungen in Art. 24 der Verordnung über
die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
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Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) dahingehend konkretisiert, als
der Anspruchsberechtigte, sein gesetzlicher Vertreter oder
gegebenenfalls Drittpersonen oder Behörden, welchen eine
Ergänzungsleistung ausbezahlt wird, die kantonale Durchführungsstelle
unverzüglich über jede Änderung ihrer persönlichen und über jede ins
Gewicht fallende Änderung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse informieren
müssen. Diese Meldepflicht erstreckt sich insbesondere auf die Aufnahme
oder Aufgabe einer Erwerbstätigkeit, Erhöhung einer Leistung des
gegenwärtigen oder früheren Arbeitgebers, einer Pensionskasse oder
Vorsorgeeinrichtung, Anfall einer Erbschaft, Verkauf einer Liegenschaft,
der Eintritt in oder Austritt aus einem Heim (WEL Rz. 6110.01). Diese
Meldepflicht verletzt nur, wer schuldhaft handelt, wobei bereits leichte
Fahrlässigkeit genügt (BGE 119 V 431 E.2, 112 V 97 E.2a, 110 V 176
E.3c; Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2010 E.3).
b) In tatsächlicher Hinsicht steht vorliegend fest, dass es der
Beschwerdeführer unterlassen hat, der Beschwerdegegnerin mitzuteilen,
dass er wieder in der Lage ist, allein das Haus zu verlassen, sich in der
Öffentlichkeit frei zu bewegen, auch mal einige Worte mit einem
Nachbarn zu wechseln und selber Auto zu fahren (vgl. E.5d/dd vorne).
Ausserdem hat der Beschwerdeführer, obschon nach Art. 28 und Art. 43
ATSG zu wahrheitsgetreuen Angaben gegenüber der Sozialversicherung
verpflichtet (Urteil des Bundesgerichts 9C_318/2015 vom 12. November
2015 E.4.2), im vorliegenden Verfahren wiederholt unwahre Angaben zu
seinem Gesundheitszustand und seinen Aktivitäten gemacht und sich als
schwer behindert präsentiert. Das Vortäuschen nicht vorhandener
gesundheitlicher Einschränkungen und das Verheimlichen seiner
tatsächlichen funktionellen Möglichkeiten lassen einzig den Schluss zu,
dass der Beschwerdeführer um die Erheblichkeit der eingetretenen
gesundheitlichen Verbesserung wusste (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_582/2015 vom 9. März 2016 E.3.3, 9C_338/2015 vom 12. November
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2015 E.4.2). Hätte sich der Beschwerdeführer korrekt verhalten und die
Beschwerdegegnerin unverzüglich über die eingetretene Verbesserung in
Kenntnis gesetzt, hätte sie die Möglichkeit gehabt, dieser veränderten
Sachlage mit einer Neuberechnung des rentenbegründenden
Invaliditätsgrads unverzüglich Rechnung zu tragen. Somit ist eine
schuldhafte Meldepflichtverletzung, womit bei gegebenem
Versicherungsschutz eine rückwirkende Aufhebung der Invalidenrente mit
Wirkung ab dem 1. März 2014 in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. IVV
zulässig gewesen wäre. Ab diesem Zeitpunkt erfüllt der
Beschwerdeführer die Voraussetzungen für den Bezug von (rentenlosen)
Ergänzungsleistungen nicht mehr (Art. 4 Abs. 1 lit. d ELG). Die
Beschwerdegegnerin war folglich berechtigt, die dem Beschwerdeführer
zugesprochenen Ergänzungsleistungen mit Beginn des Monats, in dem
der Rentenanspruch erloschen wäre, mithin per 1. März 2014,
einzustellen (analog Art. 25 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 25 Abs. 2 lit. a ELV).
8. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass im
angefochtenen Einspracheentscheid das Vorliegen eines
Revisionsgrunds zu Recht bejaht und der Rentenanspruch des
Beschwerdeführers aufgrund der veränderten Sachlage ohne Bindung an
frühere Beurteilungen neu festgelegt wurde. Diese Prüfung führte zum
Ergebnis, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. März 2014 voll
arbeitsfähig und damit ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in
rentenbegründenden Umfang invalid ist. Da der Beschwerdeführer
überdies seine Meldepflicht gegenüber der Beschwerdegegnerin verletzt
hat, wäre sein Anspruch auf eine Invalidenrente bei gegebenem
Versicherungsschutz rückwirkend per 28. Februar 2014 entfallen, womit
der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt keine (rentenlosen)
Ergänzungsleistungen mehr beanspruchen kann. Demzufolge hat die
Beschwerdegegnerin die dem Beschwerdeführer zugesprochenen
(rentenlosen) Ergänzungsleistungen zu Recht rückwirkend per 1. März
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2014 eingestellt. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer
indessen bis zum 31. Dezember 2014 Ergänzungsleistungen
ausgerichtet. Dadurch hat der Beschwerdeführer Versicherungsleistungen
im Gesamtbetrag von Fr. 27'430.-- ohne Rechtsgrund erhalten. Die
Beschwerdegegnerin ist berechtigt, vom Beschwerdeführer diese
Versicherungsleistungen gestützt auf Art. 25 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 2
und 3 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) zurückzufordern (ERICH
GRAUB, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen
Sicherheit, a.a.O., Rz. 26.150). Der angefochtene Einspracheentscheid
erweist sich demzufolge als rechtens, was zu seiner Bestätigung und zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde im Haupt- wie auch im
Eventualbegehren führt.
9. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG, abgesehen von vorliegend
ausser Betracht fallenden Ausnahmen, kostenlos ist. Die obsiegende
Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
10. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche
Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian
Scarpatetti zu gewähren ist.
a) Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die
erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur
Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf
unentgeltlichen Rechtsbeistand. Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses
Recht auf unentgeltliche Rechtspflege explizit. Wo die Verhältnisse es
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rechtfertigen, wird der Beschwerde führenden Person also ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Die Voraussetzungen für die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege sind erfüllt, wenn der
Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die
Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine Anwältin geboten erscheint
(BGE 125 V 201 E.4a m.w.H.). Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG
ist eine Partei, die zur Leistung der Parteikosten die Mittel zur Deckung
des Grundbedarfs für sich und ihre Familie angreifen müsste. Dabei liegt
die Grenze der Bedürftigkeit höher als diejenige des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SVR 2007 AHV Nr. 7 S. 20).
Aussichtslos ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich
geringer sind als die Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet
werden können. Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen
werden, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend
ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde,
nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (BGE 138 III
217 E.2.2.4, 129 I 129 E.2.3.1, 122 I 267 E.2b; UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 61 N. 173 ff.). Ob im Einzelfall
genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer
vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die
Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind
(BGE 138 III 217 E.2.2.4).
b) Hinsichtlich der Prozessaussichten der vorliegenden Beschwerde gilt es
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer wiederholt unwahre Angaben zu
seinem Gesundheitszustand und seinen Aktivitäten gemacht hat, um
schwer behindert zu erscheinen. Hierdurch hat er versucht, die
Weiterausrichtung von Ergänzungsleistungen zu erwirken. Ein solches
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Verhalten liegt ausserhalb jeglicher Konformität und verdient keinen
Schutz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_852/2014 vom 19. Januar
2016 E.5.3, Urteil des Verwaltungsgerichts S 15 14 und 15 18 vom
8. Dezember 2015 E.10). Im Übrigen musste sich der Beschwerdeführer,
der um die Erheblichkeit der eingetretenen Verbesserung in
gesundheitlicher Hinsicht wusste (vgl. E.7b vorne), die Gewinnchancen im
vorliegenden Beschwerdeverfahren als beträchtlich geringer als die
Verlustgefahr einstufen. Das Gesuch des Beschwerdeführers um
unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt lic.
iur. Adrian Scarpatetti erweist sich demnach als unbegründet, weshalb es
abzuweisen ist.