# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a71fa2b5-c7b2-4517-b6fb-1ba45c40c13a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956 und zuletzt
bis 31. Juli 2003
beim Alters
heim
Y._
als Mitarbeiterin Hauswirtschaft angestellt gewesen
(Urk. 7/7)
, meldete sich nach einem
am 18. Juli 2002 erlittenen
Verkehrsunfall,
anlässlich
welchem sie sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zugezogen hatte
(statt vieler: Urk. 7/9/13)
, am 26.
Juni 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
verneinte gestützt auf ihre medizinischen und erwerblichen Abklärungen und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
mit Verfügung vom 19.
Februar 2009 einen Leistungsanspruch (Urk.
7/68). Die
s wurde vom hiesigen Gericht
mit Urteil vom 29
.
November 2010 im Prozess Nr.
IV.2009.00294 (Urk.
7/82)
und
vom Bundes
gericht
mit Urteil vom 1
4.
Juni 2011 (
Urk.
7/88)
bestätigt.
1.2
Am
6.
Januar 2015 meldete sich die Versicherte
erneut
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/94). Die IV-Stelle holte neben medizinischen Berichten der behandelnden Ärzte (Urk.
7/102-103 und Urk.
7/105) beim
Begutachtungsinstitut
Z._
das polydisziplinäre Gutachten vom 25.
Februar 2016 (Urk.
7/117) ein und stellte den Gutachtern am 3.
März 2016 ergänzende Fragen (Urk.
7/118), die am 10.
März 2016 beantwortet wurde
n
(Urk.
7/119).
Mit Vorbescheid vom 18.
April 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aus
sicht, ihr Leistungsbegehren abzuweisen (Urk.
7/122), wogegen diese am 6.
Mai 2016 (Urk.
7/123), 15.
Juni 2016 (Urk.
7/127), 31.
August 2016 (Urk.
7/132) und 12.
September 2016 (Urk.
7/134) unter Beilage von medizini
schen Berichten (Urk.
7/128, Urk.
7/131 und
Urk.
7/133) Einwände erhob. Die
Z._
-Gutachter äusserten sich am 22.
November 2016 zu den nachgereichten Berichten (Urk.
7/140). Hierzu nahm die Versicherte - wiederum unter Beilage eines medi
zinischen Berichts (Urk.
7/142) - am 13.
Januar 2017 Stellung (Urk.
7/143). Mit Verfügung vom 22.
Mai 2017 verneinte die IV-Stelle den Anspruch der Versi
cherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk.
7/145 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
Mai 2017 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
0.
Juni 2017 Beschwerde mit dem Antrag auf eine angemessene Invalidenrente (
Urk.
1). Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
August 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am
7.
November 2017 reichte die Beschwer
deführerin
medizinische Berichte (
Urk.
10/1-3) nach (
Urk.
9). Die Beschwerdegeg
nerin verzichtete am 2
4.
November 2017 auf Stellungnahme (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ä
ndert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeu
tung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Metho
denwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss
Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist
in der Neu
anmeldung
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicher
ten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf
die
Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände
rung des Invalidi
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
ände
rung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun
mehr eine anspruchsbe
gründen
de Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerde
fall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b).
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin wies das Leistungsbegehren zusammengefasst mit der Begründung ab (Urk.
2),
aufgrund der Beurteilung der
Z._
-Gutachter sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer näher umschriebenen behin
de
rungs
angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei
. In einer solchen Tätigkeit erziele
sie gegenüber ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Haus
wirtschaft ein um 28 % geringeres Einkommen, womit kein Rentenan
spruch bestehe (S. 2 oben). D
ie medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte ver
möch
ten das
Z._
-Gutachten nicht
zu entkräften (S. 2 Mitte f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen
im Wesentlichen
ein (Urk.
1), angesichts der anderslautenden ärztlichen Berichte hätte
nicht auf
das
Z._
-Gutachten abge
stellt werden dürfen (S.
6
f. Ziff.
7.1.3.1). Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der somatischen Gesundheitsschäden maximal noch in der Lage, eine näher beschriebene leichte Tätigkeit zu 40
% auszuführen. Zusätzlich sei die Arbeits
fä
higkeit auch aufgrund der psychischen Erkrankung eingeschränkt, und zwar gemäss behandelndem Psychiater zu 100
% (S.
10 Ziff.
7.3).
Es
sei von einem
Valideneinkommen
per 2015 von
rund
Fr.
70'65
1
.
--
auszugehen (S.
11
f. Ziff.
8) und
beim Invalideneinkommen sei ein Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 20
% vorzunehmen (S.
12
f. Ziff
.
9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der massgebliche Sachverhalt zwischen der Verfügung vom 19.
Februar 2009 (Urk.
7/68) und der angefochtenen Verfügung vom 22.
Mai 2017 (Urk.
2) in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat.
3.
3.1
Die am 19.
Februar 2009 verfügte Abweisung des Rentenbegehrens gründete auf dem von der Unfallversicherung in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutach
ten der
Gutachtenstelle A._
vom 30.
Juni 2005 und dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
B._
vom 21.
August 2008
, welcher das rheumatologisches Konsilium von
Dr.
C._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen,
vom 21.
August 2008
beizog
(Urk. 7/82 E. 6.1)
.
3.2
Im Rahmen ihrer Gesamtbeurteilung stellten die Gutachter der
A._
im Gutach
ten vom 30.
Juni 2005 folgende Diagnosen (
Urk.
7/23/4):
-
generalisiertes Schmerzsyndrom mit Kopf-, Nacken- und Rückenschmer
zen
-
cervicocephales
und
cervicobrachiales
Syndrom
-
Diskushernie C5/6 ohne Kompression
-
Thorako
- und
Lumbovertebralsyndrom
-
sensomotorische Parese rechts wahrscheinlich funktionell bedingt
-
anhaltende depressive Episode mi
ttelschweren Ausmasses (
F32.1)
-
Anpassungsstörung (F43.23
)
-
geschätzte leichte neuropsychologische Funktionsstörung
-
traumatisch bedingte Anosmie
(
fehlende Geruchswahrnehmung
)
-
Verdacht auf Symptomausweitung
Dazu führten die Gutachter aus, die Gesamtbeurteilung ergebe einen
chroni
fi
zier
ten
Zustand mit einem generalisierten Schmerzsyndrom, einerseits im Sinn
e eines
cervicocephalen
und
cervic
obrachialen
Syndroms, andererseits auch ein
thorako
/
lumbo
vertebrales
Syndrom bei bildgebend festgestellter Diskushernie C5/
6.
Eine differenzierte Untersuchung der Beschwerdeführerin sei nicht möglich gewesen, weshalb die klinischen Befunde nicht genau hätten erhoben werden können. Die Gutachter führten dies auf die Symptomausweitung im Rahmen der Depression
zurück. Aus neurologischer Sicht erg
e
be sich eine funktionelle Störung ohne strukturelle Veränderungen. Aus neuropsychologischer Sicht erg
e
be sich eine leichte Funktionsstörung, überlagert von der in der mittel
schweren Depression begründeten Leistungshemmung. Von psychiatrischer Seite rieten die Gutachter zu einer medikamentösen Anpassung und einem Versuch mit einer ambulanten Psychotherapie. Dabei wiesen sie darauf hin, dass selbst bei Durch
führung solcher Massnahmen - nicht zuletzt angesichts der weiteren limitieren
den Faktoren wie kultureller Hintergrund, Bildungsstand, Verquickung der psychischen Dimension mit dem Schmerzsyndrom - von einer schlechten Pro
gnose auszugehen sei (
Urk.
7/23/3-4; vgl. auch
Urk.
7/23/31-32). Sie warfen zudem die Frage auf, ob die Beschwerdeführerin die notwendige Mitarbeit zur Therapie aufbringen könne (
Urk.
7/23/7
Ziff.
7).
Bildgebend fanden die Gutachter - neben der objektivierbare
n
Anosmie - ein orga
nisches Korrelat einzig für die Diskushernie C5/6 (
Urk.
7/23/5
Ziff.
2; vgl.
auch
Urk.
7/23/18). Weiter hielten sie fest, dass für den aktuellen Gesund
heits
zustand der Beschwerdeführerin keine unfallfremden Faktoren verant
wort
lich seien (
Urk.
7/23/5
Ziff.
5.1 und
Urk.
7/23/6
Ziff.
5.2-3).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, die angestammte Tätigkeit als Hausangestellte in einem Pflegezentrum sei nicht mehr vorstellbar (
Urk.
7/23/7
Ziff.
6.2). Zur Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit äusserten sie sich nicht.
3.3
3.3.1
Dr.
B._
diagnostizierte im Gutachten vom 2
1.
August 2008 (
Urk.
7/47) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) und eine
Dysthymie
(F34.1). Zudem nannte er weitere, nicht gesundheitsbedingte Belastungsfaktoren wie fehlen
de Ausbildung, mässige Integration, lange Phasen von Arbeitsuntätigkeit, invalider Ehemann (S. 10).
Seiner Ansicht nach lasse sich eine depressive Episode nicht nachweisen. Die Beschwerdeführerin sei zwar gelegentlich verstimmt. Dies wie auch andere psychische Symptome hingen davon ab, ob sie Schmerzen empfinde. Anlässlich der Untersuchung sei kein auffälliger Befund, namentlich keine gedrückte Stimmung erhoben worden. Nach der gutachterlichen Einschätzung sei die somato
forme Schmerzstörung überwindbar und somit nicht invalidisierend. Zu den in diesem Zusammenhang zu prüfenden Kriterien hielt
Dr.
B._
fest, eine erhebliche psychische Komorbidität liege nicht vor, ebenso wenig wie chronische körperliche
Begleitkrankheiten und ein sozialer Rückzug. Dagegen sei der Krank
heitsverlauf mehrjährig und
chronifiziert
(S. 9 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
B._
unter Vorbehalt der rheumatologischen Erkenntnisse aus, in der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu weniger als 20
%
eingeschränkt. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine weit
gehend volle Arbeitsfähigkeit (S. 10 ff.).
Mit Blick auf die diesbezüglich abweichende Beurteilung durch den behandeln
den
Dr.
D._
kritisierte
Dr.
B._
, der Psychiater habe sich nicht zu den somatischen Befunden zu äussern. Eine depressive Episode sei nicht nachweisbar und
Dr.
D._
habe die psychosomatische Überlagerung nicht berücksichtigt. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei daher nicht nachvollziehbar (S. 11).
3.3.2
Dr.
C._
referierte im Gutachten vom 2
1.
August 2008 (
Urk.
7/48) zunächst die unter
Beizug
einer Dolmetscherin erhobenen Befunde seiner Untersuchung vom 1
2.
August 2008 sowie die überlassenen Akten, wobei auch er das
A._
-Gut
achten nicht erwähnte (S. 3-7).
Dr.
C._
übernahm einerseits die von
Dr.
B._
aus psychiatrischer Sicht for
mulierten Diagnosen (S. 7
Ziff.
III.1) und nannte andererseits in somatischer Hin
sicht folgende Diagnosen (S. 7
Ziff.
III.2-5):
-
chronisch generalisiertes Schmerzsyndrom
-
nicht ausreichend somatisch abstützbar
-
Panalgie
, betont der rechten Körperhälfte
-
anamnestisch Sensibilitätsstörungen der rechten Körperhälfte
-
cervicalbetontes
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Aus
strahlung
-
anamnestisch multiple Beschwerden wie Steh- und Gangunsicherheit, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Leistungsschwäche
-
Adipositas
-
essentieller Tremor
-
arterielle Hypertonie
-
anamnestisch Reizmagensyndrom
-
Calciumpyro
phosphatkristall-Ablagerung
serkrankung
Dr.
C._
legte dar, dass in der klinischen Untersuchung die
behandlungsbedürftige
Adipositas, eine schmerzvermittelnde Mimik
und Gestik, eine partielle Sen
sibili
tätsstörung der rechten Körperhälfte und diffuse Schmerzangaben bei weitgehend unauffälligem klinischen Verhalten (H
abi
tus) imponiert hätten (S. 8). Bildgebend
vermochte
Dr.
C._
die von der Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden nicht zu objektivieren, und zwar weder im Bereich der oberen noch der unteren Extremitäten; im Bereich der Wirbelsäule erhob er abweichend von den
A._
-Gut
achtern auch keine Diskushernie mehr, sondern altersent
sprechen
de normale Befunde mit leichtgradiger
Osteochondrose
(S. 10 f.). Er schloss daraus auf ein Aggravationsverhalten (S. 12) und setzte sich mit detaillier
ten Begründungen mit den mit den eigenen Schlussfolgerungen in Widerspruch stehenden ärztlichen Beurteilungen in den
Vorakten
auseinander und stellte diese in Frage (S. 13).
Aus rein rheumatologischer Sicht erachtete
Dr.
C._
die Beschwerdeführerin weder in der angestammten noch in einer leicht- bis
mässiggradig
belastenden Arbeit mit der Möglichkeit, wechselnde Positionen einzunehmen und die Rücken
ergonomie einzuhalten, als eingeschränkt. Im Übrigen verwies er auf die Ein
schätzung durch
Dr.
B._
(S. 15). Zur Beschwerdelinderung empfahl
Dr.
C._
eine alternative Medikation (S. 16).
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ergibt sich aus den nachfolgenden medizinischen Berichten:
4.2.
Im Bericht über e
in am
5. November 2010 durchgeführte
s
Arthro
-MRI der rechten Schulter gab
Dr. E._
,
l
eitender Arzt am Institut für Medi
zinische Radiologie und Nuklearmedizin des Stadtspitals
F._
(Urk. 10/4)
,
fol
gende Beurteilung ab:
-
partielle, gelenksnahe liegende Läsion der Sehne des
Musculus
supra
spi
natus
, Bursitis
subacromialis
und
subdeltoidea
, hypert
r
ophe AC
Arthrose
-
kleinvolumige
degenerativ bedingte zystische Läsionen am
Tuberculum
majus
, prominenter
superiorer
Recessus
des Labrums
glenoidale
,
klein
vo
lumige
SLAP-Läsion nicht auszusch
l
iessen
4.
3
Dr.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagno
sti
zierte im Bericht vom 16.
März 2015 (
Urk.
7/102) eine
chronifizierte
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen und anhalten
der Suizidalität (F32.3;
Ziff.
1.1 S. 1). Seit vielen Jahren habe sich das psychische Zustandsbild stetig verschlechtert. Die Beschwerdeführerin sei seit Jahren nicht mehr leistungs- oder arbeitsfähig. Es bestehe keine Aussicht auf Besserung (
Ziff.
1.4 S. 2 Mitte).
Die Beschwerdeführerin nehme alle 1-2 Monate einen Arzttermin bei ihm wahr (Ziff. 1.5 S. 2 Mitte).
4.
4
Dr.
G._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin und
für
Rheu
ma
to
logie, stellte im Bericht vom 16.
März 2015 (Urk.
7/103) folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1):
-
HWS-Distorsion am 18.
Juli 2002
-
mediolaterale
Diskushernie C5/C6
-
chronische
Cervicocephalgien
-
chronische
Cervicobrachialgien
-
neuropsychologische Defizite (Konzentrationsstörungen, Schwindel)
-
Schwindel und rezidivierende Stürze seit 2002
-
lumbospondylogenes
Syndrom rechts
-
chronische Schulterschmerzen
-
Läsion der
Rotatorenmanschette
rechts
-
Tremor
-
chronische Kopfschmerzen
-
arterielle Hypertonie, schwierig einstellbar, seit 2008
-
Aneurysma der
Arteria
(A.)
carotis
interna
links
-
Stent eines intrakraniellen Hinterwandaneurysmas A
.
carotis
interna
links im September 2009
-
Depression seit dem Unfall
-
Status nach schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen (
Hospitalisation
von März bis Mai 2009
)
-
Schlafapnoe Syndrom seit März 2014
-
CPAP-Behandlung
Aktuell leide die Beschwerdeführerin weiterhin an konstanten Schmerzen des gesamten Rückens sowie an Kopfschmerzen, welche von der okzipitalen Region bis zu den Augen ausstrahlten. Es bestünden ebenfalls andauernde Schul
ter
/Arm
schmerzen mit permanentem Einschlafen der Hände. Die Knie seien sowohl in Ruhe als auch bei Belastung schmerzhaft mit gelegentlicher Schwellung links. Weiterhin leide
die Beschwerdeführerin
an einem Tremor, einer schwer einstellbaren arteriellen Hypertonie, nächtlichen Atemproblemen und schliesslich permanentem Schwindel, welcher zu häufigen Stürzen führe (Ziff.
1.4 S.
3).
Die Beschwerdeführerin sei seit Jahren nicht mehr in der Lage, eine berufliche Tätigkeit auszuüben (Ziff.
1.6 S
4).
4.
5
Dr.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 18.
Juni 2015 (Urk.
7/105) bei den bekannten Diagnosen, die Beschwerden und Befunde seien
identisch wie in seinem früheren Bericht (Ziff.
1.4 S.
2). Die Belast
barkeit der Beschwerdeführerin sei aus somatischer wie auch aus psychia
trischer Sicht deutlich eingeschränkt. Wahrscheinlich könne
sie
eine körperlich sehr leichte Tätigkeit zu maximal 20-25
%
ausüben (Ziff.
1.7 S.
2
f.).
4.
6
Die
Z._
-Gutachter stellten im Gutachten vom 25.
Februar 2016 (Urk.
7/117) fol
gende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit (Ziff.
5.1 S
.
35):
-
chronische
s
c
ervi
c
ospondylogenes
bis
cervicobrachiales
myogelotisch
bedingtes therapieresistentes Schmerzsyndrom
-
radiomorphologisch: deutliche Streckhaltung der
HWS
mit deutlicher degenerativer
Osteochondrose
-
im Segment C5/6 mit leichter Antepositionsfehlstellung von C6 gegenüber C5 mit ventraler und dorsaler reaktiver Spondylose und deutlicher Höhenminderung der Bandscheibe C5/6
-
weitgehend normale Höhenverhältnisse der Bandscheibenhöhen proximal und distal vom Segment C5/6
-
im
ap
-Bild im Segment C5/6 bilaterale
Unkarthrose
-
progredient zunehmende
Osteochondrosen
im Segment C5/6 im Vergleich zu Vorbildern gemäss Aktenlage vom August 2008
-
reaktive
Myogelosen
der gesamten Nacken-Schultergürtelmuskulatur im Rahmen einer erheblichen allgemeinen muskulären
Dekondi
tionierung
-
Halte- und Aktionstremor beider Hände rechtsbetont, möglicherweise essentiell
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (Ziff
.
5.2 S.
35
f.)
-
d
ysfunktionale Schmerzverarbeitung mit
algogener
Verstimmung
-
multilokuläres
Schmerzsyndrom mit Schwerpunkt zervikal
-
Status nach Autounfall (Heckkollision) mit HWS-Distorsionstrauma am 1
8.
Juli
2002
-
Zeichen einer Symptomausweitung mit funktioneller sensomotorischer
Hemisymptomatik
rechts
-
assoziiert mit anamnestisch geschilderter subjektiver Steh- und Geh
un
sicherheit und chronischem Schwindel mit Kopfschmerzen
-
Status nach
endovaskulärer
Behandlung eines Aneurysmas der A.
carotis
interna
links 2009
-
Adipositas (BMI 34 kg/m2
)
-
arterielle Hypertonie
-
medikamentös (deutlich ungenügend) behandelt
-
Schlafapnoe-Syndrom
-
unter adäquater CPAP-Behandlung subjektiv beschwerdefrei
Bezüglich Beschwerden am Bewegungsapparat sei das chronische
multilokuläre
Schmerzsyndrom zu erwähnen, mit Schwerpunkt zervikal, in vielen Bereichen ohne organisches Korrelat. Die Hauptbeschwerden
könnten einem chronische
n
c
ervic
ospondylogenen
bis
c
ervi
c
obrachialen
,
myogelotisch
bedingten Schmerz
syndrom zugeordnet werden mit leichten bis
mässiggradigen
degenerativen Ver
ände
rungen bildgebend und klinisch vor allem reaktiven
Myogelosen
mit erheb
li
cher
Dekonditionierung
. Im Weiteren sei aus neurologischer Sicht der essentielle Tremor zu erwähnen. Zusammenfassend resultiere aus rheumato
logischer und neurologischer Sicht
beziehungsweise
aus Sicht des Bewegungs
apparates, dass der Beschwerdeführerin keine körperlich schweren und anhaltend mittelschweren Tätigkeiten zumutbar seien. Für körperlich leichte, wechselbelastende und adap
tierte Tätigkeiten, auch ohne wesentliche Beanspruchung der Feinmotorik, bestehe hingegen eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit einem erhöhten Pau
sen
bedarf im Sinne einer Leistungseinbusse von 20
% (S.
36).
Die zur neurologischen Untersuchung ergänzend durchgeführte neuro
psycho
lo
gische Untersuchung habe keine reproduzierbaren Befunde ergeben, die einer Einschränkung zuzuordnen wären. Die Datenerhebung könne bei der Beschwer
de
führerin nicht valide erfolgen. Neuropsychologisch könne keine objektive Ein
schränkung dargestellt werden (S.
36).
Aus psychiatrischer Sicht könne keine Diagnose im engeren Sinn gestellt werden. Es könne von einer dysfunktionalen Schmerzverarbeitung mit
algogener
Verstim
mung gesprochen werden, welche sich nach dem Unfall im Juli 2002 entwickelt habe. Eine Komorbidität liege aus psychiatrischer Sicht nicht vor, insbesondere auch keine Depression. Gemäss geprüften Indikatoren könne aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zugeordnet werden (S.
37).
Aus allgemeininternistischer Sicht lägen Befunde vor, die vor allem im Bereich des metabolischen Syndroms anzusiedeln seien mit Folgeproblemen auch des Schlafapnoe-Syndroms
,
und
die
für leichte bis mittelsch
w
ere Tätigkeiten ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit blieben (S.
37).
Zusammenfassend resultiere aus
polydisziplinärer Sicht, dass bei der
Beschwer
de
führerin
für schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten eine bleibende Arbeitsunfähigkeit bestehe. Wahrscheinlich sei auch die zuletzt durch
geführte Tätig
keit im Altersheim, wofür kein genauer Stellenbeschrieb vorliege, min
destens teilweise ungeeignet. Für leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine 80%ige Arbeits-
und Leistungsfähigkeit. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf bis 10 Minuten pro Stunde (S.
37).
Am 10.
März 2016 führten die Gutachter ergänzend aus (Urk.
7/119), die von ihnen gemachten Aussagen zur Arbeitsfähigkeit gälten ab dem Beurteilungs
zeit
punkt, retrospektiv könnten keine sicheren Aussagen gemacht werden.
4.
7
Dr.
I._, Oberärztin am
Uni
ver
sitäts
spital
J._
berichtete am 16.
März 2016 (Urk.
7/128) nach der kardio
lo
gischen Sprechstunde, die Beschwerdeführerin präsentiere sich in einem redu
zier
ten Allgemeinzustand, sie wirke schläfrig und unkonzentriert. Trotz Therapie mit CPAP berichte die Beschwerdeführerin über Schlafstörungen und
Ortho
pnoe
. Es liege eine symptomatische
orthostatische
Hypotonie vor.
Bei der Therapieresistenz spielten viele Faktoren mit:
Die
Compliance betreffend
Antihypertensiva
sei nicht perfekt
, die Einnahme anderer Medikamente und Begleiterkrankungen wie Schlafapnoe und Adipositas wirkten sich negativ auf den Blutdruck aus. Das Echokardiogramm zeige keine Hypertrophie, aber einen leicht dilatierten linken Vorhof.
4.
8
Am 17.
Juli 2016 nahm
Dr.
G._
gegenüber dem Rechtsvertreter der Beschwer
deführerin Stellung zum
Z._
-Gutachten (Urk.
7/131) und führte aus, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche er im Verlauf der Jahre bestätigt habe, nicht nur auf isolierten Befunden eines
cervi
c
alen
Segments oder einer schmerzhaften Schul
tersehne basiert habe, sondern dass er als Internist und Rheumatologe während Jahren die Gesamtsituation mit therapieresistenter arterieller Hyper
tonie, Kopf
schmerzen, rezidivierenden Stürzen und psychischen Schwierig
keiten mitberück
sichtigt habe (S.
3).
Aus rein internistischer und rheumatologischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für schwere und mittelschwere Tätigkeiten. Für leichte, ange
passte Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 40
%, wobei das Tragen und Heben von Lasten über 5
kg, Überkopfarbeiten und Präzisionsarbeiten und schnelle repetitive Bewegungen der Hände (wegen des Tremors) nicht möglich seien. Auch Arbeiten mit regelmässigen Nackenbewegungen (Rotationen) und häufiger Flexion der HWS seien zu v
ermeiden. In Betracht kämen the
oretisch vor allem Produktionsarbeiten in der Industrie. Aufgrund der psychischen Schwierig
keiten und der wiederholten Stürze könnten nur Beschäftigungen im geschützten Rahmen berücksichtigt werden (S.
3).
4.
9
Am 2.
September 2016
stellte sich
Dr.
D._
auf den Standpunkt (Urk. 7/133), das
Z._
-Gutachten
vermöge nicht zu überzeugen
, da es nicht die innere und äussere Realität der Beschwerdeführerin widerspiegle (S.
2).
4
.10
Am 2
2.
November 2016 (
Urk.
7/140) erwiderten die
Z._
-Gutachter die Kritik
von
Dr.
G._
und
Dr.
D._
und hielten zusammenfassend fest, dass aufgrund der eingereichten Unterlagen kein Anlass bestehe, am Gutachten etwas zu ändern (S.
5).
4.1
1
Am 12.
Januar 2017 äusserte sich
Dr.
G._
(
Urk.
7/142) gegenüber dem Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin erneut zum
Z._
-Gutachten.
4.1
2
Dr
.
K._
, Fachärztin für Radiologie und Fachärztin für Neurora
diologie,
stellte im Bericht
vom 26. Juni 2017 (Urk. 10/1)
fest, dass die gleichen
tags durchgeführte
MRT
der HWS
eine mässige
Foraminalstenose
C6/7 links und eine leichtgradige
Foraminalstenose
C5/6 beidseits
rechtsbetont
zeige,
mit
einer
mögliche
n
Affektion der entsprechenden austretenden Nervenwurzeln durch
die genannten leicht progredienten degenerativen Veränderungen. Überdies zeigten sich
erosive
Sp
ondylarthrosen
beidseits C7/Th
1.
Es sei keine Spinalkanalstenose oder Wurzelkompression erkennbar.
4.1
3
Dr.
L._
, Leitender Arzt am Institut für Medizinische Radiolo
gie und Nuklearmedizin am Stadtspital
F._
berichtete am 25. September 2017
(Urk. 10/2)
über die gleichentags durchgeführte MRT der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, es
lägen
eine mehrsegmentale Diskusdegen
e
ration lumbal, mit
kleinvolu
miger
Diskushernie L2/3 links paramedian ohne Beeinträchtigung der neuralen Strukturen s
owie eine
zirkumferente
Diskusv
erbreiterung L2/3 und L4/5 mit all
fälliger Wurzelirritation
rezessal
L3 rechts und L5 links vor (S. 1 unten). Überdies seien mittelschwere rechtsbetonte
Spondylarthrosen
sowie eine zystische Raum
forderung im Becken rechts, wahrscheinlich von
der Adnexe
ausgehend
,
zu erkennen (S. 2 oben).
4.1
4
Dr.
M._
, Oberarzt am Institut für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin
am Stadtspital
F._
,
gab im Bericht vom 12. Oktober 2017 (Urk. 10/3) über d
ie
Arthro
-
MRI
der
Schulter rechts vom 12. Dezember 2017 folgende Beurteilung ab (S. 2):
-
progrediente hypertrophe AC-Arthrose
-
progrediente
Tendinopathie
und
bursaseitige
Partialrupturen der
Supra
spinatussehne
, zusätzliche interstitielle Partialrupturen wahrscheinlich
-
vorbestehende Bursitis
subacromialis
-
insgesamt bestehe der Verdacht auf ein
suba
c
romiales
Impingement
-
SLAP-Läsion Typ II, nach dorsal in einen oberflächlichen,
undis
lozierten
Labrumriss übergehend
5.
5.1
Das Gericht
erwog im Urteil vom 29. November 2010 (Urk. 7/82), alle befassten Gutachter hätten die geklagten Schmerzen der Beschwerdeführerin nicht zu objektivieren ver
mocht
. Dieses von den Gutachtern beschriebene mangelnde organische Substrat sei im Wesentlichen auch durch die übrigen medizinischen Akten belegt. Mehrfach hätten die befassten Ärzte - in Übereinstimmung mit de
n
A._
-Gutachtern - auf die (mögliche) Symptomausweitung hingewiesen. Zum selben Schluss sei auch das Bundesgericht im Urteil vom 6. Oktober 2008 (in Sachen de
r
Beschwerdeführer
in
gegen den Unfallversicherer) gelangt, in dem es die beschriebenen Funktionsstörungen rechtsverbindlich als organisch nicht nach
weisbar qualifiziert habe
(E. 6.1).
Angesichts des fehlenden organischen Substrats prüfte das Gericht die Ver
wert
barkeit der (Rest)
arbeitsfähigkeit
anhand der damals anwendbaren
, für die soma
to
forme
Schmerzstörung entwickelten Kriterien (sogenannte Überwind
barkeits
praxis) und kam zum Schluss, dass ein Kriterium zwar erfüllt sei, was aber nicht genüge, um die willentliche Schmerzüberwindung ausnahmsweise als unzumut
bar erscheinen zu lassen. Auf die von den behandelnden Ärzten und den
A._
-Gutachtern bescheinigte Arbeitsunfähigkeit könne daher nicht abgestellt werden, sondern es sei vielmehr zu schliessen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin mangels objektivierbarer Befunde aus somatischer Sicht nicht einge
schränkt sei und die Beschwerden im Üb
rigen nicht invalidisierend seien
(E. 6.6).
5
.2
Aus den medizinischen Akten ist ersichtlich, dass bei der Beschwerdeführerin
in somatischer Hinsicht
seit der letzten Beurteilung neue
L
eiden wie
ein Aneurysma
der A.
carotis
interna
links
und ein Schlafapnoe Syndrom hinzugekommen sind.
Diese erachteten die
Z._
-Gutachter
(E. 4.6)
als ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit. Die Hauptbeschwerden or
dn
eten sie einem chronischen
c
ervi
c
ospondy
logenen
bis
c
ervi
c
obrachialen
,
myogelotisch
bedingten Schmerzsyndrom
mit leichten bis
mässiggradigen
degenerativen Veränderungen zu, welche die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit näher
um
schriebenen Anpassungen zu 20 %
einschränkt.
In psychiatrischer Hin
sicht
konnten
die
Z._
-Gutachter
keine Diagnose im engeren Sinne mehr stellen.
Zu prüfen ist im Folgenden, ob das
Z._
-Gutachten beweistauglich ist, was von der Beschwerdeführerin bestritten wird.
5.3
Insoweit
die Beschwerdeführerin
bemängelte,
den
Z._
-Gutachtern hätten weder das MRI des Kopfes mit HWS vom 23. April 2009 noch
die
Ergebnisse der
Arthro
-MRI-Untersuchung der
rechten Schulter vom 5. Novembe
r
2010 vorgelegen,
trifft dies zumindest für das
Arthro
-MRI vom 5. November 2010 nicht zu, wurde
doch
diese im Gutachten unter dem Titel «Stellungna
h
me zu früheren Einschät
z
ungen ...» explizit erwähnt (S. 26 Ziff. 4.2.7). Im Übrigen lassen bildgeben
d
e Untersu
chungen
für sich alleine nicht notwendigerweise auf eine funktionelle Einschrän
kung schliessen.
Es ist vielmehr Aufgabe des Gutachters, die bei der Bildgebung erhobenen Befunde anhand der Klinik zu überprüfen (Urteil
des Bundesgerichts 9C_470/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.2 mit Hinweisen).
Im rheumatologischen Teilgutachten
des
Z._
wurde ausgeführt, dass
das Röntgenbild vom 4. Januar 2016
in Bezug auf die HWS radiomorphologisch unter
Berücksichtigung der Aktenlage
eine progredient zunehmende klare
Osteochondrose
monosegmental betreffend das Segment C5/6 zeige, so dass ein
somatischer Kern der
C
ervi
c
alg
ien
durchaus postuliert werden könne. Proximal und distal des Segments C5/6 stell
ten sich die Wirbelkörper und die Bandscheiben jedoch weitgehend normal dar, so dass die
klinisch demonstrierte massiv
e Bewegung
s
einschränkung in allen Ebenen rein aufgrund dieser monosegmen
talen degenerativen
Osteochondrose
im Segment C5/6 somatisch
nicht
begründet werden könne. Der Schultergelenkstatus habe in Schulterneutralstellung eine normale Innen- und Aussenrotationsfähig
keit ergeben, so dass klinisch k
eine Hinweise für eine
Frozen
S
houlder
vorgel
e
gen hätten.
Die aktive Bewegungs
fähigkeit der Schultergelenke und der Arme hin
sichtlich Abduktion und Elevation sei im Status massiv eing
e
schränkt und dis
krepant gegenüber der beobachteten Bewegungsfähigkeit beim An- und Aus
ziehen der Kleidungsstücke
gewesen
. Eine somatisch nachvollziehbare klare Schulterpathologie
s
ei
in Bezug auf das Schultergelenk
rechts nicht zu begründen (S. 24).
Unter diesen Umständen ist es naheliegend, dass die
Z._
-Gutachter von weiteren bildgeben
d
en Untersuchungen absahen,
liegt es
doch
im Ermessen des Gut
ach
ters, ob (und welche) Zusatzuntersuchungen durchzuführen sind
(statt vieler: Urteil
des Bundesgerichts
8C_516/2014 vom
6.
Januar 2015 E. 6.2)
. Überdies ergab auch die Berichterstattung durch
Dr.
G._
(E. 4.4) keinen Anlass für weitere
bildgebende
Abklärungen,
diagnostizierte doch auch er lediglich eine Läsion der
Rotatorenmanschette
rechts, obwohl seine Untersuchungen Ein
schrän
kungen der
Beweglichkeit beider Schultergelenke in gleichem Ausmass ergaben. Auch weitergehende Untersuchungen veranlasste er lediglich für das rechte Schulter
gelenk, woraus der Schluss nahe
liegt, dass auch er von einer Symptom
ausweitung ausging, auch wenn er dies nicht explizit ausdrückte.
Was
das von
Dr.
G._
entworfene Zumutbarkeitsprofil
betrifft
,
attestierte er
der Beschwerdeführerin
seit Dezember 2003 ununterbrochen eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
, obwohl laut Urteil vom 29. November 2010 (
U
rk. 7/
82
) ein organisches Substrat für die geklagten Beschwerden fehlte (E. 6.1). Erst mit Stellungnahme vom 17. Juli 2016 (E. 4.7) räumte er ein, die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit habe nicht nur auf isolierten Befunden eines
cervicalen
Segments oder einer schmerzhaften Schultersehne basiert, sondern er habe während Jahren die Gesamtsituation mitberücksichtigt, und attestierte erstmals eine Arbeitsfähigkeit
(
in behinderungsangepasster Tätigkeit
)
von 40 %. Auch anlässlich dieser Einschätzung verliess er bei der Beschreibung der
noch zumut
baren Tätigkeiten
sein Fachgebiet und erachtete aufgrund der psychischen Schwierigkeiten und der wiederholten Stürze nur Beschäftigungen im geschütz
ten Rahmen als zumutbar, womit er faktisch wieder
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
ausging
. Es muss deshalb angenommen werden, dass sich
Dr.
G._
bei seiner Beurteilung mehr auf die subjektive Befindlichkeit der Beschwerdeführerin denn auf objektive Befunde
stützte
. Überdies ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patientinnen aus
sagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Dr.
G._
vermag daher die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
Z._
Gutachter nicht zu entkräften.
5.4
In psychiatrischer Hinsicht
kamen die
Z._
-Gutachter
zum Schluss, dass keine Diagnose im engeren Sinn gestellt werden könne, sondern von einer dysfunk
tiona
len Schmerzverarbeitung mit
algogener
Verstimmung gesprochen werden müsse.
Dagegen ging
Dr.
D._
(E. 4.3)
von einer
chronifizierten
depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen und anhal
tender Suizidalität (F32.3)
,
aus.
D
ie psychiatrische Exploration
kann
von der Natur der Sache her nicht ermessens
frei erfolgen und
eröffnet
dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medi
zinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE
124 I 170 E. 4 S. 175; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_260/2011 vom 2
5.
Juli 2011 E. 5.2), kann es nicht angehen, ein Administrativgutachten stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (Urteil
des Bundesgerichts
9C_4
/2015 vom
5.
Mai 2015 E. 3.2).
Anders verhält es sich
nur
, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt oder ungewür
digt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_853/20
15 vom 2
3.
Juni 2014 E. 3.1.2).
Insoweit die Beschwerdeführerin unter Verweis auf die Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 2. September 2016 (E. 4.9) geltend machte, das
Z._
-Gutachten sei nicht lege
artis
erstellt worden, weil darin keine Äusserungen zum inneren Erleben der Beschwerdeführerin
enthalten seien, welche für das Verständnis und die Diagnostik der depressiven Störung eine zentrale Rolle spielten, ist
ihr entge
genzuhalten, dass
der psychiatrische
G
utachter gerade nicht von einer depressi
ven Störung ausging. Damit erübrigte sich auch die Erfassung der Schwere der depressiven Störung mittels HAMD-Skala. Entgegen ihrer Ansicht sind im Gutachten auch Angaben enthalten, die es erlauben, sich ein Bild von der Beschwer
deführerin zu machen (S. 14).
Dagegen ist dem durch
Dr.
D._
erhobenen
ärzt
lichen Befund nicht zu entnehmen, aufgrund welcher Merkmale er die psychot
i
schen Symptome angenommen hat.
Trotz diagnostizierter anhaltender Suizidalität war die Beschwerdeführerin letzt
mals im Frühling 2009 in stationärer psychiatrischer Behandlung und finden
lediglich alle
1-2
Monate
Konsultationen bei
Dr.
D._
statt
. Es muss aufgrund der Behandlungsdichte darauf geschlossen werden, dass
er
die suizidalen Äusse
rungen der Beschwerdeführerin lediglich zur Kenntnis nimmt, nicht aber eine Su
izidalität tatsächlich annimmt.
Insgesamt vermag
die Beurteilung durch
Dr.
D._
daher
die gutachterlichen Feststellungen nicht zu erschüttern.
5.5
Zusammenfassend ist somit mit den Gutachtern des
Z._
davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin eine relevante Ver
schlechterung
des Gesundheits
zu
standes
in dem Sinne
vorliegt
, als
die Beschwerdeführerin in
leichten, wechsel
belastenden, mehrheitlich sitzend durchzuführenden adaptierten Tätig
keiten bei einem erhöhten Pausenbedarf zu 80 % arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
ein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin
ging
seit dem Unfall im Jahr 2002 nie mehr einer Erwerbstätigkeit nach, obwohl keine Arbeitsunfähigkeit im invalidenver
siche
rungs
rechtlichen Sinne vorgelegen hatte. Mithin war sie aus invaliditäts
fremden G
ründen nicht mehr erwerbstätig, und es ist damit mit
überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass
sie
die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte
.
Dementsprechend ist das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik heraus
gege
benen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
zu berechnen
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Der Zentralwert für mit einfachen Tätigkeiten (
skill
-level 1) beschäftigte
Frauen betrug im Jahre 2014
im privaten Sektor Fr.
4’300
.-- (LSE, Tabelle TA 1), was unter Berücksichtigung de
s
Nominallohn
indexes
von
103.6
Punkten im Jahr 2014
und
104.1
Punkten
im Jahr 201
5 (mutmasslicher Rentenbeginn;
Bun
des
amt für Statistik,
Nominallohnindex
Frauen, T1.12.10
) sowie einer im Jahr 201
5
geltend
en
betriebsüblichen durchs
chnittlichen Arbeitszeit von 41.
7 Stunden pro Woche
Bundesamt für Statistik
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
ab
teilungen T 03.02.03.01.04.01) ein hypothetisches Einkommen von
(aufge
rundet)
Fr.
54’253
.-- pro Jahr
ergibt.
6.2
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (
Urteil des Bundesgerichts
9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeits
fähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/
2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungs
niveau 4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesge
richts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Mit Blick auf die hö
chstrichterliche Rechtsprechung
ist vorliegend e
in Abzug vom Tabellenlohn nicht vorzunehmen.
Es resultiert
folglich
ein Invaliditätsgrad von 20
%,
welcher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet (vgl.
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.