# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e4acf1b2-5be9-40f0-ae0f-ece0d2937a7b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
, Mutter von drei
(
1978, 1980 und 1990 geborenen
)
Kindern, war seit
dem 1. Februar 2008
bei der Stiftung
Y._
–
vorerst
in einem 40%
Pen
sum, ab August 2008 zu 70 %
– als Ange
stellte
Hauswirt
schaft/Hausdienst
tätig (Urk. 6/8/1
-2
, Urk. 6/15/1, Urk. 6/15/8-11 und Urk. 6/7
4
).
Ab dem
1. Dezember 2008
arbeitete die Versicherte in einem reduzierten Arbeitspensum von
50 % (Urk. 6/15/2 und Urk. 6/15/11-18).
Am
27. Sep
tember 2010
meldete sie sich unter Hinweis auf Burnout und Erschöpfung bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an (Urk. 6/8 und Urk. 6/11).
Daraufhin nahm die IV
Stelle beruflich-erwerbliche sowie medi
zinische Abklärungen vor
und zog die Akten des Krankenversicherers bei (Urk. 6/12-17). Ab dem 1. Februar 2011 arbeitete die Versicherte wieder
im angestammten Pensum
von 50 %
(Urk. 6/16
17
und Urk. 6/27/12
), woraufhin die IV-Stelle das Begehren der Versicherten um berufliche Massnahmen mit Verfü
gung vom 17. Mai 2011 abwies (Urk. 6/21).
1.2
Mit
G
esuch
vom
31
. Oktober 2011 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie einen Zusammenbruch erlitten habe und
seit dem 21. September 2011 zu 100 % krankgeschrieben sei
(Urk. 6/23). Daraufhin zog die IV-Stelle einen Auszug des individuellen Kontos der Versicherten sowie weitere Unterlagen bei (Urk. 6/25, Urk. 6/27-28, Urk. 6/31 und Urk. 6/37).
Ab dem 20. April 2012 arbeitete die Ver
sicherte –
weiterhin
bei der Stiftung
Y._
– als Assistentin im Beschäftigungsatelier (Urk. 6/75/2). Am
1. März 2014
trat die Versicherte glei
chenorts eine Anstellung mit
Tagesstrukturbetreuung in einem 50%-Pensum
an
(Urk. 6/50). Im Zusammenhang mit dieser Anstellung erteilte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für einen Einarbeitungszuschuss während der Einarbeitungszeit
vom 1. März bis zum 29. August 2014
in der Höhe von Fr. 74.
pro Tag (Urk. 6/52). Mit Schreiben vom 8. September 2014 wurde der Versicherten der Abschluss der Eingliederungsmassnahmen mitgeteilt (Urk. 6/61). Zur Klärung der Leistungsansprüche gab die IV-Stelle
ein
bidisziplinäres
Gutach
ten (Psychiatrie/Orthopädie)
in Auftrag
, welches von Prof.
Dr.
med
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie,
und Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
am 19. Juni 2015 erstattet
wurde
(Urk. 6/69).
Sodann fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (
Urk.
6/75).
Nach
entsprechenden Einwänden im
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 8. Dezember 2015, Urk. 6/79; Einwand vom 15. Januar 2016, Urk. 6/81; begründeter Einwand vom 23. März 2016, Urk. 6/85) gab die IV
Stelle
am 24. Februar 2017
eine
poly
dis
zi
plinäre Begutachtung (Innere Medi
zin/Neurologie/Ortho
pädie/Psychi
a
trie/Neuro
psyc
hologie) der Versicherten bei der
MEDAS
B._
in Auftrag (Urk. 6/99). Dieses Gutachten wurde sodann am 14. Juli 2017 erstattet (Urk. 6/110). Mit Verfügung vom 5. Februar 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten – wie vorbe
schieden – ab (Urk. 6/125 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 5. Februar 2018 erhob die Versicherte am 5. März 2018 Beschwerde und beantragte die Rückweisung der
Streitsache
an die IV-Stelle (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten Urk. 6/1-127), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 27. April 2018 angezeigt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die
Festlegung des Invaliditätsgrade
s von teilerwerbstätigen
Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.2
.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgaben
bereich
weiterhin
summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invali
ditäts
grads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbs
tätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Voll
erwerbs
tätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
.4
Unverändert gilt, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychoso
zialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. In diesem Sinne verselbständigte Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom 5. März 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis und 9C_648/2017 vom 20. November 2017 E. 2.3.1.).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegeben
en
falls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
2.2
Die
Beschwerdeführerin
erhebt Anspruch auf eine Invalidenrente und stellt sich dabei auf den Standpunkt, sie sei für die nächsten 12-24 Monate zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens damit, dass die
Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit voll
ständig
arbeitsfähig sei (Urk. 2 und Ur
k. 5 S. 3). Gestützt auf einen Gesamti
nvaliditäts
grad von 22 %
ergebe
sich kein Rentenanspruch
(Urk. 2).
3.
3.1
Im bidisziplinären
Gutachten (Psychiatrie/Orthopä
die) von Prof.
Z._
und Dr.
A._
vom 1
9.
Juni 2015
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(
Urk.
6/69/2):
-
Femoropatellararthrose
links Grad
Kellgren
III mit begleitender medialer wie lateraler
Meniskopathie
(ICD-10 M 17.9)
-
Aufgehobene Bewegung des Daumenendgelenkes links nach
Arthrodese
2012 (ICD-10 M 25.68)
-
Rezidivierende depressive Störung;
gegenwärtig
remittiert; im Verlauf mittel
gradige Episode (ICD-10
F 33.1;
F 33.4)
-
Claustrophobie
(ICD-10 F 40.2)
Zudem wurden folgende Diagnosen
ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 6/69/2)
:
-
Beidseits beginnende STT-Arthrose (Übergangsarthrose von Kahnbein zu grossem und kleinem Vieleckbein; ICD-10 M 19.4)
-
Mediale
Meniskopathie
des rechten Kniegelenkes mit
myxoider
Degeneration des
Hinterhornes
(ICD-10 M 23.39)
-
Restsymptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1)
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse und Misshandlungssyndrome (ICD-10 Z 61.4; Z 61.6; Y07)
-
Familienzerrüttung (ICD-10 Z 63.5)
-
Status nach Burn-out-Syndrom (ICD-10 Z 73.0)
Bei der Versicherten würden nachfolgende Leistungseinschränkungen in qualita
tiver Hinsicht bestehen (Urk. 6/69/3):
-
Schwerst- und Schwerarbeiten
-
Tätigkeiten in Zwangshaltungen mit Haltungskonstanz
-
Das mehr als gelegentliche Besteigen von Treppen, jedwede Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen
-
Jedwede kniende Tätigkeiten
-
Mehr als gelegentliche Tätigkeiten im
Hocksitz
-
Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 15 kg ohne technische Hilfs
mittel
-
Tätigkeiten mit vermehrten feinmotorischen Anforderungen an die linke Hand
-
Für Heben und Tragen von Lasten über 15 kg sind technische Hilfsmittel erforderlich
Auf orthopädischem Fachgebiet sei bei der Explorandin
ihre anhaltende Beschwerde
symptomatik im Bereich ihres linken Kniegelenkes
massgeblich ein
schränkend für ihre Arbeitsfähigkeit. Ferner bestehe eine verminderte Fein
moto
rik des linken Daumens (Urk. 6/69/3). Unter Wahrung der oben genannten qualitativen Schonkriterien bestehe für eine behinderungsangepasste, wechselnd belastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne vermehrte feinmotorische Anforderungen an die linke Hand aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Schichtpensum eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100
%
. In der als adaptiert anzusehenden, gegenwärtig ausgeführten Tätig
keit als Assistentin im Beschäftigungsatelier der Stiftung
Y._
sei die Pro
bandin ab dem 1. Februar 2014 sowohl quantitativ als auch qualitativ uneinge
schränkt arbeitsfähig (Urk. 6/69/4).
Auf psychiatrischem Fachgebiet würden bei der Explorandin unter Abzug ent
sprechender psycho-sozialer und sozio-kultureller Anteile und unter Beachtung der obig genannten Vorgaben leichtgradige Fähigkeitsstörungen (einge
schränktes Rendement) vorliegen, die aus rein psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht die Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (Hauswirt
schafterin/Reinemachefrau) als auch in adaptierter Tätigkeit (Assistentin im Beschäftigungsatelier) mittel- und langfristig um 20
%
bis 30
%
in Bezug auf eine Vollbeschäftigung beeinträchtigten. Tätigkeiten in engen Räumen und Platz
not seien nicht zumutbar. Die aktuelle Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht als adaptiert bezeichnet werden. Im Verlauf sei es im Zeitraum von Februar 2010 bis Juni 2010 und erneut ab Oktober 2010 bis April 2012 zu einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Störung gekommen mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bezogen auf ein Vollpensum in zuletzt ausgeübter und adaptierter Tätigkeit. Im Haushalt liege unter der Mitwirkungs
pflicht von Familienangehörigen keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vor (Urk. 6/69/3).
Aus
bidisziplinärer
Sichtweise sei davon auszugehen, dass unter der Mit
wir
kungs
pflicht von Familienangehörigen im Haushalt bei der Explorandin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Als Reinigungskraft sei sie im Zeitraum vom 2
5.
Juli 2013 bis zum 2
8.
Februar 2014 zu 100
%
und im Zeit
raum von Februar 2010 bis Juni 2010 und erneut ab Oktober 2010 bis April 2012 zu 50
%
bezogen auf ein Vollpensum in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In der Tätigkeit als Assistentin im Beschäftigungsatelier sei die Versicherte im Zeit
raum von Februar 2010 bis Juni 2010 und erneut ab Oktober 2010 bis April 2012 zu 50
%
bezogen auf ein Vollpensum in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (Urk. 6/69/4).
3.2
Im Haushaltsabklärungsbericht vom 23. November 2015 (Urk. 6/75)
stufte es d
ie Abklärungsperson der
Beschwerdegegnerin
als nachvollziehbar und glaubhaft
ein, dass die
Beschwerdeführerin
bei Gesundheit heute ein 70%iges Arbeitspen
sum leisten würde
(Urk. 6/75/3)
.
Es sei, unter Berücksichtigung der Schadenmin
derungspflicht des Ehemannes, von folgenden Zahlen auszugehen: Haushalt
führung: Anteil 5 %, Einschränkung 0 %
; Ernährung: Anteil 45 %, Ein
schränkung 15 %; Wohnungspflege: Anteil 20 %, Einschränkung 20
%; Einkauf und weitere Besorgungen: Anteil 7 %, Einschränkung 10 %; Wäsche und Klei
derpflege: Anteil 15 %, Einschränkung 20 %; Betreuung von Kindern und ande
ren Familienangehörigen: Anteil 0 %, Einschränkung 0 %; Verschiedenes: Anteil 8 %, Einschränkung 0 %.
Gesamthaft erg
eb
e dies im Haushalt eine Einschrän
kung von 14.45 %
(Urk. 6/75/5-7)
.
3.3
Im polydisziplinären Gutachten der
MEDAS
B._
vom 14. Juli 2017 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfäh
igkeit gestellt (Urk. 6/110/48-49
):
-
Neuropsychologisch:
-
Leichte kognitive Störung mit
zugrunde liegenden
Einbussen des Arbeits
gedächtnisses, der Konzentration, dem Gedächtnis und de
r
Alertness
-
Psychiatrisch:
-
Sonstige rezidivierende depressive Störung (larvierte
somatisierte
Erschöpfungsdepression, ICD-10: F33.8)
-
Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (
dependent
asthenisch, ängstlich, vermeidend,
dysthym
), ICD-10: F 61
-
Orthopädisch:
-
Femoropatellararthrose
des linken Kniegelenkes
-
Meniskopathie
des rechten Kniegelenkes
-
Zustand nach
subacromialer
Dekompression der linken Schulter
-
Zustand nach
Arthrodese
des Daumenendgelenkes
Die Arbeitsfähigkeit und die allgemeine Leistungsfähigkeit seien zum jetzigen Zeitpunkt hauptsächlich beeinträchtigt durch die psychische Störung und die Knie
schmerzen. Es könne durchaus davon ausgegangen werden, dass sich die orthopädisch bedingte Schmerzsymptomatik zusätzlich negativ auf die psychi
sche Stimmung auswirke. Die Versicherte sei durch die orthopädisch bedingten Gesundheitsstörungen auch in ihrer allgemeinen Mobilität einge
schränkt, sie könne sich auch sportlich nicht so betätigen wie eine gesunde Person. Auch dies könne sich negativ auf das depressive Leiden auswirken (Urk. 6/110/50).
Im orthopädischen
Teilgutachen
erachtete
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Unfallchirurgie,
die Versicherte in der angestammten Tätigkeit (Betreuerin mit stehender Tätigkeit in einer Behindertenwerkstatt) als zu 30 % arbeitsfähig. Dies beinhalte eine Betreuung von Behinderten, aber ohne körperlich belastende
Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit/Verweistätigkeit sei die Versicherte zu 80 % arbeitsfähig (Urk. 6/110/79).
Gemäss dem
neuropsychologische
n Teilgutachten würden
d
ie aktuellen neuro
psychologischen Befunde zusammengefasst für eine leichte kognitive Störung mit im Vordergrund stehenden Einbussen des Arbeitsgedächtnisses, der Konzentra
tion, der Lern- und
Behaltensleistung
und der
Alertness
sprechen
. Deutlich von der Versicherten beklagt würden die
Müdigkeit
und Erschöpfung, welche auch mit ihren Tätigkeiten des alltäglichen Lebens interferierten. Dafür sprächen auch die Befunde.
D
as Arbeitsgedächtnis
stelle
eine zentrale Funktion zur Bewältigung des Alltags- aber auch des Berufslebens dar. Aus rein neuro
psycho
logischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Assistentin im Beschäf
ti
gungsatelier zu 80 % zumutbar. Auch in einer Verweistätigkeit sei aus rein neu
ropsychologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit
zu
80 % zumutbar. Aufgrund
d
er Einbussen im Arbeitsgedächtnis und Konzentration wäre eine beginnende Leistungsfähigkeit mit 80 % optimal, so dass der Versicherten für das Erlernen neuer Prozesse und Tätigkeiten genügend Zeit zur Verfügung stehe. Bei positivem Verlauf sei die
Leistungsfähigkeit
auf 100 % anzupassen
(Urk. 6/110/88)
.
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten,
vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse und Gegebenheiten, könne
zum jetzigen Zeitpunkt
ange
nommen werden
, dass bei der Versicherten gegenwärtig keine Arbeits
fähigkeit bestehe. Es bleibe die Entwicklung der Erkrankung des Ehemannes abzu
warten, so dass die Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die nächsten 12
24
Monate gelten sollte. Geschätzt dürfe ein Wiedererlangen einer Arbeits
fähigkeit von 20-30 % in Zukunft möglich sein. Es sollte dann nach besagtem Zeitraum gegebenenfalls ein monodisziplinäres psychiatrisches Gut
achten erstellt werden, um dann die Arbeitsfähigkeit erneut zu beurteilen.
Eine höhere Arbeits
fähigkeit als die geschätzten 20-30 %
erscheine
nicht
als
wahr
scheinlich
. Die aus der Aktenlage hervorgehenden weiteren Symptome, die Rest
symptome einer post
traumatischen Belastungsstörung, Klaustro
phobie, Neurasthenie
und
erhöhte Ermüdbarkeit
seien
in d
i
e Diagnose der Persönlich
keits
stör
ung zu subsumieren
. Insbesondere der langjährige Verlauf lege eine Diagnose der Persönlichkeitsstö
rung nahe (Urk. 6/110/105-106).
4.
4.1
Folgt man der
Beschwerdegegnerin
, so ist g
estützt auf
das psychiatrische
Teil
g
ut
achten
des polydisziplinären Gutachtens vom 14. Juli 2017
kein von psycho
so
zialen Belastungsfaktoren unabhängiger psychischer Gesundheits
schaden ausge
wiesen
, weshalb aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht auf die
attestierte Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden
kann
(Urk. 5 S.
2
).
Auch auf die
im psychiatrischen Teilgutachten des bidisziplinären Gutachtens
vom
19.
Juni 2015
attestierte Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten könne nicht abge
stellt werden, zumal – gestützt auf die rechtsprechungsgemäss vorzu
nehmende
Indikatorenprüfung
– das Vorliegen eines invalidisierenden Gesund
heits
schadens zu verneinen sei (Urk. 5 S. 2-3).
Auf die
im orthopädischen Teilgutachten
des polydisziplinären Gutachtens
attestierte und im Vergleich zum bidisziplinären Gutachten höhere Arbeitsunfähigkeit
könne aus verschiedenen – näher dargeleg
ten – Gründen
ebenfalls
nicht abgestellt werden.
In der Folge sei bei
der
Beschwer
de
führerin
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 5 S.
2-3).
4.2
Die
Beschwerdeführerin
stützt sich
(sinngemäss)
auf das polydisziplinäre Gutach
ten
vom 14. Juli 2017
sowie auf
die
«
Verschlechterungsmeldungen der beraten
den Psychologin
»
(
gemeint
sind
wohl
die
ärztliche
n
Bericht
e
von
lic
. phil. D._
, Psychotherapeutin SPV,
vom 15. Dezember 2016 [Urk. 6/96/11
18]
und vom 8. November 2017 [Urk. 6/121]
)
.
Daraus würde sich eine andauernde Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die nächsten 12-24 Monate ergeben.
Darüber hinaus
nehme die angefochtene Verfügung keinerlei Bezug auf den Umstand, dass sich die
Beschwerdeführerin
seit Februar 2017 in
einem gekündigten
Arbeitsverhältnis befinde und seit Januar 2018 keine Versiche
rungs
leistungen mehr erhalte (Urk. 1).
4.
3
Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass das bidisziplinäre Gutachten vom 19. Juni 2015 (Urk. 6/69) die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges Gutachten
erfüllt (vgl. E. 1.
5
). Es setzt
sich mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin
auseinander
,
berücksichtigt die medizinischen Vorakten und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag in formaler Hinsicht zu überzeugen.
Dahingegen offenbaren sich bei den in den verschiedenen Disziplinen erstellten Teilgutachten des polydisziplinären Gutachtens vom 14. Juli 2017 – wie sogleich noch zu zeigen sein wird – inhaltliche Mängel bzw. Unklarheiten, was dazu führt, dass der Beweiswert des polydisziplinären Gutachtens insgesamt zu relativieren ist. Die Ausführungen in den einzelnen Disziplinen sind – soweit überhaupt ent
scheidrelevant – jeweils separat auf ihre Schlüssigkeit hin zu überprüfen. Die im polydisziplinären Gutachten
vom 14. Juli 2017
festgestellten Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit und der allgemeinen Leistungsfähigkeit der
Beschwerde
führerin
betreffen die Disziplinen Psychiatrie, Neuropsychologie und Orthopädie
(
vgl. die Übersicht in
Urk. 6/110/53).
Dahingegen steht die gut
achterliche Ein
schätzung, wonach in den Bereichen Neurologie und Innere Medizin im Begut
achtungszeitpunkt keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestand, – zu Recht – ausser Frage.
4.4
In orthopädischer Hinsicht
ist
zu konstatieren,
dass
sowohl
im bidisziplinären
als auch
im polydisziplinären Gutachten
im Wesentlichen dieselben Diagnosen gestellt
werden
.
Dies unter dem Vorbehalt, dass
der
in b
eiden Gutachten diagno
stizierte
n
Meniskopathie
des rechten Kniegelenkes nur im polydiszi
plinären Gut
achten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen
wurde
(vgl.
Urk. 6/69/2 und Urk. 6/110/49)
.
Auch
die erhobenen objektiven Befunde
fallen weitgehend unauffällig aus und stimmen in beiden Gutachten im Wesentlichen überein
(U
rk. 6/69/92-108
;
Urk. 6/110/
34
und Urk. 6/110
/
73
-76
).
Die im polydisziplinären Gutachten vom 14. Juli 2017 festgestellten
Einschränkungen
(vgl.
Urk. 6/110/73-76
)
gehen im Leistungsbild auf, welches im bidisziplinären Gutachten vom 19. Juni 2015 festgehalten und anhand dessen das Profil für eine angepasste Tätigkeit definiert wurde
(vgl.
Urk. 6/69/3, E. 3.1
)
. Unter Wahrung dieser Anforderungen bei der Auswahl der Verweistätigkeit wurden im bidisziplinären Gutachten sodann keine Ein
schrän
kung
en
der Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Urk. 6/69/124
-125
).
Dahin
gegen leitete Dr.
C._
im orthopädischen Teilgutachten des polydiszipli
nären Gutach
tens vom 14. Juli 2017
aus den erhobenen Befunden eine Arbeits
unfähigkeit der
Beschwerdeführerin
im Umfang von 70 % in der bisherigen Tätigkeit und eine solche von 20 % in einer Verweistätigkeit ab (Urk. 6/110/53).
Unter diesen Gege
benheiten wäre zu erwarten gewesen, dass sich
Dr.
C._
ausführlich damit ausei
nander
ge
setzt
hätte
, inwiefern eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes funktionelle Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit mit sich bringt
.
Dr.
C._
erwähnt
e
das
bidisziplinäre
Gutachten zwar in seiner versi
cherungsmedizinischen Beurteilung, setzt
e
sich aber nicht mit der abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auseinander (vgl. Urk.
6/110/78)
.
Infolge
dessen
ist nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen Dr
.
C._
der
Beschwerde
führerin
eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestierte
, zumal gemäss seinen Angaben eine sitzende Tätigkeit ganztags mit 100%iger Leistung erbracht werden könnte (vgl.
Urk.
6/110/76).
Es wurden
sodann
keine funktionellen Einschränkungen festgestellt, mit welchen sich die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erklären liesse.
Es
mangelt
dem Teilgut
achten von Dr.
C._
somit an
schlüssigen Argumenten,
um die fachärztliche Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr.
A._
im
bidisziplinären
Gutachten in Zweifel ziehen zu können. Dies
hat umso mehr zu gelten, als er sich bei seiner Einschätzung auf eine im Wesentlichen unveränderte Befundlage stützte.
Insbesondere fehlt es an Anhaltspunkten dafür, dass die im Rahmen des
Vorbe
scheidverfahrens
zusätzlich geltend gemachten Beschwerden eine länger dauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus somatischer Sicht zur Folge gehabt hätten (
Urk.
6/87-90; vgl. etwa
Urk.
6/96/9, wonach sich keine organisch fassbare Schlafstörung habe finden lassen; vgl. auch den Hinweis in
Urk.
6/110/28 auf eine erfolgreiche
Cholezystektomie
).
Auf die im polydiszipli
nären Gutachten
vom 14. Juli 2017
attestierte Arbeitsunfähigkeit in ortho
pädi
scher Hinsicht kann somit nicht abgestellt werden. Infolgedessen ist
gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten vom 19. Juni 2015
-
davon auszu
gehen, dass die
Beschwerdeführerin
im orthopädischen Bereich bezüglich einer ange
passten Tätigkeit nicht relevant
eingeschränkt und seit dem 1. Februar 2014 zu
100 % arbeitsfähig ist.
Auch für die Zeit
davor
ergibt sich aus den vor
liegenden Akten keine
auf
Einschränkungen im orthopädischen Bereich zurück
zu
führende
lang
andauernde
Arbeitsunfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
in Verweistätigkeiten.
4
.5
4.5.1
In psychiatrischer Hinsicht w
u
rd
e
der
Beschwerdeführerin
im
polydisziplinären Gutachten
vom
14
. Juli 2017
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in ange
stamm
ter wie auch in
adaptierter
Tätigkeit attestiert.
Wie eingangs erwähnt, sind das Beschwerdebild mitprägende psychosoziale Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar die Symptomatik beeinflussen, als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Faktoren
auszuscheiden (vgl. E. 1.
3.4
).
Der Gutachter
im Bereich Psychiatrie, m
ed.
pract
.
E._
,
nahm
i
n
seiner
versicherungs
medi
zinischen Beurteilung
offensichtlich keine derartige Ausscheidung vor.
So
führt
e
er die bestehenden Einschränkungen des psy
chiatrischen
Gesund
heitszustandes
haupt
sächlich
auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurück
. Besonders deutlich geht dies aus dem
Passus
hervor, in welchem er die
Erkrankung
auf Seiten des
Ehe
mann
s
der Beschwerdeführerin
in direkten Zusammenhang zur Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
stellt
e
und
riet
,
die Krankheitsentwicklung beim Ehe
mann
abzuwarten, um die Arbeitsunfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
in 12
24
Monaten erneut beurteilen zu können
.
Sodann
w
u
rden
die
reduzierte Motivation in Bezug auf die Wiederaufnahme einer wie auch immer gearteten beruflichen Tätigkeit
sowie die
attestierte Arbeitsunfähigkeit direkt auf die aktuellen Gege
benheiten mitsamt der Erkrankung des Ehemannes gestützt (Urk. 6/110/
104
-
105).
A
uch daneben
wies
med.
pract
.
E._
in Zusammen
hang mit den von ihm gestellten Diagnosen auf zahlreiche weitere
,
den psychischen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
beeinflussende
psycho
soziale
Einflussfaktoren hin: Das Denken der
Beschwerdeführerin
sei anlässlich
d
er psychiatrischen Untersuchung teilweise auch auf die vielfältig widerfahrenen Belastungen und das «Nichterhal
tene» in ihrem Leben
eingeengt
.
Auch wenn die
Erkrankung ihres Ehemannes für die
Beschwerdeführerin
eine grosse psychische Belastung darstelle,
sei
sie
bereits
vorher
psychisch erkrankt, durch eine Vielzahl von weiteren Belastungsfaktoren beeinträchtigt gewesen und unter ungünstigen psychosozialen Bedingungen auf
gewachsen (Urk. 6/110/52 und Urk. 6/110/104
105
).
4.5.2
Auch
im
Bereich der Neuropsychologie
wurden die bestehenden
Einschränkungen
primär
auf
psychosoziale Belastungsfaktoren
zurück
geführt
.
So erklärte
MSc
.
F._
, Neuropsychologin DAS, die dargestellten Ausfallmuster mit dis
kreten, isolierten Einbussen durch die noch vorhandenen, und neu aufgetretenen, psychosozialen Belastungssituationen und Residuen des «Burn-out». Zudem bezeichnete die Gutachterin die neu aufgetretene Situation des Ehepaares als hohen Risikofaktor für eine erneute psychische Dekompensation und somit auch für eine Verschlechterung der Kognition (Urk. 6/110/88).
4.5.3
Gestützt auf das
polydisziplinäre Gutachten vom 1
4
. Juli 2017
ist somit – mit der
Beschwerdegegnerin
– kein von psychosozialen Belastungsfaktoren unab
hängi
ger psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen
(
vgl. E. 1.3
.4)
.
Gegen ein inva
lidisierendes psychisches Leiden spricht auch die
jeweils
mehrheitlich unauffäl
lige Befundlage (vgl.
Urk. 6/110/86-87 und
Urk. 6/110/102-10
4
).
Ferner
hielt
der Gutachter im Fachbereich Psychiatrie dafür, dass in 12-24 Monaten eine Neube
urteilung der Arbeitsfähigkeit erfolgen soll
te
und die Gutachterin im Bereich Neu
ropsychologie erachtet
e
die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % als optimal und eine Steigerung auf 100 % bei positivem Verlauf absehbar (vgl.
Urk. 6/110/53 und Urk. 6/110/88).
Diese in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mitschwin
genden
Unsicherheiten beziehungsweise Relati
vierungen sprechen
sich ebenfalls
gegen eine
mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit vorliegende
dauerhafte
Ein
schränkung
der
Arbeitsfähigkeit
aus.
Dem psychiatrischen Teilgutachten mangelt es darüber hinaus weitgehend an einer Auseinandersetzung mit dem bidiszipli
nären Vorgutachten. Der psychiatrische Gutachter begründet
e
die im Vergleich zum Vorgutachten abweichende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht und gliedert
e
die Arbeitsunfähigkeit – auch auf erneute
Aufforderung
der
Beschwer
degegnerin
hin (vgl. Urk. 6/112 und Urk. 6/118) – nicht retrospektiv (
Urk. 6/110/104-107
).
A
uf die
im polydisziplinären Gutachten
v
om 14
. Juli 2017
attestierte Arbeitsunfähigkeit
in den Bereichen Psychiatrie und Neuropsychologie
kann
demzufolge
nicht abgestellt werden.
Im Weiteren liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass in der Zeitspanne zwi
schen der polydisziplinären Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung bei der
Beschwerdeführerin
eine
entscheidrelevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
4.
6
4.6
.1
Wie
vorstehend gezeigt
, ist im Begutachtungszeitpunkt des polydisziplinären Gutachtens
vom 14. Juli 2017
kein
rechtlich relevanter
psychischer Gesundheits
schaden ausgewiesen.
Bereits davor, i
m bidisziplinären Gutachten vom 19. Juni 2015
,
diagnostizierte
Prof
.
Z._
eine rezidivierende depressive Störung
;
gegenwärtig remittiert
; im Verlauf mittelgradige Episode (ICD-10 F 33.4)
sowie eine
Claustrophobie
(ICD-10 F 40.2; Urk. 6/69/41)
.
Unter Abzug der
psycho
so
zialen und soziokulturellen Faktoren
gelangte er zur Einschätzung, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
sowohl in der zuletzt ausgeübten als auch in der adaptierten Tätigkeit mittel
-
und langfristig um 20 % bis 30 % in Bezug auf eine V
ollbeschäftigung beeinträchtigt sei
(Urk. 6/69/42).
Im Verlauf
sei sie
von Februar 2010 bis Juni 2010 und erneut ab Oktober 2010 bis April 2012 zu 50
%
bezogen auf ein Vollpensum in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen (Urk. 6/69/
3
)
.
4.
6
.2
Die Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Lei
stungsvermögens der
Beschwer
de
führer
in
hat
anhand des Kataloges von Indikatoren zu erfolgen (BGE 141 V 281;
vgl. E. 1.
3
.2-1.
3
.3).
Wie nachfolgend gezeigt wird, erlauben die medi
zini
schen Akten
, insbesondere das bidisziplinäre Gutachten vom
19. Juni
2015
welches seinen Beweiswert
trotz seines Entstehungszeitpunktes vor der Ein
führung der
einschlägigen
Rechtsprechung
nicht per se verliert (BGE 141 V 281 E. 8 mit Hinweis)
-
, eine schlüssige
retrospektive
Beurteilung im Lichte der mass
geblichen Indikatoren, weshalb sich eine Ergänzung des medizinischen Sachverhaltes erübrigt
.
4.6
.3
Hinsichtlich des Komplexes Gesundheitsschädigung ergibt sich, dass bei der
Beschwerdeführerin
laut bidisziplinärem Gutachten
vom 19. Juni 2015
eine rezidivierende depressive Störung
;
gegenwärtig remittiert; im Verlauf mittel
gra
dige Episode
(ICD-10 F 33.4) sowie eine
Claustrophobie
(ICD-10 F 33.4)
vorlagen
(Urk. 6/69/41)
.
Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
ist zu bemerken, dass der psychiatrische Gutachter
,
Prof
.
Z._
,
die
nicht ver
sicherten
psycho
sozialen und soziokulturellen Faktoren bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähig
keit bereits abgezogen hat
.
Es
wurden
leichtgradige Fähigkeits
störungen
ausge
macht
(eingeschränktes Rendement)
.
Tätigkeiten in engen Räumen und Platznot seien nicht zumutbar
(Urk. 6/69/42)
.
Die
Beschwerde
führerin
selbst erachtete sich
in psychiatrischer Hinsicht weder bei der beruflichen noch bei der
haushälteri
schen
Tätigkeit als eingeschränkt (vgl. Urk. 6/69/34).
Affektive depressive Symp
tome wurden weder objektiviert noch beklagt (Urk. 6/69/41).
Ebenso zeigten sich anlässlich der polydisziplinären Begutachtung die erhobenen objektiven Befunde weitgehend unauffällig (E. 4.5.3).
Zum Indikator «Behandlungs
- und Eingliederungserfolg oder
–
resistenz
» ist
fest
zuhalten
, dass die
Beschwerdeführerin
in zweimalig pro Monat stattfindender psychotherapeutischer Behandlung stand
(Urk. 6/69/34-35)
beziehungsweise noch immer steht (
Urk.
6/121/6).
Als
Eingliederungs
massnahme (berufliche Mass
nahme)
wurde der
Beschwerdeführerin
in der Zeitspanne vom
1. März
2014
bis zum 29. August 2014
ein Einarbeitungszuschuss
während der Anlern- und Ein
arbeitungszeit
gewährt (Urk. 6/52).
Im ärztlichen Bericht von Dr. med.
G._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 28. August
2014
bezeichnete diese den Verlauf in der behinderungsangepassten Tätigkeit (Assistentin im Beschäftigungsatelier des
Y._
s
) als erfreu
lich. Die
Beschwerdeführerin
sei motiviert und bekomme von allen Seiten gute Rückmeldungen
(
Urk. 6/60
/7).
Die
Beschwerdeführerin
nahm
i
m Unter
suchungs
zeitpunkt keine psychiatrische Medikation ein (Urk. 6/69/35).
Prof
.
Z._
empfahl die Weiterführung der Psychotherapie und erachtete eine weitgehende Kompensation des psychischen Gesundheitszustandes als Erfolg der psychothe
rapeutischen Bemühungen durch
die Psychologin
. Prognostisch sah der Gutach
ter die Situation in Abhängigkeit von externen Auslösefaktoren weiterhin als gefährdet an
(Urk. 6/69/43).
Nachdem
sich sowohl die Psychotherapie als auch die Eingliederungsmassnahme progno
stisch positiv ausgewirkt haben und
med.
pract
.
E._
eine Optimierung der - offenbar nunmehr installierten (vgl. aber auch
Urk.
6/110/101, wonach am Untersuchungstag keine Medikation einge
nommen worden sei) -
Psychopharmakamedikation
empfahl und gar eine sta
tionäre Behandlung erwog (
Urk.
6/110/50, 107), kann nicht auf eine thera
peu
tisch nicht mehr angehbare Störung geschlossen werden.
Wechselwirkungen zwischen den somatischen Leiden und dem psychischen Gesundheitszustand wurden
im bidisziplinären Gutachten
nicht thematisiert
.
4.6
.4
Zu den Komplexen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass im bidisziplinären Gutachten keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde.
Die
Beschwerdeführerin
ist
s
ozial gut eingebunden. Sie
hat
Kolle
ginnen und Freundinnen und fühlt
sich sozial nicht isoliert
.
Die Bezie
hung mit ihrem Ehe
mann
verläuft harmonisch. Die
Beschwerdeführerin
ist
introspektionsfähig
(Urk. 6/69/31-34)
.
Sie
gab an, gerne zu töpfern und zudem gerne Motorrad zu fahren
(
Urk. 6/69/31). Ihren Tagesablauf schilderte die
Beschwerdeführerin
wie
folgt
: Gegen 6.00 Uhr morgens stehe
sie auf und fütter
e
danach ihre sechs Katzen
. Nach der Morgentoilette trinke sie einen Kaffee und rauche eine Zigarette; sie frühstücke
nicht. Sie
nehme
sich jeden Morgen eine halbe Stunde Zeit für sich selbst. Dann mach
e
sie sich für
den Arbeitstag fertig und fahre
mit dem PW zur Arbeit. Arbeitsbeginn
sei
um 8.00 Uhr. Sie
sei
dann bis 17.00 Uhr bei der Arbeit zweimalig in der Woche. An einem weiteren
Tag
sei
s
ie bis 12.00 tätig; sie arbeite
in einem 50 % Pensum mit 21.25 Stunden pro
Woche. Nach der Arbeit erledige
sie Einkäufe und beg
ebe
sich dann wieder in die Häuslichkeit. Meist
sei
sie gegen 18.00 Uhr wieder daheim.
Dann lieg
e
sie auf dem Sofa ab. Hiernach mach
e
sie zusammen mit dem
Ehemann das Nachtessen. Sie gehe
früh gegen 20.00 Uhr schlafen (Urk. 6/69/34).
A
nlässlich
der polydisziplinären Untersuchung führte sie dem Gutachter gegenüber aus, sie stehe gegen 8.30 bis 9.00 Uhr auf und geniesse ihre erste Zigarette und einen Kaffee. Nach dem Duschen und Schminken gehe sie in der Regel für Kleinigkeiten einkaufen, besuche eine Freundin oder andere Bekannte. Den weiteren Tag verbringe sie meist mit Fernsehen, Lesen, mit Tätig
keiten im Haushalt oder bei schönem Wetter im Liegestuhl an der Sonne. Den Abend verbringe sie in der Regel mit ihrem Ehemann zusammen. Meist sei sie am Abend müde und wolle daher mit ihrem Ehemann nicht mehr ausser Haus gehen (Urk. 6/110/33).
Damit sind weder limitierende Persönlichkeitsmerkmale noch ein ausgeprägter sozialer Rückzug erkennbar und enthält der soziale Lebenskontext bestätigende, sich potentiell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren. Die Ressourcen der
Beschwerdeführerin
liegen sodann auch gemäss den Untersuchungsbefunden weitgehend im Normbereich, die
Beschwerdeführerin
erschien wach und zu allen Qualitäten orientiert. Es waren keine Hinweise auf Störungen der Merkfähigkeit oder des Gedächtnisses zu erkennen (vgl. Urk. 6/69/36
,
Urk.
6/110/102-103
).
4.6
.5
In der Kategorie «Konsistenz» ist bezüglich des Indikators «gleichmässige Ein
schränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen» festzustellen, dass die Beschwerdeführerin im Untersuchungszeitpunkt in einem 50%-Pensum einer Erwerbstätigkeit nachging und über eine aktive Tages
ge
staltung verfügte. Sie
be
wohnt
e
mit ihrem Ehemann abgelegen
ein
Ein
familien
haus und fühlt
e
sich in psychischer Hinsicht im Haushalt nicht einge
schränkt. Auc
h den dazugehörenden
kleinen Gemüseg
arten k
onnte
sie selber bewirtschaf
ten. Die Einkäufe erledigt
e
sie grösstenteils selber
und sie bereitet
e
sich sowohl eigenständig als auch zusammen mit ihrem Ehemann Mahlzeiten zu
.
Den Abwasch erledigt
e
sie normalerweise selber, entweder direkt anschliessend an das Essen oder am nächsten Tag.
Selbständiges Autofahren
war
unein
geschränkt möglich und
sie ging damal
s
noch ihrem Hobby
,
dem Töpfern
,
nach
(Urk. 6/75)
.
Im März 2014 – folglich parallel zu ihrer Anstellung im 50%
Pen
sum
–
ab
sol
vierte die
Beschwerdeführerin
vier Ausbildungsmodule
am
H._
(Urk. 6/69/115). Die behan
delnde Psychotherapeutin empfahl denn auch, weitere Ausbildungs
bemühungen, welche Wissen, soziale Fertigkeiten sowie Deutschkenntnisse fördern, unbedingt zu unterstützen (Urk. 6/60/7). Dass die
Beschwerdeführerin
neben ihrer Erwerbs
tä
tigkeit eine Ausbildung absolvieren
konnte
und daraufhin von der behandeln
den Therapeutin weitere Ausbildungsbemühungen empfohlen w
u
rden, lässt auf ein
nicht un
erhebliches Ressourcenpotential schliessen.
Dass das Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin - mit Ausnahme der nunmehr weggefallenen Erwerbstätigkeit - im weiteren Verlauf weitgehend unverändert blieb, ergibt sich sodann aus den entsprechenden Angaben im
polydisziplinären
Gutachten. Danach ist die Beschwerdeführerin im Haushalt mehrheitlich selb
ständig, verfügt über einen geregelten Tagesablauf, pflegt weiterhin Hobbys (
Urk.
6/1001/33) und ist in der Lage, selbständig Auto zu fahren (
Urk.
6/110/100). Diese Faktoren stehen in klarem Widerspruch zu einem schweren psychischen Leiden.
Insgesamt ist damit eine
ausgeprägte Einschränkung im Alltag nicht ersichtlich und eine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen kann nicht als erstellt
betrachtet
werden.
4.
6
.6
In Bezug auf den Indikator «behandlungs- und eingliederungsanam
n
estisch aus
gewiesener Leidensdruck» ist
zwar
festzustellen, dass die
Beschwerdeführerin
Psychotherapie in Anspruch nahm
(vgl. Urk. 6/69/34-35
,
Urk.
6/121/6
)
. Anhand der Akten ist
aber
nicht davon auszugehen, dass diese jemals besonders intensiv war.
Aus dem polydisziplinären Gutachten geht denn auch hervor, dass die Therapie
möglichkeiten nicht ausgeschöpft sind: so bestehen hinsichtlich medikamentöser Therapie Optimierungsmöglichkeiten und es wurde eine Behandlung mittels sta
tionärer Therapie erwogen (
Urk.
6/110/50, 107), soweit ersichtlich aber nicht ergriffen. Unter diesen Umständen kann nicht auf
einen wesentlichen Leidens
druck geschlossen werden.
4.
6
.7
In
Anbe
tracht der wenig ausgeprägten Befunde, der vorhandenen Ressourcen und des recht hohen Aktivitätsniveaus im privaten Lebensbereich lässt sich eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht begründen, weshalb aus psychiatrischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
4.
7
Zusammenfassend
lässt sich weder anhand der orthopädischen noch anhand der
psychischen
(psychiatrisch
e
und neuropsychologisch
e
)
Symptomatik
ein
Gesund
heitsschaden
feststellen
, welcher es der
Beschwerdeführerin
aktuell wie auch
retrospektiv
verunmöglicht
e
, ihre Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit vollzeitig zu verwerten.
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützt
e
ihre
Einschätzung, wonach die
Beschwerde
führerin
im Gesundheitsfall zu 70 % im Erwerbs- und zu 30 % im Aufgaben
be
reich (Haushalt) tätig wäre
, auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 23. Novem
ber 2015
(
Urk. 6/75
,
Urk. 6/78/9
und
Urk. 6/124/1).
Die
Haushalts
abklärung
wurde von einer qualifizierten Person durchgeführt, welche Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den sich aus den medizinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hatte. Im Weite
ren wurde der Bericht angemessen detailliert und plausibel begründet, wobei auch die Angaben der
Beschwerdeführerin
Berücksichtigung fanden. Grundsätzlich kommt dem Bericht damit Beweiswert zu (vgl. AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentliche Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2
).
Wie
darin
korrekterweise festgehalten wurde, hat die
Beschwerdeführerin
seit ihrer Einreise in die Schweiz nie in einem Vollzeitpen
sum gearbeitet. Nachdem sie zu Beginn ihrer Anstellung bei der Stiftung
Y._
in einem 40%-Pensum gearbeitet hatte, steigerte sie dieses auf 70 %. Die darauffolgende
Pensumsreduktion
auf 50 % erfolgte
– gemäss der
Beschwer
deführerin
–
aus gesundheitlichen Gründen
(vgl.
Urk. 6/75/3)
. Somit
erscheint die Schlussfolgerung
der
Beschwerdegegnerin
nach
vollziehbar
,
wonach
die
Beschwerde
führerin
– bei
guter
Gesundheit – auch
weiterhin
zu
70 %
erwerbstä
tig gewesen wäre (Urk. 6/75/3).
Es ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall zu 70 % im Erwerbs- und zu 30 % im Aufgabenbereich (Haushalt) tätig wäre.
Im Haushalt wurde eine
Einschränkung
von
14.45 %
festgestellt
(Urk. 6/75/
7-
8).
5.2
5.2.1
Da die
Beschwerdeführerin
im hypothetischen Gesundheitsfall nicht zu 100 % erwerbstätig wäre, ist der Invaliditätsgrad
vorliegend
nicht mittels eines reinen
Einkommensvergleichs,
sondern
in Anwendung der
gemischten Methode
im Sinne von Art.
28a Abs. 3 IVG
zu bemessen.
Ausgehend von der vorgenommenen Qualifikation ist zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin
den Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin
korrekt bemessen hat.
5.2.2
Wie bereits
eingangs
erwähnt
, wurde per 1. Januar 2018 eine neue Berechnungs
methode bei Teilerwerbstätigen
in der IVV
statuiert
(vgl. E. 1.2)
.
Die
vorliegend
angefochtene Verfügung ist am
5. Februar 2018
und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauer
leistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist ent
spre
chend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
5.2.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Im Jahr 2010 arbeitete die
Beschwerdeführerin
in einem 50%-Pensum und erzielte ein
Erwerbseinkommen v
on Fr. 30'228.25 (Fr. 2'325.25 x
13
; vgl.
Urk. 6/15/2
)
. Hochgerechnet auf das
im Gesundheitsfall hypothe
tisch aus
geübte Pen
sum von 70 %
resultiert ein Valideneinkommen von
Fr. 42'319.5
5.
Angegli
chen an die Nominallohnentwicklung im Jahr 2012 ergibt sich für die alte Berechnungsmethode ein Valideneinkommen (70%-Pensum) von
Fr. 43'170.15
(vgl. Urk. 6/77/2
).
In Anwendung der neuen
Berechnungsmethode ab 1. Januar 2018 ist das Valideneinkommen auf ein 100%-Pensum
hoch
zurechnen und an die Teuerung im Jahr 2017 anzupassen. Daraus resultiert für die neue Berech
nungsmethode ein Valideneinkommen
in der Höhe
von Fr. 6
3
'
758
.6
0
(
Fr. 43'170.
15 :
2630
x 2719 : 7 x 10
).
5.2.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178
E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auf
lage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Recht
sprechung).
Vorliegend ist die
Beschwerdeführerin
– soweit dokumentiert –
se
it
März 2017
nicht mehr erwerbstätig
(vgl. Urk. 6/122/32)
. Infolgedessen kann
das Invaliden
einkommen nicht gestützt auf die konkreten Gegebenheiten
bestimmt werden
, sondern
es ist
auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen.
Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Parallelität der Vergleichseinkommen ist für die Berechnung nach altem Berechnungsmodell die LSE 2012 und für die Berechnung nach neuem Berechnungsmodell die LSE 2016 zu verwenden. Anwendbar ist jeweils die LSE
TA 1
(Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht,
Privater Sektor,
Kompetenzniveau 1
,
TOTAL
, Frauen, Zen
tralwert Lohn für Hilfsarbeiten)
hochgerechnet auf eine betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in
Stunden pro Woche, 2004-2017, Ziff. 1-96, TOTAL)
.
Auf dieser Grundlage ergibt sich
für das alte Berechnungsmodell bis zum 31. Dezember 2017 ein Invalideneinkommen von Fr. 51'441.10 (Fr. 4'112.
--
/ 40 x 41.7 x 12) für ein Vollzeitpensum bzw. Fr. 36'008.80 im 70%-Pensum. Für das neue Berechnungsmodell ist
von einem Invalideneinkommen
2017
in der Höhe von Fr.
54
'
782
.
6
0
(Fr. 4'363.
--
/ 40 x 41.7 x
12
:
2709 x 2719
) auszugehen.
Aufgrund der
bei der
Beschwerdeführerin
eingeschränkten Feinmotorik berück
sichtigte die
Beschwerdegegnerin
einen leidensbedingten Abzug in der Höhe von 10 % (Urk. 6/78
/10
und Urk. 6/123/1).
Der Abzug erscheint gestützt auf die
vor
liegenden
Einschränkungen
als
angemessen
und ist so zu übernehmen. Somit ergeben sich folgende Invalideneinkommen: Fr.
32'407.90
(Fr.
36'008.80 x 0.9) nach dem alten Berechnun
gsmodell und Fr.
49
'3
04
.
30
(Fr.
54
'
782
.
6
0
x 0.9) nach dem neuen Berechnungsmodell.
5.2.5
Zusammengefasst
ist in Anwendung der neu
en Berechnungsmethode ab dem 1.
Januar 2018 auf ein Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 6
3
'
7
5
8
.6
0
und ein Invalideneinkommen von
Fr.
49
'3
04
.
3
0
abzustellen. Gestützt auf eine Erwerbs
einbusse von Fr.
14
'4
54
.
30
ergibt sich somit ein IV-Grad im Erwerbsbereich von
(gerundet) 23
%
.
Nach der alten Berechnungsmethode steht einem Valideneinkommen von
Fr. 43'170.15
ein Invalideneinkommen von Fr. 32'407.90 gegenüber. Daraus
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 10'762.25 und ein IV-Grad im Erwerbs
bereich von 24.9 %.
5.2.6
Der Gesamtinvaliditätsgrad beläuft sich in Anwendung der gemischten Methode nach neuem Recht
auf
20
.
4
% beziehungsweise
20
% ([
23
x 0.7] + [14.45 x
0.3]
;
zum Runden: BGE 130 V 121).
Nach altem Recht ergibt sich
ein Gesamt
invalidi
tätsgrad von
21.8 % beziehungsweise 22
% ([24.9 x 0.7] + [14.45 x
0.3])
.
5.3
Daraus ist zu folgern, dass
k
ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad
besteht oder
bestand
.
Der
Vollständigkeithalber
ist darauf hinzuweisen, dass
es auch
dann an einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad mangelte, würde man eine Erwerbs
tätigkeit von 100
%
unterstellen (IV-Grad: 25
%
, Valideneinkommen: Fr. 61
'
671
[
Fr.
43'170.
15 :
7 x 10],
Invalideneinkommen: Fr. 46'297 [Fr. 51'441.10 x 0.9])
.
D
ie
Beschwerdegegnerin
hat
den Rentenanspruch
somit
zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
600
.--
festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).