# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ea91e5d-d908-564d-945d-9206f8c90b94
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit
Urteil
vom 8
.
November 2016 im Verfahren Nr. IV.2016
.00
236
hiess das
hiesige Gericht die Beschwerde (Urk. 7/71/3-9) von
X._
, geboren 1968
, gegen die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt
des
Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
15
.
Januar 2016
(Urk.
7
/
65
), mit welcher
ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint wurde
, in dem Sinne gut, als dass die ange
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach
Durchführung der erforderlichen
Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den
Leistungsanspruch neu verfüge (Urk. 7
/
81/1-18
Dispo
sitiv Ziff. 1).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2.
November 2017 erstattet wurde (Urk. 7/111
).
Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens (Urk. 7/117; Urk. 7/118, Urk. 7/123) reichte
die Versicherte einen Bericht von Dr. med. Z._, Facharzt für Neurologie, vom 5. März 2018 (Urk. 7/122) ein, zu welchem die Gutachter am 28. Mai 2018 Stellung nahmen (Urk. 7/127). Hierzu äusserte sich die Versicherte am 17. August 2018 (Urk. 7/133). Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/136 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 5
.
November
2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4
.
Oktober
2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach weiteren Abklärungen über ihren Leistungsanspruch neu verfüge (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
30. November 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde.
Dies w
urde der Beschwerdeführerin am 4
.
Dezem
ber
201
8 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts;
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Er
krankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)
ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vor
dergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
trächtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden
kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt,
welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psy
chischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundes
gerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass nach dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 8. November 2016 eine polydisziplinäre Begut
achtung veranlasst worden sei, welche ergeben habe, dass die Beschwerdeführerin
für Tätigkeiten, bei denen sie zwischen Stehen, Gehen und Sitzen wechseln kön
ne, vollumfänglich arbeitsfähig sei. Unter Einhaltung des vorerwähnten Belastungs
profils bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Verkaufsmitarbeiterin keine Ein
schränkung. Ebenso sei ihr die Ausübung von Hilfsarbeitstätigkeiten, welche dem Belastungsprofil entsprächen, vollumfänglich möglich. Die Statusfrage sei auf
grund der Tatsache, dass eine volle Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei, nicht weiter abgeklärt worden. Beim nachgereichten medizinischen Bericht vom 5. März 2018 handle es sich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleichen Sach
verhalts (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass auch in einer angepassten Tätigkeit keine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, weshalb zwingend die Statusfrage zu klären sei und die Einschränkungen im Auf
gabenbereich zu prüfen seien. Sie habe eine 9-jährige Tochter und entsprechende Betreuungspflichten, weshalb sie nicht zu 100 % erwerbstätig wäre. Bei dem von den Ärzten festgesetzten eingeschränkten Zumutbarkeitsprofil sei auch von Einschränkungen im Aufgabenbereich auszugehen (S. 6 Ziff. 9). Auf das Gut
achten könne nicht abgestellt werden, und es sei maximal von einer Arbeits
fähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Weiter leide sie an psychischen Problemen (S. 6 ff. Ziff. 10-13).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Mit rechtskräftigem Urteil vom 8.
November 2016
wurde festgehalten, dass die
Aktenlage, wie sie sich um Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 15. Januar
2016 (Urk. 7/65) präsentierte, keine verlässlichen medizinischen Grund
lagen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl in somatischer als auch in psychische Hinsicht enthielt, weshalb die Sache zur
Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wu
rde (vgl. Urk. 7/81/1-18 E. 5.2-5). Es ist demnach nachfolgend zu prüfen, ob die nun nachträglich eingeholten medizinischen Akten als medizinische Grund
lage zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin genügen. Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich seither wie folgt:
3.2
PD Dr. med. A._, Leitende Ärztin,
und Dr. med.
B._
Assistenzärztin, Klinik für Rheumatologie,
Universitätsspital C._
, stellten in ihrem Be
richt vom
14
.
März 2017 (Urk. 7
/
87
) folgende, hier gekürzt angeführten Diag
no
sen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1 f.
Ziff. 1.1
):
-
Atrophie der glutealen Muskulatur links mehr als rechts mit Schmerzen linksgluteal, betont im Sitzen
-
Ätiologie unklar, Differenzialdiagnose neurogen
-
panvertebrales und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont
-
Coxarthrose beidseits
-
Plantarfasziitis links, diagnostiziert im Februar 2016
-
Depression
-
Fibromyalgie-Syndrom, Erstdiagnose Juli 2015
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärztinnen eine substituierte Hypothyreose, einen Vitamin D- Mangel und einen Vitamin B12-Mangel (S. 2 Ziff. 1.1).
Die Ärztinnen führten aus,
die Beschwerdeführerin sei seit dem 6. Februar 2017 bei ihnen in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 6. März 2017 erfolgt (Ziff. 1.2).
Für rein stehende Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, und in einer angepassten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(Ziff. 1.6). Die Atrophie der Glutealmuskulatur wirke sich vor allem auf Einschränkungen in der Hüftextension und Adduktion aus. Aufgrund des panvertebralen Schmerzsyndromes sei die Belastungsfähigkeit der Patientin eingeschränkt, insbesondere das Arbeiten in Zwangshaltungen für die Wirbel
säule, für Tätigkeiten in sitzenden, kauernden oder hockender Position, sowie bei Überkopfarbeiten und Tragen von Lasten über 5 kg. Weiter bestehe eine Depres
sion, welche die Belastungsfähigkeit weiter reduziere. Die gluteale Muskel
atrophie beeinträchtige insbesondere die Fähigkeit, Treppen zu steigen, aufwärts zu gehen oder aus dem Sitzen aufzustehen. Eine rein stehende Tätigkeit sei auf
grund des cervicolumbospondylogenen Schmerzsyndromes sowie der glutealen Muskelatrophie nicht möglich. Selbst in einer idealen angepassten Tätigkeit resul
tiere aus einer Beschwerdeakkumulation im Laufe des Tages mit Notwendigkeit für Kurzpausen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei davon auszu
gehen, dass die Leistungsfähigkeit im Laufe des Tages abnehme und dass insge
samt ein langsameres Arbeitstempo vorliege. Die bisherige Tätigkeit sei aus medi
zinischer Sicht nicht mehr zumutbar, da es sich dabei um eine rein stehende Tätigkeit handle (Ziff. 1.7). Unter Berücksichtigung der genannten qualitativen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sei eine angepasste, leichte, wechsel
be
lastende
Tätigkeit zu 50
%
zumutbar
. Dabei sei die Einschränkung der Leis
tungs
fähigkeit mit Notwendigkeit für Kurzpausen von 10 bis 15 Minuten alle 60 Minu
ten zu berücksichtigen (Ziff. 1.8-9).
3.3
Dr. Z._ führte in seinem Bericht vom 14. März 2017 (Urk. 7/86) aus,
laut An
ga
ben der Patientin über den Gesundheitszustand bestünden nach wie vor Schmerzen im Bereich
des
linken Gesäss
es
beziehungsweise der Gluteal
mus
kul
atur, bei Atrophie und Schmerzen links mehr als rechts, betont im Sitzen. Ferner bestehe eine Lumboischialgie links mit Ausstrahlung L
5.
Es bestünden Einschrän
kungen beim Laufen und beim Sitzen sowie beim Treppensteigen.
Die Laufstrecke betrage weniger als eine Stunde, das Stehvermögen etwa eine halbe Stunde
. Die Patientin brauche immer wechselnde Positionen. Es bestehe eine Cervicobra
chialgie links mit Ameisenlaufen im Bereich der Finger, ohne radikuläre Ver
teilung und Schmerzen im Bereich des Nackens und der linken Schulter sowie des Levators. Die Beschwerdeführerin leide weiter seit zwei Wochen an
einem starken Brennen und Trän
en des linken Auges (S. 1). Aufgrund von psycho
so
zia
len Problemen sei sie bei
Dr. D._
in psychologi
scher/psy
cho
the
rapeu
tischer Behandlung.
Dr. Z._
führte aus
, es bestünden multifokale Probleme mit Cervicalsyndrom, Lumbovertebralsyndrom linksbetont, ferner die bekannte Problematik im linken Gesäss und dessen Muskulatur, vor allem des Glutaeus maximus mit Degene
ration und Atrophie. In einer wechselbelastenden Tätigkeit mit jeweils 10 Minu
ten Pause pro Stunde bestehe gesamthaft
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Die Tragfähigkeit liege bei 5 kg (S. 2).
3.4
Med. pract. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 11. Mai 2017 (Urk. 7/92) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Atrophie der glutealen Muskulatur links mehr als rechts mit Schmerzen linksgluteal, betont im Sitzen, unklarer Genese
-
cerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont mit Hyper
kyphose der Brustwirbelsäule (BWS) mit sekundär myofaszialem Befund über dem Musculus trapezius, Musculus rhomboidei, Musculus sternocleidomastoideus
-
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei wechselnder Hyposen
sibilität links
-
Verdacht auf Recessusstenose L4/5 links
-
Chondrose L5-S1 mit Partialruptur des Anulus fibrosus
-
rezidivierende depressive Episode, schwankend von mittelschweren bis schweren Episoden
-
Angst und depressive Störung
-
Anpassungsstörung
Med. pract. E._ führte aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 24. Mai 2014 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 12. April 2014 erfolgt (S. 1 oben
). Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für leichte angepasste Tätigkeiten
(S. 2).
3.5
D._
, delegierter Psychotherapeut, stellte in seinem am 7. Juni 2017
bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (Urk. 7/94) folgende Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0-1)
-
Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2).
Psychologe D._ führte aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 9. Januar 2014 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 30. Mai 2017 erfolgt (Ziff. 1.2). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit werde auf den Bericht des C._ verwiesen. Es bestehe keine Arbeits
fähigkeit mehr (Ziff. 1.6-7). In einer angepassten Tätigkeit betrage die Arbeits
fähigkeit 50 % (Ziff. 1.9). Es finde eine psychosoziale Gesprächstherapie statt. Psychologe D._ führte aus, es sei in der Ehe der Beschwerdeführerin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit vielen Drohungen gekommen. Die Patientin zweifle an sich und ihren Fähigkeiten, da sie sich nicht fähig gefühlt habe, ihre Arbeitsstelle zu behalten. Sie äussere Ängste über die Zukunft, welche sehr viele Unklarheiten aufweise. Der Ehemann habe geäussert, dass er im Aus
land leben wolle, und nun habe die Beschwerdeführerin Angst, er könnte die
gemeinsame Tochter entführen und mit ins Ausland nehmen. Hinzu kämen Än
gste um ihre Existenz, und sie sei belastet durch den Vertrauensmissbrauch des Ehe
mannes, da dieser ihre Kreditkarte mit vielen Ausgaben belastet habe und die Schulden an ihr hängen geblieben seien. Die Beschwerdeführerin lebe in einer für sie sehr bedrohlichen Situation. Der Verlust des Arbeitsplatzes habe stark an ihrem Selbstwertgefühl genagt (Ziff. 1.4).
3.6
Am 2. November 2017 erstatteten Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, Dr. med. G._, Fach
arzt für Neurologie, med. pract. H._, Assistenzarzt für Neurologie, und Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, J._,
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (Urk.
7/111).
Die Gutachter nannten zusammenfassend folgende Hauptdiagnose mit Ein
schrän
kung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 52 Ziff. 7.1.1):
-
Atrophie der glutealen Muskulatur, links mehr als rechts
,
mit Schmerzen links gluteal betont im Sitzen
-
Ätiologie unklar, Differenzialdiagnose neurogen, Differenzialdiagnose
bei allgemeiner Dekonditionierung
-
rheumatologisch ätiologisch bildgebend nicht erklärbar
mit leichter bis mä
ssiger Atrophie im Beckenbereich,
am prominentesten im Bereich de
s Musculus gluteus maximus beidseits, links mehr als rechts
Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten
die Gutachter ein d
iffuses chroni
sches Schmerzsyndrom myofaszial,
vorwiegend lumbal und zervikal
,
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
,
aus eigen
anamnestischer Sicht
ohne
relevante Einschränkung
, eine c
hronifizierte Reaktion auf Belastung und
eine
Anpassungsstörung,
Angst und Depression, gemischt (ICD-10
F43.22)
, und s
onstige Reaktionen auf sc
hwere Belastung (ICD-10 F43.8) sowie eine
Familie
nzerrüttung durch Trennung (S. 52 Ziff. 7.1.2).
Zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit führten die Gutachter aus, sofern die Möglichkeit zu wechselnd belastender
Tätigkeit mit zwischen
zeit
lichem Aufstehen, Absit
zen und Herumgehen bestanden habe
,
sei
die qualitative Einschränkung bereits erfüllt und somit die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus neurologischer Sicht zu 100
% gegeben.
Aus psychiatrischer Sicht liege weder angestammt noch in einer adaptierten Tätigkeit eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (S. 54 Ziff. 8.1.1). Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe somatisch und psychiatrisch keine wesentliche Einschränkung. Diese sollte wech
selbelastend sein mit der Möglichkeit für die Versicherte, zwischendurch aufzu
stehen, sich wieder hinzusetzen sowie etwas umherzugehen (S. 54 f. Ziff. 8.2.1-8.2.2).
Die Arbeitsprognose sei getrübt durch verschiedene soziale, invaliditätsfremde Belastungsfaktoren wie Migrationsproblematik, bescheidene Deutschkenntnisse, langdauernde Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise -abstinez, hohe Selbstlimitie
rung, familiäre Belastungsfaktoren und subjektive Krankheitsüberzeugung (S. 55 Ziff. 8.4).
3.7
Med. pract. K._, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regional Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 13. November 2017 (Urk. 7/116/4) aus, auf das J._-Gutachten könne abgestellt werden. Dem
nach bestehe als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Atrophie der glutealen Muskulatur links mehr als rechts. Unter Einhaltung des Belas
tungsprofils bestünden in der bisherigen Tätigkeit als Verkaufsmitarbeiterin keine Einschränkungen und seit jeher eine volle Arbeitsfähigkeit. Das Belastungsprofil bestehe in wechselbelastenden leichten Tätigkeiten mit der Möglichkeit bei Bedarf die Position zwischen Stehen, Gehen und Sitzen zu wechseln.
3.8
Dr. Z._ führte in seiner Stellungnahme zum J._-Gutachten vom 5. März 2018 (Urk. 7/122) aus, dieses beschreibe rheumatologisch diffuse Be
funde, was in Anbetracht der Untersuchungen der Fachärzte, insbesondere in der Neurologischen und Rheumatologischen Klinik des C._, nicht nachvollziehbar sei. Ferner sei einer der Hauptbefunde, nämlich gluteal links, weder im Rheu
mastatus noch im Neurostatus beschrieben oder erwähnt worden. Das bedeute, er sei nicht untersucht worden. Dies sei mangelhaft. Unklar und unwahr seien die Angaben des neurologischen Gutachters in der Kommentierung seiner Berichte. Diese Passagen sollten aus dem Gutachten entfernt werden (S. 12 Mitte). Dr. Z._ führte aus, in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei lediglich eine qualitative Einschränkung berücksichtigt worden, nicht aber die quantitative Komponente der Ausdauer. Eine Arbeitsfähigkeit beinhalte, die verlangte Leis
tung in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu erbringen. Die Einschränkung müsse beide Komponenten beinhalten. Dr. Z._ führte aus, die Beurteilung der Rheumatologischen Klinik, C._, vom März 2017 sei seines Erachtens richtig und berücksichtige beide Komponenten mit einer angepassten 50%ige Arbeits
fähig
keit.
Weiter sei in der neurologischen Anamnese des Gutachtens das Ereignis vom August 2013 vollständig ausgeblendet worden (S. 12 unten).
Dr. Z._ bemängelte weiter, dass die Tätigkeit im L._ nicht im Sinne eines Arbeitsprofils beschrieben worden und die Patientin hierzu auch nicht befragt worden sei (S. 13 oben). Das Gutachten übernehme als interdisziplinäre Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diejenigen aus den Akten und ziehe daraus lediglich eine andere, eigene Schlussfolgerung einer 100%igen Arbeits
fähigkeit, wobei dies ohne plausible Begründung nicht nachvollziehbar sei. Zusammenfassend hinterlasse das Gutachten einen in der Substanz wenig
kohärenten und sorgfältigen Eindruck. Es bestünden Mängel in der Untersu
ch
ung. Ferner seien durch die Annahme einer unbegründeten 100%igen Arbeits
fähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit die zwei wich
tigen Vorgaben des Gerichtes, nämlich die Statusfrage und die Haushaltabklärung, ein
fach ausgeklammert worden (S. 13 Mitte).
Dr. Z._ hielt abschliessend fest, er erachte das Gutachten der J._ als nicht nachvollziehbar. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Das Zumutbarkeitsprofil beinhalte Ge
wichts
belastungen von nicht mehr als 5 kg, Stehen bis zu 30 Minuten, Sitzen von einer Stunde, keine Hektik mit Hin und Her rennen sowie Pausen von etwa 10 Minuten pro Stunde und die Berücksichtigung der Zunahme der Schmerzen am Ende vom Tagespensum und am Ende der Woche (S. 13 unten Ziff. 1-3).
3.9
Am 28. Mai 2018 beantworteten Dr. F._ und Dr. G._, J._, die von der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Bericht von Dr. Z._ vom 5. März 2018 (vgl. vorstehend E. 3.7) gestellten Ergänzungsfragen (Urk. 7/127).
Dr. F._ führte zur Frage, ob die von Dr. Z._ beschriebenen medi
zi
nischen Tatsachen etwas an seiner medizinischen Beurteilung änderten, aus, Dr. Z._ habe in seiner Antwort lediglich seine bekannten Berichte in voller Serie seit 2013 über 10 Seiten wiedergegeben, ohne dabei neue Tatsachen zu nennen. Er schreibe zum Schluss einfach, dass aufgrund der Beschwerden seiner Ansicht nach eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestehe, ohne dafür eine Begrün
dung oder neue Fakten zu nennen.
Im Gutachten sei lediglich ein unspezifisches und diffuses weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom lumbal und zervikal betont rheumatologisch zu diagnostizieren gewesen. Dies in Verbindung mit psychischen und erheblichen sozialen Faktoren. Rein somatisch seien davon keine Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten abzuleiten (S. 1 Mitte).
In Beantwortung der gleichen Frage führte Dr. G._ aus, die Ausführungen von Dr. Z._ änderten nichts an seiner Einschätzung. Die Untersuchung der Schmerz
haftigkeit verschiedener Körperteile sei abhängig vom Untersucher und der untersuchten Person (S. 1 unten). Zweitens obliege die genaue Untersuchung der muskuloskelettalen Schmerzen und die Schmerzlokalisation primär dem Kollegen der Rheumatologie.
Die neurologische Untersuchung
habe diesbezü
glich im Ver
gleich zur rheuma
tologischen Un
tersuchung einen orientierenden Charakter.
Demnach sei
dem
rh
eu
matologischen Untersuchungsbe
fund Vorrang zu gewähren
(S. 2 oben).
Dr. G._ führte aus, soweit Dr. Z._ unterstelle,
dass
sie die
Gluteusatrophie
nicht untersucht hätten, sei dies eine grobe Fehlbehauptung. Im kl
in
is
chen Be
fund
sei
auf die Trophik der unteren Extremitäten eingegangen
worden, wozu auch die gluteale Muskulatur gehöre
.
Es seien inspektorisch von aussen
keine relevanten Anhaltspunkte für eine Atrophie nachzuweisen
gewesen. Zudem sei wiederholt im Bericht auf
die bildgebend und bioptisch gesicherte Atrophie ein
gegangen und diese sei nicht
in Frage
gestellt worden
. Die gutachterlich ent
scheidende Funktion der Muskelgruppen
sei
detailliert untersucht und beschrie
ben
worden (S. 2 Ziff. 6)
.
Soweit Dr. Z._ moniere, dass in der neurologischen Anamnese das Ereignis vom August 2013 ausgeblendet worden sei, habe die neurologische Anamnese die Angaben der Versicherten während des Anamnesegespräches während der gutachtlichen Untersuchung wiedergespiegelt. Die Versicherte habe in der Tat das Ereignis mit dem initialen Verdacht auf einen Muskelriss nicht erwähnt. Zu dieser Diskrepanz hätten sie explizit Stellung genommen (S. 2 Ziff. 8).
Unzutreffend sei weiter der Vorwurf von Dr. Z._, dass die Glutealatrophie zwar als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt, darauf aber nicht eigegangen worden sei. Dr. G._ führte aus, mit den daraus resultierenden quali
tativen Einschränkungen,
die aus
ihrer
gutachterlichen Sicht in der ange
stammten Tätigkeit bereits erfüllt
gewesen seien, sei darauf eingegangen worden (S. 3 Ziff. 9). Abschliessend führten die Gutachter aus, es handle sich bei der Ein
schätzung von Dr. Z._ lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesent
lichen gleichen Sachverhaltes (S. 3 Mitte).
3.10
Med. pract. K._, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 3. September 2018 (Urk. 7/135/3) aus, die Gutachter hätten in ihrem Bericht vom 28. Mai 2018
ausführlich Stellung zur medizinischen Berichterstattung von Dr.
Z._
ge
nommen
. Es ergäben sich keine neuen medizinischen Aspekte oder Tatsachen, und es sei aus versicherungsmedizinischer Sicht gesamthaft gesehen von einer anderen Beurteilung eines im Wesentlichen gleichen Sachverhaltes auszugehen. Somit könne an der abschliessenden RAD-Stellungnahme vom 13. November 2017 (vgl. vorstehend E. 3.7) festgehalten werden. Weitere Ergänzungen seien nicht notwendig.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das Gut
achten der J._ vom November 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6) davon aus, dass, sofern die Beschwerdeführerin bei der Ausübung ihrer Verkaufstätigkeit zwischen Stehen, Gehen und Sitzen wechseln könne, keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestehe. Auch eine andere angepasste Tätigkeit, welche diesem Belastungsprofil entspreche, sei vollumfänglich möglich (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Das Gutachten der J._ vom November 2017 berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schluss
fol
gerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anfor
de
rungen an eine beweiskräft
ige Expertise
(vorstehend E. 1.5
), so dass, wie RAD-Arzt med. pract. K._ empfahl (vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.10),
darauf abgestellt werden kann.
Insbesondere der Bericht des behandelnden Neurologen Dr. Z._ vom März 2017 (vgl. vorstehend E. 3.3) wie auch seine Stellungnahme vom März 2018 (vgl. vorstehend E. 3.8) vermögen keine ernsthaften Zweifel an der Einschätzung der Gutachter der J._ zu begründen. So gab Dr. Z._ in seinem Bericht vom März 2017 grösstenteils die subjektiven Beschwerdeschilderungen der Beschwer
deführerin wieder, und die von ihm festgestellten Befunde vermögen die selbst in einer behinderungsangepassten Tätigkeit attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht hinreichend zu begründen. Seine Stellungnahme vom März 2018 zum Gut
achten der J._ vom November 2017 erschöpfte sich sodann im Wesent
lichen in der Wiedergabe bereits bekannter sowie von ihm selbst verfasster Berichte und in der Auflistung des Sachverhaltes. Bemerkenswert erscheint zu dem, dass sich Dr. Z._ betreffend Statusfrage und Haushaltabklärung zu Aspekten äusserte, die klar ausserhalb seines (medizinischen) Fachgebiets liegen. Zu seiner am Gutachten der J._ geübten Kritik, insbesondere auch bezüg
lich allfälliger unrichtiger Textwiedergaben, nahmen die Gutachter der J._ ausführlich und in nachvollziehbarer Weise in ihrem Bericht vom 28. Mai 2018 (vgl. vorstehend E. 3.9) Stellung. Deutlich geht daraus insbesondere auch hervor, dass es sich bei der Atrophie der Glutealmuskulatur um keinen von aussen erkennbaren Befund gehandelt hat. So führten die Gutachter aus, dass von aussen
keine relevanten Anhaltspunkte für eine Atrophie nachzuweisen gewesen
seien
.
Bei einer von aussen nicht einmal erkennbaren Atrophie, deren Ätiologie nach wie vor unklar ist, erscheint die von den behandelnden Ärzten des C._ im März 2017 (vgl. vorstehend E. 3.1) attestierte Arbeitsunfähigkeit selbst in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit als nicht nachvollziehbar und sich primär auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützend.
Ohnehin sind
die
Berichte behandelnder Ärzte, wie auch der Bericht von med. pract
E._
vom
Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4
)
,
aufgrund der auftragsre
chtlichen Vertrauensstellung zur
Patient
in
mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 655/05 vom 2
0.
März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen).
Abschliessend ist festzuhalten, dass, auch wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin im L._, da sie vorwiegend stehend ausgeübt wurde (vgl. Urk. 7/37 Ziff. 5), nicht dem von den Gutachtern der J._ for
mulierten Belastungsprofil entspricht, dies ohne relevante Bedeutung ist, da da
von ausgegangen werden kann, dass es andere Verkaufstätigkeiten gibt, die dem genannten Anforderungsprofil ohne weiteres entsprechen.
4.3
Im Weiteren erweist sich auch die Beurteilung des psychischen Gesundheits
zu
standes der Beschwerdeführerin im Gutachten der J._ für schlüssig und nachvollziehbar, sodass darauf abgestellt werden kann, zumal es den von med. pract. E._ im Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4) in psychischer Hinsicht ge
stellten Diagnosen an einer fachärztlichen Grundlage oder zumindest nachvoll
ziehbarer Begründung mangelt und auch der Bericht des behandelnden Psy
cho
logen D._ vom Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5) einer objektiven Befunderhebung entbehrt. Der Psychologe D._ nahm sodann keine
eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor, sondern verwies auf jene der behandelnden Ärzte des C._. Soweit er
im Wesentlichen die subjektiven Ängste der Beschwerde
führerin im Zusammenhang mit den Ehekon
flikten und die finanzielle Belastungssituation schilderte, handelt es sich um aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbeachtliche psychosoziale Aspekte (vgl. vorstehend E. 1.3).
4.4
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass weder in der angestammten Verkaufstätigkeit noch in einer
angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Vor diesem
Hintergrund erübrigt sich eine Klärung der Statusfrage und das Einholen eines Haushaltabklärungsberichtes.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerde
-
führer
in aufzuerlegen.