# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e352ee60-b8f1-4abf-9853-d240bd3b5c68
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom
14. September 2016 (DG160140)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 22. April
2016 (Urk. 12) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen Verbrechens im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a des Betäubungsmittelgesetzes
sowie der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird von den Anklagevorwürfen lit. b, c und d freigespro-
chen. In Anklage lit. e wird der Beschuldigte vom Vorwurf der Geldwäscherei
freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9
Monaten, wovon 140 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
6. August 2013 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse unter der
Sachkautions-Nr. ... lagernde Barschaft von Fr. 10'600.– wird eingezogen
und verfällt dem Staat.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für den nicht mehr
vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 20'000.– zu be-
zahlen.
6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 2. April
2014 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse unter der Sach-
kautions-Nr. ... lagernden Gegenstände:
- Mobiltelefon, Marke Apple, iPhone 4S, IMSI-Nr. ...
- Fotokamera, Marke Nikon, weissfarbig
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- Mobiltelefon, Marke Vertu, IMSI-Nr. ...
werden verwertet und der Erlös wird zur teilweisen Deckung Verfahrenskos-
ten verwendet.
7. Folgende mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
vom 6. August 2013 und 17. Januar 2014 beschlagnahmten und bei der Be-
zirksgerichtskasse unter der Sachkautions-Nr. ... lagernden Barschaften
werden zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet:
- EUR 285.– bzw. umgerechnet Fr. 304.95,
- Fr. 50.–,
- Fr. 400.–.
8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 5'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. 1'400.– Auslagen Untersuchung
Fr. 23'864.75 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, ein-
schliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldig-
ten zu 2/3 auferlegt und im Umfang von 1/3 auf die Staatskasse genommen.
Die dem Beschuldigten auferlegten Kosten der amtlichen Verteidigung wer-
den einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine
Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
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Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung:
(Urk. 50 S. 2 f.)
1. Dispositiv-Ziffern 1 und 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom
14. September 2016 seien aufzuheben und der Beschuldigte sei vom
Vorwurf des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne
von Art. 19 Abs. 1 lit. b bis d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2
lit. a BetmG sowie der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 StGB freizusprechen.
2. Dispositiv-Ziffer 5 sei aufzuheben und es sei von einer Ersatzforderung
abzusehen.
3. Dispositiv-Ziffer 6 sei aufzuheben und die Gegenstände seien dem Be-
schuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlan-
gen herauszugeben.
4. Dispositiv-Ziffer 7 sei aufzuheben und die Barschaften seien dem Be-
schuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlan-
gen herauszugeben.
5. Dispositiv-Ziffer 8 sei aufzuheben und die Kosten der Untersuchung
sowie des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, einschliesslich derje-
nigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die Gerichtskasse zu neh-
men.
6. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 22'400.–
aus der Gerichtskasse zuzusprechen.
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der
amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
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Anträge im Eventualstandpunkt:
1. Dispositiv-Ziffern 1 und 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom
14. September 2016 seien aufzuheben und der Beschuldigte in Bezug
auf den Anklagevorwurf lit. g) der schweren Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2
lit. a BetmG schuldig zu sprechen. Im Übrigen sei der Beschuldigte
freizusprechen.
2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, wovon
140 Tage durch Haft erstanden sind, zu bestrafen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von
2 Jahren aufzuschieben.
4. Dispositiv-Ziffer 5 sei aufzuheben und es sei von einer Ersatzforderung
abzusehen.
5. Dispositiv-Ziffer 8 sei aufzuheben und die Kosten der Untersuchung
sowie des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amt-
lichen Verteidigung, seien dem Beschuldigten zu einem Viertel aufzuer-
legen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskas-
se zu nehmen.
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen diejenigen der
amtlichen Verteidigung, seien dem Beschuldigten zu einem Viertel auf-
zuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staats-
kasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 52 S. 1)
1. Dispositiv-Ziffer 2 Satz 1: Schuldigsprechung des Beschuldigten auch
für die Anklagesachverhalte lit. b, c und d.
2. Dispositiv-Ziffer 3: Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren
und 4 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Haft.
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3. Dispositiv-Ziffer 5: Es sei beim Beschuldigten auf eine Ersatzforderung
in der Höhe von Fr. 40'000.– zu erkennen.
4. Dispositiv-Ziffer 9: Kostenauflage vollumfänglich zu Lasten des Be-
schuldigten.
5. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom
14. September 2016 zu bestätigen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerich-
tes Zürich, 2. Abteilung, vom 14. September 2016 liess der Beschuldigte mit Ein-
gabe vom 21. September 2016 rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 35; Art. 399
Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 14. November 2015 reich-
te die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 2. Dezember 2016 fristwahrend die
Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO ein (Urk. 37/2; Urk. 40).
Mit Präsidialverfügung vom 6. Dezember 2016 wurde die Berufungserklärung der
Staatsanwaltschaft zugestellt und Frist für Anschlussberufung oder einen Nicht-
eintretensantrag angesetzt (Urk. 41). Mit Eingabe vom 16. Dezember 2016 liess
die Staatsanwaltschaft rechtzeitig Anschlussberufung erheben (Urk. 43). Mit Prä-
sidialverfügung vom 22. Dezember 2016 wurde die Anschlussberufungserklärung
dem Beschuldigten zugestellt (Urk. 44). Vor der Berufungsverhandlung wurden
von keiner Seite Beweisanträge gestellt.
II. Prozessuales
1. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch we-
gen mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie
wegen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB. Er beantragte einen
vollständigen Freispruch von Schuld und Strafe. Ausserdem verlangte er die Zu-
sprechung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 22'400.–, den Verzicht auf die
Festsetzung einer Ersatzforderung sowie die Herausgabe von beschlagnahmten
Geldern und Gegenständen. Die Einziehung der Barschaft in der Höhe von
Fr. 10'600.– sowie die erstinstanzliche Kostenfestsetzung liess der Beschuldigte
hingegen unangefochten. Eventualiter wurde die Bestrafung des Beschuldigten
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mit einer Freiheitstrafe von 22 Monaten wegen qualifizierter Widerhandlung gegen
das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbin-
dung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG hinsichtlich des Anklagevorwurfes lit. g bean-
tragt. Bezüglich der übrigen Anklagevorwürfe wurde hingegen ebenfalls einen
Freispruch verlangt (Urk. 50 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft focht mit ihrer An-
schlussberufung den Freispruch des Beschuldigten von den Anklagevorwürfen
lit. b, c und d an. Ausserdem wurde die Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von
6 Jahren und 4 Monaten, die Festsetzung einer Ersatzforderung in der Höhe von
Fr. 40'000.– sowie die vollumfängliche Kostenauflage zulasten des Beschuldigten
beantragt (Urk. 52).
2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-
kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem
die Urteilsdispositivziffern 4 (Einziehung) und 8 (Kostenfestsetzung) unangefoch-
ten blieben, ist mittels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in
diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist.
III. Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 22. April 2016 zusam-
mengefasst vorgeworfen, zwischen dem 1. März 2013 und seiner Verhaftung am
30. Juli 2013 insgesamt sieben Mal von Zürich nach Holland gefahren zu sein, um
dort jeweils verschiedene Mengen Kokaingemisch entgegenzunehmen und es in
die Schweiz einzuführen. Im Rahmen dieser Fahrten soll er insgesamt 16,3 kg
Kokaingemisch zu unterschiedlichen Reinheitsgraden gegen jeweils unterschied-
lich hohe Kurierlöhne in die Schweiz transportiert haben. Ausserdem wird ihm zur
Last gelegt, anlässlich dreier dieser Fahrten Gelder deliktischer Herkunft aus der
Schweiz nach Holland gebracht zu haben. Dass es sich bei diesen Geldern um
Einnahmen aus dem Drogenhandel handelte und er durch sein Handeln das Auf-
finden und die Einziehung dieser Gelder vereitelte, soll dem Beschuldigten be-
wusst gewesen sein oder er soll es zumindest billigend in Kauf genommen haben.
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1.1. Die ihm gemachten Vorwürfe wies der Beschuldigte stets von sich. Er
bestritt sowohl, gezielt Kokain aus Holland in die Schweiz eingeführt als auch de-
liktisch erlangte Gelder aus der Schweiz nach Holland gebracht zu haben
(Urk. 2/14 S. 2 ff.; Urk. 2/15 S. 1 ff.; Urk. 2/16 S. 4 ff.). Einzig hinsichtlich der Vor-
würfe in Zusammenhang mit seiner Reise nach Holland vom 30. Juli 2013 räumte
er ein, das durch die Polizei sichergestellte Kokain mit seinem Auto in die
Schweiz eingeführt und B._ gegen einen Kurierlohn übergeben zu haben. Er
stellte jedoch in Abrede, gewusst zu haben, dass es sich beim Inhalt des durch
ihn transportierten Pakets um Kokaingemisch gehandelt habe (Urk. 2/16 S. 8;
Urk. 29 S. 9). Bei dieser Darstellung blieb er auch anlässlich der Berufungsver-
handlung (Prot. II S. 14 ff.).
1.2. In Anbetracht dessen, dass der durch die Vorinstanz erfolgte Schuld-
spruch durch den Beschuldigten und der erfolgte Teilfreispruch durch die Staats-
anwaltschaft angefochten wurde (Urk. 40 S. 2; Urk. 43 S. 2), ist der gesamte an-
klagegegenständliche Sachverhalt aufgrund der Akten und der vor Gericht vorge-
brachten Argumente nach den allgemeingültigen Beweisregeln zu erstellen.
2. Die Vorinstanz gelangte zur Erkenntnis, dass der Beschuldigte im Zeit-
raum zwischen dem 1. März 2013 und dem 30. Juli 2013 anlässlich von vier Fahr-
ten aus der Schweiz nach Holland und zurück insgesamt mehr als 8,3 kg Kokain-
gemisch in die Schweiz eingeführt habe (Anklagevorwürfe lit. a, e, f und g). Aus-
serdem habe er auf seiner letzten Transportfahrt vom 30. Juli 2013 Drogengelder
in der Höhe von Fr. 20'000.– aus der Schweiz nach Holland gebracht (Anklage-
vorwurf lit. g). Hinsichtlich der Anklagevorwürfe lit. b, c und d sowie lit. e in Bezug
auf den Vorwurf der Geldwäscherei erging ein Freispruch. Bezüglich dieser Vor-
fälle kam die Vorinstanz jeweils zum Schluss, dass dem Beschuldigten aufgrund
der vorliegenden Beweismittel eine konkrete Beteiligung an den jeweiligen Delik-
ten nicht nachgewiesen werden könne (Urk. 39 S. 22 f.). Auf die zutreffenden Er-
wägungen der Vorinstanz kann - vorbehältlich der nachfolgenden Anmerkungen
und Ergänzungen - verwiesen werden (Urk. 39 S. 9 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.1. Im angefochtenen Urteil wurden die bei der richterlichen Beweis- und
Aussagenwürdigung anzuwendenden rechtstheoretischen Grundsätze und Re-
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geln vollständig aufgeführt und die Aussagen des Beschuldigten bei der Polizei,
im Vorverfahren und vor Vorinstanz korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwie-
sen werden (Urk. 39 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.1.1. Bereits die Vorinstanz wies zurecht darauf hin, dass die Anklageschrift
vom 22. April 2016 den Anforderungen des Anklageprinzips genüge und der Be-
schuldigte dieser hinreichend genau habe entnehmen können, was ihm vorgewor-
fen werde (Urk. 39 S. 7 ff.). Dies braucht nicht wiederholt zu werden.
2.1.2. Auch auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in Bezug auf
die Verwertbarkeit der für diesen Fall relevanten Beweismittel kann verwiesen
werden. Insbesondere wurde zurecht darauf hingewiesen, dass die Aussagen von
B._ in Anbetracht dessen, dass er ausschliesslich in Abwesenheit des Be-
schuldigten einvernommen wurde, nicht zu dessen Lasten verwertbar sind
(Urk. 39 S. 10 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.2. Dem Beschuldigten wird unter anderem zur Last gelegt (Anklagevor-
wurf lit. g), sich am 29. Juli 2013 im Auftrag von C._ um 21.22 Uhr an der
...strasse ... in Zürich mit B._ getroffen zu haben. Von diesem soll er
Fr. 20'000.– übernommen haben, um sie C._ nach Holland zu bringen. Dabei
soll der Beschuldigte gewusst oder zumindest billigend in Kauf genommen haben,
dass dieser Geldbetrag aus dem Handel mit Kokain resultiert sei, und durch sein
Handeln das Auffinden und die Einziehung dieses Geldes vereitelt werde.
In der Folge sei der Beschuldigte am 30. Juli 2013 nach 2.30 Uhr unter Mit-
nahme dieses Bargeldes mit seinem Personenwagen nach Holland gefahren, wo
er das Geld C._ übergeben habe. Dort oder an einem unbekannten Ort in
Den Haag soll er ca. 2,5 Kilogramm Kokaingemisch (davon 1'638 Gramm Kokain-
gemisch mit einem Reinheitsgrad von 53 %, entsprechend 865 Gramm reines
Kokain; 492 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 37 %, entspre-
chend 183 Gramm reines Kokain, sowie 5 Gramm Kokaingemisch mit einem
Reinheitsgrad von 55 % und entsprechend 2,8 Gramm reines Kokain) entgegen-
genommen und zurück in die Schweiz gebracht haben. Die Schweizer Grenze soll
er am selben Tag kurz nach 16.00 Uhr im Raum Schaffhausen überquert haben.
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Anschliessend sei er nach Zürich gefahren, wo er das Kokain wie angewiesen um
20.35 Uhr auf dem Parkplatz der Schrebergartensiedlung D._ B._ über-
geben habe. Im Gegenzug soll er von diesem Fr. 10'600.– als Kurierlohn erhalten
haben.
2.2.1. Der Beschuldigte wurde am 30. Juli 2013 um 20.45 Uhr an der Ecke
...brücke/...strasse festgenommen, nachdem er sich gemäss den Beobachtungen
der Kantonspolizei Zürich kurz zuvor auf dem Parkplatz der Schrebergartensied-
lung D._ in Zürich mit B._ traf (Urk. 8/2 S. 1 f.; Urk. Urk. 1/1 S. 2). Bei
diesem Treffen wurde der Beschuldigte durch die Kantonspolizei Zürich beobach-
tet, wie er B._ eine Papiertasche übergab (Urk. 1/12 S. 2). Zum Zeitpunkt
seiner Verhaftung führte der Beschuldigte ein Couvert mit sich, in welchem sich
Bargeld in der Höhe von Fr. 10'600.– befand. B._ wiederum, welcher gleich-
zeitig festgenommen wurde, hatte einen Schlüssel bei sich, welcher zu einem der
Schrebergartenhäuschen passte, in welchem über 2 kg Kokaingemisch versteckt
waren (Urk. 8/2 S. 2; Urk. 1/1 S. 2). Im Anschluss an seine Festnahme, erklärte
der Beschuldigte gegenüber der Polizei, um ca. 2.30 Uhr aufgestanden und dann
nach Holland gefahren zu sein. Dort habe er die Ware abgeholt und sei wieder
zurückgefahren (Urk. 2/1 S. 2). Ausserdem räumte er damals sowohl gegenüber
der Polizei als auch gegenüber der Staatsanwaltschaft ein, gewusst zu haben,
dass es Drogen seien, die er abholen würde. Er bestritt jedoch, gewusst zu ha-
ben, wie viel es gewesen sei und um welche Betäubungsmittel es sich gehandelt
habe (Urk. 2/1 S. 3; Urk. 2/2 S. 2). Auch bestätigte er, dass es sich bei den
Fr. 10'600.–, welche ihm zuvor in einem Couvert übergeben worden seien, um
den versprochenen Lohn für den Transport gehandelt habe (Urk. 2/2 S. 2). Im
weiteren Verlauf des Strafverfahrens erklärte er in Bezug auf diese Vorfälle je-
doch, dass er sich daran nicht mehr erinnern könne (Urk. 2/15 S. 35 ff.). Anläss-
lich seiner staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme machte er sodann gel-
tend, nicht genau gewusst zu haben, worum es sich bei der durch ihn mitgeführ-
ten Ware gehandelt habe. Er habe dies auch nicht wissen wollen. So habe er
auch nicht nachgefragt. Erst bei der Polizei habe er erfahren, dass es Kokain ge-
wesen sei (Urk. 2/16 S. 8). Egal sei es ihm aber nicht gewesen, ob es sich um
harte Drogen gehandelt habe oder nicht. In der verzweifelten Lage, in welcher er
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damals gewesen sei, habe er aber das Vertrauen gehabt, dass es keine harten
Drogen gewesen seien (Urk. 2/16 S. 10).
2.2.2. Wie die Vorinstanz in Bezug auf die Glaubwürdigkeit des Beschuldig-
ten zutreffend erwog, hat er ein legitimes Interesse daran, sich in einem für ihn
günstigen Licht darzustellen (Urk. 39 S. 12). Seine Glaubwürdigkeit ist aber den-
noch nicht von Vornherein zweifelhaft. Da er sich im Laufe dieses Strafverfahrens
insbesondere hinsichtlich wesentlicher Elemente des Anklagesachverhaltes
mehrmals widersprach, bestehen demgegenüber erhebliche Zweifel an der
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.
2.2.2.1. So widersprach sich der Beschuldigte beispielsweise in Bezug auf
das, was er über die Ware wusste, die er am 30. Juli 2013 von Holland in die
Schweiz transportierte. Während er zu Beginn des Vorverfahrens noch einräumte,
gewusst zu haben, dass er Drogen aus Holland in die Schweiz transportiert habe
(Urk. 2/1 S. 3; Urk. 2/2 S. 2), bestritt er dies im weiteren Verlauf des Verfahrens
vehement (Urk. 2/16 S. 8 ff.; Prot. II S. 14 ff.). Er gab gar an, dies erst durch die
Polizei erfahren zu haben und dann über den Inhalt des Pakets erschrocken zu
sein (Urk. 2/16 S. 8; Urk. 29 S. 7). Die anfängliche Erklärung des Beschuldigten,
gewusst zu haben, dass Drogen in jenem Paket gewesen seien, erfolgte unmittel-
bar nach seiner Verhaftung vom 30. Juli 2013. Aufgrund dieser zeitlichen Nähe
zur Tat und in Anbetracht dessen, dass es nicht vorstellbar ist, dass er sich dies-
bezüglich grundlos belastet hätte, entsteht der Eindruck, dass er mittels seiner
späteren Bestreitung versuchte, sich in eine für ihn günstigere Position zu brin-
gen.
2.2.2.2. Weiter weisen auch seine Angaben dazu, wann er den Auftrag zu
diesem Transport erhielt und was ihm dafür versprochen wurde, Ungereimtheiten
auf. In seinen ersten Befragungen durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft
wiederholte der Beschuldigte mehrmals, dass ihm telefonisch mitgeteilt worden
sei, dass er in Holland ein Paket abholen und dieses in Zürich abliefern müsse,
wofür er einen Lohn von Fr. 10'600.– erhalte. Entsprechend habe es sich bei der
in seinem Auto gefundenen Barschaft um diesen Lohn gehandelt (Urk. 2/1 S. 2 f.;
Urk. 2/2 S. 2; Urk. 2/3 S. 6). Diese Angaben lassen sich nicht damit in Einklang
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bringen, dass er, wie er es anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung
Glauben machen wollte, an besagtem Abend spontan gefragt worden sei, ob er
ein Päckchen in die Schweiz bringen könne (Urk. 29 S. 10). Auch dass er erst
durch die Polizei erfahren habe, wie viel Geld in jenem Couvert gewesen sei, und
er dies zuvor gar nicht gewusst habe, da er es nie gezählt habe (Urk. 29 S. 9),
steht seinen früheren Angaben entgegen. Gänzlich im Widerspruch zu seinen
bisherigen Aussagen erklärte er anlässlich der Berufungsverhandlung, für den
Transport lediglich Fr. 10'000.– erhalten zu haben. Die übrigen Fr. 600.– seien
von ihm selbst gewesen (Prot. II S. 14 f.). So erklärte er noch zu Beginn des Ver-
fahrens ausdrücklich, die Abmachung, dass er Fr. 10'600.– für diesen Transport
erhalten würde, sei am Donnerstag, mithin rund eine halbe Woche vor Dienstag,
dem 30. Juli 2013, erfolgt (Urk. 2/3 S. 13). Ausserdem war es der Beschuldigte,
welcher die Polizei anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 30. Juli 2013 da-
rauf hinwies, dass sich in dem durch diese sichergestellten Couvert nicht
Fr. 11'000.–, wie dies durch die Polizei zunächst fälschlicherweise angenommen
wurde, sondern Fr. 10'600.– befanden (Urk. 2/1 S. 3). Nicht nur in Anbetracht
dessen, dass der Beschuldigte unmittelbar nach seiner Verhaftung konsequent
daran festhielt, dass die Rahmenbedingungen dieses Transportes im Voraus
festgelegt worden seien, sondern insbesondere da er es war, welcher als erster
den Betrag von Fr. 10'600.– nannte, erweist sich sein späteres Vorbringen, spon-
tan gehandelt zu haben, als Schutzbehauptung.
2.2.2.3. Schliesslich widersprach er sich auch hinsichtlich des Inhalts des
Couverts, welches ihm am Abend des 29. Juli 2013 unter Beobachtung der Kan-
tonspolizei Zürich übergeben wurde (Urk. 1/1 S. 2; Urk. 1/11 S. 3). Als er anläss-
lich der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme vom 31. Juli 2013 zum ersten
Mal auf diese Übergabe angesprochen wurde, gab er noch an, in jenem Couvert
habe sich die Wegbeschreibung für seine Fahrt zum Übergabepunkt in Holland
befunden (Urk. 2/2 S. 3). Als er in der darauffolgenden polizeilichen Einvernahme
vom 23. August 2013 erneut zu diesem Couvert befragt wurde, schloss er nicht
aus, dass in jenem Couvert Geld gewesen sein könnte. Er habe die Adresse auf
einem Zettel erhalten. Der Zettel mit der Adresse der Waschanlage in Holland
wiederum habe sich zusammen mit einem Couvert, welches zugeklebt gewesen
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sei, in einem zusammengefalteten Plastiksack befunden (Urk. 2/3 S. 14). Den In-
halt dieses Couverts habe er nicht angeschaut. Es sei ihm einfach gesagt worden,
dass er dieses in Holland wieder abgeben müsse (Urk. 2/3 S. 14). Im weiteren
Verlauf des Verfahrens gab er sodann an, dass das Couvert Flyer oder Einladun-
gen enthalten habe, sicher aber kein Geld (Urk. 2/15 S. 48; Prot. II S. 14 und
S. 19). Letzteres Vorbringen ist wiederum nicht mit seinen Angaben aus seiner
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. November 2015 vereinbar. Da-
mals erklärte er noch, sich nicht daran erinnern zu können, Flyer transportiert zu
haben. Ausserdem bestritt er, etwas mit Einladungen zu tun zu haben (Urk. 2/14
S. 19 und S. 29).
Dass er die Angaben zum Inhalt jenes Couverts so oft änderte, ohne dabei
jeweils zu relativieren, dass er sich nicht mehr daran erinnern könne und er sich
allenfalls irren könnte, lässt erkennen, dass er den tatsächlichen Inhalt durch die
immer neuen Erklärungen zu verbergen versuchte.
2.2.2.4. Nicht nur die Aussagen des Beschuldigten zu den zentralen Ele-
menten des Anklagesachverhaltes, sondern auch seine Umschreibungen der Be-
gleitumstände der ihm gemachten Vorwürfe, weisen teilweise Ungereimtheiten
auf. So bestritt er beispielsweise zunächst, den Mann, welchem er am 30. Juli
2013 den Papiersack mit den Betäubungsmitteln übergeben habe, zuvor je einmal
gesehen zu haben (Urk. 2/1 S. 3). Zu einem anderen Zeitpunkt gab er aber an,
diesen zuvor sicher schon 15 Mal persönlich getroffen zu haben (Urk. 2/3 S. 10).
Ausserdem räumte er zunächst ein, den Plastiksack mit dem Kokain, welchen er
am 30. Juli 2013 transportierte, unter dem Beifahrersitz platziert zu haben
(Urk. 2/1 S. 3), stritt aber später ab, diesen in seinem Auto versteckt zu haben
(Urk. 2/15 S. 42; Urk. 29 S. 11).
2.2.2.5. Aufgrund dieser diversen Widersprüche in seinen Angaben ist die
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen stark eingeschränkt. Auf diese ist daher nicht
abzustellen.
2.2.3. Dass er in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 2013 von Zürich nach
E._ (NL) fuhr und am Abend des 30. Juli 2013 wieder nach Zürich zurück-
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kehrte, räumte der Beschuldigte ein (Urk. 2/1 S. 2; Urk. 2/2 S. 3). Dass er die
Schweiz in jenem Zeitraum verliess, lässt sich auch aufgrund der Auswertung der
Antennenstandorte, an welchen sich die durch ihn benutzen Mobiltelefone im
fraglichen Zeitraum einwählten, erahnen. Während sich üblicherweise alle paar
Stunden zumindest ein durch den Beschuldigten genutztes Mobiltelefon bei einer
Antenne innerhalb der Schweiz einwählte, fehlen solche Aufzeichnungen zwi-
schen dem 30. Juli 2013 um 02.37 Uhr und demselben Datum um 16.53 Uhr (Bei-
lage zu Urk. 2/15). In Anbetracht dessen, dass sich die erste Antenne, bei welcher
sich das Mobiltelefon des Beschuldigten mit der Nummer 078 ... nach der langen
Pause von rund 14 Stunden wieder einwählte, in F._, SH, befand (Beilage zu
Urk. 2/15), liegt nahe, dass er dort von Deutschland her die Schweizer Grenze
passierte.
2.2.4. Im Vorfeld der Transportfahrt vom 30. Juli 2013 war im What's App
Chat zwischen dem Beschuldigten und "G._" jeweils von einem "Fest" die
Rede, welches am Dienstag (30. Juli 2013) durchgeführt werden könnte
(Urk. 1/15 S. 34 ff.; Beilage zu Urk. 1/15). "G._" teilte dem Beschuldigten
beispielsweise am 24. Juli 2013 um 17.46 Uhr mit: "Klar, denn ich möchte schau-
en ob wir ein grösseres Fest machen. Mal sehen was ich dieses Wochenende
bekomme" (Urk. 2/15 S. 34; Beilage zu Urk. 2/15). Weiter schrieb "G._" dem
Beschuldigten am 26. Juli 2013 um 20.40 Uhr, das Fest werde um die
2'500 Gäste haben (Urk. 2/15 S. 35; Beilage zu Urk. 2/15). Als der Beschuldigte
zu den Vorfällen vom 29. und 30. Juli 2013 befragt wurde, erwähnte er jedoch zu
keiner Zeit, in Holland an einem Fest gewesen zu sein. Unmittelbar nach seiner
Festnahme erklärte er vielmehr, nur ein paar Minuten in Holland gewesen zu sein.
Nach der Übergabe sei er gleich wieder zurückgefahren (Urk. 2/1 S. 4). In Anbe-
tracht der etwas mehr als 14 Stunden, welche er am 30. Juli 2013 gemäss der
Auswertung der Antennenstandorte ausserhalb der Schweiz verbrachte, und der
Distanz nach E._ (NL) (Urk. 1/9 S. 10), wäre es auch kaum möglich gewe-
sen, dass sich der Beschuldigte länger an seiner Zieldestination aufgehalten hät-
te.
- 16 -
Dass im Nachrichtenverkehr zwischen dem Beschuldigten und "G._"
tatsächlich Feste gemeint waren, ist vor diesem Hintergrund ausgeschlossen.
Vielmehr entsteht offenkundig der Eindruck, dass durch diese Ausdrucksweise
versucht wurde, den eigentlichen Gesprächsinhalt zu verschlüsseln. Dass dies
dem Beschuldigten genauso bewusst war wie "G._", zeigt sich nicht nur da-
ran, dass er selbst nicht behauptete, am 30. Juli 2013 in Holland an einem Fest
gewesen zu sein und er mehrmals einräumte, bereits im Voraus gewusst zu ha-
ben, dass er nach Holland fahren würde, um für einen Lohn von Fr. 10'600.– ei-
nen Transport in die Schweiz auszuführen (Urk. 2/1 S. 2 f.; Urk. 2/2 S. 2; Urk. 2/3
S. 6). Zudem ist es insbesondere auch daran erkennbar, dass sich der Beschul-
digte trotz des umfangreichen Nachrichtenaustausches, in welchem es haupt-
sächlich um Feste ging, nicht mehr an solche zu erinnern vermag (Urk. 2/14 S. 16
ff.; Prot. II S. 18 f.). Überdies lässt der Umstand, dass sich der Beschuldigte am
30. Juli 2013 bei seinem Arbeitgeber krank meldete (Urk. 1/9 S. 10; Urk. 2/15
S. 40), obwohl er dies offensichtlich nicht war, darauf schliessen, dass es sich bei
seiner Reise nach Holland nicht um einen legitimen Grund handelte, der Arbeit
fern zu bleiben. Unter diesen Umständen musste ihm auch klar sein, dass es ihr
eigentliches Gesprächsthema erforderte, dieses geheim zu halten. So gab der
Beschuldigte denn auch von sich aus zu, schon gedacht zu haben, dass es bei
diesem Transport um etwas Illegales gegangen sei (Urk. 2/3 S. 6). Trotzdem be-
hauptete er, gehofft zu haben, dass es sich nicht um harte Drogen gehandelt ha-
be (Urk. 2/16 S. 10). Ob dies tatsächlich seiner Wahrnehmung entsprach oder ob
es sich dabei um eine weitere Schutzbehauptung seinerseits handelt, ist zu prü-
fen.
2.2.4.1. Seine Annahme, dass es sich um etwas Illegales gehandelt habe,
brachte er damit in Verbindung, dass er für jene Reise eine Entschädigung von
Fr. 10'600.– erhalten habe (Urk. 2/3 S. 3 und S. 6). Gleichzeitig erklärte er, nicht
gewusst zu haben, worum es sich bei der durch ihn transportierten Ware gehan-
delt habe (Urk. 2/3 S. 6). Da er jedoch wusste, dass er für diesen Transport, wel-
cher eine Fahrt von rund 14 Stunden Dauer erforderlich machte, eine derart hohe
Summe erhalten würde, musste er entsprechend annehmen, dass der Material-
wert der zu transportierenden Ware um ein Vielfaches höher und die Fahrt mit
- 17 -
gewissen Risiken verbunden sein würde. Vor allem aber der Umstand, dass er
zunächst selbst einräumte, gedacht zu haben, dass es sich um Drogen gehandelt
habe, lässt unschwer erkennen, dass ihm entgegen seinen Beteuerungen klar
war, dass es sich angesichts des hohen Kurierlohns nur um eine grosse Menge
harter Drogen gehandelt haben konnte. Dass es sich bei seinem Vorbringen, nicht
gewusst zu haben, was er genau transportiert habe, lediglich um einen Versuch
handelte, sich einer Bestrafung zu entziehen, ist zudem daran zu erkennen, dass
er seine anfänglichen Eingeständnisse relativierte, als sich die ihm gegenüber er-
hobenen Vorwürfe nach und nach konkretisierten (vgl. Erw. III.2.2.2. ff.).
2.2.4.2. Als Motivation, diesen Transportauftrag auszuführen, gab der Be-
schuldigte an, dies aus reiner Verzweiflung gemacht zu haben, da er dringend auf
das Geld angewiesen gewesen sei. Er habe es sich lange überlegt und dann
schliesslich getan (Urk. 2/2 S. 3; Urk. 2/3 S. 11). Dass er sich zu jener Zeit in fi-
nanziellen Nöten befunden habe, wiederholte er auch anlässlich seiner Schluss-
einvernahme. Er habe damals Schulden in der Höhe von rund Fr. 20'000.– gehabt
(Urk. 2/16 S. 8). Auch diese Ausführungen des Beschuldigten, insbesondere,
dass er sich lange überlegt habe, ob er diese Fahrt antreten solle, weisen darauf
hin, dass ihm bewusst war, dass es um eine unerlaubte Handlung ging. Wäre er
davon überzeugt gewesen, dass er auf legale Weise Fr. 10'600.– mit nur einer
Fahrt nach Holland und zurück verdienen könnte, hätte er kaum gezögert.
2.2.5. Nach der Verhaftung des Beschuldigten und von B._ am 30. Juli
2013 wurden im Gartenhäuschen Nr. ... der Schrebergartenanlage D._ fünf
Pakete mit Kokaingemisch mit einer Gesamtmenge von rund 2'135 Gramm si-
chergestellt (Urk. 1/1 S. 2; Urk. 5/3; Urk. 7/16). Dass es sich bei der Papiertasche,
in welcher sich diese Pakete befanden, um jene handelte, welche er zuvor
B._ übergab, räumte der Beschuldigte zu Beginn der Untersuchung ein
(Urk. 2/2 S. 4; Urk. 7/16 S. 1). Vier dieser Pakete waren mit den Ziffern "1" sowie
"3-5" beschriftet (Urk. 7/16 S. 1 f.). Die einzelnen Pakete enthielten jeweils zwei
bis drei Blöcke Kokaingemisch à ca. 200 Gramm oder à ca. 150 Gramm. Insge-
samt enthielten diese vier Pakete 1'638 Gramm Kokaingemisch mit einem Rein-
heitsgrad von 53 %, entsprechend 865 Gramm Reinsubstanz Kokain (Urk. 5/3
- 18 -
S. 2). Ein weiteres Paket, welches mit dem Buchstaben "M" beschriftet wurde
(Urk. 7/16 S. 3), enthielt 51 1⁄3 Fingerlinge mit einem Gesamtgewicht von
492 Gramm Kokaingemisch. Deren Reinheitsgrad betrug 37 %. Entsprechend
handelte es sich um 183 Gramm Reinsubstanz Kokain (Urk. 5/3 S. 3). Ausserdem
befand sich auf dem mit der Ziffer "1" bezeichneten Block eine Kokainportion von
5 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 55 %. Entsprechend han-
delte es sich um weitere 2,8 Gramm Reinsubstanz Kokain (Urk. 5/3 S. 2).
2.2.5.1. Bereits die Vorinstanz wies darauf hin, dass aus abgehörten Telefo-
naten zwischen B._ und seiner Schwester H._ vom 29. Juli und vom
30. Juli 2013 hervorgeht, dass von insgesamt sechs nummerierten Schachteln die
Rede war und die Nummer "2" davon für seine Freundin bestimmt gewesen sei
(Urk. 39 S. 39; Beilagen 1-3 zu Urk. 2/16). Durch die Polizei wurden in jenem Pa-
piersack nur fünf Pakete sichergestellt, obwohl zuvor von insgesamt sechs Pake-
ten die Rede war. Aus diesem Grund sowie in Anbetracht dessen, dass vier der
sichergestellten Pakete mit den Ziffern "1" und "3-5" beschriftet waren, jedoch
keines mit der im Telefonat erwähnten Ziffer "2", liegt der Schluss nahe, dass ein
weiteres Paket in die Schweiz eingeführt wurde, dieses jedoch bereits vor der Si-
cherstellung durch die Polizei aus dem Papiersack entfernt wurde.
2.2.5.2. Dass der Beschuldigte am 30. Juli 2013 eine noch grössere Menge
Kokaingemisch als die sichergestellten 2'135 Gramm von Holland in die Schweiz
einführte, ergibt sich zudem auch aus dem What's App Chat zwischen ihm und
"G._" im Vorfeld dieses Transportes. "G._" kündigte dem Beschuldigten
am 26. Juli 2013 um 20.40 Uhr per What's App an, dass das Fest um die 2'500
Gäste haben werde (Urk. 2/15 S. 35; Beilage zu Urk. 2/15). Da sich zeigte, dass
es in ihrer Unterhaltung entgegen ihrer Bezeichnung nicht um ein Fest, sondern
um den Transport einer bestimmten Menge harter Drogen ging (vgl.
Erw. III.2.2.4.), macht es keinen Sinn, dass sich die beiden über die Anzahl erwar-
teter Gäste unterhielten. Abgesehen davon, widersprach sich der Beschuldigte
auch innerhalb seines Vorbringens, dass sie sich tatsächlich über die Anzahl Gäs-
te eines bestimmten Fests unterhielten. So erklärte er, dass die Feste, an denen
er in Holland teilgenommen habe, jeweils von ca. 50 bis 100 Gästen besucht wor-
- 19 -
den seien (Urk. 2/15 S. 35). Diese Gästezahl ist nicht nur weit entfernt von den
angeblich für den 30. Juli 2013 erwarteten Gästen, sondern auch in Bezug auf die
durch "G._" angegebenen Gästezahlen der übrigen zuvor geplanten Feste
viel zu tief (vgl. Erw. III.2.7.1; III.2.8.1.).
2.2.5.3. In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte genau wusste, dass es
nicht um Feste, sondern um die zu transportierenden Drogen ging, war ihm auch
bewusst, dass die angekündigte Anzahl Gäste für das Gewicht der zu transportie-
renden Drogen in Gramm stand. Andernfalls wären auch die euphorische Reakti-
on des Beschuldigten auf die hohe Anzahl "Gäste" in seinen Antwortnachrichten
nicht nachvollziehbar. So schrieb er "G._" am 26. Juli 2013 um 20.40 Uhr auf
dessen Ankündigung, dass das Fest rund 2'500 Gäste haben werde: "Sehr gut,
sehr gut" (Urk. 2/15 S. 35; Beilage zu Urk. 2/15). Da er beispielsweise keine Ge-
winnbeteiligung in Bezug auf die Eintritte geltend machte, hätte die freudige Reak-
tion darauf, dass viele Gäste kommen würden, auch im Zusammenhang mit tat-
sächlich geplanten Festen keinen Sinn gemacht.
2.2.5.4. Es erweist sich daher als erstellt, dass neben den fünf Paketen mit
insgesamt 2'135 Gramm Kokaingemisch ein weiteres durch den Beschuldigten in
die Schweiz gebracht wurde und es sich insgesamt um rund 2'500 Gramm Koka-
ingemisch handelte. Die vier mit den Ziffern "1" und "3-5" versehenen Pakete ent-
hielten jeweils mindestens eine Portion Kokaingemisch à 150 Gramm und eine
Portion à 200 Gramm, wobei das Kokaingemisch aller Einzelportionen einen
Reinheitsgrad von 53 % aufwies (Urk. 5/3 S. 2). In Bezug auf das weitere Paket
mit der Ziffer "2", welches durch die Polizei nicht mehr sichergestellt werden konn-
te, ist zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen (Art. 10 Abs. 3 StPO),
dass sich darin nicht mehr Kokaingemisch als in dem kleinsten übrigen Paket und
somit nicht mehr als 350 Gramm Kokaingemisch befand. Da das Paket mit der
Ziffer "2" die Zahlenfolge der übrigen nummerierten Pakete vervollständigt hätte,
ist ausserdem als erstellt zu erachten, dass auch jenes Kokaingemisch wie das
Kokain aus den übrigen nummerierten Paketen einen Reinheitsgrad von 53 %
aufwies.
- 20 -
2.2.5.5. Der Beschuldigte transportierte demnach neben den 2'135 Gramm
Kokaingemisch, welches aufgrund unterschiedlicher Reinheitsgrade einer Ge-
samtmenge von 1'050,8 Gramm Reinsubstanz Kokain entspricht (865 Gramm,
492 Gramm und 2,8 Gramm), weitere 350 Gramm Kokaingemisch mit einem
Reinheitsgrad von 53 %, was 185,5 Gramm Reinsubstanz Kokain entspricht.
2.2.6. Schliesslich stritt der Beschuldigte auch ab, Fr. 20'000.–, welche
durch den Handel mit Drogen erwirtschaftet wurden, in der Schweiz entgegenge-
nommen und nach Holland transportiert zu haben (Urk. 2/16 S. 8). Dass der Be-
schuldigte am 29. Juli 2013 durch B._ ein Couvert überreicht erhielt, wurde
durch die Kantonspolizei Zürich beobachtet (Urk. 1/11 S. 3). Was dieses Couvert
beinhaltete, vermochte der Beschuldigte, wie bereits aufgezeigt, nicht wider-
spruchsfrei zu erklären (vgl. Erw. III.2.2.2.3.). Einerseits gab er an, es habe sich
um Einladungen für das bevorstehende Fest gehandelt (Urk. 2/15 S. 48), ande-
rerseits schloss er nicht aus, dass auch Geld hätte darin sein können (Urk. 2/3
S. 14). Im What's App Chat zwischen ihm und "G._", welcher der Übergabe
des Couverts vorausging, war die Rede von rund 20 Einladungen, die der Be-
schuldigte von Zürich nach Holland bringen sollte (Urk. 2/15 S. 37 f.; Beilage zu
Urk. 2/15). Nicht nur, da beide wussten, dass es gar kein Fest gab, sondern ins-
besondere auch, weil nur 20 Einladungen bei 2'500 erwarteten Gästen bei weitem
nicht ausreichend gewesen wären, ist es ausgeschlossen, dass es sich beim In-
halt des Couverts um Einladungen oder Flyer handelte.
Da die widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten zum tatsächlichen
Inhalt dieses Couverts erahnen lassen, dass er diesen zu verheimlichen versuch-
te und er zu Beginn des Vorverfahrens selbst nicht ausschloss, dass das Couvert
Geld hätte enthalten können, liegt nahe, dass dem so war. Darauf, dass es sich
um einen sehr wertvollen Inhalt handelte, deutet auch der Hinweis von "G._"
aus seiner What's App Nachricht an den Beschuldigten vom 29. Juli 2013 um
13.42 Uhr hin. Er ermahnte den Beschuldigten, diese rund 20 Einladungen gut
aufzubewahren (Urk. 2/15 S. 38; Beilage zu Urk. 2/15). Diese Ermahnung deutet
zusätzlich darauf hin, dass es sich nicht um einen Betrag von lediglich Fr. 20.–,
sondern um einen viel höheren Betrag handelte. Nur schon, damit sich die auf-
- 21 -
wändige Verschlüsselung in ihren Nachrichten, die separate Übergabe des Cou-
verts sowie das hohe Entgelt des Beschuldigten für die Beteiligten lohnte, muss
es sich bei dem Betrag um ein Vielfaches der Fr. 20.– und somit mindestens um
die Fr. 20'000.–, deren Transport dem Beschuldigten in der Anklage vorgeworfen
wird, gehandelt haben. Angesichts der Geheimhaltung und des Transports des
Geldes im Rahmen einer Drogenkurierfahrt, bestehen auch keine Zweifel am de-
liktischen Hintergrund dieser Barschaft.
2.2.7. Dass dem Beschuldigten, wie es ihm in der Anklageschrift unter lit. g
vorgeworfen wird, bewusst war, dass er Fr. 10'600.– dafür erhalten würde, zu-
nächst Bargeld deliktischer Herkunft in der Höhe von Fr. 20'000.– nach Holland
zu bringen und von dort rund 2'485 Gramm harte Drogen wieder in die Schweiz
einzuführen, erweist sich somit als erstellt.
2.3. Weiter wird dem Beschuldigten zur Last gelegt (Anklagevorwurf lit. a),
in der Nacht vom 1. auf den 2. März 2013 mit seinem Personenwagen von Zürich
nach Holland an die Adresse ...hof ... in E._ in Den Haag gefahren zu sein.
An jener Adresse oder an einem anderen unbekannten Ort in Den Haag soll er
ca. 1 kg Kokaingemisch übernommen haben und damit am 2. März 2013 um ca.
18.00 im Raum Schaffhausen Singen die Schweizer Grenze überquert haben.
Gleichentags habe er dieses Kokain kurz nach 20.00 Uhr in der Schrebergarten-
siedlung D._ in Zürich dem nicht näher identifizierten "I._" übergeben
und von diesem kurz darauf einen Kurierlohn von ca. Fr. 4'400.– entgegenge-
nommen.
2.3.1. Der Beschuldigte bestritt diese Tat (Urk. 2/16 S. 4). Ende Februar
2013 war im What's App Gesprächsverlauf zwischen ihm und "G._" jedoch
ebenfalls von einem bevorstehenden Fest die Rede. "G._" fragte den Be-
schuldigten per What's App am 28. Februar 2013, ob er am Freitag (dem 1. März
2013) an das Fest komme (Urk. 2/14 S. 16; Beilage zu Urk. 2/14). Wie sich im
Zusammenhang mit den Vorfällen vom 29. und 30. Juli 2013 zeigte, wurde der
Ausdruck "Fest" durch diese beiden Gesprächspartner verwendet, um Bespre-
chungen von Drogenlieferungen zu verschleiern (vgl. Erw. 2.2.4.). Vor diesem
- 22 -
Hintergrund besteht bereits der Verdacht, dass es sich auch in jener Unterhaltung
um einen bevorstehenden Drogentransport gehandelt haben könnte.
2.3.2. Am 2. März 2013 übermittelte "G._" dem Beschuldigten um
09.58 Uhr ebenfalls via What's App eine Adresse in E._ (NL). Daraufhin er-
klärte der Beschuldigte um 10.00 Uhr, sie würden um ca. 11.10 Uhr dort sein
(Urk. 2/14 S. 21; Beilage zu Urk. 2/14). Dass sich der Beschuldigte vom 1. bis
2. März 2013 ausserhalb der Schweiz befand, geht auch aus den Auswertungen
der Antennenstandorte, bei welchen sich die durch ihn benutzten Mobiltelefone
einwählten, hervor. Eines dieser Mobiltelefone des Beschuldigten wählte sich am
1. März 2013 um 19.22 Uhr noch in ... AG bei einer Antenne ein. Der nächste
Nachweis einer Aktivität eines der Mobiltelefone des Beschuldigten innerhalb der
Schweiz erfolgte erst wieder einen Tag später, am 2. März 2013 um 18.10 Uhr in
Schaffhausen (Urk. 2/14 S. 22; Beilage zu Urk. 2/14). Während rund eines Tages
wurden somit keine Aktivitäten der Mobiltelefone des Beschuldigten innerhalb der
Schweiz verzeichnet. Die erste Aktivität nach dieser Pause erfolgte in Schaffhau-
sen und damit in der Nähe der Grenze zu Deutschland. Aus diesem Grund und
angesichts der Mitteilung des Beschuldigten, dass er am 2. März 2013 um
11.10 Uhr in E._ (NL) ankommen werde, bestehen keine Zweifel, dass er
sich in jenem Zeitraum auf dem Weg von Zürich nach Holland und wieder zurück
befand.
2.3.3. Da der Beschuldigte selbst erklärte, dass er sich damals angeblich in
starken finanziellen Nöten befunden habe (Urk. 2/16 S. 8), ist nicht vorstellbar,
dass er sich angesichts der hohen Benzinkosten für die Fahrt alleine zum Ver-
gnügen auf diese Reise begab. Auch in Anbetracht dessen, dass er sich aufgrund
der Dauer seiner Abwesenheit höchstens für ein paar Stunden in Holland hätte
aufhalten können, erweist es sich als erstellt, dass es sich auch bei jener Fahrt
um eine Drogenlieferung in die Schweiz gehandelt hatte.
2.3.4. Am 22. Februar 2013 und somit rund eine Woche vor der Transport-
fahrt richtete "G._" im Chat mit dem Beschuldigten mehrere Nachrichten, in
welchen es um Zahlen ging, an diesen. So schrieb er um 12.49 Uhr: "Jaa, für 1"
Anschliessend folgten die Nachrichten: "Und nachher für 1.5", "Und nachher für
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2", "Und wir bleiben bei 2" sowie "Alle zwei Wochen" (Urk. 2/14 S. 15; Beilage zu
Urk. 2/14). Da sich bereits zeigte, dass sich die Unterhaltungen zwischen diesen
beiden vorwiegend um die Abwicklung von Drogenlieferungen drehten
(vgl. Erw. III.2.2.4.), lassen diese Nachrichten einzig den Schluss zu, dass es um
Mengenangaben der bevorstehenden Drogentransporte ging. Da es sich bei die-
sem Anklagevorwurf um die erste Lieferung handelte, ist es als erstellt zu erach-
ten, dass es sich aufgrund der Angaben von "G._" um einen durch den Be-
schuldigten ausgeführten Transport von ca. einem Kilogramm Kokaingemisch aus
Holland in die Schweiz handelte.
2.3.5. Angaben dazu, wo genau diese Drogen übergeben wurden und wie
hoch der Kurierlohn des Beschuldigten ausfiel, sind den zwischen diesem und
"G._" ausgetauschten Nachrichten nicht zu entnehmen. Wie bereits die Vor-
instanz zutreffend feststellte, erweist sich der Anklagesachverhalt gemäss lit. a
mit diesen Einschränkungen als erstellt (Urk. 39 S. 20).
2.4. Gemäss Anklagevorwurf lit. b soll der Beschuldigte am 16. März 2013
kurz nach 02.00 Uhr mit seinem Personenwagen nach Holland gereist sein. Dort
soll er um ca. 09.30 Uhr angekommen sein und an der ...straat ..., ... E._,
seinen Auftraggeber C._ getroffen haben. In der Folge habe er dort oder an
einem anderen unbekannten Ort in Den Haag ca. 1 kg Kokaingemisch übernom-
men und damit um ca. 17.00 Uhr gleichentags die Schweizer Grenze im Raum
Lohn-Bargen-Thayngen überquert. Anschliessend sei er damit nach Zürich gefah-
ren, wo er das Kokaingemisch in einem nicht näher bekannten Objekt mit dem
passenden Schlüssel ... eingestellt habe. Am 17. März 2013 soll er kurz nach
22.00 Uhr von "I._" an einem unbekannten Ort in der Region des J._ in
Zürich seinen Kurierlohn in der Höhe von ca. Fr. 4'400.– entgegengenommen ha-
ben.
2.4.1. Auch die Begehung dieses Deliktes wurde durch den Beschuldigten in
Abrede gestellt (Urk. 2/16 S. 5). Wiederum lassen die Auswertungen der Anten-
nen, bei welchen sich die Mobiltelefone des Beschuldigten um den 16. März 2013
einwählten, vermuten, dass er die Schweiz an jenem Tag um ca. 03.00 Uhr
nachts im Raum Schaffhausen verliess und erst rund 14 Stunden später dieselbe
- 24 -
Grenze wieder passierte. So wählte sich eines seiner Mobiltelefone am 16. März
2013 um 02.57 Uhr in ... und somit in der Nähe von Schaffhausen ein. Die nächs-
te Verzeichnung einer Aktivität der Mobiltelefone des Beschuldigten erfolgte erst
um 17.16 Uhr jenes Tages in ..., SH (Urk. 2/14 S. 26 f.; Beilage zu Urk. 2/14).
2.4.2. Gleichentags um 17.30 Uhr schrieb "G._" dem Beschuldigten:
"Welch eine gute Nachricht (Urk. 2/14 S. 27; Beilage zu Urk. 2/14)." Auch wenn
diese Nachricht, welche fast zeitgleich mit der Rückkehr des Beschuldigten in die
Schweiz abgeschickt wurde, den Anschein erweckt, der Beschuldigte könnte
"G._" zuvor über einen geglückten Drogentransport in Kenntnis gesetzt ha-
ben, liegen neben diesen Anzeichen keine weiteren konkreten Hinweise auf die
Durchführung eines Drogentransportes an jenem Tag vor. Angesichts der daher
hinsichtlich dieses Anklagevorwurfes bestehenden unüberwindlichen Zweifel, ist
der Beschuldigte von diesem Vorwurf in Anwendung von Art. 10 Abs. 3 StPO frei-
zusprechen.
2.5. Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen (Anklagevorwurf lit. c),
sich am 12. April 2013 im Auftrag von C._ mit einer unbekannten Person an
einem unbekannten Ort in Zürich getroffen und von dieser Fr. 30'000.– übernom-
men zu haben. Im Anschluss soll er um ca. 22.00 Uhr desselben Tages nach
E._ (NL) gefahren sein, wo er dieses Geld C._ übergeben habe. Dabei
soll der Beschuldigte gewusst oder zumindest billigend in Kauf genommen haben,
dass dieser Geldbetrag aus dem Handel mit Kokain resultiert sei, und durch sein
Handeln das Auffinden und die Einziehung dieses Geldes vereitelt werde. Noch
an jenem oder einem anderen unbekannten Ort in Den Haag (NL) soll der Be-
schuldigte ca. 2 kg Kokaingemisch entgegengenommen und damit am 13. April
2013 um ca. 16.00 Uhr im Raum Schaffhausen die Schweizer Grenze überquert
haben. Anschliessend sei er nach Zürich gefahren, wo er das Kokaingemisch in
einem nicht näher bekannten Objekt mit dem passenden Schlüssel ... eingestellt
habe. Am 14. April 2013 um ca. 15.20 Uhr soll er sich sodann an einem unbe-
kannten Ort in Zürich mit dem nicht identifizierten "Cousin" getroffen und seinen
Kurierlohn in der Höhe von ca. Fr. 8'800.– entgegengenommen haben.
- 25 -
2.5.1. Diesen Anklagevorwurf bestritt der Beschuldigte ebenfalls (Urk. 2/16
S. 5). Am 9. April 2013 teilte "G._" dem Beschuldigten um 22.16 Uhr mit,
dass am Wochenende vielleicht ein Fest stattfinde (Urk. 2/14 S. 34; Beilage zu
Urk. 2/14). Da in den Gesprächen zwischen diesen beiden jeweils Drogenliefe-
rungen gemeint waren, wenn sie über die Organisation eines Festes sprachen
(vgl. Erw. III.2.2.4.), deutet diese Nachricht grundsätzlich auf eine bevorstehende
Kurierfahrt des Beschuldigten hin. In Anbetracht dessen, dass "G._" jedoch
lediglich von einer Möglichkeit sprach, wären weitere Hinweise erforderlich, damit
dieser Verdacht erhärtet würde. Zwar liegen weitere Nachrichten von "G._"
vor, in welchen dieser offensichtlich mit Verschlüsselungen versuchte, den eigent-
lichen Gesprächsinhalt zu verbergen. Allerdings sind auch diese zu wenig konk-
ret, um daraus zu schliessen, dass sich der Beschuldigte diesem Anklagevorwurf
entsprechend strafbar machte. So sprach "G._" beispielsweise am 11. April
2013 um 23.10 Uhr davon, dass sie sich am nächsten Tag sehen würden und es
mehr als 2 Gäste sein würden (Urk. 2/14 S. 35; Beilage zu Urk. 2/14). Ausserdem
teilte er dem Beschuldigten am 12. April 2013 um 19.15 Uhr mit, dass der "Cous-
in" gesagt habe, 30 von hier. Wenig später schickte er eine Nachricht mit dem In-
halt: "300 von hier" (Urk. 2/14 S. 36; Beilage zu Urk. 2/14).
2.5.2. Auch die Auswertung der Antennenstandorte zeigt wiederum, dass
sich die Mobiltelefone des Beschuldigten zwischen dem 12. April 2013 um
20.41 Uhr und dem 13. April um 22.06 Uhr in der Schweiz bei keiner Antenne
einwählten (Urk. 2/14 S. 37; Beilage zu Urk. 2/10). Allerdings liegen keine Hinwei-
se vor, dass sich die Mobiltelefone des Beschuldigten vor oder nach diesem Zeit-
raum ausserhalb seines Wohnortes, der Stadt Zürich, einwählten. Somit bestehen
auch hinsichtlich dieses Anklagesachverhaltes unüberwindliche Zweifel darüber,
dass der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Handlungen begangen hat.
Für diesen Fall, dass es das Gericht nicht als genügend erwiesen erachten
würde, dass zwischen dem 12. und 13. April 2013 eine Kurierfahrt stattgefunden
habe, beantragte die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung des Beschuldigten we-
gen Anstaltentreffens zum Betäubungsmittelhandel (Urk. 52 S. 5). In der Anklage-
schrift wurde jedoch nicht genügend umschrieben, worin die Handlung des An-
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staltentreffens hätte bestehen und worauf sich das Anstaltentreffen hätte bezie-
hen sollen, damit sich der Beschuldigte gegen diesen Vorwurf hätte zur Wehr set-
zen können. Bereits aus diesem Grund fällt ein entsprechender Schuldspruch
ausser Betracht. Vom Anklagevorwurf gemäss lit. c ist er somit entsprechend dem
Grundsatz in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) freizusprechen.
2.6. Schliesslich wird dem Beschuldigten zur Last gelegt (Anklagevorwurf
lit. d), am 8. Mai 2013 nach 22.00 Uhr mit seinem Personenwagen nach E._
(NL) gefahren zu sein und dort ca. 4 kg Kokaingemisch übernommen zu haben.
Mit diesem Kokain soll er am 9. Mai 2013 kurz vor 19.00 Uhr im Raum Schaffhau-
sen die Schweizer Grenze überquert haben. Anschliessend soll er das Kokain-
gemisch in einem nicht näher bekannten Objekt mit dem passenden Schlüssel ...
in Zürich eingestellt haben. Zu einem unbekannten Zeitpunkt nach dem 9. Mai
2013 soll er von einer unbekannten Person seinen Kurierlohn in der Höhe von
rund Fr. 17'600.– entgegengenommen haben.
2.6.1. Auch diese Kurierfahrt durchgeführt zu haben, bestritt der Beschuldig-
te (Urk. 2/16 S. 6). Wiederum geht jedoch aus dem Chatverlauf zwischen ihm und
"G._" hervor, dass sie sich kurz vor dem 8. Mai 2013 über die Organisation
eines Festes unterhielten (Urk. 2/14 S. 40 ff.). Da sie durch diese Terminologie
die Planung von Drogentransporten zu verschleiern versuchten (vgl.
Erw. III.2.2.4.), ging es auch in diesem Gesprächsverlauf darum und nicht um die
Organisation eines Festes. Allerdings blieben die Angaben "G._s" im gesam-
ten Chat vor dem 8. Mai 2013 sowohl in Bezug auf das Datum der nächsten Liefe-
rung als auch hinsichtlich der zu transportierenden Menge stets vage (Urk. 2/14
S. 40 ff.; Beilage zu Urk. 2/9). So sprach er beispielsweise am 4. Mai 2013 um
19.29 Uhr von 2'000 Gästen und wenig später, um 19.50 Uhr, von 4'000 mögli-
chen Gästen (Urk. 2/14 S. 41; Beilage zu Urk. 2/9).
2.6.2. Ausserdem wurde stets davon gesprochen, dass der Freitag für das
Fest perfekt wäre (Urk. 2/14 S. 40 ff.; Beilage zu Urk. 2/9), beim 8. Mai 2013 han-
delte es sich jedoch um einen Mittwoch. Obwohl somit Anzeichen für einen be-
vorstehenden Drogentransport durch den Beschuldigten bestanden, liegt keine so
lückenlose Beweiskette vor, wie beispielsweise hinsichtlich der Anklagevorwürfe
- 27 -
gemäss lit. a und g. Für den Fall, dass das Gericht zum Schluss komme, dass es
nicht als erstellt erachtet werden könne, dass zwischen dem 8. und 9. Mai 2013
eine Kurierfahrt stattgefunden habe, beantragte die Staatsanwaltschaft eine Ver-
urteilung des Beschuldigten wegen Anstaltentreffens zum Betäubungsmittelhan-
del (Urk. 52 S. 6). In der Anklageschrift wurde jedoch nicht genügend umschrie-
ben, worin die Handlung des Anstaltentreffens hätte bestehen und worauf sich
das Anstaltentreffen hätte beziehen sollen, damit sich der Beschuldigte gegen
diesen Vorwurf hätte zur Wehr setzen können. Bereits aus diesem Grund fällt
auch ein Schuldspruch wegen Anstaltentreffens zum Betäubungsmittelhandel
ausser Betracht. Vom Anklagevorwurf lit. d ist er somit aufgrund der unüberwindli-
chen Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO in Anwendung des Grundsatzes in
dubio pro reo freizusprechen.
2.7. Gemäss Anklagevorwurf lit. e soll sich der Beschuldigte am 6. oder
7. Juni 2013 an einem unbekannten Ort in Zürich mit "I._" getroffen haben
und von diesem einen unbekannten Geldbetrag übernommen haben, um diesen
C._ zu bringen. Dabei soll der Beschuldigte gewusst oder zumindest billi-
gend in Kauf genommen haben, dass dieser Geldbetrag aus dem Handel mit Ko-
kain resultiert sei und durch sein Handeln das Auffinden und die Einziehung die-
ses Geldes vereitelt werde.
Am 8. Juni 2013 soll der Beschuldigte sodann unter Mitnahme des zuvor er-
haltenen Bargeldbetrages mit seinem Personenwagen nach E._ (NL) gefah-
ren sein. Nach der Übergabe des Bargeldes an C._ soll er ebenfalls dort o-
der an einem unbekannten Ort in Den Haag (NL) ca. 3,8 kg Kokaingemisch über-
nommen und damit gleichentags kurz vor 16.40 Uhr im Raum Schaffhausen die
Schweizer Grenze überquert haben. Um 17.36 Uhr soll er C._ telefonisch
über den erfolgreichen Kokaintransport informiert haben. Noch am selben Tag um
ca. 18.20 Uhr habe er von "I._" an einem unbekannten Ort in der Region des
J._ in Zürich seinen Kurierlohn in der Höhe von ca. Fr. 16'720.– entgegen-
genommen.
2.7.1. Diese Delikte begangen zu haben, stellte der Beschuldigte in Abrede
(Urk. 2/16 S. 6). Auch kurz vor dem 8. Mai 2013 teilte "G._" dem Beschuldig-
- 28 -
ten jedoch mit, dass ein Fest kurz bevorstehe. Er schrieb dem Beschuldigten am
Dienstag, 4. Juni 2013, um 21.26 Uhr: "Gut mein Freund, dieses Wochenende
findet ein Fest statt." Daraufhin erkundigte sich der Beschuldigte, ob es ein gutes
oder besser gesagt ein grosses Fest sein werde. "G._" reagierte auf diese
Frage, indem er antwortete: "Uf, mein Freund sehr gross. Wir sprechen von 3800
Gästen" (Urk. 2/15 S. 7; Beilage zu Urk. 2/8). In Anbetracht dessen, dass
"G._" und der Beschuldigte nur über Feste sprachen, um damit zu verschlei-
ern, dass es eigentlich um Drogentransporte ging (vgl. Erw. III.2.2.4.), weist auch
dieser Gesprächsinhalt auf eine weitere geplante Kurierfahrt hin. Da es sich nicht
um ein Fest handelte, von welchem gesprochen wurde, drehte sich die weitere
Unterhaltung auch nicht um dessen Grösse oder die Anzahl Gäste, sondern um
die Drogenmenge, welche durch den Beschuldigten transportiert werden sollte. Im
Vorfeld des Drogentransportes vom 30. Juli 2013 wurden 2'500 Gäste angekün-
digt und in der Folge rund 2'500 Gramm Kokaingemisch transportiert (vgl.
Erw. III.2.2.5.2. ff.). Nun wurden 3'800 Gäste für das Fest angekündigt, weshalb
naheliegt, dass in der Folge rund 3'800 Gramm Kokaingemisch zum Transport
bereit standen.
2.7.2. Während sich üblicherweise zumindest eines der durch den Beschul-
digten verwendeten Mobiltelefone alle paar Stunden in eine Mobilfunkantenne in-
nerhalb der Schweiz einwählte, wurden am Samstag, dem 8. Juni 2013, zwischen
03.01 Uhr und 16.47 Uhr keine solchen Aktivitäten innerhalb der Schweiz ver-
zeichnet. Die letzte Antenne, bei welcher sich eines seiner Telefone um 03.01 Uhr
einwählte, befand sich an der K._-Strasse .../... in Zürich. Um 16.47 Uhr
wählte sich sein Telefon sodann bei einer Antenne in Schaffhausen ein (Urk. 2/15
S. 10; Beilage zu Urk. 2/8). Insbesondere da die erste Mobiltelefonaktivität des
Beschuldigten in der Schweiz nach diesem Unterbruch in Schaffhausen und somit
in Grenznähe verzeichnet wurde, liegt der Schluss nahe, dass er in der Zwi-
schenzeit im Ausland unterwegs war. Der Zeitpunkt dieses Auslandaufenthaltes
stimmt zudem auch mit dem durch "G._" am 4. Juni 2013 für das kommende
Wochenende angekündigten "Fest" überein. Dass er sich tatsächlich auf einer
Fahrt nach Holland und zurück befand, wird schliesslich in seiner Nachricht an
"G._" von jenem Tag um 17.35 Uhr bestätigt. Er bejahte damals dessen Fra-
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ge, ob die Reise gut gelaufen und alles ruhig sei (Urk. 2/15 S. 10; Beilage zu
Urk. 2/8).
Die Verteidigung machte geltend, dass es nicht möglich sei, dass der Be-
schuldigte am 8. Juni 2013 zwischen 03.01 Uhr und 16.47 Uhr, mithin innerhalb
von rund 13 1⁄2 Stunden von Zürich nach Den Haag (NL) und wieder zurück nach
Schaffhausen gefahren sei. Ein Weg hätte je nach Verkehr und Baustellen zwi-
schen 7 und 8 1⁄2 Stunden gedauert, wobei Pausen noch nicht einmal eingerech-
net seien (Urk. 50 S. 8). Bereits die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass der
Beschuldigte einen Teil der Strecke in der Nacht zurückgelegt hätte und er auf-
grund des geringen Verkehrsaufkommens entsprechend zügig hätte fahren kön-
nen (Prot. II S. 23). Zudem betrug die Zeitspanne, in welcher keines der Mobiltele-
fone des Beschuldigten sich bei einer Antenne in der Schweiz einwählte, am
30. Juli 2013 auch nur 14 Stunden und 16 Minuten. An jenem Tag wählte sich ein
Mobiltelefon um 02.37 Uhr ebenfalls zuletzt an der K._-Strasse .../... in Zü-
rich ein. Der nächste Nachweis erfolgte sodann um 16.53 Uhr beim Kantonalen
Tiefbauamt in F._ (Beilage zu Urk. 2/15). Dass er an jenem Tag von Zürich
nach E._ (NL) und wieder zurück fuhr, räumte der Beschuldigte bereits zu
Beginn der Untersuchung ein (Urk. 2/1 S. 2; Urk. 2/2 S. 3). Die Dauer, in welcher
sich am 8. Juni 2013 kein Mobiltelefon des Beschuldigten im Schweizer Mobilnetz
einwählte, betrug 13 Stunden und 46 Minuten und somit lediglich eine halbe
Stunde weniger als am 30. Juli 2013. Da eine Abweichung der Fahrtdauer in die-
sem Rahmen angesichts der Gesamtlänge der Strecke und der nicht immer glei-
chen Verkehrslage durchaus möglich ist, spricht dieses Vorbringen der Verteidi-
gung nicht dagegen, dass der Beschuldigte an jenem Datum nach E._ (NL)
und wieder zurück fuhr.
2.7.3. Nachdem er am 8. Juni 2013 um ca. 16.47 Uhr in die Schweiz zurück-
kehrte, kontaktierte der Beschuldigte "G._" um 17.34 Uhr und erklärte die-
sem: "Er antwortet nicht." "G._" gab daraufhin an, dass "er" gerade das Geld
abhole (Urk. 2/15 S. 10; Beilage zu Urk. 2/8). Um 17.40 Uhr erhielt der Beschul-
digte eine Nachricht einer weiteren Person, welche sich bei ihm entschuldigte und
erklärte, gerade im Bad gewesen zu sein. Ausserdem wurde der Beschuldigte
- 30 -
durch diese Person gefragt, wann sie sich treffen sollten. Im Chat mit dem Be-
schuldigten wurde sodann vereinbart, dass man sich in einer Stunde am gleichen
Ort wie immer treffen werde. Um 18.19 Uhr teilte der Beschuldigte dieser Person
mit, dass er nun da sei (Urk. 2/15 S. 11; Beilage zu Urk. 2/8). Die Auswertungen
der Antennenstandorte, an welchen sich die Mobiltelefone des Beschuldigten
einwählten, zeigen, dass er sich zwischen 17.50 Uhr und 18.30 Uhr an jenem Tag
von seinem Wohnort an der L._-Strasse in Zürich über die ...strasse ... in die
Umgebung der ...strasse ... und wieder zurück bewegte (Urk. 2/15 S. 12; Beilage
zu Urk. 2/8). Zum Zeitpunkt, als er der unbekannten Person mitteilte, am Treff-
punkt zu sein, befand er sich in der Umgebung der ...strasse ... in Zürich und
somit in der Nähe des J._ (Beilage zu Urk. 2/8). Dass sich der Beschuldigte
zunächst bei "G._" nach dem Verbleib einer bestimmten Person erkundigte
und sich im Anschluss daran jemand beim Beschuldigten für seine Abwesenheit
entschuldigte, lässt vermuten, dass der Beschuldigte nach jener Person fragte.
"G._" teilte dem Beschuldigten zudem mit, dass diese Person, welche er
suchte, gerade Geld abgeholt habe. Aufgrund des vorausgehenden Drogentrans-
portes und dem Umstand, dass jene Person vor dem Treffen mit dem Beschuldig-
ten Geld holen musste, erweist es sich als erstellt, dass dem Beschuldigten bei
diesem Treffen wie am 30. Juli 2013 nach dem erfolgreichen Drogentransport ein
Kurierlohn übergeben wurde.
2.7.4. Am 4. Juni 2013 wurde der Beschuldigte durch "G._" um
21.31 Uhr angefragt, ob er ihm den Gefallen machen könne, ihm einige Einladun-
gen zu bringen. Es seien nur wenige (Urk. 2/15 S. 8; Beilage zu Urk. 2/8). Im Zu-
sammenhang mit den Vorfällen vom 29. und 30. Juli 2013 zeigte sich, dass mit
dem Überbringen von "Einladungen" der Transport von deliktisch erlangten Gel-
dern aus der Schweiz nach Holland gemeint war (vgl. Erw. III.2.2.6.). Aus diesem
Grund liegt der Schluss nahe, dass "G._" auch in dieser Nachricht an den
Beschuldigten einen möglichen Geldtransport ansprach. Der Beschuldigte antwor-
tete auf die Frage, ob er diese Einladungen bringen könne, zwar mit "Ok, kein
Problem" (Urk. 2/15 S. 8; Beilage zu Urk. 2/8), allerdings liegen neben dieser
Konversation keine weiteren Hinweise vor, welche auf eine konkret erfolgte Über-
gabe und einen anschliessenden Transport des Geldes nach Holland hindeuten
- 31 -
würden. Aufgrund der in Bezug auf den Vorwurf der Geldwäscherei daher beste-
henden unüberwindlichen Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO, ist der Be-
schuldigte diesbezüglich entsprechend dem Grundsatz in dubio pro reo freizu-
sprechen.
2.7.5. Mit der Ausnahme, dass die Höhe des ausgerichteten Kurierlohnes
unbekannt bleibt, erweist sich der Anklagesachverhalt in Bezug auf den Vorwurf
der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz somit als er-
stellt. Demgegenüber ist der Beschuldigte in Bezug auf diesen Anklagesachver-
halt hinsichtlich des Vorwurfes der Geldwäscherei freizusprechen.
2.8. Auch am 5. Juli 2013 nach 08.45 Uhr soll der Beschuldigte mit seinem Personenwagen nach Den Haag (NL) gefahren sein (Anklagevorwurf lit. f). Dort
habe er ca. 2 kg Kokaingemisch entgegengenommen und sei mit diesen am sel-
ben Tag um ca. 23.10 Uhr im Raum Schaffhausen wieder in die Schweiz einge-
reist. Kurz nach Mitternacht soll er C._ telefonisch über den erfolgreichen
Kokaintransport in Kenntnis gesetzt und mit ihm die Kokainübergabe an den nicht
identifizierten "Cousin" auf den 6. Juli 2013 um ca. 09.00 Uhr am Folgetag in der
Nähe der Schrebergartensiedlung D._ in Zürich festgelegt haben. Bei der
Übergabe des Kokains soll der Beschuldigte gleichzeitig seinen Kurierlohn von
ca. Fr. 8'800.– entgegengenommen haben.
2.8.1. Auch die Begehung dieses Delikts bestritt der Beschuldigte (Urk. 2/16
S. 7). Wiederum sprachen der Beschuldigte und "G._" rund eine Woche vor
dem 5. Juli 2013 mehrmals von einem geplanten Fest. So geht aus dessen Nach-
richten an den Beschuldigten vom 26. Juni 2013 hervor, dass am nächsten Wo-
chenende ein Fest mit 2'000 Gästen geplant war (Urk. 2/15 S. 16; Beilage zu
Urk. 2/7). Wie sich aufgrund der Vorfälle vom 30. Juli 2013 zeigte, sprachen diese
beiden jeweils nur über Feste, um zu verheimlichen, dass sie zusammen Drogen-
transporte planten (vgl. Erw. III.2.2.4.). Aufgrund der Ähnlichkeiten, welche die
vorliegende Unterhaltung mit jener im Vorfeld des 30. Juli 2013 aufweist, beste-
hen keine Zweifel, dass es sich auch schon in dieser Unterhaltung um den bevor-
stehenden Transport von rund 2'000 Gramm Kokaingemisch handelte.
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"G._" teilte dem Beschuldigten am 28. Juni 2013 um 10.39 Uhr zwar
mit, dass das Fest an jenem Wochenende abgesagt worden sei, stellte aber in
Aussicht, dass es vielleicht eine Woche später klappen könnte (Urk. 2/15 S. 18;
Beilage zu Urk. 2/7). Dass er glaube, das Fest werde am nächsten Wochenende
steigen, teilte dieser dem Beschuldigten sodann am 2. Juli 2013 um 22.03 Uhr mit
(Urk. 2/15 S. 19; Beilage zu Urk. 2/7). Weiter schrieb "G._" dem Beschuldig-
ten am 4. Juli 2013 um 16.01 Uhr, dass sie sich morgen sehen würden, worauf
der Beschuldigte erklärte, Bescheid zu geben, bevor er gehe (Urk. 2/15 S. 21;
Beilage zu Urk. 2/7). Bezeichnenderweise meldete sich der Beschuldigte am Frei-
tag, 5. Juli 2013 bei seiner damaligen Arbeitgeberin, der M._ AG, krank
(Urk. 1/8 S. 9; Beilage zu Urk. 1/8). Obwohl er an jenem Tag somit angeblich
krank war, weist die Auswertung der Antennenstandorte, an welchen sich seine
Mobiltelefone einwählten, darauf hin, dass er sich von ca. 08.39 Uhr bis um
ca. 23.19 Uhr auf einer Auslandreise befand. Nachdem in diesem Zeitraum keine
Mobilfunkaktivität innerhalb der Schweiz verzeichnet wurde, erfolgte die erste
Kontaktierung einer Antenne nach dieser Pause in ... (SH) und somit im grenzna-
hen Raum zu Deutschland (Urk. 2/15 S. 22 f.; Beilage zu Urk. 2/7). Aufgrund die-
ses Bewegungsmusters des Beschuldigten, welches ebenfalls offenkundige Pa-
rallelen zu den Vorgängen vom 30. Juli 2013 aufweist, sowie angesichts der vor-
gängigen konspirativen What's App Nachrichten, ist es als erstellt zu erachten,
dass der Beschuldigte am 5. Juli 2013 rund 2'000 Gramm Kokaingemisch von
Holland in die Schweiz transportierte.
2.8.2. Nachdem der Beschuldigte am Abend des 5. Juli 2013 wieder in der
Schweiz ankam, teilte ihm "G._" per What's App um 23.51 Uhr mit: "Morgen
früh im Garten". In derselben Nacht ging es in ihrem Gespräch darum, ob "9 i.O."
sei. Dies wurde durch den Beschuldigten bestätigt (Urk. 2/15 S. 24; Beilage zu
Urk. 2/7). Als "G._" dem Beschuldigten am 6. Juli 2013 um 08.48 Uhr mitteil-
te, "er" sei in 10 Minuten dort, antwortete dieser, dass er jetzt losgehe (Urk. 2/15
S. 25; Beilage zu Urk. 2/7). Die Auswertung der Antennenstandorte zeigt, dass
sich der Beschuldigte am 6. Juli 2013 um 09.17 Uhr für kurze Zeit in der Nähe der
Antenne an der ...strasse ... in Zürich aufhielt (Urk. 2/15 S. 25; Beilage zu
Urk. 2/7). Diese Antenne befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Schrebergarten-
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anlage D._, in welcher auch die Übergabe vom 30. Juli 2013, nach welcher
der Beschuldigte verhaftet wurde, stattfand. Aufgrund der Parallelen zu jenem
Austausch der gelieferten Drogen und des Kurierlohns an den Beschuldigten so-
wie angesichts der am Tag zuvor erfolgten Drogenlieferung aus Holland, beste-
hen keine Zweifel daran, dass auch am 6. Juli 2013 eine solche Übergabe statt-
fand. Im Unterschied zum 30. Juli 2013 bleibt in Bezug auf diesen Drogentrans-
port jedoch unbekannt, wie hoch der Kurierlohn des Beschuldigten ausfiel.
2.8.3. Der Anklagesachverhalt gemäss lit. f ist somit abgesehen davon, dass
die genaue Höhe des Kurierlohns unbekannt bleibt, ebenfalls rechtsgenügend er-
stellt.
2.9. Von den insgesamt rund 9'285 Gramm Kokaingemisch, welche der Be-
schuldigte von Holland in die Schweiz einführte, wurden 2'135 Gramm durch die
Kantonspolizei Zürich sichergestellt (Urk. 1/1 S. 2; Urk. 5/3; Urk. 7/16). Dieses si-
chergestellte Kokaingemisch ermöglicht es, Rückschlüsse auf den Reinheitsgrad
des übrigen transportierten Kokains zu ziehen. Gemäss den Ergebnissen der Ge-
haltsbestimmungen durch das Forensische Institut Zürich wiesen 1'638 Gramm
davon einen Reinheitsgrad von 53 % auf, 492 Gramm wiesen einen Reinheits-
grad von 37 % und 5 Gramm einen solchen von 55 % auf (Urk. 5/3 S. 3). Wie be-
reits die Vorinstanz zutreffend festhielt, wiesen diese 2'135 Gramm Kokainge-
misch somit einen durchschnittlichen Reinheitsgrad von 49,2 % auf (Urk. 39
S. 18). Ausserdem ist erstellt, dass eine weitere Portion von 350 Gramm Kokain-
gemisch, welche der Beschuldigte am 30. Juli 2013 in die Schweiz einführte, ei-
nen Reinheitsgehalt von 53 % aufwies (vgl. Erw. III.2.2.5.5.).
Sind die Reinheitsgrade gewisser Betäubungsmittelportionen unbekannt,
darf das Gericht gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts vernünftigerweise
davon ausgehen, dass die Drogen von mittlerer Qualität sind, solange es keine
Hinweise auf eine besonders reine oder gestreckte Substanz gibt (BGE 138 IV
100 E. 3.5.; FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Aufl., Zürich
2016, N 187 zu Art. 19 BetmG). Dafür, dass es sich bei den Kokainlieferungen vor
dem 30. Juli 2013 um Kokain von geringerer Qualität gehandelt haben könnte,
liegen keine Hinweise vor. Gemäss der Statistik der Gruppe Forensische Chemie
- 34 -
der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) lag der Medianwert
für Kokainkonfiskate über einem Kilogramm Kokain (Base) im Jahre 2013 bei
66 % (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 183 ff. zu Art. 19 BetmG).
Das in diesem Verfahren sichergestellte Kokain wies einen durchschnittlichen
Reinheitsgrad auf, welcher noch unter diesem Medianwert liegt. Entsprechend
dem Grundsatz in dubio pro reo ist demnach davon auszugehen, dass auch die
übrigen 6'800 Gramm Kokaingemisch einen Reinheitsgrad von 49,2 % aufwiesen.
Der Beschuldigte transportierte somit insgesamt rund 9'285 Gramm Kokainge-
misch, welche einer Reinsubstanz Kokain von rund 4'580 Gramm (1'638 Gramm
mit einem Reinheitsgrad von 53 %, 492 Gramm mit einem Reinheitsgrad von
37 %, 5 Gramm mit einem Reinheitsgrad von 55 %, 350 Gramm mit einem Rein-
heitsgrad von 53 % und 6'800 Gramm mit einem Reinheitsgrad von 49,2 %) ent-
sprechen, von Holland in die Schweiz.
2.10. Während der Beschuldigte in Bezug auf die Anklagevorwürfe gemäss
lit. b, c und d sowie gemäss lit. e hinsichtlich des Vorwurfs der Geldwäscherei
freizusprechen ist, sind die Anklagesachverhalte gemäss lit. a, e, f und g hinsicht-
lich des Vorwurfs der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz sowie der Anklagesachverhalt gemäss lit. g hinsichtlich des
Vorwurfs der Geldwäscherei rechtsgenügend erstellt.
IV. Rechtliche Würdigung
1. In Abweichung von der Anklagebehörde würdigte die Vorinstanz die An-
klagesachverhalte gemäss lit. a, e, f und g nicht als mehrfache qualifizierte Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b
bis d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, sondern alleine als sol-
che im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a
BetmG. Der Anklagebehörde folgend würdigte die Vorinstanz hingegen den An-
klagesachverhalt gemäss lit. g als Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1
StGB (Urk. 12 S. 6; Urk. 39 S. 42 ff.). Der Beschuldigte liess mit seiner Berufung
einen vollumfänglichen Freispruch beantragen. Im Sinne eines Eventualantrages
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verlangte er die Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Be-
täubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG hinsichtlich des Anklagevorwurfes lit. g (Urk. 50 S. 2 f.).
2. Der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. b bis d BetmG macht sich strafbar, wer Betäubungsmittel unbe-
fugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder durchführt sowie wer Be-
täubungsmittel unbefugt veräussert, verordnet, auf andere Weise einem anderen
verschafft oder in Verkehr bringt und wer Betäubungsmittel besitzt, aufbewahrt,
erwirbt oder auf andere Weise erlangt. "Befördern" im Sinne dieser Bestimmung
bedeutet, dass ein Objekt von einem Ort zu einem anderen gebracht bzw. trans-
portiert wird (BGE 113 IV 90 E. 2.b.). Dafür ist eine gewisse Entfernung erforder-
lich (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 43 zu Art. 19 BetmG). Die Tatvari-
ante des Veräusserns umfasst die vorsätzliche Übertragung der Verfügungsmacht
über Betäubungsmittel an eine andere Person, wobei der Rechtsgrund nicht mas-
sgebend ist (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 52 zu Art. 19 BetmG). Die
Tathandlung des Besitzens ist als Auffangtatbestand konzipiert und gelangt des-
halb im Verhältnis zu anderen vom Gesetz erfassten Erwerbs- und Weitergabe-
handlungen bloss subsidiär zur Anwendung (ALBRECHT, Die Strafbestimmungen
des Betäubungsmittelgesetzes, 3. Aufl., Bern 2016, N 177 zu Art. 19 BetmG; FIN-
GERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 159 zu Art. 19 BetmG).
2.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, gegen diese Bestimmungen
verstossen zu haben, indem er im Rahmen von vier Fahrten aus Holland in die
Schweiz insgesamt rund 9'285 Gramm Kokaingemisch transportierte. Beim Koka-
ingemisch handelt es sich um ein Betäubungsmittel im Sinne dieses Gesetzes
(Art. 2 lit. a BetmG). Dadurch, dass er diese Drogen jeweils aus Holland in die
Schweiz brachte und sie hier einer Drittperson übergab, sind sowohl die Voraus-
setzungen der Tatbestandsvariante der Beförderung als auch jene der Veräusse-
rung erfüllt. Zwar hat der Beschuldigte diese Betäubungsmittel während der Fahr-
ten auch besessen, da diese Tatbestandsvariante in Bezug auf die Beförderung
und Veräusserung lediglich subsidiär zur Anwendung kommt, fällt eine Strafbar-
keit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d aber ausser Betracht.
- 36 -
2.2. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz
genügt (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 114 zu Art. 19 BetmG). Dass er
gewusst habe, dass sowohl der Konsum von Drogen als auch der Handel mit Be-
täubungsmitteln verboten ist, anerkannte der Beschuldigte (Urk. 2/16 S. 1 f.). Er
bestritt jedoch, gewusst zu haben, dass es sich bei der durch ihn transportierten
Ware um Kokain gehandelt habe. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass er es
nicht habe wissen wollen und dass er auch nicht nachgefragt habe (Urk. 2/16
S. 8). Dass er entgegen seinen Vorbringen wusste, dass es sich bei den durch ihn
beförderten Paketen um grössere Mengen harter Drogen handelte, ist erstellt (vgl.
Erw. III.2.2.4. ff.). Er handelte somit mit direktem Vorsatz, weshalb auch die sub-
jektiven Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt sind.
2.3. Einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG macht sich strafbar, wer weiss oder an-
nehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit
vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Eine Gefährdung der Gesundheit vieler
Menschen im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG wird ab einer Personenanzahl
von mindestens 20 oder ab einer Reinsubstanz von mindestens 18 Gramm bei
Kokain angenommen (BGE 121 IV 332 E. 2a; BGE 109 IV 143 E. 3b; FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 176 und N 181 zu Art. 19 BetmG).
Diese Mindestmenge Reinsubstanz Kokain wird durch die ca. 4'580 Gramm
Reinsubstanz Kokain, welche der Beschuldigte insgesamt in die Schweiz einführ-
te, um ein Vielfaches überschritten. Eine Qualifizierung im Sinne von Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG ist daher zu bejahen.
Da jeder der vier Transporte für sich alleine die Mindestmenge an Reinsub-
stanz um ein Vielfaches überschritt und der Beschuldigte sich für jeden Transport
neu dazu entschliessen musste, liegt mehrfache Tatbegehung vor.
3. Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB begeht, wer eine
Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung
oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder
annehmen muss, aus einem Verbrechen herrühren. Wird Geld ins Ausland über-
- 37 -
wiesen oder gar physisch ins Ausland transportiert, so wird immer von einer Er-
schwerung der Verfolgbarkeit und einer Erfüllung des Tatbestands gesprochen
(PIETH, in: NIGGLI/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Aufl.,
Basel 2013, N. 49 zu Art. 305bis StGB; FLACHSMANN, in: DONATSCH/FLACHSMANN/
HUG/WEDER, [Hrsg.], Kommentar zum StGB, 19. Auflage, Zürich 2013, N 18 zu
Art. 305bis StGB). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz verlangt, wobei Eventualvor-
satz genügt. Auch bezüglich des Wissens um die deliktische Herkunft der Vermö-
genswerte genügt Eventualvorsatz (FLACHSMANN, a.a.O., N 20 zu Art. 305bis
StGB).
3.1. Am 29. Juli 2013 nahm der Beschuldigte Fr. 20'000.– in einem Couvert
entgegen und brachte diese am 30. Juli 2013 nach Holland, wo er sie zu einem
vereinbarten Zeitpunkt einer Drittperson übergab. Diese Geldlieferung wurde mit
derselben Person vereinbart, mit welcher der Beschuldigte jeweils die Drogen-
transporte besprach. Nicht nur dass dieser Betrag in einem Couvert im Zuge ei-
nes Drogentransports überbracht wurde, sondern insbesondere in Anbetracht
dessen, dass der Handel mit Drogen immer auch mit Geldzahlungen einhergeht,
handelte es sich bei dieser Barschaft zweifellos um durch den Handel mit Drogen
erwirtschaftete Gelder. Durch den Transport dieser Fr. 20'000.– nach Holland,
sind die objektiven Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt.
3.2. Der Beschuldigte wusste, dass das durch ihn transportierte Couvert
Geld enthielt. Aufgrund der im Chat mit "G._" verwendeten Verschlüsselun-
gen ihres Gesprächsinhalts sowie angesichts des Umstandes, dass er diesen
Geldbetrag bewusst physisch und unter Geheimhaltung im Zuge eines Drogen-
transportes nach Holland brachte, musste er angesichts der Gesamtumstände
wissen, dass es sich bei dieser Barschaft um deliktisch erlangtes Geld handelte
und er dessen Einziehung durch den Transport vereitelte.
4. Der Beschuldigte ist somit hinsichtlich der Anklagevorwürfe lit. a, e, f und
g der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG sowie hinsichtlich des Anklagevorwurfes lit. g der Geldwä-
scherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
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V. Strafzumessung
1. Im angefochtenen Urteil wurde der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe
von 4 Jahren und 9 Monaten bestraft (Urk. 39 S. 53). Der Beschuldigte verlangte
mit seiner Berufung einen Freispruch von Schuld und Strafe und eventualiter, für
den Fall einer Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz hinsichtlich des Anklagevorwurfes lit. g, eine Bestrafung mit
22 Monaten Freiheitsstrafe (Urk. 50 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft beantragte ei-
ne Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 6 Jahre und 4 Monate, jedoch unter Einbezug
auch jener Anklagevorwürfe, bezüglich welchen der Beschuldigte freizusprechen
ist (Urk. 52 S. 1).
2. Der Beschuldigte ist der Begehung mehrerer Straftaten schuldig zu spre-
chen (vgl. Erw. IV.4.). Die schwerste Straftat ist die mehrfache qualifizierte Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b
und c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, für welche das Gesetz eine
Bestrafung mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bis zu 20 Jahren mit der
Möglichkeit, damit eine Geldstrafe zu verbinden, vorsieht (Art. 19 Abs. 2 BetmG;
Art. 40 StGB). Von diesem Strafrahmen ist auszugehen.
3. Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung wurden im vor-
instanzlichen Urteil unter Hinweis auf die Lehre und Rechtsprechung korrekt wie-
dergegeben (Urk. 39 S. 44 ff.). Dies braucht nicht wiederholt zu werden. Ergän-
zend ist auf die Strafzumessungskriterien des Betäubungsmittelstrafrechts hinzu-
weisen.
3.1. Im Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts ist zu berücksichtigen, dass
der Drogenmenge und der daraus resultierenden Gefährdung bei der Bemessung
der Strafe keine vorrangige Rolle zukommen darf (BGE 118 IV 342 ff.; BGE
121 IV 202 E. 2d/cc; Urteil des Bundesgerichts 6B_558/2011 vom 21. November
2011 E. 3.3.2). Es wäre verfehlt, im Sinne eines Tarifs überwiegend oder gar al-
lein auf dieses Kriterium abzustellen. Falsch wäre aber auch die Annahme, die-
sem Strafzumessungselement komme eine völlig untergeordnete oder gar keine
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Bedeutung zu. Es ist nicht nebensächlich, ob jemand mit zwanzig oder zweihun-
dert Gramm einer gefährlichen Droge handelt.
3.2. Der Reinheitsgrad der Betäubungsmittel kann für das Verschulden von
Bedeutung sein. Handelt der Täter wissentlich mit ausgesprochen reinen Drogen,
ist das Verschulden schwerer, handelt er wissentlich mit besonders stark ge-
streckten Drogen, ist es leichter (BGE 122 IV 299). Steht indes nicht fest, dass
der Beschuldigte ein ausgesprochen reines oder besonders stark gestrecktes Be-
täubungsmittel liefern wollte, spielt der genaue Reinheitsgrad für die Gewichtung
des Verschuldens und bei der Strafzumessung keine Rolle. Die genaue Betäu-
bungsmittelmenge und gegebenenfalls ihr Reinheitsgrad verlieren zudem an Be-
deutung, wenn mehrere Qualifikationsgründe gemäss Art. 19 Ziff. 2 BetmG gege-
ben sind, und sie werden umso weniger wichtig, je deutlicher der Grenzwert im
Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG überschritten ist (BGE 121 IV 193 E. 2b/aa).
3.3. Die objektive Tatschwere bestimmt sich bei Drogendelikten neben der
erwähnten eher sekundären Bedeutung der Drogenmenge (BGE 121 IV 202
E. 2d/cc) und der daraus folgenden Gesundheitsgefährdung namentlich auch
nach der Art und Weise der Tatbegehung, der Willensrichtung, mit welcher der
Täter gehandelt hat, und den Beweggründen (BGE 118 IV 342 E. 2c). Massge-
bend sind dabei u.a. die Häufigkeit und Dauer der deliktischen Handlungen, die
aufgewendete persönliche Energie, die hierarchische Stellung sowie die Grösse
der erzielten oder angestrebten Gewinne. Daneben kommt es darauf an, wie der
Täter mit der Droge in Kontakt gekommen ist und was er mit dieser gemacht hat
(FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 15 ff. zu Art. 47 StGB). Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts trifft beispielsweise den Transporteur einer
bestimmten Drogenmenge grundsätzlich ein geringeres Verschulden als denjeni-
gen, der diese Betäubungsmittelmenge verkauft oder zum Zwecke des Weiterver-
kaufs erwirbt (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Weiter beachtlich ist auch eine allfällige
Drogenabhängigkeit des Täters, ob er ausschliesslich des Geldes wegen handel-
te, ohne sich in einer finanziellen Notlage zu befinden, oder ob er es ablehnt zu
arbeiten, obwohl es ihm möglich wäre, und er es vorzieht, durch den Drogenhan-
del seinen Lebensunterhalt zu verdienen (BGE 118 IV 342 E. 2e). Daraus ergibt
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sich, dass nicht einem einzelnen, der aufgeführten Kriterien für die Beurteilung
des Verschuldens eine überwiegende Bedeutung zukommt. Der Einbezug all die-
ser Kriterien und deren Gesamtwürdigung führt schliesslich zur Gewichtung der
Tatschwere und des Verschuldens.
4. Ausgehend von der schwersten Tat ist zunächst die Tatkomponente der
mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu
bewerten.
4.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist darauf hinzuweisen, dass der
Beschuldigte eine Menge von rund 9'285 Gramm Kokaingemisch mit unterschied-
lichen Reinheitsgraden, insgesamt jedoch rund 4'580 Gramm Reinsubstanz Koka-
in aus Holland in die Schweiz transportierte. Dadurch überschritt er die Menge
von 18 Gramm Reinsubstanz, welche einen schweren Fall begründet, bei weitem.
Diese beträchtliche Menge wurde durch den Beschuldigten im Rahmen von vier
Fahrten innerhalb von bloss rund 5 Monaten in die Schweiz eingeführt. Die Auf-
träge, Kokain in Holland zu holen und in die Schweiz zu bringen, wurden ihm je-
weils durch "G._" vorgängig mitgeteilt, er entschied mithin nicht gänzlich von
sich aus, wann er welche Mengen transportierte. Zudem bargen seine Lieferfahr-
ten jeweils ein grosses Risiko, angehalten und festgenommen zu werden, da er
auf jeder Fahrt mehrere Grenzen passieren musste. Diese Umstände weisen
grundsätzlich auf eine eher untergeordnete Stellung des Beschuldigten innerhalb
des Drogenhandels hin. Die Verteidigung machte geltend, der Umstand, dass der
Beschuldigte als blosser Kurier aus dem Ausland fungiert habe, sei bei der Straf-
zumessung mit einem Abzug von 20 % zu berücksichtigen (Urk. 50 S. 18). Entge-
gen diesem Vorbringen käme eine solch deutliche Strafreduktion nur in Betracht,
wenn es bei einem Vorfall geblieben wäre. Dadurch, dass der Beschuldigte je-
doch mehrmals Kokain transportierte, relativiert sich die verschuldensmindernde
Wirkung des Umstands, dass er als Kurier tätig war. Zudem wurden ihm jeweils
sehr grosse Mengen Kokain und in einem Fall auch eine hohe Geldsumme anver-
traut, was wiederum für eine Position eher im mittleren Bereich spricht. Darauf
weist zudem seine grosszügige Entlohnung hin. So erhielt er beispielsweise für
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die rund 15 Stunden dauernde Fahrt vom 30. Juli 2013 einen Kurierlohn von
Fr. 10'600.–.
Die objektive Schwere dieser Tat ist unter diesen Umständen im Rahmen
des schweren Falles der Betäubungsmittelwiderhandlung als keinesfalls leicht zu
qualifizieren.
4.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der Beschuldigte
durch seine deliktische Tätigkeit allein finanzielle Interessen verfolgte und stets di-
rektvorsätzlich handelte. Er gab selbst an, nie Drogen konsumiert zu haben
(Urk. 29 S. 10). Somit erfolgte seine deliktische Tätigkeit nicht zum Zwecke der
Finanzierung seines eigenen Drogenkonsums. Seine umtriebige Tätigkeit inner-
halb des Drogenhandels über einen längeren Zeitraum nahm zudem einen Gross-
teil seiner zur Verfügung stehenden Zeit in Anspruch und führte in Anbetracht der
mehrmaligen Krankmeldungen bei seinem Arbeitgeber auch zu einer Vernachläs-
sigung seiner Arbeitnehmerpflichten. Aufgrund der Einkünfte aus seiner legalen
Erwerbstätigkeit als Architekt befand er sich entgegen seinen Beteuerungen zu
keinem Zeitpunkt in einem finanziellen Engpass, welcher ihn zu einer deliktischen
Tätigkeit im Bereich des Drogenhandels gedrängt hätte. Ebenso wenig sind eine
verschuldensmindernde Beeinträchtigung seiner Schuldfähigkeit im Sinne von
Art. 19 StGB im Tatzeitpunkt oder andere Strafmilderungsgründe im Sinne von
Art. 48 StGB gegeben.
4.3. Demzufolge wird das Verschulden der qualifizierten Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz durch die subjektive Schwere der Tat nicht ge-
mindert. Das Verschulden ist insgesamt als keinesfalls leicht einzustufen. Inner-
halb des weit gefassten Strafrahmens von einem Jahr bis zu 20 Jahren Freiheits-
strafe erweist sich eine Einsatzstrafe von 6 Jahren Freiheitsstrafe als angemes-
sen.
4.4. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-
messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu
tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-
sentlichen täterbezogene Komponenten wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-
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strafen, Leumund und Nachtatverhalten, wie Geständnis, Einsicht, Reue etc.
(HUG, in: DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Kommentar zum StGB, 19. Auflage
2013, N 14 ff. zu Art. 47 StGB).
4.4.1. Der Beschuldigte wurde am 12. Juli 1970 in ... AR geboren. Aufge-
wachsen sei er mit seinen Eltern und seinem Bruder in ... SG. Während seiner
Schulzeit sei er mit seiner Familie nach ... SG und später nach ... AG umgezo-
gen. Seine Eltern seien beide pensioniert und gesundheitlich angeschlagen. Sei-
ne Mutter leide an Parkinson und Alzheimer. Da es aus finanziellen Gründen in
der Schweiz nicht mehr funktioniert habe, leben sie gemäss dem Beschuldigten
seit dem Jahre 2013 in Kolumbien.
Nach der obligatorischen Schule habe er nach einem Jahr als Volontär im
selben Betrieb in Zürich eine Lehre als Tiefbauzeichner absolviert. Nebenbei habe
er oft trainiert, er sei gar im Nationalkader der ... gewesen. Obwohl er die ent-
sprechende Ausbildung nicht absolviert habe, sei er bis im Jahre 1995 als Hoch-
bauzeichner tätig gewesen. Schon lange zuvor habe er den Wunsch gehegt, Ar-
chitektur zu studieren. Aus diesem Grund habe er auch mehrmals versucht, Kurse
und Prüfungen an der ETH oder an der HTL zu bestehen. Das Lehrsystem in der
Schweiz habe ihm aber Mühe bereitet. Nach einem sechsmonatigen Sprachkurs
habe er dank der Unterstützung seiner Eltern in den USA Architektur studieren
können. Im Jahre 2002 habe er an der Michigan University den Bachelor in Archi-
tektur absolviert. Im Anschluss daran habe er auch noch an der Yale University
studiert und mit dem Master abgeschlossen. Bis im Jahre 2009 habe er in den
USA als Architekt gearbeitet. Weil die Mitarbeiterzahl bei seinem damaligen Ar-
beitgeber aus wirtschaftlichen Gründen stark abgenommen habe und es seinen
Eltern immer schlechter gegangen sei, habe er sich damals entschieden, in die
Schweiz zurückzukehren. In den USA habe er allerdings immer noch Möbel aus
seiner damaligen Wohnung sowie Architekturmodelle gelagert, da er es sich nicht
hätte leisten können, diese in die Schweiz zu schicken. Zunächst habe er zu die-
sem Zweck einen Lagerraum gemietet. Nun seien diese Sachen aber bei einem
Kollegen eingelagert. Bis zu seiner Verhaftung habe er in der Schweiz in zwei Ar-
chitekturbüros gearbeitet. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft sei
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er zunächst für die Firma N._ AG tätig gewesen. Diese Anstellung habe aber
im Juli 2016 geendet, da es auch dieser Firma wirtschaftlich nicht gut gegangen
sei. Derzeit arbeite er für die O._ AG in Zürich.
Im Jahre 2004 habe er in Los Angeles P._, welche er während seines
Studiums an der Yale University kennengelernt habe, geheiratet. Dort habe er bis
Ende Dezember 2006 mit ihr zusammengelebt. Sie habe ihn aber mit ihrem Ex-
Freund betrogen und ihn dann verlassen. Mitte August 2008 habe er seine zweite
Ehefrau, Q._, kennengelernt. Sie habe damals in einem Cabaret gearbeitet
und sei sowohl dazu gezwungen worden, Kunden zum Alkoholkonsum zu animie-
ren, als auch dazu, sich zu prostituieren. Sie hätten sich ineinander verliebt und
am tt. Oktober 2012 geheiratet. Wegen ihres Vertrages habe sie aber dennoch bis
Ende November 2012 weiterarbeiten müssen. Seine Ehefrau habe einen 12 Jahre
alten Sohn, welcher bis zum Erhalt einer B-Aufenthaltsbewilligung noch in der
Dominikanischen Republik bei einer Tagesmutter gelebt habe. Seit dem 8. Juli
2016 wohne er nun bei ihm und seiner Ehefrau in Zürich. Ausserdem plane er, ihn
zu adoptieren.
Zu seinen finanziellen Verhältnissen erklärte der Beschuldigte, zurzeit
Fr. 8'800.– brutto pro Monat zu verdienen. Einen 13. Monatslohn erhalte er nicht.
Als sein Stiefsohn noch in der Dominikanischen Republik gelebt habe, sei seine
Ehefrau zwischen 40 % und 50 % in der Gastronomie tätig gewesen. Nun, da er
bei ihnen in der Schweiz lebe, sei sie Hausfrau und arbeite nicht. Die monatlichen
Mietkosten, für welche er alleine aufkomme, würden rund Fr. 2'100.– betragen.
Für die Krankenkassenprämien bezahle er Fr. 968.– pro Monat. Seine Eltern un-
terstütze er mit ca. Fr. 500.– bis Fr. 1'000.– pro Monat. Ausserdem unterstütze er
auch die Familie seiner Ehefrau mit bis zu Fr. 500.– pro Monat. Über Vermögen
verfüge er nicht, aber er habe Schulden in der Höhe von rund Fr. 30'000.–. Wenn
möglich bezahle er diese aber in monatlichen Raten von Fr. 1'750.– ab (Urk. 2/3
S. 22; Urk. 10/12 S. 2 ff.; Urk. 10/3 S. 1 ff.; Urk. 29 S. 1 ff.; Prot. II S. 7 ff.).
Aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-
ten ergeben sich keine Besonderheiten, aus welchen sich strafmassrelevante
Faktoren ableiten lassen.
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4.4.2. Der Beschuldigte ist im Schweizerischen Strafregister nicht verzeich-
net (Urk. 47). Die Vorstrafenlosigkeit ist entgegen dem Einwand der Verteidigung
neutral zu behandeln (BGE 136 IV 1; Urk. 50 S. 17 f.). Dass die Vorstrafenlosig-
keit in Abweichung dieser Rechtsprechung strafmindernd berücksichtigt werden
könnte, käme höchstens bei einer beschuldigten Person sehr hohen Alters in Fra-
ge, nicht jedoch beim Beschuldigten, welcher erst 47 Jahre alt ist.
4.4.3. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und
im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-
ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue
wirken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende
Geständnisse eine Strafreduktion von maximal bis zu einem Drittel bewirken
(BGE 121 IV 202 E. 2d/cc).
Der Beschuldigte anerkannte einzig, bei seiner Verhaftung Fr. 10'600.– auf
sich gehabt zu haben und diese zuvor von B._ gegen die Ablieferung des
von Holland her gebrachten Papiersacks, in welchem sich verschiedene Pakete
befunden hätten, erhalten zu haben. Er bestritt aber auch bezüglich dieses Vorfal-
les, gewusst zu haben, worum es gegangen sei (Urk. 2/16 S. 8; Urk. 29 S. 9). Der
Beschuldigte zeigte sich somit weder kooperativ, noch liess er Einsicht in das Un-
recht seines Handelns erkennen. Aus diesem Grund entfällt die Möglichkeit einer
Strafreduktion bei der Beurteilung des Nachtatverhaltens.
4.4.4. Wie bereits vor Vorinstanz, liess der Beschuldigte eine besondere
Strafempfindlichkeit geltend machen, da er berufstätig sei und mit seinem Ein-
kommen für seine Ehefrau und seinen Stiefsohn aufkomme. Falle dieses auf-
grund eines Strafvollzuges weg, so wäre seine Familie gemäss der Verteidigung
auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen (Urk. 31 S. 20; Urk. 50 S. 18 f.).
4.4.4.1. Bei der Festsetzung der Strafe sind deren Folgen für den Verurteil-
ten und dessen soziales Umfeld zu berücksichtigen. Zu berücksichtigen ist die
„Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters“ (Art. 47 Abs. 1 a.E. StGB). Da jede
Strafe Folgen für den Täter hat, sind von vornherein nur solche zu berücksichti-
gen, welche den Täter überdurchschnittlich treffen. Wie das Bundesgericht wie-
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derholt festhielt (Urteile des Bundesgerichts 6B_470/2009 vom 23. November
2009 E. 2.5; 6B_12/2012 vom 5. Juli 2012 E. 1.5; 6B_113/2013 vom 25. April
2013 E. 1.3; 6B_605/2013 vom 13. Januar 2014 E. 2.4.3; 6B_748/2015 vom
29. Oktober 2015 E. 1.3), stellt die Verbüssung einer langjährigen Freiheitsstrafe
für jeden sogar in ein familiäres oder soziales Umfeld eingebetteten Verurteilten
eine gewisse Härte dar; trotzdem darf sie nur zurückhaltend und nur bei ausser-
gewöhnlichen Umständen berücksichtigt werden (vgl. auch WIPRÄCHTI-
GER/KELLER, Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Aufl., 2013, N 150 ff. zu Art. 47
StGB).
4.4.4.2. Auch wenn der Beschuldigte bisher durch sein Einkommen für die
Auslagen der Familie aufkam, sind keine Gründe ersichtlich, weshalb seine Ehe-
frau nicht zumindest wieder einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgehen könnte, um
ebenfalls ein Einkommen zu generieren. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass
Freiheitsstrafen bei Eltern bzw. Stiefeltern minderjähriger Kinder immer mit Prob-
lemen und Einschränkungen zu Lasten der Kinder verbunden sind. Der Stiefsohn
des Beschuldigten lebt erst seit rund einem Jahr bei ihm und dessen Mutter in der
Schweiz und wurde zuvor in der Dominikanischen Republik durch eine Tagesmut-
ter betreut. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht erforderlich, dass sein
Stiefsohn auf seine ständige Anwesenheit angewiesen wäre. Das Vorliegen aus-
sergewöhnlicher Umstände, welche bei der Strafzumessung zu berücksichtigen
wären, ist daher zu verneinen.
4.4.5. Die Verteidigung machte zudem eine Strafminderung aufgrund einer
Verletzung des Beschleunigungsgebotes geltend. Es wurde vorgebracht, dass
nach der polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten vom 17. Dezember 2013
bis zu dessen staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. November 2015
keine nennenswerten Verfahrenshandlungen vorgenommen worden seien. Es
hätten sich in diesem Fall keine schwierigen Verhältnisse präsentiert. Ausserdem
sei im gegen B._ geführten Strafverfahren bereits am 26. Juni 2014 Anklage
erhoben worden. Dass dieses Verfahren nicht in genügendem Masse vorange-
trieben worden sei, müsse insbesondere aufgrund der immensen psychischen
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Belastung der langen Verfahrensdauer für den Beschuldigten eine starke Straf-
minderung zur Folge haben (Urk. 31 S. 19 f.).
4.4.5.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen, welche hinsichtlich
der Einhaltung des Beschleunigungsgebotes zu berücksichtigen sind, bereits kor-
rekt umschrieben (Urk. 39 S. 47). Dies braucht nicht wiederholt zu werden.
4.4.5.2. In Bezug auf die vorliegend geführte Untersuchung fällt auf, dass
zwischen dem Erlass einer Beschlagnahmeverfügung durch die Staatsanwalt-
schaft am 2. April 2014 und der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Be-
schuldigten vom 23. November 2015 keine wesentlichen Untersuchungshandlun-
gen ergangenen sind (Urk. 7/13; Urk. 2/14). Fallspezifische Gründe, wie bei-
spielsweise das Abwarten eines Gutachtens oder die Durchsicht zahlreicher
edierter Unterlagen, welche diese lange Bearbeitungslücke von mehr als einem
Jahr zu rechtfertigen vermögen würden, liegen nicht vor.
4.4.5.3. Aufgrund dieser Bearbeitungslücke liegt eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebotes vor, welche strafmindernd zu berücksichtigen ist.
4.5. Während die Täterkomponente keine Auswirkungen auf die Einsatzstra-
fe zeitigt, ist diese aufgrund der festgestellten Verletzung des Beschleunigungs-
gebots auf 5 1⁄4 Jahre Freiheitsstrafe zu reduzieren.
5. Im Rahmen der Asperation gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist nun die Tat-
komponente der Geldwäscherei zu gewichten.
5.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass es sich um
einen einmaligen Transport von Fr. 20'000.– aus der Schweiz nach Holland han-
delte. Dieses Geld wurde nicht durch den Beschuldigten selbst deliktisch erlangt.
Er wurde zu dieser Lieferung beauftragt, erhielt dafür aber auch ein Entgelt. Da
mit den Fr. 10'600.– nicht nur sein Geldtransport, sondern auch die Drogenliefe-
rung entschädigt wurden, lässt sich jedoch nicht eruieren, wie hoch der Lohn für
den Geldtransport alleine gewesen wäre.
Die objektive Schwere dieser Tat ist als noch leicht zu bezeichnen.
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5.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte durch die Annahme dieses Transportauftrages wiederum alleine fi-
nanzielle Interessen verfolgte und direktvorsätzlich handelte. Zudem zeigt sich
aufgrund des What's App Chats mit "G._", dass es sich um ein geplantes
Handeln und nicht um einen spontanen Entscheid des Beschuldigten handelte. Er
hätte mithin genügend Zeit gehabt, sich gegen die Ausführung der Lieferung zu
entscheiden. Eine verschuldensmindernde Beeinträchtigung seiner Schuldfähig-
keit im Sinne von Art. 19 StGB im Tatzeitpunkt oder andere Strafmilderungsgrün-
de im Sinne von Art. 48 StGB sind nicht gegeben.
5.3. Die subjektive Schwere seiner Tat vermag sein objektives Tatverschul-
den demnach nicht zu mindern. Es erweist sich als insgesamt noch leicht. Unter
Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist die hypothetische Einsatzstrafe um
4 Monate und somit auf 5 Jahre und 7 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.
5.4. Bezüglich der Täterkomponente zu diesem Delikt ist auf das bereits
Dargelegte zu verweisen (vgl. Erw. V.4.4. ff.). Auch die Begehung dieser Tat be-
stritt der Beschuldigte. Eine Strafreduktion aufgrund eines positiven Nachtatver-
haltens kommt daher auch in Bezug auf dieses Delikt nicht in Frage. Die Verlet-
zung des Beschleunigungsgebotes wirkt sich hingegen leicht strafmindernd aus.
Insgesamt ist daher aufgrund der Geldwäscherei eine Erhöhung der hypotheti-
schen Einsatzstrafe um 3 Monate Freiheitsstrafe angezeigt.
6. Somit ist der Beschuldigte für die mehrfache qualifizierte Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Geldwäscherei mit einer Freiheitsstra-
fe von 5 1⁄2 Jahren zu bestrafen.
Der Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 140 Tagen steht
nichts entgegen (Art. 51 StGB).
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VI. Vollzug
Die Gewährung des bedingten oder teilbedingten Strafvollzuges kommt be-
reits aus objektiven Gründen nicht in Frage, da eine Freiheitsstrafe von 5 1⁄2 Jah-
ren auszufällen ist (Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 StGB).
VII. Ersatzforderung
1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten zur Bezahlung einer Er-
satzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil in der Höhe von
Fr. 20'000.– an den Staat (Urk. 39 S. 55 f.). Die Verteidigung forderte mit der Be-
rufung, auf eine Ersatzforderung zu verzichten (Urk. 50 S. 2), während die
Staatsanwaltschaft die Erhöhung der Ersatzforderung auf Fr. 40'000.– verlangte
(Urk. 52 S. 1).
2. Das Gericht verfügt die Einziehung von Vermögenswerten, die durch eine
Straftat erlangt worden sind oder dazu bestimmt waren, eine Straftat zu veranlas-
sen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden (Art. 70 Abs. 1 StGB). Sind die
der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so er-
kennt das Gericht auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe (Art. 71
Abs. 1 StGB). Das Gericht kann von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise
absehen, wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die Wiedereinglie-
derung des Betroffenen ernstlich behindern würde (Art. 71 Abs. 2 StGB; Urteil des
Bundesgerichts 6B_430/2012 vom 8. Juli 2013 E. 3).
2.1. Dass der Beschuldigte für die Durchführung der insgesamt vier Kokain-
lieferungen jeweils einen Kurierlohn erhielt, ist erstellt. Hingegen lässt sich die ge-
naue Höhe der jeweils ausbezahlten Beträge nicht mehr ermitteln (vgl.
Erw. III.2.3.4.; III.2.7.5.; III.2.8.3.). Einzig die Höhe des Kurierlohns, welchen der
Beschuldigte für seine Transportfahrt vom 30. Juli 2013 erhielt, ist bekannt. Die
Einziehung im Sinne von Art. 70 Abs. 1 StGB der damals ausbezahlten und durch
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die Kantonspolizei Zürich sichergestellten Fr. 10'600.– wurde bereits im vor-
instanzlichen Urteil rechtskräftig entschieden (Urk. 39 S. 54).
2.2. Der unbekannte, diesen Betrag übersteigende Deliktserlös konnte nicht
mehr sichergestellt werden. Die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte
sind demnach nur noch teilweise vorhanden. In Anwendung von Art. 71 Abs. 1
StGB könnte deshalb grundsätzlich im Umfang der Gesamthöhe der erlangten
Kurierlöhne abzüglich der Fr. 10'600.– eine Ersatzforderung festgesetzt werden.
Diese Gesamthöhe lässt sich jedoch nicht genau beziffern. Aus diesem Grund
sowie in Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte über kein Vermögen verfügt
(Urk. 29 S. 5) und ihm zudem eine langjährige Haftstrafe bevorsteht, während
welcher er kaum ein Einkommen zu erzielen vermag, welches ihm erlauben wür-
de, Abzahlungen der Ersatzforderung zu leisten, erscheint es angemessen, auf
eine Ersatzforderung zu verzichten.
VIII. Einziehungen / Herausgabe
1. Mit Urteil der Vorinstanz wurde festgesetzt, dass zwei Mobiltelefone sowie
eine Fotokamera, welche mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 2. April 2014
beschlagnahmt wurden, verwertet würden und der Erlös zur teilweisen Deckung
der Verfahrenskosten verwendet werde. Zudem wurde entschieden, auch die mit
Verfügungen der Staatsanwaltschaft vom 6. August 2013 und vom 17. Januar
2014 beschlagnahmten Barschaften zur teilweisen Deckung der Verfahrens-
kosten zu verwenden (Urk. 39 S. 54 f. und S. 58). Mit der Berufung beantragte die
Verteidigung die Herausgabe dieses Geldes und der drei Gegenstände an den
Beschuldigten sowie eventualiter die Verwertung der Gegenstände und Verwen-
dung des Geldes zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten (Urk. 50 S. 2). Die
Staatsanwaltschaft ersuchte um Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils (Urk. 52
S. 1).
2. Hinsichtlich der rechtstheoretischen Voraussetzungen für die Beschlag-
nahmung und Einziehung von Vermögenswerten und Gegenständen kann auf die
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 39 S. 54).
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3. Während das Mobiltelefon der Marke Vertu anlässlich der Durchsuchung
der Wohnung des Beschuldigten vom 30. Juli 2013 sichergestellt wurde
(Urk. 7/2), hatte dieser das Mobiltelefon der Marke apple, iphone 4s, sowie die
Fotokamera der Marke Nikon bei seiner Verhaftung auf sich (Urk. 7/6). Sämtliche
dieser Gegenstände wurden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 2. April
2014 beschlagnahmt (Urk. 7/13).
3.1. Die Begründung der Vorinstanz bezüglich des Entscheides, diese Ge-
genstände zu verwerten und den Verwertungserlös zur teilweisen Deckung der
Verfahrenskosten zu verwenden, ist missverständlich. So wurde nicht ausdrück-
lich festgehalten, ob von einem deliktischen Hintergrund dieser Gegenstände
ausgegangen wird oder nicht. Dennoch wurde zumindest in der Begründung die
Formulierung verwendet, die Gegenstände würden eingezogen (Urk. 39 S. 55).
Eine Einziehung im Sinne von Art. 69 Abs. 1 StGB käme hingegen nur in Frage,
wenn die Gegenstände Zusammenhänge mit einem Delikt aufweisen würden.
3.2. Der Beschuldigte erklärte selbst, das Mobiltelefon, in welchem die SIM-
Karte mit der Nummer 078 ... eingesetzt war, für die Kontakte, welche mit dem
Drogenhandel in Verbindung standen, benutzt zu haben (Urk. 2/3 S. 2). Dabei
handelte es sich um das beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke apple, iphone
4s (Urk. 7/9). Da dieses somit der Begehung einer Straftat gedient hat, ist es nach
Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Urteils im Sinne von Art. 69 StGB einzuziehen
und in Anbetracht dessen, dass ein Verwertungserlös aufgrund des Alters des
Mobiltelefones nicht mehr zu erwarten ist, zu vernichten.
3.3. Dafür, dass auch das Mobiltelefon der Marke Vertu und die Fotokamera
der Marke Nikon in einem deliktischen Zusammenhang verwendet wurden, liegen
keine Hinweise vor. Diese Gegenstände sind daher nach Eintritt der Vollstreck-
barkeit dieses Urteils zu verwerten und ein allfälliger Verwertungserlös ist zur De-
ckung der Verfahrenskosten zu verwenden.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 6. August 2013 beschlag-
nahmten Barschaften in der Höhe von Fr. 50.– und von EUR 285.– wurden an-
lässlich der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten vom 30. Juli 2013 si-
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chergestellt (Urk. 7/2; Urk. 7/3). Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom
17. Januar 2014 wurde zudem eine Barschaft in der Höhe von Fr. 400.– be-
schlagnahmt (Urk. 7/12). Bei diesen Fr. 400.– handelt es sich um eine Ersatzzah-
lung des Beschuldigten, welche dieser leistete, damit ihm das am 30. Juli 2013 in
seiner Wohnung sichergestellte MacBook Pro vorzeitig herausgegeben wurde
(Urk. 7/5 S. 2; Urk. 7/10; Urk. 7/11). In Bezug auf keine dieser Barschaften liegen
Hinweise dazu vor, dass sie deliktisch erlangt worden wären (Urk. 2/3 S. 21). Sie
sind daher nach Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Urteils zur Deckung der Ver-
fahrenskosten zu verwenden.
IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenaufla-
ge zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Unterliegt die Staats-
anwaltschaft, trägt der verfahrensführende Kanton die Kosten (Schmid, StPO
Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 3 zu Art. 428 StPO). Sowohl
der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft unterliegen mit ihren Hauptan-
trägen jeweils vollumfänglich. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnah-
me derjenigen der amtlichen Verteidigung, sind dem Beschuldigten daher zu zwei
Dritteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. Die Kosten
der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Das Rückfor-
derungsrecht des Staates ist im Umfang von zwei Dritteln vorzubehalten (Art. 135
Abs. 4 StPO).
3. Angesichts des Ausgangs dieses Verfahrens gibt es keinen Raum für die
durch den Beschuldigten geltend gemachte Genugtuung für die bereits erstande-
ne Haft.
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