# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c1ef1cd3-75f3-5444-9d4f-6982267ab738
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_005
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

Sachverhalt
A. Die Kantonale Steuerverwaltung forderte bei A._ auf dem Betreibungsweg ausstehende Forderungen ein. Dieser erhob Rechtsvorschlag. Die Steuerverwaltung ersuchte sodann beim Präsidenten des Zivilgerichts des Sensebezirks um definitive Rechtsöffnung in dieser Betreibung.
In seiner Antwort zum Rechtsöffnungsbegehren brachte A._ am 15. September 2014 vor, dass „... der Schlussbetrag von CHF 3‘485.55 (...) nach Postabschnitt am 3.2.2013 bezahlt“ worden sei (act. 22). Eine Kopie des Einzahlungsbelegs reichte er als Beweismittel ein (act. 5). Daraufhin ersuchte der Gerichtspräsident die Steuerverwaltung, die Zahlungseingänge zu prüfen. Diese teilte ihm mit, der Betrag sei am 3. Februar 2014 bezahlt worden. Auf dem Empfangsschein (act. 5) sei denn auch gut ersichtlich, dass das Zahlungsdatum geändert worden sei (act. 34). In seiner Stellungnahme vom 18. November 2014 an den Gerichtspräsidenten wiederholte A._ „... dass die Restzahlung Steuern 2011 am 3.2.2013 erfolgt sind und dass dies auch so auf dem Zahlungsbeleg bewiesen ist. Die Schweizerische Post von B._ belegt dies mit der Stempelabgabe“ (act. 39).
Der Gerichtspräsident übermittelte die Rechtsöffnungsakten am 26. November 2014 der Staatsanwaltschaft, um die Frage der strafrechtlichen Relevanz dieses Verhaltens prüfen zu lassen (act. 6).
B. Die Staatsanwaltschaft leitete am 2. Dezember 2014 ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung ein (act. 4) und A._ wurde von der Polizei befragt (act. 44). Nach anfänglichem Leugnen gestand er, das Datum des Poststempels auf dem Einzahlungsschein überschrieben zu haben. Um Zusatzzinsen und Spesen der Steuerverwaltung zu sparen, habe er den Einzahlungsschein bei sich zu Hause gefälscht und dem Gerichtspräsidenten zugestellt (act. 46).
Mit Strafbefehl vom 17. Februar 2015 verurteilte die Staatsanwaltschaft A._ wegen Urkundenfälschung und versuchten Betrugs zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu CHF 130.- und zu einer Busse von CHF 1‘600.-. Die Probezeit wurde auf zwei Jahre festgesetzt (act. 63). A._ erhob fristgerecht Einsprache (act. 67) und die Angelegenheit wurde dem Polizeirichter des Sensebezirks zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens überwiesen (act. 71).
C. Der Polizeirichter verhandelte die Angelegenheit am 23. April 2015 und fällte gleichentags folgendes Urteil (act. 81):
1. Es wird festgestellt, dass der überwiesene Sachverhalt gemäss Strafbefehl vom 17. Februar 2015 einen geringfügigen Vermögenswert gemäss Art. 172ter StGB betrifft.
2. Es wird festgestellt, dass kein Strafantrag seitens der Steuerbehörde vorliegt.
3. Das Verfahren wegen Urkundenfälschung, beziehungsweise versuchten Betrugs, angeblich begangen am 3. Februar 2014, wird mangels Prozessvoraussetzung (Strafantrag) eingestellt.
4. Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft D 14 2240 vom 17. Februar 2015 wird aufgehoben.
5. Die Kosten des Verfahrens von CHF 800.- (Gerichtsgebühr inkl. Auslagen), werden je hälftig dem Staat und A._ auferlegt (Art. 426 Abs. 2 StPO).
Kantonsgericht KG
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6. A._ wird eine reduzierte Entschädigung für seine Anwaltskosten von CHF 500.- zulasten des Staates zugesprochen. Weitergehende Entschädigungsforderungen werden abgewiesen (Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO). Dieser Betrag wird mit den ihm auferlegten Kosten gemäss Ziffer 5 verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO).
Der Polizeirichter verwies in seiner Rechtsmittelbelehrung auf die Berufung.
D. Der Strafappellationshof erkannte auf Berufung der Staatsanwaltschaft (wegen Urkundenfälschung) und im Rahmen einer auf Antrag von A._ durchgeführten mündlichen Verhandlung am 14. Januar 2016 (501 2015 64):
I. Die Einstellung des Strafverfahrens gegen A._ wegen versuchten Betrugs ist rechtskräftig.
II. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen.
1. A._ wird der Urkundenfälschung, begangen am 3. Februar 2014 in B._, schuldig gesprochen (Art. 251 Ziff. 1 StGB).
2. A._ wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 130.- und zu einer Busse von CHF 500.- (Art. 34, 42 Abs. 4, 47, 106 StGB).
3. Für die Geldstrafe von 30 Tagessätzen wird der bedingte Strafvollzug gewährt und die Probezeit wird auf 2 Jahre festgesetzt (Art. 42, 44 StGB).

## Considerations