# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 16b9f343-7196-458e-b0a0-4c60e5a45735
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Im gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahren gegen A._ wegen  der Geldwäscherei, banden- und gewerbsmässig begangen, und Verdachts des Betrugs, gewerbsmässig begangen, ersuchte Rechtsanwalt Markus Trottmann (nachstehend „Trottmann“) die Schweizerische  (nachstehend „Bundesanwaltschaft“), als amtlicher Verteidiger von A._ bestellt zu werden, was ihm gestützt auf Art. 36 Abs. 2 BStP mit Verfügung vom 29. Juli 2004 bewilligt wurde. Aufgrund der Angaben von A._ anlässlich der Einvernahme vom 26. August 2004 betreffend seiner Vermögensverhältnisse wurde Trottmann mit Verfügung vom 25. Oktober die amtliche Verteidigung wieder entzogen sowie die  als amtlicher Anwalt gestützt auf Art. 36 Abs. 1 BStP verweigert (BK act. 1.1).
B. Dagegen führt A._, vertreten durch Trottmann, mit Eingabe vom
1. November 2004 Beschwerde und beantragt, ihm sei gestützt auf Art. 36 Abs. 1 und 2 BStP in Abänderung der angefochtenen Verfügung die  Verteidigung durch Trottmann zu bewilligen und demgemäss sei der angeordnete rückwirkende Entzug der bereits bewilligten amtlichen  aufzuheben. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung bzw. für den Fall des Obsiegens eine angemessene Entschädigung zu  (BK act. 1).
C. Wie nachfolgend dargelegt, erweist sich die Beschwerde von Anfang an als
unzulässig resp. unbegründet, weshalb auf den weiteren Schriftenwechsel in Anwendung von Art. 219 BStP verzichtet wurde.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Wie zuvor die Anklagekammer des Bundesgerichts prüft die  des Bundesstrafgerichts die Zulässigkeit der bei ihr eingereichten Rechtsmittel von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 122 IV 188, 190 E. 1; 121 II 72, 74 E. 1a).
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2. Gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Bundesanwalts kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt  (Art. 105bis BStP). Diese richtet sich nach den Artt. 214 – 219 BStP. Letzterer sieht e contrario vor, dass auf den weiteren Schriftenwechsel  werden kann, sofern sich die Beschwerde sofort als unzulässig oder unbegründet erweist.
2.1 Gemäss Art. 36 Abs. 1 BStP bestellt der Richter dem Beschuldigten, der
infolge Inhaftierung, jugendlichen Alters, Unerfahrenheit oder anderer Gründe nicht imstande ist, sich selber zu verteidigen, einen amtlichen  (sog. Pflichtverteidiger oder notwendiger Verteidiger). Dies aber nach dem Gesetzeswortlaut nur dann, wenn der Beschuldigte in diesen Fällen von notwendiger Verteidigung nicht bereits einen frei gewählten  beigezogen hat oder beizieht. Diesfalls besteht kein Bedarf,  einen amtlichen Verteidiger zu bestellen. Die Bestellung eines  Verteidigers trotz bereits bestehender Verteidigung käme allenfalls dann in Betracht, wenn der gewillkürte Vertreter die Interessen des  nicht in ausreichender und wirksamer Weise wahrnimmt (/SCHWERI, Schweizerisches Strafprozessrecht, 5. Auflage, /Genf/München 2002, § 40 N 17).
Der Beschwerdeführer hat mit Vollmachtsurkunde vom 20. Juli 2004 einen Privatverteidiger, Trottmann, mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt (vgl. BK act. 1.2). Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass er seither von diesem nicht wirksam vertreten worden wäre, weshalb sich die Frage der Bestellung eines amtlichen Anwalts grundsätzlich nicht stellt. Der  ersucht denn auch gar nicht darum, sondern fordert  einen „Etikettenwechsel“, indem sein Privatverteidiger neu als  Verteidiger i.S.v. Art. 36 Abs. 1 BStP fungieren solle. Eine  Möglichkeit lässt sich aus dem Wortlaut von Art. 36 Abs. 1 BStP nicht ableiten. Sollte es dem Privatverteidiger darum gehen, auf dem Weg der Einsetzung als Pflichtverteidiger seine Entschädigung aus der  zu sichern, sei lediglich bemerkt, dass die Bundeskasse die  des amtlichen Verteidigers nur dann übernimmt, wenn der  bedürftig ist (Art. 38 Abs. 2 BStP). Fehlt es an der Bedürftigkeit, hat sich der Verteidiger hinsichtlich seiner Honorarforderung an seinen Klienten zu halten.
2.2 Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, die Beschwerdegegnerin habe bei der Behandlung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nicht berücksichtigt, dass er per Mitte Oktober 2004 ausgesteuert worden sei. Zu den Einnahmen von monatlich rund Fr. 3'500.-- kommt sein hälftiger Anteil
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an den ehelichen Ersparnissen von Fr. 62'500.--, somit ein monatlich  Betrag von rund Fr. 5'200.-- (nicht bloss von Fr. 5'000.--, wie der Beschwerdeführer zu seinen Gunsten angibt) hinzu, gesamthaft also Fr. 8'700.-- monatlich. Dem stehen gemäss Angaben des  monatliche Auslagen in der Höhe von rund Fr. 6'300.-- gegenüber (: Fr. 6'221.--, weshalb ein Aufrunden auf Fr. 6'500.--, wie es der  getan hat, unangemessen ist). Damit ergibt sich ein  Überschuss von rund Fr. 2'400.--, womit – wie die  in ihrer Verfügung im Ergebnis zu Recht feststellte – die  zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind.
2.3 Die Beschwerde erweist sich gestützt auf obige Erwägungen als unbegrün-
det und ist daher abzuweisen.
3. Schliesslich stellt der Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerde-
verfahren das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, bringt jedoch  seinen Vorbringen vor der Bundesanwaltschaft keine neuen  vor, weshalb die Erwägungen unter 2.2 auch für den  Entscheid massgebend bleiben. Gestützt auf dieselben ist , dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, die Kosten des  selbst zu bezahlen, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten desselben zu tragen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG). Die  wird auf Fr. 800.-- festgesetzt (Art. 3 des Reglements über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32).
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