# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8b634fcc-2308-5728-b091-705fca7ef86e
**Court:** ZH_BRK
**Chamber:** ZH_BRK_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A.
Mit Verfügung vom 24. April 2019 erteilte das Amt für Abfall, Wasser, Ener-
gie und Luft (AWEL) der ZüriBahn AG die wasserrechtliche Konzession für
die Beanspruchung des Seegebiets durch zwei Seilbahnstützen mit Funda-
tionen sowie für die Umplatzierung von Bojenplätzen und einer Flossanlage
im Bereich der Parzellen Kat.-Nrn. EN2567 und RI5126, Zürich 2 und 8 -
Zürichsee.
Mit Verfügung vom 26. April 2019 setzte sodann die Baudirektion den kan-
tonalen Gestaltungsplan Seilbahn Mythenquai-Zürihorn (ZüriBahn) tangie-
rend die Parzellen Kat.-Nrn. RI4672, RI4671, RI4449, EN2569, WO5560,
EN2567 und RI5126 (Zürich) und bestehend aus den Gestaltungsplanvor-
schriften, dem Situationsplan und Längenprofil, dem Detailplan, dem
Raumplanungsbericht im Sinne von Art. 47 der Raumplanungsverordnung
(RPV) sowie dem Bericht zu den nicht berücksichtigten Einwendungen, alle
datierend vom 25. März 2019, fest.
B.
Gegen die Verfügung des AWEL vom 24. April 2019 gelangte der V. S. [...]
mit fristgerechter Eingabe vom 29. Mai 2019 an das Baurekursgericht des
Kantons Zürich und beantragte was folgt:
" 1. Die Verfügung des AWEL vom 24. April 2019 betreffend  Konzession sei in Gutheissung des Rekurses aufzuheben.
2. Die Sache sei zur Vornahme der erforderlichen  und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Eventualiter sei über das Konzessionsgesuch direkt neu zu .
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ."
Dieses Verfahren wurde vom Baurekursgericht unter der G.-Nr.
R1S.2019.05056 anhand genommen.
R1S.2019.05056 Seite 4
C.
Gegen die Verfügung der Baudirektion vom 26. April 2019 erhob zunächst
die S. mit Rekursschrift vom 19. Juni 2019 Rekurs an das Baurekursge-
richt, mit folgenden Anträgen:
" 1. Die Baudirektionsverfügung vom 26. April 2019 betreffend  des kantonalen Gestaltungsplans "Seilbahn Mythenquai – " (ZüriBahn) sei aufzuheben.
2. Es sei die umfassende raumplanerische Interessenabwägung auf  des PGV durchzuführen und daher das Verfahren zur Festsetzung des kantonalen Gestaltungsplanes eventualiter solange zu sistieren, bis ein rechtskräftiger Entscheid zum PGV-Gesuch vorliegt.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."
Sodann wurde die Verfügung der Baudirektion vom 26. April 2019 vom V.
S. und der V. Z. ([...], zusammen: Rekurrierende V.) angefochten; dies mit
gemeinsamer Rekurseingabe vom 21. Juni 2019 und folgenden Begehren:
" 1. Die Verfügung der Baudirektion vom 26. April 2019 betreffend  des Kantonalen Gestaltungsplans "Seilbahn Mythenquai-" (ZüriBahn) sei aufzuheben.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der .
3. Das Verfahren sei zu sistieren, bis über das Verfahren R1S.2019.05056 (Verfügung des AWEL über die wasserrechtliche Konzession für zwei Seilbahnstützen und die Umplatzierung von  und Flossanlage) rechtskräftig entscheiden ist und, im  einer Gutheissung, eine neue, begründete Verfügung des AWEL vorliegt.
4. Das Verfahren sei zu sistieren, bis das im seilbahnrechtlichen  beantragte Gutachten der ENHK oder EDK vorhanden ist, andernfalls sei ein solches Gutachten im vorliegenden Verfahren einzuholen."
Des Weiteren erhoben mit gemeinsamer Rekursschrift vom 21. Juni 2019
[...] (im Folgenden Rekurrierende 1-17) sowie die Stiftung H. (im Folgenden
Rekurrentin 18; die Rekurrierenden 1-18 werden gemeinsam als Rekurrie-
rende S. et al. bezeichnet) Rekurs gegen die Verfügung der Baudirektion
vom 26. April 2019 und beantragten Folgendes:
R1S.2019.05056 Seite 5
" 1. Verfahrensmässig:
1.1. Das Rekursverfahren sei zu sistieren, bis ein künftiger  Entscheid des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) über die Erteilung einer  Konzession für die im Zürichsee vorgesehenen  der Seilbahn Mythenquai-Zürihorn erstens getroffen worden und zweitens entweder unangefochten geblieben oder mit Rekurs an das Baurekursgericht angefochten worden ist. Im zweiten Fall (Rekurs gegen einen künftigen begründeten  des AWEL) seien die beiden  (jenes betreffend die Konzession und jenes betreffend den kantonalen Gestaltungsplan) koordiniert zu führen und .
1.2. Es sei ein Augenschein durchzuführen.
1.3. Es seien die vorinstanzlichen Akten beizuziehen, insbesondere die Gestaltungsplanvorschriften, die beiden zum  gehörenden Pläne, der Planungsbericht, der  sowie alle Unterlagen im Zusammenhang mit der Umweltverträglichkeitsprüfung und dem an das Bundesamt für Verkehr eingereichten Plangenehmigungsgesuch.
2. Materiell:
2.1. Die Baudirektionsverfügung Nr. 0456/19 vom 26. April 2019  Festsetzung des kantonalen Gestaltungsplans " Mythenquai – Zürihorn" (ZüriBahn) sei aufzuheben.
2.2. Eventuell: In der Präambel sowie in Art. 1 und 16 der  sei jeweils der Passus "fünf Jahre" durch "sechs Monate", eventuell durch "zwölf Monate" zu ersetzen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Die genannten, gegen die Verfügung der Baudirektion vom 26. April 2019
gerichteten Rekurse wurden unter den G.-Nrn. R1S.2019.05071,
R1S.2019.05072 und R1S.2019.05073 anhand genommen.
D.
Mit Präsidialverfügung vom 31. Mai 2019 wurde das Vernehmlassungsver-
fahren im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 eröffnet. Mit Eingabe vom
26. Juni 2019 verzichtete der Stadtrat von Zürich auf Vernehmlassung. Die
Baudirektion schloss per 27. Juni 2019 auf Abweisung des Rekurses. Die
ZüriBahn AG beantragte mit Rekursantwort vom 8. Juli 2019, auf den Re-
kurs sei nicht einzutreten, eventualiter sei der Rekurs abzuweisen; unter
R1S.2019.05056 Seite 6
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag zulas-
ten des Rekurrenten.
E.
In den Verfahren G.-Nrn. R1S.2019.05071, R1S.2019.05072 und
R1S.2019.05073 wurden die Vernehmlassungsverfahren mit Präsidialver-
fügungen vom 20. Juni 2019 sowie je vom 26. Juni 2019 eröffnet.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05071 beantragte der Stadtrat von Zürich
mit Eingabe vom 10. Juli 2019 die vollumfängliche Abweisung des Rekur-
ses; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrentin. Die
Baudirektion schloss per 19. Juli 2019 auf Abweisung des Rekurses. Die
ZüriBahn AG beantragte mit Vernehmlassung vom 24. Juli 2019 die vollum-
fängliche Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag zu-
lasten der Rekurrentin.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05072 beantragte der Stadtrat von Zürich
mit Rekursantwort vom 10. Juli 2019 die vollumfängliche Abweisung des
Rekurses; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrie-
renden V. Die Baudirektion beantragte per 19. Juli 2019 die Abweisung des
Rekurses. Mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2019 schloss die ZüriBahn AG
auf vollumfängliche Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten
sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzu-
schlag zulasten der Rekurrenten.
Der Stadtrat von Zürich schloss im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 mit
Eingabe vom 10. Juli 2019 auf vollumfängliche Abweisung des Rekurses;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. Mit
Vernehmlassung vom 19. Juli 2019 stellte die Baudirektion Antrag auf Ab-
weisung des Rekurses. Die ZüriBahn AG beantragte gemäss Rekursant-
wort vom 29. Juli 2019, auf die Rekurse der Rekurrierenden 1-17 sei nicht
einzutreten, eventualiter seien die Rekurse der Rekurrierenden 1-17 abzu-
weisen; sodann sei der Rekurs der Rekurrentin 18 vollumfänglich abzuwei-
sen, soweit darauf eingetreten werden könne; unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag zulasten der Rekurrie-
renden.
R1S.2019.05056 Seite 7
F.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 hielt der V. S. mit Replik vom 7. Au-
gust 2019 vollumfänglich am Rekurs fest.
G.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05071 hielt die S. mit Replik vom 21. August
2019 am Rekurs fest.
Mit Replik vom 30. August 2019 hielten sodann die Rekurrierenden V. im
Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05072 am Rekurs vollumfänglich fest.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 hielten die Rekurrierenden S. et al.
replicando per 29. August 2019 an den Rügen gemäss Rekursschrift fest.
H.
Am 18. September 2019 wurde in allen Verfahren und an beiden Zürich-
seeufern ein Abteilungsaugenschein durchgeführt.
I.
Mit Eingabe vom 17. September 2019 verzichtete der Stadtrat von Zürich
im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 duplicando unter Hinweis auf den be-
reits zuvor erklärten Verzicht auf Vernehmlassung auf eine weitere Stel-
lungnahme. Die Baudirektion hielt per 19. September 2019 vollumfänglich
an den gestellten Anträgen fest. Die ZüriBahn AG duplizierte per 24. Sep-
tember 2019 mit ebenfalls unveränderten Anträgen.
J.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05071 hielt die Baudirektion in ihrer Duplik
vom 20. September 2019 an den gestellten Anträgen vollumfänglich fest.
Die ZüriBahn AG duplizierte per 24. September 2019 mit ebenfalls unver-
änderten Anträgen.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05072 duplizierte die Baudirektion per
20. September 2019 mit ebenfalls unveränderten Anträgen. Auch die Duplik
R1S.2019.05056 Seite 8
der ZüriBahn AG vom 24. September 2019 erfolgte unter Festhaltung an
den gestellten Begehren.
Die Baudirektion duplizierte im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 mit Ein-
gabe vom 20. September 2019 unter vollumfänglicher Festhaltung an den
gestellten Anträgen. Die Duplik der ZüriBahn AG vom 24. September 2019
enthielt ebenfalls keine neuen Begehren.
K.
Mit Triplik vom 16. Oktober 2019 liessen sich die Rekurrierenden V. im Ver-
fahren G.-Nr. R1S.2019.05072 – unter Festhaltung an den Anträgen – er-
gänzend vernehmen.
Eine Triplik vom 15. Oktober 2019 ging auch seitens der Rekurrierenden S.
et al. im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 ein; unter vollumfänglicher
Festhaltung an den tatbestandlichen und rechtlichen Ausführungen.
L.
Mit Eingabe vom 26. November 2019 beantragte die ZüriBahn AG für alle
Rekursverfahren eine Berichtigung der Protokollierung des Abteilungsau-
genscheins vom 18. September 2019.

## Considerations

Es kommt in Betracht:
1.
Die Rekursverfahren G.-Nrn. R1S.2019.005056, R1S.2019.05071,
R1S.2019.05072 und R1S.2019.05073 sind aufgrund des offenkundig en-
gen Sachzusammenhangs (Projektierung bzw. Realisierung der ZüriBahn)
zu vereinigen.
R1S.2019.05056 Seite 9
2.1.1.
Der Rekurrent V. S. stützt seine Legitimation zur Rekurserhebung im Ver-
fahren G.-Nr. R1S.2019.05056 gegen die vom AWEL mit Verfügung vom
24. April 2019 erteilte wasserrechtliche Konzession auf Art. 55 des Umwelt-
schutzgesetzes (USG) in Verbindung mit Ziff. [...] des Anhangs der Verord-
nung über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des
Natur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen
(VBO).
2.1.2.
Die ZüriBahn AG bestreitet die Legitimation des V. S. im Verfahren G.-Nr.
R1S.2019.05056 mit dem Hinweis, es sei anerkannt, dass das Plangeneh-
migungsverfahren (PGV) gemäss Art. 9 des Seilbahngesetzes (SebG) –
nebst der Erteilung der erforderlichen kantonalen Bewilligungen – nicht
auch die Einräumung von kommunalen oder kantonalen Konzessionsrech-
ten umfasse, weshalb über deren Erteilung nicht im PGV zu befinden sei.
Art. 11 Abs. 1 lit. e der Verordnung über Seilbahnen zur Personenbeförde-
rung (SebV) behalte den Rechtserwerb und damit die Frage der Son-
dernutzung des öffentlichen Grundes ausdrücklich vor. Ausserdem seien
gemäss dem angefochtenen Entscheid umweltrechtliche Belange aus-
drücklich im PGV vorzubringen. Da im PGV auch geprüft werde, ob der
Plangenehmigung insbesondere keine wesentlichen öffentlichen Interes-
sen, namentlich der Raumplanung, des Natur- und Heimatschutzes oder
des Umweltschutzes, entgegenstehen (vgl. Art. 9 Abs. 3 lit. b SebG), seien
diese Belange ausschliesslich im PGV und damit im seilbahnrechtlichen
Verfahren zu behandeln, was der materiellen Verfahrenskoordination
(Art. 25a des Raumplanungsgesetzes [RPG]) diene. Da im vorliegenden
(konzessionsrechtlichen) Verfahren die umweltrechtlichen Rügen nicht zu
prüfen seien bzw. die durchzuführende Umweltverträglichkeitsprüfung
(UVP) keine Rolle spiele, könne die Grundlage gemäss Art. 55 USG nicht
zur Rechtsmittelerhebung betreffend die Konzessionierung berechtigen.
2.1.3.
Hinsichtlich des Umfangs der Rechtsmittellegitimation gemäss Art. 55 USG
bestehen zwischen Lehre und Rechtsprechung nicht unerhebliche Diver-
genzen. Zunächst ist klar, dass das an die Durchführung einer UVP ge-
knüpfte Beschwerderecht ganz grundsätzlich im Dienste der Respektierung
der bundesrechtlichen Vorschriften über den Schutz der Umwelt steht. Da-
R1S.2019.05056 Seite 10
zu gehören gemäss der nicht abschliessenden Nennung der einschlägigen
Erlasse in Art. 3 der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung
(UVPV) neben dem Umweltschutzgesetz die ausdrücklich genannten Vor-
schriften, die den Natur- und Heimatschutz, den Landschaftsschutz und
den Gewässerschutz betreffen (BGE 118 Ib 1, E. 1a). Während in der Leh-
re gestützt darauf praktisch einhellig die Auffassung vertreten wird, Art. 55
USG berechtige die Organisationen zur Erhebung sämtlicher Rügen, die
auch von Beschwerdeführenden in Anwendung der allgemeinen Legitimati-
onsgrundsätze erhoben werden könnten, gesteht das Bundesgericht in sei-
ner Rechtsprechung den Organisationen nur das Recht zu, die Verletzung
von Umweltrecht zu rügen, geht dabei aber von einem weiten Begriff des
Umweltrechts aus. Die Organisationen können mithin auch die Verletzung
verwandter Erlasse wie – beispielsweise – des Gewässerschutzgesetzes
(GschG), das Waldgesetz (WaG) sowie des Wasserrechtsgesetzes (WRG)
rügen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung tendiert im Wesentlichen
dazu, im Rahmen der materiellrechtlichen Erwägungen zu prüfen, ob auf
die aufgeworfenen Fragen einzutreten sei (zum Ganzen Theo Loretan, in:
Kommentar USG, Zürich/Basel/Genf 2002, Art. 55 Rz. 26 f., mit Hinwei-
sen). Gegenstand der Rügen können nicht zuletzt auch kantonale Vor-
schriften wie beispielsweise solche der Jagd- und Fischereigesetzgebung
sein. Zudem hat, so das Bundesgericht ausdrücklich, die vom Bundesrecht
vorgeschriebene Gesamtbetrachtung vor allem auch die Anliegen der
Raumplanung mit einzuschliessen (BGE 118 Ib 301, E. 1c, mit Hinweisen).
2.1.4.
Daraus ist für den vorliegenden Fall noch nicht viel gewonnen. Klar ist ein-
zig, dass der V. S. unter dem Titel von Art. 55 USG zur Rüge der Bestim-
mungen des kantonalen Wasserwirtschaftsgesetzes (WWG) und der dazu-
gehörigen Verordnung (KonzV WWG) im Zusammenhang mit einem UVP-
pflichtigen Vorhaben wie dem vorliegenden im Grundsatz legitimiert ist, so-
weit diese Bestimmungen im weiteren Sinne den Anliegen des Umwelt-
schutzes (und ggf. auch der Raumplanung) dienen. So hat das Bundesge-
richt Natur- und Landschaftsschutzorganisationen ohne weiteres als zur
Anfechtung einer Wassernutzungskonzession (Kraftwerkskonzession) legi-
timiert erachtet (BGE 126 II 283, E. 4b). Zu unterscheiden hiervon ist aber
die Frage, in welchem Verfahren die entsprechenden Bestimmungen mate-
riell zu rügen bzw. letztlich von den Instanzen anzuwenden sind. Die
Grundidee des am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Bundesgesetzes
R1S.2019.05056 Seite 11
über die Koordination und Vereinfachung von Entscheidverfahren (Sam-
melerlass) bestand darin, für Vorhaben wie Bauten und Anlagen die Kon-
zentration von Entscheiden bei einer einzigen Behörde (Leitbehörde) vor-
zusehen, welche alsdann vor ihrem Entscheid die Stellungnahmen der be-
troffenen Fachbehörden einzuholen hat (vgl. den entsprechend neu gefass-
ten Inhalt von Art. 62a des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsge-
setzes [RVOG]). Diese Konzeption liegt auch dem am 1. Januar 2007 in
Kraft getretenen SebG zugrunde (Art. 14 SebG). Für die parallel zum kon-
zentrierten bundesrechtlichen Verfahren erforderlichen raumplanungsrecht-
lichen Vorkehren sowie für den Erwerb der für Bau und Betrieb erforderli-
chen Rechte sehen Art. 11 Abs. 1 lit. d und e SebV vor, dass den Bundes-
behörden diesbezüglich ein Bericht über die erfolgte Abstimmung (Raum-
planung) sowie entsprechende Nachweise (Rechte) einzureichen sind.
Damit wird klar, dass die erforderlichen, vom kantonalen Recht geregelten
raumplanerischen Verfahren sowie, wie vorliegend, das Verfahren betref-
fend die Erteilung einer wasserrechtlichen Konzession zwar mit dem seil-
bahnrechtlichen Verfahren abzustimmen ist, der Grundsatz der Koordinati-
on in dieser Konstellation aber keinesfalls zur materiellen Obsoleszenz der
Vor- oder Parallelverfahren auf kantonaler Stufe führt. Dahin geht auch die
Rechtsprechung. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich verweist zu-
nächst darauf, dass dem Koordinationsgebot und den Vorschriften über die
UVP in den unterschiedlichen Verfahren betreffend Nutzungsplanung ei-
nerseits und nach dem SebG andererseits Rechnung getragen werden
müsse, sofern die Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Ver-
fügungen mehrerer Behörden (auch kantonaler Behörden) erfordert. Die
projektbezogene Nutzungsplanung und das Bewilligungsverfahren sind,
auch wenn sie zeitlich gestaffelt durchgeführt werden, aufeinander abzu-
stimmen. Möglich ist auch ein Vorbehalt, welcher – zum Beispiel – die
Rechtskraft der Nutzungsplanung bedingt (oder umgekehrt). Allerdings
schliesst das anwendbare Recht faktisch eine umfassende Koordination
aus, zumal der Rechtsweg betreffend die verschiedenen Anordnungen oh-
nehin nicht koordiniert werden kann. Die nutzungsplanerischen Festlegun-
gen sind vor den kantonalen Behörden anzufechten, während die Plange-
nehmigung der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht unterliegt.
Die von Art. 25a RPG avisierte gleichzeitige oder gar gemeinsame Eröff-
nung der Entscheide kann folglich ihren Zweck, nämlich die gesamthafte
Beurteilung aller Aspekte in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren, oh-
nehin nicht erfüllen. Die Frage, worüber – beispielsweise – im Gestaltungs-
R1S.2019.05056 Seite 12
planverfahren zu entscheiden ist, kann ohne Konsultation der konkreten
Plangenehmigung beantwortet werden. Das Wissen darum, welche Punkte
von welcher Behörde geprüft wurden, würde sodann nichts daran ändern,
dass unter Umständen dieselben Fragen mit beiden gegebenen Rechtsmit-
teln vorgebracht werden müssten (VB.2013.00722 vom 4. September 2014,
E. 5).
Damit erfährt der Grundsatz der Koordination in kantonalen Parallelverfah-
ren doch wesentliche Einschränkungen. Was das Bundesgericht mit Bezug
auf das bundesrechtlich besonders geregelte Verfahren zur Konzessionie-
rung eines Flugplatzes entschieden hat, kann für zum Verfahren nach
SebG parallele kantonale Verfahren nicht massgeblich sein, zumal – wie in
dem betreffenden Entscheid erwähnt – sämtliche umweltrelevanten Aspek-
te des Flugbetriebs bzw. der Organisation des Flugplatzes im Betriebsreg-
lement festgelegt werden. Da die Konzession wiederum von der Genehmi-
gung des Betriebsreglements abhängig ist, genügt es folgerichtig, Verbän-
den die Beschwerde (einzig) mit Bezug auf die Festsetzung des Betriebs-
reglements einzuräumen (BGE 129 II 331, E. 2.1 f.). Während der Koordi-
nationsgrundsatz im kantonalen Parallelverfahren jedenfalls erfordert, dass
den Entscheiden dieselben Unterlagen bzw. Pläne und Berichte zugrunde
liegen, wäre eine materielle Einschränkung der Entscheidbefugnisse der
Rechtsmittelinstanzen in den unterschiedlichen Rechtsmittelverfahren
‒ und damit auch der Behörden im vorgelagerten verwaltungsinternen Ver-
fahren – systemwidrig. Das PGV vermag daher die durchzuführenden kan-
tonalen Verfahren weder ganz noch teilweise zu ersetzen.
2.1.5.
Im vorliegend betroffenen Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05056 betreffend
wasserrechtliche Konzession kann nichts Anderes gelten. Zwar sind we-
sentliche Beurteilungsgegenstände denjenigen des PGV ähnlich oder gar
identisch. Eine gesonderte Beurteilung ist aber letztlich unumgänglich, zu-
mal es dem Kanton Zürich kraft seiner Hoheit über die Gewässer – theore-
tisch – freistünde, im WWG bzw. der KonzV WWG selbstständige, für die
Erteilung einer Konzession zur Beanspruchung des Gewässerraums über
die im nutzungsplanerischen Verfahren und im PGV geltenden Kriterien
hinausgehende umweltrechtlich relevante Anforderungen zu definieren. Da-
raus sowie aus den vorstehenden Ausführungen zur Tragweite der
Rechtsmittellegitimation gemäss Art. 55 USG folgt, dass der V. S. im Ver-
R1S.2019.05056 Seite 13
fahren G.-Nr. R1S.2019.05056 betreffend wasserrechtliche Konzession zur
Rekurserhebung legitimiert ist.
2.1.6.
Da die Bestimmungen des angerufenen § 43 Abs. 1 WWG sowie von
§ 25 f. KonzV WWG offen formuliert sind ("öffentliches Interesse") und zahl-
reiche Aspekte, so auch – beispielsweise – die Gefahr des Abrutschens
von Ufern beinhalten, kann davon ausgegangen werden, dass die Konzes-
sionierung durchaus umweltrechtlich relevante Aspekte beschlägt. Die Rü-
ge der Verfahrensgarantien ist adhärent zu behandeln. Der V. S. ist im Ver-
fahren G.-Nr. R1S.2019.05056 mithin zur Rekurserhebung legitimiert. Da
auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs
des V. S. in jenem Verfahren einzutreten.
2.2.1.
Die Rekurrentin S. stützt ihren Rekurs im Verfahren G.-Nr.
R1S.2019.05071 (sinngemäss) ebenfalls auf die Bestimmungen zur Ver-
bandsbeschwerde kraft Bundesrechts.
2.2.2.
Die Baudirektion sowie die ZüriBahn AG beantragen, auf den Rekurs der S.
teilweise nicht einzutreten, zumal wesentliche Aspekte bzw. Rügen im PGV
zu behandeln seien.
2.2.3.
Die Befugnis der S. zur Ergreifung von Rechtsmitteln erstreckt sich gemäss
Anhang 1 der VBO sowohl auf Rechtsmittel gemäss Art. 55 USG als auch
auf Rechtsmittel nach Massgabe von Art. 12 des Natur- und Heimatschutz-
gesetzes (NHG).
2.2.4.
Wie bereits erläutert, ist eine strikte sachliche Beschränkung bzw. Konzen-
tration der Entscheidbefugnisse auf das von Bundesbehörden durchzufüh-
rende PGV nicht möglich und mithin auch nicht zulässig. Auf die raumpla-
nerischen, landschaftsschutzrechtlichen, umweltrechtlichen sowie natur-
und heimatschutzrechtlichen Rügen der S. ist daher bereits deshalb einzu-
gehen – und damit, da in einer einzelnen Rekursschrift untrennbar verbun-
den, einzutreten –, weil diese Aspekte in der gemäss Art. 3 RPG und Art. 3
R1S.2019.05056 Seite 14
RPV vorzunehmenden raum- bzw. nutzungsplanerischen Interessenabwä-
gung Berücksichtigung finden müssen. Dies konzediert auch die Baudirek-
tion. Ein Verweis auf das PGV wäre nur insofern statthaft, als aus diesen
Aspekten Modifikationen des Projekts gefordert würden, welche im Rah-
men der Gestaltungsplanung gar nicht verfahrensgegenständlich sind bzw.
sein können. Nicht einzutreten ist hingegen auf den Rekurs, soweit die S.
ausdrücklich eine Verletzung der Bestimmungen des SebG bzw. der SebV
rügt. Die Frage der Erfüllung der diesbezüglichen Anforderungen ist dem
vom Bundesamt für Verkehr (BAV) durchzuführenden PGV vorzubehalten.
2.2.5.
Die S. ist mithin zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die weiteren Pro-
zessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs im Verfahren G.-Nr.
R1S.2019.05071 einzutreten, soweit sich die Rügen nicht auf eine Verlet-
zung der Bestimmungen des SebG und der SebV beziehen.
2.3.1.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05072 rekurrieren der V. S. und der V. Z.
gemeinsam gegen die Festsetzung des kantonalen Gestaltungsplans. Sie
stützen ihre Rekurslegitimation einerseits auf Art. 55 USG (V. S.) und ande-
rerseits auf § 338b Abs. 1 lit. c des kantonalen Planungs- und Baugesetzes
(PBG).
2.3.2.
Die Baudirektion und die ZüriBahn AG beantragen wiederum ein teilweises
Nichteintreten, sowohl mit Hinweis auf das PGV als auch namentlich mit
Bezug auf die Rügen betreffend Eingriff in das heimatliche Landschafts-
und Ortsbild bzw. den Ortsbild- und Landschaftsschutz.
2.3.3.
Wie erwähnt, beschlägt die Beschwerdeberechtigung nach Massgabe von
Art. 55 USG bei UVP-pflichtigen Vorhaben neben den Bestimmungen des
USG auch die ausdrücklich genannten Vorschriften über den Natur- und
Heimatschutz, den Landschaftsschutz, den Gewässerschutz, die Walder-
haltung sowie die Jagd und Fischerei (Art. 3 UVPV; BGE 118 Ib 301,
E. 1c). Eine Nichtberücksichtigung der Rügen des V. S. betreffend den
Landschafts- und Ortsbildschutz wäre daher nicht statthaft. Die Rekurs-
und Beschwerdeberechtigung gemäss § 338b PBG beschränkt sich hinge-
R1S.2019.05056 Seite 15
gen sachlich strikt auf den Gegenstand der in § 338b Abs. 1 lit. a-c enume-
rierten Interessen (§ 338b Abs. 2 PBG; BRGE I Nr. 0184/2014 in BEZ 2015
Nr. 8, E. 2.2.3). Da es vorliegend, wie nachfolgend zu erläutern sein wird,
um eine Gestaltungsplanung von überkommunaler Bedeutung bzw. um ei-
ne Gestaltungsplanung für eine Anlage ausserhalb der Bauzonen geht
(§ 338b Abs. 1 lit. b und c PBG), ist die Rekurslegitimation des V. Z. in der
Sache ebenfalls zu bejahen. Diese betrifft, wie in § 338b Abs. 2 PBG aus-
drücklich festgehalten, ohne weiteres die Interessen des Natur- und Hei-
matschutzes. Eine darüber hinausgehende statutarische Definition der zu-
lässigen Rügen bzw. zusätzliche diesbezügliche Einschränkungen werden
für das zürcherische Recht abgelehnt (VB 89/0158 in BEZ 1990 Nr. 3 =
RB 1990 Nr. 12).
2.3.4.
In der Sache haben sich die Rügen des V. S. und des V. Z., wie vorstehend
abgehandelt, im Rahmen des – angesichts der gemäss Art. 3 RPG und
Art. 3 RPV vorgeschriebenen Interessenabwägung weitreichenden – Ver-
fahrensgegenstands zu halten. Dies ist ohne weiteres der Fall. In die Inte-
ressenabwägung haben auch – falls erforderlich – die Rügen betreffend
Verkehrserschliessung oder betreffend die Beeinträchtigung von Lebewe-
sen (Vögel, Wasservögel) einzufliessen. Detaillierte zusätzliche Vorkehren,
wie sie Gegenstand des PGV wären, werden nicht gefordert.
2.3.5.
Im Ergebnis ist auf die Rekurse des V. S. und des V. Z., da auch die weite-
ren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, vollumfänglich einzutreten.
2.4.1.
Im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 rekurrieren die Stiftung H. als Rekur-
rentin 18 sowie als Rekurrierende 1-17 diverse Privatpersonen.
2.4.2.
Die Rekurrentin 18 verweist betreffend Legitimation im Wesentlichen auf
Art. 55 USG und Art. 12 NHG.
2.4.3.
Die Baudirektion und die ZüriBahn AG beantragen ein teilweises Nichtein-
treten einerseits mit Hinweis auf das PGV, andererseits mit Verweis auf die
R1S.2019.05056 Seite 16
mangelnde Darlegung der Legitimation der Rekurrentin 18 zu einzelnen
Rügen mit Bezug auf den statutarischen Zweck.
2.4.4.
Gemäss Anhang 1 der VBO ist die Rekurrentin 18 in beiden Sachbereichen
(USG und NHG) rechtsmittellegitimiert. Auch im Fall der Rekurrentin 18 ist
die Rekurslegitimation betreffend die von der projektierten Seilbahn ausge-
henden Beeinträchtigungen im Sinne von Art. 3 RPG i.V.m. Art. 3 RPV weit
zu fassen; die diesbezüglich wesentlichen Aspekte sind in der Rekursschrift
im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05073 entsprechend ausgewiesen. Eine be-
sondere Darlegung der Legitimation zu einzelnen Rügen käme angesichts
der grundsätzlichen Legitimation der Rekurrentin 18 zu allen Rügen im Be-
reich des Natur- und Heimatschutzes einem überspitzten Formalismus
gleich, zumal die Rekurrentin 18, wie die ZüriBahn AG konzediert, über ei-
ne entsprechende statutarische Bestimmung verfügt.
2.4.5.