# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 10c33d8d-ba6c-42e9-84c2-b304437296cf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
war seit November 2012 als Dachdecker-Spengler bei der
Z._
tätig, als er am 1
5.
Januar 2014 von einer Leiter stürzte und sich dabei das rechte Handgelenk brach (Urk. 8/17/158). Am
6.
Mai 2015 meldete er sich unter Hinweis auf dieses Ereignis bei der Eidgenössischen Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/11/5).
Die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte
medizinisch
e
sowie berufliche Abklärungen und
führte berufliche
Eingliederungsmassnahmen
durch (vgl. Urk.
8/44 und
Urk.
8/53), welche am 2
1.
Dezember 2016 mangels Erfolgs bei der Integration in den Arbeitsmarkt abgeschlossen wurden (Urk. 8/64). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/
69) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2017 ab (Urk. 8/72). Diese Verfü
gung blieb unangefochten.
1.2
Am 1
8.
Dezember 2018 meldete sich der Versicherte wegen einer neu hinzuge
tre
tenen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/79-81). Nach entsprechender Aufforderung durch die IV-Stelle (Urk. 8/82 und
Urk.
8/85) reichte der Versicherte einen weiteren Arzt
bericht ein (Urk. 8/86/2-3). Nach durchgeführte
m Vorbescheidverfahren (Urk. 8/
89 ff.) wies die
IV-Stelle das Leistungsbegehren
des Versicherten
mit Ver
fügung vom 30. August 2019
ab (Urk. 8/
95
=
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 3
0.
August 2019 erhob der Versicherte am 1. Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
f
Beschwerdegegnerin
sei anzuweisen, auf den Leistungsantrag einzutreten und im Rahmen
der Abklärungspflicht sein G
esuch zu prüfen.
In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S.
1
).
Diesbezüglich reichte er
innert der ihm hierzu angesetzten Frist (
Urk.
6-7)
das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
9
) samt Belegen zu seinen finanziellen Verhältnissen ein (
Urk.
10
/1-
6
).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. November 2019 auf Rückweisung der vorliegenden Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen (Urk. 7).
Der Beschwerdeführer reichte innert mit gerichtlicher Verfügung vom 1
1.
November 2019 angesetzter Frist keine Stellungnahme dazu ein (
Urk.
12 und 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Ein
tretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmel
dung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.2
Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein.
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das So
zialversicherungsgericht;
GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
relevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
Die Beschwerdegegnerin ist mit der angefochtenen Verfügung au
f die Neuanmel
dung eingetreten, hat das Leistungsbegehren jedoch aufgrund eines unter 40
%
liegenden Invaliditätsgrads abgewiesen
. Dabei ging sie davon aus, eine depressive Episode vermöge in keinem Fall eine Arbeitsunfähigkeit
im rechtlichen Sinn zu begründen
(vgl.
Urk.
2).
Beim Eintreten der Beschwerdegegnerin auf die Neuan
meldung ist d
ie
Eintretensfrage
nicht gerichtlich zu überprüfen (E. 1.1 vorste
hend). Die Parteien sind sich darüber einig, dass die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (
Urk.
1 S. 1 und
Urk.
7). Dieser übereinstimmende
Parteia
ntrag e
ntspricht der Sach- und Rechts
lage
(vgl. vorstehende E. 1.2-1.3)
, da
die
Auswirkungen der psychischen Erkran
kung
des Beschwerdeführers
nicht abgeklärt
wurden
, namentlich nicht unter Bezugnahme auf die Standard
indikatoren
(vgl.
Urk.
2), was indes
bei einer Depression (vgl.
Urk.
8/
79
und Urk.
3/1-2
) erforderlich gewesen wäre (BGE
143 V 409
E. 4.5.2
).
Sodann wird
die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls
auch
den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen
zu prüfen haben, wie der Beschwerdeführer dies beantragt hat (Urk. 8/
93/1
-2
und
Urk.
1 S. 3).
In Anbetracht dieser Gegebenheiten
und da die nötigen Grundlagen für einen Ent
scheid in der Sache fehlen,
ist die angefochtene Verfügung vom
30. August 2019 in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und die Sache an die Beschwer
de
gegnerin zurückzuweisen, damit diese die notwendigen Abklärungen vorneh
me und hernach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide.
3.
3.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 3
00.
--
anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer
Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Das Gesuch
des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozessführung erweist sich bei diesem Verfahrensausgang als gegenstandslos.
3.2
Zudem hat der
durch einen
Sozial
arbeiter der Pro
Infirmis
Zürich
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung.
Diese wird gemäss § 34 Abs. 1
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Grundsätze ist d
er Beschwerde
führer vorliegend mit Fr.
5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.