# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b21d8a17-bc2f-4fb0-b824-08789542aed5
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend «ESTV») im Zusam-
menhang mit dem Verkauf einer Liegenschaft vom 7. April 2017 von der B.
AG an die C. AG gegen A. wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung im
Sinne von Art. 96 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Mehr-
wertsteuer vom 12. Juni 2009 (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20)
ein Strafverfahren führt (act. 2.1);
- die ESTV mit Beschlagnahmeverfügung vom 29. September 2022 Bankun-
terlagen betreffend eine Bankbeziehung bei der Bank D. in Z., lautend auf
die B. AG, beschlagnahmte (act. 2.1);
- A. mit Schreiben vom 3. Oktober 2022 an die ESTV erklärte, Beschwerde
gegen die Verfügung vom 29. September 2022 einzureichen und im Wesent-
lichen geltend machte, dass die Steuerverwaltung nicht korrekt informiert ge-
wesen sei und er zu Unrecht beschuldigt werde; er dabei verschiedene Ein-
wände zum Sachverhalt vortrug (act. 1);
- der stellvertretende Direktor der ESTV die Eingabe von A. samt seiner Stel-
lungnahme vom 6. Oktober 2022 an die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts weiterleitete (act. 2); diese zusammen mit dem heutigen Be-
schluss A. zur Kenntnis zugestellt wird.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- bei Verfolgung von Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz
grundsätzlich das VStrR anwendbar ist (Art. 103 Abs. 2 MWSTG);
- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zusam-
menhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG); die Beschwerde innert drei Tagen, nach-
dem der Beschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, bei
der zuständigen Behörde schriftlich mit Antrag und kurzer Begründung ein-
zureichen ist (Art. 28 Abs. 3 VStrR);
- der Beschwerdeführer mit seiner Eingabe vom 3. Oktober 2022 lediglich aus-
führt, dass er bis September 2017 (fünf Monate nach dem Verkauf) Verwal-
tungsrat bei der B. AG gewesen sei, beim Verkauf der Liegenschaft im April
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2017 und bei der Vertragsunterzeichnung bis auf die Vollmachtserteilung
nicht involviert gewesen sei; die B. AG vor diesem Verkauf nicht mehrwert-
steuerpflichtig gewesen sei, aufgrund des Liegenschaftenverkaufs eine
MwSt.-Nummer beantragt und erteilt worden sei; bei der nun erfolgten peri-
odischen Abrechnung er bereits ausgeschieden gewesen sei; gemäss seiner
Information eine Meinungsverschiedenheit über die Höhe der zu entrichten-
den Steuer (Vorsteuerabzug) bestanden habe, wobei er auch hier nicht mehr
involviert gewesen sei; er alle sich bei ihm befindenden Unterlagen zur B.
AG 2019 an Herrn E. übergeben habe und bei ihm sei diesem Zeitpunkt
keine Unterlagen mehr vorhanden seien (act. 1);
- die Eingabe vom 29. Januar 2022 weder eine eigentliche Begründung noch
Rechtsbegehren i.S.v. Art. 28 Abs. 3 VStrR enthält und damit der Beschwer-
deführer auch nicht zum Ausdruck bringt, in welchem Sinne er die Beschlag-
nahmeverfügung geändert haben möchte;
- sich der Beschwerdeführer vielmehr auf die Eröffnung des Strafverfahrens
und nicht auf die Beschlagnahme bezieht;
- das VStrR für Beschwerden gegen Untersuchungshandlungen (Art. 26 ff.
VStrR) keine Möglichkeit der Nachfristansetzung zur Verbesserung der Be-
schwerde – anders als zum Beispiel bei der Einsprache gegen den Strafbe-
scheid (Art. 64 ff. VStrR; v.a. Art. 68 Abs. 3 VStrR) – vorsieht (vgl. Beschlüsse
des Bundesstrafgerichts BV.2022.6 vom 9. Februar 2022; BV.2017.45 vom
7. November 2017 und BV.2017.43 vom 26. Oktober 2017, je mit weiteren
Hinweisen);
- auf die vorliegende Beschwerde daher nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichtskos-
ten zu tragen hat (Art. 25 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG analog;
TPF 2011 25 E. 3);
- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 25 Abs. 4
VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des
Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
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