# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0d247871-bae6-50fe-9cdf-6072b2f9c314
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1992
,
arbeitete zuletzt bis zum Ablauf des befriste
ten Arbeitsverhältnisses per Ende
Dezember 2014
bei der
Y._
als Sachbearbeiter Leistungen Standard (
Urk.
7/25
Ziff.
2-3 und
Ziff.
11)
. Vom
2.
Januar bis 2
1.
Juni 2015 absolvierte er einen
Sprach
aufenthalt
in den USA und in Australien
und meldete sich in
der Folge
am 23
. Juni 2015 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Wetzikon
zum Leistungsbezug ab
diesem Datum
an und stellte sich der Arbeitsver
mittlung
zu einem Pensum von 80
%
zur Verfügu
ng (
Urk.
7/22
Ziff.
2-3 und
Ziff.
20,
Urk.
7/
23
).
Gestützt auf die Meldung des RAV
Wetzikon vom 9
. Juli 2015 (Urk. 7/
14
) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) den V
ersicherten mit Verfü
gung vom 16. Juli 2015 (Urk. 7
/2) wegen ungenügender per
sönlicher Arbeitsbemühungen ab 23. Juni
2015
für die Dauer von 16
Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Dag
egen erhob der Versicherte am 10.
August 2015 Einsprache (Urk. 7/3
), welche das AW
A mit
Einspracheentscheid
vom 5. November 2015 abwies (Urk. 7/
4
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
7.
Dezember 2015 gegen den
Einspracheentscheid
vom
5.
November 2015
(
Urk.
2)
Beschwerde
und beantragte, dieser sowie die zugrunde liegende Verfügung vom 1
6.
Juli 2015 seien aufzuheben
,
und es seien ihm 6 bis maximal 9 Einstelltage aufzuerlegen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Dezember 2015 beantrage das AWA die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 2
8.
Januar 2016 verzichtete der
Beschwerdeführer auf die Replik (
Urk.
10), was dem Beschwerdegegner am 2
9.
Januar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslo
sigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist schon dann gegeben, wenn die versicherte Per
son vor Eintritt der Arbeitslosig
keit ihren Obliegenheiten nicht nachgekom
men ist. Sie hat sich daher bereits während der Kündigungsfrist oder bei einem im vornherein befristeten Arbeitsverhältnis vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbeitsplatz zu bewerben (BGE 139 V 524 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom
3.
März 2015, E. 3.5, und 8C_917/2013 vom
4.
März 2014, E. 2.1, je mit Hinweisen, sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 2.2).
Die Pflicht zur Stellensuche dauert auch bei einer vorübergehenden Ort- oder Landesabwesenheit fort (Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom
3.
März 2015 E. 3.4 mit Hinweis)
.
1.3
Grundsätzlich sanktioniert
Art.
30
Abs.
1
lit
. c AVIG eine Verletzung der in
Art.
17
Abs.
1 AVIG statuierten
Schadenminderungspflicht
, insbesondere der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Beanspru
chung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versi
cherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhal
ten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b mit weiteren Hinweisen).
Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu ver
kürzen, sind die persönlichen Arbeitsbemühungen der versicherten Person selbst, die in der Regel streng beurteilt werden
(vgl. BGE 133 V 89 E. 6.1.1).
1.4
Bei der Beurteilung de
r Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sonder
n auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE
139 V 524 E. 2.1.4, und
124 V 225 E. 4a
je
mit Hinweis
en
).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern vielmehr auf
die Tatsache und Intensität der
selben (
BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 2
2.
Februar 2007 E. 3.1
). Die
Ar
beits
bemühungen
müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (
vgl.
Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insol
venz
entschädigung
,
4.
Auflage, Zürich
/Basel/Genf
2013, S. 104).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachgewiesen werden (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom
4.
März 2014 E. 2.2
).
1.
5
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3
der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung; AVIV
).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete seinen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit,
die Erstellung von zwei Arbeitsbemühungen in einem Beobachtungszeitraum von
praxisgemäss
drei Monaten vor Eintritt in die kontrollierte Arbeitslosig
keit sei in quantitativer Hinsicht klar ungenügend (S. 3
Ziff.
4 unten).
Der Beschwerdeführer könne seinen Auslandaufenthalt nicht zum Anlass nehmen, die Stellensuche zu vernachlässigen
,
und er habe den Umstand,
dass er
nicht genügend Zeit zur Stellensuche gehab
t habe, selber zu verantworten
. Die Stellensuche vom Ausland aus sei mit den heutigen Kommunikations
mitteln zumutbar. Auch im Sinne der Gleichbehandlung aller Versicherten könne
er
aus den erschwerten persönlichen Umständen nicht
s
zu seinen Gunsten ableiten.
Erschwerend wirke sich aus
, dass er sich bereits in der zweiten
Rahmenfrist für den Leistungsbezug befinde und ihm das System der Arbeitslosenversicherung hätte bekannt sein müssen. Hinzu komme, dass er schon einmal wegen fehlenden Arbeitsbemühungen habe eingestellt werden müssen, was die Einstelldauer erhöhe
(S. 4
f.
Ziff.
4).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend
,
der
Beschwerdegegner
habe sich mit den Argumenten der
Einsprachebegrün
dung
nicht auseinandergesetzt
und einfach das Maximum
an Einstelltagen auferlegt
. Massgebend seien die konkret
en Umstände
des Einzelfalles
(S. 4 ff.
Ziff.
10-12
). So habe er sich in dieser Zeit intensiv wei
tergebildet und in den letzten acht
Wochen vor der Prüfung mit den Vorbereitungen jeweils einiges über 40 Stunden pro Woche gearbeitet (S. 6
Ziff.
13.1). Er habe sich
in San Diego, USA, befunden
,
und
die Reise zu einem Bewerbungsgespräch sei nicht zumutbar gewesen (S. 6
Ziff.
13.2).
Erschwerend sei noch die Zeitver
schiebung von 8 bis 9 Stunden hinzugekommen (S. 6
Ziff.
13.3). Zudem hätte sich kein Arbeitgeber veranlasst gefühlt, a
uf seine Rückkehr zu warten und
die Stelle anderweitig besetzt. Die Realität am Arbeitsmarkt beziehungs
weise das Verhalten der Arbeitgeber sei
en
bei der Auferlegung der
Einstell
tage
zu berücksichtigen (S.
6 f.
Ziff.
14.1). Sofern er mit denjenigen Arbeit
nehmern gleichzustellen sei, welche bereit
s
während der
Kündigungsfrist eine S
telle suchen müssten, sei von einer Kündigungsfrist von led
iglich zwei Monaten auszugehen
(S. 8)
. Zudem habe er für seinen Auslandaufenthalt die letzten finanzielle
n Mittel aufgebraucht, weshalb
ihn die Einstelltage härter
als andere träfen
(S. 9 Ziff.
14.5).
Es
seien ihm 6 bis maximal 9 Einstelltage aufzuerlegen (S. 10 f.
Ziff.
15.1-3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführ
er zu Recht für die Dauer von 16
Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde
.
3.
3.1
Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer vor Beginn seiner kontrollier
ten Arbeitslosigkeit
lediglich
2 Suchbemühun
gen unternommen hat
te
(vgl. Urk. 7/18
).
Damit ist er seiner Pflicht zur Arbeitssuche nicht
genügend
nach
gekommen, weshalb der Einstellungsgrund der ungenügenden persönlichen Arbeitsbemühungen im Sinne von
Art.
30
Abs.
1
lit
. c AVIG gegeben ist
(vgl. vorstehend E. 1.2-4)
.
3.2
Daran vermag die Tatsache nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum für einen
Sprachaufenthalt
in
den USA und in
Aus
tra
lien weilte (vgl.
Urk.
6/27)
. Denn die Rechtsprechung geht davon aus, dass Landesabwesenheit nicht von der Pflicht entbindet, sich um Arbeit zu bemü
hen, wenn vorauszusehen ist, dass die versicherte Person nach ihrer Rück
kehr wieder Leis
tungen in Anspruch nehmen will
, zumal es mit den heutigen Kommunikationsmitteln und Personalvermittlungsagenturen grundsätzlich möglich und zumutbar ist, sich auch vom Ausland aus für eine neue Arbeits
stelle zu bewerben
(vgl.
Urteile des Bundesgerichts C 275/05 vom 6. No
vember 2006 E. 3.2 und 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E. 3.4).
Dass der Beschwerdeführer
, wie er geltend machte (vgl. vorstehend E. 2.2)
aufgrund des
grossen
Lernaufwandes keine Zeit zur Stellensuche gefunden habe, vermag ihn nicht von der gesetzlichen Pflicht
gemäss
Art.
17
Abs.
1 AVIG zu entbinden (Urteil des Bundesgerichts
C 239/06
vom 3
0.
November 2007
E.
3.3).
Ebenfalls unbeachtlich sind die Argumente der Zeitver
schiebung und der Unmöglichkeit
, an
einem allfällig
en Bewerbungsgespräch teilzunehmen
.
Selbst wenn es ihm
wegen der Zeitverschiebung und der
grossen
Distanz nur massiv erschwert möglich gewesen wäre, sich um eine Arbeit zu bemühen, kann dies nicht zu Lasten der A
r
beitslosen
versicherung
gehen
, zumal der Beschwerdeführer
, sofern er dies tatsächlich hätte vermei
den wollen, auch einen nähergelegenen Englischkurs hätte besuchen können. Aus diesem Grund kann er auch aus dem Vorbringen, es hätte ohnehin kein Arbeitgeber auf ihn gewartet, nichts für sich ableiten.
So hat er sich
selbst fü
r diesen Aufenthalt entschieden
und
hat
daher auch für die in dieser Zeit nicht erfolgten Arbeitsbemühungen und die daraus fol
genden Konsequenzen einzustehen
und
eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung in Kauf nehmen
müssen
.
3.3
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
4.
4.1
Der Beschwerdegegner stellte den
Beschwe
rdeführer für 16
Tage in der Anspruchsberechtigung ein, was
im unteren Rahmen eines
mittelschweren Verschulden
s
liegt
(vgl. vorstehend E. 1.
5
)
.
4.2
Der
Beschwerdeführer machte geltend, der Beschwerdegegner habe bei der Bemessung der Einstelltage seinen konkreten Umständen ni
cht genügend Rechnung getragen
(vgl.
vorstehend E. 2.2
).
Zu beachten ist, dass sich die Sanktion nach dem
Ausmass
der nicht erfüllten Schadenminderungspflicht richtet, welche gebietet, dass die Versicherten alles ihnen Zumutbarer vorzukehren haben, um die Folgen der Arbeitslosig
keit möglichst gering zu behalten (vgl. vorstehend E. 1
.3
).
Wie ausgeführt,
hat der Beschwerdeführer seinen Auslandaufenthalt selbst zu verantworten und kann aus dem Umstand, dass es in seiner Branche unmög
lich gewesen wäre, sich vom Ausland aus erfolgreich zu bewerben, nicht zu
seinen Gunsten ableiten.
Unbehelflich
ist auch der Hinweis darauf, dass er mit seinem Auslandaufenthalt sämtliche finanziellen Mittel aufgebraucht hat.
Erschwerend wirkt sich
insbesondere
aus, dass sich der Beschwerdeführer
bereits in der zweiten
Rahmenfrist für den
Leistungsbezug befand (vgl.
Urk.
7/19,
Urk.
7/27) und damit mit dem System der Arbeitslosenversiche
rung vertraut
gewesen sein musste.
Zudem hatte er
bereits mit Verfügung vom 1
8.
September 2013 (
Urk.
7/20) in der Anspruchsberechtigung einge
stellt werden müssen, weil er
ebenfalls
vor Eintritt in die kontrollierte Arbeitslosigkeit keine persönlichen
Arbeits
be
mühungen
nachgewiesen hat. Es
musste
ihm daher
bewusst gewesen sein, dass er sich auch vor der Anmel
dung bei der Arbeitslosenversicherung genügend um Arbeit zu bemühen hat
te
.
Sein Verschulden kann demnach
nicht mehr als leichtes qualifiziert werden.
Unter Berücksichtigung
der
genannten Umständen sowie in Anbetracht dessen
, dass der Sozialversicherungsrichter sein Ermessen nicht ohne trifti
gen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (BGE 114 V 31
5 E.
5a mit Hinweisen), ist die Einstellung in der Anspruchsberechtigung entspre
chend einem mittelschweren Verschulden mit 16 Einstelltagen
nicht zu beanstanden.
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.