# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c049e0e7-486b-5da9-a306-cefc8a5136b5
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Ortsgemeinde X._ ist Eigentümerin eines Gebäudes (Vers.-Nr. 00.0000) an der
A._-Strasse (...) auf der Alp B._ in der Politischen Gemeinde Y._. Am 9. August 2015
ereignete sich in der Region Y._ ein Unwetter mit Niederschlägen, in dessen Folge ein
Schaden an der bergseitigen Rückwand an besagtem Gebäude entdeckt wurde,
welcher der Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen (GVA) gemeldet wurde. Am
25. August 2015 besichtigte der Schadenexperte der GVA das Gebäude. Gemäss dem
Schadenermittlungsprotokoll vom 14. September 2015 belief sich die Schadensumme
am Gebäude auf netto CHF 19'850 (act. 11/3). Mit Schreiben vom 14. September 2015
teilte der Leiter Schadendienst der Ortsgemeinde X._ mit, die GVA erachte sich für
den vorliegenden Schaden als nicht leistungspflichtig (act. 11/4). Nachdem die
Ortsgemeinde X._ dazu Stellung genommen hatte (act. 11/5), lehnte die GVA mit
Verfügung vom 4. Januar 2016 die Versicherungsleistung vollumfänglich ab. Zur
Begründung führte sie zusammenfassend aus, aufgrund der topografischen Situation
könne kein Oberflächenwasser direkt gegen die Bruchsteinmauer geflossen sein. Die
Deformation der Bruchsteinmauer auf der Innenseite sei folglich auf kein bei der GVA
versichertes Ereignis zurückzuführen, weshalb die GVA nicht leistungspflichtig sei
(act. 11/7). Die dagegen erhobene Einsprache wies die GVA mit Entscheid vom
26. August 2016 ab (act. 11/16). Mit Entscheid vom 20. Juni 2018 wies der
Verwaltungsrat der GVA den dagegen erhobenen Rekurs ab (act. 11/40).
B.
Dagegen gelangte die Ortsgemeinde X._ an das Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene
Rekursentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur Durchführung eines
gesetzeskonformen Rekursverfahrens zurückzuweisen. Mit Entscheid vom 14. Februar
2019 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, hob den angefochtenen
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Rekursentscheid vom 20. Juni 2018 auf und wies die Angelegenheit zur weiteren
Abklärung des Sachverhalts im Sinn der Erwägungen und zu neuer Entscheidung an
die GVA zurück. Zusammengefasst kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, die GVA
hätte keinen Entscheid ohne Durchführung eines Augenscheins mit den
Verfahrensbeteiligten fällen dürfen. Der angefochtene Entscheid sei mithin in Verletzung
des rechtlichen Gehörs ergangen (VerwGE B 2018/192 vom 14. Februar 2019). In der
Folge führte die GVA am 21. Juni 2019 in Anwesenheit von Vertretern der
Ortsgemeinde X._ und ihrem Rechtsvertreter vor Ort einen Augenschein durch
(act. 11/59). Nachdem die Ortsgemeinde X._ am 15. Juli 2019 zum
Augenscheinprotokoll Stellung genommen hatte (act. 11/64), teilte die GVA mit
Verfügung vom 12. August 2019 die Ablehnung der Versicherungsleistung mit. Sie
begründete die Ablehnung im Wesentlichen damit, das Wasser habe aufgrund der
topografischen Lage und der Anordnung der Gebäudeöffnungen nicht zu ebener Erde
in das Gebäude eindringen können. Weiter sei es auch zu keiner Spontanrutschung
gekommen; ein allfälliger Bergdruck sei kein versichertes Ereignis (act. 11/66). Die
dagegen erhobene Einsprache wies die GVA mit Entscheid vom 3. Oktober 2019 ab
(act. 11/71).
C.
Die Ortsgemeinde X._ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid der GVA
(Vorinstanz) mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 10. Oktober 2019 Rekurs beim
Verwaltungsrat der GVA, welcher die Eingabe zur weiteren Bearbeitung an das
Sicherheits- und Justizdepartment (SJD) weiterleitete (act. 2/1). Mit Eingabe vom
21. November 2019 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie erachte es als sachgerecht,
wenn die Angelegenheit mittels Sprungbeschwerde an das Verwaltungsgericht
übermittelt werde, und ersuchte entsprechend um Prüfung dieses Antrags (act. 2/6).
Nachdem sich die Vorinstanz damit einverstanden erklärt hatte (act. 2/9), überwies das
SJD die Streitsache an das Verwaltungsgericht (act. 1). Mit Beschwerdeergänzung vom
10. Februar 2020 beantragte die Beschwerdeführerin, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der vorinstanzliche Entscheid vom 3. Oktober 2019 (...) an der
Alphütte Vers.-Nr. 00.0000, A._-Strasse (...), Gemeinde Y._, aufzuheben. Es sei
festzustellen, dass der geltend gemachte Schaden vom Versicherungsschutz gemäss
dem Gesetz über die Gebäudeversicherung (sGS 873.1, GVG) erfasst sei;
dementsprechend sei die Vorinstanz anzuweisen, die Aufwendungen und Auslagen für
die Wiederinstandstellung der Alphütte zu übernehmen (act. 7). Mit Vernehmlassung
vom 4. März 2020 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige Abweisung der
Beschwerde (act. 10). Dazu nahm die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 15. April
2020 Stellung (act. 15). Weitere Eingaben datieren vom 29. April 2020 (Vorinstanz,
act. 17) und vom 13. Mai 2020 (Beschwerdeführerin, act. 19). Mit Eingabe vom 19. Mai
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2020 verzichtete die Vorinstanz auf eine weitere Stellungnahme (act. 21).
Auf die Ausführungen der Verfahrensparteien zur Begründung ihrer Anträge, den
angefochtenen Entscheid und die Akten wird – soweit wesentlich und erforderlich – in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der
Sprungbeschwerde ist von Amtes wegen zu prüfen.
Gemäss Art. 43 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP)
kann der Rekurrent, sofern die weiteren Beteiligten zustimmen, auf den
Rekursentscheid des zuständigen Departements verzichten und verlangen, dass die
Streitsache als Beschwerde an das Verwaltungsgericht überwiesen wird. Die
Sprungbeschwerde steht nach dem Wortlaut der Bestimmung demnach nur in jenen
Fällen offen, in denen das zuständige Departement im Sinn von Art. 43 VRP die
kantonale Rekursinstanz ist. Grundsätzlich steht die Sprungbeschwerde zum
Überspringen der obersten Verwaltungsbehörde einer selbständigen öffentlich-
rechtlichen Anstalt im Sinn von Art. 40 VRP daher nicht zur Verfügung (vgl. H.-R. Arta,
in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 5 zu Art. 43 VRP). Die Abweichung vom
Instanzenzug mittels Sprungbeschwerde kann jedoch dann sinnvoll sein, wenn der
übersprungenen Rechtsmittelinstanz nicht die Stellung eines unabhängigen Gerichts
zukommt und diese bereits in einem früheren Verfahrensstadium mit der Angelegenheit
befasst war, allenfalls sogar Weisungen über deren Behandlung erteilt hat und deshalb
später nicht mehr unabhängig entscheiden kann. Sinnvoll ist das Überspringen einer
Instanz auch dann, wenn diese in einer tatsächlich oder rechtlich gleich gelagerten
Sache bereits entschieden hat und nicht gewillt ist, von ihrer rechtlichen Beurteilung
abzuweichen. Das Überspringen einer Instanz kann sich auch aus
prozessökonomischen Erwägungen rechtfertigen (VerwGE B 2016/209 vom 20. Januar
2017 E. 2.1 mit Hinweisen auf Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1163; N. Voigt, Die Sprungbeschwerde, in: Staatskanzlei
des Kantons St. Gallen [Hrsg.], 20 Jahre Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, St.
1.1. ter
bis
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Gallen 1986, S. 75 ff.).
Der Verwaltungsrat der Vorinstanz befasste sich mit Entscheid vom 20. Juni 2018
bereits einmal mit der vorliegend im Streit liegenden Angelegenheit betreffend das
Unwetter vom 9. August 2015 im Gebiet der Alp B._ und allfällig entstandenen
Schäden am Gebäude der Beschwerdeführerin (vgl. act. 11/40). Dem abweisenden
Entscheid lag der Einspracheentscheid vom 26. August 2016 zugrunde, mit welchem
festgehalten wurde, dass aufgrund der topografischen Situation gegen die Stelle der
Deformation der Aussenwand kein Oberflächenwasser direkt gegen die
Bruchsteinmauer geflossen sein könne (act. 11/16). Da der Rekursentscheid vom
20. Juni 2018 in Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ergangen
war, hiess das Verwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde gut und wies die
Angelegenheit insbesondere zur Durchführung eines Augenscheins an die Vorinstanz
zurück (vgl. VerwGE B 2018/192 vom 14. Februar 2019). Nachdem die Vorinstanz einen
Augenschein durchgeführt hatte, lehnte sie mit Verfügung vom 12. August 2019 die
Versicherungsleistung erneut ab. Im Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2019 hielt sie
in der Hauptsache wiederum fest, aufgrund der Topografie sei ein Zufliessen von
Oberflächenwasser über das Fenster in das Gebäude nicht möglich (act. 2/1). Der
Verwaltungsrat der Vorinstanz war demnach bereits im den Rückweisungsentscheid
auslösenden Verfahren mit der nämlichen Angelegenheit befasst, wobei die Sache
vorliegend in tatsächlicher Hinsicht gleich gelagert ist. Unter diesen Umständen erweist
sich eine Sprungbeschwerde – auch aus prozessökonomischen Gründen – gegen den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2019 ausnahmsweise als
zulässig. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass mit der Überweisung einer Streitsache als
Sprungbeschwerde sich der Charakter des eingereichten Rechtsmittels nicht ändert.
So kommt dem Verwaltungsgericht dadurch keine erweiterte Kognition zu. Die
zulässigen Beschwerdegründe richten sich nach Art. 61 VRP und schliessen damit –
anders als vor einer kantonalen Rekursinstanz – insbesondere die Überprüfung von
reinen Ermessensfragen aus (Arta, a.a.O., N 3 zu Art. 43 VRP).ter
Formell wird weiter vorausgesetzt, dass das Verwaltungsgericht als übergeordnete
Rechtsmittelinstanz sachlich zuständig ist (vgl. Art. 59 Abs. 1 VRP), was konkret der
Fall ist. Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingaben vom 14. Oktober 2019 bzw.
10. Februar 2020 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP).
1.2.
bis
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2.
Mit dem IV. Nachtrag zum Gesetz über die Gebäudeversicherung (nGS 2016-020) und
dem III. Nachtrag zur Verordnung über das Gesetz über die Gebäudeversicherung
(sGS 873.11, nGS 2016-021, VzGVG) hat die Gesetzgebung zur Gebäudeversicherung
einige Änderungen erfahren, wobei die Bestimmungen gestaffelt ab 1. Januar 2016 in
Kraft gesetzt wurden. Zu klären ist daher vorab, ob der Streitfall nach den ab 1. Januar
2016 geltenden neuen Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen oder nach den bis
31. Dezember 2015 geltenden Bestimmungen zu entscheiden ist. Art. 65 Abs. 1 GVG
hält unter dem Titel "Übergangsbestimmungen des IV. Nachtrags vom 17. November
2015" fest, dass für versicherte Schäden, die vor Vollzugsbeginn dieses Erlasses
eingetreten sind, die Bestimmungen des Gesetzes über die Gebäudeversicherung vom
29. Dezember 1960 über die Voraussetzungen und die Bemessung der
Versicherungsleistungen sowie das Verfahren im Versicherungsfall in der Fassung vor
der Änderung durch diesen Erlass angewendet werden. Die identische
Übergangsbestimmung findet sich auch in Art. 78 VzGVG (Übergangsbestimmungen
des III. Nachtrags). In Frage steht, ob der Schaden am Gebäude der
Beschwerdeführerin auf der Alp B._ auf die starken Regenfälle vom 9. August 2015
zurückzuführen ist. Der vorliegende Fall beurteilt sich demnach nach dem GVG bzw.
VzGVG in der bis 31. Dezember 2015 geltenden Fassung (nachfolgend jeweils "aArt.").
3.
Die Beschwerdeführerin stellt sich zunächst auf den Standpunkt, aArt. 45 und 47
VzGVG würden nicht über eine genügende gesetzliche Grundlage verfügen.
Insbesondere aArt. 31 GVG enthalte keine Kompetenznorm für die Regierung oder für
die GVA, für den Sachbereich "Versicherungsfälle" und für die Umschreibung des
Ausnahmefalls eigene, nachgeordnete Vorschriften zu erlassen. Der
Beschwerdeführerin kann indes, wie nachstehend aufzuzeigen ist, nicht gefolgt
werden.
Auf die Sprungbeschwerde ist daher ausnahmsweise einzutreten.
1.3.
Gemäss aArt. 31 Ziff. 3 GVG erbringt die Gebäudeversicherung
Versicherungsleistungen, wenn Gebäudeschäden durch Sturmwind, Hagel,
Hochwasser, Überschwemmungen, Schneedruck, Schneerutschungen, Lawinen,
Steinschlag, Erd- oder Felsrutschungen entstanden sind; ausgenommen sind Schäden,
die im Wesentlichen auf andere Ursachen zurückgehen. Nach aArt. 45 VzGVG besteht
Anspruch auf Versicherungsleistungen, wenn ein versichertes Ereignis vorliegt (lit. a);
3.1.
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ein Gebäudeschaden entstanden ist, der unmittelbar auf das versicherte Ereignis
zurückgeführt werden kann (lit. b) und die Ereigniseinwirkung nicht
bestimmungsgemäss war (lit. c). aArt. 47 Abs. 2 VzGVG bestimmt, dass der
Gebäudeschaden nicht entschädigt wird, wenn er ganz oder überwiegend auf andere
Ereignisse zurückgeht. Nicht vergütet werden insbesondere Schäden, die auf
fortgesetztes Einwirken zurückgehen oder die nicht auf eine plötzliche,
aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie Schäden zufolge
schlechten Baugrunds, ungenügender Konstruktion, verwahrlosten Zustands,
eingedrungenen Schnee- und Regenwassers sowie Schäden durch Grundwasser oder
Kanalisationsrückstau und Schäden aus periodischen Hochwasserrückständen.
Eine analoge Regelung kennen etliche andere Kantone, so etwa der Kanton Luzern.
Das Bundesgericht hat dabei die analoge Regelung des luzernischen
Verordnungsgebers in drei im Jahr 2007 beurteilten Fällen als vertretbare,
systemkonforme Auslegung der Vorgaben von § 24 GVG LU, welcher wiederum
aArt. 31 GVG SG entspricht, geschützt (vgl. BGer 2C_419/2008 vom 30. März 2009
E. 3.2 mit Verweis auf BGer 2C_212/2007, 2C_214/2007 und 2C_215/2007, alle vom
11. Dezember 2007). Im Jahr 2017 hatte das Bundesgericht sodann zu prüfen, ob die
Vollziehungsverordnung zum GVG des Kantons Fribourg, welche eine vergleichbare
Regelung erlassen hat, das Legalitätsprinzip verletze (vgl. BGer 2C_441/2017 vom
23. August 2017) und letzteres verneint. Gestützt auf die zitierte bundesgerichtliche
Rechtsprechung lässt sich für den Kanton St. Gallen deshalb folgender Schluss ziehen:
Es trifft zwar zu, dass sich die Bestimmungen zu den Voraussetzungen für
Versicherungsleistungen in der Verordnung (aArt. 45 bis 48 VzGVG) nicht auf eine
ausdrückliche spezifische Delegationsnorm stützen, die im direkten Zusammenhang
mit aArt. 31 GVG stünde bzw. sich unmittelbar daraus ergäbe. Vielmehr stellt die
Gebäudeversicherungsverordnung eine Vollziehungsverordnung dar, welche auf der
entsprechenden in aArt. 58 Abs. 2 GVG enthaltenen, allgemeinen
Kompetenzzuweisung an die Exekutive beruht. Danach erlässt die Regierung die
übrigen zum Vollzug dieses Gesetzes erforderlichen Vorschriften.
Bei den von der Beschwerdeführerin angerufenen aArt. 45 und 47 VzGVG handelt es
sich offensichtlich um solche Ausführungsbestimmungen. Die Kompetenz der
Exekutive zum Erlass von derartigen Vollziehungsverordnungen ist im Übrigen in der
allgemeinen, ihr von der Verfassung eingeräumten Vollzugskompetenz enthalten. Eine
formelle Delegationsnorm ist hierzu nicht erforderlich. Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung haben Vollziehungsverordnungen die Gesetzesbestimmungen näher
3.2.
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4.
Zu prüfen bleibt somit, ob sich die Regierung des Kantons St. Gallen beim Erlass von
aArt. 45 und 47 VzGVG an den vom Gesetz vorgegebenen Rahmen hielt, der ihr mit
aArt. 31 GVG zugestanden wurde. Ergibt sich dabei, dass die Regierung in vertretbarer
Weise davon ausgehen durfte, der Begriff des Hochwasser- und
Überschwemmungsschadens gemäss aArt. 31 Ziff. 3 GVG erfasse Schäden nicht, die
auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen oder die nicht auf eine plötzliche,
aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie beispielsweise Schäden
zufolge eingedrungenen Regenwassers sowie Schäden durch Grundwasser oder
Kanalisationsrückstau, verletzt aArt. 47 VzGVG den Grundsatz der Gewaltentrennung
nicht.
auszuführen und auf diese Weise zur verbesserten Anwendbarkeit des Gesetzes
beizutragen. Sie dürfen das auszuführende Gesetz weder abändern noch ergänzen,
müssen der Zielsetzung des Gesetzes folgen und dürfen dabei lediglich die Regelung,
die in grundsätzlicher Weise bereits im Gesetz Gestalt angenommen hat, aus- und
weiterführen (vgl. BGer 2C_441/2017 vom 23. August 2017 E. 3.2; BGer 2C_212/2007,
2C_214/2007 und 2C_215/2007, alle vom 11. Dezember 2007, jeweils E. 3.3, je mit
weiteren Hinweisen).
Gebäude müssen alltäglichen Naturereignissen wie Regen, Wind oder Frost trotzen
können. Bei den im Gesetz abschliessend aufgezählten versicherten
Elementarereignissen handelt es sich demgegenüber um durch geologische,
physikalische oder meteorologische Vorgänge ausgelöste Naturereignisse von
ausserordentlicher Heftigkeit (D. Gerspach, in: Glaus/Honsell [Hrsg.],
Gebäudeversicherung – Systematischer Kommentar, Basel 2009, S. 80 Rz. 80, 83).
Hochwasser und Überschwemmungen stellen nach aArt. 31 Ziff. 3 GVG zwei einzeln
umschriebene, versicherte Ereignisse dar. Von Hochwasser ist dann die Rede, wenn
Wasser als Folge von übermässigen Niederschlägen die ihm von der Natur oder
Menschenhand künstlich gezogenen Grenzen übersteigt. Hochwasser bedeutet das
Ansteigen des Wasserspiegels und Überborden von Flüssen und Seen. Es kann
dadurch auch zu Überschwemmungen führen. Überschwemmungen bestehen in der
Überflutung von Land, Grund, Boden und Bauwerken, die nach ihrem Zweck oder ihrer
Bewirtschaftung nicht zur Aufnahme von Wasser bestimmt sind. Sie spielen sich auf
ebener Erde ab und setzen Gebietsteile unter Wasser. Dabei kann Oberflächenwasser
in Räume und Keller eindringen. Für die Beurteilung der sich im vorliegenden Verfahren
stellenden Fragen ist es von entscheidender Bedeutung, wie das Wasser seinen Weg
4.1.
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ins Gebäude gefunden hat. Wasser, das sich von der Oberfläche her in ein Gebäude
ergiesst, verursacht einen Elementarschaden. Gelangt hingegen das Wasser auf
andere Weise in ein Gebäude, liegt in der Regel kein versicherter Elementarschaden im
Sinn von aArt. 31 Ziff. 3 GVG vor. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann gegeben,
wenn sowohl Oberflächenwasser als auch Wasser aus dem Erdinnern in ein Gebäude
gelangen und wenn beide Arten von Wasserschaden (durch Oberflächenwasser und
Grundwasser) erkennbar und in enger zeitlicher Abfolge durch ein Elementarereignis
verursacht wurden. Schäden, die infolge von Rückstau in der Kanalisation entstehen,
sind nicht von der Versicherung gedeckt (vgl. VerwGE B 2019/159 vom 19. Dezember
2019 E. 2.1 mit Hinweis auf VerwGE B 2004/13 vom 23. April 2004 E. 2b; VerwGE
B 2001/64 vom 22. Januar 2002 E. 4d; vgl. auch Gerspach, a.a.O., S. 91 Rz. 109 f.).
Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerin wurde die Alphütte Vers.-
Nr. 00.0000 auf der Alp B._ zum besseren Schutz insbesondere vor Schnee und
Lawinen bergseitig so in das gewachsene Terrain gebaut, dass das Dach letzteres nur
um Weniges überragt (vgl. act. 7 III.1). Die topografische Lage des Gebäudes und
insbesondere auch dessen Einfügung in den Hang ergibt sich ebenfalls aus den
anlässlich des Augenscheins vom 21. Juni 2019 erstellten Fotografien (vgl. act. 11/59).
Nach dem Unwetter vom 9. August 2015 in der Region Y._ wurde an der bergseitigen,
in den Hang eingelassenen Rückwand an besagtem Gebäude ein Schaden festgestellt.
Offensichtlich ist, dass das Wasser nicht ebenerdig oder oberirdisch – im Sinne von
Oberflächenwasser – in die Alphütte eingedrungen ist. Vielmehr gelangte das Wasser
aus dem Erdinnern durch die in den Hang eingelassene Aussenwand in das Gebäude.
Für den Umstand, dass kein Oberflächenwasser ins Gebäude eingedrungen sein kann,
spricht im Übrigen auch der Eintrag in der Oberflächenabflusskarte, aus welcher die
möglichen Abflussbereiche im fraglichen Gebiet nachvollziehbar hervorgehen (vgl.
Gefährdungskarte Oberflächenabfluss Kt, www.geoportal.ch). Die Beschwerdeführerin
anerkennt denn auch selbst, dass das den Schaden verursachende Wasser weder
durch Fenster noch durch Türen gekommen sei, sondern durch die bergseitige
Aussenmauer, die leicht eingeknickt sei und wodurch das Wasser auch habe
eindringen können (vgl. act. 7 IV.9e). Strittig ist bei Konstellationen wie der
vorliegenden allenfalls die Adäquanz des Kausalzusammenhangs. Letztlich braucht
darüber nicht entschieden zu werden, weil es sich bei den geltend gemachten
fraglichen Schäden – wenn überhaupt – um eine indirekte Auswirkung des
Elementarereignisses, das heisst der Überschwemmungen handelt. Der
Gesetzeswortlaut beschränkt einen versicherten Überschwemmungsschaden auf die
Fälle der direkten Schadensverursachung, das heisst auf solche Fälle, bei denen das
4.2.
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Wasser ebenerdig bzw. oberirdisch als Oberflächenwasser in ein Gebäude eindringt.
Dementsprechend gelten gemäss der Rechtsprechung nur Schäden als versichert, die
direkt auf Oberflächenwasser zurückgehen. Eine Leistungspflicht der
Gebäudeversicherung wird also grundsätzlich nur dann ausgelöst, wenn die
Überschwemmung als solche im Gebäude selber in Erscheinung tritt, indem als Folge
des Elementarereignisses ebenerdig Wasser einfliesst und das Gebäude schädigt
(BGer 2C_419/2008 vom 30. März 2009 E. 3.4). Eine solche Auslegung erleichtert die
Abgrenzung zu den nach aArt. 31 Ziff. 3 a. E GVG nicht versicherten Schäden, die im
Wesentlichen auf andere Ursachen und nicht auf eine Natureinwirkung von
aussergewöhnlicher Heftigkeit zurückzuführen oder durch fortgesetztes Einwirken
entstanden sind. Vereinfacht wird dadurch auch die Unterscheidung von Schäden
infolge von Kanalisationsrückstauungen, die auf anderen Ursachen wie beispielsweise
der Verstopfung des Leitungssystems oder einer andersartigen Überlastung, etwa
wegen nicht sachgemässer Benutzung, beruhen (BGer 2C_212/2007, 2C_214/2007
und 2C_215/2007, alle vom 11. Dezember 2007, jeweils E. 4.2). Zu berücksichtigen ist
dabei, dass als Kanalisation nicht nur eine Ableitung von Wasser mittels Leitungen
bzw. Röhren zu verstehen ist, sondern auch eine natürliche Ableitung oder
Versickerung. Ist diese Ableitung ungenügend, kann Wasser durch den allgemeinen
Anstieg des unterirdischen Wasserspiegels in das Gebäude eindringen (vgl. VerwGE
B 2019/159 vom 19. Dezember 2019 E. 4.2 mit Hinweis auf VerwGE B 2004/13 vom
23. April 2004 E. 2c 7. Absatz).
Die fragliche Gesetzesbestimmung darf sodann mit Blick auf die analogen bzw.
ergänzenden Regelungen der privaten Elementarschadenversicherung ausgelegt
werden, auch wenn diese für die öffentlich-rechtliche Gebäudeversicherung nicht direkt
massgebend sind. Es erscheint nämlich sinnvoll, von einer in sich kohärenten
Gesamtassekuranz auszugehen, bei der privat- und öffentlich-rechtliche
Gebäudeversicherungen ein logisches Ganzes bilden und identische Rechtsbegriffe
verwenden. Gemäss ausdrücklicher rechtlicher Regelung zählen in der privaten
Elementarschadenversicherung Grundwasserschäden und Schäden infolge von
Kanalisationsrückstau nicht zu den versicherten Elementarschäden (vgl. Art. 173 Abs. 3
lit. a und b der Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten
Versicherungsunternehmen, SR 961.011, AVO) und werden damit insbesondere nicht
den Schäden aus Überschwemmungen zugerechnet (vgl. Art. 173 Abs. 1 AVO). Bei der
versicherungsrechtlichen Abgrenzung zwischen einem Schaden, den oberirdisches
Wasser verursacht, und einem solchen, der auf unterirdisches Wasser zurückgeht,
handelt es sich im Übrigen um eine schweizweit geübte und gefestigte Praxis (vgl. zum
4.3.
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Ganzen BGer 2C_212/2007, 2C_214/2007 und 2C_215/2007, alle vom 11. Dezember
2007, jeweils E. 4.3), von der abzuweichen vorliegend weder Grund noch Anlass
besteht.
Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführerin sodann aus dem Umstand der
(vorbehaltlosen) bisherigen Versicherung herleiten. Die Kompetenz der GVA, bestimmte
Schutzmassnahmen ausdrücklich verlangen zu können, kommt ausschliesslich im
Nachgang zu einem Schadenfall zum Tragen. Es wird mit anderen Worten bewusst
darauf verzichtet, solche Auflagen im Rahmen einer systematischen Überprüfung des
Gebäudebestandes, beispielsweise im Rahmen der regelmässig stattfindenden
ordentlichen Gebäudeschätzungen, vorzunehmen. Eine systematische Überprüfung
des Gebäudebestandes unter dem Blickwinkel der Elementarschadengefährdung wäre
aus praktischen Gründen mit einem vernünftigen Aufwand gar nicht durchführbar
(VerwGE B 2018/174 vom 3. Dezember 2018 E. 3.3.3 mit Hinweis auf ABl 2015 381
und VerwGE B 2015/87 vom 26. April 2018 E. 3.9).
4.4.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass gestützt auf aArt. 31 Ziff. 3 GVG dann kein
Überschwemmungsschaden vorliegt, wenn Wasser infolge Durchnässung des Bodens
durch starke Niederschläge unterirdisch durch die Wände eines Gebäudes dringt (vgl.
Gerspach, a.a.O., S. 91 f. Rz. 110). Vorliegend floss das Regenwasser vorerst von der
Oberfläche ins Erdreich und drückte anschliessend die aufgrund der starken Regenfälle
mit Wasser getränkte Erdmasse an die Steinwand. Ein solcher Vorgang ist im Ergebnis
gleichzusetzen mit einem Rückstau aus einer Kanalisation. Ob der Rückstau auf einen
Baumangel zurückzuführen ist, ist nicht ausschlaggebend. Eine solche Auslegung von
aArt. 31 Ziff. 3 GVG steht folglich auch nicht im Widerspruch mit aArt. 45 und 47
VzGVG; vielmehr hielt sich der Verordnungsgeber an den vom Gesetz vorgegebenen
Rahmen.
4.5.
Die Beschwerdeführerin stellt diverse verfahrensrechtliche Anträge (vgl. act. 7 Ziff. 6).
Auf die diversen beantragten prozessualen Vorkehren (öffentliche Verhandlung,
persönliche Anhörung, Zeugeneinvernahme) kann indes verzichtet werden, da sich die
entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse aus den Verfahrensakten ergeben und
von den beantragten Beweisvorkehren mit Blick auf die im Streit stehenden
Rechtsfragen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGer 1C_582/2018 vom
23. Dezember 2019 E. 2.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 144 II 427 E. 3.1 f.;
vgl. auch A. Fedi, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, a.a.O., N 5 zu Art. 55 VRP). Die
4.6.
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5.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist somit
abzuweisen. (...)