# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 183c4b3f-f619-4900-ac48-532f989c1623
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Der Beschwerdeführer ist gesetzlicher Erbe der am tt.mm.jjjj verstorbenen
B.
1.2.
Mit an das Bezirksgericht Zofingen gerichteter Erklärung vom 5. Juli 2022
schlug der Beschwerdeführer die Erbschaft von B. aus.
2.
Mit Entscheid vom 1. September 2022 erkannte das Bezirksgericht Zofin-
gen, Präsidium des Zivilgerichts, das Folgende:
" 1. Die am 5. Juli 2022 abgegebene Ausschlagungserklärung des Erben A., [...], wird protokolliert.
2. Über den Nachlass von B., geboren am tt.mm.jjjj, von Q., gestorben am tt.mm.jjjj, wohnhaft gewesen in R., mit Aufenthalt im [...], S., wird am 1. September 2022, 10.00 Uhr, die konkursamtliche Liquidation eröffnet.
3. Mit der Durchführung der Liquidation wird das Konkursamt Aargau,  Oberentfelden, beauftragt. Vorbehalten bleibt eine allfällige andere Zuweisung durch die leitende Konkursbeamtin.
4. Die Entscheidgebühr für die Eröffnungsverfügung der konkursamtlichen Liquidation von Fr. 200.00 wird dem Nachlass auferlegt."
3.
Gegen diesen ihm am 3. September 2022 zugestellten Entscheid erhob der
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. September 2022 (Postaufgabe:
12. September 2022) beim Obergericht des Kantons Aargau Beschwerde.

## Considerations

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 193 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG hat die zuständige Behörde den
Konkursrichter zu benachrichtigen, wenn alle Erben eine Erbschaft ausge-
schlagen haben oder die Ausschlagung zu vermuten ist. Aufgrund der ent-
sprechenden amtlichen Bescheinigung der zuständigen Behörde über die
Ausschlagung eröffnet der Konkursrichter hierauf i.S.v. Art. 573 Abs. 1 ZGB
den Konkurs über die hinterlassene Erbschaft (BRUNNER/BOLLER/FRITSCHI,
- 3 -
in: STAEHLIN/BAUER/LORANDI [Hrsg.], Bundesgesetz über Schuldbetreibung
und Konkurs II, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, N. 6 zu Art. 193 SchKG).
Im Kanton Aargau ist sowohl für die Entgegennahme und Protokollierung
der Ausschlagungserklärungen und die Benachrichtigung des Konkursrich-
ters wegen vermuteter Ausschlagung als auch für die anschliessende An-
ordnung der konkursamtlichen Liquidation der ausgeschlagenen bzw.
überschuldeten Erbschaft das Gerichtspräsidium am letzten Wohnsitz der
Erblasserin zuständig (Art. 570 ZGB i.V.m. § 66 Abs. 3 EG ZGB; Art. 251
lit. a ZPO i.V.m. § 6 Abs. 1 lit. b EG ZPO). Die Entscheide des Gerichtsprä-
sidiums ergehen im summarischen Verfahren unter Anwendung der Best-
immungen nach Art. 248 ff. ZPO (betreffend Protokollierung der Ausschla-
gungserklärung: § 66 Abs. 4 EG ZGB; betreffend Anordnung der konkurs-
amtlichen Erbschaftsliquidation: Art. 251 lit. a ZPO, BRUNNER/BOLLER/
FRITSCHI, a.a.O., N. 13 f. zu Art. 193 SchKG).
2.
Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde im Wesentlichen aus, er
habe mit seiner Erklärung vom 5. Juli 2022 den gesamten Nachlass von B.
unwiderruflich ausgeschlagen. Er könne daher nicht mehr als Erbe oder
antretende Person des Nachlasses von B. gelten. Folglich könne er auch
nicht für die Fr. 200.00 Liquidationsgebühren aufkommen, die die Vo-
rinstanz dem Nachlass belaste, deren Ausschlagung ihm vom Gericht be-
stätigt worden sei. Er sei daher nicht bereit, für die Liquidationsgebühren
von Fr. 200.00 aufzukommen.
Der Beschwerdeführer ficht damit sinngemäss die Verteilung der Gebühr
für die Eröffnungsverfügung der konkursamtlichen Liquidation im Entscheid
der Vorinstanz an.
3.
3.1.
Der Kostenentscheid ist mit Beschwerde anfechtbar (Art. 110 und Art. 319
lit. b. Ziff. 1 ZPO), wobei auf die Beschwerde nur bei Vorhandensein sämt-
licher Prozessvoraussetzungen einzutreten ist. Zu den Prozessvorausset-
zungen gehört das Rechtsschutzinteresse (vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO).
Im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens entspricht das Rechtsschutzinte-
resse der Beschwer; der Rechtsmittelkläger muss durch den angefochte-
nen Entscheid beschwert sein und ein Interesse an dessen Abänderung
haben (ZÜRCHER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER [Hrsg.],
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO-Komm.],
3. Aufl. 2016, N. 14 zu Art. 59 ZPO).
3.2.
Einem ausschlagenden Erben können die Kosten des Konkursverfahrens
über die konkursamtliche Erbschaftsliquidation nicht einzig aufgrund des
- 4 -
Umstands der Ausschlagung der Erbschaft auferlegt werden. Kosten für
eine konkursamtliche Erbschaftsliquidation dürfen einem Erben vielmehr
nur auferlegt werden, sofern dieser die konkursamtliche Liquidation nach
Art. 193 Abs. 3 SchKG selber verlangt hat (BGE 124 III 286 E. 3; BRUN-
NER/BOLLER/FRITSCHI, a.a.O., N. 15 f. zu Art. 193 SchKG).
Der Beschwerdeführer verkennt offensichtlich, dass die Vorinstanz die Ent-
scheidgebühr für die Eröffnungsverfügung der konkursamtlichen Liquida-
tion im Sinne der vorerwähnten Grundsätze nicht ihm, sondern dem Nach-
lass von B. auferlegt hat. Für diese Gebühr haftet somit der vom Beschwer-
deführer ausgeschlagene Nachlass. Die Vorinstanz hat dem Beschwerde-
führer folglich keine Kosten für die eröffnete konkursamtliche Erbschaftsli-
quidation auferlegt. Entsprechend hat er auch kein Rechtsschutzinteresse
an der Aufhebung der vorinstanzlichen Gebührenverlegung, weshalb auf
die Beschwerde nicht einzutreten ist.
4.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die auf Fr. 200.00 festzusetzenden
Gebühren des Beschwerdeverfahrens (vgl. Art. 52 und Art. 61 Abs. 1 GebV
SchKG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es ist
keine Parteientschädigung zuzusprechen.