# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 136c29f2-09f5-4b21-af9c-9fbb836d0037
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Dr. med. Y._ wurde am 15. März 2014 als stellvertretender Bezirksarzt (seit 1. Januar 2016: stellvertretender Amtsarzt) in O.1_ telefonisch von der Kantonspolizei Graubünden kontaktiert. Ihm wurde mitgeteilt, dass ein stark alkoholisierter Mann beim Bahnhof aufgefunden worden sei. Dieser Mann, X._, habe Suizidabsichten geäussert. Dr. med. Y._ verfügte in der Folge, ohne Anhörung und Untersuchung von X._, dessen Fürsorgerische Unterbringung (FU) in eine psychiatrische Klinik für die Dauer von sechs Wochen. X._ wurde durch die Kantonspolizei Graubünden in die psychiatrische Klinik überführt. Am nächsten Tag wurde er von der Klinik entlassen.
Anlässlich der Anhaltung und Überführung von X._ kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Polizisten und der Ehefrau von X._. Im gegen die Ehefrau geführten Strafverfahren gelangte das Kantonsgericht von Graubünden zum Ergebnis, dass die Anordnung der Fürsorgerischen Unterbringung durch Dr. med. Y._ nichtig gewesen sei, weil einerseits keine ärztliche Untersuchung und Anhörung erfolgt und andererseits die Verfügung nicht richtig eröffnet worden sei.
B. Am 7. Dezember 2016 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) gegen Dr. med. Y._ eine Strafuntersuchung wegen "Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB etc.". Gegenstand der Untersuchung bildete dabei auch eine allfällige Freiheitsberaubung bzw. Entführung im Sinne von Art. 183 StGB.
C. Mit Parteimitteilung vom 26. Juli 2017 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchung gegen Dr. med. Y._ abgeschlossen sei, und stellte die Teil-Einstellung des Verfahrens wegen Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB in Aussicht.
D. Mit Verfügung vom 18. September 2017, mitgeteilt am 20. September 2017, stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen Dr. med. Y._ wegen Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB ein. Die in diesem Zusammenhang aufgelaufenen Verfahrenskosten von CHF 150.00 wurden auf die Staatskasse genommen. Entschädigungen wurden keine zugesprochen.
E. Dagegen erhob X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und stellte folgende Rechtsbegehren:
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"1. Die Teileinstellungsverfügung vom 18.09.2017 (mitgeteilt am 20.09.2017) im Verfahren mit der Nummer VV._ sei aufzuheben.
2. Die Staatsanwaltschaft sei zu verpflichten, das Verfahren fortzuführen und Anklage zu erheben.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. Mehrwertsteuer zu Lasten des Staates."
F. Mit Stellungnahme vom 9. Oktober 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
G. In seiner Stellungnahme vom 6. November 2017 beantragte Dr. med. Y._ (nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers.
H. Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen in der angefochtenen Teil-Einstellungsverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzu-reichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden.
1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach
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Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert sind (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Einstellungsverfügung - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen - nur dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt konstituiert haben (Art. 118 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 9 zu Art. 322 StPO). Als geschädigte Person gilt, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuldhafte Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt sie eine blosse Hypothese (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/ [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 20 zu Art. 115 StPO).
1.3. Der Beschwerdegegner ordnete gegenüber dem Beschwerdeführer am 15. März 2014 eine Fürsorgerische Unterbringung an, welche bis am Folgetag dauerte. Dem Beschwerdeführer wurde damit für eine gewisse Zeit die Freiheit entzogen. Da er geltend macht, dies sei in unrechtmässiger Art und Weise geschehen, ist der Beschwerdeführer als geschädigte Person anzusehen. Sodann hat er sich rechtzeitig und formgültig als Privatklägerschaft sowohl im Straf- als auch im Zivilpunkt konstituiert (StA act. 1.10). Durch die Einstellung des Verfahrens ist der Beschwerdeführer offensichtlich beschwert, sodass er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist. Die von ihm am 2. Oktober 2017 erhobene Beschwerde erweist sich zudem als frist- und formgerecht. Unter diesen Umständen braucht auf die Rüge des Beschwerdeführers, die angefochtene  sei nicht seinem Rechtsvertreter, sondern ihm zugestellt worden, obwohl die Staatsanwaltschaft um die Rechtsvertretung gewusst habe (vgl. Beschwerde, S. 2), nicht weiter eingegangen zu werden. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.1. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der angefochtenen . Die Staatsanwaltschaft sei zu verpflichten, das Verfahren fortzuführen und Anklage zu erheben (Beschwerde, S. 2).
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2.2. Die Staatsanwaltschaft stellte das gegen den Beschwerdegegner geführte Strafverfahren mit der Begründung ein, der Beschwerdegegner sei davon ausgegangen, dass die materiellen Voraussetzungen für eine Fürsorgerische Unterbringung vorgelegen hätten. Es würden deshalb keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Beschwerdegegner gewusst oder in Kauf genommen habe, dass die materiellen Voraussetzungen für eine Fürsorgerische Unterbringung im Zeitpunkt, als er diese ausgesprochen habe, nicht vorliegen würden und diese trotzdem verfügt habe (angefochtene Verfügung, E. 2 [in fine]).
2.3. Die Staatsanwaltschaft hält an der verfügten Teil-Einstellung des Strafverfahrens fest und beantragt im Beschwerdeverfahren die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (KG act. A.2). Der Beschwerdegegner beantragt ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers (KG act. A.3).
2.4. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO u.a. die Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b) oder wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c). Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (vgl. zum Ganzen BGE 143 IV 241 E. 2.2.1. m.w.H.).
Ein Fall von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO liegt vor, wenn der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt, d.h. wenn unter einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichtes gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (vgl. Beschluss
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des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar 2015, E. 2, mit Hinweis auf PKG 1997 Nr. 36 E. 5). Die Sachverhaltsfeststellung obliegt indes grundsätzlich dem urteilenden Gericht. Die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über die Einstellung eines Strafverfahrens den Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen. Sachverhaltsfeststellungen müssen in Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" jedoch auch bei Einstellungen zulässig sein, soweit gewisse Tatsachen "klar" bzw. "zweifelsfrei" feststehen, so dass im Falle einer Anklage mit grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Davon kann indes nicht ausgegangen werden, wenn eine abweichende Beweiswürdigung durch das Gericht ebenso wahrscheinlich erscheint. Den Staatsanwaltschaften ist es nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" lediglich bei einer unklaren Beweislage untersagt, der Beweiswürdigung des Gerichts vorzugreifen. Sachverhaltsfeststellungen der Staatsanwaltschaften sind im Rahmen von Art. 319 Abs.1 lit. b und c StPO in der Regel gar notwendig. Auch insoweit gilt jedoch, dass der rechtlichen Würdigung der Sachverhalt "in dubio pro duriore", d.h. der klar erstellte Sachverhalt zugrunde gelegt werden muss (BGE 143 IV 241 E. 2.3.2.).
2.5. Die Staatsanwaltschaft führte gegen den Beschwerdegegner ein Strafverfahren u.a. wegen Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB. Danach wird bestraft, wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder gefangen hält oder jemandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Eine fahrlässige Freiheitsberaubung ist grundsätzlich nicht strafbar; sie kann aber eine Garantenpflicht begründen, wenn der fahrlässige Täter das Opfer nach Erkenntnis des Irrtums nicht befreit (vgl. Vera Delnon/Bernhard Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 56 zu Art. 183 StGB; Günter Stratenwerth/Guido Jenny/Felix Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 7. Aufl., Bern 2010, §5 Rz. 40).
2.5.1. Ausser Frage steht, dass dem Beschwerdeführer mit dem Vollzug der Fürsorgerischen Unterbringung jedenfalls für eine gewisse Zeit die Freiheit entzogen wurde. Indem der Beschwerdegegner als stellvertretender Bezirksarzt (seit 1. Januar 2016: stellvertretender Amtsarzt) die Fürsorgerische Unterbringung angeordnet hat, ist ihm der entsprechende Freiheitsentzug zuzurechnen. Die Beeinträchtigung der Fortbewegungsfreiheit muss im Übrigen von einer gewissen Erheblichkeit sein; ein nur vorübergehendes, kurzfristiges Festhalten genügt nicht
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(vgl. BGE 128 IV 73 E. 2a). Zwar wurde der Beschwerdeführer bereits am Folgetag nach der Einweisung wieder aus der Psychiatrischen Klinik entlassen, doch dürfte damit die geforderte Erheblichkeit klar überschritten sein. Nicht nachvollziehbar erscheint allerdings, wenn der Beschwerdegegner ausführt, er habe zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise die Absicht gehabt, dem Beschwerdeführer die Freiheit zu entziehen (vgl. KG act. A.3, S. 5). Es ergeben sich nämlich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner die Fürsorgerische Unterbringung nicht bewusst und gewollt angeordnet hat.
2.5.2. Die Entziehung der Freiheit muss - wie die Bestimmung von Art. 183 Ziff. 1 StGB ausdrücklich festhält - unrechtmässig sein. Ein Teil der Lehre schliesst daraus, dass die Rechtmässigkeit des Handelns tatbestandsausschliessende Wirkung hat, währenddem die Gegenmeinung im Begriff "unrechtmässig" bloss einen Hinweis darauf sieht, dass Rechtfertigungsgründe hier in besonderem Masse zu beachten seien (vgl. zum Ganzen Andreas Donatsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 455 f.; Stratenwerth/Jenny/ Bommer, a.a.O., §5 Rz. 41; Stefan Trechsel/Martino Mona, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, N 8 zu Art. 183 StGB). Im Ergebnis ändert die Streitfrage insofern nichts daran, als dass die Rechtmässigkeit des Freiheitsentzuges zur Straflosigkeit führt. Ebenso unbestritten ist, dass sich der "Vorsatz" des Täters auch auf die Unrechtmässigkeit des Freiheitsentzuges beziehen muss (vgl. Delnon/Rüdy, a.a.O., N 56 zu Art. 183 StGB; Donatsch, a.a.O., S. 459).
2.5.3. Rechtmässig ist ein Freiheitsentzug etwa dann, wenn die Voraussetzungen einer Fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 426 ff. ZGB erfüllt sind (Delnon/Rüdy, a.a.O., N 54 zu Art. 183 StGB). Danach darf, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wer an einer psychischen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist (Art. 426 Abs. 1 ZGB). Die betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB). Zuständig für die Anordnung der Unterbringung und die Entlassung ist einerseits die Erwachsenenschutzbehörde (Art. 428 Abs. 1 ZGB). Andererseits können die Kantone Ärzte und Ärztinnen bezeichnen, die neben der Erwachsenenschutzbehörde eine Unterbringung während einer vom kantonalen Recht festgelegten Dauer anordnen dürfen. Die Dauer darf höchstens sechs Wochen betragen (Art. 429 Abs. 1 ZGB). Im Kanton Graubünden ist gemäss Art.
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## Considerations