# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9113eb11-89c2-47c8-9f2e-d13f2dcfd6dd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. wurde am 10. März 1990 in Z. geboren und lebte zu Beginn teilweise bei seiner Mutter und teilweise bei seiner Grossmutter in X. (Gemeinde L. GR). Aufgrund von Alkoholproblemen konnte seine Mutter ihre Betreuungspflichten nicht mehr genügend wahrnehmen, weshalb A. im August 1995 in einer Pflegefamilie platziert werden musste. Bereits einen Monat später zog die Mutter mit A. in den Kanton O., wo dieser in der damaligen Linthkolonie untergebracht wurde. Zwischendurch hielt er sich weiterhin bei seiner Grossmutter auf. Ab April 1999 besuchte er die Primarschule in Y. und von Februar 2001 bis Februar 2003 hielt er sich im Schulheim „Gott hilft“ in U. auf. Im Anschluss daran folgten Aufenthalte bei einer Pflegefamilie in T., in der Jugendstation Alltag in S. und auf dem Jugendschiff Salomon in Frankreich. Letztgenannter Aufenthalt wurde im Mai 2006 abgebrochen, woraufhin A. vorerst ins Jugendheim R. und im Januar 2007 in die geschlossene Wohngruppe im Platanenhof in Q. eingewiesen wurde. Am 12. März 2007 erfolgte der Eintritt ins Massnahmezentrum für junge Erwachsene Arxhof in P., von wo aus A. fünfmal die Flucht ergriff. Aus diesem Grund wurde er am 29. Februar 2008 zwecks Sicherung der Jugendmassnahme ins Gefängnis in O. überführt und am 11. April 2008 wieder entlassen. In der Folge hielt er sich hauptsächlich im Raum Z. auf. Aufgrund der Begehung mehrerer Straftaten wurde A. am 17. Mai 2008 in W. festgenommen und verbrachte die Zeit bis zum 11. Juli 2008 in Untersuchungshaft. Seit dem 20. Oktober 2008 befindet er sich erneut in Untersuchungs- und Sicherheitshaft.
Am 29. Mai 2006 und am 25. Mai 2007 wurde A. von der Jugendanwaltschaft O. u.a. der mehrfachen Freiheitsberaubung, der Gefährdung des Lebens, der einfachen Körperverletzung, der Drohung, der Nötigung, des mehrfachen Diebstahls sowie der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrs- und das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und in ein Erziehungsheim eingewiesen. Mit Verfügung vom 2. April 2008 wurde diese Massnahme aufgehoben und stattdessen eine unbedingte Freiheitsstrafe von 12 Wochen angeordnet, welche A. im Gefängnis O. verbüsste. Am 11. April 2008 wurde er - bei einem Strafrest von 6 Wochen - bedingt entlassen.
Aufgrund seiner andauernden deliktischen Tätigkeiten geniesst A. keinen guten Leumund. Zudem mussten die verschiedenen Aufenthalte in aller Regel bereits nach kurzer Zeit abgebrochen werden, weil er floh oder weil sein destruktives Verhalten für die betroffene Gemeinschaft nicht zumutbar war.
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Dr. med. B. von den Psychiatrischen Diensten Graubünden, Klinik Beverin, diagnostizierte bei A. in seinem Gutachten vom 12. August 2008 eine dissoziale Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.2). Diese habe sich aus einer bereits in der Kindheit erstmals deutlich gewordenen Störung des Sozialverhaltens entwickelt. Anhaltspunkte für darüber hinaus gehende weitere Störungen fehlten. Weiter wird darin festgehalten, dass bei A. der Realitätsbezug zu den verschiedenen Tatzeitpunkten durchgängig ohne Einschränkung vorhanden gewesen sei, er somit die volle Handlungskontrolle über seine Taten, d.h. die uneingeschränkte Steuerungsfähigkeit gehabt habe. Folglich liege eine uneingeschränkte Schuldfähigkeit vor.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. Dezember 2008 wurde A. des mehrfachen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Versuchs hiezu gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, des mehrfachen geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, der Drohung gemäss Art. 180 StGB, der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB, der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Fahrens mit einem nicht betriebssicheren Fahrzeug gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Ziff. 2 Abs. 1 SVG, des mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Versicherungsschutz gemäss Art. 96 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 SVG, des mehrfachen Missbrauchs von Schildern gemäss Art. 97 Ziff. 1 Abs. 1 und 7 SVG, der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, der Entwendung eines Fahrrads zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 3 SVG sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG angeklagt.
C. Am 12. Dezember 2008 verfügte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein die Umwandlung der Untersuchungs- in eine Sicherheitshaft. Mit Entscheid vom 23. Januar 2009 wies er sodann das Gesuch des A. um Hafterleichterung ab.
D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 3. Februar 2009 stellte der Vertreter der Staatsanwaltschaft im Wesentlichen den Antrag, A. sei im Sinne der Anklageverfügung schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 3 1⁄2 Jahren zu bestrafen. Der amtliche Verteidiger von A. beantragte eine Freiheitsstrafe
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von 20 Monaten, wovon 14 Monate bedingt sowie die Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft. A. bestritt lediglich noch den Raub zum Nachteil von H. am 10. Mai 2008 in Z., den Raubversuch zum Nachteil von M. am 16. Mai 2008 in W., den geringfügigen Diebstahl einer Sonnenbrille am 19. Juli 2008 im Kaufhaus J. in W., die Nötigung von E. zwischen dem 20. und 30. April 2008 in Z. sowie die Gewalt und Drohung gegen Beamte am 13. Mai 2008 im RhB-Zug von Z. nach N.. Bezüglich der übrigen Straftaten war er geständig.
E. Mit Urteil vom 3. Februar 2009, mitgeteilt am 13. März 2009, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:
„1. A. ist schuldig des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Versuchs hierzu gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss 186 StGB, des mehrfachen geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, der Drohung gemäss Art. 180 StGB, der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB, der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Fahrens mit einem nicht betriebssicheren Fahrzeug gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Ziff. 2 Abs. 1 SVG, des mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Versicherungsschutz gemäss Art. 96 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 SVG, des mehrfachen Missbrauchs von Schildern gemäss Art. 97 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 7 SVG, der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, der Entwendung eines Fahrrades zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 3 SVG und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Die am 11. April 2008 erfolgte bedingte Entlassung wird widerrufen und A. hat den Strafrest von 6 Wochen zu verbüssen.
3. A. wird im Sinne einer Gesamtstrafe zu einer Freiheitsstrafe von 3 1⁄2 Jahren verurteilt.
4. Die erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 162 Tagen wird an die Freiheitsstrafe angerechnet.
5. A. wird mit einer Busse von CHF 100.00, im Falle der Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen, bestraft.
6. Die sichergestellten Drogen und die mit Quarzsand bestückten Handschuhe werden gerichtlich eingezogen.
7. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft CHF 11‘592.00
Gerichtsgebühr CHF 8‘564.35
Total CHF 20‘156.35
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gehen zulasten von A..
Das Honorar des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Risch, von total CHF 7‘696.60 geht zu Lasten des Verurteilten.
Die Kosten der Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

## Considerations