# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 41c35163-d757-59cc-83de-aa90818cf942
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Gemeinde Wynau forderte den Beschwerdeführer mit
Wiederherstellungsverfügung vom 9. Mai 2014 auf, sämtliche auf Parzelle Wynau
Grundbuchblatt Nr. A._ im Freien gelagerten Materialien, bestehend aus Geräten,
Apparaten, Motoren, Autofelgen, Velos, Metallen, Kunststoffen, Heizungsrohren, Altholz,
Elektrokabeln, Schränken, Kisten, Fässern, Kleingebinden usw. bis am 30. Juni 2014
vollständig zu räumen. Gleichzeitig wies sie auf die Möglichkeit eines nachträglichen
Baugesuchs hin und drohte die Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an.
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2. Der Beschwerdeführer führte gegen diese Verfügung Beschwerde bei der Bau-,
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Ein nachträgliches Baugesuch
reichte er nicht ein. Die BVE wies die Beschwerde mit Entscheid vom 26. August 2014 ab
und bestätigte die Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Wynau vom 9. Mai 2014,
wobei die Wiederherstellungsfrist neu auf den 31. Oktober 2014 angesetzt wurde.
3. Am 21. November 2014 führte die Gemeinde Wynau vor Ort eine Abnahmekontrolle
durch. Mit Schreiben vom 24. November 2014 teilte sie dem Beschwerdeführer mit, dass
die Wiederherstellung bzw. Räumung nicht vollständig erfüllt worden sei, und kündigte die
Ersatzvornahme ab 10. Dezember 2014 an. Bei einer Kontrolle am 9. Dezember 2014
stellte die Baupolizeibehörde der Gemeinde Wynau fest, dass der Beschwerdeführer das
zu räumende Material von Parzelle Nr. A._ entfernte und auf die angrenzende,
ebenfalls in seinem Eigentum befindliche Parzelle Wynau Grundbuchblatt Nr. Z._
umlagerte.
4. Mit Verfügung vom 11. Dezember 2014 untersagte die Gemeinde Wynau dem
Beschwerdeführer ab sofort, weitere Materialien auf Parzelle Nr. Z._ zuzuführen
und zwischenzulagern; diese Anordnung erklärte sie als sofort vollstreckbar. Das Abführen
von Material blieb gestattet. Der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, sämtliche auf der
Parzelle Z._ gelagerten Materialien wie Geräte, Apparate, Metalle, Kunststoffe,
Baumaterialien, Gebinde, Fahrzeugachse, Badewanne, Reifen, Wassersportgerät (Kajak),
Blachen und dergleichen bis am 31. Januar 2015 vollständig zu räumen. Nach Verfall
dieser Frist dürfe die Parzelle Nr. Z._ nur noch zonenkonform als Garten,
Rasenanlage oder Ähnliches genutzt werden. Jegliches Errichten und Betreiben von
Lagerplätzen sei in Zukunft verboten (Benützungsverbot), bis baupolizeilich eine andere
Nutzung bewilligt sei. Weiter wies die Gemeinde Wynau auf die Möglichkeit eines
nachträglichen Baugesuchs hin, dies allerdings unter dem Hinweis, dass Lagerplätze für
die jetzt in Frage stehenden Materialien in der Kernzone voraussichtlich nicht
bewilligungsfähig seien; zudem drohte sie die Ersatzvornahme und eine Busse bei
Nichtbefolgung an.
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5. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 12. Januar 2015
Beschwerde bei der BVE ein. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung der
vorinstanzlichen Verfügung. Zudem ersuchte er um Gewährung der aufschiebenden
Wirkung.
6. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Mit Verfügung vom 20. Februar 2015
wies es den Antrag des Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab,
soweit er sich auf die Untersagung der Zuführung und Zwischenlagerung weiterer
Materialien auf Parzelle Nr. Z._ bezog. Es wies zudem darauf hin, dass die
Beschwerde hinsichtlich der übrigen Anordnungen der Vorinstanz in der angefochtenen
Verfügung von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung hat.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung beschwert und
daher zur Beschwerde legitimiert. Auf seine form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten.
2. Rechtliches Gehör
a) Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, es sei ihm vor Erlass der Verfügung vom
11. Dezember 2014 das rechtliche Gehör nicht gewährt worden. Gemäss der
angefochtenen Verfügung wurde der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2014 anlässlich
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191). 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
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der baupolizeilichen Kontrolle darauf angesprochen, dass er die von der Parzelle Nr.
A._ zu entfernenden Gegenstände auf die Parzelle Nr. Z._ umlagerte.
Der Beschwerdeführer habe jedoch sehr gereizt reagiert und ein normales Gespräch sei
nicht möglich gewesen. Am 10. Dezember 2014 habe er der Verwaltungsleiterin der
Gemeinde Wynau ein E-Mail gesandt, in dem er sich zur Sache äusserte und mitteilte,
dass die derzeit auf Parzelle Nr. Z._ abgestellten Sachen zum Verkauf
ausgeschrieben und innert drei Monaten geräumt würden. Die Vorinstanz war der Ansicht,
mit der Gelegenheit zur mündlichen und nachfolgenden schriftlichen Äusserung (per
elektronischem Textverkehr) sei das rechtliche Gehör gewahrt worden. Der
Beschwerdeführer führt an, er sei damit beschäftigt gewesen, mit Hilfe einer Baufirma die
Gegenstände auf den Parkplätzen (gemeint: auf Parzelle Nr. Z._) zu deponieren.
Die Gemeindevertreter seien vor Ort gewesen, um mit einer Recycling-Unternehmung die
Räumung der Parzelle Nr. A._ zu besprechen. Er weist die Darstellung, dass er
gereizt und heftig reagiert habe, zurück; er habe den Anstand gewahrt, obwohl er das
Verhalten der Gemeinde als Schikane empfunden habe.
b) Nach Art. 21 Abs. 1 VRPG3 muss die Behörde die Parteien anhören, bevor sie
verfügt oder entscheidet. Der verfassungsmässig garantierte Anspruch auf rechtliches
Gehör bezweckt, die Wahrheitsfindung durch die Kommunikation zwischen entscheidender
Behörde und Verfahrensbeteiligten zu verbessern, die Betroffenen als Subjekte des
Verfahrens ernst zu nehmen, ihnen ein faires Verfahren zu gewährleisten und die
Akzeptanz von Verfügungen und Entscheiden zu erhöhen.4 Die Anhörung kann mündlich
oder schriftlich erfolgen.5 Auch bei einer mündlichen Anhörung müssen bestimmte
Förmlichkeiten gewahrt werden, insbesondere wenn sie – wie vorliegend – ohne vorherige
Ankündigung erfolgt. So muss klargestellt werden, in welcher Angelegenheit und zu
welcher Rechtsfrage die Behörde zu verfügen oder entscheiden gedenkt, und es muss
zumindest aus den Umständen ersichtlich sein, dass die Möglichkeit einer Stellungnahme
gewährt wird.
c) Nach unbestrittenen Ausführungen in der angefochtenen Verfügung hatten Vertreter
der Baupolizeibehörde den Beschwerdeführer am 9. Dezember 2014 darauf
angesprochen, dass er die zu räumenden Materialien von Parzelle Nr. A._ auf
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 1 m.w.H. 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 6.
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Parzelle Nr. Z._ umlagerte, und ihn angewiesen, die Arbeiten sofort einzustellen.
Der Beschwerdeführer hatte dabei Gelegenheit zu einer mündlichen Stellungnahme vor
Ort. Diese Art der Anhörung stellt, wie erwähnt, besondere Herausforderungen, zumal sie
dem Beschwerdeführer nicht vorgängig angekündigt worden war. Das E-Mail des
Beschwerdeführers vom Folgetag zeigt jedoch, dass ihm bewusst war, dass die Gemeinde
sich auch gegen die Lagerung von Gegenständen auf Parzelle Nr. Z._ gewandt
hatte und diese als unzulässig erachtete; letzteres musste er auch aus dem
vorangegangenen Verfahren betreffend Parzelle Nr. A._ und den Umständen
schliessen. Die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei von der Gemeinde nicht auf die
Bewilligungspflicht des Betriebs eines Lager- oder Ablagerungsplatzes aufmerksam
gemacht worden, ist mit dem Erlass und der erfolglosen Anfechtung der
Wiederherstellungsverfügung bezüglich der Parzelle Nr. A._ widerlegt. Die
Vorinstanz hat das E-Mail des Beschwerdeführers vom 10. Dezember 2014 zu den Akten
genommen und in ihrer Verfügung vom 11. Dezember 2014 berücksichtigt. Damit hat sie
dem Gehörsanspruch des Beschwerdeführers Genüge getan.
3. (Ab-)Lagerung von Gegenständen
a) Nach Ansicht des Beschwerdeführers sollte die private Lagerung oder Ablagerung
von Gegenständen bewilligungsfrei sein.
Baubewilligungspflichtig sind unter anderem Lagerplätze für gewerbliche und industrielle
Erzeugnisse, Bau- und andere Materialien sowie Ablagerungsplätze für Maschinen, Geräte
und Abfälle.6 Ein Lagerplatz dient dem vorübergehenden Lagern bzw. Abstellen von noch
gebrauchsfähigen Materialien und Gegenständen. Ein Ablagerungsplatz demgegenüber
dient dem dauernden Deponieren von ausgedienten Sachen. Ausgedient ist eine Sache,
wenn sich nach den Umständen ergibt, dass der Eigentümer während längerer Zeit nicht
willens oder nicht in der Lage ist, sie bestimmungsgemäss zu nutzen und instand zu
halten.7 Das Lagern oder Ablagern von Gegenständen auf einem Privatgrundstück ist
demnach bewilligungspflichtig.
6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 1a N. 18. 7 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 35a.
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b) Der Beschwerdeführer bringt sinngemäss vor, dass die Ablagerung von
Gegenständen zum Eigenbedarf zonenkonform sei. Die Parzelle Gemeinde Wynau Nr.
Z._ befindet sich in der Kernzone. In dieser sind nebst dem Wohnen auch stille
und mässig störende Gewerbe, Gastgewerbebetriebe und Verkaufsgewerbebetriebe mit
bis zu 500 m2 Verkaufsfläche erlaubt. Zonenkonformität bedeutet jedoch noch nicht, dass
eine bestimmte Nutzungsart auf einem bestimmten Grundstück erlaubt ist.
Nutzungsänderungen sind nach Art. 1a Abs. 2 BauG baubewilligungspflichtig. Dies gilt
auch dann, wenn die neue Nutzungsart zonenkonform ist. Aus diesem Grund kann der
Beschwerdeführer aus der Tatsache, dass in der Kernzone gewisse Gewerbe
bewilligungsfähig sind, weder auf die Bewilligungsfreiheit noch auf die Zulässigkeit der
privaten Lagerung oder Ablagerung von Gegenständen schliessen.
c) Der Beschwerdeführer führt sodann aus, dass für Parzelle Nr. Z._ die
Errichtung eines gedeckten Parkplatzes (Carport) bewilligt worden sei; dieser sei jedoch
nicht ausgeführt worden. Nach dem bereits Gesagten lässt sich aus der Bewilligung einer
bestimmten Nutzungsart (Errichtung eines Carports) nichts ableiten in Bezug auf eine
andere Nutzungsart (Verwendung als Lager- bzw. Ablagerungsplatz). Eine Baubewilligung
für die Errichtung eines Carports würde daher nicht dazu führen, dass das Lagern oder
Ablagern von Gegenständen auf dem fraglichen Grundstück ohne entsprechende
Bewilligung erlaubt wäre.
d) Weiter führt der Beschwerdeführer an, der vorherige Grundeigentümer habe
Gegenstände u.a. im Freien gelagert. Nach dem Zusammenhang und den Umständen
bezieht sich dieses Argument mutmasslich auf die Parzelle Nr. A._ und ist daher
im vorliegenden Verfahren unbeachtlich, da es über dessen Streitgegenstand hinausgeht.
Ohnehin könnte der Beschwerdeführer aus diesem Umstand nichts zu seinen Gunsten
ableiten, denn er bestreitet nicht, dass die von der streitigen Verfügung betroffenen, von
Parzelle Nr. Z._ zu entfernenden Gegenstände und Materialien von ihm selber
dort deponiert worden sind. Dass die Nutzung der Parzelle Nr. Z._ zum Zweck der
Lagerung und Ablagerung derselben bewilligt worden sei, macht er nicht substantiiert
geltend.
e) Unbehelflich ist sodann der Hinweis des Beschwerdeführers, er habe einen grossen
Teil des zuvor auf Parzelle Nr. A._ deponierten Materials entsorgt und die
verbleibenden Gegenstände entsprächen nur noch einem Bruchteil der ursprünglichen
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Menge. Nach den Ausführungen des Beschwerdeführers ist mindestens ein Gegenstand,
ein kleines Boot, im Verlauf der Räumungsbemühungen neu hinzugekommen. In den
Vorakten8 findet sich eine Fotoaufnahme der Parzelle Nr. Z._ vom 11. Dezember
2014, aus welcher klar hervorgeht, dass eine Vielfalt an Gegenständen und Materialien
abgestellt wurde. Auch nach der Umlagerung der Gegenstände auf Parzelle Nr.
Z._ liegt demnach ein bewilligungspflichtiger Lager- bzw. Ablagerungsplatz vor.
f) Der Beschwerdeführer bestreitet die Bewilligungspflicht mit dem Argument, dass
einige der Gegenstände Zier- und Kunstgegenstände darstellten und weder störten noch
sonstwie mit einem öffentlichen Interesse im Konflikt stünden. Aus der Beschwerdeschrift
wird nicht klar, ob sich diese Gegenstände (Feuerwehrwagen mit Leiter, Telefonkabine,
Ackerpflug, Kuchenwagen) noch auf der Parzelle Nr. A._ befinden, oder ob diese
auf die Parzelle Nr. Z._ umgelagert wurden. Gemäss Stellungnahme der
Gemeinde Wynau vom 3. Februar 2015 befinden sich die fraglichen Gegenstände auf der
Parzelle Nr. A._. Die entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers sind
daher im vorliegenden Verfahren unbeachtlich. Im Übrigen ist die (Ab-)Lagerung von Zier-
und Kunstobjekten nicht von der Baubewilligungspflicht ausgenommen.
g) Der Beschwerdeführer stellt in Aussicht, dass er die auf Parzelle Nr. Z._
deponierten Gegenstände in absehbarer Zeit veräussern wird. Gemäss seinem E-Mail vom
10. Dezember 2014 an die Verwaltungsleiterin der Gemeinde Wynau werden die
abgestellten Gegenstände innert drei Monaten vollständig entfernt.
Das Lagern von Material während einer Dauer von bis zu drei Monaten pro Kalenderjahr ist
gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. m BewD9 bewilligungsfrei möglich. Diese Zeitdauer ist jedoch im
vorliegenden Fall längst überschritten. Dem Sinn und Zweck der Bestimmung würde es
nicht entsprechen, im Falle der Umlagerung von Gegenständen von einer Parzelle auf die
Nachbarparzelle von einem Neubeginn der Dreimonatsfrist auszugehen. Vielmehr ist zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer gemäss den Unterlagen bereits seit mehreren
Jahren vergleichbares Material auf Parzelle Nr. A._ gelagert hat; von einer bloss
temporären Lagerung kann demnach keine Rede sein.
8 Pagina 9. 9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
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h) Nach dem Ausgeführten erweist sich die (Ab-)Lagerung von Gegenständen auf
Parzelle Nr. Z._ als baubewilligungspflichtig und daher formell rechtswidrig, da
keine entsprechende Bewilligung erteilt wurde und der Beschwerdeführer auch kein
entsprechendes Gesuch gestellt hat. Eine summarische Prüfung der materiellen
Rechtswidrigkeit ergibt, dass der Lager- bzw. Ablagerungsplatz wohl nicht bewilligt werden
könnte. Die Vorinstanz hat denn auch in Ziff. 5.2 der angefochtenen Verfügung darauf
hingewiesen, dass Lagerplätze für die jetzt in Frage stehenden Materialien in der Kernzone
voraussichtlich nicht bewilligungsfähig sind.
4. Zuführungsverbot und Wiederherstellung
a) In Ziff. 3.1 der angefochtenen Verfügung untersagte die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer ab sofort, weitere Materialien auf Parzelle Nr. Z._ zuzuführen
und zwischenzulagern. Diese Anordnung wurde als sofort vollstreckbar erklärt; das
Abführen von Material war weiterhin jederzeit gestattet.
Nach dem Gesagten ist die (Ab-)Lagerung der streitigen Gegenstände auf Parzelle Nr.
Z._ widerrechtlich, da sie ohne Bewilligung erfolgt. Art. 46 Abs. 1 BauG sieht für
solche Fälle vor, dass die Baupolizeibehörde die Einstellung der Arbeiten bzw. ein
Benützungsverbot mit sofortiger Vollstreckbarkeit verfügen kann. Das Zuführungsverbot ist
demnach von Art. 46 Abs. 1 BauG gedeckt und nicht zu beanstanden.
b) Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, dass die Wiederherstellungsverfügung,
insbesondere unter Androhung der Ersatzvornahme, unverhältnismässig sei. Die fraglichen
Gegenstände seien zum grossen Teil werthaltig und er wolle diese veräussern; er habe
bereits bei der Räumung der Parzelle Nr. A._ zahlreiches Material, das noch
verwertbar gewesen sei, entsorgen müssen.
c) Gemäss Art. 46 BauG verfügt die Baupolizeibehörde die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes, wenn sie einen unbewilligten und damit baupolizeiwidrigen
Zustand feststellt. Die Wiederherstellungsverfügung bedeutet eine
Eigentumsbeschränkung und setzt daher nebst der erwähnten gesetzlichen Grundlage
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voraus, dass sie im öffentlichen Interesse liegt, verhältnismässig ist und nicht Treu und
Glauben widerspricht.10
d) Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ist
im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen
Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der baurechtlichen
Ordnung widersprechen, generell gross ist.11 Mit der Prüfung bewilligungspflichtiger
Anlagen im Baubewilligungsverfahren wird zudem sichergestellt, dass z.B.
umweltschutzrechtliche oder gestalterische Vorschriften eingehalten werden. Ein
öffentliches Interesse an der Beseitigung eines unbewilligten Lager- oder
Ablagerungsplatzes ist damit offenkundig gegeben.
e) Eine Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, um
das angestrebte Ziel zu erreichen, wenn sie dazu erforderlich ist, d.h. eine weniger weit
gehende Massnahme nicht ausreichen würde, und wenn sie zumutbar ist, d.h. die
Belastung für den Pflichtigen in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.
Diese Voraussetzungen sind vorliegend gegeben. In Anbetracht der Vorgeschichte um die
Räumung der Parzelle Nr. A._ kann sich der Beschwerdeführer nicht auf
Gutgläubigkeit berufen. Berücksichtigt man die Gesamtdauer der Verfahren um die
Räumung der Parzellen Nrn. A._ und Z._, erscheint auch die von der
Vorinstanz angesetzte Frist von rund anderthalb Monaten (unter Berücksichtigung der
Feiertage) als angemessen. Das Interesse des Beschwerdeführers an einer optimalen
Verwertung der Gegenstände vermag das öffentliche Interesse an der zügigen
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nicht aufzuwiegen. Dies gilt umso mehr,
als sich unter den umstrittenen Gegenständen gemäss den Feststellungen der Vorinstanz
und den Akten12 auch solche befinden, für die Art. 16 Abs. 1 AbfG13 eine Entsorgung innert
Monatsfrist vorschreibt, wenn sie im Freien gelagert werden (ausgediente Fahrzeugteile,
Pneus etc.).
10 Art. 47 Abs. 6 BewD; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9. 11 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a. 12 Vgl. insbesondere die Fotoaufnahme der Parzelle Z._ vom 11. Dezember 2014, pagina 9 der Vorakten. 13 Gesetz vom 18. Juni 2003 über die Abfälle (Abfallgesetz, AbfG; BSG 822.1).
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Mit der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellungsmassnahme ist auch die
Verhältnismässigkeit der angedrohten Ersatzvornahme gegeben, denn Art. 26 Abs. 2
BauG schreibt vor, dass die Wiederherstellungsmassnahme mit der Ansetzung einer
angemessenen Frist und der Androhung der Ersatzvornahme zu verbinden ist.
Da die von der Vorinstanz in Ziff. 3.2 der angefochtenen Verfügung angesetzte Frist bis
31. Januar 2015 während der Dauer des Beschwerdeverfahrens abgelaufen ist, muss sie
von Amtes wegen neu angesetzt werden. Die Vorinstanz erachtete eine einmonatige Frist
als grundsätzlich angemessen, verlängerte diese aber aufgrund der anstehenden Festtage.
Letztere Überlegung entfällt für das vorliegende Verfahren. Eine rund einmonatige Frist
erscheint angemessen: Die Entfernung mobiler Gegenstände kann vergleichsweise rasch
und einfach erfolgen. Zudem ist dem Beschwerdeführer aufgrund des Verfahrens um die
Räumung von Parzelle Nr. A._ seit geraumer Zeit bekannt, dass er die
Gegenstände räumen muss. Die Frist wird daher neu angesetzt bis 15. April 2015.
5. Verfahrenskosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV14). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).