# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 05677ba4-77ea-4b5c-bcea-67b1d877318a
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

unvollständige Sachverhaltsabklärungen hinsichtlich der individuellen
Verhältnisse bei verschiedenen Betrieben geltend. Mit der in Art. 38 Abs. 2
BG statuierten Erstwohnungsanteilsregelung werde es ihnen in Widerspruch
zu der aus Art. 24b Abs. 1 RPG fliessenden Berechtigung verunmöglicht, auf
den Höfen Agritourismus zu betreiben. Das faktische Verbot stünde jedoch in
Widerspruch zu kantonalem und eidgenössischem Recht. So sei zu einer
derartig gravierenden Einschränkung gemäss Art. 27a RPG einzig der
Kanton, nicht aber die Gemeinde, zuständig. Aus den von der Regierung
angeführten Delegationsnormen (Art. 3, 22 Abs. 3 und 83 Abs. 4 KRG) könne
keine gemeindliche Zuständigkeit abgeleitet werden, da diese von
Bundesrechts wegen vorgegeben sei. Hinzu komme, dass sich die streitige
Einschränkung auch sachlich nicht rechtfertigen lasse. Insgesamt sei sie
vielmehr wirtschaftspolitisch motiviert und stelle einen unzulässigen Eingriff in
die Wirtschaftsfreiheit dar.
3. a) Die Regierung des Kantons Graubünden liess unter Verweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Beschwerdeentscheid Abweisung
beantragen. Die geltend gemachte Diskriminierung der lokalen Landwirte
beim Agritourismus stellte sie in Abrede, da lediglich das Vermieten ganzer
Wohnungen, nicht aber das Vermieten von Gästezimmern in der
gemeindlichen Landwirtschaftszone verunmöglicht werde. Sowohl
Genehmigungsbeschluss als auch Planungsbeschwerdeentscheid seien
gleichentags ergangen. Von einer vertiefteren Abklärung der Verhältnisse auf
den Höfen der Beschwerdeführer ..., ... und ... habe bereits angesichts der
äusserst dürftigen Beschwerdeeingaben abgesehen werden können. Zudem
stehe vorliegend eine abstrakte Baugesetzesvorschrift, welche unabhängig
von konkreten Verhältnissen und Einzelfällen erlassen worden sei, im
Zentrum der Prüfung und nicht ein BAB-Vorhaben. Im streitigen
Beschwerdeentscheid sei sie zwecks besserer Illustration auf die Verhältnisse
beim Hof ... näher eingegangen, um aufzuzeigen, dass die Einliegerwohnung
auch dann nicht vermietet könnte, wenn die Gemeinde keine
Erstwohnungsverpflichtung in der Landwirtschaftszone erlassen hätte.
b) Die Gemeinde ... liess Abweisung der Beschwerde beantragen. Sie sei als
Gemeinde formell zuständig, die streitige, in Art. 27a RPG vorgesehene
Einschränkung zu Art. 24b Abs. 1bis zu erlassen. Art. 27a RPG begründe keine
zwingende Zuständigkeit des Kantons. Gemäss kantonalen Recht sei die
Ortsplanung Sache der Gemeinden, welche zudem auch strengere
Vorschriften erlassen dürften, sofern nicht das übergeordnete Recht eine
bestimmte Materie ausdrücklich oder stillschweigend abschliessend regle.
Auch sachlich lasse sich die streitige Bestimmung rechtfertigen. Die Regelung
ziele zwar primär auf die definitive Umnutzung, doch komme sie
konsequenterweise auch beim temporären Zweitwohnungs-Agrotourismus
zur Anwendung. Das Verbot sei zudem auch aufgrund des grossen, eine
normale Landwirtschaftszone weit übersteigenden Schutzbedürfnisses der
einzigartigen Kulturlandschaft „...“ gerechtfertigt. Auf die Rüge der Verletzung
des rechtlichen Gehörs sei nicht weiter einzugehen, zumal die individuellen
Verhältnisse für die Beurteilung der Zulässigkeit der generell-abstrakten Norm
von Art. 38 Abs. 2 BG nicht massgebend seien.
4. Mit Verfügung vom 3. März 2009 wies der Instruktionsrichter das Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab. Die Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
5. Die Regierung reichte in der Folge auf Verlangen verschiedene Unterlagen
nach, welche den Beschwerdeführern zur Stellungnahme zugestellt wurden.
Diese sahen von Bemerkungen hierzu ab.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Entscheide der Regierung über den Erlass von kantonalen Nutzungsplänen
und Ersatzordnungen, über die Genehmigung von kommunalen
Grundordnungen sowie über Planungsbeschwerden können mit Beschwerde
gemäss Art. 102 Abs. 1 KRG an das Verwaltungsgericht weitergezogen
werden.
b) Gemäss Art. 51 Abs. 1 des bündnerischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) erstreckt sich die
Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichtes im Beschwerdeverfahren
auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des
Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des
Sachverhaltes. Das Verwaltungsgericht überprüft somit den Sachverhalt und
die Rechtsfragen frei. Dagegen beurteilt es nicht, ob der angefochtene
Entscheid zweckmässig oder angemessen sei. Amtete die Regierung nicht
nur als Genehmigungs-, sondern - wie vorliegend - auch als erste
Beschwerdeinstanz und ist das Verwaltungsgericht somit zweite kantonale
Rechtsmittelbehörde, gilt auch in Ortsplanungssachen die Kognition nach Art.
51 Abs. 1 VRG (VGU R 08 76 und R 07 47; vgl. zu den identischen
altrechtlichen Bestimmungen: PVG 1996 Nr. 42, 1999 Nr. 44). Der
Prüfungsumfang beschränkt sich demnach in Bezug auf die
Ermessensausübung auf die Rechtskontrolle, d.h. auf die Prüfung, ob die
Ermessensausübung mit Rechtsfehlern im Sinne der
Ermessensüberschreitung bzw. des Ermessensmissbrauchs behaftet sei.
2. a) Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der von der Regierung
genehmigte Art. 38 Abs. 2 BG, wonach bei neuer oder geänderter
Wohnnutzung in der Landwirtschaftszone ein Erstwohnungsanteil von 100%
gilt. Die Beschwerdeführer wehren sich gegen die von der kommunalen
Bestimmung vorgesehenen, ihres Erachtens in Widerspruch zu der im
Bundesrecht vorgesehenen (Art. 24b Abs. 1bis RPG) Öffnung stehenden
Nutzungseinschränkung in der Landwirtschaftszone und verlangen mit der
beantragten Aufhebung des angefochtenen Beschwerdeentscheides die
Streichung derselben. Dabei machen sie in in formeller Hinsicht vorweg eine
Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehörs geltend. Sie führen an, im
vorinstanzlichen Verfahren habe sich die Regierung lediglich mit den
Verhältnissen der Familie ..., nicht aber mit jenen der übrigen
Beschwerdeführer auseinandergesetzt. Sodann habe es die Vorinstanz
verschiedentlich bei pauschalen Verweisen auf die gemeindlichen
Darlegungen in deren Vernehmlassung bewenden lassen. Aus diesen
Einwänden können sie jedoch nichts zugunsten ihres Begehrens ableiten.
Wie die Beschwerdegegnerinnen hinsichtlich der gerügten ungenügenden
bzw. unvollständigen Sachverhaltermittlung zutreffend bemerken, steht die
Genehmigung einer generell-abstrakten Baugesetzesbestimmung und nicht
ein individuell-konkretes Bauvorhaben zur Diskussion. Folge davon ist, dass
den individuellen Verhältnissen auf den einzelnen Höfen, deren Bedürfnisse,
Nachfolgeregelungen, etc., für die Beurteilung der Zulässigkeit von Art. 38
Abs. 2 BG keine Bedeutung zukommt. Auch der sinngemäss vorgebrachte
Einwand der Verletzung der Begründungspflicht ist letztlich unbehelflich. Zum
einen deshalb, weil die Vorinstanz es gerade nicht nur bei jenen pauschalen
Verweisen hat bewenden lassen, sondern diese noch mit eigenen
Überlegungen ergänzt hat; zum andern auch deshalb, weil den anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführern - selbst wenn ihr Einwand zutreffen würde -
aus dem gerügten Mangel offenkundig kein Rechtsnachteil entstanden ist, wie
ihre sehr ausführliche und detaillierte, frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerdeeingabe im vorliegenden Verfahren augenfällig aufzeigt. Von
einer Verweigerung des rechtlichen Gehörs kann daher keine Rede sein.
b) Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, die Gemeinde sei gar
nicht zuständig, den bundesrechtlichen Anspruch (Art. 24b Abs. 1bis RPG)
einzuschränken. Der Erlass solcher Einschränkungen sei gemäss der in Art.
27a RPG gewählten Formulierung („auf dem Wege der kantonalen
Gesetzgebung“) einzig dem Kanton vorbehalten. Ihre Auffassung geht fehl.
Das Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG) sieht nämlich vor, dass die
Kantone Zuständigkeit und Verfahren selber regeln, und zwar ausdrücklich
sowohl für die Richtplanung als auch für die hier interessierende
Nutzungsplanung (Art.10 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 1 RPG). Die den Kantonen
damit grundsätzlich zugestandene Organisationsautonomie schränkt das
RPG lediglich in einigen wenigen Fällen ein, und zwar dort, als es ausdrücklich
die Zuständigkeit „kantonaler Behörden“ vorsieht: So etwa in Art. 25 Abs. 3
RPG für Baubewilligungen ausserhalb der Bauzonen, in Art. 25a RPG
betreffend Verfahrenskoordination oder in Art. 26 RPG bei der Genehmigung
kommunaler Nutzungspläne. Hingegen wird dort, wo im RPG allgemein von
„den Kantonen“ (z.B. Art. 16a Abs. 3 RPG), vom “kantonalem Recht‘ (z.B.
Art. 18 Abs. 1 RPG, Art. 22 Abs. 3 RPG, 27 Abs. 2 RPG) oder von “kantonaler
Gesetzgebung“ (z.B. Art. 27a Abs. 1 RPG) gesprochen wird, kein Eingriff in
die Organisationsautonomie der Kantone vorgenommen. Das heisst, dort, wo
das RPG keine kantonale Behörde zwingend vorsieht, ist eine Delegation vom
Kanton auf Stufe Gemeinde zulässig, so insbesondere im Bereich der
Nutzungsplanung (Art. 2 RPG i.V.m. Art. 14 ff. RPG). Mit Ausnahme der
städtischen Kantone Genf und Basel-Stadt haben denn auch alle Kantone die
Nutzungsplanung als Aufgabe der Gemeinden bezeichnet (Waldmann/Hänni,
Raumplanungsgesetz, Bern 2006, S. 657, N13 zu Art. 25 RPG). Im Kanton
Graubünden ergibt sich die Delegation ausdrücklich aus den Art. 3 und 22 ff.
des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100),
aufgrund derer die Ortsplanung als Aufgabe der Gemeinden bezeichnet und
die Zuständigkeit zum Erlass der Grundordnung an diese delegiert worden ist.
c) Gemäss Art. 22 KRG besteht die Grundordnung u.a. aus Zonenplan und
Baugesetz (Abs. 2). Die Gemeinden können sodann im Rahmen ihrer
Zuständigkeit grundsätzlich strengere Bestimmungen als das übergeordnete
Recht aufstellen können, soweit es die örtlichen Verhältnisse erfordern und
die übergeordnete Regelung dem nicht entgegensteht (Abs. 3). Mit Blick auf
die vorliegend interessierende, engere Umschreibung der
Nutzungsmöglichkeiten in der Landwirtschaftszone sieht das RPG Art. 16a
Abs. 1 Satz 2 RPG mit Verweis auf Art. 16 Abs. 3 RPG solches ebenfalls
ausdrücklich vor. Das kantonale Recht enthält in Art. 83 Abs. 4 KRG einen
speziellen Vorbehalt abweichender nutzungsplanerischer Regelungen, wobei
für denen Erlass in Graubünden die Gemeinden zuständig sind. Im Lichte der
oben umschriebenen kantonalen Organisationshoheit und der dadurch
festgelegten Zuständigkeiten ist denn auch Art. 27a RPG zu interpretieren
(vgl. auch Botschaft des Bundesrates zu Art. 27a RPG in BBl 2005, S. 7117
f.), der vorsieht, dass die Kantone auf dem Weg der Gesetzgebung - und
damit im Kanton Graubünden die Gemeinden - einschränkende
Bestimmungen, so u.a. zu Art. 24b und 24d RPG, erlassen können. Die
Beschwerdegegnerin 2 war daher grundsätzlich zuständig, Bestimmungen,
wie den streitigen Art. 38 Abs. 2 BG, zu erlassen und darin eine engere
Umschreibung der Nutzungsmöglichkeiten in der Landwirtschaftszone
vorzusehen. Zu prüfen bleibt, ob die streitige Erstwohnungsanteilsregelung in
der Landwirtschaftszone vor dem übergeordneten Recht (RPG, KRG) Stand
zu halten vermag, und ob die örtlichen Verhältnisse (Art. 22 Abs. 3 KRG) eine
Bestimmung wie die streitige erfordern.
3. Wie seitens der Beschwerdegegnerinnen zutreffend erkannt worden ist, zielt
Art. 38 Abs. 2 BG nicht primär auf ein generelles Verbot des Agrotourismus
i.S.v. Art. Art. 24b Abs. 1bis RPG und Art. 40 Abs. 3 RPV ab, sondern mit ihm
soll die definitive Umnutzung von dauernd nicht mehr benötigtem
landwirtschaftlichem Wohnraum in (landwirtschaftsfremde) Zweitwohnungen
(Ferienwohnungen) verhindert werden, was zulässig ist. Zwar gestattet das
Bundesrecht den Kantonen, unter gewissen Voraussetzungen die
Umwandlung landwirtschaftlicher Wohnbauten auch für
nichtlandwirtschaftliche Wohnnutzungen zu bewilligen (Art. 24d RPG). Dabei
beschränkt sich der örtliche Anwendungsbereich dieser Bestimmung auf alle
Gebiete ausserhalb der Bauzonen sowie auf jene Bauten, die bis anhin zu
landwirtschaftlichen Zwecken bewohnt worden sind, für die Landwirtschaft
definitiv nicht mehr benötigt werden und in ihrer Substanz erhalten sind
(Waldmann/Hänni, a.a.O. S. 638, N 7f. zu Art. 24d RPG). Das kantonale
Ausführungsrecht lässt gestützt auf Art. 83 KRG Umnutzungen im Rahmen
des Bundesrechts zu (Abs. 2), macht aber gleichzeitig einen Vorbehalt für
abweichende nutzungsplanerische Regelungen (Abs. 4). Von dieser
Möglichkeit hat die Gemeinde mit dem Erlass von Art. 38 Abs. 2 BG (und u.a.
der entsprechenden Ergänzung im Zonenschema, Art. 15 BG) dahin gehend
Gebrauch gemacht, als sie die umschriebene Öffnung der
Umnutzungsmöglichkeiten bestehenden Wohnraums in der
Landwirtschaftszone auf einen Nutzung als Erstwohnungen beschränkt hat;
dies mit der Konsequenz, dass eine (dauernde, zonenfremde) Nutzung von
Personen wahrgenommen werden kann, die in der Gemeinde ihren Wohnsitz
(Lebensmittelpunkt) haben oder als Arbeitnehmer bei einem am Ort
domizilierten Arbeitgeber angestellt sind (Art. 70 Abs. 1 BG). Diese
Einschränkung der (definitiven) Umnutzungsmöglichkeiten in eine
Zweitwohnung und damit die Beschränkung der Öffnung der
Landwirtschaftszone nur für Erstwohnungen im Sinne von Art. 70 BG lässt
sich aus der Sicht des übergeordneten Rechts (Art. 24d RPG) ohne weiteres
vertreten. Hat die Gemeinde aber die definitive Zweitwohnungsnutzung in der
Landwirtschaftszone ohne Verletzung übergeordneten Rechts
ausgeschlossen, so besteht kein Raum mehr, die von den Beschwerdeführern
angestrebte temporäre Zweitwohnungsnutzung zuzulassen, und zwar selbst
dann, wenn eine Überwachung zwischen definitiver oder temporärer
Zweitwohnungsnutzung mit vertretbarem Kontrollaufwand möglich wäre.
4. a) Aber auch aus der Sicht von Art. 24b Abs. 1bis RPG und Art. 40 Abs. 3 RPV
lässt sich die streitige Einschränkung nicht beanstanden. Beiden
Bestimmungen ist gemein, dass Nebenbetriebe bewilligt werden können,
wenn „ein enger sachlicher Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe“
besteht. Als solche bewilligungsfähige Nebenbetriebe gelten gemäss Art. 40
Abs. 3 RPV Angebote des Agrotourismus wie Besenwirtschaften, Schlafen im
Stroh, Gästezimmer auf dem Bauernhof oder Heubäder (lit. a), sowie sozialtherapeutische und pädagogische Angebote, bei denen das Leben und
soweit möglich die Arbeit auf dem Bauernhof einen wesentlichen Bestandteil
der Betreuung ausmachen (lit. b; vgl. Botschaft des Bundesrates ans
Parlament zu einer Teilrevision des Raumplanungsgesetzes vom 2.
Dezember 2005, Bbl S. 7097 ff, insbesondere S. 7100 ff.). Mit dem in Art. 38
Abs. 2 BG definierten 100%-igen Erstwohnungsanteil in der
Landwirtschaftszone werden diese agrotouristischen Angebote nicht
verunmöglicht. Auch wenn es gestützt auf Art. 38 Abs. 2 BG nicht zulässig ist,
eine eigentliche Wohnung dauernd oder wochenweise an Feriengäste zu
vermieten, bleiben doch die vom Bundesrecht als zulässig deklarierten
Angebote wie Schlafen im Stroh, Heubäder o.ä. möglich. Selbst Aufenthalts-
und Übernachtungsmöglichkeiten sind nicht völlig ausgeschlossen, sofern sie
Bestandteil eines umfassenden Dienstleistungs- oder Aktivitätspakets auf
dem Hof bilden, welches den “Wohnzweck“ quantitativ und qualitativ derart
überwiegt, dass der die Erstwohnungsverpflichtung auslösende Tatbestand
von Art. 74 Abs. 1 BG nicht erfüllt ist. Beispielhaft zu erwähnen sind zum
einen die in Art. 40 Abs. 3 lit. b RPV aufgeführten sozialtherapeutischen und
pädagogischen Angebote, zum andern z.B. die vom Verein “Ferien auf dem
Bauernhof‘ propagierten Kinderferien ohne Eltern, bei denen die Kinder
vollständig ins Alltagsleben einer Bauernfamilie integriert werden. Auch das
Anbieten einfacher Gästezimmer an Auswärtige bleibt - was die Vorinstanz im
angefochtenen Beschwerdeentscheid zutreffend dargelegt hat und von der
Gemeinde auch nie bestritten worden ist - gestützt auf Art. 40 Abs. 3 RPV
unter bestimmten Voraussetzungen (genereller Verzicht auf Kochgelegenheit;
Verpflegung auf dem Hof, allenfalls auswärts) grundsätzlich möglich. Einen
weitergehenden Anspruch verschafft das von den Beschwerdeführern
angerufene eidgenössische Raumplanungsgesetz nicht, insbesondere lässt
sich aus ihm kein Anspruch auf Vermietung nicht mehr genutzten
landwirtschaftlichen Wohnraums in (definitive oder temporäre)
Zweitwohnungen (Ferienwohnungen) ableiten. Dies umso weniger, als es
diesen in aller Regel auch am verlangten engen sachlichen Bezug zum
landwirtschaftlichen Gewerbe fehlen wird, weshalb denn auch die von den
Beschwerdeführern behauptete diesbezüglich extensivere Praxis anderer
Kantone - so sie überhaupt bestehen sollte - wohl bundesrechtwidrig wäre.
b) Dass die örtlichen Verhältnisse Einschränkungen der Nutzungs-
/Umnutzungsmöglichkeiten in der Landwirtschaftszone rechtfertigen, ist
offenkundig. Zu denken ist dabei zum einen an die gewichtigen
Schutzbedürfnisse der einzigartigen Kulturlandschaft der ... (BLN-Gebiet) und
des Val ... Erstere ist im Übrigen unter Beteiligung von Bund, Kanton,
Oberengadiner Gemeinden und der Stiftung Landschaftsschutz vertraglich
unter Schutz gestellt, letzteres ist landschaftlich besonders heikel und
schützenswert. Hinzu kommt, dass sich diese einzigartige Kulturlandschaft
nicht mit einer durchschnittlichen Landwirtschaftszone irgendwo in der
Schweiz vergleichen lässt. Entsprechend geht auch der Einwand, mit Art. 38
Abs. 2 BG werde das Rechtsgleichheitsgebot verletzt, offensichtlich fehl.
Wenn die Gemeinde mit nutzungsplanerischen Mitteln versucht, die
möglichen Aktivitäten in dieser einzigartigen Gegend auf das
landwirtschaftlich Notwendige zu beschränken und daher Zweitwohnungen in
der Landwirtschaftszone verbietet, so ist dies nachvollziehbar, verständlich
und angesichts der gerade im Oberengadin generell vorherrschenden
grossen Nachfrage nach Zweitwohnungen (in- und ausserhalb der Bauzonen)
mit den entsprechenden unerwünschten Folgen für die ortsansässige
Bevölkerung geboten.
c) Art. 38 Abs. 2 BG liegt entsprechend denn auch ohne weiteres in einem
grossen, die entgegenstehenden, rein pekuniären privaten Interessen der
Beschwerdeführer bei weitem überwiegenden öffentlichen Interesse, und im
Lichte der oben, Ziff. 4.a, umschriebenen, den Beschwerdeführern im
Agrotrourismus verbleibenden Angebotsmöglichkeiten erweist er sich auch
ohne weiteres als verhältnismässig.
d) Die streitige Erstwohnungsanteilsregelung, mit welcher Zweitwohnungen in
der Landwirtschaftszone generell verboten werden, vermag damit vor dem
übergeordneten Recht (RPG, KRG) ohne weiteres Stand zu halten.
5. Die Beschwerdeführer bringen noch vor, das Verbot des Agrotourismus
bezwecke die Schaffung von Erstwohnungswohnraum für die
Dorfbevölkerung, was keine unter Art. 27a RPG zu subsumierende zulässige
Einschränkung, sondern vielmehr Siedlungspolitik und ein unzulässiger
Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit sei. Aus diesem Einwand vermögen sie
ebenfalls nichts zu Gunsten ihrer Begehren ableiten. Sie scheinen übersehen
zu haben, dass Art. 38 Abs. 2 BG die Nutzung als Erstwohnungen für die
Dorfbevölkerung nicht voraussetzungslos zulässt, sondern nur insoweit, als
Wohnnutzungen in der Landwirtschaftszone überhaupt zulässig sind. Das
bedeutet, dass die Nutzung landwirtschaftlichen Wohnraums als
Erstwohnung durch die ortsansässige (oder von einem örtlichen Arbeitgeber
beschäftigte) Personen die Einhaltung des übergeordneten Rechts (RPG,
KRG) voraussetzt. Nur wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben
sind, ist die Umnutzung bis anhin landwirtschaftlichen Wohnraums in
(landwirtschaftsfremden) Wohnraum sowie die Vermietung desselben als
Erstwohnung überhaupt zulässig. Von einer Verletzung der Wirtschaftsfreiheit
kann entsprechend keine Rede sein. - Die Beschwerde erweist sich somit
unter allen Titeln als unbegründet und ist daher abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten unter solidarischer Haftung
zulasten der Beschwerdeführer(Art. 73 VRG). Den Beschwerdegegnerinnen,
die in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt haben, steht keine
Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 2 VRG).