# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5f27b3ae-525d-4be3-b77b-c39127afeb5b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der
1970
geborene
X._
war seit dem 1.
März 1990 als Maschinenführer bei der
Y._
AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
, als ihm
am
18
.
Januar 2018
bei der Mo
ntage eines Hydraulikschlauchs Hydrau
l
iköl
mit Hochdruck
in beide Augen
gespritzt wurde
(vgl.
Unfallmeldung vom
6.
Februar 2018,
Urk.
12/1
)
. Am 3
1.
Januar 2018 wurde der Versicherte
in der
Z._
Augen
klinik
am linken Auge operiert (
Vitrektomie
mit Silikonölfüllung bei
superiorer
und inferiorer
Amotio
retinae
, vgl. Operationsbericht,
Urk.
12/10/3); am 1
4.
März 2018 erfolgt
e die Silikonölentfernung (vgl.
Opera
tionsbericht,
Urk.
12/13/2).
Zudem wurde
d
em Versicherten
vom
31.
Januar bis 1
6.
Februar 2018 und
vom
1
4.
bis 2
8.
März 2018 eine
100%ige
Arbeitsunfähig
keit
bescheinigt
(
Urk.
12/6
f.
,
Urk.
12/
12
).
Die Suva anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder/Heilungskosten).
Im weite
ren Verlauf
wurde ein
Makulaödem
resp. Irvine-Gass-Syndrom links diagnosti
ziert
(
Urk.
12/43/1
,
Urk.
12/100
).
Am 27.
November 2020 und 4.
D
ezember 2020 nahm
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Ophthalmologie und
Ophthalmochirurgie
sowie Vertrauensarzt der Suva
, zur Sache Stellung (
Urk.
12/56,
Urk.
12/58). Mit Verfügung vom 5.
Januar 2021 stellte die S
uva die
Heilkosten
per 28.
Dezember 2020 ein
und begründete dies damit, der Zustand, wie er si
ch auch ohne den Unfall vom 18.
Januar 2018 eingestellt hätte, sei spätestens am 2
5.
Januar 2018 erreicht
gewesen
(Urk.
12/68).
Auf
die
Einsprache des
V
ersicherten
und
der
Krankenversich
erung
(
Urk.
12/
73 f.,
Urk.
12/87) hin
,
tätigte
die
Suva weitere Abklärungen und
veranlasste
die vertrauensärztliche
n
Stellungnahme
n
von
Dr.
A._
vom
2
2.
Januar 2021 und 1
6.
April 2021
(
Urk.
12/77,
Urk.
12
/104)
. Auf Vorlage der vollständigen,
ergänzten Akten
(
Urk.
12/105)
zog die Krank
enversicherung die am 5.
Februar 2021 gegen die Verfügung vom
5.
Januar 2021 er
hobene Einsprache zurück (
Urk.
12
/107)
; der Versicherte teilte mit Eingabe vom
8.
Juli 2021 mit, an der
Einsprache festzuhal
ten (
Urk.
12
/111).
Diese wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 5.
November 2
021
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
Dezember 2021 Beschwerde und beantragte, es sei in Aufhebung des a
ngefochtenen E
ntscheids vom 5.
November 2021 festzustellen, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Unfall vom 1
8.
Januar 2018 grundsätzlich und auch weiterhin Anspruch auf UVG-Leistungen habe und es seien ihm rückwirkend und auch weiterhin UVG-Leistungen
(Taggeld, Heilkosten, Rente, Integritätsentschädigung)
auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was dem Beschwerdeführer am
7.
Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweckmäs
sige
Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr
gemäss
Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit Hinweisen).
1.4
Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil
behandlung (und allenfalls Taggeld) anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwä
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, etwa mit dem Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis vor (BGE 130 V 380 E. 2.3.1) oder der Kausalzusammenhang zwischen Unfall und leistungsbegrün
dendem Gesundheitsschaden habe gar nie bestanden oder sei dahingefallen. Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen, sofern der Unfallversicherer keine Leistungen zurückfordern will (nicht
publ
. E. 3 des Urteils BGE 146 V 51; Urteil des Bundesgerichts
8C_786
/2021 vom 11. Februar 2022 E. 2 mit Hinwei
sen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
, 122 V 157 E.
1c
).
Den Berichten und Gutachten versicherungs
interner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E.
3b
/ee).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die behandelnden Ärzte hätten weder in den Operationsberichten noch in den da
rauffolgenden Arztberichten Bezug auf den
Unfall vom 1
8.
Janu
ar 2018 genommen. Vielmehr sei
ein lang zurückliegendes Trauma in der Kindheit erwähnt
worden
. Daraus könne gefolgert werden, dass einem aktu
ellen Ereignis kein relevantes G
ewicht beigemessen worden sei. Zudem habe der Beschwerdeführer nach dem Unfall weiterhin zwei Wochen voll gearbeitet; erst am 3
1.
Januar
2018 habe er ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Damit sei eine gravierende direkte Verletzung wenig wahrscheinlich und liege eine Unfallkausalität nicht gerade auf der Hand. Zudem bestehe ein erheblicher Vorzustand. Die behandelnden Ärzte hätte
n sich
zur Unfallkausalität
auch nicht explizit geäussert. Vielmehr sei gestützt auf die vertrauensärztlichen Beurteilungen von
Dr.
A._
eine Unfallkausali
tät zwischen der am 1
8.
Januar 2018 erlittenen
Bulbuskontusion
und
Netzhaut
ablösung nicht gegeben. Eine Unfallkausalität habe von Anfang an nicht bestan
den, wesha
lb
auf die initiale Anerkennung der Leistungspflicht zurückzukommen und die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen abzulehnen sei (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer
ein, es sei irrelevant, dass das Ereignis vom 1
8.
Januar 2018 in den echtzeitlichen Arztberichten keinerlei Erwähnung finde. Die behandelnden Ärzte hätten sich in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren und ihre Berichte verfolgten nicht den Zweck, den UVG-Versicherern einen abschliessenden Entscheid über den Versicherungsanspruch zu liefern. Zudem sei die Beschwerdegegnerin nicht mit der Frage nach der Unfallkausalität an die behandelnden Ärzte gelangt. Es sei unbestritten, dass die Operation vom 1
4.
März 2018
F
olge der Operation vom 3
1.
Januar 2018 gewesen sei, weil dabei das am 3
1.
Januar 2018 eingebrachte
Silikonöl
habe entfernt wer
den müssen. Unbestritten sei auch, dass sich das Irvine-Gass-Syndrom infolge der Operation vom 1
4.
März 2018 entwickelt habe und dass der Beschwerdeführer deshalb noch immer in ärztlicher Behandlung sei. Entgegen der Beschwerde
gegnerin sei der Hydraulikölunfall vom 1
8.
Januar 2018
gen
ügend ausgeprägt gewesen
,
um die am
3
1.
Januar 2018 operierte
Netzhautablösung zu bewirken. Insbesondere habe das Öl aus den Augen ausgewaschen werden müssen und sei der Beschwerdeführer seitens
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Ophthal
mologie und
Ophthalmochirurgie
,
am 3
1.
Januar 2018 notfallmässig zur Opera
tion überwiesen worden.
Im Bericht vom
5.
Janua
r 2021 habe
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Ophthalmologie und leitende Ärztin der
Z._
Augenklinik
,
ausdrücklich festgehalten, es sei nicht nachvollziehbar, wenn
die Beschwerde
gegnerin die Unfallkausalität vern
eine. So handle es sich beim
Ir
vine-Gass-Syndrom
um ein chronisches Geschehen, welches nach operativen Versorgungen auftreten könne. Zudem sei die
Ödembildung
erstmals im Juli 2019 dokumentiert worden und damit eindeutig im Rahmen der operativen Versorgung vom Januar 2018
zu verstehen. Weiter
habe Dr.
B._
im Bericht vom 1
5.
März 2021 aus
drücklich festgehalten, es ergäbe
n
sich aktenanamnestisch keinerlei Hinweise auf vorbestehende Netzhautläsionen bzw. Netzhautverdünnungen, welche die 2018 eingetretene
Amotio
retinae
zu begründen vermöchte
n
.
Anlässlich der notfall
mässigen Konsultation 2018 habe sie eine inferiore und
superiore
A
motio
retinae
mit mehreren Rundlöchern diagnostiziert. In diesem Zusammenhang bestehe auch eine präoperative
Z
eichnung des operierenden Arztes, auf welcher keine degenerativen Veränderungen festgehalten seien.
Damit
habe
Dr.
B._
mit
anderen Worten darauf hingewiesen, dass die Operation
vom 3
1.
Januar 2018 nichts anderes als die Folge des mit hohem Druck ins Auge gespritzten Hydraulik
öls gewesen sei.
Zusammenfassend seien die behandelnden Ärzte klar der Ansicht, dass der Unfall in der Kindheit bzw. der Einsatz der Kunstlinse bei de
r
am
3
1.
Januar 2018 operierten Netzhautablösung ke
ine Rolle gespielt habe. Der
Bericht von
Dr.
A._
sei
zumindest nicht schlüssig und es bestünden in vielerlei Hinsicht Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit. Insbesondere ergebe sich aus Internetbeiträgen von Augenärzten, dass Schmerzen kein typisches Symptom einer Netzhautablösung sei; die Netzhaut sei nicht innerviert. Mithin habe der Unfall vom 1
8.
Januar 2018 die am 3
1.
Januar 2018 operierte Netzhaut
ablösung verursacht.
Am 1
4.
März 2018 habe das am 3
1.
Januar 2018 einge
brachte
Silikonöl
wieder entfernt werden müssen. Infolge dessen habe sich ein Irvine-Gass-Syndrom entwickelt. Allenfalls sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1).
3.
3.1
Soweit
der Beschwerdeführer die Feststellung
eines UV-Leistungsanspruchs infolge des Unfalls vom 1
8.
Januar 2018
beantragt
(Urk. 1 S. 2), gilt es zu beach
ten, dass Feststellungsbegehren nach ständiger Rechtsprechung nur zulässig sind, wenn ein schutzwürdiges Interesse an einer Feststellung besteht und ein Leis
tungsentscheid nicht möglich ist (BGE 132 V 18 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_804
/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 1.2).
Im angefochtenen Entscheid hat
die
Beschwerdegegnerin
e
inen Leistungsentscheid gefällt, indem sie die Heilkos
ten
(
per 2
8.
Dezember 2020, vgl. 12/68)
einstellte, weil
ein
Kausalzusammenhang zwischen
dem
Unfall und leistungsbegründenden
Gesundheit
sschaden
gar nie bestanden
habe
(vgl. E. 1.4)
.
Damit
hat sie eine Leistungspflicht
grundsätzlich, das
heisst
mit Bezug auf sämtliche
UV-L
eistungen
, und in zeitlicher Hinsicht
auch für den Zeitraum vor dem 28. Dezember 2020
implizit
verneint
. Da es damit an einem
rechtlichen oder tatsächlichen und aktuellen
Feststellungsinteresse
fehlt
, ist auf das Feststellungsbegehren nicht einzutreten.
3.2
Der Vollständigkeit halber bleibt vorab darauf hinzuweisen,
dass die Beschwer
degegnerin
ungeachtet dessen, dass sie
die Leistungseinstellung im angefoch
tenen Entscheid abweichend von der Verfügung vom
5.
Januar 2021 begründete
- nicht verpflichtet war
, vorgängig eine neue Verfügung zu erlassen
resp. ein neues Einspracheverfahren durchzuführen
;
der
Beschwerdeführer
konnte sich
zur
seit Erlass der Verfügung vom
5.
Januar 2021
ergänz
ten Aktenlage äussern (
Urk.
12/106,
Urk.
12/111; vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_606
/2014 vom
9. Dezember 2014 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Eine Gehörsverletzung ist damit jedenfalls zu verneinen und wurde
beschwerdeweise
auch nicht behauptet.
4.
4
.1
Der
Beschwerdeführer
wurde
am 3
1.
Januar 2018 in der
Z._
Augen
klinik am linken Auge operiert
(
Vitrektomie
mit Silikonfüllung
)
. Im
Operationsbericht
sind
als
Diagnosen (1) eine
rhegmatog
ene
Amotio
retinae
,
Makula
on,
proliferative
Vitreoretinopathie
(
P
VR
)
Grad A mit/bei Status nach penetrierendem
Bulbustrauma
in der Kindheit, Hornhautnaht,
Aphakie
, Sekundärlinsenim
pla
ntation
, entrundete Pupille links sowie
(2) eine periphere
gitterige
retinale
Degeneration mit
atrophen
Rundlöchern rechts festgehalten (
Urk.
12/10
); a
m 1
4.
März 2021 erfolgte die Silikonöl-Extraktion (vgl. Operationsbericht,
Urk.
12/13).
4
.2
Mit
Schreiben vom 1
3.
Februar 2018
ersuchte die Beschwerdegegnerin
die
gemäs
s Unfallmeldung erstbehandelnde
Dr.
B._
erfolglos
, das
«
A
rztze
ugnis
UVG»
auszufüllen und zuzustellen
(vgl.
Urk.
12/8)
. In den daraufhin verlangten
(
Urk.
12/19,
Urk.
12/22,
Urk.
12/27,
Urk.
12/33) Verlaufsberichte
n
vom
2
4.
M
ai 2018, 1
8.
September 2018,
1
9.
Dezember 2018 und 2
7.
März 2019
diagnostizierte
Dr.
B._
jeweils
(1)
einen
Status nach Silikonölentfernung bei Status nach
Vitrektomie
mit Silikon
öl
füllung Januar 2018 bei
superiorer
und inferiorer
Amotio
retinae
links, (2)
Status nach Sekundärlinsen Implantation in den
Sulcus
links und (3)
Status nach perforierendem
Bulbustrauma
mit ursprünglich
residuel
ler
Aphakie
links
in der Kindheit
. Der Beschwerdeführer habe vom chirurgischen Eingriff mit deutlichem
Visusanstieg
profitiert
(
Urk.
12/21,
Urk.
12/28,
Urk.
12/32
,
Urk.
12/35
).
Im Bericht vom
4.
Juli 2019 hielt
Dr.
B._
neu eine zystische Veränderung in der Netzhaut am linken Auge fest (
Urk.
12/38); im Dezember 2019 erwähnte sie eine
Ödembildung
in der Netzhaut links und wies daraufhin, dass der Beschwerdeführer seit Juli 2019 in der
Z._
Augenklinik behandelt werde (
vgl.
Bericht vom 1
1.
Dezember 2019,
Urk.
12/41).
4.3
I
m
von der Beschwerdegegnerin daraufhin veranlassten Bericht vom
3.
Januar 2020
diagnostizierte
Dr.
C._
,
Z._
Augenklinik
, neu ein Irvine-Gass-Syndrom
links
(ED Juli 2019). Dieses sei zunächst mit
Nevanac
Augentropfen und später mittels
intravitrealen
Triamcinolon
-Injektionen
behandelt worden (
Urk.
12/43)
; im
Verlaufsbericht vom 1
6.
November 2020
führte
Dr.
C._
aus,
beim vorlie
genden
Makulaödem
handle es sich
um ein
e chronische Variante des Irvine-
Gass-Syndroms bei Status nach multiplen operativen Eingriffen
. Der
Fernvisus
links sei infolge dessen auf 0.4 resp. 0.5 begrenzt; die optische Kohärenz-Tomographie (
OCT
) des rechten Auges sei unauffällig
(
Urk.
12/54).
4
.4
Auf
erstmalige
V
orlage
hin
hielt
Vertrauens
arzt
Dr.
A._
mit
Stellungnahme vom 2
7.
November 2020
fest
,
für den Zeitraum zwischen dem Unfall vom 1
8.
Januar 2018 und der Operation vom 3
1.
Januar 2018
bestünden keine augenärztlichen Berichte.
Bei
der vorliegenden Akten
lage
sei
nicht mit überwie
gender Wahrscheinlich davon ausz
ugehen, dass der Unfall vom 18.
Januar 2018
zu den
linksseitigen Augenbeschwerden
, welche am 31.
Januar 2018 operiert worden seien
, geführt
habe
.
Vielmehr
sei von einer Verschlechterung des Vorzu
standes auszugehen.
Der
Beschwerdeführer habe in der Kindheit eine perforie
rende Verletzung am linken Auge erlitten und sei bereits vor dem Unfall vom 1
8.
Januar
2018
pseudophak
gewesen. Bei
Annahme einer relevanten
,
die links
seitige Netzhautablösung bewirkende
n
Augenverletzung am 1
8.
J
anuar 2018
hätten derart starke unmittelbare Schmerzen auftreten müssen, dass es zu einer notfallmässigen augenärztlichen Konsultation gekommen wäre. Eine solche
Kon
sultation sei jedoch
nirgends
dokumentiert (
Urk.
8/56);
am 4.
Dezember 2020 bestätigte
Dr.
A._
sein
e
Einschätzung, wonach zwischen dem Unf
all vom 1
8.
Januar 2018 und den linksseitigen Augenbeschwerden
k
ein K
ausal
zusammenhang bestehe. Allenfalls seien
im Zusammenhang mit dem
Vorschaden weitere Unterlagen einzuholen
(
Urk.
8/58).
4.5
Mit Schreiben
vom
4.
Januar 2021
forderte
die Beschwerdegegnerin
Dr.
B._
auf, die komplette Krankengeschichte betreffend das linke Auge einzure
ichen (
Urk.
12/67).
Daraufhin
reichte
diese
den Bericht vom 31. Dezember 2020
ein
. Darin hielt
sie
ein chronisches Ödem bei Status nach mehreren Augenoperationen bei ursprünglich Status nach perforierendem
Bulbustrauma
in der Kindheit
und ausserdem fest,
der Beschwerdeführer habe
nebst dem Trauma im Kindsalter
anamnestisch eine Contus
io
bulbi
am Arbeitsplatz erlitten; aktuelle Befunde könne sie nicht mitteilen, da der Beschwerdeführer weiterhin bei
Dr.
C._
in Behandlung sei (
Urk.
12/70)
.
4.6
Am
5.
Januar 2021 teilte die
Dr.
C._
mit,
sie könne sich der Auffassung
von
Dr.
A._
(vgl. E. 4.4
)
nicht anschliessen. Es bestehe ein chronisches Irvin
e-Gass-Syndrom am rechten [wohl gemeint
: linken] Auge im Sinne eines
Makulaödems
. Dabei handle es sich um ein multifaktorielles Geschehen infolge de
r vorliegenden Verletzungen, des Unfalls
sowie operativen Versorgungen. Die
Pseudophakie
habe bereits vor dem Unfall vorgelegen; hierunter sei es nicht zur Ausbildung eines Irvine-Gass-Syndroms gekommen. Insofern sei die
Ödem
bildung
, welche erstmals im Juli 2019 dokumentiert worden sei, aus ihrer Sicht «eindeutig im
Rahmen der operativen Versorgung nach Trauma vom Januar
2018 naheliegend» (
Urk.
12/71).
4.7
Auf erneute Vorlage hielt
Dr.
A._
am 2
2.
Januar 2021
fest
, die neu eingereichten Arztberichte sei
en
mit Blick auf die
entscheidrelev
a
nte
Frage, ob
zwischen dem Unfallereignis v
om 1
8.
Januar 2018, anlässlich welchem
beide Augen
mit hohem Druck mit Hydra
uliköl getroffen worden seien,
und d
er am 31.
Januar 201
8 operierten Netzhautablösung
ein Kausalzusammenhang bestehe,
nicht
hinreichend aufschlussreich
. Bei der unzulän
glichen Datenlage seien weitere
Unterlagen
/Informationen
zum
Vorschaden, zum genauen Unfallhergang und Verlauf der Arbeitsfähigkeit sowie zu allfälligen Arztkonsultationen im Januar 2018
einzuholen (
Urk.
12/77).
4.8
Mit
E-Mail vom 2
8.
Januar 2021
forderte
die Beschwerdegegnerin
Dr.
B._
auf,
die gesamte Krankengeschichte betreffend das rechte und linke Auge sowie insbesondere den Bericht betreffend die Konsultation vom 3
1.
Januar 2018 ein
zureichen (
Urk.
12/82
; vgl. auch das Telefonat vom 1
4.
Januar 2021,
Urk.
12/72
).
Am 2
9.
Januar 2021 teilte
Dr.
B._
telefonisch
mit,
sie könne
keine weiter
en Unterlagen zustellen. Z
war sei der Beschwerdeführer bi
s 2019 2-3 Mal jährlich zwecks Kontrolle bei ihr
gewesen, Auszüge aus de
r Krankengeschichte existierten nicht
. Weitere Unterlagen seien bei der
Z._
Augenklinik anzufordern
(
Urk.
12/83).
I
m Februar 2
021 teilte letztere
auf entsprechende Anfrage
der Beschwerdegegnerin
mit,
für den Zeitraum vor 2018
und
bis 3
1.
Januar 2018
existier
ten
keine Unterlagen (
Urk.
12/84
f.).
4.9
Anlässlich der telefonischen Besprechung mit dem
Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin vom
4.
Februar 2021
führte
der Beschw
erdeführer zum Unfallhergang aus
,
am 1
8.
Januar 2018 habe der Hydraulikschlauch an einer Maschine ausgewechselt werden müssen. Die Maschine sei abgestellt gewesen.
Beim
Einhängen
des Hydraulikschlauchs
, welche
r
unter Druck gestanden habe,
habe sich dieser
gelöst. D
adurch sei ihm mit hohem Druck Hydraulikö
l ins Auge gespritzt
worden. Er habe sich seine
Augen
sofort ausgewaschen und danach
weitergearbeitet. Nach ein paar Tagen habe er den Eindruck gehabt, es sei alles dunkel. Daraufhin habe er
Dr.
B._
konsultiert, welche ihn
notfallmässig
zur Operation über
wiesen habe (
Urk.
12/85).
4.10
Im Februar und März 2021 ersuchte die Suva
Dr.
B._
wie auch die
Z._
Augenklinik
abermals
um
Herausgabe der gesamten Krankengeschichte betref
fend das links und rechte Auge
(
Urk.
12/85,
Urk.
12/88 ff.,
Urk.
12/94; vgl. auch die Besprechung vom 9.
März 2021,
Urk.
12/92). Mit Schr
e
iben vom 1
5.
März
2021 teilte diese
schliesslich
mit, der Beschwerdeführer sei in ihrer Augenarzt
praxis von verschiedenen Ärzte
n beurteilt worden. Nach Durchsicht
sämtlich
e
r
Einträge
der Krankengeschichte
seien
keine speziellen Hinweise betreffend eine vorbestehende Netzhautläsion bzw. Netzhautverdünnung, welche die 2018 ein
getretene
Amotio
retinae
erklären könnte
, ersichtlich
.
Insbesondere sei vor
der
sekundären
Linsenimplantation eine Kontaktglasuntersuchung, ohne Hinweise auf eine
Lattice
,
Foramen
etc. der Netzhaut vermerkt. Anlässlich der notfallmäs
sigen Untersuchung 2018 sei eine inferiore und
superiore
Amotio
retinae
mit mehreren Rundlöchern diagnostiziert worden. Auf den – dem Schreiben beige
legten - präoperativen Netzhautzeichnungen des Operateurs seien keine degene
rativen Veränderungen festgehalten (
Urk.
12/95).
4.11
Am 1
6.
April 2021 nahm
Dr.
A._
abermals
zur Sache Stellung
und hielt
unter Würdigung der
neu eingereichten Unterl
agen
daran
fest
,
dass
die am 3
1.
Januar 201
8 operierte Netzhautablösung
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit auf eine Verschlechterung des Vorzustandes zurückzuführen
sei
. Das Unfall
ereignis vom 1
8.
Januar 2018 sei aufgrund der Unterlagen nicht genüge
nd stark ausgeprägt gewesen, als es die fragliche
Netzhautablösung
hätte
bewirken
kön
ne
n
. Dies gelte
auch
unter Berücksichtigung der Vorschädigung
(
Urk.
12/104).
5
.
5
.1
Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers
vermag die
in Kenntnis und Auseinander
setzung mit den vorhandenen Akten abgegebene
Einschätzung von
Dr.
A._
, wonach sich ein Kausalzusammenhang
zwischen der erst
mals am 3
1.
Januar 2018 dokumentierten Netzhautablösung am linken Auge
und dem Unfall vom 1
8.
Januar 2018
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
herleiten lässt (E. 3.3, E. 3.6), zu
überzeugen
;
eine d
avon abwe
ichende ärztliche Beurteilung
liegt denn auch
nicht vor.
Zwar teilte D
r.
C._
im Schreiben vom
5.
Januar 2021 mit, sie könne sich der Argumentation von
Dr.
A._
nicht
anschliessen
. Dies begründete sie indes damit, dass es sich beim Irvine-Gass-Syndrom um ein multifaktorielles Geschehen aufgrund der vorliegenden Verletzungen, „dem Unfall“ sowie operativen Versorgungen handle (
Urk.
12/73).
Mithin hat sich
Dr.
C._
im Schreiben vom
5.
Januar 2021 nicht zur
entscheid
relevanten
Unfallkausalität des am 3
1.
Januar 2018 operierten Gesundheits
schadens
geäussert
.
Das
s das
erstmals im Juli 2019, das
heisst
18 Monate nach dem Unfall vom 18. Januar 2018 dokumentierte (damals milde)
Makulaödem
links (vgl.
Urk.
12/100)
direkte Folge des
Unfallgeschehen
s ist,
k
ann
im Übrigen bereits mit Blick auf die zeitliche
Distanz
nicht angenommen werden und wurde
zu Recht
auch
nicht behaup
tet
.
Alsdann
liegen für den Zeitraum vom 18. Januar bis 31. Januar 2018 keine medizinischen Unterlagen
vor und
ist
den
vorhandenen
Arztberichten
eine konkrete,
am 18.
Januar 2018 erlittene Augenverletzung
nicht
zu entnehmen
; ob und
wann
die
behauptete
Erstkonsultation bei
Dr.
B._
stattfand
ist
fraglich
.
I
m Operationsbericht vom 31.
Januar 2018
wurde
eine
rhegmatogene
Amotio
retinae
links,
ohne jeglichen Hinweis auf ein frisches Trauma
«bei Status nach penetrierendem
Bulbustrauma
in der Kindheit»
diagnos
tiziert
(
vgl. Operationsbericht,
Urk.
12/10
; vgl. auch
Urk.
12/101
).
Dass die
am 3
1.
Januar 2018 erstmals dokumentierte
Amotio
retinae
links
auf den Unfall vom 1
8.
Januar 2018 zurückzuführen
wäre
resp. dass es sich dabei um eine
unfa
llbe
dingte, richtunggebende Verschlim
merung
des pathogenen Vorzustandes
han
deln würde
,
ergibt sich auch nicht aus den Verlaufsberichten
von
Dre
s
.
B._
und
C._
.
Mithin ist e
ine
unfallbedingte
Netzhaut
ablösung am linken Auge
bei der vorliegenden Aktenlage
jedenfalls
nicht ausgewiesen
(vgl. auch die Stellung
nahme des
Vertrauensarztes der Kr
ankentaggeldversicherung vom 3.
Februar 2021, wonach die Ursache der eingetretenen
Amotio
unklar und in Anbetracht der Vorgeschichte auch ohne zusätzlich auslösendes Trauma möglich sei, Urk.
12/87/3)
.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch
,
dass
der Beschwerdeführer
bis am 3
1.
Januar 2021 weitergearbeitet hat (
Urk.
12/7) und
den medizinischen Akten
mit Bezug auf
das rechte
A
uge
– wenn überhaupt – lediglich degenerative Veränderungen
zu entnehmen sind (vgl.
Operationsbericht vom 3
1.
Januar 2021,
Urk.
12/10; vgl.
auch den
Bericht
von
Dr.
C._
vom
16.
November 2020
,
wonach
sich die
OCT
-Untersuchung
, welche eine exakte Abbildung der Netzhautdicke erlaubt, am
rechte
n
Auge
als unauffällig erwies
,
Urk.
12/
54
)
. L
etzteres obschon dem Beschwerdeführer nach eigenen Angabe
n am 1
8.
Januar 2018
in beide Augen
Hydrauliköl
gespritzt wurde (
Urk.
12/85).
D
ass sich gemäss Schreiben von
Dr.
B._
vom 1
5.
März 2021
aufgrund der
Ein
träge
in
der Krankengeschichte
des Beschwerdeführers
k
eine
speziellen Hinweise für eine
vorbestehende Netzhautläsion resp. –
verdünnung
erge
ben
würden
(
Urk.
12/95), vermag
am bisher Gesagten
nichts zu ändern.
D
ie
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesund
heitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b
/
bb
, Urteil des Bundesgerichts
8C_332
/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu ver
werten (Urteil des Bundesgerichts
8C_
241
/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
Nachdem
keine medizinische Einschätzung
vorliegt, welche
eine unfallkausale Ursache der
am 3
1.
Januar 2018 operierten
Netzhautablösung
nahelegen
,
geschweige denn
behaupten
würde
, erübrigen
sich
Weiterungen zum im
Verlauf diagnostizierten
Makulaödem
resp. Irvine-Gass-Syndrom
; ob
dieses
auf die Operationen vom 31.
Januar und 1
4.
März 2018 zurückzuführen ist,
ist nach dem Gesagten nicht
entscheidrelevant
.
Zusammenfassend
erweist es sich als rechtens
, wenn
die Beschwerde
gegnerin gestützt auf die
überzeugende
n
Beurteilung
en
von
Dr.
A._
zum Schluss gelangt, dass
die
Heilkosten
ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung
oder der prozessualen Revision (jedenfalls per 28.
Dezember 2020
, vgl.
Urk.
12/68
) einzustellen sind, weil ein
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und leistungsbegr
ündendem Gesundheitsschaden
gar nie bestanden
hat
(vgl.
E.1.4
)
.
Auch
liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass weitere Abklärun
gen
weitere
Erkenntnisse erbrächten
(antizipierte Beweiswürdigung;
vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3 je mit Hinweisen
).
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt, soweit darauf einzutreten ist.