# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5978e8eb-d4e3-5177-9cb9-643ac079ee62
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1969, war von Mai 2004 bis Frühjahr 2015 als Take Away Mitarbeiter bei der A._ GmbH in einem 100%-Pensum angestellt (Urk. 7/16, Urk. 7/20 und Urk. 7/72). Bei einem Arbeitsunfall am 22. Mai 2010 zog sich der Versicherte eine Verletzung der linken Schulter sowie des linken Armes zu (vgl. Schadenmeldung vom 3. August 2010; Urk. 7/2/13). A
m
15.
Juni 2010
unterzog
sich der Versicherte einem operativen Eingriff an der
linken Schul
ter (Urk.
7/2/5).
Nach anfänglicher Meldung zur Früherfassung (Urk. 7/3) meldete sich der Versi
cherte am 27. Oktober 2010 (
Eingangsdatum
) bei der Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf den Unfall vom 22. Mai 2010 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 7/10). Die IV
Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab, zog
wiederholt
die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 7/18, Urk. 7/24, Urk. 7/32, Urk. 7/34, Urk. 7/35, Urk. 7/37, Urk. 7/38 und Urk. 7/47),
worunter sich auch das Gutachten des Zentrums
B._
, vom 1
1.
Juli 2014 (
Urk.
7/43) befand
, holte den Bericht des
behandelnden
Arztes
(
Urk.
7/
23
)
sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 7/16) ein
und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (Arbeitgeberfrage
bogen vom 29. November 2010, Urk. 7/20). In der Folge ver
anlasste die IV-Stelle eine aktenbasierte Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). Dr. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, nahm am 20. September 2013 sowie ergänzend am 27. September 2014 Stellung (Urk. 7/49 S. 6-9).
Ausgehend von einem anfängli
chen Invaliditätsgrad von 100
%
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
4.
Dezember 2014 ab
1.
Mai 2011 bis 3
0.
Juni 2012 eine ganze, ab
1.
Juli 2012 bis 3
1.
März 2013 eine halbe und ab
1.
April bis 3
0.
November 2013 wiederum eine ganze Invalidenrente in Aussicht. Gestützt auf eine
n
Invaliditätsgrad von 0 %
bestehe
ab Dezember 2013
kein
Rentenanspruch
mehr
(Urk. 7/51). Dagegen erhob der Versicherte am 15. De
zember 2014 mündlich
Einwand
(vgl. Ein
wandprotokoll; Urk. 7/53). Daraufhin holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/57, Urk. 7/58, Urk. 7/61, Urk. 7/79, Urk. 7/80, Urk. 7/81, Urk. 7/83, Urk. 7/84) ein und veran
lasste eine Untersuchung beim RAD, die am 7. Juni 2016 durch Dr. C._ durch
geführt wurde (Urk. 7/72). Am 15. November 2016 nahm der Versicherte zu den Akten Stellung (Urk. 7/86). Mit Verfügung vom 1. Juni 2017 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid weitestgehend und verneinte ab Dezember 2013 bis Oktober 2014 einen Rentenanspruch. Ab November 2014 bis Ende März 2015 sprach sie dem Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % erneut eine befristete ganze Rente zu (Urk. 7/88 und Urk. 7/89 = Urk. 2).
2.
Die Unfallversicherung ihrerseits hatte die
Heilbehandlung und Taggeldleistun
gen gemäss
Art.
19
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
) am 1. August 2014 eingestellt und dem Versicherten gestützt auf einen Integritäts
schaden von 15 % eine Entschädigung zugesprochen, einen Anspruch auf eine Rente jedoch verneint (Verfügung vom 6. Oktober 2014; Urk. 7/47).
3.
Mit Eingabe vom 14. Juni 2017 erhob der Versicherte gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 1. Juni 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung hinsichtlich Befristung der Invalidenrente aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm ab 1. April 2015 eine unbefristete halbe Invalidenrente auszurichten. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 15. August 2017 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 14. September 2017 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt und gleichzeitig mitgeteilt, dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung und unentgeltli
che Prozessführung mangels Nachweis der Bedürftigkeit abgewiesen werde (Urk. 8).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewisser
massen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Ver
wal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung v
on RAD-Berichten keine Wirkung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rz 11 zu Art. 30–31 IVG). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Ver
fügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.6
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzu
wenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1. Juni 2017 (Urk. 2) hielt d
ie Beschwerde
gegnerin
fest
,
seit dem Unfallereignis im Mai 2010 bestehe beim Beschwerde
führer eine Arbeitsunfähigkeit in unterschiedlichem Ausmass. Seit September 2013 habe sich dessen Gesundheitszustand hingegen vorübergehend verbessert, sodass er zwischen Dezember 2013 und Oktober 2014 gestützt auf einen Invali
ditätsgrad von 0 % keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung habe. Aufgrund einer arthroskopischen Operation und einer damit einhergehen
den vollständigen Arbeitsunfähigkeit habe der Beschwerdeführer ab November 2014 bis Ende März 2015 wieder Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung.
2.2
Demgegenüber machte
der
Beschwerdeführer in
seiner
Beschwerde vom
14. Juni
2017 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
der Beurteilung des RAD-Arztes könne nicht gefolgt werden. Aus dem sich ergebenden gesundheitlichen Verlauf müsse auf eine Zunahme der Beschwerden und damit auch der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Aus den Akten ergebe sich, dass im März 2015 in der linken Schulter erhebliche Einschränkungen bestanden hätten. Gestützt darauf sei eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % für angepasste Tätigkeiten ab April 2015 nachvollziehbar, weshalb dem Beschwerdeführer ab April 2015 eine unbefristete halbe Invalidenrente zustehe.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den 1. April 2015 hinaus Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht lagen der Rentenverfügung vom 1. Juni 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen die durch die Unfallversicherung eingeholten Arztberichte, ins
besondere das Gutachten des B._ vom 11. Juli 2014 (Urk. 7/43), der Untersu
chungsbericht des RAD-Arztes (Urk. 7/72) sowie die Berichte der den Beschwer
deführer behandelnden Ärzte (Urk.
7/
57, Urk. 7/58, Urk. 7/71, Urk. 7/80, Urk. 7/81, Urk. 7/83 und Urk. 7/84) zu Grunde.
3.2
Bei einem Treppensturz am 22. Mai 2010 zog sich der Beschwerdeführer eine Distorsion der linken Schulter zu (vgl. Unfallmeldung vom 3.
August 2010; Urk. 7/2/13
). Eine am 7. Juni 2010 durchgeführte Schulterarthroskopie zeigte eine komplette Ruptur der Supra- und Infraspinatussehne mit Retraktion des Sehnenstumpfes bis unter das Acromion (vgl. Radiologiebefund vom 10. Juni 2010; Urk. 7/2/2-3). Aufgrund der persistierenden Schmerzen unterzog sich der Beschwerdeführer einer operativen Rotatorenmanschettenrekonstruktion im Stadtspital D._ in Zürich, welche komplikationslos verlaufen sei (vgl. Opera
tionsbericht vom 15. Juni 2010 [Urk. 7/2/5] und Kurzbericht vom 17. Juni 2010 [Urk. 7/2/4]). Aufgrund zunehmender Schmerzen und einer persistierenden Bewegungseinschränkung wurde am 16. Dezember 2010 eine weitere Schulter
arthroskopie durchgeführt, welche eine komplette Reruptur zeigte (vgl. Radiolo
giebefund vom 16. Dezember 2010; Urk. 7/24/12-13) und eine Latissimus dorsi-Transfer-Operation in Erwägung gezogen wurde (vgl. Arzt
bericht der Uniklinik O._ vom 21. März 2011, Urk. 7/24/6-7). Eine erneut durchgeführte Magnetr
esonanztomographie (MRI) der linken Schulter ergab eine transmurale Supraspi
natussehnenruptur mit Retraktion des Sehnenstumpfes um 4 cm sowie eine Par
tialruptur der Infraspinatussehne (vgl. Radiologiebefund vom 14. Juli 2011, Urk. 7/32/16). Der Beschwerdeführer holte bei Dr. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, eine Zweitmeinung ein. Im Rahmen der aufgezeigten Therapieoptionen schlug ihm Dr. E._ ebenfalls eine Latissimus dorsi-Transfer-Operation vor (vgl. Arztbericht vom 22. August 2011, Urk. 7/32/14-15), welche am 1. Dezember 2011 am Stadtspital F._ durchgeführt wurde (vgl. Operationsbericht vom 2. Dezember 2011, Urk. 7/32/13). Überdies führten die Ärzte eine Bizepstenotomie und Tenodese, eine Infraspinatussehnen
rekonstruktion sowie eine Re-Acromioplastik durch und entnahmen vier Gewebs
proben, wovon zwei eine Propionibacterium acnes Infektion aufwiesen (vgl. Arzt
bericht vom 13. Dezember 2011; Urk. 7/32/10). Im Verlauf attestierte Dr. E._ dem Beschwerdeführer eine 25%ige Arbeits
fähigkeit ab 12. März 2012 (vgl. Arztbericht vom 12. März 2012, Urk. 7/32/2) und ab dem 1. Juli 2012 eine 50%ige (vgl. Arztbericht vom 19. Juni 2012, Urk. 7/34/15). Aufgrund persi
stierender Beschwerden und eines Verdachts auf einen low-grade Infekt mit Propionibacterium acnes empfahl Dr. E._ eine erneute Schulterarthro
skopie (vgl. Arztbericht vom 29. Oktober 2012,
Urk. 7/34/6), welche am 1
7.
Januar 2013 durchgeführt wurde (vgl.
Operationsbericht vom 17. Januar 2013, Urk. 7/35/8). Im Zuge einer Verlaufskontrolle stellte Dr. E._ einen per
sistierenden low-grade Infekt fest. Es seien erneut Gewebsproben entnommen worden, wobei in allen Propionibacterium acnes nachgewiesen worden sei (vgl. Arzt
berichte vom 25. Februar und 15. April 2013, Urk. 7/35/4-7). Im Arztbericht vom 27. August 2013 berichtete Dr. E._ im Verlauf von einem erfreu
lichen Resultat nach Latissimus dorsi-Transfer und Auskurieren des low-grade Infektes. Bei der Schulter habe wieder eine gewisse Funktion hergestellt werden können. Er bescheinigte dem Beschwerdeführer ab 1. Sep
tember 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in seiner bisherigen Tätigkeit als Angestellter im Take Away Restaurant sowie versuchsweise eine vollständige Arbeitsfähigkeit ab 1. Oktober 2013 (vgl. Urk. 7/37).
3.3
Am 17. und 18. März 2014 wurde der Beschwerdeführer mittels Funktions
orien
tierter Medizinischer Abklärung (FOMA) am Zentrum B._ untersucht (vgl. Untersuchungsbericht B._ vom 11. Juli 2014, Urk. 7/43 S. 3-5), wobei festgestellt wurde, dass das arbeitsbezo
gene relevante Problem in einer verminderten Funktion im Sinne einer vermin
derten Beweglichkeit und Kraft der linken Schulter bestehe. Die Belastbarkeit liege im Bereich einer mittelschweren Arbeit. Die untersuchenden Ärzte hielten folgendes Zumutbarkeitsprofil fest: Arbeit über Schulterhöhe solle nur selten (d.h. maximal 1⁄2 Stunde pro Tag, verteilt) vorkommen; Heben und Tragen solle so möglich sein, dass die erforderliche Kraft vorwiegend mit der rechten Hand ent
wickelt werden könne; Stossen und Ziehen solle nur dann vorkommen, wenn einhändiges Lenken möglich sei. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerde
führer im Wesentlichen zumutbar. Arbeiten über Kopf könnten nicht beidhändig ausgeübt werden, ebenso wenig schwere Arbeit (z.B. Aufhängen von Döner-Rollen [50 kg] zu zweit). Dem Beschwerdeführer wurde eine 75%ige Arbeitsfä
higkeit attestiert. Eine angepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung des Zumut
barkeitsprofils sei ganztags zumutbar.
3.4
In der anstelle eines Berichtes zugestellten Krankengeschichte (Urk. 7/57f.) notierte Dr. E._ am 28. Februar 2014 anlässlich einer Besprechung der Versicherungssituation in der Anamnese, der Beschwerdeführer habe im Herbst letzten Jahres (2013) versucht, ganztags zu arbeiten, was zu einer Exazerbation der Schulter-Oberarmbeschwerden geführt habe. Diese seien stark gewesen. Der Beschwerdeführer führe aus, er könne höchstens halbtags arbeiten, dies ginge so trotz Beschwerden, er könne die Arbeitsfähigkeit nicht steigern. Dr. E._ hielt dafür, dass angesichts der komplizierten Vorgeschichte eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit nicht möglich sei. Der Beschwerdeführer arbeite 50 %, eine Stei
gerung habe er nicht ertragen. Er (Dr. E._) beurteile deshalb die Arbeitsfähigkeit als maximal 50 % in einem körperlich belastenden Beruf. Allen
falls wäre eine Begutachtung an unabhängiger Stelle zur Bestätigung dieser ein
geschränkten Arbeitsfähigkeit empfehlenswert (Urk. 7/57/7). Am 27. August 2014 sei der Beschwerdeführer mit Beschwerden in der rechten Schulter vorstellig geworden. Eine Arthroskopie habe eine vollständige Supraspinatussehnenruptur auf der rechten Seite ergeben, aufgrund welcher der Beschwerdeführer vom 26. bis 29. November 2014 im Stadtspital F._ zur Rotatorenmanschettenre
konstruktion hospitalisiert gewesen sei (Urk. 7/57/6-7). Während der Verlaufs
kontrollen vom 7. Januar sowie vom 6. März 2015 habe der Beschwerdeführer keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik angegeben, weshalb ihm weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei (Urk. 7/61). Die Nachkontrolle am 1. Juni 2016 habe gezeigt, dass der Beschwer
deführer im Bereich der rechten Schulter beschwerdefrei sei, im Bereich der linken Schulter hingegen noch immer relevante Restbeschwerden bestehen würden und die Schulterfunktion nur teilweise vorhanden sei. Dementsprechend sei die Schul
ter nicht belastbar und schwere Arbeiten seien nicht mehr möglich. Für leichte Arbeiten bescheinigte Dr. E._ dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Wegen der ausstrahlenden Schmerzen und Parästhesien über
wies Dr. E._ den Beschwerdeführer zur neurologischen Abklärung an Dr. G._, Fachärztin FMH für Neurologie (vgl. Arztbericht vom 2. Juni 2016 [Urk. 7/71]; vgl. nachfolgend E. 3.6).
3.5
Am 7. Juni 2016 fand eine orthopädische Untersuchung beim RAD durch Dr. C._ statt (Urk. 7/72), im Rahmen welcher der Beschwerdeführer angegeben habe, dass er aufgrund der gesundheitlichen Probleme, der Kündigung sowie der finanziellen Schwierigkeiten neu auch psychische bzw. Eheprobleme habe und bereits dreimal bei Dr. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Behandlung gewesen sei.
Dr. C._ nannte aus orthopädischer Sicht folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronische, schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der linken Schulter bei Zustand nach mehrfachen operativen Eingriffen zwi
schen Juni 2010 und Januar 2013 (ursprünglich offene Rotatorenman
schettenrekonstruktion, später dann Latissimus dorsi-Transfer, Bizeps
sehnentenodese, Infraspinatussehnenrekonstruktion und Akromioplastik sowie zuletzt arthroskopische Kapsulotomie, offene subakromiale Bursek
tomie und Débridement und Entfernung sämtlicher Implantate bei nach
gewiesenem low-grade-Infekt)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien:
-
Geringfügige Restbeschwerden der Schulter rechts bei Zustand nach arthro
skopischer Rotatorenmanschettenrekonstruktion,
Bizepssehnen
tenodese
und Acromioplastik im November 2014
-
Sekundär heilende, etwa vier Wochen alte Schnittwunde an der Kleinfin
ger-Beugeseite rechts
Der Gesundheitszustand habe sich insgesamt aus somatisch-orthopädischer Sicht gegenüber dem Zeitpunkt der vom B._ durchgeführten FOMA (vgl. vorstehend E.
3.3
) nur insofern zeitlich befristet verändert, als zwischenzeitlich im November 2014 die arthroskopische Operation der rechten Schulter stattgefunden habe und damit medizintheoretisch von einer erneuten vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Seit März 2015 sei aber wieder der vorherige Zustand erreicht und aus orthopädischer Sicht habe sich nichts mehr wesentlich verändert.
Er attestierte dem Beschwerdeführer in seiner früheren Tätigkeit als Angestellter in einem Take Away Restaurant seit März 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Ausschlaggebend für die teilweise Arbeitsunfähigkeit sei der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben im Rahmen dieser Tätigkeit teilweise auch schwere Lasten habe heben und tragen sowie zum Reinigen des Restaurants und der Küche über Kopf habe arbeiten müssen. In einer angepassten Tätigkeit, welche ausschliesslich körperlich leichte bis selten mittelschwere Arbeiten unter
halb der Schulterhöhe beinhalte, sei der Beschwerdeführer zu 90 % arbeitsfähig mit einer leichten Leistungsminderung von 10 %, um gelegentlich kurze Arbeits
unterbrechungen und Pausen zur Auslockerung der linken Schulter einzulegen.
3.6
Am 29. Juni 2016 fand die neurologische Untersuchung bei Dr. G._ statt. Neurographisch würden sich keine Hinweise auf eine Ulnarisneuropathie oder auf ein Karpaltunnelsyndrom auf der linken Seite ergeben. Des Weiteren würden sich weder die motorischen Ausfälle klinisch objektivieren lassen noch würden klini
sche Hinweise auf eine Läsion der Schulternerven vorliegen (Urk. 7/80). Ein MRI der Halswirbelsäule habe eine progrediente Osteochondrose und Unkover
tebralarthrose HWK 6/7 mit einer aktuell höhergradigen linksbetonten neurofo
raminalen Einengung gezeigt, weshalb eine Irritation der C7-Wurzel denkbar sei (vgl. Bericht der Radiologie Klinik Hirslanden vom 27. Juli 2016; Urk. 7/81). Dr. G._ berichtete am 4. Oktober 2016 (Urk. 7/84) zu Händen der Beschwer
degegnerin, Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe eine langjährige Zervi
kobrachialgie links mit radikulärer Reizsymptomatik C7 links bei degenerativen Halswirbelsäulenveränderungen, ausstrahlend in die Hand ulnar. Im Vordergrund der Beschwerden stehe jedoch die orthopädische Problematik der linken Schulter. Die radikuläre Reizsymptomatik C 7 habe an den Beschwerden des linken Armes einen geringen Anteil. Aus rein neurologischer Sicht sei die früher ausgeübte Tätigkeit in einem Pensum von 80 % möglich, eine leichtere Tätigkeit ohne nennenswerte Belastungen des linken Armes könnte vollumfänglich durchgeführt werden. Diese Einschätzung gelte aber nur aus rein neurologischer Sicht. Die Arbeitsfähigkeit sei vorrangig jedoch orthopädisch zu beurteilen.
3.7
Zu den gesamten Akten nahm RAD-Arzt Dr. C._ am 12. Oktober 2016 abschliessend Stellung (vgl. Feststellungsblatt, Urk. 7/90 S. 8f.) und beurteilte den Gesundheitszustand seit März 2015 als stabil. Ein psychischer Gesundheits
scha
den sei nicht ausgewiesen. Hinsichtlich der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit verweise er auf die Angaben im RAD
Unter
suchungsbericht (vgl. vorstehend E.
3.5
). Es sei von neurologischer Seite zwar eine weitere Diagnose gestellt wor
den (vgl. vorstehend E.
3.6
), diese würde aber die von orthopädischer Seite bereits festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich erhöhen.
4.
4.1
Es ist nach einhelliger ärztlicher Einschätzung erstellt, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiter in einem Take Away Restaurant in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dies ist unbestritten.
Indes bestehen divergente Beurteilungen darüber, in welchem Umfang dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit zuzumuten ist. Während der behandelnde Orthopäde Dr. E._ eine leichte Tätigkeit im Umfang von 50 % mindestens seit Juni 2016 als zumutbar einschätzte (vgl. vor
stehend E.
3.4
), ging RAD-Arzt Dr. C._ seit März 2015 von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belas
tungsprofils aus (vgl. vorstehend E.
3.5
und E.
3.7
). Dr. G._ sah die Arbeits
fähigkeit aus neurologischer Sicht für eine leichte Tätigkeit nicht eingeschränkt, verwies in erster Linie jedoch auf die orthopädische Beurteilung (vgl. vorstehend E.
3.6
).
4.2
Der Beschwerdeführer monierte insbesondere, dass Dr. C._ im Rahmen seiner Exploration vom 7. Juni 2016 von einer falschen Annahme betreffend die Beur
teilung durch Dr. E._ ausgegangen sei. Dieser habe dem Beschwerde
führer seit Juni 2016 klar eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % für leichte - und damit angepasste - Tätigkeiten attestiert (vgl. vorstehend E.
3.4
).
4.3
Dr. C._ erachtete eine körperlich leichte bis selten mittelschwere Arbeit unter
halb der Schulterhöhe aus rein orthopädischer Sicht zu 90 % zumutbar (vgl. vor
stehend E.
3.5
und E.
3.7
). Der Untersuchungsbericht basiert auf einer umfassen
den orthopädischen Untersuchung (Urk. 7/72 S. 1) und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben (Urk. 7/72 S. 2-3, 7). Hierbei hat sich Dr. C._ auch mit der Einschätzung von Dr. E._ auseinandergesetzt und die von diesem postulierte 50%ige Arbeitsunfä
higkeit für die Tätigkeit im Dönerladen als nachvollziehbar erklärt. Hingegen stellte Dr. C._ fest, dass keine Angaben über die theoretische Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit vorliegen würden (Urk. 7/72 S. 7). Rich
tig ist, dass Dr. E._ leichte Arbeiten zu 50 % als möglich erachtet (E. 3.4), wobei er weder ausführte, welche schweren Arbeiten nicht mehr möglich sind, noch weshalb bei leichten, die Schulter nicht gross belastenden Tätigkeiten eine zeitliche Einschränkung von 50 % bestehen soll. Insofern liegen – wie Dr. C._ festhielt – tatsächlich keine (brauchbaren) Einschätzungen der Restar
beitsfähigkeit vor. Dass die Schulterfunktionen links eingeschränkt sind und die linke Schulter nicht mehr für schwere Arbeiten oder über Kopf belastbar ist, darin stimmt Dr. C._ mit Dr. E._ überein. Dr. C._ hat
detaillierte und nach
vollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben
(Urk. 7/72 S. 4-7)
und sich mit den
vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt
(Urk. 7/72 S. 1-2)
. Zudem hat er die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar b
egründet (Urk. 7/72 S. 7-8). Dr. C._ erkannte in seiner ergänzenden und abschliessenden Stellungnahme vom 12. Oktober 2016 insbesondere, dass die von neurologischer Seite gestellte Diagnose die Arbeitsunfähigkeit nicht zusätzlich erhöht und ein psychischer Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen ist, habe der vom Beschwerdeführer genannte behandelnde Psychiater eine Behandlung seinerseits doch verneint (vgl. Feststellungsblatt, Urk. 7/90 S. 7 und Urk. 7/77). Die Einschränkungen in den für eine berufliche Tätigkeit relevanten Bereichen legte RAD-Arzt Dr. C._ eingehend dar (vgl. Urk.
7/72 S.
8). Die vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer gemäss beschriebenem Belastungsprofil angepassten Tätigkeit steht im Einklang mit der Aktenlage, ist nachvollziehbar und wurde vom Beschwerdeführer insofern bestätigt, als dieser mit seiner Ehefrau und seinem Sohn eine Shisha-Bar mit angeschlossenem Dönerrestaurant betreibt, wobei er hauptsächlich in der Shisha-Bar arbeite (vgl. Urk.
7/
72 S. 3) bzw. Gemüse rüste (Urk. 7/80). Der Untersuchungsbericht von Dr. C._ erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte (vgl.
E. 1.3
) und es bestehen keine Indizien gegen seine Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit (vgl. E.
1.4
).
Es ist somit festzuhalten, dass für die Beurteilung auf die beweiskräftige Ein
schätzung von Dr. C._ abzustellen und somit von einer 90%igen Arbeits
fähig
keit seit März 2015 in einer angepassten Tätigkeit unter Beachtung des umschriebenen Belastungsprofils auszugehen ist.
5.
5.1
Aufgrund der Akten ist ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer infolge des Unfalls vom 22. Mai 2010 im zu diesem Zeitpunkt ausgeübten Beruf als Take Away Mitarbeiter in einem Dönerrestaurant zunächst zu 100 %, ab Juli 2012 zu 50 % und ab Januar 2013 bis August 2013 erneut zu 100 % arbeitsunfähig war (vgl. E. 3.2). Ab 1. September 2013 attestierte Dr. E._ wieder eine zunehmende Arbeitsfähigkeit von anfänglich 50 % und ab 1. Oktober 2013 von 100 % für die Tätigkeit im Kebabladen (Urk. 7/37). Ab 1. September 2013 ist eine revisionsrechtlich relevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit daher ausge
wiesen. Indes brach der Beschwerdeführer den vollzeitlichen Arbeitsversuch ab, weshalb ab 24. November 2013 wiederum eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, was bis zur FOMA-Abklärung in der B._ im März 2014 so ver
blieb (vgl. auch Urk. 7/49/8f.). Gestützt auf diese Abklärungsergebnisse kam Dr. C._ in seiner ausführlichen Aktenbeurteilung vom 27. September 2014 zum Schluss, dass ab September 2013, als der Beschwerdeführer seine bisherige Tätig
keit im Take Away zu 50 % wiederaufgenommen habe, eine angepasste Tätigkeit gemäss dem im Abklärungsbericht vom 11. Juli 2014 (vgl. E. 3.3) umschriebenen Belastungsprofil vollzeitlich zuzumuten gewesen wäre (Urk. 7/49/9), was nach
vollziehbar ist und wofür keine anderslautenden medizinischen Berichte vor
liegen. Spätestens ab dem 26. November 2014 bestand wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis März 2015, was zum Anspruch auf die zuletzt zugespro
chene ganze Rente für den Zeitraum vom 1. November 2014 bis 31. März 2015 führte. Dass der Beschwerdeführer ab November 2014 ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat, ist unbestritten. Strittig und zu prüfen ist, ob ein Rentenanspruch über den 31. März 2015 hinaus besteht, nachdem der Beschwer
deführer seit März 2015 in einer angepassten Tätigkeit zu 90 % arbeitsfähig war (vgl. vorstehend E. 4.3).
5.2
Die Invaliditätsbemessung einschliesslich Bestimmung von Validen- und Invali
deneinkommen wurde vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Da die Beschwerdegegnerin jedoch davon ausging, dass der Lohn für eine angepasste Tätigkeit dem bisherigen Einkommen entspreche, obwohl die bisherige Tätigkeit keiner leidensangepassten Tätigkeit entspricht, wird der Vollständigkeit halber geprüft, wie sich die 90%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (Sep
tember 2013 bis 31. Oktober 2014 und ab 31. März 2015) in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.
6.1
6.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen-einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.1.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/aa).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätz
lich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6.2
Das Valideneinkommen ist mit der Beschwerdegegnerin anhand des bei der A._ GmbH in einem vollen Pensum erzielbaren Einkommens zu bemessen. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin im Arbeitgeberfragebogen vom 29. Novem
ber 2010 (Urk. 7/20) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016, Männer; Stand 2010: 2151; Stand 2013: 2204; Stand 2015: 2226) ist das Vali
deneinkommen mit Fr. 61'859.55 (Stand 2013) bzw. Fr. 62'477.-- (Stand 2015) zu beziffern (Fr. 5’031.-- x 12 : 2151 x 2204 bzw. 2226).
6.3
Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer ab September 2013 und erneut spätestens ab März 2015 eine angepasste Tätigkeit zu 90 % zumutbar war, ist ab diesem Zeitpunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens auf Tabellenlöhne abzustellen. Da körperlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienst
leistungen) beschränkt sind, kann das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen von Fr. 5'210.-- bzw. Fr. 5’312.-- (LSE 2012 bzw. 2014, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer) heran
gezogen werden. Das standardisierte monatliche Einkommen von Fr. 5'210.-- bzw. 5'312.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2013 wie 2015 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, P 8) sowie der Nominal
lohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016, Männer; Stand 2012: 2188; Stand 2013: 2204; Stand 2014: 2220; Stand 2015: 2226) und einer Leistungsbeschränkung von 10 % auf ein Jahreseinkommen von Fr. 59'088.30 (Stand 2013) bzw. Fr. 59'969.45 (Stand 2015) hochzurechnen (Fr. 5'312.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2220 x 2226 x 0.9). Das anzurechnende Invalideneinkommen beträgt ab September 2013 somit Fr. 59’088.30 und ab März 2015 Fr. 59'969.45.
6.4
Wird das Valideneinkommen von Fr. 61'859.55 bzw. Fr. 62'477.-- dem jeweiligen Invalideneinkommen gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 2'771.25 bzw. von Fr. 2'507.55 oder ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 4 %. Bei diesem Ergebnis braucht nicht mehr geprüft zu werden, ob und in welchem Umfang allenfalls ein behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorzu
nehmen wäre (vgl. hierzu BGE 126 V 75 E. 5a/bb).
6.5
6.5.1
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
IVV
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem ange
nommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter
brechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E.
3c/aa mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06
vom 20. November 2006 E.
3.3).
6.5.2
Die am 1. September 2013 (vgl. E. 5.1) eingetretene Verbesserung bewirkt daher eine Aufhebung des Rentenanspruchs per 1. Dezember 2013. Insoweit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 1. Juni 2017 als rechtens. Ausgehend von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit März 2015 (vgl. E. 4.3) ist diese - gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV nach drei Monaten - ab 1. Juli 2015 zu berücksichtigen. Nach dem Ausgeführten hat der Beschwerde
führer demnach auch noch vom 1. November 2014 bis 30. Juni 2015 Anspruch auf eine ganze Rente und die Beschwerde ist diesbezüglich teilweise gutzuheissen. In Bezug auf die beantragte unbefristete halbe Rente ab dem 1. April 2015 wurde der Rentenanspruch hingegen zu Recht verneint (vgl. E. 4.3); diesbezüglich ist die Beschwerde somit abzuweisen.
6.6
Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer daher vom 1. Mai 2011 bis 30. Juni 2012 Anspruch auf eine ganze, vom 1. Juli 2012 bis 31. März 2013 Anspruch auf eine halbe und vom 1. April 2013 bis 30. November 2013 wiederum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ist die angefochtene Verfügung für diesen Zeitraum zu bestätigen. Ferner hat der Beschwerdeführer vom 1. November 2014 bis 30. Juni 2015 Anspruch auf eine ganze Rente und ist die angefochtene Ver
fügung im Hinblick auf den Befristungszeitpunkt (30. Juni 2015 statt 31. März 2015) zu korrigieren.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und au
f Fr. 6
00.-- anzusetzen.
Die Beschwerdegegnerin unterliegt in Bezug auf den Zeitpunkt der Rentenaufhebung per Ende März 2015, während der Beschwerdeführer hinsichtlich des Anspruchs auf eine halbe Rente ab April 2015 unterliegt. Es rechtfertigt sich bei diesem Ausgang des Verfahrens, die Gerichtskosten im Umfang von zwei Dritteln (Fr. 400.--) dem Beschwerde
führer und zu einem Drittel (Fr. 200.--) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer). Nach Massgabe des Unterliegens erscheint eine um zwei Drittel gekürzte Prozessentschädigung bei Anwendung des gerichtsüb
lichen Stundenansatzes von
Fr.
2
2
0.--
(
zuzüglich Mehrwertsteuer
)
von
Fr. 600
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.