# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3ed9fbdf-5ea7-4079-b916-b6407d5b188c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. Y. war seit Februar 2001 Kunde der Filiale W. der Z., über die er unter anderem Optionsgeschäfte (Call oder Put) tätigen wollte. Als Sicherheit dienten der Bank ein Aktiendepot sowie Kontokorrentkonten in CHF, EUR und USD, die der Kunde bei ihr eröffnet hatte. Im Hinblick auf diese Geschäftstätigkeit unterzeichnete Y. am 26. Februar 2001 die ihm von der Z. unterbreiteten vorgedruckten Bedingungen für die Vermittlung von derivativen Finanzinstrumenten (wie den börsengehandelten Optionen).
Laut den Allgemeine(n) Bestimmungen dieses Dokuments trafen die Parteien dabei die folgenden Abmachungen:
„1. Verhältnis zwischen Kunde und Bank
Die Bank ist bereit, aufgrund der vom Kunden erteilten Weisungen auf den verschiedenen Börsenplätzen im Auftrage des Kunden – das heisst im eigenen Namen, aber für Rechnung und Risiko des Kunden – unter Beachtung der auf diesen Märkten geltenden Vorschriften und sonstigen Richtlinien zu handeln.
2. Merkmale und Risiken
Der Kunde kennt die Merkmale der oben genannten Finanzinstrumente, die Bestimmungen und Richtlinien der Börsen, an denen sie gehandelt werden, und die mit dem Handel verbundenen Risiken. Die Bank ist nicht verpflichtet, dem Kunden die für die Handhabung von derivativen Finanzinstrumenten und entsprechenden Transaktionen erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln; sie lehnt in dieser Hinsicht jegliche Verantwortung ab.
Der Kunde erklärt hiermit, dass er über angemessene Mittel verfügt und finanziell in der Lage ist, alle mit dem Handel der oben genannten derivativen Finanzinstrumenten verbundenen Risiken zu übernehmen und die sich möglicherweise ergebenden Verluste zu tragen, und dass er ferner die Bank für alle von ihr in Ausführung seines Auftrages eingegangenen Verpflichtungen schadlos halten wird.
.....
3. Auftragserteilung
Der Kunde verpflichtet sich, der Bank nur solche Aufträge zu erteilen, die mit seiner finanziellen Lage vereinbar sind. Er ist somit für die Ergebnisse dieser Transaktionen selber verantwortlich, ohne dass die Bank, die Brokers oder die Märkte irgendeine Erfolgsgarantie abgeben.
4. Prämienzahlung
Der Kunde ist verpflichtet, für derivative Finanzinstrumente, für welche die Zahlung einer Prämie vorgesehen ist (zum Beispiel Kauf einer Option), der Bank diese Prämie an dem von den Börsenplätzen und/oder ihren Clearing-Häusern und/oder der Bank festgelegten  zu entrichten.
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5. Margen und Deckungsverpflichtung
Der Kunde hat der Bank die von den Börsenplätzen und/oder den Clearing-Häusern und/oder der Bank festgelegte Marge zwecks Sicherheit seiner Position zu entrichten. Der Kunde erklärt sich bereit, die Marge bei der Bank zu deponieren und in dem Umfange zu erhalten, den die Bank nach ihrem Ermessen als Sicherheit für die betreffende Position als notwendig erachtet und der jederzeit geändert werden kann. Ferner verpflichtet sich der Kunde, jeder Aufforderung der Bank, Nachschuss zu leisten, unverzüglich nachzukommen.
6. Spesen und Kommissionen
Der Kunde erklärt sich damit einverstanden, der Bank für seine Transaktionen in standardisierten Optionen, Financial Futures und anderen derivativen Finanzinstrumenten Kommissionen und Spesen gemäss den jeweils geltenden Tarifen zu entrichten, und ermächtigt hiermit die Bank, die entsprechenden Belastungen vorzunehmen.“
Unter dem Titel Bestimmungen für die Vermittlung von Optionen wurde ausserdem vereinbart:
„1. Margen und Sicherheiten
Als Schreiber einer Option (Call oder Put) ist der Kunde verpflichtet, der Bank die von ihr festgelegte Marge zu entrichten. Sollte der Kunde innerhalb des darauffolgenden Werktages dieser Verpflichtung nicht nachkommen, ist die Bank ermächtigt, nach ihrem eigenen Ermessen und ohne weitere Mitteilung an den Kunden die betreffende Position glattzustellen. Dieses keiner Beschränkung unterworfene Recht beinhaltet ebenfalls den Kauf und/oder Verkauf, immer für Rechnung und Risiko des Kunden, eines Teils oder der gesamten Position.
.....“
B. Durch Vermittlung der Z. abgewickelt wurde unter anderem das folgende Geschäft. Gegen Erhalt einer Prämie von € 18'000.– mit Valuta 21. Juni 2001 verpflichtete sich Y. als Verkäufer einer Option (als Stillhalter oder Schreiber), dem Optionär (dem Käufer der Option, der die Prämie bezahlt hatte) bis spätestens 15. März 2002 10'000 Aktien des Softwareproduzenten SAP zum Preis von je € 90.– (insgesamt für € 900'000.–) abzukaufen (put), falls der aus der Option Berechtigte (der Optionär) dies verlange (vgl. hierzu die Beschreibung solcher Vorgänge bei Thomas BAUER, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 3. Aufl., Basel 2003, Art. 513 OR N. 3).
Wegen des Einbrechens der Aktienkurse im Anschluss an den Terroranschlag vom 11. September 2001 reichten die bei der Z. gehaltenen
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Reserven an flüssigen Mitteln und handelbaren Titeln nicht aus, um die durch Y. getätigten, noch offenen Optionsgeschäfte (unter ihnen die Put-Option SAP) weiterhin sicherzustellen und gleichzeitig die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber der Bank zu erfüllen. Nach den laufenden Vorausberechnungen der Bank liess allein Ersteres per 18. September 2001 einen Margenbedarf von über 1,2 Millionen Franken erwarten. Direktor X. von der Niederlassung W. der Z. wies deshalb den Kunden am 14. September 2001 telefonisch darauf hin, dass zusätzliche Sicherheiten benötigt würden. Als sie nicht beigebracht wurden, schloss die Bank am 19. September 2001 die offene Put-Option SAP zum Preis von € 114'375.–, wogegen Y. am folgenden Tag schriftlich protestierte.
Nach Abschluss dieser und weiterer Transaktionen (so etwa der Glattstellung einer Put-Option Zürich) überwies Y. der Z. mit Valuta 8. Februar 2002 zur Tilgung der von ihm anerkannten Verbindlichkeiten einen Betrag von € 405'951.–. Er weigerte sich indessen, der Bank auch noch den zusätzlichen Aufwand von € 114'375.– abzugelten, der ihr durch das Schliessen der Put-Option SAP erwachsen war. Er machte insbesondere geltend, letzteres sei übereilt erfolgt, sei er doch mit Direktor X. am 18. September 2001 übereingekommen, dass vorerst von einer derartigen Massnahme abgesehen werde und dass er (der Kunde) stattdessen durch eine Grundpfandbestellung für die erforderliche zusätzliche Sicherheit sorgen werde. Die Bank behauptete demgegenüber, dass sie auf ihre Rechte aus der Vereinbarung vom 26. Februar 2001 nie – auch nicht zeitlich befristet – verzichtet habe. Zudem habe Y. in einem Telefongespräch vom 19. September 2001 ausdrücklich eingewilligt, dass nicht nur die Put-Option Zürich, sondern auch die Put-Option SAP glattgestellt werden dürfe.
Da sich die Parteien hierüber nicht zu einigen vermochten, kam es zum Prozess.
C. Am 30. Januar 2002 machte die Z. beim Kreispräsidenten Oberengadin als Vermittler eine gegen Y. gerichtete Forderungsklage anhängig. Laut dem Leitschein vom 16. August 2002 hatten die Parteien an der Sühneverhandlung vom 11. Juni 2002 die folgenden Anträge gestellt:
Klägerisches Rechtsbegehren:
„1. Es sei der Beklagte zu verurteilen, der Klägerin € 114'375.00, nebst Zins zu 5 % ab 19.10. 2001 zu bezahlen.
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2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 7,6 % Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.“
Beklagtisches Rechtsbegehren:
„1. Abweisung der Klage.
2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 7,6 % Mehrwertsteuer zu Lasten der Klägerschaft.“
Im Schriftenwechsel vor Bezirksgericht Maloja (Prozesseingabe vom 5. September 2002, Prozessantwort vom 2. Oktober 2002, Replik vom 4. November 2002, Duplik vom 13. Januar 2003), dem die Streitsache zur Beurteilung unterbreitet worden war, hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren gemäss Leitschein fest.
D. Mit Urteil vom 18. November 2003, mitgeteilt am 11. Dezember 2003, erkannte das Bezirksgericht Maloja:
„1. Die Klage wird gutgeheissen und der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin € 114'375.–, zuzüglich 4,5625 % Vertragszinse ab 19. September 2001 sowie ab 31. Januar 2002 5 % Verzugszinse, zu bezahlen.
2. Die Kosten dieses Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 8000.–, einem Streitwertzuschlag von CHF 1500.– und Schreibgebühren von CHF 500.–, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 220.– werden dem Beklagten auferlegt.
3. Der Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin mit CHF 32'141.20  zu entschädigen.

## Considerations