# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 481cbfd7-99d7-57b1-ab64-06220cebcfbf
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ W. B., R., ist Eigentümer der 1'048 m grossen Parzelle Nr. 001, Grundbuch R., die
mit einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen und einer
Tiefgarage überbaut ist. Die Liegenschaft befindet sich gemäss Zonenplan der
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Gemeinde R. vom 9. April 1998 in der Wohn-Gewerbezone WG3 und wird im Süden
von der A-strasse, Gemeindestrasse 2. Klasse, und nördlich vom Ä.- bzw. B-bach
begrenzt. Westlich grenzt sie an das 1'928 m grosse Grundstück von E. G., R., an, das
mit verschiedenen Gebäuden, unter anderem dem zweigeschossigen Wohnhaus des
Grundeigentümers überbaut ist. Die Zufahrt zur Tiefgarage des Mehrfamilienhauses
verläuft entlang der Grenze zum westlichen Grundstück. Während das
Mehrfamilienhaus selbst, die Umfassungswände der Zufahrt und der Deckenabsatz der
Tiefgarage erstellt sind, ist die westliche Garagendecke infolge eines Baustopps noch
nicht fertig gebaut.
B./ Dem erwähnten Mehrfamilienhaus an der A-strasse xx liegt das Baugesuch vom
20. Mai 2009 zu Grunde, wogegen keine Einsprachen erhoben wurden. Der
Gemeinderat bewilligte das Gesuch am 9. Juni 2009. Am 23. September 2009 zeigte
der Nachbar E. G. der Baubehörde an, dass die Tiefgarage in Abweichung von der
Baubewilligung nicht als unterirdische Baute erstellt werde. Der Gemeinderat war in der
Folge ebenfalls der Meinung, dass die Tiefgarage nicht wie bewilligt bloss 1,2 m über
das gewachsene Terrain hinausrage. Er erliess deshalb umgehend einen Baustopp und
forderte die Bauherrschaft am 2. Oktober 2009 auf, für die Projektänderung ein
Nachtragsgesuch einzureichen.
C./ Das Korrekturgesuch vom gleichen Tag lag vom 19. Oktober 2009 bis 4. November
2009 öffentlich auf. Gegen die geplante Änderung liess E. G. am 26. Oktober 2009
durch seinen Rechtsvertreter Einsprache erheben und geltend machen, das Baugesuch
sei kostenpflichtig abzuweisen. Der Gemeinderat wies die Einsprache am 2. Februar
2010 bzw. 9. März 2010 ab und bewilligte die Projektänderung mit der Begründung, die
Höhenüberschreitung der Tiefgarage als unterirdische Baute habe auf 13 cm verringert
werden können, wobei die Koten des gewachsenen Bodens allerdings nicht mehr
hätten exakt ermittelt werden können. In Anbetracht der Kostenschätzung von
Fr. 100'000.-- für einen Rückbau werde auf die Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands verzichtet. Die Unterschreitung des Grenzabstands von 5 m durch den
Absatz in der Tiefgaragendecke, der zum Teil bis 1,7 m über das gewachsene Terrain
rage, gelte in Anwendung des Flächenausgleichsverfahrens gegenüber dem
Grundstück des Einsprechers als eingehalten.
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D./ a) Gegen diesen Beschluss liess der Einsprecher am 17. März 2010 mit folgenden
Anträgen beim Baudepartement Rekurs erheben:
1. Es sei die Baubewilligung der Gemeinde R. vom 2. Februar/9. März 2010
aufzuheben.
2. Es sei festzustellen, dass der bestehende Bau nicht gemäss der Baubewilligung vom
9. Juni 2009 ausgeführt wurde und somit nicht als bereits bewilligt gelten kann.
3. Es sei der Rückbau aller rechtswidrigen Bauteile zu verfügen. Insbesondere sind
rechtswidrig:
- die Tiefgarage, soweit sie den Grenzabstand gegenüber der Parzelle des
Einsprechers und den Strassenabstand verletzt
- das Attikageschoss
- ev. das dritte Obergeschoss
4. Es sei die Beseitigung aller die Gewässerschutzbestimmungen verletzenden Bauteile
zu verfügen.
5. Es sei superprovisorisch für die Dauer des Verfahrens auf das ganze Bauverfahren
einen Baustopp zu verfügen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der A. AG.
Am 23. März 2010 erhob auch die Ehefrau des Einsprechers, A. G., R., Rekurs.
b) Das Baudepartement wies den Rekurs des Einsprechers am 29. April 2011 ab,
soweit es darauf eintrat. Auf den Rekurs seiner Ehefrau trat es nicht ein. Dabei erwog
es, dass die geltend gemachten Mängel an der rechtskräftig bewilligten Hauptbaute
wie auch der in der angefochtenen Verfügung zu Unrecht beurteilte Deckenabsatz im
Grenzabstand ausserhalb des Anfechtungsgegenstands, das heisst ausserhalb der im
Korrekturgesuch eingereichten Änderungen liegen würden und deshalb im
Rechtsmittelverfahren nicht überprüft werden könnten. Für superprovisorische
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Anordnungen bestünde nebst dem bereits erlassenen Baustopp keine Veranlassung.
Die Rüge betreffend die Verletzungen der Gewässerschutzbestimmungen sei nicht
begründet, weshalb darauf nicht eingetreten werden könne. Zu beurteilen bleibe einzig,
ob die Einfahrt in die Tiefgarage mit reduzierter Deckenhöhe gemäss Korrekturgesuch
bewilligungsfähig sei. Die Abklärungen im Rekursverfahren hätten ergeben, dass die
Tiefgarage die Vorgaben für eine unterirdische Baute einhalte. Die Vorinstanz habe
damit das Korrekturgesuch - mit unzutreffender Begründung zwar - im Ergebnis aber
zu Recht erteilt.
E./ Gegen diesen Rekursentscheid erhoben die Rekurrenten am 13. Mai 2011 durch
ihren neuen Rechtsvertreter beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen
Beschwerde. Sie liessen beantragen, dass der angefochtene Entscheid und die
Bewilligung für das Korrekturgesuch kostenpflichtig aufgehoben und die Streitsache
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen werde. Die
Beschwerdeergänzung ihres Rechtsvertreters datiert vom 16. Juni 2011. Gleichentags
reichten die Beschwerdeführer eine eigene Beschwerdebegründung ein, womit sie
folgende Anträge stellen:
- Es sei der Entscheid Nr. 16/2011 vom 29. April 2011 des Baudepartements des
Kantons St. Gallen aufzuheben.
- Es sei die rechts- und gesetzwidrige Baubewilligung vom 2. Februar/9. März 2010
aufzuheben.
- Es sei die rechts- und gesetzwidrige Baubewilligung vom 9. Juni 2009 aufzuheben.
- Es sei zu verfügen, dass alle rechts- und gesetzeswidrigen Bauteile abzubrechen
sind, insbesondere die Tiefgarage, soweit sie den Grenzabstand und den
Strassenabstand verletzt sowie das Attikageschoss und das zweite Obergeschoss.
- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gemeinde R. und der A. AG,
W. B.
Am 20. Juni 2011 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer dem Gericht mit, das
Vertretungsmandat sei zwischenzeitlich erloschen. Die Beschwerdeführer ihrerseits
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erklärten am 24. Juni 2011, dass die Eingabe ihres Anwalts ohne ihre Einsicht erfolgt
sei und nicht ihren Interessen entsprechen würde.
F./ a) Das Baudepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 30. Juni 2011, die
Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Es stimme, dass während des
Rekursverfahrens eine Besprechung ohne die Rekurrenten stattgefunden habe.
Gegenstand des Gesprächs sei dabei nicht wie ursprünglich geplant ein allfälliges
Korrekturgesuch gewesen, sondern neue Beweismittel zur Ermittlung des
Niveaupunktes, welche die Bauherrschaft auf Grund weiterer Sachverhaltsabklärungen
gewonnen habe. Die neuen Beweismittel seien sodann von den Rekursgegnern
eingereicht und sämtlichen Verfahrensbeteiligten zur Stellungnahme zugestellt worden.
Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer sei deshalb nicht verletzt worden.
b) Die Beschwerdegegner beantragen am 8. Juli 2011, die Beschwerde kostenpflichtig
abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Der im Korrekturgesuch aus
Praktikabilitätsgründen angenommene Referenzpunkt für den gewachsenen Boden
habe sich als falsch erwiesen. Auf Grund der im Rekursverfahren vorgenommenen
Abklärungen habe sich vielmehr ergeben, dass die korrigierte Tiefgaragendecke
innerhalb der zulässigen Höhe von 1,2 m für unterirdische Gebäude liege.
c) Der Gemeinderat verlangt mit Vernehmlassung seines Rechtsvertreters vom
31. August 2011, dass die Beschwerde kostenpflichtig abgewiesen bzw. nicht darauf
eingetreten werde.
d) Die Beschwerdeführer bekräftigten mit Eingabe vom 12. September 2011, dass die
von ihnen aufgezeigten Fehler am Mehrfamilienhaus A-strasse xx im Widerspruch zu
ihren schutzwürdigen und den öffentlichen Interessen stünden und insbesondere ihre
verfassungsmässigen Grundrechte verletzen würden.
G./ Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) zur Behandlung der gegen den
Entscheid des Baudepartements erhobenen Beschwerde zuständig. Die
Beschwerdeführer sind Adressaten des angefochtenen Entscheids und somit
grundsätzlich zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 13. Mai 2011 und 16. Juni 2011
entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
1.2. Anders als im Zivilprozess gemäss Art. 68 Abs. 3 der Zivilprozessordnung (SR 272)
wird im Verwaltungsverfahren die Vertretungsvollmacht des Rechtsanwalts gemäss
Art. 26 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70, abgekürzt AnwG) vermutet. Auch
wenn die Orientierungskopien des beschwerdegegnerischen Rechtsvertreters, die
dieser auf Grund der standesrechtlichen Regelung direkt dem gegnerischen Anwalt
zugestellt hatte, offenbar nicht handschriftlich unterschrieben waren, werden dadurch
keine Zweifel begründet, dass er nicht ordentlich bevollmächtigt sei. Es wird deshalb
darauf verzichtet, in Anwendung von Art. 26 Abs. 2 AnwG eine entsprechende
Vollmacht nachzufordern, wie die Beschwerdeführer verlangen.
1.3. Die Beschwerdeführer haben die Anträge ihres Rechtsvertreters nachträglich
erweitert. Die Ausweitung ist zum Einen erst nach Ablauf der Beschwerdefrist von
Art. 64 VRP in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP und damit verspätet erfolgt. Zwar hat
das Gericht die Frist für die Beschwerdeergänzung gemäss Art. 64 VRP in Verbindung
mit Art. 48 VRP erstreckt, die Fristerstreckung hat sich aber ausdrücklich auf die
Darstellung des Sachverhalts und die Begründung, nicht aber auch auf den Antrag
bezogen. Zum Anderen liegen die ergänzten Anträge ausserhalb des
Anfechtungsgegenstands. Vor Verwaltungsgericht kann wie im Rekursverfahren aber
nur Verfahrensgegenstand sein, was bereits Gegenstand des Bewilligungs- und
Einspracheverfahrens war. Der Anfechtungsgegenstand ist sowohl Ausgangspunkt als
auch äusserster Rahmen für den Streitgegenstand, weshalb dieser im Verlaufe des
Verfahrens - vom aufsichtsrechtlichen Einschreiten abgesehen - nur verengt, nicht aber
erweitert werden kann (Ch. Auer in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
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Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 10 zu Art. 12
VwVG).
1.4. Dem vorliegenden Verfahren liegt (einzig) die am 2. Februar 2010/9. März 2010
bewilligte Projektänderung bzw. jener Teil der Tiefgarage zu Grunde, über den der
Gemeinderat am 2. Oktober 2009 einen Baustopp verhängt hatte. Die übrigen,
zwischenzeitlich fertig erstellten Teile des Mehrfamilienhauses A-strasse xx werden
durch die rechtskräftige Baubewilligung vom 9. Juni 2009 abgedeckt, soweit sie
entsprechend dieser Bewilligung gebaut wurden. Allfällige Abweichungen können nicht
im vorliegenden Verfahren betreffend die nachgesuchte Projektänderung gerügt,
sondern müssten separat bei der zuständigen Baubehörde vorgebracht werden.
1.5. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführer hat eine Projektänderung nicht zur
Folge, dass ein rechtskräftig bewilligtes Bauprojekt von Grund auf neu überprüft und
wiederum als Gesamtes bewilligt werden müsste. Das von ihnen angesprochene
Verbot, bei einem Gesuch einzelne Fragen abzuspalten und über diese gesondert zu
entscheiden, betrifft einen anderen Sachverhalt. Von einer unzulässigen
Teilbaubewilligung müsste dann gesprochen werden, wenn ein Gesuch nicht als
Ganzes gutgeheissen oder als Ganzes abgewiesen würde (B. Heer, St. Gallisches Bau-
und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 852 mit Hinweisen). Konkret wurde die
nachgesuchte Projektänderung vorschriftsgemäss als Ganzes und nicht bloss zum Teil
bewilligt. Sodann stellt die Tieferlegung des Garagendaches gegenüber dem
bewilligten Mehrfamilienhaus keine Erweiterung dar. Folglich muss auch nicht geprüft
werden, ob das vorliegende Baugesuch eine Vermehrung oder wesentliche
Verstärkung einer allenfalls zu Unrecht erteilten Baubewilligung darstellt, ob die
Baubewilligung vom 9. Juni 2009 allenfalls zu Unrecht erteilt wurde oder ob diese
überhaupt gültig ist. Allein die Tatsache, dass die ursprüngliche Bewilligung nebst dem
Gemeindepräsidenten nicht vom Gemeinderatsratsschreiber, sondern einer
Gemeindeangestellten unterschrieben wurde, die erst kurz darauf zu dessen
Stellvertreterin ernannt worden ist, würde die Bewilligung aber ohnehin nicht ungültig,
sondern bloss anfechtbar machen. Nichtig wäre die Baubewilligung nur dann, wenn sie
einen besonders schweren Mangel aufweisen würde und dieser zudem offenkundig
oder zumindest leicht erkennbar wäre. Gemäss Evidenztheorie wird sodann verlangt,
dass die Nichtigkeit die Rechtssicherheit nicht ernsthaft gefährde. Aus diesem Grund
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stellt die unrichtige Zusammensetzung der entscheidenden Kollegialbehörde
grundsätzlich keinen Nichtigkeitsgrund dar (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 966).
Konkret überwiegt die Rechtssicherheit, welche die Baubewilligung für das
Mehrfamilienhaus bedeutet, die richtige Rechtsanwendung, dass die
Gemeindeangestellte die Baubewilligung erst nach ihrer Ernennung zur
stellvertretenden Gemeinderatsschreiberin hätte unterschreiben dürfen, klar. Dazu
kommt, dass dem Gemeinderatsschreiber keine Entscheidungskompetenz zukommt.
Dieser bestätigt mit seiner Unterschrift einzig, dass der Beschluss korrekt verfasst
worden ist.
Nachdem die Baubewilligung weder angefochten, noch widerrufen, noch
aufsichtsrechtlich aufgehoben worden ist, gilt das formell bewilligte Mehrfamilienhaus
folglich als rechtmässig erstellt, womit es grundsätzlich in seinem Bestand geschützt
ist (Art. 77bis BauG, VerwGE B 2010/106 vom 26. Januar 2011 E. 4.3., abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Dies gilt selbst für den Fall, dass die Bewilligung (materiell) zu
Unrecht erteilt worden sein sollte.
1.6. Aus dem Gesagten folgt, dass die Rüge, die Baubewilligung vom 9. Juni 2009 sei
zu Unrecht erteilt worden, den Rahmen der zu überprüfenden Baubewilligung vom 2.
Februar 2010/9. März 2010 sprengt. Ebenfalls nicht (erst im Rechtsmittelverfahren)
beurteilt werden kann, ob beim Bau des Mehrfamilienhauses von der rechtskräftigen
Baubewilligung abgewichen worden ist. Es muss aber auch nicht geprüft werden, ob
der Baustopp überhaupt nötig gewesen ist bzw. ob der geplante Bau des
Tiefgaragendachs im bezeichneten Teil gegenüber den bewilligten Plänen abweicht
und deshalb tiefer gelegt werden muss. Soweit die Beschwerdeführer behaupten,
ihnen sei der Baustopp nicht eröffnet worden, weshalb sie nicht hätten wissen können,
dass dieser nicht wie verlangt für das ganze Bauvorhaben, sondern bloss für einen
kleinen Teil der Tiefgarage im Grenzabstand verfügt worden ist, verhalten sie sich
treuwidrig, was keinen Rechtsschutz verdient. Als direkt betroffene Nachbarn hätten
sie den weiteren Bauarbeiten nicht tatenlos zuschauen und erst intervenieren dürfen,
als diese abgeschlossen waren. Es wäre vielmehr an ihnen gelegen, sich umgehend
gegen die vermeintliche Verletzung des Baustopps zur Wehr zu setzen und die
Wiederherstellung der Rekursfrist zu verlangen bzw. das Rechtsmittel zu ergreifen,
sobald sie vom genauen Inhalt des Baustopps hätten Kenntnis erhalten können
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(VerwGE B 2010/246, B 250 und B 2011/38, 39, 40 vom 15. Dezember 2011 E. 1.2.2.;
VerwGE 2009/71, 72 vom 18. März 2010 E. 2.4.; beide abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
1.7. Mithin ist auf die Beschwerde insofern einzutreten, als damit die Aufhebung des
vorinstanzlichen Entscheids bzw. der Korrekturbewilligung des Gemeinderats vom
2. Februar 2010/9. März 2010 verlangt wird. Auf die Rügen, die ausserhalb der im
Korrekturgesuch eingereichten Änderungen liegen, insbesondere die Anträge, die
Baubewilligung vom 9. Juni 2009 sei aufzuheben und die Tiefgarage im Grenz- und
Strassenabstand sowie das Attikageschoss und das zweite Obergeschoss seien
abzubrechen, ist nicht einzutreten. Das Gleiche gilt für den Antrag, dass zu überprüfen
sei, ob das Amt für Umwelt und Energie die Wärmepumpe mit Erdwärmesonden am
17. Juli 2009 zu Recht bewilligt habe. Ebenfalls unbeachtlich ist der Einwand der
Beschwerdeführer, beim Baudepartement sei noch eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde betreffend Aktenaushändigung hängig. Ihr in diesem
Zusammenhang geäusserter Verdacht, das Mehrfamilienhaus sei nicht den bewilligten
Plänen entsprechend gebaut worden, betrifft wie gesagt die vorliegend zu beurteilende
Projektänderung genauso wenig wie das ebenfalls geltend gemachte weitere Verfahren
betreffend Verletzung von Gewässerschutzbestimmungen, die ihrer Meinung nach
darin begründet ist, dass im Zusammenhang mit dem Bau des Mehrfamilienhauses
Renaturierungen entlang des Ä.- bzw. B-baches zerstört worden seien.
2. Die Beschwerdeführerin wehrt sich dagegen, dass die Vorinstanz auf ihren Rekurs
nicht eingetreten ist und begründet ihre Rüge damit, dass ihr Ausschluss vom
Rechtsmittelverfahren einer Entmündigung gleichkomme.
2.1. Die Teilnahme am Rechtsmittelverfahren setzt die Beteiligung am vorinstanzlichen
Verfahren voraus (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 404). Die Pflicht zur Teilnahme am Vorverfahren entfällt nur, wenn
keine Möglichkeit dafür bestanden hat oder wenn erst der angefochtene Entscheid die
Parteistellung begründet (I. Häner in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 8 zu Art. 48
VwVG).
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2.2. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, noch ist sonst ersichtlich, dass sie
am Einspracheverfahren nicht hätte teilnehmen können. Es war ihr eigener Entschluss
bzw. ihr Versehen, dass sie gegen die geplante Projektänderung auf dem
Nachbargrundstück keine Einsprache erhoben und sich erst im Verlauf des
Rekursverfahrens ihres Ehemannes im Verfahren eingeschaltet hat. Nach dem
Grundsatz der Einheit des Verfahrens kann eine an sich legitimierte Person ihre Rügen,
die sie nicht rechtzeitig erhoben hat, in einem späteren Verfahrensabschnitt nicht mehr
nachholen. Die Wahrung der Fristen ist eine Prozessvoraussetzung, die von Amtes
wegen zu prüfen ist. Die Vorinstanz hat daher zu Recht entschieden, dass auf ihren
Rekurs mangels formeller Beschwer nicht eingetreten werden könne. Von einer
Entmündigung kann somit keine Rede sein. Die Beschwerde von A. G. gegen den
Nichteintretensentscheid ist folglich abzuweisen.
3. Neben der Beschwerdeergänzung seines Rechtsvertreters vom 16. Juni 2011 hat
der Beschwerdeführer gleichentags eine eigene Beschwerdeergänzung eingereicht und
erklärt, sein Anwalt vertrete nicht seinen Standpunkt.
3.1. Im Rechtsmittelverfahren gilt grundsätzlich das Rügeprinzip. Demnach prüft die
Rechtsmittelinstanz nur die von den Parteien geltend gemachten Rechtsverletzungen
und tatsächlichen Einwände. Sie sucht insbesondere nicht von sich aus nach
Unrichtigkeiten in der Sachverhaltsfeststellung des vorinstanzlichen Entscheids.
Nebstdem den Beteiligten nach dem Rügeprinzip überlassen ist, den Umfang des
Anfechtungsgegenstands zu bestimmen, kommt den Rechtsmittelberechtigten -
zumindest teilweise - auch die Verfügungsmöglichkeit über das Verfahren zu. Die
entsprechende Dispositionsmaxime gilt im Anfechtungsverfahren, vorab was die
Einleitung und die Beendigung des Rechtsmittelverfahrens betrifft. Den Beteiligten ist
es somit nicht bloss freigestellt, ob sie eine Verfügung oder einen Entscheid anfechten
wollen, sondern auch, ob sie das eingelegte Rechtsmittel aufrecht erhalten. Dagegen
sind ihre Rechtsvorbringen unverbindlich. Wenn diesen eine gewisse Relevanz
zukommt, muss sich die Rechtsmittelinstanz aber zumindest damit auseinandersetzen
(Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1632 f.; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 580 und 633).
3.2. Der Beschwerdeführer hat erklärt, dass die Eingabe seines Anwalts nicht mit ihm
abgesprochen gewesen sei und seinen Interessen widerspreche. Folgerichtig wurde
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das Vertretungsverhältnis darauf beendet. Der Beschwerdeführer nahm auch keinen
Bezug mehr auf die Beschwerdeergänzung seines vormaligen Rechtsvertreters. Da er
hinsichtlich der Darstellung des Sachverhalts und der Begründung innert Frist eine
eigene umfassende Beschwerdeergänzung eingereicht hat, sich ausdrücklich von der
Eingabe seines Anwalts distanziert hat und es an ihm ist, den Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens durch seine Vorbringen zu bestimmen, setzt sich das Gericht in
der Folge lediglich mit den Einwänden des Beschwerdeführers gemäss seiner eigenen
Beschwerdeergänzung auseinander.
4. Dem Baudepartement wirft der Beschwerdeführer vor, verschiedentlich "rechts- und
gesetzwidrig" gehandelt zu haben. Unter anderem macht er geltend, es habe sich nicht
neutral verhalten, weil die Rekurssachbearbeiterin separat mit der Bauherrschaft
verhandelt habe.
4.1. Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) gewährt den
Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung im Verfahren. Dafür ist es nötig, dass
die Privaten vor der Verwaltungs- oder Justizbehörde mit ihrem Begehren angehört
werden, Einblick in die Akten erhalten und dass sie zu den für die Entscheidung
wesentlichen Punkten Stellung nehmen können (Art. 15 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 VRP;
Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1672). Art. 29 Abs. 2 BV garantiert sodann die
Mitwirkung bei der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Die Parteien
haben insbesondere das Recht, innerhalb der prozessual vorgesehenen Frist geeignete
Beweise vorzubringen, Beweisanträge zu stellen, zu Beweisanträgen der Gegenpartei
Stellung zu nehmen, Fragen an die Belastungszeugen zu stellen oder an einem
Augenschein teilzunehmen. Nach Abschluss des Beweisverfahrens besteht der
Anspruch, sich zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den
Entscheid zu beeinflussen (Kiener/Kälin, Grundrechte, Bern 2007, S. 420).
4.2. Die Rekursinstanz hat am 16. Juni 2010 einen Augenschein durchgeführt, an dem
alle Verfahrensbeteiligten teilgenommen haben. Gestützt darauf ging die
verfahrensleitende Sachbearbeiterin vorerst davon aus, dass die projektierte Tiefgarage
tatsächlich die zulässige Höhe überschreite. Da sie den Fall zudem als geeignet für
eine gütliche Einigung im Sinn von Art. 54 VRP erachtete, lud sie die Bauherrschaft zur
Überarbeitung des Baugesuchs ein. Bei der entsprechenden Besprechung erläuterte
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diese jedoch nicht das Korrekturgesuch, sondern brachte weitere Beweismittel vor, mit
denen sie belegen wollte, dass die Höhe der unterirdischen Baute mit der vorliegend zu
beurteilenden Projektänderung eingehalten werde. Die in der Folge schriftlich
nachgereichten Beweismittel wurden sodann allen Verfahrensbeteiligten zur Stellung
zugesandt. Die Sachbearbeiterin ihrerseits holte in Anwendung von Art. 12 Abs. 1 VRP
beim kantonalen Tiefbauamt (abgekürzt TBA) und dem Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation (abgekürzt AREG) weitere Unterlagen zum Verlauf des gewachsenen
Terrains ein und gab den Verfahrensbeteiligten sodann Gelegenheit, sich zu den neuen
Erkenntnissen sowie zu ihrer neuen vorläufigen Beurteilung des Rechtsstreits Stellung
zu nehmen.
4.3. Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer im Rekursverfahren fair und
rechtsgleich behandelt wurde, dass er vollumfänglich bei der Beweiserhebung
mitwirken, in sämtliche Akten Einblick nehmen, zu allen Beweismitteln und -
ergebnissen Stellung nehmen konnte und darüber hinaus nochmals zum
voraussichtlichen Ausgang des Rekursverfahrens angehört wurde, bevor der
Rekursentscheid ergangen ist. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die
Rekurssachbearbeiterin ihn zur mündlichen Besprechung für das eigentlich
vorgesehene erneute Korrekturgesuch nicht eingeladen hatte. Dass sie berechtigt war,
dem Gemeinderat im Verlauf des Rekursverfahrens auf seinen Wunsch hin die Akten
des Bewilligungsverfahrens zur Einsicht zuzuschicken, weil dieser die Unterlagen in
einer anderen Sache benötigte, versteht sich von selbst. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, der Rechtsvertreter der Bauherrschaft habe mit Vernehmlassung
vom 5. Mai 2010 angezeigt, dass er im Rekursverfahren sowohl die Bauherrschaft als
auch die politische Gemeinde vertreten werde, ist falsch, weshalb nicht weiter darauf
einzugehen ist. Damit liegen im vorinstanzlichen Verfahren weder eine
Gehörsverletzung noch andere Verfahrensfehler vor.
5. Es bleibt somit zu prüfen, ob das gegenüber dem rechtskräftig bewilligten
Bauprojekt tiefer gelegte Tiefgaragendach baurechtskonform ist und ob der
Gemeinderat die verlangte Projektänderung am 2. Februar 2010/9. März 2010 zu Recht
bewilligt hat.
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5.1. Bauten können bis zur Grenze gestellt werden, wenn sie unterirdisch erstellt
werden und dadurch keine schutzwürdige Interessen der Nachbarn beeinträchtigt
werden (Art. 56 Abs. 4 des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG). Nach Art. 16
des Baureglements der Gemeinde R. vom 9. April 1998 (abgekürzt BauR) gelten
Bauten und Bauteile dann als unterirdisch, wenn sie - innerhalb des ordentlichen
kleinen Grenzabstands - überdeckt sind und das gewachsene Terrain inklusiv
Überdeckung an keiner Stelle um mehr als 1,2 m überragen.
5.2. Der Rechtsbegriff "gewachsener Boden" wird weder im Baugesetz noch im
kommunalen Baureglement näher umschrieben. Es handelt sich somit um einen
unbestimmten und damit auslegungsbedürftigen Begriff des kantonalen Rechts. Als
gewachsenes Terrain gilt grundsätzlich das natürliche, nicht künstlich gestaltete
Gelände. Der gewachsene Boden ist objektiv und unabhängig vom allfälligen Einfluss
auf die Art der Einfügung einer geplanten Baute zu bestimmen. Eine in der Praxis
übliche, generelle feste zeitliche Frist, nach deren Ablauf gestaltetes Terrain ohne
weiteres zu gewachsenem würde, besteht- anders als in verschiedenen anderen
Kantonen - im Kanton St. Gallen nicht. Auszugehen ist von den Umständen im
Einzelfall, wobei in erster Linie – sofern nachvollziehbar – auf das letzte bekannte
gewachsene Terrain abzustellen ist. Das nachträglich gestaltete Terrain ist nur dort
massgeblich, wo es in nicht missbräuchlicher Weise zu einer grossflächigen
Veränderung gekommen ist. Kleinräumige Geländeanpassungen auf einzelnen
Grundstücken bleiben dagegen grundsätzlich unbeachtlich. Ausnahmen sind denkbar,
wenn die Veränderungen aus Gründen, die nicht in der Verantwortung des
Grundeigentümers stehen, nicht wiederhergestellt werden können oder eine
Wiederherstellung zu stossenden Ergebnissen führen würde. Dies kann bei
grossflächigen Geländeaufschüttungen der Fall sein, die beispielsweise im Rahmen
und bedingt durch den Bau einer Strasse vorgenommen worden sind. Diese Praxis, auf
die im Einzelfall gegebene Beweislage bzw. die unterschiedlich vorhandenen Belege
abzustellen, ist denn auch nicht willkürlicher oder ungerechter, als die Festsetzung
irgendeiner starren und beispielsweise mit zehn Jahren sehr kurzen Frist. Je weiter
zurück gewachsenes Terrain nachgewiesen werden kann, umso eher besteht zudem
die Gewähr dafür, dass es nicht innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte zu einer
unbeabsichtigten erheblichen Veränderung der Landschaft kommt (Juristische
Mitteilungen 2008/III Nr. 4, abrufbar unter: www.jumi.sg.ch).
http://www.jumi.sg.ch
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5.3. Nach Art. 12 VRP gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltungsbehörden haben
demnach den rechtserheblichen Grundsatz von Amtes wegen zu ermitteln und die
Beweise zu erheben. Dieses Prinzip gilt auch im Verwaltungsjustizverfahren, wobei die
Untersuchungspflicht durch den Verfahrens- bzw. Streitgegenstand beschränkt wird.
Dazu kommen verschiedene Mitwirkungspflichten der Beteiligten. Demnach gilt der
Grundsatz von Art. 12 VRP im Rechtsmittelverfahren zwar auch. Darüber hinaus trifft
den Rekurrenten bzw. den Beschwerdeführer aber eine Behauptungslast, indem diese
zur Darstellung des Sachverhalts bzw. zur Festlegung des tatsächlichen Fundaments
des Verfahrens verpflichtet sind. Die entsprechenden Beweismittel können
grundsätzlich bis zum Abschluss des Verfahrens beigebracht werden, es sei denn, dem
Betroffenen sei unter Androhung einer Säumnisfolge eine Frist gemäss Art. 50 Abs. 2
VRP angesetzt worden. Sind die durch den Untersuchungsgrundsatz gebotenen und
von den Beteiligten angebotenen Beweise erhoben worden, wertet die Behörde bzw.
das Gericht diese nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aus (Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 589 ff.).
5.4. Dem vorliegenden Rechtsstreit liegt das Problem zu Grunde, dass die Baubehörde
beim ursprünglichen Baugesuch vom 20. Mai 2009 das Baureglement nicht korrekt
angewendet bzw. nicht darauf bestanden hat, dass die zur Bewilligung eingereichten
Baupläne vermasst wurden. So fehlen unter anderem die gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. d
BauR verlangten Angaben betreffend Höhe, das gewachsene Terrain und Niveaupunkt.
Mangels verlässlicher Höhenangaben haben die Beschwerdegegner für die
Ausarbeitung der Projektänderung die Kote eines Schachtdeckels auf dem
benachbarten Grundstück Nr. 001 in der Nähe der Tiefgarage als massgebliche Höhe
des gewachsenen Terrains angenommen. Da diese Messreferenz im
Rechtsmittelverfahren substantiiert bestritten wird, ist die tatsächliche Höhe zu
ermitteln, auch wenn sich die Verfahrensbeteiligten ursprünglich darüber einig waren,
dass für die Projektänderung die behelfsmässig verwendete Kote für das gewachsene
Terrain massgebend sein sollte. Zwar dürfen weder Verwaltungsbehörden noch Private
einen einmal in einer bestimmten Angelegenheit eingenommenen Standpunkt ohne
sachlichen Grund wechseln (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 707 und 712).
Tatsächliche Verhältnisse müssen aber soweit möglich von den Verwaltungs- und
Justizbehörden von Amtes wegen festgestellt werden und können nicht willkürlich oder
aus Bequemlichkeit von den Verfahrensbeteiligten einvernehmlich bestimmt werden.
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So macht der Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht geltend, die
Beschwerdegegner und die Vorinstanz hätten für den Fall eines allfälligen
Rechtsmittelverfahrens darauf verzichtet, dass die korrekte Höhe des gewachsenen
Terrains auf dem Baugrundstück nachträglich doch noch ermittelt werde. Da der
Schacht auf dem Nachbargrundstück wie gesagt ohne Abklärungen lediglich
behelfsmässig als Referenzhöhe für das gewachsene Terrain auf dem Baugrundstück
angenommen wurde, durfte der Beschwerdeführer auch nicht darauf vertrauen, dass
dieser im Streitfall einer allfälligen Überprüfung standhalten würde. Schliesslich hat er
selbst keine Dispositionen getätigt, die er ohne Nachteil nicht wieder rückgängig
machen könnte, weshalb er sich nicht auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes
berufen kann (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 660).
Nachdem sich die Nachbarn trotz einvernehmlich festgelegtem Referenzpunkt auf
keine Projektänderung einigen konnten und der Beschwerdeführer die Überprüfung
durch den Kanton verlangt hatte, war es an der Vorinstanz, die umstrittenen, für den
vorliegenden Rechtsstreit aber massgeblichen tatsächlichen Verhältnisse von Amtes
wegen zu ermitteln.
5.5. Die Beschwerdegegner haben im Rekursverfahren mit den Vermessungen der R.
Ingenieurbüro vom 22. September 2010, der F. & P. AG vom 22. September AG und
der I. AG vom 12. Juni 2009 bzw. 14. Oktober 2009 nachgewiesen, dass das
Baugrundstück Nr. 000 ursprünglich generell höher gelegen ist als die Parzelle Nr. 001
des Beschwerdeführers. Die darauf beim TBA angeforderten Unterlagen betreffend das
Renaturierungsprojekt Ä.- bzw. B-bach vom 28. Juli 1999 bestätigten diese Vermutung.
Noch detaillierter zeigte die skalierte Intensitätskarte HQ100 (100-jähriges
Hochwasserereignis) auf, dass vor den Bauarbeiten zwischen den Parzellen Nrn. 001
und 000 mindestens geringfügig unterschiedliche Terrainhöhen vorgeherrscht haben
bzw. dass die Liegenschaft der Beschwerdegegner vor dem Bau des
Mehrfamilienhauses insgesamt leicht höher als jene des Beschwerdeführers gelegen
ist. Aus dem beim AREG beigezogenen digitalen Terrainmodell (DTM-AV) liess sich
schliesslich für den konkreten Fall bis auf eine Genauigkeit von 5 cm schliessen, dass
die Kote im Bereich der Tiefgarageneinfahrt im Jahr 2004 einen Wert von 425,1 m.ü.M.
aufgewiesen hat und damit gegenüber dem Referenzpunkt des herangezogenen
Schachtdeckels, der sich auf 424,94 m.ü.M. befindet, um 16 cm höher gelegen ist.
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5.6. Auf Grund dieses Beweisergebnisses hat die Vorinstanz deshalb zu Recht
geschlossen, das die Deckenoberkante der Tiefgarage gemäss der vorliegend zu
beurteilenden Projektänderung mit einer Kote von 426,27 m.ü.M. mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit die maximal zulässige Höhe von 1,2 m gemäss Art. 16
BauR einhält und selbst bei einer möglichen maximalen Abweichung von 5 cm die
zulässige Höhe bloss um 2 cm überschreiten würde. Eine solche Abweichung liegt
noch innerhalb der Bau- und Messtoleranzen (BGer 1C_407/2010 vom 21. Februar
2011 E. 3.3). Daraus ergibt sich, dass die Projektänderung baurechtskonform und
deshalb zu bewilligen ist (Art. 87 Abs. 1 BauG). Dass damit schutzwürdige Interessen
des Nachbarn beeinträchtigt würden, wird weder geltend gemacht noch ist sonst
ersichtlich. Während die geänderte Tiefgarage nun also nur 1,2 m über den
gewachsenen Boden treten wird, könnte stattdessen beispielsweise eine 1,8 m hohe
Mauer bis auf 9 cm an die Grundstücksgrenze gestellt werden (Art. 97 des
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuches, sGS 911.1).
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin vom
Einspracheentscheid des Gemeinderates vom 2. Februar/9. März 2010 nicht beschwert
ist, weshalb die Vorinstanz auf ihren Rekurs zu Recht nicht eingetreten ist. Die
Projektänderung hat die Baubehörde im Ergebnis zu Recht bewilligt, weshalb die
Vorinstanz den Rekurs des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat, soweit sie
darauf eingetreten ist. Die Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet, womit sie
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist.
7. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht