# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a134316-72ba-4b2c-b2d5-6cd70bcc017f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1978 geborene
X._
war seit dem 21. März 2016 als Chauffeur/
Magaziner
bei der
Y._
AG in einem 100%-Pensum angestellt und bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als ihm am 26. August 2016 beim Öffnen der Liefer
wagentüre ein Stapel Kisten auf den linken Ellbogen fiel und er sich dabei eine distale
Bizepssehnenruptur
zuzog (Urk. 9/A1, Urk. 9/A10 und Urk. 9/M1
M4). Am 6. September 2016 wurde eine offene
Refixation
der distalen Bizepssehne am linken Ellbogen durchgeführt (Urk. 9/M3). Die AXA kam für die Kosten der Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Das Arbeitsverhältnis des Versicherten wurde von Seiten der Arbeitgeberin per 28. Februar 2017 auf
gelöst (Urk. 9/A9B1). Am 14. August 2017 wurde der Versicherte vom beratenden Arzt der AXA, Dr. med.
Z._
,
Facharzt FMH
Chirurgie, untersucht (Urk. 9
/M33). Mit Verfügung vom 28. Septem
ber 2017 stellte die AXA die Tag
geldl
eistungen
per 1. Dezember 2017
unter Weitergewährung der Heilbehandlung ein
(Urk. 9/A40), was mit
Einspracheentscheid
vom 8. Juni 2018 bestätigt wurde (Urk. 9/A68). Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 8. Juni 2018 erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 16. Mai 2019 gutgeheissen und es wurde festgestellt, dass der Versicherte auch nach dem 30. November 2017 Anspruch auf Taggeldleistungen aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % hat (Prozess Nr. UV.2018.00164; vgl. Urk. 9/A96).
Am 8. Februar 2018 wurde eine Ellenbogen-Revision links mit Explo
ration/Dekompression des
Nervus
medianus und
Nervus
radialis
sowie des PIN (
Posterioren
Nervus
Interosseus
) mit Narbenrelease/
Tenolyse
der Bizepssehne und eine Karpaltunnelspaltung links durchgeführt (Urk. 9/M 43-44). Am 30. April 2018 erfolgte eine Aktenbeurteilung (Urk. 9/M59) und am 25. Juni 2018 eine weitere Untersuchung (Urk. 9/M60) durch den beratenden Arzt der AXA, Dr.
Z._
. Mit Verfügung vom 13. Juli 2018 stellte die AXA die Taggeld
l
eistungen
per 9. Juli 2018 ein (Urk. 9/A77). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11. September 2018 Einsprache (Urk. 9/A80). Am 4. März 2019 schloss die AXA den Fall ab (Urk. 9/A91). Mit
Einspracheentscheid
vom 19. Sep
tember 2019 bestätigte sie die Verfügung 13. Juli 2018 (Urk. 9/A101 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 19. September 2019 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 9. Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm auch nach dem 8. Juli 2018 die gesetzlichen Leistungen zu zahlen (Urk. 1 S. 2). Mit
Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 31. Januar 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die Entscheidfindung erforderlich, in den n
achfolgenden Erwägungen einzuge
hen
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.1
Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat er nach Art. 16 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) Anspruch auf ein Taggeld. Bei langer Dauer wir auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Steht fest, dass die versi
cherte Person unter dem Blickwinkel der Schadenminderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der Versicherungsträger sie dazu aufzu
fordern und ihr zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt. Diese Übergangsfrist ist in der Regel auf drei bis fünf Monate zu bemessen. Die durch die Pflicht zur Schadenminderung gebotene Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als dem ange
stammten Tätigkeitsbereich bildet aber die Ausnahme vom Grundsatz, wonach für die Bemessung der Arbeitsunfähigkeit auf die tatsächliche Einschränkung im zuletzt ausgeübten Beruf abzustellen ist (BGE 141 V 625 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2018 vom 5. März 2019 E. 4.4.2).
1.2
Ist ein obligatorisch Unfallversicherter im Zeitpunkt der Beurteilung seiner für den Taggeldanspruch
massgebenden
Arbeitsfähigkeit arbeitslos, bestimmt sich die Arbeitsfähigkeit nicht nach
Massgabe
aller arbeitslosenversicherungsrechtlich zumutbaren Arbeiten, sondern es ist grundsätzlich auf die erwerblichen Aus
wirkungen des unfallbedingten Gesundheitsschadens im angestammten Beruf abzustellen,
ausser
es seien die Voraussetzungen für eine berufliche Neu
orientierung gegeben (stabiler Gesundheitszustand, voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf sowie Zumutbar
keit einer beruflichen Neueingliederung unter Einräumung einer Anpassungsfrist; RKUV 2004 Nr. U 501 S. 179).
1.3
Der Taggeldanspruch erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig
keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 Satz 2 UVG). Der Versicherer hat – sofern allfällige Eingliederungsmass
nahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Erst – aber immerhin dann – wenn dies mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auszuschliessen ist, ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, unbestritten sei, dass der Beschwerdeführer zum Verfügungszeitpunkt (13. Juli 2018) seit dem Unfalldatum (26. August 2016) durchgehend in seiner angestammten Tätigkeit als Chauffeur/
Magaziner
voll arbeitsunfähig gewesen sei. Bei dieser langen und ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit während zweier Jahre könne nicht mehr von einem labilen Gesundheitszustand ausgegangen werden. Der Zustand habe sich nach der vorübergehenden Verschlechterung aufgrund eines weiteren operativen Eingriffs vom 8. Februar 2018 wieder verbessert und spätestens ab Untersuchungsdatum vom 25. Juni 2018 wieder als gleichbleibend präsentiert, weshalb die Annahme eines stabilen Gesundheitszustandes gerechtfertigt sei. Daran ändere auch der Umstand, dass Dr.
Z._
den medizinischen Endzustand auf Ende 2018 festgelegt habe, nichts. Eine Zumutbarkeit in der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur/
Magaziner
sei nicht eingetreten und es sei auch nicht damit zu rechnen. Die geforderte Übergangsfrist sei dem Beschwerdeführer bereits ab Verfügungszeitpunkt vom 28. September 2017 bis 1. Dezember 2017 einge
räumt worden, weshalb sich nun die Taggeldeinstellung per 8. Juli 2018 ohne Gewährung einer weiteren Übergangsfrist rechtfertigen lasse (Urk. 2 S. 9 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich dagegen auf den Standpunkt, dass bis zur Ope
ration (8. Februar 2018) keine Schadenminderungspflicht hätte auferlegt werden dürfen. Diese hätte erst auferlegt werden können, als ein stabiler Gesundheits
zustand nach der Operation vorgelegen habe. Zudem sei eine Übergangsfrist von drei bis fünf Monaten zu berücksichtigen. Gemäss dem beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
Z._
, habe spätestens am 25. Juni 2018 ein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen, weshalb die Beschwerdegegnerin erst nach jenem Zeitpunkt eine Schadensminderungspflicht mit Fristansetzung hätte anordnen können. Es liege keine ordnungsgemässe Ansetzung einer Schaden
minderungsfrist vor. Ein taggeldausschliessender und stabiler Gesundheits
zustand sei von der
Uniklinik
A._
erst am 13. Februar 2019 festgestellt worden. Es könne somit nicht auf den Bericht von Dr.
Z._
abgestellt werden (Urk. 1 S. 5 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2020 hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, Sinn der Regelung der Übergangsfrist sei, der versicherten Person eine angemessene Frist zur Anpassung an die neuen Verhältnisse zu verschaffen. Spätestens ab Mai 2018 sei festgestanden, dass ein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen habe und der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt hätte der Beschwerdeführer – wie er von der Beschwerdegegnerin bewiesenermassen seit über einem Jahr wieder
holt aufgefordert worden sei – beim RAV anmelden und sich um eine neue Stelle bemühen müssen. (Urk. 8 S. 4 f.).
3.
3.1
Die medizinischen A
kten, welche dem Urteil vom 16.
Mai 2019 zugrunde lagen, wurden darin zusammengefasst (Urk. 9/
A96
E. 3.1-3.27). Darauf kann verwiesen werden.
3.2
Am 25. Juni 2018 wurde der Beschwerdeführer vom beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
Z._
, untersucht. In seinem Bericht vom 25. Juni 2018 führte Dr.
Z._
aus,
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit. Diese werde voraussichtlich Ende 2018 wieder erreichbar sein. Für eine leidensangep
asste Tätigkeit bestehe, wie von der Universitätsklinik
A._
bestätigt, eine volle Arbeitsfähi
gkeit unter Beachtung des Belas
tungs
profils.
Für den linken Arm seien leichte Arbeiten mit einem Gewichtslimit von 5 kg, was insbesondere auch für eine Zugbelastung Gültigkeit habe, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten wegen der erhöhten Absturzgefahr und ohne Arbeiten an stossenden, schlagenden und vibrierenden Maschinen zumutbar. Dies bedeute eine Gesamtgewichtsbelastung von maximal 10 kg, wenn das Gewicht mit beiden Händen gehalten werden müsse. Für den rechten Arm bestünden keine Einschränkungen. Es sei noch kein Endzustand erreicht. Damit dürfe bis Ende 2018 gerechnet werden.
Die Belastung des linken Arms könne in
einem viertel
Jahr sukzessive auf eine Vollbelastung bis Ende 2018 gesteigert werden
(Urk. 9/M60).
3.3
Im Bericht der Universitätsklinik
A._
, Zentrum für Paraplegie, vom 9. Juli 2018 betreffend die neurologische und neurophysiologische Untersuchung vom 9. Juli 2018 wurde neu die folgende Diagnose genannt: Aktuell kein Hinweis auf CTS (Karpaltunnelsyndrom) links, ehemals Befund für CTS links. Es wurde aus
geführt, in der heutigen Untersuchung habe sich ein klinischer Befund gezeigt, der mit einer stattgehabten Reizung aller drei Armnerven links auf Höhe des Ellenbogens vereinbar sei. Elektroneurographisch habe sich keine nachhaltige Schädigung der
geprüften sensiblen oder motorischen Nerven gezeigt. Zur weiterführenden Objektivierung sei eine nadelmyographische Untersuchung vorgesehen gewesen, die aufgrund fehlender Toleranz für die Untersuchung nicht durchführbar gewesen sei (Urk. 9/M61).
3.4
Im Bericht der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie, vom 11. Juli 2018 betreffend die Konsultation vom 9. Juli 2018, wurde festgehalten, es zeige sich eine subjektive Besserung der Beschwerden. Im Krafttest/
Pinchtest
zeige sich eine Verbesserung. Nach wie vor bestünden deutliche Restbeschwerden. In der neuro
logischen Untersuchung habe kein Hinweis für ein erneutes Engpasssyndrom gefunden werden können (Urk. 9/M65).
3.5
Im Bericht derselben Klinik vom 18. Oktober 2018 betreffend die Verlaufs
kontrolle vom 10. Oktober 2018 wurde ausgeführt, aus klinischer Sicht zeige sich ein schönes Resultat nach
Bizepssehneninsertion
. Der Beschwerdeführer erreiche eine vollständige Extension bei jedoch noch deutlichem Kraftdefizit. Klinische Hinweise auf erneute Neurokompression gebe es nicht.
Im Hinblick auf die Krankengeschichte und den Verlauf erscheine es nicht realistisch, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter wieder zu 100
% einsatzfähig sein werde
(Urk. 9/M66).
3.6
Im Bericht derselben Klinik vom 18. Februar 2019 betreffend die Konsultation vom 13. Februar 2019, wurde festgehalten, klinisch zeige sich kein Anhalt für eine Neurokompression ein Jahr postoperativ. Die Ellenbogenbeweglichkeit habe wieder schön hergestellt werden können.
Eine schwere körperliche Tätigkeit mit Tragen von schweren Lasten scheine nicht realistisch. Leichte bis mittlere Tätig
keiten könnten jedoch durchgeführt werden. Die Behandlung sei vorerst abge
schlossen (Urk. 9/M71).
3.7
Dr.
Z._
führte in seiner Beurteilung vom 8. Juli 2019 aus,
spätestens ab der Untersuchung vom 25. Juni 2018 sei dem Beschwerdeführer wieder eine leidens
angepasste Tätigkeit unter Beachtung des damalig angegebenen Belastungsprofils zumutbar gewesen. Die Belastung habe dann sukzessive auf leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten (15 kg) gemäss Abschlussbericht der Universitätsklinik
A._
gesteigert werden können
. Die Universitätsklinik
A._
gehe von einer falschen Berufsausübung (Bauarbeiter) aus. Nach Angaben des Beschwerde
führers habe er zuletzt als Chauffeur und Lagerarbeiter für einen Lebensmittel
handel gearbeitet. Die dort bestehenden Gewichtsbelastungen seien ihm (Dr.
Z._
) nicht bekannt (Urk. 9/M74).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen zu Recht per 9. Juli 2018 einstellte. Unbestritten ist, dass im Zeitpunkt der Taggeld
einstellung die Voraussetzungen für den Fallabschluss noch nicht erfüllt waren und die Beschwerdegegnerin weiterhin für die Heilbehandlungskosten aufkam. Der Fallabschluss unter
Einstellung der
vorübergehenden Leistungen erfolgte a
m 4. März 2019
.
4.2
Das hiesige Gericht erwog im Urteil vom 16. Mai 2019, gestützt auf die medizi
nischen Akten habe im Zeitpunkt des Erlasses des
Einsprachentscheides
vom 8. Juni 2018 noch nicht abschliessend beurteilt werden können, ob überhaupt ein Berufswechsel angezeigt gewesen sei oder ob der Beschwerdeführer in Zukunft allenfalls wieder in seiner bisherigen Tätigkeit arbeitsfähig sein könne. Somit habe nicht von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden können (Urk. 9/A96 E. 4.2).
4.3
Dr.
Z._
kam in seiner Beurteilung vom 25. Juni 2018 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Chauffeur/
Magaziner
weiterhin nicht arbeitsfähig sei, ihm eine leichte Tätigkeit (Gewichtslimit 5 kg) aber zu 100 % zumutbar sei (vgl. vorne E. 3.2). Auf diese Beurteilung stützt sich auch die Beschwerdegegnerin. Sie begründet die Taggeldeinstellung jedoch nicht mit dem - vermeintlich - stabilen Gesundheitszustand, sondern mit der vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Dabei verkennt sie, dass
wie bereits im Urteil vom 16. Mai 2019 festgehalten - auf der Grundlage der Beurteilung von Dr.
Z._
vom 25. Juni 2018 noch kein stabiler Gesundheits
zustand ausgewiesen war. So hielt Dr.
Z._
fest,
die Belastung des linken Arms könne sukzessive auf eine Vollbelastung bis Ende 2018 gesteigert werden
und er rechnete damit, dass der Beschwerdeführer bis Ende 2018 wieder eine Arbeits
fähigkeit in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit erreichen würde (vgl. vorne E. 3.2). Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer gestützt auf die Angaben von Dr.
Z._
begründete Hoffnung auf eine Wiedererlangung der vollen Arbeitsfä
higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fahrer/
Magaziner
haben durfte. In seiner Beurteilung vom 8. Juli 2019 führte Dr.
Z._
denn auch aus,
die Belastung habe auf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (
Gewichtslimit
15 kg) gesteigert werden können
. Er weist darauf hin, dass in den Berichten der Univer
sitätsklinik
A._
von einer falschen bisherigen Tätigkeit (Bauarbeiter) ausge
gangen werde. Nach Angaben des Beschwerdeführers habe dieser zuletzt als Chauffeur und Lagerarbeiter gearbeitet; die dort bestehenden Gewichtsbe
lastungen seien ihm (Dr.
Z._
) jedoch nicht bekannt (vgl. vorne E. 3.7). Er äussert sich dementsprechend nicht dazu, ob in der bisherigen Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit besteht oder nicht. Die Behandlung an der Universitätsklinik
A._
wurde im Februar 2019 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt waren dem Beschwerdeführer mittelschwere Tätigkeiten zumutbar (vgl. vorne E. 3.6). Akten
kundig ist somit, dass sich der unfallbedingte Gesundheitszustand nach der
strittigen Taggeldeinstellung noch verbesserte und die Arbeitsfähigkeit von leichten (5 kg) im Juni 2018 zu mittelschweren (15 kg) Tätigkeiten ab Februar 2019 gesteigert werden konnte. Nach dem Gesagten konnte gestützt auf die medizinische Aktenlage im Zeitpunkt der erneuten Taggeldeinstellung per 9. Juli 2018 jedenfalls noch nicht von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden, welcher eine berufliche Neuorientierung gerechtfertigt hätte. Eine rechts
genügliche Übergangsfrist wurde mit dieser Verfügung vom 13. Juli 2018 (Urk. 8/A77) oder mit dem vorangegangenen Schreiben vom 3. Juli 2018 (Urk. 8/A72) ebenfalls nicht gewährt. Praxisgemäss kann sich der Versicherungs
träger aber erst dann auf Art. 6 Satz 2 ATSG berufen, wenn er die versicherte Person zuvor zu einem Berufswechsel aufgefordert und ihm eine angemessene Übergangsfrist eingeräumt hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2008 vom 20. August 2008 E. 2.3). Eine solche Ankündigung ist auch nicht in der Verfügung vom 28. Sep
tember 2017 bzw. dem diese ersetzenden
Einsprache
entscheid
vom 8. Juni 2018 zu erblicken, dessen Rechtmässigkeit zum damaligen Zeitpunkt noch im hängigen Gerichtsverfahren zu beurteilen war, und der schliesslich aufgehoben wurde. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sowohl in der Verfügung vom 13. Juli 2018 wie auch im
Einspracheentscheid
vom 19. September 2019 ein konkretes Berufs
bild in Bezug auf die Verweistätigkeit, welche dem Beschwerdeführer nach Auf
fassung der Beschwerdegegnerin ab Juli 2018 zumutbar gewesen sein soll, fehlt. Es genügt nicht, auf das Zumut
barkeitsprofil des beratenden Arztes zu verweisen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_714/2018 vom 5. März 2019 E. 4.4.4).
4.4
Zusammenfassend konnte im Zeitpunkt der Taggeldeinstellung die für den Tag
geldanspruch massgebende Arbeitsunfähigkeit noch nicht auf der Grundlage eines im Rahmen der Schadenminderungspflicht anrechenbaren Berufswechsels bemessen werden. Der Beschwerdeführer hat somit auch nach dem 9. Juli 2018 längstens bis zum Behandlungs- und Fallabschluss (4. März 2019) Anspruch auf ein Taggeld aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Dies führt zur Gut
heissung der Beschwerde.
5.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetztes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) auf Fr. 1’500.-- (inklu
sive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.