# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1b4dbcba-e0fa-4836-87a1-1bcc1f83992b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geboren am _ 1983 und B._, geboren am _ 1984, haben am _ 2012 in Deutschland geheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn, D._, geboren am _ 2012, hervor. Die Parteien leben seit dem _ 2020 getrennt, wobei A._ mit dem gemeinsamen Sohn in der ehelichen Wohnung in E._ verblieben ist, während B._ nach Deutschland zurückgekehrt ist.
B. Am 16. Dezember 2020 reichte A._ am Regionalgericht Prättigau/Davos ein Gesuch um Erlass eheschutzrechtlicher Massnahmen ein. Mit Bezug auf den Ehegattenunterhalt und die Prozesskosten erkannte der Einzelrichter am Regionalgericht Prättigau/Davos mit Entscheid vom 1. April 2021, mitgeteilt gleichentags, wie folgt:
6. A._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von B._ für die Dauer des Getrenntlebens im Voraus monatlich die folgenden Geldbeträge zu bezahlen:
a. rückwirkend ab 16. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2022: CHF 220.00;
b. ab dem 1. Juli 2022: CHF 151.00.
Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils im Voraus auf den 1. des Monats an B._ zu bezahlen.
8. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1200.00 werden zwischen B._ und A._ hälftig geteilt.
Der Anteil von A._ von CHF 600.00 wird mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 verrechnet.
[einstweilige Übernahme der Prozesskosten von B._ durch den Kanton Graubünden; Nachzahlungsverpflichtung].
9. Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.
C. Gegen diesen Entscheid erhob A._ (nachfolgend: Berufungskläger) mit Eingabe vom 30. April 2021 Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden und stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Die Dispositionsziffer 6 des Entscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 19. April 2021 betreffend Eheschutz (Proz. Nr. 135-2020-460) sei aufzuheben.
2. Es sei festzustellen, dass der Ehemann keinen Ehegattenunterhaltsbeitrag zu leisten habe.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Berufungsbeklagten.
D. Mit Verfügung vom 3. Mai 2021 wurde B._ (nachfolgend: Berufungsbeklagte) die Berufung zugestellt, mit dem Hinweis, dass die
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Berufungsantwort innert der nicht erstreckbaren Frist von 10 Tagen seit Inempfangnahme der Verfügung einzureichen sei.
E. Die Berufungsantwort vom 15. Mai 2021 gelangte am 21. Mai 2021, die dazugehörigen Beilagen am 25. Mai 2021 in den Herrschaftsbereich der Schweizerischen Post.
F. Mit Schreiben vom 28. Mai 2021 wurde dem Berufungskläger die Berufungsantwort samt Beilagen zur Kenntnisnahme zugestellt und beiden Parteien erklärt, dass diese Eingaben aufgrund ihres verspäteten Eingangs beim Entscheid des Berufungsgerichts unberücksichtigt bleiben müssten. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass sich ein zweiter Schriftenwechsel erübrige, die Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht erforderlich erscheine und die I. Zivilkammer aufgrund der Akten über die Berufung entscheiden werde.
G. Mit Gesuch vom 3. Juni 2021 (Schweizer Poststempel 8. Juni 2021) stellte die Berufungsbeklagte ein Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Einreichung der Berufungsantwort samt Beilagen.
H. Mit Verfügung vom 14. Juni 2021 wurde das vom Berufungskläger mit Eingabe vom 20. Mai 2021 gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Tobias Brändli infolge Rückzugs als gegenstandslos geworden abgeschrieben (ZK1 21 59).
I. Mit heutiger Verfügung wurde das von der Berufungsbeklagten mit Eingabe vom 20. Mai 2021 gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren abgewiesen (ZK1 21 69).
Erwägungen
1.1. Der im summarischen Verfahren (Art. 271 lit. a ZPO) ergangene Entscheid betreffend Erlass eheschutzrechtlicher Massnahmen vom 19. April 2021, mitgeteilt gleichentags, wurde dem Berufungskläger nach eigenen Angaben am 20. April 2021 zugestellt (act. A.1, II.2). Seine dagegen erhobene Berufung datiert vom 30. April 2021 und wurde gleichentags zuhanden des Kantonsgerichts von Graubünden der Post übergeben (act. A.1). Damit erweist sich die massgebliche Berufungsfrist von zehn Tagen als gewahrt (Art. 142 Abs. 3 und Art. 314 ZPO). Überdies entspricht die Eingabe den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 311 ZPO).
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1.2. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet einzig der Ehegattenunterhalt. Entsprechend liegt eine rein vermögensrechtliche Streitigkeit vor (vgl. BGE 116 II 493). In vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist eine Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Der Berufungskläger hat vor erster Instanz um die Feststellung ersucht, dass er der Berufungsbeklagten keinen Ehegattenunterhaltsbeitrag zu leisten habe (RG act. I.1, I.5). Die Berufungsbeklagte stellte kein beziffertes Rechtsbegehren mit Bezug auf den ehelichen Unterhalt. Auch gab sie keinen vorläufigen Streitwert an, wie dies bei Einreichung einer Stufenklage mit der Möglichkeit einer nachträglichen Bezifferung erforderlich wäre (vgl. nachfolgend E. 3.2). Entsprechend kann der Streitwert auch nicht durch die nach Art. 92 ZPO kapitalisierte Differenz der geforderten und offerierten Unterhaltsbeiträge bestimmt werden. Dieser ist vielmehr und mangels dahingehender Einigung der Parteien durch das Gericht zu schätzen (Art. 91 Abs. 2 ZPO), basierend auf dem Wert bzw. der wirtschaftlichen Bedeutung der vom Berufungskläger begehrten Feststellung (RG act. I.1, I.5). Geht man dabei hilfsweise vom Betrag der dem Berufungskläger im angefochtenen Entscheid auferlegten Unterhaltspflicht aus, deckt sich der für die Berufung massgebliche Streitwert mit demjenigen für die Beschwerde ans Bundesgericht (vgl. sogleich E. 1.3), womit die Streitwertgrenze von Art. 308 Abs. 2 ZPO erreicht ist. Dies wäre unter Berücksichtigung der ungewissen Dauer der Beitragspflicht im Übrigen auch noch der Fall, wenn zur Bestimmung der wirtschaftlichen Bedeutung der beantragten Feststellung ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von lediglich CHF 50.00 heranzuziehen wäre. Auf die Berufung ist somit einzutreten.

## Considerations