# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1b6a1b55-786f-4ba2-9785-93c8be15308e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1982 geborene
X._
, welche im Jahr 2003 in Afrik
a einen Autounfall erlitt (Urk.
7/55/1,
Urk.
7/3/2) und seither aufgrund einer Paraplegie auf den Rollstuhl angewiesen ist
(Urk.
7/10/1)
, reiste 2012 in die Schweiz ein
(Urk. 7/1/1), wo sie als anerkannter
Flüchtling
ü
ber eine Aufenthaltsbewilligung B
(ohne Erwerbstätigkeit)
verfügt (Urk.
7/2/1).
Am
13.
April 2014
(Eingangsdatum, mit nachträglicher Unterzeichnung des Anmeldeformulars am 21. April 2014) meldete sie sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel
le, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3, Urk.
7/6).
Mit Verfügung vom
20. August
2014 wurde der Versicherten
mit Wirkung ab April 2013
eine
Hilflosenentschädigung
wegen leichter Hilflosigkeit im Sonderfall z
ugesprochen (Urk. 7/16, Urk.
7/20).
Am 16.
Mai 2018 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle für
eine
b
erufliche Integration/
eine Rente an (Urk. 7/24
[= Urk. 7/37]
), und am 4.
Juni 2018
(Eingangsdatum) beantragte sie eine Erhöhung der
Hilflosenent
schä
digung
unter Hinweis auf
eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
(Urk.
7/29
)
.
Am 12.
Dezember 2018
wurde ihr
mit
geteilt
, dass keine Eingliede
rung
s
massnahmen möglich seien (Urk.
7/44).
Aufgrund eines
erneuten
Autoun
falle
s musste der Versicherten am 2.
Oktober 2018 der linke Unterschenkel am
putiert werden, was eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes zur Folge hatte (Urk. 7/45/4, Urk. 7/60/1
).
Die ärztliche Verordnung für eine Untersche
nkel
prothese wurde am 14. Januar 2019 ausgestellt (Urk.
7/47), wobei der Erhebungs
bogen der Mobilitätsklasse für Prothesenträger zur D
efinition der Passteile vom 15. Januar 2019 datiert (Urk.
7/48) u
nd der
Vo
ranschlag
für Kosten in Höhe von Fr. 8'854.-
-
vom 16.
Januar 2019 (Urk
.
7/49).
Die Fachtechnische
Beurteilung bezüglich der Unterschenkelprothese gab das
Zentrum
Z._
am
4. Februar 2019 ab (Urk. 7/54).
Nach Einholung eines Berichts des Zentrums für Paraplegie, Universitätsklinik
A._
, vom 5. März 201
9 (Urk. 7/55) bat die IV-Stelle
um Ergänzung der
darin gemachten
Angaben (Urk. 7/59).
Das
Zentrum für Paraplegie
ergänzte seinen Bericht am 19. März 2019
(U
rk.
7/60).
Mit Verfügung vom
19. Juli 2019 erhöhte die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädigung
per 1. Juni 2018 auf
eine Entschädigung
für eine mittelschwere Hilflosigkeit (Urk. 7/70, Urk. 7/71 und Urk.
7/85).
Nach durchge
führtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 21.
Mai 2019
[Urk. 7/73] und Einwand vom 1.
Juli 2019
[Urk.
7/82
])
lehnte
die IV-
Stelle
eine Kostengutsprache für
eine Unterschenkelp
rothese links
mit Verfügung vom 14. August 2019 ab
(Urk. 2 [= Urk.
7/87]).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte mit Eingabe vom 16.
September 2019
Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, es sei die Verfügung
vom 14. August 2019 aufzuheben und
Kostengutsprache für eine Unterschenkel
prothese zu
erteilen
.
In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Gewährung der
unentgeltliche
n
P
rozessführung (Urk.
1)
. Mit Beschwerde
-
an
twort
vom 24.
Oktober 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was der Beschwerdeführerin
mit Verfü
gung vom 28. Oktober 2019 (Urk.
8) mitgeteilt wurde.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einz
elrichterliche Zuständigkeit (§
11 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
, in der bis 31.
Mai 2020 gültig gewese
nen Fassung
).
1.2
Versicherte nach Massgabe des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind Personen, die gemäss Art.
1a und 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) obligatorisch oder freiwillig versichert sind (Art. 1b IVG). Obligatorisch versichert sind unter anderem die natürlichen Personen mit Wohnsitz
in der Schweiz (Art. 1a Abs.
1
lit
.
a AHVG).
1.3
Schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowi
e Staatenlose haben ge
mäss Art.
6
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Anspruch auf Leistungen gemäss den nachstehenden Bestimmungen. Ausländische Staats
an
gehörige sind, vorbehältlich Artikel 9 Absatz 3, nur anspruchsberechtigt, so
lange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13
des Bundesge
setzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben
(Art. 6 Abs. 2 IVG)
.
1.4
Gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 1 des Bundesbeschlusses über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und Staatenlosen in der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver
sicherung vom 4. Oktober 1962 (
F
lüB
, SR 831.131.11)
haben
nichterwerbstätige Flüchtlinge
sowie die
als Flüchtlinge anerkannten
minderjährigen Kinder mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz unter den gleichen
Vor
aussetzungen wie Schweizer Bürger Anspruch
auf
Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung, wenn sie sich unmittelbar vor Eintritt der Invalidität ununterbrochen während mindestens eines Jahres in der Schweiz aufgehalten haben.
1.5
Gemäss Art.
21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kon
taktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versicherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen
weiter verwenden
darf (Abs. 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender
Vorschriften im Sinne von Art. 21 Abs. 4 IVG hat der Bundesrat in Art.
14
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
an das Eidgenössische Departe
ment des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfs
mitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufgeführter Hilfsmitt
elliste erlassen hat. Gemäss
Art.
2 HVI
(Stand am 1. Januar 2017)
besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die S
elbstsorge notwendig sind (Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit
(
*
)
bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
In Anwendung von Ziff. 1.01 Anhang HVI werden definitive funktionelle Fuss- und Beinprothesen
gemäss Tarifvertrag mit dem Schweizerischen Verband der Orthopädie-Techniker (SVOT) vergütet.
Ziff. 1.01 Anhang HVI ist nicht mit (*) bezeichnet.
1.6
Nach der Rechtsprechung tritt der Versicherungsfall, der für jede Leistungsart einzeln festzustellen ist (
BGE 112 V 275; vgl. auch
BGE
137 V 417 E. 2.2.3, 126 V 241 E.
4), hinsichtlich Hilfsmitteln ein, wenn der Gesundheitsschaden objektiv erstmals ein solches Gerät notwendig macht, wobei dieser Zeitpunkt nicht etwa mit der erstmaligen Behandlungsbedürftigkeit des Gesundheitsschadens überein
zu
s
timmen braucht (BGE 108 V 61 E. 2b, 105 V 58 E. 2a mit Hinweisen
). Für die Beurteilung des Eintritts des Versicherungsfalls ist nicht eine allgemeine Ziel
setzung von Hilfsmitteln, sondern nur deren spezifisches Eingliederungsziel mass
gebend (AHI 1998 S.
203 E.
3a, ZAK 1992 S. 363 E.
3d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
g
emäss den Abklärungen leide die Beschwerdef
ührerin nach einem Autounfall in
Kongo im Jahr 2004 an einer kompletten post
traumatischen Paraplegie. Am 7.
August
2012
sei die Beschwerdeführerin mit dieser gesundheitlichen Einschränkung in die Schwei
z
ein
gereist. Nach einem weiteren Autou
nfall se
i der linke Unterschenkel am 2.
Oktober 2018 amputiert worden.
Im Rahmen der
Abklärungen
sei ange
geben worden,
die Beschwerdeführerin
benötige
die Prothese
,
um einerseits den Transfer in die verschiedenen Hilfsmittel selbständig zu bewerkstelligen, anderer
seits wünsche sie die Prothesenversorgung als kosmetischen Ausgleich.
Kosmeti
sche Ausgleiche ohne Funktion seien keine Hilfsmittel der Invalidenversicherung.
Auf Transferhilfen
, für welche die Beschwerdegegnerin nicht habe aufkommen müssen,
sei die Beschwerdeführerin
sodann
bereits vor dem let
zten Unfall ange
wiesen gewesen. Eine Transferhilfe erfülle nicht dieselbe Funktion wie eine Pro
these, damit könnten die Kosten für eine Prothese nicht im Austausch zu einer Transferhilfe übernommen werden
(Ur
k.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde geltend, die Beinprothese werde nicht aus kosmetischen Gründen benötigt, sondern für die Selbstsorge und die Fortbewegung
. Seit dem Unfall im August 2018 gelinge es der Beschwerdeführerin aufgrund fehlender Balance nicht mehr, den Rollstuhl ohne Dritthilfe voranzutreiben. Auch sei der Transfer zu
anderen
Hilfsmitteln nicht mehr möglich.
Aus
den vorliegenden Arztberichten
gehe hervor, dass
die Beschwerdeführerin mit der Beinprothese im Sinne eines verlängerten Hebel
armes mehr Stabilität erreichen
könne
. Die Prothese
ermögliche ihr,
das Gewicht des Oberkörpers auf beide Beine
zu
ve
rlagern, wodurch sie
für den Transfer vom Bett in den Rollstuhl weniger Kraft benötige. Auch sei der Transfer so sicherer
und stabiler, wobei ausserdem die Arme/Schultern entlaste
t würden. Die Beinpro
these würde
andererseits auch bei der Fortbewegung im Rollstuhl für die nötige Stabilität des Rumpfes sorge
n, wobei das selbständige Vor
antreiben des Rollstuhls danach wieder möglich sein würde. Unter diesem Aspekt würde eine Beinprothese sehr wohl als
Fortbewegungshilfe dienen (Urk.
1 S. 4).
3.
3.1
Es ist unbestritten und ausgewiesen
,
dass
bei der
Beschwerdeführerin seit
einem
Autounfall
im Jahr
2004
eine
posttraumatische komplette Paraplegie
sub
Th
6 mit einem kompletten sensomotorischen Ausfall von der Hüfte
an
abwärts
besteht
(Urk. 7/22/2). Im Jahr 2012 reiste sie mit diesem vorbestehenden Gesundheits
schaden in die Schweiz ein (Urk. 7/1-2). Nach einem weiteren Autounfall musste ihr am 2. Oktober 2018 der linke Unterschenkel amputiert werden (Urk. 7/55).
3.2
Hinsichtlich des Versicherungsfalles (vgl. E. 1.5) gilt es festzuhalten, dass gemäss BGE 108 V 61 bei Prothesen nach Amputationen auf den Zeitpunkt abzustellen ist, in dem die Behandlung des Amputationsstumpfes so weit fortgeschritten ist, dass die Anpassung des Hilfsmittels unmittelbar vorgenommen werden kann.
Für die Beurteilung des Eintritts des Versicherungsfalls ist
jedoch
nicht eine allge
meine Zielsetzung von Hilfsmitteln, sondern nur deren spezifisches Eingliede
ru
ngsziel massgebend (E. 1.6).
3.3
Es besteht ein Anspruch auf eine Beinprothese (Hilfsmittel), soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbst
sorge notwendig ist (E. 1.5). Diese Bedingung ist rechtsprechungsgemäss dann erfüllt, wenn der versicherten Person nicht zugemutet werden kann, ohne den beanspruchten Gegenstand sich fortzubewegen, mit der Umwelt in Kontakt zu bleiben oder für sich zu sorgen, und wenn die versicherte Person willens und fähig ist, mit Hilfe des beanspruchten Gegenstandes einen dieser Zwecke zu erreichen (Urteile des Bundesgerichts 8C_531/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.2, 9C_70/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.2).
3.4
Da bei der Beschwerdeführerin ein kompletter sensomotorischer Ausfall von der H
üfte an abwärts besteht (E. 3.1)
, kann eine Beinprothese nicht der Fortbewegung
(oder der Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder der Selbstsorge)
im Sinne von Art. 21 Abs. 2 IVG dienen.
In einem solchen Fall dient eine Prothese lediglich kosmetischen Zwecken (vgl. das Dokument der Schweizer
Paraplegiker
Vereinigung zur Querschnittlähmung, Zentrale Dienste 2.2012 [
https://www.spv.ch/_/fron
tend/handler/document.php?id
=245&type=42
]).
Kosm
etische Ausgleiche
ohne Funktion
sind keine Hilfsmittel der Invaliden
versicherung (
Rz
. 2004 KHMI).
Aufgrund der vorbestehenden Paraplegie
vor der Einreise in die Schweiz
sind
sodann
die versicherungsmässigen Voraussetzungen
(E. 1.6)
in Bezug auf sämt
liche Hilfsmittel, welche aufgrund dieses Gesundheitsschadens benötigt werden
(Rollstuhl, Transferhilfen usw.)
, nicht erfüllt.
Ursächlich dafür, dass die Beschwer
deführerin
Transferhilfen
benötigt, ist
primär
die Paraplegie und nicht die Ampu
tation des linken Unterschenkels. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht aus
führt
e, erfüllt eine Transferhilfe
nicht die gleiche Funktion wie eine Prothese. Damit können nicht im Austausch zu einer Transferhilfe die Kosten für eine Prothese übernommen werden.
3.5
Selbst
wenn
im Rahmen der Austauschbefugnis (Art. 21
bis
IVG) grundsätzlich Anspruch auf eine Beinprothese bestünde,
wären
die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme
im vorliegenden Fall
dennoch
nicht erfüllt.
Bei
der Beschwer
deführerin
traten
ab dem Jahr 2016 chronische Bauchschmerzen
auf
, welche die Ärzte einem chronischen Low-Grade-Infekt im kleinen Becken zuordneten (Urk. 7/22/1, Urk. 7/31/1 f.).
Seither ist die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben
anlässlich der am 6. Februar 2019 durchgeführten Erhebung für den Abklärungsbericht für die
Hilflosenentschädigung
nicht mehr in der Lage, selb
ständ
ig einen Transfer durchzuführen; sie ist bei
sämtlichen Transfers auf Dritt
hilfe angewiesen (
Urk. 7/63/2 f.
; vgl. auch die Berichte des Zentrums für Para
plegie der Universitätsklinik
A._
vom 21. Juni 2018 [Urk. 7/31/2] sowie von Dr.
B._
vom 24. Juni 2018 [Urk. 7/33/7]).
Angesichts dessen lässt sich nicht nachvollziehen, weshalb
die Ärzte des Zentrums für Paraplegie der Universitäts
klinik
A._
in ihrem Bericht vom 19. März 2019
ausführten, im weiteren Sinne sei die Prothese zur Fortbewegung notwendig, da die Beschwerdeführerin mit deren Hilfe zum Beispiel besser in den Rollstuhl transferieren könne (U
rk. 7/60/3), setzt dies doch voraus, dass die Beschwerdeführerin überhaupt in der Lage ist, einen selbständigen Transfer durchzuführen.
Dazu ist sie gemäss Bericht von
Dr.
B._
vom 26. Juni 2019
aber auch nach Reduktion der Schmerzen im Abdomen nicht fähig; an deren Stelle
sind sehr starke Schmerzen im Bereich der Brus
twirbelsäule aufgetreten
(Urk. 7/80/4-5
).
Demgemäss
ist
nicht erstel
lt, dass
der selbständige Transfer
mit einer Unterschenkelprothese
gelingen würde.
Das Argument, die Prothese sorge bei der Fortbewegung im Rollstuhl für die nötige Stabilität
(Balance) des Rumpfes
(Urk. 1 S. 4),
vermag sodann ebenfalls nicht zu überzeugen.
Es reicht nicht aus, wenn die Beinprothese die Fortbe
we
gung im Rollstuhl ermöglicht oder erheblich erleichtert (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_70/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.1 und 3.2).
4
.
Nach dem Gesagten
hat sich die Beschwerdegegnerin zu Recht geweigert, die Kosten für die Versorgung mit einer Unterschenkelprothese zu übernehmen. D
ie Beschwerde
ist
unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen.
5
.2
Die Beschwerdeführerin beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk. 1 S. 2).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn
der Prozess nicht aussichtslos und
die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
D
iese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
(
Urk. 3/3 und Urk. 3/5)
. Antrags
gemäss (Urk. 1) ist der Beschwerdeführerin
deshalb die unentgeltlich
e Prozess
führung zu bewilligen.
5
.3
Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Beschwerdeführerin ist
auf die Nachzahlungs
pflicht
gemäss
§
16 Abs.
4
GSVGer
hin
zuweisen
.
Der Einzelrichter
verfügt
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
16. September 2019 wird der Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Prozess
führung gewährt
,
und erkennt sodann
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Departement Soziales der Stadt Winterthur
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.