# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c0423d75-e644-4ca9-9cdc-710816a2b495
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten  am Bezirksgericht Meilen vom 9. August 2019 (FK150017-G)
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Rechtsbegehren:
A. Des Beklagten (Urk. 95 S. 2 ff.):
"1. Das Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 2. März 2018, Disp.
Ziff. 1 sei wie folgt abzuändern:
A._ wird spätestens per Einschulung im August 2019 unter die Obhut des Vaters gestellt. Er hat den Wohnsitz bei seinem Vater.
2. Es sei Ziff. 3 des Urteils des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 2. März 2018, Ziff. 1.3. aufzuheben und durch folgende Formulierung zu ersetzen:
Die Mutter hat ein zweiwöchentliches Besuchsrecht von Freitag ab -/Schulschluss bis Montag, Kindergarten-/Schulbeginn. eventualiter
3. Seien Ziff. 1.2., zweiter Satz des Urteils des Obergerichtes vom 2. März 2018, sowie zweiter Absatz von Ziff. 1.3. des Urteils wie folgt zu ändern und neu zu fassen:
Er hat den Wohnsitz beim Vater.
(1.3. zweiter Absatz):
Ungerade Wochen: Mittwoch Kindergarten-/Schulschluss bis Montag -/Schulbeginn: Betreuung durch den Vater.
Gerade Wochen: Mittwoch ab Kindergarten-/Schulschluss bis Freitag 18 Uhr (Übergabeort Bahnhof D._), Freitag 18 Uhr bis Montag Kindergarten- /Schulbeginn: Betreuung durch die Mutter.
Ferien: Jeder Elternteil ist berechtigt, A._ während vier Wochen pro Jahr auf eigene Kosten mit/zu sich in die Ferien zu nehmen. Die Daten sind sechs Monate voraus abzusprechen.
Feiertage: Über Weihnachten verbringt A._ mit jedem Elternteil einen Tag (inkl. Übernachtung) und zwar alternierend entweder den 24. Dezember oder den 25. Dezember. Die Betreuungszeit während der  der Mutter beginnt am Donnerstag 18 Uhr (Übergabeort Bahnhof D._). Die Betreuungszeit während der Oster- und Pfingstwochenenden dauert bis Dienstagmorgen.
eventualiter:
4. Es sei Disp. Ziff. 1.3. zweiter Absatz wie folgt zu ändern: Ab Zeitpunkt des Bezuges einer Wohnung des Vaters in E._ bzw.  Kreis ... oder ...:
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Ungerade Wochen: Mittwoch Kindergarten-/Schulschluss bis Montag -/Schulbeginn: Betreuung durch den Vater.
Gerade Wochen: Mittwoch ab Kindergarten-/Schulschluss bis Freitag 18 Uhr (Übergabeort Bahnhof D._), Freitag 18 Uhr bis Montag Kindergarten- /Schulbeginn: Betreuung durch die Mutter.
Ferien: Jeder Elternteil ist berechtigt, A._ während vier Wochen pro Jahr auf eigene Kosten mit/zu sich in die Ferien zu nehmen. Die Daten sind sechs Monate voraus abzusprechen.
Feiertage: Über Weihnachten verbringt A._ mit jedem Elternteil einen Tag (inkl. Übernachtung) und zwar alternierend entweder den 24. Dezember oder den 25. Dezember. Die Betreuungszeit während der  der Mutter beginnt am Donnerstag 18 Uhr (Übergabeort Bahnhof D._). Die Betreuungszeit während der Oster- und Pfingstwochenenden dauert bis Dienstagmorgen.
5. In Abänderung der vorsorglichen Massnahmen vom ... seien die  des Beklagten auf maximal CHF 500 zuzüglich allf. Kinderzulagen zu reduzieren (Barunterhalt); für die genaue Bezifferung des Betrages sei dem Beklagten das Protokoll bis zum Vorliegen der Gehaltsbelege und der ab August 2019 geltenden arbeitsvertraglichen Bestimmungen über das  der Gesuchsgegnerin offen zu lassen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers."
B. Der Verfahrensbeteiligten und des Klägers (Urk. 110 S. 1 f.):
"1. Das Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen vom 20. Mai 2019
mit sämtlichen Rechtsbegehren sowie die Klage vom 28. Mai 2019 mit  Rechtsbegehren seien vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf  ist.
2. A._ sei unter die alleinige Obhut der Mutter zu stellen.
3. A._ sei im F._ [Schule], L._-strasse ..., ... Zürich, einzuschu-
len.
4. Der Kindsvater hat folgendes erweitertes Besuchsrecht:
Ungerade Wochen: Donnerstagnachmittag von 15:40 (Kindergartenende) bis Montagmorgen 8:50 (Kindergartenbeginn).
Gerade Wochen: Donnerstagnachmittag von 15:40 (Kindergartenende) bis Freitagabend 18:00 (Übergabe Bahnhof D._)
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Ferien: Jeder Elternteil ist berechtigt, A._ während 6 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten mit/zu sich in die Ferien zu nehmen. Die Daten sind sechs Monate im Voraus abzusprechen.
Feiertage: Weihnachten verbringt A._ jährlich alternierend mit einem  während einer Woche (beginnend im Jahr 2019 mit der Mutter). Die Kalenderwoche, in die der 24. und 25. Dezember fallen, wird zur  des betreffenden Elternteils. Sollte der 24. und 25. Dezember nicht in die gleiche Kalenderwoche fallen, so vereinbaren die Eltern die 7-tägige Weihnachtsferienwoche unabhängig von der Kalenderwoche. Die  während der Osterwochenenden beginnt am Donnerstag nach Schulschluss und dauert bis Dienstagmorgen Schulbeginn. Die  während der Pfingstwochenenden dauert bis Dienstagmorgen .
5. Eventualiter sei A._ in den öffentlichen Kindergarten in E._ . Diesfalls hat der Kindsvater folgendes Besuchsrecht:
Ungerade Wochen: Freitagmittag 11:50 (Kindergartenschluss) bis  8:10 (Kindergartenbeginn)
Die Ferien und Feiertage sind wie unter obiger Ziff. 4 zu regeln.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. gesetzliche MWST  des Beklagten bzw. des Vaters."
C. Der Kindsvertreterin (Prot. I S. 111 f., sinngemäss):
"1. A._ sei unter der alternierenden Obhut der Kindseltern zu belassen
2. Der Entscheid über die Einschulung von A._ sei vom Gericht zu fällen.
3. Der Wohnsitz von A._ sei an dem Ort festzulegen, wo er die Schule be-
sucht.
4. Der Betreuungsplan sei an die Veränderungen aufgrund des Kindergarten-
eintritts von A._ anzupassen. "
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Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Meilen vom 9. August 2019: (Urk. 2 S. 29 f.)
"1. Die Begehren des Beklagten und der Verfahrensbeteiligten, es sei in  des Urteils des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 2. März 2018, Dispositiv-Ziff. 1/2, A._, geboren am tt.mm.2014, unter ihre  Obhut zu stellen, werden abgewiesen. A._ verbleibt unter der  Obhut seiner Eltern.
2. Das Begehren des Beklagten, es sei in Abänderung des Urteils des Oberge-
richtes des Kantons Zürich vom 2. März 2018, Dispositiv-Ziff. 1/2, , dass sich der Wohnsitz von A._ neu bei ihm befindet, wird . Der Wohnsitz von A._ bleibt bei seiner Mutter.
3. Dem Beklagten und der Verfahrensbeteiligten wird die Weisung erteilt,
A._ auf den Beginn des Schuljahres 2019/2020 in der öffentlichen Schule von E._ einzuschulen und die dafür notwendigen Handlungen vorzunehmen, insbesondere die erforderlichen Erklärungen abzugeben.
4. In Abänderung des Urteils des Obergerichtes des Kantons Zürich vom
2. März 2018, Dispositiv-Ziff. 1/3, werden die Betreuungsanteile der  für die Dauer des Verfahrens wie folgt neu festgelegt:
a) Mit Wirkung ab 19. August 2018 und für die Dauer bis zum Umzug des
Vaters nach E._ oder in einen angrenzenden Stadtkreis
- betreut der Vater A._ alle zwei Wochen von Freitagmittag, ab - bzw. Schulende, bis zum folgenden Montagmorgen, - bzw. Schulbeginn; das erste Betreuungswochenende findet am 23. bis 26. August 2019 statt;
- und betreut die Mutter A._ in der übrigen Zeit.
b) Mit Wirkung ab Umzug des Vaters nach E._ oder in einen  Stadtkreis
- betreut der Vater A._
- in den ungeraden Wochen von Mittwochabend, 18:00 Uhr, bis Mon-
tagmorgen, Kindergarten- bzw. Schulbeginn,
- in den geraden Wochen von Mittwochabend, 18:00 Uhr, bis Freitag-
abend, 18:00 Uhr,
- und betreut die Mutter A._ in der übrigen Zeit.
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Die Ferien- und Feiertagsregelung gemäss Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 2. März 2018, Dispositiv-Ziff. 1/3, bleibt unverändert.
5. Im übrigen Umfang werden die Begehren der Parteien und der Verfahrens-
beteiligten im Zusammenhang mit dem Gesuch des Beklagten vom 20. Mai 2019 um Anordnung vorsorglicher Massnahmen abgewiesen, soweit auf diese überhaupt einzutreten ist.
6. Über die Prozesskosten dieses Massnahmenverfahrens wird mit der Haupt-
sache entschieden.
7. [Schriftliche Mitteilung]
8. [Berufung]"
Berufungsanträge:
des Klägers und Berufungsklägers 1 und der Verfahrensbeteiligten und  2 (Urk. 1 S. 2 f.):
"1. In Abänderung von Disp.-Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen
vom 09.08.2019 sei A._, geb. am tt.mm.2014, unter die alleinige Obhut der Kindsmutter zu stellen.
2. In Abänderung von Disp.-Ziff. 3 der vorinstanzlichen Verfügung vom
09.08.2019 sei die Kindsmutter berechtigt zu erklären, A._ in der  F._ [Schule] zu belassen.
Alles Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Gesetzliche MWST  des Beklagten."
erweiterte Berufungsanträge (Urk. 46 S. 22):
"3. Eine Anordnung, die den Vater daran hindern würde, jemals wieder sinnlose
Sorgerechtsanträge über das schweizerische Gerichtssystem zu stellen.
4. Eine Änderung des Besuchsplanes, um alle persönlichen Übergaben mit
dem Vater zu beenden, da diese nicht funktionieren. [...] Stattdessen bittet die Mutter darum, dass alle Übergaben und Abholungen über den F. erfolgen. Der Plan wäre somit:
Fürsorgezeit der Mutter: Montag 8:30 bis Donnerstag 15:45 Uhr am Wochenende des Vaters - der Vater hat die Möglichkeit, A._ donnerstags zwischen 15:45 und 18:30 Uhr abzuholen Montag bis Freitag an ihren Wochenenden.
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Fürsorgezeit des Vaters: Donnerstag 15:45 bis Montag 8:30 Uhr jedes zweite Wochenende."
Eventualantrag (Urk. 59 S. 1):
"Eventualiter sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 3 der vorinstanzlichen Verfügung vom 09.08.2019 A._ in der öffentlichen Schule an seinem Wohnsitz in Zürich L._ in den Kindergarten einzuschulen."
Präzisierte Berufungsanträge (Urk. 94 S. 2):
"1. In Abänderung von Disp. Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen
vom 09.08.2019 sei der Sohn A._ unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter zu stellen.
2. Eventualiter zu Ziffer 1 sei in Abänderung von Disp. Ziff. 1 der Verfügung
des Bezirksgerichts Meilen vom 09.08.2019 der Sohn A._ unter die  Obhut der Mutter zu stellen.
3. In Abänderung von Disp. Ziff. 3 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen
vom 09.08.2019 sei die Kindsmutter berechtigt zu erklären, A._  in der Privatschule F._ [Schule], Zürich-L._, bis auf Weiteres unterrichten und betreuen zu lassen, wobei sie die Kosten vollumfänglich selber zu übernehmen hat.
4. In Abänderung von Disp. Ziff. 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen
vom 09.08.2019 sei dem Vater ein Besuchs- und Ferienrecht im folgenden Umfang zu gewähren:
- Alle zwei Wochen von Donnerstag nach Schulende um 15.45 Uhr bis
Montagmorgen bei Schulbeginn um 8.30 Uhr.
- 6 Wochen Ferien pro Kalenderjahr, wobei die Feriendaten jeweils 6
Monate im Voraus mit der Kindsmutter abzusprechen sind.
- Die Weihnachten sei wie folgt zu gestalten: A._ verbringt mit je-
dem Elternteil einen Tag (inkl. Übernachtung), alternierend entweder am 24. Dezember oder am 25. Dezember.
- Ostern und Pfingsten seien wie folgt zu gestalten: Ostern und Pfingsten
werden je mit einem Elternteil verbracht, alternierend jedes Jahr.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu Las-
ten des Kindsvaters."
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des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 21 S. 3):
"1. Antrag 1 der Berufung (alleinige Obhut an die Berufungsklägerin 2) sei ab-
zuweisen und der Entscheid der Vorinstanz zu bestätigen;
eventualiter
sei die alleinige Obhut dem Berufungsbeklagten zuzuweisen (Anschlussbe-
rufung);
2. Antrag 2 der Berufung (Einschulung F._-Schule) sei abzuweisen;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten der Be-
rufungsklägerin 2."
weitere Berufungsanträge (Urk. 71 S. 2 f.):
"1. Es sei die Obhut über den Kläger für die weitere Verfahrensdauer im Haupt-
verfahren dem Beklagten zuzuweisen, unter Einräumung eines  Besuchsrechtes an die Verfahrensbeteiligte jeweils von Freitag, Kindergartenschluss bis Montag, Kindergartenbeginn;
2. eventuell sei der Beginn der Betreuungszeiten des Beklagten jeden Mitt-
woch und das Ende und jeden zweiten Freitag auf den Kindergartenschluss festzulegen (Betreuungswochenende Verfahrensbeteiligte).
3. Der klägerische Antrag Ziff. 2 vom 11. Oktober 2019 (Übertragung des allei-
nigen Sorgerechts an die Berufungsklägerin 2) sei abzuweisen, soweit  einzutreten ist;
4. Der klägerische Antrag Ziff. 3 (Entziehung rechtliches Gehör) sei abzuwei-
sen, soweit darauf einzutreten ist;
5. Antrag 4 (Abänderung Betreuungszeiten) sei bezüglich der Betreuungszei-
ten und Übernahmen in der F._ [Schule] abzuweisen;
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten."
weitere Anträge (Prot. II S. 35 sinngemäss):
Die präzisierten Anträge der Gegenseite seien allesamt abzuweisen, soweit  einzutreten sei. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsklägerin 2.
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der Kindsvertreterin (Urk. 97; Prot. II S. 38 ff. sinngemäss):
Der Entscheid über die Einschulung bzw. die Wahl des Kindergartens sei dem Gericht zu überlassen.
Es sei A._ unter der gemeinsamen, alternierenden Obhut beider Eltern zu belassen, sofern er in den F._-Kindergarten eingeschult wird.
Es sei A._ bei einem Verbleib im öffentlichen Kindergarten J._  unter die alleinige Obhut des Vaters zu stellen.

## Considerations

Erwägungen:
A. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1. Der Kläger und Berufungskläger 1 (fortan Kläger) wurde am tt.mm.2014 als Sohn von B._ (Verfahrensbeteiligte und Berufungsklägerin 2, nachfolgend
Verfahrensbeteiligte) und C._ (Beklagter und Berufungsbeklagter, nachfol-
gend Beklagter), welche nicht verheiratet sind, geboren. Die Kindseltern wohnten
während kurzer Zeit in einem gemeinsamen Haushalt in E._, trennten sich
jedoch kurze Zeit nach der Geburt des Klägers. Die Verfahrensbeteiligte verblieb
mit dem Kläger in der bisherigen Wohnung in E._, der Beklagte zog nach
G._.
2. Mit Eingabe vom 25. September 2015 erhob der Kläger, vertreten durch die Verfahrensbeteiligte, beim Bezirksgericht Meilen eine Unterhaltsklage gegen den
Beklagten (Urk. 13/2). Die Parteien hatten sich mit Erklärung vom 10. August
2014 zur gemeinsamen elterlichen Sorge bekannt. Über Obhut, Betreuung und
Unterhalt konnten sich die Parteien vor der Kindesschutzbehörde (KESB) nicht
einigen. Schliesslich entschied die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons
Zürich mit Urteil vom 2. März 2018 u.a. wie folgt: alternierende Obhut, Wohnsitz
bei der Verfahrensbeteiligten, Betreuung in den ungeraden Wochen von Mitt-
wochabend bis Montagmorgen sowie in den geraden Wochen von Mittwochabend
bis Freitagabend durch den Beklagten und in der übrigen Zeit durch die Verfah-
rensbeteiligte bzw. in der Kinderkrippe H._ in E._ (Urk. 13/88/2 =
Urk. 13/90/3). Die dagegen erhobene Beschwerde der Verfahrensbeteiligten wies
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das Bundesgericht mit Urteil vom 18. März 2019 ab (Urk. 13/90/1). Mit Eingabe
vom 20. Mai 2019 stellte der Beklagte im Rahmen der pendenten Unterhaltsklage
ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen mit den eingangs zitierten An-
trägen (Urk. 13/95 S. 2 ff.). Die KESB überwies sodann mit Schreiben vom 5. Juni
2019 das bei ihr pendente Verfahren betreffend die Einschulung des Klägers an
die Vorinstanz (Urk. 13/99). Mit Verfügung vom 14. Juni 2019 ernannte die Vo-
rinstanz Rechtsanwältin lic. iur. X2._ als Kindsvertreterin (Urk. 13/102). Am
4. Juli 2019 fand die Verhandlung über vorsorgliche Massnahmen statt (Prot. I
S. 84 ff.). Der detaillierte Prozessverlauf lässt sich im Übrigen der angefochtenen
Verfügung entnehmen. Mit Verfügung vom 9. August 2019 fällte die Vorinstanz
den eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 13/117 = Urk. 2). Mit Verfügung
vom 12. August 2019 erfolgte eine Berichtigung des angefochtenen Entscheides
betreffend das Datum der neuen Betreuungsregelung (Urk. 13/118). Mit Urteil
vom 20. August 2019 wies das Einzelgericht im summarischen Verfahren am Be-
zirksgericht Meilen das Vollstreckungsbegehren des Beklagten ab (Urk. 13/124 =
Urk. 12).
3. Gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 9. August 2019 liessen der Kläger und die Verfahrensbeteiligte rechtzeitig (vgl. Urk. 13/119/1-5) Berufung erheben
und die eingangs erwähnten Anträge stellen (Urk. 1 S. 2 f.). Gleichzeitig ersuch-
ten sie um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und superprovisorische Be-
rechtigung der Verfahrensbeteiligten, den Kläger einstweilen für die Dauer des
Berufungsverfahrens in der Privatschule F._ [Schule] auf eigene Kosten zu
belassen (Urk. 1 S. 3). Mit Zuschrift vom 20. August 2019 machten sie eine er-
gänzende Eingabe samt Beilagen (Urk. 5, Urk. 6 und Urk. 7/18-22). Unterm 20.
August 2019 beantragte der Beklagte die Abweisung der dringlichen prozessua-
len Anträge der Gegenseite und stellte seinerseits vorsorgliche Anträge (Urk. 8).
Am 21. August 2019 ging bei der Kammer der Entscheid des Einzelgerichts im
summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 20. August 2019 betref-
fend Abweisung des Vollstreckungsgesuchs des Beklagten ein (Urk. 12). Mit Prä-
sidialverfügung vom 22. August 2019 wurde u.a. der Antrag auf Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung abgewiesen (Urk. 15). Den ihr auferlegten Kostenvorschuss
in der Höhe von Fr. 3'000.– leistete die Verfahrensbeteiligte rechtzeitig (Urk. 15 S.
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15, Dispositivziffer 4; Urk. 17). Mit Präsidialverfügung vom 3. September 2019
wurde der Kindsvertreterin antragsgemäss (vgl. Urk. 18) die ihr mit Präsidialverfü-
gung vom 22. August 2019 angesetzte Frist zur freigestellten Stellungnahme zu
den Parteivorbringen abgenommen (Urk. 20). Mit Zuschrift vom 2. September
2019 erstattete der Beklagte rechtzeitig seine Berufungsantwort mit den eingangs
zitierten Anträgen (Urk. 21; Urk. 23/1-10). Mit Präsidialverfügung vom 6. Septem-
ber 2019 wurde dem Beklagten Frist anberaumt, um der Kammer mitzuteilen, ob
er vorbehaltlos Anschlussberufung erheben oder vorbehaltlos darauf verzichten
wolle (Urk. 24). Mit Schreiben vom 9. September 2019 teilte Rechtsanwältin
Z1._ aufforderungsgemäss (vgl. Urk. 15 S. 15, Dispositivziffer 5) im Namen
der Verfahrensbeteiligten mit, dass die Zustellung weiterhin an ihre Adresse (und
nicht an jene des ebenfalls mandatierten Rechtsanwalts lic. iur. Z2._) erfol-
gen solle (Urk. 25). Mit Eingabe vom 11. September 2019 (vorab per Fax) teilte
der Beklagte seine künftige neue Adresse mit, verlangte eine Adresssperre und
lancierte eine Noveneingabe (Urk. 26/A bzw. Urk. 26/B; Urk. 28/A/1-7 bzw.
Urk. 28/B/1-7). Mit Zuschrift vom 18. September 2019 teilte der Beklagte rechtzei-
tig mit, dass er auf die Erhebung einer Anschlussberufung vorbehaltlos verzichte
(Urk. 30). Mit Eingabe vom 24. September 2019 vorab per Fax samt Beilagen be-
antragte die Verfahrensbeteiligte persönlich die Durchführung einer Verhandlung
mit Zeugeneinvernahmen (vgl. Urk. 32/A S. 1; Urk. 33B). Diesen Antrag zog ihre
Rechtsanwältin in der Folge namens und auftrags der Verfahrensbeteiligten wie-
der zurück, um das Verfahren nicht unnötig zu verzögern (vgl. Urk. 37; Urk. 38A).
Mit Beschluss vom 30. September 2019 wurde eine Adresssperre hinsichtlich der
neuen Adresse des Beklagten angeordnet und der Verfahrensbeteiligten Frist an-
beraumt, um sich zur Berufungsantwort und der Noveneingabe des Beklagten zu
äussern (Urk. 40). Mit Zuschrift vom 3. Oktober 2019 äusserte sich die Kindsver-
treterin von sich aus (Urk. 43). Mit Präsidialverfügung vom 9. Oktober 2019 wur-
den der Verfahrensbeteiligten und dem Beklagten Frist angesetzt, um zum Bericht
der Kindsvertreterin Stellung zu nehmen (Urk. 44). Am 10. Oktober 2019 wurde
der Verfahrensbeteiligten diese Frist antragsgemäss bis zum 18. Oktober 2019
erstreckt (Urk. 45). Mit Zuschrift vom 11. Oktober 2019 bezog die Verfahrensbe-
teiligte zufolge Urlaubsabwesenheit ihrer Rechtsvertreterin unter Einreichung di-
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verser Unterlagen rechtzeitig persönlich Stellung zur Berufungsantwort und der
Noveneingabe des Beklagten (Urk. 46, Urk. 47 und Urk. 48/1-18) im Sinne des
Beschlusses der Kammer vom 30. September 2019 (Urk. 40). Dabei stellte sie
neue Anträge und ersuchte um sofortige Unterbringung des Klägers im F._-
Kindergarten per Montag, 21. Oktober 2019 (Urk. 46 S. 22). Mit Beschluss vom
15. Oktober 2019 wurde dieser Antrag abgewiesen und dem Beklagten Frist an-
beraumt, um sich zu den neuen Vorbringen und Beilagen sowie den neuen Anträ-
gen in der Stellungnahme der Verfahrensbeteiligten zu äussern. Ferner wurden
der Beklagte und die Verfahrensbeteiligte aufgefordert, je ihren neuen aktuellen
Mietvertrag einzureichen (Urk. 50). Mit nicht datierter Zuschrift, zur Post gegeben
am 15. Oktober 2019, bezog die Verfahrensbeteiligte rechtzeitig (vgl. Urk. 45)
persönlich Stellung zum Bericht der Kindsvertreterin vom 3. Oktober 2019 und
reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 52, Urk. 53 und Urk. 54/1-12 und Urk. 55).
Am 21. Oktober 2019 brachte sie weitere Unterlagen bei (Urk. 58/1-34). Mit Ein-
gabe vom 18. Oktober 2019 reichte die Rechtsvertreterin der Verfahrensbeteilig-
ten namens und im Auftrag derselben eine klärende und ergänzende Stellung-
nahme samt Beilagen zu den Akten (Urk. 59, Urk. 60 und Urk. 61/1-2). Mit Zu-
schrift vom 21. Oktober 2019 lancierte die Verfahrensbeteiligte persönlich eine
weitere Eingabe samt Beilagen (Urk. 63 und Urk. 64/1-9). Mit Verfügung vom
23. Oktober 2019 wurde dem Beklagten Frist angesetzt, um sich zur ergänzenden
und klärenden Eingabe der Verfahrensbeteiligten und insbesondere zum neuen
Eventualantrag zu äussern. Weiter wurde der Rechtsvertreterin der Verfahrensbe-
teiligten Frist angesetzt, um sich zum Zweck der persönlichen Eingabe der Ver-
fahrensbeteiligten zu äussern. Und schliesslich wurde den Parteien angezeigt,
dass eine Berufungsverhandlung in Gestalt einer Instruktionsverhandlung durch-
geführt wird (Urk. 69). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2019 äusserte sich der Be-
klagte innert teilweise erstreckter Frist (vgl. Urk. 70) zum Bericht der Kindsvertre-
terin vom 3. Oktober 2019 (Urk. 43) und zur Stellungnahme der Verfahrensbetei-
ligten zur Berufungsantwort vom 11. Oktober 2019 (Urk. 46, Urk. 47 und
Urk. 48/1-8) und reichte weitere Beilagen ein (Urk. 71, Urk. 72 und Urk. 73/1-3).
Mittels Vorladung vom 31. Oktober 2019 wurden die Beteiligten zur Instruktions-
verhandlung am 2. Dezember 2019 vorgeladen (Urk. 74 und Urk. 75/1-3). Mit Zu-
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schrift vom 4. November 2019 bezog die Rechtsvertreterin der Verfahrensbeteilig-
ten fristwahrend Stellung und teilte dabei mit, dass die Verfahrensbeteiligte (und
in Sachen Unterhalt der Kläger) ab 11. November 2019 durch Rechtsanwalt Dr.
Z3._ vertreten werde (Urk. 76). Urk. 71, Urk. 72, Urk. 73/1-3 sowie Urk. 76
wurden der jeweiligen Gegenpartei und der Kindsvertreterin mittels Stempelverfü-
gung vom 12. November 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt (Prot. II S. 14). Mit
Zuschrift vom 11. November 2019 bezog der Beklagte innert Frist Stellung zum
Eventualbegehren der Verfahrensbeteiligten (Urk. 79) und reichte eine Beilage
nach (Urk. 80 und Urk. 81 = Urk. 73/2). Diese Aktenstücke wurden der Verfah-
rensbeteiligten und der Kindsvertreterin mittels Stempelverfügung vom
14. November 2019 zur Kenntnis gebracht (Prot. II S. 15). Am 14. November
2019 erreichte das Gericht eine E-Mail der Psychologin I._ (Urk. 83). Diese
Nachricht und ein Telefonat des Gerichts mit I._ vom 14. November 2019
(Urk. 86) sowie die telefonische Korrespondenz der Kammer betreffend die
Rechtsvertretung der Verfahrensbeteiligten (vgl. Urk. 84, Urk. 85 und Urk. 87)
wurden den Beteiligten je mittels Stempelverfügung vom 25. November 2019 zur
Kenntnis gebracht (Prot. II S. 17). Mittels Zuschrift vom 15. November 2019 hatte
die Verfahrensbeteiligte persönlich sodann darum ersucht, I._ und den Klä-
ger anlässlich der auf den 2. Dezember 2019 anberaumten Instruktionsverhand-
lung als Zeugen einzuvernehmen (Urk. 88). Mittels Beschluss der Kammer vom
21. November 2019 wurde dieser Antrag abgelehnt (Urk. 89).
Am 2. Dezember 2019 fand die Instruktionsverhandlung - zwecks Wahrung des
Replikrechts und der Stellungnahme der Kindsvertreterin, mit Parteibefragung
gemäss Art. 297 ZPO - statt (Prot. II S. 18 - 53). Am Schluss dieser Verhandlung
wurde den Parteien mündlich eröffnet, dass das Berufungsverfahren spruchreif
und somit in die Phase der Urteilsberatung übergegangen ist (Prot. II S. 53).
Mit Eingabe vom 11. Dezember 2019 stellte die Kindsvertreterin dem Gericht ihre
Honorarnote zu (Urk. 102). Diese wurde den Parteien mit Verfügung vom 12. De-
zember 2019 zur Kenntnisnahme und freigestellten Stellungnahme innert fünf Ta-
gen ab Zustellung zugesandt (Urk. 103). Die Parteien verzichteten auf eine Stel-
lungnahme.
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Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 13/1-124). Auf die Parteivor-
bringen ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als dies für die Entscheidfindung
notwendig ist.
B. Prozessuales / Vorbemerkungen
1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige  des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III
374 E. 4.3.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmit-
telinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-
stanzlichen Entscheid erhoben werden (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.;
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3).
2. Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen lediglich beschränkt zulässig. Zulässig sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismittel nur dann, wenn sie
trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-
ten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies gilt nicht
für Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, wie
das vorliegende Verfahren zu den Kinderbelangen. Hier können die Parteien bis
zur Mitteilung der Urteilsberatungsphase (vgl. Prot. II S. 53) gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung Noven vorbringen, selbst wenn die Voraussetzungen
von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Sämtliche
neuen Vorbringen und Beilagen der Beteiligten, welche bis und mit dem 2. De-
zember 2019 vorgebracht wurden, sind daher beachtlich.
- 16 -
3. Rechtsanwältin lic. iur. Z1._ vertrat bis zum 11. November 2019 (vgl. Urk. 76) die Verfahrensbeteiligte und betreffend Unterhalt auch den Kläger (vgl.
Urk. 15 S. 5 f.). Sie hat sowohl im Namen der Verfahrensbeteiligten als auch des
Klägers Berufung erhoben (Urk. 1). Hinsichtlich der im Berufungsverfahren um-
strittenen weiteren Kinderbelange (elterliche Sorge, Obhut, Betreuungsanteile und
Einschulung) wurde dem Kläger bereits im erstinstanzlichen Verfahren zufolge In-
teressenkollision der Verfahrensbeteiligten Rechtsanwältin lic. iur. X2._ als
Kindsvertreterin bestellt (Urk. 13/98). Rechtsanwältin lic. iur. Z1._ war somit
auch im Berufungsverfahren nicht zur Vertretung des Klägers hinsichtlich der
nicht finanziellen Kinderbelange legitimiert. Diesbezüglich kann der Kläger nur
durch die Kindsvertreterin rechtsgültig vertreten werden. Diese hat jedoch keine
Berufung erhoben. Auf die für den Kläger durch Rechtsanwältin lic. iur. Z1._
erhobene Berufung ist somit mangels Legitimation nicht einzutreten.
4. Die Verfahrensbeteiligte war zunächst durch Rechtsanwältin lic. iur. Z1._ vertreten, welche ihr Mandat jedoch mit Schreiben vom 4. November
2019 per 11. November 2019 niederlegte (Urk. 76). Seit dem 22. November 2019
wird die Verfahrensbeteiligte von Rechtsanwältin lic. iur. X1._ vertreten
(Urk. 93; Prot. II S. 18). Trotz anwaltlicher Vertretung bleibt die vertretene Partei
grundsätzlich postulationsfähig, weshalb die von der Verfahrensbeteiligten per-
sönlich verfassten Eingaben (Urk. 33B, Urk. 46, Urk. 52, Urk. 63, Urk. 65 und
Urk. 67) beachtlich sind. Ob die von der vertretenen prozessfähigen Partei selbst
vorgenommene Prozesshandlung mit der Vertretung abgesprochen ist oder nicht,
erscheint für den Prozess grundsätzlich unerheblich (Morf, OFK ZPO, Art. 68 N.
6a). Zum unklaren Zweck der persönlichen Eingabe der Verfahrensbeteiligten
vom 21. Oktober 2019 äusserte sich Rechtsanwältin lic. iur. Z1._ im Übrigen
aufforderungsgemäss (vgl. Urk. 69) mittels Eingabe vom 4. November 2019
(Urk. 76). Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 2. Dezember 2019 präzi-
sierte Rechtsanwältin lic. iur. X1._ sodann die Berufungsanträge (Prot. II S.
33; Urk. 94 S. 2).
5. Es ist davon Vormerk zu nehmen, dass der Beklagte auf die Erhebung einer Anschlussberufung vorbehaltlos verzichtet hat (Urk. 30). Eine solche wäre im vor-
- 17 -
liegenden summarischen (Berufungs-)Verfahren im Übrigen auch nicht zulässig
(Art. 314 Abs. 2 ZPO).
Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch eingeschränkt zulässig
(vgl. Art. 317 Abs. 2 ZPO). Bei Geltung der Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO)
sind Änderungen von Begehren indes jederzeit und uneingeschränkt möglich, frei-
lich ohne dass die Rechtsmittelinstanz an diese gebunden wäre (vgl. ZK ZPO-
Reetz/Hilber, Art. 317 N 76 m.w.H.). Der neue Antrag des Beklagten auf Zuteilung
der alleinigen Obhut an ihn (Urk. 71 S. 2) erweist sich damit ohne Weiteres als zu-
lässig. Das Nämliche gilt hinsichtlich der neuen Anträge der Verfahrensbeteiligten
auf Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge und Abänderung des Besuchsplans,
um alle persönlichen Übergaben mit dem Beklagten zu beenden (Urk. 46 S. 22;
Urk. 94 S. 2). Im Übrigen könnte solches im Rahmen von Kindesschutzmass-
nahmen (vgl. Art. 307 ff. ZGB) auch von Amtes wegen angeordnet werden.
Was den weiteren neuen (prozessualen) Antrag der Verfahrensbeteiligten anbe-
langt, wonach eine Anordnung zu treffen sei, welche den Beklagten daran hinde-
re, "jemals wieder sinnlose Sorgerechtsanträge über das schweizerische Ge-
richtssystem zu stellen" (Urk. 46 S. 22, Antrag-Ziffer 3), so ist dieser mit Blick auf
den Persönlichkeitsschutz (vgl. Art. 27 ZGB) selbstverständlich unzulässig. Dieser
Antrag ist daher ohne Weiteres abzuweisen.
6. Vorliegend geht es um die vorsorgliche Abänderung von Kinderbelangen. Abänderungsobjekt ist der Entscheid der II. Zivilkammer des Obergerichts des
Kantons Zürich vom 2. März 2018 betreffend elterliche Sorge / Regelung Betreu-
ungsanteile (Urk. 13/88/2 = Urk. 13/90/3). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend
festhielt (Urk. 2 S. 10 f.), sind Ereignisse, die sich vorher abspielten (vgl. Urk. 52
S. 7 f.), somit nicht weiter von Belang. Das Verfahren ist summarischer Natur
(Art. 248 lit. d ZPO). Es genügt, dass die tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft
gemacht werden, mithin dass aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse
Wahrscheinlichkeit für die fraglichen Tatsachen besteht. Weil es um Kinderbelan-
ge geht, herrschen die Offizial- und Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 und 3
ZPO). Dies ändert jedoch nichts an der Substantiierungsobliegenheit der Partei-
en.
- 18 -
7. Der Beklagte liess den Beizug eines Berichts des Besuchsbeistandes  (Urk. 71 S. 3). Auch die Kindsvertreterin regte solches an (Urk. 62). Kern-
streitpunkt des Berufungsverfahrens ist die Einschulungsfrage. Diesbezüglich
würde ein Bericht über die Wahrnehmung der Betreuungsanteile der Eltern und
die Kindsübergaben nichts Sachdienliches ergeben. Dass die Situation zurzeit
höchst strittig ist und zu eskalieren droht, ist bekannt. Es ist jedoch zu erwarten,
dass sich die Angelegenheit mit dem vorliegenden Entscheid über die Einschu-
lung entspannen wird, wovon auch der Beklagte ausgeht (Urk. 71 S. 4). Zur Frage
der Ausübung der gemeinsamen Obhut (vgl. Urk. 71 S. 3, Antragziffer 3) hat sich
der Besuchsbeistand im Übrigen nicht zu äussern.
Es drängt sich sodann auch keine Zeugeneinvernahme der Psychologin I._
auf, bei welcher die Parteien im Mai 2019 in der ...-Beratung waren, wie dies die
Verfahrensbeteiligte persönlich im Hinblick auf die Instruktionsverhandlung vom 2.
Dezember 2019 beantragen liess, wobei dieser Antrag dann mit Beschluss der
Kammer vom 21. November 2019 abgewiesen wurde (vgl. Urk. 88 und Urk. 89).
Der Beklagte vermochte glaubhaft darzutun, dass sich sein angebliches Einver-
ständnis mit dem F._-Kindergarten lediglich auf die beschränkte Zeitspanne
einer gutachterlichen Abklärung bezog und vergleichsweise erfolgte. Daraus eine
Zustimmung zur privaten Beschulung des Klägers ableiten zu wollen, geht nicht
an (vgl. Urk. 2 S. 23 f.; Urk. 13/111/26).
Wie bereits im Beschluss vom 30. September 2019 ausgeführt, ist auch von einer
Kindsanhörung des Klägers durch das Gericht (vgl. Urk. 88, wo die Verfahrensbe-
teiligte den Kläger gar als Zeugen einvernehmen lassen will) im Sinne von
Art. 298 ZPO abzusehen, weil dieser erst Mitte August 2019 fünfjährig geworden
ist und nicht davon auszugehen ist, dass er bezüglich der vorab strittigen Frage,
ob für ihn der Besuch des öffentlichen Kindergartens J._ in K._ oder des
privaten F._-Kindergartens besser ist, befähigt ist, sich einen (stabilen) Wil-
len zu bilden (Urk. 40 S. 4; vgl. auch Urk. 89 S. 2). Die Kindsvertreterin führte mit
dem Kläger am 24. September 2019 ein Gespräch. Der Kindswille konnte durch
ihren Bericht vom 3. Oktober 2019 (Urk. 43) denn auch hinreichend ins Verfahren
eingebracht werden. Ein erneutes Gespräch bzw. eine gerichtliche Kindsanhö-
- 19 -
rung erachtet im Übrigen auch die Kindsvertreterin für nicht erforderlich. Dies sei
dem Kläger zu ersparen (Prot. II S. 42).
Auf Weiterungen ist somit, insbesondere auch mit Blick auf die summarische Na-
tur des vorliegenden Massnahmeverfahrens und dessen dringlichen Charakter, zu
verzichten. Solches bleibt dem vorinstanzlichen Hauptverfahren vorbehalten.
8. Nachdem die Parteien aufgefordert wurden, je ihren neuen Mietvertrag  und dieser Aufforderung denn auch nachkamen (Urk. 61/1 und
Urk. 73/3), ist die mit Beschluss der Kammer vom 30. September 2019 vorsorg-
lich angeordnete Adresssperre hinsichtlich der Adresse des Beklagten nunmehr
aufzuheben (vgl. auch Urk. 41 und Prot. II S. 31, wonach der Kläger der Verfah-
rensbeteiligten gesagt habe, wo der Beklagte wohne).
9. Angesichts des Umstandes, dass nach der Instruktionsverhandlung vom 2. Dezember 2019 nunmehr zeitnah der Endentscheid gefällt wird, erübrigt es sich,
über den vorsorglichen Antrag der Verfahrensbeteiligten zu entscheiden, wonach
der Kläger ab sofort ganztags in der Privatschule F._, Zürich-L._, unter-
richtet und betreut werden soll (vgl. Urk. 94 S. 3; Prot. II S. 32, 34); dieser Antrag
wird gegenstandslos und ist entsprechend abzuschreiben.
C. Elterliche Sorge
Die Verfahrensbeteiligte beantragt neu die vorsorgliche Zuteilung der Alleinsorge
über den Kläger für die weitere Dauer des vorinstanzlichen Hauptverfahrens
(Urk. 46 S. 22; Urk. 94 S. 2 Antrag-Ziffer 1). Nachdem der Kläger für die weitere
vorinstanzliche Verfahrensdauer, wie darzutun sein wird, trotz den Kooperations-
und Kommunikationsschwierigkeiten der Kindseltern unter deren alternierenden
Obhut zu belassen ist, besteht keinerlei Veranlassung, zwecks Wahrung des
Kindswohls ausnahmsweise (bereits) im Massnahmeverfahren einem Elternteil
die alleinige elterliche Sorge über den Kläger zuzuteilen. Der entsprechende An-
trag der Verfahrensbeteiligten ist daher ohne Weiteres abzuweisen.
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B. Obhut / Wohnsitz / Betreuungsanteile
1. Gemäss dem Entscheid der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 2. März 2018 wurde der Kläger unter die alternierende Obhut der Ver-
fahrensbeteiligten und des Beklagten gestellt. Die Betreuung durch den Beklagten
wurde jeweils in den ungeraden Wochen von Mittwochabend bis Montagmorgen
sowie in den geraden Wochen von Mittwochabend bis Freitagabend vorgesehen
und in der übrigen Zeit durch die Verfahrensbeteiligte bzw. die Kinderkrippe
H._ in E._. Der Wohnsitz des Klägers wurde bei der Verfahrensbeteilig-
ten festgelegt (Urk. 13/88/2 S. 16 f.).
2. Vor Vorinstanz beantragten beide Elternteile die (vorsorgliche) Zuteilung der Alleinobhut über den Kläger je an sich (Urk. 13/95 S. 2; Urk. 13/110 S. 1 f.). Die
Vorinstanz zog in Betracht, der Wechsel des Klägers von der Krippe H._ in
die F._ Pre-School nach den Sommerferien 2018 und somit nach dem Ober-
gerichtsentscheid vom 2. März 2018 habe keine vorzeitige Einschulung darge-
stellt. Die Einschulung des Klägers in den ersten Kindergarten erfolge nach An-
sicht beider Eltern ordnungsgemäss auf das Schuljahr 2019/2020. Mit dem Be-
such der F._ Pre-School habe sich an der Aufteilung der Betreuungszeiten
der Eltern gemäss dem Obergerichtsurteil vom 2. März 2018, mit Ausnahme des
Übergabeortes, der sich aber immer noch in E._ befinde, nichts geändert.
Das Vorgehen der Verfahrensbeteiligten, den Wechsel trotz fehlender Zustim-
mung des Beklagten zu arrangieren, sei nicht zu beanstanden. Die gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen des Klägers im Spätsommer 2018 hätten sich als ein
Sturm im Wasserglas erwiesen. Diese Episode illustriere aber das Zerwürfnis der
Kindseltern und deren beeinträchtigte Fähigkeit, vernünftig miteinander umzuge-
hen. Dies sei aber bereits im Zeitpunkt des Obergerichtsurteils der Fall gewesen
und es sei nicht einzusehen, inwiefern sich derartige Vorkommnisse mit einer
Aufhebung der alternierenden Obhut und Zuteilung der Alleinobhut an einen El-
ternteil vermeiden liessen. Der Beklagte und die Verfahrensbeteiligte seien die El-
tern des Klägers, blieben in regelmässigem Kontakt und seien auch künftig mit
ähnlichen Themen konfrontiert, ob sie ihre Beziehung zum Kläger im Rahmen ei-
nes Betreuungsanteils oder eines Besuchsrechts pflegen könnten. Das Thema
- 21 -
der Einschulung sei vom Obergericht nicht (abschliessend) behandelt worden und
erst zwischenzeitlich aktuell geworden. Beide Eltern würden einen unterschiedli-
chen Standpunkt vertreten und seien trotz ...-Beratung nicht zu einer einvernehm-
lichen Lösung gelangt. Dieser Punkt betreffe indes die elterliche Sorge und habe
mit der Frage der Obhut nur insoweit zu tun, als der Entscheid über die Beschu-
lung des Klägers sich auf die Ausgestaltung der Betreuungsanteile der Eltern
auswirke und Änderungen erfordere. Der blosse Umstand der mangelnden Eini-
gung der Eltern in diesem Punkt rechtfertige jedenfalls keine Abänderung der al-
ternierenden Obhut, zumal eine Alleinobhut künftige Differenzen in Sorgerechts-
belangen nicht zu verhindern vermöchte. Ein Beweis, dass die Verfahrensbeteilig-
te das Foto des Beklagten von der Familien-Fotowand in der F._ Pre-School
wiederholt entfernt habe, liege nicht vor, so dass sich daraus nichts hinsichtlich
der Erziehungsfähigkeit bzw. Bindungstoleranz der Verfahrensbeteiligten ableiten
lasse. Die ...-Beratung im Zusammenhang mit der Einschulung habe stattgefun-
den, wenn auch erfolglos. Betreffend der bestehenden Obhutsregelung ergebe
sich deswegen kein Handlungsbedarf. Der Beklagte dürfe die Ferien mit dem Klä-
ger frei gestalten. Unangebracht sei aber gewesen, dass er der Verfahrensbetei-
ligten während der Ferien im April 2018 den telefonischen Kontakt zum Kläger
verweigert habe. Ein Anlass deswegen Sanktionen zu ergreifen, bestehe jedoch
nicht. Es sei nicht auszumachen, dass der Grad der Zerstrittenheit zwischen den
Kindseltern seit dem Obergerichtsentscheid in gravierendem Mass zugenommen
habe. Es liege in der Macht und Verantwortung des Beklagten und der Verfah-
rensbeteiligten, diese schwierige Phase, aus der sie noch nicht herausgefunden
hätten, zu überwinden und dabei den nötigen Anstand walten zu lassen und auf
den anderen Elternteil Rücksicht zu nehmen. Soweit sich die Verhältnisse mithin
geändert hätten, seien diese Änderungen somit entweder nicht wesentlich oder
trotz gegebener Wesentlichkeit nicht Grund genug, um die bestehende Obhutsre-
gelung abzuändern. Der Antrag beider Eltern auf Alleinzuteilung der Obhut sei
daher abzuweisen (Urk. 2 S. 12 ff.).
3. Die Verfahrensbeteiligte macht geltend, der Elternkonflikt habe sich trotz Beistand und ...-Mediation seither durch die kontinuierliche Eskalation des Be-
klagten nachweislich derart zugespitzt, dass die Voraussetzungen für eine im
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Wohl des Klägers gut funktionierende alternative Obhut nicht mehr gegeben sei-
en. Die Kindseltern seien nicht mehr in der Lage, vernünftig miteinander zu kom-
munizieren. Die Vorinstanz verkenne, dass der Obergerichtsentscheid vom
2. März 2018 die alternierende Obhut nur bis zur Einschulung des Klägers gere-
gelt habe, weshalb eine Neubeurteilung und Neuregelung der Obhut auch aus
diesem Grund erforderlich gewesen wäre und nicht nur auf die "veränderten" Ver-
hältnisse abzustellen gewesen wäre, sondern eine Gesamtbeurteilung der Situa-
tion hätte vorgenommen werden müssen, die auch den Umstand der Schulsituati-
on einbeziehe. Letzteres stelle höhere Anforderungen an die Kommunikations-
und Kooperationsfähigkeit der Eltern, welche sich im Falle einer gemeinsamen
Obhut viel mehr austauschen müssten, als dies bei einem herkömmlichen Be-
suchsrechtsmodell der Fall sei (Urk. 1 S. 16 ff.). Die Voraussetzungen einer alter-
nierenden Obhut der Eltern würden in diesem Fall nicht länger vorliegen. Der
Konflikt zwischen den Eltern habe sich in den vergangenen Monaten massiv zu-
gespitzt, was die nötige Kommunikation zwischen den Eltern verunmögliche und
auch die zahlreichen Übergaben des Klägers erschwere. Auch die vom Beklagten
verlangte Adresssperre illustriere, dass das gegenseitige Vertrauen der Eltern
nicht bestehe und die Kommunikation nicht funktioniere (Urk. 94 S. 3 f.).
4. Der Beklagte hält entgegen, die Vorinstanz habe die Frage der  durchaus beurteilt und zu Recht darauf hingewiesen, dass die aktuelle Situa-
tion zu beurteilen sei. Laut der Vorinstanz hätten die Kindseltern die Fähigkeit, die
akute Konfliktphase zu überwinden und dereinst adäquat im Kindesinteresse zu-
sammenwirken zu können, was auch ohne alternierende Obhut nötig wäre und
wozu sie auch verpflichtet seien. Bereits im Obergerichtsurteil vom 2. März 2018
sei festgehalten worden, dass die Parteien zwar einen erheblichen Konflikt hätten,
jedoch den Willen und die Fähigkeit bewiesen hätten, den Kläger davor zu ver-
schonen. Der Beistand teile diese Ansicht im Wesentlichen. In seinem letzten Be-
richt habe er beide Eltern weiterhin als erziehungsfähig bezeichnet, gleichzeitig
aber darauf hingewiesen, dass die Verfahrensbeteiligte oft ohne ersichtliche Moti-
vation Konflikte aufrecht erhalte. Der Beendigung des Verfahrens komme nun
Priorität zu, damit Ruhe einkehre und auf Seiten der Verfahrensbeteiligten keine
Motivation mehr bestehe, einen Dauerkonflikt zu schüren, um sich im Verfahren
- 23 -
für den Antrag auf alleinige Obhut darauf zu berufen. Seit dem Entscheid der Vor-
instanz widersetze sich die Verfahrensbeteiligte mit allen Mitteln jeglichem Bemü-
hen um eine normale, konstruktive Kommunikation und ein Zusammenwirken für
den Kläger. Der Hauptkonflikt der Eltern um die Einschulung des Klägers habe mit
dessen Eintritt in den Kindergarten in K._ und der vorläufigen Teilung der
Obhut nun ein vorläufiges Ende gefunden. Mit seinem Umzug nach K._ be-
stehe eine Organisation, die beiden Eltern entgegenkomme und mindestens für
die Dauer der Primarschulzeit des Klägers ohne weitere Veränderungen bestehen
bleiben könne (Urk. 21 S. 13 ff.). Die Gefährdung des Klägers stehe und falle
ganz offensichtlich mit dem Verfahren bzw. dauere lediglich bis zum Endent-
scheid (Urk. 71 S. 4). Auf lange Sicht sei es wünschbar, dass der Kläger beide El-
ternteile in seinem Alltag habe. Aus kurzer Sicht sei dies im Interesse des Kin-
deswohles jedoch nicht umsetzbar. Seit dem Bericht der Kindsvertreterin vom
3. Oktober 2019 lägen neue Erfahrungswerte vor. Dem Kläger gehe es nicht gut,
er sei müde und belastet durch die Hin- und Herreiserei sowie sein vollbepacktes
Freizeitprogramm. Er sei auch emotional und psychisch belastet durch die per-
sönlichen Übergaben zwischen den Eltern. Damit Ruhe einkehre, sei dem Beklag-
ten vorläufig die alleinige Obhut für die weitere Dauer des vorinstanzlichen Ver-
fahrens zuzuteilen, damit der Kläger ungestört den Kindergarten J._ in
K._ besuchen könne (Urk. 71 S. 7 ff.).
5. Die Kindsvertreterin weist darauf hin, dass die aktuelle Situation rund um die Einschulung für den Kläger sehr belastend sei. Schwierig für den Kläger seien der
heftige und seit den Gerichtsentscheiden vom August 2019 weiter eskalierte Kon-
flikt der Eltern sowie die äusserst ablehnende und fast schon feindliche Haltung
der Verfahrensbeteiligten gegenüber dem öffentlichen Kindergarten J._. Die
Eltern des Klägers seien nicht fähig, gemeinsam wichtige Entscheide zu fällen.
Das Spannungsverhältnis und die negativ aufgeladene Stimmung, in der sich der
Kläger zurzeit befinde, seien äusserst schädlich für sein psychisches Wohlerge-
hen und seine Entwicklung. Aufgrund des Verhaltens der Verfahrensbeteiligten
und deren Äusserungen ihr, der Kindsvertreterin, gegenüber scheine es überdies
klar, dass sie die Zuteilung in den öffentlichen Kindergarten nie werde akzeptieren
und auch nie werde mittragen können. Zudem vertrete sie gegenüber dem Be-
- 24 -
klagten aktuell eine extrem feindliche, ablehnende und abwertende Haltung. Es
gebe Hinweise, dass sie solches auch vor dem Kläger äussere. Mit all dem reisse
die Verfahrensbeteiligte den Kläger in einen heftigen Loyalitätskonflikt. Das Ver-
halten der Verfahrensbeteiligten sei absolut unverantwortlich und mit dem Wohl
des Klägers nicht vereinbar. Dennoch erscheine eine Alleinobhut des Beklagten
keine geeignete Lösung. Der Kläger habe eine enge Verbundenheit zu beiden El-
tern und er brauche in seinem Alltag die Präsenz beider. Eine Zuteilung der allei-
nigen Obhut an die Verfahrensbeteiligte sei in der aktuellen Situation schon gar
nicht zu empfehlen. Welches vorliegend die richtige Lösung sei, sei schwer zu
sagen. Die Entscheidung sei jedoch allein mit Blick auf das Wohl des Klägers zu
fällen und nicht um das Verhalten eines Elternteils zu sanktionieren (Urk. 43 S. 4
f.). Die gemeinsame Obhut der Eltern liege im Interesse des Klägers. Beide Eltern
seien in einem hohen Arbeitspensum erwerbstätig. Der Kläger habe zu beiden El-
tern eine enge und starke Bindung. Es sei wichtig, dass der Kläger weiterhin bei-
de Eltern im Alltag präsent habe. Sollte er in den F._-Kindergarten kommen,
wäre die alternierende Obhut der Eltern weiterzuführen und es hätte eine wö-
chentlich etwa hälftige Betreuung stattzufinden. Die Zuteilung der Alleinobhut an
den Beklagten sollte nur vorübergehend angeordnet werden und nur dazu dienen,
damit einmal Ruhe ins System komme, wenn man sich für den öffentlichen Kin-
dergarten ausspreche (Prot. II S. 38 ff.).
6.1. Im Obergerichtsurteil und Abänderungsobjekt vom 2. März 2018 wurde , dass spätestens der Schuleintritt des Klägers im August 2019 eine
Neubeurteilung der dannzumaligen Verhältnisse und Betreuungsanteile erfordere.
Das sei für den Kläger eine lange Zeitspanne; die konkrete Ausgangslage lasse
sich derzeit noch nicht antizipieren. Dieser Umstand habe demnach einstweilen
nicht in die Beurteilung einzufliessen. Es werde an den Parteien unter Mitwirkung
des Beistands liegen, zu gegebener Zeit eine Lösung im Kindswohl zu finden
(Urk. 13/88/2 S. 14 f.).
Der Beklagte wohnt nunmehr seit September 2019 in K._ (Urk. 21 S. 15; Urk.
43 S. 2; Urk. 73/3). Die Verfahrensbeteiligte ist per Mitte Oktober 2019 ins
L._-quartier der Stadt Zürich umgezogen (Urk. 46 S. 10; Urk. 48/8;
- 25 -
Urk. 61/1). Die Fahrdistanz zwischen den beiden Wohnorten beträgt 4.2 Kilometer
und die Fahrzeit dauert rund 10 Minuten. Die bisherige alternierende Obhut ist
somit geographisch weiterhin möglich.
Vorliegend geht es sodann nicht um die erstmalige Anordnung einer alternieren-
den Obhut, sondern vielmehr um die Beibehaltung der von den Parteien seit dem
Obergerichtsentscheid vom 2. März 2018 bereits praktizierten alternierenden Ob-
hut. Die geteilte Obhut entspricht also der bisherigen Rollenverteilung. Die Konti-
nuität und insbesondere der Umstand, beide Elternteile auch im Alltag präsent zu
haben, liegen dabei im Kindswohl (vgl. auch Urk. 43 S. 5; Prot. II S. 38 f.). Zu prü-
fen ist jedoch, ob sich der Elternkonflikt dermassen zugespitzt hat, dass die Vor-
aussetzungen der alternierenden Obhut mit Blick auf das Kindswohl nicht mehr
gegeben sind.
Nebst beidseitiger Erziehungsfähigkeit erfordert die alternierende Obhut organisa-
torische Massnahmen und gegenseitige Informationen. Insofern setzt die prakti-
sche Umsetzung einer alternierenden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und
bereit sind, in den Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu koope-
rieren. Es ist mithin ein Mindestmass an Kommunikations- und Kooperationsfä-
higkeit vonnöten. Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil sich einer alternie-
renden Betreuungsregelung widersetzt, kann indessen nicht ohne Weiteres auf
eine fehlende Kooperationsfähigkeit der Eltern geschlossen werden, die einer al-
ternierenden Obhut im Wege steht. Ein derartiger Schluss könnte nur dort in Be-
tracht fallen, wo die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindselig-
keiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können,
mit der Folge, dass sie ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gra-
vierenden Elternkonflikt in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen
offensichtlich zuwiderläuft. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern verdient besonde-
re Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die geografische Entfernung
zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 142
III 612 E. 4.3).
Im Obergerichtsentscheid vom 2. März 2018 wurde festgehalten, dass der umfas-
sende SMS-Verkehr der Parteien aufgezeigt habe, dass eine Kommunikation
- 26 -
über die Kinderbelange sehr wohl möglich sei und Anhaltspunkte für einen um-
fassenden Konflikt fehlten. Es sei daher von einer zureichenden Kooperationsfä-
higkeit der Parteien auszugehen (Urk. 13/88/2 S. 13 mit Hinweis auf Urk. 13/90/2
S. 12 ff., E. 3.5). Laut dem Rechenschaftsbericht des Beistandes vom 27. Sep-
tember 2018 sei die Elternschaft weiterhin stark von den gerichtlichen Auseinan-
dersetzungen geprägt. Die Elternkonflikte würden oft von der Verfahrensbeteilig-
ten eingeleitet und aufrechterhalten, wobei die jeweiligen gerichtlichen Verfahren
vermutlich eine bedeutende Rolle spielten, weil je nach Stand der Verfahren die
Konflikte an Intensität gewinnen würden. Es werde eine ...-Beratung (Kinder und
Eltern in Trennung) empfohlen (Urk. 13/150 S. 5 = Urk. 13/96/1). Dass der Eltern-
konflikt massiv zugenommen habe, wie die Verfahrensbeteiligte behaupten lässt
(vgl. Urk. 1 S. 19 unten), stellte der Beistand jedoch so nicht fest. Die Kindsvertre-
terin führte anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vom 4. Juli 2019 (Prot. I
S. 84 ff.) aus, sie gehe davon aus, dass der Elternkonflikt von beiden Seiten ge-
schürt werde, um vermeintlich die Chancen zu verbessern, dass das Gericht zum
Schluss gelange, dass ein Dauerkonflikt vorliege und einem Elternteil die alleinige
elterliche Sorge oder die Alleinobhut zugeteilt werde (Prot. I S. 109).
Wie schon die Vorinstanz richtig gesehen hat, haben sich seit dem Obergerichts-
entscheid vom 2. März 2018 und der definitiven Anordnung der alternierenden
Obhut keine gravierenden Vorkommnisse ereignet (vgl. Urk. 2 S. 12 ff. m.w.H.,
z. B. übertriebene Vorwürfe des Beklagten hinsichtlich gesundheitlicher Beein-
trächtigungen des Klägers im Spätsommer 2018; unnötige Avisierung der Kan-
tonspolizei durch die Verfahrensbeteiligte am 17. September 2018, als der Kläger
wegen eines Arztbesuchs nicht in der F._ Pre-School erschien; unange-
brachte Verweigerung des telefonischen Kontakts der Verfahrensbeteiligten mit
dem Kläger während der Frühlingsferien im April 2018 durch den Beklagten). Sol-
ches zeigt zwar den Konflikt der Eltern und deren beeinträchtigte Fähigkeit, ver-
nünftig miteinander umzugehen. Dies war aber schon zur Zeit des Obergerichts-
entscheides der Fall. Eine Verschlimmerung ist nicht ersichtlich. Die Betreuung
durch den Beklagten findet denn auch weitgehend statt (Urk. 42; Urk. 71 S. 6 f.;
Urk. 46 S. 5; Prot. II S. 20, 25). Seit er in K._ wohnt, stehen ihm auch wieder
die ausgedehnten Betreuungsanteile zu (Urk. 2 S. 29 f., Dispositivziffer 4.b: in den
- 27 -
ungeraden Wochen von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Montagmorgen, Kinder-
garten- bzw. Schulbeginn, in den geraden Wochen von Mittwochabend, 18.00
Uhr, bis Freitagabend, 18.00 Uhr; zur künftigen Betreuungsregelung vgl. nachste-
hende Ziffer 6.3). Der Beklagte betreut den Kläger bzw. hat die Betreuungsver-
antwortung über diesen mithin zu rund 40 %. Er ist auch im Kindergartenalltag
des Klägers präsent. Damit liegt faktisch aber ohnehin eine alternierende Obhut
(praxisgemäss ab einem Betreuungsanteil von 30 %) vor. Dementsprechend ist
auch die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Verfahrensbeteiligte und der
Beklagte die Eltern des Klägers seien, im regelmässigen Kontakt blieben und
auch künftig mit ähnlichen Themen konfrontiert sein würden, ob sie ihre Bezie-
hung zum Kläger im Rahmen eines Betreuungsanteils oder eines Besuchsrechts
pflegen könnten (Urk. 2 S. 13), entgegen der Verfahrensbeteiligten (Urk. 1 S. 20)
im konkreten Fall nicht zu beanstanden.
Der Konflikt der Parteien eskalierte im Zusammenhang mit der höchst umstritte-
nen Einschulung des Klägers. Auch die gescheiterte ...-Beratung stand im Zu-
sammenhang mit der Einschulungsfrage (Urk. 13/105/166; Urk. 13/105/177;
Urk. 13/94). Die Frage der Einschulung beschlägt jedoch die (gemeinsame) elter-
liche Sorge und diesbezüglich werden die Kindseltern weiterhin zusammenwirken
müssen. Die Zuteilung der Alleinobhut an einen Elternteil vermöchte daran so-
wieso nichts zu ändern (vgl. Urk. 2 S. 14).
An dieser Stelle ist sodann mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass die Verfah-
rensbeteiligte, welche mit dem angefochtenen Entscheid vom 9. August 2019 und
dem Entscheid der Kammer vom 22. August 2019 betreffend die Einschulung des
Klägers im öffentlichen Kindergarten J._ in K._ für die Dauer des Beru-
fungsverfahrens offensichtlich Mühe bekundet, mit ihrem diesbezüglichen frag-
würdigen Verhalten, womit sie dem Kläger ein Einleben im Kindergarten J._
in K._ massiv erschwert (vgl. Urk. 43; vgl. auch Urk. 50 S. 3; Urk. 97 S. 2;
Urk. 99/1), das Kindswohl erheblich beeinträchtigt, und solches selbstredend auch
an ihrer Erziehungsfähigkeit gewisse Zweifel aufkommen lässt (vgl. auch Urk. 50).
Die Zuteilung der Alleinobhut an die Verfahrensbeteiligte fällt daher zurzeit ausser
Betracht, zumal an deren Bereitschaft, dem Kläger (weiterhin) einen unbeschwer-
- 28 -
ten Kontakt zum Beklagten zu ermöglichen, jedenfalls zu zweifeln ist (vgl. auch
Urk. 43 S. 5 und Urk. 46). Hingegen ist davon auszugehen, dass die Verfahrens-
beteiligte ansonsten grundsätzlich erziehungsfähig ist, wovon selbst der Beklagte
ausgeht (Urk. 71 S. 4). Ihr fragwürdiges Verhalten ist denn auch im Licht der
höchst strittigen Einschulungsfrage zu sehen. Sie will in schulischer Hinsicht das
(aus ihrer Sicht) Beste für den Kläger und vertritt wohl die mit Blick auf das
Kindswohl nicht zu teilende Ansicht, der Zweck heilige die Mittel. Auch die ...-
Mediatorin, Frau I._, sprach nicht von einer fehlenden Erziehungsfähigkeit
der Verfahrensbeteiligten, sondern vielmehr von einem psychischen Ausnahme-
zustand derselben im Zusammenhang mit der Einschulungsfrage (Urk. 71 S. 4 f.;
Urk. 31; Urk. 54/8).
Gewichtige Hinweise, wonach die Erziehungsfähigkeit des Beklagten zu hinterfra-
gen wäre, liegen keine vor. Was das Wochenende von Freitag 23. bis Sonntag
25. August 2019 anbelangt, ist dem angefochtenen Entscheid klar zu entnehmen,
dass dann das erste Betreuungswochenende des Beklagten stattfinden sollte
(Urk. 2 S. 29, Dispositivziffer 4.a). Die diesbezüglichen Ausführungen der Verfah-
rensbeteiligten, welche mit dem Kläger an diesem Wochenende offenbar in die
Berge fuhr (Urk. 46 S. 5), zielen daher ins Leere. Es galt zudem den Entscheid
der Kammer vom 22. August 2019 (Urk. 15) umzusetzen und den Kläger dem-
nach ab dem darauffolgenden Montag, 26. August 2019, den Kindergarten
J._ in K._ besuchen zu lassen. Dass der Beklagte die Verfahrensbetei-
ligte diesbezüglich kontaktierte, ist daher nicht zu beanstanden (Urk. 46 S. 5).
Zusammengefasst darf davon ausgegangen werden, dass sich die Situation mit
dem vorliegenden Entscheid, wonach der Kläger in den privaten F._-
Kindergarten einzuschulen ist (vgl. nachstehend lit. D), beruhigt und sich der El-
ternkonflikt wieder entschärft. Die seit März 2018 gelebte gemeinsame Obhut ist
den Eltern mithin trotz den aktuellen Konflikten für die weitere Verfahrensdauer zu
belassen. Zwar spitzte sich der Elternkonflikt in jüngster Zeit zu, allerdings ist dies
klar im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gerichtsverfahren zu sehen und es
ist davon auszugehen, dass die Eltern, nachdem die Einschulungsfrage nunmehr
zweitinstanzlich geklärt wird, mit Hilfe des Beistandes in der Lage sein werden,
- 29 -
hinsichtlich der Kinderbelange, wie zuvor, hinreichend zu kooperieren. Auch die
Schwierigkeiten bei den persönlichen Übergaben bzw. die Streitigkeiten hinsicht-
lich des Übergabeortes (vgl. Urk. 42; Prot. II S. 20, 25) werden mit dem vorliegen-
den Entscheid entschärft (vgl. unten Ziffer 6.3). Es ist mithin auch diesbezüglich
davon auszugehen, dass sich die Lage mit dem vorliegenden Entscheid entspan-
nen wird. Dahingehend deuten im Übrigen auch die persönlichen Ausführungen
der Verfahrensbeteiligten hinsichtlich des bestehenden "Konflikts", welchen auch
sie im Zusammenhang mit dem Kindergarteneintritt sieht. Sie betont denn auch,
gegenüber dem Beklagten nicht feindselig eingestellt zu sein (Urk. 52 S. 9). Der
Beklagte geht im Übrigen davon aus, dass die Verfahrensbeteiligte den Kläger
wieder kindgerecht fördern wird, sobald der Prozess beendet ist (Urk. 71 S. 4). Er
ist also seinerseits ebenfalls der Meinung, dass dadurch eine Beruhigung der Si-
tuation eintreten wird.
Trotz des fragwürdigen, das Kindswohl schädigenden Verhaltens der Verfahrens-
beteiligten im Zusammenhang mit dem Besuch des öffentlichen Kindergartens
J._ durch den Kläger während der Verfahrensdauer, drängt sich die (vor-
übergehende) Zuteilung der Alleinobhut an den Beklagten, wie dieser beantragen
lässt (Urk. 71 S. 2, 7 f.), nicht (mehr) auf, weil der Kläger künftig den F._-
Kindergarten zu besuchen haben wird. Eine Gefährdung des Klägers in seiner
schulischen Entwicklung ist mithin nicht mehr vorhanden. Der Kläger braucht, wie
bisher, die Präsenz beider Elternteile im Alltag, und es darf von einer Entspan-
nung der Konfliktsituation ausgegangen werden. Die Eltern sind jedoch gleichwohl
erneut (vgl. Urk. 2 S. 15 m.H. auf Prot. I S. 105 und 107) und nachdrücklich da-
rauf hinzuweisen, inskünftig zum Wohl des Klägers vernünftig miteinander umzu-
gehen, um eine dauerhafte Beeinträchtigung des Kindswohls und insbesondere
einen schweren Loyalitätskonflikt des Klägers im Primarschulalter zu vermeiden.
In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist der Kläger daher weiterhin unter der
gemeinsamen alternierenden Obhut der Verfahrensbeteiligten und des Beklagten
zu belassen und deren Abänderungsbegehren bzw. Anträge im Berufungsverfah-
ren sind diesbezüglich abzuweisen.
- 30 -
Schliesslich ist zu bemerken, dass eine geschlechtsbedingte Diskriminierung der
Verfahrensbeteiligten (vgl. Urk. 46 S. 12) in diesem Entscheid nicht zu erblicken
ist. Dass ihr die Alleinobhut über den Kläger nicht zugeteilt wird, hat denn auch
nichts mit ihrer beruflichen Tätigkeit / Karriere zu tun, sondern vielmehr haupt-
sächlich mit der Kontinuität der gelebten Verhältnisse und mit ihrem dem Kinds-
wohl abträglichen Verhalten hinsichtlich des für die Dauer des Verfahrens gericht-
lich angeordneten Besuchs des öffentlichen Kindergartens (Urk. 43 S. 5; Urk. 50
S. 3). Der vorliegende Entscheid gründet mithin allein auf dem Kindswohl.
6.2. Die Vorinstanz wies den Antrag des Beklagten auf Verlegung des  des Klägers von (damals noch) E._ zum Beklagten nach (damals noch)
G._ ab, weil der Kläger an seinem Wohnsitz in die öffentliche Schule in
E._ eingeschult werden sollte. Der Wohnsitz des Klägers verblieb mithin bei
der Verfahrensbeteiligten (Urk. 2 S. 15 f., S. 29, Dispositivziffer 2). Weil der Kläger
weiterhin unter der alternierenden Obhut seiner Eltern verbleibt und in den priva-
ten F._-Kindergarten im L._-quartier in der Stadt Zürich einzuschulen ist
(vgl. nachstehend lit. D), ist sein Wohnsitz bei der inzwischen im L._-quartier
wohnhaften Mutter zu belassen.
6.3. Zunächst liess die Verfahrensbeteiligte die Betreuungsanteile mit ihrer  nicht anfechten (vgl. Urk. 1 S. 2). Später beantragte sie jedoch eine Abände-
rung des Besuchsplans, um alle persönlichen Übergaben mit dem Beklagten zu
beenden, weil diese nicht funktionierten. Alle Übergaben und Abholungen sollten
über den F._-Kindergarten erfolgen. Dem Beklagten sollte lediglich noch eine
Betreuungszeit von Donnerstag nach Schulende um 15.45 Uhr bis Montag bei
Schulbeginn um 8.30 Uhr jedes zweite Wochenende zustehen (Urk. 46 S. 22 f.;
vgl. auch Urk. 94 S. 2).
Bis zum vorinstanzlichen Entscheid vom 9. August 2019 betreute der Beklagte
den Kläger in ungeraden Wochen von Mittwochabend bis Montagmorgen und in
geraden Wochen von Mittwochabend bis Freitag 18.00 Uhr (Urk. 13/88/2 S. 16).
Gemäss dem angefochtenen Entscheid wurde diese Regelung dahingehend ab-
geändert, dass der Beklagte mit Wirkung ab 19. August 2018 (recte: 2019; vgl.
Urk. 13/118) und für die Dauer bis zu seinem Umzug nach E._ oder in einen
- 31 -
angrenzenden Stadtkreis den Kläger alle zwei Wochen von Freitagmittag, ab Kin-
dergarten- bzw. Schulende, bis zum folgenden Montagmorgen, Kindergarten-
bzw. Schulbeginn betreuen sollte. Ab dem Umzug sollte er den Kläger in ungera-
den Wochen wieder von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Montagmorgen, Kinder-
garten- bzw. Schulbeginn, und in geraden Wochen von Mittwochabend, 18.00
Uhr, bis Freitagabend, 18.00 Uhr, betreuen (Urk. 2 S. 29 f., Dispositivziffer 4). Seit
anfangs September 2019 wohnt der Beklagte in K._ (Urk. 43 S. 2; Urk. 73/3).
Damit stehen ihm wieder die ausgedehnten Betreuungsanteile zu, welche er denn
auch wahrnehmen kann (Prot. II S. 25).
Die Unterrichtszeiten im F._-Kindergarten dauern von Montag bis Donners-
tag, 8.30 bis 15.45 Uhr, mit der Möglichkeit für eine längere Betreuung bis 18.30
Uhr. Freitags findet kein Kindergartenunterricht statt (Urk. 46 S. 6; Urk. 13/110
S. 11). Eine Anpassung der Betreuungsanteile des Beklagten ist somit nicht er-
forderlich, zumal er die Betreuung mit seinem 80 %-Pensum freitags persönlich
gewährleisten kann (Prot. II S. 26).
Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb dem Beklagten die Betreuung des Klägers
am Mittwochabend weggenommen werden und er den Kläger nur noch jedes
zweite Wochenende von Donnerstag, 15.45 Uhr, bis Montag, 8.30 Uhr, betreuen
sollte. Es spricht nichts dagegen, dass er den Kläger am Mittwoch spätestens um
18.30 Uhr im F._-Kindergarten (verlängerte Betreuung) abholt und ihn dann
am Donnerstagmorgen seinerseits wieder in den F._-Kindergarten fährt, wo
er ihn am Abend, spätestens um 18.30 Uhr, wieder abholen kann. In den geraden
Wochen hat er den Kläger am Freitagabend, 18.00 Uhr, wiederum der Verfah-
rensbeteiligten zu übergeben. In den ungeraden Wochen bringt er ihn am Mon-
tagmorgen direkt in den F._-Kindergarten. Die Eltern werden sich somit nur
noch alle zwei Wochen bei den Übergaben am Freitagabend kurz persönlich be-
gegnen. Es darf erwartet werden, dass sie sich dabei ihrem Sohn zuliebe zu-
sammenreissen. Es rechtfertigt sich dabei, den Übergabeort freitags beim
F._-Spielplatz festzulegen. Dies wird von der Verfahrensbeteiligten favorisiert
(vgl. E-Mailverkehr betreffend Übergabeort, Urk. 73/2) und liegt auch im Kinds-
wohl, zumal der Kläger nunmehr den F._-Kindergarten besuchen wird und in
- 32 -
Gehdistanz vom F._-Spielplatz bei der Verfahrensbeteiligten wohnt. Weitere
Übergaben beim Bahnhof D._, wie vom Besuchsbeistand angeordnet und in
der Vergangenheit sowie teilweise auch heute noch praktiziert (vgl. bereits
Urk. 13/90/3 S. 16; Urk. 42; Urk. 2 S. 28; Urk. 73/2 [E-Mails von Septem-
ber/Oktober 2019 betreffend Regelung der Übergaben]), erscheinen demgegen-
über nicht mehr zweckmässig. Zudem übernahm der Beklagte den Kläger auch
bisher schon ab und zu bei diesem Spielplatz (Urk. 71 S. 9; Prot. II S. 20, 25).
Solches ist ihm mit Blick auf das Kindswohl denn auch weiterhin zuzumuten, zu-
mal dieser Ort verkehrstechnisch günstig liegt.
6.4. Die Vorinstanz beliess die Ferien- und Feiertagsregelung gemäss dem Obergerichtsurteil vom 2. März 2018 (Urk. 2 S. 30; Urk. 13/88/2 S. 16, Dispositiv-
ziffer 1/3). Die Verfahrensbeteiligte will dem Beklagten zwar ein etwas weiterge-
hendes Ferienbesuchsrecht einräumen, nämlich sechs anstelle von vier Wochen,
allerdings ist dies im Zusammenhang mit der ihrerseits beantragten Alleinobhut
und dem beantragten eingeschränkten ordentlichen Besuchsrecht des Beklagten,
nur alle zwei Wochen von Donnerstag Schulende bis Montagmorgen Schulbe-
ginn, zu sehen (Urk. 94 S. 2). Zudem blieb die Ausdehnung unbegründet (Urk. 94
S. 4 f.). Der Beklagte seinerseits beantragt im Berufungsverfahren keine Ausdeh-
nung des vierwöchigen Ferienbesuchsrechts (Urk. 21 S. 3; Prot. II S. 35). Vor die-
sem Hintergrund hat es bei der bisherigen Regelung zu bleiben.
D. Einschulung
1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass – stelle man die Eigenschaften des Klägers bzw. seine Bedürfnisse in den Vordergrund – mit Ausnahme seiner Zwei-
sprachigkeit kein Faktor auszumachen sei, der für die F._ [Schule] oder für
die öffentliche Schule spreche. Was die Zweisprachigkeit betreffe, sei davon aus-
zugehen, dass die Beschulung des Klägers in der öffentlichen Schule längerfristig
keine nennenswerten Nachteile zur Folge haben werde. Sofern sich die Verfah-
rensbeteiligte weiterhin mit dem Kläger auf Englisch unterhalte, profitiere er auch
weiterhin von der Zweisprachigkeit seiner Eltern. Schliesslich gehöre Englisch-
Unterricht bereits ab der 3. Primarklasse zum öffentlichen Schulstoff und könne
sowohl das öffentliche Kurz- wie auch das öffentliche Langzeitgymnasium im Im-
- 33 -
mersions-System absolviert werden. Entsprechend sei keine ungenügende För-
derung der Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit im öffentlichen Schulsystem auszu-
machen. Bezüglich Kontinuität hielt die Vorinstanz fest, dass sich die F._
Pre-School in E._ befinde, während der F._-Kindergarten in Zürich-
L._ sei, so dass es diesbezüglich auch zu einer Veränderung der örtlichen
Verhältnisse komme. Damit dränge sich ein Verbleib des Klägers in der Institution
F._ [Schule] aus Gründen der Kontinuität und Stabilität nicht auf. Ferner sei-
en auch Änderungen in der Zusammensetzung der Gruppe bzw. Klasse beim
Übertritt von der Kindertagesstätte in den Kindergarten üblich und auch zumutbar.
Darüber hinaus werde – nach Aussagen der Verfahrensbeteiligten – auch die
beste Freundin von A._ den öffentlichen Kindergarten besuchen. Sodann lie-
ge der öffentliche Kindergarten nur wenige hundert Meter vom Wohnort des Klä-
gers entfernt und könne damit problemlos zu Fuss mit anderen Kindern aus dem
Quartier erreicht werden, wohingegen der F._-Kindergarten im Zürcher
L._ liege und somit einen Auto- oder Bustransport von 10 Minuten benötige.
Dieser Aspekt sei aber nicht von grosser Bedeutung. Schliesslich seien die mit
dem Besuch einer Privatschule einhergehenden Kosten von Fr. 1'930.– pro Mo-
nat – bzw. nach Eintritt in die Primarschule von Fr. 2'500.– pro Monat – zu be-
rücksichtigen. Entsprechend sei mit Blick auf die Kosten bzw. ihre Finanzierbar-
keit die Kontinuität der Art und Weise der Beschulung bei einem Eintritt des Klä-
gers in die unentgeltliche, öffentliche Schule ungleich mehr gewährleistet als bei
einem Eintritt in die F._ [Schule], da die Verfahrensbeteiligte keine Gewähr
dafür biete, längerfristig für die beträchtlichen Kosten aufkommen zu können. Al-
les in allem sei somit der öffentlichen Schule von E._ der Vorzug zu geben
und daher den Kindseltern in Anwendung von Art. 307 Abs. 3 ZGB die Weisung
zu erteilen, den Kläger dort auf den Beginn des Schuljahres 2019/2020 anzumel-
den (Urk. 2 S. 17 ff., E. 5.1-5.12).
2. Gemäss der Verfügung der Kammerpräsidentin vom 22. August 2019 wurde das Gesuch der Verfahrensbeteiligten um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
der Berufung abgewiesen, ebenso deren Antrag, der Schuleintritt des Klägers in
den F._-Kindergarten sei superprovisorisch anzuordnen. Vollstreckungs-
massnahmen wurden keine angeordnet, weil die Anordnung, wonach der Kläger
- 34 -
in die öffentliche Schule in E._ eingeschult werden solle, umgehend voll-
streckt werden konnte, zumal bei Vorinformation an die Schule der Kläger bei Ein-
treffen mit einem Elternteil im Kindergarten aufgenommen werden konnte, ohne
von den Unregelmässigkeiten betroffen zu sein (Urk. 15 S. 14). In der ersten
Schulwoche nach den Sommerferien 2019 besuchte der Kläger den F._-
Kindergarten. Ab dem 26. August 2019 sollte er den öffentlichen Kindergarten
J._ in K._ besuchen. Dort erschien er jedoch zunächst nicht. Das erste
Mal war er am Mittwoch 28. August 2019 anwesend. In der zweiten Woche bezog
die Verfahrensbeteiligte zwei Jokertage und meldete den Kläger krankheitshalber
ab. In den folgenden Wochen erschien der Kläger etwas regelmässiger im Kin-
dergarten, wurde jedoch weiterhin häufig krankgemeldet. Auch brachte die Ver-
fahrensbeteiligte ihn mehrmals zu spät oder holte ihn zu früh ab. Bis heute be-
suchte der Kläger den Kindergarten J._ keine Woche vollständig, wenngleich
die Besuche ansonsten etwas regelmässiger wurden (Urk. 97 S. 2; Urk. 99/1;
Urk. 43 S. 2 f.). Im Kindergarten J._ in K._ wurde der Kläger eingeteilt,
weil es im ursprünglich vorgesehenen Kindergarten in der Schule M._ im
Dorf E._ (nahe des vormaligen Wohnortes der Verfahrensbeteiligten und des
Klägers) keinen Platz mehr für ein Kindergartenkind des 1. Jahrgangs hatte
(Urk. 15 S. 12 mit Hinweisen; Urk. 43 S. 4).
In der Folge ist auf die einzelnen Kriterien hinsichtlich der Einschulung in den öf-
fentlichen Kindergarten J._ in K._ oder den privaten F._-
Kindergarten im L._ in der Stadt Zürich näher einzugehen.
3.1. Kostenfaktor
a) Die Vorinstanz zog in Betracht, ein wesentlicher Faktor beim Entscheid über den Besuch einer Privatschule oder der öffentlichen Schule seien die Kosten. Die
öffentliche Schule sei unentgeltlich. Das Schulgeld für den privaten F._-
Kindergarten belaufe sich aktuell auf Fr. 23'160.– jährlich bzw. Fr. 1'930.– monat-
lich. Zwar sei die Verfahrensbeteiligte bereit, diese Kosten alleine zu tragen. Al-
lerdings seien die Bedenken des Beklagten, wonach keine Gewähr bestünde,
dass die Verfahrensbeteiligte die Schulkosten auch langfristig alleine finanzieren
könne, nachvollziehbar. Die Verfahrensbeteiligte arbeite aktuell Vollzeit. Bei ei-
- 35 -
nem Eintritt des Klägers in den F._-Kindergarten wolle sie ihr Pensum auf
80 % reduzieren und werde dann noch rund Fr. 7'400.– netto pro Monat verdie-
nen. Ein solches Einkommen lasse zwar die Finanzierung der Schulkosten von
aktuell rund Fr. 2'000.– pro Monat und von rund Fr. 2'500.– pro Monat nach Über-
tritt in die Primarschule zu, sofern in anderen Bereichen Bescheidenheit an den
Tag gelegt werde. Zusätzliche erhebliche finanzielle Reserven habe die Verfah-
rensbeteiligte jedoch nicht. Die Gefahr eines Stellenverlusts oder einer aufge-
zwungenen Pensumsreduktion müsse allerdings in Betracht gezogen werden,
und zwar nicht mit dem Pauschalverweis auf die unsichere volkswirtschaftliche Si-
tuation, sondern unter Hinweis auf die konkreten Erfahrungen der Verfahrensbe-
teiligten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Das Risiko des Beklagten, sich an den
Kosten für die private Beschulung künftig beteiligen oder diese sogar übernehmen
zu müssen, sei daher nicht vernachlässigbar. Eine entsprechende Zahlungspflicht
könnte ihm indessen nicht auferlegt werden, solange dem Kläger auch in der un-
entgeltlichen, öffentlichen Schule eine seinen Bedürfnissen und Neigungen ent-
sprechende Ausbildung angeboten werden könne, was zur Zeit klar zu bejahen
sei. Weil davon auszugehen sei, dass der Entscheid der Eltern, den Kläger öffent-
lich oder privat beschulen zu lassen, auf Dauer angelegt sei und jedenfalls auch
die Primarschule umfassen solle, sei mit Blick auf die Kosten bzw. ihre Finanzier-
barkeit die Kontinuität der Art und Weise der Beschulung bei einem Eintritt des
Klägers in die unentgeltliche, öffentliche Schule somit ungleich mehr gewährleistet
als bei einem Eintritt in die F._ [Schule], welche hohe Gebühren verlange
(Urk. 2 S. 24 f.).
b) Die Verfahrensbeteiligte hält in ihrer Berufung im Wesentlichen dafür, der massgebliche Faktor für die Vorinstanz im Hinblick auf die Präferenz der öffentli-
chen Schule E._ gegenüber der Privatschule F._ [Schule] werde in der
finanziellen Frage gesehen. Entgegen der Vorinstanz sei sie sehr wohl in der La-
ge, die Bezahlung der Kosten der Privatschule längerfristig sicherzustellen. Sie
sei in der Businesswelt sehr gut vernetzt und eine gefragte Kommunikationsspe-
zialistin. Ihre Stelle bei der N._, wo sie seit Mai 2017 arbeitstätig sei, sei nicht
gefährdet. Im Gegenteil sei ihr Gehalt bereits dreimal erhöht worden. Im Jahr
2019 betrage das Bruttoeinkommen mindestens Fr. 140'000.–. In Aussicht stehe
- 36 -
sodann eine Beförderung ab 2020/2021 mit einem Jahresgehalt von mindestens
Fr. 200'000.–. Zudem habe sie im Jahr 2009 einen Bestseller "...[Buchname]" ge-
schrieben. Im August 2018 habe sie die Film- und TV-Rechte ihres Buches ver-
kauft. Daraus werde sie ein Zusatzeinkommen generieren. Ausserdem habe sie
finanzstarke Verwandte und Freunde, die ihr im Notfall finanzielle Unterstützung
bieten würden. Selbst bei einem Stellenverlust bekäme sie während zweier Jahre
ausreichende Arbeitslosenunterstützung und könnte weiterhin für das Schulgeld
aufkommen. Und schliesslich biete F._ [Schule] auch flexible Finanzie-
rungsmöglichkeiten und Überbrückungszahlungssysteme für Familien, die sich
vorübergehend in finanziellen Schwierigkeiten befänden (Urk. 1 S. 5 ff.). Sie habe
während der letzten fünf Jahre die gesamten Bildungskosten für den Kläger allein
bezahlt, zuerst in der H._ O._-Kinderkrippe, wo die Gebühren zwischen
Fr. 2'300.– und Fr. 3'000.– pro Monat betragen hätten, und dann in der F._-
Vorschule, wo sich die Gebühren auf etwa Fr. 1'900.– pro Monat belaufen hätten.
Der Beklagte habe nichts dazu beigetragen. Es sei selbstverständlich, dass sie
weiterhin in der Lage und bereit sei, die Bildungsausgaben des Klägers alleine zu
finanzieren, da sie genau das schon seit langer Zeit tue. Fünf Jahre seien mehr
als lang genug, um zu beweisen, dass die Kosten nachhaltig getragen werden
könnten (Urk. 46 S. 11). Sie arbeite 100 %, lebe in stabilen finanziellen Verhält-
nissen und könne diese Schulkosten gut tragen. Ausserdem werde im Jahr 2020
ihr Freund bei ihr und dem Kläger einziehen, was ihre Fixkosten bedeutend redu-
zieren werde (Prot. II S. 19; Urk. 94 S. 10). Luxusartikel seien ihr nicht wichtig.
Zudem bestünde, wenn alle Stricke reissen würden, wofür keinerlei Anzeichen er-
sichtlich seien, die Möglichkeit, Stiftungsgelder zu beantragen (Prot. II S. 52).
c) Der Beklagte lässt entgegnen, wie die Steilkarriere der Verfahrensbeteiligten realisiert werden solle, liege im Dunkeln, zumal sie angekündigt habe, die Stel-
lenprozente auf 80 % zu reduzieren. Gemäss der beigebrachten Jahresqualifika-
tion sei die Verfahrensbeteiligte trotz grossem Einsatz und harter Arbeit auch
nach über zwei Jahren noch nicht voll in die Materie eingearbeitet. Die massgebli-
che konkrete Erfahrung der Verfahrensbeteiligten habe sodann gezeigt, dass die-
se häufige Stellenwechsel gehabt habe. Zudem bestehe mit Blick auf ihre interna-
tionale Tätigkeit in einem globalen Unternehmen auch das Risiko einer internen
- 37 -
Versetzung ins Ausland und damit eines geringeren Salärs trotz Karrieresprungs.
Was die Vermarktung ihres Buches anbelange, sei nicht belegt, dass dieses Pro-
jekt realisiert werde. Überdies seien allfällige Einnahmen zeitlich und ziffernmäs-
sig unklar. Die weiteren Behauptungen hinsichtlich einer Notfinanzierung der
Schule durch Verwandte oder Bekannte, das Ausreichen einer allfälligen Arbeits-
losenunterstützung bzw. eines Entgegenkommens der F._-Schule seien we-
der substantiiert noch belegt (Urk. 21 S. 9 f.).
d) Der Kostenfaktor ist vorliegend zu relativieren. Entscheidend ist dabei, dass ein Wechsel zwischen privater und öffentlicher Schule zumindest auf Kindergar-
ten- und Primarschulstufe ohne Weiteres möglich ist. Es ist keineswegs zwin-
gend, dass ein Kind, welches einen privaten Kindergarten besuchte, dann auch
eine private Primarschule besuchen muss. Was für längerfristige Beschulungsab-
sichten die Eltern hegen, ist somit nicht bedeutsam. Zudem geht es im vorliegen-
den summarischen Massnahmeverfahren um die Regelung der aktuellen Verhält-
nisse für die Dauer des Hauptverfahrens. Dass sich der Beklagte nicht an den pri-
vaten Kindergartenkosten zu beteiligen hat, ist unbestritten. Eine entsprechende
Zahlungspflicht wäre ihm - mit der Vorinstanz - denn auch nicht zuzumuten,
nachdem dem Kläger auch in der unentgeltlichen, öffentlichen Schule eine seinen
Bedürfnissen und Neigungen entsprechende Ausbildung angeboten werden kann
(Urk. 2 S. 25; sowie nachstehend) und der Beklagte zwar relativ gut verdient
(Fr. 7'200.– brutto x 13 bei 80 %, vgl. Urk. 13/96/7), aber kein Grossverdiener ist
und auch nicht über namhafte Vermögensreserven verfügt. Ist aber die Verfah-
rensbeteiligte willens und in der Lage, die Kosten des F._-Kindergartens
während zweier Jahre alleine zu tragen, entsteht dem Beklagten daraus kein fi-
nanzieller Nachteil. Die Verfahrensbeteiligte hat sich dazu mehrfach explizit bereit
erklärt (vgl. Urk. 46 S. 11; Urk. 13/110 S. 11 Rz. 27, S. 12 Rz. 31; Urk. 94 S. 2,
10).
Zwar hatte die Verfahrensbeteiligte, wie sie selbst ausführte, nach der Geburt des
Klägers im Jahr 2014 Mühe, eine Stelle zu finden. Aufgrund ihres Fachgebietes
(Kommunikation im Finanzsektor) und der Fremdsprachigkeit sei die Jobsuche
nicht einfach gewesen und es seien ausschliesslich Arbeitsstellen mit einem
- 38 -
100 %-Pensum in Frage gekommen. Die ersten beiden Stellen seien auf 12 Mo-
nate befristet gewesen. Anfang Mai 2017 habe sie dann bei der N._ eine
Stelle als Communications Manager angenommen. Seit Oktober 2017 ist sie dort
im Vollpensum festangestellt (Urk. 13/110 S. 7 Ziff. 15). Ab der Einschulung des
Klägers wäre ihr eine Pensumsreduktion auf 80 % möglich. Vor Vorinstanz tat sie
kund, davon Gebrauch machen zu wollen (Urk. 13/110 S. 8, 11 und 23;
Urk. 13/111/13). Im Berufungsverfahren war davon jedoch keine Rede mehr
(Urk. 1 und Urk. 46). Auch anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 2. Dezem-
ber 2019 gab die Verfahrensbeteiligte zu Protokoll, 100 % zu arbeiten (Prot. II
S. 19). Im Jahr 2018 verdiente die Verfahrensbeteiligte im Vollzeitpensum
Fr. 121'293.– netto bzw. rund Fr. 10'000.– netto monatlich (Urk. 4/5). Darin enthal-
ten sind allerdings auch Bonuszahlungen, worauf kein Anspruch besteht und wel-
che variieren können (Urk. 13/111/10). Allerdings erhielt die Verfahrensbeteiligte
auch im März 2019 eine Bonuszahlung von Fr. 15'000.– brutto (Urk. 4/6). Es
rechtfertigt sich daher nicht, die Bonuszahlungen auszuklammern, da sie offenbar
regelmässig erfolgen. Mit monatlichen Einkünften von rund Fr. 10'000.– netto pro
Monat ist sie jedoch gut in der Lage, nebst ihren sonstigen Auslagen und insbe-
sondere den relativ hohen neuen Mietkosten von Fr. 2'950.– pro Monat
(Urk. 61/1) die Kosten des privaten F._-Kindergartens für den Kläger in der
Höhe von rund Fr. 2'000.– monatlich während der zweijährigen Kindergartenzeit
zu finanzieren. Ob sie in näherer Zukunft tatsächlich befördert werden und eine
namhafte Gehaltserhöhung erhalten wird (vgl. Urk. 1 S. 7 Rz. 12), kann somit da-
hingestellt bleiben. Es trifft denn auch zu, dass sie in der Vergangenheit stets al-
leine für die hohen Krippenkosten des Klägers aufgekommen ist (Urk. 46 S. 11;
Prot. I S. 26, 48; Urk. 55). Der Beklagte, welcher selbst noch in Ausbildung war
(Prot. I S. 24 ff.), beteiligte sich in der Vergangenheit eher untergeordnet am Bar-
unterhalt des Klägers (vgl. Urk. 13/110 S. 4; Prot. I S. 48, 71; Urk. 54/6; Prot. II
S. 44). Zurzeit bezahlt er jedenfalls Fr. 900.– pro Monat (Prot. II S. 37, 44). Zwar
ist auch die Verfahrensbeteiligte nicht vor einem allfälligen Stellenverlust ge-
schützt. Allerdings darf mit Blick auf ihre Arbeitgeberin, die N._, bei welcher
sie seit mehr als zwei Jahren angestellt ist, von einer relativ sicheren Arbeitsstelle
mit fortschrittlichen Arbeitsbedingungen ausgegangen werden. Bei einem allfälli-
- 39 -
gen Stellenverlust stünde der Verfahrensbeteiligten sodann die Möglichkeit offen,
während 18 Monaten Arbeitslosentaggelder in der Höhe von 80 % des versicher-
ten Verdienstes zu beziehen, womit sie immer noch rund Fr. 8'000.– pro Monat
einnehmen würde. Auch damit wäre sie noch in der Lage, die Kosten des privaten
F._-Kindergartens während der zweijährigen Kindergartenzeit zu finanzieren,
zumal sie bereit ist, ihre Lebenshaltungskosten ansonsten einzuschränken (Urk. 1
S. 5; Prot. II S. 52). Zudem hat auch der Beklagte seinen Anteil am übrigen Bar-
unterhalt des Klägers zu tragen. Dass die Verfahrensbeteiligte über keine (erheb-
lichen) finanziellen Reserven verfügt und auch aus der Verfilmung ihres Bestsel-
lers aus dem Jahr 2009 "...[Buchname]" (vgl. Urk. 1 S. 7; Urk. 4/9-13) auf abseh-
bare Zeit keine konkreten Einkünfte zu erwarten sind (vgl. Prot. I S. 53; Urk. 21 S.
10), ist nach dem Gesagten nicht weiter relevant. Sollte tatsächlich ihr neuer
Partner per 1. Februar 2020 bei ihr und dem Kläger einziehen und sich zur Hälfte
an den Mietkosten beteiligen (vgl. Urk. 94 S. 10; Urk. 96/18), würde sich die fi-
nanzielle Situation weiter verbessern.
Zusammengefasst steht der Kostenfaktor somit der privaten Beschulung des Klä-
gers im F._-Kindergarten nicht entgegen. Dies entgegen der Vorinstanz,
welche in so nicht zu teilender Ansicht von einem längeren Zeithorizont und dem
Kontinuitätsgedanken hinsichtlich der Art der Beschulung bezüglich der ganzen
Kindergarten- und Primarschulzeit ausging.
3.2. Stabilität und Kontinuität
a) Die Vorinstanz hielt fest, mit dem Wechsel des Klägers von der Krippe H._ zur F._ Pre-School, welchen die Verfahrensbeteiligte allein, ohne
Zustimmung des Beklagten, veranlasst habe, sollte die Art und Weise der Be-
schulung des Klägers, namentlich ob im F._-Kindergarten, einer anderen
Privatschule oder in der öffentlichen Schule, nach eigener Erklärung der Verfah-
rensbeteiligten nicht vorgespurt werden. Heute davon abzuweichen, würde ein
widersprüchliches Verhalten darstellen. Zudem habe die F._ Pre-School ih-
ren Sitz im Zentrum von E._, am Wohnort des Klägers, wohingegen der
F._-Kindergarten im Zürcher L._ liege. Aus Gründen der Stabilität und
Kontinuität dränge sich somit ein Verbleib des Klägers in der Institution F._
- 40 -
[Schule] nicht auf. Daran ändere auch nichts, dass mehrere Kinder, die bereits
heute mit dem Kläger die F._ Pre-School besuchten, ebenfalls in den
F._-Kindergarten wechseln würden. Änderungen in der Zusammensetzung
der Gruppe bzw. Klasse beim Übertritt von der Krippe in die Schule seien üblich
und auch zumutbar. Weshalb dies beim Kläger ausnahmsweise anders sein soll-
te, habe die Verfahrensbeteiligte nicht erläutert. Immerhin habe sie ausgeführt,
dass die beste Freundin des Klägers den öffentlichen Kindergarten in E._
besuchen werde. Da die jetzige Klasse des Klägers zwölf Kinder umfasse, von
welchen nur sechs in den F._-Kindergarten wechseln würden, und der Klä-
ger zuvor bereits in E._ die Krippe H._ besucht habe, dürfe angenom-
men werden, dass er im Fall einer Einschulung in die öffentliche Schule von
E._ ebenfalls auf mehrere bekannte und vertraute Gesichter treffen werde.
Und schliesslich sei der Beklagte mit einer Einschulung des Klägers im F._-
Kindergarten nur vergleichsweise und nur für die Dauer der Abklärung der Be-
schulung durch eine Fachperson einverstanden gewesen. Es sei abwegig, daraus
eine Zustimmung des Beklagten zur privaten Beschulung des Klägers abzuleiten
(Urk. 2 S. 22 ff.).
b) Die Verfahrensbeteiligte rügt, es stimme nicht, dass die F._-Schule nicht mit mehr Stabilität und Kontinuität für den Kläger verbunden sei als die öf-
fentliche Schule. Der Kläger sei in den letzten Monaten auf den Übergang in den
F._-Kindergarten vorbereitet worden. Er sei mit dem Umfeld, den Personen
und dem pädagogischen Konzept der F._-Schule bereits seit einem Jahr ver-
traut. Er kenne einen grossen Teil seiner Klasse, einige Lehrkräfte sowie die
Räumlichkeiten. Zudem sei die Verfahrensbeteiligte ein aktives Mitglied der
F._ [Schule] Gemeinschaft und es bestünden Freundschaften zu anderen
F._ [Schule]-Kindern und F._ [Schule]-Familien. Der öffentliche Kinder-
garten sei ihm hingegen in jeder Hinsicht gänzlich fremd. Ihr Verhalten sei auch
nicht widersprüchlich, wenn sie nun nach den positiven Erfahrungen dieses
F._-Pre-School-Jahres den F._-Kindergarten im Sinne der Kontinuität
und Stabilität für den Kläger als den besten Ort für seine Einschulung betrachte
(Urk. 1 S. 9 f.). Neu bringt sie vor, dank der Teilnahme an Hortklubs (montags
Playball/Fussball, dienstags Technologieschule und mittwochs Legoclub; Prot. II
- 41 -
S. 21), Spielplatzbesuchen und dem Herbstferiencamp habe der Kläger seit Be-
ginn des Schuljahres 2019/2020 mehr Zeit mit seinen Freunden und Lehrern im
F._-Kindergarten verbracht als im Kindergarten J._. Es sei daher sinn-
voll, dass er im F._-Kindergarten bleibe, wo er glücklich sei und sich einge-
lebt habe (Urk. 46 S. 9). Sie habe grosse Opfer erbracht, damit der Kläger weiter-
hin mit seinen F._-Freunden in Kontakt bleiben könne. Auch am Wochenen-
de würden sie sich mit F._-Kollegen des Klägers treffen (Prot. II S. 21 f.).
c) Der Beklagte lässt erwidern, der Kläger sei mit dem F._-Kindergarten nicht seit einem Jahr vertraut gewesen. Er sei in E._ in die Krippe gegangen.
Vom Kindergarten im L._ habe er vorher noch nichts gewusst. Die Verfah-
rensbeteiligte vermöge ihre Behauptungen zu bestehenden Freundschaften,
Gspänli, zur Kenntnis von Lehrpersonen und Räumen in der F._-Schule we-
der zu substantiieren noch zu belegen. Wenn die Verfahrensbeteiligte unabhängig
von allen Mediationsgesprächen und Gerichtsentscheiden bereits im Voraus ent-
schieden habe, den Kläger in die F._-Schule zu bringen, dann habe sie die
Folgen für eine fehlende Stabilität/Kontinuität für den Kläger in Kauf genommen
und dies zu verantworten (Urk. 21 S. 10 f.). Der Kläger besuche seit vier Monaten
den Kindergarten J._ und sei dort mittlerweile gut integriert. Er habe keinen
Anschluss mehr im F._-Kindergarten, weder bezüglich des Stoffplans, noch
der Gruppe. Er besuche lediglich drei Einzelstunden Freizeitbetreuung jeweils am
Montag- bis Mittwochnachmittag von 16.00 bis 17.00 Uhr. Weil der F._-
Kindergarten stärker auf die strukturierte Vermittlung von Wissen ausgerichtet sei,
wäre eine Rückintegration des Klägers besonders schwierig. Sollte sich ergeben
und entschieden werden, dass der Kläger langfristig in die Privatschule gehen
soll, wäre es im Kindesinteresse, dass als Zeitpunkt der Eintritt in das zweite Kin-
dergartenjahr gewählt werde und nicht der Zeitpunkt des Massnahmeentscheides.
Insbesondere weil das Hauptverfahren vor Vorinstanz weitergehe und man nicht
wisse, wie die Vorinstanz dann entscheiden werde, solle der Kläger während der
weiteren Verfahrensdauer im Kindergarten J._ verbleiben und nicht schon
wieder aus einem Kindergarten herausgerissen werden (Urk. 71 S. 7; Prot. II
S. 35 f., 47 f.).
- 42 -
d) Wenngleich der Kläger in der F._ Pre-School auf den  vorbereitet wurde (was in den Kinderkrippen ohnehin üblich ist), die Räum-
lichkeiten des F._-Kindergartens besichtigen bzw. dort im Juni 2019 einen
Tag verbringen konnte (Urk. 1 S. 9), einige Lehrkräfte kennenlernte und bereits
einige Kinder im F._-Kindergarten kennt, konnte nicht die Rede von einem
bereits vertrauten Umfeld sein. Vertraut war der Kläger einzig mit den Pre-School-
Krippenräumlichkeiten, den dortigen Betreuer/Innen und Krippenfreunden in
E._ und nicht mit den räumlichen und personellen Strukturen des F._-
Kindergartens im L._. Der Kindergartenübertritt war auch beim Eintritt in den
F._-Kindergarten mit einem Ortswechsel verbunden. Der Schritt in den Kin-
dergarten ist immer ein grosser. Rund die Hälfte der Kinder der F._ Pre-
School besuchen zudem den öffentlichen Kindergarten und nicht den privaten
F._-Kindergarten. Sechs bisherige Vorschulfreunde des Klägers sind im
F._-Kindergarten, darunter laut der Verfahrensbeteiligten seine besten
Freunde S._ und T._ (vgl. Urk. 46 S. 2, 6; auch Urk. 48/4). Der Kläger
selbst nannte indes keine Freunde im F._-Kindergarten (Urk. 43 S. 4). An-
geblich vertraute Lehrpersonen wurden nicht genannt. Im F._-Kindergarten
gibt es für den Kläger ohnehin auch viele neuen Gesichter. Kinder sind im Übri-
gen sehr anpassungsfähig und schliessen schnell neue Freundschaften. Dass der
Kläger nicht mit seiner besten Freundin in den öffentlichen Kindergarten P._
im Q._ eingeschult wurde, sondern in den Kindergarten J._ in K._
eingeteilt wurde, weil es im P._ keinen Platz mehr hatte, hat zudem die Ver-
fahrensbeteiligte zu vertreten, welche den Kläger im Sommer 2019 aus dem öf-
fentlichen Kindergarten in den privaten abmeldete (vgl. dazu Urk. 43 S. 4; Urk. 15
S. 12). Aus diesem Grund ist sie auch mit ihrer Argumentation nicht zu hören,
wonach sie und der Kläger nach dem Umzug ins L._-quartier in der Stadt Zü-
rich nichts (mehr) mit K._ zu tun hätten (Urk. 46 S. 9; Prot. II S. 19). Zudem
wohnt immerhin der Beklagte und Mitinhaber der Obhut nach wie vor in K._
in Gehdistanz zum dortigen Kindergarten J._.
Der Kläger besuchte den F._-Kindergarten lediglich während der ersten Wo-
che nach den Schulsommerferien 2019. Nach dem Entscheid der Kammerpräsi-
dentin vom 22. August 2019 (Urk. 15) wurde er ab dem 26. August 2019 für die
- 43 -
Dauer des Verfahrens in den Kindergarten J._ in K._ eingeschult. Dort
fehlte er allerdings häufig (vgl. Urk. 43 S. 2 f.; Urk. 97 S. 2; Urk. 99/1). Dennoch
zeigte sein Gespräch mit der Kindsvertreterin am 24. September 2019, dass er
gerne in den Kindergarten J._ geht. Trotz der negativen Haltung der Verfah-
rensbeteiligten gegenüber dem öffentlichen Kindergarten J._ und den häufi-
gen Abwesenheitsmeldungen des Klägers in diesem Kindergarten vermochte sich
der Kläger im Kindergarten denn auch recht gut einzufügen und erlebt den Kin-
dergarten überwiegend positiv (Urk. 43 S. 4, vgl. auch S. 1: "Meine Mami hat es
dort [J._] nicht gern, ich habe es 'es bitzli gern'"). Die Kindergärtnerinnen ha-
ben den Eindruck, dass sich der Kläger bei ihnen im Kindergarten J._ wohl-
fühle, wenngleich die Situation für ihn weiterhin äusserst schwierig sei, da er sehr
wohl wisse und spüre, dass die Verfahrensbeteiligte den Kindergarten nicht gut
finde bzw. total ablehne (Urk. 97 S. 2 unten). Auch der Beklagte gab zu Protokoll,
dass der Kläger gerne in den Kindergarten J._ gehe und dort integriert sei
(Prot. II S. 25). Der Kindergarten sei zu seinem Alltag geworden (Urk. 71 S. 5).
Nebst dem nicht immer regelmässigen Besuch des Kindergartens J._ am
Vormittag nutzt der Kläger an den Betreuungsnachmittagen der Mutter (Montag-,
Dienstag- und Mittwochnachmittag) auch das Freizeitangebot der F._-Schule
(Urk. 43 S. 4; Urk. 46 S. 9; Prot. II S. 19, 21). Ferner verbrachte er die erste
Herbstferienwoche im Oktober 2019 in einem Wissenschaftscamp von F._
[Schule]. Sodann besucht er an diesen freien Nachmittagen auch den Spielplatz
neben dem F._-Kindergarten (Urk. 46 S. 9). Auch am Wochenende spielt er
mit Freunden aus der F._-Gruppe (Prot. II S. 21 f.) und die Verfahrensbetei-
ligte nimmt eine aktive Rolle in der englischsprachigen F._-Gemeinschaft ein
(Urk. 94 S. 6).
Der Kläger ist im Kindergarten J._ in K._ eingeschult und hat sich dort
mittlerweile, soweit ihm dies möglich war, eingelebt. Zwar ist der obligatorische
Kindergartenbesuch nicht mit den ausserschulischen Freizeitaktivitäten gleichzu-
setzen, allerdings pflegt der Kläger nebst dem Kindergartenbesuch in K._
weiterhin einen sehr engen Kontakt zur F._-Institution im L._ und zu
seinen dortigen Freunden. Er selbst ist denn auch der Ansicht, dass er, wenn er
- 44 -
bei der Verfahrensbeteiligten ist, gleichzeitig in den Kindergarten J._ und den
F._-Kindergarten gehe (Urk. 43 S. 2 Mitte). Dem Kriterium der Stabilität und
Kontinuität kommt vorliegend daher keine tragende Bedeutung zu, weil der Kläger
mit beiden Orten vertraut scheint und sich an beiden Orten wohlfühlt (vgl. Urk. 43
S. 4). Zudem wohnt je ein Elternteil in Gehdistanz zum jeweiligen Kindergarten.
Für den Kläger ist bis zum Abschluss des Verfahrens ein Platz im F._-
Kindergarten frei (vgl. Urk. 65 und Urk. 66). Es bestehen sodann keine Anhalts-
punkte, wonach es ihm im heutigen Zeitpunkt nicht mehr möglich sein sollte, dem
Unterricht im 1. F._-Kindergartenjahr zu folgen (vgl. Urk. 71 S. 7). Über die
längerfristige Art und Weise der Beschulung (privat oder öffentlich; vgl. Urk. 71 S.
7) braucht im vorliegenden Massnahmeverfahren, wie bereits erwähnt, nicht ent-
schieden zu werden. Solches bleibt dem Hauptverfahren vorbehalten. Der Konti-
nuitätsgedanke der Vorinstanz, wonach der Kläger nach dem Willen der Eltern
während der ganzen Kindergarten- und Primarschulzeit entweder die private oder
die öffentliche Schule besuchen soll, ist dabei, wie erwähnt, nicht ausschlagge-
bend, zumal Wechsel zwischen den beiden Schulsystemen auf dieser Stufe ohne
Weiteres und jederzeit möglich sind.
3.3. Faktor für die F._-Schule oder für die öffentliche Schule
a) Die Vorinstanz erwog, die Eltern genügten grundsätzlich ihrer Verpflichtung, wenn sie den Besuch einer staatlichen Schule ermöglichten. Einen Anspruch auf
Besuch einer Privatschule bestehe nur dann, wenn aufgrund besonderer Um-
stände das Bildungsziel in öffentlichen Schulen nicht erreicht und den Eltern die
Finanzierung der Privatschule auch zugemutet werden könne. Die öffentliche
Schule habe in der Schweiz Tradition und biete, trotz einer gewissen Ausbreitung
privater Schulen in den vergangenen Jahrzehnten, nach wie vor Gewähr für eine
optimale Ausbildung und Entwicklung der Kinder. Konkrete Anhaltspunkte, wo-
nach dies für die öffentliche Schule von E._ nicht gelten sollte, fehlten. Der
Kläger und seine Bedürfnisse würden von den Eltern, deren eigene Erfahrungen
und Vorstellungen über den "richtigen" Lebensweg einen grossen Einfluss hätten,
unterschiedlich wahrgenommen. Stelle man die Eigenschaften des Klägers bzw.
seine Bedürfnisse in den Vordergrund, sei mit Ausnahme seiner Zweisprachigkeit
- 45 -
kein Faktor auszumachen, der für die F._ [Schule] oder für die öffentliche
Schule spreche. Bezüglich der Zweisprachigkeit dürfte die Beschulung des Klä-
gers in der öffentlichen Schule längerfristig keine nennenswerten Nachteile zur
Folge haben. Muttersprache sei und bleibe das Englische. Sofern die Verfahrens-
beteiligte sich weiterhin mit dem Kläger auf Englisch unterhalte, profitiere er auch
weiterhin von der Zweisprachigkeit seiner Eltern. Gemäss Lehrplan 21 gehöre
Englisch-Unterricht schon ab der 3. Primarklasse zum öffentlichen Schulstoff.
Auch die öffentlichen Lang- und Kurzzeitgymnasien könnten im Immersions-
System absolviert werden. Von einer ungenügenden Förderung der Zwei- bzw.
Mehrsprachigkeit im öffentlichen Schulsystem könne daher keine Rede sein
(Urk. 2 S. 20 ff.).
b) Die Verfahrensbeteiligte moniert, die Vorinstanz habe unrichtig festgestellt, dass kein Faktor auszumachen sei, der für die F._-Schule oder für die öffent-
liche Schule spreche. Das pädagogische Konzept der F._-Schule sei viel-
mehr auf das Wesen des Klägers zugeschnitten und biete ihm ein Umfeld, in dem
er als Individuum erfasst und gefördert werde. Der Kläger sei ein hochbegabtes,
neugieriges und emotional reifes Kind, dessen Temperament und Intelligenz per-
fekt zum F._-Lehrplan passten, was die Pre-School-Berichte bestätigen wür-
den. Es gehe um erfahrungsbasiertes Lernen und ganzheitliche Förderung und
Betreuung. Alle zusätzlichen Aktivitäten fänden im Rahmen der Schule statt.
Demgegenüber müsste der Kläger in der öffentlichen Schule den Hort besuchen,
der keine Hobbies und sportliche Aktivitäten integriere, sondern eine reine Be-
treuungszeit sei (Urk. 1 S. 10 f.). Im öffentlichen Kindergarten lerne der Kläger
zudem kein Englisch. Sein bikultureller britisch-schweizerischer Hintergrund wer-
de nicht respektiert (Urk. 46 S. 7). Es sei wichtig, dass der Kläger zweisprachig
unterrichtet und betreut werde. Auch die Verfahrensbeteiligte sei Teil dieser eng-
lischsprachigen Gemeinschaft und bringe sich gerne in Aktivitäten der Schule ein
(Urk. 94 S. 5 f.). Im öffentlichen Kindergarten finde der Unterricht nur auf Deutsch
statt, womit der Kläger in seiner Zweisprachigkeit nicht optimal gefördert werde.
Im F._-Kindergarten werde demgegenüber in Deutsch und Englisch unter-
richtet (Urk. 94 S. 7). Der Kläger langweile sich im Kindergarten J._ und sei
dort unterfordert (Urk. 46 S. 16; Urk. 63 S. 1 f.; Urk. 94 S. 8).
- 46 -
c) Der Beklagte hält dem entgegen, der Kläger sei kein hochbegabtes Kind, er sei vielmehr schon in der Kinderkrippe überfordert gewesen. Bei den eingereich-
ten Unterlagen der F._-Institution handle es sich hauptsächlich um Werbe-
und Motivationstexte, auf welche nicht abzustellen sei. Es werde nicht substanti-
iert, was im öffentlichen Kindergarten für die Entwicklung des Klägers fehlen wür-
de. Soweit es um die Hortbetreuung gehe, seien Freizeitaktivitäten eine Frage der
Organisation durch die Eltern. Der Kläger werde weiterhin an zwei Nachmittagen
pro Woche bei ihm sein und mit ihm vieles unternehmen. Auch die Verfahrensbe-
teiligte könne dem Kläger ein angemessenes Freizeitangebot organisieren
(Urk. 21 S. 11 f.).
d) Wie bereits die Vorinstanz zu Recht feststellte, haben die öffentlichen  in der Schweiz Tradition und geniessen einen sehr guten Ruf. Sie bieten Ge-
währ für eine optimale Ausbildung und Entwicklung der Kinder. Anhaltspunkte,
wonach dies für die öffentliche Schule in K._ nicht gelten sollte, fehlen (Urk.
2 S. 21). Es kann jedoch auch davon ausgegangen werden, dass die F._-
Schule dem Kläger eine angemessene Ausbildung ermöglicht. Welches Lernkon-
zept für den Kläger besser ist bzw. den verschiedenen Lebensstilen und Wertan-
schauungen der Eltern eher entspricht, kann und braucht im vorliegenden sum-
marischen Massnahmeverfahren nicht geklärt zu werden. Daran ändern selbstre-
dend auch sämtliche von der Verfahrensbeteiligten ins Recht gelegten F._-
Vorschul-Berichte betreffend die Leistungen des Klägers nichts (Urk. 52 S. 5 mit
Hinweisen etc.). Was den Kläger anbelangt, ist in der Tat - mit Ausnahme der
Zweisprachigkeit (dazu nachstehend) - objektiv gesehen jedenfalls kein Faktor
auszumachen, der zwingend für die öffentliche oder private Beschulung spricht.
Falls der Kläger im ersten öffentlichen Kindergartenjahr unterfordert wäre, wobei
davon seitens der Kindergärtnerinnen im Kindergarten J._ nicht die Rede ist
(Urk. 43 S. 3; Urk. 97 S. 2), bestünde im Übrigen die Möglichkeit einer vorzeitigen
Einschulung in die erste Primarschulklasse. Wie die Kindsvertreterin im Übrigen
anschaulich ausführte, ist mit Blick auf das Verhalten des Klägers (ans Fenster
gehen, wenn die anderen Kinder im Kreis sitzen oder unter den Stuhl liegen etc.
[Urk. 43 S. 3]), welches er ziemlich von Anfang an zeigte, nicht davon auszuge-
hen, dass er sich im Kindergarten J._ langweilt. Solches ist vielmehr auf die
- 47 -
Spannungen zurückzuführen, unter welchen der Kläger zurzeit leidet (Prot. II S.
41 f.).
Der Kläger benötigt während der Betreuungsverantwortung beider Elternteile eine
ausserschulische Betreuung (vgl. Urk. 46 S. 12; Urk. 71 S. 5 f.; Urk. 73/1). Klar ist,
dass der Kläger dort, wo er den Kindergarten besucht, auch das ausserschulische
Betreuungsangebot nutzen soll. Das gegenwärtige Hin und Her zwischen öffentli-
chem Kindergarten in K._ am Vormittag und der ausserschulischen F._-
Betreuung am Montag-, Dienstag- und Mittwochnachmittag ist dem Kindswohl
nicht förderlich und belastet auch die Eltern. Der Kläger ist denn auch oft müde
(Prot. II S. 27, 40). Auch in K._ stehen ausserschulische Betreuungsangebo-
te, wie Morgen-, Mittags- und Abendhorte, zur Verfügung (www...E._.ch/wir-
bieten-mehr/betreuungsangbot.html). Ausser freitags bietet denn auch der öffent-
liche Hort der Schule J._ in K._, wie F._ [Schule] (vgl. Urk. 46 S.
16), eine Betreuung bis 18.30 Uhr an (vgl. www...E._.ch: Informationen Be-
treuungshaus; Urk. 73/1 S. 2). In zeitlicher Hinsicht sind die beiden Betreuungs-
angebote vorliegend somit gleichwertig. Der Kläger besucht zurzeit denn auch
donnerstags und freitags den Mittagstisch bis 13.30 Uhr im Betreuungshaus der
Schule E._ (Urk. 73/1).
Im öffentlichen Hort werden den Kindern keine besonderen Hobbies oder sportli-
che oder musische Aktivitäten geboten. Das Angebot beschränkt sich auf Ver-
pflegung, Betreuung und Freispiel (vgl. auch Prot. II S. 27 f.). Allerdings liess die
Verfahrensbeteiligte in Aussicht stellen, bei einer Einschulung des Klägers in den
öffentlichen Kindergarten ihre Arbeitszeit zu reduzieren, sodass sie sich nach dem
Kindergarten, spätestens aber ab 13.30 Uhr, dem Ende der Mittagstisch-
Betreuung, um den Kläger kümmern könne (vgl. Urk. 2 S. 26; Urk. 13/110 S. 8,
13; vgl. auch Urk. 21 S. 12). An den Donnerstag- und Freitagnachmittagen, den
Betreuungszeiten des Beklagten, könnte dieser für den Kläger nach dem Mittags-
tisch Hobbies organisieren. Damit müsste der Kläger aber nur wenig Zeit im öf-
fentlichen Hort verbringen und es verbliebe an den freien Nachmittagen genügend
Zeit für Hobbies und Freizeitaktivitäten. Es ist an dieser Stelle jedoch auch darauf
hinzuweisen, dass ein Kind im Kindergartenalter für seine gesunde Entwicklung
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noch nicht so viele zusätzliche geführte Aktivitäten benötigt, sondern eher viel
Zeit, um alleine oder mit Freunden zu spielen (vgl. auch Prot. II S. 41). Mit Blick
auf die ausserschulischen Freizeitangebote erscheint mithin die Einschulung im
F._-Kindergarten, welcher nebst dem Kindergartenbesuch ein ausserschuli-
sches Freizeitangebot bietet (vgl. Urk. 1 S. 12; Urk. 4/14), nicht zwingend gebo-
ten, wenngleich dort alles unter einem Dach ist.
3.4. Sprachfähigkeiten und Sprachbedürfnisse des Klägers
a) Die Verfahrensbeteiligte macht geltend, gemäss Fortschrittsbericht der F._ Pre-School vom März 2019 seien die Deutsch- und Englischkenntnisse
des Klägers gleichermassen als "sehr gut" bewertet worden. Nach einem Jahr
F._ Pre-School sei der Deutschwortschatz des Klägers mithin auch sehr gut.
Es treffe somit nicht zu, dass der Kläger in Deutsch einen Nachholbedarf habe
und sich nur auf das Deutsch konzentrieren müsse. Auch wenn sie den Kläger in
seinem Englisch unterstützen könne, so sei dies nicht zu vergleichen mit einer
vertieften Ausbildung im Rahmen der Schule. Der Lehrplan 21 sehe erst ab der
3. Schulklasse Englisch-Unterricht vor, der sich jedoch auf zwei bis drei Stunden
pro Woche beschränke. Im Unterschied zur öffentlichen Schule biete F._
[Schule] eine qualitativ hochwertige zweisprachige Ausbildung in Deutsch und
Englisch. Es liege im Übrigen auch nicht am Beklagten zu bestimmen, dass der
Kläger in der Schweiz studieren werde; dies sei der Entscheidung des Klägers zu
überlassen. Eine rein deutsch basierte Ausbildung in der öffentlichen Schule be-
schränke ihn in der Möglichkeit, im Ausland zu studieren und schränke auch seine
Berufswahl und seine Karrierechancen ein (Urk. 1 S. 12 f.; Urk. 94 S. 6 f.).
b) Der Beklagte meint, die öffentliche Schule biete über die ganze Schulzeit gesehen im Zusammenspiel mit einer englisch-muttersprachigen 50/50-Betreuung
in der Freizeit durch die Verfahrensbeteiligte zweifellos eine gleichwertige Förde-
rung. Es liege in den Händen der Verfahrensbeteiligten, diese Betreuungssituati-
on und damit sprachliche Förderung im Alltag auch tatsächlich zu leben (Urk. 21
S. 12).
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c) Was die Zweisprachigkeit des Klägers anbelangt, ist mit der Vorinstanz  auszugehen, dass es primär an der Verfahrensbeteiligten liegt, mit dem Klä-
ger weiterhin Englisch zu sprechen. Es ist auch nicht einzusehen, weshalb sie
nicht in der Lage sein sollte, mit dem Kläger auf Englisch zu lesen und zu schrei-
ben bzw. ihn wenigstens darin zu unterstützen (Prot. I S. 102 f.). Wenn ihr das als
zu wenig erschiene, stünde es ihr indes frei, den Kläger, nebst dem Kindergarten,
einen zusätzlichen Kurs in seiner Muttersprache besuchen zu lassen, wie dies
zahlreiche fremdsprachige Eltern zu tun pflegen. Die Beschulung des Klägers in
der öffentlichen Schule dürfte hinsichtlich seiner Zweisprachigkeit längerfristig je-
denfalls keine nennenswerten Nachteile zur Folge haben, wie die Vorinstanz rich-
tig aufgezeigt hat (Urk. 2 S. 22, mit Hinweis auf den Lehrplan 21, der Englisch ab
der 3. Klasse vorsieht und die Möglichkeit der Immersion im Langzeit- und Kurz-
zeitgymnasium). Die Zweisprachigkeit des Klägers erfordert mithin nicht zwingend
den Besuch des zweisprachigen F._-Kindergartens.
Genauso wenig bedingen aber die Deutschkenntnisse des Klägers den Besuch
des öffentlichen Kindergartens. Die Verfahrensbeteiligte vermochte glaubhaft dar-
zutun, dass im F._-Kindergarten auch die Deutschkenntnisse hinreichend
gefördert werden (Urk. 1 S. 12; Urk. 94 S. 7). Zudem sprechen der Beklagte und
die Grosseltern väterlicherseits Deutsch mit dem Kläger. Auch mit der Kindsver-
treterin unterhielt sich der Kläger auf Schweizerdeutsch (Urk. 43 S. 1). Gemäss
dem F._-Fortschrittsbericht vom März 2019 wurden die Deutsch- und Eng-
lischkenntnisse des Klägers gleichermassen mit "sehr gut" bewertet (Urk. 1 S. 12,
Urk. 13/111/20; vgl. auch Urk. 54/2, /3). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersicht-
lich, dass der Kläger einen Nachholbedarf in Deutsch hat (vgl. Prot. II S. 28) und
deshalb den öffentlichen Kindergarten besuchen sollte (vgl. Prot. I S. 98).
3.5. Schulweg
Beide Eltern wohnen nunmehr in Gehdistanz zu dem von ihnen je favorisierten
Kindergarten, der Beklagte seit September 2019 in K._, die Verfahrensbetei-
ligte seit Oktober 2019 im L._-quartier der Stadt Zürich (Urk. 43 S. 2; Urk. 46
S. 10, 17; Urk. 48/8; Urk. 61/1; Urk. 73/3). Dies spricht rein quantitativ für den
F._-Kindergarten, weil der Kläger an drei Wochentagen, nämlich von Montag
- 50 -
bis und mit Mittwoch, von der Verfahrensbeteiligten betreut wird und so dreimal
die Woche zu Fuss (oder mit der Verfahrensbeteiligten zusammen eine Tramsta-
tion) zum F._-Kindergarten gelangen kann und jedenfalls montags und
dienstags von dort bzw. der ausserschulischen F._ -Betreuung auch wieder
zu Fuss nach Hause gehen kann. Am Mittwochabend wird er dann vom Beklagten
übernommen. Da der F._-Kindergarten nur an vier Tagen die Woche von
Montag bis Donnerstag, 8.30 bis 15.45 Uhr, stattfindet (Urk. 46 S. 6), müsste der
Kläger somit nur einmal wöchentlich mit dem Auto/Bus vom Wohnort des Beklag-
ten in K._ in den F._-Kindergarten gefahren und dort wieder abgeholt
werden, was dem Beklagten möglich wäre (Prot. II S. 43). Am Freitag, dem Be-
treuungstag des Beklagten, findet im F._-Kindergarten kein Unterricht statt.
3.6. Fazit
Es ist unbestritten, dass die gegenwärtige äusserst angespannte Situation zwi-
schen den Eltern sowie der lange Kindergartenweg und das Hin und Her zwi-
schen dem Kindergarten J._ und den F._-Kursen an drei Tagen die
Woche für den Kläger sehr belastend sind. Das Kindswohl ist klar gefährdet (vgl.
Urk. 43 S. 5; Urk. 46 S. 3; Urk. 71 S. 8; Prot. II S. 40 f.; Urk. 97 S. 2 f.; Urk. 99/2).
Der vorliegende Entscheid ist nicht einfach zu treffen, weil davon auszugehen ist,
dass sowohl der öffentliche Kindergarten J._ in K._ als auch der private
F._-Kindergarten im L._-quartier der Stadt Zürich dem Kläger eine gute
und seinen Fähigkeiten angemessene Kindergartenzeit ermöglichen. Der Kläger
fühlt sich denn auch an beiden Orten wohl. Für sein Wohl ist nicht die Wahl des
Kindergartens entscheidend, sondern das diesbezügliche Verhalten der Eltern
(Urk. 97 S. 1). Auf entsprechende Frage der Kindsvertreterin sprach sich der Klä-
ger zwar - nach langem Überlegen und ohne für diese Entscheidung klare Gründe
nennen zu können (er nannte nicht etwa seine Freunde im F._-Kindergarten
[vgl. Urk. 52 S. 1], sondern sagte nur, dass es dort besser aussehe und bessere
Spielsachen habe [Urk. 43 S. 2]) - für den F._-Kindergarten aus (Urk. 43 S.
4). Dieser (vermeintliche) Kindeswille ist jedoch mit Blick auf die offensichtliche
massive Beeinflussung durch die Verfahrensbeteiligte (vgl. Urk. 43 S. 2: "Mami
hat gesagt ich muss in F._ gehen, weil sie 'hässig' ist auf J._. Sie hat
- 51 -
nicht gerne J._.") nicht weiter beachtlich. Der Kläger befindet sich hinsichtlich
der Kindergartenfrage offensichtlich in einem Loyalitätskonflikt (vgl. Prot. II S. 42).
Zudem erscheint der gut fünfjährige Kläger der Kammer mit Blick auf die Tragwei-
te der Entscheidung "private oder öffentliche Einschulung" noch nicht urteilsfähig,
weshalb er dazu denn auch nicht gerichtlich angehört wurde. Da die Verfahrens-
beteiligte nach wie vor bereit und in der Lage ist, die namhaften Kosten für den
privaten F._-Kindergarten alleine zu bezahlen, entsteht dem Beklagten durch
einen Besuch des F._-Kindergartens des Klägers jedenfalls kein finanzieller
Nachteil. Weil der Kläger zumindest mit dem Umfeld beider Kindergärten vertraut
ist, kann aus dem Kriterium der Stabilität und Kontinuität sodann nichts zugunsten
der einen oder anderen Institution abgeleitet werden. Auch die Zweisprachigkeit
spricht zwingend weder für die öffentliche noch die private Beschulung. Ebenso
wenig kann mit Blick auf die ausserschulische Betreuung im öffentlichen Hort oder
in der F._-Schule klar einer Art der Beschulung der Vorzug gewährt werden.
Es ist somit kein Faktor ersichtlich, der alles Andere überwiegend eindeutig für die
private oder öffentliche Beschulung sprechen würde. Ein überzeugendes Argu-
ment, welches (nebst dem Finanziellen) gegen den privaten F._-
Kindergarten sprechen würde, vermochte der Beklagte indes nicht zu nennen
(Urk. 21; Urk. 71; Prot. II S. 29). Seine Bedenken hinsichtlich der Deutschkennt-
nisse des Klägers (Prot. I S. 98; Prot. II S. 28) sind, wie dargetan, nicht überzeu-
gend. Zudem verwies der Beklagte selbst auf die beiden Elternteile, welche dem
Kläger ihre jeweilige Sprache (Vater: Deutsch, Mutter: Englisch) beibringen kön-
nen (Prot. II S. 28). Dass der Beklagte sich im Rahmen der Mediation offenbar am
Yoga-Unterricht, der in der F._-Schule stattfindet, störte (Urk. 1 S. 4; Urk. 46
S. 4), kann selbstredend nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein und wurde
später auch nicht mehr ins Feld geführt. Wenngleich das faktenschaffende und
teilweise kindswohlgefährdende Verhalten der Verfahrensbeteiligten stossend er-
scheint und grundsätzlich nicht zu schützen ist (vgl. auch Urk. 15 S. 13), insbe-
sondere auch der Umstand, dass sie während laufendem Berufungsverfahren in
die Nähe des F._-Kindergartens gezogen ist und so den langen Schulweg
bewusst in Kauf genommen hat, ist das Kindswohl doch stärker zu gewichten und
es geht nicht darum, das Verhalten der Verfahrensbeteiligten zu sanktionieren. Es
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ist daher letztlich der Schulweg, welcher in rein quantitativer Hinsicht mit Blick auf
das Kindswohl den Ausschlag zugunsten des F._-Kindergartens geben
muss. Bei einer Einschulung im F._-Kindergarten kann der Kläger an drei
(von vier) Kindergarten-Wochentagen zu Fuss (oder eine Station mit dem Tram
oder mit dem Velo zusammen mit der Verfahrensbeteiligten) dorthin gelangen und
jedenfalls montags und dienstags (und allenfalls auch mittwochs vor Besuchsbe-
ginn des Beklagten) auch so zur Verfahrensbeteiligten nach Hause zurückkehren,
während ihm ein Besuch des öffentlichen Kindergartens in K._ zu Fuss nur
an zwei Tagen (donnerstags und freitags) möglich ist. Die restlichen drei Wochen-
tage müsste er weiterhin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug und Bus, vgl.
Prot. II S. 21) vom L._ in den Kindergarten in K._ gebracht werden.
Dass beim F._-Kindergarten die ausserschulischen Hobbies und Freizeitakti-
vitäten unter einem Dach sind und der Kläger dort in frühen Jahren in seiner
Zweisprachigkeit optimal gefördert wird, runden das Bild zwar ab, sind für sich al-
lein aber nicht ausschlaggebend für die Beschulung im F._-Kindergarten.
Zwar steht im Mietvertrag der Verfahrensbeteiligten vom 3. Oktober 2019, dass
eine Sanierung der Liegenschaft geplant sei, wobei deren Zeitpunkt und Umfang
noch nicht feststünden (vgl. Urk. 61/1 S. 2). Allerdings vermochte die Verfahrens-
beteiligte anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 2. Dezember 2019 glaubhaft
darzulegen, dass ihre Wohnung brandneu sei und die Sanierung eher die älteren
Wohnungseinheiten unter ihrer Wohnung betreffen würde, wobei alle Mieter den-
selben standardisierten Mietvertrag erhalten würden (Prot. II S. 22). Es ist daher
nicht anzunehmen, dass die Verfahrensbeteiligte mit dem Kläger in naher Zukunft
bereits wieder umziehen muss (vgl. Urk. 79 S. 3).
Weil davon ausgegangen werden muss, dass die Verfahrensbeteiligte wohl nicht
in der Lage ist, von ihrer Einstellung abzurücken, wonach der private F._-
Kindergarten die schulisch einzige richtige Lösung sei, und sie mithin einen Ent-
scheid für den öffentlichen Kindergarten J._ nicht mittragen könnte, wäre zur
Sicherstellung eines weiteren regulären Besuchs des Kindergartens J._
durch den Kläger im Übrigen in der Tat die Zuteilung der Alleinobhut an den Be-
klagten zu prüfen (vgl. Urk. 71 S. 2; Urk. 97 S. 4). Solches würde dem Kindswohl
jedoch nicht entsprechen, weil es, wie vorstehend ausgeführt, im Wohl des Klä-
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gers liegt, weiterhin beide Eltern auch im Kindergartenalltag präsent zu haben.
Auch dieser Umstand lässt den F._-Kindergarten mithin als die vorliegend
angemessenere Lösung erscheinen.
In teilweiser Gutheissung der Berufung der Verfahrensbeteiligten ist dem Beklag-
ten und der Verfahrensbeteiligten somit in Abänderung von Dispositivziffer 3 der
angefochtenen Verfügung in Anwendung von Art. 307 Abs. 3 ZGB die Weisung zu
erteilen, den Kläger ganztags im privaten F._-Kindergarten einzuschulen und
(bei Bedarf) auch dort ausserschulisch betreuen zu lassen. Antragsgemäss (vgl.
Urk. 94 S. 2 Antrag-Ziffer 3) ist dabei festzuhalten, dass die Verfahrensbeteiligte
die Kosten des privaten F._-Kindergartens und der dortigen ausserschuli-
schen Betreuung alleine zu tragen hat.
Weil die aktuelle Situation für den Kläger sehr belastend ist, ist der Kindergarten-
wechsel so bald wie möglich zu vollziehen, wobei sich der Kläger aber auch noch
von seinen Kollegen im Kindergarten J._ soll verabschieden können (vgl.
Prot. II S. 40). Es rechtfertigt sich somit, die Eltern anzuweisen, den Kläger per
Montag 13. Januar 2020 im F._-Kindergarten einzuschulen. Nachdem davon
auszugehen ist, dass sich die Gesamtsituation für den Kläger mit seiner Einschu-
lung im F._-Kindergarten beruhigen wird, drängen sich zurzeit keine Wei-
sungen an die Verfahrensbeteiligte auf, seine ausserschulischen geführten Aktivi-
täten zu reduzieren (vgl. dazu: Prot. II S. 41, 48 und 50). Die Eltern haben aber im
Auge zu behalten, dass der Kläger auch künftig nicht überfordert wird.
Mit Blick auf dieses Ergebnis bräuchte auf die Kritik der Verfahrensbeteiligten (vgl.
Urk. 52) am Bericht der Kindsvertreterin vom 3. Oktober 2019 (Urk. 43) eigentlich
nicht mehr näher eingegangen zu werden. Der Vollständigkeit halber ist allerdings
gleichwohl Folgendes anzumerken: Der Kindsvertreterin ging es in ihrem von sich
aus erstatteten Bericht darum, über die aktuelle Situation des Klägers, insbeson-
dere im Kindergarten J._, zu berichten (Urk. 43 S. 1). Dass es dem Kläger im
F._-Umfeld gefällt, wurde im Übrigen von der Verfahrensbeteiligten selbst
zur Genüge dokumentiert. Von einer Voreingenommenheit kann nicht die Rede
sein, zumal die Kindsvertreterin klar verlauten liess, sie gehe davon aus, dass
sich der Kläger selber in beiden Kindergärten wohlfühlen und sich grundsätzlich
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an beiden Orten gut entwickeln könne. Auch wenn die zwei Kindergärten unter-
schiedliche Lehrpläne aufwiesen und sich an unterschiedlichen Haltungen orien-
tierten, seien beide grundsätzlich gute Orte für ein Kind (Urk. 43 S. 4). Weil der
Kläger derzeit gerade nicht den F._-Kindergarten besucht, sondern lediglich
die dortigen Freizeitkurse in Anspruch nimmt, bestand denn auch keine Veranlas-
sung, die Lehrpersonen des F._-Kindergartens (vgl. Urk. 52 S. 2) zu kontak-
tieren. Es sind sodann absolut keinerlei Hinweise ersichtlich, wonach die Kinds-
vertreterin die Dinge manipulieren würde (Urk. 52 S. 3), vielmehr ging es ihr of-
fensichtlich einzig um den Schutz des Kindes. Im Rahmen der Verhandlung vom
2. Dezember 2019 reichte die Kindsvertreterin im Übrigen - nebst einer Aufstel-
lung der An- und Abwesenheiten des Klägers im Kindergarten J._ (Urk. 99/1)
- auch ein E-Mail einer F._-Lehrperson vom 27. November 2019 (Urk. 99/2)
zu den Akten. Zudem enthält sich die Kindsvertreterin nach wie vor eines Antrags
betreffend der Einschulungsfrage, sondern überlässt diesen Entscheid dem Ge-
richt (Urk. 97 S. 1 f.), gerade weil sie einen Entscheid nicht quasi vorwegnehmen
wolle, indem sie einen Antrag mit ihrer Präferenz stelle (Urk. 97 S. 2).
E. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz behielt den Entscheid über die Prozesskosten des  dem Hauptprozess vor (Urk. 2 S. 30, Dispositivziffer 6; Art. 104
Abs. 3 ZPO).
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind, da es einzig um Kinderbelange ging und davon auszugehen ist, dass beide Parteien gute Gründe für ihre jeweili-
gen Standpunkte hatten, praxisgemäss den Parteien je hälftig aufzuerlegen
(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Der von der Verfahrensbeteiligten zu tragende Anteil
ist mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.–
(Urk. 17) zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO).
Auch die Dolmetscherkosten in der Höhe von Fr. 457.50 (vgl. Prot. II S. 53 und
Urk. 100) sowie die Kosten für die Kindesvertretung gehören zu den Gerichtskos-
ten (Art. 95 Abs. 2 lit. d und e ZPO) und sind den Parteien je hälftig aufzuerlegen.
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Die Bemessung der Entschädigung für die Vertretung des Kindes ist bundesrecht-
lich nicht geregelt. Vielmehr setzen die Kantone die Tarife fest (Art. 96 ZPO).
Rechtsgrundlage für die Festsetzung der Entschädigung für die anwaltliche
Kindsvertretung ist im Kanton Zürich die Anwaltsgebührenverordnung (§ 1 Anw-
GebV; BGE 142 III 153 E. 5.3.4.2). Die Kindsvertreterin macht für das vorliegende
Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'184.– (inkl. MwSt.) gel-
tend (Urk. 102). Vorliegend erscheint angesichts des notwendigen Zeitaufwands
der Kindsvertreterin und der Schwierigkeit des Falles die von ihr geltend gemach-
te Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 7'184.– (inkl. MwSt.) als angemes-
sen. Da es sich vorliegend um Gerichtskosten handelt, ist die Kindsvertreterin di-
rekt aus der Gerichtskasse zu entschädigen (BK ZPO-Sterchi, Art. 95 N 10c).
Parteientschädigungen für das Berufungsverfahren sind keine geschuldet.