# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8992e550-8c5f-4e68-9adf-3e16fe93e177
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955,
war seit
1.
September 1999 als Reiniger bei der
Y._
AG
angestellt und dadurch bei der
Helsana Zusatzversicherungen AG
(nachfolgend Helsana)
im Rahmen einer Kollektiv-Krankentaggeldversicherung nach dem Bund
esgesetz über den Versicherungs
vertrag (VVG) gegen Erwerbsausfall bei Krankheit versichert
(
vgl.
Urk.
8/1
). Ab 1
0.
November 2014 wurde ihm eine 100%ige und ab 2
7.
April 2015 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert
(vgl.
Urk.
2/3
=
Urk.
8/9
)
. Die Helsana leistete bis am 2
6.
April 2015 Taggelder entsprechend einer Arbeits
unfähigkeit von 100 %
(
Urk.
2/
4) und
ab 2
7.
April 2015 entsprechend einer
solchen von
50
%
.
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
A
G
wurde am
3
0.
Juni
2015 per
30.
September 2015
beendet (
Urk.
2/7
= Urk.
8/29/2
).
Ab
1.
Oktober 2015 war der Versicherte bei der
Y._
AG im Rahmen eines von der Inva
li
denversicherung (IV) zugesprochenen Arbeitsversuchs tätig (
Urk.
2/9). Die IV rich
tete ihm Taggelder
in der Höhe von
Fr.
145.60
aus (
Urk.
2/10).
Per 1
5.
Janu
ar 2016 wurde der Arbeitsversuch abgebrochen beziehungsweise unterbrochen
, dies wegen einer im Dezember 2015 festgestellten Erkrankung, die eine Operation am 1
8.
Januar 2016 erwarten liess
(
Urk.
2/14).
Die
Helsana
veranlasste ein
Gutachten
, das am
2
1.
September 2015
erstattet wurde (
Urk.
2/8)
. Mit Schreiben vom
8.
Oktober
2015 (
Urk.
2/11
) teilte
sie
de
m
Versicherten mit, dass
er in der angestammten oder einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei
und
nach einer 3-monatigen Anpassungszeit ab
1.
Februar 2016 keine
Taggelder
mehr ausbezahlt würden
.
2.
2.1
Am 1
2.
Oktober 2016 erhob der Versicherte Klage gegen die Helsana und bean
tragte,
diese sei zu verpflichten
, ihm
Folgendes zu bezahlen (Urk. 1 S. 2):
-
vom 1
8.
Januar 2016 bis und mit 3
0.
September 2016 ein Kranken
tag
geld
im Gesamtbetrag von
Fr.
45‘322.45
(14 Tage zu
Fr.
90.64 + 243 Tage zu
Fr.
181.29)
nebst Zins zu
5
%
ab mittlerem Verfall
e
ventuell
:
-
vom
1.
Februar 2016 bis
und mit 3
0.
September 2016 ein Kranken
tag
geld im Gesamtbetrag von Fr. 22‘025.50
(243 Tage zu
Fr.
90.64)
nebst Zins zu
5
%
ab mittlerem Verfall
Die
Helsana
beantragte mit Klageantwort vom
1
5.
Dezember
2016 (
Urk.
7) die Abweisung der Klage
im Hauptbegehren. Im Eventualbegehren sei sie in dem
Sinne teilweise abzuweisen, als sie lediglich verpflichtet würde, maximal
Fr.
17'621.15 (243 Tage zu
Fr.
72.515) zu bezahlen (S. 2 oben
Ziff.
2)
.
M
it Replik vom 2
8.
Februar 2017 (Urk. 12)
änderte
der Kläger
sein Begehren
um Verpflichtung der Beklagten zur Bezahlung
wie folgt (
Urk.
12 S. 2):
-
vom
1
8.
Januar 2016
bis und mit
2
3.
Februar 2017
e
in Krankentaggeld im Gesamtbetrag von
Fr.
57‘432.65 (14 Tage zu
Fr.
72.515
+ 389 Tage zu
Fr.
145.032
) nebst Zins zu 5
%
ab mittlerem Verfall
eventuell:
-
vom
1.
Februar 2016 bis
und mit
2
3.
Februar 2017
ein Krankentaggeld im Gesamtbetrag von Fr. 28‘208.35 (389 Tage zu
Fr.
72.515
) nebst Zins zu 5
%
ab mittlerem Verfall
Die Beklagte beantragte mit Duplik vom 1
0.
April 2017 (Urk. 16) die vollum
fängliche Abweisung des geänderten Hauptbegehrens
. Das geänderte Eventual
begehren sei in dem Sinne teilweise abzuweisen, als sie lediglich verpflichtet würde,
für den Zeitraum vom
1.
Februar bis und mit
9.
November 2016
maxi
mal
Fr.
20'449.23 (282 Tage zu
Fr.
72.515) zu bezahlen (S. 2 oben
Ziff.
2)
.
Mit Eingabe vom 2
9.
Mai 2017 (Urk. 19)
verzichtete die
Beklagte
auf die Durch
führung ei
ner Hauptverhandlung.
Der Kläger liess sich nicht vernehmen, womit er ebenfalls verzichtete (vgl. Urk. 17 S. 2 Dispositiv
Ziff.
1
Abs.
2).
2.2
Mit Eingabe vom 2
8.
November 2017 (Urk. 20) ergänzte die Beklagte ihre An
träge gemäss Duplik
um den Antrag,
sie sei maximal bis zur Grenze der Über
ent
schädigung zur Leistung von Krankentaggelder
n
zu verpflichten (S. 2).
Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
24/37) wurde dem Beschwerde
-
führer eine Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung in der Höhe von
Fr.
2'083.-- pro Monat ab
1.
Januar 2016 zugesprochen.
Mit Eingabe vom 1
0.
Januar 2018 änderte der Kläger sein Rechtsbegehren
dahin
gehend, dass er das mit der Replik
gestellte
Haupt- und Eventualbegehren
je mit dem
Zusatz
„
unter Berücksichtigung der Überentschädi
gungsbe
stim
mu
ng
en der Beklagten gemäss deren anwendbaren AVB
“
ergänzte
(
Urk.
23 S. 2).
Dies wurde der Beklagten am 1
6.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
26).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss
Art.
2
Abs.
2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 2
6.
September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (
Kranken
-
ver
sicherungsaufsichtsgesetz
, KVAG) dem Bundesgesetz über den Versiche
rungs
v
ertrag (Versicherungsvertragsgesetz, VVG
)
.
Sie
sind privatrechtlicher Natur (
BGE 138 III
2 E. 1.1).
Kollektive Kranken
taggeld
versicherungen werden vom
Bundesgericht wie alle weiteren
Taggeld
versicherungen in ständiger Praxis unter
den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung sub
su
miert (
BGE 142 V 448
E. 4.1
).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenver
-
sicherung nach dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung
(
KVG
)
zu
-
ständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht; GSVGer; BGE 138 III 2
E. 1.2.2
), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durch
zuführen ist (BGE 138 III 558
E. 4
).
1.3
Gemäss
Art.
243
Abs.
2 lit. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatzver
sicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren nach
Art.
243 ff. ZPO beurteilt. Gemäss
Art.
247
Abs.
2 lit. a in Verbindung mit
Art.
243
Abs.
2 lit. f ZPO stellt das Gericht im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur
sozialen Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen
fest.
Der Untersuchungsgrundsatz befreit die Parteien indessen nicht davon, bei der Feststellung des
entscheidwesentlichen
Sachverhalts aktiv mitzuwirken. Das Ge
richt ist im Rahmen der sozialen Untersuchungsmaxime gemäss
Art.
247
Abs.
2 lit. a ZPO lediglich einer erhöhten Fragepflicht unterworfen. Wie unter der Verhandlungsmaxime müssen die Parteien selbst den Stoff beschaffen. Das Gericht kommt ihnen nur mit spezifischen Fragen zur Hilfe, damit die erfor
derlichen Behauptungen und die entsprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es ermittelt aber nicht aus eigenem Antrieb. Ist eine Partei durch einen Anwalt vertreten, kann und muss sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Gel
-
tung
der Verhandlungsmaxime zurückhalten (BGE 141 III 569 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 4A_702/2016 vom 2
3.
März 2017 E. 3.1).
1.4
Nach
Art.
8
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(
ZGB
)
hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, wäh
rend die Beweislast für die rechtsaufhebenden beziehungsweise rechtsver
nich
tenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit
be
-
streitet. Der Eintritt des Versicherungsfalls ist nach diesen Grundsätzen vom Anspruchsberechtigten zu beweisen. Ist eine Krankentaggeldversicherung als
Scha
densversicherung ausgestaltet, setzt der Eintritt des Versicherungsfalls einen
Schaden - namentlich einen Erwerbsausfall - voraus. Dabei gilt das herab
ge
setzte Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Auch eine arbeitslose Person, die keinen Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung besitzt, kann einen Erwerbsausfall erleiden, der Anspruch auf Krankentaggelder ver
leiht. Voraussetzung für den Leistungsanspruch ist allerdings, dass die
ver
-
sicherte Person eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür nachweist, dass sie ohne Krankheit eine Erwerbstätigkeit ausüben würde (BGE 141 III 241 E. 3.1).
1.5
Die vorliegend anwendbaren Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für die Helsana Business
Salary
Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG
(
Urk.
2/1 =
Urk.
8/
2
)
enthalten unter anderem folgende Bestimmungen:
9.3
Der Versicherungsschutz erlischt für die einzelne versicherte Person:
a) mit ihrem Ausscheiden aus dem versicherten Personenkreis bzw. aus dem Dienste des Versicherungsnehmers;
9.4
Für versicherte Personen, die bei Ende der Versicherung arbeitsunfähig bzw. erwerbsunfähig sind, bleibt der Leistungsanspruch für den laufenden Fall im Rahmen der Vertragsbestimmungen gewahrt (Nachleistung). Mit Wiedererlangen der vollständigen Arbeitsfähigkeit erlischt der Anspruch auf Nachleistung. (...)
11.1
Personen, die
aus dem versicherten Personenkreis ausscheiden, haben das Recht, innert 3 Monaten ohne erneute Überprüfung des Gesundheits
zustandes in die Einzel-Taggeldversicherung nach VVG des Versicherers überzutreten.
(...)
11.2
Der Versicherungsnehmer hat versicherten Personen, die aus dem Kreis der Kollektivversicherung ausscheiden, bei Auflösung des Arbeitsver
hält
nisses schriftlich über das
Übertrittsrecht
in die Einzelversicherung und die Frist von 3 Monaten aufzuklären. (...)
11.3 Die Frist beginnt mit dem Ausscheiden aus der Kollektivversicherung, spätestens jedoch mit dem Erhalt der schriftlichen Mitteilung, die auf das Recht auf Übertritt aufmerksam macht. Erhält die versicherte Person eine Nachleistung gemäss
Ziff.
9.4, beginnt die Frist nach Ende der Leistungs
pflicht. In diesem Fall erfolgt die Aufklärung durch den Versicherer.
17.1
Der Versicherer leistet das Taggeld pro Schadenfall während der in der Police aufgeführten Leistungsdauer, abzüglich der vereinbarten Warte
frist. Tage mit teilweiser Arbeitsunfähigkeit zählen als ganze Tage. Vorbe
halten bleiben jene Fälle in denen die versicherte Person nach Aus
scheiden aus der Kollektivversicherung ihr
Übertrittsrecht
nicht ausübt.
23.1
Das Zusammentreffen mit Leistungen von Sozialversicherern darf nicht zu einer Überentschädigung der versicherten Person führen. (...) Die Taggeld
leistungen werden im Nachgang zu den Leistungen von Sozialversiche
rungen und Versicherungen gemäss BVG erbracht. In der Folge beschränkt sich die Leistungspflicht des Versicherers auf die Differenz zwischen den Leistungen von Sozialversicherungen - einschliesslich freiwillige Taggeld
ver
sicherungen nach KVG - und Versicherungen gemäss BVG und der vorerwähnten Überentschädigungsgrenze.
2.
2.1
Der Kläger begründete seinen Standpunkt wie folgt (
Urk.
1):
Erstens sei b
is mindestens Ende September 2016 seine volle Arbeitsunfähigkeit ärztlich atte
stiert und belegt. Unter Ausklammerung einer am 1
8.
Januar 2016 operierten Krebserkrankung sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab
1.
Februar 2016 be
legt, eine im September 2015 gutachterlich prognostizierte Besserung sei nicht eingetreten (S. 11
Ziff.
19).
Zweitens habe d
ie Beklagte
sein Alter (60
Jahre) ausser Acht gelassen und den ihr obliegenden Beweis, dass er nach Ablauf der (minimalen) Übergangsfrist von 3 Monaten ein
e angepasste Tätigkeit finden könnte, nicht erbracht (S. 12). Drittens sei aus näher dargelegten Gründen auch das neue Ereignis (Krebserkrankung) gedeckt (S. 12 f.).
Sodann machte er geltend,
bis Ende Januar 2016 habe er 311 Krankentaggelder bezogen, nämlich
-
bei einer Arbeitsunfähigkeit seit 1
0.
November 2014
-
448 abzüglich 30 Tage Wartefrist abzüglich 107 Tage Anspruch auf IV-Taggeld infolge beruflicher Massnahmen vom
1.
Oktober 2015 bis 1
5.
Januar 2016; somit habe er noch Anspruch auf 389 Taggelder. Der Taggeldanspruch sei somit am 2
3.
Februar 2017 erschöpft (
Urk. 12
S. 3 f.
Ziff.
1.2.1). N
unmehr sei eine Arbeitsunfähigkeit bis und mit 2
3.
Februar 2017 ärztlich attestiert (
Urk.
12 S. 5
Ziff.
2.3).
2.2
Die Beklagte stellte sich auf den Standpunkt (
Urk.
7
),
s
ie anerkenne einen Tag
geldanspruch bezüglich der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50
% vom
1.
Februar bis 3
0.
September 2016 (S. 4), nicht aber bezüglich der auf der Krebserkrankung beruhenden Arbeitsunfähigkeit, denn diese sei nach Ende der Versicherungsdeckung (3
0.
September 2015) eingetreten (S. 4
Ziff.
1)
,
und es liege (noch) kein Einzel-Taggeldversicherungsvertrag vor (S. 4 f.
Ziff.
2)
, wobei angesichts der Unzulässigkeit einer rückwirkenden Versicherung die genannte Arbeitsunfähigkeit auch bei einem späteren Übertritt in die Einzel-Taggeld
ver
sicherung nicht gedeckt wäre (S. 5
Ziff.
3)
.
Sodann machte sie geltend, aus dem Bezug von IV-Taggeldern resultiere keine
Erhöhung oder Erweiterung des vertraglich festgelegten maximalen
Taggeldan
-
spruchs, weshalb der Anspruch des Klägers nach Ablauf von 700 Tagen am
9.
November 2016 ausgeschöpft gewesen sei (
Urk.
16 S. 3
Ziff.
1.2.1).
2.3
Unbestritten ist
mittlerweile
die Höhe des allfälligen Taggelds von
Fr.
145.03
bei voller Arbeitsunfähigkeit und von
Fr.
72.515
bei einer solchen von 50
%
(
Urk.
8
S
.
2 f.
,
Urk.
12 S. 4
Ziff.
2.1).
Unbestritten ist auch, dass die
Überentschädigungsbestimmungen der Beklagten gemäss deren anwendbaren AVB
zu berücksichtigen sind
(
Urk.
20,
Urk.
23 S. 2).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob ein Taggeldanspruch für die 50
%
übersteigende
Arbeitsunfähigkeit infolge einer Krebserkrankung besteht, und wann der allfällige
Taggeldanspruch erschöpf
t
war.
3.
3.1
Das Arbeitsverhältnis des Klägers mit der Versicherungsnehmerin endete am 3
0.
September 2015
(
Urk.
2/7 =
Urk.
8/29/2). Damit endete gemäss
Ziff.
9.3 lit. a
AVB (vorstehend E.
1.5) der Versicherungsschutz, unter Wahrung des Leistungs
anspruchs für den bereits laufenden Fall (Nachleistung) gemäss
Ziff.
9.4 AVB.
3.2
Dass die im Januar 2016 operierte Krebserkrankung noch vor dem 3
0.
Septem
ber 2015 aufgetreten sei, wurde vom Kläger weder behauptet noch belegt. Ein genauer Zeitpunkt lässt sich den Akten nicht entnehmen
, d
er Kläger hat dies
bezüglich keine Belege beigebracht
. Der Zeitpunkt lässt sich wie folgt eingren
zen: Im Bericht von
Dr.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 1
9.
November 2015 (
Urk.
2/12) wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert und als einzige Diagnose eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F31.11) nach schwerer Erkrankung und Tod der Ehefrau (Z63) genannt. In der Mitteilung der IV über den Abbruch des Arbeitsversuchs (
Urk.
2/14) wurde sodann ausgeführt wurde, der Kläger habe am 1
7.
Dezember 2015 mitgeteilt, er werde voraussichtlich am 1
8.
Januar 2016 operiert (S. 1). Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass die Krebserkrankung im Dezember 2015 aufgetreten beziehungsweise diagnostiziert worden ist.
3.3
Im Dezember 2015, dem Zeitpunkt des Auftretens der Erkrankung, die eine 50
% übersteigende Arbeitsunfähigkeit begründete
(vorstehend E. 3.2)
, bestand keine Versicherungsdeckung aus dem Kollektivvertrag mehr, endete diese doch am 3
0.
September 2015 (vorstehend E. 3.1).
Der Kläger war in diesem Zeitpunkt auch nicht infolge Übertritts in die
Einzeltaggeldversicherung versichert. Am
8.
Oktober 2015 hatte ihn die Beklagte
auf das Recht hingewiesen, innert dreier Monate in die Einzelversicherung über
zutreten, und ihm das entsprechende Formular zugestellt (
Urk.
2/11). Der Kläger hat von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht. Davon ist er selber auch ausgegangen, hat
er
doch einen solchen Übertritt am 2
8.
Februar 2017
bean
-
tragt (
Urk.
13/2),
was nur einen Sinn ergibt, wenn bis dahin noch kein Übertritt erfolgt ist.
3.4
Daraus folgt zusammengefasst, dass im Zeitpunkt des Auftretens der eine 50
%
übersteigende Arbeitsunfähigkeit begründenden Erkrankung (Dezember 2015) keine Versicherungsdeckung (mehr) aus dem Kollektivvertrag bestand und mangels Übertritt
s
auch keine solche aus einer Einzelversicherung.
Damit hat der Kläger keinen Anspruch auf Leistungen für eine 50
%
über
steigende Arbeitsunfähigkeit.
4.
4.1
In der massgebenden Police ist festgehalten, dass die Leistungsdauer 730 Tage pro Fall und die Wartefrist 30 Tage pro Fall beträgt (
Urk.
8/1 S. 2 Mitte), was denn auch unbestritten ist.
Strittig ist hingegen, ob sich die 107 Tage, an denen dem Kläger ei
n IV-Taggeld ausgerichtet wurde
, auf die Ermittlung der Leistungsdauer auswirken. Der Kläger machte diesbezüglich geltend, dass das Ende seines Leistungsanspruch
s
entsprechend hinausgeschoben werde (vorstehend E. 2.1), die Beklagte
vertrat den gegenteiligen Standpunkt (vorstehend E. 2.2).
4.2
Der Kläger hat seinen Standpunkt nicht näher begründet (vgl.
Urk.
12 S.
3
Ziff.
1.2.1). Es ergeben sich auch aus den AVB (vorstehend E. 1.5) keine Anhaltspunkte, welche den Standpunkt als richtig erscheinen liessen.
So finden sich i
n
Ziff.
17.1 betreffend Leistungsdauer keinerlei diesbezüglichen Einschrän
kungen beziehungsweise Erweiterungen.
Ein klarer Schluss lässt sich vielmehr und umgekehrt aus
Ziff.
23.1 ziehen, wonach die Taggeldleistungen im Nachgang zu den Leistungen von
Sozialver
-
sicherungen erbracht werden, und zwar im Umfang der Differenz zwischen den beiden Leistungsansprüchen. Dies lässt deutlich werden, dass für den Fall, dass zur gleichen Zeit Ansprüche aus der Taggeldversicherung und aus einer Sozialversicherung bestehen, der Anspruch aus der Taggeldversicherung nicht etwa ruht, sondern in
dem Umfang weiterbesteht, als
er denjenigen aus der Sozialversicherung übersteigt.
Nicht weil ihre Leistungspflicht geruht hätte, erbrachte die Beklagte in der betreffenden Zeitspanne keine Taggeldleistungen, sondern weil das Krankentaggeld von
Fr.
145.05 dasjenige der
Sozialversiche
-
rung
(IV) von
Fr.
145.60 nicht überstieg (
Urk.
12 S. 4 oben).
4.3
Die
s
führt zusammengefasst zum Schluss, dass die Leistungsdauer von netto 700 Tagen am
9.
November 2016 erschöpft war, ein allfälliger Taggeldanspruch des Klägers somit 282 Tage umfasste.
5.
5.1
Der Kläger hat Anspruch auf ein Taggeld entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, mithin
Fr.
72.515,
vom
1.
Februar bis
9.
November 2016, mithin
während 282 Tagen, was total
Fr.
20'449.23 ergibt.
5.2
In der gleichen Zeitspanne hat
te
er Anspruch auf eine IV-Rente in der Höhe von
Fr.
2'083.-- pro Monat. Die
s
ergibt ein Total von
Fr.
19'371.90 (9.3 Monate x
Fr.
2'083.--).
5.3
Gemäss
Ziff.
23.1 AVB (vorstehend E. 1.5) beschränkt sich die Leistungspflicht der
Beklagten
in einer solchen Konstellation auf die Differenz zwischen ihrer Leistung und der von der Sozialversicherung erbrachten Leistung.
Diese Differenz beträgt
Fr.
1'077.33 beziehungsweise gerundet
Fr.
1’077.
3
5.
Darauf - zuzüglich Zins zu 5
%
ab mittlerem Verfall - hat der Kläger Anspruch. In diesem Umfang ist Klage teilweise gutzuheissen.
6.
Der Rechtsvertreter des Klägers hat eine Honorarrechnung im Betrag von
Fr.
7'908.95 eingereicht (
Urk.
25)
,
welche nur bis zum Umfang des praxisge
mässen Stundenansätzen von Fr. 220.
--
(zuzüglich der Mehrwertsteuer) berück
sichtigt werden kann, was Fr. 6
'
960.-- ergibt
.
Die teilweise Gutheissung der Klage in der Höhe von
Fr.
1'077.30 entspricht gegenüber dem ursprünglich eingeklagten Betrag von
Fr.
45'322.45 einem Obsie
gen im
Umfang von rund 1/4
0.
Entsprechend ist die Prozessentschädigung zu bemessen: Die Beklagte hat dem Kläger eine reduzierte Prozessentschädigung von
Fr.
200.-- (inklusive Baraus
-
lagen und Mehrwertsteuern) zu entrichten.