# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ac2e332-ccca-4233-960b-269f2e3717ad
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
75
, arbeitete
seit dem
1.
Oktober 2010 bei der
A._
als
Bauhilfsarbeiter
und war dadurch bei der
Suva
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als
er
sich am
7.
Februar 2014 beim Reinigen
einer
Mischmörtelpumpe den linken Arm
ein
klemmte und
verletzte
(Urk. 11/
1
,
Urk.
11/15,
Urk.
11/11
).
Die erstbehandeln
den Ärzte
des B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
diagnostizierten eine
subtotale Amputation des Unterarms proxi
mal links und operierten den Versicherten noch am Unfalltag (
Urk.
11/14)
.
Die Suva erbrachte in der Folge di
e gesetzlichen Leistungen (
Urk.
11/
2,
Urk.
11/3
).
Nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
1.
November 2016
(
Urk.
11/207)
sprach die Suva dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2016 ab
1.
Februar 2017 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 28
%
eine Rente sowie eine In
tegritätsentschädigung in der Höhe von
Fr.
56‘700.--
bei einer
Integri
tätseinbusse
von
45
%
zu (
Urk.
11/
217
). Die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
11/
222,
Urk.
11/242
) wurde mit Entscheid vom
4.
Oktober 2017
in dem Sinne
gutgeheissen
, als dem Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Einschränkung von 50
%
zugesprochen wurde
(
Urk.
11/2
60
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2.
November 2017
Bes
chwerde gegen den
Einspra
cheent
scheid
vom
4.
Oktober 2017
(Urk. 2) und beantragte, di
eser sei aufzuheben und es sei
ihm
eine volle Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei ein medi
zinisches Gutachten in Auftrag zu geben, um die medizinischen Einschränkungen feststellen zu lassen und die daraus entstandene Invalidität berechnen zu können (
Urk.
1 S. 2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Februar 2018 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
3.
März 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
7.
Februar 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Inva
lidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG).
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geld
leistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befrag
te Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be
darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die medizinischen Abklärungen,
insbesondere die kreisärztliche Untersuchung vom 1
1.
November 2016
davon a
us,
in Gesamtschau der vorliegenden Berichte und der kreisärztlichen Untersu
chung sei der Beschwerdeführer als Einhänd
ig
er einzuschätzen. Entsprechend sei eine Tätigkeit nur mit der rechten Hand ausführbar (S. 5 unten). Auch betreffend Zumutbarkei
t
sprofil könne auf den Bericht der kreisärztlichen Untersuchung abgestellt werden.
Es
würden
denn auch - abgesehen von der durchgehenden,
unbegründeten Bestätigung einer Arbeitsunfähigkeit von 100% durch den Haus
arzt - keine Arztberichte in den Akten
vorliegen
, die dem entgegenstehen würden.
Dem Vorbringen in der Einsprache, der Versicherte könne gar nichts mehr arbei
ten, sei die gefestigte Rechtsprechung des Bundesgerichts entgegenzuhalten. Dem
nach bestünden
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten selbst für Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten
seien
und überdies nur
noch leichte Arbeit verrichten können (
S. 7 unten).
2.2
Dagegen stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1), er sei nicht mehr in der Lage einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Seit dem Unfall befinde er sich in medizinischer Behandlung. Die Prognosen seien schlecht. Er be
streite, dass er in einer angepassten Tätigkeit eine hypothetische residuale
Arbeits
fähigkeit verwerten könne. Sämtliche Mediziner wie auch die Suva wür
den
davon ausgehen, dass er nicht mehr in seinem angestammten Beruf oder in einem Beruf auf dem Bau arbeiten könne (S. 3). Er gelte als Einarmiger. Als Linkshänder bleibe ihm nur noch der Gebrauch des rechten Armes übrig. Die Feinmotorik dieses
Armes sei jedoch durch die persistierenden Schmerzen stark beeinträchtigt. Er sei 42 Jahre alt, habe keine Ausbildung und spreche kein Wort Deutsch. Ge
mäss Aussage der
Stiftung
Profil-Arbeit&Handicap
gebe es auf dem Arbeitsmarkt nur sehr wenige Tätigkeiten, die von einer Person mit seinem Profil durchgeführt werden könn
t
en und die wirtschaftlich nachhaltig seien. Meistens stünden für Leute wie ihn nur einige
Minipensen
zu sehr tiefen Lohnbedingungen zur Ver
fü
gung. Von einer angepassten Tätigkeit, die es ihm erlauben sollte, seinen Lebens
unterhalt zu finanzieren, sei hier kaum die Rede. Die Frage sei, ob ein potentieller Arbeitgeber ihn in Anbetracht seines eingeschränkten Tätigkeits
profils und der noch bestehenden Fähigkeiten tatsächlich einstellen würde (S. 4). Es werde sich kaum ein Arbeitgeber finden lassen, der ihn einstellen würde. Aus Sicht des RAV sei er nicht vermittelbar. Es erstaune daher umso mehr, dass die Suva davon aus
gehe, dass er in der Lage sein solle, als unausgebildeter, unter konstanten Schmerzen leidender Einarmiger, ohne dominanten Arm, so viel wie vor dem Unfall zu erwirtschaften. Der Entscheid der Suva basiere nur auf einer abstrakten Bemessung der Arbeitsfähigkeit, ohne sich die konkrete Frage der effektiven Umsetzung dieser Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu stellen.
Kombiniere man alle Leidenselemente, verstehe man viel besser, warum eine Wiederaufnahme der Arbeit zurzeit utopisch sei. Er sei vollumfänglich arbeitsunfähig und werde es in Zukunft auch bleiben. Er habe somit Anrecht auf eine angemessene Inva
lidenrente (S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Höhe des Invaliditätsgrades, wobei
insbesondere darüber Uneinigkeit besteht, in welchem Umfang der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist.
3.
3.1
Am
7.
Februar 2014 wurde der Beschwerdeführer laut Unfallmeldung vom 1
1.
Februar 2014 beim Reinigen einer Mischmörte
l
pumpe in das Mischwerk gezogen
und erlitt
dadurch
eine subtotale Amputation des linken Unterarms (
Urk.
11/1
Ziff.
6,
Urk.
9,
Urk.
11/14
,
Urk.
11/48/21-22
).
Er war daher vom
7.
bis 1
7.
Februar 2014 im
B._
hospitalisiert und wurde mehrfach operiert (
Urk.
11/15).
3.2
Die Ärzte der
C._
berichteten am 1
8.
April 2014 (
Urk.
11/
33
/1-3
) von einer stationären Rehabilitation vom 1
7.
Februar bis 1
1.
April 2014 und nannten als Diagnosen eine subtotale Amputation des Unterarms proximal links (beidhändig dominant). Bei Austritt hätten folgende Probleme bestanden: ein ver
minderter Arm-/Handeinsatz links (der Beschwerdeführer trage einen mass
ge
f
ertigten Kompressionshandschuh)
,
Einschränkungen in
Aktivitäten des tägli
chen Lebens
sowie spärliche Deutschkenntnisse (S. 1). Die stationäre Rehabilitation sei im Wesentlichen komplikationslos mit zeitgerechter Wundheilung und guter lokaler Abschwellung sowie zunehmender Hand- und Handgelenksfunktion links verlaufen.
Bei Klinikaustritt habe eine
Fallhand
und ein
imkompletter
Faust
schluss links bestanden. Elektromyographisch sei eine
axonale
Schädigung des
N.
medianus
und des
N.
radialis
bestätigt worden. Zu erwähnen sei, dass die Untersuchung durch Narben und Wunden zum Teil erschwert gewesen sei und möglicherweise ein Teil der Paresen durch lokale Muskelläs
ionen mitbedingt gewesen seien (
S. 2 Mitte).
Die aktuelle Tätigkeit als (angelernter) Bodenleger sei nicht mehr zumutbar und es bestehe ab dem 1
1.
April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1
unten
). Auch andere berufliche Tätigkeiten seien aktu
ell nicht zumutbar (S. 2 oben).
3.3
Die Ärzte des
B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, führten im Bericht vom
1.
Juli 2014 (
Urk.
11/66) aus, bei Status nach subtotaler Ampu
tation des linken Unterarms zei
ge sich eine komplette
axonale
Schädigung
des
N.
interosseus
posterior
,
was gut zum klinischen Bild einer noch erhaltenen, radialen Extensionsbewegung des Handgelenks passe. Zusätzlich bestehe eine schwere, aber nicht komplette
Medianus
-Läsion am Unterarm, wobei die Sensi
bilität partiell intakt sei und sich auch die Motorik zu erholen scheine, wobei die laterale
Thenarmmus
k
ulatur
noch
dennerviert
sei (S. 2).
3.4
Die Ärzte des
B._
berichteten am 1
9.
August 2014 (
Urk.
11/
76 =
Urk.
11/87/4-5)
über eine
Hospitalisation
vom 1
4.
bis 1
6.
August 2014
und nannten als Diagnose einen s
törenden
Radialisausfall
bei Status nach subtotaler Amputation Unterarm proximal links am
7.
Februar 2014 (S. 1). Die Ärzte berichteten weiter von einem problemlosen
peri
- und postoperativen Verlauf (S. 2).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
B._
,
berichtete am
2.
Dezem
ber 2014 (
Urk.
11/101 =
Urk.
11/106/2-3) von einer neurologischen und elektro
diagnostischen Untersuchung und führte dazu aus, im Vordergrund der Be
schwer
den stünden aktuell brennende, elektrisierende Missempfindungen im Bereich der Finger I, II und III sowie radial IV der linken Hand, sowie Missempfindungen und Schmerzen am medialen Unterarm radialer Unterarm
dorso
-proximal und bei Dehn
bewegungen am radialen Handgelenk. Es bestünden starke Überempfind
lichkeiten und Berührungsschmerzen. Durch die bisherige Behandlung mit
Lyrica
und
Capsaicin
sei es nicht zu einer relevanten Besserung gekommen (S. 1). Es könn
t
en folgende Probleme identifiziert werden. Es bestünden
Reinnervations
-Neuralgien des
N.
medianus
mit Hyperalgesie im
Medianusversorgungsgebiet
. Erfreulicherweise könne neurographisch zur Voruntersuchung nun eine
Reinner
vation
im Bereich des
Thenars
objektiviert werden. Es bestünden belastungs
ab
häng
ige Handgelenksschmerzen sowie
n
euralgiforme
Schmerzen im Sinne einer
Irrititationsneuralgie
des
N.
cutaneus
antebrachii
medialis
, eines
Radialis
Astes, sensibel am proximalen
dorso
-radialen Unterarm sowie des R.
superficialis
N.
radialis
bewegungsabhängig (S. 2).
3.6
Die Ärzte des
B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, berichteten am 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
11/115 =
Urk.
11/117/5-6
=
Urk.
11/130/1-2
) von einer
Hospitalisation
vom 1
8.
bis 2
1.
Januar 2015 und nannten als Diagnose eine
Syno
stose
radiounal
proximal links bei Status nach subtotaler Amputation Unter
arm proximal links am
7.
Februar 201
4.
Dazu führten sie aus, der Beschwer
de
führer
berichte
über eine weiterhin bestehende, unveränderte linksseitige Arm- und Handschwäche ab Ellenbogenregion und
Sensibiliätsverlust
an den Finger
kuppen der ersten drei Finger. Weiterhin leide er unter einer stark ausgeprägten Hyperästhesie am gesamten linken Unterarm mit Ausnahme eines zirka 2 mal 2
Zentimeter grossen Areals an der distalen
Ulna
(S. 1). Der
perioperative
Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Am ersten postoperativen Tag habe eine Bestrahlung durch die Kollegen der Radio-Onkologie stattgefunden. Es bestehe vom 1
9.
Januar bis
1.
Februar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.7
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.5) führte im Bericht vom 2
4.
Februar
2015 (
Urk.
11
/123) aus, seit der letzten neurologischen Untersuchung sei es zu zu
nehmenden Schmerzen im Bereich der linken Hand gekommen. Es bestehe eine Überempfindlichkeit bei geringsten Berührungen. Im Wesentlichen bestehe ein unveränderter neurologischer Befund. Neu best
ünden
eine ausgeprägte Hyper
ästhesie und neuropathische Schmerzen bei Berührungen an den
Medianus
-Fingern links. Die neuropathischen Schmerzen seien im Rahmen einer
Reinner
vation
zu interpretieren (S. 1).
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie,
B._
,
führte im Bericht vom
1
1.
Mai 2015 (
Urk.
11/137/3-4) nach handchirurgischer Sprechstunde aus, er habe
heute den Beschwerdeführer nochmals kontrolliert. Er habe ihm erklärt, dass im Moment keine deutliche chirurgische Indikation bestehe, um die Situation ver
bessern zu können. Ein Eingriff am distalen Radio-
Ulnargelenk
würde nicht mit Sicherheit eine verbesserte schmerzfreie Pronation/
Suspination
erbringen. Es stelle sich also die Frage, ob es überhaupt eine Indikation für eine chirurgische Intervention gebe, da noch neuropathische Schmerzen im Vordergrund stünden, die noch verbessert werden müss
t
en (S. 2).
3.9
Im Sprechstundenbericht vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
11/144) führte
Dr.
E._
(vor
stehend E.
3.8)
aus, es zeige sich eine Verschlechterung der neuropathischen Schmerzen und der Hypersensibilität der Hand im Bereich des
N.
medianus
. Der Beschwerdeführer habe ein deutliches
Tinel
-Zeichen, genau an der distalen Grenze des Karpaltunnels, proximal davon nicht. Er zeige eine Schonhaltung («
Überschützung
») und die Finger seien etwas steifer und geschwollen. Das
Tinel
-Zeichen an der anatomischen
Tabatière
sei ein Zeichen der Regeneration des
Ramus
superficialis
des
N.
radialis
. Dies sei ein gutes Zeichen und der Beschwer
deführer verspüre dort auch keine neuropathischen Schmerzen. Nach Rückspra
che mit
Dr.
D._
seien sie der Meinung, dass es sich um ein ganz untypisches CRPS, eine Kompression des
N.
medianus
am Karpaltunnel oder aber um wieder
holte Schmerzen aufgrund der
Reinnervation
, welche allenfalls noch nicht das Ende der Finger erreicht mögen habe, handeln könnte (S. 1 unten f.).
3.10
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5) führte nach elektrodiagnostischer Untersuchung am 1
8.
August 2015 (
Urk.
11/152) aus, klinisch und vor allem elektrodiagnostisch sei es zu einer deutlichen Besserung der Befunde zum Vorzustand gekommen mit
Reinnervation
der
Interosseus
anterior
-Anteile sogar des lateralen
Thenars
mit hier praktisch normaler
Throphik
. Elektrodiagnostisch zeige sich eine weitere Besserung der Befunde
.
Ob tatsächlich ein relevantes Carpaltunnelsyndrom vor
liege oder nicht sei schwierig zu determinieren. Für eine Kompression des
N.
me
di
anus
am Handgelenk links spreche der klinische Befund mit ausgeprägtem
Tinel
-Zeichen auf dieser Höhe, relativ die elektrodiagnostischen Befunde mit nur leichter distal motorischer Latenz, dagegen allerdings die Tatsache, dass es zwischenzeitlich zu einer sehr guten Erholung mit neu auch sensiblen Potentialen gekommen sei. Im Nerven-Ultraschall könne eine fokale
Auftreibung
des
N.
me
dianus
proximal des Carpaltunnels nicht nachgewiesen werden.
Da ein Carpal
tunnel-Syndrom durchaus die Beschwerden erklären könnten, wäre er unter Zusammenschau der klinischen Befunde und der elektrodiagnostischen Indika
tions
stellung für eine Carpaltunnel-Spaltung eher grosszügig (S. 2).
3.11
Dr.
E._
(vorstehend E.
3.8) führte im Bericht vom 1
6.
Dezember
2015 (
Urk.
11/165/2-3) aus, am
2.
September 2015 sei linksseitig eine Carpaltunnel-Spaltung durchgeführt worden, jedoch seien die neuropathischen Schmerzen nicht relevant besser geworden. Der Beschwerdeführer beklage immer noch
Kribbel
parästhesien und elektrisierende Schmerzsensationen im Bereich der linken
Hand. Die Beweglichkeit im Bereich der Langfinger der linken Hand sei komplett, volle Streckung
und
Beugung sei möglich, auch mit Schmerzen. Die Beweg
lich
keit des Daumens sei vermindert. Insgesamt glaube er, dass die konservativen Mass
nahmen etwas gebracht hätten, mehr als die chirurgische Carpaltunnel-
Spal
-
tung
. Er sehe keine Indikation für weitere chirurgische Interventionen (S. 1).
3.12
Die Ärzte des
B._
, Physiotherapie Ergotherapie, führten im Abschlussbericht der Handtherapie vom 1
8.
Februar 2016 (
Urk.
11/172/1-4) aus,
es bestünden elek
tri
sierende Schmerzen bei Berührung (
Allodynie
) im von
N.
medianus
,
N.
ulnaris
und
N.
radialis
innervierten Hautgebiet der linken Hand. Das hindere den Beschwer
deführer daran, die neu gewonnenen Funktionen der linken Hand, Handgelenk und Ellbogen im Alltag einzusetzen. Der Beschwerdeführer berichte, die linke Hand im Alltag nicht einsetzen zu können. Schmerzen bestünden sowohl in Ruhe, wie auch bei Bewegung von Fingern, Daumen und Handgelenk.
3.13
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.5) führte im Bericht vom 1
1.
April
2016 (
Urk.
11/181/5-6
=
Urk.
11/188/1-2
) nach elektrodiagnostischer Untersuchung im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer leide unverändert an starken Schmerzen und einer starken Berührungsempfindlichkeit seiner ganzen linken Hand. Die einzigen zwei Interventionen, die eine gewisse Linderung bringen würden, sei die
Elektrostimulation (S.
1). Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
8.
August 2015
habe sich nun ein vollständiges Bild eines CRPS der linken Hand mit schwerster
Hyperpathie
und
Allodynie
bei bereits geringsten Berührungen im Bereich der linken Handfläche entwickelt. Elektrodiagnostisch würden sich weitgehend un
ver
änderte Befunde einer normalen
Medianus
- und
Ulnaris
-Neurographie zeigen.
Im Nerven-Ultraschall stelle sich der
N.
medianus
normal dar. Der R.
superficialis
könne
im Narbenbereich insbesondere an der Lokalisation wo das
Tinel
-Zeichen am stärksten sei, technisch bedingt nicht lokalisiert werden. Unter Zusammen
schau des bisherigen Verlaufs sei nicht davon auszugehen, dass durch irgend
welche nervenchirurgischen Eingriffe wie Neurom-Chirurgie am R.
superficialis
irgendeine relevante Verbesserung der aktuellen Beschwerden erreicht werden könne.
3.14
Die Ärzte des
B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, berichtete
n
am 1
5.
August
2016 (
Urk.
11/191/2-3)
über eine
Hospitalisation
vom
8.
bis
9.
August 2016 und führten aus, wegen persistierender Schmerzen dorsal über dem distalen Unterarmdrittel sei bei
sonographisch
nachgewiesenem Ganglion im Bereich des zweiten Strecksehnenfaches die Indikation zur Exstirpation gestellt worden. Der Beschwerdeführer leide unverändert an starken Schmerzen und einer starken Berührungsüberempfindlichkeit seiner ganzen linken Hand (S. 1). Der postoperative Verlauf habe sich unauffällig gestaltet (S. 2).
3.15
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Chirurgie,
nannte in der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
1.
November 2016 (
Urk.
11/207) folgende Diagnosen (S. 7):
-
p
ersistierende Schmerzen und eingeschränkte Handfunktion/
Unterarm
funktion bei:
-
Status nach subtotaler Amputation des linken Unterarms proxima
l Februar 2014 mit
Readaptation
-
Status nach verkürzender Osteosynthese Februar 2014
-
Status nach Sehnentransfer zum Extensor
pollicis
longus
FCU und EDC August 2014
-
Status nach Plattenentfernung,
Neurolyse
N.
medianus
, Nervennaht
Ramus
superficialis
N.
radialis
Januar 2015
-
Status nach offener Karpaltunnelspaltung links September 2015
-
Status nach
Tenolyse
EPL links und Ganglienexstirpation August 2016
-
i
m Verlauf Entwicklung eines CRPS im Bereich des linken Unter
arms/
Hand
Dazu führte
Dr.
F._
aus, die klinische Untersuchung sei zur Beurteilung der Abschlussmodalitäten erfolgt.
Entsprechend den vorliegenden Unterlagen
habe der Beschwerdeführer
am
7.
Februar
2014 bei der Arbeit
die
oben dokumentierte Verletzung
erlitten
.
Die
Erstbehandlung
sowie darauffolgende dokumentierte multiple Operationen
sei
en
im
B._
erfolgt
. Des Weiteren
sei
eine engmaschige Betreuung
und Überwachung durch
Dr.
D._
erfolgt
, wobei bei der letzten neurologischen Untersuchung
im
April 2016 weitgehend unveränderte Befunde im Vergleich zu August
2015 erhoben
und
i
n Zusammenschau von weiteren ope
rativen Revisionen abgeraten
worden sei.
Es sei die
Fortführung der TENS-Be
hand
lung
sowie die Indikation zu einem Nervenstimulator zu überprüfen
empfoh
len
worden. D
er Beschwerdeführer gebe
anlässlich der kreisärztlichen Unter
su
chung
an, dass er durch die Entfernung des Ganglions nicht profitiert habe, er sei zurzeit in keiner Behandlung und führe die Therapie mit dem TENS-Gerät und die Gel-Applikation eigentätig durch. Gesamthaft habe sich in seinen Augen in den letzten Wochen/Monaten keine wirkliche Veränderung ergeben
(S. 7 unten)
.
Bei der heutigen klinischen Untersuchung
stelle
sich
der Beschwerdeführer
in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand vor. Die gesamte Anamnese
sei
durch das Schmerzerleben und Fokussierung auf den linken Unterarm geprägt.
Eine wirklich klinische Untersuchung des linken Unterarms
sei
heute im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung nicht möglich
gewesen
.
Der Beschwerdeführer toleriere
überhaupt keine Berührung, obwohl
er
während der
Anamnese eine Bandage ohne vermeh
rte Schmerzäusserung
mehrmals an- und auszieh
e
. Ver
gleiche
man das heutige Verhalten des
Beschwerdeführers
mit dem in den Berichten
von
Dr.
E._
und
Dr.
D._
, so
sei
es nicht kongruent.
Auch während der Anamnese
seien
die Angaben des
Beschwerdeführers
nicht immer stimmig
gewesen
. Einerseits
werde
angegeben, dass die Ehefrau alles für ihn
mache
, während dann im Weiteren angegeben
werde
, dass er zwei Nachbarinnen habe, die ihn sehr unterstützen
würde
n
und er mittlerweile von der Ehefrau getrennt lebe.
Inspektorisch
seien
die Fingernägel an beiden Händen seitengleich gepflegt und seitengleich kurz geschnitten,
die
Pflege würde er selbst durch
füh
ren.
Aufgrund der etwas i
nkongruenten Angaben, und da vom Beschwerde
führer
keine Berührung/
passive Untersuchung toleriert
werde
, stütze
sie ihre
weitere Beurteilung der Gesamtsituation auf die Untersuchungsbefunde
von
Dr.
E._
sowie
Dr.
D._
.
Da sich in den letzten Wochen/Monaten keine Veränderung der Situation auch in den Augen des
Beschwerdeführers
ergeben
habe
und von den behandelnden
Ärzten keine weiteren Therapieo
ptionen
sowie
operative Revision empfohlen
worden seien
,
könne
man gesamthaft von
einem stationären Zustand ausge
hen
(S. 8 oben)
.
In Gesamtschau der vorliegenden Berichte und der heutigen kreisärztlichen Unter
s
uchung
sei der Beschwerdeführer
als
Einhänder
ein
zuschätzen
. Entspre
chend
sei
eine Tätigkeit nur mit der rechten Hand ausführbar. Ei
ne zeitliche Einschränkung liege
bei der postulierten
Einhändigkeit
nicht vor,
der Beschwer
deführer sollte
lediglich die Möglichkeit haben, in der Mittagspause das TENS-Ge
rät zu nutzen, da gemäss vorlie
genden Berichten die Behandlung mit dem TENS-Gerät zu einer Schmerz
reduktion über vier bis sechs Stunden führe
. Eine zeitliche Einschrän
kung
sei
nur dann zu postulieren, wenn der linke Unter-
arm/Hand als Haltehand
fungier
e
, sodass dann zusätzlich alle Stunden eine Pause von 10 Minuten von Nöten wäre
(S. 8 Mitte)
.
Die dokumentierte Funktionseinschränkung des linken Unterarms bei Status nach subtotaler Amputation
sei
nachvollziehbar und unfallkausal
(S. 8 unten)
.
3.16
Zur Behandlung der chronischen Schmerzen erfolgte am 1
3.
März 2017 im
B._
, Institut für Anästhesiologie, eine Erstkonsultation (
Urk.
11/244). Die Ärzte des
B._
führten dazu aus, die ausgedehnten Schmerzen mit
Allodynie
des linken Unterarms seien vereinbar mit einer Neuropathie, wobei der Beschwerdeführer klinisch kaum untersuchbar gewesen sei. Die Ausdehnung und Funktions
ein
schrän
kung der
H
and bei normalen ENMG-Befunden des
N.
medianus
und
ulnaris
zusammen mit der objektivierbaren Hypersudation seien vereinbar mit einem CRPS oder sympathisch unterhaltene
r
Schmerzproblematik. Der Beschwer
deführer stehe aufgrund der vielen Voroperationen invasiven Therapiemög
lichkeiten aktuell skeptisch gegenüber. Mit dem Beschwerdeführer sei deshalb zu
nächst eine Medikamentenaustestung besprochen worden und sie würden anschlies
send diagnostische Nervenblockaden durchführen. Bei Verdacht auf eine sympathische Komponente (
Sudomotorik
) könne eine Ganglion
Stellatum
-Block
ade erfolgen, welche bisher nicht thematisiert worden sei.
In der Kontrolle
und im Bericht
vom 1
7.
Mai 2017 (
Urk.
11/251)
führten die Ärzte des
B._
aus, der Beschwerdeführer habe berichtet, dass die Schmerzen im Wesentlichen unverändert seien. Die autonomischen Funktionsstörungen würden anamnestisch als auch klinisch weiterhin bestehen. Die diagnostische periphere Nervenblockade der Nr.
radialis
et
medianus
links am proximalen Oberarm sei negativ gewesen
. Es sei ein konservatives Therapieprozedere mit zunächst medi
kamentöser Optimierung, erneutem
Beginn einer hand- und ergotherapeutischen Behandlung zum Erhalt der Armfunktionen und Vorbeugung von Atrophien so
wie eine psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung zu empfehlen
(S. 2 oben).
In der Kontrolle und im Bericht vom 1
5.
Juni 2017 (
Urk.
11/253) führten die Ärzte des
B._
aus, die Schmerzen seien unter der aktuellen antineuropathischen The
rapie zunehmend besser. Der Beschwerdeführer habe zudem berichtet, dass er durch die Suva zum Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) geschickt worden sei, welche
s
ihm jedoch keine Praktika vermitteln könne, da er weiterhin 100
%
arbeitsunfähig geschrieben sei. Er wolle gerne zu reduziertem Pensum wieder eine Tätigkeit aufnehmen, welche er einarmig durchführen könne. Aus schmerztherapeutischer Sicht sei dieser Wunsch zu befürworten. Ein Startarbeits
pensum von 20 bis 30
%
wäre zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ideal. Bei aktuell stabiler beziehungsweise sich leicht verbesserter Schmerzsituation sei vorerst eine Fortführung der
etablierten Medikation zu empfehlen (S. 2 oben).
In der Kontrolle und im Bericht vom 2
7.
Juli 2017 (
Urk.
11/255) führten die Ärzte des
B._
aus, aktuell bestehe eine insgesamt zufriedenstellende Schmerzsituation mit nur vereinzelten
Schmerzexazerbationen
. Die Schmerzintensität sei meist im Bereich NRS vier bis fünf und die weitere Steigerung von
Amitriptylin
habe so
wohl qualitativ als auch quantitative Verbesserungen des Schlafes bewirkt. Die transkutane elektrische Nervenstimulation wende der Beschwerdeführer mehr
fach täglich an und habe einen ausgesprochen schmerzlindernden Effekt. Psy
chosozial habe sich auch ei
ne Verbesserung ergeben
. Dieses unter anderem auch da der Beschwerdeführer sich mit der Persistenz der neuropathischen Schmerzen abgefunden habe und nun mit Unterstützung durch das RAV und Freunde eine neue, angepasste Arbeitsstelle suche (S. 2 oben).
In der Kontrolle und im Bericht vom 1
0.
Oktober 2017 (
Urk.
11/264) führten die Ärzte des
B._
aus,
der Beschwerdeführer leide vor allem unter dem Wetter
wechsel. Die durchschnittliche Schmerzstärke betrage zwischen vier bis sechs. B
ei der Untersuchung bestehe eine ausgeprägte Hyperalgesie auf kleinste Berührung sämtlicher Finger, Hyperhidrose links sowie ein Temperaturunterschied von 27.5°
links gegenüber 31° rechts. Der Beschwerdeführer sei sich grundsätzlich bewusst, dass eine komplette Schmerzlinderung kaum möglich sei, er sehe aber noch Optimierungspotential
(S. 2 oben).
4.
4.1
Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die Prüfung des Rentenanspruchs
per
1.
Februar 2017
vorgenommen hat, ist im Hinblick darauf, dass der medizinische Endzustand aus ärztlicher Sicht als erreicht erachtet wird (vgl. vorstehend E. 3.13, E. 3.15), nicht zu beanstanden
und wird vom Beschwerdeführer beschwerdeweise auch nicht bestritten.
Aus medizinischer Sicht i
st
zudem
aktenkundig und unbestritten,
dass die erheb
lichen Funktionseinschränkungen und Beschwerden des linken Unterarms auf den im Februar 2014 erlittenen Unfall zurückzuführen sind, wobei der Beschwer
deführer unter anderem eine subtotale Amputation des linken Unterarms erlitt (vgl. unter anderem vorstehend E. 3.15).
Weiter gehen die Ärzte übereinstimmend davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige körperlich belastende Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter infolge der unfallbedingten Beschwerden am linken Unterarm nicht mehr zumutbar ist (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.6, E. 3.15), was in Kenntnis der erhobenen Befunde sowie der Tatsache, dass der Beschwerdeführer als
funktionell
e
inhänd
ig
er einzustufen ist, ohne weiteres nachvollziehbar und zwischen den Parteien auch nicht
um
-
stritten
ist.
4.2
Im Hinblick auf die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit erweist sich die durch Kreisärztin
Dr.
F._
im November 2016 vorgenommene Beurteilung als schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen ist. So erstattete sie ihre Einschätzung in Kenntnis der entsprechenden
Vorakten
und nahm selbst eine ausführliche klinische Untersuchung des Beschwerdeführers vor.
In Gesamtschau schätzte
Dr.
F._
den Beschwerdeführer als
Einhänder
ein
und erachtete eine Tätigkeit nur mit der rechten Hand ausführbar. Bei postulierter
Einhändigkeit
ging
Dr.
F._
zudem von keiner zeitlichen Einschränkung aus (vgl. vorstehend E. 3.15).
Soweit der Beschwerdeführer
vorbringt, er sei vollumfänglich arbeitsunfähig
(vgl.
Urk.
1 S. 5
),
ist
dem
entgegenzuhalten, dass die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit nicht relevant ist. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu bestimmen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_7/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2).
Eine vom im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung erstellten
Zumutbarkeitsprofil
ab
wei
chende medizinisch
e Einschätzung liegt nicht vor.
Auch die Berichte des Instituts für Anästhesiologie
des
B._
über die Behandlung der chronischen Schmerzen seit März 2017
(vgl. vorstehend E. 3.16
)
sind nicht geeignet, zu einem abweichenden Ergebnis zu führen.
So berichteten die Ärzte darin von einer zunehmenden Besserung der Schmerzen und einer insgesamt zufriedenstellenden Schmerzsituation. Auch wird erneut darüber berichtet, dass die TENS-Behand
lung
einen ausgesprochen schmerzlindernden Effekt habe. Daraus lässt sich im Vergleich zum Befund anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
(vgl. vorsteh
end E. 3.15)
auf eine Besserung der Situation schliessen. Während der Be
schwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung auf der Schmerzskala noch von eine
m Wert von acht
sprach (vgl.
Urk.
11/207 S. 5 Mitte), geht aus den neu
e
sten Bericht
en
des
B._
eine Schmerzintensität von vier bis fünf/sechs
hervor (vgl. vorstehend E. 3.17).
Dass der Beschwerdeführer wie behauptet vollständig arbeitsunfähig ist, ergibt sich indes auch nicht aus den neu
e
sten Bericht
en
des
B._
. So geht beispielsweise aus dem Bericht vom 1
5.
Juni 2017 hervor, dass der Beschwerdeführer gerne zu reduziertem Pensum wieder eine
Tätigkeit, welche er einarmig durchführen könne, aufnehmen wolle (vgl.
Urk.
11/253). Weiter ergibt sich aus dem Bericht vom 2
7.
Juli 2017, dass der Beschwerdeführer mit der Unterstützung des RAV und seiner Freunde eine neue, angepasste Arbeitsstelle suche (vgl.
Urk.
11/255).
4.3
Nach dem Gesagten
ist festzustellen
, dass der Beschwerdeführer aufgrund der unfallbedingten Beschwerden
am linken Unterarm
in der bisherigen Tätigkeit als Bau
hilfs
arbeiter zwar nicht mehr arbeitsfähig ist. Gestützt auf die beweiskräftige kreisärztliche Beurteilung ist er indessen in einer angepassten Tätigkeit in Beach
tung des Belastungsprofils
(vgl. vorstehend E. 3.15)
vollschichtig ei
nsatzfähig
.
Es ist
nach dem Gesagten
nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer geforderte Anordnung eines Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorlie
gen
den Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, dass es für ihn mit seiner Behinderung und Ausbildung keine angepasste Tätigkeit gäbe respektive kaum ein Arbeitgeber bereit wäre ihn einzustellen,
so kann dem nicht gefolgt werden. Zwar ist bei faktischer
Einhändigkeit
eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit
anzunehmen. Der Beschwerdeführer verkennt jedoch, dass
auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt
gemäss
gefestigter Rechtsprechung
(vgl. dazu
Urteil
8C_31/2017 vom 3
0.
März 2017 in Erwägung 6.2)
genügend realistische Betäti
gungs
möglichkeiten selbst für Personen bestehen, die funktionell als Einarmige zu betrachten
sin
d
und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten könn
t
en. Zu denken
ist
etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten sowie die Arbeit als Museums- oder Parkplatzwärter (Urteile 8C_622/2016 vom 2
1.
Dezember 2016 E. 5.2.2, 8C_477/2016 vom
2
3.
November
2016 E.
4.3, 8C_345/2016 vom
1.
September
2016 E.
5, 8C_37/
2
016 vom
8.
Juli 2016 E. 5.1.2).
Es besteht im vorliegenden Fall entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kein Anlass für eine andere Betrachtungsweise.
Der Beschwerdeführer verkennt schliesslich auch, dass die Beschwerdegegnerin de
r
Tatsache, dass er
aufgrund der erheblichen funktionellen Beeinträchtigung der linken Hand sowie weiterer einkommensbeeinflussender Faktoren
die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann
, mit dem maxi
malen
Abzug
von 25
%
vom Tabellenlohn
Rechnung trug (vgl.
Urk.
2 S. 9 oben), was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung angemessen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2008 vom 1
7.
September 2008 E. 3.3.2).
Im Übrigen wird d
ie von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditäts
be
messung
nicht bestritten und ist auch nicht zu beanstanden
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt.