# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c61e97b-d868-4710-a070-01489ea94b87
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene X._
, Mutter von
fünf
Kindern,
reiste am
24. Januar 2011 erstmals in die Schweiz ein (Urk. 8/3-4, Urk. 8/20/9 und Urk. 8/79
/4).
Am 1
3.
Januar 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Beein
trächtigung des psychischen Gesundheitszustandes bei der Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die IV-
Stelle holte einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (
Urk.
8/7), den Bericht des Hausarztes,
Dr.
med. Z._
, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 3
0.
Januar 2015
(
Urk.
8/9/1-6, unter Beilage des Austritts
berichts der Psychiatrischen Universi
tätsklinik
A._
vom 22.
Januar 2014 sowie der Augenklinik des Stadts
pitals
B._
vom 3
1.
Juli, 7.
und 1
4.
September 2012 und vom 12. Dezember 2012 [
Urk.
8/9/7-19]) ein und gab beim Zentrum
C._
ein poly
disziplinäres Gutachten (
Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Ophthalmologie
)
in Auf
trag. Dieses wurde am 14.
Januar 2016 erstattet (Urk. 8/20). Sodann veranlasste sie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsbericht vom 1
8.
Juli 2016,
Urk.
8/28). Nach durchgeführtem
Vor
beschei
dverfahren
(Vorbescheid vom 18.
Juli 2016
,
Urk.
8/33; Einwand vom 1
4.
Septem
ber 2016,
Urk.
8/47;
Einwandb
egründung
vom 3
1.
Oktober 2016,
Urk.
8/53) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 2
0.
April 20
17 rückwirkend ab
1.
Juli 2015 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
8/68). In der Folge
tätigte die IV-Stelle aufgrund der Anmeldung vom 1
3.
Januar 2015 von Amtes wegen Abklärungen hinsichtlich eines allfälligen Anspruchs der Versicherten auf eine
Hilflos
enentschädigung
(
Urk.
8/29/5,
Urk.
8/62 und
Urk.
8/79 [
Abklärungsbericht vom
3.
Mai 2017
]).
Urk. 8/79).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
be
scheid vom 4. Juli 2017, Urk. 8/78)
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. September 2017
einen Anspruch der Versicherten auf eine
Hilflosenent
schä
digung
(Urk. 8/83 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 18. Oktober 2017
Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 19. September 2017 auf
zu
heben und ihr eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2)
.
Ihrer Eingabe legte sie einen ärztlichen Bericht der Augenklinik des Stadt
spitals
B._
vom 17. Oktober 2017 bei
(
Urk. 3/4).
In prozessualer Hinsicht be
antragte
die Versicherte
die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1
S. 2
und Urk. 3/3
).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2017 stellte die IV-Stelle den Antrag auf Einholung einer zusätzlichen Stellungnahme bei der Gutachterstelle
durch das Gericht
(Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten Urk. 8/1-89)
.
In ihrer Stellungnahme
vom 24. Januar 2018
hielt die
Beschwerdeführerin
an ihren
in der Beschwerde
gestellten Anträgen fest und ergänzte diese
mit dem Eventualantrag,
der Zeitpunkt des Eintritts des Gesundheitsschadens
sei
durch das Gericht festzustellen
(
Urk. 11
S. 2
).
Die
Beschwerdegegnerin
wurde m
it Verfü
gung vom 25. Januar 2018 darübe
r in Kenntnis gesetzt (Urk. 12)
.
Sie
verzichtete
mit Eingabe vom 8. Februar 2018
auf
eine Stellungnahme
(Urk. 13)
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung haben
gemäss
Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) schweizerische und aus
ländische Staatsangehörige sowie Staatenlose. Art. 39 IVG bleibt vorbehal
ten. Nach Art. 6 Abs. 2 IVG sind ausländische Staatsangehörige, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhn
lichen Aufenthalt nach Art. 13 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufge
halten haben.
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Nach
Art.
4
Abs.
2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die
Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere
erreicht hat. Dieser Zeitpunkt ist objektiv aufgrund des Gesundheits
zustandes
festzustellen; zufällige externe Faktoren sind unerheb
lich (AHI 2003 S.
209 E. 2a). Das IVG beruht somit auf dem Konzept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 126 V 461 E. 1 mit Hinweis).
1.2.2
Reist eine Person erstmalig in die Schweiz ein und sind die
spezifischen
An
spruchsvoraussetzungen für
eine Leistung
der Invalidenversicherung zu diesem Zeitpunkt bereits erfüllt, so ist der Versicherungsfall bereits eingetreten, bevor die Anspruchsvoraussetzung der Leistung von Beiträgen während mindestens eines vollen Jahres nach Art. 6 Abs. 2 IVG erfüllt sein konnte (vgl. Urteil des Bunde
s
gerichts 8C_93/2017 vom 30. Mai 2017 E. 4.1 mit Hinweis).
1.
3
1.3.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der
Verordnung
über die Invaliden
ver
siche
rung;
IVV
). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
—
Ankleiden, Auskleiden;
—
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
—
Essen;
—
Körperpflege;
—
Verrichtung der Notdurft;
—
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.3
.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.3.3
Gemäss Art. 37 Abs. 3
lit
. d IVV besteht eine Hilflosigkeit leichten Grades, wenn die versicherte Person
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schwe
ren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienst
leis
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann
. Diese Voraus
setzungen gelten bei hochgradig Sehschwachen als erfüllt (
Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH, in der
ab 1.
Januar
2015 gültigen Fassung],
Rz
8064). Eine hochgradige Sehschwäche ist anzunehmen, wenn ein korrigierter
Fernvisus
von beidseitig weniger als 0,2 oder wenn beid
seitig eine Einschränkung des Gesichtsfeldes auf 10 Grad Abstand vom Zentrum (20 Grad horizontaler Durchmesser) vorliegt (Gesichtsfeldmessung: Goldmann-Perimeter Marke III/4).
Bestehen g
leichzeitig eine Verminde
rung der Sehschärfe und eine Gesichtsfeld
einschränkung, ohne dass aber die Grenzwerte erreicht werden, so ist eine hoch
gradige Sehschwäche anzunehmen, wenn sie die gleichen Auswirkungen wie eine
Visusverminderung
oder Gesichtsfeldein
schr
änkung vom erwähnten Ausmass ha
ben (ZAK 1982 S. 264). D
ies gilt auch bei anderen Beein
trächtigungen des Gesichtsf
eldes (KSIH
Rz
8065
).
Eine blinde oder hochgradig sehschwache Person gilt als leicht hilflos, ohne dass im Einzelfall zu prüfen wäre, ob sie nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (
Urteil des Bundesgerichts 8C_310/2009 vom 24. August 2009, E. 10.1 mit Hinweisen
).
1.4
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts richtet sich der zeitliche Beginn des Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung
nach Vollendung des ersten Lebensjahres entgegen dem wörtlich verstandenen Verweis in Art. 42 Abs. 4 IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG. Vielmehr gelangt sinngemäss Art. 28 Abs. 1 IVG zu den
Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente zur Anwendung (BGE 137 V 351 Regeste
und E. 5.1 unter Hinweis auf die – vom Bundesgericht als rechtmässig bezeichnete und seit dem 1. Januar 2008 unveränderte – Randziffer 8092 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherung über Invalidität und Hilf
losigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]). Der Anspruch auf eine
Hilf
losenentschädigung
entsteht demnach grundsätzlich nach dem Ablauf eines Wartejahres in sinngemässer Anwendung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG.
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die
Beschwerdeinstanz
in der Regel ein Gerichtsgutachten
ein
zuholen
, wenn sie im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sachverhalt müsse (insge
samt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht,
zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage
ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausfüh
rungen erforderlich ist (
BGE 139 V 99 E. 1.1,
137 V 210 E. 4.4.1.4
; Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2017 vom
9.
Februar 2018 E. 3.1).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin eine
Hilflosenent
schä
di
gung
zusteht.
2.2
2.2.1
Die einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine
Hilflosenentschädigung
ver
nei
nende Verfügung
vom 1
9.
September 2017
basiert auf dem von der Beschwer
degegnerin im Rahmen der Rentenprüfung eingeholten polydiszip
linären Gut
achten des
C._
vom 1
4.
Januar 2016 (
Urk.
8/20)
so
wie dem Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
vom
3.
Mai 2017 (
Urk.
8/79
).
2.2.2
G
emäss dem genannten
Gutachten leidet die Beschwerdeführerin im Wesent
li
chen unter einer depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit geringen Symptomen, einem
Kapselhäutchenglaukom
fere
absolutum
rechts bei Status nach filtrierendem Eingriff mit Implantation eines Ex-PRESS-Shunts mit MMC (0.25mg/ml) sowie einem
Glaucoma
chronicum
simplex
links (
Urk.
8/20/25; vgl.
Urk.
8/20/15).
Vom ophthalmologischen Gutachter wurde
am rechten Auge eine Erblindung
(Amaurose)
sowie am linken Auge ein
korrigierter
Fernvisus
von 0.8 und ein hochgradig eingeengtes Gesichtsfeld von 30 Grad mit der grössten Marke V/4 und eine kleine Gesichtsfeldinsel mit der Mark
e I/4 festgestellt (
Urk.
8/20/14-15).
2.2.3
Im Abklärungsbericht vom
3.
Mai 2017
wurde – unter
Hinweis auf eine Stel
lungnahme des RAD
vom 2
0.
März 2017 (
Urk.
8/62
und
Urk.
52 [Bericht der Augenklinik des Stadtspitals
B._
vom 2
1.
September 2016]
) – festgehalten, die
Hilflosenentschädigung
im Sonderfall
(gemäss
Art.
37
Abs.
3
lit
. d IVV)
auf
grund der Sehbehi
nderung sei nicht gegeben. Die Beschwerdeführerin sei in sämt
lichen alltäglichen Lebensverrichtungen selbständig. Sie sei sodann auf
grund der gutachterlichen Diagnosen weder auf dauernde medizinisch-pflege
rische Hilfe oder dauernde persönliche Überwachung noch dauernd und regel
mässig auf lebenspraktische Begleitung angewiesen (
Urk.
8/79)
2.2.4
Dem von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerde eingereichten Bericht von
Dr. med. univ. D._
Fachärztin FMH für Ophthalmologie, von der Augen
klinik des Stadtspitals
B._
vom 17. Oktober 2017 sind folgende
o
phthal
molo
gische Diagnosen zu entnehmen (Urk. 3/4):
-
Ocul
us
sinister: Funktionelle
Monoke
lsituation
mit/bei:
-
Oculi
uterque
:
Pseudoexfoliationsglaukom
-
Oculus
dexter
: Amaurose bei
Glaucoma
absolutum
Zustand nach Express-Shunt mit
Mitomycin
C am 07.09.2012
-
Oculus
sinister:
Glaucoma
fere
absolutum
mit zentralem Gesichtsfeldrest
-
Aktuell
:
Tensio
unter Lokaltherapie kompensiert
-
Keratokonjunktivitis
sicca
Bei der
Beschwerdeführerin
liege am rechten Auge eine vollständige Erblindung im Rahmen ihrer
Glaukomerkrankung
vor. Das linke Auge sei also das einzig funktionelle Auge. An diesem linken Auge habe die
Beschwerdeführerin
bei
der letzten Untersuchung am 18. September
2017 eine Sehschärfe von 0.6 erreicht. Es liege jedoch eine hochgradige Einschränkung des Gesichtsfeldes am funktio
nell einzigen, l
inken Auge auf die zentralen 10 Grad
vor (horizontaler
Gesamt
durchmes
ser des Gesichtsfeldes knapp 20 Grad
). Dies sei mit Marke V/4 gemessen
worden, da kleinere/lichtschwächere Marken praktisch nicht mehr gesehen
worden
seien
. Da es sich dabei um das einzige sehende Auge der
Beschwerdeführerin
handle, sei von einer hochgradigen Sehbehinderung auszugehen (Urk. 3/4).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin stellte die besagten Feststellungen im Gutachten des
C._
vom 1
4.
Januar 2016 nicht und diejenigen im Abklärungsbericht vom
3.
Mai 20
17
nur insofern in Frage, als darin
die Voraussetzungen für eine
Hilflosenent
schä
digung
wegen leichter Hilflosigkeit im Sinne von
Art.
37
Abs.
3 lt. d IVV
als nicht erfüllt bezeichnet wurden. Zu einer näheren Prüfung der übrigen Feststellungen der Abklärungsperson von Amtes wegen besteht kein Anlass.
Zu prüfen ist demnach einzig, ob die Voraussetzungen für eine
Hilflosenent
schädigung
im Sonderfall gemäss
Art.
37
Abs. 3
lit
. d
IVV
erfüllt sind.
3.2
Die Beschwerdeführerin beruft sich zur Begründung ihres dahingehenden Stand
punktes auf den Bericht der Augenklinik d
es Stadtspitals
B._
vom 17. Oktober 201
7
(vgl. E.
2.2.4
)
. Zu diesem Bericht ist zu bemerken, dass
er
zwar erst nach Erlass der – rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
der richterlichen Über
prüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 445 E. 1.2 mit Hinweisen) – Verfügung vom 19. September 2017 verfasst wurde. Die darin gemachten Feststellungen beziehen sich jedoch auf eine (kurz) vo
rher durchgeführte Untersuchung. Der Bericht erlaubt somit
Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltung
sverfahrens gegebene Situation
und
ist
daher in die Beurteilung mit
einzubeziehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_235/2016 vom 26. Januar 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.3
Die Beschwerdegegnerin pflichtete der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde
antwort vom 1
1.
Dezember 2017 darin bei, dass
– aufgrund der Ergebnisse der in der Augenklinik des Stadtspitals
B._
am 18. September 2017 durchgeführten Untersuchungen
– im Verfügungszeitpunkt die Grenzwerte gemäss
Rz
8065 KSIH (beidseits korrigierter Fernvirus von weniger als 0,2 oder beidseitige Einschrän
kung des Gesichtsfeldes auf 10 Grad Abstand vom Zentrum [horizontaler Durch
messer]) – hinsichtlich der Einschränkung des Gesichtsfeldes bei beiden Augen erreicht waren (
Urk.
7 S. 1).
Die Parteien sind sich sodann auch darin einig, dass die besagten Grenzwerte im Zeitpunkt der Begutachtung
(November 2015)
beim linken Auge weder hinsicht
lich des korrigierten
Fernvisus
noch hinsichtlich der Einschränkung des Gesichts
feldes erfüllt waren (
Urk.
7 S. 2 und
Urk.
11 S. 2).
Unter diesen Umständen könnte gemäss
Rz
8065 KSIH im Verfügungszeitpunkt ein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
im Sonderfall gemäss
Art.
37 Abs. 3
lit
. d IVV – unstrittig – nur (aber immerhin) dann bejaht werden, wenn im
vorangegangenen Jahr (vgl. E. 1.4) die Verminderung der Sehschärfe in Verbin
dung mit der Gesichtsfeldeinschränkung die gleichen Auswirkungen hatte, wie eine
Visusverminderung
oder Gesichtsfeldeinschränkung vom erwähnten Aus
mass. Ob und gegebenenfalls ab wann dieser «Auffangtatbestand» von
Rz
8065 KSIH erfüllt war, kann aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten – un
strittig – nicht beurteilt werden. Vielmehr bedarf es hierfür einer fachärztlichen Stellungnahme.
3.4
Das Gutachten des
C._
vom 16. Januar 2016
wurde von der Beschwerdegegnerin im Hinblick auf die Rentenprüfung veranlasst. Die den Gutachtern unterbreiteten
Fragen beschlugen dementsprechend insbesondere die Auswirkungen des Gesun
d
heitszustandes der Beschwerdeführerin auf die Arbeitsfähigkeit. Zur bei der
Hilflosenentschädigung
verlangten Hilflosigkeit hatten sich die Gutachter nicht zu äussern. Die Beschwerdegegnerin hat zwar in der Folge – zu Recht – beim RAD nachgefragt, ob die Voraussetzungen für eine
Hilflosenentschädigung
im Sonder
fall aufgrund einer Sehbehinderung erfüllt seien. Sie legte die Anfrage aber nicht einem Facharzt resp. einer Fachärztin vor. Die Stellung nehmende RAD-Ärztin
Dr.
m
ed. E._
, Praktische Ärztin, äusserte sich sodann nur zu den in
Rz
8065 KSIH aufgeführten Grenzwerten. Mit Blick auf die im Gutachten
des
C._
vom 14. Januar 2016 sowie im Bericht der Augenklinik des Stadtspitals
B._
vo
m 2
1.
September 2016 (
Urk.
8/52) erhob
enen ophthalmologischen Befunde, namentlich auch beim rechten Auge (Blindheit), hätte indessen schon damals fachärztlich geprüft werden müssen, ob und gegebenenfalls seit wann der besagte «Auffangtatbestand» von
Rz
8065 erfüllt ist.
Demnach hat die Beschwerdegegnerin den anspruchserheblichen Sachverhalt jedenfalls nicht hinreichend abgeklärt.
4.
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie hinsichtlich der Frage, ob und gege
benenfalls seit wann die Verminderung der Sehschärfe in Verbindung mit der Gesichtsfeldeinschränkung der Beschwerdeführerin die gleichen Auswirkungen hatte, wie eine
Visusverminderung
oder Gesichtsfeldeinschränkung vom erwähn
ten Ausmass gemäss
Rz
8065 KSIH, eine fachärztliche Stellungnahme beim
C._
oder beim RAD einhole (vgl. E. 1.6). Danach hat sie über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädigung
erneut zu verfügen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Zu erwähnen bleibt, dass laut der Beurteilung des ophthalmologischen Gutachters
des
C._
die Beschwerdeführerin «mit diesem schweren Augenleiden»
in die Schweiz eingereist ist (
Urk.
8/20/16; vgl.
Urk.
8/20/30). Die Beschwerdegegnerin wird daher – je nach dem Ergebnis der von ihr zu tätigenden ergänzenden Abklärungen – allenfalls auch zu prüfen haben, ob die versicherungsmässigen Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
erfüllt sind (vgl. E. 1 und E. 1.2).
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht
, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.
--
fest
zusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.
6
.2
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung vom
18. Oktober
2017 (Urk. 1
S. 2
) erweist sich damit als gegenstandslos.