# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74d4c127-0019-4b0a-b104-be568da7deb4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, meldete sich im Oktober 2006 bei der Invaliden
-
versi
cherung
an (
Urk.
24/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
holte beim b
ehandelnden Psychiater
Dr.
med.
Z._
die Berichte
vom 13. November 2006 und vom 21. April 2007 ein (Urk.
24/8 und
Urk.
24/16), liess durch den Psychiater
Dr.
med. A._
das Gutachten vom 14. Juni 2007 erstellen (
Urk.
24/25) und
X._
ausser
dem durch
Dr.
med.
B._
des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) psychiatrisch und durch den RAD-Arzt
Dr.
med.
C._
internistisch untersuchen (Berichte vom
3. August 2007,
Urk.
24/32 und
Urk.
24/34). Mit Verfügung vom 14. Februar 2008 sprach die IV-Stelle
X._
daraufhin mit Wirkung ab dem
1. Oktober 2006 eine halbe Rente aufgrund eines
Invalidi
tätsgrades
von 55
%
zu (
Urk.
24/42 und
Urk.
24/50
; Feststellungsblatt vom 20. November 2007,
Urk.
24/35
).
Die Verfügung vom 14. Februar
2008 blieb unangefochten, und im
amtlichen Revisionsverfahren (Fragebogen vom November 2009,
Urk.
24/57
; Bericht des Allgemeinmediziners
Dr.
med. D._
vom 18. September 2010,
Urk.
24/61)
bestätigte
die IV-Stelle am 8. Oktober 2010
den Anspruch auf die bisherige halbe Rente (
Urk.
24/63; Feststellungsblatt vom 1
2.
Oktober 2010,
Urk.
24/62).
1.2
X._
hatte
zunächst bei der Gemeinde
E._
Zusatzleistun
gen zur Rente der Invalidenversicherung bezogen
, die ihm via Anschlussvereinbarung von der SVA ausgerichtet worden waren.
Nachdem er in die Gemeinde
F._
umgezogen war
(Schreiben der SVA
an die Gemeinde
F._
vom 11. März 2013
,
Urk.
13/1), prüfte diese den Anspruch auf Zusatzleistungen unter
Beizug
der Akten der Invalidenversicherung neu
(vgl.
Urk.
13/2-32) und sprach ihm mit Verfügung vom 19. Apri
l
2013 ab März 2013
weiterhin Zusatzleistungen (Ergänzungsleistungen und kantonale Beihilfe) zu (
Urk.
13/33 und
Urk.
13/34). Dabei verwendete sie die bisherigen
Berechnungs
grundlagen
, teilte dem Gesuchsteller jedoch mit, dass sie ihm ab dem 1. November 2013 neu ein hypothetisches Erwerbseinkommen in der Höhe von
Fr.
19‘210.-- anrechnen werde (
Urk.
13/36).
Mit Verfügung vom 11.
Oktober 2013 folgte die Gemeinde dieser Ankündigung (
Urk.
13/37), wodurch sich der monatliche Zusatzleistungsbet
rag von
Fr.
2‘424.--
(vgl. Urk.
13/34 S. 3) auf
Fr.
1‘412.-- reduzierte (vgl.
Urk.
13/37 S. 2 und S. 6).
X._
erhob durch seinen Beistand
G._
am 28. Oktober 2013 Einsprache
mit dem sinngemässen Antrag auf Zusprechung von Zusatzleistungen ohne Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
(
Urk.
13/42) und
berief
sich auf einen Bericht von
Dr.
D._
vom 24. Oktober 2013 (
Urk.
13/41). Mit Entscheid vom 15. November 2013 wies die Gemeinde
F._
die Einsprache
ab (
Urk.
2 =
Urk.
13/44).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 15. November 2013 erhob
G._
im Namen von
X._
mit Eingabe vom 18. November 2013 Beschwerde (
Urk.
1). Auf die Verfügung vom 26. November 2013 hin (
Urk.
4) teilte er mit Schreiben vom 9. Dezember 2013 mit, dass
X._
in seiner Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt sei, und reichte dessen Vollmacht ein (
Urk.
6
). Die Gemeinde
F._
schloss i
n der Beschwerdeantwort vom 19.
Dezember 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom 13. Januar 2014
verzichtete der Beistand des Gesuchstellers auf weitere Aus
führungen (
Urk.
15), was der Gemeinde am 14. Januar 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
16).
Mit Verfügung vom
2.
März 2015 (
Urk.
22) wurden die Akten der Invalidenversi
cherung beigezogen (
Urk.
24/1-78).
X._
, neu verbei
ständet durch die
Beiständin
Y._
, liess dazu mit Eingabe vom 5.
Mai 2015 Stellung nehmen (
Urk.
29) und einen weiteren Bericht von
Dr.
D._
vom 18. Dezember 2014 einreichen (
Urk.
30/2). Die SVA, an die sich die Gemeinde
F._
neu
für die Durchführung der Zusatzleistungsansprüche angeschlossen hatte (vgl. die Telefonnotiz
vom 28. Mai 2015,
Urk.
34), gab ihre Stellungnahme mit Eingabe vom 8. Juni 2015 ab (
Urk.
35).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten und beigezogenen Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
N
ach Art. 3 Abs.
1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche
rung (ELG) bestehen die
Ergänzungsleis
tungen
aus der jährlichen
Ergänzungs
leis
tung
(
lit
. a) und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (
lit
. b).
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht gemäss Art. 9 Abs. 1 ELG dem Betrag,
um den die anerkannten Aus
gaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen.
Die anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 ELG, die anrechenbaren Einnahmen in
Art. 11 ELG aufgelistet.
Bei Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben,
also bei zu Hause lebenden Personen, bestehen die anerkannten Ausga
ben in einem nach oben begrenzten jährlichen Betrag für den allgemeinen
Le
bens
bedarf
(Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG) und im ebenfalls auf einen jährlichen Höchstbetrag begrenzten Mietzins einer Wohnu
ng (Art. 10 Abs. 1
lit
. b ELG).
Als Einnahmen angerechnet werden nach Art. 11 Abs. 1 ELG unter anderem zwei
Drittel der Erwerbseinkünfte, soweit sie einen Freibetrag von Fr. 1'000.-- (Allein
stehende) beziehungsweise von Fr. 1'500.-- (Ehepaare und Personen mit Kindern)
übersteigen (
lit
. a).
1.2
Auch bei Teilinvaliden wird nach Art. 14a Abs. 1
der Ver
ordnung über
Ergän
zung
sleistungen
zur Alters-, Hinter
lasse
nen-
und Invalidenversicherung (ELV
)
als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet, den sie im mass
gebenden Zeitabschnitt tatsächlich ver
dient haben. Invaliden unter 60
Jahren ist aber nach Art. 14a Abs. 2
lit
. a-c ELV je nach Invaliditätsgrad beziehungs
weise Rentenhöhe (
Viertelsrente
, halbe Rente,
Dreiviertelsrente
) mindestens ein bestimmter Betrag anzurechnen, für dessen Bemessung der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Alleinste
henden nach Art. 10 Abs. 1
lit
.
a Ziff. 1 ELG massgebend ist.
Der Anrechnung nach Art. 14a
Abs.
2 ELV liegt die Vermutung zugrunde, dass die EL-berechtigte Person in der Lage ist, die entsprechenden Mindesteinkünfte zu erzielen. Die betreffende Vermutung kann von den Leistungsansprechern widerlegt werden; diese können objektive und subjektive Umstände geltend machen, welche die Realisierung eines Erwerbseinkommens verhindern oder erschweren (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 154 unter anderem mit Hinweis auf BGE 117 V 156). Die fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit muss mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen (Urteil des Bun
desgerichts 9C_505/2013 vom 31. Juli 2013, E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 126 V 353 E. 5b), und es ist der Leistungsansprecher, der die Folgen der
Beweislosig
keit
dieser fehlenden Verwertbarkeit trägt (Urteil des Bundesgerichts 9C_505/2013 vom 31. Juli 2013, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 117 V 153 E. 3b). Dabei trifft den Leistungsansprecher trotz der Geltung des
Untersuchungs
grundsatzes
in dem Sinne eine verstärkte Mitwirkungspflicht, als es an ihm liegt, die Umstände geltend zu machen, welche nach seiner Auffassung geeignet sind, die Vermutung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit und des
Ein
kommensverzichts
umzustossen (Urteil des Bundesgerichts 9C_505/2013 vom 31. Juli 2013, E. 2.2 und E. 2.3).
Bei den Umständen, die zur Widerlegung der Vermutung nach Art. 14a
Abs.
2 ELV geeignet sind, handelt es sich nach der Rechtsprechung um
invaliditäts
fremde
Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse, per
sönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation (BGE 140 V 267 E. 2.2 mit Hinweisen). In Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit haben sich die Ergänzungsleistungsbehörden und die Sozial
versicherungsgerichte demgegenüber
grundsätzlich
an die
Invaliditätsbemes
sung
durch di
e Invalidenversicherung zu halten
(BGE 140 V
267
E. 2.3 mit Hinweisen).
Dies gilt nach der Rechtsprechung nur dort nicht, wo sich der Gesundheitszustand in der Zeit zwischen dem Erlass der rechtskräftigen
Renten
verfügung
und dem Erlass des ergänzungsleistungsrechtlichen
Einspracheent
scheids
wesentlich verändert hat
. Dort muss die Ergänzungsleistungsbehörde diese Veränderung von Amtes wegen berücksichtigen, auch wenn noch kein rechtskräftiger Entscheid der Invalidenversicherung vorliegt (Urteile de
s Bundesgerichts P 35/06 vom 9.
Oktober 2007, E. 2.3, und P 6/04 vom 4. April 2005
, E. 3.1.1).
1.3
In Bezug auf die Beihilfe nach dem kantonalen Gesetz über die Zusatzleistun
gen zur eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(
Zu
satzleistungsgesetz
; ZLG) finden nach § 15 ZLG die Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach Art. 9 ff. ELG gelten, entsprechende Anwen
dung, soweit für die Beihilfe nichts Abweichendes bestimmt ist.
Nach § 17 ZLG wird für die Berechnung der Beihilfe auf die Bedarfsrechnung für die jährliche Ergänzungsleistung abgestellt, wobei die tatsächlich ausge
richteten Ergänzungsleistungen als anrechenbare Einnahmen behandelt werden (Abs. 1
lit
. a) und der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf bei zu Hause wohnenden Personen um den Höchstbetrag der Beihilfe nach
§
16 ZLG erhöht wird (Abs. 1
lit
. b). Dieser beträgt für Alleinstehende
Fr.
2‘420.-- und für Ehe
paare und Paare in eingetragener Partnerschaft
Fr.
3‘630.-- (
§
16
Abs.
1 ZLG).
Gemäss § 21 der kantonalen Zusatzleistungsverordnung (ZLV) ist auf die
Einkom
mensverzichte
Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG anwendbar.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen
ist, ob dem
Beschwerdeführer
bei der Bemessung seines Zusatzleistungsanspruchs ab November 2013 zu Recht ein hypothetisches Jahreseinkommen in der Höhe von
Fr.
19‘210.-- als Verzichtseinkommen in Sinne von
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG an
ge
rechnet
wird
.
Die Rechtsbeständigkeit einer Ergänzungsleistungsverfügung ist nach der Gerichtspraxis auf das Kalenderjahr begrenzt, weshalb die Grundlagen zur Berechnung im Rahmen der jährlichen Überprüfung ohne Bindung an die früher verwendeten Berechnungsfaktoren von Jahr zu Jahr neu festgelegt werden kön
nen (
vgl.
Carigiet
/Koch,
a.a.O.,
S. 66 f.;
Jöhl
, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltu
ngsrecht [SBVR],
2.
Auflage, S.
1656 f.
Rz
26 f.).
Dass dem Beschwerdeführer in seiner früheren Wohngemeinde bei der Bemessung seines Zusatzleistungsanspruchs keine hypothetischen Erwerbsein
künfte angerechnet worden
sind
(vgl.
Urk.
13/1 und die Aktennotiz der
Gemeinde
F._
vom 19. April 2013,
Urk.
13/32) vermag die
Gemeinde beziehungsweise die
Beschwerdegegnerin demnach
nicht daran zu hindern,
solche Einkünfte ab seinem Zuzug anzurechnen. Dabei reicht der Zeitraum der gerichtlichen Beurteilung nach den allgemeinen Grundsätzen bis zum Datum des Erlasses des angefochtenen
Einsprachee
ntscheids
vom 15.
November 2013 (vgl.
BGE 121 V 362
E. 1b).
Die Anrechnung des Verzichtseinkommens wirkt sich nur auf den
Ergänzungs
leistungsanspruch
aus,
währenddem
der Beschwerdeführer
auch
gemäss der
neuen
Berechnung vom 11. Oktober 2013 nach wie vor den Höchstbetrag für Alleinstehende von
Fr.
2‘420.-- an kantonaler Beihilfe erhält (vgl.
Urk.
13/37
S. 6).
2.2
Der Beschwerdeführer war im
Jahr 2013
Bezüger einer Rente der Invalidenversi
cherung. Die Anrechnung von Erwerbseinkünften hat daher nach den Regeln in
Art.
14a ELV zu erfolgen.
Da der Beschwerdeführer dannzumal nicht erwerbstä
tig war, kommt nicht die Regelung in
Art.
14a
Abs.
1 und
Abs.
3 ELV über die Anrechnung der tatsächlich erzielten Erwerbseinkünfte, sondern diejenige in
Art.
14a
Abs.
2 ELV über die Anrechnung eines hypothetischen Mindestein
kommens zum Tragen.
Beim gegebenen Anspruch auf eine halbe Rente bestimmt sich die Höhe dieses Mindesteinkommens nach
Art.
14a
Abs.
2
lit
. b ELV. Der errechnete Betrag von
Fr.
19‘210.-- im Jahr 2013 ist korrekt bemessen (
Art.
14a
Abs.
2
lit
. b ELV in Verbindung mit
Art.
10
Abs.
1
lit
. a Ziff. 1 ELG sowie in
Verbindung mit der Verordnung
13 über Anpassungen bei den E
rgänzungsleistungen zur AHV/IV), was der Beschwerdeführer nicht bestreitet.
Wenn er dennoch der Auffassung ist, dieses Mindesteinkommen nicht erzielen zu können, so hat er aufgrund der vorstehend dargelegten Rech
tsprechung Umstände darzutun
, welche
die Ver
mutung der
Erzielbarkeit
zu widerlegen vermögen.
2.3
2.3.1
Bei der Zusprechung der halben Rente mit Verfügung vom 14. Februar 2008
stützte sich die IV-Stelle auf die Ergebnisse der psychiatrischen und der inter
nistischen Untersuchung dur
ch ihre RAD-Ärzte
Dr.
B._
und Dr.
C._
vom 3. August 2007 (
Urk.
24/32 und
Urk.
24/34; vgl. Urk.
24/35/5)
.
Dr.
B._
nannte als psychiatrische Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsi
ven Typ (
Code F
60.30
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltg
esundheitsorganisation, ICD-10), ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit episodischem Substanzgebrauch (ICD-10 Code F10.26) und eine rezidivie
rende saisonale Depression
(ICD-10 Code F32.0)
und als psychiatrische
Neben
diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein pathologisches Glück
s
spiel
(en) (
ICD-10 Code F63.0; Urk.
24/32/6). Von Seiten des internistischen Fachgebiets führte
Dr.
C._
die Diagnose
n
eines endokrin-metabolischen Syndroms (Adipositas, Hypertonie, Diabetes mellitus)
und eines Schlafapnoe-Syndroms
auf und äusserte den Verdacht auf eine alkoholische
Fettleberhepati
tis
, als orthopädische Verdachtsdiagnosen erwähnte er eine re
chtsseitige
Menis
kusläsion
und d
egenerative
Lendenwirbelsäuleveränderungen
mit rezidivieren
den
Lumboischialgien
(
Urk.
24/34/3-4).
Zum Ausmass der Beeinträchtigung der Arbei
tsfähigkeit hielt
Dr.
B._
fest,
d
ie Diagnose der Persönlichkeitsstörung leite sich aus dem psychopatholo
gischen Befund der bisherigen Krankheitsgeschichte, den Angaben des Beschwerdeführers und der inkonstanten beruflichen wie privaten
Lebenssitua
tion
ab, mit massiven Problemen bei der zwischenmenschlichen
Beziehungsge
staltung
, und die Arbeitsfähigkeit werde dauerhaft limitiert durch die Schwie
rigkeiten im interpersonellen Kontakt, die Störung der Emotionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und Teamfähigkeit, die sehr geringe
Frust
rationstoleranz
un
d die
Impulskontrollstörung. Er riet ab von Tätigkeiten mit permanentem Zeit- und Termindruck, mit hohem Publikumsverkehr, mit Verantwortungsübernahme für Personen
und
mit hohen Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit
und hielt umgekehrt klar strukturierte Tätigkeiten in ruhiger und emotional spannungsarmer Atmosphäre theoretisch im Umfang von 50
%
für zumutbar (
Urk.
24/32/6).
Aus internistischer Sicht ergaben sich gemäss
Dr.
C._
keine zusätzlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (
Urk.
23/34/4) - der Beschwerdeführer war gemäss
d
er Aufzählung
von
Dr.
C._
als Wachmann, Chemielaborant,
Magaziner
und Büroangestellter tätig gewesen (
Urk.
23/34/2)
.
2.3.2
Indem die IV-Stelle bei der Rentenzusprechung de
r Beurteilung von Dr.
B._
und
Dr.
C._
gefolgt ist, sind die beschriebenen Erkenntnisse dieser Ärzte bei der Invaliditätsbemessung berücksichtigt worden. Aufgrund der Bindung der
Gemeinde beziehungsweise der
Beschwerdegegnerin an diese
Inva
liditätsbemessung
kann der Beschwerdeführer sich daher nicht darauf berufen, die Beurteilungen dieser Ärzte seien falsch oder die IV-Stelle habe sie nicht richtig interpretiert.
Insbesondere kann er entgegen seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2015 (
Urk.
29) aus den abweichenden medizinischen Beurteilungen von
Dr.
Z._
,
Dr.
D._
und
Dr.
A._
nichts zu seinen Gunsten ableiten
, soweit sich
diese Beurteilungen auf den Zeitraum bis zur Rentenverfügung vom
14. Februar 2008
(
Urk.
24/42 und
Urk.
24/50)
und weiter bis zum
Revisionsent
scheid
vom
8.
Oktober 2010 (
Urk.
24/63) erstrecken
.
Was die Zeit danach betrifft, so
berichtete
Dr.
D._
am 24. Oktober 2013
(
Urk.
13/41 = Urk.
30/1)
, der Beschwerdeführer klage seit etwa zwei Jahren über
vermehrte
Nackenbe
schwerden
, wodurch bei längerer Belastung Lähmungserscheinungen
und vor allem Gefühl
losigkeit an den beiden Armen aufträten. Allerdings hielt
Dr.
D._
gleichzeitig fest, die physiotherapeutische Mobilisierung bringe Linderung, und er schrieb den Beschwerdeführer zwar zu 100
%
arbeitsunfähig, erachtete ein Rentenerhöhungsgesuch jedoch nicht für erfolgversprechend.
Mit dem Bericht von
Dr.
D._
vom 24. Oktober 2013 lässt sich daher
entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1)
keine gesundheitliche Verschlechterung
für die vorliegend strittige Zeit von November und Dezember 2013
nachweisen. Das
selbe gilt für den neuer
en Bericht von
Dr.
D._
vom 18.
Dezember 2014
(
Urk.
30/2)
, den der Beschwerdeführer zusamm
en mit der Stellungnahme vom 5.
Mai 2015 einreichen liess
. Denn die zusätzlichen Beschwerden, die zur Verdachtsdiagnose einer koronaren Herzkrankheit führten, bestanden gemäss diesem Bericht erst seit et
wa vier Monaten,
währenddem
Dr.
D._
hinsichtlich der Nackenbeschwerden ern
eut von einer Besserung sprach.
2.
4
Damit stellt sich noch die Frage nach invaliditätsfremden Grü
nden, welche die Vermutung der
Erzielbarkeit
eines jährlichen hypothetischen
Erwerbseinkom
mens
von
Fr.
19‘210.-- zu widerlegen vermöchten.
Zu prüfen ist also,
ob sich
zur strittigen Zeit
bei zumutbarer Mitwirkung des Beschwerdeführers auf dem konkreten Arbeitsmarkt tatsä
chlich Arbeitgeber hätten finden können
, die dazu bereit
gewesen wären
, den Beschwerdeführer anzustellen.
Dabei genügen d
ie Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich und die damit verbundenen Defizite, die
Dr.
B._
beschrieb, für sich allein nicht, um die Vermutung eines realisierbaren Einkommens
zu widerlegen, da diese Faktoren
bei der
Inva
liditätsbemessung
ber
eits berücksichtigt worden sind
und nicht
invaliditäts
fremde
Gründe
darstellen
, wie sie für die Vermutungswiderlegung massgebend sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_255/2013 vom 1
2.
September 2013,
E. 4.2)
.
Als solche invaliditätsfremden persönlichen Umstände - der Beschwerdeführer selbst liess in seinen Rechtsschriften keine Ausführungen dazu machen - fallen
nach der zitierten Rechtsprechung (BGE 140 V 267 E. 2.2) das
Alter,
eine
man
gelhafte Ausbil
dung,
mangelnde
Sprachkenntnisse
und die
Arbeitsmarktsitua
tion
in Betracht. Der Beschwerdeführer war im Jahr 2003 jedoch noch keine 50 Jahre alt, und er spricht nach der Feststellung von Dr
.
B._
einwandfrei Deutsch (vgl.
Urk.
2
4/32/3). Des Weiteren verfügt er zwar über keine abge
schlossene Berufsausbildung (vgl.
Urk.
24/32/3)
, war jedoch in der Vergangen
heit gemäss der D
arstellung im Gutachten von Dr.
A._
in den verschiedens
ten Branchen tätig gewesen, so als
Magaziner
, als Wachmann, als Laborant, als Waschanlagenbetreuer und als Büroangestellter (vgl.
Urk.
24/25/5-6). Was im Besonderen d
ie erwerbliche Situation in den letzten Jahren vor dem
Rentenbe
zug
ab Oktober 2006 betrifft, so erzielte der Beschwerdeführer
g
emäss
einem
Auszug aus dem Individuellen Konto vom 9. April 2014
im Jahr 1997 bei der
H._
AG ein Jahreseinkommen von
Fr.
39‘720.--
(
Urk.
24/74/13)
, im Jahr 1998
sind Erwerbseinkünfte in der Höhe von
Fr.
6‘620.--,
Fr.
6‘599.-- und
Fr.
830.-- und daneben der Bezug von Arbeitslosenentschädigung eingetragen
(Urk.
24/74/
7+
13+14)
,
und
für die Zeit von Juni 1999 bis August 2001 sind jährliche Erwerbseinkünfte von gegen
Fr.
50‘000.-- aus der Anstellung bei einer Krankenkasse verzeichnet (
Urk.
24/74/4). In der nachfolgenden
Zeit
schliesslich bezog der
Beschwerdeführer
bis Juni 2003 Arbeitslosenentschädigung und war danach als nichterwerbstätig registriert (
Urk.
24/74/14).
Angesichts dieser Erwerbsbiographie erscheint es nicht als offensichtlich, dass der Beschwerdeführer
im Jahr 2013
aus persönlichen Gründen keine Berufs
chancen auf dem konkreten Arbeitsmarkt
gehabt hätte
. Eine fehlende Kontinu
ität
im Berufsleben ist zwar seit je
her klar erkennbar, doch hängt sie zum einen mit der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung zusammen, die bei der
Invalidi
tätsbemessung
bereits berücksichtigt ist, und zum andern sind dafür, wie den Ausführungen von
Dr.
A._
zu entnehmen ist, auch Faktoren verantwortlich,
mit denen
der Beschwerdeführer
zumutbarerweise
umzugehen lernen müsste
, wie
etwa die
Scham
für
e
i
ne seiner Ansicht nach niedrige Arbeit oder die
Nicht
gewährung
einer verspr
ochenen Lohnerhöhung (vgl. Urk.
24/25/5).
2.5
Für die zur Diskussion stehende Zeit
von
Ende 2013 kann damit
die Vermutung eines realisierbaren Einkommens gemäss
Art.
14a
Abs.
2
lit
. b ELV nicht als widerlegt gelten. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer
, wie die Gemeinde
F._
richtigerweise bemerkt hat (vgl.
Urk.
9),
für die Zeit seit der Rentenzusprechung
und somit auch im Jahr 2013
keine konkreten Bestrebun
gen nachweisen kann, eine angepasste Arbeit zu finden,
weshalb
auch nicht nachgewiesen werden kann,
dass die berufliche Integration nicht möglich beziehungsweise gescheitert ist.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.