# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1e1e138d-214b-4aee-90a5-a29dbfc49b6d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 196
4,
absolvierte eine zweijährige kaufmännische Lehre (Gross- und Aussenhandel) sowie eine zweijährige ADAC-Ausbildung zum Busfahrer in Deutschland und
ist
seit
1.
Februar
2009 in einem 100 %-Pensum
als Buschauffeur bei der
Y._
angestellt
(Urk.
7
/
20 S. 5
, Urk. 7/
31
)
. Auf
grund gesundheitlicher Probleme
wegen einer koronaren Dreigefässer
kran
kung
hatte
er
am 6. April 2016 (Urk. 7/31 S. 1)
vorübergehend seinen
vorerst
letzten Arbeitstag bis nach am 2. Juni 2016 erfolgter vierfacher
aortokoronarer
Bypass-Operation
(vgl. Urk. 7/39/13-
15
)
und anschliessender
Rekonvaleszenz
zeit
.
Unter Hinweis
auf
die
Bypass-Operation,
die
koronare Herzkrankheit und einen
o
ff
e
ne
n Brustkorb
meldete
er
sich am
29
.
Juni
2016
(Urk. 7/20)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
in der Folge
die medizinische und erwerbliche Situation ab.
Nach eigenen Angaben nahm der Versicherte seine Arbeit im Oktober 2016
und
nach ärztlicher Angabe im Januar
2017
zu 50 % wieder auf (Urk. 7/59).
Am 18. November 2016 (Urk. 7/46) teilte
di
e IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass
zurzeit
keine beruflichen Eingliede
rungs
mass
nahmen nötig seien und über den Rentenanspruch eine separate Verfügung
erfolge.
Spätestens ab Anfang
August 2017
arbeitete der Beschwerdeführer
wie
der
zu 100 % als Buschauffeur
bei der
Y._
(vgl. Urk. 7/64
/1-3 S. 2
)
.
Wegen eines Unfalles
am 8. September 2017
(
«
Aufzugstüre auf Brust ge
schlagen
»
) war er vorübergehend während zehn Tagen i
m September 2017 arbeits
unfähig, im Anschluss aber wieder zu 100 % arbeitsfähig (vgl. Urk. 7/83).
Zudem wurde ihm
vom
27. Januar bis 3. April 2018
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
(Urk. 7/87 S. 1
Urk. 3/7,
Urk. 11/
3a
-g, Urk. 11/12 S. 4 oben, Urk. 11/14 S. 2 unten
).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/69
-
82
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
28
.
Mai
201
8
einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 27. Juni 2018 (Urk. 1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei die
Verfügung vom 28. Mai 2018
aufzuheben,
und es sei eine medizinische polydisziplinäre Begutachtung durch das Gericht anzuordnen
–
even
tualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, verbunden mit der Auflag
e
, ein medizinisches polydi
s
ziplinäres Administrativgutachten ein
zuholen – sowie es sei nach Vorliegen des Gutachtens die Rentenfrage zu prüfen
.
Zudem beantragte
er
die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung, wobei er anlässlich dieser persönlich vom Gericht zu befragen sei (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 21. August 2018 (Urk. 6) Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 22. August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Mit Eingabe vom
27.
August 2019 (Urk.
10
) zog der Beschwerdeführer den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück
und reichte diverse medizinische Unterlagen (Urk. 11/1-14) ein
.
Die
Eingabe
und die Unterlagen
wurde
n
der Beschwerdegegnerin am 29. August 2019 (Urk. 12) zur Kenntnis zu
gestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversi
cherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Ge
richt bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
wür
digung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweismassnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Ver
zicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen
noch neue
wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdege
gnerin führte in ihrer renten
abweisenden Verfügung vom
28
.
Mai
201
8
(Urk.
2) aus,
spätestens seit dem 30. März 2017
sei dem
Beschwerde
führer gemäss behandelndem Kardiologen eine Arbeitstätigkeit in vollem Pensum wieder zumutbar
gewesen
.
Die mit Einwand eingereichten Arbeitsunfähigkeits
zeugnisse des neuen behandelnden Arztes, bei welchem der Beschwerdeführer erst seit dem 29. Januar 2018 in Behandlung stehe, seien nicht nachvollziehbar und stünden im Gegensatz zu allen vorliegenden Facharztberichten. Die darin atte
stierte
100
%ige Arbeitsunfähigkeit sei auf Nachfrage nicht begründet
worden
,
sondern
es sei
lediglich auf die
Vorb
ehandler
verwie
sen worden.
In der mit Ein
wand eingereichten Verordnung für eine Physiotherapie würden als Diagnosen
myofasziale
Schmerzen und rezidivierende Lumbal
gi
en ausgewiesen. Diese könnten
mit einer Stabilisierung der Rumpfmuskulatur verbessert werden. Die Therapiemöglichkeiten seien diesbezüglich nicht ausgeschöpft und
zudem
sei
deswegen keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden
. Der im Bericht der
Perma
n
e
n
ce
geäusserte V
erdacht auf eine
Sternumdehiszen
z
sei nicht bestätigt worden.
In keinem der vorliegenden Berichte werde auf eine psychiatrische Diagnose geschlossen. Warum eine Arbeitsunfähigkeit bestehen soll
e
,
sei nicht ersichtlich.
Ebenso
wenig
sei nachvollziehbar, weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung beantragt werde.
In ihrer Beschwerdeantwort vom
21
.
August
201
8
(Urk.
6)
ergänzte
die Be
schwerdegegnerin, die
entsprechenden Berichte – insbesondere der behandelnden Fachärzte und Kliniken – seien eingeholt, ausreichend gewürdigt und in die Beurteilung miteinbezogen worden
. Der Argumentation, sie habe die notwendige Sachverhaltsabklärung unterlassen, könne nicht gefolgt werden
(S.
1
).
Der
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Bericht des Kardiologen stelle zwar einen operativen Eingriff in Aussicht, attestiere aber keine Arbeitsun
fähig
keit. Die vom Rheumatologen attestierte Arbeitsunfäh
igkeit sei ohne objekti
vier
bare
Gründe erfolgt. Der vom Beschwerde
führer herbeigeführte Zusammenhang zwischen der
kardiologischen
Untersuchu
ng und der Arbeitsunfähigkeit könne daher nicht
nachvollzogen
werden. Zudem habe der Beschwerdeführer einen
nicht nachvollziehbaren Arztwechsel vorgenommen, um sich vom neuen Be
han
d
ler ei
ne Arbeitsunfähigkeit attestier
en zu lassen (S. 2).
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich in
seiner
Beschwerde vom
27
.
Juni
201
8 (Urk.
1) hingegen auf den Standpunkt, dass
es die Beschwerdegegnerin – nach
dem der
aktuell
behandelnde Arzt
seit dem 27. Januar 2018
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe und
die
SUVA nach eine
m Unfall am 8.
September 2017 Versicherungslei
s
tungen bezahlt habe – unterlassen habe, die notwendigen Sachverhaltsabklärungen
im Sinne von Art.
43
und Art.
44
ATSG
vorzunehmen
(S. 5 f.).
Sein
Gesundheitszustand habe sich
seit
dem Unfall wesent
lich verschlechtert. So werde i
h
m neuerdings aufgrund einer
indizierten
Platten
osteosynthese
rheumatologisch
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und zudem bestünden schwere psychische Leiden (S. 7). Es sei erstellt, dass er unter rheumatologischen, kardiologischen und psychischen Beschwerden leide, welche sich invalidisierend auswirkten,
weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung ange
zeigt gewesen
sei
(S. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob der Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist und
damit ein Entscheid über den Rentenanspruch ergehen k
o
nn
te
.
3.
3.1
Leitender Arzt Dr. med.
Z._
und
Assistenzärztin
A._
vom
B._
, wo der Beschwerdeführer zur Koronarangiographie vom 11. bis
12. Mai 2016 hospitalisiert war, nannten in ihrem Austrittsbericht vom 12. Mai 2016 (Urk. 7/38)
als
Diagnose
unter anderem eine koronare
Dreig
efässerkrankung mit Indikation zur
aortokoronaren
Bypass-Operation
(
ACBP
;
S. 1
).
3.
2
Nach am 2. Juni 2016 (vgl. Operationsbericht vom 8. Juni 2016 [Urk. 7/39/16-17])
erfolgter vierfacher ACBP
hielten Prof.
Dr.
med.
C._
, Dr. med. Inderbitzin und Dr. med.
D._
vom
Herzzentrum des
E._
, wo der Beschwerdeführer vom
1.
bis
14.
Juni 2016
wegen der Operation
hospitalisiert war,
in ihrem Austrittsbericht (provisorisch) vom 14. Juni 2016 (Urk. 7/39/13-15) fest, die Röntgen-, Thorax- und EKG-Kontrollen hätten vor Austritt einen regel
rechten Befund gezeigt (S. 2 Mitte). Zur weiteren Einstellung des Risikoprofils werde sich der Beschwerdeführer
beim behandelnden
PD
Dr.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie,
vorstellen (S. 3 Mitte).
3.
3
Oberärztin m
ed.
pract
.
G._
von der Integrierten
H._
stellte in ihrem
B
ericht vom 29. Juli 2016
(Urk. 7/28)
als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit vorwie
gen
der Störung von anderen Gefühlen (ICD-1
0 F43.23; S. 1 Ziff.
1.1). Sie führte
dazu
aus, die psychischen Beschwerden
seien
zum grossen Teil eine Reaktion auf die Herzoperation und damit einhergehende körperliche Einschränkungen. Aufgrund dieses reaktiven Charakters und der aktuell kurzen Dauer der psychischen Be
schwerden sowie auch unter Berücksichtigung der
blanden
psychiatrischen Anam
nese sei aus psychiatrischer Sicht von einer günstigen
Prognose auszugehen (S. 2 Ziff.
1.4). Die Prozente der Arbeitsunfähigkeit kön
ne sie nicht einschätzen (Ziff.
1.6).
Zum aktuellen Zeitpunkt sei die Belastbarkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt
(Ziff.
1.7 S. 3).
3.
4
In seinem
«
ausführlichen ärztlichen Bericht
»
(Formular E213) vom 16.
August 2016 (Urk. 7/29) berichtet
e
PD Dr.
F._
,
der Beschwerdeführer sei seit dem 6. April 2016 arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 3.4.4). F
ür die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe eine teilweise Invalidität mit einem Grad von 60-70
%. Die festgestellten Einschränkungen
bestünden
bis Januar 2017
(S. 10 Ziff.
11.7-11).
3.
5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Mediz
in FMH, führte in seinem
Bericht
vom 1.
September 2016 (Urk. 7/55) – nach durchgeführter vertrauens
ärzt
liche
r
Untersuchung im Auftrag der Pensionskasse der Stadt Winterthur – aus, der Beschwerdeführer sei
seit dem 6. April 2016 zu 100 % arbeitsunfähig und
ab dem 1. November 2016
voraussichtlich
teilweise
zu
50 % im Fahrdienst einsetzbar. Mit einer vollen Arbeitsfähigkeit sei
frühestens
Anfang Dezember
2016
,
eher Anfang Januar 2017 zu rechnen. Eine weitere Beurteilung sei n
ur nötig
, falls die angestrebte
100%ige Arbeitsfähigkeit ab Anfang Januar 2017 nicht erreicht werden könne.
3
.
6
Dr. med.
J._
, Fachärztin FMH
für
Allgemein Innere Medizin, bei wel
cher der Beschwerdeführer seit 17. Juni 2016 in Behandlung stand, stellte in ihrem Bericht vom 5. September 2016 (Urk. 7/35) als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare Dreigefässerkrankung (vierfache
ACBP)
sowie eine
n
Verdacht auf eine postoperative depressive Verstimmung
(
S. 1 Ziff. 1.
1).
Sie
hielt dazu fest, der Beschwerdeführer leide unter st
ar
ken postopera
tiven
Sternumbeschwerden
(Brustbeinbeschwerden). Die Prognose sei gut (S. 2 Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei als Buschauffeur vom 2. Juni bis 30. Novem
ber 2016 zu 100 % arbeitsunfähig. Mit der Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit könne Ende
2016 gerechnet werden (S. 2 f.
Ziff. 1.7).
3.
7
Dr. med.
K._
von der Kardiologie des
B._
führte in ihrem Bericht vom 4. November 2016 (Urk. 7/45/1-5; vgl. auch den
B._
-
Bericht vom 3.
November 2016 [Urk. 7/45/
8-10
]) fest, sie könne die Frage über die aktuellen Einschrän
kungen des Beschwerdeführers nicht beantworten, da sie diesen zuletzt am 4. Juli 2016 gesehen habe. Für aktuelle Informationen verwies
sie
auf PD
Dr.
F._
(S. 5 Ziff. 1.11).
3.
8
Mit Bescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber vom 30. März 2017 (Urk. 7/64/4)
führte PD Dr.
F._
zuhanden des Beschwerdeführers aus, dieser leide im Nach
gang an eine im Juni 2016 aufgrund einer koronaren Dreigefässerkrankung er
folg
ten Bypass-Operation an persistierenden thorakalen Schmerzen. Der Beschwer
deführer könne grundsätzlich schon acht Stunden pro
Tag arbeiten, allerdings müssten
die morgendlichen Medikamente eingenommen werden und wirken. Es sei keine Reduktion des Arbeitsumfanges erforderlich, sondern nur primär eine Anpassung der Arbeitszeit.
3.9
Im undatierten Verlaufsbericht (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 31. März
2017 [vgl. Aktenverzeichnis Urk. 7 Nr. 0053]) hielt PD Dr.
F._
fest, der Be
schwer
deführer sei in der Leistungsfähigkeit zu 50 % vermindert, die Prognose
sei gut und die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen (Medizi
nische
Trainingstherapie MTT)
verbessert werden (Urk. 7/53/1-3 S. 2 Ziff. 2.2, Ziff. 3.3 und Ziff. 4.1).
3.
10
Nach erneuter vertrauensärztlicher Untersuchung
vom 7. April 2017
im Auftrag der Pensionskasse der Stadt Winterthur berichtete Dr.
I._
am 11. April 2017 (Urk. 7/59), der
Beschwerdeführer
habe seine Arbeit am 1. Januar 2017 – nach eigener Angabe im Oktober 2016 – zu 50 %
w
ieder
aufgenommen
.
Er
leide immer noch unter p
ostoperativen Schmerzen, wobei im Vordergrund eine schmerzhafte Verspannung des rechten
Musculus
pectoralis
major
stehe
. Diese Schmerzen hin
derten
ihn
, sein Arbeitspensum wieder zu 100 % auszuführen. Es sei eine Behand
lung der Muskelverspannung mittels ambulanter Physiotherapie nötig. Nach erfolg
reicher Physiotherapie sei zu erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit bald wieder 100 % betrage.
Einen Zeitpunkt könne er noch nicht festlegen. Er erwarte eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in ca. zwei Monaten.
3.
11
Oberarzt PD Dr.
L._
und Assistenzärztin Fröhlich vom Herzzentrum des
E._
diagnostizierten
mit Bericht vom 10. Mai 2017 (Urk. 7/79)
einen Verdacht auf
Sternumdehiszenz
.
3.
12
In seinem Bericht vom 11. August 2017 (Urk. 7/64
/1-3
)
hielt
PD Dr.
F._
Folgendes
f
est
:
D
er Beschwerdeführer leide immer noch an
Thoraxschmerzen
an der lateralen Wand des rechten Brustbeins. Die Beschwerden bestünden bis 24
Stunden täglich, unabhängig von körperlicher Belastung. Sie hätten sich zu
letzt deutlich gebessert, auch habe der Beschwerdeführer keine Angst mehr bei den Beschwerden. Die Medikamente nehme er regelmässig ein und vertrage sie gut
(S. 1)
. Er arbeitet
wieder 100 % als
Busfahrer
. Bei der körperlichen Unter
su
chung sei das Sternum fest und reizlos gewesen, kardiopulmonal habe ein Nor
mal
befund erhoben werden können. Beim Belastungs-Test zeig
e sich, dass der Beschwerdeführer
weiterhin eine gute bis sehr gute Leistungsfähigkeit
habe
(
S. 2
).
Es
bestehe somit ein rege
lrechtes Bypass-
Ergebnis. Weiterer kardiologischer Hand
lungsbedarf bestehe nicht (S. 3).
3.
13
In ihrem Arztzeugnis UVG vom 25. September 2017 (Urk. 7/83)
für die SUVA
attestierte
Dr.
J._
dem Beschwerdeführer nach einem Unfall am 8. September 2017 («Aufzugtüre auf Brust geschlagen») eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit vom 8. bis 17. September 2017 und hielt fest, dass mit einer 100%igen Arbeitsaufnahme am 18. September 2017 zu rechnen sei.
3.
14
Gestützt auf den undatierten Verlaufsbericht von
PD
Dr.
F._
(E. 3.
9
) und
die Berichte
von Dr.
I._
vom 1. September 2016 (E. 3.
5
) und
vom 11.
April 2017 (E. 3.
10
) führte D
r
. med. et Dr.
rer
. pol.
M._
, Facharzt für Innere Medizin, vom regionalen ärztlichen Dienst
(RAD)
in seiner Stellungnahme vom 18.
Dezem
ber
2017 (Urk. 7/68 S. 6
f.) aus,
der Pensionskassen-Gutachter (
Dr.
I._
)
prog
nostiziere nach einer ordnungsgemässen P
hysi
otherapie bald wieder
(
in zwei Monaten
)
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Da
PD
Dr.
F._
eine Antwort ver
weigere, soll
e
die Hausärztin Dr.
J._
angefragt werden, zumal sie auch die Physiotherapie begleitet habe
(vgl. Urk. 7/67)
.
3.
15
Dr.
med.
N._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
bei welchem
sich
der Beschwerdeführer seit
dem 29
. Januar 2018
in Behandlung befand, attestierte
dem Beschwerdeführer in mehreren Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 27. Januar
bis 3. April 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/87 S. 1 und S. 3).
3.
16
In seinem Bericht vom
11. Februar 2018 (Urk. 11/4)
diagnostizierte
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH,
bei welchem der Beschwerdeführer seit 7. Februar 2018 (vgl. Urk. 11/6) in Behandlung steht,
ein klinisch und anamnestisch
myofasziales
Schmerzsyndrom im Bereich der Schul
ter
muskulatur beidseits
bei unter anderem Verdacht auf eine AC-Dysfunktion rechts
. Er führte
dazu
aus
,
der Beschwerdeführer arbeite zu 100
% als Bus
chauffeur in der Stadt Winterthur
, z
urzeit bestehe
jedoch seit einer Woche
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines grippalen Infektes
(S. 1)
.
Weiter be
richtet
e
er,
altersentsprechend frei und indolent beweglich seien insbesondere beide Schultergelenke. Am Schultergelenk rechts bestehe eine deutliche
Druck
dolenz
am AC-Gelenk, das einen Teil der Beschwerden
zu
reproduzieren vermöge.
Er werde eine
sonografische
Untersuchung der Schulter veranlassen mit der Frage nach Arthrose beziehungsweise Erguss im AC-Gelenk rechts und danach den Beschwerdeführer nachkontrollieren und wahrscheinlich eine
Kortisoninjektion
ins AC-Gelenk vornehmen. Zudem habe er eine gezielte physiotherapeutische Behandlung eingeleitet
. Er habe mit dem Beschwerdeführer auch über die Ver
unsicherung nach der
Sterno
to
mie
gesprochen. In
wieweit diese psychische Belas
tung für die
Chronifizierung
der Beschwerde mitverantw
ortlich sei, könne
zurzeit nicht sicher beurteilt werden
(S. 2).
3.
17
Prof. Dr. med.
Maisano
und Dr. med. De
C
arlo
vom Herzzentrum des
E._
stellten in ihrem Bericht
vom
16.
Mai
2018 (Urk. 3/6)
unter anderem die Diagnose einer
Sternumdehiszenz
(S. 1
). Sie
führten dazu aus,
derzeit
bestünden
noch Schmerzen über dem gesamten Sternum mit Ausstrahlung links- sowie rechts-thorakal, die die
Lebensqualität deutlich beeinträchtig
t
en
(S. 1)
.
In Anbetracht der klinischen und radiologischen Befunde sei eine sternale Plattenosteosynthese indiziert. Der Beschwerdeführer
berichte
über eine deutliche Verschl
echterung seiner Lebens
qualität,
die medikamentöse Schmerztherapie sei nicht mehr ausreichend und er sei psychisch eindeutig belastet. Nach Wunsch des
Beschwerdeführers soll
e
die Operation Ende September/Anfang Oktober 2018 stattfinden
(S. 2).
3.
18
In der Aktennotiz über ein
am 24. Mai 2018 (Urk. 7/86) geführtes Telefonat mit Dr.
N._
hielt die Beschwerdegegnerin fest, Dr.
N._
habe ihr keine Aus
kunft geben können und
habe
um Einholung
von Berichten bei den
Vorbe
hand
lern
gebeten
. Der Beschwerdeführer sei erst seit Januar 2018 bei ihm in Be
handlung und habe eine längere Vorgeschichte, weshalb die Berichte von den
Vorbehandlern
eingeholt werden sollten.
3.
19
Am 11.
Juni 2018 (Urk. 3/7)
attestierte
Dr.
O._
dem Beschwerdeführer in einem einfachen Arbeitsunfähigkeitszeugnis eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % vom 11. Juni bis 10.
Juli 2018.
Gemäss den Angaben von PD Dr.
F._
vom 22. Juni 2018 war der Beschwerdeführer zu 100 % krankgeschrieben. Er möchte jedoch gerne arbeiten und er könne auch mehrere Stunden pro Tag schmerzfrei Bus fahren. Er schlage deshalb vor, dass der Beschwerdeführer zu 50 % Bus fahren könne bis zur geplanten Revision im Herbst 2018 (Urk. 11/2 S. 2).
3.
20
In
der
Stellungahme vom 9.
Juli 2018
(Urk. 11/5), welche der Beschwerdeführer im Zuge des vorliegenden
Beschwerdeverfahren einreichte und
die
auf
Anfrage
von Dr.
O._
vom 30.
Juni 2018
erf
ol
gte
,
führte PD Dr. med.
P._
vom Herz
zen
trum des
E._
aus, er habe das CT vom 11. Mai 2017 gesichtet und habe feststellen müssen, dass eine
Dehiszenz
mit zudem teilweise ausgerissenen
Drahtcerclagen
vorliege. Da sich offensichtlich die Schmerzsymptomatik nicht g
ebessert habe, sei eine Platten
osteosynthese zu empfehlen.
3.21
Weitere Atteste weisen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 11. Juli bis 31. Juli 2018, eine 50%ige vom 1. August bis 25. September 2018 sowie ab erfolgter
Plattenosteosynthese am 3.
Oktober
2018 bis 31.
Mai
2019 wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. Urk.
11/3a-g, Urk.
11/13 S.
4 oben, Urk. 11
/14 S. 2 unten).
4.
4.1
4.1.1
Das zeitliche Erfordernis einer einjährigen Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art.
28 Abs.
1 lit.
b IVG ist keine Frist im juristischen Sinne, sondern limitiert den Zeitraum, innert welchem sich der rentenbegründende Sachverhalt verwirk
licht haben muss. Deshalb spielt
es
grundsätzlich keine Rolle, wie die Arbeits
unfähigkeit während des Wartejahres verläuft
oder
wie hoch der Grad besteh
ender Arbeitsunfähigkeit anfänglich war (sofern er nur die
Erheblichkeitsschwelle
von 20
% erreicht hat). Entscheidend ist allein, dass während eines Jahres durch
schnittlich eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40
% bestand
(Meyer/
Reich
muth
, Rechtsprechung zum IVG, 3. Auflage, Zürich 2014, Art. 28 N 25)
.
Die Warte
zeit gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Sie wird unterbrochen, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinan
der
folgenden Tagen voll arbeitsfähig war (
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invali
den
versicherung (IVV)
). Tritt nach einem wesentlichen Unterbruch wieder eine Arbeitsfähigkeit (von wenigstens 20 %) ein, so beginnt sie neu zu laufen, ohne Anrechnung der bis zum wesentlichen Unterbruch bereits zurückge
legten Perio
den von Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_824/2018 vom 4. Juni 2019 E. 5.1).
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden bei der Berechnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet (Art. 29
bis
IVV).
4.1.2
Unbestritten und auf Grund der medizinischen
Aktenlage
ausgewiesen
ist, dass
der Beschwerdeführer
ab
dem 6. April 2016 bis mindestens zum 30. März 2017
wegen der
somatischen k
oronare
n
Dreig
efässerkrankung
(inklusive Operation und
Rekonvaleszenzeit
)
in seiner Arbeitsfähigkeit
zuerst zu 100
%
,
vorübergehend
60-70
%
und ab November 2016 oder Januar 2017 zu 50 % eingeschränkt
war
(E. 3.1-
E. 3.
9
)
.
Es steht damit fest
, dass die einjährige Wartezeit am 6. April 2016 zu
laufen begann und nach am
29. Juni 2016 erfolgter Anmeldung ein Anspruch auf Invalidenrente frühestens
am 1. April 2017
nach Ablauf des Wartejahres am
5
.
April 2017 hätte entstehen können (Art. 28 IVG in Verbindung mit
Art.
29 IVG)
.
Strittig und zu prüfen
ist
, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers
ab dem 30. März 2017
verhielt
und
somit
, ob das Wartejahr überhaupt erfüllt
wurde
,
und
ob nach allfälliger Erfüllung ein
rentenbegründender Invalidi
tätsgrad von mindestens 40 % (vgl. E. 1.2)
und damit Anspruch auf eine (be
fris
tete) Rente bestand
.
4.1.3
Die Beschwerdegegnerin stellte sich – gestützt auf die Bescheinigung für den Arbeitgeber von Dr.
F._
vom
30. März 2017 (E. 3.
9
) –
auf den Standpunkt,
die seit 6. April 2016 bestehende Arbeitsunfähigkeit bestünde nicht mehr, viel
mehr sei dem Beschwerdeführer wieder eine Arbeitstätigkeit in einem vollen Pen
sum
zumutbar (Urk. 2).
Sie schloss daraus, dass der Beschwerdeführer damit das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erfüllt
hab
e
und somit kein An
sp
ruch
auf
eine Rentenleistung besteh
e
(vgl. Urk. 7/68 S. 7
unten
und S. 8 oben
).
Dieser Ansicht kann nicht ohne Weiteres gefolgt werden. Es ist zwar richtig, das
s PD Dr.
F._
in der Bescheinig
ung für den Arbeitgeber vom 30.
März 2017 (E. 3.
8
)
festhielt, dass keine Reduktion
des A
rbeitsumfanges erforderlich sei. Prak
tisch zur gleichen Zeit gab
er
aber in einem undatierten Verlaufsbericht – und damit einem eigentlichen medizinischen Bericht
–
der
nach Aufforderung der Be
schwerdegegnerin vom 28. März 2017 (Urk. 7/52)
am 31. März 2017 (E. 3.
9
) bei
dieser
einging,
an,
die Arbeitsfähigkeit
sei
bei verschlechterten Gesund
heits
zustand
um 50 % vermindert. Damit besteht ein
offensichtlicher
Widerspruch in
den
zeitnahen
- wenn nicht gar gleichzeitigen -
Einschätzungen
der Arbeitsun
fähigkeit
durch P
D Dr.
F._
selbst. Diese wurden
von der Beschwerdegegnerin
–
wie beispielsweise
durch eine
klärende
Rückfrage
–
nicht
aufgelöst
.
Daneben ging
Dr.
I._
im einzig
en
anderen
vorliegenden zeitnahen
(März/April 2017)
medizinische
n
Bericht vom 11. April 2017
(E. 3.
10
)
als Facharzt für
Allge
meine Innere Medizin davon aus, dass
aufgrund postoperativer Schmerzen
eine Verminderung
der Arbeitsfähigkeit
vorlag
. Dabei äusserte er
sich nicht zum ge
nau
en Umfang der Leistungseinbusse
.
Zu dieser Einschätzung findet sich
seitens der Beschwerdegegnerin
lediglich die Bemerkung eines Kundenberaters in dessen Stellungnahme vom
29.
Dezember 2017 (Urk. 7/68 S. 7 unten),
es werde auf die spezialärztliche Beurteilung von PD Dr.
F._
abgestellt
und da
die Pensions
kasse
(Dr.
I._
)
zu einem anderen Schluss gekommen sei
, werde mit Vorbe
scheid abgewiesen, damit das rechtliche Gehör gewahrt werde.
Selbst der von der Beschwerdegegnerin konsultierte RAD-Arzt
M._
verwies - nach Vorlage des undatierten Verlaufsberichts von PD Dr.
F._
(E. 3.
9
) und den Berichten von Dr.
I._
vom 1. September 2016 (E. 3.
5
) und vom 11. April 2017 (E. 3.
10
) – in seiner
Stellungahme vom 18. Dezember 2017 (
E. 3.14
) auf die von Dr.
I._
prog
nostizierte Steigerung auf eine volle Arbeitsfähigkeit innerhalb von zwei Monaten und empfahl eine Anfrage an die Hausärztin Dr.
J._
(vgl. Urk. 7/67 und 7/64/1)
. Dies lässt darauf schliessen, dass auch er von einer noch
nicht
vollständigen Arbeitsfähigkeit
zum
betreffenden
Zeitpunkt
ausging.
Von den übrigen vorliegenden medizinischen Berichten äussert sich keiner über die Arbeitsfähigkeit in der besagten Zeit.
Von den
prospektiven Arbeitsein
schät
zungen in den Berichten von PD Dr.
F._
,
Dr.
I._
und
Dr.
J._
(E. 3.
4-6
), in welchen diese eine volle Arbeitsfähigkeit bis Ende 2016 respekt
ive Januar 2017 prognostiziert
hatten
, kann
-
entgegen der Ansicht der Beschwer
de
gegnerin
(Urk. 2 oben)
-
kein Schluss auf die tatsächliche Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers
im besagten Zeitraum
gezogen werden, zumal es sich lediglich um
Prognosen handelte, die von den
selben Ärzten mit
ihren eigenen
Einschät
zungen aus dem Jahr 2017 (vgl. E. 3.
9
und E. 3.
10
) als überholt anzuschauen sind.
Ebenso wenig hat die Beschwerdegegnerin einen Arbeitgeberbericht eingeholt, welcher Aufschluss
über die Arbeitstätigkeit
und damit Anhalt
s
punkte
für
eine allfällige Arbeitsfähigkeit
in der Zeit ab März/April 2017
hätte geben
können
. So datiert der einzig eingeholte Arbeitgeberbericht vom 11. August 2016 (Urk. 7/31).
Es ist
daher
nicht auszuschliessen, dass
der Beschwerdeführer
das Wartejahr erfüllte und
nach
dessen
Ablauf am 6. April 2017 im rentenbeg
ründenden Min
destmass nach Art.
28 Abs.
1 lit.
c IVG von 40 %
invalid
war, sodass zumindest vorübergehend ein Anspruch auf eine Invalidenrente entstanden sein könnte.
4.1.4
Auf der Grundlage der durch die Beschwerdegegnerin getroffenen Abklärungen lässt sich dies
e Frage
nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beurteilen.
Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich deshalb ergänzende Ab
klä
rungen vorzunehmen haben.
Festzuhalten bleibt, dass diese Abklärungen auch deshalb erforderlich sind, weil
ein (allfällig) zu bejahender (befristeter) Rentenanspruch ab April 2017 sich im Hin
blick auf die Erfüllung der Wartezeit auch auf einen allfälligen späteren Ren
tenanspruch auswirken kann (vgl. Art. 29
bis
IVV).
4.
2
4.2.1
Weiter bestehen auch Unklarheiten über
den Gesundheitszustand des Beschwer
deführers
respektive
seine
Arbeits
fähigkeit in der Folgezeit
, die eine Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches
bis zum Verfügungszeitpunkt (und darüber hinaus)
verunmöglichen
.
4.2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer rentenabweisenden Verfügung be
treffend
die
Sternumdehiszenz
auf den Standpunkt, es sei diesbezüglich lediglich ein Verdacht (vgl. E. 3.
11
) geäussert worden, welcher sich nicht bestätigt habe (vgl. Urk. 2 S. 2 Mitte)
.
Nach Bestätigung der
Diagnose
im Bericht vom Her
zzen
trum des
E._
vom 16.
Mai 2018
(E. 3.
17
)
, der jedoch erst im vorliegenden Ver
fahren vom Beschwerdeführer eingereicht worden ist,
verwies die Beschwerde
geg
nerin
in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 6 S. 2 oben) d
a
rauf, dass zwar ein operativer Eingriff
wegen der
Sternumdehiszenz
in Aussicht gestellt, im näm
li
chen Bericht
aber
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.
Diese Argumentation greift zu kurz. Einerseits wäre selbst beim von Fachärzten lediglich geäusserten Verdacht auf eine somatische Beschwerde unter dem Aspekt von Art. 43 ATSG abzuklären gewesen, o
b sich dieser Verdacht erhärten liesse
und sich daraus allenfalls Konsequenzen für die Arbeitsfähigkeit
hätten
ergeben
könn
en. Anderseits lässt nicht schon der Umstand, dass sich Fachärzte nicht zur Arbeitsfähigkeit geäussert haben, darauf schliessen, dass keine
funktionelle
Ein
schränkung vorliegt. Es wäre an der Beschwerdegegnerin gelegen, die dafür not
wen
digen Abklärungen zu treffen.
Für eine allfällige Einschränkung sprechen die nach dem Unfall am 8. September 2017 (vgl. E. 3.
13
)
zunehmenden Schmerzen, welche in der Indikation einer diesbezüglichen auf Ende 2018 angesetzten Ope
ration (sternale Plattenosteosynthese) mündeten (vgl. E. 3.
17
)
.
Gemäss dem nun im Verfahren eingereichten Bericht des Kardiologen PD Dr.
F._
bestand sodann eine zumindest teilweise Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.19).
4.2.3
Ferner
stellte der Rheumatologe Dr.
O._
in seinem Bericht vom
11. Februar 2018 (E. 3.
16
) betreffend das
myofasziale
Schmerzsyndrom im Bereich der Schulter
mus
kulatur
den Verdacht einer
AC-
Dysfunktion der rechten Schulter, wies darauf hin, dass ein Teil
der
Beschwerde
n
dadurch erklärten werden könnte
,
und wollte deswegen weitere Abklärungen (Sonographie) mit der Frage nach
einer
Arthrose beziehungsweise einem Erguss im AC-Gelenk vornehmen. In den Akten finden sich keine diesbezüglichen Abklärungsnachweise (vgl. Urk. 7/1-97). Es ist unklar, ob sich der Verdacht bestätigt hat.
Ist
dies der Fall, wären allfällige funktionelle
Einschränkungen deswegen nicht auszuschliessen. Die Beschwerdegegnerin unter
liess es
,
darüber
Abklärungen zu treffen. Im Nachgang zur Verfügung
vom
28. Mai 2018 attestierte
Dr.
O._
dem Beschwerdeführer dann auch
in einem im Zuge des vorliegenden Beschwerdeverfahrens eingereichten Arbeitsunfähig
keits
zeug
nis
vom 11.
Juni 2018, also rund zwei Wochen nach der angefochtenen Verfügung, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 11. Juni 2018 bis zum 10. Juli 201
8
(vgl. E. 3.7)
.
Die Beschwerdegegnerin
verwies in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 6 S. 2 oben) darauf, dass
dort
die Arbeitsunfähigkeit ohne objektivierbare
Gründe erfolgt sei.
Ob diese Annahme zutrifft ist gänzlich unklar.
4.2.4
Daneben steht eine allfällige psychische
(
eventuell psychosomatische
)
Beein
träch
tigung im Raum, welche allenfalls auch in der zur Beurteilung für den Ren
tenanspruch relevanten Zeit ab April 2017 Auswirkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit gehabt haben könnte.
Nachweislich
nicht korrekt ist die Fest
stellung der Beschwerdegegnerin, in keinem der vorliegenden Berichte sei auf eine psychiatrische Diagnose geschlossen worden (Urk. 2 S. 2 unten). So stellte med.
pract
.
G._
in ihrem Bericht vom 29. Juli 2016 (E. 3.3) ausdrücklich die Diagnose einer Anpassungsstörung, wenn sie auch davon ausging, dass es sich um ein rein reaktives Leiden in Zusammenhang mit der Herzoperation 2016 und den damit einhergehenden Einschränkungen handelt
e
. Die Diagnose wurde
denn
auch
von
RAD-Arzt Dr.
M._
(vgl. Urk. 7/68 S.
4
) als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit übernommen
.
Es trifft zwar
wohl
zu, dass
der
Beschwerdeführer
– wie von der Beschwer
de
gegnerin
ausgeführt
(Urk. 2 S. 2 unten) -
das im Zuge der ambulanten kardio
logischen Rehabilitation am
B._
vorgeschlagene psychiatrische Konsilium (vgl. Urk. 7/45/8-10 S. 2 unten) nicht
durchgeführt hat
– jedenfalls finden sich dafür in den Akten keine Hinweise (vgl. Urk. 7/1-97)
-
und dies
auf einen mangelnden
psychischen
Leidendruck hinweisen könnte.
Dies könnte aber auch daran liegen, dass erst Dr.
O._
in seinem Bericht vom 11. Februar 2018 (E. 3.16) explizit darauf hinwies, dass
die
im Zusammenhang mit der
Sternotomie
bestehende psychische Belastung für die
Chronifizierung
der Beschwerden mitverantwortlich sein könnte. Der Beschwerdeführer suchte denn auch im Anschluss
am
30. April 2018 (vgl. Urk. 11/11
) die
H._
für eine eingehende Abklärung
auf
. Die
H._
-
Fach
ärzte
stellten
in ihrem Bericht v
om 12. Dezember 2018 (Urk. 11/11
)
über
die besagte
Untersuchung
vom
30. April 2018
-
und damit vor dem Verfü
gungs
zeitpunkt
-
die
Diagnose einer Panikstörung
sowie einer
leichtgradige
n
Depres
sion und empfahlen eine ambulante Krisenintervention, um die psychische Be
lastung aufzufangen und eine weitere depressive Dekompensation zu verhindern (S. 2 unten).
Zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit äusserten sie sich nicht. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass ebenfalls aufgrund dieser psychischen Leiden eine solche vorlag.
Auf der Grundlage der durch die Beschwerdegegnerin getrof
fe
nen Abklärungen lässt sich
auch
diese Frage nicht mit dem Mass der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit beurteilen.
4.3
Zusammenfassend
erwecken
a
ll diese Umstände erhebliche Zweifel an Vollstän
digkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung durch
die Beschwerdegegnerin. Demzufolge ist die angefochtene Verfügung vom
28
.
Mai
201
8
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach erfolgter notwendiger Abklärung über den
Rentenanspruch
des
Beschwerdeführer
s
neu verfüge.
4.4
Angesichts der mit einer Rückweisung verbundenen Beurteilung des Renten
anspruchs über den Zeitraum der ursprünglichen Verfügung vom
28. Mai 2018
hinaus und der im vorliegenden Beschwer
d
everfahren eingereichten medizini
schen Unterlagen
(vgl. Urk. 11/1-14), welche
länger anhaltende Arbeitsun
fähig
keiten
ab
Juni
2018
bis Mai
2019
– mithin dem aktuellsten vorliegenden Bericht -
ausweisen sowie auf
schwerwiegende
Beschwerden hindeuten
,
scheint eine poly
disziplinäre
Begutachtung angezeigt
.
Das
Gutachten wird sich nicht nur zum aktuellen Gesundheitszustand
zu
äussern haben, sondern insbesondere auch
den
Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht
insbesondere nach März
2017
zu behandeln haben
. D
i
e Beschwerdegegnerin wird
auch zu prüfen haben
,
ob
vorgängig zur Begutachtung vom Arbeitgeber des
Beschwerdeführers ein aktueller
Arbeitgeberfragebogen einzuholen
ist
.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihm eine
Prozessentschädigung von Fr. 2‘7
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.