# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a92cc6ae-f893-5a73-a85c-29ed0bebb5c4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, gelernte
Schallplattenverkäuferin, arbeitete zuletzt
vo
m
1.
November 2008
bis
29.
Februar 2012
im
Kundendienst
bei der
Y._
in einem Pensum von 100 % und ne
benbei seit dem
2.
September 2008
teilzeitlich
in der Datenerfassung in Heimar
beit bei der
Z._
(vgl.
Urk.
7/4 =
Urk.
7/9 S. 4
Ziff.
5.3
-5.4
;
Urk.
7/13 S. 2 f.;
Urk.
7/
27/2-3
). U
nter Hinweis auf eine
Narkolepsie mit Katap
lexie
meldete sie sich am 29. August 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
4 =
Urk.
7/9 S. 4
Ziff.
6.2
). Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
7/7
,
Urk.
7/14) ab und gewährte der Versicherten
daraufhin
Be
ratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die
A._
(
vgl. Mit
teilung vom 19. November 2012,
Urk.
7/18). Am 8. November 2013 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen, da eine Integr
ation
in den Arbeitsmarkt in
nert angemessener Zeit nicht gelungen sei (
Urk.
7/40). Die IV-Stelle tätigte da
raufhin weitere Abklärungen der medizinischen Situation (
Urk.
7/45,
Urk.
7/49) und veranlasste
insbesondere
eine polydisziplinäre Begutachtung durch die
Ärzte der
B._
, über welche am 31. Dezember 2014 berichtet wurde (
Urk.
7/65).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
mit erfolgter Rückfrage bei den Ärzten der
B._
(
Urk.
7/
70,
Urk.
7/72,
Urk.
7/74-77,
Urk.
7/79-80) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. Juli 2015 (
Urk.
7/84 =
Urk.
2) einen Renten
anspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am 3. September 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. Juli 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Oktober 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 13. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 24. November 2015 (
Urk.
9) wurde der Beschwerdeführerin
sodann
antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Verkäuferin oder in
einem Büro zu
80 % zumutbar sei, vorausge
setzt
,
es bestehe die Möglichkeit für kurze Schlafpausen von jeweils dreimal 10 Minuten pro Tag. Nach
Vornahme
des Einkommensvergleichs und unter Be
rücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % resultier
t
e ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 32 % (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
für die Bemessung des
Valideneinkommens
dürfe nicht auf die Tabellenlöhne abgestellt werden.
Sie sei vor Beendigung der Erwerbstätigkeit jahrelang im Musikhandel angestellt gewesen.
Zur Bestimmung des
Invalideneinkommen
s
sei
auf
die
Zu
mutbarkeitsbeurteilung
d
es
Gutachten
s
der
B._
abzustellen
. Es dürften jedoch kaum Arbeitsstellen auf dem ersten Arbeitsmarkt vorhanden sein, bei welchen sie mehrere Schlafpausen pro Tag einlegen könne. Es sei deshalb von der alter
nativen gutachterlichen Einschätzung ohne die Möglichkeit von mehreren zu
sätzlichen Schlafpausen pro Tag und somit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Folglich
resultiere ein Invaliditätsgrad von 65 %, weshalb sie An
spruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe
. Falls bei der Invaliditätsbemessung den
noch von einer optimal angepassten Beschäftigungsmöglichkeit mit mindestens drei zusätzlichen Schlafpausen pro
Tag ausgegangen werde
, so entspreche das zumutbare Pensum von sechs Stunden pro Tag nicht einer Arbeitsfähigkeit von 80 %, sondern einer 73%igen Arbeitsfähigkeit. Sodann wäre der
behinderungs
bedingte
Abzug auf 25 % zu erhöhen, weshalb ihr mindestens eine halbe Inva
lidenrente zustehe
(S. 4 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere die verbliebene Arbeitsfähigkeit sowie der vorgenommene
Ein
kommensvergleich
.
3.
3.1
Mit Bericht vom 8. Februar 2011 (
Urk.
7/3/4-18 =
Urk.
7/7/1-15) diagnostizier
ten die Ärzte des
C._
eine Narkolepsie mit Kataplexie, ein primäres Schnarchen, eine Adipositas sowie ei
nen
Nikotinabusus
. Der Schlaf de
r Beschwerdeführerin sei am 24./
25. Januar 2011 mittels nächtlicher
Polysomnographie
und multiplem Einschlaftest unter
sucht worden (S. 1).
3.2
Dem Bericht von
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom
10. Dezember 2013 (
Urk.
7/45/1-4
) ist zu entnehmen, dass dieser die Be
schwerdeführerin seit 1981 behandle (S. 1
Ziff.
1.2), und eine Narkolepsie mit Kataplexie als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren könne (S. 1
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit
als Mitar
beiterin in einem Verkaufsshop
seit 2011 zu 100 % arbeitsunfähig. Diese Tätig
keit sei ihr nicht mehr zumutbar (S. 2
Ziff.
1.6-1.7).
Die Medikation sei leider nur mässig erfolgreich (S. 3
Ziff.
1.9).
3.3
Die Ärzte des
C._
be
-
stätig
ten
mit Bericht vom 17. März 2014 (
Urk.
7/49/1-5) die bereits diagnosti
zierte Narkolepsie mit Kataplexie (S. 1
Ziff.
1.1). Bei adäquater medikamentöser Therapie gegen die Schläfrigkeit und
die
Kataplexie sowie
bei Vorliegen
einer abwechslungsreichen Tätigkeit mit genügend Bewegung und mit der Möglich
keit für zwei bis drei kurze Schlafpausen am Tag von
jeweils
10 bis 20 Minuten sei eine normale Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 2 f.
Ziff.
1.4-1.5,
Ziff.
1.8).
Ein
es der
Nickerchen könne in der Mittagspause absolviert werden (S. 4 unten).
3.4
Am 31. Dezember 2014 erstatteten die Ärzte der
B._
ihr polydisziplinäres Gut
achten zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/65). Als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit konnten sie eine Narkolepsie mit Kataplexie sowie eine leichte Schlafapnoe feststellen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Cannabismissbrauch (ICD-10 F13.1), ei
nen Koka
inmissbrauch (ICD-10 F14.1),
eine Adipositas Grad I
(richtig: Grad II)
bei
einem Body-mass-Index (
BMI
) von
36.7 kg/m
2
sowie
eine Störung durch Tabak (S. 14
Ziff.
6.1-6.2).
In der internistischen Untersuchung sei
eine Adipositas zweiten Grades aufgefal
len
. Ein leicht verschärftes Atemgeräusch beziehungsweise
die
Exspir
a
tion
bei der Lungenauskultation passe zu den angegebenen
Rauchgewohnhei
ten
. Die Beschwerdeführerin sei
zudem
positiv auf Cannabis und Kokain getes
tet worden (
S.
9
Ziff.
4.2-4.3,
S. 15
Mitte
).
Aus psychiatrischer Sicht
könne
keine Störung von Krankheitswert
diagnosti
ziert werden
.
Die Beschwerdeführerin habe weder entsprechende Symptome be
klagt noch liessen sich gravierende psychopathologische Befunde erheben. Die berichteten szenischen Halluzinationen seien vor dem Hintergrund der diagnos
tizierten Narkolepsie mit Kataplexie als hypnagoge Zustände und dam
it als Symptom der Narkolepsie einzuordnen.
Das Ergebnis der neuropsychologischen Testung sei bei
im
Untersuchungszeitpunkt positivem Screening auf Kokain und Kokainabbauprodukten zustande gekommen. Eine qualitative Beurteilung und Abgrenzung der Wirkung des stimulierenden Kokains auf die Störung der Wachheit und damit
auf die
Konzentration und Aufmerksamkeit im Vergleich zum verordneten
Modafinil
, welches als
Psychostimulanz
ebenfalls
eine
am
phetaminartige
Wirkung habe, sei klinisch-psychiatrisch nicht möglich.
In der Untersuchung seien die lebhafte
Psychomotorik, eine
hyperthyme
Affektlage
sowie
schnelle, leicht assoziativ gelockerte Gedankengänge
aufgefallen. Dabei handle es sich wahrsch
e
inlich um eine pharma
kologisch induzierte Zus
pitzung leicht ak
zentuierte
r
persönlichkeitsspezifischer Eigenschaften unter nachgewie
senem Kokainkonsum, die sich unter Behandlung mit
Modafinil
wahrscheinlich nicht einstellen würde.
Der Alkoholkonsum
s
e
i
gemäss der aktuellen
Laborun
tersuchung
sistiert
. Die Beschwerdeführerin sei
dagegen
posit
iv auf Cannabis getestet worden, lebe jedoch ihren eigenen Angaben zufolge abstinent, weshalb
ein passiver Konsum nicht ausgeschlossen werden könne.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
liege nicht vor
(
S. 9 f.
Ziff.
5.1,
S. 15
unten
).
In
der neurologischen Untersuchung seien die Kriterien für eine Narkolepsie mit Kataplexie als erfüllt angesehen worden.
So liege eine exzessive Schläfrigkeit
über mehr als drei Monate vor und die Anfälle mit
Tonusverlust
entsprächen eindeutig einer Kataplexie.
I
m Rahmen der Schlafabklärung in der
C._
werde von einer verkürzten mittleren Einschlafzeit von 1.1 Minuten und von einem Auftreten
eines
rapid
eye
movements
(
REM
)
-Schlaf in allen fünf
Ta
gesschlafepisoden
berichtet. Die
geschilderten
realistischen Halluzinationen in der Einschlaf- oder Aufwachphase würden die Diagnose einer Narkolepsie un
terstützen, auch wenn sie in d
en
Diagnosekriterien
nicht enthalten seien
. Eine
Liquorp
unktion
zur Bestimmung des Hypok
retin-Werts sei zur Diagnosestellung
nicht notwendig
. Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie aktuell
fünf-
bis sechsmal
pro
Tag für 5 bis 60 Minuten ungewollt einschlafe und zwei
-
bis dreimal am Tag einen kataplektischen Zustand für 5 bis 60 Minuten erleide.
Die Dauer der Episoden werde möglicherweise überschätzt, da Zeitspannen von Be
troffenen häufig überschätzt würden und ansonsten die Dauer für die Diagnose ungewöhnlich wäre. Während der zweistündigen neurologischen Untersuchung hätten keine Phasen einer Kataplexie oder Narkolepsie beobachtet werden kön
nen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht
werde
eingeräumt, wobei
auf die aktuelle
pneumologische
Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit verwiesen
werde
(S. 11 f.
Ziff.
5.2, S. 15 f.).
Bei der neuropsychologischen Begutachtung hätten Auffälligkeiten im Bereich der Daueraufmerksamkeit festgestellt werden können. Ansonsten seien keine klinisch relevanten Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit fest
zustellen gewesen. Vor dem Hintergrund der
somnologischen
Befunde und der unauffälligen Ergebnisse in den angewendeten Beschwerde-Validierungs-Ver
fahren seien die testpsychologisch objektivierten Befunde als veritabel einzu
schätzen und am ehesten im Zusammenhang mit der Narkolepsie zu erklären
(S. 12
Ziff.
5.3, S. 16 unten).
Aus
pneumologischer
S
icht sei die vom Zentrum für Schlafmedizin im Jahr 2011 gestellte Diagnose einer Nar
kolepsie mit Kataplexie aufgrund der erfüllten Kriterien zu bestätigen. Eine
Reevaluation
sei nicht erforderlich. Auf einen Mul
tiple-
Sleep
-
Latency
-Test sei
v
erzichtet worden, da das Resultat bei positivem Serumnachweis auf Cannabis und Kokain nicht interpretierbar sei. Die in der
Polysomnographie
festgestellte leichte Schlafapnoe sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nahezu irrelevant, da sie – verglichen mit der bekannten Nar
kolepsie – viel weniger zur Tagesschläfrigkeit beitrage.
N
och weniger relevant
seien
die in der
Polysomnographie
beschriebenen Beinbewegungen und de
r
Bruxismus.
Aus schlafmedizinischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der Tä
tigkeit als Verkäuferin oder in einer Bürotätigkeit ohne weiteres zu 80 %
(sechs Stunden pro Tag)
arbeitsfähig, vorausgesetzt
sie
habe die Möglichkeit zur Einle
gung kurzer Schlafpausen. Sollte diese Möglichkeit nicht bestehen, müsse ein deutlich reduziertes Arbeitspensum von 50 % eingeräumt werden
. Tätigkeiten mit potentieller Selbst- und Fremdgefährdung
sowie körperlich schwere Tätig
keiten
seien nicht möglich
(
S. 13
Ziff.
5.4,
S. 16 Mitte).
Gesamtmedizinisch sei die
pneumologische
Untersuchung ausschlaggebend. Die Beschwerdeführerin könne in einem Pensum von sechs Stunden täglich arbei
ten, wenn sie die Möglichkeit für kurze Schlafpausen habe. Ansonsten
liege
das
zumutbare
Arbeitspensum
bei
50 % (S. 16 unten). Die Beschwerdeführerin sei demnach in der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin sowie in einer
behinde
rungsangepassten
körperlich leichten Tätigkeit im Büro oder im Verkauf unter optimalen Bedingungen zu 80 % arbeitsfähig. Falls keine Möglichkeit zur Einle
gung kurzer Schlafpausen bestehe, sei sie zu 50 % arbeitsfähig. Tätigkeiten mit Selbst- und Fremdgefährdung seien nicht möglich. Diese Beurteilung gelte seit
dem Zeitpunkt
der Anmeldung bei der Invalidenversicherung (S. 17
Ziff.
7.2-7.4). Als medizinische Massnahme stehe das Sistieren von Tabak, Cannabis und Kokain im Vordergrund. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische
Mitbehand
lung
sei erforderlich
. Zudem sei eine Gewichtsreduktion anzustreben, da diese das leichte Schlafapnoesyndrom positiv beeinflussen könne. Die medikamentöse Therapie der Narkolepsie sollte fortgesetzt werden (S. 17
Ziff.
7.5).
3.5
Mit Stellungnahme vom 1
2.
Januar 2015 erachtete
Dr.
med. E._
,
F
ach
ärztin
für Allgemeine Innere
Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
die formalen Aspekte des
Gutachten
s
der
B._
als
erfüllt
.
Die Beschwerdeführe
rin sei in der Tätigkeit als Verkäuferin oder in einer Bürotätigkeit zu 80 % ar
beitsfähig, falls die Möglichkeit für kurze Schlafpausen (3 x 10 Minuten pro Tag) bestehe.
Bei Fehlen der
Möglichkeit für
kurze
Schlafpausen sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Tätigkeiten mit Selbst- und Fremdgefährdung seien nicht möglich. Diese Einschätzung gelte ab Diagnosestellung der Narkolepsie im Januar 2011
(
Urk.
7/67 S. 5 ff.).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Gutachten der
B._
(vorstehend E. 3.4)
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situation Rechnung trägt. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vor
genommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung durch die Gutachter der
B._
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige ärztli
che Entscheidungsgrundlagen (vorstehend E. 1.
4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Dies empfahl überdies auch die RAD-Ärztin
Dr.
E._
(
Urk.
7/67 S. 5 ff.)
und blieb schliesslich auch von Seiten der Parteie
n unbestritten (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
6
;
Urk.
2 S.
2
). Di
e von der Beschwerdeführerin
mittels Einwand
vorge
brachte
Rüge,
wonach
die Angabe im neurologischen Teilgutachten nicht
stimme, dass sie von einer Leiter gestü
r
zt sei sowie einen Unfall mit einem Töff gehabt habe (vgl.
Urk.
7/75,
Urk.
7/79-80), wurde beschwerdeweise nicht mehr vorgebracht. Zudem äusserte sich der entsprechende Gutachter der
B._
bereits
hierzu (vgl.
Urk.
7/77)
.
A
n der Beweiskraft des Gutachtens
und insbe
sondere dessen nachvollziehbarer
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
ändert sich dadurch
nichts.
4.2
Die Beschwerdeführerin leidet demnach insbesondere an einer Narkolepsie mit Kataplexie sowie einer leichte
n
Schlafapnoe als mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit konnten ein
Can
nabismissbrauch
(ICD-10 F13.1), ein Kokainmissbrauch (ICD-10 F14.1), eine Adipositas sowie eine Störung durch Tabak festgestellt werden (
Urk.
7/65 S. 14
Ziff.
6.1-6.2).
Insbesondere konnte bei fehlenden gravierenden psychopatholo
gischen Befunden ke
ine psychiatrische Störung mit Krankheitswert ausgewiesen
werden
. Die szenischen Halluzinationen der Beschwerdeführerin wurden nach
vollziehbar als hypnagoge Zustände und damit als Symptom der Narkolepsie eingeordnet (vgl.
Urk.
7/65 S. 10).
Aus gesamtmedizinischer Sicht erachteten die Gutachter der
B._
die
pneumo
-
lo
gische Untersuchung als führend und attestierten der Beschwerde
führerin in der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin sowie in einer körperlich leichten Verweistätigkeit im Büro oder im Verkauf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, falls die Möglichkeit zur Einlegung kurzer Schlafpausen bestehe. Demgegenüber
erachteten
sie lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
als gegeben
, falls diese Möglichkeit nicht bestehe. Tätigkeiten mit Selbst- und Fremdgefährdung sowie körperlich schwere Tätigkeiten seien nicht möglich (vgl.
Urk.
7/65 S. 17
Ziff.
7.2-7.3).
4.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 5 oben) darf ein Arbeitsplatz mit zwei bis drei zusätzlichen Pausen von höchstens 20 Minuten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als vorhanden angenommen werden
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_740/2014 vom 11. Februar 2015 E. 3.4.3)
. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleich
gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen sowie be
zeichnet andererseits einen Arbeitsmarkt,
der von seiner Struktur her einen Fä
cher verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des körperlichen Einsatzes
(BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2).
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen
.
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarkt
verhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998
S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005,
I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom
17. April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst
schliesslich
auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des
Arbeitgebers rechnen kön
nen (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom
29. August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Somit ist für die nachfolgende Invaliditätsbemessung
von der gutachterlich attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugeh
en
.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin
weiter
geltend macht, dass
die im
Gutachten ebenfalls angegebenen
sechs Stunden pro Tag bei einer üblichen Arbeitszeit von 8 1⁄4 Stunden pro Tag lediglich einem Pensum von 73 % und nicht von 80 % entsprächen (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
7
),
so ist zwar zuzugestehen, dass die Gut
achter der
B._
tatsächlich auch von einer zumutbaren Arbeitstätigkeit von sechs Stunden pro Tag sprachen und dabei nicht angaben, auf welche
Tagesar
beitszeit
sich dies bezieht. Allerdings wird im
ausschlaggebenden
pneumologi
schen
Teilgutachten von einem Pensum von 80 % gesprochen, wobei dieses in Klammern gleichgesetzt wurde mit sechs Stunden pro Tag (vgl.
Urk.
7/65 S. 13
, S. 62
). In der gesamtmedizinischen Zusammenschau war sodann jeweils nur noch von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit die Rede (vgl.
Urk.
7/65 S. 17
Ziff.
7.2-7.3).
Wenn man vom maximal zugestandenen zusätzlichen
Pausenbe
darf
von dreimal 20 Minuten pro Tag (= 60 Minuten) ausgeht
(vgl.
Urk.
7/49/1-5 S. 2 f.
Ziff.
1.4-1.5,
Ziff.
1.8
;
Urk.
7/65 S.
17 f.
Ziff.
7.4 und 7.6)
, so beträgt die Einbusse bei einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden 12.5 % und bei einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden 24 Minuten 11.9 %. Die von den Gutach
tern der
B._
attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit erweist sich somit bereits als deutlich abgerundet. Würde man dagegen von einer Arbeitsfähigkeit von 6 Stunden pro Tag ausgehen, hätte dies
sogar
eine Verdoppelung
des zugestande
nen
zusätzlichen maximalen Pausenbedarf
s
zur Folge.
Nach dem Gesagten er
weist sich die
– bereits grosszügig bemessene -
80%ige Arbeitsfähigkeit mithin als plausibel und ist
für die
nachfolgende
Invaliditätsbemessung
zu überneh
men.
4.5
Zusammenfassend ist
somit
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf
die
beweiskräftige
gutac
hterliche Beurteilung der
B._
in der bisherigen Tä
tigkeit
als Verkäuferin
sowie in einer körperlich leichten Verweistätigkeit im Büro oder im Verkauf
noch zu 80 % arbeitsfähig ist, wobei ein Arbeitsplatz mit zwei bis drei zusätzlichen Pausen von höchstens 20 Minuten auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt als vorhanden angenommen werden kann.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei die Beschwerdeführerin aufgrund der Erwerbsbiographie unbestrittener
massen als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren ist, weshalb ein
Einkom
mensvergleich
vorzunehmen ist (vorstehend E. 1.3).
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss dem seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Art. 29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruches. Angesichts der Anmeldung bei der
Be
schwerdegegnerin
am 29. August 2012 (
Urk.
7/4 =
Urk.
7/9) würde ein allfälli
ger Rentenanspruch frühestens ab dem 1. Februar 2013 bestehen. Für die Vor
nahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2013, abzu
stellen (BGE 129 V 222).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Va
-
lidenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausgegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Bestimmung des
Valideneink
om
mens
auf die Tabellenlöhne der
LSE
2012
, wobei sie auf das für Frauen geltende standardisierte monatliche Einkommen für praktische Tätigkeiten im privaten Sektor abstellte. Als Begründung gab sie an, dass die Beschwerdeführerin ihre Anstellung aufgrund eines Stellenabbaus verloren habe (vgl.
Urk.
2 S. 2;
Urk.
7/66 S. 1). Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, es sei auf das tatsächlich erzielte Durchschnittseinkommen der letzten drei Jahre ab
zustellen (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
5).
Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zuletzt vom
1. November 2008 bis 29. Februar 2012 im
Kundendienst bei der
Y._
in einem Pensum von 100 % und nebenbei seit dem
2.
September 2008 teilzeitlich in der Datenerfassung in Heimarbeit bei der
Z._
tätig war (vgl.
Urk.
7/4 =
Urk.
7/9 S. 4
Ziff.
5.3
-5.4
;
Urk.
7/13 S. 2 f.;
Urk.
7/27/2-3). Die Kündigung bei
der
Y._
er
hielt sie per 29. Februar 2012 infolge eines Stellenabbaus (vgl.
Urk.
7/13 S. 2).
D
er relevante Gesundheitsschaden wurde erstmals im Februar 2011 diagnosti
ziert
, wobei die ersten Symptome bereits im 2009 auftraten
(
Urk.
7/3/4-18 =
Urk.
7/7/1-15
S. 1;
Urk.
7/49/1-5 S. 1
).
Obwohl die Kündigung
durch die
Y._
nach Lage der Akten aus wirtschaftlichen Gründen ausgesprochen wurde, besteht bei einer zeitlichen Nähe der Auflösung des langjährigen Arbeitsverhältnisses und des Eintritts der gesundheitlichen Beeinträchtigung regelmässig kein hinreichender Grund, um auf die Tabellenlöhne anstelle des tatsächlich erzielten Verdienstes abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_699/2010 vom 2
2.
Dezember 2010 E. 3.2), wes
halb vorliegend für die Bestimmung des
Valideneinkommens
auf das in der letzten Tätigkeit erzielte Einkommen und
somit
auf das Durchschnittseinkom
men der letzten drei Jahre gemäss
dem
Auszug des Individuellen Kont
os (IK-Auszug) abzustellen ist.
Zu berücksichtigen ist allerdings
, dass die Beschwerdeführerin nebst ihrer 100%igen Tätigkeit bei der
Y._
einer Nebentätigkeit bei der
Z._
nachging. Das Bundesgericht hielt diesbezüglich einerseits fest, dass die Invalidenversicherung nach der gesetzgeberischen Konzeption nur Versicherungsschutz im Rahmen eines normalen Einsatzpensums von 100 % gewährt, weshalb ein Nebeneinkommen bloss dann als
Valideneinkommen
be
rücksichtigt werden kann, falls ein solches bereits im Gesundheitsfall erzielt worden ist und weiterhin erzielt worden wäre. Andererseits hat das Bundesge
richt bisweilen auch sämtliche Einkünfte aus Haupt- und Nebentätigkeit zum
Valideneinkommen
geschlagen, ohne Berücksichtigung der damit allenfalls ein
hergehenden Überschreitung eines üblichen Arbeitspensums von 100 % (vgl. hierzu Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
3. Auf
lage, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
69 zu Art. 28a
IVG
). Nach Lage der Akten fehlen vorliegend konkrete Hinweise, weshalb und in welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin diesen Nebenerwerb aufgegeben hat, wurde dieser insbe
sondere in Heimarbeit ausgeführt und wäre der Beschwerdeführerin aufgrund des gesundheitlichen Zustandes
demnach sicherlich
weiterhin zumutbar gewe
sen.
I
n den Akten
befindet sich
auch
lediglich
ein IK-Auszug, welcher die bis ins Jahr 2011 erzielten Einkommen auflistet (vgl.
Urk.
7/14). Für die Zeit da
nach fehlt ein entsprechender Auszug. Einzig dem Gutachten der
B._
lässt sich entnehmen, dass die Arbeit
der
Z._
mittlerweile nach Osteuropa aus
gel
ag
ert worden s
ei (vgl.
Urk.
7/65 S. 36 oben).
Es ist deshalb
anzunehmen
, dass die Aufgabe des Nebenverdienst
e
s nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgte.
Dem IK-Auszug lässt sich weiter entnehmen,
dass die Beschwerdeführerin in den Jahren
zuvor
nie einer
Nebenerwerbstätigkeit nachgegangen ist. So war sie
in den Jahren 2001 bis 2007 nur
in der Haupttätigkeit bei der
F._
angestellt (vgl.
Urk.
7/14 S. 3).
Es ist deshalb nicht davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung über
wiegend wahrscheinlich weiterhin eine Nebenerwerbstätigkeit ausüben würde
.
Nach dem Gesagten ist
somit
das hypothetische
Valideneinkommen
gemäss dem Durchschnittseinkommen der letzten drei Jahre anhand des IK-Auszugs zu be
rechnen, wobei der Nebenverdienst bei der
Z._
nicht zu berücksichti
gen ist.
Somit
ergibt sich Folgendes:
Im Jahr 2009 erzielte die Beschwerdefüh
rerin ein
Einkommen von
Fr.
58‘500.--,
was unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnentwicklung
bei Frauen in den Jahren 2010 bis 2013 ein Einkom
men von rund
Fr.
60‘755.--
für das massgebende Jahr 2013 ergibt (
Fr.
58‘500
.-- x 1.011 x 1.01 x 1.01 x 1.007). Im Jahr 2010 erzielte die Beschwerdeführerin sodann ein
E
inkommen von
Fr.
59‘150.--,
was wiederum unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung bei Frauen in den Jahren 2011 bis
2013 ein Einkommen von rund
Fr.
60‘761
.-- für das Jahr 2013 ergibt (
Fr.
59‘150
.-- x 1.01 x 1.01 x 1.007). Schliesslich betrug das
E
inkommen im Jahr 2011
Fr.
63‘700.--,
womit angepasst an die Nominallohnentwicklung der Jahre 2012 und 2013 ein massgebendes Einkommen im Jahr 2013 von
rund
Fr.
64‘787
.-- resultiert (
Fr.
63‘700
.-- x 1.01 x 1.007). Das Durchschnittseinkommen der letz
ten drei Jahre – angepasst an die Nominallohnentwicklung – und somit das hy
pothetische
Valideneinkommen
für das massgebende Jahr 2013 beträgt folglich
Fr.
62‘101
.-- (
Fr.
186
‘
303.
--
:
3).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.5
Auch d
as Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die
Tabellenlöhne der LSE 2012, wobei sie
wiederum
auf das für Frauen gel
tende standardisierte monatliche Einkommen für praktische Tätigkeiten im pri
vaten Sektor abstellte
(vgl.
Urk.
2 S. 2
;
Urk.
7/66 S. 1).
Dies ist angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin derzeit keine Tätigkeit mehr ausübt und ihr die bisherige praktische Tätigkeit im Verkauf gemäss medizinischer Beurtei
lung weiterhin zu
mutbar ist (vorstehend
E. 4.5
), nicht zu beanstanden
und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten (vgl.
Urk.
1 S. 4 f.). Der Zentralwert für mit praktischen Tätigkeiten beschäftig
t
e Frauen betrug im Jahr 2012 im privaten Sektor
Fr.
4‘646.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Total,
Kom
petenzniveau
2). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41.7 Stunden sowie der allgemeinen Lohnentwicklung bei den Frauen im Jahr 2013 von 0.7 % angepasst, ergibt dies ein hypothetisches
Invalidenein
kommen
von rund
Fr.
46‘823.--
für das Jahr 2013 bei der verbliebenen 80%igen Arbeitsfähigkeit (
Fr.
4‘646.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.007 x 0.8).
Die Beschwerdegegnerin
berücksichtige sodann die
benötigten
Schlafpausen zusätzlich als lohnmindernden Faktor und gewährte daher einen
leidensbe
dingten
Abzug von 15 %
(vgl
.
Urk.
2 S. 2
,
Urk.
7/66 S. 1).
Demgegenüber bean
tragte die Beschwerdeführerin, dass bei der Annahme einer 80%igen Arbeitsfä
higkeit ein behinderungsbedingter Abzug von 25 % gewährt werden müsse (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
7).
Hierfür besteht indessen kein Anlass, erscheint der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 15 %
als angemessen. Gründe, welche einen höheren Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht substantiiert geltend gemacht.
Zu erwähnen bleibt, dass das
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium darstellt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4 und 8C_176/2012 vom
3.
September 2012 E. 8).
Damit resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen in der Höhe von rund
Fr.
39
‘800.-- (
Fr.
46‘823.-- x 0.85).
5.6
Wir
d das
Valideneinkommen
von
Fr.
62‘101
.--
dem Invalidenei
nkommen
von
Fr.
39‘800.--
gegenübergestellt, resultier
t eine Erwerbseinbusse von
Fr.
22‘301
.--
und somit ein nicht rentenbegründender
Inv
aliditätsgrad von gerundet 36 %
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG)
und auf
Fr. 8
00.--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, in
folge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
6.2
Mit Verfügung vom 2
4.
November 2015
(
Urk.
9
) wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialversicherungs
gericht
die Möglichkeit besteht, dem Gericht vor Fällung des Endentscheides eine detaillierte Zusammenstellung über den bisherigen Zeitaufwand und die bisher angefallenen Barauslagen einzureichen
,
und dass
das Gericht
im
Unter
lassungsfall
die Entschädigung nach Ermessen festsetzt.
Bis dato wurde keine entsprechende Honorarnote eingereicht, weshalb der unent
geltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt
Daniel
Christe
, Winterthur,
beim gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zu
züglich
MWSt
) ermessensweise mit
Fr.
2‘000.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.