# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 55f0aad1-fcf2-5551-b51e-688a925a8474
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ H.A., geb. 1981, ist Staatsangehöriger von Mazedonien. Er gelangte 1987 im
Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz zu seinen in St. Gallen wohnhaften
Eltern. Er ist im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. H.A. war vom 9. April 2004 bis
13. September 2006 mit einer Landsfrau verheiratet. Diese wohnte nie mit ihrem
Ehemann in der Schweiz zusammen. Am 2. März 2009 heiratete H.A. in Mazedonien
seine Landsfrau A. Die Ehefrau reiste am 31. März 2009 im Rahmen des
Familiennachzugs zu ihrem Ehemann in die Schweiz ein.
H.A. wurde zwischen 1998 und 2009 wiederholt straffällig. Unter anderem wurde er
vom Präsidenten des Gerichtskreises Bern-Laupen am 28. April 2008 wegen einfacher
Körperverletzung, mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung (unter anderem
Rechtsüberholen auf der Autobahn, Schikanestopp, Anhalten auf dem Überholstreifen
der Autobahn) zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 100.-- sowie einer
Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Am 11. Februar 2009 wurde er wegen Gefährdung des
Lebens im Zusatz zu einem Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 5. Juli 2007 und
dem Urteil des Gerichtspräsidenten von Bern-Laupen zu einer Freiheitsstrafe von
14 Monaten und einer Busse von Fr. 2'000.-- verurteilt.
Mit Verfügung vom 6. Juli 2009 widerrief das Ausländeramt die
Niederlassungsbewilligung von H.A..
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob H.A. mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 21. Juli 2009 Rekurs, der vom Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 19. Mai 2010 abgewiesen wurde.
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C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 4. Juni 2010 erhob H.A. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 19. Mai 2010 und die Verfügung des Ausländeramts vom
6. Juli 2009 seien aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Voraussetzungen für
einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht gegeben seien, eventualiter sei er
zu verwarnen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei
unverhältnismässig. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. Juli 2010 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 4. Juni 2010
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Nach Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. a oder b AuG erfüllt sind (lit. a) oder wenn
der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere
oder die äussere Sicherheit gefährdet (lit. b). Die Niederlassungsbewilligung von
Ausländern, die sich seit mehr als fünfzehn Jahren ununterbrochen und
ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, kann nur aus Gründen von Art. 63 Abs. 1
lit. b und Art. 62 lit. b AuG widerrufen werden (Art. 63 Abs. 2 AuG). Nach Art. 62 lit. b
AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer zu
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einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme
im Sinn von Art. 64 oder 61 StGB angeordnet wurde.
2.1. Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr gelten nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung als längere Freiheitsstrafen im Sinn von Art. 62 lit. b AuG und bilden
einen Grund für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung (vgl. BGE 135 II 377).
2.2. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen Behörde beim Entscheid über den Widerruf
der Niederlassungsbewilligungen einen Ermessensspielraum. Der Tatbestand ist als
"Kann-Bestimmung" formuliert. Das Gesetz schreibt nicht zwingend den Widerruf der
Niederlassung vor, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Widerruf
einer Niederlassungsbewilligung ist anzuordnen, wenn er bei sorgfältiger Abwägung
der Interessen verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101,
abgekürzt BV). Die Behörden berücksichtigen gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration, wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem Ausländer und seiner Familie drohenden
Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 135 II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). Dabei sind umso
strengere Anforderungen an den Widerruf einer Niederlassung bzw. an eine
Wegweisung zu stellen, je länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war. Es ist
aber in Betracht zu ziehen, dass der Widerruf der Niederlassung und die Wegweisung
selbst gegenüber Ausländern der zweiten Generation, welche ihr gesamtes Leben in
der Schweiz verbracht haben, grundsätzlich zulässig ist (BGE 130 II 176 E. 4.4.2 mit
Hinweisen auf die Praxis zum ANAG, welche auch für das AuG gilt, BGer 2C_832/2009
vom 29. Juni 2010, E. 4.3). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist eine Wegweisung
im übrigen umso eher zulässig, wenn der Ausländer selbst nach längerer Anwesenheit
in der Schweiz sich nicht oder nur wenig integriert hat, hauptsächlich mit Landsleuten
zusammen ist, enge Beziehungen zu seinem Heimatland pflegt sowie dessen Sprache
spricht (vgl. BGer 2A.540/2001 vom 4. März 2002).
2.3. Der Beschwerdeführer wurde am 17. April 1998 mit fünf Tagen Arbeitsleistung
bestraft, weil er als Sechzehnjähriger ein Auto entwendet und damit einen Unfall
verursacht hatte. Am 24. August 1998 wurde er wegen Hehlerei mit fünf Tagen
Einschliessung und am 24. März 2000 wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und
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Hausfriedensbruchs mit vierzehn Tagen Einschliessung bestraft. Am 24. April 2002
verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft St. Gallen wegen Sachbeschädigung, versuchten
Diebstahls und Hehlerei mit sechs Wochen Gefängnis und Fr. 250.-- Busse. Am 14.
Oktober 2003 wurde der Beschwerdeführer wegen Beschimpfung mit Fr. 400.--
gebüsst. Das Kreisgericht St. Gallen sprach H.A. am 5. Juli 2007 wegen mehrfachen
Vergehens gegen das Waffengesetz schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von
14 Tagessätzen zu je Fr. 100.--. In den Jahren 2008 und 2009 wurde er wegen der
oben in Erw. A./ erwähnten Delikte bestraft. Aufgrund der rechtskräftigen Verurteilung
zu einer Freiheitsstrafe von vierzehn Monaten sind die Voraussetzungen für den
Widerruf der Niederlassung gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b AuG erfüllt.
2.4. Zu Recht ging die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer seit vielen
Jahren delinquierte und nicht nur Vermögensdelikte und grobe
Verkehrsregelverletzungen beging, sondern auch schwerwiegende Verstösse gegen die
körperliche Integrität. Weder Probezeiten früherer Urteile noch Untersuchungshaft oder
der Vollzug von Einschliessungsstrafen vermochten ihn von weiterer Delinquenz
abzuhalten. Die Entwicklung zeigt, dass der Beschwerdeführer mit andauernder
Delinquenz schwerere Straftaten beging. Am 14. Februar 2007 lieferte er sich auf der
Autobahn A1 im Gebiet Grauholz/Bern eine Schlägerei mit einem anderen Autofahrer.
Dieser gab an, der Beschwerdeführer sei sehr nahe auf ihn aufgefahren, habe
Lichtzeichen gegeben und gehupt. Da er die Spur nicht habe wechseln können, habe
er sein Überholmanöver beendet. In der Folge sei der BMW des Beschwerdeführers
rechts an ihm und den überholten Wagen vorbeigefahren und habe ihm auf dem
zweiten Überholstreifen den Weg abgeschnitten. Daraufhin habe der Beschwerdeführer
vor ihm voll gebremst. Er habe ebenfalls anhalten müssen. Dann seien der
Beschwerdeführer und sein Beifahrer ausgestiegen und auf ihn zugekommen. Der
Beschwerdeführer habe dann, ohne ein Wort zu sagen, auf ihn eingeschlagen. Der
Beschwerdeführer wurde wegen dieses Vorfalls wegen einfacher Körperverletzung,
mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung und mehrfacher einfacher
Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen.
Der Verurteilung vom 11. Februar 2009 liegt eine gewaltsame Auseinandersetzung vom
15. Februar 2004 zugrunde. Nach den Feststellungen des rechtskräftigen
Kreisgerichtsurteils erwartete der Beschwerdeführer, bewaffnet mit einer geladenen
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Schrotflinte und zusammen mit seinem Bruder, der einen Baseballschläger mitführte,
eine Gruppe von Landsleuten auf dem Zeughausparkplatz in St. Gallen. Beim Eintreffen
der drei erwarteten Personen schlug der Beschwerdeführer mit dem Lauf der
entsicherten Schrotflinte mehrmals gegen die Fensterscheibe des Autos der drei
Personen und feuerte während des darauffolgenden Rückwärts- bzw.
Wegfahrmanövers drei Schrotladungen auf das Fahrzeug. Nach dem Urteil des
Kreisgerichts, welches auf einem Gutachten beruhte, hätten die Schüsse bei nur
geringem Höherzielen tödliche Verletzungen verursachen können. Das Gericht
erkannte, das Vorgehen des Beschwerdeführers habe die Fahrzeuginsassen in
unmittelbare Lebensgefahr gebracht und sei daher als skrupellos einzustufen. Aus dem
Vorgehen des Beschwerdeführers sei zudem auf direkten Vorsatz zu schliessen. Als
strafschärfend berücksichtigte das Gericht die Mehrheit von Taten, als straferhöhend
das schwere Verschulden, die grosse Gefahr aufgrund der eingesetzten Waffe und der
grosskalibrigen Munition, der nichtige Anlass, die zahlreichen Vorstrafen und die
Delinquenz während der Hängigkeit des Strafverfahrens. Als strafmindernd wurde das
umfassende Geständnis sowie die lange Zeit zwischen Tat und endgültiger
Verfahrenserledigung mit persönlich schwierigen Umständen (Ehescheidung,
Stellenwechsel, finanzielle Probleme, Tod der Mutter) berücksichtigt.
Das Kreisgericht hat somit berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, als
er am gewalttätigen Angriff beteiligt war, in schwierigen Verhältnissen lebte. Seit jener
schweren Straftat liess der Beschwerdeführer aber nicht von seinem gewalttätigen
Verhalten ab. Der Vorfall vom 14. Februar 2007, als er auf der Autobahn einen anderen
Lenker mit einem Schikanestopp zum Anhalten zwang und auf diesen einschlug, zeigt
deutlich, dass es sich beim Angriff vom 15. Februar 2004 nicht um eine einmalige
Gewalttätigkeit handelte. Der Beschwerdeführer handelte wiederholt gewalttätig und
skrupellos gegen Leib und Leben anderer Personen. Aufgrund des bisherigen
Verhaltens rechtfertigt sich die Annahme nicht, es gehe von ihm im gegenwärtigen
Zeitpunkt keine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit mehr aus.
Aufgrund der Straftaten während laufender Probezeit und nach bedingt ausgefällten
Freiheitsstrafen sowie Verwarnungen muss von einer erheblichen Rückfallgefahr
ausgegangen werden. Eine günstige Prognose kann daher dem Beschwerdeführer
nicht gestellt werden.
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Der Beschwerdeführer lebt seit 1987 und damit seit rund 23 Jahren in der Schweiz. Die
lange Dauer des Aufenthalts ist zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Allerdings fällt
auf, dass der Beschwerdeführer bereits seit über zehn Jahren mit einer gewissen
Regelmässigkeit Straftaten beging, was die Dauer des Aufenthalts bzw. die Bedeutung
des langen Aufenthalts im Rahmen der Interessenabwägung doch relativiert. Im
weiteren fällt in Betracht, dass der Beschwerdeführer am 2. März 2009 heiratete und
seine Ehefrau am 31. März 2009 in die Schweiz einreiste. Aufgrund der zahlreichen
Verurteilungen, insbesondere jener vom 11. Februar 2009, konnte der
Beschwerdeführer nicht damit rechnen, dass er seine Ehe in der Schweiz leben kann.
Der Ehefrau wurde denn auch keine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Der Aufenthalt der
Ehefrau wurde bislang aufgrund der Anwesenheit des Ehemannes toleriert. Hinzu
kommt, dass das gemeinsame Kind am 4. Februar 2010 geboren wurde. Die Ehefrau
lebt somit weniger als zwei Jahre in der Schweiz, weshalb ihr eine Rückkehr in den
Herkunftsstaat ohne überdurchschnittliche Schwierigkeiten möglich ist. Auch für das
Kind ist eine Übersiedlung nach Mazedonien nicht mit besonderen Schwierigkeiten
verbunden. Für den Beschwerdeführer hat der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
in persönlicher Hinsicht zweifellos einschneidende Auswirkungen. Er hat den Widerruf
der Niederlassungsbewilligung aber seinem eigenen Fehlverhalten zuzuschreiben.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer nach wie vor Kontakte in seinen
Herkunftsstaat pflegt. Er heiratete während seines Aufenthalts in der Schweiz zweimal
eine dort lebende Landsfrau. Die Vorinstanz ging daher zu Recht davon aus, dass sich
der Beschwerdeführer aufgrund seines Alters und der Vertrautheit mit der dortigen
Sprache und Kultur selbst bei einem anfänglich fehlenden Beziehungsnetz wieder
zurechtfinden kann. Zutreffend ging die Vorinstanz im weiteren davon aus, dass die
schlechtere Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage im Herkunftsstaat einer Wegweisung
nicht entgegensteht.
2.5. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die
Vorinstanz den Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufgrund der lange
andauernden, stetig schwerwiegend werdenden und von erheblicher Gewalttätigkeit
geprägten Delinquenz trotz des langen Aufenthalts in der Schweiz und der
persönlichen Nachteile verhältnismässig ist. Eine Verwarnung müsste namentlich
aufgrund der bisher in den Strafverfahren ausgefällten Sanktionen als zwecklos
bezeichnet werden. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
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3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht