# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 17bebe31-5350-507b-84e2-4c9ee9cd51f2
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_007
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich  oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können. Die Rüge der Unangemessenheit ist vorliegend ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG);
dass die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b und c AIG widerrufen hat;
dass die Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG widerrufen werden kann, wenn der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Eine Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt laut Art. 77a Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) insbesondere vor, wenn die betroffene Person gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet (lit. a) oder öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche  mutwillig nicht erfüllt (lit. b);
dass ein schwerwiegender Verstoss im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. a VZAE in erster Linie besteht, wenn die ausländische Person durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, psychische und sexuelle  eines Menschen verletzt oder gefährdet hat. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung können auch vergleichsweise weniger gravierende Pflichtverletzungen als "schwerwiegend" im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG bezeichnet werden. So ist ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch dann möglich, wenn sich eine ausländische Person von strafrechtlichen Massnahmen oder  Verwarnungen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch zukünftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. Somit kann auch eine Summierung von Verstössen, die für sich genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen  rechtfertigen, wobei nicht die Schwere der verhängten Strafen, sondern die Vielzahl der Delikte entscheidend ist (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1; 137 II 297 E. 3.3; Urteil BGer 2C_58/2019 vom 31. Januar 2020 E. 3.2);
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dass zudem nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG die zuständige Behörde die Niederlassungsbewilligung widerrufen kann, wenn die ausländische Person oder eine Person, für die sie zu sorgen hat,  und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Nach geltender Praxis ist der  nach dieser Bestimmung erfüllt, wenn konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit besteht. Für die Beurteilung der Frage, ob die Fürsorgeabhängigkeit erheblich ist, sind die bereits ausgerichteten Beträge zu berücksichtigen (Urteil BGer 2C_268/2011 vom 22. Juli 2011 E. 6.2.3). Der Widerruf kommt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle  erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt bzw. jenen ihrer Familie aufkommen können wird. Keine Sozialhilfe im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG stellen nach der Rechtsprechung Ergänzungsleistungen zur Alters-, - und Invalidenversicherung dar (BGE 135 II 265 E. 3.7; Urteil BGer 2C_13/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 3.1);
dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid überzeugend darlegte, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise am 30. März 2002 dauerhaft mit dem Gesetz im Konflikt steht. Es ist in diesem Zeitraum zu zahlreichen Verurteilungen gekommen, wobei sich das Strafmass kontinuierlich , und bei den begangenen Delikten hat der Beschwerdeführer namentlich die körperliche und psychische Integrität seiner Opfer verletzt. Zudem zeigt der Beschwerdeführer deutlich, dass er auch in Zukunft weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. So ist er bereits  von der Vorinstanz verwarnt worden und die Situation hat sich im Laufe der Zeit trotz dieser Verwarnungen und der strafrechtlichen Verurteilungen keineswegs verbessert. Er wurde nach der letzten Verwarnung noch namentlich mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg vom 6. Januar 2021 zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 40 Tagen verurteilt, wegen Hinderung einer Amtshandlung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und wegen Drohung (er hatte anlässlich einer Anhaltung und des Transports durch die Kantonspolizei am 27. August 2020 die Beamten mit dem Tod bedroht, ebenso wie anlässlich einer Sitzung vom 28. Oktober 2019 die Mitarbeiter des Sozialamtes). Zudem wurde er am 6. Dezember 2021 wiederum verurteilt, zu einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen, wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte anlässlich des Strafvollzugs (er hatte am 1. Oktober 2020 in seiner Gefängniszelle in  einen Vollzugsbeamten angespuckt, nachdem dieser ihm eine Anfrage für einen  verweigern musste, und am 26. Oktober 2020, als zwei Vollzugsbeamte versuchten, ihn zum Gefängnisleiter zu führen, packte er einen der Beamten am Pullover und bedrohte beide mit einer Tasse Tee, die er schliesslich zu Boden warf. Dann nahm er eine Pfanne und warf sie den Beamten ins Gesicht, schliesslich schlug er einen Beamten mit der Faust ins Gesicht). Hinsichtlich der  Konflikte kann überdies auch auf die Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid und die Akten verwiesen werden;
dass der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten offensichtlich in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstösst und diese gefährdet. Dies wird von ihm in seiner Beschwerde im Übrigen auch in keiner Weise bestritten;
dass die Vorinstanz damit zu Recht davon ausging, dass (jedenfalls) der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt ist;
dass er überdies seit Jahren keiner geregelten Arbeit nachgeht und seit 2012 in den Genuss von Sozialhilfe kommt. Auch diesbezüglich wird auf den angefochtenen Entscheid und die Vorakten verwiesen;
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dass bei Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AIG noch zu prüfen ist, ob die damit  aufenthaltsbeendende Massnahme verhältnismässig erscheint (vgl. Art. 96 AIG; Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 8 EMRK);
dass die zuständigen Behörden bei der Verhältnismässigkeitsprüfung alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen haben. Unter Einbezug der öffentlichen Interessen, der persönlichen  sowie des Grads der Integration der Ausländer ist eine sorgfältige Interessenabwägung . Dabei gilt es namentlich der Schwere des Verschuldens, der Dauer der Anwesenheit sowie der dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile Rechnung zu tragen (vgl. Art. 96 Abs. 1 AIG; BGE 139 I 31 E. 2.3.1; 135 II 377 E. 4.3; Urteil BGer 2C_730/2020 vom 6. Mai 2021 E. 2.4);
dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend macht, dass er sich zum Zeitpunkt der Beschwerde zur Begutachtung durch den forensisch-psychiatrischen Dienst der Universität Bern im FNPG in Villars-sur-Glâne aufgehalten habe. Es gehe dabei um Fragen der allfälligen Selbst- und Fremdgefährdung, die Notwendigkeit einer Medikation oder Zwangsmedikation und der . Die Begutachtung sei im Gange. Die Vorinstanz habe diesem Begutachtungsverfahren  nicht Rechnung getragen. Es sei willkürlich, eine Person aus der Schweiz auszuweisen, bevor man das Ergebnis einer umfassenden psychiatrischen Begutachtung kenne. Je nach dem Ergebnis der Begutachtung werde sich erweisen, ob eine Ausweisung in casu tatsächlich verantwortbar und verhältnismässig sei oder nicht. Bevor das Gutachten eintreffe, sei zum Beispiel nicht klar, ob er überhaupt reisefähig für den Transport sei, und ob ihm angesichts seines gegenwärtigen Zustands zuzumuten sei, dass er in Nordmazedonien möglicherweise ohne jegliche fachkompetente  lebe, sowie ob eine notwendige ärztliche Behandlung dort möglich sei;
dass die Instruktionsrichterin am 25. Januar 2022 das Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Bern beim Friedensgericht einverlangte. Am 1. Februar 2022 übermittelte das  dem Kantonsgericht eine Kopie dieses Gutachtens vom 10. August 2021;
dass die Gutachter namentlich ein Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (derzeit abstinent in  Umgebung) diagnostizierten, zudem wurden deutlich ausgeprägte impulsive und dissoziale Persönlichkeitszüge festgestellt. Sie schlossen, dass die Schuldfähigkeit bzw. die  des Beschwerdeführers in mittelgradigem Ausmass vermindert seien. Insbesondere die  für Delikte in der Art der Anlassdelikte (Drohungen, Tätlichkeiten und ) wurde als sehr hoch eingeschätzt. Aus psychiatrischer Sicht sei die Anordnung einer  Massnahme nach StGB nicht sinnvoll. Der Explorand lasse keine Motivation zu einer entsprechenden Behandlung erkennen. Zudem seien die Erfolgsaussichten einer solchen  auch aufgrund seiner mangelnden Sprachkenntnisse und seiner fehlenden sozialen  (etwa eine offensichtlich kaum genügende Gruppenfähigkeit) denkbar gering. Sinnvoll erscheine jedoch die langfristige Platzierung des Beschwerdeführers in einer geeigneten, eng betreuten  auf zivilrechtlicher Grundlage. Konkret sei dabei an ein Wohnheim bzw. eine eng betreute Wohngruppe zu denken, wobei es sich nicht zwingend um eine geschlossene Institution handeln müsse;
dass hinsichtlich der Verhältnismässigkeit vorerst insbesondere auf die Ausführungen der  im angefochtenen Entscheid verwiesen werden kann;
dass sich aus dem Gutachten vom 10. August 2021 in keiner Weise ergibt, dass die gefällten  bzw. der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht verhältnismässig wären. Namentlich ist nicht ersichtlich, dass eine entsprechende Unterbringung des Beschwerdeführers – der trotz der langen Anwesenheit in der Schweiz denkbar schlecht integriert ist – nicht auch in Nordmazedonien
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erfolgen könnte, es bestehen keine Anhaltspunkte für eine Reiseunfähigkeit, und auch die ihm  mittelgradige Verminderung des Schuldfähigkeit steht den Massnahmen – gerade mit Blick auf die Vielzahl und Schwere der von ihm begangenen Delikte und die bestehenden Konflikte – nicht entgegen;
dass dies vom Beschwerdeführer nach Vorliegen des Gutachtens auch nicht (mehr) geltend gemacht wird. So fällt auf, dass er sich in keiner Weise zum Gutachten – das bereits am 10. August 2021 erstattet wurde – äusserte, und dieses auch nicht spontan eingereicht hatte;
dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zwar fälschlicherweise festgestellt hat, dass der Beschwerdeführer kinderlos sei und in der Schweiz über keine Familienbande verfüge;
dass er vielmehr aus einer ersten Ehe einen Sohn hat, der im Jahr 1992 geboren wurde und gemäss der Beschwerde in D._ wohnt;
dass er jedoch aus dieser Beziehung mit dem bald 30 Jahre alten Sohn für das vorliegende  nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Namentlich wird ein besonderes Abhängigkeitverhältnis nicht behauptet, und gemäss dem Gutachten bestehen zudem Hinweise auf "gravierende Konflikte" mit dem Sohn. Auch halten sich gemäss dem Gutachten namentlich zwei seiner Schwestern in Nordmazedonien auf, so dass er im Heimatland über ein gewisses Familiennetz verfügt;
dass gesamthaft das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung gegenüber dem privaten Interesse des Beschwerdeführers zum weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegt und sich als verhältnismässig erweist, zumal er bereits mehrmals verwarnt wurde;
dass somit im Ergebnis festzuhalten ist, dass die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b bzw. c AIG zu Recht entzogen und die Wegweisung verfügt wurde;
dass die Beschwerde (601 2021 113) demnach abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestätigen ist;
dass schliesslich zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt sind. Nach Art. 142 Abs. 1 VRG hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wer nicht genügend Mittel besitzt, um ohne Beschränkung des notwendigen Lebensunterhalts für sich oder seine Familie die Kosten eines Verfahrens bestreiten zu können. Die unentgeltliche Rechtspflege wird nach Art. 142 Abs. 2 VRG nicht gewährt, wenn das Verfahren von vornherein aussichtslos erscheint. Dabei sind jene Begehren als aussichtslos anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als  bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei  Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde (vgl. nur BGE 139 III 475 E. 2.2; Urteil KG FR 603 2014 184 und 204 vom 10. Dezember 2014 E. 7b);
dass die Beschwerde bei der gegebenen Sach- und Rechtslage nach dem Vorgesagten als aussichtslos zu bezeichnen ist und demnach das Gesuch (601 2021 114) um Gewährung der  Rechtspflege und Ernennung von Rechtsanwalt Theo Studer als amtlicher Rechtsbeistand abzuweisen ist;
dass auf die Erhebung von Gerichtskosten ausnahmsweise verzichtet wird (Art. 129 VRG);
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dass keine Parteientschädigung geschuldet ist (Art. 137 Abs. 1 VRG);

## Considerations