# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 298d38dd-200d-473f-9f0a-c33e5850e627
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 7. Januar 2019 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden (fortan Staatsanwaltschaft) beim Regionalgericht Plessur gegen A._ Anklage. Letzterer lag folgender Sachverhalt zugrunde:
Am _ 2018, um ca. 18.05 Uhr, lenkte A._ seinen Personenwagen B._, in D._ von der E._strasse kommend über die F._C._ Richtung G._strasse. Unmittelbar vor ihm war I._ mit dem Motorrad H._unterwegs. Sie fuhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h. Nach der Bahnunterführung, als I._ aufgrund des Fussgängerstreifens vor dem Kreisverkehrsplatz F._-/G._strasse ihre Geschwindigkeit reduzierte, überholte A._ das Motorrad. Dabei überfuhr er zumindest mit den linken Rädern bewusst die Sicherheitslinie. Dem Fussgängerstreifen geht eine Fussgängerinsel voraus. Unmittelbar vor dieser Fussgängerinsel beendete A._ das Überholmanöver. Da er mit ungenügendem Abstand vor dem Motorrad einbog, zwang er I._ zu einem Bremsmanöver. Als A._ zum Überholen ansetzte, nahm er in Kauf dadurch die Motorradlenkerin bei ihrer Fahrt zumindest zu behindern, was im vorliegenden Fall vorhersehbar und vermeidbar gewesen wäre.
B. In der Folge ergänzte das Regionalgericht Plessur die Beweise von Amtes wegen, indem es bei den Tiefbaudiensten der Stadt Chur einen Plan des relevanten Strassenabschnitts samt Masse anforderte. Darüber hinaus ermittelte das Regionalgericht Plessur die technischen Daten der beteiligten Motorfahrzeuge.
C. Die Hauptverhandlung fand am 11. April 2019 statt. In Gutheissung des Beweisantrages von A._ befragte das Regionalgericht Plessur J._, die Ehefrau von A._, als Zeugin. Alsdann stellten die Parteien folgende Anträge:
Staatsanwaltschaft
1. A._ sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
2. Die beschuldigte Person sei mit Busse von CHF 400.00 zu bestrafen, bei schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
3. Die Verfahrenskosten seien der beschuldigten Person zu überbinden.
A._
1. Der Angeklagte sei der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 34 Abs. 2 und Abs. 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG von Schuld und Strafe frei zu sprechen.
2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates.
3 / 14
D. Mit Urteil vom 11. April 2019 erkannte das Regionalgericht Plessur wie folgt:
1. A._ ist der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig.
2. a) Dafür wird A._ mit einer Busse von CHF 2'000.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 20 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. a) Die Verfahrenskosten von CHF 4'785.00 gehen zu Lasten von A._.
b) A._ schuldet dem Kanton Graubünden folglich:
Busse CHF 2'000.00 Verfahrenskosten CHF 4'785.00 Total CHF 6'785.00

## Considerations