# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cfde433f-1d1d-4163-8ac2-6a777732b495
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war von Oktober 2005 bis Mai 2007 als Betriebsmitarbeiterin in einem Pensum von 80
%
bei der
Y._
S.A.
er
werbstätig gewesen (
Urk.
8/29). Im August 2008 meldete sie sich unter Hinweis auf Unfallfolgen bei der Invalidenversicherung zum Bezug einer Invalidenrente an (
Urk.
8/10).
Insbesondere gestützt auf die
polydisziplinäre Be
gutachtung
bei der
MEDAS
Z._
(Expertise vom
1.
Februar 2010;
Urk.
8/47) verneinte die IV
Stelle m
it Verfügung vom 24.
November 2010
- ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 33
%
- einen Rentenanspruch (
Urk.
8/64).
Die Beschwerde der Versicherten (
Urk.
8/65/3-8) wies das
Sozialversiche
-
rungsge
richt
des Kantons Zürich mit Urteil vom 31. Juli 2012 ab (Prozess IV.2011.00006;
Urk.
8/87)
und auf die dagegen
e
ingelegte
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 9C_699/2012 vom 28. November 2012 nicht ein (
Urk.
8/91).
1.2
Zwischenzeitlich hatte die Versicherte
mit Eingabe vom
7.
Mai 2012 unter Hin
weis auf eine gesundheitliche Verschlechterung ein neues Rentengesuch gestellt
(Urk.
8/77). Die IV-Stelle nahm
in der Folge
Arz
tberichte (
Urk.
8/86, Urk. 8/96
98) und
den Auszug
aus dem individuellen Konto der
Versicherten (Urk.
8/99) zu den Akten.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/102) verneinte
s
ie mit Verfü
gung vom 21. Mai 2014 den Anspruch
der Versicherten
auf eine Invali
denrente erneut (
Urk.
8/104 =
Urk.
2).
2.
Hiegegen
erhob
X._
a
m 23. Juli 2014 Beschwerde und bean
tragte die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur umfassenden Abklärung der gesundheitlichen Situation mittels einer
aktualisierten, umfassenden und neutralen
interdisziplinären Begutachtung. In formeller Hinsicht stellte sie An
trag auf unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2
f.
). Mit Vernehmlassung vom
8. August 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 19. August 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 9).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Anlass zur Rentenrevision
nach Art. 17
Abs.
1 ATSG
gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Abweisung des Leistungsanspruchs
damit, dass die neuen medizinischen Unterlagen keine dauerhafte Veränderung des Gesundheitszustandes ausweisen würden. Die bisherige wie auch eine ange
passte Tätigkeit seien unverändert zu 50
%
zumutbar. Es resultiere ein
renten
ausschliessender
Invaliditätsgrad von 33
%
(
Urk.
2).
In der Vernehmlassung ergänzte sie, es seien auch keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt. Der behandelnde Psychiater stütze sich vollumfänglich auf psychosoziale Belastungsfaktoren (Zuspitzung der Kampfscheidung, Sorge um den behinderten Sohn, Finanzen, unsichere Zukunft;
Urk.
7).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
A._
,
FMH Psy
chiatrie und Psychotherapie
, habe unmissverständlich auf eine Verschlechte
rung des Zustandes (S. 4) und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufmerksam gemacht (S. 5). Die Schreiben von
Dr.
A._
seien unberücksichtigt geblieben (S. 6). Die Beschwerdegegnerin habe massiv gegen ihre Abklärungspflichten verstossen, indem sie keine ärztlichen Abklärungen und auch keine Begutach
tung vorgenommen habe. Ein umfassendes Gutachten sei zu erstellen (S. 7).
2.3
Den Akten sind keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass sich im erwerbli
chen Bereich oder im Zusammenhang mit der Statusfrage
revisions
rechtlich
massgebliche Veränderungen ergeben hätten. Auch die Parteien beru
fen sich diesbezüglich auf keine neuen Verhältnisse.
S
treitig und zu prüfen ist
hingegen
, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführer
in
seit der
gerichtlich bestätigten rente
nablehnenden Verfü
gung vom
24. November 2010
(Urk.
8/64
) bis zum Zeitpunkt
des Erlasses
der angefochtenen Verfügung
am
21. Mai 2014 (Urk. 2)
in einem relevanten Aus
mass verschlechtert hat.
3.
Im Urteil vom 31. Juli 2012 (
Urk.
8/87) betreffend die erstmalige Rentenprüfung stellte das hiesige Gericht die im MEDAS-Gutachten vom 1. Februar 2010 ge
nannten Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (unvollständige Kom
pensation der bekannten peripher-
vestibulären
Funktionsstörung rechts bei Status nach Operationen eines
Cholesteatoms
rechts und eines
Rezidiv-Cho
lesteatoms
im November 2007 sowie bei Verdacht auf zentral-
vestibuläre
Funk
tionsstörung;
Urk.
8/47/13) wie auch die entsprechende gutachterliche Beurtei
lung ausführlich dar (E. 3.1). Darauf ist zu verweisen.
Das Gericht erwog sodann, die im MEDAS
Gutachten attestierte 50%ige Arbeitsfä
higkeit (Urk. 8/47/13) sei plausibel.
In
Bezug auf die medizinische Ak
tenlage in
psychiatrischer Hinsicht
hielt das Gericht fest, die vom
behandelnden
Dr.
A._
attestierte, psychisch bedingte höhere
A
rbeits
(
un
)
fähigkeit
(vgl.
Urk.
8/22-23, Urk. 8/32) vermöge die
MEDAS
Beurteilung nicht in Frage zu stellen
(E. 3.2.2). Gestützt auf das MEDAS
Gutachten ging das Gericht
für die Invaliditätsbemessung von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in
einer
a
nge
passten Tätigkeit aus (E. 3.3) und ermittelte mittels der gemischten Methode ei
nen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von maximal rund 35
%
(E. 6).
Von diesen Feststellungen des hiesigen Gerichts ist im Folgenden mit Blick auf die gesundheitlichen Veränderungen auszugehen, da das Bundesgericht mangels einer
rechtsgenüglichen
Beschwerde keine materielle Anspruchsprüfung vorge
nommen hat (Urk. 8/91).
4.
4.1
Auf die Neuanmeldung vom 7. Mai 2012 (
Urk.
8/77) hin führte
Dr.
A._
im Bericht vom 28. Mai 2012 aus, die depressive Verstimmung habe sich seit der Diagnose der Tuberkulose (etwa im April 2012; vgl. dazu
Urk.
8/80/1) ver
schlimmert. Auch wenn sich diese später nicht als ansteckend erwiesen habe, könne sich die Beschwerdeführerin kaum mehr vom Schock erholen (
Urk.
8/79).
Am 1
2.
August 2012 (
Urk.
8/86) hielt
Dr.
A._
weiter fest, die Beschwerdeführe
rin habe erstmals im April 2012 über die Verschlimmerung be
richtet, was auch psychopathologisch feststellbar gewesen sei. Sie wirke einer
seits niedergeschlagen, verzweifelt, hoffnungslos,
klagsam
und weinerlich, an
dererseits aber auch verärgert, wütend verbittert, erbost nervös und gestresst. Im Denken sei sie teils verlangsamt, perseverierend, teils beschleunigt, sprunghaft, ideenflüchtig, je nach gerade besprochenem Thema. Er wies auf die Hypothy
reose und die Tuberkulose hin, welche beide medikamentös behandelt wurden und zwischenzeitlich kompensiert (Hypothyreose) beziehungsweise komplikati
onslos verlaufen (Tuberkulose) sind (vgl. dazu
Urk.
8/83/1-2). Sodann führte er diverse Belastungsmomente im privaten Leben auf, die ihren Teil zur aufgetre
tenen Verschlimmerung beigetragen hätten. Dabei sei in Bezug auf die Symp
tomatologie zu unterscheiden zwischen echten Krankheitszeichen und „norma
len“ Reaktionen in schwierigen Lebenssituationen. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte er sich nicht.
4.2
Dr.
B._
, Facharzt Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, ging am 13. Oktober 2012 davon aus, dass die von Dr.
A._
beschriebenen Befunde die Kriterien einer leichten depressiven Epi
sode nicht erfüll
t
en. Er verneinte eine berufsrelevante psychische Beeinträchti
gung (
Urk.
8/100/3).
4.3
Im von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerde zu den Akten gereichten Bericht vom 28. Dezember 2013 führte
Dr.
A._
aus, dass sich seit August an den psychiatrischen Diagnosen nicht viel geändert und sich das psychische
Zu
standsbild
eher verschlechtert habe, und zwar in Bezug auf den Schweregrad der Depression. Diesbezügliche führte er Ratings von verschiedenen Tests an (vgl.
Urk.
3/10)
und schloss
gestützt
da
rauf auf eine schwere Depression. Er be
richtete zudem von belastenden Tatsachen in Bezug auf die Ehescheidung (Zu
spitzung der Kampfscheidung, Sorge um behinderten Sohn, Einsamkeit), die unsichere Zukunft und die stattgehabten
Hospitalisationen
und Operationen (Lymphknotenexstirpation zervikal im Februar 2012,
Urk.
8/80/3; gynäkologi
sche Eingriffe, unter anderem am 22. September 2013,
Urk.
3/7) sowie von kör
perlichen Beschwerden und Schmerzen im Unterbauch.
Dr.
A._
hielt die Be
schwerdeführerin - in Übereinstimmung mit der Einschätzung in seinem Bericht vom 2
2.
Mai 2009 (
Urk.
8/32) - in diesem Zustand sicher als zu 100
%
arbeits
unfähig in der angestammten Tätigkeit. Die Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit müsse mit einem Arbeitsversuch - initial vielleicht zu 30
%
- in der Realität nachgeprüft werden (
Urk.
3/6).
4.4
Dr.
C._
, Facharzt Anästhesiologie FMH, vom RAD vermochte am 3. März 2014 eine dauerhafte Veränderung weder in Bezug auf den Gesundheitszustand noch auf die Arbeitsfähigkeit auszumachen (
Urk.
8/100/5).
5.
5.1
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin erhobenen Rüge, die Beschwer
-
degeg
nerin
habe nicht sämtliche Berichte des
Dr.
A._
berücksichtigt (
Urk.
1
S. 5
Ziff.
10-11), ist festzuhalten, dass dessen Bericht vom 28. Dezember 2013 (Urk. 3/6) zwar von der Beschwerdegegnerin
einverlangt
wurde (Urk. 8/92), aber hernach nicht in ihre Akten Eingang gefunden hat. Allerdings hat es auch die Beschwerdeführerin unterlassen, diesen offenbar in ihrem Besitz befindlichen Bericht im
Vorbescheidverfahren
aufzulegen. In diesem Verfahren hatte sie jedoch die Möglichkeit, ihren Standpunkt vor einem mit voller Kogni
tion ausgestatteten Gericht vorzutragen, weshalb eine allfällige
Gehörsverlet
zung
durch
ungenügende Berücksichtigung der Berichte des behandelnden Arztes durch die Beschwerdegegnerin jedenfalls geheilt ist. Dies gilt umso mehr, als dieser Bericht die vorausgegangenen (E. 4.1
hievor
) zur Hauptsache bestätigt und kaum wesentliche neue Erkenntnisse bringt.
5.2
In somatischer Hinsicht ist aufgrund der medizinischen Aktenlage erstellt, dass die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich an einer Tuberkulose erkrankt ist und dass sie sich im Jahr 2011 (
Urk.
8/80/11), im Juni 2013 wie auch am 11. September 2013 gynäkologischen Eingriffen unterziehen musste (Urk. 8/97/1). Die Berichte des
D._
, Gynäkologie, welche sich zu diesen Operationen äussern, weisen jedoch - abgesehen von einer nach dem Eingriff vorübergehend attestierten Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/96/3) - keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (vgl. auch
Urk.
3/7). Ebenso wenig ge
ben die ärztlichen Unterlagen Anlass zur Annahme, dass die
Lymphknoten
exstirpation
vom Februar 2012 (
Urk.
8/80/3-4), die erfolgreich behandelte Tu
berkulose oder die medikamentös kompensierte Hypothyreose (Urk. 8/80/1-2,
Urk.
8/83/1-4) eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen hätten oder dass sich die
otologische
Situation verschlechtert hätte (Urk. 8/80/1).
Selbst wenn seit der ursprünglichen Leistungsabweisung neue körperliche Be
schwerden aufgetreten sind, kann in diesen kein Revisionsgrund erblickt wer
den, da sie ausweislich der Akten zu keiner wesentlichen Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit geführt haben. Dies wurde seitens der Beschwerdeführerin denn auch nicht substantiiert, sondern lediglich unter dem allgemeinen Hinweis auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr.
A._
bestritten. Diese ist jedoch nicht geeignet, die Facharztberichte des
E._
(Urk. 8/80/1-10) und des
D._
Horgen (
Urk.
3/7) in Zweifel zu ziehen (Urk. 1 S. 5
Ziff.
8).
5.3
Dr.
A._
postulierte zwar eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszu
standes in Bezug auf den Schweregrad der Depression, ohne indes eine klare, nach ICD-10
codierte Diagnose
zu nennen. Am 2
8.
Mai 2012 sprach er von einer stark verschlechterten depressiven Verstimmung (E. 4.1
hievor
). Eine solche ist jedoch n
ach der im gebräuchlichen ICD
Klassifikationssystem enthaltenen Umschreibung weder schwer noch hinsichtlich ein
zelner Episoden anhaltend genug
, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen; daher
ist sie nach der
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung
in der Regel nicht invalidisierend
(vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom
6.
März 2014 E. 6.2 mit Hinweisen)
.
Daran ändert auch nichts, dass
Dr.
A._
am 2
8.
Dezember 2013 eine Verschlech
terung des Schweregrades de
r
Depression ausmachte und anhand der durchgeführten Tests (
Urk.
3/10) eine schwere Depression erwähnte (E. 4.3
hie
vor
). Die von der Beschwerdeführerin
selbst ausgefüllten Tests (
Urk.
3/10) ver
mögen einen
objektiven psychiatrischen Befund
nicht zu ersetzen, geben doch sowohl das
Beck Depression Inventar (BDI)
als auch der weitere aufgelegte Test allein
die subjektiv empfundene Beeinträchtigung der Testperson wieder, was eine Manipulation des Testergebnisses zulässt
. V
alidierungstests, welche solche Verzerrungen erfassen können,
sind nicht aktenkundig und es wird auch nicht behauptet, dass solche durchgeführt worden wären. Dies wäre hier umso not
wendiger gewesen, als die Beschwerdeführerin auch gegenüber den MEDAS
Gutachtern ein subjektives Empfinden von Depression
be
klagte, ohne dass die Gutachter daraus auf ein Leiden mit Krankheitswert geschlossen hätten (
Urk.
8/47/12 unten). Trotz der angeblichen Verschlechterung Anfang 2012 nahm die Beschwerdeführerin nur sporadisch psychotherapeutische Sitzungen wa
h
r (vgl. Urk. 3/4), was nicht auf einen grossen Leidensdruck hin
weist
. Die entsprechende Behandlungsfrequenz steht zudem der Annahme entgegen, dass es sich um ein therapeutisch und/oder medikamentös nicht mehr angehbares
psychiatrisches Krankheitsgeschehen handelt
(vgl. hierzu Urteil des Bundesge
richts 8C_303/2015 vom
8.
Oktober 2015 E. 4.4)
. Damit im Einklang stehen die von
Dr.
A._
geschilderten doch eher diskreten Befunde (E. 4.1
hievor
) und auch die von ihm angesprochenen belastenden Tatsachen führen zu keiner an
deren Betrachtung, erwähnte doch bereits der Psychiater der MEDAS, dass trotz zahlreicher Schicksalsschläge kein schweres psychiatrisches Leiden zu diagnos
tizieren sei (
Urk.
8/47/34-35). Inwiefern sich diesbezüglich eine Änderung erge
ben hätte, legte
Dr.
A._
nicht dar.
Schliesslich wies
Dr.
A._
selbst auf psycho-soziale Belastungssituationen im Zusammenhang mit der Scheidung, dem kranken Sohn und finanziellen Ängs
ten hin, ohne dass ersichtlich wäre, dass er diese Faktoren, für welche die Inva
lidenversicherung nicht einzustehen hat, bei der von ihm attestierten Arbeits
unfähigkeit beziehungsweise der angenommenen Verschlechterung ausgeklam
mert hat. Dies gilt umso mehr, als er selbst auf das Spannungsfeld zwischen den echten Krankheitszeichen und den „normalen“ Reaktionen in schwierigen
Le
benssituationen
hingewiesen hat (E. 4.1
hievor
), ohne dass er jedoch nachvoll
ziehbar darlegen würde, worin er hier die Krankheitszeichen erblickt. Vorlie
gend kann keine Rede davon sein, dass der behandelnde Facharzt ein medizi
nisches Substrat schlüssig erhoben hätte, was jedoch für die
Annahme
einer
In
validität nach Art.
8 ATSG
unabdingbar
ist
. Aufgrund der Berichte von
Dr.
A._
bestehen insbesondere keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die de
pressive Verstimmung verschlechtert beziehungsweise zu einem
versicherungs
rechtlich
massgeblichen psychischen Krankheitsbild verfestigt hätte.
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin ist nach dem Gesagten das Vorliegen eines invalidenversicherungsrechtlich massgebenden Leidens und damit gleichzeitig eine Verschlechterung des psychiatrische
n
Gesundheitszu
standes
nicht ausgewiesen
. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin
den Schluss gezogen
hat, dass sich das
Be
schwerdebild
der Beschwerdeführerin in den belastenden Faktoren erschöpft
.
Dementsprechend lassen zusätzliche medizinische Abklärungen, namentlich die von
der Beschwerdeführerin
beantragte
interdisziplinäre Begutachtung,
keinen
entscheidrelevanten
Aufschluss erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (an
tizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
5.4
Nach dem Gesagten ist somit unverändert von einer rentenausschliessenden Erwerbsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in auszugehen, weshalb
die
Beschwerde
gegnerin
ihren
Rentenanspruch zu Recht verneint hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6
.
6
.1
Weil vorliegend die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und zur unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
gemäss § 16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind (
Urk.
3/12), ist der Beschwerdeführerin - antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) - die un
entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Markus Braun zu gewähren.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG), zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.3
Nach § 34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Mit Honorarnote vom 1
6.
November 2015 machte Rechtsanwalt Markus Braun einen Aufwand von 14.40 Stunden und Barauslagen von
Fr.
230.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) geltend (
Urk.
14-15). D
ieser
Aufwand erscheint angesichts dessen, dass dieses Verfahren von der Untersuchungsmaxime geprägt ist, nicht als angemessen. Vorliegend
sind
zwei Stunde
n
Aufwand für die Instruktion und den übrigen Kundenkontakt sowie
angesichts der gut 100 zu studierenden Ak
tenstücke der Beschwerdegegnerin - wie geltend gemacht -
drei Stunden für das Aktenstudium
zu
aner
kennen. Sodann erscheinen vier
Stunden für das Abfassen der Beschwerdeschrift, die sich auf knapp fünf Seiten materiell mit der Sach- und Rechtslage befasst,
für das Substantiieren des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege
und das Studium der Gerichtsverfügungen
als angemessen; davon sind für letzteres 0.5 Stunden im Jahr 2015 (
9.
Juni 2015) angefallen und nicht mehr mit dem bis 3
1.
Dezember 2014 gültig gewesenen gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 200.--, sondern mit
Fr.
220.-- (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer) pro Stunde zu vergüten.
Aufwendungen für Kontakte mit dem Arzt (2
0.
Juni 2014) und der IV (
2.
April 2015) stehen nicht im Zusammenhang mit diesem Verfahren und sind daher ausser Acht zu lassen. Des Weiteren sind die verrechneten
Fr.
205.-- für
nicht näher bezeichnete
Fotokopien nicht gerechtfertigt.
Denn einerseits war e
s nicht
notwendig, dem Gericht
kopierte
Verwaltungsakten einzureichen (
Urk.
3/2-9), welche die Vorinstanz von Gesetzes wegen
einzureichen
hat (§ 21
Abs.
1
GSVGer
)
, und andererseits hatte der Vertreter auch keine Kopien von Verwal
tungsakten für sich selber anzufertigen,
da
sie
ihm
von der
Beschwerdegegnerin
während der Rechtsmittelfrist
in Kopie zugestellt
wurden
(
vgl.
Urk.
3/9).
Da für Kopien praxisgemäss
Fr.
-
-.50 pro Kopie
berechnet werden können, erscheint eine entsprechende Vergütung von
Fr.
40.-- als gerechtfertigt.
Demnach ergibt sich ein Honorar (zuzüglich Mehrwertsteuer) von Fr. 1‘954.80 ([8.5 Stunden x
Fr.
200.-- + 0.5 Stunden x
Fr.
220.--] x 1.08) und für die
Bar
auslagen
sind
Fr.
70.20 ([
Fr.
5.-- +
Fr.
20.-- +
Fr.
40.--] x 1.08) zu erstatten; mithin ist die Entschädigung von Rechtsanwalt Markus Braun auf Fr. 2‘025.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
6.4
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt Markus Braun verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.