# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 81553fe0-0cd9-408c-a6e3-20d74bc6b840
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, bezieht seit 1. August 1996 eine ganze Rente der Invalidenversicherung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 %. Nach Kenntnisnahme einer Verfü
gung der Unfallversicherung Zürich Versicherungs-Gesellschaft vom 2. März 2007, mit welcher diese die unfallversicherungsrecht
lichen Leistungen einstellte, sistierte die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Weiterauszahlung der Rente mit Verfügung vom 22. Januar 2008 aufgrund des Verdachts eines unrecht
mässigen Leistungsbe
zugs bis zur Herausgabe der Akten der Zürich Versiche
rungs-Gesellschaft. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess die Beschwerde dagegen mit Urteil IV.2008.00148 vom 28. Mai 2008 gut und hob die vorsorgliche An
ordnung der IV-Stelle auf.
Mit Einspracheentscheid vom 10. April 2008 hiess die Zürich die Einsprache gegen die Einstellungsverfügung vom 2. März 2007 materiell in dem Sinne teilweise gut, als sie bis 22. September 2005 Taggelder auf der Grundlage einer Arbeitsunfähigkeit von 10 % und ab 23. September 2005 eine Invalidenrente von 10 % sowie eine Integritätsentschädigung in derselben Höhe zusprach. Die Beschwerde dagegen wurde mit Urteil UV.2008.00155 vom 29. Mai 2009 mit der Feststellung, dass die Versicherte vom 1. November 1996 bis 31. Oktober 2002 Anspruch auf Taggelder aufgrund einer 100%igen Ar
beitsunfähigkeit und ab 1. November
2002
Anspruch auf eine Invalidenrente aufgrund einer 100%igen Invalidität sowie auf eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 70 % habe (zuzüglich Verzugszinsrege
lung), gutgeheis
sen. Mit Urteil 8C_629/2009 vom 29. März 2010 hob das Bundesgericht diesen Entscheid mit Ausnahme der Verzugszinsregelung auf.
Am 14. Juni 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten die Notwendigkeit einer polydisziplinären medizinischen Untersuchung mit (Allge
meine/Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie). Die Versi
cherte liess die Notwendigkeit ei
ner Begutachtung bestreiten und ausführen, dass ein neurologischer Gesund
heitsschaden vorliege und die Gutachterstelle die Fach
gebiete Neurologie und Neuroradiologie abdecken müsse, wofür die MEDAS-Gut
achterstellen nicht geeignet seien. Die IV-Stelle hielt mit Zwischenverfügung vom 28. August 2012 an der Notwen
digkeit einer medizinischen Abklärung du
rch eine, noch nicht konkret bezeichnete Begutachterstelle MEDAS
fest (vgl. Sachverhalt im Beschluss IV.2012.01042 vom 2
2.
April 2013,
Urk.
7/200).
Auf die Beschwerde der Versicherten vom 28. September 2012
gegen
die Zwi
schenverfügung
trat das Sozialversicherungsgericht mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Beschluss IV.2012.01042 vom 2
2.
April 2013 mangels nicht wieder gutzumachendem Nachteil mit der Begründung, die beste
henden Differenzen könnten
nach der endgültigen zwischenverfügungsweisen Festle
gung der Gutachterstelle und den an der Begutachtung beteiligten Fachperso
nen erfolgen, nicht ein.
1.2
Am 18. Juni 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten die Begutachtung durch die MEDAS
Y._
unter gleichzeitiger Bekanntgabe der Disziplinen und Gutachterpersonen
mit
(
Urk.
7/105). Mit Schreiben vom 1. Juli 2013 liess die Versicherte Einwände gegen die Begutachtung im
Y._
vorbringen, wobei sie insbesondere das Sach
verständnis des neurologischen Fachgutachters in Frage stellen liess
und die Wahl des
Y._
als solchem
(
Urk.
7/208)
.
In der Folge erliess
die IV-Stelle am
26. August 2013 eine Zwischenverfügung mit welcher sie an der Gutachterstelle und den ausgewählten Fachärzten festhielt (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid liess
X._
am 26. September 2013 Be
schwerde erheben und beantragen,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, im Einvernehmen mit ihr eine neue Gutachterstelle zu beauftragen (
Urk.
1)
. Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 29. Oktober 2013 auf Abweisung (
Urk.
6).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren ist die Verfügung vom
26. August 2013
(Urk. 2), mit welcher die Beschwerdegegnerin an der polydisziplinären Be
gutachtung der Beschwerdeführerin durch
das
Y._
und den ausgewählten Fach
ärzten
festgehalten hat. Hierbei handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG), welche bei Bejahung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils (Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann.
1.2
Nachdem mit Beschluss IV.2012.01042 vom 2
2.
April 2013 der nicht wieder gutzumachende Nachteil im Lichte der bundesgerichtlich aufgestellten Forde
rungen (BGE 137 V 210) und de
r
en per 1. März 2012 in Kraft getretenen Um
setzung auf Verordnungsebene (Art. 72
bis
der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV, Randziffern
2075
ff. des Kreisschreibens über das Verfahren in der
Invalidenversicherung, KSVI
)
noch verneint wurde, ist die Anfechtbar
keitsvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils beim nunmeh
rigen Stand der Gutachtensanordnung mit Bezeichnung des Gutachtensinstituts und der Gutachtenspersonen ohne Weiteres zu bejahen (vgl. dazu insbesondere
BGE 138 V 271 E. 1.2.1 bis 1.2.3;
E. 2.1-2
.3 im
Beschluss
IV.2012.01042 vom 2
2.
April 2013
; Urteile
IV.2013.005
53 vom 30. August 2013 und IV.20
13.00910 vom 2
2.
November 2013
).
1.3
In BGE 137 V 210 formulierte das Bundesgericht Anforderungen an polydiszipli
näre medizinische Entscheidungsgrundlagen. Dabei kommt den Rahmenbedingungen der Auftragsve
rgabe eine grosse Bedeutung zu (BGE 137 V 210 E. 3.1 S. 242,
138 V 271 E. 1
.1).
Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr Fachdiszip
linen beteiligt sind, haben nach dem Wortlaut von Art. 72
bis
Abs.
1 IVV bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das BSV eine Vereinba
rung getroffen hat. Gemeint sind die Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) im Sinne von Art. 59
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
. Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem Zufallsprinzip (Art. 72
bis
Abs.
2 IVV). Zu dessen Umsetzung hat das BSV die webbasierte Vergabeplatt
form SuisseMED@P eingerichtet, über welche der gesamte Verlauf der Gutach
tenseinholung gesteuert und kontrolliert wird (vgl. SuisseMED@P: Handbuch für Gutach
ter- und IV-Stellen = Anhang V KSVI,
www.bsv.admin.ch/voll
-
zug/documents/view/3946/lang:deu/category:34, Stand 21. August 2012;
http://www.suissemedap.ch
; BGE 139 V 349
E
. 2.2
).
1.4
Ist eine Gutachterstelle nach diesem System benannt, so kann die versicherte Person materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung anbringen,
bei
spielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie - mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sach
verhalt - bloss einer "second opinion" entspräche. Nach wie vor gerügt werden könnten (personenbezogene) Ausstandsgründe. Nicht gehört werden könne in
dessen das Vorbringen, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Invaliden
versicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS (
BGE 137 V 210
E. 3.4.2.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihr Festhalten sowohl am
Y._
als auch
an
den ausgewählten Fachärzten im angefochtenen Entscheid damit, dass die Be
schwerdeführerin keine stichhaltigen Einwände gegen den im Einwandverfahren hinsichtlich des notwendigen Fachwissens in Frage gestellte
n zuständigen Neurologen Dr.
Z._
habe
vorbringen lassen (
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt beschwerdeweise vorbringen, dass sie an einem Hirnschaden leide, welcher nur von einem ausgewiesenen und fachkompetenten Gutachter
beurteilt werden könne. Dr.
Z._
sei ein „fliegender Gut
achter“ aus
A._
. Die Beschwerdegegnerin habe dessen fachliche Kom
petenz nicht darlegen können. Auf ihren Vorschlag, die Begutachtung im
B._
durchführen zu lassen, sei die Beschwerdegegnerin nicht eingegangen, bevorzuge sie doch Ärzte, welche nie in der Schweiz tätig gewe
sen seien und sich einzig des Geldes wegen anböten. Ein faires Verfahren erfor
dere die Offenlegung der fachlichen Kompetenzen eines Gutachters.
Unverständlich sei auch, weshalb die Beschwerdegegnerin ausgerechnet ein Gut
achterinstitut ausgewählt habe, gegen welches ein Strafverfahren geführt worden sei und im Fachbereich Neurologie Auffälligkeiten beanstandet worden seien. Letztlich
sei
eine Begutachtung auch unverhältnismässig. Die Beschwer
deführerin stehe in ihrem 59. Altersjahr und beziehe sei 1996 eine Invaliden
rente; eine Eingliederung sei u
nter
diesen Voraussetzungen nicht realistisch (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die angeordnete polydisziplinäre Begutach
tung notwendig, resp
ektive verhältnismässig ist
,
und
ob
am
über SuisseMED@P über das Zufallsprinzip ausgewählte
n
Gutachterinstitut
Y._
(vgl.
Urk.
7/189)
sowie
a
m n
eurologischen Fachgutachter
Dr.
Z._
festgehalten werden kann. Nicht im Streite stehen dagegen die vorgesehenen Fachdisziplinen der polydisziplinären Begutachtung (Allgemeine/Innere Medizin, Neurologie, Ortho
pädie,
Psychiatrie, vgl.
Urk.
7/205)
sowie die übrigen Fachgutachter.
3.
3.1
Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach die in Aussicht genommene poly
-
diszip
linäre Begutachtung mit Blick auf den langjährigen Rentenbezug und ihr fortgeschrittenes Alter nicht zumutbar, da nicht verhältnismässig sei, ist nach der geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nunmehr zwar zu hören, erweist sich
aber
als nicht stichhaltig.
Die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit
nach Art. 7
Abs.
2 ATSG
richtet sich
ausschliesslich nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, was auch im Re
visionsfall (Art. 17
Abs.
1 ATSG) gilt; nicht gesundheitlich bedingte Eingliede
rungshindernisse haben daher bei der Invaliditätsbemessung auch im Revisions
zusammenhang ausser Acht zu bleiben. Daher geht die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, dass eine medizinisch attestierte Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Meyer, Rechtsprechung zum IVG,
2.
Aufl., S. 383); praktisch be
deutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tiefe
ren Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann (statt vieler: Urteile
des Bundesgerichts
9C_371/2010 vom 21. Juni 2010 E. 3, 9C_17/2010 vom 2
2.
April 2010 E. 3.2.3, 9C_996/2009 vom 10. Juni 2010 E. 3.6, 9C_215/2010 vom 20. April 2010 E. 4 und 5, 8C_61/2010 vom 25. Mai 2010 E. 2 und 3, 8C_972/2009 vom 27. Mai 2010 E. 3 und 4, 8C_1005/2009 vom 29. Januar 2010 E. 6 und 7), und zwar auch bei langjährigem Rentenbezug (Urteile 9C_996/2009 vom 10. Juni 2010 [rund 13 Jahre], 9C_207/2009 vom 16. April 2010 [13 Jahre], 8C_40/2010 vom 5. März 2010 [zehn Jahre], 8C_700/2009 vom 19. Januar 2010 [14 Jahre] und 9C_617/2009 vom 15. Januar 2010 [15 Jahre]).
Zwar ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass
die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnahmefällen nach langjährigem Rentenbezug trotz me
dizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen
hat
, bis mit Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder be
ruflich-erwerblicher Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausge
schöpft werden kann (
vgl.
Urteil 9C_720/2007
vom 28. April 2008)
.
Auch wenn im hier zu beurteilenden Fall eine solche Ausnahme anzunehmen wäre, recht
fertigte dies
aber
nicht die
Weiterausrichtung der
ganzen
Rente oh
ne ergän
zende Abklärungen. Die Anwendung der oben zitierten Rechtsprechung
bedingt in jedem Fall zunächst die ärztliche Prüfung der medizinisch-theoretischen Ar
beitsfähigkeit und verpflichtet die Verwaltung lediglich, in besonderen Fällen die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen medizinisch-theoretischen Arbeitsfä
higkeit
im Sinne des erwä
hnten Urteils 9C_720/2007
zu prüfen,
die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich herausstellenden Eingliederungs
massnahmen an die Hand zu nehmen
, sofern deren Vorausset
zungen erfüllt sind, und erst an
schliessend
über
eine revisionsweise Aufhebung des Renten
anspruchs zu verfügen
.
Ein grundsätzlicher Verzicht auf Abklärungsmassnahmen der Verwaltung und damit eine voraussetzungslose Weiterausrichtung der bisherigen Rente lässt sich gestützt darauf nicht begründen.
3.2
Was den Antrag der Beschwerdeführerin auf Verpflichtung der Beschwerde
-
gegne
rin zu einer einvernehmlichen Gutachtenseinholung anbelangt (
Urk.
1
S. 2), wurde sie bereits im Beschluss IV. 2012
.01042 vom 2
2.
April 2013 darauf hingewiesen, dass bei polydisziplinären Gutachten aufgrund der Zufalls
zuteilung der Gutachtensaufträge über Suiss
e
MED@P kein Raum für eine ein
vernehmliche Einigung bezüglich der Gutachterstelle verbleibt (E. 2.5
) Gemäss
BGE 139 V 349
erfolgt die Gutachterwahl
bei polydisziplinäre
n
Begutachtungen immer nach dem Zufallsprinzip
und
ist auch
im Falle stichhaltiger Einwendun
gen gegen bezeichnete Sachverständige
zu wiederholen beziehungsweise zu modifiziere
n (E. 5.2.1), mithin auch diesfalls n
icht einigungsweise festzulegen.
3.3
Dem
Ein
wand der Beschwerdeführerin
, dass unverständlich sei, dass mit dem
Y._
ein Begutachtungsinstitut ausgewählt worden sei, gegen welches ein Straf
verfahren geführt worden sei und dabei Auffälligkeiten gerade im hier beson
ders relevanten Fachbereich Neurologie beanstandet worden seien (
Urk.
1 S. 5),
ist entgegenzuhalten, dass die Auftragsvergabe
nach dem Zufallsprinzip – zu
sammen mit den weiteren Vorgaben nach BGE 137 V 210 – generelle, nicht einzelfallbezogene Bedenken gegenstandslos macht
.
In BGE 139 V 349 erklärte das Bundesgericht die auf den 1. März 2012
in Kraft gesetzte Regelung gemäss Art. 72
bis
IVV, welche
Grundlage des
zufallsbasierten MEDAS-Zuweisungssys
tem
s
über SuisseMED@P
bildet,
als rechtmässig
.
Polydisziplinäre Gutachten für IV-Stellen dürfen nur Gutachterstellen verfassen, die mit dem
BSV
eine Verein
barung eingegangen sind
. Generelle Einwendungen gegen eine
solche
über SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle werden angesichts der höchstrichter
lich anerkannten Rechtmässigkeit des Systems gegenstandslos.
Dem
Y._
wurde unter der Auftragsnummer
O._
über SuisseMED@P (vgl.
Urk.
7/189) der Auftrag zur polydisziplinären Begutachtung der Beschwerde
führerin
zufallsweise er
teilt.
Die von der Beschwerdeführerin angesprochene Strafuntersuchung betraf
– was gerichtsnotorisch ist -
den Leit
er des
Y._
Dr.
C._
. Sie
wurde
vor Jahren
eingestellt
und veranlasste das BSV nicht, von einer Vereinbarung mit dieser Gutachterstelle abzusehen. Entspre
chend sind die
generellen Einwände gegen dieses Gutachtensinstitut nicht zu hören. Dass die früheren Unregelmässigkeiten
im
Y._
(vgl. Urteil des Bundes
verwaltungsgerichts C-3255/2007 vom 15. Dezember 2009) auch den Fachbe
reich Neurologie betrafen, ändert hieran nichts, ist doch nicht einsichtig, wes
halb sich hieraus
im hier zu beurteilenden Fall eine besondere Befangenheits
befürchtung rechtfertigen sollte.
3.4
3.4.1
Zu prüfen bleibt das Vorliegen von Able
hnungsgründen gegen
Dr.
Z._
,
welcher gemäss Mitteilung vom 18. Juni 2013 für die neurologische Be
gutachtung vorgesehen ist (
Urk.
7/205/1).
3.4.2
Gemäss Art. 44 ATSG kann die versicherte Person einen Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen. Zum einen werden von den
trif
t
igen Gründen die eigentlichen gesetzlichen Ausstandsgründe (vgl. Art. 10 VwVG
und Art. 36 Abs. 1 ATSG) erfasst; zum andern zählen auch weitere As
pekte - etwa die fehlende Sachkenntnis - zu den triftigen Gründen (Kieser, ATSG-
Ko
m
mentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Rz 17 zu Art. 44; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 6.4-5).
D
ie Anforderungen an die Unbefangenheit eines medizinischen Sachverständi
gen
ergeben
sich aus dem Anspruch auf ein faires Verfahren ge
mäss Art. 29
Abs.
1
der Bundesverfassung
und Art. 6
Ziff.
1
der Europäischen Menschen
rechts
konvention
(Urteil
des Bundesgerichts
6B_299/2007 vom 11.
Oktober 2007 E. 5.1.1).
Nach der Rechtsprechung ist Befangenheit anzu
nehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Miss
trauen in die Un
parteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachver
ständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Vorein
genommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des An
scheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Emp
finden einer Partei abgestellt werden. Das Miss
trauen muss vielmehr in objekti
ver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Un
parteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (
BGE 132 V 93
E. 7.1 mit
Hinweis).
Deshalb ist ein triftiger Grund auch etwa gegeben, wenn es dem Gutachter an der im konkreten Fall er
forderlichen Kompetenz fehlt oder er aus persönlichen Gründen nicht als ge
eignet erscheint (Kieser, a.a.O., Rz 18 zu
Art.
44 mit Ver
weis auf Maeschi, Kom
men
tar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung, Bern 2000, Rz 12 zu
Art.
93).
3.4.3
Die Beschwerdeführer
in
lässt gegen ein
e Begutachtung durch
Dr.
Z._
vorbringen, dass die IV-Stelle dessen fachliche Kompetenz für die Beurteilung des hier relevanten Hirnschadens nicht vorlegen könne. Zudem handle es sich bei
Dr.
Z._
um einen „fliegenden Gutachter“ aus
A._
,
der le
diglich über eine Bewilligung beschränkt auf den Kanton Basel verfüge (
Urk.
1).
3.4.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird für eine Gutachtertätigkeit eine Fachausbildung verlangt, die auch im Ausland erworben werden kann (BGE 137 V 210 E. 3.3.2; Bundesgerichtsurteil 9C_270/2008 vom 12. August 2008 E. 3.3).
Dr.
Z._
verfügt über einen Facharzttitel in Neurologie,
den er gemäss Eintrag im Medizinalberuferegister des Bundesamtes für Gesund
heit (BAG,
www.medregom.admin.ch
, vgl.
Urk.
7/220/23)
im Jahr 2007 in
A._
erworben hat.
Dem Medizinalberuferegister ist weiter zu entneh
men, dass seine Fachausbildung am 2
0.
Dezember 2012 in der Schweiz aner
kannt wurde. Es besteht somit kein Anlass
,
an seiner fachlichen Kompetenz als neurologischer Facharzt
zu zweifeln
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_997/2010 vom 1
0.
August 2011, E. 2.4).
Stichhaltige Gründe, welche gegen die fachliche Kompetenz von
Dr.
Z._
zur Beurteilung eines Hirnschadens sprechen, läss
t die Beschwerdeführe
rin keine v
orbringen.
Im Gegenteil spricht der Umstand, dass der entsprechende Facharzttitel in
A._
die Disziplinen Neurologie und Psychiatrie bein
haltet (vgl. entsprechenden Einwand der Beschwerdeführerin in
Urk.
7/220/16, vgl. auch unter:
www.arzt-auskunft.de/arzt
, wo
Dr.
Z._
als Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie aufgeführt wird), eher für dessen Kompetenz zur Beurteilung einer diesbezüglichen Schädigung.
Das BSV bestätigte in seinem Schreiben vom
7.
August 2013 an den Rechts
-
vertre
ter der Beschwerdeführerin
denn auch
,
dass
die Gutachterinnen und Gutachter regelmässig an versicherungsmedizinischen Fortbildungen teil
neh
men und
über klinische Erfahrung
verfügen
. Zudem
würden
die Gutachterstel
len
garantieren
, dass die für sie tätigen ausländischen Gutachterinnen und Gut
achter mit den (versicherungs-)medizinischen Anforderungen an ein Gutachten für die schweizerische Invalidenversicherung vertraut seien. Entsprechend er
fülle auch
Dr.
Z._
die nach ständiger
Rechtsprechung
geforderten Qualifikationen
(
Urk.
7/220/21).
Anzufügen bleibt, dass
Dr.
Z._
im Medizinia
lberuferegister als 90-Tage-Die
n
s
tleistungserbringer für den Kanton
P
._
(2013) eingetragen ist, was bedeutet, dass er diesen Beruf während längstens 90 Tagen pro Kalen
derjahr in
der Schweiz selbständig ausüben darf, ohne dass er über eine kanto
nale Berufsausübungsbewilligung verfügen muss
(vgl. dazu Urteile IV.2012.00206 vom 3
1.
Mai 2012 E. 4.3.1, IV.2011.00991 vom
9.
November 2011, IV.2013.00910 vom 2
2.
November 2013 E. 4.4;
Art.
35
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die universitären Medizinialberufe, SR 811.11)
Weitere relevante Befangenheitsgründe liess die Beschwerdeführerin nicht gel
tend machen.
3.5
Zusammenfassend steht fest, dass weder das
Y._
als Gutachterstelle noch
Dr.
Z._
als befangen gelten
und dass keine
stichhaltige
n
Gründe ge
gen deren Beizug vorliegen. Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid
folglich
zu Recht an der polydisziplinären Abklärung der Beschwer
deführerin im
Y._
und den ausgewählten Fachärzten fest. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
4.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Beschwerdeverfahren kostenlos (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG in Verbindung mit
Art.
61 lit. a ATSG).