# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 496a2b6c-6bfb-4a95-86f4-925426dc4dfa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X._
absolvierte nach der obligatorischen Grund
schule eine Lehre zum Automechaniker und ging anschliessend verschiedenen Erwerbstätigkeiten nach (Urk. 6/1). Ab 24. Februar 1976 erhielt er erstmals Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV)
aufgrund von Ziffer 183 des Anhangs zur Verordnung über Geburtsgebrechen
(angeborene Hüftver
renkung und angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks; Urk. 6/4-5) und mit Verfügung vom 22. Februar 1979 wurden die Kosten für eine
Legastheniethera
pie
übernommen (Urk. 6/10). Am 22. März 2006 ersuchte der Versicherte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, um Gewährung beruf
licher Massnahmen (Berufsberatung, Umschulung und Arbeitsvermittlung; Urk. 6/21/6). Am 25. April 2008 stellte Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für All
gemeine Medizin, im Namen des Versicherten einen Antrag bei der IV-Stelle auf eine halbe Rente (Urk. 6/73). Mit Mitteilung vom 11. Dezember 2009 teilte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit, dass zurzeit aufgrund seines Gesundheitszu
standes keine berufli
chen Massnahmen möglich seien (Urk. 6/111).
Am 26. August 2009 meldete sich der Versicherte mit Hinwe
i
s auf „Hüftproble
me, zu langes Bein, Schmerzen in Bein, Rücken, Schulter und Armen“ bei der IV
Stelle zum Bezug von Hilfsmitteln in Form von Schuheinlagen an (Urk. 6/ 89). Mit Vorbescheid vom 11. Januar 2010 und Verfügung vom 23. Februar 2010 verweigerte die Verwaltung Kostengutsprache für Schuheinlagen (Urk. 6/ 112 und Urk. 2). Am 5. März 2010 wandte sich Dr.
Y._
an die IV-Stelle und führte aus, dass die Schuheinlagen sehr wohl dazu gedacht waren, die Wieder
eingliederung des Versicherten in den Arbeitsprozess zu unterstützten respekti
ve gar zu ermöglichen (Urk. 6/116).
2.
Gegen die Verfügung vom 23. Februar 2010 erhob
X._
am 22. März 2010 Beschwerde und beantragte Kostengutsprache für seine Schuheinlagen (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss am 7. Mai 2010 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beur
teilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).
2.
2.1
Das Hilfsmittel muss im Einzelfall dazu bestimmt und geeignet sein, der ge
sund
heitlich beeinträchtigten versicherten Person in wesentlichem Umfange zur Erreichung eines der gesetzlich anerkannten Ziele zu verhelfen. Praxisgemäss ist unter einem Hilfsmittel des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) ein Gegenstand zu verstehen, dessen Gebrauch den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des menschlichen Körpers zu ersetzen vermag (BGE 131 V 13
Erw
. 3.3, 115 V 194
Erw
. 2c und 112 V 15
Erw
. 1b).
2.2
Gemäss Art. 21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat auf
zu
stellen
den Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Er
werbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Er
haltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbil
dung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf. Ferner bestimmt Art. 21 Abs. 2 IVG, dass Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fort
be
wegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbst
sorge kostspieliger Geräte bedürfen, im Rahmen einer vom Bundesrat auf
zu
stellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel haben. Die Hilfsmittel werden zu Eigentum oder leihweise in ein
fa
cher und zweckmässiger Ausführung abgegeben oder pauschal vergütet (Absatz 3, erster Satz).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von Art. 21 Abs. 4 IVG hat der Bundesrat in Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung an das Eidgenössische Departement des Innern übertragen, welches die Verord
nung über die Abgabe von Hilfs
mit
teln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufgeführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut Art. 2 HVI be
steht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Um
welt oder für die Selbstsorge not
wen
dig sind (Abs. 1). Anspruch auf die in die
ser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Aus
übung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funk
tionelle Angewöhnung
oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs aus
drücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (Abs. 2; BGE 122 V 214
Erw
. 2a).
2.3
Versicherte haben gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf me
dizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Lei
dens an sich, son
dern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Auf
ga
ben
bereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren.
Seit der 5. IV
Revision, in Kraft seit 1. Januar 2008, beschränkte der Gesetzgeber die Anspruchsberechtigung für sämtliche medizinischen Massnahmen auf Ver
si
cherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr (vgl. Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), in: Erwin
Murer
/Hans-Ulrich Stauffer (Hrsg.), Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche
rungsrecht, Zürich 2010, 2. Aufl., S. 127 mit Hinweisen).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Übernahme der Kosten für Hilfsmittel in Form von Schuheinlagen durch die IV.
3.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass die Kosten für Schuheinlagen übernommen werden könnten, wenn sie medizinische Eingliederungsmassnahmen der IV ergänzten. Dies sei vorliegend jedoch nicht der Fall, weswegen die Kosten nicht übernommen wür
den (Urk. 2). Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass die Ein
lage für ihn ein zweckmässiges Hilfsmittel sei,
das
es ihm ermögliche im Alltag, einiger
massen mobil zu sein. Somit sei es für ihn eine klare medizinische Ein
gliederungsmassnahme, was von den behandelnden Ärzten bestätigt werde (Urk. 1).
4.
Gemäss HVI Anhang Ziff. 4.05* besteht ein Anspruch auf Abgabe von „orthopä
dischen Fusseinlagen“, sofern sie eine notwendige Ergänzung einer medizini
schen Eingliederungsmassnahme darstellen. Ferner müssen sie aufgrund des * für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für eine Schulung, eine Ausbildung, eine funktionelle Angewöhnung oder für eine in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sein (vgl. vorstehend
Erw
. 2.2). Die IV-Stelle hat dem Beschwerde
führer - seit der Kostenübernahme für
Legasthenietherapie
in dessen Kindheit - keine medizinische
Eingliederungsmassnahme mehr gewährt. Dies wäre denn auch gar nicht mehr möglich, kann doch ein Anspruch auf medizinische Mass
nahmen der IV bis höchstens zum 20. Altersjahr bestehen (vgl. vorstehend
Erw
. 2.3), das der 1969 geborene Beschwerdeführer offensichtlich überschritten hat. Damit besteht für ihn von vornherein keine Möglichkeit einer Anspruchs
be
rechtigung auf Abgabe von Schuheinlagen mehr und die IV-Stelle hat die Kosten für die vom Beschwerdeführer benötigten Schuheinlagen zu Recht nicht übernommen. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Abweichend von Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der IV vor dem kantonalen Gericht kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unab
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 300.-- anzusetzen und
entspre
chend
dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.