# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 834ef16f-eac9-4ad6-a879-002a52522c11
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1974 geborene
X._
,
türkische Staatsangehörige und
Mutter eines 2005 geborenen Kindes, war seit ihrer Einreise in die Schweiz am 16. Oktober 1999 (Urk.
8
/1/1, Urk.
8
/13/1) nicht erwerbstätig (vgl. Urk.
8
/1/5-6; Urk.
7
/5). Ab Februar 2009 wurde ihr durch Dr. med.
Z._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin,
seit Februar 2009
bis auf Weiter
es eine
etwa
60%ige Arbeitsunfähig
keit als Hausfrau attestiert (
Urk.
8
/7/2).
Aufgrund der im September 2010 erfolgten Anmeldung
(Urk.
8
/1)
sowie
nach
medizinische
n
Abklärungen
verneinte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV
Stelle
,
mit Verfügung
vom
2.
März 2011
einen Rentenanspruch der Versi
cherten
(Urk.
8
/25
).
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
8
/27/3ff.)
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil IV.2011.00299 vom 15. Dezember 2011 in dem Sinne gut
,
als
es die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurückwies (Urk.
8
/30).
1.2
In Umsetzung des Gerichtsurteils
zog
die IV-Stelle
den Bericht der behandeln
den Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie
,
vom 10. August 2012 (Urk.
8
/35)
bei
und gab
beim
Institut B._
das polydisziplinäre Gutachten
(Allgemeinmedizin/Rheumatologie/
Gastro
-
enterologie
/Psychiatrie)
vom 15. April 2014 (Urk.
8
/53) in Auftrag. Ferner beauftragte sie
ihren Abklärungsdienst mit der Abklä
rung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit der
Versicherten im H
aushalt (Abklärungsbericht vom 5. Juni
20
14, Urk.
8
/54
).
Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk.
8
/57). Dagegen erhob
en
Dr.
Z._
mit Eingabe vom 23.
Juni 2014 (Urk.
8
/61), welche die Versicherte nachträglich
unterzeichnete (Urk.
8
/66/2),
sowie
die Sozialhilfebehörde der Stadt
Y._
mit Eingabe vom 12. September 2014 (Urk.
8
/76
)
Einwand
.
D
ie IV-Stelle
hielt
an ihrem Standpunkt fest und verfügte am 6. März 2015 im angekündigten Sinne (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
en
die Beschwerdeführerinnen 1 und 2, vertreten durch
Rechts
an
walt Thomas Wyss
, Beschwerde und beantragten, es sei die Verfügung vom 6.
März 2015 aufzuheben und der Beschwerdeführerin 1 die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Rente zuzusprechen. In prozessuale
r Hin
sicht ersuchten die Beschwerdeführerinnen um
Durchführung eines zweiten
Schriften
wechsel
s
(Urk. 1 S.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit
Verfügung vom
27. Mai
2015
wurde den Beschwerdeführerinnen diese Eingabe zur Kenntnis zugestellt und der Antrag auf Durchführung eines zweiten
Schrif
tenwechsels
abgewiesen
(Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit
Hinweisen).
An diesem Grundsatz ändert auch das kürzlich publizierte Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 (9C_492/2014, insbesondere E. 3.7) nichts.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1
.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.
5
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf
hebung oder Änderung hat (Art. 59 ATSG).
Die Legitimation, einen bestimmten Anspruch auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen, steht in einem engen Zusammenhang mit der Befugnis, die versicherte Person bei der Verwaltung zum Bezug der entsprechenden Leistung anzumelden. Ist eine Person berechtigt, die Anmeldung vorzunehmen, kommt ihr regelmässig auch die Legitimation zu, den streitigen Anspruch im Verwaltungsprozess selbständig zu verfolgen (BGE 130 V 560 E. 4.3). Gemäss Art. 66 Abs. 1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) sind zur Geltendm
achung des Anspruchs befugt: Die v
ersi
cherte
Person, ihr
gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, die
die versicherte Person
regelmässig unterstützen oder dauernd betreuen. Behörden und Dritte, welche diese Voraussetzungen erfüllen, können auch die entspre
chenden Entscheide auf dem Rechtsmittelweg weiterziehen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_338/2013 vom 12. August 2013 E. 3.2 mit weiterem Hinweis; siehe auch Urteil des Bundesgerichts I 113/05 vom 8. Juni 2005 E. 2.1 und 2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, gemäss ihren Abklärungen sei die Beschwerdeführerin
1
für au
sserhäusliche Tätigkeiten zu 30
% und für Tätigkeiten im Haushalt zu 15 % eingeschränkt. Vor diesem Hin
tergrund sei das Wartejahr nicht gegeben,
da
die
Beschwerdeführerin 1
während eines Jahres
nicht durchschnittlich
zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte
n die Beschwerdeführerinnen
im Wesentlichen ein, es sei frag
lich, ob sich auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ein Arbeitgeber finden liesse, der bereit wäre,
der
Beschwerdeführerin 1
trotz ihren gesundheitlichen Ein
schr
änkungen
eine längerfristige Stelle zuzusichern.
Letzteres insbesondere
mit Blick auf
unvorhersehbarer Arbeitsausfälle,
ihre gesundheitliche
Perspektive mit erhe
blichen Unsicherheiten sowie die
ihr attestierten Persönlichkeitszüge.
Viel
mehr sei sie aufgrund
der in der Vergangenheit wiederholt mit schweren Episo
den aufgetretenen rezidivierenden depressiven Störung sowie des sehr einge
schränkten T
ätigkeitsprofi
l
s mit auftretendem
Gestank
wegen den dauernden Flatulenzen, dem notwendigen häufigen Aufsuchen der Toilette, wo die Mög
lichkeit bestehen müsse, dass sie sich im Intimbereich wa
s
chen könne, offen
sichtlich
, dass sie einem potentiellen Arbeit
geber nicht zuzumuten sei (Urk.
1 S.
8). Sodann äussere sich die Haushaltsabklärung vom 5. Juni 2014 nicht zur Qualifikation, obwohl dem Bericht e
ntnommen werden könne, dass die Beschwerdeführerin 1
gerne gearbeitet hätte, jedoch früher nie eine Stelle
erhalten h
abe
, weil sie zu dick gewesen sei.
Ferner
habe sie
(die Beschwerde
führerin 1)
sich anlässlich der Haushaltsabklärung dahingehend geäussert, dass sie heute gerne arbeiten würde. Ausserdem sei die Familie seit Herbst/Winter 2010 vom Sozialamt abhängig. Dies seien deutliche Hinweise dafür, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Eventuell wäre sie aufgrund ihres 9-jährigen Kindes lediglich zu 80 % erwerbs
tät
ig. Bei der festgestellten Ein
schränkung im Haushalt von 15 %
gemäss
B._
-Gutachten resultierte
– selbst bei Bejahung der Zumutbarkeit – ein (Teil-)Rentenanspruch
(Urk. 1 S. 9)
.
Sei ihr doch aufgrund der eindrücklichen
,
gesundheitlich bedingten Einschränkungen ihres Anforderungs- und Belastungsprofils sowie aufgrund der Konkurrenz gegenüber gesundheitlich nicht eingeschränkten Personen ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren (Urk. 1 S. 10). Weiter habe die
Beschwerdegeg
nerin
den Untersuchungsgrundsatz erheblich verletzt, indem sie es unterlassen habe, die Tatsache, dass sie (die Beschwerdeführerin
1
) sich wegen einer erneu
ten schweren depressiven Episode in stationäre psychiatrische Behandlung habe begeben müssen, überhaupt in die Akten aufzunehmen und
diesbezüglich
einen aktuellen Bericht einzuholen. Aufgrund der bereits früher wiederholt aufgetre
tenen mittelschweren und im Jahre 2014 schweren depressiven Episoden
,
der auch im
B._
-Gutachten dokumentierten rezidivierenden depressiven Störung, sei es offenkundig, dass der Einschätzung der
B._
-Gutachter, welche lediglich eine Momentaufnahme darstelle, nicht zu folgen sei. Eine Person, welche wiederholt an mittelschweren und schweren depressiven Episoden leide, sei selbstredend nicht lediglich zu 30
% arbeitsunfähig. Allenfalls möge dies in einer guten Phase zutreffend sei
n. In Anbetracht der Gesamtheit der eindrückli
chen medizinischen Diagnosen werde deutlich, dass sie auch aufgrund der somatischen Erkrankung an der depressiven Störung leide. Allenfalls vorhan
de
ne psychosoziale Umstände vermöch
ten
eventuell
einen verstärkenden Effekt
zu haben. Im Vordergrund stehe
aber ihre schwere
gastroenterologische
Prob
l
ematik mit der entsprechenden I
solation
(Urk. 1 S. 11).
Dies führe zur Unüber
windbarkeit der depressiven Erkrankung.
Einerseits, da teilweise schwere Episo
den mit psychotischen Symptomen auftreten würden
,
und andererseits, weil die somatischen Befunde nicht zu überwinden seien.
Zusammenfassend sei sie
(die Beschwerdeführerin 1)
zu 100 % arbeitsunfähig, woraus ein ganzer Rentenan
spruch resultiere. Selbst bei völlig abwegiger Bejahung der Zumutbarkeit sei die an
gefochtene Verfügung aufzuheben
, da es die Beschwerdegegnerin unterlasse
n
habe, über
haupt einen Einkommensvergleich
vorzunehmen.
Schliesslich sei es aus Sicht der Beschwerdeführerin 2 unbillig und nicht rechtmässig,
dass die Invalidenversicherung
bei derart eindrücklichen Gesundheitsschäden
versuche,
sich
ihrer Verpflichtung zu entziehen und den Schaden der Allgemeinheit beziehungsweise dem Steuerzahler zu überwälzen
(Urk. 1 S. 12).
3.
3.1
In prozessualer Hinsicht ist unter
Hinweis
auf das unter E. 1.
5
Gesagte
sowie die am
1. Juli 2015
nachgereichte Bestätigung betreffend
die
Sozialhilfea
b
hängig
keit
der Beschwerdeführerin 1 seit August 2011
(Urk.
1
1,
Urk.
12
)
vorab festzu
halten, dass sowohl
letztere
als Adressantin der angefochtenen Verfügung und damit unmittelbar Betroffene sowie die Beschwerdeführerin 2
zur vorliegenden Beschwerde legitimiert sind.
3.2
Streitig und
zu
prüfen ist
im Folgenden
, ob die Beschwerdeführerin
1
Anspruch auf eine Rente hat.
4
.
4
.
1
Gemäss Feststellungblatt zum Beschluss
(Urk.
8
/55/5f.)
stützte die
Beschwerde
geg
nerin
ihren rentenabweisenden Entscheid
vom 6. März 2015
im Wesentli
chen auf das Gutachten des
Instituts B._
vom 15. April 2014 (Urk. 8/53). Betreffend d
en
medizinischen Sachverhalt bis zum Zeitpunkt
d
er Begutachtung wird auf die
umfassende und chronologische Wiedergabe im Gutachten selbst verwiesen (Urk.
8
/53 S. 2-4).
4
.2
Im
Gutachten stellten die beurteilenden Fachärzte
des
Instituts B._
folgende Diagnosen mit E
influss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
8
/53 S. 17):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradig
e
bis mittel
gra
dige Episode (ICD-10 F33.0/F.33.1)
Chronische Diarrhoe und Flatulenz (ICD-10 K59.1)
Status nach multiplen abdominalen Eingriffen mit
medianer Laparotomie, Revision der
Mesolücken
und vollständiger
Mesolückenverschluss
sowie Fettschürzenreduktionsplastik abdominal am 24. April 2013
laparoskopischem
Petersen- und
Intermesenteriallückenverschluss
,
laparoskopische
r
Cholezy
s
tektomie
02/10
laparo
s
kopischer
Umwandlung eines
very
very
long
limb
(
VVLL
)
Magenbypasses in
biliopank
r
eatische
Diverson
, partiellem Verschluss de
r
intermesenterialen
Mesolücke
und offener
Petersenlücke
12/08
laparoskopischer
Umwandlung in VVLL Magenbypass 06/07
lapa
r
oskopischer
Magenbandexplantation und Anlage eines proxima
len Magenbypasses bei Gewichtsrebound 9/04
laparoskopischem
Gastric
banding
2002
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1)
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
radiologisch beginnende
Osteochondrose
C6/7
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentä
ren
Überlastungsreaktionen
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
Spondy
l
olisthese
Grad I nach
Meyerding
L5/S1,
Osteochondrose
L4/5 und L5/S1
Belastungsabhängige
Gonalgien
beidseits (ICD-10 M17.9)
b
eidseits retropatellarer Verschiebe- und Anpressschmerz
r
adiologisch beginnende Retropatellararthrose beidseits
Hypermobilitätssyndrom (ICD-10 M35.7)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter (1)
den
Verdacht auf
eine
Somatisierung
sstörung
(ICD-10 F45.0), (2) d
en Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (Z73.1) sowie (3)
ein
en
fortgesetzte
n
Nikotin
konsum
, schädlicher Geb
rauch (ca. 20py, ICD-10 F17.1;
Urk.
8
/53 S. 17).
Im Rahmen der allgemeininternistischen Untersuchung seien weitgehend unauf
fällige Befunde erhoben worden
. Aus allgemeininternistischer Sicht bestehe keine Einsc
hränkung der Arbeitsfähigkeit. Auch r
etrospektiv
könne eine
über längere Z
eit andauernde,
höhergradige
Ar
b
e
itsunfähigkeit nicht bestätigt wer
den (Urk.
8
/53 S. 7).
Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung habe die Beschwerdeführerin
1
ein ausdruck
sloses Gesicht gezeigt. Ihre
Augen hätten eher starr und leer gewirkt
,
und die Untersuchung habe sich ausgesprochen zähflüssig gestaltet.
Die Beschwerdeführerin
1
habe auf Fragen gereizt und unwirsch reagiert
. Ihre Antworten seien
meist sehr allgemein ausgefallen, so dass ständige Nachfragen notwendig gewesen seien. Die kognitiven Funktionen wie Wahrnehmung, Auf
fassung und Gedächtnis
seien
zwar verlangsamt, aber nicht beeinträchtigt. Kon
zentration und Aufmerksamkeit
hätten
in ausreichendem Ausmass zur Verfü
gung gehalten werden
können
. Die höheren Ich-
Funktionen wie
Realitätsprü
fung
, Beziehungsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Impulskontrolle und Willensbildung seien intakt. Im Affekt zeige
die Beschwerdeführerin 1
eine starke Zurückhal
tung mit demonstra
tiv eigenwilligem Verhalten. Demgegenüber sei sie
in der Lage, einen soliden, affektiven Rapport aufzunehmen.
Der Blickkontakt sei fest
,
und es hätten im Gesprächsverlauf keine Affekteinbrüche oder affektiven Blockierungen stattgefunden. Emotional schwinge sie nicht mit. Die Sprache sei monoton und die Gesprächsatmosphäre eher
gereizt und distanziert (Urk. 8/53
S. 9f.). Aus psychiatrischer Sicht könnten vier Problemkreise identifiziert wer
den
: Zum einen würden Panikattacken vorliegen. Diese seien mithilfe von Citalopram und
Temesta
gegenwärtig als teilremittiert einzustufen und würden noch alle zwei
bis drei Wochen auftreten. Sodann bestehe eine depressive Störung mit Lustlosigkeit, Antriebsstörung und
Libidoverlust
. Die Beschwerde
führerin
1
wirke in Sprache und Bewegung verlangsamt. Die Stimmung sei deutlich
negativistisch
/pessimistisch. Insgesamt könne
ihr
bei rezidivierender depressiver Störung eine leichte bis mittelgradige Episode attestiert werden
. Angesichts des gereizten Auftritts und ihres renitenten, unflexiblen und eigen
willigen Verhaltens könne überdies eine akzentuierte Persönlichkeit mit
histrio
nischen
/dissozialen Zügen vermutet werden. Schliesslich bestehe mit Blick auf die Magendarmproblematik, welche trotz me
hrfachen Operationen persistier
e
,
die Vermutung auf eine
Somatisierungsstörung
(Urk. 8
/53 S. 10). Aufgrund der Panikattacken und der leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung sei die Beschwerdeführerin
1
zu 30 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
.
Die Störung könne bei suffizienter Therapie als teilremittiert eingestuft werden.
Subjektiv fühle sich d
ie Beschwerdeführerin
1 demgegenüber
zu keiner Tätigkeit in der Lage,
scheine sie
doch
in einer eigenen Welt zu leben, in der eine berufli
che Tätigkeit nicht
vorgesehen sei
.
Weiter
zeige
sie
eine auffällige Passivität und eine geringe Frustrationstoleranz. Die behandelnde Psychiaterin habe im Bericht vom August 2012 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung diagnostiziert und der Beschwerdeführerin
1
in
folgedessen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die aktuelle Untersuchung habe die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung
zwar
bestätigt. Aufgrund der Befunde sei diese
indes
als leicht- bis mittelgradig einzustufen.
Sodann
verlasse die Beschwerdeführerin
1
ihre Wohnung nur selten. Demgegenüber sei sie in der Lage gewesen, im Som
mer 2013 nach Spanien zu reisen. Au
sserdem besuche sie regelmässig
ihre Therapeutin und habe
sie
auch aus Anlass der aktuellen Untersuchung
nach
C._
reisen können, womit die Diagnose einer Agoraphobie nicht bestätigt werden könne. Vielmehr
würden
eine passive Grundhaltung und eine sozial
passive Erwartungshaltung vorzuliegen
scheinen
. Vor diesem Hintergrund könne auch eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigt werden
.
Anamnestisch lasse sich kein klarer Beginn der psychischen Pathologie ermit
teln. Im Bericht der beh
andelnden Psychiaterin sei von einem Symptombeginn im Juli 2011 die Rede. Seither könne der Verlauf als sta
tionär angenommen werden (Urk. 8/53
S. 11).
Anlässlich der rheumatologischen Untersuchung
sei die
Halswirbelsäule (
HWS
)
in sämtlichen Ebenen frei beweglich
gewesen
.
Die Röntgenaufnahmen der HWS hätten neben einer Steilstellung eine beginnende
Osteochondrose
C6/7 gezeigt,
welche für die Beschwerdesymptomatik mitverantwortlich sein könne.
Die Beweglichkeit der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
sei demgegenüber in sämtlichen Ebenen schmerzbedingt eingeschränkt.
Die auf den Röntgenaufnahmen
hier
feststellbare
Spondylolisthese
Grad I sowie die
Oste
o
chondrose
würden sowohl die Schmerzen als auch die Funktionseinschränkungen erklären.
Bis auf einen retropatellaren Verschiebe- und Anpressschmerz sei die Untersuchung der Kniegelenke beidseits unauffällig
gewesen
(Urk. 8
/53 S. 14)
.
Auffällig sei
dem
gegenüber
eine Überstreckbarkeit der peripheren Gelenke, wodurch es bei unge
nügende
r
muskulärer Stabilisierung immer wieder zu Blockierungen im Wirbelsäulenbereich und zu Überlastungserscheinungen im Bereich der peri
pheren Gelenke mit der entsprechenden Beschwerdesymptomatik
kommen könne. Die beklagten Sch
merzen und Schwellungen der Kniegelenke beidseits könnten zum Teil auch hierdurch bedingt
sein
. Zusammengefasst l
asse
s
ich für die beklagten Schmerzen und Funktionseinschränkungen ein entsprechendes morphologisches Korrelat finden. Aufgrund der degenerativen Veränderungen im
Zervical
- und Lumbalbereich sowie im Bereich der Kniegelenke und der
Spondylolisthese
L5/S1 seien der Beschwerdeführerin
1
schwere und mittel
schwere Tätigkeiten nicht zumutbar. Für leichte
, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Einnahme von wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen, ohne regel
mässige Tätigkeit über Kopf, ohne ausschliessliche Geh- und Stehbelastung, nicht in kniender oder hockender Haltung und ohne die Notwendigkeit des häufigen Treppensteigens, bestehe aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der fehlenden Vordiagnostik könne die Arbeitsfä
higkeit im vorgenannten Sinne mit Sicherheit erst ab dem Zeitpunkt der aktu
ellen gutachterlichen Untersuchung gestellt werden (Urk.
8
/53 S. 15).
In
gastroenterologischer
Hinsicht würden persistierende Verdauungsstörungen bestehen, welche teilweise auf die Magenbypass-Operationen selbst und die darauf erfolgten Motilitätsstörungen respektive eine verminderte
Reabsorption
von Nahrung zurückzuführen sei. Anderer
seits bestünden wohl Adhäsionen und sei
eine bakterielle Überwucherung des Darms nicht auszuschliessen. Die Beschwerdeführerin
1
sei aus
gastroenterologischer
Sicht seit etwa drei Jahren unverändert zu 20-30% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Sie dürfe keine schw
eren Lasten heben. Auch müsse s
i
e
ihre Arbeit jederzeit unterbrechen und eine Toilette aufsuchen können
(Urk. 8/53 S. 16)
.
Im Rahmen der
interdisziplinären
Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin
1
sei
aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig, in einem ganztägigen Pensum mit vermehrtem Pausenbedarf
. An einem potentiellen Arbeitsplatz müsse eine Toilette rasch zur Verfügung stehen. Zwangshaltungen
und häufiges Treppengehen seien zu vermeiden. Die Arbeitsunfähigkeit aus psy
chiatrischer und
gastroenterologischer
Sicht könnten nicht kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für notwendige Pausen genutzt werden könn
t
en (Urk. 8
/53 S. 18). Aufg
rund der anamnestischen Angaben, der
Vorakten
sowie des aktuellen Untersuchungsbefundes sei die Arbeitsfähigkeit retrospektive schwierig zu beurteilen. Nach den wiederholten Bau
c
hoperationen habe sicher für einige Wochen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für
Haushaltsar
beiten
bestanden. Körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin
1
sicher seit der ersten Bauchoperation im Jahre 2002 nicht mehr zumutbar
. Die Probleme mit der rezidivierende
n
Diarrhoe hätten gemäss Angaben des Hausarztes bereits bei der Anmeldung im Jahre 2010 bestanden. Die psychiatrischen Einschränkungen seien erstmals bei Behandlungsbeginn durch die behandelnde Psychiaterin dokumentiert worden. Insgesamt bestehe die festgestellte Arbeitsunfähigkeit sicher ab dem aktuellen
Untersuchungsda
tum
(Urk.
8
/53 S. 19).
Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 15 % (Urk.
8
/53 S. 20).
5
.
5
.1
Mit zur Publikation vorgesehene
m
Entscheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6):
„Zusammenfassend ergibt sich, dass die Invaliditätsbemessung bei psychoso
mati
schen Störungen stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Aus
wirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anfor
derungen niederschlagen muss (E. 2). Auf der Ebene der Arbeitsunfähig
keit (E.
3) bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges (E. 3.4.1.1) mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe bzw. (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung (E. 3.1 und 3.2). Deren Rechtsnatur kann offen bleiben (E. 3.3). Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuhal
ten (E. 3.4 und 3.5). Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt (E. 3.6). An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller
Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funk
tionellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Auf den Begriff des primären
Krank
heitsgewinnes
(E. 4.3.1.1) und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbi
dität (E. 4.3.1.3) ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E.
5 Ingress). Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der
Stan
dardindikatoren
(E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotener - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden (E. 4.2) die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden
Invaliditäts
grades
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.“
5.2
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (Ent
scheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 E. 8., mit Hinweis).
5.3
Das Gutachten des
Instituts B._
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und den beklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Untersuchungen vom 27. November und 2. Dezember 2013. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hin
sichtlich der im Einklang mit der objektiven Befundlage gestellten Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung schlüssig. Insbesondere haben die Gutachter des
Instituts B._
zu den Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen in den
Vorakten
differenziert Stellung bezogen
und – soweit Diskrepanzen bestanden – ihre abweichende Einschätzung plausibel begründet (Urk. 8/53 S. 11 und 19).
5.4
E
ntgegen den Einwänden der Be
schwerdeführerin
nen
erhellt
aus dem Gutachten hinreichend, dass die Ausprägung der psychischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt.
Kommt hinzu, dass sich aufgrund des 14-tägigen Behandlungsrhythmus (Urk.
8
/53 S. 8) ergibt, dass die in Anspruch genommene psychiatris
che Therapie wenig intensiv ist und
die Beschwerdeführer
in
1 dar
über hinaus
in der Lage ist, sich täglich den
Haushaltsaufgaben
zu widmen
,
sich
jeden Abend für ihren Sohn zurecht
zu machen
und schöne Kleider an
zuziehen,
regelmässig
e
ausserhäusliche Termine wahr
zunehmen sowie
den
Kontakt zu ihrer engen Freundin
zu pflegen
(Urk.
8
/53 S. 9),
sie mithin über eine
intakte
Beziehungsfähigkeit
verfügt (Urk.
8
/53 S. 10)
,
und schliesslich
auch im
Stande war,
i
m
Sommer 2013
nach Spanien
zu reisen (Urk.
8
/53 S. 11).
Vor diesem Hintergrund
sowie mit Blick auf die
mehrfach erwähnte passive Grundhaltung respektive sozialpassive Erwartungshaltung
sowie
ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung (Urk.
8
/53 S.
10, 11 und
20
)
ergeben sich keine erhebli
chen funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen und verfügt die Beschwerdeführerin
1
über ausreichend Ressourcen, die ihr verblei
bende (Rest-)arbeitsfähig adäquat zu verwerten.
Im Übrigen ist
die gutachterlich attestierte
gesamtmedizinische
Arbeitsunfähigkeit von 30 %
vor dem Hinter
grund
des nicht allzu gravierenden psychopathologischen Befundes
sowie angesichts des Umstandes, dass
die Beschwerdeführerin
1
im Rahmen de
r
psy
chiatrischen Untersuchung
nur
allgemeine Angaben machte, unwirsch und gereizt auf Fragen reagierte, mithin mangelhaft kooperativ wirkte und Informa
tionen wiederholt erfragt w
erden mussten (Urk.
8
/53 S. 9),
selbst unter Berück
sichtigung des Umstandes, dass
sie
an funktionellen Darmbeschwerden leidet, als wohlwollend zu bewerten.
5
.
5
Daran vermag auch der freiwillige Eintritt zur stationären Behandlung in d
ie
Klinik
D._
vom 11. August bis 9. Oktober 20
14
und die
im Austrittsbericht vom 28. Oktober 2014
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (F33.3)
,
nichts zu ändern
(Urk. 3/4
S. 1
).
Räumte doch der beurteilende Facharzt selbst ein, es handle sich dabei nicht um eine abschliessende Diagnostik (Urk. 3/4 S.
7). Sodann konnte
bereits nach kurzer Zeit eine deutliche Remission
der psy
chotischen Symptomatik erreicht werden.
Bei Austritt
wu
r
de
die depressive Symptomatik gar
als
beginnend stabil remittiert
beurteilt
.
Einerseits habe die
räumliche Distanz zum heimischen Konfliktfeld (Partnerschaft) eine wichtige entlastende Rolle gesp
ielt
.
Andererseits hätten sich die Ess- und Panikattacken sowie die
Somatisierungskomponente
auch
in Abhängigkeit des erlangten Ver
trauens und Sicherheitsgefühls im Stationsalltag und im Umgang mit dem Pfle
gepersonal
reduziert (Urk. 3/4 S. 5f.)
.
Allerdings
fehlt es an einer
selbständigen Gesu
ndheitsschädigung im invaliden
versicherungs
rechtlich relevanten Sinne, soweit mit d
em
Wegfall der belastenden Lebens
umstände unmittelbar auch die (somit nicht verselbständigte
n
) psychische
n Stö
rung
en verschwinden
.
Von einer invalidisierenden Leidensresistenz kann vor diesem Hintergrund
jedenfalls
nicht die Rede sein.
Im Übrigen sind dem Austrit
tsbericht naturgemäss keine
Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen.
5.
6
Zusammen mit den
Gutachter
n
des
Instituts B._
ist weiter festzuhalten, d
ass sich die von den behandelnden Ärzten attestierten Arbeitsunfähigkeiten (Urk. 8/7, Urk. 8/35) nicht als
nachvollziehbar erweisen
(vgl. Urk.
8
/53 S. 19) und
darauf nicht abgestellt werden kann.
Kommt hinzu, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte (so etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen H. vom 21. Februar 2005, I
570/04, Er. 5.1 mit Hinweisen) mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5
.
7
Schliesslich
trifft auch nach gutachterlicher Einschätzung
zu, dass d
er
Beschwer
deführerin
1
wegen ihrer Darmbeschwerde
n un
d
Stuhlunregelmässig
keiten
nur solche Tätigkeiten
zuzumuten
sind, bei denen sie jederzeit eine Toilette aufsuchen kann. Dies stellt eine Einschränkung hinsichtlich des Spektrums der zumutbaren Tätigkeiten dar, bewirkt jedoch – entgegen der
Auffassung
der Beschwerdeführerin
nen
–
k
eine (zusätzliche) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich des Beschäftigungsgrades
,
geschweige eine gene
relle Unzumutbarkeit, die ihr attestierte (Rest-)
arbeitsfähigkeit
zu verwerten.
Daran vermag auch der etwa zweiwöchige stationäre Aufenthalt zur parentera
len Ernährung mit
SmofKabiven
sowie Vitaminsubst
itution
im
Spital
E._
vom 4. bis 19.
März 2014 nichts zu ändern. Konnte doch im Verlauf eine stetige Zustands
besserung erzielt und die Beschwerdeführerin
1
schliesslich mit gutem Allgemeinzustand entlassen werden (vgl. Austrittsbericht vom 21. März 2014, Urk.
8
/61).
Im Übrigen hat
sie das ihr zumutbare
medizinische Therapie
- und Massnahmenspektrum nicht ausgeschöpft
.
Empfahl doch
der
gastroenterologi
sche
Gutachter bei persistierender Diarrhoe
etwa
zusätzlich den Einsatz
von
Tinctura
opii
oder Codein sowie Kohlepräparate
n
zur Abhilfe gegen die Flatu
lenzen
(Urk.
8
/53 S.
17).
Im Zusammenhang mit ihren rheumatologischen Lei
den
ist
es der
Beschwerdeführer
in
1
bei Aufbietung allen guten Willens (BGE
131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) sowie in Nachachtung des im
Sozialversiche
rungsrecht
allgemein geltenden Grundsatzes der
Schadenminde
rungs
pflicht
schliesslich
zuzumuten, ein moderates Training
zur Kräftigung der
rumpf- und gelenkstabilisierenden Muskulatur sowie zur Dehnung und
Deto
nisierung
der ver
kürzten Muskelgruppen durchzuführen
(
vgl.
Urk.
8
/53 S. 15).
5
.
8
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversich
erungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass es der Beschwer
deführerin
1 jedenfalls seit November/Dezember 2013
zuzumuten ist, einer
Erwerbstätigkeit
im Umfang von 70
%
in einem ganztägigen Pen
sum mit vermehrtem Pausenbedarf
nachzugehen.
Aufgrund der vorliegenden medizini
schen Aktenlage ist auch retrospektiv keine
dauerhafte invalidisierende
Arbeits
unfähigkeit ausgewie
sen.
Insbesondere ist die
Feststellung der
B._
-Gutachter, wonach
im Zusammenhang mit den mehrfachen Bauchoperationen für einige Wochen sicher eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
(Urk.
8
/53 S. 19), m
angels Dauerhaftigkeit nicht eignet, eine
invaliden
versicherungs
recht
lich
relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
In diesem Zusammenhang ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass
die Parteien
im Sozialversicherungsrecht
i
n der Regel
insofern
eine Beweislast
tragen
, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebe
nen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
(BGE 117 V 261 E. 3b)
.
Ob
angesichts der 7
0%igen Arbeitsfähigkeit
die
Anforderungen an das
Warte
jahr
nach Massgabe von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG (E. 1.3)
erfüllt sind
,
kann
mangels
Entscheidrelevanz
offen gelassen werden, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird.
6.
6.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Ein
kommens
vergleichs
gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (
sog.
Pro
zentvergleich
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist
namentlich dann
durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit
unverhältnismässig grossem
Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach
Mass
gabe
der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs
massgebenden
Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40
%
(Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterscheitet
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013
E. 5.3 mit Hinweisen)
.
6.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung)
.
6.3
Die
Beschwerdeführer
in
1
war in der Schweiz nie erwerbstätig.
Ihr
hypotheti
sches
Valideneinkommen
kann bei dieser Sachlage nicht genau ermittelt wer
den.
Da sie
über
keine
abgeschlossene
A
usbildung
verfügt, kann
zur Bestim
mung des I
nvaliden- und des
Valideneinkom
mens
auf den Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten
gemäss
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukture
rhebung (LSE) abgestellt wer
den
.
Damit erübrigt sich ein ziffernmässiger Einkommensvergleich und es kann
mit Verweis auf das unter E.
6.1 Gesagte
eine Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
vorgenommen werden.
Ausgehend von einer
vollen Erwerbstätigkeit im G
esundheitsfalle
-
wie von den
Beschwerdeführerin
nen
geltend gemacht
-
resultiert
daraus
ein
rentenaus
schliess
ender
Invaliditätsgrad von 30 %.
Allfälligen
lohnmindernde
n
Faktoren
wie
Nationa
lität oder Aufenthaltskategorie,
mangelnde
Ausbildung und
Deutsch
kennt
nisse
sowie
fehlende Berufserfahrung
wären
– soweit überhaupt invalidenversicherungsrechtlich relevant -
sowohl beim hypothetischen Vali
den- als auch beim Invalideneinkommen im gleichen
Masse
Rechnung zu tra
gen, womit sich ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter) Abzug beim Prozentvergleich
naturgemäss
erübrigt.
Weiter liesse sich m
it
der
Berechnung nach de
r
gemischten Methode
für
Teilzeit
erwerbstätige
kein höhere
r
Invaliditätsgrad
ermitteln
.
Namentlich
bei
Annahme einer 80%igen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit – wie von de
n
Beschwerdeführerin
nen
eventualiter
vertreten
– müsste die Beschwerdeführerin
1
für die Erreichung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrads im
Haushalts
bereich
i
n einem
derart hohen
Ausmass
eingeschränkt sein, wie es
sich
weder
mit
den einschlägigen Feststellungen im
B._
-
Gutachten
(Urk.
8
/53 S.
20)
noch
mit dem Abklärungsbericht
vom 5. Juni 2014
vereinbaren
liesse.
E
rhellt do
ch aus dem Abklärungsbericht, dass
die Beschwerdeführerin 1
in der Lage
ist
, den Haushalt grösstenteils selbständig zu besorgen, namentlich
die Kü
che und die Wohnung aufzuräumen, zu reinigen und oberflächlich staubzusaugen, sich
um
die Wäsche
zu kümmern
und
für ihre Familie die
Mahlzeit
en zuzubereiten
(Urk.
8/54)
.
Wo die Beschwerdeführerin
1
wegen ihrer
Einschränkung
gewisse
Haus
haltarbeiten
nicht oder
nur noch mühsam erledigen
kann
,
so etwa beim Staub
saugen unter den Möbeln
,
kann und soll sie
unter Hinweis auf ihre
Schaden
minderungspflicht
in üblichem Umfang die Mithilfe
ihrer
Familien
ange
hörigen in Anspruch nehmen.
Geht doch die
im Rahmen der
Invaliditäts
bemessung
bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienange
hörigen weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unter
stützung.
Vor diesem Hintergrund kann
die Qualifikationsfrage
mangels
Entscheidrele
vanz
offen gelassen werden und
sind
die Beschwerde
führerin
nen
mit ihren Rügen im Zusammenhang mit dem
Abklärungsbericht vom
5. Juni 2014 nicht zu hören
.
Der angefocht
ene Entscheid erweist sich
als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemess
en. Ausgangsgemäss ist diese den
Beschwerdeführerin
nen
in solidarischer Haftung
aufzuerlegen.