# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7d7a9598-2778-462d-a4b5-d42cdd0cda33
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. schloss am 16. November 1999 mit A., B. und Y. einen Mietvertrag über das Studio Nr. 1 im Haus „M.“ an der _ in N. ab. In der Folge wurde Y. Alleineigentümer der besagten Sache, weshalb das Mietverhältnis sich von diesem Zeitpunkt an zwischen X. als Mieterin und Y. als Vermieter erstreckte.
Mit Schreiben vom 16. August 2010, versandt am 17. August 2010 und erneut versandt am 04. Oktober 2010, kündigte Y. das Mietverhältnis für die Wohnung Nr. 1 an der _ per amtlichem Formular auf den 30. April 2011. Die eingeschriebene Sendung vom 4. Oktober 2010 lag bei der Schweizerischen Post vom 6. Oktober 2010 bis zum 12. Oktober 2010 abholbereit, wurde von X. jedoch nicht in Empfang genommen. Am 26. Oktober 2010 versandte Y. das Kündigungsschreiben erneut, woraufhin es von X. entgegengenommen wurde.
B. Am 1. November 2010 stellte X. ein Gesuch zur Durchführung einer Schlichtungsverhandlung bei der Schlichtungsbehörde für Miete und Pacht des Bezirkes Maloja (im Folgenden: „Schlichtungsbehörde“). Sie beantragte, die Kündigung sei als nichtig und missbräuchlich zu erkennen, allenfalls verlangte sie eine grösstmögliche Erstreckung des Mietverhältnisses. Die Schlichtungsbehörde stellte am 17. Februar 2011 fest, es sei zwischen den Parteien nicht zu einer Einigung gekommen, und entschied u.a.:
„3. Es wird festgestellt, dass die vom Vermieter am 4. Oktober 2010 auf den 30. April 2011 ausgesprochene Kündigung über die Wohnung Nr. 1, M., N., rechtswirksam ist.
4. Das per 30. April 2011 rechtswirksam gekündigte Mietverhältnis wird letztmalig bis 30. Juni 2011 erstreckt. Eine Zweiterstreckung wird ausdrücklich ausgeschlossen.“
C.1. Mit Schreiben vom 27. März 2011 focht X. den Entscheid der Schlichtungsbehörde beim Bezirksgericht Maloja an. Sie stellte die Begehren:
„1.) Der Entscheid der Schlichtungsbehörde sei in den Punkten 3. und 4. aufzuheben.
2.) Die erhaltene Kündigung sei als ungültig anzuerkennen.
3.) Eventualiter sei eine grösstmögliche Erstreckung zu gewähren.
4.) Es sei mir eine unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
5.) Es sei mir ein unentgeltlicher Bündner Anwalt zu bewilligen.
6.) Es sei zu bewilligen, dass ich Beweismittel noch nachträglich einreichen kann.
7.) Es sei der Mietvertrag der Wohnung 2 EG gerichtlich vom Vermieter zu editieren [sic].
8.) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Vermieters.“
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Zur Begründung führte die Klägerin aus, bei der Kündigung handle es sich um eine Teilkündigung, welche nichtig sei. Sie habe zusammen mit der Wohnung Nr. 1 auch die Zweizimmerwohnung Nr. 2 an der gleichen Adresse gemietet. Das Mietverhältnis für beide Objekte würde eine Einheit bilden, folglich könne das Mietverhältnis für die Wohnung Nr. 1 nicht einfach separat gekündigt werden. Des Weiteren stimme der vom Vermieter angegebene Grund für die Kündigung – dass er die Wohnung zu verkaufen beabsichtige – nicht.
2. Y. antwortete am 16. Juni 2011 auf die Klage unter Stellung des Begehrens, die Einsprache von X. gegen den Entscheid der Schlichtungsbehörde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Dies unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.
3. Das Bezirksgericht Maloja entschied am 11. Januar 2012 (mitgeteilt am 31. Januar 2012):
„1. Die Klage bzw. die Einsprache wird abgewiesen.
2. Der Klägerin wird eine Frist zur Rückgabe des Studios Nr. 1, EG, mit Keller und ungedecktem Parkplatz in der M. in N. bis 31. März 2012 gewährt.
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 2‘000.- und Schreibgebühren von CHF 500.-, werden der Klägerin auferlegt.
4. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten pauschal mit CHF 2‘000.- inkl. MwSt. ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations