# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e1dd69ae-0b0e-44a8-88ac-0221a30c1058
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am _ in Y. geboren und wuchs zusammen mit einem älteren Bruder in geordneten Familienverhältnissen bei seinen Eltern in Z. auf. Den Kindergarten und die Primarschule besuchte er in Z., die Realschule in W.. Anschliessend absolvierte er bei der Metzgerei V. in S. mit Erfolg eine dreijährige Metzgerlehre. Nach deren Abschluss im Jahre 2000 blieb er anfänglich auf dem erlernten Beruf tätig, zuerst bei der Metzgerei U. in T. und darauf wiederum bei der Firma V. in S.. Im Jahre 2002 wechselte er zum Bewachungsunternehmen R., bei welchem er bis zum August 2004 angestellt war. In der Folge arbeitete er erneut als Metzger, und zwar bei der Metzgerei Q. in P.. Ab Dezember 2007 bis Oktober 2008 war er dann ohne Arbeit. Seither ist er wiederum als Metzger tätig (im Betrieb von O. in N.), wobei er an der jetzigen Stelle offenbar ein monatliches Bruttoeinkommen von rund 4000 Franken erzielt. – Im Jahre 2007 wurden gegen X. beim Betreibungsamt M. zwei Betreibungen über insgesamt Fr. 698.35 angehoben, während es im Jahre 2008 bis Ende September fünf Betreibungen über einen Gesamtbetrag von Fr. 11'780.20 waren. – X. ist noch nicht im Besitz einer kantonalen Jagdberechtigung, er ist aber offenbar gewillt, die Jagdprüfung abzulegen. Um seine beruflichen Möglichkeiten zu erweitern, bereitet er sich überdies darauf vor, die Lastwagenprüfung abzulegen.
Im schweizerischen Strafregister ist X. mit zwei Eintragungen verzeichnet. Mit Strafmandat des Untersuchungsamtes H. Zweigstelle B. vom 16. Januar 2001 wurde er wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von 950 Franken verurteilt. Ausserdem belegte ihn der Kreispräsident A. mit Strafmandat vom 22. Oktober 2001 wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln und pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall mit einer Busse von 600 Franken. – Im Übrigen geniesst X. einen guten Ruf.
In Zusammenhang mit den hier zu beurteilenden Vorfällen, in welche auch O. verwickelt war, befand sich X. vom 03. Dezember 2007, 17.29 Uhr, bis zum 05. Dezember 2007, 17.10 Uhr, in Polizeigewahrsam.
B. Die durch die Staatsanwaltschaft gegen O. und X. eröffnete Strafuntersuchung, in deren Verlauf beide Angeschuldigten gegen ein Strafmandat des Kreispräsidenten M. Einsprache erhoben hatten, führte laut der Anklageschrift vom 15. Dezember 2008 zu folgendem Ergebnis:
A. O. und X. werden angeklagt
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der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a, c und i JSG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b JSV, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 26 Abs. 1 WG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 lit. e WG und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 18 Abs. 1 lit. b JSG.
1.1 In einer Nacht zwischen Anfang November bis Mitte November 2007 waren die beiden Angeklagten im M. mit dem roten Kasten- bzw. Geschäftswagen der Marke L., mit den Kontrollschildern K. von O. unterwegs. In der Folge schoss O. in J. bzw. bei der Abzweigung nach J. aus dem abgestellten Fahrzeug heraus mit einem mitgeführten Kleinkalibergewehr der Marke Anschütz Nr. 1457184, Kaliber .22 long rifle mit Zielfernrohr auf eine Distanz von 15 m einen am Strassenrand äsenden Rehbock (Gabler). Auf dem Lauf dieser im Jahre 1999 angeschafften Waffe hatte O. einen Schalldämpfer aufgeschraubt und am vorderen Schaft des Gewehrs eine Taschenlampe befestigt, um damit das Ziel jeweils anzuleuchten. Den im Feuer gefallenen Gabler-Rehbock luden die beiden Angeklagten in ihr Fahrzeug und fuhren in Richtung des Holzlagerplatzes I.. Dort brach O. den Rehbock auf und entsorgte das Eingeweide in den dortigen Stauden. Danach fuhren sie weiter nach P. und liessen diesen Rehbock im Kühlraum im Keller der Q.-Metzgerei, wo damals X. als Metzger angestellt war, ein paar Tage abhängen. Danach schlug O. den Rehbock aus der Decke, wobei er die Decke samt Haupt in den grossen Container der Q.-Metzgerei warf. Das Fleisch des Rehbockes verarbeitete O. in der Folge in seinem Metzgereibetrieb in N.. Schliesslich verkaufte er um den 20. November 2007 dieses Fleisch für Fr. 160.00 in bar an einen nicht mehr näher bestimmbaren Kunden, der offenbar bereits Ende September 2007 bei ihm ein Reh küchenfertig, d. h. verschnitten und portioniert bestellt hatte.
1.2 In der Nacht des 26. bzw. 27 November 2007 war O. in Begleitung von X. mit seinem Geschäftsfahrzeug K. am M. unterwegs. Im Fahrzeug führten die Angeklagten je ein Kleinkalibergewehr, Kaliber .22 long rifle mit. Unterhalb von G. erlegte O. in der Folge aus dem offenen Fahrzeugfenster mit seinem Kleinkalibergewehr Nr. 1457184 unter Verwendung des Schalldämpfers sowie der Lampe auf eine Distanz von ca. 12 m einen Hirschspiesser (1 1⁄2 - jähriger Hirschstier). Der Hirsch fiel im Feuer und kollerte die Böschung gegen die Strasse hinunter. Nachdem die Angeklagten den Hirsch in ihr Fahrzeug geladen hatten, fuhren sie in Richtung P. zurück. Nach F. bzw. nach dem Bauernhof E. schoss X. in derselben Nacht von dem auf der Kantonsstrasse abgestellten Fahrzeug aus mit seinem mit Zielfernrohr ausgerüsteten Kleinkalibergewehr Nr. 3010217 unter Verwendung einer am vorderen Schaft des Gewehrs befestigten Taschenlampe auf ein unterhalb der Strasse in den Wiesen stehendes Hirschkalb, welches tödlich getroffen umfiel. Da aber ein anderes Fahrzeug nahte, fuhren sie vorerst nach P., wo sie in der Q.- Metzgerei den Hirschspiesser ausweideten und abhäuteten. Während O. das Fleisch dieses Hirsches zur Weiterverarbeitung in seine Metzgerei nach N. brachte, holte X. das zuvor erlegte Hirschkalb. O. verkaufte einen Teil dieses Hirschfleisches für total Fr. 450.00 offenbar an zwei Kunden, die anfangs November 2007 bei ihm einen Hirschrücken bzw. Hirschvoressen bestellt und bezüglich der Herkunft dieses Fleisches keine Kenntnis hatten. X. metzgete das damals von ihm erlegte Hirschkalb zum Eigengebrauch bzw. verschenkte das Fleisch.
1.3 In der Nacht vom 02. auf den 03. Dezember 2007 versteckte X. auf der Flucht vor D. im Freien in einem Staudenband unterhalb der Kirche von C. sein Kleinkalibergewehr (Nr. 3010217) sowie das von O. in der besagten Nacht mitgeführte Kleinkalibergewehr (Nr. 1457184), wobei bereits zuvor beide Waffen geladen und mit eingesetztem Magazin sowie mit mehreren Patronen
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in den Magazinen von X. und O. in dessen Geschäftsfahrzeug mitgeführt wurden. Nachdem X. am 06. September 2007 aus freien Stücken das Versteck dieser Waffen preisgegeben hatte, wurden die erwähnten Waffen mitsamt Patronen, Taschenlampen und Schalldämpfer durch die Polizei sichergestellt und beschlagnahmt. Während bei X. anlässlich der Hausdurchsuchung in seiner Wohnung in P. eine weitere Patrone Kaliber .22 long rifle sichergestellt wurde, wurden bei O. durch die Kantonspolizei Graubünden anlässlich seiner Festnahme in N. u. a. ein Rehbockgehörn in Bast (6-er Rehbock), ein weiteres Kleinkalibergewehr der Marke Savage Kaliber .22 long rifle ohne Magazin, 78 Patronen Remington Kaliber .22 long rifle Hohlspitz, 50 Patronen Remington Kaliber .22 long rifle Vollmantel, 30 Patronen Subsonic Dynamit Nobel Kaliber .22 long rifle Bleigeschoss Hohlspitz und in seinem Geschäftsfahrzeug ein 10-er Pistolenmagazin Smith & Wesson sowie eine Patrone Remington Kaliber .22 long rifle sichergestellt und beschlagnahmt.
B. O. wird zusätzlich angeklagt
....
C. Mit Urteil vom 18. März 2009, schriftlich mitgeteilt am 31. März 2009, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein:
1. O. ....
2. X. ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. a, c und i JSG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b JSV, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 26 Abs. 1 WG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 lit. e WG und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 18 Abs. 1 lit. b JSG.
3. Dafür werden bestraft
a) O.
.....
b) X.
zu einer Geldstrafe von 70 Tagsätzen zu je CHF 100.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 700.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 7 Tagen.
Die erstandene Polizeihaft von zwei Tagen wird im Vollzugsfall in Form von drei Tagessätzen an die Geldstrafe angerechnet.
4. O. ....
5. X. wird die Jagdberechtigung in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG für die Dauer von vier Jahren verweigert.
6. Bei O. ....
7. Bei X. werden die Taschenlampe sowie das Zielfernrohr gestützt auf Art. 69 Abs. 1 StGB eingezogen. Das Kleinkalibergewehr, Marke Anschütz (Nr. 3010217), Kaliber .22 long rifle (mit ZF) sowie die in der Beschlagnahmeverfügung vom 4. Juni 2008 aufgeführte Munition werden gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 WG richterlich
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eingezogen und verwertet (Gewehr) beziehungsweise vernichtet (Munition).
8. O. ....
9. X. wird in Anwendung von Art. 23 JSG in Verbindung mit Art. 51 KJG für das widerrechtlich erlegte Hirschkalb zu einer Ersatzleistung von CHF 332.50 verpflichtet.
10. Die Kosten des Gerichtsverfahrens von CHF 4275.90 gehen zu 3/5 (CHF 2565.55) zulasten von O. und zu 2/5 (CHF 1710.35) zulasten von X..
Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von je CHF 2181.50 gehen zulasten von O. und X..
Die Kosten des Kreisamtes M. von je CHF 300.00 gehen zulasten von O. und X..
Die Kosten der Untersuchungshaft von je CHF 64.00, total CHF 128.00, gehen zulasten des Kantons Graubünden.

## Considerations