# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a2b89ce-99a8-4a38-8782-b2ba493d2a8d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A. Am 5. März 2002 schlossen die X. und die Y. einen Vertrag für Architekturleistungen. Darin beauftragte die Y. die X. mit dem Umbau und der Erweiterung des Restaurants A. in B.. Das Honorar für die X. wurde auf Fr. 600'000.- - pauschal festgesetzt. Nachdem die Y. die siebte Akontozahlung für das Architekturhonorar nicht geleistet hatte, stellte die X. im Juni 2003 ihre Arbeiten ein. Am 14. Juli 2003 betrieb die Y. die X. über einen Betrag von Fr. 2 Mio. und am 18. Juli 2003 die X. die Y. über einen Betrag von Fr. 184'967.35. Beide Parteien erhoben Rechtsvorschlag.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 8. August 2003 instanzierte die X. beim Kreispräsidenten Oberengadin eine Forderungs- bzw. Feststellungsklage gegen die Y.. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 18. September 2003 erstellte der Vermittler am 26. November 2003 den folgenden Leitschein:
„Klägerisches Rechtsbegehren
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 184'967.35 zuzüglich 5% Zins seit dem 5. August 2003 zu bezahlen.
2. Demzufolge sei in der Betreibung Nr. C. des Betreibungsamtes Oberengadin vom 18. Juli 2003 gegen die Beklagte der Rechtsvorschlag zu beseitigen und der Klägerin bzw. Gläubigerin definitiv Rechtsöffnung zu erteilen für CHF 184'967.35 nebst 5% Zins seit dem 5. August 2003 und CHF 200.- Zahlungsbefehlskosten.
3. Es sei allgemein (nicht im Sinne von Art. 85a SchKG) festzustellen, dass die Klägerin der Beklagten in Bezug aus dem Architekturvertrag vom 5. März 2002 „Umbau und Erweiterung Restaurant A., Parzelle D., E., B. GR“ inkl. Ergänzungen nichts mehr schuldet und insbesondere keine Forderung der Beklagten gegenüber der Klägerin in der Höhe von CHF 2'000'000.-, wie mit Zahlungsbefehl Nr. F. vom 14. Juli 2003 erstmals behauptet, bis heute aber nie substanziert wurde, zuzüglich Zins besteht.
Schadenersatzansprüche der Klägerin gegen die Beklagte bleiben ausdrücklich vorbehalten.
4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% MwSt. zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren
1. Die Klage sei abzuweisen.
2. Widerklage: Die Klägerin und Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Beklagten und Widerklägerin Fr. 2'000'000.00 nebst Zins von 5% seit 10. Juli 2003 zu bezahlen.
3. Der Beklagten und Widerklägerin sei in der Betreibung Nr. F. des Betreibungsamtes Oberengadin für den Betrag von Fr. 2'000'000.00
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nebst Zins von 5% seit 10. Juli 2003 die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin und Widerbeklagten.“
Mit Prozesseingabe vom 2. Dezember 2003 prosequierte die X. den Leitschein mit unveränderten Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Maloja. Die Y. liess in ihrer Prozessantwort vom 2. Februar 2004 die Abweisung der Klage beantragen und hielt ebenfalls unverändert an ihren Widerklagebegehren fest. In ihrer Widerklageantwort vom 4. Mai 2004 beantragte die X. die kostenfällige Abweisung der Widerklage.
Die Y. reichte am 16. August 2004 eine Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 ZPO ein, der sie eine von A.G., dem wirtschaftlichen Eigentümer der Y., erstellte Bauabrechnung beilegte. Zu dieser Bauabrechnung reichte die X. am 18. Oktober 2004 eine Stellungnahme (ergänzende Widerklageantwort) ein. Am 10. Dezember 2004 verfasste die Y. eine Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 ZPO betreffend die Widerklage.
C. Am 13. Mai 2005 erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja die Beweisverfügung. Mit Verfügung vom 24. August 2005 ordnete er zudem die in den Rechtsschriften von beiden Parteien beantragte Expertise an. Als Experte wurde dipl. Architekt HTL/STV H. bestimmt. Nachdem dieser mit Schreiben vom 8. Dezember 2005 seinen Kostenaufwand inklusive Mehrwertsteuer und Nebenkosten auf Fr. 100'000.-- geschätzt hatte, forderte der Bezirksgerichtspräsident Maloja mit Verfügung vom 3. Januar 2006 beide Parteien auf, für die Expertise einen Kostenvorschuss von je Fr. 100'000.-- zu leisten. Die Y. kam dieser Aufforderung – auch innert der angesetzten Nachfrist – nicht nach. Aus diesem Grund verfügte der Bezirksgerichtspräsident am 1. März 2006, dass die Expertise nicht durchgeführt werde. Gegen diese Verfügung erhob die Y. mit Eingabe vom 22. März 2006 Beschwerde an den Bezirksgerichtsausschuss Maloja. Diese Beschwerde wurde mit Entscheid vom 5. April 2006 abgewiesen.
Mit Verfügung vom 17. Mai 2006 forderte der Bezirksgerichtspräsident von der Y. einen Kostenvorschuss von nunmehr noch Fr. 13'000.-- ein. Da die Beklagte auch dieser Aufforderung nicht nachkam, schrieb der Bezirksgerichtspräsident Maloja ihre Widerklage mit Verfügung vom 14. Juli 2006 wegen Nichtleistung des Kostenvorschusses als erledigt ab.
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D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 14. November 2006 statt. Mit Urteil vom 14. November 2006, mitgeteilt am 6. Dezember 2006, wies das Bezirksgericht Maloja die Klage der X. ab. Das Bezirksgericht erachtete den Honoraranspruch der Klägerin als rechtsgenüglich ausgewiesen. Es vertrat indes die Auffassung, dass die von der Klägerin wegen Verletzung der Aufklärungs- und Benachrichtigungspflicht zu vertretende Baukostenüberschreitung den noch offenen Honoraranspruch deutlich übersteige, und wies die Klage daher vollumfänglich ab. Die Verfahrenskosten wurden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und die ausseramtlichen Kosten wettgeschlagen.
Mit Entscheid vom 28. Februar 2007, mitgeteilt am 1. März 2007, wies das Bezirksgericht Maloja das Gesuch der Y. vom 21. Dezember 2006 auf Erläuterung des Urteils ab.
E. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. November 2006 liessen die Y. am 9. Januar 2007 und die X. am 10. Januar 2007 die Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erklären.
Mit Urteil vom 6. März 2007 (ZF 07 6/7), mitgeteilt am 20. März 2007, wies das Kantonsgericht die Sache zur Beweisergänzung und zur neuen Entscheidung an das Bezirksgericht Maloja zurück. Das Kantonsgericht war zur Erkenntnis gelangt, dass das Nichtleisten des Kostenvorschusses durch die Y. nichts an der Notwendigkeit eines Sachverständigengutachtens ändere, da dem Gericht die Fachkenntnis zur Feststellung und Würdigung des Tatbestands fehle. Daher müsse ein solches Gutachten eingeholt werden. Die Beklagte sei aber von der Beteiligung am Verfahren auszuschliessen, was die Expertise betreffe. Darüber hinaus habe das Bezirksgericht Maloja die negative Feststellungsklage der X. vollständig und nicht nur im Umfang des von dieser geltend gemachten Honoraranspruchs zu beurteilen.
F. Mit Verfügung vom 18. Juni 2007 ordnete der Bezirksgerichtspräsident Maloja in der Folge eine Expertise an und bestimmte Dipl. Ing. I., J. AG, als Experten. Am 25. Januar 2008 legte die J. AG das Gutachten vor.
G. Am 27. Mai 2008 fand die zweite Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja statt. Die Y. nahm daran nicht teil. Mit Urteil vom 27. Mai 2008, mitgeteilt am 13. Juni 2008, erkannte das Gericht, wie folgt:
„1. Die Klage wird gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 184'967.35, zuzüglich 5 % Verzugszins seit 5. August 2003, zu bezahlen.
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2. Der Klägerin wird in der Betreibung Nr. C. des Betreibungsamtes Oberengadin für den Betrag von CHF 184'967.35 nebst 5 % Zins seit dem 5. August 2003 definitive Rechtsöffnung erteilt.
3. Es wird festgestellt, dass der Beklagten gegenüber der Klägerin aus dem Architekturvertrag vom 2. März 2002 keine Forderungen zustehen.
4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 30'000.-, einem Streitwertzuschlag von CHF 4'000.-, Gutachterkosten von CHF 104'944.25 (CHF 12'946.25 + CHF 91'998.-) und Schreibgebühren von CHF 1'000.-, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 220.-, werden der Beklagten auferlegt.
5. Die Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin mit CHF 98'298.50 ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations