# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8537ed3-c6ca-573a-8007-3ded307638b2
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._ arbeitet seit mehreren Jahren in verschiedenen Gesellschaften des C._ Konzerns (bis zum 1. Juli 2013 in Belgien, seither in der Schweiz). Seit dem Jahr 2007 nimmt er an Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen seines Arbeitgebers teil. In diesem Rahmen erhält er jährlich Stock Optionen und seit dem Jahr 2011 auch Restricted Stock Units (RSU).
B. Für die Steuerperiode 2014 reichten B._ und seine Ehefrau A._ – trotz Mahnung vom 16. April 2015 und Ordnungsbusse vom 18. Mai 2015 – keine Steuererklärung ein, weshalb sie am 9. November 2015 nach Ermessen veranlagt wurden. Dabei setzte die Kantonale Steuerverwaltung (nachfolgend: Steuerverwaltung) das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) auf CHF 480‘000.- (satzbestimmend: CHF 570‘000.-) fest. Insgesamt ergaben sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 450‘565.- (direkte Bundessteuer; satzbestimmend: CHF 542‘845.-; geschuldete Steuer: CHF 46‘995.35) bzw. CHF 446‘963.- (Kantonssteuer; satzbestimmend: CHF 269‘250.-; geschuldete Steuer: CHF 60‘331.50). Das steuerbare Vermögen (Code 7.910) wurde auf CHF 0.- (satzbestimmend: CHF 201‘430.-; geschuldete Steuer: CHF 0.-) festgesetzt.
Nachdem die Steuerpflichtigen am 1. März 2016 eine Mahnung vom 23. Februar 2016 über einen ausstehenden Betrag in der Höhe von CHF 323.15 betreffend die Steuerperiode 2014 erhalten hatten, erhoben sie, vertreten durch D._ AG, mit Eingabe vom 30. März 2016 Einsprache gegen die Ermessensveranlagung. In formeller Hinsicht machten sie geltend, ihnen sei die  Ermessensveranlagung vom 9. November 2015 nicht zugestellt worden. In materieller Hinsicht beantragten sie, es sei die Veranlagung entsprechend der nunmehr ausgefertigten  (inkl. Beilagen) vorzunehmen.
Mit Schreiben vom 20. April 2016, 21. Juni 2016 und 12. August 2016 forderte die  die Steuerpflichtigen auf, weitere Unterlagen zu den Akten zu reichen. B._ nahm in der Folge zwar telefonischen Kontakt mit der Steuerverwaltung auf und versicherte dieser, er werde das Nötige veranlassen, die einverlangten Unterlagen wurden aber nicht zu den Akten gereicht.
Mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2016 hiess die Steuerverwaltung die erhobene  teilweise gut. Gestützt auf diesen Einspracheentscheid setzte sie in der Veranlagungsanzeige vom 7. November 2016 das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) auf CHF 444‘789.- (satzbestimmend: CHF 737‘207.-) fest. Unter Berücksichtigung der übrigen  ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 345‘586.- (direkte ; satzbestimmend: CHF 611‘959.-; geschuldete Steuer: CHF 36‘902.15) bzw. CHF 347‘642.- (Kantonssteuer; satzbestimmend: CHF 305‘000.-; geschuldete Steuer: CHF 46‘926.-). Das steuerbare Vermögen (Code 7.910) wurde auf CHF 339‘877.- (satzbestimmend: CHF 738‘290.-; geschuldete Steuer: CHF 985.40) festgesetzt.
C. Gegen den Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2016 erhoben die Steuerpflichtigen,  vertreten durch Penta Treuhand GmbH, am 28. November 2016 Beschwerde an das  Freiburg. Sie stellen die folgenden Rechtsbegehren:
1. Es sei festzustellen, dass die in Belgien bei Ausübung versteuerten Stock Optionen aus  spätestens bei Entstehung des Ausübungsrechts (Vesting) in das Vermögen des Steuerpflichtigen
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
übergegangen sind und deshalb die Besteuerung als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit im Umfang von CHF 271‘478.35 zum Zeitpunkt der Ausübung der Optionen im Jahre 2014 nicht rechtens ist.
2. Es seien die Steuerfaktoren (...) wie folgt zu gewähren:
Steuerbares Einkommen (Kanton) CHF 302‘292.- Satzbestimmendes Einkommen CHF 338‘591.-
Steuerbares Vermögen (Kanton) CHF 339‘877.- Satzbestimmendes Vermögen CHF 738‘290.-
Steuerbares Einkommen (Bund) CHF 303‘217.- Satzbestimmendes Einkommen CHF 340‘471.-
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.
In ihrer Begründung weisen die Beschwerdeführer darauf hin, dass zumindest die in den Jahren 2007 und 2008 ausgegebenen Stock Optionen bei der Ausgabe in Belgien besteuert worden seien. Zwar würden grundsätzlich die meisten Länder Stock Optionen zum Zeitpunkt der  (exercise) besteuern. Belgien hingegen besteuere, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien, Stock Optionen bereits bei der Ausgabe (at grant). Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausgabe der Stock Optionen in Belgien gearbeitet habe und die spezifischen Konditionen  gewesen seien, sei das gesamte Einkommen aus den zugeteilten Stock Optionen in Belgien zum Zeitpunkt der Ausgabe (at grant) deklariert und vollumfänglich besteuert worden. Die Stock Optionen seien somit auf diesen Zeitpunkt, spätestens jedoch bei der Entstehung des  (vesting), in das Privatvermögen der Beschwerdeführer übergegangen. Da das  unbestrittenermassen beim belgischen Staat liege, habe dieser auch das Recht, den Besteuerungszeitpunkt zu bestimmen. Bei Zuzug der Beschwerdeführer in die Schweiz per Mitte 2013 sei das Einkommen aus den Stock Optionen somit bereits versteuert gewesen, weshalb die Stock Optionen im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis (und nicht bei den noch nicht  Mitarbeiterbeteiligungen) aufzuführen gewesen wären. Hinsichtlich dieser Sachlage sei nicht nur der Lohnausweis des Arbeitgebers falsch ausgestellt, sondern seien auch zu viele AHV- abgerechnet worden, was im aktuellen Jahr noch zu korrigieren sein werde.
Der mit Verfügung vom 30. November 2016 auf CHF 2‘500.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 19. Dezember 2016 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 8. Februar 2017 beantragt die Steuerverwaltung, es sei auf die  nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen. Sie weist darauf hin, dass die Steuerpflichtigen nach Ermessen veranlagt worden seien. Sie hätten zwar in der Einsprachefrist die Steuererklärung samt Beweismitteln sowie eine internationale Steuerausscheidung eingereicht. Die zusätzlich einverlangten Unterlagen seien aber trotz zahlreicher Mahnungen nicht  worden. Nichts desto trotz seien die Einsprache teilweise gutgeheissen und die streitigen Mitarbeiterbeteiligungen in der internationalen Steuerausscheidung im Betrag von CHF 5‘290.65 der Schweiz und CHF 292‘418.- Belgien zugeteilt worden.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 8

## Considerations

Erwägungen
1. Prozessuales