# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c2a13ea-87ff-4d12-aaa6-8edf4b6b8f72
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- mit Schreiben vom 23. September 2011 das Kreditinstitut C., der Meldestel-
le für Geldwäscherei (nachfolgend "MROS") eine Verdachtsmeldung ge-
mäss Art. 9 GwG betreffend eine in Z. (Schweiz) domizilierte Gesellschaft
namens D. AG erstattete und die beiden auf sie lautenden Konten sperrte,
weil der Verwaltungsratspräsident der D. AG, A., den Verdacht geäussert
habe, dass sich der frühere Verwaltungsrat der D. AG, E., der ungetreuen
Geschäftsführung schuldig gemacht habe;
- die D. AG innerhalb eines Jahres mit angeblichen Geschäften im IT-
Bereich mehrere Millionen Euro Umsatz gemacht habe, obschon der
Zweck der Gesellschaft gemäss Handelsregisterauszug mit dem Handel
mit Motorengeneratoren und Fahrzeugteilen umschrieben sei (Verfahrens-
akten Reg. 5.101 pag. 4 ff.);
- die MROS am 27. September 2011 bei der Bundesanwaltschaft Meldung
im Sinne von Art. 23 Abs. 4 GwG erstattete, da sie es für möglich hielt,
dass die D. AG von einer internationalen kriminellen Organisation benutzt
werde, um als Drehscheibe für die Begehung von Mehrwertsteuerdelikten
in der EU zu fungieren (Verfahrensakten Reg. 5.101 pag. 1 ff.);
- gestützt auf die Meldung der MROS die Bundesanwaltschaft am 29. Sep-
tember 2011 eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt wegen Verdachts
des Betrugs und der Geldwäscherei eröffnete (Verfahrensakten Reg. 1
pag. 1);
- mit Schreiben vom 19. April 2012 E. und F. bei der Bundesanwaltschaft
eine Strafanzeige gegen A. wegen Veruntreuung, Betrugs, ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung, Sachentziehung, falscher Anschuldigung und Irrefüh-
rung der Rechtspflege einreichten (Verfahrensakten Reg. 5.201 pag. 1 ff.);
- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 7. Juni 2012 in der Strafunter-
suchung gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betrugs und der
Geldwäscherei die Strafverfolgung gegen A. ausdehnte (Verfahrensakten
Reg. 1 pag. 4);
- die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 1. Mai 2013 der Gesuchsgeg-
nerin an den Rechtsvertreter von F. und E. mit dem Betreff "Ihr Antrag auf
Beschlagnahme der Aktien der D. AG" mitteilte, dass über eine allfällige
Beschlagnahme bzw. Einziehung der betreffenden Aktien erst zu einem
späteren Zeitpunkt entschieden würde; ausserdem die Bundesanwaltschaft
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festhielt: "Vollständigkeitshalber mache ich Sie darauf aufmerksam, dass
eine zivilrechtliche Feststellungsklage, kombiniert mit einer Klage auf Her-
ausgabe der Aktien, allenfalls erfolgversprechend sein könnte. Zudem be-
steht die Möglichkeit die Aktien ungültig erklären zu lassen." (act. 1.8);
- A. im Zusammenhang mit diesem Schreiben mit formellem Gesuch vom
4. Juli 2013 an die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft gelangt
und beantragt, es sei festzustellen, dass die zuständige Staatsanwältin des
Bundes, B., bezüglich des Verfahrens gegen A. befangen sei (act. 1 S. 2);
- mit Schreiben vom 9. Juli 2013 die Aufsichtsbehörde über die Bundesan-
waltschaft das Ausstandsbegehren zuständigkeitshalber an die Beschwer-
dekammer des Bundesstrafgerichts übermittelte (act. 1.0);
- die Gesuchsgegnerin in ihrer Gesuchsantwort vom 5. August 2013 bean-
tragt, auf das Ausstandsgesuch sei nicht einzutreten, eventualiter sei es
abzuweisen, unter Kostenauflage an den Gesuchsteller (act. 4 S. 2); in der
Replik vom 23. August 2013 und der Duplik vom 23. September 2013 der
Gesuchsteller und die Gesuchsgegnerin an ihren jeweiligen Anträgen fest-
halten (act. 7 und 10).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person
verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Ge-
such zu stellen hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat, wobei
die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind
(Art. 58 Abs. 1 StPO);
- das Schreiben der Gesuchsgegnerin an die Rechtsvertreter von F. und E.
vom 1. Mai 2013 zusammen mit weiteren Akten am 29. Mai 2013 dem
Rechtsvertreter des Gesuchstellers, Fürsprecher Walter Krähenmann
(nachfolgend "Fürsprecher Krähenmann"), zugestellt wurde (act. 4 S. 2;
act. 7 S. 2);
- Fürsprecher Krähenmann in den darauffolgenden Tagen die Akten gesich-
tet und Kenntnis vom allfälligen Ausstandsgrund erhalten haben muss
(act. 1 S. 2; act. 7 S. 2);
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- sich der Klient grundsätzlich das Wissen seines Anwalts anrechnen lassen
muss (BGE 139 III 120 E. 3.2.1), weshalb für die Beantwortung der Frage,
ob das Ausstandsgesuch rechtzeitig gestellt worden ist, auf den Zeitpunkt
der Kenntnisnahme des allfälligen Ausstandsgrundes durch Fürsprecher
Krähenmann abzustellen ist, und es nicht darauf ankommt, wann der Ge-
suchsteller Kenntnis vom allfälligen Ausstandsgrund erhalten hat; seine
diesbezüglichen Ausführungen, er habe erst anlässlich der Besprechung
vom 21. Juni 2013 mit Fürsprecher Krähenmann Kenntnis vom Schreiben
vom 1. Mai 2013 erlangt (act. 1 S. 2), daher nicht zu hören sind;
- sich dieses Vorgehen auch deshalb rechtfertigt, weil der Anwalt als Fach-
person die rechtlichen Grundlagen für das Geltendmachen eines Aus-
standsgrundes kennt und insbesondere darum weiss, dass ein Ausstands-
gesuch unverzüglich zu stellen ist;
- vorliegend unklar bleibt, wann Fürsprecher Krähenmann Kenntnis vom all-
fälligen Ausstandsgrund erlangt hat; diese Frage letztlich offen gelassen
werden kann, da nach bundesgerichtlicher Praxis der Ausstand unmittelbar
in den folgenden Tagen nach Kenntnisnahme verlangt werden muss und
selbst bei einem Abstellen auf den 21. Juni 2013 das Ausstandsgesuch
vom 4. Juni 2013 erst nach 14 Tagen gestellt worden wäre, was bereits
klar als verspätet anzusehen ist (Beschluss des Bundesstrafgerichts
BB.2011.23 vom 14. März 2011, E. 1.4);
- keine zwingenden, sachlichen Gründe für ein Zuwarten geltend gemacht
worden sind, sich solche auch nicht aus den Akten ergeben; insbesondere
die angeblich krankheitsbedingte Abwesenheit von Fürsprecher Krähen-
mann am 2. Juli 2013 nichts daran zu ändern vermag, dass das Aus-
standsgesuch zu spät gestellt worden ist (act. 7 S. 2);
- in diesem Sinne auch die in der Replik vom 23. August 2013 neu vorge-
brachten Umstände – nämlich gewisse Äusserungen der Gesuchsgegnerin
in ihrer Gesuchsantwort vom 5. August 2013 (siehe act. 7 S. 3) –, die die
Befangenheit der Gesuchsgegnerin belegen sollen, als verspätet gelten
müssen und die vom Gericht angesetzte Frist zur Replik, die auf Antrag
des Gesuchstellers erstreckt wurde, den Gesuchsteller nicht davor entbun-
den hätte, einen Ausstandsgrund unverzüglich geltend zu machen;
- auf das Gesuch daher nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Gesuchsteller
aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);
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- die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie
Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162).
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