# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 505b0a32-4e38-4d8b-bec0-ff940a5850f3
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt sorgfältig geprüft und die rechtliche Beurteilung
vorgenommen, wobei er zum Schluss gelangt sei, dass die ausgeführte
Baute (begrünte Stützmauer inkl. Geländer) nicht baurechtswidrig sei und
daher das Begehren der Beschwerdeführerin um Anordnung eines
nachträglichen Bewilligungsverfahrens für die Materialisierung und
Bepflanzung der Mauer habe abgewiesen werden können. Nicht
einzutreten sei auf die Beschwerde insofern, als die Hinterfüllung und die
damit zusammenhängende Frage des Frostschutzes der privaten
Wasserleitung gerügt werde, weil diese Frage nicht Gegenstand der
Baubewilligung gewesen sei. Im Zuge dieser Bewilligung sei lediglich
festgelegt worden, dass es zulässig sei, die Grenze mit einer Stützmauer
zu sichern, wobei die Bauherrschaft während den Bauarbeiten die nötigen
Sicherungsvorkehrungen zu treffen habe. Auflagen oder Vorgaben zur
Materialisierung hätten sich aber weder aus der Baubewilligung noch aus
den bewilligten Plänen ergeben. Die Bauherrin sei hingegen angewiesen
worden, die mit Steinen gefüllte Korbmauer zur Parzelle 842 zu begrünen
und die Bepflanzung so zu wählen, dass eine nachhaltige Begrünung
erfolgen könne. Die Befürchtung der Beschwerdeführerin, die Begrünung
der Mauer könnte allenfalls zu ihrer Aufgabe werden, erweise sich damit
- 5 -
als unbegründet. Die Beschwerde sei deshalb abzuweisen, soweit darauf
überhaupt eingetreten werden könne.
5. Die BG B._ (Beschwerdegegnerin 2) äusserte sich nicht dazu.
6. In ihrer Replik vom 18. November 2018 ergänzte, präzisierte und vertiefte
die Beschwerdeführerin noch die Argumente in ihrer Beschwerde. Betont
wurde dabei insbesondere noch einmal, dass eine Betonmauer bewilligt
worden sei, stattdessen aber tatsächlich ein Gitterzaun (Korbgeflecht) mit
Hinterfüllung aus Steinen anstatt mit Humus/Erde erstellt worden sei. Eine
solch grosse Abweichung bei der Realisation und Umsetzung der
bewilligten Stützmauer hätte unter keinen Umständen geschützt werden
dürfen.
7. Am 3. Dezember 2018 teilte die Beschwerdegegnerin 1 dem Gericht ihren
Verzicht auf die Einreichung einer Duplik mit.
8. Am 9. April 2019 liess die Beschwerdegegnerin 1 dem Gericht innert
erstreckter Frist aufforderungsgemäss noch folgende Unterlagen zum
hängigen Baubewilligungsverfahren (im Original) zukommen:
- Baugesuchformular vom 1. Juli 2013 - 437/01 Katasterplan 1:500 vom 27. Juni 2013 - 437/02 Umgebungsplan 1:200 vom 27. Juni 2013 - 437/03 Grundrisse 1:100 vom 27. Juni 2013 - 437/04 Fassaden 1:100 vom 20. August 2013 - 437/05 Schnitte 1:100 vom 27. Juni 2013 - 437/05a Schnitte A._ 1:100 vom 27. Juni 2013 - 437/06 Abgrabungen 1:100 vom 27. Juni 2013 - Kubische Berechnung nach SIA 416 vom 27. Juni 2013
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die angefochtene
Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen
eingegangen.
- 6 -
- 7 -

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Vorauszuschicken ist, dass die STWE-Gemeinschaft und nicht deren
Mitglieder aktivlegitimierte Partei (Beschwerdeführerin) im vorliegenden
Verfahren ist.
2. Anfechtungsobjekt ist hier die Verfügung vom 20./23. August 2018, worin
die Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs für die bereits erstellte
Stützmauer an der Grenze der Parzellen 878 (Beschwerdegegnerin 2) und
842 (Beschwerdeführerin) durch die Beschwerdegegnerin 1, unter Verweis
auf ihre baubehördliche Kompetenz und ihr Ermessen bei der
Materialisierung und Farbgebung solcher Bauten, abgelehnt wurde. Es ist
also die Rechtmässigkeit dieser Verfügung zu prüfen und zu entscheiden.
3.1. Für die Prüfung und Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdegegnerin 2
diese Stützmauer tatsächlich baurechtswidrig erstellt hat und diese dann
zu Unrecht von der Beschwerdegegnerin 1 genehmigt bzw. abgenommen
wurde, ist auf das ursprünglich eingereichte Baugesuch vom 1. Juli 2013
(vgl. Akten der Beschwerdegegnerin 1 [Bg-act.] 21), die längst
rechtskräftige Baubewilligung Nr. 606/2014 vom 10. März 2014 (Bg-act. 1,
Ziff. 8; VGU R 14 41/42 E. 3g S. 34 [Erstellen einer Stützmauer]; BGU
1C_227/2015 E. 5.2 in fine, S. 10) sowie insbesondere die zugehörigen
Bau- und Ausführungspläne (siehe Bg-act. 23 [Umgebungsplan 437/02
Haus 1/2], Bg-act. 27 [Schnittplan 437/05a Haus 2] samt drei aktueller
Fotos [Bg-act. 16 - Begrünte Mauer mit Geländer]) abzustellen. Nach
Ansicht der Beschwerdeführerin stimmen die genehmigten Pläne
mitnichten mit der effektiv erfolgten Umsetzung der Stützmauer überein,
weshalb ein nachträgliches Baugesuch dafür unerlässlich sei. Diese
Darstellung des Sachverhalts trifft inhaltlich allerdings nachweislich nicht
zu. Die Beschwerde vom 21. September 2018 scheitert vielmehr schon
daran, dass die Beschwerdeführerin im konkreten Fall gerade nicht
- 8 -
beweisen kann, dass – wie von ihr behauptet – die Stützmauer als
Betonmauer mit einer Hinterfüllung aus Erde bewilligt worden sei. Diese
Behauptung lässt sich weder den massgebenden Bauplänen noch der
Baubewilligung selbst entnehmen, auf welche die Beschwerdeführerin in
ihrem Schreiben vom 11. Oktober 2017 (vgl. Bg-act. 9) verweist. Auch in
den beiden dazu ergangenen Urteilen des Verwaltungsgerichts sowie des
Bundesgerichts zur Rechtmässigkeit der Baubewilligung Nr. 606/2014 wird
die behauptete Materialisierung der Stützmauer mit keinem Wort erwähnt.
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin 1 erweist daher als korrekt (vgl.
dazu auch Bg-act. 20 [Leitfaden für den Baubewilligungsprozess]), zumal
sie durch die Auflage der Begrünung der bereits erstellten Stützmauer –
auf Kosten und unter Verantwortung der Beschwerdegegnerin 2 für deren
Pflege und Unterhalt – noch im Rahmen ihres geschützten Ermessungs-
und Beurteilungsspielraums bei derartigen baugestalterischen Detailfragen
gehandelt hat (vgl. PVG 2014 Nr. 23 E. 2d/bb und PVG 2018 Nr. 3 E. 3k;
HÄFELIN/ MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 419 f. S. 98). An der bereits fertiggestellten
Stützmauer (aus Draht-/Korbgittern und Schotter mit Begrünung) gibt es
deshalb nichts auszusetzen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
3.2. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit die Beschwerdeführerin
zusätzlich einen künftigen Schaden an ihrer privaten Wasserleitung im
Erdreich (ihrer Parzelle 842) wegen Winterfrost befürchtet, weil diese
Wasserleitung weder Gegenstand der Baubewilligung Nr. 606/2014 noch
Thema der angefochtenen Verfügung vom 20./23. August 2018 war. Es
handelt sich dabei überdies um eine privatrechtliche Angelegenheit, die
durch den Zivilrichter (Regionalgericht O.2._) zu entscheiden wäre.
4.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
- 9 -
4.2. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin 1
gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegte. Die nicht anwaltlich vertretene
Beschwerdegegnerin 2 hat sich an diesem Verfahren (R 18 66) nicht
beteiligt, weshalb ein Auslagenersatz nach Art. 78 Abs. 1 VRG von
vornherein entfällt.