# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 69b3d8bd-3f59-458d-bc9f-b5fa4ecb5f82
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1954 geborene
X._
,
Mutter zweier 1974 und 1977 geborener Kinder
,
war
seit 1990
als
Tram
führerin bei den
Y._
tätig. 1992 erlitt sie anlässlich einer Notbremsung
als
Tram
führerin
eine Handgelenkskontusion und –
distorsion
(
Urk.
9/70/36
,
Urk.
9/70/81
)
.
Mit
Datum vom 2
9.
November 1993
meldete sie sich
unter Hinweis auf Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im rechten Handgelenk
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/4). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen
und zog die Akten der Unfallversicherung
sowie
der
Versicherungskasse der Stadt Zürich
bei
(
Urk.
9/70/1-84,
Urk.
9/82/1-94)
.
Nach durchge
führtem
Vorbescheid
verfah
ren
(
Urk.
9/32 ff.) schrieb sie das Begehren um berufliche Massnahmen
mit Verfügung vom
4.
April 1996
mangels Bereit
schaft
der Versicherten, solche zu absolvieren,
ab
. Gleichzeitig verneinte
sie
ge
stützt auf einen IV-Grad von 25
%
einen Rentenanspruch
(
Urk.
9/34)
. Die am
9.
Mai 1996
dagegen
am
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich ange
hobene Beschwerde (
Urk.
9/36
) hiess das Gericht mit Urteil IV.1996.00271 vom 1
7.
August 1999 in dem Sinne teilweise gut, als es feststellte, die Ve
rsicherte habe befristet vom 1.
November 1993 bis 3
1.
Oktober 1995 Anspruch auf eine ganze Rente
. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab
(
Urk.
9/60/1-15). Gegen die Rentenbefristung erhob die Versicherte
am 2
2.
September 1999
Verwaltungsge
richtsb
eschwerde (
Urk.
9/62
/2 ff.
).
Das
Eidgenössische Versicherungsgericht
(heute: Bundesgericht
)
hiess die Beschwerde mit
Urteil
I 581/99 vom 19.
April 200
1 in dem Sinne gut, als es den Entscheid des hiesigen Gerichts, soweit Versi
cherungsleistungen ab
1.
November 1995 betreffend, aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach erfolgter Abklärung neu darüber ver
füge
. Erwägungsweise
hielt das Bundesgericht fest, es sei unbestritten und erstellt, dass die Versicherte ab Juli 1995 in einer leidensangepassten Verweistä
tigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Allerdings seien ihr bei der Ermittlung
des
Invalideneinkommen
s
Tätigkeit
en angerechnet worden
, welche
die Durchfüh
rung beruflicher Massna
hmen voraussetzten
. Bei einer gegenüber Eingliede
rungsmassnahmen ab
lehnenden Versicherten sei in jedem
Fall
zuerst
ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durc
hzuführen. Di
es habe die IV-Stelle versäumt
(
Urk.
9/64/1-5).
1.2
In der Fo
lge
tätigte
die IV-Stelle
weitere Abklärungen und zog
die Verlaufsakten der Unfallversicherung sowie
der
Versicherun
gskasse der Stadt Zürich bei (
Urk.
9/68)
. Seit
April 1997
arbeitete
die Versicherte
vollzeitlich (bei 40%iger
Leistung)
als Druckereiangestellte
. Im
Rahmen
der Prüfung beruflicher Massnah
men verzichtete
sie
vorläufig auf
solche
und gab an, sie möchte ihre aktuelle
Stelle nicht wechseln
, da sie sich dort sehr wohl fühle
(
Urk.
9/75,
Urk.
9/77
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/78) schrieb die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen mit Verfügung vom
2
5.
Januar 2002 ab (
Urk.
9/83)
.
Weiter
sprach sie der Versicherten mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsenen
Verfügungen vom 1
1.
Februar 2003
g
estützt auf einen IV-Grad von 100
%
befristet
vom 1.
November 1993 bis 3
1.
Oktober 1995
rückwirkend
eine ganze
Rente
sowie gestützt auf einen IV-Grad von 58
%
ab
dem
1.
November 1995 eine unbefristete halbe R
ente zu, zuzüglich einer vom 1.
November 199
5
bis 3
1.
August 1997 befristeten akzessorischen Kinderrente (
Urk.
9/97 f.)
.
1.3
Im Rahmen der
2006
und 2011
eröffnete
n ordentlichen
Revisionsverfahren
(
Urk.
9/100 ff.,
Urk.
9/111 ff.) bestätigte die IV-Stelle jeweils
ein
en unveränder
ten Anspruch der Versicherten auf die bisherige Rente (vgl. Mitteilung vom 1
2.
Juli 2006,
Urk.
9/107; Mitteilung vom
5.
Dezember 2011,
Urk.
9/117).
1.4
Im Mai 2014
machte
die Ver
sicherte unter Hinweis auf ein
e c
hronisch obstruktive
Pneumopathie
(
COPD
)
eine
Verschlechterung i
hres Gesundheitszustandes geltend
(
Urk.
9/127).
Nach
medizinische
n
und beruflich-erwerbliche
n Abklärungen teilte die IV-Stelle der Versicherten m
it Vorbescheid vom 2
1.
April
2015 mit, mangels andauernder
Verschlechterung bestehe kein Anspruch auf eine höhere Ren
te (
Urk.
9/152). Dagegen erhob die Versicherte
a
m 1
5.
Mai 2015 Einwand
(
Urk.
9/153, mit ergänzender
Einwandbegründung
vom 2
2.
Juni 2015,
Urk.
9/158)
. Daraufhin
veranlasste die IV-Stelle das polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin/Chirurgie/Psychiatrie/Rheumatologie
/Neurologie
) Gutachten des
Z._
vom
2
7.
Juli 2016 (
Urk.
9/205, mit ergänzender Stellungnahme vom 2
7.
Oktober 2016,
Urk.
9/210). Mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 hielt die IV-Stel
le an ihrem Standpunkt fest und verneinte einen Anspruch auf Rentenerhöhung
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
6.
Mai 2017 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung ab
1.
Mai 2014 eine ganze Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht e
rsuchte die Beschwerdeführerin u
m Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom
7.
September 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Beschwerdeführerin am 1
0.
Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente
, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
3.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im
darauf folgenden
Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013
E.
3.1.2).
1.5
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
hielt die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen fest, es sei eine pulmonale Veränderung eingetreten. Aus
pneumologischer
Sicht bestehe hinsichtlich einer rein sitzenden Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Bezüglich der Handgelenksbeschwerden sei die Situation seit 2002 unverändert. Die gutachterlich festgestellte 80%ige Arbeitsfähigkeit stelle eine andere Beurtei
lung desselben Sachverhalts dar. Die
Polymyalgia
rheumatica
sei neu aufgetreten und aktuell asymptomatisch. Gesamthaft
resultierten daraus
nur geringe Auswir
kungen auf die Arbeit
sfähigkeit. Insgesamt bestünden
keine medizinischen Gründe für eine Änderung
des Arbeitsprofils, weshalb kein Anspruch auf eine Rentenerhöhung bestehe
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die
Beschwerdeführerin ein,
die Beschwerdegegnerin
sei darauf zu behaften, dass die Handgelenksbeschwerden
seit 2002 unverändert anhielten und sie
(die Beschwerdeführerin
) diesbezüglich nach wie vor
zu 50
%
arbeitsun
fähig sei. Sodann sei gestützt auf das Gutachten davon auszugehen, dass
in der
zuletzt ausgeüb
te
n
Tätigkeit als Druckereimitarbeiterin
eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit besteh
e. Zudem
wirke sich das schwere Lungenleiden stark auf die ver
bleibende Arbeitsfähigkeit aus. Auf die geg
enteilige Einschätzung des
pneumo
logischen
Gutachters
könne nicht abgestellt werden. Zunächst widerspreche diese Beurteilung der übrigen
Aktenlage.
Insbesondere betrage der BODE-Index – in versicherungsmedizinischer Hinsicht die relevanteste Messgrösse zur Beurteilung der verbleibenden Leistungsfähigkeit – entgegen den gutachterlichen Feststellun
gen nicht 4/10, sondern gestützt auf die Angaben der behandelnden
Pneumologin
7/1
0.
Weiter
sei der
pulmonale Zustand sehr instabil
und habe sich seit der Begutachtung stark verschlechtert
. Für die äusserst stark geschwächte Lunge stelle jede geringste virale Infektion eine grosse Gefahr dar, welche zu einer we
i
teren Verschlechterung fü
hren könn
t
e. Allein deshalb sei ihr eine ausserhäusliche Tätigkeit im Kontakt zu
anderen Mitarbeitern nicht
zuzumuten.
Ausserdem bekomme sie bereits bei kleinsten Anstrengungen Atemnot, Schwindel, Konzent
rationsstörungen und Kopfschmerzen. Unter diesen Umständen könne sie auch keinen Arbeitsweg zurücklegen.
Darüber hinaus sei
eine rein sitzende Tätigkeit mangels Ausbildung für eine Bürotät
igkeit nicht möglich.
Angesichts ihres Alters könne
auch
eine Umsch
ulung nicht verlangt werden. Gleichzeitig sei es unzu
mutbar, sie
zur Übernahme gänzlich unqualifizierter Hilfsarbeit zu verpflichte
n
.
So habe sie in ihrem bisherigen Berufsleben nur qualifizierte Arbeit verrichtet und mehrere Ausbildungen absolviert. Eine rein sitzende Tätigkeit komme auch aufgrund der
Polymyalgia
rheumatica
nicht mehr in
Frage. Es sei denn auch unzutreffend, dass letztere
inzwischen
a
sympt
omatisch sei. Zufolge des anhaltenden
rheumatischen
Beschwerdekomplexes käme
einzig
eine wechselbelastende Tätig
keit in Frage
, was auch der rheumatologische Gutachter
postuliert
habe. Demge
genüber sei eine
wechselbelastende Tätigkeit a
ufgrund des Lungenleidens nicht möglich
. Komme hinzu, dass
die Dauermedikation zufolge ihres rheumatischen Beschwerdebildes eine körperliche Zusatzbelastung dar
stelle. Dies sei
vor dem Hintergrund des
Lungenleidens sehr schlecht
. Gegen ein
e
rein sitzende Tätigkeit sprächen schliesslich auch die neurologischen Befunde.
So würde jede sitzende Tätigkeit eine starke Belastung des Nacken-Schultergürtels mit sich bringen, was mit dem
zervikobrachialen
Schmerzsyndrom nicht vereinbar sei. Das
Z._
-Gutachten setze sich mit diesen Unvereinbarkeiten nicht auseina
nder, womit
nicht
darauf
abgestellt werden
könne
. Vielmehr sei insbesondere gestützt auf die Beurteilung der behandelnden
Pneumologin
davon auszugehen, dass eine aus
serhäusliche Tätigkeit unzum
u
tbar sei.
Gleichzeitig bestünden
auch bei
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nicht genügend Angebote für eine Heimarbeit
(Urk.
1 S. 3 ff.).
3.
Aufgrund
der 2014 und 2015
gestellten Diagnosen
Polymyalgia
rheumatica
sowie
chronisch obstruktive
Pneumopathie
(
CORP
)
ist
seit
der letzten Rentenre
vision
im Jahre 2011 (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2,
Urk.
7/111
ff.
) eine
wesentliche
Veränderung
ausgewiesen
(vgl. E. 1.4)
. Strittig und zu prüfen sind die Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
.
4.
Im Rahmen des der a
ngefochtenen Verfügung zugrunde
liegenden Revisionsver
fahrens liegt im Wesentlichen das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten
vom 2
7.
Juli 2016 bei den Akten
. Darin hielten die Gutachten folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
9/205/67):
-
Chronisch obstruktive
Pneumopathie
COPD
GOLD-Stadium III mit/bei
-
o
berlappenbetontem Lungenemphysem beidseits
-
m
ittelschwerer pulmonaler Gasaustauschstörung
-
t
ubulären
Bronchiektasen
basal beidseits
-
Wahrscheinliche
Polymya
l
gia
rheumatica
ohne peripheren Gelenksbefall
-
ohne Hinweise für eine Arteriitis
temporalis
-
aktuell keine Entzündungsaktivität unter einer Erhaltungssteroiddosis von 2 mg Prednison peroral täglich
-
Belastungs- und weniger auch Bewegungsbeschwerden am Handgelenk rechts
-
zentrale Perforation des TFCC ohne Hinweise für eine traumatische Läsion
-
Status nach Handgel
enksarthroskopie 19.11.1993
-
Status nach
Handgelenksdenervation
nach Wilhelm am 16.12.1994 (
A._
)
-
Status nach Ringbandspaltung
Digitus
l rechts,
Synovekto
mie
/
Adhäsiolyse
/
Neurolyse
Nervus
radialis
Ramus
superficialis
rechts am 17.12.2009
-
Beginnende
retropatelläre
Chondropathie
beidseits
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie die nachfolgenden Diag
nosen (
Urk.
9/205/67 f.):
-
Adipositas Grad l nach WHO
-
Arterielle Hypertonie
-
Hypercholesterinämie
-
Vitamin D
3
-Mangel
-
Hypophosphatämie
-
Rezidivierendes
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom rechts bei intermittie
render Reizung der Wurzel C6 und C4 bei hochgradiger rechtsseitiger
Neu
roforamenstenose
C3/C4 und C5/C6, derzeit ohne klinische und radiolo
gische Anhaltspunkte für eine Kompression der neuralen Strukturen
-
Residuelle
Sensibilitätsstörungen im Versorgungsgebiet
Nervus
medianus
beidseits bei Status nach Operation eines Karpaltunnelsyndroms beidseits
-
Verdacht auf
Restless
legs
-Syndrom
-
Anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
Die allgemeinmedizinische Unte
rsuchung
erwies sich als unauffällig (
Urk.
7/205/36 ff.).
Der
begutachtende Facharzt
wies
darauf
hin
, dass die seit 2002 zugesprochene halbe Rente aufgrund der vorhanden
Akten nicht nachvollziehbar sei
. So sei der Beschwerdeführerin in sämtlichen Arztberichten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden (
Urk.
9/205/38).
Anlässlich der rheumat
ologischen Untersuchung
beklagte
die Beschwerdeführe
rin
im Zusammenhang mit der
Polymyalgia
rheumatica
vor allem morgens
Was
sereinl
agerungen in der linken Wade, Arthralgien im Bereich der Finger, der Ell
bogen und Kniegelenke sowie
diffuse 24 Stunden am Tag anhaltende Muskel
schmerzen, welche sie aktuell bei 5/10 skalierte (Beschwerdemaxima morgens beim Aufwachen
sowie nachmittags: 9/10)
.
Seit Aufnahme der Prednison-Th
era
pie sei der Verlauf günstig
(
Urk.
9/205/43 f.).
In objektiver Hinsicht notierte der rheumatologische Gutachter ein flüssiges Gangbild ohne Schonhinken sowie unauffälliges Sitzverhalten; sowohl im War
tezimmer als auch anlässlich der Anamnese
habe die Beschwerdeführerin ihre Sitzposition nicht verändert. Ebenso sei die Prüfung der Bewegungs
- und
Funk
tions
abläufe unauffällig verlaufen, ohne wahrnehmbare Einschränkungen im Bereich der Wirbelsäule oder peripheren Gelenke, insbesondere auch der
r
echten Hand
und Fingergelenke
. Abgesehen von einer geringen Einschränkung der Fle
xion und Extension
am rechten Handgelenk von je 10
°
(
ohne andere strukturelle
n
Veränderungen respektive Schmerzprovokationen) sowi
e einer beginnenden
retropatellären
Chondropathie
in den Kniegelenken
(ohne entzündliche Irritation oder Schwellung) habe sich der Untersuch des Bewegungsapparates als schmerz
frei und unauff
ällig erwiesen (
Urk.
9/205/44 ff
.).
Insbesondere hätten sich im
Zusammenhang mit der
im Frühjahr 2015 diagnostizierte
n
Poly
myalgia
rheumatica
keinerlei Hinweise
für
eine
aktuelle Entzündungsaktivität
ergeben. Vielmehr
sei d
ie
Entzündungsaktivität
unter Stereoiden unterdessen
gut kontrolliert.
Beim
una
uffälligen klinischen Untersuch
ohne Hinweise für einen Gelenksbefall
resul
tierten
aus
der
Polymyalgia
rheumatica
aktuell keine
Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit.
Die diesbezüglich in den
Vorakten
festgehaltene 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei im Zeitpunkt der Diagnosestellung im Frühjahr 2015 vorübergehend nachvollziehbar.
Betreffend die Kniegelenke bestehe eine begin
nende
retropatelläre
Chondropathie
bei im Übrigen guter Funktion und ohne Hin
weise für eine
Schmerzperzep
tion in alltäglichen Belastungssituationen. Entspre
chend habe die Beschwerdeführerin die Kniegelenke im Rahmen der Anamnese nicht erwähnt. Ferner sei das Achsenskelett schmerzfrei und ohne Einschränkung. Die in den
Vorakten
dokumentierte
lumbovertebrale
und
zervikovertebrale
Prob
lematik sei nicht mehr vorhanden.
Aus den
verbliebenen
Restbelastungsschmer
zen sowie
der
Bewegungseinschränkung des
rechten Handgelenk
s
resultier
e eine arbeitsrelevante Einschränkung von 20
%
,
in
folge deren
die Beschwerdeführerin aus rein rheumatologischer Sicht
seit mindestens 2002
hinsichtlich einer leichten feinmotorischen
bis mittelschweren, wechselbelastenden Verweistätigkeit
zu 80
% arbeitsfähig sei
. Die 20%ige Einschränkung diene dazu, kurze Pausen für das rechte Handgelenk einzuhalten, um auch längerfristig eine gute Kompensa
tion zu gewähren.
Die aufgrund der Handgelenksbeschwerden bisher angenom
mene 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar
(
Urk.
9/205/48 f.
,
Urk.
9/205/75
).
In
neurologischer
Hinsicht
beklagte
die Beschwerdeführerin ein Kribbeln in den Händen und Füssen, vor allem abends beim Einschlafen.
Sodann leide sie ver
mehrt an Kopfschmerzen. Diese würden von den Nackenschmerzen ausgelöst.
Seit
Aufnahme der
Pre
d
nisonbehandlung
zittere
sie
auch
vermehrt mit den Händen
und verspüre stets eine innere Unruhe.
Die Beschwerden in den Händen seien ähnlich wie beim Karpaltunnelsyndrom, welches sie vor Jahren beidseits habe operieren lassen. Allerdings verspüre sie nicht wie damals Schmerzen, sondern vielmehr ein «Stechen und Surren». Weiter leide sie nebst den üblichen Muskel
schmerzen vermehrt an Schmerzen im rechten Arm, vom Nacken bis zum
Ellbo
gen oder gar bis zur Hand
ziehend. Vielleicht kämen die Schmerzen auch vom rechten Handgelenk, welches sie vor Jahren anlässlich des Bremsmanövers als Trampilotin verstaucht habe (
Urk.
9/205/51 f.).
Im Rahmen der Untersuchung notierte der neurologische Gutachter ein
– wenn auch etwas
verlangsamtes
-
flüssiges Gangbild ohne Hinken mit suffizienter Abrollbewegung. Die Beschwerdeführerin habe während der Anamnese (60
Minuten) entspannt gesessen,
ohne ersichtlichen Leidensdruck oder schmerzbe
dingte Positionswechsel. Das Ausziehen sei zwar etwas verlangsamt, aber ohne besondere Schonbewegungen erfolgt.
Klinisch habe sich eine diskrete Hypersen
sibilität im Bereich der median versorgten Finger rechtsbetont nachweisen lassen.
Im Zentrum stünden die rechtsbetonte
Zervikobrachialgie
, die episodischen Kopf
schmerzen sowie die intermittierenden Sensibilitätsstörungen an den Händen und Füssen. Die
nuchale
Akzentuierung der Schmerzen sowie die intermittierenden Ausstrahlungen in den rechten Arm seien als degenerative HWS-Veränderungen zu werten. Aufgrund des Bildmaterials sei eine intermittierende rechtsseitige Rei
zung der Wurzel C4 und C5 möglich. Mangels klinischer Zeichen für eine
radi
kuläre
Reizung, Kompression oder für fokale sensible oder motorische Ausfälle, würden sich daraus keine arbeitsrelevanten Einschränkungen ergeben.
Die Krib
belparästhesien an den Händen und Füssen seien schwer einzuordnen; bei Sta
t
us nach einem operierten Karpaltunnel
-
syndrom sei eine
residuelle
Störung denkbar. Andererseits könnte jedenfalls das Kribbeln in den Händen als Symptom der Hyperventilation betrachtet und damit der Lungenproblematik zugeordnet wer
den. Aufgrund der zirkadiane
n
R
hyt
h
mik der Sensibilitätsstörungen an den Füs
sen und Verbesserung beim Umhergehen könne es sich indes auch um eine
Rest
less-legs-Problematik
handeln. Die neurologischen Baustellen der Beschwerde
führerin seien seit mehreren Jahren vorbestehend und hätten bis zur Dekompen
sation der COPD in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund bestehe aus
rein neurologischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/205/55
f.
).
Gegenüber dem
psychiatrischen Gutachter
führte
die Beschwerdeführerin aus, seit 2013 sei ihr alles zu viel geworden. Sie habe Mühe mit den gesundheitlichen Einschränkungen. Vorher sei sie immer selbständig gewesen und habe viel Ener
gie gehabt. Sie habe grosse Probleme damit, v
on anderen abhängig zu sein.
Aktuell
werde
sie
im Monatsrhythmus psycho-
und ausserdem
pharmakothera
peutisch
(täglich 20 mg
Fluc
tine
) behandelt. Objektiv habe
sich indes keine Affektpathologie
gezeigt
.
Die
Beschwerd
e
f
ührerin befinde sich in
euthymer
Mit
tellage und sei a
usreichend schwingungsfähig. Mithin sei die
affektiv
e Modulati
onsfähigkeit ausreichend vorhanden. Sodann
verfüge sie über das Gesamtspekt
rum der Emoti
onen. Entsprechend habe die Beschwerdeführerin
selbst an
gegeben
, sie fühle sich aus somatischen Gründen krank und 100
%
arbeitsunfähig.
Bei alle
dem
verneinte der psychiatrische Gutachter – bis auf eine anhaltende Schmerzstörung ohne Auswirku
ngen auf die Arbeitsfähigkeit –
das Vorlieg
en psychiatrischer Erkranku
ngen. Entsprechend notierte er
sowohl für die zuletzt ausgeübte sowie für jede andere Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
9/205/58 ff.).
Dem
pneumologischen
Teilgutachten ist zu entnehmen, es bestehe
eine chronisch obstruktive
Pneumopathie
COPD
im GOLD Stadium III
,
welche anlässlich einer Exazerbation im September
2013 erstmals diagnostiziert wo
rde
n sei
. Für die beklagte Anstrengungsdyspnoe der
NYHA Klasse III sei
nebst der COPD das ober
l
appenbetonte Lungenemphysem verantwortlich, welches eine
mittel
schwere pul
monal
e Gasaustauschstörung verursache
. Bei d
er aktuellen absoluten CO-Diffusionskapazität von 36
%
Soll sowie der in den
Vorakten
ge
messenen CO-Diffusionskapazität
von 31
%
Soll
handle
es sich um eine konstante respektive reproduzierbare pulmonale Gasa
ustauschstörung. Die aktuelle Messung
zeige
eine mittelschwere Stö
rung. In den
Vorakten
sei anfangs 2014
eine schwere Stö
rung dokumentiert
worden
. Diese Einschränkung
der Sauerstoff-Aufnahme erlaube
medizinisch-
theoretisch keinerlei körperliche Belastung, da bei gesteiger
tem Herzminutenvolum
en sofort eine Sauerstoff-
Entsät
tigung
resu
ltiere. Damit sei die Beschwerdeführerin aus
pneumologischer
Sicht
zu 100
%
arbeitsunfähig
für körperliche Belastungen (Heben von Lasten, Treppensteigen, rasches ebener
diges Gehen).
Letzteres gelte auch für die bisherige Tätigkeit in der Druckerei.
Rein sitzende Tätigkeit
en
seien
ihr
indes
zu
100
%
zumutbar
(
Urk.
9/205/79).
Im Rahmen der polydisziplinären Konsensbeurteilung kame
n
die Gutachter schliesslich überein, die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit als Druckereimitarbeiterin
seit Januar 2014 (Diagnose des COPD)
nicht mehr arbeits
fähig. Demgegenüber bestehe
seit Abschluss der pu
l
monalen Rehabilitation Mitte Juni 2014
hinsichtlich eine
r
körperlich leichten
,
rein sitzenden Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/205/75).
5.
5.1
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten
vom 2
7.
Juli 201
6
erging in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
, den gekl
agten Beschwerden
sowie gestützt auf die
klinischen Untersuchungen vom 2
9.
Februar,
4.
und 1
1.
März und 3
0.
Mai 201
7.
Die b
eurteilenden Fachärzte haben
ihre Diagnosen und Schlussfol
gerung
en nachvollziehbar
begründet, zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung bezogen (
Urk.
10/
155/60 ff.) und – soweit Diskre
panzen bestanden – ihre
abweichende Einschätzung pla
usibel begründet (
Urk.
9/205/39 f.,
Urk.
9/205/64 f.,
Urk.
9/205/71 f.
). Mithin genügt das Gutach
ten den an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage gestell
ten Anforderungen
(vgl. E. 1.8
).
5
.2
Übereinstimmend mit dem Gutachten räumte selbst
die behandelnde
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Pneumologie,
in den beschwerdeweise einge
reichten Berichten vom
8.
und 2
2.
Februar 2017 ein
,
es sei der Beschwerdeführe
rin möglich, eine rein sitzende Tätigkeit auszuüben
(
Urk.
3/3,
Urk.
3/7)
. So wür
den bei einer rein sitzenden Tätigkeit mangels körperlicher Belastung weder Atemnot noch Schwindel auftreten. Insofern müsse sie (
Dr.
B._
) dem Gutachter «leider recht geben» (
Urk.
3/3,
Urk.
3/7).
Vor diesem Hinte
rgrund ist nicht einsichtig, inwie
fern
die
abweichende Beurteilung des B
ODE-Index
die gut
achterlich fest
gestellte Arbeitsfähigkeit
in Frage zu stellen
vermöchte
.
Sodann
begründete
Dr.
B._
die postulierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit einzig damit, die Beschwerdeführerin sei nicht im Stande, den Arbeitsweg zu bewälti
gen. Aus dem beschwerdeweise eingereichten Austrittsbericht der
C._
vom 2
1.
September 2016 erhellt indes,
die Beschwerdeführerin
habe bei Austritt im 6-Minuten-Gehtest eine Strecke von 370 Meter ohne Hilfs
mittel zurücklegen können (
Urk.
3/4). Dies entspricht nicht nur einer
weitgehend
normale
n
Gehfähigkeit, sondern erweist sich gar als leichte
Verbesserung
im Ver
gleich zum Zeitpunkt der Begutachtung
(vgl.
Urk.
9/205/41).
Damit
ist auch gesagt, dass es der Beschwerdeführerin
ungeachtet ihrer pulmonalen Leiden
zuzumuten ist, mittels öffentlichen Verkehrsmitteln einen Arbeitsweg zu bewäl
tigen. Ganz abgesehen davon
war sie – jedenfalls bis
zum Zeitpunkt
der Begut
achtung - Autofahrerin
(
Urk.
9/205/35;
vgl.
auch
Arbeitsvertrag mit der
D._
AG,
Ziff.
5,
Urk.
9/76).
Kommt schliesslich hinzu, dass
das Gericht
der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen
hat
, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfä
llen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5
.3
Im
Austrittsbericht der
C._
vom 2
1.
September 2016
diag
nostizierte der
beurteilende Oberarzt
übereinstimmend mit dem
pneu
mologischen
Gutachter
ein
COPD
mit Gold-Stadium III
, womit keine
wesentlichen
ärztlichen Differenzen, geschweige denn eine wesentliche Verschlechterung seit
der Begut
achtung
ausgewiesen ist.
D
ie
Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach ihr Zustand sehr instabil
sei
und sich seit der Begutac
htung stark verschlechtert habe
(
Urk.
1 S. 6 und 8)
,
steht
ferner
im Widerspruch zum
Bericht der Klinik für Pneumologie,
A._
,
vom
9.
Mai 2017
, wonach
der lungenfunktionale Zustand seit der Erstk
onsultation im November 2016 stabil sei
. Entsprechend wurde
seitens des
A._
von weiteren Verlaufskontrollen
abgesehen
(
Urk.
3/5).
Daran vermögen auch die nachträglich eingereichten Arztzeugnisse des Spitals
E._
vom 2
9.
August 2017 sowie der
F._
vom 2
9.
August 2017 nichts zu ändern (
Urk.
13/4-5). Ganz abgesehen davon
beurteilt das
Sozial
versiche
rungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids
nach der Recht
sprechung
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsver
fahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver
fügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
5
.4
Das
Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die neurologischen
und rheu
matologischen Beschwerden (geschwollene Gelenke mit entsprechender Steifig
keit und Bewegungseinschränkung sowie Glieder- und Muskelschmerzen,
zervi
kobrachiales
Schmerzsyndrom,
Urk.
1 S. 7
f.
)
weiterhin akut und damit arbeits
relevant seien, liess
sich anlässlich der
polydisziplinären
Begutachtung nicht objektivieren. Im Gegenteil
hielten die somatischen Gutachter übereinstimmend fest
, die Beschwerdeführerin sei
während der Anamnese (90 Minuten) entspannt gesessen, ohne ersichtlichen Leidensdruck und ohne schmerzbedingte Positions
wechsel.
Die
geprüften
Bewegungs
- und Funktions
abläufe ergab
en
weder an
der
Wirbelsäule
noch an den
peripheren Gelenke
n
, inklusive der Hand und Fingerge
lenke
,
wahrnehmbare
Einschränkungen
. Zudem erwies sich die Wirbelsäule
als in allen Bewegungsrichtungen ind
olent
.
Mit
Ausnahme einer
Druckdole
nz
an b
ei
den Kniegelenken
zeigten sich
keine entzündlichen Veränderungen, Schwellun
gen, Funkti
onseinschränkungen oder Ergüsse
.
B
ei fehlenden Hinweisen auf eine entzündliche
Aktivitä
t resp.
einen
Gelenksbefall
kam der rheumatologische Gut
a
chter zum
begründeten
Schluss, weder die
Polymyalgia
rheumatica
noch die beginnende
retropatelläre
Chondropathie
beidseits
würden die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränken
(
Urk.
9/205/37,
Urk.
9
/205/44).
Gegenteili
ges ist auch den
beschwerdeweise eingereichten Arztberichte
n
nicht
zu entneh
men
.
Insbesondere
hielt der beurteilende Oberarzt der
C._
überein
stimmend mit dem rheumatologischen Gutachter fest,
anlässlich des stationären Aufenthalte
s hätten sich
laborchemisch keine systemischen Entzündu
ngsparame
ter
ergeben
. Soweit die
Beschwerdeführerin dennoch persistierende, «schwer lokalisierbare
» Schmerzen mit Ausstrahlungen beklagte
, so verbesserten sich diese unter antibiotischer Therapie signifikant
(Austrittsbericht vom 2
1.
Septem
ber 2016,
Urk.
3/4)
.
Auch d
ie aufgrund des
zervikobrachialen
Schmerzsyndroms
behauptete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist
medizinisch nicht ausgewiesen (vgl.
Urk.
9/205/50 ff.).
Erwähnenswert sind schliesslich
die gutachterlichen Hin
weise auf Diskrepanzen und Inkonsistenzen im Zusammenhang mit den
subjektiv
geschilderten Einschränkungen sowie betreffend
die
Einnahme von Schmerz
medikamenten.
Im Medikamentenspie
gel konnten keine Schmerzmedikam
ente nachgewiesen werden (
Urk.
9
/205/39 f.), was bei einem durchschnittlichen Schmerzpegel von 5/10 (
mit Exazerbation jeden
Morgen und meist
n
achmittag
s auf 9/10
, vgl.
Urk.
9/205/35)
zumindest
Fragen aufwirft.
5
.5
Was
schliesslich
d
ie Gefahr viraler
Erkrankungen
betrifft (
Urk.
3/7)
,
so ist es der Beschwerdeführerin
gemäss entsprechender Empfehlung des Oberarztes der
C._
zuzumuten
,
sich jeweils der saisonalen Influenza- und
Pneumokokkenimpfung
zu unterziehe
n (
Urk.
3/4)
. Darüber hinaus sind
abstrakte und allgemeine
Risiken und Gefahren des Lebens nicht
dazu
geeignet, eine A
rbeitsunfähigkeit zu begründen.
A
bgesehen davon g
eht dieses Argument bei der
Option von
Heimarbeit ins Leere.
5.6
Zusammenfassend ist
gestützt auf das
Z._
-Gutachten
vom
2
7.
Juli 2016
mit dem im Sozialversich
erungsrecht massgebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die Beschwer
deführerin
zufolge
der pulmonalen Problematik
seit Anfang 2014
in ihrer bisherigen Tätigkeit als Druckereimitarbei
terin nicht mehr arbeitsfähig, jedoch
nach Abschluss der pulmonalen Rehabilita
tion
seit Mitte Juni 2014 in einer angepassten, körperlich leichten, rein sitzenden Tä
tigkeit zu 80
%
arbeitsfähig war. Damit ist auch gesagt, dass die Verschlechte
rung im Zeitpunkt des Revisionsgesuchs (Mai 2014) ohne wesentliche Unterbre
chung seit drei Monaten bestanden
hatte (vgl. E. 1.5
)
.
6
.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.2
Zur
Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versiche
rte Per
son im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginn
s nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfall
s der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tä
ti
gkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.).
6
.3
Die Beschwerdeführerin war vor Eintritt der körperlichen Beeinträchtigung als Tramführerin bei der
Y._
tätig, weshalb das
Valideneinkommen
aufgr
und der Angaben der Arbeitgeberin
festzus
e
t
zen ist, zumal die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne körperliche Beeinträchtigung weiterhin als Tramführerin tätig gewesen wäre.
Gemäss den Angaben der
Y._
im Arbeitgeberfragebogen vom 2
1.
Januar 1994 hätte die Beschwerdeführerin im Jahre 1
994 ohne Gesundheitsschaden Fr.
71'788.
--
inkl. 1
3.
Monat
s
lohn verdient
(
Urk.
9/8
)
. Unter B
e
rücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung für Frauen bis in
s massgebliche Jahr 2014
(
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV
; Indexstand 2051 [1994
] 2673 [2014
]; vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnin
dex, Landesindex der Konsumentenpreise, T
39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976
-
2016) resultiert für
das Jahr 2014
ein
Valideneink
ommen
von
Fr.
93'559.--
[Fr.
71'788.
--
:
2051 x 2673
].
6
.4
Da die Beschwerdefü
hrerin die
ihr
seit Mitte Juni 2014
verbliebene Re
starbeits
fähigkeit nicht
ausgeschöpft hat, sind
für die Ermittlung des Invaliden
eikommens
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
heranzuziehen
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b)
.
Aufgrund der vorliegend
en
Akten hat die Beschwerdeführerin eine zweijährige
Anlehre
als Autoservicefrau absolviert (vgl.
Urk.
9/127/4,
Urk.
9/137/2,
Urk.
9/205/30). Ihr Vorbringen, wonach sie «mehrere Ausbildungen» a
bsolviert habe (
Urk.
1 S. 6), hat
die Beschwerdeführerin
weder substantiiert noch ausgewiesen
.
Gemäss
Arbeitgeber
fragebogen vom
7.
Juni 2006 umfasste ihre
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Dru
ckereim
itarbeiterin bei der
D._
AG Kopier-, Binde
-
, und Auffül
larbeiten (
Urk.
9/
104
, vgl. auch
Urk.
9/205/30
). Diese Tätigke
it machte ihr
nach eigenen Angaben grossen Spass (vgl.
Urk.
9/137).
Vor diesem Hintergrund ist nicht ein
sichtig,
weswegen
der Beschwerdeführerin
Hilfsarbeiten nicht zuzum
uten
wären
(
vgl.
Urk.
1 S. 6)
.
Ganz abgesehen davon hat
die IV i
n
den Jahren 1996 und 2001
berufliche Massnahmen
, mithin eine Umschulung,
geprüft und jeweils mangels subjekt
iver Bereitschaft abgeschrieben
(
Urk.
9/34
,
Urk.
9/77,
Urk.
9/83)
.
Damit
geht es
freilich
nicht an, wenn sich die Beschwerdeführerin nunmehr auf den Standpunkt stellt, es seien ihr Hilfsarbeiten nicht zuzumuten.
Dass ihr eine
Bürotätigkeit
mangels e
ntsprechender Ausbildung (auch)
aus beruflichen Grün
den unmöglich sei, steht
schliesslich
im Widerspruch dazu, dass die Beschwerde
führerin in früheren Jahren
für ein
Architekturbüro
leichte Büroarbeiten tätigte -
ohne entsprechende Ausbildung (
Urk.
9/137/2).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der
Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16
ATSG
e
in theoretischer und abstrakter
, welcher die konkrete Arbeits
marktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invali
denversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Im Übrigen
umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt
auch sogenannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom
8.
Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen).
In Anbetracht der Gesamtumstände
ist der Beschwerdeführerin
daher
ein
leidensbe
dingte
r Abzug von 20
%
zuzugestehen.
N
ach dem Gesagten
ist u
nter Hinweis auf das medizinische Belastungsprofil auf den Tabellenwert für einfache Hilfsarbeiten (
LSE
2014, Tabelle
TAl
, TOTAL, Kom
petenzniveau l, Frauen) von monatlich
Fr.
4'300.-- abzustellen.
Unter Berück
sichtigung de
r betrieb
süblichen Arbeitszeit
im Jahr 2014 von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
sch
aftsabte
ilun
gen [NOGA 2008], in
Stunden pro Woche, 2004-2017, A-S 01-96)
sowie eines leidensbedingten Ab
zuges von 20
%
resultiert
daraus ein Jahresein
kommen
von
Fr.
34’428
.--
für ein Pensum
von
80
%
[
Fr.
4'3
00: 40 x 41.7 x 12 x 0.8
0 x 0.80
].
6
.5
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen
ergibt sich
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
59'131.--
, was einem Invaliditä
t
sgrad von
gerundet 63
%
entspricht.
7
.
Nach dem Gesagten
ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen und die angefoch
tene Verfüg
ung dahingehend abzuändern, als festzustellen ist, dass
die Beschwer
deführer
in
ab dem
1.
Mai 2014
(
Art.
29
Abs.
3 IVG)
entsprechend einem Invali
ditätsgrad von 63
%
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Ausgangsgemäss ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltlich
e
Rechtspflege
vom 2
6.
Mai 2017
(
Urk.
1 S. 2)
obsolet geworden.
8
.
8.1
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Partei kostenpflichtig. Die Kos
ten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fest
zulegen und vorliegend auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin bezügl
ich der
Renten
erhöhung an sich obsiegt
,
sind die Kos
ten voll
umfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere
(
Teil
-) R
ente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschä
digung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 2
5.
Januar 2008 E.
5). Entsprechend ist die Beschwe
rdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdefüh
rer
in
eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsg
ericht ermessensweise
auf
Fr.
1‘900.-- (inkl. Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) festzu
setzen
(vgl. auch Verfügung vom 1
0.
Oktober 2017,
Disp
.-Ziffer 2,
Urk.
14).