# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 096da273-5329-475c-872e-43a8b4ece58e
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

den Akten entnommen:
A. In der Steuererklärung pro 2015 deklarierten die Ehegatten A._ und B._ (Rekurrenten) Berufskosten des Rekurrenten für die Fahrten mit dem Privatwagen zwischen
Wohn- und Arbeitsstätte und für die auswärtige Verpflegung. Mit definitiver
Veranlagungsverfügung vom 20. Mai 2016 wurden die Rekurrenten von der Steuerverwaltung
des Kantons Bern, _ (Steuerverwaltung) auf ein steuerbares Einkommen bei den
kantonalen Steuern von CHF 86'700.-- und ein solches bei der direkten Bundessteuer von
CHF 89'300.-- veranlagt. Das steuerbare Vermögen wurde auf CHF 50'000.-- festgesetzt. Dabei
wich die Steuerverwaltung insofern von der Selbstschatzung der Rekurrenten ab, als sie die für
den Rekurrenten geltend gemachten Kosten für die auswärtige Verpflegung von CHF 3'200.--
strich. Dies mit der Begründung, dass gemäss Lohnausweis die Mehrkosten durch die
Arbeitgeberin bezahlt worden seien. Gegen die Veranlagungsverfügung erhoben die
Rekurrenten mit Schreiben vom 3. Juni 2016 Einsprache, die mit Einspracheentscheid vom 19.
August 2016 abgewiesen wurde.
B. Gegen den Einspracheentscheid haben die Rekurrenten mit Eingabe vom 5. September 2016, ergänzt mit Schreiben vom 3. Oktober 2016, bei der Steuerrekurskommission des
Kantons Bern (Steuerrekurskommission) Rekurs und Beschwerde erhoben und beantragen
darin sinngemäss, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die für den Rekurrenten
geltend gemachten Kosten für die auswärtige Verpflegung zum Abzug zuzulassen. Sie führen
sinngemäss aus, jeder Lokomotivführer der E._ erhalte den gleichen Lohn, die
gleichen Spesen und Zulagen, unabhängig, ob er in D._ arbeite und wohne oder, ob er
in D._ arbeite und in C._ wohne. Die Lokomotivführer, die in D._
wohnen würden, könnten jedoch bei längeren Arbeitspausen am Arbeitsort in D._ nach
Hause zu ihrer Familie. Der Rekurrent, der in C._ wohne, habe dagegen aus Sicht der
Steuerverwaltung kein Recht, die Arbeitspausen bei seiner Familie zu verbringen oder auf den
Abzug für auswärtige Verpflegung. Die Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung würden zwar
durch die E._ bezahlt. Hierbei bedeute auswärtig jedoch ausserhalb des Arbeitsorts,
weshalb die Kosten für Arbeitspausen am Arbeitsort in D._ nicht übernommen werden.
Für Pausen am Arbeitsort dürfe es keine Spesen geben, da Lokomotivführer mit Wohnort
D._ ansonsten Lohnnebenkosten erhalten würden. Ferner würden mit der erhaltenen
Tagespauschale von CHF 19.-- nicht nur die auswärtige Verpflegung, sondern auch weitere
Auslagen des Lokomotivführers gedeckt. Dass die Pausen am Arbeitsort nicht bezahlt würden,
sehe man auch daran, dass diese Tagespauschale bereits für eine auswärtige Verpflegung am
Abend, am Sonntag oder am Flughafen F._ nicht ausreichen würde, womit in dieser
Pauschale unmöglich noch Geld für Pausen am Arbeitsort miteinberechnet sein könnten.
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C. Die Steuerverwaltung beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 20. Oktober 2016 die Abweisung von Rekurs und Beschwerde unter Kostenfolge. Sie führt im Wesentlichen aus, der
Abzug für auswärtige Verpflegung setze voraus, dass effektiv Mehrkosten entstanden seien. Im
vorliegenden Fall habe die Arbeitgeberin auf dem Lohnausweis die Bemerkung "Mehrkosten für
auswärtige Verpflegung durch Arbeitgeber bezahlt" angebracht. Dies, weil gemäss
Spesenreglement der E._ das fahrende Personal, welches für eine Arbeitsschicht von
fünf und mehr Stunden eingeteilt werde, für die Verpflegung – unabhängig vom Pausenort –
eine Tagespauschale von CHF 19.-- erhalte, was von den Rekurrenten bestätigt worden sei.
Dementsprechend entständen dem Rekurrenten keine Mehrkosten für die auswärtige
Verpflegung, weshalb kein Abzug vorgenommen werden könne. Daran ändere nichts, dass die
Rekurrenten ausführten, der Betrag von CHF 19.-- würde für eine Mahlzeit nicht ausreichen.
Dies, weil die Verpflegungskosten Lebenshaltungskosten darstellen würden und grundsätzlich
nicht abzugsberechtigt seien. Abzugsberechtigt seien nur die Mehrkosten, welche die
Verpflegungskosten zu Hause überstiegen.
D. Die Rekurrenten haben Gelegenheit erhalten, dazu Stellung zu nehmen, wovon sie mit der Eingabe vom 15. November 2016 Gebrauch gemacht haben.
E. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
Auf den Inhalt der Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermögensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw.
Beschwerde angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG
661.11] und Art. 140 ff. des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist
deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit
ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art.
195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Eingabe ist deshalb einzutreten.
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Da der Streitwert unter CHF 10'000.-- liegt, fällt der vorliegende Entscheid in die
einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 70 Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
2. Strittig ist vorliegend, ob die für den Rekurrenten deklarierten Kosten für die auswärtige Verpflegung im Steuerjahr 2015 zum Abzug zugelassen werden können.
2.1 Zur Ermittlung des Reineinkommens werden von den gesamten steuerbaren Einkünften (vgl. Art. 19-29 StG; Art. 16-24 DBG) die mit der Einkommenserzielung zusammenhängenden
Aufwendungen (Gewinnungskosten) und allgemeinen Abzüge (Art. 31-39 StG; Art. 26-33a
DBG) abgezogen (Art. 30 Abs. 1 StG; Art. 25 DBG). Unselbstständig erwerbstätige Personen
dürfen als Gewinnungs- bzw. Berufskosten u.a. die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen
Wohn- und Arbeitsstätte, die notwendigen Mehrkosten für Verpflegung ausserhalb der
Wohnstätte und bei Schichtarbeit sowie die übrigen für die Ausübung des Berufs erforderlichen
Kosten von den gesamten steuerbaren Einkünften abziehen (vgl. Art. 31 Abs. 1 Bst. a bis c
StG; Art. 26 Abs. 1 Bst. a bis c DBG). Näheres regelt für die Kantons- und Gemeindesteuern die
Verordnung vom 18. Oktober 2000 über die Berufskosten (Berufskostenverordnung, BKV;
BSG 661.312.56) und für die direkte Bundessteuer die Verordnung des EFD vom 10. Februar
1993 über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten
Bundessteuer [Berufskostenverordnung, VBK; SR 642.118.1]). Die (allgemeinen) Berufskosten
fallen vor oder nach der eigentlichen Arbeit an. Nicht sämtliche mit der Erwerbstätigkeit
zusammenhängenden Kosten sind als Berufskosten abziehbar, sondern nur diejenigen
Aufwendungen, die für die Erzielung des Einkommens erforderlich sind und in einem direkten
ursächlichen Zusammenhang dazu stehen (vgl. Art. 2 Abs. 1 BKV; Art. 1 Abs. 1 VBK). Der
Begriff der Erforderlichkeit ist in einem weiten Sinn auszulegen, wobei nicht verlangt wird, dass
die steuerpflichtige Person das Erwerbseinkommen ohne die streitige Auslage überhaupt nicht
hätte erzielen können. Es ist auch nicht erforderlich, dass eine rechtliche Pflicht besteht, die
entsprechenden Aufwendungen zu bezahlen, sondern es genügt, dass diese wirtschaftlich als
der Gewinnung des Einkommens förderlich erachtet werden können und dass der
steuerpflichtigen Person nicht zumutbar war, sie zu vermeiden (VGE 100.2013.366/367U vom
1.9.2015, E. 2.1, nicht publiziert). Die Berufskosten sind vor allem von den
Lebenshaltungskosten abzugrenzen, also von Aufwendungen, die nicht der
Einkommenserzielung, sondern der Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse dienen und
damit Einkommensverwendung darstellen (BGer vom 12.5.2003 in StE 2003 B 22.3 Nr. 76
E. 3.2 mit weiteren Hinweisen auf die Lehre). Der Beweis für steueraufhebende oder
steuermindernde Tatsachen – zu denen auch die Berufskosten gehören – obliegt der
steuerpflichtigen Person. Diese hat die steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaupten,
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sondern auch zu belegen. Dieser Nachweis umfasst für die Gewinnungskosten nicht nur die
Tatsache, dass die Aufwendungen tatsächlich angefallen, sondern auch, dass sie für die
Erzielung des Einkommens notwendig sind. Bei Auslagen, die regelmässig auch im Rahmen
der privaten Lebenshaltung anfallen, ist der Nachweis des Zusammenhangs mit der
Berufsausübung von besonderer Bedeutung (VGE 100.2013.366/367U vom 1.9.2015, E. 2.1,
nicht publiziert).
2.2 Zur administrativen Vereinfachung hat der Gesetzgeber mit Bezug auf die Kantons- und Gemeindesteuern vorgesehen, dass für die Fahrkosten, die Mehrkosten für die auswärtige
Verpflegung und bei Schichtarbeit sowie für die übrigen Berufskosten Teilpauschalen
festzulegen sind (vgl. Art. 31 Abs. 2 Satz 1 StG). Die unselbstständig erwerbstätigen Personen
haben bei den Fahrkosten und den übrigen Berufskosten die Wahl, die entsprechende
Teilpauschale oder die nachgewiesenen tatsächlichen Gewinnungskosten geltend zu machen.
Bei den Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung und bei Schichtarbeit besteht hingegen die
Möglichkeit der Geltendmachung der effektiven Kosten nicht (vgl. Art. 31 Abs. 2 Satz 2 StG).
Wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern hat der Gesetzgeber auch bei der direkten
Bundessteuer eine Pauschalisierung der Abzüge für Fahrkosten, Mehrkosten für auswärtige
Verpflegung und bei Schichtarbeit sowie übrige Berufskosten vorgesehen (Art. 3 VBK i.V.m.
Anhang der VBK in der Fassung vom 21.7.2008 [AS 2008 4077], fortan Anhang der VBK; VGE
100.2013.366/367U vom 1.9.2015, E. 2.2 f., nicht publiziert).
2.3 Kosten für die Ernährung sind primär nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 23 zu Art. 26
DBG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 Bst. b StG i.V.m. Art. 8 BKV bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. b DBG i.V.m.
Art. 6 VBK steht der steuerpflichtigen Person jedoch ein pauschaler Abzug für Mehrkosten für
die beruflich bedingte auswärtige Verpflegung zu. Steuerlich berücksichtigt werden sollen
lediglich die nötigen Mehrkosten im Vergleich zur Verpflegung zu Hause
(VGE 100.2008.23378/23379U vom 6.1.2009, E. 4, nicht publiziert). Den Fiskus kann es nicht
interessieren, wieviel tatsächlich für die Verpflegung ausgegeben wird (Bruno Knüsel in:
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer [DBG], 2. Aufl., 2008, N. 20 zu Art. 26 DBG). Mehrkosten für Verpflegung liegen
vor, wenn die steuerpflichtige Person wegen grosser Entfernung zwischen Wohn- und
Arbeitsstätte oder wegen kurzer Essenspause eine Hauptmahlzeit nicht zu Hause einnehmen
kann oder bei durchgehender Schicht- oder Nachtarbeit (Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b BKV; Art. 6
Abs. 1 Bst. a und b VBK). Nach der Praxis der Steuerrekurskommission ist es zumutbar, sich zu
Hause zu verpflegen, wenn die Mittagspause daheim mindestens eine halbe Stunde (wird
selbst gekocht: eine Stunde) beträgt, sofern der Zeitaufwand für den Hin- und Rückweg nicht
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grösser als die Aufenthaltsdauer zu Hause ist (VGE 100.2008.23378/23379U vom 6.1.2009, E.
4, nicht
publiziert). Ferner kann die steuerpflichtige Person den Pauschalbetrag auch dann zum Abzug
bringen, wenn ihr tatsächlich geringere Kosten entstanden sind. Die Pauschale beträgt im hier
interessierenden Jahr 2015 CHF 3'200.-- (vgl. Anhang der VBK). Stellt die Arbeitgeberin
verbilligte Mahlzeiten zur Verfügung (z.B. Mensa bzw. Kantine, Personalrestaurant, Lunch-
Checks usw.), so werden dadurch die Mehrkosten der steuerpflichtigen Person reduziert.
Entsprechend kann in solchen Fällen grundsätzlich auch nur der reduzierte Verpflegungsabzug
geltend gemacht werden (2015: CHF 1'600.-- im Jahr; vgl. Anhang der VBK; Leuch/Nanzer in:
Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014, N. 20 zu Art. 31
StG).
2.4 Von den Berufskosten sind Spesen zu unterscheiden. Spesen sind geschäftliche Unkosten, die der steuerpflichtigen Person im Rahmen der Berufsausübung, also in Verrichtung
eines konkreten dienstlichen Auftrags, entstehen. Im Gegensatz zu den Berufskosten fallen sie
somit während der Arbeitszeit an (vgl. E. 2.1 hiervor). Die angestellte Person hat gegenüber der
Arbeitgeberin (grundsätzlich) einen zivilrechtlichen Anspruch auf Ersatz dieser Unkosten
(Art. 327a Abs. 1 und 3 des Schweizerischen Obligationenrechts [OR; SR 220]). Wird die
angestellte Person für die angefallenen Kosten während der Arbeitsausführung entschädigt,
stellen diese Entschädigungen Unkostenersatz dar und werden nicht als Einkommen besteuert,
sofern sie die tatsächlichen Auslagen nicht übersteigen (vgl. Leuch/Nanzer a.a.O., N. 68 zu
Art. 31 StG). Übersteigt dagegen die Vergütung der Arbeitgeberin die effektiv entstandenen
Unkosten, ist der übersteigende Teil Lohnbestandteil. Dies ist insbesondere bei
Pauschalspesen der Fall, welche die Arbeitgeberin dem Arbeitnehmer ausrichtet. Solche
Pauschalspesen sind im vollen Umfang den steuerbaren Einkünften zuzurechnen, sofern sie
nicht auf einem von den Veranlagungsbehörden genehmigten Spesenreglement beruhen (vgl.
E. 2.6 hiernach). Selbstverständlich steht es der steuerpflichtigen Person aber offen, diesen
Lohnbestandteil Pauschalspesen im Rahmen von Art. 26 DBG (bzw. Art. 31 StG) als
Berufskosten geltend zu machen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 53 zu Art. 17
DBG). Übernimmt die Arbeitgeberin nicht die gesamten Kosten, die der steuerpflichtigen Person
während der Arbeitszeit erwachsen sind, lässt die Steuerrekurskommission den
überschiessenden Teil der Auslagen grundsätzlich als Berufskosten zum Abzug zu, wenn die
steuerpflichtige Person die getätigten Auslagen (der Nachweis aller Auslagen wird i.d.R.
vorausgesetzt) und deren berufsmässige Begründetheit nachweist und zudem belegt, dass die
Arbeitgeberin nicht alle Auslagen entschädigt hat. Diese von der steuerpflichtigen Person selber
getragenen Auslagen werden als übrige für die Ausübung des Berufs erforderlichen Kosten
(Art. 31 Abs. 1 Bst. c StG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. c DBG) abgezogen, soweit sie nicht unter die
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speziell definierten Berufskosten von Art. 31 Abs. 1 Bst. a, b und d StG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst.
a, b und d DBG fallen. Erwachsen anlässlich eines konkreten dienstlichen Auftrags Auslagen
für die Fahrt zum auswärtigen Zielort und zurück, handelt es sich dabei regelmässig nicht um
Kosten für Fahrten zwischen
Wohn- und gewöhnlichem Arbeitsort (Art. 31 Abs. 1 Bst. a StG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. a DBG),
weshalb ein Abzug unter diesem Titel ausgeschlossen ist. Bezüglich der Auslagen für die
Verpflegung während eines solchen Auftrags gilt ähnliches. Sie können nicht unter dem Titel
notwendige Mehrkosten für Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei Schichtarbeit (Art.
31 Abs. 1 Bst. b StG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. b DBG) abgezogen werden. Dieser Abzug steht
der steuerpflichtigen Person nämlich nur für Verpflegungsmehrkosten am gewöhnlichen
Arbeitsort zu, welche dadurch entstehen, dass eine Verpflegung zu Hause unmöglich oder
unzumutbar ist (vgl. Bosshard/Mösli, Der neue Lohnausweis, Das Handbuch für die Praxis,
2007, S. 92).
2.5 Werden der steuerpflichtigen Person die Kosten für auswärtige Verpflegung vergütet, bspw. im Rahmen von Spesenentschädigungen der Arbeitgeberin für Verpflegung während der
Dienstzeit oder auf Dienstreisen, so ist kein Abzug für auswärtige Verpflegung zulässig.
Hinsichtlich Spesenentschädigung von Arbeitnehmenden werden von Unternehmen in der
Praxis oft Spesenreglemente ausgearbeitet und der Steuerbehörde zur Genehmigung
unterbreitet. An genehmigte Spesenreglemente sind die Steuerbehörden gebunden
(Leuch/Nanzer, a.a.O., N. 20 f. zu Art. 31 StG; vgl. auch Wegleitung zum Ausfüllen des
Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung, N. 54, sowie Muster-Spesenreglemente für
Unternehmen und für Non-Profit-Organisationen gemäss Kreisschreiben Nr. 25 vom 18.1.2008
der Schweizerischen Steuerkonferenz, [je abrufbar unter <http://www.steuerkonferenz.ch>]).
Sieht ein genehmigtes Spesenreglement die Vergütung von Hauptmahlzeiten (Mittag- und/oder
Nachtessen) vor, so hat die steuerpflichtige Person den Beweis zu erbringen, dass ihr
tatsächlich Verpflegungskosten angefallen sind bzw. ihr entgegen dem genehmigten Reglement
keine Spesen vergütet wurden, ansonsten kein Abzug für die Mehrkosten der beruflich
bedingten auswärtigen Verpflegung möglich ist (Leuch/Nanzer, a.a.O., N. 72 zu Art. 31 StG).
Wenn die Arbeitgeberin ihren Mitarbeitenden, die infolge ihrer Tätigkeit typischerweise oftmals
ausserhalb ihres ständigen bzw. üblichen Arbeitsorts tätig sind (z.B. Aussendienstmitarbeiter,
Lokomotivführer, Lastwagenfahrer usw.), einen Beitrag leistet, mit dem die auswärtige
Verpflegung praktisch vollständig abgedeckt ist, darf die steuerpflichtige Person in der
Steuererklärung keinen (auch keinen halben) Abzug für die Mehrkosten der beruflich bedingten
auswärtigen Verpflegung mehr geltend machen, weshalb im Lohnausweis unter "Bemerkungen"
folgender Zusatz anzubringen ist: "Mehrkosten für auswärtige Verpflegung durch Arbeitgeber
bezahlt" (vgl. Bosshard/Mösli, a.a.O., S. 101 f.).
http://www.steuerkonferenz.ch
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3. Der in C._ wohnhafte Rekurrent ist Lokomotivführer bei der E._. Sein Arbeitsort ist das Depot von D._ (vgl. Formular 6 der Steuererklärung pro 2015;
Steuerdossier, pag. 27). Von hier aus führt er die Triebfahrzeuge der E._ auf die
verschiedenen Strecken. Wenn er das Depot mit einem Triebfahrzeug verlässt, befindet er sich
an einem auswärtigen Arbeitsort, weshalb ihm die E._ die entsprechenden Unkosten
zu entschädigen hat. Als Lokomotivführer befindet er sich typischerweise regelmässig
ausserhalb des Depots bzw. seines "üblichen" Arbeitsorts. Dies wird im Spesenreglement der
E._ berücksichtigt, indem das Fahrpersonal (Lok- und Zugpersonal etc.), das eine
Arbeitsschicht von fünf und mehr Stunden zu leisten hat, eine Tagespauschale für die
Verpflegung von CHF 19.-- erhält. Ist die eingeteilte Arbeitsschicht kürzer als fünf Stunden,
reduziert sich die Pauschale auf CHF 9.50. Mit dieser Pauschale sind sämtliche
Verpflegungskosten abgegolten (Ziff. 4.2 des Spesenreglements). Bei Mitarbeitenden der
E._, die mehr als 60 % der Arbeitszeit ausserhalb ihres üblichen Arbeitsorts tätig sind
und deshalb eine Entschädigung für eine Hauptmahlzeit erhalten, wird im Lohnausweis unter
"Bemerkungen" folgender Hinweis angebracht: "Mehrkosten für auswärtige Verpflegung durch
Arbeitgeber bezahlt" (Ziff. 4.3 des Spesenreglements). Das Spesenreglement der E._
wurde vom Kanton Bern bzw. von der Steuerverwaltung am 17. September 2007 genehmigt
(vgl. E. 2.5 hiervor). Im Lohnausweis des Rekurrenten für das Jahr 2015 ist das entsprechende
Spesenreglement und der Hinweis "Mehrkosten für auswärtige Verpflegung durch Arbeitgeber
bezahlt" vermerkt (Steuerdossier, pag. 23). Der Rekurrent ist somit mehr als 60 % der
Arbeitszeit ausserhalb seines üblichen Arbeitsorts in D._ tätig. Zur administrativen
Vereinfachung erhält der Rekurrent als Lokomotivführer eine Hauptmahlzeit (Mittag- oder
Nachtessen) pro Tag in der Höhe von CHF 19.-- entschädigt, unabhängig davon, ob er sich am
üblichen oder an einem auswärtigen Arbeitsort befindet und auch unabhängig davon, ob er
mehr oder weniger als CHF 19.-- für eine Hauptmahlzeit ausgegeben hat. Damit werden die
Kosten für die auswärtige Verpflegung durch die Arbeitgeberin abgedeckt. Dies gilt auch für die
Hauptmahlzeiten, die der Rekurrent an seinem Arbeitsort (Depot D._) einnimmt. Daran
ändert nichts, dass die Rekurrenten der Ansicht sind, eine Tagespauschale von CHF 19.--
reiche nicht aus, da sich der Rekurrent für diesen Betrag am Abend, am Sonntag oder am
Flughafen F._ nicht verpflegen könne. Mit einer Tagespauschale von CHF 19.-- sind
die Kosten für ein Tagesmenü mit einem Getränk in einem einfachen Restaurant grundsätzlich
gedeckt. Hinzu kommt, dass der Rekurrent die Tagespauschale auch erhält, wenn seine
effektiven Kosten tiefer waren als die Tagespauschale (z.B. bloss Kauf eines Sandwichs). Im
Durchschnitt werden somit auch die Hauptmahlzeiten, die über CHF 19.-- gekostet haben, mit
dieser Tagespauschale abgedeckt. Entgegen der Ansicht der Rekurrenten werden mit der
erwähnten Tagespauschale zudem keine Pausenverpflegungen, sondern bloss
Hauptmahlzeiten abgegolten. Aufgrund der Tagespauschale von CHF 19.-- entstehen dem
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Rekurrenten keine selbstgetragenen berufsnotwendigen Mehrkosten im Vergleich zur
Verpflegung zu Hause, weshalb ihm kein Abzug für auswärtige Verpflegung zuzusprechen ist.
Ferner ist festzuhalten, dass die Steuerverwaltung dem Rekurrenten nicht vorschreibt, ob er für
eine Hauptmahlzeit zu seiner Frau nach Hause (C._) fahren darf oder an seinem
Arbeitsort in D._ bleiben muss. Vielmehr hat sie zu Recht bloss die Steuerfolgen des
konkreten Sachverhalts zu bestimmen. Gestützt auf das Ausgeführte ist der geltend gemachte
Abzug betreffend die Berufskosten für auswärtige Verpflegung pro 2015 von der
Steuerverwaltung zu Recht gestrichen worden, weshalb sich der Rekurs und die Beschwerde
als unbegründet erweisen und abzuweisen sind.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Rekurrenten kostenpflichtig. Sie haben die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten
oder andere externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1,
2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der
Höhe von CHF 800.-- damit den unterlegenen Rekurrenten aufzuerlegen und mit dem
geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Sind die Rekurrenten vertreten, so kann bei ganz-
oder teilweisem Obsiegen eine Parteikostenentschädigung gesprochen werden. Da die
Rekurrenten im vorliegenden Fall unterliegen und ausserdem nicht vertreten sind, werden keine
Parteikosten gesprochen (Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR
172.021]).