# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** de89ee6e-9a4e-4ae3-b941-3ca69d3c4c42
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. wurde am 24. Januar 1949 in V. geboren. Er ist verheiratet und Vater von erwachsenen Kindern. Die Ehepartner wohnen getrennt. A. hat eine Kochlehre begonnen, welche er abbrach. In der Folge betätigte er sich als Deklarateur im Zollfreilager in Z., und anschliessend machte er sich selbständig, demontierte Stahlkonstruktionen und handelte mit Altmetall. Heute bezieht A. eine IV-Rente inkl. Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 2'780.– pro Monat. Einer Arbeit geht er zurzeit nicht nach. Er wohnt alleine in einem alten Haus in W. und hat monatlich Wohnkosten von ungefähr Fr. 1'300.–. Zudem hat er vor dem Bezirksgericht Hinterrhein geltend gemacht, über Schulden von Fr. 20'000.– bis 30'000.– zu verfügen (siehe vorinstanzliches Urteil vom 19. Juli 2011). Unterstützungspflichten bestehen keine.
B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. mit vier Einträgen verzeichnet. Am 19. April 2001 erging ein Urteil des Bezirksgerichts Visp wegen Tätlichkeit und Drohung (Busse von Fr. 500.–). Am 24. November 2004 fällte das Kantonsgericht Schaffhausen ein Urteil wegen Drohung (mehrfache Begehung), Tätlichkeiten, Hinderung einer Amtshandlung, Vergehen gegen das Waffengesetz (mehrfache Begehung) und Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG; SR 812.121) sowie Übertretung desselben. A. wurde mit drei Monaten Gefängnis bestraft. Am 12. Dezember 2005 verurteilte der Kreispräsident Domleschg A. wegen Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug und Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel (mehrfache Begehung) zu Gefängnis von zwanzig Tagen, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, und zu einer Busse von Fr. 400.–. Am 1. November 2009 wurde A. schliesslich vom Kreispräsidenten X. wegen Vergehen gegen das BetmG mit einer Geldstrafe von fünfzehn Tagessätzen zu Fr. 50.–, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, und mit einer Busse von Fr. 200.– bestraft. Im Register für Administrative Massnahmen (ADMAS) ist A. mit vier Einträgen aus den Jahren 2002, 2003, 2004 und 2006 verzeichnet.
C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden gemäss Art. 352 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) vom 14. April 2011, mitgeteilt am 18. April 2011, wurde A. der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 60.–, bedingt aufgeschoben
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bei einer Probezeit von vier Jahren, und einer Busse von Fr. 400.–, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen, bestraft. Die mit Strafmandat des Kreispräsidenten X. vom 1. September 2009 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von fünfzehn Tagessätzen zu Fr. 50.– wurde nicht widerrufen, die Probezeit von drei Jahren jedoch um ein Jahr verlängert. Dem Strafbefehl liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
„Am 20. Juli 2010, um 10:40 Uhr, fuhr der Beschuldigte mit seinem Motorrad _, Kontrollschild GR_ (CH), auf der _strasse von Y. in Richtung X.. Weil er auf Gemeindegebiet Y. in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten war, wurde er Höhe Autobahnbrücke A13 von der Kantonspolizei Graubünden angehalten und kontrolliert. Im Verlauf der Kontrolle wurde er einem Atemlufttest unterzogen, welcher negativ ausfiel. Weil er wässerige Augen und weite Pupillen hatte, wurde er von den Polizeibeamten aufgefordert, sich dem Drogenschnelltest „Drugwipe“ zu unterziehen, welchen er jedoch verweigerte.“
D. Gegen diesen Strafbefehl erhob A. mit Schreiben vom 20. April 2011 Einsprache.
E. Mit Schreiben vom 20. Juni 2011, mitgeteilt am 22. Juni 2011, überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und d und Art. 356 Abs. 1 StPO ans Bezirksgericht Hinterrhein. Zudem erstellte sie am 20. Juni 2011 ihren Schlussbericht gemäss Art. 326 Abs. 2 StPO.
F. Mit Schreiben vom 4. Juli 2011 ans Bezirksgericht Hinterrhein beantragte die Rechtsvertreterin des A., C. und D. zum Ereignis vom 20. Juli 2010 als Zeugen zu befragen und das Gesprächsprotokoll zwischen E. und B. zu den Akten zu nehmen, falls dies noch nicht erfolgt sei. Mit Stellungnahme vom 7. Juli 2011 beantragte die Staatsanwaltschaft die Ablehnung der Beweisanträge. Mit Schreiben vom 11. Juli 2011 lehnte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein die Beweisanträge vom 4. Juli 2011 schliesslich ab.
G. Mit Urteil vom 19. Juli 2011, mitgeteilt am 15. November 2011, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein:
„1. Die mit Eingabe vom 4. Juli 2011 gestellten und an der Hauptverhandlung erneuerten Beweisanträge von A. (Antrag auf Befragung von C. sowie D. zum Ereignis vom 20. Juli 2010 als Zeugen sowie Antrag, das Gesprächsprotokoll zwischen E. und B. zu den Akten zu nehmen) werden abgewiesen.
2. A. ist schuldig der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG.
3. a) Dafür wird A. mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 60.00 bestraft.
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b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben.
4 a) Zudem wird A. mit einer Buss von CHF 300.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 4 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
5. Die mit Strafmandat des Kreispräsidenten X. vom 1. September 2009 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 50.00 wird nicht widerrufen. Hingegen wird die Probezeit von 3 Jahren um 1 Jahr verlängert.
6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'350.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'350.00, Gerichtsgebühren CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von A..
b) A. schuldet dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich:
Busse CHF 300.00
Verfahrenskosten CHF 3'350.00
Total CHF 3'650.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations