# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 29d016ef-7ecf-4076-94a1-c8056118153b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
besuchte in der
Y._
während fünf Jahren die Primarschule.
I
m September 1987
reiste er
in die Schweiz ein und war
darauf
bis 1997 als
Hilfsarbeiter in der Metzgerei der
Z._
tätig
, wo er im Kühlraum mit der Fleischverarbeitung betraut war (
Urk.
12/71/10)
. Anschliessend
bezog er bis Ende März 1999 Arbeitslosenentschädigung. Danach war er
mit
Unter
brüchen
bei wechselnden
Arbeitgebern für jeweils einige Monate
angestellt. Seit
Anfang
200
2
ist
e
r nicht mehr erwerbstätig (Urk.
12/3/4, 12/6, 12/7 und 12/9).
A
m 20. Januar 2003
meldete sich der Versicherte
bei der Sozialver
sicherungs
-
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 12/3)
. Diese klärte die erwerblichen (vgl. Urk. 12/6
und
12/7) und medizinischen
(vgl. Urk. 12/11
und 12/14
) Verhältnisse ab
und verneinte mit Verfügung vom 5. Mai 2003 einen Rentenanspruch, da das Warteja
hr noch nicht erfüllt war (Urk.
12/16)
.
Am
4. November 2003
meldete
die Sozialberatung der Stadt Winterthur den
Versicherte
n unter Beilage eines Schreibens seines Hausarztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
, vom 29. Oktober 2003 (Urk.
12/18)
erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/19
).
Mit Verfügung 12.
Januar 2004 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten –
ausgehend
von
einer 100%igen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit wegen einer
chronifizierten
depres
siven Entwicklung, aktuell schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und ausgeprägter Agitiertheit (ICD-10: F32.2), und
einem
Invalidi
tätsgrad
von 100
%
(vgl.
Urk.
12/28 und 1
2/31) –
ab dem 1.
November 2003 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
12/34).
Der Rentenanspruch wurde wiederholt von Amtes wegen überprüft und anschlies
send bestätigt,
da keine invaliditätsrelevanten Änderungen festgestellt worden waren,
letztmals mit schriftlicher Mitteilung vom
30. März 2011
(vgl.
Urk.
12/44, 12/50 und 12/57).
Die IV-Stelle leitete
im März 2013
eine weitere Rentenüberprüfung ein, indem sie dem Versicherten den Fragebogen zur Revi
s
ion der Invalidenrente zusandte. Er retournierte
denselben
am 21. März 2013 ausgefüllt und mit den Angaben von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, versehen (
Urk.
12/60). Die IV-Stelle holte darauf einen Bericht von
Dr.
B._
vom 21. April 2013 ein (
Urk.
12/63). Anschliessend gab sie ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
12/64), das am 19. Dezember 2013 von
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie,
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Rheumatologie,
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
und Prof.
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Neurologie,
von der
H._
erstattet wurde (
Urk.
12/71).
Mit
Vorbe
scheid vom
3. Februar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 12/74 und 12/75
). Dagegen liess
er
Einwand erheben (Urk. 12/77), der in
der Folge ergänzend begründet wurde (Urk. 12/85). Überdies wurde eine Stel
lungnahme von
Dr.
B._
vom 21.
Mai 2014 zu den Akten gegeben (
Urk.
12/84). Am 30. Juni 2014 wurden eine weitere Eingabe vom 30. Juni 2014 (
Urk.
12/88) und ein Bericht des medizinischen Zentrums
I._
vom 16. Juni 2014 (
Urk.
12/67) eingereicht. Die IV-Stelle tätigte darauf eine Rückfrage an die Gutachter (
Urk.
12/89), welche Prof.
Dr.
G._
von der
H._
am 11. März 2015 beant
wortete (
Urk.
12/92). Hierzu nahm die Rechtsvertreterin des Versicherten a
m
10. April 2015 Stellung (Urk.
12/96) und reichte einen weiteren Bericht des medizi
ni
schen Zentrums
I._
vom 7.
April 2015
(
Urk.
12/95
)
und
eine Kopie des Artikels „Abklärungstiefe psychiatrischer Gutachten“
aus der Zeitschrift „
InFo
NEUROLOGIE & PSYCHIATRIE“
ein (vgl. Urk.
12/95
/3-7
).
Am 15. Juni 2015 wurde eine von sämtlichen Gutachtern unterzeichnete Stellungnahme zu den Akten gegeben (
Urk.
12/97).
Mit Verfügung vom 2
0
. Juli
2015 hob die IV-Stelle wie angekündigt die ganze Invalidenrente auf Ende des der Zustel
lung der Verfügung folgen
den Monats auf (Urk. 2 =
12
/
99
). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S. 3).
2.
Gegen die Verfügung vom
2
0
. Juli
2015 liess
der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanw
ältin Stephanie Schwarz
, mit Eingabe vom
11
.
Septem
ber 201
5
(Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die ang
efochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und
es sei ihm weiterhin die bisherige Invalidenrente
auszurichten
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). Ferner wurde um
die Anordnung eines
zweiten Schriftenwechsel
s
, eine
psychiatrische Oberbegutachtung
und
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
ersucht (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am
12
.
Novem
ber 2015 auf Abw
eisung der Beschwerde (Urk. 11
). Mit Verfü
gung vom 19
.
Novemb
er 2015 wurde
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt
und Rechtsanwältin Stephanie Schwarz als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt. Überdies wurde
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
Frist zur Einreichun
g einer Replik angesetzt (Urk. 13
).
Die Frist wurde mehrfach erstreckt (vgl.
Urk.
15 und 16) und die Replik am 10. März 2016 erstattet (Urk. 17).
Mit derselben wurde ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie
und Psychotherapie
, vom 18. Februar 2016 (
Urk.
18/1) eingereicht. Fer
ner wurde darum ersucht, die Kosten für dieses Gutachten der
B
e
schwerdegeg
nerin
aufzuerlegen (
Urk.
17 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin reichte am 1. April 2016
ihre Duplik ein (
Urk.
22). Davon wurde der Gege
npartei mit Verfügung vom
4
.
April 2016 Kenntnis gegeben (Urk.
2
3
).
Am 8. April 2016 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ihre
Aufwandszusammen
stellung
ein (
Urk.
24 und 25).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften
und die im
Beschwerde
verfahren
neu eingereichten Unterlagen (
Urk.
18/1-4)
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rent
enbezügerin oder eines
Rentenbe
zü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede
wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustan
des, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invalidenversicherung, I
VV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV)
, ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichs
zeit
punkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
In der angefochtenen Verfügung vertrat die Beschwerdegegnerin die Auffas
sung,
zur Ermittlung des massgeblichen medizinischen Sachverhalts
sei
auf das polydisziplinäre Gutachten
der
H._
vom
19. Dezember 2013 abzustellen
. Demnach
hätten
sich der psychische Gesundheitszustand
und die Arbeitsfähig
keit
des
Beschwerdeführe
rs verbessert
.
Die zuletzt ausgeübte und andere
behin
derungsangepasste
Tätigkeiten seien ihm zu 100
%
zumutbar. Die
Beschwerde
gegnerin
ermittelte einen Invaliditätsgrad von 0
%
, der keinen Rentenanspruch mehr zu begründen vermöge (
Urk.
2).
Im Beschwerdeverfahren
hielt die Beschwerdegegnerin daran fest, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei und kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr bestehe (
Urk.
11
und 22
).
Demgegenüber lässt
der Beschwerdeführer
den Standpunkt vertreten,
sein Gesund
heitszustand sei unverändert
und
er
habe
weiterhin Anspruch auf
eine
ganze
Invalidenrente.
Auf das psych
iatrische Teilgutachten von Dr.
F._
könne nicht abgestellt werden
(Urk. 1
und 17
).
3.
3.1
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom 30. März 2011 abgeschlossen, mit der keine rentenrelevanten Änderungen
und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente fest
ge
stellt wurden (Urk. 12/57). Sie stützte sich in medizinischer Hinsicht auf
den
Bericht von
Dr.
B._
vom 20. März 2011
(
Urk.
12/55;
vgl. das
Feststellungs
blatt
für
den B
eschluss vom
30
.
März 2011
,
Urk.
12
/
56
). Darin wurden eine
emo
tional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus (ICD-10: F60.30) seit der Jugend und eine rezidivierende depressive Störung, zum Teil mit psycho
tischer Symptomatik (ICD-10: F33)
,
seit ca. 2000
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgehalten
(Urk.
12
/
55
/
1
). Überdies wurde
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter bestätigt (
Urk.
12/55/2)
.
Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei nicht zu rechnen (Urk. 12/55/3). Bereits in seinem letzten Bericht hatte
Dr.
B._
ausgeführt, der Versicherte könne in keinem Arbeitsverhältnis tätig sein, da er schon im Alltag überfordert sei (vgl.
Urk.
12/48/2 und 12/48/5).
Nebst den medizinischen
wurden
auch
die aktuellen erwerblichen Verhältnisse abgeklärt (Urk. 12/53). Dies genügt, um die Mitteilung vom
30. März 2011
–
anstatt wie
in der Beschwerdeschrift behaup
tetet die rentenzusprechende Verfügung vom 12. Januar 2004 (
Urk.
1 S. 6) –
als zeitliche Vergleichsbasis heranzuziehen für die Prüfung der Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
20. Juli
2015
eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist.
3.2
Zur Entwicklung der medizinischen Verhältnisse lässt sich den Akten entneh
men, dass
Dr.
B._
in einem weiteren Bericht
vom 21. April 2013 (Urk.
12/62) die im
letzten
Bericht vom 20. März 2011 aufgeführten Diagnosen
bestätigte
und eine gleichlautende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vor
nahm. Er gab an,
es
finde etwa monatlich eine Konsultation statt und der Versicherte erhalte
Sertra
lin
,
Deanxit
und in Reserve
Stilnox
CR.
Anamnestisch vermerkte
Dr.
B._
einen unveränderten Verlauf seit 2011. Der Versicherte sei mit der Ehe und dem Alltag überfordert. Er habe inzwischen gegen seinen Willen ein zweites Kind, eine Tochter, erhalten. Es sei ihm nicht gelungen, seine Ehefrau zu einer Interruptio zu zwingen. Nun versuche er, sich mit der Situation zu arrangieren, was ih
m schlecht zu gel
ingen scheine
(Urk.
12/62/2)
.
Zum ärztlichen Befund hielt
Dr.
B._
fest, der Versicherte sei wach und
bewusst
seinsklar
und ha
be keine Orientierungsstörung. Er
klage über starke Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Das Denken sei formal eingeengt auf Geschehnisse aus der Vergangenheit, er sei kaum davon abzubringen. Es gebe keine Zwänge, aber multiple Ängste und kaum z
u bewältigende Aggressionen. Der Versicherte
komme aus nichtigen Gründen, teilweise aber auch aus wie Intrusionen wirkenden Erinnerungen an die Vergangenheit
,
in Spannungszu
stände
. Es gebe keine psychotischen Symptome im Sinne von Wahn, Halluzina
tionen oder Ich-Störungen. Affektiv sei der Versicherte
dysphorisch
und gereizt, teilweise deprimiert und verzweifelt. Er sei impulsiv und in Beziehungen auch gewaltbereit und gewalttätig. Es gebe keine Antriebsstörung, aber eine Schlaf
störung mit nächtlichen Angstattacken. Suizidalität sei keine vorhanden (
Urk.
12/62/2).
3.3
Das von der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation eingeholte
polydisziplinäre
Gutachten
vom 19. Dezember 2013
(Urk.
12
/
71
) nennt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk.
12/71/27
):
-
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30), differentialdiagnostisch posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1).
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien der Verdacht auf eine arteri
elle Hypertonie,
differentialdiagnostisch
situativ bedingte Hypertonie, die
Niko
tinbelastung
von über 50 Packungsjahren ohne aktuelle Hinweise auf eine strukturelle Lung
enerkrankung und die Migräne, differentialdiagnostisch
antei
liger Analgetika-Kopfschmerz bei Schmerzmittelfehlgebrauch, der Benzodia
zepin- und Analgetika-Fehlgebrauch, die
leich
t
gradige
Insertionstendo
pathie
des
Musculus
trapezius
am
Processus
dorsalis
HWK7 bei
leichtgradiger
Hal
tungsinsuffizienz
des Schultergürtels und die
leichtgradige
myogene
Schmerz
-
symptomatik
des
Musculus
tensor
fasciae
latae
bei
leichtgradig
asym
metrischer Hüftgelenksbeweglichkeit (negatives
Impingement
/
k
ein Anhalt für Dysplasie).
Die sich aus den psychopathologischen Einschränkungen ergebenden Leistungs
minderungen beträfen hauptsächlich die soziale Kompetenz und das
Sozialver
hal
ten
(Imp
ulsivität, Aggressivität). Namhafte weitere Einschränkung
en der Arbeitsfähigkeit könnten nicht
daraus
abgeleitet werden
. Eine zielgerichtete Behandlung der Auffälligkeiten sei den vorliegenden Behandlungsberichten nicht zu entnehmen
(
Urk.
12/71/25)
.
In
einer einfach strukturierten Tätigkeit
sei
der Versicherte zehn Jahre erfolg
reich
tätig gewesen und es bestünden keine Anhaltspunkte, weshalb dies jetzt
nicht wieder möglich sein sollte. In Tätigkeiten ohne höhere Anforderungen an die soziale Kompetenz sei per sofort von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
aus
zugehen. Tendenzen zu einem impulsiven oder aggressiven Verhalten seien durch eine dem Versicherten medizinisch gut zumutbare Willensanstrengung zu überwinden bzw. zu kontrollieren.
Er sei
in der gesamten mehrstündigen Untersuchungssituation stets in der Lage gewesen, sich sozial adäquat und angemessen
zu verhalten
, auch bei teils konfrontativem Vorgehen des Unter
suchers. In der zuletzt ausgeübten
und
jed
er vergleichbaren Tätigkeit oder auch
in
einer anderen, einfach strukturierten und keine höheren sozialen Kompetenz
anforderungen implizierenden
Tätigkeit
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
12/71/26).
Eine namhafte Depressivität oder eine gravierende affektive Instabilität, wie aktenkundig bislang attestiert, seien angesichts der aktuell erhobenen Befunde nicht mehr evident, insofern sei von einer Besserung auszugehen (Urk. 12/71/29).
3.4
In seiner Stellungnahme zum Gutachten vom 21. Mai 2014 (
Urk.
12/84) erklärte
Dr.
B._
, er stimme bezüglich der Diagnosen mit dem Gutachten überein. Er sehe primär eine Persönlichkeitsstörung und sekundär jeweils unterschiedlich starke depressive Zustände, aktuell höchstens
leichtgradig
. Für eine posttrau
matische Belastungsstörung fehlten nach seiner Ansicht klare Anzeichen
(
Urk.
12/84/1)
.
Hinsichtlich der
Auswirkung der durch die Persönlichkeitsstörung bedingten Symptomatik auf die alltäglichen Lebensvollzüge und die Fähigkeit, einer gere
gelten Arbeit nachzugehen
und
eine Therapie durchzuführen, stimme er mit dem Gutachten nicht in allen Punkten überein. Erstens sei es nicht so, dass die Arbeitstätigkeit in der Jugend
und im jungen Erwachsenenalter
beweise, dass de
r
Versicherte
auch jetzt
wieder
arbeiten könne.
D
urch
Persönlichkeitsstörun
gen
verursachte
Symptomatiken
schwankten durchaus stark,
sie könnten je nach Lebensumständen
besser kompensiert sein oder wieder mehr
dekompen
sieren
. Der Versicherte befinde sich nicht in einer kompensierten Phase. Durch die Eheschwierigkeiten und die Überforderung mit den Kindern sei er in den letzten Jahren aufgrund der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung immer wieder an Grenzen gestossen,
er
sei schon mit dem normalen Alltag überfordert
(
Urk.
12/84/1)
.
Zweitens sei es nicht richtig, dass nie eine zielgerichtete Therapie stattgefunden habe.
Dr.
B._
selbst habe versucht, den Versicherten mit kognitiven und
ver
haltensorientierten
Methoden in wöchentlichen Abständen zu behandeln (ana
log zu DBT, angepasst zur Problematik). Es habe sich aber gezeigt, dass der
Versicherte aufgrund intellektueller und emotionaler Defizite (Verwahrlosung in der Kindheit, fehlende Schulbildung, längere Zeit schwierige Lebensumstände, nicht zuletzt auch sprachliche Inkompetenz) gar nicht in der Lage sei, eine solche Therapie gewinnbringend
zu absolvieren
. Dass er gegenüber dem Gut
achter nicht über diese Versuche zu berichten gewusst habe, bestätige nur, dass er in keiner Weise verstanden habe, worum es gegangen sei
(
Urk.
12/84/1 f.)
.
Drittens seien im Gutachten die ausgeprägten Mängel an Ressourcen zu wenig gewertet worden. Der Versicherte sei aufgrund der bestehenden Persönlichkeits
-
störung intellektuell wie auch zwischenmenschlich in
Beziehungs
situationen
sehr rasch überfordert und reagiere dann mit Aggressionen oder depressivem Rückzug. Dies erlebe man in einer Begutachtungssituation natür
lich nicht, was nicht beweise, dass der Alltag des Versicherten nicht dadurch geprägt sein könne
(
Urk.
12/84/2)
.
Dr.
B._
habe mehrfach Situationen erlebt, in welchen der Versicherte nicht mehr weiter gewusst habe und tatsächlich sehr aggressiv geworden sei. Einmal habe ihn
die
Ehefrau
des Versicherten
mit schweren Würgespuren aufgesucht oder er habe erlebt, was geschehe, wenn der Versicherte mit seinen Kindern überfordert sei. Aus solchen Situationen sei zu erkennen, wie rasch der Ver
sicherte an seine Grenzen stosse
,
und er frage sich, ob der Versicherte so einem Arbeitsteam oder einem Arbeitgeber zugemutet werden könne
(Urk.
12/84/2)
.
Wenn es aus versicherungsmedizinischer Sicht tatsächlich zutreffen sollte, dass der Versicherte zumindest teilweise arbeitsfähig
sei
, so wäre es sicher notwen
dig, ihn hinsichtlich der geringen Ressourcen aufzubauen und zu trainieren. Mit einer angepassten Reintegration und einer Begleitung an einem mö
glichen Arbeitsplatz ersch
ei
ne
die Aussicht auf eine tatsächlich stattfindende
Arbeitstä
tigkeit
deutlich höher
(
Urk.
12/84/2)
.
3.5
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für P
sychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
phil.
L._
, klinischer Psychologe und Supervisor, vom Medizinischen Zentrum
I._
nahmen am 16. Juni 2014 zum psychiatrischen
Teilgutach
ten
von
Dr.
F._
Stellung (
Urk.
12/87). Demnach treffe es nicht zu, dass der Versicherte wie im Gutachten ausgeführt fünf Brüder habe; er habe
lediglich
vier.
Zudem seien die Beschwerden oberflächlich aufgenommen worden. Die Feststellung, eine zielgerichtete Behandlung sei nicht nachvollziehbar
,
stelle nicht nur die fachlichen Qualifikationen des behandelnden Psychiaters in Frage, sondern stehe auch zu den Berichten des Versicher
ten in Widerspruch. Die rich
tigen Diagnosen lauteten wie folgt (Urk. 12/87/2):
1. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2)
2.
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ (ICD-10: F60.30)
3. V.a. Organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F07.0)
4.
St.n
. Konflikten mit dem Gesetz (ICD-10: Z65.1)
5. Störung durch Tabak (ICD-10: F17.2)
6.
St.n
. Suizidversuchen 1999 (ICD-10: X61).
An eine Arbeitsfähigkeit sei nicht zu denken. Der Versicherte sei nicht nur, wie behauptet, in anspruchsvollen sozialen Situationen eingeschränkt, sondern bei jeglichem sozialen Kontakt oder in jedem geordneten Betri
eb. Bei geringsten Anforderungen,
Kritik und Ängsten, erleide er sofort einen vollständigen
Kon
trollverlust
. Er sei daher auch für angepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfä
hig (
Urk.
12/87/3).
3.6
Zu den beiden Stellungnahmen
bemerkte
Prof.
Dr.
med.
G._
am 11. M
ärz 2015
(
Urk.
12/92)
, sie enthielten keinen AMDP-konformen klinischen Befund und seien bereits aus diesem Grund ungeeignet, zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen.
Dr.
B._
habe die Diagnose der Gutachter bestätigt und argumentiert, die Auswir
kungen der Persönlichkeitsstörung könnten schwanken, eine zielgerich
tete Therapie habe er zwar versucht, die Limitationen des Versicherten hätten sie jedoch nicht erfolgreich sein lassen und der Mangel an Ressourcen wirke sich begrenzend aus. Die Argumentation sei aus Sicht der Gutachter nicht schlüssig, da der ihnen
vorliegende klinische
Befund gegen eine gravierende Beeinträchtigung spreche (und
Dr.
B._
mangels eines eigenen Befund
s
hier bestenfalls eine spekulative Einschätzung formuliere). Versicherungsmedizinisch vorrangig sei nicht der Versuch, sondern die grundsätzliche (und hier angesichts des erhobenen Befunds zweifelsfrei gegebene) Zumutbarkeit zu prüfen. Der erhobene Befund und die An
amnese deuteten nämlich auf aus
reichende Res
sourcen zu einer Therapie und ebenso zu einer Arbeitstätigkeit hin.
Die
im Schreiben
von
Dr.
K._
und
Dr.
L._
gestellte Diagnose der schwer
-
gra
digen Depression widerspreche der Einlassung seitens
Dr.
B._
und sei zudem aus dem gutach
t
erlich erhobenen Befund nicht ableitbar. Die ICD-10 Kriterien einer depressiven Episode seien vielmehr nicht mehr erfüllt. Hier werde also mit einer
,
zudem ohne einen eigenen AMDP-konform erhobenen
Befund, behaupteten Diagnose argumentiert. Die weiteren Einlassungen zu angeblichen Unzulänglichkeiten in den Anamnesen der Gutachter seien irreführend, neben
sächlich und falsch. Richtig sei, dass die Beschwerden und weiteren anamnes
tischen Daten ausführlich erhoben und wie vom Versicherten angegeben doku
mentiert worden seien. Die tatsächlich
e
Zahl der Geschwister sei dabei ohne Relevanz und möge hinsichtlich der dokumentierten Angaben ebenso gut einer Ungenauigkeit seitens
des Befragten geschuldet sein.
Allenfalls könnte man die diskutierten Stellungnahmen zum Anlass nehmen, die Ärzte und den sich äussernden Psychologen zu bitten, ihre gesamte Doku
mentation zu einer nochmaligen Prüfung durch die Gutachter zur Verfügung zu stellen. Nach dem aktuellen Stand der Informationen ergebe sich keine Notwen
digkeit zu einer Änderung der vorliegenden gutachterlichen Bewertung und Beantwortung der Gutachterfragen.
3.7
Dr.
K._
und
Dr.
L._
bekundeten am 7. April 2015 ihr Unverständnis dar
über, dass sich Prof.
Dr.
G._
und nicht die Gutachter persönlich zur geübten Kritik geäussert
habe
. Die gestellten Diagnosen hätten sie in einem früheren Arztbericht vom 31. März 2014 ausführlich begründet. Dieselben basierten auf eigenen Befundaufnahmen, die sie anlässlich 12 durchgeführter Sitzungen erhoben hätten (
Urk.
12/95/1).
3.8
Am 15. Juni 2015 unterzeichneten sämtliche Gutachter eine Stellungnahme, welche mit derjenigen von Prof.
Dr.
G._
vom 11. März 2015 inhaltlich identisch ist (
Urk.
12
/97).
3.9
In seinem Gutachten vom 18. Februar 2016 (
Urk.
18/1) diagnostizierte
Dr.
J._
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30) und eine
chronifizierte
depressive Entwicklung, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt (ICD-10: F32.1). Aktuell sei der Versicherte zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
18/1 S. 9 und 11).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob auf das polydisziplinäre Gutachten vom
19. Dezember 2013
(
Urk.
12/71), insbesondere das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
F._
,
abgestellt werden kann (vgl.
Urk.
1, 2
, 11, 17
und
22
).
4.2
Das zur Diskussion stehende polydisziplinäre Gutachten
basiert auf
den fachärzt
lichen Untersuchungen des Beschwerdeführers am 1. und 3. Oktober 2013
(Urk. 12/71/2). Es
wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstellt (Urk. 12/71/1). Die gestellten Frage
n beantwortet es umfassend. Überdies setzt es sich detailliert mit anderslau
tenden Beurteilungen, namentlich derjenigen von
Dr.
B._
, auseinander.
4.
3
Gegen das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
F._
wurde von Seiten des Beschwerdeführers eingewandt, es mangle ihm an einer genügenden
Abklä
rungstiefe
. So habe nur eine sehr kurze Untersuchung von etwa 30 Minuten stattgefunden, ohne eine testpsychologische Abklärung und Mini-ICF
-APP
. Bei Persönlichkeitsstörungen seien gemäss den medizinischen Leitlinien für eine Begutachtung mehrfache psychiatrische Explorationen angezeigt. Eine vertiefte
Exploration von realen Lebenssituationen, die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte und das Verstehen von verschiedenen Lebens
situationen und
darin
gezeigte
n
Verhaltensweisen verlangten in der Regel nach mehr Zeit (
Urk.
1 S. 7 f.
mit Hinweis auf Urk.
12/95/3-7).
Hierzu ist generell festzuhalten, dass ein Gutachter einen Exploranden in der Regel nur für eine beschränkte Zeit sieht. Aus der Anzahl und der Dauer der geführten Gespräche lassen sich keine Rückschlüsse auf die Wertigkei
t eines Gutachtens ziehen
; vielmehr ist dessen Inhalt und Schlüssigkeit entscheidend (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_726/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.1 mit Hinweisen).
Daran vermag auch
der
von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eingereichte
Fachzeitschriftenartikel
(Urk. 12/95/3-7)
nichts zu ändern,
in welchem dessen Autoren unter anderem die Auffassung
vertraten
, bei einer zu oberflächlichen beziehungsweise zu kurzen Untersuchung müsse mit einer höheren Fehlerwahrscheinlichkeit gerechnet werden
.
Eine umfassende mehrstündige psychiatrische Untersuchung sollte möglichst auf zwei oder mehrere Termine verteilt werden und stelle häufig eine Voraussetzung für die Erstellung eines qualitativ hochwertigen psychiatrischen Gutachtens dar (Urk. 12/95/6).
Aus den
Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP)
vom Februar 2012 (im Folgenden: Qualitätsleitlinien)
geht ebenfalls nicht hervor
,
dass bei bestimmten Leiden
,
wie zum Beispiel
Per
sönlichkeitsstörungen
,
mehrere Untersuchungen
zwingend
erforderlich
oder
regelmässig
geboten
sind (vgl. die Qualitätsleitlinien, insbesondere S. 12 f.).
Ins
besondere
ist
zu bemerken, dass
die
seit der Jugend besteh
ende
emotional instabile
Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30)
nicht nur
früh als Verdachtsdiagnose geäussert (
Urk.
12/11/8 und 12/14/4)
, sondern
bald darauf als Diagnose gestellt
wurde
(Urk.
12/42/1, 12/47/6, 1/48/2, 12/54/5, 12/55/1 und 12/62/1
).
Über
das
Zutreffen
der erwähnten Diagnose
waren sich sämtliche Fachärzte – darunter auch
Dr.
F._
(
Urk.
12/71/24
) – stets einig
. Ein besonderer Abklärungsbedarf bestand diesbezüglich somit nicht.
Einen krankheitswertigen Befund oder das Fehlen eines solchen kann ein erfahre
ner Diagnostiker
zudem
ohne
Weiteres
auch nach einem einmaligen Gespräch feststellen. Eine Mindestdauer ist bei einem solchen nicht zwingend einzuhalten. Den Ausführungen von Dr.
F._
lässt sich
entnehmen, dass der Beschwerdeführer seine aktuellen Beschwerden und deren Behandlung, seine sozialen Verhältnisse, seinen Tagesablauf etc. eingehend schil
derte. Es fand eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung statt (vgl. Urk.
12
/
71/17-23
).
Unter diesen Umständen kann offen bleiben, wie lange die fragliche Exploration tatsächlich gedauert hat, da Dr.
F._
in diesem Punkt kein Versäumnis vorzu
werfen ist.
Testpsychologische Zusatzuntersuchungen sind lediglich bei begründeter Indik
a
tion vorzunehmen (vgl. die Qualitätsleitlinien S. 8).
Ob der Gutachter psy
chologische Tests durchführen will, liegt in seinem Ermessen. Es
kann
ihnen
rechtsprechungsgemäss generell nur
eine
ergänzende Funktion
zukommen
, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung,
Symptomer
fas
sung
und Verhaltensbeobachtung ausschlaggebend bleibt
(vgl.
das Urteil des Bundesgerichts 9C_276/2016 vom 19. August 2016 E. 3.2 mit Hinweisen).
Vor
liegend ist der Verzicht auf testpsychologische Abklärungen in keiner Weise zu beanstanden.
Solche wären ohnehin nicht weiterführend gewesen, da w
eder vor der
Rentenzusprache
noch im Rahmen der diversen Rentenüberprüfungen
test
psychologische
Befunde erhoben worden
waren, womit es auch
an ei
ner taug
lichen Vergleichsbasis zur Feststellung allfälliger Veränderungen fehlte (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_725/2013 vom 29. Januar 2014 E. 4.3 mit Hin
weis).
Das Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei psychi
schen Erkrankungen (Mini-ICF-APP) ist ein Kurzinstrument zur
Fremdbeurtei
lung
von Aktivitätsstörungen bei psychischen Erkrankungen in Anlehnung an die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit [ICF] der Weltgesundheitsorganisation. Für welche Beschwerdebilder es nutzbringenden Aufschluss bringen kann,
wurde vom Bundegericht bisher
offen gelassen
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2014 vom 28. Okto
ber 2014 E. 4.3.3).
Der Verzicht auf ein Mini-ICF-APP
allein
vermag die Wer
tigkeit eines psychiatrischen Gutachtens nicht in Frage zu stellen
.
Aus den Ausführungen von
Dr.
F._
geht
zudem
hinreichend hervor, inwiefern der Beschwerdeführer durch seine Persönlichkeitsstörung beeinträchtigt ist und in welchen Bereichen keine Einschränkungen bestehen. Namentlich sind weder kognitive oder
mnestische
Einschränkungen noch
eine intellektuelle
Leistungs
min
derung
vorhanden
, während seine soziale Kompetenz aufgrund der Impulsi
vität und Aggressivität beeinträchtigt ist (
Urk.
12/71/25).
Bereits an dieser Stelle ist ferner zu bemerken, dass das Privatgutachten von
Dr.
J._
vom 18. Februar 2016 zwar ein Mini-ICF-APP Rating enthält, gemäss welchem in den meisten Bereichen mittelschwere bis schwere Beein
trächtigungen bestehen (
Urk.
18/1 S. 7).
Diesbezüglich fällt
jedoch
auf, dass
–
unter anderem
–
die Fähigkeit zur Anpassung
an
Regeln und Routinen schwer eingeschränkt sein soll (
Urk.
18/1 S. 7). Dieser Bereich beurteilt die Fähigkeit
des Probanden, sich an Regeln zu halten, Termine verabredungsgemäss wahr
zunehmen und sich in Organisationsabläufe einzufügen. Dies betrifft zum Bei
spiel die Erfüllung von alltäglichen Routineabläufen, das Einhalten von Verab
redungen und pünktliches Erscheinen. Unter Berücksichtigung dessen, dass der Beschwerdeführer zu allen drei anberaumten Untersuchungsgesprächen bei
Dr.
J._
pünk
t
lich
erschienen war (Urk.
18/1 S. 2 und 6)
und auch sonst keine entsprechenden Einschränkungen von
Dr.
J._
beschrieben wurden, erscheint das betreffende Ergebnis zumindest als diskussionsbedürftig, wenn nicht gar als
fraglich. Entsprechende Erläuterungen sind dem Gutachten von
Dr.
J._
nicht zu entnehmen. Ein Erkenntnisgewinn durch diese zusätzliche Abklärung ist damit nicht ersichtlich.
4.4
Des Weiteren wurde vorgebracht,
das
psychiatrische
Teilgutachten von
Dr.
F._
enthalte keine
genügende Auseinandersetzung mit der Situation im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
. D
ie Formulierungen zum Krankheitsverlauf zeugten von mangelnder Aktenkenntnis und Anamneseerhebung. So fehle eine vertiefte Abklärung zum Thema des Tötungsdeliktes völlig, obwohl aus den Akten die seit Jahren zunehmende Persönlichkeitsstörung mit
Aggressions
problematik
bereits vor Zusprechung der Rente thematisiert worden sei
(
Urk.
1 S. 9)
.
Vorab ist zu bemerken, dass
der Gutachtensauftrag lautete, die aktuellen Verhält
nisse und allenfalls seit der letzten Rentenrevision eingetretene Verän
derungen festzustellen (
Urk.
12/63).
Insofern kommt der Situation
bis zum Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 12. Januar 2004
lediglich eine untergeordnete Bedeutung zu. Dennoch
erhob und berücksichtigte
Dr.
F._
korrekt und ausreichend
nicht nur die
psychiatrische Vorgeschichte
, welche 1996 mit der Entwicklung der Depression
bego
nn
en hatte (
Urk.
12/11/3, 12/11/7
und 12/11/8
), sondern auch eine umfassende Sozialanamnese (Urk.
12/71/19-21). Dazu gehörte
n
auch
die Schilderungen des Beschwerde
führers, wonach er im Jahr 2003 zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt, aber bereits nach sechs Monaten wieder entlassen wurde. Er habe
damals seine Schwägerin mit einem anderen Mann gesehen, was ihn an seine Mutter erinnert habe. Er habe gedacht, er müsse sie töten und mit der Pistole auf sie geschossen (
Urk.
12/71/21). Ferner hatte der Beschwerdeführer bei der internistischen Untersuchung ausgeführt, er sei im Jahr 2003 ins Gefängnis gekommen, da er auf seinen Bruder und dessen Ehefrau geschossen habe. Er habe die Ehefrau seines Bruders zuvor mit e
inem anderen Mann ertappt (Urk.
12/71/5). Inwiefern eine vertiefte Abklärung der fraglichen Ereignisse
, welche – soweit aus den Akten ersichtlich – nicht tödlich endeten
(vgl. Urk. 18/1 S. 9)
,
für die Beurtei
lung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers im hier interes
sierenden Zeitraum vom 30. März 2011
bis zum 20. Juli 2015 bzw. 20.
März 2015 (vgl. Art.
88a
Abs.
2 IVV
) relevant sein soll, wurde weder dargelegt noch ist dies sonst ersichtlich.
Es wird daher zu Unrecht beanstandet, dass
Dr.
F._
diesbezüglich keine weiteren Abklärungen getroffen hat.
Was den Krankheitsverlauf anbelangt, erklärte der
Beschwerdeführer
selbst
gegen
über
Dr.
F._
, es gehe ihm eigentlich immer gleich. Es gebe kaum Schwankungen im Befinden
(
Urk.
12/71/19)
. Der von
Dr.
F._
darauf gezogene Schluss, ein
phasischer
Verlauf lasse sich nicht explorieren, steht
somit
im Ein
klang mit den Angaben des Bes
chwerdeführers (
Urk.
12/71/19)
.
Ebenso wenig ist
bei der vorhandenen Aktenlage
zu beanstanden, dass
Dr.
F._
aufgrund der Anamnese und de
r
v
orliegenden Behandlungsberichte bezüglich der beschrie
benen Persönlichkeitsstörung
zum Schluss gelangte, es scheine sich um ein durchgehendes und überdauerndes Störungsbild zu handeln, da sich ein
phasenhafter
Verlauf nicht abgrenzen lasse
(
Urk.
12/71/24)
.
Es
deckt sich
auch
mit der Aktenlage, dass
Dr.
F._
andererseits eine etwa um das Jahr 2000 ein
getretene
gesundheitliche
Verschlechterung als nachvollziehbar erachtete,
musste dem Beschwerdeführer doch im März 2000 wegen der damals vorhande
nen Depressivität der Eintritt in die psychiatrische Klinik
M._
empfohlen werden (
Urk.
12/11/6-7)
.
4.5
Schliesslich
wurde moniert, es fehle an nachvollziehbaren Befunden und Untersu
chungsergebnissen, die eine neu
e verbesserte Situation beschrie
ben oder die gutachterlich angenommene Verbesserung des Gesundheitszustandes beleg
t
en und zeig
t
en, dass sich die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit substan
tiell verändert
hätten
(
Urk.
1 S. 9).
Dem ist entgegenzuhalten, dass der von
Dr.
F._
erhobene psychiatrische Befund (vgl.
Urk.
12/71/21-22) lediglich noch die Diagnose der bekannten
Per
sönlichkeitsstörung
erlaubte, während
– anders als
bei der letzten
Rentenüber
prüfung
(Urk. 12/55/1)
–
keine namhafte Depressivität mehr zu verzeichnen war (
Urk.
12/71/25).
Letzteres
wurde auch vom behandelnden Psychiater
Dr.
B._
nicht in Frage gestellt (
Urk.
12/84/1).
Insofern lag ein veränderter medizinischer Sachverhalt vor, aufgrund
dessen im
Gutachten ausdrücklich und
zu Recht auf eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation geschlossen wurde (Urk. 12/71/29).
Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
F._
beruht somit auf veränderten tatsächlichen Verhältnissen und nicht auf einer unterschied
lichen Ausübung des medizinischen Ermessens, wie es von Seiten des Beschwerdeführers behauptet wurde
(
Urk.
1 S. 5 ff., 9 ff. und 12 f.
sowie
Urk.
17 S. 2
und 7
)
, so dass darauf abgestellt werden kann (vgl. das Urteil des Bundes
gerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4 mit Hinweisen).
4.
6
Es erscheint
insbesondere
nachvollziehbar und
einleuchtend
, dass die diagnos
tizierte Persönlichkeitsstörung allein die Arbeitsfähigkeit lediglich
insofern beeinträchtigt, als Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an die soziale Kom
petenz und das Sozialverhalten
nicht möglich sind, während
für einfach struk
turierte Tätigkeiten ohne höhere Anforderungen an die soziale Kompetenz, wie sie der Beschwerdeführer
bis zu seiner depressiven Erkrankung
als Hilfsarbeiter in der Metzgerei
jahrelang
ausübte, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
besteht
(Urk.
12/71/25 f.).
Dabei ist zu berücksichtigen dass
der Beschwerdeführer während der gesamten mehrstündigen
Untersuchungssituati
on
offenbar
stets in der Lage war, sich sozial adäquat und angemessen zu verhalten, selbst dann, wenn ihm
ein
Untersucher
konfrontativ
begegnete (Urk.
12/71/26)
.
Bei der neurologischen Untersuchung am 1. Oktober 2013
war er nicht aggressiv
(
Urk.
12/71/1 und 12/71/12). Auch bei der internistischen Untersuchung am 3. Oktober 2013 wurde er als nicht aggressiv und gut
führbar
erlebt (
Urk.
12/71/1 und
12/71/7).
Die
zum Teil
anderslautende Arbeitsfähigkeit
s
beurteilung
durch
Dr.
B._
vom 21. Mai 2014
(vgl. Urk.
12/84)
vermag
die
Einschätzung
von
Dr.
F._
nicht in Frage zu stellen.
Dr.
B._
versäumte es insbesondere
,
konkret darzulegen, welche Symptomatik den Beschwerdeführer inwiefern noch an der Ausübung einer Arbeitstätigkeit hindern soll.
Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer in der Vergangenheit gegenüber Familienmitgliedern aggressiv verhielt und diesen gegenüber tätlich wurde (
Urk.
12/84/2), genügt
jedenfalls
nicht.
Vielmehr spricht für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
F._
, dass der Beschwerdeführer – soweit aus den Akten ersichtlich – an keinem Arbeitsplatz wegen Aggressionen oder gewalttätigem Verhalten negativ aufgefallen war. Seine Arbeitsstelle als Hilfsarbeiter bei der
Z._
hatte er per Ende 1997 wegen zu häufiger Krankheitsausfälle infolge der damaligen depressiven Entwicklung verloren (
Urk.
12/11/3, 12/14/11 und 12/71/5). Der achtmonatige Arbeitsver
such im Jahr 1999 scheiterte wegen wechselhafter Stimmung und Leistungs
fähigkeit (Urk. 12/11/3 und 12/14/12) bzw. wegen Stimmungsschwankungen, mangelndem Antrieb und Kraftlosigkeit (Urk. 12/11/7). Einzig das letzte Arbeitsverhältnis in einem Restaurant, das bis Ende Dezember 2001 dauerte (
Urk.
12/7 und 12/9), war nicht nur wegen Stimmungsschwankungen, sondern auch wegen Wutausbrüchen nach einigen Monaten gekündigt worden (Urk. 12/11/8).
Das Auftreten von Wutausbrüchen wurde
jedoch
in keinem der diversen fachärztlichen Berichte beschrieben
, insbesondere auch in keinem betreffend den hier relevanten Zeitraum
.
Für denselben bestanden
auch
keiner
lei Hinweise
, dass die Persönlichkeitsstörung ein Ausmass
erreichte
, welche
s
eine Erwerbstätigkeit sozialpraktisch unzumutbar erscheinen li
ess
oder für die
Gesellschaft untragbar war; daran vermag
auch die
Vorstrafe aus dem Jahr 2003 nichts zu ändern (
Urk.
17 S. 9).
Die erst
im Rahmen der Begutach
tung durch
Dr.
J._
erwähnte
Aggressivität
gegenüber
weiteren Personen als Familienmitgliedern
trug sich
ebenfalls
aus
schliesslich in einem
privaten
und nicht in einem beruflichen
Kontext zu
. Sie
fand
offenbar mehrheitlich
nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom
20. Juli 2015
statt
(vgl.
Urk.
18/1 S.
5)
, weshalb ihr insoweit ohnehin keine Rele
vanz zukommt
. Das Schlagen einer Flasche auf den Kopf eines Bekannten
rund 1 1⁄2 Jahre vor der Begutachtung durch
Dr.
J._
fand
in einer
Bedro
-
hungssi
tuation
statt und
mündete
in keiner Anzeige (Urk. 18/1 S. 5 und 7).
Es stellt die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
F._
daher
nicht in
Frage, zumal auch
Dr.
J._
insoweit richtig erkannte, einem psychiatrischen Facharzt sei klar, dass die Symptome bei Menschen mit Persönlichkeits
störungen fluktuierend
seien
und sich in unterschiedlichen Situationen in unterschied
-
lichem
Ausmass zeig
t
en (
Urk.
18/1 S. 13). Dem hat
Dr.
F._
bei seiner Beurteilung
, welche auch die
Erwerbsbiographie
und das weitere vom
Beschwerdeführer
gezeigte Verhal
ten
berücksichtigte,
Rechnung getragen.
4
.
7
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass nichts vorgetragen wurde, was das
polydisziplinäre
Gutachten
vom 19. Dezember 2013 (
Urk.
12/71), ins
besondere
auch
das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
F._
,
als nicht schlüssig erscheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte
Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersicht
lich.
Zwar haben
Dr.
K._
und
Dr.
L._
vom Medizinischen Zentrum
I._
darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer habe nicht wie im psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
F._
ausgeführt fünf Brüder, sondern lediglich vier (
Urk.
12/87/2). Aus den übrigen medizinischen Akten geht indessen hervor, dass der Beschwerdeführer drei Brüder (und zwei Schwestern) h
at
(vgl.
Urk.
12/11/7, 12/14/11 und 18/1
S. 4).
Dies spricht für die von
Dr.
F._
und seinen Mitgutachtern geäusserte Ver
mutung, die fragliche Ungenauigkeit könnte auf ungenaue Schilderungen des Beschw
erdeführers zurückzuführen sein. U
ngeachtet dessen ist ihnen beizu
pflichten, dass diesem Punkt
ohnehin
keinerlei Relevanz zukommt (vgl.
Urk.
12/92 und 12/97/2), zumal
abgesehen von der erwähnten Unstimmigkeit jegliche
Hinweise
für
eine unsorgfältige Begutachtung
fehlen
.
Im Übrigen
erfüllt das Gutachten
sämtli
che von der Rechtsprechung statu
ierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
Mit dem Gutachten ist ausgewiesen, dass sich der psychische Gesundheitszu
stand de
s Beschwerdeführers
insofern verbessert hat, als
bei der Begutachtung durch
Dr.
F._
die depressiven Symptome remittiert
waren
.
Die Arbeitsfähig
keit
war
lediglich noch durch die emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30) insofern beeinträchtigt, als Tätigkeiten mit höheren sozialen Kompetenzanforderungen nicht
in Frage kamen
. Demge
genüber best
and
für Tätigkeiten ohne höhere Anforderungen an die soziale Kompetenz seit der polydisziplinären Begutachtung vom Oktober 2013
wieder
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
4.8
Eine nach der polydisziplinären Begutachtung
bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 20. Juli 2015
eingetretene
invaliditätsrelevante
Verschlechte
rung
der gesundheitlichen Situation
wurde von Seiten des Beschwer
deführers nicht geltend gemacht
. Aus den vorha
ndenen Akten ergeben sich auch
keine Hinweise für eine Entwicklung in diese Richtung.
Dr.
K._
und
Dr.
L._
vom Medizinischen Zentrum
I._
haben
in ihren Berichten vom 16. Juni 2014
(Urk.
12/87)
und vom 7. April 2015 (Urk.
12/95)
nicht ansatzweise behauptet, der Gesundheit
szustand habe sich seit dem 19.
Dezember 2013 ver
schlechtert
.
Der Privatgutachter
Dr.
J._
untersuchte den Beschwerdeführer
erst
am 26. November,
2.
Dezember und 11. Dezember 2015 (
Urk.
18/1), das heisst rund vier Monate nach
Erlass
der angefochtenen Verfügung vom 21. Juli 2015. Die von ihm erhobenen Befunde
, in welchen
eine depressive Symptomatik, aber weder ein aggressives
noch ein
gewalttätiges Ver
halten zum Ausdruck kommt (Urk.
18/1 S. 6),
eignen sich daher nicht zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im hier interessierenden Zeitraum. Es spielt deshalb auch keine Rolle, dass
Dr.
J._
nebst der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD.10: F60.30) auch eine
chronifizierte
depressive Ent
wicklung, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt (ICD-10: F32.1), diagnostizierte (
Urk.
18/1 S. 9).
D
er
Hausarzt
Dr.
A._
, welcher den Beschwerdeführer seit mehr als 15 Jahren kennt,
erklärte
am 9. Februar 2016 gegenüber
Dr.
J._
telefonisch,
der Beschwerdeführ
er sei ein schwieriger Mensch.
Auch im türkischen Umfeld und in seiner Kultur sei er auffällig und sein Verhalten sei inadäquat. Wenn er unter Druck komme, werde es schwierig. Er werde dann nervös, unruhig, könne sich nicht konzentrieren und sei jeweils sehr unberechenbar. In der Behandlung sei er kooperativ und lenkbar. Unter Druck beginne er zu zittern, er werde dann ängstlich und habe früher auch häufig Suizidäusserungen gemacht. Die Gewalt sei heute weniger
stark als früher
. Trotzdem sei er aggressiv, habe seine Frau auch schon gewürgt und geschlagen. Man sehe immer wieder das gleiche Mus
ter. Es trete Angst auf, dann sei er verzweifelt, er beginne zu zittern (Urk.
18/1 S. 8)
.
In diesen Ausführungen kommt ebenfalls kein
e
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation im hier zu beurt
eilenden Zeitraum zum Ausdruck
.
Schliesslich vermag der Beschwerdeführer auch
aus dem Umstand, dass
ihm
die Sozialhilfebehörde der Stadt
N._
im Jahr 2016 ein Hausverbot
erteilte
, nachdem er dort aggressive und äusserst bedrohliche Äusserungen von sich gegeben hatte (
Urk.
18/4), nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Nach dem Gesagten ist es
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
20. Juli 2015
von einer dauer
haften Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes und der damit ver
bundenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit ausgegangen ist (vgl. 88a
Abs.
2 IVV).
5.
Die
Beschwerdegegnerin
ermittelte
das hypothetische
Validenein
kommen
anhand der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bun
desamtes für Statistik (LSE) 2010
. Sowohl der Berechnung des Validen- als auch der Berechnung des Invalideneinkommens legte sie
den Lohn für einfache und repetitive Tätigkeiten für Männer, Zentralwert, von Fr. 4‘901.
--
zu Grunde
. Dementsprechend ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 0
%
(vgl.
Urk.
2 S. 2)
. Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer den Standpunkt vertreten, das hypothetische
Valideneinkommen
hätte anhand des zuletzt als Hilfsarbeiter bei der
Z._
erzielten Lohnes ermittelt werden müssen (
Urk.
1 S. 21). Selbst wenn dies zutreffen sollte, würde ebenfalls ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren, da die
fragliche Tätigkeit gemäss der gutachterlichen Feststellung von
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer wieder zu 100
%
zumutbar ist
, da sie behinderungsangepasst ist
.
Ergänzend bleibt zu bemerken
, dass der Beschwerdeführer auch
dann
keinen Rentenanspruch mehr hätte, wenn
ihm
die Beschwerdegegnerin
bei ihrer Invaliditätsberechnung den maximal zulässigen
Leidensabzug von 25
%
gewährt hätte
. Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 20. Juli 2015 die Invalidenrente zu Recht aufgehoben hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (Urk. 13)
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz hat für ihre Bemühungen und Auslagen als unentgeltliche Rechtsvertreterin im vorliegenden Verfahren eine Honorarnote
vom 8. April 2016 eingereicht (Urk. 24 und 25). Der
getätigte zeitliche
Aufwand
von
18 Stunden und 45 Minuten erscheint gerade noch
angemessen.
Das Gleiche gilt für
die geltend gemachten Bara
uslagen im Betrag von Fr. 353.25
.
Es ist
ihr daher wie
beantragt eine Entschädi
gung von Fr.
4‘836.60
(inkl.
Baraus
lagen
und 8 %
Mehrwert
steuer)
aus der Gerichtskasse auszurichten.
6.3
Mit Bezug auf den beantragten Ersatz der Kosten des bei
Dr.
J._
eingeholten
Parteigutachtens
von
Fr.
3‘070.-- (
Urk.
17 S. 2; vgl.
Urk.
20
) ist festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung
der Kosten eines Privatgutachtens
verpflichtet werden kann, wenn
es für die Beurteilung des strittigen Rentenan
spruchs unerlässlich war (vgl.
Art.
45
Abs.
1 ATSG). Der Beschwerdegegnerin ist weder e
ine pflichtwidrig unterlassen
e
Abklärung
vorzuwerfen, zumal ein beweiskräftiges polydisziplinäres Gutachten vorlag, noch hat das
Privatgutach
ten
relev
ante neue Erkenntnisse gebracht, so dass auf die Anordnung eines Kostenersatzes zu verzichten ist
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_531/2014 vom 2
3.
Januar 2015 E. 7 mit Hinweisen).