# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b7fcae37-6eab-4105-acdf-73e1f3271bbb
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der kroatische Staatsangehörige X.Y. (geb. 1964) heiratete am 20. Februar 1988
eine in der Schweiz aufenthaltsberechtigte Serbin. Am 4. März 1988 reiste er in die
Schweiz ein, wo ihm im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner Ehefrau eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Aus der Ehe, welche am 10. Dezember 1991
durch das Kreisgericht St. Gallen geschieden wurde, gingen zwei Kinder hervor, A.
(geb. 1988) und B. (geb. 1990).
Am 3. Juli 1992 wies die Fremdenpolizei (heute Migrationsamt) ein Gesuch von X.Y. um
Verlängerung seiner Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung ab. Die Abweisung des
Gesuchs wurde im Wesentlichen damit begründet, die Bedingung, an welche die
Erteilung seiner Aufenthaltsbewilligung geknüpft gewesen sei, sei nach der Scheidung
nicht mehr erfüllt. Zudem habe er sich als Arbeitskraft nicht bewährt, sei aus eigenem
Verschulden arbeitslos geworden und komme seinen öffentlich-rechtlichen und
privatrechtlichen Verpflichtungen nicht nach. Gegen ihn lägen Betreibungen über rund
CHF 56'000 und vier Verlustscheine über CHF 46'212 vor. Aufgrund der politischen
Lage im ehemaligen Jugoslawien wurden die Ausreisefrist verlängert – letztmals bis 25.
September 1997 - und humanitäre Kurzaufenthaltsbewilligungen erteilt.
Am 27. September 1997 heiratete X.Y. in Bosnien-Herzegowina die in der Schweiz
niederlassungsberechtigte Kroatin T.Z. (geb. 1965). Das Gesuch um Familiennachzug
wurde am 20. Februar 1998 abgewiesen, im Wesentlichen mit der Begründung, er habe
gezeigt, dass er nicht willens sei, die fremdenpolizeilichen Bestimmungen zu beachten.
Seine Schulden seien seit der Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung am 3. Juli 1992 angewachsen. Zwischenzeitlich lägen
Verlustscheine über CHF 85'136 vor. Daneben liefen bereits wieder Betreibungen über
rund CHF 45'000 gegen ihn, und es seien fünf neue Betreibungen über rund CHF 5'790
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hinzugekommen. Nachdem X.Y. am 1. Mai 1998 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen
hatte, zog die Fremdenpolizei (heute Migrationsamt) die Verfügung am 2. April 1998 in
Wiedererwägung und erteilte ihm eine neue Aufenthaltsbewilligung.
B./ Das Untersuchungsamt St. Gallen verurteilte X.Y. am 4. Juli 2008 wegen Verfügung
über mit Beschlag belegte Vermögenswerte zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu
je CHF 50, insgesamt CHF 750, und einer Busse von CHF 500. Der Vollzug der
Geldstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.
Am 18. März 2009 verwarnte das Ausländeramt (heute Migrationsamt) X.Y. und wies
ihn an, "sich künftig in jeder Beziehung klaglos zu verhalten (keine strafrechtlichen
Verurteilungen mehr, keine neuen Schulden mehr und Tilgung der bestehenden
Schulden)", ansonsten die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht mehr
verlängert werde. Zum damaligen Zeitpunkt bestanden gegenüber X.Y. Verlustscheine
in der Höhe von insgesamt CHF 312'170.75.
C./ Am 15. Juni 2011 weigerte sich das Migrationsamt, X.Y. die Aufenthaltsbewilligung
zu verlängern. Der Entscheid wurde unter anderem damit begründet, dass er in
finanzieller und strafrechtlicher Hinsicht zu Klagen Anlass gegeben habe und am 18.
März 2009 verwarnt worden sei. Er habe erheblich und wiederholt gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung verstossen und mit der Bewilligung verbundene Bedingungen
nicht eingehalten. Den gegen die Verfügung des Migrationsamtes erhobenen Rekurs
wies das Sicherheits- und Justizdepartement am 4. Mai 2012 ab. Der Rechtsvertreter
vom X.Y. wurde zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit CHF 1'200 zuzüglich
Mehrwertsteuer entschädigt. Die gegen den Rekursentscheid erhobene Beschwerde
wies das Verwaltungsgericht am 15. Oktober 2012 ab und entschädigte den
Rechtsvertreter zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit CHF 1'500 zuzüglich
Mehrwertsteuer (VerwGE B 2012/95).
Das Bundesgericht hiess die gegen das verwaltungsgerichtliche Urteil erhobene
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten am 27. August 2013
(2C_1124/2012) gut, hob den angefochtenen Entscheid vom 15. Oktober 2012 auf und
wies die Sache zur ergänzenden Feststellung des Sachverhalts sowie zu neuem
Entscheid an das Verwaltungsgericht zurück (Ziff. 1). Es wurden keine Kosten erhoben,
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und der Kanton St. Gallen wurde verpflichtet, den Rechtsvertreter von X.Y. für das
bundesgerichtliche Verfahren mit CHF 2'500 zu entschädigen (Ziff. 2 und 3).
Das Bundesgericht hielt fest, es sei unter den Parteien unbestritten, dass zwischen der
Verwarnung vom 18. März 2009 und der verfügten Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung am 15. Juni 2011 im Betreibungsregister von X.Y. neue
Verlustscheine über rund CHF 28'000 eingetragen worden seien. X.Y. berufe sich in
diesem Zusammenhang jedoch auf die gleichzeitig erfolgte Löschung von
Verlustscheinen über mehr als CHF 27'000, weshalb sich lediglich ein
Neuverschuldungssaldo von CHF 1'116.75 ergebe. Wie diese Löschungen zustande
gekommen seien, sei sachverhaltlich nicht erstellt. Insbesondere sei unklar, ob es bei
den Löschungen bloss um verjährte Forderungen gegangen sei, denen keine Tilgung
zugrunde gelegen sei, oder ob die Reduktion der Schuldenlast auf eigene Bemühungen
von X.Y., das heisst auf Rückkäufe der Verlustscheine mit eigenen finanziellen Mitteln
zurückzuführen sei. Die Klärung dieses Punktes sei wesentlich.
D./ Gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts wurde X.Y. (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 11. September 2013 aufgefordert, dem Verwaltungsgericht
innert Frist einen aktuellen Betreibungsregisterauszug einzureichen und gleichzeitig
den Nachweis zu erbringen, dass die im Zeitraum zwischen 18. März 2009 und 15. Juni
2011 erfolgten Löschungen von Verlustscheinen in Höhe von insgesamt rund CHF
27'000 auf Tilgungen (etwa durch Rückkäufe seitens des Beschwerdeführers)
zurückgehen (act. 3).
Am 24. September 2013 reichte der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht neben
einem aktuellen Betreibungsregisterauszug vom 17. September 2013 schriftliche
Stellungnahmen der drei Gläubigerinnen, deren Verlustscheine im Betreibungsregister
gelöscht worden waren (Q. Verwaltungen, R. AG sowie S. AG), zum Zustandekommen
dieser Löschungen ein (act. 5).
Nachdem allerdings das vom Beschwerdeführer an die Akten gegebene Schreiben der
S. AG vom 11. Oktober 2011 die Frage, wie die Löschung des Verlustscheins der
Aktiengesellschaft zustande gekommen war, nicht eindeutig beantwortete, wurde der
Beschwerdeführer am 15. Oktober 2013 angehalten, Stellung zum Schreiben der S. AG
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zu beziehen (act. 6). Der Beschwerdeführer reichte in der Folge eine Erklärung der S.
AG vom 29. Oktober 2013 ein, welcher Näheres zum Hintergrund der Löschung des
Verlustscheins der Gesellschaft gegenüber dem Beschwerdeführer entnommen werden
konnte (act. 9). Auf den Inhalt der vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen

## Considerations

wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Eintretensvoraussetzungen sind – soweit nicht pauschal auf die Eingaben im
Rekursverfahren verwiesen wird – erfüllt (vgl. VerwGE B 2012/95 vom 15. Oktober 2012
E. 1).
2. Entsprechend den bundesgerichtlichen Erwägungen wurde der Sachverhalt im
kantonalen Verfahren unvollständig festgestellt (E. 5). Bei einer unvollständigen
Sachverhaltsfeststellung erkennt das Verwaltungsgericht in der Regel auf Rückweisung
der Streitsache. Mit Blick auf den Grundsatz der beförderlichen Erledigung eines
Verfahrens klärt das Verwaltungsgericht einen ungenügend festgestellten Sachverhalt
jedoch regelmässig dann selber ab und verzichtet auf eine Rückweisung, wenn der
Mangel geringfügig ist und die Rückweisung einem prozessualen Leerlauf gleichkäme.
In solchen Fällen gebietet der Grundsatz der Prozessökonomie, dass das
Verwaltungsgericht selbst entscheidet. Eine Rückweisung an die Vorinstanz wird auf
der anderen Seite insbesondere in jenen Fällen als angezeigt erachtet, bei denen die
Sachverhaltsfeststellung spezifische Erfahrung bzw. die Kenntnis örtlicher Verhältnisse
voraussetzt oder dem Verwaltungsgericht in der zur Beurteilung stehenden Frage nicht
dieselbe Überprüfungsbefugnis zusteht wie der Vorinstanz (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1029 ff. mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung).
In tatsächlicher Hinsicht ist zu klären, wie die vom 18. März 2009 bis 15. Juni 2011 im
Betreibungsregister des Beschwerdeführers erfolgten Löschungen von Verlustscheinen
über mehr als CHF 27'000 zustande gekommen sind. Insbesondere ist zu prüfen, ob es
bei den Löschungen bloss um verjährte Forderungen ging, denen keine Tilgung
zugrunde lag, oder ob die Reduktion der Schuldenlast auf eigene Bemühungen des
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Beschwerdeführers, d.h. auf Rückkäufe der Verlustscheine mit eigenen finanziellen
Mitteln zurückzuführen war.
Die Feststellung, weshalb Verlustscheine im Einzelnen aus einem Betreibungsregister
gelöscht wurden, verlangt keine spezifischen Erfahrungen oder örtlichen Kenntnisse.
Insofern ist es dem Gericht vorliegend auch ohne weiteres gelungen, innert nützlicher
Frist an die erforderlichen Informationen zu gelangen (vgl. act. 5 und 9). Bei der
Beurteilung der festgestellten neuen Tatsachen kommt dem Verwaltungsgericht
sodann dieselbe Überprüfungsbefugnis zu wie der Vorinstanz. Die Rückweisung an die
Vorinstanz würde deshalb lediglich zu einem formalistischen Leerlauf und einer
unnötigen Verzögerung des Verfahrens führen, weshalb der Verzicht auf die
Rückweisung an die Vorinstanz sachlich gerechtfertigt und mit dem Prinzip eines
einfachen und raschen Verfahrens vereinbar ist.
3./3.1. Im Falle eines Rückweisungsentscheids hat die mit der Neubeurteilung befasste
kantonale Instanz ihrer Entscheidung die rechtliche Beurteilung zugrunde zu legen, mit
der die Zurückweisung begründet wird. Diese Beurteilung bindet auch das
Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird. Die Bindungswirkung
bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ergibt sich aus ungeschriebenem
Bundesrecht (vgl. BGer 4A_653/2012 vom 10. Januar 2013 E. 1.1; 1B_183/2010 vom
14. Juli 2010 E. 2; vgl. auch BGE 135 III 334 E. 2.1 und Botschaft vom 28. Februar
2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, in: BBl 2001 IV 4346 Ziff. 4.1.4.5).
Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es den nochmals mit der Sache befassten
Gerichten wie den Parteien verwehrt, die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu
prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in
Erwägung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 mit Hinweisen; vgl.
hierzu auch BGer 6B_372/2011 vom 12. Juli 2011 E. 1, 6B_1013/2010 vom 17. Mai
2011 E. 2.1 und 6B_754/2010 vom 4. April 2011 E. 2.2.1). Die kantonale Instanz hat
sich bei der neuen Entscheidung damit auf das zu beschränken, was sich aus den
Erwägungen des Bundesgerichts als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt.
3.2. Gegenstand der Beurteilung im vorliegenden Verfahren ist gemäss den
Erwägungen des Bundesgerichts im Entscheid vom 27. August 2013 einzig die Frage,
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ob die Reduktion von drei Verlustscheinen über rund CHF 27'000 im Zeitraum vom 18.
März 2009 bis 15. Juni 2011 auf eigene Anstrengungen des Beschwerdeführers
zurückzuführen war oder nicht (vgl. act. 1, Entscheid E. 5). Ist die Frage zu bejahen,
wäre die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers
unverhältnismässig, weil es dann seit seiner Verwarnung am 18. März 2009 nur zu einer
Nettoneuverschuldung im Umfang von CHF 1'116.75 kam. Die Beschwerde wäre
gutzuheissen. Sollte die Ergänzung des Sachverhalts allerdings zeigen, dass während
des fraglichen Zeitraumes neue Verlustscheine über rund CHF 28'000 (das heisst CHF
14'000 pro Jahr) ergingen, ohne dass dieser Neuverschuldung aus eigener Kraft
getätigte Rückzahlungen des Beschwerdeführers gegenüber stünden, wäre erstellt,
dass der Beschwerdeführer trotz fremdenpolizeilicher Verwarnung in unverändertem
Ausmass weiter über seine Verhältnisse und auf Kosten anderer lebte, was einen
weiteren Verbleib in der Schweiz ausschlösse. Der an seine Ehe mit einer in der
Schweiz niederlassungsberechtigten Ausländerin geknüpfte Anspruch des
Beschwerdeführers auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (Art. 43
des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, abgekürzt
AuG) wäre mit anderen Worten erloschen, weil der Beschwerdeführer mit seinem
Verhalten einen Widerrufsgrund gemäss Art. 62 AuG gesetzt hätte (Art. 51 Abs. 2 lit. b
AuG). Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung wäre nach Ansicht des
Bundesgerichts diesfalls auch verhältnismässig im Sinne von Art. 96 AuG, sodass das
Verwaltungsgericht die Beschwerde abzuweisen und den Entscheid der Vorinstanz
vom 4. Mai 2012 zu bestätigen hätte.
4. Der Beschwerdeführer reichte dem Gericht folgende Unterlagen ein (vgl. act. 5 und
9):
- Ein Auszug aus dem Betreibungsregister (summarische Auskunft) des
Beschwerdeführers vom 17. September 2013, aus dem hervorgeht, dass während der
letzten drei Jahre einzig im Jahr 2011 gegen ihn eine Betreibung über eine Forderung in
Höhe von CHF 200 eingeleitet und eine Pfändung über diesen Betrag vollzogen wurde.
Ferner bestanden per 17. September 2013 noch 79 offene Verlustscheine im Betrage
von total CHF 313'287.45.
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- Die Kopie von Schreiben der Q. Verwaltungen vom 18./12. Juli 2011, denen
entnommen werden kann, dass das Betreibungsamt der Stadt St. Gallen um Rückzug
der Betreibung Nr. 614552 bzw. Löschung des dazu gehörigen Verlustscheins ersucht
wurde, weil der Schuldner bezahlte habe. Gemäss Notiz des zuständigen
Betreibungsbeamten erfolgte die Löschung am 15. Juli 2011.
- Die Kopie eines Schreibens der R. AG vom 2. September 2011 (inkl. Kopie des
gelöschten Verlustscheins VS 92/4068 und Auszug aus dem Kollokations- und
Verteilungsplan vom 1. Dezember 1992 in der Betreibung Nr. 91/11159), mit welchem
das Betreibungsamt der Stadt St. Gallen darüber informiert wurde, dass die Forderung
gegenüber dem Beschwerdeführer erloschen sei, nachdem sich selbiger
zwischenzeitlich bemüht habe, seine Schuld zu tilgen. Gemäss aussergerichtlicher
Vereinbarung habe er seine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und seine Schuld
abgearbeitet. Die gleichzeitig nachgesuchte Löschung des Verlustscheins über CHF
5'894.80 erfolgte gemäss handschriftlicher Notiz des Betreibungsbeamten am 5.
September 2011.
- Die Kopie eines Schreibens der S. AG vom 11. Oktober 2011 (inkl. Kopie des
gelöschten Verlustscheins VS 03/7681 in der Betreibung Nr. 02/17867) an das
Betreibungsamt der Stadt St. Gallen, mit dem der vorgenannte Verlustschein über CHF
15'145.45 mit dem Vermerk, die Gesellschaft habe die Schuld des Beschwerdeführers
zu ihren Lasten ausgebucht, retourniert wurde. Gelöscht wurde der Verlustschein
gemäss Vermerk des Betreibungsamtes am 12. Oktober 2011.
- Ein ergänzendes Schreiben der S. AG vom 29. Oktober 2013 (in der Betreibung Nr.
02/17867), in welchem die Formulierung "zu unseren Lasten ausgebucht" konkretisiert
wird. Ein "grosser Teil" der Schuld sei mit dem zurückbehaltenen Provisionsanteil/
Stornoreserveguthaben des Beschwerdeführers verrechnet worden. Der "verbleibende
Rest" sei "dann noch zu Lasten der S. AG ausgebucht worden".
4.2. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass seit der Verwarnung des
Beschwerdeführers am 18. März 2009 drei Verlustscheine im Betrag von insgesamt
CHF 27'764.65 gelöscht wurden, nämlich am 15. Juli 2011 der Verlustschein der Q.
Verwaltungen über CHF 6'724.40 (Betreibung Nr. 614552), am 5. September 2011 jener
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der R. AG über CHF 5'894.80 (Betreibung Nr. 91/11159) und am 12. Oktober 2011
jener der S. AG über CHF 15'145.45 (Betreibung Nr. 02/17867).
4.2.1. Die Löschungen in den Betreibungen Nr. 614552 (Q. Verwaltungen) und
Nr. 91/11159 (R. AG) gehen gemäss den Ausführungen der Gläubigerinnen klarerweise
und vollständig auf eigene Anstrengungen des Beschwerdeführers zurück. Die
Betreibung Nr. 614552 wurde gelöscht, nachdem der Schuldner die Forderung bezahlt
hatte (act. 5, Schreiben vom 12. und 18. Juli 2011). Die Forderung aus der Betreibung
Nr. 91/11159 erlosch, weil der Beschwerdeführer im Rahmen einer aussergerichtlichen
Vereinbarung seine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und die Schuld abgearbeitet
hatte (act. 5, Schreiben vom 2. September 2011).
4.2.2. Weniger eindeutig ist die Lage bei der Löschung des Verlustscheins der S. AG
(Betreibung Nr. 02/17867). Kann aus dem Löschungsgesuch der S. AG an das
Betreibungsamt der Stadt St. Gallen vom 11. Oktober 2011 noch ausschliesslich
herausgelesen werden, die Schuld des Beschwerdeführers sei zu ihren Lasten
ausgebucht worden (act. 5), enthält das an den Beschwerdeführer gerichtete Schreiben
der S. AG vom 29. Oktober 2013 erläuternde Angaben zur damals gewählten
Formulierung. Jedoch wird nicht zahlenmässig konkretisiert, in welchem Umfang die
Forderung von rund CHF 15'100 mit einem zurückbehaltenen Provisionsanteil/
Stornoguthaben des Beschwerdeführers verrechnet werden konnte. Die Rede ist von
einem "grossen Teil".
Der Beschwerdeführer betrieb gemäss Eintrag im Handelsregister von Ende Mai 2000
bis Ende 2005 als Versicherungsvermittler das Einzelunternehmen "XXX-Y.". Dabei war
er seit September 2001 auch für die S. AG tätig. Die Verträge, die diese mit ihren
Agenten abschliesst, sehen vor, dass der Anspruch auf Provision entsteht, wenn der
vermittelte Vertrag abgeschlossen sowie die erste Jahresprämie und der S. AG die ihr
vom Kooperationspartner seinerseits geschuldete Provision bezahlt sind. Zur
Abdeckung des Stornorisikos wird von einigen Provisionen eine Stornoreserve
einbehalten, welche 25 Prozent der Provision nicht überschreiten darf. Vorbehalten
bleibt die spezielle Regelung bei Vertragsauflösung. Ansprüche auf Auszahlung oder
Verrechnung von Guthaben aus der Stornoreserve entstehen nur in dem Umfang, in
dem das Guthaben zur Sicherung des Stornorisikos nicht mehr benötigt wird. Eine
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Auszahlung der Verrechnung des Guthabens vom Stornoreservekonto erfolgt nicht vor
Ablauf von drei Jahren, gerechnet vom Zeitpunkt des Ausscheidens des Agenten. Ab
dem Zeitpunkt der Aussprache der Kündigung ist S. AG unwiderruflich berechtigt, auf
Anzeige hin sämtliche ausstehenden und noch anfallenden Provisionen
zurückzubehalten und der Stornoreserve zuzuweisen. Sozialversicherungsrechtlich
werden die Agenten als unselbständig erwerbend behandelt. Der Beschwerdeführer
und die S. AG gingen von einem monatlichen Provisionsziel von CHF 6'800 aus (vgl.
Akten des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, Blätter 239-244). Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers bei der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen AHV wurde von der S. AG für den
Beschwerdeführer einzig von September bis November 2001 ein Einkommen über CHF
13'600 abgerechnet (vgl. act. 13/7, Beilage 6, Seite 2). Unter Berücksichtigung
einerseits des Provisionsziels und anderseits des Umstandes, dass der Agenturvertrag
offenbar kurz nach Abschluss bereits wieder aufgelöst wurde und die S. AG deshalb
berechtigt war, bis zur Beendigung des Verhältnisses sämtliche Provisionen
zurückzubehalten, ist glaubhaft, dass dem Beschwerdeführer gegenüber der S. AG
noch Ansprüche – die er erst nach Ablauf von drei Jahren nach seinem Ausscheiden
geltend machen konnte - in der Grössenordnung seiner Schuld zustanden.
5. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass den vom 18. März 2009 bis 15. Juni
2011 im Betreibungsregister neu eingetragenen Verlustscheinen über rund CHF 28'000
weit überwiegend auf die Anstrengungen des Beschwerdeführers zurückzuführende
Löschungen von Verlustscheinen über rund CHF 27'000 gegenüberstehen.
Dementsprechend erweist sich unter Beachtung der bindenden rechtlichen Würdigung
durch das Bundesgericht im Rückweisungsentscheid vom 27. August 2013 die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers als
unverhältnismässig. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen. Der angefochtene
Rekursentscheid vom 4. Mai 2012 ist aufzuheben und die Angelegenheit zur
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers – gegebenenfalls
unter Bedingungen und Auflagen - an das Migrationsamt zurückzuweisen.
6. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine im Vergleich mit
dem aufgehobenen Beschwerdeentscheid vom 15. Oktober 2012 in der Höhe
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unveränderte Entscheidgebühr von CHF 2'000 ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten wird verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP). Im Rekurs- und im kantonalen Beschwerdeverfahren wurden
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege die amtlichen Kosten vom Staat
getragen. Das Verfahren vor dem Migrationsamt war kostenlos. Auf die Erhebung von
Kostenvorschüssen wurde verzichtet. Dementsprechend bestehen keine
Rückerstattungsansprüche des Beschwerdeführers.
Im Rekursverfahren wurde der Rechtsvertreter gestützt auf Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 118 Abs. 1 Ingress und lit. c der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) aus unentgeltlicher Rechtspflege mit CHF 1'200, im
Beschwerdeverfahren mit CHF 1'500 je zuzüglich Mehrwertsteuer entschädigt.
Nachdem den Begehren des Beschwerdeführers in den kantonalen Verfahren
vollumfänglich zu entsprechen gewesen wäre, hat der Beschwerdeführer, der im
Rekursverfahren und bis zur Weiterführung des kantonalen Beschwerdeverfahrens
nach dem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid vom 27. August 2013
anwaltlich vertreten war (vgl. act. 4), entsprechend dem Erfolgsprinzip Anspruch auf
eine ungekürzte Entschädigung seiner ausseramtlichen Kosten (Art. 98bis und 98ter
VRP, BGer 5P.421/2000 vom 10. Januar 2001 E. 3b, VerwGE B 2013/4 vom 24. Januar
2013 E. 3). Damit entfällt auf den im Rekurs- und im Beschwerdeverfahren dem
Rechtsvertreter zugesprochenen Beträgen die in Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
(sGS 964.70, abgekürzt AnwG) vorgeschriebene Kürzung um einen Fünftel. Der
Anspruch des Beschwerdeführers beläuft sich dementsprechend noch auf CHF 675
(ein Fünftel von CHF 1'875 und CHF 1'500) zuzüglich Mehrwertsteuer. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat sein Mandat sodann am 15. Mai 2013
niedergelegt. Im vorliegenden Verfahren war der Beschwerdeführer daher weder
anwaltlich noch sonst wie qualifiziert vertreten. Daneben wurde auch kein
Entschädigungsbegehren gestellt, sodass kein zusätzlicher Anspruch auf Ersatz
ausseramtlicher Kosten besteht.