# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a0c95f2-d08b-56a7-9c9b-ffc304e244a3
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Herr E._ stellte am 27. Februar 2004 das Gesuch für die Überdeckung des
bestehenden Vorplatzes, die Erweiterung der Unterkellerung und für eine Zufahrt in das
Untergeschoss, alles auf seiner Parzelle Gbbl. Nr. G._ an der H._strasse
72 in Meiringen. Das Baugrundstück liegt in der Landwirtschaftszone. Die Gemeinde
publizierte das Gesuch. Es ging eine gemeinsame Einsprache mehrerer Nachbarn ein. Die
Gemeinde führte eine Einigungsverhandlung durch. Die Einsprache wurde in drei Punkten
aufrechterhalten und in einem Punkt in eine Rechtsverwahrung umgewandelt.
Die Gemeinde erteilte Herrn E._ am 23. August 2004 die Baubewilligung. Zugleich
eröffnete sie die Verfügung betreffend die Feststellung der Zonenkonformität des Amtes für
Gemeinden und Raumordnung (AGR), die Ausnahmebewilligung des
Strasseninspektorates Oberland Ost betreffend die Unterschreitung des
Strassenabstandes durch das auskragende Dach sowie die Ausnahmebewilligung
betreffend die Überschreitung der Gebäudelänge und Gebäudebreite.
2.a) Die Herren A._, B._, C._ und D._ erheben
Beschwerde und beantragen, die Baubewilligung vom 23. August 2004 sei aufzuheben.
Sie wenden sich gegen die Ausnahmebewilligung für die Überschreitung der
Gebäudelänge und Gebäudebreite, machen eine Entwertung ihrer Liegenschaften geltend,
rügen die Verbauung der Aussicht für die Liegenschaft H._strasse 53 und
befürchten eine Verstärkung des Strassenlärms durch das Vorhaben für die südlich der
H._strasse liegenden Wohnhäuser.
b) Herr E._ beantragt, die Baubeschwerde vom 2.September 2004 sei
abzuweisen und die Baubewilligung der Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 sei
vollumfänglich zu bestätigen. Auch die Gemeinde Meiringen beantragt, die erteilte
Baubewilligung zu bestätigen.
c) Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die Bau-, Verkehrs- und
Energiedirektion (BVE) leitet, holte beim Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) einen
Bericht zur Frage ein, ob die Überdeckung des Vorplatzes für die Zweckbestimmung des
Vorplatzes notwendig sei und ob Alternativen dazu bestünden. Dazu konnten die Parteien
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Stellung nehmen. Herr E._ liess seinerseits ein Gutachten von Herrn I._,
Inforama Berner Oberland, erstellen. Das Rechtsamt führte anschliessend einen
Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch und edierte bei der Gemeinde Meiringen
die Akten der bereits erteilten Baubewilligung für den Jungviehstall mit Jauchegrube.
Zudem stellte es Herrn E._ Fragen zur geplanten Bewirtschaftung des bewilligten
Stalles (Raumhöhe, Menge und Lagerform des Heus und des Strohs). Da die
entsprechenden Antworten teilweise in Widerspruch zu bereits erteilten Bewilligungen und
Aussagen im Dossier standen, wurde Herrn E._ die Gelegenheit eingeräumt, die
Fragen auf der Grundlage des effektiven Viehbestandes pro Jahr nochmals zu
beantworten. Auf Antrag der Gemeinde wurde das GSA ersucht, gestützt auf den neuen
Viehbestand den Bedarf an Güllenraum neu zu prüfen. Am 27. Juni 2005 teilte das GSA
mit, die Bewilligung könne unter bestimmten Bedingungen und Auflagen erteilt werden.
Anschliessend wurden die Akten nochmals dem LANAT zugestellt, damit es die Frage der
Zonenkonformität auf der Grundlage des neuen Viehbestandes erneut überprüfe.
Anschliessend erhielten die beteiligten Parteien die Gelegenheit, zum Ergebnis des
Beweisverfahrens Stellung zu nehmen und Schlussbemerkungen zum Verfahren
einzureichen.
d) Auf Antrag des Beschwerdegegners hob das Rechtsamt mit Verfügung vom 29. Juni
2005 insoweit die aufschiebende Wirkung der Beschwerde auf, als mit ihr beantragt wird,
die Baubewilligung der Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 sei bezüglich der
Erweiterung der Unterkellerung und der Zufahrt in das Untergeschoss sowie der Reduktion
der bewilligten Jauchegrube aufzuheben. Für die umstrittene Überdeckung des
bestehenden Vorplatzes blieb die aufschiebende Wirkung bestehen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) prüft die
Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen.
Die Baubewilligungsbehörde der Einwohnergemeinde Meiringen hat die angefochtene
Baubewilligung gestützt auf Art. 33 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG;
BSG 721) erlassen. Ein solcher Bauentscheid kann mit Baubeschwerde bei BVE
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angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 BauG). Die Beschwerdeführenden wohnen gegenüber
der Bauparzelle, auf der anderen Seite der H._strasse. Sie sind unmittelbar in
eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen (Art. 35 Abs. 2 Bst. b BauG) und damit zur
Baubeschwerde legitimiert (Art. 40 Abs. 2 BauG).
Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Da das Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone liegt, ist als erstes die
Zonenkonformität zu prüfen.
a) Nach Art. 16a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979
(RPG; SR 700) sind Bauten und Anlagen, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder
für den produzierenden Gartenbau nötig sind zonenkonform. Insbesondere sind solche
Bauten und Anlagen zonenkonform, wenn sie der bodenabhängigen Bewirtschaftung oder
der Lagerung landwirtschaftlicher, nicht industriell-gewerblicher Produkte dienen (Art. 34
Abs. 1 und Abs. 2 Ziffer b der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000, RPV;
SR 700.1). Diese Begriffsbestimmung entspricht der von der Rechtsprechung gestützt auf
Art. 16 RPG in der Fassung vom 22. Juni 1979 (aRPG) erarbeiteten Definition: In einer
Landwirtschaftszone sind nur solche Gebäude zonenkonform, die in ihrer konkreten
Ausgestaltung für eine zweckmässige Bewirtschaftung des Bodens am vorgesehenen
Standort objektiv notwendig und nicht überdimensioniert sind (vgl. dazu BGE 129 II 413 E.
3.1; 125 II 278 E. 3a). Die Bauten und Einrichtungen müssen den objektiven Bedürfnissen
der Landwirtschaft angepasst sein, insbesondere mit Bezug auf ihre Grösse, ihren Standort
und ihre Zweckbestimmung (BGE 114 Ib 131). Ausserdem dürfen gegen ihre Erstellung
keine überwiegenden öffentlichen Interessen sprechen (BGE 125 II 278 E. 3a).
b) Der Beschwerdegegner hat folgendes Betriebskonzept vorgelegt: Im neuen Stall
betreibt er eine Kälbermast mit drei Belegungen pro Jahr. Bei einer Belegung von 200
Tieren ergibt dies im Jahr 600 Kälber. Zudem hält er in den bestehenden Stallungen 30 bis
40 Milchkühe sowie 4 bis 10 Rinder. Nach seiner Berechnung benötigt er dafür ca. 73
Tonnen Heu und 100 Tonnen Stroh. Für das Heu müsse er somit über rund 510 m3 und für
das Stroh über rund 740 m3 Lagerraum verfügen. Wirtschaftliche Gründe sprächen dafür,
das Stroh in einer Einmallieferung zu bestellen. Auch das Heu, das er praktisch alles selber
produziere, falle zu gleicher Zeit an. Das LANAT hat in seinem Fachbericht vom 14. Juli
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2005 bestätigt, dass das vom Beschwerdegegner berechnete Lagervolumen von 1'250 m3
nachvollziehbar sei; es könne als zutreffend beurteilt werden. Damit seien allerdings kaum
Reserven für eine künftige Entwicklung vorhanden. Die Beschwerdeführer bestreiten das
Lagervolumen nicht.
Das Konzept des Beschwerdegegners zur Lagerung der 1'250 m3 Heu und Stroh sieht wie
folgt aus:
 Auf dem Zwischenboden im neuen Kälbermaststall will er auf 180 m2 Strohballen
lagern. Dabei sei zu berücksichtigen, dass hier das Stroh nur in einer Höhe von 2
Ballen übereinander gelagert werden könne, weil von der Höhe her eine dritte Lage
nicht bewirtschaftet werden könne. Auch aus Sicherheitsgründen könnten maximal 2
Strohballen übereinander gelagert werden.
Nach den Berechnungen des LANAT besteht hier somit ein Lagervolumen von 250 m3.
 Auf dem Vorplatz, der mit dem umstrittenen Bauvorhaben überdeckt werden soll, plant
der Beschwerdegegner auf einer Fläche von 180 m2 die Lagerung von 400 m3 Stroh
und 500 m3 Heu und Emd.
 Keine Angaben hat der Beschwerdegegner gemacht, wo er die restlichen 100 m3
lagern will.
Das LANAT hat in seinem Amtsbericht vom 14. Juli 2005 ausgeführt, die vorgesehene
Lagerung auf dem Vorplatz, der überdeckt werden soll, sei zweckmässig (kurze Wege,
gute Zufahrt). Der Platz sei aber beschränkt und biete keine Erweiterungsmöglichkeiten für
künftige Betriebsentwicklungen. Die Beschwerdeführenden beurteilen diese Auffassung als
sehr fragwürdig und bringen Einwände vor, die nachfolgend zu prüfen sind.
c) Sie bezweifeln die angegebenen Masse des Zwischenbodens im neuen
Kälbermaststall.
Aus den Baubewilligungsakten für dieses Gebäude ergibt sich Folgendes: Bewilligt worden
ist im Abstand von 3,50 m über dem Stallboden ein Zwischenboden über dem ganzen
Stallbereich. Der Raum über dem Zwischenboden ist den Baugesuchsplänen als
„Strohlager“ bezeichnet. Er weist eine Fläche von ca. 400 m2 auf. Der Beschwerdegegner
plant hier jedoch nur auf 180 m2 Stroh zu lagern. Am Augenschein hat er dies damit
begründet, dass die Kälbermast eine grössere Raumhöhe benötige, weshalb er vorsehe,
den Zwischenboden nur teilweise zu errichten. Von Seiten der Gemeinde wurde er
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anschliessend darauf aufmerksam gemacht, dass es relevant sei, ob mit oder ohne
Zwischenboden gebaut werde, denn ohne Zwischenboden entfalle Lagerraum. Für eine
Änderung der bewilligten Pläne müsste eine Projektänderung eingereicht werden. Dies ist
bis heute nicht erfolgt. Ob der Zwischenboden überhaupt ganz oder nur teilweise erstellt
worden ist, kann hier deshalb offenbleiben. Gestützt auf die geltende Baubewilligung für
den Stallneubau ist vielmehr davon auszugehen, dass der ganze Zwischenboden und
damit auch der ganze Raum oberhalb des Stallbereichs als Lagerraum genutzt werden
kann. Auch sachlich spräche nichts dagegen, den ganzen Zwischenboden zu erstellen. Der
Beschwerdegegner hat auf Aufforderung des Rechtsamtes die Richtlinie „Coop Naturaplan
Kalb“, die für seine Kälbermast wegleitend ist, zu den Akten gegeben. Gemäss dieser
Richtlinie wird empfohlen, „dass jedem Tier im Stallinnern ein Luftvolumen von mindestens
4 m3, sowie eine hohe Luftwechselrate zur Verfügung steht. Zur Errichtung dieses
minimalen Luftvolumens ... muss die minimale Raumhöhe über dem Liegebereich
jederzeit, d.h. auch noch bei erhöhtem Liegebereich auf Tiefstreu, mindestens der
Mannshöhe (1.80 m) entsprechen.“ Diese Anforderung wird mehr als erfüllt: Bei einer
Stallhöhe von 3,50 m ergibt sich ein Luftvolumen im Stall von rund 1'400 m3 oder pro Tier
rund 7 m3. Daraus folgt, dass im Prinzip das ganze Raumvolumen über dem Stallbereich,
das in den Baubewilligungsplänen als „Strohlager“ bezeichnet wird, als Lagervolumen zur
Verfügung steht.
Dem Beschwerdegegner ist zuzugestehen, dass aus Gründen der rationellen
Bewirtschaftung und der Sicherheit faktisch nicht der ganze Raum als Lager genutzt
werden kann. Indessen ist fraglich, ob das Stroh tatsächlich nur in einer Höhe von 2 Ballen
übereinander gelagert werden kann. Die Beschwerdeführer haben Fotografien zu den
Akten gegeben, die zeigen, dass der Beschwerdegegner selber bis zu vier Ballen
übereinander gestapelt hat. Selbst wenn man annimmt, dass dies aus Sicherheitsgründen
nicht auf der ganzen Lagerfläche möglich ist, bietet der Raum über dem Stallbereich ein
grösseres Lagervolumen als der Beschwerdegegner dies annimmt. Insbesondere ist nicht
zu sehen, wieso auf der ganzen Fläche nicht mindestens zwei Lagen Strohballen gestapelt
werden können. Selbst diese vorsichtige Annahme brächte rund zusätzliche 300 m3
Lagervolumen (400 m2 minus 180 m2, multipliziert mit der Höhe von 2 Strohballen von 1,4
m). Zusammen mit den Lagervolumen auf dem Vorplatz stünden somit total 1'450 m3 oder
rund 200 m3 mehr als objektiv nötig zur Verfügung. Selbst wenn man dem
Beschwerdegegner eine gewisse Entwicklungsmöglichkeit zugestehen wollte, erwiese sich
das Lagervolumen von 1'450 m3 im neuen Stall und auf dem gedeckten Vorplatz aus den
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nachfolgenden Gründen als objektiv nicht nötig.
d) Die Beschwerdeführer wenden ein, es bestünden Lageralternativen in den
bestehenden Gebäulichkeiten. Freier Raum bestehe im bestehenden Ökonomiegebäude
oder könne durch Rückbildung zum ursprünglichen Zweck geschaffen werden.
Die 73 Tonnen Heu und 100 Tonnen Stroh, welche der Beschwerdegegner berechnete,
enthalten auch den Bedarf für die 30 bis 40 Milchkühe sowie die 4 bis 10 Rinder, die nicht
im neuen Stall, sondern in den alten Ökonomiegebäuden untergebracht sind. Am
Augenschein konnte festgestellt werden, dass sowohl oberhalb des bestehenden
Kuhstalles wie auch des bestehenden Kälberstalles Lagervolumen vorhanden ist. Der
Beschwerdegegner nutzt diese Räume teilweise jedoch zur Lagerung anderer Materialien
(Holz, Milchviehfutter, Kalk, Dünger, Sägemehl) und kleinerer Maschinen. Beides könnte
jedoch ohne weiteres an anderen Orten, insbesondere in der Einstellhalle unter dem
Wohnhaus, die heute teilweise vermietet ist, und unter dem neuen Kälbermaststall gelagert
werden. In diesem Fall könnte mindestens ein Teil des Heus und des Strohs, welches für
die Milchkühe und die Rinder benötigt wird, in den alten Ökonomiegebäuden - zwar
dezentral, aber am Ort des Verbrauchs - eingelagert werden. Der Vertreter des LANAT hat
am Augenschein bestätigt, dass ein Teil des Heus in den bestehenden Räumen
untergebracht werden könne.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die geplante Überdeckung des Vorplatzes
überdimensioniert ist, weil mindestens ein Teil des Heus und Strohs auf dem
Zwischenboden im neuen Kälbermaststall und in den bestehenden Ökonomiegebäuden
gelagert werden kann. Im Übrigen erscheint das umstrittene Vorhaben auch dann als
überdimensioniert, wenn man es im Verhältnis zu den Mengen an Material (Stroh, Heu,
Holz) betrachtet, welche der Beschwerdegegner dort lagern will. Nach seinem Konzept
benötigt er dazu rund 225 m2 Grundfläche. Das ganze geplante Vordach bedeckt jedoch
fast 600 m2. Einzuräumen ist, dass auch die Überdeckung der Abfahrt in die Einstellhalle
unter dem neuen Kälberstall zweckmässig ist (Verhinderung von Eisglätte). Objektiv nicht
notwendig erscheint dagegen die Überdeckung derjenigen Fläche, welche der
Beschwerdegegner für die Güllenaufbereitung und die Entsorgung der entstehenden
Tierabfälle vorgesehen hat. Auch ist fraglich, ob die Bedachung der Zufahrt von der
Strasse zu den Ökonomiegebäuden objektiv notwendig ist. Die Überdachung weist zudem
eine maximale Höhe von über 10 m auf, obwohl der Beschwerdegegner hier nur 4 bis 5
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Ballen übereinander stapeln will, was eine Lagerhöhe von maximal 5 Metern ergibt. Die
geplante Überdachung ist im Verhältnis zum Bedarf an Lagervolumen für Heu und Stroh
und zum bereits vorhandenen Lagerraum überdimensioniert und deshalb nicht
zonenkonform. Daran ändert auch der Fachbericht des LANA nichts, der entscheidende
Gesichtspunkte nicht berücksichtigt (Vollständiger Zwischenboden oberhalb des
Kälbermaststalles, bestehendes Lagervolumen oberhalb der bestehenden Kuh-, Rinder-
und Kalberställe).
3. Die Beschwerdeführer rügen weiter, die Ausnahme zur Überschreitung der Gebäudelänge sei zu Unrecht erteilt worden.
Gemäss Art. 64 Abs. 30 des Baureglementes der Gemeinde Meiringen vom 27. Oktober
1994 gilt in der Landwirtschaftszone eine Gebäudelänge von 25 m. Das umstrittene
Vordach soll an den neuen Kälbermaststall angebaut werden. Bereits dieser Stall weist
eine Länge von rund 30 m auf. Mit dem daran angebauten Vordach würde das Gebäude
rund 49 m lang. Die vorgeschriebene Gebäudelänge würde damit um fast 100 %
überschritten. Soweit ersichtlich wurde in der Praxis für eine so starke Abweichung noch
nie eine Ausnahmebewilligung erteilt. So wurde in einem Fall bei einer zulässigen
Gebäudelänge von 30 Metern bereits eine Ausnahmebewilligung für die Verlängerung des
Gebäudes um rund 21 Meter auf rund 51 Meter mit der Begründung abgelehnt, es
bestünden Alternativen dazu. Insbesondere sei nicht zu sehen, warum nicht zwei getrennte
Baukörper erstellt werden könnten (BDE RA Nr. 11038-02 B1 vom 12. Juli 2002 i.S. B, E.
2). Auch im vorliegenden Fall könnte die Überdachung vom bestehenden Stall getrennt
werden, denn zwischen der Fläche, die für die Lagerung von Heu und Stroh vorgesehen
ist, und dem Stall befindet sich die Fläche, welche der Beschwerdegegner für die
Güllenaufbereitung und die Entsorgung der entstehenden Tierabfälle verwenden will. Es ist
nicht einzusehen, weshalb auch diese Fläche überdacht werden muss. Da die geplante
Überdachung überdimensioniert und damit nicht zonenkonform ist (E. 2), liegen auch keine
besonderen, insbesondere betriebswirtschaftlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 26 Abs.
1 BauG vor. Daran ändert nichts, dass die privaten Interessen (Art. 26 Abs. 2 BauG),
welche die Beschwerdeführenden geltend machen, eine Verweigerung der
Ausnahmebewilligung nicht zu rechtfertigen vermöchten. Dass mit der überlangen
Überdachung jegliche Aussicht in Richtung Norden verbaut würde, ist in diesem
Zusammenhang nicht relevant, denn eine eventuelle Beeinträchtigung könnte durch einen
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Lastenausgleich nach Art. 30 f. BauG vollwertig ausgeglichen werden. Die befürchtete
Reflexion des Strassenlärms durch die geplante Überdachung kann, sollte sie denn auch
wirklich eintreten, nicht dem Beschwerdegegner als Bauherrn zugerechnet werden. Von
ihm könnten höchstens vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 11 Abs. 2 USG
verlangt werden (vgl. dazu BGE 129 II 238 E. 4.2; Anne-Christine Favre,
Strassensanierung im Siedlungsgebiet, in: Raum & Umwelt 2004, S. 53 ff., 56).
4. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Baubewilligung der
Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 mit Ausnahme des Kostenpunktes aufzuheben
und das Baugesuch des Beschwerdegegners vom 27. Februar 2004 ist abzulehnen. Die
Kosten des Baubewilligungsverfahrens sind auch dann geschuldet, wenn der Bauabschlag erteilt werden muss (Art. 52 Abs. 1 des Dekretes vom 22. März 1994 über
das Baubewilligungsverfahren, BewD; BSG 725.1; VGE 21961 vom 24.11.2004 i.S. B., E.
2.2).
Die Gemeinde wird zu prüfen haben, ob der Beschwerdegegner den neuen Maststall
gemäss der gültigen Baubewilligung erstellt hat (Zwischenboden, Stallinstallationen) und
ob diese Änderungen sowie das geänderte Betriebskonzept des Beschwerdegegners für
den Maststall die Durchführung eines (nachträglichen) Baubewilligungsverfahrens oder
eines Verfahrens zur Anpassung der Gewässerschutzbewilligung vom 13. November 2001
notwendig macht.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdegegner. Er hat die
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese Kosten betragen pauschal Fr. 1’950.--. Darin sind eingeschlossen die Gebühren für die
Fachberichte des LANAT von Fr. 300.-- und den Amtsbericht des GSA vom 27. Juni 2005
von Fr. 250.--. Dazu kommen die Kosten für den Augenschein mit Instruktionsverhandlung
von Fr. 400.-- (Art. 103 Abs. 1 VRPG; Art. 19 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Februar 1995
über die Gebühren der Kantonsverwaltung, GebV; BSG 154.21).
Die Beschwerdeführer haben eine Anwaltsrechnung im Betrag von Fr. 866.20 eingereicht.
Da sie nicht durch einen Anwalt vertreten sind und weil es sich auch nicht um ein
aufwändiges Verfahren gehandelt hat, bestehen keine Gründe, ihnen Parteikosten zu
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ersetzen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).
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