# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6ea9301-bb12-5744-b52f-922bd6f1ca7c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
X._
, geboren 1966, arbeitete seit dem 1. November 1999 als Sachbearbeiterin bei der
Y._
AG und war dadurch
bei der AXA Versicherungen AG (
nachfolgend:
AXA)
obligatorisch gegen die Fol
gen von Unfällen versichert
, ehe sie a
m 31. Januar 2006
beim Eislaufen
a
uf dem gefrorenen
Pfäffikersee
stürzte
(
Unfallmeldung UVG vom 9.
März 2006,
Urk.
9/1). Die
behandelnden
Ärzte
des Spital
s
Z._
diagnostizierten
eine distale dislozierte
extraartikuläre
Radiusfraktur
(Typ
Colles
)
links und
operierten
die Versicherte
am 3. Februar
2006
erstmals am linken Handgelenk
(
Urk.
9/B M1/2
).
Die AXA erbrachte
daraufhin
Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen.
Am 4. Juli 2006
(
Urk.
9/M4)
,
4. Januar 2007 (Urk.
9/M13)
und
3. April 2008 (
Urk.
9/M28)
folgten
in der
Klinik A._
weitere O
perationen am linken Handgelenk
.
Am 18. Juni 2009 erstellte Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie, im Auftrag der AXA ein ha
ndchirurgisches Gutachten (Urk.
9/M34). Am 1. Oktober 2010 nahm
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Chirurgie
, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie,
und
stellvertretender Leiter des Medizinischen Dienstes
Region
Zürich der AXA, zu den medizinisch
en Akten Stellung (Urk.
9/M43).
A
m
18
.
November 2010
fand
in der Klinik
A._
ein weiterer operativer Eingriff am linken Handgelenk statt
(
Urk.
9/M44), woraufhin
Dr.
C._
a
m 6.
Juli 2011
eine
neuerliche
Aktenbeurteilung vor
nahm
(
Urk.
9/M50).
Mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2012
sprach die AXA der Versicherten
mit Wirkung ab 1.
Dezember 2011
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 15 %
eine Invali
denre
nte
sowie eine
Integritätsentschädigung
von 30 % zu (
Urk.
9/78
). Die dagegen von der Versicherten
am 3.
Februar (
Urk.
9/81
; vgl. auch ergänzende
Einsprachebegründung
vom 1
2.
April 2012,
Urk.
9/90) und
von ihrem Krankenversicherer
Sanitas
Grundversicherungen AG am 13. Februar 2012 (
Urk.
9/84)
erhobene
n
Einsprache
n
wies die AXA
mit
Einspracheentscheid
vom
26. Juli 2012 (
Urk.
2)
ab.
Hiergegen erhob
X._
am 13. September 2012 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren
(
Urk.
1)
:
„1.
Der
Einspracheentscheid
der
Axa
Winterthur vom 26. Juli 2012 sei aufzuheben
und der Beschwerdeführerin seien auch nach 1. Dezember 2011 Taggelder
auszurichten und Heilungskosten zu vergüten.
2.
Der Beschwerdeführerin sei eine höhere Rente zu gewähren.
3.
Auch nach Festsetz
ung der Rent
e seien der Beschwerdeführerin gestützt auf
Art.
21 UVG die Kosten der Heilbehandlung zu ve
rgüten.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen z
ulasten der Beschwerdegegnerin.“
Mit Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2013 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
8), was
der Beschw
erdeführerin am 8.
Januar 2013 angezeigt
wurde
(
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
sind Versicherungsleistungen
, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versi
cherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbu
sse) ein natürlicher (
BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweise
n) und ein adäquater (
BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht.
1.2
Gemäss Art. 10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen.
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat sie so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
hinterlässt (Art. 19
Abs.
1 U
VG e
contrario
; BGE 116 V 41 E.
2c).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BG
E 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 15
7 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (
RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht
publ
. E. 5b des Urteils BGE 114 V 109, ver
öffentlicht in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008 E. 3.2, U 181
/06 vom 21. Juni 2007 E. 2.3 und U 223/06 vom 8. Februar 2007 E. 5.1.2).
2.
2.1
N
ach dem Sturz der Beschwerdeführerin
auf dem
Pfäffikersee
vom 31. Januar 2006
diagnostizierten die Ärzte des Spitals
Z._
im Ope
rationsbericht vom 3.
Februar 2006
eine distale dislozierte
extraartikuläre
Radiusfraktur (Typ
Colles
) links. Die
Beschwerdeführerin
sei
mit
eine
r
offene
n
Reposition und
einer
volare
n
Plattenosteosynthese
des distalen
Radius
operativ versorgt
worden
(
Urk.
9/B M1
).
2.2
Im Operationsbericht vom 4. Juli 2006
erklärte PD
Dr.
med. D._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates FMH sowie Chefarzt Orthopädie der Klinik
A._
,
dass es nach
einem
anfänglich p
roblemlosen postoperativen
Verlauf und
einer
Konsolidation der distalen Radiusfraktur in anatomischer Stellung zu einem sekundären Schmerz- und Irritationssyndrom
des
Handgelenks mit dorsalem Handgelenksganglion
gekomme
n sei. Am 4. Ju
li 2006
habe
er
daher
eine dorsale Handgelenksrevision mit Entfernung des
G
anglions,
Arthrotomie
und
Denervation
des
Nervus
interosseus
posterior
mit gleichzeitiger Entfernung der
palmar
angelegten dis
talen
Radiusplatte vorgenommen
(
Urk.
9/M4
/1
).
Am 4.
Januar 2007 berichtete
Dr.
D._
,
dass
die radiale
Gelenkfläche
eingebrochen sei und sich eine
ankylosie
rende
schmerzhafte sekundäre
Radiocarpalarthose
entwickelt habe
.
Am 4. Januar 2007
habe er das Handgelenk deshalb
mittels
radioscapholunärer
Teilarthrodese
(Gordon-
King) saniert
(
Urk.
9/M13
/1-2
)
.
Im Operationsbericht vom 3. April 2008
gab
Dr
.
D._
an
, dass es ein Jahr nach der
Teil
arthrodese
zu einer
subcutanen
Spontanruptur der Extensor
pollicis
longus
Sehne mit Streckinsuffizienz des linken Daumens gekommen sei. Gleichzeitig habe auf
grund der Metallimplantate eine lokale Schmerzhaftigkeit bzw. Überempfind
lichkeit über dem Radius
Styloid
bestanden.
Aus diesen Gründen
sei
am 3. April 2008 die Metallentfernung sowie die gleichzeitige Rekonstruktion der Daumenstreckung durch Sehnentransfer des Extensor
indicis
auf den Extensor
pollicis
longus
vorgenommen worden
(
Urk.
9/M28
/1
).
2.3
Im handchirurgischen Gut
achten vom 18. Juni 2009
zuhanden der Beschwerdegegnerin
diagnostizierte
Prof.
B._
(1) eine Teilversteifung des linken Hand
gelenk
s mit markanter Einschrän
kung der Beweglichkeit hinsichtlich Flexion und Extensio
n,
(2) eine deutliche Mus
kelminderung am linken Unterarm
und
(3) eine nicht objektiv
i
erbare Sensibilitätsstörung und Dysästhesie
an der Hand beuge- und streckseitig, für die bisher neurologisch keine Ursache habe gefun
den werden können
.
Prof.
B._
führte aus
, d
ie maximal zumutbare tägliche und wöchentliche Arbeitszeit sei dur
ch entsprechende Anpassung der
Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
im familieneigenen Betrieb nicht m
ehr eingeschränkt. Sie habe allerdings
einen Teil ihrer Tätigkeit aufgeben müssen. Bei anderen Tätigkeiten gebe es eine gewisse Einschränkun
g bei feinmotorischen Arbeiten
.
Er
empfehle
eine gründliche neurologische Abklärung
, um der Ursache der
Dysästhesien
und Sensibilitätsstörungen auf den Grund zu gehen
. Des Weiteren wäre
eine operative Entfernung der
pseudarthrotischen
Anteile des
Skaphoids
sinnvoll
(Urk.
9/M34
/6-11
)
.
2.4
Im
an die Beschwerdegegnerin gerichteten
Bericht vom 23. März 2010
legte
Dr.
med.
E
._
, Leitender Oberarzt
Neurologie
der Klinik
A._
, dar
, dass
aufgrund der unklaren
Kribbelparästhesien
der linken
Hohlhand
am 11. November 2009 umfangreiche klinisch-neurologische und elektrophysiolo
gische Abklärungen erfolgt seien. Eine Neuropathie oder Funktionsstör
ung eines
Nerven
habe
nicht
ansatzweise
eruiert werden können
. Da eine Reizsymptomatik des
Nervus
medianus
im Carpaltunnel links
prinzipiell den
noch möglich sei, habe
er eine Handgelenksschiene verordnet. Die Beschwer
deführerin habe diese konsequent s
echs Wochen nachts getragen. Lei
der habe auch durch diese Massnahme keine Reduktion der Beschwerden herbeigeführt
werden können (
Urk.
9/M38
/1
).
2.
5
Im
an die Beschwerdegegnerin gerichteten
Bericht vom 21. Juni 2010 diagno
sti
zierte
Dr.
D._
(1) ein persistierendes chronisches Schmer
z
syn
drom des linken Handgelenks, (2) einen
Sta
tus nach dislozierter
extraartik
ulärer
dis
taler Radiusfraktur loco
classico
link
s am 31. Januar 2006 und (3
) einen Ver
dacht auf ein
Nervus
medianus
-Reizsyndrom am linken Handgelenk (neurolo
gische Abklärung vom 23. März 2010).
Seit dem 1. August 2008 bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % (
Urk.
9/M41
/1-2
).
2.
6
Am
18. November 2010
berichtete
Dr.
D._
der Beschwerdegegnerin
,
dass infolge
der persistierenden
Pseudarthrose
mit Restschmerzen bei radiologischer
Te
il
nekrose
des
Scaphoid
s
nun
die Exzision des Os
scaphoideum
(Kahnbein)
vorgenommen
worden sei (
Urk.
9/M44
/1
).
2.
7
In der Stellungnahme vom 6. Juli
2011 erklärte
Dr.
C._
, aufgrund der
von Dezember 2010 bis Mai 2011 dokumentierten stetigen Verbesserungen
müsse davon ausgegangen werden
, dass der Endzus
tand nach der Operation vom 18.
November 2010 noch nicht vollständig erreicht sei.
Fr
ühestens nach Ablauf eines Jahres nach der letzten Operation bedürfe die Beschwerdeführerin zur Erhaltung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit keiner dauernden Behandlung und Pflege mehr.
Sollte der Anteil von handbelastenden Arbeiten und beidhän
digen Tastaturarbeiten
in der angestammten Tätigkeit als Galerie
mitarbeiterin
mehr als 50 % der Tätigkeiten ausmachen, so sei anhand der aktuellen Befunde eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit medizinisch ausgewiesen. Des Weiteren sei die Beschwerdeführerin für belastende
und feinmotorische Tätigkeiten mit der lin
ken Hand
unfallbedingt eingeschränkt
. In einer angepassten Tätigkeit unter Vermeidung von Belastungen über 2 bis 3 kg und repetitiven Bewegung
en mit dem linken Handgelenk sowie
der Finger bestehe eine v
ollschichtige Arbeitsfä
higkeit
(
Urk.
9/M50/
1-
2).
2.
8
Im Fragebogen zuhanden der
Fortu
na
Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Fortuna)
vom 4. November 2011 legte
Dr.
D._
dar
, dass von einer weiteren Behandlung grundsätzlich keine relevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten sei. Die Beschwerdeführerin benötige eine dauernde Betreuung. Dabei gehe es um die Behandlung des chr
onischen Schmerzsyndroms und die
Erhaltung der heutigen Arbeitsfähigkeit. Auch wenn später aus Schmerzgründen eine definitive
Handgelenksarthrodese
notwendig würde, sei damit keine relevante Veränderung der Arbeitsfähi
gkeit zu erwarten
.
Die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
als Galeriemitarbeiterin
betrage
seit
dem 1. Mai 2011 50 %
.
Die Arbeitsfähigkeit im Führen des eigenen grösseren Haushalts sei ebenfalls auf 50 % einzusch
ätzen
(
Urk.
9/M52
/1-2
)
.
3.
3.
1
Streitig und zu prüfen ist
zunächst
, ob
Ende November 2011
von einer
Fort
setzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdef
ührerin erwartet werden konnte.
Was unter einer namhaften Besser
ung des
Gesundheitszustand
s
(
Art. 19
Abs.
1
UVG
) zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstäti
gen Personen ausgerichtet ist (vgl. etwa Art. 1a und
Art. 4 UVG
)
,
wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstel
lung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetz
geber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen).
3.
2
Prof.
B
._
empfahl
in seinem handchirurgis
chen Gutachten vom 18. Juni 200
9 einerseits eine
gründliche neurologische Abklär
ung.
Andererseits
hielt er es für sinnvoll
, die
pseudarthrotischen
Anteile des
Skaphoid
s
zu entfernen
, um eine weitere Schädigung
des r
adialen Handgelenks durch den
sich frei bewe
genden Knochen mit einer zerstö
rten Gelenkfläche zwischen
Skap
hoid
und Radius
zu vermeiden (
Urk.
9/M34/
9-
11).
Diese beiden
Vorschläge
wurden befolgt
. Zunächst fand am 11. November 2009 in der Klinik
A._
eine umfangreiche neurologische
Abklärung
statt. Der
Grund für die von der Beschwerdeführerin geklagten
Kribbelparästhesien
konnte
jedoch nicht gefun
den werden. Die für sechs Wochen verordnete Handgelenk
sschiene brachte keine Linderung
der Beschwerden (
Urk.
9/M38
/1
).
Nach dem operativen Eingriff vom 18. Nov
ember 2010, bei d
em
das
Scaphoid
links
entfernt wurde, konnte demgegenüber ein erfreulicher Verlauf dokumentiert werden.
So hielt
Dr.
D._
am 7. Februar 2011 fest, dass
der Eingriff vom 18. November 2010 zu einer
Verminderung der Beschwerden i
m Handgelenk geführt habe (Urk.
9/M
48/2). Am 13. September 2011 berichtete
Dr.
D._
,
der Zustand
habe sich
in
zwischen etwas stabilisiert
. Seit der letzten Kontrolle von Mai 2011 hätten die Beschwerden
(nur)
noch leicht abgenommen. Ruheschmer
zen würden kaum mehr auftreten
(
Urk.
9/M51/2).
Vor diesem Hintergru
nd ist die Schluss
folgerung
vom 4. November 2011
von
Dr.
D._
selbst
, dass von einer weiteren Behandlung
grundsätzlich keine relevante Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit mehr zu erwarten sei und
a
uch eine allfällige definitive
Handgelenksarthrodese
keine relevante Veränderung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätte (
Urk.
9/M52/1), einleuchtend und ohne
Weiteres
nachvollziehbar. Ärztliche Auskünfte, die dem widerspr
echen würden, liegen nicht vor.
Die
Beurtei
lung
von Dr. C._
vom 6
. Juli 2011, wonach die Beschwerdeführerin frühestens nach Ablauf eines Jahres nach der letzten Operation
(vom 18. November 2010)
zur Erhal
tung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit keiner dauernden Behandlung u
nd Pflege mehr bedürfe (
Urk.
9/M50/2
), deckt sich im Wesentlichen mit der Ein
schätzung von
Dr.
D._
.
Sowohl
Dr.
D._
, der die Beschwerdeführerin seit 2006 behandelt
e
, als auch
Dr.
C._
und Prof.
B._
sahen also keine Therapieoptionen mehr, die zu einer erheblichen Verbesserung der Beschwerden am linken Handgelenk hätten führen können.
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten steht somit fest, dass von einer ärztlichen Behandlung nach November 2011 keine namhafte Verbesse
rung des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin
mehr erwartet werden konnte
, weshalb der zu diesem Zeitpunkt vorgenommene Fallabschluss nicht zu beanstanden ist.
4.
4.1
Streitig und zu prüf
en is
t weiter de
r Anspruch auf eine Invalidenrente.
Was die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätig
keit als Galeriemitarbeiterin betri
fft, besteht zwischen
Dr.
C._
und Dr.
D._
weitgehend Einigkeit. Beide gingen zuletzt
im Juli bzw. November 2011
von einer Arbeits
unfähigkeit von 50 % aus, wobei
die
Einschätzung
von Dr. C._
unter der Prämisse erfolgte, dass
der Anteil von handbelastenden Arbeiten und beidhän
digen Tastaturarbeiten mehr als 50 % der Tätigkeiten
in der Galerie
a
usmachte (
Urk.
9/M52/2 und
Urk.
9/M50/2
). Prof.
B._
äusser
te sich nicht
konkret
z
ur Höhe der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
(
Urk.
9/M34/7-9
).
Die
Antworten
von Dr. D._
aus dem Fragenbogen zuhanden der Fortuna vom 4.
November 2011
lässt sich sodann
entnehmen, dass
er
die Beschwerdeführerin bei
einer reinen
Büroarbeit
im Rahmen ihrer Tätigkeit als G
aleriemitarbeiterin
zu 66 2/3 % und im eigenen grösseren Haushalt zu 50 %
arbeitsfähig hielt
(
Urk.
9/M52/2).
Alle
drei Ärzte
führten
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auf die
verminderte
Belastbarkeit der linken Hand
zurück
. Dass darüber hinaus eine allgemeine Leistungseinschränkung vorliegen würde, geht aus den
umfang
reichen
medizinischen Akten nicht hervor.
4.2
Zur Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in einer behinderu
ngsangepassten Tätigkeit nahm
Dr.
D._
nicht Stellung. Er begründete dies damit, dass e
ine vollständige Aufgabe der Tätigkeit in der
Galerie
weder möglich noch zumutbar
sei (
Urk.
9/M52/2).
Prof.
B._
erklärte
am 18. Juni 2009 -
das heisst
noch vor dem
letzten
operativen Eingriff vom
18
. November 2010, der unbestrittener
massen zumindest eine leichte Besserung der Beschwerde
n bewirkte -,
dass es
bei feinmotorischen Arbeiten
eine gewisse Einschränkung gebe.
Dr.
C._
legte in seiner
Stellungnahme
vom 6. Juli 2011
- in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
-
dar, dass
die Beschwerdeführerin für belastende und feinmotorische Tätigkeiten mit der linken Hand unfallbedingt eingeschränkt sei. In einer angepassten Tätigkeit unter Vermeidu
ng von Belastungen über 2 bis 3
kg und repetitiven Bewegungen mit dem linken Handgelenk sowie der Finger bestehe eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit
(Urk.
9/M50/2)
. Diese Einschätzung ist angesichts
des feststehenden medizinischen Sachverhalts sowie
der
zuletzt
von
Dr.
D._
in dessen Ber
icht vom 10. Mai 2011 genannten, weitgehend unauf
fälligen
Befunde
(
es ist insbesondere
die Rede davon, dass
alle Greifqualitäten mühelos und zielsicher
sowie
Trophik
und Sensibilität intakt seien und
lediglich noch eine
leichte
Druckdolenz
über dem CM IV-Gelenk bestehe
,
Urk.
9/M51/2
)
plausibel und nachvollziehbar.
Auch aus dem
in der Folge
von
Dr.
D._
erstellten Bericht, in dem er die Ergebnisse der Untersuchung vom 13. Se
p
tember 2011 festhielt (
Urk.
9/M51
), lässt sich nichts Gegenteiliges ableiten.
Dr.
D._
führte darin aus, dass
am linken Handgelenk
kaum noch Ruheschmerzen auftreten würden.
G
elegentlich
komme es
spontan zu neurolo
gischen Symptomen, vor allem im Daumenstrahlbereich, ohne äussere Ursache. Die Handgelenksschmerzen seien vor allem belastungs- und bewegungsabhängig.
Die Möglichkeiten mit der linken Hand seien jedoch insgesamt etwas besser geworden, indem die Beschwerdeführerin wieder schwimmen könne, was vorher nicht mehr möglich gewesen sei (
Urk.
9/M51).
Auf
die
Beurteilung
von Dr. C._
betreffend Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
kann somit abgestellt werden.
4.3
Im Rahmen der Festlegung des Invaliditätsgrads ist die Erwerbsfähigkeit
der
Ver
sicherten und nicht d
er
en
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit mass
gebend (Art. 8
Abs.
1
ATSG).
Das Bundesgericht geht
in konstanter Praxis davon aus, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt sogar Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind
oder die ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt als unbelastete
Zudienhand
einsetzen können, genügend
realistische Betätigungsmöglichkeiten
bietet (Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2008 vom 1
7.
Sep
tember 2008 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Dies muss vorliegend umso mehr
gelten,
zumal bei der
Beschwerdeführerin die
adominante
linke Hand
betroffen ist (
Urk.
9/M43/2)
.
Die wi
rtschaftliche Verwertbarkeit ihrer
Restarbeitsfähigkeit ist daher ohne
Weiteres
zu bejahen.
4.4
Bei erwerbstätigen Ve
rsicherten ist der Invaliditäts
grad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art.
16 ATSG).
Die Beschwerdegegnerin hat die Grundlagen für die Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens korrekt ermittelt.
Der von der Beschwerdegegnerin vor
genommene Einkommensvergleich wurde von der Beschwerdeführerin lediglich insofern beanstandet, als sie die Gewährung
eines höheren Leidensabzuges (mindestens 20 % statt 10 %) verlangte
(
Urk.
1
Rz
.
2.5
).
4.
5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die Beschwerdeführerin ist – wie mehrfach erwähnt – aufgrund der verminder
ten Belastbarkeit der linken Hand eingeschränkt.
Weitergehende körperliche Einschränkungen bestehen nicht.
Im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1
2.
Januar 2012
war sie
45-jährig.
Sie ist Schweize
rin, hat die Handelsschule besucht und danach eine Lehre als Hochbauzeichnerin a
bsolviert, allerdings
nicht abgeschlossen (
Urk.
9/29/2).
Der
Beschwerde
führerin
steht demnach
ein weites Spektrum an leidensangepassten Tätigkeiten offen. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Leidensabzu
g in der Höhe von 10 % ist
– unter Würdigung sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände -
nicht zu beanstanden.
4.
6
Die der Beschwerdeführerin
gestützt auf eine
n
Invaliditätsgrad von 15 %
zuge
sprochene Rente
ist demnach rechtens
.
5.
5.1
Schliesslich
verlangt
e
die Beschwerdeführerin, es seien ihr auch nach Fest
setzung einer Rente gestützt auf Art. 21 UVG die Kosten der Hei
l
behandlung zu vergüten (
Urk.
1
Rz
. 1.2
)
.
5.2
E
inzig
Dr.
D._
hielt
eine dauernde Betreuung der Beschwerdeführerin nach November 2011 für notwendig (
Urk.
9/M52/2;
Dr.
C._
erklärte im Wesentli
chen, dass ergotherapeutisch assistierte Stabilisierungs- und Mobilisationsübungen noch bis im November 2011 zweckmässig seien,
Urk.
9/M50/2).
Dr.
D._
erläuterte aber nicht, welche Therapien in Frage kämen. Er verord
nete auch keine Therapie. In seinem jüngsten aktenkundigen Bericht vom 2
4.
Januar 2012 ist lediglich die Rede davon, dass im September 2012 eine kli
nische und radiologische Verlaufskontrolle vorgesehen sei (
Urk.
9/M54/2). Fer
ner
fehlen
Angaben von
Dr.
D._
, inwiefern sich der Zustand der Beschwer
deführerin ohne dauernde Behandlung
verschlechtern
und inwieweit sich da
durch überdies die Resterwerbsfäh
igkeit reduzieren würde
.
Unter diesen Umständen
ist
ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf dauernde Behandlung und Pflege zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit nicht ausgewiesen.
6.
Die von der Beschwerdegegnerin gewährte Integritätsentschädigung in der Höhe
von 30
%
wurde von der Beschwerdeführerin
nicht in Zweifel gezogen und entspricht der Akten- und Rechtslage.
7.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.