# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3751035b-ee06-4b9e-b52e-b3703769ccc1
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ausweisung
Berufung gegen Verfügungen des Einzelgerichtes s. V. des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 4. Juni 2018 (ER180015)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchsteller und Berufungskläger (act. 1 S. 2): "Es sei den Beklagten unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB für den Fall der Nichtbefolgung zu befehlen, aus der Liegenschaft am E._-weg ... in F._, Grundbuch Blatt 1, Kataster 2, EGRID CH 3, auszuziehen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich ) zu Lasten der Beklagten."
der Gesuchsgegner und Berufungsbeklagten (act. 6 S. 1):
" 1. Es sei auf die Klage nicht einzutreten. 2. Hilfsweise seien die Anträge der Kläger abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Kläger."
Verfügung des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 4. Juni 2018: (act. 11 = act. 14 = act. 16)
1. Auf das Ausweisungsbegehren der Gesuchsteller 1 und 2 vom 13. April
2017 [recte: 2018] wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtskosten werden auf Fr. 1'500.– festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden den Gesuchstellern 1 und 2 unter solidarischer
Haftbarkeit für den Gesamtbetrag je hälftig auferlegt, jedoch zufolge Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen.
Die Gesuchsteller 1 und 2 werden auf die Nachforderungspflicht gemäss
Art. 123 ZPO hingewiesen.
4. Die Gesuchsteller 1 und 2 werden unter solidarischer Haftbarkeit für den
Gesamtbetrag verpflichtet, den Gesuchsgegnern 1 und 2 eine Parteient-
schädigung von Fr. 3'400.– (zzgl. 7.7 % MwSt) zu bezahlen.
5.-7. [Schriftliche Mitteilung / Berufung 10 Tage / Fristenlauf]
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Berufungsanträge:
der Gesuchsteller und Berufungskläger (act. 15 S. 2 f.):
"1. Es sei Ziffer 1 der materiellen Verfügung des Einzelgerichts am  Dielsdorf vom 4. Juni 2018 aufzuheben, es sei auf das  einzutreten und es sei den Beklagten unter Androhung der  nach Art. 292 StGB für den Fall der Nichtbefolgung zu , aus der Liegenschaft am E._-weg 7 in F._, Grundbuch Blatt 1, Kataster 2, EGRID CH 3, auszuziehen; Eventualiter sei Ziffer 1 der materiellen Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Dielsdorf vom 4. Juni 2018 aufzuheben, es sei auf das Begehren einzutreten und es sei dem Beklagten 2 unter  der Bestrafung nach Art. 292 StGB für den Fall der  zu befehlen, aus der Liegenschaft am E._-weg 7 in F._, Grundbuch Blatt 1, Kataster 2, EGRID CH 3, auszuziehen; Subeventualiter sei Ziffer 1 der materiellen Verfügung des  am Bezirksgericht Dielsdorf vom 4. Juni 2018 aufzuheben, es sei auf das Begehren einzutreten und es sei den Beklagten unter  der Bestrafung nach Art. 292 StGB für den Fall der  zu befehlen, aus dem Erdgeschoss der Liegenschaft am E._-weg 7 in F._, Grundbuch Blatt 1, Kataster 2, EGRID CH 3, auszuziehen; Subeventualiter sei Ziffer 1 der materiellen Verfügung des  am Bezirksgericht Dielsdorf vom 4. Juni 2018 aufzuheben, es sei auf das Begehren einzutreten und es sei dem Beklagten 2 unter  der Bestrafung nach Art. 292 StGB für den Fall der  zu befehlen, aus dem Erdgeschoss der Liegenschaft am E._-weg 7 in F._, Grundbuch Blatt 1, Kataster 2, EGRID CH 3, auszuziehen;
2. Für den Fall der Abweisung dieser Berufung sei Dispositivziffer 4 der materiellen Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Dielsdorf vom 4. Juni 2018 teilweise aufzuheben und es sei eine  ohne Mehrwertsteuerzuschlag zuzusprechen; unter Kosten und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich ) zu Lasten der Beklagten."
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## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. A._ und B._ (Gesuchsteller und Berufungskläger, nachfolgend Be-
rufungskläger) sind die Eltern bzw. Schwiegereltern von C._ und D._
(Gesuchsgegner und Berufungsbeklagte, nachfolgend Berufungsbeklagte). Am
4. März 2004 verkauften die Berufungskläger ihrer Tochter, der Berufungsbeklag-
ten 1, ein Grundstück in der Gemeinde F._ (Grundregister Blatt 1), auf wel-
chem sich ein Wohnhaus mit Schopf (nachfolgend streitgegenständliche Liegen-
schaft) befand. Die Käuferin bezahlte dafür Fr. 520'000.–: Fr. 300'000.– durch
Übernahme der Hypothek und Fr. 160'000.– bar. Der Rest von Fr. 60'000.– wurde
schliesslich mit dem Wert eines den Verkäufern (den Berufungsklägern) von der
Käuferin (der Berufungsbeklagten 1) im Kaufvertrag eingeräumten Wohnrechts
verrechnet (act. 3/1 S. 3). Diesbezüglich wurde unter Ziff. 11 des Kaufvertrages
Folgendes festgehalten (act. 3/1 S. 5):
"Die Käuferin räumt den Verkäufern folgendes Wohnrecht ein, das als  im Grundregister einzutragen ist: Wohnrecht
zugunsten Ehegatten A._, geb. tt. Juni 1933, B._ geb. ... [Name], geb. tt. Juli 1936,
zulasten Kat.-Nr. 2 Blatt 1
Die Berechtigten haben das lebenslängliche und unentgeltliche Wohnrecht (Art. 776ff.) an den Wohnräumen des Wohnhaus, Vers. Nr. 4, auf der  Liegenschaft.
Die Kosten des gewöhnlichen Unterhalts sowie für Energie, Heizung, Wasser, Kehrichtabfuhr, tragen die Wohnrechtsberechtigten. Die Hypothekarzinse trägt die belastete Eigentümerin."
Das so begründete Wohnrecht wurde am 4. März 2004 mit folgendem Wort-
laut im Grundbuch eingetragen (act. 3/2):
"Wohnrecht, zg. Ehegatten A._, tt.6.1933; und B._, tt.7.1936"
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2. Vor Vorinstanz haben die Berufungskläger in tatsächlicher Hinsicht geltend
gemacht, die beiden Berufungsbeklagten seien im August 2017 in ihrer (der Beru-
fungskläger) Abwesenheit in das Erdgeschoss der streitgegenständlichen Liegen-
schaft gezogen und hätten zwischenzeitlich umfangreiche Umbauarbeiten vorge-
nommen. Sie selbst (die Berufungskläger) seien von den Berufungsbeklagten
nach und nach systematisch aus der Liegenschaft gedrängt worden und hätten
sich aufgrund der persönlich unerträglichen Situation auf Empfehlung des Haus-
arztes entschieden, vorübergehend aus der Liegenschaft auszuziehen (act. 1
Rn. 3 ff.). Die Berufungsbeklagten brachten in tatsächlicher Hinsicht demgegen-
über vor, die Berufungsbeklagte 1 sei bereits im Jahr 2004, nachdem sie die Lie-
genschaft von ihren Eltern, den Berufungsklägern, übernommen und Sanierungs-
arbeiten in Höhe von Fr. 200'000.– finanziert habe, zu diesen in die streitgegen-
ständliche Liegenschaft gezogen, wobei sie in Absprache mit diesen das obere
Geschoss und die Berufungskläger selbst das Erdgeschoss bewohnt hätten. Dass
im August 2017 auch ihr Ehemann, der Berufungsbeklagte 2, mit in die Liegen-
schaft gezogen sei und dass die Berufungskläger auf diesen Zeitpunkt hin vom
Erd- in das obere Geschoss umgezogen seien, sei mit den Berufungsklägern
ebenfalls so vereinbart und abgesprochen gewesen (act. 6 Rn. 5).
Unbestritten ist, dass es zwischen den Parteien nach dem Einzug des Beru-
fungsbeklagten 2 bzw. dem Umzug der Berufungskläger von der unteren in die
obere Etage – aus welchen Gründen auch immer – zum Streit gekommen ist, in
dessen Verlauf die Berufungskläger die Berufungsbeklagten schliesslich mit
Schreiben vom 26. Januar 2018 aufgefordert haben, bis spätestens 2. Februar
2018, 12:00 Uhr, aus der streitgegenständlichen Liegenschaft auszuziehen, wobei
sie insbesondere ausführten, die Berufungsbeklagten hätten sie in schikanöser
Weise an der Ausübung ihres Wohnrechts gehindert und systematisch aus der
Liegenschaft gedrängt (act. 3/3 S. 1).
3.1 Am 13. April 2018 machten die Berufungskläger beim Einzelgericht im
summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Dielsdorf (nachfolgend Vorinstanz)
im Verfahren um Rechtsschutz in klaren Fällen gemäss Art. 257 ZPO ein Auswei-
sungsgesuch gegen die Berufungsbeklagten anhängig und stellten die vorge-
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nannten Rechtsbegehren. Zudem beantragten sie, es sei ihnen die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren und es sei ihnen in der Person von Rechtsanwalt
lic. iur. X._ ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (act. 1 S. 2). Mit
Verfügung vom 19. April 2018 setzte die Vorinstanz den Berufungsbeklagten Frist
zur Stellungnahme an (act. 4), welche von diesen innert erstreckter (vgl. act. 5)
Frist erstattet wurde. Die Berufungsbeklagten stellten dabei die vorgenannten An-
träge (act. 6 S. 1). Am 22. Mai 2018 nahmen die Berufungskläger im Rahmen des
bundesgerichtlichen Replikrechts zu der Gesuchsantwort Stellung (act. 10).
3.2 Mit Verfügung vom 4. Juni 2018 traf die Vorinstanz den vorgenannten End-
entscheid, mit welchem sie auf das Ausweisungsbegehren der Berufungskläger
nicht eintrat. Indes bewilligten sie diesen mit Verfügung vom selben Tag die un-
entgeltliche Rechtspflege und bestellte ihnen in der Person von Rechtsanwalt
lic. iur. X._ einen unentgeltlichen Rechtsbeistand (act. 14 [= act. 11 =
act. 16]).
4. Gegen diesen Entscheid erhoben die Berufungskläger mit Eingabe vom
14. Juni 2018 (Datum Poststempel) rechtzeitig (vgl. act. 12/2) Berufung bei der
Kammer und stellten die vorgenannten Berufungsanträge (act. 15 S. 2 f.). Zudem
stellten sie für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und beantragten, es sei ihnen in der Person ihres vorinstanz-
lichen Vertreters ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (act. 15 S. 3).
5. Da sich die Berufung – wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird – sofort
als offensichtlich unzulässig bzw. unbegründet erweist, kann in Anwendung von
Art. 312 Abs. 1 ZPO auf die Einholung einer Berufungsantwort verzichtet und oh-
ne Weiterungen entschieden werden.
II. Zur Berufung im Einzelnen
1. Die Berufung ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1
ZPO). Es sind Anträge zu stellen und diese sind zu begründen. Es kann sowohl
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die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung des Sach-
verhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Dabei muss die Berufung er-
hebende Partei im Einzelnen darlegen, was am angefochtenen Urteil oder am
Verfahren des Bezirksgerichts falsch war (vgl. BGE 138 III 374, E. 4.3.1). Ist eine
Berufung unbegründet geblieben oder verfügt sie über keine Anträge, ist auf sie
nicht einzutreten. Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren
nur dann noch zu berücksichtigen, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden
und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz hatten vorgebracht
werden können (Art. 317 Abs. 1 ZPO; vgl. dazu BGE 138 III 625). Ist das nicht der
Fall, bleiben die neuen Tatsachen und Beweismittel unberücksichtigt. Eine Klage-
änderung ist im Berufungsverfahren nur noch zulässig, wenn die Voraussetzun-
gen von Art. 227 Abs. 1 ZPO (gleiche Verfahrensart sowie entweder sachlicher
Zusammenhang zum bisherigen Anspruch oder Zustimmung der Gegenpartei)
gegeben sind und sie zudem auf neuen Tatsachen und Beweismittel beruht
(Art. 317 Abs. 2 ZPO).
2. Die Berufungskläger stellen im Berufungsverfahren neue, über die bereits im
erstinstanzlichen Verfahren gestellten Begehren hinausgehende Anträge, welche
insbesondere die alleinige Ausweisung des Berufungsbeklagten 2 sowie eine
Ausweisung der beiden Berufungsbeklagten einzig aus dem Erdgeschoss der
streitgegenständlichen Liegenschaft zum Gegenstand haben (vgl. vorstehend).
Da die Berufungskläger nicht geltend machen, dass diese Anträge auf neuen Tat-
sachen oder Beweismitteln beruhen (vgl. act. 15 Rn. 122 ff.) und die Vorausset-
zungen einer Klageänderung im Berufungsverfahren gemäss Art. 317 Abs. 2 ZPO
dementsprechend nicht erfüllt sind, ist darauf von vornherein nicht einzutreten.
Daran ändert insbesondere nichts, dass die Berufungskläger zu ihrem Subeven-
tualantrag vorbringen, die Berufungsbeklagten hätten im vorinstanzlichen Verfah-
ren zwar vorgebracht, sie würden ihnen den Einzug in das Erdgeschoss der
streitgegenständlichen Liegenschaft "gestatten", jedoch sei das blosse Angebot
bei fortlaufendem Verfahren nicht ausreichend (act. 15 Rn. 126). Soweit die Beru-
fungskläger aus diesem Vorbringen ableiten wollen, das während laufendem Ver-
fahren gemachte Angebot stelle eine neue Tatsache im Sinne von Art. 317 Abs. 2
ZPO dar, weshalb der von ihnen erst im Berufungsverfahren gestellte, nur das
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Erdgeschoss betreffende Ausweisungsanspruch auf neuen Tatsachen beruhe,
erweist sich dies als unzutreffend. Vielmehr ergibt sich aus den vorinstanzlichen
Akten, dass die Berufungsbeklagten den Berufungsklägern bereits am 5. März
2018 – und damit vor Anhängigmachung des Ausweisungsbegehrens durch die
Berufungskläger am 13. April 2018 – mitgeteilt haben, der Nutzung des Erdge-
schosses durch die Berufungskläger, wie sie seitens der Berufungskläger und der
Berufungsbeklagten 1 von 2004 bis 2017 gelebt worden sei, stehe nichts im We-
ge (vgl. act. 3/5). Der Subeventualantrag der Berufungskläger beruht folglich
ebenfalls nicht auf neuen Tatsachen im Sinne von Art. 317 Abs. 2 ZPO und ist
deshalb im vorliegenden Verfahren unzulässig. Weiterungen zu den von den Be-
rufungsklägern erst im Berufungsverfahren gestellten Anträgen erübrigen sich.
3. Die Berufungskläger haben den von ihnen gegenüber den Berufungsbeklag-
ten behaupteten Ausweisungsanspruch im Verfahren um Rechtsschutz in klaren
Fällen gemäss Art. 257 ZPO anhängig gemacht. Dieses Verfahren ermöglicht es
der gesuchstellenden Partei bei klarer Sach- und Rechtslage rasch, d.h. ohne ein-
lässlichen Prozess im ordentlichen Verfahren, zu einem rechtskräftigen und voll-
streckbaren Entscheid zu kommen. Allerdings ist dieses Verfahren mit Blick auf
die Wirkung des Entscheides nur dann zulässig, wenn der Sachverhalt unbestrit-
ten oder sofort beweisbar und die Rechtslage klar ist (Art. 257 Abs. 1 ZPO). Fehlt
es an klarem Recht oder sofort beweisbaren tatsächlichen Verhältnissen, so ist
das Begehren illiquid und das Gericht tritt darauf nicht ein (Art. 257 Abs. 3 ZPO;
vgl. zum ganzen etwa BGE 141 III 23 E. 3.2; BGE 138 III 620 E. 5.1.1). Der ge-
suchstellenden Partei steht in diesem Fall die Klage im ordentlichen Verfahren of-
fen.
3.1 Zwischen den Parteien ist in tatsächlicher Hinsicht unbestritten, dass den
Berufungsklägern an der streitgegenständlichen Liegenschaft ein (dingliches)
Wohnrecht im Sinne der Art. 776 ff. ZGB zukommt. Strittig ist hingegen, ob es
sich dabei um ein ausschliessliches Wohnrecht (alleiniges Benutzungsrecht) oder
nur um ein Mitbenutzungsrecht (gemeinsam mit den Eigentümern) handelt. Die
Berufungskläger vertreten diesbezüglich den Standpunkt, es handle sich um ein
ausschliessliches Wohnrecht (act. 1 Rn. 1), weil sich weder dem Grundbuchaus-
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zug noch dem Begründungsakt eine Einschränkung entnehmen lasse (act. 1
Rn. 25). In rechtlicher Hinsicht stellen sich die Berufungskläger auf den Stand-
punkt, dass sich Recht und Pflichten aus dem Grundbucheintrag deutlich ergeben
würden, weshalb dieser gemäss Art. 738 Abs. 1 ZGB für den Inhalt der Dienst-
barkeit ausschliesslich massgebend sei; eine Auslegung der Dienstbarkeit nach
Art. 738 Abs. 2 ZGB sei folglich nicht vorzunehmen, weshalb es auf die Art, wie
das Wohnrecht während längerer Zeit ausgeübt worden sei, gar nicht ankomme
(act. 1 Rn. 33 ff.). Die Berufungsbeklagten hielten dem entgegen, es handle sich
lediglich um ein Mitbenutzungsrecht, weil weder die Eintragung des Wohnrechts
im Grundbuch noch die Formulierung im Kaufvertrag hinsichtlich der Ausschliess-
lichkeit des Wohnrechts eindeutig sei. Aus diesem Grund sei die Dienstbarkeit
nach Art. 738 Abs. 2 ZGB auszulegen (act. 6 Rn. 25 f.). Folglich sei zu berück-
sichtigen, dass es weder im Zeitpunkt der Eintragung noch in den 13 Jahren da-
nach der Wille der Parteien gewesen sei, den Berufungsklägern ein ausschliessli-
ches Wohnrecht einzuräumen (act. 6 Rn. 2) und es auch nie so gelebt worden
sei. Vielmehr habe die Berufungsbeklagte 1 seit 2004 mit ihren Eltern in den
streitgegenständlichen Liegenschaft gewohnt, wobei die Eltern den unteren und
die Tochter den oberen Stock bewohnt hätten (act. 6 Rn. 5 f.).
3.2 Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, dass man – aufgrund des öffent-
lichen Glaubens des Grundbuchs – zwar schon "der Ansicht sein könne, dass der
Wortlaut des Grundbuchs, welcher vom Wohnrecht spreche, klar genug sei. Den-
noch folge das Gericht aber der Ansicht des Rechtsvertreters der Berufungsbe-
klagten" (act. 14 E. III.2.2), womit die Vorinstanz im Ergebnis davon ausging, dass
die Dienstbarkeit entgegen der Meinung der Berufungskläger nach der Art, wie sie
während längerer Zeit unangefochten ausgeübt worden ist, auszulegen sei. Konk-
ret berücksichtigte die Vorinstanz deshalb, dass die Berufungsbeklagte 1 über
viele Jahre hinweg zusammen mit den Berufungsklägern die Liegenschaft be-
wohnt habe. Dieses faktisch gelebte Verhältnis und der damit verbundene – von
beiden Parteien – geäusserte Wille, das Wohnrecht bereits während dieser Jahre
nicht ausschliesslich auf die Berufungskläger beschränken zu wollen, offenbare
eine Divergenz zwischen dem Eintrag und dem tatsächlich gelebten. Da der Par-
teiwille und folglich der Sachverhalt damit nicht klar genug bewiesen und die
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Rechtslage nicht klar genug sei, trat die Vorinstanz in der Folge nicht auf das
Ausweisungsbegehren der Berufungsklage ein (act. 14 E. III.2.2).
3.3 Ob das Begehren der Berufungskläger entgegen dem vorinstanzlichen Ent-
scheid gutgeheissen werden kann, hängt – was die Vorinstanz in ihrer Begrün-
dung nicht klar festgehalten hat – einzig davon ab, ob sich Rechte und Pflichten
aus dem Grundbucheintrag im Sinne von Art. 738 Abs. 1 ZGB deutlich ergeben.
Denn wenn – wie die Berufungskläger sowohl vor Vorinstanz als auch im Beru-
fungsverfahren zu Recht geltend machen (vgl. act. 1 Rn. 33; act. 15 Rn. 56 ff.) –
sich der Inhalt der Dienstbarkeit aus dem Wortlaut des Grundbucheintrages deut-
lich ergeben würde, wäre dieser für den Inhalt der Dienstbarkeit alleine massge-
bend (Art. 738 Abs. 1 ZGB) und es wäre unzulässig, für die Ermittlung des Inhalts
gestützt auf Art. 738 Abs. 2 ZGB auf den Erwerbsgrund oder die Art, wie die das
Wohnrecht während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt
worden ist, abzustellen. Mit anderen Worten wäre diesfalls die von der Vorinstanz
vorgenommene Auslegung der Dienstbarkeit unzulässig. Nur wenn der Wortlaut
unklar ist, darf im Rahmen des Eintrags auf den Erwerbsgrund zurückgegriffen
werden (Art. 738 Abs. 2 ZGB), d.h. auf den Begründungsakt, der als Beleg beim
Grundbuchamt aufbewahrt wird (Art. 948 Abs. 2 ZGB) und einen Bestandteil des
Grundbuchs bildet (Art. 942 Abs. 2 ZGB). Ist auch der Erwerbsgrund nicht schlüs-
sig, kann sich der Inhalt der Dienstbarkeit – im Rahmen des Eintrags – aus der
Art ergeben, wie sie während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben
ausgeübt worden ist (Art. 738 Abs. 2 ZGB; vgl. etwa BGE 137 III 145 E. 3; BGE
130 III 554 E. 3.1; BGE 128 III 169 E. 3a; BGE 123 III 461 E. 2a/b).
3.4 Aus dem Grundbuchauszug ergibt sich vorliegend das Bestehen eines
Wohnrechts zugunsten der Berufungskläger (vgl. vorstehend Ziff. I.1), ohne dass
dieses ausdrücklich als ausschliessliches Wohnrecht oder als blosses Mitbenut-
zungsrecht bezeichnet würde. Gleiches gilt auch für den Errichtungsakt in Form
des Kaufvertrages vom 4. März 2004, gemäss welchem die Berechtigten das le-
benslängliche und unentgeltliche Wohnrecht (Art. 776ff.) an den Wohnräumen
des Wohnhaus, Vers. Nr. 4, auf der belasteten Liegenschaft haben (vgl. vorste-
hend Ziff. I.1).
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3.4.1 Die Berufungskläger vertraten vorinstanzlich jedoch die Ansicht, bei diesem
Wortlaut des Wohnrechts sei in rechtlicher Hinsicht klar, dass es sich um ein aus-
schliessliches Wohnrecht handle. Lasse sich nämlich – wie vorliegend – einer-
seits dem Grundbucheintrag keine Ein- bzw. Beschränkung des Wohnrechts ent-
nehmen und sei andererseits dem dazugehörenden Beleg zu entnehmen, dass
das Wohnrecht "am ganzen Wohnhaus" bestehe, dann sei vom Bestehen eines
ausschliesslichen Wohnrechts im Sinne von Art. 778 Abs. 1 ZGB auszugehen
(act. 1 Rn. 40; act. 15 Rn. 67).
Zu prüfen ist folglich, ob die Rechtslage betreffend der von den Berufungs-
klägern so vertretenen Rechtsauffassung als klar im Sinne von Art. 257 Abs. 1
lit. b ZPO bezeichnet werden kann. Ist dies der Fall und der Wortlaut des Wohn-
rechts dementsprechend im Sinne von Art. 738 Abs. 1 ZGB als dergestalt klar zu
bezeichnen, dass sich das ausschliessliche Benutzungsrecht der Berufungskläger
daraus deutlich ergibt, bliebe kein Raum für die von der Vorinstanz vorgenomme-
ne Auslegung der Dienstbarkeit nach Art. 738 Abs. 2 ZGB. Der Vollständigkeit
halber anzumerken ist an dieser Stelle, dass die Vorinstanz entgegen dem wie-
derholten Hinweis der Berufungskläger (vgl. etwa act. 15 Rn. 12, 31,43, 46, 61,
118) nicht der Auffassung war, der Grundbucheintrag sei klar im Sinne von
Art. 938 Abs. 1 ZGB, hat sie doch vielmehr festgehalten, "man könne zwar der
Ansicht sein, dass der Wortlaut des Grundbuchs, welcher vom Wohnrecht spre-
che, klar genug sei", wobei sie in ihrem weiteren Entscheid jedoch ausdrücklich
festhielt, der gegenteiligen Ansicht der Berufungsbeklagten zu folgen, weshalb sie
die Dienstbarkeit entgegen der von den Berufungsklägern vertretenen Meinung
auslegte (vgl. vorstehend Ziff. II.3.2). Aus der entsprechenden Formulierung der
Vorinstanz können die Berufungskläger deshalb nichts zu ihren Gunsten ableiten.
3.4.2 Klar im Sinne im Sinne von Art. 257 Abs. 1 lit. b ZPO ist die Rechtslage,
wenn sich die Rechtsfolge bei der Anwendung des Gesetzes unter Berücksichti-
gung der Lehre und Rechtsprechung ohne Weiteres ergibt und damit die Rechts-
anwendung zu einem eindeutigen Ergebnis führt. Dagegen ist die Rechtslage in
der Regel nicht klar, wenn die Anwendung einer Norm einen Ermessens- oder Bil-
ligkeitsentscheid des Gerichts mit wertender Berücksichtigung der gesamten Um-
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stände erfordert, wie dies namentlich bei der Beurteilung von Treu und Glauben
zutrifft (BGE 141 III 23 E. 3.2; 138 III 123 E. 2.1.2; BGE 138 III 728 E. 3.3; BGer
4A_350/2015 vom 25. August 2015, E. 4.2). Auch wenn die genaue Bedeutung
einer Gesetzesbestimmung dem Wortlaut nicht entnommen werden kann, kann
sie doch klar sein im Hinblick auf den Sinn, der ihr nach bewährter Lehre und
Überlieferung beigemessen wird. Zur Verneinung der Liquidität genügt indes,
wenn das bestrittene Recht im Ernst diskutiert werden kann (ZR 93 [1994] Nr. 7
m.V.a. ZR 36 [1937] Nr. 30Z; ZK ZPO-SUTTER-SOMM/LÖTSCHER, 3. Aufl. 2016,
Art. 257 N 9 ff. m.w.H.).
3.4.3 Die Berufungskläger stützen die von ihnen vertretene Rechtauffassung ei-
nerseits auf einen Entscheid des Kantonsgericht St. Gallen vom 25. Oktober
2016, in welchem dieses festgehalten hatte, im konkret zu beurteilenden Fall er-
gebe sich aus dem zum Grundbucheintrag gehörenden Beleg, dass das fragliche
Wohnrecht "am ganzen Wohnhaus" bestehe, weshalb vom Bestehen eines aus-
schliesslichen Wohnrechts im Sinne von Art. 778 Abs. 1 ZGB auszugehen sei (Ur-
teil des Kantonsgericht SG vom 25. Oktober 2016, BO.2015.53, E. 2). Anderseits
verweisen die Berufungskläger auf die Autoren MOOSER und SCHMID-TSCHIRREN,
welche den Standpunkt vertreten, mangels anderslautender Bestimmung könne
davon ausgegangen werden, dass der Wohnberechtigte sein Recht ausschliess-
lich, zeitlebens und in der ganzen Wohnung ausüben könne (BSK ZGB II-
MOOSER, 5. Aufl. 2015, Art. 777 N 2, m.V.a. MICHEL MOOSER, Le droit d'habitation,
Diss. Fribourg 1997, S. 288 ff.; KuKo ZGB-SCHMID-TSCHIRREN, 2. Aufl. 2018,
Art. 777 N 5).
MOOSER begründet seine Meinung, wonach der Wohnrechtsberechtigte sein
Recht in Ermangelung einer anderen Vereinbarung ausschliesslich ausüben kön-
ne, mit der Wichtigkeit der Privatsphäre des Berechtigten: werde ihm die Anwe-
senheit des Eigentümers zugemutet, dann müsse ihm das ausdrücklich angezeigt
werden (MOOSER, Le droit d'habitation, a.a.O., S. 291 N 4). Allerdings übersehen
die Berufungskläger bereits, dass der genannte Autor bei Bestehen einer sog.
gemischten Vereinbarung ("acte mixte"), also einer familienrechtlichen Vereinba-
rung, in welcher einerseits die Liegenschaft übertragen und andererseits ein
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Wohnrecht eingeräumt wird, die Vermutung eines ausschliesslichen Nutzungs-
rechts nicht für anwendbar hält, da das Recht hier eine vorbestehende tatsächli-
che Sachlage besiegle (MICHEL MOOSER, Le droit d'habitation, Diss. Fribourg
1997, S. 3 und S. 291 N 4); entgegen dem von den Berufungsklägern vertretenen
Standpunkt, wäre die Vermutung des Bestehens eines ausschliesslichen Nut-
zungsrecht nach Meinung des genannten Autors im vorliegenden Fall, wo die El-
tern ihrer Tochter die Liegenschaft verkauft und diese ihnen im Gegenzug ein le-
benslängliches Wohnrecht eingeräumt hat, eben gerade nicht anwendbar.
Ausserdem vertritt ein anderer Teil der Lehre den Standpunkt, sei im Errich-
tungsakt nicht ausdrücklich geregelt worden, ob es sich um ein ausschliessliches
Nutzungsrecht oder ein blosses Mitbenutzungsrecht handle, dann bestimme sich
der Inhalt und der Umfang des Wohnrechts gestützt auf Art. 771 Abs. 1 ZGB nach
den persönlichen Bedürfnissen des Berechtigten (CHK ZGB-THURNHERR, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 777 N 1; PAUL-HENRI STEINAUER, Les droits réels,
Bd. III, Bern 2012, N 2506a; CARL MUGGLIN, Das dingliche Wohnrecht im schwei-
zerischen Zivilgesetzbuch, Diss. Bern 1940, S. 46).
Entgegen den Berufungsklägern stellt deshalb die von ihnen vertretene
Rechtsauffassung, wonach vom Bestehen eines ausschliesslichen Wohnrechts
auszugehen sei, wenn dem Grundbucheintrag keine Ein- bzw. Beschränkung des
Wohnrechts zu entnehmen sei, keineswegs bewährte Lehre im vorgenannten
Sinn dar, umso mehr, als bezüglich dieser Frage bis anhin kein höchstrichterlicher
Entscheid ergangen ist. Daran ändert sodann nichts, dass sich dem zum Grund-
bucheintrag gehörenden Beleg entnehmen lasse, das Wohnrecht bestehe "am
ganzen Wohnhaus", wird doch auch hier die Meinung vertreten, dies bedeutet
nicht, dass es sich um ein ausschliessliches Wohnrecht handle (vgl. etwa MARX
HEINZ, Das dingliche Wohnrecht, Diss. Bern 1970, S. 21 f.). Da der Wortlaut des
Grundbucheintrages damit vorliegend nicht im Sinne von Art. 938 Abs. 1 ZGB als
dergestalt klar bezeichnet werden kann, dass sich das ausschliessliche Benut-
zungsrecht der Berufungskläger daraus deutlich ergibt, ist das Bestehen einer
diesbezüglich klaren Rechtslage entgegen den Berufungsklägern zu verneinen.
Entgegen der Berufungskläger ist es deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vor-
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instanz gestützt auf Art. 738 Abs. 2 ZGB die Art berücksichtigt hat, wie das Wohn-
recht während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt wor-
den ist und deshalb zum Schluss gekommen ist, es bestehe hinsichtlich der Fra-
ge, ob den Berufungsklägern ein ausschliessliches Benutzungsrecht zukomme,
kein klares Recht im Sinne von Art. 257 ZPO.
Die Berufung der Berufungskläger erweist sich aus diesem Grund als unbe-
gründet, weshalb sie abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist.
4. Für den Fall der Abweisung der Berufung beantragen die Berufungskläger
sodann, der vorinstanzliche Entscheid sei insoweit aufzuheben, als den Beru-
fungsbeklagten auf der ihnen zugesprochenen Parteientschädigung ein Mehr-
wertsteuerzuschlag gewährt worden sei, weil sie diesen Zuschlag nicht begründet
hätten (act. 15 Rn. 23, Rn. 160 f.). Dieser Antrag der Berufungskläger erweist sich
jedoch als unbegründet, weil anwaltlich vertretenen Parteien praxisgemäss ein
Mehrwertsteuerzuschlag auf der Parteientschädigung zuzusprechen ist, sofern
dies beantragt wird, ohne dass dieser Antrag ausdrücklich zu begründen wäre. An
diesem Grundsatz ändert auch der von den Berufungsklägern angeführte Ent-
scheid des Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 19. Juli 2005 nichts, da
auch dort am Grundsatz festgehalten wurde, dass zu einer Prozessentschädigung
weiterer Schadenersatz in der Höhe des aktuellen Satzes der Mehrwertsteuer zu-
gesprochen wird, weil allgemein davon auszugehen ist, dass der Klient einem
Rechtsanwalt für dessen Leistungen Mehrwertsteuer bezahlen muss und diese
damit zusätzlichen Schaden bildet. Ausnahmen von diesem Grundsatz bilden ein-
zig Klienten mit Wohnsitz oder Sitz im Ausland sowie Klienten, welche selbst
mehrwertsteuerpflichtig sind (ZR 104 [2005] Nr. 76), was hier offenkundig nicht
der Fall ist. Die Berufung der Berufungskläger ist somit auch insoweit abzuwei-
sen.
- 15 -
III.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Berufungskläger beantragen, ihnen sei für das Berufungsverfahren die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (act. 15 Rn. 131 ff.). Ein Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege besteht, wenn die ersuchende Partei nicht über die
zur Prozessführung erforderlichen Mittel verfügt und ihr Begehren nicht aussichts-
los erscheint (Art. 117 ZPO).
1.1 Als aussichtslos im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO sind Begehren anzusehen,
bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefah-
ren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt
ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustge-
fahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese.
Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei ver-
nünftiger Überlegung zu einem Prozess entschlösse; eine Partei soll einen Pro-
zess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb
anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4, BGE 133 III
614 E. 5). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich
aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten
(BGE 138 III 217 E.2.2.4, BGE 133 III 614 E. 5), wobei hierfür auf die rechtlichen
und tatsächlichen Verhältnisse abzustellen ist, wie sie im Zeitpunkt des Gesuches
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege vorliegen (BGE 129 I 129
E. 2.3.1; BGE 128 I 225 E. 2.5.3; BGE 124 I 304 E. 2c m.w.H.; ZR 2011 Nr. 97
E. 2.5; ZR 2011 Nr. 99 E. 3.6; ZR 2011 Nr. 101 E. 3.3; ZR 2011 Nr. 102 E. 3.5).
Für die Bejahung der Erfolgsaussichten im Rechtsmittelverfahren reicht es nicht,
dass der angefochtene Entscheid oder das vorinstanzliche Verfahren an einem
Mangel leidet. Entscheidend ist allein, ob das Rechtsmittel voraussichtlich gutge-
heissen werden muss (BGer 5A_373/2008 vom 7. Juli 2008 E. 2; BGer
5A_153/2014 vom 10. Juli 2014, E. 3).
1.2 Vorliegend begründen die Berufungskläger die Erfolgsaussichten ihres
Rechtsmittels im Wesentlichen damit, dass die Vorinstanz zu Recht und in Über-
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einstimmung mit ihrem vorinstanzlichen Standpunkt davon ausgegangen sei,
dass der Grundbucheintrag klar sei (act. 15 Rn. 151). Wie bereits (vorstehend
Ziff. II.3.4.1) ausgeführt ist dies unzutreffend, ist die Vorinstanz doch vielmehr da-
von ausgegangen, die Dienstbarkeit sei in Anwendung von Art. 738 Abs. 2 ZGB
nach der Art der bisherigen Nutzung auszulegen. Im Übrigen stützen die Beru-
fungskläger die Nichtaussichtslosigkeit ihres Rechtsmittels darauf, dass sowohl
das Recht wie auch der Sachverhalt betreffend des von ihnen gestellten Auswei-
sungsgesuchs klar sei, ihnen mithin ein ausschliessliches Wohnrecht an der ge-
samten streitgegenständlichen Liegenschaft und deshalb gegenüber den Beru-
fungsbeklagten ein Ausweisungsanspruch zukomme. Wie gesehen ist dies jedoch
nicht der Fall, weil sich die Lehrmeinung, auf welche die Berufungskläger die ihrer
Ansicht nach klare Rechtslage stützen, nicht als unbestritten erweist, da ein nicht
unbedeutender Teil der Lehre eine andere Meinung vertritt. Das von den Beru-
fungsklägern eingereichte Ausweisungsverfahren war aus diesem Grund im Ver-
fahren um Rechtsschutz in klaren Fällen von vornherein aussichtslos, weshalb
auch dem gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhobenen Rechtsmittel von
vornherein kein Erfolg beschieden sein konnte.
2.1 Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind unter Beachtung der Regelung
von Art. 106 Abs. 3 ZPO zur Solidarhaftung ausgangsgemäss den Berufungsklä-
gern aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Vorinstanz hat den Streitwert des
vorliegenden Verfahrens gestützt auf eine Kapitalisierung des Wohnrechts an-
hand eines marktüblichen Nettomietzinses von Fr. 1'700.– unangefochten und in
vertretbarer Weise auf Fr. 189'924.– festgesetzt (act. 14 E. IV.2), weshalb dieser
Streitwert auch für das Berufungsverfahren zu übernehmen ist. Die Gerichtsge-
bühr ist ausgehend davon sowie in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG
i.V.m. § 4 Abs. 1, 2 und 3 GebV OG sowie § 8 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzu-
setzen.
2.2 Parteientschädigungen sind, den Berufungsklägern infolge Unterliegens,
den Berufungsbeklagten mangels Umtrieben im vorliegenden Verfahren, keine
zuzusprechen.
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