# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5b2e0114-4180-44c7-bf81-53a11f72656d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Vertrag vom 1. Juni 2010 vermietete die A._ AG einen Teil der Liegenschaft C._, D._, für monatlich CHF 2'500.00 (exkl. Nebenkosten) an B._. Als Mietbeginn wurde der 1. Oktober 2010 festgelegt, wobei die Übergabe des Mietobjekts bereits erfolgt sei. Der Mietvertrag wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Eine Kündigung sollte frühestens nach fünf Jahren mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten erfolgen können.
B. In Bezug auf das Inventar enthielt Art. 2 des Mietvertrages folgende Bestimmung:
"2.1. Grossinventar
Es wurde im Auftrag des Vermieters ein detailliertes Inventar erstellt, welches durch den Mieter noch zu prüfen ist. Die geprüfte Inventarliste soll innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss dieses Vertrages gegenseitig unterzeichnet werden. Das Inventar zeigt Anzahl, Art und Zustand der einzelnen Gegenstände auf, zudem liegen Fotos vor. Die Inventarliste ist durch den Mieter nachzuführen. Mutationen sind gegenseitig zu unterzeichnen.
[...]"
Das Inventar führte in der Folge zu Streitigkeiten zwischen den Parteien. Es wurden verschiedene Inventare ausgearbeitet und gegenseitig ausgetauscht. Es wurde jedoch nie ein Exemplar von beiden Parteien unterzeichnet.
C. Mit Schreiben vom 19. September 2013 und amtlichem Formular des Kantons Graubünden für die Kündigung von Wohn- und Geschäftsräumen durch den Vermieter kündigte die A._ AG das Mietverhältnis aus wichtigen Gründen nach Art. 266g OR auf den 31. März 2014. Die Kündigung wurde von den Mietern B._ angefochten.
D. Mit Vereinbarung vom 27. November 2013 übernahm die D._ den Mietvertrag betreffend C._ von B._. Die Betriebsübernahme sollte per 1. Februar 2014 erfolgen unter Mitwirkung eines gemeinsam zu nominierenden Experten von E._. B._ verpflichteten sich, die Anfechtung der Kündigung zurückzuziehen. Mit Vollzug der Vereinbarung erklärten sich "B._ einerseits und die C._ andererseits ebenso vollständig auseinandergesetzt wie auch B._ einerseits und die A._ AG sowie P._ andererseits".
E. Als Experte für die Betriebsübernahme wurde F._ bestimmt. Am 1. Februar 2014 erstellte er eine Aktennotiz über die tags zuvor erfolgte
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Bestandesaufnahme über das Inventar. Darin hält er u.a. fest, dass ein von Mieter und Vermieter unterzeichnetes Betriebsinventar fehle.
F. In der Folge stellte die A._ AG Schadenersatzforderungen für verschwundene und beschädigte, respektive nicht korrekt unterhaltene Inventargegenstände. Am 14. August 2015 reichte sie beim Vermittleramt der Region Landquart ein Schlichtungsgesuch gegen B._ (beklagte Partei 1) sowie die D._ (beklagte Partei 2) ein.
G. Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 12. November 2015 konnten sich die Parteien nicht einigen, weshalb der Vermittler am 17. November 2017 die Klagebewilligung ausstellte, die folgendes Rechtsbegehren enthält:
Rechtsbegehren der klagenden Partei
1. Die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 77'573.10 nebst Zins zu 5% seit 28. November 2013 zu bezahlen;
2. Die G._ mit Sitz in H._ und I._ sei anzuweisen, die sich auf dem Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) befindliche Kaution von Fr. 7'500.00 plus Zins an die Klägerin auszubezahlen;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Rechtsbegehren der beklagten Partei 1
1. Die Klage gegen die Beklagten 1 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Widerklage
2.1 Die A._ AG sei zu verpflichten, die Auszahlung der Mietkaution von CHF 7'500.00 zuzüglich Zins ab dem G._ Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) an die Widerklägerin zuzustimmen.
2.2 Eventualantrag: Die G._ mit Sitz in Zürich und I._, Niederlassung L._, sei anzuweisen, die Mietkaution von CHF 7'500.00 zuzüglich Zins ab dem Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) an die Widerkläger auszuzahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin und Widerbeklagten.
Die beklagte Partei 2 nahm an der Schlichtungsverhandlung nicht teil.
H. Am 4. Januar 2016 reichte die A._ AG (nachfolgend: Klägerin) Klage beim Regionalgericht Landquart mit folgenden Rechtsbegehren ein:
1. Die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 67'521.10 nebst Zins zu 5% seit 28. November 2013 zu bezahlen;
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2. Eventualiter seien die Beklagten 1 und die Beklagte 2 je einzeln zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 67'521.10 nebst Zins zu 5% seit 28. November 2013 zu bezahlen;
3. Die G._ mit Sitz [in H._] und I._ sei anzuweisen, die sich auf dem Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN CH M._) befindliche Kaution von Fr. 7'500.00 plus Zins an die Klägerin auszubezahlen;
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
I. Mit Klageantwort und Widerklage vom 29. Februar 2016 beantragten die Beklagten 1 was folgt:
1. Die Klage gegen die Beklagten 1 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Widerklage
2.1 Die A._ sei zu verpflichten, der Auszahlung der Mietkaution von CHF 7'500.00 zuzüglich Zins ab dem G._ Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) an die Widerklägerin zuzustimmen.
2.2 Eventualantrag: Die G._ mit Sitz in Zürich und I._, Niederlassung Chur, sei anzuweisen, die Mietkaution von CHF 7'500.00 zuzüglich Zins ab dem Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) an die Widerkläger auszuzahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin und Widerbeklagten.
J. In der am 29. Januar 2016 eingereichten Klageantwort der D._ trägt diese im Wesentlichen vor, dass sie sich aus dem Prozess heraushalten wolle, da der materielle Grundkonflikt letztlich zwischen der Klägerin sowie B._ ausgetragen werde und die Beklagte 2 lediglich als Puffer diene. Sie habe deshalb ihre Ansprüche gegenüber den Beklagten 1 an die Klägerin zediert.
K. Mit prozessleitender Verfügung vom 4. März 2016 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.
L. Die Replik vom 23. Mai 2016 enthielt die folgenden Rechtsbegehren:
1. Die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 74'563.45 nebst Zins zu 5% seit 28. November 2013 zu bezahlen;
2. Eventualiter seien die Beklagten 1 und die Beklagte 2 je einzeln zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 74'563.45 nebst Zins zu 5% seit 28. November 2013 zu bezahlen;
3. Die G._ mit Sitz [in Zürich] und I._ sei anzuweisen, die sich auf dem Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) befindliche Kaution von Fr. 7'500.00 plus Zins an die Klägerin auszuzahlen;
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4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
M. Mit Duplik vom 25. August 2016 beantragten die Beklagten 1, auf die in der Replik enthaltene Klageänderung nicht einzutreten. Im Übrigen bestätigten sie ihre Rechtsbegehren gemäss Klageantwort und Widerklage vom 29. Februar 2016. Auf eine Widerklageduplik verzichteten sie ausdrücklich.
N. Die C._ verzichtete mit Eingabe vom 27. Mai 2016 auf die Einreichung einer Duplik.
O. Mit Schreiben vom 29. August 2016 erklärte der Regionalgerichtspräsident den Schriftenwechsel für geschlossen. Am 24. Februar 2017 erliess er eine Beweisverfügung.
P. Die mit prozessleitender Verfügung vom 28. April 2017 angeordnete Hauptverhandlung fand am 5. Juli 2017 statt. An dieser nahmen die A._ AG, in Begleitung ihres Rechtsvertreters, Rechtsanwalt lic. iur. Gerhard Hofmann, sowie B._, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur Markus Janett, teil. Anlässlich der Verhandlung wurden Parteibefragungen mit P._, Verwaltungsrat der A._ AG, sowie B._ durchgeführt.
Q. Mit Entscheid vom 5. Juli 2017 befand das Regionalgericht Landquart was folgt:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Widerklage wird gutgeheissen und die A._ AG wird gerichtlich verpflichtet, der Auszahlung der Mietkaution von CHF 7'500.00 zuzüglich Zins ab dem G._ Mieterkautionssparkonto Nr. J._ (IBAN K._) an B._ zuzustimmen.
3. Kostenfolge
a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 8'500.00 (inkl. Zeugeneinvernahme) gehen zu Lasten der klagenden Partei und werden mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet.
b) Die klagende Partei hat die Beklagten 1 mit CHF 17'091.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen) Art. 105 Abs. 2 ZPO).
c) Der beklagten Partei 1 wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 500.00 zurückerstattet.

## Considerations