# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2e0af8a9-e5d4-4e35-8ad5-dce1d51bf301
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 1. März 2011 schlossen B._ als Verkäufer und die A._ als Käuferin einen Kaufvertrag über die Liegenschaft Nr. _, Plan Nr. _ C._ mit 600 m2 Boden im Grundbuch der Gemeinde O.1_ zum Preis von CHF 209'000.00 ab. Gemäss Kaufvertrag ist die Liegenschaft Nr. _ subjektiv dinglich verbunden mit dem vorerwähnten Grundstück Nr. _. Im Kaufvertrag vereinbarten die Parteien, dass das Grundstück in Bezug auf die Groberschliessung voll erschlossen verkauft werde und die Kosten für die Erstellung der Erschliessungsstrasse, für Strom, Wasser inkl. Schieber, Kanalisation und Telekommunikation (Grundstück Nr. _) vom Verkäufer zu übernehmen seien. Des Weiteren hielten sie fest, dass die Erschliessungsstrasse mit einem mindestens drei Meter breiten, einschichtigen Schwarzbelag zu versehen und bis spätestens 31. Juli 2011 fertigzustellen sei. Zwischen den Vertragsparteien kam es in der Folge zu Differenzen in Bezug auf die Erschliessungsstrasse.
B. Mit Schreiben vom 24. Mai 2012 rügte die A._, vertreten durch F._, Mängel an den Werkleitungen der Parzellen _ und _ in O.1_ und verwies bei Nichteinigung auf den Rechtsweg. Mit Antwortschreiben vom 29. Mai 2012 wies D._, in Vertretung von B._, jegliche Beanstandungen zurück.
C. Am 6. Mai 2013 meldete sich die A._ wieder bei B._ und setzte diesem eine Frist zur Ersatzvornahme für eine fachgerechte Erschliessung der verkauften Parzelle. Zudem drohte sie B._ mit einer kostenfälligen Ersatzvornahme. Mit Antwortschreiben vom 16. Mai 2013 wies B._ die Vorwürfe der nicht fachgerechten Erschliessung abermals zurück. Er hielt unter anderem fest, dass die Erschliessung vertragskonform erstellt worden sei.
D. Am 28. November 2013 leitete die A._ die Betreibung in der Höhe von CHF 45'007.20 nebst Zins zu 5 % seit 11. November 2013 gegen B._ ein. Dieser erhob am 2. Dezember 2013 Rechtsvorschlag.
E. Die A._ meldete am 24. Juni 2014 beim Vermittleramt des damaligen Bezirks Imboden eine Klage an. Nach erfolgloser Durchführung der Schlichtungsverhandlung vom 19. August 2014 stellte die A._ folgende Rechtsbegehren:
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, auf eigene Kosten auf Grundstück Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde O.1_ eine drei Meter breite Erschliessungsstrasse mit einem einschichtigen Schwarzbelag zu
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erstellen, welche minimalen Anforderungen an eine Erschliessungsstrasse insbesondere in Bezug auf Dimensionierung (Tragfähigkeit und Frost) und in Bezug auf Entwässerung genügt; eventualiter seien die Mängel an der bestehenden Erschliessungsstrasse derart zu beheben, dass diese den vorerwähnten Anforderungen gerecht wird.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 12'564.85 zu bezahlen zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. November 2013.
3. In der Betreibung Nr. 2134923 des Betreibungsamtes Imboden sei der Rechtsvorschlag zu beseitigen und im Umfange von CHF 12'564.85 zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. November 2013 definitive Rechtsöffnung zu gewähren.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.
B._ beantragte die kostenfällige Abweisung der Klage.
F. Am 20. November 2014 instanzierte die A._ beim damaligen Bezirksgericht Imboden (heute: Regionalgericht Imboden) die Klage gegen B._. Dabei hielt sie an ihren Rechtsbegehren aus der Vermittlungsverhandlung fest, indem sie im Wesentlichen verlangte, B._ sei zu verpflichten, auf eigene Kosten auf dem Grundstück Nr. _, Grundbuch der Gemeinde O.1_, eine drei Meter breite Erschliessungsstrasse mit einem einschichtigen Schwarzbelag zu erstellen, welche minimalen Anforderungen an eine Erschliessungsstrasse, insbesondere in Bezug auf Dimensionierung (Tragfähigkeit und Frost) und in Bezug auf Entwässerung, genüge.
G. Mit Prozessantwort vom 7. Januar 2015 beantragte B._ die Abweisung der Klage. Ausserdem seien die Gerichtskosten der A._ aufzuerlegen und diese sei zudem zu verpflichten, eine Parteientschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer zu leisten.
H. Im weiteren Schriftenwechsel sowie einer zusätzlichen Stellungnahme seitens der A._ hielten beide Parteien an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest und vertieften ihre Argumentation.
I. Am 23. März 2016 erliess das Bezirksgericht Imboden (heute: Regionalgericht Imboden) eine Beweisverfügung. Darin wurde festgehalten, dass über bestrittene Parteibehauptungen ein Beweisverfahren durchgeführt werde. Als bestrittene Parteibehauptung führt die Vorinstanz unter anderem auf, dass B._ die Pflicht zur Groberschliessung des Grundstücks Nr. _, Grundbuch O.1_, auf seine Kosten gemäss Kaufvertrag vom 1. März 2011 nicht bzw. nicht korrekt erfüllt habe und insbesondere die Kofferung der Erschliessungsstrasse zu wenig stark sei und weder ein Schwarzbelag noch ein
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Spritzbelag aufgetragen wurde. Des Weiteren sei auch über weitere strittige Punkte, welche auch den Unterbau der Erschliessungsstrasse sowie Mangelfolgeschäden betreffen, ein Beweisverfahren durchzuführen. Dabei schlug die vorsitzende Richterin vor, eine Expertise betreffend die Erschliessungsstrasse einzuholen. Die Honorarofferte des beauftragten Experten, E._, Dipl. Bauingenieur HTW, betrug CHF 29'160.00. Die A._ verlangte mit Schreiben vom 4. April 2016 Transparenz bei den Kalkulationen der Honorarofferte, welche sodann durch den Experten geliefert wurde. Mit Schreiben vom 14. April 2016 stellte die A._ den Antrag, dass der vorgeschlagene Experte in den Ausstand zu treten habe. Es sei davon auszugehen, dass er befangen sei, da er für die Expertise einen enormen Aufwand betreiben wolle und ihm das Schreiben der A._ an das Gericht, worin sie sein Honorar kritisiere, zugestellt worden sei. Die A._ sei zum Schluss gekommen, dass der angefragte Experte negativ auf die A._ eingestellt sei. Mit Schreiben vom 23. Mai 2016 erklärte der angefragte Experte, dass er in keiner Form gegenüber der A._ negativ eingestellt sei. Das Gesuch um Ausstand des in der Beweisverfügung vom 23. März 2016 eingesetzten Experten, E._, Dipl. Bauingenieur HTW, wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Imboden (heute: Regionalgericht Imboden) vom 12. Juli 2016 abgewiesen.
J. Vor der Hauptverhandlung erfolgte zwischen den Parteien ein weiterer Schriftenwechsel, worin die Parteien ihren Standpunkt erneut vertieften.
K. Am 24. April 2018 fand vor dem Regionalgericht Imboden die Hauptverhandlung statt, an welcher beide Rechtsvertreter anwesend waren. Die A._ verwies für ihre Anträge und deren Begründung auf ihre Klage vom 20. November 2014 und die Replik vom 10. März 2015 und hielt an ihren bisherigen Beweisanträgen fest. B._ verwies für seine Anträge und deren Begründung auf seine Klageantwort vom 7. Januar 2015 und die Duplik vom 20. April 2015. Beide Parteien hielten jeweils ein Plädoyer und eine Replik/Duplik.
L. Am 24. Mai 2018 machte B._ eine Noveneingabe, zu welcher die A._ am 31. Mai 2018 Stellung nahm. In weiteren Stellungnahmen vertieften die Parteien wiederum ihren Standpunkt.
M. Mit Entscheid vom 24. April 2018, mitgeteilt am 12. Oktober 2018, erkannte das Regionalgericht Imboden wie folgt:
1. Die Klage wird, soweit damit die Verpflichtung des Beklagten zur Erstellung eines einschichtigen Schwarzbelags an der bestehenden Erschliessungsstrasse auf eigene Kosten respektive zur Behebung der
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im Zusammenhang mit dem Belag geltend gemachten Mängel beantragt wird, abgewiesen.
2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 18'000.00 gehen zu Lasten der Klägerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
b) Die Klägerin hat den Beklagten überdies ausseramtlich mit CHF 4'000.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).

## Considerations