# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c3c44f2-624d-417b-b382-eb4ac7cfb8b4
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend gewerbsmässiger Betrug etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 12. April 2021 (DG200065)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 30. März 2020
(Urk. 46) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 82 S. 39 f.)
1. Die Beschuldigte A._ ist schuldig
− des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 146 Abs. 2 StGB sowie
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und
mit heute 79 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 26 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüg-
lich 79 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Frei-
heitsstrafe vollzogen.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 27. Januar
2020 beschlagnahmten Unterlagen werden eingezogen und der zuständigen
Lagerbehörde nach Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung überlassen.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I vom 2. März 2015 beschlag-
nahmten Fr. 2'000.– [recte: Fr. 1'000.–] und EUR 990.– (Asservate-
Nr. A007'522'749 und A007'522'750) werden zur Verfahrenskostendeckung
verwendet.
6. Rechtsanwältin lic. iur. X1._ wird für die amtliche Verteidigung der Be-
schuldigten mit Fr. 29'254.60 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse
entschädigt.
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7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'000.– Gebühr für das Vorverfahren Fr. 1'342.40 Auslagen
Fr. 12'902.60 Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X2._)
Fr. 29'254.60 Entschädigung amtliche Verteidigung (RAin X1._)
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten
auferlegt.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 95 S. 2)
1. Es seien die Dispositivziffern 1, 2 und 3 des angefochtenen Urteils auf-
zuheben und es sei die Beschuldigte vom Vorwurf des gewerbsmässi-
gen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art.
146 Abs. 2 StGB sowie vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfäl-
schung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB freizusprechen.
2. Eventualiter für den Fall eines Schuldspruchs sei die Beschuldigte mit
einer bedingten Strafe zu bestrafen.
3. Es sei die Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils aufzuheben und
es seien die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
27. Januar 2020 beschlagnahmten Unterlagen der Beschuldigten nach
Rechtskraft des Urteils herauszugeben.
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4. Es sei die Dispositivziffer 5 des angefochtenen Urteils aufzuheben und
es seien die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I vom 2. März 2015
beschlagnahmten Fr. 2'000.– [recte: Fr. 1'000.–] und EUR 990.– (As-
servate-Nr. A007'522'749 und A007'522'750) der Beschuldigten nach
Rechtskraft des Urteils herauszugeben.
5. Es seien die Dispositivziffern 8 und 9 des angefochtenen Urteils aufzu-
heben und die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfah-
rens vollumfänglich und ohne Nachforderungsvorbehalt auf die Staats-
kasse zu nehmen und die Beschuldigte angemessen zu entschädigen.
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu
nehmen und die amtliche Verteidigerin angemessen zu entschädigen.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:
(Urk. 87, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahren
1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 12. April 2021 wur-
de die Beschuldigte des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1
in Verbindung mit Abs. 2 StGB sowie der mehrfachen Urkundenfälschung im Sin-
ne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer teilbedingten Frei-
heitsstrafe von 32 Monaten (abzüglich 79 Tagen Untersuchungshaft) bestraft,
wobei die Strafe im Umfang von 26 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren
aufgeschoben und im Umfang von 6 Monaten deren Vollzug angeordnet wurde.
Im Weiteren wurden diverse beschlagnahmte Unterlagen der Lagerbehörde zur
Vernichtung überlassen und zwei beschlagnahmte Geldbeträge zur Deckung der
Verfahrenskosten verwendet. Die Verfahrenskosten wurden der Beschuldigten
auferlegt, dies mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, welche un-
ter Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genommen wurden
(Urk. 79 bzw. 82 S. 39 f.).
2. Gegen dieses Urteil liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 19. April 2021
rechtzeitig die Berufung anmelden (Urk. 76). Nach Erstattung der Berufungserklä-
rung vom 13. Juli 2021 (Urk. 84) und anschliessender Fristansetzung an die
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (Urk. 85) erklärte Letztere mit Schreiben vom
3. August 2021 den Verzicht auf eine Anschlussberufung und beantragte die Be-
stätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 86). Das in der Folge gestellte Dis-
pensationsgesuch der Staatsanwaltschaft wurde am 8. Oktober 2021 nach Rück-
sprache mit der Verteidigung bewilligt (Urk. 89 + 91).
3. Zur Berufungsverhandlung vom 29. März 2022 erschienen die Beschuldig-
te sowie ihre amtliche Verteidigerin (Prot. II S. 3).
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II. Formelles
1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft
des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Beschuldigte
fordert mit ihrer Berufungserklärung einen vollumfänglichen Freispruch und bean-
tragt demzufolge, es seien mit Ausnahme der Dispositivziffern 6 und 7 sämtliche
Erkenntnisse des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben (Urk. 84 S. 2). Damit wer-
den lediglich die Entschädigung der amtlichen Verteidigung sowie die Kostenfest-
setzung des Entscheides der Vorinstanz rechtskräftig, was vorab mit Beschluss
festzustellen ist. In den übrigen Punkten (Dispositivziffern 1 - 5 sowie 8 + 9) ist
das erstinstanzliche Urteil hingegen im Sinne von Art. 398 Abs. 2 StPO umfas-
send zu prüfen.
2.
2.1. Die Beschuldigte hat in der Berufungserklärung die Beweisanträge gestellt,
es sei einerseits B._ als Zeugin einzuvernehmen und andererseits Rechts-
anwalt Dr. iur. Y._ zu den Kontaktangaben von "C._" und "D._" zu
befragen (Urk. 84 S. 2), welche sie anschliessend dahingehend begründete, dass
im vorliegenden Verfahren der Verwendungszweck der Gelder essentiell sei und
eine entscheidende Rolle einnehme, was die Vorinstanz insofern verkannt habe,
als sie sich nicht dazu geäussert habe, wie beispielsweise B._ oder andere
Freundinnen von E._ hätten begünstigt werden sollen, nachdem diese prak-
tisch sämtliche Ausgaben über Zahlungsaufträge abgewickelt habe, auf welchen
diese Freundinnen jedoch nicht aufgeführt seien. Würde sich jedoch bestätigen,
dass diese Freundinnen von E._ Geld via die Beschuldigte erhalten hätten,
so wäre die Darstellung der Beschuldigten insbesondere betreffend die Spesen-
vergütungen in sich schlüssig und damit die vorinstanzlichen Begründung wider-
legt (Urk. 84 S. 3 f.). In der Berufungsverhandlung ergänzte sie, man könne nicht
einerseits annehmen, es seien tatsächlich Zahlungen an F._, C._ und
D._ geflossen, andererseits aber der Darstellung der Beschuldigten keinen
Glauben schenken, dass die von ihr gewählte Vorgehensweise dazu gedient ha-
be, Geld für Zahlungen zu beschaffen, die andere (insbesondere der Neffe) nicht
sehen sollten. Entweder glaube man an die Geldgeschenke und damit der Be-
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schuldigten oder man ziehe sie in Zweifel, womit man sich aber auch gegen den
Zeugen G._ stelle und durch die Ablehnung des Beweisantrags auf Befra-
gung von B._ und C._ die Beschuldigte um einen entscheidenden Ent-
lastungsbeweis bringe (Urk. 95 S. 7).
2.2. Die vorstehend dargelegten Beweisanträge wurden bereits im Untersu-
chungsstadium sowie im erstinstanzlichen Verfahren eingebracht (Urk. D1/42/3;
Prot. I S. 29 f.) und in der Folge von beiden Instanzen verworfen (vgl. Urk.
D1/42/5; Urk. 82 S. 4 f.). Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang zunächst,
dass der Zeuge G._, welcher als deren Treuhänder und "Mädchen für alles"
(wie er sich ausdrückte) über längere Zeit regelmässigen Kontakt zu E._ un-
terhielt, mit Bezug auf B._ zwar erwähnte, diese sei im Testament von
E._ genannt worden (Urk. D1/16 S. 12), wobei aber gleichzeitig aktenkundig
ist, dass Letztere ihr gesamtes Vermögen testamentarisch einer Stiftung über-
schrieb (vgl. Urk. D1/2/A), weshalb entgegen der Verteidigung nicht davon auszu-
gehen ist, diese habe bereits von Todes wegen namhafte Mittel der Erblasserin
erhalten. Im Übrigen beschrieb G._ keine nähere Freundschaft zwischen
E._ und B._, sondern gab vielmehr zu Protokoll, seine ehemalige Klien-
tin habe sich in den letzten Jahren ihres Lebens zunehmend aus ihrem Bekann-
tenkreis zurückgezogen und ihre früheren Freundschaften austrocknen lassen
(Urk. D1/16 S. 12). Dass E._ in der Zeit vor ihrem Tod gerade ihr regelmäs-
sig Geldbeträge zukommen liess, ist insofern von vornherein wenig wahrschein-
lich. Dies wurde von der Beschuldigten an der heutigen Berufungsverhandlung im
Übrigen bestätigt, indem sie auf entsprechende Frage angab, H._, bei der es
sich nicht um B._ handle, Geld im Auftrag von E._ gegeben zu haben.
Wie auch die Verteidigung bestätigte, scheint die Beschuldigte dabei von
"D._" zu sprechen, die in I._ gewohnt haben soll (Prot. II S. 19 f.;
Urk. 95 S. 7; Prot. I S. 23). Zur Höhe der Geldbeträge und zu den Geldübergaben
an "C._" äusserte sich die Beschuldigte im Übrigen heute nicht explizit, son-
dern erklärte betreffend die Zuwendungen an weitere Personen lediglich, im Auf-
trag von E._ Tierbesitzern in der Nähe des Bahnhofes Geld, Kleidung, De-
cken und andere Gegenstände gebracht zu haben, ohne dass sie deren Namen
gekannt habe. Es handelte sich dabei gemäss der Beschuldigten um Beträge in
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der Höhe von Fr. 100.– bis Fr. 200.– (Prot. II S. 19 f.), so dass vor diesem Hinter-
grund nicht glaubhaft erscheint, dass es sich bei den übrigen Zuwendungen um
namhafte Beträge handelte, wofür im Übrigen auch Belege fehlen. Sollten aber
B._ oder andere Personen dennoch in einzelnen Fällen unentgeltliche Zu-
wendungen von E._ via die Beschuldigte erhalten haben, so könnte daraus
ohnehin nicht geschlossen werden, sämtliche inkriminierten Geldbeträge seien
freiwillig zur Beschuldigten geflossen. Wenn die Verteidigung in diesem Zusam-
menhang geltend macht, es zeigte sich bei Zutreffen dieser Behauptungen die
generelle Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschuldigten (Urk. 84 S. 3; Urk. 95
S. 7), so ist dieser Argumentation zu entgegnen, dass es regelmässig vorkommt,
dass eine beschuldigte Person eher marginale Sachverhaltselemente korrekt
wiedergibt, während das eigentliche Tatgeschehen unzutreffend geschildert wird,
um einem drohenden Schuldspruch zu entgehen, so dass von einer Verifizierung
einzelner genehmigter Geldhingaben an Freundinnen der Verstorbenen keine
entscheidenden Erkenntnisse hinsichtlich des Wahrheitsgehalts des gesamten
Aussageverhaltens der Beschuldigten zu erwarten sind, in welchem Fall im Sinne
einer antizipierten Beweiswürdigung von der Erhebung des beantragten Beweis-
mittels abgesehen werden kann (Art. 139 Abs. 2 StPO; vgl. auch GLESS, Basler
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., N 48 zu Art. 139
StPO).
Ferner ist mit Bezug auf die eingereichten Beweisanträge unklar, inwiefern
Rechtsanwalt Dr. Y._ als früherer Rechtsberater von E._ heute noch
massgebliche Erkenntnisse betreffend die Kontaktangaben ihrer damaligen
Freundinnen, welche vorliegend lediglich als "D._" aus I._ bzw.
"C._" aus J._ aktenkundig sind, beizusteuern vermöchte, nachdem die
Beschuldigte lediglich pauschal behauptet hat, man könne diesbezüglich ihn an-
fragen und seine angeblichen Kenntnisse in dieser Hinsicht im Übrigen nicht wei-
ter konkretisiert wurden. In diesem Zusammenhang erscheint es sodann nicht
nachvollziehbar, dass die Beschuldigte selbst die Adresse von "C._" und
"D._" nicht nennen konnte, zumal sie diesen Personen gemäss ihrer Darstel-
lung namhafte Geldbeträge vorbeibringen musste und sie den Aufenthaltsort der
begünstigten Personen folglich hätte kennen müssen, um diese Aufträge ausfüh-
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ren zu können (vgl. Prot. II S. 19 f.). Schliesslich ist mit Bezug auf die weiteren
Vorbringen der Verteidigung in dieser Sache (Prot. I S. 30) unbestritten, dass die
Beschuldigte zu E._ grundsätzlich ein gutes Verhältnis hatte und diese im in-
kriminierten Zeitraum in K._ [Staat in Europa] mehrfach besucht hat, so dass
diese Tatsachen keines weiteren Beweises mehr bedürfen, zumal gerade die ge-
naue Anzahl der Besuche in K._ für die Wahrheits- und Rechtsfindung im
vorliegenden Fall nicht relevant erscheint.
2.3. Die Beweisanträge der Beschuldigten sind somit auch im Berufungsverfah-
ren abzuweisen.
2.4. Die Staatsanwaltschaft hat im Berufungsverfahren auf die Geltendmachung
von Beweisanträgen verzichtet (Urk. 87). Weitere Beweiserhebungen drängen
sich in zweiter Instanz – abgesehen von der erneuten Befragung des Beschuldig-
ten – auch von Amtes wegen nicht auf.
III. Schuldpunkt
1. Sachverhalt
1.1. Laut der Anklage hat die Beschuldigte im Zeitraum vom 6. Juli 2007 bis
zum 24. Januar 2012 als Haushälterin der mittlerweile verstorbenen E._ ins-
gesamt 49 Dokumente mit handgeschriebenen Zahlungsanweisungen bzw. un-
terschriftlich genehmigten Rechnungen von externen Dienstleistern eigenmächtig
verändert, indem sie die Zahlungsanweisungen bzw. Rechnungen um weitere In-
struktionen ergänzte und teilweise Kopien echter Unterschriften von E._ un-
ter die ergänzten Instruktionen klebte. In der Folge faxte sie die verfälschten An-
weisungen bzw. Rechnungen an die Bank von E._ oder brachte diese per-
sönlich dort vorbei, worauf die Mitarbeiter der Bank, welchen die Abänderungen
aufgrund der geschickten Vorgehensweise und der Abmachung mit E._, ihre
Zahlungsanweisungen per Fax zu akzeptieren, nicht auffielen, die entsprechen-
den Zahlungen ab dem Konto von E._ zu Gunsten der auf den Dokumenten
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bezeichneten Begünstigten in L._ [Staat in Europa] im Gesamtbetrag von
EUR 1'059'553.79 belasteten (Urk. 46 S. 2 ff.).
Darüber hinaus manipulierte die Beschuldigte laut Anklage im Zeitraum vom
18. Juli 2008 bis zum 29. September 2010 insgesamt 41 Spesenabrechnungen,
welche ihre monetären Ansprüche gegenüber E._ belegen sollten, indem sie
erfundene Ausgaben mittels handschriftlicher Ergänzung von älteren Faxvorlagen
hinzufügte und/oder die kopierte Unterschrift von E._ mittels Papierschnip-
seln auf die fingierten Abrechnungen klebte, worauf sie diese wiederum der Bank
von E._ faxte bzw. vorbeibrachte und sich aufgrund der dadurch ausgelösten
Zahlungen der Bankmitarbeiter Gelder im Gesamtbetrag von Fr. 240'444.– auf ihr
eigenes Bankkonto in der Schweiz überweisen liess (Urk. 46 S. 6 ff.).
Dabei handelte die Beschuldigte in der Absicht, regelmässige Einnahmen
nach der Art eines Nebeneinkommens zu erzielen, welche einen namhaften Anteil
an den Lebensunterhalt von ihr und ihrer Familie darstellten, zumal die nach
L._ überwiesenen Beträge letztlich ebenfalls ihr bzw. ihrer Familie zu Gute
kamen, indem damit Rechnungen für Arbeiten an ihren dortigen Häusern und
Wohnungen beglichen wurden (Urk. 46 S. 5 f. + 7).
1.2. Die Beschuldigte hat die Darstellung der Anklage in der Untersuchung und
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung insofern bestätigt, als sie aner-
kannte, die Urheberin der abgeänderten Zahlungsanweisungen und Rechnungen
zu sein und auch die Spesenabrechnungen im eingeklagten Sinne ergänzt zu ha-
ben, worauf die Bank von E._ die inkriminierten Geldbeträge an die in der
Anklage genannten Begünstigten überwiesen habe (Urk. D1/9/10 S. 2 ff.; Urk. 71
S. 4; Prot. I S. 21 f.). Sie machte jedoch durchwegs geltend, die besagten Hand-
lungen im Einverständnis mit E._ als Inhaberin der belasteten Bankkonten
vorgenommen bzw. auf ihre Anweisung hin gehandelt zu haben (Urk. D1/9/10 S.
5; Prot. I S. 23). Entgegen dem erstinstanzlichen Urteil (Urk. 82 S. 6 + 9) ist mithin
nicht von einer vollumfänglichen Anerkennung des äusseren Sachverhaltes aus-
zugehen, da auch das Einverständnis bzw. die Anweisung der geschädigten Per-
son ein solches äusseres Element darstellt. Einig zu gehen ist jedoch mit der Vo-
rinstanz, wenn sie insbesondere diesen Punkt als strittig ansah und sich in der
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Folge hauptsächlich mit dem anklägerischen Vorwurf des eigenmächtigen Vorge-
hens der Beschuldigten befasste.
Der Verteidigung ist sodann beizupflichten, dass mit Bezug auf die ange-
klagten Spesenabrechnungen auch der Vorwurf nicht anerkannt wird, die dort
aufgeführten Ausgaben seien der Beschuldigten gar nie angefallen (vgl. Urk. 71
S. 4). Die Vorinstanz hat sich in ihrem Urteil indes mit diesem Einwand auseinan-
dergesetzt, indem sie sich mit der Glaubhaftigkeit der entsprechenden Aussagen
der Beschuldigte befasste, worauf vorliegend zurückzukommen sein wird.
1.3. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung blieb die Beschuldigte bei ih-
rer bisherigen Darstellung und führte insbesondere aus, dass sie die Unterschrif-
ten nie gefälscht, dafür aber deren Kopie in den Beleg integriert habe. E._
habe sie beauftragt, diese Rechnungen bei der Bank in der Schweiz zu bezahlen
(Prot. II S. 14). Mit dem Geld, welches von L._ wieder retour an sie geflossen
und von ihr dann bar bezogen worden sei, habe sie Spesen bezahlt bzw. Gegen-
stände für K._ gekauft. Sogar Toilettenpapier habe sie dabei nach K._
schicken müssen. Sie habe E._ diesbezüglich aber immer Quittungen vorge-
legt (Prot. II S. 18). Die Abänderungen der Belege seien auf Anweisung von
E._ und insbesondere mit deren Einwilligung vorgenommen worden. Auch
bei den Spesenabrechnungen handle es sich um Ausgaben, die im Einverständ-
nis mit E._ ausgegeben worden seien und ihr daher rückerstattet hätten wer-
den sollen. E._ habe gewusst, was sie gemacht habe und sei mit diesem
Vorgehen einverstanden gewesen (Urk. 95 S. 4, S. 13). Nachdem mithin der
Sachverhalt auch in zweiter Instanz unverändert bestritten blieb, ist mithin im Fol-
genden nochmals zu prüfen, inwiefern sich die strittigen Punkte der Anklage der
Beschuldigten gestützt auf die im Recht liegenden Beweismittel rechtsgenügend
nachweisen lassen.
1.4. Die massgebenden Beweismittel und die Grundsätze der Beweiswürdigung
sind im angefochtenen Entscheid vollständig und korrekt wiedergegeben worden
(vgl. Urk. 82 S. 6 - 8). Es kann somit vorbehaltlos auf die entsprechenden Erwä-
gungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
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1.5. Die Verwertbarkeit der erhobenen Beweise wurde vor dem Bezirksgericht
von keiner Seite in Frage gestellt und ist auch von der Berufungsinstanz nicht zu
beanstanden. Es erübrigen sich daher weitere Überlegungen zu formellen Aspek-
ten des vorliegenden Verfahrens.
1.6. Die Vorinstanz erachtete den eingeklagten Sachverhalt – unter integrierter
Rezitation der relevanten Beweismittel – hinsichtlich beider eingeklagter Dossiers
als vollumfänglich erstellt (Urk. 82 S. 16). Sie stützte sich dabei zum einen auf die
Aussagen sämtlicher Verfahrensbeteiligten, wobei sie die Angaben der Beschul-
digten als mehrheitlich widersprüchlich bzw. ausweichend und nachgeschoben
erachtete (Urk. 82 S. 10, 19 + 21) und stattdessen auf die Aussagen der Zeugin-
nen und Zeugen abstellte, deren Glaubwürdigkeit sie als durchwegs intakt beur-
teilte (Urk. 82 S. 10) und deren Ausführungen sie als glaubhaft ansah (Urk. 82 S.
10 + 14). Zum anderen ergab eine nähere Auseinandersetzung der Vorinstanz mit
den abgeänderten Schriftstücken, dass deren Inhalt teilweise nicht mit den Aus-
sagen der Beschuldigten übereinstimmte und Letztere damit widerlegt waren
(Urk. 82 S. 20).
Diesen Beurteilungen im erstinstanzlichen Urteil kann im Wesentlichen zu-
gestimmt werden. Es sind nebst den glaubhaften Schilderungen der Zeuginnen
und Zeugen (namentlich der Zeuginnen M._ und N._ [Urk. D1/14 + 18]
und der Zeugen O._ und G._ [Urk. D1/12 + 16]), welche in ihrem Kern-
gehalt auch für das Berufungsgericht weitestgehend authentisch und nachvoll-
ziehbar wirken, vorliegend insbesondere auch die gesamten Umstände des Fal-
les, welche gegen die Version der Beschuldigten sprechen, wonach E._ voll-
umfänglich mit ihrem Vorgehen einverstanden war und dieses gar noch weitge-
hend selber initiierte, indem sie die Beschuldigte zu den Manipulationen angewie-
sen haben soll (vgl. Urk. D1/9/10 S. 5).
1.7.
a) So ist im Zusammenhang mit dem Sachverhalt gemäss Dossier 1 betref-
fend die verfälschten Zahlungsaufträge und Rechnungen auch in zweiter Instanz
festzuhalten, dass die diesbezüglichen Schilderungen der Beschuldigten in ver-
schiedenen Punkten nicht überzeugend erscheinen. Insbesondere wirken ihre
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Aussagen rund um die angeblichen Anweisungen von E._ reichlich konstru-
iert und weisen darauf hin, dass sie sich im Nachhinein eine Geschichte zurecht
legte, um ihre Taten zu legitimieren. Sehr seltsam mutet diesbezüglich an, dass
zunächst ein Zusammenleben in L._ mit Ausbau des dort bestehenden Hau-
ses in Aussicht genommen worden sein soll, worauf dann aber ohne nachvoll-
ziehbaren Grund davon Abstand genommen wurde, so dass sich die in diesem
Zusammenhang getätigten Investitionen von E._ auf einen Schlag als für sie
nutzlos erwiesen, ohne dass sie das investierte Geld jemals zurückgefordert hätte
(vgl. Urk. D1/9/1 S. 4 f., S. 14; Urk. D1/9/3 S. 4 f., S. 7; Urk. D1/9/5 S. 12 ff., S. 18
f.; Urk. D1/9/10 S. 9 ff; Prot. I S. 17 f., S. 25 ff.; Prot. II S. 17 ff.). Geradezu aben-
teuerlich ist sodann die Schilderung der Beschuldigten, wonach sie von E._
in der Folge angewiesen worden sein soll, auf deren Kosten ein weiteres Haus in
L._ zu bauen und auf ihren eigenen Namen eintragen zu lassen, ohne dass
jedwelche schriftlichen Abmachungen über die wahren Berechtigungsverhältnisse
getroffen wurden (Urk. D1/9/5 S. 16).
Kein stimmiges Bild ergeben die Depositionen der Beschuldigten auch
hinsichtlich des konkreten Vorgehens im Rahmen der Fälschungen der inkrimi-
nierten Dokumente. Wie bereits die Vorinstanz diesbezüglich festhielt (Urk. 82
S. 10), hat die Beschuldigte weder die Orte der Fälschungshandlungen noch die
an den Fälschungen beteiligten Personen konstant beschrieben, wobei den Be-
hörden im Laufe der Untersuchung diesbezüglich gleich mehrere Versionen un-
terbreitet wurden (vgl. Urk. D1/9/1 S. 27; Urk. D1/9/3 S. 3, S. 5 f.; Urk. D1/9/5
S. 2; Urk. D1/9/7 S. 2 f., S. 5 f., S. 8, S. 10, S. 12 ff.). Wird aber ein eigentlicher
Kernpunkt des relevanten Sachverhaltes derart unterschiedlich geschildert, so ist
dies – entgegen der Verteidigung (Urk. 95 S. 10) – ein deutlicher Hinweis für das
Fehlen von Realitätskriterien, welche die Erklärungen eines Täters bzw. einer Tä-
terin als nicht nachvollziehbar erscheinen lassen. Der Verteidigung kann sodann
nicht gefolgt werden, wenn sie diese Unstimmigkeiten allein mit einer Verblassung
der Erinnerung aufgrund der verstrichenen Zeit erklärt (Urk. 95 S. 10). Bei den un-
terschiedlichen Angaben handelt es sich zudem nicht nur um Aussagen, die sich
auf den eingestandenen äusseren Sachverhalt beziehen. Diese drehen sich viel-
mehr um die umstrittene Frage, ob E._ vom Vorgehen Kenntnis hatte und ih-
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re Einwilligung dazu erteilte, weshalb sich die aufgezeigten Ungereimtheiten
durchaus auch zulasten der Beschuldigten auswirken. Entgegen der Verteidigung
besteht sodann auch kein Anlass, auf sprachliche Missverständnisse in den Aus-
sagen der Beschuldigten zu schliessen (Urk. 95 S. 10 f.).
Soweit die Verteidigung das Geschäftsgebahren der Bank als Indiz für eine
Einwilligung von E._ anführt (Urk. 95 S. 7 f.), so ist dieser Argumetation zu
entgegnen, dass die herangezogenen Aussagen von P._ nicht aussagekräf-
tig sind, da dieser nicht der zuständige Kundenbetreuer von E._ war und in-
sofern keine Angaben zur Kundenbeziehung und deren Ausgestaltung machen
konnte (Urk. D1/11). Der insofern zuständige O._ erklärte diesbezüglich
aber, nur bei Unklarheiten telefonische Rücksprache mit E._ gehalten zu ha-
ben (Urk. D1/12 S. 5).
Nicht zuletzt ist aus den Befragungen der Beschuldigten aber auch ersicht-
lich, dass sie – wie ebenfalls bereits die Vorinstanz erkannt hat (Urk. 82 S. 10 f.) –
ihre Aussagen dem Untersuchungsergebnis laufend angepasst hat und Einlas-
sungen nur dann machte, wenn sich diese aufgrund der ihr vorgehaltenen Unter-
lagen (namentlich der Fälschungen) kaum noch vermeiden liessen, wie insbeson-
dere ihre späten Einräumungen der Einkopierung von Unterschriften von E._
zeigen (vgl. Urk. D1/9/10 S. 2). Theoretisch möglich wäre zwar in diesem Zu-
sammenhang, dass diese Unterschriften angesichts von zunehmenden gesund-
heitlichen Schwierigkeiten von E._ einvernehmlich einkopiert wurden, da die-
se nicht mehr selber unterschreiben konnte (so die Verteidigung, Urk. 71 S. 18 f.
bzw. Urk. 95 S. 9), doch hätte die Beschuldigte diesen Umstand zweifellos bereits
von Anbeginn der Untersuchung erwähnt, wenn er der eigentliche Grund der Ma-
nipulationen gewesen wäre.
b) Die Ausführungen der Beschuldigten widersprechen in wichtigen Punkten
aber auch den Ausführungen und Wahrnehmungen der einvernommenen Zeu-
ginnen und Zeugen, dies insbesondere hinsichtlich der angeblichen Hintergründe
des Einverständnisses von E._ betreffend die einzelnen Manipulationen.
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Namentlich reichte die Zeugin N._ in ihrer Befragung ein Dokument zu
den Akten, gemäss welchem ein allfälliges Zusammenleben von E._ mit der
Beschuldigten in Q._ geplant war (vgl. Urk. D1/15), was insbesondere dem
Kernargument der Beschuldigten widerspricht, ein Grossteil der genehmigten
Überweisungen nach L._ sei aufgrund des Baues einer gemeinsamen Alters-
residenz in ihrem Heimatland erfolgt (vgl. Urk. D1/9/1 S. 4 f., S. 14; Urk. D1/9/3
S. 4 f., S. 7; Urk. D1/9/5 S. 12 ff., S. 18 f.; Urk. D1/9/10 S. 9 ff; Prot. I S. 17 f.,
S. 25 ff.; Prot. II S. 17 ff.). Wenn die Beschuldigte dazu geltend macht, es habe
sich dabei lediglich um ein Dokument betreffend frühere Pläne gehandelt, wel-
ches noch vor der Idee des Zusammenlebens in L._ entstanden sei
(Urk. D1/9/5 S. 19), so trifft dies eindeutig nicht zu, da das fragliche Dokument auf
den 11. Februar 2012 datiert ist und somit einem Wunsch kurz vor ihrem Ableben
entsprochen haben muss (vgl. Urk. D1/15). Die Zeugin selbst hatte denn auch
noch nie etwas von einem Vorhaben eines Umzuges nach L._ gehört (Urk.
D1/14 S. 7), obwohl sie zu jener Zeit eine der engsten Bezugspersonen der Ver-
storbenen war. Auch das Verhältnis von E._ zu ihrem Neffen beschrieb
N._ keinesfalls derart dramatisch, wie es die Schilderungen der Beschuldig-
ten erahnen lassen, wobei sie gleichzeitig klar machte, dass dieser stets sehr klar
gewesen sei, dass es sich um ihr eigenes Geld handelte und sie niemanden zu
fragen brauchte, was sie damit tun sollte (vgl. Urk. D1/14 S. 6 f.). Entgegen der
Verteidigung (Urk. 95 S. 8) steht ihre Darstellung diesbezüglich keineswegs dia-
metral den Aussagen von G._ entgegen, zumal sie selbst angab, nach ihrer
Wahrnehmung habe sich das Verhältnis von E._ zum Neffen verschlechtert
(Urk. D1/14 S. 6 f.). Aufschlussreich sind die Aussagen der Zeugin N._ aber
auch insofern, als sie verneinte, dass E._ mit ihren Angestellten besonders
grosszügig gewesen sei, und stattdessen angab, dass diese einfach gezielt ge-
holfen habe, wenn es ein konkretes finanzielles Problem gab (Urk. D1/14 S. 8),
was insofern mit der übrigen Aktenlage übereinstimmt, als ansonsten lediglich
punktuelle Hilfestellungen im Zusammenhang mit einer konkreten Auslage der
Beschuldigten aktenkundig sind, wobei diese teilweise gar noch einen Beleg vor-
zuweisen hatte, dass die entsprechenden Ausgaben tatsächlich bei ihr angefallen
waren bzw. anfallen würden (vgl. Urk. D2/2/2). Eine aussergewöhnliche Grosszü-
- 16 -
gigkeit von E._, die mit der Zuwendung grosser Beträge korrelieren würde,
lässt sich somit nicht feststellen. Im Übrigen mag zutreffend sein, dass E._
gewisse exzentrische Züge aufgewiesen hat. Anhand der Akten lässt sich das von
der Beschuldigten und der Verteidigung gezeichnete Bild, wonach sich mit dem
exzentrischen Verhalten von E._ sämtliche eingeklagten Vorgänge erklären
lassen, hingegen nicht stützen. So flog die Beschuldigte beispielsweise nicht nur
deshalb nach K._, um der Auftraggeberin Sonnencrème zu bringen. Viel-
mehr musste sie daneben diverse weitere Besorgungen tätigen und diese nach
K._ transportieren, wie den Spesenbelegen zu entnehmen ist (vgl.
Urk. D1/9/11/27).
Auch der Zeuge G._ erklärte sodann in seiner Befragung, von den Um-
zugsplänen von E._ nach L._ nie etwas gehört zu haben, sondern er-
wähnte ebenfalls deren grundsätzliche Absicht, in die Schweiz in ihr neues Haus
in Q._ zurückzukehren zu wollen, wobei eine Einlegerwohnung für die Be-
schuldigte und ihre Familie geplant gewesen sei (Urk. D1/16 S. 13). Zwar erwähn-
te der Zeuge G._ im Vergleich zur Zeugin N._ weitgehendere Differen-
zen von E._ mit ihrem Neffen, doch gab er gleichzeitig zu bedenken, dass
die Verfügende mit dem eingeklagten Vorgehen nichts hinter dem Rücken des
Neffen hätte machen können, da dieser über Vollmachten von sämtlichen Konten
bei der R._ verfügt und somit Einsicht in alle Zahlungsabflüsse gehabt habe
(vgl. D1/16 S. 11). Es ergibt sich daraus, dass die Fälschungen der Dokumente
gar nicht geeignet gewesen wären, dem Neffen finanzielle Transaktionen, welche
ihm allenfalls nicht genehm waren, zu verheimlichen, was auch E._ bewusst
gewesen sein muss, weshalb das Vorbringen der Beschuldigten auch unter die-
sem Aspekt nicht schlüssig erscheint.
Schliesslich konnte auch die Zeugin M._, welche in L._ teilweise
als Maklerin und Verwalterin für die Beschuldigte fungierte, deren Angaben in der
Untersuchung in massgeblichen Aspekten nicht bestätigen. Namentlich wusste
auch sie nichts darüber, dass ein Umzug von E._ in ein Haus nach L._
geplant war. Vielmehr gab sie an, dass das besagte Haus von der Beschuldigten
deshalb gekauft worden sei, weil diese Kindheitserinnerungen damit verband
- 17 -
(Urk. D1/18 S. 16 + 18). Zudem erklärte die Zeugin, dass sie stets denselben Be-
trag, welchen sie von der Beschuldigten nach L._ erhalten hatte, auf ein
Gemeinschaftskonto des Ehepaares A._ weitergeleitet habe, wobei sie
selbstverständlich gedacht habe, das Geld gehöre ihnen (Urk. D1/18 S. 8 f.). Sie
habe definitiv nicht gewusst, dass die Gelder von E._ stammten, denn die
Beschuldigte habe Probleme mit der Überweisung eigener Gelder als Grund für
die Transaktionen auf ihr Konto angegeben (Urk. D1/18 S. 14). Was die von der
Verteidigung angesprochenen Widersprüche bzw. Ungereimtheiten in ihren Aus-
sagen anbelangt, so betreffen diese das eigentliche Kerngeschehen nicht (Urk. 95
S. 11 f.). Namentlich sind Widersprüche hinsichtlich der Höhe des transferierten
Geldes dadurch erklärbar, dass es nicht ihre Aufgabe war, Buchhaltung zu führen
und einen Überblick über die von ihr zu transferierenden Gelder zu behalten. Es
besteht mithin auch insofern kein Anlass, an der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben zu
zweifeln.
c) Nicht zuletzt ist aber auch unerfindlich, weshalb E._ und die Beschul-
digte die angeblich einvernehmlich begünstigten Zahlungsempfänger in L._
nicht einfach vorher zusammen besprochen und Erstere daraufhin echte diesbe-
zügliche Zahlungsanweisungen an ihre Bank gefaxt hat, in welchem Fall mit dem
gleichen Resultat keine aufwendigen Abänderungen von früheren Anweisungen
oder aktuellen Rechnungen hätten vorgenommen werden müssen. Wenn die Be-
schuldigte diesbezüglich geltend macht, dass die Zahlungen auf diese Weise an
den Angehörigen und insbesondere dem Neffen von E._ hätten vorbeige-
schleust werden können (Urk. D1/9/1 S. 10 ff.; Urk. D1/9/3 S. 4 f., S. 7;
Urk. D1/9/5 S. 5 f., S. 13, S. 19; Urk. D1/9/7 S. 11, S. 18; Prot. I S. 23 f., S. 27;
Prot. II S. 16 ff.), so ist dem mit dem Zeugen G._ entgegenzuhalten, dass ge-
rade der Neffe eine Verwaltungsvollmacht auf sämtlichen Konten der R._
hatte und ihm mithin die Belastungen auf diesen Konten ohnehin bekannt waren,
unabhängig davon, ob sie auf echten oder gefälschten Zahlungsanweisungen be-
ruhten. Der weitere Hinweis der Beschuldigten, der Neffe habe als Verwaltungs-
bevollmächtigter eben keine Einsicht in die Details der Anweisungen gehabt (Urk.
71 S. 18), vermag in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht durchzuschlagen, da
sich das bei echten Zahlungsaufträgen ja nicht anders verhalten hätte. Es muss
- 18 -
daraus geschlossen werden, dass die Verheimlichung der Zahlungsströme vor
den Angehörigen bzw. dem Neffen nicht der wahre Grund für die Fälschungen der
Beschuldigten gewesen sein kann, da das gewählte Vorgehen zumindest in Be-
zug auf den Neffen seinen Zweck gar nicht erreicht hätte. Vor diesem Hintergrund
macht auch der veranlasste Umweg der Zahlungen über L._ keinen Sinn, da
auch in diesem Fall stets ein sog. "paper trail" vorhanden gewesen wäre, welcher
dem Neffen die Nachverfolgung der Zahlungsströme ermöglicht hätte. Die Hand-
lungsweise der Beschuldigten deutet mithin klar auf eine deliktische Absicht hin.
d) All diese Umstände widersprechen mithin dem geltend gemachten einver-
nehmlichen Vorgehen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass E._ nie ihr Ein-
verständnis dazu gegeben hat, dass diverse aus L._ stammende Zahlungs-
anweisungen und Rechnungen von der Beschuldigten verfälscht werden und her-
nach der Bank von E._ zur Zahlung an Begünstigte in L._ weitergeleitet
werden.
1.8.
a) Mit Bezug auf den Sachverhalt gemäss Dossier 2 betreffend die manipu-
lierten Spesenabrechnungen ist bei den Schilderungen der Beschuldigten zu-
nächst nicht nachvollziehbar, weshalb sie überhaupt über derart lange Zeit in die
Lage geraten sein soll, die zahlreichen Anschaffungen für die begüterte Auftrag-
geberin (zumindest teilweise) selber zu bezahlen. Die Beschuldigte macht hierzu
primär geltend, sie habe für diese Anschaffungen von E._ eine Kreditkarte
erhalten, deren monatliche Limite von Fr. 3'000.– indes nicht immer gereicht ha-
be, so dass sie den restlichen Betrag von ihrem eigenen Geld habe bezahlen
müssen (Urk. D1/9/5 S. 9). War sie aber tatsächlich im Besitz einer solchen Kre-
ditkarte, so hätte sie die besagte Limite nach den ersten Überschreitungen umge-
hend von E._ anpassen lassen können, zumal sie selbst ausführte, diese sei
in der Regel grosszügig und fair zu ihr gewesen. Nicht plausibel ist in diesem Zu-
sammenhang dann auch ihre weitere Schilderung, sie habe in der Folge die
Rechnung (der Anschaffung) der Bank gegeben, damit sie das Geld zurückerhal-
te, hätte sie in diesem Fall doch die Fr. 3'000.–, welche bereits auf der Kreditkarte
von E._ belastet waren, jeweils zu Unrecht geltend gemacht. Im Übrigen fin-
- 19 -
den sich in den inkriminierten Spesenabrechnungen nie irgendwelche Teilbeträge,
welche die Argumentation der ungenügenden Kreditkartenlimite mit privater Be-
streitung des Restbetrages bestätigen würden. Vielmehr werden in diesen Ab-
rechnungen stets runde Summen eingefordert, welche immer wieder die gleichen
Besorgungen ("Pijamas", "Escarpe" oder "Pelover") betreffen (vgl. Urk.
D1/9/11/21; Urk. D1/9/11/23-27), was dafür spricht, dass die Beschuldigte die
entsprechenden Ausgaben erfunden hat, wobei sie hinsichtlich der jeweils angeb-
lich aufgewendeten Positionen relativ wenig Phantasie an den Tag zu legen ver-
mochte.
Nicht im Widerspruch zu dieser Annahme steht, dass die Staatsanwaltschaft
in ihrer Einstellungsverfügung vom 30. März 2020 betreffend Veruntreuung eben-
falls davon ausgeht, E._ habe der Beschuldigten von K._ aus bisweilen
Aufträge zur Anschaffung von bestimmten Waren und Gegenständen in der
Schweiz erteilt, wobei diese dafür eine ihr zur Verfügung gestellte Kreditkarte ha-
be benützen können (Urk. 44). Vielmehr hat sich gerade im Zusammenhang mit
den Nachforschungen betreffend die Kreditkarte gezeigt, dass diese über eine
grosszügigere Limite von Fr. 5'000.– pro Monat verfügte und die Beschuldigte
mithin die ihr aufgetragenen Besorgungen umso eher bargeldlos tätigen konnte
(vgl. Urk. D2/2/12).
b) Im Weiteren hat die Beschuldigte im Zusammenhang mit den inkriminierten
Spesenabrechnungen aber auch nicht plausibel dargetan, woher sie die teilweise
beträchtlichen eigenen Mittel für die fremden Anschaffungen hätte nehmen sollen.
Ihre Erklärung, dass sie mit diesen Anschaffungen jeweils bis zum Ende des Mo-
nates zugewartet habe, bis der Lohn von ihr und ihrem Ehemann eingetroffen sei,
worauf sie dann ihre eigenen Rechnungen nicht mehr habe bezahlen können
(Urk. D1/9/5 S. 10), mutet unrealistisch an, zumal sich auf den Lohnkonten der
Beschuldigten und ihres Ehemannes bei der S._ und der T._ für die be-
sagte Zeitspanne (nach dem 25. eines jeden Monates) nur sehr sporadisch ent-
sprechend hohe Kontobelastungen finden (vgl. Urk. EIZ 19/11; EIZ 25/11). Dem-
gegenüber finden sich grössere Belastungen des U._-Kontos der Beschul-
digten unabhängig von irgendwelchen Lohneingängen stets dann, wenn jeweils
- 20 -
wieder eine grössere Zahlung seitens von E._ eingegangen war (vgl. EIZ
28/7), was wiederum den Verdacht nährt, dass sich die Beschuldigte stets dann
Gelder via angebliche Spesenzahlungen auszahlen liess, wenn sie persönlich ei-
nen erhöhten Geldbedarf hatte.
c) Schliesslich wird auch der konkrete Ablauf der in diesem Zusammenhang
erfolgten Geldflüsse von der Beschuldigten teilweise widersprüchlich und weitge-
hend lebensfremd geschildert. Während sie einerseits angab, sie habe zwecks
Tätigung der beschriebenen Käufe für ihre Dienstherrin eine Kreditkarte zur Ver-
fügung gestellt erhalten und dann jeweils die Differenz zur ausgereizten Kartenli-
mite selber berappen müssen (Urk. D1/9/5 S. 9), erklärte sie wenig später,
E._ habe ihr hin und wieder auch Bargeld (von z.B. Fr. 12'000.–) überwie-
sen, wovon sie dann eigene Rechnungen bezahlen und weitere Einkäufe für sie
habe tätigen können (Urk. D1/9/5 S. 10). Hat die Beschuldigte aber nebst der
Kreditkarte (mit einer Limite von Fr. 5'000.– pro Monat) zusätzlich noch weitere
beträchtliche Bargeldbeträge erhalten (vgl. Urk. EIZ 19/11; EIZ 25/11; EIZ 28/7:
vgl. z.B. im Januar 2009 Fr. 4'200.–, im Juni 2009 Fr. 7'270.– und Fr. 7'120.–, im
Juli 2009 Fr. 7'540.–, im September 2009 Fr. 8'500.– sowie im Oktober 2009
Fr. 9'480.–), welche sie zumindest teilweise für die Anschaffung von weiteren Wa-
ren brauchen konnte, so leuchtet umso weniger ein, weshalb sie daneben angeb-
lich noch auf ihre privaten Reserven zurückgreifen musste.
d) Es drängt sich unter all diesen Gesichtspunkten der Schluss auf, dass die
Beschuldigte die in den fingierten Spesenbelegen aufgeführten Waren und Ge-
genstände nie mit eigenen Geld angeschafft hat und damit in dieser Beziehung
auch keine persönlichen Ausgaben hatte, welche sie von E._ hätte zurück-
fordern können, wie diesbezüglich bereits die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat
(Urk. 82 S. 20 f.).
1.9.
a) Zusammenfassend kann mithin für beide eingeklagten Dossiers festgehal-
ten werden, dass sich die Geschehnisse nicht so abgespielt haben können, wie
sie von der Beschuldigen geschildert werden. Der Auffassung der Verteidigung,
die Aussagen der Beschuldigten seien weitgehend authentisch und hätten auch
- 21 -
jederzeit von den Behörden nachgeprüft werden können (Urk. 71 S. 19; Urk. 95
S. 15 f.), ist insofern nicht zuzustimmen, als dass gerade die Unbestimmtheit vie-
ler Angaben der Beschuldigten deren konkrete Überprüfung oft verunmöglichte,
indem sie regelmässig weder die (vollständigen) Namen der jeweils in das Ge-
schehen involvierten Personen noch die (genauen) Orte der geschilderte Ge-
schehnisse anzugeben vermochte, was beispielsweise auch für den von der Ver-
teidigung erwähnt Kauf der Hosenkollektion gilt. So erscheint es denn insbeson-
dere auch angesichts ihrer Schilderung, sie habe erhaltene Gelder an eine
"D._" (aus I._) "C._" (aus J._) weitergeleitet, nicht möglich,
den Sachverhalt mittels Befragung dieser nur vage bezeichneten Personen zu er-
gänzen (vgl. dazu vorne Ziffer E.II.2.). Nochmals ist in diesem Zusammenhang
denn auch darauf hinzuweisen, dass es durchaus sein mag, dass E._ teil-
weise auch andere Personen mit Geld bedacht hat, doch müssen diese Zuwen-
dungen ausserhalb der inkriminierten Geldflüsse erfolgt sein, zumal sich die Do-
natorin gerade bei Schenkungen an ihre Freundinnen nicht derart komplizierter
Abläufe hätte bedienen müssen, selbst wenn sie diese Schenkungen heimlich an
ihren Angehörigen vorbei hätte tätigen wollen, da sie über zahlreiche andere
Geldkanäle verfügte, welche sie ohne Wissen der Angehörigen hätte anzapfen
können.
b) Auffallend ist zwar, dass E._ von der Bank monatlich Belastungsan-
zeigen betreffend das inkriminierte Konto erhielt und offenbar nie dagegen oppo-
nierte (vgl. dazu die Aussagen des Zeugen O._, Urk. D1/12 S. 8), was indi-
zieren könnte, dass sie mit den dort ersichtlichen Überweisungen nach L._
einverstanden war. Zu berücksichtigen ist diesbezüglich jedoch, dass nicht davon
auszugehen ist, die Kontoinhaberin habe diese Anzeigen jemals selber konsul-
tiert. Vielmehr lief die gesamte Korrespondenz und Kommunikation im Deliktszeit-
raum über ihren Berater G._, welcher keine konkrete Prüfungen der Belas-
tungen vornahm, da er sich nicht als Kassenwart von E._ verstand und die
Belege lediglich zwecks Erstellung der Steuererklärung bei sich ablegte (vgl. dazu
die Aussagen des Zeugen G._, Urk. D1/16 S. 7 f.).
- 22 -
c) Es kann mithin auch im zweitinstanzlichen Verfahren festgestellt werden,
dass der Sachverhalt der Anklage vollumfänglich erstellt ist. Zwar besteht ange-
sichts der Tatsache, dass aufgrund des Versterbens von E._ kein direkter
Beweis betreffend ihre Einstellung zu den eingeklagten Geldtransaktionen der
Beschuldigten geführt werden kann, die Möglichkeit, dass die Banküberweisun-
gen auf Konten von Dritten in L._ bzw. der Beschuldigten in der Schweiz mit
Einverständnis der Belasteten erfolgten, doch ist diese Möglichkeit angesichts der
gegen die Beschuldigte sprechenden Gesamtumstände sowie ihrer in entschei-
denden Punkten nicht überzeugenden Aussagen zum Tatgeschehen lediglich
theoretischer Natur. Vielmehr ergibt sich die nach ausführlicher Befassung mit
dem relevanten Sachverhalt ein anderes Gesamtbild der inkriminierten Ereignis-
se, welches auch in Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro reo" nicht
mehr zu Gunsten der Beschuldigten interpretiert zu werden vermag.
d) Demzufolge ist für die nachfolgende rechtliche Würdigung nach Würdigung
sämtlicher relevanter Beweise davon auszugehen, dass die Beschuldigte sowohl
die ihr zugestellten Dokumente von N._ (Zahlungsanweisungen per Rech-
nungstabellen) bzw. V._ (Zahlungsanweisungen per Fax) und die Dritt-
Rechnungen der externen Dienstleister als auch die weitgehend selber angefer-
tigten Spesenabrechnungen ohne Einverständnis der Betroffenen derart manipu-
lierte, dass die Bank das Konto von E._ in der Annahme eines falschen
Sachverhalts belastete und die Gelder mithin irrtümlich auf Konten von mit der
Beschuldigten verbundenen natürlichen oder juristischen Personen in L._
bzw. auf Konten der Beschuldigten selbst überwiesen hat. Die vom besagten
Bankkonto abgeflossenen Gelder sind in der Folge (teilweise über Umwege) aus-
nahmslos der Beschuldigten zu Gute gekommen, indem sich entweder ihre Ver-
mögenswerte vergrössert oder aber zumindest ihre Verbindlichkeiten reduziert
haben, so dass sie entsprechend bereichert wurde.
- 23 -
2. Rechtliche Würdigung
2.1. Gewerbsmässiger Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB
a) Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand des ge-
werbsmässigen Betruges korrekt wiedergegeben (vgl. Urk. 82 S. 22). Es kann da-
rauf ohne Ergänzungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
b) Seitens der Verteidigung werden zu diesem Tatbestand lediglich Beanstan-
dungen betreffend die vorinstanzlich bestätigte Arglist der Täuschung vorge-
bracht, indem eine Opfermitverantwortung der Bank hergeleitet wird, weil diese
nach den erhaltenen Zahlungsanweisungen jeweils nicht bei der Kontoinhaberin
nachgefragt habe, zumal noch nicht einmal klar sei, inwiefern solche Belastungen
aufgrund von Zahlungsanweisungen in der Kundenbeziehung überhaupt zulässig
gewesen seien (Urk. 71 S. 20; Urk. 95 S. 15 f.).
Diesbezüglich ist vorweg festzuhalten, dass – wie bereits die Vorinstanz zu
Recht ausgeführt hat (Urk. 82 S. 23) – im Falle von besonderen Machenschaften
mittels gefälschten Urkunden an die Opfermitverantwortung selbst von geschäfts-
erfahrenen Partnern geringere Anforderungen zu stellen sind (vgl. Urk. 82 S. 23).
Im Weiteren ist unbestritten, dass mit E._ auf deren Wunsch hin explizit ver-
einbart war, dass Zahlungsanweisungen per Fax von der Bank akzeptiert werden,
was zeigt, dass in der langjährigen Bankbeziehung ein gewisses berechtigtes
Vertrauen existierte. Im Übrigen ist es aber auch nicht so, dass die Bank in Bezug
auf diese Geschäftsverbindung jegliche Sorgfalt vermissen liess, hat sie doch die
Unterschriften auf den Dokumenten stets mit der deponierten Originalunterschrift
abgeglichen (Urk. D1/12 S. 7). Zudem hat sie der Empfängeradresse der Konto-
inhaberin einmal monatlich eine Belastungsanzeige zugestellt und dabei nie eine
Beanstandung erhalten (vgl. Urk. D1/12 S. 8; Urk. D1/16 S. 13). Ein höherer Sorg-
faltsmassstab kann unter den gegebenen Umständen auch im Bankenwesen
nicht verlangt werden, darf sich doch auch ein Bankinstitut grundsätzlich darauf
verlassen, dass eingereichte Dokumente nicht verfälscht sind (vgl. BGE 117 IV
35, E. 2.). Auch wenn mithin gerade Banken im Kundenverkehr zu erhöhter Sorg-
falt angehalten sind, vermag das Verhalten der Mitarbeiter der R._ mithin
- 24 -
nicht jene elementare Nachlässigkeit zu begründen, welche für eine Opfermitver-
antwortung von Lehre und Praxis gefordert wird, auch wenn es allenfalls hilfreich
gewesen wäre, bei höheren Überweisungen zumindest sporadisch einen Kon-
trollanruf zu tätigen, um jegliche Irrtümer zu vermeiden.
c) Die übrigen Tatbestandsmerkmale des Betruges wurden von der Vorinstanz
allesamt umfassend und korrekt geprüft, so dass auf die entsprechenden Erwä-
gungen im erstinstanzlichen Urteil verwiesen werden kann. Namentlich ist auch
der Grundsatz, dass zwar der Irrende mit dem Getäuschten, nicht aber der Verfü-
gende mit dem Geschädigten identisch sein muss, gewahrt. Ein Auseinanderfal-
len von Verfügendem und Getäuschten offenbart sich dabei insbesondere beim
vorliegend gegebenen Dreiecksbetrug, wobei der Verfügende (vorliegend die
Bank) zur geschädigten Person (vorliegend die Kontoinhaberin) dann immerhin in
einem Näheverhältnis stehen muss (vgl. zum Ganzen TRECHSEL/CRAMERI, Praxis-
kommentar zum Strafgesetzbuch, 4. Aufl., N 14 + 18 zu Art. 146 StGB), welche
Konstellation bei einer Bankkundenbeziehung jedoch in aller Regel gegeben ist
(vgl. auch Urk. 82 S. 25).
d) Nicht zu beanstanden ist schliesslich auch, wenn die Vorinstanz die von der
Anklägerin in diesem Zusammenhang eingeklagte mehrfache Tatbegehung still-
schweigend fallen liess, da eine solche Tatmehrheit bei gewerbsmässigen Delik-
ten nur im Ausnahmefall, welcher hier nicht vorliegt, denkbar ist (vgl. BGE 116 IV
121, E. 2.aa).
2.2. Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB
a) Der Tatbestand der Urkundenfälschung wurde im erstinstanzlichen Urteil in
seinen Grundzügen ebenfalls korrekt dargestellt (Urk. 82 S. 26 ff.).
Zu ergänzen ist diesbezüglich in objektiver Hinsicht, dass das Bundesge-
richt in ständiger Rechtsprechung zwischen zwei Tatbestandsvarianten unter-
scheidet. Danach erfasst die Urkundenfälschung im engeren Sinn das Herstellen
einer unechten Urkunde, deren wirklicher Aussteller mit dem aus ihr ersichtlichen
Urheber nicht identisch ist. Demgegenüber betrifft die Falschbeurkundung die Er-
- 25 -
richtung einer echten, aber unwahren Urkunde, bei der also der wirkliche und der
in der Urkunde enthaltene Sachverhalt nicht übereinstimmen. Nach der Recht-
sprechung ist das Vertrauen darauf, dass eine Urkunde nicht verfälscht wird,
grösser als das Vertrauen darauf, dass jemand in schriftlicher Form nicht lügt. Sie
stellt daher an die Beweisbestimmung und Beweiseignung einer Urkunde bei der
Falschbeurkundung hohe Anforderungen und wendet Art. 251 StGB restriktiv an.
Die Falschbeurkundung erfordert demnach eine qualifizierte schriftliche Lüge. Ei-
ne solche liegt nur vor, wenn der Urkunde eine erhöhte Glaubwürdigkeit zukommt
und der Adressat ihr aufgrund dessen ein besonderes Vertrauen entgegenbringt.
Dies ist der Fall, wenn allgemein gültige objektive Garantien die Wahrheit der Er-
klärung gegenüber Dritten gewährleisten, wie sie unter anderem in der Prüfungs-
pflicht einer Urkundsperson oder in den gesetzlichen Bestimmungen über die
ordnungsgemässe Rechnungslegung des Aktienrechts und in den entsprechen-
den Bilanzvorschriften liegen. Blosse Erfahrungsregeln hinsichtlich der Glaubwür-
digkeit irgendwelcher schriftlicher Äusserungen genügen dagegen nicht, mögen
sie auch zur Folge haben, dass sich der Geschäftsverkehr in gewissem Umfang
auf entsprechende Angaben verlässt (BGE 132 IV 12, E. 8.1.; 129 IV 130, E. 2.1.;
Urteile 6B_448/2018 vom 9. Januar 2019, E. 1.4.1. und 6B_624/2007 vom 14.
November 2007, E. 4.1.).
In subjektiver Hinsicht ist ein Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbe-
standsmerkmale erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt (BGE 138 IV 130,
E. 3.2.1.). Erforderlich ist zudem eine Täuschungsabsicht, mittels welcher der Tä-
ter einen Irrtum über die Echtheit oder Wahrheit der Urkunde erregen will, um den
Adressaten zu einem rechtserheblichen Verhalten zu veranlassen. Ferner muss
der Täter bei der Urkundenfälschung alternativ in Schädigungs- oder Vorteilsab-
sicht handeln, wobei auch hier eine blosse Inkaufnahme des Handlungszieles ge-
nügt (BOOG, BSK StGB II, N 183 ff. zu Art. 251 StGB). Die Vorteilsabsicht kann
sich auf jede Besserstellung beziehen, sei sie vermögensrechtlicher oder sonsti-
ger Natur, wobei in den Vorteil auch eine Drittperson einbezogen werden kann
(BGE 118 IV 254, E. 5.).
- 26 -
b) Die Verteidigung wendet dazu in objektiver Hinsicht ein, den von der Be-
schuldigten abgeänderten Dokumenten lägen in sämtlichen Fällen Abrechnungs-
verhältnisse zwischen der Beschuldigten und E._ zu Grunde, weshalb diese
als Rechnungen der Beschuldigten anzusehen seien, welche im gewöhnlichen
und auch im vorliegenden Fall keine Urkunden im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB
darstellten (Urk. 71 S. 5 ff.; Urk. 95 S. 13 f.).
Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass vorliegend unechte Doku-
mente zur Disposition stehen, bei welchen an die Beweiseignung und Beweisbe-
stimmung von vornherein weniger strenge Anforderungen als bei lediglich unwah-
ren Schriftstücken gestellt werden (vgl. vorstehend Ziffer 2.2.1.). Unabhängig von
der Frage, ob vorliegend tatsächlich durchwegs von Abrechnungsverhältnissen
ausgegangen werden kann, ist sodann festzustellen, dass die inkriminierten Fax-
Schreiben und Dritt-Rechnungen in ihrer Verwendung nicht den Zweck hatten, ei-
nen geforderten Rechnungsbetrag zu belegen. Vielmehr wurden sie von der Be-
schuldigten als angeblich von der Berechtigten unterschriebene Zahlungsinstruk-
tionen an deren Bank eingesetzt, in welcher Funktion sie dazu geeignet und be-
stimmt waren, im Rahmen eines rechtlich erheblichen Vorganges den Aussteller
und den Begünstigten des Zahlungsauftrages zu belegen. Gleich verhält es sich
bei den Spesenabrechnungen, welche ebenfalls durch Anbringen der Unterschrift
der Kontoinhaberin zu Zahlungsaufträgen umfunktioniert wurden. Wie bereits die
Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, kommt solchen Dokumenten in Berücksich-
tigung ihres tatsächlichen Verwendungszweckes auf jeden Fall der Charakter ei-
ner Urkunde zu.
c) Was sodann den Einwand der Verteidigung anbelangt, es fehle an der Tat-
handlung des Fälschens bzw. Verfälschens (Urk. 71 S. 7 f.; Urk. 95 S. 13 f.), so
hat die Sachverhaltswürdigung in erster und zweiter Instanz ergeben, dass es
nicht dem Willen von E._ entsprach, dass die inkriminierten Geldbeträge zu
den in den Zahlungsanweisungen angegebenen Begünstigten nach L._ bzw.
zur Beschuldigten selbst flossen (vgl. vorne Ziffer E./III./1.7). Demzufolge ent-
sprachen die abgeänderten Dokumente aber nicht dem gedanklichen Erklärungs-
inhalt der daraus ersichtlichen Erstellerin und wurden in diesem Sinne verfälscht,
- 27 -
indem sie eigenmächtig abgeändert wurden und dadurch der Anschein erweck-
ten, es sei die ursprüngliche Verfasserin gewesen, welcher der Urkunde den neu-
en Inhalt gegeben habe (vgl. WEDER, OFK StGB, 21. Aufl., N 14 zu Art. 251
StGB).
d) In subjektiver Hinsicht handelte die Beschuldigte vorliegend mit direktem
Vorsatz, da ihr sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale bewusst sein mussten
und sie trotzdem handelte, da sie das von ihr angestrebte Ziel einer Täuschung
der Bank erreichen wollte. Der Vorteil, den sie damit bezweckte, war offensichtlich
finanzieller Natur, wobei sie wusste, dass ihr die entsprechenden Mittel in Tat und
Wahrheit nicht zustanden, was insbesondere auch für die erhaltenen Gelder auf-
grund der verfälschten Spesenabrechnungen gilt.
3. Fazit
Die Beschuldigte ist nach dem Gesagten in Bestätigung des vorinstanzli-
chen Urteils auch in zweiter Instanz des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von
Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB sowie der mehrfachen Urkunden-
fälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
IV. Strafe
1. Grundlagen
1.1. Was das auf die Strafe anzuwendende Recht anbelangt, so hat die Vor-
instanz zutreffend erkannt, dass die per 1. Januar 2018 revidierten Sanktionsnor-
men vorliegend im Ergebnis nicht zu einem milderen Ergebnis führen (Urk. 82
S. 28). Dies hat zur Folge, dass die ausschliesslich vor dieser Revision begange-
nen Taten nach dem alten Sanktionsrecht zu beurteilen sind. Die am 1. Oktober
2016 neu in Kraft getretenen Bestimmungen über die Landesverweisung sind se-
parat an diese anzuknüpfen und spielen im vorliegenden Zusammenhang keine
Rolle. Es ist indes korrekt, dass eine Landesverweisung nicht zur Disposition
steht, da die Taten auch vor dieser Revision begangen wurden.
- 28 -
1.2. Die Grundlagen der Strafzumessung wurden im erstinstanzlichen Urteil
korrekt wiedergegeben, wobei insbesondere auch der Strafrahmen und die allge-
meinen Strafzumessungsregeln zutreffend dargestellt sind (Urk. 82 S. 29 f.). Das
konkrete Vorgehen der Bestimmung der objektiven und subjektiven Tatschwere
im Rahmen der Tatkomponente mit Prüfung allfälliger Straferhöhungs- bzw.
Strafminderungsgründe im Rahmen der Täterkomponente unter abschliessendem
Einbezug des Beschleunigungsgebots ist ebenfalls nicht zu beanstanden und
kann vorliegend ohne Weiteres übernommen werden (vgl. Urk. 82 S. 30 ff.).
1.3. Da die Staatsanwaltschaft auch im Strafpunkt keine Anschlussberufung mit
der Forderung einer härteren Bestrafung der Beschuldigten ergriffen hat, kann die
Strafe der Vorinstanz aufgrund des Verbotes der "reformatio in peius" grundsätz-
lich nicht verschärft werden (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO). Zu untersuchen ist dem-
nach, ob sich die erstinstanzlich ausgefällte Freiheitsstrafe von 32 Monaten als
angemessen erweist oder sich nach erneuter Prüfung sämtlicher Strafzumes-
sungsgründe eine mildere Sanktion aufdrängt.
2. Tatkomponente
2.1. Gewerbsmässiger Betrug
a) Mit Bezug auf die objektive Tatschwere ist von einem keinesfalls leichten
Verschulden der Beschuldigten auszugehen, welches sich an der Grenze des
mittleren Bereiches bewegt. Die Dauer der Delinquenz und die Höhe des Delikts-
betrages zeugen selbst in Anbetracht der gewerbsmässigen Tatbegehung von ei-
ner erheblichen kriminellen Energie, zumal der Beschuldigten erst das Ableben
von E._ Einhalt in ihr Tun gebot. Die Beschuldigte missbrauchte dabei auch
wiederholt das ihr entgegengebrachte Vertrauen, welches sie im Grunde erst zu
den inkriminierten Tathandlungen befähigte, was auch bereits die Vorinstanz zu
Recht festgestellt hat.
Zu beachten ist im vorliegenden Fall andrerseits die besondere Beziehung
zwischen der Beschuldigten und E._, in deren Rahmen sich die Beschuldigte
gemäss den Angaben von mehreren Verfahrensbeteiligten für ihre Arbeitgeberin
- 29 -
über mehrere Jahre hinweg geradezu aufopferte (vgl. dazu insbes. die Aussagen
des Zeugen G._, Urk. D1/12 S. 15) und dafür zwar einiges Wohlwollen, letzt-
lich aber wohl nicht die – auch in finanzieller Hinsicht – erhoffte Anerkennung er-
hielt, obwohl sie nahezu täglich mit dem bestehenden Wohlstand konfrontiert war
und dabei wahrnahm, dass ihre Handlungen keine namhafte Schädigung bei der
Betroffenen bewirkten. Diese Umstände haben die Taten sicherlich massgeblich
befördert, können aber selbstredend auch keine hinreichende Erklärung für die
sich stetig steigernde Delinquenz bieten, in deren Rahmen gegen Ende noch ein
Deliktsbetrag von immerhin Fr. 48'710.– nach L._ verschoben wurde.
b) In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass eine direktvorsätzliche
Tatbegehung vorliegt. Dabei ist von rein finanziellen Beweggründen auszugehen,
ohne dass sich die Beschuldigte in einer echten Notlage befunden hätte. Die sub-
jektiven Aspekte der Delinquenz vermögen die objektive Tatschwere mithin nicht
zu relativieren.
c) Die hypothetische Einsatzstrafe für das Hauptdelikt ist bei diesem Ver-
schulden der Beschuldigten mithin auf die Dauer von 36 Monaten festzusetzen.
2.2. Urkundenfälschung
a) Die Urkundenfälschungen wurden in objektiver Hinsicht durchaus raffiniert
vorgenommen und dutzendfach wiederholt, was wiederum eine beträchtliche kri-
minelle Energie offenbart. Wie bereits die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat,
sind diese Taten indes eng mit dem Hauptdelikt verwoben, indem sie einen Teil
des arglistigen Verhaltens der Beschuldigten bilden, welchem aber immerhin inso-
fern ein zusätzlicher Unrechtsgehalt zukommt als dadurch auch das Rechtsgut
des Vertrauens in den Geschäftsverkehr verletzt wurde, wovon insbesondere die
ebenfalls involvierte Bank betroffen war.
b) Wenn die Vorinstanz in Berücksichtigung des abermals direkten Vorsatzes
der Beschuldigten eine Asperation des Hauptdeliktes um drei Monate als ange-
messen ansah, so ist diese Einschätzung vor dem genannten Hintergrund sicher-
- 30 -
lich nicht zu streng und damit zu bestätigen, so dass sich in der Gesamtbetrach-
tung der Tatkomponente eine Freiheitstrafe von 39 Monaten rechtfertigt.
3. Täterkomponente
3.1. Mit Bezug auf die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten kann voll-
umfänglich auf die bisherigen Befragungen zur Person sowie die darauf gestütz-
ten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche den relevanten Le-
benslauf der Beschuldigten umfassend dargelegt hat (Prot. I S. 11 ff.; Urk. 82
S. 32 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte die Beschuldigte diesbe-
züglich, dass sie im Jahre 1970 in W._ in L._ geboren sei, wo sie die
Schule bis zur 4. Klasse der Primarschule besucht habe. Danach begann sie ge-
mäss eigenen Angaben in einer Textilfabrik und später als Kindergärtnerin zu ar-
beiten. Mit 17 Jahren heiratete sie und kam ca. 1990 zu ihrem Mann in die
Schweiz. Aktuell arbeitet sie nach eigenen Angaben zu 25 % bei der AA._
AG in AB._ und verdient dabei Fr. 800.– bis Fr. 850.– netto pro Monat. So-
dann verrichtet sie Reinigungsarbeiten in einer Arztpraxis. Insgesamt beträgt ihr
monatlicher Nettoverdienst zwischen Fr. 3'000.– und Fr. 3'500.–, wobei sie einzig
ihre Tätigkeit bei AA._ AG als sicher bezeichnet. Ihr Mann verdiene aktuell
Fr. 4'500.– bis Fr. 4'700.– und werde vermutlich in 3 Jahren pensioniert. Sie hat
zwei Enkelkinder im Alter von 2 bzw. 9 Monaten. Vermögen hat sie gemäss eige-
nen Angaben keines und ist dabei, Steuerschulden in der Höhe von ca.
Fr. 20'000.– abzubezahlen. Ihre monatlichen Wohnkosten beziffert sie auf
Fr. 2'350.–, die Krankenkassenprämien auf Fr. 375.– und die Steuern auf
Fr. 300.– bis Fr. 470.–(Prot. II S. 6 ff.).
3.2. Angesichts des unbelasteten Strafregisterauszuges einerseits und der feh-
lenden Kooperation der Beschuldigten andrerseits sind keine Strafzumessungs-
gründe ersichtlich, welche im Rahmen der Täterkomponente eine Erhöhung oder
Minderung der Strafe zu indizieren vermöchten. Der Vorinstanz ist auch insofern
Recht zu geben, wenn sie die Einlassungen der Beschuldigten betreffend die ihr
ohnehin nachgewiesenen Fälschungen der Dokumente nicht strafmindernd werte-
te, zumal diese zwecks Aufrechterhaltung ihres Bestreitungskonstruktes nach
- 31 -
Aufdeckung der gefälschten Spesenbelege auch die Vornahme von Ausgaben
behauptete, welche sie in Tat und Wahrheit nie getätigt hat.
4. Beschleunigungsgebot
4.1. Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen betreffend die Verletzung des
Beschleunigungsgebotes kann vollumfänglich auf die korrekten vorinstanzlichen
Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
4.2. Was den konkreten Fall anbelangt, so ist zutreffend, dass die Strafanzeige
der E._ Stiftung bereits im Jahr 2014 bei den hiesigen Strafverfolgungsbe-
hörden einging. Zu beachten ist allerdings, dass aufgrund des Auslandsbezuges
der involvierten Vermögenswerte nach ersten Untersuchungshandlungen im Juli
2014 ein separates Einziehungsverfahren eröffnet wurde, welches aber ebenfalls
Teil des vorliegenden Strafverfahrens war, zumal der abschliessende Antrag der
Einziehungsbehörde in die Anklage übernommen wurden. Ein solches Einzie-
hungsverfahren erwies sich angesichts der verschiedenen Liegenschaften in
L._, deren Verwertung zur Deckung des beträchtlichen Schadens in Betracht
gezogen werden musste, denn auch sicherlich als gerechtfertigt. In diesem Zu-
sammenhang erfolgten im Jahr 2015 und insbesondere auch im Jahr 2016 ver-
schiedene Verfahrenshandlungen, welche insbesondere ein Rechtshilfegesuch an
die ... Behörden [des Staates L._] beinhalteten (vgl. Urk. EIZ 29/1-20). Der
Umstand, dass dieses Einziehungsverfahren letztlich rund 5 Jahre dauerte und
weitgehend fruchtlos endete, ist nicht primär den hiesigen Behörden anzulasten,
sondern der mässigen Kooperation der zuständigen Instanzen in L._ ge-
schuldet, was jedoch wiederum nicht die Beschuldigte zu vertreten hat. Allerdings
ist auch festzustellen, dass es selbst unter Berücksichtigung des Einziehungsver-
fahrens im Jahr 2017 eine längere Bearbeitungslücke gab, in deren Rahmen kei-
nerlei Verfahrenshandlungen erkennbar sind.
4.3. Bei einer Gesamtbetrachtung erweist sich unter diesem Aspekt eine Re-
duktion der Strafe im Bereich eines Drittels als angemessen. Die insgesamt rund
7-jährige Verfahrensdauer bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens ist
im Verhältnis zur Komplexität des zu beurteilenden Falles letztlich als klar über-
- 32 -
mässig zu beurteilen. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang insbeson-
dere, dass sich die Beschuldigte während des gesamten Verfahrens nichts mehr
zu Schulden kommen liess und gleichzeitig während langer Zeit unter der für sie
belastenden Wirkung des ungewissen Verfahrensausgangs stand.
5. Fazit
5.1. Insgesamt ist die Beschuldigte mithin nach Würdigung sämtlicher strafzu-
messungsrelevanter Faktoren in zweiter Instanz mit einer Freiheitsstrafe von
24 Monaten zu bestrafen.
5.2. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 79 Tagen ist an diese Strafe
anzurechnen.
6. Vollzug
6.1. Aufgrund der vorliegend ausgesprochenen Strafhöhe von 24 Monaten ist
die objektive Voraussetzung für die Gewährung des bedingten Vollzugs grund-
sätzlich erfüllt (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB). Angesichts des unbelasteten Strafregis-
terauszuges und dem tadellosen Verhalten der Beschuldigten seit den inkriminier-
ten Taten kann ihr mithin eine günstige Prognose attestiert werden, weshalb keine
Gründe gegen die Gewährung des bedingten Vollzuges sprechen.
6.2. Ebenfalls von der Vorinstanz zu übernehmen ist angesichts der Unbedenk-
lichkeit der Prognose die zweijährigen Probezeit für den bedingt festgesetzten Teil
der Strafe (vgl. Urk. 82 S. 36).
V. Beschlagnahmungen
1. Mit Bezug auf die von der Staatsanwaltschaft beantragte Verwendung des
beschlagnahmten Bargeldes für die Deckung der Verfahrenskosten kann sowohl
hinsichtlich der Grundlagen als auch der konkreten Beurteilung vorab vollumfäng-
lich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl.
Urk. 82 S. 37 f.). Insbesondere hat die Vorinstanz korrekt festgehalten, dass von
- 33 -
den mit Verfügung vom 2. März 2015 beschlagnahmten Geldern (vgl. Urk. EIZ
4/2) der Betrag von Fr. 1'000.– bereits dem Ehemann der Beschuldigten im Zu-
sammenhang mit der in seinem Verfahren erlassenen Einstellungsverfügung her-
ausgegeben wurde (vgl. Urk. 43). Es können im vorliegenden Verfahren mithin le-
diglich noch die Beträge von Fr. 1'000.– und EUR 990.– zur Deckung der Verfah-
renskosten herangezogen werden.
2. Ferner sind die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 27. Januar 2020
beschlagnahmten Unterlagen (Urk. D1/31/7) in Bestätigung des vorinstanzlichen
Urteils der Lagerbehörde zur Vernichtung zu überlassen, da nicht davon auszu-
gehen ist, dass diese Unterlagen noch in irgendeiner Weise benötigt werden bzw.
verwendet werden können.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Das Berufungsverfahren erbrachte im Schuld- und Strafpunkt nur eine
marginale Änderung des Urteils der Vorinstanz. Die erstinstanzliche Kostenaufla-
ge (Dispositivziffern 8 + 9) ist unter diesen Umständen vollumfänglich zu bestäti-
gen (vgl. Art. 426 StPO).
2.
2.1. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach
Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Inwiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt
davon ab, in welchem Ausmass ihre im Berufungsverfahren gestellten Anträge
gutgeheissen werden (Urteil 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.).
- 34 -
2.2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu ver-
anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1
lit. b GebV OG).
2.3. Die Beschuldigte vermag sich in zweiter Instanz mit ihrem Antrag auf Frei-
spruch nicht durchzusetzen und das erstinstanzliche Urteil ist somit im Haupt-
punkt zu bestätigen, während die Beschuldigte in den Nebenpunkten nur eine
unwesentliche Reduktion der Strafe erwirkt, welche einen Ermessensentscheid
der Berufungsbehörde darstellt. Angesichts dieser Beurteilung des eingelegten
Rechtsmittels rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens, ausge-
nommen jener der amtlichen Verteidigung, ebenfalls vollumfänglich der Beschul-
digten aufzuerlegen.
2.4. Die amtliche Verteidigung der Beschuldigten macht für ihre Aufwendungen
und Barauslagen im Berufungsverfahren den Betrag von insgesamt Fr. 8'476.75
(inkl. MWSt) geltend (Urk. 96/2). Der Aufwand ist ausgewiesen und das geltend
gemachte Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenver-
ordnung. Unter Berücksichtigung des zusätzlich einzuberechnenden Aufwandes
für die Berufungsverhandlung (inkl. Weg und Nachbesprechung mit der Klientin)
erscheint es mithin angemessen, die amtliche Verteidigung mit insgesamt
Fr. 9'400.– (inkl. MWSt) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
2.5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu neh-
men, doch bleibt die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO vorbehalten.