# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2dbcac17-bd8e-552f-bc23-53cb3d1ac636
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre
1966 geborene
X._
verfügt über keine berufliche Ausbildung und war seit dem 1. Juni 1991 als Logistikmitarbeiter bei der
Y._
AG angestellt, bis das Dienstverhältnis von der Arbeitgeberin per 30. April 1999 aufgelöst wurde (
Urk.
8/4,
Urk.
8/8 S. 4). Aufgrund einer Depression sowie Schwindelbeschwerden meldete sich der Versicherte am 25. Oktober 2000 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, z
um Rentenbezug an (
Urk.
8/8 S. 6 f.
).
Nach erfolgten Abklärungen, insbesondere der Begutachtung des Versicherten (
Z._
-Gutachten vom 14. Mai 2001,
Urk.
8/30), wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom 14. August 2001 mangels Gesundheitsschadens ab (
Urk.
8/41). Diesen Entscheid bestätigte das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
2.
Dezember 2001.
Am 7. Januar 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Rentenbezug an (
Urk.
8/52 S. 7).
Mit Verfügung vom
2.
November 2004 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten erneut, weiterhin unter Hinweis auf das Fehlen eines Gesundheitsschadens (
Urk.
8/68). Mit Schreiben vom 8. Februar 2006 stellte der Versicherte beim hiesigen Gericht ein Wiedererwägungsgesuch betreffend Gewährung einer Invalidenrente (
Urk.
8/77 S. 3).
Mangels
Anfech
tungsobjekts
trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom 15. Mai 2006 auf die Beschwerde nicht ein und überwies die Akten der IV-Stelle zur Prüfung der
Re
visionsvoraussetzungen
(
Urk.
8/80). Diese liess den Versicherten in der Folge polydisziplinär abklären (
A._
-Gutachten vom 29. April 2008,
Urk.
8/95).
Aus
gehend von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom
21. August 2008 ab (IV-Grad von 30
%
,
Urk.
8/101).
Mit Schreiben vom 24. April 2012 liess der Versicherte erneut eine Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustandes geltend machen (
Urk.
8/107,
Urk.
8/104).
Die IV-Stelle ordnete in der Folge eine psychiatrische Begutachtung an (Gutachten von
Dr.
med.
B._
vom 10. Februar 2015,
Urk.
8/149). Aufgrund eines unveränderten gesundheitlichen Zustandes stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 26. März 2015 die Ab
weisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/150) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 10. Juni 2015 fest (
Urk.
8/166 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 15. Juli 2015 Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Rente zuzusprechen
, eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter
sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnen
den zu bestellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Be
schwerdegegnerin
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2015 beantragte die Beschwer
-
degegnerin
unter Hinweis auf das Gutachten von
Dr.
B._
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. Sep
-
tember
2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als F
olgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen
werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
perten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinwei
sen).
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizi
pierte Beweiswürdigung). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 29
Abs.
2 BV (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
gestützt auf die aktuelle psychiatr
ische Begutachtung -
verglichen mit der Situ
ation am 2
1.
August 2008
-
von einem unveränderten gesundheitlichen Zu
stand auszugehen sei. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe wei
terhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, was zur Abweisung des Rentenbegehrens führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass
in medizinischer Hinsicht auf die Einschätzung von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
sowie
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
abzustellen sei.
Die Angst- und Panikattacken mit starkem Schwind
el würden den Beschwerdeführer
noch immer belasten, zudem leide dieser an Knie-, Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen sowie an schweren depressiven Episoden und an einer schweren Essstörung.
Zur Klärung des Sachverhalts
sei
zudem ein Bericht von
E._
, Spitex-Fachperson, einzuholen,
welcher Herrn
und Frau
X._
betreue. Bezüglich de
s
Gutachten
s
von
Dr.
B._
sei anzumerken, dass sicher von einer schwerwiegenderen Persönlichkeitsstörung auszugehen sei, zudem seien die MADRS-Kennzahlen viel zu tief. Er sei der Meinung, dass von einem Summenwert von einiges über 25 auszugehen sei (
Urk.
1 S. 3 ff.).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet die
Verfügung vom 2
1.
August 2008, welche sich in medizinischer Hinsicht auf das
A._
-Gut
achten vom 2
9.
April 2008 stützt (
Urk.
8/95). Die dafür verantwortlichen Fach
ärzte diagnostizierten dannzumal eine initiale, medial betonte Gonarthrose rechtsbetont sowie eine initiale
Coxarthrose
rechtsbetont. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bestünde
n
ein rezidivierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine
Agoraphobie mit Pani
kattacken (ICD-10 F40.01), eine unreife
Persönlichkeitsstörung (
ICD-10 F60.8) sowie eine
morbide
Adipositas. In einer behinderungsangepassten, körperlich leichten Tätigkeit sei der Beschwer
deführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit September 1996 voll ar
beitsfähig (
Urk.
8/95 S. 33 und S. 39).
3.
3.1
Dr.
D._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
5.
März 2013 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung, eine chronische Angst- und Panikstörung, eine schwere Essstörung sowie eine
chronifizierte
posttraumati
sche Belastungsstörung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen: Adipositas, Status nach Magenbypass-Operation, Diabetes mellitus Typ II, Hypertonie sowie
Lumbovertebralsyndrom
. Der Beschwerdefüh
rer stehe bei ihm seit dem 2
1.
Mai 2012 infolge
cardiovaskulärer
Risikofaktoren in Behandlung. Die Arbeit
s
unfähigkeit bestehe vor allem aus psychischen Grün
den (
Urk.
8/120 S. 1-3).
Mit separatem Schreiben hielt
Dr.
D._
fest, dass er dem Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, obschon er die Gesamtsituation als prognostisch sehr ungünstig erachte (
Urk.
8/120 S. 5).
3.2
Dr.
C._
stellte in ihrem Bericht vom 2
6.
November 2013 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen:
Rezidivierende depressive Störungen,
chronifizierte
schwere Episode ohne psychotische Symptome, ängstlich agitiert (ICD-10 F33.2)
Chronifizierte
Angst- und Panikstörung (ICD-10 F41.0/1)
Schwere Essstörung mit Essattacken bei anderen psychischen Störungen (ICD-10 F50.4)
Chronifizierte
posttraumatische Belastungsstörung durch jahrelanges Erleben von Gewalt und Misshandlung in der Kindheit, Pubertät und im jungen Erwachsenenalter (ICD-10 F43.1)
Kombinierte Persönlichkeitsakzentuierung
Depressive Persönlichkeitsakzentuierung
Negativistische
Persönlichkeitsakzentuierung
Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung und psy
chischer Erkrankung (ICD 10 Z73)
DD: kombinierte Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
Kniearthrose beidseits
Lumbovertebralsyndrom
Chroni
fizierte
Kopf- und Nackenschmerzen
Metabolisches Syndrom: Diabetes mellitus Typ II seit Jahren, Hypercholes
terinämie, Adipositas, Folgeschäden: Neuropathie
Verdacht eines Schlafapnoe-Syndroms
Zahnlosigkeit oben und unte
n
mit Unverträglichkeit eines Gebisses bei Erstickungsgefühl
Status nach Magen-Bypass 8/2003 (Operation war nicht erfolgreich, un
ter anderem, da die psychische Erkrankung nicht mitbehandelt wurde)
Status nach Bougierung 10/2003 einer Anastomosen-Stenose an der
Gastroen
t
erostomie
Der Beschwerdeführer stehe bei ihr seit September 2010 in ambulanter psychiatrischer Behandlung alle zwei Wochen
, eine stationäre Behandlung habe bisher nicht stattgefunden.
Im Spätsommer 2013 sei
en
die Suizidgedanken so schwer gewesen, dass ein Klinikaufenthalt ins Auge gefasst worden sei, schliesslich habe man sich für eine wöchentliche, psychiatrische
Spitexhilfe
entschieden.
Der Beschwerdeführer sei
komorbid
chronisch krank und in seinem
Leiden nicht vollumfänglich erfasst worden.
Seit 1996 sei von einer 100%ige
n Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
8/124 S. 5 ff.).
3.3
Dr.
B._
diagnostizierte in seinem Gutachten vom 1
0.
Februar 2015 eine kombinierte (unreif
e
, narzisstisch
e
, impulsiv
e
) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit aktuell amotivationalem Syndrom bei Einnahme eines ärztlich ver
ordneten Sedativums (
Lorazepram
) und vielfältigen körperlichen Beschwerden und sozialen Belastungen mit rezidivierend depressiv-ängstlich/phobischem Syndrom (
Urk.
8/149 S. 15).
Für angepasste
Tätigkeiten (wenig Team- und Kundenkontakt, gut strukturiert, wenig Zeitdruck) sowie
für
Tätigkeiten im Haushalt könne aus rein psychiat
risch-psychotherapeutischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit angenommen wer
den. Seit 2008 könnten keine neue Diagnosen erhoben werden; auch sei es auf
grund der objektiven Befunde zu keiner Verschlechterung des Gesundheitszu
standes gekommen (
Urk.
8/149 S. 20 ff.).
4.
4.1
Im vorliegenden Neuanmeldeverfahren wurde lediglich eine wesentliche Ver
schlechterung der gesundheitlichen Situation aus psychischen Gründen geltend gemacht (
Urk.
8/107); weiter attestierte
Dr.
D._
dem Beschwerdeführer aus somatischer
Sicht
keine Arbeitsunfähigkeit
, so dass das Vorgehen der
Be
schwerdegegnerin
, sich auf die fundierte Abklärung der psychischen Beschwer
den zu konzentrieren, nicht zu beanstanden ist.
Aus somatischer Sicht ist dem
nach nicht von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen.
4.2
Dr.
B._
legt den medizinischen Sachverhalt unter Berücksichtigung der medizinischen
Vorakten
dar
(
Urk.
8/149 S. 8-12)
. Im Rahmen der Würdigung des zeitlichen Verlauf
s
nimmt er dabei insbesondere zu den von
Dr.
C._
ge
stellten, teilweise ab
weichenden, Diagnosen Stellung. So weist er bezüglich der posttraumatischen Belastungsstörung sowie der Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung in nachvollziehbarer Weise auf die
nicht ausreichende Aktenlage hin, indem objektiv kein Ereignis von katastrophenartigem Ausmass beschrieben werde (
Urk.
8/149 S. 22). Weiter begründet er seine von
Dr.
C._
abweichende Einschätzung bezüglich des depressiven Geschehens sowie der Essstörung (
Urk.
8/149 S. 23). Auf die schlüssigen Ausführungen von
Dr.
B._
kann vorliegend abgestellt werden, so dass auch aus psychiatrischer Sicht gegenüber dem Referenzzeitpunkt (2
1.
August 2008) von keine
r
wesentlichen Verschlechterung
des Gesundheitszustandes auszugehen ist.
Anzumerken ist, dass auch
Dr.
C._
seit
dem Referenzzeitpunkt
nicht von einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes ausgeht, sondern vielmehr aufgrund der von ihr gestellten Diagnosen und deren Auswirkungen seit 1996 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für ausgewiesen hält. Dabei handelt es sich aber um eine im Rahmen eines Neuanmeldeverfahrens unbeachtliche unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachver
halts.
4.3
Was den Antrag auf Einholung eines Berichts b
ei der
involvierten
Spitex
-Fach
person
betrifft, ist anzumerken, dass im vorliegenden Verfahren insbesondere die fachärztliche Einschätzung der medizinisch-theoretischen Leistungsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
von Interesse ist
.
Dafür mangelt es einer
Spitex-Fach
person
an der fachärztlichen Qualifikation.
I
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften
ist sodann
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). W
ohl
kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Na
tur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgut
achten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh
men, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslau
tenden Einschätzungen gelangen
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43
E. 2.2.1 [I 514/06]).
Weiter ist
darauf hinzuweisen, dass
die Einschätzung der Situation
aus therapeutischer Sicht aufgrund der
ausführlichen Berichte von
Dr.
C._
bereits aktenkundig
ist
.
Vor diesem Hintergrund kann im Sinne einer
antizipierte
n
Beweiswürdigung auf das Einholen eines Berichts bei der invol
vierten Spitex-Fachperson verzichtet werden.
4.4
Was den Einwand des Vertreters des Beschwerdeführers zur Schwere des depressiven Geschehens betrifft, ist es sicher zutreffend, dass die MADRS-Beur
teilung stets mit einer letztlich subjektiven Wertung verbunden ist. Aufgrund der Aktenlage ist aber
ersic
htlich, dass die therapeutisch
tätigen Fachpersonen
- verglichen mit den unabhängigen Gutachtern - das depressive Geschehen stets gravierender eingeschätzt haben, so dass sich auch mit diesem Argument keine
wesentliche Veränderung des medizinischen Sachverhalts seit dem 2
1.
August 2008 begründen lässt.
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass g
estützt auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts
selbst
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode grunds
ätzlich als therapeutisch
angeh
bar
gilt
. In diesem Zusammenhang hielt das Bundesgericht fest, dass
im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allge
mein der Grundsatz
gelte
, dass die invalide Perso
n, bevor sie Leistungen ver
lange
, alles ihr
Zumutbare selber vorzukehren habe
, um die Folgen ihrer Invali
dität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung
sei
Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung gel
tenden Grundsatzes der Schadenminderungs
pflicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E
.
4.2 mit weiteren Hinweisen). Daneben wies das Bundesgericht darauf hin, dass erst ein Scheitern einer konsequent durchgeführten Depressionstherapie ein Leiden als resistent ausweisen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E
.
4.3.2). Dabei seien die Behandlungsmöglichkeiten optimal und nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193).
Aufgrund der zweiwöch
igen Therapiefrequenz sowie der Tatsache, dass bislang keine stationären oder teilstationären Behandlungen stattgefunden haben,
könnte selbst bei Annahme eines
schwerwiegenderen depressiven Geschehens nicht von einer nachhaltig optimalen Ausschöpfung der Behandlungsmöglich
-
keiten
und damit von einem resistenten Leiden ausgegangen
werden.
4.5
Zusammenfassend ist
damit
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
B._
vom 1
0.
Februar 2015
auch aus psychiatrischer Sicht
von keiner
w
esentlichen Ver
änderung des gesundheitlichen Zustandes seit dem 2
1.
August 2008 auszuge
hen, was in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge Be
willigung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Marco Mona, Zürich, nach Einsicht in di
e
Ho
norarnote
vom 1
9.
Oktober 2016 (
Urk.
14 f.) mit Fr. 1‘255.2
0 (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.