# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bcaff965-71a5-4d74-85c3-c27872d2cb3c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1955 geborene
X._
war ab dem 16. September 1989 bei der
Y._
AG als Taxichauffeur angestellt und in dieser Eigenschaft bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert
(vgl. Urk. 10/1)
. A
m 19. Juli 2011 sowie am 18. Oktober 2011
erlitt er
je
einen Auffahrunfall
, wobei
b
eide Male ein HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert
wurde. Vom 7. Dezember 2011 bis
12. Januar 2012
befand sich der
Versicherte
in stationärer Behandlung
in der
Z._
, wo unter anderem
die Diagnose Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion gestellt wurde. Ab dem 1. September 2012 wurde dem Versicherten wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert.
Mit Unfallmeldung vom 5. Juli 2012 wurde
der
Suva
sodann ein Unfall vom 20.
Juni 2012 gemeldet. Der Versicherte habe
sich eine Bursitis
präpatellaris
links zugezogen
, als er auf dem Parkplatz der
Z._
beim Aussteigen aus dem Auto aufs linke Knie
gestürzt sei.
Am 2.
Juli 2012
musste er deswegen
operiert
werden
(
Bursektomie
). Die Behandlung endete am 30. August 2012 und ab dem 1. September 2012 bestand diesbezüglich wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Mit Schreiben vom 14. September 2012 stellte
die
Suva
die Versicherungsleistungen betreffend den Unfall vom
1
8.
Oktober 2011
per 1. September 2012 ein. Am 9. Oktober 2012 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass die Heilkosten und Taggelder
im
Zusammenhang mit den Ereignissen vom 19. Juli 2011 und 18. Oktober 2011
per 31.
Oktober 2012 eingestellt würden
(
vgl. Urk. 2 S. 2 und Urk. 10/75
).
1.2
Am 17. Dezember 2012
kam es
zu einer
Schlägerei zwischen dem Beschwer
-
deführer
und dem
Vater seines Schwiegersohnes (vgl. die Schadenmeldung vom 20. Dezember 2012
[Urk. 10/1]
sowie den Polizeirapport vom
16. Januar 2013
[Urk. 10/91
S. 3 ff.
]
)
. Im
Kurzb
ericht des
A._
vom 18. Dezember 2012 über die Erstbehandlung des Versicher
ten vom 17. Dezember 2012 wurde die Diagnose
Status nach Schädelkontusion mit mehrfragmentärer Nasenbeinfraktur,
Septumfraktur
, Fraktur der
Proc
. frontales Os
maxillaris
bds
.,
Weichteilemphyse
m
mit geringer Beteiligung mediale Orbita bis Os
zygomaticum
links, Nasentamponade links gestellt
(Urk. 10/24
S. 2-3
)
.
Dem Versicherten wurde
sodann
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom 1
7.
bis am 19. Dezember 2012 attestiert (Urk. 10/9
S. 2
).
Er wurde m
edikamentös behandelt (Urk. 10/24 S. 3
), operative Massnahmen waren nicht indiziert (Urk. 10/12
S. 2
).
Vom
8.
bis 1
2.
Januar 2013 befand sich der Versicherte
im
B._
an der
C._
(Urk. 10/74) und v
om 1
2.
bis 18. Januar 2013
im
B._
der
D._
in stationärer Behandlung (Urk. 10/46
S. 2-3
).
Die S
uva
erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (vgl.
Urk. 10/3
)
.
Mit Verfügung vom 31.
Mai 2013
(Urk. 10/43)
kürzte die S
uva
die
Taggeld
leistungen
im Zusammenhang mit der Schlägerei vom 17. Dezember 2012 um 50%
(
ab Beginn des Anspruchs
)
, wogegen der Versicherte
am 25. Juni 2013
Einsprache erhob
(Urk. 10/61).
Nach weiteren Abklärungen zog die S
uva
mit Mitteilung vom 1. November 2013
die Verfügung vom 31. Mai 2013 wieder zurück (Urk. 10/102).
Mit Verfügung vom 9. Januar 2014 stellte
die
S
uva
die Versicherungsleis
tungen betreffend den Unfall vom 17. Dezember 2012 per 1. Februar 2014 ein. Zur Begründung wurde ausgeführt, die noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar, weshalb die Adäquanz zu prüfen sei. Diese sei gemäss BGE 115 V 133 zu verneinen (Urk. 10/113).
Am 5. Februar 2014 erhob der Versicherte dagegen Einsprache
und beantragte die Weiterausrichtung der vollen Taggelder. Bei den geklagten Beschwerden handle es sich
nicht nur um die Folgen des Unfalles vom 17. Dezember 2012, sondern auch um die Folgen der Unfälle vom 2. Februar 2011, 19. Juli 2011 und 18. Oktober 2011
(Urk. 10/138 S. 4-8
; die
se
Einsprache ging
bei der S
uva
unter
und
wurde
dieser
am 14. Oktober 2015
erneut eingereicht [
vgl. Urk. 10/138 S. 1-3
und Urk. 10/145
]
).
Mit Entscheid vom 21. Dezember 2015 wies die S
uva
die Einsprache des Versicherten vom 5. Februar 2014 ab (Urk. 2 [= Urk. 10/144]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 25. Januar 2016 Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen weiterhin auszurichten; eventuell sei die Sache zwecks Ergänzung des medi
zinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (insbe
sondere Prüfung eines Rentenanspruchs und eines Anspruches auf
Integri
tätsentschädigung
). In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 29. Februar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Verfügung vom 11. März 2016 wurde dem Beschwerdeführer Frist angesetzt, um das Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege zu substantiieren. Sodann wurde ihm die Beschwerdeantwort zuge
stellt (Urk. 12). Mit
Verfügung vom 4. April
2016 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen (Urk. 16
).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies mit Verfü
gung vom 4. August 2016 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leis
tungen der Invalidenversicherung ab. Die von ihm am 14. September 2016 beim hiesigen Gericht eingereichte Beschwerde wurde mit heutigem Urteil abgewiesen (vgl. Prozess Nr. IV.2016.01007).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 ist die Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 25. September 2015 (Unfallversicherung und Unfallverhütung) in Kraft getreten (AS 2016 4388). Gemäss Abs. 1 der Über
gangsbestimmungen zu dieser Änderung werden die Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt. Allfällige Rentenleistungen werden allerdings unter bestimmten Bedingungen gekürzt (Abs. 2 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September 2015).
1.
2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) invalid, so h
at sie Anspruch auf eine Invali
denrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspru
ch entsteht, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung kein
e namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehand
lung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.
3
1.
3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne der
en Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
g
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119
V
335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
.2
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit Schleuderverletzungen der Halswirbelsäule, Schädelhirntraumata und äquivalenten Verletzungen. Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie dif
fuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstö
rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit,
Affekt
labilität
, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natür
liche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetrete
nen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der R
egel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Beja
hung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn d
er Unfall für eine bestimmte ge
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.
4
1.
4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
4
.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbel
säule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare
Funktions
ausfälle
zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für di
e Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich
angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen,
wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist
und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäqua
ten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei
den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechu
ng (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwis
chen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant
erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und de
n in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen
eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eh
er als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.
5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berich
ten, welche der Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass dieser, solange er in einem konkreten Fall noch nicht Pro
zesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient
. Wenn die vom Unfallversiche
rer beauf
tragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Ge
richt in seiner Beweiswürdigung auch sol
chen Gutachten folgen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs
sigkeit der Expertise sprechen
(vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr.
U
133 S. 312).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte im angefochtenen
Einspracheentscheid
nach der
von der Rechtsprechung
gebildeten
Psycho-Praxis
(BGE 115 V 133
) einen adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen den
Unfallereignis
sen
vom
19. Juli 2011, 18. Oktober 2011 und 17. Dezember 2012 sowie
den psychi
schen Beschwerden
(Urk. 2 S. 7 ff.).
Ein Unfall vom 2. Fe
bruar 2011, wie in der Einsprache behauptet, sei
nicht aktenkundig (Urk. 2 S. 6).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die psychischen Beschwerden seien adäquat kausal zum Unfallereignis
vom 17. Dezember 2012
(Urk. 1 S. 7). Die Beschwerdegegnerin habe die Adäquanzprüfung nach der falschen Rechtspraxis vorgenommen.
Massgebend sei die Rechtspraxis bei Schreckereignissen (Urk. 1 S. 9 ff. mit Hinweis auf BGE 129 V 177). Die Beschwerdegegnerin habe zudem ihre Abklärungspflicht
verletzt
, indem sie keine weiteren Abklärungen
zum
psychischen Zustan
d
des Beschwerdefüh
rers mehr habe vornehmen lassen. Sie habe den Fall
daher
zu früh abge
schlossen (Urk. 1 S. 7 ff.).
2.3
Den nachstehenden Erwägungen ist vorauszuschicken,
dass sich die vorlie
gende Beschwerde einzig gegen die Verneinung der Adäquanz zwischen
den psychischen Beschwerden und
dem Unfallereignis vom 17. Dezember 2012 richtet; d
er Beschwerdeführer
hat
das Ergebnis der
Adäquanzprüfung hin
sichtlich der am 19. Juli 2011 und
18. Oktober 2011 erlittenen Auffahrun
fälle nicht
beanstandet
.
3.
3.1
Im Kurzb
ericht des
A._
vom 1
8.
Dezember 2012 über die Erstbehandlung des Versicherten vom 1
7.
Dezember 2012 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt (
Urk.
10/24
S. 2
):
St. n. Schädelkontusion mit
meh
rfragmentärer Nasenbeinfraktur
Septumfraktur
Fraktur der
Proc
. frontales Os
maxillaris
bds
.
Weichteilemphyse
m
mit geringer Beteiligung mediale O
rbita bis Os
zygomaticum
links
Nasentamponade links
Hypertensive
und
rhythmog
ene
Herzkrankheit mit/bei
arterieller Hypertonie
konzentrisch hypertrophem linkem Ventrikel (LVEF 50-50%), Echo 2005
chronischem Vorhofflimmern
St. n.
circumferentieller
linksatrialer
Ablation 2005
unter OAK
Se
nsorisches
Hemisyndrom
links mit/bei
Vd
.
a. St.
n. TIA und CVI 2008
St. n.
Burs
ektomie
präpatellaris
links vom 2.7.2012 bei
p
osttraumatische
r
Bursitis
präpatellaris
links nach Sturz am 20.06.2012
Im Bericht wurde sodann festgehalten
(Urk. 10/24 S. 2 f.)
, es liege keine Amnesie vor. Übelkeit, Erbrechen sowie Kopfschmerzen bestünden nicht. Es hätten sich keine Zeichen einer intrakraniellen Einblutung gezeigt. Die 24stündige Überwachung auf der Notfallstation habe sich unauffällig gezeigt. Der Beschwerdeführer werde sich zur ORL-ärztlichen Beurt
eilung fachärztlich vorstellen.
Bis dahin werde eine symptomatische Therapie mi
t abschwellen
den Massnahmen (
Otrivin
-Nasentropfen
)
verordnet und ein
Schneuzverbot
für 2 Wochen erteilt. Es erfolge eine bedarfsgerechte Analgesie (Urk. 10/24)
.
3.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Hals-, Nasen
-
und Ohrenkrankheiten führte in seinem Bericht vom 21. Dezember 2012 aus, es bestehe eine
Nasen
beinfraktur
mit nur diskreter Dislokation, sodass im Moment keine operati
ven Massnahmen notwendig seien. Eine Nachkontrolle sei in sechs Monaten vorgesehen (Urk. 10/12
S. 2
).
3.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, hielt in seinem Zwischenbericht vom 12. Januar 2013 fest, dem Beschwerdeführer gehe es in Bezug auf die organischen/somatischen
Traumafolgen
stetig besser. Aber psychisch sei er schwer angeschlagen und suizidal, sodass er ihn
ins
B._
an der
C._
überwiesen habe (Urk. 10/12
S.
1
).
3.4
Im Bericht des
B._
an der
C._
vom 12. Januar 2013
(Urk. 10/74)
, wo der Beschwerdeführer vom 8.
bis 12. Januar 2013 hospitalisiert war, wurde in ps
ychiatrischer Hinsicht die Diagnose „Anpassungsstörungen mit depressiver Reaktion“ (ICD-10 F43.2) gestellt sowie differentialdiagnostisch/
komorbid
der Verdacht auf eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung geäussert. Im Bericht wurde sodann festgehalten, der Beschwerdeführer sei aufgrund einer schwierigen psychosozialen Belastungssituation und einer seit länge
rem bestehenden Schmerzproblematik zur Stabilisierung
ins
B._
eingetreten. Er habe bei Eintritt von einem körperlichen Überfall und anschliessendem Spitalaufenthalt sowie von Morddrohungen durch den Vater des Schwiegersohnes berichtet. In der Folge sei es zu einer Anzeige gekommen, jedoch sei der Vorfall bis
heute ohne Konsequenzen geblieb
en. Seither habe der Beschwerdeführer keinen Kontakt mehr zu seiner Tochter, was zu Diskrepanzen mit seiner Ehefrau führe. Diese wolle, dass die Tochter zum Schutz in die gemeinsame Wohnung einziehe. Der Beschwerdeführer berichte, unter Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Gefühlen von
Hoffnungslosigkeit und Ängsten um sich und seine Familie zu leiden. Zudem sei er durch die chronischen Schmerzen, aufgrund eines Schleudertraumas, sehr belastet und leide seit langem unter starken Schlafstörungen. Der Beschwerdeführer berichte von Suizidgedanken, könne sich aber glaubhaft und deutlich von Handlungsabsichten distanzieren.
3.5
Im Austritts- und Überweisungsbericht des
B._
der
D._
vom 17. Januar 2013, wo der Beschwerdeführer vom 1
2.
bis 18. Januar 2013 hospitalisiert war, wurden aus psychiatrischer Sicht die folgenden Diagnosen gestellt (Urk. 10/46
S. 2
):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1)
i.R.
einer posttraumatischen Belastungsstörung
DD
Dysth
ymie
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Gewalterfahrung durch alkoholkranke Mutter
Reaktivierung 17.12.12 anlässlich einer
Verprügelung
durch Ver
wandten und multiplen Schädelfrakturen
Im Bericht wurde sodann ausgeführt
(Urk. 10/46
S. 3
)
, der Beschwerdeführer sei vom
B._
in
G._
zugewiesen worden, da er für die indizierte stationäre Weit
erbehandlung (nach Ablauf der 5 Tage
) ein Einzelzimmer gewünscht habe und dieses in der
C._
nicht vorhanden gewesen sei. Es seien depressive Symptome,
vor allem
Bedrücktheit, Verzweiflung und auch intermittierende Suizidgedanken, im Vordergrund
gestanden. Daneben
seien
Panikattacken und chronische Schmerzen
wechselnder Ausprägung und Intensität
aufgetreten. W
ä
hrend des
Aufenthalt
s hätten sich
zudem ausgeprägt
quälende Intrusio
nen mit hohem Bedür
f
nis, diese zu thematisieren und zu erzählen, teilweise auch mit
theatralischem Begleitaffekt und
katastrophisierenden
Kognitionen
, manifestiert
. Die Suizidal
it
ät
sei
bestehen
geblieben
,
der Beschwerdeführer sei j
edoch absprachefähig
gewesen. Die Weiterbehandlung sei
dringend indiziert
mit dem Ziel der medikamen
tösen Optimierung, der Initiieru
ng einer suff
i
zienten ambulanten Therapie mit
Fokus
Traumatherapie
(mit oder ohne
Traumaexposition
) und
gegebenenfalls
Thematisierung der
gegenwärtigen
konfliktreichen
familiären Verhältnisse.
3.6
Dr.
F._
stellte in seinem Zwischenbericht vom 19. März 2013 die Diag
nosen chronisches posttraumatisches
Cervicalsyndrom
sowie reaktive Depression nach Trauma vom 17. Dezember 2012 und führte aus, die
100%ige Arbeitsunfähigkeit sei Folge des Traumas vom 17. Dezember 2012 (Urk. 10/26
S. 1
).
3.7
Im Bericht der
C._
, Zentrum für Soziale Psychiatrie, Ambulatorium
H._
, vom
31. Mai 2013 (Urk. 10/47) wurde
eine mittel- bis
schwergr
dige
depressive Episode (ICD-10 F33.1) diagnostiziert. Sodann wurde
festgehalten, der Beschwerdeführer berichte, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit als Taxifahrer in mehrere Auffahrunfälle verwickelt worden sei, zuletzt im Okto
ber 2010
(richtig: 2011)
. Ein Bus sei ihm hinten in sein Taxi gefahren. Als Folge dieses Auffahrunfalls sei ärztlich ein Schleudertrauma diagnostiziert worden. Der Beschwerdeführer gebe an, dass er aber auch als Folge der vor
herigen Unfälle zunehmend unter chronischen Schmerzen im
Bereich der Wirbelsä
ule leide. Gleichzeitig sei es zur zunehmenden Entwicklung einer
depressiven Störung gekommen.
Am 17. Dezember
2012 sei
er
vom
Vater des Schwiegersohnes tätlich angegriffen worden,
was er als ein sehr bedrohliches Erlebnis wahrgenommen habe. Seitdem leide er unter ausgeprägter
Nieder
gestimmtheit
, Antriebsstörungen und deutlichen Schlafstörungen, weshalb er seitdem aus ärztlicher
Sicht 100%ig arbeitsunfähig sei.
Der
Beschwerdeführer erscheine
zu regelmässigen psychotherapeutischen Einzelsitzungen
im
Ambulatorium.
Zusätzlich
sei v
ersucht
worden, ihn psychopharmakol
ogisch einzustellen: medikamentöse
Eindosierungen
nacheinander von
Lyrica
,
Cipralex
und
Sertralin
seien fehlgeschlagen
, da bei allen Präparaten im
Ver
lauf für den
Beschwerdeführer
nicht zu tolerierende
unerwünschte Wirkun
gen aufgetreten seien. Zurzeit erhalte
er
keine Medi
kation durch
das Ambu
latorium
.
Zusammenfassend bestehe
bei
m Beschwerdeführer
eine depressive Entwicklung als Folge rezidivierender
Autounf
ä
lle mit wiederholt erlebter Gefahr für seine Person sowie ein chronisches Schmerzsyndrom,
welches ausserdem die depressive Entwicklung ungünsti
g bedinge
.
Er gebe
an, dass er den
tätlichen Angriff des Verwandten als eine sehr schwere Bedrohung für sein Leben erlebt habe, die zu einer Verschlechterung seiner Gesamtsituation geführt habe.
3.8
Im Bericht des
I._
, Institut für Anästhesiologie, vom 1. Juli 2013 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt (Urk. 10/64 S. 1):
cervico-cephales
Schmerzsyndrom
DD
Whiplash
, bei
St.n
. mehreren Auffahrunfällen, zuletzt 10/2010
(richtig 10/2011)
Rx
HWS
vom 24.04.2013:
d
egenerative Veränderungen mit
anterioren
Spondylophytenbildungen
in den Segmenten HWK 2/3, HWK 4/5, HWK 5/6 und HWK 6/7
Verdacht auf
Thoracic-outlet
Syndrom rechts
mittelgradige depressive Episode
laufende psychiatrische Behandlung
r
hythmogene
Herzkrankheit
Sick Sin
us Syndrom und paroxysmales
VHFl
i
Implantation eines Herzschrittmachers
Medtronic
Reveal
DDDR
unter OAK mit
Marcoumar
a
rterielle Hypertonie
Weiter wurde im
Bericht
festgehalten
(Urk. 10/64)
, differentialdiagnostisch sei eine
facettäre
Pathologie im Bereich der oberen HWS als mögliche Ursa
che der aktuellen
cerviko-cephalen
Schmerzproblematik durchaus wahr
scheinlich.
Hinweise dafür würden die konventionell-radiologischen Untersu
chungen liefern, welche degenerative Veränderungen im Bereich der HWS zeigten. Es bestehe sodann eine ausgeprägte
myofasziale
Druckdolenz
. Eine korrekte Untersuchung der
cervikalen
Facettengelenke sei schmerzbedingt nicht abschliessend möglich gewesen. Aus schmerztherapeutisch-anästhesi
ologischer Sicht könnten dem Beschwerdeführer
zur Zeit
keine sinnvollen therapeutischen Optionen angeboten werden, sodass die Behandlung vorerst sistiert werde.
3.9
Der beratende Arzt,
Dr.
med.
J._
,
Facharzt FMH für Chirurgie,
hielt in seiner Aktenbeurteilung
vom
2
4.
bzw.
25. Juli 2013 fest, bei bildgebend fehlenden traumatisch bedingten Läsionen bestehe aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit.
Die Arbeitsfähigkeit
betreffend die psychischen Beschwerden sei von einem Psychiater zu beurteilen (Urk. 10/75).
3.10
Dr.
F._
stellte in seinem Zwischenbericht vom 15. August 2013 die Diagnosen reaktive Depression nach Trauma vom 17. Dezember 2013 (rich
tig: 2012) und chronisches
Cervicalsyndrom
nach diversen Traumen (Urk. 10/85).
3.11
In seiner Aktenbeurteilung vom 21. August 2013 hielt
Dr.
J._
fest, es seien keine bleibenden organischen Schäden vorhanden. Der medizinische Endzustand der somatischen Beschwerden sei erreicht (Urk. 10/86).
3.12
Im Bericht der
C._
, Zentrum für Soziale Psychiatrie, Ambulatorium
H._
, vom
8. November 2013 (Urk. 10/106
)
wurden aus
psychiatri
-
scher Sicht eine mittelgradige depressive Episode, gegenwärtig teilremittiert (ICD-10 F32.1), sowie aktenanamnestisch eine
chronifizierte
posttrauma
-
tische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) aufgrund schwerster
Traumatisie
-
rungen in Kindheit und Jugend (anamnestisch keine Intrusionen mehr als Erwachsener bis vor ca. 3 Jahren) diagnostiziert.
Weiter wurde im Bericht festgehalten
(Urk. 10/106)
, der Beschwerdeführer sei in
K._
geboren
worden
und gemeinsam mit seinem älteren Bruder und seiner älteren Schwester überwiegend bei seiner Mutter aufgewachsen, da der Vater aus
beruflichen Gründen selten zu Hause gewesen sei.
Seine Kindheit beschreibe
der Beschwerdeführer
als sehr schwierig. Die Mutter
sei alkohol
abhängig gewesen und habe die Kinder regelmässig geschlagen. Der
Beschwerdeführer
sei
heute
verheiratet, habe drei erwachsene Kinder und lebe mit der Ehefrau zusammen.
Es bestehe
eine schwierige familiäre Situa
tion mit der
Schwiegerfamilie
seiner Tochter. Am
17.12.2012 sei es in diesem
Zusammenhang zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen
ihm
und dem Schwiegervater seiner Tochter gekommen.
Er sei
unvermittelt von die
sem
angegriffen worden und
habe
dabei mehrere Gesichtsfraktu
ren erlitten. Seither klage
er
über eine depressive Symptomatik mit Angstzuständen
(Urk. 10/106 S. 2)
.
Aktuell nehme der Beschwerdeführer als
Bedarfsmedika
tion
Lorazepam
(
Temesta
) ein, was von ihm gut toleriert werde. Es zeige sich auch ohne medikamentöse Unterstützung erfreulicherweise eine Verbesse
rung der depressiven Symptomatik. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in
K._
im August und September 2013, wo der Patient einen Aufenthalt in einer Kurklinik wahrgenommen habe, habe eine weitere Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes erzielt werden können. Grundsätzlich sei die Prognose bei adäquater Therapie günstig, sodass mit einer Vollremission der depressiven Symptomatik zu rechnen sei (Urk. 10/106 S. 3).
4.
4.
1
Im Zusammenhang mit den beim Angriff vom 17. Dezember 2012 erli
ttenen somatischen Verletzungen, insbesondere der
Schädelkontusion und der Nasenbeinfraktur
(E. 3.1)
,
ist
darauf hinzuweisen,
dass sich die Behandlung in Bezug auf die Nasenbeinfraktur auf eine symptomatische Therapie mit abschwellenden Massnahmen (
Otrivin
-Nasentropfen) sowie eine bedarfsge
rechte Analgesie beschränkte (E. 3.1). Eine operative Massnahme wurde nicht notwendig (E. 3.2).
Dr.
F._
hielt in seinem Zwischenbericht vom 12. Januar 2013 denn auch fest, dem Beschwerdeführer gehe es in Bezug auf die organischen/somatischen
Traumafolgen
stetig besser (E. 3.3). In der Folge berichteten die behandelnden Ärzte auch nicht mehr über Beschwerden im
Zusammenhang mit der erlittenen Nasenbeinfraktur; es imponierten
aus somatischer Sicht
chronische
Schmerzen
im Bereich der Wir
belsäule (vgl. insbesondere E. 3.6, E. 3.8 und E.
3.10).
Die
se
Schmerzen
, welche der Beschwerdeführer bereits vor dem tätlichen Angriff vom 17. Dezember 2012 beklagt hatte,
führte
er
nach eigenen Angaben auf die in der Vergangenheit erlittenen Schleude
rtraumata zurück
und nicht auf den tätlichen Angriff
(vgl. E. 3.4 und E. 3.7).
I
m Zusammenhang mit den Auffahrunfällen vom 19. Juli 2011 sowie 18. Oktober 2011
war dem Beschwerdeführer
im Anschluss an die Konsultation in der
Z._
vom 20. Juni 2012
aber bereits
ab dem 1. September 2012 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden (Urk. 2 S. 2)
. Es ist daher davon auszugehen
, dass den
noch immer
g
eklagten
, unveränderten
Beschwerden
im Bereich der HWS
ein traumatisch bedingtes
organisches Korrelat
fehlt. Es erscheint daher nachvollziehbar,
dass
Dr.
J._
in seinen Aktenbeurteilungen vom
24./
25. Juli 2013 (E. 3.9) sowie vom 21. August 2013 (E. 3.11) davon ausging,
bei bildgebend fehlenden traumatisch bedingten Läsionen bestehe aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfä
higkeit für jegliche Tätigkeit.
E
s seien keine bleibende
n organischen Schäden vorhanden, und d
er medizinische Endzustand der somat
ischen Beschwerden sei erreicht.
Diese Einschätzung überzeugt auch mit Blick auf
den
Bericht des
I._
, Insti
tut für Anästhesiologie, vom 1. Juli 2013 (E. 3.8). Die Ärzte führten
darin
aus, eine
facettäre
Pathologie im Bereich der oberen HWS als mögliche Ursa
che der aktuellen
cerviko-cephalen
Schmerzproblematik sei durchaus wahr
scheinlich. Sie begründeten
dies aber
nicht mit traumatisch bedingten Läsio
nen, sondern
mit degenerativen Verä
nderungen im Bereich der HWS und
hielten sodann fest, e
s bestehe eine ausgeprägte
myofasziale
Druckdolenz
(
Urk. 10/64
).
Es
ist darauf hinzuweisen, dass Schmerzen,
Druckdolenzen
und klinisch festste
llbare Bewegungseinschränkungen
für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen vermö
gen (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] U 9/05 vom
3.
August 2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06 vom
4.
Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 2
5.
Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3).
Nach dem Gesagten erweist sich der Fallab
schluss per
1. Februar 2014
als rechtens.
4.2
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen in einem natürlichen
Kausalzu
-
sammenhang
zum versicherten Unfallereignis vom 17. Dezember 2012
stehen (was aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen
wohl eher zu verneinen wäre), kann offen gelassen werden. Denn
diesbe
-
züglich
ist – anders als bei Gesundheitsschädigungen mit einem klaren unfallbedingten organischen Substrat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) – eine besondere Adäquanzprüfung vorzunehmen.
Ob die Adäquanzprüfung nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines Schleudertraumas der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem S
chleudertrauma ähnlichen Verlet
zung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisier
ten Regeln zu erfolgen hat, kann
ebenfalls
offen
bleiben, da auch die Beur
tei
lung nach letz
terer Praxis – wie im
folgenden
zu zeigen ist – zur Vernei
nung der Adäquanz führt.
4.3
4.3
.1
Die Unfallschwere des Ereignisses vom 17. Dezember 2012 ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen
Gesche
hensablaufs
zu beurteilen
(BGE 134 V 109 E. 2.1).
Dem Polizeirapport vom 16. Januar 2013
(Urk. 10/91 S. 7 f.)
lässt sich entnehmen, dass sich die tätli
che Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdeführer und dem Vater sei
nes Schwiegersohnes am 17. Dezember 2012
an einer
L._
-Haltestelle
um circa 18.20 Uhr ereignete
. Gemäss Schilderung des Beschwerdeführers wurde er unvermittelt von seinem Widersacher mit der Faust ins Gesicht geschla
gen, sodass
er
sich verletzte.
Ihm
sei es daraufhin gelungen, den Angreifer von sich weg zu stossen, sodass dieser zu Boden gefallen sei.
Dieser habe sich wieder erhoben
,
ihn
in die Ecke des Bushäuschens gedrängt,
mit dem Fuss gegen seinen
Körper getreten und ihn mit Faustschlägen traktiert. Danach habe der Angreifer den Tatort verlassen und sei wenig später mit seinem Sohn zurückgekehrt
(vgl. auch die Einvernahme
des Beschwerdefüh
rers
vom 20. Dezember 2012 [Urk. 10/91 S. 14-21
]
)
.
Dieses Ereignis –
sofern es sich wie vom Beschwerdeführer geschildert zugetragen hat (der Angreifer schilderte einen anderen Tather
gang;
die Einvernahm
e der
Zeugin
fehlt
; vgl. Urk. 10/91)
–
lässt sich mit
Blick auf vergleichbare Fälle
als
höchstens
mit
telschweres Ereignis
im engeren Sinne qualifizieren
(
vgl.
z.B.
die
Urteile
des Bundesgerichts
8C_893/2012
vom
1
4.
März 2013
E. 4.1 f.
[ein Mann wurde von drei unbekannten Jugendlichen zusammengeschlagen]
,
8C_168/2011 vom 11. Juli 2011 E. 5.1
[eine Betreuerin wurde
von einem geistig behinderten
Heimbewohner tätlich angegriffen, wobei sie multiple Prellungen und Quet
schungen an Rippen, Hals und
dem rechten Oberschenkel erlitt]
,
8C_281/201
0 vom 28. September 2010 E. 4.1
[ein Mann erlitt bei einem tätlichen Angriff durch einen Faustschlag ins Gesicht ein Schädel-Hirntrauma]
und
8C_1062/20
09 vom 31. August 2010 E. 4.2.1
[eine Frau wurde von ihrem damaligen
Freund geschlagen und gewürgt, sodass sie unter anderem eine
commotio
cerebri und ein Würgetrauma am Hals erlitt]
).
4.
3
.2
Bei der Einordnung des Unfalls als mittelschwe
r im engeren Sinne kann die Adä
quanz nur dann bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben
Adä
quanzkriterien
in einfacher Form erfüllt sind
oder eines besonders ausgeprä
gt vorliegt
(BGE 134 V 109 E. 10.3
). Vor dem Hintergrund, dass der Beschwer
deführer unvermittelt
angegriffen und von einem Faustschlag ins Gesicht getroffen
wurde, ist das
Kriterium der besonders dramatischen Begleitum
stände/besonderen Eindrücklichkeit als gegeben anzusehen, wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Form. Sämtliche der als mittelschwer qualifizierten Unfälle weisen eine gewisse Eindrücklichkeit auf, sodass allein daraus noch nicht auf eine besondere Ausprägung geschlossen werden kann.
Der
Beschwerdeführer
zog sich
körperliche Verletzungen, insbesondere eine
Schädelkontusion und eine
Nasenbeinfraktur, zu.
Di
e Nasenbeinfraktur stellte
keine erhebliche Verletzung dar
(vgl. E. 4.1)
. Die Diagnose eines
Schleuder
trau
mas
, eines leichten Schädelhirntrauma
s oder einer
schleudertraumaähnli
chen
Verletzung der Halswirbelsäule
– wobei fraglich erscheint
, ob die vor
liegend gestellte Diagnose einer Schädelkontusion in diese Kategorie
fällt
–
vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein
auch
nicht zu begründen. Es bedarf
hiezu
einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Bedeutsam kön
nen auch erhebliche Verletzungen sein, welche sich die versicherte Person beim Unfall neben dem Schleudertrauma zugezogen hat. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung betrifft in erster Linie aber die erfahrungsgemässe Eignung, eine intensive, dem typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata ent
sprechende Symptomatik zu bewir
ken. Allgemeiner Erfahrung entspricht, dass
pathologische Zustände nach Ver
letzungen der Halswirbelsäule bei erneuter Traumatisierung stark
exazerbieren
können. Eine Distorsion einer bereits durch eine
n früheren Unfall vorgeschädig
ten Halswirbelsäule ist daher grundsätzlich geeignet, die typischen Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2008 vom
1
6.
Februar 2009 E. 4.4). Eine ent
sprechende Qualifikation der erlittenen Verletzung rechtfertigt sich indessen nur bei Vorliegen einer erheblich
vor
geschädigten
Wirbelsäule (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 2
0.
Januar 2010 E. 4.3.2, 8C_226/2009 vom
6.
November 2009 E. 5.3.2, 8C_759/2007 vom 1
4.
August 2008 E. 5.3 und 8C_61/2008 vom 1
0.
Juli 2008 E. 7.3.2).
Es liegen bildgebend festgestellte degenerative
Veränderungen an der Halswirbelsäule
vor (E. 3.8). Diese führten im Zeitpunkt des Un
falls
jedoch
zu kein
er Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit
, zumal dem Beschwerdeführer auch nach den beiden Auffahrunfällen vom 19. Juli 2011 und 18. Oktober 2011
ab dem 1. November 2012 wieder eine volle A
rbeitsfä
higkeit attestiert worden war
(vgl. Urk. 2 S. 6). Es
ist
deshalb
nicht davon auszugehen, dass die Wirbelsäule dermassen erheblich vorgeschädigt war, dass
die
am
17. Dezember 2012 erlittene Schädelkontusion
als Verletzung besonderer Art qualifiziert werden könnte.
Der Beschwerdeführer klagte überdies nach dem 17. Dezember 2012 nicht über verstärkt aufgetretene Beschwerden an der HWS. Vielmehr führte er diese selber auf die Auffahr
unfälle vom 19. Juli 2011 und 18. Oktober 2011
zurück (vgl. E. 4.1
).
Damit ist das Kriterium der Schwere und besonderen Art der Verletzung aber zu verneinen.
D
ie Art der Verletzungen war denn auch
nicht geeignet, eine psychische
Fehlentwicklung hervorzurufen, wobei anzumerken ist,
dass der
Beschwer
deführer
bereits vor dem Unfall unter psychischen Beschwerden gelitten hat
te.
Schliesslich sind auch die Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen Heilungsverlaufs, der erheblichen Komplikationen, der belasten
den ärztlichen Behandlung sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt.
4.3
.3
Demzufolge ist
mangels Vorliegens von
mindestens drei der sieben Adäquanzkriterien
in einfacher Form
oder eines
Adäquanzkriteriums in
beson
ders ausgeprä
gter Form
ein
adäquate
r
Kausalzusammenhang
zwischen dem Ereignis vom 17. Dezember 2012 und den psychischen Beschwerden
zu ver
neinen.
4.
4
4.4
.1
Nach entsprechendem Vorbringen des Beschwerdeführers ist bezogen auf den Hergang des Vorfalles vom 17. Dezember 2012, bei welchem der Beschwer
deführer unvermittelt angegriffen
und von einem Faustschlag ins Gesicht getroffen wurde, auch dem Aspekt der Schrecksituation Rechnung zu tragen.
4.4
.2
Die
Adäquanz zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzun
gen und den nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen
ist
nach der allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Le
benser
fahrung) zu beurteilen
. Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnun
g, dass bei Schreckereignissen –
anders
als im Rahmen üblicher Unfälle –
die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Aus diesem Grund ist die
(analoge) Anwendung der in BGE
115 V 133 entwi
ckelten Adäquanzkriterien
(Psycho-Praxis)
ebenso ungeeignet wie diejenige der so genannten
Schleudertraumapraxis
. Nicht anders verhält es sich, wenn die versicherte Person zwar körperlich verletzt wird, die somatischen Beein
trächtigungen indessen lediglich von untergeordneter Bedeutung sind und im Vergleich zum erlittenen psychischen Stress in den Hintergrund treten. Denn auch in solchen Fällen kommt dem somatischen Geschehen keine wesentli
che Bedeutung zu. Mithin hat die Beurteilung der Adäquanz zwischen
Schre
ckereignissen
, bei welchen die versicherte Person zwar (auch) körperliche Beeinträchtigungen davonträgt, letztere aber nicht entscheidend ins Gewicht fallen, und psychischen Schäden nach der allgemei
nen Adäquanzformel zu erfolgen
. Bei "gemischten" Vorfällen, in welchen die Elemente eines Schreckereignisses (Überfall, Bedrohung) und einer ihrerseits den
Unfallbe
griff
erfüllenden physischen Einwirkung (Schläge, Zufügen von Verletzun
gen) kombiniert vorkommen, ist die Adäquanzprüfung unter beiden Aspek
ten vorzunehmen. So wäre nicht einzusehen, weshalb die im Rahmen einer Betrachtung als "klassischer" Unfall auf Grund der körperlichen Verletzungen zu bejahende Adäquanz entfallen sollte, weil der Überfall auch ein
Schreck
ereignis
darstellen könnte, oder warum der erlittene Schrecken nur deshalb die Adäquanz nicht zu begründen vermöchte, weil der versicherten Person darüber hinaus auch noch physische Schäden zugefügt wurden. Eine Prüfung unter beiden Gesichtspunkten ("Schreckereignis" und "Psychopraxis") ist somit möglich, wenn keiner der Faktoren deutlich im Vordergrund steht (
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_298/2016 vom 3
0.
November 2016 E. 4.3
sowie
8C_168/2011 vom 11. Juli 2011
E. 3.2 mit weiteren Hinweisen
).
4.4
.3
An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und so genannten Schreckereignissen werden
jedoch
hohe Anforderungen gestellt.
G
ewisse
Ereignisse sind
nach der Rechtsprechung
nicht geeignet
, einen dauernden, erheblichen psychischen Schaden zu verursachen. Dies gilt namentlich, wenn weder das Opfer noch eine Drittperson einen erheblichen Körpers
chaden erlitten und das E
reignis nur relativ kurze Zeit gedauert hat.
Die übliche und einigermassen typische Reaktion auf ein solches Ereignis dürfte erfahrungsgemäss darin bestehen, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate überwunden wird. Die psychische Störung kann danach nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessen oder einigermassen typische Reaktion auf das Sc
hreckereignis bezeichnet werden.
So verneinte das ehemalige Eid
genössische Versicherungsgericht (allerdings in Anwendung der
Adäquanz
kriterien
von BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.) im Fall einer Versicherten, die auf offener Strasse von einem Unbekannten angegriffen, zu Boden gedrückt und in Tötungsabsicht gewürgt worden war (wobei sie auch
körperliche Beeinträchtigungen –
Schrammen am Hals und
Schmerzen in der Lendenge
gend – erlitt
) die Adäquanz ebenso wie im Fall eine
r
Frau
, die
bei einem nächtlichen Angriff eines alkoholisierten Mannes
beschimpft und gewürgt wurde
, bei einem Mann, der in Zusammenhang mit seinem Geschäft von einem unbekannten Begleiter eines Kunden mit dem Messer
bedroht und erpresst worden war,
und im Fall einer Spielsalonaufsicht, die nach Geschäftsschluss überraschend von einem Vermummten mit der Pistole bedroht und (ohne dass sie körperlich angegriffen worden wäre) zur
Geldher
ausgabe
gezwungen worden war. Bejaht hat das Bundesgericht den adäqua
ten Kausalzusammenhang unter anderem in einem Fall, in welchem das weibliche Opfer von einem betrunkenen und mit einem Messer bewaffneten Unbekannten zu sexuellen Handlungen in Form von oralem Ges
chlechtsver
kehr gezwungen wurde
und in verschiedenen Fällen, in denen Versicherte Opfer des Tsunami vom 2
6.
Dezember 2004 im indischen Ozean wurden (
vgl. Urteil 8C_266/2013 des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013 E. 2 mit weiteren Hinweisen).
4.4
.4
Der
vorliegend zu beurteilende
Angriff erfolgte zw
ar unvermittelt
,
und der Beschwerdeführer wurde von seinem Angreifer mit der Faust ins Gesicht geschlagen
.
Beim
Angreifer
handelte
es sich
aber nicht um einen Unbekann
ten, sondern um den Vater des
Schwiegersohnes
, mit welchem der Beschwer
deführer
im Streit
lag
. Dass der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des Angriffs
annehmen musste, dieser handle in Tötungsabsicht, davon ist nic
ht auszuge
hen
(Urk. 10/91 S. 15). Denn wenn der Beschwerdeführer
um sein Leben
gefürchtet hätte
,
wäre er
in dem Moment, als er seinen Angreifer nach eige
nen Angaben zu Fall gebracht hatte, vom Ort des Geschehens
geflohen
und
hätte
nicht
zu
gewartet, bis sich diese
r wieder erhoben hatte
(Urk. 10/91 S. 15).
Dass der Vater des
Schwiegersohnes möglicherweise
tatsäc
hlich in Tötungsabsicht gehandelt hatte
, erfuhr der Beschwerdeführer – wie
er
selbst
aus
sagt
e
–
,
von seinem Schwiegersohn
erst
nach dem Angriff. Dieser soll dem Beschwerdeführer gegenüber berichtet haben, sein Vater habe ihm ein Jahr zuvor mitgeteilt, er plane, den Beschwerdeführer umzubringen. Auf die Frage des Beschwerdeführers, weshalb ihm dies nie mitgeteilt worden sei, habe sein Schwiegersohn erwidert, er hätte dies von seinem Vater nicht erwartet; er sei ja oft betrunken (Urk. 10/91 S. 16).
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in vergleichbaren Fällen
(
vgl. E. 4.4
.3
)
ist
der hier zu beurteilende Angriff vom 17. Dezember 2012
als
nicht geeignet
zu betrachten,
selbst unter Einbezug einer "weiten Bandbreite" von Versicherten, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemei
nen Lebe
nserfahrung eine länger als ein
Jahr andauernde psychische Gesundheitsschädigung samt gänzlicher Arbeitsunfähigkeit
auszulösen.
4.
4
.5
Fraglich erscheint, ob dies auch für den Beschwerdeführer zu gelten hat, der nach eigener Darstellung
in seiner Kindheit von seiner Mutter wiederholt unter Alkohol
einfluss geschlagen worden war (vgl. E. 3.12). Eine p
sychische Vorbelastung ist damit
zwar anzunehmen, doch zeigte sich eine depressive Symptomatik beim Beschwerdeführer gemäss Bericht der
C._
vom 8. November 2013 erst ab circa Dezember 2011 (das heisst mit etwa 56 Jah
ren) vor dem Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation sowie diverser körperlicher Erkrankungen (Urk. 10/106 S. 1 und S. 3).
Nachdem der Beschwerdeführer über Jahrzehnte offensichtlich nicht mit depressiven Zuständen zu kämpfen und bis 2012 viele Jahre als Taxifahrer gearbeitet hatte (Urk. 10/106 S. 2), kann nicht von einem massiv beeinträchtigten
Vor
zustand
ausgegangen werden, welcher zwingend eine Fehlverarbeitung des am 17. Dezember 2012 erlittenen Angriffs bewirkt hätte.
Die Ärzte gingen
denn auch
bereits am 8. November 2013 (d.h. knapp drei Monate vor dem Fallabschluss)
davon
aus, die Prognose sei bei adäquater Therapie günstig, sodass mit einer Vollremission der depressiven Symptomatik zu rechnen sei (Urk. 10/106 S. 3).
4.
4
.6
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin, indem sie dem Beschwerde
führer während mehr als einem Jahr Versicherungsleistungen ausgerichtet hat, obwohl aus somatischer Hinsicht keine erheblic
hen Verletzungen vorge
legen hatt
en, der besonderen Situation des Beschwerdeführers in ausreichen
dem Masse Rechnung getragen.
Der Angriff vom 17. Dezember 2012 kann i
m
Hinblick auf die allgemeine Erfahrung, dass ein Opfer ein solches Erlebnis, bei welchem insbesondere weder es selbst noch eine Drittperson erhebliche körperliche Schäden erlitten hat und das Schreckerlebnis nur von relativ kur
zer Dauer war, in der Regel mit fortlaufender Zeit überwindet, nicht als der
art aussergewöhnlich qualifiziert werden, dass die Adäquanz ausnahmsweise zu bejahen wäre.
4.5
Da es
sich bei der Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs um eine Rechts
frage handelt, die alleine von der Verwaltung resp. im Beschwerdefall vom Gericht zu beurteilen ist
(BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 117), sind weitere medizinische Abklärungen im Hinblick auf den psychischen Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers nicht zu veranlassen.
4.6
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin für die vorliegenden
Gesund
heitsbeeinträchtigungen
mangels adäquaten Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Unfallereignis vom 17. Dezember 2012 nicht über den 1. Februar 2014 hinaus leistungspflichtig.
Es besteht weder ein Rentenan
spruch noch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.