# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d6c62619-e6ed-505d-b0e9-bb0312bd7e39
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ führt als Selbständigerwerbende ein Restaurant in X._. Die Einzelfirma ist im
Handelsregister eingetragen (www.zefix.ch). Mit Gesuch vom 2. Februar 2021
beantragte sie eine finanzielle Härtefallunterstützung im Zusammenhang mit der
Covid-19-Epidemie in der Höhe von CHF 53'800. Mit Schreiben vom 15. März 2021
teilte ihr das Amt für Wirtschaft und Arbeit mit, dass die gesetzlichen Voraussetzungen
für eine finanzielle Unterstützung nicht erfüllt seien. Mit Eingabe vom 16. März 2021
verlangte A._ eine beschwerdefähige Verfügung. Mit Verfügung vom 12. Juli 2021
wies das Volkswirtschaftsdepartement das Gesuch von A._ um wirtschaftliche
Unterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie ab. Die Gebühr für die
Verfügung wurde auf CHF 250 festgesetzt (act. 2).
B.
Mit Schreiben vom 22. Juli 2021 erhob A._ (Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen
die ablehnende Verfügung des Volkswirtschaftsdepartements (Vorinstanz) mit den
Anträgen, ihr sei ohne Verzug eine Härtefallunterstützung in der Höhe von CHF 53'800
auszubezahlen, eventualiter sei ihr eine Härtefallunterstützung nach Ermessen des
Gerichts auszubezahlen, subeventualiter sei die Sache im Sinn der Erwägungen zur
Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge. Der Abteilungspräsident verzichtete in der Folge vorläufig auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses.
Mit Vernehmlassung vom 1. September 2021 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin reichte dazu am 9. September 2021 eine
weitere Stellungnahme ein. Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und
die Ausführungen der Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird,
soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist die Beschwerdeführerin zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde mit Eingabe vom 22. Juli 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt
formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
bis
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots durch die
Vorinstanz. Sie habe mit Schreiben vom 16. März 2021 eine beschwerdefähige
Verfügung verlangt und eine solche erst am 12. Juli 2021 erhalten. Eine Dauer von vier
Monaten stelle eine krasse Verletzung des Beschleunigungsgebots dar, zumal sich die
Vorinstanz erst auf Nachfrage hin wieder gemeldet habe.
2.1.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV) hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen
Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert
angemessener Frist. Der gleichlautende Anspruch ist auch konventionsrechtlich
garantiert (vgl. Art. 6 Ziff. 1 Satz 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK). Nach Art. 77 Abs. 3 der Verfassung des
Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährleisten Rechtspflegeverfahren und
Gerichtsorganisation, dass rasch und verlässlich Recht gesprochen wird. Besteht keine
gesetzliche Frist, wird der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist verletzt,
2.2.
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wenn eine Sache über Gebühr verschleppt wird und die Gesamtdauer des Verfahrens
nicht mehr angemessen ist. Die Angemessenheit der Verfahrensdauer beurteilt sich
nach der Art des Verfahrens und den konkreten Umständen einer Angelegenheit (vgl.
auch die Übersicht von G. Steinmann, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender
[Hrsg.], St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, N
22 ff. zu Art. 29 BV, BGE 135 I 265 E. 4.4). Innerhalb dieses Kreises ist auf den Umfang
und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen abzustellen.
Von den Behörden kann zudem nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem
einzigen Fall widmen. Nach Abschluss des Verfahrens kann eine nachträglich durch die
Rechtsmittelinstanz konstatierte Rechtsverzögerung nicht mehr beseitigt werden. In
diesem Fall fällt die blosse Feststellung als Wiedergutmachung in Betracht (Steinmann,
a.a.O., N 25 f. zu Art. 29 BV). Die Rechtsverzögerung kann und soll im Dispositiv
förmlich festgestellt werden. Darüber hinaus kann der Verfassungsverletzung mit einer
vorteilhaften Kostenregelung Rechnung getragen werden (BGE 138 II 513 E. 6.5,
BGer 1C_370/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 6).
Nachdem die Vorinstanz mit Schreiben vom 15. März 2021 mitgeteilt hatte, dass das
Gesuch um Härtefallmassnahmen abgewiesen werden müsse, verlangte die
Beschwerdeführerin tags darauf den Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Als sie in der
Folge nichts mehr vernahm, fragte sie am 23. Juni 2021 per E-Mail nach, worauf die
Vorinstanz am 24. Juni 2021 umgehend und ausführlich antwortete, indes unter
Verweis auf vorhandene Verlustscheine am ablehnenden Bescheid festhielt. Noch am
gleichen Tag bestand der Vertreter der Beschwerdeführerin auf einer anfechtbaren
Verfügung. Diese wurde anschliessend am 12. Juli 2021 erlassen. Angesichts der
finanziellen Notlage, in welcher sich Restaurationsbetriebe während des Lockdown
Anfang 2021 befanden, erscheint eine Dauer von insgesamt knapp vier Monaten für
den Erlass der ablehnenden Verfügung insgesamt betrachtet doch als eher lang.
Andrerseits gilt es aber auch zu berücksichtigen, dass bei der Vorinstanz insgesamt
über 1'500 Gesuche um Härtefallunterstützungen eingingen, die es zu bearbeiten galt.
Grundsätzlich ist eine hohe Zahl von Verfahren kein Grund für eine längere
Verfahrensdauer, da sich der Staat entsprechend zu organisieren hat. Angesichts der
ausserordentlichen (pandemiebedingten) Lage war jedoch nicht von Vornherein
absehbar, wie viele Gesuche eingereicht werden würden und mittels formeller
Verfügung abgeschlossen werden müssten. Die für die Ausfertigung der angefochtenen
Verfügung beanspruchte Zeitspanne ist insgesamt zwar im oberen zeitlich vernünftigen
Rahmen anzusiedeln, erscheint aber insgesamt betrachtet noch als angemessen.
2.3.
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3.
Die Beschwerdeführerin macht in der Sache im Wesentlichen geltend, als behördlich
geschlossener Restaurationsbetrieb habe sie Anspruch auf eine
Härtefallentschädigung. Die Uraltforderungen aus Verlustscheinen der Jahre 2005 bis
2011 könnten ihr nicht als laufendes oder pendentes Betreibungsverfahren vorgehalten
werden. Die Verlustscheine seien lediglich eine Beweisurkunde für den materiellen
Bestand einer Forderung. Jene früheren Betreibungsverfahren seien aber längst
abgeschlossen und stünden daher nicht im Widerspruch zu Art. 4 Abs. 2 lit. b der
Covid-19-Härtefallverordnung sowie Art. 3 Abs. 1 lit. g des kantonalen Covid-Gesetzes.
Es gebe sodann keine aktuellen Betreibungshandlungen gegen sie. Da Bundesrecht
vorgehe, sei die restriktivere kantonale Regelung nicht zulässig. Die Vorinstanz habe
keinerlei Kompetenzen im Bereich des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts. Die
Kantone dürften den Mindeststandard der Bundesverordnung nicht unterschreiten. Ihr
Betrieb gelte im Sinn von Art. 4 Abs. 2 der Covid-19-Härtefallverordnung zweifelsfrei
als profitabel.
Dem hält die Vorinstanz entgegen, für Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von 5
Millionen Franken entscheide der Kanton frei, ob er Härtefallmassnahmen ergreife und
wie diese ausgestaltet würden. Während ein laufendes Betreibungsverfahren (noch) zur
Befriedung des Gläubigers führen könne, dokumentiere ein Verlustschein stets eine
fruchtlose Pfändung bzw. einen ungedeckt gebliebenen Betrag. Eine neue Betreibung
könne gestützt auf einen Verlustschein nur eingeleitet werden, wenn der Schuldner zu
neuem Vermögen gekommen sei. Mit den Verlustscheinen aus früheren Betreibungen
sei der Nachweis erbracht, dass der Betrieb der Beschwerdeführerin seit Jahren nicht
profitabel und überlebensfähig sei. Für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sei sie
mehrfach erfolglos gepfändet worden und bisher nicht zu neuem Vermögen
gekommen. Da aufgrund des Entschliessungsermessens kein Rechtsanspruch auf eine
Härtefallunterstützung bestehe, sei es ohne Weiteres zulässig, der Beschwerdeführerin
angesichts der Verlustscheine keine Unterstützung auszurichten.
4.
Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (SR 951.262, Covid-19-Härtefallverordnung, in Verbindung
mit Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für die
Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie, SR 818.102,
Covid-19-Gesetz) hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von
4.1.
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der Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und
Verlusten beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für
Unternehmen entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen
dieser Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt.
Bundesrechtlich geregelt ist damit lediglich, unter welchen Bedingungen sich der Bund
an kantonalen Unterstützungsmassnahmen für Härtefälle beteiligt. Die Federführung
liegt indessen allein bei den Kantonen: Sie definieren die Härtefallmassnahmen. Dabei
liegt der Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden,
in deren alleiniger Zuständigkeit. Die Kantone entscheiden also – zumindest für
Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken – frei, ob sie
Massnahmen ergreifen und, falls ja, wie sie diese ausgestalten. Damit sind die
Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Härtefallmassnahmen zum einen den
unterschiedlichen Gegebenheiten in den Kantonen gerecht werden und ihnen zum
andern ein gewisser Ermessensspielraum zukommt (Erläuterungen der
Eidgenössischen Finanzverwaltung vom 31. März 2021 zur Covid-19-
Härtefallverordnung, S. 2, nachfolgend: Erläuterungen EFV). Die Verwendung des
Begriffs "gewisser Ermessensspielraum" rührt dabei von den bundesrechtlichen
Vorgaben für eine finanzielle Beteiligung in der Covid-19-Härtfallverordnung her, hat
aber nichts mit der Freiheit der Kantone zu tun, die Ausgestaltung der
Entschädigungen, insbesondere deren Höhe, selber bestimmen zu können. Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach eine restriktivere Regelung als in der
Covid-19-Härtefallverordnung vorgesehen nicht zulässig sei, entbehrt damit jeglicher
entscheidrelevanter Grundlage. Eine rechtsungleiche Behandlung innerhalb des
Kantons St. Gallen wird von der Beschwerdeführerin weder geltend gemacht noch ist
eine solche ersichtlich.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls
einer Behörde beim entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat
das Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP). Gemäss Art. 3 Abs. 1 des
kantonalen Covid-Gesetzes kann der Kanton Unternehmen unter gewissen
Voraussetzungen Härtefallmassnahmen, darunter auch nicht rückzahlbare Beiträge,
gewähren. Die Unternehmen können keinen Anspruch auf Finanzhilfen geltend machen
(Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes). Die Härtefallmassnahmen sind begrenzt
4.2.
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5.
auf die Mittel des Bundes, die er für Härtefallmass-nahmen bereitstellt, und jene des
Kantons, die maximal 95 Millionen Franken betragen (Art. 2 des kantonalen Covid-
Gesetzes).
Das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen an finanziellen Mitteln wie auch die
Ausgestaltung als Kann-Vorschrift schränken die Rechtsansprüche auf die nicht
rückzahlbaren Beiträge ein oder schliessen solche nachgerade aus. Sie zwingen die
Behörden zu Ermessensentscheiden, und zwar im Hinblick auf die Entscheidung, ob
überhaupt eine Rechtsfolge angeordnet werden soll (sog. Entschliessungsermessen).
Als leitendes Prinzip soll dabei die Gleichbehandlung gelten (vgl. BVGer A-2600/2020
vom 16. Februar 2021 E. 4.2 zu Begleitmassnahmen im Sportbereich zur Abfederung
der Folgen der Covid-19-Epidemie). Es handelt sich daher bei den nicht rückzahlbaren
Beiträgen nach dem kantonalen Covid-Gesetz um Ermessenssubventionen, auf die
kein Rechtsanspruch besteht (vgl. BVGer B-1773/2012 vom 18. Dezember 2014 E. 2.3
mit Hinweis). Entsprechend hat das Verwaltungsgericht sein Ermessen nicht einfach
anstelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen, sondern deren Entscheid mit einer
gewissen Zurückhaltung zu prüfen.
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Unternehmen unterstützen, die aufgrund der Natur
ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind
und einen Härtefall darstellen (darunter insbesondere auch Gastronomiebetriebe). Ein
Härtefall liegt vor, wenn der Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen
Durchschnitts liegt. Die gesamte Vermögens- und Kapitalsituation ist zu
berücksichtigen sowie der Anteil an nicht gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des
Covid-19-Gesetzes). Die Unterstützung durch den Bund setzt weiter voraus, dass die
Unternehmen vor dem Ausbruch von Covid-19 profitabel und überlebensfähig waren
und dass sie nicht Anspruch auf andere Covid-19-Finanzhilfen des Bundes haben
(Art. 12 Abs. 2 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt die Einzelheiten in einer
Verordnung (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes). Hauptzweck der Verordnung ist es
zu definieren, unter welchen Voraussetzungen sich der Bund an kantonalen
Härtefallmassnahmen beteiligt. Die Kantone wiederum entscheiden frei, ob sie
Härtefallmassnahmen ergreifen und, bejahendenfalls, wie sie diese ausgestalten. Sie
können die im Bundesrecht geregelten Mindestvoraussetzungen weiter verschärfen
oder eingrenzen (vgl. Ziffer 2 der Erläuterungen des Eidgenössischen
5.1.
bis
bis
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Finanzdepartements vom 25. November 2020 zur Covid-19-Härtefallverordnung,
nachfolgend: Erläuterungen vom 25. November 2020).
Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a der Covid-19-Härtefallverordnung muss das Unternehmen dem
Kanton gegenüber belegt haben, dass es profitabel und überlebensfähig ist. Als
profitabel oder überlebensfähig gilt ein Unternehmen, das sich im Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs nicht in einem Konkursverfahren oder in Liquidation befindet
(Art. 4 Abs. 2 lit. a der Covid-19-Härtefallverordnung) und das sich am 15. März 2020
nicht in einem Betreibungsverfahren für Sozialversicherungsbeiträge befunden hat, es
sei denn, dass zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs eine vereinbarte
Zahlungsplanung vorliegt oder das Verfahren durch Zahlung abgeschlossen ist (Art. 4
Abs. 2 lit. b der Covid-19-Härtefallverordnung).
Nach Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes kann Unternehmen eine
Härtefallmassnahme gewährt werden, wenn sie die Vorgaben nach dem zweiten
Abschnitt der Covid-19-Härtefallverordnung erfüllen (lit. a), ihren Umsatz zu wenigstens
75 Prozent in einer Branche nach Art. 4 dieses Erlasses (Gastronomie, Hotellerie,
Reisen und Tourismus, Märkte und Messen, Freizeit und Veranstaltungen sowie
Tierparks) erzielen (lit. b), per 1. Oktober 2020 ihren Sitz im Kanton St. Gallen haben,
eine operative Geschäftstätigkeit im Kanton ausüben und per 15. März 2020
Arbeitsplätze im Umfang von wenigstens 100 Stellenprozent in der Schweiz aufweisen
(lit. c), keinen Anspruch auf branchenspezifische Covid-19-Finanzhilfen des Bundes
oder des Kantons St. Gallen in den Bereichen Kultur, Sport, öffentlicher Verkehr oder
Medien haben (lit. d), per 31. Dezember 2019 nicht überschuldet waren (lit. e), über
einen Nachweis der Überlebensfähigkeit verfügen, der glaubhaft aufzeigt, dass die
Finanzierung des Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert werden kann
(lit. f) und sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für
steuerrechtliche Forderungen befunden haben, das nicht bereits durch eine Zahlung
abgeschlossen oder für das noch keine Zahlungsplanung vereinbart werden konnte (lit.
g). Härtefallmassnahmen werden auf Gesuch hin gewährt (Art. 11 Abs. 1 des
kantonalen Covid-Gesetzes).
Die Schuldbetreibung beginnt mit der Zustellung des Zahlungsbefehles und wird
entweder auf dem Wege der Pfändung, der Pfandverwertung oder des Konkurses
fortgesetzt (Art. 38 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, SchKG). Der Inhaber einer Einzelfirma unterliegt der Konkursbetreibung (Art.
39 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG), ausser für Forderungen aus Steuern, Abgaben und anderen
5.2.
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öffentlich-rechtlichen Leistungen (Art. 43 Ziff. 1 SchKG). Angehoben wird die
Betreibung durch das Betreibungsbegehren des Gläubigers. Nach Empfang des
Betreibungsbegehrens erlässt das Betreibungsamt den Zahlungsbefehl. Ist die
Betreibung nicht durch Rechtsvorschlag eingestellt oder dieser beseitigt worden, wird
sie auf Begehren des Gläubigers fortgesetzt (vgl. Art. 88 SchKG), worauf die Pfändung
vollzogen wird (Art. 89 ff. SchKG). Jeder Gläubiger, der an der Pfändung teilgenommen
hat, erhält für den ungedeckten Betrag seiner Forderung einen Verlustschein (Art. 149
Abs. 1 SchKG). Der Verlustschein gilt als Schuldanerkennung im Sinne des Art. 82
SchKG (Art. 149 Abs. 2 SchKG). Der sog. definitive Verlustschein nach Art. 149 SchKG
bedeutet den formellen Abschluss der hängigen Pfändungsbetreibung (Amonn/Walther,
Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, S. 297). Mit dem
Verlustschein kann zwar gemäss Art. 149 Abs. 3 SchKG die Betreibung innerhalb von
sechs Monaten ohne neuen Zahlungsbefehl fortgesetzt werden. Die Fortsetzung der
Betreibung gestützt auf den früheren Pfändungsverlustschein ist aber eine neue
selbständige Betreibung (BGE 130 III 672 E. 3.3 mit Hinweisen).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen gemäss Art. 2 ff.
der Covid-19-Härtefallverordnung wie auch Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes zum
Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens, zur Umsatzhöhe, zum Umsatzrückgang
und zur Anzahl Stellenprozente erfüllt. Fest steht ferner, dass ihr Einzel-Unternehmen
der anspruchsberechtigten Branche der Gastronomie angehört.
Im Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamts X._ vom 22. Februar 2021 sind im
Zeitraum Dezember 2016 bis Dezember 2019 unter der Rubrik "Betreibungen" acht
bezahlte Betreibungen und eine erloschene aufgeführt (vi-act. 2.1). Am Stichtag des
15. März 2020 (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. b der Covid-19-Härtefallverordnung und Art. 3 lit. g
des kantonalen Covid-Gesetzes) war keine Betreibung gegen die Beschwerdeführerin
hängig. Sodann sind zehn definitive, nicht getilgte Verlustscheine nach Art. 149 SchKG
von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen im Gesamtbetrag von CHF 15'307.35
vermerkt. Die Verlustscheine wurden in den Jahren 2005 bis 2015 ausgestellt, darunter
für eine Steuerforderung in der Höhe von CHF 1'057.30 (ausgestellt am 9. November
2011) sowie für mehrere Sozialversicherungsforderungen in der Höhe von
CHF 14'250.05 (ausgestellt zwischen 15. Juli 2005 und 12. September 2007). Mit
Ausstellung der Verlustscheine wurden die damaligen Betreibungsverfahren indes
abgeschlossen. Stellt man auf den Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 lit. b der Covid-19-
Härtefallverordnung und Art. 3 lit. g des kantonalen Covid-Gesetzes ab, befand sich die
Beschwerdeführerin am 15. März 2020 somit nicht in einem Betreibungsverfahren für
5.3.
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Sozialversicherungsbeiträge oder steuerrechtliche Forderungen. Das Fehlen von
Verlustscheinen oder auch ganz allgemein von Schulden, solange keine Überschuldung
vorliegt, wird weder in der Covid-19-Härtefallverordnung noch im kantonalen Covid-
Gesetz als ein den Anspruch auf Härtefallunterstützung ausschliessendes Kriterium
genannt.
Selbst wenn man – entgegen dem Wortlaut der fraglichen Bestimmungen – davon
ausgeht, dass das Vorhandensein von nach wie vor ungetilgten Verlustscheinen für
Sozialversicherungsbeiträge und Steuerforderungen einem Anspruch auf
Härtefallunterstützung allenfalls entgegenstehen könnte, rechtfertigt sich diese Folge
im vorliegend zu beurteilenden Fall nicht. Aus der Tatsache, dass bei der
Beschwerdeführerin seit Dezember 2019 keine Betreibungen mehr verzeichnet sind, ist
vielmehr zu schliessen, dass diese ihren finanziellen Verpflichtungen in der Zeit vor,
während und nach den Lockdowns nachkam. Fest steht auch, dass sie innerhalb von
drei Jahren (Dezember 2016 bis Dezember 2019) Forderungen in der Höhe von
insgesamt CHF 27'788.10 tilgte, wobei es sich beinahe ausschliesslich um
Steuerforderungen des Kantons und des Bundes handelte (vi-act. 2.1). Die Einzelfirma
der Beschwerdeführerin, der die Härtefallunterstützung zugutekommen soll, wurde am
21. Februar 2017 und damit einige Jahre nach Entstehung der fraglichen
Verlustscheine (2005 bis 2011) in das Handelsregister eingetragen. Da die
Betreibungsverfahren, die zu den erwähnten Verlustscheinen führten, bereits seit
Jahren abgeschlossen sind und – stellt man auf den Handelsregistereintrag ab –
offenbar auch nicht die heutige Geschäftstätigkeit betreffen, lassen sich daraus keine
zwingenden Rückschlüsse auf die Profitabilität und Überlebensfähigkeit des
Restaurationsbetriebs der Beschwerdeführerin ziehen. Die Sozialversicherungsanstalt,
deren Verlustscheine aus den Jahren 2005 bis 2007 datieren, verzichtete offenbar seit
mehr als zehn Jahren darauf, diese Forderungen erneut in Betreibung zu setzen.
Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz wäre das Vorhandensein neuen
Vermögens nach Art. 265 SchKG für eine erneute Betreibung keine Voraussetzung
gewesen, da es sich vorliegend um Pfändungs- und nicht um Konkursverlustscheine
handelt.
Zusammenfassend stehen die mehr als zehn Jahre zurückliegenden Verlustscheine der
Ausrichtung eines nicht rückzahlbaren Härtefallbeitrages an die Beschwerdeführerin
nicht entgegen. Ihr Unternehmen gilt als profitabel und überlebensfähig im Sinn von
Art. 4 Abs. 1 lit. b der Covid-19-Härtefallverordnung und Art. 3 lit. g des kantonalen
Covid-Gesetzes. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung
5.4.
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6.
vom 12. Juli 2021 aufzuheben und die Streitsache zur Festlegung der Höhe des nicht
rückzahlbaren Beitrags gestützt auf Art. 56 Abs. 2 VRP an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Es ist davon auszugehen, dass die Vorinstanz das Verfahren
beförderlich weiterführen wird, weshalb entgegen des Antrags der Beschwerdeführerin
auf die Anordnung einer Erledigungsfrist zu verzichten ist.
Zwar führt die Gutheissung der Beschwerde nicht dazu, dass das Gericht der
Beschwerdeführerin ihrem Antrag entsprechend eine Härtefallentschädigung
zusprechen kann. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und Praxis des
Verwaltungsgerichts gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz mit offenem
Ausgang für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der
Parteientschädigung jedoch als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag
gestellt wird (vgl. BGer 5A_845/2016 vom 2. März 2018 E. 3.2 mit Hinweisen, VerwGE
B 2019/273 vom 9. August 2020 E. 2.3 und B 2019/38 vom 19. August 2019 E. 3.2).
Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung von amtlichen Kosten wird
jedoch in der Regel gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine Rechtsfrage in
einem Verfahren erstmals entschieden wird (R. von Rappard-Hirt, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu Art. 97 VRP). Da die Frage, ob das Vorhandensein von
Verlustscheinen einer Härtefallunterstützung entgegensteht, erstmals vom
Verwaltungsgericht zu beurteilen ist, rechtfertigt es sich, auf die Erhebung der Kosten
bei der unterliegenden Vorinstanz zu verzichten.
6.1.
Die Beschwerdeführerin beantragt die Zusprechung einer ausseramtlichen
Entschädigung. Es besteht jedoch kein Entschädigungsanspruch, da einer nicht
berufsmässig vertretenen Partei der Zeitaufwand für das Erstellen von Rechtsschriften
in der Regel nicht vergütet wird. Barauslagen werden nur ersetzt, wenn sie erheblich
und nachgewiesen sind. In begründeten Fällen kann ausnahmsweise eine
angemessene Umtriebsentschädigung zugesprochen werden. Im Vordergrund stehen
dabei das besondere Ausmass des für den Prozess erbrachten Zeitaufwands sowie
entgangener Verdienst oder verpasste Freizeit (Art. 95 Abs. 3 lit. c der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO; vgl. Rüegg/Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N 21 f.
zu Art. 95 ZPO; GVP 1993 Nr. 52). Die Beweispflicht dafür obliegt dem Antragsteller.
6.2.
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