# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** db1ab213-dd80-54b8-818b-773ca14f9182
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A. hat am (...) das st. gallische Rechtsagentenpatent und am (...) das Anwaltspatent
des Kantons St. Gallen erworben. Seit dem (...) ist er im st. gallischen Anwaltsregister
und seit dem (...) im Register der Notare eingetragen (act. 8.1/3). überdies ist er
Mitglied der P. Mit Urteil SK.2012.38 vom 12. Juni 2013 erkannte ihn das
Bundesstrafgericht der Gehilfenschaft zur mehrfachen ungetreuen Amtsführung
gemäss Art. 314 in Verbindung mit Art. 25 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR
311.0, StGB) für schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 250
Tagessätzen à CHF 180 und zu einer Busse von CHF 7500, ersatzweise zu einer
Freiheitsstrafe von 42 Tagen (act. 8/4, S. 158). Mit Urteil 6B_138/2014 vom 23.
September 2014 (act. 8/1) wies das Bundesgericht eine dagegen von A. erhobene
Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
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B. Am 14./17. Oktober 2014 eröffnete die Anwaltskammer gegen A. einerseits ein
Verfahren zur Löschung des Registereintrags sowie zum Entzug des Anwalts- resp. des
Rechtsagentenpatents und andererseits ein Disziplinarverfahren wegen Verletzung der
Berufsregeln (act. 8/2 und act. 8.1/4). Mit Entscheiden Nrn. AW.2014.63-AWK und AW.
2014.78-AWK je vom 1. Dezember 2014 (act. 3/1 und 2) entzog die Anwaltskammer A.
das st. gallische Anwalts- und Rechtsagentenpatent (je Ziff. 1). Gleichzeitig stellte sie
fest, dass er sich der Verletzung von Berufsregeln schuldig gemacht habe und fällte ein
befristetes Berufsverbot von einem Jahr aus (je Ziff. 2). Weiter verfügte sie die
Löschung seines Eintrags im kantonalen Anwaltsregister und im Register der Notare
(AW.2014.63-AWK Ziff. 3). Ferner ordnete sie an, den Patententzug und das befristete
Berufsausübungsverbot mit Vollstreckbarkeit der Entscheide im kantonalen Amtsblatt
zu veröffentlichen und den st. gallischen Monopolbehörden resp. den
Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone (nur Anwaltspatententzug) mitzuteilen (Ziff. 4
bzw. 3). Sodann verfügte sie, mit Vollstreckbarkeit der Entscheide die Löschung aus
dem Anwaltsregister dem St. Galler Anwaltsverband (AW.2014.63-AWK Ziff. 5) und den
Entzug des Rechtsagentenpatents der Prüfungskommission für Rechtsagenten (AW.
2014.78-AWK Ziff. 4) mitzuteilen. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die
aufschiebende Wirkung (Ziff. 6 bzw. 5). Am 15. Dezember 2014 beantragte A., er sei
persönlich anzuhören und diese Anhörung sei ohne öffentliche Verhandlung
durchzuführen (act. 8/11). Am 17. Dezember 2014 eröffnete ihm die Anwaltskammer
ihre Entscheide vom 1. Dezember 2014 (act. 1 Ziff. II/1).
C. Gegen die Entscheide der Anwaltskammer (Vorinstanz) vom 1. Dezember 2014 liess
A. (Beschwerdeführer) am 15. Januar 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
dem Rechtsbegehren erheben, die angefochtenen Entscheide betreffend Entzug des
Anwaltspatents und des Rechtsagentenpatents seien unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben. Eventuell seien die angefochtenen Entscheide
aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die
beiden Beschwerdeverfahren seien zu vereinigen und es sei beiden Beschwerden die
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 28. Januar
2015 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde und das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung abzuweisen (act. 7). Mit Verfügung vom 21. Februar 2015
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hiess der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch des Beschwerdeführers um
Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gut (act. 14). Mit Replik
vom 25. Februar 2015 bestätigte der Beschwerdeführer seine Anträge und
Ausführungen (act. 15). Mit Eingabe vom 27. Februar 2015 hielt die Vorinstanz an ihrem
Hauptantrag fest und verzichtete auf eine Duplik (act. 17). Am 28. Juli 2016 reichte der
Beschwerdeführer einen Strafregisterauszug vom 26. Juli 2016 nach (act. 21.1 f.).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 34 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte [Anwaltsgesetz;
SR 935.61, BGFA] in Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 des st. gallischen Anwaltsgesetzes
[sGS 963.70, AnwG]). Die Beschwerdeeingabe vom 15. Januar 2015 erfolgte rechtzeitig
und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 34
Abs. 1 BGFA, Art. 41 AnwG und Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der
dazu gegebenen Begründung. Eine sichtlich ungewollte oder unbeholfene Wortwahl
schadet dem Beschwerdeführer nicht (vgl. BGer 1C_751/2013 vom 4. April 2014 E. 1.1
mit Hinweisen). Aus der Begründung der Beschwerde vom 15. Januar 2015 geht
hervor, dass das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers – „betreffend Entzug des
Anwaltspatents und des Rechtsagentenpatents“ – in dem Sinne zu verstehen ist, dass
damit die vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Entscheide (betreffend
Disziplinarverfahren gegen Anwälte und Entzug des Anwaltspatents bzw. betreffend
Entzug des Rechtsagentenpatents) und nicht lediglich die Aufhebung hinsichtlich des
Patententzugs verlangt wird. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen
Entscheide grundsätzlich zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 34 Abs. 1 BGFA
und Art. 41 AnwG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 45 Abs. 1 VRP). Sein
Anfechtungsinteresse muss aktuell sein, d.h. seine rechtliche oder tatsächliche
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Situation muss durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden können. Ändert
sich der Sachverhalt während des Rechtsmittelverfahrens, stellt sich zunächst die
Frage, ob das aktuelle Interesse bestehen bleibt oder ob es dahingefallen ist; nur im
letzteren Fall ist zu prüfen, ob deshalb auch das Rechtsschutzinteresse weggefallen
oder ob ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen Interesses zu verzichten ist
(vgl. VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.2 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
Falls der Beschwerdeführer die Probezeit erfolgreich bestanden hat, erscheint die
gegen ihn am 12. Juni 2013 erfolgte Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe mit
einer Probezeit von zwei Jahren nach Art. 371 Abs. 3 StGB seit 11. Juni 2015 nicht
mehr im Strafregisterauszug (Privatauszug, act. 8/9). Der in Anwendung von Art. 9 in
Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA im Anwaltsregister gelöschte
Beschwerdeführer könnte aus diesem Grund um seine Wiedereintragung (Art. 6 BGFA)
ersuchen (vgl. hierzu Staehelin/Oetiker, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum
Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 9 N 17 ff.). Dasselbe gilt, soweit er im Register der
Notare gelöscht wurde (vgl. Art. 18 AnwG) und ihm gestützt auf Art. 8 Abs. 1 lit. c
BGFA in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2, Art. 13 lit. b und Art. 36 Abs. 1 AnwG das
Rechtsanwalts- und Rechtsagentenpatent entzogen wurde (vgl. zur Wiedererteilung:
Art. 36 Abs. 2 AnwG). Eine Wiedereintragung resp. -erteilung erfolgt indessen nicht
automatisch. Sie setzt voraus, dass der betroffene Anwalt ein Gesuch in diesem Sinne
gestellt hat und dass die zuständige kantonale Behörde dieses Gesuch gutheisst,
nachdem sie geprüft hat, ob die für die Wiedereintragung erforderlichen
Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. BGE 137 II 425 E. 1.2). Da keine Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass diese Schritte ausgeführt wurden, ist das aktuelle Interesse am
materiellen Entscheid neben dem befristeten Berufsverbot auch hinsichtlich der
Löschung im Anwaltsregister und dem Register der Notare sowie dem Entzug des
Rechtsanwalts- und Rechtsagentenpatents gegeben. Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Beschwerden seien zu vereinigen (act.
1, S. 2 f. Ziff. I/3 und II/4), ist festzuhalten, dass kein Anlass besteht und von der
Vorinstanz auch nicht beantragt wurde, die gegen die zwei angefochtenen Entscheide
erhobene Beschwerde vorliegend in zwei Verfahren aufzuteilen.
bis
ter
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3. Zunächst rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Er
habe am 15. Dezember 2014 vor dem Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens
beantragt, er sei persönlich anzuhören (act. 1, S. 7, act. 15, S. 2 f.).
3.1. Der vom Beschwerdeführer angerufene Anspruch auf rechtliches Gehör ist
Teilgehalt des allgemeinen Grundsatzes des fairen Verfahrens von Art. 6 Ziff. 1 der
Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK, vgl. zum Anwendungsbereich der Konvention: BGE 131 I 467 E. 2.5 ff.
mit Hinweisen) und Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV). Er wird auch durch Art. 29 Abs. 2 BV geschützt und
im kantonalen Verfahrensrecht garantiert (vgl. Art. 15 VRP). Er umfasst unter anderem
das Recht des Einzelnen, seine Argumente dem Gericht mündlich in einer öffentlichen
Sitzung vorzutragen. Die Pflicht zur Durchführung einer öffentlichen
Gerichtsverhandlung setzt allerdings einen klaren Parteiantrag vor-aus. Blosse
Beweisabnahmeanträge, wie die Durchführung einer persönlichen Befragung, reichen
nicht aus (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.2). Der Beschwerdeführer hat am 15. Dezember 2014
(act. 8/11) keinen ausdrücklichen Antrag auf Durchführung einer öffentlichen
Verhandlung gestellt, sondern lediglich um eine mündliche Anhörung im Sinne eines
Beweisantrags ersucht. Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat daher im vorliegenden Zusammenhang
keine über Art. 29 Abs. 2 BV hinausgehende Bedeutung.
3.2. Das Recht der betroffenen Person auf Äusserung gemäss Art. 29 Abs. 2 BV
schliesst keinen Anspruch auf mündliche Anhörung ein. Auch lässt sich daraus keine
allgemeine Pflicht der Behörde zur Abnahme aller angebotenen Beweise ableiten. So
kann ein Beweisantrag abgelehnt werden, wenn die Verwaltungs- oder
Gerichtsbehörde sich ihre Meinung aufgrund zuvor erhobener Beweise bereits bilden
konnte und sie ohne Willkür in vorweggenommener, antizipierter Beweiswürdigung
annehmen darf, die gewonnene Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen
nicht erschüttert (vgl. BGer 2C_564/2014 vom 20. April 2015 E. 3.1 mit Hinweisen).
Der Sachverhalt ist umfassend der schriftlichen Darstellung zugänglich. Es ist nicht
ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht weiter dargetan, welche neuen
entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten ergeben, durch
eine mündliche Anhörung gewonnen werden könnten. Folglich durfte die Vorinstanz in
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willkürfreier antizipierter Beweiswürdigung auf die beantragte Beweiserhebung
verzichten. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob der diesbezügliche
Beweisantrag des Beschwerdeführers zu spät erfolgt ist.
4. Weiter wehrt sich der Beschwerdeführer gegen die Löschung im Anwaltsregister und
den Entzug des Anwalts- und Rechtsagentenpatents sowie gegen die damit
einhergehende Publikation und Mitteilung an die st. gallischen Monopolbehörden, die
Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone, den St. Galler Anwaltsverband und die
Prüfungskommission für Rechtsagenten.
4.1. Art. 8 BGFA listet die persönlichen Voraussetzungen kumulativ auf, die der Anwalt
erfüllen muss, um im kantonalen Register eingetragen zu werden (vgl. Staehelin/
Oetiker, a.a.O., Art. 8 N 2). Darunter fällt das Erfordernis, dass keine strafrechtliche
Verurteilung wegen Handlungen vorliegen darf, die mit dem Anwaltsberuf nicht zu
vereinbaren sind, es sei denn, diese Verurteilung erscheine nicht mehr im
Strafregisterauszug für Privatpersonen (Abs. 1 lit. b). Diese Bestimmung beruht auf der
Überlegung, dass das Vertrauensverhältnis, das zwischen Anwalt und Klient bestehen
muss, gestört sein kann, wenn der Anwalt nicht vollumfänglich für Seriosität und
Ehrenhaftigkeit bürgt. Es können nur solche Verurteilungen Auswirkungen auf die
Ausübung des Anwaltsberufs haben, die mit dem Anwaltsberuf nicht vereinbar sind.
Bussen wegen einzelnen Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören nicht dazu, wohl
aber Verurteilungen wegen Vermögensdelikten oder eine in Ausübung einer
öffentlichen Funktion begangene Urkundenfälschung. Bei der Prüfung der Frage der
Vereinbarkeit der strafrechtlichen Verurteilung mit dem Anwaltsberuf verfügt die
Aufsichtsbehörde nach dem Willen des Gesetzgebers über einen grossen
Beurteilungsspielraum. Die Behörde hat indessen stets den Grundsatz der
Verhältnismässigkeit zu beachten. Für die Verweigerung des Eintrags bzw. für dessen
Löschung muss somit stets eine gewisse Tatschwere vorliegen und diese muss mit der
Löschung in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Liegt eine Verurteilung wegen mit
dem Anwaltsberuf nicht vereinbaren Taten vor, muss die zuständige Behörde die –
zeitlich unbeschränkte – Löschung gemäss Art. 9 BGFA vornehmen. In dieser Hinsicht
verbleibt ihr – anders als bei der Frage der Vereinbarkeit – kein Ermessenspielraum (vgl.
BGer 2C_119/2010 vom 1. Juli 2010 E. 2.2, 2.5 und 3). Überdies muss sie dem Anwalt
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. 15, S. 9 Ziff. 3.2.3) – das Anwalts-
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und Rechtsagentenpatent – ebenfalls zeitlich nicht limitiert – entziehen (Art. 1 Abs. 2
und Art. 13 lit. b in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 AnwG, vgl. zur Vereinbarkeit des
kantonalrechtlichen Patententzugs mit dem BGFA: Entscheid des Kantonsgerichts BR.
2009.1 vom 19. Januar 2010 E. 3.1 ff. mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, vom
Bundesgericht mit Entscheid BGer 2C_183/2010 vom 21. Juli 2010 E. 3 bestätigt) und
den Eintrag im Register der Notare löschen (Art. 18 Ingress in Verbindung mit Art.
18 AnwG, vgl. VerwGE B 2011/105 vom 11. August 2011 E. 3.1.2,
www.gerichte.sg.ch).
4.2. Art. 61 Abs. 3 VRP regelt das sogenannte Novenverbot. Ausdruck des
Novenverbots ist, dass das Verwaltungsgericht Tatsachen, die nach Abschluss des
vorinstanzlichen Verfahrens eingetreten sind (echte Noven), grundsätzlich nicht mehr
berücksichtigt. Da seine Kognition auf die Rechtskontrolle beschränkt ist, ist das
Verwaltungsgericht an das bestimmte, sich aus den Rechtsbegehren ergebende
tatsächliche Fundament gebunden. Das Novenverbot wird durch Art. 6 Ziff. 1 EMRK
eingeschränkt. Soweit die Vorinstanz des Verwaltungsgerichts keine richterliche
Behörde ist, hat das Verwaltungsgericht auch echte Noven zu berücksichtigen. Die
jederzeitige Berücksichtigung von Parteivorbringen zum Sachverhalt ergibt sich sodann
aus dem vom Bundesgericht aus der Rechtsweggarantie (Art. 29a BV, und Art. 110 des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG)
abgeleiteten Erfordernis, dass auf die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des
Entscheides abzustellen ist. Nur so ist das Recht auf eine Sachverhaltskontrolle durch
eine kantonale Gerichtsinstanz gewährleistet (vgl. VerwGE B 2013/254 vom 28. Juli
2015 E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
4.3. Bei der Vorinstanz handelt es sich nicht um eine richterliche Behörde (vgl. hierzu
BGer 2C_187/2011 vom 28. Juli 2011, in BGE 137 II 425 nicht publizierte E. 3.1 sowie
BGE 128 I 346 E. 2.2 und Art. 4 AnwG). Folglich ist auf die tatsächlichen Verhältnisse
im Zeitpunkt des Entscheides abzustellen. Aufgrund des vom Beschwerdeführer
eingereichten Strafregisterauszugs vom 26. Juli 2016 (act. 21.2) ist erstellt, dass die
gegen den Beschwerdeführer am 12. Juni 2013 erfolgte Verurteilung zu einer bedingten
Geldstrafe gemäss Art. 371 Abs. 3 StGB nicht mehr im Strafregisterauszug
(Privatauszug) erscheint. Obschon diese Verurteilung wegen Handlungen erfolgte, die
mit dem Anwaltsberuf offensichtlich nicht zu vereinbaren sind (vgl. E. 5.2 hiernach) und
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quater
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die Vorinstanz die Löschung in den Registern und den Entzug der Patente damit
grundsätzlich zu Recht verfügte, erfüllt der Beschwerdeführer demzufolge mittlerweile
wieder die persönliche Voraussetzung von Art. 8 Abs. 1 lit. b BGFA. Aufgrund dieser
Änderung des Sachverhalts während des Beschwerdeverfahrens ist die Grundlage für
die Löschung im Anwaltsregister und im Register der Notare sowie für den Entzug des
Rechtsanwalts- und Rechtsagentenpatents weggefallen. Damit erübrigt sich auch die
entsprechende Publikation und Mitteilung an die st. gallischen Monopolbehörden, die
Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone, den St. Galler Anwaltsverband und die
Prüfungskommission für Rechtsagenten. Daran vermag das von der Vorinstanz
angeordnete befristete Berufsverbot nichts zu ändern. Entgegen der Auffassung der
Vorinstanz in Erwägung II.5d des angefochtenen Entscheids (act. 3/1, S. 9) führt selbst
ein dauerndes Berufsausübungsverbot nicht zur Löschung aus dem Anwaltsregister
und dem Register der Notare. Die Löschung im Anwaltsregister bzw. im Register der
Notare und der Patententzug müssen vom befristeten Berufsausübungsverbot gemäss
Art. 17 Abs. 1 lit. d BGFA unterschieden werden (vgl. hierzu bereits die Verfügung des
Präsidenten des Verwaltungsgerichts vom 21. Februar 2015 E. 3.1, act. 14, S. 4 f.). Die
beiden Verfahren sind voneinander unabhängig. Ein Anwalt, gegen den ein
Berufsausübungsverbot ausgesprochen worden ist, wird nicht im Register gelöscht,
wenn er die Bedingungen der Art. 7 und 8 BGFA noch erfüllt, das Berufsverbot wird
jedoch im Register eingetragen (vgl. BGE 137 II 425 E. 7.2 mit Hinweisen und Art. 20
Abs. 2 BGFA e contrario). Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die Löschung im
Anwaltsregister einer Disziplinarmassnahme gleichkommt (act. 15, S. 9 Ziff. 3.2.3).
5. Im Weiteren richtet sich die Beschwerde gegen das auf ein Jahr befristete
Berufsausübungsverbot sowie gegen dessen Publikation im kantonalen Amtsblatt.
Diesbezüglich vertritt der Beschwerdeführer die Ansicht, das Strafurteil stelle seine
Zutrauenswürdigkeit anwaltsrechtlich nicht in Frage. Die Vorinstanz habe diesbezüglich
ihr Ermessen nicht ausgeschöpft. Er sei anhand der herrschenden Strafrechtslehre und
–praxis der Meinung gewesen, dass an der Gründung und am Betrieb der Garage H.
GmbH nichts Strafbares sei, wenn die Beamten nicht in den Vergabeprozess involviert
seien. Er habe damals grundsätzlich auf die Angaben seiner Mandanten abstellen und
davon ausgehen dürfen, dass keiner der Beamten „bei einem Rechtsgeschäft“
mitwirke. Vor dem Entscheid des Bundesgerichts vom 23. September 2014 sei noch
nie eine Interessenkollision allein als genügend angesehen worden, um das
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Tatbestandsmerkmal „bei einem Rechtsgeschäft“ gemäss Art. 314 StGB zu erfüllen.
Dies führe zum Ergebnis, dass der Tatbestand von Art. 314 StGB neu auch durch
Unterlassung erfüllt werden könne. Ihm könne allenfalls vorgeworfen werden, er habe
nicht vom Projekt abgeraten, weil es problematisch oder allenfalls in einem
Grenzbereich zu situieren gewesen sei. Aber es überzeuge anwaltsrechtlich nicht,
wenn ihm unterstellt werde, er hätte zu einem Handeln geraten, dessen Strafbarkeit vor
dem Urteil des Bundesstrafgerichts vom 12. Juni 2013 klar voraussehbar gewesen sei,
wie dies etwa bei einer Urkundenfälschung der Fall gewesen wäre. Das ex post
angeordnete befristete Berufsausübungsverbot sei sowohl hinsichtlich seiner Anwalts-
als auch seiner Rechtsagententätigkeit unverhältnismässig. Es hätte aufgrund seines
beruflichen und bürgerlichen Vorlebens ausgereicht, ihn zur Einhaltung der
Berufsregeln anzuhalten. Ihm brauche kein befristetes Berufsausübungsverbot
auferlegt zu werden, damit er sich an Art. 12 lit. a BGFA halte. Ein
Berufsausübungsverbot sei nur im Wiederholungsfall angezeigt. Er habe seine
Berufspflichten nicht vorsätzlich oder grob fährlässig verletzt. Die von der Vorinstanz
verfügte Disziplinarmassnahme und deren Publikation würden ihn als des Patents
offensichtlich unwürdigen Anwalt und Rechtsagenten hinstellen. Das schiesse
angesichts der angeführten Umstände weit über den Zweck von anwaltsrechtlichen
Sanktionen hinaus. Das vorangegangene lange Strafverfahren müsse sich auch im
Disziplinarverfahren wesentlich mildernd auf die Sanktion auswirken. Im Übrigen sei ein
überwiegendes öffentliches Interesse für eine Publikation des Berufsausübungsverbots
nicht gegeben. Diesbezüglich habe es die Vorinstanz unterlassen, im konkreten Fall
eine Interessenabwägung vorzunehmen. Jeder vernünftige Anwalt, der nach Ablauf der
bestimmten Dauer des Berufsausübungsverbots wieder als Anwalt tätig sein wolle,
werde sich aus freien Stücken an das Verbot halten, weil er ansonsten gegen Art. 2
Abs. 1 BGFA verstiesse. Das Publikum könne das befristete Berufsausübungsverbot so
missverstehen, als ob er überhaupt nicht mehr konsultiert werden und keine
Rechtsberatung mehr anbieten dürfe.
5.1. Nicht jede Gesetzesverletzung nach Art. 17 Abs. 1 BGFA rechtfertigt eine
Disziplinarmassnahme, sondern nur diejenigen, die berufsrelevante Pflichten betreffen.
Eine Disziplinarmassnahme setzt die schuldhafte (Vorsatz oder zumindest
Fahrlässigkeit) Verletzung einer Berufspflicht voraus. Liess der Anwalt die
durchschnittliche Sorgfalt vermissen, die in guten Treuen verlangt werden darf und
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muss, so rechtfertigt dies eine Disziplinierung. Verlangt wird eine qualifizierte Norm-
bzw. Sorgfaltswidrigkeit, welche aus Gründen des öffentlichen Interesses und unter
Beachtung der Verhältnismässigkeit im Verhältnis zum Klienten weiter gehen kann als
die Sorgfalts- und Treuepflichten des Auftragsrechts (vgl. Art. 398 Abs. 2 des
Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches;
Fünfter Teil: Obligationenrecht; SR 220, OR). Die Beweislast obliegt der
Disziplinarbehörde (vgl. T. Poledna, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum
Anwaltsgesetz, 2. Auflage 2011, Art. 17 N 16 und 18). Zur allgemeinen Berufspflicht
des Anwalts gehört gemäss Art. 12 lit. a BGFA, dass der Beruf sorgfältig und
gewissenhaft ausgeübt wird (vgl. zur Anwendbarkeit von Art. 12 BGFA: Rauber/Nater,
Anwaltstätigkeit im Sinne des BGFA, in: SJZ 110/2014 S. 556 ff.). Diese Verpflichtung
hat für die gesamte Berufstätigkeit des Rechtsanwalts Geltung und erfasst neben der
Beziehung zum eigenen Klienten sowohl Kontakte mit der Gegenpartei als auch jene
mit den Behörden (vgl. BGE 130 II 270 E. 3.2 mit Hinweisen). Der Rechtsanwalt genügt
der Generalklausel von Art. 12 lit. a BGFA nur, wenn er sich bei seinem Handeln in
jeder Beziehung an die Schranken der Rechtsordnung hält (vgl. BGer 2C_783/2008
vom 4. Mai 2009 E. 2.9). Er ist zur Wahrung der Standeswürde verpflichtet und hat
insoweit die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln zu beachten, die im Interesse
des rechtsuchenden Publikums und des geordneten Ganges der Rechtspflege das
Vertrauen in seine Person und die Anwaltschaft insgesamt gewährleisten sollen (vgl.
BGE 106 Ia 100 E. 6b). Die Berufsregeln und die Disziplinaraufsicht für Anwälte gelten
auch für Rechtsagenten (vgl. Art. 1 Abs. 2 und 3 AnwG).
5.2. Mit Urteil vom 12. Juni 2013 erkannte das Bundesstrafgericht den
Beschwerdeführer wegen Gehilfenschaft zu mehrfacher ungetreuer Amtsführung (Art.
314 in Verbindung mit Art. 25 StGB) für schuldig (act. 8/4, S. 158 f.). Gemäss dem
Bundesstrafgericht (act. 8/4, S. 97-105 und S. 139-142) half er drei leitenden
Angestellten des K. bzw. der L. mit Stammanteilen ihrer Frauen die Garage H. GmbH
zu gründen. Diese Gründung erfolgte einzig mit dem Zweck, Aufträge der L. zu
erhalten. Dabei sollte der Umstand ausgenutzt werden, dass das K. mit Personal
unterbesetzt war und das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und
Sport (VBS) einen Auftrag zum Outsourcing von Unterhalts- und Reparaturarbeiten an
handelsüblichen Militärfahrzeugen erteilt hatte. In der Folge wurde zwischen August
2008 und Mai 2009 die Auftragsvergabe an die Garage H. GmbH veranlasst und diese
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gegenüber anderen Betrieben bevorzugt. Die Arbeiten wurden in den Räumlichkeiten
der L. unter unentgeltlicher Verwendung der dort vorhandenen Infrastruktur erledigt.
Dabei wurde der L. ein überhöhter Stundenansatz in Rechnung gestellt. Die Aufgabe
des Beschwerdeführers war es, für die Garage H. GmbH als Gründer und
Geschäftsführer nach aussen aufzutreten, damit keine Verbindung zu den daran
beteiligten leitenden Angestellten des K. hergestellt werden konnte. Zu diesem Zweck
verfasste er für die Frauen der beteiligten leitenden Angestellten des K.
Treuhandverträge mit einer Anonymitätsklausel und unterzeichnete diese als
Treunehmer. Er hätte zudem die Buchhaltungsabschlüsse machen sollen. Auch
arbeitete er einen Entwurf für eine Gewinnbeteiligungsvereinbarung aus und stellte die
von einem der Haupttäter vermittelten Mechaniker der Garage H. GmbH an. Damit hat
er die Haupttat objektiv gefördert. Auch ist sein Gehilfenvorsatz gegeben: Ihm war
bekannt, dass die Garage H. GmbH ausschliesslich mit dem Ziel gegründet wurde,
Aufträge des K. zu erhalten. Er kannte die Abläufe der Auftragsvergabe im K. an die
Garage H. GmbH, d.h. die Behandlung der Garage H. GmbH-Mitarbeiter wie K.-
Mitarbeiter und die ständige/regelmässige Auftragsvergabe an diese durch die
Gruppenchefs. Damit musste ihm auch klar sein, dass zur Auftragsvergabe
Rechtsgeschäfte abgeschlossen werden mussten. Er wusste auch, dass seinen
Auftraggebern als leitenden Angestellten des K. die durch ihre Untergebenen im
Rahmen von deren Kompetenzen vorgenommenen Handlungen zugerechnet würden.
Ihm war auch klar, dass der von der Garage H. GmbH verrechnete Stundenansatz zu
hoch war und zur finanziellen Schädigung der L. führen musste. Ausserdem wusste er,
dass die der Garage H. GmbH im K. gewährten Privilegien unüblich waren und sich die
Haupttäter aufgrund ihrer Beteiligung an der Garage H. GmbH in einer
Interessenkollision befanden, die zur Missachtung der von ihnen zu wahrenden
öffentlichen Interessen der L. führen musste. Er hat in Kauf genommen, dass die
beiden Haupttäter und K.-Angestellten durch ihr Handeln das Vertrauen in die
rechtsgleiche Behandlung von Bewerbern und damit die öffentlichen Interessen
verletzten.
Wie die Vorinstanz in Erwägung 5a der angefochtenen Entscheide (vgl. act. 3/1 und 2,
je S. 7 f.) mit Recht festgehalten hat, sind die Handlungen des Beschwerdeführers im
Zusammenhang mit der Garage H. GmbH, welche er in seiner Funktion als
Rechtsanwalt und Notar beging, mit dem Ansehen und Vertrauen in den Anwaltsstand
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und dem Beruf des Rechtsagenten nicht zu vereinbaren. Selbst wenn er in guten
Treuen davon hätte ausgehen können, dass der Straftatbestand von Art. 314 StGB
nicht erfüllt sei, wäre er gestützt auf Art. 12 lit. a BGFA verpflichtet gewesen, von der
Gründung und dem Betrieb der Garage H. GmbH abzuraten und nicht dazu
beizutragen. Da er dies jedoch unterliess, verletzte er in anwaltsrechtlicher Hinsicht
vorsätzlich seine aus Art. 12 lit. a BGFA fliessende Pflicht, den Anwaltsberuf sorgfältig
und gewissenhaft auszuüben. Er räumt denn auch selbst ein, ihm könne allenfalls
vorgeworfen werden, er habe nicht vom strafverfahrensauslösenden Projekt abgeraten
(act. 1, S. 14). Sein Vorgehen rechtfertigt eine Disziplinierung wegen Verletzung von Art.
12 lit. a BGFA. Der Vorinstanz kann in dieser Hinsicht keine Ermessensunterschreitung
vorgeworfen werden.
5.3. Bei der Wahl der geeigneten Sanktionen aus dem Katalog von Art. 17 BGFA ist der
Einzelfall zu betrachten, wobei general- und spezialpräventive Aspekte für die Wahl und
Bemessung der Sanktion massgebend sind. Die Sanktion hat grundsätzlich einen
administrativen Charakter und dient dem Schutz des rechtsuchenden Publikums und
der Wahrung des Ansehens der Anwaltschaft resp. der Rechtsagenten (vgl. BGE 128 I
346 E. 2.2 mit Hinweisen und Poledna, a.a.O., Art. 17 N 14 f.). Bei der Wahl und
Bemessung der Sanktion steht der Vorinstanz ein gewisser Ermessensspielraum zu,
welcher durch das Verhältnismässigkeitsprinzip eingeschränkt ist (vgl. Poledna, a.a.O.,
Art. 17 N 2). Die disziplinarische Einstellung in der Berufsausübung nach Art. 17 Abs. 1
lit. d und e BGFA ist eine der schwersten Sanktionen, welche sich nur bei schweren
Widerhandlungen gegen die Berufsregeln rechtfertigen lässt. Auch ein befristetes
Verbot ist grundsätzlich nur im Wiederholungsfall gerechtfertigt (vgl. BGer 2A.177/2005
vom 24. Februar 2006 E. 4.1, BGer 2A.499/2006 vom 11. Juni 2007 E. 5.1). Eine
erstmalige Verfehlung vermag diese Massnahme nur dann zu rechtfertigen, wenn sie
eine Mentalität aufzeigt, die mit der Eigenschaft des Anwalts schlechthin unvereinbar
ist, und wenn aufgrund einer Gesamtbewertung der bisherigen Berufstätigkeit der
Anwältin oder des Anwalts eine andere Sanktion als ungenügend erscheint, um für die
Zukunft ein korrektes Verhalten zu gewährleisten (vgl. Botschaft des Bundesrates zum
BGFA vom 28. April 1999, BBl S. 6013 ff., S. 6060, mit Hinweis auf BGE 106 Ia 100 E.
7c).
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Das unter Erwägung 6.2 hiervor geschilderte Verhalten des Beschwerdeführers im
Zusammenhang mit der Gründung und dem Betrieb der Garage H. GmbH stellt eine
schwerwiegende Verletzung der Generalklausel von Art. 12 lit. a BGFA dar. Ein solches
Verhalten ist eines Rechtsanwalts resp. Rechtsagenten unwürdig. Er hat in seiner
Funktion als Anwalt und Notar vorsätzlich dazu beigetragen, die staatlichen Behörden
über die wahren Eigentümerverhältnisse der Garage H. GmbH zu täuschen und die von
den leitenden Angestellten der K. zu wahrenden öffentlichen Interessen zu missachten,
damit sich diese einen unrechtmässigen Vorteil verschaffen konnten, wodurch dem
Staat ein finanzieller und ideeller Schaden entstanden ist. Damit hat er das Vertrauen in
die Anwalt- bzw. Rechtsagentenschaft stark geschädigt. Sein Verschulden wiegt
schwer. Sein Einwand, vor seiner Verurteilung sei die Strafbarkeit seines Handels nicht
voraussehbar gewesen, vermag nicht zu überzeugen, kannte er doch gemäss dem
Urteil des Bundesstrafgerichts die wesentlichen Merkmale des von den Haupttätern
verwirklichten strafbaren Tuns (act. 8/4, S. 105). Insbesondere musste ihm bekannt
sein, dass die Vergabe von Aufträgen durch eine Bundesstelle an eine private Garage
unter das tatbestandsmässige Verhalten gemäss Art. 314 StGB fällt (vgl. BGE 101 IV
407 E. 2 f.) und unmassgeblich ist, in welchem Stadium des Vergabeverfahrens die
Tathandlung stattfindet (vgl. BGE 109 IV 168 E. 4). Weiter wusste er – entgegen seinen
Beteuerungen (act. 1, S. 12 f. lit. bb und dd, sowie act. 15, S. 4 Ziff. 2/2.1) –, dass den
zwei Haupttätern kraft ihrer Funktion und Stellung als Chef Instandhaltung des K. bzw.
Leiter des K. die Kompetenz zur Auftragsvergabe zukam. Dementsprechend wies der
Chef Instandhaltung des K., welchem die formelle Entscheidungskompetenz zukam,
Reparaturaufträge an Garagen zu vergeben, die ihm unterstellten Mitarbeiter des K. an,
Aufträge in erster Linie an die Mitarbeiter der Garage H. GmbH zu vergeben (act. 8/4,
S. 79 f.). Entgegen anderslautender Meinung des Beschwerdeführers (act. 1, S. 12 lit.
bb) beruhte das „System Garage H. GmbH“ (vgl. act. 8/4 S. 101 f.) somit nicht auf einer
blossen Unterlassung. Insofern war der Ausgang des Strafverfahrens vor dem
Bundesstrafgericht klar voraussehbar. Dessen Urteil vom 12. Juni 2013 enthält denn
auch keine Ausdehnung des Tatbestandsmerkmals „bei einem Rechtsgeschäft“. Zwar
ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass er während seiner langjährigen
Berufstätigkeit bisher offenbar nicht disziplinarisch belangt werden musste und es sich
um seine erste Massregelung handelt. Soweit er sein Vorgehen nach wie vor als nicht
einfach abwegig oder völlig unhaltbar (act. 1, S. 12 lit. bb) hält, da die Strafbarkeit
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angeblich nicht klar vor-aussehbar gewesen sei, grenzt seine Argumentation indessen
an eine Beschönigung bzw. Bagatellisierung seiner Verfehlung. Diese Haltung lässt
ernsthaft daran zweifeln, dass er das Gewicht seiner Verfehlung richtig erfasst hat,
zumal er keine plausible Erklärung dafür geben konnte, warum er die
„Verschleierungsmassnahmen“ selbst dann noch unterstützte, nachdem der Chef der
L. gegen den Chef Instandhaltung des K. am 2. Februar 2009 ein Disziplinarverfahren
eröffnet hatte (act. 8/4, S. 103). Die Anordnung einer Verwarnung oder eines Verweises
nach Art. 17 Abs. 1 lit. a und b BGFA, welche für leichtere Pflichtverletzungen bestimmt
sind, fällt bei dieser Ausgangslage ausser Betracht. Angesichts der Tatschwere, der
mehrfachen Deliktsbegehung und der Uneinsichtigkeit des Beschwerdeführers kann
seine Pflichtverletzung auch nicht mehr nur mit Busse geahndet werden. Diesbezüglich
tut im Übrigen die Dauer des vorangegangenen Strafverfahrens nichts zur Sache.
Durch das auf ein Jahr befristete Berufsausübungsverbot dürfte der Beschwerdeführer
hart getroffen werden. Er kann aber während der Dauer des Berufsausübungsverbotes
als Rechtsberater wirken, soweit er sich dabei nicht als Rechtsanwalt oder –agent
bezeichnet (vgl. hierzu die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 28. Januar 2015, act. 7,
Ziff. 3, und Art. 1 Abs. 3 AnwG), und sich bei einer Betätigung im Monopolbereich
vertreten lassen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Verhängung eines befristeten
Berufsausübungsverbots für die Dauer von einem Jahr gesamthaft betrachtet zwar am
obersten Rand dessen, was bei einer erstmaligen Berufspflichtverletzung noch zulässig
ist, aber noch innerhalb des der Vorinstanz zustehenden Ermessens.
5.4. Gemäss Art. 1 Abs. 3 AnwG in Verbindung mit Art. 18 Abs. 2 BGFA wird ein
Berufsausübungsverbot den Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone mitgeteilt. Ein
befristetes Berufsausübungsverbot wird zehn Jahre nach seiner Aufhebung im
Anwaltsregister gelöscht (Art. 20 Abs. 2 BGFA). Neben dem Eintrag im Anwaltsregister
veröffentlicht die Anwaltskammer nach Art. 39 AnwG eine Mitteilung über eine
Disziplinarmassnahme oder eine Massnahme gegen Dritte im kantonalen Amtsblatt,
wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse es erfordert (Abs. 1). Ein dauerndes
Berufsausübungsverbot wird in der Regel veröffentlicht (Abs. 2). Befristete
Berufsverbote sind nur dann zu publizieren, wenn sich dies aufgrund einer
Interessenabwägung im konkreten Einzelfall rechtfertigt. Zweck der Publikation eines
befristeten Berufsausübungsverbots im kantonalen Amtsblatt ist, die Öffentlichkeit in
ihrem mit der Titelbezeichnung verbundenen Vertrauen auf das Vorhandensein der für
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die Berufsausübung erforderlichen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen
sowie die Geltung der für die Ausübung des Berufs anwendbaren Normen zu schützen
und die Gefahr von Irreführung und Täuschung zu vermeiden (vgl. hierzu Entscheid des
Kantonsgerichts BR.2009.1 vom 19. Januar 2010 E. 5.3, allerdings in Bezug auf einen
Patententzug, www.gerichte.sg.ch). Ein überwiegendes öffentliches Interesse ist
insbesondere dann zu bejahen, wenn eine strafrechtliche Verurteilung eines Anwalts
oder Rechtsagenten einer weiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist oder wenn ein
begründeter Verdacht besteht, dass sich ein Anwalt oder Rechtsagent während der
Dauer des Berufsausübungsverbots nicht an dieses halten wird.
Im konkreten Fall ist der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe es
unterlassen, eine Interessenabwägung vorzunehmen, insofern nachvollziehbar, als sich
die Vorinstanz in Erwägung 6a der angefochtenen Entscheide (act. 3/1, S. 10, act. 3/2,
S. 9 f.) in erster Linie in allgemeiner Weise zur Publikation äusserte und lediglich
beiläufig auf den konkreten Einzelfall einging. Es kann aber nicht gesagt werden, sie
hätte gar keine Interessenabwägung vorgenommen, begründete sie die angeordnete
Veröffentlichung des Berufsausübungsverbots im konkreten Fall doch damit, dass mit
der Veröffentlichung einer Täuschung der Mandantschaft und der Behörden
vorgebeugt werde, welche ohne Kenntnis der Disziplinarmassnahme davon ausgingen,
dass der bisher zur Berufsausübung zugelassene Beschwerdeführer weiterhin über die
Bewilligung verfüge. Auch wenn der Beschwerdeführer mit der Publikation im
Amtsblatt in seinen wirtschaftlichen Interessen und seiner Persönlichkeit getroffen
werde, überwiege das Interesse der Öffentlichkeit und der Behörden an einer
Publikation. Darüber hinaus bestehen angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer
nach wie vor dazu neigt, sein Fehlverhalten zu beschönigen, und sich nicht einsichtig
zeigt (act. 1, S. 12 lit. bb, vgl. bereits E. 5.3 hiervor), begründete Zweifel, dass er sich
der Sanktion unterziehen wird. Trotz seiner Beteuerung, er werde sich an das Verbot
halten, erscheint eine Publikation deshalb als erforderlich. Zudem kann aufgrund seiner
langjährigen, aufgrund der Verfügung vom 21. Februar 2015 (act. 14) bis dato zu Recht
ausgeübten Tätigkeit und der zulässigerweise verwendeten Berufsbezeichnung als
Anwalt bzw. als Rechtsagent nicht davon ausgegangen werden, dass er einen in
seinem beruflichen Umfeld hinsichtlich des Berufsausübungsverbots bestehenden
falschen Eindruck selber aktiv beseitigt. Daran ändert der Verzicht auf die
Berufsausübung im Monopolbereich und die Titelverwendung nichts Wesentliches. Es
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kann nur eine Publikation Abhilfe verschaffen. Soweit der Beschwerdeführer befürchtet,
das Publikum könne das befristete Berufsausübungsverbot so missverstehen, als ob er
überhaupt nicht mehr konsultiert werden und keine Rechtsberatung mehr anbieten
dürfe, kann ihm nicht gefolgt werden. Im Übrigen hätte er sich allfällige
Missverständnisse selbst zuzurechnen. Die Publikation und Mitteilung des befristeten
Berufsausübungsverbots ist verhältnismässig.
6. Im Ergebnis ist die Beschwerde infolge der Änderung des Sachverhalts während des
Beschwerdeverfahrens hinsichtlich der Löschung im Anwaltsregister und im Register
der Notare sowie des Entzugs des Rechtsanwalts- und Rechtsagentenpatents sowie
der entsprechenden Publikation und Mitteilung an die st. gallischen Monopolbehörden,
die Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone, den St. Galler Anwaltsverband und die
Prüfungskommission für Rechtsagenten teilweise gutzuheissen. Ziff. 1, 3, 5 und 7 des
angefochtenen Entscheids Nr. AW.2014.63-AWK sowie Ziff. 1, 4 und 6 des
angefochtenen Entscheids Nr. AW.2014.78-AWK sind aufzuheben. Ziff. 4 bzw. 3 der
angefochtenen Entscheide sind aufzuheben, soweit damit die Publikation des
Patententzugs im kantonalen Amtsblatt und dessen Mitteilung an die st. gallischen
Monopolbehörden resp. die Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone (nur
Anwaltspatententzug) angeordnet wurde. Die Streitsache ist hinsichtlich der
Patententzüge und der Registereinträge zu neuen Entscheiden an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Die Vorinstanz hat zu prüfen, ob der Beschwerdeführer
zwischenzeitlich sämtliche persönlichen Voraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 BGFA
erfüllt. Demgegenüber ist die Beschwerde bezüglich des von der Vorinstanz verfügten
Berufsausübungsverbots sowohl hinsichtlich der Anwalts- als auch der
Rechtsagententätigkeit für die Dauer von einem Jahr und die entsprechende
Publikation und Mitteilung abzuweisen. Entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers
besteht diesbezüglich kein Anlass, die angefochtenen Entscheide aufzuheben und
(eventuell) zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
7. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden (Art. 41 AnwG in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1
VRP). Ein geringfügiges Obsiegen bzw. Unterliegen wird bei der Kostenverlegung nicht
berücksichtigt (vgl. VerwGE B 2013/28 vom 12. Februar 2014 E. 7,
www.gerichte.sg.ch). Da die Vorinstanz die Löschung im Anwaltsregister und im
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Register der Notare sowie den Entzug des Rechtsanwalts- und Rechtsagentenpatents
sowie die entsprechende Publikation und Mitteilung an die st. gallischen
Monopolbehörden, die Aufsichtsbehörden der übrigen Kantone, den St. Galler
Anwaltsverband und die Prüfungskommission für Rechtsagenten grundsätzlich zu
Recht anordnete (vgl. E. 4.3) und die diesbezügliche teilweise Gutheissung der
Beschwerde einzig wegen der Änderung des Sachverhalts während des
Beschwerdeverfahrens erfolgte, gehen die amtlichen Kosten dieses Entscheids in der
Sache selbst vollständig zulasten des Beschwerdeführers. Hingegen sind die Kosten
der Verfügung vom 21. Februar 2015 (act. 14), mit welcher die von der Vorinstanz
entzogene aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiedererteilt wurde, der Vorinstanz
aufzuerlegen. Für den Endentscheid ist eine Gebühr von CHF 2500 und für die
Verfügung vom 21. Februar 2015 eine solche von CHF 500 angemessen (Art. 7 Ziff. 222
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenanteil des Beschwerdeführers
von CHF 2500 ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen. Auf die Erhebung des Kostenanteils der Vorinstanz von CHF 500 wird
verzichtet (Art. 41 AnwG in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 VRP).
Nachdem der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen nicht mehrheitlich
durchgedrungen ist, hat er im Beschwerdeverfahren keinen Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung (Art. 41 AnwG in Verbindung mit Art. 98 VRP). Eine
Entschädigung für die erstinstanzlichen Verfahren wird nicht gewährt (Art. 41 AnwG in
Verbindung mit Art. 98 Abs. 3 VRP, vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 155 ff.)