# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bc9d6ea1-7827-4cfa-9c62-70f6e8b19d29
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 21. Mai 2021 (EE210003-C)
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Rechtsbegehren: (vgl. Urk. 68 S. 2-4)
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Bülach vom 21. Mai 2021: (Urk. 68 S. 25 ff.)
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien seit dem 7. Januar 2021 getrennt .
2. Die elterliche Sorge für das Kind C._, geboren tt.mm.2019, wird beiden Parteien belassen.
3. Das Kind wird unter die gemeinsame Obhut der Parteien mit wechselnder Betreuung gestellt.
Der Wohnsitz des Kindes verbleibt an der D._-strasse ..., E._ (Wohnort Gesuchstellerin bzw. Ehefrau).
Der Antrag auf Wechsel des Wohnsitzes des Kindes in das Ausland wird abgewiesen.
Ein Wohnsitzwechsel wird im Umkreis von höchstens 15 km zugelassen.
4. Die Parteien werden berechtigt und verpflichtet, das Kind wie folgt zu :
Gesuchstellerin (Ehefrau):
− Sonntag 1800 bis Mittwoch 1200 − Mittwoch 1800 bis Donnerstag 1200
Gesuchgegner (Ehemann):
− Mittwoch 1200 bis 1800 − Donnerstag 1200 Uhr bis Samstag 1000
Beide:
− jede zweite Woche alternierend
Samstag 1000 bis Sonntag 1800
5. Der Gesuchgegner (Ehemann) wird verpflichtet, der Gesuchstellerin () während der Dauer des Getrenntlebens für das Kind Fr. 3'235.–  zuzüglich allfälliger, von ihm bezogener vertraglicher oder  Kinder-, Familien- oder Ausbildungszulagen zu bezahlen. Der Barunterhalt beträgt hier Fr. 800.–, der Betreuungsunterhalt Fr. 2'435.– und das Manko Fr. 325.–.
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Diese Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten eines Monats im  an die Gesuchstellerin (Ehefrau) zu entrichten, beginnend ab 1.  2021.
Ab Januar 2022 reduzieren sich die Unterhaltsbeiträge auf Fr. 1'435.– (Fr. 800.– Barunterhalt / Fr. 635.– Betreuungsunterhalt)
Bereits geleistete Unterhaltsbeiträge können verrechnet werden.
6. Der Gesuchgegner (Ehemann) wird verpflichtet, der Gesuchstellerin () während der Dauer des Getrenntlebens monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 910.– für sie persönlich zu bezahlen, zahlbar jeweils am Ersten  Monats im Voraus, beginnend ab 1. Januar 2022.
7. Grundlagen der Unterhaltsberechnung:
Einkommen Gesuchstellerin (Ehefrau):
Fr. 0.– (hypothetisch ab Januar 2022 Fr. 2'250.–, 30 % Pensum)
Einkommen Gesuchgegner (Ehemann):
Fr. 6'480.– (78 % Pensum)
jeweils Nettoeinkommen pro Monat (ohne Ausbildungs- und )
Einkommen Kind:
Fr. 200.–
Bedarf:
Gesuchstellerin: Gesuchgegner: Kind: Grundbetrag: Fr. 1'350.– Fr. 1'350.– Fr. 200.–
(GSin) Fr. 200.– (GG)
Wohnkosten (inkl. NK, ohne Strom):
Fr. 1'190.–
Fr. 900.– Fr. 600.– (GSin) Fr. ... 450.– (GG)
Krankenkasse: Fr. 220.– Fr. 205.– Fr. 85.– (GG) Arbeitsweg (ab Januar 2021)
Fr. 0.– Fr. 85.–
Fr. 85.–
ext. Verpflegung (ab Januar 2021):
Fr. 0.– Fr. 60.–
Fr. 170.– –
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Information: Fr. 120.– Fr. 120.– Versicherungen: Fr. 30.– Fr. 30.– Steuerbelastung: Fr. 100.– Fr. 100.– –
8. Es wird festgestellt, dass der Gesuchgegner die eheliche Wohnung bereits
verlassen hat.
9. Die übrigen Anträge der Parteien werden abgewiesen, soweit darauf  wird.
10. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'400.– festgesetzt.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils,  sich diese Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
11. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
13. [Schriftliche Mitteilung]
14. [Berufung]
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 67 S. 2 ff.):
"1. Ziff. 1., 3., 4., 5., 6., 7., 11. und 12. des Urteils des Einzelgerichts des Be-
zirksgerichts Bülach vom 21.05.2021 seien aufzuheben und durch folgende Ziffern zu ersetzen:
1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit Ende Dezember 2020 getrennt
leben.
3. Das Kind C._, geb. tt.mm.2019, sei unter die alleinige Obhut der Ge-
suchstellerin zu stellen.
Die Gesuchstellerin sei für berechtigt zu erklären, den Wohnsitz des Kindes
nach F._ [Staat in Europa] (G._) zu verlegen.
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4. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, das Kind wie folgt zu be-
treuen:
Jedes zweite Wochenende in F._ [Staat in Europa] (G._) und alle
zwei Monate anstelle eines Wochenendes in F._ [Staat in Europa] (G._) am Wohnort des Ehemannes in der Schweiz.
Die Kontakte sind vorerst ohne Übernachtung auszugestalten und, sofern
sie sich bewähren, sukzessive zu erweitern.
5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin vom 01.01.2021
bis 30.09.2021 für das Kind C._ Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 3'470.– zzgl. allfälliger, von ihm bezogener vertraglicher und/oder  Kinder-, Familien- und/oder Ausbildungszulagen zu bezahlen (Barunterhalt von CHF 885.–, Betreuungsunterhalt von CHF 2'585.– und Manko von CHF 175.–).
Ab dem 01.10.2021 sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstel-
lerin während der weiteren Dauer des Getrenntlebens für das Kind C._ Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 3'895.– zzgl. allfälliger, von ihm  vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinder-, Familien- und/oder Ausbildungszulagen zu bezahlen (Barunterhalt von CHF 885.– und  von CHF 3'010.–).
Ab Übersiedelung der Gesuchstellerin und des Kindes C._ nach
F._ [Staat in Europa] (G._) sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das Kind C._ Unterhaltsbeiträge von  CHF 3'200.– zzgl. allfälliger, von ihm bezogener vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinder-, Familien- und/oder Ausbildungszulagen zu bezahlen (Barunterhalt von CHF 800.– und Betreuungsunterhalt von CHF 2'400.–).
Ein Jahr ab Übersiedelung der Gesuchstellerin und des Kindes C._
nach F._ [Staat in Europa] (G._) sei der Gesuchsgegner zu , der Gesuchstellerin für die weitere Dauer des Getrenntlebens für das Kind C._ Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 1'000.– zzgl. , von ihm bezogener vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinder-, - und/oder Ausbildungszulagen zu bezahlen.
Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus
an die Gesuchstellerin zu entrichten.
6. -
7. Die Grundlagen der Unterhaltsberechnung seien wie folgt festzulegen:
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Einkommen Gesuchstellerin (Ehefrau): Während der Dauer der Trennung, bei einem weiteren Verbleib in der
Schweiz bis ein Jahr nach Übersiedelung nach F._ [Staat in Europa] (G._): CHF 0.–, danach CHF 2'500.– netto pro Monat
Einkommen Gesuchsgegner (Ehemann): Während der Dauer der Trennung: CHF 6'480.– (78% Pensum) netto pro
Monat
Ab Oktober 2021: CHF 7'200.– (78% Pensum + Stellvertretungen) netto pro
Monat
Einkommen Kind: CHF 200.–
Bedarf:
Gesuchstellerin: Gesuchgegner: Kind: Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 1'200.– Fr. 400.– (GSin) Wohnkosten (inkl. NK, ohne Strom)
Fr. 1'190.–
Fr. 1'350.– Fr. 600.– (GSin)
Krankenkasse Fr. 220.– Fr. 205.– Fr. 85.– (GSin) Arbeitsweg Fr. 0.– Fr. 85.– ext. Verpflegung Fr. 0.– Fr. 170.– – Information Fr. 120.– Fr. 120.– Versicherungen Fr. 30.– Fr. 30.– Steuerbelastung Fr. 100.– Fr. 100.– –
11. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Gesuchs-
gegner aufzuerlegen.
12. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das erst-
instanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 8'000.– (zzgl. MwSt.) zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. (für das Berufungsver-
fahren) zu Lasten des Gesuchsgegners."
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des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 78 S. 2 ff.):
"1. Die Rechtsbegehren der Berufungsklägerin seien allesamt vollumfänglich
abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen, mit Ausnahme, dass die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 Abs. 1 für die Phase von 1.2.2021 bis 31.1[2].2021 und die Ehegattenunterhaltsbeiträge gemäss  6 für die 2. Phase ab 1.1.2022 des Urteils der Vorinstanz infolge eines  Rechnungsfehlers (doppelte Berücksichtigung der ) je um CHF 200.– zu reduzieren seien.
2. Eventualiter seien die Ziff. 3, 4, 5, 6 und 7 des Urteils des Einzelgerichts des
Bezirksgerichts Bülach vom 21.5.2021 aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
Ziff. 3: Die gemeinsame Tochter C._ sei unter die alleinige Obhut des
Kindsvaters zu stellen und der Wohnsitz bei ihm festzulegen.
Ziff. 4: Es sei die Kindsmutter für berechtigt zu erklären, die Tochter C._
wie folgt zu betreuen:
Jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntagabend, die Hälfte der Fe-
rien sowie die Hälfte der Feiertage, gerichtsüblich in Jahren mit /ungeraden Jahreszahlen alternierend Ostern oder Pfingsten sowie Weihnachten oder Neujahr sowie jeweils in den Jahren mit ungerader  an Auffahrt von Mittwochabend vor Auffahrt bis Sonntagabend .
Weitere Kontakte seien nach gegenseitiger Absprache zu vereinbaren.
Ziff. 5: Es sei die Kindsmutter zu verpflichten, dem Kindsvater für die Tochter
C._ Unterhaltsbeiträge von CHF 3'500.– pro Monat, zuzüglich  (CHF 800.– Barunterhalt und CHF 2'705.– Betreuungsunterhalt), gem. Urteil Vorinstanz, S. 20 abzgl. Berufsauslagen) bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten und hernach CHF 1'000.– Barunterhalt zu , zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den ersten eines jeden .
Ziff. 6: Es seien gegenseitig keine Unterhaltsbeiträge für sich persönlich zu-
zusprechen.
Ziff. 7: Grundlagen der Unterhaltsberechnung:
Einkommen Gesuchstellerin: mindestens CHF 6'400.–
Einkommen Gesuchsgegner: bis Eintritt C._ in den Kindergarten kein
Einkommen, hernach CHF 4'000.– (50% Pensum)
Einkommen C._: Kinderzulagen CHF 200.–
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3. Subeventualiter für den Fall, dass der Antrag auf Wegzug von C._ nach
G._ bewilligt würde, seien die Ziff. 3,. 4, 5, 6, und 7 des Urteils des  des Bezirksgerichts Bülach vom 21.5.2021 aufzuheben und durch folgende Ziffern zu ersetzen:
Ziff. 3: Die Tochter C._ sei diesfalls unter die Obhut der Kindsmutter zu
stellen.
Ziff. 4: Es sei der Kindsvater für berechtigt zu erklären, die Tochter C._
wie folgt zu betreuen:
Alternierend in Wochen mit gerader Wochenzahl von Mittwochabend bis
Sonntagabend und in Wochen mit ungerader Wochenzahl von Freitagmittag bis Sonntagabend, die Hälfte der Ferien sowie die Hälfte der Feiertage,  in Jahren mit geraden/ungeraden Jahreszahlen alternierend  und Pfingsten sowie Weihnachten oder Neujahr sowie jeweils in den Jahren mit ungerader Jahreszahl an Auffahrt von Mittwochabend vor  bis Sonntagabend danach sowie einen halben Tag am Geburtstag von C._.
Ziff. 5: Es sei der Kindsvater zu verpflichten, der Kindsmutter für die Tochter
C._ Unterhaltsbeiträge von CHF 500.– pro Monat, zuzüglich  (Barunterhalt) zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den ersten eines jeden Monats.
Ziff. 6: Es seien gegenseitig keine Unterhaltsbeiträge für sich persönlich zu
bezahlen.
Ziff. 7: Grundlagen der Unterhaltsberechnung:
Einkommen Gesuchstellerin: CHF 4'000.–
Einkommen Gesuchsgegner: CHF 5'200.–
Einkommen C._: Kinderzulagen CHF 200.–
4. Die Ziffern 11 und 12 des Urteils der Vorinstanz seien in jedem Fall zu be-
stätigen.
Die Anträge der Gesuchstellerin seien, soweit und sofern sie nicht mit denjenigen des Gesuchsgegners übereinstimmen, abzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (mindestens CHF 8'000.–  MWST) zu Lasten der Berufungsklägerin."
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Vom Gesuchsgegner abgeänderter Subeventualantrag gemäss Rechtsbegehren Ziffern 3.3 und 3.4 (Urk. 84 S. 3 f. sinngemäss):
Ziffer 3: Die Tochter C._ sei diesfalls unter der alternierenden Obhut der  zu belassen.
Ziffer 4: Es sei der Kindsvater für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ wie folgt zu betreuen:
Alternierend in Wochen mit gerader Wochenzahl vom Mittwochabend bis  und in Wochen mit ungerader Wochenzahl von Mittwochabend bis Samstagmorgen, die Hälfte der Ferien sowie die Hälfte der Feiertage,  in Jahren mit gerader/ungerader Jahreszahlen alternierend Ostern oder Pfingsten sowie Weihnachten oder Neujahr sowie jeweils in den Jahren mit  Jahrszahl an Auffahrt von Mittwochabend vor Auffahrt bis Sonntagabend danach sowie einen halben Tag am Geburtstag von C._.

## Considerations

Erwägungen:
A. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1. Die Parteien heirateten am tt. Juli 2019. Aus der Ehe ging eine gemeinsame Tochter, C._, geboren am tt.mm.2019 hervor (Urk. 2/2).
2. Mit Begehren vom 5. Januar 2021 machte die Gesuchstellerin und  (fortan Gesuchstellerin) das Eheschutzbegehren bei der Vor-
instanz rechtshängig (Urk. 1). Am 8. April 2021 fand die Hauptverhandlung statt
(Prot. I S. 7 ff.). Der weitere Prozessverlauf kann dem angefochtenen Entscheid
entnommen werden (Urk. 68 S. 4). Unterm 21. Mai 2021 fällte die Vorinstanz das
eingangs zitierte Urteil zunächst in unbegründeter Form (Urk. 55). Auf Ersuchen
der Gesuchstellerin wurde den Parteien das begründete Urteil (Urk. 65 = Urk. 68)
am 19. Juli 2021 zugestellt (Urk. 66).
3. Gegen das Urteil der Vorinstanz vom 21. Mai 2021 erhob die  mit Eingabe vom 29. Juli 2021 (Datum Poststempel, eingegangen am 30. Juli
2021) rechtzeitig (vgl. Urk. 66) Berufung mit den eingangs zitierten Anträgen (Urk.
67 S. 2 ff.). Weiter ersuchte sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung in Be-
zug auf die Dispositivziffern 3 (alternierende Obhut, Wohnsitz Tochter), 4 (Betreu-
ungszeiten), 5 Abs. 3 (Kinderunterhaltsbeiträge ab Januar 2022) und 4 (Verrech-
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nung Unterhaltsbeiträge), 6 (persönliche Unterhaltsbeiträge ab Januar 2022) und
7 (Eckdaten Unterhaltsberechnung) des angefochtenen Entscheids (Urk. 67 S. 6).
Mit Präsidialverfügung vom 3. August 2021 wurde u.a. auf das Gesuch hinsicht-
lich der Dispositivziffern 5 Abs. 4, Ziff. 6 und Ziff. 7 des vorinstanzlichen Urteils
nicht eingetreten sowie dem Gesuchsgegner und Beschwerdegegner (fortan Ge-
suchsgegner) Frist anberaumt, um im Übrigen zum Gesuch Stellung zu beziehen
(Urk. 71 S. 5 ff.). Den ihr mit Präsidialverfügung vom 3. August 2021 auferlegten
Vorschuss für die Kosten des Berufungsverfahrens im Betrag von Fr. 5'500.– leis-
tete die Gesuchstellerin rechtzeitig (Urk. 71 S. 6, Dispositivziffer 5 und Urk. 72).
Die Stellungnahme des Gesuchsgegners zum Gesuch um aufschiebende Wir-
kung datiert vom 16. August 2021 (Urk. 73). Mit Präsidialverfügung vom
24. August 2021 wurde der Berufung gegen Dispositiv Ziff. 3 Abs. 1, Dispositiv
Ziff. 5 Abs. 3 und Dispositiv Ziff. 6 des erstinstanzlichen Urteils die aufschiebende
Wirkung erteilt. Ferner wurde der Gesuchsgegner (teilweise Gewährung der auf-
schiebenden Wirkung bezüglich Dispositivziffer 4) für die Dauer des Berufungs-
verfahrens berechtigt und verpflichtet, die Tochter C._ jede Woche am Frei-
tag und am Sonntag jeweils von 11:00 Uhr bis 17:30 Uhr (ohne Übernachtung von
C._ beim Gesuchsgegner) zu betreuen. Hinsichtlich Dispositiv Ziff. 3 Abs. 2
bis 4 des vorinstanzlichen Urteils wurde das Gesuch um Erteilung der aufschie-
benden Wirkung abgewiesen (Urk. 76 S. 10 ff.). Die rechtzeitig (vgl. Urk. 77) er-
stattete Berufungsantwort mit den eingangs erwähnten Anträgen datiert vom
1. Oktober 2021 (Urk. 78). Weitere Eingaben erfolgten unterm 1. November 2021
(Urk. 82), 22. November 2021 (Urk. 84), 13. Dezember 2021 (Urk. 88), 20. Januar
2022 (Urk. 92), 4. Februar 2022 (Urk. 96) und 8. Februar 2022 (Urk. 98). Seit dem
25. Februar 2022 (Fristablauf Replikrecht zu Urk. 98) ist das Verfahren spruchreif
(Urk. 100).
B. Vorbemerkungen / Prozessuales
1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind vorliegend die Dispositivziffern 2
(gemeinsame elterliche Sorge betreffend C._), 8 (Feststellung Verlassen
eheliche Wohnung durch den Gesuchsgegner) und 9 (Abweisung übrige Anträ-
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ge). Der Eintritt der Rechtskraft dieser Dispositivziffern des Entscheides der Vorin-
stanz vom 21. Mai 2021 ist vorzumerken. Hinsichtlich der teilweise angefochtenen
Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Dispositivziffern 10 bis 12 (vgl.
Urk. 68 S. 27; Urk. 67 S. 2) erfolgt demgegenüber keine Vormerknahme der (Teil-
)Rechtskraft (vgl. Art. 318 Abs. 3 ZPO).
2. Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Eheschutz(berufungs)- verfahrens der Parteien kann vorweg auf die zutreffenden vorinstanzlichen Aus-
führungen verwiesen werden (Urk. 68 S. 5). Weil die relevanten Tatsachen mithin
lediglich glaubhaft zu machen sind, ist es zulässig, auf die Zusicherungen eines
Ehegatten abzustellen, wenn dieser glaubwürdig erscheint und seine Darstellung
plausibel ist (Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A., Bern 2014, S. 1,
mit Verweis auf BGer 5P.210/2001 vom 30. Juli 2001, E. 3a).
3. Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren (BGE 142 III 413 E. 2.2.1). Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und
Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-
senheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). Die Berufung ist
zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Es ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-
fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft
zu betrachten ist. Dies setzt voraus, dass der Berufungskläger im Einzelnen die
vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, und die Aktenstücke
nennt, auf denen seine Kritik beruht. Es genügt nicht, lediglich auf die vor erster
Instanz vorgetragenen Vorbringen zu verweisen, auf frühere Prozesshandlungen
hinzuweisen oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise zu kritisie-
ren (BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Auf Rügen, die eine sachbezogene Auseinander-
setzung mit den Erwägungen des angefochtenen Urteils vermissen lassen, ist
nicht einzutreten. Die Parteien sind grundsätzlich gehalten, erstinstanzlich gestell-
te Beweisanträge, denen nicht entsprochen wurde, vor der zweiten Instanz zu
wiederholen (BGE 144 III 394 E. 4.2). Diese Begründungsanforderungen gelten
sinngemäss auch für den Inhalt der Berufungsantwort (BGer 5A_660/2014 vom
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17. Juni 2015, E. 4.2 m.w.H.; BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015,
E. 2.4.2). Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht
grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort ge-
gen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die
Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz
vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin
zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des
Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen
der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorgetragenen Argumente der Par-
teien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des
erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entsprechender Sach-
verhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid
nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient
(BGE 144 III 394 E. 4.1.4 mit Hinweis auf BGE 142 III 413 E. 2.2.4 und weitere
Entscheide). Das Berufungsgericht kann die Rügen der Parteien folglich auch mit
abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (sog. Motivsubstitution;
BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2; Reetz/Hilber, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Beru-
fung nach ZPO, Zürich 2013, N 1507; für das Verfahren vor Bundesgericht: BGE
138 III 537 E. 2.2; 137 III 385 E. 3; BSK BGG-Meyer/Dormann, Art. 106 N 11 f.).
4. Betreffend die im Streit liegenden Kinderbelange (Obhut, /Besuchsrecht, Bewilligung Wechsel Aufenthaltsort ins Ausland, Kinderunter-
haltsbeiträge) gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 und
3 ZPO). Noven sind im Berufungsverfahren uneingeschränkt zulässig (BGE 144
III 349 E. 4.2.1). Die Parteien tragen aber auch bei Geltung der Untersuchungs-
maxime die Last, die relevanten Tatsachenbehauptungen aufzustellen, zu bestrei-
ten und wenn nötig zu substantiieren (z.B. OGer ZH LE150023 vom 30.09.2015,
E. II.4.3).
5. Zwar haben die Parteien die Beanstandungen im angefochtenen Entscheid innert der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; ein all-
fälliger zweiter Schriftenwechsel oder gar die Ausübung des sog. "Replikrechts"
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dienen nicht dazu, die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutra-
gen (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit Hinweisen). Allerdings hat das Gericht, weil es
vorliegend um Kinderbelange geht, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erfor-
schen (vgl. Art. 296 Abs. 1 ZPO), weshalb die Eingabe des Gesuchsgegners vom
22. November 2021 (Urk. 84), welche nicht nur echte Noven, sondern auch
Nachbesserungen der bisherigen Rechtsschriften enthält - entgegen der Auffas-
sung der Gesuchstellerin (Urk. 88 S. 2 f.) - nicht aus dem Recht zu weisen ist.
6. Die Vorinstanz sprach der Gesuchstellerin ab 1. Februar 2021  und ab 1. Januar 2022 auch Ehegattenunterhaltsbeiträge zu
(Urk. 68 S. 26, Dispositivziffern 5 und 6). Die Gesuchstellerin lässt beide Disposi-
tivziffern anfechten, wobei sie (mangels genügender finanzieller Mittel) keine per-
sönlichen Unterhaltsbeiträge (mehr) verlangt (Urk. 67 S. 2 ff., 56 f.). Damit liegen
vorliegend einzig Kinderunterhaltsbeiträge (Bar- und Betreuungsunterhalt) im
Streit. Es gilt daher die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1
ZPO), weshalb Noven, wie erwähnt, unbeschränkt zulässig sind, auch wenn sie
bereits vor Vor-instanz hätten vorgebracht werden können.
C. Zeitpunkt Getrenntleben
1. Die Vorinstanz erwog, die Gesuchstellerin stelle hinsichtlich des  darauf ab, dass sie Ende November 2020 zu Freunden und Ende Dezember
2020 in das Haus in H._ gezogen sei. Der Gesuchsgegner hingegen berufe
sich auf das Datum der Rechtshängigkeit des vorliegenden Eheschutzverfahrens
(7. Januar 2021), zuvor habe die Gesuchstellerin ihren Trennungswillen gegen-
über ihm nie geäussert. Demzufolge sei auf das Datum der Rechtshängigkeit des
vorliegenden Eheschutzverfahrens abzustellen (Urk. 68 S. 6).
2. Die Gesuchstellerin kritisiert den von der Vorinstanz per Rechtshängigkeit des Eheschutzbegehrens am 7. Januar 2021 festgelegten Trennungszeitpunkt als
willkürlich. Für das Trennungsdatum sei Ende Dezember 2020 festzulegen, wie
dies aus diversen Akten hervorgehe (Urk. 67 S. 8 f. m.H.).
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3. Der Gesuchsgegner hält daran fest, dass er erst vom Gericht von den  der Gesuchstellerin erfahren habe und daher frühestens auf den
Zeitpunkt der Klageeingabe per 7. Januar 2021 abzustellen sei. Am 31. Dezem-
ber 2020 habe noch keine umfassende, körperliche, geistig-seelische und wirt-
schaftliche Trennung vorgelegen. Es sei ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt
gewesen, dass er und die Gesuchstellerin getrennt sein sollten, es sei nur um ei-
ne temporäre räumliche Trennung gegangen. Daran ändere auch nichts, dass ret-
rospektiv in der Vereinbarung (fälschlicherweise) festgehalten worden sei, dass
man sich am 31. Dezember 2020 getrennt habe (Urk. 78 S. 7).
4. Gemäss der Praxis der Kammer haben die Parteien im Rahmen eines  dann kein rechtliches Interesse an der gerichtlichen Feststellung
des Zeitpunktes, ab welchem sie getrennt leben, wenn dieser Zeitpunkt keinen
konkreten Einfluss auf die anzuordnenden Nebenfolgen im Eheschutzverfahren
hat. Das Scheidungsgericht ist denn auch im Hinblick darauf, ob die zweijährige
Trennungszeit nach Art. 114 ZGB eingehalten worden ist, nicht an den im sum-
marischen Verfahren ergangenen Eheschutzentscheid gebunden (OGer ZH
LE200009 vom 12.02.2021, E. III.B.4 m.w.H. insbes. auf ZR 102/2003 Nr. 13).
Vorliegend merkte die Vorinstanz einen Trennungszeitpunkt vor (7. Januar 2021),
setzte die Unterhaltsbeiträge aber unabhängig davon per 1. Februar 2021 bzw.
1. Januar 2022 fest (Urk. 68 S. 25 f., Dispositivziffern 1, 5 und 6). Laut der aus-
sergerichtlichen Trennungsvereinbarung der Parteien vom 29. Januar 2021 haben
die Parteien sich Ende Dezember 2020 getrennt (Urk. 16). Auch der Gesuchs-
gegner unterzeichnete diese Vereinbarung, weshalb er darauf zu behaften ist.
Zudem wandte sich die Gesuchstellerin, welche bereits Ende November 2020
aus- und zu Freunden gezogen war (Prot. I S. 20), am 30. Dezember 2020 an die
Stadtpolizei Winterthur und ersuchte um Erlass von Schutzmassnahmen (Urk. 2/1
= Urk. 14/2). Dadurch manifestierte sie ihren unverrückbaren Trennungswillen
(vgl. ZR 100 [2001] Nr. 45) in auch für den Gesuchsgegner erkennbarer Weise.
Es liegt daher nahe, dass sich die Parteien per Ende Dezember 2020 getrennt
haben. Weil die Unterhaltsbeiträge antragsgemäss aber erst per 1. April 2021
festzulegen sein werden (vgl. nachstehend lit. E.1), hat der Trennungszeitpunkt
keinen konkreten Einfluss darauf und auch auf keine sonstigen Nebenfolgen des
- 15 -
Getrenntlebens. Es ist daher nach dem Gesagten lediglich davon Vormerk zu
nehmen, dass die Parteien zum Getrenntleben auf unbestimmte Dauer berechtigt
sind und bereits getrennt leben.
D. Kinderbelange
1. Bewilligung Aufenthaltsortswechsel von C._/Zuteilung Obhut
1.1. Die Gesuchstellerin beantragte vor Vorinstanz, es sei ihr die alleinige Obhut über C._ zuzuweisen und es sei ihr die Erlaubnis zu erteilen, ihren Wohnsitz
zusammen mit C._ nach G._ zu verlegen (Urk. 21 S. 1, Anträge Ziffern
3 und 6). Die Vorinstanz beliess C._ unter der gemeinsamen elterlichen Sor-
ge der Parteien und stellte sie unter deren gemeinsame Obhut mit wechselnder
Betreuung. Der Wohnsitz des Kindes verblieb am Wohnsitz der Gesuchstellerin
an der D._-strasse ... in E._. Der Antrag auf Wechsel des Wohnsitzes
des Kindes in das Ausland wurde abgewiesen. Zudem ordnete die Vorinstanz an,
dass ein Wohnsitzwechsel im Umkreis von höchstens 15 km zugelassen werde
(Urk. 68 S. 25, Dispositivziffern 2 und 3).
1.2. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid wie folgt: Die Parteien hätten vor Einleitung des Eheschutzverfahrens C._ gemeinsam betreut. Somit sei im
Sinne des Kindeswohls dieses Betreuungsmodell grundsätzlich weiterzuführen.
Die Parteien hätten beschlossen, gemeinsam in der Schweiz zu leben, weshalb
die Gesuchstellerin im August 2018 zum Gesuchsgegner in die Schweiz gezogen
sei. Am 31. Juli 2019 hätten die Parteien in der Schweiz geheiratet und am
tt.mm.2019 sei die gemeinsame Tochter C._ in der Schweiz zur Welt ge-
kommen. Mit der Trennungsvereinbarung vom 29. Januar 2021 hätten die Partei-
en die gemeinsame Obhut von C._ sowie die Besprechung der Erhöhung
des Betreuungsanteils des Gesuchsgegners per Ende Februar 2021 vereinbart.
Die Trennungsvereinbarung sei gemäss übereinstimmenden Aussagen der Par-
teien gelebt worden und das Betreuungsmodell am 20. bzw. 21. April 2021 aus-
gedehnt worden, indem der Gesuchsgegner C._ neben Freitag und Sonntag
auch am Mittwochnachmittag betreuen sollte. Weil der Gesuchsgegner beruflich
in einem 78 %-Pensum tätig sei und jeweils donnerstagnachmittags sowie freitags
- 16 -
frei habe, könne er C._ jeweils von Donnerstagnachmittag bis Freitagabend
betreuen. Die gegenseitig geltend gemachten psychischen Defizite lägen - wenn
überhaupt - lange zurück und seien derzeit nicht erkennbar. Die gemeinsame Ob-
hut sei daher weiter klar indiziert und es gebe keine Gründe, von diesem schon
seit längerer Zeit gelebten und von den Parteien auch im gegenseitigen Konsens
stetig fortentwickelten Modell abzuweichen. Die geographischen Gegebenheiten
seien ein massgebendes Beurteilungskriterium für die gemeinsame Obhut. Eine
grosse Distanz zwischen den Wohnungen der Parteien verunmögliche die ge-
meinsame Obhut. Der Gesuchsgegner wohne indes in unmittelbarer Nähe der
ehemaligen Familienwohnung, damit er C._ weiterhin gemeinsam mit der
Gesuchstellerin betreuen könne. Ein Wohnsitzwechsel von C._ sei deshalb
nur im Umkreis von höchstens 15 Kilometer zugelassen. Selbst bei einer ander-
weitigen Obhuts- und Betreuungsregelung wäre der beantragte Wegzug nach
G._ angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 142 III 481)
auch sonst nicht bewilligungsfähig gewesen. Die Gesuchstellerin habe anlässlich
der Hauptverhandlung vom 8. April 2021 keinerlei ernsthaften Planungen vorle-
gen, geschweige denn mittels Urkunden dokumentieren können. Konkrete Grün-
de und Absichtserklärungen für den Wegzug nach G._ seien erst nach der
Hauptverhandlung konstruiert und nachgeschoben worden (Urk. 68 S. 8-10).
1.3. Die Gesuchstellerin macht mit ihrer Berufung im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe die Vorgaben des von ihr erwähnten Leitentscheids BGE 142 III
481 ignoriert. Sie habe im vorinstanzlichen Verfahren klar zum Ausdruck ge-
bracht, dass sie die Schweiz schnellstmöglich verlassen möchte, um wieder nach
G._ zurückzukehren. Es könne ihr mit Blick auf die Niederlassungsfreiheit
nicht verboten werden, die Schweiz zu verlassen. Wenn ein Ehegatte dauerhaft
ins Ausland wegziehen möchte, sei das als Vorgabe vom Gericht zu akzeptieren.
In einem zweiten Schritt sei dann zu prüfen, unter wessen Obhut unter diesen
Umständen das Kind gestellt werden solle. Daraus ergebe sich, dass eine alter-
nierende Obhut beim Wegzug eines Ehegatten ins Ausland nicht mehr gelebt
werden könne. Sie dürfe dem wegzugswilligen Ehegatten nicht aufoktroyiert wer-
den, um ihm dann zu befehlen, in der Schweiz zu bleiben. Die Vorinstanz hätte
die alternierende Obhut nicht anordnen dürfen. Entgegen der falschen Annahme
- 17 -
der Vorinstanz, werde C._, welche als Kleinkind noch sehr personenbezogen
sei, hauptsächlich von der Gesuchstellerin betreut, weshalb die Verlegung des
Aufenthaltsorts nur in Ausnahmefällen zu verweigern sei. C._ sei daher unter
ihre alleinige Obhut zu stellen und ihr, der Gesuchstellerin, mit C._ der Weg-
zug nach F._ [Staat in Europa] zu bewilligen. F._ [Staat in Europa] sei
ein zivilisiertes Land und ihre Heimat. Sie verfüge dort noch immer über eine An-
waltspraxis, die sie nur wieder aktivieren müsse. Sie könne auch wieder als Do-
zentin und Prüferin tätig sein. Von einer Bekannten sei ihr vor-übergehend auch
eine Wohnung angeboten worden. Sie habe in G._ einige Verwandte und ei-
nen grossen Freundeskreis. Das Wohl von C._, welche seit der Geburt
hauptsächlich von der Gesuchstellerin betreut werde und noch nie alleine beim
Vater übernachtet oder sogar mehrere Tage am Stück bei ihm verbracht habe, sei
besser gewahrt, wenn sie mit der Gesuchstellerin nach G._ ziehe. Konkrete
Planungen etc. seien für die Bewilligung des Wegzugs gemäss der höchstrichter-
lichen Praxis gerade nicht verlangt. Die Vorinstanz sei auch zu Unrecht davon
ausgegangen, C._ sei während des ehelichen Zusammenlebens von den
Parteien alternierend betreut worden. Während der Gesuchsgegner stets zu fast
80 % als Lehrer gearbeitet habe, habe sie sich ausschliesslich um C._ ge-
kümmert. Auch während des Getrenntlebens habe sie C._ überwiegend be-
treut. Zu einer Erweiterung der Besuchskontakte zwischen dem Gesuchsgegner
und C._ sei es nicht gekommen, weil es bei den Übergaben zu Spannungen
gekommen sei. Vielmehr sei es bei den zwei Tagen pro Woche von 11.00 bis
17.30 Uhr geblieben. Eine Obhutszuteilung an den Gesuchsgegner komme nicht
in Frage. Derartiges widerspräche der Stabilität. Zudem gebreche es dem Ge-
suchsgegner an der notwendigen Betreuungseignung, weil er an psychischen
Auffälligkeiten leide, welche zu grossen Bedenken Anlass gäben (Urk. 67 S. 9 ff.).
1.4. Der Gesuchsgegner hält mit seiner Berufungsantwort hauptsächlich , die alternierende Obhut geniesse mit Blick auf das Kindeswohl den absolu-
ten Vorrang. Die Gesuchstellerin sei ohne Weiteres befugt, die Schweiz zu ver-
lassen, allerdings aber nicht, die gemeinsame Tochter mitzunehmen. BGE 142 III
481 sei nur ein Entscheid von vielen und vorliegend wenig von Belang, da eine
ganz andere Ausgangssituation vorliege, weil die Gesuchstellerin und er gleich-
- 18 -
ermassen an der Betreuung von C._ beteiligt (gewesen) seien, während in
diesem Entscheid nur eine Partei massgeblich betreut habe. Die Ausgangslage
sei daher vorliegend gewissermassen neutral und es sei anhand weiterer Kriterien
zu eruieren, welche Lösung am besten im Interesse des Kindes liege. Es stimmte
nicht, dass die Gesuchstellerin die Hauptbetreuungsperson sei. Er habe C._
immer betreut, wenn er nicht gearbeitet habe. Die Parteien seien etwa zu gleichen
Teilen an der Betreuung beteiligt gewesen, abgestimmt auf seine Arbeitszeiten.
Mit Blick auf die Erziehungskontinuität sei der Wegzug der Gesuchstellerin mit der
gemeinsamen Tochter abzulehnen. Die Tochter wäre bei ihm in der Schweiz klar
besser aufgehoben und ihm sei die alleinige Obhut zuzuteilen, sollte die Gesuch-
stellerin nach F._ [Staat in Europa] ziehen. Er verfüge über ein gutes und
kindgerechtes Umfeld sowie ein soziales Netz. Er wäre sogar dazu bereit, sich
vorerst vollumfänglich persönlich um die Erziehung der Tochter zu kümmern und
erst mit dem Kindergarteneintritt der Tochter die Arbeit als Lehrer wieder aufzu-
nehmen. Dabei würde er von seiner Mutter und Patentante in der Betreuung von
C._, sowie von seiner Mutter auch finanziell, unterstützt. Er leide an keinen
seine Erziehungsfähigkeit beeinträchtigenden Problemen, wie die beiden vor Vo-
rinstanz beigebrachten Arztberichte belegten. Als Lehrer finde er jederzeit wieder
eine Stelle. Die Vorinstanz sei zu Recht davon ausgegangen, dass C._ wäh-
rend der gelebten Ehe von beiden Parteien hälftig und nicht bloss von der Ge-
suchstellerin betreut worden sei. Als Primarschullehrer mit lediglich 21 präsenz-
pflichtigen Unterrichtslektionen à 45 Minuten pro Woche sei ihm solches ohne
weiteres möglich gewesen. Nicht relevant sei, dass er seit der Trennung die Kin-
derbetreuung nur noch an zwei Tagen pro Woche wahrnehmen dürfe, da dies
einzig auf der Kontaktverweigerung durch die Gesuchstellerin gründe. Die Ge-
suchstellerin habe bereits einmal ein Burnout erlitten und sei psychisch ange-
schlagen. Sie wäre mit ihrer selbstständigen Anwalts- und Dozententätigkeit und
der Betreuung von C._ in G._ überfordert. In G._ herrsche sodann
ein drastischer Mangel an Krippenplätzen sowie Wohnungsnot. Die Konturen des
Wegzugs stünden in keiner Weise fest. Es bestehe die grosse Gefahr, dass auf
Distanz der Kontakt zum Gesuchsgegner gänzlich unterbunden werde (Urk. 78
S. 5 f., 8 ff.).
- 19 -
Im Rahmen seiner Stellungnahme vom 22. November 2021 lässt der Gesuchs-
gegner sodann neu beantragen, dass im Falle der Bewilligung des Wegzugs von
C._ nach G._, diese unter der alternierenden Obhut der Parteien zu
belassen wäre. Er würde C._ alternierend in den Wochen mit gerader Wo-
chenzahl vom Mittwochabend bis Sonntagabend und in den Wochen mit ungera-
der Wochenzahl von Mittwochabend bis Samstagmorgen betreuen. Er würde
pendeln, jede Woche nach G._ fliegen und sich eine Zweitwohnung (für
mind. Fr. 700.– pro Monat) in G._ anmieten, sodass ihm diese Kosten zu-
sätzlich zu seinen Lebenshaltungskosten in der Schweiz zuzugestehen wären.
Seine Anstellung bei der Schule I._ habe er ausserterminlich gekündigt und
per 24. Oktober bzw. 29. November 2021 zwei neue Teilzeitstellen von insgesamt
75 % in J._ angetreten. Die Arbeitstage habe er im Vergleich zur alten Stelle
identisch gestalten können. Er habe geregelte Arbeitszeiten und könne sein Ar-
beitspensum wie auch seine Arbeitszeiten den jeweiligen Entwicklungsschritten
und Bedürfnissen von C._ anpassen. Dies sei der Gesuchstellerin als Straf-
verteidigerin offensichtlich nicht möglich (Urk. 84 S. 4 f.).
1.5. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob ein Aufenthaltsortswechsel des Kindes nach Art. 301a Abs. 2 lit. a ZGB zu bewilligen ist, bildet die vom Ge-
setzgeber bewusst getroffene Entscheidung, die Niederlassungs- und Bewe-
gungsfreiheit der Eltern zu respektieren und selbst dem Kindeswohl voranzustel-
len. Das Gericht hat sich entsprechend nicht mit der Frage auseinanderzusetzen,
ob es für das Kind vorteilhafter wäre, wenn beide Elternteile am angestammten
Ort verbleiben würden; die entscheidende Fragestellung ist vielmehr, ob sein
Wohl besser gewahrt ist, wenn es mit dem wegzugswilligen Elternteil geht oder
wenn es sich beim zurückbleibenden Elternteil aufhält, was allenfalls eine Umtei-
lung der Obhut impliziert. Vorliegend ist also davon auszugehen, dass die Ge-
suchstellerin sofort umziehen und in G._/F._ [Staat in Europa] leben
und arbeiten wird (BGE 142 III 502 E. 2.5; BGE 142 III 481 E. 2.6). Die Frage, bei
wem das Kind besser aufgehoben ist, ist unter Berücksichtigung der gestützt auf
Art. 301a Abs. 5 ZGB gegebenenfalls vorzunehmenden Anpassungen der Kin-
derbelange (Betreuung, persönlicher Verkehr und Unterhalt) zu beantworten. In-
sofern besteht zwischen der unter dem Aspekt des Kindeswohls zu beantworten-
- 20 -
den Frage, ob die Verlegung des Aufenthalts-ortes zu bewilligen ist, und der allen-
falls darauffolgenden Anpassung der Kinderbelange eine enge Interdependenz
(BGE 142 III 481 E. 2.6).
1.6. Die Frage, ob es – unter Geltung des dafür jeweils vorgesehenen - bzw. Besuchskonzepts – für das Wohl des Kindes besser ist, mit dem weg-
zugswilligen Elternteil mitzugehen oder beim anderen Elternteil zurückzubleiben,
ist im Wesentlichen anhand derjenigen Kriterien zu beurteilen, die das Bundesge-
richt im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung im Trennungs- bzw. Schei-
dungsfall entwickelt hat. Für die Neuregelung der Eltern-Kind-Verhältnisse haben
die Interessen der Eltern in den Hintergrund zu treten. Abzustellen ist auf die per-
sönlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, auf ihre erzieherischen Fä-
higkeiten und Bindungstoleranz, auf ihre Bereitschaft, die Kinder in eigener Obhut
zu haben und sie weitgehend persönlich zu betreuen, sowie auf das Bedürfnis der
Kinder nach der für eine harmonische Entfaltung in körperlicher, seelischer und
geistiger Hinsicht notwendigen Stabilität der Verhältnisse (BGE 142 III 481 E. 2.7;
BGE 142 III 498 E. 4.4; OGer ZH LY180022 vom 22. August 2018, E. 5.1.2).
1.7. Sind diese Grundvoraussetzungen bei beiden Elternteilen erfüllt und ist ihre Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit in vergleichbarer Weise gewährleistet, so
kommt dem Kriterium der Stabilität der Verhältnisse besonderes Gewicht zu, gilt
es doch unnötige Veränderungen im örtlichen und sozialen Umfeld der Kinder
soweit möglich zu vermeiden. In einem solchen Fall ist grundsätzlich jener Lösung
den Vorzug zu geben, die unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles
am besten geeignet ist, den Kindern – gemessen an den bisher tatsächlich geleb-
ten Verhältnissen – die notwendige Stabilität zu bieten und die mit einem Wegzug
eines Elternteils zwangsläufig einhergehenden Veränderungen möglichst gering
zu halten (BGer 5A_274/2016 vom 26. August 2016, E. 6; BGer 5A_444/2017
vom 30. August 2017, E. 5.3.2). Hierbei bildet das bisher gelebte Betreuungsmo-
dell faktisch den Ausgangspunkt der Überlegungen (BGE 142 III 481 E. 2.7; BGE
142 III 502 E. 2.5). Ist das Kind bislang von beiden Elternteilen weitgehend zu
gleichen Teilen betreut worden (geteilte bzw. alternierende Obhut) und sind beide
Teile weiterhin willens und in der Lage, persönlich oder im Rahmen eines im Kin-
- 21 -
deswohl liegenden Betreuungskonzeptes für das Wohl des Kindes zu sorgen, so
ist die Ausgangslage gewissermassen neutral. Diesfalls ist anhand weiterer Krite-
rien (wie familiäres und wirtschaftliches Umfeld, Stabilität der Verhältnisse, Spra-
che und Beschulung, gesundheitliche Bedürfnisse, Meinungsäusserung älterer
Kinder) zu eruieren, welche Lösung im besten Interesse des Kindes liegt. War
hingegen der wegzugswillige Elternteil nach dem bisher tatsächlich gelebten Be-
treuungskonzept ganz oder überwiegend die Bezugsperson (namentlich beim
klassischen Besuchsrechtsmodell), wird es tendenziell zum besseren Wohl des
Kindes sein, wenn es bei diesem verbleibt und folglich mit ihm wegzieht. Was die
konkrete Regelung der Kinderbetreuung und Ausgestaltung des persönlichen
Verkehrs anbelangt, ist vorauszuschicken, dass oft kein Idealzustand zu erreichen
sein wird, und zwar unabhängig davon, ob das Kind wegzieht oder ob es in der
Schweiz verbleibt. Gerade bei grösseren Distanzen sind Modelle mit geteilter Be-
treuung unmöglich und wird auch die Frequenz und Intensität von Besuchen
zwangsläufig nicht in gleichem Umfang aufrechterhalten werden können (BGE
142 III 481 E. 2.7, 2.8).
1.8. Die Vorinstanz hat den bundesgerichtlichen Leitentscheid BGE 142 III 481 verkannt, zumal sie die ihrer Ansicht nach bislang gelebte gemeinsame Obhut
weiterhin anordnete und so die Gesuchstellerin faktisch zwang, in der Schweiz zu
bleiben, anstatt deren Wegzug als gegeben zu betrachten und davon ausgehend
zu prüfen, bei welchem Elternteil das Kindeswohl besser gewahrt ist. Angesichts
der in Kinderbelangen herrschenden uneingeschränkten Untersuchungsmaxime
(Art. 296 Abs. 1 ZPO) hätte die Vorinstanz dabei die von der Gesuchstellerin nach
der Hauptverhandlung vorgebrachten Gründe und Absichtserklärungen für den
Wegzug nach G._ (vgl. Urk. 29 und Urk. 47) mangels Spruchreife des Ver-
fahrens (vgl. Urk. 54) prüfen müssen (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Solches ist nunmehr
im spruchreifen Berufungsverfahren nachzuholen (vgl. Art. 318 Abs. 1 lit. b ZPO).
a) Persönliche Beziehung zum Kind/Erziehungsfähigkeit der Parteien
Beide Parteien pflegen unbestrittenermassen eine vertrauensvolle und enge Be-
ziehung zu C._.
- 22 -
Zwar litt die Gesuchstellerin in der Vergangenheit an psychischen Problemen,
wobei sie über mehrere Monate krankgeschrieben war. In G._ war sie so-
dann zwei Jahre in psychotherapeutischer Behandlung (vgl. Burnout im Jahr
2014/2015, Prot. I S. 14, 23; Urk. 23 S. 12 f.; Urk. 24/7-13; Urk. 29 S. 7). Laut Be-
scheinigung des Psychotherapeuten K._ vom 18. März 2021 war die Ge-
suchstellerin von Mai 2016 bis Juli 2018 bei ihm in Behandlung. Sie litt an einer
depressiven Verstimmung. Am Ende der Therapie hätten keine krankheitswerti-
gen Symptome mehr bestanden, so dass die Prognose günstig sei (Urk. 22/13).
Dass sie diesen Psychotherapeuten auch im Jahr 2019 (vor der Geburt von
C._) noch zweimal telefonisch kontaktierte (vgl. Urk. 23 S. 13; Urk. 24/13;
Prot. I S. 26), ändert daran nichts. So ist es durchaus nicht unüblich, dass geheilte
Patienten ihren Therapeuten auch später noch punktuell konsultieren (vgl. auch
Urk. 29 S. 8). Es bestehen jedenfalls keine aktuellen Anhaltspunkte, wonach die
Gesuchstellerin erneut erkrankt sein sollte, wie der Gesuchsgegner befürchtet,
wobei er lediglich pauschal darauf verweist, dass solche Depressionen und An-
passungsstörungen immer wieder auftreten könnten (vgl. Urk. 23 S. 13 und
Urk. 39 S. 6). Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine
einmalige Episode im Leben der Gesuchstellerin handelte, die sie unter Inan-
spruchnahme therapeutischer Hilfe überwunden hat (Urk. 29 S. 7). Der Gesuchs-
gegner verneinte vor Vorinstanz sodann selbst, dass die Gesuchstellerin grund-
sätzliche Defizite hinsichtlich der Betreuung von C._ habe (Prot. I S. 30). Zu-
dem ist nicht davon auszugehen, dass er der Gesuchstellerin C._ während
deren ersten beiden Lebensjahren zur hauptsächlichen Betreuung überlassen
hätte, wenn sie nicht erziehungsfähig wäre. Dass sich Kleinkinder, insbesondere
bei ihren ersten Gehversuchen etc., häufig kleinere Verletzungen zuziehen (vgl.
Urk. 78 S. 68; Urk. 82 S. 7; Urk. 22/9 S. 7; Urk. 23 S. 15; Prot. I S. 14 f.;
Urk. 24/14), ist im Übrigen notorisch und vermag die Erziehungsfähigkeit der Ge-
suchstellerin nicht zu trüben. Mit Kleinkindern kommt es immer wieder zu gefährli-
chen Situationen, die nicht allesamt zu verhindern sind. Dass die Gesuchstellerin
im Bad Rasierklingen offen herumliegen gelassen haben soll, ist sodann bestritten
und durch nichts belegt (Urk. 23 S. 15; Urk. 29 S. 8). Es besteht jedenfalls keine
Veranlassung, an der Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin zu zweifeln. Zwar
- 23 -
ist davon auszugehen, dass die Doppelbelastung der Gesuchstellerin als alleiner-
ziehende und selbstständig erwerbstätige Mutter in G._ anspruchsvoll wer-
den wird (vgl. Urk. 23 S. 14 f.; Prot. I S. 14), allerdings ist anzunehmen, dass sie
sich diesen Schritt gut überlegt hat (vgl. Prot. I S. 25; Urk. 29 S. 9, 15) und der
Aufgabe gewachsen sein wird. Zu bemerken bleibt sodann, dass anfänglich wohl
beide Parteien mit dem Baby C._, ihrem ersten (und einzigen) Kind, Zeiten
hoher Beanspruchung erlebten, nicht zuletzt auch betreffend die Paarbeziehung
(vgl. z.B. Prot. I S. 10; Urk. 22/9; Urk. 23 S. 13; Urk. 35 S. 5 etc.), und jede Partei
auch einen anderen Erziehungsstil pflegt (z.B. Urk. 23 S. 7, 15; Urk. 22/9). Sol-
ches entspricht der Norm und keine Partei kann daraus für sich einen Vorteil her-
leiten, zumal eine Kindswohlgefährdung nicht ersichtlich ist. Die Einholung eines
Erziehungsfähigkeitsgutachtens, wie der Gesuchsgegner dies nach wie vor bean-
tragen lässt (vgl. Urk. 23 S. 14; Urk. 78 S. 77), drängt sich entsprechend in keiner
Weise auf.
Auch der Gesuchsgegner erscheint erziehungsfähig. Aktuelle psychische Proble-
me sind nicht ersichtlich, geschweige denn ärztlich dokumentiert. Vielmehr soll er
laut dem psychotherapeutischen Bericht vom 24. März 2021 seine psychische
Stabilität wieder erlangt haben (Urk. 24/18; vgl. auch Urk. 78 S. 65 ff. und Urk. 23
S. 17 i.V.m. Urk. 24/17). Zudem arbeitete er seit 2007 immer als Primarschulleh-
rer (Prot. I S. 9, 29, 32; Urk. 80/15; Urk. 24/16). Vom 8. Januar 2018 bis zum 24.
Oktober 2021 war er anfänglich 75 %, später 78 % als Klassenlehrperson Mittel-
stufe an der Schule I._ tätig, wo ihm ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausge-
stellt wurde (Urk. 86/14; vgl. auch Urk. 24/15 [Auszug aus dem Protokoll der
Schulpflege Gemeinde I._, wonach der Gesuchsgegner mit Stufe II "gut, ent-
spricht den Anforderungen vollumfänglich" beurteilt wurde]). Seit dem tt.mm.2021
ist er als Fachlehrperson in der Schule P._ in J._ im 39 %-Pensum an-
gestellt (Urk. 86/15/1) und seit dem 29. November 2021 zusätzlich zu 36 % in der
nämlichen Schule als DaZ-Lehrperson (=Lehrperson für Deutsch als Zweitspra-
che; Urk. 86/15/2). Solches wäre nicht möglich (gewesen), wenn er psychisch
ernsthaft krank wäre. Warum er seine Arbeitsstelle wechselte, will der Gesuchs-
gegner zwar nicht offenbaren, weil er "nicht mehr alle privaten und beruflichen Be-
lange" mit der Gesuchstellerin teilen will (vgl. Urk. 92 S. 4). Tatsache ist aller-
- 24 -
dings, dass ihm von der Schule I._ ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausgestellt
wurde, er die Schule aus eigenem Wunsch verliess (vgl. Urk. 86/14) und nahtlos
eine neue Stelle antrat (Urk. 86/15/1). Die Mutmassungen der Gesuchstellerin, er
sei als Klassenlehrperson an der Schule I._ aufgrund seiner psychischen
Verfassung überfordert gewesen (Urk. 88 S. 8 f.), finden in den Akten jedenfalls
keine Stütze. Die genauen Umstände des Stellenwechsels können denn auch da-
hingestellt bleiben und dem Antrag der Gesuchstellerin betreffend Einsicht in die
Personalakten des Gesuchsgegners (vgl. Urk. 67 S. 39; Urk. 88 S. 9) ist nicht
stattzugeben. Hätte die Gesuchstellerin ernsthafte Zweifel an der Erziehungsfä-
higkeit des Gesuchsgegners, würde sie ihm C._ kaum zweimal wöchentlich
zu je sechs Stunden überlassen und ihm im Falle ihres bewilligten Wegzugs nach
G._ ein Besuchsrecht alle zwei Wochenenden zugestehen (vgl. Urk. 67 S. 2
f.). Zudem arbeitet der Gesuchsgegner seit Oktober bzw. November 2021 insge-
samt in einem 75 %-Pensum, ohne dass sich irgendwelche Komplikationen erge-
ben hätten. Auch im Kanton Zürich ist der Lehrermangel sodann notorisch, wes-
halb der Gesuchsgegner auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist und sich so auch Stel-
lenwechsel nach seinen persönlichen zeitlichen Wünschen herausnehmen kann,
weshalb auf die Darlegungen der Gesuchstellerin betreffend die Kündigungsbe-
stimmungen für Lehrer (vgl. Urk. 88 S. 8 f.) nicht näher einzugehen ist. Die per-
sönlichen Aufzeichnungen des Gesuchsgegners betreffend seine Krank-
heit/"Schübe" datieren aus den Jahren 2012, 2014 und 2015 (vgl. Urk. 22/10), als
die Krankheit unbestrittenermassen akut war; darauf ist heute, entgegen der Ge-
suchstellerin (vgl. Urk. 82 S. 10 f.), nicht mehr abzustellen. Und schliesslich wäre
aus einer allfälligen beruflichen Überforderung nicht automatisch auf eine Über-
forderung mit der Betreuung von C._ zu schliessen.
b) Bisherige Betreuung
Hinsichtlich der Betreuung C._s während des Zusammenlebens widerspre-
chen sich die Parteien diametral. Der Gesuchsgegner hält im Wesentlichen dafür,
C._ sei von den Parteien bis zur Trennung je hälftig betreut worden. Er habe
sich immer um C._ gekümmert, wenn er nicht gearbeitet habe. Als Lehrper-
son habe er viel verfügbare Freizeit (Urk. 23 S. 11 f.; Prot. I S. 27 f.; Urk. 78 S. 34,
- 25 -
57). Demgegenüber stellt sich die Gesuchstellerin auf den Standpunkt, sie sei
stets die fast ausschliessliche Hauptbetreuungsperson von C._ gewesen,
zumal sie nicht arbeitstätig gewesen sei. Eine hälftige (alleinige) Betreuung von
C._ durch den Gesuchsgegner sei allein schon aufgrund seiner Erwerbstä-
tigkeit (78 % Arbeitspensum) faktisch unmöglich gewesen. Vielmehr habe er
C._ nur stundenweise alleine betreut, wenn sie Termine, wie Arzt- oder Fri-
seurbesuche wahrgenommen habe oder ins Yoga gegangen sei (Urk. 29 S. 2 f.;
Prot. I S. 20 f., 34; Urk. 67 S. 27, 31 f., 33 f., 37 ff.).
Allein schon aufgrund der zeitlichen Verfügbarkeit des Gesuchsgegners, welcher
immerhin in einem Pensum von 78 % als Primarschullehrer arbeitete (Prot. I S.
29; Urk. 23 S. 4), gegenüber jener der Gesuchstellerin, welche in der Schweiz bis-
lang nicht erwerbstätig war und sich vollumfänglich der Betreuung von C._
widmete, zumal die Parteien vereinbart hatten, dass sie die ersten zwei Jahre
nach der Geburt nicht arbeiten sollte (Prot. I S. 21 f., 28), liegt auf der Hand, dass
es sich bei der Gesuchstellerin um die Hauptbezugsperson von C._ handelt.
Dabei spielt keine entscheidende Rolle, dass der Gesuchsgegner nur 21 Präsenz-
lektionen à 45 Minuten pro Woche hatte (Prot. I S. 31; Urk. 78 S. 12), musste er
doch daneben die Lektionen vorbereiten, Prüfungen korrigieren, Zeugnisse ver-
fassen, (ordentliche und gegebenenfalls ausserordentliche) Elterngespräche füh-
ren, Ausflüge organisieren, Klassenlager durchführen und sporadisch, wie er sel-
ber einräumt, an Sitzungen teilnehmen etc. (vgl. Prot. I S. 28 f., 31, 33; Urk. 78 S.
73; Urk. 29 S. 4). Zudem ist notorisch, dass Lehrpersonen während der Schulferi-
en nicht einfach frei haben. Vielmehr haben sie die unterrichtsfreie Zeit für Fortbil-
dung und Unterrichtsvorbereitung etc. zu nutzen (Urk. 29 S. 13). Der Gesuchs-
gegner war während seiner Freizeit nur punktuell mit C._ alleine, etwa wenn
die nicht erwerbstätige Gesuchstellerin ins Yoga, zum Arzt oder Friseur ging oder
den Wocheneinkauf erledigte etc., wie sie glaubhaft ausführte (vgl. Prot. I S. 21,
25; Urk. 29 S. 2; vgl. auch Urk. 39 S. 3). Auch übernachtete der Gesuchsgegner
nie alleine mit C._ und war noch nie alleine mit ihr in den Ferien (Urk. 76 S.
4; Urk. 29 S. 3). Dass er C._ in seiner freien Zeit mitbetreute, ändert nichts
daran, dass die Gesuchstellerin die Hauptbetreuung wahrgenommen hat. Seit der
Trennung Ende Dezember 2020 betreut der Gesuchsgegner C._ stunden-
- 26 -
weise, nämlich wöchentlich am Freitag und am Sonntag jeweils von 11.00 Uhr bis
17.30 Uhr (vgl. Prot. I S. 21, 28; Urk. 67 S. 31, 36 f.; Urk. 78 S. 13; Urk. 76 S. 4 f.).
c) Möglichkeit/Bereitschaft der persönlichen Betreuung
Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, spielt hauptsächlich
dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche Be-
treuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den Rand-
zeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfü-
gung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbe-
treuung auszugehen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 u. 4.7.1.; Urk. 67 S. 41;
Urk. 82 S. 11 f.). Die Gesuchstellerin wird in G._ in einem realistischen Teil-
zeitpensum von maximal 60 % als selbstständige Rechtsanwältin sowie Dozentin
und Prüferin erwerbstätig sein. In dieser Zeit soll C._ in einer Kita fremdbe-
reut werden (Urk. 29 S. 12; Urk. 67 S. 40 f., 52). Ansonsten würde sie C._
persönlich betreuen und wäre auch in den Randzeiten für sie verfügbar (vgl.
Urk. 82 S. 12). Der Gesuchsgegner wäre demgegenüber bereit, im Falle der Zu-
teilung der Alleinobhut über C._ an ihn, sich vollumfänglich persönlich um die
Tochter zu kümmern und seine Arbeit als Lehrer zunächst gänzlich aufzugeben.
Sukzessiv würde er diese alsdann mit dem Kindergarteneintritt von C._ ent-
sprechend deren schulischen Abwesenheiten wieder aufnehmen (Urk. 39 S. 9;
Urk. 78 S. 17, 22; Urk. 84 S. 3). Daraus kann er jedoch mit Blick auf die erwähnte
Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung nichts zu seinen Gunsten ablei-
ten.
Wann genau die Gesuchstellerin in G._ einen freien Kitaplatz für C._
erhältlich machen könnte (vgl. Urk. 78 S. 17 f. i.V.m. Urk. 80/9-14, wo der Ge-
suchsgegner auf den drastischen Mangel an Kitaplätzen in G._ hinweist und
Urk. 82 S. 7 f., wo die Gesuchstellerin auf freie Kitaplätze verweist: www.kita-
...G._.F._.; vgl. auch Urk. 84 S. 8; Urk. 86/3-5), braucht vorliegend nicht
geklärt zu werden, führte die Gesuchstellerin doch nachvollziehbar aus, dass die
Betreuung von C._ während ihrer berufsbedingten Abwesenheiten zunächst
vorübergehend auch durch eine Tagesmutter bzw. die Patentante erfolgen könnte
(vgl. Urk. 82 S. 7-9). Im Übrigen war gemäss dem Gedächtnisprotokoll von
- 27 -
L._ betreffend ein Telefonat zwischen ihr und dem Gesuchsgegner offenbar
zumindest im Februar 2022 ein Krippenplatz für C._ verfügbar (Urk. 88 S. 7;
Urk. 90/3).
d) Stabilität der Verhältnisse
C._ ist mit dem örtlichen und sozialen Umfeld beim Gesuchsgegner in
E._ vertraut. Sie kennt die Grossmutter väterlicherseits und den Freundes-
kreis des Gesuchsgegners (vgl. Urk. 78 S. 58 f.; anschaulich: Urk. 80/16; Urk. 50
S. 1 f., 4 f). Das Umfeld in G._ wäre für sie demgegenüber völlig neu. In
Nachachtung von BGE 142 III 481 E. 2.8 ist dabei festzuhalten, dass von der
auswanderungswilligen Gesuchstellerin nicht Details wie genaue Wohn- und
Kitaadresse etc. verlangt werden können, weil diese für die Umsetzung ihrer Plä-
ne auf den bewilligenden Gerichtsentscheid angewiesen ist (vgl. Art. 301a Abs. 2
ZGB). Indes müssen die Konturen des Wegzugs feststehen, weil die gerichtliche
Bewilligung des Wegzugs auf konkreten Grundlagen fussen muss. Diese Kontu-
ren (Wiederaufnahme der selbstständigen Anwaltstätigkeit, vorübergehende
Wohngelegenheit in der Gästewohnung von Freunden in G._, Fremdbetreu-
ung in der Kita oder vorübergehend durch eine Tagesmutter, unterstützender
Freundeskreis) hat die Gesuchstellerin hinreichend dargelegt (vgl. insbes. Urk. 29
S. 9 f., 12; Urk. 30/24, /25; Urk. 47 S. 4; Urk. 48/29-40 [Bestätigungsschreiben di-
verser Verwandten, Freunde und Bekannten in F._[Staat in Europa] betr.
Freundschaft und Unterstützung]; Prot. I S. 25). Kinder insbesondere im Alter von
C._ (über zweieinhalbjährig) sind noch sehr flexibel. C._ verfügt zudem
noch über kein schulisches Umfeld und hat noch keine engeren Freundschaften.
Die Bindung und Beziehung zu den Eltern und deren soziales Umfeld stehen
noch im Vordergrund. Wichtig ist für C._ in erster Linie, dass sie mit der Ge-
suchstellerin und Hauptbezugsperson zusammenbleibt. Die örtlichen Verhältnisse
treten daher in den Hintergrund.
e) Bindungstoleranz
- 28 -
Die Gesuchstellerin hat durchaus legitime Gründe vorgebracht, weshalb sie nach
der Trennung vom Gesuchsgegner nach G._ zurück möchte. Sie hat dort in
Form ihrer lediglich stillgelegten eigenen Anwaltskanzlei konkrete beruflichen
Perspektiven, während sie in der Schweiz bislang nie gearbeitet hat. Weiter ver-
fügt sie in G._ bzw. F._[Staat in Europa], wie dargetan, auch über Ver-
wandte und einen Freundeskreis. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sie
lediglich nach G._ zurück will, um dem Gesuchsgegner C._ vorzuent-
halten. Zudem funktioniert seit der Trennung das Besuchsrecht zwischen dem
Gesuchsgegner und C._ an zwei Tagen pro Woche von 11.00 Uhr bis 17.30
Uhr (Prot. I S. 22, 28), auch wenn sich die Gesuchstellerin nicht (mehr) bereit er-
klärte, die Besuche auszudehnen (vgl. Urk. 16; Urk. 67 S. 27; Urk. 78 S. 35, 50;
Urk. 82 S. 5 f.). Es bestehen sodann keine Anhaltspunkte, wonach die Gesuch-
stellerin den Kontakt zwischen dem Gesuchsgegner und C._ nach ihrem
Wegzug nach G._ nicht mehr gewährleisten würde. Vielmehr lässt sie ein ge-
richtsübliches Besuchsrecht beantragen (vgl. Urk. 67 S. 2 f.) und zeigte sich vor
Vorinstanz bereit, dem Gesuchsgegner für seine Kontakte mit C._ in
G._ ihre Wohnung zur Verfügung zu stellen sowie C._ regelmässig zum
Gesuchsgegner in die Schweiz zu bringen (Urk. 29 S. 11). Erfahrungsgemäss
kann sodann auch davon ausgegangen werden, dass die Kommunikation (vgl.
dazu: Prot. I S. 22) und Kooperation zwischen den Parteien mit Abschluss des
vorliegenden Verfahrens wieder besser funktionieren dürfte. Es erübrigt sich da-
her, auf den Kinderarztbesuch vom 24. November 2021 und die Diskussionen
über das Schlafverhalten und insbesondere den Mittagsschlaf von C._ näher
einzugehen (vgl. Urk. 88 S. 5 f.; Urk 90/1-2; Urk. 92 S. 4 ff.). Es kann angenom-
men werden, dass beide Parteien bereit sind, der anderen Partei den Kontakt zur
Tochter weiterhin zu ermöglichen und zu unterstützen und sie auch in der Lage
sind, miteinander zu kommunizieren.
1.9. Würdigung
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist, wie erwähnt, von der Prä-
misse auszugehen, dass die Gesuchstellerin in Ausübung ihrer Freiheitsrechte
nach G._ wegziehen will. Die Parteien haben eine internationale Ehe gelebt.
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Es liegt auf der Hand, dass ein Ehepartner in binationalen Ehen nach dem Schei-
tern der Ehe, zumal wenn sich die aus dem Ausland stammende Person, wie dies
hier der Fall zu sein scheint, in der Schweiz nicht richtig integriert fühlt, wenig so-
ziale Kontakte hat und nicht arbeitstätig ist, in ihr Heimatland zurückkehren möch-
te. Beide Parteien sind erziehungsfähig und haben eine enge und vertrauensvolle
Beziehung mit C._. Weil die Gesuchstellerin jedoch die Hauptbezugsperson
von C._ war und ist, liegt es in deren Wohl, zumal sie altersgemäss noch
sehr personenbezogen ist, wenn sie mit der Gesuchstellerin nach G._ weg-
zieht. Die Gesuchstellerin wandert nicht in ein ihr fremdes Drittland aus, sondern
kehrt in ihr Heimatland zurück, wo sie Verwandte und Freunde, welche sie unter-
stützen, sowie eine berufliche Perspektive als Strafverteidigerin hat. F._
[Staat in Europa] ist ein Nachbarland der Schweiz. Es herrschen vergleichbare
Verhältnisse und es wird deutsch gesprochen. Selbst wenn C._ die Krippe
besuchen wird und das Umfeld ändert, kann die Gesuchstellerin ihr aufgrund der
Personenbezogenheit die nötige Stabilität weiterhin gewähren. Dass der Ge-
suchsgegner C._ gänzlich persönlich betreuen könnte, während die Gesuch-
stellerin in G._ teilzeiterwerbstätig sein wird und C._ teilweise fremdbe-
treuen lassen muss, vermag eine Zuteilung der Alleinsorge an den Gesuchsgeg-
ner demgegenüber nicht zu begründen, nachdem das Bundesgericht das Kriteri-
um der Möglichkeit und Bereitschaft zur persönlichen Betreuung durch die Praxis
zum Betreuungsunterhalt, wie erwähnt, relativiert hat (BGE 144 III 481 E. 4.6.3
und 7.4.4). Die Gesuchstellerin arbeitet zudem nur Teilzeit und ist in den Randzei-
ten für die Tochter verfügbar. Es ist ihr daher zu erlauben, den Aufenthalts-
ort/Wohnsitz von C._ per sofort nach G._/F._ [Staat in Europa] zu
verlegen.
2. Alternierende/alleinige Obhut
2.1. Mit dem Wegzug der Gesuchstellerin mit C._ nach G._ wird künftig ein international relevanter Sachverhalt vorliegen. Allerdings ist die Gesuchstelle-
rin noch nicht weggezogen, weshalb die schweizerischen Gerichte nach wie vor
zur Regelung der Kinderbelange (Zuteilung Obhut und Regelung des persönli-
- 30 -
chen Verkehrs) im vorliegenden Eheschutzverfahren zuständig bleiben (Art. 5
Abs. 1 HKsÜ). Anwendbar ist schweizerisches Recht (Art. 15 Abs. 1 HKsÜ).
2.2. Der Gesuchsgegner verlangt für den Fall der Bewilligung des Wegzugs von C._ neu gleichwohl die Anordnung der alternierenden Obhut, zumal er
C._ in G._ (offenbar seit dem Stellenwechsel Ende Oktober 2021, vgl.
noch: Urk. 78 S. 3 f. und später: Urk. 84 S. 3 f.) wöchentlich von Mittwochabend
bis Samstagmorgen und jedes zweite Wochenende betreuen könnte. Am neuen
Arbeitsort in J._ habe er ein Teilzeitpensum exakt an den Tagen wie zuvor
gefunden bzw. die Arbeitstage habe er im Vergleich zur alten Stelle identisch ge-
stalten können. Er wäre bereit zu pendeln, mithin jede Woche nach G._ und
zurück zu fliegen und sich dort eine Zweitwohnung (für mindestens Fr. 700.– mo-
natlich) anzumieten (Urk. 84 S. 3 f., 15 f.; demgegenüber Urk. 78 S. 4, wo er noch
ein ausgedehntes Besuchsrecht verlangte).
2.3. Wie dargetan, praktizierten die Parteien während des Zusammenlebens  alternierende Obhut, weshalb sich eine solches aus Gründen der Kontinuität
nicht aufdrängt. Im Zeitpunkt der Trennung der Parteien Ende Dezember 2020
war C._ 14 Monate alt. Seither hat sie nie beim Gesuchsgegner übernachtet
und sieht ihn jeweils am Freitag und am Sonntag von 11.00 bis 17.30 Uhr. Eine
alternierende Obhut entspräche nicht dem seit der Trennung - und damit seit rund
1,5 Jahren - Gelebten und stünde damit dem Stabilitätsbedürfnis der noch kleinen
C._ entgegen. Eine alternierende Obhut erscheint aber auch aus geografi-
schen Gründen (Zürich/G._) kaum praktikabel. Es ist fraglich, ob der Ge-
suchsgegner in G._ eine bezahlbare Zweitwohnung in der Nähe der künfti-
gen Wohnung der Gesuchstellerin und C._ finden würde. Bis zum Stellen-
wechsel des Gesuchsgegners von der Schule I._ an die Schule P._ in
J._ Ende Oktober 2021 (vgl. Urk. 86/14, /15/1-2) hatte der Gesuchsgegner
am Mittwoch- und Donnerstagnachmittag sowie den ganzen Freitag frei (Urk. 78
S. 12; vgl. auch Urk. 68 S. 25 f., Dispositivziffer 4). Im Rahmen seiner neuen bei-
den Anstellungen hat er offenbar die gleichen Arbeitstage (Urk. 84 S. 15 f.).
Gleichwohl will er C._ in G._ bereits am Mittwochabend betreuen (Urk.
84 S. 3 f.). Es bleibt unklar, wie er, wie bisher, weiterhin am Donnerstagvormittag
- 31 -
an der Schule in J._ unterrichten und gleichzeitig C._ in G._ be-
treuen soll. So liess er in seiner Stellungnahme vor Vorinstanz vom 23. April 2021
ausführen, ab dem neuen Schuljahr 2021/2022 habe er am Donnerstagnachmit-
tag keine Sitzungen mehr, weshalb es ihm ohne Probleme möglich sei, C._
regelmässig donnerstags ab 12.15 Uhr zu betreuen (Urk. 35 S. 11). Zu seinen
präzisen Arbeitszeiten als Lehrperson ohne eigene Klasse und als DaZ-Lehrer
(vgl. Urk. 86/15/1-2) äusserte sich der Gesuchsgegner allerdings nicht weiter.
Ebenso wenig liess er sich zu weiteren von ihm als Lehrperson, auch wenn er
nicht mehr Klassenlehrperson ist, nebst dem Präsenzunterricht wahrzunehmen-
den Aufgaben und Terminen verlauten. Ein klares und fixes Betreuungskonzept
von wöchentlich Mittwochabend bis Samstagmorgen in G._, auf welches sich
die Gesuchstellerin verlassen könnte, erscheint jedenfalls nicht glaubhaft. Es
handelt sich um eine grosse geografische Distanz. Trotz guten Flugverbindungen
und einer kurzen Flugzeit von rund 1,5 Stunden, wobei der Gesuchsgegner vor
Vorinstanz selbst ausführte, dass jeweils dennoch mindestens 6 bis 7 Stunden
pro Weg anfielen, erscheint eine alternierende Obhut nicht praktikabel. Es ist illu-
sorisch, dass der Gesuchsgegner monatelang wöchentlich nach G._ hin und
zurückfliegt. Hinzu kommt, dass die Kooperationsfähigkeit der Eltern besondere
Beachtung verdient, wenn die geografische Entfernung der Wohnorte der Eltern
ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 142 III 612 E. 4.3). Diesbezüglich sind
vorliegend Zweifel angezeigt.
C._ ist somit unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. Die
Vor-instanz legte den Wohnsitz des Kindes an der D._-strasse ..., E._
(bisheriger Wohnort der Gesuchstellerin) fest und liess einen Wohnsitzwechsel
höchstens im Umkreis von 15 km zu (Urk. 68 S. 25, Dispositivziffer 3 Abs. 2 und
4). Weil C._ nunmehr unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen
ist, erübrigt sich eine Festlegung des Wohnsitzes von C._, weil dieser ohne-
hin bei der obhutsinhabenden Gesuchstellerin liegt. Die erstinstanzliche Anord-
nung, wonach ein Wohnsitzwechsel (der Parteien) nur im Umkreis von höchstens
15 km zugelassen wird, ist ersatzlos aufzuheben.
3. Persönlicher Verkehr
- 32 -
3.1. Mit Blick auf den baldigen Wegzug der Gesuchstellerin nach F._ [Staat in Europa] erscheint es als angezeigt, wenn die Betreuung durch den Gesuchs-
gegner nicht mehr weiter ausgedehnt wird. Diesbezügliche Weiterungen erübri-
gen sich damit. Der Gesuchsgegner ist (weiterhin) berechtigt zu erklären,
C._ bis zum Wegzug der Gesuchstellerin mit der Tochter nach F._
[Staat in Europa], jede Woche am Freitag und am Sonntag jeweils von 11.00 Uhr
bis 17.30 Uhr zu betreuen (vgl. Urk. 76 S. 10, Dispositivziffer 2).
3.2. Die Gesuchstellerin lässt ein Besuchsrecht des Gesuchsgegners an jedem zweiten Wochenende (also alle 14 Tage) in F._ [Staat in Europa] sowie alle
zwei Monate anstelle eines Wochenendes in F._ [Staat in Europa] am Woh-
nort des Gesuchsgegners in der Schweiz beantragen. Die Kontakte seien vorerst
ohne Übernachtung auszugestalten, sofern sie sich bewährten, sukzessive zu er-
weitern (Urk. 67 S. 2 f.).
Der Gesuchsgegner möchte C._ in Wochen mit gerader Wochenzahl von
Mittwochabend bis Sonntagabend und in Wochen mit ungerader Wochenzahl von
Freitagmittag bis Sonntagabend, die Hälfte der Ferien sowie die Hälfte der Feier-
tage sowie einen halben Tag am Geburtstag von C._ betreuen (Urk. 78 S. 4).
Es gilt der Grundsatz, dass für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs das
Kindeswohl im Vordergrund steht und allfällige Interessen der Eltern zurückzutre-
ten haben. Die Ausübung des Besuchsrechts seit der Trennung Ende 2020 funk-
tioniert gut und C._ hat sich gut daran gewöhnt (Prot. I S. 22). Angesichts
des Alters von C._ wären häufige und kurze Besuche ideal, was sich aber
nach dem Wegzug nach G._ angesichts der Distanz so nicht mehr umsetzen
lässt. Wie die Gesuchstellerin korrekt ausführt (Urk. 82 S. 2 f.), erscheint es denn
auch nicht praktikabel, wenn der Gesuchsgegner C._ alle zwei Wochen don-
nerstags und freitags betreut, in den Wochen dazwischen jedoch nicht, zumal un-
klar bleibt, wie die Gesuchstellerin in G._ Arbeit und Betreuung bei einem
solchen wöchentlichen Wechsel organisieren soll. Ausserdem wäre C._ dann
jedes Wochenende beim Gesuchsgegner. Solches liegt nicht im Wohl von
C._, weil sie auch Wochenenden mit der Gesuchstellerin soll verbringen
können. C._ wird sich in G._ und insbesondere in der Kinderkrippe ein-
- 33 -
zuleben haben. Ein wöchentlicher, längerer Besuch des Gesuchsgegners in
G._ brächte zu viel Unruhe. Vielmehr erscheint es angebracht, den Ge-
suchsgegner zu berechtigen, C._ jedes zweite Wochenende von Freitag-
nachmittag 16.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr in G._ zu besuchen. Die
Gesuchstellerin ist überdies zu verpflichten, C._ alle zwei Monate anstelle
eines Wochenendes in F._ [Staat in Europa] am Freitagabend zum Ge-
suchsgegner in die Schweiz zu bringen, so dass er bis Sonntagabend 18.00 Uhr
die Zeit mit C._ verbringen kann. Weil C._ unbestrittenermassen ein
enges Verhältnis zum Gesuchsgegner pflegt, besteht kein Grund, das Besuchs-
recht vorerst ohne Übernachtung festzulegen. Ferner ist der Gesuchsgegner be-
rechtigt zu erklären, C._ während vier Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich
in die Ferien zu nehmen, wobei maximal eine Ferienwoche am Stück zu beziehen
ist. Weiter ist er berechtigt zu erklären, C._ in den ungeraden Jahren an Os-
tern (jeweils von Donnerstagabend, 18.00 Uhr, bis Montagabend, 18.00 Uhr) und
Weihnachten (jeweils vom 24. Dezember, 14.00 Uhr, bis zum 26. Dezember,
18.00 Uhr) sowie in den geraden Jahren am Auffahrtswochenende (jeweils von
Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr) und an Neujahr (jeweils
vom 31. Dezember, 14.00 Uhr, bis zum 2. Januar, 18.00 Uhr) zu besuchen bzw.
bei sich auf Besuch zu nehmen. Den Geburtstag von C._ hälftig aufzuteilen,
erscheint demgegenüber mit Blick auf die grosse Distanz nicht praktikabel (vgl.
Urk. 82 S. 3). Dieser kann auch nachgefeiert werden.
E. Unterhaltsbeiträge
1. Beginn Unterhaltsbeitragspflicht
Unterhaltsbeiträge können für die Zukunft und für das Jahr vor Einreichung des
Eheschutzbegehrens gefordert werden (Art. 173 Abs. 3 ZGB analog; Art. 176
Abs. 1 Ziff. 1 ZGB; BSK ZGB-Schwander, Art. 176 N 6). Fehlt ein anderslautender
Antrag, ist ohne Verletzung der Dispositionsmaxime davon auszugehen, dass Un-
terhaltsbeiträge ab Einreichung des Eheschutzbegehrens verlangt werden (vgl.
Six, a.a.O., Rz. 2.58, S. 101). Eine Rückwirkung der Unterhaltsbeiträge ist ausge-
schlossen, wenn sich die Ehegatten nach Aufhebung des gemeinsamen Haushal-
- 34 -
tes über die während des Getrenntlebens zu leistenden Unterhaltsbeiträge einig
waren (Six, a.a.O., Rz. 2.59 f., S. 102).
Die Gesuchstellerin stellte bei der Vorinstanz am 7. Januar 2021 ihr Eheschutz-
begehren (Urk. 1). Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8.
April 2021 liess sie explizit die Zusprechung angemessener Kinder- und Ehegat-
tenunterhaltsbeiträge ab 1. April 2021 beantragen. Für die Zeit davor hätten die
Parteien vereinbart, dass der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin Fr. 650.– pro
Monat überweise und alle Rechnungen bezahle. Ausstehend seien hier noch die
Kosten des WLan ab Februar 2021 von Fr. 39.– pro Monat (Urk. 21 S. 1, 7).
Am 29. Januar 2021 haben die Parteien eine aussergerichtliche Vereinbarung ge-
schlossen und darin unter anderem eine vorläufige Unterhaltsregelung getroffen
(vgl. Urk. 16). Entgegen der Vorinstanz ist der Beginn der Unterhaltsbeitrags-
pflicht antragsgemäss auf den 1. April 2021 und nicht 1. Februar 2021 (vgl.
Urk. 68 S. 26, Dispositivziffer 5) festzulegen. Das Verschlechterungsverbot kommt
bei Geltung der Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO) nicht zum Tragen (BGE 137
III 617, E. 4.5.3). Es besteht mit Blick auf die aussergerichtliche Vereinbarung im
Übrigen auch keinerlei Veranlassung, den Beginn der Unterhaltspflicht auf den 1.
Januar 2021 festzusetzen, wie die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren plötz-
lich neu beantragen liess (Urk. 67 S. 3, 52). Mit dem Antrag vor Vorinstanz ver-
zichtete sie konkludent auf höhere als die (zunächst vorläufig) vereinbarten Un-
terhaltsbeiträge für den Zeitraum vor April 2021. Das war ihr unbenommen. Eine
Verletzung der Interessen von C._ durch diesen Verzicht ist nicht geltend
gemacht und nicht ersichtlich.
2. Unterhaltsbeiträge bis zum Wegzug der Gesuchstellerin mit C._ nach F._ [Staat in Europa]
2.1. Einkommen Gesuchstellerin
Die erste Instanz rechnete der Gesuchstellerin ab 1. Januar 2022 basierend auf
einer zumutbaren 30 %-igen Erwerbstätigkeit (in der Schweiz) ein hypothetisches
Einkommen in der Höhe von Fr. 2'250.– an (Urk. 68 S. 16). Die Gesuchstellerin
- 35 -
macht geltend, bis zu ihrer Ausreise nach F._ [Staat in Europa], welche hof-
fentlich bald erfolgen könne, sei ihr kein Erwerbseinkommen anzurechnen
(Urk. 67 S. 53). Der Gesuchsgegner lässt sich diesbezüglich nicht vernehmen
(Urk. 78 S. 78 ff.).
Die Gesuchstellerin ist nach wie vor nicht erwerbstätig. Ein hypothetisches Ein-
kommen kann grundsätzlich nicht rückwirkend angerechnet werden (vgl. OGer ZH
LE180018 vom 16.10.2018, E. III.2.2.), sondern erst nach Ablauf einer angemes-
senen Übergangsfrist, welche frühestens mit der erstmaligen gerichtlichen Eröff-
nung der Umstellungsfrist zu laufen beginnt (OGer ZH LE150008 vom
26.10.2015, E. III.4.2 [S. 30]; vgl. auch Urk. 76 S. 7, wonach der Gesuchstellerin
für die Dauer des Berufungsverfahrens kein hypothetisches Einkommen ange-
rechnet wurde). Weil der Gesuchstellerin mit dem vorliegenden Entscheid der
Wegzug mit der Tochter zu bewilligen ist, ist für die Zeit in der Schweiz rückwir-
kend kein hypothetisches Einkommen in Anrechnung zu bringen.
2.2. Einkommen Gesuchsgegner
Die Vorinstanz legte ihrem Entscheid ein monatliches Einkommen des in einem
78 %-Pensum erwerbstätigen Gesuchsgegners in der Höhe von rund Fr. 6'480.–
inklusive Anteil 13. Monatslohn und Nebenverdienst von Fr. 80.–, zuzüglich Kin-
derzulagen, zugrunde (Urk. 68 S. 15; vgl. Fr. 6'110.– netto pro Monat - Fr. 200.–
Kinderzulagen x 13 : 12 [Urk. 2/5 und Urk. 18/9]).
Dieses tatsächliche Nettoeinkommen wurde im Berufungsverfahren im Rahmen
der Berufungsbegründung und der Berufungsantwort zunächst von keiner Partei
kritisiert (Urk. 67 S. 52 f.; Urk. 78 S. 78, 81). Wenn der Gesuchsgegner erst im
Zusammenhang mit seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2022 (zum Replikrecht
der Gesuchstellerin gemäss Urk. 88) pauschal und unbelegt dafür hält, die Vor-
instanz sei fälschlicherweise von einem regelmässigen monatlichen Nebenver-
dienst von Fr. 80.– ausgegangen (vgl. Urk. 21 S. 6; Urk. 18/7), was bei sporadi-
schen Einsätzen für erkrankte Lehrpersonen nicht der Fall sei (Urk. 92 S. 11), ist
er mit dieser nachträglichen unspezifischen Kritik nicht mehr zu hören.
- 36 -
Die Gesuchstellerin möchte dem Gesuchsgegner jedoch vorübergehend ange-
sichts der finanziellen Mankolage, jedenfalls bis sie in G._ über eigene Ein-
künfte verfügt, spätestens ab 1. Oktober 2021 ein monatliches Nettoeinkommen
von mindestens Fr. 7'200.– mittels zusätzlichen gelegentlichen Stellvertretungen
anrechnen (Urk. 67 S. 4, 53). Der Gesuchsgegner gedenkt demgegenüber, sein
Arbeitspensum auf 64 % zu reduzieren, womit er noch Fr. 5'200.– inkl. Anteil
13. Monatslohn pro Monat netto verdienen würde; dies sowohl für den Fall, dass
es bei der alternierenden hälftigen Obhut in der Schweiz bleibt als auch, falls der
Gesuchstellerin der Wegzug mit C._ nach G._ erlaubt würde, damit er
ein ausgedehntes Kontaktrecht zu C._ pflegen könnte (Urk. 78 S. 78, 81).
Per tt.mm.bzw. 29. November 2021 versieht der Gesuchsgegner insgesamt ein
75 %-Pensum in J._ (Urk. 84 S. 15; Urk. 86/15/1-2). Dort verdient er rund
Fr. 6'300.– netto, wobei sich der BVG-Sparbeitrag erhöhte (vgl. Urk. 96 S. 2;
Urk. 97/1-2: Fr. 5'820.– [Fr. 2'790.85 + Fr. 3'228.65 - Fr. 200.– Kinderzulagen] x
13 : 12), zuzüglich Fr. 80.– monatlicher Nebenerwerb. Aus Gründen der Praktika-
bilität und weil der Gesuchsgegner sein Einkommen während laufendem Verfah-
ren nicht eigenmächtig markant verringern darf (vgl. blosses 39 %-Pensum vom
tt.mm.2021 bis zum 28. November 2021 [Urk. 86/15/1]), rechtfertigt es sich, bis
und mit November 2021 noch vom alten Einkommen von Fr. 6'480.– netto pro
Monat und ab Dezember 2021 vom neuen Einkommen von Fr. 6'380.– netto pro
Monat auszugehen. Auch dem Gesuchsgegner ist rückwirkend kein höheres hy-
pothetisches Einkommen anzurechnen, zumal er auch während der Zeit des Zu-
sammenlebens im Einverständnis mit der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 67 S 52 f.) nie
Vollzeit gearbeitet hat, sondern stets in einem Pensum um 78 % (Prot. I S. 29).
Zudem betreut er C._ gegenwärtig insbesondere am Freitag (und Sonntag)
von 11.00 bis 17.30 Uhr.
2.3. Einkommen C._
Das Einkommen von C._ besteht in den Kinderzulagen von monatlich
Fr. 200.– (vgl. Urk. 18/9).
2.4. Bedarf Gesuchstellerin
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Die Vorinstanz berechnete einen monatlichen Bedarf der Gesuchstellerin in der
Höhe von Fr. 3'010.– bzw. Fr. 3'155.– (mit Berufsauslagen) ab 1. Januar 2022
(Urk. 68 S. 20 f.). Die Bedarfszahlen wurden im Berufungsverfahren nicht (sub-
stantiiert) kritisiert (vgl. Urk. 67 S. 5, 56 f.; Urk. 78 S. 84). Insbesondere kann der
Gesuchsgegner nicht einfach auf seine vor Vorinstanz gemachten Ausführungen
und Belege verweisen (vgl. Urk. 78 S. 84 unten mit Hinweis auf Urk. 23 S. 21 ff.).
Damit kommt er seiner Rügeobliegenheit im Berufungsverfahren nicht genügend
nach. Allerdings handelt es sich grundsätzlich (vgl. E. 2.7) um einen Mankofall,
weshalb die von der Vorinstanz veranschlagten laufenden Steuern, und die
Kommunikations- und Versicherungspauschalen (Fr. 100.–; Fr. 120.–; Fr. 30.–;
vgl. Urk. 68 S. 20) im Bedarf nicht zu berücksichtigen sind (BGE 140 III 337 E.
4.2-4.4; vgl. auch BGE 147 III 265 E. 7.2). Weil der Gesuchstellerin im Berufungs-
verfahren kein hypothetisches Einkommen in der Schweiz anzurechnen ist, sind
sodann keine Berufsauslagen (Arbeitsweg, auswärtige Verpflegung, vgl. Urk. 68
S. 20) zu veranschlagen. Die Gesuchstellerin kehrte mit C._ zunächst in die
eheliche 4,5-Zimmerwohnung an der D._-strasse ... in E._ zurück. Dort
belief sich der Mietzins auf Fr. 1'792.– (Urk. 18/10). Entsprechend rechnete die
Vorinstanz ihr zwei Drittel der Wohnkosten und damit rund Fr. 1'190.– Wohnkos-
ten an (Urk. 68 S. 17, 20). Per 1. Februar 2022 bezog die Gesuchstellerin mit
C._ offenbar eine neue Wohnung in M._ (Urk. 84 S. 18; Urk. 86/17;
Urk. 88 S. 11). Den neuen Mietvertrag brachte sie nicht bei (vgl. Urk. 98),
obschon die Gegenpartei die Edition des neuen Mietvertrages durch die Gesuch-
stellerin beantragen liess (Urk. 92 S. 14). Laut E-Mail der Gesuchstellerin an die
Liegenschaftsverwaltung vom 6. Oktober 2021 erklärte sie, dass eine Übernahme
des Mietvertrages für die Familienwohnung für sie nicht in Betracht komme, da
die Wohnung für sie zu teuer sei. Der Unterhalt, den ihre Tochter und sie bekä-
men, betrage nicht einmal das Doppelte der Miete (Urk. 90/6; Urk. 92 S. 14). So-
wohl der monatliche Mietzins von Fr. 1'792.– als auch die Grösse der Wohnung
von 4,5-Zimmern sind den vorliegenden Verhältnissen nicht angemessen. Ange-
bracht erscheint höchstens eine 3,5-Zimmerwohnung, wie sie die Gesuchstellerin
denn offenbar auch bezogen hat. Eine solche ist indes für einen ortsüblichen
Mietzins im Grossraum M._ in der Höhe von Fr. 1'500.– zu haben (vgl. z.B.
- 38 -
www.immoscout.ch; www.homegate.ch). Ab 1. Februar 2022 sind der Gesuchstel-
lerin daher Fr. 1'000.– (zwei Drittel) hypothetische Wohnkosten in Anrechnung zu
bringen. Die Edition des neuen Mietvertrags erübrigt sich, weil die Gesuchstellerin
ohnehin Anspruch auf einen solchen Mietzins hat (vgl. ZR 87 Nr. 114 ) und allfäl-
lige höhere tatsächliche Kosten nicht angerechnet würden.
Damit beläuft sich der Bedarf der Gesuchstellerin bis Ende Januar 2022 auf
Fr. 2'760.– und ab Februar 2022 bis zum Wegzug nach G._ auf Fr. 2'570.–
(Fr. 1'350.– Grundbetrag Alleinerziehende, Fr. 1'190.– bzw. Fr. 1'000.– Mietkos-
ten, Fr. 220.– Krankenkassenbeiträge).
2.5. Bedarf Gesuchsgegner
Im Bedarf des Gesuchsgegners ist mit Blick auf die alleinige Obhut der Gesuch-
stellerin über C._ neu der Grundbetrag für Alleinstehende in der Höhe von
Fr. 1'200.– pro Monat einzusetzen (vgl. eidgenössische Richtlinien für die Be-
rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93
SchKG vom 01.07.2009, Ziffer I). Sodann sind ihm neu die ganzen Wohnkosten in
der Höhe von Fr. 1'350.– anzurechnen (Urk. 18/11), ohne Parkplatzkosten
(Fr. 50.–; Urk. 18/12), weil das Auto keinen Kompetenzcharakter aufweist (Urk. 68
S. 18), was der Gesuchsgegner nicht substantiiert kritisierte bzw. sich namentlich
nicht mit den diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzte
(Urk. 78 S. 84). Nicht substantiiert gerügt wurden sodann die monatlichen Kosten
für die Krankenkasse (Fr. 205.–), den Arbeitsweg (Fr. 85.–) und die auswärtige
Verpflegung (Fr. 170.–; vgl. Urk. 67 S. 5, 57 und Urk. 78 S. 84). Weil ein Fehlbe-
trag resultiert, sind auch beim Gesuchsgegner keine laufenden Steuern und keine
Kommunikations- und Versicherungspauschalen zu berücksichtigen. Damit be-
läuft sich der monatliche Bedarf des Gesuchsgegners neu auf Fr. 3'010.–.
2.6. Bedarf C._
- 39 -
Der Grundbetrag von C._ (bei der Gesuchstellerin) beträgt Fr. 400.– pro Mo-
nat (eidgenössische Richtlinien, Ziffer I). Weiter sind ihr ein Drittel der Wohnkos-
ten der Gesuchstellerin (Fr. 600.– und Fr. 500.– ab 1. Februar 2022) sowie die
Krankenkassenprämien (Fr. 85.–) anzurechnen. Damit ist von einem Gesamtbe-
darf von Fr. 1'085.– bzw. Fr. 985.– ab 1. Februar 2022 auszugehen.
- 40 -
2.7. Unterhaltsberechnung 1.04.2021 bis
30.11.2021 von 1.12.2021 bis 31.01.2022
ab 1.02.2022 bis Wegzug nach G._
Einkommen 
Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Einkommen 
Fr. 6'480 Fr. 6'380 Fr. 6'380
Einkommen C._
Fr. 200 Fr. 200 Fr. 200
Gesamteinkommen Fr. 6'680 Fr. 6'580 Fr. 6'580 Bedarf 
Fr. 2'760 Fr. 2'760 Fr. 2'570
Bedarf 
Fr. 3'010 Fr. 3'010 Fr. 3'010
Bedarf C._ Fr. 1'085 Fr. 1'085 Fr. 985 Gesamtbedarf Fr. 6'855 Fr. 6'855 Fr. 6'565 Manko/"Überschuss" - Fr. 175 - Fr. 275 + Fr. 15
Vom Barbedarf von C._ sind vorweg die Kinderzulagen von Fr. 200.– abzu-
ziehen (BGE 137 III 59 E. 4.2.3), worauf ein durch die Unterhaltsbeiträge zu de-
ckender Barbedarf von Fr. 885.– bzw. ab Februar 2022 Fr. 785.– verbleibt. Bis
Ende November 2021 beläuft sich die Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners mit
Blick auf die Existenzminimumsgarantie auf Fr. 3'470.– pro Monat, ab Dezember
2021 auf Fr. 3'370.–. Damit kann der Barbedarf von C._ bezahlt werden. Der
Betreuungsunterhalt (vgl. Art. 285 Abs. 2 ZGB = Lebenshaltungskosten der Ge-
suchstellerin ohne Steuern, Kommunikations- und Versicherungspauschalen, vgl.
BGE 147 III 265 E. 7.2) kann durch den Gesuchsgegner im Umfang von
Fr. 2'585.– bzw. von Dezember 2021 bis und mit Januar 2022 im Umfang von
Fr. 2'485.– und ab Februar 2022 bis zum Wegzug nach G._ in vollem Um-
fang gedeckt werden, wobei ein winziger Mehrbetrag von Fr. 15.– verbleibt, der
der Gesuchstellerin, dem Gesuchsgegner und C._ ohne Weiterungen im
Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums je zu einem Drittel anzurech-
nen ist, womit für diese Phase ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'365.– (Fr. 2'575.– +
Fr. 790.–) resultiert. Im Betrag von Fr. 175.– (April bis November 2021) bzw. im
Dezember 2021 und Januar 2022 im Betrag von Fr. 275.– bleibt der Betreuungs-
unterhalt ungedeckt, was im Dispositiv festzuhalten ist (Art. 301a ZPO). Die Kin-
derzulagen sind zuzüglich zu den Kinderunterhaltsbeiträgen zuzusprechen. Für
- 41 -
die Zusprechung von ehelichen Unterhaltsbeiträgen verbleibt kein Raum
(Art. 276a Abs. 1 ZGB), wobei solche im Berufungsverfahren auch nicht (mehr)
verlangt wurden (vgl. Urk. 67 S. 2 ff., 56 f.).
Die Vorinstanz hat ohne Begründung im Dispositiv die Verrechnung bereits ge-
leisteter Unterhaltsbeiträge vorbehalten (Urk. 68 S. 26). Solche Klauseln sind –
wenn die bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge nicht exakt festgehalten werden –
aus vollstreckungsrechtlichen Gründen problematisch (BGer 5A_780/2015 vom
10. Mai 2016, E. 3.6; BGE 135 III 315, 138 III 583) und daher zu vermeiden. Die
Gesuchstellerin lässt sie in ihren Berufungsanträgen denn auch weg. Über bereits
bezahlte Beträge hat der Sachrichter zu befinden; sie sind von den rückständigen
Unterhaltsbeiträgen abzuziehen (BGE 138 III 583 E. 6). Vor Vorinstanz hielt die
Gesuchstellerin wie erwähnt fest, dass sich die Parteien für den Zeitraum vor dem
1. April 2021 geeinigt hatten, dass der Gesuchsgegner alle Rechnungen bezahle
und ihr Fr. 650.– monatlich überweise. Ausstehend seien nur noch die Kosten des
WLAN für Februar und März 2021 von je Fr. 39.–. Darauf ist sie wie erwogen zu
behaften und namentlich ein Verzicht auf weitergehende Unterhaltsbeiträge an-
zunehmen (E. E.1). Der Gesuchsgegner hielt dafür, alle Unterhaltsbeiträge bis
und mit April 2021 seien bezahlt. Er habe alle Rechnungen der Parteien beglichen
(Urk. 23 S. 25). Strittig ist damit für den Zeitraum vor April 2021 noch die Bezah-
lung von Fr. 78.–. In der Stellungnahme vom 1. November 2021 führte die Ge-
suchstellerin zu den von der Vorinstanz festgelegten Unterhaltsbeiträgen aus,
vom rückwirkend zu bezahlenden Unterhalt (Februar bis September 2021) sei ihr
der Gesuchsgegner den Betrag von Fr. 1'543.25 schuldig geblieben (Urk. 82 S.
13). Der Gesuchsgegner hielt in der Stellungnahme vom 22. November 2021 (er-
neut) entgegen, alle Unterhaltsbeiträge seien bezahlt, allerdings ohne Tilgungs-
nachweise zu erbringen (Urk. 84 S. 17). Die Unterhaltsverpflichtung gemäss Vo-
rinstanz beläuft sich für die Dauer vom 1. Februar bis 30. September 2021 auf
Fr. 25'880.– (8 x Fr. 3'235.–). Davon hat der Gesuchsgegner anerkanntermassen
Fr. 24'336.75 (Fr. 25'880.– - Fr. 1'543.25) bezahlt. Gemäss den vorstehenden Er-
wägungen werden ab 1. April bis 30. September 2021 Fr. 20'820.– geschuldet (6
x Fr. 3'470.–). Damit ist der Gesuchsgegner seiner Unterhaltspflicht bis 30. Sep-
tember 2021 bereits vollständig nachgekommen. Dies selbst unter Berücksichti-
- 42 -
gung allfälliger offener Beiträge für das WLAN für die Monate Februar und März
2021. Ab 1. Oktober 2021 sind (seitens der Gesuchstellerin) keine Tilgungen an-
erkannt bzw. (seitens des Gesuchsgegners) dargetan worden. Der Gesuchsgeg-
ner ist damit zu verpflichten, ab 1. Oktober 2021 Kinderunterhaltsbeiträge von
Fr. 3'470.– (davon Fr. 2'585.– Betreuungsunterhalt), ab 1. Dezember 2021 solche
von Fr. 3'370.– (davon Fr. 2'485.– Betreuungsunterhalt) und ab 1. Februar 2022
solche von Fr. 3'365.– (davon Fr. 2'575.– Betreuungsunterhalt) bis zum Wegzug
der Gesuchstellerin mit C._ nach G._ zu bezahlen.
3. Unterhaltsbeiträge ab Wegzug der Gesuchstellerin mit C._ nach G._
3.1. Internationale Zuständigkeit und anwendbares Recht
Ab Wegzug der Gesuchstellerin mit C._ nach F._ [Staat in Europa] liegt
ein international relevanter Sachverhalt vor. Die internationale Zuständigkeit der
schweizerischen Gerichte ergibt sich für den Ehegatten- und Kinderunterhalt aus
Art. 5 Ziffer 2 des Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die
Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
(Lugano-Übereinkommen) in Verbindung mit Art. 46 und Art. 79 IPRG, zumal die
Gesuchstellerin und C._ sich zurzeit nach wie vor in der Schweiz aufhalten.
Das anwendbare Recht mit Bezug auf den Anspruch auf Ehegatten- und Kinder-
unterhalt bestimmt sich gemäss Art. 49 und Art. 83 IPRG nach dem Haager
Übereinkommen vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten anzuwen-
dende Recht (HUÜ). Nach Art. 4 HUÜ ist für die in Art. 1 HUÜ genannten Unter-
haltspflichten (Ehegatten- und Kinderunterhalt) das am gewöhnlichen Aufenthalt
des Unterhaltsberechtigten geltende innerstaatliche Recht massgebend. Wechselt
der Unterhaltsberechtigte seinen gewöhnlichen Aufenthalt, so ist vom Zeitpunkt
des Aufenthaltswechsels an das innerstaatliche Recht am neuen gewöhnlichen
Aufenthalt anzuwenden. Zu den Auswirkungen eines Aufenthaltswechsels wäh-
rend des Verfahrens äussert sich das HUÜ nicht (vgl. aber ZK-Widmer Lüchinger,
Art. 49 IPRG N 20, wonach auf die Verhältnisse im Zeitpunkt der Rechtshängig-
keit abzustellen ist und die spätere Verlegung des Aufenthaltsorts nicht zum Sta-
- 43 -
tutenwechsel führt). Weil die Gesuchstellerin und C._ erst nach dem vorlie-
genden Entscheid, der ihnen die Aufenthaltsverlegung nach F._ [Staat in Eu-
ropa] erlaubt, ihren Aufenthalt verlegen werden, bleibt es somit, entgegen der Auf-
fassung des Gesuchsgegners (Urk. 84 S. 18), bei der Anwendung schweizeri-
schen Rechts auch hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge für die Zeit nach dem Um-
zug nach F._ [Staat in Europa].
3.2. Einkommen Gesuchsgegner
Weil die Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin und C._ in G._
markant tiefer sind als in der Schweiz (vgl. Urk. 80/19/1 und UBS-Broschüre,
Preise und Löhne 2015 [letzte Ausgabe], S. 8, wonach das Preisniveau in
G._ 55,4 % von jenem in Zürich beträgt) resultiert beim gegenwärtigen Mo-
natseinkommen des Gesuchsgegners in der Höhe von Fr. 6'380.– nach der Über-
siedelung der Gesuchstellerin mit C._ nach G._ kein Manko mehr. Zu-
dem wird die Gesuchstellerin in G._ bald ein eigenes Erwerbseinkommen er-
zielen. Sodann wird der Gesuchsgegner alle zwei Wochen von Freitagnachmittag
16.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr in G._ bei C._ weilen (bzw. die-
se alle zwei Monate bei ihm in der Schweiz). Die Flugreisen absorbieren Zeit.
Dem Gesuchsgegner ist daher im Rahmen des vorliegenden Eheschutzverfah-
rens kein höheres hypothetisches Einkommen bzw. kein höheres Arbeitspensum
als die aktuell 75 % anzurechnen, zumal er auch während des Zusammenlebens
einvernehmlich lediglich 78 % gearbeitet hat und keine Mangellage besteht. Es
bleibt daher bei einem monatlichen Einkommen des Gesuchsgegners in der Höhe
von Fr. 6'380.–.
3.3. Einkommen Gesuchstellerin
a) Die Gesuchstellerin geht davon aus, dass sie in G._ nach einer  von etwa einem Jahr (zwecks Wiederaufbaus ihres Klientenstammes) im
Rahmen ihrer Tätigkeit als selbstständige Rechtsanwältin mit Fachanwaltstitel
Strafrecht zunächst Euro 1'000.– pro Monat und nach ein paar Monaten Euro
2'000.– monatlich verdienen könne (Urk. 21 S. 6, 8). Dabei werde sie ein Teilzeit-
pensum von 40 bis 60 % verrichten (Urk. 29 S. 12). Im Berufungsverfahren lässt
- 44 -
sie sich ein Jahr ab Übersiedelung nach G._ ein Monatseinkommen von
Fr. 2'500.– anrechnen (Urk. 67 S. 4).
b) Der Gesuchsgegner hält entgegen, die Gesuchstellerin habe schon 2017 und 2018 ohne irgendeine massgebliche Übergangsphase frisch ab Kanzleieröff-
nung über Euro 70'000.– pro Jahr verdient, obschon sie nicht zu 100 % gearbeitet
habe. Nun mache sie ja geltend, dass sie ihre Kanzlei nie aufgegeben habe und
über viele Kontakte verfüge, die es ihr wiederum ermöglichten, zu dozieren und
ihre Kanzlei weiter zu betreiben. Zudem erhalte sie ihre Strafmandate vom Ge-
richt zugeteilt, was ab sofort erfolgen könne, weshalb ab Umzug mindestens vom
bisherigen Einkommen auszugehen sei (Urk. 78 S. 79; vgl. Urk. 39 S. 10; Prot. I
S. 12). Meist habe die Gesuchstellerin am Freitag nicht gearbeitet, da sich die
Parteien getroffen hätten. Zudem habe sie im Jahr 2018 nur bis anfangs August
2018 gearbeitet, da sie dann in die Schweiz gezogen sei. Sie habe also im Jahr
2018 in 7 Monaten mit einem 80 %-Pensum Euro 74'266.– (vor Abzug Altersvor-
sorge und Krankenkasse) verdient (Urk. 84 S. 17).
c) Im Lauf des Jahres 2016 nahm die Gesuchstellerin in G._ ihre  Erwerbstätigkeit als Anwältin auf. Am 7. August 2018 zog sie zum Ge-
suchsgegner in die Schweiz (vgl. Urk. 21 S. 8; Urk. 23 S. 10; Urk. 29 S. 14;
Urk. 39 S. 10). Im Jahr 2017 verdiente sie netto (abzüglich Altersvorsorgeaufwen-
dungen, Krankenversicherungsbeiträge, Sonderausgaben, Einkommenssteuer,
Solidaritätszuschlag und evangelische Kirchensteuer) Euro 41'348.– (Euro 60'764
- Euro 16'957 - Euro 933 - Euro 1'526; vgl. Urk. 30/27; Urk. 29 S. 14; Urk. 82 S.
12). Hinweise, wonach sie im Jahr 2017 nicht Vollzeit als selbstständige Anwältin
gearbeitet haben soll, bestehen keine, zumal sie in diesem Jahr einzig diese Ein-
künfte aus selbstständiger Arbeit und freiberuflicher Tätigkeit versteuerte
(Urk. 30/27, vgl. demgegenüber 2018, wo Einkünfte aus mehreren freiberuflichen
Tätigkeiten ersichtlich sind). Damit ist im Jahr 2017 von monatlichen Nettoeinkünf-
ten von Euro 3'446.– auszugehen. Bis und mit Juli 2018 verdiente sie insgesamt
netto Euro 39'140.– bzw. Euro 5'591.– pro Monat (Euro 56'074.– - Euro 14'790.– -
Euro 813.– - Euro 1'331.–; Urk. 30/27). Auch hier ist insgesamt (selbstständige
Anwaltsstätigkeit, Dozentin und Prüferin; Urk. 47 S. 10; Urk. 67 S. 56; Urk. 30/27)
- 45 -
von einem Vollzeitpensum auszugehen. Das monatliche Durchschnittseinkommen
beläuft sich somit auf rund Euro 4'500.– ([Euro 3'446 + Euro 5'591] : 2). Ausge-
hend von einem realistischen Arbeitspensum als selbstständige Rechtsanwältin
von jedenfalls 60 %, nebst der Betreuung von C._, ist der Gesuchstellerin
somit ein monatlich erzielbares Einkommen in der Höhe von rund Euro 2'700.–
bzw. gerundet Fr. 2'700.– (Wechselkurs 1 Euro = 0.99 CHF) anzurechnen.
Dieses Einkommen ist der Gesuchstellerin ab 1. Februar 2023 anzurechnen, zu-
mal sie die Absicht bekundete, sofort nach G._ umzusiedeln, womit ihr eine
Übergangsfrist von rund 6 Monaten zur Verfügung steht. Es ist insbesondere nicht
davon auszugehen, dass sie ein ganzes Jahr benötigt, um ihren Kundenstamm
wiederaufzubauen und ein solches Einkommen zu erzielen. So führte sie vor
Vorinstanz selbst aus, aufgrund ihrer Ausbildung sowie ihrer praktischen Tätigkei-
ten in der Region G._/N._ habe sie dort umfangreiche Kontakte sowohl
in die Justiz als auch in die Anwaltschaft. Zufolge dieser Kontakte sei es ihr 2016
gelungen, sich innerhalb relativ kurzer Zeit in G._ als Strafverteidigerin zu
etablieren und sich so einen eigenen Mandantenstamm aufbauen zu können. Bei
Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit in G._ stünden ihr diese Kontakte sowie der
durch die bestellte Vertretung teilweise aufrecht erhaltene Mandantenstamm wei-
terhin zur Verfügung (Urk. 47 S. 9; vgl. auch Urk. 30/27, wonach sie bei Aufnah-
me ihrer selbstständigen Anwaltstätigkeit im Laufe des Jahres 2016 noch im sel-
ben Jahr ein Einkommen von immerhin Euro 16'717.– generierte; Urk. 29 S. 14;
Urk. 30/27). Zudem geht selbst die Gesuchstellerin davon aus, dass nach 6 Mo-
naten die ersten Rechnungszahlungen aus ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit
eingehen würden (Urk. 29 S. 13 f.). Ausserdem ist es üblich, für anwaltliche Tätig-
keit Vorschüsse zu verlangen. Sodann besteht bei länger dauernden amtlichen
Strafmandaten die Möglichkeit, Akontozahlungen zu beantragen.
3.4. Einkommen C._
C._ wird in F._ [Staat in Europa] und damit einem EU-Staat wohnhaft
sein. Der Gesuchsgegner erhält für sie daher weiterhin Fr. 200.– Kinderzulagen,
weil mit der EU eine entsprechende staatliche Vereinbarung besteht (vgl. SVA Zü-
rich: Merkblatt: Familienzulagen für Kinder mit Wohnsitz im Ausland [Stand 1. Ja-
- 46 -
nuar 2022]). Sobald die Gesuchstellerin in F._ [Staat in Europa] ein eigenes
Einkommen erzielt, wird sie dort die Kinderzulagen beantragen können.
3.5. Bedarf Gesuchsgegner
Zusätzlich zu seinem Bedarf in der Schweiz (vgl. Fr. 3'160.–, ohne Steuern) bean-
tragt der Gesuchsgegner die Anrechnung der Kosten für die Ausübung des Be-
suchsrechts in G._. Ein Flug von Zürich nach G._ koste mindestens
Fr. 200.– pro Weg, also Fr. 400.– hin und zurück. Diese Kosten für einen Flug
G._/Zürich pro Woche seien ihm anzurechnen. Zudem müsse er sich in
G._ eine kleine Wohnung nehmen, was billiger sei, als jede Woche zwei bis
vier Nächte im Hotel zu verbringen. Dafür benötige er mindestens Fr. 500.– bzw.
Fr. 700.– monatlich. Somit ergäben sich Kosten im Zusammenhang mit der Kon-
taktrechtsausübung von Fr. 2'100.– pro Monat (Urk. 78 S. 84; Urk. 84 S. 4, 18).
Die Gesuchstellerin hat diese Ausführungen nicht (mehr) bestritten (Urk. 82 und
Urk. 88). Vor Vorinstanz hielt sie aber dafür, es seien höchstens Kosten von
Fr. 500.– pro Monat angezeigt, nachdem Flüge für maximal Fr. 150.– möglich
seien und sie dem Gesuchsgegner zur Durchführung der Besuchskontakte ihre
Wohnung zur Verfügung stellen würde (Urk. 29 S. 18).
Nach Rechtsprechung und Doktrin sind die Kosten der Besuchsrechtsausübung
grundsätzlich vom Besuchsberechtigten zu tragen, es sei denn, die Häufigkeit und
Dauer der Besuche würde das Übliche weit überschreiten oder die Betreuung der
Kinder erfordere ausserordentliche Anstrengungen. Nach Ansicht des Bundesge-
richtes ist die Berücksichtigung von Auslagen bei der Besuchsrechtsausübung im
Bedarf des besuchsberechtigten Elternteils aber – auch in knappen Verhältnissen
– dennoch möglich. Das Zugeständnis eines gewissen Betrages für die Ausübung
des Besuchsrechts liegt im dem Gericht in Unterhaltsbelangen zukommenden
weiten Ermessen (BGer 5A_106/2016 vom 7. Juni 2016, E. 5.2; BGer
5A_390/2012 vom 21. Januar 2013, E. 6.4 m.H.; FamPra 2013 S. 463 ff., 468
m.w.H.; vgl. OGer ZH LE150051 vom 01.07.2016, E. 3.2.2.5). Der Gesuchsgeg-
ner verkennt allerdings, dass er keinen bedingungslosen Anspruch darauf hat,
dass sämtliche Besuchsrechtskosten in seinen Bedarf aufgenommen werden.
Was die Flugkosten anbelangt, braucht er sodann nicht mit der Swiss oder Luft-
- 47 -
hansa (vgl. Urk. 80/21) zu fliegen, sondern kann sich auch mit einer Billigairline
wie z.B. Easyjet mit entsprechender Kostenersparnis begnügen (vgl. Urk. 21 S. 9
und Urk. 29 S. 18, wo die Gesuchstellerin zu Recht auf maximale Flugkosten von
jeweils Fr. 150.– verweist). Es rechtfertigt sich daher, ihm mit Blick auf sein jedes
zweite Wochenende stattfindende Besuchsrecht maximal rund Fr. 400.– pro Mo-
nat für Flugkosten anzurechnen. Was die Kosten einer Zweitwohnung in G._
anbelangt, vermag der Gesuchsgegner keine Belege beizubringen. Auch begrün-
det er nicht, weshalb er dafür zunächst Fr. 500.– und später plötzlich Fr. 700.–
monatlich beansprucht. Zumindest vor Vorinstanz hat die Gesuchstellerin zudem
angeboten, dem Gesuchsgegner für seine Kontakte mit C._ in G._ ihre
Wohnung zur Verfügung zu stellen sowie C._ regemässig zu ihm in die
Schweiz zu bringen (Urk. 29 S. 11). Es rechtfertigt sich somit, dem Gesuchsgeg-
ner pauschal den tieferen Betrag von Fr. 500.– für monatliche Unterkunftskosten
in G._ anzurechnen. Damit sind ihm insgesamt Fr. 900.– pro Monat für die
Ausübung des Besuchsrechts im Bedarf zu veranschlagen.
Ab Wegzug der Gesuchstellerin mit C._ nach G._ erlauben die finanziel-
len Verhältnisse die Berücksichtigung der laufenden Steuern und der Kommunika-
tions- und Versicherungspauschalen im familienrechtlichen Existenzminimum.
Steuerbetreffnisse können allerdings bereits aufgrund der Wechselwirkung zwi-
schen diesen und der Höhe der Unterhaltsbeiträge nur aufwändig und damit im
Widerspruch zur summarischen Natur des vorliegenden Eheschutzverfahrens
präzis bestimmt werden. Die mutmassliche Steuerlast ist daher approximativ fest-
zusetzen bzw. pflichtgemäss zu schätzen.
Angesichts der mutmasslichen (auf ein Jahr hochgerechneten) Kinderunterhalts-
beiträge (Bar- und Betreuungsunterhalt) und Kinderzulagen, welche der (konfes-
sionslose) Gesuchsgegner für C._ in G._ zu bezahlen haben wird,
rechtsfertigt es sich unter Berücksichtigung der Abzüge für die allgemeinen Be-
rufsauslagen von Fr. 13'603.– bzw. Fr. 11'603.– (direkte Bundessteuer; vgl. Urk.
2/3, einzige aktenkundige [gemeinsame] Steuererklärung 2019 der Parteien), für
die Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge von Fr. 6'826.– sowie für die Ver-
sicherungsprämien in der Höhe von Fr. 2'600.– bzw. Fr. 1'700.– (direkte Bundes-
- 48 -
steuer; vgl. § 31 Abs. 1 lit. g StG/ZH; Art. 33 Abs. 1 lit. g Ziff. 2 DBG) sowie in An-
wendung des Grundtarifs bzw. Tarifs für Alleinstehende (§ 35 Abs. 1 StG/ZH; Art.
36 Abs. 1 DBG) und des Steuerfusses in E._ einen Betrag von rund
Fr. 150.– für die laufenden Steuern im Bedarf des Gesuchsgegners festzulegen
(vgl. Steuerrechner des Kantons Zürich). Mit Blick auf die ab Februar 2023 vom
Gesuchsgegner einzig noch zu bezahlenden Kinderbarunterhaltsbeiträge (ein Be-
treuungsunterhalt ist nicht mehr geschuldet), womit sich seine Abzüge massge-
blich verringern, erscheint in Anwendung der Untersuchungsmaxime, welche
auch zugunsten des Unterhaltspflichtigen gilt (Art. 296 Abs. 1 ZPO; vgl. BGer
5A_169/2012 vom 18. Juli 2012, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen), die Berücksichti-
gung eines Betrages von Fr. 300.– für die laufenden Steuern angemessen.
Der monatliche Bedarf des Gesuchsgegners beläuft sich somit auf Fr. 4'210.–
(Fr. 3'010.– + Fr. 900.– Kostenausübung Besuchsrecht + Fr. 150.– laufende
Steuern + Fr. 120.– Kommunikation + Fr. 30.– Haftpflichtversicherung) bzw. ab
Februar 2023 auf Fr. 4'360.– (Fr. 300.– laufende Steuern).
3.6. Bedarf Gesuchstellerin
Die Gesuchstellerin geht davon aus, dass sich ihr Bedarf ab dem Zeitpunkt, ab
welchem sie und C._ in G._ leben, auf etwa 80 % reduziere (Urk. 67
S. 56; vgl. auch Urk. 21 S. 8). Der Gesuchsgegner hält entgegen, dass sich der
Bedarf der Gesuchstellerin in G._ mehr als halbiere. Auch werde die Ge-
suchstellerin keine Gesundheitskosten mehr haben, da diese vom Einkommen
abgezogen würden (Urk. 78 S. 82; Urk. 84 S. 18). Demgegenüber macht die Ge-
suchstellerin geltend, sie müsse die Krankenkassenbeiträge als Selbstständige
selbst bezahlen. Diese würden weder von einem Arbeitgeber bezahlt noch über
das Sozialsystem finanziert (Urk. 82 S. 12 f.).
Gemäss der UBS-Broschüre Preise und Löhne 2015 (letzte Ausgabe) beträgt das
Preisniveau in G._ (mit Miete) 55,4 % von jenem in Zürich (vgl. S. 8). Es
rechtfertigt sich daher, vom Bedarf der Gesuchstellerin in der Schweiz in der Hö-
he von Fr. 2'720.– nur gerundet Fr. 1'507.– zu berücksichtigen (vgl. auch Urk. 23
S. 23 und Prot. I S. 16, wo der Gesuchsgegner von einem Bedarf der Gesuchstel-
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lerin in G._ von Fr. 1'530.– ausgeht). Allerdings wird die Gesuchstellerin in
F._ [Staat in Europa] die Kinderunterhaltsbeiträge (Bar- und Betreuungsun-
terhalt) und die Kinderzulagen zu versteuern haben. In F._ [Staat in Europa]
ist die Steuerlast notorisch höher als in der Schweiz. Es rechtfertigt sich daher,
auch bei der Gesuchstellerin den beim Gesuchsgegner angerechneten Betrag
von Fr. 150.– für laufende Steuern im Bedarf zu berücksichtigen. Davon ist jedoch
ein Steueranteil für C._ auszuscheiden (30 %, vgl. Verhältnis Barunterhalts-
beiträge und Kinderzulagen zu den insgesamt von der Gesuchstellerin zu ver-
steuernden Leistungen, inklusive dem wirtschaftlich ihr zuzurechnenden Betreu-
ungsunterhalt, vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2 und BGE 147 III 457 E. 4.2), womit
noch Fr. 105.– für laufende Steuern im Bedarf der Gesuchstellerin anzurechnen
sind. Anzumerken bleibt, dass die Krankenkassenbeiträge in F._ [Staat in
Europa] einkommensabhängig sind und bei der Gesuchstellerin entsprechend
daher nicht (mehr) Euro 809.78 monatlich betragen, wie noch im Jahr 2018 (vgl.
Urk. 29 S. 14). Ab dem Zeitpunkt der Anrechnung eines Einkommens seitens der
Gesuchstellerin in G._, d.h. ab Februar 2023 werden die Krankenkassenbei-
träge und Steuern bereits beim Einkommen in Abzug gebracht (vgl. Urk. 30/27
sowie vorstehend E. E.3.3.c), weshalb sie nicht erneut im Bedarf zu veranschla-
gen sind. Nach dem Gesagten beläuft sich der Bedarf der Gesuchstellerin unter
ebenfalls zusätzlicher Berücksichtigung der Kommunikations- und Versicherungs-
pauschalen neu auf Fr. 1'612.– (Fr. 1'507.– [55,4 % von Fr. 2'720.–] + Fr. 105.–
laufende Steuern) und ab Februar 2023 auf Fr. 1'385.– (Fr. 2'720.– - Fr. 220.--
Krankenkassenbeiträge = Fr. 2'500.–, davon 55,4 %).
3.7. Bedarf C._
Vom Gesamtbedarf von C._ in der Schweiz in der Höhe von Fr. 985.– (ab
Februar 2022) sind zunächst die Krankenkassenprämien von Fr. 85.– (Urk. 68
S. 27) abzuziehen, weil C._ in F._ [Staat in Europa] bei der Gesuchstel-
lerin mitversichert ist, so dass keine separaten Krankenkassenprämien für
C._ anfallen (Urk. 29 S. 14). Vom verbleibenden Barbedarf von Fr. 900.–
sind in G._ lediglich 55,4 % und damit rund Fr. 500.– anzurechnen. Die Kin-
derbetreuung ist in G._ kostenfrei (Urk. 21 S. 9; Urk. 29 S. 12). Weil wie er-
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wähnt, schweizerisches und nicht ... Recht [des Staates F._] für die Festle-
gung der Unterhaltsbeiträge massgeblich ist, ist die O._er Tabelle entgegen
der Ansicht des Gesuchsgegners (Urk. 78 S. 83 f.; Urk. 80/20; Urk. 84 S. 18) nicht
anzuwenden. Allerdings geht im Ergebnis auch der Gesuchsgegner von einem
Barunterhalt von C._ in G._ in der Höhe von Fr. 500.– pro Monat aus
(Urk. 78 S. 83). Dazu sind allerdings noch Fr. 45.– Steueranteil C._ hinzuzu-
zählen (vgl. vorstehend). Ab Februar 2023 entfällt ein solcher Anteil indes, weil
die Einkommenssteuern der Gesuchstellerin, wie erwähnt, bereits von den Ein-
künften abgezogen werden, sie keinen Betreuungsunterhalt mehr erhält und der
Steuerbetrag für die Kinderbarunterhaltsbeiträge und Kinderzulagen allein ver-
nachlässigbar erscheint. Somit beläuft sich der Barbedarf von C._ bis Ende
Januar 2023 auf Fr. 545.–, danach auf Fr. 500.–.
3.8. Unterhaltsberechnung ab Wegzug nach
G._ ab 1. Februar 2023
Einkommen 
Fr. 0 Fr. 2'700
Einkommen 
Fr. 6'380 Fr. 6'380
Einkommen C._
Fr. 200 Fr. 200
Gesamteinkommen Fr. 6'580 Fr. 9'280 Bedarf 
Fr. 1'612 Fr. 1'385
Bedarf 
Fr. 4'210 Fr. 4'360
Bedarf C._ Fr. 545 Fr. 500 Gesamtbedarf Fr. 6'367 Fr. 6'245 Freibetrag Fr. 213 Fr. 3'035
Der Freibetrag ist nach grossen und kleinen Köpfen aufzuteilen und damit zu je
zwei Fünfteln (Fr. 85.– bzw. Fr. 1'214.--) auf die Parteien und zu einem Fünftel
(Fr. 43.– bzw. Fr. 607.–) auf C._. Die Kinderzulagen sind vom Barbedarf von
C._ vorweg abzuziehen, womit ein noch zu deckender Barbedarf von
Fr. 345.– bzw. Fr. 300.– ab Februar 2023 verbleibt.
Bis Ende Januar 2023 hat der Gesuchsgegner somit der Gesuchstellerin für
C._ monatliche Barunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 388.– (Fr. 345.–
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Barbedarf zuzüglich Fr. 43.– Überschussanteil), zuzüglich der Kinderzulagen, so-
wie monatliche Betreuungsunterhaltsbeiträge von Fr. 1'612.– zu bezahlen. Unter-
haltsbeiträge für die Gesuchstellerin persönlich (welche sich auf Fr. 85.– pro Mo-
nat belaufen würden, vgl. Fr. 1'612.– Bedarf Gesuchstellerin + Fr. 85.– Über-
schussanteil - Fr. 1'612.– Betreuungsunterhalt) sind keine zuzusprechen, nach-
dem die Gesuchstellerin solche nicht (mehr) verlangt hat (Urk. 67 S. 4, Beru-
fungsanträge Ziffern 5 und 6, S. 56 f.; Art. 58 Abs. 1 ZPO).
Ab 1. Februar 2023 ist kein Betreuungsunterhalt mehr geschuldet, weil die Ge-
suchstellerin ihre monatlichen Lebenshaltungskosten (Fr. 1'385.–) mit dem ihr an-
gerechneten hypothetischen Einkommen von Fr. 2'700.– pro Monat selbst zu de-
cken vermag. Die Barunterhaltsbeiträge für C._ (abzüglich der Kinderzula-
gen) belaufen sich ab diesem Zeitpunkt auf Fr. 907.– (Fr. 300.– Bedarf und
Fr. 607.– Überschussanteil) pro Monat. Davon hat der Gesuchsgegner Fr. 806.–
zu bezahlen (Fr. 6'380.– Einkommen Gesuchsgegner - Fr. 4'360.– Bedarf Ge-
suchsgegner - Fr. 1'214.– Überschussanteil Gesuchsgegner). Die restlichen
Fr. 101.– pro Monat des Kinderbarunterhalts hat die Gesuchstellerin selber zu
tragen (vgl. Fr. 2'700.– hypothetisches Einkommen Gesuchstellerin - Fr. 1'385.–
Bedarf Gesuchstellerin - Fr. 1'214.– Überschussanteil Gesuchstellerin). Für die
Gesuchstellerin resultieren im Übrigen keine persönlichen Unterhaltsbeiträge.
Solche hat sie auch nicht verlangt (vgl. Urk. 67 S. 4, Ziffer 6; S. 56 f.; Art. 58 Abs.
1 ZPO). Dass die Gesuchstellerin die Ansicht vertritt, wonach ihr erst ein Jahr
nach Übersiedelung nach F._ [Staat in Europa] ein eigenes Einkommen an-
zurechnen sei und der Gesuchsgegner bis dahin gegenüber C._ und ihr un-
terhaltspflichtig sei (Urk. 67 S. 56), ändert nichts, nachdem sie keinen bezifferten
Antrag auf Leistung persönlicher Unterhaltsbeiträge gestellt hat (Urk. 67 S. 4, Zif-
fer 6, S. 56 f.).
Der Deklarationspflicht bei der Festlegung von Kinderunterhaltsbeiträgen
(Art. 301a ZPO; Art. 286a ZGB) ist Genüge getan, sofern Einkommen und Ver-
mögen jedes Elternteils und jedes Kindes aus den Erwägungen hervorgehen.
Solches braucht nicht (erneut) im Dispositiv vermerkt zu werden. Ins Urteilsdispo-
sitiv müssen einzig die Kinderunterhaltsbeiträge sowie gegebenenfalls der zur
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Deckung des gebührenden Unterhalts jedes Kindes fehlende Betrag und die An-
passung an die Veränderung der Lebenshaltungskosten aufgenommen werden
(Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 529, S. 581). Entsprechend erübrigt sich
vorliegend eine Anpassung von Dispositivziffer 7 des angefochtenen Urteils.
Vielmehr kann diese Ziffer ersatzlos aufgehoben werden, nachdem die Einkünfte
(und Bedarfe) vorstehend dargetan wurden. Festzuhalten ist an dieser Stelle so-
dann, dass die Gesuchstellerin über Vermögen in der Höhe von rund Fr. 60'000.–
und der Gesuchsgegner über Vermögen im Umfang von Fr. 70'000.– verfügt (vgl.
Prot. I S. 25, 32; vgl. auch Urk. 2/3).
F. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1.1. Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 5'400.– fest, auferlegte die Kosten den Parteien je hälftig und sprach keine Parteientschädigungen zu
(Urk. 68 S. 27, Dispositivziffern 10 bis 12).
1.2. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die noch unter der kantonalzürcherischen ZPO begründete Praxis der hälf-
tigen Kostenauflage bei strittigen Kinderbelangen im engeren Sinn (ohne Kin-
derunterhaltsbeiträge; vgl. ZR 84 Nr. 41) wurde unter der eidgenössischen ZPO
beibehalten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Sie wurde ausgedehnt durch die auf be-
währte Lehre gestützte Praxis vieler erstinstanzlicher Gerichte, in Eheschutzver-
fahren (auch ohne Kinderbelange) die Kosten den Ehegatten hälftig aufzuerlegen
und die Parteientschädigungen wettzuschlagen. Die Kammer übt beim Eingriff in
solche vor-instanzlichen Ermessensentscheide regelmässig Zurückhaltung (vgl.
z.B.
OGer ZH LE190027 vom 18.12.2019, Erw. D.1, S. 21; OGer ZH LE190037 vom
7.05.2020, Erw. D.1, S. 59; OGer ZH LE190062 vom 17.03.2021, Erw. E. 4,S.
46). Auch vorliegend besteht keine Veranlassung, in die hälftige Kostenauflage
durch die Vorinstanz einzugreifen. Dementsprechend sind die erstinstanzlichen
Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Dispositivziffern 10 bis 12 des ange-
fochtenen Urteils zu bestätigen. Ergänzend ist festzuhalten, dass die der Gesuch-
stellerin auferlegten Kosten (Fr. 2'700.–) mit dem von ihr geleisteten Kostenvor-
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schuss von Fr. 2'400.– (Urk. 3 und Urk. 6) zu verrechnen sind. Im Mehrbetrag
wird die Gerichtskasse Rechnung stellen (Art. 111 Abs. 1 ZPO).
2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist auf Fr. 5'500.– festzulegen (vgl. § 5, § 6 Abs. 2 lit. b, § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG). Betreffend die Kinderbelange
(Bewilligung Aufenthaltswechsel, Obhut, persönlicher Verkehr) rechtfertigt es sich
auch im Berufungsverfahren, den Parteien die Kosten je zur Hälfte aufzuerlegen.
Hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge, wobei von einer Geltung der vorliegenden
Regelung des Getrenntlebens von praxisgemäss rund vier Jahren auszugehen
ist, unterliegt die Gesuchstellerin lediglich leicht mehr als der Gesuchsgegner.
Insgesamt erscheint es daher angemessen, den Parteien die Kosten des Beru-
fungsverfahrens je hälftig aufzuerlegen. Entsprechend sind keine Parteientschä-
digungen zuzusprechen. Die Kosten sind mit dem von der Gesuchstellerin geleis-
teten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'500.– (Urk. 71 und Urk. 72) zu ver-
rechnen. Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin den geleisteten Vorschuss
im Umfang von Fr. 2'750.– zu ersetzen (Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO).