# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 17047e63-c480-4912-8911-e544098a075b
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
A. A (nachfolgend der Pflichtige), geboren 19.., ist seit dem 3. Januar 19.. (Un-
terbruch 31. August 19.. bis 1. Juni 19..) in der Stadt B als Wochenaufenthalter gemel-
det.
Auf Ersuchen des Steueramts der Stadt B füllte der Pflichtige am
25. März 2008 den "Fragebogen zur Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes"
aus. Am 4. August 2008 führte das Steueramt der B sodann im selben Zusammenhang
eine persönliche Befragung des Pflichtigen durch.
Nachdem das Steueramt der Stadt B einen entsprechenden Antrag beim kan-
tonalen Steueramt gestellt hatte, erliess dieses am 23. Februar 2009 einen Vorent-
scheid über die Beanspruchung der Steuerhoheit.
B. Mit Schreiben vom 10. März 2009 (Datum Poststempel) erhob der Pflichtige
Einsprache gegen diesen Entscheid und beantragte sinngemäss, es sei auf die Bean-
spruchung der Steuerhoheit zu verzichten. Am 22. Oktober 2009 erliess das kantonale
Steueramt eine Beweisauflage, welche der Pflichtige am 19. November 2009 beant-
wortete. Dabei reichte er die folgenden Unterlagen ein:
 C
 Kreditkartenabrechnungen UBS Visa Card Classic
 Kreditkartenabrechnungen Master Card Gold
 9 Monatsrechnungen der cablecom GmbH für Telefon und Internet
 2 Rechnungen ewz für die Zeit vom 31.05.2007 bis 03.06.2009
Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 6. Januar 2010 ab.
C. Mit Eingabe an die Steuerrekurskommission vom 27./28. Januar 2010 er-
klärte der Pflichtige, er sei mit dem Einspracheentscheid nicht einverstanden. Die
Steuerrekurskommission ersuchte den Pflichtigen angesichts des unklaren Rekurswil-
lens um eine Erklärung, ob die Eingabe vom 27./28. Januar 2010 als Rekurs zu be-
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trachten sei. Der Pflichtige teilte im Schreiben vom 11. Februar 2010 mit, dass er Re-
kurs erheben wolle, falls dies keine Kostenfolgen für ihn nach sich ziehe. Die Steuerre-
kurskommission ersuchte den Pflichtigen am 15. Februar 2010 um eine unbedingte
Erklärung hinsichtlich seines Rekurswillens, worauf der Pflichtige im Schreiben vom
23. Februar 2010 bestätigte, dass er Rekurs erheben wolle und die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung beantrage.
In der Rekursantwort vom 23. März 2010 schloss das kantonale Steueramt
auf Abweisung des Rekurses.
Im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung er-
suchte die Steuerrekurskommission den Pflichtigen mit Verfügung vom 26. März 2010
um nähere Angaben zu seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Der Pflich-
tige reichte in der Folge verschiedene Unterlagen ein. Am 22. April 2010 hielt sie den
Pflichtigen zu weiteren Beweisleistungen und Auskünften an. Der Pflichtige nahm
schliesslich am 26. Mai 2010 (Datum Poststempel) ein weiteres Mal zur Sache Stel-
lung.
Mit Verfügung vom 1. Juni 2010 wies der Präsident der Steuerrekurskommis-
sion II das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab. Auf die Beschwerde, welche
der Pflichtige am 17. Juni 2010 gegen diese Verfügung erhob, trat das Verwaltungsge-
richt mit Beschluss vom 17. November 2010 nicht ein.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Die bisherigen Steuerrekurskommissionen wurden per 1. Januar 2011 in
das Steuerrekursgericht umgewandelt (vgl. §§ 112 - 118a und §§ 147 - 153 des Steu-
ergesetzes in der alten und neuen Fassung vom 8. Juni 1997 bzw. 13. September
2010, StG). Das vorliegende, noch bei der Steuerrekurskommission II eingegangene
Geschäft ist als Folge dieser Änderung der 2. Kammer des Steuerrekursgerichts zuge-
teilt worden und wird unter der Geschäftsnummer 2 ST.2010.27 weitergeführt.
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2 ST.2010.27
2. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie
§ 3 Abs. 1 StG sind natürliche Personen im Kanton Zürich aufgrund persönlicher Zu-
gehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt
im Kanton haben. Der steuerrechtliche Wohnsitz befindet sich laut Art. 3 Abs. 2 StHG
und § 3 Abs. 2 StG dort, wo die Person sich mit der Absicht dauernden Verbleibens
aufhält. In diesem Fall ist die Steuerpflicht kraft § 5 Abs. 1 StG unbeschränkt, d.h. sie
erstreckt sich grundsätzlich auf das gesamte Einkommen und Vermögen des Steuer-
pflichtigen.
b) Aufgabe des interkantonalen Steuerrechts ist es, die Kollision von konkur-
rierenden Besteuerungsansprüchen zweier oder mehrerer Kantone zu vermeiden. Eine
solche Kollision besteht namentlich dann, wenn zwei Kantone die unbeschränkte Steu-
erhoheit über dieselbe Person während der nämlichen Steuerperiode beanspruchen.
Dies kommt häufig dann vor, wenn sowohl der Arbeitsortkanton, in welchem eine na-
türliche Person während der Woche übernachtet, als auch der Kanton des zivilrechtli-
chen Wohnorts, in welchen sie am Wochenende zurückkehrt, zur unbeschränkten Be-
steuerung schreiten. Art. 3 StHG enthält eine Regel zur Schlichtung eines solchen
Streits. Diese bestimmt, dass sich das Hauptsteuerdomizil an jenem Ort befindet, in
welchem sich die Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält, wobei der
steuerrechtliche Wohnsitz dem qualifizierten Aufenthalt (im Sinn von Art. 3 Abs. 1
Halbsatz 2 StHG) vorgeht (Bauer-Balmelli/Nyffenegger, in: Kommentar zum Schweize-
rischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 3 N 11 StHG). Dergestalt liegt eine bun-
desrechtliche Kollisionsnorm zum interkantonalen Steuerrecht vor (a.M.: Bauer-
Balmelli/Nyffenegger, Art. 3 N 15; Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. A.,
2000, S. 16 f.). Somit bildet Art. 3 Abs. 1 und 2 StHG die Grundlage für die Abgrenzung
der unbeschränkten Steuerhoheit. Die langjährige bundesgerichtliche Rechtsprechung,
welche sich gestützt auf Art. 46 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV)
sowie später Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) entwickelt
hat, dient weiterhin als Auslegungshilfe. Jedoch vermag sie nur insoweit zu greifen, als
sie nicht der erwähnten StHG-Norm widerspricht (so auch Höhn/Mäusli, S. 17).
c) Nach Art. 68 Abs. 1 StHG (in der ab 1. Januar 2001 gültigen Fassung) be-
steht die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit bei Wechsel des steuer-
rechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz für die laufende Steuerperiode im Kan-
ton, in welchem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode wohnt. Mithin kommt es
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für die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes im interkantonalen Verhältnis
auf die tatsächlichen Umstände am Ende der jeweiligen Steuerperiode an.
d) Nach der massgeblichen Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Dop-
pelbesteuerungsverbot gemäss Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV steht die
Besteuerung des Einkommens und beweglichen Vermögens unselbstständig erwer-
bender Personen dem Kanton zu, in welchem sie ihren Wohnsitz haben. Unter Wohn-
sitz ist dabei in der Regel der zivilrechtliche Wohnsitz zu verstehen, d.h. der Ort, an
welchem sich die Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1
ZGB; so auch Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG), wo sich der Mittelpunkt der Le-
bensinteressen befindet (BGr, 25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.2; 17. Juni 2004,
2P.180/2003, E. 2.1; 7. Januar 2004, 2P.2/2003, E. 2.2; BGE 123 I 289, E. 2a, 293;
StR 1994, 580 ff.; ASA 63, 836). Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt
sind und die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt dagegen keine entscheiden-
de Bedeutung zu. Beides sind bloss äussere Merkmale, die ein Indiz für den steuer-
rechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür
spricht (BGE 125 I 54 E. 2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2a, mit Hinweisen).
e) Hält sich eine Person abwechslungsweise an zwei oder mehreren Orten
auf, namentlich wenn Arbeits- und sonstiger Aufenthaltsort auseinander fallen, ist für
die Bestimmung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort die Person
die stärkeren Beziehungen unterhält (BGE 125 I 54, E. 2). Der Lebensmittelpunkt
bestimmt sich dabei nach der Gesamtheit der äusseren Umstände, aus denen sich die
Lebensinteressen erkennen lassen, und nicht bloss nach den erklärten Wünschen der
steuerpflichtigen Person (BGE 125 I 54, E. 2; 123 I 289, E. 2b). Auf die gefühlsmässige
Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerliche Wohnsitz ist nicht unge-
achtet der tatsächlichen Verhältnisse frei wählbar (BGE 123 I 289, E. 2b; 113 Ia 465,
E. 3). Die Frage, zu welchem Aufenthaltsort der Steuerpflichtige die stärkeren Bezie-
hungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu
beurteilen (BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, E. 2.2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2b, mit
Hinweisen). Bei der Bestimmung des Steuerdomizils kann neben den Verhältnissen in
der Bemessungsperiode auf die weiteren, bis zum letztinstanzlichen Entscheid einge-
tretenen Entwicklungen abgestellt werden (BGr, 1. Oktober 1996, 2P.242/1994, E. 1b).
f) Bei unverheirateten Steuerpflichtigen, die unselbstständig erwerbstätig sind,
liegt das Steuerdomizil gewöhnlich am Arbeitsort, genauer am Ort, von wo aus sie für
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längere oder unbestimmte Zeit der täglichen Erwerbstätigkeit nachgehen (BGr,
20. Januar 1994 = StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836; BGE 125 I 54, E. 2b, auch
zum Folgenden). Denn der Zweck des Erwerbs für den Lebensunterhalt ist dauernder
Natur. Eine Ausnahme besteht dann, wenn sie regelmässig an den Familienort zurück-
kehren und ihre persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zum Familienort
diejenigen zum Arbeitsort klar überwiegen. Das Bundesgericht nimmt dabei an, dass
die beruflichen Interessen nicht über die affektiven Beziehungen gestellt werden dür-
fen. Daran vermöge, so das Gericht, der Umstand, dass eine Person ledig sei, nichts
zu ändern. Als Familienort gilt auch der Wohnort der elterlichen Familie und der Ge-
schwister (BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004). Die Kontakte müssen sich aber auf einen
bestimmten Ort beziehen; es genügt nicht, dass die Beziehungen zu einer ganzen Re-
gion bestehen, mit der sich der Steuerpflichtige verbunden fühlt (StRK II, 8. September
2004, 2 ST.2004.381). Werden am Wochenende und in der Freizeit Beziehungen zu
mehreren Orten gepflegt, ist eher anzunehmen, dass der Wochenaufenthaltsort der
Lebensmittelpunkt und damit der steuerrechtliche Wohnsitz ist.
g) Generell ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur mit Zu-
rückhaltung anzunehmen, die Beziehungen zum Familien- bzw. Wochenendaufent-
haltsort seien stärker als diejenigen zum Arbeitsort. Sinn und Zweck der direkten Steu-
ern ist es, die allgemeinen Leistungen abzugelten, die das Gemeinwesen für seine
Mitglieder erbringt. Der ledige Steuerpflichtige ohne Familie beansprucht die öffentliche
Infrastruktur und die Leistungen des Gemeinwesens stärker am Ort, an dem er seiner
Erwerbstätigkeit nachgeht und sich demzufolge mehrheitlich aufhält, als am Ort, wo er
seine Freizeit verbringt.
Dementsprechend sind bei ledigen Steuerpflichtigen auch die weiteren Erfor-
dernisse für einen Wohnsitz am Ort, wo sie die Wochenenden verbringen, namentlich
hinsichtlich der regelmässigen Rückkehr, besonders streng zu handhaben (BGr,
25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.2, auch zum Folgenden). Von ganz besonderem
Gewicht sind die Dauer der Anstellung am Arbeitsort und das Alter des Steuerpflichti-
gen. Mit Berücksichtigung der Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort trägt das Bundes-
gericht dem Umstand Rechnung, dass sich mit dessen zunehmender Dauer die Bin-
dungen zur Familie erfahrungsgemäss lockern, während sich diejenigen zum Arbeitsort
verdichten (BGr, 26. Januar 1994 = StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836, auch zum
Folgenden). Die ständige regelmässige Rückkehr an den elterlichen Wohnort vermag
deshalb nach einer gewissen Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort das Steuerdomizil
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am Ort der Familie nicht mehr ohne weiteres zu begründen, wenn nicht weitere Um-
stände schlüssig darauf hinweisen, dass die Beziehungen zum Familienort diejenigen
zum Arbeitsort überwiegen.
3. a) In einer schriftlichen Befragung am 10. Februar 2005 erklärte der Pflich-
tige, seine Wochenenden und Freizeit oft bis immer in der Gemeinde D, wo er aufge-
wachsen sei, zu verbringen. Er unterhalte dort Beziehungen zu seinen Eltern, Ge-
schwistern und anderen Personen. In B pflege er einen Freundes- und Bekanntenkreis.
Ebenfalls drückte er die Absicht aus, (nur) vorübergehend in B zu bleiben, da er vorha-
be, sich später im Kanton E selbstständig zu machen.
b) In einer schriftlichen Befragung vom 25. März 2008 erklärte der Pflichtige,
dass er sich während seiner Freitage sehr oft im Kanton E aufhalte. Auf die (vom
Pflichtigen wohl falsch verstandene) Frage, weshalb er seinen bisherigen Wohnsitz
beibehalten wolle, erklärte er, dass er innerhalb einer Stunde am F sein müsse. Über
seine Absicht der Dauer des Verbleibs in B erklärte er, dass beruflich bedingt eventuell
ein Umzug nötig sei. Die Wochenenden und die Freizeit verbringe er wöchentlich an
seinem Wohnort. Am Wohnort unterhalte er Beziehungen zu seinen Eltern, Geschwis-
tern und Freunden sowie zu seiner Lebenspartnerin. Mit B verbinde ihn sein Beruf. In B
wohne er alleine in einer teilmöblierten 1.5-Zimmer-Mietwohnung. An seinem Wohnort
lebe er bei seinen Eltern oder Verwandten, bei Dritten oder bei anderen Personen.
c) Anlässlich einer mündlichen Befragung am 4. August 2008 gab der Pflichti-
ge zu Protokoll, dass ihm in D in der 4-Zimmerwohnung seiner Eltern ein Zimmer zur
Verfügung stehe. Er bezahle dafür einen Unkostenbeitrag. Einen Telefonanschluss
habe er dort nicht. Bevor er an die ...strasse gezogen sei, habe er an der ...strasse
gewohnt, ebenfalls in einer 1.5-Zimmerwohnung. In B unterhalte er wenig Kontakt zu
Bekannten und Freunden. Die Freizeit in B verbringe er zu Hause. Er besuche in B
keine gesellschaftlichen Anlässe. Im Durchschnitt verbringe er 2-3 Wochenenden pro
Monat in D. Für die Rückkehr benutze er jeweils sein Auto. Er sei in D aufgewachsen.
Seine Eltern wohnten dort, sein Bruder in G und seine Schwester in H. Eine feste Part-
nerbeziehung habe er nicht. Ebenfalls gehe er keiner Vereinstätigkeit nach und beklei-
de keine öffentlichen Ämter.
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d) In der Einsprache machte der Pflichtige geltend, aufgrund seiner I-Tätigkeit
sei er weltweit unterwegs. Es gebe keinen Ort, wo sich sein Lebensmittelpunkt befinde.
Wenn er nach J freie Tage habe, so nutze er diese sehr gerne, um bei seinen Eltern zu
sein, die auf dem Land wohnten. Er könne sich dort besser erholen. Seine Wohnung in
B benutze er als Schlafstelle. Für ein soziales Leben in B fehle ihm schlichtweg die
Zeit. Er gehe nicht aus und aufgrund seines jetzigen Berufes habe er fast keine nahen
Bezugspersonen in B. Hingegen unterhalte er in D noch immer viele Kontakte zu ehe-
maligen Schulkollegen und Jugendfreunden habe. Auch sein Bruder und dessen
Freundin lebten immer noch im Kanton E. Seit Kurzem habe er auch wieder eine Be-
ziehung im Kanton E. Sodann habe sein Vater bereits zwei "Herzanfälle" erlitten und
es gehe ihm nicht gut. Er wolle so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen und seine
Mutter brauche ebenfalls Unterstützung. Seine Wohnung in B sei zwar mit eigenen
Möbeln eingerichtet. Dabei handle es sich aber zu einem grossen Teil um Möbel aus
dem Brockenhaus oder aus seinem Jugendzimmer. Es seien rein zweckmässige Mö-
bel. Er lebe in einer sehr kleinen Wohnung und brauche auch keine grössere, da er
wirklich nur in B sei, wenn er arbeite. Sein Lebensmittelpunkt befinde sich dort, wo sein
Herz sei und dies sei und bleibe bei seinen Eltern, seinem Bruder und seinen Freun-
den, allesamt wohnhaft im Kanton E.
e) Ergänzend brachte der Pflichtige in der Rekursschrift vor, während seiner
Abwesenheit übernachteten Arbeitskollegen in seiner Wohnung. Auch die Nachbarin
verbringe Zeit mit seiner Katze in der Wohnung. Dies erkläre den Stromverbrauch.
Was den Internet-Anschluss betreffe, so sei zu beachten, dass ein Vertragspaket güns-
tiger sei als der Abschluss verschiedener Verträge. Er könne sodann nicht alle Telefo-
nate von seinen Eltern aus führen, da er sie finanziell nicht belasten wolle. Während er
in B ein Zimmer benutze, stünden ihm in der Wohnung der Eltern ein eigenes Zimmer
und zusätzlich ein Wohnzimmer zur Mitbenützung zur Verfügung. Da er keine Agenda
führe, könne er keine lückenlose Auskunft über seinen jeweiligen Aufenthaltsort im
Jahr 2008 liefern.
4. a) Der ledige, .. Jahre alte Pflichtige hält sich – mit einem Unterbruch von
Ende August 19.. bis Juni 19.. – seit Januar 19.. in der Stadt B auf. Seit Mitte Februar
19.. wohnt er alleine an der ...strasse .. in B in einer 1.5-Zimmerwohnung; der monatli-
che Mietzins inkl. Nebenkosten beträgt Fr. 1’023.-. Der Pflichtige verfügt in der Woh-
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nung über einen Telefon-Festanschluss und eine Internetverbindung. Seit 1. Januar
20.. arbeitet er bei der K als I mit einem monatlichen Nettolohn von rund Fr. 2'800.-.
b) Die Umstände, welche die unbeschränkte Steuerhoheit über eine Person
begründen, stellen eine steuerbegründende Tatsache dar und müssen daher vom ent-
sprechenden Gemeinwesen bzw. von der zuständigen Steuerbehörde bewiesen wer-
den (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuer-
gesetz, 2. A., 2006, § 3 N 83).
Bei unverheirateten, unselbstständig Erwerbstätigen besteht indessen nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine besondere Beweislastregel: Der Um-
stand, dass der unverheiratete Steuerpflichtige vom Ort aus, wo er sich während der
Woche aufhält, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, begründet nach der
Rechtsprechung die natürliche Vermutung, dass der Steuerpflichtige dort sein Steuer-
domizil hat. Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindes-
tens ein Mal pro Woche oder zumindest (bei unregelmässiger Arbeitszeit) an den ar-
beitsfreien Tagen, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familie lebt, mit welcher er aus
bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere persönliche und
gesellschaftliche Beziehungen pflegt (BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004; BGE 125 I 54,
E. 3a; Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Das interkantonale Dop-
pelbesteuerungsrechts, § 3, I B, 2b Nrn. 32 und 27; Martin Arnold, Der steuerrechtliche
Wohnsitz natürlicher Personen im interkantonalen Verhältnis nach der neueren bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung, ASA 68, 462 ff.). Die Anforderungen an die Über-
zeugungskraft der für die Kontakte zum Wochenendort geltend gemachten Umstände
werden dabei mit zunehmender Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort höher, geht doch
mit zunehmender Dauer des Wochenaufenthalts regelmässig eine Lockerung der Bin-
dungen zur elterlichen Familie einher (StE 1994 A 24.21 Nr. 7 E. 3 b).
c) Vorliegend macht der Pflichtige enge Beziehungen zu seinen Eltern gel-
tend. Was die regelmässige, wöchentliche Rückkehr bzw. die Rückkehr an den dienst-
freien Tagen an den Familienort betrifft, so ersuchte das kantonale Steueramt den
Pflichtigen in der Beweisauflage vom 22. Oktober 2009 um eine detaillierte Darlegung
und um den entsprechenden Beweis, an welchen Tagen er sich im Jahr 2008 am "Wo-
chenendort" und an anderen Orten ausserhalb des Kantons Zürich aufgehalten habe.
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Auf Grund von folgenden Umständen sind die Anforderungen an den Nach-
weis der regelmässigen Rückkehr an den Familienort hoch anzusetzen:
 In der Steuerperiode 2008 war der Pflichtige .. Jahre alt und hielt sich, mit ei-
nem Unterbruch von Ende August 19.. bis Juni 19.., bereits seit Januar 19.. in
der Stadt B auf.
 Während er in B Alleinbenützer einer 1,5-Zimmerwohnung war, standen ihm
am Familienort nur ein Zimmer sowie ein Wohnzimmer (zur Mitbenutzung) zur
Verfügung.
 Der Pflichtige machte wechselnde Angaben zu einer partnerschaftlichen Be-
ziehung am Familienort. Den diesbezüglichen Punkt in der Beweisauflage
vom 22. Oktober 2009 ("detaillierter Beschrieb der persönlichen und sozialen
Beziehungen...") erfüllte er in seiner Eingabe vom 19. November 2009 nicht.
Es ist demnach nicht von einer langjährigen, beständigen Partnerschaft mit
Anknüpfungspunkt in D auszugehen.
 Zur Ausstattung der Mietwohnung in B gehörten ein Telefon-Festanschluss
sowie eine Internetverbindung.
 Offenbar hielt sich der Pflichtige in der Wohnung in B eine Katze als Haustier.
Aus den Darlegungen des Pflichtigen und aus den eingereichten Unterlagen
lässt sich nicht ableiten, dass der Pflichtige im Jahr 2008 regelmässig, d.h. grundsätz-
lich wöchentlich, an den Familienort zurückkehrte. Mit Bezug auf die Fahrten nach D
führte er aus, dass er seine Rückfahrten nicht belegen könne, da er mit dem Auto fahre
und seine Benzinbezüge jeweils bar bezahle. Es erübrigt sich auch, die vom Pflichtigen
angesprochenen Zeugen einzuvernehmen; dies umso mehr, als der Pflichtige selber
darum ersucht, von einer Einvernahme abzusehen. Ausserdem liesse sich aus der
Mitbenutzung seiner Wohnung durch weitere Personen keine direkten Rückschlüsse
auf eine wöchentliche Rückkehr nach D ziehen. Eine regelmässige Rückkehr an den
Familienort wurde vom Pflichtigen damit nicht nachgewiesen.
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5. a) Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses.
b) Desgleichen ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung abzuweisen. Zur Begründung ist auf die entsprechenden Erwägungen in der
Verfügung vom 1. Juni 2010 zu verweisen. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
der Pflichtige vor der Steuerrekurskommission/dem Steuerrekursgericht nicht seine
ganze Vermögenssituation offenlegte und seine Lebenshaltungskosten nur teilweise
belegte. Diese Versäumnisse holte er auch in der Beschwerde an das Verwaltungsge-
richt nicht nach. Die Kosten des Rekursverfahrens sind daher ausgangsgemäss dem
Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG).