# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4ad1856a-4b0a-4fa4-aef5-280eefc36bae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1961
, war
zuletzt von 1999
bis
Februar 2004
bei
der
Y._
als Maschinist Profilbearbeitungscenter
tätig
(Urk.
7/3/4
).
Unter Hinweis auf
eine seit 2004 bestehende depressive Sympto
matik und
auf
posttraumatische Belastungssymptome
meldete sich der Versi
cherte
am 21.
Oktober
2010
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/4
Ziff. 6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und holte bei Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein psy
chiatrisches Gutachten ein, das am 26. Mai 2011
erstattet w
urde (Urk. 7/22
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/81,
Urk.
7/92
, Urk. 7/94
) sprach die IV-Stelle
dem Versich
erten
mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 eine von April bis August 2011 befristete ganze Invalidenrente
zu
(Urk. 7
/
96 und Urk.
7/103
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 21. November 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
22. Oktober 2013
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
von April 2011 bis 31. August 2011
eine ganze
und ab 1. September 2011
eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
die Sache zur Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens
beziehungsweise
zur Anordnung einer beruflichen Umschulung an die Vorinstanz zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2014 (Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
7. Mai 2014
wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig
die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
in
ihre
r
Verfügung (Urk. 2)
die von Apri
l
bis Ende August 2011 befristete
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente
damit, der Beschwerdeführer
habe n
ach Ablauf der Wartezeit per 17. März 2010
andauernd seine
angestammte Tätig
keit nicht mehr ausüben können und auch eine angepasste Tätigkeit sei nicht zumutbar gewesen.
G
emäss dem
Gutachten
von Dr.
Z._
vom Mai 2011 habe sich der Gesund
heits
zustand
derart
verbessert
,
dass
der Beschwerdeführer
seit diesem
Zeitpunkt
in einer
angepassten
leichten bis mittelschweren,
rü
ckenschonenden
,
wechsel
belastenden
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
sei
.
Die nachgereichten
medizinischen
Berichte liefer
te
n keine neuen relevanten Erkenntnisse.
Der Beschwerdeführer sei bereits erfolglos bei der beruflichen
Wiedereingliederung unterstützt und die Eingliederungsmassnahmen
seien
im März
2013
abgeschlossen worden
. Es sei ihm zuzumuten, selbständig nach Stellen zu suchen, zumal seit Mai 2011 von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % für angepasste Tätigkeiten ausgegangen werden könne
(Verfügungsteil 2, S. 1 ff.)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend,
es sei ihm ab dem 1. September 2011 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen,
da sich sein
psychischer Zustand seit dem Gutachten der Klinik
A._
vom Mai 2011 ver
schlechtert habe
,
was den aktuellen Zeugnissen der langjährig behandelnden Psychiaterin zu entnehmen sei. Wegen der psychischen Problematik bestehe eine generelle Arbeitsunfähigkeit von 50 % (S. 3 f. Ziff. 2).
Weiter sei zu bemängeln, dass
es die Beschwerdegegnerin
unterlassen habe
,
betreffend die körperlichen Beschwerden ein Gutachten einzuholen und diese abzuklären (S. 4 Ziff. 2). Gemäss seinem Hausarzt bestehe wegen der organi
schen Beschwerden und seiner Schmerzen eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%, was sich auch im
Arbeitstraining
bestätigt habe (S. 5 oben). Auf die Ein
schätzung des RAD
-Arztes
, dass
er
in angepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei, könne daher nicht abgestellt werden (S. 5 Mitte).
Sollte ihm keine Rente zugesprochen werden, sei eine
entsprechende Umschulung
zu gewähren (S. 6).
2.3
Unbestritten blieb die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente von 1. April bis 31. August 2011
.
Strittig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine halbe Rente ab September 2011
verneint hat
und ob ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung besteht
.
3.
3.
1
Dr. med.
B._
,
F
acharzt für
Allgemeine
Medizin,
stellte in seinem Be
richt vom 21
.
November
2010 (
Urk.
7/12)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1)
:
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
,
bestehend
mindes
tens seit 2005
ängstliche Persönlichkeitsstörung
, schon immer
Diskushernie L5/S1 mit Nervenwurzelkompression S1
,
bestehend
seit 2009
Dr.
B._
nannte als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Lungen-Tuberkulose im Jahr 1984
und
eine
leichte
COPD mit Lungenemphysem,
bestehend
seit 2005
.
Der Beschwerdeführer sei seit April 2004 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am 1. Oktober 2010 stattgefunden (Ziff. 1.2). Es handle sich um einen entwurzelten Patienten mit einsamem Lebensstil. Er leide an chronischen Lendenwirbelsäulenschmerzen
und es bestehe deswegen eine eingeschränkte Tragebelastung
. Physisch sei er nur bedingt belastbar
(Ziff. 1.4).
Seit dem 18. März 2009 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Die bisherige Tätigkeit sei ihm
aufgrund der verminderten Belastbarkeit
nicht mehr zumutbar
(Ziff. 1.7). Mit der Wieder
aufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff.
1.9). Eine IV-Werkstatt, wo der Druck des
Bestehen-
Müssens
fehle, wäre optimal (Ziff. 1.11). In angepasster Tätigkeit sei eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50
%
gegeben (S. 4).
3.
2
Dr. med.
C._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
D._
,
stellte in ihrem Bericht vom 22.
Dezember
2010 (7/15
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung,
aktuell leicht
bis mittelgradig (
ICD-10
F33.1)
, bestehend seit 2004
posttraumatische Belastungsstörung (
ICD-10
F43.1)
vermeidende (ängstliche) Persönlichkeitsstörung (
ICD-10
F60.6)
somatisch: chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
lumbo
radi
ku
läres
Reizsyndrom
S1 links
Dr.
C._
führte aus, der Beschwerde
führer sei vom 6. Juli 2004 bis
29. Juni 2006 und erneut seit dem 7. Januar 2009 bei ihr in Behandlung. Die letzte Kontrolle habe am 14. Dezember 2010 stattgefunden (Ziff. 1.2).
Der Beschwer
deführer sei am 30. Juni 2010 in die teilstationäre Behandlung eingetreten. Der Zeitpunkt der Entlassung sei offen (Ziff. 1.3).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe seit etwa 2004 eine Arbeitsunfähig
keit von 50 %. Er sei somatisch durch die Rückenschmerzen eingeschränkt. Psy
chisch hindere ihn seine vermeidende Haltung, Probleme rechtzeitig anzugehen. Durch sein Helfersyndrom bringe er sich selber in schwierige Lagen. Er leide zudem unter Antriebslosigkeit (Ziff. 1.6).
Der Beschwerdeführer könnte sich gut vorstellen, wieder als CNC
Pro
grammierer zu arbeiten. Die zu erstellenden Teile dürften jedoch wegen seines
Rücken
problems
nicht schwer sein (Ziff. 1.7).
Dr.
C._
führte
weiter
aus, die Einschränkungen des Beschwerdeführers liessen sich durch Weiterführung der psychiatrischen Behandlung und Behandlung der Rückenbeschwerden vermindern (Ziff. 1.8).
Ab Frühjahr 2011 könne mit der Wieder
aufnahme der Tätigkeit im Umfang von 50 % gerechnet werden
(Ziff.
1.9).
Zur Krankheitsentwicklung führte Dr.
C._
aus, der Versicherte sei von Juni bis September 1992 in einem bosnischen Kriegslager festgehalten worden und habe täglich Erniedrigungen
erlebt und Todesangst verspürt
. Im Dezember 1993 sei ihm die Flucht via
E._
in die Schweiz gelungen, wo er Asyl bekommen habe. Aus der Schweiz habe er versucht
,
mit allen
Mitteln den Verwandten und Freu
nden zu helfen, habe sich jedoch selber in eine sehr sch
wierige finanzielle und emotionale Lage gebracht
.
Zum Psychostatus vom 14. Dezember 2010 führte Dr.
C._
aus, der Versicherte wirke leicht ungepflegt, sei wach, allseits orientiert, kooperativ und freundlich. Das Denken sei grübelnd. Anamnestisch habe er Flashbacks aus dem
Kriegsla
ger
. Es lägen keine Anhaltspunkte für Sinnestäuschungen, Ichstörungen oder Zwänge vor. Der Ver
sicherte habe eine leise Stimme und
sei etwas verlangsamt. Die Stimmung sei bedrückt. Er
klage
über Müdigkeit und starke Rückenschmer
zen. Der Antrieb sei vermindert. Unter
Remeron
habe er weniger Ein- und Durchschlafstörungen. Es bestehe keine Suizidalität.
Der Versicherte sei stets pünktlich zu den Terminen erschienen und habe sich kooperativ und motiviert gezeigt. Bei der Einstellung auf die Psychopharmaka habe er gut und geduldig mitgewirkt. Bei den wichtigen Entscheidungen habe er jedoch motiviert werden müssen
,
und er ziehe sicher gerne zurück. Er habe Mühe, sich Unterstützung zu holen. Sein ausgeprägtes
Stolzgefühl
hindere ihn daran.
Zur Zeit
stehe die somatische Einschränkung im Vordergrund
.
Dr.
C._
führte aus, sie halte die
Prognose für relativ günstig. Der Versicherte sei arbeitswillig und habe ein sehr fundiertes Fachwissen über Informatik, jedoch keine abgeschlossene Ausbildung auf diesem Gebiet (Ziff. 1.4).
Der Patient sei auf die fachliche Unterstützung bei der Arbeitssuche und bei den Wiedereingliederungsmassnahmen angewiesen. Eine schrittweise Steigerung der Arbeitstätigkeit sei zu empfehlen (S. 5 f.)
.
3.
3
Dr.
Z._
erstattete am 26. Mai 2011 sein psychiatrisches Gutachten (Urk.
7/22).
Er nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert; ICD-10 F33.4. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine post
traumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1, und eine intermittierende
Akzentuierung der ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszüge, ICD-10 Z73.1
(S.
5 Ziff. 5.1-2).
Gemäss eigenen Angaben des Beschwerdeführers
fühle
sich
dieser gegenwärtig wenig depressiv
und wolle auch arbeiten. Wegen seines Rückenleidens sei es sehr schwierig, eine entsprechende Arbeitsstelle für ihn zu finden. Er habe eine Umschulung beantragt, die jedoch abgelehnt worden sei (S. 4 Ziff. 3.3 unten).
Dr.
Z._
führte aus, beim Exploranden bestünden aufgrund der anamnesti
schen Angaben w
e
de
r eine
genetische Vulnerabilität
noch
Persönlichkeitsfak
toren
für die Entwicklung der psychiatri
schen Erkrankung
en
. Seine Kindheit sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen. Er habe die Mittelschule abgeschlossen
,
und damit könnten beim Exploranden sowohl eine
Intelligenz
minderung
als auch Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit und im
Pubertäts
alter
sowie eine Persönlichkeitsstörung im frühen Erwachsenenalter ausge
schlossen werden. Er sei milit
ärtauglich gewesen und habe einen einjährigen Militärdienst geleistet. Damit könnten gravierende Persönlichkeitsdefizite in Form einer Persönlichkeitsstörung zusätzlich ausgeschlossen werden. Der Explorand sei ausserdem im Erwachsenenalter über Jahre den sozialen Anfor
derungen gewachsen gewesen. Er habe jahrelang eine konstante Arbeitsleistung (in der letzten Firma habe er über 7 Jahre als CNC Programmierer und
Maschi
nenbediener
gearbeitet)
erbracht
. Anhaltende Störungen der Impulskontrolle seien weder anamnestisch erhoben
,
noch aktenmässig dokumentiert worden, womit beim Exploranden eine Persönlichkeitsstörung definitiv ausgeschlossen werden könne
.
Der Explorand
habe in den Kriegswirren sehr viele gravierende traumatische Ereignisse erlebt, die zur Entwicklung einer leichten posttraumatischen
Belas
tungsstörung
geführt hätten, welche jedoch
seine
Arbeitsfähigkeit nie einge
schränkt habe
(S. 6 Ziff. 6 oben)
.
Er habe eine sehr enge Beziehung zu seinen Eltern und
zu seiner
Schwester, insbesondere Verantwortungsgefühle als einziger Sohn ihnen gegenüber, was eigentlich für seine persönlichen Ressourcen und gegen eine
Persönlichkeits
störung
spreche. Die Familienkonstellation habe aber beim Exploranden schon aufgrund der Erziehungsart zur Bildung einer Persönlichkeit mit vermehrten ängstlich-abhängigen Zügen geführt, zu deren Akzentuierung es in den belas
tenden Situationen in den letzten Jahren gekommen sei.
Die Akzentuierung der Persönlichkeitszüge, erstmals nach dem Tod seiner Schwester im Jahr 2001 und Erkrankung seiner Mutter an Alzheimer so
wie nach dem
Verlust der Arbeitsstelle
,
h
abe
im Jahr 2004 zum Ausbruch der ersten depressiven Episode geführt, weshalb der Explorand vom 6. Juli 2004 bis
29.
Juni 2006 in der regelmässigen psychiatrischen Behandlung bei Dr.
C._
gewesen sei.
Seither habe er mehrere depressive und depressionsfreie Phasen gehabt, weshalb in diagnostischer Hinsicht von einer rezidivierenden depressiven Störung aus
gegangen werden könne. Zur
letzten depressiven Dekompensation sei es gemäss Akten im Januar 2009 gekommen
. S
either habe der Explorand unter einer mit
telgradigen depressiven Symptomatik gelitten, die seine Arbeitsfähigkeit seit Januar 2009 um etwa
50 % eingeschränkt habe. Vo
m 3
0.
Juni 2010 bis Ende 2010 sei
er in der tagesklinischen Behandlung gewesen, weshalb ihm aufgrund der Therapiepräsenz eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für diesen Zeitraum
zu attestieren sei (S. 6 Ziff. 6 Mitte).
Seit der tagesklinischen Behandlung sei es offenbar zu einer weiteren zunehmen
den Verbesserung des psychischen Zustandes gekommen und anläss
lich der Exploration vom 17. Mai 2011 habe sich der Explorand in psychopa
thologischer Hinsicht ganz unauffällig präsentiert, so dass man von einer Remission der letzten depressiven Episode ausgehen könne. Er habe während der Exploration ganz unauffällige psychokognitive Funktionen gezeigt, weshalb ihm auch keine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht attestiert werden könne. Er stehe offenbar in fachlich sehr kompetenter Behandlung, die trotz mehrfachen Belastungen immer wieder zu Verbesserun
gen seines psychischen Zustandes und letztendlich auch zur vollständigen Remission der letzten depressiven Episode geführt habe.
Trotz der Remission der depressiven Störung bleibe die psychische Belastbarkeit des Exploranden postdepressiv weiterhin leicht reduziert, weshalb er eine fach
liche Unterstützung bei der Stellensuche brauche. Unter Kombination der thera
peutischen und beruflichen Massnahmen sei
mit der weiteren Stabilisierung des psychischen Zustandes des Exploranden und damit der Erhaltung der vo
llen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen. Damit könne man dem Beschwerdeführer eine günstige Prognose stellen
(S. 6 Ziff. 6
unten
)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer sei von Januar 2009 bis 29. Jun
i 2010 zu 50 % und vom 30. Juni
bis 31. Dezember 2010 zu 100 % arbeit
sunfähig gewesen. Vom 1. Januar
bis Mai 2011 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden und seit dem 17. Mai 2011 sei der Explorand zu 100
% arbeitsfähig in der bisherigen Tätigkeit und auch in einer adaptierten Tätigkeit. Er könne sämtliche Tätigkeiten seinem Bildungsniveau entsprechend ohne Einschränkungen ausüben (S. 7 Ziff. 7.1-4).
Dr.
Z._
führte weiter aus, der Explorand brauche dringend fachliche Unter
stützung bei der Stellensuche für eine seinen körperlichen Leiden angepasste
Tätigkeit. Bei mangelnder genetischer Vulnerabilität und Mangel an
Persönlich
keitsfaktoren
für die Entwicklung der psychiatrischen Erkrankung sei von einer günstigen Prognose bezüglich der Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen. Der Explorand fühle sich gegen
wärtig nur schmerzbedingt arbeitsunfähig, wobei auch objektiv aus psychiatri
scher Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne (S. 7 Ziff. 8.2-5).
3.
4
Dr. med.
F._
,
Facharzt für
Rheumatologie
,
führte in seinem Bericht vom 2. November 2011 (Urk. 7/42/8-9) aus, der Patient
weise eine ganz schlechte Stammmuskulatur auf.
Die Haltung sei vornübergebeugt mit langgezogen
er
, verstärkte
r
und fixierter Brustkyphose. Es bestehe eine schmerzhafte Funkti
onsstörung lumbal, keine
radikuläre
Irritation und keine
radikuläre
Kompres
sion (S. 1).
Dr.
F._
führte aus
,
es liege eine
chronifizierte
thoraco-lumbovertebrale
Schmerz
symptomatik
vor, im Rahmen der Segmentdegenerationen L5/S1, weni
ger L4/5 sowie bei Verdacht auf daselbst segmentale Instabilität bei ausgespro
chener muskulärer
Dekonditionierung
. Es besteh
e eine fixierte
Fehlform
der Brustwirbelsäule
mit
th
o
raco
-vertebralem Schmerzsyndrom nach durchge
machtem Morbus Scheuermann sowie bei diffuser, idiopathischer,
skelettaler
Hyperostose
(S. 2 oben).
Es liege sicher keine vorbeste
hende
Bechterew
-Erkrankung vor
. Der einzige thera
peutische Ansatz bei diesem Patienten, neben den bisherigen Massnahmen und eine
r
Erhöhung der
Lyrica
-Medikation auf 400mg
versuchsweise, bestehe darin, den Nikotinkonsum einzustellen und mit dem gesparten Geld täglich eine Stunde im Hallenbad Crawlschwimmen zu beginnen, um die
Rumpfmuskulatur zu verbessern
. Ob dies in der Praxis umgesetzt werde, sei leider zu bezweifeln. Andere diagnostische Massnahmen oder invasive therapeutische Behandlungen seien nicht indiziert (S. 2 Mitte).
3.
5
Dr.
B._
nannte in seinem Bericht vom 4. März
2012 (
Urk.
7/42/1-4)
al
s neue Diagnose seit dem 21. November 2010 degene
rative Veränderungen der Brustwirbelsäule/Lendenwirbelsäule
und
der Halswirbelsäule
und einen Status nach Sche
uermann. Es liege
kein
Morbus
Bechterew
vor
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine passagere Hämaturie, beste
hend seit Dezember 2010 (Ziff. 1.1).
Der Beschwerdeführer sei seit dem 25. August 2004 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am 29. Februar 2012 stattgefunden (Ziff. 1.2). Dr.
B._
führte aus, die Prognose sei reserviert
,
und eine Arbeitsfähigkeit von
mehr als 50 % sei theoretisch (Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schreiner aufgrund der Einschränkungen im Rücken vermindert zu 50 % arbeitsfähig. Auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei lediglich im Umfang von 50 % möglich (Ziff. 1.6-7).
Im Übrigen sei auf das Schmerzprotokoll vom 1. Januar bis 29
. Februar 2012 verwiesen (Ziff.
1.11).
3.
6
Dr.
C._
stellte in ihrem Bericht vom 4. Mai 2012 (Urk. 7/46) folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
vermeidende
(ängstliche) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
somatische Diagnosen siehe Bericht Dr.
B._
Dr.
C._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit Januar 2011 bei ihr in Behand
lung und die letzte Kontrolle habe am 12. April 2012 stattgefunden (Ziff.
1.2).
Zur Zeit
sei der Versicherte sehr verunsichert und um seine psychi
sche und körperliche Integrität besorgt. Man dürfe nicht vergessen, dass es sich hier um einen schwer traumatisierten Mann handle, dessen Wahrnehmung der Welt und sich selbst verändert sei. Er könne sehr schlecht mit den Erwartungen an ihn betreffend die berufliche Reintegration umgehen. Er fühle sich nicht in der Lage
,
diese Erwartungen zu erfüllen, wolle aber nicht als Verweigerer gese
hen werden. So arbeite er über seine Schmerzgrenze hinweg und nehme viele Schmerzmittel ein. Er leide unter Schlafstörungen, Erschöpfung und depressiver Stimmung. Die Prognose sei relativ gut (Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer stehe in sozialpsychiatrischer Behandlung und es fänden
nebst einer Psychopharma
kotherapie alle
zwei bis drei W
ochen stützende Gespräche statt
. Dr.
C._
führte aus, sie empfehle eine Weiterführung der Behandlung und eine genaue Abklä
rung betreffend die Rückenbeschwerden (Ziff. 1.5).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe seit 2004 ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 50 %.
Der Versicherte sei vor allem wegen seiner körperliche
r
Beschwerden nicht in der Lage
,
auf seinem Beruf zu 100 % zu arbeiten. Die psychischen Ein
schränkungen bestünden in seiner Überempfindlichkeit gegenüber Kritik und seiner Aufopferungsbereitschaft bis hin zur Selbstschädigung. Dies führe zu krankheitsbedingten Ausfällen
von mindestens 50 % bis 100 % (Ziff. 1.6-7).
3.
7
Dr. med.
G._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 14. Mai 2012
(Urk. 7/52/4-5) aus, es sei klar deklariert worden, dass der Versicherte vor allem aus körperlichem Grund nicht fähig sei, seinen Beruf als Schreiner zu erledigen.
Psychiatrischerseits
könne
für eine den körperlichen Befunden angepasste Tätigkeit
von einer vollen Arbeits
fähigkeit
ausgegangen werden
. Die Skelettbefunde mit den von Dr.
H._
im Bericht vom September 2011 aufgeführten
,
teils
radikulären
Sympto
men L5 und S1 links, schränkten den Versicherten mässig ein. So sei eine schwere Tätigkeit (die normale Tätigkeit als Schreiner) nicht als voll möglich
ausübbar
anzusehen.
Eine leichte bis knapp mittelschwere Tätigke
it mit Gewichtsbelastung von etwa
10-12.5 kg und ohne vorgeneigte Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne viel Beugen und Strecken mit teils Wechselbelastung sei
vollständig
möglich
.
Dies unterstütze auch der Bericht von Dr
.
F._
vom 2. November 2011
(vorste
hend E. 3
.4
),
wo keine Hinweise mehr auf
radikuläre
Symptome aufgeführt würden. Die zuvor noch ausgewiesene
n
radikulären
Befunde seien damals nicht mehr nachweisbar, demnach gebessert gewesen.
3.
8
Prof. Dr. med.
I._
,
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie,
J._
,
Herzgefässzentrum,
stellte in seinem Bericht vom
24. Mai
2012
(
Urk.
7/75
/1-2
)
folgende Diagnosen (S. 1):
nic
ht
hämodynamisch
signifikant
ste
nosierende
koronare 2
Aster
krankung mit 50%iger Stenose der
Arteria
coronaria
dextra
und des
Posterolateralastes
des
Ramus
circumflexus
normale linksventrikuläre Funktion, LVEF 63 %
Risikofaktoren:
Nikotinabusus
, Depression
COPD
Prof.
I._
führte aus, beim Patienten bestehe zwar eine deutliche Koronarskle
rose, die eine Sekundärprophylaxe mit einem
Statin
und mit Aspirin rechtfer
tige. Der Befund sei insofern überraschend, als keine
höhergradige
Stenosierung
vorliege und damit die Genese der anstrengungsabhängigen Brustbeschwerden beim Patienten mit Sicherheit nicht einer koronar-ischämischen Ursache ent
spreche. Die Erklärung bei diesem Patienten sei am ehesten in der begleitenden chronischen obstruktiven Lungenerkrankung zu sehen. Auf jeden Fall bestehe jetzt mit Hinblick auf das weitere Vorgehen Sicherheit. Bei Persistenz der Beschwerden sei eine intensivierte Behandlung der COPD eventuell mit einem Steroidstoss zu empfehlen (S. 2).
3.
9
Dr.
C._
stellte in ihrem Bericht
vom 26. April
2013 (
Urk.
7/94
/1-2
= Urk. 3/3
)
folgende Diagnosen (S. 1):
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Akzentuierung der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitszüge
chronisches Schmerzsyndrom
somatisch: chronisches
lu
mbospondylogenes
Schmerzsyndrom;
COPD Gold Stadium II, koronare 2-Asterkrankung
Dr.
C._
führte aus,
der Beschwerdeführer habe sich aufgrund der selbstlosen Unterstützung
seiner
Angehörigen und de
r
Hemmungen rechtzeitig Hilfe für sich zu holen, immer wieder in eine ganz schwierige Lage gebracht.
E
s fänden 14-täglich Konsultationen, bei Krisen wöchentliche Konsultationen statt. Mit der aktuellen integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung habe bis jetzt auf eine Einweisung in die psychiatrische Klinik ver
zichte
t und die Krisen, zum Teil mit Todeswünschen, hätten aufgefangen wer
den können. Es werde an den Fähigkeiten des Beschwerdeführers gemäss Ein
schätzung der Beeinträchtigung in Anlehnung an „Mini-ICF“ gearbeitet.
Sehr wahrscheinlich bleibe der Patient in den nächsten zwei Jahren auf eine inte
grierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung angewiesen (S. 2).
3.
10
Dr.
G._
,
RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 13. Mai
2013 (
Urk.
7/79/5)
aus, die Abklärung der Herzsituation habe keine Einschränkung der Herzfunktion gezeigt (LVEF sei 63 % gewesen; nicht
hämodynamisch
signi
fikante
stenosierende
koronare 2-Ast Erkrankung).
Die
COPD ha
be
gut auf
Sy
mbicort
angesprochen. Somit könne
weiterhin die 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst gelten. Der Beginn der Ar
beitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit könne auf den 18. März
2009 festgelegt werden.
3.
11
Dr.
C._
führte in ihrem Beric
ht vom 18. November 2013 (Urk. 3/4
) aus, der Beschwerdeführer sei seit Januar 2011 zu 50 % arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht sei er für die Tätigkeit als Zeichner, Schreiner, Maschinist oder als Mitar
beiter in der Werkstatt und
im
Computerbereich zu 50 % arbeitsfähig. Aus somatischen Gründen sollte er einer leichteren Tätigkeit nachgehen. Die psy
chischen Probleme machten ihn zu 50 % arbeitsunfähig. Er sei nicht in der Lage über längere Zeit die Kontinuität aufrechtzuerhalten und leide unter
Konzentra
tionsstörungen
. Seit Mai 2011 hätten verschiedene Integrationsmassnahmen der Invalidenversicherung stattgefunden. Alle seien ohne Erfolg geblieben und der Beschwerdeführer habe stark darunter gelitten.
Er fühle sich als Versager und sein schon angeschlagenes Selbstwertgefühl sei noch schwächer geworden. Es sei eine Mischung aus Ohnmacht und Wu
t und der Patient habe sich immer wieder ungerecht behandelt gefühlt. Zudem bestehe eine Verzweiflung
,
was zu ausgeprägter Schlafstörung, gelegentlichen Selbstmordgedanken, depressiver Stim
mung und zu den Flashbacks führe
. Es seien noch neue somatische Diag
no
sen dazugekommen. Der Patient leide unter Schmerzen und Atembeschwer
den.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Verfügung auf
das psychiatrische Gutach
ten von Dr.
Z._
vom
Mai 2011 (vorstehend E. 3.
3
) sowie auf die Stellung
nahmen des RAD (vorstehend
E.
3.7 und E. 3.10
) und ging davon aus, dass
beim
Beschwerdeführer
nach
Ablauf der Wartezeit Mitte März 2010
eine generelle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
A
b
Zeitpunkt der Begutachtung im
Mai 2011
sei
von einem
insofern verbes
serten Gesundheitszustand auszugehen
, als dass dem Beschwerdeführer eine angepasste
, den
Rücken schonende wechsel
belastende Tätigkeit
in
einem Pensum von 100 % zumutbar sei
(vorstehend E.
2.1)
.
4.2
Das Gutachten von Dr.
Z._
vom Mai 2011 berücksichtigt die vom Beschwer
deführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgege
ben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.4), so dass darauf abgestellt werden kann.
Der Beschwerdeführer bestritt
denn auch nicht grundsätzlich den Beweiswert der
psychiatrische
n
Einschätzung
von
Dr.
Z._
vom Mai 2011,
sondern machte vielmehr eine seither eingetretene Verschlechterung
seines Gesundheits
zustandes
geltend und verwies auf die Einschätzungen der langjährig behan
delnden Psychiaterin
Dr.
C._
(vorstehend E 3.2, E. 3.6, E. 3.9 und E. 3.11)
, wonach in angepasster
Tätigkeit
lediglich eine Arbeitsfähigkeit
von 50 % gege
ben sei
(vorstehend E.
2.2
).
Eine Verschlechterung in psychischer Hinsicht seit der psychiatrischen Begutach
tung
bei Dr.
Z._
im Mai 2011
ist
jedoch
nicht ausgewiesen, zumal die
behandelnde Psychiaterin
jedenfalls
seit
Frühjahr 2011
durchgehend
auch
aus psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit
von höchstens 50 %
beschei
nigte
,
selbst
in Zeiten,
in denen
sich der Beschwerdeführer in psychischer Hin
sicht stabil fühlte.
Bereits in ihrem Bericht vom Dezember 2010 (vorstehend E.
3.2) war unklar, worauf sie die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 50
% denn stützte. So verwies sie mehrfach auf die Rückenschmerzen des Beschwer
deführers und führte auch aus, dass die somatischen Einschränkungen im Vor
dergrund stünden. Dass der Beschwerdeführer
- wie Dr.
C._
a
usführte -
auf
grund seiner vermeidenden Haltung gehindert sei, Probleme rechtzeitig anzuge
hen und sich durch sein Helfersyndrom in schwierige Lagen
bringe
sowie über
empfindlich auf Kritik reagiere
,
vermag aus
invalidenversicherungs
rechtlicher
Sicht keine relevante Arbeitsunfähigkeit
zu
begründen.
Das Gleiche gilt für
psy
chosoziale Belastungsfaktoren wie gescheiterte berufliche
Eingliede
rungs
versu
che
und die selbstlose Unterstützung von Angehörigen,
die Dr.
C._
nicht aus
reichend
vom eigentlichen Krankheitsgeschehen
abgrenzte
.
Der Umstand, dass
der Beschwerdeführer
im
Arbeitstraining
keine volle Leis
tung erreichte
,
ist auch nicht entscheidend. Ist doch die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung durch die Ärzte und nicht durch die
Ein
gliederungsfachleute
auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven
Arbeitsleistung zu beantworten
(Urteil des Bundesgerichts I 936/05 vom 2. April 2007 E. 3.3)
.
Den von Dr
.
B._
ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen
(Urk.
7/94/20
21) lässt sich nicht entnehmen
,
aufgrund
von welchen
Beschwer
den diese ausgestellt wurden.
Im Übrigen hat das Gericht i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung
zu
tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Aus dem
fachärztlich
en
Bericht
betreffend
das Wirbelsäulenleiden
gehen
keine
weitergehenden
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit hervor. So empfahl
Dr.
F._
im November 2011 (vorstehend E. 3.
4
) bei festge
stellter ausgesprochener muskulärer
Dekonditionierung
die Verbesserung der Rumpfmuskulatur durch tägliches Schwimmen.
Zu einer allfälligen Arbeitsun
fähigkeit äusserte er sich nicht.
Der Kardiologe
Prof.
I._
(vorstehend E. 3.8
)
schloss im Mai 2012 aus, dass
die
anstrengungsabhängigen Brustbeschwerden beim
Beschwerdeführer
auf eine
koronar-ischämische
Ursache
zurückzuführen seien. Betreffend das Herzleiden empfahl er eine Sekundärprophylaxe m
it einem
Statin
und mit Aspirin und eine intensivierte Behandlung der COPD mittels Steroidstoss.
In Anbetracht dieser Aktenlage kann daher der Einschätzung von Dr.
G._
,
RAD
,
vom Mai 2013 (vorstehend E. 3.10) gefolgt werden, dass
weder
von der Herzproblematik her
noch durch die behandelte COPD
eine weitergehende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit resultiere.
4.3
Nach dem Gesagten ist
Dr.
Z._
und
Dr.
G._
,
RAD,
folgend
davon auszu
gehen, dass der
Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Schreiner
nicht mehr
arbeitsfähig ist, der medizinische Sachverhalt aber als dahingehend erstellt zu erachten ist, dass
ihm
spätestens ab Mai 2011 eine behinderungsangepasste,
rücken
schonende Tätigkeit
zu 100 % möglich
und zumutbar
ist.
Dass
seither eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
eingetreten wäre,
ist nic
ht aus
gewiesen.
5.
5
.1
Hinsichtlich des vorzunehmenden Einkommensvergleiches kann offen bleiben, ob die Voraussetzungen für die Ermittlung des Invaliditätsgrads durch
Prozent
vergleich
gegeben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_100/2010 vom 23.
März 2010 E. 2.1). Aufgrund der Akten können jedenfalls weder Validen- noch Invalideneinkommen anhand des tatsächlich erzielten Verdienstes vor und nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchti
gung bestimmt werden. So war der Beschwerdeführer
vor Eintritt des Gesundheitsschadens nicht erwerbstätig,
res
pektive hat letztmals im Jahr
2004
ein
(geringes)
Einkommen
auf dem primäre
n Arbeitsmarkt erzielt (vgl.
Auszug
aus dem individuellen Konto
; Urk.
7
/
8
).
Grundsätzlich ist für die Festsetzung des Invalidenei
n
kommens nach der Recht
sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel
cher die versicherte Person konkret steht (BGE 135 V 267 E. 5.2). Nicht das hypothetische Einkommen im Invaliditätsfall soll mithin für die Ermittlung des Invalideneinkommens massgebend sein, sondern im Regelfall der tatsächlich erzielte Verdienst.
Da der Beschwerdeführer
jedoch derzeit nicht
erwerbstätig ist
,
ist
zur Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls auf Tabellenlöhne abzustelle
n
.
Die beiden Einkommensgrössen sind daher ausgehend vom gleichen
Tabellen
lohn
(Durchschnittslohn für
Männer
für sämtliche Hilfstätigkeiten) zu ermitteln. Unter diesen Umständen entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeits
unfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (Urteil des Bundesgerichts 9C_100/2010 vom 23. März 2010 E. 2.3.2.2 mit Hinweisen).
5.2
Da sich der Beschwerdeführer erst im
0ktober
2010 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 7/
4, Urk. 7/6) und der Rentenan
spruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
seiner
Geltendmachung entsteht (vgl. Ar
t. 29 Abs. 1 IVG)
,
besteht
ein solcher
erst ab April 2011. Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer noch zu 100 % arbeitsunfähig. Hingegen ist ab Mai 2011 in angepasster Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vorstehend E. 4.3).
Demnach resultiert bei der von
April
bis Mai 2011
vorlie
genden
vollständigen
Arbeitsunfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 100
%.
In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV besteht demzufolge ab Rentenbeginn per 1.
April
2011 ein bis Ende
August 2011
(1.
Mai 2011 zuzüglich drei Monate
)
befristeter Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente. Danach resultiert bei einem - höchstens gerechtfertigten - leidensbedingten Abzug von 10 % ein diesem entsprechender
Invaliditätsgrad von 10 %, bei welchem Ergebnis kein
weiterer
Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
6.
6.1
Weiter zu prüfen ist der vom Beschwerdeführer gestellte
Antrag auf Umschu
lung zum Möbelzeichner oder im Computerbereich (Urk. 1 S. 6 oben).
6.2
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1
IVV
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti
gen.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsein
busse
von etwa 20 %
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
6.3
Wie ausgeführt
(vorstehend E. 6.2
)
besteht ein Anspruch auf Umschulung ab einem Invaliditätsgrad von rund 20 %. Da vorliegend bei einem Invaliditätsgrad von 10 % (vorstehend E. 5
.2) die
Erheblichkeitsschwelle
demnach nicht erreicht wurde, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Umschulung.
Demnach erweist sich die Verfügung vom 22. Oktober 2013 als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde
führt
.
7.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.2
Mit Kostennote vom 19
.
November 2014
(Urk.
10
) machte der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers e
inen Aufwand von insgesamt 8
St
unden und Barauslagen von Fr. 35
.-- geltend, was als angemessen erscheint (§ 34 Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Demgemäss ist Rechtsanwalt
Urs
P.
Keller
bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 200.--
mit Fr.
1‘765.80
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.