# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 26721182-2ce8-4462-a906-8a109983df92
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
A wurde vom kantonalen Steueramt am 2. Dezember 2008 in Anwendung von Art. 130 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) nach pflichtgemässem Ermessen für die direkte Bundessteuer 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. ... veranlagt. Die Einsprache des Pflichtigen wies das Steueramt am 3. November 2009 ab.
Die Steuerrekurskommission II (heute Steuerrekursgericht) hiess die Beschwerde des Pflichtigen mit Entscheid vom 26. Februar 2010 teilweise gut und wies die Sache an das kantonale Steueramt zurück. Die Beschwerden des Pflichtigen gegen die Kostenauflage wurden vom Verwaltungsgericht am 22. September 2010 abgewiesen (SB.2010.00045 und SB.2010.00046).
B.
Im zweiten Rechtsgang veranlagte das kantonale Steueramt den Pflichtigen für die direkte Bundessteuer 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. .... Dabei schätzte es den Wertschriftenertrag gestützt auf Art. 130 Abs. 2 DBG nach pflichtgemässem Ermessen auf Fr. ....
Das kantonale Steueramt wies die Einsprache des Pflichtigen am 30. Mai 2011 ab. Die hiergegen gerichtete erstinstanzliche Beschwerde wies die Einzelrichterin des Steuer
rekursgerichts am 21. Februar 2012 ab.
Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde des Pflichtigen mit Urteil vom 3. Oktober 2012 teilweise gut und wies die Sache zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid an das Steuerrekursgericht zurück. Darin stellte es fest, der Pflichtige habe die angeforderten Unterlagen eingereicht. Inwiefern diese Unterlagen Auflage und Mahnung nicht entsprochen hätten und der Pflichtige mit deren Einreichung Verfahrenspflichten nicht erfüllt habe, sei nicht ersichtlich und werde nicht erläutert. Wenn das Steueramt der Auf
fassung gewesen sein sollte, die Unterlagen genügten für den Nachweis der Wertlosigkeit der vom Pflichtigen behaupteten Guthaben gegenüber der C Inc. nicht, dann hätte es den Pflichtigen auffordern müssen, die Wertlosigkeit des Guthabens darzutun und zu belegen
, sowie
die Auflage bei Nichterfüllung mahnen
müssen
. Es habe daher zu Unrecht eine Ermessenseinschätzung im Sinn von Art. 130 Abs. 2 DBG vorgenommen.
C.
Nach durchgeführter Untersuchung und Gewährung des rechtlichen Gehörs wegen der daraus resultierenden Höhereinschätzung wies der Einzelrichter des Steuerrekursgerichts mit Entscheid vom 20. Oktober 2014 die Beschwerde erneut ab und veranlagte den Pflichtigen für die direkte Bundessteuer 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. ....
Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde des Pflichtigen mit Urteil vom 13. Mai 2015 gut, hob
den
vorinstanzlichen Entscheid wegen funktioneller Unzuständigkeit des Einzelrichters auf und wies die Sache zur Neubeurteilung und zum Neuentscheid in Dreierbesetzung an das Steuerrekursgericht zurück.
II.
Mit Entscheid vom 30. September 2015 wies das Steuerrekursgericht
das
Rechtsmittel des Pflichtigen ab und bestätigte die bisherige Veranlagung für die direkte Bundessteuer 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr.
...
. Sowohl das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als auch das Gesuch um Bestellung eines unentgelt
lichen Rechtsbeistandes wurden abgewiesen.
III.
Mit Beschwerde vom 13. November 2015 liess der Pflichtige dem Verwaltungsgericht beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit an das Steuerrekursgericht zurückzuweisen. Eventualiter sei er für die "Bundes-, Staats- und Gemeindesteuern 2006" mit einem steuerbaren Einkommen und einem steuerbaren Vermögen von je Fr.
...
einzuschätzen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners, auch für die Vorinstanz.
Während das Steuerrekursgericht auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf die Abweisung der Beschwerden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Für die Beschwerde an das Verwaltungsgericht als weitere verwaltungsunabhängige kantonale Instanz im Bereich der direkten Bundessteuer gelten laut Art. 145 Abs. 2 DBG die Vorschriften von Art. 140 bis 144 DBG über das Beschwerdeverfahren vor der kantonalen Rekurskommission "sinngemäss". Die nur sinngemässe Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor dem Steuerrekursgericht gestattet unterschiedliche Regelungen, die sich aus der Natur eines zweistufigen gerichtlichen Instanzenzugs ergeben. Bei einem solchen System liegt eine Verengung der Kognition mit Beschränkung des Novenrechts für die zweite Instanz aber nahe. Sie liegt im Interesse der Verfahrens
ökonomie und ist geeignet, einer missbräuchlichen Prozessführung entgegenzuwirken (BGE 131 II 548 E. 2.2.2).
Soll die erstinstanzliche Beschwerde die allseitige, hinsichtlich Rechts- und Ermessens
kontrolle unbeschränkte gerichtliche Überprüfung der Einspracheentscheide der Veran
lagungsbehörde auf alle Mängel des Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens hin (Art. 140 Abs. 3 DBG) ermöglichen, muss sich die Aufgabe der zweitinstanzlichen Beschwerde, welche die Überprüfung der Entscheidung eines Gerichts und nicht diejenige einer Verwaltungsbehörde zum Gegenstand hat, sinnvollerweise auf die Rechtskontrolle beschränken (BGE 131 II 548 E. 2.5). Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschränken; dazu gehört auch die Prüfung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmässig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das vom Steuerrekursgericht in Übereinstimmung mit dem Gesetz ausgeübte Ermessen auf Angemessenheit hin zu überprüfen und so sein Ermessen anstelle desjenigen des Steuerrekursgerichts zu setzen (vgl. RB 1999 Nr. 147).
1.2
Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht gilt
das
Novenverbot. Für das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie für das Steuer
rekursgericht. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spätestens im Beschwerdeverfahren vor Steuerrekursgericht behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dürfen im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht grundsätzlich nicht nachgebracht werden (vgl. VGr, 25. August 2010, SB.2010.00055, E. 1.2). Vom Novenverbot ausgenommen sind dagegen echte Noven, namentlich neue tatsächliche Behauptungen und Beweismittel, die auf einem Revisions- oder Nachsteuergrund (
Art. 147 bzw. Art. 151 DBG
) beruhen oder der Stützung von geltend gemachten Rechtsverletzungen dienen, die ihrer Natur nach neuer tatsächlicher Vorbringen oder Beweismittel bedürfen. Neue, erstmals vor Verwal
tungsgericht gestellte Rechtsbegehren sind schliesslich allgemein zulässig, sofern sie sich nicht auf Tatsachen und Beweismittel stützen, welche unter das Novenverbot fallen (RB 1999 Nr. 149).
Das Novenverbot soll verhindern, dass im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht Unterlagen nachgereicht werden, die bereits in einem früheren Ver
fahrensstadium hätten eingebracht werden können. Denn angesichts der auf Rechts
verletzungen beschränkten Kognition des Verwaltungsgerichts und der grundsätzlich um
fassenden Kognition des Steuerrekursgerichts (
Art. 140 Abs. 3 DBG
) macht es wenig Sinn, wenn der Prozessstoff vor Verwaltungsgericht trotz dessen eingeschränkter Kognition weiter ausgebaut werden kann. Für die Zulässigkeit von nachgereichten Unterlagen stellt sich deshalb vorab die Frage, ob diese bereits im Rekursverfahren hätten eingereicht werden können.
Im
erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren
dagegen
sind neue tatsächliche Behauptungen und Beweismittel zulässig, wie auch neue Begehren verfahrensrechtlicher Art gestellt werden können. Im Sinn eines geordneten Verfahrens können allerdings nach Ablauf der R
echtsmittel
frist ge
mäss
Art. 140 Abs. 1 DBG keine Noven mehr vorgebracht werden. Vielmehr sind solche verspätete Eingaben aus dem Recht zu weisen, zumal bereits im Einschätzungs- und im Einspracheverfahren sowie während der Re
chtsmittel
frist die Möglichkeit bestand, alles Entscheidrelevante vorzubringen (
Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., Zürich 2009, Art. 140 N.
38). Ausgenommen sind bloss Noven, die durch Eingaben von anderen Parteien im Verlauf des Verfahrens veranlasst wurden; solche Noven sind auch nach Ablauf der Frist zulässig.
1.3
Weist das Verwaltungsgericht die Streitsache zu neuer Untersuchung und zum Neu
entscheid an die Vorinstanz zurück, so ist diese an die rechtlichen Erwägungen des Rück
weisungsentscheids gebunden. Wegen der Bindungswirkung ist es den Parteien verwehrt, im Fall einer erneuten Anrufung des Verwaltungsgerichts der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder gar nicht in Erwägung gezogen worden sind (vgl. BGE 101 II 142 E. 3; BGE 90 II 302 E. 2a; RB 2000 Nr. 13, E. 3b/dd; VGr, 25. August 2010, SB.2010.00055
,
E. 1.3.1
m.w.H.
). Diese Selbstbindung der rückweisenden Gerichtsinstanz an ihre Rechtsauffassung entspricht im Übrigen auch der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts im Hinblick auf seine eigenen Rückweisungsentscheide (vgl. statt vieler: BGE 111 II 94 E. 2; Marcel Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans Wiprächtiger, Bundes
gerichtsgesetz, Basel 2008, Art. 107 N. 18
m.w.H.
). Sie ist sachgerecht, weil die fehlende Bindung letztlich dazu führt, dass der im ersten Rechtsgang unterliegenden Partei faktisch eine doppelte Beschwerdemöglichkeit und ein Recht auf Wiedererwägung eingeräumt werden.
Immerhin steht die Selbstbindung des Verwaltungsgerichts unter dem Vorbehalt, dass die Entscheidgrundlagen dieselben geblieben sind. Liegt etwa aufgrund der durch den Rückweisungsentscheid geforderten Erhebungen oder weil neue Tatsachen oder Beweismittel zulässigerweise in das Verfahren eingebracht worden sind, ein veränderter Sachverhalt vor oder ist in der Zwischenzeit eine Rechts- oder Praxisänderung erfolgt, so kann dies zu einer abweichenden Beurteilung führen (vgl. zum Ganzen VGr, 25. August 2010, SB.2010.00055, E. 1.3.1).
1.4
Im vorliegenden Fall sind das Verwaltungs- und auch das Steuerrekursgericht an die
in den Rückweisungsentscheiden
des Verwaltungsgerichts vom 3. Oktober 2012 und vom 13. Mai 2015
vorgenommenen rechtlichen und tatsächlichen Würdigungen gebunden
,
soweit sich die Entscheidgrundlagen nicht geändert haben.
Wie der Pflichtige als auch die Vorinstanz zu Recht feststellen, wies das Verwaltungsgericht die Angelegenheit im dritten Rechtsgang mit Urteil vom 13. Mai 2015 lediglich aus formellen Gründen an das Steuerrekursgericht zurück. Umstritten ist, ob die Eingaben des Vertreters des Pflichtigen vom 19. Juli 2015 und vom 31. August 2015 zu berücksichtigen sind.
Ein Rückweisungsentscheid bewirkt in der Regel die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und führt zu einer Fortsetzung des Verfahrens vor der Vorinstanz. Mit der Rückweisung durch das Verwaltungsgericht wurde der Prozess vor Steuerrekursgericht in das Stadium zurückversetzt, in dem er sich vor dem aufgehobenen Urteil befunden hatte (vgl. BGr, 24. August 2009, 5A_90/2009, E. 2.3). Auch wenn sich aus dem (formellen) Rückweisungsentscheid keine bindenden Würdigungen des Verwaltungsgerichts in materieller Hinsicht ergeben, so berechtigt dies nicht, ohne Weiteres Noven nachzuschieben, die bereits früher hätten geltend gemacht werden können. Dies liefe dem Gedanken der Rechtsgleichheit sowie dem Sinn der Re
chtsmittel
frist
für die erstinstanzliche Beschwerde
zuwider
(vgl. E. 1
.2). Da das Verfahren vor Steuerrekursgericht im selben Stadium, in dem es sich vor dem aufgehobenen Urteil befunden hatte, wieder aufgenommen wurde, sind somit nur Eingaben zu berücksichtigen, die in einem laufenden Verfahren vor Steuerrekursgericht nach Ablauf der Re
chtsmittel
frist (auch ohne verwaltungsgerichtlichen Entscheid) berücksichtigt worden wären. Soweit die Eingaben Noven enthalten, die bereits früher hätten geltend gemacht wer
den können und müssen (vgl. E. 1
.2 in fine), hat sie das Steuerrekursgericht zu Recht nicht beachtet. Was die Rügen am Vorgehen des Einzelrichters betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass es der Kammer des Steuerrekursgerichts aufgrund des verwaltungsgerichtlichen Rückweisungsentscheids zwar freigestanden hätte, allfällige unzureichende Untersuchungen des Einzelrichters zwecks Neubeurteilung zu ergänzen, dass sie aber hierzu nicht verpflichtet wurde. Im laufenden Verfahren vor Steuerrekursgericht kommen die diesbezüglichen Anträge des Pflichtigen einem Wiedererwägungsgesuch gleich. Die Wiedererwägung einer prozessleitenden Anordnung innerhalb des noch nicht abgeschlossenen Gerichtsprozesses ist indessen gesetzlich nicht vorgesehen. Die Beurteilung der Rechtmässigkeit einer prozessleitenden Anordnung des Steuerrekursgerichts obliegt dem Verwaltungsgericht (
vgl. E. 4.1
). Da der Entscheid des Einzelrichters vom 20. Oktober 2014 vom Verwaltungsgericht aufgehoben wurde, entbehren sämtliche Rügen dieses Entscheids ihrer Grundlage.
Inwiefern das Steuerrekursgericht durch allfällige Nichtberücksichtigung dieser Eingaben das rechtliche Gehör verletzt haben sollte, ist nicht ersichtlich. Trotz des Hinweises auf das Novenverbot ist das Steuerrekursgericht übrigens in seinem Entscheid dennoch auf zahlreiche Rügen des Pflichtigen in den weiteren Eingaben eingegangen (z.B. in E. 3b/bb/ccc).
2.
Weiter
macht der Pflichtige die Verletzung seines Rechts auf mündliche Anhörung geltend.
2.1
Unter den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art.
29 Abs.
2
der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [
BV
]
) fällt das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern
,
sowie das Recht auf Ab
nahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel (BGE 127 I 54 E.
2b). Die
se
verfassungsmässige Minimalgarantie kann durch kantonales Ver
fahrensrecht ausgedehnt werden (BGE 135 I 279 E.
2.2;
BGE
134 I 140 E.
5.2).
2.1.1
Das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass des belastenden Entscheides zu äussern, schliesst keinen Anspruch auf mündliche Anhörung ein (BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 130 II 425 E. 2.1; BGE 125 I 209 E. 9b). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann freilich darin liegen, dass der Anspruch auf (schriftliche) Äusserung beeinträchtigt wird. Dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) lässt sich indes keine allgemeine Pflicht der Behörde zur Abnahme aller angebotenen Beweise und zur Würdigung sämtlicher Argumente entnehmen. Die Abweisung eines Beweisantrags erweist sich namentlich als zulässig, falls die Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde sich ihre Meinung aufgrund zuvor erhobener Beweise bereits bilden konnte und sie ohne Willkür in vorweggenommener, antizipierter Beweiswürdigung annehmen darf, die gewonnene Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht erschüttert (BGE 136 I 229 E. 5.3; BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 131 I 153 E. 3).
2.1.2
Im Bereich des harmonisierten Steuerrechts sind – über die verfassungsrechtlichen Vorgaben hinaus – die spezialgesetzlichen Verfahrensvorschriften zu beachten. Gemäss Art. 115 DBG hat die Veranlagungsbehörde die von der steuerpflichtigen Person angebotenen Beweise abzunehmen, soweit sie geeignet sind, die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen (BGr, 21. Juni 2006, 2A.71/2006, E. 3.3.2). Diesem Recht steht im Verfahren der gemischten Veranlagung (Art. 123 Abs. 1 i.V.m. Art. 126 Abs. 1 DBG) die Pflicht der steuerpflichtigen Person gegenüber, auf Verlangen der Veranlagungsbehörde mündliche oder schriftliche Auskünfte zu erteilen (Art. 126 Abs. 2 DBG). Praxisgemäss ergibt sich auch unter diesem Gesichtspunkt kein Anspruch auf mündliche Anhörung im Veranlagungs- oder im Rechtsmittelverfahren (BGr, 2. November 2011, 2C_178/2011, E. 3.3, in: StE 2012 A 24.21 Nr. 23). Selbst bei drohender reformatio in peius im Einspracheverfahren (Art. 135 Abs. 1 Satz 2 DBG) sieht das Gesetz lediglich eine (nicht zwingend mündliche) "Anhörung" vor (BGr, 27. September 2014, 2C_104/2013, E. 2.3 m.w.H.).
2.2
Dass sich weder aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV noch aus den bundesrechtlichen Vorschriften des DBG und StHG ein Anspruch auf eine mündliche Anhörung ergibt, scheint nicht umstritten. Vielmehr fragt sich, ob im vor
liegenden Fall das Recht auf mündliche Anhörung i.S.v. § 138 Abs. 2 und § 141 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) für das Verfahren vor Steuerrekursgericht zur Anwendung gelangt. Dieses Recht auf mündliche Vertretung der Steuererklärung bzw. der Einsprache geht nämlich in zweifacher Hinsicht über den verfassungsrechtlichen Mindest
anspruch von Art. 29 Abs. 2 BV hinaus. Zum einen muss es unabhängig davon gewährt werden, ob das Verfahren Anlass zur Anhörung gegeben hat; zum anderen besteht ein Anspruch auf mündliche Anhörung, während Art. 29 Abs. 2 BV im Allgemeinen bloss das Recht auf schriftliche Anhörung verleiht (VGr, 21. September 2005, SB.2005.00033, E. 4; BGE 122 II 464 E. 4c).
Dass dieses Recht
auf mündliche Vertretung der Steuererklärung bzw. der Einsprache
i.S.v. § 138 Abs. 2 und § 141 Abs. 2 StG
grundsätzlich nur für das Einschätzungs- und das Einspracheverfahren vorgesehen ist, wird vom Pflichtigen anerkannt. Er macht jedoch geltend, diese
Verfahrensbestimmungen gälten sinngemäss auch im Verfahren vor dem Steuer
rekursgericht,
insbesondere
wenn das Steuerrekursgericht infolge der Androhung einer Verböserung zur "oberen Einschätzungsbehörde" mutiere. Nehme das Steuerrekursgericht Einschätzungsfunktionen wahr, habe es dieselben Verfahrensgrundsätze, wie sie für das Einschätzungsverfahren gelten, zu berücksichtigen.
Beizupflichten ist dem Pflichtigen darin, dass sich das Steuerrekursgericht bisweilen selbst als "obere Einschätzungsbehörde" bezeichnet und damit den Eindruck erweckt werden könnte, sämtliche Verfahrensbestimmungen des Einschätzungs- und Einspracheverfahrens kämen uneingeschränkt zur Anwendung (z.B. StRG, 18. Juli 2013, 1 DB.2012.66/1 ST.2012.76 E. 1c/bb). Dies trifft jedoch nicht zu: Erstens
richtet sich
das
Verfahren vor Steuerrekursgericht in erster Linie nach den speziellen Verfahrensvorschriften für das Rekurs- bzw. erstinstanzliche Beschwerdeverfahren, mithin nach §§ 147
ff. StG und Art. 140
ff. DBG. Die Zulässigkeit und die Voraussetzungen für eine reformatio in peius durch das Steuerrekursgericht werden
dabei – speziell und ausdrücklich für das Verfahren vor Steuerrekursgericht – in
§ 149 Abs. 2 Satz 2 StG und Art. 143 Abs. 1 Satz 2 DBG geregelt. Beide Bestimmungen schreiben bei drohender reformatio in peius eine "Anhörung" des Steuerpflichtigen vor
, die allerdings nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
nicht zwingend mündlich
zu erfolgen hat
(BGr, 27. September 2014, 2C_104/2013, E. 2.3 m.w.H.).
Zweitens bezieht sich der Verweis in § 115 StG, wonach die "Bestimmungen über die Verfahrensgrundsätze" sinngemäss auch für das Verfahren vor Steuerrekursgericht gelten, bloss auf die Verfahrensgrundsätze, mithin auf §§ 119–131 StG (so auch
Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kauf
mann/Hans Ulrich Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., Zürich 2013, §
115 StG N. 2 f. und § 148 N. 10). Selbst wenn die Vorschriften über das  Einspracheverfahren (§§ 132–142 StG) im Verfahren vor Steuerrekursgericht bisweilen Anwendung finden, handelt es sich hierbei lediglich um eine "sinngemässe" Anwendung (gestützt auf § 148 Abs. 3 oder ggf. § 115 StG). Mit anderen Worten wird auf jene Bestimmungen zurückgegriffen und die Bestimmungen auf das Verfahren vor Steuerrekursgericht "angepasst", weil bzw. wenn sich in den Bestimmungen über das Verfahren vor Steuerrekursgericht keine speziellere und damit den allgemeinen Vorschriften vorgehende Bestimmung findet (lex specialis derogat legi generali). Die reformatio in peius ist jedoch ausdrücklich in den besonderen Vorschriften von
§ 149 Abs. 2 Satz
2 StG und Art. 143 Abs. 1 Satz 2 DBG
geregelt. Da das Steuerrekursgericht im Fall einer reformatio in peius stets als "obere Einschätzungsbehörde" amtet, hätte der Gesetzgeber in diesen Spezialbestimmungen über die Zulässigkeit einer reformatio in peius durch das Steuerrekursgericht eine "mündliche Anhörung" vorsehen müssen, wenn die Zulässigkeit einer neuen Einschätzung zuungunsten des Pflichtigen durch das Steuerrekursgericht davon hätte abhängig gemacht werden sollen. Ein Rückgriff auf die allgemeinen Verfahrensgrundsätze ist angesichts der speziellen Regelung nicht angezeigt, zumal damit etwa die Bedeutung von § 148 Abs. 2 StG, ebenfalls einer speziell für das Steuerrekursgericht vorgesehenen Bestimmung, wonach das Steuerrekursgericht ausnahmsweise eine mündliche Verhandlung anordnen kann, unklar würde.
Das Steuerrekursgericht hat somit das rechtliche Gehör des Pflichtigen nicht verletzt, indem es ihn nicht mündlich, sondern bloss schriftlich anhörte. Auch E. 2.4 des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 3. Oktober 2012, wonach das Steuerrekursgericht einen Neuentscheid "nach abschliessender Anhörung des Pflichtigen" zu treffen hat, schreibt keine mündliche Anhörung vor.
3.
3.1
Gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG unterliegen grundsätzlich alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer, sofern sie das Gesetz nicht ausdrücklich von der Besteuerung ausnimmt. Keine Einkünfte in diesem Sinn stellen Darlehen
srückzahlungen
dar, bei welchen der Darlehensnehmer tatsächlich zur Rückzahlung der erhaltenen Darlehenssumme verpflichtet ist und es dementsprechend nach dem Nettoprinzip zu keinem steuerbaren Vermögenszugang kommt (Richner et al., VB zu §§ 16–39 DBG N. 25). Hingegen ist der Vermögenszugang als Einkommen zu versteuern, wenn diesem keine korrespondierende Rückerstattungspflicht gegenübersteht, z.
B. weil ein Darlehens
verhältnis lediglich simuliert wird.
Der Nachweis eines Wertzuflusses begründet die natürliche Vermutung, dass dieser aus einer Quelle stammt, die zur Steuerbarkeit des Zuflusses führt, da die Zugehörigkeit von Wertzuflüssen zu Einkünften im Sinn von Art. 16 Abs. 1 DBG den Regelfall bildet. Diese Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den Beweis des Gegenteils erbringt. Bezüglich dieser Tatsache, aus der sich die Nichtsteuerbarkeit des Wertzuflusses ergäbe, liegt das Risiko der Beweislosigkeit beim Steuerpflichtigen
(VGr, 26. August 2015, SB.2015.00052, E. 2.1)
.
3.2
Der Steuerpflichtige muss kraft Art. 126 Abs. 1 DBG alles tun, um eine vollständige und richtige Einschätzung zu ermöglichen. Die Verfügungen, mit denen die Steuerbehörde die Mitwirkung des Steuerpflichtigen beansprucht, haben sich indessen am Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu orientieren. Danach müssen die vom Steuerpflichtigen geforderten Mitwirkungshandlungen nicht nur geeignet sein, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären, sondern hierzu auch notwendig und dem Mitwirkungspflichtigen zumutbar sein (Martin Zweifel/Hugo Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Zürich 2008, §
5 Rz.
22).
Der Steuerpflichtige
hat unter anderem der Steuererklärung laut Art. 125 Abs. 1 lit. c DBG Verzeichnisse über sämtliche Wertschriften, Forderungen und Schulden beizulegen. Um die Überprüfung dieser Beilagen zu ermöglichen, muss der Steuer
pflichtige auf Verlangen der Steuerbehörde insbesondere mündlich oder schriftlich Aus
kunft erteilen und Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorlegen (Art. 126 Abs. 2 DBG).
Das Gesetz unterscheidet nicht danach, ob die Mitwirkung steuerbegründende und -mehrende oder aber steueraufhebende und -mindernde Tatsachen betrifft oder wer – der Steuerpflichtige oder die Steuerbehörde – die Beweislast für die infrage stehende beweisbedürftige Tatsache trägt.
Von einer "besonders qualifizierten" Mitwirkungspflicht geht die Praxis bei grenzüberschreitenden Rechtsbeziehungen aus. Zu denken ist etwa an Leistungen, die von der Schweiz ins Nicht-DBA-Ausland erbracht werden, oder aber ins DBA-Ausland, soweit das DBA dem heutigen OECD-Standard zur Informationsamtshilfe (Art. 26 OECD-MA) noch nicht genügt (BGr, 6. August 2015, 2C_16/2015, E. 2.5.2 m.w.H.; Daniel Holenstein, in: Martin Zweifel/Michael Beusch/René Matteotti [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, Basel etc. 2014, Art. 26 OECD-MA, N. 27 ff.). Die Überlegung geht dahin, dass "die Verhältnisse des ausländischen Leistungsempfängers (sich) der Kontrolle durch die inländischen Steuerbehörden entziehen" (BGr, 31. Juli 2013, 2C_797/2012, E. 2.2.2). Leitet die steuerpflichtige Person aus dem internationalen Verhältnis etwas zu ihren Gunsten ab, treffen sie auch erhöhte Beweisanforderungen und Auskunftspflichten. In besonderem Mass gilt dies, falls der Vertragspartner in einem Staat ansässig ist, dessen Recht die Bildung fiktiver Sitze juristischer Personen erfahrungsgemäss begünstigt (BGr, 2. Dezember 2014, 2C_201/2014, E. 8.2; BGr, 26. Mai 2011, 2C_109/2011, E. 5; BGr, 22. Januar 2008, 2C_340/2007, E. 3.3).
4.
4.1
Der Pflichtige rügt zunächst, die Auflage des Einzelrichters des Steuerrekursgerichts verstosse in verschiedener Hinsicht klar gegen das Gesetz. Insbesondere verletze sie das Prinzip der Verhältnismässigkeit nicht nur in zeitlicher, sondern auch in persönlicher und umfangmässiger Hinsicht und würde für den Pflichtigen einen unzumutbaren Aufwand bedingen.
4.1.1
Ziel der Sachverhaltsermittlung ist die vollständige und richtige, d.h. gesetzmässige Veranlagung des Steuerpflichtigen. Dieses Ziel verfolgte das Untersuchungsverfahren vor Steuerrekursgericht, in dessen Rahmen der Einzelrichter die gerügte Auflage erliess. Dies geht auch aus Ziff. 1 der Verfügungen vom 21. Oktober 2013 und 10. Februar 2014 hervor. Dem Pflichtigen wäre es gestützt auf Ziff. 1 der Verfügungen unbenommen gewesen, den abzuklärenden Sachverhalt auf andere – seiner Ansicht nach geeignetere und zumutbare Art und Weise – darzulegen. Wenn er in der Beschwerde rügt, es sei gestützt auf die Auflage nicht klar gewesen, dass die Entwicklung der Vermögensverhältnisse auch in "einigermassen nachvollziehbarer Weise" genügt hätte, und "nachvollziehbar" beziehe sich nur auf die "Weise" der Darlegung, so würde diese wortklauberische Interpretation sicherlich nicht rechtfertigen, die Mitwirkung in materieller Hinsicht zu verweigern oder unversucht zu lassen. Denn es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass ein Versuch, die Auflage zu erfüllen, vorteilhafter ausfällt, auch wenn der Nachweis nicht vollständig gelingt – was der Pflichtige ja mit den Unterlagen, die er am 20. Dezember 2013 eingereicht hat, auch getan hat. In seinem Schreiben vom 3. März 2014 vertritt er sodann die Auffassung, er habe "alle erforderlichen Auskünfte" erteilt. So ist fraglich, was er denn noch zusätzlich eingereicht hätte, wenn ihm klar gewesen wäre, dass die Entwicklung der Vermögensverhältnisse auch in "einigermassen nachvollziehbarer Weise" genügt hätte. Dass das Steuerrekursgericht in seinem Entscheid eine von der Auflage leicht abweichende, abgeschwächte Formulierung gewählt hat, ist weder missverständlich noch widersprüchlich.
Kein Widerspruch zwischen Auflage und Begründung des Entscheids ist ausserdem in den Ausführungen zum anwendbaren Recht und daraus abgeleiteten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften zu erblicken. Zum einen können sehr wohl auch trotz Buchführungspflicht zur Beurteilung der Buchhaltung die zugrunde liegenden Belege verlangt werden (vgl. Art. 126 Abs. 2 DBG). Zum anderen darf aus dem Fehlen einer Buchführungspflicht nicht ohne Weiteres die Schlussfolgerung gezogen werden, es existier
t
e
n
keine Bele
ge oder gar eine
(freiwillige) Buchhaltung, wie sie häufig im eigenen Interesse oder zu anderen Zwecken geführt wird. Wenn also das Steuerrekursgericht Buchhaltungsunterlagen und weitere Belege einverlangte, ging es dabei darum, die Zahlungsflüsse auch im Interesse des Pflichtigen möglichst umfassend zu eruieren. Dass es sich von den eingereichten Unterlagen nicht überzeugen liess, stellt keinen Widerspruch, sondern das Ergebnis einer freien Beweiswürdigung dar.
4.1.2
Die im StHG, DBG und StG vorgesehene Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen im Veranlagungsverfahren ist grundsätzlich umfassend. In Konkretisierung dieser Pflicht kann die Steuerbehörde vom Steuerpflichtigen Mitwirkungshandlungen verlangen, soweit diese im Interesse einer vollständigen und richtigen Veranlagung geeignet, erforderlich und dem Pflichtigen zumutbar sind (Martin Zweifel, in:
Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., Basel 2002, Art.
42 StHG N. 4).
Für die Erforschung des Sachverhalts ergibt sich daraus, dass die Vorgänge, für welche die Mitwirkung verlangt wird, für die Einschätzung bzw. Veranlagung des Pflichtigen in der Steuerperiode 2006 relevant sein müssen. Wann sich allerdings diese relevanten Vorgänge ereignet haben – sei es im Jahr 2006, sei es 1988 –, setzt der Mitwirkungspflicht grundsätzlich keine Schranke. Somit müssen auch nicht unzählige Nachsteuerverfahren über rechtskräftig veranlagte Steuerperioden eröffnet werden, um Tatsachen abzuklären, die für das streitbetroffene, noch offene . Veranlagungsverfahren relevant sind, die sich aber nicht während der betreffenden Steuerperiode ereignet haben. Daraus folgt, dass sich die Verjährung nach Art. 120 DBG und nicht nach Art. 152 Abs. 1 DBG richtet. Ist aber die Veranlagungsverjährung in einem offenen Verfahren wie im vorliegenden Fall noch nicht eingetreten, kann auch die Mitwirkungspflicht nicht "verjährt" sein. Aus dem vom Pflichtigen angerufenen Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 12. Januar 2001 (StR 2001, 745 f.) ergibt sich nichts anderes, bezog sich jener Entscheid doch auf die Auskunftspflicht über – im Unterschied zum vorliegenden Fall – bereits verjährte Steuerforderungen.
Vorliegend erscheint es für die Einschätzung bzw. Veranlagung des Pflichtigen in der Steuerperiode 2006 erforderlich, die Werthaltigkeit seiner Forderungen gegen die C Inc. abzuklären und hierzu die Zahlungsflüsse über Jahre hinweg zu analysieren. Dass dies schon in früheren Steuerperioden hätte abgeklärt werden können, schränkt weder die Untersuchungspflicht der Steuerbehörden noch die Mitwirkungspflicht des Pflichtigen für die Erforschung der für die Steuerperiode 2006 relevanten Tatsachen ein. Inwiefern die Auflage des Einzelrichters dafür nicht geeignet sein soll, ist nicht ersichtlich.
Allein
der Umstand
, dass das Steuer
rekursgericht die Auflage
in Kenntnis der Behauptung de
s
Pflichtigen erlassen hat, dass die geforderten
Unterlagen "nicht mehr greifbar"
seien
und die Auflage wegen des Aufwands unzumutbar sei
, macht die verlangte Mitwirkungs
handlung nicht unzumutbar. Andernfalls könnte ein Steuerpflichtiger die Erfüllung dieser Beweisleistungspflicht stets mit der Behauptung vereiteln, die geforderten Dokumente seien nicht (mehr) vorhanden und die Erfüllung der Pflicht daher unmöglich bzw. unzu
mutbar. Die blosse unsubstanziierte Behauptung allein genügt jedoch nicht; vielmehr ist es Sache des Steuerpflichtigen, die Gründe der Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit darzutun
.
Zwar ist dem Pflichtigen zuzustimmen, dass es schwierig und aufwendig wäre, im Jahr 2014 sämtliche Zahlungsflüsse und Geschäftsvorfälle einer 1988 gegründeten und 2003 aufgelösten Gesellschaft (D S.A.) lückenlos zu belegen und dokumentieren. Allerdings geht es hier um die Steuerperiode 2006. Deklarierte der Pflichtige im Jahr 2006 (oder bereits in früheren Steuerperioden) seine Forderungen mit einem Nominalwert "p.M." von Fr. ... und Fr. ... sowie mit einem Steuerwert von je Fr. ..., musste er spätestens im Jahr 2006 – und somit vor dem Ende der (laut eigenen Angaben des Pflichtigen) fünfjährigen Aufbewahrungspflicht der Gesellschaft – damit rechnen, dass er den Steuerbehörden diese Bewertung belegen müssen wird.
Ebenfalls damit rechnen musste der Pflichtige, dass er die Herkunft der im Jahr 2006 bezogenen Gelder in der Höhe von Fr.
...
wird darlegen müssen.
Mit dem Einwand des Pflichtigen, dass sich die Untersuchung nicht auf Drittpersonen beziehen dürfe, bemängelt der Pflichtige, dass die Auflage nicht zwischen Belegen, die er als Alleinaktionär ohne Weiteres ausgehändigt bekam, und zwischen Belegen, die nur der Gesellschaft verfügbar sind, unterscheide. Die Verpflichtung zur Vorlage von Beweismitteln besteht nur insoweit, als die steuerpflichtige Person in deren Besitz ist oder sich den Besitz daran aufgrund eines Rechtsanspruchs verschaffen kann (Richner et al., § 135
StG
N. 30). Der Pflichtige räumt ein, dass er als Aktionär an der Generalversammlung hätte Auskunft verlangen können. Aus welchen Gründen er dies nicht getan hat, weshalb er nicht im Besitz der Unterlagen ist und diese angesichts des Zeitablaufs nicht mehr beschaffen kann, bleibt unklar und nicht nachvollziehbar; zumal erhebliche Vermögenssummen des Pflichtigen betroffen sind, es bisweilen um bedeutende Ereignisse (wie Gründung, Schlussbilanz) für die Gesellschaften und den Pflichtigen als deren Alleinaktionär geht und er insbesondere damit hätte rechnen müssen, vor den Steuerbehörden dereinst über den Verbleib bzw. die Bewertung des Vermögens Auskunft geben zu müssen. Es befremdet, dass der Pflichtige sich in diesem Zusammenhang vehement auf die Eigenständigkeit der juristischen Personen, deren Alleinaktionär er war bzw. ist, beruft, während er andernorts den Durchgriff von der rechtlich selbständigen juristischen Person auf die sie wirtschaftlich beherrschende natürliche Person, d.h. auf ihn, zufolge Gestaltungsmissbrauchs fordert.
4.2
Unbestritten ist, dass der Pflichtige im Lauf des Jahrs 2006 von einem auf die Firma "E Corp." lautenden Konto bei der F-Bank Beträge von insgesamt Fr. ... abhob. Auch in der Beschwerde behauptet der Pflichtige nicht, dass zwischen ihm und er E Corp. ein Darlehensverhältnis bestünde. Er führt lediglich aus, dass die Bezüge zulasten des Kapitals erfolgt seien, dementsprechend habe sich sein Guthaben bei der C Inc. um Fr. ... verringert. Wie die Vorinstanz zu Recht feststellte und womit sich der Pflichtige in seiner Beschwerde nicht auseinandersetzt, fehlen zur Beziehung zwischen der C Inc. und der E Corp. Belege. Die Folgen der Beweislosigkeit trägt der Pflichtige
(vgl. E. 3.1), weshalb seine Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Die Beteiligten haben nach § 59 Abs. 1 Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) keinen Rechtsanspruch auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung. In Fällen, die als zivilrechtliche Streitigkeiten oder als strafrechtliche Anklagen im Sinn von Art. 6 Abs. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) gelten, kann sich ein Anspruch auf mündliche Verhandlung ergeben. Diese Vorschrift findet vorliegend jedoch keine Anwendung. Ebenso wenig lässt sich das in Art. 30 Abs. 3 BV vorgesehene Recht auf eine öffentliche Gerichtsverhandlung anrufen, ist dieses doch nur im sachlichen Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 1 EMRK gewährleistet. Überdies gibt Art. 30 Abs. 3 BV dem Rechtsuchenden kein Recht auf eine öffentliche Verhandlung, sondern garantiert lediglich, dass, soweit eine Verhandlung stattzufinden hat, diese unter Vorbehalt der im Gesetz vorgesehenen Ausnahmen öffentlich ist (BGE 128 I 288). Im Übrigen kann auch aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV kein Anspruch auf eine persönliche mündliche Anhörung und noch weniger ein solcher auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung abgeleitet werden (vgl. RB 1998 Nr. 38
;
VGr, 13. November 2013, SB.2012.00148, E. 4).
5.2
Der Pflichtige begründet seinen Antrag damit, dass nur er selbst für die der Aufstellung zugrunde liegenden Vorgänge Auskunft geben könne. Im vorliegenden Fall fehlen insbesondere die Belege für diese der Aufstellung zugrunde liegenden Vorgänge, eine mündliche oder schriftliche Auskunft vermag sie angesichts des Beweiswerts nicht zu ersetzen. Daher
besteht kein Anlass zur Anordnung einer mündlichen Verhandlung im Sinn von § 59 Abs. 1 VRG, weshalb dem Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung nicht zu entsprechen ist.
6.
6.1
Die Parteien haben im Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV sowie § 4a VRG). Das Verbot der Rechtsverzögerung wird verletzt, wenn eine Gerichts- oder Verwaltungs
behörde untätig bleibt oder das gebotene Handeln über Gebühr hinauszögert, obwohl sie zur Vornahme verpflichtet wäre. Die angemessene Verfahrensdauer bestimmt
sich
zu
nächst anhand der im Einzelfall anwendbaren Verfahrensordnung (VGr, 17. Oktober 2012, VB.2012.00483, E. 3.4.3
m.w.H.
). Bestehen keine gesetzlichen Behandlungsfristen, sind zur Bestimmung der Angemessenheit der Verfahrensdauer die konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Dabei ist dem Umfang und der Schwierigkeit des Falles, der Wichtigkeit der Angelegenheit für die Betroffenen und dem Verhalten der Parteien und der Behörde angemessen Rechnung zu tragen (BGE 135 I 265 E. 4.4;
BGE
130 I 312 E. 5.2; VGr, 4. September 2013, VB.2012.00786, E. 2.2). Eine Verletzung
des
Anspruch
s
auf Beurteilung innert angemessener Frist kann insbesondere darin liegen, dass die Rechtsmittelinstanz während längerer Zeit überhaupt keine Verfahrenshandlungen vornimmt (BGr, 18. Oktober 2004, 1A.169/2004, E. 2.2).
Keine Rolle spielt, auf welche Gründe – beispielsweise auf ein Fehlverhalten der Behörde oder auf andere Umstände – die Rechtsverzögerung zurückzuführen ist; entscheidend ist ausschliesslich, dass die Behörde nicht fristgerecht handelt (BGr, 19. März 2015, 2C_647/2014, E. 2.2).
6.2
6.2.1
Für das Rechtsmittelverfahren vor Steuerrekursgericht konkretisiert § 149 Abs. 1 StG die Angemessenheit der Verfahrensdauer. Gemäss § 149 Abs. 1 StG entscheidet das Steuerrekursgericht innert 60 Tagen seit Abschluss der Sachverhaltsermittlungen. Dabei handelt es sich indes um eine blosse Ordnungsfrist. Deren Überschreiten stellt nicht automatisch eine Rechtsverzögerung dar, vielmehr kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an (Griffel, Kommentar VRG, § 27c N. 19). Kann das Steuerrekursgericht diese Frist nicht einhalten, teilt sie den Parteien unter Angabe der Gründe mit, wann der Entscheid vorliegt (§ 149 Abs. 1 StG).
Der vierte Rechtsgang nahm ab Abschluss des (nicht angeordneten) Schriftenwechsels per 31. August 2015 einen Monat in Anspruch. Im dritten Rechtsgang erfolgten ab September 2013 regelmässig prozessleitende Anordnungen zur Sachverhaltsermittlung; die Sachverhaltsermittlungen waren dann Ende Juni 2014 abgeschlossen und der Entscheid erging am 20. Oktober 2014. Im zweiten Rechtsgang erging der Entscheid am 21. Februar 2012, während die letzte Handlung des Steuerrekursgerichts am 25. Oktober 2011 stattgefunden hatte. Der erste Rechtsgang wurde am 26. Februar 2010, nachdem der Einspracheentscheid am 3. November 2009 ergangen war, abgeschlossen.
Aus dieser Aufstellung wird ersichtlich, dass, sollte das Steuerrekursgericht die 60-tägige Frist überschritten haben, dies höchstens in geringfügigem Masse tat. Angesichts des Umfangs der vorliegenden Angelegenheit ist darin noch keine Rechtsverzögerung zu erblicken.
6.2.2
Im Verfahren vor dem kantonalen Steueramt gilt die Vorschrift von § 149 Abs. 1 StG nicht. Die Angemessenheit der Frist beurteilt sich hier nach den Umständen des Einzelfalls. Der Einschätzungsentscheid erging am 2. Dezember 2008, der Einspracheentscheid am 3. November 2009, wobei Ende Januar 2009 noch eine Auflage erlassen wurde. Im zweiten Rechtsgang entschied das kantonale Steueramt am 6. April 2011 und am 30. Mai 2011 über die Einsprache, während der verwaltungsgerichtliche Entscheid vom 22. September 2010 datiert. Das kantonale Steueramt benötigte somit ca. fünf bzw. acht Monate. Im Hinblick auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung erscheint diese Dauer angesichts des Abwartens der Rechtskraft und der geschilderten Sachverhaltsabklärungen noch als angemessen (vgl. VGr, 6. März 2014, VB.2014.00022, E. 3.5 [15 Monate]; VGr, 11. Februar 2009, VB.2008.00258, E. 4.6 [13 Monate]; VGr, 17. Dezember 2008, VB.2008.00438, E. 2.3 [18 Monate]).
6.2.3
Dasselbe gilt für die Verfahren vor Verwaltungsgericht, die (ab Ende des letzten Schriftenwechsels) jeweils rund vier bis sechs Monate in Anspruch nahmen. Diese Dauer erscheint angesichts des Umfangs der Streitsache und der damit einhergehenden langen rechtlichen Begründung unter dem Gesichtspunkt der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung als angemessen.
6.2.4
Nach dem Gesagten ist die Rüge der Rechtsverzögerung abzuweisen. Dem Pflichtigen ist aber insoweit zuzustimmen, dass die Gesamtdauer des Verfahrens erheblich lange erscheint. Dies ist jedoch dadurch bedingt, dass es sich vorliegend bereits um den vierten Rechtsgang vor Verwaltungsgericht in derselben Sache handelt.
7.
Nach Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG sind die Gerichtskosten der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Da der Beschwerdeführer vollumfänglich unterliegt, sind ihm die Kosten der Verfahren betreffend Direkte Bundessteuer 2006 aufzuerlegen und steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1–3 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG] in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG).