# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b1fcf9b4-9f76-487a-96fb-81c4c972d613
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963,
ohn
e Berufsausbildung, war zuletzt
vom 1
8.
November 2015 bis am 3
0.
Juni 2016 als Hilfskoch bei der
Y._
AG tätig, wobei sein letzter Arbeitstag
der
6.
April 2016 war (
Urk.
7/18/3). A
m 2
4.
Juni 2016
meldete er sich
unter Hinweis auf mehrere Herzinfarkte, chronische Schmerzen und Angstzustände sowie Belastungsdyspnoe, eine Rückenoperation, Depressionen und Augenprobleme bei der Schweizerischen Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, führte in der Folge medizinische (
Urk.
7/10,
Urk.
7/15 f.,
Urk.
7/23
ff.)
und erwerbliche (
Urk.
7/11,
Urk.
7/18
)
Abklärungen durch
und ver
anlasste eine polydisziplinäre medizinische Expertise in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Rheumatologie bei der
Z._
(
Urk.
7/41), welche am
2.
Mai 2018 erstattet wurde (
Urk.
7/47).
Mit Vorbescheid vom 2
4.
Mai 2018 stellte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/52). Nachdem der
Versicherte
dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
7/56)
,
entschied die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 1
2.
Juli 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
7/59
=
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Emil Robert Meier
,
am 1
2.
September 2018
Beschwerde mit den Anträgen
,
die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
2.
Juli 2018 sei aufzuheben und
es sei ihm
eine Inva
lidenrente zuzusprechen; eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese den Sachverhalt ergänzend abkläre
(so insbesondere den psychischen Gesundheitszustand)
und einen neuen Entscheid fälle. Ferner sei
en
eine Evaluation der funktionellen (arbeitsbezogenen) Leistungsfähigkeit vorzunehmen und - falls eine Arbeitsfähigkeit bejaht werde - Massnahmen beruflicher Art anzuordnen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerde
führer sodann die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2018 wurde die
GastroSocial
Pensionskasse zum Verfahren beigeladen (
Urk.
8), diese verzich
tete am 2
9.
November
2018
auf Stellungnahme (
Urk.
9).
Am
6.
Dezember 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt
Emil Robert
Meier
, Dielsdorf,
als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt, gleichzeitig erfolgte die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
10). In der Replik vom 1
6.
Januar 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
und reichte zusätzliche ärztliche Berichte ein (
Urk.
11,
Urk.
12/1-2)
. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
0.
Februar 2019
auf die Erstattung
einer Duplik
(
Urk.
15). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer
Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung dahingehend, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Hilfskoch seit Mai 2016 nicht mehr vollumfänglich
zumutbar sei. Eine körperlich leichte Tätigkeit sei ihm jedoch gemäss allgemeinmedizinischer und rheumatologischer Untersu
chung weiterhin zu 100
%
möglich (
Urk.
2 S. 1). Im psychiatrischen Fachbereich
werde dem Beschwerdeführer
auch für eine leichte
Arbeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert. Allerdings seien diesbezüglich noch nicht alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Die
psychiatrisch
beding
ten Einschränkungen seien
behandelbar
und
führten
nicht zu einer dauerhaften Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit
. Aus diesem Grund würden lediglich die körper
lich bedingten Einschränkungen berücksichtigt (
Urk.
2 S. 2). Für die Berechnung des daraus folgenden Invaliditätsgrads sei ein Einkommensvergleich durchge
führt worden, der keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse ergeben habe (
Urk.
2 S. 2).
Bezugnehmend auf die
Einwandbegründung
des Beschwerdeführers
erwog die Beschwerdegegnerin
, die psychiatrische Beurteilung sei nicht nachvollziehbar, da der Beschwerdeführer vor allem an Platz- und Höhenangst leide, bei Vermeidung dieser Faktoren
sei
eine Verwei
stätigkeit zu 100
%
möglich
. Die unzureichende Einnahme des verordneten Medikaments weise sodann auf einen fehlenden Lei
densdruck hin (
Urk.
2 S. 2).
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus,
mangels objektiver Befunde im Psychostatus und nachvollziehbarer Einschränkungen als Ergebnis der Mini-ICF-APP sei die psychiatrisch attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit ins
gesamt nicht nachvollziehbar (
Urk.
6 S. 1). Dies sei insbesondere auch vor dem Hintergrund der im gesamten Gutachten an verschiedenen Stellen angeführten Diskrepanzen und diffusen Angaben der Fall. Insgesamt sei ein invalidisierendes psychisches Leiden nicht ausgewiesen (
Urk.
6 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer argumentierte in der Beschwerdeschrift,
die Beschwerde
gegnerin sei von ei
n
er falschen, verkürzten Einschätzung seines Gesundheitszu
standes ausgegangen. So blende sie insbesondere die somatischen Beschwerden aus und reduziere die
gutachterliche
Diagnose auf eine Platz- und Höhenangst
,
obschon eine Panikstörung diagnostiziert worden sei. Ebenfalls nicht berücksich
tigt werde sodann die klare Wechselwirkung der verschiedenen Diagnosen (
Urk.
1 S. 6). Bei richtiger
Würdigung
des Gutachtens hätte
ihm
deshalb zumindest eine halbe Rente, unter
Berücksichtigung des Leid
ensabzuges gar eine Dreiviertel
rente zugesprochen werden müssen (
Urk.
1 S. 7).
Die behandelnden Ärzte hätten so
dann weitere und zum Teil schwerwiegendere Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit gestellt. I
m Gutachten erfolge keine
eigentliche
Auseinanderset
zung und überzeugende Wiederlegung dieser Diagnosen
, dieses
weise damit nicht die erforderliche Abklärungstiefe und -dichte auf, die
eine sachgerechte Überprü
fung
der von den behandelnden Ärzte
n
getroffenen Diagnosen zulasse
(
Urk.
1 S. 7 f.).
Ferner sei nicht hinreichend abgeklärt worden, welche Tätigkeiten
ihm
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt noch offen
stünden
. Eine Evalua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit sei unabdingbar. Je nach Feststellungen müsse alsdann geprüft werden, ob berufliche Massnahmen erforderlich seien (
Urk.
1 S.
8 f.).
In der Replik wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass die Beschwerdege
gne
rin den Aspekt der
Wechselwirkungen
der Diagnosen weiterhin ausblende, diese dürften jedoch gerade der entscheidende Faktor sein. Dies entspreche auch den aktuellen Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Das Zusammenspiel von somatischen und psychischen Leiden und der Medikation samt Nebenwirkungen bewirke
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
oder zumindest 50
%
(
Urk.
11 S. 1
f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob das polydisziplinäre Gutachten vom
2.
Mai 2018 (
Urk.
7/47) den Anforderungen an eine beweiswerte medizinische Beurteilung entspricht sowie ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von
der vom psychiatri
schen Gutachter attestierten
Arbeitsunfähigkeit abgewichen ist und gestützt darauf einen Rentenanspruch verneint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in sei
nem Bericht vom 1
1.
Juli 2016 die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/10/1):
-
koronare Herzkrankheit (seit 2011)
-
posttraumatische Belastungsstörung mit
Somatisierungstendenz
, Depression und Angststörung (ICD-10 F43.1
; seit Jahren)
-
chronisches Schmerzsyndrom
(seit Jahren)
-
Diskushernie L3/4 (2015)
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer klage seit einer Herzkatheter-Operation im Jahr 2011 und einer Verletzung des linken Fusses im Jahr 2013 über einen komplizierten Beschwerdekomplex mit somatischen und
psychoso
ma
tischen Anteilen. Der Beschwerdeführer s
ei in
seine
r
bisherige
n
Tätigkeit als Hilfs
koch ab dem 2
5.
April 2016 bis auf weiteres nicht arbeitsfähig (
Urk.
7/10/2).
Zumutbar seien lediglich rein sitzende Tätigkeiten in einem Pensum von 50 - 80
%
(
Urk.
7/10/5).
3.2
Im Juni 2016 beurteilte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie, den Beschwerdeführer konsiliarisch und stellte dabei
im Bericht vom 1
6.
August 2016
auf seinem Fachgebiet einen Status nach
Lumboischialgie
links zufolge grosser linksparamedianer Diskushernie L3/4 bei Dekompressions- und
Sequestrektomie
-Operation L3/4 links am 2
6.
März 2015 fest. Präoperativ habe eine
Radikulopathie
L4/5 sensomotorisch linksbetont mit
axona
len
Schädigungs
zeichen vorgelegen
, nach vorübergehender Beschwerdebesserung
bestünden
ak
tuell
ischi
algieforme
Beinschmerzen links (
Differentialdiagnose im Rahmen einer
Denervationsneuropathie
)
. Das postoperative Verlaufs-MRI der Lendenwirbel
säule habe keine
Rezidivhernie
und kein Korrelat für eine aktu
elle Neurokom
pression gezeigt. K
linisch
lägen
keine motorischen Defizite aber
eine
dermatom
übergreifende
verminderte Oberflächensensibilität mit Ausweitung in
die gesamte linke Körperhälfte (
differentialdiagnostisch im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung
)
vor
. Es seien vier von fünf
Waddell
-Zeichen positiv
, dies sei ein Hinweis für eine erhebliche funktionelle Überlagerung der Beschwerden. Ferner diagnostizierte
Dr.
B._
ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom des oberen Sprung
gelenks und Fusses links bei Verkehrsunfall im August 2013, wobei ein MRI im Februar 2014 keine
ossäre
oder
tendoligamentäre
Verletzung und keine relevante Degeneration gezeigt habe, gemäss der Beurteilung der
Kli
nik
C._
vom Februar 2014 lie
ge eine
Dekonditionierung
und ein Sinus
tarsi
-Syndrom vor. Die Beschwerden hätten sich vorübergehend und partiell nach einer Infiltra
tion am 1
9.
Februar 2014 gebessert und im Verlauf der physiotherapeutischen Behandlung stabilisiert (
Urk.
7/16/7).
Der Arzt schloss, es bestehe ein mehrheit
lich muskuläres Beschwerdebild auf dem Boden einer erfolgen Wirbelsäulen
operation mit Status nach Traumatisierungen der linken unteren Extremität und
mit
einer erheblichen somatoformen Überlagerungskomponente (
Urk.
7/10/7).
3.3
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Kardiologie
,
stellte anlässlich einer Verlaufs
kontrolle
am 1
7.
Januar 2017 die folgenden Diagnosen (
Urk.
7/32/15):
-
Muskuloskelettale
Thoraxschmerzen
-
Koronare Herzkrankheit bei Zustand nach Koronarangiographien am 2
2.
Februar 2011 mit PTCA/
Stenting
der RCA und Direkt-
Stenting
der distalen RCA und am
5.
Mai 2016 mit
PTCA/
Ste
nting
der RCA,
Direkt
-
Stenting
des
Intermediärastes
sowie
PTCA/
Stenting
des
2.
RCX-
Posterolateralastes
und des distalen RCX
-
Arterielle Hypertonie
-
Hypercholesterinämie
-
Status nach Nikotinabusus (seit 12/2010 nach kumulativ 20 pack
years
sistiert)
-
Angststörung mit funktionellen nächtlichen
Thoraxschmerzen
Dr.
D._
führte aus, der Beschwerdeführer habe sich aufgrund von weiterhin re
zidivierend
ge
klagten
,
stets in der Ruhe manifesten
,
druckartigen
Thoraxschmer
zen
und gehäuft begleitenden
Dyspnoebeschwerden
vorgestellt (
Urk.
7/32/15). Er stellte fest, die
Thoraxschmerzen
entsprächen
muskuloskele
t
talen
Beschwerden. Die erhobenen Untersuchungsbefunde hätten keine Hinweise für eine
hämody
namisch
relevante Progression der bekannten
Koronaratheromatose
ergeben (
Urk.
7/32/16).
3.
4
Ab 1
8.
Mai 2016 hatte sich der Beschwerdeführer in psychotherapeutische Behandlung zu
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, begeben, die in delegierter Therapie mit
lic. phil.
F._
, Psychotherapeutin,
arbeitet. Im Bericht vom
1
8.
September 2017
hielten die Therapeutinnen fest
, der Beschwerdeführer leide an einer generalisier
ten Angststörung im Sinne von ICD-10 F41.1 mit Panikattacken als Reaktion auf situative Gegebenheiten (Angst im Tunnel, Höhenangst), an einer posttraumati
schen Belastungsstörung im Sinne von ICD-10 F43.1 sowie an einer chronischen Schmerzstörung (
Urk.
7/31/1). Die bisherige Tätigkeit als Hilfskoch sei ihm nicht mehr zum
u
tbar, mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (
Urk.
7/31/4).
3.
5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, beschrieb in seinem Bericht vom 2
1.
September 2017, seit der Rückenoperation im Jahr 2011 gehe beim Beschwerdeführer alles abwärts. Trotz der Operation habe er bis heute einschränkende Rückenschmerzen
,
obwohl eine
intens
ive
Schmerz- und Physiotherapie
durchgeführt werde
. Nach der Herzoperation
sei
es ihm noch
mals schlechter
gegangen
. Trotz der Einlage eines Stents und unauffälliger kar
diologischer Untersuchungen klage der Beschwerdeführer weiterhin über eine Anstrengungsdyspnoe und ein Schwindelgefühl sowie eine starke Leistungsinto
leranz. Ferner habe er s
eit längerem Schmerzen am
linken oberen Sprunggelenk und Fuss bei einem Status nach einem Unfall in Sri Lanka. Trotz mehrfachen Infiltrationen und Abklärungen sei er weiterhin nicht beschwerdefrei
.
Aktuell werde ein
e
ne
u
rologische Abklärung zum Ausschluss einer
peripheren Poly
neuropathie
und es würden
orthopädisch
e
/wirbelsäulenchirurgische Abklärungen durchgeführt.
Hinzu kämen
eine seit längerem bestehende Schlafstörung, eine Konzentrationsstörung sowie
Depression
en
und Angst
. Trotz
intensiver medika
mentöser Therapie und Psychotherapie zeige sich keine Besserung
. Der Beschwer
deführer
brauche ständige Begleitung, welche
durch die Spitex
gemacht
werde
(
Urk.
7/32/7).
Er
sei sowohl in der bisherigen Tätigkeit als auch in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig (
Urk.
7/32/8)
.
3.
6
3.
6
.1
Im am
2.
Mai 2018 erstatteten polydisziplinären Gutachten stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/47/33):
-
Koronare Herzerkrankung
-
Zustand nach NSTEMI am 2
1.
Februar 2011
-
Zustand nach PTCA und
Stenting
der RCA am 2
1.
Februar 2011
-
Zustand nach Mehrfach-PTCA und
Stenting
der RCA und der RCX am
5.
Mai 2016
-
Zuletzt im J
anuar 2017 unauff
ällige
Dobutamin
-Stressechokardiographie und unauffällige Echokardiographie mit normaler systolischer und diasto
lischer Funktion
-
Panikstörung (episodisch-paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0)
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie den folgende
n gesundheitli
chen Störungen zu
(
Urk.
7/47/33 f.):
-
Hypotone
Kreislaufdysregulation, höchstwahrscheinlich medikamentös be
dingt
-
Zustand nach Nikotinkonsum, ca. 20
py
-
Vorbekannte
Hyperlipidämie
-
Anamnestisch
rezidivierendes Erbrechen und Inappeten
z bei
gastroskopisch
am
2
0.
April 2016 diagnostizierter Gastritis
-
Zustand nach Dekompression und mikrochirurgischer
Sequestrektomie
L3/4 am 2
6.
März 2015 ohne verbliebene
radikuläre
Problematik oder funktionelle Einschränkung
-
Diskushernie L3/4 links ohne
radikuläre
Symptomatik
-
Keine erkennbaren Folgeschäden der OSG-Verletzung, beziehungsweise Dis
torsion links vom 1
6.
Februar 2015
3.
6
.2
Gemäss
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, sei aus internistischer Sicht die koronare Herzerkrankung, die sich erstmals am 2
1.
Februar 2011 in Form eines nicht-ST-Hebungsinfarktes manifestiert habe, das Hauptproblem
. Es sei daraufhin koronarangiografisch eine PTCA mit
Stenting
der RCA sowie ein direkt-
Stenting
der distalen RCA
durchgeführt worden
. Am.
3.
Mai 2016 habe erneut koronarangiographisch interveniert werden müssen.
Anlässlich der
letzte
n
kardiologische Kontrolle im Januar 2017
habe eine
neuerlich
hämo
dynamisch
relevante koronare Herzerkrankung ausgeschlossen werden können. Im Rahmen der gutachterlichen
Untersuchung hätten sich klinisch kein
e kardio
pulmonalen Dekompensationszeichen (keine Beinödeme, auskultatorisch kein Hinweis für eine pulmonale Stauung) gezeigt. Auffallend sei ein an beiden Armen gemessener erniedrigter Blutdruck. Der
Herzrhythmus
sei regel
mässig, jedoch
tachykard
. Die vom Beschwerdeführer angegebenen wiederkehrenden Kreislauf
probleme und Schwindelsymptome seien höchstwahrscheinlich (mit)bedingt durch die niedrigen Blutdruckwerte. Die ebenfalls beklagten wiederkehrenden retrosternalen Druckschmerzen seien nicht eindeutig Angina
pectoris
-typisch. Nicht ausschliessbar sei jedoch eine
small
vessel
disease
, also eine Durchblu
tungsstö
rung des Herzmuskels infolge Erkrankung der kleinen Koronararterien
äste
. Dem Beschwerdeführer seien aufgrund der koronaren Herzerkrankung kör
perlich schwere sowie überwiegend mittelschwere Arbeiten nicht mehr zuzumu
ten. Die von ihm beschriebene Appetitlosigkeit, die häufige Übelkeit und das an
geblich tägliche Erbrechen seien in Anbetracht des Übergewichtes kritisch zu hin
terfra
gen,
d
ifferentialdiagnostisch seien die Symptome als Nebenwirkungen der medi
kamentösen Therapie oder im Sinne einer Somatisierungsstörung zu werten (
Urk.
7/47/27 f.).
3.
6
.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie, stellte auf seinem Fachgebiet keine für die Arbeitsfähigkeit relevanten Diagnosen (
Urk.
7/47/65). Er hielt erhebliche Diskrepanzen zwischen den vorgetragenen Beschwerden, den objektiven Befunden und dem Verhalten bei der Untersuchung fest. Bei sämtlichen Untersuchungsschritten habe der Beschwerdeführer dagegen gespannt, jedoch keine Schmerzäusserung getätigt. Nur auf Befragen habe er all
gemeine Schmerzen von Kopf bis Fuss genannt.
Objektiv
hätten im Bereich des gesamten Bewegungsapparates keine funktionellen Einschränkungen oder
ent
zündliche
Veränderungen festgestellt werden können (
Urk.
7/47/66).
3.
6
.4
Anlässlich der
psychiatrischen Begutachtung
habe der Beschwerdeführer gegen
über
m
ed. pract.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, ausgeführt, sein Hauptproblem
seien Angstzustände. Auf Nachfrage
hin
habe er erläutert, er habe Platzangst, er
leide
zum Beispiel bei der
Ben
ü
tzung
eines Lifts unter einem Druckgefühl, bei B
en
ü
tzung des Treppenhauses möge
er
wegen der Höhe
,
in der er sich dann befinde
,
nach dem dritten Sto
ck nicht mehr weiter auf
steigen. Auch das Befahren von Tunnels bereite ihm Ängste. Diese Sympto
matik habe nach der ersten Herzoperation begonnen, gesteigert hätten sich diese «Angstzustände» nach der zweiten Operation im Mai 201
6.
Der Beschwerdeführer habe weiter berichtet, dass er seit zwei Jahren nicht mehr gut geschlafen habe, nur noch mit Medikamente
n
. Er
erwache in der Nacht
, habe das Gef
ühl, es würge ihn jemand
,
und
er
stehe dann auf.
Dann
sei sein Blutdruck erhöht, er habe Augenschmerzen und ein Druckgefühl. Die von ihm eingenommenen Medika
mente würden die Symptome für etwa 30 Minuten lindern. Die Ängste träten etwa drei- bis viermal pro Tag auf und würden etwa 30 Minuten andauern. Eben
falls reagiere er auf Geräusche schreckhaft, es entstehe dann ein Brustdruck, der zu einem Kopfschmerz im Hinterhaupt führe.
Er könne auch keine öffentlichen Verkehrsmittel benützen wegen der Ängste. Er lebe sehr zurückgezogen und sei viel allein.
Weiter habe der Beschwerdeführer einen Körperschmerz der gesamten linken Körperhälfte, median begrenzt, beklagt, der ständig vorhanden und von gleicher Schmerzintensität sei (
Urk.
7/47/79 f.
, 7/47/83
).
Dr.
J._
stellte fest, bei der psychiatrischen Exploration hätten sich
von Seiten des Psychostatus kaum
Auffälligkeiten feststellen lassen, insbesondere keine dep
ressive Symptomatik. Die von der behandelnden Psychiaterin und
Psychologin diagnostizierten psychischen
Störungen
,
p
osttraumatische Belas
tungs
störung ICD-10 F43.1 oder eine Störung aus dem somatoformen Diagnose
spektrum,
hätten nicht bestätigt werden können, da die nötigen Kriterien des ICD-10
nicht erfüllt seien. Einzig ein
Leiden
aus dem Bereich der phobischen
Störun
gen
und
der
Angststörungen
scheine zu bestehen
, namentlich eine Panikstörung, episodisch-paroxysmale Angst (ICD-10 F41.1). Vorstellbar erscheine, dass die Symptomatik tatsächlich seit der zweiten Herzoperation aufge
treten sei. Aller
dings
seien
die sich daraus ergebenden Einschränkungen d
och eher als wenig ausgeprägt zu bezeichnen
. Es
sei
eher de
r Eindruck entstanden
,
der Beschwerde
führer
habe sich
mit den
Gegebenheiten eingerichtet und
goutiere
die bestehende
Versorgung
durch die Ehefrau und die Spitex durchaus. Die beklagte Schlafstö
rung scheine doch auch deutlich mit einer ma
ngelnden Schlafhygiene und dem F
ehlen einer Aufgabe und einer Strukturierung im Alltagsleben in Verbindung zu stehen. Als Inkonsistenz sei festzuhalten, dass die Laboruntersuchung ergeben habe, dass die
Psychopharmakamedikation
wohl ni
cht, zumindest nicht in der
angegebenen Regelmässigkeit und
Dosierung eingenommen werde
. Vor dem Hin
tergrund d
er gemachten Angaben sowie
der
Untersuchung
und Exploration müsse die Einschränkung des Beschwerdeführers gegen
wärtig als eine Teil
arbeits
unfähigkeit betrachtet werden, die jedoch noch
therapeutischen
Interventionen zugänglich sein sollte.
Das aktuelle Verhalten des Beschwerdeführers erscheine vorwiegend von persönlicher Krankheitsüberzeugung, Lebensentwürfen und Ziel
setzungen, durch psychosoziale und soziokulturelle Überlegungen
,
aber auch
durch
Zukunftsperspektiven im Hinblick auf
die
Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen
im Alter
zumindest vorbewusst bis bewusst geprägt u
nd bedingt zu sein. Hieraus resultiere
ein teilweise auch
appe
l
lativ
vorgebrachtes Schon- und
Vermeidungs
verhalten
. Allfällige Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen, Aggravation, Simulation oder
Dissimulation
hätten sich nicht ergeben (
Urk.
7/47/89 ff.).
Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der Lage, sämtliche seinem körperlichen Belastungsprofil angepassten Tätigkeiten mit einer integra
len Reduktion von 50
%
zu verrichten (
Urk.
7/47/92).
3.
6
.
5
Die Gutachter kamen zum S
chluss, der Beschwerdeführer sei
aus interdisziplinä
rer Sicht in der angestammten Tätigkeit als Hilfskoch und auch in einer Ver
weistätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig.
Massgeblich
hierfür seien die auf psychi
atrischem Fachgebiet festgestellten Gesundheitsstörungen. Der Beschwerdeführer
könne aufgrund seiner Herzerkrankung keine schweren oder überwiegend mittel
schweren Tätigkeiten mehr ausüben. Ideal angepasste Tätigkei
ten/Verweistätigkeiten seien aus internistischer Sicht jedoch noch zu 100
%
zu
mutbar. Es solle sich hierbei um leichte Arbeiten handeln, die entweder im Sitzen oder im Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen ausgeübt würden. Arbeiten in
Nacht- oder Wechselschicht, unter Zeitdruck oder im Akkord seien nicht mehr möglich
. Diese Arbeitsfähigkeit bestehe schon seit Juli 2016
(
Urk.
7/47/35 f.)
.
3.
7
Dr.
E._
und
lic
. phil.
F._
berichteten am
7.
Januar 2019
, dass das nun bereits zweieinhalb Jahre dauernde Verfahren zum Erhalt einer Invalidenrente beim Beschwerdeführer wiederh
olt zu einer
Retraumatisie
rung
g
eführt habe, mit suizidalen Gedanken, vermehrten Schlafstörungen und erhöhter
Somatisierungstendenz
. Er sei seit Jahren anhaltend und voraussichtlich dauernd zu 100
%
arbeitsunfähig. Abgesehen von der aktuellen psychischen Be
findlichkeit sei das Zustandsbild unverändert. An den bisher gestellten Diagnosen
hielten sie fest
(
Urk.
12/1 S. 1).
3.
8
Dieser Ansicht schloss sich
Dr.
G._
an
. In seinem Bericht vom
1
1.
Januar 2019
wies er darauf hin, dass der Beschwerdeführer
trotz Einnahme von Medika
menten
an
S
chmerzen und Schlafstörungen
leide und er wegen der Nebenwir
kungen der Medikamente vermehrt müde sei. Er
schloss
daraus
, der Beschwerde
führer sei aufgrund dieser Einschränkungen zu 100
%
arbeitsunfähig und nicht belastbar (
Urk.
12/2).
4.
4.1
Die vom internistischen und orthopädischen Gutachter gestellten Diagnosen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind unter den Parteien nicht umstrit
ten (vgl.
Urk.
1,
Urk.
2). Mit den Beurteilungen durch die behandelnden Ärzte stimmen sie insoweit überein, als auch der Kardiologe
Dr.
D._
anlässlich der letzten Verlaufskontrolle vom 1
7.
Januar 2017 unauffällige Befunde erhob
(
Urk.
7/32/16)
und der Rheumatologe
Dr.
B._
keine objektiv nachvollzieh
bare Begründung für die geklagten Rückenschmerzen des Beschwerdeführers fin
den konnte und daher sowie aufgrund der positiven
Waddell
-Zeichen auf eine erhebliche funktionelle Überlagerung der Beschwerden schloss. Hinsichtlich der Schmerzen am linken oberen Sprunggelenk konnte
Dr.
B._
sodann eben
falls keine
ossäre
oder
tendinoligamentäre
Verletzung eruieren,
das
in der
Klinik
C._
diagnostizierte Sinus
tarsi
-
Syndrom habe sich im Verlauf der Physiotherapie stabilisiert
(
Urk.
7/16/7)
.
Auch das von den Gutachtern formulierte
somatische
Belastungsprofil
(vgl.
Urk.
7/47/35 f.)
überzeugt, da es aufgrund der diagnostizierten koronaren Herz
krankheit
nachvollziehbar ist, dass dem
Beschwerdeführer nur noch leich
te Arbeiten, entweder im Sitzen oder im Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen, möglich sind,
unter Ausschluss von Arbeiten, die in Nacht- oder Wechselschicht, unter Zeitdruck oder im Akkord ausgeübt werden (
Urk.
7/47/35 f.). Dass der
orthopädische Gutachter sodann lediglich Arbeiten mit höheren Belastungen für die Wirbelsäule als nicht zumutbar erachtete
(
Urk.
7/47/36)
, ist angesichts der
aktuell fehlenden objektiven Befunde begründet.
Die vom Beschwerdeführer beantragte zusätzliche Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
kann
bei
- wie hier -
zuverlässiger ärztlicher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der Regel
unterbleiben
(Urteil des Bundesgerichts 9C_433/2018 vom
5.
Oktober 2018 E.
4.2)
.
Insgesamt ist festzuhalten, dass der internistische und der orthopädische Gutach
ter
den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar
legten
. Das Gutachten basiert auf den Vorakten und den eigenen klini
schen Untersuchungen. Es erfüllt die von der Rechtsprechung gestellten Anfor
derungen, so dass darauf abgestellt werden kann.
4.2
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte der begutachtende
Facharzt
J._
eine Panikstörung, episodisch-paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0
;
Urk.
7/47/91
). Die von den behandelnden Fachpersonen gestellten Diagnosen einer posttrauma
tischen Belastungsstörung (ICD-10
F
43.1), einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) und einer chronischen Schmerzstörung konnte er
dagegen
man
gels Erfüllung der diagnoserelevanten ICD-10-Kriterien nicht bestätigen (
Urk.
7/
47/89). Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor
,
im Gutachten erfolge keine eigentliche Auseinandersetzung und
ebenso wenig eine
überzeugende Widerlegung dieser Diagnosen
.
Damit erweise sich das Gutachten nicht als eine ausreichende Grundlage für die Beurteilung (
Urk.
1 S. 7).
Die Beurteilung durch
med. pract.
J._
beruht auf einer
mittels einer Dol
metscherin
vorgenommenen Untersuchung
(
Urk.
7/47/86)
mit
ausführliche
r
psy
chiatrische
r
Anamnese
,
anlässlich derer
sich
der Beschwerdeführer
zu den aus seiner Sicht bestehenden Problemen frei äussern konnte
,
wobei der Gutachter je
weils vertiefende Fragen insbesondere zum konkreten Auftreten der Symptome stellte
(
Urk.
7/47/79 ff.)
.
Inwiefern
der Arzt
dabei
erhebliche Themenbereiche nicht oder nicht genügend exploriert haben soll, wird vom Beschwerdeführer nicht dargetan, dafür finden sich auch keine Anhaltspunkte.
Ferner
erhob
er
den
Psychostatus nach AMDP
(
Urk.
7/47/86) sowie
mittels der
Ergebnisse weiterer testpsychiatrischer Untersuchungen wie der Hamilton Depressions-Skala und der Mini-ICF-APP (
Urk.
7/47/88)
.
Sein Schluss, es sei einzig eine Panikstörung zu diagnostizieren
,
stützte sich auf die
se umfangreich
en Explorationen. Zudem
nahm
er
Bezug auf die einzelnen
,
von den behandelnden Fachpersonen gestellten Diagnosen und legte dar, dass die Diagnosekriterien dafür nicht erfüllt seien
. Zwar diskutierte er das (Nicht-)Vorliegen der
Kriter
ie
n nicht im Einzelnen, dies erscheint
jedoch angesichts der Tatsache, dass
die behandelnden Fachpersonen in
ihrem Bericht
ihre Diagnosestellungen nicht weiter begründeten
,
nicht als erfor
derlich.
Allgemein ist
sodann
darauf hinzuweisen, dass nicht die diagnostische Einord
nung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern die zugrundeliegen
den psychiatrischen Befunde (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_782/2012 vom 2
2.
Oktober 2013 E.
4.3.3). Diese waren gemäss dem anlässlich der Begutachtung erhobenen Psychostatus weitgehend unauffällig.
Die
durch die behandelnden Fachpersonen im Bericht vom
7.
Januar 2019
geschilderte Antriebslosigkeit und depressive Verstimmung waren anläss
lich der Begutachtung nicht vorhanden
;
med.
pract.
J._
legte ausdrücklich dar, dass keine depressive Symptomatik habe festgestellt werden können (
Urk.
7/47/89). Die Schlaflosigkeit wurde sodann überzeugend durch die man
gelnde Schlafhygiene und
mit
dem Fehlen einer Aufgabe oder Struktur erklärt
, zumal der Haushalt von der arbeitstätigen und den ganzen Tag abwesenden Ehe
frau bewältigt wird
. Der Beschwerdeführer beteiligt sich nicht daran aufgrund der von
ihm
empfundenen, allerdings nicht objektivierbaren körperlichen Beschwer
den
(
Urk.
7/47/85,
Urk.
7/47/90).
E
ine
allfällige
Retraumatisierung
durch das andauernde Verfahren
zur Erlangung einer Invalidenrente
, wie dies von den behandelnden Therapeuten geltend ge
macht wird
(
Urk.
12/1 S. 1)
,
wäre
aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sich
t nicht zu berücksichtigen, d
a
das Beschwerdebild mitprägende
psychosoziale
und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar die Symptomatik beeinflussen, als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.3)
.
Zudem ist nicht ersichtlich, wodurch eine solche geschehen sein soll.
Fer
ner lässt es auch die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der thera
peutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum An
lass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
In Bezug auf das psychiatrische Gutachten kann somit ebenfalls festgehalten wer
den, dass der medizinische
Sachverhalt
von
med.
pract.
J._
unter Bezug
nahme auf die Vorakten und auf eigene klinische Untersuchungen
in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar
gelegt wurde
. Es erfüllt die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen
an ein beweiswertes Gutachten
, so
dass
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann. Die
Schlussfolgerung
des psy
chiatrischen Gutachters
hinsichtlich der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
für alle Tätigkeiten ist
hingegen
rechtsprechungsgemäss
durch das Gericht daraufhin zu untersuchen, ob und inwieweit der ärztliche Experte seine Arbeits
unfähigkeitseinschätzung unter Beachtung der massgeben
d
en
Indikatoren
hin
reichend und nachvollziehbar begründet hat (BGE 145 V 361).
4.
3
4.3
.1
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.3
.2
Hinsichtlich des
Komplexes der Gesundheitsschädigung ist zum Indikator
der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
festzuhalten, dass der Gutachter an
gesichts der vom
Beschwerdeführer
geschilderten jeweils 30 bis 40 Minuten dauernden Angstzustände eine Panikstörung, episodisch-paroxysmale Angst, (ICD-10 F41.0)
diagnostizierte (
Urk.
7/47/91) und
ausführte, dass
die
sich
hieraus ergebenden Einschränkungen doch eher als wenig ausgeprägt zu bezeichnen seien. Hieraus ist auf
einzelne situationsbezogene und vorübergehende Angst
an
fälle
und daher
auf eine
eher leichte Ausprägung des psychischen Gesundheits
schadens zu schliessen.
Zum Indikator Behandlungserfolg oder -resistenz legte
med
.
pract.
J._
dar, dass der Beschwerdeführer sich einmal pro Woche in psychotherapeutische
Behandlung begebe sowie mehrere Medikamente verschrieben erhalten habe (
Urk.
7/47/84). Die durchgeführte Laboruntersuchung habe jedoch ergeben, dass er diese Medikamente wohl nicht oder zumindest nicht in der angegebenen Dosis einnehme. Ob
Duloxetin
bei Angst- und Panikstörungen
das
Mittel der ersten Wahl sei, sei zudem fraglich. Auch bestünden weitere Therapieoptionen wie eine Spitalbehandlung,
gegebenenfalls
im Sinne einer Rehabilitationsbehandlung, die jedoch mit der Schwierigkeit der problematischen sprachlichen Verständigung einhergehen würden. Durch Ausschöpfung dieser Möglichkeiten sollte eine wei
tere Besserung zu erreichen sein (
Urk.
7/47/90). Insgesamt e
rgibt sich daraus, dass der Beschwerdeführer immerhin gewisse Bemühungen anstellt, seinen Gesund
heitszustand zu verbessern, jedoch die Behandlungsmöglichkeiten - insbesondere
die
medikamentösen Therapie
optionen
- nicht ausschöpft.
Versuche des Beschwerdeführers, sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern
,
sind hingegen nicht ersichtlich
.
Bezüglich der relevanten Komorbiditäten ist d
ie koronare Herzkrankheit des Beschwerdeführers zu erwähnen, die als
vorstellbarer Auslöser für die psychische Symptomatik angesehen wird (
Urk.
7/47/89).
Allerdings ist diese unter Kontrolle und
hinsichtlich leichter normaler Alltagstätigkeiten nicht weiter einschränkend.
Nicht als relevante Komorbiditäten
sind hingegen die vom Beschwerdeführer an
geführten
Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente (
Urk.
11 S. 2)
zu be
zeichnen.
4.3
.3
Bei der Untersuchung und Exploration fiel
med. pract.
J._
keine wesentli
che Persönlichkeit
sakzentuierung
oder gar eine Persönlichkeitsstörung auf (
Urk.
7/47/87), so dass der
Persönlichkeitsstruktur
keine ressourcenhemmende Wirkung beizumessen
ist
.
4.3
.4
Der soziale Kontext des Beschwerdeführers hält
dahingehend
Ressourcen
bereit, dass er
mit seiner
Ehefrau
zusammen
lebt
, die arbeitsbedingt zwar oft abwesend ist, ihn jedoch täglich
auf Spaziergänge
begleitet, den Haushalt für ihn erledigt und ihn unterstützt (
Urk.
7/47/82). Ferner erhält er
etwa einmal pro Woche
Besuch von den Mitgliedern der Kirche, die er früher regelmässig besucht hat (
Urk.
7/47/83).
4.
3
.5
Zum
entscheidenden
Indikator «Konsistenz» ist vorab zu bemerken, dass
med.
pract.
J._
einerseits zwar keine Hinweise auf Verdeutlichungstendenz, Aggravation, Simulation oder Dissimulation eruieren konnte (
Urk.
7/47/91), jedoch andererseits auch beschrieb, das aktuelle Verhalten des Beschwerdeführers er
scheine vorwiegend von persönlicher Krankheitsüb
erzeugung sowie Lebensent
würfen,
Zielsetzungen
und
psychosoziale
n
Überlegungen im Hinblick auf das Alter und die Verfügbarkeit von Arbeit
s
plätzen zumindest vo
rbewusst bis
bewusst geprägt
. Hieraus resultiere ein teilweise auch
appel
l
ativ
vorgebrachtes Schon- und Vermeidungsverhalten. In diesen Kontext ist
auch das
vom Beschwerdeführer geschilderte
niedrige
Aktivitätenniveau
(
Urk.
7/47/85) einzu
ord
nen,
wobei der Gutachter
ausdrücklich darauf hinwies
, es scheine so, als habe sich der Besch
w
erdeführer mit den Gegebenheiten eingerichtet und goutiere die bestehende Versorgung durch die Ehefrau und die Spitex durchaus
(Urk.
7/47/90)
.
Hinsichtlich des Leidensdruckes ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer sich zwar in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung befindet
(
Urk.
7/47/84)
, die dabei verschriebenen Medikamente jedoch nicht oder nur in reduziertem Aus
mass einnimmt
(
Urk.
7/47/90)
, so dass ein relevanter Leidensdruck zweifelhaft erscheint.
4.
3
.6
Insgesamt lassen die
leichte Ausprägung des psychischen
Gesundheitsschadens ohne ressourcenh
emmende Persönlichkeitszüge, die fehlende
Ausschöpfun
g der Therapiemassnahmen und die
auf feh
lenden Leidensdruck hinweisende
ungenü
gende Einnahme der Medikation nicht auf eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit schliessen. Auch
wird
das Verhalten des Beschwerdeführers
durch die p
ersönliche Krankheitsüberzeugung und
die
Überlegungen hinsichtlich Zukunfts
per
spektiven und
einem sich Einrichten
auf einen in z
e
ntralen Belangen erheblich drittunterstützten Alltag
geprägt
.
Da der psychiatrische Gutachter der
Z._
den genannten Aspekten beziehungsweise Indikatoren bei der Arbeitsfähigkeits
schätzung nicht nachvollziehbar genügend Rechnung getragen hat, erscheint die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht als begründet. Es besteht folglich Anlass, von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen und von keiner rele
vanten Einsch
ränkung der Arbeitsfähigkeit des
Besc
hwerdeführers durch die fest
gestellte psychische Störung
auszugehen. Da es anhand der Aktenlage möglich war, die erforderliche Prüfung der Standardindikatoren vorzunehmen, ist im Übrigen
entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers
von weiteren me
dizinischen Abklärungen abzusehen, da von diesen keine anderen
entscheidrele
vanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V
90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
5
.
5.1
Da aus
internistischer
Sicht eine
50%ige
Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers als Hilfskoch
attestiert wurde
(
Urk.
7/47/44)
,
hingegen für eine leichte Tätigkeit vorwiegend im Sitzen oder im Wechsel ge
hend/stehend/sitzend
ausgeübt
eine gänzliche Arbeitsfähigkeit gegeben ist, sind
die
erwerbliche
n
Auswirkungen
dieser Verweistätigkeit
im Hinblick auf eine In
validität
zu überprüfen
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
5.2
Für die Berechnung des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin vom zuletzt erzielten Einkommen des Beschwerdeführers
im Jahr 2016
als Hilfskoch bei der
Y._
AG
(vgl.
Urk.
7/18/3)
aus. Dies wurde nicht bestritten und ist an
gesichts der Tatsache, dass die Anstellung aus gesundheitlichen Gründen gekün
digt wurde, womit davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer ohne den Gesundheitsschaden weiterhin in dieser Stellung tätig
geblieben
wäre (BGE
139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1), nicht zu beanstanden.
Es ist somit unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von einem Validen
einkommen von
Fr.
47'081.-- auszugehen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
)
).
Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der
Beschwerdeführer
geht bis
heute keiner an seine gesundheitlichen Einschrän
kungen
angepassten Tätigkeit nach. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die zum Verfügungszeitpunkt aktuell
st
en Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohns
truk
turerhebung 2014 abgestellt hat
. Der Beschwerdeführer bestreitet
hingegen
, dass
hierbei - wie es die Beschwerdegegnerin tat - vom Zentralwert für Hilfsarbeiten ausgegangen werden kann. Dieser gehe von einem klar höheren Belastungsprofil aus, als für den körperlich angeschlagenen Beschwerdeführer realisierbar sei (
Urk.
1 S. 8).
Der von der Beschwerdegegnerin angewendete Zentralwert für Hilfsarbeiten be
zieht sich auf
das auf dem gesamten ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchschnitt
lich erzielbare Einkommen für einfache und repetitive Tätigkeiten.
Der ausgegli
chene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür ver
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Die bundesge
richtliche Rechtsprechung hat auch wiederholt darauf hingewiesen, dass
- die dem Beschwerdeführer noch möglichen -
körperlich leichte
n
und wechselbelas
tende
n
Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat für die Berechnung des Invali
deneinkommens somit korrekterweise auf den Zentralwert für Hilfsarbeiten abgestellt.
Das unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit und der Nominallohnentwicklung errechnete Invalideneinkommen von
Fr.
67'585.--
(
Urk.
7/49/1)
übersteigt das Valideneinkommen, so dass von einem Invaliditäts
grad von 0
%
auszugehen ist.
Dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer schwere Tätigkeiten, wie er sie vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausübte, nicht mehr zumutbar sind, hat die Be
schwerdegegnerin
sodann
mit einem leidensbedingten Abzug von 10
%
Rech
nung getragen (
Urk.
7/49/1).
Ausführungen zu dessen Angemessenheit erübrigen sich a
ngesichts der Tatsache, dass
selbst bei einem maximalen Abzug von 25
%
(vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc)
und
unter Einbezug d
er von der Beschwerdegegnerin aufgrund
des vor Eintreten des Gesundheitsschadens unterdurchschnittlichen Einkommens
vorgenommenen
Parallelisierung
des Invalideneinkommens
um 3.82
%
(
Urk.
7/49/1), welche nicht zu beanstanden ist und vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wurde
,
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
entstehen würde.
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente somit zu Recht verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzu
weisen.
6.
Was
die Vorbringen
des Beschwerdeführers
betreffend berufliche Massnahmen anbelangt, ist anzumerken, dass sowohl der Vorbescheid vom
2
4.
Mai 2018
als auch
der Einwand vom 2
8.
Juni 2018 (
Urk.
7/56
) allein den Rentenanspruch be
schlagen. Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung zu Recht nicht zum Anspruch auf berufliche Massnahmen geäussert, weshalb diese Frage nicht Anfechtungsgegenstand bildet und insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. Ein entsprechender Antrag wäre demnach erneut bei der IV-Stelle einzubringen.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ih
m
gewährten unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
8) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.2
Der mit Verfügung vom
6.
Dezember 2018 (
Urk.
8) bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Emil Robert Meier, machte mit Honorarnote vom 1
4.
März 2019 einen Aufwand von 588 Minuten und Bar
auslagen von
Fr.
29.60 geltend (
Urk.
19).
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der vorliegend geltend gemachte Aufwand erweist sich als angemessen, weshalb Rechtsanwalt Emil Robert Meier mit
Fr.
2'353.90 (bestehend aus einem Honorar von
Fr.
2’156.-- [
9.8
Stunden à
Fr.
220
.--], Barauslagen von
Fr.
29.60
sowie Mehrwertsteuer vo
n 7.7
%
[entsprechend
Fr.
168.29
]) aus der Ger
ichtskasse zu entschädigen ist.
Allerdings ist er darauf hinzuweisen, dass
wenn es sich bei dem ihm vom Beschwerdeführer am 1
8.
September 2018 und am
8.
Oktober 2018 (vgl. Post
stempel) und damit vor Bestellung zum unentgeltlichen Rechtsvertreter je über
wiesenen
Fr.
500.— Vorschüsse für
die
Anwaltskosten
in diesem gerichtlichen Verfahren
gehandelt haben sollte (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers an das Gericht
vom 1
3.
März 2019 und Beilagen
Urk.
17 und 18), sind diese dem Bes
chwerdeführer zurückzuerstatten.
7
.3
Der Beschwerdeführer ist abschliessend auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.