# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8678ebc5-b1b2-430c-92ae-8fcc7e28f711
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, bezieht von der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend:
Durchführungs
stelle
),
Zusatz
leistungen
zur Rente
der Invalidenversicherung
.
Mit Schreiben vom
5.
März 2014
kündigte
die Durchführungsstelle dem Ver
sicherten
an
, dass ab dem 1.
Oktober 2014 in der ZL-Berechnung ein hypothetisches Einkommen
seiner Ehefrau
in der Höhe von Fr. 4‘237.50 pro Monat angerechnet werde (
Urk.
9/154).
Seine
Ehefrau meldete sich daraufhin am 12. März 2014 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Y._
zur Arbeitsvermittlung
an
(
Urk.
9/158/5)
.
Nach erfolglosen Arbeitsbemühungen von März bis Dezember 2014 (Urk. 9/163/2-29, Urk. 9/166/2-40, Urk. 9/174, Urk. 9/179, Urk. 9/181/6-26, Urk. 9/187
, Urk. 9/194,
Urk. 9/204, Urk. 9/206
) wurde sie vom RAV
Y._
aufgrund
ihrer
Betreuungsaufgaben in der Familie vom
geplanten
Kurs
Z._
und von der Arbeits
ver
mittlung per Ende Januar 2015 abgemeldet (Schreiben des RAV
Y._
vom 20. Januar 2015, Urk. 9/210).
1.2
Mit Verfügung vom 26. Januar 2015 setzte die Durchführungsstelle die Zu
satzleistungen rückwirkend ab November 2014
neu
auf Fr.
2
‘3
25.-- und ab Januar 2015 auf Fr. 2
‘
334
.
-- (je zuzüglich Prämienpauschale für die Kran
kenversicherung)
pro Monat
fest und
stellte
die Zusatzleistungen (
Ergän
zungsleistung
und Beihilfe) ab Februar 2015 (bis
auf den Betrag für die Prämienp
auschale für die Krankenversicherung von Fr. 1‘117.--)
unter Berücksichtigung eines hypothetischen Einkommens der Ehefrau des Ver
sicherten in der Höhe von Fr. 30‘510.-- pro Jahr respektive Fr. 2‘542.50
pro Monat
(Urk.
9/214/2)
ein (
Urk.
9/212, Urk. 9/215-216, Urk. 9/218).
Am 3.
Fe
bruar 2015 erklärte der Versicherte
dagegen
Einsprache mit der Begründung, seine Ehefrau müsse sich den ganzen Tag um die Betreuung der Stieftochter kümmern, weshalb von der Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens abzusehen sei (
Einspracheprotokoll
vom 3. Februar 2015,
Urk.
9/223).
Mit Verf
ügung vom 16.
April 2015 berechnete die Durchführungsstelle den ZL-Anspruch ab Februar 2015 unter Berücksichtigung eines hypothetischen Einkommens der Ehefrau von
nunmehr
Fr. 26‘009.-- pro Jahr respektive Fr. 2‘167.40
pro Monat
(
Urk.
9/233/2) neu und
sprach dem Versicherten
Bei
hilfe
von
F
r. 188.
-- pro Monat (zuzüglich Prämien
pauschale für die Kran
kenversicherung von Fr. 1‘117.--)
zu
(
Urk.
9/230). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
April 2015 hiess die Durchführun
gsstelle die Einsprache des Ver
si
cherten
gegen die Verfügung vom 2
6.
Januar 2015
im Sinne der neuen Ver
fügung vom 1
6.
April 2015
teilweise gut und
bestätigte den Anspruch
auf Beihilfe
von Fr. 188.--
ab Februar 2015
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte m
it Eingabe vom
18. Mai 2015
Beschwerde und beantragte,
der
Einspracheentscheid
vom 1
7.
April 2015 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm ab dem
1.
Februar 2015 wieder Zusatzleistungen zur IV-Rente zu gewähren
(Urk. 1 S.
2, Urk. 6 S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
1. Juli 2015
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
S. 1).
Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom 2
2.
Juli 2015, Urk. 11 S. 2; Duplik vom
4.
August 2015, Urk. 13). Mit Eingabe vom 13.
August 2015 (
Urk.
15) teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass die Ehe
frau des Beschwerdeführer
s
sich per 2
3.
Juli 2015 wieder beim RAV
Y._
zur Arbeitsvermittlung angemeldet habe (
Urk.
15)
,
und reichte die entsprechenden Belege ein (
Urk.
16/1-3). Dazu nahm der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1
6.
September 2015 Stellung (
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die an
erkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (
Art.
9
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hin
terlassenen- und Invalidenversicherung vom
6.
Oktober 2006, ELG). Die anerkannten Aus
gaben und anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten sind zusammenzurechnen (
Art.
9
Abs.
2 ELG).
1.
2
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach
Art.
11 ELG ermittelt. Als Ein
kom
men angerechnet werden unter anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld
oder Naturalien, soweit sie bei Ehepaaren oder Personen, die mit Kin
dern,
die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen, Fr. 1‘500.--
übersteigen (Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG).
Ebenfalls als Einkommen anzurechnen sind
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG). Eine solche
Ver
zichtshandlung
nach dem Gesetz liegt rechtsprechungsgemäss vor, wenn die versicherte
Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne
adäquate Gegen
leistung auf Ver
mögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (nicht publizierte E.
3e des Urteils BGE 128 V 39; B
GE 121 V 204 E. 4a; AHI 2001 S.
133 E.
1b, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts P 51/03 vom 2
2.
März 2004 E. 2.2).
1.
3
1.
3
.1
Unter dem Titel des Verzichtseinkommens
nach Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG
ist
recht
sprechungsgemäss auch ein hypothetisches Einkommen
der Ehefrau eines EL-Ansprechers anzurechnen, sofern diese auf eine zumutbare Erwerbs
tätigkeit oder auf deren zumutbare Ausdehnung verzichtet. Bei der Ermitt
lung einer allfälligen zumutbaren Erwerbstätigkeit ist der konkrete Einzelfall unter Anwendung familienrechtlicher Grundsätze zu berücksichtigen. Dem
entsprechend ist auf das
Alter, den Gesundheitszustand, die Sprachkennt
nisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben abzu
stellen (BGE 117 V 287 E. 3a, 134 V
53 E. 4.1; vgl. auch Art.
125
und 163
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB]
)
.
1.
3
.2
Ferner ist bei der Festlegung eines hypothetischen Einkommens zu berück
sichtigen, dass für die Aufnahme und Ausdehnung der Erwerbstätigkeit eine gewisse
Anpassungsperiode erforderlich und nach einer lan
gen Abwesenheit vom Berufs
leben die volle Integration in den Arbeitsmarkt in einem gewissen Alter nicht mehr möglich ist. Dem wird im Rahmen der Ergänzungsleistung dadurch Rech
nung getragen, dass der betreffenden Person allenfalls eine realistische Übergangsfrist für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Erhöhung des Arbeitspensums zuzugestehen ist, bevor ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet wi
rd (AHI 2001 S. 132, P 18/99 E.
1b).
Dabei bedarf d
ie Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehegatten bei Einräumung einer angemessenen Anpassungsfrist keiner vor
gängigen Abmahnung in irgendeiner Form
(Urteil des Bundesgerichts
9C_630/2013 vom 2
9.
September 2014 E. 3 und E. 5.2).
Die Rechtspre
chung zum alten Scheidungsrecht hat für einen vollständigen
und dauerhaften (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben
eine Altersgrenze von 45
Jahren angen
om
men. Unter dem neuen, seit 1.
Januar 2000 geltenden
Scheidungsrecht
ist - je nach den übrigen zu würdigenden Umständen - eine Erhöhung
in Be
trach
t zu ziehen; zudem ist zu be
achten, dass auch Art. 14b
lit
.
c der Verordnung über
die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenversiche
rung
(ELV)
von der Hypothese ausgeht, dass noch über 50-jährigen Frauen ohne min
derjährige Kinder der Wiedereinstieg ins Berufsleben
zu
mu
tbar ist, wobei jedoch ein Mini
maleinkommen
unterstellt wird. Diese zivil- und EL-rechtlichen Leitlinien sind zu berücksichtigen, wenn in einem konkreten Fall zu entscheiden
ist, ob und in welchem Umfang der Ehefrau
eines EL-Ansprechers die (Wie
der-)
Auf
nahme einer Erwerbstätig
keit in einem bestimmten Alter überhaupt noch zugemutet werden kann (zum Ganzen
: Urteil des Bundes
gerichts 8C_172/2007 vom 6.
Februar 2008
E. 4.2 mit Hinweisen).
1.
3
.3
Die Schadenminderungspflicht ist als allgemeiner Grundsatz des Sozialver
sicherungsrechts bei der Leistungsfestsetzung
regelmässig
und zwingend zu beachten (
BGE 129 V 460
E. 4.2
i.f
. mit Hinweis).
S
chon unter dem Blickwin
kel der allgemeinen Schadenminderungs
pflicht darf vom nicht invaliden und nicht
im AHV-Rentenalter stehenden so
wie
im gemeinsamen eheli
chen Haus
halt lebenden Ehegatten
des EL-
Anspre
chers
mit Blick auf die gemeinsame eheliche Unterhaltspflicht
ohne W
eiteres erwartet werden, dass
er
sämtliche
Einkunftsmöglichkeiten
, über die
er
verfü
gt, auch tatsäch
lich realisiert
(zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2007 vom 1
4.
April 2008 E. 6.1
mit weiteren Hinweisen
).
1.
3
.4
Die objektive Beweislast dafür, dass kein Eink
ommensverzicht im Sinne von Art.
11 Abs.
1
lit
.
g ELG vorliegt, weil die Arbeitskraft auf dem konkreten Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist, liegt bei
m Leistungsansprecher (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.4)
.
Auch
ausserhalb
des An
wen
dungsbereichs von
Art.
14a
und 14b
ELV kann eine (in grundsätzli
cher oder
masslicher
Hinsicht) fehlende Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähig
keit
nur angenommen werden, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlich
keit (BGE 126 V 353
E. 5b) feststeht
. Bei der Feststellung des Sachverhalts hat der Leistungsansprecher trotz Geltung des
Untersuchungs
grundsatzes
(vgl.
Art.
43
Abs.
1 resp.
Art. 61
lit
.
c ATSG) mitzuwirken (
Art.
28 ATSG
; Urteil des Bundesgerichts
9C_946/2011 vom 1
6.
April 2012
E. 3.2).
1.
3
.
5
Von einem hypothetisch ermittelten
Einkommen der Ehefrau des EL-An
spre
chers
sind sodann - ebenso wie bei den hypothetischen Einkommen nach
Art.
14a und 14b
ELV
- gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. a ELG bei E
hepaaren jähr
lich insge
samt Fr.
1’500.- abzuziehen und vom Rest zwei Drittel anzurech
nen. Insofern sind hypothetische Einkünfte in gleicher Weise zu privilegieren wie tatsächlich erzielte (Urteile des
Bundesgerichts P
18/02
vom 9.
Juli 2002
E
.
1c und
P 51/03
vom 2
2.
März 2004
E. 2.3).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
die Voraussetzungen, unter denen von einer Anrech
nung eines hypothetischen Einkommens abgesehen werden könnte
, nämlich eine
ergeb
nislose ausreichende Stellensuche,
der
Bezug von T
aggeldern der Arbeitslosenver
sicherung
oder
eine
drohende Heimplatzierung der EL-bezie
henden Person ohne Beistand des nicht in
validen Ehegatten
, seien nicht erfüllt.
Insbesondere seien nur familienrechtliche Verpflichtungen gegenüber dem Ehegatten oder minderjährigen Kindern zu berücksichtigen. Die Tochter
A._
des Beschwerdeführers hingegen sei 28 Jahre alt und damit erwachsen. Es bestehe die Möglichkeit, externe Hilfe für sie zu suchen. Pflegeleistungen seiner Ehefrau für
A._
seien
nicht über Ergän
zungsleistungen abzudecken. Indem die Ehefrau des Beschwerdeführers den Besuch des vom RAV vermittelten sechsmonatigen Kurses bei der
Z._
wegen der Pflege ihrer Stieftochter
A._
abgelehnt habe,
habe sie auf die Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit verzichtet. Gemäss der Auskunft des RAV
Y._
wäre das Erzielen eines Stundenlohnes von Fr. 21.-- bis
Fr.
22.--, somit ein Bruttomonatseinkommen von Fr. 3‘853.20 möglich. Unter Berücksichtigung der Haushaltsführung und
der
Betreuung des Beschwerdeführers sei von einem 60%igen Pensum auszugehen, so dass abzüglich der Sozialbeiträge ein Einkommen von
Fr.
2‘167.40 pro Monat respektive Fr. 26‘009.30 pro Jahr anzurechnen sei (
Urk.
2 S. 2 f.).
2
.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, die massgeblichen Einzelfallkriterien zu prüfen. Es sei zu berücksichtigen, dass seine Ehefrau 44 Jahre alt sei und die klassische Rollenverteilung während vieler Jahre gelebt worden sei. Sie habe sich um die Erziehung der Kinder und den Haushalt gekümmert.
Nur wegen der knappen finanziellen Verhältnisse und nachdem er nicht mehr arbeitstätig gewesen sei sowie eine IV-Rente bezogen habe, habe sie in kurzen Zeitab
schnitten von 2007 bis 2010 einer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen. Es sei die Rechtsprechung analog anz
uwenden, wonach einem haushalts
führenden Ehegatten die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht mehr zuzumuten sei, wenn er im Zeitpunkt der Trennung das 4
5.
Altersjahr erreicht habe. Eine
Arbeitstätigkeit sei seiner Ehefrau damit nicht zumutbar. Sofern dennoch ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden solle, sei auf die
Wiederein
gliederungsfähigkeit
abzustellen. Dabei sei zu beachten, dass die (deutschen) Sprachkenntnisse seiner Ehefrau schlecht seien, dass sie die S
chriftsprache nicht beherrsche, dass
er und seine Familie aus
B._
stammen und sehr traditionell leben würden,
dass
seine Ehefrau verhüllt sei und Kopftuch trage, dass sie lediglich die Grundschule und eine einjährige
Anlehre
als Näherin im Jahr 1981 in
B._
absolviert habe, das
s
sie bis zur Arbeitsaufnahme im Jahr 2007 rund 26 Jahre vom Berufsleben abwesend gewesen sei,
dass
ihre Kenntnisse als Näherin kaum verwertbar seien und dass sie bei ihren bisheri
gen kurzen Arbeitseinsätzen in der Schweiz vor allem in der Küche tätig gewesen sei.
Ausserdem sei massgeblich, das
s
sie bereits seit vielen Jahre
n
auf Arbeitssuche sei und trotz unzähliger Bewerbungen bisher keine Stelle habe finden können. Schon aufgrund dieser Kriterien, dürfe ihr kein Erwerbseinkommen angerechnet werden. Hinzu komme, dass er mit seiner Ehefrau drei Kinder
habe
, welche noch nicht 16 Jahre alt seien. Auch sei er seit vielen Jahren bei einem Invaliditätsg
rad von 59 % nicht mehr
arbeits
tä
tig
, da er sich zu 100
%
krank fühle. Eine Betreuung durch ihn sei nicht möglich, sondern könne nur durch seine Ehefrau gewährleistet werden. Zudem benötige s
eine Tochter
A._
, geboren 1986,
eine ganztägige Betreuung
und werde den ganzen Tag
(24 Stunden)
von seiner Ehefrau gepflegt
.
A._
sei am 1
1.
März 2014 zusammen
gebrochen, als sie den negativen Asylentscheid erhalten habe
. Sie sei
nach fürsorgerischer Unterbringung wegen Eigengefährdung in der geschlossenen Abteilung der
C._
behandelt worden. Seit der Entlassung in die Obhut
seiner
Familie
leide
sie
unter einer Anpassungsstörung mit ausgeprägter Regression in früh
kindliche Verhaltensweisen (Einnässen, Einkoten,
Gefüttertwerden
) und sei
auf die konstante Betreuung und Pflege durch
seine
Ehefrau angewiesen. Die Ärzte würden eine Betreuung durch die Familie empfehlen. Es widerspreche der moralischen Auffassung einer Familie, wenn die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass die Pflege
der erwachsenen Stieftochter keine familienrechtliche Pflicht darstelle. Es sei seiner Ehefrau schlicht nicht möglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und gleichzeitig die Pflege der schwer psychisch beeinträchtigten Tochter, seine Pflege und jene der (eigenen)
Kinder zu gewährleisten.
Da die
Tochter
A._
seit November 2014 bei ihnen wohne und permanent betreut werden müsse, habe seine Ehefrau den Kurs beim RAV nicht absolvieren können, was sie dem RAV und der Beschwerdegegnerin auch mitgeteilt habe. Die Annahme, sie verzichte
freiwillig auf die Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit widerspreche den Tatsachen. Seine Ehefrau habe sich seit dem Jahr 2010 mehrfach um eine Stelle beworben und der Beschwerdegegnerin ihre Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Erst seit der Betreuung der Stieftochter könne ihr eine Arbeitstätigkeit nicht zugemutet werden und habe sie die Arbeitsbemühungen eingestellt
(
Urk.
1 S. 4 ff.).
2
.3
Zu prüfen ist
, ob der Ehefrau des Beschwerde
führers d
ie Aufnahme einer Erwerbstätig
keit ab
Februar 2015
zumutbar gewesen wäre und
ob
die
Be
sch
werdegegnerin
bei der ZL-Berech
nung daher unter dem Titel des
Ver
zichts
einkommens
(Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG) zu
Recht ein hypothetisches Jahres
einkommen von netto
Fr. 26‘009.-- respektive ein hypothe
tis
ches Monatseinkommen von netto Fr. 2‘167.40 (
Urk.
9/233/2)
als Ein
nahm
e berücksichtigte.
3.
3.1
Für die
Ermittlung
einer allfälligen zumutbaren Er
werbstätigkeit
ist hier mit Blick auf die massgeblichen familienrecht
liche
n
Kriterien
(
Alter, Ge
sund
heits
zu
stand,
Betreuungspflichten,
Sprachkenntnisse, Ausbildung, bisherige Tätigkeit, Dauer der Abwe
senheit vom Berufsleben
, konkrete
Arbeitsmarkt
lage
;
BGE 117 V 287 E. 3a, 134 V 53 E. 4.1)
das Folgende bekannt und unstrittig:
Die Ehefrau des Be
schwerdeführers mit Jahrgang 1971
lebt zusammen mit ihrem
Ehemann und ihren Kindern
(
nach Angaben des Beschwerdeführers
und gemäss dem Lebenslauf
)
seit
2003
(Urk. 1 S. 5
, Urk. 3/6 S. 1
)
in der Deutschschweiz.
Seit
mindestens
November 2014 wohnt auch die 1986 (
Urk.
3/11 S.
1) geborene Tochter des Beschwerdeführers im gemeinsamen Haushalt.
D
ie Ehefrau des Beschwerdeführers
besuchte die Grundschule und absolvierte eine
Anlehre
als Näherin in
B._
(Urk. 3/6 S. 2)
. Sie
widme
te sich in den vergangenen Jahre
n hauptsächlich der Haus
haltsführung und Betreuung ihrer vier Kinder mit Jahrgang
1995, 1999, 2002 und 2004
(
Urk. 1
S. 5 f., Urk. 3/6, Urk. 9/224
).
Sie
ver
fügt über wenige Deutschkenntnisse (Urk. 3/11 S. 1, Urk. 9/158/7). Gemäss dem Lebenslauf absolvierte sie im Jahr 2006 einen dreimonatigen Kurs „Grundlagen Deutsch im Arbeitsmarkt“
und von 2007 bis 2008 ein Bewerbungstraining mit Deutsch und Fachkunde in prak
tischer Arbeit
.
Von August 2007 bis Februar 2010 arbeitete sie jeweils während ein paar Monaten bis zu einem Jahr an vier verschiedenen Stellen meist temporär als Mitarbeiterin in einem Nähatelier, als Köchin und Betreue
rin am Mittagstisch
(Teilzeit)
sowie als Betriebsmitarbeiterin in zwei
Grossbä
ckereien
(
Urk.
3/6
S. 1
).
Fest steht auch, dass sich die Ehefrau des Beschwerdeführers nach der An
mel
dung am 12. März 2014 (
Urk.
9/158/5) beim RAV
Y._
von März bis Dezember 2014 um Arbeit bemüht
e
und
per Ende Januar 2015 vom RAV
Y._
aufgrund von Betreuungsaufgaben in der Familie vom geplanten Kurs
Z._ und von der Arbeitsver
mittlung abgemeldet wurde (
Urk. 9/210).
3.2
3.2.1
Bezüglich des Kriterium
s
Alter
ist der Sache nach jenes massgeblich, das
anlässlich der erstmaligen Anrechnung eines hypothetischen Einkommens
bestand (vgl.
Urteil
des Bundes
gerichts
9C_717/2010 vom 2
6.
Januar 2011
E. 5.3). Hier berücksichtigte die
Beschwerdegegnerin
erstmals Anfang Feb
ruar 2015 ein hypothetisches Einkommen
(
Urk.
9/214/2)
, wobei die Anrech
nung eines solchen in der ZL-Berechnung bereits im März per Oktober 2014 angekündigt worden war (
Urk.
9/154).
Die Ehefrau des Beschwerdeführers war
Anfang Februar 2015
44 Jahre alt und im Oktober 2014 43 Jahre alt. Sie
hatte damit die
gemäss
alt
scheidungsrechtlicher Praxis für die Aufnahme einer Erwerbsarbeit
massgebliche
Altersgrenze von 45 Jahren
(vgl. dazu E. 1.
3
.2 hiervor)
noch nicht
überschritten
.
Zudem war - wie hiervor ausge
führt - ein Einstieg in das Berufsleben bereits in den Jahren 2007 bis 2010 erfolgt.
Das Alter ist damit entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s nicht als Hinderungsgrund für den Einstieg ins Berufsleben anzusehen.
3.2.2
Auch
die
Umstände
einer
fehlenden
weiterführenden
Schul- und Ausbildung
mit Abschluss
,
geringe
r
Deutschkenntnisse und
wenig
Berufserfahrung
spre
chen nicht gegen die An
rechnung eines hypothetischen Einkommens.
Denn zum einen sind jene in der Person liegenden Nachteile, welche
zumut
ba
rerweise
vermieden, über
wunden, kompensiert o
der deren Auswirkun
gen in Gren
zen gehalten wer
den könnten, im Rahmen der EL-s
pezifischen
Schaden
minderungs
pflicht
nicht
massgeblich
. Die Schadenminderungspflicht ge
bietet, alles Zumut
bare vorzukehren, um den Existenzbedarf soweit als mög
lich selbst
finan
zieren zu können (
Jöhl
/
Usinger
-Egger
, Ergänzungs
leistungen zur AHV/IV, in: SBVR, So
ziale
Sicherheit,
3
.
Aufl. 2016
, S.
1817
Rz
133
). Zum anderen wird in
der Recht
sprechung betreffend diese Kriterien (
fehlende Schul- und Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse und fehlende Berufs
erfahrung
)
davon aus
ge
gangen, dass b
ei
Hilfsarbeiten
-
wie sie hier zur Dis
kussion stehen
-
in der Regel
weder (gute) Kenntnisse der deutschen Sprache noch eine Schul- oder andere Ausbildung erforderlich
sind. Daraus wird
ge
schlossen, dass sie daher grund
sätzlich weder der
Verwertung einer ver
bleibenden Arbeitsfähigkeit
noch einer
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens
ent
gegenstehen
(Urteil
des Bundesge
richts 9C_717/2010 vom 26.
Januar 2011
E. 5.1
).
Hier war
es
der Ehefrau des Beschwerdeführers
sodann
ohne W
eiteres zuzu
muten, die erfor
derlichen (geri
ngen) Sprachkenntnisse zu erwer
ben,
die es für die Stellen
suche und Ausübung einer Hilfstätigkeit
braucht
,
nachdem sie
im
Februar 2015
bereits
mehr als
zehn Jahre
in
der Deutschen
Schweiz
gelebt hatte
und
in einer Familiengemeinschaft lebt
e
, deren übrigen Mitglieder
schu
lisch und/oder beruflich eingegliedert
sind
.
Sie hat zudem selbst an kur
zen Schulungen teilgenommen und mit den bisherigen Tätigkeiten unter Beweis gestellt, dass ihr solche als Hilfsarbeiterin möglich
sind
(
Urk.
3/6 S. 1)
.
Das Tragen eines Kopftuches ändert daran nichts.
Von ausreichende
r Deutschkenntnis
und Integration
zeugt
ausserdem
, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführer
s
gemäss
dem Bericht des
D._
vom 2
5.
August 2014 bei den Arztkonsultationen ihrer Sti
e
ftochter, die kein Deutsch spreche, jeweils übersetzt habe (
Urk.
3/11).
Im Übrigen
ist
den geringe
n
Deutschkenntnisse
n,
der
geringen
Berufs
er
fahrung und dem Ausbild
ungsstand mit einem tiefen hypo
thetischen Ein
kom
men von netto Fr. 2
6‘00
9
.-- pro Jahr respektive Fr.
2‘
167.--
pro Monat
(bei ei
nem
60
%igen Pensum
) im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 3)
hinlänglich Rech
nung getragen (vgl.
auch Erwägung 4.7 hernach und
Urteil des Bun
desgerichts 9C_717/2010 vom 26. Januar 2011 E. 5.1).
3.
3
3.3
.1
Des Weiteren
ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass
auch
die
Betreuung der eigenen vier Kinder der Ehefrau des
Beschwerdeführer
s
d
er Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit
per Anfang Februar 2015
grundsätzlich
nicht entgegen
stand
.
Denn
g
emäss
scheidungsrechtlicher
Recht
sprechung des Bundesgerichts kann die Aufnahme einer
vollen
Erwerbstätig
keit von dem Zeit
punkt an zugemutet werden, ab welchem das jüngste Kind
das 16.
Altersjahr zurückgelegt hat
. Die Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit in einem Teilzeitpensum kann bereits
vor diesem Alter zugemutet wer
den
(
Urteil
e
des Bundes
gericht
s
5A_71/2013 vom 28. März 2013 E. 2.4 und 5A_525/2007 vom
28. Feb
ruar 2008 E. 6
).
Und zwar ist
dem betreuenden Elterntei
l die (Wieder-)
Aufnahme einer Er
werbstätigkeit im Umfang von 50
% zumutbar, wenn das jüngste Kind 10-jährig ist (BGE
137 III 102 E. 4.2.2.2
; Urteil des Bundes
gerichts 5A_336/2015
vom
3.
März 2016
E. 5.3
).
Hier war d
as jüngste Kind des
Beschwerdeführers und seiner Ehe
frau Anfang
Februar 2015
10
Jahre alt (
gebo
ren 2004
), das zweitjüngste
13
Jahre (
gebo
ren 2002
) und das drittjüngste
15
Jahre alt (
geboren 1999
). Das älteste Kind war
19
Jahre alt (geboren 19
95
)
und somit bereits erwachsen
. Damit waren
alle
Kinder in einem Alter, in welchem
eine Teilzeittätigkeit
als
mit der
Kin
derbetreuung
vereinbar
zu betrachten ist
.
Die vom
Beschwerdeführer
des Weiteren ins Feld geführte bisherige klassische Rollenverteilung der Ehe
gatten vermag daran mit Blick auf die eheliche Beistandspflicht (
Art.
163 ZGB) nichts zu ändern.
3.3
.2
Was das zu
mutbare Arbeitspensum betrifft,
ist jedoch entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 3)
nicht von einem 60%igen
Pensum
aus
zugehen, sondern angesichts des jüngsten, erst 10-jährigen Kindes analog zur
hiervor
zitierten Rechtsprechung
(
BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2
)
von einem maximal 50%igen Pensum. Da es zudem
drei
Kinder im schulpflichtigen Alter unter dem 1
6.
Altersjahr sind,
ist
ein Arbeitspensum
von über 40
%
nebst der Haushaltsführung
und der Kinderbetreuung
nicht haltbar
.
Zwar
geht
der
Beschwerdeführer
keiner Erwerbstätigkeit nach
, jedoch ist seine Mithilfe bei der Kinderbetreuung und Haushaltsführung wegen
seiner
Invalidität von
59 % (
Urk.
9/111/1)
eingeschränkt. Zudem
berück
sichtigte
die
Beschwerdegegnerin
seine
Restarbeitsfähigkeit bereits
in der
ZL-
Berechnung
durch
Anrechnung
eines
weiteren
hypothetischen Einkommens von Fr. 19‘290.--
(Art. 14a Abs. 2
lit
.
b ELG; Urk. 9/211/2, Urk. 9/224/2
, Urk. 9/232/2).
Seine
Arbeitskraft ist
daher
nicht zusätzlich
im Aufgabenbe
reich
anzurechnen.
3.3
.3
Damit
ist
das
von der
Beschwerdegegnerin
bezüglich der Ehefrau des
Beschwerdeführer
s in der ZL-Berechnung angerechnete hypothetische Ein
kommen von
netto Fr. 2‘167.40 pro Monat respektive Fr. 26‘009.30 pro Jahr (60
%
Pensum) auf
Fr.
1‘445.-- pro Monat
respektive
Fr.
17‘340.--
pro Jahr
(40
%
Pensum)
zu reduzieren. Der zugrundeliegend
e Stundenlohn von Fr. 21.50 ent
sprechend der Auskunft des RAV
Y._
(Urk. 9/228) wurde zu Recht nicht beanstandet.
Dieses Nettoeinkommen zu erzielen, ist
nach dem Gesagten
unter Berück
sichtigung sämtlicher
relevanter
persönlicher Umstände als der Ehefrau zumutbar
anzusehen
.
3.4
3.4
.1
Daran ändert auch die
Pflegebedürftigkeit der erwachsenen Tochter
A._
(
Urk.
3/10-11)
und der Umstand, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführer
s diese zuhause betreut,
nichts.
Zwar
kann grundsätzlich dann nicht von einem Verzicht auf die Erzielung von Erwerbseinkünften ausgegangen werden, wenn eine Person ihre gesamte Arbeitskraft einsetzen muss, um die Familienarbeit zu leisten, wobei unter Familienarbeit nicht nur die Betreuung mehrere
r
kleiner Kinder, sondern auch die Betreuung einer
schwerst
pflegebedürftigen Person, etwa eines dementen betagten Elternteils, mit allen dabei anfal
lenden Haushaltsarbeiten zu ver
stehen ist. Etwas anderes muss jedoch dann gelten, wenn es zumutbar und möglich ist, die Familienarbeit durch (andere) Familienangehörige oder durch Dritte erledigen oder finanzieren zu lassen. Hier muss der Erzielung von Erwerbseinkünften die Priorität eingeräumt werden (
Jöhl
/
Usinger
-Egger, a.a.O., S. 1817
Rz
134
i.V.m
. FN 558-559).
3.4
.2
Hier ist den Akten zu entnehmen, dass der Antrag der Tochter
A._
um Asyl in
der Schweiz auch nach durchge
führtem
Rekursverfahren
mit Ausreiseaufforderung per 1
8.
Juli 2014 ab
gelehnt worden war (
Urk.
3/10 S. 1, Urk. 3/11 S. 11). Es ist daher dav
on aus
zugehen, dass sie sich illegal in der Schweiz aufhält. Es gilt damit für sie ein Sozialhilfestopp und gestützt a
uf
Art.
12 der Bundesverfassung
ein An
spruch auf Nothilfe
gemäss
den kantonalen Nothilfeverordnungen, sei es des Kantons Zürich (vgl. LS 851.14), sei es des Kantons
E._
, wo sie zuvor im
F._
gewohnt hatte und medizinisch versorgt worden war (
Urk.
3/10 S. 1).
Hierzu gehören die absolut notwen
digen Leistungen, somit auch die medizinische Notversorgung, sei es mit oder ohne Prämien/Leistungen an/vo
n eine(r) allfällige(n) Kranken
ver
sicherung (Art.
92d Verordnung über die Krankenversicherung [KVV] vgl.
dazu:
Unterstützungsrichtl
inien des Departements für Wirt
schaft, Soziales und Umwelt des Kantons
E._
, gültig ab
1.
Januar 2016, Ziff. 10, und Handbuch Sozialhilfe von der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Ziff. 5.3.03, einsehbar unter http://www.sozialhilfe.zh.ch/Seiten/
Kapitel.aspx
.
)
Eine Finanzierung der Pflegeleistung mittelbar über
Zusatzleistungen
würde die Nothilfebestimmungen
umgehen. Die Finanzierung der Pflege der Stief
tochter durch Spitex oder Unterbringung in einer Anstalt ist
im Rahmen der Nothilfe Sac
he der
kantonalen
Sozialhilfe, allenfalls ergänz
t
durch humani
täre Organisationen.
3.4
.3
Für die Pflege der erwachsenen Tochter des
Beschwerdeführer
s respektive der Stieftochter seiner Ehefrau sieht das Gesetz zudem keine Grundlage im Sinne einer familienrechtlichen Pflicht vor. Insbesondere ist diese Pflegeleistung nicht aus der Beistandspflicht nach
Art.
163 ZGB ableitbar, auf welche sich die Anrechnung hypothetischer Erwerbseinkünfte in erster Linie stützt (
Jöhl
/
Usinger
-Egger, a.a.O., S. 1809
Rz
129). Die Tochter
A._
ist denn auch nicht in die ZL-Rechnung eingeschlossen, weshalb für sie keine Leistungen zu erbringen sind. Die Bindung der wirtschaftlich verwertbaren Arbeitskraft der Ehefrau des
Beschwerdeführer
s für deren Pflege ist daher aus ergänzungs
leistungs
rechtlicher Sicht mit der
Beschwerdegegnerin
abzu
lehnen.
Sämtliche weiteren Vorbringen des
Beschwerdeführer
s
führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
4.
4.1
Gegen die Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit und
die Anrechnung eines hypo
thetischen Einkommens
ab Februar 2015
spricht
sodann
auch nicht der Umstand, dass die Ehefrau
des Beschwerdeführers sich am
12. März 2014
beim RAV
Y._ zur Arbeits
vermittlung angemeldet (Urk.
9/
158/5
) und
sich
in der Folge bis zur Ab
meldung per Ende Januar 2015
(Urk.
9/210
) in den
Monaten
März bis Dezember 2014
erfolglos
um Arbeit bemüht hat
(
Urk. 9/163/2-29, Urk. 9/166/2-40, Urk. 9/174, Urk. 9/179, Urk. 9/181/6-26, Urk. 9/187, Urk. 9/194, Urk. 9/204, Urk. 9/206
).
Denn für die hier relevante Zeit ab Februar 2015 liegen keine
Arbeitsbe
mühungen
vor und es wurde auch nic
ht behauptet, dass solche vorge
nom
men worden seien.
Auch wurde der
von der
Arbeitslosenversicherung zur Verbesserung der Eingliederungschancen angebotene halbjährige Kurs nicht besucht (
Urk.
9/210).
Wie ausgeführt, ist dabei die Pflege der Stieftochter nicht zu berücksichtigen.
Rechtsprechungsgemäss ist bereits bei ungenügen
den Arbeitsbemühungen eine Verletzung der Schadenminderungspflicht anzu
nehmen. Dies gilt umso mehr, wenn
- wie hier -
keine
Arbeitsbemühun
gen
ausgewiesen sind
und ein Eingliederungsangebot abgelehnt wurde (vgl.
BGE 140 V 267)
.
Unter diesen Umständen durfte die
Beschwerdegegnerin
die Arbeits
- und Eingliederungs
bemühungen der Ehefrau als ungenügend für die Annahme einer Unverwertbarkeit
ihrer (nebst dem Aufgabenbereich restli
chen) Arbeitskraft
betrachten
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_946/2011 vom 1
6.
April 2012 E. 4.4
mit Hinweis)
.
4.2
Schliesslich
liegt
auch von Seiten des Arbeitsmarktes
kein Grund vor, wel
cher gegen die Annahme der Verwertbarkeit ihrer Arbeitskraft spricht. Dies
bezüglich wurde auch nichts anderes geltend gemacht.
Gemäss
der Auskunft des RAV
Y._
hatte es im Frühjahr 2015 viele offene Stellen in der Reinigung und als Küchenhilfe (
Urk.
9/228
).
5.
5.1
Im Ergebnis
ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in der
ZL-B
erechnung ab
Februar 2015
gestützt auf Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG zu Recht ein hypothetisches Nettoeinkommen der Ehefrau des Beschwerdeführers
be
rücksichtigte.
Die
Höhe dieses Einkommens ist jedoch entsprechend einem 40%igen Arbeitspensum auf
Fr.
1‘445.-- pro Monat respektive Fr. 17‘340.-- pro Jahr zu reduzieren.
Hier
bei
ist - wie in der
ZL-Berech
nung zur
neuen
Verfügung vom 1
6.
April 2015
(Urk. 9/230)
richtig
berücksichtigt („Frei
be
trag“
, „2/3“
; Urk. 9/232/2
)
-
zusätzlich
die
Privilegierung
gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG
vorzunehmen.
5.2
Damit
wird sich
der mit Verfügung vom 16. April 2015
festgelegte
ZL
An
spruch
entspre
chend
erhöhen
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
17. April
2015
(Urk. 2) ist daher in
Gutheis
sung
der Beschwerde aufzuheben und es ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit diese die ZL-Berech
nung
für die Zeit
ab Februar 2015
im Sinne der
Erwä
gungen (namentlich E. 5.1
) neu anstelle und
über den Anspruch des Beschwer
deführers
ab Februar 2015 neu
verfüge.
6
.
Das Verfahren ist kostenlos.
Ausgangsgemäss
steht d
em
obsiegenden Beschwerde
führer eine
Prozess
ent
schädigung
zu
, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bin
dung mit § 34
des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslage
n auf Fr.
3‘0
00.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.