# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8563c2c2-7be4-4fb3-bc76-440aab00ff61
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend vorsorgliche Massnahmen
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Rechtsbegehren: (act. 1)
"1. Es sei der Beklagten vorsorglich und bis auf weiteres zu befehlen, die Domain <C._.ch> bis zur Aushändigung der neuen  an die Klägerin gemäss Ziff. 2 hiernach zu blockieren. 2. Es sei die Beklagte vorsorglich anzuweisen, der Klägerin neue  für die Administration der Domain <C._.ch> innerhalb von drei Tagen auszuhändigen. 3. Der Beklagten sei für den Fall der Zuwiderhandlung gegen die  gemäss den obigen Ziffern 1 und 2 Bestrafung mit Busse wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB anzudrohen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Beklagten."
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Es war nie strittig, dass die "A._ LLP" (= Firma der Klägerin) Halterin der
Domain gemäss Rechtsbegehren ist.
2. Unklar war aber längere Zeit, wer befugterweise für die Klägerin, eine Gesell-
schaft nach UK - Recht, auftreten darf.
3. In der massgeblichen Registration beim Companies House war der klägerische
Sitz am 18. April 2013 von D._ nach London verlegt worden, zudem wurden
bis Ende April 2013 die bisherigen Gesellschafterinnen (E._ Ltd und F._
Ltd) durch neue (G._ Ltd. und H._ Inc.) ersetzt (act. 3/29).
4. Die Klägerin des vorliegenden, am 28. Juni 2013 anhängig gemachten Verfah-
rens wurde "vertreten" durch E._ und F._, welche auch für die Bevoll-
mächtigung des Rechtsvertreters sorgten (act. 2).
5. Die Klägerin machte geltend, der Sitz- und Gesellschafterwechsel im UK - Re-
gister sei durch kriminelle Machenschaften von "Hackern" erreicht worden (act. 1
S. 8). In Bezug auf die gestellten Rechtsbegehren wurde vorgetragen, die Hacker
hätten von der Beklagten - sog. "Registrar" und Vertragspartnerin von I._ -
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neue Zugangsdaten erhalten, was sie in die Lage versetzt habe, die bestehende
Website zu manipulieren. Das habe Schädigungspotential bewirkt.
6. Mit Verfügung vom 1. Juli 2013 wurde die Beklagte superprovisorisch angewie-
sen, die Domain <C._.ch> zu blockieren (act. 4).
7. Auf klägerischen Antrag vom 4. Juli 2013 hin (act. 6) wurde mit Verfügung vom
8. Juli 2013 die "I._ ... als Registerbetreiberin angewiesen, sofort den  <C._.ch> zu blockieren, d.h. die Übertragung des Domainna-
mens <C._.ch> auf einen neuen Inhaber bis auf weiteres zu sperren" (act.
8).
8. Am 10. Juli 2013 wurden namens der Klägerin, jedoch durch einen anderen
Rechtsvertreter, prozessuale Anträge gestellt (act. 11). Den Parteien des vorlie-
genden Verfahrens setzte das Gericht alsdann Frist zur Stellungnahme (act. 18).
Die Antragstellerin - später "Dritte" genannt - wurde darauf hingewiesen, sie müs-
se stets über ein Zustellungsdomizil in der Schweiz verfügen, andernfalls Zustel-
lungen durch Publikation erfolgen würden (act. 18).
9. Vom 2. August 2013 datiert eine weitere Eingabe der Dritten (act. 21).
10. In ihren Stellungnahmen vom 5. August 2013 (act. 23, act. 24/1 - 11) führte
die Beklagte aus, sie habe nicht gewusst, wer rechtmässig für die Klägerin auftre-
ten dürfe. Sie habe der Klägerin an die Adresse in D._ am 20. März 2013
und am 2. April 2013 Zugangsdaten gesandt. Wie sich später herausgestellt ha-
be, sei das erste Schreiben von der Klägerin und das zweite von der Dritten be-
händigt worden. Von der Dritten sei sie - die Beklagte - am 3. Mai 2013 mit den
neuen Registerdaten des Companies House konfrontiert worden.
11. Mit Verfügung vom 13. September 2013 wurden der Dritten gewisse Unterla-
gen zugestellt (act. 38).
12. Nach ausführlichen Erwägungen wurde das Verfahren am 22. November
2013 sistiert, und zwar bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides im
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Verfahren 5586/2013 des Companies Court of the Chancery Division of the High
Court of Justice of England and Wales, London (act. 53).
13. Am 11. Februar 2014 wurde seitens der Rechtsvertretung der Dritten mitge-
teilt, das Mandatsverhältnis bestehe nicht mehr und man diene auch nicht mehr
als Zustellungsdomizil (act. 55).
14. Unter dem 26. Februar 2014 teilte die Klägerin mit, sie habe im englischen
Verfahren obsiegt, sämtliche erwähnten Änderungen seien rückgängig zu machen
(act. 56).
15. Mit Verfügung vom 3. März 2014 wurde die Sistierung aufgehoben (act. 58).
Die Klägerin wurde gleichzeitig ersucht, einen aktuellen Auszug aus dem engli-
schen Handelsregister einzureichen. Die Beklagte erhielt Gelegenheit zur Stel-
lungnahme.
16. Aus dem Auszug des Companies House vom 10. März 2014 geht hervor,
dass die E._ Ltd und die F._ Ltd wieder als Gesellschafterinnen einge-
tragen sind (act. 61/69). Sodann ist als neue Adresse der Klägerin "... ... Street,
London ..." vermerkt.
17. Aufgrund der geschilderten Abläufe ergibt sich der Schluss, dass die Klägerin
des vorliegenden Verfahrens mit den Gesellschafterinnen E._ Ltd und
F._ Ltd Berechtigte bzgl. der Domain <C._.ch> ist. Nachdem die Be-
klagte auf Stellungnahme zur neuesten Entwicklung verzichtet hat, ist anzuneh-
men, dass sie das ebenfalls so sieht. Ihr Standpunkt war ja immer derjenige, dass
sie nicht wisse, wer rechtmässig für die Klägerin gehandelt habe.
18. Angesichts der geklärten Rechtslage erscheint es angemessen, Rechtsbe-
gehren 2 gutzuheissen, wobei das Wort "vorsorglich" wegzulassen ist, weil es in
dieser speziellen Situation keines Hauptprozesses mehr bedarf. Deshalb kann
auch eine Fristansetzung nach Art. 263 ZPO unterbleiben.
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19. Sodann ist klarzustellen, dass mit der Zustellung neuer Zugangsdaten an die
Klägerin die Blockierungsanweisungen gemäss Verfügungen vom 1. Juli 2013
und 8. Juli 2013 (act. 4 und 8) dahinfallen.
20. Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann nicht von einem Unterliegen der
Beklagten gesprochen werden. Die eigentliche Auseinandersetzung bestand zwi-
schen der Klägerin und der Dritten. Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO lässt hier einen Er-
messensentscheid zu. Hierbei ist massgeblich, dass die Beklagte alles in allem
keine Verantwortung für die Wirrnisse trägt. Bei der Klägerin war es Ende April
2013 zu einem offenbar illegalen Sitz- und Gesellschafterwechsel gekommen. Die
Beklagte hatte zuvor zweimal Zugangsdaten an die korrekte Adresse der Klägerin
gesandt. Dass davon eine Sendung offenbar Unberechtigten in die Hände fiel
(vgl. act. 32 S. 59), kann der Beklagten nicht zum Vorwurf gereichen. Zum vorlie-
genden Verfahren führten ganz überwiegend Vorgänge in der klägerischen Sphä-
re. Dass die Beklagte spätestens ab Anfang Mai, als sie von den Dritten mit dem
Eintrag im englischen Register konfrontiert wurde, nicht mehr wusste, wer für die
Klägerin auftreten darf, kann ihr nicht verargt werden. Der pauschale klägerische
Vorwurf, es habe bei der Beklagten Sicherheitslücken und Nachlässigkeiten ge-
geben (act. 1 S. 9), dürfte eher für die Klägerin gelten. Gesamthaft liegt die Ursa-
che der Auseinandersetzung im Verhältnis der Parteien klar bei der Klägerin.
Deshalb hat sie die Gerichtskosten zu tragen. Der Streitwert beträgt CHF
100'000. Die Beklagte hat die Zusprechung einer Entschädigung beantragt (act.
23, act. 24), allerdings ohne diese inhaltlich und der Höhe nach zu begründen
(vgl. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Eine Zusprechung hat zu unterbleiben.
Der Einzelrichter erkennt:
1. Die Beklagte wird angewiesen, der Klägerin innert 10 Tagen nach Erhalt dieses Entscheides neue Zugangsdaten für die Administration der Domain
<C._.ch> zukommen zulassen, dies unter Androhung der Bestrafung
ihrer Organe mit Busse im Falle der Zuwiderhandlung (Art. 292 StGB).
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2. Mit Zustellung der neuen Zugangsdaten entfallen die Blockierungsanwei-
sungen an die Beklagte und die I._ gemäss Verfügungen vom 1. Juli
2013 und 8. Juli 2013.
3. Die Gerichtsgebühr von CHF 4'000 wird der Klägerin auferlegt.
4. Entschädigungen werden keine zugesprochen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte mit Doppeln von act.
60 und act. 61/69, sowie an die I._.
6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art.
113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert
beträgt CHF 100'000.

## Considerations