# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 430fd04d-e8dc-4003-8fa7-81af5855255e
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Es sei das Grundbuchamt C._ anzuweisen, auf dem  Nr. 1, D._-Strasse 1, .... E._, Grundbuchkreis C._, der Gesuchsgegnerin die vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts zugunsten der Gesuchstellerin im Grundbuch vorzumerken, und zwar im Umfang von CHF 1'179'903.30 zuzüglich Zins zu 5% seit 14. Juni 2022.
2. Der Gesuchstellerin sei eine Frist von 6 Monaten zur Einreichung der Klage auf definitive Eintragung des  gemäss vorstehender Ziffer 1 anzusetzen.
3. Die Anordnung an das Grundbuchamt C._ sei umgehend und superprovisorisch zu verfügen und vollziehen zu lassen, d.h. ohne Anhörung der Gesuchsgegnerin.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."

## Considerations

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Mit Eingabe vom 5. Juli 2022 (ebenso Datum des Poststempels) stellte die
Gesuchstellerin beim Einzelgericht des Handelsgerichts das vorstehend aufge-
führte Begehren (act. 1; act. 3/1-7). Mit Verfügung vom 7. Juli 2022 wurde das
Grundbuchamt C._ angewiesen, die Pfandrechte zugunsten der Gesuchstel-
lerin vorläufig einzutragen (act. 4). Gleichzeitig wurde der Gesuchsgegnerin Frist
angesetzt, um zum Begehren der Gesuchstellerin Stellung zu nehmen (act. 4).
Die vorgenannte Verfügung wurde der Gesuchsgegnerin am 8. Juli 2022 zuge-
stellt (act. 6/2). Die Gesuchsgegnerin liess sich innert der angesetzten Frist nicht
vernehmen.
2. Das Verfahren ist spruchreif. Es ist androhungsgemäss aufgrund der Akten
zu entscheiden. Vorab ist festzuhalten, dass ein Verzicht auf eine Stellungnahme
nicht mit der Anerkennung des (vorsorglichen) Anspruchs gleichgesetzt werden
kann. Entsprechend bleibt zu prüfen, ob der geltend gemachte Anspruch besteht.
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3. Die Gesuchsgegnerin ist Eigentümerin des Grundstücks, auf dem die von
der Gesuchstellerin behaupteten Leistungen erbracht worden sind (act. 1 Rz. III.2;
Prot. S. 2).
4. Die Gesuchstellerin macht geltend, sie sei eine Aktiengesellschaft, die ...
betreibe. Mit Bezug auf das Grundstück der Gesuchsgegnerin sei die Gesuchstel-
lerin als Subunternehmerin von F._ AG mit der Lieferung und Montage der
Lüftungsanlage beauftragt worden. Die vertraglich vereinbarten Leistungen seien
im Zeitraum vom 21. Juni 2021 bis zum 11. März 2022 erbracht worden (act. 1
Rz. III.4 f.). Aufgrund von Verzögerungen, die nicht durch die Gesuchstellerin ver-
ursacht worden seien, und Bestellungsänderungen seien Nachträge im Umfang
von CHF 927'267.70 entstanden. Die Gesuchstellerin habe sämtliche Leistungen
fristgerecht und einwandfrei erbracht, dennoch sei ein Betrag in der Höhe von
CHF 1'173'903.30 ausstehend (act. 1 Rz. III.5).
5. Gemäss Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB besteht ein Anspruch auf Errichtung ei-
nes gesetzlichen Grundpfandrechts für die Forderungen der Handwerker oder Un-
ternehmer, die auf einem Grundstück zu Bauten oder anderen Werken, zu Ab-
brucharbeiten, zum Gerüstbau, zur Baugrubensicherung oder dergleichen Materi-
al und Arbeit oder Arbeit allein geliefert haben. Der Anspruch auf Errichtung eines
Bauhandwerkerpfandrechts richtet sich gegen den jeweiligen Eigentümer des
Grundstücks, auch wenn die Leistungen nicht in seinem Auftrag erbracht worden
sind. Die Eintragung ins Grundbuch hat bis spätestens vier Monate nach der Voll-
endung der Arbeiten zu erfolgen und kann nicht verlangt werden, wenn der Eigen-
tümer für die angemeldete Forderung hinreichende Sicherheit leistet (Art. 839
Abs. 2 und 3 ZGB).
Geht es lediglich um die vorläufige Eintragung des Pfandrechts, so muss die
Gesuchstellerin ihr Begehren nur glaubhaft machen. An die Glaubhaftmachung
sind nach konstanter Lehre und Praxis keine strengen Anforderungen zu stellen:
Die vorläufige Eintragung eines gesetzlichen Pfandrechts darf nur dann verwei-
gert werden, wenn der Bestand des Pfandrechts ausgeschlossen oder höchst
unwahrscheinlich ist. Im Zweifelsfalle ist die vorläufige Eintragung zu bewilligen
und die Entscheidung über Bestand und Umfang des Pfandrechts dem ordentli-
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chen Gericht vorzubehalten. Dies gilt insbesondere bei unklarer oder unsicherer
Rechtslage (BGE 86 I 270; BGE 102 Ia 86; BGE 112 Ib 484; ZOBL, das Bauhand-
werkerpfandrecht de lege lata und de lege ferenda, ZSR 101 [1982] II Halbband,
S. 158; ZR 79 Nr. 80 E. 1).
6.1. Die Gesuchsgegnerin hat auf Stellungnahme im vorsorglichen Verfahren
verzichtet, weshalb die Behauptungen der Gesuchstellerin im vorliegenden Ver-
fahren als unbestritten gelten.
6.2. Glaubhaft behauptet und durch den eingereichten Werkvertrag belegt ist,
dass die Gesuchstellerin mit der F._ AG einen Subunternehmervertrag ab-
geschlossen hat, der die Gesuchstellerin zu Arbeitsleistungen auf dem Grund-
stück der Gesuchsgegnerin verpflichtet hat (act. 1 Rz. III.2 ff.; act. 3/4).
6.3. Weiter ist glaubhaft und wird nicht bestritten, dass die von der Gesuchstelle-
rin erbrachten Leistungen pfandberechtigt sind. Es handelt sich gemäss Ausfüh-
rungen der Gesuchstellerin um die Lieferung und Montage von ... Lüftungsanla-
gen (Lieferung und Montage von Lüftungsgeräten und Ventilatoren, Lieferung und
Montage von Kanalnetz und Isolation, Lieferung und Montage von Kanaleinbau-
ten / Aufbauten, Lieferung und Montage der Luftdurchlässe in die Produktion so-
wie die Lieferung und Montage der Luftdurchlässe zum Büro). Ausserdem seien
Sonderlüftungsanlagen geliefert und montiert sowie Brandschottungen und Bohr-
arbeiten dazu ausgeführt worden (act. 1 Rz. III.4; act. 3/4 S. 3).
6.4. Sodann ist unbestritten geblieben, dass und in welchem Umfang die vorge-
nannten Arbeiten auch tatsächlich ausgeführt worden sind (act. 1 Rz. III.4).
6.5. Im Rechtsbegehren des Eintragungsgesuchs der Gesuchstellerin vom 5. Juli
2022 wurde als Pfandsumme CHF 1'179'903.30 vermerkt. In diesem Umfang
wurde das Pfandrecht am 7. Juli 2022 zur Vormerkung ins Grundbuch angemel-
det (act. 7). Aus der Begründung des Gesuchs sowie aus den weiteren Unterla-
gen ergibt sich jedoch, dass die Pfandsumme CHF 1'173'903.30 beträgt (act. 1
Rz. III.5, III.8; act. 3/6). Das Grundbuchamt C._ ist demzufolge anzuweisen,
die mit Verfügung vom 7. Juli 2022 angewiesene Eintragung im Grundbuch im
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Umfang von CHF 1'173'903.30 zu bestätigen und im darüber hinaus gehenden
Umfang zu löschen.
6.6. Die Gesuchstellerin beantragt eine Verzinsung des Pfandanspruchs ab dem
14. Juni 2022 (act. 1 S. 1). Auch dies blieb unbestritten.
6.7. Schliesslich ergibt sich aus dem eingereichten Arbeitsrapport, dass die letz-
ten Arbeiten ("Verlängerung der Abluft von Decke bis ü. Boden bzw. bis auf die
von der Bauherrschaft angegebene Höhe") am 11. März 2022 erfolgt sind (act. 1
Rz. III.7; act. 3/7)
6.8. Die Tatsachenbehauptungen der Gesuchstellerin sind schlüssig vorgetragen
und mangels Stellungnahme der Gesuchsgegnerin unbestritten, womit es der Ge-
suchstellerin gelingt, einen Anspruch auf Eintragung eines Bauhandwerkerpfand-
rechts von CHF 1'173'903.30 zuzüglich 5% Zins seit 14. Juni 2022 glaubhaft zu
machen. Die vorläufige Eintragung ist demzufolge im Umfang CHF 1'173'903.30
zu bestätigen und das Grundbuchamt ist anzuweisen, die Eintragung im darüber
hinaus gehenden Betrag zu löschen ist.
7. Sodann ist der Gesuchstellerin Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Ein-
tragung des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegnerin anzuheben. Die Prosequie-
rungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, allfällige Gerichtsferien sind
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu berücksichtigen (BGE 143
III 554 E. 2.5.2). Aus welchen Gründen – so der Antrag der Gesuchstellerin (act. 1
S. 1; act. 1 Rz. III.9) – von dieser Praxis abzuweichen wäre, begründet die Ge-
suchstellerin nicht, weshalb die Prosequierungsfrist praxisgemäss auf 60 Tage
festzulegen ist.
8. Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von CHF 1'173'903.30 auszu-
gehen, wobei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 1
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und § 10 Abs. 1 GebV OG und in Anwendung des Äquivalenzprinzips auf
CHF 12'200.– festzusetzen ist.
Über den Pfandanspruch der Gesuchstellerin ist noch nicht definitiv ent-
schieden. Es wird im ordentlichen Verfahren festzustellen sein, ob die Gesuch-
stellerin endgültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren
lediglich eine einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Einzel-
gerichts des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten im Ver-
fahren betreffend die vorläufige Eintragung des Pfandrechts von der Gesuchstel-
lerin zu beziehen, wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen
Verfahren vorbehalten bleibt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen ist grundsätzlich
dem ordentlichen Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin
ihren Anspruch nicht prosequieren sollte, ist der Gesuchsgegnerin jedoch man-
gels Antrag keine Umtriebsentschädigung für das vorliegende Verfahren zuzu-
sprechen.