# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cb23e5b4-a016-45d6-a208-664d409e1a40
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Mit schriftlichem unbefristetem Arbeitsvertrag vom 26. Oktober 2012 stellte die A._ (damals noch C._) B._ ab dem 15. Dezember 2012 als Geschäftsführer ein. Es wurde ein Bruttolohn von CHF 5'745.00 vereinbart.
B. Mit Schreiben vom 10. November 2014 kündigte die A._ das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist auf den 31. Januar 2015, stellte B._ frei und forderte ihn auf, am 2. Dezember 2014 seine persönlichen Effekten abzuholen.
C. Als B._ am 2. Dezember 2014 seine persönlichen Effekten abholte, sprach die A._ ihm gegenüber mündlich und schriftlich die fristlose Kündigung aus. Begründet wurde dies mit der ungerechtfertigten Benützung des Hotelzimmers 401 durch den Arbeitnehmer, was in den Augen der Arbeitgeberin den Tatbestand der Zechprellerei gemäss Art. 149 StGB erfüllte.
D. Gegen diese fristlose Kündigung setzte sich B._ zur Wehr und reichte beim Vermittleramt Surselva am 18. April 2017 ein diesbezügliches Schlichtungsgesuch ein. Nachdem keine Einigung zwischen den Parteien gefunden werden konnte, stellte das Vermittleramt Surselva am 7. September 2017 die Klagebewilligung aus. B._ reichte daraufhin beim Regionalgericht Surselva am 12. Dezember 2017 Klage mit folgenden Rechtsbegehren ein:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 6'222.81 netto zuzüglich Zins zu 5% seit 2. Dezember 2014 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 1'685.08 netto nebst Zins zu 5% seit 2. Dezember 2014 zu bezahlen.
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 17'235.00 netto nebst Zins zu 5% seit 2. Dezember 2014 zu bezahlen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
E. Die A._ beantragte mit Stellungnahme vom 22. Februar 2018 die vollumfängliche Abweisung der Klage sowie die Sicherstellung der Parteientschädigung durch B._. Letzteres wurde mit Verfügung vom 1. März 2018 abgewiesen.
F. Nachdem die Parteien im zweiten Schriftenwechsel unverändert an ihren Rechtsbegehren festgehalten hatten und am 8. Oktober 2018 D._ (vormaliger Eigentümer der A._) und am 28. Januar 2019 E._ (vormaliges Mitglied
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des Verwaltungsrats der A._, heute deren Direktor) als Zeugen einvernommen worden waren, fand am 28. März 2019 in Trun die Hauptverhandlung statt. Das Dispositiv des am 12. April 2019 mitgeteilten Entscheids lautet, wie folgt:
1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die A._ wird verpflichtet, B._ für den Ersatz des hypothetischen Verdienstes im Dezember 2014 und Januar 2015 Nettolohnguthaben in der Höhe von CHF 5'998.82 zuzüglich Zins von 5% seit dem 2. Dezember 2014 zu bezahlen.
2. Die A._ wird weiter verpflichtet, B._ für den Verlust aufgrund nicht mehr ausgerichteter Arbeitgeberbeiträge in die berufliche Vorsorge Schadenersatz von gesamthaft CHF 807.05 zuzüglich Zins von 5% seit dem 2. Dezember 2014 zu bezahlen.
3. Die A._ hat B._ zudem eine Entschädigung gemäss Art. 337c Abs. 3 OR in der Höhe von CHF 11'490.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 2. Dezember 2014 zu bezahlen.
Die A._ wird somit verpflichtet, B._ gesamthaft CHF 18'295.90 zuzüglich Zins von 5% seit dem 2. Dezember 2014 zu bezahlen (CHF 5'998.82 + CHF 807.05 + CHF 11'490.00).
4.a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 6'000.00 werden gemäss Art. 114 ZPO auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die A._ hat B._ eine Parteienschädigung von CHF 10'000.00 (inkl. Barauslagen, Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

## Considerations