# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75e0341c-f7bf-404f-b367-3f9fd6e276cc
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  am Bezirksgericht Meilen vom 13. Februar 2012 (FE110001)
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Rechtsbegehren:
Der Klägerin:
" Es sei der Beklagte in Abänderung von Ziffer 6 der mit Verfügung vom 31. März 2009 eheschutzrechtlich genehmigten  der Parteien vom 31.01./03.02.2009 zu verpflichten, der Klägerin rückwirkend per 1. Februar 2011 für die Dauer des  monatliche, monatlich im Voraus zahlbare  von CHF 6'729.00 zu bezahlen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten."
Des Beklagten:
" 1. Die Anträge der Klägerin seien vollumfänglich abzuweisen. 2. Es seien in Abänderung der Verfügung des Bezirksgerichtes
Kreuzlingen vom 31. März 2009 die festgelegten monatlichen  ab 1. Dezember 2011 vollumfänglich aufzuheben. Eventualiter sei der Klägerin ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'000.- bis und mit Juni 2012 zuzusprechen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Meilen:
1. Die mit Verfügung des Präsidenten des Bezirksgerichtes Kreuzlingen vom
31. März 2009 genehmigte Getrenntlebensvereinbarung, wonach der Beklag-
te der Klägerin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 4'000.– zu be-
zahlen habe (Ziff. 6 Abs. 1 der Getrenntlebensvereinbarung), wird mit Wir-
kung ab 31. Oktober 2012 aufgehoben.
2. Im Übrigen werden die Massnahmebegehren beider Parteien abgewiesen.
3. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden dem Endentscheid überlas-
sen.
4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je gegen Empfangsschein.
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5. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustel-
lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des
Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In
der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige
Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).
Berufungsanträge:
Der Klägerin (Urk. 1):
" 1. Es sei die angefochtene Verfügung der Vorinstanz aufzuheben, und es sei der Beklagte/Appellat in Abänderung von Ziff. 6 der mit Verfügung vom 31. März 2009 genehmigten  der Parteien vom 31.01./03.02.2009 zu verpflichten, der Klägerin/Appellantin rückwirkend per 1. Februar 2011 für die Dauer des Scheidungsverfahrens monatliche und monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
- CHF 5'385.00 bis 31. März 2012 - CHF 5'804.20 ab 1. April 2012 2. eventualiter, für den Fall, dass Antrag Nr. 1 abgewiesen werden
sollte, sei Ziff. 10 der Eheschutzvereinbarung vom 31.01.2009/03.02.2009 von der Aufhebung auszunehmen;
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des /Appellaten."
Des Beklagten (Urk. 15):
" Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Meilen betreffend die  der vorsorglichen Massnahmen im Ehescheidungsverfahren vom 13. Februar 2012 vollumfänglich zu bestätigen;
die Berufungsanträge der Klägerin und Berufungsklägerin seien  abzuweisen.
eventualiter sei der Beklagte und Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Klägerin und Berufungsklägerin ab 1. November 2012 bis zu  ordentlichen Pensionierung am 7. Februar 2013 einen  Unterhaltsbeitrag von CHF 400.– zu bezahlen;
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unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin und Berufungsklägerin."

## Considerations

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1 Das Getrenntleben der Parteien wurde mit Parteivereinbarung vom 31. März
2009 geregelt und vom Bezirksgericht Kreuzlingen wie folgt genehmigt:
" 1. Die Parteien leben seit Ende Dezember 2008 bis auf weiteres getrennt.
2.-5. [...]
6. Der Ehemann bezahlt der Ehefrau ab dem Zeitpunkt der Trennung (1. Januar
2009) monatlich und monatlich im Voraus einen Unterhaltsbeitrag in Höhe
von CHF 4'000.–. Die Ehefrau bestätigt, dass sie für den Januar 2009 bereits
CHF 3'500.– erhalten hat.
Erzielt die Ehefrau aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit
nach Abschluss ihres Studiums ein Einkommen, so ermässigt sich der monat-
liche Unterhaltsbeitrag um die Hälfte des monatlich erzielten Nettoeinkom-
mens. Die Ehefrau verpflichtet sich, den Ehemann monatlich unaufgefordert
entsprechend zu informieren und zu dokumentieren.
Sollte der Ehemann während der Trennungszeit seine Arbeitsstelle in
C._ verlieren oder sich seine finanzielle Situation aus anderen Gründen
verschlechtern, so ist über die Regelung dieser Vereinbarung, insbesondere
über die Höhe des Unterhaltsbeitrages, neu zu verhandeln.
Die Parteien halten fest, dass mit dieser Unterhaltsregelung sämtliche An-
sprüche der Ehefrau für die Zeit der Trennung gedeckt sind und ihr keinerlei
weitergehende finanzielle Ansprüche gegenüber dem Ehemann und/oder der
D._ AG zustehen.
7.-12. [...]
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1.2 Die Parteien stehen vor Vorinstanz seit 3. Januar 2011 in einem Schei-
dungsverfahren. In diesem Rahmen haben beide Parteien im Sinne einer vorsorg-
lichen Massnahme die Abänderung der obgenannten Getrenntlebensvereinba-
rung begehrt. Mit Verfügung vom 13. Februar 2012 entschied die Vorinstanz über
die Massnahmebegehren der Parteien und hob Ziff. 6 Abs. 1 der durch das Be-
zirksgericht Kreuzlingen am 31. März 2009 genehmigten Getrenntlebensvereinba-
rung der Parteien (VI-Urk. 2/2) mit Wirkung ab 31. Oktober 2012 auf, womit die
Unterhaltsverpflichtung des Beklagten und Berufungsbeklagten (nachstehend Be-
klagter) ab diesem Zeitpunkt entfiel. Im Übrigen wies sie die Massnahmebegeh-
ren der Parteien ab.
1.3 Hiergegen hat die Klägerin und Berufungsklägerin (nachstehend Klägerin)
mit Eingabe vom 20. April 2012 fristgerecht Berufung erhoben (Urk. 1) und die
eingangs wiedergegebenen Anträge gestellt. Schliesslich stellte sie den pro-
zessualen Antrag, der Berufung sei - vorausgesetzt das Rechtsmittelverfahren
werde bis zum 31. Oktober 2012 nicht abgeschlossen sein - die aufschiebende
Wirkung zu erteilen (Urk. 1 S. 2). Mit Verfügung vom 11. September 2012 wurde
der Berufung bis 31. Dezember 2012 die aufschiebende Wirkung im Umfang des
Existenzminimums der Klägerin von Fr. 1'680.– erteilt (Urk. 21).
1.4 Mit Eingabe vom 31. August 2012 erstattete der Beklagte am 4. September
2012 (Urk. 15) die Berufungsantwort und schloss auf Abweisung der Berufung.
1.5 Mit Eingabe vom 1. Oktober 2012 nahm der Beklagte sodann Stellung zu
neu in das Verfahren eingebrachten Behauptungen und Beweismitteln (Urk. 23),
während die Klägerin ihrerseits mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 eine Novenstel-
lungnahme einreichte und gleichzeitig neue Vorbringen aufstellte und den pro-
zessualen Antrag um Leistung eines Prozesskostenvorschusses oder eventualiter
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege stellte (Urk. 26). Die diesbezüg-
liche Stellungnahme des Beklagten vom 30. Oktober 2012 erfolgte verspätet (Urk.
30). Mit Eingabe vom 19. November 2012 brachte die Klägerin weitere Noven in
das Verfahren ein (Urk. 32), zu welchen der Beklagte keine Stellung mehr nahm.
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1.6 Mit Vorladung vom 7. November 2012 wurden die Parteien zur Verhandlung
mit persönlicher Befragung der Parteien und Vergleichsgesprächen auf den
11. Dezember 2012 vorgeladen (Urk. 31).
2. Vergleich
2.1 Anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 11. Dezember 2012 schlossen
die Parteien unter Mitwirkung des Gerichts folgende Vereinbarung (Urk. 36, Prot.
S. 13 f.):
"In Abänderung von Ziffer 6 der Getrenntlebensvereinbarung vom 31. Januar 2009 /
3. Februar 2009 (genehmigt mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Kreuz-
lingen vom 31. März 2009) vereinbaren die Parteien anlässlich der Vergleichsver-
handlung vom 11. Dezember 2012 unter Mitwirkung des Gerichts Folgendes:
1. Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin folgende monatlichen, im Voraus je
auf den Ersten eines jeden Monats zahlbaren Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
a) ab Einleitung des vorliegenden Abänderungsverfahrens (März 2011) bis 30.
Juni 2013 Fr. 4'000.–,
b) ab 1. Juli 2013 bis 31. Dezember 2013 Fr. 2'000.–.
2. Der Beklagte verpflichtet sich, die für die Monate Juli bis Oktober 2012 ausste-
henden Unterhaltsbeiträge von gesamthaft Fr. 16'000.– (vergleiche Arrestbefehl
vom 10. Oktober 2012) innert 5 Tagen ab Unterzeichnung der vorliegenden Par-
teivereinbarung zu bezahlen. Der Beklagte macht in Bezug [darauf] geltend, frü-
her Mehrleistungen im Betrag von Fr. 20'000.– erbracht zu haben. Die Klägerin
bestreitet diese Darstellung.
Die noch ausstehenden Unterhaltsbeiträge für die Monate November und De-
zember 2012 im Gesamtbetrag von Fr. 4'640.– werden bis 15. Januar 2013 be-
zahlt.
3. Im Gegenzug verpflichtet sich die Klägerin, unter Vorbehalt des Eingangs der
Zahlung gemäss Ziffer 2, die Strafanzeige wegen Vernachlässigung von Unter-
haltspflichten zurückzuziehen.
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4. Die Klägerin zieht das Gesuch um Zusprechung eines Prozesskostenvorschuss,
eventualiter um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück.
5. Die Parteien übernehmen die gerichtliche Abschreibungskosten je zur Hälfte und
verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung."
2.2 Der Inhalt des vorstehenden Vergleichs unterliegt der Parteiautonomie. Ein
Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241 Abs. 2
ZPO). Der Prozess ist demzufolge unter vereinbarungsgemässer Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO)
3. Kosten- und Entschädigungsfolgen
3.1 Die Gerichtsgebühren richten sich nach der Gebührenverordnung des Ober-
gerichts (GebV OG) vom 8. September 2010. In Anwendung von § 12 Abs. 1 und
2 i.V.m. § 4, § 10 Abs. 1 GebV OG ist die Entscheidgebühr auf Fr. 2'800.– festzu-
setzen.
3.2 Bei einem Vergleich trägt nach Art. 109 Abs. 1 ZPO grundsätzlich jede Par-
tei die Prozesskosten nach Massgabe des Vergleichs. Demnach sind die zweitin-
stanzlichen Gerichtskosten den Parteien vereinbarungsgemäss je zur Hälfte auf-
zuerlegen. Ebenfalls nach Massgabe des Vergleichs ist davon abzusehen, für das
Berufungsverfahren Parteientschädigungen zuzusprechen.