# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6904fbf0-b656-402c-8739-bac995ec98a4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die Dorfkorporation Q. (Q.) stellte A.Y., X., am 30. November 2014 betreffend den
Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 30. November 2014 für Stromnetznutzung
Fr. 1‘306.45, für Energielieferung (7‘144 kWh Hoch- und 12‘724 kWh Normaltarif)
Fr. 1‘289.-- sowie für Abgaben Fr. 357.60 (Abgaben Systemdienstleistungen [SDL] von
Fr. 121’70, Abgaben kostendeckende Einspeisevergütung [KEV] und Schutz der
Gewässer und Fische von Fr. 116.70 sowie Abgabe an die Gemeinde von Fr. 119.20
[0.6 Rp. pro kWh]) in Rechnung. Den hiergegen von A.Y. erhobenen Rekurs vom
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9. Dezember 2014 wies der Verwaltungsrat der Q. mit Entscheid vom 31. Dezember
2014 ab. Den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs vom 8. Januar 2015 wies die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 21. Mai 2015
ab. Diesen Entscheid bestätigte das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen am
24. November 2016 (Beschwerdeverfahren B 2015/298).
b. Die Q. hatte A.Y. zwischenzeitlich am 30. November 2015 betreffend den Zeitraum
vom 1. Dezember 2014 bis 30. November 2015 für Stromnetznutzung, für
Energielieferung sowie für weitere Abgaben insgesamt Fr. 1‘793.10 in Rechnung
gestellt. Den hiergegen von A.Y. erhobenen Rekurs vom 11. Dezember 2015 wies der
Verwaltungsrat der Q. mit Entscheid vom 15. Dezember 2015 ab. Gegen diesen
Entscheid erhob A.Y. am 11. Februar 2016 Rekurs. Die darin gestellten
Ausstandbegehren gegen Abteilungspräsident T.V., Richter R.L., Richterin E.K. und
Gerichtsschreiber P.L. wies der Präsident der Verwaltungsrekurskommission (VRK) des
Kantons St. Gallen, nachdem die betroffenen Personen am 23. Februar und 2. März
2016 zum Begehren Stellung genommen hatten, mit Zwischenverfügung vom 19. April
2016 ab (act. G 2/23).
B.
a. Gegen diese Zwischenverfügung erhob A.Y. mit Eingabe vom 28. April 2016
Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und das im
Rekursverfahren gestellte Ausstandbegehren sei gutzuheissen (act. G 1).
b. Am 13. Juni 2016 sistierte das Verwaltungsgericht das vorliegende Verfahren nach
Anhörung der Verfahrensbeteiligten (act. G 5-11) bis zur rechtskräftigen Erledigung des
damals noch vor dem Verwaltungsgericht anhängigen Beschwerdeverfahrens
B 2015/98 (act. G 13). Nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheids B 2015/98 vom
24. November 2016 hob das Verwaltungsgericht am 24. März 2017 die Sistierung des
vorliegenden Verfahrens auf (act. G 14). Der Beschwerdeführer bestätigte am 28. März
2017 sein Festhalten am Beschwerdeverfahren (act. G 15).
c. In der Vernehmlassung vom 19. Mai 2017 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

## Considerations

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen in der angefochtenen
Verfügung (act. G 22).
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d. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Nach Art. 7bis Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS
951.1, in der ab 1. Juni 2017 gültigen Fassung) kann ein Zwischenentscheid über den
Ausstand mit dem in der Hauptsache gegebenen Rechtsmittel angefochten werden.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (in der Hauptsache) ist gegeben
(Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert, und die Beschwerdeeingabe vom
28. April 2016 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1. Gemäss Art. 30 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101; BV) sowie
Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101; EMRK) hat der
Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen,
unvoreingenommenen und unbefangenen Richter entschieden wird. Liegen bei
objektiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit
und die Gefahr der Voreingenommenheit begründen, so ist diese Garantie verletzt (vgl.
statt vieler: BGE 131 I 25 und 116). Gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP haben
Behördenmitglieder dann in den Ausstand zu treten, wenn sie befangen erscheinen.
Die Bestimmung von Art. 7 VRP findet auf Mitglieder von Gerichten sachgemässe
Anwendung (Art. 64 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 VRP).
Persönliche Befangenheit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP ist anzunehmen, wenn
Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit eines
Richters zu erwecken. Solche Umstände können auch in einem bestimmten
persönlichen Verhalten des Richters begründet sein. Es genügen Umstände, die den
Anschein der Befangenheit zu begründen vermögen. Dabei kann nicht auf das
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subjektive Befinden einer Partei abgestellt werden; das Misstrauen in die
Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen (vgl.
Entscheide B 2005/213 vom 20. Dezember 2003 und B 2011/71 vom 20. April 2011;
www.gerichte.sg.ch).
2.2. Die Q. stellte dem Beschwerdeführer am 30. November 2014 betreffend den
Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 30. November 2014 Rechnung für
Stromnetznutzung, für Energielieferung sowie für Abgaben. In den anschliessenden
Rechtsmittelverfahren wurde diese Rechnungstellung wie dargelegt bestätigt (vgl.
vorstehend A.a). In dem am 11. Februar 2016 vom Beschwerdeführer bei der VRK
anhängig gemachten Rekurs geht es - wenn auch betreffend einen späteren Zeitraum
(Folgejahr) - wiederum um die Rechtmässigkeit der erwähnten verbrauchsabhängigen
Entgelte.
In der vorliegend angefochtenen Zwischenverfügung kam die Vorinstanz zum Schluss,
der Beschwerdeführer lehne die Gerichtspersonen (Beschwerdegegner) nicht wegen
eines bestimmten Verhaltens ab, sondern ausschliesslich wegen ihrer Mitwirkung am
Entscheid vom 21. Mai 2015. Selbst wenn sich im neuen Verfahren die gleichen
Rechtsfragen stellen sollten wie im früheren, stelle dies keinen Fall unzulässiger
Vorbefassung dar. Bei regelmässig wiederkehrenden anfechtbaren
Gebührenrechnungen lasse sich nicht vermeiden, dass das Gericht über gleiche oder
ähnliche Streitgegenstände zu urteilen habe. Im Fall der erneuten Anrufung des
Gerichts habe der Rechnungsempfänger keinen Anspruch auf eine andere Besetzung
des Gerichts als in früheren Verfahren. Eine Voreingenommenheit der
Beschwerdegegner liege konkret nicht vor. Diese hätten erklärt, sich gegenüber dem
Beschwerdeführer nicht befangen zu fühlen (act. G 2/23 S. 4).
2.3. Der Beschwerdeführer bestätigt den Befangenheitsvorwurf gegenüber den
Beschwerdegegnern. Er führt dazu in seiner Beschwerde unter anderem Folgendes
aus: Es sei nicht zu erwarten, dass die VRK in der gleichen Besetzung wie im früheren
Verfahren anders entscheiden würde, da sie sich sonst in Widersprüche verwickeln
würde. Durch das Schreiben des Gemeinderats X. vom 24. August 2015 entkräfte
dieser sämtliche Einwände, welche zur Abweisung der Rekurse geführt und somit die
Voreingenommenheit der Mitglieder der VRK bewirkt hätten. Mit der Feststellung des
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Präsidenten der VRK im Entscheid vom 19. April 2016, „dass die Gebührenerhebung
teilweise einer Rechtsgrundlage entbehre“, ergebe sich eine Voreingenommenheit, weil
damit zur Aussage gebracht werde, dass der Rekurs zum vornherein abgewiesen
werde. Da er (der Beschwerdeführer) selbst Korporationsbürger sei und sämtliche
Mitglieder des Verwaltungsrats der Geschäftsprüfungskommission sowie die
Verwaltungsangestellte und den Rechtsvertreter der Q. persönlich kenne, seien die
Beschlussfassungen ungültig und müssten aufgehoben werden. Der geschilderte
Interessenkonflikt gewinne durch die Einsitznahme von Exekutivmitgliedern in
Verwaltungsräten von gemischtwirtschaftlichen Unternehmen wie auch der Justiz
zunehmend an Bedeutung. Entsprechend ausgeprägt sei der Interessenkonflikt beim
Vorsteher des Baudepartements. Die Gemeinden im Kanton St. Gallen würden infolge
des Wegfalls von Gewinnablieferungen der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke
(SAK) grosse Ertragsausfälle erleiden, welche sie zu kompensieren suchten. Vor
diesem Hintergrund werde eine unvoreingenommene Entscheidfindung des Gerichts
verunmöglicht, da die Besetzung der Gerichtsinstanz mehrheitlich aus Vertretern der
Gemeinden oder ihres Umfelds stammen würden. Nach Auffassung der Regierung
müssten sich Entgelte für die im privaten Boden verlegten Leitungen nach den
Ansätzen des im öffentlichen Grund verlegten Leitungen richten, sollten aber den
Stromtarif nicht übermässig belasten. Widersprüchliche und falsche Aussagen des
Gemeindepräsidenten von X. wie auch jene des Regierungsrats und SAK-
Verwaltungsrats X. würden zeigen, dass eindeutig ein Interessenkonflikt bestehe (act. G
1).
2.4. Aus den vorstehend zitierten Äusserungen geht nicht hervor, inwiefern die
Beschwerdegegner gegenüber dem Beschwerdeführer befangen oder
voreingenommen sein sollten. Aus den Akten des früheren Verfahrens des
Beschwerdeführers bei der VRK lassen sich ebenfalls keine Umstände entnehmen, die
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beschwerdegegner erwecken würden. Solche
Umstände werden denn auch vom Beschwerdeführer nicht substanziiert dargelegt. Er
lässt es vielmehr bei einer pauschalen Behauptung der Befangenheit bzw. von nicht
näher definierten Zielkonflikten und Interessenkollisionen bewenden, wobei seine
Ausführungen inhaltlich nicht immer nachvollziehbar sind und sich teilweise nicht auf
die hier in Frage stehenden Personen, sondern auf nicht am Verfahren beteiligte Dritte
(z.B. den Vorsteher des Baudepartements; vgl. act. G 1 S. 6), sowie andere
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Sachbereiche (Ertragsausfälle von Gemeinden zufolge Wegfalls von
Gewinnablieferungen der SAK [act. G 1 S. 7 oben]; Enteignung [act. G 1 S. 8 f.])
beziehen. Da das Thema des vorliegenden Beschwerdeverfahrens durch den
Gegenstand der vorinstanzlichen Zwischenverfügung begrenzt ist, kann darauf nicht
eingetreten werden.
Der Umstand, dass dem Beschwerdeführer die Funktionsträger der Q. persönlich
bekannt sind, bewirkt offensichtlich keinen Ausstandgrund für die Beschwerdegegner.
Eine „Interessenbindung der Richter“ lässt sich nicht mit einem blossen Hinweis auf die
Funktionen von R.L. als Gemeindepräsident von Z., Vorsitzender der Geschäftsführung
der A. GmbH sowie Kommissionsmitglied der B.-Vereinigung begründen. Dies gilt auch
für den Hinweis, dass die Richterin E.K. in der Gemeindeverwaltung hauptberuflich
tätig sei (vgl. act. G 1 S. 6). Im Übrigen ist auf die zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz zu verweisen, welche die angeführten Interessenbindungen der
Beschwerdegegner bereits einlässlich geprüft und die behauptete
Voreingenommenheit verneint hat.
3. Demgemäss erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie - soweit
darauf eingetreten werden kann - abzuweisen ist. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die Kosten dieses Entscheids dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
(Art. 94 Abs. 1 VRP). Eine Gebühr von Fr. 1‘500.-- ist angemessen. Diese ist mit dem
vom Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.