# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0e91fd14-f8e1-4216-b004-f9cf0438e869
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._, geboren 1965, deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in
B._., war seit dem 1. Januar 2011 bei der Firma C._ in D._
als Tormonteur tätig und über dieses Arbeitsverhältnis bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend SUVA)
obligatorisch gegen Unfälle versichert, als er am 14. Dezember 2015 bei
der Arbeit auf einem vereisten Holzbalken ausrutschte und zu Boden
prallte und sich dabei eine schwere Distorsionsverletzung des oberen
Sprunggelenks zuzog. Seither war A._ arbeitsunfähig und seit Ende
August 2016 zudem ohne Anstellung. Die SUVA erbrachte für den Unfall
vom 14. Dezember 2015 die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung
und Taggeld).
2. Mit Verfügung vom 4. November 2019 sprach die SUVA dem Versicherten
für die Folgen des Unfalls eine Invalidenrente gemäss UVG auf der Basis
eines Invaliditätsgrads von 29 % ab dem 1. November 2019 bei einem
versicherten Verdienst von CHF 70'015.-- sowie eine Integritäts-
entschädigung bei einer Einschränkung von 20 % zu.
3. Die dagegen von A._ erhobene Einsprache vom 3. Dezember 2019,
mit der er die Zusprechung einer Invalidenrente von mindestens 50 %
beantragte, wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember
2020 ab.
4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 26. Januar 2021 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Anträgen, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer ab dem 1. November 2019 eine SUVA-Rente auf
einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 50 % zuzusprechen;
eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache
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zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese
anzuweisen, ein chirurgisches, allenfalls polydisziplinäres Gutachten einer
unabhängigen Gutachterstelle durchzuführen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer gemäss Gesetz. Der
Beschwerdeführer schildert ausführlich seine Unfall- und
Behandlungsgeschichte und die kreisärztlichen Beurteilungen in den
Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 (siehe in den nachfolgenden
Erwägungen 4.2 ff.). Er macht im Wesentlichen eine Inkonsistenz geltend
zwischen der kreisärztlichen Beurteilung vom 18. Oktober 2018 und der
kreisärztlichen Abschlussbeurteilung vom 9. Oktober 2019, welche das
Zumutbarkeitsprofil und die Leistungsfähigkeit anbelangt (vgl. Beurteilung
Dr. med. F._, Fachärztin für Chirurgie FMH, MAS
Versicherungsmedizin, FA Vertrauensärztin SGV vom 30. November
2019). Ein Vergleich der klinisch erhobenen Befunde gemäss
kreisärztlichem Bericht vom 18. Oktober 2018 mit denjenigen der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 9. Oktober 2019 ergebe,
dass das Beschwerdebild im Vergleich zur Voruntersuchung vom Oktober
2018 "leider nicht gelindert werden konnte", so dass tendenziell eine
Verschlechterung der medizinischen Situation, bestenfalls ein Status
idem, bestehe, aber keinesfalls eine Verbesserung seines
Gesundheitszustands. Es sei daher nicht schlüssig, dass der
Beschwerdeführer mit kreisärztlichem Bericht vom 18. Oktober 2018 in
angepasster Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit resp. Leistungsfähigkeit
von zwei mal zwei Stunden täglich verfügt haben soll und ein Jahr später
im Oktober 2019, bei fehlender Linderung des Beschwerdebildes und
tendenzieller Verschlechterung der klinischen Befunde, über eine
Arbeitsfähigkeit resp. Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
(überwiegend sitzend) von sechs Stunden täglich.
5. In der Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2020 beantragte die SUVA
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde.
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Bezüglich des rechtserheblichen Sachverhalts und der rechtlichen
Würdigung verwies sie auf den Einspracheentscheid vom 11. Dezember
2020, an welchem vollumfänglich festgehalten wird. Ergänzend hält die
Beschwerdegegnerin fest, die kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilungen
der Kreisärzte Dr. med. G._ und Dr. med. H._ beruhten auf
eigenen Untersuchungen, seien umfassend und nachvollziehbar. Das
kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil, wonach trotz verbleibenden
Unfallrestfolgen am rechten Fussgelenk leichte Tätigkeiten in
Wechselbelastung (überwiegend sitzend) während sechs Stunden täglich
(zusätzliche Pausen) zumutbar seien, sei zuverlässig. Dr. med. F._
habe den Beschwerdeführer nicht untersucht. Deren Kritik einer
"Inkonsistenz der beurteilten Leistungsfähigkeit" in der Beurteilung vom
30. November 2019 sei entgegenzuhalten, dass die vermeintliche
Steigerung der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur
kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Juli 2017 dadurch begründet sei,
dass es im Jahr 2017 um IV-Massnahmen mit Einleitung eines
Arbeitstrainings und nicht um die definitive Beurteilung der
Arbeitszumutbarkeit im Zeitpunkt der Rentenprüfung vom 1. November
2019 gegangen sei. Der Beschwerdeführer sei später, am 7. Juli 2020,
erneut kreisärztlich untersucht worden (Beurteilung von Kreisarzt Dr. med.
H._ vom 13. Juli 2020) nach der Geltendmachung einer
Verschlechterung des Zustands des Fusses bzw. soweit er sich nicht in
der Lage gefühlt habe, an einer Integrationsmassnahme der
Invalidenversicherung teilzunehmen (vgl. Mitteilung der IV-Stelle vom
12. November 2019). Es sei auf die zuverlässigen kreisärztlichen
Beurteilungen abzustützen und auf weitere medizinische Abklärungen in
antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten.
6. Ein weiterer Schriftenwechsel unterblieb.
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Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 11. Dezember 2020 (vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 419). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung
Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben
werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt
im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2
lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100). Als im Einspracheverfahren unterlegener, formeller und
materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer davon überdies berührt und weist ein schutzwürdiges
Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten (vgl. Art. 60
i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG, Art. 61 ATSG).
2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem
1. Januar 2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft sind
(Änderung vom 25. September 2015). Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
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Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der
Änderung vom 25. September 2015, mithin vor dem 1. Januar 2017,
ereignet haben, [...] nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend ereignete
sich der Unfall im Dezember 2015, sodass diesbezüglich grundsätzlich die
bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden.
Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren anwendbaren
Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der neuen
Rechtssätze keine Änderungen ergeben.
3.1. Vorliegend unbestritten blieb, dass der Endzustand erreicht ist und dem
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Tormonteur nicht mehr
zuzumuten ist sowie das Valideneinkommen (VEK) von CHF 69'095.--
(vgl. Bg-act. 365). Einspracheweise nicht beanstandet wurde zudem die
zugesprochene Integritätsentschädigung, womit die seinerzeit
angefochtene Verfügung diesbezüglich in (Teil-)Rechtskraft erwachsen
ist. Umstritten und Streitgegenstand ist hingegen die Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit und damit die Höhe des Rentenanspruchs. Die
Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Rente bei
einem Invaliditätsgrad von 29 % zu, während der Beschwerdeführer eine
Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % beantragt. Bei der
Beurteilung der vorliegend strittigen Frage ist der Sachverhalt zu
berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids verwirklicht hat (vgl. BGE 142 V 337 E.3.2.2).
Massgeblich ist dabei der im Sozialversicherungsrecht übliche
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 141 V 15
E.3.1, 138 V 218 E.6).
3.2. Im vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Dezember
2020 gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass auf die
kreisärztlichen Einschätzungen der verbliebenen Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers abgestellt werden könne. Demzufolge sei dem
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Tormonteur
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unfallbedingt nicht mehr zumutbar. Aus medizinischer Sicht könne der
Versicherte trotz den verbleibenden Unfallrestfolgen am rechten
Fussgelenk leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung (überwiegend
sitzend) ohne Arbeiten auf unebener Unterlage, ohne Tätigkeiten auf
Leitern oder Gerüsten, ohne Tätigkeiten in kniender oder kauernder
Körperposition, während sechs Stunden täglich (zusätzliche Pausen) also
mit einer Arbeitsfähigkeit von 72 % ausüben. Nachfolgend gilt es somit zu
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die kreisärztlichen
Einschätzungen von Dr. med. G._ und Dr. med. H._ abgestellt
hat oder ob diese durch die übrigen medizinischen Akten in Zweifel
gezogen werden.
4. Nach den Akten präsentiert sich der Beschwerde-, Behandlungs- und
Beurteilungsverlauf des Beschwerdeführers im Wesentlichen wie folgt:
4.1. Der Arbeitsunfall ereignete sich am 14. Dezember 2015 auf der Baustelle
I._ in J._ (vgl. Bg-act. 1 und 35). Die notfallmässige
Erstversorgung erfolgte am 15. Dezember 2015 im Kantonsspital J._,
wo eine OSG Distorsion rechts vom 14. Dezember 2015 mit/bei
Gelenkerguss bei OAK mittels Xarelto bei VHF sowie ein St. n. mehrfacher
Bandläsion rechts diagnostiziert wurden (vgl. Akten des
Beschwerdeführers [Bf-act.] 1). Am 19. Februar 2016 erfolgte im Spital
K._ bei der Hauptdiagnose einer fortgeschrittenen traumatisierten
OSG-Arthrose (Unfall 13. [recte: 14.] Dezember 2015) mit vollständiger
Knorpelglatze an der medialen Taluskante, Osteophyten an der ventralen
Tibiakante, interponierenden Plicae und störendem freiem Fragment an
der Fibulaspitze anterior rechts die operative Behandlung der Unfallfolgen,
wobei eine OSG-Arthroskopie rechts mit Gelenkstoilette (Entfernung
Plicae, Osteophyten ventrale Tibiakante, Forage perkutan an der medialen
Taluskante) sowie eine antero-laterale Mini-Arthrotomie Fibulaspitze mit
Entfernung eines freien Flake vorgenommen wurden. Der behandelnde
Arzt erachtete eine Arthrodese/Sprunggelenks-Prothese als verfrüht,
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empfahl vielmehr die Evaluation von allfällig persistierenden Beschwerden
mit möglicherweise auch noch medialer Arthrotomie und Flake-Entfernung
an der medialen Malleolenspitze, abhängig von den lokalisierten
Hauptbeschwerden (vgl. Bg-act. 17). Im Arztzeugnis UVG des
Kantonsspitals J._ vom 22. Februar 2016 wurde die Diagnose OSG
Distorsion rechts und als Befund ein Hypertensionstrauma des rechten
Fusses, minime Schwellung mit Druckdolenz über dem Malleolus lateralis,
kein Hinweis auf knöcherne Verletzungen festgehalten (vgl. Bg-act. 23 und
24).
4.2. Am 25. Februar 2016 erfolgte die erste kreisärztliche Beurteilung durch
Dr. med. G._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates. Er beurteilte eine
vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands
sowie Status quo sine drei Monate nach Operation, wobei er von der
Erlangung der teilweisen Arbeitsfähigkeit sechs bis acht Wochen nach der
Operation ausging. Er beschrieb die Prognose zur Wiedererreichung der
vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als günstig und
rechnete nicht mit Restfolgen oder Dauerschaden aufgrund des
Unfallereignisses (vgl. Bg-act. 20).
4.3. Mit Bericht vom 31. März 2016 über die Nachkontrolle vom 30. März 2016
am Spital K._ wurde der Beschwerdeführer weiterhin als 100 %
arbeitsunfähig erachtet und ein protrahierter Verlauf bei traumatisierter
OSG-Arthrose festgestellt. Als weitere Option wurde eine Arthrodese
diskutiert (vgl. Bg-act. 33).
4.4. In der zweiten kreisärztlichen Beurteilung vom 22. April 2016 hielt Dr. med.
G._ fest, dass der Versicherte seit der Operation zwei Monate nach
dem Unfallereignis mehr Beschwerden habe und die nach wie vor
bestehende Arbeitsunfähigkeit plausibel sei. Er beurteilte das
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Unfallereignis und die unfallkausale Operation mit ungünstigem Verlauf als
richtungsgebende Verschlimmerung (vgl. Bg-act. 39).
4.5. Am 26. Mai 2016 holte die Beschwerdegegnerin bei Dr. med. L._,
Chefarzt Chirurgie im Z._, eine Zweitmeinung ein, der bei
radiologisch feststellbarer deutlicher Gelenkspaltverschmälerung des
Sprunggelenks medialseitig mit subchondraler Sklerose und geringen
subchondralen Geröllzysten eine fortgeschrittene mediale OSG-Arthrose
diagnostizierte (vgl. Bg-act. 48).
4.6. Am 30. Juni 2016 erfolgte die erste kreisärztliche Untersuchung durch
Dr. med. G._ mit Beurteilung vom 1. Juli 2016, worin er festhielt, dass
die bisherige, korrekt durchgeführte Behandlung mittels indizierter OSG-
Arthoskopie nicht den erhofften Erfolg gebracht habe und unabhängig vom
weiteren Behandlungsvorgehen davon ausgegangen werden könne, dass
der Beschwerdeführer in einem schweren Beruf die volle Arbeitsfähigkeit
nicht mehr dauerhaft werde erreichen können (vgl. Bg-act. 75 S. 3 f.).
4.7. Mit Bericht vom 16. August 2016 über die Konsultation und
Infiltration/Punktion am OSG rechts am 12. August 2016 diagnostizierte
Dr. med. L._, eine ausgeprägte und diffuse Schmerzsymptomatik im
Sprunggelenks- und Rückfussbereich rechts bei beginnender OSG-
Arthrose rechts und St. n. Arthroskopie Februar 2016 (vgl. Bg-act. 89).
Anlässlich der Operation vom 26. August 2016 erfolgte durch Dr. med.
L._ im Z._ eine OSG-Arthrodese rechts (vgl. Bg-act. 98). Im
Austrittsbericht des Z._ vom 31. August 2016 wurden die Diagnosen
ausgeprägte und diffuse Schmerzsymptomatik im Sprunggelenks- und
Rückfussbereich rechts bei beginnender OSG-Arthrose rechts und St. n.
Arthroskopie Februar 2016; diffuse Unterschenkelhyposensibilität rechts,
Vorhofflimmern sowie arterielle Hypertonie, festgehalten (vgl. Bg-act. 97).
Am 8. September 2016 erfolgte im Z._ eine Nachkontrolle bei
Diagnosen St. n. arthroskopisch-assistierter OSG-Arthrodese rechts am
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26. August 2016 bei OSG-Arthrose rechts (vgl. Bg-act. 95). Am 7. Oktober
2016 erfolgte eine weitere Nachkontrolle im Z._ bei Diagnosen St. n.
arthroskopisch-assistierter OSG-Arthrodese rechts am 26. August 2016
bei OSG-Arthrose rechts, Hyposensibilität am Unterschenkel unklarer
Ätiologie, chronisches Vorhofflimmern (unter Xarelto), arterielle
Hypertonie. Der Verlauf wurde als zufriedenstellend beurteilt und der
Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Stahlbaumonteur sicher für drei
bis vier Monate postoperativ zu 100 % arbeitsunfähig erachtet (vgl. Bg-
act. 103). Am 31. Oktober 2016 (vgl. Bg-act. 110) und am 28. November
2016 erfolgten weitere Nachkontrollen im Z._ bei unveränderten
Diagnosen. Beurteilt wurde ein zeitgerechter Verlauf drei Monate nach
OSG-Arthrodese rechts, die Mobilität und Belastbarkeit waren noch nicht
wiederhergestellt und die Arbeitsfähigkeit in der Stahlbaubranche noch
nicht gegeben. Dr. med. L._ empfahl die nochmalige Durchführung
eines Verlaufs-CT (vgl. Bg-act. 113). Die Nachkontrolle vom
19. Dezember 2016 erfolgte bei unveränderten Diagnosen (vgl.
Konsultationsbericht vom 20. Dezember 2016, Bg-act. 120). Aus
orthopädischer Sicht wurde die zunehmende Konsolidation bei
vorhandenen Restbeschwerden als sehr erfreulich beurteilt und von
weiterer Beschwerderegredienz bis Beschwerdefreiheit ausgegangen.
Der behandelnde Arzt hielt fest, dass der Beschwerdeführer mit der
Arthrodese nicht geeignet sei für Montagearbeiten auf Baustellen,
Gerüsten, Leitern, etc. (vgl. Bg-act. 120). PD Dr. med. M._ und Dr.
N._, Radiologie Z._, beurteilten gestützt auf das CT vom
7. Dezember 2016 zunehmende Anzeichen einer knöchernen
Durchbauung, insbesondere um das intakte Fremdmaterial herum und
eine Weichteilschwellung lateral (vgl. Bg-act. 122).
4.8. Gestützt auf das neurologische Konsilium vom 8. Februar 2017 in der
Rehaklinik O._ wurde mit Bericht vom 9. Februar 2017 eine gemischt
sensomotorische, vorwiegend demyelinisierende Polyneuropathie
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beurteilt (vgl. Bg-act. 148). Der Austrittsbericht der Rehaklinik O._
vom 6. März 2017 über den Aufenthalt vom 19. Januar bis 23. Februar
2017, hielt beim Austritt folgende Probleme fest: Drückende Schmerzen
am rechten OSG bei Belastung und längerem Laufen, Verschlechterung
während des Aufenthaltes; Druckdolenzen im ventralen Bereich des OSG;
hinkendes Gangbild mit Aussenrotation des rechten Beines (vgl. Bg-act.
149 S. 2). Es wurde festgehalten, dass eine Tätigkeit als Monteur im
Stahlbau unzumutbar sei. Als in körperlicher Hinsicht zumutbar wurde
hingegen eine angepasste Tätigkeit erachtet: "(Mindestens) leichte bis
mittelschwere Arbeit, bevorzugt wechselbelastend, ganztags; keine
Arbeiten auf unebenem Grund, auf Leitern und Gerüsten, in der Hocke
und im Knien" (vgl. Bg-act. 149 S. 3). Somatisch beurteilt wurde weiterhin
eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik des distalen Unterschenkels und
des OSG rechts. Die Zuweisung an die Rehaklinik O._ sei zur
Verbesserung des Gangbildes, Schmerzreduktion und Beurteilung der
Zumutbarkeit erfolgt. Die physischen Einschränkungen liessen sich mit
den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen
Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie Diagnosen aus
somatischer Sicht erklären. Zusammenfassend habe die Gangqualität
durch die individuelle Schuhversorgung verbessert werden können, die
Belastbarkeit des rechten Fusses und die allgemeine Leistungsfähigkeit
gesteigert, jedoch die Schmerzsituation des rechten Fusses nicht
wesentlich verbessert werden können (vgl. Bg-act. 149 S. 4 f.).
4.9. Am 9. Mai 2017 berichteten die Dres. med. L._ und P._,
Z._, über die Konsultation vom 8. Mai 2017 bei persistierenden
Schmerzen OSG rechts und unveränderten Diagnosen (vgl. Bg-act. 166).
Mit Bericht vom 16. Mai 2017 über das CT am Vortag beurteilten PD Dr.
med. M._ und Dipl. med. Q._, Radiologie Z._, eine deutlich
progrediente Durchbauung bei Status nach OSG-Arthrodese rechts (vgl.
Bg-act. 170). Mit Bericht vom 12. Juni 2017 über die Konsultation vom
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9. Juni 2017 beurteilte Dr. med. L._ eine absolut unklare
persistierende Schmerzpersistenz wandernder Lokalisation im
Sprunggelenks- und Rückfussbereich. Als Prozedere zog er allenfalls eine
neurologische Abklärung mit der Fragestellung nach neuropathischen
Schmerzen und deren Behandlung in Betracht (vgl. Bg-act. 169).
4.10. Gestützt auf die Untersuchung vom 11. Juli 2017 diagnostizierte Kreisarzt
Dr. med. G._ mit Beurteilung vom 13. Juni [recte: Juli] 2017 einen
Status nach schwerer Distorsionsverletzung des oberen Sprunggelenks
rechts am 14. Dezember 2015 bei vorbestehender OSG- und USG-
Arthrose, Status nach OSG-Arthroskopie am 19. Februar 2016 mit
Osteophytenabtragung, Forage und Entfernung eines freien
Gelenkkörpers; Status nach arthroskopisch assistierter OSG-Arthrodese
rechts am 26. August 2016 bei medial betonter OSG-Arthrose rechts
sowie persistierendem Schmerzsyndrom Knöchel/Fuss rechts bei/mit
Sensibilitätsstörung und Hinweisen auf eine demyelinisierende
Polyneuropathie leicht bis mittelgradig rechtsbetont. Im Vordergrund stehe
jetzt die neuropathische Schmerzproblematik. Die angestammte Tätigkeit
als Tormonteur sei nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei aber eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit ganztags, in Wechselposition, sitzend/stehend,
hingegen keine Arbeit auf unebener Unterlage, keine Arbeiten auf Leitern
oder Gerüsten und keine Arbeiten in kniender oder kauernder
Körperposition (vgl. Bg-act. 177 S. 4). Mit Schreiben vom 18. August 2017
stellte die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen per 31. August 2017 ein, mit Ausnahme der Kosten für
die weiterhin notwendige Schmerzbehandlung (vgl. Bg-act. 190).
4.11. Mit Bericht vom 14. September 2017 zur Konsultation in der
Schmerzsprechstunde vom 10. September 2017 stellten die Dres. med.
R._ und S._, Z._, folgende Diagnosen: "Chronisches
Schmerzsyndrom im Sprunggelenks- und Rückfussbereich rechts mit/bei
beginnender OSG-Arthrose rechts, OSG-Arthroskopie mit Gelenkstoilette
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und Forage sowie Flake-Entfernung am 19. Februar 2016, Testinfiltration
OSG rechts (Ropivacain, Accupaque) am 12. August 2016: positiv,
arthroskopisch assistierte OSG-Arthrodese rechts (3 x 6.5 mm
Schrauben) am 26. August 2016. Röntgen: OSG ap/seitlich und CT rechts
vom 15. Dezember 2015: Deutliche Gelenkspaltverschmälerung des
Sprunggelenkes medialseitig mit subchondraler Sklerose. Geringe
subchondrale Geröllzysten im CT nachweisbar. Röntgen: OSG rechts
ap/lateral vom 7. Oktober 2016: Im Vergleich zu den Voraufnahmen
unveränderte Stellungsverhältnisse mit intaktem Arthrodesematerial.
Soweit konventionell radiologisch beurteilbar zunehmender Durchbau. CT
OSG rechts vom 7. Dezember 2016: Zunehmende Anzeichen einer
knöchernen Durchbauung, insbesondere um das intakte Fremdmaterial
herum. Weichteilschwellung lateral, ansonsten bei Zustand nach OSG
Arthrodese unauffällige CT. CT OSG rechts vom 15. Mai 2017:
Intraossärer Verlauf des intakten Osteosynthesematerials ohne Hinweis
auf Lockerungszeichen. Deutlich progrediente Durchbauung bei Status
nach OSG-Arthrodese rechts. St. n. Rehabilitation in O._ anfangs
2017: erfolglos. Postoperativ seit 08/16: Medialseitig deutliche
Hyposensibilität von infragenual bis zu den Zehen I/II vorhanden, DD
Neurapraxie bei Blutsperre von 180 Min., bisher keine neurologische
Abklärung erfolgt" (vgl. Bg-act. 197). Am 31. Oktober 2017 stellten die
Dres. med. R._ und S._ aufgrund der bisherigen Diagnose sowie
DD unspezifisch postoperativ/arthrotisch, unklares neuropathisches
Zustandsbild, CRPS nicht ausschliessbar, Sensibilitätsminderung
Unterschenkel sowie gesamter Rückfuss rechts unklarer Ursache, bei der
Beschwerdegegnerin das Gesuch um Kostengutsprache für eine
rehabilitative medizinische Trainingstherapie (MTT) (vgl. Bg-act. 203). Mit
Verlaufsbericht vom 13. Dezember 2017 erachteten die Dres. med.
R._ und S._ den bisherigen Verlauf der Krankheitsgeschichte
mit schwierig therapeutisch zugänglichen, belastungsabhängigen und
mittlerweile zunehmend nächtlichen Schmerzen als prognostisch nicht
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günstig (vgl. Bg-act. 214). Am 10. Januar 2018 erfolgte ein
Kostengutsprachegesuch der Dres. med. R._ und S._ bei der
Beschwerdegegnerin für eine ausserkantonale spezialisierte
orthopädische Zweitmeinung aufgrund neuer, zusätzlicher Diagnose einer
nicht ausgeschlossenen Instabilität USG (vgl. Bg-act. 220). Der Kreisarzt
Dr. med. G._ stimmte der Erteilung der Kostengutsprache und der
Einholung der Zweitmeinung bei Prof. Dr. med. T._ mit Beurteilungen
vom 12. und 18. Januar 2018 zu (vgl. Bg-act. 221 und 225). Am 26. Januar
2018 erfolgte die Zweitmeinungsanfrage der Schmerztherapie Z._,
Dres. med. R._ und S._, an Prof. Dr. med. Dr. phil. T._,
Swiss Ortho Center/Schmerzklinik Basel (vgl. Bg-act. 228). Am 6. April
2018 empfahl Prof. Dr. med. T._ eine zusätzliche SPECT-CT-
Untersuchung zur weiteren Objektivierung der Situation und Besprechung
des weiteren Procederes. Es wurde weiterhin eine bestehende 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit festgehalten (vgl. Bg-act. 239). Nach der SPECT-CT-
Untersuchung am 4. Mai 2018 durch das Universitätsspital Basel (vgl. Bg-
act. 247, 248 und 254) erfolgte durch Prof. Dr. med. T._ in der
Privatklinik U._ am 17. Mai 2018 eine operative Revision mit OSME,
fibulotalarer Cheilektomie, valgisierender Lateral Sliding-
Calcaneusosteotomie, Spaltung Ligamentum Annulare Achillessehne
OSG/Rückfuss rechts (vgl. Bg-act. 267, und Austrittsbericht vom 22. Mai
2018 nach stationärem Aufenthalt vom 17. Mai 2018 bis 22. Mai 2018, Bg-
act. 266). Im Sprechstundenbericht vom 27. Juni 2018 zur Untersuchung
vom 26. Juni 2018 hielten Prof. Dr. med. T._ und Dr. med. V._
folgendes fest: "In der klinischen Untersuchung reizlose Narbe laterales
OSG rechts, Kalkaneusnarbe mit oberflächlichen Dehiszenzen und
Fibrinbelägen, keine Entzündungszeichen. Geringe Druckdolenz lateraler
Kalkaneus. Weiterhin Druckdolenzen auf Höhe CC-Gelenk und D4.
Lymphödem und Restschwellung Vorfuss rechts. Hyp-/Dysästhesien
plantare Ferse und lateraler Rückfuss". Diagnostisch zeigte sich
konventionell radiologisch eine gute Stellung bei noch wenig
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fortgeschrittener Konsolidation der Calcaneusosteotomie. Als Prozedere
wurde die Fortführung der Teilbelastung von 15 kg im Aircast-Walker, die
Fortführung der Physiotherapie und eine Verlaufskontrolle vorgesehen.
Der Beschwerdeführer wurde bis zum 31. Juli 2018 als 100 %
arbeitsunfähig erachtet (vgl. Bg-act. 271). Mit Sprechstundenbericht vom
19. Juli 2018 attestierte Prof. Dr. med. T._ dem Beschwerdeführer bis
auf Weiteres eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bg-act. 272). Mit
Bericht vom 20. August 2018 über die Untersuchung vom 16. August 2018
hielt Dr. med. W._, Neurologie Z._, die neurologischen
Diagnosen einer inkompletten, v.a. sensiblen Schädigung des Nervus
peronaeus rechts, eine partielle Schädigung des Nervus suralis rechts
sowie eine Hautastschädigung mit Taubheit der Ferse rechts nach
Calcaneus-Osteotomie fest. Klinisch liege kein CRPS vor und aktuell auch
kein Hinweis auf eine periphere Polyneuropathie. Aus neurologischer
Sicht erachtete er wechselbelastende Tätigkeiten als sinnvoll; nicht in
Frage kämen hingegen Tätigkeiten mit hohem Mass an Gehmobilität (vgl.
Bg-act. 280). Mit Sprechstundenbericht vom 19. September 2018 hielten
Prof. Dr.med. T._ und Dr. med. V._ eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers bis auf Weiteres fest (vgl. Bg-
act. 289).
4.12. Gestützt auf die am 16. Oktober 2018 erfolgte Untersuchung stellte
Kreisarzt Dr. med. G._ in seiner Beurteilung vom 18. Oktober 2018
die zusätzliche Diagnose einer verminderten Belastbarkeit und
Beweglichkeit des Fusses rechts bei/mit belastungsabhängigen
Rückfussschmerzen, sensibler Schädigung des Nervus peroneus rechts
und wahrscheinlicher Überlastung des Lisfrancgelenkes. Er hielt den
Endzustand noch nicht als vollständig erreicht und erachtete eine
Verbesserung der Belastungstoleranz als wahrscheinlich, womit auch die
intensive Physiotherapie/MTT weiterhin gerechtfertigt sei. Zusätzlich
empfahl er eine Kostengutsprache für ein Abonnement im Heilbad
- 16 -
X._. Dr. med. G._ beurteilte weiter, "generell wird das
Zumutbarkeitsprofil gemäss kreisärztlichem Untersuchungsbericht vom
11. Juli 2017 gültig bleiben. Die angestammte Tätigkeit als Tormonteur ist
dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Zumutbar ist ihm aber eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit ganztags in Wechselpositionen
sitzend/stehend. Keine Arbeiten auf unebener Unterlage, keine Arbeiten
auf Leitern oder Gerüsten, keine Arbeiten in kniender oder kauernder
Körperposition. Für eine derartig geeignete Tätigkeit erachte ich den
Versicherten ab jetzt arbeitsfähig im Rahmen von zwei mal zwei Stunden
täglich (der Versicherte erledigt gegenwärtig leichtere Haushaltarbeiten."
(vgl. Bg-act. 300).
4.13. Am 6. Februar 2019 berichteten Prof. Dr. med. T._ und Dr. med.
V._ über die Untersuchungen vom 15. Januar 2019 und 5. Februar
2019 (vgl. Bg-act. 330). Am 6. März 2019 erfolgte in der Privatklinik
U._ eine weitere Operation durch Prof. Dr. med. T._ mit OSME
Calcaneus, Mobilisation und Synostosenresektion Syndesmose Fuss
rechts, mit anschliessendem stationärem Aufenthalt bis zum 8. März 2019
(vgl. Operationsbericht vom 6. März 2019 und Austrittsbericht vom 8. März
2019, Bg-act. 336 f.). Im Sprechstundenbericht vom 17. April 2019 über
die Untersuchung am Vortag hielten Prof. Dr. med. T._ und Dr. med.
V._ fest, klinisch zeige sich noch ein hinkendes Gangbild an
Gehstützen, plantigrader Rückfuss rechts, leichtes Lymphoedem und
Restschwellung, reizlose Narben ohne Entzündungszeichen, OSG steif
und indolent, diffuse Druckdolenzen laterales USG und Rückfuss sowie
muskulär, Syndesmose indolent, unveränderte Dysästhesie zu
präoperativ (lateraler Unterschenkel und Fussrücken). Konventionell
radiologisch zeige sich eine unveränderte Stellung mit kompletter OSME.
Als Prozedere wurde die Fortführung der Lymphdrainage und das Tragen
von Kompressionsstrümpfen, weiterhin probatorischer Trainingsversuch
zur muskulären Kräftigung und bei Erfolg Durchführung einer
- 17 -
dreimonatigen MTT sowie eine klinische Verlaufskontrolle in drei Monaten
vorgesehen (vgl. Bg-act. 340). Gemäss Sprechstundenbericht von Prof.
Dr. med. T._ und Dr. med. V._ vom 11. Juli 2019 zur
Untersuchung vom 9. Juli 2019 zeigte sich klinisch weiterhin ein hinkendes
Gangbild an Gehstützen. Plantigrader Rückfuss rechts. Reizlose Narben
ohne Entzündungszeichen. OSG steif und indolent. Druckdolenzen Sinus
tarsi und laterales USG. Weiterhin leichte Auftreibung der Achillessehne
mit lokaler Druckdolenz im mittleren Drittel. Persistierende Dysästhesien
lateraler Unterschenkel und Fussrücken. Die behandelnden Ärzte
besprachen mit dem Beschwerdeführer die Anpassung seines
Schuhwerks, insbesondere das Tragen eines Abrollschuhs, und die
Fortführung der medizinischen Trainingstherapie (vgl. Bg-act. 346). Am
2. Oktober 2019 erfolgte eine neurologische Verlaufsbesprechung bei
Dr. med. W._, Z._, nach der letzten Untersuchung im August
2018. Zusammenfassend beurteilte dieser eine leichte Verschlechterung
der sensiblen Funktion des Nervus peronaeus im Bereich der Zehen. Aus
neurologischer Sicht nicht festzustellen war eine zusätzliche funktionelle
Verschlechterung bei der ohnehin von orthopädischer Seite sehr
schwierigen Situation am rechten Fuss (vgl. Bg-act. 389).
4.14. Am 1. Oktober 2019 erfolgte die persönliche kreisärztliche
Abschlussuntersuchung und der Bericht dazu von Kreisarzt Dr. med.
G._ vom 9. Oktober 2019 mit unveränderten Diagnosen – zuzüglich
der Operation vom 6. März 2019 – zur letzten kreisärztlichen Beurteilung
vom Oktober 2018. Der Kreisarzt hielt in seiner Beurteilung fest, die
Untersuchung erfolge ein Jahr nach der Voruntersuchung. Durch die
nochmalige operative Revision vor sieben Monaten habe das
Beschwerdebild leider nicht gelindert werden können. Es sei vom
Endzustand auszugehen, da sich aktuell keine Massnahmen mehr
ergäben, die den derzeitigen Zustand nachhaltig verbessern könnten. Die
angestammte Tätigkeit als Tormonteur sei dem Versicherten nicht mehr
- 18 -
zuzumuten. Zumutbar sei ihm eine leichte Tätigkeit in Wechselbelastung
(überwiegend sitzend) während sechs Stunden täglich (zusätzliche
Pausen). Hingegen keine Arbeiten auf unebener Unterlage, keine
Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten und keine Tätigkeiten in kniender
oder kauernder Körperposition (vgl. Bg-act. 369). Gestützt darauf stellte
die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 10. Oktober 2019 die
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 31. Oktober 2019 ein (vgl.
Bg-act. 370).
4.15. Im Bericht vom 13. Juli 2020 zur Abschlussuntersuchung vom 7. Juli 2020
hielt der Kreisarzt Dr. med. H._ mit unveränderten Diagnosen zur
letzten kreisärztlichen Beurteilung vom Oktober 2019 – mit Ausnahme des
Wegfalls der wahrscheinlichen Überbelastung Lisfrancgelenk – fest, "die
objektiven Befunde sind im Vergleich zur Voruntersuchung unverändert.
[...] Die angestammte Tätigkeit als Stahlbauarbeiter ist dem Versicherten
nicht mehr zumutbar. Die Beurteilung der Zumutbarkeit für leichte
Tätigkeiten in Wechselbelastung während sechs Stunden täglich mit
zusätzlichen Pausen und überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit, das
rechte Bein hochzulagern, bleibt unverändert. Arbeiten, welche Gehen auf
unebenem Gelände, Aufwärts- und Abwärtsgehen und Tätigkeiten auf
Leitern, Gerüsten und Dächern erfordern sowie kniende oder kauernde
Körperpositionen beziehungsweise Zwangshaltungen sind nicht möglich.
Die Steigerung der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur
kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Juli 2017 ist damit zu begründen,
dass es sich im Jahre 2017 um IV-Massnahmen mit Einleitung eines
Arbeitstrainings handelte und nicht um die definitive Beurteilung der
Arbeitszumutbarkeit." (vgl. Bg-act. 409).
5.1. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid
ist (Art. 7 und 8 ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
- 19 -
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 145 V 370 E.4.1). Für die
Invaliditätsbemessung ist nicht die medizinisch-theoretische Schätzung
der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt ausschlaggebend, sondern die durch
die Unfallfolgen bedingte Einschränkung der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem gesamten für den Versicherten in Betracht fallenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (vgl. BGE 130 V 343 E.3.3). Entscheidend sind also die
wirtschaftlichen Gegebenheiten. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Dabei sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132
V 93 E.4, 125 V 261 E.4 mit Hinweisen). Auch trifft den Versicherten eine
Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 134 V 109 E.10.2.7, 117 V 394
E.4b). Danach hat er von sich aus alles ihm Zumutbare vorzukehren, und
zwar selbst um den Preis beträchtlicher Anstrengungen, um die Folgen
eines erlittenen Unfalls bestmöglich zu mildern.
5.2. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte sind Sozialversicherungsträger
und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen
vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –
wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel,
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
- 20 -
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a; Urteile des
Bundesgerichts 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2,
8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.1, 8C_675/2020 vom 3. März 2021
E.5). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts 8C_507/2015 vom 6. Januar 2016 E.4.1). Betreffend
Beweiswert eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(vgl. BGE 135 V 465 E.4.6, 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hinweis).
Den Berichten eines Versicherungsmediziners kommt Beweiswert zu,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit seiner Feststellungen, so sind weitere Abklärungen
notwendig (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit weiteren
Hinweisen, BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_326/2021 vom 5. November 2011 E.2,
8C_637/2020 vom 4. März 2021 E.3.2, 8C_551/2020 vom 15. Dezember
2020 E.3).
- 21 -
5.3.1. Vorliegendenfalls ergibt sich aus dem Zumutbarkeitsprofil vom Juli 2017
eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags, in Wechselposition,
sitzend/stehend (vgl. Bg-act. 177 S. 4), d.h. in einer angepassten Tätigkeit
eine volle Arbeitsfähigkeit (vgl. Bg-act. 179 S. 1). Der darauffolgende IV-
Arbeitsversuch bei der ARGO Werkstätte in Y._ ab dem
1. September 2017 (ursprünglich bis 31. Dezember 2017 [vgl. Bg-act. 192,
195 und 380 S. 10 f.]; verlängert bis 31. März 2018 [vgl. Bg-act. 212, 213
und 270]) ergab, dass der Beschwerdeführer jeweils an vier Tagen pro
Woche vier Stunden (von 8 bis 12 Uhr, [Anm. des Gerichts: entspricht
einer Arbeitsfähigkeit von 40 %]) in angepasster Tätigkeit arbeitete und er
die Situation als ungewiss und sehr unbefriedigend schilderte. Täglich
habe er Schmerzen, die im Laufe des Vormittags jeweils langsam
zunähmen. Die Versteifung des Fusses habe die Situation verschlimmert.
Der geschwollene Fuss und die Schmerzen im Knöchel seien
Dauerzustand. Eine Steigerung des Pensums würde dazu führen, dass
der Fuss noch mehr anschwelle und die Medikation (heute bis zu 13
Tabletten) wieder erhöht werden müsse. Eine Steigerung des Pensums
konnte bis im Dezember 2017 nicht erfolgen (vgl. Bg-act. 208 S. 2 f. und
380 S. 10 ff.). Die Befindlichkeit des Beschwerdeführers war nach seinen
Aussagen im Standortgespräch bei der ARGO am 23. Oktober 2017
immer etwa gleich. Er gab an, dass das Fussgelenk dauernd leicht
geschwollen sei und die Schwellung bei stärkerer Belastung etwas
zunehme. Das grössere Problem seien die Schmerzen (vgl. Bg-act. 237).
Im ARGO-Standortgespräch Ende Januar 2018 berichtete der
Beschwerdeführer, in einem 60 % Pensum hauptsächlich als Fahrer
unterwegs zu sein, was gut laufe. Probleme gebe es bei unebenen
Strassenstücken, Treppen und wenn er beim Ausladen den Rolli einen
kleinen Steilhang hinaufziehen müsse. Dies gehe nicht und verstärke die
Dauerschmerzen noch mehr. Ansonsten sei es wie immer. Er habe
Dauerschmerzen, die sich nicht verstärkten, wenn er leichte Arbeiten
ausübe. Die Schmerzen würden ebenfalls verstärkt, wenn er ganztags
- 22 -
einen Einsatz habe (vgl. Bg-act. 238 S. 1). Das Pensum wurde ab Februar
2018 auf 70 % gesteigert. Zu einer vorgesehenen Pensumssteigerung auf
80 % ab März 2018 kam es nicht und der Beschwerdeführer liess sich
Ende März 2018 zu 100 % krankschreiben (vgl. Verlaufsprotokoll
Eingliederung IV, Bg-act. 238 S. 2 f. und 380 S. 14).
5.3.2. Die vom Beschwerdeführer mit dem Parteigutachten von Dr. med.
F._, Fachärztin für Chirurgie FMH, MAS Versicherungsmedizin, FA
Vertrauensärztin SGV (vgl. Bf-act. 21), geltend gemachte Inkonsistenz
zwischen der kreisärztlichen Beurteilung vom 18. Oktober 2018 (vgl. Bg-
act. 300) und der kreisärztlichen Abschlussbeurteilung vom 9. Oktober
2019 (vgl. Bg-act. 369), welche das Zumutbarkeitsprofil und die
Leistungsfähigkeit anbelangt, liegt – wie nachfolgend dargelegt –
tatsächlich vor. Dabei ist das Parteigutachten von Dr. med. F._
ebenso in die Beweiswürdigung miteinzuziehen, ist doch die Herkunft des
Gutachtens grundsätzlich nicht massgebend (BGE 122 V 160 E.1c), wenn
auch einem Parteigutachten nicht dasselbe Gewicht zuerkannt wird, wie
einem vom Gericht oder vom Versicherungsträger nach dem
vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholten Gutachten (BGE 125 V 351
E.3c). Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der
versicherten Person, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen
Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person
eingereichten Beweismittel stammen regelmässig von behandelnden
Ärztinnen und Ärzten oder von anderen medizinischen Fachpersonen, die
in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen
(BGE 135 V 465 E.4.5, vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 44 ATSG Rz. 79 f.; vgl. auch BGE 143 V 124
E.2.2.2).
Ein Vergleich der klinisch erhobenen Befunde gemäss kreisärztlichem
Bericht vom 18. Oktober 2018 mit denjenigen der kreisärztlichen
- 23 -
Abschlussuntersuchung vom 9. Oktober 2019 ergibt beispielsweise, dass
im Jahr 2019 eine leicht verbreiterte Knöchelregion rechts festgestellt
wurde. Und während im Jahr 2018 nur eine leicht vermehrte Rötung der
Knöchelregion rechts befundet wurde, fand sich im Jahr 2019 eine deutlich
rötlich livide Verfärbung von Fessel, Knöchelregion und Fuss rechts (vgl.
Bg-act. 300 S. 4 und 369 S. 5). Da – wie die kreisärztliche
Abschlussbeurteilung vom 9. Oktober 2019 explizit festhält (vgl. Bg-act.
369 S. 7) – das Beschwerdebild im Vergleich zur Voruntersuchung vom
Oktober 2018 "leider nicht gelindert werden konnte" (vgl. Bg-act. 369 S. 7),
besteht tendenziell eine Verschlechterung der medizinischen Situation,
bestenfalls ein unveränderter Status (idem), aber keinesfalls eine
Verbesserung des Gesundheitszustands. Dieser Schluss ergibt sich auch
aus einem Vergleich der Anamnesen des Beschwerdeführers in den
beiden kreisärztlichen Beurteilungen im Oktober 2018 und Oktober 2019.
Der Beschwerdeführer gibt anlässlich der Untersuchung vom 16. Oktober
2018 noch an, dass bei Belastung des rechten Fusses kaum lokalisierbare
starke Schmerzen im gesamten Knöchelfussbereich rechts auftauchten,
weshalb er – ausser zu Hause – beidseits die Stöcke zur Unterstützung
benütze. Neben dem unverändert gebliebenen Schmerz bestünden
Oberflächenschmerzen auf dem Rücken der Zehe 4 links bei im Übrigen
indolenter Gefühlsverschlechterung im Bereich des Fussrückens lateral
und im Bereich der Ferse, was das Tragen von festerem Schuhwerk
verunmögliche. Dagegen gab der Beschwerdeführer ein Jahr später an,
dass sich der Zustand in der Zwischenzeit nicht wesentlich verbessert
habe, im Vordergrund stünden nun Schmerzen über dem distalen
Wadenbein rechts bzw. Malleolus lateralis einerseits und andererseits im
Bereich der Achillessehne. Im Knöchelbereich läge eine ausgeprägte
Hypersensibilität vor, die auch das Tragen von knöchelhohen Socken bzw.
Strümpfen verunmögliche. Das Gehen ohne Stockhilfe sei nur über
wenige Meter möglich, mit Stockhilfe über einige hundert Meter, wobei
dann neben den Schmerzen im Fussbereich rechts die
- 24 -
Schulterbeschwerden links das Weitergehen verunmöglichten. Er müsse
sich tagsüber auch mal hinlegen, wenn die Schwellung im Fussbereich
durch längeres Stehen und Gehen sowie Sitzen stark zunehme (vgl. Bg-
act. 300 S. 4 und 369 S. 5). Und dies bei zwischenzeitlich am 6. März 2019
erneutem operativem Eingriff am rechten Fuss (OSME Calcaneus,
Mobilisation und Synostosenresektion Syndesmose, vgl. Bg-act. 337).
Anlässlich der Nachkontrolle bei Prof. Dr. med. T._ vom 9. Juli 2019
benötigte der Beschwerdeführer weiterhin Gehstützen aufgrund
fortbestehender Beschwerden am lateralen OSG und im Bereich der
Achillessehne, das Laufen in geschlossenem Schuhwerk war noch nicht
möglich. Prof. Dr. med. T._ stellte eine Druckdolenz Sinus tarsi und
laterales USG, weiterhin leichte Auftreibung der Achillessehne mit
Druckdolenz und persistierende Dysästhesien lateraler Unterschenkel und
Fussrücken fest. Angezeigt waren deshalb die Anpassung des
Schuhwerks, insbesondere das Tragen eines Abrollschuhs (vgl.
Sprechstundenbericht vom 11. Juli 2019, Bg-act. 346). Auch die
neurologische Verlaufsbesprechung im Z._ vom 2. Oktober 2019
zeigte im Vergleich zur Voruntersuchung im August 2018 (vgl. Bg-act. 280)
zumindest eine leichte Verschlechterung der sensiblen Funktion des
Nervus peronaeus im Bereich der Zehen (vgl. Bg-act. 389). Es ist daher
nicht schlüssig, dass der Beschwerdeführer gemäss kreisärztlicher
Beurteilung vom 18. Oktober 2018 in angepasster Tätigkeit über eine
Arbeitsfähigkeit resp. Leistungsfähigkeit von zwei mal zwei Stunden
täglich verfügt haben soll und ein Jahr später, bei fehlender Linderung des
Beschwerdebildes und tendenzieller Verschlechterung der klinischen
Befunde, über eine Arbeitsfähigkeit resp. Leistungsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit (überwiegend sitzend) von sechs Stunden täglich.
Eine Steigerung der Leistungsfähigkeit um täglich zwei Stunden von vier
auf sechs Stunden ist nicht nachvollziehbar aufgrund der Aktenlage. Auch
die kreisärztliche Abschlussuntersuchung von Kreisarzt Dr. med. H._
vom 13. Juli 2020 bringt keine Klärung, schränkt er doch das vormalige
- 25 -
kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. G._ vom
Oktober 2019 dahingehend ein, dass der Beschwerdeführer in
angepasster Tätigkeit auch die Möglichkeit haben soll, das rechte Bein
hochzulagern sowie zusätzlich auch Tätigkeiten auf Dächern und
Zwangshaltungen unzumutbar sind (vgl. Bg-act. 409 S. 7). Dies zeigt,
dass sich der Gesundheitszustand im Vergleich zum Vorjahr 2019 bis ins
Jahr 2020 nochmals tendenziell verschlechtert hat, und eine angebliche
Leistungsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit in Wechselbelastung während
sechs Stunden täglich mit zusätzlichen Pausen und überwiegend im
Sitzen nicht überwiegend wahrscheinlich belegt ist. Zudem gehen die
Ausführungen von Kreisarzt Dr. med. H._ über eine Steigerung der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur kreisärztlichen
Untersuchung vom 11. Juli 2017, welche damit zu begründen sei, dass es
sich im Jahre 2017 um IV-Massnahmen mit Einleitung eines
Arbeitstrainings gehandelt habe und nicht um die definitive Beurteilung der
Arbeitszumutbarkeit (vgl. Bg-act. 409 S. 7), an der Sache vorbei. Dies, weil
die im Jahr 2017 durchgeführte kreisärztliche Untersuchung mit dem damit
erstellten Zumutbarkeitsprofil durchaus insofern zu einem Fallabschluss
führte, als dass die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen – mit
Ausnahme der weiterhin notwendigen Schmerzbehandlung – per
31. August 2017 eingestellt werden sollten (vgl. Bg-act. 177 und 190). Und
überdies sah das damalige Zumutbarkeitsprofil im Jahr 2017 eine höhere
Leistungsfähigkeit vor als in den Jahren 2018 bis 2020, nämlich eine
leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags, in Wechselposition,
sitzend/stehend; keine Arbeiten auf unebener Unterlage, keine Arbeiten
auf Leitern oder Gerüsten, keine Arbeiten in kniender oder kauernder
Körperposition (vgl. Bg-act. 177 S. 4). Die kreisärztlichen
Zumutbarkeitsprofile und Beurteilungen punkto Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers in den Jahren 2018 bis 2020 erscheinen nicht
schlüssig und nachvollziehbar begründet und sind überdies
widersprüchlich, sodass Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
- 26 -
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit einer versicherungsmedizinischen Feststellung, so sind
weitere Abklärungen notwendig, was in casu – auch aufgrund der
ebenfalls fachärztlichen Einschätzung von Dr. med. F._ – der Fall ist.
5.4. Bevor die Höhe des Rentenanspruchs überprüft werden kann, braucht es
bezüglich Zumutbarkeitsprofil und Leistungsfähigkeit weitere medizinische
Abklärungen. Die Beschwerdegegnerin hat dementsprechend ein
polydisziplinäres Gutachten, zumindest in den Disziplinen Chirurgie-
Orthopädie, Neurologie, bei einer unabhängigen Gutachterstelle
einzuholen. Dem Eventualbegehren auf Rückweisung der Angelegenheit
zur Neubeurteilung durch die Beschwerdegegnerin ist somit stattzugeben.
5.5. In Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 aufzuheben. Im Übrigen ist
die Angelegenheit zu weiteren medizinischen Abklärungen bzw. zur
Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (zumindest in den
Disziplinen Chirurgie-Orthopädie, Neurologie) bei einer unabhängigen
Gutachterstelle und zu neuem Entscheid zurückzuweisen.
6.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig,
wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die
Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen
keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind
unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in
der Regel weiterhin kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage
infolge – in casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen
Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das
vorliegende Verfahren sind daher keine Kosten zu erheben.
- 27 -
6.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
reichte dem Gericht am 25. Februar 2021 eine Honorarnote über
CHF 4'229.25 ein (= 15.25 Stunden à CHF 250.-- [CHF 3'812.50] zzgl.
3 % Spesen [CHF 114.38] und 7.7 % MWST [CHF 302.37]). Der gestützt
auf die eingereichte Honorarvereinbarung geltend gemachte
Stundenansatz von CHF 250.-- ist gerichtsüblich und kann übernommen
werden. Von den geltend gemachten 15.25 Stunden (15 Stunden und 15
Minuten) entfallen 5.5 Stunden (5 Stunden und 30 Minuten) auf das
Einspracheverfahren. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sind
nach Auffassung des Gerichts erst die ausgewiesenen Leistungen ab dem
13. Januar 2021 (9.75 Stunden, d.h. 9 Stunden und 45 Minuten) zuzüglich
45 Minuten für das Studium des Einspracheentscheids zu berücksichtigen.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine
Parteientschädigung von insgesamt CHF 2'911.95 (10.5 Stunden à
CHF 250.-- [CHF 2'625.--] zzgl. 3 % Spesen [CHF 78.75] und 7.7 %
MWST [CHF 208.20]) zu bezahlen.