# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f499cf7-5e38-4186-9499-8534b0055e96
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1952 in O.1_ geboren. Er wuchs bis ca. zu seinem fünften Lebensjahr in O.2_ und O.3_ bei seinen Eltern zusammen mit einer Schwester und zwei Brüdern auf. Danach zog die Familie nach O.4_. In O.4_ besuchte er die Grundschule und das Gymnasium. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Zürich. Im Jahre 1979 zog er nach O.5_ und war in der Folge als Aktuar am Kantonsgericht von Graubünden tätig. Im Jahre 1980 erlangte er das Anwaltspatent und ist seither als Anwalt in O.4_ tätig. Sein monatliches Nettoeinkommen beträgt mehr als Fr. 10'000.00. Die Rente an seine geschiedene Ehefrau ist vom Einkommen bereits abgezogen. Er besitzt einige Immobilien und Wertschriften. Sein Nettovermögen beläuft sich auf mehr als Fr. 4 Mio. Aus seiner ersten von 1979 bis 2006 dauernden Ehe gingen vier Kinder (Jahrgänge 1980, 1982, 1984 und 1987) hervor. Diesen gegenüber leistet er keine finanzielle Unterstützung mehr. X._ ist verheiratet mit A._.
X._ ist weder im Schweizerischen Strafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.
B. Am 14. Juli 2008 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X._ eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln. Diese wurde mit Verfügung vom 16. Januar 2009 geschlossen. Mit Schreiben vom 2. Juni 2009 reichte der private Verteidiger von X._ unter anderem ein Privatgutachten, erstellt von B._, Fahrzeugtechnische Gutachten/Verkehrsunfallanalysen, vom 2. Juni 2009 ins Recht. Mit Verfügung vom 13. Januar 2010 wurde X._ wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG in Anklagezustand versetzt. Die Sache wurde dem Bezirksgericht Albula zur Beurteilung überwiesen. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 13. Januar 2010 folgender Sachverhalt zugrunde:
"Am 6. Juni 2008 fuhr der Angeklagte mit seinem Audi Avant A6 Quattro, GR_, von O.6_ in Richtung O.7_. Der Angeklagte fuhr in einer Kolonne von mehreren Fahrzeugen an dritter Stelle. Die Kolonne wurde von C._ angeführt. An vierter Stelle fuhr der Polizeibeamte D._.
C._ fuhr mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 bis 35 km/h durch das Dorf O.6_. Ausgangs O.6_ bildet die Fahrbahn eine kurze Gerade, welche in eine langgezogene, übersichtliche Linkskurve übergeht. Anschliessend folgt eine unübersichtliche Rechtskurve, welche über eine
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Kuppe führt, auf die wiederum eine kurze Gerade und eine unübersichtliche Rechtskurve folgen.
Der unmittelbar hinter C._ fahrende Personenwagenlenker überholte diese korrekt ausgangs des Dorfes im Bereich der kurzen Geraden und der folgenden übersichtlichen Linkskurve. Der Angeklagte fuhr nun direkt hinter C._ mit einer Geschwindigkeit von mind. 60 km/h auf die unübersichtliche Rechtskurve, welche über eine Kuppe führt, zu. In dieser Kurve öffnet sich dann der Blick auf die genannte zweite kurze Gerade. Die Sichtdistanz auf die nächste unübersichtliche Rechtskurve beträgt maximal 220 Meter. Ausgangs der Kurve, welche über die mehrgenannte Kuppe führt, d.h. ca. 180 Meter vor der nachfolgenden unübersichtlichen Kurve, setzte dann der Angeklagte zum Überholmanöver an. Für das Überholmanöver benötigte der Angeklagte ca. 100 Meter, so dass er sein Fahrzeug erst ca. 80 Meter vor der nächsten unübersichtlichen Rechtskurve wieder auf die rechte Fahrbahn zurückgelenkt hatte. Gegenverkehr herrschte zum Zeitpunkt des Überholmanövers keiner."
C. Die Hauptverhandlung mit vorgängigem Augenschein fand am 10. Januar 2014 statt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. X._ sei der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. X._ sei zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 260.--, Probezeit 2 Jahre, und zur Bezahlung einer Busse von CHF 1'000.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 4 Tagen, zu verurteilen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche."
"Rechtsbegehren angeklagte Person:
1. Der Angeklagte sei hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates."
D. Gegen das am 10. Januar 2014 gefällte und am 14. Januar 2014 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Albula meldete X._ am 15. Januar 2014 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Albula den Parteien das begründete Urteil am 17. Februar 2014 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG (recte: Art. 90 Abs. 2 SVG) schuldig.
2. a)Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 260.00 bestraft.
b)Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
3. a)Dafür wird X._ zudem mit einer Busse von CHF 1'000.00 bestraft.
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b)Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 4 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
4. a)Die Kosten des Verfahrens von CHF 7'327.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'827.00 und Gerichtsgebühren CHF 4'500.00) gehen zu Lasten von X._.
b)X._ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:
Busse CHF 1'000.00
Verfahrenskosten CHF 7'327.00
Total CHF 8'327.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations