# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4cea0958-86e3-4b8c-a7e2-9d8ff6362086
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Vorgeschichte
A.1 Im Rahmen eines in Österreich gegen den vormals in Davos GR wohnhaften
Gesuchsteller pendenten Strafverfahrens beantragte das Landesgericht Korneu-
burg (Österreich) mit Rechtshilfeersuchen vom 17. März 2020 die gutachterliche
Abklärung der Reise- und Verhandlungsfähigkeit des Gesuchstellers durch eine
unabhängige Behörde (vgl. RR.2020.180 act. 1.1 S. 1).
A.2 Mit Eintretensverfügung vom 15. JuIi 2020 trat die Staatsanwaltschaft Graubün-
den auf das Ersuchen ein und beauftragte die Psychiatrischen Dienste Graubün-
den (PDGR) mit der entsprechenden Begutachtung des Gesuchstellers. Der Ge-
suchsteller wurde darauf hingewiesen, dass gegen die Eintretensverfügung vor-
läufig kein Rechtsmittel zulässig sei. Eine Beschwerde könne am Ende des Voll-
zuges der Rechtshilfemassnahmen gleichzeitig gegen die Schlussverfügung und
die vorausgegangenen Zwischenverfügungen erhoben werden (Art. 80e Abs. 1
IRSG). Vorbehalten bleibe Art. 80e Abs. 2 IRSG i.V.m. Art. 80k IRSG, wonach
bei der Beschwerdekammer des Bundessstrafgerichts (nachfolgend: Beschwer-
dekammer) innert zehn Tagen eine Beschwerde erhoben werden könne, sofern
die Verfügung einen unmittelbaren und nicht wiedergutzumachenden Nachteil
bewirke (RR.2020.180 act. 1.1 S. 4).
B. Verfahren vor der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Die Eintretensverfügung vom 15. JuIi 2020 focht der Gesuchsteller am 20. Juli
2020 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Beschwerde an
(RR.2020.180 act. 1). Mit Entscheid RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 trat die Be-
schwerdekammer auf die besagte Beschwerde nicht ein (CAR [CR.2020.27] pag.
1.100.013 ff.). Der Entscheid der Beschwerdekammer erwuchs in der Folge man-
gels Weiterzugs ans Bundesgericht in Rechtskraft.
C. Erstes Revisionsverfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts
(CR.2020.27)
C.1 Mit Schreiben an das «Bundesstrafgericht» vom 25. August 2020 brachte der
Gesuchsteller unter dem Titel «RR.2020.180» im Wesentlichen Folgendes vor:
«Bitte nehmen Sie mit beigefügtem Beschluss vom 24. August 2020 zur Kennt-
nis, dass das arglistig errichtete Lügengebäude der ausländischen Behörde in
sich zusammengebrochen ist. Nachdem sich der Hauptvorwurf vor zwei Jahren
als frei erfunden herausgestellt hat, so wurden nun drei (sic!) weitere Schuldsprü-
che aufgehoben, nachdem ich meine Unschuld zweifelsfrei beweisen konnte.
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Weil das ausländische Strafverfahren mit Beschluss vom August 2020 wieder auf
den Stand des Ermittlungsverfahrens zurückgetreten ist und (spätestens jetzt)
einstellungsreif ist, entbehrt das Rechtshilfeersuchen vom März 2020 jeder
Grundlage und jeglicher Verhältnismässigkeit. Ich rege daher an, dass Sie Ihre
diesbezüglichen Entscheidungen zur Gewährung von Rechtshilfe aufgrund der
neuen Sach- und Rechtslage erneut beurteilen» (vgl. CAR [CR.2020.27] pag.
1.100.001 f.).
C.2 Die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskam-
mer) nahm das Schreiben des Gesuchstellers vom 25. August 2020 als Revi-
sionsgesuch entgegen. Da es an einem für ein Revisionsverfahren geeigneten
Anfechtungsobjekt fehlte, trat die Berufungskammer mit Beschluss CR.2020.27
vom 22. September 2020 (CAR [CR.2020.27] pag. 11.100.001 - 008) auf das
Revisionsgesuch vom 25. August 2020 nicht ein.
D. Verfahren vor dem Bundesgericht (1C_603/2020)
Den Beschluss der Berufungskammer CR.2020.27 vom 22. September 2020
focht der Gesuchsteller mit Beschwerde vom 20. Oktober 2020 beim Bundesge-
richt an. Mit Urteil der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung 1C_603/2020 vom 4. No-
vember 2020 trat das Bundesgericht auf die Beschwerde nicht ein.
E. Zweites Revisionsverfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts
(CR.2021.3)
Mit Schreiben an das «Bundesstrafgericht» vom 26. Februar 2021 (Versand: 1.
März 2021; Eingang: 2. März 2021) brachte der Gesuchsteller Folgendes vor:
«gemäss Art. 80e Abs. 1 IRSG in Verbindung mit Art. 80k IRSG erhebe ich bei
offener Frist Beschwerde gegen die Anhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Graubünden vom 15. Juli 2020 und lege dazu im Wege der Revision neue
Beweismittel vor. Zum Zeitpunkt der Anhandnahmeverfügung mangelte es der
Beschwerdegegnerin am 15. Juli 2020 an sachlicher und örtlicher Zuständigkeit.
Wegen der Folgen der Covid_19-Pandemie war ich zum Ende meines Arbeits-
vertrages per 30. Juni 2020 nach Berlin gezügelt (vgl. Beilage). Bereits diese
Verfügung wurde seinerzeit in Berlin zugestellt (vgl. Beilage). Es war Aufgabe der
Beschwerdegegnerin sich zu vergewissern, ob ich in Unkenntnis dieses Vor-
gangs am 15. Juli 2020 überhaupt noch im Zuständigkeitsbereich dieser Behörde
domiziliert bin – oder mehrere Wochen zuvor wegen des Endes einer Festanstel-
lung die Schweiz verlassen hatte, um dem Kanton Graubünden gerade nicht mit
dem Bezug von Sozialleistungen zur Last fallen zu wollen – obwohl ich darauf bis
laufend Anspruch hätte. Ich habe es nicht hinzunehmen, dass irgendwo im Aus-
land eine Begutachtung hätte stattfinden sollen, zu deren Termin ich bereits
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schon wegen der Reisewarnungen und Reisebeschränkungen für das Hochrisi-
kogebiet Schweiz nicht hätte erscheinen können. Dieses Versäumnis der Be-
schwerdegegnerin wird zu berichtigen sein. Auf das Rechtshilfeersuchen war
nicht einzutreten. Die Beschwerdegegnerin war zum Zeitpunkt ihrer Anhandnah-
meverfügung sachlich und örtlich unzuständig. Der Beschwerdegegnerin sind
sämtliche Verfahrenskosten aufzuerlegen» (CAR [CR.2021.3] pag. 1.100.001 f.).
F. Auf die Ausführungen des Gesuchstellers bzw. der Beschwerdekammer und wei-
terer Behörden wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

## Considerations

Erwägungen:
1. Art des Rechtsmittels
In seinem an das «Bundesstrafgericht» adressierten Schreiben vom 26. Februar
2020 bringt der Gesuchsteller mit deutscher Staatsangehörigkeit (vgl.
RR.2020.180 act. 1.2) vor, gemäss Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG erhebe
er bei offener Frist Beschwerde gegen die Anhandnahmeverfügung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 15. Juli 2020 und lege dazu «im Wege der Revi-
sion neue Beweismittel vor» (CAR [CR.2021.3] pag. 1.100.001). Es ist zu prüfen,
welches Rechtsmittel der Gesuchsteller in diesem Sinne einlegt, da er insofern
sowohl die Bezeichnungen «Beschwerde» als auch «Revision» gebraucht.
Aus der Prozessgeschichte (vgl. oben Sachverhalt lit. A - D) und aus den nach-
folgenden Ausführungen ist ersichtlich, dass ein Bezug zum Entscheid der Be-
schwerdekammer RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 besteht, mit dem auf die Be-
schwerde des Gesuchstellers vom 20. Juli 2020 gegen die «Anhandnahmever-
fügung» (recte: Eintretensverfügung) der Staatsanwaltschaft Graubünden vom
15. Juli 2020 (RR.2020.180 act. 1) nicht eingetreten wurde (CAR [CR.2020.27]
pag. 1.100.013 ff.)
Der Gesuchsteller wendet sich mit seinem Schreiben vom 26. Februar 2021 er-
neut an das «Bundesstrafgericht», jedoch ohne zu spezifizieren, an welche Kam-
mer. Bei der Beschwerdekammer kann er gegen die Eintretensverfügung vom
15. JuIi 2020 nicht (erneut) Beschwerde einreichen, da erstens die entspre-
chende Frist (entgegen der Auffassung des Gesuchstellers, der insofern von «of-
fener Frist» schreibt) abgelaufen ist und zweitens der Entscheid der Beschwerde-
kammer RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 mangels Weiterzug ans Bundesgericht in
Rechtskraft erwachsen ist (vgl. oben Sachverhalt lit. B).
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Da der Gesuchsteller «im Wege der Revision neue Beweismittel» vorlegt, ist sinn-
gemäss davon auszugehen, dass er in der Sache – wie bereits mit seinem Schrei-
ben an das «Bundesstrafgericht» vom 25. August 2020 im vorangehenden Verfah-
ren CR.2020.27 – (erneut) die Revision des Entscheids der Beschwerdekammer
RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 anstrebt. Dass er zuvor geltend macht, er erhebe
«Beschwerde gegen die Anhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Grau-
bünden vom 15. Juli 2020», ändert daran im Sinne der obigen Ausführungen
nichts. Wie nachfolgend ausgeführt, würde sich an der Beurteilung im Ergebnis
auch nichts ändern, falls man von einem Revisionsgesuch gegen die Eintretens-
verfügung vom 15. JuIi 2020 ausginge (vgl. unten E. 4.1.4).
Demgemäss ist die Eingabe des Gesuchstellers vom 26. Februar 2021 als Revi-
sionsgesuch gegen den Entscheid der Beschwerdekammer RR.2020.180 vom
23. Juli 2020 entgegenzunehmen und nachfolgend zu prüfen.
2. Zuständigkeit der Berufungskammer
Seit 1. Januar 2019 ist die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts gemäss
Art. 38a StBOG innerhalb der Strafbehörden des Bundes für den Entscheid über
Berufungen und Revisionsgesuche zuständig. Die Berufungskammer entschei-
det in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen, soweit dieses Gesetz
nicht die Verfahrensleitung als zuständig bezeichnet (Art. 38b StBOG). Demnach
ist die Berufungskammer für die Beurteilung des vorliegenden Revisionsgesuchs
vom 26. Februar 2021 örtlich und sachlich zuständig.
3. Anwendbares Verfahrensrecht
Das auf ein Revisionsgesuch an die Berufungskammer anwendbare Verfahrens-
recht lässt sich in verschiedene Teilbereiche unterteilen. Zum einen können die
allgemeinen Revisionsregeln nach Art. 410 ff. der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) zur Anwendung gelangen (vgl. Art. 39 Abs. 1 StBOG).
Zum anderen kann ein Revisionsgesuch im Hinblick auf die spezialgesetzlich
geregelten Sachbereiche nach Art. 39 Abs. 2 StBOG behandelt werden (worun-
ter Art. 39 Abs. 2 lit. b mit Verweis auf Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG fällt), bzw. nach
Art. 40 Abs. 1 (mit Verweis auf Art. 37 Abs. 2) StBOG.
Vorliegend ist nach Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziffer 1 StBOG ein Revisionsgesuch gegen
einen Entscheid der Beschwerdekammer (RR.2020.180) zu prüfen, mit dem über
eine Beschwerde in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten gemäss dem
Rechtshilfegesetz vom 20. März 1981 (IRSG; SR 351.1) entschieden wurde. Für
Revision, Erläuterung und Berichtigung von Entscheiden der Beschwerdekam-
mern nach Art. 37 Abs. 2 gelten die Art. 121-129 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) sinngemäss (Art. 40 Abs. 1 StBOG). Gemäss
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Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG sind auf das Verfahren vor den Kammern des Bun-
desstrafgerichts in den Fällen von Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG das Verwaltungsver-
fahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021) sowie die Bestim-
mungen der einschlägigen Rechtshilfeerlasse anwendbar.
4. Eintreten
4.1 Anfechtungsobjekt
4.1.1 Als Anfechtungsobjekt kommt in sämtlichen Revisionsverfahren grundsätzlich
nur ein Entscheid in Frage, der in Rechtskraft erwachsen und mit dem ein Ver-
fahren endgültig beurteilt und abgeschlossen worden ist.
Die Revision setzt Rechtskraft voraus, was Verbindlichkeit und Unabänderbarkeit
eines Entscheids in Bezug auf eine bestimmte Person und einen bestimmten
Sachverhalt sowohl innerhalb des jeweiligen Verfahrens (formelle Rechtskraft)
wie auch für jedes spätere Verfahren (materielle Rechtskraft) bedeutet (vgl.
HEER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 410 StPO N. 10). So sind in Art. 410
Abs. 1 StPO als revisionsfähige Anfechtungsobjekte «ein rechtskräftiges Urteil,
ein Strafbefehl, ein nachträglicher richterlicher Entscheid oder ein Entscheid im
selbstständigen Massnahmenverfahren» aufgeführt.
In Art. 121 BGG wiederum, welcher gemäss der Verweisnorm von Art. 40 Abs. 1
StBOG für die Revision, Erläuterung und Berichtigung von Entscheiden der Be-
schwerdekammern nach Art. 37 Abs. 2 StBOG sinngemäss gilt, ist als revisions-
fähiges Anfechtungsobjekt ein «Entscheid des Bundesgerichts» genannt – wobei
Entscheide des Bundesgerichts jeweils am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft
erwachsen (Art. 61 BGG; vgl. ESCHER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 123
BGG N. 1). Auch in Fällen, wo die Revisionsgründe gemäss Art. 122 bzw. 123
BGG (sinngemäss) zur Anwendung kommen, braucht es einen entsprechenden
rechtskräftigen Entscheid als revisionsfähiges Anfechtungsobjekt.
Nachfolgend ist im Sinne dieser Ausführungen zu prüfen, ob der Gesuchsteller
sich auf ein geeignetes revisionsfähiges Anfechtungsobjekt stützen kann.
4.1.2 Mit seiner Eingabe vom 26. Februar 2021 (CAR [CR.2021.3] pag. 1.100.001 ff.)
beantragt der Gesuchsteller sinngemäss die Revision des Entscheids der Be-
schwerdekammer RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 (CAR [CR.2020.27] pag.
1.100.013 ff.), mit dem auf die Beschwerde des Gesuchstellers vom 20. Juli 2020
(RR.2020.180 act. 1) gegen die Eintretensverfügung der Staatsanwaltschaft
Graubünden vom 15. Juli 2020 (RR.2020.180 act. 1.1) nicht eingetreten wurde
(vgl. oben E. 1).
4.1.3 Der Entscheid der Beschwerdekammer RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 ist –
mangels Weiterzugs ans Bundesgericht – zwar in Rechtskraft erwachsen. Mit
diesem Entscheid wurde das bei der Staatsanwaltschaft Graubünden hängige
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Rechtshilfeersuchen vom 17. März 2020 (vgl. oben Sachverhalt lit. A) jedoch
nicht endgültig beurteilt und abgeschlossen. Es steht dem Gesuchsteller frei,
seine im vorliegenden Revisionsverfahren vorgebrachten Argumente direkt bei
der ausführenden kantonalen Behörde, spätestens im Hinblick auf eine allfällige
Schlussverfügung, einzubringen. Zudem kann, wie bereits die Staatsanwalt-
schaft Graubünden in Ziffer 2 der Verfügung vom 15. Juli 2020 zutreffend festge-
halten hat, am Ende des Vollzuges der Rechtshilfemassnahmen gleichzeitig ge-
gen die Schlussverfügung und die vorausgegangenen Zwischenverfügungen Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhoben werden
(Art. 80e Abs. 1 IRSG; vgl. RR.2020.180 act. 1.1 S. 4). Diese Möglichkeiten be-
stehen somit (weiterhin), auch nachdem der Entscheid der Beschwerdekammer
RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 in Rechtskraft erwachsen ist. Letzterer Entscheid
stellt somit kein revisionsfähiges Anfechtungsobjekt dar.
4.1.4 Im Übrigen stellt auch die summarisch begründete Eintretensverfügung der
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. Juli 2020 (vgl. Art. 80a Abs. 1 IRSG)
kein revisionsfähiges Anfechtungsobjekt dar. Bei einer solchen Eintretens- bzw.
Zwischenverfügung, samt Anordnung der Begutachtung (vgl. Art. 63 Abs. 2 lit. b
IRSG), handelt es sich um einen blossen – nicht revisionsfähigen – prozessua-
len Zwischenentscheid. Das oben (E. 4.1.3) Gesagte gilt hier entsprechend.
4.1.5 Am Gesagten ändert auch nichts, dass der Schlussverfügung vorangehende Zwi-
schenverfügungen selbständig angefochten werden können, sofern sie einen un-
mittelbaren und nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken: a. durch die Be-
schlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen; oder b. durch die
Anwesenheit von Personen, die am ausländischen Prozess beteiligt sind
(Art. 80e Abs. 2 IRSG). Der Gesuchsteller macht keinen unmittelbaren und nicht
wiedergutzumachenden Nachteil gemäss Art. 80e Abs. 2 lit. a oder b IRSG gel-
tend (vgl. CAR [CR.2021.3] pag. 1.100.001 ff.). Abgesehen davon vermag er ei-
nen solchen auch im Zusammenhang mit der angeordneten Begutachtung nicht
glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat unter diesen Gesichtspunkten mit ihrem
Entscheid RR.2020.180 vom 23. Juli 2020 zutreffend festgestellt, dass die ange-
fochtene Eintretensverfügung samt Anordnung der Begutachtung keine anfecht-
bare Zwischenverfügung im Sinne von Art. 80e Abs. 2 IRSG darstellt (vgl. CAR
[CR.2020.27] pag. 1.100.014 f.).
4.1.6 Zusammenfassend fehlt es somit an einem revisionsfähigen Anfechtungsobjekt
im Sinne eines Entscheids in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss
Art. 40 Abs. 1 / Art. 37 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG (analog;
vgl. oben E. 3 - 4.1.5).
4.1.7 Soweit der Gesuchsteller mit seiner Eingabe vom 26. Februar 2021 geltend
macht, dass es der Beschwerdegegnerin am 15. Juli 2020 zum Zeitpunkt der
Eintretensverfügung an sachlicher und örtlicher Zuständigkeit gemangelt habe
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(wegen der Folgen der Covid_19-Pandemie sei er zum Ende seines Arbeitsver-
trages per 30. Juni 2020 nach Berlin umgezogen; bereits diese Verfügung sei
seinerzeit in Berlin zugestellt worden; vgl. CAR [CR.2021.3] pag. 1.100.001 -
017), ändert dies am oben Gesagten ebenfalls nichts. Diese Vorbringen des Ge-
suchstellers können – mangels eines revisionsfähigen Anfechtungsobjekts (vgl.
oben E. 4.1.1 - 4.1.6) – vorliegend nicht berücksichtigt werden. Eine Prüfung, ob die
weiteren Voraussetzungen von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG (d.h. unechte Noven; vgl.
ESCHER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 123 BGG N. 5 ff.) gegeben sind,
erübrigt sich deshalb.
4.1.8 Wenn ein Revisionsgesuch zum vornherein unzulässig oder unbegründet ist, ver-
zichtet das Gericht auf die Durchführung eines Schriftenwechsels (vgl. Art. 57
Abs. 1 VwVG e contrario i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG sowie Art. 127 BGG e
contrario i.V.m Art. Art. 40 Abs. 1 StBOG).
Auf das Revisionsgesuch vom 26. Februar 2021 ist deshalb ohne Durchführung
eines Schriftenwechsels nicht einzutreten.
5. Verfahrenskosten und Parteientschädigung
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Gesuchstel-
ler aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr (inkl. Auslagen)
ist auf Fr. 500.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG und
Art. 5 sowie 7bis des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010
über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren
[BStKR; SR 173.713.162]).
Es sind keine Parteienschädigungen auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contra-
rio i.V.m. Art. 73 Abs. 1 lit. c StBOG und Art. 10 BStKR).
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