# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b4ceb165-8078-4284-bcfb-880e0389d46b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
(verheiratet und Mutter von
drei
1987, 1990 und 1992 geborenen Kindern) arbeitete zuletzt als Pflegehelferin SRK bei der
Y._
bei einem 60%-Pensum und als Nachtwache in einer Pflege
wohngruppe der Stadt
Z._
(9
bis
11 monatliche Nachteinsätze, Urk. 6/9 und Urk. 6/19).
Am 12. Dezember 2008
zog sie sich bei einem Verkehrsunfall ein Schleudertrauma zu (vgl. Unfallmeldung der
Y._
vom 31. Dezember 2008, Urk. 6/13 S. 2). Die Zürich Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) trat als Unfallversicherung auf den Schaden ein und er
brachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 6/13). Am 9. November 2009 (E
in
gangsdatum) meldete sich die V
ersicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Unfallversicherung bei. Am 3. Februar 2010 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen zurzeit nicht möglich seien, da sie sich aktuell nicht arbeitsfähig fühle (Urk. 6/20). Mit
Einspracheentscheid
vom 10. Juni 2010 bestätigte die Zürich ihre Verfügung vom 14. Januar 2010, womit die Leistungen
-
mangels natürlicher und adäquater Kausalität der bestehenden Beschwerden zum Unfallereignis - auf den 26. August 2009 eingestellt wurden (Urk. 6/28 und Urk. 6/31).
Am 1
5.
Dezember 2010 wurde eine Abklärung der be
einträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durchgeführt (Abklärungs
bericht vom 20. Dezember 2010, Urk. 6/35).
Daraufhin leitete die IV-Stelle eine interdiszi
plinäre Begutachtung durch das A._
ein, wobei der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin - Rechtsanwalt
lic
. iur. Philip
Stolkin
- mit Eingabe vom 1. Februar 2012 einen umfangreichen Fragenkatalog zur Weiterleitung ans
A._
einreichte (Urk. 6/57-58). Das interdis
ziplinäre (allgemein-medizinische, rheumatologische, neurologische und psy
chiatrische)
A._
-
Gutachten
wurde am 10.
April 2012 erstattet (Urk. 6/62), wobei
g
estützt auf eine Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 5. Juli 2012 (Urk. 6/75) die Zusatzkosten für die Beantwortung des Fragenkatalogs nicht von der IV-Stelle übernommen
wurden
.
Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2012 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens an (Urk. 6/73), wogegen sie am 13. Dezember 201
2
Einwand erhob und zugleich eine verschlech
terte gesundheitliche Situation
mit notwendig gewordener stationäre
r
Hospitali
sation
vom 25. Oktober 2012 bis 1
5.
Januar 2013 in der Privatklinik
C._
der
B._
AG
geltend machte
(Urk. 6/80)
.
Am 22. August 2013
beantwor
tete das begutachtende
A._
die zuvor von der IV-Stelle gestellten Rückfragen und empfahl eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung (Urk. 6/92 und Urk. 6/95).
Nachdem die IV-Stelle
zunächst
eine polydisziplinäre medizinische (Verlaufs-)Begutachtung für notwendig erachtete (Urk. 6/110 und Urk. 6/120), einigten sich die Parteien auf eine
monodiszipliäre
psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
med.
D._
, Psyc
hiatrie und Psychotherapie FMH
(psychiatri
sches Gutachten vom 23. Dezember 2015, Urk. 6/144 und Urk. 6/155).
Mit Ein
gabe vom 3. Mai 2016 nahm
X._
Stellung zu diesem psychiatrischen Verlaufsgutachten und reichte eine Stellungnahme von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 2. Mai 2016 ein (Urk. 6/157 und Urk. 6/162-163). Am 17. September 2016 bat die IV-Stelle
Dr.
D._
um eine ergänzende Stellungnahme (Urk. 6/164), welche am 11. Ok
tober 2016 erfolgte (Urk. 6/165). Mit Eingabe vom 8. Dezember 2016 nahm die Versicherte wiederum Stellung dazu und reichte einen Bericht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 29. November 2016 ein (Urk. 6/172-173).
Mit Verfügung vom
21. Juli 2017
wies
die IV-Stelle
das Rentenbegehren von
X._
unter Hinweis auf einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 22 % ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 11. September 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte Folgendes:
«Hauptantrag:
1
.
Es sei die Verfügung vom 21.07.2017 aufzuheben und der
Beschwerde
führerin eine Rente im Umfang von 100
%
zu gewähren.
Eventualiter:
2.
Es sei die Verfügung vom 21.07.2017 aufzuheben und an die Vorinstanz
zur weiteren Behandlung zurückzuweisen.
Zudem versehen mit folgenden Verfahrensanträgen:
3.
Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.
4.
Es sei Herr
Dr.
G._
, FMH Allgemeinmedizin, sachverständiger
Zeuge
einzuvernehmen.
5.
Es sei Frau
Dr.
H._
, FMH für Psychiatrie, als sachverständige Zeugin
einzuvernehmen.
6.
Es sei Herr
Dr.
D._
zur Befragung vorzuladen.
Eventualiter:
7.
Es sei ein polydisziplinäres Gutachten
b
ei einer anerkannten Fachperson
der Neurologie, der Rheumatologie und der Psychiatrie anzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Gegenseite.»
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
27. Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-196), was der Beschwerdeführerin am 30. Oktober 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 7). Mit Schreiben vom 1
0.
November 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren be
schwerdeweise gestellten Anträgen fest und beantragte zusätzlich, dass sie zur
Beweisaussage zuzulassen
sei (Urk. 8). Diese Eingabe wurde der Beschwerdegeg
nerin am 17. November 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 9).
Am 13. Juni 2019 wurde - dem Antrag der Beschwerdeführerin entsprechend - eine mündliche Verhandlung durchgeführt,
wobei die
Beschwerdegegnerin
auf eine Teilnahme an der Verhandlung verzichtete (Urk.
12). D
ie Beschwerdeführerin
hielt an sämtli
chen Anträgen fest
und beantragte
ergänzend
, es sei durch das Gericht eine psy
chiatrische Oberbegutachtung bei Prof.
med.
I._
im
J._
-B
e
gutach
tungszentrum zu veranlassen und es sei der Ehemann der Beschwerdefüh
rerin
X._
als Zeuge einzuvernehmen (Urk. 14 und Prot. S
3
); von Letz
terem wurde Beschlusses halber abgesehen (vgl. Prot. S.
5).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetz
es über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an
diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.8
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts
(oder der verfügen
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Be
weismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/
bb
; Maurer, Sozialversiche
rungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438
Ziff.
7a). Im Sozial
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133 E. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
1.9
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge
richt folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 21. Juli 2017 (Urk. 2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass der Be
schwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Pflegehelfe
rin und Nachtwache seit dem 28.
September 2009 (vor Ablauf der einjährigen Wartezeit) noch im Rah
men von 50 % möglich sei, wobei zuvor seit dem 12. Dezember 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Seit dem 28.
September 2009 be
stehe in einer angepassten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeit, ohne repetitives Lastenheben und körperliche Zwangshaltungen) eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Die Invaliditätsbemessung ergebe einen Invaliditätsgrad von 22 %.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht,
dass auf das
psychiatri
sche
Verlaufsgutachten von
Dr.
D._
nicht abgestellt werden könne, da es sämtlichen
weiteren vorliegenden ärztlichen Einschätzungen widerspreche und offensichtlich falsch sei. Eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sei illusorisch (Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
med.
K._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Gutachten vom 12. Juli 2009 (Urk. 6/13 S. 37 ff.) zuhanden der
Zürich Unfallversicherung aus, dass die Beschwerdeführeri
n bei einem Unfall
(mit k
olli
sionsbedingter Geschwindigkeitsänderung von 7.7 bis 12.7 km/h)
am 12.
Dezem
ber 2008 ein HWS-Distorsionstrauma erlitten habe und aus psychiatrischer Sicht eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) mit erheblicher Aggravation bestehe. Es liege keine genuine depressive Störung und auch keine andere psy
chische Störung vor, die eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen würde. Es beständen keine Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin eine Störung oder Schwierigkeit hinsichtlich der Verarbeitung des Unfalles habe. Die somato
forme Schmerzstörung mit erheblicher Aggravation sei aller Wahrscheinlichkeit nach von einer Begehrens- respektive Entschädigungshaltung motiviert.
3.2
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Medizin FMH, welcher die Beschwerdefüh
rerin seit dem 12. Dezember 2008 hausärztlich behandelt, stellte in seinem Bericht vom 24. November 2009 (Urk. 6/10) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Posttraumatisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom
-
Reaktive
lumbospondylogene
Schmerzen
-
Reaktive Depression
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin seit dem 12. Dezember
2008 bis auf Weiteres zu 100 %
arbeitsunfähig. Aufgrund des bisherigen hartnäckigen Behandlungsverlaufs müsse mit einer länger
en
Hei
lungsdaue
r gerechnet werden.
3.3
Im Gutachten des
L._
AG mit neurologischer, psychiatrisch-leistungspsychologischer Untersuchung sowie Eva
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
vom 28. September 2009 (
L._
-Gutachten, Urk. 6/13 S. 48 ff.) zuhanden der Zürich Unfallversicherung wurden folgende interdisziplinäre Diagnosen genannt:
-
Panvertebrales, betont
cervikocephales
Schmerzsyndrom bei/mit:
-
Thorakolumbalem
Flachrücken
-
Muskulärer Insuffizienz
-
Kleiner
Diskusprotrusion
rechtsparamedian C5/6 mit leichter
Einengung beider
Neuroforamina
,
Diskusprotrusion
auf dem Niveau
C3/4 linksparamedian oh
ne
neuroforaminaler
Einengung (
MRI
HWS
vom 17. Februar 2009)
-
Status nach
craniocervikalem
Beschleunigungstrauma gemäss
Quebec Task Force I am 12. Dezember 2008
-
Kopfschmerzen vom Spannungstyp, eventuell mit
orthostatischer
Kom
ponente
-
Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) mit erheblicher
Aggravation
Da sich die Beschwerdeführerin in der EFL nicht bis zur funktionellen
Limite
habe belasten lassen, könne zur Zumutbarkeit der angestammten beruflichen Tätigkeit als Pflegerin keine definitive Aussage gemacht werden. Aus rein körperlicher Sicht sei eine leichte Arbeit ganztags zumutbar. Es lägen eine somatoforme Schmerzstörung sowie vorbestehende degenerative Veränderungen mit zumin
dest vorübergehender Behandlungsbedürftigkeit vor. Ausserdem seien Verhal
tensauffälligkeiten ohne Unfall- oder Krankheitsrelevanz festgehalten worden. Aus unfallbedingter Sicht seien sowohl alle bisherigen
Tätigkeiten als auch jeg
liche an
dere körperliche Tätigkeit
mit voller Leistung durchführbar. Dabei müsse darauf hingewiesen werden, dass nicht unfallbedingt im Rahmen der generellen Konstitution der Beschwerdeführerin gesehen, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Spitex und als Nachtwache, welche als eine mittelschwere bis knapp schwere Tätigkeit zu taxieren sei, wohl eher über der körperlichen langfristig tolerierbaren Belastbarkeit liege. Aus dieser konstitutionellen Sicht und angesichts der unfall
fremden degenerativen H
WS
- und LW
S
-Veränderungen hätten jederzeit -
auch ohne Unfalleinfluss
- Beschwer
d
en analog wie
nach dem Unfallereignis auftreten können.
3.4
Dr.
med.
M._
, Facharzt FMH für Neurologie,
diagnostizierte in s
einem Bericht vom 6. Januar 2009
(
richtig: 2010,
Urk. 6/17 S. 1-4) zuhande
n der Be
schwerdegegnerin einen
Status nach HW
S
-Trauma am 12. Dezember 2008 und eine depressive Entwicklung
, jeweils mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
.
Die Beschwerden sollten sich allmählich zurückbilden
,
doch sei der Verlauf zähflüs
sig. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 12. Dezember 2008 und weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig.
Dr.
M._
verwies auf seinen Bericht vom 9. September 2009 (S. 5-7) zuhanden des behandelnden Hausarztes Dr.
G._
, worin er fest
hielt, dass
die Folgen des HWS-Traumas vom 12. Dezember 2008 in Form eines recht ausgeprägten
cervikocephalen
Beschwerdebildes noch deutlich vorhanden seien. Relevante Befunde seien eine eingeschränkte Beweglichkeit der
HWS
mit
palpatorisch
verdickter und
druckdolenter
Nacken- und Schultermuskulatur. Die eingetretene depressive Entwicklung dürfte das Beschwerdebild wesentlich ver
stärkt haben. Die Behandlung dieser Depression sei desh
alb vordringlich. Der ge
plante A
rbeitsversuch bei ihrer bisherigen Stelle bei der Spitex sei langsam, mit eine
r
anfänglichen Belastung von maximal 20 %
,
zu beginnen.
3.5
Im Bericht der
N._
vom 13. Oktober 2010
(Urk. 6/33 S. 1-6)
, wo sich die Beschwerd
eführerin vom 15. Februar bis 21
. März und vom 16. April bis 19. Mai 2010 in stationärer Behandlung befand,
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode (ICD-10: F33.2, bestehend seit 2009)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4, bestehend seit
2009)
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma bei Verkehrsunfall am
12. Dezember 2008
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin vom 1
5.
Februar bis 19. Mai 2010 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Zum gegen
wärtigen Zeitpunkt könne die Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit nicht beur
teilt werden.
Der Verlauf sei durch wiederholte Stimmungseinbrüche, das kom
plexe, wechselnde, jedoch
chronische
Schmerzsyndrom sowie das regressive ver
meidende Verhalten der Beschwerdeführerin kompliziert. Die Arbeit an geeigne
ten
Copingstrategien
, Förderung von Ressourcen und Aktivierung im Rahmen des therapeutischen Programmes zeige sich erschwert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei daher mittelfristig von einer mässigen bis ungünstigen Prognose auszugehen.
3.6
Im Bericht der
N._
vom 17. Januar 2011 (Urk. 6/36) zuhanden der Beschwerde
gegnerin wurden folgende Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Ar
beit
s
fähigkeit aufgeführt:
-
Chronische Schmerzstörung mit so
matischen und psychischen Faktor
en
(ICD-10: F45.41)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode mit
psychotischen Symptomen (ICD-10: F33.3)
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma bei Verkehrsunfall am
1
2.
Dezember 2008
Die Beschwerdeführerin sei vom 1
9.
bis 2
3.
Oktober 2010 in der Kriseninterven
tion gewesen. Sie sei seit dem 14. April 2010 bis auf Weiteres zu 100% arbeits
unfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar, wobei es zu prüfen bleibe, ob ihr eine angepasste Tätigkeit möglich wäre.
3.7
Dr.
G._
stellte in seinem B
ericht vom 1. Februar 2011 (Urk. 6/37) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit:
-
Depressive Störung
-
Somatoforme Schmerzstörung
-
Posttraumatisches
cervikocephales
Schmerzsyndrom nach
HWS
-Trauma
am 12. Dezember 2008
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin wei
terhin zu 100 % arbeitsunfähig, wobei die Prognose aufgrund der bisherigen
Entwicklung
ungünstig sei.
Erwünscht wäre eine stationäre Rehabilitation.
3.8
Das interdisziplinäre (allgemein-medizinische, rheumatologische, neurologische und psychiatrische)
A._
-Gutachten vom 1
0.
April 2012 (Urk. 6/62) nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode mit
somatischem Syndrom und
Somatisierungstendenzen
-
Cerv
icocephales
Sc
hmerzsyndrom mit
muskulärer
D
ysbalance
des
Schultergürtels
-
Brachialgie
beidseits, linksbetont
-
Leichte degenerat
ive Verän
derungen der unter
e
n
HWS
mit
Dis
k
usprotrusion
C5/6 mit leichter
Einengung beider
Neuroforamina
-
Status nach HWS-Distorsion bei Verkehrsunfall am 12
. Dezember
2008
-
Chronisches
lumbovertebrales
Syndrom mit link
s
betonter
spondylogener
Ausstrahlung mit
Flachrücken, Haltungsinsuffizienz
-
Spondylarthrose
L5/S1
Bei der Beschwerdeführerin stehe
das psychische Leiden
im Vordergrund
.
Sie zeige
eine depressive Symptomatik, welche in ihrem Ausmass einer mittelgradi
gen Episode einer rezidivierenden depressiven Störung
entspreche
. Zudem
fänden
sich
Somatisierungstendenzen
, indem die
Beschwerdeführerin
über Schmerzen
(v
or a
llem in der linken Körperhälfte)
klag
e
, für welche sich kein oder nur teil
weise ein somatisches Korrelat finden
lasse, so
dass die Schmerzen aus somati
scher Sicht nur unzureichend erklärt werden könn
t
en. Die
Beschwerdeführerin weise
ein
cervicocephales
Schmerzsyndrom mit muskulärer
Dysbalance
des Sch
ul
tergürtels auf. Zudem
fänden
sich leichte degenerative Veränderunge
n der unteren
HWS
mit einer
Disk
usprotrusion
C5/6 und leichter Einengung beider
Neuroforamina
.
Auch fänden
sich degenerati
ve Erscheinungen auf Höhe L5/S
1.
Bei der
Begutachtung hätten
si
ch in keinem der untersuchten Fa
chgebiete irgendwelche Inkonsistenzen
gezeigt
. Auch
habe
die
Beschwerdeführerin keine Aggra
vationstendenzen
gezeigt.
Durch
das
depressive Leiden
sei sie
in ihrer psychophysischen Belastbarkeit, Ausdauer und Kraftentfaltung eingeschränkt. Auch
beständen
somatisch erklärbare Einschr
änkungen der körperlichen Belast
barkeit aufgrund degenerativer Erscheinungen auf Höhe C5/6 und L5/S
1.
Darüber hinaus
würden somatisch erkl
ärbare Beschwerden im Rahmen des depressiven Leidens eine funktionelle Verstärkung
erfahren
, wodurch das Ausmass der von
der
Beschwerdeführerin
geltend gemachten Beschwerden verständlich
werde.
Im Vordergrund stehe das psychische Leiden. Zweifellos überwiegten zurzeit psycho
soziale Faktoren nicht.
Aufgrund der medizinischen Problematik
bestehe
eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit, welche sich hinderlich auf die angestammte Tätig
keit als Pflege
fachfrau auswirke
. Diese Tätigkeit
sei
mit dem Anheben von Pati
enten verbun
den. Ungünstig wirke
sich auch der Flachrücken der
Beschwerdeführerin
auf kör
perlich anstrengend
e Tätigkeiten aus. Somit bestehe
in der angestammten Tätig
keit als Pflegefachfr
au eine Arbeitsfähigkeit von 50 % seit dem Unfall von 200
8.
Für eine körperli
ch leichte Tätigkeit, ohne repet
itives Lastenheben und kör
perliche Zwangshaltungen bestehe
eine Arbeitsfähigkeit
von 80
%. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit für körperli
ch ada
ptierte Tätigkeiten ergebe
sich aus dem depressiven Leide
n.
An medizinischen Massnahmen
empfehle
sich Kräf
tigungsgymnastik. Weiter sollte die laufende psychiatrische Behandlung fortge
setzt werden. Im Falle
der Beschwerdeführerin
sei
die Prognose mit Zurückhal
tung zu stellen. Es
sei
der Eindruck
entstanden
, dass die Ansicht der
Beschwer
deführerin
, zu keinerlei Erwerbstätigkeit mehr fähig zu sein, sich in unheilvoller Weise zur subje
ktiven Gewissheit verdichtet habe
.
3.9
Im Austrittsbericht der Privatklinik
C._
vom 16. Januar 2012 (richtig: 2013, Urk. 6/83), wo die Beschwerdeführerin vom 25. Oktober 2012 bis 15. Januar 2013 stationär hospitalisiert war, wurden folgende psychiatrische Diagnosen und Be
lastungsfaktoren nach ICD-10 aufgeführt:
-
Schizoaffektive
Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10: F25.1)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika:
Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F13.1)
Ausserdem wurden folgende somatische Diagnosen genannt
:
-
Traumatische
Spondylopathie
:
Zervikalbereich
(ICD-10: M48.32)
-
Traumatische
Spondylopathie
: Lumbalbereich (ICD-10: M48.36)
-
Harnwegsinfektion, Lokalisation nicht näher bezeichnet (ICD-10: N39.0)
Seit einem Autounfall 2008, bei dem die Beschwerdeführerin ein Schleuder
trauma erlitten habe, leide sie unter einer multiplen Schmerzsymptomatik im Schulter-, Nacken- und Kopfbereich mit Taubheitsgefühlen in Armen, Händen und Beinen sowie starken Schwindelgefühlen. In einer ausführlichen Diagnostik 2009 habe kein organisches Korrelat gefunden werden können. Die Beschwerde
führerin habe ihre volle Arbeitsfähigkeit nach dem Unfall nie wiedererlang
en können und 2009 sei ihr Job bei der Spitex gekündigt worden. Zunehmend habe
sie eine depressive Symptomatik entwickelt mit Schlafstörungen, stark gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, sozialem Rückzug, Appetitverlust und lebensmüden Gedanken. Dazu
sei
negativ kommentierendes
beziehungsweise aufforderndes S
timmenhören mit dem Inhalt, sich das Leben zu nehmen,
psychopathologisch
in den Vordergrund getreten. Die Beschwerdeführerin habe 3 Mal versucht
,
sich mit
tels Medikamenten das Leben zu nehmen, zuletzt vor 2 Monaten. Aktuell sei sie von Suizidgedanken distanziert und könne sich auch vom Stimmenhören distan
zieren.
Zum Zeitpunkt des Austrittes und voraussichtlich darüber hinaus, sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Nachdem die geringste Belastung induzierend für die Plussymptomatik als auch für
die
Triggerung
massiver Schmerzattacken sei, sei jegliche berufliche Tätigkeit als kontraproduktiv zu be
trachten. Eine Wiederbeschäftigung erscheine im Rahmen der gestellten Diagno
sen daher eher unwahrscheinlich.
3.10
Dr.
G._
nahm in seinem Verlaufsb
ericht vom 2
7.
März 2013 (Urk. 6/88) Stel
lung
und führte aus, dass die Beschwerdeführerin nach dem 3-monatigen statio
nären Aufenthalt in der Privatklinik
C._
nun in ambulanter Psychotherapie sei und unter diversen Psychopharmaka stehe. Zurzeit bestehe bei der Beschwer
deführerin eine psychische Situation mit chronischer Depression, Antriebslosig
keit und Traurigkeit im Vordergrund. Die präsentiere sich mit aufgedunsenem Gesicht und Lidschwellungen, möglicherweise als Nebenwirkung der Psychophar
maka. Dazu beklage sie weiterhin die chronischen Schmerzen, zurzeit weniger Kopfschmerzen als Gesäss- und Beinschmerzen links sowie zum Teil Gefühlsstö
rungen im linken Arm.
Die wegen dieser unklaren sensorischen Störung am lin
ken Arm durchgeführte neurologische Abklärung habe ein Karpaltunnelsyndrom ausgeschlossen und die Symptomatik im Ra
hm
en der somatoforme
n
Schmerzstö
rung interpretiert.
Insgesamt sei derzeit ein stationäres Zustandsbild mit schwerer Depression festzustellen und gleichzeitig
chronifiziertem
linksseitigen Schmerzsyndrom mit funktioneller linksseitiger
Hemisymptomatik
. Die depres
sive Symptomatik werde auch durch die familiäre soziale Situation bei zurzeit seit 3 Monaten stellenlosem Ehegatten nicht verbessert. Die von der Privatklinik
C._
verordnete Tagesstruktur in der psychiatrischen Tagesklinik
O._
habe die Beschwerdeführerin nicht antreten können, da sie sich zu schwach gefühlt habe.
3.
11
Im Bericht des Ambulatoriums
N._
vom 2. April 2013 (Urk. 6/90) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischem Symptom (ICD-10: F33.3, Epi
sode bestehend seit April 2012, rezidivierende depressive Störung bestehend seit 2009) diagnostiziert, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe eine psychische und Verhaltensstörung durch
Sedativa: schädlicher Gebrauch (ICD-10: F13.1). Die Beschwerdeführerin sei als Pflegehelferin seit dem 10. April 2012 (ambulanter Behandlungsbeginn) bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Die Prognose müsse als ungünstig einge
schätzt werden, da die depressive Symptomatik trotz intensiver Bemühungen im vergangenen Jahr kaum habe beeinflusst werden können und da gemäss eigen- und fremdanamnestischen Angaben seit 2008 keine wesentliche Besserung der Symptomatik habe beobachtet werden können.
3.12
Am 2
2.
August 2013 nahm das
A._
Stellung zu den gestellten Rückfragen zum Gutachten vom 1
0.
April 2012 (vgl. E. 3.8
,
Urk.
6/92 und
Urk.
6/95
)
und führte dabei aus, dass die Beschwerdeführerin bei den gutachterlichen Untersuchungen angegeben habe, hin und wieder eine Frauenstimme zu hören, was sie aber später wieder in Abrede gestellt habe. Auch habe die psychiatrische Untersuchung keine Hinweise auf ein eindeutiges psychotisches Geschehe
n
ergeben, weshalb diag
nostisch von einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), ausgegangen worden sei. Dem Be
richt der Privatklinik
C._
vom 1
6.
Januar 2013 sei jedoch zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor dem Klinikeintritt am 2
5.
Oktober 2012 negativ kommentierende Stimmen beziehungsweise suizidauffordernde Stimmen gehört habe. Auch im psychopathologischen Untersuchungsbefund seien diese Stimmen beschrieben worden. Diagnostisch sei die Klinik von einer
schizoaffektiven
Stö
rung ausgegangen, welche im Zeitpunkt der
A._
-Begutachtung (Januar 2012) nicht habe festgestellt werden können. Weiter werde im Bericht ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin bei Klinikaustritt zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Zusammengefasst könne gesagt werden
, dass sich
seit
dem Gutachten vom 1
2.
April 2012 bei der Beschwerdeführerin eine erhebliche Verschlechterung des psychischen Zustandes eingestellt habe. Während zum Zeitpunkt der Begutach
tung ausser fraglichen Stimmenhörens keine psychotischen Symptome vorgele
gen hätten, werde im Bericht der Privatklinik
C._
ein deutliches psychoti
sches Zustandsbild festgehalten
. Somit dürfte eine weit höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegen, als im
A._
-Gutachten vom 1
0.
April 2012 attes
tiert worden sei. Zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit seit Klinikaustritt vom 1
5.
Januar 2013 müsste eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung erfolgen.
3.13
Die
Beschwerdeführerin
war
vom 2
7.
Mai bis 1
2.
Juli 2013 zum
3.
Mal stationär
in der
N._
hospitalisiert,
welche mit Bericht vom 11.
November 2013 (Urk. 6/99)
zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf d
ie Arbeitsfähigkeit festhielt
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)
-
Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma bei Verkehrsunfall am
1
2.
Dezember 2008
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit in den folgenden Zeiträumen zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen: 1
5.
Februar bis 2
3.
März 2010, vom 1
6.
April bis 1
9.
Mai 2010, vom 1
9.
bis 2
3.
Oktober 2010, vom
8.
Februar bis
1.
Juli 20
13 und vom 2
7.
Mai bis 1
2.
Juli 201
3.
Die Beschwerdeführerin habe immer wieder unter Schmerzen und Schwindelattacken gelitten, welche die Ar
beit verunmöglichten. Ebenso habe ein Antriebsmangel gekoppelt mit bedrückter Stimmung, Freud- und Hoffnungslosigkeit bestanden. In der Arbeitstherapie sei die Belastungsgrenze nach 2 Stunden erreicht gewesen, sodass die Beschwerde
führerin keine ausreichende Arbeitsleistung
für eine Vo
llbeschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt erzielen könne. Zum Zeitpunkt des Austritts sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar gewesen. Ob in einem längeren zeitlichen Rahmen eine Teilarbeitsfähigkeit möglich sein könnte, könne momentan nicht abschlies
send beurteilt werden. Seit Beginn der Schmerzsymptomatik und der depressiven Symptome im Jahr 2008 habe bei der
Beschwerdeführerin trotz adäquater Thera
pie keine
vollständige
Besserung
erzielt werden können. Es sei derzeit nicht von einer Stabilisierung des teilremittierten Zustandsbildes auszugehen.
3.14
Dr.
M._
stellte in seinem Bericht vom
7.
Oktober 2015 (
Urk.
6/150) zuhanden des behandelnden Hausarztes
Dr.
G._
folgende Diagnosen:
-
Chronisches, posttraumatisches und weitgehend therapieresistentes
cervikocephales
Schmerzsyndrom mit
Cerviko-Brachialgie
links bei Status
nach Beschleunigungstrauma der HWS am 1
2.
Dezember 2008
-
Chronisches,
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit
radikulären
Reizerscheinu
ngen im linken Bein
-
schwere depressive Entwicklung
Das S
chmerzsyndrom sei unverändert. R
elevante Befunde seien eine schmerzbe
dingte Bewegungseinschränkung der
HWS
, mit
palpatorisch
verdickter und
druckdolenter
N
acken- und Schultermuskulatur. N
eurologische
A
usfälle bestän
den keine, sodass eine Verletzung des Halsmarkes oder einer zervikalen Wurzel nicht anzunehmen sei. Die Beschwerden seien somit weichteilbedingt.
Im p
ost
traumatischen Verlauf hätten sich auch zunehmend lumbale Beschwerden entwi
ckelt.
Neurologisch seien die Befunde an den unteren Extremitäten unauffällig, sodass eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel
nicht anzu
nehmen sei. D
ie im posttraumatischen Verlauf entstandene Depression habe in
zwischen ein weitgehend invalidisierendes Ausmass mit entsprechend verstär
kendem Einfluss auf das Schmerzsyndrom erreicht. Die Einschätzung des
A._
-
Gutachtens entspreche in keiner Weise dem Beschwerdebild der Beschwerdefüh
rerin. Es sei nicht vorstellbar, dass eine Beschwerdeführerin mit ständigen Na
cken- und Kopfschmerzen, lumbalen Schmerzen,
Cerviko
-Brachialgien links und
lumbo-radikulären
Beschwerden links, als Pflegefachfrau zu 50
%
arbeiten solle. Zudem werde das Beschwerdebild durch die Depression und damit verbundenen nicht unerheblichen konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten verstärkt. Als Pflegefachfrau bestehe daher keine Arbeitsfähigkeit. In einem angepassten Bereich sei eine Teilarbeitsfähigkeit vorstellbar, dürfte aber den Grad von 30
%
nicht überschreiten. In Frage kämen leichte Arbeiten wie Überwachung oder
auch leichte manuelle A
rbeiten.
3.15
Im psychiatrischen Verlaufs-Gutachten von
Dr.
D._
vom 2
3.
Dezember 2015 (Urk.
6/155) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt.
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, gegenwärtig leichte
bis mittelgradig depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10:
F43.21)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41)
B
ei der
Beschwerdeführerin ergäben sich
aktenmässig vor dem Unfall am 1
2.
De
zember
2008 keine Hinweise auf psychis
che Probleme mit Krankheitswert.
Nach dem Unfall soll
e
es bereits Anfang 2009 zur Entwicklung der depressiven Symp
tomatik gekommen sein.
I
m ersten Gutachten
s
bericht vom 1
2.
Juli
2009 (im Auf
trag der
Unfallversicherung
)
sei der Beschwerdeführerin
allerdings keine depres
sive Störung oder depressive Anpassungsstörung
diagnostiziert
, sondern lediglich eine somatoforme Schmerzstörung mit erheblicher Aggravation postuliert
wor
den
und damit
könne
in diagnostischer Hinsicht bereits 2009 von Widersprüc
h
lichkeiten zwischen den Berich
ten der behandelnden Ärzte
und der
Gutachter ausgegangen werde
n. Seit diesem seien bei der Beschwerdeführerin
weiterhin zum Teil schwere depressive Episoden und sogar der Verdacht auf psychotische Symptome postuliert
worden
, wobei die dokumentierte Psychopharmakotherapie vor allem im Widerspruch zu den postulierten psychotischen Symptomen und
zum
A
usmass der depressiven Symptome stehe
. Während der MEDAS-Untersuchung
im Januar 2012
habe sie aktenmässig mittelgradi
ge depressive Epi
soden mit somatischen Symptomen sowie ausge
prägten
Somatisierungs
tenden
zen
gezeigt
und die MEDAS-Beurteilung
könne
aufgrund der beschriebenen Be
funde und dokumentierten Psychopharmakotherapie (mitteldosierte antidepres
sive Behandlung und schlaffördernde Medikation mit
Stilnox
abends) als absolut plausibel angenommen werden. Damit
könne
bei der Explorandin im Januar 2012
von einer mittelgradigen und nicht schweren depressiven Symptomatik und keinen psychotischen Symptomen ausgegangen werden. Seit der Begutachtung im Januar 2012
seien
aktenmässig weiterhi
n eine rezidivierende depres
sive Stö
rung mit schwerer depressiver Symptomatik und mi
t sowie ohne psychotische Symp
tome postuliert
worden
.
Im Rahmen der aktuellen Verlaufs-Begutachtung sei die Beschwerdeführerin
psychiatrisch und testpsychologisch untersucht
wor
den
.
Sie habe in psychopa
thologischer Hinsicht leichte bis mittelschwere depres
sive Symptome auf
gewiesen
. Es
sei
gleichzeitig festzuhalten, dass die erhobenen anamnestischen Angaben bezüglich des Aktivitätsniveaus der
Beschwerdeführe
rin
inkonsistent und inhaltlich widersprüchlich
seien. Einerseits habe
sich die
Be
schwerdeführerin
fast unbeholfen aus
gegeben
,
so
sei
sie
nicht einmal in der Lage
, den eigenen Haushalt zu besor
gen und
habe
über psychotische Symptome
be
richtet. Andererseits arbeite sie seit Jahren stun
denweise mit dem Ehemann zu
sammen und
sei
in der Lage,
das Auto zu fahren, was im totalen Widerspruch zu der postu
lierten schweren depressiven Symptomatik im neusten Bericht von
Dr.
M._
und zu den überhaupt a
ngegebenen psychotischen Sympto
men
stehe
. Bei der
Beschwerdeführerin
könne
objektiv von leichten Einschränkungen der psychokognitiven Funktionen ausgegangen werden (eingeschränkte Kon
ze
ntrationsausdauer, leicht einge
schränkte geistige Flexibilität, leichte Antriebs
störung und leicht verlangsamt Psychomotorik), weshalb ihr aus rein psychiatri
scher Sicht für sämtliche Tätig
keit auf dem freien Wirtschafts
markt eine höchs
tens 20%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden
könne
.
Seit der
A._
-Begutachtung im Januar 2012 könne von einem unveränderten Befund und einer unveränderten 80%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Während der sta
tionären Behandlungen habe allerdings eine vollständige Arbeitsunfähigkeit be
standen.
Ob eine weitere Verbesserung möglich sei, lasse sich derzeit nicht beur
teilen.
Bei der Beschwerdeführerin ergäben sich keine Hinweise auf schwerwie
gende bewusste/unbewusste emotionale Konflikte oder eine schwerwiegend be
lastende psychosoziale Situation, womit ihr keine Störung aus dem somatofor
men Formenkreis inklusive einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung
diagnostiziert werden könne.
3.16
Dr.
E._
nahm am
2.
Mai 2016 Stellung zum ps
ychiatrischen Gutachten von Dr.
D._
und kritisierte darin, dass keine zureichende tiefenpsychologische Anamnese durchgeführt worden sei und eine empathische Arbeitsweise gefehlt habe. Ausserdem seien lediglich frühere Berichte rezipiert worden statt inhaltlich-substanziell eine Beurteilung vorzunehmen. Auch seien mögliche
Traumafolgen
sowie die Foerster-Kriterien nicht beachtet worden. Im Rahmen der eigenen psy
chiatrisch-psychoanalytischen Untersuchung kam
Dr.
E._
zu folgenden Diagno
sen:
-
Schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10:
F32.3, tendenziell eher rezidivierend im Sinne von ICD-10: F33.3)
-
Soziale Phobie (ICD-10: F40.1)
-
Anhaltende
chronifizierte
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
Im vertieft explorierten Interview
habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie sich «um alle»
Sorgen mache. Insbesondere mache sie sich Sorgen um ihre Familie und habe Schuldgefühle, weil s
ie der Familie nichts mehr nütze. Über i
hre Gesundheit und um die Zukunft drehten sich die Gedanken im Kreis
.
Andere In
halte interessier
t
en sie gar nicht mehr. Schon lange sei ihr Denken blockiert. Nichts mache ihr mehr Freude, Selb
stvertrauen habe sie nicht mehr.
Sie gebe sich die Schuld, dass sie für n
iemand
en
mehr etwas leisten könne.
Ihr Haushalt wäre sehr vernachlässigt, wenn nicht ihr Mann
alles besorgen würde. Auch koche
sie nicht mehr. Der Antrieb im Gespräch
sei deutlich vermindert; so berichte sie nicht spontan, reagiere
mehr oder weniger nur auf Fragen. Sie sei sehr vergesslich
.
Sie sei anhaltend müde, kraftlos, es sei ihr viel gleichgültig,
sie habe
keine Freude, sie sei ohne Energie, ziehe sich imme
r zurück, ihre Gedanken würden i
mmer um dieselben Themen kreisen: S
chmerz, Sinnlosigkeit, Schuldgefühle. Sie gehe
nir
gends hin, ha
be
keine Bekannte oder Freunde,
sie sei also ganz isoliert.
Ein nied
riges Sel
bstwertgefühl bei anhaltenden Schuldgefühlen beherrsch
t
en die Persön
lichkeit
.
Es
sei
ein klares Bild einer schweren
Depression
, denn die depressiven Kriterien nach ICD-10
: F32 oder F33 (letz
teres auf Grund der vieljährigen
Chro
nifizierung
mit Schwankungen)
seien erfüllt. Die Suizidalität ergänze dieses Bild.
Sie zieh
e
sich auch vor den Mens
chen zurück, weil sie Angst habe
,
auf ihre G
e
sundheit hin befragt zu werden.
Ihr ganzes Explorationssystem
sei schwer redu
ziert. D
ie Patientin
sei
von Ängsten beherrscht, was
auf phobische Störungen hinweise
. Hinzu
kämen die
halluzinatori
schen
Störungen, die zeig
t
en, dass die
Beschwerdeführerin
überhaupt nicht belastbar
sei.
Auffallend
sei die Dissimula
tio
n im Hinblick auf die vermutlich nie verarbeiteten
schweren Lebensereignisse (frü
her Tod von Vater und Mutter, Tod der Schwester, Tod eines eigenen Kindes,
Kriegsbedrohung, Unfall und Wesensveränderung ei
nes Sohnes). Die
strukturelle Dissoziation hab
e die Traumatisierungen von der
bewussten Wahr
nehmung fern
gehalten. Es handle
sich um ein unbewusstes Verhaltensmodell, das die
Be
schwerdeführerin
offenbar zu einem Charakterbestandt
eil entwickelt habe
, um tragische Ereignisse von der bewussten Wahrnehmung abzuspalten. Damit er
sch
ien
en schwer erträgliche Erfahrungen als «n
ormal», zum Leben gehörig und
würden nicht bewusst reflektiert.
Durch den Unfall und die seither anhaltenden Schmerz
en funktioniere
dieses Abwehrsys
tem nicht mehr: Die Schmerzen
seien unbewusst an die traumatisi
erenden Erfahrungen gekoppelt und bilde
te
n damit eine B
rücke zu diesen. Allerdings blie
ben die Traumatisier
ungen weiterhin unbe
wusst und wü
rden im Körperschmerz
der Unfall
folgen gebunden. Leider
seien die strukturellen Di
ssoziationen noch nicht in der ICD-10 verankert, da es sich hier um spezifische psychotherapeutische Erfahrungen mit
traumatisierten Menschen handle
. Die affektive Schwingungsfähigkeit
sei mi
ttelschwer
bis schwer reduziert. Diese Affektar
mut
sei eine Bestätigung für die strukturelle Dissoziation.
Durch diesen Abwehrmechanismus
sei
die
Beschwerdeführerin
zwar depressiv, aber auch geschützt gegen schwerste psychische Belastung aufgrund d
es Zulassens von unerträglichen Lebensereignissen. Darin liege
der eigentliche Grund
für die affektarme Verhaltenswei
se der
Beschwerdeführerin.
Dieser Mechanismus
helfe
übrigen
s schon den traumatisierten Kleinkindern zu überleben. Aber leider han
delten
sie sich dadur
ch auch die Folgestöru
ngen ein, die auf die wahren aber abgespa
ltenen psychischen Erlebnisse hin
weisen woll
t
en. Damit
lasse
sich erken
nen, dass die
«Plausibilitäts- und Konsistenz
prüfung» des
Gutachters rudimentär ausgefal
len
sei
und dass sich das Gutachten allgemein mehr als eine Wiederho
lu
ng des Gutachtens von 2012 lese
, ohne eigene Aufarbeitung und ohne eigene o
riginelle Analyse oder Beiträge.
Deshalb sei der Anschauung von Dr.
M._
zu folgen: weder die Einschät
zung des
A._
-
Gutachtens noch
jene von
Dr.
D._
entspreche
dem Beschwerdebild der
Beschwerdeführerin.
Deren Behauptung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Pflegefachfrau oder in
80-100%i
ger
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
sei
in keiner Weise nachvollziehbar
.
Die Patientin
sei
zu
100
% arbeits- und erwerbsunfähig. In einem angepassten Bereich
sei sie höchstens 20-
30
% arbeitsfähig.
3.17
Am 11. Oktober 2016 äusserte sich
Dr.
D._
zu den von
Dr.
E._
an ihn geri
ch
tete Kritikpunkten (Urk. 6/165
) und führte aus, dass sich aufgrund der erhobenen (umfassenden) anamnestischen Angaben bei der Beschwerdeführerin keine Hin
weise auf eine genetische Vulnerabilität für die Entwicklung psychiatrischer Er
krankungen ergeben hätten.
Die Beschwerdeführerin habe ein unauffälliges Ver
haltensmuster in der Kindheit und Pubertät sowie sehr gute schulische Leistungen gezeigt und im Erwachsenenalter bis zum Unfall ein unauffälliges Leistungsni
veau, was auch im Bericht von
Dr.
E._
vom
2.
Mai 2016 festgehalten worden sei. Die in diesem Bericht dokumentierten psychoanalytischen
beziehungsweise
psy
chodynamischen Überlegungen seien sicherlich in einem therapeutischen Setting als Hypothese sinnvoll, könnten jedoch nicht im Rahmen einer gutachterlichen Situation (bei einem langen Versicherungsverfahren) bestätigt
oder widerlegt werden. In Bezug auf die vermeintlichen akustischen Halluzinationen könne fest
gehalten werden, dass ein Merkmal des psychotischen Erlebens eine Krankheits
uneinsichtigkeit in Bezug auf inhaltliche Denkstörungen sei. Die Beschwerdefüh
rerin habe die akustischen Halluzinationen selber als realitätsfremd empfunden, was ein psychotisches Erleben ausschliesse. Hier stelle sich wiederum die Frage, wie die Fahrtauglichkeit bei einer schweren depressiven Symptomatik erhalten bleiben könne.
Er halte
damit
an der Beurteilung sowohl
der
psychischen Störun
gen der Beschwerdeführerin nach ICD-10 als auch an deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - wie im psychiatrischen Gutachten vom 2
3.
Mai 2015 er
wähnt - fest.
3
.18
Dr.
H._
führte in ihrem S
chreiben vom 2
9.
November 2016 (
Urk. 6/173) zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin aus, dass
das psychiatri
sche Gutachten von
Dr.
D._
für sie nicht schlüssig sei. Im Einklang mit den Krankheitserlebnissen müsse von einer rezidivierenden schweren Depression mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung (ICD-10: F31.5 Typ 2) ausgegangen werden. Dieses schwere depressive Zustandsbild,
das
mit einer bipolaren Störung einhergehe, habe denn zu den meisten Suizid
versuchen geführt. Die Beschwerdeführerin erhalte die Höchstdosierung von
Se
roquel
und sei alleine schon deswegen nur in Kleinstportionen arbeitsfähig. Im realen Leben helfe sie ihrem Ehemann 4-6 Stunden/Woche bei dessen Hauswart
arbeit. Diese entspreche einer Arbeitsfähigkeit von 10-14.28 %, wobei diese be
reits als hoch zu betrachten sei.
Es
sei nicht nachvollziehbar, das
s die Beschwer
deführerin zu 80 %
arbeitsfähig sein sollte.
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Aktenlage steht fest - und ist unbestritten
-, dass bei der Beschwerdeführerin ein somatischer Gesundheitsschaden, welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt, ausgewiesen ist. Entsprechend wurde ihr für die angestammte Tätigkeit als Pflege
helferin
eine seit dem Unfall am 12. Dezember 2008 bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl.
A._
-Gutachten vom 10. April 2012, E. 3.8). Eine körperlich leichte Tätigkeit, ohne Lastenheben und körperliche Zwangshaltungen
ist demgegenüber
zu 80 %
möglich.
4.2
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
D._
vom 23. Dezember 2015 (Urk. 6/144 und Urk. 6/155) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Un
tersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Der Gutachter hat detaillierte und
plausible
Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Be
schwerden
auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfol
gerung nachvollziehbar begründet. Dem psychiatrischen Gutachten kommt dem
nach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.5).
4.3
Strittig ist das Ausmass der durch das psychische Leiden bewirkten Einschrän
kung.
Dr.
D._
diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin
anhand der detail
liert dargelegten Befundlage
eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren. Er attestierte ihr aus psychiatrischer Sicht für sämtliche Tätigkei
ten eine höchstens 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Ausserdem führte er aus, dass zum
A._
-Gutachten von 2012 eine unveränderte Befundlage und somit auch eine unveränder
te 80%
ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
Dr.
D._
explorierte die Be
schwerdeführerin an zwei Terminen eingehend
und sorgfältig
(vgl. Urk. 6/155 S. 1) und nahm auch diverse testpsychologische Abklärungen vor.
Entgegen dem
replikweisen
Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk.
14 S. 2 f.)
erfolgte die von
Dr.
D._
durchgeführte
Befundaufnahme umfassend und es wurde in der
Anamnese
auch der
frühe
Tod beider Eltern korrekt
festgehalten
(Urk. 6/155 S. 13).
Seine von den behandelnden Ärzten abweichende Einschätzung begründete
Dr.
D._
plausibel. So zeigte er auf,
dass die dokumentierte Psychopharmak
o
therapie im Widerspruch zu den postulierten psychotischen Symptomen und dem Ausmass der depressiven Symptome stehe.
Ausserdem hätte
n
sich bereits 2009 Widersprüchlichkeiten zwischen den Berichten der behandelnden Ärzte und der Gutachter ergeben, als bereits damals lediglich eine somatoforme Schmerzstörung mit erheblicher Aggravation postuliert worden sei.
Von vornherein nicht weiter hilft der Beschwerdeführerin die Anzahl Berichte behandelnder Ärzte, die alle eine höhere gesundheitliche Einschränkung postulieren, lassen sich die unter
schiedlichen Einschätzungen zwanglos mit dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag erklären, zumal im Zeitverlauf alle drei Gut
achter (
Dr.
K._
,
A._
,
Dr.
D._
) für körperlich angepasste Tätigkeiten keine
beziehungsweise
eine Einschränkung von lediglich 20
%
festhielten.
Was die Stellungnahme von
Dr.
E._
anbelangt, ist mit Hinweis auf die zutreffen
den Bemerkungen von
Dr.
D._
festzuhalten, dass im Rahmen einer Beurtei
lung der gesundheitlichen Einschränkungen im Hinblick auf die
Zusprache
so
zialversicherungsrechtlicher Leistungen die versicherte Person beweisbelastet ist, weshalb hier psychodynamische Annahmen und Hypothesen – die in einem the
rapeutischen Setting sinnvoll sein mögen – aussen vor zu bleiben haben.
4.4
4.4.1
Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht anbelangt, ist vorab darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zu den psychischen Leiden mit BGE 143 V 409 und 418 (Urteile vom 30. November 2017) änderte und präzisierte. So sind nunmehr grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen – und nicht mehr nur somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden – für die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. E. 1.3).
Dr.
D._
führte als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F43.21) und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) an und stellte eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
fest
(Urk. 6/155). Im
Folgenden
ist zu prüfen, ob dieser Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
von
Dr.
D._
aufgrund der bestehenden normativen Vorgaben auch aus rechtlicher Sicht ge
folgt werden kann
(vgl. E. 1.3-1.4). Die Darlegungen von
Dr.
D._
bilden zu
sammen mit den weiteren aktenkundigen ärztlichen Feststellungen eine ausrei
chende Grundlage zur Vornahme einer
Indikatorenprüfung
.
4.4.2
Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde anbelangt, ist festzuhalten, dass die reaktive Depression im Rahmen einer Anpassungsstörung als nur leicht bis mittelgradig eingestuft wurde, wobei
Dr.
D._
zudem leicht eingeschränkte psychokognitive Funktionen erwähnte
(Urk. 6/155 S. 18 ff.)
. Hinsichtlich Be
handlungserfolg oder -resistenz
gelangte er zum Schluss, dass mit der Weiterfüh
rung der etablierten therapeutischen Massnahmen von einer Erhaltung der 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei
(Urk. 6/155 S. 20)
, wobei sich die Be
schwerdeführerin bisher
in jeder Hinsicht therapiewillig und - bereit gezeigt hatte
.
Was die Komorbiditäten betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die festgestellten somatischen Beschwerden einer 80%igen Ausübung einer körperlich leichten Tä
tigkeit nicht entgegenstehen (vgl. E. 4.1).
Anhaltspunkte dafür, dass die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin
ein Leis
tungsvermögen ausschliessen könnte, bestehen nicht. Den sozialen Kontext be
treffend, wies der Gutachter darauf hin, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Fa
milie gu
t eingebunden sei und von dieser
unterstützt werde, jedoch ansonsten isoliert lebe (Urk. 6/155 S. 14f.). Zur Konsistenz wurde ausgeführt, dass die erho
benen anamnestischen Angaben bezüglich des Aktivitätsniveaus inkonsistent
und widersprüchlich seien (Autofahren und Hauswart-Arbeiten verrichten gegen
über völliger Unbeholfenheit, Urk. 6/155 S. 20).
4.4.3
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Prüfung anhand der massgeblichen In
dikatoren zumindest nichts zugunsten der Beschwerdeführerin in dem Sinne ergibt, dass von einer höheren als der von
Dr.
D._
attestierten Arbeitsunfä
higkeit von (höchstens) 20 % auszugehen wäre.
4.5
Soweit die Beschwerdeführerin weitere medizinische Abklärungen
sowie
eine E
invernahme der behandelnden Ärzte
und
von sich
selber als Zeugen
verlangt (Urk. 1 S.
2 und Urk. 14 S. 1), ist darauf zu verzichten, da der
Gesundheitszustand
und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit
aufgrund der medizinischen Akten - insbesondere des
interdisziplinären
A._
-Gutachtens und des
psychiatrischen Verlaufsgutachtens von
Dr.
D._
- hinreichend abgeklärt sind.
4.6
Gestützt auf die überzeugenden Feststellungen
im
interdisziplinären
A._
-Gutachten vom 10. April 2012 (Urk. 6/62) und
im psychiatrischen Verlaufsgut
achten von
Dr.
D._
vom 23. Dezember 2015 (Urk. 6/155) steht somit fest, dass der Beschwerdeführerin
sowohl aus somatischer als
auch aus psychiatrischer Sicht eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu
80
% zumutbar ist.
Damit konnte die Beschwerdeführerin
ihren Anspruch auf
eine
Invalidenrente nicht
mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Regelbeweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
nachweisen, obwohl der relevante medizinische Sachverhalt von der Verwaltung unter Einhaltung des Untersuchungsgrundsatzes umfassend abg
eklärt wurde (vgl. hierzu E. 1.8-9
).
Die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin wurde von der Beschwerde
führerin nicht gerügt und gibt angesichts des klar rentenausschliessenden Inva
liditätsgrades von 22
%
zu keiner näheren Prüfung
von Amtes wegen Anlass.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.7
Zur von der Beschwerdeführerin im
Einwandverfahren
vorgebrachten Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Nicht-Zulassung von Zusatzfragen an die beauftrage Gutachterstelle
A._
(Urk. 6/58, Urk. 6/64-65 und Urk. 6/75) ist auf die ausführliche und nachvollziehbare Begründung in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Eine nun beschwe
rdeweise vorgebrachte allgemein ge
haltene
Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs (Urk. 1 S. 25)
ist nicht zu hören
.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
l
iegend sind die Kosten auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und der unterliegenden
Be
schwerdeführerin
aufzuerlegen.