# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9cd7b969-857d-472a-a302-c0e91202433a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A., geboren am 27. Mai 2010, ist der Sohn von X. und Y.. Die Eltern sind nicht verheiratet. Y. anerkannte bereits vorgeburtlich am 5. Februar 2010 die Vaterschaft. Er ist verheiratet, hat aber neben A. keine weiteren Kinder.
B. Am 4. November 2010 schlossen die Eltern von A. einen Betreuungs- und Unterhaltsvertrag ab. Darin vereinbarten sie unter anderem, dass sie sich über das Besuchs- und Ferienrecht zwischen A. und dem Vater gegenseitig verständigen würden, wobei im Sinne einer Minimallösung bis zum 5. Lebensjahr von A. von wahlweise wöchentlichen Besuchen während eines halben Tages oder zweiwöchentlichen Besuchen während einem Tag auszugehen sei. Diese Regelung wurde von der Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur mit Beschluss vom 1. Dezember 2010 genehmigt.
C. Mit Beschluss vom 22. Februar 2011 errichtete die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur auf Antrag des Vaters für A. eine Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Des Weiteren wurde im Beschluss zur Kenntnis genommen, dass sich Y. damit einverstanden erklärt habe, die folgenden drei Besuchstage durch C. (Verein Familienergänzende Kinderbetreuung) umfassend begleiten zu lassen. Er wurde zudem angewiesen, diese begleiteten Besuchskontakte ohne Einbezug Dritter zu gestalten. C. wurde ersucht, der Vormundschaftsbehörde nach Abschluss dieser drei Besuchskontakte eine schriftliche Beurteilung der Betreuungskompetenz von Y. abzugeben. Die vereinbarten Besuchstage fanden in der Folge jedoch nicht statt. Um der Gefahr der Entfremdung von A. zu seinem Vater vorzubeugen, erteilte die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur X. mit Beschluss vom 19. April 2011 unter Androhung einer Ungehorsamsstrafe im Sinne von Art. 292 StGB die Weisung, A. am 1. Mai 2011, am 14. Mai 2011 sowie am 5. Juni 2011 an ihrem Wohnort jeweils von 13 bis 16 Uhr an C. und Y. zur Durchführung begleiteter Besuche zu übergeben.
D. Gegen diesen Beschluss liess X. am 29. April 2011 beim Bezirksgericht Plessur Beschwerde erheben, wobei sie beantragte, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und der Vorinstanz beziehungsweise dem Beistand von A. sei es gerichtlich zu untersagen, bis zur Erledigung der rechtshängigen Angelegenheit einseitige Kontakte zwischen Y. und A. zu planen, anzuordnen oder durchzusetzen.
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E. Mit Entscheid vom 23. Mai 2011, mitgeteilt am 30. Mai 2011, erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
„1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. X. wird verpflichtet, A. am 5., 18. sowie am 26. Juni 2011 an ihrem Wohnort jeweils von 13 bis 16 Uhr an C. und Y. zur Durchführung begleiteter Besuche zu übergeben. Die Besuche erfolgen in umfassender Begleitung von C. und ohne Einbezug Dritter.
3. Die Anweisung gemäss Ziff. 2 dieses Entscheides ergeht unter dem ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet.
4.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten von X.. Diesen Betrag hat sie dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
b) X. hat Y. mit CHF 4'495.95 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations