# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fa4c918e-863f-41e4-9320-b3fa468ea43b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
reiste als Flüchtling Ende 2007 in die Schweiz ein (Urk. 8/2/1). Er ist gelernter Automechaniker und arbeitete zuletzt ab Juli 2011 als Hilfsgipser bei der
Y._
(Urk. 8/2/5,
Urk.
8/9). Aufgrund einer ab
2.
Juni 2014 anhaltenden Arbeitsunfähigkeit
und
wegen einer am
6.
Juni 2014 operierten Diskushernie L4/5 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende November 2014 (
Urk.
8/5). Am 8. November 2014 meldete sich der Ver
si
cherte unter Hinweis auf starke Schmerzen im Rücken, in beiden Hüften und in der linken Ferse sowie auf eine fehlende Kontrolle über den linken Fuss bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin erwerb
liche sowie medizinische Abklärungen und zog Akten der Krankentaggeld
ver
sicherung bei. Sodann gab sie ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag, bestehend aus dem internistisch-rheumatologischen Teilgutachten von
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
Z._
,
Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
vom
7.
Juli 2017 (Urk. 8/68/2-74), aus dem psychiatrischen Teil
gutachten von Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatr
ie und Psychotherapie sowie Neu
rologie,
vom 1
4.
Juni respektive
7.
Juli 2017 nach
abschliessender
bidisziplinärer
Besprechung (Urk. 8/69/2-67), sowie aus der
bidi
s
ziplinären
Zusammenfassung vom
7.
Juli 2017 (Urk. 8/69/1). Nach Vorlage des Dossiers bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD
;
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie), welcher am 2
0.
Juli
2017 abschliessend Stellung nahm (Urk. 8/73/11-12), stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 1
1.
August 2017 in Aussicht, dass sie ihm für die
Zeit von Juni 2015 befristet bis Ende August 2016 eine ganze Invalidenrente zu
sprechen werde (Urk. 8/75). Daraufhin bevollmächtigte der Versicherte am 29. August 2017 Rechtsanwalt Stephan Kübler, Winterthur, zur Vertretung (Urk. 8/78). Dieser erhob am 14. September 2017 Einwand gegen den Vorbescheid vom 11. August 2017 und beantragte nebst der
Zusprache
einer ganzen Rente über den 31. August 2016 hinaus, er sei als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Versicherten für das
Vorbescheidverfahren
zu bestellen (
Urk.
8/80/1). Kurz darauf wurden Unterlagen zur finanziellen Situation des Versicherten eingereicht (Urk. 8/82). Mit Verfügung vom 2
3.
November 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten wie angekündigt eine befristete ganze Invalidenrente für die Zeit vom
1.
Juni 2015 bis 31. August 2016 zu (Urk. 8/90 und
Urk.
8/86 =
Urk.
2).
Mit Verfügung vom 2
3.
November 2017 wies die IV-Stelle das Gesuch um Be
stellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands im Verwaltungsverfahren ab (
Urk.
8/89).
2.
Gegen die Verfügung betreffend Rente erhob der Versicherte am 9. Januar 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei dahingehend abzu
ändern,
dass
ihm über den 3
1.
August 2016 hinaus eine ganze Rente zuzu
spre
chen sei; eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt lege
artis
abkläre und hernach neu über den Ren
tenanspruch über den 3
1.
August 2016 hinaus verfüge. In prozessualer Hin
sicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der
unent
geltlichen
Rechtsverbeiständung
durch Rechtsanwalt Stephan Kübler (
Urk.
1
S. 2). Der Beschwerde legte er die Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen bei (
Urk.
3/1/1-4). In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Nachdem der Beschwerdeführer das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit sowie weitere Belege zu seiner finanziellen Lage eingereicht hatte (
Urk.
11 und Urk. 12/1-9), wurde er mit Gerichtsverfügung vom
5.
April 2018 dazu aufgefordert, sich zur seitherigen Entwicklung seines per Ende 2017 ausgewiesenen Vermögens zu äussern (
Urk.
14). Dies tat er am 22. Mai 2018 (Urk. 17), woraufhin sein Gesuch um unent
geltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung
im vorlie
genden Verfahren
mit gerichtlichem Beschluss vom 1
7.
Juli 2018 abgewiesen wurde (Urk. 18).
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Im
betreffend die unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren
an
hängig
gemachten
Verfahren in Sachen
der Parteien
wurde der Entscheid am 30. September 2019
gefällt (
Verfahren Nr.
I
V.201
8
.000
40
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die
Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d;
Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE
131
V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
gen
ständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
ge
stuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
an
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Be
schwerdeführer sei gemäss
bidisziplinärem
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Prof
.
A._
seit Juni 2014 in seiner bisherigen Tätigkeit als Hilfsgipser beziehungs
weise als Mitarbeiter einer Umzugsfirma vollumfänglich arbeitsunfähig. Bis zum 1
0.
Mai 2016 habe auch in einer angepassten Arbeitstätigkeit keine Arbeitsfähig
keit bestanden. Ab dann, sechs Monate nach der zweiten Rückenoperation, sei der Beschwerdeführer indes in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Die IV-Stelle ermittelte für die Zeit nach der Verbesserung des Gesundheitszustands einen Invaliditätsgrad von 0
%
und sprach die ganze Invalidenrente befristet für die Zeit vom
1.
Juni 2015 bis Ende August 2016 zu (Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort verwies sie erneut auf das
bidisziplinäre
Gutachten
von
Dr.
Z._
und
Prof.
A._
. Ergänzend hielt sie unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_644/2015 vom
3.
Mai
2
016 E.
3.
4 fest, dass Dr.
Z._
als Rheumatologin die notwendigen fachlichen Qualifikationen auf
weise (Urk. 7 S. 1). Ferner habe der RAD das Gutachten für beweiskräftig gehalten (Urk. 7 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte
zusammengefasst
beschwerdeweise geltend, die Beschwerdegegnerin sei nicht auf seine im
Vorbescheidverfahren
gemachten Ein
wände eingegangen. Dadurch sei sie ihrer Begründungspflicht nicht nachge
kom
men und habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör in krasser Weise ver
letzt. Diese Verletzung sei keiner Heil
ung zugänglich (Urk. 1 S. 4-5).
In materieller Hinsicht beanstandete er vorab, dass
Dr.
Z._
als Rheumatologin (und nicht Orthopädin) nicht
über die notwendigen fachlichen Kenntnisse
für eine Beurtei
lung der gesundheitlichen Situation
verfüge (Urk. 1 S. 6). Sodann habe sie nicht begründet, weshalb sie ihn sechs Monate nach der Rückenoperation vom
6.
Juni 2014 in einer angepassten Tätigkeit wieder für voll arbeitsfähig halte. Dies ob
wohl ihre Auffassung im Widerspruch zu den Akten stehe, mit welchen sie sich nicht auseinandersetze (Urk. 1 S. 7-8). Fraglich sei überdies ihre Anmerkung, in einer die Lendenwirbelsäule (LWS) besonders belastenden Tätigkeit habe er nie lang andauernd arbeiten können, zumal er von Dezember 2010 bis Juni 2011 als Möbelpacker gearbeitet habe (Urk. 1 S. 8). Gleiches gelte für die unbegründet gebliebene gutachterliche Einschätzung, er sei seit dem 10. Mai 2016 in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 1 S. 8-10 mit detail
lierter Begründung und Hinweisen auf abweichende ärztliche Beurteilungen). Zusammenfassend hielt er fest, das rheumatologische Teilgutachten von
Dr.
Z._
erfülle die von der Rechtsprechung an ein Gutachten gestellten hohen Anforderungen
nicht
(Urk. 1 S. 10).
In der
bidisziplinäre
n
Zusammen
fassung
seien die
Wechselwirkungen zwischen Psyche und dem langjährigen somatischen Leiden
nicht berücksichtigt worden
(Urk. 1 S. 10-11). Da das Gut
achten nicht beweisbildend sei, fehle es an einem für eine Rentenherabsetzung respektive -befristung notwendigen rechtsgenügenden Nachweis, dass er in einer Verweistätigkeit wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig sei (Urk. 1 S. 11).
3.
3.1
Am 11. November 2014 berichtete
Dr.
med. C._
,
Facharzt
für Rheuma
to
logie, am
6.
Juni 2014 sei der Beschwerdeführer operiert worden. Mittels mikro
chirurgischer
Fenestration
sei ein Diskussequester L4/5 links entfernt worden. Es liege
noch immer
ein
lumboradikuläres
motorisches Ausfallsyndrom L5 links vor, bei gemäss MRI-Untersuchung vom
3.
November 2014
breitbasiger
rechts
para
medianer
Rezidivhernie
L4/L5 mit Alteration der Nervenwurzel L5 beidseits, links im
Recessuseingang
, sowie medianer
subligamentärer
Diskushernie L5/S1 ohne Nervenkompression (Urk. 8/11/17).
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Nuklearmedizin und Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung, gab
in einer Aktenwürdigung vom
2
8.
November 2014 an, der Beschwerdeführer leide an einer degenerativen Erkrankung der unteren Wirbelsäule mit neurologischer Manifestation und
an einem Rezidiv nach d
er Operation.
Als Diagnosen nannte er einen Statu
s nach
Diskushernien
ope
ra
tion
L4
/5
am 6.
Juni 2014, eine
Rezidivhernie
L4/5, eine
subligamentäre
Dis
kushernie L5/S1 sowie
Bandscheibenprotrusionen
von L2-L
4.
Er hielt fest, d
ie aktuelle Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar und berechtigt. Der Beschwerde
führer sei medizinisch nicht mehr geeignet für körperlich schwere und mittel
schwere Arbeit. Optimal sei eine Tätigkeit mit Wechselbelastung. Weiter führte er aus, wahrscheinlich sei bereits eine
Schmerzchronifizierung
eingetreten und es bestehe ein erhöhtes Risiko für Rezidive (Urk. 8/11/10-11).
3.3
Die Hausärztin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, hielt in ihrem Bericht vom 2
9.
November 2014 fest, am 11. November 2014 sei eine
Rezidivhernie
festgestellt worden. Die Arbeitsfähigkeit sei bei rückenbelastender Tätigkeit deutlich reduziert. Nur schon das längere Sitzen und Stehen sei nicht möglich, Gewichte heben und tragen
ebenso wenig
, auf eine Leiter stehen und gebückt oder über-Kopf arbeiten sei
en
ebenfalls
ungünstig
(Urk. 8/11/2).
3.4
Dem Bericht des
F._
vom
9.
Februar 2015 ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer sich vom 1
2.
Januar bis am
7.
Februar 2015 stationär dort aufhielt (Urk. 8/28/9). Die berichtenden Ärzte gaben eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit an
und hielten fest, die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit sei momentan nicht beurteilbar (Urk. 8/28/11).
Nach d
ies
em stationären Klinikaufenthalt wurden verschiedene Therapieoptionen (
Spondylodese
, Infiltrationen) diskutiert. Anlässlich einer konsultativen Untersu
chung in der
G._
diagnostizierten die Neurolo
gen Dr. med.
H._
, Fachärztin für Neurologie,
und
Dr.
med.
I._
, Oberärztin Neurologie,
im Bericht vom
3.
Juni 2015 ein lumbospondylogenes rechtsseitiges Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung ins rechte Bein (
Urk.
8/32). Am.
9.
November 2015 nahm
Dr.
med. J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, speziell Wirbelsäulenchirurgie, eine
Spondylodese
L4/5 vor und atte
stierte im Bericht vom 2
1.
Dezember 2015 bei anhaltend protrahiertem Verlauf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 1
9.
Februar 2016 (
Urk.
8/41). Weil der Be
schwerdeführer auch danach noch immer über starke, belastungsabhängige lum
bale Schmerzen klagte, die auch medikamentös nicht beeinflussbar seien, veran
lasste
Dr.
J._
neue MRT- und CT-Bilder (
Urk.
8/43/1).
Dr.
J._
erkannte
ein
en grossen
Anulus
-Riss L5/S1 sowie ein
e Diskusdegeneration am
thorako
lumbalen
Übergang im Rahmen eines Morbus Scheuermann.
Dr.
J._
hielt daraufhin im Bericht vom 1
6.
März 2016 fest, die Restschmerzen seien sicher erklärbar, insbesondere durch die Diskuspathologie L5/S1, weniger
mit den Patho
logien am
thorako
lumbalen
Übergang. Es bestehe jedoch keine Indikation für eine
weitere Operation im Sinne einer Verlängerung der
Spondylodese
. Er führte die Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis 2
9.
April 2016 weiter (
Urk.
8/46).
3.5
Vom 2
9.
März bis am 1
1.
April 2016 war der Beschwerdeführer in der
K._
hospitalisiert (Urk. 8/49/4).
Gemäss
Austrittsbericht vom 1
1.
April 2016 sei
der Beschwerdeführer
bei am
9.
März 2016
MR
-tomographisch nach
ge
wiesenem grossem
Anulus
-Riss L5/S1 sowie Diskusdegeneration am
thorako
lum
balen
Übergang im Rahmen eines Morbus Scheuermanns zur stationären Reha
bilitation zugewiesen worden (Urk. 8/49/4).
Der Beschwerdeführer
beschreibe
Schmerzen im Rücken bei Inklination und
Reklination
, gelegentlich würden Schmerzen zusätzlich in den lateralen
Fussrand
linksbetont ausstrahlen und sich an der Fusssohle im Bereich der Ferse manifestieren. Diese Schmerzen würden im Alltag beim Gehen im Gefälle und beim Heben von Lasten von ca. 5 kg auftreten. Auch Treppensteigen sei schmerzhaft. Die Ärzte stellten fest, es habe in der Reha
bilitation objektiv und subjektiv eine leichte Besserung erzielt werden können.
D
er Beschwerdeführer sei als Gipser
jedoch
nicht mehr arbeitsfähig. Eine Tätigkeit mit wechselnder Belastung insbesondere der Wirbelsäule sei für leichte bis mittel
schwere körperliche Tätigkeiten indes möglich, weshalb eine Umschulung emp
fohlen werde (Urk. 8/49/5).
3.6
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserte sich
auch
Dr.
J._
in seinem Bericht vom
2.
Mai 201
6.
Aus seiner Sicht sei
der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig, auch nicht für leichte körperliche Arbeiten. Er kenne den Be
schwerde
führer seit gut zwei Jahren und wisse, dass er in dieser Verfassung nicht arbeitsfähig sei (Urk. 8/48/1). Am 4. Juli 2016 fügte er an, der Beschwerdeführer bleibe zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 8/51).
3.7
In ihrem Bericht vom Mai 2016 führte
Dr.
E._
aus, angepasst sei eine sitzende oder stehende Tätigkeit, vorwiegend Handmontage von leichten Arbeiten. Eine solche sei etwa zwei Stunden pro Tag möglich, mit einer um 50
%
reduzierten Leistungsfähigkeit (Urk. 8/49/1-2).
3.8
Der Rheumatologe
Dr.
C._
hielt am 2
4.
Mai 2016 dafür,
es bestünden nach wie vor segmentale Funktionsstörungen am
thorako
-lumbalen und
lumbo
-sakralen Übergang. Dem Beschwerdeführer sei die Tätigkeit
als Gipser nicht mehr zumut
bar
.
E
ine leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung ohne repetitive
Vornüber
nei
gung
, ohne stereotype Positionen des Oberkörpers sowie ohne Arbeiten über Kopf sei dem Beschwerdeführer höchstens in einem 25%igen Arbeitspensum
zumutbar, mit Pausen über den ganzen Tag verteilt (Urk. 8/50/4
Ziff.
2.1).
3.9
Dem Bericht von
Dr.
med. L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom
7.
Oktober 2016 ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerde
führer am 2
8.
Januar 2016
zu
ihm in Behandlung begab. Dr.
L._
diag
nos
tizierte eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) und äusserte den Verdacht auf eine ängstliche (vermeidende) Persönlich
keitsstörung (ICD-10: F60.6; Urk. 8/58/1). Er gab an, im Rahmen der psychischen Erkrankung bestünden folgende Einschränkungen: Mangel an Konzentration und Belastbarkeit, rasche Ermüdung bis Erschöpfung. Aufgrund der Symptomaus
prä
gung sei der Beschwerdeführer aktuell nicht in der Lage, seine Arbeit aufzu
nehmen (Urk. 8/58/2-3).
3.10
Dr.
med. M._
,
Fachärztin für Anästhesiologie
mit
Fähigkeitsausweis
Interventionelle
Schmerztherapie (
SSIPM
)
,
N._
, nannte in ihrem Bericht vom
3.
Oktober 2016 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit chronische lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das Gesäss beidseits und in den linken
dorso
-medialen Oberschenkel bei klinischem Verdacht auf Beeinträchtigung im Bereich der Nervenwurzeln L2-L4 rechts und ISG-Blockade rechts sowie funktionelle Fehlhaltung und muskuläre
Dekonditionie
rung
. Sodann äusserte sie den Verdacht auf eine massive Angststörung und De
pression im Rahmen der chronischen Schmerzerkrankung und bei psychosozialen Belastungsfaktoren (Urk. 8/59/1). Sie gelangte zum Schluss, die mit einer hohen körperlichen Anstrengung verbundene Tätigkeit als Gipser könne der Beschwer
de
führer nicht mehr durchführen, da er durch seine Schmerzen sowie eine mas
sive Bewegungseinschränkung beeinträchtigt sei. Es bestünden Beeinträchti
gun
gen durch messerstichähnliche Dauerschmerzen im Bereich der lumbalen Wirbelsäule mit Ausstrahlung ins Gesäss links und Schmerzen bis zur Ferse links. Daneben bestünden Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautschmerzen im Schmerzgebiet. Über
dies lägen Schlafstörungen sowie
eine
Angststörung und
eine
Depression vor (Urk. 8/59/6). Sodann führte sie aus, eine Einschätzung der gesundheitlichen Ein
schränkungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sowie e
ine entsprechende Prog
nose könne
sie nicht abgeben, da sie den Beschwerdeführer erst
seit kurzer Zeit betreue
. Des Weiteren seien bei der Beurteilung der möglichen Arbeitsfähigkeit bei chronischen Schmerzen Beobachtungen heranzuziehen, welche nicht auf den subjektiven Angaben des Patienten beruhen. Hierzu eigne sich etwa eine Eva
lua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit (Urk. 8/59/7).
3.11
Dr.
L._
gab in seinem Bericht vom 3
1.
März 2017 an, der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers sei stationär (Urk. 8/64/1). Der Beschwerdeführer sei aktuell
und mittelfristig
nicht in der Lage, irgendwelche Arbeiten
auf dem ersten Arbeitsmarkt
auszuüben. Wegen immer wieder auftretender Schmerzen sei er sehr schnell erschöpft (Urk. 8/64/2). Die depressive Stimmungslage werde durch die starken, immer wieder einschiessenden Rückenschmerzen aufrechter
halten (Urk. 8/64/3).
3.12
3.12.1
Dr.
Z._
stellte in ihrem Teilgutachten vom
7.
Juli 2017 folgende rheu
ma
tologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/68/60):
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule (LWS) bei
-
kongenital sechsgliedriger LWS mit Missbildungen im Segment L5/S1 und
-
Status nach zwei lumbalen Operationen am
6.
Juni 2014 sowie am 9. November 2015
-
ohne Narbenbildung und ohne
foraminale
spinale Stenose mit sehr kleiner medianer Diskushernie L2/L3 mit Kontakt zu den Nerven
wurzeln L3 beidseits ohne Kompression, flacher Diskushernie L3/L4 mit Kontakt zu den Nervenwurzeln L4 beidseits ohne Kompression sowie
Anulusriss
L5/S1 und kleine paramediane Diskushernie L5/S1 ohne Kontakt zu Nervenwurzeln (MRI vom April 2017) mit
-
regelrechter Lage der
Pedikelschrauben
mit vollständigem
Durchbau
der
Spondylodese
L4/L5
posterolateral
rechts, jedoch
nicht links (CT vom Juli 2017)
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mass sie der kongenitalen radialen
Polydaktilie
des Daumens rechts bei doppelt angelegter distaler Phalanx
Digitus
I
zu (Urk. 8/68/60).
In ihrer Beurteilung führte
Dr.
Z._
aus, die Untersuchung des Bewegungs
apparates sei durch die Gegenspannung des Beschwerdeführers erschwert worden
. Oft habe er wegen Schmerzen geschrien oder gestöhnt, wobei diese Geräusche bei Ablenkung verschwunden seien. Bei sanfter Berührung habe er heftig gezuckt, unter Ablenkung jedoch nicht. Der normale Gang sei unauffällig.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden (Urk. 8/68/61). Die MRI-Untersuchung der LWS habe einen guten postoperativen Befund gezeigt. Es seien noch kleine Diskus
hernien vorhanden gewesen, teilweise mit Kontakten zu Nervenwurzeln, hinge
gen
seien keine Kompressionen neurogener Strukturen sichtbar gewesen. Zusammen
fassend hielt
Dr.
Z._
fest, wegen teils angeborener und teil
s
erworbener struktureller Befunde
an
der LWS sei die Leistungsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers eingeschränkt. Die strukturellen Befunde würden indes das Ausmass seiner Beschwerden nicht vollständig erklären. In einer angepassten Tätigkeit sei er voll arbeitsfähig (Urk. 8/68/62). Die angestammten Tätigkeiten als Mitarbeiter in einer Umzugsfirma beziehungsweise als Hilfsgipser seien nicht angepasst, da sie stark LWS-belastend
seien. Diese Tätigkeiten könne der Beschwerdeführer nicht mehr ausüben (Urk. 8/68/63). Dies gelte seit dem
2.
Juni 201
4.
Jeweils spätestens sechs Monate nach den Rückenoperationen sei er
jedoch
in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig gewesen. Der Beschwerdeführer könne Lasten bis zu 12,5 Kilogramm hantieren (leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau). Zu
dem sei das längere Verharren in vornüber geneigter Hal
tung zu vermeiden und
unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen seien aus
zuschliessen. Eher günstig
seien wechselbelastende Tätigkeiten (Urk. 8/68/64). Die berufliche Wiederein
glie
derung werde durch folgende invaliditätsfremde Fak
to
ren erschwert: Migrations
hintergrund, kein Schulbesuch in der Schweiz, keine
in der Schweiz anerkannte Berufsausbildung, Hilfsarbeitertätigkeit, geringe Beru
fs
erfahrung und geringe Deutsch
kenntnisse (Urk. 8/68/65).
3.12
.2
Dem psychiatrischen Teilgutachten von
Prof
.
A._
vom 1
4.
Juni respektive 7. Juli 2017 lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer angegeben hatte, im Vordergrund seiner Beschwerden stünden die Rückenschmerzen. Wegen der Schmerzen sei er nicht mehr in der Lage, eine Arbeit aufzunehmen. Des Weiteren habe er psychische Beschwerden (Urk. 8/69/50 und
Urk.
8/69/53). Im Zeitpunkt des Auftretens der chronischen Schmerzen hätten weder psychosoziale noch
emo
tionale Probleme noch psychische Traumatisierungen vorgelegen. Weiter ha
tte der Beschwerdeführer bei
Prof
.
A._
ausgeführt, zu einer Verbesserung der Schmerzen komme es kaum noch. Nach der Einnahme von
Palexia
komme es inzwischen zu keiner wesentlichen Besserung seiner Schmerzen mehr. Kühlung führe zu einer leichten Linderung (Urk. 8/69/51). Zu einer Schmerzver
schlech
terung komme es durch längeres Verharren in gleicher Position. Eine Ver
schlech
terung der subjektiven Schmerzwahrnehmung durch psychosoziale oder emotio
nale Faktoren habe der Beschwerdeführer verneint (Urk. 8/69/52).
Prof
.
A._
führte sodann aus, es hätten sich Hinweise auf
Verdeutlichungen
ergeben. Zuweilen habe der Beschwerdeführer grimassiert. Er habe sich stöhnend an den Rücken gefasst und demonstrativ gehumpelt. In scheinbar unbeobachteten Momenten sei sein Bewegungsablauf hingegen unauffällig gewesen. Bewusst
seins
nahe Aggravation und Simulationszeichen seien jedoch nicht wahrnehmbar gewesen (Urk. 8/69/45,
Urk.
8/69/55,
Urk.
8/69/61).
In seiner Beurteilung führte
Prof.
A._
aus, der Beschwerdeführer habe durch die rheumatologische Erkrankung einen psychosozialen Abstieg erlebt, welcher zu einer deutlichen narzisstischen Kränkung geführt habe. Der Beschwerdeführer habe sich
zunehmend mit Anstieg der psychosozialen Probleme und den als sub
jektiv einschränkend erlebten Schmerzen sowie beruflicher Perspektiv
en
losigkeit bei zunehmenden Versorgungswünschen in die Krankenrolle zurückgezogen. Aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht bestehe die depressive Symptomatik als psy
chische Begleiterscheinung der Schmerzen und als Reaktion auf die massiven psychosozialen Probleme. Dabei stünden die berufliche Perspektiv
en
losigkeit so
wie die Kränkung durch den Rollenverlust in der Familie und im sozialen Um
feld im Vordergrund. Dies seien invaliditätsfremde Faktoren, welche das mala
daptive Coping des Beschwerdeführers in unheilvoller Weise verstärken würden, wobei
die psychosozialen Probleme hierfür die treibende Komponente darstellen würden
. Ohne die psychosozialen Probleme wäre die Psychopathologie nicht in dieser Schwere ausgeprägt. Der Beschwerdeführer verfüge aktuell nur über wenige Ressourcen. Seine stärkste Ressource, die gute Intelligenz, sei ihm leider gegen
wärtig keine Hilfe, da die Sprachbarriere ein wesentliches Hindernis in der sozio
kulturellen Integration und bei der Stellensuche darstelle und die Basis für die Selbstlimitierung bilde (Urk. 8/69/62). Da die subjektive Schmerzwahr
neh
mung
des Beschwerdeführers gemäss rheumatologischem Teilgutachten objektiv in ih
rer Intensität somatisch nicht vollumfänglich erklärbar werde, sei das Vor
liegen einer
Schmerzverarbeitungsstörung zu prüfen. Die Kriterien für eine chro
nische Schmerz
störung mit psychischen und somatischen Faktoren seien aber nicht erfüllt. Gegen die Diagnose spreche eindeutig, dass zum Zeitpunkt des Auftretens keine psychosozialen oder emotionalen Belastungsfaktoren bestanden hätten, welche das Störungsbild ausgelöst hätten. Aktuell könne jedoch davon ausge
gangen werden, dass nicht nur die depressive Symptomatik, sondern auch das Schmerzgeschehen durch die psychosozialen Belastungen moduliert
würden
.
Daher liege diagnostisch ein Stör
ungsbild gemäss ICD-10: F54 vor, also
psy
cho
logische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krank
hei
ten. Im Rahmen der Schmerzstörung und als Reaktion auf die multiplen psy
cho
sozialen Probleme bestehe sodann eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1;
Urk. 8/69/63). Insgesamt schloss
Prof
.
A._
, das psychopathologische Bild werde durch psychosoziale Probleme dominiert und es liege kein inva
li
den
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor (Urk. 8/69/64). Unter Bezugnahme auf die Standardindikatoren gelangte er zum Schluss, dass der Be
schwerdeführer aus versicherungsmedizinisch-psychiatrischer Sicht nicht in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die Diskrepanz zur Beurteilung durch den be
handelnden Psychiater führte er darauf zurück, dass er
, Prof.
A._
,
die inva
liditätsfremden Anteile subtrahiert habe (Urk. 8/69/64-65 und
Urk.
8/69/67).
Dem
nach nannte
Prof
.
A._
ausschliesslich Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/69/66):
-
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassi
fizierten Krankheiten (ICD-10: F54)
-
mittelgradige depressive Episode bei chronischen Schmerzen und psy
cho
sozialen Problemen (ICD-10: F32.1)
-
psychosoziale Probleme mit/bei:
-
Problemen in Verbindung mit Ausbildung und Bildung (ICD-10: Z55)
-
Problemen in Verbindung mit
Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56)
-
Problemen in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10: Z59
)
-
Anpassungsproblemen bei Veränderungen der Lebensumstände (ICD-10
: Z60.0)
-
Schwierigkeiten in der kulturellen Eingewöhnung (Sprachbarriere; ICD-10: Z60.3).
In ihrer
bidisziplinären
Zusammenfassung vom
7.
Juli
2017 gelangten Dr.
Z._
und
Prof
.
A._
zum Schluss, in den angestammten Tätigkeiten als Mitarbeiter einer Umzugsfirma beziehungsweise als Hilfsgipser bestehe seit
dem
2.
Juni 2014 keine Arbeitsfähigkeit mehr, da diese Tätigkeiten LWS-belas
tend
seien. Eine angepasste Tätigkeit sei jeweils sechs Monate nach den Rücken
ope
rationen vom
6.
Juni 2014 und vom
9.
November 2015 wieder zu 100 % zumut
bar gewesen. Angepasst sei eine LWS-schonende Tätigkeit. Dabei könne der Beschwerdeführer Lasten bis zu 12,5 Kilogramm hantieren, was einem leichten bis knapp mittelschweren Belastungsniveau entspreche (Urk. 8/69/1).
3.13
RAD-Arzt
Dr.
B._
nahm am 2
0.
Juli 2017 dahingehend Stellung, (Urk. 8/73/11-12
), dass die gutachterlichen Schlussfolgerungen nachvollziehbar seien und auf das Gutachten abgestellt werden könne (Urk. 8/73/12).
4.
4.1
Es ist dem Beschwerdeführer Recht zu geben, dass das Gutachten von Dr.
Z._
eine eingehende Auseinandersetzung mit den zahlreichen
Vorakten
und dabei im Besonderen mit den anderen ärztlichen Auffassungen zu Diagnosen, Befunden, zum Genesungsverlauf und zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit praktisch gänzlich missen lässt und auch in der Begründung ihrer eigenen Auffassung wenig überzeugend ist. So beschränkte sich Dr.
Z._
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auf die Wiedergabe der in den Emp
feh
lungen der Swiss Insurance
Medicine
(SIM) genannten Auswirkungen von
Funk
tions
einschrän
kungen der Lendenwirbelsäule. Das von Dr.
Z._
gestützt
auf diese abstrakten Ausführungen ermittelte Belastungsprofil (Hantieren von Lasten bis 12,5 kg, leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau; Urk. 8/68/64) ist für den konkreten Fall nicht nachvollziehbar, da jegliche Be
gründung für das postulierte Profil fehlt. Gleiches gilt für die Angabe der Gut
ach
terin, dass der Beschwerdeführer Tätigkeiten mit entsprechendem Belastungs
profil zu 100 % ausüben könne. Dr.
Z._
setzte sich mit den vom Beschwer
deführer geklagten Beschwerden (starke lumbale Schmerzen, oft ausstrahlende Schmerzen in beide Beine, Schmerzen an der rechten Schläfe und Mühe, lange zu stehen; Urk. 8/68/50) nicht auseinander und machte insbesondere keine Aus
führungen dazu, weshalb der Beschwerdeführer trotz der erwähnten Beschwerden
und den offenbar auch aus ihrer Sicht vorhandenen objektivierbaren Befunden
in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sein soll. Solche Ausfüh
rungen hätten sich indes aufgedrängt, zumal kein anderer Arzt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit postuliert hatte.
Bereits spätestens ab
7.
Dezember 2014 ging Dr.
Z._
wieder von einer
solchen
vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
bis zur zweiten Operation
aus (Urk. 8/68/64).
Diese Beurteilung steht im Widerspruch zu jener des Rheuma
tologen
Dr.
C._
vom 1
3.
November 2014, wonach eine
klare Funktionsstörung
am
lumbo
sakralen
Übergang mit
lumb
o
radikulärem
motorischem Ausfallsyn
dr
om L5 links eine Verlagerung der beruflichen Tätigkeit auf andere Arbeiten ver
unmöglichte
. Bezüglich der nicht mehr zumutbaren
Tätigkeiten befand er die angestammte
Tätigkeit als Gipser
für unzumutbar, aber auch
längeres Stehen und Sitzen
hielt er
für ungünstig
(Urk. 8/11/14).
Zu dieser
abweichenden
fach
ärzt
lichen
Beurteilung nahm Dr.
Z._
nicht Stellung (Urk. 8/68/66). Vielmehr erfolgte die
allgemein gehaltene
Annahme, dass jeweils sechs Monate nach der Operation wieder eine Arbeitsfähigkeit gegeben sei, und zwar zu 100
%
, rein
schematisch. Unabhängig davon, ob
Dr.
Z._
entsprechend dem Einwand d
es Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 7) auf Literaturangaben
hätte hinweisen
müssen, hätte
sie
jedenfalls
auf den konkreten Fall und
auf die im Widerspruch zu ihrer Annahme stehende
Aktenlage Bezug nehmen müssen
(
vgl.
Urteil des
Bundes
gerichts U 210/04 vom 23.
Dezember 2004 E. 4.2.2 mit Hinweis).
Die gesamte damalige Aktenlage deutete darauf hin, dass die Schmerzen glaubhaft und deren Ursachen in Abklärung waren. So
wurden m
ittels MRT-Untersuchung vom 3. November 2014 eine
Rezidivhernie
L4/5
mit
rezessaler
Kompression des
Nervus
L5 rechts, eine Diskushernie
L5/S1 sowie eine
Protrusion
der Bandscheiben L2-4 mit
kleine
r
Ruptur
des
A
n
ulus
f
ibrosus
auf der Höhe L3/4
nachgewiesen
(Urk. 8/
11/5
).
Wenig später
, vom 1
2.
Januar bis
7.
Februar 2015,
folgte der statio
näre Aufenthalt des Beschwerdeführers im
F._
. Dass
d
er
Beschwerdeführer
auf die dort vorgenommene
n
Infiltrationen mit einer Schmerz
- und Beschwerdereduktion um 30
%
sowie mit einer Abnahme d
er aus
strahlenden Symptomatik ansprach (Urk. 8/28/10),
sprach
für das klare Vorhan
densein objektiver Befunde, welche zu Schmerzen führ
t
en.
Dementsprechend
folgte
die
Empfehlung zu einer erneuten Operation
(Urk. 8/28/10)
, welche
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 14. Juli 2015 unterstützte (Urk. 8/35/6)
. Die
Option
einer Operation
war bereits zuvor andiskutiert worden (Urk. 8/11/2, Urk. 8/11/11,
Urk.
8/28/21)
und die Operation
in Form der
Spondylode
se
bei L4/L5
erfolgte dann auch tatsächlich
am
9.
November 2015 (
Urk.
8/41/6).
D
ie Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
wurde
im Austrittsbericht
des
F._
vom 9. Februar 2015
als für eine Evaluation der funktionellen Leistungs
fä
higkeit nicht ausreichend erachtet (Urk. 8/28/10).
Am 30. März
sowie am 1
4.
Ju
li 2015
hielt
Dr.
C._
nach wie vor fest, es gebe zurzeit keine der Behinde
rung ange
passte zumutbare Tätigkeit (Urk. 8/28/5,
Urk.
8/28/7
, Urk. 8/35/6
).
Vor diesem Hintergrund
mit all diesen abweichenden fachärztlichen Einschätzungen
ist die unbegründete
Beurteilung von Dr.
Z._
, der Beschwerdeführer sei
während diese
s Zeitraums
in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
gewesen
, nicht nachvollziehbar.
4.2
Wesentliche Klärungen zu Zusammenhängen lässt das Gutachten von Dr.
Z._
auch bei der Beurteilung der gesundheitlichen Situation nach der zweiten Operation offen.
Dr.
J._
beschrieb einen protrahierten Verlauf
nach d
ies
er Operation vom
9.
November 2015 (Urk. 8/41/1). Als der Beschwerdeführer am 1
9.
Februar 2016 immer noch über starke, bewegun
g
s- und belastungsabhängige lumbale Schmerzen klagte, welche medikamentös kaum beeinflussbar seien, und
er
zudem schmerzbedingt hinkte, veranlasste
Dr.
J._
erneut bildgebende Untersuchungen (Urk. 8/
43/1).
Dabei fand er
laut seinem Bericht vom 16. März 2016
ein organisches Korrelat in Form
von
einem grossen
Anulus
-Riss L5/S1 sowie eine
r
Diskusdegeneration am
thorakolumbalen
Übergang im Rahmen eines Morbus Scheuermann vor. Er gelangte zum Schluss, die Restschmerzen seien sicher erklärbar, insbesondere
mit der
Diskuspathologie L5/S1
(Urk. 8/46).
Auch im Bericht der
K._
vom 11. April 2016 wurde in der Folge
diese Diagnose aufgeführt (Urk. 8/49/4). Allerdings ist dazu festzustellen, dass sic
h für den medizinischen Laien aus dem MRT-Bericht der Lendenwirbelsäule vom
9.
März 2016, auf den sich wohl die vorstehend erwähnten
Berichte von Dr.
J._
und der
K._
bezogen haben, eine solche Diagnose nicht ein
deutig erschliesst (Urk. 8/68/88). Dr.
Z._
erwähnte in ihrer
bidisziplinä
ren
Diag
noseliste zwar ebenfalls den
Anulus
-Riss L5/S1 (Urk. 8/69/1), diskutierte den Stellenwert dieses Befundes jedoch nicht und äusserte sich in keiner Weise dazu, weshalb die Einschätzung dieses Befundes durch Dr.
J._
offenbar so von der ihrigen abwich, inwiefern sie vielmehr von nicht erklärbaren Beschwerden aus
ging.
Verdeutlichungstendenzen
oder ein Gegenspannen bei der klinischen Unter
suchung
wurden vor der Begutachtung nie bemerkt.
Namentlich gab der Be
schwer
deführer auch selber an, gewisse Aktivitäten wie das Gehen kurzer Strecken, das Einkaufen und das Treppensteigen seien (unter Schmerzen) noch möglich (Urk. 8/49/7
,
Urk.
8/68/50
).
Ferner ist gemäss dem Bericht von
Dr.
M._
vom 14. Oktober 2016 das Vorliegen sympathisch unterhaltener Schmerzen möglich (Urk. 8/68/93).
Auch
d
azu hat
sich Dr.
Z._
nicht geäussert und
so
diese Schmerzen möglicherweise zu Unrecht als
Verdeutlichungen
interpretiert.
Wiede
rum
unterliess
Dr.
Z._
eine Stellungnahme zu den konkreten Verhältnissen mit sehr protrahiertem postoperativem Verlauf (Urk. 8/46), als sie den erneuten Beginn der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit - wohl aufgrund von allge
meinen Erfahrungen in anderen Fällen
– auf den Zeitpunkt
sechs Monate nach der
zweiten
Operation
legte
(Urk. 8/68/
74).
Zwar ging
Dr.
C._
in jenem Zeitraum von einer 25%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus (Urk. 8/
50/4
Ziff.
2.1
).
Dr.
Z._
hielt
sinngemäss
fest, dass sie diese Beurteilung als (zu) behutsam empfinde (Urk. 8/68/
66
), doch unterliess sie es zu begründen, weshalb die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit
ihrer Auffassung nach
bei 100
%
und nicht irgendwo d
azwischen zu l
eg
en
wäre
.
Dies wäre indes erforderlich gewesen, nachdem
Dr.
C._
die erheb
liche Reduktion mit einem massiv erhöhten Pausenbedarf (Verteilung der Arbeit über den ganzen Tag) begründet hatte (Urk. 8/50/4
Ziff.
2.1). Die Ärzte der
K._
hielten die Wiederaufnahme einer körperlich leichten bis mittel
schweren Tätigkeit mit wechselnder Belastung insbesondere der Wirbel
säule in ihrem Austrittsbericht vom 1
6.
April 2016 wieder für möglich (Urk. 8/49/5), doch nannten sie keine
n
konkreten Umfang einer solchen Tätigkeit
.
Nach dem Gesagten fehlt es auch bezüglich des Zeitraums ab Mai 2016 an einer einlässlichen Auseinandersetzung mit den abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte sowie mit den - beim Vorhandensein objektiver Befunde - geltend gemachten Schmerzen (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_445/2016 vom 7.
Februar 2017 E. 6.2.3).
Zusammenfassend
ist
das Gutachten von Dr.
Z._
nicht schlüssig und
unvollständig, weshalb mangels
eines hinreichenden
Beweis
wert
s
(
vgl. vorstehende E. 1.
5
) nicht darauf abgestellt werden kann.
4.3
Der behandelnde
Dr.
J._
verneinte das Vorliegen einer Arbeitsfähigkeit gänzlich. Die von ihm verwendete Formulierung, dass er den Beschwerdeführer seit gut zwei Jahren kenne und er (der Beschwerdeführer) in dieser Verfassung nicht arbeitsfähig sei (Urk. 8/48/1), weist darauf
hin, dass
er für die attestierte Erwerbsunfähigkeit
auch die
Person des Beschwerdeführers und
dessen subjektive
Befindlichkeit
und Lebensumstände einbezog, was nicht angeht.
Hinzu kommt, dass gemäss Rechtsprechung
bei der Würdigung von ärztlichen Aussa
gen die Erfahrungstatsache zu beachten ist, dass behan
delnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_900/2017 vom 3
0.
Mai 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Folglich kann g
estützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte alleine ebenfalls nicht in rechtsgenügender Weise auf die Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit
des Beschwerdeführers aus
somat
ischer Sicht
geschlossen werden.
4.4
Nach dem Gesagten ist der
entscheidrelevante
medizinische Sachverhalt
ungenü
gend abgeklärt
, weshalb die Verfügung vom
2
3.
November 2017 betreffend Inva
lidenrente
(Urk. 2) auf
zuheben und die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurück
zuweisen
ist
, damit d
iese
die erforderlichen
medizinische
n
Ab
klärungen veran
lasse
(vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2
und
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
.
Hinsichtlich der Fachrichtungen ist anzumerken
, dass umfassende administrative Erstbegutachtungen
regelmässig
polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzu
legen sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn die medizinische Situation nicht offenkundig
ausschliesslich
ein oder zwei Fachgebiete beschlägt oder wenn ein besonderer arbeitsmedizinischer oder eingliederungsbezogener Klärungsbedarf besteht (BGE 139 V 349 E. 3.2).
Vorliegend standen im Zeitpunkt der
Auftrags
erteilung für die
Begutachtung
angesichts der
ausstrahlenden Schmerzen bei
von
Dr.
M._
geäussertem
kl
i
nischem Verdacht auf eine Beeinträchtigung im Be
reich der Nervenwurze
l
n L2-L4 rechts (
Urk.
8/59/1
,
Urk.
8/68/92
-93
) auch neuro
logisch bedingte Einschränkungen im Raum. Ferner wurde von Dr.
M._
auf
grund vegetativer Dysregulation
eine Beteiligung des
Sympathicus
-Nervs für mög
l
ich gehalten (
Urk.
8/68/93 am Ende
). Vor diesem Hintergrund
war
beim Be
schwer
deführer nebst den
Fachgebiete
n der Rheumatologie und
der Psychiatrie
auch das Fachgebiet
der Neurologie betroffen. Demnach
wäre eine polydis
zipli
näre Ab
klärung angezeigt
gewesen.
Vorzugsweise ist eine solche
nachzuholen. Da
für spricht
sodann
, dass auch das von Dr.
M._
erwähnte Zusammenspiel
von Schmerzen und psychischen Beschwerden (Urk. 8/59/1
, vgl. auch Urk. 8
/59/5-6
,
Urk.
8/68/94
) untersucht werden sollte.
4.5
Bei diesem Verfahrensausgang kann die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage betreffend Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör beziehungs
weise der Begründungspflicht (vgl. Urk. 1 S. 4-6)
offen gelassen
werden.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
und die angefochtene Verfügung aufzuheben
.
5
.
5
.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
9
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwa
l
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
(BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Prozessentschädigung hat.
Die
se
ist gemäss
Art.
61
lit. g ATSG in Verbin
dung mit §
34
Abs.
3
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses
und dem Mass des Obsie
gens
zu bemessen und unter Berücksicht
igung dieser Grundsätze auf Fr.
2‘
9
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.