# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7a435345-6fcd-41e8-8c83-95b271815375
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._, niederländischer Staatsangehöriger, geboren am _1957 in O.1_ (O.4_, Grossbritannien), und X._, irische Staatsangehörige, geboren am _1969 in O.2_ (Dublin, Irland), heirateten am 29. Mai 1998 vor dem Zivilstandsamt O.3_. Aus dieser Ehe gingen die gemeinsamen Kinder A._, geboren am _1998, B._, geboren am _2000, und C._, geboren am _2001, hervor.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 26. Januar 2006 gelangte Y._ an den Kreispräsidenten Klosters. Anlässlich der zweiten Sühneverhandlung vom 7. Juli 2006 wurden die folgenden Rechtsbegehren deponiert:
"Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die am 29. Mai 1998 vor dem Zivilstandsamt O.3_ geschlossene Ehe der Parteien sei gestützt auf Art. 114 ZGB, evt. gestützt auf Art. 115 ZGB, zu scheiden.
2. Die gemeinsamen Kinder, A._, geb. _1998, B._, geb. _2000, und C._, geb. _2001, seien unter die elterliche Sorge des Vaters zu stellen.
3. Der Beklagten sei ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen.
4. Die Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Kinder einen angemessenen gerichtlich festzusetzenden Betrag, zahlbar jeweils im Voraus auf den ersten eines jeden Monats, zu bezahlen.
5. Es sei festzustellen, dass der Kläger keiner Vorsorgeeinrichtung angehört.
6. Es sei festzustellen, dass zwischen den Parteien während der gesamten Ehe Gütertrennung bestand.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Es sei auf die Klage des Klägers Y._ wegen Unzuständigkeit des Kreisamtes Klosters nicht einzutreten bzw. es sei die Klage von der Hand zu weisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers."
C. Mit Prozesseingabe vom 31. August 2006 prosequierte Y._ den Leitschein an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Dabei wurde das Rechtsbegehren mit einer neuen Ziffer 5 ergänzt, welche wie folgt lautete:
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5. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten bis 31. Oktober 2013 monatlich CHF 1'000.00, zahlbar jeweils im Voraus auf den ersten eines jeden Monats, zu bezahlen."
Zur Begründung wurde im Wesentlichen dargetan, der Ehemann werde in O.3_ nach Aufwand besteuert. Gemäss Veranlagungsverfügung für die Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer vom 23. August 2004 betrage das steuerbare Einkommen Fr. 250'000.-- und das Vermögen Fr. 3'500'000.--. Die Beklagte müsse die Kinder nicht selber betreuen, da diese Aufgabe ein Kindermädchen (Vollzeit) übernehme. Die Beklagte sei daher in der Lage, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen, wie sie dies auch vor der Ehe getan habe. Trotzdem sei der Kläger bereit, ihr für eine Übergangsperiode Fr. 1'000.-- pro Monat zu bezahlen. Da der Kläger in der Schweiz nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen und nie in einem Arbeitsverhältnis gestanden sei, sei festzustellen, dass er keiner Vorsorgeeinrichtung angehöre. Die Parteien hätten mit Ehe- und Erbvertrag vom 20. Mai 1998 Gütertrennung vereinbart. Eine güterrechtliche Auseinandersetzung entfalle daher und die Beklagte habe keinerlei güterrechtliche Ansprüche auf irgendwelche Vermögenswerte des Klägers.
D. Mit Prozessantwort vom 23. Oktober 2006 stellte X._ die folgenden Anträge:
"1. Das Verfahren betreffend Ehescheidung sei nach Art. 21 LugÜ auszusetzen bis die Zuständigkeit des britischen Gerichts feststeht.
2. Im Falle der internationalen Zuständigkeit des Bezirksgerichts Prättigau/Davos sei die Klage auf Scheidung der Ehe abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3. Eventualbegehren für den Fall der Gutheissung der Scheidungsklage:
3.1 Auf die Ziffern 2 und 3 des Rechtsbegehrens des Klägers sei nicht einzutreten und es sei festzustellen, dass das Bezirksgericht Prättigau/Davos nicht zuständig ist für Anordnungen betreffend die elterliche Sorge und Obhut über die ehelichen Kinder A._, geboren _1998, B._, geboren _2000, und C._, geboren _2001, und betreffend das Verkehrsrecht.
3.2 Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten an den Unterhalt der Kinder A._, geboren _1998, B._, geboren _2000, und C._, geboren _2001, monatlich im Voraus je CHF 7'750.00 bis zum Abschluss der Ausbildung zu bezahlen.
3.3 Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten persönlich jährlich CHF 393'000.00 zu bezahlen; eventualiter sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten bei Rechtskraft des Scheidungsurteils einen kapitalisierten Unterhaltsbeitrag von CHF 4'392'954.00 zu bezahlen.
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3.4 Es sei festzustellen, dass die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht auseinandergesetzt sind.
3.5 Eine vom Kläger während der Dauer der Ehe eventuell erworbene Austrittsleistung der beruflichen Vorsorge sei hälftig zu teilen und die Vorsorgeeinrichtung sei gerichtlich anzuweisen, den noch zu ermittelnden Betrag auf ein auf den Namen der Beklagten lautendes Freizügigkeitskonto zu übertragen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers."
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, sie (die Beklagte) habe nach der Hochzeit ihre berufliche Tätigkeit (Schauspielerin und Drehbuchautorin für D._) im Einvernehmen mit dem Ehemann zugunsten der Familie aufgegeben. Sie und die Kinder hätten mit dem sehr vermögenden Kläger ein sehr luxuriöses Leben genossen. Sie selbst verfüge über keinerlei Einkommen und Vermögen. Ihr Unterhaltsbedarf sei am gelebten Standard zu messen, wobei darauf zu achten sei, dass sie und die Kinder in angemessener Weise am Einkommen und Vermögensertrag des Klägers, der nach ihrem Wissen keine weiteren Unterhaltspflichten mehr habe, teilhaben würden. Der eheliche Standard ergebe sich aus dem von ihr erstellten Budget (Wohnkosten: GBP 68'772, Bekleidung: GBP 32'500, Verpflegung: GBP 24'960, weitere Haushaltsausgaben: GBP 26'816, Auto: GBP 9'600, Schulkosten: GBP 31'260, Sport/Hobby Kinder: GBP 4'700, Weitere Ausgaben Kinder: GBP 32'860, Persönliche Ausgaben Ehefrau: GBP 13'825, Sport, Unterhaltung, Hobbys, Ferien Ehefrau: GBP 70'580, Versicherungen/Sparen: GBP 3'500) und belaufe sich für Ehefrau und Kinder zusammen auf total GBP 319'403 pro Jahr.
E. In der Folge fand zunächst eine Teilverhandlung über die Frage der örtlichen (internationalen) Zuständigkeit des Bezirksgerichts Prättigau/Davos statt. Mit Entscheid vom 1. Februar 2007, mitgeteilt am 21. Februar 2007, wurde die von X._ erhobene Einrede der örtlichen Unzuständigkeit verworfen und entschieden, auf die Scheidungsklage des Y._ einzutreten, dies unter Vorbehalt von Anordnungen bezüglich der Obhut, der elterlichen Sorge und des persönlichen Verkehrs sowie allfälliger weiterer konkreter Kindesschutzmassnahmen, für welche eine Zuständigkeit des Bezirksgerichts Prättigau/Davos nicht bestehe. Bejaht wurde die Zuständigkeit hingegen für die Regelung des Kindesunterhalts, wobei gerichtlich davon Vormerk genommen wurde, dass das Bezirksgericht Prättigau/Davos das zuerst angerufene Gericht im Sinne von Art. 21 des Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 16. September 1988 (LugÜ) sei. Dieser Entscheid blieb unangefochten. Am 11.
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Juli 2007 wurde sodann eine weitere Teilverhandlung über das Bestehen eines Scheidungsanspruches seitens des Ehemannes durchgeführt, was das Bezirksgericht Prättigau/Davos mit gleichentags gefälltem und am 20. Juli 2007 mitgeteiltem Entscheid bejahte. Die von der Ehefrau dagegen erhobene Beschwerde in Zivilsachen wies das Bundesgericht mit Urteil 5A_523/2007 vom 10. April 2008 ab, worauf der Schriftenwechsel fortgesetzt wurde.
F. Mit Replik vom 3. Oktober 2008 stellte Y._ das folgende Rechtsbegehren:
"1. Die am 29. Mai 1998 vor dem Zivilstandsamt O.3_ geschlossene Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2.1 Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der gemeinsamen Kinder, A._, geb. _1998, B._, geb. _2000, und C._, geb. _2001, einen angemessenen gerichtlich festzusetzenden Betrag zu bezahlen, maximal jedoch je CHF 2'000.00 pro Kind, solange diese nicht ein Internat besuchen, sowie maximal je CHF 1'000.00, sobald das betreffende Kind ein Internat besucht, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
2.2 Der Kläger sei zu verpflichten, die Schul- und Internatsgebühren der gemeinsamen Kinder A._, geb. _1998, B._, geb. _2000, und C._, geb. _2001, direkt an die jeweilige Schule zu bezahlen.
3. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten bis 31. Oktober 2013 monatlich CHF 1'000.00, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, zu bezahlen.
4. Es sei festzustellen, dass der Kläger keiner Vorsorgeeinrichtung angehört.
5. Es sei festzustellen, dass zwischen den Parteien während der gesamten Ehe Gütertrennung bestand.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."
G. Mit Duplik vom 17. November 2008 präzisierte X._ ihr in der Prozessantwort vom 23. Oktober 2006 gestelltes Rechtsbegehren wie folgt:
"1. Die am 29. Mai 1998 vor dem Zivilstandsamt O.3_ geschlossene Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten an den Unterhalt der Kinder A._, geb. _1998, B._, geb. _2000, und C._, geb. _2001, rückwirkend ab Rechtshängigkeit des Begehrens monatlich im Voraus – unter Vorbehalt einer Anpassung aufgrund des Beweisergebnisses – je CHF 7'750.00 (indexiert) bis zum Abschluss der Ausbildung zu bezahlen; abzüglich die vom Kläger bereits während des Verfahrens geleisteten Unterhaltszahlungen (inkl. Schulgeld).
3. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten persönlich rückwirkend ab Rechtshängigkeit des Begehrens monatlich
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im Voraus – unter Vorbehalt einer Anpassung aufgrund des Beweisergebnisses – je CHF 32'750.00 (indexiert) zu bezahlen; abzüglich die vom Kläger bereits während des Verfahrens geleisteten Unterhaltszahlungen; eventualiter sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten bei Rechtskraft des Scheidungsurteils einen kapitalisierten Unterhaltsbeitrag von – ebenfalls unter Vorbehalt einer Anpassung aufgrund des Beweisergebnisses – CHF 4'392'954.00 zu bezahlen.
4. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten das Chalet 'E._' während zwei Wochen pro Jahr, wo dieses kostenlos dem Kläger zur Verfügung steht, und die Segelyacht 'F._' (mit Crew) während zwei Wochen pro Jahr unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
5. Eine vom Kläger während der Dauer der Ehe eventuell erworbene Austrittsleistung der beruflichen Vorsorge sei hälftig zu teilen und die Vorsorgeeinrichtung sei gerichtlich anzuweisen, den noch zu ermittelnden Betrag auf ein auf den Namen der Beklagten lautendes Freizügigkeitskonto zu überweisen.
6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ein allenfalls bestehendes Vorsorgedefizit durch Zahlung der Differenz des unter Ziff. 5 zu leistenden Vorsorgeausgleichs zum Betrag von CHF 250'000.00 zu kompensieren.
7. Es sei der Kläger anzuweisen, der Beklagten deren persönliche Gegenstände aus den Chalets in O.3_ und der G._ Farm herauszugeben.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers."
H. In seiner Triplik vom 19. Januar 2009 hielt Y._ an seinen Rechtsbegehren gemäss Replik vom 3. Oktober 2009 fest und stellte in einer neuen Ziffer 6 den Antrag, die Rechtsbegehren Nr. 2 bis 8 der Duplik der Beklagten vom 17. November 2008 seien abzuweisen.
I. Bereits mit Verfügung vom 27. Oktober 2008, mitgeteilt am 5. November 2008, hatte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos zwischen den Parteien im Rahmen vorsorglicher Massnahmen was folgt festgelegt (Proz. Nr. 130-):
"1. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._ rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 bis zum 31. Oktober 2008 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 15'000.00 zu bezahlen.
2. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt der drei Kinder A._, B._ und C._ rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 bis zum 31. Oktober 2008 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 5'000.00 zu bezahlen.
3. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._ ab dem 1. November 2008 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 14'500.00, zahlbar pränumerando, zu leisten.
4. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt der drei Kinder A._, B._ und C._ ab dem 1. November 2008 einen monatlichen
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Unterhaltsbeitrag von je Fr. 3'000.00, zahlbar pränumerando, zu bezahlen.
5. Y._ wird verpflichtet, sämtliche Schul- und Internatskosten für die drei Kinder A._, B._ und C._ ab dem 1. November 2008 direkt zu bezahlen.
6. Allfällige von Y._ seit dem 1. Januar 2008 bereits geleistete Unterhaltsbeiträge, Schul- und Internatskosten für die Kinder, allfällige Mietzinse für X._ etc. können von diesem verrechnet werden.
7. Y._ wird verpflichtet, X._ an deren Anwaltskosten einen weiteren Vorschuss von Fr. 20'000.00 zu bezahlen.
8. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen.
9. (Verfahrenskosten).
10. (Aussergerichtliche Kosten).

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