# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a1d559b-f7a0-4643-aaf3-5a67e3a618a3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 22. Mai 2015 verstarb Z._, geboren am _1932, L.1_ Staatsangehörige, zuletzt wohnhaft gewesen in O.1_.
B. Am 18. August 2015 reichte A._ die in O.2_ (L.2_) in C._ Sprache verfasste letztwillige Verfügung von Todes wegen der Z._ vom 16. März 1970 dem Bezirksgericht Landquart zwecks Eröffnung ein. Nebst der Einsetzung der Schwester B._ als Willensvollstreckerin wurde darin verfügt, dass der ganze Nachlass zunächst den Eltern der Verfügenden, D._ und F._, zufallen soll. Für den Fall, dass die Eltern vor der Verfügenden versterben sollten, wurde verfügt, dass der Nachlass zwischen der Schwester B._ und dem Bruder E._ aufgeteilt werden soll.
C. Der Bruder der Verfügenden, E._, verstarb am _2013 (vgl. act. 3.1).
D. Die Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart eröffnete mit Entscheid vom 29. Oktober 2015 die letztwillige Verfügung. Als Erben wurden im Entscheid aufgeführt: - B._, geborene _, geboren am _1933, Schwester, - X._, geboren am _1958, Neffe, - Y._, geboren am _1961, Neffe, - A._, geboren am _1963, Neffe.
Die Erben wurden weiter von der Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart darauf aufmerksam gemacht (vgl. Ziff. 6), dass die Ausstellung einer Erbbescheinigung erst nach Ablauf der Ausschlagungsfrist respektive nach Verzicht auf das Recht der Ausschlagung auf Gesuch erfolgen könne, frühestens jedoch nach Ablauf eines Monats seit der Mitteilung der Eröffnung der fraglichen Verfügung von Todes wegen an die gesetzlichen Erben, sofern keine Bestreitung im Sinne von Art. 559 Abs. 1 ZGB erfolge.
E. Am 7. Dezember 2015 (Poststempel) ersuchte X._ und am 18. Dezember 2015 Y._ um Ausstellung einer Erbbescheinigung.
F. Mit Verfügungen vom 10. Dezember 2015 beziehungsweise 21. Dezember 2015 lehnte die Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart ab, den beiden Gesuchstellern eine Erbbescheinigung auszustellen. Zur Begründung führte sie in beiden identischen Schreiben aus, die vorfrageweise Auslegung des
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handschriftlichen Testaments ergebe, dass nach Ableben der Mutter und des Vaters der Erblasserin der Nachlass zwischen B._ (Schwester) und E._ (Bruder) geteilt werden solle. Um die Erbschaft erwerben zu können, müsse der Erbe den Erbgang in erbfähigem Zustand erleben (Art. 542 Abs. 1 ZGB). E._ sei vorverstorben. Der ganze Nachlass falle somit nach dem letzten Willen der Erblasserin an die Schwester B._, da sie nicht mehr mit ihrem Bruder teilen könne. Die Erblasserin habe keine Ersatzverfügung für den Fall des Vorversterbens ihres Bruders als eingesetzten Erben getroffen.
G. Gegen diese Verfügungen erhoben X._ am 16. Dezember 2015 und Y._ am 2. Januar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden. Beide beantragen sinngemäss, ihnen sei eine Erbbescheinigung auszustellen.
Die Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart nahm am 22. Dezember 2015 dazu Stellung. B._ und A._ liessen sich innert Frist nicht vernehmen.
H. Auf die weiteren Ausführungen in den angefochtenen Verfügungen und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.a) Nach Art. 559 i.V.m. Art. 54 Abs. 1 Schlusstitel des ZGB i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) sowie Art. 248 lit. e ZPO ist für die Ausstellung beziehungsweise Ablehnung der Ausstellung einer Erbbescheinigung der Präsident oder ein anderes Mitglied des Bezirksgerichts zuständig. Bei diesem Verfahren handelt es sich um ein solches der freiwilligen, nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, womit das summarische Verfahren anwendbar ist (Art. 248 lit. e ZPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts findet die eidgenössische ZPO im Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit nach Art. 1 lit. b ZPO nur Anwendung, wo das Bundesrecht selbst eine gerichtliche Behörde vorschreibt. In den übrigen Bereichen ist gestützt auf Art. 54 Abs. 3 SchlT ZGB das vom Kanton bezeichnete Recht als kantonales Verfahrensrecht anzuwenden (BGE 139 III 225 E. 2.2). Vorliegend ist in den Gesetzgebungsmaterialien, insbesondere in der Botschaft der Regierung und den Protokollen des Grossen Rats des Kantons Graubünden, kein Hinweis zu finden, dass beabsichtigt gewesen wäre, für das vorliegend zur Diskussion stehende Verfahren andere Verfahrensvorschriften als
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jene der Zivilprozessordnung zur Anwendung zu bringen. Folglich sind die Bestimmungen der eidgenössischen ZPO - als subsidiäres kantonales Recht - anwendbar (vgl. Entscheid der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts von Graubünden KSK 15 21 vom 5. Mai 2015, E. 1.c).
Prozessual gesehen stellt die Ausstellung beziehungsweise die Ablehnung der Ausstellung einer Erbbescheinigung eine vorsorgliche Massnahme dar (Martin Karrer/Nedim Peter Vogt/Daniel Leu, in: Honsell /Vogt /Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch II, 5. Aufl., Basel 2015, N 10 zu Vor Art. 551-559 ZGB; Entscheid der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 15 59 und ZK1 15 60 vom 13. August 2015 E. 1.a).
b) Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sind nach Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO mit Berufung anfechtbar. Zu beachten ist, dass in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der Streitwert mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Erbrechtliche Angelegenheiten gelten nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ihrer Natur nach als vermögensrechtlich (vgl. BGE 135 III 578 E. 6; Urteile des Bundesgerichts 5A_396/2010 vom 22. Oktober 2010 E. 2.1.1 und 5A_257/2009 vom 26 Oktober 2009 E. 1.3; vgl. auch Entscheid der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 15 59 und ZK1 15 60 vom 13. August 2015 E. 1.b).

## Considerations