# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 587f44e5-ddc6-43c5-b6fd-ea0b75ca9b08
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._ arbeitete seit 10. Oktober 2014 im B._, O.1_, als Receptionistin/Allrounderin. Ab 23. Januar 2017 konnte sie ihrer Arbeit krankheitsbedingt nicht mehr nachgehen. In der Folge entstanden zwischen den Parteien Differenzen über Ausstände aus dem Arbeitsvertrag.
B. Am 5. September 2017 gelangte A._ an das Vermittleramt Engiadina Bassa/Val Müstair und reichte gegen die B._ eine Forderungsklage in der Höhe von CHF 14'679.05 ein, die sie mit nicht bezogenen Ferien-, Frei- und Feiertagen sowie mit ausstehenden Lohnzahlungen begründete. Ausserdem verlangte sie die Ausstellung eines Vollzeugnisses sowie eine Arbeitsbestätigung. Nach erfolgloser Schlichtungsverhandlung prosequierte A._ am 13./15. Januar 2018 ihre Klage an das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair. Sie stellte im Wesentlichen identische Rechtsbegehren, wobei sie ihre Geldforderung auf CHF 16'844.46 erhöhte.
C. Am 28. Dezember 2018 respektive 8. Januar 2019 unterzeichneten die Parteien folgende Vereinbarung:
Vereinbarung
1. Die Beklagte bezahlt der Klägerin einen Betrag von CHF 11'000.00 netto.
2. Dieser Betrag ist bis zum 04.01.2019 auf das Konto der Klägerin zu überweisen.
3. Die Beklagte wird für den Betrag von CHF 11'000.00 netto die notwendigen Sozialleistungen abrechnen und stellt der Beklagten bis zum 31.01.2019 eine entsprechende Abrechnung zu. Im Weiteren stellt die Beklagte der Klägerin bis Ende Januar 2019 einen Lohnausweis zu.
4. Mit Erledigung dieser Punkte erklären sich die Parteien als per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt.
5. Nach Eingang des oben erwähnten Betrages von CHF 11'000.00 zieht die Klägerin umgehend die Klage beim Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair (Prozess-Nr. 115-2018-3) zurück. Der Gerichtspräsident wird gleichzeitig gebeten, dieses Verfahren infolge Abschluss eines Vergleiches abzuschreiben und die notwendigen Parteientschädigungen von Amtes wegen, nach Massgabe der gesetzlichen Vorgaben und nach pflichtgemässem Ermessen festzulegen.
6. Dieser Vergleich wird dreifach ausgefertigt, je ein Exemplar für die Parteien und eines für das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair.
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D. Nicht einigen konnten sich die Parteien über die Parteientschädigung, weshalb sie den Regionalgerichtspräsidenten darum ersuchten, diese von Amtes wegen, nach Massgabe der gesetzlichen Vorgaben und nach pflichtgemässem Ermessen festzulegen.
E. Mit Schreiben vom 14. Januar 2019 reichte die klagende Partei eine Honorarnote von insgesamt CHF 11'605.85 ein (38.25 Stunden à CHF 280.00). Sie beantragte, die Kosten vollumfänglich, eventuell zu 3⁄4 der beklagten Partei aufzuerlegen. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die Parteien hätten den Streitwert auf CHF 14'679.05 festgelegt. Sie sei mit ihrer Forderung im Umfang von CHF 11'000.00, somit zu 3⁄4 durchgedrungen. Auch der restliche Viertel der Kosten sei der Beklagten aufzuerlegen, da diese die Klage dem Grundsatz nach anerkannt habe.
F. Die Beklagte reichte ihrerseits mit Schreiben vom 28. Januar 2019 (Akten Regionalgericht, act. I./6) zwei Honorarnoten von CHF 8'641.50 (32 Stunden à CHF 250.00 zuzüglich Spesen und MwSt.) und CHF 3'529.05 (13 Stunden à CHF 250.00 zuzüglich Spesen und MwSt.) ein. Sie beantragte, die Parteientschädigungen seien wettzuschlagen (Schreiben vom 28. Januar 2019, S. 2 i.f.). Zur Begründung verwies sie auf Ziff. 5 der abgeschlossenen Vereinbarung und führte aus, die Klägerin habe ihre Klage zurückgezogen, weshalb ihr die ausseramtlichen Kosten überbunden werden müssten. Grundsätzlich hätten die Parteien aber einen Vergleich abgeschlossen. Demzufolge habe jede Partei ihre Anwaltskosten selbst zu tragen. Die Parteientschädigungen seien daher wettzuschlagen.
G. Mit Abschreibungsentscheid vom 19. Februar 2019 erkannte das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair was folgt:
1. Das Verfahren Proz. Nr. 115-2018-3 wird infolge Rückzugs als erledigt abgeschrieben.
2. Die Kosten des Verfahrens von CHF 1'500.00 verbleiben beim Kanton Graubünden.
3. Die klagende Partei hat die beklagte Partei mit CHF 8'641.50 inkl. Spesen und MWST ausseramtlich zu entschädigen. Der unentgeltliche Rechtsbeistand der klagenden Partei wird - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden gemäss separatem Kostenentscheid entschädigt.

## Considerations