# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c2f2beb6-1ba9-5cf1-8d2d-c6ad5f4e6f6c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X._
war bei der
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet und damit bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 2
4.
August 2017 fuhr ihm, als er mit seinem Fahrzeug vor einem Fussgängerstreifen
anhielt
, ein nachfolgendes Auto ins Heck
(
Urk.
7/
1
,
Urk.
7/49 S. 1)
. Der erstbehandelnde
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte
eine HWS-Distorsion infolge Auffahr
unfall vom 24. August 2017 (
Urk.
7/21; siehe auch
Urk.
7/18).
In der Folge erbrachte die Suva die gesetzlichen Leistungen. Am
6.
Dezember 2017 teilte der Versicherte mit, er unterziehe sich keiner Behandlung mehr und sei wieder voll arbeitsfähig. Gestützt darauf schloss die SUVA den Fall ab (
Urk.
7/33
; siehe auch
Urk.
7/34 S. 2
).
1.2
Nachdem
X._
am
1.
März 2018 eine neue Stelle als Personalbe
rater angetreten hatte, meldete er am 1
5.
März 2018
– unter Hinweis auf eine seit 8. März 2018 bestehende Arbeitsunfähigkeit – einen Rückfall (Urk. 7/35). Mit Verfügung vom 2
6.
April 2018 verneinte die Suva –
angesichts eines fehlenden Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 24. August 2
017 und den gemeldeten Rückfall
beschwerden –
ihre erneute Leistungspflicht
(
Urk.
7/57). Die dagegen nach
mehreren
Fristerstreckungen
erhobene Einsprache des Versi
cherten
vom
1.
Oktober 2018
(
Urk.
7/63, 7/67, 7/69, 7/73 und 7/75)
wies sie mit Entscheid vom 1
7.
Januar 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Januar 2019 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte mit Eingabe vom 1
4.
Februar 2019 Beschwerde und beantragte sinnge
mäss, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
März 2019 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Nachdem das hiesige Gericht mit Verfügung vom 2
5.
März 2019 einen zweiten Schriftenwechsel angeordnet hatte (
Urk.
9), reichte der Beschwerdeführer das
Einspracheschreiben
vom
1.
Oktober 2018 ein (
Urk.
11).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (
Urk.
13).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ein Rückfall wird definiert als das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, welche zu ärztlicher Behandlung und/oder zu (weiterer) Arbeitsunfä
higkeit führt
.
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher
Leistungen zur Diskussion steht (
Art.
124
der Verordnung über die Unfallversicherung [
UVV
]
). Erlässt der Versi
cherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jeden
falls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt. Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behand
lungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rah
men einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit güns
tigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem still
schweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert ver
laufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalles und nicht unter demjenigen eines Rückfalles zu prüfen,
wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetreten
en Beschwerden gelitten hat
beziehungsweise,
wenn Brückensymptome
gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_185/2008 vom 1
7.
Dezember 2008 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam
menhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anfor
derungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusam
menhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versi
cherten Person aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brücken
symptome gegeben sind
(Urteil des Bundesgerichts
8C_113/2010 vom
7.
Juli 2010 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V
177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
ri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U
442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U
256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre erneute Leistungspflicht damit,
dass
die von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Neurologie, nach der Untersuchung vom 11. April 2018 gestellte Diagnose einer chronischen Migräne nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sei.
Nach Prüfung der massgeblichen Kriterien sei zu
dem
die Adäquanz der Beschwerde
n ohnehin
zu verneinen
(
Urk.
2 S. 4 ff.).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort
gab die Beschwerdegegnerin an
,
aus dem neurologi
schen Abklärungsbericht vom 11.
April 2018 gehe hervor, dass der Beschwerdeführer circa ab 2009 an alle zwei Monate auftretenden Kopfschmer
zen mit einer Intensität von 4/10 gelitten habe. Damit handle es sich bezüglich dieser Beschwerden um einen unfallfremden Vorzus
tand
. Angesichts der Gege
benhei
ten sei mit Bezug auf das Unfallereignis vom 2
4.
August 2017
allerhöchs
tens von einem sehr leichten HWS-Distorsions-Trauma auszugehen, sodass es von vornherein an einem adäquaten Kausalzusammenhang der geklagten Beschwerden mangle (
Urk.
6 S. 5 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, sowohl sein Hausarzt wie
Dr.
Z._
würden davon ausgehen, dass die nach der Wiederauf
nahme der Arbeit als Personalberater am
1.
März 2018
wieder aufgetretenen Kopfschmerzen auf den Unfall vom 2
4.
August 2017 zurückzuführen seien
. Diese fachärztliche Einschätzung stehe im Widerspruch zum angefochtenen Entscheid, der ohne Untersuchung des Beschwerdeführers erfolgt sei
(
Urk.
1
,
Urk.
11
).
3.
3.1
Dem von
Dr.
Y._
am 2
5.
August 2017 ausgefüllten Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma kann entnom
men werden, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall unter Nackenschmerzen gelitten hat. Sodann sei eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich der Halswirbelsäule zu beobachten (
Urk.
7/18).
3.2
Der nämliche Arzt berichtete am
2.
Oktober 2017, anlässlich der Kontrollunter
suchung vom 2
5.
September 2017 sei erstmals eine deutliche Besserung der Beschwerden
zu beobachten gewesen. Die Nackenschmerzen seien erträglicher und es sei zu einer Schmerzlinderung nachts gekommen.
Einzig die Kopfschmer
zen
occipital
hätten sich nicht gebessert. Seines Erachtens sei eine kreisärztliche Untersuchung angezeigt, um dem Beschwerdeführer zu zeigen, dass alle um einen guten Verlauf bemüht seien. Es bestünde vor allem eine psychologische Kompo
nente (
Urk.
7/21).
3.3
Dr.
Y._
attestierte ab 1
3.
November 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/26).
3.4
Am
6.
Dezember 2017 gab der Beschwerdeführer an, dass er in keiner Behandlung mehr stehe (
Urk.
7/33).
3.5
Nachdem der Beschwerdeführer
Dr.
Y._
am 1
2.
März 2018 konsultiert hatte,
diagnostizierte
dieser
posttraumatische
chronifizierte
Spannungskopfschmerzen im Sinne eines
zervikozephalen
Schmerzsyndroms. Der Versicherte habe am 1. März 2018 seine Arb
eit
wieder aufgenommen
und
nach wenigen Tagen stärkste Kopfschmerzen entwickelt. Er habe schon vorher unter anhaltenden Kopfschmerzen gelitten
. Die Befunde seien die gleichen wie im Oktober 201
7.
Dr.
Y._
schrieb den Beschwerdeführer ab
8.
März 2018
wieder zu 100
%
arbeitsunfäh
ig (
Bericht vom
6.
April 2018 [
Urk.
7/46
]
).
3.6
In seinem Überweisungsschreiben an die neurologischen Fachärzte vom 1
4.
März 2018 berichtete
Dr.
Y._
von einem
beim Beschwerdeführer bestehenden
anhaltenden, bereits
chronifizierten
zervikozephalen
Schmerzsyndrom mit ver
mutlich sekundärem Schmerzmittelkopfschmerz
. Seit
1.
März 2018 arbeite der Versicherte in einem Arbeitsvermittlungsbüro und mit diesem «Stress-Job» hätten die Kopfschmerzen stark zugenommen. Er habe schon zuvor starke Kopfschmer
zen gehabt und deshalb regelmässig mindestens einmal bis zweimal täglich
Novalgin
gebraucht.
Er sei selten schmerzfrei gewesen und habe meistens unter den vorbekannten Schmerzen ausstrahlend vom Nacken über die Ohren in die Augen, meist links, selten rechts, gelitten. Aufgrund der Schilderungen gehe er von Spannungskopfschmerzen und
zervikozephalen
Schmerzen aus. Hinweise auf Migräne würden keine bestehen. Aktuell sei eine
Schmerzexazerbation
zu diagnostizieren. Der Beschwerdeführer benötige bis zu sechs Tabletten
Novalgin
täglich (
Urk.
7/44).
3.7
Der den Beschwerdeführer behandelnde Physiotherapeut schilderte am
6.
April 2018, der Versicherte sei sowohl zum Erstbefund wie auch zu einer folgenden Behandlungseinheit zu spät erschienen. Weitere Termine habe er nicht mehr
wahrgenommen. Die Therapie sei aus diesen Grü
nden abgeschlossen worden (Urk.
7/48).
3.8
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom 1
1.
April 2018 die Diagnose eines chro
nisch
zervikozephalen
Schmerzsyndroms mit chronischer Migräne im Anschluss an einen Autounfall am 2
4.
August 2017 (Heckauffahrkollision) bei Status nach Heckauffahrkollisionen 2003 und 200
5.
Er berichtete, die chronische Migräne dürfte beim Beschwerdeführer das eigentliche Hauptproblem
sein.
Im Januar und Februar 2018 habe er eine bessere Phase gehabt mit nur noch mittelstarken Kopf
schmerzen an jedem zweiten Tag. Dazwischen sei er fast kopfschmerzfrei gewe
sen.
Für eine Läsion neuraler Strukturen würden sich anamnestisch und klinisch keine Hinweise ergeben; das zur E
rgänzung vereinbarte MRI der Halswirbelsäule
habe wegen starker Platzangst nicht durchgeführt werden können. Als Akutmedi
kament habe er versuchsweise
Zolmitriptan
oder
Imigran
T50 (je eine Original
packung) abgegeben. Daneben habe er als Migränebasistherapie
Topamax
ver
schrieben
(
Urk.
7/54).
3.9
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, verneinte ohne weitere Begründung am 2
5.
April 2018 sowohl das Vorhandensein von organisch strukturellen Unfallfolgen wie auch einen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorhandenen natürlichen Kausalzu
sammenhang zwischen den rückfallweise geklagten Beschwerden und dem Unfall von 2017 (
Urk.
7/55).
3.10
In einem an
Dr.
Y._
adressierten Mail gab
Dr.
Z._
an, die Beschwerden des Versicherten, einschliesslich der Migräne, seien unfallbedingt, da diese sehr typisch seien (
Urk.
7/75
S. 8
).
3.11
Dr.
Z._
berichtete am 1
6.
Juli 2018 über die am
4.
Mai, 3
1.
Mai und 1
3.
Juli 2018 stattgefundenen Verlaufskontrollen. Unter
Topamax
sei bis Ende Juni/anfangs Juli eine weitgehende Remission der Migräne eingetreten. Die Arbeitsunfähigkeit habe ab
2.
Mai auf 50
%
reduziert werden können und ab 1. August liege keine mehr vor. Bei neuen Migräneattacken sei weiterhin
Imigran
T50 einzunehmen; ansonsten könne vorderhand der weitere Spontanverlauf abgewartet werden (
Urk.
7/71).
3.12
In seiner Beurteilung vom 1
8.
Oktober 2018 gab
Dr.
A._
an, die von
Dr.
Z._
diagnostizierte, das Hauptproblem bildende chronische Migräne sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal.
Die rückfallweise geklagten Beschwerden stünden deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Organisch-strukturelle Unfallfolgen
hätten sich nicht nachweisen lassen, da beim Beschwerdeführer trotz
intravenöser Gabe von
Dormicum
eine MRI der HWS nicht habe durchgeführt werden können (
Urk.
7/78 S. 3).
3.13
Der
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens abgegebenen
ergänzenden Beurteilung von
Dr.
A._
vom
5.
März 2019
(
Urk.
8 S. 11 ff.)
kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2003 und 2005 Heckauffahrkollisionen und 2013, 2014, 2015 und 2016
Sturzunfälle erlitten hat. In allen Schadenfällen sei es an der Wirbelsäule zu Prellungen gekommen. Bildgebend habe bei keinem Schadenfall eine überwiegend wahrscheinliche unfallkausale Pathologie darge
stellt werden können.
Erstmalig sei die Diagnose «chronische Migräne» von
Dr.
Z._
am 1
1.
April 2018 und damit 15 Jahre nach dem ersten Ereignis mit Mitbeteiligung der Halswirbelsäule gestellt worden. Eine Begründung der Unfall
kausalität der Migräne zum Ereignis vom 2
4.
August 2017 sei nicht dokumentiert worden.
Nach den Berichten von
Dr.
Z._
müsse entweder davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seit 2003 an chronischer Migräne leide und die Migräne im Rahmen des Rehaklinik-Aufenthalts 2007, der Untersuchungen an der Abteilung für Rheumatologie und an der Abteilung für Neurologie des Universitätsspitals
B._
nicht diagnostiziert oder dass beim Versicherten am 1
0.
April 2018 die Erstdiagnose einer chronischen Migräne gestellt worden sei. Überwiegend wahrscheinlich handle es sich um die Erstmanifestation der Krank
heit im März 201
8.
Aus dem Bericht vom 1
6.
Juli 2018 der Praxis für Neurologie gehe hervor, dass der Beschwerdeführer gut auf ein Medikament zur Akuttherapie der Migräne und
des Cluster-Kopfschmerzes angesprochen habe. Er sei im Verlauf von April bis Juli 2017
(richtig: 2018)
durch die Migräne-Therapie praktisch kopf
schmerzfrei geworden. Die im April 2018 erstmalig diagnostizierte chronische Migräne könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom 2
4.
August 2017 oder eine der zuvor stattgefundenen Ereignisse mit Beteiligung der Halswirbelsäule zurückgeführt
werden. Da zu keinem Zeitpunkt strukturelle Läsionen an der Halswirbelsäule festgestellt worden seien und die Migräne eine neurologische Krankheit darstelle, unter der rund 10
%
der Bevölkerung leide, sei überwie
gend wahrscheinlich davon auszugehen, dass beim Versicherten ab Rück
falldatum vom
8.
März 2018 die Krankheit Migräne aufgetreten sei. Das ausge
zeichnete Ansprechen auf die Therapie und die dadurch eingetretene Beschwer
defreiheit erlaube den Rückschluss auf das Auftreten der neurologischen Krankheit im zeitfernen Abstand zum Ereignis vom 2
4.
August 201
7.
Die anamnestisch über Jahre vorliegenden
syndromalen
Beschwerden, die fehlende Remission bei fehlenden strukturellen Läsionen trotz intensivem therapeutischen Einsatz bei zum Teil nie begründeter fehlender Co
mpliance würden die differentialdiagnos
tische Überlegung, inwiefern eine chronische Schmerzstörung vorliege, erlauben. Diese Diagnose sei nach längerer Beobachtung des Verlaufs in
einem Arztbericht von September 2007 erwähnt worden. Der Hausarzt,
Dr.
Z._
und die behan
delnden Spitäler hätten diese Differentialdiagnose nie diskutiert
. Beim Beschwer
deführer – so der Kreisarzt abschliessend – würden überwiegend wahrscheinlich zwei Beschwerdebilder vorliegen:
-
das chronische
zervikozephale
Schmerzsyndrom, eine anhaltende soma
toforme Schmerzstörung, welche durch das Ereignis vom 2
4.
August 2017 vorübergehend verschlimmert worden sei. Der Status quo sine sei nach vier Monaten erreicht gewesen. Am 1
3.
November 2017 sei der Beschwer
deführer wieder 100
%
arbeitsfähig gewesen.
-
Die Krankheit chronische Migräne mit Erstmanifestation am
8.
März 2018, welche durch die medikamentöse Migräne-Therapie Anfang Juli in Remission
getreten sei
.
4.
Angesichts der Gegebenheiten
ist von einem vergleichsweise harmlosen Auffahr
unfall auszugehen. So
konnte der Beschwerdeführer nach dem Ereignis sein Fahr
zeug
– in dem die Airbags nicht ausgelöst wurden –
auf einen Parkplatz lenken, mit dem Unfallverursacher die Formalitäten erledigen und anschliessend nach Hause fahren (
Urk.
7/49
S. 1
).
Eine sofortige ärztliche Behandlung war nicht nötig; seinen Hausarzt hat der Versicherte erst am darauffolgenden Tag aufge
sucht (
Urk.
7/18 S. 1). Es
wurde kein
Polizeirapport erstellt
und
es wurden keine Schäden an den Personenwagen bildlich festgehalten
(
Urk.
7/
12)
. Anlässlich der einen Monat nach dem Unfall erfolgten ärztlichen Kontrolle konnte
bereits
eine deutliche Besserung
der Beschwerden
festgestellt werden
(Urk. 7/21).
Ende Okto
ber 2017 f
and die letzte Konsultation beim
Hausarzt statt
, bei der noch leichte
zervikozephale
Schmerzen vorhanden waren
; weitere
Konsultationstermine
wurden vom Beschwerdeführer abgesagt (
Urk.
7/44 S. 1). Ab 13. November 2017 bestand wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/26)
und der
Versicherte bean
tragte wieder Leistungen der Arbeitslosenversicherung
(Urk. 7/49 S. 1)
.
Bis am 1
2.
März 2018 (
Urk.
7/44 S. 1) stand er in keiner ärztlichen Behandlung mehr und nebst der Einnahme von Medikamenten unterzog er sich keinen Therapien (
Urk.
7/49 S. 1).
Vor diesem Hintergrund und mangels ärz
tlicher Berichte, auf
grund derer
auf Brückensymptome
– der Beschwerdeführer berichtete sowohl in seiner Einsprache wie auch der Beschwerde von erst im Zusammenhang mit der Arbeitsaufnahme im März 2018 wieder aufgetretenen Kopfschmerzen
(
Urk.
1 und
Urk.
7/75 S. 3)
– geschlossen
werden könnte
, ist
nicht zu be
an
standen, dass die Beschwerdegegnerin ihre erneute Leistungspflicht nicht mehr im Rahmen des Grundfalls, sondern unter dem Blickwinkel eines Rückfalls prüfte, zumal auch der Beschwerdeführer selbst einen Rückfall meldete.
Daran ändert nicht
s
, dass der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und der erneuten Konsultation des Haus
arztes nur etwa 4.5 Monate betrug.
5.
5.1
Ob die
als
Hauptproblem
bestehende chronische Migräne (
Urk.
7/54 und
Urk.
8
S. 12 f.
) sich erstmals
im März 2018 manifestiert hat und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 2
4.
August 2017 zurückgeführt werden kann, wie es Kreisarzt
Dr.
A._
in seiner Beurteilung vom
5.
März 2019 nach
vollziehbar darlegte (
Urk.
8 S. 13), oder ob das Unfallereignis zumindest als Teilursache
für die Rückfallbeschwerden
zu betrachten ist, wie es die behandeln
den Ärzte
unter Hinweis auf die Figur «
post
hoc ergo
propter
hoc»
annahmen, was rechtsprechungsgemäss für die Annahme einer natürlichen Kausalität indes nicht genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
),
kann
– wie nachfolgend zu zeigen ist –
offen bleiben, fehlt es jedenfalls am adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom August 2017
.
5.2
Dr.
Y._
konnte beim Beschwerdeführer keine neurologischen Ausfälle feststel
len (
Urk.
7/21 und
Urk.
7/44
S. 1
).
Dr.
Z._
berichtete am 1
1.
April 2018, dass sich für eine Läsion neuraler Strukturen anamnestisch und klinisch keine Hinweise gezeigt hätten
(
Urk.
7/54
S. 2
). Gestützt darauf ist festzuhalten, dass der Migräne kein organisch nachweisbares unfallbedingtes Substrat zugrunde liegt.
Daran ändert auch der Umstand, dass das einzig zur Ergänzung der ärztlichen Feststellungen vorgesehene MRI der Halswirbelsäule wegen starker Platzangst des Beschwerdeführers nicht durchgeführt werden konnte (vgl.
Urk.
7/54
S.
2
).
Liegt damit keine
organisch objektiv ausgewiesene
Unfallfolge vor, schliesst das zwar die natürliche Unfallkausalität der bestehenden Beschwerden nicht aus. Anders als bei einem klaren unfallbedingten organischen Korrelat kann der adäquate Kausalzusammenhang aber nicht ohne besondere Prüfung bejaht
werden. Ergibt sich
hiebei
, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (
Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3
mit weiteren Hinweisen).
5.3
5.3.1
Die Beschwerdegegner
in stufte
den Unfall im
Einspracheentscheid
als mittel
schweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend
ein
(
Urk.
2 S.
7).
Angesichts
der Angaben zum augenfälligen Geschehensablauf lässt sich diese Qualifikation vertreten
(vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_749/2010 vom
6.
Januar 2011 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen)
, wobei aber auch für die Annahme, dass sich eher bescheidene Kräfte ausgewirkt haben dürf
ten, Indizien vorliegen, was zu einer Einreihung bei den l
eichten Unfällen geführt hätte.
5.3.2
Angesichts der beim Beschwerdeführer aufgetretenen Gesundheitsstörungen hat die Beschwerdegegnerin die
Unfalladäquanz
zu Recht nach der sogenannten Psycho-
Praxis
(vgl. E. 1.5
hievor
) geprüft.
Bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen muss für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs entweder ein einzelnes der in die Beurteilung einzubezie
henden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt oder es müssten min
destens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_749/2010 vom
6.
Januar 2011 E. 6.3 mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat hinsichtlich des Unfalls vom 2
4.
August 2017
die sieben Adäquanzkriterien (vgl. dazu E. 1.5
hievor
) geprüft und zutref
fend dargelegt, wieso keines davon erfüllt ist (Urk.
2 S.
7
E. 4.5
). Die diesbezüg
lichen Ausführungen wurden vom Beschwerdeführer denn auch nicht in Frage gestellt, weshalb darauf verwiesen werden kann. Beim gegebenen Schweregrad des Auffahrunfalls genügt dies nicht für die Bejahung der Adäquanz.
Zu ergänzen bleibt, dass auch die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
, die in der Regel für die versicherte Person günstiger ist als die Psycho-Praxis,
zu keinem anderen Ergebnis führen würde.
6.
Nach dem Gesagten ergibt sich
, dass die adäquate Unfallkausalität zwischen dem Ereignis vom 2
4.
August 2017 und den ab 1
2.
März 2018 behandelten Gesund
heitsstörungen zu verneinen ist. Die Beschwerdegegnerin hat demnach ihre erneute Leistungspflicht zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.