# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 919cd2ab-827d-4d8d-95e7-41859ac3cf25
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Bankruptcy

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die A._ AG betrieb B._ beim damals zuständigen Betreibungsamt der Region Landquart. Der in der entsprechenden Betreibung (Nr. _) ausgestellte Zahlungsbefehl datiert vom 24. Februar 2020 und wurde B._ am 7. Mai 2020 zugestellt.
B. Mit Eingabe vom 1. September 2020 ersuchte die A._ AG um Fortsetzung ihrer Betreibung (PR._ [recte wohl Nr. _]) gegen B._ via eSchKG-Verbund und reichte dem infolge Wohnsitzwechsels von B._ neu zuständigen Betreibungsamt der Region Plessur über das gleiche Tool eine elektronische Kopie des Zahlungsbefehls als Beilage (inklusive elektronischer Signatur) ein.
C. Mit Verfügung vom 14. September 2020 wies das Betreibungsamt der Region Plessur das Gesuch ab.
D. Die A._ AG (nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten durch Mitarbeiter ihrer Abteilung C._, liess dagegen beim Kantonsgericht von Graubünden mit Eingabe vom 16. September 2020 Beschwerde gemäss Art. 17 ff. SchKG erheben mit den folgenden Anträgen:
1. Das Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur in Chur sei zu verpflichten, die für die Betreibung notwendigen Schritte anhand zu nehmen und die Pfändungsurkunde auszustellen.
2. Die im Zusammenhang mit der Rückweisung vom 14.09.2020 verlegten Kosten seien aufzuheben.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Betreibungs- und Konkursamtes Plessur in Chur.
E. Mit Schreiben vom 29. September 2020 nahm das Betreibungsamt der Region Plessur zur Beschwerde Stellung. Diesem lässt sich kein Antrag auf Gutheissung bzw. Abweisung der Beschwerde entnehmen. Stattdessen wird darin ein eigenständiger Antrag wie folgt formuliert:
Es ist zu prüfen, ob die Verordnung EJPD über die elektronische Übermittlung im Bereich Schuldbetreibung und Konkurs (SR.281.112.1) und die teilweise darin enthaltenen "Muss-Vorgaben" für die Betreibungsämter rechtsverbindlich sind.
F. B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) liess sich zur Sache nicht vernehmen.
3 / 11
II. Erwägungen
1. Die formellen Eintretensvoraussetzungen von Art. 17 ff. SchKG geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die aufsichtsrechtliche Beschwerde ist einzutreten.
2. Das Verfahren der Aufsichtsbeschwerde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen gemäss Art. 17 ff. SchKG richtet sich nach den Bestimmungen von Art. 20a Abs. 2 SchKG. Soweit Art. 20a Abs. 2 SchKG keine Bestimmungen enthält, regeln die Kantone das Verfahren (vgl. Art. 20a Abs. 3 SchKG). Die Aufsichtsbehörde hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG) und holt die nötigen Vernehmlassungen ein (Art. 17 Abs. 2 des Einführungsgesetzes über Schuldbetreibung- und Konkurs [EGzSchKG; BR 220.000]). Sie würdigt die Beweise frei, darf aber unter Vorbehalt von Art. 22 SchKG nicht über die Anträge der Parteien hinausgehen (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 3 SchKG). Ein Parteivortritt findet nicht statt (Art. 17 Abs. 3 EGzSchKG). Im Übrigen finden die Bestimmungen der ZPO subsidiär – als kantonales Verfahrensrecht (Urteil des Bundesgerichts 5A_44/2013 vom 25. April 2013, E. 2 ff.) – Anwendung. Das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG); Parteientschädigungen werden keine gesprochen (Art. 62 Abs. 2 Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs [GebVSchKG; SR 281.35] i.V.m. Art. 19 EGzSchKG).
3.1. Das Betreibungsamt der Region Plessur begründete die Rückweisung des Fortsetzungsbegehrens wie folgt (vgl. act. B.1):
[...]
Ihrem Fortsetzungsbegehren können wir aus folgendem Grund nicht entsprechen:
Fortsetzungsbegehren gestützt auf einen elektronisch angefügten Zahlungsbefehl werden nicht bearbeiten. Auf diesem Zahlungsbefehl ist nicht vermerkt, ob ein Rechtsvorschlag erhoben wurde oder nicht (Art. 76 Abs. 1 SchKG). Im Weiteren kann das Betreibungsamt von einem Gläubiger verlangen, dass eine elektronische Eingabe nachträglich in Papierform eingereicht werden muss (Art. 33a Abs. 3 SchKG).
Sobald die Gesetzesgrundlage vorhanden ist und die Zahlungsbefehle über alle benötigten Merkmale verfügen, werden wir die Fortsetzungsbegehren ohne "Original" Zahlungsbefehl entgegennehmen.
Auf Entscheide die nicht vom Bundesgericht erlassen wurden, stützen wir uns nur, wenn wir diese auch wirklich vertreten können.
Unserer Aufforderung den Original-Zahlungsbefehl einzureichen sind sie bis heute nicht nachgekommen.

## Considerations