# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e43195b3-c1a1-48ca-be74-2d7b4727cefd
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
war nach einer Tätigkeit als Informa
tiker seit dem
1.
Mai 2013 arbeitslo
s
.
Am
9.
Mai 2015
meldete er sich unter Hinweis auf
ein am 1
5.
November 2013 erlittenes Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/3
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess den Versicherten
insbe
sondere
durch die
Y._
polydisziplinär
(allgemeininternistisch, neurologisch, orthopädisch und psy
chiatrisch)
begutachten (Expertise vom
2
9.
März 2016
, ergänzt am 30. Juni 2016
;
Urk.
6/47
und 6/58
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/
61 und
Urk.
6/63
) wies sie das
Leistungs
begehren mit Verfügung vom
2.
Dezember 2016
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
1.
Januar 2017
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss die
Zusprechung
einer IV-Rente
.
Am 2
0.
Februar 2017
(Urk.
5
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwer
deführer nahm dazu mit Eingabe vom 1
1.
März 2017 Stellung (
Urk.
8) und reichte am
4.
April 2017 (
Urk.
11) einen Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Chirur
gie
FMH
, vom
2
8.
März 2017 (
Urk.
12) ein
, was de
r
Beschwerdegegnerin
am 1
5.
Mai 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
13
).
3.
Die Suva
hatte ihre Leistungen mit
Einspracheentscheid
vom
4.
Oktober 2016 per 2
1.
Juni 2016 eingestellt und
d
en Anspruch auf weitere V
ersicherungsleistungen verneint.
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Ge
richts vom heutigen Datum abgewiesen (Prozess Nr.
UV.2016.
00
236
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene lei
stungsabweisende Ver
fügung vom
2.
Dezember 2016
(Urk. 2) damit, dass
eine längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit nicht nachgewiesen sei. Es bestehe kein Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
5
) hielt sie ergänzend fest,
gemäss dem Gut
achten der
Y._
vom 2
9.
März 2016 sei der Beschwerdeführer spätestens vier Wochen nach dem Unfall sowohl in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit
wieder
zu 100
%
arbeitsfähig
gewesen
.
Darauf sei abzu
stellen. Dass die Suva ein halbes Jahr zuvor auf ihren Einstellungsentscheid zu
rückgekommen sei und
erneut
Leistungen ausgerichtet habe, ändere daran nichts.
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
seit dem 1
8.
November 2013 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit lückenlos dokumentiert. Die Suva habe ihm denn auch wegen
seiner Erwerbsunfähigkeit bis am 2
0.
Juni 2016 Taggelder
ausgerichtet
(S. 1-3)
.
Im Laufe des Verfahrens ergänzte er, auf das eingeholte Gutachten
könne
- aus näher dargelegten Gründen - nicht abgestellt werden (
Urk.
8 S 1-
5
).
3.
3.1
Dr.
A._
stellte
in ihrem Bericht vom
9.
Dezember 2013
(Urk. 6/10/186-188)
die Diagnose eines
kranio
-zervikalen Beschleunigungs
traumas
Grad I
QTF und führte über die drei Tage nach dem Auffahrunfall vom 1
5.
November am 18. November 2013 erfolgte Erstkonsultation aus, der Kopf des Beschwerdefüh
rers sei aufgrund der Heckkollision an der Kopfstütze ange
prallt, die Kopfstel
lung sei gerade gewesen, er sei in aufrechter Sitzposition ge
wesen, der Airbag sei weder bei ihm noch beim Unfallverursacher ausgelöst worden und er habe nach dem Unfall mit seinem Fahrzeug weiterfahren und die von ihm geplanten Tätigkeiten verrichten können (S. 1). Er habe sofort Kopf- und Nackenschmer
zen und ein Schwindelgefühl, jedoch keine weiteren Symp
tome verspürt. Im Juni 2001 habe er bereits einen Unfall mit Halswirbelsäulen (HWS)-Beteiligung erlitten. Die Flexion, Linksdrehung und Seitneigung links würden als schmerz
haft bezeichnet, auch bestehe ein Druckschmerz im linken Nackenbereich (S. 2). Äussere Verletzungen habe er keine aufgewiesen (S. 3).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Radiologie, vom
C._
, beurteilte das
MRI
des
kraniocervikalen
Übergangs und der HWS sowie
das
Röntgen der HWS vom 1
9.
November 2014 (
Urk.
6
/
10/71 f.
) wie folgt:
„
Schmerzbedingt eingeschränkte Rotation im Kopfgelenk. Überzeugende Hin
weise auf eine Instabilität oder Läsionen der Kopfgelenkbänder liegen nicht vor. Multisegmentale
Spondylarthrose
, aktiviert und zunehmend v.a. bei C3/4 links. Mediale
Diskusprotrusion
C2/
3.
Mässig ausgeprägte
Osteochondrose
und deutli
che
Unkarthrose
C5/6 mit
osteogener
Einengung des rechten
Neuroforamens
.
Breit
basige
Diskusprotrusion
C6/7, v.a. links
mediolateral
und
intraforaminal
, verge
sellschaftet mit
Unkarthrose
, dadurch bedingt signifikante Einengung der linken
Neuroforamens
. Die deutliche Rückbildung der Anfang 2014 beschriebe
nen
Diskushernien C2/3 und C6/7 deutet darauf hin, dass beide zum gleichen Zeit
punkt gegen Ende 2013 entstanden sein müssen, d.h. im Zusammenhang mit dem anamnestisch bekannten Unfall. Alle übrigen beschriebenen Patholo
gien sind unspezifisch, d.h., sie können sowohl traumatischen aus auch degene
rativen Ursprungs sein.
“
3.
3
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 2
5.
November 2014 (
Urk.
6/10/75-77) die Diagnose eines schweren
cervico-cephalen
Schmerzsyndroms bei Status nach Beschleunigungstrauma der HWS und führte aus, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall gesund, voll leistungs
fähig und ausserordentlich sportlich gewesen (S. 1 f.). Es bestehe eine erhebliche Bewegungseinschränkung der
HWS
mit
palpatorisch
verdickter,
druckdolenter
sowie tonisierter Nacken- und Schultermuskulatur. Neurologische Ausfälle be
st
ü
nden keine.
Dem MRI vom 2
8.
März 2014 entnehme er, dass
Traumafolgen
sichtbar seien in Form einer ödematösen Reizreaktion der Pars
articularis
der
Pedikel
am Facettengelenk HWK3/4 links mit auch leichter ödematöser Weich
teilreaktion.
Die klinische Untersuchung habe keine Hinweise für eine zervikale Kompressionsmyelopathie ergeben. Auch hätten sich keine Hinweise für eine re
levante Läsion einer zervikalen Wurzel ergeben. Die beschriebenen möglichen Kompressionen der Wurzel C6 rechts und der Wurzel C7 links hätten somit vor
läufig keine relevante Läsion dieser Wurzeln zur Folge (S. 2 f.).
3.
4
Dr.
Z._
führte im Bericht vom
3.
Dezember 2014 aus (
Urk.
6/10/68-70), der Beschwerdeführer leide seit dem Unfall an ständigen Nacken- und Kopf
schmerzen mit Schmerzausstrahlungen in die linke Schulter, den linken Arm bis in die linke Hand, oftmals begleitet von Parästhesien. Im Verlauf seien immer häufiger
Schwankschwindel
hinzugekommen, ferner neuropsychologische Defi
zite mit Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, er
höhte Ermüdbarkeit, erhöhte Reizbarkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Trotz einer über Monate intensiven konservativen Behandlung mit insbesondere Physiotherapie habe sich keine Besserung ergeben, die Be
schwerden würden nun seit rund einem Jahr persistieren (S. 1). Insgesamt hand
le es sich um ein schweres
cervicocephales
Beschwerdebild, welches traumatisch entstanden sei bei einem prätraumatisch gesunden, beschwerdefreien und sehr sportlichen Beschwerdeführer. Insgesamt müsse von einer degenerativen Vor
schädigung der HWS ausgegangen werden, obwohl er völlig beschwerdefrei gewesen sei vor dem Unfall. Es handle sich somit um aktivierte prätraumatische Veränderungen ohne neurologische Läsion. Seit dem Unfall und bis auf weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 f.).
3
.5
Der den Beschwerdeführer nach dem Sturz vom 2
1.
Juni 2015 am 2
3.
Juni 2015 erstuntersuchende
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 2
6.
August 2015 (Urk.
6/28/25 f.
) die Diagnose eines Status nach Präsynkope mit Beinschwäche links und Sturz zu Boden. Die Ursache der akut aufgetretenen Beinschwäche, vor allem des linken Beins, bleibe vorerst unklar. Differenzialdiagnostisch stehe eine transient-ischämische Attacke im Vordergrund, neurologisch habe aller
dings keine entsprechende Perfusionsstörung gefunden werden können. Ange
sichts der vorbestehenden Schmerzen bestehe auch die Möglichkeit eines Gefässspasmus. Der Sturz habe eine Verschlechterung des vorbestandenen
cervicocephalen
Beschwerdebildes bewirkt, so dass der Befund praktisch identisch sei mit demjenigen nach dem Unfall vom 1
5.
November 201
3.
Unter konserva
tiver Behandlung und bei regelmässigen Spaziergängen hätten sich die Be
schwerden im Laufe des Monats Juli gebessert.
Der Beschwerdeführer
sei wei
terhin zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.
6
Zum MRI der
HWS
, des
cerviko
-thorakalen Übergangs und des
kraniozervikalen
Übergangs vom 2
5.
September 2015 (
Urk.
6/28/8
) gab
Dr.
med.
E._
, Fachärztin
FMH
Radiologie und Neuroradiologie, vom
F._
,
folgende Beurteilung ab:
„
Persistierende T2w Hyperintensität (im Sinne eines Methämoglobinrestes) im Bereich des
anterioren
Anulus
fibrosus
des
Dis
cus
intervertebralis
auf Höhe C4/C5 als Hinweis auf einen Extensionsverlet
zung-bedingten
anterioren
Anulusriss
. Kontinuierlich
regrediente
, weiterhin nachvollziehbare Flüssigkeits
ansammlung im Bereich des Nucleus
pulposus
des
Discus
articularis
auf Höhe C5/C6 als mögliche
traumabedingte
Veränderung. Kontinuierlich progrediente und aktivierte
Facette
ngelenksarthrose C3/C4 links - Ä
tiologie undefinierbar (DD degenerativ-, DD Trauma-bedingt). Progrediente
Osteochondrose
Typ
Modic
1 C6/C7 - Ätiologie undefinierbar.
Regredien
t
e
links
recessale
Diskushernie C6/C7.
“
3.
7
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Innere Medizin und Hämato
logie/Onkol
o
gie, von der
Y._
stellten in ihrem Gutachten vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
6/47
/1-52
)
keine Diagnosen mit und
folgende Diagnosen
ohne
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
12
):
-
Chronisches
cervicocephales
und
cervicobrachiales
Syndrom ohne
radikuläre
Ausfälle und deutlich demonstrierter Funktionseinschränkung
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne wesentliche Funkt
ions
einschränkung und ohne
radik
uläre
Defizitsymptomatik
-
Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Dazu führten sie aus,
o
rthopädisch
zeige sich ein fliessendes, sicheres, koordi
niertes Gangbild. Auffallend sei eine deutlich eingeschränkt demonstrierte Beweglichkeit der
HWS
. Auch beim Versuch der passiven Weiterführung der HWS habe der Beschwerdeführer mit einer maximalen muskulären Gegenspannung reagiert. Die isometrischen Anspannungen der HWS-Muskulatur hätten nicht zu einer Schmerzverstärkung geführt. Dagegen seien die Bewegungen zwischen den Untersuchungen in der Exploration als
nicht wesentlich eingeschränkt wahrzunehmen
gewesen
. Die berufliche Tätigkeit des Informatikers sei nicht eingeschränkt,
ebensowenig
seien es
leidensadaptierte Tätigkeiten (S. 13).
Neurologisch sei der heutige Untersuchungsbefund regelrecht. Insbesondere würden sich an den oberen Extremitäten keine
radikulären
Symptome feststel
len lassen. Die ehemals beschriebene medio linkslaterale Diskushernie C6/7 mit Kompression der Wurzel C7
habe
sich
radikulär
klinisch nicht ab
gebildet
. Die Muskulatur des
Beschwerdeführers sei
beidseits gut ausgebildet, das Reflexni
veau seitengleich, Paresen
hätten
keine
bestanden
. Die Nackenmuskulatur
sei
zwar verspannt, aber nicht extrem verspannt. Der Kopf
sei
beweglich, nach links
sei
die Beweglichkeit eingeschränkt, wobei allerdings auch eine aktive Ge
genspannung nach links zu beobachten
sei
. Die Nacken-Schulterverspannung
müsse
eher als leicht bezeichnet werden ohne Hinweis auf
radikuläre
Sympto
me. Die beklagte maximale Schmerzsymptomatik
sei aufgrund dieses neurologi
schen Befundes nicht nachvoll
ziehbar. Zentralneurologisch
sei
der klinische Status ebenfalls völlig unauffällig. Neurologisch
ergebe
sich keine Einschrän
kung für die Arbeitsfähigk
eit (S. 13).
Psychiatrisch
werde
die Verdachtsdiagnose einer somatoformen Schmerzstörung gestellt, dies
habe
jedoch auch keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Klinisch
falle
die deutliche Diskrepanz
zwischen
geklagte
n
Beschwerden und obj
ektivier
bare
n
Befunde
n
im neurologischen Bereich auf. Von daher stell
e
sich die Frage einer somatoformen Schmerzstörung. Diese somatoforme Schmerzstörung
sei
prinzipiell möglich,
bedürfe
jedoch der weiteren Verifizierung. Die Tatsache allein, dass sich organische Befunde und geklagte Beschwerden nicht in Einklang bringen
liessen
, reich
e
für diese Diagnose nicht aus
. A
uch wenn beim
Be
schwerdeführer
eine somatoforme Schmerzstörung vorläge, so besitz
e
er
doch zahlreiche gesunde Persönlichkeitsmerkmale, die es ihm möglich machen
wür
den
, krankhafte zu überwinden. Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit g
ehe
von einer derartigen Diagnose nicht aus. Es sei jedoch nochmals daraufhin hin
gewiesen, dass
er
sich psychisch nicht krank fühle
und
sich nicht in
psych
i
atri
sche fach
ä
rztliche Behandlung
begeben
ha
be.
Psychiatrisch
ergäben
sich keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
(S. 13)
.
Internistisch
würden
sich keine Diagnosen erheben
lassen.
A
us inte
rn
istischer Sicht
sei er
gesund
(S. 13).
Der Beschwerdeführer schone sich teilweise im Alltag, teilweise trage er jedoch auch einen schweren Rucksack wie zur heutigen Untersuchung. Im Gegensatz zu seinem Beschwerdevortrag sei neben der Schonung der Tagesablauf voller Aktivitäten (S. 17).
Er sei
sowohl in seiner angestammten als auch in einer lei
densadaptierten Tätigkeit
seit
spätestens vier Wochen nach dem Unfall vom 1
5.
November 2013
zu 100
%
arbeitsfähig (S. 14).
3.
8
Dr.
Z._
und
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Rheumatologie FMH, vom
K._
,
führten in ihrem Bericht vom 3
0.
März 2016 (
Urk.
6/49
)
folgende Diagnosen auf (S. 1 f.):
-
Status nach schwerem HWS-Distorsionstrauma mit/bei
-
Status nach Auffahrunfall am 1
5.
November 2013
(Delta V 5.7-9.5
km)
-
C2/3 mediane/paramedian rechtsseitige Diskushe
rn
ie mit Duralsack-
Querschnitteinengung auf 10 mm
-
Rechtsbe
t
onte
Spondylarthrose
und
Unkovertebralarthrose
C3/4 mit Ein
engung des
Neuroforamens
re
chts und Tangierung
der Wurzel C4 re
chts.
Progrediente F
acettengelenksarthrose C3/4 links
-
Flachbogige
Hernie
ru
ng
C4/5 mit Duralsack-Querschnitteinengung auf 9 mm und rechtsbe
tonter mässiger
Spondylarthrose
-
O
steochondrose
C5/6 mit rechtsbetonter
Spondylarthrose
und rechtsbe
tonter
Unkovertebralarthrose
. Kompression de
r Wurzel C6 rechts
forami
nal
und Duralsack-Qu
erschnitteinengung auf 9-10 mm
-
Deutlich
e
mediolateral
und
foraminal
link
sseitige Diskushernie C6/7 mit Kompression Wurzel C7 und Duralsack-Querschnitteinengung 9 mm bei leichten
spondylarthrotischen
Veränderungen, in erster Linie degenerativ. MRI 1
9.
November 20
14
Regrediente
Diskushernie C6/7 links
-
Ödeme C4/5 und C5/6 sowie
subc
hondrale
Ödeme Deckplatte C6 links (MRI
8.
Januar
20
14
S
uva 2
3.
Juni 20
15), zunehmend gemäss MRI vom 2
8.
März 20
14
-
C4/5
e
xtensionsverletzungs
bedingter
anteriorer
Anulusriss
.
Regrediente
Flüssigkeitsansammlung im Bereich des
N.
pulposus
des Diskus
articularis
C5/6 als
traumabedingte
Veränderung. Kontinuierlich progrediente und aktivierte Facettengelenksarthrose C3/4 li
nks.
Progrediente
Osteochondro
se
Typ
Modic
1
C6/
7.
Regrediente
linke
recessale
Diskushe
rn
ie C6/7 (MRI 2
5.
September 20
15)
-
Status nach Präsynkope mit Beinschwäche links und Sturz zu Boden am 21.
Juni 2015
-
Anpassungsstörung (ICD-10
F43.2)
Dazu hielten sie fest,
aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung aller Facetten seiner Persönlichkeit zu 100
%
arbeitsunfä
hig. Aus orthopädischer Sicht könne ihm aufgrund der therapieresistenten inva
lidisierenden Beschwerden einerseits sowie de
r
schweren neuropsychologischen Defizite andererseits keine Tätigkeit zugemutet werden
(S. 3)
.
3
.9
Die
Y._
-Gutachter
nahmen am 3
0.
Juni 2016 (
Urk.
6/58)
Stellung zum
Be
richt des
K._
und hielten fest, dieser führe nicht zu neuen Erkenntnissen.
Vielmehr würden kernspintomographische und radiologische Befundbeschreibungen zur Diagnose erhoben.
Die Diagnose eines schweren HWS-Distorsionstraumas sei als nicht korrekt zu bezeichnen. Gemäss dem erstbehandelnden Arzt habe es sich um eine HWS-Distorsion QTF Grad I, also leichten Grades gehandelt. Die Veränderungen der HWS würden die Ar
beitsfähigkeit als Informatiker nicht ein
schränken.
3.
10
Dr.
Z._
,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Anästhesiologie FMH,
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neuro
logie, med.
pract
.
O._
, Facharzt für Psychiatrie FMH,
Dr.
J._
und
Dr.
phil.
P._
, Klinischer Psychologe, vom
K._
,
führten in ihrem im Beschwerdever
fahren eingereichten Bericht zur Interdisziplinären Schmerzbehandlung vom 3
0.
Dezember 2016 (
Urk.
3/1
)
die
selben Diagnosen wie im Bericht der
Dres
.
Z._
und
J._
vom 30. März 2016 (E. 3.8
hievor
) auf und hielten fest,
seit dem Auffahrunfall sei trotz einer Vielzahl von Therapien kaum eine Besserung der Beschwerden eingetreten. Zur
zeit sei
d
er
Beschwerdeführer
in Behandlung bei
Dr.
Z._
und einem Phy
siotherapeuten und medikamentös
sei er
mit Olfen und
Sirdalud
eingestellt. Hierunter habe sich eine circa 50%ige Besserung erge
ben. Aus somatischen Gründen könne
ihm
eine Arbeitseingliederung in einer geeigneten Teilzeitarbeit zugemutet werden. Aus psychi
sc
hen Gründen sei er jedoch zusammen mit den Schmerzen zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2 und S. 7).
3.
1
1
Dr.
Z._
führte in seiner im Beschwerdeverfahren eingereichten Stellung
nahme vom 2
8.
März 2017 (
Urk.
12) aus, im Gutachten werde erwähnt, dass es sich um relativ minime klinische funktionelle Einschränkungen handle. Dabei könne bei der klinischen Untersuchung eine deutliche funktionelle Einschrän
kung der HWS-Beweglichkeit von 80
%
festgestellt werden
. Im Weiteren werde von
subjektiven Beschwerden gesprochen, dabei handle es sich um deutliche neuropsychologische Beschwerden mit starke
n
Konzentrations- und Gedächt
nisschwierigkeiten sowie erhöhter Ermüdbarkeit und Reizbarkeit sowie insbe
sondere
einer verminderten
Leistungsfäh
i
gkeit und Belastbarkeit. Sowohl die neuropsychologischen Beschwerden als auch die deutli
c
h schmerzhaft einge
schränkte HWS-Beweglichkeit seien schwerwiegende Befunde und würden ent
sprechend zu einer deutlichen Einschränkung der beruflichen Tätigkeit führen, so dass man dem Beschwerdeführer in seiner ursprünglichen Tätigkeit seit dem Unfall und bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestieren müsse (S. 2).
4.
D
as polydisziplinäre Gutachten der
Y._
vom
2
9.
März 2016 (ergänzt am 3
0.
Juni 2016; E. 3.7 und E. 3.9
hievor
) beruht auf den erforderlichen allge
meininternistischen,
orthopädischen
, psychiatrischen und
neurologischen
Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteil
ten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
auseinander. Sie
st
ell
ten eine verspannte Nacken-Schultermuskulatur ohne Hinwe
is auf
radikuläre
Symptome fest und
zeigten auf, dass
sich an den oberen Extremitäten keine
ra
dikulären
Symptome feststellen liessen und die Beweglichkeit des Kopfes nach links
zwar
eingeschränkt
,
aber
auch eine aktive Gegenspannung
zu
beobachten
war
.
T
rotz einer
deutlich eingeschränkt demonstrierte
n
Beweglichkeit der HWS
und einer Schonung im Alltag
trug der Beschwerdeführer
zur Untersuchung
ei
nen schweren Rucksack mit sich
. Auch ist sein
Tagesablauf
–
abweichend von
seinem Beschwerdevortrag
-
voller Aktivitäten
. Die Gutachter f
ührten aus, dass die MRI
-Aufnahmen
zwar multisegmentale degenerative Veränderungen zeigen würden, diese jedoch die demonstrierte Funktionseinschränkung nicht erklären und zu keiner Einschränkung der angestammten
körperlich leichten
Tätigkeit als Informatiker führen würden.
Sie legten dar, dass sich die vom Beschwerde
führer geschilderte Schwindelsymptomatik bei der Untersuchung nicht abgebil
det habe, kein Schwindel aufgetreten sei und sich zentralneurologisch keine Einschränkungen ergeben hätten.
Zudem liessen sich
die geschilderten
Kon
zentrati
ons
- und Denkstörungen anlässlich der Begutachtung nicht objektivie
ren, auch die Gedächtnisleistung war unauffällig.
Sie hielten fest, dass d
ie be
klagte maximale Schmerzsymptomatik
aufgrund des neurologischen Befundes nicht
nachvoll
ziehbar
sei
, legten aber dar, weshalb
diese Diskrepanz
für die
Di
agnose
einer somatoformen Schmerzstörung
nicht aus
reiche. Sie betonten, dass sich
der Beschwerdeführer
psychisch nicht krank fühle
und
sich nicht in
psy
ch
i
atrische fach
ä
rztliche Behandlung
begeben
ha
be.
Die Gutach
ter gelangten so
dann zum
nachvollziehbar
begründeten Schluss, dass
er
sowohl in seiner an
gestammten als auch in ein
er angepassten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig ist.
Das Gutachten entspricht de
n rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
3
hievor
).
5.
5
.
1
Der Beschwerdeführer kritisierte das Gutachten in mehreren Punkten. So
machte er unter anderem geltend
,
die Auffahrkollision sei viel massiver gewesen als von den Gutachtern angenommen
(
Urk.
1 S. 1 und
Urk.
9 S. 3 f.)
.
Hiezu
ist fest
zuhalten, dass
er
sich dabei keine
ossäre
oder äussere Verletzungen zuzog, nach der Kollision weder bewusstlos war noch eine Gedächtnislücke aufwies, nicht über Übelkeit, Hör- oder Sehstörungen klagte und auch nicht erbrechen musste. In Anbetracht dieser Umstände sowie der Tatsache, dass er nach dem Unfall seine Fahrt fortführen und die von ihm geplanten Tätigkeiten verrichten konnte, erst drei Tage nach dem Unfall einen Arzt aufsuchte, die Airbags der beteiligten
Fahrzeuge nicht ausgelöst wurden und
letztere
nach dem Zusammenstoss wei
terhin fahrbar waren (vgl. dazu E. 3.1
hievor
), ist
die vom Beschwerdeführer be
hauptete
massive Auffahrkollision nicht überwiegend wahrscheinlich. Dies
um
so weniger, als sich
der Unfallort innerorts (maximale Geschwindigkeit
50 km/h) befand und der Unfallverursacher bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 40
km/h - trotz einer übersichtlichen, geraden und ebenen Strasse - prak
tisch ungebremst auf die vor ihm stehende Fahrzeugkolonne hätte auffahren müssen. Anhaltspunkte für einen solchen Sachverhalt finden sich in den Akten jedoch keine. Dr.
A._
diagnostizierte
dem
entsprechend auch nur ein Be
schleunigungstrauma leichten Grades.
Auch Dr.
Z._
und die behandelnden Fachpersonen des
K._
hielten
in ihren
Be
richten ein Delta-V von
lediglich
5.7-9.5 km/h fest
(
E.
3.8 und E. 3.10
hievor
)
.
Beim zweiten Ereignis (Sturz zu Boden am 21.
Juni 2015
) handelte es sich un
bestritten
ermassen
um einen Bagatellunfall.
5.
2
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers
(
Urk.
9 S. 2 ff.)
trifft es nicht zu, dass sich die Gutachter nicht für seinen Nacken interessiert hätten. So wurde unter anderem
Kopf, Hals, Schultergürtel,
die oberen Extremitäten
und
die Wir
belsäule untersucht und
von einer
Nacken-Schulterverspannung
sowie einer
eingeschränkten Beweglichkeit des Kopfes berichtet (E. 3.7
hievor
)
.
Ebensowe
nig
trifft
es
zu, dass die Gutachter behauptet hätten, er sei nicht intelligent oder könne trotz der von ihm eingenommenen Medikamente weiterhin seinem Hobby Flugsport nachgehen. Vielmehr berichteten sie von einem eloquenten Versi
cherten (
Urk.
6/47/44) und wiesen darauf hin, dass er aufgrund seiner
Be
schwerden keinen Flugsport mehr ausübe (
Urk.
6/47/43
).
D
ie
Ausdrücke
‘
man
gelnde Sprachkompetenz
’
und
‘
niedrige
s
Bildungsniveau
’
bezogen sich ohnehin
auf die von der Beschwerdegegnerin
vorgegebene Fragestellung (Urk.
6/47 S. 15) und keineswegs auf den Beschwerdeführer. Von
abwertenden Aussagen kann nicht die Rede sein.
Weiter ist nicht ersichtlich, dass den Gut
achtern die
Vorakten
- insbesondere die MRI - nicht bekannt gewesen wären. Diese wurden im Gutachten zitiert (
Urk.
6/47/3-10) und die Gutachter setzten sich mit den Be
funden auseinander (E. 3.7
hievor
).
Entsprechend wurden die
radiologischen und neurologischen Befunde von den
Y._
-
Gutachtern nicht ignoriert
;
viel
mehr wiesen sie
darauf
hin
,
dass sich keine
radikulären
Symptome feststellen liessen und dass die MRI zwar multisegmentale degenerative Verän
derungen zeigen würden, diese jedoch die demonstrierte Funktionseinschrän
kung nicht erklären und zu keiner Einschränkung der angestammten körperlich leichten Tätigkeit als Informatiker führen würden
(E.
4
hievor
).
Der Beschwerde
führer selbst hielt denn auch - zumindest im Fragebogen zur Vorbereitung auf die Be
gutachtung vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
6/57/54) - fest, dass eine Bürotätig
keit als Informatiker für ihn
angesichts
seine
r
Nacken-Schulter-Unterarm-Schmerzen geeignet wäre. So verbringt er seine Tage derzeit unter anderem auch mit E-Mails schreiben und im Internet surfen (vgl. E 6.2.5 her
nach).
Die
Ausführungen
des Beschwerdeführers zur
allfälligen
Unfallkausalität der Be
schwerden
sind
zudem im vorliegenden
invalidenversicherungsrechtli
chen
Ver
fahren nicht relevant.
Weiter konnten d
ie
von ihm
berichteten Schwin
delgefüh
le und Konzentrations
- sowie Gedächtnis
störungen anlässlich der Begutachtung nicht festgestellt werden (vgl. E. 4
hievor
und
Urk.
6/47/41).
Nachdem
er
in sei
ner angestammten leichten Tätigkeit als Informatiker nicht regelmässig Lasten von 25 kg heben und tragen muss,
erübrigt es sich
schliess
lich
,
auf die diesbe
züglichen Ausführungen im Gutachten
weiter einzugehen.
Der
Beschwerdefüh
rer
bestreitet
im Übrigen nicht,
zur Begutachtung
einen schweren Rucksack mit sich geführt zu haben, was im Widerspruch zu den von ihm geltend gemachten Beschwerden steht.
Er schilderte zudem gegenüber den
Gutachte
r
n mehrfach
seinen
Tagesablauf (
Urk.
6/47 S. 23, 32 und 48). Dass die
se
gestützt darauf von einem Tagesablauf voller Aktivitäten ausgingen, ist ohne Weiteres nachvoll
ziehbar.
Der Zeitaufwand für die Begutachtungen betrug 5.5 Stunden
(
Urk.
6/47 S. 25,
34, 41 und 50)
, was vorliegend angemessen erscheint
,
zumal die Explora
tionsdauer
grundsätzlich im Ermessen des medizinischen
Experten
liegt
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_246/2010 vom 11. Mai 2010 E. 2.2.2).
H
inweise darauf, dass das Gutachten unsorgfältig und nicht lege
artis
erstellt worden wä
re, ergeben sich
jedenfalls
keine.
Zusammenfassend vermö
gen die Einwendun
gen des Beschwerdeführers
die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Frage zu stellen.
5.
3
De
n
im Beschwerdeverfahren eingereichten
Berichten
des
K._
vom 3
0.
Dezember 2016 und von
Dr.
Z._
vom 28.
März 2017 (E. 3.10 f.
hievor
)
sind keine neuen Tatsachen zu entnehmen. Ob den behandelnden
Fachpersonen des
K._
das Gutachten
der
Y._
bekannt war, ist zudem nicht ersichtlich,
jedenfalls setzten sie sich mit
diesem
und de
n
darin aufgeführten Diagnose
n
sowie
de
r
abwei
chenden Einschätzung in Be
zug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht auseinander.
Die Berichte vermögen
damit
keinen
Zweifel an der Beweis
kraft des Gutachtens
zu begründen.
5.
4
Der Beschwerdeführer brachte zudem vor,
die Suva habe ihm bis am 2
1.
Juni 2016 Leistungen ausgerichtet. Daraus kann er
aber
nichts zu seinen Gunsten ableiten, besteht doch im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren keine Bindung an die Feststellungen der Unfallversicherung (vgl. dazu BGE 133 V 549 E. 6.1 ff.
und
Urteil des Bundesgerichts
8C_666/2016 vom 2
9.
Dezember 2016
E. 4.2.1
).
Weiter machte er geltend,
er habe mit Arztzeugnissen belegt, dass er seit dem Auffahrunfall zu 100% erwerbsunfähig sei
;
auch seine behandelnden Ärzte hät
ten dies bestätigt (
Urk.
1 S. 2 f.).
Hiezu
ist e
inerseits i
n Bezug auf Be
richte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
s
chiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeu
tisch tätigen (Fach
)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be
stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein
Administrativ- oder Gerichts
gutachten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu an
derslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpre
tation entsprin
gende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt
oder unge
würdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43
E. 2.2.1 [I 514/06]
)
,
was hier nicht der Fall ist
.
6.
6.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
ferner BGE 143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls ge
wisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen
Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidensdruck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
6
.2
6.2.1
Was den K
omplex
„Gesundheitsschädigung" respektive den Indikator
der „Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde“ angeht, ist festzuhalten, dass die
Y._
-Gutachter eine auf das chronische
cervicocephale
und
cervicobrachiale
Syndrom sowie das chronische
lumbovertebrale
Schmerzsyndrom zurückzufüh
rende wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nachvollziehbar verneinten. Ein Leiden von erhebliche
m
Schwere
grad ist damit nicht ausgewiesen.
6
.2.2
Bezüglich des Indikators
„Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resi
stenz
“
ist zu bemerken, dass
sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers seit dem Auffahrunfall
aus dessen subjektiver Sicht
nicht verändert
hat
. Er wird
seither konservativ, insbesondere mit regelmässiger Physiotherapie behandelt.
Gemäss den behandelnden Ärzten des
K._
hat sich dank der
Therapie immer
hin
eine circa 50%ige Besserung ergeben (E. 3.10
hievor
). Eingliederungsver
suche haben keine stattgefunden, weshalb dar
aus keine Schlüsse gezogen wer
den können.
6
.2.3
Störungen fallen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbiditäten in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressour
cenhemmende Wirkung beizumessen ist (
BGE 143 V 418 E. 8.1
).
Abgesehen von den mit dem Schleudertrauma zusammenhängenden Beschwerden
weist
der Beschwerdeführer keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen
auf
.
Er selber
fühlt sich psychisch gesund und hat
sich
bislang
auch nicht in
psychiatrische fach
ärztliche Behandlung
begeben
. Es sind keine a
ls „Komorbiditäten“ zu berück
sichtigende
n
krankheitswertige
n
Störungen ausgewiesen.
6
.2.4
Bei den Komplexen „Persönlichkeit“ und „sozialer Kontext“ ergibt sich Folgen
des:
Der Beschwerdeführer ist zweifach geschieden und hat einen erwachsenen Sohn und ein Enkelkind. Er wohnt alleine
. Er
geht wenig aus,
hat
aber
einen kleinen Freundeskreis und
sehr
guten Kontakt zu seinem Bruder, welcher ihm ab und zu aushilft.
Z
u seinen beiden Schwestern
besteht ein weniger häufiger aber dennoch guter
Kontakt. Mit seiner in Südafrika lebenden Mutter kommu
niziert er via Skype und E-Mail. Seit vier Monaten führt er zudem über Internet eine Beziehung mit einer Weissrussin
. Er hat zwei Katzen, welche er regelmässig versorgt
(
Urk.
6/47/23, 32 und 48)
.
Hinweise auf Persönlichkeits- oder Zwangs
störungen ergaben sich anlässlich der Begutachtung keine, vielmehr
sind
ge
mäss den
Y._
-Gutachtern beim eloquenten und durchtrainierten
Beschwerde
führer
zahlreiche persönliche Ressourcen vorhanden (
Urk.
6/47/44).
Trotz eines gewissen Rückzugs enthalten somit d
er soziale Lebenskontext und die Persön
lichkeit
bestätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
6
.2.5
In der
Kategorie „Konsistenz“ (bezüglich Abgrenzung und gegenseitigen Bezü
gen zu den Komplexen „Persönlichkeit“ und „sozialer Kontext“ eingehend
Michael E. Meier, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in:
Jusletter
vom 11. Juli 2016, S. 28 ff.
[nachfolgend: Ein Jahr
Schmerzrechtsprechung
]
, vgl. auch
Mi
chael E. Meier,
Zwei
Jahr
e
neue Schmerzrechtsprechung, in:
Riemer-Kafka/
Hürzeler
[Hrsg.], Das
indikatorenorientierte
Abklärungsverfahren, 2017, S. 105-148,
S.
136
ff.
[nachfolgend: Zwei Jahre
Schmerzrechtsprechung
]
) zielt
der Indikator „
gleichmässige
Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen“ auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschrän
kung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich)
einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) ander
seits gleich ausgeprägt ist, wobei das Aktivitätsniveau der versicherten Person stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl.
ferner
Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Der Beschwerdeführer sieht sich nicht mehr in der Lage
,
einer Arbeit nachzuge
hen. Sein Tagesaktivitätsniveau ist jedoch nur bedingt eingeschränkt,
jedenfalls (längst) nicht entsprechend der von ihm geltend gemachten 100%igen Arbeits
unfähigkeit.
So hat er einen geregelten Tagesablauf
,
versorgt seine beiden Katzen
, geht spazieren, schaut fern (insbesondere Nachrichten und Dokumentatio
nen), interessiert sich für Physik,
beschäftigt sich am Computer (unter anderem E-Mails
an seine
Mutter,
an
Ärzte und Behörden,
S
urfen im Internet, Kontakt mit seiner in
Weissrussland
lebenden Freundin),
liest viel, erledigt seinen Haus
halt und kocht jeweils ein gesundes
Abendessen
. Nachmittags pflegt er zudem den Kontakt zu Freunden und Bekannten
. Aufgrund seiner Beschwerden ist ihm zwar das Querflöte spielen nicht mehr möglich,
ebensowenig
das
Rennrad fah
ren,
das
Crawlen
oder
de
r
Flugsport
.
Er fährt jedoch weiterhin Mountainbike und spielt täglich Saxophon
.
Auch war es ihm möglich, seine Mutter in Südaf
rika zu besuchen
(
Urk.
6/47/
23,
32 und 48). Dies alles spricht gegen eine ausge
prägte Einschränkung im Alltag. Zudem i
st er in der Lage,
(
alleine
)
Auto zu fah
ren
(Urk
.
6/47/23)
, wofür physische und kognitiv
e Ressourcen erforderlich sind.
6
.2.6
Im Rahmen des Indikators „behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus
gewiesener Leidensdruck“ (zur Abgrenzung vom Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz“ vgl. Michael E. Meier,
Ein Jahr
Schmerz
rechtsprechung
, S. 25
Rz
60
und Michael E. Meier, Zwei Jahre Schmerzrecht
sprechung, S. 129
) weist d
ie
Inanspruchnahme
von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Ein
gliede
rungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex „Gesundheitsschädigung") auf
den tatsächlichen Leidensdruck hin. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine ver
sicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
Der Beschwerdeführer lässt seine seit dem Auffahrunfall bestehenden Beschwer
den konservativ
,
insbesondere mit Physiotherapie
,
behandeln und nimmt
Schmerzmittel ein.
Eine adäquate Therapie der Schmerzerkrankung
respektive eine entsprechende fachpsychiatrische Behandlung findet nicht statt
. Von einem ausgewiesenen Leidensdruck kann in Anbetracht
der Behandlungsart
bezie
hungsweise
ge
ringen
Behandlungsintensität offensichtlich nicht gesprochen werden.
Ein
be
ruflicher Eingliederungsversuch fand bislang nicht statt.
6.3
Bei gesamthafter Betrachtung über
die
massgeblichen
Indikatoren
ist eine medi
zi
nisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche zur Anerkennung ei
ner Invalidität führen könnte, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen.
Der
Beschwerdeführer
ist in seiner angestammten Tätigkeit als Informa
tiker zu 100
%
arbeitsfähig. Eine
Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG liegt damit nicht vor. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr. 1‘000.-- festzule
gen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.