# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 67e705de-fec4-4959-8854-ff4e915a3bd0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. C._, geboren am _1957, ist in zweiter Ehe mit D._, geboren am _1945, verheiratet. Aus erster Ehe hat sie zwei erwachsene Kinder, B._ und A._.
B. Dr. med. E._ vom Stadtspital F._ in O.1_ diagnostizierte am 07. Dezember 2013 bei C._ eine leichte Demenz (am ehesten vom Alzheimertyp, frontal betont, CDR-Stadium 1 [vgl. KESB act. 10]). Neben Empfehlungen bezüglich der Medikation, Angaben zur Fahreignung sowie Arbeitsfähigkeit empfahl die Ärztin insbesondere die Erstellung einer , einer Patientenverfügung und die Klärung der Wohnsituation. Die Diagnose wurde von Dr. med. E._ am 21. Mai 2014 bestätigt, wobei sie allerdings eine Progredienz der Krankheit seit Dezember 2013 feststellte (vgl. KESB act. 11). Zudem hielt die Ärztin fest, dass C._ mehrfach angegeben habe, dass sie es sehr befürworte, dass ihr Ehemann nun alle finanziellen Angelegenheiten regle. Ferner sei eine Vorsorge-Vollmacht errichtet worden und die Erstellung einer Patientenverfügung geplant. Ausserdem sei C._ froh, nach O.2_ – in dasselbe Haus, aber in eine separate Wohnung, in dem ihr Ehemann wohne – ziehen zu können. Sie sei mit dem Verkauf des Hauses in O.3_ einverstanden.
C. Mit öffentlicher Urkunde liess C._ am 07. Mai 2014 eine Spezialvollmacht in Zusammenhang mit einem Vorsorgeauftrag errichten. Sie liess festhalten, dass für den Fall ihrer Urteilsunfähigkeit D._ mit ihrer Personen- und Vermögenssorge sowie der damit zusammenhängenden Vertretung im Rechtsverkehr beauftragt werde (vgl. KESB act. 12).
D. Am 07. November 2014 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden eine Gefährdungsmeldung von B._ betreffend C._ ein (vgl. KESB act. 3). Aufgrund der daraufhin eingeleiteten Abklärungen der KESB Nordbünden besprach G._ von der KESB Nordbünden am 09. Dezember 2014 mit D._ die finanziellen und familiären Verhältnisse von C._ (vgl. KESB act. 14). Dabei kam G._ zum Schluss, dass D._ seine Ehefrau in allen nötigen Belangen vertrete und es bisher zu keinen Vollzugsproblemen gekommen sei. Dabei sei sich D._ seiner Verantwortung bezüglich der Vermögensanlagen bewusst, seine Ehefrau habe die Vermögensdispositionen immer unterstützt. Weiter sei er bereit, alle
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Fakten offen zu legen und seine Ehefrau weiterhin vollauf zu unterstützten sowie bei Notwendigkeit zu vertreten.
E. Dr. med. E._ stellte bei C._ am 12. Dezember 2014 eine deutliche Progredienz der Krankheit fest. Sie diagnostizierte eine leichte bis mittelschwere frontotemporale Demenz (vgl. KESB act. 20). Weiter hielt sie fest, dass C._ viele Verhaltensauffälligkeiten zeige und eine deutliche Veränderung der Persönlichkeit ersichtlich sei. Bezüglich den Abklärungen der KESB hielt die Ärztin fest, dass C._ genau habe sagen können, dass der Ehemann sehr gut zu ihr schaue und dass sie möchte, dass er die Angelegenheiten für sie regle. Auch die Ärztin äusserte sich dahingend, dass sich D._ sehr gut um seine Ehefrau kümmere, obwohl die frontotemporale Demenz eine grosse Herausforderung darstelle. Ausserdem habe C._ ihr die Erlaubnis erteilt, der KESB allenfalls Auskunft geben zu dürfen. Des Weiteren empfahl Dr. med. E._ eine Änderung der Medikation.
F. Am 13. April 2015 nahm D._ Stellung zu einigen von der KESB aufgeworfenen Fragen (vgl. KESB act. 17 und 27). Er führte aus, dass die Demenzerkrankung seiner Ehefrau während der ersten acht Monate des Jahres 2014 zwar wahrnehmbar, jedoch wenig behindernd gewesen sei. Ab September/Oktober 2014 habe dann eine vermehrte Begleitung und Unterstützung durch ihn sowie durch Dritte stattgefunden. Seit der Änderung der Medikation habe sich eine mehrheitliche Besserung des Allgemeinzustandes eingestellt. Ihr Erinnerungs- und Urteilsvermögen überrasche immer wieder. Unter anderem erklärte er ausserdem, dass der Verkauf von C._ Haus in O.3_ primär durch sie selbst erfolgt sei. Auskunft über den aktuellen Vermögensstand von C._ erteilte er mittels Zustellung eines Auszugs der Bank._ über das Vermögen von C._ (KESB act. 26).
G. Nach Prüfung der Handlungsfähigkeit von C._, der Eignung von D._ als Vorsorgebeauftragter sowie etwaiger Interessenkollisionen erkannte die KESB Nordbünden mit Entscheid in Einzelkompetenz vom 24. Juli 2015, gleichentags mitgeteilt, wie folgt:
"1. Der Vorsorgeauftrag von C._ vom 7. Mai 2014 wird für wirksam erklärt (Art. 360 Abs. 2 ZGB).
2. Vorsorgebeauftragte Person ist gemäss Vorsorgeauftrag vom 7. Mai 2014 D._ (geb. _1945, wohnhaft in O.4_). D._ wird ausdrücklich auf seine Pflichten nach den Bestimmungen des Obligationenrechts hingewiesen (vgl. Anhang und Ernennungsurkunde).
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3. Der Vorsorgebeauftragte hat gestützt auf den Vorsorgeauftrag vom 7. Mai 2014 folgende Aufgaben und Berechtigungen:
a. umfassende Personensorge (insbesondere: Bestimmung der Massnahmen im Hinblick auf optimale Betreuung, Pflege und medizinische Versorgung; Regelung der Wohnverhältnisse, z.B. Auflösung Haushalt, Eintritt in Alters- und Pflegeheim)
b. umfassende Vermögenssorge (insbesondere: Prüfung und Zahlung sämtlicher Forderungen sowie Einforderung aller Guthaben und Entgegennahme sämtlicher Zahlungen oder sonstiger Zuwendungen; Wahrung der finanziellen Interessen, Verwaltung des gesamten Vermögens und Verfügen darüber sowie Treffen sämtlicher damit zusammenhängender Massnahmen; Erwerb, Belastung und Veräusserung von allfälligem Grundeigentum sowie von Rechten daran und Veranlassung der entsprechenden Einschreibungen im Grundbuch)
c. umfassende Vertretung im Rechtsverkehr im Zusammenhang mit Vorsorgeauftrag sowie sämtliche zur Erfüllung notwendigen Prozesshandlungen.
d. Der Auftrag umfasst die Berechtigung zur Vornahme sämtlicher Geschäfte gemäss Art. 396 Abs. 3 OR und zur Ausrichtung von Gelegenheitsgeschenken an Dritte sowie Zuwendungen zur Erfüllung einer sittlichen Pflicht.
e. Der Vorsorgebeauftragte ist verpflichtet, die KESB unverzüglich zu benachrichtigen, wenn Geschäfte besorgt werden müssen, die vom Vorsorgeauftrag nicht erfasst sind, oder wenn der Vorsorgebeauftragte in einer nicht vorbestehenden Angelegenheit Interessen hat, die denen von C._ widersprechen.
4. (Kosten)

## Considerations