# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bc9819d-88a2-58ca-90df-0e36d2a0d5f6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene und in
Y._
als Köchin ausgebildete
X._
war seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1986 in
verschiedenen
Gastrono
miebetrieben
– zuletzt bei
Z._
sowie bei der
A._
– als
Ser
vicefachangestellte
beschäftigt (Urk. 7/8, 7/16, 7/17, vgl. Urk. 7/95/1, 7/136/11). Am 27. August 2001 (Eingangsdatum) meldete sie sich erstmals unter Hinweis auf einen im Jahr 1999 unfallbedingt erlittenen
Gesundheitsscha
den
(
femoro
patellares
Schmerzsyndrom sowie Schulterprobleme) bei der
Sozi
alversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen der Inva
lidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung) an (Urk. 7/3). Zur Abklä
rung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle zu
nächst die Akten des Unfallversicherers (Urk. 7/10) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/8) bei und holte Berichte der Arbeitgeber (Urk. 7/16, 7/17) sowie der behandelnden Ärzte ein (Urk. 7/11, 7/13). Gestützt darauf ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. August 2001 einen An
spruch auf berufliche Massnahmen (Urk. 7/33). Am 17. November 2004 meldete sich die Be
schwerdeführerin unter Hinweis auf seit Sommer 2003 bestehende Depressi
o
nen erneut bei der I
V-Stelle zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
sicherung an (
Urk.
7/36). Diese tätigte wiederum medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen
(Urk. 7/40-43)
.
Gestützt dara
uf sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 12. Mai 2005 mit Wirkung ab 1. Oktober 2004 eine ganze Rente der Inva
lidenv
ersicherung zu (Urk. 7/55 [vgl.
auch
Urk.
7/48]).
1.2
Nach Durchführung eines amtlichen Revisionsverfahrens im Jahr 2007 (Urk. 7/64 ff.) bestätigte die
IV-Stelle mit Mitteilung vom
29. Oktober
2007
den
Anspruch
der Versicherten auf die bisherige Rente mangels
renten
wirksamer
Ver
änderung der gesundheitlichen Ausgangslage
(Urk. 7/69).
1.3
Am
2.
Juli 2010 stellte die Versicherte ein Gesuch um
B
eteiligung
an den Kosten eines
Deutschkurses (Urk.
7/80)
, was die IV-Stelle m
it Verfügung vom 25. November 2010
unter dem Titel
berufliche Massnahmen
abwies (Urk. 7/91),
jedoch weitere berufliche Massnahmen prüfte (Urk. 7/93) und in der Folge
Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche (Arbeitsvermittlung) gewährte
(Mitteilung vom 2
6.
Januar 2011,
Urk.
7/100). Am
5.
März 2012 ersuchte die Versicherte sodann um Über
nahme der Kosten einer Ausbildung als Reiseleiterin mit Diplomabschluss (
Urk.
7/113). Am
3.
Juli 2012 wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Gesuch abgelehnt
und die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (Urk. 7/119).
1.4
Im Juli 2012 leitete die IV-Stelle abermals ein amtliches Revisionsverfahren ein (Urk. 7/121 ff.). Die IV-Stelle zog einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/122) bei und tätigte medizinische Abklärungen (Urk. 7/121, Urk. 7/124-128). Insbesondere holte sie ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zerti
fizierter medizinischer Gutachter SIM, sowie Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, ein, welches am 31. Januar 2013 erstattet wurde (Urk. 7/136). Gestützt hierauf legte ihr die IV-Stelle im Rahmen der Schadenminderungspflicht auf, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, und stellte eine revisionsrechtliche Überprüfung im März 2014 in Aussicht (Urk. 7/140). Gleichzeitig beschied sie
X._
, sie werde die ganze Rente auf eine
Viertelsrente
herabsetzen (Vorbescheid vom 28. Februar 2013, Urk. 7/142), wogegen die Versicherte durch ihren behandelnden Psychiater (seit Dezember 2012), Dr. med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psycho
the
rapie, Einwände erhob (Urk. 7/144-145) und letzterer den Formularbericht vom 26. Mai 2013 (Urk. 7/147) zustellte. Ferner ergänzte die IV-Stelle ihre Akten mit dem
Beizug
von Unfallversicherungsakten (Urk. 7/150), nachdem sie erfahren hatte, dass
X._
als Angestellte der
E._
am 7. Februar 2013 einen Unfall erlitten hatte (Urk. 8/146). Schliesslich legte sie den Gut
achtern die Beurteilung bzw. den Einwand von Dr.
D._
zur Stellungnahme vor (Stellungnahme vom 17. Juli 2013, Urk. 7/151) und lud die Versicherte zur Besprechung der erwerblichen Situation (Standortbestimmung; Protokoll vom 18. März 2014, Urk. 7/160) ein. Gestützt auf diese Aktenlage setzte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 12. Januar 2015 die bisherige ganze Rente per 1. März 2015
auf eine
Viertelsrente
herab und entzog einer dagegen erhobenen Be
schwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 [= Urk. 7/171, 7/169 (
Verfügungs
teil
2)]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 9. Februar 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der un
ent
geltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
als unentgeltlichen Rechtsvertreter
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
März 2015 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 1
1.
Mai 2015
substantiierte
die Be
schwerdeführerin ihre prozessuale Bedürftigkeit (Urk. 11, 12 und 13/2-7). Am
2
7.
April 2016
wurde das Doppel der Beschwerdeantwort der Beschwerdeführe
rin zugestellt (Urk.
18
).
3
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinwei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
b
e
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 9. Februar 2015 erwog die
Beschwerdegegne
rin
,
b
eim Einkommensvergleich
werde
auf die
gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE), Tabelle TA1,
Ziffern 55-56
,
ab
ge
stell
t
, woraus si
ch ein
Valideneinkommen
von Fr.
51‘484.-- ergebe. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
werde der
Zentralwert
für Hilfsarbeiten
beigezogen; es
resultiere ein Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
26‘
894.--, woraus sich ein
Invaliditätsgrad von 48
% er
rechnen lasse (Urk. 2)
.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor,
das durch die
Beschwerde
gegnerin
ermittelte
Valideneinkommen
sei zu tief angesetzt. Be
i ihrer ersten IV-Anmeldung
sei ein
Valideneinkommen
von Fr.
51‘287.-- ermittelt
worden, in
dem man den Lohn zweier von ihr
zuletzt inne gehabter Stellen zusammenge
zählt
habe
. Von diesem
Valideneinkommen
sei
auch
vorliegend auszugehen.
Falls auf den
Zentralwert gemäss LSE 2010
im
Gastrobereich
, Ziffer 56,
ab
ge
stellt werde, müsse berücksichtigt werden, dass im Januar 2012 der neue L-GAV für das Gastgewerbe in Kraft getreten sei
,
welcher für Mitarbeiter mit be
ruf
li
cher Grundausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis oder gleich
werti
ger Ausbi
ldung einen Mindestlohn von Fr.
4‘200.-- x 13 vorschreibe
, wes
halb
beim Abstellen auf die LSE 2010, ein zu tiefes
Valideneinkommen
resul
tiere
. Beim Invalideneinkommen müsse de
n
Einschränkung
en
, welche sie auf
grund ihrer emotionalen, instabilen, impulsiven, abhängigen, unreifen und
dis
tanz
lo
sen
Verhaltensweise erleide, mittels Leidensabzug von 15
%
Rechnung getragen werden.
Beim Einkommensvergleich
lasse sich ein Invaliditätsgrad von 61.09
%
errechnen.
2.3
In der Beschwerdeantwort erwog die Beschwerdegegnerin, neben einer wesentli
chen Veränderung des Gesundheitszustands liege auch ein
Wiedererwägungs
grund
gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG vor, da die ursprüngliche
Rentenzusprache
gestützt auf eine mittelgradige depressive Episode erfolgt sei, wobei es sich nicht um einen langandauernden Gesundheitsschaden handle. Die ursprüngliche
Leistungszusprache
erweise sich
deshalb
als zweifellos unrichtig, weshalb sich eine zukünftige Rentenanpassung auch vor diesem Hintergrund rechtfertige (
Urk.
6).
3.
3.1
Es ist
unbestritten
, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit emoti
onal instabilen, impulsiven, abhängigen, unreifen und distanzlosen Ver
hal
tens
weisen litt (Urk. 7/136/23, vgl.
Urk.
7/163/1). Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerde sodann anerkannt, dass im Vergleich zum Zeitpunkt der
Ren
tenzusprache
eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands einge
tre
ten
ist (Urk. 1 S. 5)
.
Keine der Parteien stellte die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch d
ie
psy
chiatrischen Gutachter in Frage.
Es ist von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % im allgemeinen Arbeitsmarkt – unter Ausschluss einer Tätigkeit als Reiseleiterin – auszugehen (Urk. 7/136/28).
3.2
Gestützt auf
das psychiatrische Gutachten errechnete die IV-Stelle einen
Inva
liditätsgrad
von 48 % und
wurde
die ganze Rente
der Beschw
erdeführerin mit Verfügung vom 8
.
Januar 2015 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt.
Strittig und zu prüfen ist
vorliegend
einzig der Einkommensvergleich (
Urk.
1 S. 5)
.
4.
4.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
4.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
4
.
1.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber
nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
4.2
Da die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten nach Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) grundsätzlich frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolgt und die rentenaufhebende Verfügung vom
8.
Januar 2015 datiert, ist die Bemessung des Invaliditätsgrades für das Jahr 2015 vorzuneh
men.
4.3
V
orliegend ist für
die Bemessung des
Valideneinkommens
mit der IV-Stelle auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen.
Dabei ist der Zentralwert gemäss Ziffer 56 beizuziehen, da keine Hinweise dahingehend bestehen, dass die Beschwerdeführerin jemals im
Hotel
leriebereich
gearbeitet hat.
Bei der Aufrechnung des Einkommens
auf das Jahr
2015, welches die Beschwerdeführerin im Jahr 1993 beziehungsweise 1994 er
wirt
schaftet hatte, wird ersichtlich, dass sie bereits in den Jahren 1993/1994 ein
Lohnniveau, welches dem Anforderungsniveau 3 entsprach, erreicht hatte (Urk. 7/8/3).
Angesichts
dessen sowie
der
A
usbildung der Be
schwerdeführerin in
Y._
als Köchin
, den Weiterbildungen in der Schweiz in der
Mitarbei
ter
führung
im
Gastrobereich
sowie als Barmixerin (Urk. 7/95/18-22)
und ihrer Berufserfahrung
, unter anderem
als
Selbständigerwerbende
im
Gastronomie
be
reich
, ist von einem monatlichen Einkommen von
weiblichen Arbeitskräften
von Fr. 4‘098.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Wirtschaftsabtei
lungen Total, Anforderungsniveau 3
, Ziff. 56
) auszugehen. Unter Berücksichti
gung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 42.3 Stunden pro Woche (vgl. Bun
des
amt für Statistik BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsab
tei
lung
en
[NOGA 2008], in Stunden pro Woche,
Wirtschaftsabtei
lung
Ziff. 56) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015
(Tabelle T1.2.10,
Nominallohn
in
dex
Frauen 2011-2015, Sektor 55/56) von 104,6 %
ergibt sich ein
Validen
einkommen
von Fr.
54‘
396.--
(Fr. 4‘098.-- : 40 x 42,3 x 12
x 1,046
).
Wenn die Beschwerdeführerin
vorbringt
, es sei die Berechnung des
Vali
den
ein
kommens
gemäss der Verfügung der ursprünglichen
Rentenzusprache
beizu
ziehen, verkennt sie, dass
–
ist ein Revisionsgrund gegeben
–
der
Invalidi
täts
grad
auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachver
halts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln ist (BGE 141 V 13 E. 6).
Mangels nachvollziehbarer Belege zu den beruflichen Tä
tig
keiten sowie der entsprechenden
Pensen
und Einkommensverhältnisse der Be
schwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 1999 ist das Abstellen auf die LSE-Tabellen 2010 durch die Beschwerdegegnerin korrekt. Auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, der im Jahr 2012 in Kraft getre
tene L-GAV für das Gastgewerbe, welcher unter anderem einen 13. Monatslohn und einen Mindestlohn von Fr. 4‘200.-- vorschreibe, werde durch Abstellen auf die LSE 2010 nicht berücksichtigt, stösst ins Leere, denn durch die branchen
spezifische Anpassung der Tabellenwerte an die Nominallohnentwicklung wird sämtlichen sich auf den Lohn auswirkenden Faktoren bereits Rechnung getra
gen. Ferner ist nicht dargetan, dass die von der Beschwerdeführerin absolvierte Ausbildung einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis gemäss Lohnstufe III (Urk. 3 S. 3) entspricht.
4.4
Z
ur Bestimmung des Invalideneinkommens
ist mit der IV-Stelle
ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen.
Mangels genügender Substantiierung kann nicht auf den zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung erzielten Lohn bei der
F._
abgestellt werden (Urk. 13/4, vgl. auch Urk. 1 S.
4)
.
Aus medizinischer Sicht ist
die Beschwerdeführerin im allgemeinen
Arbeits
markt zu 50 % arbeitsfähig
, weshalb ihr
ein breites Tätigkeitsspektrum offen
steht
(vgl. E.
3.1). Mangels
Anerkennung einer Ausbildung der
Beschwerdefüh
rer
in
in der Schweiz
ist für die Bemessung des
Invalideneinkommen
s
mit den Parteien vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten von Fr. 4‘225.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Wirtschaftsabteilungen Total,
Anfor
derungsniveau
4) auszugehen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Ar
beitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statis
tik BFS,
betriebs
übliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche,
TOTAL)
sowie der Nominallohnentwicklung für Frauen bis ins mass
gebliche Jahr 2015
(Indexstand 2579 [2010] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumen
tenpreise
und der Reallöhne von 1939 bis
201
5
)
ergibt sich bei einem zumut
baren
Arbeits
pensum
von 50 % ein Jahreseinkommen respektive
Invalidenein
kommen
von Fr. 27‘52
3
.
80
(Fr. 4‘225.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2579 x 2686 x 0.5).
4.5
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine
zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spek
trum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Be
rück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cher
ten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff BGE 110 V 273 E.
4b) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
Dass die Beschwerdegegnerin keinen Leidensabzug gewährte ist nicht zu bean
standen. Sie wies zu Recht darauf hin, dass
Auswirkungen der
mangelnde
n
Sozialkompetenzen bereits mit
der reduzierten Leistungsfähigkeit und
der gut
achterlichen Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
auf ein
Teilzeit
pensum
von 50 %
voll abgegolten seien. D
ie
Gutachter ging
en
davon aus, dass die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einschränkungen – emotionale Instabilität, Impulsivität, abhängige, unreife und distanzlose Verhaltensweisen –
sie lediglich bei der Ausübung einer Tätigkeit als eigenverantwortliche Reise
leiterin überfordern würden; dies aufgrund der als zu hoch erscheinenden Anforderungen an die Sozialkompetenzen und an die Fähigkeit zu überlegtem Handeln. Im allgemeinen Arbeitsmarkt erachtete
n
d
ie
Experte
n
die Beschwer
deführerin
jedoch als zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 7/136/28),
was offensichtlich nicht zu hoch greift, war die Beschwerdeführerin doch in der Lage, im Februar 2015 96 Stunden und im März 2015 82,67 Stunden zu arbeiten, was mindestens einem 50 %-Pensum entspricht.
Soweit die Be
schwerdeführerin aufgrund ihrer emotionalen Instabilität, Impulsivität oder ih
rer abhängigen, unreifen und
dis
tanzlosen
Verhaltensweisen einen Abzug von 15
%
fordert (
Urk.
1 S. 6)
,
kann ihr
deshalb
nicht gefolgt werden. Auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt bestehen durchaus Stellen, die unter Berücksichtigung der psychischen Beein
trächtigungen ausgeführt werden können.
So war die
Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
denn auch angestellt, und es war
ihr möglich, ein Einkommen zu erzielen, welches nur un
wesentlich vom
Zentral
wert
für Hilfsarbeiten gemäss LSE 2010 TA1 im
Anfor
derungsniveau
4 abw
ich (vgl. Urk. 13/4)
. Ein Abzug vom Tabellenlohn infolge
allfälliger
sprachlicher Schwierigkeiten lässt sich
aufgrund der fortgeschrittenen Deutschkenntnisse
keineswegs
rechtfertigen
(vgl. Urk. 7/95/3-16)
.
Ferner blieb die Beschwerde
füh
rerin dem Arbeitsmarkt nie längere Zeit fern, wie ihre Ausführungen anlässlich des Standortgesprächs nahe legen (Urk. 7/160). Arbeitete sie doch 2000 als Mitarbeiterin in ein
er
Mediothek
, war 2001 bis 2004
Selbständigerwerbende
im Restaurationsbereich, arbeitete zwischen 2005 und 2007 stundenweise im
Tele
fon
verkauf
und 2012/2013 bei der
E._
vollzeitlich als
Betriebsmit
arbei
terin
.
4.
6
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 54‘
396.--
dem Invalideneinkommen von Fr.
27‘523
.
80
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 2
6
‘
872
.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
49
% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2) entspricht.
4.
7
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung, mit welcher die bisher aus
gerichtete
ganze
Invalidenrente auf eine
Viertel
srente
reduziert wurde, nicht zu beanstan
den. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Ge
stützt auf die eingereichten Unterlagen (Urk.
13/3
) sind die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt. Antragsgemäss ist de
r
Be
schwer
deführer
in
deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechts
anwalt
Jürg
Leimbacher
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vor
liegende Verfahren zu bestellen.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
7
00.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind sie
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
, zufolge Bewilligung der unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
Rechtsanwalt
Leimbacher
macht mit seiner Honorarnote vom 19. Mai
2016 einen Aufwand von 9 Stunden und 20 Minuten und Barauslagen von Fr. 76.50 geltend (Urk. 19,
Urk.
20). Dieser Aufwand erscheint für das vorliegende Ver
fahren als angemessen, weshalb dem mit heutigem Beschluss bestellten unent
geltlichen Rechtsvertreter eine Entschädigung in Höhe von Fr. 2'299.
40
(inklu
sive Mehrwertsteuer und Barauslagen) aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist.
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsvertreter verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
9.
Februar 2015
wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanw
alt Jürg
Leimbacher
als unent
geltliche
r
Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt,