# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad86f28f-20b7-4ce3-866c-a825d8b13f00
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. und B.Y. sind verheiratet. Im Sommer 2006 verlegten sie ihren Wohnsitz von X.
(St. Gallen) nach Q. (Appenzell Ausserrhoden). Gleichzeitig machte sich A.Y. in Z. als
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Rechtsanwalt (teilweise) selbständig, nachdem er zuvor vollständig unselbständig
erwerbstätig gewesen war. Am 28. September 2007 reichte das Ehepaar A.Y. und B.Y.
im Kanton Appenzell Ausserrhoden die Steuererklärung 2006 ein, worin unter anderem
Einkünfte des Ehemannes aus selbständiger Erwerbstätigkeit und Betriebsvermögen
deklariert wurden. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden nahm am 12. Dezember 2007
die Veranlagung und die Steuerausscheidung für die Steuerperiode 2006 vor. Dabei
wurden das Betriebsvermögen sowie das Einkommen des Ehemannes aus
selbständiger Erwerbstätigkeit nach Z. ausgeschieden. Dort reichte das Ehepaar weder
für die Steuerperiode 2006 noch für die folgenden Veranlagungsperioden eine
Steuererklärung ein.
B. Im Zuge der Veranlagung 2009 gelangte das Steueramt Appenzell Ausserrhoden
Ende Dezember 2011 an das st. gallische Steueramt. Dieses wurde in der Folge auf die
unterlassenen Veranlagungen aufmerksam und veranlagte mit Verfügung vom
29. Dezember 2011 die Eheleute A.Y. und B.Y. (unter anderem) für das Einkommen und
das Vermögen aus der selbständigen Anwaltstätigkeit der Steuerperiode 2006
(act. 5/3/II/5 und 6). Die Verfügung ging den Steuerpflichtigen Anfang Januar 2012 zu.
Die dagegen erhobene, mit Eintritt der Veranlagungsverjährung begründete Einsprache
(act. 5/3/II/4) hiess das Kantonale Steueramt St. Gallen am 24. Februar 2012 gut
(act. 5/3/II/2).
C. Am 25. Februar 2014 leitete das Kantonale Steueramt St. Gallen ein
Nachsteuerverfahren für die Steuerperiode 2006 ein. Mit Verfügung und
Schlussrechnung vom 6./7. November 2014 veranlagte es das Ehepaar A.Y. und B.Y.
mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 26'300 zum Satz von CHF 92'500 und
ohne steuerbares Vermögen (act. 5/3/I/6). Die dagegen erhobene Einsprache wies es
mit Entscheid vom 3. März 2015 ab.
D. Gegen den Einspracheentscheid erhoben A.Y. und B.Y. mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 12. März 2015 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission
(act. 5/1). Diese hiess das Rechtsmittel mit Entscheid vom 16. Februar 2016 gut und
hob sowohl den Einspracheentscheid als auch die zugrundeliegende
Nachsteuerverfügung betreffend Kantons- und Gemeindesteuer 2006 auf (act. 2.3). Die
Verwaltungsrekurskommission verneinte das Vorliegen neuer Tatsachen oder
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Beweismittel als Voraussetzung zur Erhebung von Nachsteuern. Eine Tatsache gelte
jedenfalls dann nicht mehr als "neu", wenn sie nicht innerhalb eines Jahres verarbeitet
worden sei. Die von den appenzell-ausserrhodischen Steuerbehörden vorgenommene
Steuerausscheidung 2006 sei nach gewöhnlichem Lauf der Dinge und
ordnungsgemässem Geschäftsverlauf bereits vor dem 28. Dezember 2011 an das
Kantonale Steueramt St. Gallen weitergeleitet worden. Dieses habe die Meldung
offenbar während längerer Zeit nicht verarbeitet und trage die Folgen dieser
Unterlassung. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass das Kantonale Steueramt
tatsächlich erst am 28. Dezember 2011 mit der Steuerausscheidung 2006 bedient
worden sei, seien nicht ersichtlich.
E. Gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission erhob das Kantonale
Steueramt (Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 18. März 2016 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
der Einspracheentscheid betreffend Nachsteuern für die Kantons- und Gemeindesteuer
2006 vom 3. März 2015 sei zu bestätigen (act. 1). Die Verwaltungsrekurskommission
(Vorinstanz) und die Beschwerdegegner A.Y. und B.Y. beantragten in ihren
Vernehmlassungen Abweisung der Beschwerde (act. 4 und 11). Der Beschwerdeführer
hielt in einer ergänzenden Stellungnahme an seinen Anträgen fest (act. 14). Die
Beschwerdegegner taten es ihm gleich (act. 16).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die

## Considerations

Akten wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht
bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine
rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder
unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die
Steuerbehörde zurückzuführen, wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als
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Nachsteuer eingefordert (Art. 199 Abs. 1 StG, vgl. hierzu die gleichlautenden Art. 151
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG, und Art.
53 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern
der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG).
2.1. Eine Nachsteuer kann demnach grundsätzlich unter drei Voraussetzungen
eingefordert werden: Es muss eine rechtskräftige Veranlagung vorliegen, mit der eine
Unterbesteuerung einhergeht, die sich aufgrund von neuen Tatsachen oder
Beweismitteln ergibt (vgl. VerwGE B 2011/18 vom 29. August 2011 E. 2,
www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit BGer 2C_807/2011 vom 9. Juli 2012).
2.1.1. Bei der Tatbestandsvariante der zu Unrecht unterbliebenen Veranlagung – etwa
wenn ein Steuerpflichtiger nicht veranlagt wird, weil er der Steuerbehörde nicht
bekannt ist – ist eine rechtskräftige Veranlagungsverfügung nicht vorausgesetzt. In
diesen Fällen stellt sich lediglich die Frage, ob im Zeitpunkt, in dem die Steuerbehörde
von der Person des Steuerpflichtigen Kenntnis erhält, das Recht zur Vornahme der
ordentlichen Veranlagung bereits abgelaufen ist – die Veranlagungsverjährung tritt fünf
Jahre nach Ablauf der Steuerperiode ein (vgl. Art. 183 Abs. 1 StG). Ist die
steuerpflichtige Person bis zu Eintritt der Veranlagungsverjährung nicht im
Steuerregister eingetragen, kann die Veranlagung nur noch im Rahmen eines
Nachsteuerverfahrens vorgenommen werden (vgl. BGer 2C_533/2010 vom 16. Februar
2011 E. 5, in: StR 2011 694 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar DBG,
3. Aufl. 2016, N 12 f. zu Art. 151 DBG; M. Looser, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.],
Kommentar DBG, 3. Aufl. 2017, N 3 zu Art. 151 DBG mit Hinweisen).
2.1.2. Voraussetzung ist gemäss Art. 199 Abs. 1 StG (neben der im konkreten Fall
unbestrittenen Unterbesteuerung) sodann, dass sich die Steuerpflicht aus neuen
Tatsachen oder Beweismitteln ergibt. Als neu im Sinn des gesetzlichen Tatbestands
der unvollständigen rechtskräftigen Veranlagung gelten Tatsachen und Beweismittel,
die zum Zeitpunkt der Veranlagung bereits bestanden haben, aber während des
ordentlichen Veranlagungsverfahrens oder eines allenfalls sich daran anschliessenden
Rechtsmittelverfahrens nicht aktenkundig waren, d.h. also erst nach der rechtskräftigen
Veranlagung eines Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen sind (vgl. VerwGE B
2014/242 und B 2014/243 vom 19. Juli 2016 E. 2.1, bestätigt mit Entscheid BGer
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2C_839/2016 und 2C_840/2016 vom 12. April 2017, VerwGE B 2014/212; B 2014/213
vom 27. April 2016 E. 2.1, bestätigt mit Entscheid BGer 2C_473/2016; 2C_474/2016
vom 22. August 2016, und VerwGE B 2014/67; B 2014/68 vom 25. August 2015 E. 3.1
je mit Hinweisen, insbesondere auf Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische
Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, Rz. VII/110 mit Hinweisen und Höhn/Waldburger,
Steuerrecht, Band I, 9. Aufl. 2001, S. 985 f., www.gerichte.sg.ch, siehe auch GVP 1986
Nr. 30, in: SGE 1986 Nr. 6). Mit Blick auf die Tatbestandsvariante der zu Unrecht
unterbliebenen Veranlagung gelten Tatsachen und Beweismittel als neu, die während
der Frist zur Vornahme der ordentlichen Veranlagung aus den Akten, die den
Steuerbehörden vorlagen, nicht hervorgingen und welche erst mit oder nach Ablauf der
Verjährungsfrist den Steuerbehörden zur Kenntnis gelangten (vgl. BGer 2C_533 und
534/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4; 2A.182/2002 vom 25. April 2003, in: ASA 73 S.
482 E.3.3). Nur unter diesen Voraussetzungen darf die Steuer nachträglich noch
erhoben werden.
2.2. Ein Verschulden des Steuerpflichtigen bildet nicht Voraussetzung des
Nachsteuerverfahrens, vielmehr kommt es auf die Würdigung der Obliegenheiten an,
welche den Pflichtigen einer- und die Steuerverwaltung andererseits bei der
Veranlagung treffen (vgl. zum Ganzen BGer 2C_458 und 459/2014 vom 26. März 2015
E. 2.1 = StE 2015 B97.14 Nr. 29):
Der Steuerpflichtige muss alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu
ermöglichen (Art. 170 StG). Gemäss Art. 168 StG werden die Steuerpflichtigen durch
öffentliche Bekanntgabe oder Zustellung des Formulars aufgefordert, die
Steuererklärung einzureichen. Steuerpflichtige, die kein Formular erhalten, müssen es
bei der zuständigen Behörde verlangen (Abs. 1). Der Steuerpflichtige muss die
Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen, persönlich unterzeichnen
und zusammen mit den vorgeschriebenen Beilagen fristgemäss der zuständigen
Behörde einreichen (Abs. 2). Ist er sich über die steuerrechtliche Tragweite einer
Tatsache im Unklaren, darf er diese nicht einfach verschweigen, er hat vielmehr auf die
Unsicherheit hinweisen (vgl. BGer 2A.419/2001 vom 13. November 2002 E. 3.3.1, in:
ASA 73 S. 487 f.).
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Die Veranlagungsbehörde ihrerseits prüft die Steuererklärung und nimmt die
erforderlichen Untersuchungen vor (Art. 176 Abs. 1 StG). Praxisgemäss darf sich die
Behörde jedoch grundsätzlich darauf verlassen, dass die Steuererklärung richtig und
vollständig ist. Allerdings darf sie nicht im gleichen Masse unbesehen auf die in der
Steuererklärung gemachten Angaben abstellen, wie sie dies bei einer
Selbstveranlagungssteuer tun könnte. Dementsprechend liegen "neue Tatsachen", die
ein Nachsteuerverfahren rechtfertigen, nach der Rechtsprechung dann nicht mehr vor,
wenn die Steuerbehörde ihre Untersuchungspflicht im ordentlichen
Veranlagungsverfahren verletzt hat. Die Praxis nimmt eine Pflicht der
Veranlagungsbehörde, ergänzende Abklärungen schon im ordentlichen
Veranlagungsverfahren vorzunehmen, üblicherweise dann an, wenn die
Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. Es braucht
also eine in die Augen springende Falschdeklaration seitens der Pflichtigen, welche die
Behörde bei gehöriger Sorgfalt schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren zu
zusätzlichen Abklärungen hätte veranlassen müssen. Dagegen wird die behördliche
Untersuchungspflicht nicht verletzt, wenn eine Unstimmigkeit aus den Angaben des
Pflichtigen in der Steuererklärung nicht ohne weiteres ersichtlich ist oder wenn die
Behörde wohl hätte Verdacht schöpfen können, ohne dass das aber zwingend
gewesen wäre (vgl. GVP 2015 Nr. 36; SGE 2007 Nr. 5; BGer 2C_807/2011 vom 9. Juli
2012 E. 2.6.1 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl.
2016, Art. 151 N 3 und 19; vgl. ferner z.B. BGer 2C_651 und 652 vom 2. November
2017 E. 2.2.2; 2C_458/2014, a.a.O., E. 2.2.2; 2C_1023/2013 vom 8. Juli 2014 E. 2.2, in:
StE 2014 B 97.41 Nr. 27).
2.3. Ist eine Person mit Wohnsitz oder Sitz im Kanton aufgrund der Steuererklärung
auch in einem andern Kanton steuerpflichtig, so gibt die Veranlagungsbehörde der
Steuerbehörde des andern Kantons kostenlos Kenntnis von der Steuererklärung und
von der Veranlagung (vgl. Art. 39 Abs. 2 Satz 2 StHG). Art. 2 der Verordnung über die
Anwendung des Steuerharmonisierungsgesetzes im interkantonalen Verhältnis
(SR 642.141, Vo StHG) präzisiert dies wie folgt: Besteht auf Grund wirtschaftlicher
Zugehörigkeit in anderen Kantonen als im Wohnsitz- oder im Sitzkanton eine
Steuerpflicht, so wird auch in diesen Kantonen ein Veranlagungsverfahren durchgeführt
(Abs. 1). Dabei handelt es sich um einen selbstverständlichen Grundsatz (Zweifel/
Hunziker, in: Zweifel/Beusch, Kommentar StHG, 3. Aufl. 2016, N 25 zu Art. 39 StHG).
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Wer in mehreren Kantonen steuerpflichtig ist, kann seine Steuererklärungspflicht durch
Einreichung einer Kopie der Steuererklärung des Wohnsitz- oder des Sitzkantons
erfüllen (Abs. 2). Die Steuerbehörde des Wohnsitz- oder des Sitzkantons teilt den
Steuerbehörden der anderen Kantone ihre Steuerveranlagung einschliesslich der
interkantonalen Steuerausscheidung und allfälliger Abweichungen gegenüber der
Steuererklärung mit (Art. 2 Abs. 3 Vo StHG). Damit nimmt der Wohnsitz- oder
Sitzkanton im Verhältnis zu den Nebensteuerdomizilkantonen eine Führungsrolle ein
(Zweifel/Hunziker, a.a.O., N 29 zu Art. 39 StHG). Im heutigen, von elektronischer
Datenverarbeitung und ebensolchen Kommunikationsmitteln geprägten
Veranlagungsumfeld ist es – so das Bundesgericht – gerade in einem Fall der
ausserkantonalen selbständigen Erwerbstätigkeit angezeigt, dass die Behörden vor
Erlass der Veranlagungsverfügung untereinander den Kontakt suchen (BGE 139 I 64 E.
3.6).
2.4. Kommt eine Meldung, obwohl sie hierfür bestimmt war und der
Veranlagungsbehörde auch zugestellt wurde, versehentlich nicht zu den Steuerakten,
ist dies der Behörde anzulasten und steht deren "Neuheit" entgegen. Nach der Praxis
des Kantons St. Gallen gilt eine Information ein Jahr nach Eintreffen bei der
Veranlagungsbehörde als aktenkundig (GVP 1986 Nr. 30). In Ermangelung neuer
Tatsachen stehen der Nachbesteuerung deshalb beispielsweise Steuerausscheidungen
entgegen, die der Wohnsitzkanton der für die Veranlagung einer beschränkt
steuerpflichtigen Person zuständigen Steuerverwaltung regelmässig gemeldet hat (StE
2008 B 97.41 Nr. 22). Denn massgebend ist der Aktenstand nach gewöhnlichem Lauf
der Dinge und bei ordnungsgemässem Geschäftsverlauf (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, N 30 zu § 160).
3.
3.1. Natürliche Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton
sind aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit namentlich dann steuerpflichtig, wenn sie
im Kanton Geschäftsbetriebe oder Betriebsstätten unterhalten (vgl. Art. 14 Abs. 1 und
lit. a StG). Als Betriebsstätte gilt eine feste Geschäftseinrichtung, in der die
Geschäftstätigkeit eines Unternehmens oder ein freier Beruf ganz oder teilweise
ausgeübt wird (Art. 14 Abs. 3 StG). Die Steuerpflicht beschränkt sich in Fällen
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wirtschaftlicher Zugehörigkeit auf das am Ort des Geschäftsbetriebs oder der
Betriebsstätte investierte Kapital und das daraus fliessende Einkommen. Anders als bei
persönlicher Zugehörigkeit besteht nur ein Nebensteuerdomizil (vgl. Art. 15 StG;
Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, Rz. II/35).
Aufgrund seiner im Jahr 2006 aufgenommenen Tätigkeit als selbständiger
Rechtsanwalt bestand für den Ehemann der Beschwerdegegner ab dieser
Steuerperiode in St. Gallen aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit ein
Nebensteuerdomizil. Die beschränkte Steuerpflicht der Beschwerdegegner für den
fraglichen Zeitraum ist unbestritten. Ebenso ist offensichtlich und unbestritten, dass
diesbezüglich eine Unterbesteuerung vorliegt.
3.2. Zu entscheiden ist zunächst, ob der Nachsteuerverfügung vom 7. Februar 2014
neue Tatsachen oder Beweismittel zugrunde liegen. Die Vorinstanz ging davon aus,
dass die ursprünglich vom 12. Dezember 2007 datierte Steuerausscheidung des
Wohnkantons Appenzell Ausserrhoden den Beschwerdegegnern im Verlauf des
Dezembers 2007, allenfalls im Januar 2008 zugestellt worden sei. Damit sei allerdings
noch nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer hiervon zeitgleich Kenntnis erhalten
habe. Die Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden habe den Beschwerdegegnern
mitgeteilt, seit 2006 sei jährlich eine Steuerausscheidung mit dem Kanton St. Gallen
vorgenommen und dem dortigen Steueramt in einem Sammelcouvert zugestellt
worden, wobei die jeweiligen Versanddaten nicht mehr eruiert werden könnten. Aus
dieser Antwort ergebe sich, dass die Steuerausscheidungen grundsätzlich per Post
und nicht per E-Mail zugestellt würden. Die Vorinstanz schloss daraus, die
Steuerausscheidung 2006 sei dem Beschwerdeführer mit E-Mail vom 28. Dezember
2011 seitens der Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden lediglich erneut, nicht aber
erstmals zur Kenntnis gebracht worden. Eine dauernde Unterschlagung der gesetzlich
zwingenden Mitteilung durch den Kanton Appenzell Ausserrhoden sei nicht zu
vermuten. An konkreten Anhaltspunkten, dass der Beschwerdeführer tatsächlich nicht
ordnungsgemäss mit der Steuerausscheidung 2006 bedient worden sei, fehle es. Als
aktenkundig gälten Informationen in der Regel im Zeitpunkt ihrer Verarbeitung. Für
versehentliche Verzögerungen habe die Behörde einzustehen; jedenfalls müsse eine
Information innert eines Jahres zu den Akten genommen werden, ansonsten sie nicht
mehr als "neu" gelte. Kausal für die unterbliebene ordentliche Veranlagung sei weder
die pflichtwidrige Nichtdeklaration durch den Pflichtigen noch die unterlassene
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gesetzliche Meldepflicht durch den Wohnsitzkanton, sondern die unterbliebene
Verarbeitung der Meldung durch den Beschwerdeführer gewesen.
3.2.1. Der erste aktenmässig dokumentierte Hinweis in den Steuerakten des
Beschwerdeführers auf eine Steuerpflicht im Kanton St. Gallen findet sich in einem E-
Mail von M.S. (Steuerverwaltung Kanton Appenzell Ausserrhoden) an E.K. (Kantonales
Steueramt St. Gallen) vom 28. Dezember 2011, dem die Steuerausscheidungen 2006
bis 2008 beigelegt waren (vgl. act. 5/3/I/19). Die Steuerausscheidung 2006 ist darin mit
1. Mai 2009 datiert (das Exemplar der Beschwerdegegner in act. 5/3/I/16 trägt dagegen
das Datum vom 12. Dezember 2007), jene der Steuerperiode 2007 mit 13. Mai 2009
und diejenige der Periode 2008 mit 8. Dezember 2010. M.S. von der Steuerverwaltung
Appenzell Ausserrhoden bestätigte den Beschwerdegegnern am 13. März 2014, seit
2006 jährlich eine Ausscheidung mit dem Kanton St. Gallen vorgenommen zu haben
(act. 5/3/I/16). Am Folgetag erläuterte sie, die Steuerausscheidungen würden jeweils
nach Kantonen sortiert und in einem Sammelcouvert zugestellt, wobei sich das Datum
des Versandes im konkreten Fall nicht mehr nachvollziehen lasse (vgl. act. 5/3/I/7). Im
Gegensatz zur aktenmässig belegten Zustellung am 28. Dezember 2011 sind die
Angaben zur angeblichen Kenntnisgabe der Steuerausscheidungen durch die
Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden vage und basieren auf Vermutungen über
den wohl korrekten Geschäftsgang. Die Vorinstanz hat insbesondere zu wenig
gewichtet, dass die die Beschwerdegegner betreffenden Steuerausscheidungen beim
Beschwerdeführer bis Ende Dezember 2011 dreimal in der Folge hätten untergehen
bzw. ignoriert werden müssen, nämlich nicht nur diejenige der Steuerperiode 2006,
sondern auch diejenigen der nachfolgenden Perioden 2007 und 2008. Dies erscheint
nicht wahrscheinlich und spricht für einen erstmaligen Zugang der Steuerausscheidung
2006 beim Beschwerdeführer am 28. Dezember 2011. Es kann von den Pflichtigen im
Übrigen nicht verlangt werden, den strikten Beweis über derartige behördeninterne
Vorgänge zu führen. Wie es sich damit genau verhält, ist ohnehin nicht entscheidend.
3.2.2. Für die Neuheit der Steuerausscheidung 2006 als Tatsache bzw. Beweismittel
spricht nämlich bereits die Würdigung der Obliegenheiten, welche den Pflichtigen
einer- und die Steuerverwaltung andererseits bei der Veranlagung treffen. Der
Beschwerdeführer hält zu Recht dafür, sein Nichtwissen um die im Jahr 2006
aufgenommene selbständige Erwerbstätigkeit sei in erster Linie auf die während
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mehrerer Jahre verletzte Deklarationspflicht der Beschwerdegegner zurückzuführen
(vgl. E. 2.2 und 2.3 hiervor). Dem ist beizupflichten. Trotz regelmässiger
Steuerausscheidung nach St. Gallen haben sich die Beschwerdegegner nicht weiter
um die Erfüllung ihrer dortigen Steuerpflicht bemüht. Wären sie sich der
steuerrechtlichen Tragweite der selbständigen Erwerbstätigkeit in Z. im Unklaren
gewesen, hätten sie sich bei der zuständigen Veranlagungsbehörde zumindest darüber
informieren müssen. Indessen hat sie nicht einmal der Umstand, dass sie während
mehr als fünf Jahren seit Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit weder eine
Veranlagung noch eine Steuerrechnung noch anderweitige Korrespondenz von den St.
Galler Steuerbehörden erhalten haben, zu einer auf die Erfüllung ihrer Steuerschuld
gerichteten Handlung veranlasst. Aus ihrem Verhalten können die Beschwerdegegner
demnach nichts zu ihren Gunsten ableiten. Demgegenüber ist nicht ersichtlich (bzw.
nach dem in E. 3.2.1 unwahrscheinlich), dass die Veranlagungsbehörde ihre
Untersuchungspflicht verletzt hätte. Die Würdigung der Obliegenheiten im
Veranlagungsverfahren spricht demnach dafür, dass die am 28. Dezember 2011
erstmals verarbeiteten Steuerausscheidungen als "neu" zu gelten haben.
3.3. Die Beschwerdegegner machen in ihrer Vernehmlassung geltend, es fehle (bereits)
das Tatbestandsmerkmal der "unvollständigen" oder "unterbliebenen" Veranlagung.
Vollständig sei die am 29. Dezember 2011 erstellte Verfügung gewesen, weil in diesem
Zeitpunkt sämtliche Informationen vorgelegen hätten. Unterblieben sei die Veranlagung
auch nicht, nachdem die entsprechende Verfügung an diesem Tag versandt worden
sei. Dass die Steuer nicht mehr habe erhoben werden können, habe einzig an der
eingetretenen Veranlagungsverjährung gelegen. Im vorliegenden Fall habe der
Beschwerdeführer den Weg der ordentlichen Veranlagung wählen müssen, weil die
Veranlagungsverjährung Ende Dezember 2011 noch nicht eingetreten gewesen sei. Bei
gleichem Wissensstand stehe das Nachsteuerverfahren nicht zur Verfügung.
3.3.1. Aufgrund der Akten und der in E. 3.2 vorgenommenen Würdigung ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer die relevante Information über die
Steuerpflicht der Beschwerdegegner am 28. Dezember 2011 als neue Tatsache
verarbeitete. Bis zum Eintritt der Veranlagungsverjährung hinsichtlich der Steuerperiode
2006 dauerte es mithin noch drei Tage. Wie sich herausgestellt hat, genügte diese
kurze Zeitspanne nicht mehr, um die Verjährung zu unterbrechen. Dies hätte erfordert,
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die auf Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerichtete
Amtshandlung dem Steuerpflichtigen oder einem Mithaftenden zur Kenntnis zu bringen
(vgl. Art. 183 Abs. 3 Ziff. 1 StG bzw. Art. 120 Abs. 3 lit. a DBG). "Zur Kenntnis bringen"
bedeutet, dass es nicht genügt, die verjährungsunterbrechende Handlung vor
Fristablauf bloss vorzunehmen. Diese muss für die steuerpflichtige Person spätestens
am letzten Tag der Frist erkennbar gewesen sein (M. Beusch, in: Zweifel/Beusch,
Kommentar StHG, a.a.O., N 42 zu Art. 47 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar DBG, a.a.O., N 21 zu Art. 120 DBG, je mit Hinweisen). Im
Einspracheentscheid vom 24. Februar 2012 hat der Beschwerdeführer eingeräumt, die
Veranlagungsverfügung vom 29. Dezember 2011 sei den Beschwerdegegnern erst
nach Eintritt der Veranlagungsverjährung zur Kenntnis gebracht worden (offenbar am
4. Januar 2012; vgl. act. 5/3/I/2 und 4). Die im ordentlichen Veranlagungsverfahren
eingeforderte Steuerforderung war demnach nicht mehr durchsetzbar.
3.3.2. Die Auffassung der Beschwerdegegner gründet auf der rechtlich unhaltbaren
Annahme, dass die am 28. Dezember 2011 zugegangene Steuerausscheidung 2006
gewissermassen "zu spät" beim Beschwerdeführer eingetroffen sei, um in deren
Kenntnis noch ordentlich veranlagen zu können, und "zu früh", um die Steuerforderung
im Nachsteuerverfahren geltend machen zu dürfen. Eine derartige Veranlagungslücke
ergibt sich bei richtiger Auslegung der Gesetzesbestimmungen, wonach Tatsachen als
"neu" gelten, wenn sie mit Eintritt der Veranlagungsverjährung bekannt werden, gerade
nicht. Der Versuch, noch im ordentlichen Verfahren zu veranlagen, hat die Neuheit der
massgebenden Informationen nicht zerstört. Denn die Steuerforderung konnte im
ordentlichen Veranlagungsverfahren nicht mehr durchgesetzt werden. Die neue
Tatsache hatte mithin bewirkt, dass die Veranlagung im Sinne von Art. 199 Abs. 1 StG
zu Unrecht unterblieben war, bis es hierfür (offenkundig) zu spät war. Die
Voraussetzung für die Erhebung der Steuern als Nachsteuern samt Zins sind damit
erfüllt.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission aufzuheben und der Einspracheentscheid betreffend
Nachsteuern für die Kantons- und Gemeindesteuer 2006 zu bestätigen ist.
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5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdegegnern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 2'000 erscheint
angemessen (Art. 7 Abs. 1 Ingress und Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12).
Bei Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die amtlichen
Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt die
entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile analog
dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 103). Die amtlichen Kosten
für das Rekursverfahren vor der Vorinstanz von CHF 1'000 sind somit ebenfalls
vollumfänglich den Beschwerdegegnern aufzuerlegen. Sie sind mit dem
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind mangels grundsätzlichen Anspruchs (Beschwerdeführer)
und mehrheitlichen Obsiegens (Beschwerdegegner) weder für das Rekurs- noch für
das Beschwerdeverfahren zu entschädigen (vgl. Art. 98 Abs. 1 und 98bis VRP).