# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 798e7365-947b-44e3-80db-d9a71516f98e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. L. wurde am 14. April 1973 in A. geboren. Sie ist verheiratet und Mutter von drei noch minderjährigen Kindern. Sie besorgt zur Hauptsache den Haushalt und arbeitet zusätzlich in einem Pensum von 30% als Gemeindekanzlistin von B.. Nach eigenen Angaben erzielte sie im Jahr 2008 ein steuerbares Einkommen von Fr. 8'739.--. Das im Kanton steuerbare Einkommen der Ehegatten L. belief sich im Jahr 2007 auf Fr. 103'700.--.
L. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Jagdregister des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden verzeichnet.
B. Am Samstag, 27. September 2008, übte L. in der Gemeinde C., Gebiet Tscheppa, die Jagd aus. Um ca. 15.00 Uhr konnte sie einen Hirschstier beobachten und gab, nachdem sie den Hirsch als jagdbar angesprochen hatte, einen Schuss auf diesen ab. Das Tier wurde aber nicht tödlich getroffen, so dass die Jägerin eine Nachsuche organisierte. Am Sonntag, 28. September 2010, konnte der Hirschstier aufgespürt und erlegt werden. An der rechten Stange über der Mittelsprosse wies der Hirsch ein drittes Hornende auf, welches die Jägerin beim Ansprechen nicht beobachtet hatte. Sie war der Auffassung, dass dieses das Tier noch nicht zu einem Kronenhirsch machte, teilte dem zuständigen Jagdaufseher aber dennoch mit, dass sie das Tier zur Kontrolle vorweisen möchte. Bei der Kontrolle kam der Jagdaufseher E. zum Schluss, dass es sich beim fraglichen Tier um einen einseitigen Kronenhirsch handle. Das kürzeste Ende der Krone an der rechten Stange mass nach seinen Feststellungen nämlich 3.2 cm. Die Jägerin war mit diesem Befund nicht einverstanden und wünschte deshalb eine zweite Beurteilung. Auch der Wildhüter F. kam aufgrund seiner Untersuchung auf das gleiche Messergebnis wie E. und qualifizierte den Hirsch somit als Kronenhirsch. Am 30. September 2008 führte Dr. G., der Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden, eine weitere Beurteilung der fraglichen Trophäe durch. Dabei kam auch er zum Schluss, dass die Länge des dritten Endes an der rechten Stange 3.2 cm betrage und der Hirsch gemäss den Jagdbetriebsvorschriften vom 24. Juni 2008 somit nicht erlaubt gewesen wäre.
Mit Schreiben vom 14. Oktober 2008 ersuchte L. das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden über die Frage, ob es sich beim fraglichen Tier um einen Kronenhirsch handle, eine Expertise einzuholen. Die Angeklagte und das Amt konnten sich über die Person des Experten aber nicht einigen. Auch im Rahmen des Gesprächs vom 3. November 2008 zwischen dem Amtsvorsteher und der
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Jägerin konnten die Differenzen betreffend die Jagdbarkeit, die Messmethode und den zu wählenden Experten nicht ausgeräumt werden. In der Folge beauftragte L. die Interstaatliche Hochschule für Technik K. (NTB), eine Stellungnahme zur angewendeten Messmethode abzugeben. Diese Stellungnahme datiert vom 7. Januar 2009 (act. I/5, Beilage 8). H. von der NTB K. machte darin auch einen Vorschlag, wie die Messmethode aus seiner Sicht optimiert werden könnte.
C. Mit Kompetenzentscheid der Staatsanwaltschaft vom 26. März 2009 wurde die Angelegenheit zur Verfolgung im Strafmandatsverfahren an das Kreispräsidium Rueun übertragen.
D. Mit Strafmandat vom 11. August 2009 erkannte der Kreispräsident Ruis:
„1. L. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 2 und 3 KJG, JBV 2008 I./A. Ziff. 1 lit. b Abs. 2/Art. 47 Abs. 1 KJG sowie Art. 51 KJG, JBV 2008 VI./Ziff. 5 und 8.
2. Dafür wird sie mit Fr. 300.-- Busse bestraft, ersatzweise bei schuldhafter Nichtbezahlung mit 3 Tagen Freiheitsstrafe.
3. Die Verurteilte trägt die Verfahrenskosten, bestehend aus:
- Kompetenzentscheid der Staatsanwaltschaft Fr. 50.00 - Spesenabrechnung Wildhüter Fr. 70.40 - kreisamtliche Verfahrenskosten Fr. 350.00 sowie die Busse Fr. 300.00 Total Fr. 770.40
Diese sind zahlbar innert 30 Tagen an die Kreiskasse Ruis.

## Considerations