# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9204332b-3ebf-4346-9184-6941328bc63a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1975 geborene
X._
, seit 1. Juli 2011 bei d
er
Y._
AG als Immobilien-
Portfoliomanager angestellt und dadurch bei der
Hel
sana Unfall AG
obligatorisc
h gegen Unfallfolgen versichert,
verletzte sich a
m 27. November 2013 in den Ferien auf
Z._
,
A._
, beim Surfen im Be
reich der Lendenwirbelsäule (LWS; Urk. 7/K1).
Mit
Verfügung vom 23. April 2015
(Urk. 7/K16)
verneinte die
Helsana Unfall AG
ihre Leistungspflicht für die über den 11. Dezember 2014 hinaus geltend gemachten Beschwerden mangels
eines
natürlichen Kausalzusammenhangs
zum
versicherten Unfalle
reignis vom 27. November 2013.
Die dagegen am 8. Mai 2015 erhobene Einsprache des Versicherten
(Urk.
7/K17
)
wies sie mit
Entscheid vom 13. August 2015 (Urk. 2)
ab.
2.
G
egen
den
Einspracheentscheid
vom 13. August 2015
erhob
X._
am 14. September 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss
dessen Aufhebung sowie die Verpflichtung der
Helsana Unfall AG
, auch nach dem 11.
Dezember 2014 sämtliche Kosten (Arzt- und Behandlungskosten, Kos
ten für Physiotherapie, Mahn- und sonstige Gebühren infolge unbezahlter Rechnungen sowie allfällige Gerichtskosten)
im Zusammenhang mit dem
Un
fall
ereignis
vom 27. November 201
3
zu übernehmen.
Die
Helsana Unfall AG
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2015 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 22. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige
Behandlung ihrer Unfall
folgen.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt
nebst anderem
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa
chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
ge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
Strittig und zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer aus dem
Ereignis
vom 27. November 2013 über den 11. Dezember 2014 hinaus Anspruch auf Leistun
gen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Zu klären ist dabei die Frage, ob die nach diesem Datum noch bestehenden Rückenbeschwerden überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang
mit dem
Unfall stehen.
Die Beschwerdegegnerin verneinte dies und stützte sich dabei auf die
Einschät
zung
ihres Vertrauensarztes Dr. med.
B._
, Praktischer Arzt, vom 15. April 2015 (
Urk. 7/M7; vgl. auch Stellungnahme vom 23. März 2015, Urk. 7/M5). Da
rin führte dieser aus, Anhaltspunkte für eine länger als ein Jahr dauernde
un
fallbedingte
Symptomatologie seien mangels Nachweises einer
Strukturverlet
zung
im Bereich der LWS nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzu
nehmen. Entsprechend sei die Terminierung der Unfallfolgen ein Jahr nach dem Ereignis gerechtfertigt.
3.
3.1
Gemäss
Schadenmeldung UVG vom 29. November 2013
(Urk. 7/K1) erlitt der Beschwerdeführer am 27. November 2013 eine „Wirbelverschiebung“, als er sich in
Z._
beim Surfen auf das Surfbrett zog.
Im weiteren Verlauf schilderte der Beschwerdeführer den Ereignishergang zuhan
den der Beschwerdegegnerin wie folgt: „Sportunfall beim Surfen (Wel
lenreiten): Beim Versuch die Welle zu nehmen (aufstehen und abspringen) von Wassermasse nach unten geführt worden, Überschlag und hart auf den Beinen auf sandigem Meeresgrund geschlagen, dadurch harten Schlag im Rü
cken ge
fangen; Fallhöhe circa 1,5 bis 2,
5 Meter.“ (Fragebogen: Hergang Ereignis vom
16. Februar 2015
, Urk. 7/K6 S. 1 Ziff. 1).
3.2
Die Erstbehandlung erfolgte am 28. November 2013 im
C._
in
D._
(Urk. 7/M1), wo nach klinischen und bildgebenden Untersu
chungen die
Diagnose einer
Lumbago
gestellt
und nebst Ruhigstellung eine me
dikamentöse
Therapie
(
Neobrufen
,
Yurelax
) und
lokale Wärmebehandlung empfohlen wurde
n
.
Der nachbehandelnde Dr. med.
E._
,
Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH
(Behandlungen vom 10. Dezember 2013 bis 6. Januar 2014, 6. Oktober und 11. Dezember 2014, 5. bis 25. Februar 2015, vgl. Urk. 7/M4 und Urk. 7/M6)
, ging von einer schweren
Kontusion/
Distorsion der LWS aus
. Er qualifizierte die Beschwerden als ausschliesslich durch den Unfall vom 27. November 2013 ver
ursacht
,
verordnete insbesondere Physiotherapie (2. Juli bis 11. Dezember 2014, 21. Januar bis 23. März 2015, vgl. Urk. 7/M4 und Urk. 7/M6
) und
bescheinigte dem Beschwerdeführer
vom 27. November bis 4. Dezember 2013
eine
Arbeits
unfähigkeit von 100 %
. Nach am 5.
Dezember 2013 erfolgter Arbeitsaufnahme war keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
mehr zu verzeichnen (
1.
Arztzeugnis UVG
vom 11. Dezember 2014
und UVG Zwischenbericht
vom
25. Februar 2015, Urk. 7/M2-M3
; vgl. auch die Angaben des Beschwerdeführers in Urk. 7/K6 S. 2 Ziff. 8 f. und Ziff. 11
).
4.
4.1
Treten unmittelbar im Anschluss an einen Unfall posttraumatische Lumbalgien oder
Lumboischialgien
auf, kann nach
derzeitigem medizinischem Wissensstand
das Erreichen des Status quo sine
(vgl. E. 1.3 hiervor)
nach drei bis vier Mona
ten
erwartet werden, wogegen
eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss
. E
ine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen de
generativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrach
ten
(Urteil des Bundesgerichts
8C_571/2015
vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.3 mit Hinweisen).
4.2
Die
der Leistungseinstellung zu Grunde liegende
Kausalitätsbeurteilung von Dr.
B._
(vgl. E. 2 hiervor) steht im Einklang mit der medizinischen Aktenlage
(vgl. E. 3.2 hiervor)
und ist im Lichte der dargelegten Rechtsprechung
(vgl. E.
4.1
hiervor)
ohne weiteres nachvollziehbar.
Anhaltspunkte dafür, dass
der
am 27. November 2013 stattgehabte
Surfunfall
– entgegen dem
allgemeinen medi
zinischen Erfahrungs
satz
–
eine über
den 11.
Dezember
2014
hinaus andau
ernde Schädigung ver
ursacht hätte, liegen nicht vor und wurden auch vom Be
schwerdeführer nicht benannt.
Namentlich vermag dieser aus
der Einschätzung von Dr.
E._
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal es an einer Begrün
dung für die
hausärztlich
postulierte Unfallkausalität fehlt.
Der Umstand, dass
vor dem
Ereignis
vom 27. November 2013
von Seiten der LWS
eine
Beschwer
defreiheit
vorgelegen haben soll, vermag die Unfallkausalität der
persistierenden
Rückenbeschwerden nicht zu belegen (
zum beweisrechtlich
unzulässigen
Schluss
„
post
hoc, ergo
propter
hoc
“,
nach dessen Bedeutung eine gesundheitli
che Schädigung schon als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist
,
vgl. BGE
119 V 335 E.
2b/
bb
).
4.3
Zusammengefasst gibt die
Terminierung der Versicherungsleistungen
per 11. Dezember 2014 zu keiner Kritik Anlass. Demzufolge ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 13. August 2015 (Urk. 2)
nicht zu beanstanden
, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.