# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9eeb6d0f-f85f-4c60-8541-432c3a6d4bf0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht (vorläufige Eintragung)
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Berufung gegen einen Entscheid des Einzelgerichtes des Bezirksgericht Bülach
vom 22. September 2022 (ES220034)
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Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Das Grundbuchamt N._ sei richterlich anzuweisen, zu  der Gesuchstellerin ein Bauhandwerkerpfandrecht auf den Stockwerkeigentumseinheiten an N._ Grundregister Blatt 1, Kataster 2, O._ [Strasse]..., N._, jeweils im Allein- oder Miteigentum der Gesuchsgegner, mit den nachfolgenden  nebst Zins zu 5% seit 14. August 2022 und wie folgt vorläufig einzutragen:
- CHF 7'453.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 3, Stockwerkeigentum (116/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 1 und 2);
- CHF 7'067.60 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 4, Stockwerkeigentum (110/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 3 und 4);
- CHF 7'453.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 5, Stockwerkeigentum (116/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 5);
- CHF 7'131.80 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 6, Stockwerkeigentum (111/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümerin Gesuchsgegnerin 6);
- CHF 7'131.80 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 7, Stockwerkeigentum (111/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 7 und 8);
- CHF 7'710.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 8, Stockwerkeigentum (120/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 9 und 10);
- CHF 11'115.35 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 9, Stockwerkeigentum (173/1000 Miteigentum, an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümerin Gesuchsgegnerin 11);
- CHF 7'967.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 10, Stockwerkeigentum (124/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 12);
- CHF 321.25 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 11, Stockwerkeigentum (5/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 5);
- CHF 449.75 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 12, Stockwerkeigentum (7/1000 Miteigentum, an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Gesuchsgegner 9 und 10);
- CHF 449.75 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 13, Stockwerkeigentum (7/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümerin Gesuchsgegnerin 11).
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2. Die Anweisung an das Grundbuchamt N._ sei in Form einer superprovisorischen Verfügung zu erlassen;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Gesuchsgegner."
Verfügung des Einzelgerichtes: (act. 12)
" 1. Das Dringlichkeitsbegehren wird abgewiesen. 2. Auf das Gesuch um provisorische Eintragung eines Bauhand-
werkerpfandrechts wird nicht eingetreten, soweit es sich gegen den Gesuchsgegner 9, J._, richtet.
3. [Rechtsmittelbelehrung] 4. [Mitteilungssatz]
Urteil des Einzelgerichtes: (act. 12)
" 1. Das Gesuch um vorläufige Eintragung eines  vom 13. September 2022 wird abgewiesen.
2. – 6. Kosten / Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung"
Berufungsanträge: (act. 13)
" 1. Der Entscheid des Bezirksgerichts Bülach vom 22. September 2022 betreffend vorläufige Eintragung eines  sei aufzuheben;
2. Das Grundbuchamt N._ sei richterlich anzuweisen, zu  der Berufungsklägerin ein Bauhandwerkerpfandrecht auf den Stockwerkeigentumseinheiten an N._ Grundregister Blatt 1, Kataster 2, O._ ..., N._, jeweils im Allein- oder  der Berufungsbeklagten, mit den nachfolgenden Beträgen nebst Zins zu 5% seit 14. August 2022 und wie folgt vorläufig :
- CHF 7'453.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 3, Stockwerkeigentum (116/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagte 1 und 2);
- CHF 7'067.60 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 4, Stockwerkeigentum (110/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagte 3 und 4);
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- CHF 7'453.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 5, Stockwerkeigentum (116/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagter 5);
- CHF 7'131.80 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 6, Stockwerkeigentum (111/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümerin Berufungsbeklagte 6);
- CHF 7'131.80 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 7, Stockwerkeigentum (111/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagte 7 und 8);
- CHF 7'710.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 8, Stockwerkeigentum (120/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagte 9 und 10);
- CHF 11'115.35 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 9, Stockwerkeigentum (173/1000 Miteigentum, an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümerin Berufungsbeklagte 11);
- CHF 7'967.10 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 10, Stockwerkeigentum (124/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagter 12);
- CHF 321.25 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 11, Stockwerkeigentum (5/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagter 5);
- CHF 449.75 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 12, Stockwerkeigentum (7/1000 Miteigentum, an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümer Berufungsbeklagte 9 und 10);
- CHF 449.75 auf Grundstück N._, Grundregister Blatt 13, Stockwerkeigentum (7/1000 Miteigentum an Grundstück Blatt 1, Kataster 2; Eigentümerin Berufungsbeklagte 11).
3. Die Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 22. September 2022 betreffend Dringlichkeitsbegehren (Ziff. 1) sei aufzuheben und die Anweisung an das Grundbuchamt N._ sei in Form einer superprovisorischen Verfügung zu erlassen;
4. Die Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 22. September 2022 betreffend Nichteintreten in Bezug auf den  9 (Ziff. 2) sei aufzuheben und das Gesuch um  Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts im vorstehend beantragten Umfang gegen den Berufungsbeklagten 9 resp.  Rechtsnachfolger sei gutzuheissen;
5. Die Kostenauferlegung des vorinstanzlichen Entscheids sei  und es sei der Berufungsklägerin für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Parteientschädigung (zzgl. MWST) zuzusprechen;
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Berufungsbeklagten."
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (nachfolgend Gesuchstellerin)
ist eine Aktiengesellschaft, die unter anderem Malerarbeiten und Wärmedäm-
mungen ausführt (act. 3/3). Als solche soll sie Arbeiten an der Liegenschaft der
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagten (nachfolgend Gesuchsgegner) geleistet
haben, wobei ihre Forderung von gesamthaft CHF 64'250.70 – trotz mehrfacher
Aufforderung – nicht bezahlt worden sei (act. 13 S. 6/7)
2. Mit Eingabe vom 13. September 2022 gelangte die Gesuchstellerin an die
Vorinstanz und ersuchte um vorläufige resp. superprovisorische Eintragung eines
Bauhandwerkerpfandrechts mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren (act. 1). Mit
Verfügung und Urteil vom 22. September 2022 wies die Vorinstanz das Dringlich-
keitsbegehren sowie das Gesuch um vorläufige Eintragung eines Bauhandwer-
kerpfandrechts ab. Auf das Gesuch betreffend Gesuchsgegner 9 trat es nicht ein
(act. 7 = act. 12 = act. 14; fortan: act. 12).
3. Mit Eingabe vom 30. September 2022 (Datum Poststempel) erhob die
Gesuchstellerin fristgerecht Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz und stellte
dabei die vorgenannten Anträge (act. 13; zur Rechtzeitigkeit s. act. 9 S. 1).
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1 – 10). Das Verfah-
ren erweist sich als spruchreif. Auf die Ausführungen der Gesuchstellerin ist nur
insoweit einzugehen, als sie für den Berufungsentscheid relevant sind.
I.
1. Im Berufungsverfahren können die unrichtige Rechtsanwendung und die
unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden
(Art. 310 ZPO). Die Berufung ist innerhalb der Rechtsmittelfrist schriftlich, begrün-
det und mit Rechtsmittelanträgen versehen einzureichen (Art. 311 ZPO). Neue
Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren grundsätzlich nur zuzu-
lassen, wenn sie (a) ohne Verzug vorgebracht werden und (b) trotz zumutbarer
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Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten
(Art. 317 ZPO).
2.1. Im Zusammenhang mit ihrem Nichteintretensentscheid (Dispositiv Ziffer 2
der Verfügung) erwog die Vorinstanz zusammengefasst, der von der Gesuchstel-
lerin ins Recht gefasste Gesuchsgegner 9, J._, sei am 24. Juni 2022 verstor-
ben. Damit sei er nicht mehr rechts- und folglich auch nicht mehr prozessfähig. In-
folgedessen sei die Prozessvoraussetzung von Art. 59 Abs. 2 lit. c ZPO nicht er-
füllt, weshalb auf das Gesuch, soweit es sich gegen den Gesuchsgegner 9 richte,
nicht einzutreten sei (act. 12 S. 3).
2.2. In materieller Hinsicht erachtete die Vorinstanz das Gesuch mangels voll-
ständigen und damit schlüssigen Tatsachenvortrags als offensichtlich unbegrün-
det. Entsprechend hat sie das Gesuch um Eintragung eines vorläufigen Bau-
handwerkerpfandrechts – und nicht bloss das entsprechende Dringlichkeitsbegeh-
ren – abgewiesen (act. 12 S. 4 unten).
Sie begründete ihr Urteil damit, die Gesuchstellerin habe in ihrem Gesuch
behauptet, die letzten Arbeiten seien am 25. Juni 2022 erfolgt. Weitere Behaup-
tungen – namentlich zur Art der am 25. Juni 2022 ausgeführten Arbeiten – wür-
den sich im Gesuch keine finden. Für die Einhaltung der viermonatigen Frist sei
die Art der letzten Arbeiten allerdings entscheidwesentlich. Äussere sich eine –
überdies anwaltlich vertretene – Gesuchstellerin mit keinem Wort zur Art der zu-
letzt verrichteten Arbeiten, sei eine rechtliche Würdigung des Sachverhalts im
Sinn der anbegehrten Rechtsfolge nicht möglich. Damit fehle es bereits an einem
schlüssigen Tatsachenvortrag. Selbst wenn das Gericht – entgegen der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Tatsachenbehauptungen in der
Rechtsschrift selbst enthalten sein müssen – im eingereichten Rapport vom
25. Juni 2022 zwecks Erweiterung des Tatsachenvortrags allfällige entscheidwe-
sentliche Umstände zusammensuchen würde, liesse sich daraus nicht ableiten,
dass am 25. Juni 2022 die letzten Vollendungsarbeiten ausgeführt worden seien.
Namentlich der im Rapport vom 25. Juni 2022 auszufüllende Abschnitt "Ausge-
führte Arbeiten" sei leer; welche Arbeiten effektiv ausgeführt worden seien, sei
somit ungewiss. Wolle man dafürhalten, der Rapport sei genügender Beleg dafür,
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dass die darin erwähnten auszuführenden Arbeiten ("Gerüstlöcher schliessen und
ausflicken bzw. ausbessern") am 25. Juni 2022 ausgeführt worden seien, so än-
derte dies im Ergebnis nichts. Entsprechende Arbeiten seien in der Offerte vom
31. August 2020 nicht erwähnt. Daraus wie auch aus ihrer Bezeichnung sei zu
schliessen, dass es sich beim Schliessen von Gerüstlöchern und "ausflicken bzw.
ausbessern" um geringfügige oder nebensächliche, rein der Vervollkommnung
dienende Arbeiten und Ausbesserungen handeln würde. Solche würden jedoch
nicht als Vollendungsarbeiten qualifiziert; wann solche zuletzt ausgeführt worden
seien, bleibe ungewiss (act. 12 S. 4 f.).
3.1. Im Zusammenhang mit dem Nichteintretensentscheid bringt die Gesuch-
stellerin berufungsweise vor, es fehle offensichtlich an der Passivlegitimation,
wenn jemand nicht (mehr) Eigentümer eines mit dem Antrag auf Eintragung des
Pfandrechts ins Recht gefassten Grundstück sei. Die Legitimation ergebe sich
aus dem materiellen Recht, und mit dem Tod würden sämtliche Vermögenswerte
auf die Erben übergehen. Es wäre somit ein Sachentscheid zu fällen, und der
Nichteintretensentscheid stelle eine ungerechtfertigte Verfügung dar.
Ferner hätte die Gesuchstellerin vom Todesfall des Gesuchsgegners 9
zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuches gar keine Kenntnis haben können
und hätte auch keine Anhaltspunkte zu dessen Ableben. Sie habe sich am
Grundbuchauszug als öffentliches Register orientiert. Es gebe keine Verpflichtung
dazu und wäre unrealistisch, unmittelbar vor Einleitung eines Verfahrens die Da-
sein sämtlicher Gegenparteien zu überprüfen. Die Vorinstanz habe offenbar
Kenntnis vom Todesfall und hätte die Parteibezeichnung somit von Amtes wegen
anpassen und das Gesuch materiell behandeln müssen (act. 13 S. 6).
3.2. In Bezug auf die materielle Beurteilung ihres Gesuchs stellt sich die Ge-
suchstellerin in ihrer Berufung auf den Standpunkt, es liege eine ausreichende
Tatsachenbehauptung vor. Sie habe genüglich – und mehr als nur implizit – be-
hauptet, dass die Arbeitsvollendung am 25. Juni 2022 erfolgt sei, indem sie in ih-
rem Gesuch vom 13. September 2022 unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die
Arbeitsvollendung und die in Art. 839 Abs. 2 ZGB vorgeschriebene Viermonats-
frist behauptet habe, dass die letzten Arbeiten am 25. Juni 2022 erfolgt seien. Zu-
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sätzlich verweise sie unmittelbar in diesem Zusammenhang auf den Arbeitsrap-
port vom 25. Juni 2022, und damit auf dessen Inhalt, wo die Art der Arbeiten von
diesem Tag inklusive des dazu verwendeten Materials sowie dem benötigten
Zeitaufwand mit wenigen Worten exakt beschrieben sei (act. 13 S. 9).
Den vorinstanzlichen Erwägungen könne keineswegs gefolgt werden, es
liege kein Wort resp. kein Hinweis zur Art der zuletzt verrichteten Arbeiten vor. Die
Vorinstanz verfalle in überspitzten Formalismus, wenn sie davon ausgehe, dass
trotz Direktverweis auf eine einfache, einseitige Beilage eines bloss generell we-
nige Seiten umfassenden Gesuchs in einem dringenden Summarverfahren nicht
abgestellt werden könne. Die Information über die verrichteten Arbeiten an die-
sem Tag des 25. Juni 2022 präsentiere sich im Rapport geradezu offensichtlich,
sei es doch die einzige zentrale Information, die das Dokument überhaupt enthal-
te. Ein Blick genüge. Dass die Gesuchstellerin die Arbeiten im Rapport als auszu-
führende Arbeiten bezeichnet habe, könne nicht zu ihrem Nachteil gereicht wer-
den. Auf derselben Seite unten habe der betreffende Mitarbeiter nach Abschluss
dieser Arbeiten – also am Ende des Tages – das Kreuz gesetzt bei "Auftrag aus-
geführt" und den Rapport mit Datum und Visum versehen (act. 13 S. 9 f.).
3.3. Ferner rügt die Gesuchstellerin eine unrichtige Rechtsanwendung im Zu-
sammenhang mit der Arbeitsvollendung und dem Beweismass (act. 13 S. 10 f.
und S. 12 f.).
4.1. Die Vorinstanz erachtete das Gesuch vom 13. September 2022 als offen-
sichtlich unbegründet im Sinne von Art. 253 ZPO, weshalb sie den Gesuchsgeg-
nern keine Gelegenheit zur Stellungnahme gab, sondern sogleich das Gesuch in
materieller Hinsicht abwies. Offensichtlich unbegründet ist ein Gesuch, wenn es
aussichtslos ist, da materiellrechtliche Tatbestandsvoraussetzungen eindeutig
nicht gegeben sind (LAZOPOULOS/LEIMGRUBER, in: GEHRI/JENT-
SØRENSEN/SARBACH, ZPO Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2015, Art. 253 N 1). Der
Verhandlungsgrundsatz ist verletzt, wenn bloss Rechtsfolgen behauptet werden,
ohne die zu ihrer Verwirklichung notwendigen Tatsachen darzulegen (GLASL, DI-
KE-Komm-ZPO, 2. Auflage 2016, Art. 55 N 14). Vorliegend ist umstritten, ob der
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Tatsachenvortrag der Gesuchstellerin in ihrem Gesuch vom 13. September 2022
betreffend ihre letzten Arbeiten unvollständig und damit unschlüssig war.
4.2. Die – im vorliegenden Fall glaubhaft zu machenden – Tatsachenbehaup-
tungen sind gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO mit den entsprechenden Be-
weisanträgen in den Rechtsschriften selbst vorzubringen. Dies gilt auch im sum-
marischen Verfahren (vgl. Art. 219 ZPO) und insbesondere im Geltungsbereich
des Verhandlungsgrundsatzes. Entsprechend ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung der Behauptungs- und Substantiierungslast im Prinzip in den
Rechtsschriften nachzukommen. Der blosse pauschale Verweis auf Beilagen ge-
nügt in aller Regel nicht; es geht darum, dass nicht das Gericht und die Gegen-
partei aus den Beilagen die Sachdarstellung zusammensuchen müssen. Es ist
nicht an ihnen, Beilagen danach zu durchforsten, ob sich daraus etwas zu Guns-
ten der behauptungsbelasteten Partei ableiten lässt (BGer 4A_281/2017 vom
22. Januar 2018 E. 5 m.w.H.).
Ein Verweis auf Beilagen zur Ergänzung der Sachbehauptungen ist nur
ganz ausnahmsweise zulässig und setzt namentlich voraus, dass die Tatsachen
in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in der Rechtsschrift selbst behauptet
werden (BGer 4A_31/2020 vom 27. August 2020 E. 9.3. m.w.H.). Konkret ist zu
prüfen, ob die Gegenpartei und das Gericht damit die notwendigen Informationen
in einer Art erhalten, die eine Übernahme in die Rechtsschrift als blossen Leerlauf
erscheinen lässt, oder ob der Verweis ungenügend ist, weil die nötigen Informati-
onen in den Beilagen nicht eindeutig und vollständig enthalten sind oder aber da-
raus zusammengesucht werden müssten. Es genügt nicht, dass in den Beilagen
die verlangten Informationen in irgendeiner Form vorhanden sind. Es muss auch
ein problemloser Zugriff darauf gewährleistet sein, und es darf kein Interpretati-
onsspielraum entstehen. Der entsprechende Verweis in der Rechtsschrift muss
spezifisch ein bestimmtes Aktenstück nennen und aus dem Verweis muss selbst
klar werden, welche Teile des Aktenstücks als Parteibehauptung gelten sollen.
Ein problemloser Zugriff ist gewährleistet, wenn eine Beilage selbsterklärend ist
und genau die verlangten (beziehungsweise in der Rechtsschrift bezeichneten)
Informationen enthält. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann ein Ver-
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weis nur genügen, wenn die Beilage in der Rechtsschrift derart konkretisiert und
erläutert wird, dass die Informationen ohne Weiteres zugänglich werden und nicht
interpretiert und zusammengesucht werden müssen (BGer 4A_281/2017 vom
22. Januar 2018 E. 5.3. m.w.H.).
5.1. In ihrem Gesuch vom 13. September 2022 führte die Gesuchstellerin aus,
die letzten Arbeiten seien am 25. Juni 2022 erfolgt (act. 1 S. 8). Dabei handelt es
sich um keine Tatsachenbehauptung, sondern vielmehr um eine vorweggenom-
mene rechtliche Würdigung. Ob bestimmte Arbeiten als Vollendungsarbeiten
i.S.v. Art. 839 Abs. 2 ZGB zu qualifizieren sind, stellt eine Rechtsfrage dar (vgl.
BGE 102 II 206 E. 1a), deren Beurteilung Sache des Gerichts ist. An der Gesuch-
stellerin wäre es gelegen, die konkreten Arbeiten als Tatsachen in ihrer Rechts-
schrift vom 13. September 2022 zu behaupten. Dies tat sie unbestrittenermassen
nicht. Dass die Vorinstanz folglich aus dem ungenügenden (d.h. lediglich eine
Rechtsfolge und keine Tatsachen beinhalteten) Vortrag im Gesuch selbst – in
Nachachtung des Verhandlungsgrundsatzes – keine Rechtsfolgen ableitete, ist
nicht zu beanstanden.
5.2. Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin vermag ihr Verweis auf den Ar-
beitsrapport vom 25. Juni 2022 ihren (ungenügenden) Tatsachenvortrag im Ge-
such nicht zu ergänzen.
Beim fraglichen Rapport handelt es sich um einen solchen der Gesuch-
stellerin (act. 3/11). Im Zusammenhang mit Arbeitsleistungen unterscheidet sie
darin aufgrund des Wortlauts der Rubriken zwischen auszuführenden Arbeiten
(vgl. Feld oben "Auszuführen") und erledigten Arbeiten (vgl. Feld Mitte "Ausge-
führte Arbeiten"; vgl. auch Feld unten "Was wurde gemacht"). Der auszufüllende
Abschnitt "Ausgeführte Arbeiten" ist leer. Dies bestreitet auch die Gesuchstellerin
nicht. Hinzu kommt, dass auch unter dem Abschnitt "Was wurde gemacht" – ne-
ben dem Datum (25.06.2022) und Namen des Mitarbeiters (P._) – nichts
vermerkt wurde. Lediglich aus der Rubrik "Auszuführen" lassen sich Arbeiten ent-
nehmen. Indem der Rapport somit klar zwischen auszuführenden und ausgeführ-
ten Arbeiten unterscheidet, die einzigen zwei Felder jedoch, die erledigte Arbeiten
zum Inhalt haben, leer blieben, entsteht ein gewisser Interpretationsspielraum.
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Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin präsentiert sich die Information über die
am 25. Juni 2022 verrichteten Arbeiten damit nicht geradezu offensichtlich. Daran
ändert auch der Umstand nichts, dass zuunterst auf dem Formular das Kreuz bei
"Auftrag erledigt" gesetzt wurde. Diese Unklarheit ist – insbesondere bei anwalt-
lich vertretenen Parteien – nicht durch das Gericht zu klären; im Rahmen des
Verhandlungsgrundsatzes ist es bei vertretenen Parteien nicht Aufgabe des Ge-
richts (resp. der Gegenpartei), unklare Beilagen derart zu interpretieren, sodass
sich etwas zu ihren Gunsten ableiten lässt. Es hätte an der vertretenen Gesuch-
stellerin gelegen, in ihrem Tatsachenvortrag erbrachte Arbeiten vorzubringen oder
darauf hinzuweisen, dass die zuletzt verrichteten Arbeiten im Arbeitsrapport vom
25. Juni 2022 unter dem Titel "Auszuführen" erwähnt worden seien.
Damit kann – wie die Vorinstanz zu Recht erwog – die anwaltlich vertre-
tene Gesuchstellerin für ihren Tatsachenvortrag im Rahmen ihres Gesuchs vom
13. September 2022 nichts aus dem Arbeitsrapport zu ihren Gunsten ableiten. Als
Tatsachenvortrag im Zusammenhang mit der Vollendung der Arbeiten wurden
seitens der Gesuchstellerin keinerlei Behauptungen aufgestellt (s. E. II.5.1.). Dass
die Vorinstanz den Anspruch der Gesuchstellerin lediglich gestützt auf die be-
hauptete Rechtsfolge als offensichtlich unbegründet ansah, ist damit nicht zu be-
anstanden. Wie die Vorinstanz korrekt erwog, hätte die anwaltlich vertretene Ge-
suchstellerin ihr Gesuch auch nicht ergänzen können (wohingegen bei nicht an-
waltlich vertretenen Parteien eine Ergänzung durch Ausübung der richterlichen
Fragepflicht im Sinne von Art. 56 ZPO in Betracht käme, vgl. act. 12 S. 5 oben).
Auf die Rügen betreffend Arbeitsvollendung und Beweismass braucht
folglich nicht mehr eingegangen zu werden.
5.3. Zusammenfassend ist das vorinstanzliche Urteil nicht zu beanstanden,
und die Berufung ist entsprechend abzuweisen. Damit erweist sich das superpro-
visorische Massnahmebegehren der Gesuchstellerin als gegenstandslos (vgl. Be-
rufungsantrag Ziffer 3).
Aufgrund des Verfahrensausganges erübrigt sich eine Auseinanderset-
zung mit der Frage, ob der Nichteintretensentscheid den Gesuchsgegner 9 betref-
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fend rechtmässig ist; der entsprechende Berufungsantrag Ziffer 4 i.V.m. Beru-
fungsantrag Ziffer 2 ist bereits aufgrund der vorstehenden Erwägungen abzuwei-
sen (vgl. E. II.5.1. f.).
II.
Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahren der Gesuchstellerin
aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist
ausgehend von einem Streitwert von CHF 64'250.70 (vgl. act. 13 S. 6 unten) auf
CHF 1'000.– festzusetzen. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen: der
Gesuchstellerin nicht, weil sie mit ihrer Berufung unterliegt, den Gesuchsgegnern
nicht, weil ihnen keine Umtriebe entstanden sind, die zu entschädigen wären.