# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bdcd4962-0c5e-4b48-9739-15b914cd43a8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 16. Mai 2008 ist F. sel. im Spital in Schiers verstorben. Sie war zuletzt an der X. in Z. wohnhaft. F. ist am 21. Dezember 1946 in Z. geboren. Sie war ledig und hatte keine Kinder. Als nächsten Verwandten hinterliess sie ihren Bruder G., welcher in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) lebt.
B. Am 14. Mai 2008 hatte die Erblasserin in einem Nottestament über ihren Nachlass verfügt. Aufgrund des sich rasant verschlechternden Gesundheitszustandes von F. sel., musste ihr dieses Testament von einer Ärztin im Beisein zweier Zeuginnen vorgelesen werden. F. sel. war zudem nicht mehr im Stande, das Testament eigenhändig zu unterzeichnen, weshalb die Ärztin im Einverständnis der Verstorbenen das Testament unterzeichnete.
C. Gemäss dem Testament vom 14. Mai 2008 verfügte F. sel., dass ihr Bruder G. sowie dessen Erben von der Erbfolge auszuschliessen seien. Statt dessen seien aus dem Erlös ihrer Liegenschaft an der X. in Z. Beträge an die J., die K., an die Nothilfeorganisation L. sowie an die B. (nachfolgend: B.) auszurichten. Zudem sollten ihre beiden Nichten - H. und I. - im Sinne einer Unterstützung im Rahmen ihrer Aus- oder Weiterbildung einen Teil der Wertschriften und des Guthabens erhalten. Als Willensvollstrecker ernannte F. sel. A..
Die amtliche Eröffnung des Testaments von F. sel. erfolgte am 27. Mai 2008. Gleichentags ordnete der Kreispräsident des Kreises Fünf Dörfer eine Erbschaftsverwaltung an, wobei er den Willensvollstrecker A. als Erbschaftsverwalter einsetzte. Mit Verfügung vom 8. April 2009 hob der Kreispräsident des Kreises Fünf Dörfer die Erbschaftsverwaltung auf und übergab die Erbschaft dem Willensvollstrecker.
D. Mit Vermittlungsbegehren vom 12. Dezember 2008 erhob G. beim Kreispräsidenten des Kreises Fünf Dörfer gegen die letztwillige Verfügung der Erblasserin eine Anfechtungsklage, wobei er unter anderem Formungültigkeit des Testaments geltend machte. Um eine weitere prozessuale Auseinandersetzung zu vermeiden, kamen die B. sowie G., H. und I. in der Vereinbarung vom 26. April 2009 beziehungsweise am 11. Mai 2009 überein, dass G. die Gültigkeit des Nottestaments seiner Schwester F. sel. ausdrücklich anerkenne und die B. als eingesetzte Alleinerbin zu betrachten sei. Die B. verpflichtete sich demgegenüber, G. Fr. 250‘000.-- (brutto) aus dem Nachlass auszurichten; im Übrigen verpflichtete sich die B. die im Testament von F. sel. festgehaltenen Vermächtnisse
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auszurichten. Der Willensvollstrecker wurde angewiesen, die aufgeführten vereinbarten Beträge auszurichten. Schliesslich beantragten die Parteien bei der zuständigen Behörde die Ausstellung einer Erbbescheinigung, lautend auf die B., C., als Alleinerbin.
E. Am 9. Juni 2009 stellte der Kreispräsident des Kreises Fünf Dörfer dem Antrag in der Vereinbarung vom 26. April 2009 beziehungsweise 11. Mai 2009 entsprechend eine Erbbescheinigung aus, in welcher die B. als Alleinerbin aufgeführt wird. Gegen diese Erbbescheinigung vom 9. Juni 2009 erhob der Willensvollstrecker A. am 14. August 2009 Einwände und stellte den Antrag, es sei zu ermitteln, wie sich die Erbengemeinschaft im Nachlass von F. sel. personell zusammensetze. Im Weiteren sei die Erbbescheinigung vom 9. Juni 2009 zu annullieren.
F. Mit Verfügung vom 5. Februar 2010, mitgeteilt am 5. Februar 2010, entschied der Kreispräsident des Kreises Fünf Dörfer, dass den Anträgen des Willensvollstreckers A. nicht statt gegeben werde. Das Kreisamt habe auf Verlangen eines Erben eine Erbbescheinigung auszustellen, was vorliegend auch gemacht worden sei, nachdem sich die Erben in einer Vereinbarung geeinigt hätten. Das Kreisamt habe weder die Pflicht noch gebe es Anlass dazu, nach Erben der grosselterlichen Parentel zu suchen, vielmehr würde es seine Kompetenzen überschreiten, wenn es dem diesbezüglichen Antrag des Willensvollstreckers folgen würde. Da dies soweit erkenntlich auch nicht im Interesse der Erblasserin sein könne, verstosse der Willensvollstrecker gegen seine Pflichten. Als Aufsichtsbehörde liege es am Kreispräsidenten, den Willensvollstrecker hierfür abzumahnen und ihn an seine Pflichten zu erinnern.
G. Gegen diese Verfügung reichte der Willensvollstrecker A. mit Eingabe vom 26. Februar 2010 beim Einzelrichter in Zivilsachen des Kantonsgerichts von Graubünden Rekurs ein. Dieser hielt in seiner Verfügung vom 3. Mai 2010, mitgeteilt am 3. Juni 2010 fest, A. fehle vorliegend das rechtliche Interesse an Nachforschungen nach weiteren Erben, insbesondere nachdem sich der einzige gesetzliche Erbe aus der zweiten Parentel und die vom Testament betroffenen natürlichen und juristischen Personen im Rahmen des Ungültigkeitsprozesses vergleichsweise geeinigt hätten. In diesem Sinne sei A. nicht legitimiert, die Unvollständigkeit der vorliegenden Erbbescheinigung geltend zu machen und vom Kreispräsidenten Nachforschungen über Erben der grosselterlichen Parentel beziehungsweise gestützt darauf die Abänderung der Erbbescheinigung zu verlangen. Hinzu komme, dass der Willensvollstrecker an Vereinbarungen der
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Erben über ihre zunächst umstrittene Erbenstellung und die Verteilung des Nachlasses ohnehin gebunden sei; selbst dann, wenn diese von den Verfügungen der Erblasserin abweiche. Schliesslich stellte der Einzelrichter in Zivilsachen des Kantonsgerichts von Graubünden in seiner Verfügung fest, dass sich auch im Rekursverfahren bestätige, dass der Willensvollstrecker über seine Zuständigkeit hinaus handle und so die Erbteilung unbegründet verzögere, was zweifellos eine Pflichtverletzung darstelle.
H. Am 2. Juli 2010 reichte die B. beim Kreisamt des Kreises Fünf Dörfer eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Willensvollstrecker im Nachlass F. sel. ein. Dabei stellte sie folgende Anträge:
„1.Der im Nachlass F. eingesetzte Willensvollstrecker A. sei mit sofortiger Wirkung abzusetzen und es sei das Willensvollstreckerzeugnis zu widerrufen.
2. Im Sinne einer einstweiligen Verfügung sei die Graubündner Kantonalbank, Postfach, 7000 Chur GR, anzuweisen, sämtliche Bankguthaben, Wertschriftendepots, sowie alle anderen Bankvermögenswerte im Nachlass F., geb. 21.2.1946, gest. 16.5.2008, zu sperren.
3. Der Grundbuchführer der Gemeinde Z. sei im Sinne einer einstweiligen Verfügung zu ermächtigen, den Kaufvertrag über das im Nachlass befindliche Grundstück Nr. _ mit den beiden Käufern D. und E. mit einem Kaufpreis von Fr. 780‘000.-- zu beurkunden und ihnen das Eigentum zu übertragen, dies alles ohne Zustimmung des Willensvollstreckers.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners.“
I. Am 5. Juli 2010 reichte A. gegen die Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen des Kantonsgerichts von Graubünden vom 3. Mai 2010, mitgeteilt am 3. Juni 2010 betreffend Annullierung Erbbescheinigung und Ermittlung Erben Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht ein.
J. Mit Urteil vom 10. Januar 2011 hielt die II. zivilrechtliche Abteilung des Bundesgerichts entsprechend der vorinstanzlichen Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen des Kantonsgerichts von Graubünden vom 3. Mai 2010, mitgeteilt am 3. Juni 2010, betreffend Annullierung Erbbescheinigung und Ermittlung der Erben fest, dass sich vorliegend die Hauptbeteiligten - der von der Erbfolge ausgeschlossene, die Gültigkeit des Testaments bestreitende gesetzliche Erbe, die auf den Restbetrag eingesetzte Stiftung und zwei Vermächtnisnehmerinnen - vergleichsweise darauf geeinigt hätten, das Testament grundsätzlich
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anzuerkennen und die Stiftung als Alleinerbin zu betrachten. Angesichts dieser Umstände habe der Stiftung ohne Willkür eine Erbbescheinigung ausgestellt werden dürfen. Die Vorinstanzen hätten davon ausgehen dürfen, dass eine Alleinerbin bekannt sei und daher auch kein Grund zur Durchführung eines Erbenrufs bestehe.
K. Mit Überweisungsverfügung vom 13. März 2011 überwies das Kreispräsidium des Kreises Fünf Dörfer die Verfahrensakten dem Bezirksgericht Landquart und führte aus, dass aufgrund der Gesetzesänderung ab dem 1. Januar 2011 das Bezirksgericht Landquart - welches seit dem 1. Januar 2011 die Aufsicht über die Willensvollstrecker ausübe - zuständig sei, das vorliegende Verfahren zu behandeln.
L. Am 10. März 2011 gelangte die B. mit einer Aufsichtsbeschwerde gegen den Willensvollstrecker im Nachlass F. sel. an das Bezirksgericht Landquart und führte aus, dass sie an der Aufsichtsbeschwerde gemäss Eingabe vom 2. Juli 2010 an das Kreisamt Fünf Dörfer grundsätzlich fest halte. Insbesondere hielt sie an den Anträgen Ziffer 1 und Ziffer 2 der Beschwerde vom 2. Juli 2010 fest. Im Sinne eines neuen Antrages verlangte die B., dem Beschwerdegegner sei eine angemessene Frist anzusetzen, um sämtliche Nachlasskonti mit den aktuellen Kontoständen vorzulegen und über seine bisherigen Einnahmen und Ausgaben eine Buchhaltung vorzulegen. Der damals gestellte Antrag Ziffer 3 betreffend das im Nachlass vorhandene Grundstück sei infolge Zeitablauf gegenstandslos geworden, was vorzumerken sei. Die B. führte diesbezüglich aus, dass die Mieter der Nachlassliegenschaft D. und E. im Sommer 2010 bereit gewesen seien, die Nachlassliegenschaft zu einem Preis von Fr. 780‘000.-- käuflich zu erwerben. Der Kaufvertrag habe bereits vorgelegen. Aufgrund der Verzögerungen des Willensvollstreckers und seiner Verweigerung, die Liegenschaft den beiden Interessenten zu veräussern, hätten diese vom Kauf abgesehen und seien als Mieter am 21. September 2010 aus dem Kaufobjekt ausgezogen. Seither stehe die Liegenschaft leer und verursache zulasten des Nachlasses unnötige Kosten, ohne dass auf der anderen Seite Mietzinseinnahmen eingehen würden. Dies alles habe der Willensvollstrecker durch seine Pflichtverletzungen verschuldet. Im Weiteren führte die B. aus, der Willensvollstrecker stelle sich heute noch auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin sei blosse Vermächtnisnehmerin. Trotz und entgegen allen ergangenen Gerichtsentscheiden halte der Willensvollstrecker nach wie vor renitent und uneinsichtig an seinen Rechtsstandpunkten fest, welche er bereits nach Erhalt der Erbbescheinigung eingenommen habe. Er behaupte weiterhin, die Vereinbarung der am Nachlass Beteiligten vom 26. April 2009
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beziehungsweise 11. Mai 2009 hätte gegenüber dem Willensvollstrecker keine Bindungswirkung, weil Vermächtnisnehmer dem Willensvollstrecker keine Instruktionen erteilen könnten. Im Übrigen habe schon der Kreispräsident im Februar 2009 den Willensvollstrecker an seine Pflichten ermahnt. Das Kantonsgericht von Graubünden bestätige in seiner Verfügung vom 3. Mai 2010, dass der Willensvollstrecker auch im Rekursverfahren über seine Zuständigkeit hinaus handle und so die Erbteilung unbegründet verzögere, was zweifellos eine Pflichtverletzung darstelle. Aufgrund aller Umstände und aufgrund der Willensäusserungen des Willensvollstreckers stehe heute mit aller Klarheit fest, dass der Willensvollstrecker auch in Zukunft seinen Pflichten nicht nachkommen werde, da es an der erforderlichen Einsicht in die Rechtslage fehle, weshalb als einzige Massnahme nur die Absetzung des Willensvollstreckers übrig bleibe. Massiv erschwerend komme hinzu, dass der Willensvollstrecker die Grenzen des Zumutbaren in seinem Schreiben vom 21. Februar 2011 massiv überschritten habe, indem er die Erbin unter Druck gesetzt habe und seine Bereitschaft zum korrekten Handeln davon abhängig mache, dass diese ihre Aufsichtsbeschwerde zurückziehe und auf die Geltendmachung jeglicher Forderungen verzichte.
M. A. beantragte in seiner Stellungnahme an das Bezirksgericht Landquart vom 6. April 2011 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Dabei führte er insbesondere aus, dass die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin ungeachtet der auf sie lautenden Erbbescheinigung nach wie vor nicht fest stehe. Aufgrund der vorangehenden Verfahren sei nicht rechtsverbindlich darüber entschieden worden, ob der Beschwerdeführerin die Stellung einer Erbin oder einer Vermächtnisnehmerin zukomme. Des Weiteren sei der Beschwerdegegner an die Vereinbarung vom 26. April 2009 beziehungsweise 11. Mai 2009 nicht gebunden. Im Übrigen sei dem Nachlass aus dem bisherigen Nichtverkauf der Liegenschaft kein Schaden entstanden. Und selbst wenn ein solcher vorliegen würde - was aber offenkundig nicht zutreffe -, wäre er nicht durch pflichtwidriges Verhalten seitens des Willensvollstreckers entstanden. Der Beschwerdegegner sei auch heute nicht befugt, die Liegenschaft zu veräussern, da die von Herrn G. angehobene Klage auf Ungültigerklärung des Nottestaments beim Bezirksgericht Landquart nach wie vor hängig sei. Dem Beschwerdegegner könne schliesslich eine pflichtwidrige Amtsführung nicht zur Last gelegt werden. Divergierende Rechtsauffassungen zwischen Willensvollstrecker und den am Nachlass Berechtigten könnten nicht Anlass für die Absetzung des Willensvollstreckers sein.
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N. Mit Entscheid vom 19. Juli 2011, mitgeteilt am 21. Juli 2011, verfügte der Einzelrichter in Zivilsachen des Bezirksgerichtes Landquart betreffend Absetzung des Willensvollstreckers was folgt:
„1.Die Aufsichtsbeschwerde wird gutgeheissen und A. wird als Willensvollstrecker im Nachlass der F. sel. abgesetzt.
Das Willensvollstreckerzeugnis wird widerrufen und A. verpflichtet, das Original dem Bezirksgericht Landquart innert 10 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheides einzureichen.
2. A. wird verpflichtet, die Kontoauszüge mit der nachgeführten Buchhaltung vorzulegen.
3. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens in der Höhe von Fr. 800.00 gehen zulasten des A., welcher überdies verpflichtet wird, die B., C., ausseramtlich mit Fr. 1‘500.-- inkl. MwSt. zu entschädigen.

## Considerations