# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 714784e2-6191-473f-96a0-b783c6343433
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
Die Ortsbürgergemeinde Z._, ist Eigentümerin des 3'327 m2 gros-
sen Grundstücks Nr. 001. Nach dem geltenden Zonenplan der Stadt
Z._ vom 1. Juni 2013 (rechtskräftig seit 1. Juli 2019) liegt das unbe-
baute Grundstück in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Das
Gelände fällt nach Südosten/Süden steil ab. Süd-/südöstlich wird es
von der D._-strasse, einer Gemeindestrasse 1. Klasse, begrenzt. Im
Norden des Grundstücks Nr. 001 verläuft die Neststrasse, eine Ge-
meindestrasse 2. Klasse, die von Osten nach Westen ansteigt. Das
nördlich angrenzende, höher liegende Gebiet ist der Wohnzone W2
bzw. der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (Grundstück
Nr. 002) zugeteilt, das westliche Nachbargrundstück liegt in der
Grünzone Freihaltung. Das Grundstück Nr. 002 ist mit einem Kinder-
garten der Stadt Z._, überbaut. Auch das Gebiet südlich der D._-
strasse liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Es ist mit
den Gebäuden des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszent-
rums des Kantons Z._ überbaut. Das Gebiet südlich der Kreuzung
D._-Strasse, einer Kantonsstrasse 2. Klasse, D._-strasse und
C._-strasse, beides Gemeindestrassen 2. Klasse, bzw. des Wende-
platzes der Stadtbusse liegt in der Kernzone K4.
B.
a) Am 28. November 2013 reichte die B._ für das Grundstück
Nr. 001 ein Baugesuch ein für den Neubau von Alterswohnungen so-
wie Büro- und Therapieräumen mit Tiefgarage. Während der öffentli-
chen Auflage vom 2. bis 17. Dezember 2013 gingen mehrere Einspra-
chen ein, darunter diejenige des Eigentümers des Nachbargrund-
stücks Nr. 003.
b) Mit Beschluss vom 4. April 2014 hiess die Baubewilligungskom-
mission der Stadt Z._ die öffentlich-rechtliche Einsprache von A._
gut, soweit sie darauf eintrat, und verweigerte die Baubewilligung.
Seine privatrechtliche Einsprache gemäss Art. 684 des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches (SR 210; abgekürzt ZGB) wies sie ab, soweit
sie darauf eintrat. Im Übrigen verwies sie den Einsprecher auf den Zi-
vilrechtsweg. Grund für den Bauabschlag war hauptsächlich, dass das
Bauprojekt nach Meinung der Baubehörde die erforderlichen gestalte-
rischen Ansprüche nicht erfülle und geradezu verunstaltend sei.
c) Dagegen rekurrierte die B._ am 10. Oktober 2014 beim Bau-
departement (Verfahren Nr. 14-5761). Dieses führte am 26. März 2015
einen Augenschein durch. Die Bauherrin reichte darauf das Betriebs-
konzept „Betreutes Wohnen im Alter mit externen Dienstleistungsan-
geboten“ vom 23. Juni 2011, überarbeitet 2014/2015, nach. In der
Folge hiess das Baudepartement den Rekurs mit Entscheid Nr.
13/2016 vom 10. März 2016 gut und hob den Bauabschlag vom 4. Ap-
ril 2014 auf. Dabei hielt es fest, dass es keine Grundlage dafür gebe,
an dieser Lage erhöhte gestalterische Anforderungen zu stellen. Auch
sei das Bauvorhaben nicht verunstaltend. Weiter sei das Bauvorhaben
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 3/12
zonenkonform und die Regelbauvorschriften seien eingehalten. So-
dann habe der geplante Neubau keine übermässigen Immissionen im
Sinn von Art. 684 ZGB zur Folge. Weil das nötige Betriebskonzept
noch nicht vollständig vorliege und die Baugesuchunterlagen zum Teil
unvollständig seien, werde die Streitsache zur Bewilligung bzw. Prü-

## Considerations

fung der noch offenen Punkte im Sinn der Erwägungen an die Vo-
rinstanz zurückgewiesen.
d) Gegen den Rekursentscheid erhob A._ am 11. April 2016 Be-
schwerde beim Verwaltungsgericht. Dieses wies die Beschwerde am
7. April 2017 ab (VerwGE B 2016/82). Zur Begründung führte es im
Wesentlichen aus, das Bauprojekt sei einzig auf Grund der rechtskräf-
tig genehmigten Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zu beurtei-
len, auch wenn die Politische Gemeinde Z._ die Umzonung noch
nicht in Kraft gesetzt habe. Alterswohnungen seien in der Zone für öf-
fentliche Bauten und Anlagen grundsätzlich zonenkonform.
C.
a) Nachdem das Urteil des Verwaltungsgerichtes unangefochten in
Rechtskraft erwachsen war, reichte die B._ am 11. September 2017
der Baubehörde das verlangte Betriebskonzept und einen neuen Um-
gebungsplan nach. Am 15. Februar 2018 folgten ein überarbeitetes
Betriebskonzept sowie eine weitere Planänderung. Demnach sollten
unter anderem statt der Spitexräume Kellerabteile entstehen. Am
17. Mai 2018 reichte die Gesuchstellerin abermals eine Betriebskon-
zeptänderung nach.
b) Während der Auflage bis 15. Juni bzw. 19. Juli 2018 erhob
A._ am letzten Tag öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Ein-
sprache. Mit Ergänzung vom 2. August 2018 liess er insbesondere
vorbringen, dass der geplante Spitexstützpunkt für den Einzonungs-
beschluss zentral gewesen sei. Wenn die Spitex Y._ nun darauf ver-
zichte und sich stattdessen lediglich mit einer kleinen Fläche einmiete,
liege damit ein Vertrauensbruch seitens der Behörden vor. Aus diesem
Grund habe er am 2. August 2018 beim Stadtrat Antrag um Erlass ei-
ner Planungszone gestellt.
c) Der Stadtrat trat am 25. September 2018 auf den Antrag um Er-
lass einer Planungszone nicht ein, worauf die Baubewilligungskom-
mission das Baugesuch am 16. November 2018 bewilligte sowie die
öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Einsprachen von A._ ab-
wies, soweit sie darauf eintrat und seine privatrechtliche Einsprache
auf den Zivilrechtsweg verwies. Die Baubewilligung erwuchs darauf
unangefochten in Rechtskraft.
D.
a) Mit Baugesuch vom 15. März 2019 beantragte die B._ die Be-
willigung einer weiteren Planänderung. Demnach soll das Gebäude
um 60 cm erhöht werden, wobei das Attikageschoss wegfallen soll.
Sodann ist eine Gebäudeerweiterung mit einem Treppenhaus, eine
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 4/12
Reduktion im Unter- und Sockelgeschoss sowie die Verschiebung des
Eingangs und der Tiefgaragenzufahrt geplant.
b) Innert Auflagefrist vom 7. bis 22. Mai 2019 erhob unter anderem
A._, vertreten durch lic.iur. Bettina Surber, Rechtsanwältin, St.Gal-
len, am 22. Mai 2019 öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Einspra-
che nach Art. 684 ZGB mit dem Antrag, die Baubewilligung sei zu ver-
weigern. Am 9. Juli 2019 reichte die Gesuchstellerin erneut eine An-
passung des Betriebskonzepts ein und hielt dem Einsprecher entge-
gen, dass mit dem Wegfall der Dachterrasse und den Aufbauten die
effektive Höhe sogar um 40 cm verringert werde. Damit sehe sich der
Einsprecher im Vergleich zum bewilligten Projekt tatsächlich einem
niedrigeren Gebäude gegenüber. Mit Eingabe vom 11. bzw. 13. No-
vember 2019 wies die Gesuchstellerin die für die 40 Wohnungen er-
forderlichen 40 Keller- und Abstellräume nach, wobei sie einräumte,
dass nicht alle die erforderlichen 5 m2 aufweisen würden. Die erforder-
lichen Flächen könnten aber durch Wandverschiebungen nachgewie-
sen werden. Die Stellungnahme des Einsprechers dazu datiert vom
6. Januar 2020.
c) Mit Beschluss vom 24. Januar 2020 (versandt am 6. Februar
2020) erteilte die Baubewilligungskommission folgende Baubewilli-
gung:
1. Die Bewilligung für die Änderungen zum Baugesuch 51'2876 nach dem Korrekturgesuch vom 7. Mai 2019 (richtig 15. März 2019) und den Plänen vom 14.  2019 wird unter Vorbehalt der Bedingungen und Auflagen unter IV. erteilt.
2. Die öffentlich-rechtliche Einsprache von A._ wird abgewiesen.
3. Die privatrechtliche Immissionseinsprache nach Art. 684 ZGB von A._ wird abgewiesen, soweit  einzutreten ist.
4. [Abschreibung der anderen gegenstandslos  Einsprache]
5. Das Begehren der Gesuchstellerin um Zusprache  ausseramtlichen Entschädigung wird abgewiesen.
Die Baubehörde begründet den Beschluss damit, dass sie einzig die
Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens zu prüfen habe, nicht aber
die Motivation der vorangegangenen Umzonung. Bezüglich Gestal-
tung habe sie zur Kenntnis nehmen müssen, dass im vorliegenden
Gebiet lediglich das Verunstaltungsverbot gelte und keine Verunstal-
tung vorliege. Da die in den Gesuchsunterlagen angegebenen PV-
Panels planlich nicht dargestellt seien, müsse dafür noch ein Korrek-
turgesuch nachgereicht werden. Ebenfalls korrigiert werden müssten
die Keller- und Abstellräume, weil diese nicht allesamt die erforderliche
Mindestgrösse aufwiesen. Die Einhaltung sei aber mit kleineren
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 5/12
Grundrissanpassungen ohne Auswirkung auf das äussere Erschei-
nungsbild möglich. Schliesslich sei das Garagengeschoss um 20 cm
zu niedrig projektiert. Dementsprechend sei das Gebäude um 20 cm
tiefer zu legen, zumal dieses mit dem vorliegenden Korrekturgesuch
bereits um 60 cm erhöht werden soll. Auch die Absenkung sei ohne
weiteres möglich; sie führe lediglich dazu, dass das Gelände etwas
tiefer abgegraben und die Zufahrt minim steiler ausfallen werde. Auf
die Gebäudehöhe oder das äussere Erscheinungsbild habe diese Än-
derung jedoch keinen Einfluss. Insgesamt lägen damit nur Bauhinder-
nisse von untergeordneter Bedeutung vor. Folglich könne die Bewilli-
gung gleichwohl erteilt werden, allerdings mit den einschränkenden
Auflagen, dass entsprechende Korrekturgesuche noch nachgereicht
würden.
E.
Gegen diesen Beschluss erhob A._ durch seine Rechtsvertreterin
am 21. Februar 2020 Rekurs beim Baudepartement. Mit Rekursergän-
zung vom 11. März 2020 werden folgende Anträge gestellt:
1. Ziffern 1 bis 3 des Entscheids des Amtes für Baube-
willigung (richtig der Baubewilligungskommission) im Beschluss vom 24. Januar 2020 seien aufzuheben. Es sei das Korrekturgesuch der Christlichen  51876.02 abzuweisen und es sei auf die  der Baubewilligung zu verzichten.
2. Evtl. seien Ziff. 1 bis 3 des Entscheids des Amtes für Baubewilligungen (richtig der ) im Beschluss vom 24. Januar 2020  und es sei die B._ anzuweisen, das mit  51716.02 eingereichte Projekt um ein Stockwerk zu reduzieren.
3. Es sei die B._ anzuweisen, die Keller- und  in der Dimension gemäss Vorgabe des Amtes für Baubewilligungen (richtig ) in Ziff. IV.3 (Bedingungen und Auflagen) auf den Plänen auszuweisen und es sei dem Rekurrenten  Gelegenheit zum rechtlichen Gehör zu geben.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Zur Begründung wird geltend gemacht, die vorgängige Umzonung sei
explizit im Hinblick auf ein dreigeschossiges Gebäude mit einem So-
ckelgeschoss für die Spitex Y._ vorgenommen worden. Das Stadt-
parlament habe dabei unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass das Pro-
jekt "betreutes Wohnen und Spitex" bewilligt und realisiert werde. Fol-
gerichtig sei in den ersten aufgelegten Plänen der Spitexstützpunkt
noch mit einer Gesamtfläche von 456 m2 ausgewiesen worden. In der
Zwischenzeit sei aber bekannt geworden, dass von Seiten Spitex
Y._ hier nie ein solcher Stützpunkt geplant gewesen sei. Im an-
schliessenden Korrekturgesuch sei dieser dann auch nicht mehr zu
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 6/12
finden gewesen, sondern lediglich noch zwei Büros und ein Ambula-
torium für die Spitex. Der Rest werde nun von Keller- und Abstellräu-
men belegt. Auch seien die Spitex-Parkplätze von 19 auf drei reduziert
worden. Zwar habe der Rekurrent gegen die entsprechende Bewilli-
gung trotz weiterhin bestehender Überzeugung, dass das Parlament
bei der Einzonung getäuscht worden sei, nichts mehr unternommen.
Nachdem sich das Bauvorhaben nun aber noch weiter vom ursprüng-
lichen Projekt entferne, wehre er sich dagegen, zumal das Gebäude
neu statt drei- viergeschossig gebaut werden soll und in der Tiefgarage
auch noch 90 Veloabstellplätze dazu kommen würden. Nach dem Ge-
sagten erweise sich die angefochtene Bewilligung als undemokratisch
und treuwidrig. Wäre von Anfang an klar gewesen, dass hier kein Spi-
texstützpunkt realisiert werde, wäre die Diskussion im Parlament mög-
licherweise anders verlaufen. Auch hätte die Möglichkeit für die
Stimmberechtigten bestanden, die Einzonung zu bekämpfen. Die
Wandelbarkeit des Projekts verblüffe und es würde deshalb nicht er-
staunen, wenn zu Gunsten der zu vergrössernden Kellerräume
schlussendlich ganz auf die Spitexräume verzichtet werde. Ohne
diese würde sich das Bauvorhaben aber erst recht als zonenwidrig er-
weisen, zumal es für dessen Zonenkonformität nicht genüge, dass es
lediglich für Menschen im Alter ab 60 Jahren realisiert werde.
F.
a) Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 1. April
2020, den Rekurs abzuweisen. Dabei gibt sie zu bedenken, dass sie
auf Grund der vorhergehenden Rechtsmittelentscheide und der Vor-
gaben der Bauordnung zur Zone für öffentliche Bauten und Anlagen
gehalten gewesen sei, das Korrekturgesuch zu bewilligen. Dies
obschon sie auch beim überarbeiteten Projekt in Bezug auf die quali-
tativen Eigenschaften des Bauvorhabens nach wie vor nicht überzeugt
sei.
b) Mit Vernehmlassung vom 6. April 2020 beantragt die Rekurs-
gegnerin, vertreten durch lic.iur. Markus Joos, Rechtsanwalt, St.Gal-
len, den Rekurs kostenpflichtig abzuweisen. Sie weist unter anderem
darauf hin, dass der Y._-Verein ursprünglich sehr wohl geplant
habe, seinen Hauptsitz an diesem Standort zu verlegen. Allerdings
wäre er darauf angewiesen gewesen, die Räumlichkeiten im Jahr
2017 beziehen zu können, was der Rekurrent mit den ergriffenen
Rechtsmitteln nun aber verunmöglicht habe. Die Erhöhung der Anzahl
Wohnungen von ursprünglich 27 auf 40 basiere auf einer Empfehlung
des Bundesamtes für Wohnungswesen, wonach die Alterswohnungen
flächenmässig reduziert werden sollten. So würden jetzt weniger 3,5-
Zimmerwohnungen, dafür aber auch solche mit 1,5 Zimmern realisiert.
c) Der Rekurrent nimmt mit Eingabe vom 27. April 2020 zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Rekursgegnerin Stellung
und weist darauf hin, dass der Stadtrat im Beschluss zur beantragten
Planungszone ausgeführt habe, dass die von der Spitex genutzte Flä-
che immerhin noch 230 m2 betrage. Nun soll diese Fläche nochmals
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 7/12
verkleinert und dabei der Mehrzweckraum nicht mehr von der Spitex
betrieben, sondern von dieser lediglich noch mitbenutzt werden.
G.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-
genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist dementsprechend vorbehältlich der nachfolgenden
Erwägung 1.3 einzutreten.
1.3 Rügen sind substantiiert vorzubringen bzw. haben eine Begrün-
dung zu enthalten (Art. 48 Abs. 1 VRP). Eine Begründung ist ausrei-
chend, wenn in ihr selbst Argumente vorgebracht werden, nach denen
der angefochtene Entscheid auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfest-
stellung oder Rechtsanwendung beruht. Es reicht insbesondere nicht,
im Rekursverfahren lediglich auf die Einsprachebegründung zu ver-
weisen. Darüber hinaus gilt das Rügeprinzip. Die Verfahrensbeteilig-
ten haben demnach im Rekurs konkret darzutun, in welchen Punkten
die Baubewilligung unhaltbar sein soll. Mit den Rügen legen sie den
Streitgegenstand des Rechtsmittelverfahrens im Grundsatz verbind-
lich fest. Als Rügen gelten die Einwände (Sachverhaltsvorbringen) ge-
gen die vorinstanzliche Beurteilung oder ein geplantes Vorhaben. Sie
beziehen sich auf die Vereinbarkeit der Beurteilung bzw. des Projekts
mit den einschlägigen Vorschriften und/oder die vorinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellungen (H. ARTA, in: Rizvi/Schindler/Cavelti
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechts-
pflege, Zürich/St.Gallen 2020, Überblick N 23; BDE 7/2021 vom
22. Januar 2021 Erw. 1.3.2). Diese Voraussetzung fehlt vorliegend in
Bezug auf den Eventualantrag, dass das Bauprojekt um ein Stockwerk
zu reduzieren sei, sofern damit eine Verletzung nach Art. 684 ZGB ge-
meint sein sollte. Bereits im Einspracheverfahren musste diesbezüg-
lich festgestellt werden, dass der (anwaltlich vertretene) Einsprecher
nicht darlege, inwiefern mit der nachgesuchten Projektänderung eine
übermässige Beeinträchtigung vorliege. Die Vorinstanz ging in der
Folge zwar davon aus, dass damit die Höhe der Baute und der damit
zusammenhängende Schattenwurf gemeint sein könnten, gegenüber
dem bereits bewilligten Projekt konnte sie jedoch keine wesentliche
Verschlechterung feststellen, weshalb sie die Einsprache nach
Art. 684 ZGB abwies, soweit sie darauf eintrat. Tatsächlich hätte sie
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 8/12
auf die Rüge nach Art. 684 ZGB mangels Begründung gar nicht ein-
treten müssen. Nun wird im Rekursverfahren wiederum nichts vorge-
bracht, weshalb die Projektänderungen den Rekurrenten übermässig
beeinträchtigen sollen. Die Geschossigkeit lässt er einzig im Zusam-
menhang mit dem vorausgegangenen Umzonungsverfahren rügen.
Folglich ist das weitere Vollgeschoss auch nur in diesem Rahmen zu
überprüfen, nicht aber im Zusammenhang mit Art. 684 ZGB. Dies hat
zur Folge, dass auf den Rekurs bezüglich der beantragten Aufhebung
von Ziffer 3 des angefochtenen Beschlusses nicht einzutreten ist.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1;
abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972
(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a
PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-
scheid erging am 24. Januar 2020. Mithin sind vorliegend grundsätz-
lich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss An-
hang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im
PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-
gen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen
gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Bauregle-
ment zur Anwendung.
3.
Der Rekurrent rügt, mit der Bewilligung der Projektänderung werde
gegen den verfassungsmässigen Grundsatz von Treu und Glauben
verstossen, weil diese nicht dem Bauvorhaben entspreche, das
damals der Umzonung von der Grünzone in die Zone für öffentliche
Bauten und Anlagen zu Grunde gelegen habe. Weiter bestreitet er
grundsätzlich, dass Alterswohnungen in der Zone für öffentliche
Bauten und Anlagen zonenkonform seien.
3.1 Die Baubewilligung wird erteilt, wenn keine im öffentlichen Recht
begründeten Hindernisse vorliegen (Art. 146 PBG). Dazu gehört, dass
das Bauvorhaben unter anderem zonenkonform ist und den Regelbau-
vorschriften entspricht. Für die Zonenkonformität ist vorliegend
Art. 18 BauG massgebend. Demnach sind Bauten und Anlagen, die
im öffentlichen Interesse liegen und öffentliche Bedürfnisse befriedi-
gen zonenkonform.
3.2 Vorab ist dazu festzuhalten, dass die Umzonung in die Zone für
öffentliche Bauten und Anlagen nicht – wie vom Rekurrenten behaup-
tet – unter der Bedingung beschlossen worden ist, dass auf dem
Grundstück Nr. 001 ein Spitex-Stützpunkt errichtet werde, auch wenn
ein solcher damals zur Debatte gestanden hat und eines der Motive
für den damaligen Umzonungsbeschluss gewesen sein mag. Dazu
kommt, dass das Verwaltungsgericht im Zusammenhang mit dem ers-
ten Baugesuch bereits festgehalten hat, dass ein solch bedingter Er-
lass eines Nutzungsplans ohne entsprechende ausdrückliche gesetz-
liche Grundlage im kantonalen Recht ohnehin nicht zulässig wäre und
selbst dann nicht rechtmässig weil bundesrechtswidrig wäre. Wenn
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 9/12
also tatsächlich die Meinung bestanden hätte, dass die Umzonung mit
dem entsprechenden Baugesuch hätte verknüpft werden sollen, hätte
die politische Gemeinde für eine entsprechende Verfahrenskoordina-
tion zwischen dem Umzonungs- und Baubewilligungsverfahren sorgen
müssen, was sie aber nicht getan hat (VerwGE B 2016/82 vom 7. April
2017 Erw. 2.). Dass der Spitexstützpunkt für den Umzonungsbe-
schluss nach Meinung der politischen Gemeinde entbehrlich war, zeigt
sich aber auch darin, dass der Stadtrat auf das entsprechende Gesuch
des Rekurrenten, während des hängigen Baubewilligungsverfahren
eine entsprechende Planungszone zu erlassen, nicht eingetreten ist.
3.3 Das Verwaltungsgericht hat weiter festgehalten, dass vorliegend
die genehmigte und zwischenzeitlich in Rechtskraft gesetzte Umzo-
nung im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren nicht mehr vorfra-
geweise überprüft werden könne (VerwGE B 2016/82 vom 7. April
2017 Erw. 2.). Tatsächlich müssen materielle Einwendungen gegen
die Rechtmässigkeit eines Erlasses bereits während der Auflagefrist
des Planverfahrens vorgetragen werden. Im nachfolgenden Baubewil-
ligungsverfahren sind solche Einwände aus Gründen der Rechtssi-
cherheit in der Regel ausgeschlossen. Akzessorische Überprüfung
und Anpassung des Planerlasses wären nur möglich, wenn sich die
Verhältnisse seit der Planfestlegung erheblich geändert hätten bzw.
wenn Umstände eingetreten wären, welche die Gültigkeit des Plans in
Frage stellten. Weiter kommt eine akzessorische Überprüfung in
Frage, wenn die betroffenen Grundeigentümer nicht befähigt oder ver-
anlasst waren, ihre Rechte im Planverfahren wirksam zu wahren, sei
es, dass das Verfahren ihnen nicht die Möglichkeit dazu bot oder dass
sie die rechtliche Tragweite des Plans noch nicht klar erkennen konn-
ten (BGE 135 II 209 Erw. 5.1 mit Verweisen auf BGE 106 Ia 310 Erw. 3
und weitere). All dies ist hier nicht der Fall. Damit steht wiederum fest,
dass die Bewilligung der Alterswohnungen auf dem Grundstück
Nr. 001 nicht von der Realisierung des ursprünglich vorgesehenen
Spitexstützpunkts abhängig gemacht werden kann. Andere Gründe,
weshalb gleichwohl vorfrageweise auf den Einzonungsbeschluss zu-
rückgekommen werden soll, macht der Rekurrent nicht geltend und
sind auch sonst nicht erkennbar.
3.4 Zur Zonenkonformität der geplanten Alterswohnungen auf dem
Baugrundstück Nr. 001 hat das Verwaltungsgericht bereits am 7. April
2017 bestätigt, dass diese in der vorliegenden Zone zulässig seien,
auch wenn der ursprünglich geplante Wirrgarten nicht realisiert werde
und die Wohnungen auch sonst in keinem speziellen Zusammenhang
mit einer Institution oder Organisation der Altersbetreuung stünden.
Nötig sei einzig, dass für die Mieter ein Mindestalter von 60 Jahren
vorgeschrieben und dies mittels einer Auflage in der Baubewilligung
sichergestellt und als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung im
Grundbuch angemerkt (Art. 962 Abs. 1 ZGB) werde (VerwGE B
2016/82 vom 7. April 2017 Erw. 3.2). Der Rekurrent hat diesen Ent-
scheid nicht angefochten, weshalb er in Rechtskraft erwachsen ist und
grundsätzlich nicht erneut in Frage gestellt werden kann (Urteil des
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 10/12
Bundesgerichtes 1C_673/2013 vom 7. März 2014 Erw. 5.2). Weil da-
mit ein rechtskräftiger verwaltungsgerichtlicher Entscheid vorliegt,
kann dieser von der erstinstanzlichen Behörde auch nicht mehr wegen
ursprünglicher Fehlerhaftigkeit widerrufen bzw. in Wiedererwägung
gezogen werden (materielle Rechtskraft des Urteils). Eine anderslau-
tende Verfügung könnte bloss noch deshalb ergehen, wenn sich die
tatsächlichen Verhältnisse oder die materielle Rechtslage seit dem Ur-
teil wesentlich geändert hätten (Urteil des Bundesgerichtes
1C_63/2019 vom 29. Januar 2020 Erw. 5). Solche Gründe lässt der
Rekurrent aber keine vorbringen. Er belässt es vielmehr dabei, das
vom Verwaltungsgericht rechtskräftig Entschiedene erneut zu bestrei-
ten. Demnach ist auf den Verwaltungsgerichtsentscheid nicht mehr zu-
rückzukommen.
3.5 Wenn nach dem Gesagten für die Zonenkonformität der Alters-
wohnungen keine Spitexräume im Haus nötig sind, spielt es für die
Bewilligungsfähigkeit der Projektänderung auch keine Rolle, dass die
angeordnete Vergrösserung der mittlerweile in genügender Anzahl
ausgewiesenen Keller- und Abstellräume allenfalls auf Kosten der ge-
planten Allgemeinräume und der von der Spitex mitgenutzten Räume
gehen würde. Die entsprechenden Anpassungen sodann sind unbe-
strittenermassen ohne Änderung am äusseren Erscheinungsbild mög-
lich, nötig sind lediglich kleinere Grundrissanpassungen und Wandver-
schiebungen. Es spricht deshalb nichts dagegen, dass die Baube-
hörde die entsprechenden Bauhindernisse als untergeordnet einge-
stuft und die Projektänderung mit der Auflage im Sinn von Art. 147
Abs. 1 PBG bewilligt hat, dass ein entsprechendes Korrekturgesuch
nachgereicht werde.
4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass auf den Rekurs bezüglich der Ab-
weisung der Einsprache nach Art. 684 ZGB mangels Begründung
nicht einzutreten ist. Sodann erweist sich die vorliegend zu überprü-
fende Projektänderung gleich wie das bereits am 10. Dezember 2018
rechtskräftig bewilligte Bauvorhaben als zonenkonform. Der Rekurs ist
somit unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.
5.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu überbinden.
5.2 Der vom Rekurrenten am 6. März 2020 geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.
6.
Der Rekurrent und die Rekursgegnerin stellen ein Begehren um Ersatz
der ausseramtlichen Kosten.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2021), Seite 11/12
6.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
6.2 Die Rekursgegnerin obsiegt mit ihren Anträgen. Da das Verfah-
ren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche
Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der
Honorarordnung (sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf
Fr. 2'750.– festzulegen. Da kein begründeter Antrag um Zusprechung
der Mehrwertsteuer gestellt wurde, wird diese aufgrund des per 1. Ja-
nuar 2019 geänderten Art. 29 HonO nicht zum Honorar hinzugerech-
net.
6.3 Da der Rekurrent mit seinen Anträgen unterliegt, hat er von
vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung.
Sein Begehren ist deshalb abzuweisen.