# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0e7d354c-08d6-4de4-8c28-3a1f5357ea5d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. X._ (nachfolgend Mutter) und A._ (nachfolgend Vater) sind die unverheirateten und nicht zusammenlebenden Eltern der am 7. Februar 2011 geborenen Y._. Y._ lebte bis zum Zeitpunkt ihrer behördlichen Unterbringung bei ihrer Mutter, welche die alleinige Obhut über ihre Tochter hatte.
B. Nachdem es zu Problemen bei der Ausübung des väterlichen Besuchsrechts gekommen war, wandte sich der Vater am 4. Januar 2014 an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend KESB Nordbünden) und bat um Durchsetzung des Besuchsrechts (KESB act. 3) gemäss Unterhaltsvertrag vom 28. Juni 2011. Die Eltern konnten sich am 22. Januar 2014 mit Hilfe der KESB Nordbünden einigen und erklärten sich einverstanden, dass die Besuche zwischen Vater und Tochter künftig durch die Fachstelle für familienergänzende und familienunterstützende Angebote im Kanton Graubünden (nachfolgend KJBE) begleitet werden sollen (KESB act. 6).
C. Der Vater informierte die KESB Nordbünden am 31. Januar 2014 telefonisch, dass sich die Mutter weiterhin weigere, die Anmeldung für die begleiteten Besuchstage zu unterschreiben. Sie werfe ihm vor, er sei psychisch krank und missbrauche ihre Tochter Y._ sowie ihre anderen beiden Töchter sexuell. Er wolle sich anwaltlich vertreten lassen (KESB act. 8). Mit Schreiben vom 3. Februar 2014 zeigte lic. iur. Guido Ranzi der Mutter an, dass der Vater ihn mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt habe. Der Rechtsanwalt forderte die Mutter darin auf, sich den begleiteten Besuchstagen nicht zu widersetzen und ehrverletzende Aussagen dem Vater gegenüber zurückzunehmen bzw. künftig zu unterlassen (KESB act. 10). Mit Schreiben vom 12. Februar 2014 informierten die Psychiatrischen Dienste Graubünden den Rechtsanwalt des Vaters, lic. iur. Guido Ranzi, dass beim Vater in der Vergangenheit eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden sei, er indessen zu diesem Zeitpunkt keine typischen Symptome aufweise. Es sei bei diesem von keiner akuten Eigen- oder Fremdgefährdung auszugehen, sondern im Gegenteil von einer fürsorglichen, natürlichen väterlichen Haltung seiner Tochter gegenüber (KESB act. 27).
D. Der Vater erklärte sich am 21. Februar 2014 mit der Errichtung einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB im Bereich des persönlichen Verkehrs einverstanden. Die Mutter lehnte eine solche ab und wünschte eine persönliche Vorsprache bei der KESB Nordbünden (KESB act. 18).
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E. Da die Durchsetzung der begleiteten Besuchstage aufgrund des misstrauischen Verhaltens der Mutter auch im März 2014 schwierig war (KESB act. 29 und 40), errichtete die KESB Nordbünden mit ihrem Entscheid vom 25. März 2014 eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen im Bereich des persönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB) für Y._ und ernannte B._ zur Beiständin. Im Weiteren erteilte die KESB Nordbünden den Eltern die Weisung, während dreier Monate alle zwei Wochen (alternierend Samstag oder Sonntag) bzw. mindestens 6 Mal die begleiteten Besuchstage der KJBE gemäss deren Daten verbindlich wahrzunehmen (KESB act. 48). Die Mutter weigerte sich in der Folge weiterhin, die begleiteten Besuchstage wahrzunehmen (KESB act. 52 ff. sowie KESB act. 69 ff.), unter anderem deshalb, weil die Mutter glaubte, der Vater sei aufgrund seiner Pädophilie eine Gefahr für Y._ (KESB act. 62).
F. Der Vater informierte die KESB Nordbünden am 16. Mai 2014 telefonisch, dass er gegen die Mutter Strafanzeige wegen Ehrverletzung eingereicht habe, da diese Lügen (pädophile Neigungen, sexuelle Belästigung ihrer älteren beiden Töchter etc.) über ihn erzähle (KESB act. 84). Gleichentags teilte Rechtsanwalt lic. iur. HSG Vedat Erduran der KESB Nordbünden mit, dass die Mutter ihn mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt habe und er gegen den Vater Strafanzeige wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind einreichen werde (KESB act. 87).
G. Mit Entscheid vom 4. Juni 2014 ordnete die KESB Nordbünden für Y._ eine Vertretung für das Verfahren betreffend Anordnungen über den persönlichen Verkehr an und ernannte Rechtsanwältin lic. iur. C._ als Beiständin (KESB act. 96).
H.a. Die Mutter liess am 9. Juli 2014 die Einstellung der begleiteten Besuchstage während des hängigen Strafverfahrens gegen den Vater beantragen, während der Vater an der Durchsetzung derselben festhielt (KESB act. 117).
H.b. Die KESB Nordbünden hob mit Entscheid vom 9. Juli 2014 die Weisung an die Eltern betreffend Wahrnehmung begleiteter Besuchstage gemäss ihrem Entscheid vom 25. März 2014 auf, da die Mutter die begleiteten Besuchstage ohnehin nicht wahrnehme (KESB act. 120 E. 1). Gleichzeitig beauftragte sie die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend kjp) mit der Ausarbeitung eines interventionsorientierten Gutachtens (Teil I und Teil II) über Y._ gemäss einem Fragenkatalog, wobei sie die Eltern zur Mitwirkung anwies (KESB act. 120).
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I. Das interventionsorientierte Gutachten der kjp vom 22. September 2014 (Teil I) ging von einer Kindeswohlgefährdung aus, wobei die Ursachen hierfür vielfältig sein könnten und zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilbar seien. Zudem ergäben sich Hinweise auf eine eingeschränkte Erziehungsfähigkeit der Mutter. Die kjp schloss auf einen dringenden Handlungsbedarf und empfahl eine Fremdplatzierung von Y._, bis die Frage der Erziehungsfähigkeit der Mutter geklärt sei (KESB act. 133). In seiner Stellungnahme zum Gutachten vom 10. Oktober 2014 wehrte sich der Vater erneut gegen die Pädophilievorwürfe, welche die Mutter anlässlich der Mitwirkung beim Gutachten schilderte. Zudem sei das Gutachten in Bezug auf das Besuchsrecht unvollständig, da ein verbindlicher Plan vorzulegen sei, wann, wie oft und wo die Kontakte von Y._ mit dem Vater stattfinden können. Schliesslich beantragte der Vater die Verfügung der gemeinsamen elterlichen Sorge über Y._, eventualiter die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an ihn (KESB act. 143). Die Kindesvertreterin, lic. iur. C._, beantragte in ihrer Stellungnahme zum Gutachten vom 29. Oktober 2014, es sei die Erziehungsfähigkeit der Mutter vertieft abzuklären und eine engmaschige sozialpädagogische Familienbegleitung anzuordnen. Eventualiter sei der Mutter die elterliche Obhut über ihre Tochter zwecks Abklärung ihrer Erziehungsfähigkeit zu entziehen und Y._ in einer Pflegefamilie zu platzieren (KESB act. 147). Die Mutter beantragte in ihrer Stellungnahme vom 10. November 2014, es sei bei der kjp ein neues interventionsorientiertes Gutachten in Auftrag zu geben, wobei andere Fachpersonen der kjp mit der Ausarbeitung zu betrauen seien. Von einer Fremdplatzierung von Y._ bei einer Pflegefamilie während der Zeit der vertieften Abklärungen ihrer Erziehungsfähigkeit sei abzusehen und es sei im Sinne einer milderen Kindesschutzmassnahme eine Sozialbegleitung (inkl. Fachcoaching) anzuordnen. Der väterliche Antrag auf Verfügung der gemeinsamen elterlichen Sorge sei abzuweisen und Y._ solle unverändert der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter unterstellt bleiben (KESB act. 152).
J. Mit Schreiben vom 27. November 2014 liess der Rechtsvertreter des Vaters der KESB Nordbünden die Ergebnisse des Drogentests betreffend den Zeitraum vom November 2014 bis Juni 2014 zukommen, welche allesamt negativ waren (KESB act. 157.2). Am 8. Dezember 2014 liess lic. iur. Bruno Fitzi, Staatsanwalt im gegen den Vater hängigen Strafverfahren wegen Verdachts der sexuellen Handlungen mit einem Kind, der KESB Nordbünden unter anderem ein Kurzgutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden betreffend Körperverletzung von Y._ vom 25. Juni 2014 zukommen (KESB act. 159). Darin hielt der unterzeichnete Arzt fest, dass nach der Untersuchung von Y._ ein vormaliges Einführen eines Gegenstandes oder eines
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Körperteiles, welches zu tieferreichenden Verletzungen des Hymenalsaumes geführt habe, ausgeschlossen werden könne. Nicht grundsätzlich auszuschliessen sei aber eine Berührung oder Manipulation des Scheideneingangs (KESB act. 159.1).
K. Mit Entscheid vom 24. Februar 2015 beauftragte die KESB Nordbünden D._ der kjp mit der Weiterführung des interventionsorientierten Gutachtens (Teile I und II). Im Weiteren sistierte die KESB Nordbünden das Recht auf persönlichen Verkehr des Vaters gemäss Unterhalts- und Betreuungsvertrag vom 20. Juni 2011 und schob den Entscheid über den Antrag des Vaters betreffend die Verfügung der gemeinsamen elterlichen Sorge auf. Schliesslich erteilte die KESB Nordbünden der Mutter verschiedene Weisungen, insbesondere aktiv an der Weiterführung des interventionsorientierten Gutachtens mitzuwirken und Y._ regelmässig (mindestens drei Tage pro Woche) ganztags in einer Kinderkrippe betreuen zu lassen (KESB act. 181).
L. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 4. Juni 2015 wurde das Verfahren gegen den Vater wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind und wegen Verdachts der Schändung mangels rechtsgenügender Beweise eingestellt (KESB act. 187.1).
M.a. Am 29. Juni 2015 erging der Ergebnisbericht (Teil II) der interventionsorientierten Begutachtung der kjp. Die zuständigen Gutachter machten, wie bereits im ersten Bericht der kjp vom 22. September 2014 (KESB act. 133) Hinweise auf eine eingeschränkte Erziehungsfähigkeit der Mutter aus. Im Hinblick auf die begleiteten Besuchstage zwischen Vater und Tochter konnten sie keine Gefährdung von Y._ feststellen. Sie empfahlen, im Rahmen der Interventionsphase auf begleitete Besuche zwischen Y._ und ihrem Vater hinzuarbeiten und zudem die Ängste der Mutter mit dieser zu besprechen sowie Verständnis für die Bedeutung der begleiteten Vater-Tochter-Kontakte zu erarbeiten (KESB act. 188). Die Eltern nahmen am 9. bzw. 16. November 2015 zu der Frage der gemeinsamen elterlichen Sorge sowie zum Gutachten der kjp vom 29. Juni 2015 Stellung (KESB act. 215 und 216).
M.b. In ihrem Evaluationsbericht der interventionsorientierten Begutachtung vom 28. Januar 2016 empfahl die kjp, das Besuchsrecht zwischen Y._ und ihrem Vater zu sistieren, da trotz intensiver therapeutischer Arbeit keine Haltungsänderung der Mutter hinsichtlich der begleiteten Kontakte von Y._ zu ihrem Vater habe bewirkt werden können. Empfehlenswert sei die Einführung von
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einmal jährlichen Erinnerungskontakten zwischen Y._ und ihrem Vater (KESB act. 223).
M.c. Am 2. Februar 2016 arbeitete das Amt für Volksschule und Sport einen Abklärungsbericht zum Antrag auf verstärkte Massnahmen der Sonderschulung aus, welche im Rahmen einer heilpädagogischen Früherziehung mit E._ als Therapeutin von März 2016 bis Ende Februar 2017 einmal wöchentlich in O.1_ stattfinden sollte. Ziel sei ein gelingender Kindergarteneintritt von Y._ im August 2016 (KESB act. 227).
N. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 25. Februar 2016 ordnete diese in Abänderung des Unterhalts- und Betreuungsvertrages vom 20. Juni 2011 neu dreimal jährlich stattfindende Erinnerungskontakte zwischen Vater und Tochter bei der kjp an. Die Mutter wurde unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB angewiesen, ihre Tochter an diesen Terminen der kjp zu übergeben. Den Eltern wurde für Y._ die gemeinsame elterliche Sorge erteilt und die bestehende Beistandschaft mit besonderen Befugnissen im Bereich persönlicher Verkehr wurde mit Beratungsbefugnissen im Bereich Erziehung ergänzt (KESB act. 245). Nachdem die beiden geplanten Erinnerungskontakte nicht hatten stattfinden können, wies die KESB Nordbünden die Mutter mit Entscheid vom 11. August 2016 unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB an, Y._ zur Durchführung von Erinnerungskontakten am 25. August 2016 der kjp zu übergeben (KESB act. 273).
O. Nachdem auch eine nächste Vater-Tochter-Begegnung nicht hatte stattfinden können, eröffnete die KESB Nordbünden am 13. Oktober 2016 ein Abklärungsverfahren hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit der Mutter (KESB act. 297). Mit Schreiben vom 6. Dezember 2016 teilte die KESB Nordbünden der kjp mit, dass auf die zwangsweise Durchführung der festgelegten Erinnerungskontakte mittels Unterstützung der Polizei mit Blick auf Y._ verzichtet werde. Bis auf weiteres fänden unter den gegebenen Umständen daher keine Erinnerungskontakte statt (KESB act. 327).
P. Im Verfahren betreffend Prüfung weiterer Kindesschutzmassnahmen setzte die KESB Nordbünden mit verfahrensleitender Verfügung vom 6. Dezember 2016 Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger als Verfahrensbeiständin von Y._ ein (KESB act. 329). Mit verfahrensleitender Verfügung gleichen Tages ordnete sie zudem eine ordentliche Begutachtung des psychischen Zustandes und der Entwicklungsperspektiven der Mutter durch Dr. med. F._ an (KESB act. 331).
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Q. Am 18. April 2017 legte Dr. med. F._ der KESB Nordbünden seine Untersuchungsergebnisse vor. Er diagnostizierte bei der Mutter eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, ICD-10 F62.0. Die Störung sei gekennzeichnet durch eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, einem chronischen Gefühl der Anspannung sowie einem Entfremdungsgefühl. Dr. med. F._ erwog schliesslich eine Fremdplatzierung von Y._ (KESB act. 376).
R. Mit Entscheid vom 4. Mai 2017 ernannte die KESB Nordbünden M._ anstelle von B._ per 1. Mai 2017 als neuen Beistand für Y._ (KESB act. 390). Mit verfahrensleitender Verfügung vom 6. Juni 2017 setzte die KESB Nordbünden Rechtsanwalt lic. iur. Vedat Erduran per 30. Mai 2017 als unentgeltlichen Rechtsbeistand für die Mutter im Verfahren vor der KESB betreffend Anpassung bestehende Massnahme ein (Art. 117 ZPO i.V.m. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO) (KESB act. 406).
Mit Entscheid vom 13. Juli 2017 wies die KESB Nordbünden die Mutter zur Zusammenarbeit mit G._ der sozialpädagogischen Familienbegleitung an (KESB act. 442).
S. Mit Schreiben vom 2. August 2017 beantragte der Vater der KESB Nordbünden aufgrund der Weigerungshaltung der Mutter die Einstellung des bei ihr hängigen Verfahrens betreffend sein Besuchsrecht. Der Mutter seien 80 % der Kosten aufzuerlegen (KESB act. 452). Am 17. August 2017 ersuchte die Mutter die KESB Nordbünden ebenfalls um Einstellung der bei ihr hängigen Verfahren. Sie fühle sich durchaus in der Lage, die Verpflichtungen im Zusammenhang mit der elterlichen Sorge wahrzunehmen und Y._ im Alltag zu begleiten (KESB act. 463; vgl. auch KESB act. 464).
T. Nachdem die Mutter die Kindergartenlehrerin am 20. März 2017 verbal mit dem Tod bedroht hatte, verfügte die Schuldirektion der Stadt O.1_ gleichentags mündlich bzw. mit Schreiben vom 23. Februar 2017 (recte: 23. März 2017) schriftlich den Ausschluss von Y._ aus dem Kindergarten, womit Y._s erstes Kindergartenjahr abgebrochen wurde (KESB act. 366.1). Die Schuldirektion der Stadt O.1_ teilte der Mutter mit Schreiben vom 22. Juni 2017 mit, dass der weitere Kindergartenbesuch von Y._, d.h. das zweite Kindergartenjahr ab Ende August 2017, an Bedingungen geknüpft werde. Insbesondere habe die Kommunikation der Mutter mit den Kindergartenlehrpersonen über eine von der KESB zu bezeichnende "Mittelsperson" zu erfolgen (KESB act. 423).
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Ab August 2018 besuchte Y._ den Kindergarten, zeitweise in unregelmässigen Abständen. Dabei kam es zwischen Y._ bzw. der Mutter und dem Kindergarten zu zahlreichen Auseinandersetzungen, welche eine Eingliederung von Y._ in das Kindergartenumfeld verunmöglichten (KESB act. 479 ff.). Die Mutter teilte der KESB Nordbünden am 18. Januar 2018 telefonisch mit, dass sie im April 2018 aus O.1_ wegziehen wolle (KESB act. 495). Mit E-Mail vom 13. Februar 2018 informierte die Schuldirektion der Stadt O.1_ die Mutter, dass sie zur Kenntnis nehme, dass die Mutter Y._ aus dem Kindergarten nehme und mit ihr Ende März bzw. anfangs April den Kanton verlasse. Unabhängig davon erlasse die Stadtschule O.1_ per sofort einen Ausschluss aus dem Kindergarten (KESB act. 500). Die Schuldirektion der Stadt O.1_ beantragte dem Schulinspektorat am 15. Februar 2018 die Dispensation von Y._ vom Kindergartenunterricht (KESB act. 505). Dieses trat mit Schreiben vom 28. Februar 2018 auf den Antrag der Schuldirektion nicht ein, da die Stadtschule den Ausschluss von Y._ de facto schon definitiv beschlossen habe (KESB act. 510).
U.a. Da Y._ den Kindergarten seit ihrem Ausschluss nicht mehr besuchte, schlug die KESB Nordbünden der Mutter im März 2018 die Wiederaufnahme der Früherziehung durch E._ des Heilpädagogischen Dienstes vor, um ihr eine Tagesstruktur zu geben. Die Mutter lehnte dies jedoch ab, da sie es gut mit Y._ habe und zurzeit wegen des Umzugs beschäftigt sei. Zudem seien eineinhalb Stunden Früherziehung pro Woche zu wenig und dies bringe nichts. Sie sei jedoch bereit, ein Heim für Y._ anzuschauen, wo Y._ zur Schule gehen und wohnen könne (KESB act. 517). Daraufhin begann die KESB Nordbünden zusammen mit der Mutter mit der Suche nach einem geeigneten Kinderhaus für Y._. Y._ konnte im April 2018 zwei Tage im Kinderhaus H._ "schnuppern". Dieser Aufenthalt verlief grundsätzlich für alle Beteiligten positiv und die Mutter äusserte den Wunsch, dass Y._ für den Monat Mai 2018 im Kinderhaus in H._ unterzubringen sei (KESB act. 520 ff.). Das Kinderhaus H._ informierte die KESB Nordbünden am 30. April 2018, dass Y._ nur untergebracht werden könne, wenn eine schulpsychologische Abklärung vorausgegangen und geklärt sei, ob bei Y._ Sonderschulbedarf vorhanden sei. Y._ weise bezüglich Motorik und Sozialkompetenz Defizite auf (KESB act. 538; vgl. auch KESB act. 548). Die Mutter konnte sich mit diesen Aufnahmebedingungen nicht einverstanden erklären (KESB act. 540), weshalb die KESB Nordbünden nach einer alternativen Unterbringungsmöglichkeit für Y._ (I._, Q._, K._ etc.) suchte (KESB act. 551 ff.).
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U.b. Mit Schreiben vom 14. Mai 2018 widerrief die Schuldirektion der Stadt O.1_ ihren Antrag vom 15. Februar 2018 in Sachen Dispensation vom Kindergartenunterricht für Y._. Sie knüpfte die Wiederaufnahme von Y._ an zwei Auflagen, nämlich dass die Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden der Stadtschule und der Mutter schriftlich mittels Kontaktheft zu erfolgen habe und der Mutter ein Hausverbot für das Schulgelände auferlegt werde (KESB act. 554).
V.a. Die Mutter kündigte ihre Wohnung in O.1_ per Ende Mai 2018 und zog mit Y._ Anfang Juni 2018 nach O.2_ (KESB act. 562), wo sie in einem Hotelzimmer wohnten. Die Sozialen Dienste der Stadt O.2_ meldeten der KESB Nordbünden am 12. Juni 2018, dass die Mutter zusammen mit ihrer Tochter auf der Beratungsstelle erschienen sei und sich wegen einer Wohnung erkundigt habe. Sie wolle nicht mehr in den Kanton Graubünden zurück (KESB act. 569). Zwei Tage später informierten die Sozialen Dienste der Stadt O.2_, es gebe Probleme mit der Mutter. Diese habe Angst, dass der Vater herausfinden könnte, wo sie sich aufhielten. Die Mutter wolle das Hotel verlassen, weil die KESB Nordbünden jetzt wisse, wo sie sich aufhalte (KESB act. 572). Die KESB Nordbünden machte der KESB der Stadt O.2_ am gleichen Tag eine Gefährdungsmeldung. Da die Mutter telefonisch nicht zu erreichen sei und die Angelegenheit in vielfacher Hinsicht problematisch sei, müsse von einer dringenden Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden (KESB act. 573). Einen Tag später wurden Mutter und Tochter kurz vor Mitternacht auf einer Decke sitzend am _platz in O.2_ gesehen (KESB act. 603). Die Mutter verliess zusammen mit Y._ am 25. Juni 2018 das Hotelzimmer in O.2_ (KESB act. 580). Nach diversen Abklärungen durch die KESB Nordbünden stellte sich heraus, dass die Stadt O.2_ mangels Zuständigkeit keine finanzielle Unterstützung für die Mutter und deren Tochter leisten konnte und auch keine Wohnmöglichkeit zur Verfügung stand.
V.b. Mit verfahrensleitender Verfügung/superprovisorischem Entscheid vom 27. Juni 2018 erwog die KESB Nordbünden, dass die Mutter und Y._ obdachlos und ihr Lebensunterhalt nicht gesichert seien. Unter diesen Voraussetzungen müsse davon ausgegangen werden, dass das Wohl der siebenjährigen Y._ erheblich gefährdet sei und weiter abgeklärt werden müsse. Eine Unterbringung in einer geeigneten Institution sei deshalb dringend angezeigt. Die KESB Nordbünden verfügte, dass dem Vater und der Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über Y._ gestützt auf Art. 445 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 310 Abs. 1 ZGB superprovisorisch entzogen und Y._ in der Institution I._ in O.2_ behördlich untergebracht werde. Gleichzeitig
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wurden die Eltern auf den 3. Juli 2018 zu einer persönlichen Anhörung vor der KESB Nordbünden eingeladen (KESB act. 581).
V.c. Y._ wurde mit Hilfe der Stadtpolizei O.2_ noch am 27. Juni 2018 im I._ untergebracht (KESB act. 600, vgl. auch KESB act. 648). Da Y._ eine 1:1 Betreuung benötigte, welche ihr der I._ aufgrund seiner Ressourcen nur kurzfristig ermöglichen konnte, wurde absehbar, dass nach einer anderen geeigneten Institution für Y._ gesucht werden musste (KESB act. 612 und 614), was die KESB Nordbünden in den kommenden Tagen in die Wege leitete (vgl. insbesondere KESB act. 628 und 649 [Institution K._], 629 [Institution R._], 641 [Kinderheim S._], 643 [Kinderheim T._]; vgl. auch KESB act. 644 und 652).
V.d Mit verfahrensleitender Verfügung vom 29. Juni 2018 ordnete die KESB Nordbünden eine ambulante ärztlich-medizinische Untersuchung von Y._ durch den für die Institution I._ zuständigen Kinder-/Facharzt an (KESB act. 619), da die Mutter sich einer ärztlichen Untersuchung von Y._ widersetzte (KESB act. 615). Mit einer Fremdplatzierung sei sie grundsätzlich einverstanden, habe aber Mühe mit dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts (KESB act. 635).
V.e. Die Mutter teilte der KESB Nordbünden am 3. Juli 2018 telefonisch mit, dass sie nur dann an die Anhörung vom Nachmittag komme, wenn die Polizei alle Leute festnehme, welche ihr Angst machten (KESB act. 630). Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger nahm an der Anhörung vom 3. Juli 2018 als Verfahrensbeiständin von Y._ teil. Die Mutter blieb der Anhörung fern, stattdessen erschien die Halbschwester von Y._, J._ (KESB act. 651).
V.f. Der Vater erklärte am 5. Juli 2018 telefonisch, er sei mit dem Vorgehen der KESB Nordbünden grundsätzlich einverstanden und eine Unterbringung von Y._, evtl. in der Institution K._ in O.2_, sei für ihn in Ordnung (KESB act. 646). Am selben Tag führte lic. iur. Diana Honegger als Verfahrensbeiständin von Y._ ein Gespräch mit ihr über ihren Aufenthalt im I._. Y._ werde im I._ gut betreut und es gehe ihr den Umständen entsprechend recht gut. Sie vermisse aber natürlich ihre Mutter und könne nicht ganz verstehen, weshalb sie im I._ sei (KESB act. 650). Da eine Unterbringung von Y._ in der Institution K._ in O.2_ nicht möglich war (KESB act. 649), suchte die KESB Nordbünden nach einer Alternative. Das Schulinternat L._ bestätigte schliesslich am 10. Juli 2018, dass Y._ auf Schulbeginn (d.h. 20.
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August 2018) dort aufgenommen werden könne. Ein internes Wohnen sowie eine Sonderbeschulung seien möglich (KESB act. 653 und 657).
W. Die KESB Nordbünden lud die Eltern auf den 19. Juli 2019 erneut zu einer Anhörung betreffend Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts, behördliche Unterbringung, Kontaktregelung Mutter und Vater, schulpsychologische Abklärung von Y._ und Erweiterung der Kompetenzen des Beistandes ein (KESB act. 654 und 655). Die Eltern erschienen nicht. Die Mutter liess sich durch ihren Rechtsvertreter vertreten und mitteilen, dass sie mit einer Unterbringung in einer Institution (I._, L._) einverstanden wäre, nicht aber mit dem Entzug ihres Aufenthaltsbestimmungsrechts. Sie wolle ihre Rechte behalten. Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger sprach ebenfalls persönlich vor. Mildere Massnahmen als der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts seien ihrer Ansicht nach nicht möglich. Sie glaube auch nicht, dass auf freiwilliger Basis eine Regelung und Unterbringung von Y._ (ohne Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts) möglich wäre (KESB act. 673).
Mit Entscheid vom 19. Juli 2019, mitgeteilt am 25. Juli 2018, erkannte die KESB Nordbünden was folgt (act. B.1):
1. Es wird festgestellt, dass mit Vollstreckbarkeit von Ziff. 2 dieses Entscheids die am 27. Juni 2018 verfügte superprovisorische Anordnung (Aufhebung Aufenthaltsbestimmungsrecht und behördliche Unterbringung) von Gesetzes wegen dahinfällt.
2. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von Y._ wird gestützt auf Art. 310 ZGB:
a. X._ (Mutter) und A._ (Vater) das Aufenthaltsbestimmungsrecht über Y._ entzogen;
b. Y._ bis am 19. August 2018 im I._ (Krisenintervention für Schulpflichtige, O.2_) behördlich untergebracht;
c. Y._ per 20. August 2018 (Schulbeginn) im Schulinternat L._ (O.3_) behördlich untergebracht.
3. Die für Y._ bestehende Massnahme gemäss Ziff. 6 des Entscheids vom 25. Februar 2016 wird per Vollstreckbarkeit dieses Entscheids wie folgt erweitert:
Der Beistand erhält neu die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Eltern von Y._ im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB) in folgenden Bereichen zu vertreten:
1. Betreuung/Wohnen (inkl. Finanzierung);
2. Geltendmachen von Sozialversicherungsansprüchen;
3. Schul- und Berufsbildung;
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4. Behandlung/Therapie;
b. die Besuchskontakte zwischen Y._ und der Mutter in Zusammenarbeit mit der Institution festzulegen.
4. (Aufgaben und Kompetenzen der Beistandsperson)
5. Die Weisung vom 11. August 2016 (Dispositiv-Ziffer 1) bezüglich der Erinnerungskontakte von Y._ zu A._ (Vater) wird bis auf Weiteres sistiert (Art. 274 Abs. 2 ZGB).
6. (Weisungen an Beistandsperson)
7. (Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger)
8. (Entlassung von Rechtsanwalt lic. iur. Vedat Erduran für seine Tätigkeit als unentgeltlicher Rechtsbeistand)
9. (Entschädigung von lic. iur. Vedat Erduran)
10. (Hinweis auf Nachzahlungsverpflichtung von X._)
11. (Verfahrenskosten)

## Considerations