# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3c26cd28-4ae6-4ab0-8a72-433926a3be2b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A/a. X._, geboren am _ 1969, und Y._, geboren am _ 1963, schlossen am _ 1990 in O.1_ die Ehe. Sie sind Eltern der Kinder A._, geboren am _ 1992, B._, geboren am _ 1993, und C._, geboren am _ 2005. Im November 2007 erfolgte die Trennung der Ehegatten. Mit Eheschutzverfügungen vom 17. Juli 2008 und vom 22. Juni 2009 regelte der Bezirksgerichtspräsident Landquart das Getrenntleben.
A/b. Mit Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010, mitgeteilt am 23. Juli 2010, wurde die Ehe der Parteien – gestützt auf eine umfassende Ehescheidungskonvention – geschieden. Die Kinderbelange wurden wie folgt geregelt:
2. Die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder A._ (geb. _1992), B._ (geb. _1993) und C._ (geb. _2005), werden unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter gestellt.
3. Das Besuchs- und Ferienrecht von Y._ und seinen Kindern richtet sich nach der in Ziffer 3 der Scheidungskonvention enthaltenen, detaillierten Regelung.
4. a) Y._ wird entsprechend der Regelung in der Ehescheidungskonvention gerichtlich verpflichtet, an den Unterhalt der drei gemeinsamen Kinder ab Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von je CHF 600.00 zu bezahlen, zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen, soweit diese nicht durch die mit der alleinigen elterlichen Sorge betraute Ehefrau bezogen werden. Sobald die Unterhaltsverpflichtung für das erste Kind wegfällt, erhöhen sich die monatlichen Unterhaltsleistungen für die beiden verbleibenden Kinder auf je Fr. 800.00. Nachdem auch die Unterhaltspflicht für das zweite Kind wegfällt, erhöht sich die monatliche Unterhaltsleistung des Vaters für das dritte Kind auf Fr. 1'000.00.
b) Die Unterhaltspflicht für jedes der drei Kinder A._, B._ und C._ besteht bis zum Erreichen der wirtschaftlichen Selbständigkeit des Kindes, längstens jedoch bis zum Erreichen der Mündigkeit. Vorbehalten bleibt eine allfällige weitergehende Unterhaltspflicht gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB (späterer Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung) sowie aufgrund von Art. 286 Abs. 3 ZGB (besonderer Beitrag bei nicht vorhergesehenen
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ausserordentlichen Bedürfnissen, zum Beispiel ausserordentlichen zahnärztlichen Behandlungen).
5. (Indexierung der Unterhaltsbeiträge)
Was das Besuchs- und Ferienrecht betrifft, vereinbarten die Parteien in der Ehescheidungskonvention im Wesentlichen ein Besuchsrecht des Vaters am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats sowie ein Ferienrecht desselben von zwei Wochen pro Jahr. Zudem wurde dem Vater das Recht eingeräumt, seinen Sohn C._ in den Wochen ohne Besuchswochenende und Ferien einmal am Nachmittag für zwei bis drei Stunden zu sich auf Besuch zu nehmen.
B. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 19. August 2014 wurde für den Sohn C._ eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Die Unterstützung der Eltern durch eine Fachperson wurde als notwendig erachtet, weil deren Beziehung konfliktträchtig war und sie nicht in genügendem Mass in der Lage waren, die Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen C._ und seinem Vater so zu gewährleisten, dass er einen spannungsfreien und unbelasteten Kontakt zum Vater pflegen konnte. Zur Beiständin wurde D._, Berufsbeistandschaft Landquart, ernannt.
C/a. Am 24. Oktober 2014 reichte Y._ beim Bezirksgericht Landquart eine Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils ein. Er stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Dispositiv Ziff. 4 lit. a und b des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 seien aufzuheben, und die monatlichen Unterhaltszahlungen des Klägers an seinen Sohn C._ seien ab Zeitpunkt der Rechtshängigkeit der Klage auf monatlich CHF 400.00 herabzusetzen.
2. Eventuell seien die gemäss Dispositiv Ziff. 4 lit. a und b des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 geschuldeten monatlichen Unterhaltszahlungen des Klägers an seinen Sohn C._ bis zum 1. November 2015 zu sistieren.
3. Subeventuell seien die gemäss Dispositiv Ziff. 4 lit. a und b des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 geschuldeten monatlichen Unterhaltszahlungen des Klägers an seinen Sohn C._ um den Teilbetrag in Höhe von CHF 600.00 bis zum 1. November 2016 zu sistieren.
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4. Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 sei aufzuheben und der Sohn C._ sei unter die gemeinsame elterliche Sorge und geteilte Obhut der Parteien zu stellen.
5. Dispositiv Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 sei aufzuheben; das Besuchs- und Ferienrecht für den Sohn C._ soll den Parteien zu gleichen Teilen zustehen.
6. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 8. Dezember 2014 konnten die Parteien keine Übereinkunft erzielen, so dass Y._ Frist zur Einreichung der schriftlichen Klagebegründung angesetzt wurde. Mit Eingabe vom 2. März 2015 kam er dieser Aufforderung nach, wobei er Ziffer 5 seiner Rechtsbegehren fallen liess und Ziffer 4 wie folgt anpasste:
4. Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 sei aufzuheben und der Sohn C._ sei unter die gemeinsame elterliche Sorge zu stellen, während die Obhut allein bei der Mutter verbleiben möge.
C/b. X._ stellte in ihrer Klageantwort vom 30. April 2015 folgende Anträge:
1. Ziff. 4 der Anträge des Klägers (gemeinsames Sorgerecht) sei gutzuheissen.
2. Die Anträge Ziff. 1, 2 und 3 sowie 5 seien abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.
C/c. Mit Schreiben vom 7. August 2015 widerrief X._ ihre in der Klageantwort erklärte Zustimmung zum gemeinsamen Sorgerecht.
C/d. Am 4. September 2015 erliess der Präsident des Bezirksgerichts Landquart die Beweisverfügung. Darin erklärte er die eingereichten Urkunden für relevant und ordnete die Edition der Akten betreffend C._ durch die KESB Nordbünden an. Die Einholung eines Gutachtens zur Frage der gemeinsamen elterlichen Sorge wurde vorbehalten.
C/e. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Landquart fand am 4. November 2015 statt, wobei Y._ im Rahmen seines Plädoyers die Eventualanträge auf Sistierung der Unterhaltspflicht (Ziff. 2 u. 3 seiner Rechtsbegehren) zurückzog. Mit Entscheid vom 4. November 2015, mitgeteilt am 30. November 2015, erkannte das Bezirksgericht Landquart wie folgt:
1. a) In teilweiser Gutheissung der Klage wird Ziff. 4 lit. a des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 aufgehoben und die monatlichen Unterhaltszahlungen des Klägers an
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seinen Sohn C._ werden rückwirkend ab 1. November 2014 und bis auf weiteres auf monatlich CHF 667.00 reduziert.
b) Eine allfällige Abänderung des unter vorstehender lit. a festgesetzten Unterhaltsbeitrages im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB wird ausdrücklich vorbehalten.
2. Ziff. 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Landquart vom 9. Juni 2010 wird insofern aufgehoben, als der Sohn C._ neu unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt wird. Die Obhut verbleibt hingegen weiterhin allein bei der Kindsmutter.
3. Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Landquart in Höhe von CHF 4'000.00 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts gemäss Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse genommen. Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.
(Regelung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreter)

## Considerations