# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f07e753-a83b-4eba-8e69-2e4c3d5061db
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt seit der Beurteilung des ersten Gesuches nicht derart
wesentlich geändert habe, dass ein anderes Ergebnis in Betracht fallen
könnte. Diese Verfügung und die ihr zugrunde liegende Verfügung des
Amts für Polizeiwesen und Zivilrecht vom 14. Juli 2011 wurden mit Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 21. Februar
2012 (vgl. Verfahren U 12 3) bestätigt.
6. Am 3. Dezember 2014 ersuchte B._ um Einreise in die Schweiz
zwecks dauernden Verbleibs mit ihrem Ehegatten A._. Das AFM
qualifizierte dieses Gesuch wiederum als Wiedererwägungsgesuch und
trat mit Verfügung vom 8. April 2015 nicht darauf ein. Zur Begründung
führte es aus, es lägen weder Wiedererwägungs- noch Widerrufs- oder
Revisionsgründe vor. B._ habe lediglich einen erneuten Aufenthalt
in Graubünden vom Dezember 2013 bis zum 5. Januar 2014 nachweisen
können, wobei das damalige und allgemeine Verhalten von B._ eher
das Vorliegen einer Scheinehe als eine veränderte Sach- und
Rechtslage zu Gunsten des Ehepaares stütze.
7. Mit Verfügung vom 24. Februar 2016 wies das DJSG die Beschwerde
von A._ gegen den Nichteintretensentscheid auf das
Einreisegesuch von B._ zum dauernden Verbleib bei ihrem
Ehegatten (Familiennachzug) ab. Begründend erwog das DJSG
insbesondere, dass keine neuen Tatsachen im Sinne eines
Wiedererwägungs- oder Revisionsgrundes vorlägen; zudem sei nicht
ersichtlich, inwiefern die ursprünglich als Scheinehe qualifizierte Ehe nun
zu einer echten Ehe geworden sein solle.
8. Dagegen erhoben A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) und
B._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 11. April 2016
Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin
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beantragten sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Gutheissung der Verwaltungsbeschwerde, eventualiter die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung und Zurückweisung der Sache zur
Neubeurteilung durch die Vorinstanz. Weiter suchte der
Beschwerdeführer um die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung unter Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. iur. Markus
Zwicky nach, welche durch den Instruktionsrichter am 11. Mai 2016
gewährt wurde; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
der öffentlichen Hand. Er trug dabei im Wesentlichen vor, die Vorinstanz
habe zu Unrecht den Nichteintretensentscheid des AFM geschützt; es
läge kein Wiedererwägungs- bzw. Revisionsgesuch vor, sondern ein
neues, eigenständiges Gesuch um Gewährung des Familiennachzugs,
welches auch als solches zu behandeln sei. In materieller Hinsicht
belegten die jahrelangen Bemühungen der Ehepartner, dass sie
ernsthaft eine gemeinsame Lebensgemeinschaft zu begründen
beabsichtigten.
9. Die DJSG (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragte in ihrer
Vernehmlassung vom 3. Mai 2016 die Abweisung der Beschwerde;
eventualiter sei die Sache zur materiellen Prüfung an das AFM
zurückzuweisen; alles unter Kostenfolge zu Lasten der
Beschwerdeführer. Der Beschwerdegegner machte geltend, die
Beschwerdeführer hätten nicht glaubhaft darlegen können, dass sich die
Sach- oder Rechtslage gegenüber der ursprünglichen
Entscheidungsgrundlage, als welche diejenige beim Urteil des
Verwaltungsgerichts U 12 3 vom 21. Februar 2012 anzusehen sei,
geändert habe. Anstatt solche Gründe aufzuzeigen, hätten sich die
Beschwerdeführer darauf beschränkt, dazutun, weshalb der
ursprüngliche Entscheid falsch gewesen sei.
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10. In der Replik vom 23. Mai 2016 und der Duplik vom 1. Juni 2016
vertieften die Parteien ihre Argumentationen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen
Entscheide der kantonalen Departemente, soweit diese nicht nach
kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Die hier
angefochtene nicht endgültige Departementsverfügung vom 24. Februar
2016 bildet somit ein taugliches Anfechtungsobjekt. Als Adressaten der
angefochtenen Verfügung sind die Beschwerdeführer berührt und weisen
ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-hebung auf (vgl. Art. 50 VRG).
Zudem wurde die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht.
b) Fraglich ist, ob der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer zur
Prozessführung gehörig bevollmächtigt wurde. Dies ist hinsichtlich des
seit dem Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)
O.2._ vom 16. Juni 2015 verbeiständeten Beschwerdeführers zu
verneinen, zumal er nur mit Zustimmung seines Beistandes einen
Prozess führen darf. Dass hier eine Zustimmung des Beistands eingeholt
wurde, wird seitens des Anwalts nicht belegt. Auf eine Fristansetzung zur
Mängelbehebung wurde jedoch verzichtet, da zumindest die
Beschwerdeführerin rechtsgültig vertreten ist und damit auf die
Beschwerde hinsichtlich der Beschwerdeführerin eingetreten werden
kann. Von einer gehörigen Mandatierung des Rechtsvertreters durch die
Beschwerdeführerin auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren kann
trotz der vom 11. Mai 2011 datierten Vollmacht im Übrigen ausgegangen
werden.
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2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Nichteintretensentscheid des
AFM vom 3. Dezember 2014 korrekt war und damit, ob sich das AFM zu
Recht nicht materiell mit dem Gesuch der Beschwerdeführerin um
Einreise in die Schweiz zwecks dauernden Verbleibs mit ihrem Ehegatten
befasst hat. Die Ausgangslage ist vergleichbar mit derjenigen im Jahr
2011, als der Beschwerdeführer am 21. März bzw. 27. Mai 2011 ein
(neues) Gesuch um Jahresaufenthaltsbewilligung und Familiennachzug
für seine Ehefrau stellte. Das ehemalige Amt für Polizeiwesen und
Zivilrecht (heute: AFM) qualifizierte dieses Gesuch als
Wiedererwägungsgesuch und trat darauf nicht ein, was vom DJSG und
von diesem Gericht bestätigt wurde.
3. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Argumente des
Beschwerdeführers, das AFM sowie der Beschwerdegegner seien
offensichtlich befangen und handelten willkürlich, nicht gehört werden
können. Dass die Vorinstanzen bereits zuvor zu Ungunsten des
Beschwerdeführers entschieden haben und gewisse Aspekte und
Beweise mit unterschiedlicher Gewichtung würdigten, vermag weder
Willkür noch eine Befangenheit bei der Beurteilung des vorliegenden
Sachverhalts nachzuweisen. Diese Rüge ist somit abzuweisen.
4. a) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, dass es sich beim
Einreisegesuch vom 3. Dezember 2014 um ein eigenständiges, neues
Gesuch um Familiennachzug handle, welches neu zu beurteilen sei, und
nicht um ein Wiedererwägungs- oder Revisionsgesuch. Ein
Nichteintretensentscheid ergehe aus prozessökonomischen Gründen und
entscheide über das Vorhandensein von Prozessvoraussetzungen oder
über die gehörige Einleitung eines Gesuchs. Das AMZ habe trotz
veränderter Umstände einen Nichteintretensentscheid gefällt mit dem
Argument, es handle sich um eine res iudicata. Damit sei das rechtliche
Gehör der Gesuchsteller resp. Beschwerdeführer verletzt, habe das AMZ
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damit doch die (neue) Tatsache des fortgesetzten und seit über zehn
Jahren gefestigten Ehewillens ausser Acht gelassen.
Die Vorinstanz argumentiert, dass mit rechtskräftigem Urteil des
Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2007 festgestellt wurde, dass eine
Scheinehe vorliege. Am 21. Februar 2011 habe das Verwaltungsgericht
zudem die Entscheide des AFM und des DJSG bestätigt, wonach auf das
nochmalige Gesuch der Beschwerdeführer um Familiennachzug nicht
eingetreten werden müsse, weil für eine Wiedererwägung keine
veränderte Sach- und Rechtslage gegenüber dem vorhergehenden
Entscheid vorliege. Auch dieser Entscheid sei in Rechtskraft erwachsen.
Das AMZ hätte deshalb auch heute ein neues Gesuch nur dann materiell
zu prüfen, wenn die Gesuchsteller glaubhaft machen könnten, dass sich
die Sach- und Rechtslage seit dem letzten Gesuch gegenüber der
ursprünglichen Entscheidgrundlage geändert habe. Als neue Tatsache
könne im vorliegenden Verfahren einzig die Tatsache gelten, dass die
Eheleute trotz negativem Ausgang des Verfahrens um Gewährung des
Familiennachzugs im Jahr 2012 die Beziehung nicht abgebrochen haben.
So hätten sie weiterhin telefonischen Kontakt gepflegt und die
Beschwerdeführerin habe sich zwischen Oktober 2013 und Januar 2014
mit einem Besuchervisum in der Schweiz aufgehalten. Die Abklärungen
des AFM hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer im Dezember 2013
in O.3._ eine Zweizimmerwohnung angemietet habe. Die Vorinstanz
stützt die Einschätzung des AFM, wonach es seltsam anmute, dass der
Ehemann beim Besuch seiner Ehefrau eine Wohnung anmiete, obschon
er selber im Besitz einer 5.5-Zimmer-Wohnung sei. Das Argument des
Beschwerdeführers, wonach er die 5.5-Zimmer-Wohnung gemeinsam mit
seiner Schwester bewohne, und er die zusätzliche Wohnung nur deshalb
angemietet habe, um mit seiner Ehefrau ein paar intime Stunden
verbringen zu können, vermochte die Vorinstanzen nicht zu überzeugen.
Sie vermochten deshalb hinsichtlich des rechtskräftig festgestellten
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Vorliegens einer Scheinehe keine wesentlichen Änderungen des
Sachverhalts zu erkennen.
b/aa) Die erste zu klärende Frage im vorliegenden Fall ist diejenige der
Rechtskraft. Die formelle Rechtskraft hinsichtlich des Vorliegens einer
Scheinehe ist mit dem ungenutzten Ablauf der Rechtsmittelfrist im
Entscheid dieses Gerichts U 07 38 vom 23. August 2007 eingetreten. Ob
es im öffentlichen Recht eine materielle Rechtskraft gibt, ist umstritten.
Das Bundesgericht ist der Ansicht, es entspreche "der Eigenart des
öffentlichen Rechts und der Natur der öffentlichen Interessen, dass ein
Verwaltungsakt, der dem Gesetz nicht oder nicht mehr entsprich, nicht
unabänderlich ist" (BGE 94 I 336 E.4, zitiert nach
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1095). Gemäss den soeben erwähnten
Autoren werden die Verfügungen somit in der Regel nicht materiell
rechtskräftig. Dies im Gegensatz zum Zivilrecht, wo der Eintritt der
formellen Rechtskraft immer auch zu materieller Rechtskraft führt, womit
die Parteien gebunden werden und kein Gericht in der gleichen Sache
nochmals entscheiden darf, es sei denn, es stehe ein ausserordentliches
Rechtsmittel zur Verfügung (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1095).
Ein anderer Teil der Lehre vertritt hingegen die Meinung, Entscheide der
Beschwerdebehörden könnten in materielle Rechtskraft erwachsen, nicht
aber erstinstanzliche Verwaltungsverfügungen. Dies, weil das
Verwaltungsverfahren nicht dieselbe Entscheidqualität gewährleiste wie
die anspruchsvolleren Verfahren der gerichtlichen Beschwerdeinstanzen
(TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl.,
Bern 2014, S. 299 Rz. 9). Ebenso ist ein weiterer Autor der Auffassung,
Beschwerdeentscheide und Urteile würden rechtskräftig und dürften nur
bei eng umschriebenen Gründen wieder aufgenommen werden.
Verfügungen misst er auch materielle Rechtskraft zu, obwohl sie von den
Verwaltungsbehörden beim Vorliegen weiter gefasster Gründe geändert
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werden könnten (KNAPP, Grundlagen des Verwaltungsrechts, Band I, 4.
Aufl., Basel 1992, Rz. 1122-1124). Schliesslich könne eine Verfügung
gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich in dem
Umfang, in dem über ihren Gegenstand bereits ein Beschwerdeentscheid
in der Sache erging, nicht mehr in Wiedererwägung gezogen werden. Da
Beschwerdeentscheide im Unterschied zu Verfügungen in materielle
Rechtskraft erwüchsen, könnten sie unter Vorbehalt der Revision nicht
mehr geändert werden (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-
6381/2009 vom 16. März 2010 E.3.2 f.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
Zürich 2013, Rz. 734).
b/bb) In ausländerrechtlichen Konstellationen wie die vorliegende, in denen ein
Gesuchsteller aufgrund veränderter Sachlage die Voraussetzungen einer
Aufenthaltsbewilligung nun im Gegensatz zum letzten Entscheid in
derselben Sache erfüllen könnte, muss trotz Vorliegen eines
Beschwerdeentscheids die Möglichkeit zur Beantragung einer
Neubefassung offen stehen. Dies in Anlehnung an die bundesgerichtliche
Praxis im Rahmen von Art. 29 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101), wonach eine
Verwaltungsbehörde von Verfassungs wegen verpflichtet ist, auf ein
neues Gesuch einzutreten, namentlich wenn sich die Umstände seit dem
ersten Entscheid wesentlich geändert haben. Im Gegensatz zur
Auffassung des Beschwerdeführers kommt dabei jedoch nur das Institut
der Wiedererwägung bzw. allenfalls der Revision in Frage; ein Recht auf
Entgegennahme des erneuten Gesuchs als neues, eigenständiges
Gesuchs kann dagegen selbst nicht aus der von ihm erwähnten
Rechtsprechung abgeleitet werden, wonach eine ursprüngliche
Scheinehe nachträglich zu einer echten Ehe werden könne, aus der ein
Ausländer ein Aufenthaltsrecht ableiten dürfe (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_152/2009 E.3.2). Überdies ist selbst eine
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Wiedererwägung von Verwaltungsentscheiden, die in Rechtskraft
erwachsen sind, nicht beliebig zulässig. Sie darf namentlich nicht bloss
dazu dienen, rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder infrage
zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu
umgehen (vgl. BGE 136 II 177 E.2.1). Ob das Wiedererwägungsgesuch
materiell zu behandeln ist, hängt davon ab, ob sich der Sachverhalt in
einer Art geändert hat, dass ein anderes Ergebnis ernstlich in Betracht
fällt (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 2C_274/2009 vom 28. Oktober
2009 E.2.2 und 2A.476/2005 vom 9. Mai 2006 E.2, je mit Hinweisen).
c) Gemäss Art. 24 VRG kann eine Partei die Verwaltungsbehörde um
Wiedererwägung einer Verfügung ersuchen (Abs. 1). Die
Verwaltungsbehörde ist zur Wiedererwägung ihres Entscheids nur
verpflichtet, wenn Gründe für einen Widerruf glaubhaft gemacht werden
(Abs. 2). Nach Art. 25 Abs. 1 VRG (lit. a) kann die Verwaltungsbehörde
einen rechtskräftigen Entscheid von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
ändern oder aufheben, wenn sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber
der ursprünglichen Entscheidungsgrundlage geändert hat und (lit. b) nicht
überwiegende öffentliche oder private Interessen dem Widerruf
entgegenstehen. Laut Art. 25 Abs. 3 VRG bleiben spezialgesetzliche
Widerrufsregelungen und die Revision (Art. 67 VRG) vorbehalten.
d) Das Gericht hat im Rahmen des erneut gestellten (Wiedererwägungs-)
Gesuchs nur zu prüfen, inwieweit sich die Sachlage seit dem Urteil U 12 3
dieses Gerichts vom 21. Februar 2012 – welches die Verfügung vom
DJSG vom 21. November 2011 und mithin die Nichteintretensverfügung
des ehemaligen Amts für Polizeiwesen und Zivilrecht vom 14. Juli 2011
betreffend das Wiedererwägungsgesuch vom 21. März bzw. 27. Mai 2011
bestätigte – verändert hat. In einem solchen Verfahren kann es somit
nicht darum gehen, Gründe darzutun, welche zeigen, dass der
ursprüngliche Entscheid falsch war, sondern es sind Gründe darzutun,
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welche zeigen, dass sich die Sach- und Rechtslage in der Zwischenzeit
verändert hat und dass heute aufgrund der veränderten Verhältnisse die
Voraussetzungen für eine Jahresaufenthaltsbewilligung erfüllt sind (vgl.
BGE 136 II 181 E. 2.2.1; Urteile des Bundesgerichts 2C_274/2009 vom
28. Oktober 2009 E.2.2 sowie 2A.476/2005 vom 9. Mai 2006 E.2, je mit
Hinweisen).
e) Die Vorinstanz führt zutreffend aus, die einzig "neue" Tatsache seit dem
abschlägigen Urteil des Verwaltungsgerichts vom 21. Februar 2012 sei,
dass die Eheleute ihre Beziehung nicht abgebrochen hätten. Dass die
Beschwerdeführer weiterhin telefonischen Kontakt hielten und sich die
Beschwerdeführerin zwischen Oktober und Januar 2013 in der Schweiz
aufhielt, begründet aber noch keine Veränderung der Sachlage und
genügt somit nicht, um die Sache gesamthaft neu zu prüfen. Selbst wenn
die Ehe nun seit der Heirat im Jahr 2005 elf Jahre andauert, lässt sich
eine erhebliche Weiterentwicklung nach vier Jahren seit der mit
rechtskräftigem Urteil dieses Gerichts im Jahr 2012 abgeurteilte Sachlage
nicht erblicken. Daran ändert auch der Aufenthalt der Ehefrau im
Schengenraum zwischen Oktober und Januar 2013 nichts. Es ist vielmehr
merkwürdig, dass der Ehemann während des offenbar nur im Dezember
2013 erfolgten Besuchs der Ehegattin für sie eigens in O.3._ eine 2-
Zimmer-wohnung anmietete. Naheliegender wäre es gewesen, dass die
Ehegatten das eheliche Zusammenleben in der eigenen 5.5-
Zimmerwohnung aufgenommen hätten. Das Argument des
Beschwerdeführers, er hätte die Zweitwohnung gemietet, um mit seiner
Ehefrau eine ungestörte Atmosphäre ausserhalb des mit der Schwester
bewohnten Hauses zu geniessen, vermag nicht gänzlich zu überzeugen.
Auch unbeachtet der Mitteilung der Tochter des Vermieters, wonach die
Beschwerdeführer nie zusammen in der 2-Zimmerwohnung gewesen
seien, wäre ohnehin von einem Zusammenleben während lediglich
ungefähr zwei Wochen auszugehen (vom 16. bis zum 28. Dezember
2013 und, nach der Hospitalisierung der Beschwerdeführerin, vom 3. bis
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zum 6. Januar 2014). Denn für die restliche Aufenthaltszeit der
Beschwerdeführerin im Schengenraum, d.h. unter Abzug der von den
Beschwerdeführern angegebenen Aufenthaltstage der
Beschwerdeführerin bei ihren Verwandten (vom 19. bis zum 27. Oktober
2013 bei der Tochter in Deutschland und vom 6. Januar bis zum 13.
Januar 2014 bei der Nichte in der Schweiz), damit für die rund anderthalb
Monate vom 27. Oktober bis zum 16. Dezember 2013 ist ein tatsächlicher
Versuch zur Führung einer Lebensgemeinschaft nicht genügend erhärtet
bzw. gelingt dessen Glaubhaftmachung nicht. Dieses Gericht gelangt
deshalb unter Anwendung seiner auf Überschreitung und Missbrauch des
Ermessens eingeschränkten Kognition letztlich zum Schluss, dass der
Nichteintretensentscheid des AFM auf das Wiedererwägungsgesuch
infolge Nichtglaubhaftmachung veränderter Umstände vertretbar ist. Von
einer rechtsfehlerhaften Ausübung des Ermessens durch die
Vorinstanzen kann jedenfalls nicht gesprochen werden (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts U 13 13 vom 25. Februar 2014 E.4e m.H.).
5. Die strittige Departementsverfügung vom 24. Februar 2016 – wie auch die
ihr zugrunde liegende Verfügung des AFM vom 8. April 2015
(Nichteintreten auf Wiedererwägung) – erweist sich damit als
rechtmässig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten von
Fr. 1'000.-- zu Lasten der Beschwerdeführer. Infolge der mit Verfügung
des Instruktionsrichters vom 11. Mai 2016 dem Beschwerdeführer
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege werden die Hälfte der
Gerichtskosten – unter Vorbehalt der Erstattung – von der Gerichtskasse
übernommen. Die andere Hälfte geht hingegen zu Lasten der
Beschwerdeführerin, zumal sie nicht um unentgeltliche Rechtspflege
ersuchte. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht dem
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Beschwerdegegner nicht zu, da er lediglich in seinem amtlichen
Wirkungskreis obsiegte (vgl. Art. 78 Abs. 2 VRG).
b) Sodann ist noch über die Entschädigung des unentgeltlich bestellten
Rechtsvertreters zu befinden. Soweit die vom Anwalt des
Beschwerdeführers eingereichte Honorarnote auch erstinstanzliche
Anwaltskosten aufweist, kann dieser nicht entsprochen werden. Zu
beachten sind lediglich diejenigen Posten, welche nach dem Datum der
angefochtenen Verfügung (24. Februar 2016) entstanden sind. Die
Bemessung der Entschädigung richtet sich nach der
Anwaltsgesetzgebung (Art. 76 Abs. 3 VRG). Gemäss Art. 5 Abs. 1 der
Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen
und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) gilt für den
berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung ein Stundenansatz
von Fr. 200.--. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
eingereichte Honorarnote vom 24. Februar 2015 entspricht je nach
Verfasser der Leistungen (Anwalt oder Substitutin) entweder diesem
Stundenansatz oder einem niedrigeren von Fr. 150.--/h. Unter Beachtung
aller ab dem 24. Februar 2016 aufgelisteten Positionen ergibt sich ein
Total von Fr. 2'212.60 (Honorar Fr. 2'014.-- zzgl. Auslagen Fr. 34.70 = Fr.
2'048.70 zzgl. 8 % MWST). Da nur für den Beschwerdeführer um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ersucht wurde, wird der
Rechtsvertreter mit Fr. 1'106.30 entschädigt.