# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfca3af6-db1c-43c1-b30c-d27b17651e12
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, meldete sich am 16. November 2001 unter Hin
weis auf Depressionen, Angstzustände, Kopfschmerzen und
einem
Rückenleiden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 19. Februar 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab Januar 2002 zu (Urk. 9/14/1).
Am
4.
August 2003, am
8.
August 2006 und am 16. Juni 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
9/23, Urk. 9/28, Urk. 9/51).
1.2
Nach Eingang eines am 10.
Juli
2015 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 9/
54)
holte die IV-Stelle unter anderem beim
Y._
ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 9. Februar 2017 erstattet wurde (Urk. 9/83).
Nach
am
6.
Juni 2017
er
gangenem Vorbescheid (Urk. 85) machte die Versicherte unter anderem geltend, es seien keine Eingliederungsmassna
hmen durchgeführt worden (Urk. 9
/98 S. 2). Am 30. Januar 2018 teilte die IV-Stelle mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 111).
Mit Verfügung vom 16. April 2018 setzte die IV-Stelle die Rente auf eine halbe Rente ab 1. Juni 2018 herab (Urk. 2 = Urk. 9/119-120).
2.
Die Versicherte erhob am 17. Mai 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 16. April 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
über den 31. Mai 2018 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2018 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 28. Juni 2018 wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über
die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachver
halt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.6
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesund
heits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren
einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben
, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E.
2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E.
4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
be
lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Rentenentscheid wie folgt (Urk. 2): Sie habe ausführliche medizinische Abklärungen vorgenommen, wobei die Beschwerdeführerin unter anderem bei der Gutachterstelle
Y._
rheu
matologisch und psychiatrisch untersucht worden sei. Diese Untersuchungen hätten
ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erfreu
licherweise verbessert habe. Es seien nur noch Einschränkungen von 50
%
aus
ge
wiesen. Die Verbesserung des Gesundheitszustandes ergebe sich vorwiegend au
s rheumatologischer Sicht. Die entsprechenden Beschwerden seien im Jahr 2010 umfassend abgeklärt und auch vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) beurteilt worden, womit von einer materiellen Revision zu diesem Zeitpunkt gesprochen werden könne
(S. 2)
.
Die geforderten Eingliederungsmassnahmen seien der Beschwerdeführerin ange
bo
ten worden. Sie habe sich jedoch nicht in der Lage gesehen, diese zu starten, und habe ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis eingereicht. Daher seien keine Einglie
derungsmassnahmen gestartet worden
(S. 2 unten)
.
Eine Verbesserung aus psy
chiatrischer Sicht könne erst ab Zeitpunkt des Gutachtens dokumentiert werden (S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1), die medizinische Aktenlage 2010 könne nicht Vergleichsbasis bilden für die Ren
tenrevision. Für eine saubere Abklärung des medizinischen Sachverhalts wäre damals der
Beizug
eines psychiatrischen Gutachtens unabdingbar gewesen. Als Vergleichsbasis diene daher die medizinische Aktenlage anlässlich der ursprün
glichen
Rentenzusprache
im Jahre 2002 (S. 6
Ziff.
1c
). Die
Y._
-Gutachter hätten sich weiter nicht rechtsgenügend darüber ausgesprochen, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden habe. Sie hätten nicht aufgezeigt, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung zur neuen Einschätzung des Schweregrads der Störungen geführt hätten
(S. 5 ff.
Ziff.
2)
. Angesichts der von den Gutachtern gestellten Diagnosen habe sich im Vergleich zum Zeitpunkt der Berentung keine Verbesserung des Gesundheits
zustandes zugetragen, eher sei das Gegenteil der Fall. Der Schluss der Gutachter auf eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
stelle eine unterschiedliche Beurteilung eines im wesentlich gleich gebliebenen Sachverhaltes dar (S. 10
Ziff.
3c
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist zunächst,
ob
die Verhältnisse im
Zeitpunkt der An
spruchsbestätigung im Juni 2010 (Urk. 9/51) die
Vergleichsbasis bilde
n
für die anschliessend zu beantwortende Frage, ob sich seither die Verhältnisse in an
spruchsrelevanter Weise verändert haben. Weiter ist zu prüfen, wie es sich mit
den
Eingliederungsmassnahmen verhält.
3.
3.1
Am 16. Juni
2010 teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit (Urk. 9/51), dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung fest
gestellt worden sei, die sich auf die Rente auswirke. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad 100
%
). Dabei stützte
sie sich auf die nachfolgend zusammengefassten Arztberichte und Einschät
zung
e
n.
3.2
Im Bericht vom 5. Oktober 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/33
/1-2
)
hielt Dr. med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt der Beschwerdeführerin, fest, es habe sich in der Zwischenzeit eigentlich nichts verändert, nach wie vor habe die Beschwerdeführerin starke therapie
resi
stente rheumatologische Beschwerden. Die Depression habe eher zugenommen und auch die
Neprolithiasis
und Harnwegsinfekte seien häufiger
(
lit
. D.3)
. Be
treffend therapeutische Massnahmen / Prognose ergebe es keinen Sinn, irgend
welche Belastbarkeit eruieren zu wollen (
lit
. D.7
).
3.3
Im Bericht vom 13. Januar 2010 (Urk. 9
/43/3-4) stellte Dr. med. A._
, Facharzt für Hals- und Gesichtschirurgie, folgende Diagnosen:
-
h
yperreaktive
Rhinopathie
mit Pharyngitis
granularis
bei Nikotinabusus
-
Depression
-
p
sychosoziale Belastung
Mit Bericht vom 25. Februar 2010 hielt
Dr.
A._
fest, dass die Behandlung bei persistierender Pharyngitis
granularis
abgeschlossen sei. Er habe der Beschwerde
führerin nahegelegt, mit dem Rauchen aufzuhören. Sicherlich spiele auch die psy
chosoziale Belastungssituation eine Rolle (Urk. 9/43/5).
3.
4
Im Bericht vom 1
9.
April 2010 zuhanden des Hausarztes (Urk. 9/45/10-11)
stellten
die Ärzte der Abteilung Rheumatologie am
B._
folgende Diagnosen (S. 1):
-
c
hronisches
Zervik
obrachialsyndrom
rechts bei
-
kleiner linksparamedianer/
recessaler
Diskus
h
ernie zwischen dem 4. und
dem 5. Halswirbel (C4/5) ohne erkennbare Neurokompression gemäss Magnetresonanztomographie (MRI) der Halswirbelsäule (HWS) vom 25. August 2008
-
Status nach Diskektomie und Entfernung dorsaler
Osteophyten
sowie Stabilisierung mit PEEK-Cage C5/6 am 23. Oktober 2003 bei Diskus
hernie C5/6 und Retrospondylose C5/6
-
Verschlechterung seit Verkehrsunfall im Jahre 2005
-
leichte Depression, teilweise reaktiv schmerzbedingt, psychosoziale Belas
tungssituation
-
rezidivierende
Urolithiasis
-
Verdacht auf
Penicillinallergie
-
intermittierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom am 5. Lendenwirbel (L5) links
-
leichte medial betonte Gonarthrose links bei Röntgen am 27. März 2009
Die Behandlungsmöglichkeiten der Klinik seien ausgeschöpft. Grundsätzlich sei bei der Beschwerdeführerin mit einer Depression und zusätzlich psychosozial massiv belastenden Faktoren eine Behandlung in der Schmerzgruppe der
C._
indiziert (S. 2).
Im Bericht vom 2
3.
April 2010 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/45/6-7)
machten die Ärzte des
B._
vergleichbare Angaben
, wobei sie
die
Diagnosen
als
solche
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten.
Ihrerseits sei nie eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, da
d
ie Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
voll IV-berentet
sei
. Aus rein
rheumatologischer Sicht sei diese
für leichte wechselbelastende Tätigkeiten mit Heben von maximal 5-10 kg z
u 100
%
arbeitsfähig (S. 2).
3.5
Im Verlaufsbericht vom 23. April
2010 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/44
) nannte Dr. med.
D._
, Klinik für Urologie,
B._
,
als Befunde mehrere Verkalkungen in den Nieren von zirka 1 mm, eine kleinste Verkalkung in einer unteren Kelchgruppe links mit Diffe
rentialdiagnose kleines Konkrement sowie eine grössenprogrediente, teils zystische Raumforderung der Adnexe rechts (Ziff. 3). Bezüglich der
Nephro
- oder
Urolithiasis
liege zurzeit kein Behandlungsbedarf vor. Betreffend die Zyste Adnexe erfolge eine gynäkologische Nachkontrolle im Mai 2010 (Ziff. 4).
3.6
Im Bericht vom 30. April 2010 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/46) hielt Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, fest, der Gesundheitszustand sei seines Erachtens stationär. Er stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
atypische
Thoraxschmerzen
mit Differentialdiagnose funktionell bei de
pres
sivem Zustandsbild,
Thoraxwandschmerz
-
anamnestische Diskushernie C5/C6
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
(S. 1):
-
anamnestisch minime
Mitralinsuffizienz
-
k
ardiovaskuläres Risiko: Adipositas und Nikotinabusus
-
anamnestisch rezidivierende Harnweginfekte
-
Status nach viermaliger Nierensteinzertrümmerung
Die Prognose sei abhängig vom depressiven Zustandsbild. Falls nicht bereits durchgeführt, sei eine psychiatrische Abklärung zu erwägen (S. 2).
3.7
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 30. Mai 2010 (Urk. 9/49)
fü
hrte
Dr. med. F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
aus, sie behandle
die
Beschwerdeführer
in
seit August 2001 (
Ziff.
1.2), und nannte
als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere bis mittel
gradige Episode
(ICD-10
F33.2 respektive F33.1
;
Ziff.
1.1).
Seit dem letzten Be
richt von 2006 habe die Krankheit einen wellenförmigen Verlauf genommen, wobei das letzte halbe Jahr erneut eine massive Verschlechterung eingetreten sei, welche auf die katastrophalen familiären Verhältnisse respektive die äusserst ungünstige Entwicklung dreier von vier Söhne zurückzuführen sei. Die beiden jüngeren Söhne verzeichneten häufige Zwischenfälle mit der Polizei, der zweit
jüngste habe sich wiederholt in betrunkenem Zustand geschnitten und finde keine Lehrstelle. Der jüngste sei seit einigen Wochen in einer sozialpädagogischen Familie untergebracht, da er sozial unangepasst sei. Der zweitälteste Sohn sei erneut in Haft.
Die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und allseitig orientiert, habe
eine verzweifelte Stimmung
und sei agitiert
, mit
Gedankenkreisen um die Söhn
e. Die Prognose sei schlecht und
vorwiegend abhängig von der familiären Problematik, die sich ständig verschlimmere
(
Ziff.
1.4)
.
Die gegenwärtige Behandlung erfolge durch Psychotherapie und Psychophar
maka, Konsultationen erfolgten alle
ein bis drei
Monate
,
je nach Bedarf
(
Ziff.
1.5)
.
Es bestehe eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit dem Jahr
e
2001
(
Ziff.
1.6)
aufgrund von massiver, chronischer körperlicher und seeli
scher Anspannung mit daraus erfolgender chronischer Erschöpfung und kogni
tiven Einschränkungen hinsichtlich Denken, Konzentration und Gedächtnis. Eine
allfällige Arbeit würde daher fehlerhaft ausfallen und es bestünde die Notwen
dig
keit sehr häufiger Pausen. Es sei kein Durchhaltevermögen vorhanden (
Ziff.
1.7
).
3.8
Am 14. Juni 2010 führte m
ed.
pract
. G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, RAD, in ihrer Stellungnahme aus, in Zusammenschau der gesamten bisherigen Aktenlage ergäben sich keine Hinweise auf eine gesamthafte Verbes
serung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit. Somit könne von einem
unveränderten Gesundheitszustand und einer unveränderten Arbeitsunfähigkeit
im Vergleich zum 8. August
2006 ausgegangen werden. Im Feststellungsblatt wurde
sodann pro forma ein Einkomm
ensvergleich aufgeführt, wobei
keine Zahlen eingefüllt wurden (Urk. 9/50, S. 4).
3.9
Bevor die Beschwerdegegnerin ihre rentenbestätigende Mitteilung vom 16. Juni 2010 versandte, hatte sie also ausführliche Berichte bei der Abteilung Rheu
matologie am
B._
und bei der behandelnden Psychiaterin Dr.
F._
ein
geholt. Beide gaben auch eindeutige Antworten auf die gestellte Frage nach dem aktuellen Gesundheitszustand und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E.
3.
4
und E. 3.7)
. Auch Dr.
Z._
hatte sich deutlich geäussert betreffend Belastbarkeit der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin holte zusätzlich Verlaufsberichte bei diversen weiteren (Spezial-)Ärzten ein
(vorstehend E 3.2-6)
.
Die Argumentation
der Beschwerdeführerin, all diese Berichte hätten für eine Erhöhung der Rente nicht genügt, wenn sie damals lediglich eine halbe oder Drei
viertelrente bezogen hätte (Urk. 1 S. 5 f.), ist rein hypothetisch und
vermag
daher
nicht
zu überzeugen
.
Ein Einkommensvergleich war
sodann mangels Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen entbehrlich (
vorstehend E. 1.4).
Die Einschät
zung des RAD
,
wonach der Gesundheitszustand
und die Arbeitsfähigkeit gleich
geblieben seien,
sowie die darauf basierende Mitteilung an die Beschwerdefüh
rerin
(Urk. 9/51)
,
war
en
genügend breit abgestützt, dass von einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung
(vgl. vorstehend E. 1.4)
gesprochen werden kann.
3.10
Es ist somit danach zu fragen, ob sich seit dem Juni 2010 die Verhältnisse in anspruchsrelevanter Weise verändert haben.
4.
4.1
Im
am 2
8.
Juli 2015 eingegangenen
Verlaufsbericht zuhanden der Beschwerde
gegnerin (Urk. 9/56/61-4
)
sowie dem entsprechenden Bericht zuhanden
des Haus
arztes
vom 20. Mai 2015 (Urk. 9/56/6-8)
nannten
die Ärzte der Abteilung Rheu
matologie und
muskuloskelettale
Rehabilitation des
B._
als Diagnosen
unter anderem eine
Tendovaginiti
s de
Quervain
, ein chronisches
Zervik
obrachial
syn
drom
links und eine extern diagnostizierte
milde Depression, welche teilweise reaktiv schmerzbedingt sei, mit Hinweis auf eine psychosoziale Belastungs
situa
tion
(S. 1)
. Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin für leichte wechselbelastende Tätigkeiten mit maximalem Heben von 5-10 kg zu 100
%
arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit müsse jedoch insgesamt aus psychia
tri
scher Sicht
beurteilt werden, zumal die Beschwerdeführerin aus psychiatrischen Gründen be
rentet worden sei (
S. 2 unten
).
4.2
Im Verlaufsbericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 28. Januar 2016 (Urk. 9/62) stellte Dr.
Z._
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
(
Ziff.
2)
:
-
chronische mittelschwere bis schwere Depression
-
Polyarthrosen (Knie, beide Daumengrundgelenke)
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
chronisches
z
ervikovertebrales
Syndrom beidseitig
-
Status nach Diskektomie C5/6 im Jahr 2011
-
chronische rezidivierende
Urolithiasis
und Harnweginfekte
In den letzten Monaten hätten die Beschwerden eher zugenommen. Die Patientin sei ständig in Behandlung in der Rheumatologie- und Urologie
-Klinik
des
B._
, bei der Psychiaterin und beim Rheumatologen (
Ziff.
3
). Die Beschwerden seien grösstenteils therapieresistent. Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe seit Jahren nicht mehr (S. 2).
4.3
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2. August 2016 (Urk. 9/69/1-7
) stellte Dr. med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
die
folgen
de
n, hier verkürzt angeführten
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (
Ziffer
1.1
):
-
generalisierte
Angststörung (
F41.1)
-
rezidivierende
depressive Störung (
F33.3)
-
gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Sympto
men
-
chronische Suizidgedanken
-
posttrau
matische Belastungsstörung (
F43.1 nach Tod der Tochter an Leber- und Nierenkrebs im Jahre 1991
)
-
Xanax
-Abhängigkeit (
F13.2)
-
Tramactil
-Abhängigkeit (
F11.2)
-
generalisierte Schmerzstörung
-
chronisches
zervik
obrachiales
Schmerzsyndrom rechts
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Gonarthrose links, Erstdiagnose (ED) 2009
Die Behandlung habe vom 16. Januar 2012 bis 18. Juni 2013 stattgefunden sowie seit 11. Mai 2016
(
Ziff.
1.2)
. Nach dem Tod der Tochter im Jahr 1991 habe die Beschwerdeführerin an einen erweiterten Suizid gedacht. Seit Jahren sei keine psychische Verbesserung eingetreten. Die Beschwerdeführerin habe chronische Suizid
gedanken (Sprung aus der Höhe), bislang habe es aber keinen Suizid
ver
such gegeben. Die erneute Anmeldung in ihrer Praxis sei erfolgt wegen Ver
zweiflung und Hoffnungslosigkeit aufgrund der persistierenden psychischen Be
schwerden und medikamentöser Wirkungslosigkeit. Die Beschwerdeführerin habe Angstträume und Panikattacken tagsüber und nachts. Sie habe die permanente Befürchtung, dass etwas Schlimmes passieren könnte in verschiedenen Themen
bereichen. Es lägen ein Globusgefühl, ein retrosternales Druckgefühl und Schre
ck
haftigkeit vor. Sie wache morgens mit schmerzhaft verkrampften Händen auf. Es bestehe eine Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörung. Formale Denkstörungen zeigten sich darin, dass die Beschwerdeführerin gehemmt, ver
langsamt, umständlich, eingeengt und persev
er
ierend sei. Es zeigten sich Grübeln,
Vorbeireden, Misstrauen und Phobien. Festzustellen seien Beeinträchti
gungs
wahn
, Verfolgungswahn, Stimmenhören, optische und gustatorische Halluzinationen so
wie Körperhalluzinationen. Es liege eine Ich-Störung in Form von Depersonali
sation vor, sowie eine Störung der Affektivität: Die Beschwerdeführerin sei ratlos, stark deprimiert, hoff
n
ungslos, weinerlich, stark bedrückt, ängstlich, gereizt,
klag
sam
,
jammerig
, ambivalent, affektlabil, habe eine Störung der Vitalgefühle, starke innere Unruhe, hohe innere Anspannung bis zu Zitteranfällen, starke In
suf
fizienz- und Schuldgefühle sowie
Parathymie
. Sie sei antriebsarm und moto
risch unruhig. Die Stimmung sei morgens schlechter, abends besser. Es seien ein starker sozialer Rückzug und ein
Libidoverlust
erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe chronische Suizidgedanken (
Ziff.
1.4
).
Die aktuellen zahlreichen Symptome hätten in der Beobachtung bestätigt werden können. Trotz chronischer Suizidgedanken bestehe kein Anhaltspunkt auf akute Fremd- oder Selbstgefährdung. Der Test mittels
der
Hospital
Anxiety
and
Depres
sion
Scale
(HADS-D) vom 6. Juni 2016 habe einen Angstwert von 20 im Sinne sehr schwerer Angstsymptome ergeben. Der Depressivitätswert sei bei 18 ge
legen im Sinne sehr schwerer depressiver Symptome. Das Beck-Depressions-Inventar (BDI) vom 7. Mai 2012 habe 46 Punkte im Sinne schwerer depressiver Symptome ergeben (
Ziff.
1.4 am Ende
).
Die bisherige körperlich belastende Tätigkeit als Raumpflegerin sei aufgrund der körperlich multiplen Schmerzen mit geringer Belastungsfähigkeit
nicht möglich
. Die geistigen und psychischen Beschwerden seien in ihrer Summe an jeglichem Arbeitsplatz hinderlich. In der Belastbarkeit, Einsatzfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Flexibilität sei die Beschwerdeführerin stark eingeschränkt. Eine behin
de
rungsangepasste Tätigkeit sei nicht möglich (
Ziff.
1.7
).
4.4
Dr. I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Federführung)
,
sowie Dr. med. J._
, Facharzt für Rheumatologie
,
erstatteten ihr
Y._
-Gutachten
vom 9. Februar 2017 (Urk. 9/83) nach Studium der Akten, eigenen persönlichen Befragungen und klinischen Untersuchungen so
wie Beurteilungen in den Fachgebieten Psychiatrie und Rheumatologie. Sie stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, in einem rezi
divierenden Verlauf (F33.11).
-
Benzodiazepinabhängigkeitssyndrom
(F13.2), iatrogen
-
generalisiertes
myofasziales
Schmerzsyndrom (Differentialdiagnose
Fibro
myalgiesyndrom
)
-
chronifiziertes
z
ervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei Status na
ch Diskektomie und Entfernung dorsaler
Osteophyten
sowie Stabi
li
sie
rung mit Cage-Implantation C5/6 am 23. Oktober 2003 infolge einer Diskus
hernie und Retrospondylose C5/6 und Status nach ventraler Fusion C4/5 mit Cage-Implantation am 13. September 2011 und leichtgradiger seg
men
taler Instabilität auf dem Anschlusssegment C6/7
-
chronif
iziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
Osteo
chondrose
zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein (L5/S1)
mit Diskushernie median bis
rezessal
L5/S1 ohne Zeichen einer neuralen Kompression,
rezessal
links gelegener Diskushernie L3/4 ohne klinische Zei
chen einer
radikulären
Kompression und
Spondylarth
rosen
auf den Seg
menten L3 - L5
Als
Diagnosen
ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
eine muskuläre
Haltungsinsuffizienz und ein iatrogenes
Opioi
dabhängigkeitssyndrom
F11.2 (S.
1
1 unten).
Bei der Beschwerdeführerin lägen Erkrankungen von sozial-medizinischer Rele
vanz sowohl auf dem psychiatrischen als auch auf dem rheumatologischen Gebiet vor. Die aktuell beklagten Beschwerden in Form von reduzierter Belastbarkeit und Ausdauer mit Erschöpfung und Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Energiemangel sowie reduziertem Selbstvertrauen und einer chronischen Ängst
lichkeit und Besorgtheit liesse
n
sich im psychischen Befund obje
ktivieren. Hier imponierten
ein
erhöhter Leidensdruck,
eine
Antriebsminderung
und
eine
einge
schränkte
affektive Modulationsfähigkeit und
depressive Stimmungslage mit Be
einträchtigung der Grundbedürfnisse. Die Beschwerdeführerin zeige eine psycho
motorische Verlangsamung, auch Störungen bezüglich Konzentration und Auf
merk
samkeit könnten objektiviert werden. Es liege eine manifeste depressive Symptomatik mit Krankheitswert nach Kriterien des ICD-10 im Sinne einer mittel
gradigen depressiven Störung mit somatischem Syndrom im rezidivie
ren
den Verlauf vor
(S. 12 oben)
.
Die Diagnose einer Somatisierungsstörung nach Krite
rien von ICD-10 lasse sich aus psychiatrischer Sicht nicht ableiten (S. 13 oben).
Im Vergleich zum Zustand 2010 zeige sich eine Verbesserung der affektiven Störung (Depression) in Bezug auf den aktuellen Schweregrad der Erkrankung (mittelgradig). Die
Beschwerdeführerin
habe seit 2010 keine stationäre psychia
trische Behandlung mehr benötigt und von 2013 bis zum 11. Mai 2016 habe auch keine ambulante psychiatrische/psychotherapeu
tische Behandlung stattgefunden.
Im Rahmen der aktuellen Untersuchung sei auch ein
Benzodiazepinab
hängig
kei
ts
syndrom
(iatrogen) diagnostiziert worden, das als assoziierte Komorbidität zur depressiven Erkrankung zu verstehen sei. Erschwert bleibe die Trennung der im Rahmen der depressiven Störung festzustellenden Symptomatik von psychischen Symptomen bei Benzodiazepin-Abhängigkeit, die sich auf die Affektivität und Kog
nition mit psychischer Leistungsminderung auswirke und sich auch in Stim
mungsschwankungen, ängstlicher Spannung und Unruhe, Interessensverlust sowie
Vergesslichkeit und in einem gestörten Vitalitätsgefühl zeigen könne (S. 12 Mitte
).
Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten sie aus, e
s bestehe
von 2010 bis August 2016
eine Dokumentationslücke, die eine retro
spektive Beurteilung des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitraum verun
mögliche. Im Bericht vom 2. August 2016 von Dr.
H._
werde jedoch bei ausführ
licher Darstellung von Funktionsdefiziten bei chronischer Depression und seit Jahren angegebener fehlender psychischer Verbesserung keine Arbeitsfähigkeit oder Arbeitsunfähigkeit dokumentiert (S. 14
M
itte
,
S. 20 f.).
D
ie Beschwerde
füh
rerin selber fühle sich gemäss eigenen Angaben aktuell etwas stabiler und ver
spüre eine gewisse Verbesserung. Sie sei weniger nervös, schlafe besser und die Medikamente würden ihr helfen. Seit Juni 2016 habe sie Unterstützung durch die psychiatrische Spitex (S. 27
Mitte
).
Die
depressive Erkrankung sowie die Abhängigkeitserkrankung
schränkten auf
grund der relevanten Funktionsdefizite und medizinisch begründbarer reduzierter
Leistungsfähigkeit
die Arbeitsfähigkeit in einer Grössenordnung von 50
% so
w
ohl in der angestammten als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit ein. Somit resultiere aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in der Grössen
ordnung von 50
%
(S. 12).
Dazu wurde ausgeführt, aus heutiger Sicht sei eine gewisse Verbesserung festzu
stellen.
Die aktuell festgestellte depressive Störung zeige bei der Untersuchung eine mittelgradige Ausprägung (im Jahre 2010 habe eine
schwergradige
Ausprä
gung vorgelegen), die die Arbeitsfähigkeit einschränke, jedoch keinesfalls zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führe. Der Beginn der Verbesserung könne in der Zwischenzeit aufgrund der fehlenden Dokumentation nicht eingeschätzt werden und die Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei als ab der aktuellen Untersuchung geltend anzunehmen (S. 14 Mitte, S. 20 f.).
Aufgrund einer leichten bis mittelstarken Einschränkung der zumutbaren Belast
barkeit des Achsenskeletts bestehe aus rheumatologischer Sicht für die früher (auch) praktizierte Tätigkeit im Reinigungsdienst eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
. Demgegenüber könne man aus rein rheumatologischer Sicht eine leichte, rückenschonende Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechsel
posi
tio
nen der Beschwerdefü
hrerin in einem Umfang von 8 1⁄2
Stunden pro Tag zuge
mutet werden mit einer
dekonditionierungsbedingten
Leistungsminderung von maximal 15
%
(S. 13 oben).
Zusammenfassend bestehe aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht sowohl in der angestammten als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Aus psychiatrischer Sicht seien Tätigkeiten ungeeig
net, in denen eine schnelle Umstellung und Einstellung auf neue Situationen und Anforderungen an kognitive Flexibilität und Ausdauer im Vordergrund stehen. Äusserst ungeeignet seien Tätigkeiten mit Publikumsverkehr aufgrund von Auf
merksamkeitsschwierigkeiten, ausserdem könnten Arbeiten mit grossen Anforde
rungen an die Verlässlichkeit und Genauigkeit problematisch sein. Die Tätigkeiten der einfachen bis durchschnittlichen geistigen Art mit niedrigem Verantwor
tungs
bereich ohne besonderen Zeitdruck und Nachtarbeitsbedingungen seien auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorstellbar, jedoch keine Akkord- oder Wechsel
schichttätigkeiten (S. 13).
5.
5.1
D
ie Beschwerdegegnerin
erachtete
eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes vor allem in rheumatologischer Hinsicht
als ausgewiesen
(
vorstehend E. 2.1
). Die
s ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, denn
diesbezügliche Beschwerden waren weder Grund für die ursprüngliche
Rentenzusprache
2001 noch für die Bestäti
gung der Ren
te im Jahr 2010 gewesen, wo
diesbezüglich
e
ine
Arbeitsfähigkeit
vo
n 100
%
attestiert worden war (vorstehend
E. 3.4
).
Auch im
Y._
-Gutachte
n wurde
diesbezüglich
nichts über
eine Verbesserung gegenüber 2010
ausgeführt
. Dem Gutachten lässt sich einzig entnehmen, aus rheumatologischer Sicht gelte die Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 50
% seit Ende 2011
(Urk. 9/83 S. 14)
.
5.2
Die
Y._
-Gutachter begründen die Verbesserung des
psychischen
Gesundheits
zustandes gegenüber dem Jahr 2010 zunächst damit, dass mittlerweile nur noch eine rezidivierende Depression mittleren Grades vorliege, während 2010 noch eine Depression schweren Grades vorgelegen habe (Urk. 9/83 S. 14).
D
er Hausarzt Dr.
Z._
hielt im
Oktober 2009 fest, die Depressi
on habe «eher zugenommen» (vorstehend E.
3.2) und die behandelnde Psychiaterin Dr.
F._
diagnosti
zierte im Mai 2010
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere bis mittelgradige E
pisode
(vorstehend
E.
3
.7).
Im Vergleich dazu liegt in der ge
mäss Gutachten nur noch mittelgradigen Depression in diagnostischer Hinsicht eine
Verbesserung
vor.
5.3
Entscheidend
fällt sodann ins Gewicht
, dass die Beschwerdeführerin selber an
lässlich der Exploration durch die Gutachter
in
davon berichtete, sie fühle sich aktuell etwas stabiler und verspüre eine gewisse Verbesserung, sei weniger ner
vös, schlafe besser und die Medikamente würden ihr helfen (Urk. 9/83 S. 27). Im Verbund mit dieser Selbsteinschätzung
ist
auch
daraus
, dass die Beschwerde
füh
rerin seit 2010 keine stationäre und von 2013 bis Mai 2016 auch keine am
bulante psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung mehr in Anspruch nahm,
auf
eine
relevante
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwer
defüh
rerin
zu schliessen
. Dass ein
erhöhter
Leidensdruck weiterhin vorhanden ist, hielt das Gutachten
zwar
fest. Tatsächlich dürfte dieser insgesamt aber
-
mit der Be
schwerdegegnerin
- also
doch
als
deutlich
geringer
anzunehmen
sein als im Jahr 2010
, wurde doch die Behandlung erst nach Beginn des Revisionsverfahrens wiederaufgenommen
(
vgl.
Urk.
9/116
S.
3
).
5.4
Nicht gef
olgt
werden kann der Beurteilung durch
Dr.
H._
im
August 2016
, denn diese erweist sich mit der Auflistung
diverse
r
zusätzlicher
Diagnosen
,
teilweise
ohne ersichtliche B
egründung
, als nicht schlüssig
.
Die
Y._
-Gutachterin Dr.
I._
setzte sich mit diesem Bericht auseinander und legte gut nach
voll
ziehbar dar, aus welchen Gründen wede
r eine psychotische Symptomatik
noch eine generalisierte Angststörung
oder
eine posttraumatische Belastungs
stö
rung
(PTBS)
fes
tgestellt werden konnten (Urk. 9
/83 S. 35). Wenn die Beschwerde
führerin rügt, Dr.
I._
habe darzulegen versäumt, welche Symptome nach Kriterien gemäss ICD-10 und
Diagnostic
and
Statistical Manual
of
Mental
Disorders
(DSM-5) für
eine PTBS
gefehlt hätten (Urk. 1 S. 9), verkennt sie, dass Dr.
H._
ihr
erseits die
diesbezügliche Diagnosestellung
kaum
begründet hatte.
5.5
Das
Y._
-Gutachten vermag somit in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion und deren Begründung insgesamt einzuleuchten und erfüllt auch die übrigen beweismässigen
Voraussetzungen (vorstehend E. 1.5
) vollumfänglich. Es ist also im Vergleich zur medizinischen Situation
im
Juni 2010 von einer wesentlichen Verbesserung auszugehen. Entgegen der Beschwerdeführerin liegt also nicht bloss eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhalts (
vorstehend E 2.2
), sondern eine revisionsbegründende Änderung im Sinne von Art.
17 ATSG
vor.
6.
6.1
Ohne Weiteres nachvollziehbar und einleuchtend ist die gutachterliche Beur
teilung
der Arbeitsfähigkeit
aus rheumatologischer Sicht. Zu fokussieren ist daher weiterhin auf die psychischen Beschwerden.
6.2
Dr.
I._
setzte sich eingehend mit den Standardindikatoren (vorstehend
E.
1.6) auseinander (vgl. Urk. 9
/83 S. 32-37). Ihre
Beurteilung umfasste das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so ver
fasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesent
lichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E
. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. Die
psychiatrische Gutachter
in
ist bei de
r Beantwortung der Frage, wie sie
das Leistungsvermögen einschätzte, den einsc
hlägigen Indikatoren gefolgt, sie
hat ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesund
heitlichen Beeinträchtigung sind, und
ihre
versicherungsmedizinische Zumut
bar
keitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsan
wendung zu prüfende Frage, ob
sie
sich an die massgebenden normativen Rah
menbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachwei
sen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist
.
6.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Vergleich zur
letzten Rentenrevision im Juni 2010
eine anspruchsrelevante Verbesserung der A
rbeitsfähigkeit einge
treten ist: Die Beschwerdeführerin ist in der bisherigen
wie auch in einer leidens
adaptierten
Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig.
7.
7.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen aufgrund des Ein
kommensvergleichs vorzunehmen.
7.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Ein
zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungs
wer
ten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Pro
zentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
7.
3
Die Beschwerdeführerin arbeitete von Oktober 1989 bis Mai 1991 bei der
K._
als Betriebsmitarbeiterin in der Bäckerei. Von 1991 bis 1999 ging sie keiner Arbeitstätigkeit nach, bevor sie von Juni 2000 bis Februar 2001 noch einmal bei der
K._
arbeitete (Urk. 9/11, Urk. 9/3
Ziff.
6.4.1
, Urk. 9/7
Ziff.
1
).
Dieser letzte Arbeitseinsatz ist zu kurz und zu
weit zurückliegend
, als dass daraus ein hinreichend genaue
s
V
ergleichs
einkommen
abgeleitet
werden könnte. Es erscheint als zuverlässiger, wenn
-
mit der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/84 S. 7) -
von der verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit
mittels Prozentvergleich auf eine Erwerbseinbusse und somit auf einen Inva
lidi
tätsgrad von 50
%
geschlossen wird.
8.
8.1
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der
diesfalls
grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
glie
derung liegen namentlich dann vor, wen
n die langjährige Absenz vom Ar
beits
markt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versi
cherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist
oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (zur Publikation vor
gesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_494/2018 vom 6. Juni 2019 E. 5.1).
8.2
Die Beschwerdeführerin bezog seit Januar 2002 und damit seit über 15 Jahren eine Rente, und wurde noch vor Erlass der Revisionsverfügung 55 Jahre alt. Damit fällt sie sie unter den vom Bundesgericht besonders geschützten
Bezügerkreis
. Hierauf machte die Beschwerdeführerin
im
Vorbescheid
verfahren
zu Recht auf
merksam (Urk. 9/98 S. 2)
.
Dementsprechend tätigte die Beschwerdegegnerin vor der Herabsetzung
der Rente
Eingliederungsbemühungen, welche erfolglos blieben: So wurde am 12. Dezem
ber
2017 ein Erstgespräch durchgeführt, anlässlich welchem die Beschwerdeführerin angab, sie fühle sich subjektiv ausser Stande, an Eingliederungsmassnahmen teil
zunehmen. Ihr wurde eine dreimonatige Abklärung bei
L._
i
n
M._
ange
boten und sie wurde informiert, dass eine Abklärung ab einer täglichen Prä
senz
zeit von zwei Stunden ohne jeden Druck und Stress stattfinden könnte. Am 15. Januar 2018 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass
sie bereit sei, an einer
Potent
ialabklärung teilzunehmen. Am entsprechenden Erstgespräch vom 24.
Janu
ar 2018 bei
L._
machte die Beschwerdeführerin geltend, dass eine Verschlech
terung eingetreten sei, und legte ein entsprechendes Arzt
zeugnis vor, welches eine
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
für eine Arbeitsintegration auswies (Urk. 9/111/1; Urk. 9/112).
8.3
Das besagte Arztzeugnis befindet sich nicht in den Akten. Eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
von 50
%
wurde jedoch erstellt (
vorstehend E
. 6.3
). Sie
war zudem gemäss E-Mail ihres Sohnes vom 5. Oktober 2017 (Urk. 9/112/S. 4 f.) in der Lage, von Oktober bis November 2017 für rund zwei Monate in die Türkei zu reisen, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Es ist daher nicht nach
vollziehbar, weshalb sie ein tägliches Training von zwei Stunden nicht hätte wahr
nehmen können. Insoweit ist der Abbruch der Eingliederungsmassnahmen nicht zu beanstanden, auch wenn weitere diesbezügliche Bemühungen der Be
schwer
degegnerin zumindest wünschenswert gewesen wären.
8.4
Somit ist die
Herabsetzung
der Rente auch aus diesem Blickwinkel rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
9.
9.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der
unentgeltliche
n Prozessführung sind die Gerichtskosten einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.2
Mit
Honorarnote
vom 14
.
September 2018 (Urk. 13
/
2) machte der Rechtsvertreter
der Beschwerdefü
hrerin einen Aufwand von total 11 Stunden und 1
0 Minu
ten sowie Barauslagen von Fr. 39.8
0 geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3
des
Gesetz
es
über das Sozi
alversicherungsgericht,
GSVGer
)
als
angemessen, wes
halb die E
ntschädigung unter Berücksichtigung des
massgebenden
Stundenan
satzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
wie beantragt
auf insgesamt Fr.
2‘688.70
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen ist.