# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f13ff85-6338-4452-8361-c92e4388daaa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1979 geborene
X._
ist ausgebildete Hauswirtschafte
rin und war bis am 3
0.
September 2011
mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
in einem Altersheim tätig (
Urk.
7/8 S. 1). Am 24. April 201
2
meldete sie sich unter Hinweis auf ein Rückenleiden und eine dadurch resultierende psy
chische Verunsicherung im Beruf bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/2).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die
IV-Stelle Berichte
de
r
behandelnden
Ärzte
(Urk. 7/15
, 7/26
) sowie den Aus
zug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/6) bei.
Mit Mitteilu
n
g vom 2
0.
August 2013 wurde eine Kostengutsprache für eine
einjährige
Umschulung zur
Elektro
nikverdrahterin
geleistet
(
Urk.
7/55).
Im September 2014 brach die Versicherte die Umschulung ab (
Urk.
7/71 S. 9). In der Folge wurde die Kostengutsprache von der IV-Stelle mit Mitteilung vom
3.
Oktober 2014 auf den 3
1.
August 2014 aufgehoben (
Urk.
7/72).
Die IV-Stelle holte den Bericht des behandelnden Arztes (
Urk.
7/84) ein. Am 1
7.
Juni 2015 gab sie die Erstellung eines
bidisziplinären
psychiatrisch-rheumatologischen Gutachtens bei
Prof.
Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen,
in Auftrag (
Urk.
7/94), welches am 10. September 2015 erstattet wurde (
Urk.
7/98 S. 40).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
6.
November 2015 [Urk. 7/104]; Einwand vom 1
7.
Dezember 2015 [Urk. 7/108] und dessen ergänzende Begründung vom 1
5.
Januar 2016 [Urk. 7/110]) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
4.
März 2016 einen Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung (Urk. 2 [= Urk. 7/112]).
2.
Dagegen
führte die Versicherte mit Eingabe vom
8.
April 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
März 2016 aufzuheben
und
ihr
ab Oktober 2012 eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung zuzusprechen
. Der Beschwerdeführerin sei zudem
die unentgeltliche
Pro
zessführung
zu gewähren, alles unter Kostenfolge zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Mai 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2016 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen
Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
derlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Per
son auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechtsanwen
dende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwor
tung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
von der Beschwerdegegnerin sei ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag gegeben worden, welches der Versi
cherten eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert, sowie unspezifische Rückenbeschwerden attestiert habe. Indessen sei die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht erstellt, da die
entsprechenden
Kriterien der ICD-10 nicht erfüllt seien. Es bestünden bei der Versicherten keine wesentlichen Einschränkungen im priva
ten Umfeld und auch das Tagesprofil weise auf kein reduziertes Aktivitätsniveau hin. Daher sei es der Versicherten zumutbar, einer körperlich leichten, wechsel
belastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen uneingeschränkt nachzugehen (
Urk.
2 S. 2).
Zu den im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwänden wurde im angefochte
nen Entscheid erwogen, gemäss dem Gutachten liege zwar eine schwere kombi
nierte Persönlichkeitsstörung vor. Indessen gehe aus dem Befund hervor, dass bei der Versicherten im Untersuchungszeitpunkt keine quantitative oder quali
tative Bewusstseinsstörung vorgelegen habe. Die Versicherte beklage sich auch nicht über kognitive Symptome wie Störungen des Kurz- oder Langzeitgedächt
nisses. Sie habe während des gut zweistündigen Untersuchs die Aufmerksamkeit und Konzentration halten können, weshalb bei ihr keine
Konzentrationsstörun
gen
vorlägen. Auch habe sie weder über
Grübelzwänge
, Gedankendrängen oder innere Unruhe berichtet und bei ihrer Tagesstruktur seien keine Einschränkun
gen ersichtlich. Aus diesen Gründen seien die Kriterien für eine Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt
und die Diagnose sei nicht erstellt. Dementsprechend werde an der Abweisung des Leistungsbegehrens festgehalten (
Urk.
2 S. 2-3).
2.2
Demgegenüber hält die Beschwerdeführerin dafür, dem Gutachten volle Beweis
kraft zuzuerkennen. Die Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass bei der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die Befunde und Diagnosen im Gutachten seien
vom RAD
-Arzt
als nachvollziehbar und plausibel beurteilt worden. Es sei
unverständlich
, weshalb sich die Kundenberaterin der
Beschwerdegegnerin über die Beurteilung von medizinischen Fachgutachtern sowie de
s
RAD-Arztes
hinweggesetzt habe.
Die Ansicht der Kundenberaterin, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit handle es sich um eine rechtliche und keine medizinische Frage, sei unzutreffend. Die Diagnosestellung sowie die gestützt darauf erfolgte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei Sache der Ärzte. Aus diesem Grund sei auf das Gutachten abzustellen und von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
Dementsprechend stehe der Beschwerdeführerin eine ganze Rente der Invalidenversicherung ab Ablauf des Wartejahres, d.h. seit Oktober 2012, zu (
Urk.
1).
3.
3.1
In der interdisziplinären Zusammenfassung des
bidisziplinären
(rheumatolo
gisch-psychiatrischen) Gutachtens vom 1
0.
September 2015 führten die Gut
achter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (
Urk.
7/98 S. 39):
-
schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F 61)
-
rezidivierende depressive Störung, im Verlauf wechselnden Ausmasses,
aktuell remittiert (ICD-10 F 33)
-
unspezifische Rückenschmerzen bei
- Fehlhaltung und Haltungsinsuffizienz
- leicht
skoliotischem
Flachrücken
- kleine Diskushernie L5/S1
mediolateral
rechts (MRI 18.12.2013)
- St. n. LRS S1 2011
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende aufge
führt (
Urk.
7/98 S. 39):
-
Adipositas
- aktuell Übergewicht mit BMI 28 kg/m
2
- Grad 2 mit BMI
38 kg/m
2
anamnestisch
-
Colon
irritabile
anamnestisch
Der
begutachtende Psychiater Prof. Dr.
Y._
hielt fest, bei seiner Begutach
tung seien Anlehnungswünsche der Explorandin sowie Versagensängste im Vordergrund gestanden. Psychopathologisch präsentiere sich eine unreife,
his
trionieforme
, ängstlich-vermeidende und abhängige Explorandin. Im Affekt sei sie deutlich emotional-instabil und impulsiv. Sie zeige hochgradig maladaptiven
Umgang mit sachlicher Kritik und es fän
den sich Züge von Verbitterung (
Urk.
7/98 S. 75).
Aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung könne es zu rezidivierenden Depressionen kommen. Die Persönlichkeitsstörung bestehe seit der Jugendzeit der Explorandin. Zu einer Dekompensation mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit sei es ab Herbst 2011 gekommen, als das gleichzeitige Auftreten somatischer Beschweren mit dem
lumboradikulären
Syndrom und den berufli
chen Belastungen durch die Explorandin nicht mehr habe kompensiert werden können. Die vordergründig als Selbstlimitierung wirkenden Äusserungen seien krankheitsbedingt einzustufen. Sie seien Ausdruck des derzeitigen
Ambivalenz
konflikts
mit Versagensängsten der Explorandin und als Vermeidungsverhalten zu interpretieren (
Urk.
7/98 S. 75).
Hinsichtlich der Aktivitäten der Explorandin gebe diese keine wesentlichen Ein
schränkungen in ihrem privaten Umfeld an. Dies sei jedoch kein Widerspruch, da sie sich i
m
private
n
Umfeld mit Personen umgeben könne, die „adaptiert“ seien zu ihrem Störungsbild (
Urk.
7/98 S. 80).
Zur Arbeitsfähigkeit müsse aus psychiatrischer Sicht festgestellt werden, dass bei der Explorandin seit ihrer Dekompensation im Herbst 2011 von einer
anhaltenden
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in zuletzt ausgeübter sowie adap
tierter Tätigkeit ausgegangen werden müsse. Aufgrund der schweren kombi
nierten Persönlichkeitsstörung, die zu einer rezidivierenden Depression schwan
kenden Ausmasses führe, bestünden mittel- und langfristige schwere
Ein
schränkungen
, die einer beruflichen Wiedereingliederung im ersten Arbeits
markt und einer Umschulung im Wege stünden. Aus therapeutischen Gründen werde dringend empfohlen, die Restarbeitsfähigkeit in einer geschützten Umge
bung zu verwerten. Die Explorandin könne im geschützten Bereich unter Berücksichtigung der somatischen Spezifikation mit einem Pensum von 100 % arbeiten. Die Persönlichkeitsstörung müsse psychotherapeutisch behandelt wer
den, wobei eine solche Behandlung ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen sollte. Bei Durchführung dieser Behandlung sei mit einer signifikanten Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit bis hin zu einem Vollpensum zu rechnen (Urk. 7/98 S. 39-40).
Der
begutachtende Rheumatologe
Dr.
Z._
führte
zur
Arbeitsfähigkeit aus, der Explorandin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fachfrau Hauswirt
schaft nur eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
zu bescheinigen. Eine körperlich leichte, am besten wechselbelastende Tätigkeit ohne ergonomisch ungünstige Arbeitspositionen und nur g
elegentlichem Hantieren in der H
öhe sei ihr jedoch uneingeschränkt möglich (
Urk.
7/98 S. 40).
3.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin vermag das
G
utachten zu überzeu
gen. Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen
(Urk. 7/98 S. 23-26 und S. 58-69) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (
Urk.
7/98 S. 6-16 und S. 47-57). Die Beurteilung beider Gutachter ist schlüssig und nachvollziehbar und stimmt überdies mit
derjenigen des behandelnden Arztes überein (
Urk.
7/84).
Auch der von der Verwaltung hinzugezogene RAD-Arzt beurteilte das Gutachten als plausibel und nachvoll
ziehbar (
Urk.
7/102 S. 5).
Die Verwaltung stellte sich auf den Standpunkt, die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung
sei
nicht erstellt,
weil die Beschwerdeführerin die erfor
derlichen ICD-10 Kriterien nicht erfülle
. So bestünden z.B. keine
wesentlichen Einschränkungen im privaten Umfeld.
Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden.
Zum einen ist zu berücksichtigen, dass es sich gemäss Gutachten um eine kombinierte Persönlichkeitsstörung handelt, die sich gerade dadurch kenn
zeichnet, dass Merkmale mehrerer Störungen vorliegen
, ohne dass ein vor
-
herr
schendes Symptombild ausgemacht werden kann
(vgl.
Dilling
/
Mom
-
bour
/Schmidt,
Internationale Klassifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Aufl.,
S.
284).
Bereits aus diesem Grund kann aus dem Fehlen gewisser Merkmale nicht auf eine Fehldiagnose geschlossen werden, wie es die Verwaltung tut.
Bezüglich des Einwands, bei der Beschwerdeführerin bestünden im privaten Umfeld keinerlei Einschränkungen, ist darauf zu verweisen, dass der Gutachter explizit ausführte, dies stehe nicht im Widerspruch zur Diagnose (
Urk.
7/98 S. 80).
Zum anderen
verkennt die Verwaltung, dass es
Aufgabe des Arztes - und nicht
Aufgabe
der Verwaltung
–
ist,
den Gesundheitszustand
des Versicherten zu beurteilen (
vgl.
BGE 125 V 256 E.
4)
.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens eine fach
ärztlich (psychiat
risch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten
Klassifikati
onssystem
(BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E
. 6
). Vorliegend
bestehen
keine Anhaltspunkte dafür, dass das Gutachten nicht lege
artis
erstellt worden wäre.
Daher
kommt
diesem
volle Beweiskraft
zu und es
kann ohne weiteres auf die entsprechenden Resultate abgestellt werden.
3.3
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwer
deführerin seit Oktober 2011 in sämtlichen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig ist. In diesem Fall erübrigt sich ein Einkommensvergleich. Das Wartejahr lief am 30. September 2012 ab. Die Erstanmeldung bei der IV
-Stelle
erfolgte durch die Beschwerdeführerin am 2
4.
April 2012 (
Urk.
7/2 S. 7).
Somit hat die Beschwer
deführerin
ab
Oktober 2012
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversi
cherung.
Die Beschwerde ist gutzuheissen, und der Beschwerdeführerin ist eine ganze Rente der Invalidenversicherung ab dem
1.
Oktober 2012
zuzusprechen.
3.4
Es ist darauf hinzuweisen, dass
gemäss dem für die Zusprechung der Rente auschlaggebenden Gutachten bei der Beschwerdeführerin
mit einer
signifikan
ten Verbesserung ihres gesundheitlichen Zustandes sowie einer Wiedereinglie
derung in den Arbeitsmarkt zu rechnen ist
, wenn sie sich einer konsequenten psychotherapeutische
n
Behandlung unterzieht
. Der Gutachter
Prof.
Dr.
Y._
wies explizit darauf hin, der Beschwerdeführerin solle eine
Schadensminde
rungspflicht
auferlegt werden, da eine alleinige Berentung kontraproduktiv wir
ken und regressive Einwände verstärken würde (
Urk.
7/98 S. 77-78). Es wird Sache der Verwaltung sein, der Beschwerdeführerin diese
Schadensminderungs
pflicht
aufzuerlegen und deren Einhaltung fortlaufend zu überprüfen.
4.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).