# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 705e602d-6ce8-4880-a810-c87d4d43ea6e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ sel. wurde am _1917 geboren. Sie war mit A._ sel., geboren am _1921, verheiratet. Das Ehepaar hatte keine Nachkommen. Am 28. Mai 1999 verstarb Y._ sel. in O.1_. Zu ihren Lebzeiten wurde ein Schriftstück mit dem Titel "Testamaint", versehen mit der Ortsangabe " O.2_ " und dem Datum "4.11.96", verfasst. Eine Unterschrift – sowie auch ein Kürzel oder die Initialen von Y._ sel. – fehlen. Die Niederschrift erfolgte auf der Rückseite einer Ansichtskarte. Das Schriftstück enthält folgenden Wortlaut:
"Testamaint Y._ relascha la sia facultat agl sies om B._ schi dei scu el veiva, el po galdeir igl fons, albierts e raps schi dei tgel veiva. Siva vignil igls irtavels da C._, et igls irtavels da D._ frar denavart da E._, F._ e G._ O.2_ on gia igl madem H._ da O.2_. La mia acla da O.3_ stada da mia mamma C._. Chella des rastar a Y.24_. Igls raps tgi restan van sen igls irtavels da I._ esent tgi els igl o gudagnea cun far scola. O.2_, 4.11.96"
Am 9. Juli 1999, mitgeteilt am 14. Juli 1999, wurde das "Testament" durch das Kreisamt Surses eröffnet. A._ sel. verstarb am 21. Januar 2006. Soweit bekannt hinterliess er keine Verfügungen von Todes wegen.
B.1. Mit Schreiben vom 9. Juni 2009 stellten X.1_, X.2_, X.3_, X.4_, X.5_ und X.6_ – allesamt gesetzliche Erben des Verstorbenen A._ – beim Kreisamt Surses gegen die Erben der Y._ und die weiteren Erben des A._ ein mit "Anfechtung des Testaments vom 4. November 1996, Feststellung des Nachlasses sowie Zuweisung nach BGBB" betiteltes Vermittlungsbegehren. Im Gesuch wurde festgehalten, dass die Anhängigmachung der Klage zur Fristwahrung erfolge und dass von einer ausseramtlichen Beilegung der Streitigkeit ausgegangen werden könne. Die darauf folgenden Verhandlungen unter den Erben blieben indes ohne Erfolg.
2. Mit Schreiben vom 20. Oktober 2009 lud das Vermittleramt Surses auf Begehren einiger der Beklagten zu einer auf den 10. November 2009 angesetzten Vermittlungsverhandlung vor, an der keine Einigung zustande kam. Die Parteien einigten sich darauf, das Verfahren bis auf weiteres zu sistieren bzw. das Protokoll offenzuhalten. Als ersichtlich wurde, dass keine Einigung zustande kommen würde, wandte sich das Vermittleramt Surses mit Schreiben vom 7. April 2010 an alle Parteien. Darin hielt es fest, dass, weil an der Vermittlungsverhandlung nicht alle Beklagten erschienen seien bzw. sich auch nicht rechtsgenüglich hätten
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vertreten lassen, im Prinzip eine zweite Vermittlungsverhandlung anzusetzen sei. Aus prozessökonomischen Gründen werde jedoch darauf verzichtet und den Parteien anheim gestellt, bis zum 15. Mai 2010 um die Durchführung einer solchen zu ersuchen. Unterbleibe dies, werde direkt der Leitschein ausgestellt und die Parteien hätten ihre Rechtsbegehren einzureichen. Aufgrund des Abbruchs der Verhandlungen legten Rechtsanwalt Dietmar Blumenthal und Kreisnotar Patric Vincenz, die zuvor von den Parteien beauftragt worden waren, einer gütlichen Einigung unter denselben zum Durchbruch zu verhelfen, mit Schreiben vom 13. bzw. 20. April 2010 ihr jeweiliges Mandat nieder.
3. Da keine der Parteien innert Frist den Wunsch äusserte, eine zweite Vermittlungsverhandlung durchzuführen, stellte das Vermittleramt Surses am 31. Mai 2010, mitgeteilt am 1. Juni 2010, einen Leitschein aus (Pr. Nr. 09/2009). Mit Prozesseingabe vom 23. Juni 2010 prosequierten X.1_, X.2_, X.3_, X.4_, X.5_ und X.6_, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Robert K. Däppen, die Klage gegen die Erben der Y._ und die weiteren Erben des A._ an das Bezirksgericht Albula und stellten unter anderem den Verfahrensantrag, es sei das Prozessthema einstweilen auf die Gültigkeit des Testaments vom 4. November 1996 zu beschränken. In seiner Prozessantwort begehrte Y.1_, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Théo Portmann, auf die Klage sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Zur Begründung führte er insbesondere aus, dass die Beklagten an der am 10. November 2009 durchgeführten Vermittlungsverhandlung nicht vollzählig erschienen bzw. zum Teil nicht rechtsgenügend vertreten gewesen seien, was die Ansetzung einer zweiten Sühneverhandlung zwingend notwendig gemacht hätte. Der ausgestellte Leitschein sei ungültig. Die Replik der Kläger datiert vom 14. Oktober 2010, die Duplik von Y.1_ vom 30. November 2010. Der verfahrensleitende Richter erklärte mit prozessleitender Verfügung vom 12. Juli/16. August 2011, dass vorab eine Gerichtsverhandlung zu Teilfragen (Mängel im Vermittlungsverfahren, fehlende rechtsgültige Vertretung, Wahrung der Frist für die Ungültigkeitsklage, Gültigkeit des Testaments) durchgeführt werde, welche am 14. Dezember 2011 stattfand. Y.1_ war nunmehr durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter vertreten. Mit Urteil vom 15. Dezember 2011, mitgeteilt am 29. März 2012, erkannte das Bezirksgericht Albula, dass auf die Klage nicht eingetreten und das Vermittleramt Surses angewiesen werde, innert 60 Tagen seit Zustellung des Urteils eine zweite Sühneverhandlung anzusetzen. (Proz. Nr. 115-2010-11). Dieser Entscheid wurde lediglich im Kostenpunkt angefochten (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 12 29 vom 30. Oktober 2012). Mit
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Schreiben vom 5. April 2012 wurde der Entscheid des Bezirksgerichts Albula vom 15. Dezember 2011 insofern berichtigt, als die Anweisung sich an das neu zuständige Vermittleramt des Bezirks Albula zu richten habe.
C. Mit Schreiben vom 1. Mai 2012 lud das Vermittleramt des Bezirks Albula die Parteien zu einer zweiten Sühneverhandlung vor, welche am 25. Mai 2012 stattfand. Die Parteien konnten keine Einigung erzielen, worauf der Vermittler am 27. Juni 2012 den Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren ausstellte (Pr. Nr. 14/2012):
"Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass das Testament der Y._ vom 4. November 1996 ungültig ist.
2. Es sei der Nachlass von Y._, gestorben _1999, und der Nachlass von Y.68_, gestorben am _2006, festzustellen.
3. Es seien die Erbquoten und die Erbanteile der Erben der Y._ und des Y.68_ festzustellen.
4. Es seien die landw. Parzellen in der Gemeinde O.2_, nämlich die Parzellen 397 Plan 12, 199 Plan 8, 253 Plan 8, 398 Plan 12 sowie die Parzelle 4 Pläne 2 und 8 und die Parzelle 642 Plan 19 dem Miterben A._ zum doppelten Ertragswert zuzuweisen und das Grundbuch O.2_ sei anzuweisen, die vorgenannten Parzellen auf den Miterben A._ zu Eigentum zu übertragen.
5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass folgende Beklagten die Klage anerkannt haben:
- Y.73_ - Y.68_ - Y.39_ - Y.12_ - Y.13_ - Y.54_ - Y.53_ - Y.51_
6. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass folgende Beklagten auf die Erbschaft verzichtet haben:
- Y.32_ - Y.33_ - Y.78_ - Y.35_ - Y.36_ - Y.37_ - Y.71_ - Y.72_ - Y.38_ - Y.62_ - Y.66_
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- Y.75_ (Sr. Y.75_) - Y.67_ - Y.65_ - Y.64_
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Auf die Klage sei nicht einzutreten.
2. Eventualiter sei die Klage abzuweisen.
3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. gesetzliche Mehrwertsteuer zu Lasten der Kläger, ev. nach richterlichem Ermessen."
Des Weiteren wurde im Leitschein festgestellt, dass die in den Rechtsbegehren aufgeführten Erben den Entscheid anerkennen bzw. auf einen Erbanspruch verzichten.
D.1. Die Prozesseingabe vom 20. August 2010 (recte 2012) ging frist- und formgerecht am 21. August 2012 beim Bezirksgericht Albula ein. Darin hielten die Kläger grundsätzlich an ihren Rechtsbegehren fest und ergänzten Ziffer 1 um die gerichtliche Feststellung, dass das Testament "nichtig bzw. ungültig" sei. Zudem stellten sie den Verfahrensantrag, dass das Prozessthema einstweilen auf die Frage der Gültigkeit des Testaments von Y._ vom 4. November 1996 zu beschränken sei. Nach Feststellung von Nichtigkeit bzw. Ungültigkeit desselben – bzw. ebenso für den Fall der Abweisung des Verfahrensantrags – sei den Klägern Frist zur Einreichung einer ergänzenden Prozesseingabe anzusetzen.
2. Mit prozessleitender Verfügung vom 10. April 2013 beschränkte der verfahrensleitende Richter das Prozessthema vorerst auf die im Zusammenhang mit der Ungültigkeitsklage stehenden Fragestellungen.
3. In der Prozessantwort vom 4. Mai 2013 liess Y.76_, vertreten durch Amtsvormund Filip Dosch, folgende Rechtsbegehren stellen:
"1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass das Testament der Y._ vom 4. November 1996 ungültig sei.
2. Es sei der Nachlass der Y._, verstorben am _1999, wohnhaft gewesen in O.2_, festzustellen und zu teilen.
3. Es sei der Nachlass des Y.68_, verstorben am _2006, wohnhaft gewesen in O.2_, festzustellen und zu teilen.
4. Alles unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der unterliegenden Partei."
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4. In seiner Prozessantwort vom 30. Mai 2013 hielt Y.1_ an den Rechtsbegehren gemäss Leitschein fest.
5. Mit Replik vom 24. September 2013 liessen die Kläger folgende Ergänzung zum Rechtsbegehren anbringen:
Ergänzung Rechtsbegehren Kläger:
(...)
6. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass folgende Beklagten zufolge Abtretung ihres Erbteiles gestützt auf Art. 635 Abs. 1 ZGB an X.5_ aus der Erbengemeinschaft ausgeschieden sind:
- Y.68_, - Y.73_, - Y.79_,
(...)"
6. Mit Duplik vom 11. November 2013 hielt Y.1_ unverändert an seinen Rechtsbegehren gemäss Prozessantwort vom 30. Mai 2013 fest.
E. Am 9. April 2014, mitgeteilt am 10. April 2014, erliess der Bezirksgerichtspräsident Albula seine Beweisverfügung, in der die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden für prozessrelevant erklärt, die Parteibefragung von X.1_, X.5_ und Y.1_, verschiedene Editionen sowie die Einholung schriftlicher Auskünfte des Kreisamtes Surses angeordnet und die Zeugen J._, Dr. iur. K._ und L._ für relevant erklärt wurden.
F. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 25. September 2014 vorgeladen worden war, fand am 26. November 2014 statt. Mit Teilentscheid vom 26. November 2014, mitgeteilt am 23. Juni 2015, erkannte das Bezirksgericht Albula wie folgt:
"1. Es wird festgestellt, dass das mit "Testamaint" überschriebene und von Y._ sel. am 4. November 1996 verfasste Schriftstück eine nichtige letztwillige Verfügung ist.
2. Die Kosten des Kreisamtes Surses von CHF 3'118.90 sowie die Kosten des Vermittleramts des Bezirks Albula von CHF 1'972.00 und die Kosten des Bezirksgerichts Albula von insgesamt CHF 14'526.00 gehen zu einem Drittel (Kreisamt: CHF 1'039.60; Vermittleramt: CHF 657.30; Bezirksgericht: CHF 4'842.00) zu Lasten der solidarisch haftenden X.1_, X.2_, X.3_, X.4_, X.5_ und X.6_ und zu zwei Dritteln (Kreisamt: CHF 2'079.30; Vermittleramt: CHF 1'314'70; Bezirksgericht: CHF 9'684.00) zu Lasten von Y.1_.
3. Y.1_ hat X.1_, X.2_, X.3_, X.4_, X.5_ und X.6_ mit insgesamt CHF 6'044.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.
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## Considerations