# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** db4b5822-bc56-46c2-83db-139717a12632
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, Taxi-Fahrer,
bezog
von
der Arbeitslosenkasse des Kantons
Zürich Arbeitslosenentschädigung und war
als stellenlose Per
s
on bei der Suva obligatorisch gegen
die Folgen von
Unfälle
n
versichert, als er am 2
4.
April 2020 bei einer Wanderung stürzte und sich
mehrere
Verletzungen zuzog
(Scha
denmeldung UVG vom 1
7.
Juli 20
20,
Urk.
7/1
).
Die Suva erbrachte
Heilbehand
lungs
- und Taggeldleistungen.
Vom 1
0.
bis zum 2
0.
August 2021 wurde der Ver
sicherte in der Rehaklinik Y._
behandelt (
Urk.
7/140). Mit Verfügung vom 1
5.
September 2021 hielt die Suva fest, dass die Versicherungsleistungen per 3
0.
September 2021 eingestellt würden (
Urk.
7/144).
Dage
gen erhob der Versi
cherte mit Eingabe
datiert
vom 1
2.
Oktober 2021
Einsprache (
Urk.
7/156), auf welche die Suva mit Entscheid vom
7.
März 2022 nicht eintrat (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1.
April 2022
Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben
, auf die Einsprache einzutreten
und die Sache zwecks materieller Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1). Die Beschwerdegegne
rin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
April 2022 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am
2.
Mai 2022 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrens
leitende Verfügungen (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
1.2
Gemäss Art. 38 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 ATSG beginnt die
Ein
sprachefrist
am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen. Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht
anerkannter Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 Satz 1 ATSG).
Nach Art. 39 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 ATSG ist die 30-tägige Frist zur Einsprache gewahrt, wenn die Einsprache spätestens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen
Handen
der Schweize
rischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver
tretung übergeben wird.
1.3
Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschuldeterweise abge
halten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese
wieder hergestellt
, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (
Art.
41 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
die
mit
1
2.
Oktober 2021
datierte
Einsprache gegen die
Verfügung vom 15.
Sep
tember 2021 erst am 2
3.
Februar 2022 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen sei. Die Einsprache sei somit offensichtlich verspätet (
Urk.
2
S. 2
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er gegen die Verfü
gung der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
September 2021 fristgerecht Einsprache erhoben habe. Er habe den betreffenden B
rief seinen Kindern mitgegeben, die ihn
auf
dem Weg zur Schule in den
Briefkasten
geworfen hätten. Er habe
wegen seiner gesundheitlichen Beschwerden zu Hause
bleiben müssen
(
Urk.
1).
3.
3.1
Gemäss Sendungsinformation der Post
(Urk. 6) kam die eingeschriebene Sendung am 17. September 2021 bei der Ab
hol-/Zustellstelle
an. Wann dem Beschwerdeführer die Verfügung vom 1
5.
September 2021 zugestellt wurde, geht daraus nicht hervor. Da dieser nicht geltend macht, die Verfügung sei ihm nicht oder erst mehrere Monate später zugestellt worden und die Einsprache mit dem 12. Oktober 2021 datiert wurde, kann als erstellt gelten, dass die Zustellung spä
testens am 12. Oktober 2021 erfolgt war.
Die 30-tägige
Einsprachefrist
endete daher spätestens am 11. November 2021.
3.2
Der allgemeine Grundsatz von
Art.
8 ZGB, wonach derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache beweisen muss, der aus ihr Rechte ableitet, ist auch
im
Einspracheverfahren
massgeblich. So trägt die versicherte Person die Beweis
last für die Rechtzeitigkeit der
Einspracheerhebung
, die mit Gewissheit feststehen und nicht bloss überwiegend wahrscheinlich sein muss (vgl. BGE 142 V 389 E. 2.2;
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, N 10 zu Art. 39 ATSG).
3.3
Die vom
12. Oktober 2021 datierende Einsprache wurde
uneingeschrieben
und unfrankiert verschickt; sie wurde von der Post lediglich mit dem Stempel «Feh
lende Frankatur», aber nicht mit einem Datumsstempel versehen (Urk. 7/156). Laut Angaben
der Beschwerdegegnerin ging die Eingabe erst am 23.
Februar 2022 ein, was mit dem auf der Einsprache vermerkten Eingangsdatum überein
stimmt (Urk. 7/156).
Ein Anhaltspunkt
dafür, dass diese Angabe der Beschwer
degegne
rin falsch sein könnte, besteht
nicht.
Dass die Kinder des Beschwerde
führers, deren Verhalten sich
d
er Beschwerdeführer
anrechnen lassen muss
, den betreffenden Brief
innert Frist, d.h. spätestens
bis zum
11. November
2021
,
in einen Briefkaste
n der Post geworfen haben
und dieser danach versehentlich meh
rere Monate bei der Post liegen blieb, erscheint
nicht glaubhaft.
Es muss vielmehr davon ausgegangen werden, dass die Einsprache
erst
deutlich später erhoben wurde.
Jedenfalls vermag der Beschwerdeführer den Beweis der Rechtzeitigkeit der
Einspracheerhebung
nicht zu erbringen und fällt die Beweislosigkeit zu sei
nen Ungunsten aus (E. 3.2).
Ein
Fristwiederherstellungsgrund
ist sodann
nicht ersichtlich.
Mangels Rechtzeitigkeit ist die Beschwerdegegnerin auf die
Einspra
che
daher zu Recht nicht eingetreten.
4.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung ist obsolet, da das vorliegende Verfahren kostenlos ist (vgl.
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG).