# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bed0a24f-8373-5131-90ea-a785b78d35d6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war vom 29. Dezember 2015 bis 16. Mai 201
6
auf Teneriffa als Assistenzbetreuerin von
Y._
tätig (Urk. 7/1). Am 22. Juni 2017 stellte sie Antrag auf Insolvenzentschädigung für einen Ausstand in der Höhe von
Fr.
27‘093.-- (
Urk.
7/1). Als Arbeitgeber bezeichnete sie
den am
2
0.
Oktober 2016
verstorbenen
Z._
, den Vater von
Y._
, über dessen
Erb
s
chaft mit Urteil des Konkursgerichts Zürich vom
6.
Juni 2017
die konkursamtliche Liquidation angeordnet
worden war
(
Urk.
7/10,
Urk. 7/21
)
. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
forderte
X._
am 1
7.
August 2017
auf, weitere Unterlagen
zur Substantiierung ihres Antrages
ein
zureichen (
Urk.
7/24)
.
Dieser Aufforderung kam sie
am
1.
September 2017
nach
(Urk.
7/31)
.
Sodann holte die Arbeitslosenkasse beim Beistand von
Y._
Auskünfte ein (Urk.
7/32). Mit Verfügung vo
m
1.
November 2017 ver
neinte
sie
d
en Anspruch
von
X._
auf Insolvenzentschädigung
mit der Begründung,
die Lohnforderung sei nicht glaubhaft gemacht worden
(
Urk.
7/35).
Dagegen liess
X._
am
4
.
Dezember 2017 Einsprache erheben (Urk.
7/
4
6).
M
it
Einspracheentscheid
vom 12. Januar 2018
wies
die Arbeitslosen
kasse
die Einsprache
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
2.
Februar 2018 Beschwerde
und
stellte fol
gende Anträge (
Urk.
1 S. 2):
“
1.
In Aufhebung des Einsprache-Entscheids Nr. 964 vom 1
2.
Januar 2018 sowie der Verfügung Nr.
O._
vom
1.
November 2017 seien der Beschwer
deführerin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihr für die Zeit vom 1
6.
Januar 2016 bis zum 1
6.
Mai 2016 eine Insolvenzent
schä
di
gung in der Höhe von CHF 23‘000.00 auszurichten.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7
%
MwSt
) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom
2.
März 2018 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage
ihr
er Akten [
Urk.
7/1-52]).
Mit Eingabe vom 1
9.
März 2018 (
Urk.
10) reichte die Beschwerdeführerin eine Replik zur Beschwerdeantwort vom
2.
März 2018 (
Urk.
6) ein. Das Doppel dieser Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin zugestellt (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass
die
Beschwerdeführer
in
am
27.
Februar 2018
gegen
den
Einspracheentscheid
des Amtes für Wirtschaft und Arbeit vom 25. Januar 2018
betreffend
Abweisung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung
für die Zeit
vom 19.
Oktober 2016 bis 3
1.
Januar 2017
ebenfalls Beschwerde erheben liess. Diese Beschwerde ist Gegen
stand des Prozesses Nr.
AL.2018.00075
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Gemäss Art. 51 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die obligato
rische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeit
nehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädi
gung, wenn:
a)
gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder
b)
der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen
sichtlicher Überschuldung des
Arbeitgebers kein Gläubiger
bereit findet
, die Kosten vorzuschiessen, oder
c)
sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben
oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub (
Art.
58 AVIG).
Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in
Art.
51
Abs.
1 und
Art.
58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196
;
Für einen Anwendungsfall
bei Konkurs über den Nachlass
vgl.
Urteil des Bundesgerichts C 230/99 vom 2
7.
Juli 2000
)
.
1
.2
Gemäss
Art.
55
Abs.
1 AVIG muss der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfän
dungsverfahren alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeit
geber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Ver
fahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen.
Die Bestimmung von
Art.
55
Abs.
1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Kon
kurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeits
ver
hältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird
(
BGE 114 V 56
E. 4
mit Hinwei
sen;
Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1
8.
November 2013 E.
4.1
und
8C_211/2014 vom 1
7.
Juli 2014 E. 6.1
). Eine ursprüngliche Leistungs
verweige
rung infolge Verletzung der
Schadenminderungspflicht
setzt voraus, dass der ver
sicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahrläs
siges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann.
Dem Erfordernis der
Verhältnismässigkeit
ist mit dem
Ausmass
der von den Arbeit
nehme
r
n
zu erwar
tenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen
, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls richtet
(Urteile des Bundesgerichts
8C_66/2013 vom 1
8.
November 2013 E. 4.1, 8C_211/2014 vom
1
7.
Juli 2014 E.
6.1 und 8C_641/2014 vom 2
7.
Januar 2015 E. 4.1
)
.
Dabei kann es nicht Sache der versicherten Person sein, darüber zu entscheiden, ob sie weitere Vorkehren zur Realisierung der Lohnansprüche treffen will und ob diese erfolgsversprechend sind oder nicht. Das für den Anspruch auf
Insolvenz
entschädigung
gesetzlich vorgeschriebene fortgeschrittene Zwangsvollstre
ckungsverfahren ist durchaus sinnvoll, weil bekanntlich viele Schuldner erst unter dem Druck der unmittelbar bevorstehenden Konkurseröffnung oder Pfän
dung ihren Zahlungspflichten nachkommen (
BGE 131 V 196
E. 4.1.2). Das Errei
chen eines gesetzlich vorgeschriebenen fortgeschrittenen Zwangsvollstre
ckungs
verfahrens (
Art.
51
Abs.
1 und
Art.
58 AVIG) bildet für den Anspruch auf
Insol
venzentschädigung
zwingende Voraussetzung
(Urteile des Bundesgerichts 8C_462/2009 vom
3.
August 2009 E. 3.2.1 und
C 243/06 vom 1
6.
Januar 2006
).
Damit die Schadenminderungspflicht erfüllt wird und Anspruch auf
Insolvenz
entschädigung
besteht, genügt es nicht, unmissverständliche Zeichen zur Gel
tendmachung der Lohnforderungen zu setzen. Gefordert ist auch eine kon
se
quente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte, welche in eine
s
der vom Gesetz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien münden müssen
. Arbeitnehmer sollen sich gegenüber dem Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ein längeres
Untätigsein
nicht zu
(
Urteile des Bundes
ge
richts 8C_462/2009 vom
3.
August 2009
E. 3.3
und
8C_211/2014 vom 1
7.
Juli 2014 E. 6.1
).
Machen Arbeitnehme
r
gegenüber dem Arbeitgeber während längerer Zeit keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu ver
leihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Dadurch verlieren sie auch gegen
über der Arbeitslosenversicherung ihre Schutzbedürftigkeit und Schutz
würdigkeit
(
Urteile des
Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1
8.
November 2013 E.
4.1 und 8C_211/2014 vom 1
7.
Juli 2014 E.
6.1).
Schliesslich sind nachträgliche Abklärungen zur Entwicklung von Aktiven und Passiven beim Arbeitgeber im Zusammenhang mit Insolvenzentschädigungs
an
sprüchen nicht zielführend, weil auch eine Überschuldung nicht ausschliessen würde, dass ein Arbeitgeber noch über liquide Mittel verfügte, welche er aber - mangels Drucks seitens der Arbeitnehmer - prioritär für andere Zwecke als für die Bezahlung der Lohnausstände verwendete. Relevant ist, welche Anstrengun
gen von einer versicherten Person ex ante zur Geltendmachung ihrer Lohnan
sprüche gegenüber dem Arbeitgeber erwartet werden können (SVR 2014 ALV Nr. 4 S. 9 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2014 vom 1
7.
Juli 2014 E. 6.1).
2
.
2
.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Insolvenz
ent
schädigung hat.
2
.2
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 12. Januar 2018 erwog die Be
schwerdegegnerin, dass die Arbeitslosenkasse eine Insolvenzentschädigung nur ausrichten dürfe, wenn der Arbeitnehmer seine Lohnforderung glaubhaft mache (Urk. 2 S. 3). Es sei zwar glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin
Y._
, den Sohn des angeblichen Arbeitgebers
,
auf Teneriffa betreut habe. Ein Arbeitsvertrag oder eine sonstige Bestätigung des Arbeitsverhältnisses befinde sich jedoch nicht bei den Akten. Da die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft machen könne, in welcher Höhe sie noch eine offene Lohnforderung habe, habe sie keinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung.
Es komme hinzu, dass die Be
schwerdeführerin auch ihrer Schadenminderungspflicht nicht nach
ge
kommen sei. Sie habe fast fünf Monate für den Arbeitgeber gearbeitet, ohne ihn schriftlich auf die ausstehenden Lohnzahlungen aufmerksam gemacht zu haben.
Auch aus diesem Grund wäre ein Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu ver
neinen
(Urk. 2 S. 4)
.
2
.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass sie im Auftrag von
Z._
vom 29. Dezember 2015 bis 16. Mai 2016
Y._
auf Teneriffa betreut habe
(
Urk.
1 S. 3)
. Dafür sei ein Entgelt in der Höhe von Fr. 24‘293.-- vereinbart worden (Urk.
1 S. 3), was zuzüglich 13. Monatslohn sowie Ferienlohn einer Gesamtforderung von total
Fr.
27‘093.-- entspreche (
Urk.
1 S. 8).
Es sei zwar zutreffend, dass kein schriftlicher Arbeitsver
trag bestehe. Ein mündlich geschlossenes Arbeits
verhältnis sei aber gleichwohl zulässig. Sodann sei die von ihr geltend gemachte Forderung vom zuständigen Konkursamt zugelassen worden.
Dieses
sei
gehalten, jede einzelne Forderung nach Höhe und be
anspruchtem Rang sorgfältig und fachkundig zu prüfen.
Es
ha
be
im Rahmen dieser Prüfung den wahrscheinlichen Bestand der Forderung abzuklären (Urk. 1 S. 6). Das Beweismass, welches
das Konkursamt
bei der Zulas
sungsprüfung einer Forderung zu beachten habe, liege über dem Beweis
mass der Glaubhaftmachung. Mit der Zulassung der Forderung der Beschwerde
führerin im Konkursverfahren gegen
Z._
durch das Konkursamt
A._
sei ihre Lohnforderung somit genügend glaubhaft gemacht. Zur Glaub
haftmachung der Forderung würden
sodann die ein
gereichten Unter
lagen
und die Zeugenaussagen beitragen. Zudem sei sie ihrer Schaden
minde
rungspflicht nach
gekommen. Sie habe
Z._
mehrfach tele
fonisch auf die ausstehenden Forderungen aufmerksam gemacht.
Sie sei
aber
nicht ver
pflichtet gewesen, den Arbeitgeber schrift
lich abzumahnen. Selbst wenn sie dies getan hätte, hätte sie das Arbeitsverhältnis nicht fristlos auflösen können, sondern hätte dem Arbeit
geber eine angemessene Frist zur Sicherheits
leistung ansetzen müssen. Realisti
scherweise hätten das Arbeitsverhältnis auch dann nicht vor dem 16. Mai 2016 aufgelöst werden können. Zudem habe sie gegenüber
Y._
eine gewisse Verantwor
tung, da dieser auf ihre Unterstützung angewiesen gewesen sei. Somit sei es
aus ihrer Sicht vertretbar gewesen, ihre Lohnforderungen erst nach Beendigung des befristeten Arbeitsverhältnisses durchzusetzen (Urk. 1 S. 7).
Schliesslich habe d
ie Tatsache, dass sie
Y._
zwischenzeitlich geheiratet habe
, keinen Einfluss auf ihren Anspruch auf Insolvenzentschädigung
. Die Ehe sei am 1
9.
September 2017 geschlossen worden, mithin 16 Monate nach
dem ihr Arbeitseinsatz auf Teneriffa beendet gewesen sei (
Urk.
10 S. 3).
3.
Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin lernte sie
Y._
und
sein
en
Vater,
Z._
,
aufgrund
dessen
Kontaktanzeige
in einer Zeitung
kennen (
Urk.
7/16
).
Z._
suchte
jemanden, der
Y._
während
dessen Aufenthalt
s
auf
Teneriffa
betreuen würde
(Urk.
7/16,
Urk.
7/41; vgl. Urk.
7/44).
Y._
leidet seit
einem
Autounfall im Jahr 1988 unter anderem an einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses und bezieht eine Hilflosen
entschädigung der Unfallversicherung (
Urk.
7/8 S.
6,
Urk.
7/44, Urk.
7/49).
Laut der Beschwerdeführerin vereinbarte sie mit
Z._
mündlich,
dass sie
vom 2
9.
Dezember 2015 bis 1
6.
Mai 2016
Y._
auf Teneriffa
betreuen und
dort
sein Doppelhaus “bewirtschaften“
(K
ochen
, W
asche
n, E
in
kau
fen
, Gartenpflege etc.) werde
(
Urk.
7/16).
Ab de
m 2
9.
Dezember 2015 hielt
sie
sich zusammen mit
Y._
auf Teneriffa auf (Urk.
7/43
; vgl. auch die Bestätigung von
Y._
[
Urk.
7/15]
).
In einer E-Mail-Nachricht
an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte die Beschwerde
f
ührerin am
1
1.
März 2016
aus
,
sie befinde sich noch
bis
zum 1
6.
Mai 2016 mit
Y._
auf Teneriffa in den Ferien
, habe
für
ihre Tätigkeit
als Betreu
erin
bislang
aber
noch kein Geld bekommen.
Sein
Vater habe sich schon mehr
mals im Krankenhaus aufgehalten. Die Mutter und Schwester von
Y._
würden auf Teneriffa leben. Zu Beginn des Monats
werde von der Familie
jeweils das Haus
haltsgeld über
wiesen (
Urk.
7/37).
Am 16.
Mai 2016 kehrten die Beschwerde
führerin und
Y._
nach Zürich zurück
(
Urk.
7/16
)
.
Im
Auftrag der Beschwerde
führerin
setzte die
B._
m
it Schreiben vom 1
2.
Juli 2016
Z._
eine Frist bis 2
1.
Juli 2016, um ihr schriftlich zu bestätigen, dass der Beschwerde
führerin die offenen Ver
g
ü
t
ungsforderungen für ihre Tätigkeit bezahlt werden, und
um
ihr sämtliche Unter
lagen betreffend
Leistungen der Sozialversicherungen
(z. B. Ver
fügun
gen betref
fend Hilflosenent
schädigung) zukommen zu lassen
(
Urk.
7/15)
.
Es erfolgte keine Antwort von
Z._
.
Unter Hinweis auf die vor ihrer Abreise mit
Z._
getroffene Abmachung betreffend Entschädigung für die Betreu
ung von
Y._
gelangte die Beschwerdeführerin m
it einem vom
3.
Sep
tember 2016 datierten Schreiben an das Friedens
richteramt
C._
der Stadt Zürich
(
Urk.
7/16)
.
Nachdem die Beschwerdeführerin ein verbessertes Schlichtungs
ge
such einge
reicht hatte, wurde
Z._
auf den 1
8.
Oktober 2016 zur Schlichtungs
verhandlung vor
geladen (
Urk.
7/29 S. 4).
Wegen schwerer Er
kran
kung von
Z._
musste die
Schlichtungsver
handlung
allerdings
am 14.
Okto
ber 2015 verschoben werden und der neue Termin
wurde im Einver
neh
men mit der
Beschwerdeführerin, welche eine
Abwesenheit
vom
1
9.
Oktober 2016 bis 2
3.
März 2017 auf
grund
eines Aufenthalts auf Teneriffa angab
,
auf
den 2
8.
März 2017
fest
gesetzt
(Urk.
7/29
S. 4; vgl. Urk.
7/18
).
Z._
ver
starb am 2
0.
Oktober 2016 (Urk.
7/11, Urk.
7/21).
Y._
und die übrigen Erben von
Z._
(vgl.
Urk.
7/10)
schlugen
dessen Nachlass aus (vgl.
Urk.
7/13, Urk.
7/21). Am 23./2
4.
Januar 2017 teilte die Beschwerdeführerin dem Friedens
richteramt mit, sie habe sich dazu entsc
h
i
e
den
, die Erben von
Z._
ins Recht zu fassen (Urk.
7/29 S.
5).
Die Schlichtungsverhandlung wurde neu auf den 3
0.
Mai
201
7
angesetzt
.
Bei dieser Verhandlung bezifferte die Beschwerde
führerin ihre Lohnforderung auf total
Fr.
27'093.--.
Y._
liess die Klage unter Hinweis auf die beim Bezirksgericht Zürich eingereichte Aus
schla
gungserklärung bestreiten. Die übrigen Erben von
Z._
er
schie
nen nicht zur Schlich
tungsverhandlung (Urk.
7/29 S.
5).
Schliesslich wurde der
Beschwerdeführerin
am
3
0.
Mai 2017 Klage
bewilligung gemäss
Art.
209
der
Schweizerische Zivil
pro
zessordnung (ZPO)
an das Arbeitsgericht Zürich erteilt (Urk.
7/
29)
.
Alsdann
ordnete
der Konkursrichter des Bezirks
gerichts Zürich
m
it
Urteil vom
6. Juni
2017
über
die Erbschaft von
Z._
die konkursamt
liche Liquidation an (
Urk.
7/21).
A
m 26. August 2017
erfolgte die Forderungs
ein
gabe de
r Beschwerde
führerin über
Fr.
27'093.--
beim Konkursamt
A._
(Urk. 7
/
25
).
4
.
4
.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf Insolvenzentschädigung und in die
sem Zusammenhang namentlich die Frage, ob die Beschwerdeführerin ihrer Scha
denminderungspflicht in hinreichendem Masse nachgekommen ist.
4
.2
4.2.1
Laut
den Angaben der Beschwerde
führerin
hat sie vor der Abreise nach Teneriffa am 2
9.
Dezember 2015
von
Z._
eine Anzahlung von
Fr.
2‘230.--
bekommen
(
Urk.
1 S. 3
)
.
Danach
soll
sie jedoch keine weitere
n
Lohnzahlungen
mehr
erhalten
haben
(
vgl.
Urk.
7/
37
)
.
Es finden sich keine Angaben dazu, ob die Beschwerdeführerin während ihres Aufenthalts auf Teneriffa vom 29. Dezem
ber 2015 bis 16.
Mai 2016 die ausstehenden Lohnzahlungen
jemals
schriftlich oder mündlich a
bgemahnt hätte
.
Für ihre Behauptung, dass sie
Z._
mehr
fach telefonisch auf die Lohnaus
stände aufmerksam gemacht habe (Urk. 1 S. 7)
bestehen keine Belege.
So oder anders hätte
dessen
fehlende Bereitschaft, die angeblich seit mehreren Monaten fälligen Lohnzahlungen zu leisten,
nach sol
chen fruchtlosen Mahnungen
für die Beschwerdeführerin
genügend Anlass geben
müssen, um
bereits damals
konkrete
rechtliche Schritte zur Durch
setzung ihrer Lohnforderung einzuleiten (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2015 vom
9.
Februar 2016
E. 5.1). Zur Einleitung eines Betreibungs- oder Klage
ver
fahrens gegen
Z._
hätte sich die
Beschwerdeführerin
nicht persönlich in die Schweiz begeben müssen, sondern hätte dafür auch einen Vertreter bestellen kön
nen. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sie
Y._
nicht habe im Stich lassen wollen und sich deshalb entschieden habe, ihrer arbeitsvertraglichen Pflicht nachzukommen und ihre Forderung aus dem Arbeits
vertrag danach falls notwendig auf dem Gerichtsweg durchzusetzen (Urk. 1 S. 4).
Angesichts der Tat
sache, dass sie über keinen schriftlichen Arbeits
vertrag verfügte,
damals
keinen Kontakt zur Familie von
Y._
hatte (Urk. 7/44), und in der damali
gen Zeit noch davon ausgehen gehen musste, dass sie
Y._
nur bis zum 1
6.
Mai 2016 betreuen w
erde
, erweist sich deren Vorgehensweise als g
rob
fahrlässig
.
Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts
gilt Grobfahrlässigkeit als schweres Verschulden im Sinne von
Art.
55 Abs. 1 AVIG (Urteile des Bundes
gerichts 8C_573/2017
vom 1
8.
Oktober 2017
E.
4.5 und 8C_748/2015 vom
9.
Februar 2016 E. 3.2).
4.2.2
Gemäss der bundesrichterlichen Rechtsprechung ist es
sodann
nicht Sache der versicher
ten Person, darüber zu entscheiden, ob sie weitere Vorkehren zur Reali
sierung der Lohnansprüche treffen will und ob diese erfolgsversprechend sind oder nicht. Das für den Anspruch auf Insolvenzentschädigung gesetzlich vor
ge
schriebene fort
ge
schrittene Zwangsvollstreckungsverfahren ist durchaus sinn
voll, weil bekanntlich viele Schuldner erst unter dem Druck der unmittelbar be
vor
stehen
den Konkurs
eröffnung oder Pfändung ihren Zahlungspflichten nach
kommen (BGE 131 V 196 E. 4.1.2
und E. 1.2
vorstehend
). Die Beschwerdeführerin hat
jedoch
nie ein Zwangsvollstreckungsverfahren gegen
Z._
eingeleitet. Mit dem erst rund zwei Monate nach
der Rückkehr von Teneriffa
ver
sandten Schrei
ben ihrer Rechtsschutzversicherung vom
12. Juli 2016 wurde kein Druck auf
Z._
ausgeübt, da die Fristansetzung mit keinen Säumnis
folgen
, wie namentlich der Einleitung eines Betreibungs- oder Klageverfahrens,
verbunden war
(
Urk.
7/15)
. Rund dreieinhalb Monate nach
der Rückkehr in
die Schweiz
gelangte die Beschwer
deführerin
sodann
mit
einem
Gesuch um Durchführung einer Schlichtungsverhandlung
an
das Friedens
richteramt
C._
der Stadt Zürich (Urk. 7/16). Als die
für den 18. Oktober 2016 vorgesehene Schlichtungs
verhandlung w
egen
einer schweren Erk
rankung von
Z._
verschoben werden musste, wurde
am 14. Oktober 2016
als Ersatz
termin (vorerst) der 28. März 2017 festgelegt, weil die Beschwerdeführerin angegeben hatte,
sie
befinde sich vom
19. Oktober 2016 bis 23. März 2017 auf Teneriffa (Urk.
7/29 S.
4; vgl. Urk.
7/18).
Es ist mithin vor allem auf das Verhalten der Beschwerde
führerin zurückzuführen, dass ihr erst am 30. Mai 2017, mithin über ein Jahr nach dem Ende des geltend gemachten Arbeitsverhältnisses auf Teneriffa, Klage
bewilligung an das Arbeitsgericht Zürich erteilt wurde (Urk.
7/29).
4.2.3
Es sind keine Gründe ersichtlich, die ein derart langes Zuwarten mit rechtlichen Schritten aus objektiver Sicht als verständlich erscheinen liessen.
Dass durch ein früheres Handeln ein Schaden hätte abgewendet werden können, ist nicht Voraussetzung für eine Verweigerung der Insolvenzentschädigung (Urteil der Einzelrichterin am Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2016.00037 vom 2
8.
Dezember 2017 E. 3.4 mit Hinweis).
Demnach
steht
der Beschwerdeführerin bereits mangels hinreichender Erfüllung der Schadenminderungspflicht keine Insolvenzentschädigung zu.
Aus diesem Grund kann d
ie Beschwerdeführerin
mit
ihrem Vorbringen, mit der Zulassung der Forderung der Beschwerdeführerin im Konkursverfahren gegen
Z._
durch das Konkursamt
A._
sei ihre Lohn
forde
rung
genügend glaubhaft gemacht worden (Urk. 1 S. 7)
,
ni
chts zu ihren Gunsten ableiten.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.