# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c426a457-fd96-422e-b299-8f2ac1d4c33a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1950 geboren. Er ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Kindes. X._ ist bei der A._ mit einem Pensum von 100% angestellt. Er verdient monatlich rund 2'400.00 Euro. Er ist Eigentümer zweier Häuser in O.3_ (D) und O.4_ (D). Deren Steuerwerte sind unbekannt. Die Hypothekarschulden (ohne Schuldzinsen) belaufen sich gemäss X._ auf 110'000.00 Euro.
Im Schweizerischen Strafregister ist er nicht verzeichnet.
B. Am _ 2014 chauffierte X._ den Reisecar mit dem Kennzeichen _. Am besagten Tag meldete er der Kantonspolizei Graubünden, Polizeiposten O.3_, dass er in O.4_ mit einer Leitplanke kollidiert sei, währenddem er einen Zusammenstoss mit einem entgegenkommenden Fahrzeug habe verhindern wollen. Der Verkehrsunfall wurde durch die Kantonspolizei Graubünden rapportiert und der Fahrtenschreiber des von X._ gelenkten Reisecars wurde zur Auswertung weitergeleitet. X._ leistete zuhanden der Kantonspolizei Graubünden ein Depositum in der Höhe von CHF 800.00.
C. Nach erfolgter Untersuchung erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden am 5. Januar 2015, den Parteien am 6. Januar 2015 mitgeteilt, einen Strafbefehl. Mit diesem sprach sie X._ der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie der mehrfachen Übertretung der Chauffeurverordnung gemäss Art. 14b Abs. 1 lit. a ARV 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 lit. d ARV 1 schuldig. Hierfür wurde X._ mit einer Busse von CHF 250.00 bestraft, unter Kostenfolge zu seinen Lasten. Die Staatsanwaltschaft Graubünden legte diesem Strafbefehl folgenden Sachverhalt zugrunde:
"Am _ 2014 fuhr X._ mit dem Gesellschaftswagen Mercedes-Benz 632 02, Kontrollschilder _, auf der Landwasserstrasse von O.3_ in Richtung O.4_. Um ca. 15:00 Uhr befuhr der Beschuldigte auf Gemeindegebiet von O.4_ die Brücke über den _bach, welche eine starke Rechtskurve aufweist. Als X._ den in entgegengesetzter Richtung fahrenden Personenwagen Dacia Duster 1.6 4x4, gelenkt von B._ feststellte, bremste er, um eine Frontalkollision auf der lediglich fünf Meter breiten Strasse zu vermeiden, sein Fahrzeug ab und lenkte den Gesellschaftswagen nach rechts. Dabei kollidierte der Beschuldigte mit dem hinteren Teil des Fahrzeuges aus eigenem Verschulden mit der rechtsseitigen Leitplanke. B._ lenkte sein Fahrzeug, angeblich ohne den Richtungsblinker zu betätigen, rund 16 Meter von der Kollisionsstelle entfernt nach rechts in seine Garage. Am
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Gesellschaftsdamen (recte Gesellschaftswagen) _ entstand ein von der Polizei geschätzter Sachschaden von CHF 4'000.00, an der Leitplanke ein solcher von CHF 1'000.00. Die Auswertung der Kontrollmittel ergab sodann, dass der Beschuldigte ausserdem pflichtwidrig gegen die Chauffeurverordnung (ARV 1) verstossen hatte, indem er mehrfach bei Arbeitsbeginn und Arbeitsende das Land nicht in den digitalen Fahrtschreiber eingegeben hatte."
D. Am 14. Januar 2015 zeigte Dr. iur. C._, unter Vorlage einer Anwaltsvollmacht die Interessenwahrung von X._ an und erhob am 14. Januar 2015 Einsprache gegen den Strafbefehl. Gleichzeitig beantragte er Akteneinsicht. Mit Eingaben vom 3. Februar 2015 und 10. Februar 2015 bekräftigte der Rechtsvertreter unter anderem, vollumfänglich an der Einsprache vom 14. Januar 2015 festhalten zu wollen.
E. Mit Verfügung vom 13. Februar 2015, gleichentags mitgeteilt, zeigte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Parteien den Abschluss der Strafuntersuchung an und stellte aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Überweisung des Strafbefehls an das Gericht wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG sowie mehrfacher Übertretung der Chauffeurverordnung gemäss Art. 21 Abs. 2 lit. d ARV 1 in Aussicht. Gleichzeitig teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden mit, dass auf eine staatsanwaltschaftliche Einvernahme verzichtet werde, da vorliegend eine Rechtsfrage gerichtlich zu prüfen sei. X._ wurde eine Frist von 10 Tagen gesetzt, innert welcher er eine staatsanwaltschaftliche Einvernahme hätte beantragen können. Ein entsprechender Antrag wurde nicht gestellt.
F. X._ liess am 16. März 2015 seine Einsprache hinsichtlich des Verstosses gegen die Chauffeurverordnung zurückziehen. Aufrecht erhalten wurde die Einsprache betreffend den Vorwurf der Verletzung von Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
G. Mit Verfügung vom 27. März 2015, mitgeteilt am 9. April 2015, überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl dem Bezirksgericht Albula (seit 1. Januar 2017 Regionalgericht Albula). Sie legte der Verfügung einen Schlussbericht nach Art. 326 Abs. 2 StPO bei.
H. Die Parteien wurden mit prozessleitender Verfügung vom 10. Februar 2016 zur Hauptverhandlung auf den Freitag, 3. Juni 2016, vorgeladen, welche auf den 5. Juli 2016 verschoben wurde. Mit Eingabe vom 1. Juli 2016 zeigte Rechtsanwalt Dr. iur. Heinz Marx die Interessenwahrung von X._ an, unter Beilage einer Anwaltsvollmacht. Gleichzeitig teilte er mit, dass X._ zur Hauptverhandlung
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nicht erscheinen könne und er ihn vertreten werde. Zudem stellte er in Aussicht, an der Hauptverhandlung den Antrag auf Durchführung eines Augenscheins zu stellen.
I. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula fand am 5. Juli 2016 statt. Daran nahm einzig der Rechtsvertreter von X._ teil. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:
Anträge Staatsanwaltschaft (gemäss Strafbefehl vom 5./6. Januar 2015):
"1. X._ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie der mehrfachen Übertretung der Chauffeurverordnung gemäss Art. 14b Abs. 1 lit. a ARV 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 lit. d ARV 1.
2. Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Busse von CHF 250.00.
3. Die Kosten des Verfahrens werden der beschuldigten Person auferlegt.
5. [Kosten]
6. [Zustellung]"
Sinngemässe Anträge beschuldigte Person:
X._ sei vom Vorwurf der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG freizusprechen.
J. Das Gericht begründete das Urteil an der Verhandlung mündlich. Da die Voraussetzungen von Art. 82 Abs. 1 StPO erfüllt waren, verzichtete das Gericht auf eine schriftliche Begründung und teilte das nicht begründete Dispositiv am 8. Juli 2016 den Parteien mit. Mit Schreiben vom 15. Juli 2016 liess X._ Berufung anmelden, weshalb das Gericht den Parteien nachträglich ein schriftlich begründetes Urteil am 5. September 2016 zustellte. Darin erkannte das Bezirksgericht Albula was folgt:
"1. X._ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie der mehrfachen Übertretung der Chauffeurverordnung gemäss Art. 14b Abs. 1 lit. a ARV 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 lit. d ARV 1.
2. Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 250.00 bestraft.
3. Das am 10.09.2014 geleistete Depositum von CHF 800.00 wird zunächst an die Busse und danach an die Verfahrenskosten angerechnet.
4.a)Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'000.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft
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Graubünden CHF 1'000.00, Gerichtsgebühren CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X._.
b)X._ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:
Busse CHF 250.00
Verfahrenskosten CHF 3'000.00
./ . abzgl. Depositum CHF 800.00
Total CHF 2'450.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations