# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 78d05c59-5dca-4c10-910f-831302fff1fe
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. wurde am 10. Oktober 1959 in HH. geboren und wuchs zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester bei den Eltern in II. auf. Dort besuchte er auch neun Jahre die Schule. Anschliessend absolvierte er mit Erfolg eine dreijährige Lehre als Zimmermann. A. war selbständig im Trockenbau tätig. Zur Zeit ist er nach einem schweren Verkehrsunfall am 29. Oktober 2010 arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit wird nach Ausführungen in der Berufung noch längere Zeit andauern. A. erhält ein Taggeld aus Unfallversicherung in Höhe von Fr. 197.25 sowie ein weiteres Taggeld aus Motorfahrzeugversicherung in Höhe von Fr. 20.--. Im Steuerjahr 2007 versteuerte er zudem ein Reinvermögen von Fr. 88'106.--. Seine Ehefrau erzielte ihrerseits im Jahre 2007 ein Nettoeinkommen in der Höhe von Fr. 32'780.--.
A. ist mit B. verheiratet. Seine beiden Kinder sind erwachsen und selbständig.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 18. August 2010 wurde A. wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, wegen mehrfacher Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie wegen unanständigen Benehmens gemäss Art. 32 Abs. 1 StPO-GR in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 18. August 2010 folgender Sachverhalt zu Grunde:
„A. wird angeklagt 1. der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1
StGB sowie der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB.
1.1 Am 29. September 2009 spitzte A. bei sich zu Hause am JJ.-Strasse 123 in II. eine Mauer weg. C. kam dazu. A. hatte zuvor beim Verlegen von Steinplatten eine March zugedeckt. C. sprach seinen Nachbarn auf diese March an. A. verwies C. an den Landammann. Es fielen gegenseitig Schimpfwörter. Beim Weggehen von C. stiess A. diesen in sein Haus, schloss die Türe ab und schlug auf C. ein. Dieser setzte sich auf die Treppe und A. drohte ihm, dass er ihn kaputt mache; es sei ihm gleichgültig, wenn er hier auf der Treppe verrecken würde. Ehegattin B. kam dazu und forderte ihren Mann auf, die Türe zu öffnen. A. zerrte C. auf die Beine, schloss die Türe auf und spedierte seinen Nachbarn zum Haus hinaus.
C. ging in die Wohnung von D. und rief die Fahndung H. in HH. an. C. wurde aufgefordert, einen Arzt aufzusuchen und
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dann auf der Fahndung vorbeizukommen. Diese Anweisungen befolgte C.. Gemäss Arztbericht von Dr. med. E. erlitt C. Prellungen an beiden Vorderärmen, am Rücken und an der Hüfte sowie eine leichte Prellung am Kopf.
A. will C. weder geschlagen noch ihm gedroht haben.
C. stellte am 30. September 2009 Strafantrag gegen A. wegen Körperverletzung/Tätlichkeit/Drohung.
C. reichte am 19. Februar 2010 eine Adhäsionsklage in der Höhe von Fr. 500.-- ein.
1.2 F. beabsichtigte, um ihr Grundstück einen Zaun zu errichten. Am 09. Oktober 2009 wurde sie von A. um 06.10 Uhr angerufen. Er warf ihr vor, sie wolle mit einem 1.5 m hohen Zaun einen 600 m2 grossen Zwinger errichten. Während dieses Gesprächs sagte A. zudem zu F., dass er für den Fall, dass er noch einmal einen ihrer Hunde bellen höre, diesem und ihr die Kehle durchschneiden werde. F. trennte sofort das Gespräch.
Am 10. Oktober 2009 polterte A. kurz nach 08.00 Uhr an die Haustüre von F. und schrie, dass deren Hähne krähen. Er würde diesen und ihr selber den Kopf abhacken. F. öffnete das kleine Küchenfenster und hiess A., das Grundstück zu verlassen.
A. bestreitet, F. gedroht zu haben.
F. stellte am 12. Oktober 2009 Strafantrag gegen A. wegen Drohung.
2. des unanständigen Benehmens gemäss Art. 32 Abs. 1 StPO[- GR].
A. fuhr am 09. Januar 2010 um 08.48 Uhr mit seinem Mercedes E 320 T, GR X., über die KK.-Strasse in Richtung LL.-Strasse. Dahinter folgten zwei weitere Fahrzeuge. Aus der NN.-Strasse fuhr G. mit einem Volvo 850 GLE, GR Y., über die KK.-Strasse in Richtung LL.-Strasse, um zur MM.-Strasse zu gelangen. In der Annahme, dass das von A. gelenkte Fahrzeug in Richtung NN. abbiegen werde, fuhr G. rechts vorbei. Die Fahrzeuge streiften sich auf Höhe des Hauses Nr. 55 seitlich. Am Mercedes entstand ein Sachschaden in der Höhe von ca. Fr. 1'000.--, am Volvo ein solcher von ca. Fr. 500.--.
A. beschimpfte die Unfallbeteiligte mit Ausdrücken wie ‚dia vrdammt huara Saufuuz’ und tobte in Anwesenheit der Stadtpolizei HH.: ‚iar Tschuggaarschlöcher geben sowiso dera Saufuuz recht’; ‚vo dr Polizei lohni mi nit beruhiga’; ‚bringend mi doch uf dr Poschta, döt könnt iar mi verschloh und umbringa’; ‚vu Polizeiarschlöcher kenn i gnuag, beruhiga und säga lohn i miar vo Tschuggerwixer sowieso nüt’. A. liess sich nicht beruhigen.
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Die gesamte Umgebung schaute auf die Unfallstelle. A. mussten Handfesseln angelegt werden. Mit Hilfe einer polizeilichen Verstärkung wurde er schliesslich auf den Posten der Stadtpolizei HH. gebracht.
A. will seine Fassung verloren haben, weil die Unfallbeteiligte zu ihm gesagt habe, es sei ja nichts passiert.“
C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur am 29. Oktober 2010 waren A. in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach, sowie der Vertreter der Anklage, Untersuchungsrichter lic. iur. Guido Theiler, anwesend. Der Anklagevertreter stellte und begründete folgende Anträge:
„1. A. sei - der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1
StGB - der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB - des unanständigen Benehmens gemäss Art. 32 Abs. 1 StPO[-
GR]
schuldig zu sprechen.
2. A. sei zu verurteilen
- Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 230.--
- Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
- Zur Bezahlung einer Busse von Fr. 3'400.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
Der private Verteidiger beantragte und begründete was folgt:
„1. A. sei vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie des unanständigen Benehmens gemäss Art. 32 Abs. 1 StPO[-GR] von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Die Adhäsionsklage von Herrn C. vom 19. Februar 2010 sei auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz.“
D. Mit Urteil vom 29. Oktober 2010, mitgeteilt am 26. November 2010 erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. A. ist schuldig - der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2
StGB,
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- der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB und - des unanständigen Benehmens gemäss Art. 32 Abs. 1 StPO[-
GR].
2. a) Dafür wird A. mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à CHF 230.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
3. a) Zudem wird A. dafür mit einer Busse von CHF 2'000.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 10 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit A. dieselbe schuldhaft nicht bezahlt.
4. Die Adhäsionsklage wird auf den Zivilweg verwiesen.
5. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'420.00 (Untersuchungskosten Staatsanwaltschaft CHF 1'920.00; Gerichtskosten CHF 1'500.00) gehen zu Lasten von A..
b) A. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich total CHF 5'420.00 (Busse CHF 2'000.00; Verfahrenskosten CHF 3’420.00). Dieser Betrag ist inner 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichts Plessur zu überweisen.

## Considerations