# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a8e1d7d-4801-49f6-a23d-f391e418b33c
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Zahlungsbefehl Nr. [...] des Betreibungsamtes Q. vom 20. April 2022
betrieben die Kläger den Beklagten für den Betrag von Fr. 8'149.20 nebst
Zins zu 5.1 % seit 21. April 2022 ("Kantons-, Gemeinde-, rkt. Kirchensteu-
ern, Ausstand 2015, ordentliche Steuern"), für Fr. 1'350.20 ("Verzugszins
bis 20.04.22") und Fr. 73.30 Betreibungskosten.
Der Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
2.
2.1.
Mit Rechtsöffnungsbegehren vom 27. Juni 2022 beantragten die Kläger
beim Bezirksgericht S. definitive Rechtsöffnung für den Betrag von
Fr. 8'149.20 nebst 5.1 % Zins seit 21. April 2022, den Betrag von
Fr. 1'350.20 sowie Fr. 73.30, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten des Beklagten.
2.2.
Der Beklagte reichte am 27. und am 28. Juli 2022 Stellungnahmen ein.
2.3.
Die Präsidentin des Bezirksgerichts S. erkannte mit Entscheid vom 6. Sep-
tember 2022:
"1.
In der Betreibung Nr. [...]des Betreibungsamtes Q. (Zahlungsbefehl vom
20. April 2022; Rechtshängigkeit des Rechtsöffnungsbegehrens am
28. Juni 2022) wird den Gesuchstellern definitive Rechtsöffnung erteilt für
Fr. 8'149.20 nebst Zins zu 5.10 % seit 21. April 2022 sowie für aufgelaufe-
nen Verzugszins bis zum 20. April 2022 von Fr. 1'350.20.
2.
Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 300.00 festgesetzt und dem
Gesuchsgegner auferlegt. Sie wird mit dem Vorschuss der Gesuchsteller
von Fr. 300.00 verrechnet und der Gesuchsgegner verpflichtet, den
Gesuchstellern den Betrag von Fr. 300.00 direkt zu ersetzen.
3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen."
3.
Der Beklagte erhob mit Eingabe vom 20. September 2022, ergänzt am
21. September 2022, fristgerecht Beschwerde gegen den ihm am 12. Sep-
tember 2022 zugestellten Entscheid.
- 3 -

## Considerations

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Rechtsöffnungsentscheide können mit Beschwerde angefochten werden
(Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Mit der Beschwerde können
die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offensichtlich unrichtige Fest-
stellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Neue
Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Be-
schwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO).
Neben konkreten Rechtsbegehren hat die schriftlich einzureichende Be-
schwerde auch eine Begründung zu enthalten (Art. 321 Abs. 1 ZPO). Ab-
gesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Obergericht grundsätz-
lich auf die Beurteilung der gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen
Beanstandungen zu beschränken. Die Rügen der Parteien geben mithin
das Prüfungsprogramm vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich
nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist
das Obergericht, in Anwendung des Grundsatzes der Rechtsanwendung
von Amtes wegen (iura novit curia; Art. 57 ZPO), bei dieser Prüfung jedoch
weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die Argumente der
Parteien gebunden (vgl. BGE 147 III 176 E. 4.2.1).
2.
2.1.
Beruht die Forderung auf einem vollstreckbaren Entscheid eines schweize-
rischen Gerichts oder einer schweizerischen Verwaltungsbehörde, so wird
die definitive Rechtsöffnung erteilt, wenn nicht der Betriebene durch Urkun-
den beweist, dass die Schuld seit Erlass des Entscheids getilgt oder ge-
stundet worden ist, oder die Verjährung anruft (Art. 80 Abs. 1 und 2 i.V.m.
Art. 81 Abs. 1 SchKG).
Im Zusammenhang mit der Betreibung von Steuerschulden ist nicht unbe-
dingt erforderlich, dass die Steuerveranlagungen (= Steuerverfügungen)
ins Recht gelegt werden. Vielmehr reicht die Verurkundung eines Auszugs
aus dem Steuerregister aus, in dem die ergangenen Verfügungen verzeich-
net sind, dies weil das Register den genügenden Beweis dafür erbringt,
dass eine rechtkräftige Veranlagung Grundlage der Forderung bildet
(AGVE 1993 S. 69 f.; STAEHELIN, in: Basler Kommentar zum SchKG,
3. Aufl., Basel 2021, N. 120 zu Art. 80 SchKG mit Hinweisen).
2.2.
Die Vorinstanz hat zur Begründung des die Rechtsöffnung für den Betrag
von Fr. 8'149.20 gewährenden Entscheids ausgeführt, die in Betreibung
gesetzte Forderung beruhe auf einer definitiven Steuerveranlagung vom
21. November 2018 für die Steuern des Jahres 2015. Sie verwies dabei auf
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den von den Klägern eingereichten Steuerregisterauszug mit Vollstreckbar-
keitsbescheinigung vom 21. Juni 2022. Gemäss § 227 StG i.V.m. Art. 80
Abs. 2 Ziff. 2 SchKG seien solche Steuerveranlagungen vollstreckbaren
gerichtlichen Urteilen gleichgestellt. Der Beklagte bringe in seinen Stellung-
nahmen vorwiegend seine allgemeine Unzufriedenheit vor und beanstande
(zumindest indirekt) den in der Steuerveranlagung festgesetzten Steuerbe-
trag bzw. den betriebenen Betrag. Eine inhaltliche Prüfung der Veranla-
gungsverfügung vom 21. November 2018 könne im Rechtsöffnungsverfah-
ren jedoch nicht vorgenommen werden. Urkundenbeweise, welche den Er-
lass, die Tilgung oder die Stundung der Schuld belegen würden, habe der
Beklagte nicht eingereicht, zumal die eingereichte Zahlungsquittung offen-
sichtlich eine andere Betreibung bezüglich Steuerausstand für das Jahr
2018 betreffe. Auch vermöge der Beklagte mit seiner sinngemässen Anru-
fung der Verjährung nicht durchzudringen, zumal Steuerforderungen ge-
mäss § 178 [recte] StG erst fünf Jahre, nachdem die Veranlagung rechts-
kräftig geworden sei, verjährten.
Gemäss § 223a Abs. 3 StG werde auf geschuldeten und geforderten Steu-
ern, die bis zum Verfalltag nicht bezahlt seien, ohne Mahnung ein Verzugs-
zins berechnet. Der Verfalltag ergebe sich aus § 223 StG. Vorliegend lies-
sen sich die Zustellungsdaten der fraglichen Steuerrechnungen und somit
die genauen Verfalltage anhand der Zinsstaffeln und Kontoauszüge aus
den Akten entnehmen. Der anzuwendende Zinssatz ergebe sich aus der
Zinsverordnung (SAR 651.313) bzw. aus deren Anhang und sei korrekt an-
gewendet worden. Es sei somit auch die definitive Rechtsöffnung für den
aufgelaufenen Zins von Fr. 1'350.20 bis 20. April 2022 sowie Verzugszins
zu 5.10 % auf Fr. 8'149.20 seit 21. April 2022 zu gewähren.
2.3.
Der Beklagte macht in der Beschwerde geltend, er werde jedes Jahr von
der Gemeinde zu Unrecht immer höher eingestuft, weil seine Frau die Steu-
ererklärungen ab dem Jahr 2015 nicht mehr abgegeben habe. Sie hätten
Eheprobleme, und es sei ihm zeitlich unmöglich, sich auch noch um die
Finanzen zu kümmern. Seine Frau habe sich auf dem Steueramt gemeldet,
aber Frau B. habe kein Verständnis für die schwierige Situation gehabt. Die
Gemeinde wolle ihn offensichtlich ruinieren und die Existenz kaputt ma-
chen. Er sei nur ein kleiner Landwirt, habe ein kleines Einkommen und
könne sich keinen Anwalt leisten. Die Gemeinde wolle ihn finanziell ruinie-
ren, weil die Steuern vom Jahr 2015 nicht mehr abgegeben worden seien.
Der Beklagte habe infolge einer Aufsichtspflichtverletzung im Zusammen-
hang mit seinem im Jahr 2016 verstorbenen verbeiständeten Bruder viel
Geld verloren, und er habe zu viel Erbschaftssteuer bezahlen müssen. Weil
er keine Direktzahlungen mehr erhalte und nur eine kleine IV-Rente be-
ziehe, werde das Einkommen massiv tiefer sein.
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2.4.
In seinen Vorbringen der Beschwerde setzt sich der Beklagte nicht mit den
zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid auseinander. Die
Gründe für das Nichteinreichen der Steuerklärungen ab dem Jahr 2015 än-
dern nichts daran, dass gestützt auf die rechtskräftige Steuerveranlagung
2015 definitive Rechtsöffnung zu erteilen ist. Der Rechtsöffnungsrichter hat
nicht über den materiellen Bestand und die Richtigkeit der in einem defini-
tiven Rechtsöffnungstitel ausgewiesenen Forderung zu befinden (BGE 135
III 315 Erw. 2.3). Ob der Beklagte tatsächlich nicht in der Lage ist, die ver-
anlagten Steuern zu bezahlen, wäre allenfalls in einem Steuererlassverfah-
ren zu prüfen (§ 230 ff. StG).
Im Entscheid der Vorinstanz ist keine unrichtige Rechtsanwendung oder
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes zu erkennen. Die
Beschwerde ist demnach abzuweisen.
3.
Wegen offensichtlicher Unbegründetheit der Beschwerde wurde von der
Zustellung an die Kläger zur Erstattung einer Beschwerdeantwort abgese-
hen (Art. 322 Abs. 1 ZPO).
4.
Ausgangsgemäss sind die auf Fr. 450.00 festzusetzenden Gerichtskosten
(Art. 48 i.V.m. Art. 61 GebV SchKG) dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106
Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO). Den Klägern ist im obergerichtlichen
Verfahren kein Aufwand erwachsen, so dass ihnen keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen ist.