# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be79eeda-c353-4ffc-b4c3-40615fe893d2
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 23. Februar 1941 in F., Italien, geboren. Er ist geschieden und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Er war Inhaber des Transportgeschäfts A. AG, das er seinem Sohn übertragen hat. X. ist AHV-Rentner. Sein steuerbares Einkommen belief sich im Jahr 2006 auf rund Fr. 47'700.00, somit auf rund Fr. 4'000.00 pro Monat. Das steuerbare Vermögen beziffert sich gemäss der Steuerveranlagung desselben Jahres auf Fr. 830'000.00. X. ist Miteigentümer einer 4-Zimmerwohnung in G. und einer Garage, die er an seinen Sohn vermietet hat. Der monatliche Mietzins von Fr. 1'500.00 deckt gemäss den Angaben von X. die Hypothekarzinsen. Dieser wurde gemäss Angaben anlässlich der Hauptverhandlung neu auf Fr. 1'000.00 reduziert.
B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister sowie im ADMAS –  ist X. nicht verzeichnet.
C. Mit Strafmandat vom 9. Mai 2008, mitgeteilt am 9. Mai 2008, wurde X. vom Kreispräsidenten Schams wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 1 VRV, Art. 29 SVG und Art. 38 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Busse von Fr. 600.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen bestraft. Der Kreispräsident Schams legte dem Entscheid folgenden Sachverhalt zugrunde:
„Am Dienstag 05.02.2008 fuhr B., eine Mitarbeiterin von X., mit dem Lastwagen, Kennzeichen (CH) GR_ auf der Autostrasse A13 von Andeer kommend Richtung Sufers. Vor der Roflagalerie hatte sie eine Motorenpanne und konnte nicht mehr weiterfahren. Sie informierte telefonisch X., der kurz darauf mit einem PW am Ort der Panne eintraf. X. beorderte B. ausgerüstet mit einer Warnweste auf die Südseite der Roflagalerie, um den Verkehr von Süden kommend zu warnen. Er selbst bestieg das Pannenfahrzeug, liess es quer über die Strasse und über die Sicherheitslinie auf die Nordspur und im Schritttempo auf der Nordspur rückwärts bis zur Nordausfahrt Avers rollen, wo er es in der Einfahrt abstellte. Dort versuchte er, das Pannenfahrzeug zu reparieren. Das Pannenfahrzeug behinderte damit jeglichen Verkehr auf der Nordausfahrt Avers.“
D. Gegen dieses Strafmandat liess X. am 16. Mai 2008 durch Rechtsanwalt Schwarzenbach fristgerecht Einsprache beim Kreispräsidenten Schams erheben. Mit Schreiben vom 30. Mai 2008 übermittelte das Kreisamt die Akten dem Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein. Die Bezirksgerichts-Vizepräsidentin führte die Untersuchung im ordentlichen Verfahren durch. Dabei wurden X. als Angeschuldigter, B. als Auskunftsperson und der Polizist C. als Zeuge einvernommen. Am 26. November 2008 erliess die Bezirksgerichts-Vizepräsidentin
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die Schlussverfügung. Mit dem Abschluss der Untersuchung begann die 10-tägige Frist für die Stellung von Anträgen auf Ergänzung der Untersuchung zu laufen, von welcher X. Gebrauch machte. Auf Antrag seines Rechtsvertreters liess er D., Betriebsleiter der E. Schweiz AG, Filiale Chur, als Zeugen befragen sowie Unterlagen zu den durch die E. Schweiz AG am Pannenfahrzeug zwischen Februar 2007 bis März 2008 ausgeführten Arbeiten einholen.
E. Am 1. April 2009 erliess das Bezirksgerichtspräsidium Hinterrhein die Anklageverfügung. Dadurch wurde X. nach Ergänzung der Untersuchung wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 2 SVG, Art. 37 Abs. 2 SVG und Art. 36 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. Das Bezirksgerichtpräsidium Hinterrhein legte der Anklage grundsätzlich den Sachverhalt zugrunde, auf welchen sich bereits der Kreispräsident Schams stützte. Basierend auf seinen Untersuchungen gelangte das Bezirksgerichtspräsidium jedoch zum Schluss, dass sich der Sachverhalt bezüglich des Anklagepunktes des Führens eines nicht betriebsicheren Fahrzeuges etwas anders abgespielt hatte. X. und B. sagten übereinstimmend aus (vgl. Einvernahme-Protokolle vom 29. Oktober 2008), dass der zunächst von B. gelenkte Lastwagen auf der Einfahrt Andeer zum ersten Mal eine Panne gehabt habe. X., der von seiner Schwiegertochter herbeigerufen wurde, habe den Wagen kontrolliert, die Einspritzpumpe entlüftet und habe, nachdem der Motor nach seiner eigenen Wahrnehmung wieder einwandfrei gelaufen sei, die Fahrt mit dem Pannenfahrzeug auf der A13 Richtung San Bernardino fortgesetzt, wo es erneut stillgestanden sei. Sodann überwies das Bezirksgerichtspräsidium den Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein zur Beurteilung.
F. Mit Vorladung vom 4. Mai 2009 wurde die Hauptverhandlung angesetzt.
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 17. Juni 2009 waren X. und sein Verteidiger anwesend. Beweisanträge wurden keine gestellt. Es folgte die Verlesung der wesentlichen Angaben zur Person sowie der erste Teil (Feststellungen) der Anklageverfügung. In diesem Zusammenhang berichtete der Angeklagte, dass das Pannenfahrzeug bereits bei der Südausfahrt Andeer ein erstes Mal stillgestanden sei. Mit der Befragung des Angeklagten wurde das Beweisverfahren geschlossen. Im Anschluss daran wurden die Erwägungen und Anträge der Anklage gemäss Anklageverfügung vom 1. April 2009, mitgeteilt am 2. April 2009, verlesen. Die Anträge der Bezirksgerichts-Vizepräsidentin lauteten folgendermassen:
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„1. X. wird wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 2 SVG, Art. 37 Abs. 2 SVG und Art. 36 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt.
2. Der Fall wird dem Bezirksgerichtsauschuss Hinterrhein zur Beurteilung überwiesen.
3. Die Kosten der Ergänzung der Untersuchung betragen CHF 2'036.00 und bleiben bei der Prozedur.

## Considerations