# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 124c002d-7a6b-5c44-939c-da5c517ce095
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A.Y., geb. 1976, von Weissrussland, und U.T., Schweizer Staatsbürger, geb. 1975,
heirateten am 7. April 2006 in der Schweiz. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt
A.Y. am 23. Juni 2006 eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Zürich. Am 5. April und
21. August 2007 beantragte sie im Rahmen eines Kantonswechsels in St. Gallen eine
Aufenthaltsbewilligung. Das Ausländeramt (später Migrationsamt) St. Gallen trat mit
Verfügungen vom 15. Juni 2007 und 12. Februar 2008 auf die Gesuche nicht ein, weil
A.Y. die verlangten Unterlagen nicht eingereicht hatte. Mit Urteil des Bezirksgerichts X.
vom 11. November 2008 wurde die Ehe von U.T. und A.Y. geschieden. Das
Migrationsamt wies A.Y. hierauf mit Verfügung vom 23. März 2009 an, den Kanton
St. Gallen bis 7. April 2009 zu verlassen. Am 13. November 2013 gebar A.Y. ihren Sohn
K.M. Am 8. September 2014 anerkannte O.M., geb. 1969, von Italien, die Vaterschaft.
Am 24. Dezember 2014 beantragten A.Y. und O.M. eine Aufenthaltsbewilligung für A.Y.
und eine Niederlassungsbewilligung für K.M. Das Migrationsamt trat mit Verfügung
vom 11. März 2015 auf die Gesuche nicht ein mit der Begründung, es sei nicht
zuständig, da wegen fehlender Mitwirkung der Aufenthaltsort von A.Y. nicht habe
ermittelt werden können. Es bestünden Hinweise, dass sie sich im Kanton Appenzell
Aussenrhoden aufhalte (act. G 10 I/228).
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b. Nachdem A.Y. gegen diese Verfügung Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement erhoben hatte, hob das Migrationsamt die Verfügung am 4. Juni
2015 wiedererwägungsweise auf und prüfte das Gesuch materiell. Mit Verfügung vom
13. August 2015 wies es das Gesuch von O.M. um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA an K.M. im Rahmen des Familiennachzugs ab (act. G
10 III/99). Mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 wies das Migrationsamt auch das
Gesuch um Unterbreitung als schwerwiegender persönlicher Härtefall bzw.
Familiennachzug betreffend A.Y. und K.M. ab. Zur Begründung hielt es im
Wesentlichen fest, das Familiennachzugsgesuch von O.M. sei abgewiesen worden.
Selbst wenn K.M. über eine Bewilligung verfügen würde, verliehe dies seiner Mutter
keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzugs. A.Y. habe keine Verwandten in der Schweiz, die das Schweizer
Bürgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung besitzen würden. Lediglich der Vater
ihres Sohnes besitze die Niederlassungsbewilligung. Zwischen Vater und Sohn sei
weder in wirtschaftlicher noch affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung
auszumachen. O.M. werde vollumfänglich vom Sozialamt unterstützt. Die
Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegen eines
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls seien nicht gegeben (act. G 10 I/270). Den
gegen die Verfügung vom 15. Oktober 2015 erhobenen Rekurs vom 28. Oktober 2015
(act. G 10/1) wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 8. Juni
2016 ab (act. G 5).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhoben A.Y. und K.M., beide vertreten durch S.W. mit
Eingabe vom 24. Juni 2016 Beschwerde mit den Anträgen, den Beschwerdeführern sei
die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Alternativ sei der Beschwerdeführerin eine
Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Erbringung gültiger Ausweispapiere zu erteilen. Auf
eine Ausweisung bzw. Ausschaffung der Beschwerdeführer sei in jedem Fall zu
verzichten (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 8. August 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid (act. G 9). Nach Einsicht in die Akten nahm der Rechtsvertreter der
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Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. August 2016 Stellung (act. G 13). Am
24. August 2017 reichte das Migrationsamt weitere Unterlagen (Polizeiberichte) ein (act.
G 16).
c. Auf die Vorbringen in den Eingaben dieses Verfahrens wird, soweit für den Entscheid
relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Zu prüfen ist, ob - und gegebenenfalls unter welchem Rechtstitel - den
Beschwerdeführern eine Bewilligung zum Verbleib im Kanton St. Gallen zu erteilen ist.
Die EMRK verschafft keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen
besonderen Aufenthaltstitel. Sie hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die
Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer
Personen unter Beachtung der Interessen des Familien- und Privatlebens
gegebenenfalls auch wieder zu beenden. Dennoch kann es das in Art. 8 EMRK
geschützte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens verletzen, wenn einer
ausländischen Person, deren Familienangehörige sich hier aufhalten, die Anwesenheit
untersagt und damit ihr Zusammenleben vereitelt wird. Das entsprechende, in Art. 8
EMRK bzw. Art. 13 BV geschützte Recht ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs-
oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre
Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person
beeinträchtigt, ohne dass es dieser möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende
Familienleben andernorts zu pflegen (vgl. BGE 142 II 35 E. 6.1 mit Hinweisen).
2.2. Nach Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18
Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung unter Vorbehalt von Art. 51 Abs. 2
AuG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
diesen zusammenwohnen. Eine ausländerrechtlich relevante Ehegemeinschaft besteht
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solange, als die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger
Ehewille vorhanden ist. Dabei ist hauptsächlich auf die nach aussen wahrnehmbare
eheliche Wohngemeinschaft abzustellen (vgl. BGE 138 II 229 E. 2 und BGE 137 II 345
E. 3.1.2). Nach Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG erlischt der Anspruch auf Familiennachzug
resp. die Aufenthaltsbewilligung unter anderem, wenn Widerrufsgründe gemäss Art. 62
AuG vorliegen. Gemäss Art. 62 lit. e AuG erlischt der Anspruch auf Familiennachzug,
wenn eine Person, für die der Ausländer zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist.
Art. 62 lit. e AuG setzt eine konkrete Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit voraus. Blosse
finanzielle Bedenken allein genügen nicht. Für die Beurteilung der Gefahr der
Sozialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen Verhältnissen auszugehen und die
wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwägen. Bejaht wird die
Dauerhaftigkeit der Sozialhilfeabhängigkeit, wenn im Zeitpunkt des Entscheids nicht
mit einer Verbesserung der Situation gerechnet werden kann und das Fürsorgerisiko
aller Voraussicht nach bestehen bleibt. Entscheidend sind die finanziellen
Möglichkeiten aller Familienmitglieder über eine längere Sicht. Das Einkommen des
Angehörigen, der an die Lebenshaltungskosten der Familie beitragen soll, ist daran zu
messen, ob und in welchem Umfang es tatsächlich realisierbar ist. In diesem Sinne
müssen die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen
(BGer 2C_31/2012 vom 15. März 2012 E. 2.2 mit Hinweisen). Eine hohe Verschuldung
wirkt sich dabei negativ auf die Zukunftsprognose aus (S. Hunziker in: Caroni/Gächter/
Thurnheer, Handkommentar zum AuG, Bern 2010, Rz. 49 zu Art. 62 AuG).
3.
3.1. Der in der Schweiz niederlassungsberechtigte italienische Staatsangehörige O.M.
ist der Vater des Beschwerdeführers, welcher Staatsangehöriger von Weissrussland
(Belarus) ist (act. G 10 III/6). Unbestritten ist, dass die beiden Beschwerdeführer nie in
familiärer Gemeinschaft mit O.M. lebten. Für einen Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs (Art. 43 Abs. 1 AuG, Art. 3
Abs. 1 FZA) fehlt es daher an der Voraussetzung einer intakten Familiengemeinschaft.
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Ein Aufenthaltsanspruch des Beschwerdeführers wäre unter Umständen gegeben,
wenn von einer in wirtschaftlicher und affektiver Sicht besonders engen Beziehung des
nicht sorgeberechtigten Vaters zum Beschwerdeführer auszugehen wäre, diese
Beziehung wegen der Distanz praktisch nicht aufrecht erhalten werden könnte und das
bisherige Verhalten des Vaters in der Schweiz zu keinen Klagen Anlass gegeben hätte
(vgl. BGer 2C_147/2015 vom 22. März 2016, E. 2.2.2 mit Hinweisen), wobei die blosse
Absicht, eine solche Beziehung erst aufzubauen, für einen Aufenthaltsanspruch nicht
genügen würde (BGer 2C_1025/2013 vom 7. April 2014, E. 2.4.4 mit Hinweisen). Aus
den Akten ist ersichtlich, dass O.M. für seinen Lebensunterhalt seit 2007 vom
Sozialamt unterstützt wird und alleine lebt (act. G 10 III/68). Die vorinstanzliche
Feststellung, dass er keine Unterhaltszahlung für den Beschwerdeführer leistet und
deshalb zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht keine besonders enge Vater-Kind-
Beziehung dargetan ist (act. G 5 S. 6 f.), blieb unbestritten. Zur Beziehung zwischen
O.M. und dem Beschwerdeführer äusserten sich die Beschwerdeführer im
vorliegenden Verfahren nicht weiter. Damit fehlt es an einem konkreten Anlass,
aufgrund dessen die Verneinung eines Anspruchs auf Erteilung einer
ausländerrechtlichen Bewilligung durch die Vorinstanz unter EMRK-rechtlichen
Gesichtspunkten zu beanstanden wäre.
3.2. Von den Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 18-29 AuG kann abgewichen
werden, um schwerwiegenden persönlichen Härtefällen Rechnung zu tragen (Art. 30
Abs. 1 lit. b AuG). Die Voraussetzungen von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG, welche in Art. 31
Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201,
VZAE) in einer nicht abschliessenden Aufzählung konkretisiert werden, sind restriktiv zu
handhaben (vgl. VerwGE B 2016/101 vom 23. August 2016, E. 3.2, mit Hinweis auf
VerwGE B 2013/219 vom 17. Dezember 2015, E. 2.2). Die betroffene Person muss sich
in einer persönlichen Notlage befinden. Dies bedeutet, dass ihre Lebens- und
Daseinsbedingungen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von Ausländern in
gesteigertem Mass in Frage gestellt sein müssen beziehungsweise die Verweigerung
einer Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 18-29 AuG für sie
schwere Nachteile zur Folge hat. Bei der Beurteilung eines schwerwiegenden
persönlichen Härtefalls sind alle Gesichtspunkte des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die
Tatsache, dass die betroffene Person sich seit längerer Zeit in der Schweiz aufhält, hier
sozial und beruflich gut integriert ist und sein Verhalten zu keinen Klagen Anlass
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gegeben hat, begründet für sich allein keinen schwerwiegenden persönlichen Härtefall.
Die Beziehung der Person zur Schweiz muss derart eng sein, dass man von ihr nicht
verlangen kann, in einem anderen Land, insbesondere ihrem Heimatland, zu leben. In
dieser Hinsicht begründen die arbeits-, freund- oder nachbarschaftlichen Beziehungen,
die sie während ihres Aufenthalts knüpfen konnte, normalerweise keine derart enge
Verbindung mit der Schweiz, dass eine Ausnahme von der zahlenmässigen
Begrenzung der Ausländer gerechtfertigt wäre. Die Anerkennung als Härtefall setzt
jedoch nicht zwangsläufig voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz den einzig
möglichen Ausweg aus der Notlage darstellt. Illegale Aufenthalte in der Schweiz
werden im Rahmen der Überprüfung eines Härtefalls nicht berücksichtigt. Selbst ein
langer Aufenthalt in der Schweiz ist, soweit illegal, für sich allein kein wesentliches
Element, das einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall zu begründen vermöchte.
Andernfalls würde die beharrliche Verletzung von geltendem Recht einen Härtefall
bewirken (vgl. in anderem Zusammenhang auch BGE 130 II 39 E. 3 mit Hinweis). Im
Weiteren bedarf die Erteilung einer Härtefallbewilligung der Zustimmung des SEM (vgl.
Art. 30 Abs. 2 und Art. 99 AuG, Art. 85 Abs. 1 und 2 VZAE und Art. 5 lit. d der
Verordnung des EJPD über die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden
ausländerrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide, SR 142.201.1).
3.3. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, seit dem Ablauf der
Gültigkeit ihrer Aufenthaltsbewilligung im April 2007 lebe die Beschwerdeführerin ohne
Bewilligung in der Schweiz. Die Dauer des bewilligungslosen Aufenthalts sei bei der
Prüfung der Härtefallbewilligung nicht anzurechnen. Die Beschwerdeführerin habe in
der Schweiz keine nahen Verwandten und bis zu ihrer Einreise im Alter von 30 Jahren
in Weissrussland gelebt. Sie sei daher mit den dortigen Sitten und Gebräuchen sowie
der Landessprache vertraut. Es könne ihr zugemutet werden, dort ein Beziehungsnetz
wieder aufzubauen. Eine schlechtere wirtschaftliche Lage im Heimatstaat begründe
keinen Härtefall. Der Beschwerdeführer befinde sich in einem Alter, in welchem er stark
an die Eltern gebunden sei. Eine Ausreise zusammen mit der Mutter treffe ihn daher
nicht besonders hart. Umstände, welche die allgemeine und politische Situation im
Herkunftsland betreffen würden, fielen im Zusammenhang mit Härtefallbewilligungen
ausser Betracht. Mit dem Hinweis, dass die staatliche Unterstützung für
Alleinerziehende und die medizinische Grundversorgung in Weissrussland nicht den
Verhältnissen in der Schweiz entspreche, könne kein Härtefall begründet werden. Die
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verfassungs- und staatsvertragsrechtliche Pflicht zur Wahrung des Kindeswohls gebe
keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung in demjenigen Land, in welchem der
höchste Standard der finanziellen bzw. sozialen Unterstützung oder medizinischen
Behandlung gewährleistet sei. Die Voraussetzungen eines Härtefalls seien nicht erfüllt
(act. G 5 S. 8 f.).
Hinsichtlich der Frage der Verhältnismässigkeit der Verweigerung der Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung an die Beschwerdeführer (Art. 96 AuG) kam die Vorinstanz zum
Schluss, die Durchsetzung einer restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber
Personen, die nicht aus einem EU- oder EFTA-Mitgliedstaat stammen würden, stelle
ein anerkanntes öffentliches Interesse an der Bewilligungsverweigerung dar. Es habe
zum Zweck, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der schweizerischen und
ausländischen Wohnbevölkerung und die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für
die hier wohnenden und arbeitenden Ausländer zu gewährleisten. Dieses öffentliche
Interesse überwiege die privaten Interessen der Beschwerdeführer an einer
Bewilligungserteilung. Gründe, welche die Wegweisung im Sinn von Art. 83 AuG als
nicht möglich, nicht zulässig und nicht zumutbar erscheinen lassen würden, lägen nicht
vor (act. G 5 S. 10).
3.4. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer hielt in der Beschwerde fest, der
Beschwerdeführer verfüge momentan über keinen Ausweis, weshalb es für die
Beschwerdeführerin nicht möglich sei, sich in Weissrussland gültige Papiere zu
beschaffen. Die weissrussische Botschaft stelle nur Reisedokumente für die
Beschwerdeführerin aus, nicht aber für ihren Sohn. Daher bestehe die reelle Gefahr,
dass Mutter und Kind bei der Einreise in Weissrussland getrennt würden. Sie seien der
Auffassung, dass die Härtefall-Regelung Anwendung finden sollte. Der Vater des
Beschwerdeführers sei dabei, für den Beschwerdeführer einen italienischen
Personalausweis zu beschaffen. Sobald dieser vorliege, könne die Beschwerdeführerin
sich die nötigen Ausweispapiere für sich selbst beschaffen, ohne befürchten zu
müssen, von ihrem Sohn getrennt zu werden. Eine Suchanfrage beim Roten Kreuz für
den Bruder der Beschwerdeführerin sei bisher erfolglos geblieben (act. G 1). In der
Stellungnahme vom 22. August 2016 legten die Beschwerdeführer dar, dass die
Beschwerdeführerin für sich Reisedokumente, die maximal drei Wochen gültig seien,
bei der weissrussischen Botschaft beantragen könne, nicht jedoch für ihren Sohn.
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Dieser könne jedoch einen italienischen Pass über seinen Vater O.M. nur bekommen,
sofern die Beschwerdeführerin gültige Ausweispapiere vorweist. Diese besonderen
Umstände, die den Beschwerdeführer praktisch zu einem Staatenlosen machen
würden, seien zu berücksichtigen (act. G 13).
4. Die Vorinstanz begründete im angefochtenen Entscheid die
Bewilligungsverweigerung und deren Verhältnismässigkeit einlässlich und
nachvollziehbar. Die bezüglichen Ausführungen werden auch von den
Beschwerdeführern grundsätzlich nicht beanstandet. Ein konkreter Anlass, aufgrund
dessen die vorinstanzlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid zu
beanstanden wären, ist auch mit Blick auf die einschlägige Rechtsprechung (vgl. BGer
2C_625/2017 vom 13. Dezember 2017, E. 3.1 mit Hinweisen) nicht ersichtlich. Nach
Lage der Akten sind sodann keine Vollzugshindernisse oder Unzumutbarkeitsgründe im
Sinn von Art. 83 Abs. 2-4 AuG dargetan. Für die Nichtbeibringung des bereits im Juni
2016 (act. G 1) in Aussicht gestellten italienischen Personalausweises für den
Beschwerdeführer, welcher durch seinen Vater die italienische Staatsbürgerschaft
besitzt, vermögen die Beschwerdeführer keinen nachvollziehbaren Grund anzuführen.
Es wird Sache der Vollzugsbehörde sein, zusammen mit den Beschwerdeführern für
deren Reisepapiere zu sorgen. Die vorinstanzliche Ermessensausübung hat das
Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur zur Rechtskontrolle befugt ist, zu
respektieren. Eine Ermessenskontrolle steht ihm nicht zu; im Fall der Ausübung
pflichtgemässen Ermessens - wie vorliegend im angefochtenen Rekursentscheid - ist
ihm eine Korrektur verwehrt.
5. (...).