# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 19e4539a-339d-506b-92f3-33397564dfd6
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A_ (geb. am XX.XX.1995) ist venezolanische Staatsangehörige. Am 18. September 2013
reiste sie zwecks Sprachaufenthalt in die Schweiz ein. In Rorschach heiratete sie am 30.
August 2014 den Schweizerbürger C_, worauf ihr eine bis zum 24. November 2016
gültige Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Das Ehepaar zog am 24. November 2014 nach
Speicher, und am 1. Mai 2015 nahm es Wohnsitz in Trogen. Mit Entscheid vom 19. August
2016 genehmigte die Einzelrichterin des Kantonsgerichts im Rahmen eines
Eheschutzverfahrens eine Vereinbarung der beiden Ehegatten. Darin wurde u.a.
festgestellt, dass die Eheleute seit dem 10. Februar 2016 getrennt leben und diese den
gemeinsamen Haushalt aufgehoben haben.
B. Mit Eingabe vom 13. September 2016 beantragte A_ die Verlängerung ihrer
Aufenthaltsbewilligung. Das Amt für Inneres, Abteilung Migration, teilte ihr mit Schreiben
vom 6. Dezember 2016 mit, dass die Voraussetzungen für die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht mehr erfüllt seien, weshalb es sich veranlasst sehe, das
Verlängerungsgesuch abzuweisen und A_ aus der Schweiz wegzuweisen.
C. Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Amt für Inneres, Abteilung
Migration (im Folgenden: Vorvorinstanz), am 19. Januar 2017 den Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung von A_ und wies diese an, spätestens am 28. Februar 2017 die
Schweiz zu verlassen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der
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Bewilligungsanspruch mit der Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft erloschen sei und keine
wichtigen Gründe vorlägen, welche einen Aufenthalt von A_ erforderlich machten.
D. Gegen diese Verfügung liess A_, vertreten durch RA B_, mit Eingabe vom 9. Februar
2017 Rekurs beim Departement Inneres und Sicherheit erheben u.a. mit den Anträgen, die
Verfügung aufzuheben und vom Widerruf der Aufenthaltsbewilligung abzusehen.
E. Mit Entscheid vom 6. Juli 2017 wies das Departement Inneres und Sicherheit (im
Folgenden: Vorinstanz) den Rekurs ab. Gleichzeitig verlängerte es die Ausreisefrist bis zum
31. Oktober 2017. Begründet wurde der Entscheid im Wesentlichen damit, dass die
Ehegatten seit dem 10. Februar 2016 getrennt lebten und mit einer Wiederaufnahme der
Ehegemeinschaft nicht zu rechnen sei. Die gesetzlich festgelegte Mindestdauer, welche ein
eigenständiges Aufenthaltsrecht begründen könnte, sei nicht erreicht. Die Rekurrentin
könne aber auch keine persönlichen Gründe geltend machen, welche wichtig genug wären,
um eine weiteren Aufenthalt in der Schweiz zu rechtfertigen. Allein der Hinweis auf die
kulturelle Vielfalt oder den ideellen Nutzen, den der Aufenthalt der Rekurrentin in der
Schweiz bringen könne, genüge nicht als Begründung. Auch der Umstand, dass sie vor
knapp vier Jahren als 18-jährige in die Schweiz eingereist sei, könne nicht als Grund für ein
eigenständiges Aufenthaltsrecht aufgeführt werden. Im Übrigen habe die Rekurrentin auch
nicht geltend gemacht, die Rückkehr in die Heimat sei unzumutbar. Die Bestimmungen des
Ausländergesetzes dienten u.a. dazu, die Zuwanderung in die Schweiz, aber auch das
Aufenthaltsrecht in diesem Land zu regeln. Allein persönliche Interessen genügten nicht,
um diese Bestimmungen ausser Kraft zu setzen. Das Verhalten der Vorvorinstanz könne
daher weder als unverhältnismässig noch als willkürlich bezeichnet werden. Die
angefochtene Verfügung erweise sich damit als angemessen und korrekt.
F. Gegen diesen Entscheid liess A_ (im Folgenden: Beschwerdeführerin), vertreten durch
RA B_, mit Eingabe vom 14. August 2017 beim Obergericht Beschwerde mit den
eingangs erwähnten Rechtsbegehren erheben. Als Begründung machte sie im
Wesentlichen geltend, dass sie nun seit über drei Jahren in der Schweiz lebe und sich in
dieser Zeit sowohl ein soziales als auch ein berufliches Umfeld aufgebaut habe. Sie sei in
der Schweiz vernetzt, integriert und spreche fliessend deutsch. Unabhängig von ihrem
Noch-Ehemann führe sie ein selbständiges Leben. Auch nachdem ihre Ehe gescheitert sei,
habe sie sich für ein eigenständiges Leben in der Schweiz entschieden. Die 3 1⁄2 Jahre in
der Schweiz seien im Hinblick auf das Alter der Beschwerdeführerin von Bedeutung,
machten sie doch 1/7 ihres bisherigen Lebens aus. Insbesondere in diesem Altersabschnitt
bilde sich die Persönlichkeit eines Menschen aus, es handle sich um lebensprägende Jahre
im Leben einer erst Achtzehnjährigen. Sie habe sich auf Dauer für ein Leben in der
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Schweiz entschieden, was von einer nicht allzu starken heimatlichen Verwurzlung zeuge.
Indem die Vorinstanz all dies ausser Acht gelassen habe, habe sie ihr Ermessen klar
überschritten. Der ehrenamtliche Einsatz der Beschwerdeführerin bei der D_ sei sehr
geschätzt worden. Sie sei als hoch motiviert, offen und unkompliziert und ihr Engagement
als gar unersetzlich beschrieben worden. Die reine Anknüpfung am Erfordernis der
dreijährigen Ehe scheine insbesondere in einem derartigen Fall als unbefriedigend bzw.
unverhältnismässig. Die Beschwerdeführerin sei unabhängig von ihrem späteren Ehemann
in die Schweiz eingereist und habe auch nach der faktischen Trennung als eigenständige
Persönlichkeit ihren Beitrag zur kulturellen Vielfalt und zur Volkswirtschaft der Schweiz
geleistet. Bei jedem staatlichen Handeln müsse der Grundsatz der Verhältnismässigkeit
beachtet werden. Dabei sei eine Interessenabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse
an der Ausreise des Betroffenen und dem privaten Interesse an dessen Verbleiben
vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin arbeite seit ihrem Aufenthalt in der Schweiz, und
ihre Arbeit sei bis anhin wertvoll und geschätzt. Sie habe sich nichts zu Schulden kommen
lassen und sei keineswegs negativ aufgefallen, im Gegenteil. Ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen schweizerischer und ausländischer Bevölkerung liege im öffentlichen Interesse.
Bei der Beschwerdeführerin handle es sich nicht um eine Staatsangehörige eines
klassischen Migrationslandes. Sie sei als Venezolanerin eher eine Rarität und bereichere
die hiesige Kultur. Sie passe nicht ins Bild der klassischen Migration, in die gängigen
ausländerrechtlichen Vorschriften, welche die Eindämmung der Migration beabsichtigten,
und bilde eine Ausnahme, weshalb sie auch als solche zu behandeln sei. Die ständige
ausländische Wohnbevölkerung aus Amerika habe per 31. Dezember 2015 lediglich 3.8%
betragen. Insbesondere im Hinblick auf den in Art. 30 Abs. 1 lit. g Aug statuierten
kulturellen Austausch erscheine es eher als Bereicherung für die Schweiz, wenn eine
Person wie die Beschwerdeführerin, ein Interesse am Aufenthalt in unserem Land habe
und sich hier mit Blick auf eine Zukunft in der Schweiz eine eigene Existenz aufbaue. Der
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Ausweisung der Beschwerdeführerin verletzten
damit das Verhältnismässigkeitsprinzip und die Vorinstanz habe ihr Ermessen
überschritten.
Ein direkter Aufenthaltsanspruch aus wichtigen Gründen ergebe sich, wenn der betroffenen
Person die Rückkehr in ihre Heimat unzumutbar sei. Aufgrund der aktuellen politisch und
sozial angespannten Lage in Venezuela könne der Beschwerdeführerin eine Rückkehr
nach Venezuela unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände nicht zugemutet werden.
Laut den Berichten verschiedener Menschenrechtsorganisationen häuften sich in
Venezuela gewaltsame Übergriffe seitens der staatlichen Behörden gegenüber der
Zivilbevölkerung. Es sei erwiesen, dass in Venezuela vermehrt Zivilisten einfach so und
ohne rechtstaatliches Verfahren in Haft gerieten und auch weiterhin dieser Gefahr
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ausgesetzt seien. Es seien Fälle dokumentiert, in denen Inhaftierte nur einen
eingeschränkten Zugang zu Rechtsbeiständen und Familien erhalten hätten, was die
Betroffenen einem hohen Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen – wie Folter und
Misshandlungen – ausgesetzt habe. Das Recht der Beschwerdeführerin auf Freiheit der
Meinungsäusserung sei in ihrem Herkunftsland nicht mehr gewährleistet. Es bestehe eine
hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin schutzlos der Verfolgung und
willkürlichen Bestrafung durch die Behörden ausgesetzt sei, mache sie von ihrem
Menschenrecht Gebrauch, insbesondere da sie mehrere Jahre im Ausland verbracht habe.
Verschiedene dokumentierte Verstösse gegen die völkerrechtlichen Bestimmungen der
EMRK, des Uno Pakts I und des UNO Pakts II würden dies belegen. Das eidgenössische
Departement für auswärtige Angelegenheiten bestätige, dass in Venezuela eine
medizinische Versorgung selbst in grossen Städten nicht gewährleistet sei. Im
Herkunftsland der Beschwerdeführerin liege ein rechtliches Vakuum vor. Unter
Berücksichtigung dieser fatalen Umstände sei es für die Beschwerdeführerin unzumutbar in
ihr Heimatland zurückzukehren. In den nächsten Wochen und Monaten sei von einer
weiteren Verschlimmerung der Lage auszugehen.
G. Die Vorvorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 18. August 2017 auf eine Stellungnahme.
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 23. August 2017 mit den eingangs erwähnten
Rechtsbegehren vernehmen. Darauf wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen näher
eingegangen.
H. Die Beschwerdeführerin liess mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 replizieren, worauf die
Vorinstanz mit Schreiben vom 11. Oktober 2017 eine Duplik einreichte. Darauf wird
ebenfalls, soweit erforderlich, in den Erwägungen näher eingegangen.
I. Auf die Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangte die Beschwerdeführerin mit Schreiben
vom 20. Februar 2018 eine Begründung des Urteils. Damit sind die Voraussetzungen für
die in Ziff. 4 des Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht
gegeben.
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## Considerations

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass
diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und
Fristerfordernisse erfüllt sind. Die sachliche bzw. funktionale Zuständigkeit des
Obergerichts ergibt sich aus Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1), wonach das Obergericht zur Behandlung von Beschwerden gegen
letztinstanzliche Verfügungen der Verwaltungsbehörden zuständig ist. Auf die Beschwerde
ist damit einzutreten.
2. Bei der Beurteilung der hier vorliegenden Beschwerde ist die Kognition des Obergerichts
gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich
allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen, wozu auch eine rechtsfehlerhafte Ausübung
des Ermessens zählt. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob die Vorinstanzen den
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt haben. Die Überprüfung der
Angemessenheit ist dem Obergericht jedoch verwehrt (Art. 56 Abs. 1 VRPG e contrario).
3. Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben Anspruch auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen
zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und
Ausländer, Ausländergesetz, AuG, SR 142.20). Nach Auflösung der Ehe oder
Familiengemeinschaft besteht der Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine
erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) oder wenn wichtige persönliche
Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b
AuG).
3.1 Der Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG setzt kumulativ voraus, das die
Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration
besteht. Erstgenannte Voraussetzung erfüllt die Beschwerdeführerin klar nicht, lebten die
Eheleute doch höchstens während 18 Monate in ehelicher Gemeinschaft, was auch in der
Beschwerde nicht in Abrede gestellt wird. Daher kann die Beschwerdeführerin aus Art. 50
Abs. 1 lit. a AuG nichts zu ihren Gunsten ableiten, selbst wenn anzunehmen wäre, dass sie
sich – wie von ihr geltend gemacht – inzwischen sprachlich, sozial und beruflich erfolgreich
integriert hat. Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung ihrer
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ist folglich, unabhängig von
einer erfolgreichen Integration, zu verneinen.
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3.2 Im Weiteren stellt sich die Frage, ob wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs.
1 lit. b AuG den weiteren Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz erforderlich
machen. Solche Gründe können namentlich vorliegen, wenn die betreffende Ehegattin
Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen wurde
oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50
Abs. 2 AuG). Ebenfalls können die in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) genannten Kriterien für die
Beurteilung eines Härtefalls hinzugezogen werden, auch wenn sie hierfür – einzeln
betrachtet – nicht unbedingt ausreichen müssen (BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Art. 31 Abs. 1
VZAE zählt folgende Kriterien auf: die Integration (lit. a), die Respektierung der
Rechtsordnung (lit. b), die Familienverhältnisse (lit. c), die finanziellen Verhältnisse sowie
der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (lit. d), die Dauer
der Anwesenheit (lit. e), der Gesundheitszustand (lit. f) und die Möglichkeiten der
Wiedereingliederung im Herkunftsstaat (lit. g). Damit sollen schwerwiegende Härtefälle
vermieden werden, wobei den Behörden ein gewisser Ermessenspielraum in humanitärer
Hinsicht zukommt (BGE 136 II 4 E. 5.3). Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und
wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich ein Anspruch auf
weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine
besonderen Probleme darstellt (Botschaft AuG, BBl 2002 3709 Ziff. 1.3.7.6 S. 3754).
Entscheidend ist, ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als stark
gefährdet zu gelten hat und nicht, ob eine Leben in der Schweiz einfacher wäre (Urteil des
Bundesgerichts 2C_216/2009 vom 20. August 2009 E. 3). Ein persönlicher, nachehelicher
Härtefall setzt aufgrund der konkreten Umstände eine erhebliche Intensität der
Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der ausländischen Person voraus, die mit
ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der Anwesenheitsberechtigung verbunden sind
(BGE 137 II 345 E. 3.2.3).
3.3 Anhaltspunkte, wonach die Beschwerdeführerin Opfer ehelicher Gewalt oder die Ehe nicht
aus freiem Willen geschlossen wurde, liegen keine vor. Die Beschwerdeführerin ist im Alter
von 18 Jahren in die Schweiz gekommen, lebt hier erst seit rund viereinhalb Jahren, hat in
der Schweiz keine Verwandten und ist kinderlos. Vertiefte persönliche Beziehungen zur
hiesigen Bevölkerung werden von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Sie ist
damit in persönlicher und sozialer Hinsicht nicht besonders in der Schweiz verwurzelt und
verfügt hier über keine durch das Recht auf Privat- und Familienleben nach Art. 8 Abs. 1
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) und nach Art. 13 Abs. 1
der Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101) geschützten Beziehungen. Die
Beschwerdeführerin wurde in ihrer Heimat sozialisiert und hat in Venezuela ihre
persönlichkeitsprägenden Jugendjahre verbracht. Die heimatliche Sprache und Gebräuche
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sind ihr nach wie vor bestens bekannt. Ihre Familie lebt noch in Venezuela, womit sie mit
deren Unterstützung rechnen darf. Dies dürfte es ihr erlauben, ihr dortiges soziales
Beziehungsnetz und vorheriges Leben wieder aufzunehmen. Die soziale
Wiedereingliederung im Herkunftsland erscheint damit nicht als „stark“ gefährdet, was
einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz klar entgegensteht. Der blosse Umstand, dass
die Sicherheits- und Wirtschaftslage hier besser ist als im Heimatstaat, bildet praxisgemäss
keinen entsprechenden wichtigen persönlichen Grund, auch wenn die betroffene Person in
der Schweiz integriert erscheint, eine Landessprache mehr oder weniger konkret
beherrscht, eine Arbeitsstelle hat, für ihren Lebensunterhalt selber aufzukommen vermag
und sie auch nicht straffällig geworden ist (Urteile des Bundesgerichts 2C_661/2016 vom 9.
November 2016 E. 3.3 und 2C_578/2011 vom 1. Dezember 2011 E. 3.3). Die
Beschwerdeführerin besitzt somit auch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG keinen
Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
4. In denjenigen Fällen, in denen es kein Recht auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
gibt, räumt der Gesetzgeber den zuständigen Behörden einen Ermessenspielraum ein,
wobei sie jedoch in ihrer in Entscheidung nicht völlig frei sind. Zu den Hauptgrundsätzen die
bei der Ausübung des freien Ermessens zu beachten sind, gehören das Verbot der Willkür
und der rechtsungleichen Behandlung sowie die Grundsätze der Verhältnismässigkeit und
von Treu und Glauben (MARC SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.],
Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 1 zu Art. 96 AuG). Art. 96 Abs. 1 AuG hält die
Grundlagen der Ermessensausübung fest, wonach die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie
den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen haben.
4.1 Das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts der Beschwerdeführerin liegt
in der von der Schweiz betriebenen restriktiven Einwanderungspolitik und dem Umstand,
dass der Aufenthaltszweck dahingefallen ist, bevor die Beschwerdeführerin eine gefestigte
Aufenthaltsberechtigung erworben hat (Urteil des Bundesgerichts 2C_1179/2013 vom
30. Dezember 2013 E. 3.2.1). Dieses öffentliche Interesse kann nur durch entsprechend
gewichtige private Interessen der Beschwerdeführerin aufgewogen werden. Wie bereits
erläutert, wuchs die Beschwerdeführerin in Venezuela auf, und sie lebte dort bis zum
18. September 2013. Die kinderlose Beschwerdeführerin hält sich damit erst seit relativ
kurzer Zeit in der Schweiz auf, wobei zudem ein Aufenthaltsjahr auf die aufschiebende
Wirkung der Rechtsmittel zurückzuführen ist. Zuvor hat sie ihr ganzes Leben in Venezuela
verbracht, weshalb keineswegs von einem langen und lebensprägenden Aufenthalt der
Beschwerdeführerin in der Schweiz gesprochen werden kann. Zwar kann nicht in Abrede
gestellt werden, dass sie sich um Integration in die schweizerischen Verhältnisse bemüht,
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doch ist ihre soziale und berufliche Integration in der Schweiz nicht so weit fortgeschritten,
dass ihre Reintegration in Venezuela unsicher wäre. Bei dieser kann ihr zudem der
Ausbildungsaufenthalt in der Schweiz durchaus dienlich sein. Soweit die
Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie als Venezolanerin nicht ins Bild der
klassischen Migration passe und als Ausnahme zu behandeln sei, gilt es festzuhalten, dass
das Ausländergesetz keine nationalen Differenzierungen vornimmt und eine
Sonderbehandlung der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer südamerikanischen Herkunft
nicht mit dem Verbot der rechtsungleichen Behandlung vereinbar wäre. Daran vermag auch
der Hinweis auf Art. 30 Abs. 1 lit. g AuG (kultureller Austausch) nichts zu ändern, zumal
sich diese Bestimmung auf die Zulassungsvoraussetzungen zur Ausübung einer
Erwerbstätigkeit bezieht. Auch wenn die Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin im
Heimatland mit Schwierigkeiten verbunden ist, kann deshalb die Schlussfolgerung gezogen
werden, dass ihrer Rückkehr keine unüberwindlichen Hindernisse entgegenstehen. Dies gilt
umso mehr, als dass sie mit 22 Jahren noch sehr jung ist und in Venezuela ihre Familie
lebt.
4.2 Der generelle Hinweis auf die politischen Verhältnisse in Venezuela stellt keinen Grund dar,
welche eine Rückreise der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland unzumutbar erscheinen
lassen. Auch wenn das politische Klima in Venezuela weiterhin angespannt ist, hat sich die
Sicherheitslage seit dem Entscheid der Vorinstanz nicht verschlechtert (vgl. die aktuellen
Reisehinweise für Venezuela des Eidgenössischen Departements für auswärtige
Angelegenheiten [EDA] auf www.eda.admin.ch). Zudem wurde nach wie vor keine
Reisewarnung für Venezuela ausgesprochen. Die Hinweise der Beschwerdeführerin auf die
politischen und hygienischen Zustände sind vorab allgemeiner Natur (Amnesty
International) und beziehen sich nicht auf ihre konkrete Situation. Sie scheint dabei zu
verkennen, dass die allgemeine, in einem spezifischen Land vorherrschende soziale,
humanitäre oder wirtschaftliche Situation ohne Hinweise auf eine konkrete Gefährdung der
Einzelperson nach der Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofs keinen Grund für
die Eröffnung des Anwendungsbereichs des konventions- und verfassungsrechtlich
garantierten Verbots unmenschlicher Behandlung nach Art. 3 EMRK bildet (Urteil EGMR
J.K. et al. gegen Schweden vom 4. Juni 2015 [Nr. 59166/12], § 51). Wie bereits angetönt,
stellt zudem der blosse Umstand, dass die Sicherheits- und Wirtschaftslage in der Schweiz
besser als im Heimatsstaat ist, keinen wichtigen persönlichen Grund dar. Im Übrigen macht
die Beschwerdeführerin nicht geltend und ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass sie
unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet oder in Venezuela politisch gefährdet ist
bzw. gar verfolgt wird. Damit stösst sie auch mit ihrem Verweis auf Art. 7 und 10 EMRK
sowie Art. 12 UNO Pakt I (SR 103.1) ins Leere. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung
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stellt demzufolge für die Beschwerdeführerin keine unzumutbare Härte dar und erweist sich
als verhältnismässig.
4.3 In Anbetracht dieser Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanzen das
öffentliche Interesse am Widerruf der Aufenthaltsbewilligung höher als die privaten
Interessen der Beschwerdeführerin gewichtet haben. Eine rechtsfehlerhafte Ausübung des
vorinstanzlichen Ermessens ist damit keines ersichtlich.
5. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin und ihre Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. Die
Beschwerde ist damit abzuweisen. Da die Vorinstanzen bei der Ansetzung der Ausreisefrist
ein allfälliges Rechtsmittelverfahren ausser Acht gelassen haben, ist der
Beschwerdeführerin eine neue Frist für die Ausreise aus der Schweiz anzusetzen. Im
vorliegenden Fall erscheint eine Ausreisefrist von 3 Monaten ab Rechtskraft dieses Urteils
als gerechtfertigt.
6. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Der Beschwerdeführerin ist ausgangsgemäss
eine Entscheidgebühr aufzuerlegen, wobei eine Gebühr von Fr. 1‘300.00 als angemessen
erscheint (Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2).
Diese ist im Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung der Staatskasse zu belasten,
unter Vorbehalt der Rückerstattungspflicht nach Art. 25 Abs. 3 VRPG.
7. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine
Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Da die Beschwerde abgewiesen
wird und die Beschwerdeführerin ausdrücklich keine unentgeltliche Rechtsverbeiständung
beantragen liess, ist das Begehren der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer
Parteientschädigung abzuweisen.
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