# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3338c673-2a2b-43e4-850f-365e87f58135
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) der Volkswirtschaftsdirektion führt nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) Massnahmen zur Eingliederung erschwert vermittelbarer Versicherter durch, unter anderem Motivationssemester nach Abschluss der obligatorischen Schulpflicht. Die Durchführung der Massnahmen überträgt es Organisationen, die es für die entstandenen Kosten entschädigt.
Mit Publikationen vom 18. und 25. Mai 2007 eröffnete das AWA drei Verfahren zur Vergabe von Dienstleistungsaufträgen für die Durchführung von Motivationssemestern. Im Verfahren AWA 0710 (Einzeleinsatzplätze) gingen innert Frist 11 Angebote von 7 Anbietern ein, worauf das Amt mit Verfügung vom 22. November 2007 allen 7 Anbietern Teilaufträge erteilte. Der Entscheid wurde den Teilnehmern unter dem gleichen Datum schriftlich mitgeteilt und am 30. November 2007 publiziert.
Das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich hatte drei Angebote für Teilaufträge eingereicht, nämlich "AWA 0710 JobPlus", "AWA 0710 JobPlus Standard" und "AWA 0710 JobPlus Detailhandel". Gemäss dem Entscheid des AWA erhielt es den Auftrag für das Angebot "AWA 0710 JobPlus", nicht jedoch für die zwei andern Teilaufträge.
II.
Mit Eingabe vom 3. Dezember 2007 erhob das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich gegen den Entscheid des AWA betreffend Ablehnung der Angebote "AWA 0710 JobPlus Standard" und "AWA 0710 JobPlus Detailhandel" Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Es beantragte:
"1. Die angefochtenen Verfügungen vom 22.11.2007 betreffend AWA 0710 Motivationssemester-Einzeleinsatzplätze "JOB PLUS Detailhandel" und AWA 0710 Motivationssemester-Einzeleinsatzplätze "JOB PLUS Standard" seien aufzuheben.
2. Vorfrageweise sei über die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zu entscheiden, eventualiter ist die Beschwerde an den Regierungsrat des Kantons Zürich weiterzuleiten.
3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
4. Die Akten der Vorinstanz seien zu edieren und der Beschwerdeführerin sei Akteneinsicht mit anschliessender Gelegenheit zur weiteren Antragstellung und Begründung gestützt auf Art. 56 Abs. 1 VRG zu gewähren, falls das angerufene Gericht die Zuständigkeit bejaht.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates."
Mit Schreiben vom 13. Dezember 2007 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung zurück. Unter Hinweis auf ein entsprechendes Einvernehmen mit der Gegenpartei ersuchte sie darum, vorweg über die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zu entscheiden und den Schriftenwechsel einstweilen auf diese Frage zu beschränken.
Mit Präsidialverfügung vom 19. Dezember 2007 wurde vom Rückzug des Gesuchs betreffend aufschiebende Wirkung Vormerk genommen und festgestellt, dass der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukommt.
Am 4. Februar 2008 reichte der Beschwerdegegner seine auf die Frage der Zuständigkeit beschränkte Stellungnahme ein und beantragte, es sei auf die Beschwerde einzutreten, eventualiter sei diese an den Regierungsrat weiterzuleiten.
Die Kammer

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Entsprechend dem Antrag der Parteien ist zweckmässigerweise vorweg darüber zu entscheiden, ob das Verwaltungsgericht zur Behandlung der Beschwerde zuständig ist.
Über weitere formelle Fragen, insbesondere den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei ihr eine Ergänzung der Beschwerdeanträge zu gestatten (vgl. dazu Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 54 N. 5 und § 56 N. 8), ist allenfalls später zu urteilen.
1.2
Anordnungen einer kantonalen Amtsstelle können grundsätzlich mit Rekurs an die obere Behörde weitergezogen werden (§ 19 des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG])
. Demgemäss steht gegen Entscheide des AWA der Rekurs an die Volkswirtschaftsdirektion zur Verfügung. Soweit der angefochtene Entscheid als solcher der Volkswirtschaftsdirektion zu gelten hat, ist der Rekurs an den Regierungsrat gegeben (§ 19a VRG); in diesem Sinn lauten die Eventualanträge der Parteien, welche für den Fall der Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichts um Weiterleitung der Beschwerde an den Regierungsrat ersuchen.
Anders verhält es sich, wenn eine Verfügung angefochten wird, die in Anwendung des öffentlichen Beschaffungsrechts, insbesondere der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) und der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV), ergangen ist. Derartige Entscheide kantonaler oder kommunaler Auftraggeber können gestützt auf Art. 15 IVöB sowie § 2 des Gesetzes über den Beitritt des Kantons Zürich zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. September 2003 (IVöB-BeitrittsG) unmittelbar mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, § 41 N. 22). Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde hängt somit davon ab, ob der angefochtene Entscheid eine öffentliche Beschaffung im Sinn der genannten Vorschriften betrifft.
1.3