# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c9f425e-745d-485d-963a-494c1fd411af
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. D._ sind Eigentümer der in der Gemeinde C._, Fraktion E._,
gelegenen Parzelle F._, die bereits mit einem Wohnhaus (Nr.
G._), einem Stall (Nr. H._) und einer Remise (Nr. I._)
überbaut und der Dorfzone II zugewiesen ist. Der westliche, noch nicht
überbaute Teil der Parzelle F._ befindet sich in der Wohnzone 2 und
grenzt unmittelbar an die Parzelle J._, deren Eigentümerin die
B._ AG ist, welche die Parzelle J._ zur Überbauung mit drei
Mehrfamilienhäusern vorgesehen hat. Im Norden der Parzelle F._
liegt die Parzelle K._ von A._, der dort einen Landgasthof mit
Unterkünften und Aussenparkplätzen in der Dorfzone II betreibt. Die
L._ (kantonale Hauptstrasse) trennt die Parzellen F._ und
K._ voneinander, während die alte M._ (ebenfalls eine kantonale
Hauptstrasse) im Osten dieser Parzellen vorbeiführt. Der frühere
Eigentümer der westlich situierten Parzelle J._ war A._, der noch
Eigentümer von Parzelle K._ ist.
2. Am 28. April 2020 liessen die Eheleute D._ das Baugesuch Nr. 17/20
betreffend Sanierung Mistplatte sowie Erweiterung Remise auf ihrer
Parzelle F._ bei der Gemeinde C._ einreichen. Dieses Gesuch
wurde am 22. Mai 2020 öffentlich publiziert und profiliert. Die Frist für
öffentlich-rechtliche Einsprachen dauerte bis zum 12. Juni 2020.
3. Mit Einsprache vom 10. Juni 2020 setzte sich der Nachbar und Eigentümer
von Parzelle K._ (A._) gegen das amtlich publizierte Baugesuch
auf Parzelle F._ (Bauherrschaft D._) zur Wehr. Er beantragte,
das Baugesuch zur Ergänzung fehlender Unterlagen zurückzuweisen und
danach erneut aufzulegen bzw. das Baugesuch abzuweisen. Gerügt
wurden dabei im Wesentlichen die Unvollständigkeit der Bauunterlagen,
die mangelnde Verkehrssicherheit, übermässige Geruchs- und
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Lärmemissionen sowie eine Verunstaltung des Orts- und
Landschaftsbildes.
4. Am 28. Juni 2020 äusserte sich die Bauherrschaft zur Einsprache, worauf
der Einsprecher mit Schreiben vom 31. August 2020 dazu Stellung bezog.
5. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2020 wies die Gemeinde C._ die
Einsprache von A._ gegen das Baugesuch Nr. 17/20 ab, soweit sie
darauf eintrat. Gleichentags erteilte die Gemeinde – in einem separaten
Baubescheid – die nachgesuchte Bewilligung zur Sanierung Mistplatte
sowie Erweiterung Remise unter besonderen Bedingungen und Auflagen.
6. Mit weiterer Stellungnahme vom 11. Dezember 2020 äusserte sich die
Gemeinde C._ auch noch zur Prüfung von Massnahmen bezüglich
bestehender bzw. aus dem Bauprojekt zusätzlich zu erwartender
Immissionen durch Lärm und Gestank. Es gehe dabei lediglich um die am
10. Juni 2020 eingegangenen und am 31. August 2020 ergänzten
Reklamationen.
7. In der am 13. Januar 2021 gegen den Einsprache- und Baubescheid vom
11. Dezember 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
erhobenen Beschwerde stellte A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
folgende Anträge:
Materielle Anträge
1. Der angefochtene Einspracheentscheid sowie der Baubescheid (Baubewilligung) vom 11. Dezember 2020 seien vollumfänglich aufzuheben.
2. Das Baugesuch Nr. 17/20 vom 28. April 2020 sei abzuweisen und es sei die Baubewilligung zu verweigern.
3. Eventualiter sei das Baugesuch zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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4. Es sei die Vorinstanz dazu anzuweisen, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um die bestehenden Immissionen durch Lärm und Gestank auf die nachbarlichen Parzellen künftig zu unterbinden bzw. um diese auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Prozessuale Anträge
5. Es sei ein Augenschein durchzuführen.
6. Es sei ein Geruchs- und Lärmgutachten über den Betrieb des bestehenden Schafstalls samt seinen Anlagen und eine Lärm- und Geruchsprognose über die projektierte Sanierung der Mistplatte und die geplante Erweiterung der Remise zu erstellen.
7. Es seien die Akten bei der Vorinstanz beizuziehen.
8. Es seien dem Beschwerdeführer sämtliche Eingaben der Beschwerdegegner 1 (Bauherrschaft) und 2 (Gemeinde) unaufgefordert zur Kenntnisnahme oder zur direkten Stellungnahme zuzustellen.
9. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
10. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich den Beschwerdegegnern 1 aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer sei zu deren Lasten eine angemessene Parteientschädigung (zzgl. MwSt.) auszubezahlen.
Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer unter IV. Rechtliches (vgl.
Beschwerde S. 10 ff.) lit. A. Zu den fehlenden bzw. unvollständigen
Unterlagen (Ziff. 19-24) vor, zusammenfassend könne festgestellt werden,
dass die anlässlich des Baugesuchs vom 28. April 2020 eingereichten
Unterlagen nachweislich unvollständig seien (wie u.a. fehlender
Situationsplan im Massstab 1:500), weshalb eine fundierte Beurteilung
durch den Gemeindevorstand gar nicht erst hätte erfolgen können. Die
mehrfach unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
könne grundsätzlich nur dazu führen, dass die Sache zur neuerlichen
Prüfung sowie zusammen mit konkreten Weisungen an die Vorinstanz
zurückgewiesen werden müsse. Zur Verkehrssicherheit in Bezug auf die
Zufahrt zur Strasse (lit. B; Ziff. 25-29 mit zwei Fotos) machte der
Beschwerdeführer geltend, die Zufahrt zum Grundstück (Parzelle F._)
sowie zum "Heuabladen" bzw. zum "Mistaufladen" erfolge direkt über die
alte M._, welche dort vorbeiführe. Es müsse also damit gerechnet
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werden, dass besonders langsame Landwirtschaftsfahrzeuge (Traktoren,
Heutransporter und Anhänger) auf übliche Verkehrsteilnehmer wie PKW
oder LKW träfen, die mit einer viel höheren Geschwindigkeit unterwegs
seien. Die aktuelle Zufahrt sei im heutigen Zustand bereits ungenügend
und entsprechend anzupassen. Zumal sich die Bauherrschaft nun dazu
entschieden habe, ihren Betrieb auszubauen und diesen noch zu
erweitern, weshalb mit mehr Hin- und Wegfahrten zu rechnen sei. Die
Erschliessungssituation und Verkehrssicherheit müsse daher neu und
gesamthaft geprüft werden; eine Bestandesgarantie für eine ungenügende
Zufahrt gebe es nicht. Der Entscheid des Departements für Infrastruktur,
Energie und Mobilität (DIEM) vom 3. Juli 2020 sei dem Beschwerdeführer
nicht eröffnet worden, weshalb er sich dagegen auch nicht habe wehren
bzw. dessen Inhalt prüfen können. Die Rampe bei der Remise zur
Heuablade dürfte maximal eine Neigung von 15 % aufweisen und es
müsste ein ebener Vorplatz von mindestens 3 m zur Strasse bestehen; dies
aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen heraus, was konkret
offensichtlich nicht der Fall sei. Die Vorinstanz sei daher in Willkür verfallen,
wenn sie der Bauherrschaft eine Ausnahmebewilligung erteilt habe. Das
öffentliche und das private Interesse an der Einhaltung der
Verkehrssicherheit überwögen die privaten Interessen der Bauherrschaft
an der Erweiterung ihres Betriebs. Es liege somit eine Rechtsverletzung
bzw. eine Überschreitung des Ermessens, mithin eine Verletzung des
Willkürverbots durch die Vorinstanz vor. Zur Rüge von 'übermässigen
Geruchsemissionen' (lit. C; Ziff. 30-37) sei zum Abstand auf die
Empfehlungen der Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik
(FAT-Bericht 476/95, Ziff. 1 und 2) abzustellen. Die Bauherrschaft habe
eine Emissionserklärung bezüglich des Schafstalles eingereicht. Gemäss
der darin enthaltenen Berechnung der Mindestabstände ergebe sich eine
Geruchsbelastung in der Höhe von 1.89 GB, weshalb ein Mindestabstand
von 19.6 m zu den umliegenden Gebäuden einzuhalten sei. Bei korrekt
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festgelegtem Emissionspunkt des Stallgebäudes, also gerechnet von der
nördlichen Aussenwand her, betrage der Abstand aber bloss 16.66 m,
womit der geforderte Abstand nachweislich unterschritten werde. Ein
Korrekturfaktor für einen reduzierten Mindestabstand (13.7 m) liege nicht
vor. Zur Rüge 'übermässiger Lärmimmissionen' (lit. D; Ziff. 38-41) wurde
geltend gemacht, dass einerseits die Nutztiere (Schafe) und anderseits die
Futterversorgung mittels Heugebläse als Verteiler, wobei das verwendete
Dürrfutter zu 100 % kalt belüftet werde, jeweils Lärm verursachten. Zudem
plane die Bauherrschaft, die bestehende Remise zu einem Heuabladetenn
umzuwandeln. Die zu erwartenden Heuabladevorgänge würden
bekanntlich mit entsprechenden Maschinen vorgenommen, welche
allesamt erheblichen Lärm verursachten. Die im Westen gelegene
Bauparzelle J._ befinde sich in der Empfindlichkeitsstufe II
(Wohnzone 2) bzw. die Parzellen K._ und F._ in der ES III
(Dorfzone II). Die Grenzwerte lägen dort gemäss Anhang 6 Ziff. 2 der
eidgenössischen Lärmschutzverordnung (LSV) tagsüber bei 60/65 Dezibel
sowie nachts bei 50/55 Dezibel. Es könne nicht von der Hand gewiesen
werden, dass mit den beschriebenen Lärmquellen, die gültigen Grenzwerte
der LSV überschritten würden, was sich anhand des beantragten
Lärmgutachtens bestätigen werde. Ohne derartige Abklärungen hätte die
Vorinstanz das Baugesuch nicht bewilligen dürfen bzw. ablehnen müssen.
Im konkreten Fall sei über ein noch einzuholendes Lärmgutachten zu
prüfen, welche Immissionen durch die Tiere und die neuen Anlagen in
Zukunft verursacht würden, bevor über die Bewilligungsfähigkeit des
Bauvorhabens entschieden werden könne. Dabei seien auch die bereits
erstellten, bis heute allerdings nicht bewilligten Anlagen miteinzubeziehen
und diese dürften nicht als bereits vorbestehende Lärmbelastung
angesehen werden. Es seien die Auswirkungen des gesamten Projekts zu
prüfen. Zum Einwand der 'fehlenden Einordnung in das bestehende Orts-
und Landschaftsbild' (lit. E; Ziff. 42-46) wurde vermerkt, dass es sich beim
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Quartier rund um die L._ (Wohnzone 2) um ein idyllisches Wohnviertel
mit zahlreichen Wohnbauten handle. Die zu sanierende Mistplatte befinde
sich auf der Westseite des Stallgebäudes auf Parzelle F._ in der
Dorfzone II. Weil das Sanierungsprojekt rundherum von Wohnbauten
umgeben sei, passe der Misthaufen folglich nicht ins übrige Quartierbild
hinein. Es lasse sich zudem darüber streiten, ob es sich bei der
Umgestaltung der Mistplatte effektiv um eine "Sanierung" handle. Mit dem
Bauvorhaben werde nämlich ein bereits von weither erkennbarer
Lagerplatz für den entstandenen Tiermist erstellt. Dieser werde neu zwar
überdacht sein, jedoch werde die Platte eine stolze Fläche von 27 m2
aufweisen. Es handle sich deshalb um eine beträchtliche Erweiterung des
bestehenden Misthaufens. Im Übrigen soll der Mist auf eine Höhe von bis
zu 1.80 m aufgeschichtet werden, was immissionstechnisch auch einen
negativen und weitreichenden Einfluss haben werde – Überdachung hin
oder her, da die besagte Anlage seitlich geöffnet sei, was eine freie
Verteilung des Gestanks problemlos ermögliche. Zudem dürften solche
Lagerplätze das Orts- und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen. Um die
Einordnung der geplanten Erweiterung der Mistplatte abschliessend
beurteilen zu können, bedürfe es jedoch noch eines Augenscheins durch
das Gericht. Die Vorinstanz habe nur festgestellt, dass sich die gedeckte
Mistplatte besser in die Umgebung einordne, als dies bisher der offene
Misthaufen getan habe. Faktisch habe sie damit aber ihr Ermessen gar
nicht ausgeübt, was als willkürlich taxiert werden müsse. Unter der Rubrik
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen (Beschwerde S. 19) wurde
festgehalten, dass die Verfahrenskosten bei Gutheissung der Beschwerde
vollumfänglich der unterliegenden Partei aufzuerlegen seien und dem
Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung (zzgl. MWST)
auszubezahlen sei; eine Honorarnote werde nach der Anzeige des
Abschlusses des Schriftenwechsels noch ins Recht gelegt.
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8. Am 22. Januar 2021 ersuchte die betreffende Gemeinde (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) um Fristerstreckung bis 9. Februar 2021 für die
Einreichung ihrer Vernehmlassung in der Sache selbst. Zur
aufschiebenden Wirkung äusserte sie sich indessen bereits wie folgt: Im
Baubescheid Nr. 17/20 sei einerseits auf das mögliche Risiko einer
Beschwerde und die damit verbundenen Folgen hingewiesen worden;
andererseits sei festgehalten worden, dass während der Dauer eines
allenfalls eingeleiteten Beschwerdeverfahrens mit dem Bau nicht
begonnen werden dürfe. Damit sei die Sachlage klar und es sei nicht
zusätzlich eine aufschiebende Wirkung im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens anzuerkennen.
9. Mit Vernehmlassung vom 26. Januar 2021 beantragte die Bauherrschaft
(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde, soweit
darauf einzutreten sei. Die prozessual gestellten Anträge 6. und 10. seien
abzulehnen; alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wurde zunächst bezüglich der aufschiebenden Wirkung
vorgebracht, dass der Beschwerdeführer dafür kein schützenswertes
Interesse geltend machen könne. Die sanierungsbedürftige Mistplatte sei
bereits bisher genutzt worden und werde auch während des hängigen
Verfahrens genutzt werden. Zudem erfolgten Sanierung und Deckung der
Mistplatte sowie die Befestigung des Vorplatzes aufgrund der gesetzlichen
Vorschriften des Bundesrechts und dienten einem öffentlichen Interesse
(Gewässerschutz bzw. Tierschutz), welche üblicherweise höher zu
gewichten seien als rein private Interessen des Beschwerdeführers. Die
geringfügige Erweiterung der Remise diene teilweise der
Verkehrssicherheit, indem die Staubbelastung beim Einbringen des Heus
verringert werde. Diese Massnahme liege aber auch im Interesse des
Beschwerdeführers, da er ebenfalls von der geringeren Staub- und
Lärmbelastung profitiere. Da er sich u.a. über eine übermässige
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Lärmbelastung beklage, müsste die geplante Überdachung des
Heugebläses (auf der Nordseite der Remise) aus seiner Sicht eigentlich
geboten sein. Die Beschwerdegegner seien aber trotzdem bereit, mit den
Ausführungen bis zum Abschluss des Verfahrens vor Verwaltungsgericht
zuzuwarten. Das Gericht werde jedoch gebeten, das Verfahren für dringlich
zu erklären (vgl. Ziff. 9-11). Die prozessualen Anträge 7. und 8. stellten
verfahrensrechtlich Selbstverständlichkeiten dar und seien daher nicht
weiter zu kommentieren. Der Antrag 6. (Einholung Geruchs-
/Lärmgutachten) sei abzuweisen, weil dafür keine Gründe vorlägen. Die
Berechnung der Mindestabstände könne anhand der FAT-Richtlinien
erfolgen. Die fragliche Mistplatte und der Vorplatz auf der Westseite des
Stalles würden seit mehr als 100 Jahren für die Tierhaltung genutzt und für
die Schafherde mit (lediglich noch) 30 Tieren müssten keine zusätzlichen
Abklärungen erfolgen. Andernfalls müsste bei allen landwirtschaftlichen
Bauprojekten ein solches Gutachten erstellt werden, was weder
sachgerecht noch verhältnismässig wäre (Ziff. 12-15). Zum Materiellen
(Vorbemerkungen Ziff. 16-17) bringt der Beschwerdegegner vor, dass die
"Immissionsklage" des Beschwerdeführers zu Recht mit separater
Stellungnahme (vgl. Sachverhalt Ziff. 6) behandelt und abgelehnt worden
sei. Dieser Entscheid sei mit der eingereichten Beschwerde nicht
angefochten worden und somit auch nicht Gegenstand des jetzigen
Verfahrens. Weitere Ausführungen zum Lärm erübrigten sich. Zum Vorwurf
"unvollständiges Baugesuch" (Ziff. 18-22) sei nicht einmal ansatzweise
erkennbar, wieso die Gemeinde ihr Ermessen unsachgemäss ausgeübt
haben sollte. Die vom Beschwerdeführer geforderten Dokumente (z.B.
Situationsplan 1:500, Grundrissplan 1:100 aller Geschosse) hätten keine
bessere Beurteilung der von ihm aufgeworfenen Fragen ermöglicht. Die
örtlichen und räumlichen Verhältnisse seien der Gemeinde bestens
bekannt, weshalb auch kein Augenschein nötig gewesen sei. Zur Rüge
"Verkehrssicherheit" (Ziff. 23-26) könne dem Baugesuch entnommen
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werden, dass die nördliche Wand der bestehenden Remise um 2.40 Meter
in östlicher Richtung verlängert werde, wobei der First um 1.80 m erhöht
und auch nach Osten verlegt werde. Dadurch werde das Heugebläse
überdacht und sozusagen in die Remise verlegt. Diese Erweiterung führe
weder zu einer Nutzungsänderung noch zu Mehrverkehr. Somit habe das
Baugesuch auch keinen Einfluss auf die Zu- und Ausfahrten. Die bisherige
Rampe und der flache Vorplatz zur Hauptstrasse blieben davon unberührt
und seien bereits 2002 bewilligt worden. Das Thema 'Erteilung
Näherbaurecht' sei in der Verfügung des DIEM vom 3. Juni 2020
abschliessend geregelt worden. Zudem sei die Einmündung der L._ in
die Hauptstrasse mit einer Stop-Signalisation versehen, weshalb alle
Verkehrsteilnehmer dort zwingend anhalten müssten. Der Rüge
"übermässige Geruchsemissionen" (Ziff. 27-32) wird entgegnet, dass der
Mindestabstand von 19.6 m ab dem massgebenden Emissionspunkt des
Stallgebäudes überall eingehalten werde. Der Abstand gegen Westen zur
Nachbarparzelle J._ betrage zwischen 25 und 30 m, derjenige gegen
Norden zur Parzelle K._ des Beschwerdeführers zwischen 21 und 33
m. Die FAT-Richtlinien seien damit korrekt eingehalten. Zur Rüge
"übermässige Lärmemissionen" (Ziff. 33) sei auf die Vorbemerkungen (Ziff.
16 f.) verwiesen, wonach die Abweisung der Immissionsklage nicht
Gegenstand dieses Verfahrens und daher darauf nicht einzutreten sei. Zur
Rüge der fehlenden "Einordnung/Zonenkonformität" (Ziff. 34-38) gelte es
festzuhalten, dass alle Teile des Bauprojekts in jenem Teil der Parzelle
F._ realisiert würden, die in der Dorfzone II lägen. Stall und Remise
seien seit jeher ununterbrochen landwirtschaftlich genutzt worden und
somit Teil eines Landwirtschaftsbetriebs. Dass der Hof und die Freiflächen
nicht mehr verpachtet, sondern selbst bewirtschaftet würden, ändere daran
nichts. Die geplanten Arbeiten könnten von Umfang und Kostenfolge
offenkundig nicht als Stallneubau qualifiziert werden, sondern stellten eine
zonenkonforme Sanierung und Verbesserung einer landwirtschaftlichen
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Anlage dar. Der Erhalt solcher Betriebe sei ein Ziel der Dorfzone II. Die
Einbettung ins Quartierplanbild habe immer auch unter Berücksichtigung
des Zonenplans und somit der Zonenkonformität zu erfolgen. Andernfalls
könnten bestehende Landwirtschaftsbetriebe in der Nähe von Wohnzonen
gar nicht mehr erhalten werden. Dabei sei zu berücksichtigen, dass es hier
nicht um den Neubau einer Mistplatte gehe, sondern um die Sanierung
(und Deckung) einer bestehenden Mistplatte. Die Sanierung der Mistplatte
und die Befestigung eines Vorplatzes entsprächen der guten Einordnung
ins Dorfbild. Im Übrigen komme den örtlichen Baubehörden bei der
Beurteilung solcher Fragen ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Ihr
Ermessen habe die Vorinstanz im konkreten Fall nicht unsachgemäss
ausgeübt; was der Beschwerdeführer dazu vorbringe, beschränke sich auf
eine bloss appellatorische Kritik.
10. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Januar 2021 hielt der zuständige
Instruktionsrichter fest, dass sich ein Entscheid über die Zuerkennung der
aufschiebenden Wirkung zur Zeit erübrige, nachdem sich die
Beschwerdegegner gemäss ihrer Vernehmlassung bereit erklärt hätten, mit
der Ausübung des Bauprojekts bis zum Abschluss des vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zuzuwarten. Ihrem Antrag auf
Dringlicherklärung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens werde
indessen stattgegeben.
11. Mit Schreiben vom 2. Februar 2021 (Titel: 'Bitte um Klarstellung') ersuchte
der Beschwerdeführer das Gericht, sich noch zur aufschiebenden Wirkung
sowie der 'Dringlichkeitserklärung' verbindlich zu äussern, worauf der
zuständige Instruktionsrichter am 3. Februar 2021 entsprechend verfügte
und die Parteien über den weiteren Verfahrensgang orientierte. Diese
Verfügung blieb unangefochten.
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12. Mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2021 beantragte die Gemeinde
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die vollständige Abweisung der
Beschwerde und damit die Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids sowie des Baubescheids vom 7. Dezember,
mitgeteilt am 11. Dezember 2020. In ihrer Begründung (S. 3-5) brachte die
Beschwerdegegnerin vor, dass das Bauvorhaben lediglich die Sanierung
der Mistplatte sowie die Erweiterung der Remise beinhalte. Für ein solches,
grundsätzlich untergeordnetes Vorhaben sei ein Augenschein kaum
angezeigt, zumal sie sehr wohl über die Situation vor Ort Bescheid wisse.
Da mit dem Projekt keine baulichen Massnahmen getätigt würden (neue
oder wesentlich geänderte Anlagen; Nutzung und Betrieb blieben
dieselben), welche eine spezifische Prüfung von Lärmemissionen im
geforderten Umfang bedingen würden, seien die Forderungen bezüglich
Lärmberechnung gegenstandslos. Bezüglich des Geruchs sei auf den FAT-
Bericht im Baugesuch abzustellen. Es möge sein, dass die Nutzung der
Parzelle des Beschwerdeführers nicht in Übereinstimmung mit der Nutzung
der Bauherrschaft (Beschwerdegegner) stehe. Dies sei aber, im Rahmen
der zonenkonformen Nutzung, nicht von Belang. Inwiefern sie ihr
Ermessen aufgrund des Verzichts eines Augenscheins überschritten
haben solle, sei nicht nachvollziehbar. Die Unterstellung der Missachtung
von Ausstandsvorschriften sei haltlos. Einem Baugesuch seien nur
diejenigen Unterlagen beizulegen, welche zur Beurteilung des Vorhabens
erforderlich seien. Andere Unterlagen seien nicht notwendig und "auf
Vorrat" beizulegen. Die eingebrachten Unterlagen genügten vorliegend zur
Beurteilung des grundsätzlich einfachen Bauvorhabens. Die
fachspezifischen Akten (FAT-Bericht, Beurteilung Tiefbauamt bezüglich
Verkehrssicherheit) lägen ebenfalls vor. Weitergehende Akten seien
vorliegend nicht von Belang (Einholung Lärmgutachten). Mit dem
Bauvorhaben sollten nur die Bewirtschaftung des bestehenden Betriebs an
die heutigen Anforderungen bezüglich Tierhaltung, Gewässerschutz und
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Immissionen angepasst und somit eine Verbesserung der Situation erzielt
werden. Mit Entscheid des DIEM vom 3. Juni 2020 sei eine
Näherbaubewilligung unter Bedingungen und Auflagen erteilt worden und
die Verkehrssicherheit damit fachlich beurteilt worden. Der Mindestabstand
gemäss FAT 476/95 betreffe Tierhaltungsanlagen. Somit sei nur die
Stallbaute massgebend. Nicht relevant seien Remisen, in welchen keine
Tiere gehalten würden. Der Abstand sei daher ab dem Stall und nicht ab
dem Anbau bei der Remise zu messen. Der massgebende Emissionspunkt
definiere sich auf einem Areal mit weiteren Gebäuden in einem Abstand
von weniger als 50 m ab der nächstgelegenen Austrittsöffnung oder aber
in den übrigen Fällen ab dem Stallmittelpunkt. Bei beiden
Berechnungsweisen sei der (theoretische) Mindestabstand von 19 m bei
weitem eingehalten. Eine Berechnung ab der nördlichen Aussenwand sei
in der Richtlinie nicht vorgesehen. Da keine Korrekturfaktoren notwendig
seien, würden diese auch nicht geltend gemacht. Was die geklagten
Lärmemissionen angehe, sei dieses Anliegen im Zuge der separaten
Reklamation zu beurteilen (vgl. Sachverhalt Ziff. 6). Zur bemängelten
Einordnung ins Orts- und Landschaftsbild sei nur festgehalten, dass sich
der fragliche Betrieb nicht in der Wohnzone 2, sondern in der Dorfzone II
befinde. In dieser Zone seien sowohl Sanierungen als auch
Vergrösserungen bestehender Landwirtschaftsbetriebe zulässig.
Bezüglich der Reklamation, welche nicht Teil des vorliegenden Verfahrens
betreffend Baugesuch bilde, werde darauf hingewiesen, dass die
Beschwerdegegnerin das weitere Vorgehen abklären und den Anwalt des
Beschwerdeführers zeitnah orientieren werde.
13. Mit Schreiben vom 12. Februar 2021 teilte der Beschwerdeführer dem
Gericht mit, dass ihm bestimmte Unterlagen nicht zur Einsichtnahme
zugestellt worden seien und ihm die Frist zur Einreichung einer Replik
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entsprechend – erst nach Erhalt und Studium dieser Akten – anzusetzen
sei.
14. Mit Schreiben vom 15. Februar 2021 ersuchte der zuständige
Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin, die genannten Unterlagen bis
20. Februar 2021 nachzureichen. Die Frist zur Einreichung der Replik
werde nach Eingang der Stellungnahme der Gemeinde wiederum
angesetzt.
15. Mit Stellungnahme vom 19. Februar 2021 äusserte sich die
Beschwerdegegnerin zur (behaupteten) Unvollständigkeit der
eingereichten Bauakten.
16. Mit Schreiben vom 23. Februar 2021 sandte das Gericht die Stellungnahme
der Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zu
und setzte die Frist zur Einreichung der Replik auf den 8. März 2021 an.
17. Mit Eingabe vom 24. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer weiterhin
daran fest, dass einige Unterlagen zur Beurteilung des Projektes fehlten.
18. Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Februar 2021 antwortete der
Instruktionsrichter dem Anwalt des Beschwerdeführers tags darauf wie
folgt:
"Mit Schreiben vom 19. Februar 2021 hat die Gemeinde C._ gegenüber dem Gericht
u.A. sinngemäss erklärt, dass die von ihr im vorliegenden Verfahren bereits eingereichten
Beweismittel aus ihrer Sicht zur Abklärung des Sachverhalts ausreichen. Ob dies zutrifft
oder ob – nach Auffassung ihres Mandanten – der Sachverhalt damit nicht ausreichend
ermittelt ist, ist seitens des Gerichts – auch aus prozessökonomischen Gründen – erst
nach Abschluss des Schriftenwechsels zu prüfen. Kommt das Gericht dannzumal zum
Schluss, der Sachverhalt sei mit den im Recht liegenden Beweismitteln ungenügend
ermittelt, wird es die allenfalls noch notwendigen Beweise erheben (vgl. dazu Art. 11 Abs.
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3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG]; BR 370.100). Diesbezüglich
wird Ihrem Mandanten selbstverständlich das rechtliche Gehör gewährt werden.
Die seitens Ihres Mandanten wiederholt beantragte Edition weiterer Akten aus Händen
der Gemeinde C._ erweist sich deshalb – jedenfalls zur Zeit – als nicht notwendig.
Die Ihnen mit Schreiben des Gerichts vom 23. Februar 2021 angesetzte Frist zur
Einreichung der Replik wird Ihnen demzufolge nicht abgenommen und bleibt bestehen.
Gegen diese Verfügung kann gemäss Art. 42 und 52 VRG Prozessbeschwerde erhoben
werden."
[In der Folge ging keine Prozessbeschwerde beim Verwaltungsgericht ein.]
19. In der Replik vom 8. März 2021 wurden der (bisherige) Beschwerdeführer
und (neu zusätzlich) die B._ AG als Beschwerdeführer bezeichnet und
nachfolgende Anträge – wiederholend oder neu – gestellt:
a) Der prozessuale Antrag betreffend die Durchführung eines Augenscheins (Ziff. 5)
wird noch einmal betont und dem Gericht zur Durchsetzung beantragt.
b) Die Dringlichkeitserklärung dieses Verfahrens vom 29. Januar 2021 sei
rückgängig zu machen bzw. vollumfänglich aufzuheben.
c) Die Departementsverfügung Nr. 20.10.004 (Näherbaubewilligung) vom 3. Juni
2020 sei vollumfänglich aufzuheben.
Prozessrechtlich wurde abermals auf das Fehlen bestimmter Bauakten
(offizielle Version des FAT-Berichts, Anwesenheitsliste betr.
Protokollauszug vom 7. Dezember 2020 sowie Entscheid DIEM vom 20.
[recte 3.] Juni 2020) hingewiesen und die Durchführung eines
Augenscheins damit begründet, dass – mangels Einreichung von
Grundrissplänen – nun strittig sei, welche Gebäude dem Stallangehörig
seien und welche nicht. Unklar sei hierzu, ob die Remise mit dem
Hauptstallgebäude räumlich verbunden sei oder nicht. Dies habe zur Folge,
dass der Emissionspunkt, welcher für die Mindestabstandsberechnung
gemäss FAT-Richtlinie Nr. 476 von Relevanz sei, nicht klar ermittelt werden
könne. Im Übrigen sei in Zweifel zu ziehen, ob sich wirklich wie von der
Bauherrschaft angegeben, lediglich 30 Schafe auf dem Hof derselben
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befänden. Ein Augenschein würde diesbezüglich Klarheit schaffen und
auch Aufschluss über die Einordnung der Erweiterung des Stalls in die
bestehende Umgebung geben, da es sich hier bekanntlich um eine
Ermessensfrage handle (Ziff. 1-2). Zur Einhaltung der
Ausstandsvorschriften wurde gerügt, dass sich ein Teil der Bauherrschaft
im Gemeinderat der Beschwerdegegnerin befinde und unklar sei, ob dieser
an der besagten Vorstandssitzung vom 7. Dezember 2020 hinsichtlich des
eigenen Bauvorhabens teilgenommen und mitgewirkt habe. Die
Beschwerdegegnerin sei daher aufzufordern, auch das Deckblatt des
Sitzungsprotokolls beim Gericht einzureichen (Ziff. 3). Die Ausführungen
beider Beschwerdegegner würden umfassend bestritten (Ziff. 4). Die
Dringlichkeitserklärung vom 29. Januar 2021 sei komplett aufzuheben, weil
es der Beschwerdegegner unterlassen habe, diesen Antrag auch nur
ansatzweise rudimentär zu begründen (Ziff. 5). Die Verfügung vom 3. Juni
2020 sei in Verletzung des Koordinationsprinzips und der Einheit der
baurechtlichen Bewilligung nur gegenüber der Bauherrschaft eröffnet
worden, ohne auch den Beschwerdeführer darüber in Kenntnis zu setzen.
Deshalb sei auch das DIEM ins Verfahren beizuladen, um eine
entsprechende Stellungnahme einzureichen (Ziff. 6). Es werde bloss
behauptet, sämtlichen Bauten und Anlagen hätten gar nie nach neuen
Rechtssätzen (RPG) bewilligt werden müssen, da sie bereits vorbestehend
seien. Dasselbe werde hinsichtlich der Einhaltung der Lärm- und
Immissionsgrenzwerte behauptet, die angeblich in Ordnung seien, obwohl
keinerlei Messungen durchgeführt worden seien (Ziff. 7). Am 26. Februar
2021 habe die B._ AG die Parzelle J._ von A._ gekauft und
sei neu als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen worden. Damit sei sie
in die Parteirolle des bisherigen Eigentümers eingetreten und so sei es zu
einer Aufspaltung der Beschwerdeführer in zwei streitberührte
Liegenschaften (Parz. K._/J._) gekommen, wobei jeder von
ihnen das Verfahren unabhängig vom anderen führen könne (Ziff. 8). Die
- 18 -
Geruchsemissionen – bewirkt durch die Tierhaltung – seien ebenfalls
Gegenstand des Verfahrens, da auch die Befestigung eines Vorplatzes für
den Auslauf der Tiere geplant sei. Eine solche Baute begünstige eine
Luftverunreinigung, zumal die Tierexkremente nicht im Boden versickern
könnten und im Sommer bei heissem Wetter starke und äusserst
unangenehme Geruchsimmissionen entstünden (Ziff. 9). Weiter sei unklar,
ob es sich bei den lärmintensiven Anlagen ("Heugebläse Nord" sowie
"Heulüftung Ost") um neue bewilligungspflichtige Anlagen handle oder
nicht. Die Behauptung der Beschwerdegegner, es handle sich dabei um
altrechtliche Anlagen (seit über 20 bzw. 30 Jahre in Betrieb) sei nicht
bewiesen worden (Ziff. 10). Im Übrigen komme die Luftreinhalteverordnung
sowohl beim Neubau, Umbau, bei Erweiterung oder Instandstellung von
bestehenden Anlagen zur Anwendung, wenn dadurch höhere oder andere
Emissionen verursacht würden oder, wenn mehr als die Hälfte der Kosten
aufgewendet werden müsste, die eine neue Anlage verursachen würde.
Hier sei höchst unklar, seit wann die Lärmanlagen auf dem Hofe stünden,
weshalb weitere Abklärungen erfolgen müssten (Ziff. 11). Die Abweisung
der Immissionsklage sei in der Beschwerde mitangefochten, was die
Beschwerdegegner selbst zugäben, wenn sie sich zum Emissionspunkt der
Geruchsquellen äusserten (Ziff. 12). Auch aus prozessökonomischen
Gründen sei es sinnvoll, die Geruchs- und Lärmimmissionen zusammen
mit dem Baugesuch zu prüfen (Ziff. 13). Zu den Rügen der Lärm- (Ziff. 14-
16) und Geruchsemissionen (Ziff. 17-22 inkl. vier Fotoaufnahmen), der
Zufahrt/Verkehrssicherheit (Ziff. 23-24 mit 1 Bildaufnahme), der
Einordnung/Zonenkonformität (Ziff. 25) und dem Fazit (Ziff. 26) könne auf
das in der Beschwerde bereits Gesagte verwiesen werden.
20. Mit Duplik vom 19. März 2021 hielt die Gemeinde (Beschwerdegegnerin)
unverändert an ihren Anträgen um Abweisung der Beschwerde und
Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie
- 19 -
Baubescheids fest. Ergänzend führte sie zum FAT-Bericht (inkl.
Abstandsberechnungen) aus, dieser sei durch die zuständige Fachstelle
erarbeitet und die Baubewilligung anhand dieses Berichts vom April 2020
geprüft worden. Allfällige Änderungen in der Tierhaltung würden allenfalls
eine Anpassung des Berichts bedingen; dies sei aber nicht Gegenstand
des Gesuchs und somit hier nicht massgebend. Auf die aufgeworfenen
Eventualitäten sei deshalb nicht weiter einzugehen. Die
Ausstandsvorschriften seien nicht verletzt worden. Dem Beschwerdeführer
sei vollständig und ausführlich Auskunft über die Zusammensetzung
anlässlich der Vorstandssitzung vom 7. Dezember 2020 erteilt worden. Die
Beschwerdegegnerin könne darauf behaftet werden, dass der Bauherr in
seiner Funktion als Gemeinderat-Stellvertreter nicht an der
Entscheidfindung mitgewirkt habe. Betreffend Verfügung des DIEM habe
die Beschwerdegegnerin diese Zusatzbewilligung – wie im Schreiben
bezüglich Aktenergänzung erläutert – im Sinne des Koordinationsgebots
zusammen mit dem Baubescheid eröffnet. Die Erteilung dieser
Zusatzbewilligung falle in den Zuständigkeitsbereich des DIEM. Für die
Beschwerdegegnerin habe keine Veranlassung bestanden, diese
Bewilligung anzuzweifeln. Die Frage der Lärmemissionen bilde nicht
Gegenstand des vorliegenden Baubewilligungsgesuchs, weshalb darauf
nicht weiter einzugehen sei. Die Aussage, dass dazu Äusserungen getätigt
wurden, sei nicht richtig. Mit den jeweiligen Äusserungen sei im Gegenteil
darauf hingewiesen worden, dass dies eben nicht zutreffe. Ebenfalls
unbelegt sei die Behauptung, wonach sich das Bauvorhaben nicht in die
Umgebung einordne. Die Beschwerdegegnerin habe wie üblich im Rahmen
des Bewilligungsverfahrens die Voraussetzungen zur Erteilung der
Baubewilligung umfassend geprüft und diese seien gegeben. Es gebe
keinen Grund wegen unbegründeter Pauschalbehauptungen (fehlende
Einordnung) dies anzuzweifeln.
- 20 -
21. Mit Duplik vom 22. März 2021 hielt die Bauherrschaft (Beschwerdegegner)
unverändert an ihren Anträgen gemäss Vernehmlassung vom 26. Januar
2021 fest (vgl. Sachverhalt Ziff. 9). Aufgrund der Replik des
Beschwerdeführers drängten sich lediglich in folgenden Punkten
Bemerkungen auf. Die Dringlichkeitserklärung des Verfahrens R 21 6 sei
anlässlich der Vernehmlassung begründet und vom Instruktionsrichter mit
Verfügung vom 29. Januar 2021 bewilligt worden. Sie sei im Rahmen einer
Klarstellung mit Verfügung vom 3. Februar 2021 bekräftigt worden. Als
prozessleitende Verfügung hätte die Dringlicherklärung innert 10 Tagen mit
Prozessbeschwerde angefochten werden können, was der
Beschwerdeführer aber nachweislich nicht getan habe. Entsprechende
Ausführungen seien daher nun verspätet. Dasselbe gelte hinsichtlich der
Aufhebung der Verfügung des DIEM vom 3. Juni 2020
(Näherbaubewilligung), da diese als Beilage Teil der Baubewilligung und
somit integrierender Bestandteil dieser Bewilligung gewesen sei. Bei der
Beschlussfassung seien auch keine Ausstandsvorschriften verletzt
worden, da an der fraglichen Vorstandsitzung keine Stellvertreter
teilgenommen hätten. Die Geruchsemissionen seien als zulässiger
Verfahrensgegenstand anerkannt worden. Nicht Teil davon seien aber die
Lärmemissionen, da weder das Heugebläse noch die Heubelüftung
Gegenstand des angefochtenen Bauprojekts seien. Dieser Punkt sei nicht
jetzt im Rahmen der Baubewilligung betreffend Sanierung Mistplatte und
Erweiterung Remise zu beurteilen, sondern vielmehr im Zuge der noch
hängigen Lärmimmissionsklage zu prüfen. Im Stall würden einzig Schafe –
mangels Jauchegrube oder Güllenlochs aber keine Rinder oder Kühe –
gehalten. Folglich sei eine Neuberechnung des Mindestabstands durch die
kantonale Fachstelle überflüssig. Dass die Remise baulich nicht mit dem
Tierstall verbunden sei, ergebe sich aus dem Situationsplan, welcher sich
in den Unterlagen zum Baugesuch befinde. Der Unterstall an der Nordseite
des Stallgebäudes weise keine Austrittsöffnung auf. Die einzige
- 21 -
Austrittsöffnung gehe dort zum Heustall. Es müsse darum kein neuer
Messpunkt für die Berechnung des Mindestabstands gewählt werden. Der
Abstand von der Nordfassade des Stalles zur Liegenschaft des
Beschwerdeführers betrage über 23 Meter, so dass der Mindestabstand
von 19.60 m eingehalten werde. Das vom DIEM erteilte Näherbaurecht
führe durch die Erweiterung der Remise zu keiner Verschlechterung der
Verkehrssicherheit, da die Sichtdistanz ab Einfahrt L._ in die alte
M._ nicht verringert werde. Aufgrund der geltenden Signalisation
(Stop-Signal) sei die massgebliche Sehdistanz ohnehin von einem
stehenden Fahrzeug zu messen. Ausserdem komme den Gemeinden im
Bau- und Planungsrecht traditionell ein grosser Ermessensspielraum zu.
Faktisch greife das Verwaltungsgericht nur bei einer willkürlichen
Ausübung durch die Gemeinde ein. Vorliegend erschöpften sich die
Ausführungen des Beschwerdeführers in appellatorischer Kritik am
Entscheid der Beschwerdegegnerin, ohne jedoch darzulegen, inwiefern
diese ihren Beurteilungs- und Ermessensspielraum missbraucht oder
überschritten hätte. Aus all diesen Gründen sei die Beschwerde
abzuweisen.
22. Mit Schreiben vom 26. März 2021 äusserte sich der Beschwerdeführer
noch zur in der Replik erweiterter Parteibezeichnung und zur Aufforderung
zur Einreichung seiner Honorarnote. Im Übrigen tat er seinen Unmut über
die (Nicht-) Behandlung all seiner prozessualen Anträge kund. Vor diesem
Hintergrund bestünden schon im heutigen Zeitpunkt erhebliche Zweifel am
rechtmässigen Zustandekommen des zu fällenden Urteils.
23. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2021 setzte der Anwalt der Bauherrschaft
(Beschwerdegegner) das Gericht darüber in Kenntnis, dass das Amt für
Landwirtschaft und Geoinformation (ALG) mit Schreiben vom 10.
Dezember 2021 (Kopie als Beilage) nunmehr verlange, die Mängel
- 22 -
hinsichtlich des Mistlagers bis Mitte 2023 zu beheben. Diese
Mängelbehebung sei Teil des Bauvorhabens, welches Gegenstand des
Verfahrens R 21 6 bilde. Der beantragte Augenschein sei möglichst bald
anzusetzen. Damit sollten die Beschwerdegegner – selbst unter
Berücksichtigung des vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführer
angedrohten Weiterzugs ans Bundesgericht – rechtzeitig mit dem
Bauvorhaben beginnen können, um die vom ALG angesetzte Frist
einzuhalten.
24. Am 25. Februar 2022 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen
Augenschein vor Ort durch, an welchem ein Beschwerdeführer persönlich
und von Seiten der mitbeteiligten Immobilienfirma deren
Verwaltungsratspräsident in Begleitung ihres gemeinsamen
Rechtsvertreters RA MLaw Thomas Stössel teilnahmen. Die
Beschwerdegegnerin war durch den Gemeindepräsidenten und den
Baufachchef vertreten. Von Seiten der Beschwerdegegner war der
Ehemann persönlich in Begleitung des Rechtsvertreters RA Dr. iur. Frank
Schuler zugegen. Allen Anwesenden wurde an verschiedenen Standorten
die Möglichkeit geboten, sich zu den aufgeworfenen Fragen betreffend
Zufahrt, Verkehrssicherheit, Einordnung ins bestehende Orts- und
Landschaftsbild, den zu erwartenden Geruchsemissionen samt räumlicher
Distanzen zu äussern. Von Seiten des Gerichts wurden zudem 15 Fotos
bei der Bauparzelle F._ (Beschwerdegegner) und den
Nachbarparzellen K._ (A._) im Norden und J._ (B._
AG) im Westen erstellt und dem Protokoll des Augenscheins beigefügt.
25. Mit Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 18. März 2022 und
Stellungnahme der Beschwerdegegner vom 23. März 2022 (Poststempel)
äusserten sich diese beiden Parteien zum Augenscheinprotokoll vom 25.
- 23 -
Februar 2022. Die Beschwerdegegnerin reichte dazu keine Stellungnahme
ein.
26. Mit E-Mail vom 30. März 2021 teilte der Anwalt der Beschwerdeführer dem
Gericht mit, dass der Mandatsvertrag vom 29. Mai 2020 auch für die
B._ AG (vgl. Parteibezeichnung laut Replik) gelte, welche die
Konditionen übernommen habe. Sofern dies bisher (aus dem
Mandatsvertrag) nicht ersichtlich gewesen sei, werde um Entschuldigung
gebeten.
Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen
Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz
angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem
Recht endgültig sind. Der angefochtene Einsprache- und Baubescheid vom
11. Dezember 2020, worin die Beschwerdegegnerin die Einsprache gegen
das Baugesuch Nr. 17/20 abwies, soweit sie darauf eintrat, und in einem
separaten Baubescheid die nachgesuchte Bewilligung zur Sanierung
Mistplatte samt Befestigung des Vorplatzes auf der Westseite sowie zur
Erweiterung der bestehenden Remise auf der Nordseite der Parzelle
F._ in der Dorfzone II unter besonderen Bedingungen und Auflagen
erteilte, ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz
angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für
ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.
Die Beschwerdeführer sind als Grundeigentümer der Parzelle K._ im
Norden bzw. der Parzelle J._ im Westen des Bauprojekts in
- 24 -
unmittelbarer Nähe und mit Sichtkontakt zur Parzelle F._ als
Adressaten vom angefochtenen Entscheid berührt und haben ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, weshalb
sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind (Art. 50 VRG). Auf die im
Übrigen frist- und formgerecht (Art. 52 Abs. 1 VRG; Art. 38 Abs. 1 VRG)
eingereichte Beschwerde vom 13. Januar 2021 ist daher – mit Ausnahme
des Rechtsbegehrens in Ziffer 4 (vgl. E. 2.4. hiernach) – einzutreten.
2. In materieller Hinsicht gilt es im Einzelnen die Rügen betreffend
Unvollständigkeit der massgebenden Bauunterlagen (nachfolgend E.2.1.),
Verletzung der Ausstands- und Befangenheitsregeln bei der
Entscheidfindung (E.2.2.), Missachtung der örtlichen Bau- und
Nutzungsordnung inkl. ungenügender Verkehrssicherheit bei der
Erschliessung über die Remise (E.2.3.), Einwand übermässiger Geruchs-
und Lärmemissionen durch das Gesamtbauprojekt (E.2.4.) und
Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes (E.2.5.) vom
streitberufenen Gericht zu behandeln und zu entscheiden.
2.1. Gemäss Art. 42 Abs. 2 der Raumplanungsverordnung für den Kanton
Graubünden (KRVO; BR 801.110) bestimmen die Gemeinden unter
Beachtung des übergeordneten Rechts, welche Unterlagen und
Nachweise dem Baugesuch beizulegen sind. Nach Art. 42 Abs. 4 KRVO
muss bei Änderung bestehender Bauten und Anlagen sowie bewilligter
Pläne aus den Plänen der Zustand der betreffenden Bauteile vor und nach
der Änderung ersichtlich sein (bestehend: grau/schwarz; neu: rot; Abbruch:
gelb). Wie den bei Gericht eingereichten Unterlagen und Beilagen zum
bewilligten Baugesuch Nr. 17/20 vom 28. April 2020 entnommen werden
kann, ist das Bauvorhaben umfassend dokumentiert (vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1; beinhaltend: Grundriss 'gedeckte
Mistplatte' [Masse 5.00 m x 5.40 m] und 'befestigter Vorplatz [8.25 x 5.40];
- 25 -
Ansicht Nord: Erweiterung Remise 'Ergänzen Fassade Fichte Roh'; Ansicht
West: rot: Ziegeleindeckung; Ansicht Ost: Toröffnung; Situationsplan
Parzelle F._ im Massstab 1: 250 – rot: Überdachung Heuablad 15 m2
[im Norden]; rot: Überdeckte Mistplatte 27 m2 [im Westen]; rot: Befestigter
Vorplatz 44.55 m2 [im Westen direkt südlich zur Mistplatte]; zzgl. Plan mit
bestehender Situation vor Ort inkl. vier Farbfotos im Format A4; weiter
Raum- und Funktionsprogramm für landwirtschaftliches Hochbauprojekt
[Angaben über landwirtschaftliche Nutzfläche; Gebäude/Raumbedarf [30
Tierplätze - alles Schafe] des Betriebsberaters [X._] vom 20. April
2020; mitsamt Berechnung der Mindestabstände gemäss FAT-Richtlinien
Nr. 476/95 laut Amt für Landwirtschaft [mit Resultat: Mindestabstand 19.61
m bei 30 Schafen]). Die so eingereichten und bewilligten Pläne, welche
auch die genauen Masse der jeweiligen Änderungen und Anpassungen
enthalten, sind nicht nur nach Ansicht der Beschwerdegegnerin, sondern
auch des Gerichts absolut genügend, um das bescheidene Bauvorhaben
darzustellen. Im Übrigen war das Vorhaben im Norden, soweit möglich
(Remise/Schopf) auch profiliert. Ausserdem ist auf die Funktion des
Bauprofils hinzuweisen. Dieses hat gemäss ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichts und des Verwaltungsgerichts insbesondere zum
Gegenstand, die Nachbarn auf ein Bauvorhaben hinzuweisen und diese
sind gehalten, die eingereichten resp. publizierten Baugesuchsunterlagen
zu konsultieren (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1C_5/2019 vom 12.
Juni 2019 E.4.3 Abs. 2, 1C_150/2009 vom 8. September 2009 E.4.2.1;
1C_154/2009 vom 27. April 2010 E.1.3.3; Urteil des Verwaltungsgerichts R
2014 95 vom 24. Juni 2015 E.4c, R 2017 35 vom 15. Dezember 2017 E.2b).
Die amtliche Publikation des Baugesuchs 17/20 erfolgte nachweislich am
22. Mai 2020 (Bg-act. 2), mit Planauflage und Einsprachefrist bis zum 12.
Juni 2020, wovon seitens des Beschwerdeführers (A._) mit
Einsprache vom 10. Juni 2020 (Bg-act. 3) fristgerecht Gebrauch gemacht
- 26 -
wurde. In dieser Publikation wurde zudem vermerkt: "Profile sind gestellt".
Eine Verletzung von Art. 43 Abs. 1 KRVO ist daher nicht auszumachen.
2.2. Zum Einwand der Verletzung der Ausstands- und Befangenheitsregeln gilt
es zunächst festzuhalten: Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK; SR 0.101) garantieren für gerichtliche Verfahren einen Anspruch
auf ein durch Gesetz geschaffenes, unabhängiges und unparteiisches
Gericht. Der Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung nach Art. 29
Abs. 1 BV umfasst nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch
das Gebot der Unbefangenheit als Teilgehalt des Anspruchs auf ein faires
Verfahren (BGE 140 I 326 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_382/2018
vom 15. März 2019 E.2.3). Auch in Verfahren vor nicht gerichtlichen
Behörden besteht folglich insofern ein Anspruch auf Unparteilichkeit der
Verwaltungsbehörde, als am Entscheid kein befangenes Behördenmitglied
mitwirken darf. In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV verpflichtet Art. 29 Abs. 1
BV eine Amtsperson zum Ausstand, wenn Umstände vorliegen, die nach
objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, den Anschein der Befangenheit
zu erwecken (BGE 144 I 234 E.5.2, 141 IV 178 E.3.2.1, 139 I 121 E.5.1).
Kern der Garantie der Unbefangenheit bildet sowohl für
Behördenmitglieder wie für Mitglieder der Gerichte, dass sie sich in Bezug
auf die Beurteilung eines Sachverhalts nicht bereits festgelegt haben (Urteil
des Bundesgerichts 6B_457/2020 vom 20. Juli 2020 E.2.2.2). Gemäss Art.
33 Abs. 1 des Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden (GG; BR
175.050) haben Mitglieder einer Gemeindebehörde bei der Behandlung
einer Angelegenheit in Ausstand zu treten, wenn sie selbst oder eine mit
ihnen im Ausschlussverhältnis im Sinne von Art. 32 GG stehende Person
daran ein unmittelbares persönliches Interesse haben. Im Bereich der
Rechtspflege richtet sich der Ausstand nach den Bestimmungen des VRG
- 27 -
(Art. 33 Abs. 3 GG). Im konkreten Fall wurde der Nachweis, dass der
Bauherr auf Parzelle F._ (Beschwerdegegner/Ehemann) als
Gemeinderats-Stellvertreter am strittigen Entscheid der
Beschwerdegegnerin nicht mitgewirkt hat, zwar nicht (positiv und
lückenlos) erbracht; für das Gericht besteht jedoch keine begründete
Veranlassung, die betreffende Zusicherung der Beschwerdegegnerin (Bg-
act. 12 und 13) in Zweifel zu ziehen.
2.3. Zur Rüge der Missachtung der örtlichen Bau- und Nutzungsordnung (zzgl.
ungenügender Verkehrssicherheit) ist aktenkundig, dass die
Beschwerdegegner einerseits um die Erhöhung der Remise um ca. 1.80 m
und um die Verlängerung des Daches über die Schopfzufahrt inkl.
Holzwand (Fichte), in einer Länge von ca. 2.40 m, auf der Nordseite der
Parzelle F._ nachgesucht haben (Bg-act. 1 zzgl. Planunterlagen) und
dieses Bauvorhaben von der Beschwerdegegnerin mit
Baubewilligungsentscheid vom 11. Dezember 2020 (Bg-act. 7) auch
bewilligt wurde. Die Mehrfläche der neuen Überdachung beträgt
unbestritten rund 15 m2. Der Schopf (Remise [Nr. I._]) bildet schon
heute die Zufahrt zum Heuablad (vgl. dazu Gerichtsfotos 5 und 6 am
Standort 2) sowie zum Mistablad (Gerichtsfotos 11 und 12 am Standort 3).
Im Baugesuch vom 28. April 2020 (Bg-act. 1 S. 1) wurde bereits seitens
der Beschwerdegegner (Bauherrschaft) auf das nachgesuchte
Näherbaurecht zu den Strassen zulasten der Kantons hingewiesen und
sodann im Baubescheid vom 11. Dezember 2020 die entsprechende
Verfügung des DIEM vom 3. Juni 2020 beigelegt (Bg-act. 7: Anhang
'Departementsverfügung'). Das DIEM kam darin bezüglich
Näherbaubewilligung und damit faktisch zugleich bezüglich
Verkehrssicherheit der vorhandenen Erschliessungssituation zur
Kantonsstrasse im Osten und L._ im Norden zu folgender Ansicht (S.
3): "Die Prüfung des Bauvorhabens hat ergeben, dass die
- 28 -
Voraussetzungen für die Erstellung einer Näherbaubewilligung gegeben
sind. In Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse,
namentlich in Bezug auf die zweckdienliche und geeignete Anordnung der
Remise, auf die baulichen Gegebenheiten, sowie auf den Umstand, dass
sich durch die Unterschreitung des gesetzlichen Abstandes keine
unmittelbaren Auswirkungen für die "alte M._" (Kantonsstrasse)
ergeben, kann dem Projekt zugestimmt werden. Für die Strasse und die
Verkehrsteilnehmenden entstehen durch das Bauvorhaben keine
nennenswerten Nachteile oder Gefahren. Die Ausnahme kann zudem
gestattet werden, weil sie mit dem Sinn und Zweck des Gesetzes vereinbar
ist und ihr keine öffentlichen Interessen strassenseits entgegenstehen."
Diesen Angaben und Schlussfolgerungen des DIEM vermag sich das
Gericht aufgrund der anlässlich des Augenscheins vom 25. Februar 2022
selbst gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse über die konkreten
Erschliessungsverhältnisse vor Ort vorbehaltlos anzuschliessen (vgl. dazu
Gerichtsfotos 1-4 am Standort 1 und Gerichtsfotos 5-7 am Standort 2 inkl.
Planskizze S. 2). Ebenso wenig gibt es anderseits an der Überdeckung der
sanierten Mistplatte auf einer Fläche von ca. 27 m2 und an der Anlegung
eines befestigten Vorplatzes auf einer Fläche von ca. 44.55 m2 auf der
Westseite der Parzelle F._ in der Dorfzone II etwas auszusetzen,
umso mehr als in Art. 47 Abs. 3 des Baugesetzes (BG) der
Beschwerdegegnerin noch ausdrücklich vorgesehen ist: "Sanierungen und
Vergrösserungen bestehender Landwirtschaftsbetriebe sind zulässig."
Damit ist die Nutzungskonformität des geplanten und bereits bewilligten
Bauvorhabens hinreichend erstellt. Weitere baupolizeiliche Vorschriften –
wie z.B. Art. 85 BG [Erfordernisse an Zu- und Ausfahrten] sowie Art. 96 BG
[Baugesuche mit beispielhafter Aufzählung von Beilagen] – sind ebenfalls
nicht verletzt, zumal Art. 96 Abs. 2 BG sogar den Verzicht der Baubehörde
auf einzelne Planunterlagen bei allen Baugesuchen zulässt. Wichtig und
für die Streitentscheidung zentral ist, dass für die beabsichtigen
- 29 -
Änderungen sowohl auf der Nordseite (Ausdehnung Überdachung mit
Einwandung der Remise) als auch insbesondere auf der Westseite
(Sanierung Mistplatte mit neu befestigtem Vorplatz für Auslauf der Schafe)
die nutzbare Fläche gleichbleibt und nicht vergrössert wird. Der
Landwirtschaftsbetrieb wird deshalb – entgegen der Argumentation der
Beschwerdeführer – nicht erweitert. Der Rest der bestehenden Baute wird
nicht verändert (siehe Bg-act. 1 Situationsplan mit Vergleich [rot: geplant]
und [schwarz/weiss: bestehend]) und geniesst in Bezug auf die Nutzung für
die Haltung von 30 Schafen den Bestandesschutz nach Art. 81 Abs. 1 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100)
(Bg-act. 1 mit Baugesuch und beigelegtem Raum- und Funktionsprogramm
einschliesslich Angaben über die landwirtschaftliche Nutzfläche).
2.4. Es bleibt der Einwand der übermässigen Geruchs- und Lärmemissionen
durch das Gesamtprojekt zu prüfen und zu entscheiden. Neben dem
Einspracheentscheid einerseits (siehe Bg-act. 6 bzw. Akten
Beschwerdeführer [Bf-act.] 2) und gleichzeitig dem
Baubewilligungsentscheid anderseits (Bg-act. 7 bzw. Bf-act. 3; Sachverhalt
Ziff. 5) erliess die Beschwerdegegnerin am 11. Dezember 2020 zudem
einen weiteren Entscheid (Bf-act.] 5; Sachverhalt Ziff. 6), in welchem sie
feststellte, dass sie die Reklamationen des Beschwerdeführers (A._)
gegen den Betrieb der Beschwerdegegner geprüft und keine störenden
Sachverhalte festgestellt habe, die weitere Massnahmen bedingten. Es
drängten sich daher keine Massnahmen im Sinne der Anträge 3 und 5 im
Schreiben vom 10. Juni 2020 (Bg-act. 3) sowie im Schreiben vom 31.
August 2020 (Bg-act. 5) auf. Darin wurde seitens der Beschwerdeführer
zum einen (materieller Antrag 3) verlangt: "Es seien vom Gemeinderat die
notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um die bestehenden Immissionen
durch Lärm und Gestank auf die nachbarlichen Parzellen künftig zu
unterbinden bzw. um diese auf ein absolutes Minimum zu reduzieren". Zum
- 30 -
anderen (prozessualer Antrag 5) wurde gefordert: "Es sei ein Geruchs- und
Lärmgutachten über den Betrieb des bestehenden Schafstalls samt seinen
Anlagen und eine Lärm- und Geruchsprognose über die projektierte
Sanierung der Mistplatte und die geplante Erweiterung der Remise zu
erstellen." Dieser letztere Entscheid vom 11. Dezember 2020 der
Beschwerdegegnerin (Bf-act. 5: nur als 'Stellungnahme' bezeichnet) wurde
allerdings ausdrücklich nicht angefochten (vgl. Beschwerdeschrift vom 13.
Januar 2021, S. 4 Ziff. 4) und erwuchs somit in Rechtskraft. Auf Ziff. 4 des
Rechtsbegehrens in der genannten Beschwerdeschrift des Anwalts der
Beschwerdeführer kann infolgedessen nicht eingetreten werden (E.1.
hiervor).
Selbst wenn aber darauf einzutreten wäre, könnte auf den FAT-Bericht des
Amtes für Landwirtschaft vom 20. April 2020 abgestellt werden (vgl. Bg-act.
1 inkl. FAT-Bericht mit Berechnung der Mindestabstände), welcher festhält,
dass ein Mindestabstand von 19.61 m bei 30 Schafen einzuhalten ist, was
vorliegend sicherlich der Fall ist (vgl. Duplik Ziff. 8 vom 22. März 2021 sowie
Vernehmlassung Ziff. 30-31 vom 26. Januar 2021 der Beschwerdegegner).
Anlässlich des Augenscheins konnten diese Angaben geprüft und verifiziert
werden (vgl. dazu auch Gerichtsfotos 1-4 am Standort 1 sowie Gerichtsfoto
11 am Standort 3 samt Planskizze S. 2 mit Distanzmessstab 0 bis 30 m).
2.5. Zum Vorwurf der Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes wird auf
Art. 89 (Lager- und Abfallplätze) BG verwiesen, wonach Lagerplätze – hier
besonders die Mistplatte samt Auslaufvorplatz für Tiere gemeint – das Orts-
und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen dürfen (Abs. 1). Die Baubehörde
ordnet bei bestehenden Lagerplätzen, die das Orts- und Landschaftsbild
verunstalten oder übermässige Emissionen verursachen, Massnahmen zur
Verbesserung oder ihre Beseitigung an. Die Kosten der Massnahmen
gehen zu Lasten des Eigentümers oder Betreibers des Lagerplatzes (Abs.
- 31 -
2). Nach Art. 73 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den
Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der
Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht (Abs. 1).
Wo dieses Gesetz oder die Ortsplanung eine Pflicht zur
Gestaltungsberatung vorsehen, haben sich die Bauherrschaft bei der
Ausarbeitung der Projektpläne und die Baubehörde bei der Beurteilung des
Bauvorhabens durch Fachleute in Fragen der Baugestaltung beraten zu
lassen (Abs. 2). Verunstaltet eine Baute oder Anlage wegen mangelhaften
Unterhalts das Orts- oder Landschaftsbild, verpflichtet die für die
Bewilligung zuständige Behörde die Eigentümerin oder den Eigentümer zu
den notwendigen Massnahmen. Kommen diese den Anordnungen innert
Frist nicht nach, lässt die Behörde nach erfolgter Androhung die
Massnahmen auf Kosten der Säumigen durch Dritte vornehmen (Abs. 3).
Wie mit Hinweis auf Art. 89 BG dargetan, enthält das kommunale
Baugesetz keine strengere, eigenständige gestalterische Bauvorgabe,
weshalb hier – im Einklang mit Art. 107 Abs. 2 Ziff. 5 KRG – direkt Art. 73
KRG zur Anwendung kommt. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts stellt Art. 73 KRG eine positive ästhetische Generalklausel
dar. Im Unterschied zu den entsprechenden negativen Klauseln, welche
eine Verunstaltung eines Stadt- oder Quartierbilds verbieten, verlangt die
genannte Vorschrift positiv, dass die Baute nach den Regeln der Baukunst
so zu gestalten und einzuordnen ist, dass mit der Umgebung und der
Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Widerspricht eine geplante
Baute den Bau- und Zonenvorschriften, indem sie beispielsweise
Vorschriften über die Ausnützungsziffer, die Gebäudehöhe/-länge oder die
Geschosszahl missachtet, so stellt sich die Frage der Einordnung bzw. der
Ästhetik nicht, weil die Bewilligung ohnehin zu verweigern ist.
Ästhetikvorschriften haben eine eigenständige Bedeutung. Sie sind nicht
von vornherein eingehalten, wenn die Bauvorschriften respektiert werden,
denn die Schutzbereiche der Normen decken sich nicht zwingend. Die
- 32 -
Anwendung einer positiven Ästhetikklausel darf aber nicht dazu führen,
dass generell – im konkreten Fall für den ganzen Landwirtschaftsbetrieb
auf Parzelle F._ – die Zonenordnung (hier Dorfzone II) ausser Kraft
gesetzt würde. Eine derartige Klausel darf auch nicht die Funktion einer
Planungszone übernehmen und dazu verwendet werden, die bestehenden
Bauvorschriften ausser Kraft zu setzen und eine künftige Nutzungsordnung
zu sichern. Die Frage, ob eine gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 73
KRG erzielt wird, ist im Einzelfall anhand der konkreten Verhältnisse –
vorliegend anhand der eingereichten Baupläne – zu prüfen. Hinzu kommt,
dass den kommunalen Behörden bei der Anwendung der betreffenden
Bestimmung ein Ermessensspielraum zusteht, der im
Rechtsmittelverfahren zu beachten ist. Ist der Einordnungsentscheid einer
kommunalen Behörde nachvollziehbar, beruht er mithin auf einer
vertretbaren Würdigung der massgebenden Sachumstände, so haben die
Rechtsmittelinstanzen diesen zu respektieren und dürfen das Ermessen
der kommunalen Baubehörde nicht durch ihr eigenes ersetzen (vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts 1C_123/2021 vom 28. März 2022 E.3.5.1 u.
3.5.2, 1C_264/2020 vom 9. Dezember 2020 E.5.4.3, 1C_117/2016,
127/2016 vom 4. Juli 2016 E.3.4; Urteil des Verwaltungsgerichts R 2020 23
vom 26. Oktober 2021 E.2.4, R 2016 35 vom 4. November 2016 E.2d, R
2014 95 vom 24. Juni 2015 E.5b, R 14 103 vom 30. August 2016 E.4e und
R 2014 24 vom 16. Februar 2016 E.5a). Wie der Augenschein des Gerichts
vom 25. Februar 2022 gezeigt hat, liegt die für das Bauvorhaben
massgebende Dorfzone II in einer durch Bauernhäuser und
Landwirtschaftsbetriebe geprägten Umgebung, so wie typischerweise die
benachbarte Parzelle N._ direkt im Nordwesten oder die auch zu
gewerbezwecken verwendete Parzelle O._ im Süden auf der
gegenüberliegenden Seite der Bahnstation der RhB und dem dortigen
Holzlagerplatz. Von einer massiven Verschlechterung des bisherigen
Zustands kann jedenfalls keine Rede sein, wird der bisherige offene
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Misthaufen doch durch eine gedeckte Mistplatte ersetzt, was visuell/optisch
ohne Zweifel eine Verbesserung des IST-Zustands auf der Westseite von
Parzelle F._ darstellt. Dasselbe kann hinsichtlich der erweiterten
Überdachung und Einwandung der Remise auf der Nordseite von Parzelle
F._ gesagt werden, weil dadurch die bisher verwendeten (wenig
ansehnlichen Sichtschutz- und Abdeck-) Blachen obsolet werden (vgl.
Gerichtsfoto 2 am Standort 1, Fotos 5-6 am Standort 2 sowie Foto 9 am
Standort 3). Selbst die von den Beschwerdeführern eingereichten
Beweismittel (Foto in Replik Ziff. 21 [S.12]; Beschwerde Ziff. 27 [S. 13])
lassen keine gegenteiligen Schlüsse zu. Wie vielmehr bereits der
zusammen mit dem Baugesuch vom 28. April 2020 eingereichten
Fotodokumentation (vgl. Bg-act. 1 mit 4 Farbfotos [Format A4]) entnommen
werden kann, dürfte die geplante Sanierung der Mistplatte, der befestigte
Vorplatz für den Tierauslauf als auch die Ausdehnung der Überdachung
der Remise ästhetisch eine klare Verschönerung der bestehenden
Verhältnisse mit sich bringen; dies zusätzlich zu den damit eingehenden
Verbesserungen betreffend Tier- und Gewässerschutz (vgl. Schreiben ALG
vom 10. Dezember 2021). Zusammengefasst lässt sich damit festhalten,
dass eine Beeinträchtigung des bestehenden Orts- und Landschaftsbilds
durch die nachgesuchten, objektiv nur marginalen baulichen
Veränderungen eindeutig zu verneinen ist.
3.1. Der angefochtene Einsprache- und Baubewilligungsentscheid vom 11.
Dezember 2020 ist demnach rechtens, was zur Abweisung der
Beschwerde vom 13. Januar 2021 führt, soweit darauf eingetreten werden
kann (E. 2.5.).
3.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte den Beschwerdeführern – beide solidarisch
haftend für das Ganze – aufzuerlegen. Das Gericht erachtet dabei eine
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Staatsgebühr von CHF 4'000.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) für angemessen
und sachlich gerechtfertigt (doppelter Schriftenwechsel mit Augenschein).
3.3. Die Beschwerdeführer haben den anwaltlich vertretenen und materiell
obsiegenden Beschwerdegegnern ausserdem die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG).
Ausgangspunkt ist dabei die Honorarnote des Anwalts der
Beschwerdegegner vom 30. März 2021 in der Höhe von CHF 5'541.--
(bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 18.5 Std. à CHF 270.--/Std. [CHF
4'995.--] plus Kleinspesen 3 % [CHF 149.85] und 7.7 % Mehrwertsteuer
[396.15]). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des
Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (vgl.
Honorarverordnung [HV]; BR 310.250) beträgt der übliche Stundenansatz
im Durchschnitt CHF 240.--. Liegt eine Honorarvereinbarung nach Art. 4
HV vor, ist ein Stundenansatz von max. CHF 270.-- zulässig. Laut
Honorarvereinbarung vom 21. Januar 2021 wurde [in Ziff. 2] ein
Stundenansatz von CHF 270.-- vereinbart. Die eingereichte Honorarnote
gibt auch sonst zu keinen Beanstandungen oder Korrekturen seitens des
Gerichts Anlass. Die Beschwerdeführer haben die Beschwerdegegner
daher – nach dem gleichen Verteilschlüssel wie bei den Gerichtskosten –
zudem aussergerichtlich je zur Hälfte (1⁄2 von CHF 5'541.-- = CHF 2'770.50)
zu entschädigen, wobei die beiden Beschwerdeführer unter sich solidarisch
für die Bezahlung der gesamten Parteientschädigung haften.
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