# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3c61ea7e-9892-44fa-93b6-a1c00541ec43
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1965 in O.1_ geboren. Er ist verheiratet und hat keine Kinder. X._ ist als Schreiner/Zimmermann beim "A._" tätig. Monatlich verdient er CHF 5'200.00 netto (inkl. 13. Monatslohn). Er besitzt ein Haus in O.1_, welches mit einer Hypothekarschuld belastet ist (act. 17 STA).
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ nicht verzeichnet (act. 32 STA).
B. Am 10. November 2015, mitgeteilt am 19. November 2015, erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) gegen X._ einen Strafbefehl. Er wurde schuldig erklärt der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG. Dafür wurde er mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung sollte an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen treten, alles unter Kostenfolge zu Lasten von B._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde (act. 18 STA):
"Am 25. Juli 2015, um 09.30 Uhr, lenkte X._ das Motorrad HONDA CB1000RA, Kontrollschild TI _, auf dem Gebiet der Gemeinde O.2_ über die _strasse in Richtung O.3_. In gleicher Richtung vor ihm fuhr C._ mit dem Lieferwagen VW Crafter 35, Kontrollschild LU _, der sein Fahrzeug zu Beginn einer Geraden verlangsamte, um den nachfolgenden Fahrzeugen das Überholen zu erleichtern. Der hinter dem Beschuldigten fahrende D._ mit dem Personenwagen MINI JCW, Kontrollschild AI _, setzte zum Überholen an. Als dieser sich bereits auf der linken Fahrspur befand, stellte der Beschuldigte den linken Richtungsblinker und scherte – ohne die gebotene Vorsicht gegenüber D._ zu beachten – ebenfalls aus. Folglich kollidierte er seitlich mit der Beifahrertüre des Personenwagens von D._, worauf er zu Fall kam. X._ verletzte sich leicht und unterschrieb die Kenntnisnahme der Antrags- und Bedenkfrist des Strafantrages, welchen er innert der Frist jedoch nicht stellte. Sowohl am Motorrad als auch am Personenwagen entstand Sachschaden."
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 26. November 2015 Einsprache (STA act. 19). Mit Schreiben vom 8. Dezember 2015 wurden X._ und D._ zur Konfronteinvernahme durch die Staatsanwaltschaft auf den 22. Januar 2016 vorgeladen (act. 21 und 22 STA).
D. Mit Schreiben vom 24. Dezember 2015 teilte Rechtsanwalt Diego Quinter der Staatsanwaltschaft mit, dass er mit der Interessenwahrung von X._ betraut worden sei (STA act. 20). Am 22. Januar 2016 nahmen X._ (als
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Beschuldigter), sein Rechtsvertreter sowie D._ (als Auskunftsperson) an der von der Staatsanwaltschaft durchgeführten Konfrontationseinvernahme teil (act. 23 STA).
E. Am 11. Februar 2016 lud die Staatsanwaltschaft X._ und C._ zur Konfrontationseinvernahme vor (act. 27 und 28 STA), welche am 7. März 2016 stattfand. Daran nahm auch die Rechtsvertretung von X._ teil (act. 30 STA).
F. Die Staatsanwaltschaft teilte X._ am 13. April 2016 mit, dass die Strafuntersuchung gegen ihn abgeschlossen sei und auf Grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG in Aussicht gestellt werde (act. 31 STA). Am 17. Mai 2016, mitgeteilt am 19. Mai 2016, verfügte die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 und 2 StPO die Überweisung des Strafbefehls ans Bezirksgericht Albula (seit 1. Januar 2017 Regionalgericht Albula). Zudem teilte sie mit, dass die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gelte. Auf eine Vorladung zur Hauptverhandlung werde verzichtet (act. 33 STA).
G. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula fand am 30. November 2016 statt. An dieser nahm X._ in Begleitung seines Verteidigers teil. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge Staatsanwaltschaft:
„1. X._ sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
2. X._ sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen."
Anträge beschuldigte Person:
„1. Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates."
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H. Gegen das am 30. November 2016 mündlich eröffnete und am gleichen Tag ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Albula meldete X._ am 8. Dezember 2016 Berufung an (act. A.1), woraufhin das Regionalgericht Albula das begründete Urteil am 26. Januar 2017 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt (act. B.1):
"1. X._ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'195.00 (Untersuchungskosten Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'195.00, Gerichtskosten CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:
Busse CHF 300.00
Verfahrenskosten CHF 4'195.00
Total CHF 4'495.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations