# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 48536826-c14a-4268-b10c-a280a1f34a27
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972
,
arbeitete seit
November 1998 als Baufacharbe
iter bei der Y._ AG
und war dadurch bei der Suva obligato
risch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfälle
n versichert. Am
2
5.
Januar 2019 verletzte er sich beim Heben eines Schalungselements an der rechten Schulter (
Urk.
9/1)
, wobei eine am
1.
März 2019 durchgeführte MR-
Arthrographie
eine SLAP-Läsion mit Einbezug des
Bizepsankers
bei ansonsten intakten Sehnen der
Rotatoren
-
manschette zeigte (
Urk.
9/10).
Am 1
5.
März 2019 wurde der Versicherte in der
Klinik
Z._
durch
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, operativ versorgt (
Urk.
9/21).
Nach Eingang eines vom Versicherten ausgefüllten Fragebogens (
Urk.
9/8), diverser medizinischer Unterlagen (
Urk.
9/7, 9/10, 9/17 und 9/21) sowie einer Stellungnahme des Kreisarztes
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Radiologie, vom 1
5.
April 2019 (
Urk.
9/23) verneinte die Suva mit Schreiben vom
6.
Mai 2019 ihre Leistungspflicht, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körper
schädigung vorliege (
Urk.
9/26/2).
Nachdem der Versicherte eine
einsprachefä
hige
Verfügung verlangt hatte (
Urk.
9/44/1), holte die Suva erneut bei
Dr.
B._
eine kreisärztliche Beurteilung ein (Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2019,
Urk.
9/48). Mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2019 verneinte sie
wiederum ihre Leistungspflicht
(
Urk.
9/50)
, wogegen der Versicherte
am
2.
September 2019 Ein
sprache
erhob (
Urk.
9/56). Diese wies
die Suva mit Entscheid vom 1
8.
Oktober 2019 ab (
Urk.
2 =
Urk.
9/60).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
6.
November 2019 Beschwerde mit dem sinn
gemässen Rechtsbegehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung zuzuspre
chen (
Urk.
1).
Am 2
1.
November 2019 (Poststempel) reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von
Dr.
A._
zu den Akten (Urk. 4). Dieser wurde der Beschwer
degegnerin mit Verfügung vom 22. November 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
5), worauf
sie
mit Beschwerdeantwort vom 4.
Dezember 2019 auf Abwei
sung der Beschwerde schloss (
Urk.
8). Darüber wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 orientiert (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung
(UVG)
we
rden –
so-
weit
das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.
2
1.
2
.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.
2
.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.
3
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der
Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss BGE 146 V 51 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversiche
rers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilen
den Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
1.
4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 18. Oktober 2019 im Wesentlichen fest,
dass der Beschwerdeführer auf dem Bau tätig und daher körperliche Belastungen gewohnt sei. Schwere Gewichte seien in seinem Beruf nichts Aussergewöhnliches, weshalb das Heben der Wandschalung keine sinnfällige Überanstrengung
darstelle
.
Zudem
habe der Beschwerdeführer selbst bestätigt, dass
im Rahmen dieser Tätigkeit
kein besonderes Ereignis
wie beispielsweise ein Sturz oder ein Ausgleiten
stattgefunden habe
. Das Schadens
ereignis vom 2
5.
Januar 2019 stelle somit keinen Unfall im Rechtssinne dar, da es mindestens an einem wesentlichen Begriffsmerkmal, nämlich am ungewöhn
lichen äusseren Faktor, mangle (
Urk.
2 S. 5 f.).
Auf der Grundlage der kreisärzt
lichen Beurteilung von
Dr.
B._
habe sich der Beschwerdeführer
auch keine Körperschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG
zugezogen
. Selbst
wenn
eine Listendiagnose
vorl
ä
ge, bestünde keine Leistungspflicht, da bei einem Einriss in den
Bizepsanker
praktisch immer von einer Abnützung auszugehen sei (
Urk.
2
S.
8).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom 1
6.
November 2019 machte der Beschwerdefüh
rer geltend, sich die Verletzung im Rahmen eines Unfalls zugezogen
zu
habe
n. Es handle
sich nicht um eine krankheitsbedingte
Gesundheitsschädigung
. Diese Auf
fassung werde durch die Sichtweise seines behandelnden Arztes
,
Dr.
A._
,
gestützt (
Urk.
1).
2.3
In ihrer
Beschwerdeantwort vom
4.
Dezember 2019
führte
die Beschwerdegegne
rin
aus
, der vom Beschwerdeführer neu aufgelegte Arztbericht von
Dr.
A._
beinhalte keine neuen medizinischen Elemente und vermöge keine zumindest geringen Zweifel an der krei
särztlichen Beurteilung von Dr.
B._
zu wecken. Dieser habe in Kenntnis der medizinisch relevanten Fakten sorgfältig begründet, weshalb beim Beschwerdeführer keine Körperschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG vorliege beziehungsweise die zur SLAP-Läsion Typ 2 zugehörige
Beteiligung des
Bizepsankers
auf Abnützung zurückzuführen
sei
. Das Leistungs
begehren des Beschwerdeführers sei folglich zu Recht abgelehnt worden (
Urk.
8 S. 2 f.).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob das Schadensereignis vom 2
5.
Januar 2019 einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG darstellt. Die Beschwerdegegnerin ver
neinte dies mit der Begründung, dass kein ungewöhnlicher äusserer Faktor zur Körperschädigung beigetragen habe (
Urk.
2 S. 6).
3.2
Zur Beurteilung der Frage, ob ein Unfall angenommen werden kann, ist
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
zu prüfen, ob es um einen im betreffenden Lebensbereich alltäglichen und üblichen Vorgang geht, zu dem nichts
Besonderes («Programmwidriges» oder
«Sinnfälliges») hinzugetreten ist, oder ob ein solches Zusatzgeschehen - und mit diesem das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer den normalen Bewegungsablauf störenden Programmwid
rigkeit - gegeben ist (vgl. BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1).
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlich
keit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstren
gung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädi
gungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen).
3.3
Der Schadenmeldung vom 1
1.
Februar 2019 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer beim Heben eines Schalungselements beziehungsweise einer Wandschalung ein Geräusch (Knacken) in der rechten Schulter wahrgenommen habe. Danach habe er beim Hinaufstrecken des rechten Arms
stets
Schmerzen verspürt (
Urk.
9/1/2).
Im zuhanden der Beschwerdegegnerin ausgefüllten Frage
bogen vom 2
3.
Februar 2019 hielt der Beschwerdeführer zum Hergang des Scha
denereignisses vom 2
5.
Januar 2019 fest, dass er beim Ausschalen einer Wand
schalung das obere Schalungselement habe entfernen müssen. Diese Arbeit habe er zusammen mit einem Arbeitskollegen ausgeführt. Durch eine falsche Bewe
gung habe es einen Knall respektive ein Knacken in der rechten Schulter gegeben.
Etwas Besonderes wie ein Ausgleiten, ein Sturz oder ein Anschlagen habe sich nicht ereignet (
Urk.
9/8/1).
Der Beschwerdeführer hat sich die Schulterverletzung
somit
im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Baufacharbeiter zugezogen
, welche er bereits seit meh
reren Jahren ausübt (
Urk.
9/1).
Es finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die mit dem Heben des Schalungselements konkret verbundene körperliche
Krafta
n
strengung im Hinblick auf
die
Konstitution
des Beschwerdeführers
sowie
seine
berufliche Gewöhnung von ausserordentlicher Natur war.
Insbesondere ist weder ersichtlich noch wird beschwerdeweise geltend gemacht, dass die Wandschalung für zwei Arbeiter unüblich schwer gewesen wäre. Eine sinnfällige Überanstren
gung ist daher zu verneinen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2015 vom 1
9.
August 2015 E. 5
mit Hinweisen
).
Da sich ausgehend von den Schilde
rungen des Beschwerdeführers am 2
5.
Januar 2019 auch nichts Besonderes ereignete, ist der
Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass
die vom Beschwerde
führer erlittene Schulterverletzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mit einem ungewöhnlichen äusseren Faktor in Verbindung zu bringen ist. Folg
lich liegt kein Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG vor
, wes
wegen
sich unter diesem Titel keine
Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin
begründen lässt
(vgl. vorste
hende E.
1.
2
.1).
4.
4.1
Zu
prüfen
bleibt damit, ob der Beschwerdeführer eine
der in
Art.
6
Abs.
2 UVG abschliessend aufge
listeten
Körperschädigung
en
erlitten hat.
4.2
4.2.1
Im Rahmen der ärztlichen Erstkonsultation vom
8.
Februar 2019 im Stadtspital
C._
wurde der Verdacht auf eine Tendinitis der rechten Schulter geäussert
(
Urk.
9/7/1)
. Die gleichentags durchgeführten radiologischen Untersuchungen
ergaben keinen Frakturnachweis. Sowohl die Gelenkartikulation
glenohumeral
als auch das AC-Gelenk wurden als intakt eingestuft (
Urk.
9/17).
4.2.2
Die Untersuchung mittels MR-
Arthrographie
vom
1.
März 2019 durch
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Radiologie, ergab eine SLAP-Läsion mit Einbezug des
Bizepsankers
. Die Sehnen der
Rotatorenmanschette
sowie die lange
Bizepssehne
wurden als intakt beurteilt. Im AC-Gelenk konnten degenerative Veränderungen festgestellt werden (
Urk.
9/10).
4.2.3
Am 1
5.
März 2019 nahm
Dr.
A._
beim Beschwerdeführer eine Schulterstabi
lisierung und
Osteochondroplastik
vor. Anlässlich des operativen Eingriffs habe sich
am
Glenoid
anteroinferior
eine
chondrale
Abrasion
bei jedoch stabilem Labrum gezeigt. Passend dazu habe kontralateral die SLAP-Läsion respektive die Ruptur des hinteren Labrums vorgelegen, welche sich
in
den
Bizepsanker
ausge
dehnt habe. Die Manschette sowie der Bizeps selbst seien intakt gewesen (
Urk.
9/21/1).
4.2.4
In seiner kreisärztlichen Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2016 hielt
Dr.
B._
fest, dass die korrekte Diagnose unter Berücksichtigung sämtlicher Befunde wie folgt laute:
-
rechtsseitige Schulterinstabilität mit/bei SLAP-Läsion Typ 2, Läsion des dorsalen Labrum
glenoidale
und
chondrale
Abrasion
am
anteroinferioren
Glenoid
.
Ein Vergleich mit den in
Art.
6
Abs.
2 UVG aufgeführten Körperschädigungen ergebe keine Übereinstimmung. Dementsprechend liege beim Beschwerdeführer keine Körperschädigung im Sinne dieser gesetzlichen Bestimmung vor. Selbst wenn die SLAP-Läsion
vom Typ 2 oder auch nur die dazugehörige Läsion des
Bizepsankers
als Körperschädigung nach
Art.
6
Abs.
2
lit
. f UVG
interpretiert
würde, bestünde keine Leistungs
pflicht des Unfallversicherers, da
SLAP-Läsionen vom Typ 2
nicht nur vorwiegend, sondern praktisch immer auf Abnützung zurückzuführen
seien (
Urk.
9/48).
5.
Vorab
ist festzuhalten, dass sich
Dr.
B._
welcher unbestrittenermassen über die konkret notwendige fachärztliche Qualifikation verfügt
anhand der ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen ein volls
tändiges Bild über die Anamnese sowie
den Behandlungsverlauf verschaffen konnte.
Da es konkret im Wesentlichen um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen
Sachverhalts geht, durfte unter Verzicht auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerde
führers eine Aktenbeurteilung vorgenommen werden (vgl. Urteile des Bundesge
richts 8C_46/2019 vom 1
0.
Mai 2019 E. 3.2.1 und 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Inhaltlich gelangte der Kreisarzt zum Schluss, dass es sich bei der vom Beschwer
deführer am 2
5.
Januar 2019 erlittenen Verletzung um keine
Körperschädi
-
gung
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG handle.
Dies vermag mit Blick auf die bundes
gerichtliche Rechtsprechung zu überzeugen, wonach die Diagnose einer SLAP-Läsion keiner der in der genannten Gesetzesbestimmung abschliessend aufge
führten Körperschädigungen entspricht
. Namentlich stellt diese Verletzung
kei
nen Sehnenriss
gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. f UVG dar
(
vgl.
Urteil
e
des Bundesge
richts 8C_1/2015 vom
27.
März 2015 E. 3.2
und 8C_835/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 4.
3
[
jeweils
unter Bezugnahme
auf die
bis zum 3
1.
Dezember 2016
in Kraft g
ewesene
Regelung in
Art.
9
Abs.
2
lit
. f UVV]
).
Ergänzend
merkte
Dr.
B._
an,
dass selbst dann keine Leistungspflicht des Unfallversicherers bestünde, wenn die SLAP-Läsion vom Typ 2 oder auch nur die dazugehörige Läsion des
Bizepsankers
als Körperschädigung nach
Art.
6
Abs.
2
lit
. f UVG eingeordnet würde, da SLAP-Läsionen vom Typ 2 nicht nur vorwie
gend, sondern praktisch immer auf Abnützung zurückzuführen
seien (Urk. 9/48).
Auch hinsichtlich dieser Ausführungen besteht keine Veranlassung, die kreisärzt
liche Beurteilung in
Frage zu stellen
.
So ist insbesondere der vom Beschwerde
führer eingereichte Bericht von
Dr.
A._
vom 2
0.
November 2019 (
Urk.
4) nicht geeignet, Zweifel
daran
zu wecken.
Zum einen ist fraglich, ob Dr.
A._
überhaupt
Kenntnis von der Beurteilung von
Dr.
B._
hatte; jedenfalls setzte er sich nicht eingehend mit dessen medizinischer Sichtweise auseinander. Zum anderen trifft es nicht zu, dass die radiologischen Untersuchungen
der rechten Schulter
keine Degeneration in irgendeiner Form ergeben hatten. In Bezug auf das AC-Gelenk wurden am 1. März 2019 degenerative Veränderungen festgestellt (
Urk.
9/10).
Auf der
Basis
der beweiskräftigen kreisärztlichen Beurteilung
ist
daher
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
, dass eine allfäl
lige Listenverletzung in Form der Läsion des
Bizepsankers
vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen wäre
, womit die Leistungspflicht der Beschwerdegeg
nerin als Unfallversicherer
auch
gestützt auf
Art.
6
Abs.
2 UVG
entfallen würde
(vgl. vor
stehende E.
1.
3
).
6
.
Nach dem Gesagten
ist
zusammenfassend
festzuhalten, dass das Ereignis vom 2
5.
Januar 2019 nicht als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG zu qualifizieren ist. Ebenso wenig besteht eine Leistungspflicht der Unfallversicherung gestützt auf
Art.
6
Abs.
2 UVG. Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2019 (
Urk.
2) erweist sich
demnach
als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.