# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 47750f29-2d46-400d-8605-5ff6e16fd7a2
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht, vom 1. März 2011 (GG100036)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 18. März 2010 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 21).
Urteil der Vorinstanz:
1. Die Angeklagte ist schuldig
− der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit
im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG;
− der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in
Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV;
− des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92
Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG.
2. Die Angeklagte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu
CHF 80.– sowie einer Busse von CHF 1'000.–.
Bezahlt die Angeklagte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei
Jahre angesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 2'546.00 Untersuchungskosten
CHF 5'546 .00 Kosten total.
5. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der Untersuchung, werden der Ange-
klagten auferlegt.
6. Mitteilung
7. Rechtsmittel
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(mündlich; Urk. 69)
1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Schuldspruch wegen Ver-
letzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG i.V.m. Art. 31
Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV rechtskräftig geworden ist.
2. Die Berufungsklägerin sei von den Vorwürfen der Vereitelung von Mass-
nahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit und des pflichtwidrigen Verhal-
tens bei einem Unfall freizusprechen.
3. Sie sei wegen Verletzung von Verkehrsregeln zu einer angemessenen
Busse zu verurteilen.
4. Der Beschuldigten sei eine reduzierte Gerichtsgebühr aufzuerlegen und sie
sei infolge Freispruchs im Hauptanklagepunkt angemessen zu entschädi-
gen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

## Considerations

Das Gericht erwägt:
I. Prozessuales
Mit Urteil des Einzelrichters in Strafsachen am Bezirksgericht Meilen vom 1. März
2011 wurde die Beschuldigte der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung
der Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG, der Verletzung der Ver-
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kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1
SVG und Art. 3 VRV und des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von
Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG schuldig ge-
sprochen. Sie wurde bestraft mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen
zu Fr. 80.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren sowie mit einer
Busse von Fr. 1'000.--.
Die Beschuldigte hat fristgerecht mit Eingabe vom 3. März 2011 gegen das Urteil
Berufung angemeldet (Urk. 50) und mit Eingabe vom 18. April 2011 die Beru-
fungserklärung eingereicht (Urk. 58). Sie beantragt Freispruch von den Vorwürfen
der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit und des
pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, Vormerknahme von der Rechtskraft des
Schuldspruches wegen Verletzung von Verkehrsregeln und Bestrafung mit einer
Busse. Die Staatsanwaltschaft hat weder Berufung noch Anschlussberufung er-
hoben.
Es ist demzufolge davon Vormerk zu nehmen, dass der vorinstanzliche Schuld-
spruch betreffend Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG
in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV in Rechtskraft er-
wachsen ist. Mangels gegenteiliger Anträge ist auch die vorinstanzliche Kosten-
festsetzung (Dispositiv-Ziffer 4) in Rechtskraft erwachsen.
II. Sachverhalt
1. Anklagesachverhalt und Standpunkt der Beschuldigten
Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft
See/Oberland vom 18. März 2010 vorgeworfen, sie habe am 26. März 2009, ca.
01.30 Uhr, den Personenwagen ... im Wissen darum, dass sie zuvor zu viel Alko-
hol getrunken hatte, rückwärts aus einem Parkfeld vis-à-vis der Liegenschaft
...strasse ... in Z._ gelenkt und dabei den auf dem benachbarten Parkfeld
parkierten Personenwagen VW Golf seitlich gestreift, wodurch am VW Golf Sach-
schaden entstand (Vorder- und Hintertüre links zerkratzt). Obwohl sie die Kollision
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bemerkt habe und damit habe rechnen müssen, dass es am VW Golf zu einem
Drittschaden gekommen ist, sei sie von der Unfallstelle weggefahren, ohne sich
um den verursachten Sachschaden zu kümmern und unverzüglich die Geschädig-
te und die Polizei zu avisieren. Dies habe sie in der Absicht getan, sich einer dro-
henden polizeilichen Massnahme zur Ermittlung der Blutalkoholkonzentration zu
entziehen, mit welcher aufgrund der gesamten Umstände des Unfalles (unkompli-
ziertes Verkehrsmanöver, nächtlicher Unfallzeitpunkt, vorgängiger Bar-Besuch)
mit hoher Wahrscheinlichkeit gerechnet werden musste.
Die Beschuldigte anerkennt, die ihr zur Last gelegte Kollision verursacht zu ha-
ben, jedoch macht sie geltend, sie habe davon nichts bemerkt, weshalb sie den
subjektiven Tatbestand betreffend Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung
der Fahrunfähigkeit und des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall bestreitet.
2. Zu erstellender Sachverhalt
Bestritten ist, dass die Beschuldigte die Kollision zwischen ihrem Fahrzeug und
dem auf dem benachbarten Parkplatz abgestellten Fahrzeug bemerkt hat. Unbe-
stritten ist, dass sich die Kollision beim Rückwärtsfahren aus einem Parkplatz zu
nächtlicher Stunde nach vorgängigem Barbesuch mit erheblichem Alkoholkonsum
der Beschuldigten ereignete.
3. Beweismittel
3.1. Allgemeines
Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, lassen sich innere Tatsachen nicht direkt
beweisen, sie entziehen sich der direkten Wahrnehmung Dritter. Aufgrund von Er-
fahrungsregeln kann von äusseren Umständen auf innere Tatsachen geschlossen
werden (Urk. 56; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Als Beweismittel liegen die Aussagen der Beschuldigten, der Zeugin B._, die
Fotodokumentation der Kantonspolizei vom 9. April 2009 (Urk. 3), ein Alkoholgut-
achten des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Zürich (Urk. 12) und ein
Gutachten des Forensischen Institutes Zürich vor (Urk. 30).
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Die Vorinstanz hat die Verwertbarkeit dieser Beweismittel geprüft und für alle vor-
genannten Beweismittel bejaht. Es kann diesbezüglich, wie mit Bezug auf die
Grundsätze der Beweiswürdigung, auf ihre zutreffenden Ausführungen verwiesen
werden (Urk. 56 S. 5 -10; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.2. Beweismittel im Einzelnen
a) Aussagen der Beschuldigten
Die Beschuldigte hat in der ersten polizeilichen Befragung vom 26. März 2009 auf
die Frage, ob sie sich vor Antritt der Fahrt in fahrfähigem Zustand befunden habe,
ausgesagt, sie habe sich eigentlich schon in fahrfähigem Zustand gefühlt, sie ha-
be den Alkohol sicherlich gespürt, sie sei angeheitert gewesen, habe aber noch
gerade laufen können (Urk. 7 S. 2). Sie erklärte auf die Frage, wie es zum Unfall
gekommen sei, sie nehme jetzt an, dass es beim Losfahren geschehen sei, sie
habe nicht viel gemerkt. Sie habe nicht bemerkt, dass sie ein Fahrzeug beschä-
digt habe, sonst hätte sie einen Zettel hinterlassen. Der Alkoholkonsum sowie die
Aufregung des gestrigen Tages könnten dazu beigetragen haben, dass sie die
Kollision mit dem Fahrzeug nicht bemerkt habe (Urk. 7 S. 1).
In der Einvernahme vom 2. Dezember 2009 bestritt sie, dass sie zu viel Alkohol
getrunken habe und erklärte, sie habe nicht gemerkt, dass sie beim Rückwärts-
fahren einen anderen Personenwagen gestreift habe (Urk. 10 S. 2, S. 4 und S. 6).
Auf die Frage, wie sie sich beim Verlassen der Bar gefühlt habe, sagte sie aus,
sie habe sich normal gefühlt. Auf Vorhalt ihrer Aussage in der früheren polizeili-
chen Einvernahme, wonach sie den Alkohol gespürt habe, angeheitert gewesen
sei aber noch gerade laufen konnte, erklärte sie, der Polizist habe sie gefragt, ob
sie noch gerade habe laufen können (Urk. 10 S. 4).
In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz vom 19. April 2010 sagte sie aus, sie ha-
be sich gut gefühlt als sie zum Fahrzeug zurückgekehrt sei und verneinte Auswir-
kungen des vorgängigen Alkoholkonsums bemerkt zu haben. Auf Vorhalt ihrer
Aussage in der ersten polizeilichen Einvernahme, wonach sie den Alkohol sicher-
lich gespürt habe, angeheitert gewesen sei, aber noch gerade haben gehen
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können, erklärte sie, es sei normal, wenn man Wein trinke, dass man dies ein
bisschen spüre (Proz. GG100004 Prot. I S. 7). Sie erklärte erneut, sie habe nichts
davon bemerkt, dass sie ein Auto gestreift habe (Proz. GG100004 Prot. I S. 8).
In der zweiten Hauptverhandlung vor Vorinstanz vom 28. Februar 2011 hielt sie
daran fest, dass sie in der fraglichen Nacht, als sie retour aus dem Parkplatz
herausgefahren sei, nichts bemerkt habe. Wenn sie die Kollision bemerkt hätte,
hätte sie angehalten (Proz. GG100036 Prot. I S. 4). Auf Vorhalt der Zeugenaus-
sage der Zeugin B._, wonach es ein recht lautes Geräusch gegeben habe,
sagte die Beschuldigte aus, sie habe nichts gehört (Proz. GG100036 Prot. I S. 5).
Vor Berufungsgericht hat die Beschuldigte wiederum gesagt, sie habe die Kolli-
sion nicht bemerkt (Urk. 68 S. 3).
b) Zeugenaussage von B._
B._ hat als Zeugin ausgesagt, sie habe am Fenster ihrer Wohnung gestan-
den und habe gesehen wie die Beschuldigte in ihr Auto gestiegen sei, retour aus
dem Parkfeld gefahren sei und mit dem rechten vorderen Ecken ihres Fahrzeuges
den hellen Passat touchiert habe. Es habe ein lautes Geräusch gegeben (Urk. 34
S. 3). Es sei ein Kratzen gewesen, sie habe es als recht laut empfunden, sie sei
der Meinung, die Beschuldigte hätte es hören müssen (Urk. 34 S. 4). Sie habe
sich gedacht, die Beschuldigte würde korrigieren, das habe sie nicht gemacht,
sondern sei in einem Zug rückwärts gefahren. Die Beschuldigte habe auch nicht
angehalten, sei nicht ausgestiegen, sondern sei einfach weggefahren.
Daraufhin habe sie die Nummer des Fahrzeuges der Beschuldigten notiert
(Urk. 34 S. 3). Die Beschuldigte habe keine Reaktion gezeigt, habe das Auto
durchgezogen, aus dem Parkfeld gezogen und sei weggefahren (Urk. 34 S. 5).
c) Gutachten betreffend Alkoholisierung
Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich ermittelte in seinem Gutach-
ten vom 22. Dezember 2009 aufgrund der Angaben der Beschuldigten zu ihrem
Alkoholkonsum eine Blutalkoholkonzentration im Ereigniszeitpunkt von 0,27 bis
0,87 Gewichtspromillen (Urk. 12).
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d) Fotodokumentation und Gutachten des Forensischen Institutes Zürich
Aufgrund des Gutachtens des Forensischen Institutes Zürich der Kantons- und
Stadtpolizei Zürich vom 28. Oktober 2010 ist erstellt, dass die in der Fotodoku-
mentation festgehaltenen Kratzspuren an den beiden linken Fahrzeugtüren des
VW Golf aufgrund der Kollision mit dem von der Beschuldigten gelenkten Fahr-
zeug ... entstanden sind.
3.3. Beweiswürdigung
Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass auf die Fotodokumentation und das
Gutachten des Forensischen Institutes nicht abgestellt werden könnte. Dies wird
zu Recht auch von der Verteidigung nicht geltend gemacht. Insbesondere aner-
kennt die Beschuldigte nunmehr, die festgestellten Kratzer an der Vorder- und an
der Hintertüre des VW Golf verursacht zu haben.
Der Fotodokumentation ist zu entnehmen, dass das von der Beschuldigten vor-
genommene Fahrmanöver ein einfaches Ausparken darstellte, welches ange-
sichts der übersichtlichen örtlichen Verhältnisse keine besonderen Anforderungen
an die Lenkerin stellte. Aufgrund des Gutachtens ist erstellt, dass die Kratzspuren
auf der linken Fahrzeugseite des VW Golf auf die Kollision mit dem von der Be-
schuldigten gelenkten Fahrzeug zurückzuführen sind. Aus den Fotoaufnahmen
und der Beschreibung der Kratzspuren im Gutachten geht hervor, dass es sich
um Kratzer von erheblicher Länge handelt, welche am Anfang der Fahrertürzier-
leiste beginnen und sich bis zum vorderen Bereich der Radlaufes des linken hin-
teren Radkastens erstrecken.
Mit diesen Feststellungen im Gutachten des Forensischen Institutes sind die Zeu-
genaussagen von B._ vereinbar, welche ein recht lautes Kratzen wahrnahm.
Die Länge der Kratzspuren stimmt mit ihrer Darstellung überein, wonach die Be-
schuldigte auf die Kollision nicht reagiert hat, insbesondere nicht korrigiert hat,
vielmehr das Fahrzeug einfach in einem Zug aus dem Parkfeld hinaus durchge-
zogen hat. Die Aussagen dieser Zeugin sind sehr glaubhaft, auf die Erwägungen
der Vorinstanz kann auch diesbezüglich verwiesen werden (Urk. 56 S. 15 f.; Art,
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82 Abs. 4 StPO). Die Aussagen der Zeugin werde von der Verteidigung auch
nicht angezweifelt.
Die Verteidigung führte in der ersten Hauptverhandlung vor Vorinstanz aus, es sei
denkbar, dass ein Lenker ein leichtes Touchieren eines anderen Fahrzeuges bei
einem Parkmanöver nicht bemerke, dagegen sei nicht denkbar, dass ein Lenker
über zwei Meter lange Kratzer ziehe und dies unbemerkt bleibe. Jeder vernünftige
Lenker breche das Manöver ab und setze zurück (Urk. 41 S. 4). Dieser Argumen-
tation ist beizupflichten. Dass die Beschuldigte eine derart starke Streifkollision
nicht bemerkt haben will, ist mit der allgemeinen Lebenserfahrung nicht vereinbar.
Die Beschuldigte hat denn auch in der ersten polizeilichen Befragung zuerst aus-
gesagt, sie nehme an, dass es beim Losfahren geschehen sei, sie habe nicht viel
bemerkt (Urk. 7 S. 1). Die Aussage, sie habe nicht viel bemerkt, indiziert, dass sie
eben etwas bemerkt hat, was jedenfalls auch mit der allgemeinen Erfahrung
übereinstimmt, anders als ihre später konstant abgegebene Darstellung, sie habe
nichts bemerkt. Bezüglich der Würdigung der Aussagen der Beschuldigten kann
auf die zutreffenden Aussagen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 56 S.12 f.;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin,
dass die Aussagen der Geschädigten in zwei Kernpunkten (Bemerken der Kolli-
sion und Beeinträchtigung durch den Alkoholkonsum) widersprüchlich sind, was
Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung aufkommen lässt, insbesondere
an ihrer Behauptung, sie habe nichts von der Kollision bemerkt.
Die Verteidigung zieht aus dem Umstand, dass die Beschuldigte nach Streifung
des anderen Fahrzeuges keine Reaktion zeigte, nicht zurücksetze und korrigierte,
den Schluss, sie habe von der Kollision nichts bemerkt, wobei offen gelassen
werden könne, worauf dies zurückzuführen sei, auf laute Musik kombiniert mit gu-
ter Isolierung des Fahrzeuge oder dass die Beschuldigte in Gedanken woanders
gewesen sei (Urk. 45 S. 4 f.; Urk. 69 S. 4). Dass die Angeklagte laut Musik gehört
hätte, kann ausgeschlossen werden. Dies machte sie nie geltend, obwohl sie
– insbesondere auch an der Berufungsverhandlung (Urk. 68 S. 3) – darauf ange-
sprochen wurde, wie sie sich erklären könne, dass sie das laute Kollisions-
geräusch, wie es die Zeugin B._ schildert, nicht gehört habe. Als einzige
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Erklärung führte die Beschuldigte in der ersten polizeilichen Befragung an, der
Alkoholkonsum sowie die Aufregung des gestrigen Tages könnten dazu beigetra-
gen haben, dass sie die Kollision nicht bemerkt habe (Urk. 7 S. 1).
Aufgrund sämtlicher Umstände bestehen jedoch keine vernünftigen Zweifel daran,
dass die Beschuldigte die Streifkollision bemerkt hat. Weshalb die Beschuldigte
dennoch nicht angehalten hat, sondern vielmehr wie von der Zeugin B._
beschrieben in einem Zug raus- und dann weggefahren ist, muss letztlich offen
bleiben. Erklärungen wie ein effektiv höherer Alkoholkonsum als angegeben oder
eine Fehl- resp. Panikreaktion sind denkbar.
Gemäss den Ermittlungen des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Zürich
vom 22. Dezember 2009 wies die Beschuldigte im Zeitpunkt des Ereignisses eine
Blutalkoholkonzentration von 0,27 bis 0,87 Gewichtspromillen auf (Urk. 12). Diese
Berechnungen beruhen auf den Angaben der Beschuldigten betreffend ihres
Alkoholkonsums am fraglichen Abend. Die Beschuldigte war sich bewusst, dass
sie Alkohol in erheblichem Masse konsumiert hatte. Sie erwähnte konstant, 5
Gläser Weisswein à 1 dl über rund 4 Stunden verteilt konsumiert zu haben. In der
ersten polizeilichen Befragung sagte sie sogar aus, sie habe den Alkohol gespürt,
sei angeheitert gewesen (Urk. 7 S. 2). Dass sich die Kollision bei einem unkom-
plizierten Fahrmanöver zu nächtlicher Stunde nach vorgängigem Barbesuch der
Beschuldigten ereignete, ist erstellt. Dass die Polizei unter diesen Umständen,
wenn sie auf der Unfallstelle erschienen wäre, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine
Massnahme zur Ermittlung der Blutalkoholkonzentration angeordnet hätte, liegt
auf der Hand. Alle Umstände, welche zur Annahme führen, dass die Polizei mit
hoher Wahrscheinlichkeit eine solche Massnahme angeordnet hätte, waren der
Beschuldigten bekannt. Damit ist auch erstellt, dass sich die Beschuldigte von der
Unfallstelle entfernte in der Absicht, sich einer drohenden polizeilichen Massnah-
me zur Ermittlung der Blutalkoholkonzentration zu entziehen.
4. Fazit
Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland
vom 18. März 2010 ist in allen Punkten erstellt.
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III. Rechtliche Würdigung
Bezüglich der rechtlichen Würdigung kann auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz verwiesen werden, sie geben zu keinen Ergänzungen Anlass (Urk. 56
S. 20 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO).
Die Beschuldigte ist daher der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Ver-
haltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51
Abs. 1 und 3 SVG schuldig zu sprechen.
IV. Strafzumessung
Den Erwägungen der Vorinstanz betreffend die Strafzumessung ist nichts beizu-
fügen, es ist ihnen in allen Punkten beizupflichten (Urk. 56 S. 24 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
Die Beschuldigte ist zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu
Fr. 80.-- und einer Busse von Fr. 1'000.--. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung der Busse ist auf 10 Tage festzulegen.
V. Bedingter Strafvollzug
Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges betreffend die Geldstrafe unter An-
setzung einer minimalen Probezeit von zwei Jahren wurde nicht angefochten und
ist zu bestätigen.
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VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren mit ihren Anträgen vollumfäng-
lich. Entsprechend sind ihr die Kosten des Berufungsverfahren – wie auch des
erstinstanzlichen Verfahrens – aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 und Abs. 3 StPO).
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzulegen.