# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a0e10afa-b9a9-40f4-acd2-ab34bcef505c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1974 in O.1_ geboren, wo er gemeinsam mit einem Bruder und zwei Schwestern in geordneten Familienverhältnissen aufgewachsen ist. Dort besuchte er die obligatorischen Schulen. Im Jahre 1990 kam er in die Schweiz. In O.2_ arbeitete er als Sanitärinstallateur und als Elektriker. Heute ist er in der Gastronomie tätig. Der Beschuldigte ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ mit einer Eintragung wegen Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung aus dem Jahre 2008 verzeichnet.
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend Staatsanwaltschaft) vom 2. Mai 2014, mitgeteilt am 6. Mai 2014, wurde X._ schuldig erklärt des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Ruhestörung im Sinne von Art. 36g des Polizeigesetzes des Kantons Graubünden. Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 100.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 500.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
1. "Am Sonntagmorgen, _ 2012, um ca. 03.50 Uhr, befanden sich u.a. Y._ und A._ in der Bar des Clubs B._ in O.2_. Obwohl A._ nichts mit Y._ zu tun haben wollte, begann dieser sie zu belästigen. Der Geschäftsführer X._ nahm die Situation wahr und versuchte den betrunkenen Y._ zu beruhigen, jedoch erfolglos. Dieser versetzte X._ einen Faustschlag ins Gesicht, wodurch er einen Nasenbeinbruch erlitt. Daraufhin ging ein Gerangel los, woran mehrere Personen beteiligt waren, u.a. Y._, X._, C._ und D._, die zwei letzteren als Türsteher. Andere Beteiligte konnten nicht identifiziert werden. E._, der ebenfalls einschritt, um Y._ vor weiteren Schlägen zu schützen, zog sich bei der Schlägerei eine Prellung am rechten Auge zu. X._ war sich bewusst, bzw. war damit einverstanden, an einer tätlichen Auseinandersetzung mit mehr als zwei Personen teilzunehmen.
Laut Arztbericht, datiert vom _ 2012, erlitt Y._ einen Bluterguss am rechten Auge und eine Gehirnerschütterung und gemäss Bericht der Klinik F._ ausserdem eine "Blow-" (Orbitabodenfraktur) links. Dem Austrittsbericht des Universitätsspitals G._, wo ihm der Orbitaboden rekonstruiert
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wurde, ist zudem zu entnehmen, dass neben der Verletzung am Auge und einer Kratzspur am linken Unterarm keine Verletzungen auffielen.
2.1. In der Nacht vom _ 2013 ging von der Diskothek des B._ Clubs in O.2_-Dorf, dessen Geschäftsführer der Beschuldigte war, übermässiger Musiklärm aus. So wurden in der Disco 124 Dezibel gemessen (Grenzwert gemäss SLV 93 Dezibel), während in einer Wohnung in deren Nähe, namentlich in einem Schlafzimmer 30.7 und in einem Badezimmer 34.2 Dezibel gemessen wurden, wo die Grenzwerte bei 25 bis 30 Dezibel liegen.
2.2 Am _ 2013, um 02.30 Uhr, und am _ 2013, um 01.54 Uhr, gingen erneut von der Disco übermässige Emissionen aus. Die darin gemessenen Werte betrugen zwischen 95 und 103 Dezibel bzw. 110.8 Dezibel."
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 19. Mai 2014 Einsprache. Mit Parteimitteilung vom 1. Oktober 2014, mitgeteilt am 1. Oktober 2014, teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchung gegen X._ abgeschlossen sei und auf Grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO wegen Raufhandels und Ruhestörung in Aussicht gestellt werde. Am 25. März 2015, mitgeteilt am 31. März 2015, verfügte die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO die Überweisung des Strafbefehls ans Bezirksgericht Maloja. Zudem teilte sie mit, dass die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gelte. Gleichentags erging auch der Schlussbericht der Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO.
D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 1. September 2015 statt. An dieser nahmen X._ in Begleitung seines Verteidigers und der Zeuge E._ teil. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Ruhestörung im Sinne von Art. 36g des Polizeigesetzes des Kantons Graubünden.
2. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 100.-, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, zu bestrafen.
3. Dafür sei er zudem mit einer Busse von CHF 500.- zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
4. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen."
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"Anträge beschuldigte Person:
1. Der Beschuldigte sei des Raufhandels und der Ruhestörung gemäss kant. Polizeigesetz freizusprechen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
3. Es sei von Amtes wegen eine Strafanzeige gegen H._ einzureichen wegen Beteiligung an einem Raufhandel."
E. Gegen das am 1. September 2015 mündlich eröffnete und am 3. September 2015 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Maloja meldete X._ am 9. September 2015 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Maloja das begründete Urteil am 5. Januar 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ wird vom Vorwurf der mehrfachen Ruhestörung im Sinne von Art. 36g Abs. 1 PolG freigesprochen.
2. X._ ist schuldig des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB.
3. Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 100.-, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, bestraft.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1'291.65
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 173.30
- Gerichtsgebühr CHF 3'000.00
Total CHF 4'464.95
werden X._ im Umfang von CHF 3'571.95 auferlegt und im Umfang von CHF 893.- auf die Staatskasse genommen (CHF 293.- zulasten des Kantons Graubünden und CHF 600.- zulasten des Bezirksgerichts Maloja).
5. X._ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung zulasten des Bezirksgerichts Maloja von CHF 1'201.40 (inkl. MwSt. und Auslagen) zugesprochen.

## Considerations