# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 40dd3559-d0bb-4cd4-bf2f-d244904e4e6f
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Die Gemeindeversammlung von Dänikon erliess am 18. Juni 2008 eine totalrevidierte Polizeiverordnung, welche unter anderem in Art. 27 ein ab 22.00 Uhr geltendes Ansammlungsverbot für schulpflichtige Jugendliche mit folgendem Wortlaut vorsieht:
"Schulpflichtigen Jugendlichen ist es untersagt sich nach 22.00 Uhr ohne Begleitung der Inhaber der elterlichen Sorge in Ansammlungen auf öffentlichen Strassen oder Plätzen aufzuhalten."
II.
Dagegen gelangten A am 30. Juni 2008 sowie D und E am 7. Juli 2008 an den Bezirksrat Dielsdorf. Sie beantragten die Aufhebung von Art. 27 der revidierten Polizeiverordnung. Der Bezirksrat vereinigte die Beschwerden und wies sie am 5. Januar 2009 ab.
III.
Dagegen erhob A am 6. Februar 2009 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des Beschwerdeentscheids des Bezirksrats und des Artikels 27 der revidierten Polizeiverordnung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Der Bezirksrat Dielsdorf beantragte am 10. März 2009 Abweisung der Beschwerde. Den nämlichen Antrag stellte die Beschwerdegegnerin am 25. März 2009; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerin.
Die Kammer

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin beanstandete im Verfahren vor dem Bezirksrat zweierlei. Zum einen rügte sie, dass der Beschluss der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2008, mit welchem die Polizeiverordnung genehmigt worden war, in Verletzung der politischen Rechte zustande gekommen sei. Zum andern machte sie bezüglich des Inhalts des strittigen Art. 27 der Polizeiverordnung eine Verletzung von übergeordnetem Verfassungsrecht geltend.
1.2
Soweit die Beschwerdeführerin vor dem Bezirksrat eine Verletzung der politischen Rechte beim Zustandekommen des Beschlusses der Gemeindeversammlung geltend machte, handelt es sich dabei – wie der Bezirksrat richtig ausführte (vgl. E. 3.5 des Entscheides des Bezirksrats) – um einen Stimmrechtsrekurs im Sinn von § 151a des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG) in Verbindung mit §§ 147 ff. des Gesetzes über die politischen Rechte vom 1. September 2003 (GPR).
Nach geltendem kantonalen Recht stünde der Beschwerdeführerin gegen den Entscheid des Bezirksrats die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nicht offen (§ 43 lit. a VRG). Als kantonal letzte Instanz wäre vielmehr der Regierungsrat zum Entscheid zuständig (§ 19c Abs. 2 VRG). Indes hält Art. 88 Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) fest, dass gegen behördliche Akte, welche die politischen Rechte der Stimmberechtigten in kantonalen Angelegenheiten verletzen können, ein kantonales Rechtsmittel vorgesehen sein muss. Nach der sich nicht unmittelbar aus dem Wortlaut von Art. 88 Abs. 2 BGG ergebenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Entscheid vom 12. März 2009, 1C/467/2008, E. 1.3, www.bger.ch) gilt es dabei, Art. 86 Abs. 2 BGG zu beachten, wonach die Kantone als unmittelbare Vorinstanzen des Bundesgerichts obere Gerichte einzusetzen haben. Nachdem Ende letzten Jahres die Übergangsfrist zur Anpassung des kantonalen Rechts an die Art. 86 Abs. 2 und 3 und Art. 88 Abs. 2 abgelaufen ist (vgl. Art. 130 Abs. 3 BGG), hat demnach das Verwaltungsgericht als letzte kantonale Instanz über Stimmrechtssachen zu entscheiden.
Es würde zwar in Einklang mit dem Bundesgerichtsgesetz und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dazu stehen, wenn Rekursentscheide des Bezirksrats in Stimmrechtssachen zunächst beim Regierungsrat angefochten werden könnten, danach aber die Beschwerde an das Verwaltungsgericht offen stünde. Ein solches Vorgehen widerspräche jedoch dem im kantonalen Recht vorgesehenen zweistufigen Instanzenzug (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, Zürich, 2. A. 1999, § 19 N. 88). Dies führt dazu, dass gegen Rekursentscheide des Bezirksrats in Stimmrechtssachen neu die Beschwerde an das Verwaltungsgericht
anstelle
des Rekurses an den Regierungsrat offen steht, wie dies der Regierungsrat sowohl in Ziff. B 2 lit. a seiner – für das Verwaltungsgericht allerdings nicht verbindlichen – Weisung vom 9. Dezember 2008 zur Verwirklichung der Rechtsweggarantie im Verwaltungsverfahren (hernach: Weisung) als auch in § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. c des Entwurfs zur Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (verabschiedet durch den Regierungsrat am 29. April 2009) vorsieht.