# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 383b0a16-61e8-49d9-8f00-ddb86e81aa96
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ V. Z., von Ghana, heiratete am 24. September 2007 in Ghana den Schweizer
Staatsangehörigen I. K. Am 4. Oktober 2008 reiste sie zusammen mit ihrem Sohn, X.
Y., geboren am 17. Oktober 1999, zu ihrem Ehemann in die Schweiz ein. V. Z. und X. Y.
erhielten Aufenthaltsbewilligungen.
Der Ehemann von V. Z. beziehungsweise der Stiefvater von X. Y. verliess im Jahr 2010
die Schweiz. Daraufhin widerrief das Migrationsamt mit Verfügung vom 27. Oktober
2010 die Aufenthaltsbewilligungen von V. Z. und X. Y. Ein dagegen erhobener Rekurs
wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 15. August 2011 ab.
Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
In der Folge setzte das Migrationsamt eine Ausreisefrist bis 6. November 2011 an. Mit
Schreiben vom 5. Januar 2012 teilte X. Y. dem Migrationsamt mit, er sei zum Schluss
gekommen, dass es für ihn besser sei, in der Schweiz zu bleiben. Er finde es
ungerecht, dass einfach über ihn bestimmt worden sei, ohne dass jemand vorher mit
ihm gesprochen habe. Das Migrationsamt nahm das Schreiben vom 5. Januar 2012 als
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Wiedererwägungsgesuch entgegen, worauf es mit Verfügung vom 23. Januar 2012
nicht eintrat.
B./ Dagegen liess X. Y. am 27. Januar 2012 über C. D. Rekurs erheben. Mit Eingabe
vom 7. Februar 2012 reichte er über Rechtsanwältin A. B. eine weitere Rekursschrift
ein. Dabei liess er die Aufhebung der Verfügung vom 23. Januar 2012 beantragen
sowie um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung ersuchen.
Das Sicherheits- und Justizdepartement wies das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege mit Verfügung vom 17. Februar 2012 ab. Eine dagegen erhobene
Beschwerde beim Präsidenten des Verwaltungsgerichts blieb erfolglos. Der
Beschwerdeentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
In der Folge wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 30. Juli
2012 den Rekurs ab.
C./ Dagegen erhob X. Y. mit Eingabe vom 29. August 2012 über seine
Rechtsvertreterin Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit folgenden Anträgen:
"1. Es sei der Entscheid vom 30. Juli 2012 der Vorinstanz aufzuheben.
2. Es sei wiedererwägungsweise zu prüfen, dem Beschwerdeführer und seiner Mutter
den Aufenthalt zu bewilligen.
3. Es sei der Wegweisungsvollzug auszusetzen und dem Beschwerdeführer und seiner
Mutter V. Z. zu gestatten, das Verfahren in der Schweiz abzuwarten.
4. Sei dem Beschwerdeführer bzw. seiner Vertreterin der V. Z. den Kostenvorschuss zu
erlassen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte in seiner Vernehmlassung vom

## Considerations

4. September 2012 Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid.
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Auf die Begründung des Beschwerdeführers sowie auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer macht zum Einen geltend, es seien relevante Gründe für eine
Wiederwägung, also für ein Rückkommen auf den formell rechtskräftigen
Widerrufsentscheid, gegeben. Zum Anderen lässt er ausführen, die Verfügung vom 27.
Oktober 2010 und der Rekursentscheid vom 15. August 2011 seien teilnichtig, soweit
sie ihn betreffen würden.
2.1. Nach Art. 27 VRP besteht kein Anspruch darauf, dass sich die ersuchte Behörde
mit dem Wiedererwägungsgesuch befasst. Vorbehalten sind jene Fälle, die das
Bundesgericht aus dem Verbot der formellen Rechtsverweigerung und dem Anspruch
auf rechtliches Gehör abgeleitet hat. Ein solcher Anspruch auf materielle Prüfung und
Beurteilung ist dann gegeben, wenn sich die Umstände seit dem letzten Entscheid
wesentlich geändert haben oder wenn erhebliche Tatsachen oder Beweismittel
namhaft gemacht werden, die im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die
schon unmöglich geltend gemacht werden konnten oder dazu keine Veranlassung
bestand (BGE 124 II 1, E. 3a; 136 II 177, E. 2.1).
Solche geänderten Umstände oder Tatsachen und Beweismittel macht der
Beschwerdeführer indessen nicht geltend. Die fehlende Wahrung der Kindsinteressen
im Verfahren betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, aus der er einen
Rückkommensanspruch ableiten will, hätte er dannzumal mit den ordentlichen
Rechtsmitteln vorbringen müssen. Etwaige Unterlassungen oder Versäumnisse seiner
(gesetzlichen und vertraglichen) Vertretung im entsprechenden Verfahren muss sich der
Beschwerdeführer, der damals elf Jahre alt war, anrechnen lassen; andernfalls würde
die Rechtssicherheit komplett aus den Angeln gehoben.
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2.2. Die - behauptete - komplette Missachtung der Kindsrechte und -interessen im
Verfahren betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung bildet entgegen der Meinung
des Beschwerdeführers auch keinen Nichtigkeitsgrund. Eine Verletzung des Anspruchs
auf rechtliches Gehör macht die jeweilige Verfügung oder den betreffenden Entscheid
lediglich anfechtbar. Anders verhält es sich (nur) dann, wenn Parteirechte mangels
Beteiligung am Verfahren gar nicht gewahrt werden konnten (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich 2010, 6. Auflage, Nr. 970; Waldmann/Bickel, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, Zürich 2009, N 104 zu Art. 29). Eine solch schwere wiegende
Gehörsverletzung liegt hier jedoch nicht vor.
3. Der Beschwerdeführer stellt in Ziff. 3 seiner Rechtsbegehren ein Gesuch um
Gewährung des vorübergehenden Aufenthalts. Dieses Begehren erweist sich mit dem
Entscheid in der Hauptsache als gegenstandslos. Aufschiebende Wirkung kommt dem
blossen Rechtsbehelf der Wiedererwägung ohnehin nicht zu.
4. Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde als unbegründet,
weshalb sie abzuweisen ist. Bei diesem Verfahrensausgang wären die amtlichen
Kosten für das Beschwerdeverfahren an und für sich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung von Verfahrensgebühren wird
jedoch – ausnahmsweise, trotz Aussichtslosigkeit - verzichtet (Art. 97 VRP). Das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung erweist sich damit als gegenstandslos. Ein
Begehren um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde nicht gestellt, weshalb
darüber auch nicht zu befinden ist. Eine ausseramtliche Entschädigung ist bei diesem
Verfahrensausgang zudem nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht