# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8e7b7c18-a4ec-4705-b996-3550105ffdb4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Y._
sel.
, geboren 1956, war
bei der
Z._
AG, welche
später
von
der
A._
AG übernommen wurde
, angestellt
und dadurch bei der
Sammelstiftung
Vita
be
rufsvorsorgeversichert.
Nachdem bei
Y._
im Januar 2012
ein
Hirntumor
diagnostiziert worden war
(
Urk.
1 und
Urk.
16 S. 3
), sprach ihm die Invalidenversicherung
per
1.
J
anuar 2013
eine ganze Rente und eine Kinderrente für die Tochter
B._
zu. Mit Schreiben vom 2
1.
Oktober 2013 löste die
A._
AG das Arbeits
verhältnis mit
Y._
per 3
1.
Januar 2014 auf (Urk.
2/7).
Nach einer Wartefrist von zwei Jahren erhielt
Y._
von der Sammelstiftung Vita ab dem
1.
Januar 2014 eine Invalidenrente und eine Inva
lidenkinderrente (
Urk.
2/2
und
Urk.
16 S. 3
).
Im Jahr
2015
erfolgte
ein Wechsel der Vorsorgeeinrichtung von der Sammelstiftung Vita zur
Profond
Vorsorgeein
richtung
(
Urk.
7/1).
Daraufhin wurde
Y._
die Invaliden
rente und die Invalidenkinderrente
von der
Profond
Vorsorgeeinrichtung
ausge
richtet (
Urk.
2/9
)
.
Am
1.
August 2017 verstarb
Y._
.
1.2
Mit Schreiben vom
3.
Oktober 2017 teilte die
Profond
Vorsorgeeinrichtung
X._
, der Witwe von
Y._
, mit, dass
ab dem 1.
September 2017 ein Anspruch auf
Hinterlassenenleistungen
bestehe, nämlich
auf eine temporäre Ehegattenrente
von monatlich
Fr.
1'717.
--
und
auf
eine
Waisenrente für
B._
von
Fr.
282
.40
pro Monat. Die Waisenrente werde direkt an
die Tochter
überwiesen
(
Urk.
17/18).
Nachdem
X._
dagegen mit Schreiben vom
9.
Oktober 2017 interveniert hatte (
Urk.
17/19), teilte die
Pro
fond
Vorsorgeeinrichtung mit Schreiben vom
1
6.
November 2017
mit,
dass
sich
der
Anspruch
auf die
temporäre Ehegattenrente
auf monatlich
Fr.
2'394.-- und auf die Waisenrente für
B._
auf
Fr.
394.40
belaufe. Im Weiteren
bestehe Anspruch auf
ein
zusätzliches
Todes
fall
ka
pital von 100
%
des Jahreslohnes
in der Höhe
von
Fr.
104'160.--
(
Urk.
2/10).
2.
2.1
Am
29. Juni 2020 erhob
X._
beim Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich Klage gegen die
Profond
Vorsorgeeinrichtung
und beantragte, es
seien ihr die Leistungen auszurichten, die gemäss dem Vorsorgereglement der Vita
Sammelstiftung, Zürich, gelten würden (
Urk.
1)
.
Mit Klageantwort vom 30.
J
uli
2020 beantragte die
Profond
V
orsorgeeinrichtung die Abweisung der Klage (
Urk.
6).
2.
2
Ebenfalls am
29. Juni 2020 erhob
X._
beim Sozialver
sicherungs
gericht Klage gegen die
Sammelst
iftung Vita und beantragte, es seien ihr die Leistun
ge
n auszurichten, die gemäss dem
Vorsorgereglement
der Sammelstiftung Vita, Zürich,
gelten würden
(Urk. 1 im
Verfahren Nr.
BV.2020.00031). Mit Klage
antwort vom
2. September 2020
stellte die Sammelstiftung Vita folgendes Rechts
be
gehren (Urk. 6 im Verfahren Nr.
BV.2020.00031):
1.
Auf die Klage sei mangels Passivlegitimation der Sammelstiftung Vita nicht
ein
zutreten.
2.
Die Klage gegen die Sammelstiftung Vita sei eventualiter vollumfänglich
abzu
weisen.
3.
Die
Profond
Vorsorgeeinrichtung, Zollstrasse 62, 8005 Zürich, sei eventualiter
beizuladen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin, eventualiter zu
Lasten der
Profond
Vorsorgeeinrichtung.
2.3
Mit Verfügung vom
7.
September 2020
vereinigte das Gericht den
Prozess Nr.
BV.2020.00031
in Sachen
X._
gegen
die Sammelstiftung Vita
(nachfolgend: Beklagte 2)
mit dem vorlie
genden Prozess Nr. BV.2020.00032
und
führte ihn
unter dieser Prozessnummer
weiter.
Der Prozess Nr.
BV.2020.00031
wurde als dadurch erledigt abgeschrieben
und dessen Akten als Urk. 8/0-8
ins vorliegende Verfahren aufgenommen
. Gleichzeitig ordnete das Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an
(Urk.
9
).
Mit Replik vom 1
2.
Januar 2021
hielt
die Klägerin
an ihrem Rechtsbegehren fest, mit folgender Präzisierung
(
Urk.
16):
insbesondere
sei
die temporäre Ehegattenrente in einem höheren Betrag von monatlich
Fr.
2'660.
--
(statt
Fr.
2
'394.--) auszurichten und
es sei
das zusätzliche Todesfallkapital
im Betrag
von insgesamt
Fr.
208'320.--
auszurichten, wovon der Klägerin (erst) die Hälfte ausbezahlt wurde.
Mit Du
plik vom 2
2.
Februar 2021 hielt die Beklagte 2 am Rechtsbegehren in der Klageantwort vom
2.
September 2020 fest.
Ergänzend
beantragte sie, dass die
Profond
Vorsorgeeinrichtung (nachfolgend: Beklagte 1)
– sollte die Klage gegen die Beklagte 2 gutgeheissen werden –
zu verpflichten sei
, die Schade
nreserven,
welche die Beklagte 2
ihr
bezahlt habe, vollumf
änglich zurückzuerstatten (Urk.
24
). Mit Duplik vom
8.
März 2021 hielt die Beklagte 1 an ihrem Antrag
in der Klage
antwort vom 3
0.
Juli 2020
auf Klageabweisung
, unter Kosten- und Ent
s
chädi
gungsfolge
n
zu Lasten der Klägerin, fest
(
Urk.
26).
Mit Verfügung vom 1
0.
März 2021 wurden diese Eingaben den Parteien je wechselseitig zugestellt (Urk.
28; vgl. auch
Urk.
29
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
11
Abs.
3
bis
Satz 1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (
BVG
)
erfolgt
d
ie Auflösung eines be
stehenden Anschlusses an eine Vorsorgeeinrichtung und der Wiederanschluss an eine neue Vorsorgeeinrichtu
ng durch den Arbeitgeber
im Einverständnis mit dem Personal oder der allfälligen Arbeitnehmervertretung.
1.2
Gemäss
Art.
86b
Abs.
1 BVG muss die Vorsorgeeinrichtung ihre Versicherten jährlich in geeigneter Form über die Leistungsansprüche, den koordinierten Lohn, den Beitragssatz und das Altersguthaben (
lit
. a), die Organisation und die Finan
zierung (
lit
. b) und die Mitglieder des paritätisch besetzten Organs nach
Art.
51 (
lit
. c)
informieren
.
1.3
Aus
culpa in
contrahendo
haftet
, wer Verhandlungen anbahnt oder fortführt, aber nicht auf Umstände aufmerksam macht, von denen sich die Gegenpartei selber weder Kenntnis verschaffen kann noch verschaffen muss
(BGE 105 II 75 E. 2a).
Die vo
rvertragliche Informations-
oder Aufklärungspflicht reicht aber stets nur so weit, als eine Partei die Wissenslücken und damit den Informationsbedarf der Gegenpartei sowie die Erheblichkeit der aufklärungsbedürftigen Tatsachen für die Gegenseite erkennen kann
(BGE 117 II 218 E. 6b; Urteil des Bundes
ge
richts B 160/06 vom
7.
November 2007 E. 4.2.2).
1
.4
Versicherte, welche die Vorsorgeeinrichtung verlassen, bevor ein Vorsorgefall ein
tritt (Freizügigkeitsfall), haben Ansp
ruch auf eine Austrittsleistung (
Art.
2
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinter
lassenen
- und Invalidenvorsorge, FZG). Wechselt ein Arbeitgeber die Vorsorge
einrichtung, stellt dies seit dem Inkrafttreten des FZG an sich für jeden seiner Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einen individuellen Freizügigkeitsfall im Sinne von
Art.
2
Abs.
1 FZG dar (Vetter-Schreiber, Kommentar BVG
/FZG, Zürich 2021, N 13
zu
Art.
11).
1.5
Ist im Anschlussvertrag vorgesehen, dass die Rentenbezüger bei der Auflösung des Anschlussvertrages die bisherige Vorsorgeeinrichtung verlassen, so kann der Arbeit
geber diesen Vertrag erst auflösen, wenn eine neue Vorsorgeeinrichtung schriftlich bestätigt hat, dass sie diese Personen zu den gleichen Bedingungen übernimmt
(
Art.
53e
Abs.
4
bis
BVG).
2.
2.1
Die
Klägerin brachte zur Begründung ihrer Klage vor,
dass die Leistungen der Beklagten 2, die jeweils für drei Monate im V
oraus erbracht worden seien
, im Sommer 2015 plötzlich ausgeblieben seien. Am 1
7.
Juli 2015 habe sich die Klä
gerin – in Vertretung ihres Ehemannes, der zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich bereits stark angeschlagen gewesen sei –
bei der Beklagten 2 telefonisch über den Verbleib der Rentenleistungen erkundigt. Vonseiten der Beklagten 2 sei ihr mit
geteilt worden, dass die ehemalige Arbeitgeberin
des Ehemannes
nicht mehr bei der Beklagten 2 angeschlossen sei. Gleichentags habe sie sich an die ehemalige Ar
beitgeberin gewandt, welche erklärt
habe, dass der
Ehemann nun bei der Be
klagten 1 versichert sei. Seitens der Beklagten
1 sei dem Ehemann
mit Schreiben vom 1
8.
Juli 2015 mitgeteilt worden, dass
diese
das Vorsorgeverhältnis per
1.
Juli 2015 übernommen habe.
Weder ihr
Ehemann noch weitere Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer der
A._
AG
seien
über de
n Anschlusswechsel unterrichtet
,
geschweige denn
um ihre Zustimmung ersucht worden.
D
en
ent
sprechenden Beweis hätten die Beklagten bisher nicht erbracht.
Der Vorsorge
ver
trag mit der Beklagten 2 sei deshalb nicht gültig aufgelöst worden.
Im Weiteren habe
d
ie Beklagte
2
den
Ehemann
der Klägerin
auch
nicht darüber orientiert, dass er im Falle der Weiterversicherung bei der Beklagten 1 über tiefere Leistungsan
sprüch
e verfügen würde als gemäss dem
bisherigen Vorsorgevertrag.
E
s sei ihm
deshalb
nicht möglich gewesen,
in Kenntnis der neuen Leistungsansprüche da
rüber zu entscheiden, ob er das Vorsorgeverhältnis mit
der Beklagten 1
überhaupt
eingehen
oder
zumindest im überobligatorischen
Verhältnis
ein
e andere Versi
che
rungslösung
suchen
und
die
Auszahlung
der
eingebrachten Mittel
beantragen
wolle.
Ferner
habe auch
die
Beklagte 1
den
Ehemann
der Klägerin
weder im
vor
vertraglichen Stadium
noch während des laufenden Vorsorgevertrages
darüber informiert
,
dass er bzw. die Klägerin
das Vorsorgeverhältnis zu schlechteren Be
dingungen
überneh
men würden. Die Beklagte 1 habe dadurch
ihre Informations
pflicht nach
Art.
86b BVG verletzt.
Dies habe zur Folge, dass
die Vertrau
ens
grund
l
age, welche mit den Vorsorgeausweisen
der Beklagten 2
geschaffen word
en sei, insofern zu schützen
sei
, als die darin beziffer
ten Ansprüche zu erfüllen seien (
Urk.
1 und
Urk.
16).
2
.2
Die Beklagte 1 machte demgegenüber geltend, dass
sie sich von
der
A._
AG
schriftlich habe
bestätigen lassen, dass
diese
das Einverständnis des Personals zum Anschlusswechsel
eingeh
olt habe. Der Beklagten 1 hätten
keine weiteren Sorg
faltspflichten
oblegen
, weshalb keine Veranlassung
zu zusätzlichen
Abklärungen
bestanden habe
. Der
Anschlusswechsel
sei rechtsgültig
erfolgt
.
Vor
vertragliche
Aufklärungs- und Informations
pflichten gegenüber einer versicher
ten Person bezüglich
der künftigen Leis
tungsansprüche
bestünden nicht
.
Der ver
storbene Ehemann der Klägerin
habe
keine Möglichkeit gehabt
, sich gegen den Kassenwechsel zur Wehr zu setzen oder das zu seinen Gunsten
geäufnete
Vor
sorgevermögen aus der Vorsorgeeinrichtung herauszulösen.
Die Beklagte 1 sei ihrer Informa
tionspflicht
nachgekommen, indem sie den Ehemann der Klägerin
über den
Kassenwechsel, ihre Leistungszu
ständigkeit und
die reglementarischen Bestimmungen in Kenntnis gesetzt
habe.
Entsprechend würden sich die
An
sprüc
he der Klägerin
auf eine Ehegat
tenrente und ein zusätzliches Todesfall
ka
pi
tal nach dem Reglement d
er Beklagten 1 richten (Urk.
6 und
Urk.
26)
.
2
.3
Die Beklagte
2
hielt dafür, dass
das Anschlussverhältnis
zur
Beklagten 2
im
November 2014 auf
gelöst worden sei. Die Beklagte
2 habe die
Schadenreserven im Rahmen des A
nschlusswechsels in korrekter Höhe
an die Beklagte 1
über
wiesen
.
Durch die integrale Weitergabe des gesamten Versichertenbestandes an die Nachfolgevorsorgeeinrichtung seien alle Versicherten, also sowohl die Akti
ven wie auch die Rentner, übernommen worden.
Die Beklagte 1 habe
bestätigt, dass sie
von der Beklagten 2 alle Versicherten, die Invalidenleistungen beziehen würden, zu den gleichen Bedingungen übernehme.
Im Todesz
eitpunkt
sei der Ehemann der Klägerin
bei der
Beklagten 1 versichert gewesen, weshalb sich
die Beklagte 1
betreffend
die
Berechnung der
Hinterlassenenleistungen
mit der Klä
gerin auseinanderzusetzen
habe
.
Sollten die Rentner nicht genügend informiert worden sei
n
, was bestritten werde, ändere dies nichts an der integralen Weiter
gabe des gesamten Rentnerbestandes. Für
den Ehemann der Klägerin, der im
Zeitpunkt des Wechsels zur Beklagten 1 bereits IV-Rentner gewesen sei,
habe kein Raum bestan
den, eigene Anlagen zu tätigen
(
Urk.
8/6
und
Urk.
24).
3.
3.1
Aktenkundig ist, dass die
A._
AG
den Anschlussvertrag mit der Beklagten 2 mit Schreiben vom 1
8.
November 2014 per 3
1.
Dezember 2014 kün
digte
. Dies unter Hinweis darauf, dass zwei Anschlussverträge zusammengelegt würden und die Mitarbeitenden der Ex-
Z._
dem Wechsel einstimmig zuge
stimmt hätten
(
Urk.
8/
7/6).
Am
9.
Januar 2015
schlossen die
A._
AG und die Beklagte 1
eine Anschlussvereinba
rung
, wonach
sich die Arbeit
geberin für die Durchführung
der beruflichen Vorsorge per 1.
Januar 2015 der Beklagten 1 anschliesse (
vgl.
Art.
1
Abs.
1 und
Art.
8
Abs.
1
). Die
Arbeitgeberin
bestätigte sodann
, dass
der
Anschluss im Einverständnis mit dem Personal oder
der allfälligen
Arbeitnehmervertretung der Arbeitgeberin
erfolgt sei (
Art.
1
Abs.
5
;
Urk.
7/1
)
.
Gleichentags schlossen die
A._
AG und die Beklagte 1
eine weitere Vereinbarung
,
worin festgehalten wurde, dass deren
Vorsorgeplan
von der Personalvorsorgekommission geprüft und genehmigt worden sei
(
Urk.
27/1)
.
Beide Vereinbarungen
vom
9.
Januar 2015
(
Urk.
7/1 und
Urk.
27/1) wurden dabei
von der
Arbeitgeber
in
,
d
er Personalvorsorgekommission (
Arbeit
g
e
ber- und Arbeitnehmervertreter)
und
der Beklagten 1
unterzeichnet.
Im Wei
teren
hatte die Beklagte 1 in der
Übernahmebestätigung vom 1
1.
Dezember 2014
erklärt
,
dass sie auch alle versicherten Personen, welche aufgrund des An
schluss
vertrages zwischen der
A._
AG und der Beklagten 2 Invaliditäts
leistungen beziehen würden, per
1.
Januar 2015 zu den gleichen Bedingungen übernehme (
Urk.
7/2).
3.2
Gestützt auf diese Aktenlage
erweist sich die Behauptung der Klägerin,
dass die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
der
A._
AG
n
icht über den Wechsel der Vorsorgeeinrichtung informiert
,
geschweige denn um
ihre Zustim
mung ersucht worden seien (vgl. E. 2.1), als unzutreffend.
Es kann
vielmehr
davon ausgegangen werden, dass
insbesondere
auch
der
betreffende
Arbeitneh
mer
vertreter
der
A._
AG
dem Anschluss an die Beklagte 1
in
rechtsgenüglicher
Form zugestimmt h
at.
Rentenbezüger – wie
zum damaligen Zeitpunkt der
Ehemann der Klägerin –
gehören
nicht zum Personal im Sinne von
Art.
11
Abs.
3
bis
Satz 1
BVG
.
Von ihm
musste
beim
Wechsel der
V
orsor
ge
ein
rich
tung
deshalb keine
Einverständniserklärung eingeholt werden
(vgl. Wyler, in: Schneider/
Geiser/
Gächter
, BVG und FZG,
2.
Auflage, Bern 2019,
Rz
.
19 zu
Art.
11).
3.3
Eine Verletzung der Informationspflicht seitens der Beklagten, welche eine Un
gül
tigkeit des Anschlusswechsels zur Folge haben könnte, ist nicht ersichtlich.
Eine Verpflichtung der Beklagten, den Ehemann der Klägerin vorab über den ge
planten Wechsel der Vorsorgeeinrichtung und deren unterschiedliche Vorsor
ge
pläne in Kenntnis zu setzen, bestand nicht.
Die
Beklagte 1
stellte
in diesem Zusammenhang
zutreffend
fest
(
Urk.
26
Rz
. 15), dass es ihr weder bekannt war noch hätte bekannt sein müssen (entsprechende Angaben sind einer Folgekasse nicht zugänglich), dass die Klägerin bei ihr
künftig
Anspruch auf tiefere
Hinter
lassenenleistungen
hat
te
als bei der Beklagten
2.
Eine allfällige Wissenslücke beim Ehemann der Klägerin konnte die Beklagte 1 somit nicht erkennen. Hinzu kommt, dass die Kenntnis der Tatsache, dass die
Hinterlassenenleistungen
der Klägerin bei der Beklagten 1 geringer sind, auch nicht
anspruchsrelevant
war. Denn auch wenn dies dem Ehemann damals bereits bekannt gewesen wäre, hätte er
auch
über d
en überobligatorischen Teil des Vorsorgeguthaben
nicht ander
weitig disponieren können. Im Zeitpunkt des Wechsels von der Beklagten 2 zur Beklagten 1 war er bereits Rentenbezüger. Der Anschlusswechsel stellte für ihn deshalb keinen individuellen Freizügigkeitsfall dar und er hatte keinen Anspruch auf eine Austrittsleistung. Zudem sind selbst aktiv versicherte Personen im Frei
zügigkeitsfall nach
Art.
2
Abs.
1 FZG nicht berechtigt, über die eingebrachten Mittel anderweitig zu disponieren und
diese
beispielsweise in Aktien zu inve
s
tieren. Vorsorgegelder können
grundsätzlich
nur im Rahmen eines Vorbezuges für Wohneigentum ausbezahlt werden, wobei dies für einen Bezüger einer Inva
lidenrente nicht me
hr möglich ist (BGE 135 V 13 E.
2.6).
Wie von
Art.
86b
Abs.
1 BVG verlangt, teilte die Beklagte 1 dem Ehemann der Klägerin m
it
Schreiben vom 1
8.
Juli 2015 (
Urk.
2/9)
mit
,
dass die Rentenver
wal
tung der
A._
AG per
1.
Juli 2015 der Beklagten 1 übertragen worden sei. Gleichzeitig informierte sie ihn über seine Ansprüche auf Invaliden
leistungen ab dem
1.
Juli 2015
(infolge Übergangsvereinbarungen zwischen den Beklagten richtete die Beklagte 2 die Rentenzahlungen noch bis zum 3
0.
Juni 2015 aus; vgl.
Urk.
16
Rz
. 4 und
Urk.
26
Rz
. 14
)
. Den
Erhalt dieses Schreibens
sowie des in der Beilage
des Schreibens
enthaltenen Vorsorgereglements der Be
klagten 1 bestritt
die Klägerin
nicht
(vgl.
Urk.
16
R
z
.
8)
.
Ob ihrem
Ehemann
damals
bzw. zeitnah
nebst dem Vo
rsorgereglement auch der anwendbare
Vorsor
geplan
zugestellt wurde
, ist
aufgrund der gegebenen Aktenlage
unklar. Auf den betreffenden Vorsorgeplan
nahm die Beklagte 1
im Schreiben vom 1
8.
Juli 2
015 nicht Bezug
.
Im Weiteren liegen
keine Vorsorgeausweise der Beklagten 1 im Recht.
Selbst wenn der Ehemann der Klägerin
diese Unterlagen nicht
erhalten
haben sollte, musste ihm
nach dem Grundsatz von Treu und Glauben
indes
be
wusst sein, dass die Bekl
agte 1 in den einschlägigen Bestimmungen im
Vorsor
gereglement
(vgl. zur Ehegattenrente
Art.
25, zur Waisenrente
Art.
29 und zum zusätzlichen Todesfallkapital
Art.
30
lit
. b,
Urk.
7/4)
, das ihm mit Schreiben vom 1
8.
J
uli 2015
zugestellt wurde,
auf den
eigenen Vorsorgeplan
und nicht jenen der Beklagten 2
verwies
.
Unter diesen Umständen kann d
ie
möglicherweise
unter
bliebene
Zustellung dieser Unterlagen
jedenfalls nicht dazu führen
, dass
der Vor
sorgeplan der Beklagten 2 weiterhin Gültigkeit gehabt hätte.
Nachdem dem Ehe
mann mit Schreiben der Beklagten 1 vom 1
8.
Juli 2015 mitgeteilt wurde, dass er nun bei ihr versichert sei, kann sich die Klägerin ferner auch nicht darauf berufen, dass die mit den von der Beklagten 2 bis 2014 zugestellten Vorsorgeausweisen (
Urk.
2/3-6) geschaffene Vertrauensgrundlage insofern zu schützen sei, als die darin bezifferten Ansprüche zu erfüllen seien. Vorsorgeausweisen kommt recht
sprechungsgemäss
überdies
grundsätzlich lediglich Informationscharakter zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_133/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2 mit Hin
weisen).
3.4
Demgemäss
kann
davon ausgegangen werden
, dass der
Anschlusswechsel
von der Beklagten 1 zur Beklagten 2 im Jahr 2015 gültig
erfolgt ist
.
Ein Wechsel der Vorsorgeeinrichtung hat
zwangsläufig ein anderes Reglement zur Folge, weshalb die Ansprüche
der Klägerin
ausschliesslich nach dem Reglement der
Beklagten 1 zu beurteilen sind
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts B 71/05 v
om 2
0.
Dezember 2005 E. 2.3.2).
3.5
Im Weiteren ist unbestritten
,
dass die laufenden Rentenleistungen
an den Ehe
mann der Klägerin
nach dem Wechsel von der Beklagen 2 zur Beklagten 1 un
verändert blieben (Invalidenrente von
Fr.
3'990.-- und
Invalidenkinder
rente von
Fr.
394.40
; vgl.
Urk.
2/9 und
Urk.
16
Rz
. 8
).
Art.
53e
Abs.
4
bis
BVG, wonach die neue Vorsorgeeinrichtung zu bestätigen hat, dass sie die Rentenbezüger zu den gleichen Be
dingungen übernimmt, wurde
damit
eingehalten. Bei den
Hinter
lasse
nenleistungen
, welche die Klägerin im vorliegenden Verfahren geltend macht, handelt es sich um
anwartschaftliche
Leistungen. Der Anspruch
darauf
war im Zeitpunkt des Wechsels der Vorsorgeeinrichtung im Jahr 2015, als der Ehemann der Klägerin noch lebte, noch nicht entstanden. Solche
anwartschaftlichen
Leis
tungen werden durch
Art.
53e
Abs.
4
bis
BVG nicht garantiert. Wie die Beklagte 1
zu Recht bemerkte
(
Urk.
26
Rz
. 10), sind
anwartschaftliche
Leistungen etwa auch im Rahmen einer
Reglementsänderung
ohne Wechsel der Vorsorgeeinrichtung
nicht geschützt.
Bei einem
Wechsel der Vorsorgeeinrichtung kann es zu einer
(das gesetzliche Minimum nicht unterschreitenden) Verschlechteru
ng des Vorsor
geschutzes kommen, gegen welche sich der Rentenbezüger nicht zur Wehr setzen kann.
3.6
Schliesslich erlitt die Klägerin dadurch, dass die Beklagte 2 der Beklagten 1 das Deckungskapital
für ihren
Ehemann
in der Höhe von
Fr.
641'611.30
überwiesen
hat
(
Urk.
8/
7/8),
keinen Schaden.
Durch den Erhalt des
entsprechende
n
Deck
ungs
kapitals verfügte die Beklagte 1 über diejenigen Mittel, die es nach versiche
rungsmathematischen Grundsätzen brauchte, um die laufenden Renten weiterhin zu bezahlen (BGE 127 V 377 E. 5d).
4.
4.1
Dass die Beklagte 1
gestütz
t auf ihr Vorsorgereglement
und ihren Vorsorgeplan
ab
dem
1.
September 2017 eine Ehegattenrente von
Fr.
2'394.-- pro Monat und eine Waisenrente für
B._
von
Fr.
394.40 pro Monat
sowie ein zusätz
li
ches Todesfallkapital in der Höhe von
100
%
des Jahreslohnes von Fr.
104'1
60.
--
ausbezahlt hat, ist demnach
nicht zu beanstanden.
Die Klage
n
gegen die Beklagten
1 und 2 erweisen
sich
damit
als unbegründe
t und sind
abzuweisen.
Da die
Prozessvoraussetzungen
hier erfüllt sind,
fällt das
von der Beklagten 2 beantragte Nichteintreten
auf die Klage
im Übrigen
ausser B
etracht. Das Fehlen der Passivlegitimation führt zur Abweisung der Klage (Urteil des Bundesgerichts 9C_40/2009 vom 2
7.
Januar 2010 E. 3.2.1).
4.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder
mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Bundesgericht der
Suva
und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zuge
sprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 361 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 1
26 V 143 E. 4a mit Hinweis). Den
obsiegenden Beklagten ist daher keine Parteients
chädigung zu Lasten der Klägerin
zuzusprechen.