# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dc63b314-a73c-438f-bb95-d40d5b5c88fd
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
Die B._ AG ist Eigentümerin von Grundstück Nr. 001, Grundbuch
Z._, im zur Politischen Gemeinde Z._ gehörenden Dorf Y._.
Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der früheren Ge-
meinde Y._ mehrheitlich in der Intensiverholungszone Transportan-
lagen (IE T). Der westliche Teil des Grundstücks ist der Grünzone zu-
gewiesen und wird durch eine Zone für Skiabfahrts- und Skiübungs-
gelände überlagert. Das Grundstück Nr. 001 ist mit einem Betriebsge-
bäude der B._ AG (Vers.-Nr. 010) und einer kleinen Trafostation
(Vers.-Nr. 011) überbaut. Südlich vom Grundstück Nr. 001 liegt das
Grundstück Nr. 002. Es ist unüberbaut und liegt grossmehrheitlich in
der Grünzone, welche wiederum mit einer Zone für Skiabfahrts- und
Skiübungsgelände überlagert ist. Lediglich ein kleiner Teil im nördli-
chen Bereich ist der IE T zugewiesen.
B.
a) Mit Baugesuch vom 21. November 2018 (Baugesuchsverfahren
Nr. 2018-001) beantragte die A._ AG bei der Bauverwaltung der Ge-
meinde Z._ die Baubewilligung für den Neubau einer Mobilfunkan-
lage auf Grundstück Nr. 001. Gemäss den eingereichten Unterlagen
ist vorgesehen, direkt beim Betriebsgebäude (Vers.-Nr. 010) und der
Trafostation (Vers.-Nr. 011) einen 20 m hohen Mobilfunkmasten anzu-
bauen.
b) Mit Schreiben vom 18. Januar 2019 stellte das Amt für Umwelt
(AFU) zuhanden der Bauverwaltung fest, dass die im Standortdaten-
blatt ausgewiesenen Berechnungen korrekt und vollständig seien. So-
wohl der Immissionsgrenzwert als auch der Anlagegrenzwert sei an
allen massgebenden Orten eingehalten.
c) Mit Beschluss vom 28. März 2019 wies die Baukommission
Z._ das Baugesuch jedoch ab, da in der IE T der Nutzungszweck
auf Bauten und Anlagen beschränkt sei, die dem Betrieb der Trans-
portanlagen dienten.
d) Gegen diesen Beschluss erhob die A._ AG, vertreten durch
lic.iur. Lorenzo Marazzotta, Rechtsanwalt, Zürich, mit Schreiben vom
10. April 2019 beim Gemeinderat Z._ Rekurs und beantragte die
Aufhebung des Beschlusses und die Anweisung an die Baukommis-
sion, das Baugesuch betreffend Neubau Mobilfunkanlage zu bewilli-
gen.
e) Nach Erhebung des Rekurses – wobei den Akten nicht entnom-
men werden kann, ob und wie der Rekurs erledigt worden ist – wurde
das Baugesuch schliesslich öffentlich aufgelegt. Innert der Auflagefrist
vom 7. bis 20. Januar 2020 ging eine von 125 Einsprechenden unter-
zeichnete Sammeleinsprache ein.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 109/2020), Seite 3/11
C.
a) Mit Zirkulationsbeschluss vom 31. März 2020 erliess der Ge-
meinderat auf der IE T – welche sich über die beiden Grundstücke
Nrn. 001 und 002 erstreckt – für die Dauer von drei Jahren eine Pla-
nungszone nach Art. 42 ff. des Planungs- und Baugesetzes
(sGS 731.1; abgekürzt PBG). Zur Begründung führte der Gemeinderat
aus, dass aufgrund von Art. 15 Abs. 2 des revidierten eidgenössischen
Raumplanungsgesetzes (SR 700; abgekürzt RPG) überdimensio-
nierte Bauzonen zu reduzieren seien. Die Politische Gemeinde Z._
gehöre zu jenen Gemeinden im Kanton St.Gallen, welche die Bauzo-
nen in der kommenden Revision des Zonenplans reduzieren müssten.
Dazu seien insbesondere auch Umzonungen unumgänglich. Die Ab-
klärungen und Vorarbeiten im Hinblick auf die erforderliche Revision
des Zonenplans würde bezüglich des gesamten Bauzonengebiets der
Gemeinde vorgenommen. Die Grundstücke Nrn. 001 und 002 würden
zu den potenziellen Umzonungsgrundstücken gehören. Mit der Pla-
nungszone soll für deren Dauer sichergestellt werden, dass innerhalb
der Planungszone nichts unternommen werde, was die detaillierte Be-
urteilung dieser potenziellen Umzonungsflächen im Rahmen der Zo-
nenplanrevision präjudizieren bzw. erschweren könnte. Die Bewilli-
gung und die Realisierung eines Bauvorhabens auf einer potenziellen
Umzonungsfläche würde jedoch präjudizierende bzw. erschwerende
Folgen für die Zonenplanrevision nach sich ziehen. Infolge eines hän-
gigen Baugesuchs betreffend Grundstück Nr. 001 erlasse der Ge-
meinderat daher gestützt auf Art. 45 Abs. 2 PBG eine Planungszone.
b) Mit Verfügung vom 2. April 2020 sistierte der Gemeinderat Z._
das Baugesuchsverfahren-Nr. 2018-001 betreffend Neubau Mobil-
funkanlage bis die Wirksamkeit der Planungszone für die Grundstücke
Nrn. 001 und 002 aufgehoben sei. Zur Begründung führte der Gemein-
derat aus, dass gemäss Art. 42 Abs. 4 PBG innerhalb der Planungs-
zone nichts unternommen werden dürfe, was die Planung erschweren
könnte. Gemäss dem Beschluss des Gemeinderates vom 31. März
2020 seien neue Bauten und Anlagen innerhalb der Planungszone un-
zulässig. Das Baugesuch zum Neubau einer Mobilfunkanlage sei so-
mit innerhalb der Planungszone unzulässig. Entsprechend sei das
Baugesuchsverfahren, wie in Art. 45 Abs. 2 PBG vorgesehen, zu sis-
tieren.
D.
Gegen diesen Beschluss erhob die A._ AG, durch ihren Rechtsver-
treter, mit Schreiben vom 8. April 2020 Rekurs beim Baudepartement.
Es werden folgende Anträge gestellt:
1. Die Verfügung des Gemeinderates vom 2. April 2020
sei aufzuheben;
2. Die Rekursgegnerin sei anzuweisen, das  fortzusetzen;
3. Die Vernehmlassung sei der Rekurrentin zur  bzw. Kenntnisnahme zuzustellen;
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 109/2020), Seite 4/11
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerin.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass der Beschwerdegegner
die Planungszone zwar rechtzeitig – nämlich innert drei Monaten seit
der öffentlichen Auflage des Baugesuchs – festgesetzt habe, weshalb
die Sistierung formell korrekt sei. Im vorliegenden Fall sei jedoch zu
beachten, dass der Beschwerdegegner sich aus nicht nachvollziehba-
ren Gründen geweigert habe, das Baugesuch während knapp 14 Mo-
naten öffentlich aufzulegen. Nachdem der Beschwerdegegner sich
aufgrund des Rekurses vom 10. April 2019 wohl genötigt sah, das
Baubewilligungsverfahren durchzuführen, setze er nun eine Planungs-
zone fest. Dieses Vorgehen sei rechtsmissbräuchlich. Darüber hinaus
liege auch kein Sistierungsgrund vor. Das Grundstück Nr. 001 sei weit-
gehend mit dem Betriebsgebäude Vers.-Nr. 010 überbaut. Eine Aus-
zonung sei illusorisch, da damit die bestehende Baute widerrechtlich
werden würde. Es könne davon ausgegangen werden, dass die
Grundstücke in der Bauzone verbleiben werden. Damit widerspreche
die beantragte Mobilfunkanlage nicht dem Zweck der Planungszone,
weshalb das Baugesuch weiterbehandelt werden könne.
E.
a) Mit Vernehmlassung vom 23. Juni 2020 macht der Beschwerde-
gegner, vertreten durch Dr.iur. Kurt Steiner, Rechtsanwalt, St.Gallen,
ohne Antragstellung geltend, dass ihm kein rechtsmissbräuchliches
Verhalten vorgeworfen werden könne. Der Erlass der Planungszone
sowie die daraufhin angeordnete Sistierung seien korrekt entspre-
chend Art. 45 PBG vorgenommen worden. Ergänzend sei darauf hin-
zuweisen, dass die Beschwerdeführerin es durchaus in der Hand ge-
habt hätte, Rechtsverweigerungsbeschwerde und/oder Aufsichtsbe-
schwerde für die von ihr jetzt gerügte Nichtanhandnahme des Bauge-
suchs zu erheben. Sodann werde durch die terminliche Lösung nach
Art. 45 PBG die bisherige Rechtsprechung festgeschrieben, dass der
Erlass einer Planungszone als Reaktion auf ein neues Baugesuch
nicht rechtsmissbräuchlich sei. Ob eine Nutzungsplanänderung letzt-
lich auch tatsächlich vorgenommen werde, sei beim Erlass einer Pla-
nungszone nicht relevant. Entsprechend gehe das Vorbringen – eine
Auszonung des entsprechenden Gebiets sei illusorisch – an der Sache
vorbei.
b) Nach mehrfacher Nachfrage durch die Rekursinstanz, stellt der
Beschwerdegegner die Vorakten mit Schreiben vom 24. September
2020 zu.
F.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 109/2020), Seite 5/11
Erwägungen
1.
1.1 Grundvoraussetzung für die Einleitung eines Rekursverfahrens
nach Art. 40 ff. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1; abgekürzt VRP) ist das Vorliegen einer anfechtbaren Ver-
fügung oder eines anfechtbaren Entscheids. Nicht als Verfügungen
gelten Zwischenverfügungen. Zwischenverfügungen sind behördliche
Anordnungen, mit welchen ein Verfahren gelenkt oder vorangetrieben
werden soll. Beispiele dafür sind die Sistierung des Verfahrens, die
Abnahme von Beweisen, die Gewährung der Akteneinsicht und so
weiter (CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gal-
len, St.Gallen 2003, N 561). Soweit gegen Zwischenverfügungen im
Verwaltungsrechtspflegegesetz keine Anfechtung vorgesehen ist und
diese keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil für den Betroffe-
nen nach sich ziehen würden, kann gegen diese nur Rechtsverweige-
rungsbeschwerde erhoben werden (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., N 564 f.).
1.2 Beim Beschluss der Vorinstanz vom 2. April 2020 handelt es
sich um keine anfechtbare Verfügung, weil darin eine Sistierung des
Verfahrens angeordnet wird. Deshalb stand vorliegend – entgegen der