# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 762010b6-dae9-4ab4-8eab-2cc6839938a9
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Im Revisionsgesuch vom 27. September 2022 betreffend Kostenentscheid
stellte die Gemeinde A._ beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden folgende Rechtsbegehren:
1. Das Verwaltungsgerichtsurteil R 22 60 vom 13. September 2022 sei zu revidieren und
wie folgt zu ergänzen:
"3b) Die Baugesellschaft C._ hat der Gemeinde A._ die Kosten des Bau- und Einspracheverfahrens in folgendem Umfang zu vergüten:
BG C._ Behandlungsgebühr (50% gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. e GBO) 2'725.00 Zusätzliche Aufwendungen 645.00 Externe Rechtsberatung 1'720.00 Total 5'090.00
Für das Bau- und Einspracheverfahren werden keine ausseramtlichen Entschädigungen zugesprochen."
Zur Begründung wurde ausgeführt, dass das Verwaltungsgericht die
Anweisung in Ziff. 4 des Bundesgerichtsurteils vom 12. Juli 2022
(1C_249/2021 i.S. BG C._ [R 19 32]) nicht umgesetzt habe, wonach
die Sache "zur Neuverlegung der Kosten und Parteientschädigungen in den
vorangegangenen Verfahren" ans Verwaltungsgericht zurückgewiesen
worden sei. Das Verwaltungsgericht habe in seinem Kostenentscheid vom
13. September 2022 (R 22 60 [BG C._]) lediglich die Gerichtskosten
und Parteientschädigungen für die Verfahren vor Verwaltungsgericht neu
festgelegt, die zuvor angefallenen Kosten für die Behandlung der
Baubewilligung durch die Gemeinde seien hingegen – entgegen Ziff. 4 des
Bundesgerichtsurteils – aus Versehen vergessen worden. Das
Verwaltungsgericht habe damit die Neuverteilung der
Kosten/Parteientschädigung im Verfahren vor der Gemeinde nicht
vorgenommen und dadurch die Revisionsgründe gemäss Art. 67 Abs. 1 lit.
d und e VRG erfüllt. In dem vom Bundesgericht aufgehobenen Bau- und
- 3 -
Einspracheentscheid vom 19. März 2019 seien folgende Gebühren von der
Gemeinde zulasten der Bauherrschaft erhoben worden:
BG C._ Behandlungsgebühr 5'450.00
Zusätzliche Aufwendungen 645.00
Externe Rechtsberatung 1'720.00
Total 7'815.00
Gemäss Gebührenordnung (GBO) der Gemeinde würden für abgewiesene
Baugesuche 50% der 0/00-Gebühren erhoben (Art. 11 Abs. 1 lit. a /lit. e). Die
zusätzlichen Aufwendungen (Art. 13 GBO) und die Kosten der externen
Rechtsberatung (Art. 96 Abs. 1 und 2 KRG) würden nach Aufwand verlegt,
unabhängig vom Verfahrensausgang. Wie im Rechtsbegehren (Ziff. 1)
aufgeführt, ergäbe sich daraus die reduzierte Gebühr für die
Baugesuchstellerin (BG C._ [CHF 5'090.00]). Parteientschädigungen
würden dem obsiegenden Einsprecher im Bau- und Einspracheverfahren
mangels gesetzlicher Grundlage und Praxis des Verwaltungsgerichts keine
zugesprochen.
2. Von der Möglichkeit, sich zum Revisionsgesuch der Gemeinde zu äussern,
machte der Anwalt der Baugesellschaft C._ (Verfahren R 22 60 und R
22 78) keinen Gebrauch.
3. Mit Verfügung des Bundesgerichts vom 21. November 2022 (1C_523/2022)
wurde das Verfahren vor Bundesgericht ausgesetzt bis zum Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden über das Revisionsgesuch
(Ziff. 1). Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden werde ersucht,
dem Bundesgericht ein Exemplar seines Urteils zuzustellen (Ziff. 2). Diese
Verfügung werde den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt (Ziff. 3).
- 4 -

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 67 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) revidiert die Behörde, die zuletzt entschieden hat,
rechtskräftige Entscheide von Amtes wegen oder auf Antrag, wenn die
Behörde aktenkundige erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht
gewürdigt hat. Laut Urteil des Bundesgerichts 1C_249/2021 vom 12. Juli
2022 wurde die Beschwerde von B._ & Mitbeteiligte betreffend
Baueinsprache gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 16.
Februar 2021 und die Baubewilligung der Gemeinde A._ vom 19.
März 2019 wurden aufgehoben (Ziff. 1 Urteilsdispositiv). Die
Gerichtskosten von CHF 4'000.-- wurden der Beschwerdegegnerin unter
solidarischer Haftung auferlegt (Ziff. 2). Die Beschwerdegegnerin wurde
zudem verpflichtet, die Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren unter solidarischer Haftung mit einer Parteientschädigung von
CHF 6'000.-- zu entschädigen (Ziff. 3). Im Weiteren bestimmte das
Bundesgericht: Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und der
Parteientschädigung der vorangegangenen Verfahren an die Vorinstanz
zurückgewiesen (Ziff. 4). [Mitteilung an: Ziff. 5].
2. Mit Urteil vom 13. September 2022 (R 22 60) erkannte das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden was folgt:
1. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren R 19 32 von insgesamt CHF 7'864.- werden je zur Hälfte der Gemeinde A._ und der Baugesellschaft C._ auferlegt.
2. Aussergerichtlich haben die Gemeinde A._ (1⁄2) und die Baugesellschaft C._ (1⁄2) die Beschwerdeführer (B._ & Mitbeteiligte) mit jeweils CHF 5'324.70, gesamthaft CHF 10'649.40 (inkl. Mehrwertsteuer), zu entschädigen.