# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 794e945c-d26d-44b8-94dc-de666264468f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A/a. B._, geboren am _ 2018, ist der Sohn von C._, geboren am _ 1993, und A._, geboren am _ 1994. Am 11. Januar 2018 erhob B._, vertreten durch seine Mutter C._ und wiedervertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli, beim Regionalgericht Viamala gegen A._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Angelo Schwizer, eine Klage betreffend Vaterschaft und Unterhalt (Proz. Nr. 115-2018-2). Nachdem die Vaterschaft von A._ mittels eines Abstammungsgutachtens festgestellt worden war und die Eltern sich darüber geeinigt hatten, dass B._ unter gemeinsamer elterlicher Sorge und unter alleiniger Obhut von C._ stehen soll, blieben vor dem Regionalgericht im Wesentlichen der persönliche Verkehr zwischen B._ und A._ sowie die Unterhaltspflicht des Letzteren strittig.
A/b. Mit Verfügung vom 20. März 2018 (Proz. Nr. 135-2018-48) verpflichtete der prozessleitende Richter A._ zu vorsorglichen Unterhaltsleistungen für B._ (CHF 500.00 pro Monat von Februar bis April 2018, CHF 2'600.00 pro Monat ab Mai 2018).
B. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Viamala fand am 5. Juli 2018 statt. Mit Entscheid vom 5. Juli 2018/24. Oktober 2018, mitgeteilt am 13. September 2019, erkannte das Gericht wie folgt:
1. Die Vaterschaftsklage wird gutgeheissen und das Kindesverhältnis zwischen A._, geboren am _ 1994, und dem Kind B._, geboren am _ 2018, von E._ und F._, rückwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt von B._ festgestellt.
2. Die elterliche Sorge über B._ steht der Mutter C._ und dem Vater A._ gemeinsam zu.
3. B._ steht unter der alleinigen Obhut seiner Mutter C._. Er hat seinen Wohnsitz am jeweiligen Wohnsitz der Mutter.
4. a. Der von den Parteien an der Hauptverhandlung betreffend den persönlichen Verkehr von A._ mit seinem Sohn B._ geschlossene gerichtliche Vergleich mit folgendem Inhalt wird genehmigt:
Vorbehalten einer anderen, einvernehmlichen Regelung ist der Beklagte berechtigt/verpflichtet den Kläger wie folgt zu besuchen bzw. zu sich auf Besuch zu nehmen:
1. Im ersten Lebensjahr jedes Wochenende (Samstag oder Sonntag) während zwei Stunden in G._ sowie jede zweite Woche mittwochs während zwei Stunden in G._ jeweils unter Anwesenheit der Mutter.
3 / 75
2. Ab dem zweiten Lebensjahr gemäss Ziffer 1, jedoch jeweils während drei Stunden unter Anwesenheit der Mutter.
3. Ab dem dritten Lebensjahr jedes zweite Wochenende (Samstag oder Sonntag) während vier Stunden in G._ sowie jede zweite Woche pro Wochenende ein ganzer Tag (Samstag oder Sonntag) von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr zu sich sowie auf Wunsch des Vaters zweimal im Monat jeweils mittwochs während drei Stunden in G._.
4. Ab dem vierten Lebensjahr jedes zweite Wochenende jeweils von Samstag 14:00 Uhr bis Sonntagabend 19:00 Uhr zu sich sowie zweimal im Monat jeweils mittwochs während drei Stunden in G._.
5. Ab Kindergarteneintritt jeweils jede zweite Woche von Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 19:00 Uhr zu sich und zweimal im Monat jeweils mittwochs während drei Stunden in G._ sowie während zwei Wochen Ferien im Jahr. Die nachfolgenden Feiertage verbringt der Kläger jeweils im Zeitstrahl alternierend/abwechselnd beim Vater oder bei der Mutter, beginnend mit dem ersten Feiertag nach Kindergarteneintritt beim Vater:
- Geburtstag tagsüber ab 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr - Ostertage ab Donnerstagabend 18:00 Uhr bis
Ostermontagabend 19:00 Uhr - Auffahrt ab Mittwochabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend
19:00 Uhr - Pfingsten ab Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend
19:00 Uhr - 1. August tagsüber ab 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr - Weihnachten ab 23. Dezember 18:00 Uhr bis 25. Dezember
10:00 Uhr - Neujahr/Silvester ab 31. Dezember 9:00 Uhr bis 1. Januar
19:00 Uhr
6. Ab dem Schuleintritt gilt Ziffer 5, jedoch drei Wochen Ferien im Jahr.
b. Die KESB Mittelbünden/Moesa ist angewiesen, für B._, geboren am _ 2018, eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB (Besuchsrechtsbeistandschaft) zu errichten, mit folgenden Aufgaben/Kompetenzen der Beistandsperson:
- Die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen dem Kind und dem Vater angemessen zu beraten, zu unterstützen und zwischen ihnen zu vermitteln;
- Prüfung/Sicherung eines kindergerechten Umfelds bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs;
- Überwachung und Feststellung der Entwicklung des persönlichen Verkehrs;
- beiden Elternteilen als neutrale Ansprechperson zur Verfügung zu stehen, falls sich bei der Ausübung des Besuchsrechts Probleme ergeben;
- im Konfliktfall konkrete Modalitäten zur Umsetzung festzulegen.
4 / 75
5. a. Die Unterhaltsklage wird teilweise gutgeheissen und A._ zu folgenden monatlichen Unterhaltszahlungen (in CHF auf ganze Franken gerundet), zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, soweit er sie bezieht, an B._ verpflichtet:
 Total
Vom 03.01.2018 bis 11.04.2018 706 0 706 Vom 12.04.2018 bis 31.07.2023 (bis vor Eintritt Kindergarten) 611 1605 2216
Vom 01.08.2023 bis 31.01.2028 (Eintritt Kindergarten bis 10. Altersjahr)
809 861 1670
Vom 01.02.2028 bis 31.07.2031 (10. Altersjahr bis Ende Primarschulstufe)
956 849 1805
Vom 01.08.2031 bis 31.07.2034 (während Schuloberstufe) 933 0 933
Vom 01.08.2034 bis 31.07.2037 (während der Lehre bzw. bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung)
730 0 730
Der Zeitraster basiert auf einem Kindergartenbesuch von B._ ab August 2023, seiner Einschulung im August 2025 und einer 3-jährigen Lehre mit Beginn ab August 2034. Bei Änderung eines oder mehrerer dieser Zeitpunkte und/oder Ausbildungsdauern verschieben beziehungsweise erstrecken sich die Phasen entsprechend.
Unterhaltsbeiträge, welche gestützt auf den vorsorglichen Massnahmeentscheid vom 20. März 2018 (Proz. Nr. 135-2018-48) während des Verfahrens geleistet wurden (vorläufige Zahlungen gemäss Art. 303 Abs. 1 ZPO), sind auf die vorstehend angeordneten Unterhaltsbeiträge anzurechnen.
Sofern die während des Verfahrens provisorisch verfügten Unterhaltsbeiträge ab Mai 2018 von CHF 2'600.00 in voller Höhe geleistet wurden, ist der Beklagte befugt, jenen Teil, der die mit vorliegender Entscheidung angeordneten Unterhaltsbeiträge übersteigt, mit künftigen Unterhaltsbeiträgen monatlich zu verrechnen (Art. 304 ZPO; monatlicher Abzug von maximal CHF 384.00 [CHF 2'600.00 – CHF 2'216.00]).
b. Die Geltendmachung von Ansprüchen auf Deckung ausserordentlicher Bedürfnisse des Kindes im Sinne von Art. 286 Abs. 3 ZGB sowie weitergehender Unterhalt über die Volljährigkeit hinaus im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB bleiben vorbehalten.
c. Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils monatlich vorschüssig auf den 1. Arbeitstag eines jeden Monats an die Mutter zu bezahlen. Diese Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit des Kindes hinaus, solange es im Haushalt der Mutter lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Vater stellt beziehungsweise selbst keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
5 / 75
d. Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik mit Stand Mai 2018 von 102.1 Punkten (Basis Dezember 2015=100). Sie sind jeweils auf den 01. Januar jeden Jahres, erstmals auf den 01. Januar 2020, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach der Formel: Ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Indexstand November ÷ ursprünglicher Indexstand. Weist die unterhaltsverpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst. Fällt der Index unter den Stand von Mai 2018 berechtigt dies nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
e. Die Kinderunterhaltsbeiträge basieren auf folgenden Einkommens- und Bedarfsverhältnissen (netto pro Monat auf ganze Franken gerundet) sowie Vermögens- und Unterhaltsdeckungsverhältnissen:
[...]
f. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV/ fallen ab der Geburt von B._ vollumfänglich der Mutter zu. Es ist Sache der Parteien die betroffenen Ausgleichskassen über diese Regelung zu informieren.
6. a. Die Gerichtskosten von CHF 7'039.00 (Entscheidgebühr Hauptverfahren CHF 5'000.00, Kosten der Beweisführung von CHF 1'339.00; Kosten vorsorgliches Massnahmeverfahren Proz. Nr. -48 CHF 700.00) gehen je zur Hälfte zu Lasten von A._ und B._. Der auf B._ entfallende Teil wird gestützt auf die ihm gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2018-11) zu Lasten des Kantons Graubünden auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachforderung durch den Kanton gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
b. Die Parteientschädigungen werden wettschlagen.
c. Der gerichtlich bestellte Rechtsbeistand von B._, Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli, Chur, wird gestützt auf die B._ gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-) zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 11'817.90 (Barauslagen und MWST eingeschlossen) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Nachforderung gegenüber B._ gestützt auf Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

## Considerations