# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 95be4edb-f7db-4e13-bdc3-49d0e7f68810
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
D
er 1976
geborene
X._
(bei Einreise in die Schweiz
vorerst
unter dem Namen
...
registriert
,
Urk.
15/A69
)
war
beim
Landwirt
Y._
als landwirtschaftlicher Angestellter
beschäftigt
und dadurch bei der Agrisano Krankenkasse AG (für die kurzfristigen Leistungen) und bei der Sol
ida Versicherungen AG (für die l
angfrist
igen L
eistungen) gegen die
Folgen von Un
fällen versichert. Am
11.
Juli 2011
stürzte er
beim Kirschenpflücken vom
Kirsch
baum
(
Unfallmeldung vom 1
8.
November 2011,
Urk.
15/A1
3
).
Er wurde notfall
mässig im Kantonsspital
Z._
hospital
isiert, wo eine instabile BWK 12
Berstungsfraktur, eine Fraktur Processus ar
t
icularis inferior BWK
11
beidseits, eine Fraktur ventraler
Anteil BWK
8,
eine Fraktur Processus articularis superior rechts BWK 8,
eine
fragliche
Fraktur BWK
10 sowie eine Fraktur Stummelrippe LWK
1
rechts
und Processus transversus LWK
1 links
f
estgest
ellt
und
eine dorsale Spondylodese (TH10-L2)
sowie eine Implantation eines
Titanwirbelkörperersatz
es
(TH12)
vorgenommen
wurden
(Urk. 15/M1
). Anschliessend wurde der
Versicherte
im
Zentrum A._
behandelt
. Dort wurden
zusätzlich
eine autonome Dysregulation mit Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung, schwere depressive Episoden mit
psychotischen Phasen (ICD-10 F
32.3) sowie der Verdacht auf eine posttraumatis
che Belastungsstörung (ICD-10 F
43.1)
diagnosti
ziert
(Urk. 15/M3
).
Die Agrisano Krankenkasse AG erbrachte
in der Folge
die gesetzlichen
Leistungen
(
Heilbehandlung und Taggelder,
vgl. auch E. 4.3
)
. M
it Verfügung vom
9.
Juli 2015
(Urk.
15/A94
)
sprach die Solida Versicherungen AG dem
Versicherten
ab dem 1.
Juli 2015
eine monatliche Invalidenrente in der Höhe von
Fr.
246.70, ent
sp
r
echend einem Invaliditätsgrad von 100
%
,
zu. Zudem gewährte sie ihm
ab dem
1.
März 2012
gestützt auf ei
ne
m
ittlere Hilflosigkeit
eine Hilflosenentschädigung in der Höhe von Fr. 1'384.
--. Schliesslich
sprach
sie dem
Versicherten
aufgrund der bleibenden Restfolgen
eine Integritätsentschädigung in de
r Höhe von Fr.
113'400.
-- (90
%
)
zu
.
Die gegen die Verfügung vom
9.
Juli
2015 erhobene Einsprache (
Urk.
15/
A100,
15/
A105
und 15/A109
)
wurde mit Entscheid vom
4.
Juni 2018 teilweise gutgeheissen und die monatliche Invalidenrente auf Fr. 915.20 erhöht
(
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob
der Versicherte am
9.
Juli 2018 Beschwerde
mit dem Antrag,
es sei ihm
in Abänderung des Einspracheentscheides vom
4.
Juni 2018 eine Invali
denrente
von monatlich
Fr.
1'372.80
gestützt auf
einen
versicherten Verdienst von
Fr.
20'592.
--
auszurichten
. In prozessualer Hinsicht
stell
t
e er
ein Gesuch um
unentgeltliche
Rechtsvertretung
(Urk.
1
S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
14). Mit Verfügung vom 2
3.
November 2018 wurde dem Be
schwerdeführer
in Bewilligung seines Gesuchs
Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
16). Am 1
2.
Februar 2019 reichte der Beschwerdeführer seine Replik ein (
Urk.
19). Die Solida Versicherunge
n AG erstattete am 1
1.
Jun
i 2019 ihre Duplik (
Urk.
25), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Juli 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
27).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
1.
Juli 2011 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise
arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozial
versicherungsrechts [ATSG]
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da
hin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.4
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.5
Gemäss
Art.
15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Ver
dienst bemessen (
Abs.
1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (
Abs.
2).
2.
Die mit Verfügung vom
9.
Juli 2015 (Urk. 15/A94) zugesprochene Hilflosenent
schädigung und Integritätsentschädigung
sind in Rechtskraft erwachsen
. Die Par
teien geh
en
sodann
übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer als Folge des Unfallereignisses vom 1
1.
Juli 2011 dauerhafte erhebliche Gesundheits
beeinträchtigungen erlitten hat, welche zu
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und damit
einem Invaliditätsgrad von 100
%
führen.
Ebenso besteht
Einigkeit
bezüglich des
Rentenbeginn
s
per 1. Juli 2015
(
Urk.
2 S. 6,
Urk.
14 S.
3 f.
,
Urk.
19 S.
3). Diese Einschätzungen stehen
mit der Rechts- und Aktenlage in Einklang
. Streitig und zu prüfen ist
hingegen
die Höhe des versicherten Verdienstes
und die daraus resultierende Rentenhöhe
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begrü
ndete ihren Einspracheentscheid
vom
4.
Juni 2018
(
Urk.
2
S. 7 f.
)
im Wesentlichen
damit
,
dass sich der versicherte Verdienst gemäss UVG im Grundsatz mit dem AHV-Lohn (
Art.
22
Abs.
2 UVV) decke. Als massge
bender Lohn im Sinne von
Art.
5
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
gelte jedes Entgelt für
in unselbstständiger Stellung
auf bestimmte oder unbestimmte Z
eit geleistete Ar
beit. Erhalte eine ver
sicherte P
erson
für eine in unselbs
t
ständiger Stellung geleistete Arbeit k
ein Ent
gelt oder ein zu tiefes E
ntgelt, so dürfe nicht ein Entgelt in der Höhe, wie es unter den gegebenen Umständen üblich sei, angenommen werden. AHV-rechtlich er
fasst
werde
grundsätzlich nur ein Lohn
,
der tatsächlich geflossen sei.
Daraus folge, dass vorliegend von den effektiv erbrachten Löhnen in der Höhe von
Fr.
71.50
(
Fr.
50.-- Entschädigung zuzüglich
Fr.
21.50 Verpflegung)
pro Tag aus
zugehen sei. Re
chts
genügliche Nachweise, dass der
Beschwerdeführer
mehr als die vom Arbeit
geber bestätigten vier Tage pr
o Woche gearbeitet habe
, lägen nicht vor, so dass für die Berechnung auf dieses Arbeitspensum abzustellen sei. Deshalb belaufe sich der versicherte Verdienst auf
Fr.
13'728.
--
(
Fr.
71.50 x 4 x 48). Daraus ergebe sich bei einem unbestrittenen IV-Grad von 100
%
eine monatliche Rente von
Fr.
91
5.20 (0.8 x
Fr.
13'728.--
/ 12).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen (
Urk.
1
S. 4 ff.
), dass er jeweils während sechs Tagen
pro Woche
, insbesondere auch samstags,
auf dem Hof von
Y._
beschäftigt gewesen sei.
Da der Lohn jeweils in bar ausbezahlt worden sei, fehle es an einem schriftlichen Beweis für die effektive Höhe der Lohnzahlung. Der Arbeitsvertrag sei nicht schriftlich abgefasst worden.
Die Beschwerdegegne
rin stelle nicht auf den effektiv bezahlten Lohn ab, sondern einzig und allein auf die Deklaration des ehemaligen Arbeitgebers
.
Die Angaben von
Y._
seien jedoch
nicht vertrauenswürdig. Dieser stehe aufgrund einer Haftpflichtklage des
Beschwerdeführers
vor Gericht und sei schon früh nach dem Unfall mit der Haf
tungsfrage konfrontiert gewesen.
Entsprechend
habe er Grund genug, den Lohn möglichst gering anzugeben und mithin auch den Schaden tief zu halten.
Da
somit
weder die Höh
e der einzelnen Lohnzahlungen n
o
c
h die vereinbarte Lohn
höhe recht
sgenügend bewiesen werden könne
, bleibe die Frag
e
, ob das Arb
e
its
verhältnis mit vier
Wochentag
en ein teilzeitliches oder mit sechs
Wochentagen ein vollzeitliches gewesen sei, unbewiesen.
Mangels Beweises und anderweitiger schrif
t
l
i
c
her Abrede gelte daher
der Normalarbeitsvertrag
für das landwirtschaft
liche Arbeitsverhältnis
, nach dessen §
7 sich die wöch
en
tliche Arbeitszeit
auf 55 Stund
e
n
pro Woche belaufe. Dies entsprech
e eher einer 6-Tagewoche als ei
n
e
r
5-Tagewoche
;
in vier
Tagen seien 55 Stunden
jedenfalls
sicher nicht zu bewältigen.
Nehme man den von
Y._
gegenübe
r
de
r
Beschwerdegegnerin
angegebe
ne
n Stundenansatz von Fr.
8.--, so
resultiere daraus ein
Jahresbruttolohn von
Fr.
21'120.
--
(8
.--
x 55 x 48).
Die vom
Beschwerdeführer
gemachten
Lohnanga
ben mit einem errechneten Jahreslohn von
Fr.
20'592.--
entsprächen
praktisch der mit dem
Normalarbeitsvertrag
vereinbarten Grösse, w
eshalb hierauf abzustel
len sei.
3.
3.1
Der
Arbeitgeber
Y._
erklärte am 3
0.
Mai 2014 gegenüber der Beschwer
degegnerin, dass der
Beschwerdeführer
durchschnittlich während vier
Tagen pro Woche für ihn gearbeitet und hierfür einen Barlohn von
Fr.
50.-- pro Tag erhalten habe. Der
Beschwerdeführer
sei als Taglöhner angestellt und auf Abruf tätig ge
wesen. Er sei an den Arbeitstagen und manchmal auch an den Freitagen verpflegt worden. Er sei
allerdings
auch ohne Anstellung auf den Hof gekommen, weil er sozialen Anschluss gesucht habe (
Urk.
15/A51). Demgegenüber macht
e
d
er
Be
schwerdeführer
geltend
, an
sechs
Tagen pro Woche
für
Y._
arbeitstätig gewesen zu sein (
Urk.
1
S. 4
).
3.2
Am
4.
April 2014 machte der Beschwerdeführer b
eim Bezirksgericht Andelfingen eine Forderungsklage aus Arbeitsverhältnis gegen
Y._
anhängig. Das Ge
richt fällte nach Durchführung
eines Beweisverfahrens
mit
insbesondere
Partei- und Zeugenbefragungen am 17. Januar 2019 ein Urteil über die Vorfrage der zivilrecht
lichen Haftung von
Y._
(
Urk.
20/1).
In Bezug auf das geleistete
Arbeitspensum führte das Gericht aus
, aufgrund der Tagesaufschriebe und der Zeugena
ussage von
B._
sei
erstellt, dass der
Versicherte
ab März 2011 durchschnittlich sechs Tage pro Woche, vielleicht auch etwas weniger, auf dem Hof
von
Y._
gearbeitet habe. Darauf deute auch die Tatsache hin, wonach der
Versicherte
nach den Aufschrieben
von
Y._
jeden Tag bei diesem
gegessen habe.
C
._
habe es sodann als möglich bezeichnet, dass der
Versicherte
ab März 2011 durchschnittlich sechs
Tage pro Woche gear
beitet habe (S. 16
f.
).
3.3
Bei
genauerer
Betrachtung der
im
besagten
Urteil
wiedergegebenen Tages
rapporte
von
Y._
(
Urk.
20/1 S. 11) lässt sich allerdings der Schluss auf
eine 6-
Tagew
oche
nicht
ziehen
:
1/2
Arbeitstage
1/1
Arbeitstage
Total
(in 1/1 Arbeitstage
n
)
März
14
11
18
.0
April
8
6
10
.0
Mai
3
22
23.
5
Juni
1
15
15.5
Juli (1.-11.)
7
7
.0
74
.0
Zwischen dem
1.
März und dem 1
1.
Juli 2011 liegen
exakt
19 Wochen.
Bei gleichmässiger Verteilung der
74 geleisteten Arbeitstage
auf
19 Wochen
resultiert
ein
durchschnittliches
W
ochenpensum
von 3.9 Tagen
(74 Tage / 19 Wochen)
, was in etwa den von
Y._
deklarierten 4 Arbeitstagen
pro Woche
entspricht.
Dies korreliert auch mit dem von
Y._
g
egenüber der A
usgleichskasse am
4.
Januar 2012
deklarierten
Lohn
des
Beschwerdeführers
in der Höhe
von Fr.
3'700.-- (
74 Arbeitstage
à
Fr.
50.--,
Urk.
15/A20
.2
)
, w
obei die Verpflegungs
kosten offensichtlich nicht berücksichtigt wurden.
3.4
Die Tatsache, dass
C
._
,
die
Ehefrau von
Y._
,
es als möglich erachtete, dass der
Beschwerdeführer
an sechs
Tagen pro Woche
arbeitstätig ge
wesen sei
,
ist dabei nicht entscheidend. Denn die blosse Möglichkeit eines be
stimmten Sachverhalts genügt den im Sozialversicherungsrecht geltenden Be
weisanforderungen (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit)
nicht (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
3.5
Des Weiteren vermag auch der Umstand
, dass der
Beschwerdeführer
offenbar jeden Tag bei
Y._
verpflegt wurde
(
13
3 Tage zwischen
1.
März und 11.
Juli 2011,
Urk.
15/A107
)
,
keinen Hinweis auf eine
Arbeitstätigkeit an sechs
Tage
n pro Woche
zu li
efern. Denn würde von der
erfolgten Mahlzeiteneinnahme
auf eine Arbeitstätigkeit an diesen Tagen geschlossen,
w
ürde ein
e
7-
Tage
woche
resultieren
.
Eine solche
wird aber
zu Recht
von
keiner der
Parteien
behauptet
und
würde denn alles andere als
plausibel
erscheinen
.
3.6
Im Übrigen
äusserte
nicht einmal
der
Beschwerdeführer
anlässlich der Vorsprache bei
der Agrisano Krankenkasse AG
vom 1
8.
Juli 2013
,
dass er
an sechs vollen Tagen
pro Woche
beschäftigt
gewesen
sei
. Vie
lmehr erklärte er, jeweils von Mon
tag bis Freitag
(8.00 Uhr bis etwa 19.30/20.00 Uhr)
gearbeitet zu haben, ab und zu auch an einem Samstag von
8.00 Uhr bis etwa 13.30 Uhr (Urk. 20/3).
Ange
sichts dieser
Angaben erscheinen
die beschwerdeweise vorgetragene
n
Ausfüh
rungen
,
wonach
der
Beschwerdeführer
an sechs Tagen pro Woche
arbeitstätig gewesen sei
und hierfür
Fr.
50.-- pro Tag erhalten
habe
, widersprüchlich. Denn samstags hat der
Beschwerdeführer
– seinen Angaben zufolge -
offensichtlich
nur
gelegentlich
,
und
selbst dann
lediglich
halbtags gearbeitet
. Somit erscheint eine einheitliche und regelmässige Wochenentschädigung von 6 x
Fr.
50.
-- nicht
überzeugend
.
3.7
Aus der
Zeugena
ussage
des im Unfallzeitpunkt ebenfalls bei
Y._
beschäf
tigten
B._
,
wonach
der
Beschwerdeführer
wohl jeden Tag auf den Hof gekommen sei und normale Arbeitszeiten gehabt habe (
Urk.
20/1
S. 11), lässt sich
auch
nicht
s zugunsten des Beschwerdeführers ableiten.
Denn
B._
äusserte ebenso, dass es Tage gegeben habe, an denen der
Beschwerde
führer
gefehlt habe. Zudem ist erstellt, dass der
Beschwerdeführer
grundsätzlich jeden Tag auf dem Hof verpflegt wurde
und damit
auch
anwesend, nicht aber – wie oben erwähnt – zwangl
äufig
arbeitstätig war. Aus den Akten
ergeben sich
sodann
Hinweise, dass der
Beschwerdeführer
den Hof jeweils auch aus sozialen Gründen aufgesucht habe
n könnte
(Urk.
15/A51.1
).
3.8
Zusammenfassend vermögen die kongruenten
Angaben von
Y._
in den Tagesrapporten
(vgl.
Urk.
20/1 S. 11)
, der Unfallmeldung
(
Urk.
15/A13), dem Fra
gebogen zum Arbeitsverhältnis (
Urk.
15/A51)
sowie der
AHV-A
brechnung
(
Urk.
15/A20
)
in Bezug auf eine 4-Tagewoche zu überzeugen, während die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen hinsichtlich einer 6-Tagewoche widersprüchlich erscheinen und in der Aktenlage keine Stütze finden. Damit ist mit dem
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er
stellt, dass
der Beschwerdeführer an durchschnittlich
vier
Tagen pro Woche für
Y._
gearbeitet und dabei einen Tageslohn von
Fr.
50.-- bezogen hat.
An diesem Ergebnis ändert auch der Hinweis des Beschwerdeführers auf
den
Nor
malarbeitsvertrag für das landwirtschaftliche Arbeitsverhältnis des Kantons Zü
rich vom
2.
März 2005 (NAV, LS 821.13)
nichts (
Urk.
1 S. 5). Die in
§
7 genannte wöchentliche Arbeitszeit von 55 Stunden bezieht sich selbstredend auf ein voll
zeitliches Arbeitsverhältnis, welches zwischen
Y._
und dem Beschwer
deführer gerade nicht vorlag.
Dass teilzeitliche Arbeitsverhältnisse auch in der Landwirtschaft möglich sind, ergibt sich bereits aus
§
1
Abs.
2 lit. b NAV
.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer beantragte in seiner
Replik vom 1
2.
Februar 2019
(Urk.
19 S. 2
)
den Beizug der Akten des Bezirksgerichts Andelfingen betreffend der
Ge
schäfts-Nr. AN140001-B/Z29/Ca
sowie der
Akten der Agrisano Krankenkasse
AG. D
ie Beschwerdegegnerin
ersuchte
in ihrer
Duplik vom 1
1.
Juni 2019
(
Urk. 25
S.
2
)
sodann
um
Beizug
der Steuerakten des
Beschwerdeführers
für das Steuerjahr 201
1.
4.2
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimm
ter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr än
dern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweis
würdigung). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss
Art.
29
Abs.
2 BV (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
4.3
Das Bezirksgericht Andelfingen hat im Rahmen de
s Haftpflichtprozesses
des Be
schwerdeführers gegen
Y._
ein Beweisverfahren durchgeführt
und in diesem Zusammenhang Parteibefragungen und Zeugeneinvernahmen vorgenom
men
.
Die Zeugenaussagen und die Ausführungen der Parteien wurden
im Urteil vom
1
7.
Januar 2019 wieder
gegeben (Urk.
20/1). Inwiefern ein Beizug der Akten aus dem Zivilprozess neue Erkenntnisse bringen könnte, ist daher nicht ersicht
lich.
Ebenso wenig
ist es im vorliegenden Verfahren hilfreich, zusätzliche Akten
der Agrisano
Krankenkasse AG
beizuziehen
. D
ie Agrisano Krankenkasse AG
stellte
bei der Berechnung der Taggelder auf die An
gaben von
Y._
ab
, wonach der
Beschwerdeführer
an vier Tagen pro Woche für seinen Arbeitgeber tätig ge
wesen sei
(
Urk.
15/A13)
. Entsprechend
teilte
sie dem
Beschwerdeführer am 14.
März 2012 einen versicherten Jahresverdie
nst von
Fr.
13'728.-- mit
(
Fr.
71.50 x 4 x 48, vgl.
Urk.
15/A17
und auch 15/A32
)
.
An diesem
hielt
die Unfallversi
cherung
mit Schreiben vom 2
3.
Juli 2013
fest
, obwohl der
Beschwerdeführer
am 1
8.
Juli 2013 eine Überprüfung der Taggeldhöhe beantragt und kundgetan hat
te
, dass er von Montag bis Freitag und ab und zu auch samstags halbtags gearbeitet
habe
(vgl. Urk.
15/A40
und 15/A41
)
.
In der Folge
beanstandete
der
Beschwerde
führer
die Höhe des Taggeldes nicht mehr, bis die
Agrisano Krank
enkasse AG mit Verfügung vom 9.
Juli 2015 die Taggeldleistungen per
30. Juni 2015 ein
stellt
e
(
Urk.
15/A90,
Urk.
15/A91
)
. Daraufhin
erhob de
r
Beschwerdeführer
mit Eingabe
n
vom 1
6.
Juli,
1
0.
und
30.
September 2015 Einsprache. Darin beantragte er unter anderem, dass
die ihm ausgerichteten Taggelder unter Zugrundelegung eines ver
sicherten Verdienstes von
Fr.
20'592.-- neu zu berechnen
seien
(
Urk.
15/A97, 15/A106, 15/A108)
. Mit Einspracheentscheid v
om 23.
Dezember 20
15 wies die Agrisano Kr
a
n
kenkasse AG die Einsprache
schliesslich
ab
. Sie begründete dies damit, dass die Höhe der Taggeldleistungen nicht Gegenstand der Verfügung vom
9.
Juli 2015
gebildet hätten
;
der formlose Entscheid über die Taggeldhöhe
sei
schon
in
Rechtskraft erwachsen (Urk.
15/A116).
All diese
den versicherten Ver
dienst betreffenden
Dokumente aus dem Verfahren vor der Agrisano Kranken
kasse AG befinden sich
bereits
in den vorliegenden Akten. Darüber hinaus wurde der versicherte Verdienst
eben gerade
nicht thematisiert
beziehungsweise bean
standet, was der Beschwerdeführer seinem ehemaligen Rechtsvertreter
schliess
lich
zum Vorwurf machte und
zu dessen Auswechslung führte.
Auch aus dem U
rteil
des hiesigen Gerichts vom 28. Februar 2017 (KV.2016.00010,
Urk.
15/A131, insbesondere
E.
3.2)
, welches im Zusammenhang mit dem An
waltswechsel die Frage der
unentgeltlichen Rechtsvertretung
zu beurteilen hatte,
sind keine Hinweise auf weitere Dokumente
ersichtlich, welche
den versicherten Verdienst
betreffen
. Entsprechend kann
mangels Relevanz
auf einen
Beizug der Akten
der Agrisano Krankenkasse AG verzichtet werden.
Endlich wäre auch ein Beizug der Steuerakten des
Beschwerdeführers
nicht
ziel
führend
. Der
Beschwerdeführer
unterliegt als ausländischer Arbeitnehmer ohne Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) der Quellensteuerpflicht. Der Arbeitgeber
ist dabei verpflichtet, die geschuldete Steuer vom Lohn abzuziehen und der Steu
erbehörde abzuliefern.
Der Quellensteuerabzug tritt an Stelle der ordentlichen Veranlagung
(vgl.
Art.
32 ff. des
Bundesgesetz
es
über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
[
StHG] und
Art.
83 ff. des Bundes
gesetzes über die direkte Steuer [DBG]).
Folglich verfügt die Steuerbehörde ledig
lich über die vom Arbeitgeber vorgenommene Deklaration des Lohnes, nicht aber über weitere Belege oder
Deklarationen
seitens des
Beschwerdeführers
.
4.4
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Akten überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass der
Beschwerdeführer
an vier Tagen pro Woche für seinen Arbeitgeber tätig gewesen ist, und weitere Beweismassnah
men an diesem Ergebnis nichts mehr zu änd
ern vermöchten.
Folglich ist in anti
zipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme
zusätzlicher
Beweise zu verzichten.
5.
5.1
Aufgrund der unbestrittenen und ausgewiesenen medizinischen Aktenlage ist dem
Beschwerdeführer
keine
Arbeitstätigkeit mehr
zumutbar (E. 2)
. Mithi
n be
steht ein I
nvalidität
sgrad von 100
%
.
Bei Vollinvalidität beträgt d
ie Invalidenrente 80
%
des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (
Art.
20
Abs.
1 UVG).
5.2
Als
Grundlage für die Bemessung der Renten gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht.
(vgl. E. 1.5
).
Dauerte das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr, so wird der in
dieser Zeit bezogene Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet.
Demgegenüber bleibt bei einer zum Voraus befristeten Beschäftigung die Umrechnung auf d
ie vorge
sehene Dauer beschränkt
(Art. 22 Abs. 4
UVV
in der bis 3
1.
Dezember 2016 gel
tenden Fassung
).
5.3
Unter den Parteien ist nicht streitig, dass
zwischen dem Beschwerdeführer und
Y._
ein
unbefristetes
Arbeitsverhältnis
abgeschlossen
wurde
, zumal ein ausdrücklich als befristet vereinbarter Arbeitsvertrag nicht nachgewiesen werden kann
(
Urk.
1 S. 3 und
Urk.
2 S. 7 f.)
.
Entsprechend
berechnet sich
der
versicherte Verdienst
unter Berücksichtigung der
Verpflegungspauschale von
Fr.
21.50
(Art.
11
Abs. 2
der
Verordnung über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung [AHVV]
)
wie folgt
:
(
Fr.
50.-- +
Fr.
21.50
) x 4 x 48
=
Fr.
13'728.--
Bei einem
versicherten Verdienst
von
Fr.
13'728.--
erg
ibt sich eine Jahresrente von
Fr.
10
’
982.40 (0
,8 x 13'728.--) und eine monatliche R
ente von
Fr.
915.20
, wie der Einspracheentscheid vom
4.
Juni 2018 korrekt festhält.
6.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom
4.
Juni 2018 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der B
e
schwerde führt.
7.
Der vom Gericht bestellte (
Urk.
16) unentgeltliche Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein, hat davon abgesehen eine Kostennote einzureichen, weshalb seine Entschädigung vom Gericht
festzulegen und u
nter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht, GSVGer
)
auf Fr. 2‘300.-- (
inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) festzusetzen ist
.
Der
Beschwerdeführer
ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 GSVGer).