# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1b083b91-1cde-4374-a22e-7cc3636530d0
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) schloss mit
Verfügung vom 5. August 2020 die A._ ab März 2018
zugesprochenen beruflichen Massnahmen, namentlich die am 1. August
2018 begonnene und per 10. März 2020 abgebrochene erstmalige
berufliche Ausbildung zum Kaufmann EFZ, nach Durchführung eines
Vorbescheidverfahrens ab. Begründend führte sie aus, A._ habe die
ihm mit Schreiben vom 11. Juni 2018 auferlegten Pflichten, welche bis
zum Abschluss der beruflichen Massnahmen zu erfüllen gewesen seien
bzw. wären, offensichtlich verletzt. Einerseits habe er die andauernde
Cannabisabstinenz (THC) nicht eingehalten, andererseits sei, er soweit
ersichtlich, nicht (mehr) in psychotherapeutischer Behandlung. Da er seine
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflichten offensichtlich verletzt
habe, habe die IV-Stelle das Recht, die berufliche Massnahme nun
abzubrechen. Einer allfälligen Beschwerde dagegen wurde die
aufschiebende Wirkung nicht entzogen.
2. In der dagegen am 10. September 2020 beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden erhobenen Beschwerde (Verfahren S 20 104)
beantragte A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) neben der
Aufhebung der Verfügung vom 5. August 2020, die beruflichen
Massnahmen seien gemäss Verfügung vom 9. August 2018
wiederaufzunehmen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen. In formeller Hinsicht
ersuchte er darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen. Zudem seien die Akten der IV-Stelle beizuziehen. Zur
Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er habe nicht gegen die
Auflagen verstossen. Zwar sei bei einer Urinkontrolle am 16. April 2020
ein erhöhter Gehalt an Cannabinoiden festgestellt worden. Ob der positive
Test aber tatsächlich auf den Konsum von illegalem Cannabis
zurückzuführen oder durch das vom Arzt verschriebene CBD-Öl
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hervorgerufen worden sei, sei offen. Zudem wäre der allenfalls schädliche
Cannabiskonsum erst nach Abbruch der beruflichen Massnahmen und
nicht während dessen erfolgt. Daneben sei er entgegen der Auffassung
der IV-Stelle in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Selbst wenn
jedoch von einer Verletzung der Schadenminderungs- und
Mitwirkungspflicht ausgegangen würde, wäre die IV-Stelle verpflichtet
gewesen, ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen, was sie
jedoch nicht gemacht habe. Mit Vernehmlassung vom 8. Oktober 2020
schloss die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) im Verfahren
S 20 104 auf Abweisung der Beschwerde und beantragte, dieser sei die
aufschiebende Wirkung nicht zu erteilen. Daraufhin replizierte der
Beschwerdeführer am 6. November 2020, worauf die
Beschwerdegegnerin am 11. November 2020 wiederum duplizierte.
3. Bereits mit Schreiben vom 9. Oktober 2020 hatte die Instruktionsrichterin
im Nachgang zur eingeholten Vernehmlassung bei der
Beschwerdegegnerin was folgt ausgeführt:
"Nachdem in der angefochtenen Verfügung vom 5. August 2020 einer dagegen gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen worden ist, kommt der Beschwerde in dieser Sache von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] i.V.m. Art. 97 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] und Art. 55 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, Art. 56 N. 41 ff.). Die Frage der aufschiebenden Wirkung stellt sich damit vorliegend nicht."
Unter Hinweis auf dieses Schreiben liess der Beschwerdeführer am
16. Oktober 2020 bei der Beschwerdegegnerin vorbringen, dass die
beruflichen Massnahmen wiederaufzunehmen seien. Daraufhin erliess die
Beschwerdegegnerin eine auf den 30. Oktober 2017 (recte 30. Oktober
2020) datierende Zwischenverfügung, worin einer gegen die (im bereits
hängigen Verfahren S 20 104 angefochtenen) Verfügung vom 5. August
2020 gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen
wurde. Zur Begründung führte sie aus, es treffe zwar zu, dass der
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Beschwerde ursprünglich die aufschiebende Wirkung nicht entzogen
worden sei. Ein solcher Entzug könne aber auch erst nachträglich mit
separater Verfügung erfolgen. Vorliegend sei festzustellen, dass das
Interesse der Invalidenversicherung, aufwendige Rückforderungen,
welche notabene mit einem hohen Verlustrisiko behaftet seien, vermeiden
zu dürfen, das Interesse des Versicherten, bei einer allfälligen
unberechtigten Leistungseinstellung eventuell vorübergehend Sozialhilfe
beanspruchen zu müssen, überwiege. Dies gelte umso mehr, als dass der
Versicherte bei Wiederaufnahme der beruflichen Massnahme (im Falle der
Rechtmässigkeit der Verfügung vom 5. August 2020) in den Genuss von
unrechtmässigen Leistungen käme, die (infolge der fehlenden
Meldepflichtverletzung seitens des Versicherten) gar nicht der
Rückerstattungspflicht unterliegen würden. Zudem sei darauf
hinzuweisen, dass ihre Erfolgsaussichten im Verfahren S 20 104 als hoch
bewertet werden könnten und es dem Versicherten (auch ohne Leistungen
der IV) möglich sei, ein Jahreseinkommen von Fr. 54'756.82 zu erzielen.
4. Gegen diese Zwischenverfügung vom 30. Oktober 2020 erhob der
Beschwerdeführer am 6. November 2020 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren S 20 121). Darin
beantragte er die ersatzlose Aufhebung der angefochtenen
Zwischenverfügung. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor,
dass die Beschwerdegegnerin die aufschiebende Wirkung einer
Beschwerde nur bis zur Einreichung der Beschwerde beim zuständigen
Gericht nachträglich entziehen könne. Nachdem die Beschwerde
vorliegend bereits am 10. September 2020 beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden eingereicht worden sei, sei die Verwaltung aufgrund
des Devolutiveffekts nicht mehr befugt gewesen, der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu entziehen.
5. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung zum Verfahren
S 20 121 vom 27. November 2020 auf Abweisung der Beschwerde;
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eventualiter sei der Beschwerde vom 10. September 2020 im Verfahren
S 20 104 vom Gericht die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Am
1. Dezember 2020 replizierte der Beschwerdeführer, wobei er an seinem
Antrag festhielt und diesen um das Begehren ergänzte, der Antrag auf
Entzug der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften und die
angefochtene Zwischenverfügung vom 30. Oktober 2020, wird, sofern
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gegen eine solche Zwischenverfügung, wie sie vorliegend zu beurteilen
ist, steht nicht die Einsprache, sondern direkt die Beschwerde an das
zuständige Versicherungsgericht offen (vgl. Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 52
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; KIESER, ATSG-Kommentar,
4. Aufl., Zürich 2020, Art. 52 Rz. 56 ff., Art. 56 Rz. 17 ff.). Das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 49
Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 ATSG zur Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig.
2. Das ATSG bestimmt zwar, dass gegen Zwischenverfügungen
Beschwerde erhoben werden kann (vgl. dazu Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 52
Abs. 1 ATSG), nennt jedoch keine Voraussetzungen für deren
Anfechtbarkeit (siehe BGE 132 V 93 E.6.1; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts H 111/06 vom 22. November 2006 E.3.4). Die
Beschwerdefrist beträgt für Einspracheentscheide und Verfügungen, bei
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denen die Einsprache ausgeschlossen ist, 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 ATSG;
siehe BGE 132 V 418 E.2.1 ff.). Für das Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht enthält das ATSG mit Ausnahme der Vorgaben
betreffend die Möglichkeit zum Entzug der aufschiebenden Wirkung (siehe
Art. 61 Satz 1 ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 3 und Art. 55 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021])
keine entsprechenden Bestimmungen über vorsorgliche Massnahmen
(vgl. BGE 132 V 418 E.2.3.1 ff.; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 46/04 vom 24. Februar 2004 E.1.2 f.).
Massgebend für die Bestimmung der Voraussetzungen für die Zulässigkeit
einer Beschwerde gegen eine Zwischenverfügung bzw. eine vorsorgliche
Massnahme ist somit, kraft Verweis auf das kantonale Recht in Art. 61
Satz 1 ATSG, primär Art. 49 Abs. 4 VRG. Danach sind verfahrensleitende
Anordnungen und vorsorgliche Massnahmen sowie andere
Zwischenentscheide nur anfechtbar, wenn sie (a) für die betroffene Partei
einen Nachteil zur Folge haben, der sich später voraussichtlich nicht mehr
beheben lässt, oder (b) ausdrücklich als selbstständig anfechtbar erlassen
werden, wenn sich das Verfahren dadurch möglicherweise vereinfachen
lässt.
Zunächst ist zu prüfen, ob hier ein nicht wieder gutzumachender Nachteil
vorliegt. Für die Prüfung dieser Voraussetzung ist zwar nicht direkt, aber
doch ergänzend auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
(bzw. des Bundesgerichts) bezüglich der Anfechtbarkeit von
Zwischenverfügungen gemäss Art. 45 f. VwVG abzustellen (vgl. BGE 139
V 492 E.4.1, 138 V 271 E.1.2.1 ff. und 3.2, 137 V 210 E.3.4.2.7; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 111/06 vom 22. November
2006 E.3.4 ff.; Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
[VGU] U 20 71 vom 21. September 2020 E.1, S 17 106 vom 31. Oktober
2017 E.1b, S 17 119 vom 31. Oktober 2017 E.1b, S 17 66 vom 13.
September 2017 E.1c und S 13 8 vom 5. November 2013 E.1a; KIESER,
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a.a.O., Art. 56 Rz. 23). Für die Annahme eines nicht wieder
gutzumachenden Nachteils im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG genügt
ein tatsächliches, insbesondere auch ein wirtschaftliches Interesse (siehe
BGE 130 II 149 E.1.1, 127 II 163 E.2a; Urteil des Bundesgerichts
2C_86/2008 vom 23. April 2008 E.3.2; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts H 111/06 vom 22. November 2006 E.4.1; Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts B-6595/2017 vom 24. Mai 2018 E.1.2.1,
E-3276/2014 vom 13. Februar 2015 E.4.1, C-4224/2014 vom 12. Februar
2015 E.3.2 und C-4163/2013 vom 2. Juni 2014 E.2.1.1; KIESER, a.a.O.
Art. 56 Rz. 20), was beim Entzug bzw. der Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung regelmässig bejaht wird (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_38/2017 vom 21. März 2017 E.1.2, 1A.39/2003 vom
12. März 2003 E.1.2 und Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-
668/2017 vom 7. April 2017 E.1.3.3A-515/2008 vom 4. Juni 2008 E.1.2,
vgl. ferner KAYSER/PAPADOPOULOS/ALTMANN, in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER
[Hrsg.], VwVG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019, Art. 46 Rz. 22
m.H.). Dass vorliegend der am 5. August 2020 verfügte Abschluss
beruflicher Massnahmen, womit (auch) die erstmalige berufliche
Ausbildung im B._ in O.1._ zum Kaufmann EFZ Profil B nicht
weitergeführt werden kann, einen im Rahmen der
Eintretensvoraussetzungen zu beachtender, nicht wieder
gutzumachender Nachteil darstellt, liegt auf der Hand. Denn abgesehen
davon, dass der Beschwerdeführer dadurch eine geordnete Tagesstruktur
sowie eine geregelte Wohnsituation in einer geschützten Institution verliert
(vgl. dazu Einwand vom 12. Mai 2020 in den Akten der
Beschwerdegegnerin im Verfahren S 20 104 [IV-act.] 146] und
Schlussbericht des B._ zum Ausbildungsabbruch vom 18. März 2020
[IV-act. 143]), ist es nachvollziehbar, dass sich die Suche nach geeigneten
Anstellungsmöglichkeiten mangels (abgeschlossener) Ausbildung als
schwierig erweist. Dabei erscheint absehbar, dass sich dadurch mangels
Unterstützung seitens der Eltern (vgl. dazu Protokolle zur
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Früherfassungsmeldungen vom 10. Juli 2015 [siehe IV-act. 9 S. 3] und
24. Oktober 2016 [siehe IV-act. 35 S. 3]) und der öffentlichen
Unterstützung durch das Sozialamt (vgl. Schreiben der Gemeinde
O.2._ vom 1. März 2018 [siehe IV-act. 72]) auch die finanzielle
Situation des Beschwerdeführers weiter verschlechtern wird, was denn
auch von der Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt wird. Dass die
Gesamtumstände für ihn aufgrund seines ohnehin schon angeschlagenen
Gesundheitszustands eine psychische Belastung darstellen, erscheint
plausibel und kommt im vorliegenden Fall einem nicht wieder
gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG bzw.
Art. 49 Abs. 4 lit. a VRG gleich. Somit ist auf die Beschwerde einzutreten.
3. Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin der am 10. September
2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhobenen
Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. August 2020 betreffend den
Abschluss beruflicher Massnahmen zu Recht nachträglich am 30. Oktober
2020 die aufschiebende Wirkung entziehen durfte.
4. Während die Beschwerdegegnerin diese Frage gestützt auf eine
Interessenabwägung und in Würdigung ihrer Erfolgsaussichten im
Verfahren S 20 104 bejaht, führt der Beschwerdeführer aus, die
Verwaltung spreche den Entzug der aufschiebenden Wirkung
üblicherweise mit dem Erlass der Verfügung aus. Sie könne diesen jedoch
grundsätzlich auch nachträglich noch anordnen. Namentlich stehe es ihr
offen, mit Blick auf das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren mittels
separater Verfügung die aufschiebende Wirkung nachträglich zu
entziehen. Werde jedoch Beschwerde eingereicht, greife der
Devolutiveffekt. Sobald die Verfügung angefochten werde, könne daher
nicht mehr die Verwaltung, sondern nur noch die Beschwerdeinstanz,
deren Vorsitzende oder der Instruktionsrichter die aufschiebende Wirkung
anordnen. Weil vorliegend die Beschwerde bereits am 10. September
2020 eingereicht worden sei, sei die Verwaltung aufgrund des
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Devolutiveffekts am 30. Oktober 2020 nicht mehr befugt gewesen, der
Beschwerde (vom 10. September 2020) die aufschiebende Wirkung zu
entziehen.
5. Zwischenverfügungen sind akzessorisch zu einem Hauptverfahren. Sie
können nur vor oder während eines Hauptverfahrens erlassen werden und
nur für die Dauer desselben Bestand haben bzw. unter der Bedingung,
dass ein solches eingeleitet wird. Sie fallen mit dem Entscheid in der
Hauptsache dahin (vgl. BGE 129 V 370 E.4.3; Urteile des Bundesgerichts
8C_293/2017 vom 19. Juni 2017 E.2, 8C_290/2015 vom 6. Juli 2015 E.2;
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-1452/2017 vom 22. Februar
2018 E.2.2, A-4634/2012 vom 4. September 2014 E.5.1; VGU S 17 66
vom 13. September 2017 E.3a). Vorliegend ist somit mit dem Entscheid
im Hauptverfahren S 20 104 betreffend Abschluss beruflicher Mass-
nahmen die Anordnung, der Beschwerde vom 10. September 2020 gegen
die Verfügung vom 5. August 2020 die aufschiebende Wirkung zu
entziehen, dahingefallen. Damit fehlt es im heutigen Zeitpunkt an einem
aktuellen praktischen Interesse an der Überprüfung der angefochtenen
Zwischenverfügung (siehe Art. 59 ATSG und Art. 50 VRG; vgl. BGE 139 I
206 E.1.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_123/2019 vom 10. Mai 2019
E.2.1, 8C_760/2008 E.3.3; Urteil des Bundesverwaltungsgericht B-
1092/2009 vom 30. April 2009 E.3.1; VGU U 17 86 vom 11. Januar 2018
E.2, R 13 173 vom 30. September 2014 E.3a; KIESER, a.a.O., Art. 59
Rz. 7).
Ist ein Rechtsstreit als erledigt abzuschreiben, bedarf es noch eines
Entscheids über der Kosten- und Entschädigungsfolgen aufgrund der
Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes, wobei in erster Linie auf den
mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen ist. Dabei geht es
nicht darum, die Prozessaussichten im Einzelnen zu prüfen und dadurch
weitere Umtriebe zu verursachen. Vielmehr muss es bei einer knappen
Beurteilung der Aktenlage sein Bewenden haben (siehe Urteile des
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Bundesgerichts 8C_123/2019 vom 10. Mai 2019, 8C_164/2012 vom
7. Mai 2012 E.2.1 f., 9C_190/2007 vom 24. September 2007 E.3.2).
Vorliegend trifft die vom Beschwerdeführer vertretene Ansicht zu. Die
Beschwerdegegnerin kann den Entzug der aufschiebenden Wirkung für
ein nachfolgendes Verfahren vorsehen, muss dies aber ausdrücklich
verfügen (vgl. Art. 97 Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] i.V.m. Art. 66 IVG;
BGE 129 V 370 E.4.1 ff., 109 V 229 E.2a; Urteil des Bundesgerichts
8C_118/2017 vom 28. August 2017 E.3.1). Mit Rechtshängigkeit der
Beschwerde wird zufolge des Devolutiveffekts die Rechtsmittelinstanz für
Anordnungen im Zusammenhang mit der aufschiebenden Wirkung
zuständig. Insofern liegt die diesbezügliche Verfügungskompetenz bei der
in der Sache zuständigen Beschwerdeinstanz, bei der Vorsitzenden oder
bei der Instruktionsrichterin (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_45/2010
vom 12. April 2010 E.2.2 betreffend Umfang des Devolutiveffektes;
DORMANN, Aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels in
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren, in: SZS 5/2019 S. 247 ff S. 254;
KIENER, in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER [Hrsg.], VwVG-Kommentar, 2. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2019, Art. 55 Rz. 14; SEILER, in:
WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar zum
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 55
Rz. 119 f.). Mithin war die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall ab
dem Zeitpunkt der gegen die Verfügung betreffend Abschluss beruflicher
Massnahmen gerichteten Beschwerdeerhebung beim Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden am 10. September 2020 aufgrund des
Übergangs der Streitsache an die funktionell übergeordnete
Rechtsmittelinstanz nicht (mehr) befugt, der Beschwerde am 30. Oktober
2020 die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Vielmehr war fortan die
kantonale Beschwerdeinstanz zum Entzug der aufschiebenden Wirkung
berechtigt (Art. 61 Satz 1 ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 3 VwVG und Art. 55
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Abs. 2 VwVG). Anders zu entscheiden hiesse, dass in Durchbrechung der
gesetzlichen Zuständigkeitsordnung unzulässigerweise in die
Anordnungskompetenzen der Instruktionsrichterin des kantonalen
Versicherungsgerichts eingegriffen würde.
6. Das vorliegende Beschwerdeverfahren ist somit als gegenstandslos
geworden abzuschreiben, wobei die Kosten dafür zu Lasten der
Beschwerdegegnerin gehen. Darüber hinaus hat die Beschwerdegegnerin
den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG angemessen
aussergerichtlich zu entschädigen (siehe nachstehende Erwägung 8).
7. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Das Gericht legt die Kosten für das
vorliegende Verfahren auf Fr. 500.-- fest, welche zu Lasten der
Beschwerdegegnerin gehen.
8. Der Beschwerdeführer hat zudem Anspruch auf einen aussergerichtlichen
Parteikostenersatz (Art. 61 lit. g ATSG). Vorliegend reichte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 1. Dezember 2020 eine
Honorarnote ein. Darin machte er ein Honorar von Fr. 802.05 geltend
(3.45 Stunden Aufwand [Fr. 723.--] zzgl. Kleinspesenpauschale [Fr. 21.70]
und 7.7 % MWST [Fr. 57.35]). Der geltend gemachte zeitliche Aufwand
von 3.45 Stunden ist nicht zu beanstanden. Betreffend des
Stundenansatzes ist zu beachten, dass der Rechtsvertreter nicht im
Anwaltsregister des Kantons Graubünden eingetragen ist. Gemäss
Praktikantenregister der Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte
besteht für den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hingegen eine
Praktikumsbewilligung im Sinne von Art. 8 des kantonalen
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Anwaltsgesetzes (Anwaltsgesetz; BR 310.100). Gemäss Art. 6 HV beträgt
das Honorar für Rechtspraktikantinnen und Rechtspraktikanten 75 % des
Ansatzes für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. In den Akten findet
sich eine Honorarvereinbarung vom 13. bzw. 14. August 2020 betreffend
(den im Anwaltsregister eingetragenen) RA lic. iur. Reto T. Annen über
einen Stundenansatz von grundsätzlich Fr. 250.-- (siehe Akten des
Beschwerdeführers [Bf-act.] 2). Damit ist insgesamt ein Aufwand von 3.45
Stunden à Fr. 187.50 (Fr. 646.90) zzgl. 3 % Spesenpauschale (Fr. 19.40)
und 7.7 % MWST (Fr. 51.30), d.h. Fr. 717.60 ausgewiesen.