# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c34618e-68e5-4138-9e90-405d6234c63c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1988 geborene
X._
war seit dem 16. Mai 2008 als Ver
käufe
rin bei der
Y._
AG angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch versichert (Urk. 9/1).
Am
19. März 2010 kollidierte das Auto, in dem sie
, als sie in der
34
.
W
oche
schwanger war,
als Beifahrerin unterwegs war, schräg-frontal mit einem entge
genkommenden
, links abbiegenden
Personenwagen
(Urk. 9/1, Urk. 9/14
, Urk. 9/46
, Urk. 9/59
)
.
Die notfallmässig konsultierten Ärzte des
Spitals Z._
diagnostizierten einen
traumatisch bedingten
frühzeitigen Blasensprung mit vaginalem Blutabgang sowie eine Beckenkontusion rechts und äusserten
den
Verdacht auf
eine
nicht dislozierte Rippenfraktur
links (Urk. 9/13 S. 1)
; am 20. März 2010 erfolgte eine notfallmässige
Sectio
caesarea
(Urk. 9/6, Urk. 9/13 S. 1)
.
Nach der
Entlassung aus dem
Z._
, Frauenklinik, am 30. März 2012
diagnostizierten die (ambulant) behandelnden Ärzte
eine Dist
or
sion der Halswirbelsäule (HWS;
vgl. etwa Urk. 9/19 S. 2
, Urk. 9/48)
.
Mit Verfü
gung vom 13. Oktober 2011 (Urk. 9/
77
) teilte die SUVA der Versicherten mit, dass
die Leistungen per 31. Oktober 2011 eingestellt würden, da die anhalten
den Beschwerden, denen kein objektivierbares organisches Korrelat zugrunde liege, in keinem
adäquaten Kausalzusammenhang zum
am 19. März 2010 erlittenen Unfall stünden.
Der Krankenversicherer der Versicherten zog seine
hiegegen
am 18. Oktober 2011 vorsorglich erhobene Einsprache (Urk. 9/78) am 16. November 2011 wieder zurück (Urk. 9/88); die
Einsprache
von
X._
(Urk.
9/82, Urk. 9/90
)
wies die SUVA
am 26. Januar 2012
ab (Urk. 2).
2.
Gegen d
ies
en
Einspracheentscheid
(Urk. 2) liess
X._
am
27. Februar 2012
mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
In Aufhebung des
Einspracheentscheides
vom 26. Januar 2012 bezie
hungsweise der Verfügung der SUVA Basel vom 13. Oktober 2011 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin über den 31. Oktober 2011 hinaus bis auf Weiteres die Versicherungs
leistungen gemäss UVG zu erbringen.
2.
Eventuell seien durch das Gericht weitere medizinische Abklärungen im Sinne der nachfolgenden Ausführungen zu veranlassen.
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwer
degegnerin
.“
Die SUVA schloss am 18. Mai 2012 auf Abweisung der Beschwerde (vgl.
Beschwerdeantwort, Urk. 1 S. 2).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits-
beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal re
agieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbe
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.7
Die
Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl.
BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beein
träch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.8
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Pra
xis des Bundesgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117 V 359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
2.
2.1
Die SUVA begründete die Leistungseinstellung damit, dass das Ereignis vom 19. März 2010 kein
e
nachweisbaren strukturellen Läsionen gezeitigt habe und die über den
31. Oktober 2011
hinaus persistierenden,
von Anfang an
vorder
gründig psychisch bedingten Beschwerden
in keinem
–
nach den in BGE 115 V 133 entwickelten Kriterien zu beurteilenden
–
adäquaten Kausalzusam
menhang zum fraglichen Verkehrsunfall stünden (Urk. 2 S.
5 ff.
, Urk. 8 S. 4 f.
).
Die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens erübrige sich insofern, als es sich bei der im Zeitpunkt des – zu Recht
per
Ende Oktober 2011 erfolgten – Fallabschlusses zu prüfenden Frage der adäquaten Kausalität des Unfalls für die anhaltende Gesundheitsstörung um
eine
Rechts- und keine medizinische Frage handle (Urk. 8 S. 4).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
die SUVA habe den
medizinische
n
Sachverhalt ungenügend abge
klärt
. So sei sie vor dem Fallabschluss weder
kreisärztlich untersucht
noch
psy
chiatrisch begutachtet worden
. Entgegen den Ausführungen der SUVA seien
nach wie vor
organische Beschwerden feststellbar (Urk. 1 S. 3 f.). In Anbe
tracht der Tatsache, dass sich die psychische Symptomatik erst allmählich in den Vordergrund geschoben habe, sei die Adäquanzprüfung
-
sofern diese denn
überhaupt
als notwendig erachtet
werde
-
nach der Schleudertrauma-Praxis vorzunehmen. Da die anhaltende gesundheitliche Beeinträchtigung in einem
rechtsgenüglichen
Zusammenhang zum am 19. März 2010 erlittenen Unfall stehe, sei die SUVA weiterhin leistungspflichtig dafür (Urk. 1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Vom 20.
bis 3
0.
März 2010 wurde die Beschwerdeführerin stationär von den Ärzten des
Z._
, Frauenklinik, behandelt. In ihrem Bericht vom 5. Mai 2010 (Urk. 9/6) di
agnost
izierten diese
einen tr
aumatischen vorzei
tigen Blasensprung (
Premature
Rupture
ob
Membranes
[PROM])
in der
Schwanger
schaftswoche
34+6
. Die Beschwerdeführerin habe über Schmerzen im Bereich der linken
Thoraxwand
und des rechten Beckens geklagt. Es sei eine
Sectio
caesarea
durchgeführt worden.
Die daraufhin erfolgte radiologische Untersu
chung des Beckens habe einen unauffälligen Befund ergeben.
3.2
Die Ärzte des
Spitals A._
, Klinik für Psychiatrie und Psychothera
pie, hielten am 11. Juni 2010 fest, die Beschwerdeführerin habe nach dem schweren Autounfall vom 19. März 2010 eine posttraumatische
Belastungsstö
rung
(ICD-10 F43.1) entwickelt und leide überdies an einer mittelgradig ausge
prägten depressiven Symptomatik (ICD-10 F32.1; Urk. 9/9 S. 1). Es sei ihr empfohlen worden, sich einer ambulanten Psychotherapie zu unterziehen (Urk. 9/9 S. 2).
3.3
In ihrem Bericht vom 2. August 2010 stellten die Ärzte des
Z._
, Frauenklinik, nachstehende Diagnosen (Urk. 9/13 S. 1):
Traumatisch bedingter frühzeitiger Blasensprung mit vaginalem
Blutab
gang
Beckenkontusion rechts
Verdacht auf nicht dislozierte Rippenfraktur links
Seit dem Klinikeintritt hätten sich weder die Beschwerdeführerin noch deren ungeborenes Kind in Lebensgefahr befunden.
Betreffend den vorzeitigen Bla
sensprung mit vaginalem Blutabgang habe eine notfallmässige
Sectio
caesarea
durchgeführt werden müssen; die weiteren Verletzungen hätten
– mit Schmerz
mitteln -
kons
ervativ behandelt werden können (Urk. 9/13 S. 1).
Der postope
rative gynäkologische Verlauf sei unauffällig gewesen
. Aufgrund der trauma
tisierenden Ereignisse
sei die Beschwerdeführerin psychologisch betreut worden; die psychologische Behandlung sei auch nach dem Klinikaustritt wei
tergeführt worden (Urk. 9/13 S. 2).
3.4
B._
,
MSc
.
,
Psychotherapeutin SPV, stellte am 17. Juli 2010 folgende Diagnosen (Urk. 9/25 S. 1 = Urk. 9/18 S. 2):
Posttraumatisches Belastungssyndrom, ICD-10 F43.1
Agoraphobie, ICD-10 F40.0
Mindestens mittelschwere depressive Störung, ICD-10 F32.01
Status nach Mild
Traumatic
Brain
Injury
(MTBI) und/oder
Distorsions
trauma
der HWS mit anhaltendem Schmerzsyndrom, neuropsychologi
schen Funktionsstörungen und psychoreaktiver Depression
3.5
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, stellte in ihrem Bericht vom 21. September 2010 nachstehende Diagnosen (Urk. 9/19 S. 2):
Status nach HWS-Distorsionstrauma mit anhaltendem Schmerzsyndrom infolge eines Autounfalls am 19. März 2010
Posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1
Mittelgradig ausgeprägte depressive Symptomatik, ICD-10 F32.1
Bulimia
nervosa
Die radiologische Untersuchung des Thorax sowie des Beckens und des rechten Hüftgelenks vom 19. beziehungsweise 20. März 2010 und das MRI des Schädels und der HWS vom 15. Juli 2010
(vgl. Urk. 9/48)
hätten einen unauffälligen Befund ergeben (Urk. 9/19 S. 2). Seit dem 21. Juni
2010
stehe die Beschwerde
füh
r
erin in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung. Die gleichzeitig begonnene Physiotherapie habe sie wegen starker Schmerzen wieder abgebro
chen. Nebst der - im Vordergrund stehenden – psychischen Symptomatik leide si
e
an Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
(Urk. 9/19 S. 1).
Seit dem 19. März 2010 und bis auf Weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 9/19 S. 2).
3.6
Gestützt auf die Ergebnisse seiner am 20. September 2010 durchgeführten Unter
suchung stellte Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, am 21. September 2010 nachstehende Diagnosen (Urk. 9/20 S. 1):
Status nach Autounfall mit Frontalkollision am 19. März 2010 mit
Über
dehnungstrauma
der HWS und Commotio cerebri
Posttraumatische Belastungsstörung und depressive Entwicklung
Die Beschwerdeführerin habe sich beim Unfall Rippenfrakturen, ein
Über
dehnungstrauma
der HWS sowie eine Commotio cerebri mit wahrscheinlich mehrminütiger Bewusstlosigkeit zugezogen. Es bestehe ein deutliches
zerviko
zephales
Schmerzsyndrom mit eingeschränkter Beweglichkeit sowie
palpato
risch
verdickter und
druckdolenter
Nacken- und Schultermuskulatur. Die Kopf
schmerzen seien der Commotio cerebri zuzuordnen; ob eine minimale
Hirnschä
digung
bestehe, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen; diesbe
züglich sei jedenfalls eine neuropsychologische Abklärung indiziert.
In psychi
scher Hinsicht bestünden Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit hauptsächlich Albträumen sowie eine Depression. Im Gespräch sei zudem der Eindruck entstanden, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Situation, ins
besondere auch mit ihrem Kind, völlig überfordert sei. Es sei dringend eine re
gelmässige psychiatrische Behandlung angezeigt (Urk. 9/20 S. 3).
3.7
Die Psychotherapeutin
B._
bestätigte am 8. Februar 2011 die am 17. Juli 2010 gestellten Diagnosen (vgl. Urk. 9/25 S. 1) und ersuchte die SUVA um Kostengutsprache für eine neuropsychologische Abklärung. Aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführerin sei davon auszugehen, dass eine neu
ropsychologische Funktionsbeeinträchtigung mit Antriebs- und
Vigilanzstö
rung
, eine massive Konzentrations- und geteilte Aufmerksamkeitsstörung sowie Defizite der Reizverarbeitung mit einer verminderten kognitiven Flexibilität vorlägen. Im Verlauf erscheine nun als fraglich, ob die Symptome rein psycho
gener Natur seien (Urk. 9/34).
3.8
D
r
.
C._
stellte am 1. Februar 2011 nachstehende Diagnosen (Urk. 9/43 S. 1):
Status nach HWS-Distorsionstrauma mit anhaltendem Schmerzsyndrom infolge eines Autounfalls am 19. März 2010
Posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1
Mittelgradige ausgeprägte depressive Symptomatik, ICD-10 F32.1
Bulimia
nervosa
Der Gesundheitszustand habe sich im Verlauf nicht gebessert. Es fänden einmal pro Monat hausärztliche Kontrollen statt; zudem werde eine Psychotherapie
durchgeführt
; die Dauer der Behandlung sei ungewiss (Urk. 9/43 S. 1).
3.9
Die Neuropsychologin Dr. phil.
E._
hielt in ihrem Bericht vom 4. April 2011 (Urk. 9/51) fest, die Beschwerdeführerin leide an Nack
en
- und Kopfschmerzen, Schwindel sowie Konzentrationsstörungen. Es lägen neuropsychologische Funktions
störungen vor. Im Vordergrund stünden die schnelle kognitive Erschöpfung, die visuelle Störbarkeit, ein verlangsam
tes Scannen sowie eine reduzierte Aufmerksamkeit und
eine verminderte
konzentrative
Dauerbelastbar
keit
. Weiter zu beobachten seien ein deutlich erschwertes Erfassen sowie ein reduziertes Lernen und Behalten; längere Handlungsabläufe beinhalteten Fehler, und die Fehlerkontrolle sei erschwert. Schliesslich seien erschwerte
Umstellleis
tungen
und eine
perseverative
Tendenz zu konstatieren.
Die erhobenen Befunde entsprächen einer mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörung, und das Störungsmuster de
m
Störungsbild nach einem Unfall mit Commotio cerebri, wie ihn die Beschwerdeführerin erlitten habe. An sich sei eine neuropsycholo
gische Therapie indiziert, die Beschwerdeführerin sei aber mit all den Terminen überfordert (Urk. 9/51 S. 4). Sofern sich die neuropsychologischen Störungen in nächste
r
Zeit nicht spontan verbesserten, sei eine entsprechende Behandlung durchzuführen (Urk. 9/51 S. 5).
3.10
Die Ärzte der
F._
hielten auf entsprechende Anfrage des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin am 12. April 2011 fest, diese sei im Hinblick auf eine Krisenintervention am 22. März 2010 vom Behandlungsteam des
Z._
, Frauenklinik, zur psychologischen Betreuung angemeldet und daraufhin bis Mitte April 2010 begleitet und behan
delt worden. Sie habe nach dem Autounfall und der Geburt ihres Sohnes deutli
che Symptome einer akuten Belastungsreaktion mittleren Schweregrades (ICD
10 F43.1) gezeigt. Es sei nur allmählich eine Verbesserung der Sympto
matik eingetreten, wobei sich auch die positive Entwicklung des Sohnes und dessen Entlassung aus der Klinik kaum auf die Beschwerden ausgewirkt hätten. Die Restsymptomatik mit noch persistierenden Intrusionen und
Vermeidungs
ver
halten
sei allenfalls Hinweis auf eine beginnende posttraumatische
Belastungs
störung
gewesen (Urk. 3).
3.11
Aufgrund der Akten gelangte Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Allge
meine Medizin,
Kreisarzt der SUVA,
am 19. Mai 2011 zum Schluss, dass in somatischer Hinsicht weder weiterer
Beh
andlungsbedarf noch
Verbesserungs
möglichkeiten
bestünden. Der Unfall vom 19. März 2010 habe keine objekti
vierbar
e
strukturelle Schädigung gezeitigt. Die von der Neuropsychologin Dr. phil.
E._
festgestellte mittelschwere Funktionsstörung sei wahrscheinlich psychischer Genese
. Dass die Beschwerden gemäss dem Ergebnis der biomecha
nischen Triage vom 10. Mai 2011 (vgl. Urk. 9/59) eher erklärbar seien, erscheine angesichts der
Chronifizierung
zwar
durchaus plausibel
,
sie basierten indes auf keinen somatischen Befunden
(Urk. 9/63).
3.12
Dr.
C._
gab am
22. Juli 2011 an
, es stelle sich – bei unveränderten Diagnosen – nur sehr zögernd eine Besserung ein. Die hausärztlichen Kontrollen fänden einmal pro Monat statt; zudem unterziehe sich die Beschwerdeführerin einer Psycho- und einer Physiotherapie (Urk. 9/67 S. 1).
Die Dauer der Behand
lung sei ungewiss (Urk. 9/67 S. 2).
3.1
3
Am 3. Oktober 2011 berichtete Dr.
C._
, es trete nur sehr langsam eine Besserung ein. Nach
wie
vor vertrage die Beschwerdeführer
in
die Phys
i
o
therapie schlecht. Sie ziehe sich mehr und mehr zurück in ihre Wohnung und
se
i – wegen zu vieler Arzt- und Physiotherapie-Termine – nervös und schlaflos. Sie leide unter Zukunftsängsten und könne sich nicht mehr vorstellen, so zu sein wie vor dem Unfall.
Nebst den – in monatlichen Abständen erfolgenden – hausärztlichen Kontrollen fänden eine psychologische Kontrolle sowie eine Physiotherapie statt. In therapeutischer Hinsicht könnten keine Vorschläge gemacht werden; die Dauer der Behandlung sei ungewiss (Urk. 9/74 S. 1).
3.1
4
Nach Kenntnisnahme der aktuellen Arztberichte gelangte Kreisarzt Dr.
G._
am 10. Oktober 2011 zum Schluss, dass an der Beurteilung vom 19. Mai 2011
(Urk. 9/63)
festgehalten werden könne. Von der weiteren Behandlung sei keine Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten (Urk. 9/75).
3.1
5
In seiner auf den Akten basierenden Beurteilung vom 11. Oktober 2011 bekräf
tige Kreisarzt Dr.
G._
nochmals
, dass die geklagten Beschwerden einer organischen Grundlage entbehrten. Die fortgesetzte Physiotherapie habe defen
siven Charakter; jede Behandlung werde zur weiteren
Chronifizierung
der Beschwerden beitragen (Urk. 9/76 S. 1).
3.1
6
Nachdem er die Beschwerdeführer
in
am 1. November 2011 erneut untersucht hatte, stellte Dr.
D._
in seinem Bericht vom 2. November 2011 folgende Diagnosen (Urk. 9/85 S. 1):
Status nach Autounfall mit Frontalkollision am 19. März 2010 mit
Über
dehnungstrauma
der HWS und Commotio cerebri
Posttraumatische Belastungsstörung mit depressiver Entwicklung
Die Beschwerden, insbesondere die Schmerzen und der Schwindel, hätten sich nach Angaben der Beschwerdeführerin im Vergleich zur Voruntersuchung vom September 2010 verschlechtert.
Der neurologische Befund sei indes unverändert. Die Beschwerdeführerin weise eine schmerzbedingte Einschränkung der Beweg
lichkeit der HWS um 50 % mit
palpatorisch
verdickter und
druckdolenter
Nacken- und Schultermuskulatur auf beiden Seiten auf. Neurologische Ausfälle bestünden keine. Die Muskeleigenreflexe seien mittellebhaft und seitengleich auslösbar; Pyramidenzeichen seien nicht vorhanden. Die Beschwerden und Befunde seien zweifellos Folgen des Unfalls vom 19. März 2010; allerdings bestehe nach wie vor
der
Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung mit depressiver Entwicklung. Therapeutisch stehe die Behandlung der psychi
schen Symptomatik im Vordergrund. Gemäss der Beschwerdeführerin sei nun eine antidepressive Behandlung vorgesehen (Urk. 9/85 S. 2).
3.1
7
Dr. med.
H._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellte am 29. November 2011 nachstehende Diagnosen (Anhang 1 zu Urk. 9/90):
Distorsionstrauma der HWS
Commotio cerebri
Reaktive Depression
Seit September 2010 sei es zu keiner wesentlichen Veränderung des Gesundheits
zustandes gekommen
.
Jede forcierte Bewegung des Kopfes führe zu Schmerzausstrahlung in beide Arme; neuerdings bestünden
- im Rahmen einer
ausgedehnten muskulären Verspannung über den ganzen Rücken -
auch im
thorakolumbalen
Bereich Schmerzen
mit Ausstrahlungen in beide Beine
. Objek
tiv stünden multiple
Tendomy
o
sen
paravertebral beidseits mit stark einge
schränkter Beweglichkeit der HWS, weniger auch der Brustwirbelsäule (BWS), im Vordergrund. Die Beschwerdeführerin fühle sich allgemein schwach, sei von Schmerzen geplagt und klage über Konzentrationsschwäche und ständige Kopfschmerzen. Die Fortsetzung der Physiotherapie mit Mobilisation und Kräf
tigung der gesamten Wirbelsäule sei sicherlich indiziert. Unfallbedingt bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nebst einer analgetischen Behand
lung und Heilgymnastik falle angesichts der muskulären
Dysbalance
perspekti
visch auch ein Fitnesstraining in Betracht.
3.1
8
Die Psychotherapeutin
B._
stellte
in ihrem Bericht vom 29. Dezember 2011 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
fol
gende Diagnosen (Anhang 2 zu Urk. 9/90 S. 1):
Chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), mittel
schwere kognitive Funktionsstörung, chronisches Schmerzsyndrom
Agoraphobie, ICD-10 F40.0
Depressive Störung, aktuell mittelgradig, ICD-10 F32.1
Bulimia
nervosa
(unfallfremde Diagnose, durch Unfall aber deutlich
aggra
viert
), ICD-10 F50.2
Die nach dem Unfall erfolgte Notoperation sei objektiv geeignet gewesen, die bei der Beschwerdeführerin vorliegende psychische Symptomatik auszulösen (Anhang 2 zu Urk. 9/90 S. 2).
4
.
4.1
Aufgrund der Akten ist zu schliessen, dass
die
Verletzungen im Bereich des Beckens und des Thorax (rechtsseitige Beckenkontusion sowie
differential
diagnostisch - nicht dislozierte Rippenfraktur links [Urk. 9/13 S. 1]) unter kon
servativer Behandlung
(Analgesie)
schon bald
nach dem Unfall vom 19. März 2010
folgenlos abheilten (vgl. insbesondere Urk. 9/13 S. 2
und Urk. 9/19 S. 2
).
Den medizinischen Berichten ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin sich beim fraglichen Ereignis eine
Distorsion der HWS beziehungsweise
eine
Commotio cerebri
zuzog und in der Folge – in Form einer Einschränkung der HWS-Beweglichkeit sowie von
Nacken- und
Kopfschmerzen, Schwindel, neuropsychologischen Funktionsstörungen, rascher Ermüdbarkeit und De
pression
(vgl. Urk. 9/19 S. 1; Urk. 9/20 S. 3,
Urk. 9/25,
Urk. 9/34, Urk.
9/51 S. 4, Urk.
9/74 S. 1, Urk. 9/85 S.
2, Anhang 1 zu Urk. 9/90
, Anhang 2 zu Urk. 9/90
S. 2, Urk. 3
) – über Beeinträchtigungen klagte, die zumindest teil
weise dem für eine derartige Läsion typischen Beschwerdebild (vgl. E. 1.2) ent
sprachen.
4.2
Entgegen den
entsprechenden
Ausführungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 3 f.) hat der Unfall gemäss den
diesbezüglich im Einklang stehenden medizi
nischen Akten – abgesehen
von der
möglichen
Rippenfraktur – keine objekti
vierbaren
Schäden
gezeitigt
.
Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind
.
Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit
– wissenschaftlich anerkannten -
apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden
.
M
y
o
fasziale
und
tendinotische
beziehungsweise
myotendinotische
Befunde,
Ver
härtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
(Urk. 1 S. 3 f.) beispielsweise
können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden
(vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts 8C
_
33/2008 vom 20. August 2008 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.3
4.3.1
Nach Lage der Akten litt die Beschwerdeführerin noch über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung der SUVA per 31. Oktober 2011 (Urk. 2) hinaus unter – zumindest teilweise – unfallkausalen somatischen und psychischen Beschwer
den. Da der Unfall, wie dargelegt, zu keinen relevanten strukturellen Läsionen geführt hat, wäre eine über den Fallabschluss hinaus bestehende
Leistungs
pflicht
der SUVA im Zusammenhang mit der Kollision vom 19. März 2010 nur dann zu bejahen, wenn die entsprechende Beurteilung ergäbe, dass zwischen den über
Ende Oktober
2011 hinaus geklagten Beschwerden und dem fraglichen Ereignis ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
4.3.2
Aus den zitierten
medizinischen B
erichten geht einhellig hervor, dass unmittel
bar nach dem Unfall eine
in der Folge anhaltende
massive psychische Sympto
matik auftrat, die - jedenfalls
insoweit, als
sie von den Ärzten auf eine post
traumatische Belastungsstörung zurückgeführt wurde (Urk. 9/9 S. 1, Urk. 9/19 S. 2, Urk. 9/20 S. 1, Urk. 9/43 S. 1, Urk. 9/85 S. 1, Anhang 2 zu Urk. 9/90 S. 1, Urk. 3)
-
als selbständige, unabhängig von den verschiedenen im
Zusammen
hang mit
der HWS-Distorsion aufgetretenen Symptomen bestehende Störung zu betrachten ist. Sofern und soweit die psychische Beeinträchtigung als Teil des typischen Beschwerdebildes nach einem Schleudertrauma der HWS bezie
hungsweise einer diesem äquivalenten Verletzung zu interpretieren ist, prägte sie nach Lage der Akten von Anfang an und im gesamten Verlauf das Beschwerdebild
und
stand
gegenüber den geklagten somatischen Beschwerden
eindeutig
im Vordergrund
. So
fanden Beschwerden im Bereich der HWS und/oder Kopfschmerzen in den anfänglichen Arztberichten gar keine Erwähnung (Urk. 9/6, Urk. 9/9, Urk. 9/13)
. Auch wurden
– nach
der
notfall
mässigen
Se
ctio
caesarea
am 20. März 2010 – bis zur Verordnung einer Physi
otherapie am 21. Juni 2010 (Urk. 9/19 S. 1) in
körperlicher
Hinsicht keine Behandlungen durchgeführt. B
etreffend die psychische
n
Beschwerden
, die
unmittelbar nach dem Unfall auftraten und seither – nach Lage der Akten
unvermindert (Urk. 9/43 S. 1, Anhang 2 zu Urk. 9/90) – anhalten,
unterzieht sich die Beschwerdeführerin
dagegen
bereits
seit dem 22. März 2010 einer Behandlung (Urk. 3, Urk.
9/13 S. 2, Urk. 9/25
, Urk. 9/43 S. 1, Urk. 9/67 S. 1, Urk. 9/74 S. 1, Urk. 9/85 S. 2, Anhang 2 zu Urk. 9/90). Dr.
C._
hielt am 21. September 2010 denn auch explizit fest, dass die psychische Sympto
matik gegenüber den Nacken- und Kopfschmerzen im Vor
dergrund stehe (Urk. 9/19 S. 1)
, was
der Neurologe
Dr.
D._
, nachdem er die Beschwerde
führer
in
erneut eingehend untersucht hatte,
in der Folge in seinem B
ericht vom
2. November 2011
bestätigte
(Urk. 9/85 S. 2).
4.3.3
Angesichts der
als selbständige psychische Störung zu betrachtenden posttrauma
tischen Belastungsstörung und der
das Beschwerdebild
während des gesamten Heilungsverlaufs
dominierenden
weiteren
psychischen Beeinträchti
gung
en
prüfte die SUVA die Adäquanz zu Recht nach der zwischen psychischen und physischen Komponenten unterscheidenden Rechtsprechung nach BGE 115 V 133 (Urk. 2 S. 6 ff.). Da
die
in Bezug auf die somatischen Gesundheits
störungen
einzig (zeitweise) verordnete Physiotherapie
von Anfang an
keinen
E
rfolg
brachte
(Urk. 9/19 S. 1,
Urk. 9/29,
Urk. 9/43 S. 1,
Urk. 9/53,
Urk. 9/66,
Urk. 9/69,
Urk. 9/
73,
Urk. 9/85 S. 2, Anhang 1 zu Urk. 9/90
)
und
andere Behandlungen
von den Ärzten
nicht für indiziert gehalten wurden
(vgl.
insbe
sondere Bericht Dr.
C._
vom 3. Oktober 2011 [Urk. 9/74 S. 1], und Bericht Dr.
D._
vom 2. November 2011 [Urk. 9/85 S. 2]
)
, erfolgte der
Fall
abschluss
- entgegen den diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführe
rin (Urk. 1 S.
3
) - nicht verfrüht (vgl. dazu BGE 134 V 109 E. 4).
4.3.4
Beim Ereignis
vom 19. März 2010 kollidierte das Auto, in dem die Beschwerde
führerin als Beifahrerin ihres Ehemanns unterwegs war, auf einer Autobahn
ausfahrt
im Bereich einer Strasseneinmündung
seitlich frontal mit einem entge
genkommenden, links abbiegenden Personenwagen. Der Ehegatte der Beschwer
deführerin zog sich dabei leichte Verletzungen am Handgelenk zu; die
Lenkerin des anderen Fahrzeugs
erlitt einen Schock
(vgl. Polizeirapport, Urk. 9/14 S. 2 ff.). Das Auto, in dem sich die Beschwerdeführerin befand, erfuhr
bei der Kollision
eine – vor allem im Sinne einer Verlangsamung wirkende –
Geschwin
digkeitsänderung
(delta-v) von 20 bis 30 km/h (vgl. biomechanische
Kurz
beurteilung
vom 10. Mai 2011, Urk. 9/59 S. 2).
Eine derartige Kollision ist praxisgemäss
höchstens
als mittelschwerer Unfall im engeren Sin
ne
einzustufen
(Zum - vorliegend allerdings nicht
entscheidrelevanten
- Spannungsverhältnis zwischen der diagnostischen Einordnung eines Störungsbildes als PTBS gemäss ICD-10 und der Beurteilung der Unfallschwere vgl. Hans-Jakob
Mosimann
, Die Rechtsprechung zur posttraumatischen Belastungsstörung [PTBS], in: Berufliche Vorsorge-Stellwerk der Sozialen Sicherheit, Zürich 2013, S. 183 f.)
. Die Adä
quanz kann daher nur bejaht werden, wenn zumindest drei der sieben
Kriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt
(vgl.
e
twa Urteil des Bun
desgerichts 8C_617/2010 vom 15. Februar 2011 E. 3.2.2 und E. 3
.3
mit Hin
weisen)
.
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichke
it des Unfall
s ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund
des subjektiven Empfindens beziehungsweise des
Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für
die
Bejahung des Kriteriums ausreichen kann
.
Zu berücksichtigen ist
nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung
(vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts
8C_9/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.7.1 mit Hinweisen)
. Angesichts
der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfalls in der 34. Woche schwanger war
und die Kollision als wesentlich bedrohlicher - als Gefahr nicht nur für das eigene Leben, sondern auch für das ihres ungeborenen Kindes - empfand
,
ist eine
besondere Eindrücklichkeit des Ereignisses
auch
bei einer objektivierten Betrachtungsweise nicht in Abrede
zu stellen
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2011 vom 7. November 2011 E. 2.2.2 mit Hinweisen)
. Unter Mitberücksichtigung der übrigen objektiven Begleitumstände erscheint das Kriterium somit zwar als erfüllt, indessen nicht in besonders aus
geprägter Weise
.
Mit dem frühzeitigen Blasensprung mit vaginalem Blutabgang
, infolge dessen die Beschwerdeführerin am Tag nach dem Unfall per
notfallmäs
sig
durchgeführter
Sectio
caesarea
einen gesunden, sich daraufhin posi
ti
v ent
wickelnden Knaben zur Welt brachte
,
und mit
der Beckenkontusion rechts
sowie der (möglichen) nicht
dislozierte
n
Rippenfraktur links
(Urk. 9/6, Urk. 9/13, Urk. 3)
zog sich die Beschwerdeführerin keine schweren oder in ihrer Art besonderen Verletzungen zu, die sich ehrfahrungsgemäss eigneten, psychi
sche
Fehlentwicklungen auszulösen
.
Da der postoperative gynäkologische Ver
lauf unauffällig war und die weiteren Verletzungen
unter
konservativer Behandlung schon bald folgenlos abheilten (Urk. 9/13 S. 2), sind die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, der körperlichen Dauerschmerzen, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen
Komplikationen sowie des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeits
unfähigk
eit
ebenfalls
zu verneinen.
Schliesslich gibt es in den Akten auch
kei
ne
rlei
Anhaltspunkte für eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärzt
lich
e Fehlbehandlung.
4.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass, da weder ein einzelnes Kriterium in beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt ist noch mehrere unfallbezogene Merkmale gehäuft vorliegen, der Kollision vom 19. März 2010 keine massgebende Bedeu
tung für die noch über den 31. Oktober 2011 hinaus anhaltenden gesundheitli
chen Beeinträchtigungen zukommt. Insofern erübrigen sich sowohl betreffend die – jedenfalls mit keinem organischen Korrelat erklärbaren – geklagten soma
tischen Beschwerden als auch hinsichtlich der psychischen Symptomatik
weitere Abklärungen
(Urk. 1 S. 2 und S. 3)
.
Die Einstellung der Versicherungsleistungen durch die SUVA
per Ende Oktober 2011
(Urk. 2) ist
demnach mangels
eines
adäquaten Kausalzusammenhang
s
zwischen dem fraglichen Unfall und der noch andauernden gesundheitlichen Störung
zu Recht erfolgt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.