# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 251be077-7b47-4dc3-9d15-169a74a00291
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y., geboren am 10. Oktober 1973, und X., geboren am 3. März 1966, heirateten am 10. Oktober 1997 vor dem Zivilstandsamt in A.. Aus dieser Ehe ging die Tochter B., geboren am 11. Oktober 1999, hervor. Seit mindestens Ende 2004, als Y. nach einem einjährigen, beruflich bedingten Aufenthalt in China nach Chur zurückkehrte und eine eigene Wohnung bezog, leben die Parteien getrennt. Y. arbeitet als Controller bei der Firma C. (vormals D.) und wohnt mit seiner Lebenspartnerin in Chur. X., gelernte Dentalassistentin, ist mit einem Pensum von 60% als Flugbegleiterin bei der E. tätig und wohnt zusammen mit der Tochter B. in Chur. Während der Trennung bezahlte Y. monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2‘200.-- an die Ehefrau und Fr. 1‘000.-- für die Tochter.
B. Am 9. Februar 2010 instanzierte Y. beim Kreispräsidenten Chur als Vermittler die Ehescheidungsklage. In der Folge erklärte sich X. mit der Ehescheidung einverstanden, weshalb die Angelegenheit am 1. März 2010 dem Bezirksgerichtspräsidenten Plessur zur weiteren Bearbeitung überwiesen wurde. Anlässlich der Anhörung vom 16. April 2010 bestätigten beide Ehegatten ihren Scheidungswillen. Des Weiteren einigten sie sich darüber, dass die gemeinsame Tochter B. unter die elterliche Sorge und Obhut der Mutter gestellt werde, dem Vater jedoch ein übliches Besuchs- und Ferienrecht gewährt werden solle. Die Ehegatten kamen überdies überein, dass die während der Ehe erwirtschafteten Pensionskassengelder hälftig zu teilen seien. Hinsichtlich der Höhe und Dauer allfälliger Unterhaltsbeiträge sowie betreffend die güterrechtliche Auseinandersetzung konnte demgegenüber noch keine Einigung erzielt werden. Den Parteien wurde jedoch Frist bis zum 1. Juni 2010 zur Einreichung einer Ehescheidungskonvention eingeräumt.
C. Da sich die Parteien auch in der Folge nicht auf eine Ehescheidungskonvention einigen konnten, setzte das Bezirksgericht Plessur X. eine Frist bis zum 28. August 2010, um ihre Anträge betreffend die Nebenfolgen der Scheidung zu stellen und zu begründen. Mit Eingabe vom 31. August 2010 kam X. dieser Aufforderung fristgerecht nach und liess durch ihren Rechtsvertreter das folgende Rechtsbegehren stellen:
„1. Der Ehemann sei zu verpflichten, an die Ehefrau monatlich im Voraus jeweils auf den ersten jeden Monats den folgenden indexgebundenen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen:
a) CHF 2‘300.-- bis 31. Oktober 2015, b) CHF 1‘000.-- vom 1. November 2015 bis 31. März 2030.
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2. a) Die aus der Ehe hervorgegangene Tochter B. sei unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.
b) Dem Ehemann sei das Recht einzuräumen, die Tochter an jedem 2. Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen, 3 Wochen Ferien mit ihr zu verbringen, jeweils Weihnachten vom 25. bis 28. Dezember mit ihr zu verbringen und die übrigen Feiertage abwechselnd mit ihr zu verbringen.
c) Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Tochter monatlich im Voraus jeweils auf den ersten jeden Monats CHF 1‘500.00 zu bezahlen.
d) Der Ehemann sei zu verpflichten, die Hälfte allfälliger ausserordentlicher Aufwendungen betreffend die Tochter zu bezahlen, soweit diese nicht durch Versicherungen übernommen werden.
3. Es sei die hälftige Teilung der Austrittsleistung der beruflichen Vorsorge gemäss Art. 122 ZGB anzuordnen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Ehemannes.“
D. Mit Eingabe vom 20. September 2010 liess Y. ebenfalls frist- und formgerecht die folgenden Anträge stellen:
„1. Die Scheidung der Parteien.
2. Die Tochter B. sei unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.
3. Dem Vater sei das übliche Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen. Für den Fall, dass sich die Parteien nicht einigen können, sei dem Vater das Recht einzuräumen, die Tochter an jedem 2. Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 21.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen, 4 Wochen Ferien, jeweilen Weihnachten vom 25. bis 28. Dezember und die übrigen Feiertage abwechselnd mit ihr zu verbringen.
4. Es sei Vormerk zu nehmen, dass sich der Vater bereit erklärt, an den Unterhalt der Tochter einen monatlichen, monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in Höhe von CHF 1‘000.00 zzgl. vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen zu bezahlen.
5. Es sei Vormerk zu nehmen, dass der Ehemann bereit ist, der Ehefrau persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge in Höhe von CHF 1‘500.00 zu bezahlen, und zwar bis zum 16. Geburtstag der Tochter B., somit bis 11. Oktober 2015.
6. Die während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen seien hälftig aufzuteilen.
7. Die Ehefrau sei zu verpflichten, dem Ehemanne die Stehlampe herauszugeben. Im Übrigen sei festzustellen, dass sich die Parteien güterrechtlich für auseinandergesetzt erklären.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Ehefrau.“
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E. Mit Urteil vom 9. Dezember 2010, mitgeteilt am 24. Januar 2011, erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
„1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
2. Die aus der Ehe hervorgegangene Tochter B., geboren am 11. Oktober 1999, wird unter die elterliche Sorge und Obhut der Ehefrau gestellt.
3. Der Ehemann hat das Recht, seine Tochter an jedem zweiten Wochenende eines jeden Monats von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 20.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen. Zudem wird ihm das Recht eingeräumt, jährlich drei Wochen Ferien pro Jahr sowie jeweils Weihnachten vom 25. bis 28. Dezember und die übrigen Feiertage abwechselnd mit der Tochter zu verbringen.
4. Der Ehemann wird verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter B. einen im Voraus zahlbaren monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1‘300.00 zu bezahlen zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen. Diese Unterhaltspflicht dauert bis zu ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit, längstens jedoch bis zu ihrer Mündigkeit. Art. 277 Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten.
5. Der Ehemann wird verpflichtet, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an den Unterhalt der Ehefrau einen im Voraus zahlbaren monatlichen nachehelichen Unterhaltsbeitrag im Betrag von CHF 2‘200.00 bis 31. Oktober 2015 zu bezahlen. Danach entfällt seine Unterhaltspflicht.
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 und 6 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende November 2010 von 104.2 Punkten (Basis Dezember 2005 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2012, nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres anzupassen, es sei denn, der Ehemann beweise, dass sein Einkommen nicht im gleichen Verhältnis angestiegen ist. Die Anpassung der Unterhaltsbeiträge erfolgt nach folgender Formel:
neuer UB = alter UB x neuer Index 104.2
Bei einer geringeren Lohnerhöhung werden die Unterhaltsbeiträge in entsprechend tieferem Masse angepasst, während bei unverändertem Lohn eine Anpassung entfällt.
7. Die Parteien sind güterrechtlich auseinandergesetzt.
8. Die F.-Versicherung, wird angewiesen, zu Lasten des Ehemannes CHF 18‘491.95 auf das Vorsorgekonto der Ehefrau (Personal-Nr. 14478; Iban-Nr. Vorsorgestiftung CH9500230230207822482) bei der E.-Vorsorgestiftung zu überweisen.
9. Die Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von CHF 5‘882.00 (Gerichtsgebühren CHF 4‘950.-, Schreibgebühren CHF 635.00, Bargebühren CHF 297.00) gehen zu einem Drittel (CHF 1‘960.65) zu Lasten des Ehemannes und zu zwei Dritteln (CHF 3‘921.35) zu Lasten der Ehefrau. Der Anteil des Ehemannes wird nach Abzug des geleisteten Kostenvorschusses verrechnet. Derjenige der Ehefrau wird nach Abzug des geleisteten Kostenvorschusses von CHF 750.00 nach
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Eintritt der Rechtskraft des Urteils vorläufig der Gemeinde I. in Rechnung gestellt.
Aussergerichtlich hat die Ehefrau den Ehemann mit CHF 2‘000.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu entschädigen.
10. Dem beklagtischen Rechtsvertreter wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen und die diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

## Considerations