# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b64da329-6d66-438e-ae80-1a5ce4e7b7f1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1950, war in
Y._
in
seinem erlernten Beruf als diplo
mierter Kulturingenieur ETH tätig, als er am 6. Mai 2009 bei einem Überfall
multiple Messerstichverletzungen
vor allem am linken Arm und
an
der rechten Hand erlitt (Urk. 7/3, Urk. 7/10/7).
Nach einer notfallmässigen medizinischen Erstversorgung in
Y._
erfolgte die weitere Behandlung der
Schnittverletzun
gen
in der Zeit ab August 2009 i
n der Orthopädie der
Z._
, Han
d/Mikrochirurgie (Urk. 7/10/7-11
).
Am 28. Oktober 2009 meldete sich der Versicherte wegen der
Schnittverletzun
gen
bei der Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 7/3).
Nach Abklärung der
erwerblichen und medizinischen Verhältnisse
und
nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/19, Urk. 7/22) sprach
ihm
die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. März 2012 (Urk. 7/63/11-23
; Urk. 2
) für die Zeit von Mai bis Oktober 2010 und Januar bis März 2011
eine
ganze Rente und für die Zeit
von
April bis August 2011 eine
Drei
viertelsrente
der Invalidenversicherung zu.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 10. Mai 2012 Beschwerde erheben (Urk. 1) mit dem Antrag, es sei ihm durchgehend eine unbefristete ganze Rente zuzuspre
chen; eventualit
er sei die Sache zwecks weiterer
Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Der Be
schwerde legte er
Berichte
des
A._
, Neurologie,
vom
13. April 2012 (Urk. 3/3) und von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie,
und
Prof.
Dr.
phil.
C._
, Neuropsycholo
gin, vom 19. April 201
2 bei (Urk. 3/4
).
In der Vernehmlassung vom 13. Juli 2012 (Urk. 6) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Am 10. Dezember 2013 reichte der Versicherte eine weitere Stellungnahme ein (Urk. 11-12)
, die der Beschwerdegegnerin am 13. Dezember 2013 zur Kenntnis zugestellt wurde (Urk. 13)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundegesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung
(Urk. 2)
vor allem mit den von ihr ermittelten Arbeits
un
fähigkeiten
des Versicherten
und den daraus im Rahmen von Einkommensvergleiche
n
resultierenden
Invaliditäts
graden
:
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
ab Mai 2009
,
eine
5
0%ige Ar
beits
fähigkeit ab
1.
August 2010 in einer leidensangepassten Tätigkeit
(
Invali
ditätsgrad
24 %
)
,
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
von
Anfang Januar bis Ende März 2011,
eine
25%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tä
tigkeit ab
1.
April 2011
(
Invaliditätsgrad 62 %
)
,
eine
50%ig
e Arbeitsfähigkeit in einer lei
densangepassten Tätigkeit ab Mai 2011
(
Invaliditätsgrad 24 %
) und eine
80%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten
und
in
einer leidensangepassten
Tätigkeit ab Juni 201
1.
2.2
Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde (Urk. 1)
zusammengefasst
vor,
gemäss den
medizinischen Akten (Berichte
der
Z._
vom
1.
April 2010
, des
D._
s vom 2
8.
Juni 2010
und der
Dres
.
B._
und
C._
vom 1
9.
April 2012
)
sei sein Gesundheitszu
stand vor allem bezüglich seines
Gedächtnis
ses
nicht genügend
abgeklärt
worden
.
Im Übrigen könne er a
ufgrund seiner Einschränkung der Gedächtnisleistung kein Einkommen
von mehr als
Fr.
48‘506.40 erzielen, woraus
mit Blick auf ein jährliches
Validenein
kommen
von
Fr.
161‘688.-
durchgehend
eine ganze Rente
resultiere.
3
.
3
.1
Bezüglich der
im Vordergrund stehenden
Messerstichverletzungen
erfolgte
n
i
n der
Orthopädie der
Z._
, Hand/Mikrochirurgie
(
Z._
)
,
am 2
4.
November 2009, 2
0.
April
2010
und am 1
3.
Januar 2011
drei operative Eingriffe
, wobei die postoperativen Verläufe jeweils grundsätzlich korrekt respektive mit entsprechenden Verbesserungen des Gesundheitszustan
des sowie mit entsprechenden Therapien verbunden waren (Berichte der
Z._
vom 2
9.
und 3
0.
Dezember 2009 [Urk. 7/10
/4-10],
1.
April 2010 [Urk. 7/11/5-6], 2
6.
Juli 2010 [Urk. 7/12
/6-9], 14., 2
0.
und 2
1.
Dezember 2010 [Urk. 7/15/5-8, Urk. 7/25]
,
9.
u
nd 2
9.
März 2011 [Urk. 7/24, Urk. 7/27],
1
2.
Mai 2011 [Urk. 7/28/1-8], 2
4.
Mai 2011 [Urk. 7/31],
1.
Juli 2011 [Urk. 7/33],
6.
Oktober 2011 [Urk. 7/36] und vom 2
0.
Dezember 2011 [Urk. 7/37]).
Nach diesen drei Operationen
diagnostizierten die Ärzte
(vgl. als Beispiele Berichte der
Z._
vom 2
9.
März und 2
0.
Dezember 2011; Urk. 7/27,
Urk. 7/31)
einen Status nach multiplen Schnittverletzungen beider Arme (
6.
Mai 2009), eine streckseitige
Tendolyse
/
Ka
psulolyse
der Zone 3-7 der
Digitus
(
Dig
)
II-V, eine
Arthroplastik
im MP-
Gele
nk IV sowie eine Korrekturosteo
tomie der Grundphalanx V links (2
4.
November 2009
)
, einen Status nach einer
T
endolyse
der Flexoren der
Dig
II bis IV (Zone 2-4), eine
r
palmare
n
Kapsulotomie
der PIP-Gelenke IV, einer
Osteosynth
esematerialentfernung
am
Dig
V,
einer
Tendokap
s
ulolyse
der Strecker des
Dig
V (Zon
e 4-8) links (2
0.
April 2010) sowie einen Status nach einem intri
nsischen Sehnentransfer der
Dig
IV und V und einer dorsalen MP V-
Kapsulotomie
links (1
3.
Januar 2011).
Zur Arbeitsfähigkeit gaben die Ärzte der
Z._
in ihrem Bericht vom 2
9.
Dezember 2009 (Urk. 7/10/4) an, gegenwärtig sei der Versicherte zu 100
%
arbeits
un
fähig. Bis jetzt sei erst ein
er
von mehreren
operativen Eingrif
fen
vorgenommen worden; in
diesem Sinne sei der Endzustand noch nicht er
reicht.
In ihren
Bericht
en
vom
2
0.
u
nd
2
1.
Dezember 2010
(Urk. 7/15/5-6, Urk. 7/25) führten sie
dazu
aus
, in der angestammten Tätigkeit als Kulturingenieur sei der Versicherte
in der Zeit vom
6.
Mai
2009 bis circa 3
1.
Juli 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen; danach sei eine einhändige Tätigkeit ohne zeitliche Abstriche (ausserhalb der Therapien) möglich
gewesen
, was theoretisch eine an
gepasste Bürotätigkeit
mit
leistungsmässigen Abstrichen ermöglichen würde.
Diese Angaben verdeutlichten sie
im
Bericht vom
9.
März 2011 (Urk. 7/24)
m
it Blick auf den Vorbescheid vom 1
1.
Februar 2011 (Urk. 7/19)
. Sie führten darin
aus, es sei keine
s
wegs so, dass der Beschwerdeführer seit August 2010 in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsleistung hätte erbringen können. Ihrerseits sei lediglich die Rede davon gewesen, dass der Versicherte
bei einer einhändigen Tätigkeit
eine 100%ige
zeitliche
Präsenz realisieren k
önne,
wobei dies aber nur
mit
leistungsmässigen Abstrichen erfolgen könne. Aufgrund der am 1
3.
Januar 2011 durchgeführten dritten Operation sei der Versicherte defi
nitiv wieder für drei bis vier Monate postoperativ zu 100
%
arbeitsunfähig.
Im Bericht vom
1.
Juli 2011 gaben die Ärzte der
Z._
zur Arbeitsfä
higkeit an (Urk. 7/33), zwei Jahre nach
den
multiplen Schnittverletzungen der linken Hand sei aus ihrer Sicht ein weitgehend stabiler Zustand erreicht worden. So sei zwischenzeitlich die Funktionalität der Hand deutlich verbessert, indem diese bei
initialer
Präsentation vollständig unbrauchbar gewesen, zum jetzigen Zeitpunkt
aber
sicher als eine gut einsetzbare Hilfshand anzusehen sei. Über diese Funktion gehe die
s
allerdings nicht hinaus; so könne der Versicherte be
stimmt nicht in einer bilateral hand-/handgelenksbelastenden Tätigkeit einge
setzt werden, auch Feinmanipula
tionen mit der linken Hand seien
mangels Feinmotorik und Sensibilität absolut undenkbar. In seiner bisher praktizierten beruflichen Tätigkeit allerdings, wo er vor allem beratend und als Vorgesetzter tätig
gewesen
sei, dürfte die Behin
derung nur wenig zu Buche schlag
en. Die notwendigen administrativen Tätigkeiten (Büroarbeiten) seien zumutbar, wenn auch durch die subtotale Behinderung links und
leichtgradig
auch rechts (Status nach einer Daumenverletzung rechts) unter zeitlichen und Intensitätsabstriche
n.
Nachdem der Versicherte eine Tätigkeit im gleichen Rahmen plane, stehe
dem
aus
ihrer
Sicht gegenwärtig nichts entgegen.
3.2
Ab
Juni 2010 erfolgten i
m
D._
Abklärungen des Gesundheitszustandes des Versicherten aus
epileptologischer
Sicht, wobei auch ein
Magnetic
resonance
imaging
(
MRI
) des
Neoro
kranium
s
eingeholt wurde
(Urk. 7/28/23)
.
Im zuhanden des
D._
s erstellten Bericht der
E._
, MR-Institut, v
om 2
6.
Juni 2010 betreffend
das
MRI des
Neurokraniums
vom 2
1.
Juni 2010 (Urk.
7/
28/23) führten die Ärzte aus, es würden multiple, chro
nisch ischämische Läsionen im Marklager beider Grosshirnhemisphären und im Kleinhirn links sowie ein subakuter, ischämischer Infarkt im Kleinhirn rechts vorliegen. Ein
e
intrakranielle
Raumforderung oder Blutung sei nicht nachweis
bar.
Die Ärzte des
D._
s diagnostizierten in ihrem Bericht vom 2
8.
Juni 2010
(Urk. 7/2
8
/24-27)
einen Verdacht auf Epilepsie noch unklarer Klassifika
tion, vermutlich symptomatisch, mit wahrscheinlichen
nächtlichen
schlafge
bundenen
generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, nach
eigenanamnesti
schen
Angaben einen Status nach multiplen Messerstichverletzungen (
6.
Mai 2009) so
wie ein
en
MRI-morphologisch subak
uten
Infarkt im Kleinhirn rechts (MRI vom
2
1.
Juni 2010). S
ie empfahlen unter anderem eine allgemeinneurolo
gische Abklärung der im MRI festgestellten
zerebrovaskulären
Läsionen.
In den
Bericht
en
des
D._
s
vom 2
1.
März
, 2
7.
April
und 2
2.
Juni
2011 (Urk. 7/28/14-22, Urk. 7/32/1-6) d
iagnostizieren die Ärzte
übereinstimmend
ei
nen Verdacht auf eine symptomatische (derzeit kryptogene) Epilepsie mit kom
plex-fokalen und s
ekundär generalisierten tonischen/tonisch-klonischen Anfäl
len
sowie – als Diagnosen mit unklaren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Beri
cht vom 2
2.
Juni 2011, Urk. 7/32
/1) -
einen MRI-morphologisch
zuletzt subakuten
Kleinhirn
infarkt
rechts sowie multiple chronisch ischämische Läsio
n
en
im Marklager beider Grosshirnhemisp
h
ären und im Kleinhirn links (MRI vom 2
1.
Juni 2010), perio
dische Beinbewegungen im Schlaf und
nach
eigen
anamnestischen
Angaben einen Status nach multiplen Messerstichverletzungen (
6.
Mai 2009)
; ferner
erwähnten
sie
– als überlieferte Diagnosen
– eine
bicu
spide
Aortenklappe und
Aortenekt
asie
, eine leichte
Aorteninsuff
izienz
, eine Hy
pertonie und eine
Hyperlipidämie
.
Im Weiteren
empfahlen die Ärzte eine
zere
brovaskuläre
Abklärung und eine dauerhafte medikamentöse antikonvulsive Prophylaxe
(Berichte vom 2
1.
März und 2
7.
April 2011)
.
Zur Arbeitsfähigkeit gaben sie
an (Bericht
vom 2
2.
Juni 2011
)
, es bestehe bei der derzeit
nicht er
reichten dauerhaften Anfallsfreiheit eine qualitative, nicht aber eine quantita
tive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die Epilepsie im engeren Sinne. Der Versicherte sei demgemäss nicht geeignet für Tätigkeiten, die das Führen von fahrausweispflichtigen Kraftfahrzeugen erfordern würden, Tätigkeiten an ungeschützten, verletzungsträchtigen Maschinen und Geräten, Tätigkeiten in ungeschützten Höhen (Leitern, Gerüste) sowie Tätigkeiten, welche die alleinige Verantwortung für Schutzbefohlene mit sich bringen würden.
Eine
eingehenden
Analyse der Arbeitsplatzbedingungen des Versicherten in der angestammten be
ziehungsweise der zukünftig angestrebten Tätigkeit
sei nicht durchgeführt wor
den. Im Weiteren
beziehe
sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
aus
schliesslich auf die Erkrankung Epilepsie im engeren Sinne,
also
auf mögliche Einschränkungen d
er Arbeitsfähigkeit aufgrund der
epileptische
n
Anfälle
(Urk. 7/32/4)
.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht hänge unter an
derem vom Behandlungserfolg der (bei der letzten Konsultation abgesproche
nen) medikamentösen Therapie ab
(Urk. 7/32/6).
3.3
3.3.1
In dem vom Beschwerdeführer
mit der Beschwerde
eingereichten Bericht des
A._
, Abteilung für
klinische Neurophysiologie, vom 1
3.
April 2012 (Urk. 3/3) diagnostizierten die Ärzte eine fokale, vermutlich symptomatische Epilepsie mit strikt ortsgebundenen, nächtli
chen/
frühmorgend
-
lichen
, wahrscheinlich von links frontal ausgehenden parti
ell-komplexen,
versiv
-tonischen, später sekundär generalisierenden tonisch-klonischen Anfällen am ehesten im Rahmen der (nachfolgend diagnostizierten) chronischen
Mikroangiopathie
, eine chronische
Mikroangiopathie
im Marklager beider Grosshirnhemisp
h
ären sowie
ein
en
subakuten
Kleinhirninfarkt
rechtshe
misp
h
ärisch
bei einem Zufallsbefund bei der Abklärung mittels MRI (2010), kli
nisch ohne Korrelate, und bei
zerebrovaskulären
Risikofaktoren (arterielle Hy
p
ertonie,
Hyperlipidämie
), ausgedehnte Messerstichverletzungen a
n
Thorax, Rü
cken, Kopf und vor allem am linken Arm (
6.
Mai 200
9
) mit Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung, einen Verdacht auf
periodic
limb
move
ments
in
sleep
sowie eine leichte
Aorteninsuffizie
nz
bei
bicuspidaler
Aorten
klapp
e.
Weiter führ
t
en
sie
aus, aufgrund der Anamnese, der
Beobachtung
en der Ehefrau des Versicherten, der
Untersu
chungen des
D._
s und der
eige
nen
heutigen
Kontakte
scheine es ihnen als gesichert, dass beim Versicherten sei
t
dem Jahr 2002 eine fokale Epilepsie vorliege. Diesbezüglich
könne auch auf die Berichte des
D._
s
verwiesen werden.
E
ine medikamentöse
Epilep
sietherapie
sei
das Wichtigste. Eine gut eingestellte Epilepsie mit Anfallsfreiheit stelle in vielen Berufen keine Einschränkung dar. Eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
nach einem so brutalen Raubüberf
all sei denkbar; eine solche müsste durch
eine
psychiatr
ische Fachperson diagnostiziert
werden.
3.3.2
Im
Bericht
der
Dr
es
.
B._
und
C._
vom 1
9.
April 2012 (Urk
. 3/4
)
, welcher sich
auf eine neuropsychologische Untersuchung vom 1
8.
April 2012
stützt, führten die Ärztin und die Neuropsychologin
aus, die aktuellen Befunde, die
lokalisatorisch
vornehmlich einer Dysfunktion bilateraler
temporo
-frontaler Areal
e
entsprä
chen
, sei
en
multifaktoriell zu beurteilen: Ana
mnestisch
bestünden
Hinweis
e
auf eine frühkindlich erworbene zerebrale Dysfunktion bei einer Früh
geburt (mit einer nichtregulären, pathologischen Linkshändigkeit und e
iner symptomatischen Epilepsie)
. Die vaskulären Läsionen und das erlittene Trauma hätten sich
aggravierend
auf die vorbestehenden Schwierigkeiten ausgewirkt. Aufgrund des jetzigen
Zustandbildes
und der Progredienz der kognitiven
Funk
tionsschwächen
im Vergleich zur neuropsychologischen Voruntersuchung am
F._
im Juni 2010 müsse zusätzlich eine beginnende
neuro
degenerative
Krankheit angenommen werden. Aus neuropsychologischer Sicht sei der
Beschwerdeführer
in seiner angestammten Tätigkeit nicht arbeitsfähig. Eine circa 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer berufsverwandten Tätigkeit – nach dem Vorschlag des
Beschwerdeführers
zum Beispiel im Unterricht oder als Autor von Fachliteratur –
würden sie bei erhaltenen
Alt
gedächtnis
-
und
Sprachfunktionen als möglich
erachten. Der Versicherte
sei aus
epileptologi
scher
wie auch aus neuropsychologischer Sicht nicht fahrtauglich.
4.
4.1
Die in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen lassen für den gesamten vom angefochtenen
Entscheid
erfassten Zeitrau
m – abgesehen von jenen Zeit
en, für welche eine ganze Rente zugesprochen wurde – keine abschliessende Beur
teilung des Gesundheitszustandes und von dessen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit zu
.
Die Angaben zur Arbeitsfähigkeit in den medizinischen Akten
sind teilweise vage abgefasst,
was unter anderem damit zusammenhängt, dass keine hinrei
chend konkreten Angaben zur angestammten Tätigkeit des Versicherten vorlie
gen
. Vor allem aber zeigen die medizinischen Akten auf, dass beim Beschwer
deführer verschiedenartige Befunde und Diagnosen erhoben w
urden
, deren ge
samthafte
Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit ungeklärt
blieb
. So wurde i
m Schlussbericht de
s
D._
vom 2
2.
Juni 2011
(
Urk.
7/32/1-6)
betont darauf
hingewiesen, dass
sich
die Angaben zur Arbeitsfähigkeit ausschliesslich auf mögliche Einschränkungen aufgrund d
er
epileptische
n Anfälle beziehen
, ver
bunden mit dem Hinweis
,
dass
bei verschiedenen Diagnosen
deren Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit unklar seien. Die Angaben zur Arbeitsfähigkeit im Bericht des
A._
vom 1
3.
April 2012 (
Urk.
3/3) sind weitge
hend allgemein respektive prognostisch gehalten.
Die Ärzte der
Z._
empfahlen in ihrem Bericht vom
1.
April 2010 (
Urk.
7/11/6) eine Ab
klärung des Gedächtnisses des Versicherten. Der vom Versicherten eingereichte Bericht der
Dres
.
B._
und
C._
vom 1
9.
April 2012 (
Urk.
3/4
)
beruht zwar auf einer neuropsychologischen Abklärung; auch bezieht
er
sich zumin
dest teilweise auf den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum und
ist
daher
ent
gegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6) zu berücksichtigen. In
des ist der Auffassung der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen, dass dieser Bericht die Anforderungen an eine beweistauglich
e medizinische Grundlage
nicht erfüllt. So fehlen da
rin klare Diagnosen. Auch wurde
die
Beurteilung
, dass sich
die vaskuläre
n
Läsionen und das erlittene Trauma
aggravierend
auf die vorbestehenden Schwierigkeiten ausgewirkt hätten und zusätzlich eine begin
nende neurodegenerative Krankheit angenommen werden müsse
,
nicht
rechts
genüglich
erhärtet
.
D
iese knappen Hinweise
stellen keine im Bericht angespro
chene multifaktorielle
Beurteilung der Befunde
dar
,
zumal
die übrigen medizi
nischen Akten weitgehend
un
berücksichtigt
blieben
.
Nicht
näher begründet sind
auch die
Angaben zur
Arbeitsfähigkeit
.
Weitere Abklärungen sind daher not
wendig.
4.2
Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird daher zur Abklä
rung des Gesundheitszustandes des
Versicherten
ein kombiniertes neurologi
sches/neuropsychologisches/psychiatrisches und orthopädisches Gutachten ein
zuholen haben
,
welche
s
- auf der Grundlage eines von der IV-Stelle vorgän
g
ig zu erstellenden hinreichend konkreten Profils
der
angestammte
n
Tätigkeit sowie unter Berücksichtigung eines
im Bericht der
Dres
.
B._
und
C._
vom 1
9.
April 2010 (
Urk.
3/4) erwähnten Bericht
s
betreffend eine neuropsychologi
sche Untersuchung des
F._
vom
Juni 2010 (soweit ein
entsprechender
Bericht vorhanden ist) und der Ergebnisse
eines in der Zeit vom 1
8.
Juni bis 1
7.
Dezember 2012 bei
G._
, durchgeführten Arbeit
s
trainings (
Urk.
7/
68,
Urk.
7/71
) – Auskunft
zu geben hat
zur Arbeitsfä
higkeit des Versicherten in der angestammten Tätigkeit und in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit im massgebenden Zeitraum.
Hernach ist über den Renten
anspruch
des Beschwerdeführers
, soweit nicht ein
e
ganze Rente zugesprochen wurde, neu zu befinden.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von Fr.
700
.-- zulasten der IV
Stelle (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsie
gen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E
. 5 mit Hinweisen). Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozial
versi
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den
Barauslagen festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist dem
Be
schwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘200
.-- (inkl. Mehr
wert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen.