# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e620c21-2e99-4bb2-92d8-bbe4c05504ba
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Y._ ist am _ 1955 in O.1_ geboren. Er arbeitet als Chauffeur bei der A._ in O.1_. Er ist mit B._ verheiratet und hat zwei mündige Kinder. Sein Einkommen beträgt rund Fr. 6'000.00 brutto monatlich. Y._ ist im Schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet.
2. Mit Verfügung vom 13. August 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen Y._ wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB, Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB, Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG und Führerflucht gemäss Art. 92 Abs. 2 SVG.
3. Am 31. Juli 2015 erfolgte die Parteimitteilung gemäss Art. 318 Abs. 1 StPO der Staatsanwaltschaft, wonach die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse werde die Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. StPO in Aussicht gestellt. Allfällige Beweisanträge seien innert einer Frist von zehn Tagen seit Erhalt dieser Mitteilung geltend zu machen.
4. Am 5. Oktober 2016 erfolgte eine zweite Parteimitteilung der Staatsanwaltschaft, welche die Parteimitteilung vom 31. Juli 2015 ersetzte. Aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse würden eine  gemäss Art. 319 ff. StPO wegen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB und die Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. StPO wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB in Aussicht gestellt.
5. Mit Teil-Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 22. Februar 2016 wurde das gegen Y._ geführte Strafverfahren wegen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB eingestellt.
6. Ebenfalls am 22. Februar 2016 ergingen die Anklageschrift gemäss Art. 324 ff. StPO und der Schlussbericht gemäss Art. 326 Abs. 2 StPO der Staatsanwaltschaft. Der Sachverhalt der Anklageschrift lautet wie folgt:
"Fahrlässige Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB
Am 19. Februar 2014, um 14.20 Uhr, lenkte Y._ den Ortsbus C._, GR _, von O.1_ in Richtung O.1_. Als er sich dem Restaurant D._ näherte, betraten E._ und F._ die Fahrbahn,
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um ihm zu signalisieren, dass sie mitfahren wollten. Obwohl er die Personen sah, fuhr Y._ unter Missachtung seiner Vorsichtspflichten ohne zu bremsen oder anzuhalten weiter. E._, der noch versuchte zur Seite auszuweichen, wurde in der Folge vom Fahrzeug seitlich erfasst. Durch die Kollision erlitt E._ gemäss Arztbericht vom 19. Februar 2014 Dysbalancen links des Gluteus medius und Piriformis sowie Nervenreizsymptomatik links mit Schmerzausstrahlungen. E._ stellte am 20. Februar 2014 Strafantrag und konstituierte sich als Straf- und Zivilkläger."
B. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Inn fand am 21. April 2016 statt. An dieser nahmen Y._ sowie Rechtsanwalt lic. iur. Diego F. Schwarzenbach teil. X._ blieb der Hauptverhandlung fern. Die Anklage wurde von der Staatsanwaltschaft nicht persönlich vertreten. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. Der Beschuldigte sei der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 170.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 1'300.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 8 Tagen, zu bestrafen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche."
"Anträge beschuldigte Person:
1. Y._ sei des Vorwurfs der fahrlässigen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB freizusprechen.
2. Zudem sei Y._ des Vorwurfs der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 26 Abs. 2 SVG und Art. 34 Abs. 4 i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG sowie Art. 51 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 92 Abs. 2 SVG freizusprechen.
3. Die Zivilklage von X._ sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.
4. Y._ sei eine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen und die Untersuchungs- und Verfahrenskosten (im Strafverfahren) seien auf die Staatskasse zu nehmen, allenfalls dem Strafkläger aufzuerlegen. Ebenso ist der Zivilkläger zu verpflichten den Beschuldigten/Beklagten angemessen ausseramtlich zu entschädigen und die Verfahrenskosten (im Zivilverfahren) zu übernehmen."
C. Gegen das am 21. April 2016 mündlich eröffnete und am 25. April 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Inn liess X._ am 3. Mai 2016 durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi Berufung erklären, woraufhin das Bezirksgericht Inn das begründete Urteil am 3. August 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
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"1. Y._ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB freigesprochen.
2. Die Privatklage von X._ wird auf den Zivilweg verwiesen.
3. Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 1'757.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Die Kosten des Bezirksgerichts Inn von CHF 3'500.00 gehen zu Lasten des Bezirksgerichts Inn.
4. Y._ wird von der Bezirksgerichtskasse Inn eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von CHF 7'477.70 (inkl. Spesen und MWST) ausgerichtet (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

## Considerations