# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c06fb5f2-5022-487b-9ec3-cefc941fdc6d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, meldete sich am 5. März 2000 unter Hinweis auf Hand
-
und Karpaltunnelprobleme bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/10). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung
en
vom
5. September 2002 (Urk. 6/64)
und vom 20. September 2002 (Urk. 6/68/1-3 = Urk. 6/70 = Urk. 6/71/1-3; Urk. 6/69 = Urk. 6/71/5-7) vom 1. Dezember 1999 bis 30. No
vember 2001 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % und ab dem 1. Dezember 2001 eine
V
iertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 40 % zu.
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 6/74) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 23. März 2004 ab (Prozess Nr. IV.2002.534
, Urk. 6/85
)
.
Mit Verfügung
vom 10. Oktober 2005 (Urk. 6/94) sowie mit Mitteilungen vom 13. Februar 2009 (Urk. 6/109) und 19. April 2013 (Urk. 6/119)
teilte die IV
Stelle der Versicherten mit, der Rentena
nspruch sei unverändert
.
1.2
Nach Eingang eines am 29. Januar 2014
ausgefüllt
en Revisionsfragebogens (Urk. 6/123
) holte die IV-Stelle unter anderem bei
m
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
18. November 2014 erstattet wurde (Urk. 6/134
). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
6/144 = Urk. 6/147
; Urk.
6/146; Urk. 6/150; Urk. 6/157
= Urk. 3
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
15. März 2017 (Urk. 6/163 = Urk. 2)
die bisher ausgerichtete
R
ente
gestützt auf die
Schluss
bestimmungen
der Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (IVG) vom 18. März 2011
auf.
2.
Die Versicherte erhob am
26. April 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
15. März 2017
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
festzu
stellen, dass sie weiterhin Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
habe
. E
ventuell sei die Sache zur Prüfung, ob ihr aufgrund ihrer Depression eine halbe Rente zustehe, an die IV-Stelle zurückzuweisen, subeventuell sei ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen
(Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1. Juni 2017
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2
3
. Juni 2017
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7
).
Mit Replik vom 8. August 2017 (Urk. 8) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. Mit Eingabe vom 15. August 2017 (Urk. 10) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik, was der Beschwerde
führerin am 1
7
. August 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schluss
bestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (6.
IV
Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6.
IV
Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraus
setzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zuge
sprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
nische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur 6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE
140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden
anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinander
gehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abge
wichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Renten
zusprechung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachterliche Ein
schätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklär
baren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Ren
tenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesundheitsschädigung die anspruchserhebliche Arbeitsun
fähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begrün
dung des Rentenanspruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
Sep
tember 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforde
rungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Frage
stellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begut
achtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass die Diagnosen, welche zur
Rentenzusprache
geführt hätten, zu den ätiolo
gisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weis
bare organische Grundlage gehörten. Gemäss dem
Y._
-Gutachten vom November 2014
könne die bisherige Beurteilung einer rheumatologisch begrün
de
ten Arbeitsunfähigkeit aus heutiger Sicht nicht nachvollzogen werden. Aus neuro
logischer Sicht habe nie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestan
den. Dasselbe gelte für den Fachbereich Innere Medizin. Dem psychiatri
schen Gutachten könne nicht ohne Weiteres gefolgt werden, da es einige Wider
sprüche enthalte. Die geltend gemachten Einschränkungen hätten aus rechtli
cher Sicht keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 ff.).
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 5) hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, dass im vorliegenden Fall auch ein Revisionsgrund ausgewiesen sei, hätten doch die Gutachter eine leichte Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin attestiert. Zudem habe sich die Wohnsituation der Beschwerdeführerin in der Zwischenzeit erheblich verändert, was e
inem Revisi
onsgrund entspreche (S. 1 unten).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise (Urk. 1) gel
tend,
dass die
Rentenzusprache
nicht ausschliesslich aufgrund der Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage erfolgt sei, weshalb gar keine Überprüfung der Rente hätte eingeleitet werden dürfen
(
S. 6
Rz
11).
3.
3.1
Der erstmaligen
Rentenzusprache
mit Verfügungen vom 5. September 2002 (Urk. 6/64) und vom 20. September 2002 (Urk. 6/68/1-3 =
Urk. 6/70 = Urk. 6/71/1-3
; Urk. 6/69
= Urk. 6/71/5-7
) l
ag im Wesentlichen das
poly
disziplinäre
Gutachten
der
Ärzte der Medizinischen Abklär
ungsstelle
Z._
(MEDAS
) vom 24. August 2001 (Urk. 6/32/1-15)
zugrunde (vgl.
Fest
stellungsblatt vom
12. September 2001, Urk. 6/22/1; Feststellungsblatt vom 21. Mai 2002, Urk. 6/57/1).
3.2
Die Ärzte der MEDAS
erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag
gegebene polydisziplinär
e
Gutachten am 24. August 2001 (Urk. 6/32/1-15) und nannten folgende
Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 13 Ziff. 4.1):
-
chronische Armbeschwerden rechts mehr als links
-
Status nach
Epikondyl
itis
-
radialis
-Operation link
s
April 19
99
-
nach Karpaltu
nnelsyndrom-Operation rechts November 19
99
-
elektroneurographische Besserung der Befunde rechts
-
mässiggradiges
Karpaltunnelsyndrom links
-
diskrete Hinweise auf
Musculus
-
pronator
-
teres
-Syndrom rechts
-
diskrete Hinweise für fragliche subklinische Polyneuropathie
-
leichte Haltungsstörung der oberen Wirbelsäule mit rechtskonvexer Sko
liose
-
Zervikalsyndrom
,
Osteochondrose
und Spondylose C5/C6 leichten Gra
des
-
Ketten
tend
inosen
an den Armen rechts mehr als links
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
D
ie Gutachter kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin aus
rheuma
tologische
r
Sicht e
ine Tätigkeit als Putzfrau wohl nicht mehr möglich
sei
.
E
ine leichte Tätigkeit mit nur geringer Belastung der Handgelenke und Finger
sei hingegen zu 50 %
denkbar.
Aus
neurologische
r
Sicht
sei der Beschwerde
führerin
eine streng
e
manuelle Arbeit wie
jene der
Spetterin
nicht mehr mög
lich.
Eine
leichte bis mittelschwere manuelle Arbeit scheine
hingegen
ganz
tags zumutbar. Sehr feine Arbeiten
mit der linken Hand
könnten
jedoch
durch das Karpaltunnelsyndrom beeinträchtigt sein. In psychiatrischer Hinsicht sei die Beschwerdeführerin
schliesslich
zu 40-45 % in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt
(
S. 12 f. Ziff. 3).
Die bis anhin ausgeübte Tätigkeit als
Spetterin
sei der
Beschwerdeführerin somit
insgesamt
nicht mehr zumutbar
(Arbeitsfähigkeit
0 %). Limitierend seien rheu
ma
tologische und neurologische Befunde, wesentlich weniger die psychiatri
schen Befunde (S. 14 Ziff. 5.1). In einer angepassten
,
körperlich leichte
n Tätig
keit
mit geringer Belastung der Handgelenke und Finger
,
ohne repetitiv
es Kraft
forder
n
der Hände und
einer maximalen Belastung von 2-3
kg
,
bestehe eine 50%ige A
rbeitsfähigkeit
. Limitierend seien die rheumatologischen Befunde, weniger die psychiatrischen
. In sehr feinen manuellen Tätigkeiten könne aus neurologischer Sicht eine Einschränkung in geringem Masse durch das Karpal
tunnelsyndrom links entstehen
(S. 14 Ziff. 5.2).
3.3
Am 7. Januar 2002 fand eine Haushaltabklärung vor Ort statt, worüber am 9. Januar 2002 berichtet wurde (Urk. 6/42).
Die Abklärungsperson führte aus, dass die Beschwerdeführerin mit ihren drei Kindern (Jahrgänge 1982, 1985 und 1987) und ihrem Ehemann
zusammenlebe (S. 3 Ziff. 4). Die Beschwerdeführerin würde nach eigenen Angaben bei guter Gesundheit aus finanziellen Gründen im gleichen Ausmass wie vor ihrem Gesundheitsschaden weiterarbeiten. Das heisst sie
würde
weiterhin bei der kantonalen Verwaltung im Rahmen von 60 % als
Spetterin
und zirka 3 Stunden in einem Privathaushalt als Putzfrau
arbeiten
. Somit qualifiziere sich die Beschwerdeführerin als zu 81 % Erwerbstätige
(S. 3 Ziff. 2.5, vgl. S. 2 Ziff. 2.2). In der Folge qualifizierte die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als zu 81 % Erwerbstätige und zu 19 % im Haushalt Tätige (S. 7 Ziff. 8).
D
ie Abklärungsperson
ermittelte
zudem
eine Einschränkung von 22.1 % im Haushaltsbereich (S. 4 ff. Ziff. 6).
3.4
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Zusprache
einer ganzen Rente vom 1. Dezember 1999 bis 30. November 2001 beziehungsweise einer
V
iertels
rente
ab dem 1. Dezember 2001 damit,
dass die Beschwerdeführerin seit Dezember 1998 in ihrer Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit erheblich einge
schränkt sei. Nach Ablauf der Wartezeit sei
sie
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen
, weshalb sie Anspruch auf eine ganze Rente habe. Ab August 2001 sei
der Beschwer
deführerin
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
wieder
zu 50 % zumutbar
. Dabei ermittelte die Beschwerdegegnerin einen Teilinvaliditätsgrad von 36 % im Erwerbsbereich und 4 % im Haushaltsbereich, was einen Invali
ditäts
grad von gesamthaft 40
% ergab, weshalb die Rente unter Berück
sichtigung von Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
per Dezember 2001 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt wurde (Urk. 6/64 S. 3 f.).
3.5
Der Rentenbestätigung vom
10. Oktober 2005 (Urk. 6/94)
lag der Bericht von Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie
und Hausarzt der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 3
Rz
6)
, vom 6. September 2005 (Urk. 6/92/3-4) zugrunde (vgl. Feststellungsblatt vom 10. Oktober 2005, Urk. 6/93).
Dr.
A._
führte aus, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stationär sei (
Ziff. 1). Er nannte folgende Diagnosen (Ziff. 2):
-
wechselnde depressive Episoden
-
chronisch rezidivierendes Schulter-Armsyndrom beidseits
-
Status nach
Denervation
am 20. April 1999 wegen
Epicondylitis
humeri
radialis
links
-
Status nach Spalten des
Retinaculum
flexorum
und
Epineurolyse
des
Nervus
medianus
sowie ausgedehnte
Beugesehnensynovektomie
rechts am 16. November 1999 wegen eine
s
Karpaltunnelsyndrom
s
u
nd einer
Beugesehnensynoviti
s
rechts
-
leichtes Karpaltunnelsyndrom links
3.6
Der Rentenbestätigung
vom 13. Februar 2009 (Urk. 6/109)
lag
en
der Bericht von Dr.
A._
vom 24. November 2008 (Urk. 6/106/7-9) sowie
sein
Schreiben vom 9. Februar 2009 (Urk. 6/107/2) zugrunde (vgl. Feststellungsblatt vom 16. Fe
bruar 2009, Urk. 6/108).
Dr.
A._
nannte im November 2008 (Urk. 6/106/7-9) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
wechselnde depressive Episoden
-
chronisches Schulter-Armsyndrom beidseits
-
Karpaltunnelsyndrom links
-
Verdacht auf Rezidiv eines Karpaltunnelsynd
rom
s
rechts bei Status nach Karpaltunnelsyndrom
-Operation rechts 1999
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links
Vom 21. Dezember 1998 bis zum 31. Oktober 2007 habe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden. Seit dem 1. November 2007 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.6). Aufgrund der psychischen wie auch körperlichen Beeinträchtigungen könne die Beschwerde
führerin ledig
lich noch einer körperlich leichten, psychisch nicht belastenden Arbeit halbtags nachgehen (Ziff. 1.7).
Im Februar 2009 legte Dr.
A._
dar, dass die Beschwerdeführerin momentan nicht in orthopädischer, rheumatologischer oder psychiatrischer Behandlung stehe (Urk. 6/107/2).
3.7
Der Rentenbestätigung vom
19. April 2013 (Urk. 6/119)
lag schliesslich der Bericht von Dr.
A._
vom 28. März 2013 (Urk. 6/116/3) zugrunde (vgl. Fest
stellungsblatt vom 19. April 2013, Urk. 6/118).
Dr.
A._
legte dar, dass der Beschwerdeführerin keine Arbeitstätigkeit mehr zumutbar sei (Ziff. 5.5).
4.
4.1
Dr.
A._
nannte in seinem Bericht vom
20. März 2014 (Urk. 6/124/6-9
)
fol
gende
Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.1):
-
anhaltende depressive Episode
-
chronische
Cervicobrachialgie
beidseits
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Karpaltunnelsyndrom links
-
Verdacht auf Rezidiv eines Karpaltunnelsyn
droms rechts bei Status nach Karpaltunnelsyndrom
-Operation rechts 1999
Die Beschwerdeführerin
sei
bis auf Weiteres zu
100 %
arbeitsunfähig, sie
könne keiner Arbeitstätigkeit nachgehen (Ziff. 1.7).
4.2
Die Ärzte des
Y._
erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 18. November
2014 (Urk. 6/134/1-24)
gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (
S. 4 ff.
lit
. C
), die Angaben der Besch
werdeführerin (S. 12 ff
.
lit
. D; vgl.
Urk. 6/134/25-31 S. 2
f. Z
iff. 2.1; Urk. 6/134/32-39 S. 2 Ziff.
2
;
Urk. 6/134/40-45 S. 1
f. Z
iff. 2.1;
Urk. 6/134/46-54 S. 2
f. Ziff. 2.1)
und die durchgeführten
neurologischen
(
S. 12 f.
lit
.
D
Ziff.
1; vgl. Urk. 6/134/25-31 S. 4
Ziff. 3
),
rheumatologischen
(S.
13 f.
lit
. D
Ziff.
2
; vgl.
Urk. 6/134/32-39 S. 4
f. Ziff. 3
)
,
psychiatrischen
(S. 14 f.
lit
.
D
Ziff.
3;
vgl.
Urk. 6/134/46-54 S. 5
f. Ziff. 3)
und internistischen (
S. 15
lit
.
D
Ziff.
4
; vgl.
Urk. 6/134/40-45 S. 3
f. Ziff. 3
) Untersuchungen.
Die Gutachter nannten eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.1) als
Di
agnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 16
lit
. F
Ziff.
1). Zudem nannten sie folgende
Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 16
lit
. F
Ziff.
2):
-
generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom (Differentialdiagnose: anhal
tende som
atoforme Schmerzstörung,
myofasz
iales
Schmerzsyndrom infolge muskulärer
Dysbalance
)
-
Status nach operiertem Karpaltunnelsyndrom rechts November 1999
-
c
hronifiziertes
lumbospondylogenes
und
cervikospondylogenes
Schmerz
syndrom mit/bei rechtskonvexer Torsionsskoliose,
Fazetten
arthrosen
L4 bis S1 bilateral,
bisegmentaler
Diskopathie
C5/6 und C6/7 und
Fazetten
arthrosen
C5-Th1
-
Epicondylopathia
humeri
radialis
links,
chirurgische
Denervation
20. April
1999
-
arterielle Hypertonie
-
Varikosis
beider Beine
-
Adipositas
-
akzentuierte Persönlichkeit mit vor allem abhängigen und ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 F61.0)
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass sich in neurologischer Hinsicht die im Rahmen de
r ersten MEDAS
-Begutachtung im August 2001 (vgl. vorstehen
d
E. 3.2
) festgestellten Vermutungsdiagnosen nicht bestätigen lassen würden, ins
besondere habe dadurch nie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Der Beschwerdeführerin sei deshalb die angestammte als auch eine Verweistä
tigkeit zu 100 % zumutbar. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Leis
tungseinbusse von maximal 15 %, weshalb die aktuelle Arbeitsf
ähigkeit im angestammten Bereich
85 % betrage. Diese Leistungseinbusse sei durch ein der Beschwerdeführerin zumutbares Belastungstraining innert drei Monaten korri
gierbar, wonach eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erwartet werden könne.
In inter
nistischer Hinsicht bestünden keine Hinweise für eine Pathologie. In psychiatri
scher Hinsicht liege schliesslich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % vor. Zusammenfassend ergebe die polydisziplinäre Beurteilung somit eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
als auch in
einer Verweistätigkeit (S. 17 f.
lit
. G).
Im MEDAS
-Gutachten von
2001 sei aus psychiatrischer
Sicht eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
von 40-45 % angegeben worden,
wobei
eine leichte
bis mittelgradige depressive Episode als Ursache genannt
worden sei
. Unter Berücksichtigung der heutigen Diagnosen sei davon auszugehen, dass sich seit der letzten Begutachtung eine allerdings nur leichte Verschlechterung der Situa
tion ergeben habe, sodass dauerhaft mit einer
Arbeitsunfähigkeit
von 50 % aus psychiatrischer Sicht
gerechnet werden müsse. Die 50
%
ige Arbeitsfähigkeit gel
te
somit seit 200
1.
Die bisherige Beurteilung einer
rheumatologisch begründeten Arbeitsunfähigkeit
könne aus aktueller rheumatologischer Sicht nicht nachvoll
zogen werden. Die funktionelle Kapazität sei uneingeschränkt. Von der neuro
logischen Warte her habe aus Sicht des aktuellen neurologischen Gutachters nie eine Ei
nschränkung der Arbeitsfähigkeit
sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit bestanden. Dasselbe gelte für den Fachbereich Innere Medizin (S. 19
lit
. G
).
4.3
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regiona
ler Ärztlicher Dienst (RAD), nahm am 21. November 2014 zum psychiatrischen
Y._
-Teilgutachten (vgl.
Urk. 6/134/46-54
) Stellung (Urk. 6/143/7-8) und führte aus, dass dem psychiatrischen Teilgutachten wegen diverser Widersprü
che nicht ohne Weiteres gefolgt werden könne.
4.4
Med.
pract
.
C._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
RAD, legte in ihrer Stellungnahme vom
2. Dezember 2014 (Urk. 6/143/9-10)
dar, dass sich z
usammenfassend im
MEDAS
-
Gutachten vom
August
2001
(vgl. vorstehend
E. 3.2
)
keine Anhalts
punkte für wesentliche organische Schäden an der
Halswirbelsäule (
HWS
)
und den Armen
fänden
. Weder der Rheumatologe noch der Neurologe
würden
einen Zusammenhang zwischen den
Osteochondrosen
und den geklagten Beschwer
den
beschreiben
. Beide
berichteten
übereinstimmend, dass der Hauptbefund im Bereich der Hände und Unterarme gelegen habe.
Einen manifesten Nervenscha
den an
den
Arm
en oder Händen
habe er ebenfalls nicht gefunden. Die gefunde
nen Messwerte interpretiere er als nicht sicher pathologisch.
Zudem seien d
is
krete Degenerationen der
Halswirbelsäule (
HWS
)
im Alter v
on 41
Jahren keine Seltenheit. Aus medizinischer Sicht bestehe wahrscheinlich kein Zusammen
hang zwischen den degenerativen Veränderungen der HWS und den damals im Vordergrund der körperlichen Beschwerden stehenden Schmerzen der Unterar
me und Hände.
5.
5.1
Im Rahmen der Vernehmlassung machte die Beschwerdegegnerin geltend, dass auch ein Revisionsgrund ausgewiesen
sei (vgl. vorstehend E. 2.1). Nachfolgend
ist deshalb vorab zu prüfen,
ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt (vgl. vorstehend E. 1.
3
).
Ob eine revisionsrechtlich erhebliche Veränderung eingetreten ist, ergibt sich aus dem Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
mit
Verfügungen vom 5. September 2002 (Urk. 6/64) und vom 20. September 2002 (Urk. 6/68/1-3 =
Urk. 6/70 = Urk. 6/71/1-3
; Urk. 6/69
= Urk. 6/71/5-7
) bestand
– da im Ra
hmen der Rentenbestätigungen im Oktober 2005 (Urk. 6/94), im Februar 2009 (Urk. 6/109) und im April 2013 (Urk. 6/119)
nur eine rudimen
täre Prüfung erfolgte –
mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfü
gung vom
15. März 2017 (Urk. 2)
zugrunde lag.
5.2
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen (vgl. vorstehend E. 1.
3
). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, wozu etwa der Gesundheitszustand und der invalidenversicherungs
rechtliche Status (vollerwerbstätig, nichterwerbstätig oder teilerwerbstätig mit oder ohne Aufgabenbereich im Gesundheitsfall) gehören (Urteil des Bundesge
richts 9C_410/2015 vom 13. November 2015 E. 2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin wurde
sowohl
bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
im September 2002 (vorstehend E. 3.3,
vgl.
E. 3.4) als auch bei den Rentenbestäti
gungen im Oktober 2005
,
im Februar 2009
und im April 2013 (vorstehend E. 3.5-3.7
) als zu 81 % Erwerbstätige und zu 19 % im Haushalt Tätige, mithin als Teilerwerbstätige
,
qualifiziert
.
Bei der erstmaligen
Qualifikation
im Rahmen der
Rentenzusprache
lebte die Beschwerdeführerin
mit ihren drei Kindern und ihrem Ehemann zusammen
. Aufgrund der Tatsache, dass
sie anlässlich der Haushaltabklärung im Januar 2002 in nachvollziehbarer Weise angab, bei guter Gesundheit im gleichen Pen
sum wie vor ihrem Gesundheitsschaden weiterzuarbeiten, wurde sie als zu 81 % Erwerbstätige qualifiziert (vorstehend E. 3.3). Mittlerweile hat sich die Wohn
situation der Beschwerdeführerin
verändert. So führte die Beschwerdeführerin anlässlich der
Y._
-Begutachtung aus, sich im Jahr 2006 von ihrem Ehemann getrennt zu haben. Ihre drei Kinder seien verheiratet und hätten einen eigenen Haushalt (vgl. Urk. 6/134/25-31 S. 3 Ziff. 2.5; Urk. 6/134/40-45 S. 3 Ziff. 2.5).
Dies wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. So führte sie
beschwerdeweise
aus, trotz der Trennung von ihrem Ehemann aufgrund ihrer schlechten finanziellen Verhältnisse immer noch
mit ihm
in der gleichen Wohnung zusammenzuleben (
Urk. 1 S. 5
Rz
8; vgl.
Urk. 8 S. 2 Mitte).
Aufgrund der veränderten Wohnsituation und insbesondere aufgrund des Umstandes, dass
die Kinder der Beschwerdeführerin mittlerweile erwachsen sind, ist mit über
wiegender Wahrscheinlich
keit
davon
auszugehen, dass sie bei guter Gesundheit einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dies insbesondere aufgrund ihrer schlechten finanziellen Situation. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerde
führerin bereits anlässlich der Haushaltabklärung im Januar 2002 dahingehend äusserte, dass sie ab August 2003, mithin ab Lehrbe
ginn der jüngsten Tochter, einer 100%igen ausserhäuslichen Tätigkeit nachge
hen würde, da die Kinder ab diesem Zeitpunkt selbständig seien und sie nicht mehr brauchen würden (Urk. 6/42 S. 3 Ziff. 2.5). Die Beschwerdegegnerin änderte die Qualifikation der Beschwerdeführerin seit der erstmaligen
Rentenzu
sprache
jedoch nicht mehr.
Es kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin zum Verfügungs
zeitpunkt aufgrund der veränderten Wohnsituation bei guter Gesundheit in einem 100%-Pensum tätig gewesen wäre, weshalb sie neu als Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist.
Somit ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG zu bejahen, weshalb eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs vorzunehmen ist, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3).
5.3
Das polydisziplinäre
Y._
-
Gutachten vom November 2014 (vorstehend
E. 4.2
) umfasst die Fachrichtungen
Neurologie, Rheumatologie, Psychiatrie und Innere Medizin.
Die Gutachter verfügen über den entsprechenden Facharzttitel
(
vgl.
Urk. 6/134/1-24
S. 24
)
und waren somit in ihren Fachgebieten zur Beurtei
lung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin befähigt.
Das
Y._
-Gutachten erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
Y._
-Gutachten die bundesgerichtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vorstehend E. 1.
4
), so dass für die
Entscheidfindung
grundsätzlich darauf abzustellen ist.
5.4
Die Gutachter begründeten die aus neurologischer Sicht bestehende volle Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 4.2)
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise
damit, dass sich zum Begutachtungszeitpunkt weder zentrale noch periphere neurologische Ausfälle hätten objektivieren
lassen (Urk. 6/134/1-24 S. 17
lit
. G
,
vgl. S. 12 f.
lit
. D
Ziff.
1). Zudem legten die Gutachter dar, dass die funktionelle Kapazität der Beschwerdeführerin uneingeschränkt sei, keine Anhaltspunkte für
eine systemische,
unphysiologisch
fortgeschrittene degenerative oder entzündli
che Störung des Bewegungsapparates bestünden und die Beschwerden mit ein
em
syndromalen
Geschehen erklär
bar seien, sodass
der Beschwerdeführerin
aus rheumatol
o
gi
s
cher Sicht unter Berücksichtigung des Belastungsprofils eine aktuelle Arbeitsfähigkeit von 8.5 Stunden p
ro Tag mit einer Leis
tungseinbusse von maximal 15 % zugemutet werden könne
. Diese Leistungseinbusse sei jedoch durch ein medizinisches Belastungstraining innert drei Monaten korri
gierbar. Die Gutachter kamen daher in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin nach dem medizinischen Belastungs
training die frühere Tätigkeit im Reinigungsdienst sowie eine angepasste Tätig
keit
in rheumatologischer Hinsicht
zu 100 % möglich sei
(Urk. 6/134/1-24
S. 13
f.
lit
. D
Ziff.
2
; vgl. vorstehend E. 4.2
).
Die aus internistischer Sicht beste
hende 100%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehend E. 4.2) begründeten die Gut
achter schliesslich in schlüssiger und nachvoll
ziehbarer Weise damit, dass aus internistischer Sicht keine Anhaltspu
n
kte für eine relevante internistische Erkrankung bestünden, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigten (Urk. 6/134/1-24 S. 15
lit
. D
Ziff.
4).
Es handelt sich somit in somatischer Hinsicht im Vergleich zur ersten Beurtei
lung im Jahr 2001 (vgl. vorstehend E. 3.2) um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes.
5.5
In Bezug auf den Bericht von Dr.
A._
, dem Hausarzt der Beschwerdeführerin, vom März 2014 (vorstehend E. 4.1) ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Ausserdem leg
te Dr.
A._
nicht näher dar, weshalb die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll.
Dieser Bericht vermag somit nichts an der Beweiskraft
des
Y._
-Gutachtens
zu ändern.
Das Gleiche gilt für den aus dem
G
riechischen übersetzten Bericht vom 10. November 2016 bezüglich des MRT am linken Sprunggelenk (Urk. 6/148/1 = Urk. 6/156/1),
woraus ersichtlich ist, dass die Beschwerdeführerin einen Kno
chen
bruch erlitten hat. Aus dem Bericht ist jedoch
nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin dadurch in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt sein soll.
5.6
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in somatischer Hinsicht als dahingehend erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
5.7
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierten die Gutachter eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.1)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie eine akzentuierte Per
sönlichkeit mit vor allem abhängigen und ängstlich-vermeidenden Anteile
n
(ICD-10 F61.0) als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vorste
hend E. 4.2)
.
Die Gutachter legten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass die psychiatrische Exploration das Bild einer depressiven Episode mit Freud- und Interessenverlust, ausgeprägtem Energiedefizit sowie erhöhter Ermüdbarkeit gezeigt
habe
. Weitere Symptome wie Schlafstörungen, Inappetenz und sozialer Rückzug würden das Bild dieser depressiven Situation vervollständigen. Die depressive Erkrankung beeinflussend sei eine akzentuierte Persönlichkeit mit abhängigen, aber auch selbstunsicheren und ängstlichen Anteilen, welche die Beschwerdeführerin in eine schwierige biographische Situation gebracht habe. Zwar könne die Diagnose des Vollbilds einer Persönlichkeitsstörung nach den Kriterien des ICD-10 nicht gestellt werden; da eine gewisse Krankheitswertigkeit jedoch nachzuweisen sei, werde die Akzentuierung mit einer F-Diagnose codiert.
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit durch die depressive Störung gegeben sei, die mittelgradige Ausprägung
begründe
eine Einschränkung um 50 %
(Urk. 6/134/1-24 S.
17 f.
lit
. G, vgl. S. 14 f.
lit
. D
Ziff.
3).
Somit liegt aus psychiatrischer Sicht seit der letzten Begutachtung eine nur leichte Verschlechterung der Situation vor (vgl.
vorstehend E. 3.2, E. 4.2).
Es ist nachfolgend aus rechtlicher Sicht zu beurteilen, ob aufgrund der
diagno
stizierten psychiatrischen Diagnosen
eine Arbeitsunfähigkeit
aus
gewiesen ist.
5.8
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
po
tenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
5.9
In E. 8.1 von BGE 143 V 148 hat das Bundesgericht festgehalten, dass das strukturierte Beweisverfahren wie es in
BGE 141 V 281
definiert wurde
, einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegenstehe, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Berück
sichtigung der Wechselwirkungen basiere. Demnach würden Störungen unab
hängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komor
bidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hemmende Wirkung beizumessen sei. Bei der Prüfung des funktionellen Schweregrades des Leidens der Beschwerdeführerin ist somit von beiden psychiatrischen Diagnosen, namentliche der mittelgradigen depressiven Episode bei rezidivierender depressiver Störung sowie der akzen
tuierten Persönlichkeit mit vor allem abhängigen und ängstlich-vermeidenden Anteilen, auszugehen.
Zum Komplex
„
Gesundheitsschädigung
”
ist in Bezug auf den Indikator
„
Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde
”
festzuhalten
, dass aufgrund der depressiven Störung vor allem die Konzentration und Durchhaltefähigkeit der Beschwerdeführerin eingeschränkt sind
. Aufgrund der akzentuierten Persönlich
keitsmerkmale ist die Fähigkeit, sozial kompetent und im Team zu arbeiten, vermutlich herabgesetzt
(
Urk. 6/134/46-54 S.
8
Ziff. 5).
Es bestehen zwar psychosoziale Faktoren, namentlich die problematische Ehe
der Beschwerde
führerin
, die Trennung von ihrem Ehemann sowie der Auszug ihrer Kinder, jedoch kommen diese Faktoren nicht als a
lleinige Ursache der psychischen
Störung in Betracht (vgl. Urk. 6/134/46-54 S. 7 Ziff. 5).
In Bezug auf den Indi
kator
„
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
“
ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin zwar antidepressive Medikamente einnimmt, bisher
jedoch
noch keine psychiatrische Therapie stattgefunden hat (Urk. 6/134/46-54 S. 3 Ziff. 2.1). Der psychiatrische Gutachter war sodann der Ansicht, dass eine adäquate psychopharmakologische Intervention und eine stützende psychia
trisch-psychotherapeutische Behandlung möglicherweise einen deutlichen posi
tiven Effekt auf die weitere Entwicklung der depressiven Situation haben könn
ten (
Urk. 6/134/
1-24
S. 15
lit
. D
Ziff. 3
;
Urk. 6/134/46-54 S. 7 Ziff. 5). Dies deutet auf eine positive Prognose hin.
In Bezug auf die Komorbidität ist schliesslich festzuhalten, dass die akzentuierte Persönlichkeit für die depressive
Erkrankung ursächlich und auch unterhalten
d ist
(Urk. 6/134/46-54 S. 7 Ziff. 5).
Weitere Kom
orbiditäten sind nicht ersichtlich.
Zum Komplex
„
Persönlichkeit
”
ist festzuhalten, dass
zwar eine gewisse Krank
heitswertigkeit nachgewiesen werden kann, jedoch kann die Diagnose des Voll
bilds einer Persönlichkeitsstörung nach den Kriterien des ICD-10 nicht gestellt werden (Urk. 6/134/46-54 S. 7 Ziff. 5; vgl. vorstehend E. 5.7).
Zum Komplex
„
sozialer Kontext
“
ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
über
einen
Tagesablauf
verfügt
und diversen Aktivitäten nachgeht
.
Am Morgen steht sie jeweils gegen 7.00/7.30 Uhr auf, trinkt einen Kaffee, duscht
,
zieht sich an, schaut danach fern und legt sich wieder hin. Gegen Mittag kommt ihr Enkelkind nach Hause. Die Frau ihres Sohnes, die momentan bei ihr wohnt, bereitet das Mittagessen vor und es wird gemeinsam gegessen. Danach legt sie sich wieder aufs Sofa oder schaut einen Film. Nachmittags spielt sie gele
gentlich mit ihrem Enkel. Selten kommt auch ihre Tochter zu Besuch, die dir
ekt in der Nachbarschaft wohnt.
Die Beschwerdeführerin selbst geht
zwar
praktisch kaum
mehr
aus dem Haus
und hat keine Hobbies, jedoch pflegt sie Kontakt zu ihre
r Familie
sowie zu
zwei Kolleginnen, die sie ab und zu besuchen.
Im Sommer geht sie jeweils
für
fünf bis sieben Wochen nach Griechenland, wo die andere Tochter ein Haus hat (Urk. 6/134/46-54 S. 2 Ziff. 2.1
, S. 4 Ziff. 2.3
).
Dar
aus folgt, dass die Beschwerdeführerin durchaus über gewisse Ressource
n
ver
fügt.
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleich
mässigen Einschränkungen des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen ist festzuhalten, dass diesbezüglich keine gleichmässigen Ein
schränkungen bestehen. Die Beschwerdeführerin geht seit Jahren keiner beruf
lichen Tätigkeit nach und fühlt sich aufgrund ihrer körperlichen und psychi
schen Einschränkungen als auch wegen ihres Alters nicht mehr arbeitsfähig
(Urk. 6/134/46-54 S. 4 Ziff. 2.4, S. 6 Ziff. 3). Daneben zeigt die Beschwerde
führerin einige Aktivitäten im Tagesablauf und es lassen sich gute familiäre Kontakte
sowie
wenige soziale Kontakte mit zwei Freundinnen erheben. Zudem geht sie jeden Sommer jeweils fünf bis sieben Wochen nach Griechenland zu ihrer Tochter.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin bisher nicht psychiatrisch behandelt worden ist. Sie nimmt zwar ant
idepressive Medikamente ein
,
jedoch würden ihr dies
e
nach eigenen Angaben nicht helfen (Urk. 6/134/46-54 S. 3 Ziff. 2.1).
Somit liegt
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 8 S. 2
unten)
keine Therapieresistenz vor.
Daran ändert auc
h die Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin
schlimme Erinnerungen an den Suizid ihres Bruders hat, der psychiatr
isch behandelt
wurde
(Urk. 6/134/46-54 S. 3 Ziff. 2.1; vgl. Urk. 8 S. 2 unten).
Zudem ist die Beschwerdeführerin nicht motiviert, wieder einer regelmässigen Arbeitstätigkeit nachzugehen. Sie braucht einfach mehr Geld, um leben zu können (
Urk. 6/134/46-54
S. 4 Ziff. 2.4, S. 6 Ziff. 3). Diese Indizien lassen auf keinen erheblichen Leidensdruck schliessen.
5.10
Damit resultiert ein Gesamtbild, welches aus psychiatrischer Sicht nicht auf bedeutende funktionelle Beeinträchtigungen schliessen lässt. Die
von den Gut
achtern
in psychiatrischer Sicht
attestierte 50
%
ge Arbeitsfähigkeit
in ange
stammter und angepasster Tätigkeit (vorstehend
E. 5.7
) überzeugt
daher
ni
cht
.
Die Beschwerdeführerin verfügt über genügend Ressourcen, um wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Da die Arbeitsunfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes ist (Art. 6 ATSG), kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu, sondern sie nimmt hierzu Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (SVR 2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.
2; vgl. auch zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bun
desgerichts 8C_409/2017 vom 21. März 2018 E. 4.3 und E. 6.1
). Im vorliegen
den Fall ist insofern vom
Y._
-Gutachten abzuweichen, als dass fe
stgehalten werden kann, dass die
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
ist.
5.11
In Bezug auf den Bericht des Hausarztes Dr.
A._
vom März 2014 (vorstehend E. 4.1)
gilt das unter E.
5.5 Gesagte.
Zudem verfügt Dr.
A._
nicht über den entsprechenden Facharzttitel, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin fachärztlich zu beurteilen. Ausserdem legte er nicht näher dar, weshalb die Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll.
5.12
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht als dahingehend erstellt zu betrachten,
dass die
Beschwerdefüh
rerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
5.13
Es kann
damit
festgehalten werden,
dass
die Beschwerdeführerin
gesamthaft
weder aus somatischer noch
aus
psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
ist
, weshalb kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausge
wiesen ist.
Da mit dem Statuswechsel der Beschwerdeführerin ein Revisions
grund ausgewiesen ist, steht einer umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs ohne Bindung an frühere Beurteilungen nichts entgegen (vgl. vorstehend E. 5.2).
Die Beschwerdeführerin hat demnach keinen
Rentena
nspruch mehr
, dies führt
zur revisionsweisen Aufhebung der bisher ausgerichteten
V
iertelsrente
.
Da vorliegend
die Aufhebung der bishe
r ausgerichteten Rente
revisionsweise erfolgt
, kann
offengelassen werden, ob
auch eine Rentenaufhebung gestützt auf die
Schlussbestimmungen
der Änderung des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) vom 18. März 2011 möglich wäre.
Insbesondere braucht vorliegend nicht geprüft zu werden, ob die Diagnosen, welche zur
Rentenzu
sprache
geführt haben, zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndroma
len
Zustandsbildern ohne nachweisebare organische Grundlage gehört
en.
5.14
Die Aufhebung der bisher ausgerichteten
Rente
ist somit im Ergebnis nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
deführerin aufzuerlegen.