# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bc10da6-ef45-469f-88dc-41a64b71392b
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A.1. A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen)
wohnen mit ihren drei Kindern D (Jg. 2006), E (Jg. 2013) und F (Jg. 2015) in der eige-
nen Wohnung in G. Der Pflichtige, von Beruf nach eigener Bezeichnung "Banker" bzw.
"Bankangestellter", arbeitet zu 100% im Bereich "Alternative Investments, Hedge
Funds sowie Private Equity" für die Bank H in der Stadt Zürich, im Jahr 2016 zu einem
Nettolohn von Fr. 273'569.-. Die Pflichtige, US-amerikanische Staatsbürgerin, gründete
in den Jahren 2013 bis 2016 im US-Bundesstaat I insgesamt fünf Limited Liability
Companies (Gesellschaften mit beschränkter Haftung, LLCs) und liess diese im dorti-
gen Handelsregister eintragen (J LLC, Gründung am ... 2013; K LLC, Gründung
am... 2014; L LLC, Gründung am ... 2014; M LLC, Gründung am ... 2014; N LLC,
Gründung am ... 2016). Vier der fünf Gesellschaften kauften in den Jahren 2013 bis
Ende 2016 in eigenem Namen insgesamt 27 Liegenschaften (Einfamilienhäuser) in
den beiden Städten O und P, I, USA, und vermieteten diese in der Folge an Dritte (Pri-
vatpersonen). Die Kaufpreise für die Immobilien bewegten sich zwischen $ 5'000.-
(... Street, P) und $ 49'500.- (... Place, I) und betrugen im Durchschnitt knapp
$ 26'000.-. Die Firmen investierten in die Liegenschaften kurz nach dem jeweiligen
Kauf insgesamt rund $ 112'000.- (wertvermehrende, so genannte Anfangsinvestitio-
nen, "initial investments"). Die konsolidierte Erfolgsrechnung der fünf Gesellschaften
wies für das Geschäftsjahr 2016 einen Verlust von umgerechnet Fr. 13'144.-
(= $ 13'344.50) aus, bei Erträgen (ausschliesslich Mieteinnahmen) von Fr. 129'172.88
(= $ 131'134.-) und Ausgaben (u.a. Abschreibungen, Verwaltungskosten, Reisekosten,
Zinsen) von Fr. 142'318.- (= $ 144'479.-). Die Bilanz per 31. Dezember 2016 bestand
aktivseitig aus Immobilien (Kaufpreise zzgl. wertvermehrende Investitionen) im Wert
von $ 808'137.-. Die Passiven bestanden aus Hypothekardarlehen in Höhe von
$ 637'896.-. Das Eigenkapital betrug Ende 2016 konsolidiert $ 170'240.50. Insgesamt
fünf durch die LLCs beauftragte und lokal verankerte Immobilienverwaltungsfirmen
("property manager"; konkret: Q, R, S, T, U) kümmern sich um die Liegenschaften und
stellen dem Buchhalter V monatliche Abrechnungen zu, welche sämtliche Kosten und
Erträge der jeweiligen Liegenschaften enthalten. Die Verbuchung durch den Buchhalter
erfolgt jeweils nach Genehmigung durch die Firmeninhaberin bzw. die Pflichtigen.
Für die Geschäfte und Verbindlichkeiten, welche die Firmen in eigenem Na-
men eingehen, haften letztere – wie bereits aus der Bezeichnung "limited liability" her-
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vorgeht – ausschliesslich selber. Steuerrechtlich werden die fünf LLCs, obwohl sie im
Rahmen der Zivilrechtsordnung in eigenem Namen Verträge abschliessen, Eigentum
erwerben und Verpflichtungen eingehen, in den USA transparent behandelt: Sie rei-
chen keine eigene Steuererklärung ein und schulden demnach auch keine Körper-
schaftssteuern. Die Pflichtige deklariert und versteuert die Erträge und Aufwendungen
im Zusammenhang mit den 27 Liegenschaften in den USA bzw. im Bundesstaat I in
ihrer persönlichen Steuererklärung, wie wenn die Firmen nicht vorhanden wären. Nach
Aussage der Pflichtigen stand den LLCs ein gesetzlich verankertes Wahlrecht hinsicht-
lich deren steuerrechtlichen Qualifikation als eigene Rechtssubjekte zu. Hiervon mach-
ten die Firmen indessen keinen Gebrauch; sie erhielten deshalb automatisch von der
Gründung an den steuerrechtlichen Status "transparent".
2. Die Pflichtigen reichten die hiesige Steuererklärung für die Steuerperio-
de 2016 am 29. Oktober 2017 ein. Neben einem minimalen Wertschriftenertrag
(Fr. 150.-) führten sie bei den Einkünften den Eigenmietwert (abzüglich pauschaler
Unterhaltskosten von 1/5) der selbstbewohnten Wohnung in G von Fr. 19'280.-, den
erwähnten Lohn des Pflichtigen von Fr. 273'569.- sowie einen Ertrag aus anderen Lie-
genschaften von umgerechnet Fr. 10'312.- an. Bei letzterem handelt es sich betrags-
mässig um den konsolidierten Verlust der fünf LLCs, korrigiert um die Hypothekarzin-
sen (Verlust von Fr. 13'144.- zzgl. die im konsolidierten Abschluss der LLCs
enthaltenen Hypothekarzinsen von Fr. 23'457.-). Die Schuldzinsen für die amerikani-
schen Liegenschaften zogen die Pflichtigen im Schuldenverzeichnis in der entspre-
chenden Spalte wieder ab, was im Ergebnis dem Abzug des vollständigen ausländi-
schen (US-amerikanischen) Geschäftsverlusts (nach Abschreibungen, Reisekosten,
Drittverwaltungskosten, werterhaltenden Aufwendungen, Strom-, Wasser- und Abwas-
sergebühren, Liegenschaftensteuern etc.) gleichkam. Das steuerbare Einkommen be-
zifferten die Pflichtigen dergestalt auf Fr. 209'499.- (direkte Bundessteuer) bzw.
Fr. 201'099.- (Staats- und Gemeindesteuern).
Mit Auflage vom 14. September 2018 untersuchte der Steuerkommissär u.a.
die Umstände rund um den Ankauf und die Verwaltung der Liegenschaften in den USA
durch die erwähnten LLCs bzw. die Pflichtigen sowie die steuerliche Behandlung der
entsprechenden Tätigkeit durch den US-amerikanischen Fiskus. Zudem verlangte er
Belege betreffend den Abzug von Fr. 10'100.-, welchen die Pflichtigen im Zusammen-
hang mit der Fremdbetreuung ihrer Kinder in der Steuererklärung aufgeführt hatten. In
ihrer Auflageantwort vom 31. Dezember 2018 beschrieben die Pflichtigen ihre Tätigkei-
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ten rund um den Immobilienerwerb bzw. die Immobilienverwaltung in den USA und
nahmen insbesondere zur Frage Stellung, ob die Unternehmung(en) – bei Anwendung
des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG),
des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) und des Abkommens zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen
vom 2. Oktober 1996 (DBA-USA) – zu einer durch die Pflichtigen persönlich ausgeüb-
ten selbständigen Erwerbstätigkeit führte(n), oder ob ein Gewinn bzw. ein Verlust der
mit eigenständiger Rechtspersönlichkeit ausgestatteten LLCs allein letzteren zuzu-
rechnen sei. Zur Erhellung des Sachverhalts reichten die Pflichtigen die US-
amerikanische Steuererklärung 2016, eine als "general ledger" bezeichnete konsoli-
dierte, detaillierte Aufstellung über die Ein- und Ausgaben der LLCs sowie den durch
die Pflichtige als Alleininhaberin unterzeichneten Betriebsvertrag (so genanntes "ope-
rating agreement") der J LLC ins Recht. Mit Auflage vom 29. Januar bzw. Mahnung
vom 6. Mai 2019 stellte der Steuerkommissär weitere Fragen zu den Tätigkeiten der
Pflichtigen und der LLCs in den USA. Die Pflichtigen nahmen dazu mit E-Mail vom
7. Juni 2019 Stellung.
3. Am 11. Juli 2019 veranlagte das kantonale Steueramt die Pflichtigen für die
Steuerperiode 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 232'700.- (direkte Bun-
dessteuer) bzw. Fr. 224'300.- (Staats- und Gemeindesteuern), bei einem steuerbaren
Vermögen von Fr. 0.- (nur Staats- und Gemeindesteuern). Die Behörde rechnete dabei
im Ergebnis den mit den Immobilien in O und P zusammenhängenden, in den USA
erlittenen Geschäftsverlust in der Höhe von Fr. 13'144.- auf, mit der Begründung, es
handle sich bei den LLCs um eigenständige, mit einer schweizerischen GmbH ver-
gleichbare juristische Personen: Nur deren Ausschüttungen seien von den Inhabern
bzw. (vorliegend) von der Inhaberin zu versteuern. Schon gar nicht seien die Verluste
bzw. Schuldzinsen der LLCs bei den Pflichtigen selber abzugsfähig. Der Steuerkom-
missär strich den Pflichtigen des Weitern den geltend gemachten Fremdbetreuungsab-
zug von Fr. 10'100.-, welcher die Betreuung der Tochter E durch die Tagesstätte "W"
betraf. Die Kosten hierfür hatten sich im besagten Jahr auf insgesamt Fr. 12'054.- be-
laufen.
B. Die gegen die Veranlagung bzw. Einschätzung erhobene Einsprache wies
das kantonale Steueramt mit separaten Entscheiden vom 11. Dezember 2019 ab.
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C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 13. Januar 2019 beantragten die Pflichti-
gen, die Tätigkeit der LLCs in den USA sei als durch die Pflichtigen persönlich ausge-
übte selbständige Erwerbstätigkeit zu werten. Dies führe dazu, dass der im konsolidier-
ten Jahresabschluss ausgewiesene Geschäftsverlust bei den Pflichtigen vollumfänglich
von den – allesamt in der Schweiz erzielten – Einkünften in Abzug zu bringen sei. Dar-
über hinaus seien die Voraussetzungen für die Gewährung des Drittbetreuungskosten-
abzugs erfüllt, weil beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Das steuerbare
Einkommen sei aus diesen Gründen deklarationsgemäss auf Fr. 209'400.- (direkte
Bundessteuer) bzw. Fr. 201'000.- (Staats- und Gemeindesteuern) festzusetzen.
Das kantonale Steueramt schloss mit Beschwerde- und Rekursantwort vom
29. Januar 2020 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwal-
tung (ESTV) nahm zu diesen am 9. März 2020 Stellung, wobei sie ausdrücklich auf die
Stellung eines Antrags verzichtete.
Die Pflichtigen reichten am 14. Oktober 2020 eine weitere Stellungnahme ein,
unter Beilage von zahlreichen Unterlagen, u.a. Darlehens- bzw. Hypothekarverträgen
mit den Finanzierern der LLCs (Banken), Einzelabrechnungen der US-Immobilien-
verwaltungsfirmen, Mietverträgen der LLCs mit den Bewohnerinnen und Bewohnern
der Häuser per 31. Dezember 2016, Statuten und Betriebsverträgen der LLCs sowie
einzelnen Kaufverträgen.
Das kantonale Steueramt hielt mit Eingabe vom 15. September 2021 – sinn-
gemäss – an seinem Antrag auf Abweisung fest.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Eine Überprüfung der Praxis zur Parteibezeichnung der Steuerbehörden in
Rechtsmittelverfahren hat ergeben, dass generell der Kanton Zürich und nicht die
Schweizerische Eidgenossenschaft als Beschwerdegegner ins Rubrum aufzunehmen
ist. Das Rubrum ist entsprechend anzupassen.
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2. a) aa) Steuerbar sind bei natürlichen Personen alle Einkünfte aus einem
Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien
Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 18 Abs. 1 DBG
bzw. § 18 Abs. 1 StG). Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder
berufsmässig begründeten Kosten abgezogen (Art. 27 Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1
StG). Das Einkommen von Erbengemeinschaften wird den einzelnen Erben, das Ein-
kommen von einfachen Gesellschaften, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften den
einzelnen Teilhabern zugerechnet (Art. 10 Abs. 1 DBG bzw. § 8 Abs. 1 StG).
bb) Die körperschaftlich organisierten Personenverbindungen und die einem
besonderen Zweck gewidmeten und selbständigen Anstalten erlangen das Recht der
Persönlichkeit durch die Eintragung in das Handelsregister (Art. 52 Abs. 1 ZGB). Kei-
ner Eintragung bedürfen die öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten sowie
die Vereine, die nicht wirtschaftliche Zwecke verfolgen (Art. 52 Abs. 2 ZGB). Die(se)
juristischen Personen sind aller Rechte und Pflichten fähig, die nicht die natürlichen
Eigenschaften des Menschen, wie das Geschlecht, das Alter oder die Verwandtschaft
zur notwendigen Voraussetzung haben (Art. 53 ZGB). Die juristischen Personen sind
handlungsfähig, sobald die nach Gesetz und Statuten hierfür unentbehrlichen Organe
bestellt sind (Art. 54 ZGB). Die Organe sind berufen, dem Willen der juristischen Per-
son Ausdruck zu geben. Sie verpflichten die juristische Person sowohl durch den Ab-
schluss von Rechtsgeschäften als durch ihr sonstiges Verhalten (Art. 55 Abs. 1 und 2
ZGB). Das Bundesprivatrecht enthält nach Lehre und Rechtsprechung ein geschlosse-
nes System (Numerus clausus; Formenzwang) juristischer Personen. Vereine, Stiftun-
gen, Aktiengesellschaften, Kommanditaktiengesellschaften, Gesellschaften mit be-
schränkter Haftung und Genossenschaften; andere juristische Personen zu schaffen,
ist den Parteien verwehrt (Tuor/Schnyder/Schmid/Jungo, Das Schweizerische Zivilge-
setzbuch, 4. A., 2015, § 15 N 23). Nicht unter das ZGB im engeren Sinn, sondern unter
das OR fallen alle Personenverbindungen, die wirtschaftliche Zwecke verfolgen (Tu-
or/Schnyder/Schmid/Jungo, § 14 N 10; konkret: Aktiengesellschaft, Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Genossenschaft).
Juristische Personen als Gebilde mit eigener zivilrechtlicher Rechtspersön-
lichkeit werden auch steuerrechtlich als eigenständige Steuersubjekte behandelt
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 49 N 2
DBG, und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz,
4. A., 2021, § 54 N 3 StG). Anteile an juristischen Personen sind für die Zwecke der
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Einkommenssteuer als bewegliches Vermögen zu qualifizieren. Die Erträge aus sol-
chen Beteiligungen (Dividenden, Gewinnanteile) sind nach Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG
bzw. § 20 Abs. 1 lit. c StG steuerbar. Jahresgewinn bzw. Jahresverlust der juristischen
Person betrifft nur diese selber. Der einkommensmindernde Abzug von Verlusten der
juristischen Person ist bei den Anteilsinhaberinnen und Anteilsinhabern hingegen aus-
geschlossen.
b) aa) Bei einem ausländischen Sachverhalt beachtet die schweizerische
Steuerbehörde in der Regel die dadurch herbeigeführten Rechtswirkungen bzw. die
vermögensrechtlichen Folgen nach Sicht des anderen Staates, mit welchem der
Sachverhalt am ehesten zusammenhängt. Bewegt sich ein in der Schweiz Steuer-
pflichtiger in einem fremden Rechtsraum, so hat er sich dem dort herrschenden Werte-
system unterzuordnen und die einschlägigen Gesetze zu beachten. Vermögenszu- und
-abgänge hängen in aller Regel von den im anderen Staat herbeigeführten und dort
gerichtlich durchsetzbaren (u.a. zivilrechtlichen) Ansprüchen zusammen. Ausländische
juristische Personen werden im Einklang mit diesem Grundsatz nach ausdrücklicher
gesetzlicher Bestimmung den inländischen juristischen Personen gleichgestellt, denen
sie rechtlich oder tatsächlich am ähnlichsten sind (Art. 49 Abs. 3 DBG bzw. § 54 Abs. 3
StG). Diese Bestimmung ist auch dann auf ausländische juristische Personen anwend-
bar, wenn zwar keine Steuerpflicht in der Schweiz besteht, die Zuordnung zu einer
inländischen Rechtsform aber aus anderen Gründen notwendig ist (Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, Art. 49 N 39 DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 54 N 37 StG).
Bei der Würdigung sind rechtliche und allenfalls tatsächliche Gesichtspunkte zu prüfen.
Bei den rechtlichen Gesichtspunkten sind die typischen rechtlichen Merkmale auslän-
discher Erscheinungsformen mit denjenigen der inländischen juristischen Personen zu
vergleichen. Als mögliche zu vergleichende Kriterien kommen die Gewinn- und Ver-
lustverteilung, die Art der Beschlussfassung, die Vertretung der Gesellschaft bzw. der
Gesellschafter, die Zweckverfolgung, die Rechte und Pflichten der Gesellschafter so-
wie der Erwerb, die Übertragung und der Verlust der Mitgliedschaftsrechte in Betracht
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 49 N 38 DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Roh-
ner, § 54 N 36 StG).
bb) Zivilrechtlich hat eine LLC nach dem Recht des US-Bundesstaats I – so-
fern die Statuten (articles of organization) es nicht anders bestimmen – im Rahmen der
Verfolgung ihres Zwecks die gleichen Befugnisse wie eine natürliche Person, u.a. das
Recht, in eigenem Namen vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden, Mobilien und
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Immobilien zu erwerben, verkaufen und zu besitzen, Verträge abzuschliessen, Aktien
und Anteile anderer juristischer Personen zu kaufen, verkaufen und zu besitzen, Geld
auszuleihen und Investitionen zu tätigen, u.s.w. (vgl. Titel 23 Art. 18 Kapitel 2 Abs. 2
der Gesetzessammlung des Bundesstaats I). Die LLC wird durch mindestens eine na-
türliche Person gegründet, indem diese Statuten aufsetzt und sie im Büro des "Secre-
tary of State" registrieren lässt (Titel 23 Art. 18 Kapitel 2 Abs. 4 lit. a). Die LLC wird
durch ihre Mitglieder vertreten und geleitet, es sei denn, die Statuten sehen die Ernen-
nung eines Direktors ("managers") vor (Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 1 lit. a). Die Mit-
glieder ("members") dürfen einen Betriebsvertrag abschliessen, mit weitreichenden
Bestimmungen über die Befugnisse des Direktors (vgl. Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 1
lit. a), die Tätigkeit der LLC oder die Beziehung der LLC zu ihren Mitgliedern oder Di-
rektoren (soweit vorhanden; vgl. Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 5), die Finanzierung
(Titel 23 Art. 18 Kapitel 5 Abs. 2 lit. a Ziff. 1), etc. Mitglieder und Direktoren, Agenten
und Angestellte einer LLC sind nicht persönlich haftbar für Schulden der LLC, sei es
aus Vertrag oder ausservertraglicher Haftpflicht ("tort"; Titel 23 Art. 18 Kapitel 3 Abs. 3
lit. a).
c) Die zivilrechtliche Qualifikation im ausländischen Staat hat nach höchstrich-
terlicher Rechtsprechung indessen nicht in jedem Fall automatisch eine analoge steu-
erliche Qualifikation in der Schweiz zur Folge (BGr, 18. September 2015, 2C_894/2013
und 2C_895/2013, E. 3.1, mit zahlreichen Hinweisen, a.z.F.). Dies zeige sich insbe-
sondere mit Blick auf sogenannte hybride Gebilde, welche vielfach nach (ausländi-
schem) Zivilrecht als juristische Personen qualifiziert werden, jedoch steuerrechtlich –
auch nach ausländischem Steuerrecht – als transparent behandelt werden. So könne
beispielsweise eine LLC, obwohl sie zivilrechtlich überwiegend Charakteristiken einer
juristischen Person aufweist, nach amerikanischem Steuerrecht wählen, ob sie
transparent oder intransparent behandelt werden will. In Präzisierung des Urteils
2C_664/2013 vom 28. April 2014 hält das Bundesgericht daher fest, dass dann, wenn
bereits das Zivilrecht des Inkorporationsstaates die Qualifikation als juristische Person
verneine, eine solche nach Schweizer Steuerrecht ebenfalls nicht möglich sei. In den
übrigen Fällen erscheine es als sachgerecht, nach einem pragmatischen Methodenmix
vorzugehen, welcher einerseits von einem Vergleich der ausländischen Gesellschaft
oder Entität mit inländischen Gebilden ausgehe, dabei andererseits aber auch die
steuerliche Behandlung im Ausland als entscheidendes Element mitberücksichtige.
Doppelbesteuerungsrechtlich lasse sich dieser Ansatz mit dem Methodenartikel [des
einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommens, vorliegend Art. 23 DBA-USA] begrün-
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den. Mit dieser Vorgehensweise werde eine Doppelbesteuerung oder doppelte Nicht-
besteuerung zufolge Zurechnungskonflikten vermieden. Internrechtlich stützt das Bun-
desgericht den Methodenmix schliesslich auf die Auslegung von Art. 10 und Art. 49
Abs. 3 DBG, wobei die ausländische steuerliche Behandlung "ein wesentliches Ele-
ment des aus Schweizer Sicht vorzunehmenden Vergleichs des Gebildes" darstellt. Zu
einem ganz anderen Schluss kommt hingegen die Schweizerische Steuerkonferenz
(Vereinigung der schweizerischen Steuerbehörden, SSK). Gemäss einem vom Vor-
stand am 6. September 2011 genehmigten Papier sei aufgrund des internen Rechts
grundsätzlich davon auszugehen, dass eine amerikanische LLC – wie bereits der Na-
me nahelegt – am ehesten mit einer schweizerischen Gesellschaft mit beschränkter
Haftung (GmbH) nach Art. 772 ff. OR zu vergleichen sei. Der Vergleich gemäss dem
Ähnlichkeitsgrundsatz sei allerdings insofern schwierig, so die SSK, als das Gesell-
schaftsrecht in den USA von den Bundesstaaten geregelt werde und die gesetzlichen
Vorschriften zu einem grossen Teil dispositiver Natur seien, sodass die LLC in der Pra-
xis stark unterschiedlich ausgestaltet werden könne.
3. a) LLCs sind, wie gesehen, im Bundesstaat I wie hiesige juristische Perso-
nen mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet.
Die Pflichtigen haben sich erklärtermassen aus Haftungsgründen dafür ent-
schieden, das umfangreiche Liegenschaftenportefeuille in den Städten O und P nicht
in eigenem Namen, sondern über die von ihnen beherrschten Firmen J LLC, K LLC,
N LLC und L LLC zu halten. Dieser Entscheid erstaunt keineswegs, denn das gewählte
Geschäftsmodell – Erwerb von Liegenschaften unter hohem Einsatz von Fremdkapital
auf dem notorischermassen volatilen US-amerikanischen Markt für Niedrigpreis-
Immobilien – birgt ein ganz erhebliches Ausfallrisiko. Nur schon die Einstandspreise
der Immobilien belaufen sich auf kumuliert $ 694'343.- und übersteigen das aufge-
nommene Fremdkapital in Höhe von $ 637'896.- nur ganz knapp (Fremdfinanzierungs-
grad von fast 92%). Soweit aus den umfangreichen Akten ersichtlich, handelt es sich
bei den Hypotheken um klassische gesicherte Darlehen im europäischen Sinn und
nicht um so genannte "non recourse" Loans, bei welchen die Haftung des Hypothekar-
schuldners je nach Rechtslage im betroffenen Bundesstaat im Rahmen einer Zwangs-
verwertung auf den dannzumaligen Verkaufserlös begrenzt sein könnte (vgl. diverse
Darlehensverträge). Weiter fällt auf, dass die Pflichtigen aus ebendiesem Grund sorg-
fältig darauf geachtet haben, Unternehmens- und Privatsphäre auseinanderzuhalten:
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So lauten die Immobilienkaufs-, Miet- sowie Darlehensverträge durchwegs auf den
Namen der entsprechenden LLC (und nicht auf die Pflichtigen persönlich). Durch die
gewählte Vorgehensart waren die Pflichtigen haftungstechnisch gegen einen durchaus
möglichen (kurz- oder längerfristigen) Preisrückgang abgesichert. Bei steigenden Im-
mobilienpreisen winkte dagegen ein mehr oder minder ansehnlicher Kapitalgewinn. Die
Begrenzung der Haftung auf das durch die Anteilseigner eingebrachte Kapital ist eine
logische Folge der Ausstattung der juristischen Person mit einer eigenen Rechtsper-
sönlichkeit. In der Schweiz ist eine umfassende Haftungsbegrenzung auf das zur
Verfügung gestellte Kapital für natürliche Personen denn auch nicht zu haben, es
sei denn, letztere gründen eine juristische Person, an welcher sie sich beteiligen
und welche die ins Auge gefassten Geschäfte in eigenem Namen führt (vgl.
Meier-Hayoz/Forstmoser/Sethe, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 12.A., 2018, § 2
N 113). Eine Ausnahme von diesem Grundsatz zeigt sich einzig bei der (ansonsten
vorwiegend personenbezogenen) Kommanditgesellschaft in Bezug auf die an dieser
beteiligten Kommanditäre; indessen ist auch bei dieser Gesellschaftsform die Mitglied-
schaft eines unbeschränkt haftenden Komplementärs notwendig (Meier-Hayoz/Forst-
moser/Sethe, § 14 N 5). Im vorliegenden Kontext kommt im Rahmen der Beurteilung
der zivilrechtlichen Wesensart der LLCs aus Sicht der schweizerischen Rechtsordnung
dem Kriterium der Haftungsbegrenzung neben dem Kriterium der eigenen Rechtsper-
sönlichkeit eine zentrale Rolle zu.
Ins Auge springen weitere Merkmale, die vorliegend klar für die Einstufung der
streitbetroffenen LLCs als juristische Personen sprechen. Die Geschicke der LLCs
werden ausser bei der J nicht etwa – was für Personengesellschaften typisch wäre –
durch die Mitglieder selber gelenkt, sondern grundsätzlich statutarisch angeordnet
durch einen Direktor ("manager"; vgl. Titel 23 Art. 18 Kapitel 4 Abs. 1 lit. a der Geset-
zessammlung des Bundesstaats I i.V.m. mit den Statuten). Auffälligerweise sieht aller-
dings auch die Betriebsvereinbarung der J LLC einen Manager bzw. eine Managerin
vor, der durch die Gesellschafterversammlung abgesetzt werden kann. Drittorgan-
schaft ist ein typisches Merkmal einer Körperschaft (vgl. Meier-
Hayoz/Forstmoser/Sethe, § 2 N 141). Die Anteilseigner stimmen gemäss den Betriebs-
verträgen in der Gesellschafterversammlung nicht etwa nach Köpfen sondern nach
Nominalkapital ab ("member's interest"). Die laufenden Gewinne und Verluste der
LLCs werden, ausser bei der N LLC, zwar rechnerisch den Kapitalkonten der Anteils-
eigner (nota bene nach Kapitalanteil und nicht nach Köpfen) zugeschrieben, eine Aus-
zahlung ("distribution") erfolgt indessen erst zu einem späteren Zeitpunkt durch den
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Direktor bzw. die Direktorin und überdies nur, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind.
So sind Ausschüttungen von vornherein ausgeschlossen, solange das Verhältnis der
Verbindlichkeiten der Gesellschaft zum Eigenkapital weniger als 3:1 beträgt. Ausschüt-
tungen haben im Weitern zu unterbleiben, solange der Schuldendienst nach dem ge-
wöhnlichen Geschäftsverlauf gefährdet ist oder die Verbindlichkeiten der Gesellschaf-
ten grösser sind als die Aktiven. Dieses zweistufige Verfahren, welches sicherstellt,
dass Gewinne zunächst als Haftungssubstrat in der Firma verbleiben, stellt ein starkes
körperschaftliches Element der LLCs dar. Etwas anders präsentiert sich die Situation
interessanterweise bei der N LLC. Dort scheinen die Anteilseigner bis auf ihr Nominal-
kapital – ähnlich wie bei einem Bankkonto – ohne Zutun des Direktors bzw. der Direk-
torin über einen allfälligen positiven Saldo jederzeit verfügen zu können. Es ist dort
auch keine Einschränkung im Hinblick auf die Sicherstellung des Schuldendiensts oder
der Eigenkapitalquote statuiert. Nicht zuletzt deshalb dürften die Hypothekargläubiger
bei den zehn Liegenschaften, welche der N LLC gehören, auf persönliche Garantien
der Pflichtigen für allfällige ungedeckte Hypothekarschulden bestanden haben. Der
Bestand solcher (ansonsten nicht aktenkundigen) Garantien und, sollten sie in An-
spruch genommen werden, die Haftung hierfür im internen Verhältnis der Gesellschaf-
ter untereinander, werden im Betriebsvertrag ausdrücklich behandelt. Die unterschied-
lichen Regelungen zu den Ausschüttungen in den Betriebsverträgen zeigen den
grossen Spielraum auf, den die Gründer und Gründerinnen aufgrund der dispositiven
Natur des Rechts in der konkreten Ausgestaltung einer LLC geniessen. Der Umstand,
dass die Pflichtigen möglicherweise dritten Kreditgebern gegenüber separate, persönli-
che Garantien unterzeichnen mussten, unterstreicht letztlich den Respekt, den die Ei-
genständigkeit einer LLC im US-amerikanischen Rechtsverkehr offenbar geniesst. Die
entsprechenden Vereinbarungen mit Drittpersonen betreffen die N LLC jedenfalls im
Rahmen der US-amerikanischen Zivilrechtsordnung nicht direkt. Aus zivilrechtlicher
Sicht dürfte eine LLC – wie hier – aus den dargelegten Gründen im Einklang mit den
oben erwähnten Feststellungen der SSK in den allermeisten Fällen einer Körperschaft
und damit einer juristischen Person bzw. einer GmbH am nächsten kommen.
b) Neben dem (zivilrechtlichen) Ähnlichkeitsgrundsatz ist nach oben erwähnter
höchstrichterlicher Rechtsprechung auch der steuerrechtliche Status einer LLC im In-
korporationsstaat bedeutsam. Unstreitig werden die LLCs der Pflichtigen in den USA,
obwohl sie zivilrechtlich eine eigene Rechtspersönlichkeit aufweisen, transparent be-
steuert. Etwas anderes ergibt sich aus den aktenkundigen US-Steuererklärungen der
Pflichtigen nicht. Gewinn und Verlust eines Geschäftsjahrs werden jenseits des Atlan-
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tiks den Inhabern persönlich zugerechnet, wie wenn die Gesellschaft nicht existieren
würde. Insbesondere wird nach dortigem Steuerrecht nicht darauf Rücksicht genom-
men, wann die Ausschüttungen ("distributions") der LLCs den steuerpflichtigen natürli-
chen Personen tatsächlich zuflossen (bzw. überwiesen, ausbezahlt wurden).
Das Bundesgericht geht nach dem Wortlaut des bereits weiter oben zitierten
Urteils ohne vertiefte weitergehende Ausführungen davon aus, dass die hiesige Be-
handlung als juristische Person einer, in der USA steuerlich als transparent geltenden
LLC, in genereller Weise zu Doppelbesteuerungen bzw. doppelter Nichtbesteuerung
von Zuflüssen bei einer hier ansässigen natürlichen Person führen würde. Es ging da-
bei, soweit ersichtlich, von der Prämisse aus, dass ein entsprechender, durch blinde
Anwendung innerstaatlichen Schweizer Rechts entstehender Konflikt, trotz der um-
fangreichen einschlägigen Bestimmungen des DBA-USA, nicht dogmatisch korrekt erst
in einem zweiten Schritt (auf)gelöst würde. Denkbar ist in diesem Zusammenhang etwa
die Konstellation, in welcher eine hier aufgrund ihres Wohnsitzes ansässige natürliche
Person eine Ausschüttung ("distribution") als Dividende zu versteuern hätte, welche bei
derselben Person aufgrund des amerikanischen Durchgriffs auf die natürliche Person
(möglicherweise) bereits in der Vergangenheit als (US-amerikanischer Betriebsstätte-)
Gewinn erfasst worden sein könnte. In der Tat liegt eine dogmatisch korrekte, einfache
und zufriedenstellende Lösung dieses hypothetischen Einzelfalls auf den ersten Blick
nicht auf der Hand.
In der zu beurteilenden konkreten Fallkonstellation sind im Gegensatz zum
zitierten Präjudiz indessen lediglich Unternehmensverluste im Spiel. Das Doppelbe-
steuerungsrecht teilt lediglich das Besteuerungsrecht zu, enthält dagegen keine Regeln
zur Bemessung. Wie mit Gewinnungskostenüberschüssen zu verfahren ist, lässt sich
deshalb nur dem innerstaatlichen Recht entnehmen (vgl. etwa Zweifel/Beusch/Matte-
otti, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, 2015,
Art. 6 N 4 am Schluss). Dem Kriterium der Vermeidung einer Doppelbesteuerung auf-
grund des Methodenartikels des DBA-USA kommt bei der Auslegung der internen
(schweizerischen) steuerrechtlichen Bestimmungen vorliegend im Vergleich zum (zivil-
rechtlichen) Ähnlichkeitsgrundsatz deshalb nur geringes Gewicht zu. Bezeichnender-
weise würde eine starke Gewichtung der steuerlich transparenten Behandlung der
LLCs bzw. die Missachtung des Ähnlichkeitsgrundsatzes im vorliegenden Fall dazu
führen, dass die strittigen Verluste der LLCs im Kanton Zürich, wie von den Pflichtigen
beantragt, als Verluste aus selbständiger Erwerbstätigkeit bzw. Grundbesitz bei den
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Staats- und Gemeindesteuern in voller Höhe vom steuerbaren Einkommen der Pflichti-
gen abzugsfähig wären, ohne dass der Kanton Zürich in Zukunft nach eigenem Recht
von allfälligen Gewinnen aus selbständiger Erwerbstätigkeit bzw. Grundbesitz in den
USA profitieren würde. Das Steuergesetz (StG) sieht in der im fraglichen Steuerjahr
gültigen Fassung nämlich vor, dass ausländische Gewinnungskostenüberschüsse, wie
interkantonale Verluste, voll abzugsfähig sind (§ 5 Abs. 3 StG). Eine Kompensation
durch die Zuweisung zukünftiger ausländischer bzw. ausserkantonaler Gewinne ist im
Gegenzug nicht vorgesehen. Der Kantonsrat hat diese innerstaatliche Gesetzeslücke
erst ab Steuerperiode 2021 gestopft, indem er bei gewissen ausländischen Verlusten
den Vorbehalt anbrachte, dass sie ausschliesslich satzbestimmend zu berücksichtigen
seien. Das DBG enthält die entsprechende Regelung in Art. 6 Abs. 3 DBG schon län-
ger. Die durch das erwähnte Präjudiz vorgegebene "entscheidende" Gewichtung des
Umstands, dass die USA transparent besteuert, hätte somit unter Ausblendung des
Ähnlichkeitsgrundsatzes unter Umständen eine doppelte Nichtbesteuerung zur Folge,
dann nämlich, wenn die Pflichtigen die bereits abgezogenen Verluste in den USA vor-
tragen und mit zukünftigen Gewinnen verrechnen könnten, was zumindest vermu-
tungsweise der Fall sein dürfte. Eine solche, hier zumindest im Raum stehende doppel-
te Nichtbesteuerung trachtete das oberste Gericht durch seine Rechtsprechung aber
gerade zu vermeiden.
Eine Doppelbesteuerung droht den Pflichtigen mit ihren Immobiliengesell-
schaften in Zukunft nicht, auch wenn sich mit den Jahren statt den Verlusten die erhoff-
ten (Kapital-)gewinne aus dem Verkauf der erworbenen Liegenschaften einstellen soll-
ten. Zwar würden die entsprechenden Gewinne in der Schweiz nach innerstaatlichem
Steuerrecht bei den Pflichtigen zunächst als Dividenden einer GmbH erfasst (Art. 20
Abs. 1 lit. c DBG bzw. § 20 Abs. 1 lit. c StG). Das hiesige Besteuerungsrecht würde
indessen durch das DBA-USA in einem zweiten Schritt umgehend wieder aufgehoben:
Nach Art. 10 Abs. 4 DBA-USA bedeutet der Ausdruck "Dividenden" im Sinn des Ab-
kommens "Einkünfte aus Aktien oder anderen Rechten mit Gewinnbeteiligung sowie
aus sonstigen Gesellschaftsanteilen", die nach dem Recht des Vertragsstaates, aus
dem sie stammen, den Einkünften aus Aktien steuerlich gleichgestellt sind. Dividenden
stehen aus Sicht des Inkorporationsstaats USA aufgrund der transparenten Besteue-
rung gerade nicht zur Diskussion, weshalb die entsprechenden Einkünfte abkommens-
rechtlich unter den Begriff der übrigen Einkünfte fielen (Art. 21 DBA-USA), die aufgrund
der Ansässigkeit der Pflichtigen nur in der Schweiz besteuert werden könnten. Diese
übrigen Einkünfte stellen schliesslich Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen dar,
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welche abkommensrechtlich gemäss Art. 6 DBA-USA auf jeden Fall wiederum (aus-
nahmsweise) der Besteuerung am Belegenheitsort USA unterliegen. Wie es sich bei
anderen Gesellschaften verhält, die nicht mit Immobilien handeln, braucht vorliegend
nicht erörtert zu werden. Ob sich die vom Bundesgericht angeordnete "entscheidende"
Gewichtung der steuerlichen Behandlung im Inkorporationsstaat in dieser Absolutheit
halten lässt, erscheint indes mit Blick auf die Vielzahl von möglichen Sachverhaltsvari-
anten zumindest fraglich.
c) Wie gesehen, sind die Verluste der LLCs im Rahmen der Veranlagung der
Pflichtigen nicht zu berücksichtigen, da sie in Anwendung der schweizerischen Steuer-
rechtsordnung eine von den Pflichtigen unabhängige juristische Person bzw. juristische
Personen betreffen. Die Einspracheentscheide erweisen sich damit in dieser Hinsicht
als richtig und sind zu bestätigen.
4. a) Gemäss Art. 33 Abs. 3 DBG und § 31 Abs. 1 lit. j StG werden von den
Einkünften die nachgewiesenen Kosten, jedoch höchstens Fr. 10'100.- für die Drittbe-
treuung jedes Kindes, welches das 14. Altersjahr noch nicht vollendet hat und mit der
steuerpflichtigen Person, die für seinen Unterhalt sorgt, im gleichen Haushalt lebt, ab-
gezogen, soweit diese Kosten in direktem kausalem Zusammenhang mit der Erwerbs-
tätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfähigkeit der steuerpflichtigen Person stehen. Die
entsprechenden Kosten mindern das steuerbare Einkommen. Nachdem das kantonale
Steueramt eine Untersuchung durchgeführt hat, obliegt es den Pflichtigen, die aus ih-
ren Behauptungen Rechte ableiten, den Kausalzusammenhang zwischen Erwerbstä-
tigkeit und Drittbetreuungskosten durch eine substanziierte Sachdarstellung darzutun
und die Beweise hierfür beizubringen (allgemeine Beweislastregel).
b) Die Zahlungsbestätigung der Kindertagesstätte W in G weist für das Jahr
2016 einen Elternbeitrag von total Fr. 12'054.- für die Betreuung der Tochter E aus.
Aufgrund der Tarifordnung, welche einen Tagessatz von Fr. 120.- nennt, ist davon
auszugehen, dass E rund 100 Tage bzw. 200 Halbtage in der Kindertagesstätte weilte.
Der Pflichtige arbeitete zu 100 Prozent für die Bank H sowie für die LLCs und konnte
die Kinder zumindest teilweise während der Randzeiten, insbesondere am Abend und
in die Nacht hinein, betreuen. Entscheidrelevant ist, ob die Pflichtige unter diesen Um-
ständen aufgrund ihrer Tätigkeiten für die LLCs auf die Fremdbetreuung von E tags-
über, d.h. zu den offiziellen Betreuungszeiten der Kinderkrippe, angewiesen war.
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Die Pflichtige wendete pro 2016 rund 300 Arbeitsstunden für die LLCs auf,
wobei viele Arbeiten, wie z.B. Kreditverhandlungen, Besichtigungen von Liegenschaf-
ten, Treffen mit Immobilien-Vertretern sowie Behördengänge, vor Ort in den USA statt-
fanden. Sie hielt sich zu diesem Zweck – soweit sich die Reise aufgrund der
eingereichten Quittungen und der Parteibehauptungen rekonstruieren lässt – mit den
Kindern vom [Datum] (Flüge mit Zwischenhalt in X nach O) bis zum [Datum] (Rückga-
be eines Mietwagens am Flughafen O) rund zweieinhalb Monate an der Adresse ihrer
Eltern in O auf. Eine substanziierte Aufteilung der Gesamtstunden auf die USA und auf
die Schweiz liegt nicht vor. Allerdings ist davon auszugehen, dass in der Schweiz nur
ein geringer Aufwand anfiel, prüft die Pflichtige nach eigener Sachdarstellung doch
lediglich die Abrechnungen der Liegenschaftenverwalter sowie die Handwerker-
Rechnungen und kommuniziert mit dem Buchhalter V. Weitere Arbeiten erwähnen die
Pflichtigen in ihren Eingaben nicht. Als Beweismittel liegt ein E-Mail der Verwalterin Y
der Firma Z vor, mit der Dezemberabrechnung 2016 betreffend sieben Liegenschaften.
Die Tätigkeit der Pflichtigen in der Schweiz beschränkte sich auf Kontroll- und
Aufsichtsfunktionen, insbesondere gegenüber den Verwaltungsfirmen und dem Buch-
halter, die vermutungsweise hauptsächlich mittels E-Mail-Nachrichten abgewickelt
wurden. Die Pflichtige war in der Einteilung ihrer (wie gesehen, umfangmässig einge-
schränkten) Tätigkeit äusserst flexibel. Nur die Telefongespräche mussten aufgrund
der Zeitverschiebung von mehreren Stunden zu amerikanischen Bürozeiten geführt
werden. Eine allfällige Entlastung durch die Betreuung in der Kinderkrippe war damit
allerdings nur in den späten Nachmittagsstunden überhaupt denkbar. Das zeitintensive
Tagesgeschäft im Zusammenhang mit der Verwaltung der Einfamilienhäuser der LLCs
erledigten dagegen Verwaltungsfirmen vor Ort, die dafür im Geschäftsjahr 2016 im-
merhin mit insgesamt rund $ 21'000.- entschädigt wurden.
Den beweisbelasteten Pflichtigen gelingt es jedenfalls mit Blick auf die dünne
Faktenlage – insbesondere mangels substanziiertem Nachweis der aufgewendeten
Stunden – nicht, die Notwendigkeit der Betreuung von E durch die Kinderkrippe W
nachzuweisen. Beschwerde und Rekurs sind deshalb auch in diesem Punkt abzuwei-
sen.
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5. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Rechtsmittel abzuweisen. Aus-
gangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144
Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).