# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7f0c89c8-d03e-49b5-b562-72c8c1405322
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Anfechtung Kindesanerkennung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 30. November 2015 (FP130070-K)
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Rechtsbegehren:
der Klägerinnen (Urk. 1):
" I. Das Kindesverhältnis zwischen B._ (Beklagter 1), und dem Kind
C._ (Beklagter 2), das mit der Kindesanerkennung durch den Beklagten 1 vom 20. Oktober 2010 vor dem Zivilstandsamt Winterthur entstanden ist, soll aufgehoben werden.
II. Das zuständige Zivilstandsamt soll angewiesen werden, das  zwischen Beklagten 1 (Infostar-Nr. ...) und Beklagten 2 (Infostar-Nr. ...) bzw. die entsprechenden Beziehungs- und Abstammungsdaten dieser  im Schweizerischen Personenstandsregister (Infostar) und den  Belegen zu löschen.
III. Das zuständige kantonale Passbüro soll angewiesen werden, die auf den Beklagten 2 ausgestellten schweizerischen Ausweise (insbesondere den Reisepass und die Identitätskarte) einzuziehen.
IV. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
des Beklagten 1 (Urk. 47):
" 1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MWST) zu  der Klägerinnen."
des Beklagten 2 (Urk. 45):
" 1. Es sei daran festzuhalten, ein DNA-Gutachten zwischen dem Beklagten 1
und dem Beklagten 2 einzuholen bzw. durchzusetzen. 2. Im Übrigen sei die Klage abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3. Es sei dem Beklagten 2 die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen ausgangsgemäss zu Lasten
der Kläger oder des Beklagten 1."
Berichtigtes Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 30. November 2015: (Urk. 49, 52 bzw. 55 f.)
" 1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.00 die weiteren Auslagen betragen: Fr. 300.00 Dolmetscher
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Fr. 4'300.00 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 3. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden im Umfang von Fr. 1'000.–
dem Beklagten 1 und im Restbetrag vollumfänglich den Klägern 1 bis 3  solidarischer Haftbarkeit untereinander für ihren gesamten Kostenanteil auferlegt.
4. a) Die Kläger 1 bis 3 werden unter solidarischer Haftbarkeit untereinander für den gesamten Betrag verpflichtet, dem Beklagten 1 eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'800.– (MWSt inbegriffen) zu bezahlen.
b) Dem Beklagten 2 wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. [Schriftliche Mitteilung.]
6. [Rechtsmittelbelehrung.]"
Berufungsanträge:
der Berufungsklägerinnen (Urk. 54):
" I. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 30. November 2015, Ge-
schäfts-Nr. FP130070, in Sachen Gemeindeamt des Kantons Zürich, der Stadt Winterthur ZH und der Gemeinde A._ gegen B._, geb. tt.05.1952, von A._, und C._, geb. tt.mm.2010, von A._  Klage auf Anfechtung einer Kindesanerkennung sei vollumfänglich aufzuheben.
II. Das Kindesverhältnis zwischen B._ (Berufungsbeklagter 1), und dem Kind C._ (Berufungsbeklagter 2), das mit der Kindesanerkennung durch den Berufungsbeklagten 1 vom 20.10.2010 vor dem Zivilstandsamt  entstanden ist, soll aufgehoben werden.
III. Das zuständige Zivilstandsamt soll angewiesen werden, das  zwischen Berufungsbeklagten 1 (Infostar-Nr. ...) und  2 (Infostar-Nr. ...) bzw. die entsprechenden Beziehungs- und  dieser Personen im Schweizerischen Personenstandsregister (Infostar) und in den zugehörigen Belegen zu löschen.
IV. Das zuständige kantonale Passbüro soll angewiesen werden, die auf den Berufungsbeklagten 2 ausgestellten schweizerischen Ausweise ( den Reisepass und die Identitätskarte) einzuziehen.
V. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der . Einschliesslich der Prozesskosten des vorinstanzlichen Verfahrens."
des Berufungsbeklagten 1 (Urk. 63):
" 1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.
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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MWST) zu  der Klägerinnen und Berufungsklägerinnen 1, 2 und 3."
des Berufungsbeklagten 2 (Urk. 60)
" 1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Eventualiter sei die Sache an die erste Instanz zurückzuweisen zur
zwangsweisen Durchsetzung eines DNA-Gutachtens.
3. Dem Beklagten 2 und Berufungsbeklagten 2 sei die unentgeltliche  zu gewähren.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerinnen und Berufungsklägerinnen oder des Beklagten 1 und Berufungsbeklagten 1."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1.1. Beim Beklagten 2 bzw. Berufungsbeklagten 2 (fortan: Berufungsbeklagter 2)
handelt es sich um den am tt.mm.2010 geborenen Sohn von D._ (fortan:
Kindsmutter). Der Beklagte 1 bzw. Berufungsbeklagte 1 (fortan: Berufungsbeklag-
ter 1) und die Kindsmutter heirateten am 19. März 2004 im Kosovo und lebten
fortan zusammen in der Schweiz. Am 17. August 2009 wurde der Kindsmutter
folglich die Niederlassungsbewilligung erteilt. Rund zwei Monate später leitete der
Berufungsbeklagte 1 im Kosovo das Scheidungsverfahren ein, woraufhin die kin-
derlose Ehe mit Entscheid des kosovarischen Amtsgerichts E._ vom
2. Februar 2010 geschieden wurde (Urk. 9 S. 2; Urk. 26 S. 3).
1.2. Am tt.mm.2010 kam der Berufungsbeklagte 2 zur Welt, welcher vom Beru-
fungsbeklagten 1 am 20. Oktober 2010 beim Zivilstandsamt als sein Kind aner-
kannt wurde. Dadurch erhielt der Berufungsbeklagte 2 das Schweizer Bürgerrecht
(Urk. 26 S. 3). Knapp ein Jahr später, am 8. August 2011, widerrief das Migrati-
onsamt des Kantons Zürich die Niederlassungsbewilligung der Kindsmutter mit
der Begründung, dass sämtliche Indizien darauf hindeuten würden, dass es sich
bei der Ehe mit dem Berufungsbeklagten 1 um eine Scheinehe gehandelt habe
(Urk. 48/2 S. 6 f.). Den dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmitteln war kein Er-
folg beschieden (Urk. 9 S. 2). Letztlich hiess das Bundesgericht die Beschwerde
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der Kindsmutter mit Entscheid vom 13. März 2014 gut. Zwar würden die Sachver-
haltsfeststellungen, wonach die Kindsmutter eine Scheinehe eingegangen sei, als
durchaus rechtskonform erscheinen, dennoch sei ihr als sorgerechtsberechtigte
Mutter des Berufungsbeklagten 2 mit Schweizer Bürgerrecht das Aufenthaltsrecht
zu belassen (BGer 2C_303/2013 vom 13. März 2014, E. 2.3 und E. 3.6).
1.3. In der Zwischenzeit hatten der Berufungsbeklagte 1 und die Kindsmutter am
22. August 2012 um Durchführung des Vorbereitungsverfahrens für eine erneute
Eheschliessung ersucht (Urk. 3/1). Das Zivilstandsamt verweigerte seine Mitwir-
kung am Eheschliessungsverfahren. Die dagegen ergriffenen Rechtsmittel blie-
ben erfolgslos (Urk. 3/2, Urk. 9; BGer 5A_30/2014 vom 15. April 2014).
1.4. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2013 machten die Klägerinnen 1-3 ihre Klage
betreffend Anfechtung einer Kindesanerkennung beim Bezirksgericht Winterthur
(fortan: Vorinstanz) anhängig. Zur Begründung der Klage machten sie im Wesent-
lichen geltend, eine Vaterschaft des Berufungsbeklagten 1 könne mit an Sicher-
heit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Es handle sich um
eine Gefälligkeitsanerkennung zugunsten der Kindsmutter, die nicht der Regis-
terwahrheit entspreche (Urk. 1). Bezüglich des Verlaufs des erstinstanzlichen Ver-
fahrens kann auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden
(Urk. 49 S. 3 bzw. Urk. 55 S. 3). Mit Urteil vom 30. November 2015 wies die Vor-
instanz die Klage ab (Urk. 49 S. 21 bzw. Urk. 55 S. 21).
2. Die Klägerinnen 1-3 (fortan: Berufungsklägerinnen 1-3) erhoben gegen den
vorinstanzlichen Entscheid am 18. Januar 2016 fristgerecht Berufung (Urk. 50 und
Urk. 53 f.). Die Berufungsantwort des Berufungsbeklagten 2 datiert vom 25. Feb-
ruar 2016 (Urk. 60), diejenige des Berufungsbeklagten 1 vom 1. März 2016
(Urk. 63). Die Berufungsantworten wurden den Berufungsklägerinnen am 8. März
2016 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 64).
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II.
1. Die Vorinstanz wies die Klage im Wesentlichen mit der Begründung ab, dass
mit Blick auf das Kindeswohl die Interessen des Berufungsbeklagten 2 am Fort-
bestand der bisherigen Vaterschaft höher zu gewichten seien als die öffentlichen
Interessen der Berufungsklägerinnen an der Registerwahrheit, weshalb diesen die
Aktivlegitimation abzusprechen sei (Urk. 49 S. 17 ff. E. VI.2.1. ff.). Vor diesem
Hintergrund könne trotz Vorliegens einer unklaren Sachlage infolge strikter Ver-
weigerung eines DNA-Gutachtens durch den Berufungsbeklagten 1 von weiteren
Sachverhaltsabklärungen abgesehen werden (Urk. 49 S. 15 ff. E. VI.1.1 ff.).
2. Gegenstand der Berufung ist nebst der Zulässigkeit einer einfachen Streit-
genossenschaft durch die Berufungsklägerinnen 1-3 (vgl. nachfolgend E. II.3.)
und der Rechtzeitigkeit der Klage (vgl. nachfolgend E. II.4.) insbesondere die Fra-
ge, ob die Berufungsklägerinnen zur Klage legitimiert sind bzw. ob die Interessen
des Berufungsbeklagten 2 am Fortbestand der Vaterschaft höher zu gewichten
sind als die geltend gemachten Anfechtungsinteressen der Berufungsklägerinnen
(vgl. nachfolgend E. II.5.). Sodann stellt sich die Frage, ob der Beweis der Nicht-
vaterschaft des Berufungsbeklagten 1 rechtsgenügend erbracht ist bzw. erbracht
werden kann (vgl. nachfolgend E. II.6.). Auf die einzelnen Ausführungen der Par-
teien ist im Folgenden soweit einzugehen, als sie sich für die Entscheidfindung als
notwendig erweisen.
3. Einfache Streitgenossenschaft der Berufungsklägerinnen
3.1. Der Berufungsbeklagte 1 rügt, dass die Berufungsklägerin 1 und die Beru-
fungsklägerinnen 2 und 3 aufgrund unterschiedlicher Verfahrensarten keine einfa-
che Streitgenossenschaft bilden könnten, weshalb die Berufungsklägerin 1 die
beiden anderen Berufungsklägerinnen im Verfahren nicht gehörig vertreten könne
(Urk. 63 S. 4; Urk. 47 S. 3 f.). Die Berufungsklägerin 1 stütze ihre Legitimation auf
Art. 42 Abs. 2 ZGB, welcher Anspruch gemäss Art. 249 lit. a Ziff. 4 ZPO im sum-
marischen Verfahren beurteilt werde, während auf Verfahren betreffend die An-
fechtung einer Vaterschaftsanerkennung gemäss Art. 295 ZPO das vereinfachte
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Verfahren anzuwenden sei. Das Institut der einfachen Streitgenossenschaft nach
Art. 71 Abs. 2 ZPO setze zwingend voraus, dass für die einzelnen Klagen die
gleiche Verfahrensart zur Anwendung komme, weshalb eine einfache Streitge-
nossenschaft der Berufungsklägerin 1 mit den Berufungsklägerinnen 2 und 3
ausgeschlossen sei (Urk. 47 S. 3).
3.2. Schon aus dem Einleitungssatz der Klage vom 7. Oktober 2013 lässt sich
ableiten, dass die Berufungsklägerin 1 die Klage ausdrücklich auf Art. 260a Abs. 1
ZGB stützte. Auch aus der Klagebegründung ergibt sich nichts anderes (Urk. 1
S. 1 und S. 3, Prot. S. 12 f.). Wie bereits die Vorinstanz zu Recht festhielt, vermag
der blosse Hinweis der Berufungsklägerin 1 auf Art. 42 ZGB nichts daran zu än-
dern (Urk. 55 E. V.2.2.). So wollte die Berufungsklägerin 1 mittels Hinweis auf
Art. 42 ZGB lediglich verdeutlichen, dass sie als Aufsichtsbehörde im Zivilstands-
wesen der Registerwahrheit verpflichtet ist (Urk. 1 S. 3). Es ist der Vorinstanz da-
her beizupflichten, dass auch die Berufungsklägerin 1 und damit alle drei Beru-
fungsklägerinnen ihre Klage auf Art. 260a Abs. 1 ZGB abstützen, weshalb die Vo-
raussetzungen von Art. 71 ZPO ohne Weiteres erfüllt und die Berufungsklägerin-
nen als einfache Streitgenossenschaft im Verfahren zuzulassen sind (Urk. 55
E. V.2.2.).
4. Klagefrist
4.1. Der Berufungsbeklagte 1 macht weiter geltend, dass die einjährige, relative
Anfechtungsfrist gemäss Art. 260c Abs. 1 ZGB mit Bezug auf die Klage der Beru-
fungsklägerin 2 abgelaufen sei. Mit Verfügung vom 8. August 2011 habe das Mig-
rationsamt des Kantons Zürich die Niederlassungsbewilligung der Kindsmutter
widerrufen und in seinen Erwägungen bezweifelt, dass der Berufungsbeklagte 2
der Sohn des Berufungsbeklagten 1 sei. Die Verfügung sei der Einwohnerkontrol-
le Winterthur zugestellt worden, so dass die Berufungsbeklagte 2 bereits Mitte
August 2011 Kenntnis von den Umständen der Vaterschaftsanerkennung gehabt
habe. Die Einhaltung der in Art. 260c ZGB vorgesehenen Klagefristen sei mit Be-
zug auf die im Spiel stehenden Kindesinteressen streng auszulegen, weshalb die
am 8. Oktober 2013 erfolgte Klageeinreichung für die Berufungsklägerin 2 verspä-
tet erfolgt sei (Urk. 47 S. 9; Urk. 63 S. 4).
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4.2. Die Berufungsklägerinnen halten dem entgegen, dass von gesicherter
Kenntnis der Nichtvaterschaft des Berufungsbeklagten 1 erst habe gesprochen
werden können, nachdem die Berufungsklägerin 1 im Zusammenhang mit der von
der Kindsmutter und dem Berufungsbeklagten 1 erhobenen Zivilstandsbeschwer-
de weitere Abklärungen veranlasst habe, deren Ergebnisse der Berufungskläge-
rin 1 mit Bericht vom 14. Februar 2013 mitgeteilt worden seien. Der entsprechen-
de Bericht des Vertrauensanwalts der Schweizer Vertretung in Pristina sei in der
Folge auch den Berufungsklägerinnen 2 und 3 bekannt gemacht worden (Urk. 54
S. 2 und Urk. 1 S. 3 f.).
4.3. Die relative, einjährige Klagefrist nach Art. 260c Abs. 1 ZGB beginnt für Drit-
te zu laufen, wenn sie von der Kindesanerkennung Kenntnis erhalten sowie von
der Tatsache, dass der Anerkennende nicht der Vater des Kindes ist oder dass
ein anderer Mann der Mutter in der Zeit der Empfängnis beigewohnt hat (Art. 260c
Abs. 1 ZGB). Erforderlich ist sichere Kenntnis, blosse Zweifel an der Vaterschaft
oder Befürchtungen reichen nicht aus (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 260c
N 2). In jedem Fall ist die Klage vor Ablauf einer absoluten, fünfjährigen Frist seit
der Kindesanerkennung anzuheben (Art. 260c Abs. 1 ZGB).
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, mochte die Berufungsklägerin 2
aufgrund der Zustellung der Verfügung vom 8. August 2011 des Migrationsamts
des Kantons Zürich zwar erstmals Zweifel an der Vaterschaft des Berufungsbe-
klagten 1 gehabt haben, welche sich jedoch frühestens aufgrund der durch die
Berufungsklägerin 1 in Auftrag gegebenen Abklärungen erhärteten (Urk. 55
E. V.3.2.). Ob der Bericht der schweizerischen diplomatischen Vertretung im Ko-
sovo (Urk. 3/4) ausreicht, um den Anforderungen an eine gesicherte Kenntnis der
Nichtvaterschaft zu genügen, kann dahingestellt bleiben, datiert doch der Bericht
vom 14. Februar 2013 und erfolgte die Klage damit in jedem Fall rechtzeitig. Dass
die Berufungsklägerin 2 – abgesehen von der Verfügung des Migrationsamts des
Kantons Zürich vom 8. August 2011 – weitere Anhaltspunkte für eine Nichtvater-
schaft des Berufungsbeklagten 1 gehabt haben soll, wird vom Berufungsbeklag-
ten 1 nicht weiter dargetan. Es ist daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz
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festzuhalten, dass die Klage durch alle drei Berufungsklägerinnen rechtzeitig er-
folgte (Urk. 49 E. V. 3.2.).
5. Aktivlegitimation
5.1. In seinem Entscheid vom 16. März 2015 betreffend die Rechtmässigkeit des
von der Vorinstanz angeordneten DNA-Gutachtens liess das Bundesgericht be-
züglich der vorliegend zu beurteilenden Hauptsache die Frage offen, ob mit Blick
auf Art. 3 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) das
Klagerecht nach Art. 260a Abs. 1 ZGB nicht insofern einschränkend ausgelegt
werden müsse, als nicht unmittelbar Beteiligte wie beispielsweise die Grosseltern,
aber auch die Wohn- und Heimatgemeinde, eine Vaterschaftsanerkennung nur
dann sollen anfechten können, wenn dadurch das Wohl des Kindes nicht beein-
trächtigt wird. Eine allfällige Einschränkung des Klagerechts der Klägerinnen sei
indessen nicht im Beweisverfahren, sondern im Sachurteil zu prüfen (BGer
5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 3.2 f.; Urk. 26).
5.2. Vor diesem Hintergrund verneinte die Vorinstanz in ihrem Entscheid vom
30. November 2015 die Aktivlegitimation der Berufungsklägerinnen nach Vor-
nahme einer entsprechenden Interessenabwägung. So seien nach höchstrichter-
licher Rechtsprechung im Zusammenhang mit einer Kindesanerkennung die psy-
chosozialen und die materiellen Auswirkungen einer Aufhebung der Vaterschaft
als massgebendes Kriterium für das Kindeswohl zu würdigen, weshalb abzuwä-
gen sei, ob die Anfechtung des bestehenden Vaterschaftsverhältnisses oder aber
dessen Fortbestand im Interesse des Kindes liege. Insbesondere sei dabei dem
Interesse des Kindes, einen Vater zu haben, der Vorrang zu geben, wenn die Be-
gründung eines neuen Vaterschaftsverhältnisses als ungewiss erscheine oder
unsicher sei, dass das Kind eine positive Beziehung zum vermutlichen Erzeuger
herstellen könne. Das Interesse am Fortbestand des einmal vorhandenen Vater-
schaftsverhältnisses wiege umso gewichtiger, je mehr Zeit seit der Geburt ver-
gangen sei. Vorliegend handle es sich um einen fünfjährigen Jungen, der bei sei-
ner Mutter in Winterthur wohne und seit Sommer 2015 den Kindergarten besuche.
Auch wenn der Berufungsbeklagte 1 nicht im gleichen Haushalt lebe, sei eine ge-
wisse Vater-Kind-Beziehung zu bejahen. Dem sei beizufügen, dass der Beru-
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fungsbeklagte 1 sich auch zu monatlichen Unterhaltsbeiträgen in der Höhe von
Fr. 100.00 verpflichtet habe. Schlussfolgernd müsse das Interesse der Beru-
fungsklägerinnen am Prinzip der Registerwahrheit hinter dem Anspruch des Beru-
fungsbeklagten 2 auf eine unbeeinträchtigte körperliche und geistig-seelische
Entwicklung zurücktreten, weshalb die Legitimation der Berufungsklägerinnen zur
Anfechtung der Kindesanerkennung zu verneinen sei (Urk. 55 VI. 2.2.).
5.3.1. Die Berufungsklägerinnen rügen im Wesentlichen, es sei nicht zulässig,
für Klagen nach Art. 260a Abs. 1 ZGB die gleichen Voraussetzungen wie für sol-
che nach Art. 255 Abs. 1 ZGB bzw. Art. 256 ZGB zu fordern, da sich die Normen
grundlegend unterscheiden würden. Das Bundesgericht habe im fraglichen Ent-
scheid vom 16. März 2015 kein obiter dictum gesprochen, sondern lediglich eine
Frage aufgeworfen. Die Aberkennung der Sachlegitimation durch die Vorinstanz
würde darauf hinauslaufen, dass das in Art. 260a Abs. 1 ZGB ausdrücklich er-
wähnte Klagerecht der Heimat- und Wohnsitzgemeinde zum toten Buchstaben
verkäme (Urk. 54 S. 10).
5.3.2. Dem entgegnet der Berufungsbeklagte 1 in der Beschwerdeantwort vom
1. März 2016, die Vorinstanz habe in ihren detaillierten und nachvollziehbaren
Erwägungen festgehalten, dass mit Blick auf das Kindeswohl das Interesse des
Berufungsbeklagten 2 am Fortbestand der Vaterschaft zum Berufungsbeklagten 1
höher zu gewichten sei als deren Aufhebung, weshalb den Berufungsklägerinnen
die Aktivlegitimation abzusprechen sei. Die Vorinstanz stütze ihren Entscheid auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung, welche entgegen der Annahme der Beru-
fungsklägerinnen sehr wohl Anwendung finde. So könne aus dem Bundesge-
richtsentscheid vom 16. März 2015 klar abgeleitet werden, dass das Klagerecht
mit Rücksicht auf das Übereinkommen über die Rechte des Kindes einschrän-
kend ausgelegt werden könne und müsse. Dass die nicht unmittelbar Beteiligten
die Vaterschaftsanerkennung nur dann sollen anfechten können, wenn das Kin-
deswohl dadurch nicht beeinträchtigt werde, sei sehr wohl als obiter dictum zu
verstehen (Urk. 63 S. 9).
5.3.3. Für den Berufungsbeklagten 2 bringt die Kindsvertreterin in ihrer Be-
schwerdeantwort vom 25. Februar 2016 im Wesentlichen vor, dass der Beru-
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fungsbeklagte 2 im Falle einer Beseitigung der Registervaterschaft mittelfristig va-
terlos würde. Ob diese mittelfristige Vaterlosigkeit mit der Feststellung einer biolo-
gischen Vaterschaft beseitigt werden könne oder ob diese in eine definitive Vater-
losigkeit münde, könne heute nicht gesagt werden. Auch nur das minimale Risiko
einer definitiven Vaterlosigkeit dürfe aus Sicht des Kindes nicht eingegangen wer-
den (Urk. 60 S. 4).
5.4.1. Art. 260a Abs. 1 ZGB sieht vor, dass eine Vaterschaftsanerkennung von
jedermann angefochten werden kann, der ein Interesse hat. Explizite Erwähnung
finden nebst der Mutter und dem Kind als direkt Betroffene auch die Wohnsitz-
und Heimatgemeinde. Bisher hat sich das Bundesgericht nicht dazu geäussert, ob
und inwiefern die Klageberechtigung von nicht unmittelbar Beteiligten nach
Art. 260a Abs. 1 ZGB mit Blick auf das Kindeswohl einschränkend ausgelegt wer-
den muss. Im bereits erwähnten Entscheid vom 16. März 2015 nahm das Bun-
desgericht auf seine bisherige Rechtsprechung zu Art. 256 ff. ZGB Bezug, wo-
nach in Fällen, in denen die zuständige Behörde einen Beistand bestelle, der für
das Kind eine Anfechtungsklage erheben solle, die Interessen des Kindes an der
Aufrechterhaltung des Kindsverhältnisses zu berücksichtigen seien. So könne die
Rechtsprechung im Weiteren auch die Interessen des Kindes, die gegen die Auf-
hebung des Kindesverhältnisses zum Vater sprechen, in die Beurteilung der wich-
tigen Gründe miteinbeziehen, die eine Anfechtung nach Ablauf der absoluten Kla-
gefrist zu rechtfertigen vermögen. Es stelle sich daher die Frage nach einer ein-
schränkenden Auslegung des Klagerechts nach Art. 260a Abs. 1 ZGB der nicht
unmittelbar Beteiligten mit Blick auf das Übereinkommen über die Rechte des
Kindes, insbesondere im Licht von Art. 3 KRK (BGer 5A_745/2014 vom 16. März
2015, E. 3.2.).
5.4.2. Die Zulassung eines weiten Personenkreises zur Anfechtungsklage nach
Art. 260a Abs. 1 ZGB wird in der Lehre zum Teil kritisiert, lasse diese doch allfälli-
ge Interessen des Kindes an der Aufrechterhaltung einer sozialen Eltern-Kind-
Beziehung zum Anerkennenden völlig unberücksichtigt (BSK ZGB I-Schwen-
zer/Cottier, Art. 260a N 7). So bestünden zwischen ehelichen und aussereheli-
chen Kindern bezüglich der Anfechtung der Vaterschaft erhebliche Unterschiede.
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Während die Vaterschaft des Ehemannes nach Art. 256 Abs. 1 ZGB grundsätzlich
nur von ihm selbst und unter sehr engen Voraussetzungen vom Kind angefochten
werden könne, würden beim durch nachträgliche Ehe legitimierten Kind als An-
fechtungsberechtigte die Mutter sowie die Heimat- und Wohnsitzgemeinde des
Ehemannes hinzutreten (Art. 259 Abs. 2 ZGB). Die Anerkennung eines ausser-
ehelichen Kindes hingegen könne nach Art. 260a Abs. 1 ZGB von jedermann an-
gefochten werden, der ein Interesse habe. Hier würden beispielsweise rein finan-
zielle Interessen, wie jene potentieller Erben des Anerkennenden, ausreichen, um
ein Anfechtungsinteresse zu begründen. Daraus werde deutlich, dass das
Schweizerische ZGB die eheliche Vaterschaft letztlich als schützenswerter erach-
te als die nichteheliche. Aus Gründen des Kindeswohls könne eine solche unter-
schiedliche Ausgestaltung der Sachlegitimation in der heutigen Zeit kaum mehr
gerechtfertigt erscheinen (Schwenzer, die UN-Kinderrechtskonvention und das
Schweizerische Kindesrecht, in: AJP 1994 S. 817, 820; Schwenzer, Familienrecht
und gesellschaftliche Veränderungen, in: FamPra.ch 2014 S. 966, 974).
5.4.3. Einer einschränkenden Auslegung der Klagelegitimation steht vorab der
klare Wortlaut von Art. 260a Abs. 1 ZGB entgegen, wonach zur Anfechtung der
Vaterschaft ausdrücklich jedermann berechtigt ist, der ein Interesse hat. Das
Bundesgericht selbst hielt im erwähnten Entscheid vom 16. März 2015 fest, dass
das Klagerecht der namentlich in Art. 260a Abs. 1 ZGB ausdrücklich genannten
Wohnsitz- und Heimatgemeinde unbedingt und unabhängig von einem unmittel-
baren Interesse an der Beseitigung der Anerkennung bestehe und den Gemein-
den vor allem die Möglichkeit bieten soll, gegen missbräuchliche und dabei insbe-
sondere gegen Anerkennungen vorzugehen, die einzig bezwecken, dem minder-
jährigen ausländischen Kind das Schweizer Bürgerrecht zu verschaffen (BGer
5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 3.1.). In der Botschaft betreffend den Beitritt
der Schweiz zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes vom 29. Juni 1994
heisst es mit Bezug auf die in der Lehre kritisierte Unterscheidung der ehelichen
und nicht ehelichen Kinder sodann, dass der Grundsatz der Rechtsgleichheit
auch für das schweizerische Familienrecht massgebend sei. Von der sozialen Si-
tuation des Kindes her liessen sich jedoch die heute unterschiedlichen Regelun-
gen für die Feststellung und Anfechtung des Kindsverhältnisses väterlicherseits,
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je nachdem ob das Kind ehelich oder ausserehelich geboren sei, kaum vermei-
den. Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass die schweizerische
Rechtsordnung dem Anliegen des Übereinkommens über die Rechte des Kindes
genüge (BBl 1994 V 1, 24 f.). Im Übrigen hielt das Bundesgericht in seinem Ent-
scheid vom 16. März 2015 lediglich fest, es könnte sich die Frage stellen, ob mit
Rücksicht auf die Konvention über die Rechte des Kindes das Klagerecht nach
Art. 260a Abs. 1 ZGB einschränkend ausgelegt werden müsse. Es verwies insbe-
sondere auf Siehr und Wolf. Wolf ist zu entnehmen, Art. 3 KRK sei Auftrag an den
Gesetzgeber und die Praxis, dem in der Schweiz unbestrittenen Grundsatz des
Kindeswohls Nachachtung zu verschaffen (Wolf, Die UNO-Konvention über die
Rechte des Kindes und ihre Umsetzung in das Schweizerische Recht, in: ZBJV
134/1998 S. 113, 132 ff.). Siehr hält dafür, jedenfalls wenn Mutter, Kind und der
Anerkennende zusammenlebten, dürften andere Personen dieses Zusammenle-
ben nicht durch eine Klage beeinträchtigen. Nur so könne Art. 3 KRK verwirklicht
werden (Siehr, Grosseltern im Privatrecht, FS Hausheer, 2002, S. 159, 161). Vor-
liegend leben Anerkennender und Kind nicht zusammen. Hingegen besteht an der
Anfechtung missbräuchlicher Kindsanerkennungen ein öffentliches Interesse und
ist zu dessen Verwirklichung ein ausdrückliches, gesetzliches Klagerecht der
Wohnsitz- und Heimatgemeinde vorgesehen. Dass die Klagelegitimation der Be-
rufungsklägerinnen vor diesem Hintergrund einer Interessenabwägung standzu-
halten hat, lässt sich damit nicht herleiten.
5.4.4. Selbst wenn aber eine Interessenabwägung vorzunehmen wäre, so wäre
dazu in erster Linie auf die Aussagen der Kindsmutter und des Berufungsbeklag-
ten 1 abzustellen. Beide gaben zu den persönlichen Verhältnissen des Beru-
fungsbeklagten 2 zu Protokoll, dass der Berufungsbeklagte 2 seit Sommer 2015
in der Nähe des Wohnorts der Kindsmutter an der ...-Strasse in den Kindergarten
gehe (Vi-Prot. S. 26 und S. 34). Der Berufungsbeklagte 1 sehe den Berufungsbe-
klagten 2 regelmässig unter der Woche und auch am Wochenende (Vi-Prot. S. 25
und S. 33). Er betreue den Berufungsbeklagten 2 ab und zu auch alleine und ge-
he mit ihm auf den Spielplatz (Vi-Prot. S. 25 und S. 33). Ausserdem würden sie
alle zusammen Ausflüge unternehmen, zum Beispiel gemeinsam Schiff fahren, zu
Mc Donald's oder spazieren gehen (Vi-Prot. S. 22, S. 25 und S. 34). Der Beru-
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fungsbeklagte 2 sei ein aufgestelltes, lebendiges Kind (Vi-Prot. S. 25 und S. 34).
Zur Zeit lerne er Fahrrad fahren (Vi-Prot. S. 26 und S. 34). Er habe gerne Wasser,
fahre Kickboard/Trottinett und interessiere sich für Autos (Vi-Prot. 25 ff. und S. 34
f.). Ausserdem spreche er gut deutsch (Vi-Prot. S. 25 und S. 34). Im Rahmen ei-
nes Unterhaltsvertrags habe sich der Berufungsbeklagte 1 verpflichtet, monatlich
Fr. 100.– an die Kosten des Berufungsbeklagten 2 zu bezahlen. Darüber hinaus
kaufe er dem Berufungsbeklagten 2 manchmal auch etwas (Vi-Prot. S. 27 und
S. 34 f.).
Gestützt auf die allgemein gehaltenen Aussagen der Kindsmutter und des
Berufungsbeklagten 1 lässt sich eine gefestigte, gelebte Vater-Kind-Beziehung
zwischen Letzterem und dem Berufungsbeklagten 2 kaum erstellen. Seltsam mu-
tet bereits an, dass der Berufungsbeklagte 1 nicht mit der Kindsmutter und dem
Berufungsbeklagten 2 zusammenlebt, obwohl sowohl der Berufungsbeklagte 1 als
auch die Kindsmutter zu Protokoll gaben, in einer Partnerschaft zu sein (Vi-Prot.
S. 22 und S. 33), und sie offenbar ein zweites Mal heiraten wollten. Abgesehen
davon mag der Berufungsbeklagte 1 zwar ab und zu auf den Berufungsbeklag-
ten 2 aufpassen oder diesen und die Kindsmutter besuchen. Fixe, regelmässige
Betreuungszeiten übernimmt er jedoch keine. Weder übernachte der Berufungs-
beklagte 2 bei ihm (Vi-Prot. S. 25) noch koche er für ihn, das übernehme die Mut-
ter (Vi-Prot. S. 27). Entsprechend konnte der Berufungsbeklagte 1 beispielsweise
keine Angaben zum Lieblingsessen des Berufungsbeklagten 2 (Vi-Prot. S. 27 und
S. 35) oder zu dessen Lieblingsbuch (Vi-Prot. S. 26 und S. 35) machen. Auch
wusste er nicht, dass der Berufungsbeklagte 2 schon einmal wegen Bein- und
Bauchschmerzen im Notfall war (Vi-Prot. S. 25 und S. 34). Wenn sich auch nicht
gänzlich von der Hand weisen lässt, dass der Berufungsbeklagte 1 über gewisse
Entwicklungsschritte des Berufungsbeklagten 2 zum Beispiel im Schwimmen oder
Fahrradfahren im Bild ist, kann die eher lose soziale Bindung zwischen ihm und
dem Kind nicht ausreichen, das öffentliche Interesse der Berufungsklägerinnen an
der Verhinderung rechtsmissbräuchlicher Kindsanerkennungen zu überwiegen,
zumal die konstante Weigerung des Berufungsbeklagten 1 zur Mitwirkung bei ei-
nem DNA-Gutachten an Rechtsmissbrauch grenzt. Daran vermag weder der Um-
stand etwas zu ändern, dass der Berufungsbeklagte 1 regelmässige, in der Höhe
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praktisch vernachlässigbare Unterhaltsbeiträge leistet, noch die Tatsache, dass
der Berufungsbeklagte 2 durch eine Aufhebung der Beziehung zum Berufungsbe-
klagten 1 vaterlos werden könnte. Immerhin wäre für den Fall des Nachweises
der Nichtvaterschaft des Berufungsbeklagten 1 die Kindsmutter ohne Weiteres in
der Lage, dem Berufungsbeklagten 2 offenzulegen, wer als Vater noch in Frage
käme. Letztlich hätte in diesem Fall vor allem sie eine andauernde Vaterlosigkeit
des Berufungsbeklagten 2 zu verantworten.
5.5. Zusammenfassend ist damit die Aktivlegitimation der Berufungsklägerinnen
entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen zu bejahen und im Folgenden zu
prüfen, ob die Nichtvaterschaft des Berufungsbeklagten 1 durch die Berufungs-
klägerinnen 1-3 rechtsgenügend nachgewiesen ist.
6. Nachweis der Nichtvaterschaft
6.1. Gemäss Art. 260b Abs. 1 ZGB hat der Kläger zu beweisen, dass der Aner-
kennende nicht der Vater des Kindes ist. Dabei kann er sowohl den Nachweis
fehlender Beiwohnung erbringen als auch den direkten Beweis der Nichtvater-
schaft durch ein naturwissenschaftliches Gutachten. Der Beweis, dass die Vater-
schaft weniger wahrscheinlich ist als diejenige eines Dritten, reicht als Beweis-
mass nicht aus. Der sichere Beweis der Nichtvaterschaft wird heute in der Regel
mittels eines erbbiologischen Gutachtens erbracht. Dieses nimmt den zentralen
Platz im Abstammungsprozess ein, wobei jede Partei Anspruch auf Durchführung
derjenigen Untersuchung hat, die nach dem Stand der Wissenschaft die streitige
Abstammung mit genügender Sicherheit zu klären vermag. In der Schweiz ist dies
das DNA-Gutachten (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 260b N 4 und Art. 254
N 6 ff.). Aus diesem Grund verpflichtet Art. 296 Abs. 2 ZPO für die Aufklärung der
Abstammung die Parteien und Dritte, an entsprechenden Untersuchungen mitzu-
wirken, die nötig und ohne Gefahr für die Gesundheit sind. Die Bestimmungen
über die Verweigerungsrechte der Parteien und von Dritten sind in diesem Zu-
sammenhang nicht anwendbar, so dass die DNA-Probe zwingend durchzuführen
ist. Dabei hat das Bundesgericht bis heute offen gelassen und ist in der Lehre
umstritten, ob auch eine zwangsweise Durchsetzung mittels körperlichen Zwangs
erlaubt ist, oder ob nur mittelbare Sanktionen wie Ungehorsamsstrafen nach Pro-
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zessrecht oder nach Art. 292 StGB in Frage kommen sollen. Während Art. 167
Abs. 1 lit. c ZPO bei ungerechtfertigter Weigerung durch Dritte die zwangsweise
Durchsetzung ausdrücklich vorbehält, sieht Art. 164 ZPO bei ungerechtfertigter
Weigerung einer Partei lediglich die Berücksichtigung im Rahmen der Beweis-
würdigung vor. Da der Zwangsvollzug einer DNA-Probe mittels körperlichen
Zwangs einen Eingriff in die persönliche Freiheit des Betroffenen darstellt (Art. 10
BV), ist er somit für die Mitwirkungsverweigerung von Parteien infolge fehlender
gesetzlicher Grundlage grundsätzlich abzulehnen. Jedenfalls können weder der
blosse Ausschluss der Verweigerungsrechte in Art. 296 Abs. 2 ZPO noch eine
analoge Anwendung von Art. 167 Abs. 1 lit. c ZPO als gesetzliche Grundlage im
Sinne von Art. 36 BV genügen (vgl. BSK ZPO-Steck, Art. 296 N 25; ZK ZPO-
Schweighauser, Art. 296 N 29; Pfänder Baumann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 296
N 4; BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 254 N 20).
6.2. Mit Verfügung vom 7. Februar 2014 ordnete die Vorinstanz nach vorgängi-
ger Anhörung der Parteien (Urk. 16, 18 ff.) beim Institut für Rechtsmedizin der
Universität Zürich die Einholung eines DNA-Gutachtens an und wies den Beru-
fungsbeklagten 1 unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Unter-
lassungsfalle an, sich einem Wangenschleimhautabstrich zu unterziehen
(Urk. 21). Der Berufungsbeklagte 1 setzte sich dagegen durch alle Instanzen er-
folglos zur Wehr (Urk. 24 ff.). Trotzdem verweigerte er in der Folge seine Mitwir-
kung und blieb dem Aufgebot des Instituts für Rechtsmedizin zur Speichelent-
nahme unentschuldigt fern (Urk. 31). Die Vorinstanz erstattete dementsprechend
Strafanzeige beim zuständigen Stadtrichteramt (Urk. 34). Mit Strafbefehl vom
27. Juli 2015 wurde der Berufungsbeklagte 1 wegen Ungehorsams gegen eine
amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB mit einer Busse von Fr. 200.– be-
straft (Urk. 37). Durch sein beharrliches Weigern verunmöglichte der Berufungs-
beklagte 1 damit letztlich den sicheren Beweis seiner Vater- bzw. Nichtvater-
schaft.
Verweigert eine Partei, wie vorliegend der Berufungsbeklagte 1, seine Mit-
wirkung in unberechtigter Weise, hat dies wie dargelegt grundsätzlich zur Folge,
dass ihr Verhalten bei der Beweiswürdigung berücksichtigt wird (Art. 164 ZPO).
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Trotzdem darf eine Mitwirkungsverweigerung nicht zu einer Umkehr der Beweis-
last führen. Zwar kann in der ungerechtfertigten Ablehnung der Mitwirkung ein In-
diz für das Bestehen jener Tatsache erblickt werden, die durch die Mitwirkung hät-
te bewiesen werden sollen. Trotzdem darf das Gericht nicht ohne Weiteres davon
ausgehen, die Tatsachenbehauptungen der Gegenpartei seien folglich wahr, wür-
de dies doch auf eine Fiktion hinauslaufen, die mit dem Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung im Sinne von Art. 157 ZPO kaum vereinbar wäre. So verbietet es
das Prinzip der freien Beweiswürdigung, aus der Verweigerung der Mitwirkung
automatisch auf den Nachweis der Tatsache zu schliessen, die anhand der Mit-
wirkung hätte bewiesen werden sollen (ZK ZPO-Hasenböhler, Art. 164 N 5 f.).
Damit kann allein gestützt auf die Mitwirkungsverweigerung des Berufungsbeklag-
ten 1 letztlich nicht der Schluss gezogen werden, dass er nicht der Vater des Be-
rufungsbeklagten 2 ist, auch wenn dieser Schluss sehr nahe liegt. Dies muss um-
so mehr gelten, als eine solche Beweiswürdigung nicht zuletzt vor allem auch für
den Berufungsbeklagten 2 Auswirkungen hätte.
6.3. Die Berufungsklägerinnen 1-3 machen geltend, es handle sich bei einem
gewissen F._ um den leiblichen Vater des Berufungsbeklagten 2. Die Abklä-
rungen hätten ergeben, dass F._ schon zum Zeitpunkt der Geburt des Beru-
fungsbeklagten 2 in der Republik Kosovo als Ehegatte der Kindsmutter galt, wes-
halb der Berufungsbeklagte 2 von Geburt an rechtlich und tatsächlich als Kind von
F._ gelte (Urk. 54 S. 7). Sie stellen zur Untermauerung ihrer Behauptung auf
einen Bericht des Vertrauensanwaltes der Schweizer Vertretung in Pristina vom
14. Februar 2013 ab (Urk. 3/4). Weitere Beweismittel, wie beispielsweise eine ko-
sovarische Heiratsurkunde oder einen Auszug aus dem kosovarischen Zivil-
standsregister, brachten sie keine bei. Dem entgegen bestritt die Kindsmutter, mit
F._ verheiratet zu sein, und sagte weiter aus, mit diesem auch keinen Ge-
schlechtsverkehr gehabt zu haben (Vi-Prot. S. 32 f.).
Wie schon von der Vorinstanz zutreffend festgehalten, handelt es sich beim
genannten Bericht vom 14. Februar 2013 um kein verwertbares Beweismittel. Ab-
gesehen davon, dass den Parteien gemäss Art. 155 Abs. 3 ZPO bei Beweisab-
nahmen ein Teilnahmerecht zukommt, beinhaltet der Bericht eine Vielzahl von
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Personenaussagen, die den Anforderungen der Zivilprozessordnung an eine
Zeugeneinvernahme gemäss Art. 169 ff. ZPO oder an eine schriftliche Auskunft
nach Art. 190 Abs. 2 ZPO nicht genügen. Während bei einer Zeugenbefragung
bereits die Belehrung des Zeugen nach Art. 171 Abs. 1 ZPO Gültigkeitsvoraus-
setzung bildet, sind schriftliche Auskünfte von Privatpersonen die Ausnahme und
insbesondere in Fällen ungeeignet, wo die Unbefangenheit der Auskunftsperson
unklar ist oder den zu klärenden Fragen besondere Bedeutung zukommet (ZK
ZPO-Weibel/Naegeli, Art. 171 N 4 und Art. 190 N 10). Selbst wenn man aber
trotzdem noch auf den von den Berufungsklägerinnen beigebrachten Bericht ab-
stellen wollte, ergäbe sich auch daraus kein genügender Beweis für die Nichtva-
terschaft des Berufungsbeklagten 1, wies doch insbesondere der angebliche Va-
ter, F._, eine Vaterschaft zum Berufungsbeklagten 2 ausdrücklich von sich
(Urk. 3/4 S. 3).
6.4. Soweit die Berufungsklägerinnen und der Berufungsbeklagte 2 vorbringen,
es stelle sich die Frage, ob die Vorinstanz gestützt auf die Offizialmaxime nicht
hätte versuchen müssen, für den mutmasslichen Vater im Kosovo, F._, einen
DNA-Test anzuordnen (Urk. 54 S. 8, Urk. 60 S. 4), hat die Vorinstanz von einer
rechtshilfeweisen Durchführung einer DNA-Probe zu Recht abgesehen. Einerseits
ist zu befürchten, dass sich ein Informationsaustausch mit dem Kosovo in dieser
Sache sehr schwierig gestalten würde, und andererseits bestritt F._ die Va-
terschaft (Urk. 3/4 S. 3), so dass die Vorinstanz nicht ohne Weiteres davon aus-
gehen konnte, er würde sich – im Gegensatz zum Berufungsbeklagten 1 – freiwil-
lig für einen Wangenschleimhautabstrich zur Verfügung stellen. Eine rechtshilfe-
weise angeordnete DNA-Probe hätte daher in erster Linie zu einer Erhöhung der
Prozesskosten und einer erheblichen Verlängerung des Verfahrens, jedoch aller
Wahrscheinlichkeit nach zu keinem Ergebnis geführt. Zu diesem Schluss gelang-
ten die Berufungsklägerinnen im vorinstanzlichen Verfahren immerhin auch selber
und rieten von einem solchen Vorgehen damals noch ausdrücklich ab (Vi-Prot.
S. 15). Kommt hinzu, dass aufgrund der grundsätzlichen Unverwertbarkeit des
durch die Berufungsklägerinnen beigebrachten Berichts vom 14. Februar 2013
(vgl. vorstehend E. II.6.3.) ohnehin keine genügenden Anhaltspunkte dafür beste-
hen, dass es sich bei F._ um den Vater des Berufungsbeklagten 2 handeln
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könnte. Dass eine Vaterschaft von F._ wahrscheinlicher ist als diejenige des
Berufungsbeklagten 1 oder diejenige irgendeines Dritten, stand für die Vorinstanz
gerade nicht nachweislich fest. Gleiches gilt für die Forderung der Berufungsklä-
gerinnen, die Vorinstanz hätte die Reisepässe der Kindsmutter und des Beru-
fungsbeklagten 2 einfordern und auswerten müssen (Urk. 54 S. 5). Auch daraus
liesse sich kaum etwas bezüglich der Vaterschaft oder Nichtvaterschaft des Beru-
fungsbeklagten 1 ableiten. Selbst wenn sich daraus ergäbe, dass die Kindsmutter
mit dem Berufungsbeklagten 2 regelmässig in den Kosovo gereist ist, liesse sich
gestützt auf die Pässe weder der Grund der Reisen noch etwas zur Person des
Vaters des Berufungsbeklagten 2 ableiten.
6.5. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Berufungsklägerinnen
im Übrigen auch mit ihrem Einwand fehlgehen, die Vorinstanz hätte von Amtes
wegen die Nichtigkeit der Kindsanerkennung durch den Berufungsbeklagten 1
prüfen müssen, da eine Kindsanerkennung nur rechtsgültig sei, wenn nicht bereits
ein anderes Kindsverhältnis bestehe (Urk. 54 S. 7). Dazu gilt es festzuhalten,
dass das von den Berufungsklägerinnen behauptete Kindsverhältnis zu F._
bestritten (Vi-Prot. S. 32; Urk. 3/4 S. 3) und nicht nachgewiesen ist. Urkunden, die
mindestens eine Heirat der Kindsmutter mit F._ im Kosovo und damit eine im
Kosovo bestehende allfällige rechtliche Vaterschaft zum Berufungsbeklagten 2
belegen würden, liegen keine im Recht.
6.6. Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass es den Berufungsklägerinnen
nicht gelungen ist, den Beweis der Nichtvaterschaft im Sinne von Art. 260b ZGB
zu erbringen. Sollte der Berufungsbeklagte 2 dereinst älter sein und von seiner
Mutter erfahren, dass der Berufungsbeklagte 1 wohlmöglich doch nicht sein biolo-
gischer Vater ist, hätte er selber immer noch die Möglichkeit, bis zum Ablauf eines
Jahres ab Erreichen der Volljährigkeit die Registervaterschaft anzufechten und
auf Feststellung der biologischen Vaterschaft zu klagen (Art. 260c Abs. 2 ZGB;
Art. 261 ff. ZGB). Aus den dargelegten Gründen ist die Klage abzuweisen.
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III.
1. Bezüglich der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist das vorinstanzliche Ur-
teil in einem Punkt zu korrigieren, nämlich hinsichtlich der teilweisen Auferlegung
der Verfahrenskosten an die Berufungsklägerin 1. So handelt es sich bei der Be-
rufungsklägerin 1 – wie von ihr zutreffend vorgebracht (Urk. 54 S. 14) – um eine
kantonale Stelle, für die gemäss § 200 lit. a GOG die Kostenfreiheit des Verfah-
rens gilt. Gemäss dieser Bestimmung soll unnötiger Verrechnungsaufwand zwi-
schen verschiedenen kantonalen Stellen verhindert werden. Damit sind die in der
Höhe nicht beanstandeten vorinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 4'000.– im
Umfang von Fr. 1'000.– dem Berufungsbeklagten 1 aufzuerlegen. Dies wurde
vom Berufungsbeklagten 1 ebenfalls nicht beanstandet (Urk. 63 S. 2 und S. 12 f.).
Aufgrund des klaren Wortlauts von § 200 lit. a GOG können zwar dem Kanton Zü-
rich keine Kosten auferlegt werden, den Gemeinden und anderen Kantonen hin-
gegen schon. Im Restbetrag sind daher die Gerichtskosten den Berufungskläge-
rinnen 2 und 3 je zu einem Drittel, mithin je im Umfang von Fr. 1'100.–, aufzuerle-
gen. Der Kostenanteil der Berufungsklägerin 1 im Umfang von ebenfalls
Fr. 1'100.– ist zufolge Kostenfreiheit des Verfahrens auf die Staatskasse zu neh-
men.
2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind in Anwendung von § 12
Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 3'600.–
festzusetzen und ausgangsgemäss zu 2/3 den unterliegenden Berufungskläge-
rinnen 2 und 3 aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Der Kostenanteil der unterlie-
genden Berufungsklägerin 1 im Umfang von 1/3 ist auf die Staatskasse zu neh-
men (§ 200 lit. a GOG).
3. Überdies sind die Berufungsklägerinnen 1-3 ausgangsgemäss zu verpflich-
ten, dem Berufungsbeklagten 1 für das Berufungsverfahren eine angemessene
Entschädigung von Fr. 2'200.– (§ 13 Abs. 1 und Abs. 2 AnwGebV in Verbindung
mit § 5 Abs. 1 und § 11 Abs. 1 AnwGebV) zuzüglich Fr. 176.– (8 % MwSt.,
Urk. 63 S. 2) zu bezahlen.
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4. Da der Berufungsbeklagte 2 im vorliegenden Verfahren nicht kostenpflichtig
wird, ist sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege als gegen-
standslos abzuschreiben. Ferner sind die Berufungsklägerinnen 1-3 zu verpflich-
ten, dem Berufungsbeklagten 2, der durch eine Beiständin des Amts für Jugend
und Berufungsberatung vertreten ist, eine angemessene Entschädigung zu be-
zahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Diese Entschädigung richtet sich nicht nach der
Verordnung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV) und ist ermessensweise auf
Fr. 1'000.– festzusetzen.