# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 27715334-aba1-5dfc-9640-db2b4632566a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953,
war seit dem 30. Juni 1994
als Carchauffeur bei der
Y._ AG
tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 18. Mai 2003 in Bosnien als Mitfahrer in einen Autounfall verwickelt wurde
(Urk. 6/15/
70
)
. D
ie SUVA trat auf de
n Schaden ein und erbrachte Versiche
rungsleistungen
(Taggelder und Heilbehandlungskosten
; Urk. 6/15/41
)
. Mit Verfügung vom 15. Mai 2008
(Urk. 6/40)
sprach sie dem Versicherten
- bei Annahme einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
–
ba
-
sierend
auf einer Erwerbs
einbusse
von 24 % mit Wirkung ab dem 1. Juli 2007 eine Rente zu und richtete
eine
Integritätsentschädigung aus. Die vom Versi
cherten dagegen erhobenen Rechtsmittel wurden abgewiesen (Einspracheent
scheid vom 10. Oktober 2008
[Urk. 6/44/24-29]
, Urteil
des
Sozialversicherungs
gerichts
UV.2008.00388
vom 3. Mai 2010).
1.2
Am
24. August 2004
meldete
sich der Versicherte ausserdem
bei der
Sozialver
-
si
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf
den Unfall vom 18. Mai 2003
sowie d
ie
seither bestehenden Beschwerden (
Nacken
schmerzen
, Gefühlsstörungen am rechten Arm, epileptische
Anfä
lle, Schlafstö
rungen, hoher
B
lutdruck und Sehstörungen links)
zum Bezug einer Rente
an (Urk. 6/4).
Nach getätigten erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Verfügungen vom 23. Juli 2010 (Urk. 6/78-79)
eine befristete ganze Rente vom
1. Mai 2004 bis 30. September 2007 sowie
eine befristete ganze Rente
vom
1. Dezember 2008 bis 31. Juli 2009 zu.
1.3
Am 17. Oktober 2012 meldete sich der Versicherte – unter
Beilage diverser
ärzt
-
li
cher
Berichte - erneut
bei der IV-Stelle
zum Bezug von Leistungen an unter Hinweis darauf, dass sich sein Zustand seit dem Jahr 2011 kontinuierlich verschlechtert habe und er unter Rücken-, Schulter-, Handgelenks-, Knie-
und Hüftbeschwerden sowie Alzheimer und Hirnatrophie et
cetera
leide (Urk. 6/90
-91
).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche
und medizinische Abklärungen, wobei sie den Versicherten am
13. und 15. August 2013
durch die Abklärungs
-
stelle
Z._
polydiszipli
när begut
achten
liess
(Gutachten vom 14. Oktober 2013, Urk. 6/122).
Ges
tützt darauf verneinte
sie nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/124-126) mit Verfügung vom 23. Januar 2014 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 26. Februar 2014 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer
Rente sowie eventualiter
die Durchführung
von beruflichen Massnahmen (Urk. 1 S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom
23
.
April 2014
(Urk.
6
unter B
eilage ihrer Akten, Urk. 6/1-128
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
5. Mai 2014
(Urk.
7) zur Kennt
nis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
2.1.1
Im Rahmen des erstmaligen Rentenverfahrens stellte sich die medizinische Akten
lage im Wesentlichen wie folgt dar:
Dr. med.
A._
, FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte nach
dem erlittenen
Unfall in Bosnien und der Rückkehr des Beschwerdeführers in die Schweiz am 26. Mai 2003
ein
postcommotionelles
Syndrom
(mild
brain
injury
) sowie einen Status nach Schleudertrauma der Halswirbelsäule
(Urk.
6/15/68
).
Der Beschwerdeführer klagte in der Folge über verschiede
ne
Beschwerden, im Besonderen über Kopfschmerzen, Schmerzen an der Halswirbelsäule
,
rezidivie
rende
Absenzen (Urk. 6/16/2)
,
Angstattacken,
vermehrte Vergesslichkeit, geringe Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung (Urk. 6/38/108)
.
Gemäss
eigenen
Angaben stürzte
der Beschwerdeführer sodann
am 4. Juli 2005 aufgrund eines epileptischen Anfalles auf die linke Hand (Urk. 6/24/3), wobei es zu einer
Scaphoidfraktur
kam
, welche am 13. Juli 2005 operativ saniert wurde
(Urk. 6/34/6)
.
Aufgrund der beklagten epil
ep
tischen Anfälle wurde der Beschwerdeführer im
Zentrum B._
im Oktober/November 2005 sowie ergän
zend im Oktober 2006 begutachtet (neurologisch-psychiatrisches Gutachten vom 2. Dezember
2005 [Urk. 6/38/96-118],
Zusatzgutachten vom 6. Februar 2007 [Urk. 6/38/37-43]). Die untersuchenden Ärzte stellten die
Verdachtsdiag
nose
einer posttraumatischen Epilepsie bei
Verdacht auf
Status nach
Schädel
hirntrauma
. Ausserdem diagnostizierten sie eine Anpassungsstörung mit anfallsphobischer Angst und Depressivität,
eine
partiell kognitive Beeinträchti
gung, einen Status nach
Scaphoidfraktur
links mit Schraubenosteosynthese, sowie anamnestisch Gicht, arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus Typ II (Urk. 6/38/40).
Bei zunehmenden Schulterschmerzen links mit gleichzeitiger Kraftminderung wurde
sodann
am 7. April 2008 eine
MRT-Untersuchung der linken Schulter
du
rchgeführt. Diese brachte
eine Verletzung der
Rotatorenmanschette
zur Dar
stellung,
woraufhin
am 5. September 2008 die operative Sanierung erfolgte (
Urk. 6/44/30
, 36
).
Im April/Mai 2009 fand im
Spital C._
ausserdem
eine a
mb
ulante rheu
matologische Untersuchung statt. Die untersuchenden Ärzte diagnostizierten ein in
termittierendes
lumboradikuläres
R
eizsyndrom L
WK
5 links sowie ein chroni
sches
lumbovertebrales
und
zervikospondylogenes
Syndrom (Urk. 6/53).
2.1.2
D
er Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
hielt
in seine
r
Stellungnahme vom 21. Dezember 2009 in Beurteilung der medizinischen Aktenlage Folgendes fest (Urk. 6/59/7-8
):
Der Beschwerdeführer habe am 18. Mai 2003 ein Schädel-Hirntrauma mi
t
Contusio
cerebri rechts mit danach aufgetretener Epilepsie erlitten.
Da er infolgedessen fahruntauglich sei, könne er nicht mehr als
Chauf
feur
arbeiten
. Auch
Tätigkeiten
auf Gerüsten und Leitern
sowie
mit gefährlichen Maschinen seien nicht erlaubt. Im Übrigen bestehe jedoch eine voll
ständige
Arbeitsfähigkeit entsprechend dem neuropsychologischen Profil vom 3. November 2005
(Urk. 6/59/7-8).
Diesbezüglich verwies der RAD auf
die
neu
ropsychologische Untersuchung, welche
im Rahmen
der
Begutachtung i
m
Zentrum B._
durchgeführt
worden war
(Urk. 6/
3
8/96-118, ins
b
. 109-110
und
Urk. 6/38/37-43, insb. 42
)
. Die dortigen
Ärzte
waren zum Schluss gekommen, dass Tätigkeiten auf Gerüsten
und
Leitern sowie
mit
gefährlichen Maschinen
nicht mehr möglich
,
dem Beschwerdeführer
jedoch andere Arbeiten
grundsätzlich vollzeitig zumutbar seien und im Rahmen des kognitiven Leistungsprofils gemäss Testung vom 3. November 2005 keine quant
itativen Einschränkungen bestünden
(Urk. 6/38/42).
Der RAD hielt sodann dafür,
aus Sicht der
Luxationsfraktur
am
linken Handge
lenk vom Juli 2005 bestehe eine
vollständige
Ar
beitsfähigkeit für
wechselbe
lastend
e
mittelschwer
e
Tätigkeiten, wobei die Zusatzbelastung höchstens
ver
einzelt 15-20 kg
betragen dürfe
. Der linke Arm sei als
Hilfsarm
voll einsetzbar. Ungünstig seien kraftvolles
Zupacken sowie
repetitive kraftvolle S
toss-, Zug- und Drehbewegungen (Urk. 6/59/8).
Dieses vom RAD festgehaltene Profil bezüglich des linken Handgelenkes entspricht jenem, welches der Kreisarzt der SUVA nach durchgeführter Untersuchung am 11. April 2007 festgelegt hatte (Urk. 6/38/23-27, insb. 27).
Der RAD kam zum
Schluss, dass b
is zur Operation der linken
Schulter vom 5. September 2008
von reinen Unfallfolgen auszugehen und die
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
der Unfallversicherung zu übernehmen
sei
. Ab
der Operation vom
5. September 2008
(operative Sanierung der
Rotatorenmanschettenruptur
)
sei sodann bis
am
27. April 2009
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
ausge
wiesen. Ab diesem Zeitpunkt sei
– gemäss Beurteilung anlässlich der Abschluss
-
untersuchung vom 28. Mai 2009 -
eine ganztägige Arbeit, ohne
Über
kopf
-
arbeiten
und
mit
Lasten bis
maximal
5 kg links zumutbar
.
Der RAD hielt dafür, eine weitere minime Besserung könne sich noch ergeben, so dass eventu
ell eine Belastung von 10 kg zu erreichen wäre und teilweise kurzzeitige
Über
kopf
-
einsätze
möglich wären. Um dies zu evaluieren, empf
ahl
er eine erneute medizinische Evaluation in einem Jahr (Urk. 6/59/8).
In ergänzender Stellungnahme vom 9. April 2010 (Urk. 6/73/2) hielt der RAD fest, v
on Seiten der beklagten LWS-
Beschwerden sei im Bericht des
Spitals C._
vom 3. Juni 2009
festgehalten worden, dass
keine
radikulären
Schmer
zen provoziert worden
seien
. Es seien noch lokale Schmerzen im
lumbosacralen
Übergang
vorhanden gewesen (vgl. diesbezüglich Bericht des
Spitals C._
vom 3. Juni 2009,
Urk. 6/53
)
. Die minimen Einschränkungen
aufgrund des
Rückleiden
s
seien im Belastungsprofil vonseiten der Schulter bereits berücksichtigt,
gemäss welchem
eine gewisse
Gewichtslimite
anerkannt worden sei. Weitere Einschränkungen
aufgrund des
Rücken
s
seien nicht
vorhanden
.
2.1.3
Gestützt
auf diese
Beurteilung
kam die Beschwerdegegnerin mit Verfügungen vom 23. Juli 2010 (Urk. 6/7
8-79
) zum Schluss, dass nach anfänglichen Phasen der vollständige
n Arbeitsunfähigkeit seit dem 28.
April 2009
wieder
eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
bestehe
und
d
er
Beschwer
deführer
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen kö
nn
e. S
ie sprach
dem Beschwerdeführer
infolgedessen
b
efristete
Renten
zu
(
vom 18. Mai 2004 bis 30. September 2007 sowie vom 1. Dezember 2008
bis 31. Juli 2009
, vgl. Sachverhalt E. 1.2
)
.
2.2
Während die Beschwerdegegnerin
in der nun angefochtenen Verfügung vom 23. Januar 2014
erwog,
gestützt auf die medizinischen Abklärungen habe sich ergeben, dass keine langandauernde wesentliche Verschlechterung des Gesund
heitszustandes seit
den Verfügungen
im Juli 2010
ausgewiesen sei und für angepasste Tätigkeiten weiterhin eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 2
), machte der Beschwerdeführer geltend, seine gesundheitliche Lage habe sich
seither
verschlimmert. Auf
das
Z._
-Gutachten
könne entgegen den Aus
führungen der Beschwerdegegnerin nicht abgestellt werden, da dieses wider
sprüchlich sei und sich mit relevanten Diagnosen nicht auseinandersetze
(Urk. 1).
2.3
Nachdem die Beschwerdegegnerin auf das Leistungsbegehren
vom 17. Oktober 2012
eingetreten ist, ist im Folgenden zu prüfen, ob sich seit
den Verfügungen vom 23. Juli 2010
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in
anspruchs
erheblicher
Weise verschlechtert
hat und nunmehr ein rentenbegründender Gesundheitsschaden vorliegt
.
3
.
3
.1
Aus den
im Rahmen der Neuanmeldung aufgelegten
Akten ergibt sich, dass
s
ich der Beschwerdeführer am 28.
August
2011 eine
undislozierte
Scaphoidfraktur
rechts zuzog, nachdem er gemäss eigenen Angaben auf die ausgestreckte Hand gestürzt war.
Die Verletzung wurde
im
Spital D._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
mit Anlage eines Gipses zur Ruhig
stellung
konservativ behandelt
(Urk. 6/90/23-24).
Anlässlich
der
Verlaufskon
trolle
vom 27. Oktober 2011 zeigte sich die Fraktur am rechten Handgelenk konsolidiert
(Urk. 6/90/25).
Ausserdem wurde
n
am 14. Mai 2012
– nachdem der Beschwerdeführer in der Verlaufskontrolle vom 27. Oktober 2011 über Beschwerden
an
der linken Hand geklagt
und sich in einer durchgeführten CT-Untersuchung eine leicht überste
hende Spitze
der
Scaphoidschraube
(bei Status nach
Scaphoidverschraubung
im Jahr 2005)
gezeigt hatte (Urk. 6/90/25) - im
Spital D._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
eine radiale
Styloidektomie
links
sowie ein
frustraner
Ver
such der
Schraubenentfernung
mit
anschliessender
Schraubenkürzung
vorge
nommen
(Urk. 6/90/27)
.
Bei beklagten starken
Lumboischialgien
und klinisch festgestelltem positiven
Lasègue
, einer Fuss- und
Zehenhemiparese
links und einer fraglichen Hypäs
thesie entsprechend
Dermatom
L
WK
5 links wurde in der Klinik
E._
sodann eine
kranial und
foraminal
sequestrierte Diskushernie bei L
WK
5/S1 links mit Kompression der Wurzel L
WK
5 links
diagnostiziert und am 22. Juli 2013 eine
Fenestration
bei L
WK
5/S1 links, eine
Sequestrektomie
und eine
Foraminotomie
bei L
WK
5 links durchgeführt (Urk. 6/122/44).
3
.2
Am
13. und 15. August 2013
wurde d
er Beschwerdeführer
im
Institut
Z._
allgemein
-
inter
nistisch, orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch und neuropsy
chologisch untersucht
(Gutachten vom 14. Oktober 2013, Urk. 6/122).
D
ie
Gutachter
führten im Gutachten
folgende Diagnosen mit Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
(Urk. 6/122 S. 34):
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
(ICD-10 M54.4/Z98.8)
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
LWK5/SWK1 links,
Sequestrektomie
und
Foraminotomie
LWK5 links am 22. Juli 2013
im seitherigen Verlauf klare Beschwerdeabnahme;
chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
(ICD-10 M54.2)
Status nach Autounfall am 18. Mai 2003
radiologisch
breitbasige
Diskushernie HWK6/7 und
Osteochondrose
HWK7/BWK1 (MRI vom 7. April 2009);
chronische Beschwerden an der
adominanten
linken Schulter
(ICD-10 M76.61/Z98.8)
Status nach Schulterarthroskopie,
Akromioplastik
,
Bizepstenotomie
und Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
am 5. September 2008
bis auf
endgradige
Bewegungseinschränkung praktisch unauffälliger Befund
Verdacht auf
niedrigfrequente
Epilepsie mit überwiegend fokalen Anfäl
len
(ICD-10 G40.2)
DD: funktionelle Störung
(ICD-10 F44.7).
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten die Gutachter die folgen
den Diagnosen (Urk. 6/122 S. 34-35):
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0);
Metabolisches Syndrom
Adipositas (BMI 30.5 kg/m
2
;
ICD-10 E66.0)
a
rterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ICD-10 I10)
Diabetes mellitus Typ 2, medikamentös behandelt (ICD-10 E11.9), Ver
dacht auf beginnende (sensible) Polyneuropathie (ICD-10 G62.9);
Status nach
perilunärer
transskaphoidaler
Luxationsfraktur de
Quervain
der
adominanten
linken Seite am 4. Juli 2005 (ICD-10 T92.2/Z98.8)
Status nach geschlossener Reposition in Narkose am 5. Juli 2005
Status nach Herbert-Schraubenosteosynthese des
Skaphoids
am 13. Juli 2005
Status nach radialer
Styloidektomie
,
frustranem
Versuch der
Schrau
benentfernung
sowie Schraubenkürzung am 14. Mai 2012
radiologisch regelrechter Befund (Röntgenuntersuchung vom 7. August 2012):
Status nach konservativ behandelter
Skaphoidfraktur
rechts am 28. August 2011 (ICD-10 T92.2)
radiologisch regelrechter Befund (Röntgenuntersuchung vom 7. August 2012).
Die Gutachter
notierten
in der Gesamtbeurteilung,
im Vordergrund stünden gemäss den Angaben des Beschwerdeführers
Probleme
im Zusammenhang mit
Epilepsieanfällen
. Er sei zunehmend vergesslich und unkonzentriert. Sodann sei er kürzlich
am Rücken operiert worden und habe Probleme mit den Schultern und den Händen
(Urk. 6/122 S. 35)
.
Die Gutachter hielten dafür, entsprechend den subjektiven Beschwerden stehe die
Beurteilung
aus Sicht des Bewegungsapparates im Vordergrund, welch
e primär orthopädisch
und e
rgänzend neurologisch
durchgeführt worden sei
. Bei der neurologischen Untersuchung hätten k
eine
radikulären
Symptome festge
stellt werden können. Dies werde auch
d
urch die orthopädischen Diagnosen bestätigt (chronisches
lumbovertebrales
und
zervikovertebrales
Schmerzsyn
drom
, beides bei degenerativen Veränderung
en
und Oper
a
tion im Juli 2013).
Zudem bestünden chronische Beschwerden an
der
adominanten
linken Schulter, welche
am 5. September 2008
operiert
worden sei
,
mit aktuell unauffälligem Befund. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei der Status nach
Skaphoid
fraktur
2005 links und der konservativ behandelten
Skaphoidfraktur
rechts im August 201
1.
Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit ergebe sich infolgedessen
, dass auf
grund der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule und der Schultern keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr zumutbar seien. Aktuell bestehe eine relativ frische post
operative Situation, so dass von
Juli bis Dezember 2013 vorübergehend auch in Verweistätigkeiten
von einer Arbeitsunfähigkeit
ausz
u
gehen sei. Ab Januar 2013 (rec
te: 2014) bestehe für körperlich leichte bis mit
telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten wieder eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, so auch für die angestammte Tätigkeit
(Urk. 6/122 S. 35)
.
Die neurologische Beurteilung der Epi
lepsie habe
sodann
–
in Übereinstimmung mit früheren Untersuchungen
–
ergeben,
dass es bei der Verdachtsdiagnose einer niederfrequenten Epilepsie mit überwiegend fokalen Anfällen bleibe und genauso wahrscheinlich eine funktionelle Störung in Erwägung zu ziehen sei. Da eine solche nicht sicher zu bestätigen
beziehungsweise
eine organische Epi
lepsie nicht sicher auszuschliessen sei und auch bei einer
funktionellen Störung
absenzart
ige
Zustände produziert werden könnten, bleibe das
Zumutbarkeits
profil
gleich,
unabhängig davon,
ob
es bei der
Verdachtsdiagnose
bleibe
oder
eine
manifeste Epilepsie vorliege. Selbst- und fremdgefährdend
e Tätigkeiten seien zu vermeiden und
die Tätigkeit als LKW-Chauffeur sei
während
fünf Jah
re
n
ab
dem Zeitpunkt des letzten
Anfall
es
ausgeschlos
sen (Urk. 6/122 S. 35-36).
Die ergänzend durchgeführte neuropsychologisch
e
Untersuchung bestätige das funktionelle Überlagerungsverhalten des Beschwerdeführers. Eine reproduzier
bare und objektivierbare Einschränkung aus neuropsychologischer Sic
ht könne nicht bestätigt werden,
folglich sei die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologi
scher Sicht nicht eingeschränkt. Dies stimme mit der neurologischen
Beurtei
lung
überein, dass keine organischen Hirnschäden vorlägen.
Aus allgemeininternistischer Sicht bestünden
sodann
keine zusätzlichen Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden
.
Aus psychiatrischer Sicht
sei eine
leichte
affektive Auslenkung im Sinne einer leichten dep
ressiven Episode festgestellt worden, welche die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht einschränke.
Eine weitere Morbidität liege nicht vor
.
Zusammenfassend resultiere aus interdisziplinärer Sicht, dass nach Abschluss der aktuellen postoperativen
Rekonvaleszenzphase
für leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ohne Selbst- oder Fremdgefährdung eine voll
ständ
ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 6/122 S. 36).
Eine wesentliche Verände
rung des Gesundheitszustandes seit der letzten Rentenrevision habe sich nicht ergeben (
Urk.
6/122 S. 37).
Berufliche
Massnahmen
konnten die Gutachter schliesslich keine empfehlen, da sich der Beschwerdeführer als vollständig arbeitsunfähig erachtete
(Urk. 6/122 S. 37).
4
.
4
.1
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers erfüllt das
Z._
-Gutachten die an eine beweiskräftige Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich (E.
1.3
). Die Gutachter tätigten umfassende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwerden
und setzten sich mit den
Vorakten
auseinander
.
Die Gutachter begründeten in nachvollziehbarer Weise, dass
– abgesehen von vorübergehen
den Einschränkungen während den
Rekonvaleszensphasen
im Anschluss an die Unfallereignisse respektive die Operationen -
nach wie vor keine gesundheitli
chen Beschwerden
vorlägen
, welche einer Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten entgegenstehen würden
.
4
.2
Dass der psychiatrische Gutachter in seinem Teilgutachten eine dissoziative Stö
rung verneinte, der neurologische Gutachter jedoch eine solche als Differential
diagnose
nannte (vgl. Urk. 6/122 S. 17-18 und Urk. 6/122 S. 28-29)
, vermag entgegen
dem
Vorbringen des
Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 3
-4
) den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern
. Der
neurologische Gutachter
führte diese Diagnose
explizit als Differentialdiagnose
zur Verdachtsdiagnose Epilepsie
auf und erachtete
eine dissoziative Störung
mithin lediglich als mö
gliche Ursachen der
Absenzen
.
Dass
d
er
neurologische Gutachter
sodann die Diagnose einer Epilepsie nicht als gesichert erachtete, widerspricht nicht den früheren ärztli
chen Einschätzungen: So stellten die Ärzte des
Zentrums B._
ebenfalls
eine Verdachtsdiagnose (vgl. Urk. 6/8/96-118, Urk. 6/38/37-43).
Schliesslich
ist die präzise diagnostische Zuordnung vorliegend
nicht
ent
scheidrelevant
, da – wie der neurolog
ische Gutachter aus
führte
–
sowohl bei epileptischen als auch bei dissoziativen Anfällen sturz- und unfallgefährdende Tätigkeiten einschliesslich der Tätigkeit als Buschauffeur zu vermeiden
sind
(E
. 3.2
, Urk. 6/122 S. 29
).
4.3
Soweit der Beschwerdeführer moniert, die Gutachter hätten – im Gegensatz zu seinen behandelnden Ärzten - eine Fuss- und
Zehenheberschwäche
und einen
Steppergang
verneint und die Diagnose eines Ausfallsyndroms bei L
WK
5 nicht diskutiert (Urk. 1 S. 4-5), ist Folgendes festzuhalten:
Diese Symptome waren von den behandelnden Ärzten
vor der vorgenommenen
Operation vom 22. Juli 2013 am Rücken (vgl. E. 3.1) festges
tellt worden
und denn
auch
gerade Indika
tion für Letztere
. Dass sich somit die klinischen Befunde nach durchgeführter Operation von jenen vor der Operation unterscheiden, erscheint
ohne Weiteres
nachvollziehbar
.
4.4
Es liegen
schliesslich
auch keine anderen medizinischen Einschätzungen in den Akten, welche die Beurteilung der
Z._
-Gutachter, wonach weiterhin eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten bestehe, zu erschüttern
vermö
gen
.
So gingen die Ärzte des
Spitals D._
,
Klinik für Plastische und
Handchirur
gie
,
in Bezug auf die beklagten Beschwerden an den Händen
im Bericht vom 22. November 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 6/94) davon aus, dass die bisherige Tätigkeit innert der nächsten Monate wieder zumutbar sei
und lediglich i
nitial noch eine vermind
erte Leistungsfähigkeit bestehe
, im Ver
lauf jedoch keine verminderte Leistungsfähigkeit
mehr
zu erwarten
sei
. Der behandelnde Neurologe
(Bericht vom 5. Dezember 2012, Urk. 6/102/33-35)
sowie auch der behandelnde Psychiater (Bericht vom 24. Januar 2013,
Urk. 6/101
)
nahmen sodann keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor. Einzig
Dr. med. F._
, praktischer Arzt,
hielt im Bericht vom 25. Januar 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin dafür (Urk. 6/102
/1-4
), der Beschwerdeführer sei aufgrund der mannigfaltigen Defizite körperlicher und geistiger Art für alle Arbeiten ungeeignet. Bei dieser Sachlage erscheine eine vollständige Berentung als einziger Ausweg.
Dem Beschwerdeführer
sei seit 5-6 Jahren keine Tätigkeit mehr zumutbar (Urk. 6/102/4).
Liegen verschiedene fachärztliche Berichte in den Akten, gemäss welchen insbesondere die Epilepsie resp. die dissoziativen Störungen, die beklagten Handbeschwerden sowie der Status nach
Rotatoren
manschettenruptur
einer angepassten Tätigkeit nicht entgegenstehen,
vermag
die Beurteilung seines Hausarztes
jene der
Z._
-Gutachter
nicht zu erschütter
n, umso weniger, als
s
eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seit dem Jahr 2006 Gültigkeit haben soll
(Urk.
6/102/2).
4
.5
Zusammenfassend ist daher mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahr
-
schein
lichkeit
eine dauernde wesentliche Verschlechterung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers nicht erstellt, sondern ist nach wie vor von
eine
r
uneingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
aus
zugehen (
Urk.
6/122/37).
5
.
Diese Erwägungen führen zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde.
6.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.