# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dba9c26d-b23f-49c3-8246-f8bea887f91e
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ausweisung
Berufung gegen einen Entscheid des Einzelgerichtes s.V. des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 24. Januar 2022 (ER210028)
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Der Gesuchsgegner sei zu verurteilen, die Liegenschaft in der Gemeinde C._, GBBI 1, Kat. Nr. 2, Plan 3, D._, 4  mit Umgelände, D._-strasse ..., ... E._ mit bestehendem 5.5-Zimmer-Doppeleinfamilienhaus und GBBI 5, 1/18-Miteigentumsanteil an GBBI 6, Kat. Nr. 7.  gemäss Nutzungs- und Verwaltungsordnung der  den Parkplatz Nr. 1 in der Tiefgarage D._-strasse 8, ... E._ unverzüglich zu räumen und der Gesuchstellerin  zu übergeben.
2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, bis zur Übergabe sämtliche sich im Wohnhaus oder sonst wo auf dem Grundstück befindenden beweglichen Sachen auf eigene Rechnung zu .
3. Das zuständige Gemeindeammanamt C._ sei anzuweisen, das Urteil auf Verlangen der Gesuchstellerin zu vollstrecken.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchsgegners."
Urteil des Einzelgerichts: (act. 18 = act. 21 S. 10 ff.)
1. Der Gesuchsgegner wird unter Androhung der Zwangsvollstreckung im Un-
terlassungsfall verpflichtet, die Liegenschaft in der Gemeinde C._,
GBBI 1, Kat. Nr. 2, Plan 3, D._, 4 Gebäudegrundfläche mit Umgelände,
D._-strasse ..., E._, mit bestehendem 5.5-Zimmer-
Doppeleinfamilienhaus, und GBBI 5, 1/18-Miteigentumsanteil an GBBI 6,
Kat. Nr. 7, betrifft gemäss Nutzungs- und Verwaltungsordnung der Miteigen-
tümer den Parkplatz Nr. 1 in der Tiefgarage D._-strasse 8, E._,
ordnungsgemäss geräumt und gereinigt sofort zu verlassen und der Ge-
suchstellerin zu übergeben.
2. Das Gemeindeammannamt C._-... wird angewiesen, diesen Befehl
nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin zu
vollstrecken, nötigenfalls unter Beizug der Polizei. Die Kosten der Vollstre-
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ckung sind von der Gesuchstellerin vorzuschiessen. Sie sind ihr aber vom
den Gesuchsgegnern zu ersetzen.
3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 400.– festgesetzt.
4. Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsgegner auferlegt, jedoch mit dem
von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der Ge-
suchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin diesen Betrag von
Fr. 400.– zu ersetzen.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteient-
schädigung in Höhe von Fr. 800.– (inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
6. [Schriftliche Mitteilung]
7.-9. [Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde 10 Tage; Fristenstillstand]
Berufungsanträge: (act. 22 S. 1, sinngemäss)
1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und das Verfahren zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das Bezirksgericht Dielsdorf, Einzelgericht im summarischen Verfahren, .
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWSt.  der Gesuchstellerin, sowohl für das erst- als auch für das zweitinstanzliche Verfahren.
Prozessualer Antrag:
(act. 22 S. 1, sinngemäss)
Dem Gesuchsgegner sei für das Rechtsmittelverfahren die  Rechtspflege zu gewähren und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Am 15. Juni 2021 wurde die vom Gesuchsgegner bewohnte Liegenschaft an
der D._-strasse ... samt Parkplatz in der Tiefgarage D._-strasse 8 in ...
E._ infolge Betreibung auf Pfandverwertung versteigert. Der Zuschlag wurde
dabei der Gesuchstellerin erteilt (act. 4/1, 4/3).
2. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 gelangte die Gesuchstellerin an das Be-
zirksgericht Dielsdorf (nachfolgend Vorinstanz) und verlangte unter Androhung
der Zwangsvollstreckung die Ausweisung des Gesuchsgegners aus der besagten
Liegenschaft (act. 1 S. 2). Mit eingangs aufgeführtem Urteil vom 24. Januar 2022
entsprach die Vorinstanz diesem Ausweisungsbegehren (act. 21).
3. Dagegen erhob der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 10. März 2022 (Datum
Poststempel) rechtzeitig Berufung (entsprechend der vorinstanzlichen Rechtsmit-
telbelehrung als Beschwerde bezeichnet; vgl. act. 21 Dispositivziffer 7) mit vor-
stehend sinngemäss aufgeführten Anträgen (act. 22; vgl. zur Rechtzeitigkeit
act. 19/2). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-19). Da sich die
Berufung sogleich als unbegründet erweist, kann auf das Einholen einer Beru-
fungsantwort verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
II.
1. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten sind erstinstanzliche Entscheide
mit Berufung anfechtbar, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht erhaltenen
Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.-- beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Wird
dieser Streitwert nicht erreicht, so steht das Rechtsmittel der Beschwerde zur Ver-
fügung (Art. 319 lit. a ZPO).
2. Geht es in einem Verfahren nach Art. 257 ZPO (Rechtsschutz in klaren Fäl-
len) nicht nur um die Frage der Ausweisung als solche, sondern ist vorfrageweise
auch die Gültigkeit der Kündigung bzw. der (Fort-)Bestand eines Mietverhältnis-
ses umstritten, so ist nach der Praxis der Kammer die drohende dreijährige Sperr-
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frist gemäss Art. 271a Abs. 1 lit. e OR bei der Berechnung des Streitwerts zu be-
rücksichtigen – ohne Hinzurechnung der voraussichtlichen Verfahrensdauer
(OGer ZH LF210032 vom 27. Mai 2021 E. II./1; PF200046 vom 3. April 2020 E.
2.5; LF200042 vom 16. Oktober 2020 E. 2.1; im Ergebnis wohl gleich BGE 144 III
346 E. 1.2.2). Zusätzlich zur dreijährigen Sperrfrist gemäss Art. 271a Abs. 1 lit. e
OR ist sodann zu berücksichtigen, auf welchen Zeitpunkt hin nach Ablauf der
Sperrfrist das Mietverhältnis frühestens gekündigt werden kann (BGE 137 III 389
E. 1.1; OGer ZH NG190021 vom 16. April 2020 E. 3.1; LF200042 vom
16. Oktober 2020 E. 2.1; so wohl auch BGE 144 III 346 E. 1.2.2.3, mit Verweis auf
BGE 137 III 389 E. 1.1). Der Beginn der Frist (dies a quo) bildet dabei das Datum
des angefochtenen Entscheides (BGE 137 III 389 E. 1.1).
3. Die Vorinstanz ging von einem Streitwert von Fr. 2'112.-- aus (act. 21
E. V./1), wobei sie dabei der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Streitwert-
berechnung bei reinen Ausweisungsverfahren folgte und den Hypothekarzins für
sechs Monate berechnete (Fr. 352.-- x 6 = Fr. 2'112.--; act. 4/11). Dabei liess sie
ausser Acht, dass der Gesuchsgegner in seinen Stellungnahmen vom
13. November 2021 und 20. Dezember 2021 im vorinstanzlichen Verfahren das
Vorliegen eines Mietverhältnisses und damit zusammenhängend das Ausbleiben
einer Kündigung des Mietvertrages seitens der Gesuchstellerin geltend machte
(act. 9 und 17). Der (Fort-)Bestand des Mietverhältnisses ist damit strittig. Praxis-
gemäss ist folglich nicht auf den Mietwert von sechs Monaten abzustellen, son-
dern, wie dargelegt, auf den Mietwert einer dreijährigen Sperrfrist, zuzüglich der
Frist bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin.
Das angefochtene Urteil datiert vom 24. Januar 2022 (act. 21). Die dreijährige
Sperrfrist würde damit – wäre kein Rechtsmittel erhoben worden – am 24. Januar
2025 ablaufen. Der gesetzlich frühestmögliche Kündigungstermin wäre folglich
der 30. Juni 2025 (vgl. Art. 266c OR). Der Streitwert entspricht folglich dem Hypo-
thekarzins für rund drei Jahre und vier Monate, also rund Fr. 14'432.-- (41 Monate
à Fr. 352.--).
4. Das Rechtsmittel des Gesuchsgegners ist daher als Berufung entgegenzu-
nehmen. Mit der Konversion seiner – entsprechend der vorinstanzlichen Rechts-
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mittelbelehrung erhobenen – Beschwerde in eine Berufung entsteht dem Ge-
suchsgegner kein Nachteil, da die beiden Rechtsmittel in der gleichen Frist zu er-
heben und sogleich mit Begründung einzureichen sind. Zudem ist die Kognition
des Obergerichts hinsichtlich der Rechtsanwendung dieselbe. Die Frage der auf-
schiebenden Wirkung, welche bei Berufung und Beschwerde unterschiedlich ist,
kann im vorliegenden Fall offen bleiben, weil heute entschieden wird.
5. Die Berufungsinstanz verfügt in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht über
volle Kognition, d.h. es kann sowohl unrichtige Rechtsanwendung als auch un-
richtige Feststellung des Sachverhalts beanstandet werden (Art. 310 ZPO).
III.
1. Das Gericht gewährt Rechtsschutz in klaren Fällen, wenn der (rechtlich rele-
vante) Sachverhalt unbestritten oder sofort beweisbar und die Rechtslage klar ist
(Art. 257 Abs. 1 ZPO). Der Nachweis dieser Voraussetzungen obliegt der ge-
suchstellenden Partei. Fehlt eine der beiden Voraussetzungen, ist auf das Ge-
such nicht einzutreten (Art. 257 Abs. 3 ZPO), und es steht der gesuchstellenden
Partei weiterhin der Weg der ordentlichen Klage offen. Mit Blick darauf, dass ein
Urteil, mit dem nach Art. 257 ZPO Rechtsschutz gewährt wird, der materiellen
Rechtskraft fähig ist, wird von der gesuchstellenden Partei verlangt, dass sie so-
fort den vollen Beweis für die anspruchsbegründenden Umstände erbringt, so
dass klare tatsächliche Verhältnisse herrschen (BGE 138 III 620 E. 5.1.1). Für die
Verneinung eines klaren Falls in tatsächlicher Hinsicht genügt es, wenn die ge-
suchsgegnerische Partei substantiierte und schlüssige Einwendungen vorträgt,
die nicht sofort widerlegt werden können und die geeignet sind, die gerichtliche
Überzeugung zu erschüttern. Offensichtlich unbegründete oder haltlose Bestrei-
tungen des Anspruchs genügen nicht für die Verneinung eines klaren Falles (vgl.
OGer ZH PF190019 vom 27. Juni 2019 E. D.2.3.2). Weiter muss die Rechtslage
klar sein. Das trifft dann zu, wenn sich die Rechtsfolge bei der Anwendung des
Gesetzes unter Berücksichtigung der Lehre und Rechtsprechung ohne Weiteres
ergibt und damit die Rechtsanwendung zu einem eindeutigen Ergebnis führt. Da-
gegen ist die Rechtslage in der Regel nicht klar, wo mit Bezug auf den Tatbestand
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oder die Rechtsfolge richterliches Ermessen oder Billigkeitsüberlegungen unter
wertender Berücksichtigung der gesamten Umstände eine wesentliche Rolle spie-
len (BGE 141 III 23 E. 3.2; 138 III 123 E. 2.1.2 mit Hinweisen).
2. Die Gesuchstellerin begründete ihr Ausweisungsbegehren vor Vorinstanz im
Wesentlichen damit, dass sie die Liegenschaft an der D._-strasse ... in
E._ am 15. Juni 2021 an einer Zwangsversteigerung erstanden habe und mit
dem Steigerungszuschlag unmittelbar Eigentümerin geworden sei. Trotz Aufforde-
rung ihrerseits habe sich der Gesuchsgegner geweigert, die Liegenschaft zu ver-
lassen. Dass die Gesuchstellerin mit dem Zuschlag Eigentümerin geworden sei,
werde seitens des Gesuchsgegners gemäss vorinstanzlichem Urteil nicht bestrit-
ten. Der Gesuchsgegner begründete die Rechtmässigkeit seines Aufenthalts in
der Liegenschaft vor Vorinstanz damit, dass er bereits seit 2013 nicht mehr Eigen-
tümer, sondern Mieter sei, was er mit einem Urteil des Bezirksgerichts Dietikon
vom 10. Juli 2014 (act. 10/1) und einer angeblichen Zusicherung der Staatsan-
waltschaft III des Kantons Zürich nachzuweisen versuchte. Die Vorinstanz erach-
tete die Aussagen des Gesuchsgegners jedoch als unsubstantiiert und aktenwid-
rig, zumal sich aus dem erwähnten Urteil des Bezirksgerichts Dietikon kein
Rechtsanspruch auf den Verbleib in der Liegenschaft ergebe und der Gesuchs-
gegner gemäss dem von der Gesuchstellerin vorgelegten Grundbuchauszug vom
12. Februar 2019 (act. 13/1) seit Juli 2010 als Eigentümer des Grundstücks einge-
tragen sei (vgl. act. 21 S. 6).
Wie vor Vorinstanz macht der Gesuchsgegner in seiner Rechtsmitteleingabe mit
Verweis auf das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 10. Juli 2014 (act. 10/1)
geltend, seit 2013 nicht mehr Eigentümer des Grundstücks gewesen zu sein.
Vielmehr sei das Grundstück beschlagnahmt und mit erwähntem Urteil rückwir-
kend auf die F._ Vorsorgestiftung übergegangen, wobei er selber seit diesem
Zeitpunkt Mieter sei. Dabei verweist der Gesuchsgegner auf Ziff. 16 auf S. 7 des
erwähnten Urteils (vgl. act. 22 S. 5). Aus besagter Ziffer geht hervor, dass die mit
Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 9. April 2013 be-
schlagnahmte Liegenschaft an der D._-strasse ... in E._ eingezogen
und durch die vom Gericht bezeichnete Stelle verwertet werde, wobei der Verwer-
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tungserlös der F._ Vorsorgestiftung zugunsten der F._-Gruppe in An-
rechnung an die anerkannte Schadenersatzforderung gegenüber dem Beschul-
digten (im vorliegenden Verfahren der Gesuchsgegner) überwiesen werde. Die
restlichen Seiten des Urteils und weitere Unterlagen fehlen. Dafür, dass das Urteil
tatsächlich eine Verwertung bzw. eine Eigentumsübertragung auf die F._
Vorsorgestiftung zur Folge hatte, fehlen jegliche Belege. Im Übrigen geht – wie
die Vorinstanz zu Recht festhält – aus dem von der Gesuchstellerin eingereichten
Grundbuchauszug vom 12. Februar 2019 (act. 13/1) klar hervor, dass der Ge-
suchsgegner seit 2010 ohne Unterbruch (zumindest bis 2019) Eigentümer der im
Streit stehenden Liegenschaft war. Dass die Staatsanwaltschaft III des Kantons
Zürich den Gesuchsgegner im Rahmen eines Telefonats offenbar als Mieter be-
trachtete, bleibt unbelegt und wäre im Übrigen auch unerheblich, da das Zivilge-
richt nicht an die rechtliche Beurteilung der Staatsanwaltschaft gebunden ist. Inso-
fern ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gestützt auf den genannten
Grundbuchauszug zum Schluss gelangte, dass die anderslautenden Aussagen
des Gesuchsgegners aktenwidrig sind.
3. Der Gesuchsgegner machte vor Vorinstanz weiter geltend, sein Mietverhält-
nis sowie die zwei weiteren mit G._ und H._ geschlossenen Mietverträ-
ge seien an der Versteigerung mündlich erwähnt worden und mit der Ersteigerung
i.S.v. Art. 261 OR auf die Gesuchstellerin übergegangen (act. 10/4-5). Dabei ver-
wies er auf ein Schreiben des Betreibungsamtes C._-... vom 9. Juni 2021
und ein Steigerungsprotokoll vom 15. Juni 2021 (act. 10/2-3). Die Vorinstanz er-
wog hierzu im Wesentlichen, gestützt auf die Akten ergebe sich nicht, dass Miet-
verträge am Grundstück bestünden. Das Lastenverzeichnis und die Steigerungs-
bedingungen seien vielmehr mangels erfolgreicher Anfechtung vor Obergericht
bzw. Bundesgericht rechtskräftig geworden und daher massgeblich. Da die vom
Gesuchsgegner behauptete Last keinen formellen Eingang ins Lastenverzeichnis
gefunden habe, gehe sie gegenüber der gutgläubigen Erwerberin unter. Auch die
Bekanntmachung der Mietverhältnisse gegenüber den Kaufinteressenten anläss-
lich der Steigerung vermöge den guten Glauben der Gesuchstellerin nicht umzu-
stossen. Damit seien die Einwendungen des Gesuchsgegners, welche sich auf
das Vorliegen eines Mietverhältnisses beziehen, allesamt unbehelflich und wür-
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den keine Zweifel an der von der Gesuchstellerin behaupteten Rechts- und Sach-
lage zu erwecken vermögen (vgl. act. 21 S. 6 f.).
Der Gesuchsgegner führt in seiner Rechtsmittelschrift erneut aus, sein Mietver-
hältnis sowie die zwei weiteren Mietverträge mit G._ und H._ seien –
entgegen der vorinstanzlichen Beurteilung – bei der Versteigerung mit dem Eigen-
tum auf die Gesuchstellerin übergegangen. Dies gehe aus dem Schreiben vom
Betreibungsamt C._-... vom 9. Juni 2021 (act. 10/2) hervor. Darin bestätigt
das Betreibungsamt, dass es die Mietverträge den Kaufinteressenten trotz rechts-
kräftigem Lastenverzeichnis anzeigen werde. Laut Gesuchsgegner halte das Be-
treibungsamt entsprechend unmissverständlich fest, alle Interessenten würden
vor der Versteigerung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass mit dem Zuschlag
besagte Mietverträge auf den neuen Eigentümer übergehen würden und dieser
die Mietverträge kündigen müsse. Auch aus dem Steigerungsprotokoll des Be-
treibungsamtes vom 15. Juni 2021 (act. 10/3) gehe hervor, dass die Mietverträge
verpflichtend auf den Ersteigerer übergehen würden. Entsprechend sei ausge-
schlossen, dass die Gesuchstellerin das Objekt im guten Glauben ohne Über-
nahme von Mietverträgen erworben habe (vgl. act. 22 S. 2 f.).
Diese Vorbringen sind haltlos und vermögen das Vorliegen eines klaren Falles in
tatsächlicher Hinsicht nicht in Frage zu stellen. So ist gestützt auf die Aktenlage,
namentlich die Steigerungsbedingungen (act. 4/1), zweifellos erstellt, dass der
Gesuchsgegner bis zum Zeitpunkt des Zuschlages Alleineigentümer der streitge-
genständlichen Liegenschaft war. Entsprechend konnte er nicht gleichzeitig als
Mieter in einem Mietverhältnis stehen, das hätte bei der Versteigerung auf die
Gesuchstellerin übergehen können. Somit hält er sich seit dem Zuschlag ohne
Aufenthaltsberechtigung in der Liegenschaft auf.
Hinsichtlich der weiteren Mietverträge zwischen dem Gesuchsgegner und
G._ sowie H._ fällt auf, dass diese sehr tiefe Mietzinsen (Fr. 350.-- und
Fr. 250.--) sowie je eine Zusatzvereinbarung, wonach ein Teil der Mietzinsen mit
bestehenden Schulden des Gesuchsgegners verrechnet würden, enthalten
(act. 10/4). Aus dem vom Gesuchsgegner bezeichneten Schreiben des Betrei-
bungsamtes vom 9. Juni 2021 geht zudem u.a. hervor, dass er, der Gesuchsgeg-
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ner, es wissentlich mehrmals versäumt habe, die Mietverträge rechtzeitig zu sub-
stantiieren und die (den Grundpfandgläubigern zustehenden) Mietzinserträge an
das Betreibungsamt abzuliefern (act. 10/2). Sein Verhalten erscheint rechtsmiss-
bräuchlich und vermöchte den guten Glauben der Kaufinteressenten, vorliegend
der Gesuchstellerin, nicht zu zerstören (vgl. BSK SchKG-FEUZ, 3. Aufl. 2021,
Art. 140 N 1 mit Hinweis), was die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht festhielt.
4. Der Gesuchsgegner moniert ausserdem, dass die Vorinstanz trotz entspre-
chendem Antrag seinen Bruder I._, das Betreibungsamt C._-... und die
Gesuchstellerin nicht zum Sachverhalt befragt habe, was aus seiner Sicht
Rechtsverweigerung sei (vgl. act. 22 S. 4). Zu beachten ist diesbezüglich zum ei-
nen, dass der Beweis in Summarverfahren grundsätzlich durch Urkunden zu er-
bringen ist (Art. 254 Abs. 1 ZPO). Andere Beweise – wie die Einvernahme von
Zeugen oder eine Parteibefragung – sind nur zulässig, wenn sie das Verfahren
nicht wesentlich verzögern, der Verfahrenszweck dies erfordert oder die Untersu-
chungsmaxime gilt (Art. 254 Abs. 2 ZPO). Dass eine solche Voraussetzung erfüllt
ist, ist weder ersichtlich noch macht dies der Gesuchsgegner geltend. Zum ande-
ren hält die Vorinstanz ausdrücklich fest, dass sie bereits aufgrund der Aktenlage
zur Überzeugung gelangt ist, dass der Anspruch der Gesuchstellerin rechtsgenü-
gend ausgewiesen ist und eingehendere Abklärungen der Einwendungen des
Gesuchsgegners nichts an dieser Auffassung ändern würden (act. 21 S. 7). Auf-
grund der abgeschlossenen Meinungsbildung war sie nicht gehalten, weitere Be-
weise abzunehmen. Eine Rechtsverweigerung liegt nicht vor.
5. Schliesslich macht der Gesuchsgegner geltend, aufgrund seiner Kinderbe-
treuungspflichten liege ein Härtefall vor, weshalb ihm eine der Situation ange-
brachte Ausweisungsfrist zu gewähren sei. Zu diesem Punkt fänden sich im vor-
instanzlichen Urteil keinerlei Feststellungen, womit die Vorinstanz seinen An-
spruch auf rechtliches Gehör verletzt habe (vgl. act. 22 S. 5 f.).
Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst die Pflicht, einen Entscheid so
abzufassen, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann.
Daher müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen
sich das Gericht hat leiten lassen und auf welche sich sein Entscheid stützt. Um
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den Vorgaben von Art. 29 Abs. 2 BV zu genügen, muss die Begründung so abge-
fasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des angefochtenen
Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die hö-
here Instanz weiterziehen kann (BGE 145 III 324 E. 6.1; 143 III 65 E. 5.2; je mit
Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches Gehör erfordert nicht, dass sich das
Gericht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Argument auseinandersetzen muss; vielmehr kann es sich auf die für den Ent-
scheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 141
III 28 E. 3.2.4; 139 IV 179 E. 2.2). Die vorinstanzliche Begründung genügt diesen
Anforderungen. Insbesondere prüfte die Vorinstanz im Ausweisungsentscheid die
Einwendungen des Gesuchsgegners, wonach ein Mietverhältnis vorliege, und
kam gestützt auf die Akten zum Schluss, dass diese unbehelflich seien (act. 21
S. 7). Daraus geht zumindest implizit hervor, dass eine Erstreckung bzw. die Be-
rücksichtigung eines Härtefalls im Sinne von Art. 272 OR beim Gesuchsgegner
mangels Mietereigenschaft nicht in Frage kommt. Der Gesuchsgegner konnte den
Entscheid umfassend anfechten. Eine Gehörsverletzung ist zu verneinen.
6. Zusammenfassend ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gekommen,
dass der relevante Sachverhalt hinsichtlich des Ausweisungsbegehrens der Ge-
suchstellerin erstellt und die Rechtslage klar ist. Somit ist die Berufung des Ge-
suchsgegners abzuweisen und der angefochtene Entscheid zu bestätigen.
IV.
1. Der Gesuchsgegner stellt für das Rechtsmittelverfahren ein Gesuch um Be-
willigung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Verbeiständung (act. 22 S. 1).
Nach Art. 117 ZPO hat eine Partei Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn sie die erforderlichen Mittel zur Begleichung der Prozesskosten neben dem
notwendigen Lebensunterhalt für sich und die Familie nicht aufbringen kann und
ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Da der Berufung von Anbeginn
offensichtlich kein Erfolg beschieden war, ist das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen.
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2. Die Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 12 i.V. m. den §§ 2 Abs. 1, 4
Abs. 1 und 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'150.-- anzusetzen und ausgangsgemäss
dem Gesuchsgegner aufzuerlegen. Parteientschädigungen sind für das Rechts-
mittelverfahren keine zuzusprechen: Dem Gesuchsgegner nicht, weil er unterliegt,
der Gesuchstellerin nicht, weil ihr im Berufungsverfahren keine zu entschädigen-
den Umtriebe entstanden sind (Art. 106 Abs. 1 und Art. 95 Abs. 3 ZPO).