# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a10c6f04-dc8b-45ff-83d5-29c6a3ebe534
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._, geboren am _ 1997, ist das gemeinsame Kind von Y._, geboren am _ 1970, und X._, geboren am _ 1951. Die Ehe der Eltern von A._ wurde im Jahr 2006 geschieden. Gleichzeitig wurde ihnen die elterliche Sorge über A._ entzogen und dieser unter Vormundschaft gestellt. Z._ ist die Mutter von Y._ und A._ somit ihr Enkel. Z.1_, der Stiefgrossvater von A._, wurde als dessen Vormund ernannt und A._ lebte viele Jahre bei Z._ und Z.1_, welche auch seine Pflegeeltern wurden. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Bezirke O.1_ und O.2_ vom 20. Januar 2016 wurde die Vormundschaft über A._ infolge seiner Volljährigkeit abgeschrieben. Ebenfalls abgeschrieben wurde darin ein Adoptionsgesuch von Z.1_ vom 14. Januar 2014, weil bei der KESB keine diesbezüglichen Unterlagen eingereicht wurden (vgl. zum hierzu den Entscheid der KESB der Bezirke O.1_ und O.2_ vom 20. Januar 2016, KESB act. 35c).
B. Am 21. Juni 2016 reichte Z.1_ beim kantonalen Sozialamt Graubünden ein weiteres Gesuch um Adoption von A._ ein, welches an die KESB Engadin/Südtäler (nachfolgend KESB) weitergeleitet wurde. Da Zweifel am Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen für eine Einzeladoption aufkamen und das Inkrafttreten der Revision des Adoptionsrechts kurz bevorstand, wurde das Gesuch nach Rücksprache bis auf weiteres nicht behandelt (vgl. KESB act. 53).
C. Mit Eingabe vom 14. Februar 2018 reichten Z._ bei der KESB ein Gesuch um gemeinsame Adoption von A._ ein. Dessen Zustimmungserklärung datiert vom 12. Februar 2018. Die zur Stellungnahme aufgeforderten leiblichen Eltern bestritten in ihrer Eingabe vom 18. Mai 2018 die örtliche Zuständigkeit der KESB Engadin/Südtäler zur Beurteilung des Adoptionsgesuchs. Die Auffassung der leiblichen Eltern wurde von den Gesuchstellern am 13. August 2018 (KESB act. 33) bestritten.
D. Mit Entscheid vom 24. September 2018 erkannte die KESB Engadin/Südtäler was folgt:
1. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Engadin/Südtäler stellt aufgrund der Aktenlage und des Verlaufes Folgendes fest:
a) Die KESB Engadin/Südtäler hat das Verfahren um eine Einzeladoption von A._ durch Z.1_ am 18. September 2017 als gegenstandslos abgeschrieben.
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b) Das Ehepaar Z.1_ und Z._ reichte das Gesuch um eine gemeinschaftliche Adoption eines Erwachsenen am 14. Februar 2018 bei der KESB Engadin/Südtäler ein.
c) Die KESB Engadin/Südtäler ist die örtlich zuständige Adoptionsbehörde im Fall der Erwachsenenadoption von A._ durch das Ehepaar Z.1_ und Z._.
2. (Kosten)
3. (Rechtsmittel)
4. (Mitteilung)
E. Noch während laufender Rechtsmittelfrist stellte die Rechtsvertreterin von X._ und Y._, Rechtsanwältin lic. iur. Pia Dennler, der KESB Engadin/Südtäler ein Schreiben zu, gemäss welchem sie das Mandat mit sofortiger Wirkung beende. Damit werde auf die Erwägungen im Entscheid der KESB reagiert, welche den Eindruck vermittelt hätten, dass der Beizug einer Rechtsvertreterin die Dinge offenbar eher verkompliziert habe, statt zu einer Plausibilisierung und Klärung der aufrichtigen Haltung und Gefühle der Kindseltern beizutragen. Die Kindseltern wünschten und verlangten, durch die KESB im vorliegenden Fall ebenso persönlich angehört zu werden wie die Gesuchsteller und der zu Adoptierende. Über Zuständigkeitsfragen Rechtsmittelverfahren zu führen und sich in juristische Details zu vertiefen, würde statt zum Kern der Sache eher zu einem Hickhack "am Rande" führen, was nicht im Sinne der Eltern von A._ sei. Im Hinblick auf eine solche Anhörung würden die Adressen von Y._ und X._ übermittelt mit der Bitte, nach Eintritt der Rechtskraft des Zwischenentscheids die weiteren Schritte direkt mit Frau Y._ oder Herrn X._ zu terminieren (KESB act. B.1/4).
F. Trotz des erwähnten Schreibens reichte Rechtsanwältin Pia Dennler am 29. Oktober 2018 namens und im Auftrag von Y._ und X._ (nachfolgend Beschwerdeführer) gegen den Entscheid der KESB vom 24. September 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein, welches die Beschwerde zuständigkeitshalber dem Kantonsgericht von Graubünden überbrachte. In der Beschwerdeschrift wird das Folgende beantragt:
1. Disp. Ziff. 1 lit. a des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben.
2. In Aufhebung von Disp. 1 lit. c des angefochtenen Entscheids sei die örtliche Zuständigkeit der KESB Engadin Südtäler zur Beurteilung des Gesuchs des Ehepaares Z._ und Z.1_ vom 15. Februar 2018 zu verneinen.
Eventualiter sei das Verfahren an die KESB Engadin Südtäler zurückzuweisen zur Durchführung des Verfahrens gemäss Art. 444 Abs. 3 ZGB mit der KESB der Bezirke O.1_ und O.2_ am Wohnsitz des zu Adoptierenden.
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3. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen, und die Beschwerdeführenden seien für das vorliegende Verfahren durch die privaten Beschwerdegegner angemessen zu entschädigen.
In der Begründung entschuldigten sich die Beschwerdeführer gegenüber der KESB Engadin/Südtäler, dass sie nach Einsicht in die Akten auf den Entscheid zurückgekommen seien, den Zuständigkeitsentscheid anzufechten (act. A.1., S. 4 Ziff. 6).
G. Z._ (nachfolgend Beschwerdegegner), beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fidel Cavelti, beantragten in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2018, was folgt:
1. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.
2. Eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Beschwerdegegner erhoben unter anderem die Einrede, die Beschwerdeführer hätten einen Rechtsmittelverzicht erklärt.
H. Die KESB verzichtete am 13. November 2018 auf eine einlässliche Beschwerdeantwort und stellte den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden könne. Auf einen Wiedererwägungsentscheid gemäss Art. 450d Abs. 2 ZGB verzichte sie.
I. Der vom Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden eingeforderte Kostenvorschuss von je CHF 750.00 wurde von den Beschwerdeführern innert Frist überwiesen.
J. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Bevor im streitgegenständlichen Verfahren auf die Kernfrage der örtlichen Zuständigkeit der KESB Engadin/Südtäler eingegangen werden kann, gilt es einige prozessuale Fragen zu klären, zumal aus dem angefochtenen Entscheid und den Rechtsschriften der Parteien zu schliessen ist, dass sich sämtliche Verfahrensbeteiligten wenig Rechenschaft über das bei einem Adoptionsgesuch zur Anwendung gelangenden Verfahrensrecht gegeben haben.
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## Considerations