# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9a0a3371-d46f-4c17-bc8d-43bba2797451
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, g
eboren 1962, meldete sich am 7.
Januar
2005
unter Hin
weis auf
Kurzsichtigkeit und lichtempfindliche Augen bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 19.
Oktober
2005 einen Rentenanspruch
(
Urk.
7/25 =
Urk.
7/26)
und mit Verfügung vom
2
7.
Oktober 2005 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (
Urk.
7/35)
.
1.2
Am
3.
April 2014
meldete sich die Versicherte
unter Hin
weis auf das Sehen von konstanten Doppelbildern
erneut
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/50). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/59
;
Urk.
7/69,
Urk.
7/74
)
trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung ein und
nahm
weitere Abklärungen
vor
. Nach Durchführung eines weiteren
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/129;
Urk.
7/131,
Urk.
7/134) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
Oktober 2016 erneut einen Rentenanspruch (
Urk.
7/136 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
6.
November 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
3.
Oktober 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
, sie sei als voll erwerbstätig zu qualifizieren und es sei ihr nach Massgabe der heute noch bestehenden Arbeitsfähigkeit am angestammten Arbeitsplatz eine Teilrente zu
zusprechen. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung zurückzuweisen und diese zu verpflichten, die Erwerbsqualifikation neu zu prüfen, gegebenenfalls eine Haushaltsabklärung durchzuführen und sodann einen neuen Einkommensvergleich durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2017
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
6.
Januar 2017
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und In
validitätsbemessung beruht (BGE
133
V
108; vgl. auch BGE
130
V
71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung reicht die analoge Anwendbarkeit der in BGE 109 V 262 E. 4a dargelegten Rechtsprechung auf das Neuan
meldungsverfahren nur so weit, als auch hier von Amtes wegen zu prüfen ist, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung ab
zustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nicht
eintretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summa
rischen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle
Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3
des Bundesgesetz über die Invaliden
-
versicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten
Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheits
schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
;
BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er
forderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die ge
mischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine voll
zeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch an
-
zunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teil
erwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbs
tätige, somi
t nach
Art.
16 ATSG zu bemessen
(
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur An
wendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Validen
einkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesund
heitsschaden aus
geübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztage
stätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenver
sicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich ent
sprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeits
pensum unter Um
ständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträch
tigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
bemessungsmethode und damit der Beantwortung der entscheidenden Status
frage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berück
sichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicher
te Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile
des Bundes
-
gerichts
9C_287/2013
vom
8.
November
2013
E.
3.5
und
8C_511/2013
vom
3
0.
Dezemb
er
2013
E. 3.1
, je
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass der Beschwerdeführerin in einer besser angepassten Tätigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht eine Tätigkeit zu 70
%
zumutbar sei. Die Abklärungen hätten weiter ergeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Raumpflegerin zu einem Pensum von 80
%
nachgehen würde. Die restlichen 20
%
würden in den Aufgabenbereich entfallen, in welchem die Beschwerde
führerin gemäss medizinischen Abklärungen nicht eingeschränkt sei. Aus beiden Bereichen resultiere ein Invaliditäts
grad von insgesamt 15
%
(S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sie habe während vieler Jahre
zu
100
%
gearbeitet. Nach einer vorübergehenden
Pensumsreduktion
hätte sie wieder auf 100
%
aufstocken wolle
n
, es sei ihr jedoch nur eine 80
-
%-Stelle angeboten worden. Auch aus wirtschaftlichen Gründen müsste sie schon längst wieder in einem 100
-
%
-
Pensum arbeiten. Die Qualifikation sei nie abgeklärt worden und es sei auch nie eine Abklärung der (zahlreichen) Einschränkungen im Haushalt erfolgt (S. 4 unten f.). Sie sei daher als voll erwerbstätig zu qualifizieren, eventuell sei eine Haushaltsabklärung zu veranlassen (S. 5 oben). Weiter sei das Gutachten hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft un
klar. Zunächst werde zwar ausgeführt, dass sich aufgrund der zunehmenden Presbyopie, mit der eine speditive Arbeit nicht möglich sei, die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
reduziert habe. Bei gutem Verlauf weitere
r
medizinischer Massnahmen scheine
die
„
bisherige Teilzeittätigkeit
“
bewältigbar. Dies werde vom
Regionalen
Ä
rztlichen Dienst (
RAD
)
ebenfalls so ausgeführt: die seit 1
2.
Februar 2014 be
stehende 50%ige Arbeitsfähigkeit sei gutachterlich bestätigt worden und sei nun auch nachvollziehbar und massgeblich mit der zunehmenden Altersfehl
sichtigkeit begründet. Abschliessend werde die Frage nach der Arbeitsfähigkeit angestammt jedoch dahingehend beantwortet, dass sich eine genaue Prognose nicht stellen lasse. Auch bei gutem Verlauf sei eine Erhöhung der Arbeitsfähig
keit über die
„
bisherigen 70
%
“
nicht wahrscheinlich. Damit gehe der Gutachter offenbar fälschlicherweise davon aus, dass
ihr
bisherige
s
Pensum 70
%
betrage. Richtigerweise betrage das bisherige Pensum aber bereits seit 2014 lediglich noch 50
%
(S. 5 unten).
Weiter könne s
ie heute nur noch arbeitstätig sein, weil der aktuelle Arbeitgeber ihre Einschränkungen in Kauf nehme und den Arbeitsplatz aus Goodwill erhal
te. Aufgrund der massiven Sehbehinderung sei eine andere Tätigkeit im
1.
Ar
b
eitsmarkt für sie realistischerweise nicht mehr möglich. Zu berück
-
sichtigen sei auch, dass sie an der bisherigen Arbeitsstelle die Örtlichkeiten seit 15 Jahren genau kenne und sich zurechtfinde, was für eine sehbehinderte Person extrem wichtig sei
(S. 6)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob bei der Beschwerdeführerin seit Erlass der renten
ablehnenden Verfügung vom
1
9.
Oktober 2005
(
Urk.
7/25 =
Urk.
7/26)
eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Verfü
gung vom
1
9.
Oktober 2005
(
Urk.
7
/
25
) stellte sich wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Ophthalmologie
,
nannte
im Bericht vom
1.
Februar
2005 (
Urk.
7/11
/3-6
) als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine
Myopia
magna, eine
A
mblyopie rechts sowie ein
Sicca
-S
yndrom. Er führte weiter aus,
es bestehe keine medizinisch
begründete Arbeitsunfähig
keit. Die Beschwerdeführerin arbeite als Raumpflegerin
. Es bestehe ein
Fernvisus
rechts mit einer Brille von 0.05 und links von 0.
8.
Das Gesichtsfeld rechts sei deutlich eingeschränkt (S. 1). Wahrscheinlich spiele die vertraute Umgebung eine recht grosse Rolle. Für ihn sei eine Verschlechterung der Sehfunktion bei gutem
Visus
links nicht nachvollziehbar, jedoch sei dies möglich (S. 2).
Im Bericht vom
8.
März 2005 (
Urk.
7/12/3-8) führte er ergänzend aus,
die Beschwerdeführer
in
sei der Auffassung, sie könne nun nicht mehr als Raum
pflegerin arbeiten
. Sie gebe an, beim Reinigen der Fenster werde sie geblendet und im Haus drin sehe sie auch zu wenig. Die Lichtprojektion zeige rechts eine geringe konzentrische Einschränkung, links sei das periphere Gesichtsfeld in der Lichtprojektion voll. Die
Octopusperimetrie
habe wiederum rechts deutliche diffuse Ausfälle, links geringere diffuse Ausfälle gezeigt. Er habe dann am Goldmannperimeter die Gesichtsfelder wiederholt aufgenommen, wobei sich rechts eine hochgradige konzentrische Einengung, links eine deutliche
kon
-
zentrische Einengung gezeigt habe, welche während der Untersuchung noch zu
ge
nommen habe. Auffallend sei die Ungleichheit der Gesichtsfelder, welche jeweils mit verschiedenen Methoden untersucht worden seien (S. 1). Er nehme an, dass es sich
hierbei
um Aggravation handle. Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter seien beide der Ansicht gewesen, dass man nun mit der IV reden
müsse, offenbar wegen einer Rente, da sie nicht mehr arbeiten könne (S. 2 oben).
Er habe den Eindruck, dass eine eigentliche Verschlechterung der Sehfunktion nicht stattgefunden habe (S. 2 oben).
Im Bericht vom 1
6.
September 2005 (
Urk.
7/19/3) führte er weiter aus, für die konzentrische Gesichtsfeldeinengung habe man
k
eine Erklärung, die Befunde seien nicht konstant gewesen. Es sei ihm nicht klar, wieso die Beschwerde
führerin eine Lupenbrille benötige. Er schlage vor
,
elektrophysiologische Abklä
rungen zu machen, mit denen sich ein schwerer Netzhautschaden oder
Optikus
schaden
objektivieren liesse.
3.3
Die Ärzte des
Z._
nannten im Bericht vom 1
5.
September 2005 (
Urk.
7/20/5-6) als Diagnosen ein
en
ausgeprägte
n
Strabismus
divergens
rechts mit Amblyopie rechts, eine
Myopia
magna beidseits gut korri
giert,
a
nteriore Synechien beidseits bei möglicherweise gedeckter Perforation rechts oder im Rahmen einer
Heterochromiezyklitis
sowie eine ausgeprägte
Sicca
-Symptomatik beidseits mit Blendung vor allem rechts
(S. 1)
. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führten sie aus, im angestammten Beruf bestehe keine Ein
schränkung bei vollen Aussengrenzen im
konfrontatorischen
Gesichtsfeld sowie einem
Visus
von partiell 0.
8.
Links sei selbst bei funktionellem Monokel bei einem
Visus
von 0.05 rechts die Chance im Hinblick auf eine Rente gering
(S. 2).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
1
9.
Oktober 2005
(
Urk.
7/25 =
Urk.
7/26)
finden sich in den Akten im Wesentlichen die folgenden Berichte:
4.2
Die Ärzte des
Z._
, Augenklinik, berichteten am 1
9.
Januar 2007 (
Urk.
7/90/2-3) über eine Verlaufskontrolle ein Jahr nach erfolgter Augenoperation. Es bestehe unverändert eine unauffällige Augenstellung und am Covertest eine kleine
Eso
- und
Hypertropie
rechts. Nach wie vor nehme die Beschwerdeführerin Doppel
bilder wahr. Sie habe sich
mittlerweile an die Doppelbilder gewöhnt und fühle sich durch diese nicht mehr gestört (S. 2).
4.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Ophthalmologie
,
führte im Bericht vom
4.
November 2014 (
Urk.
7/102/3) aus, vor der Operation im Jahr 2006 seien aufgrund der offenbar deutlichen Schielstellung des rechten Auges keine Doppelbilder aufgetreten. Es sei klar ein Risiko der Operation, dass solche danach auftreten können. Die Frage nach tadellosem
Binokularsehen
habe sich nie gestellt. Lediglich die Beschwerden (hervorgerufen durch die Doppelbilder), welche auch durch die Verneblung offenbar nicht gebessert worden seien, würde
n
ein volles Arbeitspensum verunmöglichen. Am Zustand werde sich erfah
rungsgemäss nichts ändern, im schlimmsten Fall könnten die Beschwerden zunehmen, eine Besserung sei nicht zu erwarten.
Im
Bericht vom 1
8.
Dezember 2014 (
Urk.
7/81)
führte er
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Oktober 2013 (
Ziff.
1.2)
,
und nannte als Diagnosen Doppelbilder und
a
sthenopische
Beschwerden bei Status nach Strabismus-Operation mit aktuell Strabismus
divergens
rechts und Amblyopie rechts (
Ziff.
1.1).
Die Beschwerdeführerin ermüde rasch und es
bestehe ein hoher psychi
scher Leidensdruck durch die Symptome wie Doppelbilder, Schwindel und Geh
schwierigkeiten. Ab 1
4.
Februar 2014 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit (
Ziff.
1.4,
Ziff.
1.7)
.
4.
4
Prof.
Dr.
med.
B._
und
Dr.
med.
C._
,
beide
Fach
ä
rzt
e
für
Ophthalmologie
, nannte
n
im ophthalmologischen Gutachten vom 3
0.
Juli 2015 (
Urk.
7/118) folgende verkürzt wiedergegebene Diagnosen
(vgl. S. 3)
:
-
Amb
l
yopie rechts
-
inferiore anteriore Synechien rechts > links
-
Fuchs’sche
Heterochromie
Iridozyklitis
rechts
-
Zustand nach Augenmuskeloperation rechts
-
konsekutiver postoperativer Strabismus
convergens
und
sursumvergens
rechts
-
Keratokonjunktivitis
sicca
beidseits bei chronischer Blepharitis
-
hohe Myopie beidseits
-
Astigmatismus rechts >> links
Dazu führten die Gutachter aus, die Beschwerdeführerin
berichte,
dass sie neben den Doppelbildern
zunehmend Mühe mit dem exakten Erkennen von Ver
schmutz
ungen
bei
der
Arbeit als Reinigungskraft habe. Die
Beschwerdeführerin
habe
im Alter von 53 Jahren eine beginnende Presbyopie (Altersfehlsichtigkeit) entwickelt. Da sie nur eine monofokale Fernbrille
trage
,
habe
sich die Seh
schärfe in der Nähe am linken Auge in letzter Zeit sicherlich verschlechtert. Damit
sei
ein neuer Faktor hinzugekommen, welcher Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
habe
. De
r
genaue Zeitpunkt des Beginns der Presbyopie
lasse
sich im Nachhinein nicht bestimmen, da es sich um einen langsam
zuneh
-
menden Prozess
handle
. Grundsätzlich könnte die Presbyopie durchaus für die neue Mühe und damit zusätzliche Arbeitsunfähigkeit bei der
Berufsausübung
seit Anfang 2014 verantwortlich sein
.
Um Gegenstände ohne Brille scharf sehen
zu können
,
müsste
die
Beschwerdeführerin
bei ihrer hohen Kurzsichtigkeit mit ihrem
besseren linken Auge bis auf zirka
acht
Zentimeter
an Gegenstände heran gehen. Damit
sei
eine speditive Arbeit nicht möglich. Es
sei
nicht auszu
schliessen, dass sich die Arbeitsfähigkeit damit auf 50
%
reduziert
habe
. Dass die
Beschwerdeführerin
durch ihr komplexes Augenleiden ein visuelles
Handycap
habe
und nicht wie eine normalsichtige Person
einsetzbar
sei
, bleib
e
unbestritten
(S. 4
Ziff.
1).
Die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Doppelbilder
liessen
sich im
orthoptischen
Status bestätigen. Es
fänden
sich keine Hinweise für eine Simu
lation der Doppelbilder. Doppelbilder
könn
t
en
zu Schwindelempfinden und
Übelkeit
führen. Somit
seien
die Angaben der
Beschwerdeführerin
und des eige
nen Augenarztes nachvollziehbar
(S. 4
Ziff.
2).
I
m Verlauf
sei
mit unveränderten Doppelbilde
rn
zu rechnen. Somit
sei
davon auszuge
h
en, dass die
Beschwerdeführerin
weiterhin an Schwindel und
Übelkeit
leiden
werde
. Auch die durch die Hornhautnarbe bedingte
Blendempfindlichkeit
werde
sich
nicht verändern. Die Presbyopie-
Beschwerden könnten eventuell zu
nehmen
(S. 5
Ziff.
4)
.
Eine genaue Prognose der zusätzlichen Arbeitsf
ä
higkeit in
Prozent
lasse
sich nicht stellen. Aufgrund der hohen Myopie
würden
Brillengläser zu optischen Verzerrungen in der Peripherie
führen
. Dies beding
e
eine längere Eingewöh
nungszeit an ein neues Bifokalglas. Trotzdem
sei
nicht auszuschliessen, dass diese Verzerrungen auch zu Schwindel und/oder
Übelkeit
führen könnten. Wenn die
Beschwerdeführerin
die Brillengläser jedoch
vertrage
,
sei
mit einer Besserung der Sehfähigkeit in der Nähe zu rechnen. Damit
scheine
die bisherige Teilzeit-Tätigkeit als Reinigungskraft bewältigbar. Eine Erhöhung der Arbeits
fähigkeit
über
die bisherigen 70
%
sei
je
doch nicht wahrscheinlich (S. 5
Ziff.
6).
Zum Tätigkeitsprofil einer angepassten Tätigkeit führten die Gutachter aus, e
s
handle
sich um eine funktionelle
Monokelsituation
links mit eingeschränkter Sehschärfe rechts und zusätzlich störenden Doppelbilde
rn
. Da die Doppelbilder zu Schwindelerscheinungen führen
und auch Mühe beim Einschätzen von Distanzen bereiten
würden
,
seien
Arbeiten in unebenem Gelände und in der Höhe mit Sturzgefahr nicht geeignet. Zudem
seien
Arbeiten an gefährlichen Geräten bei fehlendem dreidimensionalem Sehen aufgrund der Verletzungs
gefahr ebenfalls zu vermeiden. Exakte Arbeiten, welche eine hohe Sehschärfe erforder
te
n
,
seien für die Beschwerdeführerin
schwierig auszuüben, be
ziehungsweise
würden
für deren Ausführung deutlich mehr Zeit
benötigen
(S. 5
Ziff.
7)
.
Eine Teilzeitt
ätigkeit in
der
Hauswirtschaft im Zentrum
F._
als Reinigungskraft
scheine
unter Berücksichtigung der oben genannten Anga
ben bewältigbar. Dies
bedinge
jedoch auch eine gewisse Toleranz seitens des Arbeit
gebers, da die Reinigungsarbeiten möglicherweise nicht in der gleichen Ge
schwindigkeit und nicht mit der gleichen Präzision ausgeübt werden könn
t
en, wie von einer normalsichtigen Person. Die
Beschwerdeführerin
sei
w
il
lens weiterhin im Arbeitsprozess zu bleiben,
fühle
sich aber verständlicherweise nicht im Stande
,
zu 100
%
zu arbeiten. Somit sollte versucht werden
,
die
Be
schwerdeführerin
in ihrem bisherigen Arbeitsumfeld, auch durch oben genannte Massnahmen, möglichst lange arbeitsfähig zu ha
l
ten
(S. 6 oben)
.
4.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom
5.
November 2015 (
Urk.
7/128/8) aus, die aktuelle Tätigkeit könnte nach optimaler Brillenanpassung (sofern sie gelinge, was vor
her nicht vorhergesagt werden könne) wieder mit einer 70%igen Arbeits- und
Leistungsfähigkeit (längere Anpassungsphase) umgesetzt werden, ansonsten
be
-
stehe eine
50%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit seit 1
2.
Februar 2014.
4.6
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.3) führte in
seiner
Stellungnahme vom 1
6.
Februar 2016 (
Urk.
7/121)
aus
, das Gutachten sei plausibel
(
Ziff.
1). Die vor
ge
schlagenen medizinischen Massnahmen würden an den Beschwerden nichts ändern, da die Beschwerdeführerin auch beim Blick in die Ferne an Schwindel leide. Ein Nahzusatz, im Rahmen der empfohlenen Bifokalbrille, würde höchstens eine Lesetätigkeit unterstützen, aber den Schwindel nicht wesentlich lindern (
Ziff.
2). Er erachte bei diesem Beschwerdebild eine tatsächliche Tätig
keit von mehr als 4 Stunden pro Tag als nicht realistisch, somit bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
3). Es sei mit keiner Änderung der Symptome zu rechnen. In der Praxis sei davon auszugehen, dass mit zunehmenden Alter
die Anpassungsfähigkeit respektive «Kompensation» von diesen neurologischen Beschwerden eher abnehme und somit die Arbeitsfähigkeit tendenziell sinke (
Ziff.
4).
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin im relevanten Zeitraum (vgl. E. 2.3) in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise verschlechtert hat.
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage
ausgewiesen ist, dass sich
die Sehbeeinträchtigungen bei der Beschwerdeführerin
seit Erlass der renten
ablehnenden Verfügung vom
1
9.
Oktober 2005
(
Urk.
7/25 =
Urk.
7/26)
zuneh
mend verschlechterten.
Während die Beschwerdegegnerin
davon ausging, dass in einer
optimal
angepassten Tätigkeit eine
70%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe, macht
e
die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend,
sowohl die Gutachter, der RAD als auch die behandelnden Ärzte würden überei
nstimmend lediglich eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit attestieren
,
da
sich eine genaue Prognose bei optimalem Verlauf
gemäss Gutachten
nicht stellen lasse
,
und
überdies werde von den Gutachtern gar keine
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
beziffert
.
5.2
Für die Beantwortung der Frage, ob eine Verschlechterung des Gesundhe
its
zustand
s
der Beschwerdeführerin
in einer für den Anspruch relevanten Weise eingetreten ist, kann auf das ophthalmologische Gutachten vom 3
0.
Juli 2015 (vgl. E. 4.
4
) abgestellt werden: Dieses Gutachten entspricht den erforderlichen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise (vgl.
vorstehend
E. 1.4). Die Beschwerdeführerin wurde ihren geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf ophthalmologischen Unter
suchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. Sodann sind die
Darlegungen der medizinischen Zu
sammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet.
So
f
ührten die Gutachter in
differenzierter und
nachvollziehbarer Weise aus,
dass die Beschwerdeführerin durch ihr komplexes Augenleiden ein visuelles
Handycap
habe und nicht wie eine normalsichtige Person eingesetzt werden könne.
Dabei handle es
sich um eine funktionelle
Monokelsituation
links mit eingeschränkter Sehschärfe rechts und zusätzlich störenden Doppelbildern. Die
Beschwerdeführerin habe
eine beginnende Altersfehlsichtigkeit entwickelt
. Da die Beschwerdeführerin nur eine monofokale Fernbrille trage, habe sich
die Sehschärfe in der Nähe am linken Auge verschlechtert. Damit sei ein neuer Faktor hinzugekommen, welcher
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Weiter machten sie darauf aufmerksam, dass
die Altersfehlsichtigkeit durchaus für die zusätzliche Arbeitsunfähigkeit und die neue Mühe bei der Berufs
ausübung verantwortlich sein könne.
Aufgrund
d
er hohen Kurzsichtigkeit müsste die Beschwerdeführerin bis auf zirka acht Zentimeter an Gegenstände herangehen, um
diese
ohne Brille scharf sehen zu können. Eine speditive Arbeit sei damit nicht möglich. Es sei nicht auszuschliessen, dass sich die Arbeitsfähig
keit damit auf 50
%
reduziert habe.
In nachvollziehbarer Weise führten die Gutachter weiter aus, dass im Verlauf mit unveränderten Doppelbildern zu rechnen und somit davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin weiterhin an Schwindel und Übelkeit leiden werde. Zur Prognose nach Durchführung von
medizinischen respektive beruflichen Massnahme führten sie schliesslich aus, dass sich eine solche nicht genau stellen lasse. Aufgrund der hohen Myopie würden Brillengläser zu optischen Ver
zerrungen in der Peripherie führen. Dies bedinge eine längere Eingewöh
nungszeit an ein neues Bifokalglas. Trotzdem sei nicht
auszuschliessen, dass die Verzerrungen auch zu Schwindel und/oder Übelkeit führen könnten. Wenn die Brillengläser jedoch vertragen werden, sei mit einer Besserung der Sehfähigkeit zu rechnen und die bisherige Teilzeittätigkeit als Reinigungskraft bewältigbar. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit über die bisherigen 70
%
sei jedoch nicht wahrscheinlich.
In ihrer Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum nachvollziehbaren Schluss, dass die Doppelbilder zu Schwindelerscheinungen führen und auch Mühe beim Einschätzen von Distanzen bereiten würden. Arbeiten in unebenem Gelände und in der Höhe mit Sturzgefahr seien daher nicht geeignet.
Zudem seien Arbeiten an gefährlichen Geräten bei fehlendem dreidimensionalem Sehen aufgrund der Verletzungsgefahr ebenfalls zu vermeiden. Exakte Arbeiten, welche eine hohe Sehschärfe erfordern, seien für die Beschwerdeführerin schwierig auszuüben beziehungswiese sie würde für deren Ausführung deutlich mehr Zeit benötigen. Die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft im Teilpensum scheine unter Berücksichtigung dieser Angaben als bewältigbar, bedinge jedoch auch eine gewisse Toleranz seitens des Arbeitgebers, da die Reinigungsarbeiten möglichweise nicht in der gleichen Geschwindigkeit und nicht mit der gleichen Präzision ausgeübt werden könn
t
en, wie von einer normalsichtigen Person. Es sollte daher versucht werden, die Beschwerdeführerin in ihrem bisherigen Arbeitsumfeld möglichst lange arbeitsfähig zu halten.
5.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann vorliegend
aufgrund der medizinischen Aktenlage
nicht von einer (sofortigen) 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden.
Die Gutachter erachteten
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
70
%
erst nach längerer Eingewöh
nungszeit an ein neue
s
Bifokalglas
überhaupt
für möglich.
Selbst dann sei nicht auszuschliessen, dass die Verzerrungen auch zu Schwindel und/oder Übelkeit führen könnten.
Erst wenn die
Beschwerdeführerin die Brillengläser vertrage, sei mit einer Besserung der Sehfähigkeit in der Nähe zu rechnen. Eine Erhöhung über 70
%
sei jedoch nicht wahrscheinlich.
Bei der von den Gutachtern geäus
serten Einschätzung handelt es sich somit lediglich um eine ungewisse prognos
tische
Beurteilung
.
Gestützt
auf diese gutachterliche Einschätzung sowie die Aussagen der behan
delnden Ärzte wie auch des RAD steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest
, dass bei der Beschwerdeführerin im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses
sowohl in der angestammten als auch in angepasster Tätigkeit lediglich eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit vorl
ag
.
Mit Blick auf das von den Gutachtern darge
legte Tätigkeitsprofil (
vgl. vorstehend E.
4.
4
) erscheint die von der Beschwerde
gegnerin genannte Tätigkeit als
Verpackerin
(sitzend, ohne ständigen visuellen Fokuswechsel) als wenig geeignet und stellt
angesichts der starken S
ehbeein
trächtigung und mangels
dreidimensionale
n
Sehen
s
sicherlich keine «besser angepasste» Tätigkeit dar.
Entsprechend empfahlen die Gutachter auch, die Beschwerdeführerin in ihrem bisherigen Arbeitsumfeld so lange wie möglich arbeitsfähig zu halten.
5.4
N
ach dem Gesagten steht damit
überwiegend wahrscheinlich
fest, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im relevanten Zeitraum ver
schlechtert hat und
ab dem 1
4.
Februar 2014
von einer 50%igen Arbeitsfähig
keit in angestammter und angepa
sster Tätigkeit auszugehen ist.
6.
6.1
Angesichts der ausgewiesenen und revisionsrelevanten Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ab Februar 2014 (vgl. vorstehend E. 5) ist der
Rentenanspruch voraussetzungslos zu prüfen
.
Die
Beschwerdeführerin
rügte
im Wesentlichen die Erwerbsqualifikation sowie die Einschränkung im Haushalt (vgl.
Urk.
1).
6.2
Die Beschwerdegegnerin stufte die Beschwerdeführerin als im Gesundhei
tsfall zu 80
%
erwerbstätig ein, die restlichen 20
%
würden in den Aufgabenbereich entfallen
. Gemäss Akten sei die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren zu 80
%
arbeitstätig,
dies sei
auch
schon
im Jahr 2005
der Fall gewesen
,
als d
er jüngere Sohn bereits 18 Jahre alt gewesen sei. Dass sie nun ab 2014 plötzlich 100
%
arbeiten würde
,
sei unwahrscheinlich (
Urk.
2 S. 2 f.)
.
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend,
sie habe
während 15 Jahren in einem 100-
%-Pensum im Spital Rüti gearbeitet. 1996 habe si
e
nach ihrer Scheidung wegen den Kindern das Pensum zunächst auf 60
%
reduziert, habe diese
s
aber ab 1997 wieder auf 100
%
erhöhen wollen. Aus Spargründen sei ihr jedoch nur noch eine 80
%
-Stelle angeboten worden. Ab 2001 habe sie im Alters- und Pflegeheim
F._
in
E._
gearbeitet, ebenfalls in einem 80
-
%-Pensum. Sie werde seit Jahren von ihren beiden Kindern finanziell unterstützt.
Auch a
us wirtschaftlichen Gründen müsste sie schon längst wieder i
n einem 100
-
%-Pensum arbeiten (vgl.
Urk.
3).
6.3
Dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre
,
ist entgegen
ihrer
Ansicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Zwar ergibt sich aus dem Aus
zug aus dem individuellen Konto
(IK; vgl.
Urk.
7/44
,
Urk.
7/46,
Urk.
7/47), dass
sie
im Jahr 1996 ihr Pensum
im Spital Rüti
- nach
der
Scheidung wegen den Kindern
, wie sie selber vorbringt
(vgl. vorstehend E. 6.2) -
auf 60
%
reduzierte und im Jahr 1996 noch ein Einkommen
von
Fr.
32'697.-- erzielte.
In den fünf Jahren davor
(1991 bis 1995)
er
zielte die Beschwerdeführerin ein durchschnittliches Einkommen von
rund
Fr.
45'57
7.--
([
Fr.
44'976.-- +
Fr.
45'531.-- +
Fr.
47'165.-- +
Fr.
46'822.-- +
Fr.
43'390.--] / 5),
was
einem
durchschnittlichen
Pensum von
83.6
%
ent
-
spräche
.
Ob
die Be
schwerdeführerin vor der Reduktion ihres Pensums im Jahr 1996
tatsächlich in einem 100-
%
-
Pensum tätig war,
muss aber nicht ab
schliessend geprüft werden.
A
us den
Akten
ergibt sich
, dass die Beschwerde
führerin
nach einem Arbeits
platzwechsel ab August 2000
jedenfalls in einem 80-
%
-
Pensum als Hausdienst-Angestellte in der Hotellerie des Pflegezentrums
G._
in
H._
angestellt war
(vgl.
Urk.
7/2/3).
Schliesslich
lassen auch die in
den
Folgejahren
(2000 bis 2006)
erzielten Einkommen
, welche im Mittel denjenigen in den Jahren 1991 bis 1995 entsprechen, darauf schliessen, d
ass die Beschwerdeführerin in einem 80-
%-Pensum arbeitete.
Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich ein
er Erwerbstätigkeit in einem 80-
%-Pensum nachginge.
Ihre Invalidität ist deshalb grundsätzlich nach der für Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich in
Art.
28a
Abs.
3 IVG vorge
sehenen gemischten Methode zu bemessen. Danach wird im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen. Der Invaliditätsgrad ergibt sich aus der Addition der in beiden Bereichen ermit
telten und gewichteten Teilinvaliditätsg
rade (vgl. vorstehend E
. 1.5
).
6.4
Strittig ist
sodann
, ob in den restlichen 20
%
, welche in den Aufgaben- resp. Haushaltsbereich entfallen, eine Einschränkung vorliegt. Während die Be
schwerdegegnerin gestützt auf den RAD davon ausging, dass keine
Einschrän
kung vorliege (
Urk.
2
S.
3), stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Stand
punkt, dass eine entsprechende A
bklärung nie stattgefunden habe
(
Urk.
1
S. 4 unten f.).
Als Haushaltshilfe respektive Reinigungsmitarbeitern sei sie nachweis
lich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Weshalb der RAD zur Auffassung
gelangt sei
, dass aus medizinischen Gründen im Haushalt, wo ja grundsätzlich die gleichen Arbeiten
anfallen
würden
und sie mittlerweile nicht mehr auf die Hilfe von im gleichen Haushalt wohnenden Familienmitgliedern zählen könne, keine Einschränkung bestehen würde, sei nicht nachvollziehbar (
Urk.
1 S. 5 oben).
Die Beschwerdeführerin hält richtigerweise fest, dass vorliegend keine
Haus
haltsabklärung im eigentlichen Sinn stattgefunden hat. Auch wenn die ange
stammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin mit den
Aufgaben
im Haushalt
teilweise vergleichbar ist
, so lässt sich daraus nicht direkt auf eine Einschrän
kung im Haushalt schliessen.
Denn d
ie
Bedeutung der Haushaltsführung
hängt
von den Umständen im Einzelfall, wie beispielsweise Familiengrösse, Wohn
verhält
nisse, technische Einrichtungen und Hilfsmittel sowie Umschwung ab
.
Zu be
rücksichtigen ist ausserdem
der Grundsatz,
dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Aus
wirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushalt
arbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit vie
l höherem Zeitaufwand erledigen,
so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invalidi
tätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit ange
nommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhä
ltnismässige
Belastung entsteht
(vgl. dazu BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
In medizinischer Hinsicht steht fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit nach wie vor arbeitsfähig ist
, jedoch aufgrund der Sehbe
einträchtigungen bei exakten Arbeiten, welche eine hohe Sehschärfe erfordert, beeinträchtig ist und mehr Zeit benötigt
(vgl. vorstehend E. 4
.
4
).
Aufgrund der Ähnlichkeit der Aufgaben im Haushalt mit der angestammten Tätigkeit, ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
nach wie vor
alle Aufgaben
im Haushalt
selbständig auszuführen
vermag
,
jedoch
dafür mehr Zeit benötigt
.
Es ist denn auch nicht ersichtlich oder wird im Einzelnen durch die Beschwerde
führerin geltend gemacht, inwiefern ihr die Haushaltsverrichtungen
respektive die Besorgung des Einpersonenhaushalts - abgesehen
von einem
allfälligen zeitlichen Mehraufwand -
nicht möglich sein sollen
. Die Beschwerdeführerin
übersieht
, dass ihr in
zeitlicher Hinsicht für die Besorgung des Haushalts mehr Spiel
raum für die Einteilung wie auch Ausführung der anfallenden Arbeiten zur Ver
fügung
steht
, als es im Arbeitsverhältnis in der Regel der Fall ist
. Entsprechend hat
die Beschwerdeführerin - sofern aufgrund der Sehbehinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit höherem Zeitaufwand erledigt werden können - in erster Linie
die
Arbeit einzu
teilen
.
Folglich
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Haushalts
bereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht eingeschränkt ist.
Wie sich in der nachfolgenden Invaliditätsberechnung mittels gemischter Methode zeigt
,
wäre selbst bei der Annahme einer teilweisen Einschränkung im Haushalt davon auszugehen, dass
diese - wie vorliegend aufgrund der konkreten Umstände im Haushalt und des Grundsatzes der Schadenminderungspflicht - deutlich geringer als die 50%ige Einschränkung im Erwerbsbereich ausfallen und
ent
sprechend
zu keinem Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung führen würde.
6.5
Die Beschwerdegegnerin
rechnete den
gemäss
Arbeitgeberbericht des Zentrums
F._
(vgl.
Urk.
7/84)
vereinbarten Lohn
von
Fr.
40'714.70
auf ein
80
%
-Pensum hoch und ermittelte
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
46'531.-- (vgl.
Urk.
7/127), was nicht zu beanstanden ist und von der Beschwerdeführerin
nur hin
sichtlich der Höhe des Pensums
respektive der Erwerbsqualifikation
gerügt w
urde.
Das Invalideneinkommen bezeichnet das mit dem
invalidi
-
sierenden
Ge
sundheitsschaden -
zumutbarerweise
- noch erzielbare Erwerbs
einkommen, welches dem
Valideneinkommen
gegenüberzustellen ist. F
ür die Festlegung des Invalideneinkommens
ist
dabei
primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
versicherte Person
konkret steht
(BGE 129 V 472 E. 4.2.1)
.
Nachdem die Beschwerdeführerin nach wie vor ihrer angestammten Tätigkeit nachgeht
und sowohl in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu 50
%
arbeitsfähig ist (vgl. vorstehend E. 5.3), kann zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Lohnangaben der angestammten Tätigkeit abgestellt werden. Das zumutbare Invalideneinkommen beträgt demnach gerundet
Fr.
29'081.90
(
Fr.
40’714.70 x 0.5 / 0.7).
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
46'531.-- und einem Invaliden
einkommen
in der Höhe von
Fr.
29'081.90 ergibt sich somit eine Einkommens
einbusse von
Fr.
17'449.15, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 37.5
%
entspricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 80
%
ergibt dies anteilig einen Invaliditätsgrad von 30
%
(37.5
%
x 0.8).
6.6
Aus der Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und Haushaltsbereich resultiert ein Invaliditätsgrad von 30
%
(30
%
+ 0
%
)
. Selbst bei der Annahme einer Teileinschränkung im Haushaltsbereich, welche vorliegend
jedenfalls
tiefer als die 50%ige Einschränkung im Erwerbsbereich (vgl. vorstehend E. 6.4) anzu
nehmen wäre, resultiert
e
bei der vorliegend zur Anwendung gelangenden
gemischten Methode
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
Demzufolge besteht kein Anspruch auf eine Rente, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.7
E
s bleibt der Beschwerdeführerin unbenommen, sich bei der Beschwerde
gegnerin neu anzumelden. Auf den
1.
Januar 2018 wurde
Art.
27
bis
IVV um die Absätze 2-4 ergänzt, womit die gemischte Methode anders als bisher gehand
habt wird. Gemäss Absatz 2 der dazugehörenden Übergangsbestimmungen wird eine neue Anmeldung geprüft, wenn eine Rente vor dem Inkrafttreten der Änderung wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades einer teilerwerbstätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, ver
weigert wurde, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrades nach den neuen
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.