# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c798d8ae-4050-4641-96a0-10220e4e18d3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1963, ist gelernte Kleinkinderzieherin. Sie leidet als Folge einer 1970 durchgemachten Purpura-Schönlein-
Henoch
-Krankheit an einer Niereninsuffizienz und ist seit August 1993
dyalisepflichtig
. Am
1.
September 1993 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung erstmals zum Leistungsbezug an (Urk. 6/1). Seit dem 1. September 1996 bezieht sie eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades (Urk. 6/31).
Am 3
1.
Mai 2010 ersuchte d
as
Y._
die Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/
IV der Gemeinde
Z._
um
Übernahme von nicht gedeckten Behandlungs- und Transportkosten
(Urk. 6/91). Mit Schreiben vom 1
0.
Juni 2010 (Urk. 6/92) gelangte die
Durchführungsstelle
ihrerseits an die Beschwerdegegnerin und stellte unter Beilage des Antrags des
Y._
das Gesuch um Prüfung einer Kostenbeteiligung zu Lasten der Invalidenversi
cherung. Mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2010 wies die IV-Stelle dieses Gesuch ab (Urk. 6/95).
Im Juni 2012 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren zur Überprüfung der
Hilflosenentschädigung
ein (Urk. 6/115), klärte den Sachverhalt ab und nahm in Bezug auf die Dauer der stationären Spitalaufenthalte der Versicherten weitere Abklärungen vor (Urk. 6/121). Mit Mitteilung vom 3. Dezember 2012 bestätigte sie die
Hilflosenentschädigung
leichten Grades (Urk. 6/124), hingegen stellte sie mit Vorbescheid gleichen Datums in Aussicht, sie werde infolge
Meldepflicht
verletzung
die
Hilflosenentschädigung
für die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Mai 2010 rückwirkend aufheben (Urk. 6/126). Daran hielt sie im
Einspracheverfah
ren
mit Verfügung vom
8.
Februar 2013 (Urk. 2) fest.
2.
Dagegen
erhob
X._
am 1
1.
Februar 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Mit
Be
schwerdeantwort
vom
3.
April 2013 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Gemäss
Art.
42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenent
schädigung
.
Hält sich eine Person, welche
Hilflosenentschädigung
bezieht, zu Lasten der Sozialversicherungen in einer Heilanstalt beziehungsweise einem Spital auf, so entfällt gemäss
Art.
67 Abs. 2 ATSG der Anspruch auf die Entschädigung für jeden vollen Kalendermonat des Aufenthalts in der Heilanstalt.
Laut Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) haben unter anderem die Berechtigte oder ihr gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, der Hilflosigkeit der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftliche Verhält
nisse der versicherten Person unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Dazu ge
hören auch Änderungen hinsichtlich des
invaliditätsbe
dingten
Betreuungsauf
wandes
und des für den Ansatz der
Hilflosenentschädi
gung
massgebenden Auf
enthaltsortes.
2.2
Eine rückwirkende Aufhebung oder Berichtigung der
Hilflosenentschädigung
und damit verbunden die - von der IV-Stelle hier mit
dem angefochtenen Ent
scheid
erst
angekündigte
, aber noch nicht verfügte
- Rück
forderung
unrecht
mässig bezogener
Rentenbetreffnisse
(
Art.
25 Abs. 1 erster Satz ATSG in Ver
bindung mit
Art.
1 Abs. 1 IVG) greifen dann Platz, wenn der Tatbestand des
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV erfüllt ist. Danach erfolgt die revisionsweise Herab
setzung oder Aufhebung einer
Hilflosenentschädigung
rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an, wenn die unrichtige Ausrich
tung der Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmäs
sig erwirkt hat oder der ihm gemäss
Art.
77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist. Laut dieser Verordnungsbestimmung haben
unter anderem
d
ie b
erechtigte
Person
oder
ihr
gesetzlicher Vertreter jede für den
Leistungsan
spruch
wesentliche Änderung, namentlich solche des Gesundheitszustandes, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
sowie
der persönlichen und gege
benenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse de
r v
ersicherten
Person,
unverzüg
lich der IV-Stelle anzuzeigen
.
Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtspre
chung bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt (
Urteil des Bundesgerichts
8C_191/2013
vom
1
6.
August 2013 E.
5.5.1 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die rückwirkende Einstellung der
Hilflo
senentschädigung
für die Monate März bis Mai 2010 damit, dass die Abklärun
gen im Rahmen des im Jahre 2012 durchgeführten Revisionsverfahrens ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin vom 22. Februar 2010 bis am 2
8.
Juni 2010 im
Y._
in stationärer Behandlung gewesen sei, womit der Anspruch auf die
Hilflosenentschädigung
für jeden vollen Monat des Spitalaufenthaltes weg
gefallen sei. Die Beschwerdeführerin wäre verpflichtet gewesen, dies der IV-Stelle den Spitalaufenthalt zu melden und habe eine Meldepflichtverletzung be
gangen, indem sie die Meldung unterlassen habe, weshalb eine rückwirkende Leistungsaufhebung vorzunehmen sei (Urk. 2 S. 3).
3.2
Dagegen macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, dass sie die Mel
dung bezüglich des Spitalaufenthaltes aufgrund ihres schlechten Gesundheits
zustandes vergessen habe. Im Übrigen sei sie während des stationären Aufent
haltes in der
Geriatriestation
des
Y._
für die Körperpflege und die Nah
rungsaufnahme sowie insbesondere wegen der dreimal pro Woche notwendigen Transporte zur Therapie nach Basel
viel mehr auf die unterstützende Hilfe und Pflege durch Freunde und Familie angewiesen gewesen, als während der Zeit, als sie sich zu Hause aufgehalten habe
.
Die versäumte Meldepflicht müsse zu
dem auch durch ihren Anspruch auf eine höhere
Hilflosenentschädigung
im Anschluss an den Spitalaufenthalt ausgeglichen sein, als es ihr viel schlechter gegangen sei,
sie aber trotzdem keine Erhöhung der
Hilflosenentschädigung
be
antragt habe. Es könne nicht sein, dass sie wegen der versäumten Meldepflicht keine rückwirkende Erhöhung beantragen könne, hingegen eine rückwirkende Einstellung möglich sei
(Urk. 1).
4.
4.1
Aus den Akten ergibt sich und es ist unbestritten, dass sich die Beschwerde
-
führe
rin
vom 2
2.
Februar 2010 bis zum 2
8.
Juni 2010
im
Y._
in stationärer
Behandlung befunden hatte (
Urk.
6/91). Die
Beschwerde
gegnerin
hielt auch zutreffend fest, dass der mehrmonatige Spitalaufenthalt eine meldepflichtige Veränderung des Aufenthaltsortes dargestellt, die Beschwerde
führerin jedoch der sich daraus ergebenden Meldepflicht nicht nachgekommen ist. Die IV-Stelle war daher zur rückwirkenden Einstellung der
Hilflosenent
schädigung
berechtigt.
Die Beschwerdeführerin hat denn auch selber eingeräumt, sich im Zusammen
hang mit dem Spitalaufenthalt nicht um eine allfällige Meldepflicht gekümmert und nicht überlegt zu haben, was sie wann zu melden gehabt hätte (
Urk.
1).
Diese Unterlassung muss als fahrlässig bezeichnet werden, zumal die Versi
cherte jeweils unmissverständlich auf ihre Meldepflicht hingewiesen worden ist und zwar namentlich für den Fall eines Spitaleintritts (
Urk.
6/84). Angesichts des klaren Wortlautes von
Art.
67 Abs. 2 ATSG (Erwägung 2.2 oben) ändert nichts, dass sich
Freunde und Familie
noch
mehr um die Beschwerdeführerin gekümmert haben,
als während der Zeit, als sie sich zu Hause aufgehalten ha
tte. Zudem ist es ausgeschlossen, d
ie
Folgen der versäumten Meldepflicht
durch
ei
nen allfälligen
Anspruch auf eine höhere
Hilflosenentschädigung
im Anschluss an den Spitalaufenthalt aus
zu
gl
e
ichen
. Um einen solchen allfälligen Anspruch geltend zu machen, hätte die Beschwerdeführerin ein entsprechendes Gesuch einreichen müssen.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die Leistung von
Hilflosenentschädigung
in der fraglichen Zeit rückwirkend einge
stellt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
4.2
Ein Rückforderungsentscheid ist bis anhin noch nicht ergangen. Anlässlich der Prüfung der Rückforderungsvoraussetzungen wird die Beschwerdegegnerin ins
besondere von Amtes wegen zu klären haben, ob die relative Verwirkungsfrist von einem Jahr eingehalten oder schon abgelaufen ist
(
Art.
25
Abs.
2 ATSG)
.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Kosten sind
ermes
sensweise
auf Fr. 300.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdefüh
rerin aufzuerlegen.