# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f8dfde97-159e-4b58-bc7a-a4dc677dbe83
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 7. Oktober 2014 (FE110108-H)
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Rechtsbegehren: (VI-Urk. 112)
" Es sei Dispositiv 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 11. April 2012 bzw. Ziff. 4 und 5 der mit Verfügung des  Pfäffikon vom 11. April 2012 genehmigten Vereinbarung der Parteien vom 21. März 2012 abzuändern und der Kläger zu , ab sofort monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: - für die Kinder C._ (geb. tt.mm.1999) und D._ (geb.
tt.mm.2001) je Fr. 900.–, zuzüglich Betreuungszulage von total Fr. 144.–,
- für die Beklagte persönlich Fr. 608.– bis 31. August 2014 und ab 1. September 2014 Fr. 710.–.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 7. Oktober 2014:
1. Der Kläger wird in Abänderung der Verfügung vom 11. April 2012 (act. 51)
verpflichtet, der Beklagten an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung
der Kinder C._, geb. tt.mm.1999, und D._, geb. tt.mm.2001, wäh-
rend der Dauer des Scheidungsverfahrens je Kind monatliche Unterhaltsbei-
träge von Fr. 1'000.–, zuzüglich allfälliger gesetzlich oder vertraglich geregel-
ter Kinder-, Familien- und/oder Betreuungszulagen, zu bezahlen.
Diese Beiträge sind je auf den Ersten eines Monats im Voraus zahlbar,
rückwirkend ab Mai 2013.
2. Der Kläger wird in Abänderung der Verfügung vom 11. April 2012 (act. 51)
verpflichtet, der Beklagten persönlich wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge
zu bezahlen:
- Fr. 657.– rückwirkend ab Mai 2013 bis August 2014,
- Fr. 817.– ab September 2014 für die weitere Dauer des Schei-
dungsverfahrens.
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Diese Unterhaltsbeträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats.
3. Der Kläger wird ermächtigt, allfällige im Rahmen der VSM-Vereinbarung
(act. 47 i.V.m. act. 51) geleistete Unterhaltszahlungen von den gemäss Ziffer
1 bzw. 2 hiervor geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen, so-
weit er die Zahlungen schriftlich belegen kann.
4. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid geregelt.
5. (Mitteilung)
6. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 1):
" In Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 der Verfügung des  Pfäffikon vom 7. Oktober 2014 sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 465.–  ab 1. Mai 2013 bis 31. Januar 2014 und von Fr. 453.– ab 1. Februar 2014 zu bezahlen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
Der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 7):
" 1. Die Anträge des Klägers seien vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers."
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## Considerations

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien stehen sich vor Vorinstanz seit November 2011 in einem
Scheidungsverfahren gegenüber. Im Rahmen eines Massnahmeverfahrens
haben sie sich einstweilen darauf geeinigt, dass der Beklagte der Klägerin
Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 900.– je Kind, zuzüglich allfälliger gesetz-
lich oder vertraglich geregelter Kinderzulagen sowie der Betreuungszulage
von zurzeit Fr. 180.–, und persönliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'000.– be-
zahlt, was von der Vorinstanz mit Verfügung vom 11. April 2012 mit Bezug
auf die Kinderbelange genehmigt wurde (Urk. 4/2).
2. Mit Eingabe vom 1. Mai 2013 ersuchte der Kläger und Berufungskläger
(fortan Kläger) um Abänderung der vereinbarten Kinder- und Ehegattenun-
terhaltsbeiträge (VI-Urk 112). Mit Verfügung vom 7. Oktober 2014 verpflich-
tete die Vorinstanz den Kläger in Abänderung der Verfügung vom 11. April
2012 zu Unterhaltsleistungen im eingangs wiedergegebenen Sinne (Urk. 2).
3. Hiergegen hat der Kläger innert Frist Berufung erhoben (Urk. 1). Der pro-
zessuale Antrag des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege wurde mit Verfügung vom 11. November 2014 gutgeheissen (Urk. 6).
Die Berufungsantwort der Beklagten und Berufungsbeklagten (fortan Be-
klagte) datiert vom 27. November 2014 und wurde der Gegenseite zur
Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 10). Es folgten weitere Eingaben unter dem
Datum vom 12. Januar 2015 (Urk. 17), 16. Februar 2015 (Urk. 23) sowie
27. Februar 2015 (Urk. 26) und 11. März 2015 (Urk. 28), welche der Gegen-
seite jeweils zur Kenntnisnahme gebracht wurden.
B. Vorbemerkungen
1. Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur noch zu
berücksichtigen, wenn sie - kumulativ - ohne Verzug vorgebracht werden
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(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor er-
ster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Der im
vorliegenden Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz (Art. 272 und 296
Abs. 1 ZPO) ändert daran nichts (BGE 138 III 625, insbesondere Erw. 2.2.
S. 628 [für vereinfachtes Verfahren]).
2. Die Beklagte beantragt im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 11. März 2015,
dass die vorangehende Stellungnahme des Klägers aus dem Recht zu wei-
sen sei (Urk. 28). Unter Vorbehalt der Novenregelung im Berufungsverfah-
ren (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO) besteht für ein solches "aus dem Recht wei-
sen" indes kein Anlass, da mit der Eingabe vom 27. Februar 2015 lediglich
das sog. allgemeine "Replikrecht" wahrgenommen wurde. Das ändert den-
noch nichts daran, dass dieses allgemeine "Replikrecht" die Vorschrift von
Art. 317 ZPO nicht zu tangieren vermag.
3. Auf die Parteivorbringen ist im Folgenden insoweit einzugehen, als dies für
die Entscheidfindung erforderlich ist.
C. Abänderung Unterhaltsbeiträge
1. Wurden in einem Scheidungsverfahren für dessen Dauer Unterhaltsbeiträge
festgelegt oder vereinbart (sog. vorsorgliche Massnahmen), kann das Ge-
richt diese auf Antrag abändern, sofern sich die Verhältnisse seit Anordnung
der Massnahme erheblich und dauerhaft verändert haben (BSK ZGB I-
Isenring/Kessler, Art. 179 N 3 und 4). Das Abänderungsverfahren darf nicht
dazu dienen, den abzuändernden Entscheid in Wiedererwägung zu ziehen.
Dessen Wertungen sind vielmehr beizubehalten, auch wenn sie aus heutiger
Sicht allenfalls unzweckmässig oder sogar unbillig erscheinen (ZR 78/1979
Nr. 125).
2. Der Kläger hat sein Abänderungsbegehren in erster Linie mit einer Redukti-
on seines Einkommens begründet. Im Zeitpunkt der Parteivereinbarung vom
21. März 2012 hat der Kläger mit seinem 100%-Pensum bei der E._
und seinem 20%-Pensum als ...leiter unbestrittenermassen ein Einkommen
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von Fr. 8'043.– zzgl. Betreuungszulage von Fr. 180.– generiert (Urk. 112;
Urk. 141 S. 6). Seit 1. Juli 2012 hat der Kläger sein Arbeitspensum bei der
E._ auf 80% reduziert und erwirtschaftet damit noch ein Nettoeinkom-
men von Fr. 5'764.– zzgl. Betreuungszulage von Fr. 144.– (vgl. Urk. 215/2).
Zusammen mit dem Verdienst als ...leiter in der Höhe von Fr. 1'008.– erwirt-
schaftet der Kläger seit 1. Juli 2012 ein Einkommen von gesamthaft Fr.
6'772.– zzgl. einer Betreuungszulage von Fr. 144.–, d.h. total Fr. 6'916.–.
Dies entspricht einer Einkommensreduktion von rund 14%. Die Vorinstanz
hat dies als erhebliche und dauerhafte Veränderung der Verhältnisse qualifi-
ziert (Urk. 2 S. 3 f.). Dies blieb unbeanstandet, so dass es dabei sein Be-
wenden hat.
3. Eine solche erhebliche und dauerhafte Einkommensverschlechterung beim
Kläger führt für sich allein aber nicht zwangsläufig zu einer Herabsetzung
des Unterhaltsbeitrages. Der Abänderungsrichter hat viel mehr nach Recht
und Billigkeit (Art. 4 ZGB) zu entscheiden, ob die zur Begründung vorge-
brachte neue Sachlage eine Neubeurteilung von Bestand oder Höhe der Un-
terhaltsverpflichtung rechtfertige und in welchem Ausmass eine allenfalls
begründete Herabsetzung des Unterhaltsbeitrages zu erfolgen habe (BGer
5C.163/2001 vom 18. Oktober 2001, Erw. 2.d. m.w.H.). Hierfür ist auch zu
untersuchen, ob die Verminderung des Einkommens durch eine allfällige
Verminderung des Bedarfs aufgehoben wird und so die Leistungsfähigkeit
des Unterhaltsschuldners unverändert geblieben ist.
4. Die Vorinstanz hat den aktuellen Bedarf des Klägers auf Fr. 3'651.– und
denjenigen der Beklagten vom 1. Mai 2013 bis 31. August 2014 auf
Fr. 4'949.– und ab 1. September 2014 auf Fr. 5'429.– festgesetzt (Urk. 2 S.
9). Ausgehend von einem Einkommen der Beklagten von aktuell Fr. 3'077.–
ermittelte die Vorinstanz einen Unterhaltsanspruch der Beklagten in einer
ersten Phase von Fr. 2'801.– (inkl. Fr. 144.– Betreuungszulage) und
Fr. 2'961.– (inkl. Fr. 144.– Betreuungszulage) in einer zweiten Phase (Urk. 2
S. 13).
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5. Der Kläger moniert im Berufungsverfahren die von der Vorinstanz im Bedarf
der Parteien berücksichtigten Wohn- und Kommunikationskosten.
5.1 Wohnkosten Kläger
a) Mit Bezug auf seine eigenen Wohnkosten kritisiert der Kläger, dass die
Mietkosten für den Bastelraum im Betrag von Fr. 190.– nicht in seinem Be-
darf berücksichtigt worden seien. Er bewohne eine 2.5-Zimmerwohnung und
lagere einen Teil seines Hausrates sowie die Werkzeuge für seinen Beruf
als ... aufgrund der engen Wohnverhältnisse im Bastelraum. Ausserdem
entspreche ein Mietzins von Fr. 1'418.– (inkl. Bastelraum) dem Lebensstan-
dard der Parteien, was die Vorinstanz mit der Genehmigung eines Mietzin-
ses von Fr. 1'975.– bei der Beklagten untermauert habe. Es sei weiter zu be-
rücksichtigen, dass das Obergericht des Kantons Zürich im Urteil vom 31.
Juli 2013 das Existenzminimum des Klägers unter Berücksichtigung der
Kosten für den Bastelraum berechnet habe. Schliesslich könne der Kläger
den Mietvertrag für den Bastelraum nicht rückwirkend kündigen, weshalb die
Streichung der Kosten aus dem Bedarf nicht rückwirkend erfolgen dürfe
(Urk. 1 S. 3).
Der Mietzins des Bastelraums im Betrag von Fr. 190.– ist ausgewiesen (VI-
Urk. 215/6). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, sind solche Kosten im
Rahmen einer Notbedarfsrechnung nicht zu berücksichtigen, da sie keine
notwendigen Wohnkosten darstellen (vgl. Six, Eheschutz, 2. Aufl., Bern
2014, Rz 2.95). Die Tatsache, dass der Beklagten in einer zweiten Phase
ein Mietzins von Fr. 1'975.– zugestanden wurde, ändert daran nichts, zumal
der beim Kläger berücksichtigte Mietzins von Fr. 1'228.– nicht übermässig
tief erscheint. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass die beiden gemein-
samen Kinder bei der Beklagten wohnen, weshalb sie auf eine grössere und
entsprechend teurere Wohnung angewiesen ist. Auf Seiten des Klägers re-
sultiert ein - wenn auch geringer - Überschuss, welcher es ihm erlaubt, die
Mietkosten für den Bastelraum zu begleichen. Aus diesem Grund ist der Be-
darf des Klägers auch für die Vergangenheit ohne Kosten für den Bastel-
raum zu berechnen. Bei der vom Kläger angeführten Bedarfsberechnung
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der hiesigen Kammer im Zusammenhang mit seinem Armenrechtsgesuch
vom 31. Juli 2013 war es hingegen nicht möglich, den Kläger auf einen Frei-
betrag zu verweisen, sondern es musste auf die effektiven finanziellen Ver-
hältnisse zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abgestellt werden. Aus
diesem Grund wurden die Kosten für den Bastelraum im damaligen Ent-
scheid berücksichtigt. Im vorliegenden Massnahmeverfahren kann der Klä-
ger hieraus aber nichts zu seinen Gunsten ableiten. Seine Behauptung, die
Vorinstanz habe die Kosten für den Bastelraum in der Verhandlung vom 21.
März 2012 in ihrem (nicht aktenkundigen) Vergleichsvorschlag genehmigt
(Urk. 1 S. 3), ist neu, unzulässig und zudem nicht belegt. Der Kläger zeigt
nicht auf, wo er diese Behauptung bereits im erstinstanzlichen Massnahme-
verfahren (insb. Urk. 112, Urk. 246) aufgestellt hat.
b) Weiter moniert der Kläger, dass die Vorinstanz eine von ihm eingereichte
Nebenkostenabrechnung vom 4. April 2014 nicht berücksichtigt habe. Diese
weise zusätzliche Nebenkosten von Fr. 258.60 pro Jahr aus, weshalb die
Mietkosten um monatlich Fr. 22.– zu erhöhen seien (Urk. 1 S. 3).
Mit einer einmaligen Nebenkostenabrechnung kann der Kläger keine per-
manent höheren Mietkosten begründen. Sollten Nebenkostenabrechnungen
in dieser Höhe regelmässig anfallen, wäre es Sache des Klägers, diese zu
dokumentieren. Der blosse Umstand, dass die akonto-Zahlungen des Klä-
gers in einem Jahr nicht ausgereicht haben und eine zusätzliche Nebenkos-
tenabrechnung erfolgt ist, rechtfertigt es nicht, dem Kläger dauerhaft einen
Betrag für zusätzliche Nebenkosten im Bedarf zu berücksichtigen. Die vom
Kläger mit der Stellungnahme vom 12. Januar 2015 eingereichte Nebenkos-
tenabrechnung vom 27. Februar 2013 ist mit Blick auf Art. 317 Abs. 1 ZPO
unbeachtlich.
5.2 Wohnkosten Beklagte
a) Mit Bezug auf die Wohnkosten der Beklagten ging die Vorinstanz von einem
Mietzins für die Zeit bis zum 31. August 2014 von Fr. 1'495.– und ab 1. Sep-
tember 2014 von einem solchen von Fr. 1'975.– aus (Urk. 2 S. 9). Diese
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Wohnkosten basieren auf einem Vergleich der Parteien mit der Vermieterin
vom 17. bzw. 18. Januar 2013, womit für die Dauer von 18 Monaten ab
1. März 2013 ein Mietzins von Fr. 1'495.– festgesetzt wird, welcher sich ab
1. September 2014 wieder auf Fr. 1'975.– erhöht (Urk. 8/4).
Der Kläger macht im Berufungsverfahren geltend, die Beklagte sei per
1. Februar 2014 in den Genuss einer Mietzinsreduktion von Fr. 36.– pro Mo-
nat gekommen, womit der Mietzins monatlich Fr. 1'459.– betrage. Dieser
Mietzins gelte seither unverändert weiter, d.h. die Beklagte bezahle auch
nach dem 1. September 2014 den tieferen Mietzins von Fr. 1'459.–, weshalb
dieser in ihrem Bedarf zu berücksichtigen sei. Dies wisse er, weil die
F._ AG (Liegenschaftenverwaltung) ihm eine Mahnung für den Okto-
bermietzins der Beklagten geschickt habe, welche auf einen ausstehenden
Mietzins in Höhe von Fr. 1'459.– laute (Urk. 1 S. 4).
b) Die Beklagte räumt ein, für die Zeitperiode vom 1. Februar 2014 bis 31. Au-
gust 2014 eine Mietreduktion im Umfang von Fr. 36.– pro Monat erhalten zu
haben (Urk. 7 S. 4 f.), weshalb ihr in dieser Zeitperiode ein Mietzins von
Fr. 1'459.– anzurechnen ist. Dass die Beklagte mit einer Rückerstattungs-
pflicht für diese während sieben Monaten gewährte Mietzinsreduktion von
Fr. 36.– zu rechnen hätte (so die Beklagte in Urk. 7 S. 5), liegt nicht auf der
Hand.
Was den Mietzins ab 1. September 2014 anbelangt, hat die Beklagte mit der
Berufungsantwort eine von der F._ AG unterzeichnete Mietvertragsän-
derung vom 19. November 2014 eingereicht, wonach der Mietzins per 1.
September 2014 entsprechend dem Vergleich Fr. 1'975.– betrage (Urk. 9/3).
Der von der Vorinstanz ab 1. September 2014 berücksichtigte Mietzins der
Beklagten ist entsprechend nicht zu beanstanden. Wenn der Kläger im
Rahmen seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2015 sowie vom 27. Februar
2015 ausführt, der Vergleich vom 17. bzw. 18. Januar 2013 müsse zwi-
schenzeitlich aufgehoben worden sein, weil die Vermieterin entgegen Ziffer
4 des Vergleichs eine weitere Mietzinsänderung per 1. Februar 2014 ge-
währt habe, ist er damit nicht zu hören. Zum einen geht aus dem Vergleich
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vor Schlichtungsbehörde (Urk. 9/2 und Urk. 9/4) und aus der Mietvertrags-
änderung vom 19. November 2014 (Urk. 9/3) ausdrücklich hervor, dass die
Beklagte ab 1. September 2014 einen Mietzins von Fr. 1'975.– zu bezahlen
hat. Die Mietvertragsänderung per 1. Februar 2014 (Urk. 4/2) kann nicht da-
hingehend gedeutet werden, der Vermieter betrachte den Vergleich als hin-
fällig und verzichte einseitig auf die Erhöhung des Mietzinses per 1. Sep-
tember 2014. Es bleibt daher kein Raum für Spekulationen über einen mög-
lichen anderen Mietzins. Zum anderen erfolgen die diesbezüglichen Be-
hauptungen des Klägers verspätet und sind daher unbeachtlich.
c) Ab 1. März 2015 ist eine weitere Mietzinsreduktion um Fr. 36.– auf
Fr. 1'939.– aktenkundig (Urk. 19/2).
5.3 Kommunikationskosten der Parteien
a) Die Vorinstanz hat im Bedarf des Klägers Kommunikationskosten von
Fr. 100.– und bei der Beklagten solche von Fr. 150.– berücksichtigt. Sie hielt
ausdrücklich fest, dass darin die Auslagen für die Radio- und Fernsehgebüh-
ren (Billag) enthalten seien. Bei der Beklagten wurde aufgrund der Perso-
nenanzahl im Haushalt ein höherer Betrag eingesetzt (Urk. 2 S. 12).
b) Der Kläger macht geltend, dass er die Mobiltelefone der beiden Kinder fi-
nanziere, weshalb die Kommunikationskosten spiegelverkehrt zu veran-
schlagen seien. Dies dränge sich auch darum auf, weil die Beklagte im Ge-
gensatz zu ihm aufgrund eines plombierten Fernseh- und Radioanschlusses
keine Billag bezahlen müsse (Urk. 1 S. 5).
c) Die Beklagte wendet ein, der von der Vorinstanz in ihrem Bedarf berücksich-
tige Betrag von Fr. 150.– habe der Kläger im erstinstanzlichen Verfahren
anerkannt. Hierauf könne er im Rechtsmittelverfahren nicht zurückkommen.
Selber habe er in seinem Bedarf lediglich Fr. 140.– für Kommunikationskos-
ten geltend gemacht, weshalb es nicht angehe, dass er im Rechtsmittelver-
fahren einen höheren Betrag zugesprochen erhalten möchte. Dass der Klä-
ger die Mobiltelefone der Kinder finanziere, stimme sodann nicht. Der Kläger
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habe den Kindern zwar (ohne Einverständnis der Beklagten) je ein IPhone
gekauft, aber die monatlich anfallenden Kosten hätten die Kinder dem Klä-
ger zu erstatten (Urk. 7 S. 6 f.).
d) In der Tat hat der Kläger der Beklagten im Scheidungsverfahren im Rahmen
der Klageschrift im Bedarf einen Betrag von Fr. 150.– für Kommunikations-
kosten zugestanden (Urk. 108 S. 8). Dieser Betrag erscheint bei einem
Dreipersonen-Haushalt angemessen. Allerdings ist aktenkundig, dass die
Beklagte keine Billag bezahlen muss, da ihr Fernseh- und Radioanschluss
seit 1. November 2012 plombiert ist (Urk. 7/4 Ziff. 1). Ermessensweise ist
darauf zu verzichten, der Beklagten die Position Kommunikationskosten zu
kürzen. Stattdessen ist dem Kläger ein zusätzlicher Betrag von (gerundet)
Fr. 40.– für die Billag einzusetzen. Dies, obwohl die Vorinstanz festgehalten
hat, dass die Kosten für die Kabelfernseh- und Radiogebühren in den Kom-
munikationskosten enthalten seien. Beim Kläger sind damit Kommunikati-
onskosten von Fr. 140.– zu berücksichtigen. Dies entspricht dem, was er im
erstinstanzlichen Verfahren verlangt hat (Urk. 112 S. 4). Die vom Kläger er-
hobene Behauptung, er finanziere die Mobiltelefone der Kinder ist sodann
nicht von Belang. Kinderkosten sind im Bedarf des obhutsberechtigten El-
ternteils zu berücksichtigen. Dieser hat die entsprechenden Kinderkosten zu
übernehmen. Wenn der Kläger über das hinaus den Kindern ein Mobiltele-
fon finanziert, können diese Kosten nicht in seinem Bedarf berücksichtigt
werden.
5.4 Gesamthaft ist auf Seiten der Beklagten von einem Bedarf von Fr. 4'949.–
(1. Mai 2013 bis 31. Januar 2014) resp. Fr. 4'913.– (1. Februar 2014 bis 31.
August 2014) resp. Fr. 5'429.– (1. September 2014 bis 28. Februar 2015)
resp. Fr. 5'393.– ab 1. März 2015 auszugehen. Die Anpassungen im Ver-
gleich zur vorinstanzlichen Bedarfsrechnung ergeben sich einzig aufgrund
der von der Vermieterin gewährten Mietzinsreduktion in Höhe von Fr. 36.–
vom 1. Februar 2014 bis 31. August 2014 sowie ab dem 1. März 2015.
Der Bedarf der Klägers ist marginal bezüglich der Kommunikationskosten
anzupassen und auf Fr. 3'691.– festzusetzen.
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6.1 Die vorinstanzliche Freibetragsaufteilung im Verhältnis von 2/3 (Beklagte) zu
1/3 (Kläger) sowie das Einkommen der Beklagten von Fr. 3'077.– wurden nicht
beanstandet. Die vorinstanzliche Freibetragsaufteilung ist einzig insoweit von Am-
tes wegen zu korrigieren, als die Betreuungszulage nach bernischem Personal-
recht von Fr. 144.– (die Mitarbeiter ausgerichtet werden, die einen Anspruch auf
Familienzulagen haben) nicht zum Einkommen des Klägers zu rechnen und nicht
in die Freibetragsaufteilung einzubeziehen ist. Denn der Kläger soll nicht an der
Betreuungszulage, die für die zulagenberechtigten Kinder bestimmt ist, partizipie-
ren.
6.2 Damit resultiert für die Zeitspanne vom 1. Mai 2013 bis 31. Januar 2014 fol-
gende Berechnung des beklagtischen Unterhaltsanspruches:
Einkommen Kläger Fr. 6'772.– Einkommen Beklagte Fr. 3'077.–
Total Einkommen Fr. 9'849.–
Bedarf Kläger Fr. 3'691.– Bedarf Beklagte und Kindern Fr. 4'949.–
Total Bedarf Fr. 8'640.–
Überschuss CHF 1'209.–
Bedarf Beklagte mit Kindern Fr. 4'949.– Anteil Überschuss Fr. 806.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 3'077.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'678.–
6.3 Für die Zeitspanne vom 1. Februar 2014 bis 31. August 2014 resultiert fol-
gende Berechnung des beklagtischen Unterhaltsanspruches:
Einkommen Kläger Fr. 6'772.– Einkommen Beklagte Fr. 3'077.–
Total Einkommen Fr. 9'849.–
Bedarf Kläger Fr. 3'691.– Bedarf Beklagte und Kindern Fr. 4'913.–
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Total Bedarf Fr. 8'604.–
Überschuss CHF 1'245.–
Bedarf Beklagte mit Kindern Fr. 4'913.– Anteil Überschuss Fr. 830.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 3'077.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'666.–
6.4 Für die Zeitspanne vom 1. September 2014 bis 28. Februar 2015 resultiert
folgende Berechnung des beklagtischen Unterhaltsanspruches:
Einkommen Kläger Fr. 6'772.– Einkommen Beklagte Fr. 3'077.–
Total Einkommen Fr. 9'849.–
Bedarf Kläger Fr. 3'691.– Bedarf Beklagte und Kindern Fr. 5'429.– Total Bedarf Fr. 9'120.–
Überschuss CHF 729.–
Bedarf Beklagte mit Kindern Fr. 5'429.– Anteil Überschuss Fr. 486.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 3'077.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'838.–
6.5 Für die Zeitspanne ab 1. März 2015 resultiert folgende Berechnung des be-
klagtischen Unterhaltsanspruches:
Einkommen Kläger Fr. 6'772.– Einkommen Beklagte Fr. 3'077.–
Total Einkommen Fr. 9'849.–
Bedarf Kläger Fr. 3'691.– Bedarf Beklagte und Kindern Fr. 5'393.– Total Bedarf Fr. 9'084.–
Überschuss CHF 765.–
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Bedarf Beklagte mit Kindern Fr. 5'393.– Anteil Überschuss Fr. 510.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 3'077.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'826.–
7. Nach Abzug der unangefochten gebliebenen Kinderunterhaltsbeiträge von je
Fr. 1'000.– resultieren Ehegattenunterhaltsbeiträge von Fr. 678.– (bis 31.
Januar 2014), Fr. 666.– (bis 31. August 2014), Fr. 838.– (bis 28. Februar
2015) und Fr. 826.– (ab 1. März 2015). Diese Unterhaltsbeiträge liegen alle-
samt über den von der Vorinstanz berechneten Beiträgen von Fr. 657.– bzw.
Fr. 817.–. Die Berufung des Klägers erweist sich daher als unbegründet,
weshalb es beim vorinstanzlichen Urteil sein Bewenden hat.
8. Lediglich der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass es vorliegend äus-
serst fraglich erscheint, ob eine Abänderung der Unterhaltsbeiträge von
Vornherein hätte erfolgen dürfen. Wie unter Ziff. II.1 ausgeführt, ist eine Ab-
änderung der festgesetzten Unterhaltsbeiträge nur möglich, wenn sich die
Verhältnisse erheblich und dauerhaft verändert haben. Vorliegend hat sich
der Unterhaltsanspruch der Beklagten von ursprünglich gesamthaft
Fr. 2'800.– auf Fr. 2'678.– (Phase I) resp. Fr. 2'666.– (Phase II) reduziert
und schliesslich auf Fr. 2'838.– (Phase III) und Fr. 2'826.– (Phase IV) erhöht.
Dies entspricht einer Veränderung zwischen 0,9% und maximal 4,8%. Die
Lebensverhältnisse der Parteien, welche immerhin einen monatlichen Über-
schuss unter sich aufteilen können, wird durch eine solche Reduktion resp.
Erhöhung des Unterhaltsbedarfs auf Seiten der Beklagten kaum nachhaltig
beeinflusst.
C. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beru-
fungsverfahrens zu entscheiden.
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind in Anwendung von § 6 Abs. 1
i.V.m § 5 Abs. 1 i.V.m. 8 Abs. 1 i.V.m. 12 Abs. 1 und 2 GebV auf Fr. 3'000.–
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festzusetzen und ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen. Überdies ist
der Kläger zu verpflichten, der Beklagten eine in Anwendung von § 5 Abs. 1
i.V.m § 6 Abs. 1, § 9 sowie § 13 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die An-
waltsgebühren vom 8. September 2010 auf Fr. 1'800.– festzusetzende Par-
teientschädigung zu bezahlen. Anzumerken bleibt, dass nur der notwendige
Aufwand zu entschädigen ist. Sogenannte Repliken, welche den Prozess-
ausgang nicht zu beeinflussen vermögen, sind bei der Bemessung der Pro-
zessentschädigung nicht zu berücksichtigen (SJZ 110/2014 S. 376).
3. Infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sind die Gerichtskosten
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt des Nachfor-
derungsrechts des Staates (Art. 123 ZPO). Die Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege befreit die entschädigungspflichtige Partei nicht von der
Bezahlung der Parteientschädigung an die Gegenpartei.