# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9cd5ecc5-d29b-4be3-aadf-12fe38d9116e
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. 1. A und B (nachfolgend Pflichtigen) sind zu 2/3 bzw. 1/3 Anteilsinhaber der
E Holding GmbH mit Sitz in der zürcherischen Gemeinde F, die mit Handelsregisterein-
trag vom ... 2014 gegründet worden war. Der Vater der Pflichtigen, G, war Eigentümer
der H AG, ebenfalls in der zürcherischen Gemeinde F. Diese bezweckt ... und weist
ein Aktienkapital von Fr. 300'000.- auf, aufgeteilt in 300 Namenaktien zu je Fr. 1'000.-.
Mit Vertrag vom 11. Januar 2015 erwarb die E Holding GmbH von G 200 Namenaktien
der H AG für Fr. 2'000'000.-. Gleichzeitig verschenkte G die restlichen 100 Namenak-
tien an die Pflichtige, die diese darauf für Fr. 100'000.- ebenfalls an die E Holding
GmbH übertrug. Die E Holding GmbH finanzierte die Käufe dadurch, dass sie vom
Pflichtigen ein Darlehen von Fr. 2'000'000.- aufnahm sowie mit Bezug auf den Kauf
von der Pflichtigen den Preis als Schuld stehen liess. Der Pflichtige seinerseits erhielt
die nötigen finanziellen Mittel durch ein Darlehen von der Bank I, für das die Aktien der
H AG als Sicherheit hinterlegt wurden.
G machte der Pflichtigen zudem diverse Schenkungen, nämlich am 11. De-
zember 2014 Fr. 100'000.-, am 15. Januar 2015 weitere Fr. 100'000.-, am 6. Febru-
ar 2015 Fr. 800'000.- und am 19. November 2016 Fr. 1'500'000.-. Am ... 2015 erwar-
ben die Pflichtigen eine Liegenschaft in J für Fr. 3'350'000.-. Vom Kaufpreis wurden
Fr. 1'800'000.- durch einen Hypothekarkredit der Bank I und Fr. 1'200'000.- durch ein
Darlehen der Verkäufer finanziert.
2. Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 2015 verlangte der Steu-
erkommissär mit Auflage vom 6. Oktober 2017 u.a. alle Verträge zu den Erbvorbe-
zügen sowie den beiden Darlehen an die E Holding GmbH. Die Pflichtigen reagierten
am 22. Dezember 2017.
Am 8. Januar 2018 erliess der Steuerkommissär die Einschätzungen für die
direkte Bundessteuer sowie die Staats- und Gemeindesteuern der Steuerperiode 2015.
Darin beurteilte er den Kauf der 200 Aktien der H AG von G durch die E Holding GmbH
als eine Transponierung und rechnete die Differenz zwischen Kauferlös und Nennwert,
somit Fr. 1'800'000.-, beim steuerbaren Einkommen auf.
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B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 31. Januar 2018 Einsprache erheben
und beantragen, u.a. auf die Aufrechnung wegen Transponierung zu verzichten. Es
habe sich um ein Management-Buyout über eine hierzu gegründete Akquisitionsgesell-
schaft gehandelt; die Voraussetzungen einer Transponierung seien nicht erfüllt.
Das kantonale Steueramt verlangte darauf am 9. März 2018 weitere Unterla-
gen zu den Darlehen und Bankkonten der Pflichtigen sowie die Jahresrechnungen der
erwähnten Gesellschaften. Die Pflichtigen reichten am 27. April 2018 diverse Unterla-
gen ein. Anlässlich von telefonischen Besprechungen zwischen Vertretern der Pflichti-
gen und des kantonalen Steueramts verwiesen Letztere auf das allfällige Vorliegen
einer Steuerumgehung; hierzu liessen die Pflichtigen am 6. Juni 2018 Stellung neh-
men.
Das kantonale Steueramt hiess am 27. Juli 2018 die Einsprachen in einem
nicht mehr streitigen Punkt gut, hielt aber an der erwähnten Aufrechnung fest und er-
liess folgende Steuerfaktoren:
Direkte Bundessteuer Fr.
Steuerbares Einkommen 1'396'200.-
Staats- und Gemeindesteuern
Steuerbares Einkommen 2'126'300.-
Davon Ertrag aus qualifizierter Beteiligung 1'819'900.-
Steuerbares Vermögen 389'000.-.
C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 27. August 2018 beantragten die Pflich-
tigen, es seien die angefochtenen Entscheide aufzuheben und die Einschätzungen für
die direkte Bundessteuer 2015 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 316'200.-
und für die Staats- und Gemeindesteuern 2015 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 326'300.-, davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen Fr. 19'900.-, vorzunehmen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Das kantonale Steueramt schloss am 19. September 2018 auf Abweisung der
Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.
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## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Das kantonale Steueramt stützt seine Beurteilung auf das Vorliegen einer
Steuerumgehung. Dies setzt einen steuergesetzlichen Tatbestand voraus, der durch
einen konstruierten Sachverhalt umgangen wird, ihm aber wirtschaftlich gleichkommt.
Die Vorinstanz bezeichnet den umgangenen Tatbestand als die Regelung über die
Transponierung. Dabei stützt sie sich vor allem auf das Bundesgerichtsurteil vom
26. Oktober 2017 (2C_168/2017).
a) Steuerbar sind nach Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direk-
te Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuerge-
setzes vom 8. Juni 1997 (StG) die Erträge aus beweglichem Vermögen, insbesondere
Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse und geldwerte Vorteile aus Betei-
ligungen aller Art (einschliesslich Gratisaktien, Gratisnennwerterhöhungen und derglei-
chen). Als Ertrag aus beweglichem Vermögen gilt auch der Erlös aus der Übertragung
einer Beteiligung von mindestens 5% am Grund- oder Stammkapital einer Kapitalge-
sellschaft oder Genossenschaft aus dem Privatvermögen in das Geschäftsvermögen
einer Personenunternehmung oder einer juristischen Person, an der der Veräusserer
oder Einbringer nach der Übertragung zu mindestens 50% am Kapital beteiligt ist, so-
weit die gesamthaft erhaltene Gegenleistung den Nennwert der übertragenen Beteili-
gung übersteigt; dies gilt sinngemäss auch, wenn mehrere Beteiligte die Übertragung
gemeinsam vornehmen (Art. 20a Abs. 1 lit. b DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit. b StG; sog.
Transponierung).
Der Regelung über die Transponierung liegt folgender Umstand zugrunde:
Werden Beteiligungsrechte aus dem Privatvermögen an einen Erwerber mit Geschäfts-
vermögen veräussert, findet ein Wechsel des Besteuerungssystems vom Nennwert-
bzw. Kapitaleinlageprinzip zum unternehmersteuerrechtlichen Buchwertprinzip statt.
Dies hat zur Folge, dass eine allfällige latente Einkommenssteuerlast auf den noch
nicht ausgeschütteten Reserven der veräusserten Gesellschaft untergeht, weil für den
Erwerber für die künftige Gewinnermittlung die Anlagekosten auf der Beteiligung mass-
gebend sind. Diese Wirkung kann von einem Beteiligungsinhaber ausgenutzt werden,
indem er Beteiligungsrechte zu einem über den Nennwert liegenden Preis an eine
selbstbeherrschte Gesellschaft veräussert; in diesem Fall spricht man von einer Trans-
ponierung. Mit den erwähnten Bestimmungen wird für solche Fälle die Steuerfreiheit
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des privaten Kapitalgewinns durch dessen Umqualifizierung in steuerbaren Vermö-
gensertrag eingeschränkt. Begründet wird dies damit, dass der Verkäufer durch den
Verkauf an eine selbstbeherrschte Käuferin latent steuerbare Reserven in einen Kapi-
talgewinn transponiert habe (Transponierungstheorie), bzw. ein Verkauf an sich selbst
gar keine Veräusserung, sondern lediglich eine Umschichtung innerhalb des eigenen
Vermögens sei, woraus kein steuerfreier Kapitalgewinn entstehen könne (Veräusse-
rungstheorie; Marco Greter, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundes-
gesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden,
3. A., 2017, Art. 7a N 3 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum
DBG, 3. A., 2016, Art. 20a N 63 DBG sowie Kommentar zum Zürcher Steuergesetz,
3. A., 2013, § 20a N 61 StG).
b) Es ist nicht streitig, dass vorliegend keine Transponierung erfolgte. Wie das
Bundesgericht in E. 3.2. des erwähnten Urteils vom 26. Oktober 2017 festgehalten hat,
erfassen die Bestimmungen über die Transponierung nur den Veräusserer selber, nicht
aber dessen Rechtsnachfolger, sodass nur eine Einbringung der Beteiligung in eine
vom Veräusserer selbst beherrsche Gesellschaft den Tatbestand erfüllt. Das Bundes-
gericht hat deshalb im erwähnten Fall, in dem der Veräusserer die Beteiligung an eine
Gesellschaft seines Sohns verkauft und darauf seinem Sohn die Kaufpreisforderung
abgetreten hat, eine Transponierung verneint.
Damit gehen aber auch vorliegend die Parteien zu Recht nicht von einer
Transponierung aus, da die Käuferin E Holding GmbH zu 1/3 der Tochter von G und zu
2/3 seinem Schwiegersohn gehörte, und die Gesellschaft damit nicht von ihm selber
beherrscht wurde. Sein Schwiegersohn hat ebenfalls keine Transponierung vorge-
nommen, da die Beteiligung an der H AG nie in seinem Eigentum stand. Die Tochter
von G hat zwar einen Anteil an der H AG erhalten, da sie diesen aber zum Nennwert
an die E Holding GmbH übertrug, hat sie keinen Kapitalgewinn über dem Nennwert
realisiert und fehlt es damit ebenfalls an einer Voraussetzung einer Transponierung.
2. Damit stellt sich allein die Frage, ob eine Steuerumgehung vorliegt.
a) aa) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird eine Steuerumge-
hung angenommen, wenn
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(1.) eine von den Beteiligten gewählte Rechtsgestaltung als ungewöhnlich, sachwidrig
oder absonderlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen
erscheint (sog. objektives Element),
(2.) anzunehmen ist, dass die gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich lediglich des-
halb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der
Verhältnisse geschuldet wären (sog. subjektives Element), und
(3.) das gewählte Vorgehen tatsächlich zu einer erheblichen Steuerersparnis führen
würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde (sog. effektives Ele-
ment; zur detaillierten Anwendung dieser Kriterien vgl. BGE 138 II 239 E. 4.1 S. 243 ff.
mit Hinweisen).
Eine Steuerumgehung liegt indes nicht bereits dann vor, wenn von mehre-
ren zivilrechtlichen Lösungen nicht diejenige gewählt wird, die die höchsten Steuerfol-
gen zeitigt. Vielmehr fällt eine Steuerumgehung nur in jenen ganz ausserordentlichen
Situationen in Betracht, wenn eine Rechtsgestaltung (objektives Element) vorliegt, die
– abgesehen von den steuerlichen Aspekten – jenseits des wirtschaftlich Vernünftigen
liegt. Das subjektive Element erweist sich insofern als entscheidend, als die Annahme
einer Steuerumgehung ausgeschlossen bleibt, wenn andere als blosse Steuererspar-
nisgründe bei der Rechtsgestaltung eine relevante Rolle spielen (vgl. BGE 138 II 239
E. 4.1; BGr, 18. Juli 2016, 2C_966/2015 E. 4.2; 15. August 2012, 2C_146/2010
E. 4.1.4; 15. Mai 2012, 2C_836/2009 E. 6.1; zum Ganzen BGr, 26. Oktober 2017,
2C_168/2017).
bb) Im Urteil vom 26. Oktober 2017 bejahte das Bundesgericht eine Umge-
hung des Steuertatbestands der Transponierung in einem Fall, in dem der Vater sei-
nem Sohn eine Beteiligung gegen Darlehen verkaufte und ihm in der Folge die Darle-
hensforderung unentgeltlich abtrat. Die Besonderheit bestand nach dem Bundesgericht
darin, dass der Vater seinen Sohn beschenken wollte. Anstatt dass er dies in direkter
Weise (durch die Schenkung der Aktien) tat und der beschenkte Sohn anschliessend
die Beteiligung nach seinen Vorstellungen umstrukturierte, fand eine Umkehrung der
Reihenfolge statt, indem zuerst ein Verkauf an die vom Sohn beherrschte Gesellschaft
und anschliessend die Abtretung des Verkäuferdarlehens erfolgte. Hierdurch wurde ein
Dreiparteienverhältnis geschaffen, welches ein aktives und abgestimmtes Zusammen-
wirken der Akteure (Vater, Gesellschaft, Sohn) voraussetzte. Dabei wurden zwei an
sich unabhängige Vorgänge in ungewöhnlicher Weise miteinander verquickt, nämlich
die Schenkung des Vaters an den Sohn einerseits und die Umstrukturierung bzw. das
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Einbringen der Aktien durch den beschenkten Sohn in die Gesellschaft andererseits.
Diese Vorgehensweise ergab nur Sinn, wenn das Zusammenwirken der drei beteiligten
Parteien darauf abzielte, dem Beschenkten steuerliche Vorteile zu verschaffen. Die
(legitimen) Überlegungen des Beschenkten, wie er die erhaltene Beteiligung steuer-
optimiert strukturieren will, fallen nämlich ausschliesslich in dessen Sphäre; für den
Schenker ist es in der Regel von untergeordneter Bedeutung, was der Beschenkte mit
der Schenkung unternimmt. Hinzu kommt, dass der Sohn die Aktien ohne jegliche
Sicherheiten an seine Gesellschaft verkaufte und den Kaufpreis als Darlehensforde-
rung stehen liess. Auch eine Verzinsung oder eine Amortisation des Darlehens wurde
weder geleistet noch vereinbart. Eine solche Vorgehensweise hielt nach dem Bundes-
gericht einem Drittvergleich nicht stand: Hätte der Vater einem Dritten Aktien in dieser
Grössenordnung verkauft und im Gegenzug lediglich eine Darlehensforderung erhal-
ten, so hätte er zweifelsohne eine entsprechende Sicherheit und regelmässige Zins-
zahlungen verlangt. Die Zeitabläufe im vorliegenden Fall bestätigten denn auch den
Eindruck, dass der Vater von Anfang an keine Zuflüsse aus den veräusserten Aktien
erwartete. Dies bedeutete, dass das Darlehensverhältnis betreffend die Person des
Rückzahlungsempfängers simuliert war: Gewollt war vielmehr von Beginn weg eine
Begünstigung des Sohnes. In Anbetracht dieser Umstände erschien dem Bundesge-
richt das gewählte Vorgehen insgesamt als absonderlich und den wirtschaftlichen Ver-
hältnissen völlig unangemessen und bejahte es das objektive Element der Steuerum-
gehung.
b) Die Vorinstanz geht davon aus, dass es im vorliegenden Fall naheliegender
gewesen wäre, wenn G der Pflichtigen die Aktien der H AG geschenkt und diese als-
dann die Beteiligung der auch ihr gehörenden E Holding GmbH verkauft hätte, um der-
gestalt Erlös bzw. gegebenenfalls eine – via Darlehensamortisation steuerfrei rück-
zahlbare – Forderung gegenüber letzterer zu erhalten, was indessen eine
Transponierung dargestellt hätte. Es sei nämlich ungewöhnlich und absonderlich, dass
G die Beteiligung an der H AG an die Gesellschaft seiner Tochter bzw. seines Schwie-
gersohns verkaufte, obschon er daraus keinen finanziellen Vorteil zog, da er den Kauf-
erlös und zusätzlich Fr. 500'000.- umgehend der Tochter schenkte. Der Verkauf als
solcher sei für ihn bedeutungslos gewesen. Die Pflichtigen hätten zudem die Beteili-
gung frei nach ihrem Ermessen strukturieren können; diese Entscheidung falle in ihre
Sphäre. Zudem müsse der Pflichtige für das zwecks Akquisition aufgenommene Darle-
hen der Bank einen höheren Zins bezahlen als er von der E Holding GmbH dafür erhal-
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te, was für sich gesehen wirtschaftlich keinen Sinn ergebe. Damit sei das objektive
Element einer Steuerumgehung erfüllt.
Das Vorgehen sei einzig in der Absicht auf Steuerersparnis gewählt worden.
Es wäre nämlich einfacher gewesen, wenn die Pflichtige die von der E Holding GmbH
benötigten Mittel als Darlehen aus den von ihrem Vater erhaltenen Barschenkungen
finanziert hätte. G habe offenkundig bereits im Zeitpunkt des Verkaufs der Beteiligung
beabsichtigt, den Erlös der Pflichtigen zukommen zu lassen. Er hätte ihr auch alle sei-
ne Aktien schenken können, da er offenkundig keinen Gewinn beabsichtigte, und ihr
und ihrer Familie damit nicht die Aufnahme eines verzinslichen Darlehens aufgenötigt
hätte. Damit sei die subjektive Voraussetzung einer Steuerumgehung erfüllt, da keine
anderen als steuerliche Gründe für das Vorgehen ersichtlich seien.
c) aa) Die Argumentation des kantonalen Steueramts leuchtet dann ein, wenn
anstelle der beiden Pflichtigen nur die Pflichtige als Tochter von G gehandelt hätte.
Diesfalls wäre in der Tat ein Sachverhalt ähnlich wie derjenige vorgelegen, der im Ur-
teil des Bundesgerichts zur Beurteilung stand: So hätte der Vater die Beteiligung an
der H AG der Akquisitionsgesellschaft verkauft, welche (zu mindestens 50%) seiner
Tochter gehört, und die Akquisitionsgesellschaft den Verkaufspreis gestützt auf ein
Darlehen der Tochter finanziert, das diese ihrerseits von Dritten aufgenommen hätte.
Da G der Pflichtigen den Verkaufserlös umgehend zurücküberwies, hätte sie ein allfäl-
liges von Dritten aufgenommenes Darlehen gleich wieder zurückzahlen können. Die
Darlehensaufnahme und Kaufpreisbezahlung wären überflüssig gewesen und hätten
rein als Kulisse gedient. Im Ergebnis hätte dieselbe Situation bestanden wie wenn der
Vater die Beteiligung der E Holding GmbH gegen Darlehen verkauft und das Darlehen
der Tochter zediert hätte. Damit wäre derselbe Sachverhalt vorgelegen wie im Urteil
des Bundesgerichts, worin ein solches Vorgehen als eine Umgehung des Tatbestands
der Transponierung qualifiziert wurde.
bb) Anders liegen die Verhältnisse indessen, wenn sie unter dem Blickwinkel
des Schwiegersohns von G betrachtet werden.
Diesfalls liegt hier ein Kauf einer Beteiligung mittels einer Akquisitionsgesell-
schaft vor. Bei diesem Vorgehen wird die Finanzierung des Kaufpreises erleichtert: Die
künftigen Gewinne der übernommenen Gesellschaft können dank des Holdingprivilegs
(§ 73 StG) bzw. des Beteiligungsabzuges (Art. 69 DBG) ohne steuerliche Belastung an
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die übernehmende Gesellschaft ausgeschüttet und von dieser zur Amortisierung und
Verzinsung des zum Kauf benötigten Darlehens eingesetzt werden. Demgegenüber
müsste der Käufer bei einem direkten Kauf der Beteiligungsrechte ins Privatvermögen
die Gewinne aus der übernommenen Gesellschaft zuerst ausschütten und damit selbst
versteuern, bevor er sie zur Kaufpreistilgung bzw. Rückzahlung des Darlehens einset-
zen kann. Der Kauf einer Beteiligung mittels Akquisitionsgesellschaft macht deshalb
durchaus Sinn, wie auch das Bundesgericht in E. 4.1 des Urteils vom 26. Oktober 2017
ausdrücklich festgehalten hat. Bereits vor Inkrafttreten der Gesetzesbestimmungen
zur Transponierung war ein solches Vorgehen nicht als Transponierung beurteilt wor-
den (sog. Erbenholding; BGr, 11. Juni 2004, ASA 73, 402). Probleme ergeben sich
hingegen allenfalls unter dem Aspekt der indirekten Teilliquidation (Art. 20a Abs. 1 lit. a
DBG; § 20 Abs. 1 lit. a StG). Eine solche wird hier indessen von der Vorinstanz nicht
geltend gemacht und wird in der folgenden Steuerperiode jeweils zu überprüfen sein.
Der Pflichtige als Schwiegersohn von G erwarb auf diese Weise 2/3 der
H AG, und zwar nach der Sachdarstellung der Pflichtigen zum Zweck der Geschäfts-
nachfolge. Demnach habe er sich als Geschäftsführer der H AG verdient gemacht,
weshalb ihm G habe ermöglichen wollen, die Aktienmehrheit zu erwerben und das Un-
ternehmen weiter zu führen. Dies wird durch den Handelsregisterauszug bestätigt, ge-
mäss dem der Pflichtige seit dem 18. November 2013 als Geschäftsführer eingetragen
war und heute als Präsident des Verwaltungsrats amtet. Indessen fehlten ihm offen-
kundig die finanziellen Mittel zum Erwerb der Beteiligung. Mit Vertrag vom 12./17. De-
zember 2014 hat er deshalb persönlich ein Darlehen von der Bank I über
Fr. 2'000'000.- aufgenommen. Der Pflichtige hat darauf der E Holding GmbH ein ent-
sprechendes Darlehen gewährt, allerdings ohne schriftlichen Vertrag, und letztere hat
ihm dafür die Aktien der H AG als Sicherheit zur Hinterlegung bei der Bank überlassen.
Daraus ergibt sich, dass der Pflichtige persönlich ein erhebliches finanzielles Engage-
ment eingegangen und deshalb sein Vorgehen wohl auch ernsthaft gemeint war. Wei-
ter ist aus der Sicht von G ein guter Grund dafür erkennbar, die Transaktion auf diese
Weise abzuwickeln, konnte er doch damit die Geschäftsnachfolge nach eigenen Vor-
stellungen selber regeln. Auffallend ist zwar, dass das Darlehen der Bank – statt direkt
an die Akquisitionsgesellschaft – in einem ersten Schritt dem Pflichtigen als Anteilsin-
haber und darauf von diesem der Akquisitionsgesellschaft gewährt wurde. Indessen ist
kein Grund ersichtlich, deswegen die Situation anders zu beurteilen; vielmehr wird er
dadurch gerade persönlich in die Transaktion eingebunden. Dieses Vorgehen ist für
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sich gesehen nicht aussergewöhnlich und kann nicht als Steuerumgehung qualifiziert
werden.
Nicht aussergewöhnlich ist es zudem, dass der Pflichtige seine Aktienmehr-
heit kaufen musste und nicht einfach von G geschenkt erhielt. Die Schenkungen von G
an die Tochter stehen im Zusammenhang mit Erbvorbezügen, bei denen zudem auch
die Gleichbehandlung der Tochter mit dem Sohn beachtet wurde, indem nach der
Sachdarstellung der Pflichtigen letztlich beide je Fr. 3'500'000.- erhielten (R-act. 2 S. 3
oben). Ein Schwiegersohn ist nicht erbberechtigt (Art. 470 ZGB), und zudem müsste
auf einer solchen Schenkung auch noch Schenkungssteuer entrichtet werden (§ 11
des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 28. September 1986). Ein Ver-
kauf der Beteiligung an den Schwiegersohn, der an der Unternehmensnachfolge inte-
ressierten war, war damit naheliegend. Da G einen Teil seines Vermögens auf seine
direkten Nachkommen verteilen wollte, ist auch nicht aussergewöhnlich, dass er den
Verkaufserlös nicht zurückbehielt, sondern umgehend wieder seiner Tochter zukom-
men lassen liess.
Als Zwischenergebnis ist damit festzuhalten, dass gute Gründe für das ge-
wählte Vorgehen sprechen.
cc) Das kantonale Steueramt wendet dagegen ein, dass das gleiche Ergebnis
durch eine Schenkung der Aktien an die Pflichtige als Tochter von G hätte erreicht
werden können, worauf die Pflichtigen die Eigentumsverhältnisse hätten unter sich
abmachen können.
Es wäre in der Tat möglich gewesen, dass der Pflichtige diesfalls die Aktien
von seiner Ehefrau erworben hätte. Hierzu wären diverse Varianten möglich, etwa ein
direkter Kauf gegen Darlehen, oder der Erwerb über die Akquisitionsgesellschaft unter
Beanspruchung eines Bankdarlehens oder eines Darlehens von der Ehefrau selbst.
Die Vorteile eines solchen Vorgehens sind aber nicht derart eindeutig, dass sie die
gewählte Vorgehensweise als absonderlich erscheinen lassen. G hatte offenkundig ein
Interesse daran, die Geschäftsnachfolge nach seinen Vorstellungen zu regeln. Weiter
erscheint es als nicht aussergewöhnlich, den Pflichtigen durch ein eigenes direktes
finanzielles Engagement an den Erfolg der Gesellschaft zu binden. Von daher er-
scheint ein direkter Verkauf durch G an die E Holding GmbH gestützt auf ein Bankdar-
lehen des Pflichtigen als naheliegender als eine schenkungsweise Übertragung an die
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Tochter mit der Auflage, die Beteiligung umgehend an den Schwiegersohn weiter zu
veräussern. Ein Kauf gestützt auf eine Kreditgewährung durch die Ehefrau hätte zu-
dem die Folge gehabt, dass der Pflichtige ihr diesen Betrag geschuldet hätte, was für
das eheliche Verhältnis unter Umständen als Belastung hätte empfunden werden kön-
nen.
Zudem hätte sich das Problem gestellt, dass unter Umständen ein solches
Vorgehen als Zusammenwirken mit der Ehefrau als Minderheitsaktionärin und somit
als eine gemeinsame Übertragung gemäss Art. 20a Abs. 1 lit. b DBG bzw. § 20a
Abs. 1 lit. b StG qualifiziert worden wäre, was eine Besteuerung als Transponierung
ausgelöst hätte. Nach dem Gesagten besteht aber keine Verpflichtung, die steuerlich
ungünstigste Lösung zu wählen. Nachdem wie dargetan gute (nichtsteuerliche) Gründe
für die effektiv gewählte Gestaltung vorliegen, kann den Pflichtigen nicht vorgehalten
werden, sie hätten die andere (steuerungünstigere) Variante wählen müssen.
dd) Nicht weiter hilft dem kantonalen Steueramt der Hinweis darauf, dass die
Aufnahme des teuren Bankdarlehens für den Kauf von vornherein unnötig war, da die
Pflichtige 2015 und 2016 Barmittel von Fr. 2,5 Mio. geschenkt erhielt, und für den Kauf
der Liegenschaft in J lediglich Barmittel von Fr. 350'000.- erforderlich waren. Wie die
Pflichtigen indessen nachweisen, wurde der Rest der geschenkten Beträge für den
Umbau der Liegenschaft benötigt, dessen Kosten auf Fr. 2'419'000.- veranschlagt wur-
den, sodass sich Anlagekosten von Fr. 5'769'000.- ergaben (R-act. 3/10, Präambel).
Hiervon waren Fr. 3'500'000.- durch Kredite gedeckt, sodass der Rest der geplanten
Baukosten selber finanziert werden musste. Bei dieser Situation war die Fremd-
finanzierung des Beteiligungskaufs gerechtfertigt.
Diese Beurteilung wird auch nicht durch den Einwand des kantonalen Steuer-
amts umgestossen, dass der Pflichtige für das E Holding GmbH gewährte Darlehen
weniger Zins erhält als er der Bank für das aufgenommene Darlehen bezahlen muss.
Gemäss den Feststellungen des kantonalen Steueramts beträgt der Verlust aus der
Zinsdifferenz pro 2015 Fr. 20'558.- und pro 2016 Fr. 16'378.- (Einspracheentscheid
Ziff. 21a am Ende). Dieser ist darauf zurückzuführen, dass gemäss dem Darlehensver-
trag mit der Bank I der Zinssatz 2,375% beträgt, während für die von der E Holding
GmbH zu bezahlenden Zinsen das Rundschreiben der ESTV vom 13. Februar 2015
"Steuerlich anerkannte Zinssätze 2015 für Vorschüsse oder Darlehen in Schweizer
Franken" gilt. Die Pflichtigen wenden damit zu Recht ein, dass es ihnen aus steuer-
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rechtlichen Gründen gar nicht möglich gewesen sei, für das Darlehen des Pflichtigen
mehr Zins zu verlangen.
d) Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass das Vorgehen der Pflich-
tigen nicht als ungewöhnlich, sachwidrig oder absonderlich und den wirtschaftlichen
Gegebenheiten völlig unangemessen erscheint und es deshalb an einer Vorausset-
zung für die Annahme einer Steuerumgehung fehlt.
3. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde bzw. der Rekurs gut-
zuheissen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin
bzw. dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).
Den Pflichtigen ist aufgrund ihres Obsiegens eine Parteientschädigung zuzusprechen
(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-
verfahren vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Verwal-
tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).