# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fa752272-4f75-4f4c-a078-a67d821ab004
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1
.
1.1
Der 1961 geborene
X._
arbeitete
zuletzt
vom 1. März 2004 bis 30. April 2006 bei der
Y._
AG als Lagermitarbeiter und
Hilfsmon
teur
, wobei die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis „aufgrund monatelanger, krankheitsbedingter Absenz“ (ab 16. September 2005 dauernd mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit) aufgelöst hatte (Urk.
7/
16). Nebenher war er ab November 2004 an einem Tag pro Woche bei der
Z._
AG
als Verkäufer tätig (Urk.
7/
8/5; Urk.
7/
11).
Der Versicherte meldete sich am 24. Mai 2006 unter Hinweis auf ein „generali
siertes Schmerzsyndrom“
(Lendenwirbelsäule [LWS], Rippen, Kopf)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/
8). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab, zog die Akten der „Zürich“ Versiche
rungsgesellschaft bei (Urk.
7/
19) und liess den Versicherten von der
A._
GmbH abklären (Gutachten vom 20.
Mai 2008; Urk.
7/
4
1
).
Am 16. Dezember 2008 verfügte die IV-Stelle
die
Abwei
sung des Rentenbegehrens (Urk.
7/64
).
1.2
Mit Urteil vom 2
9.
September 2010 (Prozess Nr. IV.2009.00047; Urk. 7/
80
) hob das hiesige Gericht die Verfügung der IV-Stelle auf und wies die Sache an diese zurück, damit sie nach ergänzenden Abklärungen über den An
spruch des Versicherten neu verfüge. Die IV-Stelle liess den Versicherten
wiederum
polydisziplinär
begutachten (Expertise
des
B._
vom 2
9.
Mai 2012;
Urk.
7/
106
, und Ergänzung vom 1
5.
März 2013,
Urk.
7/134)
.
Am
6.
Juni 2013 auferlegte sie ihm unter Hin
weis auf seine Schadenminderungspflicht eine Opiatabstinenz für mindestens sechs Monate (
Urk.
7/137), sah davon mit Schreiben vom 1
8.
März 2014 je
doch wieder ab (
Urk.
7/149).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(
Urk.
7/
152
und
Urk.
7/
157
) holte
sie
erneut ein
polydisziplinäres Gutachten ein (Expertise des
C._
vom
2
3.
März 2015
;
Urk.
7/
217
) und
wies das Leistungsbegehren
nach Eingang der Stel
lungnahme des Versicherten zum Gutachten (
Urk.
7/223)
mit Verfügung vom
2.
Dezember 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
7.
Januar 2017
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung vom
2.
Dezember
2016 sei aufzuhe
ben und
die Vorinstanz zu verpflichten, ihm ab 1
6.
September 2006 eine ganze IV-Rente auszurichten.
Am 2
2.
Februar 2017 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom
2.
Dezember 2016 (Urk. 2) damit, dass
aus den medizini
schen Unterlagen ein deutliches Aggravationsverhalten erkennbar sei. Das psychiatrische Teilgutachten
des
C._
sei nicht nachvollziehbar. Mit einer entsprechenden Therapie könne eine Verbesse
r
ung des gesundheitlichen Be
findens des Beschwerdeführers erreicht werden. Dadurch liege auch noch kein
chronifizierter
Gesundheitszustand vor. Es sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen, der IV-Grad betrage 0
%
.
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
das Gutachten des
B._
sei unvollständig, weshalb ihm kein Beweiswert
zu
komme
. Auch die Beschwerdegegnerin sei zum Schluss gelangt, dass die An
ordnung eines neuen Gutachtens notwendig sei und habe ein solches beim
C._
in Auftrag gegeben. Weshalb sie sich in der angefochtenen Verfügung gleichwohl auf das
B._
-Gutachten stütze
,
sei nicht nachvollziehbar (S. 6 f.).
Das Gutachten des
C._
halte fest, dass der Beschwerdeführer seit 2008
be
reits
aufgrund
seiner
depressiven Störung zu 50 % arbeitsunfähig sei. Es sei stossend, dass die Beschwerdegegnerin trotz entsprechender Diagnosestellung davon ausgehe, dass diese lediglich auf den subjektiven Angaben des Be
schwerdeführers beruhe. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb dem psychiat
rischen Teilgutachten nicht ge
folgt werden könne (S.
11 f.). Der Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass keine Chronifizierung vorliege, obwohl die de
pressive Störung gemäss den
C._
-Gutachtern seit mindestens 2008 andaure, könne nicht gefolgt werden. Auch treffe es nicht zu, dass der psychische Gesundheitszustand aktuell nicht adäquat therapiert sei (S. 13).
Dem Be
schwerdeführer sei der maximale leidensbedingte Abzug zuzusprechen, was eine Arbeitsunfähigkeit
(richtig wohl: Erwerbsunfähigkeit)
von 62.5 % er
gebe. Nach der
Indikatorenprüfung
sei ihm sogar eine volle (
richtig
wohl: ganze) IV-Rente zuzusprechen (S. 15 f.).
3.
3.1
Das Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
9.
September 2010 (
Urk.
7/80) stützte sich auf die folgenden medizinischen Akten (E. 4.1-14):
-
Austrittsbericht der Rheumaklinik des
D._
vom 9. Januar 2006 über die stationäre Behandlung vom 1
4.
Dezember 2005 bis 7. Januar 2006 (
Urk.
7/40/28-30)
-
Bericht der
E._
vom 1
5.
Februar 2006 über die sta
tionäre Rehabilitation vom 1
5.
Januar bis 1
1.
Februar 2006 (
Urk.
7/58)
-
Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedi
zin, vom
8.
Juni 2006 (
Urk.
7/12/5-6)
-
Bericht der früheren Hausärztin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für All
gemeine Medizin, vom 1
7.
Juni 2006 (
Urk.
7/15/5-7)
-
Abschlussbericht vom 2
4.
August 2006 über die Teilnahme am ambulan
ten interdisziplinären Schmerzprogramm (AISP) vom
6.
Juni bis 1
0.
August 2006 (
Urk.
7/40/18-21)
-
Bericht vom 2
8.
März 2007 über die tagesklinische
Rehabilitationsbehand
lung
im Medizinischen Zentrum
H._
vom 3. Januar bis 2
7.
Februar 2007 (
Urk.
7/56).
-
Bericht von
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie,
Wirbelsäu
lenleiden
, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, vom 2
1.
Juni 2007 (
Urk.
7/32)
-
polydisziplinäres Gutachten des
A._
vom 2
0.
Mai 2008 (
Urk.
7/41)
-
Bericht von
Dr.
I._
vom 1
8.
Juli 2008 zuhanden des Hausarztes Dr.
F._
(
Urk.
7/54)
-
Stellungnahme zum
A._
-Gutachten von
Dr.
F._
vom 1
8.
August 2008 (
Urk.
7/55)
-
Verlaufsbericht des behandelnden
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom 2
6.
August 2008 (
Urk.
7/57)
-
Stellungnahme zum psychiatrischen Teil des
A._
-Gutachtens durch die Ärzte des Medizinischen Zentrums
H._
vom 1
5.
Januar 2009 (
Urk.
7/68/5-7)
-
Austrittsbericht der
K._
vom 1
5.
Juni 2009 über die stationäre Behandlung vom
5.
Februar bis 1
1.
Mai 2009 (Urk. 7/73/5-13)
-
Bericht vom 1
6.
November 2009 über die tagesklinische Behandlung (vom 26. August bis 2
0.
Oktober 2009) im Medizinischen Zentrum
H._
(Urk. 7/74/4
12)
Die genannten medizinischen Unterlagen wurden im Urteil umfassend darge
stellt, so dass darauf zu verweisen ist.
3.2
Das Gericht erwog dazu (
Urk.
7/80), aus den medizinischen Akten gehe her
vor, dass beim Beschwerdeführer ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont mit/bei radiomorphologisch
intraforaminaler
kleiner Diskushernie L4/5 links mit Kontakt zur Nervenwurzel L4 links, eine depressive Episode, ein chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom, eine Schmerzverarbeitungsstörung, ein Diabetes
insipidus
, eine Obstipation und eine subklinische Hypothyreose vorlägen (E. 5.1).
Betreffend die umstrittene Frage der Auswirkungen dieser Befunde auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers führte das Gericht aus,
a
uf das Gutachten des
A._
vom 20. Mai 2008 könne nicht abgestellt werden, da es bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, der Würdigung der Vorakten und der medizinischen Schlussfolgerungen die Anforderungen an eine be
weiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage nicht erfülle. So werde nicht nachvollziehbar begründet, wieso zu keinem Zeitpunkt längerfristig eine höhere als eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, und es fehle diesbezüglich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den zahlreichen an
derslautenden Arztberichten. Ebenso fehle es an einer
vertieften Auseinan
dersetzung mit der vom Medizinischen Zentrum
H._
erhobenen Diag
nose der somatoformen Schmerzstörung. Unbegründet bleibe auch, wieso eine stärkere als die vom psychiatrischen Teilgutachter erhobene „leichte“ depressive Episode für den gesamten zu beurteilenden Zeitraum (
16.
September 2005 bis 16. Dezember 2008
) ausgeschlossen sein soll, wo doch in diversen echtzeitlichen Arztberichten eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert werde. Bei dieser Ausgangslage könne die invalidisie
rende Wirkung einer allfälligen anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht von vornherein ausgeschlossen werden.
Soweit in der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 11. November 2008 auf durch die Gutachter des
A._
festgestellte erhebliche Inkonsistenzen verwiesen werde (Urk. 7/
63
/2
), könne daraus nichts gewonnen werden. Zeichen für Aggrava
tion seien vor allem in den chronologisch ältesten Arztberichten erwähnt
worden
und in den aktuelleren Berichten kein Thema mehr gewesen, wobei sie mit Bericht der
K._
vom 15. Juni 2009, der auf einem über drei Monate dauernden Aufenthalt des
Beschwerdeführers
basiere, explizit und überzeu
gend verneint worden seien
(E.
5.3). Auf die Berichte der behandelnden Ärzte könne - aus näher dargelegten Gründen - ebenfalls nicht abgestellt werden
, weshalb die
Sache für ergänzende Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde
(E. 5.4
-5
).
3.3
Dr.
L._
, Innere Medizin,
Dr.
M._
, Rheumatologie,
Dr.
N._
, Neurolo
gie,
und
Dr.
O._
, Psychiatrie,
vom
B._
hielten in ihrem
darauf
hin von der Beschwerdegegner
in
in Auftrag gegebenen
Gutachten vom 2
9.
Mai 2012
(
Urk.
7/106/1-49)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 43)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (mit somati
schen Symptomen)
-
Schmerzverarbeitungsstörung
Zudem stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(S. 44)
:
-
Störung durch Opiate
-
Chronifiziertes
panvertebrales Schmerzsyndrom im Sinne einer
Symptom
ausweitung
-
Diskushernie LWK4/5 links mit Kontakt zur Nervenwurzel L4 links
-
mediane Diskushernie LWK3/4 (MRT LWS vom 2
4.
März
2007), weitge
hend unauffällige Befunde gemäss MRT HWS und oberen BWS vom 1
7.
November
2011
-
pseudoradikuläre
Schmerzausstrahlung in die Beine
-
Schulterimpingement
rechts, DD: Im Rahmen der Symptomausweitung
-
Inkomplette Blockwirbelbildung HWK2/3 als Normvariante
-
Status nach
Hypoliquorrhoe
-Syndrom, anamnestisch 2005 nach lumbaler Infiltrationsbehandlung (entsprechend Anamnese möglicherweise eben
falls mit Symptomausweitung)
-
Chronische Spannungstypkopfschmerzen
-
Adipositas (BMI 34)
-
Anamnestisch arterielle Hypertonie
-
Anamnestisch familiärer Diabetes
insipidus
-
Obere Dyspepsie bei St
atus nach
Helicobater
pylori
-positiver Gastri
t
is
Dazu hielten sie fest, dass
anlässlich der verschiedenen Abklärungen soma
tisch diverse degenerative Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule festge
stellt worden seien, welche heute kein klinisches Korrelat aufweisen würden. Im somatischen Bereich seien keine Erkrankungen festgestellt worden, wel
che Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
Im Laufe der Jahre habe sich das Beschwerdebild Richtung depressive Störung entwickelt.
Aus rein somati
scher Sicht sei der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit sowie in jeder weiteren leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100
%
ar
beitsfähig. Eine Tätigkeit über Schulterhöhe sei jedoch aufgrund der unklaren Schulterproblematik nicht sinnvoll. Aufgrund der medikamentösen Therapie
seien auch Tätigkeiten mit gefährlichen Arbeiten nicht möglich.
In psychiat
rischer Hinsicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
. Seit der Begutachtung durch das
A._
von 2008 und heute sei es zu einer Verschlechterung des depressiven Geschehens gekommen (S. 45 f.).
Auf entsprechende Rückfrage der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/109) führten die Gutachter am 1
5.
März 2013 (
Urk.
7/134) aus, aufgrund des somatischen Befundes könnten weder in der bisherigen noch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden, ausser während den
Hospitalisationen
beziehungsweise den
Rekonvaleszenzperio
den
. Aus psychiatrischer Sicht hätten sie angesichts des ondulierenden Ver
laufs der depressiven Problematik mit zwei
Hospitalisationen
im Jahr 2009 und 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
postuliert.
3.4
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Innere Medizin F
MH
, med.
pract
.
Q._
,
Fachärz
tin
für Chirurgie FMH,
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Rheumatologie
und Innere Medizin
FMH,
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Neurologie FMH
sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
Dr.
sc. hum.
T._
, Dip
lompsychologin, und
lic
. phil.
U._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom
C._
führten in ihrem Gutachten vom 2
3.
März 2015 (
Urk.
7/217/1-1
7
8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit auf
(S. 152)
:
-
Depressive
Störung
mittelgradiger Ausprägung mit somatischem Syndr
om (ICD-10
F32.11)
-
Psychische und Verhaltungsstörungen durch psychotrope Substanzen, Stö
rungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom gegenwärtig ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F11.25) im Sinne einer iatrogenen Abhängig
keit
Zudem stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(S. 152 f.)
:
-
Metabolisches Syndrom
-
a
rterielle Hypertonie
-
Adipositas Grad
I
nach WHO
-
Hyper
l
ipidämie
-
V
erdacht auf
beginnende
Glucoseintoleranz
-
Diabetes
insipidus
-
Chronifiziertes
Panvertebralsyndrom
bei/mit
-
f
oraminaler
grössenregredienter
Diskushernie L4/L5 links (MRI 15.
November
2012)
-
a
ltersnormalem MRI HWS und obere BWS 1
7.
November
2011
-
Blockwirbelbildung C2/C3
-
o
hne
radikuläre
Symptomatik
-
d
iffusen Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen im Bereich der oberen und unteren Extremitäten ohne organisches Korrelat
-
m
assiver Selbstlimitierung
-
n
icht
i
ndizierter Opiattherapie
-
Leichtes
myofasziales
Schultergürtelsyndrom rechts bei/mit
-
l
eichter musku
l
ärer
Dysbalance
-
s
chmerzhaften
Ansatztendinosen
ventral
-
Chronische Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch
-
Chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
Differentialdiagnose
diffuse Kopfschmerzen im Rahmen einer somatofor
men Schm
erzverarbeitungsstörung (ICD-10
F54)
-
Chronische Insomnie bei aktenkundig sch
werem obstruktivem Schlafap
noe-
Syndrom mit initial AHI 37.1/h
(
Polysomnographie
am 24. Mai
2013
)
-
u
nter CPAP-Therapie Normalisierung des
AHI (3
0.
Juni
2014)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen u
nd psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41)
-
Latente Hypothyreose
-
unter Substitution normales TSH
Ergänzend hielten
die Gutachter
fest, dass
die
chirurgisch-allgemeinmedizini
sche
Untersuchung das Bild
eines
53-jährigen Versicherten mit einem meta
bolischen Syndrom ergeben habe.
In den Laboruntersuchungen
habe
sich eine
Hyperlipidämie
gezeigt
und das HbA1c
sei
im oberen Normbereich. Bei bekanntem Aneurysma der Aorta
ascendens
sei
die
Hyperlipidämie
dringend
zu therapieren
, um das kardiovaskuläre Risiko zu senken und ein Fortschrei
ten der Erkrankung zu verhindern. Aus demselben Grund
sei das
HbA1c re
gelmässig
zu kontrollieren
und bei Bedarf eine antidiabetische Behandlung
einzuleiten
. Diese Befunde
würden
jedoch keine langandauernde Arbeitsun
fähigkeit
begründen
.
D
ie Spirometrie zeig
e
keine Hinweise auf eine obstruk
tive oder restriktive Ventilationsstörung trotz ungenügender Compliance
(S. 160)
.
Aus
rheumatologische
r Sicht hätten
die im Gutachten des
B._
vom 2
9.
Mai
2012 wiedergegebenen Beurteilungen betreffend den Bewegungsapparat auf
grund des zwischenzeitlichen Verlaufes und der aktuellen Untersuchungsbe
funde
im
W
esentlichen Gültigkeit. Es
würden
sich auch bei der aktuellen Untersuchung Zeichen für eine erhebliche Selbstlimitierung
zeigen
. Die seg
mentalen passiven Bewegungstest
s
nach
manualtherapeuti
schen
/
osteo
-
pathischen
Untersuchungstechniken und das spontane
Bewe
gungsverhalten
seien
weitgehend unauffällig, so dass hier massive Inkonsis
tenzen
vorlägen
.
Aus
rheuma-orthopädisch
er Sicht
sei
e
ine Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sowie in einer leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit mit analogem Belastungsprofil vollschichtig ganztags zu
mutbar. Was das
myofasziale
Schultergürtel-Syndrom rechts
betreffe
, so
seien
auch hier erhebliche Inkonsistenzen anzugeben: Obwohl bereits im
ersten
aktenmässig dokumentierten Bericht
der damaligen Hausärztin
der Verdacht auf Symptomausweitung festgehalten und in späteren fachärztli
chen Berichten
immer wieder bestätigt
worden sei
,
habe
der
Beschwerdefüh
rer
eine intensive Zuwendung
erhalten
.
Er
schein
e
sich vor jeglicher Selbst
verantwortung dispensiert zu haben. Weitere am Bewegungsapparat appli
zierte therapeutische Massnahmen
seien
kontraindiziert und
würden ihn
nur weiterhin in seiner subjektiven Krankenwahrnehmung
bestätigen
. Was das Problem des Opiatentzugs
betreffe
, so
sei
ein solcher - und zwar erfolgreich durchgeführt - unabdingbar notwendig, vor jeglichen weiteren anderen Massnahmen
(S. 161)
.
Bei der neurologischen Exploration besteh
e
eine chronische
Kopfschmerzer
krankung
. Aufgrund der diffusen Angaben und Vagheit der berichteten Symptomatik
sei
die Zuordnung der Kopfschmerzsymptomatik schwierig. Überwiegend wahrscheinlich
handle
es sich um chronische Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch und zusätzlich einem chronischen Kopf
schmerz vom Spannungstyp. Die apparative Zusatzdiagnostik
habe
k
ein
en
Anhalt für eine Polyneuropathie oder eine rechtsseitige
N.
ulnaris
-
bezie
hungsweise
N.
medianus
-Neuropathie oder für chronisch-neurogene Verän
derungen im Kennmuskel L4 links
ergeben
(S.
161 f.)
.
Bei der neuropsychologischen Untersuchung
hätten
die Befunde auf ein
Aggra
vationsverhalten
des
Beschwerdeführer
s
schliessen
lassen
. Daher
könnten
die Ergebnisse der Leistungstests nicht inhaltlich ausgewertet wer
den und
lieferten
wegen mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsy
chologischen Befunde
. Aus neuropsychologischer Sicht könne keine Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden
(S. 162)
.
Bei der psychiatrischen Exploration
hätten
im objektiven psychopathologi
schen Befund Auffälligkeiten
bestanden
, die auf eine mindestens mittelgradig ausgeprägte depressive Störung schliessen lasse. Insgesamt wirk
e
der
Be
schwerdeführer
nicht schmerzgequält. Es lieg
e
eine Verarmung, Starrheit, Insuffizienz der Affekte vor. Hilf- und Hoffnungslosigkeit
seien
spürbar. Der Antrieb und das psychomotorische Verhalten
seien
reduziert. Gestik und Mi
mik
seien
angemessen und
würden
die depressive Stimmung
affektsynthym
unterstreichen
. Die Spontanität und Eigeninitiative
seien
reduziert. Die sozi
ale Teilnahme
sei
im privaten Bereich nicht eingeschränkt. Die Exploration des Tagesprofils weis
e
auf ein reduziertes Aktivitätsniveau hin.
D
ie Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Flexibilitä
t/
Umstellungsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Drit
ten/Selbstbehauptungs
-
fä
higkeit
und
die Fähigkeit zu ausserberuflichen Akti
vitäten
seien
mittelgradig eingeschränkt. Es
müsse
von einer ausgesproche
nen Selbstlimitierung und Aggravation ausgegangen werden. Nichts
destotrotz
würden sich
klare Hinweise
auf eine mindestens mittelgradige an
haltende depressive Störung objektivieren
lassen
. In wie weit die depressive Symptomatik zusätzlich durch die Opiatabhängigkeit
getriggert
werde
,
müsse
nach einem Opiatentzug erneut beurteilt werden. Es
sei
von einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) auszuge
h
en. Die Ausprägung der Störung
sei
beim Beschwerdeführer
im Vergleich zu ähnlichen Störungsbildern als objektiv
mittelschwer einzu
stufen. Es
könne
von einer verminderten tatsächlichen Überwindbarkeit der subjektiv erlebten Defizite ausgegangen werden. Die Kardinalsymptome einer Depression
seien
erfüllt. Gemäss dem ICD-10
sei
diagnostisc
h von einer de
pressiven Störung
gegenwärtig mittelgradiger Ausprägung
mit somatische
m
Syndrom (ICD-10
F32.11) auszugehen. Im Weiteren lieg
e
eine psychische Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen, Störung durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom
mit
gegenwärtige
m
ständige
m
Substanzgebrauch (ICD-10 F11.25) im Sinne einer iatrogenen Abhängigkeit vor
(S. 162 f.)
.
Die Arbeitsfähigkeit für bestimmte Berufe, wie das Führen und Bedienen von Maschinen und eine aktive Teilnahme im Strassenverkehr
,
sei
nicht gegeben. Aus psychiatrischer Sicht
könne
eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit
attestiert werden (S. 16
3
).
Es werde dringend im Rahmen einer Schadenminderungspflicht empfohlen, eine stationäre Entgiftungsbehandlung von Opiaten durchzuführen. Die psy
chiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei gemäss den aktuellen Leitli
nien zur Behandlung von unipolaren Depressionen zu intensivieren, darüber hinaus die medikamentöse Behandlung anzupassen, gegebenenfalls durch eine Augmentation mit einem zweiten Antidepressivum oder Lithium oder einem Schilddrüsenhormon (S. 165). Der Gesundheitszustand sei aus psychi
atrischer Sicht seit 2008 konstant, wobei es den üblichen Verlauf mit schlechten Phasen und vorübergehend 100%iger Arbeitsunfähigkeit zu be
obachten gebe (S. 166).
Zusammenfassend
sei
der
Beschwerdeführer
für die angestammte Tätigkeit sowie für sämtliche
dem
Leiden optimal angepasste körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu
50
% arbeitsfähig
(S. 164)
.
Das aktuell ermit
telte Belastbarkeitsprofil gelte bezüglich der somatischen Befunde seit jeher. Seit Beginn der Erkrankung sei in sämtlichen Berichten darauf hingewiesen worden, dass keine objektivierbaren Befunde beständen, die eine langandau
ernde Arbeitsunfähigkeit begründen würden. Ebenso sei von Beginn weg auf ein Aggravationsverhalten hingewiesen worden.
Dieses
habe
sich auch bei der aktuellen Begutachtung
gezeigt
und in der neuropsychologischen Un
tersuchung bestätigt werden
können.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit mindestens
2008 eine mittelgradige depressive Störung.
Seit 2008 könne aus psychiatrischer Sicht aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und von 100
%
während den
Hospitalisa
tionen
ausgegangen
werden.
Die Schwere der depressiven Symptomatik vor 2008
könne
retrospektiv anhand der Akten nicht beurteilt und die Arbeitsfä
higkeit nicht mit der notwendigen Objektivität festgelegt we
rden (S. 163 f.).
Zur Frage der gesundheitlichen Veränderung führten die Gutachter aus, aus somatischer Sicht sei es insofern zu einer Verschlechterung gekommen, als sich zunehmend bei der klinischen Untersuchung demonstrative Komponen
ten zeigten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit mindestens 2008 eine mittelgradige depressive Störung. Der Gesundheitszustand sei seither konstant mit dem üblichen Verlauf mit schlechten Phasen und vorüberge
hender 100%iger Arbeitsunfähigkeit zu beobachten gewesen (S. 166).
4.
Dr.
O._
vom
B._
stützte sich
in seinem psychiatrischen Teilgutachten
für
die Begründung der Schmerzverarbeitungsstörung
auf das
vom hiesigen Ge
richt
ausdrücklich
unter anderem
in diesem Punkt
als ungenügend bezeich
nete
A._
-Gutachten
vom 2
0.
Mai 2008 (
vgl.
E. 3.2 hievor).
Zudem
lag ihm der Austrittsbericht der
K._
vom
1.
November 2011 (
Urk.
1/161/3-5) über die stationäre Behandlung vom
7.
bis 2
8.
Oktober 2011 nicht vor, weshalb er sich
mit diesem
nicht auseinandersetzen konnte.
Auf das Gutachten des
B._
vom 2
9.
Mai 2012 kann somit ebenfalls nicht abgestellt werden
, zumal sich die Gutachter auch auf Rückfrage zum gesundheitlichen Verlauf nicht nach
vollziehbar äusserten
. Davon ging auch die Beschwerdegegnerin aus (vgl.
Urk.
7/227 S. 2)
, weshalb sie das
C._
mit der Erstellung eines neuen Gut
achtens beauftragte.
5
.
Das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom
2
3.
März 2015
(E. 3.
4
hievor) beruht auf den erforderlichen
chirurgisch-allgemeinmedizinischen, rheuma
tologischen, psy
chiatrischen
, neurologischen
und neuropsychologischen Un
tersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kennt
nis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten Vorakten erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
auseinan
der.
Sie zeigten
insbesondere
auf, dass
eine erhebliche Selbstlimitierung sowie massive Inkonsistenzen
vorlagen
. So wurde seit Beginn der Erkrankung da
rauf
hingewiesen, dass keine objektivierbaren Befunde bestehen, die eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit begründen. Ebenso wurde von Beginn weg auf ein Aggravationsverhalten hingewiesen, welches sich auch bei der Begutachtung gezeigt
hat
und in der neuropsychologischen Untersuchung bestätigt werden konnte.
Nachdem die
Fachärzte
der
K._
nach der
Hospita
lisation
im Jahre 2009 ein Aggravationsverhalten noch verneint hatten, wiesen sie im Bericht vom
1.
November 2011 (
Urk.
7
/161/3-5) über die sta
tionäre Behandlung vom
7.
bis 2
8.
Oktober 2011 darauf hin, dass der Be
schwerdeführer wegen seiner Schmerzen die aktivierenden Massnahmen wie Ergo-, Bewegungs- und Physiotherapie nur unregelmässig besucht habe. Al
lerdings sei er von der Pflege beobachtet worden, dass er zwischendurch sehr entspannt und den Rücken gewiss belastend auf einem Sofa im Aufenthalts
raum gelegen sei
(S. 2), was auf
ein
inkonsistentes Verhalten hin
deutet
.
Selbst die behandelnden Ärzte des Medizinischen Zentrums
H._
wiesen am
4.
Januar 2011 (
Urk.
7/163/4-10) diagnostisch auf ein ausgeprägtes Schmerz- und Schonverhalten hin (S. 1). Der Rheumatologe sprach von einer demonstrativen Verdeutlichungstendenz und schilderte das Vermeiden der Wirbelsäulen- und Hüftbeweglichkeit in der Untersuchungssituation, obwohl dies in der Ankleidesituation problemlos gelinge (S. 5). Auch die
B._
-Gut
achter erhoben typische Zeichen der Symptomausweitung (
Urk.
7/106/45).
Anders als im Zeitpunkt der Urteilsfällung im vorangegangenen
Beschwerde
verfahren
(
vgl.
E. 3.2 hievor) weis
en
somit
auch aktuelle Bericht
e
auf ein
dis
krepantes
Verhalten des Beschwerdeführers hin.
Dass auch die
C._
-Gutach
ter
erhebliche
Inkonsistenzen
aufzeigten
,
ist damit nachvollziehbar
.
Dennoch
sind gemäss den
C._
-
Gutachtern
klare Hinweise auf eine mindes
tens mittelgradige anhaltende depressive Störung
objektivierbar
.
Dr.
S._
begründete
- wie vom hiesigen Gericht im Urteil vom
29.
September 2010
verlangt
(
E. 3.2 hievor) -
ausführlich, weshalb die Diagnose einer anhalten
den somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden konnte und wes
halb stattdessen von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auszugehen ist. Ebenso begründete er die Diagnose ei
ner anhaltenden statt einer rezidivierenden depressiven Störung (S. 136-142) und würdigte
auch die im Nachgang zum Urteil des hiesigen Gerichts aufge
legten Vorakten
ausführlich
und widerlegte die teilweise abweichenden Be
urteilungen
(S.
144 ff.).
Die
C._
-
Gutachter empfahlen dringend, eine stationäre
Entgiftungsbehand
lung
von Opiaten durchzuführen, die psychiatrisch-psychotherapeutische Be
handlung zu intensivieren und die medikamentöse Behandlung anzupassen (S. 165).
Sie
gelangten sodann zum ausführlich begründeten Schluss, dass der Beschwer
deführer seit 2008
in der
angestammte
n
Tätigkeit sowie
in
sämtli
che
n
dem Leiden optimal angepasste
n
körperlich
leichte
n
bis mittelschwere
n
Tätigkeiten zu 50 % arbeitsunfähig ist. Vor 2008 bestand aus somatischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit, aus psychiatrischer Sicht vermochten die Gutachter dies nicht zu beur
teilen. Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.3 hievor), was im Übrigen auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird.
6
.
Der Beschwerdeführer
berief sich
auf den
Austrittsb
ericht
Rehabilitation der Klinik
V._
vom 1
8.
Januar 201
6
,
wo
er
vom 22. Dezember 2015 bis 1
8.
Januar 2016 in stationärer Behandlung war (Urk. 7/237
/1-8
)
. Gemäss diesem bestehe
–
im Wesentlichen
entsprechend den Diagnosen im
C._
-Gutachten -
unter anderem ein chronisches
cerviko
- und
lumbospondylogen
betontes
Panvertebralsyndrom
sowie eine chronische Schmerzstörung. Aus
führungen in Bezug auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden im Bericht jedoch - entgegen den Angaben des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 11) - keine gemacht.
Die behandelnden Fachleute des Medizinischen Zentrums
H._
gingen in ihrer Stellungnahme vom 1
1.
Januar 2017 (
Urk.
3/3) von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus und verwiesen zur Begründung auf ihre bisherigen Berichte. Mit diesen hatte sich
C._
-Gutachter
Dr.
S._
jedoch ausführlich auseinandergesetzt und eine
längerfristige
volle Arbeitsunfähigkeit nicht be
stätigen können.
Ob den behandelnden
Fachpersonen
des Medizinischen Zentrums
H._
die
Vorakten
bekannt waren, wird aus ihrem Bericht nicht ersichtlich
;
jedenfalls setzten sie sich mit diesen, insbesondere mit dem Gutachten des
C._
und den darin aufgeführten Diagnosen und den abwei
chenden Einschätzungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers, nicht auseinander.
Obschon sie - wie vorstehend dargelegt (E. 5) - ihrerseits Selbstlimitierungen erhoben, nahmen sie im Rahmen der Beurtei
lung der medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit darauf keinen Bezug. Ebenso wenig erläuterten die behandelnden Ärzte die von ihnen abweichend zu den
C._
-Gutachtern, aber auch zu den Ärzten der Klinik
V._
(
Urk.
7/237) und der
K._
(Urk. 7/161) als schwer gefasste depressive Störung. Die
C._
-
Gutachter legten zutreffend dar, dass diese Diagnose wie auch die bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar ist (Urk. 7/217/147), zumal die Behandler dem ondulierenden Verlauf mit ihrer durchgängig diagnostizierten schweren Störung offensichtlich nicht Rechnung trugen.
Ihr Bericht vermag damit weder Zweifel an der Beweiskraft des
C._
-Gutachtens noch eine allfällige Verschlechterung des Gesundheits
zustandes nach Erstellung des Gutachtens zu begründen.
Dasselbe gilt für das MRI der Hals-, Lenden- und unteren Brustwirbelsäule vom 14. Dezember 2016 (
Urk.
3/5), sind diesem doch weder wesentliche Be
funde noch eine wesentliche Veränderung
zum G
utachten des
C._
zu ent
nehmen.
Die
C._
-Gutachter schlossen eine lumbale
radikuläre
Symptomatik genauso aus wie die Radiologin am 1
4.
Dezember 2016 (
Urk.
3/5 S. 2). Diese sprach allein von im Vergleich zu den von den Gutachtern gewürdigten Bildgebungen befundkonstanten diskreten
Diskopathien
beziehungsweise beschrieb wie letztere eine Diskushernie im Lumbalbereich, während sie im Bereich der HWS eine Kompression lediglich für möglich hielt, was nicht ge
eignet ist, das
C._
Gutachten umzustossen.
7
.
7
.1
Die Gutachter des
C._
waren der Ansicht, dass der Beschwerdeführer auf
grund seiner depressiven Störung mittelgradiger Ausprägung
seit 2008
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
sei
.
7
.2
Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
therapier
bar
und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1; 9C_667/2013 vom 29. April 2013 E. 4.3.2; 9C_917/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sager, Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f. Ziff. 5.2). Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert (Urteil des Bundes
gerichts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist allerdings nicht schlechthin auszuschliessen; deren Annahme bedingt nach den höchstrichterlichen Vorgaben jedoch, dass es sich nicht bloss um die Be
gleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile
des Bundesgerichts 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2 und 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Lei
den als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1). Dabei stellt das Bundesgericht sowohl an die Langjährigkeit (verneint im vorge
nannten Urteil 9C_892/2015 bei einer Therapiedauer von weniger als andert
halb Jahren) als auch an die Intensität der Therapiebemühungen (vgl. etwa das vorgenannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1) hohe Anforderungen.
Die vom Beschwerdeführer in Bezug auf eine invalidisierende Wirkung mittelgradiger depressiver
Störungen
angeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung aus dem Jahre 201
1
(Urteile des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom
3
0.
März 2011 E.
5.2 und 9C_980/2010 vom
2
0.
Juni 2011
E. 5.3;
Urk.
1 S. 7
und S.
13) ist insoweit überholt.
7
.3
Nach der Rechtsprechung ist es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
trächtigungen, somit auch bei psychischen Störungen, keineswegs allein Sache der mit dem
konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, sel
ber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Ge
richt) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu
einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe
und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gege
benheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von
Rechtsanwen
der
und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache
des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu be
ur
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Be
rücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). V
on einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähi
gkeit kann da
mit aus rechtlicher Sicht abgewichen werden, ohne dass ein
wie vorliegend grundsätzlich beweiskräftiges
Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
7
.4
Der Beschwerdeführer leidet seit vielen Jahren an Depressionen und war des
halb
unter anderem
bereits mehrfach in der
K._
hospitalisiert (
5.
Februar bis
1
1.
Mai 2009, 2
2.
Februar bis 1
2.
Mai 2010
und
7.
bis 2
8.
Oktober 2011; Urk.
7/
90/23,
Urk.
7/
90/5 und
Urk.
7/
161
)
und im Medizinischen Zentrum
H._
in tagesklinischer Behandlung (
3.
Januar bis 2
7.
Februar 2007
und
2
6.
August bis 2
0.
Oktober 2009;
Urk.
7/56 und
Urk.
7/74/4
)
. Ab J
uni 2006
war er
einmal pro Monat
bei
Dr.
J._
in p
sychiatrischer Behandlung (Urk.
7/
57,
Urk.
7/41/11
und
Urk.
7/90/3
).
Seit August 2009 wird er i
m Medi
zinischen Zentrum
H._
behandelt, dies mit zunächst zwei, seit
ungefähr Ende 2014 einer Sitzung pro Mon
at (Urk.
7/217 S. 126 und Urk.
7/234/6).
Eine solche Behandlungsfrequenz deutet auf einen zwar vorhandenen
,
jedoch nicht allzu grossen Leidensdruck hin.
So gingen auch die Gutachter
des
C._
von einer Diskrepanz zwischen dem Ausmass der geschilderte Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruch
nahme therapeutischer Hilfe aus und
empfahlen eine Intensivierung der psychotherapeutischen Behandlung
sowie
eine Anpassung der
medikamentösen Behandlung (Urk.
7/217 S.
142 und S.
165).
Insbesondere ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdefüh
rer bei subjektiv anhaltend hohem Leidensdruck die
Behandlung
im Medizi
nischen Zentrum
H._
trotz der
unbefriedigende
n Ergebnisse jahrelang unverändert fortsetzte und sich nicht um einen anderen Therapeuten oder um eine ihm vielleicht besser zusagende andere Therapien
(auch mit unter
schiedlichem therapeutischem Ansatz)
bemühte. Dies gilt umso mehr, als die verschriebene Medikation aus ärztlicher Sicht wiederholt angezweifelt wurde.
Bei dieser Sachlage kann von einer konsequenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist
,
nicht gesprochen werden.
7
.5
Eine invalidisierende Wirkung der mittelschweren depressiven Störung
seit
Ende
2008
ist damit nicht ausgewiesen.
Ob es sich beim depressiven Leiden
nicht
ohnehin
bloss um die
Begleiter
scheinung einer Schmerzkrankheit
han
delt, kann damit offen bleiben.
Die Gutachter des
C._
vermochten die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der depressiven Symptomatik vor 2008 retrospektiv nicht zu beur
teilen
, wobei der Beschwerdeführer selbst seinen Zustand als „seit Jahren stabil schlecht“ beschreibt (
Urk.
7/217 S. 126)
. Dazu ist
festzuhalten, dass
bis Ende 2008
jeweils eine leichte bis höchstens mittelgradige Ausprägung der depressiven Störung diagnostiziert wurde
(vgl.
Urk.
7/80 E. 4.2
und
E. 4.5-6
).
Im Zeitraum vom
16.
September 2005 bis 16. Dezember 2008
e
rfolgte
wie bereits dargelegt vom
3.
Januar bis 27.
Februar 2007 eine tagesklinische Behandlung sowie ab Juni 2006 eine Psychotherapie bei
Dr.
J._
mit
jeweils
monatlichen Sitzungen.
Die Behandlungs
intensität
war damit noch tiefer als im Zeitraum ab
Ende 200
8.
Auch der depressiven Störung vor Ende 2008 kann folglich keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden.
8
.
8
.1
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er auch aufgrund
seiner
Schmerz
störung
in
der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei
(
Urk.
1 S. 16 f.)
.
Gemäss den Ausführungen der
C._
-Gutachter
hat die
chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren
hingegen
keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(E. 3.4 hievor)
.
D
ie juristische Anspruchsprüfung
ist
in jedem Fall Aufgabe des
Rechtsanwen
ders
und insoweit ist die medizinische Schätzung der Leis
tungsfähigkeit rechtlich nicht verbindlich (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2). Eine „
Indikatorenprüfung
fällt somit auch dann nicht automatisch und unbesehen der konkreten Umstände ausser Betracht, wenn nach ärztlicher Beurteilung ein Leiden die Arbeitsfähigkeit nicht in relevanter Weise beeinträchtigt“ (so
ausdrücklich
Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.1
;
zur Plausibilitätsprüfung im Zusammenhang mit chronischen Schmerzstörungen mit somatischen und psychischen Faktoren [ICD-10 F45.41] vgl. BGE 142 V 106 E. 4.2 und E. 4.4)
.
8
.
2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organi
sche Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und anschliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invaliditäts
bemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei an
haltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchsgrund
lage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden so
matoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensati
onspotenzialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau so
zialer
Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Ar
beitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
8
.
3
8
.
3
.1
Die Ausprägung des Schmerzsyndroms wurde von den
C._
-Gutachtern als objektiv mittelschwer eingestuft.
Die
C._
-Gutachter
schilderten
multiple psychosoziale Belastungsfaktoren (Migrationshintergrund, Schulden, längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, schwere Arbeit, keine Ausbildung, Alter;
Urk.
7/217/143),
welche
aus
versicherungs
rechtlich
er Sicht
keine In
validität zu begründen vermögen und
ebenfalls
gegen eine schwere Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
sprechen
.
Komorbiditäten
sind zudem keine
vorhanden
.
Diese
sind
lediglich
dann als
krankheitswertige Störungen zu berücksichtigen,
wenn ihnen
eine eigenständige invalidisierende Bedeutung zukommt. Die mittelgradige depressive Störung vermag keine solche zu be
gründen, kommen doch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als psy
chische
Komorbiditäten
nur schwere und therapeutisch nicht (mehr)
angeh
bare
psychische Krankheiten in Betracht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_168/2015 vom 13. April 2016 E. 4.2; Michael E. Meier, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in:
Jusletter
vom 11. Juli 2016, S. 27).
Auch d
er Opioid-Abhängigkeit kommt keine invalidisi
erende Wirkung zu (vgl. dazu E.
9
.3
hienach
), weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
und
demzufolge mit Krankheitswert
wurden von den
C._
-Gutachtern nicht gestellt.
8
.
3
.2
Was die persönlichen und sozialen Ressourcen des Beschwerdeführers be
trifft, so ist dieser seit 1988 verheiratet und Vater von fünf Kindern,
wovon drei noch zu Hause leben
.
Wohl bestanden in der Vergangenheit Spannun
gen zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern, doch haben sich diese seit dem Auszug der beiden
ältesten Töchter
ungefähr im Jahre 2010 mehrheitlich gelegt.
Anlässlich der Begutachtung durch das
C._
gab der Beschwerdeführer denn auch an, d
ass er zu allen Kindern
wie auch zu den Geschwistern im Heimatland
einen sehr guten Kontakt habe
(
Urk.
7/217
S. 123 und
Urk.
7/106 S. 35 f.).
Der Beschwerdeführer
führte aus
, er stehe
spätestens um 5:
30 Uhr auf, trink
e
einen Kaffee,
nehme
zwischen 12:00 und 12:30
Uhr
das Mittagessen und zwischen 18:00 und 19:00
Uhr
das Abendessen ein und geh
e
zwischen 22:00 und 01:00
Uhr zu Bett. Dazwischen sitze und liege er,
trinke Tee und schaue TV. Er versuche ein
-
bis zwei
mal
pro Tag zu spazieren und gehe maximal 10 bis 15 Minuten nach draussen. M
anchmal habe er
Therapien oder
Arztter
mine
.
Während seine Ehefrau andauernd Besuche bekomme,
bekomme
er
nur ab und zu Besuch von seiner Famil
i
e und gehe nicht gerne selber zu Besuch
. Hobbies habe er keine, früher sei seine Arbeit sein Hobby gewesen
(Urk.
7/217 S. 62
und S. 125).
Die Ausführungen des Beschwerdeführers las
sen auf ein eher eingeschränktes Aktivitätsniveau schliessen.
Die Angaben der Gutachter wiederum sprechen gegen den geschilderten eingeschränkten Tagesablauf. So berichteten sie über
eine auffallende
Beschwielung
der Hände, die für eine Person, welche seit über acht Jahren nicht mehr manuell arbeiten könne, rechts deutlich ausgeprägt sei, insbesondere im Bereich der Daumen. Dasselbe gelte für die
Beschwielung
der K
nie (Urk.
7/217 S. 71). Der Beschwerdeführer sei zudem bei der Schilderung des Tagesablaufs diffuse und vage geblieben (
Urk.
7/217 S. 124)
.
Wie stark eingeschränkt das
Tages
aktivitätsniveau
des Beschwerdeführers tatsächlich ist, kann jedoch letztlich offen bleiben, denn selbst wenn dieses
nicht besonders hoch sein sollte, so erhält
er
durch seine Einbettung in die Familie
doch
eine Tagesstruktur. Trotz des sozialen Rückzugs enthält der
soziale Lebenskontext damit bestätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
In Bezug auf die
Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers
berichtete
C._
-Gutachter Dr.
S._
,
die
Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routi
nen
und
zur Planung und Strukturierung von Aufgaben
, die
Flexibili
tät/Umstellungsfäh
ig
keit, Durchhaltefähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Drit
ten/Selbstbehauptungsfähigkeit und
die Fähigkeit zu
ausserberuflichen
Akti
vitäten sei mittelgradig eingeschränkt
. Hingegen konnte der Gutachter keine A
u
fmerksamkeits-
,
Ko
nzentrations- oder Gedächtnisstörungen feststellen und ging von einer ausgeglichenen Persönlichkeit aus (S. 130 f. und S. 162). Das Leistungsvermögen des
Beschwerdeführer
s wird durch seine Persönlichkeits
struktur damit nicht erheblich negativ beeinflusst.
8
.
3
.3
Wie dargelegt fehlt es an einer
adäquaten Ausschöpfung der
Therapiemöglich
keiten
(E.
6
.4 f. hievor), war d
er Beschwerdeführer
doch
in den letzten Jahren
- nebst stationäre
n
und ambulante
n
Behandlungen -
le
diglich
ein
-
bis zwei
mal
pro Monat in psychiatrischer
Therapie
.
In Anbe
tracht dieser verhältnismässig geringen Behandlung
sfrequenz
kann nicht von einem ausgeprägten
Leidensdruck
ausgegangen werden.
So
sprachen
auch die Gutachter von einer Diskrepanz zwischen dem Ausmass der geschilderte Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeuti
scher Hilfe (
Urk.
7/217 S. 142).
Die gutachterliche Konsistenzprüfung ergab
zudem
deutliche Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen. So beständen Diskrepanzen und Inkonsistenzen zwischen der subjektiv geschil
derten Intensität und der Vagheit der Beschwerden, zwischen den massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Be
einträchtigung in der Untersuchungssituation, zwischen den eigenen Anga
ben und den fremdanamnestischen Informationen einschliesslich der Akten
lage sowie zwischen dem erkennbaren klinischen Bild und den Ergebnissen der neuropsychologischen Tests, einschliesslich spezieller
Beschwerdenv
ali
dierungstests
(
Urk.
7/217 S.
142).
Der Beschwerdeführer fährt zudem regel
mässig mit dem Fahrzeug zu seinen Arztterminen (
Urk.
7/217 S. 124). Das Führen eines Motorfahrzeugs ist jedoch mit physischen und kognitiven Res
sourcen verbunden, was in Diskrepanz zur vom Beschwerdeführer geltend gemachten vollen Arbeitsunfähigkeit steht.
8
.
4
Bei gesamthafter Betrachtung über die massgeblichen Indikatoren ist eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche zu einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Schmerzstörung seit Ende 2008 führen könnte, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Schmerzstörung vor 2008 eine invalidisierende Wirkung gehabt hätte, zumal sich die psychischen Beschwerden seither verschlechtert haben.
9
.
9
.1
D
ie
C._
-
Gutachter
diagnostizierten zudem
eine
Abhängigkeit von Opioiden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
9
.2
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begrün
den nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit be
einträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie sel
ber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, wel
chem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30,
I 454/99 E. 2a). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht
massgebende
Ursa
chen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen, was im
pliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen
Suchtmittelabhän
gigkeit
und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die
invali
denversicherungsrechtliche
Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Ent
wicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psy
chischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähig
keit einschränkt. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Al
koholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden be
steht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychi
schen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksich
tigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
9
.3
Nachdem wie oben dargelegt weder der depressiven Störung noch der Schmerzstörung und auch
nicht
den weiteren von den
C._
-Gutachtern ge
stellten Diagnosen eine invalidisierende Wirkung zukommt, kann die Opiate-Abhängigkeit des Beschwerdeführers weder Folge noch Auslöser eines Ge
sundheitsschadens sein, welchem Krankheitswert zukommt.
Entsprechend
kommt der
Abhängigkeit
kein invalidisierender Charakter zu
.
10
.
Zusammengefasst ist der Beschwerdeführer in seiner angestammten sowie in sämtlichen dem Leiden optimal angepassten körperlich leichten bis mittel
schweren Tätigkeiten seit jeher voll arbeitsfähig.
Der Beschwerdeführer machte geltend, es sei ein leidensbedingter Abzug von 25
%
zu berücksichtigen.
Eine allfällige Kürzung des Invalideneinkommens kommt jedoch nur in Betracht, wenn dieses auf der Grundlage von
Tabel
lenlöhnen
ermittelt wurde.
Nachdem der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, zur Berechnung des Invaliditätsgra
des mithin keine Tabellenlöhne heranzuziehen sind,
ist
auch kein
Leidensab
zug
zu
gewähren
.
Der Invaliditätsgrad beträgt demnach 0
%
, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
1
1
.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
1‘000.-- fest
zusetzen und entsprechend dessen Ausgang dem Beschwerdeführer aufzuer
legen.