# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4212e487-2be2-5031-a228-71bf6547f4b8
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der H-weg ist eine Sackgasse von rund 200 m Länge im Gebiet H-berg/S-berg,
einem steilen Südhang oberhalb von W.. Er zweigt von der L-strasse in westlicher
Richtung ab und erschliesst fünf Liegenschaften. Der H-weg endet beim Grundstück
Nr. 2365, das sich im Eigentum von K. Z. befindet und mit zwei Wohnhäusern überbaut
ist. In östlicher Richtung schliesst das Grundstück Nr. 2366 von S.D. an. In diesem
Bereich verläuft der H-weg entlang der nördlichen Grenze des Grundstücks Nr. 2366
auf dem Grundstück Nr. 2237, das sich im Eigentum von S. L. befindet und in der
Landwirtschaftszone liegt.
Der H-weg ist eine Gemeindestrasse 3. Klasse. Der Gemeindestrassenplan lag vom 19.
November bis 18. Dezember 1990 bzw. vom 3. Februar bis 4. März 1993 öffentlich auf
und wurde vom Baudepartement am 4. Oktober 1993 genehmigt (vgl. ABl 1993/2317).
Am 26. Februar 2002 machte K. Z. den Gemeinderat W. durch seinen Rechtsvertreter
darauf aufmerksam, sein Nachbar S.D. habe einen Lorbeerhag gepflanzt, der
strassenpolizeiliche Vorschriften verletze. Sodann habe er die Zufahrt zu seiner
Liegenschaft so konstruieren lassen, dass die durch einen Dienstbarkeitsvertrag und
einen Klassierungsbeschluss des Gemeinderates W. vom 23. April 1980 definierte
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Strassenbreite von 4 m nicht mehr gewährleistet sei. Diese betrage im Bereich der Zu-
und Wegfahrt zur Liegenschaft D. lediglich 2.6 m, was keine hinreichende
Erschliessung darstelle und die Sicherheit der Strassenbenützer gefährde. S. D. sei
deshalb zu verpflichten, den Lorbeerhag zu entfernen und die Zufahrt zu seiner
Liegenschaft entsprechend zu ändern.
Am 5. Dezember 2002 wies der Gemeinderat W. das Begehren von K. Z. ab, die
Zufahrt zur Liegenschaft D. sei zu verändern (Ziff. 1). Sodann lehnte er es ab, den
Strassenplan zu bereinigen und neu aufzulegen (Ziff. 2). Der Entscheid wird im
wesentlichen damit begründet, K. Z. habe die Zufahrt zu den Grundstücken Nrn. 2365
und 2366 in den 70-er Jahren selber erstellt. Sodann habe er im Jahr 1986 einen Plan
signiert, auf welchem die heutige Strassenführung eingezeichnet sei. Die Strasse sei
jedoch nicht genau nach Plan erstellt worden. Die Einfahrt zur Liegenschaft D. befinde
sich zum Teil auf dem Grundstück von S. L., was diese dulde. Sodann habe es bisher
wegen der Zufahrt zur Liegenschaft D. keine Probleme gegeben. Die öffentlichen
Dienste (Feuerwehr, Sanität) und der Lieferant von Heizöl seien in der Lage, den H-weg
zu befahren.
B./ Gegen den Entscheid des Gemeinderates W. vom 5. Dezember 2002 erhob K. Z.
am 18. Dezember 2002 Rekurs beim Baudepartement. Er stellte folgende
Rechtsbegehren: Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Entscheides seien aufzuheben (Ziff.
1); der Verlauf und der Ausbau des H-wegs seien so zu ändern, dass der südwestliche
("untere") Strassenrand auf der nordöstlichen Grenzlinie der Parzelle Nr. 2366 verlaufe
und dass der H-weg entlang der nordöstlichen Grenze der Parzelle Nr. 2366 eine Breite
von insgesamt 4 m aufweise, unter Gewährung einer minimal befahrbaren
Strassenbreite von 3 Metern. Soweit erforderlich, sei der Strassenplan W.
entsprechend zu bereinigen und neu aufzulegen (Ziff. 2). Der Verfahrensbeteiligte S.D.
als Eigentümer der Parzelle Nr. 2366 sei zu verpflichten, innert angemessener, von der
Rekursinstanz festzulegender Frist den von ihm entlang seiner nordöstlichen
Parzellengrenze gepflanzten Lorbeerhag zu beseitigen und die Zu- und Abfahrt zu
seiner Liegenschaft baulich so zu korrigieren, dass der H-weg in diesem Bereich eine
Strassenbreite von 4 m aufweise. Für den Fall der Nicht- bzw. Schlechterfüllung dieser
Verpflichtung sei S.D. die Ersatzvornahme auf seine Kosten anzudrohen. Der Rekurs
wird vorab damit begründet, es sei unbestritten, dass der tatsächliche Verlauf des H-
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wegs im interessierenden Bereich dem Grundbuchplan nicht entspreche. Aus diesem
Grund sei die im Grunddienstbarkeitsvertrag vom 17. August 1970 definierte Breite von
4 m, die im Klassierungsbeschluss des Gemeinderates W. vom 23. April 1980
übernommen worden sei, nicht gewährleistet. Weil nach Art. 100 des Strassengesetzes
(sGS 732.2, abgekürzt StrG) der Bestand von Strassen und die Sicherheit ihrer
Benützer nicht beeinträchtigt werden dürften, sei der rechtmässige Zustand
herzustellen. Eine Strassenbreite von 2.6 m sei offensichtlich ungenügend.
Das Baudepartement wies den Rekurs am 28. Mai 2004 ab, nachdem ein Augenschein
durchgeführt worden war. Vorab hielt es fest, Gegenstand des Verfahrens sei einzig die
Frage, ob der H-weg im heutigen Zustand die Liegenschaften hinreichend erschliesse
und ob die strassenrechtlichen Bestimmungen eingehalten seien. Forderungen
gegenüber S.D. aus Grunddienstbarkeiten und persönlichen Abmachungen bezüglich
Linienführung und Breite des H-wegs müsse K. Z. auf dem Zivilrechtsweg geltend
machen. Sodann gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, der H-weg gewährleiste für die
angrenzenden Liegenschaften hinsichtlich Anlage, Linienführung und Breite eine
hinreichende Erschliessung und es liege keine Verletzung strassenpolizeilicher
Bestimmungen vor.
C./ Am 10. Juni 2004 erhob K. Z. gegen den Entscheid des Baudepartements vom 28.
Mai 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Innert erstreckter Frist stellte er am 2.
Juli 2004 folgende Rechtsbegehren: der angefochtene Entscheid vom 28. Mai 2004
sowie Ziff. 1 und 2 des Entscheides des Gemeinderates W. vom 5. Dezember 2002
seien aufzuheben (Ziff. 1). Der Verlauf und der Ausbau des H-wegs seien so zu ändern,
dass der südwestliche (der "untere") Strassenrand auf der nordöstlichen Grenzlinie der
Parzelle Nr. 2366 verlaufe und dass der H-weg entlang der nordöstlichen Grenze der
Parzelle Nr. 2366 eine Breite von insgesamt 4 m aufweise, unter Gewährung einer
Strassenbreite von wenigstens 3 m. Soweit überhaupt erforderlich sei der Strassenplan
W. entsprechend zu bereinigen und neu aufzulegen (Ziff. 2). Der Verfahrensbeteiligte
S.D. als Eigentümer der Parzelle Nr. 2366 sei zu verpflichten, innert angemessener, von
der Beschwerdeinstanz festzusetzender Frist den von ihm entlang seiner nordöstlichen
Parzellengrenze gepflanzten Lorbeerhag zu beseitigen und die Zu- und Abfahrt zu
seiner Liegenschaft baulich so zu korrigieren, dass der H-weg in diesem Bereich eine
befahrbare Strassenbreite von wenigstens 3 m habe. Für den Fall der Nicht- oder
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Schlechterfüllung dieser Verpflichtung sei S.D. Ersatzvornahme auf seine Kosten
anzudrohen (Ziff. 3). Die Beschwerde wird damit begründet, der interessierende
Strassenteil sei sowohl formell als auch materiell rechtswidrig.
Das Baudepartement und die Politische Gemeinde W. beantragten, die Beschwerde sei
abzuweisen. S.D. hielt am 31. August 2004 dafür, die Beschwerde sei abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden könne.
D./ Am 25. November 2004 hat der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Beschwerdeverfahren bis 31. März 2005 sistiert, weil es angezeigt war, die Verhältnisse
vor Ort in Augenschein zu nehmen, wenn kein Schnee liegt.
E./ Das Verwaltungsgericht hat am 10. Mai 2005 einen Augenschein an Ort und Stelle
durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und erhielten
Gelegenheit zur Stellungnahme.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
a) Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der
Beschwerde ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.11, abgekürzt VRP), und K. Z. ist zur Beschwerde
legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
b) Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeeingabe vom 10. Juni 2004 und ihre Ergänzung
vom 2. Juli 2004 zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
entsprechen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
aa) Der Beschwerdegegner hält dafür, auf die Beschwerde könne nicht eingetreten
werden, weil sie innert der Rechtsmittelfrist nur angemeldet worden sei, mit dem
Begehren, zwecks Formulierung eines Antrags sei Frist zu setzen. Seiner Meinung nach
wäre es dem Beschwerdeführer ohne weiteres möglich gewesen, innert der
Beschwerdefrist Antrag zu stellen.
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Für die Beschwerdeerhebung verlangt Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1
VRP einen Antrag sowie eine Darstellung des Sachverhalts, eine Begründung sowie die
Unterschrift des Rechtsmittelklägers. Fehlt es an einem dieser Elemente, so fordert die
Verfahrensleitung den Beschwerdeführer zur Ergänzung auf (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 VRP).
Das Verwaltungsgericht hat aus Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP geschlossen, dass sich ein
Beschwerdeführer zunächst darauf beschränken kann, innert der Rechtsmittelfrist das
Rechtsmittel zu erheben. Dazu genügt die ausdrückliche oder sinngemässe Erklärung,
dass der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 910 und 911).
Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall erfüllt, weshalb die Beschwerde
ordnungsgemäss erhoben worden ist.
bb) Der Beschwerdegegner ist der Ansicht, der Beschwerdeführer habe seine Anträge
im Verhältnis zum Rekursverfahren in unzulässiger Weise erweitert. Er verlange neu,
dass der Strassenplan, falls erforderlich, zu bereinigen und neu aufzulegen sei. Sodann
solle die "befahrbare Strassenbreite" gemäss Ziff. 3 neu mindestens 3 m betragen,
während im Rekursverfahren 4 m verlangt worden seien.
Nach Art. 61 Abs. 3 VRP sind neue Begehren im Verfahren vor Verwaltungsgericht
unzulässig. Neu ist ein Begehren, wenn eine gegenüber dem vorangegangenen
Rekursverfahren andere oder weitergehende Rechtsfolgebehauptung erhoben wird.
Kein neues Begehren liegt dagegen vor, wenn das Begehren im Vergleich zu dem vor
der Vorinstanz gestellten Antrag eingeschränkt wird (vgl. Cavelti/Vögeli, Rz. 919 mit
Hinweisen).
Entgegen der Annahme des Beschwerdegegners hat der Beschwerdeführer bereits mit
der Rekursergänzung vom 30. Januar 2003 beantragt, soweit erforderlich, sei der
Strassenplan W. entsprechend zu bereinigen und neu aufzulegen (Ziff. 2 Abs. 2 der
Rechtsbegehren). Der Vorwurf des Beschwerdegegners, dieser Antrag sei neu, erweist
sich somit als unbegründet. Sodann ist es zulässig, im Verfahren vor
Verwaltungsgericht eine geringere Strassenbreite zu verlangen als im Rekursverfahren.
c) Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Der Beschwerdeführer verweist auf die Ausführungen im Rahmen der
vorinstanzlichen Verfahren und erklärt diese zum integrierenden Bestandteil der
Beschwerdeergänzung. In ständiger Rechtsprechung hat es das Verwaltungsgericht
abgelehnt, dass pauschal auf Eingaben an Vorinstanzen verwiesen wird. Ein solcher
Verweis ist ungenügend, da aus ihm nicht hervorgeht, in welchen Punkten und weshalb
der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird. Es ist nicht Aufgabe der
Rechtsmittelinstanz, in Eingaben an die Vorinstanz nach Gründen zu suchen, weshalb
der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 921
mit Hinweisen).
3./ Der Beschwerdeführer beantragt, es sei eine Expertise durchzuführen und er sei zu
befragen. Sodann seien Amtsauskünfte einzuholen und Zeugen einzuvernehmen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2 und 117 Ia 268 E. 4b). Die
rechtserheblichen Tatsachen ergeben sich im vorliegenden Fall indessen aufgrund der
Akten und des Augenscheins, weshalb auf die Abnahme der Beweise verzichtet
werden kann.
4./ Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe den Streitgegenstand zu
Unrecht auf die Frage beschränkt, ob der H-weg im heutigen Zustand eine
hinreichende Erschliessung der angrenzenden Liegenschaften gewährleiste. Sodann
habe sie dies zu Unrecht bejaht. Er verlangt eine neue Linienführung des H-wegs und
eine befahrbare Strassenbreite von 3 m im Bereich der Zufahrt zum Grundstück Nr.
2366 des Beschwerdegegners.
a) Der Gemeindestrassenplan legt den Umfang des öffentlichen Strassen- und
Wegnetzes der Gemeinde fest. Strassen und Wege werden in je drei Klassen eingeteilt
(Art. 7 StrG). Die Oeffentlichkeit einer Strasse hängt nicht vom privatrechtlichen
Eigentum an deren Fläche ab. Auch der Wortlaut des Beschriebs im Grundbuch ist
nicht massgebend, da für die Eigenschaft einer öffentlichen Strasse der
Grundbucheintrag nicht konstitutiv ist (vgl. G. Germann, in: G. Germann, [Hrsg.],
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Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, Neue Reihe
Band 31, St. Gallen 1989, N 5 zu Art. 1 StrG mit Hinweis auf ABl 1986/1618; vgl. auch
E. Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, 2. Aufl., Aarau 1985, S. 69). Steht die
Fläche einer öffentlichen Strasse oder einer ihrer Bestand-teile ganz oder teilweise
nicht im Eigentum des Gemeinwesens, tritt die öffentlich-rechtliche Sachherrschaft,
d.h. die Strassenhoheit, zu der privatrechtlichen des Eigentümers hinzu, überlagert und
beschränkt sie. Beim Auseinanderfallen von Eigentum und Strassenhoheit kommt der
letzteren der Vorrang zu (vgl. Germann, a.a.O., N 1 zu Art. 6 StrG mit Hinweis auf
Zimmerlin, a.a.O., S. 81 mit Hinweisen).
aa) Erlass und Aenderung des Gemeindestrassenplans unterstehen dem Planverfahren
nach Art. 39 ff. StrG. Somit unterliegt der Gemeindestrassenplan einem Auflage- und
Rechtsmittelverfahren, wo Betroffene ihre Interessen geltend machen können. Dies gilt
für die Einteilung und die Aufhebung von Gemeindestrassen sowie die Uebernahme
von Privatstrassen ins Gemeindestrassennetz.
bb) Gemeindestrassen erster Klasse dienen dem örtlichen und dem überörtlichen
Verkehr. Sie stehen dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen (Art. 8 Abs. 1 StrG).
Gemeindestrassen zweiter Klasse dienen der Groberschliessung des Baugebiets und
der Erschliessung grösserer Siedlungsgebiete ausserhalb des Baugebiets. Sie stehen
in der Regel dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen (Art. 8 Abs. 2 StrG).
Gemeindestrassen dritter Klasse dienen der übrigen Erschliessung sowie der Land-
und Forstwirtschaft. Sie stehen dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen (Art.
8 Abs. 3 StrG).
Die Einteilung einer Strasse richtet sich nach den tatsächlichen Verhältnissen und der
Zweckbestimmung. Es ist auf die tatsächliche oder geplante Funktion einer Strasse
abzustellen (vgl. Germann, a.a.O., N 1 zu Art. 8 StrG). Gemeindestrassen dritter Klasse
sind die niedrigste Kategorie öffentlicher Strassen. Die dritte Klasse ist eine
Auffangklasse. Alle öffentlichen Strassen, die nicht zwingend einer höheren Klasse
zuzuordnen sind, gehören folglich zu den Gemeindestrassen dritter Klasse (vgl.
Germann, a.a.O., N 16 zu Art. 8 StrG). Der Ausbaustandard von Strassen in dieser
Klasse ist gering (vgl. Kreisschreiben über den Vollzug des Strassengesetzes, in: ABl
1988, S. 2748). Nach Art. 33 StrG sind u.a. der Schutz des Menschen und seiner
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natürlichen Umwelt zu beachten (lit. a), ebenso wie die Verkehrssicherheit (lit. b) und
der sparsame Gebrauch des Bodens (lit. g). Im Sinn einer Interessenabwägung und
unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit haben Dimensionierung
und Ausbaustandard einer strassenmässigen Erschliessung sodann dem Zweck
gerecht zu werden, den sie zu erfüllen hat. Es kann nicht im öffentlichen Interesse
liegen, ein Projekt zu verwirklichen, das auf eine weitergehende Zweckbestimmung
ausgerichtet ist (vgl. VerwGE vom 15. Juni 2000 i.S. P. S.-S.).
b) Bauten und Anlagen dürfen sodann nur auf erschlossenem Land errichtet oder
geändert werden (Art. 22 Abs. 2 lit. b des Raumplanungsgesetzes, SR 700, abgekürzt
RPG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG).
Die Erschliessung setzt eine hinreichende Zu- und Wegfahrt voraus (Art. 19 Abs. 1 RPG
in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG). Nach der Rechtsprechung hat das
Erfordernis der hinreichenden Zufahrt planerische sowie feuer-, gesundheits- und
verkehrspolizeiliche Zwecke. Von dieser Zwecksetzung ausgehend wird eine Zufahrt
dann als hinreichend betrachtet, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie
bautechnisch und verkehrsmässig der bestehenden und der geplanten Ueberbauung
genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und
von den öffentlichen Diensten, namentlich Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und
Schneeräumung, ungehindert benützt werden kann und - wenn sie über fremdes
Eigentum führt - rechtlich gesichert ist (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 513 mit Hinweisen).
c) Unbestritten ist, dass der H-weg nach Durchführung des gesetzlich vorgesehenen
Verfahrens mit der Genehmigung des Gemeindestrassenplans am 4. Oktober 1993
rechtskräftig öffentlich erklärt und als Gemeindestrasse 3. Klasse eingeteilt worden ist.
Der Beschwerdeführer stellt sodann die Feststellung der Vorinstanz nicht in Abrede,
wonach sowohl der H-weg als auch die Zufahrt zur Liegenschaft des
Beschwerdegegners bereits vor Durchführung des Planverfahrens den heutigen
Zustand aufgewiesen haben, dass er somit im Rahmen der tatsächlichen Verhältnisse,
wie sie heute noch herrschen, der Oeffentlichkeit gewidmet worden ist. Das
Verwaltungsgericht kann ihm deshalb nicht folgen, wenn er das Strassenstück, das hier
zur Diskussion steht, als formell rechtswidrig bezeichnet, mit der Begründung, es
müsste eine andere Linienführung auf-weisen (der untere Strassenrand des H-wegs
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müsste direkt auf der Grenze des Grundstücks Nr. 2366 des Beschwerdegegners
verlaufen) und breiter sein (befahrbare Strassenbreite von 3 m). Der Beschwerdeführer
beruft sich in diesem Zusammenhang auf einen Grundbuchplan vom 12. April 1979,
einen Grunddienstbarkeitsvertrag vom 17. August 1970 mit Unterbeleg vom 24. Juni
1970, einen Unterbeleg vom 10. Juni 1970 zu einem Kaufvertrag vom 17. August 1970
und einen Klassierungsbeschluss der Beschwerdebeteiligten vom 23. April 1980. Vorab
ist der Vorinstanz beizupflichten, dass Forderungen des Beschwerdeführers aus Kauf-
und Dienstbarkeitsverträgen bezüglich Linienführung und Strassenbreite des H-wegs
nicht öffentlich-rechtlicher Natur sind und deshalb nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens sein können (vgl. dazu Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 479; vgl. auch BGE 130 III
561). Sodann ist die "Klassierung des H-weges als Güterstrasse" vom 23. April 1980
durch den am 4. Oktober 1993 genehmigten Strassenplan ersetzt worden (vgl. dazu
Art. 121 Abs. 2 StrG und Kreisschreiben über den Vollzug des Strassengesetzes, in:
ABl 1988, S. 2760). Des weiteren wäre es dem Beschwerdeführer möglich und
zumutbar gewesen, den aus seiner Sicht seit Jahren bestehenden rechtswidrigen
Zustand nicht einfach hinzunehmen, sondern seine Interessen hinsichtlich
Linienführung und Breite des H-wegs im Rahmen des Strassenplanverfahrens geltend
zu machen. Als unbehelflich erweist sich schliesslich sein Einwand, der H-weg sei
entsprechend den Vorgaben im Klassierungsbeschluss vom 23. April 1980 und dem
dazugehörigen Plan in den Gemeindestrassenplan aufgenommen worden, zumal er
selber geltend macht, er verlaufe nicht direkt an der Grenze zum Grundstück Nr. 2366.
d) Auch die Rüge des Beschwerdeführers, das strittige Teilstück des H-wegs sei
materiell rechtswidrig, weil sein Grundstück nicht hinreichend erschlossen sei, erweist
sich als unbegründet.
Anlässlich seines Augenscheins hat das Verwaltungsgericht festgestellt, dass im
Gebiet Hasenberg/Sonnenberg zufolge der steilen Hanglage enge Platzverhältnisse
herrschen. Dementsprechend sind die Erschliessungsstrassen und Zufahrten schmal.
Es hat sich denn auch erwiesen, dass die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, dass
insbesondere in bautechnischer und finanzieller Hinsicht unverhältnismässige
Massnahmen erforderlich wären, wollte man für eine "hinreichende Erschliessung" in
diesem Gebiet durchwegs eine minimale Fahrbahnbreite von 3 m voraussetzen. Was
den rund 200 m langen H-weg anbetrifft, hat sich gezeigt, dass er fünf Liegenschaften
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erschliesst, die in der Wohnzone liegen, darunter zwei, die sich auf dem Grundstück
des Beschwerdeführers befinden. Sodann hat sich bestätigt, dass sich die Fahrbahn im
Bereich der Einfahrt zur Liegenschaft des Beschwerdegegners auf einer sehr kurzen
Strecke geringfügig verengt. Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der
Vorinstanz beträgt die Fahrbahnbreite dort - im westlichen Teil der Einmündung zu
dieser Einfahrt - lediglich 2,6 m. Des weiteren hat sich ergeben, dass der H-weg, der
auch an anderen Stellen eine Breite von weniger als 3 m aufweist, im weiteren Verlauf,
bis zum Grundstück des Beschwerdeführers, ausreichend ist.
Der Beschwerdeführer wendet zwar ein, die Vorinstanz habe den Sachverhalt insofern
unrichtig festgestellt, als sie davon ausgehe, die Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes
seien im strittigen Streckenabschnitt in der Lage, den H-weg ungehindert zu befahren.
Zutreffend ist zwar, dass die Sicht- und Platzverhältnisse am H-weg erfordern, dass die
Strassenbenützer gegenseitig Rücksicht nehmen. Dies bedeutet indessen für sich
alleine nicht, dass es an einer hinreichenden Erschliessung fehlt. Nach den
Ausführungen des Vertreters der Beschwerdebeteiligten und des Beschwerdegegners
kann der H-weg von den öffentlichen Diensten - Feuerwehr, Krankenwagen,
Kehrichtabfuhr - denn auch befahren werden, ohne dass dies zu Problemen führt.
Dementsprechend konnte auch der Bauverkehr zum Grundstück des
Beschwerdeführers, der nach eigenen Angaben im Jahr 1995 dort ein zweites
Wohnhaus erstellt hat, über den H-weg abgewickelt werden. Des weiteren weist die
Beschwerdebeteiligte die Behauptung des Beschwerdeführers als unwahr zurück, der
Schneebruch erfolge nur bis zur Einfahrt des Beschwerdegegners, weil die Arbeiten im
weiteren Verlauf der Strasse zu gefährlich seien. Nach den Erläuterungen des Vertreters
der Beschwerdebeteiligten anlässlich des Augenscheins ist die Schneeräumung bis
zum Ende der Strasse bzw. bis zum Grundstück des Beschwerdeführers ohne weiteres
möglich. Er führte indessen aus, weil der Beschwerdeführer die aus Sicherheitsgründen
erforderlichen Markierungspfähle mutwillig entfernt habe, habe er dem Werkmeister
Weisung erteilt, die Strecke nicht mehr zu befahren. Nachdem die Markierungspfähle
wieder angebracht worden seien, könne der Schnee nun wieder geräumt werden.
Sodann besteht kein Anlass, anzunehmen, eine Strassenwischmaschine könne nicht
bis zum Grundstück des Beschwerdeführers vordringen. Die Erschliessung des
Grundstücks Nr. 2365 erweist sich demnach als hinreichend, auch wenn es der
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Heizöllieferant des Beschwerdeführers vorzieht, statt den "üblichen Lieferfahrzeugen"
kleinere Fahrzeuge einzusetzen.
5./ Der Beschwerdeführer beantragt weiter, der Beschwerdegegner sei als Eigentümer
des Grundstücks Nr. 2366 zu verpflichten, innert angemessener, von der
Beschwerdeinstanz festzulegender Frist den von ihm entlang seiner nordöstlichen
Parzellengrenze gepflanzten Lorbeerhag gänzlich zu beseitigen. Entgegen der
Annahme der Vorinstanz verletze auch der verbleibende Teil des Hags Art. 100 Abs. 2
lit. b StrG. Er beeinträchtige den Bestand des H-wegs in diesem Bereich und die
Sicherheit der Benützer.
Nach Art. 11 Abs. 1 StrG hat die politische Gemeinde die Hoheit über die
Gemeindestrassen. Art. 16 Abs. 2 StrG bestimmt, dass die zuständige
Gemeindebehörde die Aufsicht über die Gemeindestrassen hat. Diese ist somit
gehalten, die erforderlichen Massnahmen zu verfügen, wenn Pflanzen den Bestand von
Strassen und die Sicherheit ihrer Benützer verletzen. Die Vorinstanz gelangte zum
Ergebnis, die Verfahrensbeteiligte habe keinen Anlass gehabt, entsprechende
Anordnungen zu treffen.
Anlässlich seines Augenscheins konnte das Verwaltungsgericht feststellen, dass der
Lebhag, soweit er noch vorhanden ist, weder den Bestand des H-wegs noch die
Sicherheit seiner Benützer beeinträchtigt. Er hält den vorgeschriebenen
Strassenabstand ein (Art. 104 lit. c StrG) und steht an einem gerade verlaufenden
übersichtlichen Abschnitt am Ende der Strasse, der nur noch dem Verkehr vom und
zum Grundstück des Beschwerdeführers dient. Die Beschwerde erweist sich deshalb
auch in dieser Hinsicht als unbegründet.
6./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- ist anzurechnen. Der
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unterliegende Beschwerdeführer kann keine ausseramtliche Entschädigung
beanspruchen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Der Beschwerdegegner hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98
Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht.
Folglich ist die Entschädigung ermessensweise festzusetzen. Das Gericht erachtet eine
Entschädigung von Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen, zuzüglich MWSt) für das
Beschwerdeverfahren als angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. c der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75).