# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2d974254-ac7c-433d-9cc6-0727f3497ad4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
arbeitete zuletzt
seit dem
1.
September 2008
bei d
er Stadt
O._
in der Sozialberatung (Fragebogen für Arbeitgebende vom 1
4.
März 2012,
Urk.
8/11)
. Am
2
7.
Februar 2012 (Eingangsdatum)
meldete sie sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis a
uf eine Erschöpfungsdepression/
Burn
-
out sowie Bluthochdruck, Herzzwischenschläge, Herzstechen und Herzklemmen zum
Leistungsbezug an (
Urk.
8/2).
Die IV-Stelle gewährte Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsverhältnisses (Schreiben vom 1
2.
November 2012,
Urk.
8/24; Zielverein
barung Job Coaching vom 1
2.
November 2012,
Urk.
8/27). Nach beruflichen
und medizinischen Abklärungen, insbesondere der Einholung des psychiatri
schen Gutachtens von
Dr.
med.
Y._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 1
6.
Juli 2013 (
Urk.
8/45)
, sowie durchgeführtem Vorbescheidverfah
ren (Vorbescheid vom 2
8.
Februar 2014,
Urk.
8/49;
Einwand vom 1
8.
März 2014,
Urk.
8/52; ergänzende Einwandbegründung vom 1
5.
April 2014,
Urk.
8/56) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2014 einen Leis
tungsanspruch
(
Urk.
2)
.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
1.
Juni 2014 Beschwerde
(
Urk.
1)
und bean
tragte,
es sei die Verfügung vom 1
3.
Mai 2014 aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung (IVG) zu gewähren, insbesondere sei ihr ab dem
7.
November 2012, Abschluss Wartejahr, bis zum 3
0.
April 2014 eine ganze und ab dem
1.
Mai 2014 eine Dreiviertel
s
rente auszurichten. Eventuell sei die Verfügung aufzuhe
ben und die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts, wie in der Beschwerde dargelegt, und Erlass eines neuen Vorbescheides, an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Juli 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-62), was der Beschwerdeführerin am 2
5.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass die vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen nicht invalidisierend seien. Die depressive Episode gelte gemäss Rechtsprechung als überwindbar und habe nicht di
e erforderliche Intensität,
dass sie a
ls invalidisierend gewertet wer
d
en könne. Die Beschwerdeführerin habe dank der guten Begleitung ihre Tätig
keit bereits wieder aufnehmen können.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass die Annahme der Überwindbarkeit der depressiven Episode eine willkürliche Sach
verha
ltsfeststellung darstelle, da sie
sich nicht durch die medizinische Akte
nlage stützen lasse. Sie habe seit
dem
1.
Mai 2014 eine Anstellung im Bereich
KV-Mitarbeiterin bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) erhalten und leiste wöchentlich
ein Pensum von
16.8 Stunden. Eine 20%ige Abweichung der Arbeitsfähigkeit zwischen der ärztlichen Beurteilung und den tatsächlichen Gegebenheiten sei bei psychischen Erkrankungen nicht unge
-
wöhnlich. Da in der neuropsychologischen Untersuchung (
Urk.
8/29)
eine Leistungsfähigkeit von 50
% festgehalten wurde, ergäbe dies bei einem
60%-Pensum eine tatsächliche Arbeitsfähigkeit von 30
%
, womit das heutige 40%-Pensum der gesundheitli
chen Einschränkung angemessen sei, bzw. bereits leicht über der Belastbarkeits
grenze liege. Das Wartejahr beginne am
7.
November 201
1.
Die Arbeitgeberin habe eine Sozialstelle zur Verfügung gestellt, der Lohn
habe
dabei offensichtlich nicht der Leistung
entsprochen
. Der Invaliditätsgrad könne damit ausnahms
weise analog mit der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit bestimmt werden. Somit stehe ihr ab dem
7.
November 2012 bis zum 3
1.
April 2014 eine ganze Rente zu. Ab dem
1.
Mai 2014 werde sie pro Monat
Fr.
2‘846
.--
verdienen. Da sie optimal eingegliedert sei, resultiere gestützt
auf einen Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 60
%
, so dass sie Anspruch auf eine Dreiviertel
s
rente habe. Sie verdiene in der jetzigen Tätigkeit überdurchschnittlich, so dass anzunehmen sei, dass sie in einem
60%-Pensum nicht mehr verdienen würde als heute bei 40
%
. Auch würde sich in einer Verweistätigkeit die attestierte Leistungsmin
derung auswirken. Der Sachverhalt sei vollständig abgeklärt, lediglich die Fest
stellung der Beschwer
-
degegnerin sei willkürlich (
Urk.
1).
I
n der Beschwerdeantwort
hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend
fest (
Urk.
7), dass leichte bis höchstens mittelschwere depressive Störung
en als therapeutisch angehbar gä
lten. Auch sei für das vorliegende Beschwerdebild eine psychophy
sische Erschöpfung aufgrund beruflicher Belastung verantwortlich. Eine solche psychosoziale Belastungssituation spreche ebenfalls gegen eine Leistungspflicht.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134
V
231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in
H.
Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich folgendermassen:
3.1
Med. pract.
Z._
,
Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
1.
März 2012 (
Urk.
8/14) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Die aktuelle depressive Episode bestehe seit November 201
1.
Die Beschwerdeführerin habe
bereits 2004 und 2008 ein Burn-
out erlitten
. Sie sei damals vorü
D._
ehend
ambulant-psychiatrisch sowie mit medikamentös
er
antidepressiver
Therapie mit Cipralex behandelt worden, so dass die Beschwerden abgeklungen und die Behandlungen beendet worden seien. Im November 2011 habe sie unter körperliche
n Symptomen wie Fieber und Abgesch
lagenheit sowie erhöhtem Blutdruck und kardialen Beschwerden, für welche kein körperliches Korrelat gefunden worden sei, gelitten. Zudem seien Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Energiemangel, Tagesmüdigkeit und Gedankenkreisen hinzu gekommen. Die Hausärztin habe eine Erschöpfungsde
pression festgestellt und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Es sei eine antidepressive Therapie mit Cipralex 10
mg begonnen worden. Darunter habe das Gedankenkreisen etwas abgenommen un
d
die Beschwerdeführerin habe sich etwas erleichtert gefühlt. Durch den Arbeitgeber sei ein Case Management in Auftrag gegeben worden. Die Beschwerde
führerin sei ihnen zur ambulant
en
psychiatrischen Therapie zugewiesen worden, die erste Konsultation sei am
5.
März 2012 erfolgt. Aktuell fänden wöchentliche Konsultationen statt. Die medikamentöse Therapie mit Cipralex solle ausgeweitet werden, aktuell würden sie die tägliche Dosis auf 20
mg erhöhen.
Die Beschwerdeführerin sei im Kontakt freundlich, offen, wach und allseits orien
tiert. Es lägen keine mnestischen Störungen vor. Die Aufmerksamkeit und Auffassung seien ungestört, die Konzentration sei eingeschränkt. Im formalen Denken sei sie adäquat und kohärent. Es bestehe Gedankenkreisen. Sie leide nicht an inhaltlichen Denkstörungen, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Im Affekt sei sie vordergründig angepasst-euthym. Es bestehe innere Leere, Freud
losigkeit, Interesselosigkeit und der Antrieb sei deutlich vermindert. Es liege Morgentief, Früherwachen und eine Grübelneigung vor. Sie habe starke innere Anspannung, Unruhe und Nervosität und sei deutlich agitiert. Es bestehe schnelle Ermüdbarkeit, generelle Erschöpfung und Tagesmüdigkeit. Sie leide an Ei
n- und Durchschlafstörungen sowie
reduziertem Appetit. Von Suizidalität habe sie sich glaubhaft distanziert.
In der bisherigen Tätigkeit sei sie dahingehend eingeschränkt, dass die hohe Belastung am Arbeitsplatz zu den genannten Symptomen geführt habe.
Seit dem
7.
November 2011
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Beim Wieder
einstieg in die Arbeit solle auf ein klar begrenztes Pensum, ein weniger belas
tendes Umfeld mit klar definierten Tätigkeiten und Schnittstellen und auf das Einhalten der Ruhezeiten sowie regelmässiger Pausen geachtet werden.
Die
Tätigkeit
en
sollten in Ruhe und ohne Z
eitdruck erledigt werden können
. Ab Juni 2011 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von maximal 30
%
gerechnet werden.
Das Konzentrationsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien mittelgrad eingeschränkt (
Urk.
8/14).
3.2
Dr.
med.
A._
, Praktische Ärztin, notierte
in ihrem von der Beschwerde
gegnerin eingeholten Arztbericht vom
3.
April 2012 (
Urk.
8/15 S. 6 ff.)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11) seit November 201
1.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Hypertonie, ebenfalls seit November 201
1.
Seit dem
7.
November 2012
(richtig: 2011; vgl.
Urk.
8/11 S. 9)
sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig als kaufmännische Angestellte. Sie sei in ihrer Tätigk
eit eingeschränkt aufgrund ihres Konzentrationsvermögens
, der starken Ermüdbarkeit und Unr
uhe. In somatischer Hinsicht sei
sie nicht eingeschränkt. Ab Juni 2012 könne mit einer
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 20 % gerechnet wer
den (
Urk.
8/15).
3.3
Prof.
Dr.
phil
B._
, Neuropsychologin, und
Dr.
med.
C._
, FMH Neu
rologie, hielten in ihrem Bericht vom
6.
Februar 2013 zuhanden med. pract.
Z._
(
Urk.
8/29) fest, die Beschwerdeführerin sei allseits orient
i
ert, eine rechtsschreibende Ambitexterin und im Kontakt freundlich und zurückhaltend. Die Kooperation sei nicht eingeschränkt, sie arbeite sehr leistungsorientiert mit.
Es falle klinisch eine verminderte Konzentrationsspanne auf. Kurze visuelle Prü
fungen der gerichteten und der geteilten Aufmerksamkeit habe sie bezüglich Arbeitstempo und Fehlerkontrolle normgerecht bearbeitet. Eine längerdauernde visuelle Prüfung der Konzentration habe sie mit leicht abnehmendem Arbeits
tempo bearbeitet, bei schnellerem Tempo
seien
zu viele Auslassungsfehler auf
getreten
. Eine auditive Prüfung der geteilten Aufmerksamkeit
habe
die Beschwerdeführerin schon auf einfacher Anforderungsstufe
überfordert
.
Das Altgedächtnis sei erhalten, die visuelle Merkfähigkeit regulär, das verbal-auditive Lernen normgerecht, der Spontanabruf nach einer Stunde sei diskret vermindert, das Wiedererkennen sei gut. Das visuo-räumliche Lernen sei quan
titativ schwächer als das verbale, der Gedächtnisabruf einer korrekt kopierten komplexen geometrischen Figur sei quantitativ regelrecht, jedoch mit unge
nauer räumlicher Erinnerung.
Die höhere visuelle, auditive und taktive Verarbeitung sei erhalten. Ein Würfel
habe
sie
spontan nicht
zeichnen können
, eine Kopie
sei
nur mit Mühe
gelungen
. Die Schrift sei ohne neurologische Besonderheiten.
Das Imitieren von bimanuellen Figuren
sei
ihr ausgesprochen schwer
gefallen
, unimanuelle nicht vertraute Gesten habe sie sofort korrekt nachgemacht. Ver
glichen mit der figuralen Ideenproduktion sei die sprachliche quantitativ d
i
skret vermindert in beiden Modalitäten, es lägen keine Perseverationen oder Regel
brüche vor.
Die verbale Interferenzkontrolle sei schnell und das Konzeptlernen und Konzeptumstellen sei problemlos.
Zusammenfassend zeige die aktuelle Untersuchung Funktionsminderungen in Prüfungen der gerichteten Konzentration und der auditiven geteilten Aufmerk
samkeit (ADS), eine diskrete nicht-sprachliche Lern- und Gedächtnisschwäche und konstruktive-praktische Schwierigkeiten beim Zeichnen und
beim
Imitieren von manuellen Mustern. Zusammen mit den anamnestischen Angabe
n
, insbe
sondere der Nicht-Rechtshändigkeit, den schulischen Schwächen im Kopfrech
nen, Zeichnen und in den sprachlichen Fächern, entsprächen die aktuellen Befunde frühkindlich erworbenen Teilleistungsschwächen.
Aus neuropsychologischer Sich
t
sei die aktuelle Leistungsfähigkeit auf ca. 50
%
zu schätzen für eine Tätigkeit, die in stressarmer Umg
ebung ausgeführt werden könne (
Urk.
8/29).
3.4
Dr.
med.
D._
MBA, leitende Ärztin
E._
,
untersuchte die Beschwerdeführerin im Auftrag der Pensionskasse
der Stadt Winterthur
. In ihrem Bericht vom 2
5.
Februar 20
13 (
Urk.
8/30) diagnosti
zierte sie eine depressive Störung mit gegenwärtig mittelschwerer Ausprägung (ICD-10 F32.1) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit ängstlich-vermei
denden Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1). Die mittelschwere depressive Epi
sode chronifiziere sich langsam. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit März 2012 in regelmässiger ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Beha
ndlung mit 14-tägigen Einzelsi
tzungen und nehme zuverlässig ihre antide
pressive Pharmakotherapie. Trotz dieses Behandlungssettings hätten die Symp
tome nur leicht vermindert werden können
,
es fände sich heute ein chronifi
ziertes Bild der oben erwähnten Störungen. Die mittelschwere Depression führe zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ängstliche und vermeidende Per
sönlichkeitsanteile wirkten sich zum einen erkrankungsbegünstigend in Bezug auf Depressionen aus und würden zum anderen die Behandlung und in diesem Fall auch die berufliche Wiedereingliederung erschweren. Seit dem
7.
November 2011 sei sie durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig beurteilt und krankgeschrie
ben worden. Auch heute sei sie nicht fähig, einem Arbeitstraining nachzugehen, welches ein Pensum von 40 bis 50
%
übersteige. Die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe weiterhin. Sie sei sehr kooperativ in Bezug auf Absprachen mit ihrer Case Managerin und die ambulante Behandlerin. Die Beschwerdeführerin wünsche, die eigene Arbeitsfähigkeit wieder zu steigern. In der Behandlungs- und Arbeitstrainingsplanung sei immer wieder die tatsächliche und zumutbare Belastbarkeit zu überprüfen. Insbesondere dürfe sich bei einer zu raschen Stei
gerung des Arbeitspensums keine Überforderung und somit die Gefahr einer Zunahme der depressiven Symptomatik ergeben. Vorsichtig prognostisch
sei zum jetzigen Zeitpunkt
nicht davon auszugehen, dass sie mittel- oder langfris
tig eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 60
%
erreichen werde (
Urk.
8/30 S. 7 f.).
3.5
Dr.
Y._
diagnostizierte
in seinem zuhanden der Beschwerdegegnerin erstell
ten psychiatrischen Gutachten vom 1
6.
Juli 2013 (
Urk.
8/45 S. 7) eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.01/11) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notierte er eine Akzentuierung der ängstlichen Persönlichkeitszüge (
ICD
-10 Z73.1).
D
ie Beschwerdeführer
in sei pünktlich zum vereinbarten
Termin gekommen und habe das Untersuchungszimmer mit unauffälligem Gang betreten. Sie
habe
ordentlich gepflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert
gewirkt
. Während des Gespräches habe sie sehr präzise Angaben in Bezug auf ihre Lebensge
schichte ge
macht
und habe ihre Krankheitsentwicklung fliessend und genau geschildert, was auf ganz unauffällige mnestische Funktionen hindeute. Im formalen Denken sei sie geordnet, wenngleich vermehrt eingeengt auf die eige
nen Ängste und Befürchtungen. Inhaltlich ergäben sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Im Affekt sei sie initial stark verängstigt und verunsichert gewesen, im Verlauf der Exploration sei sie jedoch zunehmend zuversichtlicher geworden. Insgesamt präsentiere sie sich deprimiert und affektlabil, die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert, affektiv sei sie modulierbar, ein affektiver Rapport sei gut herstellbar. Im Antrieb sei sie leicht vermindert, motorisch wenig lebhaft. Es ergäben sich keine Hinweise au
f Selbst- oder Fremdgefährdung (
Urk.
8/45 S. 7).
Die erhobene Sorgfaltsleistung, die Konzentrationsleistung und das Bearbei
-
tungs
tempo seien dur
ch
schnittlich.
Die Testausführung des Aufmer
k
samkeits-Belastungs-Tests sei
qualitativ und quantitativ durchschnittlich.
In der Panik- und Agoraphobie-Skala (PAS) habe sie einen Gesamtscore von 13.6 Punkten erzielt, was auf einen mittleren Grad der Beeinträchtigung durch die Angst
-
störung hinweise. In sämtlichen Unterskalen habe sie einen erhöhten Wert. Insbesondere würden sie die agoraphobische Vermeidung, antizipatori
sche Angst und Behinderung bzw. Einschränkung belasten (
Urk.
8/45 S. 7).
Anlässlich seiner Untersuchung vom
4.
Juli 2013 habe sie Symptome einer leich
ten bis mittelschweren depressiven Episode gezeigt, was die Remissionsten
denz ihrer depressiven Störung bestätige. Nach der dritten depressiven Episode mit zwei Remissionsphasen könne in diagnostischer Hinsicht von einer rezidi
vierenden depressiven Störung ausgegangen werden. Eine rezidivierende depressive Störung schränke die psychische Belastbarkeit der Betroffenen
auf
grund der anhaltend reduzierten psychischen Belastbarkeit bzw. anhaltend reduzierten „energetischen Reserven“ mit konsequentem vermehrtem Erho
lungsbedarf nachhaltig ein. Auch die berufliche Eingliederung sollte während der Rückbildung der depressiven Symptome sowie während der Remissions
phase vorsichtig und stufenweise vorgenommen werden, weshalb eine vorsich
tige und stufenweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit Juni 2012 als fachgerecht zu betrachten sei. Die etablierten therapeutischen Massnahmen seit März 2012 hätten bereits zur Teilrückbildung der depressiven Symptomatik geführt und seien weiterhin als erfolgsversprechend zu betrach
ten. Damit sei mit einer weiteren Verbesserung des psychischen Zustandes und
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu rechnen und ab dem
1.
November 2013 könne von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Bei depressiv bedingter anhaltend reduzierter psychischer Belastbarkeit mit konsequenter schnellerer Ermüdung bzw. vermehrtem Erholungsbedarf sei eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht mehr zu erwarten. Unter den etablierten therapeutischen Massnahmen könne aber von einer Erhaltung der 60%igen Arbeitsfähigkeit ab dem
1.
November 2013 ausgegangen werden (
Urk.
8/45 S.
8 f.
).
Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin, geltend für jegliche Tätigkeiten dem Bildungsniveau entsprechend, sei folgendermassen festzuhalten:
100
%
ab November 2011 bis Ende Mai 2012
80
%
ab Juni bis Ende August 2012
70
%
ab September 2012 bis Ende April 2013
60
%
ab
1.
Mai bis Ende Oktober 2013
40
%
ab
1.
November 2013 bis auf weiteres
Die Beschwerdeführerin habe die Bürotätigkeit wieder aufgenommen
womit
kein Bedarf nach adaptierten Tätigkeiten
bestehe
. Unter konsequenter Weiter
führung der etablierten therapeutischen Massnahmen sei ab dem
1.
November 2013 von der Herstellung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine weitere Verbesserung sei bei bereits aufgetretenen rezidivierenden depressiven Störungen nicht mehr zu erwarten
(
Urk.
8/45 S. 9).
4.
4.1
Das psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
Y._
vom
1
6.
Juli 2013
beruht auf
den
fachärztlichen Untersuchungen durch
Dr.
Y._
und wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten (
Urk.
8/45 S. 2 ff.)
abgegeben. Es würdig
t die vorhandenen Arztberichte
(
Urk.
8/45 S. 9 f.
). Es berücksichtigt die von der Beschwerdeführe
rin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinande
r. Insoweit erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemäss erforderlichen Krite
rien (E. 2.4).
Die Beweiskräftigkeit des Gutachtens blieb auch seitens der Par
teien unbestritten (
Urk.
1 S. 4;
Urk.
7)
.
Nach der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztper
son im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begut
achtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der sub
jektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu
stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträch
tigungen kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungs
kompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leis
tungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsbera
tung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der in einem medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzu
weichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.2
Das Bundesgericht hat wiederholt erkannt, dass leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (
mit Hinweisen:
Urteil des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 2
3.
März 2015 E. 3.2).
Damit eine mittelschwere depressive
„Störung“
ausnahmsweise als invalidisierend bewertet wird, muss
eine konsequente
Depressionstherapie befolgt werden
, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 und 9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1).
Dr.
Y._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (E. 3.5)
, welche
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
grundsätzlich therapierbar
ist
und somit zu keiner invalidenversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung führt
.
In Bezug auf die Beh
andlung ist des Weiteren auszuf
ühren, dass d
ie Beschwerde
führerin ab dem
5.
März 2012 zu Beginn wöchentlich ambulante Konsultationen bei med. pract.
Z._
hatte
, welche sie auch medikamentös behandelte (
Urk.
8/14 S. 2). Später fanden - nebst der medikamentösen Therapie - lediglich noch Einzelsitzungen alle 14 Tage statt (
Urk.
8/30 S. 7). Eine statio
näre oder teilstationäre Behandlung erfolgte nicht (vgl.
Urk.
8/14 S. 1;
Urk.
8/15 S. 6). Ob dies als konsequente Depressionstherapie zu werten ist, welche das Leiden als resistent ausweist, ist zumindest fraglich.
Hinzu kommt,
dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben
anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
Y._
bereits ca. 2004
eine erste Krise erlitten habe. Es sei für sie am Arbeitsplatz alles zu anstrengend gewesen, sie habe nur noch geweint und gezittert und einen kompletten Kontrollverlust erlebt. Sie habe die Arbeitsstelle dann gekündigt und sich in psychiatrische Behandlung begeben, wo ihr auch Cipralex verschrieben worden sei. Bis Juni 2004 sei sie arbeitsunfähig gewesen, danach habe sich ihr Zustand gebessert
und sie sei in die Ferien
gefahren
.
I
m Anschluss
habe sie sich
fit gefühlt
für die Stellensuche, habe sich aber die Bänder und Sehnen am linken Fussgelenk gerissen und sei unfallbedingt bis Herbst 2004 krank geschrieben worden. Am
1.
Februar 2006 habe sie die Arbeit beim Sozialamt
F._
aufgenommen und ab Herbst 2006 habe sie dann je eine Stelle à 50
%
aufgenommen und sei dann ganz zum Sozialamt gewechselt. Im Dezember 2007 sei die nächste Krise aufgetreten - sie habe bei der Arbeit Herzrasen gespürt und das Gefühl bekommen, „sie packe es nicht mehr“ und sei in einem ihr bekannten Zustand nach Hause gefahren. Sie habe sich dann erneut bei der Hausärztin und der Psychiaterin i
n Behandlung begeben und
Cipralex eingenommen. Sie habe die Stelle gekündigt, weil sie nicht mehr beim Sozialamt habe arbeiten wollen
,
und sei von Januar bis Juni 2008 arbeitsunfähig gewesen, habe sich in dieser Zeit aber wieder völlig erholt und habe am
1.
September 2008 die Stelle beim Sozialamt Winterthur angetreten (
Urk.
8/45 S. 5 f.).
Dr.
Y._
führte diesbe
züglich aus, dass die Beschwerdeführerin erstmals im Januar 2004 unter einer Erschöpfungsdepression gelitten habe, welche sich unter psychiatrisch-psycho
therapeutischer Behandlung zurückgebildet habe. Im Rahmen einer Störung der Stressmodulationsfähigkeit sei es im Dezember 2007 zum Ausbruch der zweiten depressiven Episode gekommen, die bis Juni 2008 zur vollen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Bis November 2011 könne von einer erneuten Remissionsphase ausgegangen werden (
Urk.
8/45 S. 8). Soweit
Dr.
Y._
ausführt, dass auf
grund der depressiv bedingt anhaltend reduzierte
n psychischen Belastbarkeit
mit konsequenter schnellerer Ermüdung bzw. vermehrtem Erholungsbedarf eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin über ein 60%-Pensum hinaus nicht zu
erwarten sei
(
Urk.
8/45 S. 8)
,
ist
dies doch in Zweifel zu ziehen
,
da die ersten zwei depressiven Episoden
jeweils
vollständig remittierten.
Ob überhaupt eine invalidenversicherungsrechtlich
relevante Einschränkung besteht
bzw. ob eine genügende Behandlung erfolgt, ist
demnach
zumindest fraglich, kann aber - wie folgend gezeigt wird - offen gelassen werden.
4.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2).
Es
bestehen erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass das
aktuelle Leiden der Beschwerdeführerin
zu einem grossen Teil durch äussere Umstände
, insbeson
dere die Bedingungen am Arbeitsplatz,
bedingt und zu einem grossen Teil
auch
dadurch erklärbar ist
.
So wurde bezüglich der Arbeitssituation im Assessment
gespräch vom 1
4.
Februar 2012 (
Urk.
8/8 S. 4) festgehalten, dass sich die Zusammenarbeit mit einer der Sozialarbeiterinnen auf der persönlichen Ebene sehr mühsam gestalte und es immer wieder zu Konflikten komme. Es sei ärger
lich und für das Sekretariat belastend, dass mit der Leiterin und den Sozialar
beitenden abgesprochene Vereinbarungen über Verfahrens- und Vorgehensfra
gen nicht eingehalten würden und die Zusammenarbeit an den Schnittstellen nicht zuverlässig sei. Die Beschwerdeführerin erläuterte, dass sie, wenn sie sich diesbezüglich an ihr
e Vorgesetzte gewandt habe,
zu mehr Nachsicht und Ver
ständnis für die Individualität von Arbeitsstilen angehalten worden sei. Die Frist zur Erledigung von ihr zugeteilten
Aufgaben
werde oft zu knapp bemessen, was den ohnehin bereits grossen Zeitdruck noch erhöhe und die quantitative Über
lastungssituation verschärfe. Auch ihre Kolleginnen seien unzufrieden, würden sich aber nicht für eine Veränderung zugunsten von mehr Qualität bei
stetiger Fallzunahme
einsetzen. Die Beschwerdeführerin habe sich zunehmend in eine
isolierte Rolle gedrängt und in ihren Anliegen nicht ernst genommen gefühlt. Auch sei sie mit dem Ergebnis des im Januar 2012 erfolgten Qualifikationsge
spräches nicht zufrieden gewesen und die darin festgehaltene Sicht ihrer Vor
gesetzten habe sie gekränkt und sei ihr nicht gerecht geworden (
Urk.
8/8 S. 4).
Dementsprechend
empfahl
auch
med. pract.
Z._
in ihrem Arztbericht vom 2
1.
März 2012
(
Urk.
8/14)
, dass beim Wiedereinstieg in die Arbeit beim Sozial
amt der Stadt Winterthur - welche die Beschwerdeführerin vor ihrer vollständi
gen Krankschreibung ab dem
7.
November 2011 seit dem
1.
Oktober 2011 voll
sch
ichtig ausgeübt hatte (zuvor 90
%,
Urk.
8/11) - auf ein klar begrenztes Pen
sum sowie ein weniger belastendes Umfeld mit klar definierten Tätigkeiten und Schnittstellen zu achten sei.
Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die psychosozialen Faktoren bzw. die belastende Situation am Arbeitsplatz, das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin erheblich
mitbestimmen.
4.4
Im Weiteren ist in Betracht zu ziehen, dass die
durch
Dr.
Y._
als auch durch
Dr.
D._
erhobenen Befunde
nur mässig ausg
eprägt
sind
(
Urk.
8/30 S. 5 f.;
Urk.
8/45 S. 7).
Daneben pflegt d
ie Beschwerdeführerin zahlreiche gute soziale Kontakte, so hat sie insbesondere eine langjährige, stabile und harmonische Beziehung, guten und regelmässigen Kontakt zu ihrem älteren Bruder und pflegt zusammen mit ihrem Partner eine enge Freundschaft mit einer italieni
schen Familie (
Urk.
8/30 S. 3 f.).
Auch ihr Alltag
und ihre Freizeitgestaltung
sprechen
für erhebliche Ressourcen. Sie arbeite zu 40
%
an zwei Tagen. Wenn sie nicht arbeite, schlafe sie bis 11.00 oder 12.00 Uhr. Dann besuche sie nachmittags ihre Eltern, welche sie zu Fuss erreichen könne oder führe Gespräche bei der Psychiaterin. Nachmittags und abends schaue sie ab und zu fern, höre gerne Musik, koche oder wasche (
Urk.
8/45 S. 6). Sie campiere zusammen mit ihrem Partner bevorzugt im Appenzeller Land mit dem eigenen Wohnwagen. Auch beschäftige sie sich mit Handarbeiten (
Urk.
8/30 S. 4).
4.5
Zusammenfassend bleibt unklar, ob überhaupt eine
invalidenversicherungs
-
recht
lich relevante Einschränkung besteht, bzw. ob eine genügende Behandlung erfolgt
bzw. erfolgte
(E. 4.2)
.
D
ie belastende Situation am Arbeitsplatz
bestimmt
das Beschwerdebild
als psychosozialer Faktor
erheb
lich mit (E. 4.3). Zusammen mit den nur
mässig ausgeprägten Befunde
n sowie den
guten Ressourcen
(E. 4.4) ist der Beschwerdeführerin
bei objektiver Beur
teilung die volle Verwertung der Ar
beitsfähigkeit sozial-praktisch
mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit zumutbar, womit die rezidivierende depressive Stö
rung als nicht invalidisierend zu qualifizieren ist (vgl. E. 2.3).
4.6
Die Beschwerdeführerin hält dafür, dass die in der neuropsychologischen Untersu
chung festgehaltene eingeschränkte Leistungsfähigkeit zu berücksichti
gen sei.
Dr.
C._
und Prof.
Dr.
phil.
B._
notierten diesbezüglich, dass die aktuellen Befunde frühkindlich erworbenen Teilleistungsschwächen entsprächen (
Urk.
8/29 S. 2).
Die attestierte Leistungseinschränkung ist
demnach
nicht nach
vollziehbar, da die Beschwerdeführerin jahrelang - trotz der
attestierten
früh
kindlich erworbenen Teilleistungsschwächen - in vollem Pensum und ohne Leistungsminderung im ersten Arbeitsmarkt
arbeitete
(vgl.
Urk.
8/30 S. 3;
Urk.
8/45 S. 3 f.;
Urk.
8/35). Eine Begründung, warum sich die frühkindlich erworbenen Teilleistungsschwächen
neuerdings
auf die Leistungsfähigkeit aus
wirken sollen
,
fehlt gänzlich. Entsprechend ist nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin eingeschränkt leistungsfähig ist, womit von einer vollen Leistungsfähigkeit
in einem vollen Pensum
auszu
gehen ist.
4.7
Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.