# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** af53b3bc-6706-5062-b10e-9fbf1fa4ce26
**Court:** ZH_BRK
**Chamber:** ZH_BRK_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A.
Mit Beschluss vom 9. Januar 2017 befahl das Amt für Baubewilligungen
K. U. die Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs für das Aufstellen
einer Wärmepumpe im Aussenbereich auf dem Grundstück Kat.-Nr. [....]
140 in Zürich-Höngg.
B.
Hiergegen erhob K. U. mit Eingabe vom 10. Februar 2017 Rekurs mit den
folgenden Anträgen:
"1. Der Bauentscheid 32/17 vom 9. Januar 2017 sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die auf dem Grundstück Kat.-Nr. [....] im Aussenbereich installierte Wärmepumpe nicht der  unterliegt.
2. Unter gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen."
C.
Vom Rekurseingang wurde mit Präsidialverfügung vom 14. Februar 2017
Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
Die Vorinstanz reichte am 15. März 2017 ihre Rekursantwort ein und
schloss darin auf Abweisung des Rekurses.
D.
Auf die Parteivorbringen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich,
in den nachstehenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Es kommt in Betracht:
1.
Der Rekurrent ist als Verfügungsadressat zur Rekurserhebung legitimiert
(§ 338a des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). Da auch die weiteren
Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf seinen Rekurs einzutreten.
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2.
In der Eingangsverfügung wurde fälschlicherweise die Bausektion der Stadt
Zürich anstelle des Amtes für Baubewilligung als Rekursgegnerin aufge-
nommen. Das Rubrum ist entsprechend zu korrigieren.
3.1.
Dem Rekurrenten wurde im Jahre 1982 die Baubewilligung für das Aufstel-
len von zwei Wärmepumpen im Aussenbereich erteilt. Im Jahre 2009 (ge-
mäss dem Rekurrenten im Jahre 2008) wurden diese durch eine einzige
Pumpe ersetzt. Infolge technischer Störungen wurde die Anlage im Jahre
2016 ausgewechselt. Die Vorinstanz stellt sich im angefochtenen Be-
schluss auf den Standpunkt, die Anlage sei wegen der davon ausgehenden
Immissionen bewilligungspflichtig. Dabei sei unmassgeblich, dass sie sich
an die in § 1 lit. a der Bauverfahrensverordnung (BVV) genannten maxima-
len Aussenmasse halte.
3.2.
Der Rekurrent macht geltend, die Wärmepumpe sei Teil der Heizungs- und
Warmwasseraufbereitungsanlage. Diese sei anfangs der 1980er-Jahre in-
stalliert worden und habe als Pionieranlage gegolten. Anlässlich der Instal-
lation der ersten Wärmepumpen sei deren Standort gründlich geprüft wor-
den. Als er im Jahre 2008 eine neue Wärmepumpe eingebaut habe, habe
er die Dienste der Energieberatung des EWZ in Anspruch genommen. Im
Jahre 2016 habe sich ein Ersatz der Anlage wegen technischer Probleme
aufgedrängt. Insbesondere hätten die beiden Kompressoren ersetzt werden
müssen. Typ, Aussenmasse, Aussehen und Standort seien gleich geblie-
ben. Die Lärmimmissionen lägen nun dank den zwei neuen Kompressoren
um zwei Dezibel tiefer als zuvor. Das nächst gelegene Haus sei 55 m von
der Bauparzelle entfernt. Die Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsan-
lage sei bereits im Jahre 1980 bewilligt worden. Gestützt auf diese Bewilli-
gung sei es erlaubt, Instandhaltungs- oder Instandstellungsarbeiten sowie
Renovationen an der Anlage vorzunehmen. Rechtmässig erstellte Bauten
und Anlagen unterstünden nämlich der Bestandesgarantie. Die vorgenom-
menen Arbeiten seien bestandeserhaltende Massnahmen gewesen. Es
habe sich um die Modernisierung eines technischen Teils der Heizungs-
und Warmwasseraufbereitungsanlage gehandelt. Die vorgenommenen Ar-
beiten verhinderten die vorzeitige Unbenutzbarkeit der Heizungs- und
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Warmwasseraufbereitungsanlage. Es sei auch einzig ein kleiner Teil der
Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlage ersetzt worden. Die Wär-
mepumpe sei bezüglich Abmessung, Material, Gestaltung und Nutzung mit
der vorhergehenden Pumpe praktisch identisch. Weil sie leiser sei als die
alte sei die Gefahr, dass sich jemand durch sie belästigt fühle, kleiner als
zuvor. Die im Jahre 2016 aufgestellte Wärmepumpe bedürfte daher keiner
neuerlichen Baubewilligung. Für neue Wärmepumpen genüge sodann die
sogenannte technische Bewilligung. Auch unterlägen Kleinstbauten, wie es
die Wärmepumpe sei, keiner Baubewilligungspflicht (§ 1 lit. a BVV). Da die
Abmessungen, die Materialien und die Farbe dieselben seien wie bei der
zuvor installierten Wärmepumpe, sei auch die Identität der Anlage gewahrt
worden. Würde die Wärmepumpe einer Bewilligungspflicht unterzogen,
könnte sich ein Streit hinsichtlich eines allfällig einzuhaltenden Grenzab-
stands entzünden. Dies obschon die Pumpe an dem im Jahre 1982 bewil-
ligten Standort aufgestellt worden sei. Eine allfällige Bauverweigerung
könnte die gesamte Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlage in
Frage stellen.
4.
Das Baugrundstück befindet sich in der Wohnzone W2 und ist der Empfind-
lichkeitsstufe II zugeschieden. Östlich und westlich davon befinden sich
ebenfalls überbaute Grundstücke, welche der gleichen Wohnzone angehö-
ren. Im Norden stösst das Grundstück an die Freihaltezone an. Im Süden
ist es durch die Strasse Im oberen Boden begrenzt. Die neu aufgestellte
Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist 1,779 m lang, 1,258 m breit und 2,127 m
hoch. Die Anlage wurde im nördlichen Baugrundstücksbereich aufgestellt.
§ 1 lit. a BVV zufolge unterliegen Bauten und Anlagen, deren Gesamthöhe
nicht mehr als 2,5 m beträgt und die eine Bodenfläche von höchstens 6 m2
überlagern, in der hier massgeblichen Bauzone keiner Baubewilligungs-
pflicht. Von ihrer Ausdehnung her bedürfte daher die Wärmepumpe tat-
sächlich keiner Baubewilligung. Die streitbetroffene Anlage, welche der
Warmwasserversorgung und der Beheizung des rekurrentischen Wohn-
hauses dient, verursacht jedoch Immissionen und gilt daher als ortsfeste
Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) und
Art. 2 Abs. 1 der Lärmschutzverordnung (LSV). Sie hat sich daher an die
bundesrechtlichen Bestimmungen über den Lärmschutz zu halten. Art. 25
Abs. 1 USG zufolge darf eine solche ortsfeste Anlage zum einen nur erstellt
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werden, wenn die durch den Betrieb entstehenden Lärmemissionen die
Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten und zum anderen die
von Art. 11 Abs. 2 USG als Konkretisierung des Vorsorgeprinzips vorge-
schriebene vorsorgliche Emissionsbegrenzung beachtet werden (so auch
Art. 7 Abs. 1 LSV). Demnach sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so
weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirt-
schaftlich tragbar ist (Alain Griffel, Umweltrecht in a nutshell, St. Gallen
2015, S. 26). Massnahmen zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung sind
daher in der Regel angezeigt und vom Bauherrn in Ergänzung zur Einhal-
tung der Planungswerte vorzunehmen, soweit von ihnen mit relativ gerin-
gem Aufwand eine erhebliche zusätzliche Reduktion der Emissionen zu
erwarten ist (BGE 124 II 517 E. 5a, www.bger.ch). Besteht Grund zur An-
nahme, dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte überschritten wer-
den bzw. ist deren Überschreitung zu erwarten, ermittelt die Vollzugsbe-
hörde die Aussenlärmimmissionen oder ordnet sie deren Ermittlung an
(Art. 36 Abs. 1 LSV).
Die Vorbringen des Rekurrenten, wonach keine derartige Überschreitung
zu erwarten sei, sind nicht plausibel. Das nächst gelegene Wohnhaus liegt
etwas mehr als 20 m von der Wärmepumpe entfernt. Der Schallleistungs-
pegel der Anlage beläuft sich auf 67 dB(A). Es ist daher nicht auszuschlies-
sen, dass unter Beachtung der Abstandsdämpfung sowie der Pegelkorrek-
turen gemäss Ziff. 33 Anhang 6 LSV der für die Nachtphase geltende Pla-
nungswert von 45 dB(A) überschritten wird (vgl. hierzu etwa das "Berech-
nungswerkzeug Wärmepumpe" auf www.tba.zh.ch/internet/baudirektion/
tba/de/laerm/laermvorsorge/neuanlagen/berechnungswerkzeuge_waermep
umpen). Auch ist eine Reklamation eines Nachbars wegen übermässigen
Lärmimmissionen aktenkundig. Die Vorinstanz hat daher zu Recht das Ein-
reichen eines Baugesuchs verlangt. Daran ändert auch die vom Rekurren-
ten angerufene bundesverfassungsrechtliche Besitzstandsgarantie selbst
dann nichts, wenn die Wärmepumpe als Teil der Heizungs- und Warmwas-
seraufbereitungsanlage verstanden würde. Zwar dürfen gemäss diesem
Grundrecht bestehende Bauten und Anlagen auch unterhalten werden,
wozu auch der Austausch schadhafter Bauteile gehört. Jedoch ist jeweils
vorausgesetzt, dass es sich hierbei um Bauteile untergeordneter Art han-
delt (vgl. Konrad Willi, Die Besitzstandsgarantie für vorschriftswidrige Bau-
ten und Anlagen innerhalb der Bauzonen, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 44).
Dies trifft vorliegend klarerweise nicht zu.
http://www.tba.zh.ch/internet/baudirektion/%20tba/de/laerm/laermvorsorge/neuanlagen/berechnungswerkzeuge_waermepumpen http://www.tba.zh.ch/internet/baudirektion/%20tba/de/laerm/laermvorsorge/neuanlagen/berechnungswerkzeuge_waermepumpen http://www.tba.zh.ch/internet/baudirektion/%20tba/de/laerm/laermvorsorge/neuanlagen/berechnungswerkzeuge_waermepumpen
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