# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b80b8dbc-d4b6-44d2-86b0-808d780e9870
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die X._ GmbH wurde im Jahr 2009 gegründet und hatte ihren Sitz in den Jahren 2013
und 2014 in B._. Sie bezweckt im Wesentlichen die Erbringung von Dienstleistungen
im Bauhaupt- und Baunebengewerbe und den damit verwandten Branchen sowie den
Handel (Import/Export) mit Waren und Produkten im In- und Ausland. Einzige
Gesellschafterin ist die in W._ ansässige S._ AG. Als Geschäftsführer mit
Einzelunterschrift amtet seit der Gründung Z._ (vgl. www.zefix.ch).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.
In den Jahresrechnungen 2013 und 2014 wies die X._ GmbH einen Gewinn von
CHF 5'652 (2013) bzw. CHF 14'480 (2014) aus. Der deklarierte steuerbare Reingewinn
betrug nach Vornahme der Verlustverrechnung CHF 0 (2013) bzw. CHF 2'966 (2014),
das steuerbare Eigenkapital CHF 8'486 (2013) bzw. CHF 22'967 (2014). Das Kantonale
Steueramt hegte nach Einforderung weiterer Unterlagen Zweifel an der Vollständigkeit
und Richtigkeit der Jahresrechnungen und nahm beim Gewinn diverse Aufrechnungen
in der Höhe von CHF 196'364 (2013) bzw. CHF 417'205 (2014) vor. Es veranlagte die
X._ GmbH aufgrund der Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember 2013 und 2014 mit
steuerbaren Gewinnen von CHF 160'500 (2013) bzw. CHF 357'000 (2014), jeweils ohne
steuerbares Kapital. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies das Kantonale
Steueramt mit Entscheiden vom 10. März 2020 ab. Dagegen erhob die X._ GmbH
Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission, welche die
Rechtsmittel mit Entscheid vom 14. Dezember 2020 teilweise guthiess, indem sie die
Aufrechnungen auf CHF 145'861 (2013) bzw. CHF 170'189 (2014) reduzierte und die

## Considerations

Sache zur neuen Veranlagung im Sinn der Erwägungen an das Kantonale Steueramt
zurückwies.
C.
Die X._ GmbH (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 14. Dezember 2020 mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 14. Januar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien der angefochtene Entscheid
aufzuheben und die steuerbaren Gewinne auf CHF 5'652 (2013) bzw. 14'480 (2014)
festzusetzen; eventualiter seien Aufrechnungen nach pflichtgemässem Ermessen von
maximal CHF 45'225 (2013) bzw. CHF 54'339.12 (2014) vorzunehmen und die Kosten
des vorinstanzlichen Verfahrens neu zu verlegen; subeventualiter sei die Angelegenheit
zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz beantragte mit
Vernehmlassung vom 27. Januar 2021 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur
Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Das Kantonale
Steueramt (Beschwerdegegner) liess sich am 12. Februar 2021 vernehmen; die
Eidgenössische Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend
auf eine Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 4. März 2021 verzichtete die
Beschwerdeführerin auf eine weitere Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,
in den Erwägungen eingegangen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Verfahrensvereinigung
Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
aufgrund der Rechnungsabschlüsse vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz die
Rekurse betreffend die Kantonssteuern 2013 und 2014 einerseits und die Beschwerden
betreffend die direkte Bundessteuer 2013 und 2014 anderseits zu Recht im gleichen
Urteil, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch die
Beschwerdeführerin die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben
(BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom
10. Oktober 2014 E. 1.2). Die Verfahren werden deshalb vereinigt.
2. Eintreten
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung
der Rechtsmittel berechtigt. Die Eingabe vom 14. Januar 2021 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG in
Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP; Art. 145 in Verbindung mit
Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.
3. Verletzung des rechtlichen Gehörs
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
abgekürzt BV) gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus diesem
Anspruch leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der
Behörden und Gerichte ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. statt
vieler BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270 E. 3.1; BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I
102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz,
dass die Vorbringen des von der Verfügung oder vom Entscheid in seiner
Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich gehört, sorgfältig und ernsthaft geprüft
und in der Entscheidfindung berücksichtigt werden (vgl. G. Steinmann, in: St. Galler
Kommentar, Die Schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, N 27 zu Art. 29 BV).
Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht, eine Verfügung oder einen Entscheid zu
begründen (BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 102). Der von einer Verfügung oder von
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
einem Entscheid Betroffene soll wissen, warum entgegen seinem Antrag entschieden
wurde; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene die
Verfügung oder den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133
III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 1038). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der
Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite der Verfügung oder
des Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde oder das Gericht leiten
liess und auf welche sie ihre Verfügung oder ihren Entscheid stützt. Allerdings bedeutet
dies nicht, dass die Begründung sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann er
sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1071).
Die Beschwerdeführerin rügt Verletzungen des rechtlichen Gehörs durch die
Vorinstanz. Die Vorinstanz sei auf ihre Vorbringen und Beweismittel im Zusammenhang
mit den Aufrechnungen der P._ GmbH nicht eingegangen. Sie habe Unterlagen zu
einem Gerichtsverfahren gegen diese Gesellschaft sowie Rechnungen an die Q._ AG
zum Bauprojekt "Y._" eingereicht. Darauf sei die Vorinstanz nicht eingegangen,
obschon diese Beweismittel geeignet gewesen seien aufzuzeigen, dass sie mit der
P._ GmbH in einer Geschäftsbeziehung gestanden habe. Sodann habe die Vorinstanz
die eingereichte Erfolgsrechnung 2014 der C._ GmbH, aus welcher hervorgehe, dass
die Zahlungen der Beschwerdeführerin als Erträge verbucht worden seien, nicht
gewürdigt.
3.2.
Die Vorinstanz hat unter Berücksichtigung der Akten nachvollziehbar dargelegt,
weshalb sie den umstrittenen Aufwänden der P._ GmbH den Nachweis der
geschäftsmässigen Begründetheit versagte. Zur Baustelle "Y._" hat sie festgehalten,
dass in den Akten keine konkreten Aufträge der Q._ AG dazu zu finden seien, was
zutrifft. Bei der erwähnten Rechnung der Beschwerdeführerin handelt es sich nicht um
einen Montageauftrag. Die Vorinstanz hat sodann in ihrer Begründung nicht in Abrede
gestellt, dass die Beschwerdeführerin zur P._ GmbH in einer gewissen
Geschäftsbeziehung gestanden habe. Was die Beschwerdeführerin aus den Unterlagen
eines Gerichtsverfahrens gegen die P._ GmbH für die vorliegend zu klärende Frage
ableiten wollte, ist nicht ersichtlich. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt damit
nicht vor.
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4. Anwendbares Recht
Da die Beschwerde hinsichtlich der Aufrechnungen der C._ GmbH grösstenteils
gutgeheissen wird (vgl. nachfolgend unter E. 7.1.5), kann die Frage, ob die Vorinstanz
in Bezug auf die im Rechtsmittelverfahren eingereichte Erfolgsrechnung 2014 das
rechtliche Gehör verletzt hat, offengelassen werden. Da die Erfolgsrechnung mangels
Einreichung einer Steuererklärung von der Veranlagungsbehörde nicht geprüft wurde
und damit nicht Grundlage einer Besteuerung bildete, lässt sich daraus für die Höhe
des geschäftsmässig begründeten Aufwands der Beschwerdeführerin ohnehin nichts
ableiten.
Gemäss Art. 82 Abs. 1 StG setzt sich der steuerbare Reingewinn aus dem Saldo der
Erfolgsrechnung und allen vor Berechnung dieses Saldos ausgeschiedenen Teilen des
Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem
Aufwand verwendet werden, wie insbesondere Kosten für die Anschaffung, Herstellung
oder Wertvermehrung von Gegenständen des Anlagevermögens, geschäftsmässig
nicht begründete Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen, Einlagen
in die Reserven, Einzahlungen auf das Eigenkapital aus Mitteln der juristischen Person,
offene und verdeckte Gewinnausschüttungen sowie Gewinnvorwegnahmen und
geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte, zusammen. Aufwendungen
werden berücksichtigt, soweit sie geschäftsmässig begründet sind (Art. 84 Abs. 1 StG).
Die Regelungen entsprechen den Vorgaben von Art. 24 Abs. 1 lit. a des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden (SR 642.14, StHG) und decken sich mit Art. 58 Abs. 1 DBG.
Ausgangspunkt für die steuerliche Gewinnermittlung ist die handelsrechtskonform
erstellte Jahresrechnung. Gemäss herrschender Praxis haben sich die Steuerbehörden
bei der Überprüfung der Handelsrechtskonformität grosse Zurückhaltung aufzuerlegen.
(Brülisauer/Mühlemann, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, N 138 zu Art. 58 DBG). Eine handelsrechtskonforme
Jahresrechnung hindert die Steuerbehörden jedoch nicht daran, die klassischen
steuerrechtlichen Korrekturen vorzunehmen, die sich aus den steuerrechtlichen
Normen (Art. 82 StG, Art. 58 DBG) ergeben und steuersystematisch notwendig sind,
um eine lückenlose Besteuerung sicherzustellen (Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., N 143
zu Art. 58 DBG).
Geschäftsmässig nicht begründeter Aufwand liegt vor, wenn der Aufwand keine
4.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2.
Die Frage, ob verbuchte Aufwendungen als nicht geschäftsmässig begründet
nachzubesteuern oder verdeckte Gewinnausschüttungen aufzurechnen sind,
beantwortet sich nach Massgabe der im Steuerrecht geltenden Beweislastverteilung.
Nach dieser trägt die Steuerbehörde die Beweislast für Tatsachen, welche die
Steuerschuld begründen oder mehren, die steuerpflichtige Person für Tatsachen,
welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., N 77 zu Art. 123 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht,
7. Aufl. 2014, VI. N 15, VII. N 23). Im Steuerverfahren kommt der
Untersuchungsgrundsatz zur Anwendung (Art. 176 StG). Die Veranlagungsbehörde hat
zusammen mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige
Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse festzustellen
(Art. 123 DBG). Sie ist verpflichtet, die für die Besteuerung relevanten Tatsachen von
Grundlage in der geschäftlichen Aktivität findet, wenn also ein sachlicher
Zusammenhang zwischen Aufwendung und Geschäftsbetrieb fehlt. Nicht erforderlich
ist, dass der Aufwand notwendig ist. Es genügt die blosse Möglichkeit der
Gewinnerzielung. Geschäftsmässig begründet sind Kosten, wenn sie aus
unternehmenswirtschaftlicher Sicht vertretbar erscheinen. Alles, was nach
kaufmännischer Auffassung in guten Treuen zu den Aufwendungen zu zählen ist, muss
steuerlich akzeptiert werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum
DBG, 3. Aufl. 2016, N 74 zu Art. 58 DBG). Bei verdeckten Gewinnausschüttungen
handelt es sich um geldwerte Leistungen und Vorteile, die ohne entsprechende
Gegenleistung an nahestehende Personen gewährt werden, die unmittelbar oder
mittelbar mit der juristischen Person beteiligungsrechtliche Beziehungen haben.
Verdeckt sind solche Leistungen insofern, als sie buchmässig nicht offen ausgewiesen,
sondern unter einem Aufwandtitel der Erfolgsrechnung belastet werden. Dem
Beteiligten oder einer diesem nahe stehenden Person werden Leistungen erbracht,
welche im normalen Geschäftsverkehr einem unbeteiligten Dritten nicht gewährt
würden. Zu prüfen ist, wie gegenüber einem unbeteiligten Dritten gehandelt worden
wäre (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 95 ff. zu Art. 58 DBG). Im
Zusammenhang mit Leistungsbeziehungen zwischen verbundenen Unternehmen ist die
Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit einer Aufwendung grundsätzlich aus
Sicht des leistenden Unternehmens als eigenständigem Rechtssubjekt vorzunehmen.
Nach Rechtsprechung und Lehre kann die Beurteilung nicht im Sinn einer
Konzernbetrachtung erfolgen (Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., N 188 zu Art. 58 DBG mit
Hinweisen).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Amtes wegen abzuklären (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. N 19), wobei sie die
steuerpflichtige Person auffordert, die erforderlichen Sachdarstellungen und
Beweismittel beizubringen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 7 zu Art. 123
DBG). Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien
relativiert. Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von
Unterlagen, welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von
Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörde (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter a.a.O., N 9 zu Art. 123 DBG; Ziger-lig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII.
N. 25). Die Mitwirkungspflicht besteht ungeachtet der Verteilung der objektiven
Beweislast. Die steuerpflichtige Person ist auch hinsichtlich steuererhöhender
Tatsachen mitwirkungspflichtig, obwohl hierfür die Veranlagungsbehörde die Folgen
der Beweislosigkeit zu tragen hat (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 5 zu Art.
126 DBG). Ist der Grundsachverhalt unbewiesen, ist im Allgemeinen zuungunsten der
beweisbelasteten Person anzunehmen, die behaupteten Tatsachen hätten sich nicht
verwirklicht. Gelingt somit der steuerpflichtigen Person der Beweis für eine
steuermindernde Tatsache nicht, werden die entsprechenden Aufwandpositionen
mangels Nachweises nicht zum Abzug zugelassen. Der Grundsachverhalt darf – mit
Ausnahme der Schätzung aufgrund des Lebensaufwands – nicht geschätzt werden
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 90 zu Art. 123 DBG). Sofern der
Grundsachverhalt hinsichtlich der steuermindernden Tatsachen hingegen bewiesen ist,
aber Unklarheit über die Höhe dieses Aufwands besteht, ist es möglich, diesen nach
pflichtgemässem Ermessen zu schätzen (Richner/ Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 23
und 43 zu Art. 130 DBG).
Leitet die steuerpflichtige Person aus einem internationalen Verhältnis etwas zu ihren
Gunsten ab, treffen sie schliesslich erhöhte Beweisanforderungen und
Auskunftspflichten. Bei Zahlungen ins Ausland ist somit nicht nur der Empfänger zu
nennen, sondern es sind die gesamten Umstände darzulegen, die im konkreten Fall zu
deren Ausrichtung geführt haben. Von der steuerpflichtigen Person wird verlangt, dass
sie die Verträge, die Korrespondenz und die Bankbelege vorlegt (BGer 2C_1113/2018
vom 8. Januar 2019 E. 2.2.3 mit weiteren Hinweisen; VerwGE B 2018/155, 156 vom
16. November 2018 E. 3.1).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.3.
Nach Art. 957 Abs. 1 Ziff. 2 des Obligationenrechts (SR 220, OR) unterliegen juristische
Personen uneingeschränkt der Pflicht zur Buchführung und Rechnungslegung. Die
Buchführung bildet die Grundlage der Rechnungslegung. Sie erfasst diejenigen
Geschäftsvorfälle und Sachverhalte, die für die Darstellung der Vermögens-,
Finanzierungs- und Ertragslage des Unternehmens notwendig sind (Art. 957a Abs. 1
OR). Sie folgt den Grundsätzen ordnungsgemässer Buchführung, wobei nach Art. 957a
Abs. 2 OR namentlich die vollständige, wahrheitsgetreue und systematische Erfassung
der Geschäftsvorfälle und Sachverhalte (Ziff. 1), der Belegnachweis für die einzelnen
Buchungsvorgänge (Ziff. 2), die Klarheit (Ziff. 3), die Zweckmässigkeit mit Blick auf die
Art und Grösse des Unternehmens (Ziff. 4) und die Nachprüfbarkeit (Ziff. 5) zu beachten
sind. Bei einer buchführenden Steuerpflichtigen gilt der Massgeblichkeitsgrundsatz. Als
Buchungsbeleg gelten alle schriftlichen Aufzeichnungen auf Papier oder in
elektronischer oder vergleichbarer Form, die notwendig sind, um den einer Buchung
zugrundeliegenden Geschäftsvorfall oder Sachverhalt nachvollziehen zu können (Art.
957a Abs. 3 OR). Der Beleg muss den Belegtext, den Buchungsbetrag, den Aussteller
des Belegs und das Ausstellungsdatum enthalten (Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., N 37
zu Art. 58). Die steuerpflichtige Person muss im Rahmen ihrer Buchführungspflicht den
Beweis für steuermindernde Aufwände bzw. deren geschäftsmässige Begründetheit
durch Vorlage einer Erfolgsrechnung erbringen, die auf einer ordnungsgemässen
Buchhaltung beruht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 85 zu Art. 123 DBG).
Wenn die Steuerbehörde Umstände darzutun vermag, die Zweifel an der
geschäftsmässigen Begründetheit von Aufwendungen zu begründen vermögen, ist es
wiederum an der steuerpflichtigen Person, diese Zweifel auszuräumen (vgl. Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 85 zur Art. 123 DBG).
5. Streitgegenstand
Festzuhalten ist vorab, dass der Beschwerdegegner keine Ermessensveranlagung nach
Art. 177 StG und Art. 132 DBG als Folge eines Untersuchungsnotstands vorgenommen
hat. Vielmehr wurde für die Besteuerung grundsätzlich auf die Jahresrechnungen 2013
und 2014 der Beschwerdeführerin abgestellt, auch wenn diese in einzelnen Punkten
bemängelt wurde (negativer Kassasaldo, fehlende oder mangelhafte Belege). Der
Gewinn wurde nicht anhand einer Schätzung von Einnahmen und Ausgaben ermittelt,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
sondern einzelnen Aufwandpositionen zufolge fehlenden Nachweises oder fehlender
geschäftsmässiger Begründetheit die Anerkennung versagt. Die Beschwerdeführerin
wurde auch nie aufgefordert, die vollständige Buchhaltung mit sämtlichen Belegen
einzureichen. Streitig ist in materieller Hinsicht, ob die Vorinstanz zu Recht folgende
Aufwandpositionen dem Reingewinn zurechnete:
Aufwandposition 2013 2014 Erwägung
Q._ AG 65'000 6.1.
P._ GmbH 14'706 6.2.
H._ 56'625 6.3.
C._ GmbH 118'129 7.1.
Verwaltungsaufwand 25'000 7.2.
Mietaufwand 9'530 15'060 nicht angefochten
Ausserordentlicher Aufwand 12'000 nicht angefochten
Total 145'861 170'189
Nicht mehr qualifiziert angefochten werden die Aufrechnungen zum Mietaufwand
(2013: CHF 9'530, 2014: CHF 15'060) und zum ausserordentlichen Aufwand (2014:
CHF 12'000), weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
6. Veranlagungen aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2013
6.1. Aufrechnung Q._ AG in der Höhe von CHF 65'000
6.1.1.
Am 25. Juli 2013 verbuchte die Beschwerdeführerin auf dem Konto "4000
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Dienstleistungen von Dritten" den Betrag von CHF 65'000 (vi-act.6/I.07). Der
Buchungstext lautete: "Objekt W._ (Schaden / Arbeiten Dritten)". Der Betrag wurde als
Kreditor auf dem Konto "2008 Kreditor Schuld Objekt W._" erfolgswirksam
eingebucht. Der Buchungsvorgang vom 25. Juli 2013 stützt sich auf eine gleichentags
unterzeichnete Vereinbarung "Abrechnung Objekt W._" zwischen der
Beschwerdeführerin und der Q._ AG (vi-act. 6/I.07). Die Beschwerdeführerin
verpflichtete sich darin, der Q._ AG eine Pauschale von CHF 65'000 zu bezahlen und
alle Rechte und Pflichten der B._ GmbH und der O._ GmbH (heute beide gelöscht) zu
übernehmen.
6.1.2.
Die Vorinstanz führte zur Vereinbarung vom 25. Juli 2013 aus, es sei unwahrscheinlich,
dass ein Unternehmen bereit sei, sämtliche nicht weiter spezifizierten Rechte und
insbesondere Pflichten ohne konkrete Zusicherungen zu übernehmen und dafür
CHF 65'000 bzw. 20% des im Jahr 2013 erzielten Ertrags zu bezahlen. Die Tatsache,
dass nicht ersichtlich sei, ob die Organe der übernehmenden Gesellschaft überhaupt in
die Transaktion involviert gewesen seien, lasse darauf schliessen, dass die Zahlung
eher im Interesse der Konzerngesellschaft als zum Nutzen der Beschwerdeführerin
geleistet worden sei. Die geschäftsmässige Begründetheit sei nicht dargetan.
Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen, sie habe sich in der Vereinbarung vom
25. Juli 2013 gegenüber der Q._ AG, welche eine unabhängige Dritte sei, zur Zahlung
von CHF 65'000 verpflichtet. Die Zahlung sei belegmässig erstellt. Die
unterzeichnenden Personen R._ und J._ seien zwar im Handelsregister nicht als
Zeichnungsberechtigte eingetragen, gegen aussen aber als zuständige
Ansprechpartner aufgetreten. Sie hätten die Beschwerdeführerin rechtsgültig
verpflichten können. Der Nutzen aus der Vereinbarung seien die daraus resultierenden
erheblichen Erträge aus Aufträgen der Q._ AG im Umfang von CHF 317'068.63 (2013)
und CHF 488'189.39 (2014) gewesen. Umgerechnet auf diese Umsätze mache die
Zahlung gerade einmal 8% aus, was verglichen mit üblichen Provisionen von 16%
ohne Weiteres marktkonform erscheine. Die Zahlung an die marktmächtige Q._ AG sei
der Schlüssel für die Übernahme der Geschäftstätigkeit der konkursiten Gesellschaften
O._ GmbH und B._ GmbH gewesen. Die Beschwerdeführerin habe nachweislich als
Auffanggesellschaft gedient. Es könne ihr unmöglich zum Nachteil gereichen, dass in
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
der Vereinbarung nicht näher ausgeführt worden sei, worin die von den beiden
Gesellschaften übernommenen Rechte bestanden hätten. Die Frage nach allfälligen
Haftungsrisiken stelle sich vorliegend nicht. Die Zahlung sei für die Beschwerdeführerin
offensichtlich von Nutzen gewesen und belegmässig dokumentiert, weshalb eine
Aufrechnung rechtswidrig sei.
6.1.3.
Grundlage für die Vereinbarung vom 25. Juli 2013 (vi-act. 6/I.07) bildete die Übernahme
der Rechte und Pflichten der B._ GmbH, deren Gesellschafterin (die S._ AG) dieselbe
war wie jene der Beschwerdeführerin, und der O._ GmbH, deren Stammanteile von
der A._ AG, der Muttergesellschaft der S._ AG, gehalten wurden. Als Folge davon
übernahm die Beschwerdeführerin die Verbindlichkeiten aus einem Werkvertrag mit
einer Pauschalsumme exkl. Mehrwertsteuer von CHF 130'000, der gemäss Angaben
der Beschwerdeführerin ursprünglich mit der B._ GmbH und der O._ GmbH
geschlossen worden war. Dafür hatte die Q._ AG Akontozahlungen von CHF 110'000
geleistet. Im Zeitpunkt der Vereinbarung standen den beiden Gesellschaften aus dem
Werkvertrag noch CHF 7'825 zu. Da jedoch offenbar eine andere Firma, die
H._ GmbH, anstelle der ursprünglich beauftragten Gesellschaften für diesen Auftrag
Arbeits- oder Reparaturleistungen in der Höhe von CHF 87'000 erbracht hatte, bestand
im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Vereinbarung eine Schuld von CHF 85'509 (inkl.
Mehrwertsteuer). Die Parteien einigten sich auf eine Pauschale von CHF 65'000
zugunsten der Q._ AG.
Die Vereinbarung vom 25. Juli 2013 scheint der Auslöser für die Aufnahme der
Geschäftstätigkeit der Beschwerdeführerin, die zuvor jahrelang inaktiv war, gewesen zu
sein. Ab Anfang September 2013 gingen bei ihr in der Folge Zahlungen der Q._ AG
ein. Anlass für die Schuldübernahme waren augenscheinlich die bevorstehenden
Konkurse der zwei ihr beteiligungsrechtlich nahestehenden Gesellschaften B._ GmbH
und O._ GmbH. Offenbar beabsichtigten deren Muttergesellschaften (die S._ AG und
die A._ AG), die Zusammenarbeit mit der Q._ AG künftig über die
Beschwerdeführerin, ebenfalls eine Tochter der S._ AG, weiterzuführen. Die
Beschwerdeführerin diente damit als Auffanggesellschaft. Aus Sicht der
Beschwerdeführerin als leistender Gesellschaft hält die Vereinbarung vom 25. Juli 2013
einem Drittvergleich nicht stand. Zum ersten erstaunt, dass sie nicht rechtsgültig
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
unterzeichnet wurde. Dazu kommt noch, dass sie von den Geschäftsführern der beiden
konkursiten Gesellschaften unterschrieben wurde. Anscheinend hatten die beiden
Geschäftsführer ein grosses Interesse daran, dass die Beschwerdeführerin Schulden
der beiden konkursiten Gesellschaften übernahm. Im Weiteren ist nicht
nachvollziehbar, weshalb ein Unternehmen, das nichts mit den in der Schuld
stehenden Gesellschaften zu tun hat, deren Verpflichtungen ohne Gegenleistung jener
Gesellschaften übernehmen sollte. Dies entspricht in keiner Art und Weise dem
ordentlichen Geschäftsgebaren, auch nicht, um Aufträge von der betreffenden Firma zu
erhalten. Die Schuldübernahme von Verpflichtungen der B._ GmbH und der
O._ GmbH gegenüber der Q._ AG wurde nur aufgrund der beteiligungsrechtlichen
Beziehung getätigt und stellt somit aufgrund der erwähnten beteiligungsrechtlichen
Beziehungen eine geldwerte Leistung zugunsten der Mutter- bzw.
Grossmuttergesellschaften S._ AG und A._ AG dar. Hätte es sich effektiv um eine
Provision (quasi Eintrittszahlung) gehandelt, so wäre das in der Vereinbarung vom
25. Juli 2013 entsprechend aufgenommen worden, was unbestrittenermassen nicht der
Fall ist. Im Übrigen würde eine solche Provision nicht unter dem Konto "4000
Dienstleistung von Dritten" gebucht, das u.a. für die Berechnung der
Bruttogewinnmarge (auch bei der MWSt) herangezogen wird. Eine Provision würde
unter der Kontogruppe 3000, als Erlösminderung, gebucht. Das hat die
Beschwerdeführerin aber nicht getan. Die Aufrechnung des Betrags von CHF 65'000
erfolgte somit zu Recht.
6.2. Aufrechnung P._ GmbH in der Höhe von CHF 14'706
6.2.1.
Am 14. Oktober 2013 verbuchte die Beschwerdeführerin als Aufwand im Konto "4000
Dienstleistungen von Dritten" die Beträge von CHF 6'368.89 (Buchungstext
"2013-1164") und CHF 3'641.39 (Buchungstext "2013-1165", vi-act.6/I.07). Die
entsprechenden Gegenbuchungen erfolgten auf dem Konto "2000 Kreditoren
allgemein". Am 22. Oktober 2013 wurden die Schuldverpflichtungen zulasten des
Aktivkontos "1030 CHF Credit Suisse CHF 1632400-21" aufgelöst. Am 19. November
2013 wurde eine Zahlung in der Höhe von CHF 5'071.68 auf dem Konto "1030
CHF Credit Suisse CHF 1632400-21" verbucht mit dem Vermerk "RG
2013-1163" (Gegenkonto "4000 Dienstleistungen von Dritten"). In den Akten findet sich
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
lediglich der Beleg für die Überweisung von CHF 6'878.40 (CHF 6'368.90 zuzüglich 8%
Mehrwertsteuer) an die P._ GmbH am 22. Oktober 2013 (vi-act. 6/I.07).
6.2.2.
Die Vorinstanz erwog, aus buchhalterischer Sicht sei einzig nachvollziehbar dargetan,
dass die Beschwerdeführerin der P._ GmbH am 22. Oktober 2013 einen Betrag von
CHF 6'878.40 überwiesen habe. Entsprechende Bankbelege zu den zwei anderen
Zahlungen seien nicht vorgelegt worden. Die Abrechnung vom 21. Oktober 2013, worin
zwei Akontozahlungen über je € 2'000 aufgeführt seien, sei ebenfalls nicht
nachvollziehbar. Es sei zwar davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zur
P._ GmbH in einer gewissen Geschäftsbeziehung gestanden habe, deren Grundlage
und Inhalt habe sie jedoch nicht offenlegen wollen. Die geschäftliche Begründetheit
lasse sich so nicht nachvollziehen, weshalb die Aufrechnung durch die
Veranlagungsbehörde nicht zu beanstanden sei.
Die Beschwerdeführerin rügt eine Rechtsverletzung, indem die Vorinstanz trotz
Anerkennung, dass sie zur P._ GmbH in einer geschäftlichen Beziehung gestanden
habe, sämtliche verbuchten Aufwände aufgerechnet und keine ermessensweise
Schätzung vorgenommen habe. Ohnehin sei der Nachweis für alle drei Zahlungen
erbracht. Die Abrechnung vom 21. Oktober 2013 stelle einen tauglichen Beleg dar.
Darin werde die P._ GmbH als Ausstellerin des Belegs und die Beschwerdeführerin als
Adressatin genannt. Daraus gehe auch hervor, dass sich die Rechnung auf das Projekt
"Y._" beziehe, aus welchem sie nachweislich Umsätze erzielt habe. Alle drei
Zahlungen würden in dieser Abrechnung erwähnt, bei der dritten Zahlung über
CHF 4'696 handle es sich um den Restbetrag von CHF 5'071.68, korrigiert um den
damals geltenden Mehrwertsteuersatz. Daran vermöge nichts zu ändern, dass sie nach
acht Jahren nicht mehr in der Lage sei, sämtliche Überweisungsbelege der Bank
vorzulegen. Die in der Abrechnung erwähnten Akontozahlungen seien unbeachtlich.
Offensichtlich seien sie nicht geleistet und daher buchhalterisch nicht erfasst worden.
6.2.3.
Weder die Vorinstanz noch der Beschwerdegegner machen geltend, dass es sich bei
der P._ GmbH um eine der Beschwerdeführerin nahestehende Person handle. In den
Akten finden sich auch keine entsprechenden Hinweise. Eine verdeckte
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gewinnausschüttung steht damit nicht zur Diskussion. Eine geschäftliche Beziehung
zwischen der P._ GmbH und der Beschwerdeführerin erscheint daher nicht von
Vornherein als ausgeschlossen. Dies legen sowohl der Zweck der P._ GmbH – die
Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Sonnen- und Wetterschutzanlagen,
insbesondere Zurverfügungstellung von entsprechendem Personal – als auch die
vereinbarten Richtlinien für die Vergabe von Montageaufträgen an Subunternehmer
vom 26. Juli 2013 (vi-act. 6/I.07) nahe.
Unabhängig vom Vorliegen einer Geschäftsbeziehung ist zu prüfen ist, ob die drei
erwähnten Aufwandpositionen hinreichend nachgewiesen sind. Zu keiner der drei
Positionen liegt der Grundbeleg vor. Wie die Buchungstexte vermuten lassen, würde es
sich dabei um die drei von der P._ GmbH ausgestellten Rechnungen mit den
Nummern 2013-1163, 2013-1164 und 2013-1165 handeln. Auch aus Ziff. 1.13 der
Richtlinien für die Vergabe von Montageaufträgen geht hervor, dass die
Subunternehmerin Rechnung zu stellen und die Regierapporte vorzulegen hat. Die
Belege zur Bankzahlung bilden lediglich die daraus folgenden Transaktionen ab, sagen
aber nichts über den zugrundeliegenden Sachverhalt und die geschäftsmässige
Begründetheit der Zahlung aus. Es liegt nur ein Bankzahlungsbeleg vor, jener zur
Begleichung der Rechnung 2013-1164 über CHF 6'878.40 (CHF 6'386.89 zuzüglich 8%
Mehrwertsteuer von CHF 509.51, act. 6/III.01-3). Nach Art. 958f OR sind die
Geschäftsbücher und Buchungsbelege während zehn Jahren nach Ablauf des
Geschäftsjahres aufzubewahren. Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie sei nach
acht Jahren nicht in der Lage, die Bankbelege für die anderen zwei Überweisungen
vorzuweisen, und müsse dies von Gesetzes wegen auch nicht sein, verfängt daher
nicht. Es wäre zudem ohne Weiteres möglich und zumutbar gewesen, von der Bank die
Ausstellung der entsprechenden Belastungsanzeigen zu verlangen oder gleich einen
vollständigen Jahresauszug des Bankkontos einzureichen. Zu den drei geltend
gemachten Dienstleistungen von Dritten hat die Beschwerdeführerin auch keine
entsprechenden Montageaufträge der Q._ AG vorgelegt, aus denen sich der
Grundsachverhalt, namentlich ein Auftragsvolumen in der verbuchten Grössenordnung
am fraglichen Bauobjekt, herleiten liesse. Die Akonto-Abrechnungen der
Beschwerdeführerin zum Objekt "Y._" reichen dazu nicht aus (vi-act. 8/10.16).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Das als Abrechnung bezeichnete Schreiben vom 21. Oktober 2013 stellt ebenfalls
keinen Grundbeleg dar, sondern ist eine Übersicht über die in jenem Zeitpunkt
angeblich geschuldeten Beträge (vi-act. 2/9). Nebst den zwei Rechnungen 2013-1164
und 2013-1165 werden darin unter dem Vermerk "aktuell offen" eine frühere
Abrechnung vom 2. Oktober 2013 mit einem Saldo von CHF 2'378.68, zwei undatierte
Akontozahlungen "S. 2'000 EUR" sowie der ursprüngliche Betrag der Rechnung
2013-1163 von CHF 7'983.80 erwähnt. Weder zur Abrechnung vom 2. Oktober 2013
noch zu den zwei Akontozahlungen über € 2'000 und zum ursprünglichen
Rechnungsbetrag 2013-1163 über CHF 7'983.80 liegen Belege oder Verbuchungen
vor. Als noch nicht verrechnet wird in der Abrechnung vom 21. Oktober 2013
schliesslich eine Akontozahlung vom 5. September 2013 in der Höhe von CHF 7'500
angeführt. Diese wurde zulasten des Bankkontos 1030 und zugunsten eines
entsprechenden Guthabens (Vorschüsse P._ 1126) verbucht. Die Behauptung der
Beschwerdeführerin, es seien keine Akontozahlungen geleistet worden, trifft daher
offensichtlich nicht zu. Es ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb die am 5. September
2013 getätigte Akontozahlung von CHF 7'500 nicht mit den am 21. Oktober 2013 in
Rechnung gestellten Aufwendungen verrechnet wurde und offenbar anschliessend
eingeklagt werden musste.
Insgesamt ist der rechtsgenügliche Nachweis, dass den drei verbuchten Aufwänden
2013-1163, 2013-1164 und 2013-1165 tatsächlich von der P._ GmbH ausgeführte
Arbeiten zugrunde liegen, bei dieser Aktenlage nicht erbracht, selbst wenn an die
Beschaffenheit der Belege keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden. Die
Aufrechnung von CHF 14'706 erfolgte damit zu Recht.
6.3. Aufrechnung H._ in der Höhe von CHF 56'625
6.3.1.
Zwischen 19. September und 18. Dezember 2013 verbuchte die Beschwerdeführerin
auf dem Konto "4002 Dienstleistungen von dritten (CHF) Ausland" elf Beträge zwischen
CHF 1'000 und CHF 10'000, insgesamt CHF 56'624.97, jeweils mit dem Buchungstext
"Arbeiten von dritten H._". Zweimal erfolgte die Auszahlung über das Bankkonto der
Beschwerdeführerin, neunmal waren es Barzahlungen aus der Kasse. Empfänger soll
gemäss Angaben der Beschwerdeführerin H._, wohnhaft in V._/DE, gewesen sein.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
6.3.2.
Im angefochtenen Entscheid erwog die Vorinstanz, den zugrundeliegenden
Abrechnungen gehe die notwendige Beweiskraft ab. Sodann handle es sich im
Wesentlichen um Barzahlungen, die völlig ungenügend dokumentiert seien, sowohl
hinsichtlich des Empfängers als auch des Zahlungsgrundes. Hinzu komme, dass die
Kasse der Beschwerdeführerin zu Beginn des Jahres 2013 zwei Monate Negativsalden
aufgewiesen habe und der Empfänger der fraglichen Zahlungen in Deutschland
ansässig gewesen sei, weshalb besonders hohe Beweisanforderungen zu beachten
seien.
Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, zu den einzelnen Positionen auf den
Abrechnungen lägen Montageaufträge der Q._ AG und Abrechnungen der
Beschwerdeführerin vor. Die einzelnen Abrechnungen seien datiert, wiesen die von
H._ erzielten Umsätze aus und vermerkten den Betrag. Daraus gehe klar hervor, in
welchem Zeitraum und für welche Projekte H._ beauftragt worden sei. Zudem liege
ein Zusammenarbeitsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und H._ vor. Der
Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit sei damit erbracht. Die Belege
genügten sowohl den obligationen- als auch den steuerrechtlichen Anforderungen. Da
nicht die Auszahlung eines Betrages, sondern die Buchung im Aufwandkonto
erfolgswirksam sei, schade es nicht, wenn gewisse Barquittungen von einem "N._"
oder "N1._" anstelle von H._ unterzeichnet worden seien und für eine Barzahlung
keine Quittung vorliege.
6.3.3.
Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin und der Akten bleibt nach wie vor
unklar, in welcher Form H._ Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin ausgeführt haben
soll. Dafür, dass er selbst Montageaufträge erledigte, finden sich keine Hinweise. Sein
Name taucht in keinem Regierapport auf. Auch hat er die Abrechnungen, welche für
sämtliche involvierten Firmen identisch aussehen, offensichtlich nicht selbst
geschrieben. Als Subunternehmer fungiert auf allen Abrechnungen die C._ GmbH.
Darüber, in welcher Beziehung H._ zu dieser Gesellschaft stand, schweigt sich die
Beschwerdeführerin aus. Wie der Gewerbeanmeldung von H._ bei der Stadt V._/DE
zu entnehmen ist, liess er, wenn überhaupt, die Aufträge wohl von anderen Personen
ausführen. Es trifft zwar zu, dass zu den einzelnen Abrechnungen die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
zugrundeliegenden Montageaufträge der Q._ AG grösstenteils eingereicht wurden
(act. 8/10.17). Allein damit ist aber nicht erwiesen, dass H._ als Subunternehmer die
Aufträge ausgeführt hat. Zudem fällt auf, dass der Grossteil der Montageaufträge an
die B._ GmbH, und zwar auch noch nach deren Konkurseröffnung am 9. Oktober
2013, zwei Aufträge an die T._ Baumontagen, L._, und drei Aufträge an die
U._ GmbH, M._, erteilt wurden. In welcher Beziehung die beiden letzteren Firmen zur
Beschwerdeführerin standen, bleibt unklar.
Keine der Quittungen zu den Barzahlungen wurde sodann von H._ unterzeichnet,
auch jene vom 28. November 2013 über CHF 9'800 nicht, auf welcher er als Empfänger
angegeben ist (vi-act. 6/I.08). Die Unterschrift "H._" stimmt nicht mit jener auf dem
Werkvertrag überein. Die teils erheblichen Bargeldbeträge wurden mehrheitlich von
einem "N._", "N1._", "N.J." oder "N.C._" entgegengenommen, zweimal ist nur
"C._" als Empfänger erwähnt. Als Zahlungsgrund wurde in den Quittungen rudimentär
"Arbeit" oder "gem. Vereinbarung H._" angegeben. Zwei Quittungen fehlen (über
CHF 1'100 am 11. Dezember 2013 und CHF 10'000 am 18. Dezember 2013). In der
Abrechnung vom 17. September 2013 wird ein Vorschuss gemäss Zahlung vom
12. September 2013 von CHF 577.83 in Abzug gebracht; eine entsprechende
Verbuchung fehlt allerdings. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, gelten bei
internationalen Rechtsbeziehungen erhöhte Beweisanforderungen, da eine Kontrolle
der ausländischen Leistungsempfänger bis zum 1. Januar 2017 (Inkrafttreten des
Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen, SR 0.652.1) nicht
möglich war. Ob H._ die im Jahr 2013 erzielten Einkünfte an seinem Wohnort in
Deutschland ordnungsgemäss versteuerte, kann daher nicht überprüft werden.
Dass und in welchem Umfang H._ im fraglichen Zeitraum geschäftsmässig
begründete Leistungen für die Beschwerdeführerin erbracht hat, ist damit nicht
rechtsgenüglich nachgewiesen. Die eingereichten Abrechnungen taugen nicht als
Nachweis dafür, dass H._ überhaupt bzw. im geltend gemachten Umfang für die
Beschwerdeführerin tätig war. Aufgrund der mangelhaften Zahlungsquittungen ist auch
der Geldabfluss zweifelhaft. Eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die
Vorinstanz liegt bei diesem Ergebnis nicht vor. Die Aufrechnungen im Umfang von
CHF 56'625 sind damit zu bestätigen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
6.4. Ergebnis Aufrechnungen 2013
Zusammenfassend erweisen sich die von der Vorinstanz bestätigten Aufrechnungen in
der Höhe von insgesamt CHF 145'861 (Q._ AG CHF 65'000, P._ GmbH CHF 14'706,
H._ CHF 56'625 und Mietaufwand CHF 9'530 [unbestritten]) für die Kantonssteuer und
die direkte Bundessteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2013
als rechtmässig.
7. Veranlagungen aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2014
7.1. Aufrechnung C._ GmbH in der Höhe von CHF 118'129
7.1.1.
Die Beschwerdeführerin nahm auf dem Aufwandkonto "4400 Dienstleistungen von
Dritten" zwischen 24. Januar und 31. Dezember 2014 33 Buchungen mit dem Vermerk
"C._ GmbH" vor. Mit einer Ausnahme (Buchung vom 24. Januar 2014) wurden die
Beträge zuerst als Schuld auf dem Konto "2251 Kontokorrent C._" erfasst. Die
vereinbarte Provision von 16% wurde anschliessend als "Ertrag Service Leistung" auf
dem Konto 3410 verbucht; die Netto-Beträge flossen über das Bankkonto "1020 CS
CHF CH 43 0483 5163 2400 2100 0" ab.
7.1.2.
Die Vorinstanz erwog, die den Zahlungen zugrundeliegenden Aufträge seien
grundsätzlich nachvollziehbar. Gestützt auf die Abrechnungen der C._ GmbH sei
jedoch nicht zuverlässig dargetan, ob diese Gesellschaft tatsächlich für die
Beschwerdeführerin tätig gewesen sei. So sei namentlich nicht ersichtlich, wann und in
welchem Umfang Arbeiten erledigt worden seien. Dies falle besonders ins Gewicht, da
keine Vereinbarung zwischen den beiden Gesellschaften vorliege und die eingereichten
Abrechnungen Unstimmigkeiten aufweisen würden. Die geschäftsmässige
Begründetheit der an die C._ GmbH geleisteten Zahlungen sei nicht dargetan.
Namentlich taugten die eingereichten Abrechnungen nicht als Nachweis dafür, dass die
C._ GmbH überhaupt bzw. im geltend gemachten Umfang für die Pflichtige tätig
gewesen sei. Mehrere Unstimmigkeiten erweckten erhebliche Zweifel an der
Ordnungsmässigkeit der Buchhaltung. Deshalb könne die Pflichtige steuermindernde
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aufwendungen nicht allein durch die Vorlage der Erfolgsrechnung geltend machen. Sie
hätte die Geschäftsbeziehung mit der C._ GmbH transparent und nachvollziehbar
dokumentieren müssen. Da sie dies nicht getan habe, fehle es am Nachweis der
steuerlichen Begründetheit der Zahlungen an die C._ GmbH.
Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe den
Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie ausgeführt habe, es gebe keine
Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und der C._ GmbH, obschon eine
solche ins Recht gelegt worden sei. Bei den als nicht übereinstimmend gerügten,
doppelt eingereichten Abrechnungen gebe es sodann keine Unstimmigkeiten in Bezug
auf die entscheidenden Positionen. Die Differenzen würden von der Provision von 16%
herrühren. Sie würden mit den Buchungen auf dem Konto 4400 übereinstimmen. Die
als nicht verbucht monierte Abrechnung vom 3. Juni 2014 sei am 4. Juni 2014 verbucht
worden. Aufgrund der eingereichten Belege sei hinreichend erstellt, dass die
C._ GmbH für die Beschwerdeführerin im geltend gemachten Umfang tätig gewesen
sei. Es lägen ein Zusammenarbeitsvertrag, Montageaufträge der Q._ AG und auch die
Erfolgsrechnung der C._ GmbH vor. Aus diesen Belegen gehe klar hervor, dass die
C._ GmbH im geltend gemachten Umfang für die Beschwerdeführerin tätig gewesen
sei. Indem die Vorinstanz weiterführende Anforderungen an die Belege stelle, verfalle
sie in überspitzten Formalismus.
7.1.3.
Im Jahr 2014 wies die Beschwerdeführerin Erträge aus Montagearbeiten in der Höhe
von CHF 490'189.39 aus (Konto 3400, vi-act.6/ II.04). Die dazugehörigen Aufträge
stammten alle von der Q._ AG (Zweigniederlassungen S._, B._, E._, C._, Z._ und
I._). Der Beschwerdegegner zweifelte diese Einnahmen nicht an, sondern übernahm
sie für die Veranlagung. Ein Grossteil der entsprechenden Montageaufträge der
Q._ AG liegen vor, ebenso der Rechnungen der Beschwerdeführerin an die Q._ AG.
In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die
Aufträge der Q._ AG, zu welcher keine beteiligungsrechtlichen Beziehungen bestehen,
entweder selbst oder durch Weitergabe an Subunternehmer tatsächlich ausführte,
womit ein sachlicher Zusammenhang des Aufwands zum Ertrag besteht und dieser
grundsätzlich als geschäftsmässig begründet anzusehen ist.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gemäss Erfolgsrechnung waren im Jahr 2014 drei Subunternehmerinnen für die
Beschwerdeführerin tätig, die D._ GmbH (im Umfang von CHF 41'791), die
E._ Montage GmbH (im Umfang von CHF 190'366) und die C._ GmbH (im Umfang
von CHF 118'129). Die in der ursprünglichen Veranlagung noch gemachten
Aufrechnungen im Zusammenhang mit den verbuchten Aufwänden der D._ GmbH
und der E._ Montage GmbH wurden im Rekurs- und Beschwerdeverfahren vor der
Vorinstanz gänzlich fallen gelassen, nachdem ein Abgleich mit den Erlöskonten der
beiden Gesellschaften ergeben hatte, dass die entsprechenden Aufwände dort als
Einnahmen verbucht worden waren. Bei der C._ GmbH hielt der Beschwerdegegner
hingegen an der vollständigen Aufrechnung sämtlicher verbuchten Aufwände fest. Er
führte aus, die C._ GmbH habe im Jahr 2014 keine Steuererklärung eingereicht und
sei nach Ermessen mit einem steuerbaren Gewinn von CHF 4'600 und ohne Kapital
veranlagt worden. Es bestehe der Verdacht, dass die C._ GmbH eine
Strohmannunternehmung zur Erlangung von Scheinrechnungen sei, welche von Anfang
an auf Konkurs und Steuerausfall konzipiert gewesen sei. Das Drittverhältnis scheine
nur vorgeschaltet. Eine Gegenkontrolle zur Umstossung des Anfangsverdachts
(Nachweis über den Zahlungserhalt bzw. Verwendung bei der C._ GmbH) sei in
Anbetracht der fehlenden Steuererklärung und des Konkurses nicht möglich. Die
Vorinstanz hat dazu zutreffend festgehalten, diese Mutmassungen des
Beschwerdegegners fänden in den Akten keine Grundlage, weshalb darauf nicht näher
einzugehen sei. Sofern eine Gesellschaft das Vorhandensein eines geschäftsmässig
begründeten Aufwands und den Geldabfluss dafür nachweisen kann, so ist dieser von
der Veranlagungsbehörde grundsätzlich zu akzeptieren. Daran vermag der Umstand,
dass die Empfängerin der Zahlungen (vorliegend die C._ GmbH) keine Steuererklärung
eingereicht hat, nichts zu ändern. Es hätte dem Beschwerdegegner freigestanden, mit
der Veranlagung der C._ GmbH zuzuwarten und die von der Beschwerdeführerin an
die Subunternehmerin geleisteten Zahlungen bei der C._ GmbH ermessensweise als
Ertrag zu erfassen.
7.1.4.
Der Grundsachverhalt, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 als
Subunternehmerin für die Q._ AG tätig war und den Grossteil dieser Aufträge an
weitere Subunternehmerinnen, darunter die C._ GmbH, weitergab, ist anhand der
Montageaufträge der Q._ AG, der Rechnungen der Beschwerdeführerin sowie der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Abrechnungen der C._ GmbH hinreichend dargetan. Auch die Vorinstanz bezeichnete
die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesellschaften anhand von einzelnen
Aufträgen als grundsätzlich nachvollziehbar. Anhand zweier konkreter Montageaufträge
beschrieb sie den Abrechnungsmodus korrekt (vgl. angefochtener Entscheid, E.
3.d.cc). Basierend auf den Montageaufträgen, welche grösstenteils vorhanden sind,
stellte die Beschwerdeführerin nach deren Ausführung der Q._ AG jeweils Rechnung.
Wiederum auf diesen Rechnungen basieren die Abrechnungen der C._ GmbH. Diese
sind datiert, enthalten den Aussteller (Team C._, K._, Gesellschafter und
Geschäftsführer der C._ GmbH), die Rechnungsnummer, mit welcher die
Beschwerdeführerin für den betreffenden Montageauftrag der Q._ AG Rechnung
stellte, die Kommissionsnummer des Montageauftrags der Q._ AG, die Bezeichnung
des Objekts, an welchem die Arbeiten ausgeführt wurden, und den in Rechnung
gestellten Betrag nach Abzug der vereinbarten Provision von 16%. Die
obligationenrechtlichen Anforderungen an einen handelsrechtlichen Beleg sind damit
grundsätzlich erfüllt. Teilweise liegen auch Arbeitsrapporte vor. Mit diesen Angaben
wurde der jeweils zugrundeliegende wirtschaftliche Sachverhalt nachvollziehbar
dargestellt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist damit hinreichend dargetan, dass
die C._ GmbH im Jahr 2014 Montageaufträge für die Beschwerdeführerin erledigte,
zumal mit dem Werkvertrag vom 3. Dezember 2013 eine Vereinbarung zwischen den
beiden Gesellschaften vorlag, wonach die C._ GmbH als Subunternehmerin für die
Beschwerdeführerin tätig war (vi-act. 6/III.05-22). Auch die Höhe der Provision von
16% wurde darin vereinbart. Die Abrechnungen mit den beiden anderen, für die
Beschwerdeführerin tätigen Gesellschaften D._ GmbH und E._ GmbH, welche ihren
Sitz wie die C._ GmbH im fraglichen Zeitraum am Sitz der Beschwerdeführerin hatten,
ebenfalls von der S._ AG treuhänderisch verwaltet wurden und später auch Konkurs
gingen, erfolgten auf dieselbe Art und Weise und wurden vom Beschwerdegegner als
hinreichend nachgewiesen und geschäftsmässig begründet vollumfänglich zum Abzug
zugelassen.
Zu klären ist im Folgenden, ob der geltend gemachte Aufwand auch in der verbuchten
Höhe belegt ist. Selbst wenn der Nachweis einzelner als Aufwand der C._ GmbH
verbuchten Positionen von der Beschwerdeführerin nicht lückenlos erbracht werden
kann, rechtfertigt sich eine Aufrechnung des gesamten zugunsten der C._ GmbH
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
verbuchten Aufwandes, wie dies der Beschwerdegegner und die Vorinstanz getan
haben, deswegen nicht.
7.1.5.
Die Vorinstanz stellte bei den Abrechnungen der C._ GmbH einige Unstimmigkeiten
fest, was im Folgenden zu untersuchen ist. Nicht mit einer Abrechnung belegt sind die
auf dem Konto "4400 Dienstleistungen von Dritten" verbuchten Aufwände vom 2. April
2014 über CHF 252, vom 11. November 2014 über CHF 2'808 und vom 23. Dezember
2014 über CHF 1'822.23. Sie sind daher mangels Nachweises aufzurechnen. Hingegen
sind die von der Vorinstanz als nicht belegt titulierten Beträge von CHF 399.43
(29. April 2014), CHF 194.78 (27. Mai 2014) und CHF 252 (11. Juni 2014) auf den
jeweils vom gleichen Tag datierenden Abrechnungen als zusätzliche Arbeiten
aufgeführt (vi-act. 2/12). Auch dass die Verbuchung des Betrages von CHF 540 (inkl.
Provision von 16%) gemäss Abrechnung vom 3. Juni 2014 fehlt, wie die Vorinstanz
moniert, trifft nicht zu. Wie auf der Rechnung der Beschwerdeführerin an die Q._ AG
vom 13. Mai 2014 handschriftlich vermerkt ("80% C._, 20% E._"), wurden 80%
davon verbucht (vi-act. 2/12). Die Buchung vom 4. Juni 2014 über CHF 362.88 stimmt
mit der Abrechnung überein.
Für den am 24. Januar 2014 als Aufwand der C._ GmbH dem Konto 4400 belasteten
Betrag von CHF 8'211.90 fehlt ein entsprechender Beleg. Die zwei Abrechnungen vom
7. Januar 2014 lauten auf H._ und nicht wie die anderen auf K._, den Gesellschafter
und Geschäftsführer der C._ GmbH (vi-act. 6/II.05). Dieser Aufwand ist daher
aufzurechnen. Für den am 31. Dezember 2014 verbuchten Betrag von CHF 14'456.76
finden sich in den Akten zwei Abrechnungen. Eine datiert vom 30. Dezember 2014 (vi-
act. 6/II.05). Sie wurde im Veranlagungsverfahren eingereicht. Die im Verfahren vor der
Vorinstanz eingereichte Abrechnung über denselben Brutto-Betrag trägt das Datum
2. Januar 2015 (vi-act. 2/12). Unabhängig von der Datierung der Abrechnung ist davon
auszugehen, dass der fragliche Aufwand tatsächlich angefallen und im Geschäftsjahr
2014 erfolgswirksam verbucht worden ist. Der Beschwerdegegner wird jedoch darauf
zu achten haben, dass derselbe Aufwand im Jahr 2015 nicht nochmals geltend
gemacht wird. Was die doppelt eingereichten Abrechnungen unterschiedlichen Inhalts
angeht (vom 11. Juni 2014, 20. August 2014 und 9. Dezember 2014), so betreffen die
Abweichungen nicht den aus den erbrachten Arbeitsleistungen entstandenen Aufwand
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
an sich, sondern die Tilgung desselben mittels Verrechnungen (Schaden, Busse, etc.)
bzw. die fehlende Verrechnung der Provision von 16%. Die geschäftsmässige
Begründetheit ist damit dargetan.
Es resultieren somit folgende nicht hinreichend belegten Aufwände der C._ GmbH, die
aufzurechnen sind:
Datum Betrag inkl. Mehrwertsteuer Betrag ohne Mehrwertsteuer
02.04.2014 252.00 233.33
11.11.2014 2'808.00 2'600.00
23.12.2014 1'822.23 1'687.25
24.01.2014 8'211.90 7'603.61
Total 13'094.13 12'124.19
7.2. Verwaltungsaufwand in der Höhe von CHF 25'000
7.2.1.
Auf dem Konto "6531 Verwaltungs- und Beratungskosten" wurde zugunsten der
A._ AG, deren Aktien von der Ehefrau des Geschäftsführers der Beschwerdeführerin
gehalten werden und die über die von ihr beherrschte S._ AG die Beschwerdeführerin
beherrscht, per 1. April 2014 neunmal der Betrag von CHF 3'000 (inkl. Mehrwertsteuer)
verbucht (Gegenkonto 2000 Kreditoren) mit dem Vermerk "Dienstleistung April, Mai,
Juni etc. 2014" (vi-act. 6/II.08). Soweit nachvollziehbar wurden nur zweimal CHF 3'000
über das Bankkonto 1020 beglichen (am 29. August und 22. Oktober 2014). Der
Grossteil blieb als Schuld stehen, ein weiterer Teil wurde über das Abklärungskonto
1099 an die S._ AG ausbezahlt.
7.2.2.
Die Vorinstanz erwog, der Dienstleistungsvertrag mit der A._ AG sei derart rudimentär
abgefasst worden, dass nicht feststellbar sei, ob die von der Pflichtigen geleisteten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zahlungen einem Drittvergleich standhielten. Weitere Angaben zu dieser
Geschäftsbeziehung seien nicht gemacht worden. Der Zweck der im Familienbesitz
stehenden und im Fürstentum Liechtenstein domizilierten Gesellschaft lasse nicht auf
eine derartige Dienstleistung schliessen. Angesichts des internationalen Kontexts wäre
die Beschwerdeführerin gehalten gewesen, für die notwendige Transparenz zu sorgen
und die Zahlungen lückenlos zu belegen.
Die Beschwerdeführerin bringt zur Hauptsache vor, entgegen den Ausführungen der
Vorinstanz sei der lückenlose Nachweis der Zahlungen an die A._ AG erbracht.
Gemäss Dienstleistungsvertrag habe sie sich zu monatlichen Zahlungen von
CHF 3'000 verpflichtet. Nach Abzug des Vorsteuerabzugs seien neun Zahlungen à
CHF 2'777.78 ausgeführt worden. Dass eine Holdinggesellschaft für ihre
Tochtergesellschaft und wiederum deren Tochtergesellschaft gewisse Leistungen
erbringe und entsprechend weiterverrechne, sei nicht aussergewöhnlich, unabhängig
des konkreten Gesellschaftszwecks der Holdinggesellschaft. Der Mietvertrag zwischen
der A._ AG und der unabhängigen M._ Stiftung für die Räumlichkeiten am damaligen
Geschäftssitz der Beschwerdeführerin liege vor. Der Mietzins sei einiges höher als der
verbuchte Betrag und halte einem Drittvergleich stand.
7.2.3.
Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin stützen sich die fraglichen Abgeltungen auf
den Dienstleistungsvertrag vom 1. April 2014 mit der A._ AG. Darin werden die
Leistungen der A._ AG mit der Miete von Räumlichkeiten an F._-strasse 00_ in B._,
deren Einrichtung (Bilder, Möbel), der Leistung der Mietkaution, Internet/Server, Einkauf
und Organisation des Büros sowie Marketing und Support umschrieben, wofür ein
Betrag von monatlich im Voraus CHF 3'000 vereinbart wurde. Die entschädigte
Dienstleistung bestand somit vornehmlich in der Zurverfügungstellung von
Büroräumlichkeiten an der F._-strasse 00_ in B._, dem damaligen Sitz der
Beschwerdeführerin. Allerdings hatten dort in jenem Zeitraum auch diverse andere
Gesellschaften ihren Sitz (D._ GmbH, E._ Montage GmbH, C._ GmbH, S._ AG).
Gemäss Mietvertrag zwischen der A._ AG und der M._ Stiftung vom 7. März 2014
(gültig ab 15. April 2014) handelt es sich um eine Bürofläche von 308 m im
2. Obergeschoss für CHF 5'370 (inkl. Nebenkosten). Bei der Vertragsunterzeichnung
war die Vermieterin durch die F._ AG vertreten, welche ihren Sitz gemäss
2
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 26/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Handelsregistereintrag seit September 2000 ebenfalls an derselben Adresse (F._-
strasse 00_ in B._) hatte.
Zudem wurden im Jahr 2014 für zwei weitere von der Beschwerdeführerin gemietete
Objekte (51⁄2-Zimmerwohnung in G._ mit zwei Parkplätzen und ein Haus mit zwei
Wohnungen in B._) Mietaufwände von CHF 33'060 sowie Nebenkosten von
CHF 6'651 zum Abzug zugelassen (Konto 6000 und 6030; vgl. Vernehmlassung des
Beschwerdegegners vom 25. Mai 2000 im vorinstanzlichen Verfahren, vi-act. 5).
Weshalb die Beschwerdeführerin, deren Geschäftstätigkeit einzig in der Weitergabe
von Montageaufträgen einer im gleichen Gebäude ansässigen Firma an
Unterakkordanten bestand, über so viel Büroraum verfügen sollte, erscheint
geschäftsmässig nicht begründet. Aufgrund des erheblichen Missverhältnisses von
Leistung und Gegenleistung unter nahestehenden Personen (Beschwerdeführerin und
Grossmuttergesellschaft) besteht eine natürliche Vermutung zugunsten einer
verdeckten Gewinnausschüttung. Auffällig ist auch, dass die Beschwerdeführerin den
gesamten Aufwand für die Monate März bis Dezember per 1. April 2014 einbuchte,
obschon die Entschädigung monatlich geschuldet war. Tatsächliche Zahlungen an die
A._ AG über das CS Bankkonto gibt es gemäss Buchhaltung sodann lediglich zwei
(am 29. August und 22. Oktober 2014, vi-act. 6/II.04). Hinzu kommt, dass die
Verbuchung der entsprechenden Erträge bei der Empfängerin A._ AG, die ihren Sitz in
O._/FL hat, nicht überprüft werden kann.
Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass dem verbuchten Aufwand von
CHF 25'000 zugunsten einer nahstehenden Drittperson keine adäquate Gegenleistung
gegenübersteht und damit eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt, womit die
Aufrechnung zu Recht erfolgte.
7.3. Ergebnis Aufrechnungen 2014
Zusammenfassend reduzieren sich die Aufrechnungen im Zusammenhang mit der
C._ GmbH auf CHF 12'124. Hinzu kommen unverändert jene des Mietaufwands von
CHF 15'060 (unbestritten), des Verwaltungsaufwands von CHF 25'000 und des
ausserordentlichen Aufwands von CHF 12'000 (unbestritten). Insgesamt betragen die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 27/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aufrechnungen für die Kantonssteuer und die direkte Bundessteuer aufgrund des
Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2014 CHF 64'184.
8. Ermessensweise Aufrechnung von Aufwand
8.1.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, gemäss Rechtsprechung müsse die
Veranlagungsbehörde in Bezug auf die nicht mit absoluter Klarheit behafteten
Positionen zu einer Ermessensveranlagung schreiten, wenn der Steuerpflichtige nicht in
der Lage sei, die notwendigen Beweismittel zu beschaffen, und zwar unabhängig
davon, ob dies sein Verschulden sei oder nicht. Es gehe nicht an, dass bei partieller
Beweislosigkeit einfach die ganze Position pauschal aufgerechnet werde. Ansonsten
liege eine Verletzung des Grundsatzes der Besteuerung nach der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit und der Rechtsgleichheit vor.
8.2.
Wie eingangs dargelegt, sind steuermindernde Tatsachen grundsätzlich vom
Pflichtigen nachzuweisen. Gelingt dieser Beweis nicht, wird im Allgemeinen
angenommen, die behaupteten Tatsachen hätten sich nicht verwirklicht, und der
fragliche Aufwand wird nicht berücksichtigt. Sofern der Grundsachverhalt hinsichtlich
der steuermindernden Tatsachen bewiesen ist, aber Unklarheit über die Höhe dieses
Aufwands besteht, ist es möglich, hinsichtlich der steuermindernden Tatsachen eine
Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die steuerpflichtige Person
kann sich indessen nur dann auf eine solche Schätzung berufen, wenn ihr die
Beweisleistung aus Gründen, die sich nicht zu vertreten hat, nicht möglich oder nicht
zuzumuten ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 43 ff. zu Art. 130 DBG). Dies
entspricht auch der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach das Verhalten des
Steuerpflichtigen in Betracht zu ziehen ist. Hat er im Rahmen des Zumutbaren bei der
Sachverhaltsermittlung mitgewirkt, soll bei Unmöglichkeit des strikten Nachweises
notorisch steuermindernder Tatsachen nicht ausschliesslich nach der Beweislastregel
entschieden werden. Vielmehr soll der unzweifelhaft entstandene mutmassliche
Aufwand geschätzt und mitberücksichtigt werden (vgl. BGer 2C_708/2007 E. 4.1 und
2C_196/2007 vom 16. Mai 2007 E. 3.2).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 28/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
8.3.
Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, kommt eine ermessensweise
Aufrechnung von steuerminderndem Aufwand vorliegend nicht in Frage. Bei den
Aufrechnungen von CHF 65'000 im Zusammenhang mit der Zahlung an die Q._ AG
sowie von CHF 25'000 an die A._ AG liegt geschäftsmässig nicht begründeter
Aufwand und somit eine geldwerte Leistung vor, weshalb eine Schätzung des
Aufwands von Vornherein entfällt. Bei den Aufrechnungen der P._ GmbH und von
H._ fehlt es bereits am Nachweis des Grundsachverhalts, namentlich, dass diese
Personen für die Beschwerdeführerin tätig waren. In Bezug auf die Aufrechnungen der
C._ GmbH besteht Unklarheit über die Höhe des Aufwands. Hier hat die
Beschwerdeführerin jedoch keine ausreichenden Belege vorgelegt und damit ihre
Mitwirkungspflicht verletzt. Da ihr dies ohne Weiteres zuzumuten gewesen wäre,
rechtfertigt es sich nicht, den fraglichen Aufwand ermessensweise zu schätzen. Es liegt
somit weder eine Verletzung der Besteuerung nach der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit noch des Rechtsgleichheitsgebots vor.
9. Ergebnis
Zusammenfassend sind die Beschwerden betreffend die Kantonssteuer und die direkte
Bundessteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2013
abzuweisen. Die Aufrechnungen zum Gewinn betragen, wie von der Vorinstanz
entschieden, unverändert CHF 145'861. Die Beschwerden betreffend die
Kantonssteuer und die direkte Bundessteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses per
31. Dezember 2014 sind hingegen teilweise gutzuheissen sind. Dem Jahresgewinn
2014 sind CHF 64'184 (im Entscheid der Vorinstanz noch CHF 170'189)
hinzuzurechnen. Die Sache ist zu entsprechender neuer Veranlagung unter
Berücksichtigung der Steuerrückstellungen an den Beschwerdegegner
zurückzuweisen.
10. Kosten
10.1.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten der Beschwerdeverfahren zu
zwei Dritteln von der Beschwerdeführerin und zu einem Drittel vom Staat zu tragen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 29/30
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
(Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 1 und Art. 145 Abs. 2 DBG). Entscheidgebühren für
die Beschwerdeverfahren von CHF 1'800 für die Kantonssteuern und von CHF 1'200
für die direkten Bundessteuern erscheinen angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Die Kostenanteile der Beschwerdeführerin
sind mit den von ihr in den Beschwerdeverfahren geleisteten Kostenvorschüssen von
CHF 1'800 und CHF 1'200 zu verrechnen. CHF 1'000 sind ihr zurückzuerstatten. Auf
die Erhebung des Kostenanteils des Staates (Kantonales Steueramt) ist praxisgemäss
nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind – zufolge mehrheitlichen Unterliegens
(Beschwerdeführerin) beziehungsweise mangels Anspruchs (und Antrags;
Beschwerdegegner) – für die Beschwerdeverfahren keine ausseramtlichen Kosten zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP; Art. 145 Abs. 2 und Art. 144 Abs. 4
DBG sowie Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren, SR
172.021, VwVG; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2. Aufl. 2003, Rz. 829; Richner/Frei/ Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 44 zu Art. 144 DBG).
10.2.
Die amtlichen Kosten von CHF 2'000 in den vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahren
wurden hälftig verlegt. Angesichts der Höhe der Aufrechnungen, die in den Einsprache-
Entscheiden noch CHF 196'364 (2013) und CHF 417'205 (2014) betrug und sich nun
um einen Viertel auf CHF 145'861 (2013) und um fünf Sechstel CHF 64'184 (2014)
reduziert, erweist sich eine hälftige Aufteilung unverändert als angemessen. Die
Kostenverlegung im vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahren ist daher zu belassen.