# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0279e345-b481-4377-9c71-22e0f2eb3684
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Im Zusammenhang mit einem Beschwerde- und Rekursverfahren
betreffend die Verletzung der Berufsordnung der Föderation der
Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) reichte B._ mit
Datum vom 8. März 2021 beim Gesundheitsamt Graubünden ein Gesuch
um Entbindung vom Berufsgeheimnis gegenüber der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde KESB E._, dem Kindsvater C._
und der Kindsvertreterin Rechtsanwältin D._ ein, um diesen den
Entscheid der Rekurskommission FSP vom 22. Dezember 2020
zukommen lassen zu können.
2. Mit Schreiben vom 31. Mai 2021/25. Juni 2021 räumte das
Gesundheitsamt Graubünden der Kindsmutter A._ die Möglichkeit
ein, allfällige Einwände gegen eine mögliche Befreiung vom
Berufsgeheimnis von B._ in Bezug auf den Entscheid der
Rekurskommission FSP vorzubringen.
3. Am 29. Juni 2021 ersuchte A._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Weltert, um eine Verlängerung der Frist zur Stellungnahme zur allfälligen
Befreiung vom Berufsgeheimnis von B._ bis zum 16. August 2021.
Ausserdem beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und Verbeiständung für das Verfahren vor dem
Gesundheitsamt.
4. Mit Schreiben vom 12. Juli 2021 erstreckte das Gesundheitsamt die Frist
zur Stellungnahme antragsgemäss bis zum 16. August 2021.
Demgegenüber wies es mit Verfügung vom 22. Juli 2021 das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung ab.
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5. Hiergegen erhob A._, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
iur. Weltert, am 29. Juli 2021 Beschwerde an das Departement für Justiz,
Sicherheit und Gesundheit (DJSG). Sie stellte folgende Anträge:
1. Die Verfügung des Gesundheitsamtes Graubünden vom 22. Juli 2021 sei aufzuheben.
2. Der Beschwerdeführerin sei im Hauptverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand einzusetzen.
3. Eventualiter: Das Hauptverfahren sei solange zu sistieren, wie die posttraumatische Belastungsstörung der Beschwerdeführerin anhält.
4. Es sei der Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand einzusetzen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners.
6. In seiner Stellungnahme vom 20. August 2021 beantragte das
Gesundheitsamt Graubünden die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde vom 29. Juli 2021, unter gesetzlicher Kostenfolge.
7. Am 30. September 2021 hielt A._ replicando an ihren bisherigen
Anträgen fest. Zudem liess sie dem Gesundheitsamt Graubünden
gleichentags (innert mehrmals erstreckter Frist) ihre Stellungnahme zur
allfälligen Befreiung vom Berufsgeheimnis von B._ in Bezug auf den
Entscheid der Rekurskommission FSP zukommen.
8. Mit Datum vom 28. Oktober 2021 verfügte das Gesundheitsamt
Graubünden in Sachen Gesuch vom 8. März 2021 von B._ um
Entbindung vom Berufsgeheimnis was folgt:
1. B._ wird gegenüber der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E._, Rechtsanwältin Dr. D._ (Kindsvertreterin) und C._ (Kindsvater) in Bezug auf die erste Seite (Seite 1 von 18) und die letzte Seite (Seite 18 von 18; Dispositiv) des Entscheids der Rekurskommission FSP vom 22. Dezember 2020 vom Berufsgeheimnis entbunden.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
[...]
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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9. In der Folge verfügte das DJSG mit Datum vom 20. Januar 2022 was folgt:
1. Die Beschwerde wird infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.
2. Es werden keine Kosten erhoben. Eine ausseramtliche Entschädigung wird nicht ausgerichtet.
[...]
Das DJSG begründete seine Verfügung damit, dass das Gesundheitsamt
Graubünden mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 das Gesuch von
B._ vom 8. März 2021 gutgeheissen und ihn vom Berufsgeheimnis
entbunden habe; diese Verfügung sei zwischenzeitlich in Rechtskraft
erwachsen.
10. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
21. Februar 2022 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Die Verfügung des DJSG vom 20. Januar 2022 sei aufzuheben.
2. Das DJSG sei zu verpflichten, die Beschwerde vom 29. Juli 2021 zu behandeln.
3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege in den beiden vorinstanzlichen Verfahren zu gewähren.
4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als Rechtsbeistand einzusetzen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanzen bzw. des Staates.
Begründend führte sie im Wesentlichen aus, die Abschreibung der
Beschwerde gegen die Verfügung des Gesundheitsamtes Graubünden
vom 22. Juli 2021 (betreffend Abweisung des Gesuchs um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung) zufolge
Gegenstandslosigkeit sei falsch. Sie habe Anspruch darauf, dass ihre
Beschwerde behandelt werde. Die Beschwerde als gegenstandslos
geworden abzuschreiben stelle eine formelle Rechtsverweigerung und
damit eine Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs nach Art. 29
BV dar.
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11. In seiner Vernehmlassung vom 15. März 2022 beantragte das DJSG
(nachfolgend: Beschwerdegegner) die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Dabei
verwies der Beschwerdegegner im Wesentlichen auf die Erwägungen in
der angefochtenen Verfügung und hielt fest, er hätte das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege selbst bei materieller Prüfung desselben
abgewiesen, da das Hauptverfahren betreffend Beurteilung des Gesuchs
um Entbindung vom Berufsgeheimnis ein einfaches, nicht-streitiges
erstinstanzliches Verwaltungsverfahren gewesen sei, welches nicht in die
Rechtsposition der Beschwerdeführerin eingegriffen habe; die Vorinstanz
habe die sachliche Notwendigkeit einer unentgeltlichen Verbeiständung in
ihrer Verfügung vom 22. Juli 2021 zu Recht verneint.
12. Am 7. April 2022 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest und bestritt die Ausführungen des Beschwerdegegners. Es
sei sehr wohl in ihre Rechtsposition eingegriffen worden, zumal sie Herrin
über das Arztgeheimnis sei. Zudem leide sie an einer posttraumatischen
Belastungsstörung, welche durch die ständigen Verfahren zusätzlich
verstärkt werde. Sie könne aus diesem Grund ihre Rechte nicht selber
wahrnehmen und sei somit sehr wohl auf einen Rechtsbeistand
angewiesen.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die Akten wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung des DJSG
vom 20. Januar 2022, worin die von der Beschwerdeführerin am 29. Juli
2021 erhobene Beschwerde gegen die Nichtgewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung durch das
Gesundheitsamt Graubünden (vgl. dazu Verfügung vom 22. Juli 2021,
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beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] I.10) als gegenstandslos
geworden abgeschrieben wurde. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt
das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Departemente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem
Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz angefochten werden
können. Das Verwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden
Streitsache somit zuständig. Als Adressatin des angefochtenen
Entscheids ist die Beschwerdeführerin davon berührt und sie weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf
(Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 38 und Art. 52 Abs. 1 VRG).
1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG entscheidet das Verwaltungsgericht
insbesondere dann in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn ein
Rechtsmittel –wie vorliegend – offensichtlich begründet ist (vgl. auch
Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]).
2. Streitgegenstand bildet einzig die Frage, ob der Beschwerdegegner das
bei ihm mit Beschwerde vom 29. Juli 2021 anhängig gemachte Verfahren
betreffend die Nichtgewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Verbeiständung durch das Gesundheitsamt Graubünden (vgl. dazu Bg-
act. I.10) zu Recht als gegenstandslos geworden abgeschrieben hat. Auf
darüber hinausgehende Anträge und Vorbringen, namentlich zur
Gewährung bzw. materiellen Beurteilung der unentgeltlichen Rechtspflege
und Verbeiständung in den vorinstanzlichen Verfahren sowie zur Edition
der Akten im Zusammenhang mit dem Beschwerde- und Rekursverfahren
betreffend die Verletzung der Berufsordnung der FSP oder dem Verfahren
betreffend die Befreiung vom Berufsgeheimnis, kann von vornherein nicht
eingetreten werden.
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3. Fällt im Laufe des Verfahrens das rechtserhebliche Interesse am Erlass
eines Entscheids in der Sache weg, insbesondere aufgrund des Rückzugs
der Begehren, der Rücknahme des angefochtenen Entscheids oder eines
Vergleichs, schreibt die Behörde das Verfahren als erledigt ab (Art. 20
Abs. 1 VRG).
3.1. Vorliegend ist unbestritten, dass die Verfügung des Gesundheitsamtes
Graubünden vom 28. Oktober 2021 in Sachen Gesuch vom 8. März 2021
von B._ um Entbindung vom Berufsgeheimnis unangefochten in
Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Bg-act. II.9). Mit dieser Verfügung ist das
rechtserhebliche Interesse an der Behandlung der von der
Beschwerdeführerin am 29. Juli 2021 erhobenen Beschwerde gegen die
Nichtgewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung für
das Verfahren vor dem Gesundheitsamt (in Sachen Gesuch vom 8. März
2021 von B._ um Entbindung vom Berufsgeheimnis) indessen nicht
weggefallen: Zwar hat das Gesundheitsamt in seiner Verfügung vom
28. Oktober 2021 auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet (vgl.
Bg-act. II.9, Dispositiv-Ziff. 2). Aufgrund des Beizugs eines Rechtsanwalts
sind der Beschwerdeführerin im Verfahren vor dem Gesundheitsamt (in
Sachen Gesuch vom 8. März 2021 von B._ um Entbindung vom
Berufsgeheimnis) jedoch Kosten entstanden, die im Falle der Gewährung
der unentgeltlichen Verbeiständung vorläufig vom Staat übernommen
würden. Insofern hat der Beschwerdegegner das Beschwerdeverfahren
somit zu Unrecht als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
3.2. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der nachstehenden Überlegungen:
Bei Entscheiden betreffend die Verweigerung der unentgeltlichen
Rechtspflege handelt es sich in der Regel um Zwischenentscheide (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 4A_483/2013 vom 1. November 2013 E.1.4;
WIEDERKEHR/PLÜSS, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2020,
Rz. 850, 872 und 2333). Letztere sind akzessorisch zu einem
Hauptverfahren und fallen mit dem Entscheid in der Hauptsache dahin,
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d.h. sie können über die Dauer des Hauptverfahrens hinaus keinen
Bestand haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_709/2016 vom
28. August 2017 E.2.1). Dies bedeutet allerdings nicht, dass mit dem
Entscheid in der Hauptsache das rechtserhebliche Interesse an der
Beurteilung von Zwischenentscheiden in jedem Fall automatisch wegfällt.
So ist es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung denn auch
möglich, einen Zwischenentscheid bei fehlendem Interesse an einer
Anfechtung des Endentscheids im Anschluss an diesen selbständig
anzufechten (vgl. dazu BGE 139 V 600 E.2.3, Urteil des Bundesgerichts
1B_204/2017 vom 4. Oktober 2017 E.3.2 m.w.H.). Wie in vorstehender
Erwägung 3.1 dargelegt, ist das rechtserhebliche Interesse an der
Behandlung der von der Beschwerdeführerin am 29. Juli 2021 erhobenen
Beschwerde gegen die Nichtgewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
und Verbeiständung für das Verfahren vor dem Gesundheitsamt (in
Sachen Gesuch vom 8. März 2021 von B._ um Entbindung vom
Berufsgeheimnis) mit dem Entscheid in der Hauptsache nicht weggefallen.
Die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens durch den
Beschwerdegegner führte dazu, dass die Beschwerdeführerin zufolge
Rechtskraft des Entscheids in der Hauptsache bzw. mangels fristgerechter
(erneuter) Anfechtung des Zwischenentscheids (vgl. dazu
SPÜHLER/AEMISEGGER, in: SPÜHLER/AEMISEGGER/DOLGE/VOCK,
Praxiskommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Auflage,
Zürich/St.Gallen 2013, Art. 93 Rz. 40 m.w.H.) ihrer Rechte verlustig ginge
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 1C_564/2013 vom 30. August
2013 E.1.2). Dies wäre auch deshalb stossend, weil im Entscheid in der
Hauptsache vom 28. Oktober 2021 auf die verweigerte unentgeltliche
Rechtspflege und Verbeiständung kein Bezug genommen wurde bzw. sich
dieser darauf nicht ausgewirkt hat und sich die Beschwerdeführerin gegen
den Zwischenentscheid bereits zur Wehr gesetzt hat, dieser mithin bereits
angefochten ist.
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4. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb sie
gutzuheissen ist, soweit darauf eingetreten werden kann, der
angefochtene Entscheid vom 20. Januar 2022 aufzuheben und die Sache
zur materiellen Behandlung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen
ist. Dabei wird der Beschwerdegegner auch über das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung für das Verfahren vor
ihm zu befinden haben.
5.1. Nach Art. 73 Abs. 1 VRG hat im Rechtsmittelverfahren in der Regel die
unterliegende Partei die Kosten zu tragen. Im vorliegenden Einzelfall
rechtfertigt es sich, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten, zumal das
Verfahren weder umfangreich noch schwierig war.
5.2.1. Im Rechtsmittelverfahren wird die unterliegende Partei in der Regel auch
verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Die
Parteientschädigung wird gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) i.V.m. Art. 19 des kantonalen
Anwaltsgesetzes (BR 310.100) durch die urteilende Instanz nach
Ermessen festgesetzt. Ausgangspunkt bildet die Kostennote (Art. 2 Abs.
2 HV). Dabei hat insbesondere der vereinbarte Stundensatz üblich (vgl.
Art. 3 Abs. 1 HV) und der geltend gemachte Aufwand angemessen und für
die Prozessführung erforderlich zu sein. Praxisgemäss wird bei
Nichteinreichen einer Honorarvereinbarung der in der Kostennote geltend
gemachte Stundenansatz, höchstens aber ein Stundenansatz von
CHF 240.-- übernommen, da die Höhe des Stundenansatzes mangels
Honorarvereinbarung nicht verifiziert werden kann (vgl. auch Art. 4 Abs. 1
HV). Geltend gemachte Pauschalspesen werden maximal im Umfang von
3 % des festgelegten Honorars nach Zeitaufwand zugesprochen (vgl.
Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 21 117
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vom 25. Januar 2022 E.9, S 19 101 vom 7. Juli 2020 E.7.2.1, S 19 44 vom
15. April 2020 E.7.2.1, R 18 95 vom 4. März 2020 E.6.2 m.w.H.).
5.2.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte dem Gericht am
7. April 2022 eine Honorarnote über CHF 1'109.30 für vier Arbeitsstunden
à CHF 250.-- zzgl. 3 % Auslagen (CHF 30.--) und 7.7 % MWST
(CHF 79.30) ein. Der geltend gemachte Arbeitsaufwand von
vier Arbeitsstunden erscheint dem Gericht als angemessen. Es liegt
allerdings keine Honorarvereinbarung im Recht, weshalb der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von CHF 1'064.90 (= vier
Arbeitsstunden à CHF 240.-- zzgl. 3 % Auslagen und 7.7 % MWST)
zugesprochen wird. In diesem Umfang hat der Beschwerdegegner die
Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu entschädigen. Bei diesem
Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
und Verbeiständung gegenstandslos.