# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 870a0c0c-da33-4b68-b185-97919bc2d2bd
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
a) A._ und B._ sind je zur Hälfte Miteigentümer von Grund-
stück Nr. 001, Grundbuch O._, an der H._strasse in O._. Das
rund 707 m2 grosse Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan
der Gemeinde Z._ vom 15. Juli 2019 in der Landwirtschaftszone, an
einem nach Osten/Südosten abfallenden Hang. Es ist mit einem rund
sechzigjährigen, ursprünglich offenbar zu Ferienzwecken erstellten
Wohnhaus (Vers.-Nr. 004) überbaut. Auf dem südwestlich angrenzen-
den, rund 626 m2 grossen Grundstück Nr. 002 steht ein ebenfalls in
den 1960er-Jahren erbautes Ferienhaus. Beide Grundstücke sind vom
rund 10,5 ha grossen Grundstück Nr. 003 umgeben, das Wiesland,
Wald sowie landwirtschaftliche Gebäude und ein Wohnhaus umfasst.
Das Grundstück Nr. 003 steht im Eigentum von C._.
b) Die beiden Liegenschaften Nrn. 001 und 002 sind ebenso wie
der Bauernhof zwar an die Kanalisation, nicht aber an die öffentliche
Wasserversorgung angeschlossen; sie beziehen ihr Frischwasser von
einer auf dem Grundstück Nr. 003 liegenden Quelle, von welcher Was-
ser unter anderem zu einem oberhalb der beiden Grundstücke liegen-
den Reservoir gepumpt wird. Hiezu besteht für das Grundstück
Nr. 001 gemäss Eintrag im Grundbuch O._ vom 1. Dezember 1962
ein grundbuchlich gesichertes "Quellenanteilsrecht" sowie ein "Durch-
leitungsrecht für Kabelleitung" zulasten des Grundstücks Nr. 003. Die
derzeit bestehende öffentliche Wasserleitung endet beim südwestlich
liegenden Grundstück Nr. 006.
c) Zugunsten des Grundstücks Nr. 001 ist sodann im Grundbuch
O._ ein Fuss- und Fahrwegrecht über das Grundstück Nr. 003 ein-
getragen. Am 28. September 1993 folgte ein weiterer Eintrag über ein
Parkierungsrecht für zwei Personenwagen.
d) Nachdem offenbar die Ergiebigkeit der gemeinsam genutzten
Quelle stetig zurückgegangen war, ersuchten A._ und B._ den
Gemeinderat Z._ im Jahr 2015 um Anschluss ihres Grundstücks an
die öffentliche Trinkwasserversorgung. Die Wasserknappheit war be-
reits im Zusammenhang mit einem im Jahr 2014 für das Grundstück
Nr. 002 zur Bewilligung eingereichten Bauprojekt thematisiert worden.
Mit Schreiben vom 15. April 2015 orientierte der Gemeinderat die Ei-
gentümer der Grundstücke Nrn. 006, 002 und 001 darüber, dass die
Wasserversorgung Z._ im Auftrag der Gemeinde plane, ihre Grund-
stücke über eine Verbindungsleitung ab der Leitung S._ über das
Gebiet N._ – d.h. die Grundstücke Nrn. 005 und 003 – zu erschlies-
sen. Vorausgesetzt werde jedoch, dass alle drei Liegenschaften den
Anschluss begrüssten und vorbehaltlos Wasser von der neuen Zulei-
tung beziehen würden. Der Kostenvoranschlag für den Leitungsbau
belaufe sich auf brutto rund Fr. 70'000.–, wobei die Wasserversorgung
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 3/14
einen Kostenanteil von 60 Prozent übernehmen würde. Die Restkos-
ten von 40 Prozent zuzüglich der individuellen Hausanschlussleitung
und -installationen gingen zu Lasten der Grundeigentümer.
e) Mit Schreiben vom 1. Dezember 2015 teilte der Gemeinderat
Z._ C._ – unter Verweis auf Art. 3 und 35 des Wasserreglements
der Gemeinde Z._ vom 18. Oktober 2012 – mit, dass er dem Er-
schliessungsbegehren von B._ und A._ positiv gegenüberstehe.
Die aktuell bis zum Grundstück Nr. 006 bestehende Leitung solle über
das Gebiet N._ bzw. das Grundstück Nr. 005 und das Grundstück
Nr. 003 zum Grundstück Nr. 002 und von dort aus dann zum Grund-
stück Nr. 001 geführt werden. Die Gemeinde wolle das Projekt, sofern
die Witterungsverhältnisse dies zuliessen, in diesem Jahr oder in den
ersten Monaten des Jahres 2016 ausserhalb der Vegetationszeiten re-
alisieren. Die Vergütung für Kulturschäden würde nach Bauabschluss
gemäss Art. 35 Abs. 2 Wasserreglement aufgrund einer gemeinsamen
Beurteilung nach den Richtlinien des Schweizerischen Bauernver-
bands ausgerichtet.
C._, vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, un-
tersagte dem Gemeinderat Z._ in der Folge mit Schreiben vom
6. Dezember 2015 die Erstellung der Leitung, soweit das Grundstück
Nr. 003 betroffen sei. Es sei kein Baubewilligungsverfahren durchge-
führt worden. Die politische Gemeinde verfüge über kein auf eine
Dienstbarkeit, eine Vereinbarung oder ein rechtskräftig abgeschlosse-
nes Enteignungsverfahren gestütztes Eingriffsrecht. Auch das Was-
serreglement verweise auf das Enteignungsverfahren. Gleichzeitig
liess C._ über ihren Rechtsvertreter Rekurs bzw. aufsichtsrechtliche
Anzeige beim Baudepartement erheben (Verfahren Nr. 15-8657). Die-
ses Verfahren wurde mit Beschluss vom 8. August 2016 zufolge Rück-
zugs bzw. Gegenstandslosigkeit als erledigt abgeschrieben. Eine da-
gegen beim Verwaltungsgericht erhobene Beschwerde von C._
wurde zufolge Rückzugs am 26. Oktober 2016 als erledigt abgeschrie-
ben.
f) Mit Eingabe vom 19. Februar 2016 ersuchten A._ und B._,
neu vertreten durch Dr.iur. Karl Gehler, Rechtsanwalt, Rapperswil-
Jona, den Gemeinderat Z._, alle notwendigen rechtlichen Schritte
einzuleiten, um das Durchleitungsrecht auf Grundstück Nr. 003
gemäss Art. 35 Wasserreglement durchzusetzen, wobei eine
ensprechende Entschädigung nach den Richtlinien des
Bauernverbands bezahlt werde. A._ und B._ erneuerten ihr
Gesuch mit Schreiben vom 14. Juni 2016 und 14. September 2016,
nachdem Versuche für eine einvernehmliche Regelung gescheitert
waren, wobei sie darauf hinwiesen, dass mittlerweile gar kein Wasser
mehr aus dem Quellrecht zur Verfügung gestellt werde. In der Folge
ersuchte der Gemeinderat Z._ mit Schreiben vom 27. September
und 21. Oktober 2016 den Rechtsvertreter von C._ um eine
Besprechung der Vergütung der Kulturschäden während der Bauzeit
und allfälliger weiterer mit einem Wasseranschluss verbundenen
Punkte. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2016 wies C._ über ihren
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 4/14
Rechtsvertreter darauf hin, dass kein Recht bestehe, auf ihrem
Grundstück auf irgendeiner Trasseeführung eine Wasserleitung zu
erstellen und dass bis heute auch kein Baubewilligungsverfahren
durchgeführt worden sei. Demzufolge sei auch keine Besprechung
notwendig. Mit der in einem durch die D._AG im Auftrag der
Wasserversorgung Z._ ausgearbeiteten Projektplan "Trinkwasser-
Versorgungsleitung Anschluss Parzelle 002 und 001" vom
14. November 2016 ausgewiesenen Linienführung erklärten sich mit
Ausnahme von C._ alle betroffenen Grundeigentümer
unterschriftlich einverstanden.
B.
a) Mit Eingabe vom 20. März 2019 reichten A._ und B._ über
ihren Rechtsvertreter bei der Gemeinde Z._ eine als "Enteignungs-
begehren" bezeichnete Eingabe mit folgenden Anträgen ein:
1. Es sei zu Lasten der Parzelle-Nr. 003, Grundbuch
Z._, das Durchleitungsrecht für eine Wasserleitung – einschliesslich Bau, Unterhalt und Erneuerung mit entsprechendem Zutrittsrecht – durch die Parzelle-Nr. 003, Grundbuch Z._ gemäss dem Bauprojekt der D._AG (Bauherrin: Wasserversorgung Z._) vom 14. November 2016 gegen Bezahlung einer  Einmalentschädigung zu enteignen.
2. Unter entsprechenden Kosten- und  (zzgl. MWST).
In der Begründung wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass
eine zwischenzeitlich beim Kreisgericht See-Gaster, Uznach, erho-
bene Klage auf Einräumung eines Durchleitungsrechts mit Urteil vom
27. Februar 2019 abgewiesen worden sei. In jenem Verfahren habe
C._ ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein zivilrechtliches
Durchleitungsrecht nicht eingeräumt werden könne, weil der Ge-
meinde eine Enteignung des Durchleitungsrechts möglich sei, welcher
Argumentation sich das Gericht nun angeschlossen habe.
b) Mit Schreiben vom 2. April 2019 orientierte der Gemeinderat
Z._ C._ über den Eingang des "Erschliessungsgesuchs" und den
Antrag auf Enteignung. C._ hielt mit Stellungnahme ihres Rechts-
vertreters vom 16. April 2019 daran fest, dass für das in der Landwirt-
schaftszone liegende Ferienhaus keine Anschlussleitung an die öffent-
liche Trinkwasserversorgung notwendig sei.
c) Mit Beschluss vom 14. Mai 2019 wies der Gemeinderat Z._
das "Erschliessungsbegehren" von A._ und B._ ab. Zur Begrün-
dung wurde ausgeführt, dass zum einen der Gemeinderat zur Beurtei-
lung von Enteignungsbegehren nicht zuständig sei und zum andern
den Gesuchstellern die Berechtigung fehle, ein Enteignungsbegehren
zu stellen. Die entsprechende Eingabe vom 20. März 2019 werde
demzufolge als Erschliessungsgesuch entgegengenommen mit dem
sinngemässen Antrag, die Liegenschaft Nr. 001 an die öffentliche
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 5/14
Wasserversorgung anzuschliessen. Ausserhalb der Bauzone treffe die
Gemeinde jedoch keine Erschliessungspflicht und auch aus dem Was-
serreglement lasse sich eine solche nicht ableiten. Im Weiteren sei
auch kein Enteignungsgrund gegeben. Auf dem öffentlich-rechtlichen
Weg lasse sich somit gegen den Willen der betroffenen Grundeigen-
tümerin die Realisierung einer Wasseranschlussleitung nicht durchset-
zen.
C.
Gegen diesen Beschluss erhoben A._ und B._ durch ihren
Rechtsvertreter am 18. Juni 2019 Rekurs beim Baudepartement. Es
werden folgende Anträge gestellt:
1. Der Entscheid der Politischen Gemeinde Z._ vom
14. Mai 2019 betreffend Erschliessungsgesuch von A._ und B._ betreffend Wasseranschluss der  Nr. 001, O._, sei aufzuheben.
2. Die Politische Gemeinde Z._ sei zu verpflichten, die Liegenschaft Nr. 001, Grundbuch Z._, O_, an die öffentliche Wasserversorgung anzuschliessen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerin.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass das rekurrentische
Grundstück über eine ungenügende Wasserversorgung verfüge. Die
Ergiebigkeit der bisher gemeinsam mit der Rekursgegnerin und der
Eigentümerin von Grundstück Nr. 002 genutzten Quelle sei stetig zu-
rückgegangen, weshalb die Rekurrenten ein Gesuch um Anschluss an
die kommunale Wasserversorgung gestellt hätten. Der Anspruch er-
gebe sich aus dem Wasserreglement und die Pflicht zur Duldung der
Durchleitung aus Art. 691 Abs. 1 des eidgenössischen Zivilgesetzbu-
ches (SR 210; abgekürzt ZGB). Die Rekursgegnerin habe sich jedoch
im Schreiben vom 6. Dezember 2015 mit geradezu unverständlicher
Vehemenz dagegen gewehrt, weshalb die Vorinstanz bis heute auf die
Ausführung verzichtet habe. Da die Rekursgegnerin das Fehlen eines
(zivilrechtlichen) Durchleitungsrechts wie auch eines Enteignungsver-
fahrens gerügt habe und für die Baubewilligung das Durchleitungs-
recht rechtlich gesichert sein müsse, sei Klage beim Kreisgericht See-
Gaster eingereicht worden. Obschon dieses den Bedarf anerkannt
habe, sei die Klage mit Verweis auf das Enteignungsrecht abgewiesen
worden, da es sich um eine öffentliche Leitung handle, die dem öffent-
lichen Recht unterstehe. Die Entgegennahme des in der Folge bei der
Vorinstanz eingereichten Enteignungsbegehrens als Erschliessungs-
gesuch sei korrekt, nicht aber die Begründung der Abweisung dessel-
ben. So bestehe zwar nach Art. 19 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die Raumplanung (SR 700; abgekürzt RPG) und Art. 11 Abs. 1 des
Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1; abgekürzt PBG) keine Er-
schliessungspflicht für Grundstücke ausserhalb der Bauzone; eine Er-
schliessung wie auch eine weitergehende Erschliessungspflicht ge-
stützt auf kommunales Recht würden aber auch nicht ausgeschlossen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 6/14
Sodann sei die von der Vorinstanz vertretene Auslegung des Wasser-
reglements nicht richtig, wonach nur als Kunde gelte, wer bereits an-
geschlossen sei, weshalb die Rekurrenten nicht versorgt werden
müssten. Vielmehr sei auch gemäss Wasserreglement der Anschluss
der rekurrentischen Liegenschaft eine öffentlich-rechtliche Aufgabe,
wie sie die Vorinstanz ursprünglich ja auch an die Hand genommen
habe. Nachdem die zivilrechtliche Klage abgewiesen worden sei, wür-
den die Rekurrenten mit der Abweisung auch des öffentlich-rechtli-
chen Erschliessungsgesuchs nun zwischen Stuhl und Bank fallen. Es
könne aber nicht angehen, dass ein Wohnhaus nicht an die Wasser-
versorgung angeschlossen werden könne.
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 27. August 2019 beantragt die Vor-
instanz, den Rekurs abzuweisen.
b) Mit Vernehmlassung vom 9. September 2019 beantragt die
Rekursgegnerin über ihren Rechtsvertreter, den Rekurs unter Kosten-
folge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung wird
geltend gemacht, die Rekurrenten wollten ihr Grundstück als Dauer-
wohnsitz verkaufen und mit dem Erschliessungsgesuch einen besse-
ren Verkaufspreis erzielen. Für die Erstellung einer Erschliessungsan-
lage auf Drittgrundstücken sei aber vorab die Einreichung eines ent-
sprechenden Baugesuchs notwendig. Im Weiteren hätten die Rekur-
renten einen Plan nach dem Enteignungsrecht mit den Angaben des
Landbedarfs einzureichen und der Vorinstanz einen Vorschlag mit
einem Kostenverteiler bzw. eine schriftliche Zusage über die Über-
nahme sämtlicher Baukosten zu unterbreiten. Schliesslich müssten
die Rekurrenten gleichzeitig ein Baugesuch zur Umnutzung des Fe-
rienhauses sowie für die beiden bestehenden Parkplätze auf Grund-
stück Nr. 003 einreichen. Diese Unterlagen seien nach Art 25a RPG
gemeinsam aufzulegen. Für eine Gesamtbeurteilung der Angelegen-
heit sei sodann der Vorbestand auf dem rekurrentischen Grundstück
wesentlich, unter dem Vorbehalt, dass das Wohnhaus überhaupt noch
als bewohnbar gelten könne. Die Nutzung eines Ferienhauses benö-
tige weniger Trinkwasser als eine Nutzung als Dauerwohnsitz. Für
eine Nutzung als Ferienhaus aber genüge die mittels Dienstbarkeit ge-
regelte Wasserversorgung aus der Quelle, eine zusätzliche Leitung sei
nicht erforderlich. Mit Blick auf das seit längerem leerstehende, mehr
als fünfzigjährige Gebäude werde bestritten, dass die Rekurrenten aus
dessen Bestand überhaupt noch Rechte ableiten könnten. Selbst
wenn das Erfordernis der "dauernden ununterbrochenen Nutzung und
Nutzbarkeit" noch erfüllt wäre, würde die Bestandesgarantie nach
Art. 24c RPG nicht für die Erweiterung der Erschliessung gelten. Eine
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG wäre sodann mehr als frag-
lich. Im Weiteren sei der Anschluss auch nicht notwendig. Auch die
Rekurrenten könnten, wie dies die Eigentümerin des Nachbargrund-
stücks Nr. 002 in ihrem Baugesuch nachgewiesen habe, die Wasser-
versorgung mit einem "autonomen" Konzept lösen. Eine Wasserlei-
tung sei folglich nicht standortgebunden im Sinn von Art. 24 RPG.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 7/14
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Die Rekurrenten haben der Vorinstanz ein "Enteignungsbegehren"
eingereicht und die Enteignung des Durchleitungsrechts für eine Was-
serleitung über das Grundstück Nr. 003 gegen angemessene Entschä-
digung beantragt. Die Vorinstanz erwog in formeller Hinsicht, dass
Enteignungsbegehren gemäss Art. 22 Abs. 1 des Enteignungsgeset-
zes (sGS 73.1; abgekürzt EntG) dem Präsidenten der Schätzungs-
kommission einzureichen seien. Dazu seien die Rekurrenten aller-
dings nicht berechtigt, da nach Art. 7 EntG nur der Staat und die poli-
tischen Gemeinden oder andere öffentlich-rechtliche juristische Perso-
nen und Private, denen die Regierung das Enteignungsrecht übertra-
gen habe, enteignungsberechtigt seien. Entsprechend müsste die Ge-
meinde ein Bauprojekt für den Anschluss des Grundstücks Nr. 001 an
die Trinkwasserversorgung erarbeiten und gestützt auf dieses nötigen-
falls selber dem Präsidenten der Schätzungskommission ein Enteig-
nungsbegehren einreichen. Die Vorinstanz nahm deshalb die als Ent-
eignungsbegehren bezeichnete Eingabe vom 20. März 2019 als Er-
schliessungsgesuch entgegen und bejahte ihre Zuständigkeit zur Be-
urteilung desselben gestützt auf Art. 4 Wasserreglement, da die Was-
serversorgung Z._ als solche ein Gemeindebetrieb mit Spezialfinan-
zierung ohne eigene Rechtspersönlichkeit darstelle.
Die Vorinstanz hat das Enteignungsbegehren der Rekurrenten zu
Recht als Erschliessungsgesuch entgegengenommen, was seitens
der Rekurrenten ausdrücklich anerkannt wird. Ob die Vorinstanz das
Gesuch in materieller Hinsicht abweisen durfte, ist nachfolgend zu prü-
fen.
3.
In Frage steht der Anschluss eines Grundstücks ausserhalb der
Bauzone an die öffentliche Trinkwasserversorgung bzw. die entspre-
chende Pflicht des Gemeinwesens zur Erschliessung.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 8/14
3.1 Die Rekurrenten rügen, dass die Vorinstanz die
Erschliessungspflicht ausschliesslich aus dem RPG bzw. aus der
Umsetzungsnorm im PBG ableite. Zwar statuierten Art. 19 Abs. 2 RPG
und Art. 11 Abs. 1 PBG eine Erschliessungspflicht nur für Grundstücke
innerhalb der Bauzone. Dies verunmögliche eine Erschliessung aus-
serhalb der Bauzone jedoch nicht und auch eine weitergehende Er-
schliessungspflicht auf kommunaler Ebene werde nicht ausgeschlos-
sen. Vorliegend habe sich die Vorinstanz im Wasserreglement eine
solche Erschliessungspflicht auferlegt.
Die Rekurrenten verweisen insbesondere auch auf das Urteil des
Kreisgerichts See-Gaster vom 27. Februar 2019. Darin hält das
Gericht mit Verweis auf Art. 691 Abs. 2 ZGB fest, dass der von den
Rekurrenten geltend gemachte Anspruch auf Einräumung des
nachbarlichen Durchleitungsrechts nicht gegeben sei, wenn die
Rechtsordnung die Enteignung vorsehe. Nach Art. 5 Bst. a EntG sei
die Enteignung zulässig für den Bau, Betrieb und Unterhalt sowie die
künftige Erweiterung öffentlicher oder überwiegend im öffentlichen
Interesse liegender Werke. Zu prüfen sei folglich, ob die Erstellung der
umstrittenen Trinkwasserleitung über die Enteignung zu erfolgen
habe, wobei ausschlaggebend sei, ob es sich dabei um eine private
oder um eine öffentliche Anlage handle. Nach den Vorgaben im Was-
serreglement (Art. 14 f. und 20 f. Wasserreglement) stellten Haupt-
und Versorgungsleitungen ohne Weiteres öffentliche Anlagen dar,
während Hausanschlussleitungen grundsätzlich in der Verantwortung
des Grundeigentümers stünden. Das Gericht kam zum Schluss, dass
es sich vorliegend um eine öffentliche Leitung handle, dies auch mit
Blick auf den Umstand, dass die Vorinstanz 60 Prozent der gemäss
Kostenvoranschlag anfallenden Kosten übernehmen würde. Es hielt
fest, dass die Vorinstanz mit ihrer Kostenbeteiligung selbst zum
Ausdruck bringe, dass auch sie die Erstellung der Leitung als
öffentliche Aufgabe sehe, zumal eine Rechtsgrundlage für die
Kostenübernahme einer grundsätzlich von Privaten zu bezahlenden
Hausanschlussleitung nicht ersichtlich sei. Ein Durchleitungsanspruch
gestützt auf Art. 691 ZGB bestehe folglich nicht; die Gemeinde habe
vielmehr nach Art. 35 Abs. 1 Wasserreglement das Enteig-
nungsverfahren durchzuführen.
3.2 Die Vorinstanz verneint demgegenüber in ihrem Beschluss vom
14. Mai 2019 eine ihr mit dem Wasserreglement zugewiesene Pflicht
zur Erschliessung des rekurrentischen Grundstücks. Zum einen sei es
gemäss Art. 3 Bst. a Wasserreglement zwar Aufgabe der Wasserver-
sorgung, Kunden im Gemeindegebiet mit Wasser zu versorgen.
Kunde sei gemäss Art. 6 Abs. 1 Wasserreglement aber nur, wer Was-
ser beziehe. Wer nicht an die Wasserversorgung angeschlossen sei,
sei nicht Kunde im Sinn des Reglements. Aus Art. 3 Bst. a und Art. 10
Abs. 1 Wasserreglement – gemäss welcher Bestimmung die Wasser-
versorgung den Kunden genügend und einwandfreies Trink- und
Brauchwasser liefert – folge denn auch nur, dass die Wasserversor-
gung den angeschlossenen Kunden genügend und einwandfreies
Wasser zu liefern habe. Zum andern sei entgegen der Auffassung der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 9/14
Rekurrenten eine Erschliessungspflicht auch dann nicht gegeben,
wenn die fragliche Leitung im Sinn von Art. 15 Wasserreglement der
Versorgung mehr als einer Liegenschaft diene; eine Pflicht ergebe sich
ausserhalb der Bauzone vielmehr (nur) aus dem übergeordneten
Recht (Art. 19 Abs. 2 RPG und Art. 11 Abs. 1 PBG).
3.3 Die Erteilung einer Baubewilligung setzt in allen Zonen voraus,
dass das Baugrundstück erschlossen ist (Art. 22 Abs. 2 Bst. b RPG),
worunter die Gesamtheit aller Einrichtungen fällt, die notwendig sind,
damit ein Grundstück zonen- und bauordnungsgerecht genutzt
werden kann (vgl. P. HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes
Umweltschutzrecht, Bern 2016, 6. Auflage, S. 274).
3.3.1 Land ist erschlossen, wenn eine für die betreffende Nutzung
hinreichende Zufahrt besteht und die erforderlichen Wasser-, Energie-
sowie Abwasserleitungen so nahe heranführen, dass ein Anschluss
ohne erheblichen Aufwand möglich ist (Art. 19 Abs. 1 RPG). Art. 67
PBG hält entsprechend fest, dass Land erschlossen ist, wenn (Bst. a)
eine hinreichende Zu- und Wegfahrt besteht und (Bst. b) wenn die
genügende Versorgung und Entsorgung sichergestellt sind. Auch
Grundstücke im Nichtbaugebiet bzw. Bauten und Anlagen im Sinn von
Art. 24 ff. RPG müssen eine genügende Erschliessung gemäss Art. 19
Abs. 1 RPG und Art. 67 PBG aufweisen (GVP 2012 Nr. 20; HÄNNI,
a.a.O., S. 274 und 276; E. JEANNERAT, in: Aemisegger/Moor/
Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung,
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 19 N 7).
Der Begriff der Erschliessung ist bundesrechtlich geregelt und
definiert. Die konkreten Anforderungen ergeben sich hingegen aus
dem kantonalen und kommunalen Recht wie auch aus der kantonalen
Gerichts- und Verwaltungspraxis, so insbesondere in Bezug auf das
Ausmass der Erschliessungsanlagen und die Anforderungen an eine
genügende Zugänglichkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
1C_501/2018 vom 15. Mai 2019 Erw. 1.1; HÄNNI, a.a.O., S. 277;
JEANNERAT, a.a.O., Art. 19 N 38; A. REY, in: Griffel/Liniger/Rausch/
Thurnherr [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, Zürich/
Basel/Genf 2016, N 3.284). In Bezug auf die Trinkwasserversorgung
können die Anforderungen (wie vorliegend) unter anderem im
kommunalen Wasserreglement präzisiert sein (vgl. CHR. BERNET, in:
Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Bauge-
setz des Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 11 N 1 und 11; M. NEFF,
in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Bau-
gesetz des Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 67 N 3 f. und 26).
3.3.2 Gemäss Art. 19 Abs. 2 RPG hat das Gemeinwesen die
Bauzonen innerhalb der im Erschliessungsprogramm festgelegten
Fristen zu erschliessen. Entsprechend hält Art. 11 Abs. 1 PBG fest,
dass die politische Gemeinde die Erschliessung der Bauzonen plant
(Bst. a), die Bauzonen zeitgerecht, wenn nötig in Etappen erschliesst
(Bst. b) und ein Erschliessungsprogramm erlässt (Bst. c). Nur
innerhalb der Bauzonen nach Art. 15 RPG untersteht das
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 10/14
Gemeinwesen folglich einer Erschliessungspflicht. Bezüglich
Grundstücken ausserhalb der Bauzone hingegen besteht keine solche
Verpflichtung, es sei denn, besondere bundesrechtliche oder
kantonale Vorschriften würden eine solche vorsehen (wie namentlich
im Bereich der Abwasserentsorgung) oder die Erschliessungspflicht
ergebe sich aus dem Grundsatz der Rechtsgleichheit und die
Erschliessung sei gemäss RPG zulässig. Die Erschliessung
ausserhalb der Bauzone muss dabei stets einem erheblichen
öffentlichen Interesse entsprechen, das höher ist als der Grundsatz
der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet (JEANNERAT, a.a.O.,
Art. 19 N 48 und 50 Fn 173; REY, a.a.O., N 3.314; JOMINI, in:
Aemisegger/Kuttler/Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge-
setz über die Raumplanung, 3. Nachlieferung, Zürich 2010, Art. 19
N 33; BERNET, a.a.O., Art. 11 N 13).
3.4 Das Wasserreglement der Gemeinde Z._ unterscheidet nicht
zwischen der Versorgung innerhalb und ausserhalb der Bauzone, son-
dern spricht vom "Gemeindegebiet" (Art. 3 Wasserreglement). Auch
enthält es keinen ausdrücklichen Vorbehalt zu Gunsten des kantona-
len oder des Bundesrechts. Auslegung und Anwendung des Wasser-
reglements als kommunaler Bestimmung haben sich dennoch ohne
Weiteres am Rahmen zu orientieren, der sich aus dem übergeordne-
ten Recht ergibt. Selbst wenn, wie die Rekurrenten geltend machen
und die Vorinstanz bestreitet, die Vorinstanz sich mit dem Wasserreg-
lement eine erweiterte Erschliessungspflicht auferlegt hätte, hätte sie
zur Beurteilung eines Anschlussgesuchs immer auch die massgebli-
chen kantonalen und bundesrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen.
3.5 Nach Art. 3 Bst. a Wasserreglement ist es unter anderem
Aufgabe der Wasserversorgung Z._, Kunden im Gemeindegebiet
mit Wasser zu versorgen. Die Rekurrenten halten zu Recht dafür, dass
diese Aufgabe grundsätzlich für das ganze Gemeindegebiet und
entsprechend in allen Zonen gilt. Sie rügen sodann zu Recht, dass die
Argumentation der Vorinstanz, wonach gestützt auf Art. 6
Wasserreglement nur Kunde sein kann, wer bereits Wasser von der
Wasserversorgung bezieht – was für die Rekurrenten gerade nicht
zutrifft –, zumindest im vorliegenden Zusammenhang einen
Zirkelschluss darstellt und als "Kunden" im Sinn der
Grundbestimmung von Art. 3 Bst. a Wasserreglement ohne Weiteres
auch alle künftigen anschlusswilligen Bezügerinnen und Bezüger
mitgemeint sind. Das Wasserreglement erwähnt denn auch als weitere
Aufgaben der Wasserversorgung unter anderem die Planung und
Erstellung auch künftiger Wasserversorgungsanlagen und von
Neuanschlüssen (Art. 3 Bst. c in Verbindung mit Art. 7 und 19
Wasserreglement). Entsprechend können, wie von den Rekurrenten
ausgeführt, neue Kunden hinzukommen, sobald eine
Anschlussbewilligung nach Art. 19 Wasserreglement erteilt ist und trifft
die Wasserversorgung ab dann eine Lieferpflicht nach Art. 3 Bst. a
bzw. Art. 10 Wasserreglement. Allerdings bleibt auch aus dieser Sicht
die Frage offen, ob die Rekurrenten Anspruch auf eine
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 11/14
Anschlussbewilligung haben bzw. unter welchen Voraussetzungen es
denn überhaupt möglich ist, Kunde zu werden.
3.6 Vorliegend machen die Rekurrenten unter Verweis auf das Urteil
des Kreisgerichtes See-Gaster geltend, dass es sich beim umstritte-
nen Trinkwasseranschluss nicht um einen Hausanschluss nach
Art. 20 Wasserreglement, sondern um eine Versorgungsleitung im
Sinn von Art. 15 Wasserreglement und damit um eine öffentliche Auf-
gabe bzw. ein öffentliches Werk handle, das in einem öffentlichen In-
teresse stehe. Tatsächlich stellen Versorgungsleitungen nach dieser
Bestimmung einen Teil des Leitungsnetzes dar und dienen sie der
Feinerschliessung, welche – anders als die Hausanschlussleitungen
bzw. der eigentliche Hausanschluss (vgl. HÄNNI, a.a.O., S. 284;
JEANNERAT, a.a.O., Art. 19 N 21; NEFF, a.a.O., Art. 67 N 4) – grund-
sätzlich der Erschliessungspflicht nach Art. 19 Abs. 1 RPG untersteht.
Sinn und Zweck der Erschliessungspflicht liegen allerdings darin, zur
Verfügbarkeit von Bauland beizutragen und Flächen in der Bauzone
innerhalb des vorgegebenen Planungshorizonts von 15 Jahren auch
tatsächlich einer Überbauung zuzuführen (Art. 15 Abs. 4 Bst. d und
Art. 15a RPG; vgl. u.a. REY, a.a.O., N 3.312; BERNET, a.a.O., Art. 8-10
N 13 f. und Art. 11 N 2), was ausserhalb der Bauzone, welche von
Überbauung nach Möglichkeit gerade freigehalten werden soll, nicht
von Bedeutung sein kann. Bauten und Anlagen ausserhalb der
Bauzone unterstehen vielmehr den für die Landwirtschaftszone aufge-
stellten Anforderungen nach Art. 16 f. RPG oder allenfalls den Voraus-
setzungen einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG. Auch mit
Blick auf ihre derart beschränkte Zulässigkeit kann der Auffassung,
dass die für die Bauzone geltende Erschliessungspflicht über kommu-
nales Recht auf die Nichtbauzone ausgedehnt werden könnte, nicht
zugestimmt werden. Mit einer über den Rahmen von Art. 19 Abs. 1
RPG hinausgehenden generellen Erschliessungspflicht auch aus-
serhalb der Bauzone würde sich eine Gemeinde vielmehr zur Erstel-
lung von in der Mehrzahl wohl nicht bewilligungsfähigen Anlagen ver-
pflichten. Die Vorinstanz hat folglich eine aus dem Wasserreglement
fliessende Pflicht zum Anschluss des rekurrentischen Grundstücks an
die öffentliche Trinkwasserversorgung zu Recht abgelehnt. Daran än-
dert auch nichts, dass sie zu einer Kostenbeteiligung bereit wäre.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 12/14
4.
Auch wenn eine generelle Erschliessungspflicht der Vorinstanz aus-
serhalb der Bauzone verneint wird, bleibt zu prüfen, ob ein individueller
Anspruch der Rekurrenten auf einen Anschluss an die öffentliche
Trinkwasserversorgung besteht. Die Rekurrenten verweisen dies-
bezüglich auf die Wasserknappheit im Gebiet H._ und machen
geltend, dass auch das Kreisgericht See-Gaster die Notwendigkeit der
Leitung zur bestimmungsgemässen Nutzung des Grundstücks bejaht
habe. Sodann sei keine wesentliche Beeinträchtigung der Interessen
der Rekursgegnerin ersichtlich.
4.1 Baubewilligungen für Bauten ausserhalb der Bauzone setzen
wie erwähnt grundsätzlich ebenfalls eine ausreichende Erschliessung
und damit eine für den beabsichtigten Nutzungszweck ausreichende
Trinkwasserversorgung voraus (vgl. JEANNERAT, a.a.O., Art. 19 N 38).
Eine solche war im Zeitpunkt der Erstellung der Wohnbaute auf Grund-
stück Nr. 001 unbestrittenermassen vorhanden, und sie funktionierte
in der Folge offenbar über Jahrzehnte zufriedenstellend für alle Betei-
ligten, bis sich in den letzten Jahren – offenbar insbesondere als Folge
des steten Rückgangs der Ergiebigkeit der Quelle – Uneinigkeit über
die Verteilung des vorhandenen Wasservorkommens einstellte.
4.2 Beim Wohnhaus auf Grundstück Nr. 001 handelt es sich um eine
altrechtliche zonenwidrige Baute im Sinn von Art. 24c RPG, welche
grundsätzlich Bestandesgarantie geniesst und deren Erneuerung, Än-
derung, Erweiterung und Wiederaufbau sich nach den Voraussetzun-
gen von Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 42 der eidgenössischen
Raumplanungsverordnung (SR 700.1; abgekürzt RPV) richtet. Zum
einen ergibt sich jedoch aus der Besitzstandsgarantie allein kein An-
spruch auf eine Verbesserung der bestehenden Infrastruktur (vgl.
Espace Suisse, Raum&Umwelt, 3/2020, S. 19). Zum andern bleibt die
Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung nach
Art. 24c Abs. 5 RPG vorbehalten bzw. dürfen einer Bewilligung keine
überwiegenden Interessen entgegenstehen (vgl. Art. 24 Bst. b und
Art. 24c in Verbindung mit Art. 43a Bst. e RPV).
Die Rekurrenten verweisen auf Art. 8 Abs. 1 Wasserreglement, wo-
nach Haupt- und Versorgungsleitungen dem öffentlichen Recht unter-
worfen sind, und machen geltend, dass ihre Erstellung, wie auch das
Kreisgericht See-Gaster festgehalten habe, eine öffentliche Aufgabe
darstelle und im öffentlichen Interesse liege. Dieses innerhalb der
Bauzone im Grundsatz ohne Weiteres zu bejahende öffentliche Inte-
resse ist jedoch nicht gleichzusetzen mit dem erheblichen öffentlichen
Interesse, das für die Erstellung von Bauten und Anlagen bzw. eine
Erschliessung ausserhalb der Bauzone und entsprechend auch für
eine damit einhergehende Enteignung nach Art. 5 EntG vorausgesetzt
wird. Auch der Umstand, dass eine Versorgungsleitung in Frage steht
und die Vorinstanz kostenpflichtig würde, vermag für sich allein noch
kein derartiges Interesse zu begründen. Vorliegend soll die umstrittene
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 23/2021), Seite 13/14
Leitung der Erschliessung zweier Grundstücke mit nicht landwirt-
schaftlich genutzten Wohn- bzw. Ferienhäusern dienen, was die
Vorinstanz im angefochtenen Beschluss vom 14. Mai 2019 zu Recht
als lediglich privates Interesse an der verbesserten Trinkwasserer-
schliessung qualifiziert hat und weshalb sie auch das Bestehen eines
Enteignungsgrunds nach Art. 5 Bst. a EntG verneint hat. Da dieses
private Interesse das erhebliche öffentliche Interesse an der Trennung
von Bauzone und Nichtbauzone nicht zu überwiegen vermag, kann die
Vorinstanz im konkreten Fall nicht verpflichtet werden, das Grundstück
Nr. 002 an die öffentliche Trinkwasserversorgung anzuschliessen.
5.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz in Bezug auf das
ausserhalb der Bauzone liegende Grundstück der Rekurrenten keine
Erschliessungspflicht trifft und auch kein öffentliches Interesse gege-
ben ist, das eine Erschliessung erfordern und rechtfertigen würde. Die
Vorinstanz hat das Erschliessungsgesuch folglich zu Recht abgewie-
sen. Der Rekurs erweist sich deshalb als unbegründet und ist abzu-
weisen.
6.
6.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die
Rekurrenten die amtlichen Kosten unter solidarischer Haftung zu
bezahlen (Art. 96bis VRP).
6.2 Der von den Rekurrenten am 27. Juni 2019 geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.
7.
Rekurrenten und Rekursgegnerin stellen ein Begehren um Ersatz der
ausseramtlichen Kosten.
7.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
7.2 Die Rekursgegnerin obsiegt mit ihren Anträgen. Da das Verfah-
ren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Die Rekursgegnerin hat Antrag auf eine ausseramtli-
che Entschädigung zuzüglich vier Prozent Barauslagen nach Art. 28bis
Abs. 1 HonO sowie 7,7 Prozent Mehrwertsteuer gestellt. Weil keine
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Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche Entschädigung in Anwen-
dung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der Honorarordnung
(sGS 963.75) ermessensweise auf Fr. 2'750.– zuzüglich der beantrag-
ten vier Prozent Barauslagen (Fr. 110.–), insgesamt auf Fr. 2'860.–
(zuzüglich Mehrwertsteuer) festzulegen; sie ist von den Rekurrenten
zu gleichen Teilen zu bezahlen.
7.3 Da die Rekurrenten mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie
von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-
gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen.