# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0514efa2-6e57-4e61-9587-c3fdb6d3a695
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1962
in der ehemaligen
Y._
und Schweizerin, ist
ver
heiratet und Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Töchtern (geboren 1987 und 1988)
. Seit
Geburt
leidet sie
an
ein
er
Beeinträchtigung
am linken Arm (
Amelie,
Fehlen der linken Hand bzw
.
des linken Unterarmes bis zum Ellbogen). I
n der ehemaligen
Y._
absolvierte
sie
eine Ausbil
dung zur Wirtschaftskauffrau
(
Urk.
6/2)
, in welchem Beruf sie
(in der Buchhaltung
;
Urk.
6/18
)
bis zur Geburt
ihres
ersten Kindes
im Jahr 1987
tätig war
; danach war sie Hausfrau und Mutter
.
I
m Jahr
1992
reiste sie
in die
S
chw
e
i
z
ein
(
Urk.
6/
4/3
)
.
I
m Jahr 1999 nahm sie eine ehrenamtliche Tätigkeit in einer
Ludothek
auf
(
Urk.
6/17)
. Mit Gesuch vom 21.
August 2014 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf das Geburtsgebrechen
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
3
).
Per 1.
November 2014 nahm sie eine
teilzeitliche
Tätigkeit als Lageristin in einem Spielwarengeschäft auf (
Urk.
6/19).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizin
i
scher und erwerblicher H
insicht und führte am 25.
November 2014 eine A
bklärung der beeinträch
tigten A
rbeits
fähigkeit in Beruf und Haushalt durc
h
(
Bericht vom 1
3.
Januar 2015;
Urk.
6/12)
.
Auch tätigte sie Abklärungen bezüglich des Anspruch
s
auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
6/13)
,
welchen
Anspruch sie
in der Folge
verneinte (Urk. 6/13 und Urk.
6/15)
.
Am
1.
April 2015 teilte
die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass – da sie angemessen eingegliedert sei – weder
A
nspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Rente bestehe (
Urk.
6/
20
)
.
Am 2
2.
Februar 2017
wandte
sich die Versicherte unter Hinweis darauf, dass sie ihre Stelle
im Spielwarengeschäft
infolge Geschäftsaufgabe
verloren habe, erneut an die IV-Stelle und ersuchte um Unterstützung bei der Stellensuche (
Urk.
6/24).
In der Folge
gewährte
die IV-Stelle
Massnahmen der Frühintervention
(in Form von Computerkursen und Arbeitsvermittlung durch Beratung und U
nterstütz
ung bei der Stellensuche durch Profil Arbeit und Handicap
)
, welche
sie
– nachdem es nicht gelungen war, die Versicherte in den Arbeitsmarkt zu integrieren
–
per
23.
Juli 2018
abschloss
(Urk.
6/44)
. Nach
Vorlage der Akten an ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD
;
Urk. 6/49
)
sowie
nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/50 ff.
)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 15.
April 2019 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk.
6/60
).
Da
gegen erhob die Versicherte
am 28.
Mai 2019 Beschwerde
, welche
das hiesige Gericht
mit U
rteil vom 17.
März 2020
(Prozess Nr. IV.2019
.00384)
in dem Sinne gut
hiess
, als
es
die
angefochtene Verfügung aufhob und die
S
ache zu
rechts
genüglichen
medizinischen Abklärungen
unter Berücksichtigung der aus der Ein
gliederungsberatung gewonnenen Erkenntnisse
und recht
s
konformer Ermittlung des Inval
i
ditätsgrades
(als Teilerwerbstätige)
an die
IV-Stelle
zurückwies
(Urk.
6/63)
.
1.2
Die IV-Stelle
nahm daraufhin beim (neuen) Hausarzt ergänzende Abklärungen vor (
Urk.
6/69
). In der Folge
veranlasste sie
eine polydisziplinäre Begutachtun
g
, womit die
Z._
AG, M
EDAS
A._
, beauftragt wurde (Gutachten vom 2
4.
April 2021;
Urk.
6/91).
Gestützt
auf die so getätigten
medizinischen
Abklärungen
sowie – mangels Veränderung der
S
ituation im
Aufgabenbereich
–
gestützt auf
den
Abklärungsbericht Haushalt vom 13.
Januar 2015
erliess
die IV-Stelle
am 20.
September 2021 einen
neuen
Vorbescheid, mit welchem sie
in Anwendung der gemischten Methode
den Anspruch auf eine
Invalidenrente verneinte (Urk.
6/101)
. Dageg
en erhob die Versicherte am 21.
Oktober 2021 Einwand
(Urk.
6/106). Mit V
erfügung vom 29.
November 2021 hielt die IV-Stelle
daran fest, dass kein Rentenanspruch bestehe
(Urk.
2).
2.
Dage
g
en liess die Versicherte
am 1
7.
Januar 2022
wiederum
Beschwerde erheben (U
rk.
1) mit den Anträge
n, es sei die Verfügung vom 29.
November 2021 aufzu
heben (1.) und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten
, der Beschwerde
führerin die gesetzlichen Leistungen auszurichten; insbesondere sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente auszurichten (2.), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl.
MWSt
) zulasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrensmässiger Hinsicht liess sie die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels beantragen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle ste
llte mit Vernehmlassung vom 18.
Februar 2022 Antrag auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
5), was der Beschwerdeführerin mit
Verfügung vom 22.
Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde, unter Hinweis darauf, dass das Gericht die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte, es den Parteien jedoch unbenommen sei, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterla
gen einzureichen (Urk. 7). Am 14.
März 2022 reichte die Beschwerdeführer
in eine Stellungnahme ein (Urk.
10). Die Beschw
erdegegnerin verzichtete am 13.
April 202
2 auf Ausführungen hierzu (Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im W
esent
lichen damit,
sie habe
nach
dem
Urteil vom 1
7.
März 2020
umfassende medizinische Abklärungen getätigt. Aufgrund der medizinischen Beurteilung sei die Beschwerdeführerin in jeder körperlich leichten
,
angepassten Tätigkeit, welche einarmig ausgeführt werden könne, zu 100
% arbeitsfähig.
Der Ein
kommensvergleich ergebe im erwerblichen Bereich einen Invaliditätsgrad von 36 %
. Im Haushalt liege unverändert eine Einschränkung von 0.75
% vor.
In An
wendung der gemischten Methode (90
%
Erwerbstätigkeit
/10
%
Haushalt
)
resultiere
insgesamt
ein
Invaliditätsgrad von 33
%
, womit kein Rentenanspruch ausgewiesen sei (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführer
in
lässt dagegen zur Hauptsache vorbringen, dass das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
Z._
Gutachten nicht verwertbar sei,
namentlich
da
der Experte
Dr.
B._
eine Titelanmassung begehe
. Auch
hätten
sich weder die Ärzte der
Z._
AG
noch die Beschwerdegegnerin an die Anweisung des Gerichts gehalten, wonach der medizinische Sachverhalt unter Berücksichtigung der aus der Eingliederungsberatung gewonnenen Erkenntnisse abzuklären sei. Berücksichtige man diese Erkenntnisse
,
komme man zum Schluss
,
dass die Versicherte sowohl in angestammter als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig und im ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sei, weshalb sie Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe (
Urk.
1).
3.
3.1
Die
medizinischen
und beruflich-erwerblichen
A
kten
, wie sie dem Urteil des
hiesigen Gerichts vom 1
7.
März 2020
zugrunde lag
en
,
werden vorlie
gend nicht erneut wiedergegeben. D
iesbezüglich
wird
auf die dortigen Erwägungen
Ziff.
3
.
/
3.1-3
.6
verwiesen
(
Urk.
6/63
/7 ff.
)
.
Im Nachgang zum Urteil vom 17.
März 2020
fanden
zur Hauptsache
die folgenden Berichte Eingang in die Akten
:
3.2
Dipl. Arzt
C._
, Praktischer Arzt,
von der
Praxis D._
gab am 2
1.
Juli 2020 gegenüber der IV-Stelle an, sie hätten die
Beschwerdeführerin
erst zweimal gesehen. Sie könnten keine Angaben mache
n (
Urk.
6/69; vgl. auch
Urk.
6/
7
3
)
.
3.3
3.3
.1
Im
polydisziplinäre
n
(neurologisch
en
,
internistisch
en
,
orthopädisch
en
und psychiatrisch
en
)
Gutachten der
Z._
AG,
Medas
A._
,
vom 24.
April 2021 stell
ten die verantwortlich zeichnenden Fachärzte
im Rahmen der medizinischen Gesamtwürdigung
konsensual
die folgenden Diagnosen
(
Urk.
6/91/10 ff
.
):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Partielle
Hemimelie
linker Arm (ICD-10: Q73.1)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Cervikovertebrales
und
-
spondylogenes
Syndrom rechts (ICD-10:
M54.02)
-
Osteochondrose
C5-7
-
Leichte linkskonvexe
zervikothorakale
Skoliose
Im Rahmen ihrer Gesamtwürdigung führten
sie
im Wesentlichen aus, weder in der bisherigen Tätigkeit (Lageristin
; vgl. S. 14
) noch in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit
; dabei gelte das seitens des ortho
pädischen und neurologischen Gutachtens geäusserte Fähigkeitsprofil
(S. 1
2
).
Für eine Tätigkeit, welche mit einem Arm ausgeübt werden könne, bestehe eine volle Restarbeitsfähigkeit. Da die Explorandin durch die Amelie als funktional einarmig zu betrachten sei, ergäben sich im Haushalt selbstredend Einschränkungen (S. 14).
Zum Verlauf hielten sie im Wesentlichen fest, dass eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne die begutachtende Person auch früher selber untersucht zu haben, nicht unproblematisch sei. Auf Grundlage der im
aktuellen
Zeitpunkt erhobenen Befunde und
der
daraus abgeleiteten Diagnosen seien die echtzeit
li
ch vorgenommenen Beurteilungen nachvollziehbar bzw
. wür
den sie wie in der früh
er
e
n Verfügung von ein
er vollen Arbeitsfähigkeit aus
gehen
(S.
12 f.
)
.
Jedoch müsse festgehalten werden, dass es für die Explorandin schwierig sein möge, eine Arbeitsstelle zu finden, da sie nur Tätigkeiten mit einer
Einarmigkeit
ausüben könne. Es gelte demnach
,
die Explorandin seitens der IV in den Arbeitsmarkt einzuführen (S. 13
)
.
3.3
.2
Der Neurologe Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem T
eilgutachten
vom 1
7.
Februar 2021 (
Urk.
6/91/40 ff.)
zur Hauptsache aus, aufgrund der Anamnese, der Beschwerden-Schilderung als auch der Befunde könne ein
cervicovertebrales
und
cervicobrachiales
Schmerzsyndrom fest
gehalten werden. F
okale neuro
l
o
gische Defizite zeigten sich
nicht, womit ein
cervicoradi
kuläre
s
Syndrom ausgeschlossen werden könne.
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die Amelie des linken Unterarmes auf
geführt, da
diese gewisse Arbeiten
verunmögliche. Prinzipiell schliesse die Amelie eine Tätigkeit, die einarmig ausgeübt werden könne,
jedoch
nicht aus; in einer solchen Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
(
S. 13, S. 16)
.
3.3
.3
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin FMH,
stellte
in seinem Teilgutachten vom 18.
Januar 2021
(
Urk.
6/91/58 ff.)
aus internistischer Sicht
weder Diagnosen mit noch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
noch be
schrieb er
F
unkt
i
o
nseinschränkungen.
Aus rein allgemein-internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit
bzw. Leistungsfähigkeit
weder
in der angestammten Tätigkeit
noch
in einer etwaigen Verweistätigkeit eingeschränkt
(S. 16 ff.).
3.3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopäd
i
e und – so der Briefkopf –
Rheumatologie, hielt in seinem Teilgutachten vom
10.
März 2021
(Urk.
6/91
/78 ff.)
zur Haupt
sache
fest
, es würden diffuse Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule und des rechten Nackens angegeben. Eine nennenswerte Verspannung könne in
diesem Bereich
nicht gefunden werden. Die H
alswirbelsäule
werde
endgr
adig
steif
gehalten, ansonsten sei diese annähe
r
nd frei bewegbar. Die restliche Wirbelsäule z
eige keine Auffälligkeiten und
es würden in diesem Bereich auch keine Beschwerden geklagt. Beim Vornüberbeugen mit dur
c
hgestreck
t
en Be
i
nen
k
önne mit den rechten Fingern der Boden
erreich
t werden. D
ie Wirbelsäule entfalte sich
hierbei regelrecht. Insg
e
samt
könn
ten keine wesentlichen Verhärtungen der Wirbelsäulenmuskulatur oder gar
Myogelosen
gefunden werden
(S. 15)
.
Es liege eine
Peromelie
des linken Armes vor, wobei der Unterarmstumpf 9 cm betrage. Der Stumpf sei völlig reizlos, ebenso das Ellenbogengelenk links. Die Schulter sei aufgru
nd des verkürzten linken Armes
sogar deutlich bewegbar
er
als die rechte Seite. Eine Einschränkung der rechten Schulter, auch bei geklagten Schmerzen, könne nicht gefunden werden
(S. 15)
.
Der Nacken
-
und Schürzengriff sei mit der rechten Seite und
andeutungsweise
links problemlos durchführbar. Die restlichen Gelenke des rechten Armes seien frei bewegbar und reizlos. Normale
Handbeschwielung
rechts, das Fingerspiel sei rechts frei und der Faustschluss sei rechts kräftig. Das
Ankleiden nach der Unter
suchung
erfolge zügig und gekonnt, ebenso wie das Entkleiden
. Hierbei werde auch keine Einsc
h
r
änkung im Bereich der re
c
hten Schulter bzw
.
Halswirbel
säulen-/Kopfbew
e
gung
feststellbar
(S. 15 f.)
.
Die
mitgebrachten Röntgenbilder der Halswirbelsäule vom 2
1.
März 2019 zeigten eine mässige
Osteochondrose
C5-7, die restliche Halswirbelsäule zeige keine wesentlichen degenerativen Veränderungen. Es bestehe eine ca
.
8 Grad links
konvexe
ze
rvikothorakale
Skoli
ose
(S. 16)
.
Eine wesentliche Einschränkung der Halswirbelsäule oder insbesondere der rechten Schulter habe bei der Untersuchung nicht festgestellt werden können. Gegebenenfalls wäre hier eine orthopädische antiphlogistische Behandlung erforderlich. Somit sei einzig und allein die fehlende Hand links, beziehungsweise der fehlende Unterarm mit Hand, begrenzend. Auch könne kein Unterschied zur Feststellung vom 1
3.
Janu
ar 2015 festgestellt werden (
S. 17
).
Zur Arbeit
s
fähigkeit gab
Dr.
B._
an, die Tätigkeit als Lageristin sei ein un
geeigneter Beruf aufgrund der Umstände.
Angepasst seien sämtliche Tätigkeiten, bei denen nicht ständig zwei Hände benutzt werden müssten
(z.B. leichte Büro
tätigkeit, Aufsicht führen etc
.
)
. Eine solche Tätigkeit sei ohne Einschränkungen vollschichtig zumutbar (
S.
19 f.).
3.3.5
Dr.
med. Dipl.-Psych
.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
gab im seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 2
0.
Februar 2021 (
Urk.
6/91/104 ff.) im Wes
e
ntlichen an, in diagnostischer Hinsicht bestehe in Anwendung der ICD-10, dem Diagnostikmanual der WHO, zum Untersuchungszeitpunkt keine psychische Störung von Krankheitswert mit Auswirkung auf die Arbeitsfähi
gkeit.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jedweder den körperlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten der Versicherten entsprechenden Tätigkeit. Auch sei im Verlauf keine Arbeitsfähigkeit ausgewiesen und wurde nicht attestiert
(
S. 16, S. 21
).
3.4
Pract
. med.
H._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom RAD hielt in seiner Stellungnahme vom
8.
Mai 2021 im Wesentlichen fest, das Gutachten der
Z._
A
G
sei nachvollziehbar und plausibel in seinen Schlussfolgerungen, weshalb da
rau
f abgestellt werden könne (Urk.
6/100/5 f.).
In s
einer Stellungnahme vom 3
.
November 2021
(Urk.
6/108/3 f.)
zu den Vor
bringen im
Vorbescheidverfahren
führte er
im Wesentlichen aus, als wesentliche gesundheitliche Einschränkung bestehe bei der Kundin ein fehlender Unterarm auf der linken Seite (angeboren), daraus resultiere eine funktionelle
Einarmigkeit
seit Geburt. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei anzunehmen, dass
sich
die
Beschwerdeführerin
aufgrund dieser
seit der Geburt bestehenden Ein
schränkungen gewisse Kompensationsmechanismen angeeignet habe, welche einen gewissen Ausgleich des Handicaps bewirk
t
en.
Die Einschätzung/Beurteilung d
es «Profil Arbeit und Handicap»-Schlussbericht
s
vom 20. Juli
2018 wie auch die Angaben im Assessmentbericht vom
5.
Juli
2017 seien sehr wohl im Rahmen des Gutachtens der
Z._
AG berücksichtigt. Dies spiegle sich im Gutachten wider, die funktionellen Einschränkungen der erhobenen Befunde würden beschrieben, es erfolge eine Beschreibung der Belastungsfaktoren und der Ressourcen der Kundin und eine Stellungnahme zu einer angepasste
n
Tätigkeit. Wie dem Belastungsprofil zu entnehmen sei, sei es für die K
undin mögl
i
c
h, körperlich leichte, angepasste Tä
tigkeiten
, welche ein
armig ausgeführt werden könnten,
vollzeitig
auszuüben.
Die Gutachter hätten explizit darauf verwiesen, dass es für die Kundin aufgrund der gesundheitlichen Einschränkung schwierig sei, im ersten Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden. Dies sei so auch im Schlussbericht
«
Profil Arbeit und Handicap
» vom 2
0.
Juli 2018
bestätigt worden. Die im
Schlussb
ericht
erwähnte Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der
Beschwerdeführerin
sei letztlich darauf zurück
zu
führen
,
dass sich die
Beschw
e
rdeführerin
– wie im Bericht dargelegt – körperlich überfordere. Dies könne aber nicht der Sinn der Eingliederung sein. In einer körperlich angepassten Tätigkeit – entsprechend dem Belastungsprofil – komme es aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht zu einer Überforderung; wichtig sei, dass eine solche Tätigkeit einarmig
ausgeübt werden könne
(S. 4).
Folgende Tätigkeiten seien – um konkreter zu werden – denkbar:
- Arbeiten an einer Rezeption/Empfang, welche im Wesentlichen beratende Auf
gaben beinhalten; bei Tätigkeiten am PC/Telefon sollte auf eine entsprechende ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes geachtet werden, und ggf. weitere Hilfsmittel eingesetzt werden (z
.B.
Spracherkennungsprogramm, Freisprech
anlage, etc.)
- überwiegend visuelle Kontroll-/Überwachungsaufgaben/Qualitätskontrollen etc.
,
bei denen nur selten eine Dokumentation zu erfolgen habe, Dokumentationsaufgaben mittels einfache
n
einarmig auszuübenden Befehlen (z
.
B
.
einfache Bestätigung mit einer Taste in einem Computerprogramm, Strich
liste etc
.
)
Ob solche Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden, sei letztlich durch den Rechtsanwender zu prüfen und aus versicherungs
medizinischer Sicht weder Aufgabe des medizinischen Gutachtens noch des RAD. Wie erwähnt hätten die Gutachter jedoch darauf verwiesen, dass aufgrund der gesundheitlichen Einschränkung das Finden einer Anstellung im ersten Arbeits
markt schwierig sei.
Z
usammenfassend könne an der RAD-
Stellungnahme
vom
8.
Mai 2021
abgestützt auf das Gutachten der
Z._
AG festgehalten werden (
Urk.
6/108/4)
.
4.
4.1
Das Gutachten
der
Z._
AG
beruht auf umfassenden
Untersuchungen in den notwendigen medizinischen Disziplinen und wurde in Kenntnis
der
Vorakten
(Anamnese) erstellt. Die begutachtenden Fachpersonen setzten sich mit den von
der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinander, stellten
gestützt auf ihre Untersuchungen
nachvollziehbare Diagnosen
,
legten die medizinischen Zusammenhänge
sowie
die medizinische Situation einleuchtend dar und
ihre
Sch
lussfolgerungen
sind
plausibel
.
Insbesondere zeigten sie
nachvollziehbar
auf, dass aufgrund der erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin
massgeblich
(nur) aufgrund der Amelie
bzw.
Peromelie
des linken Vorderarmes eingeschränkt ist
und deshalb
jedenfalls in einer leidensangepassten, ei
narmig
auszuübenden Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit
besteht
.
4.
2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin lässt den Beweiswert
des Gutachtens
unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_66/2010 vom 6. September 2010
mit der Begründung in Frage stellen,
dass
sich
Dr.
B._
als
Facharzt für Orthopädie und R
heuma
tologie
bezeichne
, obwohl er
über keinen Weiterbildungstitel in Rheuma
tologie verfüge.
Er
begehe damit eine Titelanmassung, weshalb
er unglaubwürdig und
das Vertrauen
in ihn
erschüttert
sei.
A
uf
sein
Guta
c
hten
sei um
so weniger abzustellen
,
als vorliegend
ein Gutachter
notwendig gewesen wäre
,
der über einen Weiterbil
d
ungstitel i
n Rheumatologie verfüge (
Urk.
1
S. 6 ff.).
4.2.2
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es ver
lässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Der Beweiswert einer spezial
ärztlichen Expertise hängt davon ab, ob die begutachtende Person über die ent
sprechende Fachausbildung verfügt. Ihre fachliche Qualifikation spielt für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse der Expertin oder des Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung einer Ärztin oder eines Arztes als Gutachtensperson in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender spezialärztlicher Titel der berichtenden oder zumindest der den Bericht visie
renden Arztperson voraus
gesetzt
. Die
Titelanmassung
stellt den Beweiswert eines medizinischen Gut
achtens erheblich in Frage (Urteil des Bundesgerichts 8C_66/2010 vom 6. September 2010 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
4.2.3
Gemäss dem online abrufbaren Eintrag im
Medizinalberuferegist
er
(
medregom.admin.c
h)
hat
Dr.
B._
in
I._
1981 das A
rztdiplo
m er
worben und
im Jahr
1988
in
I._
den Weiterbildungstitel Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegung
s
apparates
erlangt
(An
erkennung in der Schweiz im Jahr 2015)
. Seine
Teil
e
xpertise unterzeichnete er mit «Facharzt für Orthopädie und Rheumatol
o
gie» (
Urk.
6/91/102)
.
D
ie
Beschwerd
eführer
in
stellte
den Beweiswert
der
Expertise von
Dr.
B._
unter Hinweis auf das er
wähnte bundesgerichtliche Urteil 8C_66/2010
in Frage
.
Dr.
B._
wurde
mit der
orthopädische
n
Begutachtung
der Beschwerdeführerin
beauftragt
,
wobei
er
über
den
(
i._
)
Facharzttitel für Orthopädische Chirurgie und Traum
atologie des Bewegungsapparates
verfügt.
Mithin
verfügt
er
in der
vorliegend
massgebenden
Diszi
p
lin
über die
von ihm
angegebene
Fach
ausbildung und
bezüglich der
zu beantwortenden
Fragen
über die
erforderliche
Qualifikation
(zum Erwerb der Facharztbildung im Ausland vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_460/2017
vom 1. Februar 2018 E. 5.5 mit Hinweisen, ins
besondere auf
BGE 137 V 210 E. 3.3.2)
.
Dies
gilt
u
mso mehr
,
als
nicht zu
trifft, dass
im Falle der Beschwerdeführerin
eine
r
h
e
umatologis
ch
e Begutachtung
erfor
derlich
gewesen wäre
. D
enn
bei der Beschwerdeführerin
liegt
neben der
(
im Vor
dergrund stehenden
)
Diagn
o
se
einer
Hemimelie
des linken Armes ein
cerviko
vert
e
brales
und
-
spondylogenes
S
yndrom rechts
mit/bei
Osteochondrose
C5-7 so
wie l
eichte
r
linkskonvexe
r
zervikothorakale
r
Skoliose
vor,
d
eren
Beurteilung
-
wie auch
von
anderen
Auffälligkeiten
und Gesundheitsschäden
an der W
irbel
säule
bzw
.
am Bewegungsapparat
-
durchaus in den
Kompetenzbereich
auch
de
s Orthopädi
schen Chirurgen
fällt
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 90/07 vom 2
8.
August 2007
E. 4.1
)
.
Dass
Dr.
B._
sich
–
soweit ersichtlich ohne ent
sprechende
Berechtigung
–
auch Facharzt für Rheumatologie
nennt
,
ändert
daher
jedenfalls
im
v
orliegend
en K
onte
xt
nichts
daran
,
dass
er
aus orth
o
pädischer Sicht über d
en angegebenen
erforderlichen Titel
und die damit einhergehende Fach
kenntnis
verfügt
.
Die Untersuchungen und Beurteilungen erfolgten vor
liegend somit anders als im erwähnten Urteil 8C_66/20
10
allesamt
durch
in ihrem Bereich
ausgebildete
F
achärzte.
4.2.4
Wenn
auch
die fachliche Qualifikation von
Dr.
B._
im vorliegenden Fall ausser Frage steht, so hätte
die Beschwerdegegnerin
trotzdem
nicht ohne
Weiterungen
auf
dessen Teilgutachten beziehungsweise
das Gutachten der
Z._
AG ab
stellen dürfen. Mit
dem gestützt auf das
Medizinalberuferegister
begründeten Ein
wand
einer Titelanmassung
stand
eine erhebliche Infragestellung
des Gutachtens im Raum
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_66/2010 vom
6.
September 2010 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen
)
.
Die Besch
werdegegnerin selbst nannte Dr.
B._
in der
entscheidenden
Verfügung vom
9.
November 2020 (
Urk.
6/80), mit welcher der Beschwerdeführerin Frist zur Erhebung von Einwänden gegen die Gutachter
personen angesetzt worden war, ebenfalls
Facharzt für
Orthopädie
und
Rheuma
tologie
, und nannte somit einen
möglicherweise
fehlenden
Facharzttitel
und suggerierte eine
möglicherweise fehlende
doppelte Facharztqualifikation. Unter diesen Umständen
muss
te
die Beschwerdegegnerin
selbst ein
grosses
Inter
esse daran haben, die fachliche Kompetenz
von Dr.
B._
vor dem Entscheid in der vorliegenden Sache ergänzend zu klären.
Umso mehr gilt dies
im Hinblick
auf
künftige, namentlich spezif
isch rheumatologische Gutachten.
Da
die Beschwerdegegnerin kein
e
weiteren Erhebungen zur Q
ualifikation von
Dr.
B._
,
seiner Ausbildung und seinem Leistungsausweis im Bereich der Rheumatologie
vorge
nommen und namentlich keine Begründung bei
Dr.
B._
und der
Z._
AG
für die
Bezeichnung als Facharzt für Rheumatologie ein
geholt hat,
kann letzt
lich nicht absc
hliessend beurteilt werden,
ob – wie dies die Beschwerdeführerin geltend machte –
ein
erheblicher Vertrauensverlust besteht,
der
die Geeignetheit von
Dr.
B._
in F
rage zu stellen vermag (
K
ieser
, ATSG-Kommentar, 4
. Aufl. 20
20
,
N.
51
zu
Art.
44
).
In diesem Zusammenhang festzu
halten ist, dass der Frage der Vertrauenswürdigkeit von Arztpersonen grosse Bedeutung zukommt.
So setzt ge
mäss
Art.
36
Abs.
1
lit
. b des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinal
berufe
(
Medizinalberufegesetz
,
MedBG
) die Bewilligung zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung
etwa
voraus, dass die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller vertrauenswürdig
ist
(
Urteil des Bundesgerichts 2C_236/2020 vom 2
8.
August 2020 E. 3.3.5).
Nach
Art.
58
lit
. b
MedBG
macht sich zudem strafbar, wer eine Bezeichnung verwendet, die den Eindruck erweckt, er habe eine Aus- oder Weiterbildung gemäss
MedBG
absolviert, ohne diese erfolgreich abgeschlossen zu haben (vgl. auch
Art.
58
lit
. a
MedBG
).
Die Sache ist aus diesem Grund
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit sie die fachliche Qualifikation von
Dr.
B._
im Bereich der Rheumatologie und die Gründe für das Nennen eines im
Medizinalberuferegister
nicht ver
zeichneten Facharzttitels kläre.
Je nach dem Ergebnis dieser weiteren Prüfung w
ird die B
eschwerdegegnerin
im Anschluss
ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen oder in der Sac
he direkt zu entscheiden haben.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, welche ermessensweise auf
Fr.
2'2
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzulegen ist.