# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dbc54d85-5005-5a8b-9293-9f5efb8514ff
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner reichte am 26. März 2018 bei der Gemeinde Roggwil (BE)
ein Baugesuch ein. Dieses umfasste einerseits die Sanierung und den Umbau des
bestehenden Wohngebäudes E._weg 5, namentlich den Ersatz der Fenster- und
Fenstertüren sowie die Erweiterung des Kellers. Andererseits hatte das Baugesuch zwei
Unterstände für eine Holzbearbeitungsmaschine (Fräse und Spaltmaschine), eine
Abgrabung für ein ca. 50 m2 grosses Holzlager sowie einen ca. 21 m2 grossen Lagerplatz
für 12 bis 18 "Big-Packs" mit Brennholz zum Gegenstand. Die Bauten und Anlagen
befinden sich auf Parzelle Roggwil (BE) Grundbuchblatt Nr. F._. Die Parzelle liegt
in der Dorfzone DII, die der Lärmempfindlichkeitsstufe III (ES III) zugeordnet ist.1 Gegen
das Bauvorhaben erhob die Beschwerdeführerin 1 sowie Herr A._ sel. Einsprache.
2. In der Folge splittete die Gemeinde das Bauvorhaben auf. Mit Teilbauentscheid vom
19. September 2018 erteilte die Gemeinde Roggwil (BE) dem Beschwerdegegner die
Baubewilligung für zwei Unterstände für eine Holzbearbeitungsmaschine (Fräse und
Spaltmaschine), eine Abgrabung für ein ca. 50 m2 grosses Holzlager sowie einen ca. 21 m2
grossen Lagerplatz für 12 bis 18 "Big-Packs" mit Brennholz. Dagegen reichten die
Beschwerdeführenden 1 bis 3 sowie Herr A._ sel. am 6. Oktober 2018
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
lehnen den Teilbauentscheid ab und verlangen den Rückbau der Anlage sowie deren
Verlegung in die Industriezone der Gemeinde. Sie stören sich besonders am Lärm, Staub
und den Luftschadstoffen, die von der Holzbearbeitung ausgehen.
3. Im Schreiben vom 24. Oktober 2018 äussert sich der Beschwerdegegner zu den
Rügepunkten der Beschwerdeführenden ohne einen förmlichen Antrag zu stellen. Er bittet
die BVE um eine fachgerechte Beurteilung der Sache. Sinngemäss beantragt er damit die
Abweisung der Beschwerde. Auch die Gemeinde schliesst in ihrer Stellungnahme vom
2. November 2018 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden
könne.
1 Vgl. Art. 43 Abs. 1 des Baureglements der Einwohnergemeinde Roggwil vom 16. Oktober 2006 (genehmigt durch das AGR am 22. Oktober 2007)
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4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte bei der
Gemeinde die Vorakten ein. Danach holte es beim Amt für Berner Wirtschaft (neu: Amt für
Wirtschaft und Immissionsschutz; AWI) einen Bericht zur Luftreinhaltung und zum Lärm
ein. Die Beschwerdeführenden 1 bis 3 liessen sich in der Folge anwaltlich vertreten. In der
Stellungnahme vom 17. Januar 2019 beantragen sie erneut die Aufhebung des
Bauentscheids und die Erteilung des Bauabschlags. Zudem verlangen sie neue
Lärmmessungen. Mit Instruktionsverfügung vom 28. Februar 2019 stellte das Rechtsamt in
Aussicht, den Bauentscheid mit Lärmschutzauflagen zu ergänzen. Es bat das AWI
ausserdem um Beantwortung zusätzlicher Fragen zum Lärm. Gleichzeitig erhielten die
Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, sich zu den Auflagen und zum Verfahren zu äussern.
Von dieser Möglichkeit machten die Verfahrensbeteiligten Gebrauch.
5. Mit Schreiben vom 7. März 2019 nahm das AWI Stellung zu den Fragen und der
Kritik der Beschwerdeführenden 1 bis 3 zum Lärmbericht des AWI vom 17. Dezember
2018. Mit Schreiben vom 10. Februar 2019, eingegangen bei der BVE am 12. März 2019,
ersuchte der Beschwerdegegner die BVE, den geplanten Bau zur Verbesserung des
Lärmschutzes zu genehmigen. Zudem reichte er einen Sicherheitsnachweis für
Elektroinstallationen (SiNa) ein. Zu den Auflagen äusserte sich der Beschwerdegegner
nicht. Mit undatierter Eingabe, eingegangen bei der BVE am 5. April 2019, teilten die
Beschwerdeführenden 2 und 3 mit, ihre Beteiligung am Verfahren sei erloschen. Weiter
informierten sie darüber, dass Herr A._ verstorben sei und die Beschwerdeführerin
1 ihrem Rechtsvertreter das Mandat entzogen habe. Schliesslich bemerkten die
Beschwerdeführenden 2 und 3, es sei unverständlich, dass die Immissionssituation beim
Einfamilienhaus, das östlich der Lärmquelle in der Wohnzone liege, nicht berücksichtigt
worden sei. Zudem liesse sich der Lärm mit einer Wand reduzieren. In der Stellungnahme
vom 9. April 2019 teilte die Gemeinde mit, an ihrer Auffassung, wonach die Baubewilligung
zu bestätigen sei, habe sich nichts geändert. Mit Schreiben vom 11. April 2019 reichte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden 1 bis 3 die Kostennote ein. Er teilte ausserdem
mit, die Beschwerdeführenden 1 bis 3 hätten ihm das Mandat entzogen.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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6. Das Rechtsamt der BVE sistierte in der Folge mit Verfügung vom 26. April 2019 das
Verfahren von Amtes wegen bis zur Klärung der Rechtsnachfolge von Herrn A._
sel.. Mit Verfügung vom 12. Juli 2019 nahm das Rechtsamt das Beschwerdeverfahren
wieder an die Hand. Es stellte gestützt auf die Auskünfte des Regierungsstatthalteramts
Oberaargau und des mit der Erstellung des Erbschaftsinventars beauftragen Notars fest,
dass die Beschwerdeführerin 1 alleinberechtigte Erbin ist und somit anstelle des
verstorbenen Beschwerdeführers keine neue Partei ins Beschwerdeverfahren eingetreten
ist. Es gab den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, sich abschliessend zum Verfahren zu
äussern. Davon machten die Beschwerdeführenden 2 und 3 Gebrauch. Im Schreiben vom
25. Juli 2019 stellen sie sich auf den Standpunkt, in der Beschwerde vom 6. Oktober 2019
hätten sie nur die Richtigkeit der Angaben bestätigt. Es habe nie Beschwerdeführende 2
und 3 mit eigenständigem Schreiben gegeben. Auf die Rechtsschriften, die
Stellungnahmen des AWI sowie die vorhandenen Akten wird, soweit für den Entscheid
relevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Bauentscheid. Nach Art. 40 BauG3 können Bauentscheide innert
30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist
somit für die Beurteilung der Beschwerde gegen den Bauentscheid der Gemeinde Roggwill
zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2
BauG). Die Beschwerdeführerin 1 war am vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecherin
beteiligt.4 Ihre Einsprache wurde abgewiesen. Sie ist formell und materiell beschwert und
daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Die Beschwerde wurde rechtzeitig eingereicht
und enthält einen Antrag und eine Begründung. Auf die Beschwerde der
Beschwerdeführerin 1 ist daher grundsätzlich einzutreten.
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 4 Vgl. 38 f. der Vorakten der Gemeinde Roggwil
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c) Hinsichtlich der Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführenden 2 und 3 liegen die
Dinge jedoch anders. Im Schreiben vom 4. April 2019 und 25. Juli 2019 stellen sie sich
sinngemäss auf den Standpunkt, dass sie am Verfahren nie teilgenommen haben. Mit der
Unterzeichnung der Beschwerde vom 6. Oktober 2018 hätten sie nur deren Richtigkeit
bestätigt. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Bei der Rechtsschrift vom
6. Oktober 2018 handelt es sich um eine Kollektivbeschwerde. Sie enthält folgenden
Antrag: "- Wir legen gegen den Teilbauentscheid vom 19.09.2018 innert Frist Beschwerde ein.
- Wir beantragen den Teilbauentscheid abzulehnen, Rückbau der illegalen Anlage zu verfügen.
- Sowie Verlegung der Anlage in die zur Gemeinde Roggwil gehörende Industriezone.
(H._areal, wo er bereits ein Holzlager betreibt, siehe Foto IMG_6879)."
In der Rechtsschrift vom 6. Oktober 2018 wird sodann auf über zwei Seiten dargelegt,
weshalb der Teilbauentscheid der Gemeinde falsch ist. Die Rechtsschrift vom 6. Oktober
2018 haben die Beschwerdeführenden 2 und 3 ausserdem eigenhändig und vorbehaltslos
unterschrieben. Überdies haben sich die Beschwerdeführenden 2 und 3 im
Beschwerdeverfahren anwaltlich vertreten lassen, wie die Anwaltsvollmachten in den Akten
belegen. In der Stellungnahme vom 17. Januar 2019 beantragten sie erneut die Aufhebung
des angefochtenen Bauentscheids der Gemeinde und die Erteilung des Bauabschlags.
Darin machten sie geltend, ihre Mietwohnungen seien besonders stark vom Lärm
betroffen. Zudem rügten sie, der Sägestaub der Holzverarbeitung lagere sich auf ihrer
Fotovoltaikanlage ab, was zu Ertragseinbussen führe. Damit haben die
Beschwerdeführenden 2 und 3 ihren Beschwerdewillen und ihre Absicht, sich am
Beschwerdeverfahren zu beteiligen, mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht. Sie haben
zusammen mit der Beschwerdeführerin 1 und Herrn A._, der im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens verstorben ist, mit der Kollektivbeschwerde ein
Rechtsmittelverfahren eingeleitet. Sie sind daher im Beschwerdeverfahren als Parteien zu
behandeln und tragen ein Kostenrisiko (vgl. Erwägung 10). Der Auffassung der
Beschwerdeführenden 2 und 3, dass nur Herr und Frau A._ gegen den
Teilbauentscheid vom 19. September 2018 ein Rechtsmittel einlegten, kann nicht gefolgt
werden.
Ebenso ist entgegen der Annahme der Beschwerdeführenden 2 und 3 bisher kein
Entscheid der BVE in dieser Sache ergangen. Folglich ist zunächst zu prüfen, ob die
Beschwerdeführenden, nachdem sie die Kollektivbeschwerde anhängig machten, zur
Beschwerdeführung berechtigt sind. Daran ändert nichts, dass sie sich am Ende des
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Verfahrens mit Schreiben vom 4. April 2019 und 25. Juli 2019 von der Kollektivbeschwerde
vom 6. Oktober 2019 sowie der Rechtsschrift vom 17. Januar 2019 ihres Rechtsvertreters
distanzierten. Denn auch ein Beschwerderückzug setzt prozessual voraus, dass zu Beginn
des Rechtsmittelverfahrens die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind.5 Dazu gehört die
Beschwerdelegitimation bzw. das Bestehen eines genügenden Rechtsschutzinteresses der
Parteien (Art. 65 VRPG6).
d) Ein genügendes Rechtsschutzinteresse haben nach Art. 40 Abs. 2 BauG
grundsätzlich Einsprechende, soweit sie einspracheberechtigt waren und ihrer Einsprache
im Bauentscheid nicht entsprochen worden ist.7 Die Beschwerdebefugnis der Parteien
setzt also voraus, dass sie am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen haben oder aber
zu Unrecht keine Möglichkeit zur Teilnahme erhielten. Nach den Akten wurde das
Baugesuch publiziert. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 waren am vorinstanzlichen
Verfahren nicht als Einsprechende beteiligt und sind durch den angefochtenen
Bauentscheid auch nicht neu berührt. Sie sind demnach auch nicht zur nachträglichen
Beschwerde an die BVE befugt. Mangels Rechtsschutzinteresses kann auf die
Beschwerde der Beschwerdeführenden 2 und 3 somit nicht eingetreten werden.
2. Ausgangslage
a) Umstritten ist der Bauentscheid der Vorinstanz vom 19. September 2018. Dieser
umfasst zwei Unterstände für eine Holzbearbeitungsmaschine (Fräse und Spaltmaschine),
eine Abgrabung für ein ca. 50 m2 grosses Holzlager sowie einen ca. 21 m2 grossen
Lagerplatz für 12 bis 18 "Big-Packs" mit Brennholz. Den Akten zufolge steht der
Sägespalter in einem dreiseitig geschlossenen ca. 5 m langen, 2 m breiten und 2.73 m
hohen Unterstand. Dieser befindet sich auf der Nordseite der Liegenschaft E._weg
5. Geplant ist eine Verlängerung des Unterstands um ca. 4.50 m, so dass auch das
Förderband und die Holzbehälter innerhalb des Unterstands liegen.
5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1 6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 4; siehe auch Art. 65 Abs. 1 Bst. a VRPG
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b) Hinsichtlich der Holzverarbeitung präsentiert sich der Sachverhalt wie folgt: Das
Stammholz wird auf einem landwirtschaftlichen Anhänger vom Wald zum
Holzbearbeitungsplatz transportiert. Der Anhänger ist mit einem festen Kran ausgestattet.
Dieser wird vom Traktor hydraulisch angetrieben. Mit dem Kran werden die Holzstämme
vom Anhänger auf einen Metallholzauflagebock unmittelbar vor dem Unterstand des
Sägespalters abgeladen. Mithilfe einer Zuführvorrichtung werden die Holzstämme in den
Unterstand befördert, worin sich die Maschine des Sägespalters befindet. Mit dem
Sägespalter werden die Stämme zuerst gefräst und anschliessend gespalten. Das
verarbeitete Brennholz wird danach mit einem Förderband in Behälter abgeführt.
3. Staub
a) Die Beschwerdeführerin 1 befürchtet, die Holzverarbeitung führe zu störenden
Staubimmissionen bei den Nachbarliegenschaften. Besonders befürchtet sie, dass sich der
Sägestaub auf der Fotovoltaikanlage der Beschwerdeführenden 2 und 3 ablagere, wodurch
Ertragseinbussen entstünden.
b) In der Umweltschutzgesetzgebung wird zwischen Emissionen und Immissionen
unterschieden (Art. 7 Abs. 2 USG8). Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und
Strahlen werden beim Austritt aus Anlagen als Emissionen, am Ort ihres Einwirkens als
Immissionen bezeichnet. Der Sägespalter gilt als stationäre Anlage im Sinn von Art. 2
Abs. 1 Bst. c LRV9. Die Anlage verfügt über keinen Kamin, über den die gesammelte Abluft
abgegeben wird. Es gelten daher keine spezifischen Emissionsgrenzwerte nach LRV.
Emissionen sind aber im Rahmen der Vorsorge nach Art. 4 LRV soweit zu begrenzen, als
dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Was die Immissionen
anbelangt, liegt der massgebliche Grenzwert für diese Art Staub nach Anhang 7 LRV bei
einem Jahresmittelwert von 200 mg pro m2 und Tag.
c) Die BVE hat beim AWI zur Emissions- und Immissionssituation des Staubes einen
Bericht eingeholt. Das AWI führte in der Stellungnahme vom 17. Dezember 2018 aus, als
relevante Emissionsquelle bezüglich der Stauberzeugung könne der Sägevorgang
bezeichnet werden. Direkt unter der Kreissäge beim Sägeblatt sei eine Absaugvorrichtung
8 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) 9 Luftreinhalte-Verordnung des Bundesrats vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1)
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installiert. Das abgesaugte Sägemehl werde in einen Auffangbehälter geleitet. Wenn
dieses System beim Sägen in Betrieb sei, entspreche es dem Stand der Technik. Da die
Säge in einem auf drei Seiten geschlossenen Unterstand stehe, könnten zudem
Windverfrachtungen minimiert werden. Nach seinen Erfahrungen könne hier davon
ausgegangen werden, dass bei den Nachbargebäuden der Immissionsgrenzwert sicher
eingehalten sei. Mit der Absauganlage und der Einhausung der Säge werde überdies dem
Gebot der Vorsorge genügend Rechnung getragen. Weitere adäquate Massnahmen seien
nicht ersichtlich. Dass über dem Sägeblatt eine Absaughaube installiert werde, so dass der
minimal entstehende Staub über das Dach abgeleitet werde, sei nicht üblich und wäre
wirtschaftlich kaum tragbar. Das AWI empfiehlt daher, von umfangreichen und
kostenintensiven Immissionsmessungen für den Staub abzusehen, da die Grenzwerte für
den Staubniederschlag auf Jahresmittelwerten basieren und diese im vorliegenden Fall
weit unterschritten würden.
d) Es ist zwar möglich, dass bei den Nachbarliegenschaften Staubimmissionen
festgestellt werden können. Die Anlage entspricht jedoch nach der Einschätzung des AWI
dem Stand der Technik und unterschreitet den massgeblichen Staubgrenzwert. Der
Umstand, dass hier nur während wenigen Stunden pro Jahr Holz verarbeitet wird,
untermauert die Einschätzung das AWI (vgl. Erwägung 5d). Die Beurteilung des AWI
hinsichtlich der Staubsituation ist schlüssig und nachvollziehbar. Diese Beurteilung wird im
Übrigen auch von der Beschwerdeführerin 1 nicht infrage gestellt. Es besteht für die BVE
kein Anlass, von der technischen Beurteilung der unabhängigen Fachbehörde
abzuweichen. Weitere Massnahmen zur Reduktion der Staubemissionen sind nicht
ersichtlich oder wären unverhältnismässig. Auch wäre im vorliegenden Fall in
Übereinstimmung des AWI eine Auflage zulasten des Beschwerdegegners, wonach
während eines Jahres der Staubniederschlag gemessen werden müsste,
unverhältnismässig. Die Beschwerdeführerin 1 kann aus ihrer Rüge betreffend den Staub
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Beschwerde ist in diesem Punk unbegründet.
4. Luftschadstoffe
a) Die Beschwerdeführerin 1 kritisiert weiter, beim Entladen der Holzstämme vom
Anhänger auf die Zuführvorrichtung entstünden störende Dieselabgase durch den
laufenden Traktor.
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b) Wie in der Erwägung 2 erwähnt, wird der Kran vom Traktor hydraulisch angetrieben.
Der Traktor steht demzufolge beim Abladen des Holzes in Betrieb. Dessen Emissionen
sind somit zum Betrieb zuzählen und nach Art. 4 LRV wenn möglich weiter zu begrenzen.
Schadstoffe, welche der Traktor emittiert und wofür Immissionsgrenzwerte bestehen, sind
Stickstoffdioxid (NO2) und Kohlenmonoxid (CO). Bei diesen Grenzwerten handelt es sich
um Tages- oder Jahresmittelwerte, wie aus dem Bericht vom 17. Dezember 2018 des AWI
hervorgeht.
c) Das AWI hat die Luftschadstoffsituation näher untersucht. Im Bericht vom
17. Dezember 2018 kommt es zum Schluss, dass der zeitliche Anteil der
Traktorenemissionen so gering sei, dass alleine davon keine Überschreitung und
Übermässigkeit resultiere. Auch hielt es fest, dass das Umlenken der Abgase mit einem
Schlauch nicht zu einer wesentlichen Änderung der Immissionssituation in der
Nachbarschaft führen würde. Als unverhältnismässig erachtet das AWI schliesslich das
Ableiten der Abgase mit einer Absauganlage über das Dach.
d) Die Einschätzungen des AWI betreffend die Luftschadstoffsituation sind
nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Es bestehen keine Anhaltspunkte, an der
schlüssigen Beurteilung des AWI zu zweifeln. Der Traktor ist pro Jahr lediglich an 25
Tagen während 35 Minuten beim Abladeprozess in Betrieb, wie aus der Erwägung 5d folgt.
Die Grenzwerte werden nicht überschritten und weitergehende
Emissionsbegrenzungsmassnahmen wären unverhältnismässig. Auch in diesem Punkt ist
die Beschwerde unbegründet.
e) Die Beschwerdeführerin 1 rügt schliesslich, das verarbeitete Brennholz, das der
Beschwerdegegner den Nachbarn verkaufe, führe zu starken Geruchsbelästigungen. Diese
Rüge sprengt den Rahmen des Streitgegenstands. Die Emissionen, die Raumheizungen
emittieren, sind nicht zum Betrieb der Holzverarbeitung zuzählen. Bei Raumheizungen
handelt es sich um Feuerungsanlagen. Für diese gelten separate Anforderungen (vgl.
Anhang 3 LRV). Auf die Rüge wird nicht eingetreten.
5. Lärm
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a) Die Beschwerdeführerin 1 stört sich besonders am Lärm, der die Holzverarbeitung
verursacht. Sie bemängelt die Lärmbeurteilung, die das AWI im vorinstanzlichen Verfahren
vornahm. Sie rügt besonders, in der rechnerischen Prognose sei nur der Lärm
berücksichtigt worden, der von der Fräse und Spaltmaschine verursacht werde. Weitere
Lärmquellen, namentlich die kettenbetriebene Rampe, das herunterfallende Holz, der
Traktor zur Bedienung des Krans und der Luftkompressor, seien nicht in die
Lärmbeurteilung eingeflossen. Weiter rügt sie, es könne nicht davon ausgegangen werden,
dass der Unterstand eine Dämmung von 5 dB(A) bewirke, da der Schall der Anlage beim
Immissionspunkt (Wohnhaus B._) direkt eintreffe. Zudem seien die
Schallmessungen der Gemeinde vom 26. März 2018 nicht berücksichtigt worden.
b) Der Beschwerdegegner bemerkt in seiner Eingabe vom 24. Oktober 2018, die
Erweiterung des Maschinenunterstands sei eingereicht worden, um den Geräuschpegel
möglichst niedrig zu halten. Die Wand und das Dach des Unterstands würden mit Isolation
versehen, damit die Anlage gegen die Dorfseite abgeschirmt werde.
c) Der Holzverarbeitungsplatz gilt als neue ortsfeste Anlage. Lärmemissionen einer
neuen ortsfesten Anlage müssen gemäss Art. 7 Abs. 1 LSV10 nach den Anordnungen der
Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar ist (Vorsorge) und dass die von der Anlage alleine erzeugten
Lärmimmissionen die Planungswerte nicht überschreiten. Die Ermittlung und Beurteilung
von Industrie- und Gewerbelärm erfolgt nach Anhang 6 der LSV.
d) Die BVE holte auch zur Lärmsituation beim AWI einen weiteren Bericht ein. Dabei
wies die BVE das AWI an, eine Lärmmessung durchzuführen. In der Stellungnahme vom
17. Dezember 2018 hielt das AWI fest, zur möglichst störungsgerechten Ermittlung der
Belastung am lmmissionspunkt werde der Lärm von Industrie- und Gewerbeanlagen in
verschiedenen Lärmphasen unterteilt. Die Holzverarbeitung stelle eine industrielle Anlage
dar und umfasse drei Lärmquellen bzw. Lärmphasen. Die erste Lärmquelle umfasse das
Abladen der Stämme vom Anhänger mit dem Kran. Als zweite Lärmquelle gelte der
Sägespalter, bestehend aus der Fräse (separate Lärmphase), Späneabsauganlage,
Spaltanlage (spalten der gesägten Holzstücke). Und die dritte Lärmquelle umfasse das
Fräsen der Stämme. Dabei handle es sich um die mit Abstand lauteste Lärmphase. Die
10 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
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einzelnen Lärmphasen der strittigen Holzverarbeitung seien am 27. November 2018, ab ca.
14.00 Uhr, mit dem Schallpegelmesser erfasst worden. Lärmmessungen seien bei der
Liegenschaft der Beschwerdeführerin 1 (Südfassade Wohnhaus A._) und bei der
Liegenschaft der Beschwerdeführenden 2 und 3 (Nordostfassade Wohnhaus B._)
durchgeführt worden. Gestützt auf die Angaben des Beschwerdegegners sei es von
folgenden Betriebszeiten ausgegangen: Das Holz werde während höchstens zwei Stunden
pro Tag, in der Regel zwischen 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr, verarbeitet. Samstags und
sonntags werde kein Holz verarbeitet. Pro Jahr werde so während höchstens 50 Stunden
oder an 25 Tagen während maximal zwei Stunden Holz verarbeitet. Die zwei Stunden
würden aufgeteilt in ca. 35 Minuten Abladen, rund 75 Minuten Betrieb des Sägespalters
und in etwa sechs Minuten Fräsen. Dabei würden sich die sechs Minuten Fräsen aus
folgender Berechnung ergeben: Pro Arbeitstag würden maximal 20 Stämme zu ca. 6 m
Länge und maximal 38 cm Durchmesser verarbeitet. In der Regel würden die Stämme zu
Stücke von 33 cm geschnitten (Stammlänge 600 cm dividiert durch Stücklänge von 33 cm
x 20 Stämme x 1 Sek. dividiert durch 60 Sekunden = 6 Minuten für den Maximalpegel). Der
Rest der Zeit werde für Aufräumarbeiten eingesetzt.
e) Im Bericht vom 17. Dezember 2018 kam das AWI zum Schluss, dass die
Lärmemissionen vom Betrieb der Holzverarbeitung bei beiden lmmissionsorten (Wohnhaus
B._ und Wohnhaus A._) mit 56.50 dB(A) und 57.30 dB(A) unter dem
Planungswert von 60 dB(A) am Tag in der ES III liegen. Weiter hielt das AWI fest, um eine
bessere Abschirmwirkung des Sägespalters gegenüber den lmmissionsorten zu erreichen,
empfehle es, die noch offenen Stellen der geschlossenen Fassade des bestehenden
Unterstands zu schliessen. Zudem sei der geplante Anbau fugendicht auszuführen.
f) Die Beschwerdeführerin 1 kritisiert in der Stellungnahme vom 17. Januar 2019, das
AWI stelle, was die Menge des verarbeiteten Holzes anbelange, einzig auf die Angaben
des Beschwerdegegners ab. Schon heute werde mehr Holz verarbeitet, als der
Beschwerdegegner angebe. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Anlage derart ausgelegt
sei, dass eine bedeutend höhere Menge Holz verarbeitet werden könne. Es sei zudem für
die Beurteilung des Lärms ein Betriebskonzept zu erstellen. Weiter sei nicht berücksichtigt
worden, dass im Zeitpunkt der Messung zwischen der Lärmquelle und dem Wohnhaus
B._ Big-Packs, Säcke und Kisten gelagert worden seien. Nicht nachvollziehbar sei
ausserdem, weshalb die Lärmmessung nicht auf der nähergelegenen Südseite der
Liegenschaft B._ durchgeführt worden sei. Völlig ausser Acht gelassen worden sei
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bei der Lärmprognose die Lärmquelle der Motorkettensäge. Diese werde vor dem Sägen
und Spalten zur Bearbeitung der Holzstämme eingesetzt, um unförmige Holzstämme zu
bearbeiten. Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin 1, die eingesetzten Werte für
die Pegelkorrekturen K1 bis K3 seien nicht nachvollziehbar. Sie verlangt eine neue
Lärmmessung und die Erstellung eines Lärmprotokolls.
g) In der Stellungnahme vom 7. März 2019 führte das AWI hinsichtlich der
Pegelkorrektur K1 aus, dass es sich dabei um die Pegelkorrektur für Anlagen der Industrie,
des Gewerbes und der Landwirtschaft handle. Für diese Pegelkorrektur betrage der Wert
immer 5 dB(A).11 Für die Pegelkorrektur K2 (Hörbarkeit des Tongehaltes) habe es bei der
Berechnung der Lärmphasen Abladen und Sägespalter den Wert 2 dB(A) gewählt. Dies,
weil der Tongehalt für diese Lärmphasen an beiden Immissionsorten nur schwach hörbar
gewesen sei. Für die Lärmphase Fräsen habe kein Tongehalt bestanden. Aufgrund des
störenden Geräusches habe es den Maximalzuschlag von 6 dB(A) vergeben. Bei der
Pegelkorrektur K3 (Hörbarkeit des Impulsgehaltes) habe es für alle Lärmphasen den Wert
0 dB(A) vergeben, weil keines der Geräusche der Lärmphasen Abladen, Sägespalter und
Fräsen impulshaltig sei. Als impulshaltig würden Geräusch wie z.B. Schlagen, Hämmern
oder einfüllen von Material in Aufgabetrichter von Brechern etc. gelten.
Weiter führte das AWI aus, dass krumme Stämme nicht verarbeitet werden könnten und
die Lärmmessung bei durchschnittlichen Arbeitsvorgängen und -prozessen durchgeführt
worden sei. Gestützt auf eine nachträgliche Berechnung hielt das AWI weiter fest, dass der
Beurteilungspegel an der Südfassade der Liegenschaft B._ aufgrund der
Umgebungssituation den Planungswert von 60 dB(A) am Tag in der ES III ebenfalls
einhalte. Der berechnete Lärmpegel beträgt dort 58.81 dB(A), wie der detaillierten
Berechnung des AWI entnommen werden kann. Ebenso eingehalten sind die
Planungswerte, wenn die Lärmquelle der Motorkettensäge als eigenständige Lärmphase in
die Lärmbeurteilung einbezogen wird. Das belegt die Zusatzberechnung des AWI.12 Ferner
hielt das AWI fest, dass durch das Deponieren der Big-Packs der Lärm des Sägespalters
gegenüber den Immissionsorten "Südfassade und Nordostfassade B._" nicht
abgeschirmt werde. Um eine wirkungsvolle Abschirmung zu erzielen, müsse diese die
Lärmquelle seitlich und in der Höhe um mindestens einen Meter überragen. Auch müsse
die Sichtlinie vom Immissionsort zur Lärmquelle unterbrochen sein. Beides treffe
vorliegend nicht zu. Schliesslich führte das AWI aus, dass der Planungswert auch
11 Vgl. Anhang 7 Ziffer 33 Abs. 1 Bst. a 12 Vgl. Beilage zur Stellungnahme des AWI vom 7. März 2019 in den Beschwerdeakten der BVE
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eingehalten werden könnte, wenn der Beschwerdegegner täglich, inklusiv Samstag und
Sonntag, während zwei Stunden Holz verarbeiten würde. Der Beschwerdegegner dürfte
demzufolge jährlich eine wesentlich höhere Menge Holz verarbeiten, als er dies zurzeit tue.
h) Die detaillierten Ausführungen und zusätzlichen Lärmberechnungen des AWI sind
schlüssig und nachvollziehbar. Das AWI hat bei der Beurteilung der Lärmsituation alle
relevanten Lärmquellen berücksichtigt. Auch die Beschwerdeführerin 1 stellt die
Beurteilung des AWI im letzten Bericht vom 7. März 2019 nicht mehr infrage. Danach steht
fest, dass die umstrittene Holzverarbeitung die Planungswerte einhält. Als
Emissionsbegrenzungsmassnahme wird gestützt auf das umweltrechtliche Vorsorgeprinzip
(Art. 7 Abs. 1 LSV), wie dies das AWI empfiehlt, mit einer Auflage angeordnet, dass die
offenen Stellen der geschlossenen Fassade des bestehenden Holzunterstands zu
schliessen sind. Auch wird angeordnet, dass der neu geplante Holzunterstand auf der
Parzelle Nr. F._ fugendicht ausgeführt werden muss. Der Beschwerdegegner
widersetzte sich dieser Auflage, die die BVE mit Verfügung vom 21. November 2018 in
Aussicht stellte, nicht. Mit der Auflage kann die Lärmbelastung, die durch die
Holzverarbeitung verursacht wird, verbessert werden. Die Auflage ist technisch und
betrieblich ohne Weiteres umsetzbar. Deren Umsetzung ist zudem mit geringem
finanziellem Aufwand verbunden und somit auch verhältnismässig. Dem Vorsorgeprinzip
ist damit genügend Rechnung getragen worden. Der angefochtene Teilbauentscheid wird
folglich mit der erwähnten Auflage ergänzt. In diesem Punkt ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen. Weitere Lärmschutzmassnahmen zur Reduktion des Lärms, der durch das
Fräsen und Spalten der Holzstämme entsteht, sind nicht ersichtlich oder wären
unverhältnismässig. Unverhältnismässig wäre auf Grund der geringen Betriebszeiten etwa
der Bau einer Lärmschutzwand. Zu berücksichtigen ist auch, dass der Sägespalter bereits
eingehaust und innwendig mit schallabsorbierendem Material ausgekleidet ist. Hinzu
kommt, dass sich die Geräusche des Fräsens ohnehin nur sehr schwer dämmen lassen.
Dies folgt aus dem Bericht des AWI vom 17. Dezember 2018.
i) Mittels einer weiteren Auflage wird ausserdem festgelegt, dass der Betrieb der
Holzverarbeitung werktags zwischen 07.00 bis 12.00 Uhr und zwischen 13.00 bis 19.00
Uhr zugelassen ist und pro Jahr höchstens während 50 Stunden oder an 25 Tagen
während maximal zwei Stunden Holz verarbeitet werden darf. Auch wird der
Beschwerdegegner mit einer Auflage verpflichtet, über die Anzahl Tage und Stunden der
Holzverarbeitung Buch zu führen. Diese Dokumentation hat er der Baupolizeibehörde im
RA Nr. 110/2018/137 14
Bedarfsfall vorzulegen. Auch dieser Auflage widersetzte sich der Beschwerdegegner nicht.
Mit dieser Auflage ist die Einhaltung der Lärmgrenzwerte rechtlich sichergestellt. Die
Auflage steht in einem sachlichen Zusammenhang und ist verhältnismässig. Ein
Betriebskonzept ist daher entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 1 nicht
erforderlich. Unbegründet ist damit auch die Befürchtung der Beschwerdeführenden, dass
der Beschwerdegegner immer mehr Holz verarbeitet als er angibt.
j) Aus dem Gesagten folgt, dass die Holzverarbeitung mittels der Auflagen
lärmrechtskonform betrieben werden kann. Auf weitergehende lärmrechtliche Ermittlungen
kann verzichtet werden. Der Antrag der Beschwerdeführerin 1, es seien neue
Lärmmessungen durchzuführen und ein neues Lärmprotokoll zu erstellen, wird
abgewiesen.
6. Zonenkonformität
a) Die Beschwerdeführerin 1 verlangt ohne nähere Begründung, dass die
Holzverarbeitung des Beschwerdegegners in die Industriezone zu verlegen sei.
Sinngemäss bringt die Beschwerdeführerin 1 damit vor, dass die Holzverarbeitung des
Beschwerdeführers der Zonenordnung der Gemeinde widerspreche.
b) Es ist fraglich, ob die Beschwerde in diesem Punkt der Anforderung an eine
sachbezogene Begründung im Sinn von Art. 32 Abs. 2 VRPG genügt. Die Frage kann ober
offengelassen werden, da die Rüge ohnehin unbegründet ist. Nach Art. 35 Abs. 1 GBR ist
in den Dorfzonen eine gemischte Nutzung von Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen
sowie in der Dorfzone DII auch Landwirtschaft zugelassen. Die Parzelle Nr. F._,
auf welcher der Beschwerdeführer Holz verarbeitet, befindet sich in der Dorfzone DII.
Diese Tätigkeit ist offensichtlich zonenkonform und geht nicht über das hinaus, was in
dieser Zone verträglich ist. Zu berücksichtigen ist dabei, dass in der Dorfzone DII sogar
Landwirtschaft zugelassen ist, die nach der allgemeinen Lebenserfahrung noch stärkere
Immissionen verursachen kann als die hier umstrittene Holzverarbeitung. Der Antrag, die
Anlage sei in die Industriezone zu verlegen, wird daher abgewiesen.
7. Erschliessung
RA Nr. 110/2018/137 15
a) Die Beschwerdeführerin 1 stellt sich weiter auf den Standpunkt, die Zufahrt zum
Betriebsgelände sei für einen Schwertransport, wie er vom Beschwerdegegner
durchgeführt werde, ungeeignet. Sinngemäss rügt die Beschwerdeführerin 1 damit, die
strassenmässige Erschliessung zum Grundstück sei ungenügend.
b) Den Akten zufolge transportiert der Beschwerdegegner die Holzstämme mit einem
kleinen Traktor auf einem einachsigen landwirtschaftlichen Anhänger vom Wald zum
Holzbearbeitungsplatz. Beim einachsigen Anhänger und dem Traktor, der nach Angaben
des Beschwerdegegners über einen Motor mit 48 PS verfügt, handelt es sich offensichtlich
nicht um einen Schwertransporter. Darunter werden lange Anhängerzüge oder
Sattelmotorfahrzuge verstanden, die zum Befahren der öffentlichen Strassen eine
Bewilligung benötigen. Vorliegend ist in keiner Weise ersichtlich, wieso die bestehende
Erschliessung für die wenigen Transporte mit einem Traktor und einem einachsigen
Anhänger nicht genügen sollte. Die Rüge, die Parzelle sei strassenmässig ungenügend
erschlossen, ist offensichtlich unbegründet.
8. Brandschutz
a) Die Beschwerdeführerin 1 macht schliesslich geltend, der Beschwerdegegner habe
die Sägespaltmaschine verändert. Es sei unsicher, ob er über eine Betriebserlaubnis
verfüge. Die Maschine könne aufgrund einer fehlerhaften elektrischen Absicherung
überhitzen und in Brand geraten. Es bestehe daher erhöhte Brandgefahr. Der nächste
Hydrant sei 80 bis 100 m vom Standort der Spaltmaschine entfernt und der Durchgang für
die Feuerwehr zur Spaltmaschine zu eng, so dass ein Brand gar nicht bekämpft werden
könne.
b) Der Beschwerdegegner reichte mit Schreiben vom 10. Februar 2019 für den
Anschluss der Sägespaltmaschine ans Elektrizitätsnetz einen Sicherheitsnachweis (SiNa)
ein.13 Darin bestätigte ein Elektrokontrolleur, dass die elektrischen Installationen für die
Maschine nach den gültigen Normen und den anerkannten Regeln der Technik erfolgten.
Die Kritik der Beschwerdeführerin 1, es sei unsicher, ob eine Betriebserlaubnis bestehe,
verfängt somit nicht. Von einer erhöhten Brandgefahr wegen Überhitzung kann nicht
13 Vgl. Beilage zum Schreiben vom 10. Februar 2019 des Beschwerdegegners in den Beschwerdeakten
RA Nr. 110/2018/137 16
gesprochen werden. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin 1 ist hier auch die
Brandbekämpfung gewährleistet. Das Löschwasser kann vom Hydrant aus problemlos mit
Schläuchen zur Liegenschaft bzw. zum Holzverarbeitungsplatz geleitet werden.
Anzumerken bleibt schliesslich, dass die ausreichende Löschwasserversorgung Sache der
Gemeinde ist (Art. 21 FFG14). Auch in diesem Punkt ist die Beschwerde unbegründet.
9. Fazit
Die Beschwerdeführenden 2 und 3 haben ihren Beschwerdewillen klar zum Ausdruck
gebracht. Damit haben sie sich am Beschwerdeverfahren beteiligt. Weil sie am
vorinstanzlichen Verfahren aber nicht als Einsprechende teilgenommen haben, sind sie
nicht legitimiert, Beschwerde zu führen. Die Holzverarbeitung des Beschwerdegegners
kann in der Dorfzone DII umweltrechtskonform betrieben werden. Die Grenzwerte in den
Bereichen Luft und Lärm sind eingehalten. Im Bereich Lärm wird der angefochtene
Entscheid mit einer Lärmschutzauflage ergänzt. Damit ist sichergestellt, dass die
Lärmgrenzwerte eingehalten sind. Ferner ist mit der Anordnung der Auflagen dem
Vorsorgeprinzip genügend Rechnung getragen worden. Auch ist die Holzverarbeitung in
der Dorfzone DII zulässig. Schliesslich ist die Bauparzelle strassenmässig genügend
erschlossen und die Brandsicherheit gewährleistet. Die Anträge der Beschwerdeführerin 1
sind daher abzuweisen. Die Anlage muss, entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin 1, nicht zurückgebaut werden.
10. Kosten
a) Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die
Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr (Art. 103
Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr
von Fr. 200.– bis Fr. 4'000.– je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2
14 Feuerschutz- und Feuerwehrgesetz vom 20. Januar 1994 (FFG; BSG 871.11)
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GebV15). Wird auf eine Beschwerde nicht eingetreten, so können die Verfahrenskosten
angemessen reduziert werden (Art. 21 Abs. 1 GebV).
Aus der Erwägung 2d ergibt sich, dass auf die Beschwerde der Beschwerdeführenden 2
und 3 mangels Beschwerdelegitimation nicht eingetreten werden kann. Die
Beschwerdeführerden 2 und 3 gelten somit als unterliegend. Für den
Nichteintretensentscheid werden die Verfahrenskosten auf eine Pauschalgebühr von
Fr. 800.– bestimmt. Diese werden den Beschwerdeführenden 2 und 3 auferlegt. Sie haften
solidarisch für den gesamten Betrag.
Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 wurde eingetreten. Die Beschwerde wurde
inhaltlich behandelt. Für das aufwändige Beschwerdeverfahren (Einholen von zwei
Fachberichten des AWI und Behandlung von zahlreichen Rügen) wird eine
Pauschalgebühr von Fr. 2'100.– erhoben. Aus den Erwägungen ergibt sich, dass der
Entscheid mit einer Auflage zum Lärmschutz ergänzt wird. In diesem Punkt gilt die
Beschwerdeführerin 1 als obsiegend bzw. der Beschwerdegegner als unterliegend.
Betreffend die übrigen Rügen (Staub, Luftschadstoffe, Zonenkonformität, Erschliessung
und Brandsicherheit) gilt die Beschwerdeführerin 1 als unterliegend und der
Beschwerdegegner als obsiegend. Es erscheint daher gerechtfertigt, der
Beschwerdeführerin 1 fünf Sechstel der Verfahrenskosten von Fr. 2'100.00, ausmachend
Fr. 1'750.–, zur Bezahlung aufzuerlegen. Der restliche Teil der Verfahrenskosten von Fr.
350.– wird dem Beschwerdegegner auferlegt.
b) Der Beschwerdegegner war anwaltlich nicht vertreten. Er hat keinen Anspruch auf
Parteikosten. Die Beschwerdeführerin 1 liess sich im Beschwerdeverfahren zeitweise
durch einen Rechtsanwalt vertreten. Die Kostennote des Rechtsanwalts der
Beschwerdeführerin 1 von Fr. 2'859.45 (Honorar Fr. 2'625.–, Auslagen Fr. 30.–,
Mehrwertsteuer Fr. 204.45) gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Analog zur Verteilung der
Verfahrenskosten hat der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin 1 einen Sechstel der
Parteikosten von Fr. 2'859.45, ausmachend Fr. 476.60, zu ersetzen. Die
Beschwerdeführenden 2 und 3 sind vollständig unterlegen und haben somit keinen
Anspruch auf Parteikostenersatz.
15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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