# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3bf653dc-3933-4115-b1cc-640c3824daf9
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 000 an der - die westliche
Grundstücksgrenze bildenden – A.-strasse 0, G., in der Politischen Gemeinde
Gommiswald (bis 31. Dezember 2012 Ernetschwil). Nördlich seines Hauses mündet der
B.-weg (Gemeindeweg dritter Klasse) von Nordwesten her in die A.-strasse
(Gemeindestrasse zweiter Klasse) und zweigt von dieser südlich des Hauses wieder ab.
Er verläuft entlang der Hausfassade in südöstlicher Richtung zum Nachbargrundstück
Nr. 001. Dort wird er von der B.-C.-Strasse aufgenommen, welche aus südwestlicher
Richtung von der A.-strasse her kommt (nicht klassiert) und anschliessend in
südöstlicher Richtung verlaufend nach rund 500 Metern (Gemeindeweg zweiter Klasse)
in die C.-Strasse (Gemeindestrasse zweiter Klasse) übergeht. Rund 200 Meter südlich
des Grundstücks Nr. 000 verbindet der in ostwestlicher Richtung verlaufende D.-weg
(Gemeindeweg dritter Klasse) die A.-strasse mit der B.-C.-Strasse. Im rechtskräftigen
kommunalen Teilplan Fuss-, Rad-, Mountainbike- und Wanderwege sind die C.-
Strasse, die B.-C.-Strasse, soweit sie klassiert ist, und der B.-weg zwischen dem
Grundstück Nr. 001 und der A.-strasse sowie die A.-strasse als Wanderwege erfasst.
Der D.-weg und der B.-weg in seinem weiteren Verlauf ab der A.-strasse sind nicht
Bestandteil des Wanderwegnetzes.
B./ Mit dem "Teilstrassenplan mit Strassenklassierungen" genehmigte der Gemeinderat
Ernetschwil am 10. August 2010 unter anderem die Umklassierung des B.-wegs im
über das Grundstück Nr. 000 verlaufenden Abschnitt zwischen der A.-strasse und dem
Grundstück Nr. 001 als Gemeindeweg zweiter Klasse. Der Plan wurde vom
22. September bis 21. Oktober 2010 öffentlich aufgelegt. Der Gemeinderat wies die
von X.Y. gegen diese Umklassierung erhobene Einsprache am 29. November 2010 ab.
Das Baudepartement des Kantons St. Gallen wies den dagegen erhobenen Rekurs mit
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Entscheid vom 8. Juni 2012 ab und auferlegte X.Y. die Entscheidgebühr von 3'000
Franken.
Im Rekursentscheid wird im Wesentlichen ausgeführt, mit der Einteilung des B.-wegs
als Wanderweg habe sich dessen Zweckbestimmung geändert. Die neue Klassierung
trage der von der Bundesgesetzgebung für Wanderwege vorgeschriebenen
Unterhaltspflicht Rechnung. Mit der Umklassierung seien keinerlei bauliche
Massnahmen verbunden oder vorgesehen. Der von X.Y. bisher geleistete Unterhalt
reiche auch nach der Umklassierung aus. Sollte wider Erwarten ein höherer
Unterhaltsaufwand entstehen, habe die Gemeinde Beiträge zu leisten, soweit dem
Grundeigentümer durch den Gemeingebrauch, worunter die Nutzung als Wanderweg
falle, Kosten entstünden. Vom Gebiet C. zur A.-strasse bestehe einzig dieser
Wanderweg, der nach Aussagen von X.Y. auch heute noch benutzt werde. An der von
ihm als gefährlich beschriebenen Situation bei der Einmündung des B.-wegs in die A.-
strasse ändere die Umklassierung nichts. Aus fehlender oder mangelhafter
Signalisation hafte er als Unterhaltspflichtiger lediglich dann, wenn er die Situation
selber herbeiführe. Wenn er sich gleichzeitig gegen eine Gefahrensignalisation auf
seinem Grundstücke wende, verhalte er sich widersprüchlich. Die Umklassierung sei
zweckmässig und greife minim in die Rechte von X.Y. ein, so dass das öffentliche
Interesse an der richtigen Klassierung des Wanderweges überwiege.
C./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob mit Beschwerdeerklärung vom 25. Juni
2012 und Ergänzung vom 20. August 2012 gegen den Rekursentscheid des
Baudepartements des Kantons St. Gallen (nachfolgend Vorinstanz) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der B.-weg solle, soweit er über sein Grundstück
verlaufe, als Gemeindeweg dritter Klasse eingeteilt bleiben und die Pläne müssten an
die noch vorhandene Beschilderung des D.-wegs als offizieller Wanderweg angepasst
werden. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 11. September 2012 die
Abweisung der Beschwerde. Die Politische Gemeinde Ernetschwil (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) verwies am 24. September 2012 auf die Ausführungen der
Vorinstanz. Der Beschwerdeführer nahm am 22. Oktober 2012 zu den
Vernehmlassungen Stellung. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur
Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, abgekürzt StrG, in Verbindung mit Art. 59bis des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Anfechtungsgegenstand ist der Rekursentscheid der Vorinstanz, der zum
Teilstrassenplan mit den Umklassierungen, welche die Beschwerdegegnerin am
10. August 2010 beschlossen hatte, ergangen ist. Der gleichzeitig zum
Langsamverkehr erlassene Teilstrassenplan, mit welchem unter anderem der B.-weg
im umstrittenen Abschnitt als Wanderweg eingeteilt wurde und welcher ebenfalls vom
22. September bis 21. Oktober 2010 öffentlich auflag und am 16. Dezember 2010 vom
kantonalen Baudepartement genehmigt wurde (vgl. act. 2, angefochtener Entscheid
E. 3.4), wurde unangefochten rechtskräftig. Auf den Antrag in der Beschwerde, dieser
Plan sei an die davon abweichende, nach wie vor bestehende Wanderwegsignalisation
anzupassen, kann deshalb nicht eingetreten werden. Soweit der Beschwerdeführer in
der Sache geltend macht, er sei über diesen Teilplan nicht vorgängig informiert
worden, d.h. eine mangelnde persönliche Anzeige im Planverfahren gemäss Art. 42
Abs. 1 des Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) rügt, ist anzumerken, dass
eine solche Anzeige nur dann erfolgen muss, wenn der Erwerb privater Rechte
erforderlich ist. Im Gegensatz zum Strassenbau ist dies beim blossen Erlass von
Strassenplänen nach der Rechtsprechung zum st. gallischen Recht nicht der Fall
(vgl. BGer 1P.209/2000 vom 28. Juni 2000 E. 2b). Zur Befürchtung des
Beschwerdeführers, es werde einen Velo- und Bikerweg geben, kann auf diesen
rechtskräftigen Teilstrassenplan verwiesen werden, in welchem der Weg als
Wanderweg und nicht als Rad- und/oder Mountainbikeroute erfasst wurde.
Erstmals in der Beschwerde beantragt der Beschwerdeführer, die B.-C.-Strasse sei auf
der ganzen Länge zwischen der C.-Strasse und der A.-strasse gleich zu klassieren.
Damit verlangt er die Klassierung des bisher nicht der Öffentlichkeit gewidmeten vom
Grundstück Nr. 001 in südwestlicher Richtung zur A.-strasse verlaufenden Abschnittes
der B.-C.-Strasse. Da neue Begehren gemäss Art. 61 Abs. 3 VRP vor
Verwaltungsgericht nicht zulässig sind, kann auch darauf nicht eingetreten werden.
Im Übrigen sind die Eintretensvoraussetzungen erfüllt. Der Beschwerdeführer ist als
Eigentümer, auf dessen Grundstück der Wegabschnitt verläuft, vom Teilstrassenplan in
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eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen und zur Erhebung des Rechtsmittels
berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Er reichte die
Beschwerdeerklärung vom 25. Juni 2012 rechtzeitig ein (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 VRP). Sie erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 20. August 2012 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist - unter den
erwähnten Vorbehalten - einzutreten.
2. Umstritten ist die Umklassierung des B.-wegs, soweit er über das Grundstück des
Beschwerdeführers verläuft, von einem Gemeindeweg dritter Klasse in einen solchen
der zweiten Klasse.
2.1. Mit dem Erlass des gerügten Teilstrassenplanes wird die Eigentumsfreiheit (Art. 26
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, abgekürzt BV)
des Beschwerdeführers eingeschränkt. Ein solcher Eingriff ist nur zulässig, wenn er
sich auf eine gesetzliche Grundlage stützt (vgl. dazu nachfolgend E. 2.2.), im
öffentlichen Interesse liegt (vgl. dazu nachfolgend E. 2.3.) und verhältnismässig ist (vgl.
dazu nachfolgend E. 2.4.; Art. 36 BV, BGer 1C_185/2010 vom 27. Oktober 2010
E. 3.2.1). Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 61 Abs. 1 VRP auf eine
Rechtskontrolle beschränkt. Rechtswidrig ist eine Ermessensausübung durch die
Verwaltungsbehörde bei Ermessensüberschreitung – die Behörde lässt Ermessen
walten, wo das Gesetz ein solches nicht vorsieht - bzw. Ermessungsunterschreitung –
die Behörde nimmt ein ihr vom Gesetz eingeräumtes Ermessen nicht wahr – und
Ermessensmissbrauch – eine Behörde stützt ihren Ermessensentscheid auf sachlich
nicht vertretbare Gründe (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 741 ff.). Ob eine Strasse als öffentlich bezeichnet und wieweit
gegebenenfalls der Gemeingebrauch gehen soll, d.h. welcher der möglichen
Kategorien die Strasse oder der Weg zuzuteilen ist, beurteilt sich im Rahmen von Art. 1
ff. und Art. 7 ff. StrG. Diese Vorschriften lassen der Gemeinde einen grossen
Entscheidungsspielraum (vgl. BGer 1C_46/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2).
2.2. Gemäss Art. 14 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 StrG wird die Einteilung von
Wegen geändert, wenn Bedeutung oder Zweckbestimmung es erfordert. Für
Gemeindewege richtet sich die Beurteilung nach Art. 9 StrG. Eine Anpassung ist
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erforderlich, wenn die Zweckbestimmung aufgrund einer Planung geändert wird. Die
Funktion ist somit bei der Einteilung zu berücksichtigen (vgl. G. Germann, in:
Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St. Gallen 1989,
N 1 zu Art. 14 StrG).
Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Fuss- und Wanderwege (SR 704,
abgekürzt FWG) sorgen die Kantone dafür, dass bestehende und vorgesehene Fuss-
und Wanderwege in Plänen festgehalten werden. Diese Bestimmung wird im
kantonalen Recht durch Art. 10 Abs. 1 StrG umgesetzt (vgl. Germann, a.a.O., N 1 zu
Art. 10 StrG). Gestützt darauf hat die politische Gemeinde die – nach dem st. gallischen
Strassenrecht bereits als Gemeindewege klassierten – B.-C.-Strasse und den über das
Grundstück des Beschwerdeführers verlaufenden, in die ebenfalls zum
Wanderwegnetz gehörende A.-strasse mündenden Teil des B.-wegs als Wanderweg
ohne Hartbelag in den Teilstrassenplan zum Langsamverkehr aufgenommen. Dieser
Teilplan ist rechtskräftig. Auf die Frage, ob die Festlegung des Wanderwegnetzes im
Gebiet B. zweckmässig ist, das heisst, ob andere Lösungen vorzuziehen gewesen
wären, kann deshalb im vorliegenden Verfahren nicht eingegangen werden.
Mit der Aufnahme in das Wanderwegnetz ist für den über das Grundstück des
Beschwerdeführers verlaufenden Teil des B.-wegs insoweit eine Zweckänderung
verbunden, als er der Bundesgesetzgebung über die Fuss- und Wanderwege unterliegt
und deshalb vorwiegend der Erholung dient und einen besonderen Schutz geniesst
(vgl. Art. 6 und 7 FWG). Die Anpassung der Klassierung im Strassenplan der Gemeinde
kann sich dementsprechend auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage stützen.
2.3. Die Kantone sorgen unter anderem dafür, dass Wanderwege unterhalten werden
(vgl. Art. 6 Abs. 1 Ingress und lit. a FWG; Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über Fuss- und
Wanderwege, SR 704.1, abgekürzt FWV). Das st. gallische Strassenrecht unterscheidet
in Art. 9 Abs. 1 und 2 StrG zwischen Wegen erster, zweiter und dritter Klasse, wobei
Wege dritter Klasse im Gegensatz zu den Wegen erster und zweiter Klasse keinen
Unterhalt erfordern. Die Einteilung des fraglichen Abschnitts des B.-wegs im
Strassenplan als Gemeindeweg dritter Klasse, der also nach st. gallischem
Strassenrecht keinen Unterhalt erfordert, steht damit in einem gewissen Widerspruch
zum Bundesrecht über die Fuss- und Wanderwege, das – soweit zur Erhaltung eines
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Wanderwegs erforderlich – einen Unterhalt verlangt. Die "Aufstufung" des B.-wegs im
über das Grundstück des Beschwerdeführers verlaufenden Abschnitt in einen
Gemeindeweg zweiter Klasse trägt der bundesrechtlichen Verpflichtung zum Unterhalt
von Wanderwegen Rechnung. Sie entspricht damit ohne Zweifel einem öffentlichen
Interesse.
2.4. Das Gebot der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine behördliche Massnahme
für das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Interesse liegenden Ziels geeignet
(vgl. dazu nachfolgend E. 2.4.1.) und erforderlich ist. Erforderlich ist eine Massnahme
dann, wenn das Ziel nicht mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht
werden kann (vgl. dazu nachfolgend E. 2.4.2.). Die Massnahme muss sich zudem für
die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als
zumutbar erweisen; es muss mit anderen Worten eine vernünftige Zweck-Mittel-
Relation vorliegen (vgl. dazu nachfolgend E. 2.4.3; BGer 1C_46/2010 E. 3.1 mit Hinweis
auf BGE 132 I 49 E. 7.2).
2.4.1. Die "Aufstufung" vom Gemeindeweg dritter Klasse in die zweite Klasse ist
geeignet, die Unterhaltspflicht, welche für Wanderwege besteht, auch im Strassenplan
wiederzugeben.
2.4.2. Die Erforderlichkeit setzt nicht voraus, dass eine eigentliche Lücke im Wegnetz
besteht bzw. dass der umstrittene Weg das öffentliche Wegnetz stark aufzuwerten
vermag. Vielmehr ist ausreichend, dass das öffentliche Interesse nicht mit einer
milderen Massnahme erreicht werden kann (vgl. BGer 1C_46/2010 vom 28. April 2010
E. 3.2).
Die Unterhaltspflicht als solche besteht für den Abschnitt des B.-wegs im über das
Grundstück des Beschwerdeführers verlaufenden Abschnitt kraft den für Wanderwege
geltenden bundesrechtlichen Regeln und deren kantonale Umsetzung und damit
unabhängig von der "Aufstufung" im Strassenplan. Das Bundesrecht verpflichtet die
Kantone, für den Unterhalt der Wanderwege zu sorgen. Bund und Kantone ziehen
unter anderem auch für die Erhaltung der Fuss- und Wanderwegnetze private
Fachorganisationen bei, denen sie einzelne Aufgaben übertragen können (vgl. Art. 8
Abs. 1 und 2 FWG). Die Kantone können also diese Aufgabe selber durchführen oder
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den Gemeinden oder privaten Organisationen übertragen. Nach st. gallischem
Strassenrecht sorgen die politischen Gemeinden insbesondere für die Erhaltung der
Fuss- und Wanderwege nach der Bundesgesetzgebung (vgl. Art. 3 Abs. 1 der
Strassenverordnung; sGS 732.11, abgekürzt StrV). Gelten Gemeindewege dritter
Klasse zugleich als Fuss- und Wanderwege, haben die politischen Gemeinden deshalb
eine gewisse Unterhaltspflicht (Erhaltung, Kennzeichnung; vgl. M. Möhr, in:
Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St. Gallen 1989,
N 1 der Vorbemerkungen vor Art. 51-56 StrG).
Da die praktische Umsetzung dieser Unterhaltspflicht durch die politische Gemeinde
auf Schwierigkeiten stossen kann, wenn im Eigentum von Privaten stehende
Wanderwege nach ihrer Klassierung nach kantonalem Strassenrecht keinen Unterhalt
erfordern, erscheint die "Aufstufung" in einen unterhaltspflichtigen Gemeindeweg
zweiter Klasse zur Sicherstellung des Unterhalts als erforderliche Massnahme.
2.4.3. Da sich aus der Klassierung als Gemeindeweg zweiter Klasse keine minimalen
Anforderungen hinsichtlich des Ausbaus ergeben, gehen die Verfahrensbeteiligten zu
Recht übereinstimmend davon aus, dass die "Aufstufung" keine baulichen
Massnahmen nach sich zieht. Insoweit ist damit auch kein weiterer Eingriff in die
Rechte des Beschwerdeführers als Grundeigentümer verbunden. Insbesondere bleibt
es bei der Ausgestaltung des Weges als Trampelpfad.
Die Unterhaltspflicht bei Wanderwegen, welche als Gemeindewege dritter Klasse
eingeteilt sind, trifft die politische Gemeinde; der Grundeigentümer ist in dieser
Konstellation von jeglicher Unterhaltspflicht befreit (vgl. Möhr, a.a.O., N 1 der
Vorbemerkungen vor Art. 51-56 StrG). In erster Linie ist deshalb zu prüfen, wer nach
der "Aufstufung" unterhaltspflichtig ist. Die Wege werden – im Gegensatz zu den
Strassen – nicht vorab nach deren Funktion, sondern nach dem Unterhalt eingeteilt
(vgl. Germann, a.a.O., N 1 zu Art. 9 StrG). Zu den Wegen erster Klasse gehören jene
Wege, deren Kosten für Bau und Unterhalt im Wesentlichen durch den
Gemeingebrauch verursacht werden und die unterhalten werden müssen; sachgemäss
sind die Vorschriften über Gemeindestrassen erster Klasse anzuwenden (vgl. Germann,
a.a.O., N 2 zu Art. 9 StrG). Wege zweiter Klasse erfordern ebenfalls Unterhalt. Werden
die Unterhaltskosten zur Hauptsache durch den Gemeingebrauch verursacht, sollte ein
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Weg zweckmässigerweise der ersten Klasse zugeteilt werden (vgl. Germann, a.a.O., N
3 zu Art. 9 StrG). Wege dritter Klasse sind Verbindungen, die keine
Unterhaltsmassnahmen erfordern. Es handelt sich dabei um sogenannte Blumenwege
oder auch um Bergpfade oder Trampelpfade, die dem Gemeingebrauch offen stehen
(vgl. Germann, a.a.O., N 4 zu Art. 9 StrG).
Der Beschwerdeführer bringt nicht vor, der fragliche Abschnitt des B.-wegs müsse als
Gemeindeweg erster Klasse eingeteilt werden. Aus den Akten und den Vorbringen der
Verfahrensbeteiligten ist zu schliessen, dass der B.-weg sowohl der Erschliessung als
auch der Erholung und damit dem Gemeingebrauch dient. Zudem ist er Teil der
Umgebung des Hauses des Beschwerdeführers. In welchem quantitativen Verhältnis
diese Nutzungen zueinander stehen, wird zwar nicht ersichtlich. Da der Aufwand für
den Unterhalt gemäss den übereinstimmenden Darstellungen indessen ohnehin
minimal ist, ist die Einstufung als Gemeindeweg zweiter Klasse grundsätzlich
gerechtfertigt.
Auf den Unterhalt der Gemeindewege zweiter Klasse sind sachgemäss die Vorschriften
über Gemeindestrassen dritter Klasse anzuwenden (vgl. Art. 9 Abs. 2 Ingress und lit. b
StrG). Nach Art. 55 Abs. 1 StrG unterhalten die anstossenden Grundeigentümer die
Gemeindestrassen dritter Klasse, wenn diese nicht von der politischen Gemeinde, einer
anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder Dritten unterhalten werden. Die
politische Gemeinde kann gemäss Art. 54 Abs. 2 StrG den Unterhalt der
Gemeindestrassen dritter Klasse ganz oder teilweise selbst besorgen. Die
Verfahrensbeteiligten sind sich denn auch einig, dass der Unterhalt des B.-wegs im
fraglichen Abschnitt durch den Beschwerdeführer als Eigentümer des Wegs zu
erbringen ist. Auch wenn der Beschwerdeführer den erforderlichen Unterhalt bereits
bisher tatsächlich geleistet hat, trifft ihn mit der "Aufstufung" nun eine Rechtspflicht.
Hinsichtlich der Kostentragung ist von Art. 73 StrG auszugehen. Danach haben
grundsätzlich die Grundeigentümer die Kosten für Bau und Unterhalt zu tragen (Abs. 1),
und die politische Gemeinde leistet Beiträge an den Unterhalt nach der Bedeutung der
Strasse, der Belastung der Unterhaltspflichtigen und dem öffentlichen Interesse
(Abs. 2). Zudem leistet sie Beiträge an die Kosten von Bau und Unterhalt, soweit den
Grundeigentümern durch den Gemeingebrauch verursachte Kosten entstehen (Art. 74
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StrG). Die Anwendung dieser Regel auf die Gemeindewege zweiter Klasse verlangt die
Abgeltung der durch den Gemeingebrauch verursachten Kosten durch das
Gemeinwesen (vgl. Möhr, a.a.O., N 3 zu Art. 9 StrG). Sollten Unterhaltskosten auf die
besonderen Anforderungen im Zusammenhang mit der Zuweisung des Weges an das
Wanderwegnetz entstehen, sind sie dem Beschwerdeführer abzugelten.
Das öffentliche Interesse an der "Aufstufung" des B.-wegs auf dem über das
Grundstück Nr. 000 verlaufenden Abschnitt besteht darin, die sich aus der
Bundesgesetzgebung zu den Fuss- und Wanderwegen ergebende Unterhaltspflicht
auch in der Einteilung des Weges nach dem st. gallischen Strassenrecht als
Gemeindeweg zweiter Klasse zum Ausdruck zu bringen und die konkrete Umsetzung
der Unterhaltspflicht erforderlichenfalls durch die politische Gemeinde selbst rechtlich
zu sichern. Das private Interesse an der Weiterführung der bisherigen Einteilung als
Gemeindeweg dritter Klasse besteht in der Vermeidung der Verankerung einer rechtlich
verbindlichen Unterhaltspflicht des Grundeigentümers. Da es sich im fraglichen
Abschnitt allerdings lediglich um einen Trampelpfad handelt, ist die Unterhaltspflicht
lediglich minimal. Mit der Einteilung als Gemeindeweg zweiter Klasse wird für den
Grundeigentümer zudem auch die strassenrechtliche Grundlage für die Pflicht der
politischen Gemeinde zur Abgeltung von Kosten, welche durch den Gemeingebrauch
des Weges als Wanderweg verursacht werden, geschaffen. Insgesamt ist deshalb die
Interessenabwägung, wie sie die Vorinstanz vorgenommen hat, nicht zu beanstanden.
3. Die Vorinstanz hat für ihren Rekursentscheid gestützt auf Art. 95 Abs. 1 VRP und
Nr. 10.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5),
welcher einen Gebührenrahmen von Fr. 50.- bis Fr. 5'000.- vorsieht, eine Gebühr von
Fr. 3'000.- festgesetzt. Besteht für die Gebühr ein Mindest- und ein Höchstansatz, so
ist sie gemäss Art. 11 der Verordnung über Kosten und Entschädigungen im
Verwaltungsverfahren (Verwaltungsgebührenverordnung, sGS 821.1) innerhalb dieses
Rahmens nach dem Wert und der Bedeutung der Amtshandlung, dem Zeit- und
Arbeitsaufwand und der erforderlichen Sachkenntnis zu bemessen. Mit Blick darauf,
dass die Vorinstanz zwar einen Augenschein durchführte, die Angelegenheit jedoch –
was auch im angefochtenen Entscheid zum Ausdruck kommt – nicht als besonders
bedeutungsvoll oder schwierig eingeschätzt wurde, ist die erhobene Gebühr als an der
oberen Grenze der Angemessenheit liegend zu beurteilen.
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4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht