# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 69e82540-1997-45ee-8dc9-45db81d7016a
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft Salerno führt ein Strafverfahren gegen B. wegen
Geldwäscherei (act. 7.1).
B. In diesem Zusammenhang gelangte die Staatsanwaltschaft Salerno mit
Rechtshilfeersuchen vom 2. September 2013 an die Schweiz. Darin er-
suchte sie um Bankenermittlungen u.a. betreffend Konti der A. Ltd.
(act. 7.1).
C. Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") übertrug mit Verfügung vom
12. September 2013 das italienische Rechtshilfeersuchen der Bundesan-
waltschaft zum Vollzug (act. 7.2).
D. Mit Eintretensverfügung vom 29. Oktober 2013 trat die Bundesanwaltschaft
auf das Rechtshilfeersuchen ein (act. 7.3). Mit Verfügung vom 23. Septem-
ber 2014 ordnete die Bundesanwaltschaft die Edition der Bankunterlagen
betreffend das Konto der A. Ltd. bei der Bank C. SA in Lugano an
(act. 7.4).
E. Mit Schreiben vom 30. September 2014 stellte der Rechtsvertreter der
A. Ltd. den Antrag, es seien sämtliche von der Bank C. SA herauszuge-
benden oder bereits herausgegebenen Bankunterlagen betreffend die Kon-
tobeziehung mit der A. Ltd. zu versiegeln (act. 1.2). Zur Begründung führte
er aus, der Editionsverfügung vom 23. September 2014 sei kein konkreter
Anfangsverdacht zu entnehmen. Die Editionsverfügung sei mangels kon-
kreten Tatverdachts unverhältnismässig und das Rechtshilfeersuchen ent-
spreche insoweit einer verbotenen Fishing Expedition. Angesichts des un-
begründeten, aber dennoch geäusserten Verdachts der Geldwäscherei ha-
be die A. Ltd. ein hypothetisches Aussage- bzw. Editionsverweigerungs-
recht, welches der Beschlagnahme/Edition entgegenstehe. Die Bankbelege
würden Auskünfte enthalten, welche Drittpersonen betreffen würden, die of-
fenbar von der italienischen Strafuntersuchung nicht betroffen seien. Die
Bankbelege würden schliesslich Auskünfte über Transaktionen enthalten,
die für die italienische Strafuntersuchung wertlos seien (act. 1.2). In Ergän-
zung dieser Begründung führte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom
1. Oktober 2014 aus, dass aus den Bankbelegen Fakten und Namen zu
entnehmen seien, die mit dem Gegenstand der italienischen Strafuntersu-
- 3 -
chung absolut nichts zu tun hätten und demzufolge unter dem Schutz des
Bankgeheimnisses nach Art. 47 BankG, des Geschäftsgeheimnisses nach
Art. 162 StGB sowie des Art. 6 des Bundesgesetzes gegen den unlauteren
Wettbewerb fallen würden (act. 1.3).
F. Mit Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2014 trat die Bundesanwaltschaft
auf das Siegelungsgesuch der A. Ltd. ein. Sie kam in ihren Erwägungen
zum Schluss, dass das Siegelungsgesuch der A. Ltd. unbegründet sei, und
wies dieses ab (act. 1.4). Die Bundesanwaltschaft nahm Bezug auf die
Vorbringen der A. Ltd. im Siegelungsgesuch und argumentierte im Wesent-
lichen wie folgt:
Der Siegelungsantrag sei in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit
der Editionsverfügung gestellt worden und der Rechtsvertreter der A. Ltd.
sei gehörig bevollmächtigt. Auf das form- und fristgerechte Gesuch sei
demgemäss einzutreten (act. 1.4 S. 2). Entgegen den Vorbringen der
A. Ltd. enthalte die Sachverhaltsdarstellung im Rechtshilfeersuchen
rechtsgenügende Verdachtsgründe und erfülle die Anforderungen an ein
Rechtshilfeersuchen gemäss den gesetzlichen Grundlagen. Die Editions-
verfügung als Rechtshilfemassnahme sei aufgrund eines hinlänglichen Tat-
verdachts und damit zulässigerweise erfolgt. Der Zusammenhang zwischen
den edierten Unterlagen und der im ersuchenden Staat verfolgten Strafta-
ten sei gegeben, weshalb die Rechtshilfemassnahme verhältnismässig sei.
Von einer unzulässigen Beweisausforschung könne keine Rede sein
(act. 1.4 S. 3). Die A. Ltd. begründe den Siegelungsantrag überdies mit
dem ihr hypothetisch zustehenden Aussage- bzw. Editionsverweigerungs-
recht. Es liege indes in der Natur des Rechtshilfeverfahrens, dass zunächst
eine Untersuchung mit Zwangsmassnahmen stattfinde, und erst später
über deren Zulässigkeit entschieden werde. Die Sichtung der edierten Do-
kumente diene der Ausscheidung der für die Rechtshilfe offensichtlich nicht
relevanten Dokumenten. Der hierbei mögliche Eingriff in einen Geheimbe-
reich sei im Rechtshilfeverfahren eng eingegrenzt, da die Bundeanwalt-
schaft dem Amtsgeheimnis unterstehe und die gewonnenen Informationen
vor Ergehen einer anfechtbaren Schlussverfügung nicht an die ausländi-
schen Behörden weitergeben dürfe. Vor diesem Hintergrund und im Lichte
der Anfechtbarkeit einer später zu erlassenden Schlussverfügung sei die
Verweigerung der Siegelung zu diesem Zeitpunkt zulässig (act. 1.4 S. 3).
Soweit die A. Ltd. vorbringe, dass die Bankbelege Auskünfte über Transak-
tionen und Drittpersonen enthalte, die offenbar von der italienischen Straf-
untersuchung nicht betroffen bzw. für diese wertlos seien, würden grund-
sätzlich – so die Bundesanwaltschaft weiter - weder das Bankkundenge-
- 4 -
heimnis noch Geschäftskundengeheimnisse ein Rechtshilfehindernis bil-
den. Die A. Ltd. sei sodann nicht legitimiert, Geheimnisschutzinteressen
von Dritten in eigenem Namen wahrzunehmen (act. 1.4 S. 3). Soweit die
A. Ltd. vorbringe, die edierten Bankunterlagen seien für das Strafverfahren
nicht nötig oder nützlich, sei die Frage der potentiellen Erheblichkeit erst
mit der Schlussverfügung zu beantworten. Entsprechend sei dieses Argu-
ment nicht im Rahmen des Siegelungsantrags vorzubringen und es sei
entsprechend nicht zu hören (act. 1. S. 4).
G. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2014 lässt die A. Ltd. durch ihren Rechtsver-
treter Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2014 er-
heben (act. 1). Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, die fraglichen Bankunterlagen
zu siegeln (act. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht stellt sie den Antrag, es sei
der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen (act. 1S. 2).
Mit Schreiben vom 18. November 2014 beantragt die Bundesanwaltschaft
in ihrer Beschwerdeantwort, dass auf die Beschwerde vom
16. Oktober 2014 aufgrund eines nicht vorliegenden unmittelbaren und
nicht wieder gutzumachenden Nachteils nicht einzutreten sei (act. 7).
Das BJ führt demgegenüber mit Schreiben vom 19. November 2014 aus,
der Entscheid der ausführenden Behörde, das Siegelungsgesuch abzuwei-
sen, stelle eine nicht anfechtbare Zwischenverfügung dar, welche erst zu-
sammen mit der Schlussverfügung anfechtbar sei (act. 8). Beide Eingaben
wurden allen Verfahrensbeteiligten in der Folge zur Kenntnis gebracht
(act. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Italien und der Schweiz sind in erster Linie
das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe
in Strafsachen (EUeR, SR 0.351.1) sowie der Vertrag vom 10. Septem-
ber 1998 zwischen der Schweiz und Italien zur Ergänzung des EUeR und
- 5 -
zur Erleichterung seiner Anwendung (ZV, SR 0.351.945.41) massgebend.
Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens
vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen
vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ;
ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62) zur Anwendung, wobei
die zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehenden Bestimmun-
gen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben (Art. 48 Abs. 2
SDÜ).
Im Verhältnis zu Italien ebenfalls zur Anwendung kommt das Übereinkom-
men vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Be-
schlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe,
SR 0.311.53).
1.2 Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend re-
gelt, gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz,
IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internati-
onale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11)
zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 IRSG). Das innerstaatliche Recht gilt nach
dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen
an die Rechtshilfe stellt (BGE 137 IV 33 E. 2.2.2 S. 40 f.; 136 IV 82 E. 3.1;
122 II 140 E. 2 S. 142). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrech-
te (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c S. 617).
2.
2.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-
den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird,
unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der