# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c06ddc2e-5468-47a5-b2ad-0eeb56449f02
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die brasilianischen Strafbehörden führen eine Strafuntersuchung im Zusam-
menhang mit den mutmasslichen Bestechungsvorgängen in Brasilien rund
um die (halb-)staatliche Unternehmung B. und haben diesbezüglich bereits
vor dem 18. März 2015 Rechtshilfeersuchen an die Schweiz gerichtet (vgl.
act. 1.2; siehe act. 13.1-13.5). Mit einem dieser Ersuchen vom 18. Novem-
ber 2014 beantragten die brasilianischen Strafbehörden Einsichtnahme in
die Akten der in der Schweiz in diesem Zusammenhang geführten Strafver-
fahren, namentlich in die von der Bundesanwaltschaft geführte Strafuntersu-
chung SV.14.0404 (act. 13.4). Diese wegen des Verdachts der Geldwäsche-
rei geführte Untersuchung richtet sich hauptsächlich gegen das ehemalige
Kadermitglied der B. namens C. und gegen unbekannte Täterschaft (vgl.
hierzu den Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2014.172 vom 18. Juni
2015).
B. Dieser C. hat in Einvernahmen gegenüber den brasilianischen Behörden
u. a. eingeräumt, auch von der brasilianischen Bauunternehmung D. Beste-
chungszahlungen für die Vergabe von überteuerten Projekten der B. an Un-
ternehmen der Gruppe D. entgegengenommen zu haben (vgl. act. 9.1, S. 2;
siehe auch act. 13.8). Die öffentliche Berichterstattung zu dieser Beste-
chungsaffäre löste nebst anderem in der Schweiz zahlreiche Geldwäscherei-
verdachtsmeldungen aus, welche zur weiteren Behandlung an die Bundes-
anwaltschaft weitergeleitet worden sind (vgl. act. 9.1, S. 3). Zwecks Unter-
suchung der durch die D. an Direktoren der B. geleisteten Bestechungszah-
lungen und der damit verbundenen Geldwäschereidelikte eröffnete die Bun-
desanwaltschaft die Strafuntersuchung SV.15.0775, welche sich u. a. gegen
die D. SA und gegen weitere bekannte und unbekannte Unternehmen der
Gruppe D. richtet (vgl. act. 9.1). Hierbei wurden durch die Bundesanwalt-
schaft u. a. auch bereits im Rahmen des Verfahrens SV.14.0404 erhobene
Unterlagen beigezogen (vgl. act. 9, S. 5).
Im Rahmen dieser Untersuchung richtete die Bundesanwaltschaft am
16. Juli 2015 ein Rechtshilfeersuchen an die zuständige brasilianische Be-
hörde, mit welchem sie beantragt, es seien verschiedene Personen (darun-
ter C.) gemäss beiliegenden bzw. noch nachzureichenden Fragekatalogen
zu befragen und insofern mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt
und den im Fragenkatalog erwähnten und diesem beigelegten Unterlagen zu
konfrontieren (act. 9.1). Zumindest einem dieser Fragenkataloge liegen ver-
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schiedene in der Schweiz erhobene Bankunterlagen bei, namentlich Unter-
lagen zu einem auf die A. SA lautenden Konto bei der Bank E. wie Eröff-
nungsunterlagen und Belastungsanzeigen (vgl. RR.2015.235, act. 1.2).
C. Hiergegen gelangte die A. SA mit Beschwerde vom 21. August 2015 an die
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (act. 1). Sie beantragt:
a) In via provvisionale
Al ricorso è riconosciuto effetto sospensivo. E' fatto ordine al Ministero pubblico della Confe-
derazione (MPC) e all'Ufficio federale di Giustizia (UFG) di comunicare alle autorità brasiliane
che la documentazione di ogni tipo concernente la società A. SA non può essere utilizzata in
alcun modo e deve essere resa alla Svizzera entro 10 giorni dalla comunicazione.
b) nel merito
b1 in via principale
E' accertata la nullità di qualsiasi decisione o atto di trasmissione del MPC o dell'UFG al Bra-
sile dei documenti relativi alla società A. SA.
b2 in via subordinata
E' annullata qualsiasi decisione o atto di trasmissione del MPC o dell'UFG al Brasile dei do-
cumenti relativi alla società A. SA.
c) sulle spese
Protestate tasse, spese e ripetibili.
Im Rahmen der Eingangsanzeige an die Parteien vom 24. August 2015 hielt
die Beschwerdekammer fest, der Beschwerde komme von Gesetzes wegen
die aufschiebende Wirkung zu (act. 2).
Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») beantragt in seiner Stellung-
nahme vom 7. September 2015 Folgendes (act. 8):
Plaise au Tribunal pénal fédéral de
- déclarer irrecevable le recours du 21 août 2015 en raison de l'absence d'une voie de recours
prévue par l'EIMP,
- subsidiairement de le déclarer irrecevable en raison de l'absence de qualité pour recourir au
sens de 80h EIMP
- très subsidiairement de le rejeter au fond, en raison de l'absence de détournement d'en-
traide,
sous suite de frais.
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Die Bundesanwaltschaft beantragt in ihrer Stellungnahme vom 17. Septem-
ber 2015, die aufschiebende Wirkung i.S. einer vorsorglichen Massnahme
sei nicht zu erteilen und auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuali-
ter sei sie abzuweisen, unter Kostenfolge (act. 9).
In ihrer Replik vom 12. Oktober 2015 hält die A. SA hauptsächlich an ihren
Beschwerdeanträgen fest. Ergänzend stellt sie die folgenden Verfahrensan-
träge (act. 13):
1 Si chiede, preliminarmente a questa alta Corte:
1.1 di richiamare dal MPC ogni atto legato direttamente o indirettamente all'assistenza giudi-
ziaria chiesta o prestata dalla Svizzera nel caso B. inchiesta Lava Jato,
1.2 di permettere alla ricorrente di accedere agli atti di cui sopra e di prendere posizione per
scritto, prima che questa alta Corte decida
1.3 di disporre quanto necessario per chiarire o far chiarire le ragioni dell'avvenuta divulga-
zione, in Brasile, di notizie segrete legate alla presente e non pubblica procedura ricorsuale.
Mit Duplik vom 26. Oktober 2015 bestätigt die Bundesanwaltschaft ihre bis-
herigen Begehren und hält daran fest (act. 15). Das BJ teilte derweil am sel-
ben Tag mit, auf eine Duplik zu verzichten (act. 16). Diese beiden Eingaben
wurden den Parteien am 28. Oktober 2015 wechselseitig zur Kenntnis ge-
bracht (act. 17). Mit unaufgeforderter Eingabe vom 23. Dezember 2015 er-
neuert die A. SA ihre bisher gestellten Verfahrensanträge (act. 18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Brasilien ist primär der Vertrag
vom 12. Mai 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und
der Föderativen Republik Brasilien über Rechtshilfe in Strafsachen (nachfol-
gend «RV-BRA»; SR 0.351.919.81) massgebend. Ausserdem gelangen vor-
liegend das Übereinkommen vom 17. Dezember 1997 über die Bekämpfung
der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsver-
kehr (SR 0.311.21) sowie die Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Ok-
tober 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56)
zur Anwendung.
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1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln,
gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG;
SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale
Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur
Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt
nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-
ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 140 IV 123 E. 2 S. 126;
137 IV 33 E. 2.2.2 S. 40 f.; 136 IV 82 E. 3.1 m.w.H.). Vorbehalten bleibt die
Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c
S. 617; TPF 2008 24 E. 1.1 S. 26). Auf Beschwerdeverfahren in internatio-
nalen Rechtshilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Ver-
waltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2
lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG), wenn das IRSG nichts anderes be-
stimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG).
2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, beim Anfechtungsobjekt handle es
sich um eine Herausgabe von Beweismitteln (in casu von die Beschwerde-
führerin betreffenden Bankunterlagen), die als ein an Brasilien gerichtetes
Rechtshilfeersuchen in einem von der Beschwerdegegnerin geführten Straf-
verfahren getarnt worden sei. Mit dieser Vorgehensweise werde der eigent-
liche Mechanismus des Rechtshilfeverfahrens ausser Kraft gesetzt und so
die der Beschwerdeführerin im Rahmen eines solchen Rechtshilfeverfahrens
zustehenden Verfahrensrechte verletzt. Es handle sich um einen Fall der
«entraide déguisée» (act. 1, S. 4, 5 ff.).
3.
3.1 Ein ausländisches Ersuchen um Rechtshilfe wird von der ausführenden kan-
tonalen und eidgenössischen Behörde vorgeprüft (Art. 80 Abs. 1 IRSG).
Diese erlässt gegebenenfalls eine summarisch begründete Eintretensverfü-
gung und ordnet die zulässigen Rechtshilfehandlungen an (Art. 80a Abs. 1
IRSG). Die Berechtigten können grundsätzlich am Rechtshilfeverfahren teil-
nehmen und Einsicht in die Akten nehmen, soweit dies für die Wahrung ihrer
Interessen notwendig ist (Art. 80b Abs. 1 IRSG). Erachtet die ausführende
Behörde das Ersuchen als ganz oder teilweise erledigt, so erlässt sie eine
begründete Verfügung über die Gewährung und den Umfang der Rechtshilfe
(Art. 80d IRSG). Diese unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwi-
schenverfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berech-
tigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595
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und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat
(Art. 80h lit. b IRSG). Bei der Erhebung von Kontoinformationen gilt nament-
lich der Kontoinhaber als persönlich und direkt betroffen im Sinne der ange-
führten Bestimmung (Art. 9a lit. a IRSV).
3.2 Gegen ein schweizerisches Ersuchen an einen anderen Staat ist die Be-
schwerde hingegen nur zulässig, wenn dieser um Übernahme der Strafver-
folgung oder der Urteilsvollstreckung ersucht wird. In diesem Fall ist einzig
der Verfolgte, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hat, be-
schwerdeberechtigt (Art. 25 Abs. 2 IRSG). Zulässig ist die Beschwerde auch
gegen ein schweizerisches Ersuchen um Übernahme der Vollstreckung ei-
nes Strafentscheides im Zusammenhang mit einer Zuführung nach Art. 101
Abs. 2 IRSG (Art. 25 Abs. 2bis IRSG). Wenn also die Schweiz eine ausländi-
sche Behörde für ein von schweizerischen Behörden geführtes Strafverfah-
ren um Rechtshilfe ersuchen möchte (sog. aktive Rechtshilfe), so bestehen
im Schweizer Rechtshilferecht nur eingeschränkte Rechtsmittelmöglichkei-
ten (GLESS/SCHAFFNER, Basler Kommentar Internationales Strafrecht, Basel
2015, Art. 25 IRSG N. 14 ff.). Gegen ein Ersuchen der schweizerischen Be-
hörden um Erhebung von Beweisen im Ausland ist die Beschwerde nach
IRSG ausgeschlossen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 1996 in
SJ 1997 S. 193, E. 3b).
3.3 In zwei Konstellationen relativiert die Praxis – über den Gesetzeswortlaut
hinausgehend – die durch Art. 25 Abs. 2 und 2bis IRSG statuierten Einschrän-
kungen des Rechtsschutzes bei aktiver internationaler Strafrechtshilfe, wo-
bei jeweils die Gefahr einer Umgehung des passiven Rechtshilfeverfahrens
besteht. Zum einen hat das Bundesgericht klargestellt, dass der Beschwer-
deweg nach Art. 25 Abs. 2 IRSG im Zusammenhang mit schweizerischen
Ersuchen um sonstige Rechtshilfe offen stehen kann, wenn die seitens der
Schweiz vom Ausland verlangte Rechtshilfe tatsächlich umgekehrt eine
schweizerische Rechtshilfe an das Ausland unter Umgehung des diesbezüg-
lich zu beachtenden Verfahrens darstellt (Urteil des Bundesgerichts vom
7. November 1996 in SJ 1997 S. 193 f., E. 3b). Im dem betreffenden Urteil
zugrunde liegenden Sachverhalt enthielt das schweizerische Rechtshilfeer-
suchen diverse Bankinformationen, welche für die Behörden des ersuchten
Staates im Hinblick auf ihre eigene Verfolgung von Interesse waren und für
deren Herausgabe es eines an die Schweiz gerichteten Ersuchens bedurft
hätte (vgl. GLESS/SCHAFFNER, a.a.O., Art. 25 IRSG N. 23 f.).
Zum anderen billigt die Schweizer Rechtsprechung die Beschwerdemöglich-
keit nach Art. 25 Abs. 2 IRSG auch dann zu, wenn das (aktive) Rechtshil-
feersuchen der Schweiz letztlich einer «entraide déguisée» der Schweiz an
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das Ausland gleichkommt; auch hier ist mithin eine Umgehung des in der
Schweiz durchzuführenden passiven Rechtshilfeverfahrens gemeint (vgl.
hierzu u. a. das Urteil des Bundesgerichts 1A.107/2002 vom 8. Juli 2002,
E. 1.2 m.w.H.). Die Praxis bezieht sich dabei auf Fälle, in welchen mit dem
schweizerischen Ersuchen eine Herausgabe in der Schweiz beschlagnahm-
ter Gegenstände verbunden ist, welche eigentlich – eben im Rahmen eines
passiven Rechtshilfeverfahrens – an der Regelung von Art. 74 IRSG gemes-
sen werden muss (GLESS/SCHAFFNER, a.a.O., Art. 25 IRSG N. 25 m.w.H.).
Die Beschwerdelegitimation steht diesfalls demjenigen zu, der gemäss
Art. 80h lit. b IRSG persönlich und direkt von der Rechtshilfemassnahme be-
troffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-
rung hat (Urteil des Bundesgerichts 1A.107/2002 vom 8. Juli 2002, E. 1.2).
3.4 Der Fall der Eröffnung eines schweizerischen Verfahrens nach Erhalt eines
ausländischen Rechtshilfeersuchens und der hierbei erfolgten Erhebung der
im Rechtshilfeverfahren gewünschten Beweise sowie eines anschliessen-
den Ersuchens ans Ausland, zu dessen Begründung die im ausländischen
Verfahren benötigten Informationen dienen, wurde von der Genfer Anklage-
kammer als rechtsmissbräuchlich bezeichnet. Der Untersuchungsrichter
wurde entsprechend angewiesen, die ins Ausland übermittelten Unterlagen
zurückzufordern (vgl. den Hinweis in ARZT, Orientierung, in: recht 1995
S. 131). Das Bundesgericht seinerseits hielt in seinem Urteil vom 7. Novem-
ber 1996 fest, dass es unzulässig wäre, wenn die schweizerische Behörde
eine Strafuntersuchung anhebe allein, um auf diesem Weg ein vorgängig an
sie gerichtetes ausländisches Rechtshilfeersuchen zu beantworten. Ein sol-
ches Vorgehen müsste als rechtsmissbräuchlich bewertet werden, weil es
eine Umgehung der Regeln der Rechtshilfe zum Schutz des Geheimbe-
reichs darstellen würde (SJ 1997 S. 195, E. 3c/cc in fine).
3.5
3.5.1 In der Literatur werden Fälle der Unterstützung der Behörden eines Staates
durch die Behörden eines anderen Staates ohne Rechtsgrundlage bzw. die
Überschreitung des Rahmens dieser Rechtsgrundlage auch als «entraide
sauvage» bzw. als «wilde Rechtshilfe» bezeichnet (GSTÖHL, Geheimnis-
schutz im Verfahren der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Berner
Diss., Bern 2008, S. 102; mit Hinweis auf POPP, Grundzüge der internatio-
nalen Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2001, N. 89 f.).
Diese hat verschiedene Erscheinungsformen und zeichne sich gemäss
GSTÖHL im Wesentlichen dadurch aus, dass die Schweiz dem Ausland
Rechtshilfe in Umgehung oder Missachtung von Rechtshilfebestimmungen
leiste. Die «entraide sauvage» habe hauptsächlich im Zusammenhang mit
- 8 -
Straftaten wegen Geldwäscherei eine besondere Bedeutung. Erhalte die
schweizerische Behörde Kenntnis von einer strafbaren Handlung, die von
Amtes wegen zu verfolgen sei, habe sie eine Strafuntersuchung zu eröffnen.
Diese Kenntnis könne namentlich durch ein ausländisches Rechtshilfeersu-
chen erfolgen, indem die in diesem umschriebenen Handlungen einen Straf-
tatbestand nach schweizerischem Recht erfüllen, beispielsweise bei Ersu-
chen betreffend Nachforschungen über Vermögensbewegungen, die vom
ersuchten Staat als Geldwäscherei angesehen würden. Sei in der Schweiz
ein Strafverfahren wegen Geldwäscherei eröffnet worden, so könne die
schweizerische, ersuchte Behörde ihrerseits ein Rechtshilfeersuchen an den
ausländischen, ersuchenden Staat richten. In diesem könne sie einen Gross-
teil der Informationen, die vom ersuchenden Staat in dessen Rechtshilfeer-
suchen erbeten worden seien, an den ausländischen Staat übermitteln, be-
vor bzw. ohne dass über die Gewährung der Rechtshilfe der Schweiz an das
Ausland entschieden werde. Solche Informationen können die verfolgte Per-
son, die verdächtigen Operationen, die betroffenen Konten, ihre Inhaber und
wirtschaftlich Berechtigten genau und detailliert umschreiben (siehe hierzu
u. a. POPP, a.a.O., N. 302; MOREILLON (ÉD.), Commentaire romand, Basel
2004, Introduction générale N. 15; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire
internationale en matière pénale, 4. Aufl., Bern 2014, N. 277, 418). Insbe-
sondere vom Bankgeheimnis geschützte Informationen könnten so ohne
Rechtsschutz für die Betroffenen preisgegeben werden, da gegen ein sol-
ches schweizerisches Rechtshilfeersuchen gemäss Art. 25 Abs. 2 IRSG kein
Rechtsmittel bestehe. Der Spezialitätsgrundsatz könne bei einem aktiven
Rechtshilfeersuchen seine volle Wirkung ebenso wenig entfalten.
In diesem Zusammenhang sei als sog. «méthode genoise» [recte: méthode
genevoise] die Praxis bezeichnet worden, wonach in der Schweiz parallel
zum ausländischen Strafverfahren ein inländisches Strafverfahren wegen
Geldwäscherei mit dem ausschliesslichen Ziel eröffnet worden sei, dadurch
ein Rechtshilfeersuchen zu beantworten, indem die schweizerische Behörde
nach Eröffnung des Strafverfahrens ihrerseits ein Rechtshilfeersuchen an
die ausländische Behörde stelle und in diesem die von der ausländischen
Behörde zuvor ersuchten Informationen preisgebe. Eine solche Praxis liege
nicht im gesetzlichen Rahmen und sei daher strikte zu verbieten (vgl. hierzu
das Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 1996 in SJ 1997 S. 193,
E. 3c/cc; siehe zum Ganzen GSTÖHL, a.a.O., S. 356 f.).
3.5.2 Unter dem Aspekt der «entraide sauvage» führt auch ZIMMERMANN Fälle an,
in welchen die ausführende Behörde nach Eröffnung einer eigenen Strafun-
tersuchung aufgrund der in einem Rechtshilfeersuchen geschilderten Tatsa-
chen ihrerseits mit einem Ersuchen an die ersuchende Behörde gelangt,
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dessen Sachverhaltsdarstellung alle vom ersuchenden Staat gewünschten
Informationen enthält. Er sieht in diesem Vorgehen eine unerlaubte Umge-
hung des Rechtshilfeverfahrens, wenn die Eröffnung des Strafverfahrens im
ersuchten Staat auf keinem konkreten Anhaltspunkt beruhe, so dass das für
das nationale Strafverfahren gestellte Ersuchen an den ersuchenden Staat
lediglich als Vorwand zur Umgehung der einschlägigen Bestimmungen der
Rechtshilfe diene (ZIMMERMANN, a.a.O., N. 418; siehe auch GLUTZ VON
BLOTZHEIM, Die spontane Übermittlung, Basler Diss., Zürich/St. Gallen 2010,
S. 95). Eine weitere Form der verbotenen «entraide sauvage» erblickt er in
der spontanen Übermittlung von Informationen an die ausländische Strafbe-
hörde, ohne die durch Art. 67a IRSG gesetzten Einschränkungen zu beach-
ten (ZIMMERMANN, a.a.O., N. 418). Abschliessend hält er aber dafür, dass bei
Vorliegen genügender Indizien der Begehung einer Straftat, die Strafbe-
hörde ohne Verzug zu handeln hat. Die Sorge um eventuelle Missbrauchsri-
siken dürfe die schweizerischen Behörden nicht daran hindern, Rechtshil-
feersuchen ans Ausland zu stellen. Im Besonderen stelle – abgesehen von
offensichtlichen Missbrauchsfällen – der Umstand, dass die schweizerische
Behörde im Rahmen ihres Ersuchens präzis und detailliert die verdächtigen
Machenschaften, die betroffenen Konten, ihre Inhaber und wirtschaftlich Be-
rechtigten nenne, nicht notwendigerweise eine Form der «entraide sauvage»
dar. Es handle sich hierbei um durch Staatsvertrag und Gesetz vorgesehene
und notwendige Angaben («indications») zur Ausführung der ersuchten
Massnahmen (ZIMMERMANN, a.a.O., N. 418; in diesem Sinne der Entscheid
des Bundesstrafgerichts RR.2013.7 vom 7. Mai 2013, E. 4.1).
GSTÖHL ist diesbezüglich anderer Meinung. Ihr zufolge dürfe ein schweizeri-
sches Rechtshilfeersuchen an den ausländischen Staat, der seinerseits be-
reits ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz gerichtet habe, keine Offenba-
rung von Geheimnissen beinhalten. Der Geheimnisschutz dürfe im Rechts-
hilferecht nicht durch «entraide sauvage» seines Gehalts entleert werden.
Es komme ansonsten zu einer Umgehung der Rechtshilfebestimmungen, in-
dem die Interessenabwägung zwischen dem Geheimnisschutz einerseits
und den Strafverfolgungsinteressen andererseits nicht durch den Richter er-
folge, sondern durch die ausführende Behörde vorweggenommen werde.
Dem Geheimnisherrn und –träger werde damit in unzulässiger Weise der
Rechtsschutz gegen die Geheimnisoffenbarung abgeschnitten (GSTÖHL,
a.a.O., S. 357 f.).
Ähnlicher Ansicht ist wohl auch POPP, welcher mit Bezug auf den dem BGE
130 II 236 E. 6.3.2 zu Grunde liegenden Sachverhalt das schweizerische Er-
suchen (und die in diesem enthaltenen Kontoinformationen bzw. die beilie-
- 10 -
genden Beweismittel) geradezu als klassischen Fall einer «entraide sau-
vage» bezeichnet. Er sieht darin ein ausgehendes Ersuchen, das nicht allein
zum Zweck gestellt werde, selbst Informationen zu erhalten, sondern das
Ausland (auch) mit Informationen zu bedienen, für die ein förmliches Rechts-
hilfeverfahren unerlässlich sei, um die Rechte des Betroffenen zu wahren.
Es verkürze dessen Schutz, wie ihn das Gesetz für den Geheimbereich an-
ordne, wenn Kopien von Bankaufträgen und Dokumente mit Details des
Bankverkehrs als blosse Hinweise («indications» gemäss BGE 130 II 236
E. 6.3.2) qualifiziert würden, die das Bundesgericht bei eingehenden Ersu-
chen nie verlange und die andererseits unter der Maxime der freien Beweis-
würdigung in jedem Strafverfahren Beweiswert hätten (POPP, Die Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zur Internationalen Strafrechtshilfe in den Jahren
2004/05, ZBJV [Band 144] 2008, S. 38 ff., 62).
3.6 Eine Erscheinungsform der «entraide sauvage» liegt ebenfalls vor, wenn
dem ersuchenden Staat als Zivilpartei im schweizerischen Strafverfahren,
welches mit dem Rechtshilfeverfahren inhaltlich zusammenhängt, unbe-
grenzte Akteneinsicht gewährt wird (GSTÖHL, a.a.O., S. 358). Gemäss kon-
stanter Rechtsprechung darf eine solche Akteneinsicht die Ordnung des
Rechtshilfeverfahrens nicht stören (TPF 2012 48 E. 3.1; TPF 2012 155 E. 3.1
und 3.2; jeweils m.w.H.; vgl. zur Problematik auch LUDWICZAK, A la croisée
des chemins du CPP et de l'EIMP – la problematique de l'accès au dossier,
in ZStrR 2015, S. 295 ff.). In einem neueren Urteil hielt auch das Bundesge-
richt diesbezüglich fest, dass die Akteneinsicht durch einen ausländischen
Staat als Privatkläger in einem schweizerischen Strafverfahren keine Umge-
hung der Bestimmungen des Rechtshilferechts mit sich bringen darf (BGE
139 IV 294 E. 4, 4.1-4.6; ähnlich, jedoch mit Bezugnahme auf die bereits
gewährte Rechtshilfe TPF BB.2014.188 vom 24. Juni 2015, E. 4.1.2 und 5.2).
3.7 Sich der Problematik der «entraide sauvage» bewusst, ruft die Rechtspre-
chung mit Blick auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit die schweizeri-
schen Behörden bei der Stellung eines aktiven Rechtshilfeersuchens zur
Vorsicht auf. Demnach soll sich die dem Ersuchen enthaltene Sachverhalts-
darstellung auf das für dessen Verständnis und dessen Ausführung Notwen-
dige beschränken (BGE 130 II 236 E. 6.3.1; Urteil des Bundesgerichts
1P.615/2000 vom 7. November 2000, E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom
7. November 1996 in SJ 1997 S. 195, E. 3c/cc). Eine entsprechende Zurück-
haltung drängt sich nicht zuletzt auch deswegen auf, als die schweizerische
Behörde bei eigenen Ersuchen keinen Spezialitätsvorbehalt anbringen kann
(siehe hierzu GSTÖHL, a.a.O., S. 355).
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4.
4.1 Im vorliegend in der Kritik stehenden Ersuchen führt die Beschwerdegegne-
rin aus, die brasilianische Justiz führe im Zusammenhang mit dem Beste-
chungsskandal B. zahlreiche Ermittlungsverfahren. Einige der bestochenen
Personen aus dem Kader der B. hätten mittlerweile Geständnisse abgelegt.
So hätten der vorstehend erwähnte C. und F. gegenüber der brasilianischen
Justiz namentlich eingeräumt, u. a. auch von der brasilianischen Bauunter-
nehmung D. Bestechungszahlungen für die Vergabe von überteuerten Pro-
jekten der B. an Unternehmen der Gruppe D. entgegengenommen zu haben.
Wie und über welche Gesellschaften derartige Bestechungszahlungen ab-
gewickelt worden seien, sei im Einzelnen noch unklar. Bisherige Ermittlungs-
ergebnisse der Beschwerdegegnerin würden zeigen, dass die D. SA über
Sitzgesellschaften in der Schweiz zahlreiche Konten unterhalten habe, über
welche u. a. direkt oder via weitere Gesellschaften namhafte Zahlungen an
ehemalige Direktoren der B. ausgerichtet worden seien. Es bestehe diesbe-
züglich der Verdacht, dass es sich bei diesen Zahlungen um Bestechungs-
zahlungen handle (act. 9.1, S. 2 f.). Eines davon sei das auf die Beschwer-
deführerin lautende Konto Nr. 1 bei der Bank E. Wirtschaftlich berechtigt an
diesem Konto sei gemäss dem Formular A die D. SA (act. 9.1, S. 7). Über
die Beschwerdeführerin seien in der Zeit zwischen August 2012 und Juni
2014 mindestens USD 96 Mio. an die G. SA überwiesen worden. Seitens
dieser Gesellschaft seien zahlreiche Zahlungen an ehemalige Direktoren der
B. festzustellen (C., F., H., I.; act. 9.1, S. 8). Bezüglich der Zahlungen der
Beschwerdeführerin ergäben sich aufgrund von in der Schweiz sichergestell-
ten Unterlagen Hinweise auf rein fiktive Vertragsverhältnisse (act. 9.1, S. 9).
Mit dem Ersuchen verlangt die Beschwerdegegnerin u. a. die vorerwähnten
ehemaligen Direktoren der B. mit dem dargestellten Sachverhalt und den im
Fragekatalog erwähnten und diesem beigelegten Unterlagen zu konfrontie-
ren. Weiter verlangt die Beschwerdegegnerin, es seien bei den Gesellschaf-
ten der Gruppe D. u. a. sämtliche sachdienliche Unterlagen zu deren festge-
stellten Zahlungen an die Beschwerdeführerin zu erheben (act. 9.1, S. 11 f.).
In einem der vorliegend konnexen Beschwerdeverfahren wurde von einer
anderen Beschwerdeführerin, die im Zusammenhang mit der Angelegenheit
«Lava Jato» bzw. B. Beschwerde erhoben hat, einer der Fragenkataloge für
die Befragung eines der Beschuldigten eingereicht (RR.2015.235, act. 1.2).
Diesem kann entnommen werden, dass den brasilianischen Behörden als
Beilage zum Ersuchen eine Reihe von in der Schweiz erhobenen, die Be-
schwerdeführerin betreffenden Bankunterlagen (Kontoeröffnungsunterlagen
und Belastungsanzeigen) übermittelt worden sind, welche die im schweize-
rischen Ersuchen geschilderten Transaktionen teilweise belegen sollen
(RR.2015.235, act. 1.2, Beilagen 83-102).
- 12 -
4.2 Ersucht ein ausländischer Staat die Schweiz um Herausgabe solcher Unter-
lagen als Beweismittel, so ist deren Herausgabe erst nach Abschluss des
diesbezüglichen Rechtshilfeverfahrens (vgl. hierzu oben E. 3.1) erlaubt
(Art. 74 Abs. 1 IRSG). Da die vorliegend herausgegebenen Unterlagen (Be-
weismittel) unter das Bankgeheimnis fallen, wäre deren unaufgeforderte
Übermittlung an eine ausländische Strafverfolgungsbehörde gestützt auf
Art. 67a Abs. 4 IRSG in jedem Fall ausgeschlossen (vgl. GLUTZ VON BLOTZ-
HEIM, a.a.O., S. 105 ff.). Demgegenüber ist die unaufgeforderte Übermittlung
von Informationen, die den Geheimbereich betreffen, nicht von vornherein
ausgeschlossen (Art. 67a Abs. 5 IRSG). Zu prüfen ist vorliegend die Frage,
ob die Herausgabe dieser Beweismittel als Beilage zu einem aktiven Rechts-
hilfeersuchen an die brasilianischen Behörden eine «entraide sauvage» im
oben beschriebenen Sinne darstellt oder nicht. Die Beantwortung dieser
Frage hängt im Wesentlichen von der Art und dem Inhalt der verschiedenen,
von den brasilianischen Behörden vorgängig an die Schweiz gestellten
Rechtshilfeersuchen ab (siehe nachfolgend E. 4.3). Weiter von Bedeutung
sind zudem die vorliegend anwendbaren Bestimmungen, welche die Voraus-
setzungen an ein schweizerisches Rechtshilfeersuchen an Brasilien um-
schreiben (siehe nachfolgend E. 4.4).
4.3 Die Beschwerdeführerin legt diesbezüglich u. a. ein an die Schweiz gerich-
tetes Ersuchen der brasilianischen Strafbehörden vom 18. November 2014
ins Recht (act. 13.4). Mit Bezug auf vorher schon gestellte Ersuchen in der
Angelegenheit «Lava Jato» ersuchen die brasilianischen Behörden um Ein-
sicht in die Akten der in der Schweiz geführten, direkt oder indirekt im Zu-
sammenhang mit dem Korruptionsskandal um B. stehenden Strafverfahren,
namentlich in die Akten des Verfahrens SV.14.0404, aber auch in andere
Akten in Zusammenhang mit dieser Untersuchung oder deren Gegenstand
(act. 13.4, Ziff. 6 und 9). Gegenstand der brasilianischen Untersuchung ist
die Bezahlung von Bestechungsgeldern durch Bauunternehmen an Politiker
und Direktoren der B., um die Vergabe von Projekten zu ihren Gunsten zu
beeinflussen. C. wird dabei namentlich genannt als Direktor der B., welchem
Bestechungszahlungen zugeflossen sein sollen (act. 13.4, Ziff. 7). Ziel des
Ersuchens sei die Intensivierung der gegenseitigen Rechtshilfe zwischen der
Schweiz und Brasilien im Zusammenhang mit der Angelegenheit «Lava
Jato» (act. 13.4, Ziff. 10).
Die Beschwerdeführerin reichte zudem weitere Rechtshilfeersuchen der bra-
silianischen Behörden aus dem Jahr 2014 an die Beschwerdegegnerin ein
(siehe act. 13.1–13.3, 13.5). Diese zielen allesamt in spezifischer Weise auf
- 13 -
die Sperrung bekannter bzw. auf die Identifikation noch unbekannter Konto-
verbindungen in der Schweiz, über welche mutmassliche Korruptionszahlun-
gen an die ehemaligen Direktoren der B. (namentlich C. und F.) geflossen
seien. Verlangt wurde diesbezüglich auch wiederholt die Herausgabe von
Bankunterlagen, welche die Rekonstruktion der interessierenden Geldflüsse
und die Feststellung allfälliger Straftaten in der Schweiz und in Brasilien er-
möglichen sollen.
4.4 Das kritisierte schweizerische Ersuchen um Rechtshilfe zielt einerseits auf
die Entgegennahme von Zeugenaussagen oder von anderen Aussagen, an-
dererseits auf die Herausgabe von in Brasilien zu erhebenden weiteren Be-
weismitteln ab (act. 9.1, S. 11 f.). Es handelt sich hierbei um zulässige
Rechtshilfemassnahmen (Art. 1 Abs. 3 lit. a und b RV-BRA). Gemäss Art. 24
Abs. 1 lit. b RV-BRA muss ein Rechtshilfeersuchen insbesondere Angaben
über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (vgl. auch
Art. 46 Abs. 15 lit. b und d UNCAC). Weiter anzugeben ist der Hauptgrund,
warum die Beweismittel oder Auskünfte verlangt werden, sowie eine Darstel-
lung des Sachverhalts (Zeitpunkt, Ort und Umstände der Tatbegehung), der
im ersuchenden Staat Anlass zum Verfahren gibt (Art. 24 Abs. 1 lit. d RV-
BRA; vgl. Art. 46 Abs. 15 lit. c UNCAC). Diese Angaben müssen der ersuch-
ten Behörde namentlich die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit
gegeben ist (Art. 6 RV-BRA) und ob die Handlungen, wegen denen um
Rechtshilfe ersucht wird, nicht ein politisches, militärisches oder fiskalisches
Delikt darstellen (Art. 3 Abs. 1 lit. a bis c RV-BRA).
5.
5.1 Der vorliegende Fall betrifft nicht nur das Verhältnis zwischen aktiver und
passiver Rechtshilfe. Die damit verbundene Sachlage fällt zudem in eine
Schnittstelle zwischen Rechtshilferecht und dem nationalen Strafprozess-
recht.
5.2 Die Strafuntersuchung SV.15.0775 wurde u. a. auch gestützt auf Geldwä-
schereiverdachtsmeldungen von Schweizer Banken eröffnet (vgl. act. 9.1,
S. 3). Gestützt auf Art. 7 Abs. 1 StPO ist die Beschwerdegegnerin diesbe-
züglich verpflichtet, ein Verfahren einzuleiten und durchzuführen, wenn ihr
Straftaten oder auf Straftaten hinweisende Verdachtsgründe bekannt wer-
den. Weiter hat sie von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der
beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen abzuklären (Art. 6 Abs. 1
StPO). Strafverfahren sind unverzüglich an die Hand zu nehmen und ohne
unbegründete Verzögerung zum Abschluss zu bringen (Art. 5 Abs. 1 StPO).
Rein mit Blick auf die Regeln der schweizerischen Strafprozessordnung ist
- 14 -
das Vorgehen der Beschwerdegegnerin daher nicht zu beanstanden. Die
von ihr bei den brasilianischen Strafbehörden beantragten Rechtshilfemass-
nahmen sind geeignet, die für die Beurteilung der hierzulande untersuchten
Straftaten bedeutsamen Tatsachen abzuklären. Hieraus ergibt sich mit Blick
auf die Bestimmungen des Rechtshilferechts (namentlich die Bestimmungen
des RV-BRA; siehe oben E. 4.4) auch, dass das Rechtshilfeersuchen und
dessen erforderliche Schilderung des untersuchten Sachverhalts bzw. Art
und Natur der hierzulande untersuchten Straftaten auch Informationen aus
dem Geheimbereich (konkret Angaben zu Kontobeziehungen) enthalten
muss. Weiter ist mit Blick auf das Beschleunigungsgebot auch festzuhalten,
dass mit der Stellung eines Rechtshilfeersuchens grundsätzlich nicht zuge-
wartet werden muss, bis allfällige im selben Sachzusammenhang von aus-
ländischen Strafbehörden gestellte Ersuchen um Rechtshilfe erledigt sind
(BGE 139 IV 294 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 1996
in SJ 1997 S. 194, E. 3c/bb).
5.3 Aufgrund der Akten wird im vorliegenden Fall aber auch ersichtlich, dass die
in Brasilien und in der Schweiz geführten Strafuntersuchungen äusserst eng
miteinander verflochten sind. Demzufolge betreffen die brasilianischen
Rechtshilfeersuchen direkt den Gegenstand der schweizerischen Strafunter-
suchungen und umgekehrt. Die in ihrer Beschwerdeantwort gemachte Aus-
sage der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin oder die an
dieser wirtschaftlich Berechtigte «bis dato auch nicht im entferntesten Ge-
genstand eines in der Schweiz hängigen Rechtshilfeersuchens der brasilia-
nischen Strafverfolgungsbehörden» gewesen seien (act. 9, S. 3), ist auf je-
den Fall unhaltbar. Die enge Verflochtenheit der verschiedenen Strafunter-
suchungen in Brasilien und in der Schweiz ergibt sich nicht zuletzt aus den
Ausführungen der Beschwerdegegnerin im vorliegend angefochtenen
Rechtshilfeersuchen selber (siehe act. 9.1, S. 10). Demnach werden die
D. SA und deren Vertreter durch die brasilianische Justiz beschuldigt, die
Vergabe von Grossaufträgen durch B. mit Bestechungszahlungen erwirkt zu
haben. Spiegelbildlich ergebe sich in der Schweiz aufgrund erhobener Bank-
unterlagen ein dringender Verdacht, dass die D. SA zahlreiche Sitzgesell-
schaften gegründet habe, um über diese bzw. über die für diese Sitzgesell-
schaften in der Schweiz eröffneten Kontostrukturen derartige Bestechungs-
zahlungen an Kadermitglieder der B. abzuwickeln. Bei der von der Be-
schwerdegegnerin in ihrem Rechtshilfeersuchen erwähnten Kontobeziehung
der Beschwerdeführerin handle es sich vermutungsweise um eines dieser
fraglichen Konten. So seien über die Konten der Beschwerdeführerin na-
mentlich Zahlungen an die ehemaligen Direktoren der B. (C. und F.) geflos-
sen (siehe oben E. 4.1 mit jeweiligem Hinweis auf die Akten). Allein mit den
der Beschwerdekammer bekannten Ersuchen aus Brasilien wird klar, dass
- 15 -
es den brasilianischen Behörden u. a. darum geht, die letztlich den Beteilig-
ten C. und F. zugegangenen Finanzflüsse eindeutig rekonstruieren zu kön-
nen. Nebst der Herausgabe von Unterlagen zu spezifizierten Konten ver-
langten die brasilianischen Strafbehörden denn auch die Einsichtnahme in
die Akten der von der Beschwerdegegnerin geführten Strafuntersuchungen.
Die im entsprechenden Ersuchen (act. 13.4) enthaltene Formulierung lässt
klar erkennen, dass es alle von der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang
mit der Affäre um B. geführten Verfahren betrifft und nicht nur die Untersu-
chung SV.14.0404. Dass diese ausdrücklich genannte und die vorliegende
Untersuchung, in deren Rahmen das angefochtene Rechtshilfeersuchen ge-
stellt wurde, inhaltlich zusammenhängen, ergibt sich nicht zuletzt auch aus
dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin diesbezüglich zuvor im Rah-
men der Untersuchung SV.14.0404 erhobene Bankunterlagen beigezogen
hat (act. 9, S. 5). Die nun im angefochtenen Ersuchen enthaltenen Informa-
tionen zu Konten der Beschwerdeführerin und insbesondere die dem Ersu-
chen beigegebenen Beweismittel stammen somit eindeutig aus einem Ver-
fahren, in dessen Akten die brasilianischen Behörden Einsicht verlangt ha-
ben. Damit ist erstellt, dass das angefochtene Ersuchen nicht nur den Zwe-
cken der hiesigen Strafverfolgung, sondern eben auch der Beantwortung der
verschiedenen brasilianischen Ersuchen und den von diesen verfolgten
Zwecken dient. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwer-
deführerin in den der Beschwerdekammer bekannten Ersuchen aus Brasi-
lien nicht namentlich erwähnt wird. Diesbezüglich hält ja auch die Beschwer-
degegnerin im angefochtenen Ersuchen selber fest, dass auf Seiten der bra-
silianischen Behörden keine oder nur ungenügende Angaben darüber vorlä-
gen, wie und über welche Gesellschaften mutmassliche Bestechungszah-
lungen abgewickelt worden seien (act. 9.1, S. 2 f.). Die von der Beschwer-
degegnerin vermutete Rolle der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit
der Affäre B. ist für die brasilianischen Behörden offensichtlich von Relevanz.
Hierzu ist auch festzuhalten, dass die brasilianischen Behörden im Rahmen
ihrer Ersuchen verschiedentlich auch auf die Identifikation bisher unbekann-
ter Kontoverbindungen und die Herausgabe der diese betreffenden Beweis-
mittel abzielten.
5.4 Angesichts der dargestellten Ausgangslage kann es der Beschwerdegegne-
rin nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass ihr eigenes Ersuchen um
Rechtshilfe Informationen enthält, welche den brasilianischen Behörden von
Nutzen sein können. Die damit verbundene Herausgabe aller diesbezügli-
chen Beweismittel geht im vorliegenden Fall und mit Blick auf den Grundsatz
der Verhältnismässigkeit (vgl. hierzu oben stehende E. 3.7) aber zu weit. Der
andernorts von der Beschwerdegegnerin hierzu gemachte Einwand, die bra-
- 16 -
silianischen Behörden hätten die anlässlich der Einvernahme vorzuhalten-
den Unterlagen verlangt (RR.2015.235, act. 19, S. 4), ist nicht belegt. Im RV-
BRA ist die Beilage von Beweismitteln – wie übrigens in allen anderen
Rechtshilfeübereinkünften wie beispielsweise dem Europäischen Überein-
kommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR;
SR 0.351.1) – nirgends vorgesehen. Der Einwand der Beschwerdegegnerin
verliert zudem weiter an Stichhaltigkeit, wenn sie sich im Ersuchen selber
ausdrücklich die Präsentation von weiteren Unterlagen beim Termin der Ein-
vernahme vorbehält (act. 9.1, S. 11).
5.5 Mag unter den vorliegenden Gegebenheiten die blosse Information aus dem
Geheimbereich im Rahmen eines aktiven Rechtshilfeersuchens zulässig
sein, so stellt demgegenüber die damit verbundene Herausgabe der dazu-
gehörenden Beweismittel eine Form der verpönten «entraide sauvage» dar.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich damit diesen Punkt betreffend als
zulässig und begründet. Mit ihrem Vorgehen hat es die Beschwerdegegnerin
vereitelt, dass sich die Beschwerdeführerin im Rahmen eines Rechtshilfe-
verfahrens als Partei vorgängig zur Herausgabe der sie betreffenden Bank-
unterlagen äussern konnte. Eine Gutheissung dieses Vorgehens würde vor-
liegend auch die Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung der Heraus-
gabe der Bankunterlagen und damit die Sicherstellung des im Rechtshilfe-
rechts vorgesehenen Individualschutzes komplett aushebeln. Diese Diffe-
renzierung zwischen der Zulässigkeit blosser Information und der unzulässi-
gen Herausgabe von Beweismitteln erweist sich im Übrigen auch als kon-
gruent mit dem vom Gesetzgeber abgesteckten Rahmen der Zulässigkeit
einer unaufgeforderten Übermittlung von Beweismitteln und Informationen
gemäss Art. 67a IRSG.
Lediglich abschliessend ist entgegen den Ausführungen des BJ (act. 8, S. 3)
noch festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin vorliegend nicht an der
Beschwerdelegitimation mangelt. Die diesbezüglich geforderte persönliche
und direkte Betroffenheit der Beschwerdeführerin ergibt sich durch die Über-
mittlung von Unterlagen zu einem auf sie lautenden Bankkonto und richtet
sich nicht nach der von der Beschwerdegegnerin rechtshilfeweise verlangten
Einvernahme von Zeugen (siehe hierzu u. a. das Urteil des Bundesgerichts
vom 7. November 1996 in SJ 1997 S. 194, E. 3.c/aa «les actes transmis le
touchent directement»; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 1A.107/2002
vom 8. Juli 2002, E. 1.2).
- 17 -
6.
6.1 Erweist sich die vorliegende Beschwerde als teilweise begründet und die er-
folgte Herausgabe von die Beschwerdeführerin betreffenden Bankunterla-
gen an die brasilianischen Strafbehörden als unzulässig, so stellt sich nach-
folgend die Frage, was dieser Befund für Konsequenzen hat.
6.2 Hinsichtlich der Rechtsfolgen einer unrechtmässig erfolgten spontanen
Übermittlung hielt das Bundesgericht in BGE 125 II 238 erstmals präzi-
sierend fest, dass eine unrechtmässig erfolgte, spontane Übermittlung von
Beweismitteln und Informationen nicht direkt anfechtbar sei (BGE 125 II 238
E. 5d S. 247, bestätigt in BGE 129 II 544 E. 3.6). Allfällige Verletzungen von
Art. 67a IRSG können gegebenenfalls mit Beschwerde gegen die Schluss-
verfügung geltend gemacht werden, sofern der ersuchende Staat im An-
schluss an die Übermittlung mit einem formellen Rechtsbegehren an die
Schweiz herangetreten ist. Wird im Rahmen einer Beschwerde eine Verlet-
zung von Art. 67a IRSG festgestellt, kann dies zu einer Rückforderung der
übermittelten Beweismittel oder Informationen oder zur Aufforderung zur
Nichtberücksichtigung für den informierten Staat führen (BGE 125 II 238
E. 6a). Eine grundsätzliche Verpflichtung des ersuchenden Staates in die-
sem Sinne zu kooperieren, besteht freilich nicht, da er nicht für fehlerhafte
Handlungen der Schweizer Behörden einzustehen hat (ZIMMERMANN, a.a.O.,
N. 415 S. 424). Das Ergreifen einer derartigen Massnahme (Rückforderung
der Beweismittel bzw. Informationen oder Aufforderung zur Nichtberücksich-
tigung derselben) erweist sich als überflüssig, wenn die materiellen Voraus-
setzungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind bzw. wenn sich de-
ren Erfüllung bald abzeichnet (BGE 129 II 544 E. 3.6; 125 II 238 E. 6a S. 248;
Urteil des Bundesgerichts 1A.333/2005 vom 20. Februar 2006, E. 4.2; vgl.
zum Ganzen den Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2012.311 vom
11. Juli 2013, E. 5.3.3).
6.3 Im Vergleich zu einem solchen Fall werden die brasilianischen Behörden hier
kaum mehr ausdrücklich um Herausgabe der bereits erhaltenen Beweismit-
tel ersuchen, so dass diesbezüglich kein formelles Rechtsbegehren an die
Schweiz zu erwarten ist. In Analogie zu diesen für eine unrechtmässig er-
folgte spontane Übermittlung von Beweismitteln geltenden Überlegungen ist
vorliegend nachträglich zu überprüfen, ob die materiellen Voraussetzungen
für die bereits erfolgte Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Kann dies be-
jaht werden, so wäre die mit dem oben festgestellten Mangel behaftete Her-
ausgabe von Beweismitteln geheilt. Wäre das Ergebnis der Überprüfung ne-
gativ, so läge es am BJ, gegenüber den brasilianischen Behörden die not-
wendigen Schritte einzuleiten. Um die materiellen Voraussetzungen für die
- 18 -
bereits erfolgte Herausgabe von Beweismitteln zu überprüfen und der Be-
schwerdeführerin den diesbezüglichen Rechtsschutz zumindest nachträg-
lich zu gewähren, hat die Beschwerdegegnerin bezüglich der erfolgten Her-
ausgabe der die Beschwerdeführerin betreffenden Bankunterlagen ein nach-
trägliches Rechtshilfeverfahren durchzuführen.
7. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde teilweise als begründet.
Sie ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als festzustellen ist, dass die
erfolgte Herausgabe von die Beschwerdeführerin betreffenden Bankunterla-
gen an die brasilianischen Behörden rechtswidrig war. Die Beschwerdegeg-
nerin ist diesbezüglich anzuweisen, ein nachträgliches Rechtshilfeverfahren
durchzuführen, in dessen Rahmen das Vorliegen der materiellen Vorausset-
zungen der gewährten Rechtshilfe zu überprüfen ist. Im Übrigen ist die Be-
schwerde abzuweisen.
8. Soweit das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschie-
benden Wirkung bzw. auf Erlass vorsorglicher Massnahmen nicht bereits be-
handelt wurde, ist dieses mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache
als erledigt abzuschreiben.
9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der teilweise
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2'000.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG
i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des
Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter
Anrechnung des entsprechenden Betrags am geleisteten Kostenvorschuss
in der Höhe von Fr. 5'000.–. Die Bundesstrafgerichtskasse hat der Be-
schwerdeführerin Fr. 3'000.– zurückzuerstatten.
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdegegnerin die Be-
schwerdeführerin im Umfang ihres teilweisen Obsiegens für die ihr erwach-
senen notwendigen und verhältnismässig hohen Parteikosten zumindest teil-
weise zu entschädigen (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG). Dabei erscheint eine
Entschädigung in der Höhe von Fr. 1'500.– als angemessen (Art. 10, 11 und
12 Abs. 2 BStKR).
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