# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7f95fc73-b58d-447f-8a36-ef91b088e8de
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 (Urk. 8/15
) teilte die Suva
Z._
unter an
derem mit, dass er als
unselbstständigerwerbend
gelte
, wenn er wie ein Arbeit
nehmer an den Arbeiten eines Betriebs teilnehme, also zum Beispiel Fahraufträge für eine Taxi-Zentrale, Online-Vermittlungsplattformen oder Kurierdienste aus
führe
. Dabei ging es
insbesondere auch
um die Fahrtätigkeit von
Z._
für ein
«
X._
-Unternehmen» (vgl. etwa Urk. 8/8/7
).
Mit dieser Sichtweise war die
Y._
nicht
einverstanden
(vgl. Urk. 8/16)
.
1.2
Mit Verfügung vom 5. September
2016 (Urk.
8/17
)
hielt die Suva an ihrer oben genannten Einschätzung fest
. Diese Verfügung wurde auch der
Y._
zugestellt. Mit Eingabe vom
6. Oktober 2016 (Urk. 8/20
) liessen sowohl die
Y._
als auch die
X._
, eine Gesellschaft niederländi
schen Rechts mit Sitz in Amsterdam, Einsprache gegen die genannte Fest
stellungsverfügung erheben. Die Suva wies die Einsprache der
Y._
mit Entscheid vom 10
.
Januar 2017
(Urk. 2) ab. Die Einsprache der
X._
wurde - soweit ersichtlich - nicht behandelt.
2.
Gegen den die
Y._
betreffenden
Einspracheentscheid
vom 1
0. Januar 2017
(Urk. 2) liessen die
Y._
und die
X._
mit Eingabe vom
9. Februar
2017 (Urk. 1/1) Beschwerde erheben mit folgenden materiellen Anträgen:
«
-
Der
Einspracheentscheid
vom 10
.
Januar 2017
[...] der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (Suva) bezüglich der sozialver
sicherungsrechtlichen Stellung von Herrn
Z._
sei aufzuheben;
-
Es sei festzustellen, dass Herr
Z._
seine Tätigkeit als Fahrer im Zusammenhang mit der
X._
-App als
Selbstständigerwerbender
aus
übt;
-
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
oder eine sonstige Gesellschaft der
X._
-Gruppe Arbeitgeber von Herrn
Z._
ist;
-
Es sei festzustellen, dass Herr
Z._
als
Selbstständigerwerbender
nicht obligatorisch unfallversichert ist;
-
Es sei festzustellen, dass weder
X._
noch
Y._
oder eine sonstige Gesellschaft der
X._
-Gruppe Sozialver
sicherungsbeiträge auf die an Herrn
Z._
im Zusammenhang mit der Verwendung der
X._
-App geleisteten Zahlungen zahlen muss;
-
X._
und
Y._
sei eine Entschädigung für die durch das Beschwerdeverfahren entstandenen Parteikosten
zuzuspre
chen.»
Mit
Eingabe vom 11. Mai 2017 (Urk. 7
) beantragte die Suva, es sei das vorlie
gende Beschwerdeverfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung eines Parallelver
fahrens (Prozess Nr. UV.2017.00032) zu sistieren. Mit Ver
fügung vom 8. Juni 2017 (Urk. 9
) wies das Sozialversicherungsgericht diesen Sistierungsantrag ab. In ihrer Beschwerdeantwort v
om 8. September 2017 (Urk. 12
) stellte die Suva fol
gende Anträge:
«
1.
Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 sei nicht einzutreten.
2.
Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 sei - soweit darauf einzu
treten ist - abzuweisen und der Einsprache-Entscheid vom
10.01.2017
sei zu bestätigen.
3.
Der betroffene Arbeitnehmer, Herr
Z._
, [...] sei zum Verfahren
beizuladen.
»
Mit Verfügung
vom 14. September 2017 (Urk. 14
) wurde
Z._
zum Prozess beigeladen und ihm Frist zur Stellungnahme angesetzt.
Am 6. Oktober 2017 äus
serte er sich dahingehend, dass er mit diesem Fall nichts weiter zu tun haben möchte (Urk. 16).
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2017 (Urk. 18) wurde den Par
teien und dem Beigeladenen Frist zur Stellungnahme zum gesamten Prozessstoff
(und namentlich auch zur Stellungnahme des Beigeladenen)
angesetzt. Während die Suva und der Beigeladene keine Stellungnahmen einreichten, liessen die
Y._
und die
X._
am 19. Februar 20
18 eine weitere Eingabe (Urk. 22
) ins Recht reichen, worüber die übrigen Verfahrensbeteiligten mit Ver
fügu
ng vom 21. Februar 2018 (Urk. 24
) in Kenntnis gesetzt wurden.
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat.
Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den be
schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (
BGE
131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
1.2.1
Zwecks Prüfung der
Eintretensfrage
beziehungsweise der Legitimation der Beschwerdeführerinnen erweist es sich als notwendig, vorgängig den Streit
gegenstand des vorliegenden Verfahrens zu bestimmen.
1.2.2
In der Feststellungsverfügung vom
5. September 2016 (Urk. 8/17), deren Erlass
die Beschwerdefü
hrerin 2 verlangte (vgl. Urk. 8/16
) und die (in erster Linie) an den Beigeladenen gerichtet ist, wird - wenn auch nicht der Form nach, so aber doch inhaltlich klar - im Sinne eines Dispositivs unter anderem Folgendes fest
gehalten:
Als
unselbstständigerwerbend
gelten Sie, wenn Sie
wie ein Arbeitnehmer an den Arbeiten eines Betriebs teilnehmen, also zum Beispiel Fahrauf
träge für eine Taxi-Zentrale, Online-Vermittlungsplattformen oder Kurierdienste ausführen [...]. In diesen Fällen
sind Sie obligatorisch ge
gen Unfall versichert. Jeder Arbeitgeber muss auf dem an Sie ausbezahl
ten Lohn Sozialversicherungsbeiträge mit der AHV sowie der Suva ab
rechnen.
Informieren Sie Ihre Arbeitgeber über Ihre Stellung zur AHV und Suva.
Die Verfügung vom
5. September
2016 wurde lediglich an den Beigeladenen und in Kopie an die Beschwerdeführerin 2 gesandt. Mit anderen Worten stellte die Beschwerdegegnerin ein Arbeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin 2 und dem Beigeladenen fest.
1.2.3
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
10. Januar 2017
(Urk. 2) erläuterte die Beschwerdegegnerin zunächst auf S. 1 (erster Absatz), es sei verfügungsweise festgestellt worden, dass die Tätigkeit des Beigeladenen für die Beschwerdefüh
rerin 2 als unselbstständige Erwerbstätigkeit qualifiziert worden sei.
An der Arbeitgebereigenschaft der Beschwerdeführerin 2 hielt die Beschwerde
gegnerin auch im angefochtenen
Einspracheentscheid
fest. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf den im Handelsregister genannten Zweck der Beschwerde
führerin 2, die
X._
-Gruppe beim Anbieten von Transportdienstleistungen zu un
terstützen sowie alle damit verbundenen Dienstleistungen zu erbringen.
1.2.4
An der Sichtweise, dass die Beschwerdeführerin 2 Arbeitgeberin des Beigeladenen sei, hielt die Beschwerdegegnerin auch im vo
rliegenden Prozess fest (Urk. 12
S. 3 Ziff. 4.1): «Im vorliegenden Verfahren ist streitig, ob die Suva zu Recht Herrn
Z._
hinsichtlich seiner Fahrertätigkeit für die Firma
Y._
als unselbständig erwerbend qu
alifiziert hat (Verfügung vom 5.9
.16 [...]).» Konsequenterweise beantragte die Beschwerdegegnerin, es sei auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 nicht einzutreten, da diese durch den angefochtenen
Einspracheentscheid
in keiner Art und Weise berührt sei und daher kein schutz
würdiges Interesse an der Aufhebung des Entscheids habe.
1.2.5
Streitgegenstand des vorliegenden Prozesses bilden somit die Fragen, ob die Tä
tigkeit des Beigeladenen (Erbringung von entgeltlichen Fahrdiensten unter Benützung der
X._
-App) als selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist und ob die Beschwerdeführerin 2 dabei als Arbeitgeberin des Beigeladenen anzusehen ist.
1.3
1.3.1
Den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist insoweit zuzustimmen, dass mit Entscheid vom
10. Januar 2017
(Urk. 2) einzig über die Einsprache der Beschwer
deführerin 2 entschieden wurde. Über die Einsprache der Beschwerdeführerin 1 vom
6. Oktober 2016 (Urk. 8/20
) wurde weder im genannten Entscheid noch an
dernorts befunden.
Da die Beschwerdeführerin 1 durch den angefochtenen
Einspracheentscheid
nicht berührt ist, insbesondere mit Wirkung ihr gegenüber weder das Bestehen noch das Nichtbestehen irgendeines Rechtsverhältnisses festgestellt wurde, ist sie nicht zur Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid
legitimiert (Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts [ATSG]). Die Einsprache der Beschwerdeführerin 1, welche von der Beschwerdegegnerin nicht behandelt wurde, ist vielmehr noch bei letzterer pen
dent, welche unter anderem in jenem Verfahren eigenständig über die Legitima
tion zur Einsprache der Beschwerdeführerin 1 zu befinden haben wird.
Aus dem Gesagten folgt, dass auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 grundsätzlich nicht einzutreten ist.
1.3.2
Aus der oben in E. 1.2.5 wiedergegebenen Umschreibung des Streitgegenstandes folgt ohne Weiteres, dass auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2, soweit damit die Feststellung des Nichtbestehens der Arbeitgebereigenschaft der Beschwerdeführerin 1 oder einer anderen Gesellschaft der
X._
-Gruppe beantragt wurde, nicht einzutreten ist. Diese Frage ist nicht Gegenstand des vorliegenden Prozesses.
Entsprechend verhält es sich mit dem Antrag auf Feststellung, dass weder die Beschwerdeführerin 1 noch eine sonstige Gesellschaft der
X._
-Gruppe Sozial
versicherungsbeiträge auf die vom Beigeladenen im Zusammenhang mit der Ver
wendung der
X._
-App geleisteten Zahlung zahlen müsse. Auch das ist nicht Thema dieses Verfahrens. Darauf ist nicht einzutreten.
1.3.3
Wie ausgeführt wurde, hat die Beschwerdegegnerin über die Einsprache der Beschw
erdeführerin 1 vom 6. Oktober 2016 (Urk. 8/20
) noch nicht befunden. Nach Lage der Dinge ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin von dieser Einsprache keine Notiz genommen hat. Der Tatbestand der Rechtsverwei
gerung ist somit offensichtlich erfüllt. Die Verletzung des Anspruchs auf rechtli
ches Gehör geht damit einher. Mangels eines ausdrücklichen Antrags der Beschwerdeführerin 1, im Sinne von Art. 56 Abs. 2 ATSG die Rechtsverweige
rung festzustellen, ist jedoch von einer entsprechenden Feststellung im Dispositiv dieses Entscheids abzusehen.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren - wie ausgeführt - nicht nur, ob die streitgegenständliche Tätigkeit des Beigeladenen (Erbringung von entgeltlichen Fahrdiensten unter Benützung der
X._
-App) als selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist, sondern insbesondere auch, ob die Beschwerdeführerin 2 als Arbeitgeberin des Beigeladenen in Frage kommt.
In einem ersten Schritt ist somit zu prüfen, ob zwischen der Beschwerdeführerin 2 und dem Beigeladenen überhaupt eine vertragliche Beziehung besteht bezie
hungsweise eine solche Beziehung rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. Fehlt es an einer solchen (ausdrücklich oder konkludent geschlossenen) vertrag
lichen Beziehung, kann die Beschwerdeführerin 2 a
fortiori
auch nicht Arbeit
geberin des Beigeladenen sein.
Diesfalls
könnte dessen beitragsrechtlicher Status im vorliegenden Beschwerdeverfahren offengelassen werden.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der Arbeitgeberstellung der Beschwerdeführerin 2 im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) im We
sentlichen aus, dass dem Handelsregistereintrag entnommen werden könne, dass die
Y._
namentlich zum Zweck habe, die
X._
-Gruppe beim Anbieten von Transportdienstleistungen zu unterstützen sowie alle damit ver
bundenen Dienstleistungen zu erbringen. Daraus könne insgesamt geschlossen werden, dass die betreffende Gesellschaft hinsichtlich der vorliegend zu beurtei
lenden Transportdienstleistungen die Verantwortung für den Standort Schweiz der
X._
-Gruppe trage (S. 1 f.).
Im vorliegenden Prozess verwies die Beschwerdegegnerin auf ein Rechtsgu
t
achten von Prof.
A._
(Urk. 12
S. 7): Dieser komme zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin 2 Arbeitgeberin sei, und nicht etwa die Firma
B._
, die ge
mäss Gutachten in zivilrechtlicher Hinsicht Arbeitgeberin der
X._
-Fahrer sei. Die Beschwerdeführerin 2 verfüge über Büroräumlichkeiten in der Schweiz. Auch wenn die
X._
-Fahrer nicht in diesen Büroräumlichkeiten beschäftigt seien, fän
den zwischen den
X._
-Fahrern und den Angestellten der Beschwerdeführerin 2 durchaus Kontakte statt, wie sich zum Beispiel einer publizierten Stellenaus
schreibung entnehmen lasse. Insgesamt sei deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 2 als beitragspflichtige Arbeitgeberin zu bezeichnen sei.
2.3
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin 2 diesbezüglich im Wesentli
chen auf den Standpunkt (Urk. 1/1), dass sie Dienstleistungen für andere Unter
nehmen der
X._
-Gruppe erbringe, insbesondere die Förderung der App auf dem schweizerischen Markt. Hingegen erbringe sie keinerlei Transportdienstleistun
gen, stehe in keiner vertraglichen Beziehung mit den Fahrern oder Fahrgästen, welche die App nutzten, und sei in keiner Weise in das Funktionieren der App eingebunden. Für die Überweisung der durch die Fahrgäste bezahlten Fahrpreise für die über die App ausgeführten Fahrten an die
C._
,
D._
- und die
E._
-Fahrer seien die Beschwerdeführer
in 1 beziehungsweise die B._
zuständig (S. 6).
In ihrer Einga
be vom 19. Februar 2018 (Urk. 22
) liessen die Beschwerdeführerin
nen festhalten, dass die Beschwerdeführerin 1 die alleinige Vertragspartei gegen
über den Fahrern sei. Die Beschwerdeführerin
1
sei es, die unter Ausschluss aller anderen Gesellschaften der
X._
-Gruppe (i) Partnerfahrern die
X._
-App mittels Lizenzvertrag zur Verfügung stelle, (ii) im Auftrag der Partnerfahrer den Preis einkassiere, den die Fahrgäste über die
X._
-App für die durchgeführten Fahrten bezahlten und (iii) den Betrag bezüglich jede durchgeführte Fahrt dem Partner
fahrer überweise, unter Abzug des vereinbarten Prozentsatzes der Servicegebühr, die zur Abgeltung der Zurverfügungstellung der
X._
-App und des mit dem Ein
kassieren verbundenen Aufwands gelte. Die Beschwerdeführerin 2 erbringe le
diglich Marketing- und Support-Tätigkeiten für andere Gesellschaften der
X._
Gruppe (unter anderem für die Beschwerdeführerin 1), insbesondere um ein rei
bungsloses Funktionieren der
X._
-App sicherzustellen und die
X._
-App auf dem Schweizer Markt zu fördern. Die Beschwerdeführerin 2 sei aber insbesondere nicht für die Verteilung der Fahrten an Partnerfahrer mittels der App zuständig. Es erfolgten auch keinerlei Zahlungen von der Beschwerdeführerin 2 an Partner
fahrer. Zwischen der Beschwerdeführerin 2 und dem Partnerfahrer bestehe weder ein formales noch ein faktisches Vertragsverhältnis (S. 12).
2.4
Der Beigeladene erklärte in seiner Eingabe vom 6. Oktober 2017 (Urk.
16), er
sei ein selbstständiger Fahrer und Unternehmer.
X._
sei nicht sein Arbeitgeber; sie seien in einer Partnerschaft. Er sei Inhaber und Angestellter seiner
F._
. Er wolle mit diesem Fall nichts weiter zu tun haben.
3.
3.1
Über die konkreten Vertragsbeziehungen des Beigeladenen lässt sich den Akten nichts Relevantes entnehmen. Es liegt kein personalisierter oder gar unterschrie
bener Vertrag zwischen ihm und einer Gesellschaft der
X._
-Gruppe bei den Ak
ten.
In den Akten ist lediglich ein (nicht unterzeichneter) Mustervertrag enthalte
n (Urk. 3/2 und Urk. 8/20/29-52
). Es ist aufgrund der Parteivorbringen jedoch da
von auszugehen, dass dieser Mustervertrag für die vorliegende Streitsache von Belang ist. Aus diesem Vertrag ergibt sich, dass er zwischen dem «Kunden» (unabhängige Gesellschaft [beziehungsweise Person], die sich gewerblich mit der Er
bringung von Beförderungsdienstleistungen beschäftigt) und der
X._
, also der Beschwerdeführerin 1, abgeschlossen wird beziehungsweise abgeschlossen werden sollte. Die Beschwerdeführerin 2, die
Y._
, wird in diesem Mustervertrag nicht erwähnt.
In diesem Mustervertrag werden die vertraglichen Beziehungen zwischen dem «Kunden», dem Fahrer, und der Beschwerdeführerin 1 umfassend geregelt. Rege
lungsgegenstände sind etwa die Nutzung der
X._
-Services, die Modalitäten der Fahrer-Bewertung, die Anforderungen an die Fahrer und die Fahrzeuge sowie insbesondere auch die «Finanziellen Bedingungen» (Fahrpreisberechnung, Zah
lung, Servicegebühr, Quittungen und dergleichen). Der Vertrag untersteht nieder
ländischem Recht. Es wird ein Schiedsgerichtsverfahren vereinbart; Ort des Schiedsverfahrens ist Amsterdam (Ziff. 15 des Mustervertrages).
3.2
In den Akten befindet sich kein Vertrag zwischen dem Beigeladenen oder einer anderen Person und der Beschwerdeführerin
2.
Den Akten lassen sich auch keine Indizien entnehmen, die auf eine vertragliche Beziehung zwischen dem Beigela
denen und der Beschwerdeführerin 2 hindeuten würden.
3.3
Zum Geldfluss finden sich in den Akten keine aussagekräftigen Dokumente. Auf
grund der (nicht substantiiert in Zweifel gezogenen) Vorbringen der Beschwerde
führerinnen und der entsprechenden Bestimmungen im Mustervertrag (Urk. 3/2; Ziff. 4 «Finanzielle Bedingungen») ist - zumindest einstweilen - davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin 2 nicht in den Zahlungs- beziehungsweise Geldfluss zwischen Fahrgast, dessen Kreditkartenunternehmen und mitbeteiligten
Banken oder anderen Finanzinstituten eingebunden ist, sondern - gemäss unbe
stritten gebliebenem Vorbringen der Beschwerdeführerinnen - auch insoweit die Beschwerdeführerin 1 tätig ist.
3.4
Soweit sich die Beschwerdegegnerin zur Begründung der von ihr behaupteten Arbeitgebereigenschaft der Beschwerdeführerin 2 auf deren Handelsregisterein
trag stützte, ist ihr entgegenzuhalten, dass diese Argumentationsweise nicht ziel
führend ist. Erstens kann aus einer allgemeinen und mehr oder weniger abstrak
ten Zweckumschreibung in einem Handelsregistereintrag einer juristischen Person nicht auf das Bestehen oder Nichtbestehen eines konkreten, individuellen Arbeitsverhältnisses geschlossen werden. Zweitens lässt sich dem Handels
registereintrag der Beschwerdeführerin 2 nicht entnehmen, dass sie bezwecke, Fahrer zu beschäftigen oder Fahrdienste anzubieten.
Entsprechendes gilt für den Hinweis der Beschwerdegegnerin auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_500/2016 vom 31. Oktober 201
6.
Auch daraus lässt sich nicht ableiten, dass zwischen der Beschwerdeführerin 2 und dem Beigeladenen eine vertragliche Beziehung oder gar ein Arbeitsvertrag besteht. Es ging in diesem Präjudiz um die anders gelagerte Frage betreffend Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin 2 zur Anfechtung eines sogenannten
règlement
intercommunal
sur
le
service
des
taxis
. Für den vorliegenden Streitfall erweist sich dieses Präjudiz als nicht einschlägig.
3.5
Auch soweit sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten von Prof.
A._
be
ruft, erweist sich ihr Vortrag als unzutreffend: Sie brachte vor, Prof.
A._
sei zum Ergebnis gekommen, dass die
Y._
, also die Beschwerde
führerin 2, beitragspflichtige Arbeitgeberin der Fahrer sei (Urk. 1
2
S. 7). Prof.
A._
ging in seinem Gutachten - nach eher summarischer Prüfung der Sachlage und im Wesentlichen mittels Interpretation einer Stellenausschreibung - vielmehr davon aus, dass entweder die Beschwerdeführerin 2 als beitragspflichtige Arbeit
geberin zu bezeichnen sei oder aber die
X._
-Tochter
B._
(Urk. 13
/1 S. 26). Die im vorliegenden Verfahren entscheidende Frage beantwor
tet somit das Gutachten
A._
nicht, weshalb die Beschwerdegegnerin daraus nichts für ihren Parteistandpunkt betreffend Arbeitgebereigenschaft ableiten kann.
4.
4.1
Aufgrund der herrschenden Aktenlage ist nicht erstellt, dass die Beschwerdefüh
rerin 2 in irgendeiner vertraglichen Beziehung zum Beigeladenen steht. Es liegt kein schriftlicher Vertrag zwischen der Beschwerdeführerin 2 und dem Beigela
denen bei den Akten. Es fehlen zudem Hinweise oder Indizien dafür, dass zwi
schen der Beschwerdeführerin 2 und dem Beigeladenen ein mündlicher oder konkludent geschlossener Vertrag besteht. Hingegen besteht ein ausführlicher Mus
tervertrag zwischen der Beschwerdeführerin 1 und den potentiellen Fahrern (vgl. Urk. 3/2).
Die Beschwerdegegnerin konnte auch nicht plausibel darlegen oder gar beweisen, dass die Beschwerdeführerin 2 in irgendeiner Weise in den Geldfluss zwischen Fahrgast und Fahrer involviert ist. Nach dem grundsätzlich plausiblen Vorbrin
gen der Beschwerdeführerinnen ist auch dafür innerhalb der
X._
-Gruppe die Beschwerdeführerin 1 zuständig.
Obwohl in den Akten nichts für die Arbeitgebereigenschaft der Beschwerdefüh
rerin 2 spricht, kann diese nicht endgültig ausgeschlossen werden. Dazu sind die Akten zu unergiebig.
4.2
Die Aktenlage lässt einen Entscheid in der Frage, ob zwischen der Beschwerde
führerin 2 und dem Beigeladenen eine vertragliche Beziehung besteht, nicht zu. Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich - soweit ersichtlich - keine Abklärun
gen unternommen und sich stattdessen mit der Interpretation eines Handels
registerauszugs und der (unzutreffenden) Wiedergabe eines Rechtsgutachtens begnügt. Reine Plausibilitätsüberlegungen oder Spekulationen genügen nicht. Der Sachverhalt bedarf einer gründlichen Abklärung, die in den Akten festzuhalten ist. Erst wenn der Sachverhalt feststeht, ist zu dessen juristischer Beurteilung zu schreiten.
Da die Aktenlage keinen Entscheid in der Sache selbst erlaubt, ist die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2, soweit darauf einzutreten ist, in dem Sinne gutzuheis
sen, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
10. Januar 2017
(Urk. 2) aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, da
mit diese die notwendigen Sachverhaltsabklärungen vornehme und allenfalls neu verfüge.
Soweit der Beigeladene erklärte, mit diesem Fall nichts weiter zu tun haben zu wollen, ist
festzuhalten
, dass sein
em
Begehren aus prozeduralen Gründen
nicht stattgegeben werden kann
und ihm deshalb dieser Entscheid
ungeachtet seines Desinteresses
zu eröffnen ist.
Bei in Frage stehender Qualifikation einer Erwerbs
tätigkeit steht es dem Betreffenden nicht frei, etwas damit zu tun haben zu wollen oder nicht. Die Beitragspflicht ist gesetzlich geregelt und hat nichts Freiwilliges an sich.
5.
5.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwer
deführer
in
2 Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Obwohl auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 nicht einzutreten ist, ist ihr in Anwendung von § 6
Abs.
3 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) ebenfalls eine angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen, da sich die Beschwerde
führerin 1 durch die von der Beschwerdegegnerin zu vertretende Rechtsver
weigerung (Nichtbehandlung der Einsprache) beziehungsweise durch die dadurch entstandene Rechtsunsicherheit zur Erhebung der Beschwerde veranlasst sah.
5.2
Bei der Bemessung der Prozessentschädigung ist neben den in E. 5.1 genannten Kriterien insbesondere auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Eingaben der Beschwerdeführerinnen mit nur wenigen Änderungen auch in einer sehr gros
sen Zahl von Parallelprozessen eingereicht werden konnten und sich demzufolge massgebliche Synergieeffekte ergeben haben. Demzufolge ist die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, den Beschwerdeführerinnen Prozessentschädigungen von je Fr. 1'250.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.