# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bff20c96-ce1a-4c18-8c20-5e840b5f452d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, reiste im Jahr 1981 in die Schweiz ein und
i
st seit April
2004 bei der
Y._
AG als
Storenmonteur
beschäftigt
(Urk. 7/18 und Urk.
7/21).
Bei einem Arbeitsunfall am 10. No
vember 2011 zog sich der Versicherte eine
Verletzung der linken Schulter
zu
(Urk. 7/37/
217)
.
D
urch die
angeordnete Physiotherapie
konnte keine Besserung
der belastungsabhängigen Schmerzen erzielt werden (Urk. 7/12/
104), sodass sich der Versicherte am 12. Februar 2013 eine
m ope
rativen Eingriff an der linken Schulter
unterzog (Urk. 7/
12/
81
).
Folgend war der Versicherte bis zum 30. Juni 2013 zu 100
% arbeitsunfähig, ab dem 1. Juli 2013 zu 50
% arbeitsunfähig
(Urk. 7/37/
163)
.
2.
Am 12. Dezember 2013 (
Eingangsdatum
) meldete e
r sich unter Hinweis auf d
en Arbeitsu
nfall
vom
10. November 2011
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (Urk. 7/6).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und zog wiederholt die Akten der für den Unfall zuständigen Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt, Suva, (Urk. 7/23, Urk. 7/26-28, Urk. 7/44, Urk. 7/47, Urk. 7/50) bei, holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/24, Urk. 7/41, Urk. 7/62-65, Urk. 7/73f.) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (
IK
Auszug, Urk. 7/
4-5
, Urk. 7/18, Urk. 7/60) ein und ersuchte die Arbeit
geberin um Auskünfte (Arbeitgeberbericht vom 6.
März 2014, Urk. 7/15).
Zur
Klärung der beruflichen Situation
fand
erstmals
am 27. Juli 2015 bei der IV-Stelle ein persönliches Gespräch statt (Urk. 7/39).
Gleich
zeitig meldete sich der Versicherte beim Regionalen Arbeits
ver
mittlungs
zentrum (
RAV
) zur Arbeitsvermittlung an und erhob Anspruch auf Arbeits
losen
entschädigung für eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % (vgl.
Urk. 7/114/6,
Urk. 7/48). In der Folge gewährte die IV-Stelle
X._
Kostengutsprache für Arbeits
vermittlung in Form einer Beratung und Unterstützung bei der Stellen
suche durch die
Z._
, ein
schliesslich eines Assess
ments und Suche eines Trainingsarb
eitsplatzes (Mit
teilung vom 20.
Oktober 2015, Urk. 7/52). Nach
dem der Beschwerdeführer eine Probe
woche als
Hilfs
hausabwart
zu 50 % infolge Schmerzen nicht ange
treten hatte, legte die Eingliederungsberatung ihre Vermitt
lungs
bemühungen nieder (Schlussbe
richt vom 24.
März 2016, Urk. 7/68) und die IV-Stelle schloss die Arbeits
vermittlung mit Mitteilung vom 29. März 2016 ab (Urk. 7/69).
Die IV
Stelle veranlasste in der Folge eine
aktenbasierte
Einschätzung des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD).
Dr.
med.
A._
, F
acharzt
Orthop
ädi
sche
Chirurgie und Traumatologie
,
nahm am 1. April 2016, am 4. April 2016 sowie am 25. April 2016 Stellung (
Urk.
7/84).
Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ausrichtung einer halben Invalidenrente ab dem 1. Juni 2014 bis zum 30. Juni 2016 in Aussicht (Urk. 7/86).
Dagegen erhob
der Ver
sicherte
mit Schreiben vom 7. September 2016
Einwand (Urk.
7/97
)
.
Mit Verfügung vom 19. Januar 2017 sprach die IV
Stelle dem Versicherten wie vorbeschieden eine halbe Invalidenrente ab dem 1. Juni 2014 bis zum 30. Juni 2016 zu (Urk.
2
).
3.
Die SUVA ihrerseits hatte die Heilbehandlung und Taggeldleistungen per Ende Juli 2015 eingestellt und
X._
ab 1. August 2015 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 22 % eine Rente zugesprochen (Verfügung vom 12. August 2015, Urk. 7/44).
4.
Mit Eingabe
vom
23. Februar 2017
erhob der Versicherte
Beschwerde
gegen die Ver
fügung der IV-Stelle vom 19. Januar 2017
und beantragte, die ange
fochtene Verfü
gung sei aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. Juli 2016 wei
terhin eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (Urk.
1
). Mit Beschwerdeantwort vom
27. März 2017
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
).
Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer m
it Verfügung vom
5. April 2017
zugestellt (Urk.
8
).
5.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforder
lich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.%2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutba
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti
ver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8
ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (
BGE
133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeit
punkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (
AHI
1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verord
nung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl.
BGE
121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gege
ben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzu
sprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Ren
te (
BGE
125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl.
BGE
130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwer
deweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Ein
schränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge,
dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (
BGE
125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (
BGE
125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (
BGE
125 V 256 E. 4 mit Hin
weisen;
AHI
2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6
ATSG
massgebende funk
tionelle Leis
tungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG
). Nach Art. 49
IVV
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersu
chungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf
BGE
135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewis
sermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent
scheiden haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die
v
or
handenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hin
weisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44
ATSG
betref
fend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrens
regeln entfalten daher bei Einholung v
on RAD-Berichten keine Wir
kung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf
BGE
135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben wor
den ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen wider
spruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
IVV
ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisge
mässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE
134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE
137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztli
cher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE
139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7)
.
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
vom 19. Februar 2017
hielt die Beschwerdegegnerin fest, der Beschwerdeführer sei seit
Februar 2013 erheblich
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In seiner angestammten Tätigkeit als
Storen
monteur
sei er
zu 50
% arbeitsunfähig.
In
einer angepassten Tätigkeit unter Berück
sichtigung des näher umschriebenen Belastungsprofils sei ihm jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit
ab dem 7. März 2016
zumutbar.
Der Ein
kommensvergleich
per 7. März 2016
ergebe einen Invaliditätsgrad von 14 %.
Der Beschwerdeführer habe entsprechend Anspruch auf eine halbe Invaliden
rente ab 1. Juni 2014 bis zum 30. Juni 201
6.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend,
dass die Tätigkeit als
Storenmonteur
nicht
wieder aufgenommen
werden könne.
Ab wann
eine angepasste Tätigkeit ausgeführt werden könne und in welchem Umfang, gehe aus den medizinischen Berichten der behandelnden Ärzte nicht hervor.
Der medizi
nische Z
ustand bezüglich der Arbeitsfähigkeit habe sich
ab
dem 7. März 2016 nicht verändert. Dem Versicherten sei deshalb ab dem 1. Juli 2016 weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten
, eventuell seien weitere medizinische Abklärungen zu veranlassen
.
2.3
Str
ei
tig
und zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer
auch über den
1. Juli 2016
hin
aus
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
hat
.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Orthopädie der
C._
Klinik, der den Beschwer
deführer am 12. Februar 2013 (
LBS-Tenodese
und
Subscapularis
sehnen-Refi
x
ation
,
Urk.
7/37
/
185
ff.) und erneut am 16. Dezember 2013 (
Arthrolyse
subcoracoidal
,
subacromiale
Dekompression,
Urk.
7/
37
/
98-99
) an der linken Schulter operiert hatte, stellte in seiner vorläufigen Abschluss
untersuchung am
8.
August
2014
anhand bildgebender Verfahren einen regulären unauffälligen, postoperativen Befund ohne Hinweise für eine bestehende Ruptur fest. In seinem Bericht vom 12. August 2014 an die Suva führte
Dr.
B._
aus, aus heuti
ger Sicht persistiere ein nicht erklärbarer belastungsabhängiger Schmerz in Projektion auf das
Korakoid
auch nach der zweiten Operation; dies bei erhalte
ner völlig uneingeschränkter Beweglichkeit der linken Schulter und guter Kraft
entwicklung, welche teilweise eine 100%ige Arbeits
tätigkeit als
Storen
-M
onteur
erlaube. In Abhängigkeit seiner Arbeitstätigkeit scheine ein Arbeits-Niveau von 50-80
% tolerabel. Bei 100%iger Arbeitstätigkeit komme es recht schnell zu einer Dekompensati
on bei Schmerz-Situation
. Dr.
B._
führte in seinem Abschlussbericht vom 12. August 2014 weiter aus, weitere therapeutisch-diagnostische Massnahmen könne er dem Patienten nicht anbieten. Es stelle sich die Frage, ob der Patient mit dem Schmerz-Niveau dauerhaft leben könne oder ob mit einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit von 20-50 % zu rechnen sei. Der Beschwerde
führer wolle eine Zweitmeinung
(Urk.
7
/
37
/
50-51
).
3.2
Aufgrund eines akuten Bandscheibenvorfalls am 9.
Juli 2014, war der Beschwer
deführer erneut zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Urk.
7/
37
/2
73
), wobei das
MRI
der Lenden- und Brustwirbelsäule eine frische, stabile Deck
plattenimpressionsfraktur BWK12 ergab, was konventionell behandelt werden konnte
(Urk.
7/
37
/2
75
) und wo
für die Suva als zweiten
Versicherungsfall auf
kam (Urk.
7/
37
/
259).
3.3
Bei der von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, durchge
führten kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Oktober 2014 zeigte sich eine freie Beweglichkeit des linken Schultergelenkes in allen Bewegungsrich
tungen, jedoch eine mässige bis deutliche Einschränkung der groben Kraft (Urk. 7/37/35ff.).
Während der kreisärztlichen Untersuchung teilte der Beschwerdeführer mit, die medizinische Situation des linken Schultergelenkes würde
am 17.
November 2014
im Rahmen einer Zweituntersuchung an der Uni
klinik
E._
nochmals eingeschätzt werden. Dr.
D._
verzichtete in der Folge über einen medizinischen Endzustand zu urteilen; man
solle erst die Untersu
chung an der Uniklinik
E._
abwarten.
3.4
Am 20. November 2014 reichte der Beschwerdeführer bei der Suva eine
weitere
Bagatellunfall-Meldung ein (Urk. 7/28/16). Beim Hochheben
eine
r Lamellenstore
am 13. November 2014 habe er Schmerzen in der rechten Schulter verspürt.
Die am 21. November 2014 durchgeführte Sonographie der rechten Schulter ergab eine fokale Verdünnung im medialen Abschnitt des
Supraspinatus
bei ansonsten intakter
Rotatorenmanschette
(Urk. 7/28/12).
Die Suva lehnte die Kostenübernahme für dieses Schadensereignis ab
(Urk. 7/28/14).
3.5
Im Rahmen der Einholung einer Zweitmeinung hatte Dr. med.
F._
, Oberarzt Orthopädie der Uniklinik
E._
, den Beschwerdeführer in einer Schulter-Sprechstunde am 17. November 2014 untersucht und gab in seinem Bericht vom 21. November 2014 an, objektiv zeige sich ein sehr gutes funktionelles Ergebnis der linken Schulter des Beschwerdeführers
. Er diagnostizierte (1) Rest
beschwerden Schulter links mit/bei Schultergelenksarthroskopie links mit Dekompression
subacromial
,
subkorakoidal
(16.12.2013) bei Status nach Schul
terarthroskopie links mit
Bicepstenodese
,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Subscapularis
) und
subacromialer
Dekompression (12.02.2013) bei
Rotatoren
manschettenruptur
(
Subscapularissehne
),
Bicepstendinopathie
sowie
subacro
mialem
Impingement
, (2) ein chronisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom rechts mit SIG-Reizung rechts, aktiviert bei Arthrose, sekundär
myofasziales
Syndrom rechts
gluteal
mit/bei
Anoulus
fibrosusriss
links L5/S1 mit Diskushernie sowie
Anoulus
fibrosusriss
rechts L5/L4 und (3) ein Status nach
Inguinalhernienoperation
rechts (ca. 2004).
Aufgrund der Schmerzen im vorderen Bereich der Schulter auf Höhe des
Sulcus
bicipitalis
, sei das Ergebnis für den Beschwerdeführer nicht zufriedenstellend. Die genaue Schmerzursache könne nicht festgelegt werden. Gelegentlich sehe man bei Status nach
Biceps
tenodese
eine solche Beschwerdesymptomatik. Dr.
F._
empfahl dem
Beschwer
deführer
den spontanen Heilungsverlauf abzuwarten und attestierte eine
Arbeits
fähigkeit von 50 % in seinem angestammten Beruf als
Storenmonteur
. In leichter angepasster Tätigkeit könne der Beschwerdeführer jedoch sicherlich zu 100 % arbeiten (Urk. 7/37/30f.).
3.6
Nach
der
medizinischen Untersuchung des Beschwerdeführers am
E._
hatte
Kreis
arzt Dr.
D._
am 3. Dezember 2014 abermals eine Beurteilung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers unter Einbezug sämtlicher Beschwerden vor
genommen
(Urk. 7/37/27-28). Er hielt
fest, es könne von weiteren Behand
lungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erwarten werden. Dr.
D._
attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in der angestammten Tätig
keit als
Storenmonteur
. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar. Häufige Überkopfarbeit, repetitive Belastungen, Stoss- und Vibrationsbe
lastungen seien aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen.
3.7
Der Beschwerdeführer wurde im April 2015 von Dr. med.
G._
, Spezialarzt für Rheumatologie und Physikalische Medizin,
im Rahmen einer Kontrollauf
nahme nochmals
hinsichtlich seines Gesundheitszustandes untersucht.
In sei
nem Bericht vom 23. April 2015 (Urk. 7/
37/9
) diagnostizierte
Dr.
G._
ein chronisches Schmerzsyndrom
lumbothorakal
sowie beider Schultergelenke.
Weder physikalische und medikamentöse Therapien noch mehrfache Infiltra
tionen hätten zu einer nen
nenswerten Verbesserung geführt. Es liege wohl eine gewisse
Schmerzchronifizie
rung
vor.
Aus rheumatologischer Sicht bestehe für die Arbeit als
Storenmonteuer
eine Einschränkung von circa 50 %.
3.8
Der Beschwerdeführer
hatte
Dr. med.
H._
, Facharzt für Chirurgie,
für eine
weitere medizinische Meinung
kontaktiert
.
Im Rahmen der
Privatsprechstunde
vom 29. Juni 2015 (Urk. 7/41)
hielt
Dr.
H._
chronisch rezidivierende Rücken
schmerzen mit Aus
strahlung ins Gesäss und in den Oberschenkel rechts fest, wobei er bei unauffälligen klinischen Befunden die Symptomatik als fraglich
radikulär
bezeichnete. Die von ihm in Auftrag gegebene
MRI
der Lendenwirbel
säule (
LWS
) ergab eine kleine
rezessal
links gelegene Diskushernie, was eine Reizung der Nervenwurzel L5
rezessal
links erklären würde, jedoch keine Neuro
kompression rechts, bei im Übrigen unver
ändert unauffälligen Bewe
gungssegmenten (
Urk.
7/42). Anlässlich der Sprechstunde vom
22. Januar 2016 (Urk. 7/63)
stellte
Dr.
H._
Zeichen einer
frischen
Ruptur der langen
Bizeps
sehne
links fest, welche konservativ behandelt werden könne.
Die Schulter rechts zeige
chronisch rezidivierende Schulterschmerzen
. Dr.
H._
empfahl
dem
Beschwerdeführer
eine nochmalige Vorstellung in der
C._
Klinik
(vgl. vorste
hend E. 3.10)
.
3.9
Seit Ende Juli 2015 war der Beschwerdeführer zudem in Behandlung von Dr. med.
I._
, Spezialarzt für Rheumatologie und Innere Medizin. Er attestierte dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 6. Februar 2016 (Urk. 7/62) chronische lumbale Beschwerden mit Ausstrahlung in beide Beine bei Segmentdegeneration der unteren
LWS
und Status nach BWK12-Fraktur. Ausserdem bestehe eine chronische
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
) links mit
Rotatorenmanschettenruptur
nach dem Unfall im Jahr 201
2.
Trotz Physio
therapie
habe
keine wesentliche Besserung er
zielt werden können. Aufgrund der aus rheumatologi
scher Sicht komplexen Situation
sei zur Bestimmung der Rest
arbeitsfähigkeit des Versicherten ein medizini
sches Gutachten erstellen zu lassen.
3.10
Der Beschwerdeführer wurde am 15. Februar 2016 erneut in der
C._
Klinik
von Dr. med.
J._
, Assistenzarzt Wirbelsäulenchirurgie, und Dr. med.
K._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie, untersucht
(Urk. 7/64)
. Diese befanden, der Patient leide unter chronischen Kreuz
schmerzen, die auf die BKW12-Fraktur
zurückzuführen seien
. Es zeige sich klinisch kein sensomotorische
s
Defizit. Radiologisch zeige sich eine stabile Fraktursituation. Das letzte
MRT
vom Juni 2015
(vgl. E. 3.8) zeige altersentspre
chende Befunde
. Es werde entsprechend die Fortführung der konserva
tiven Behandlung empfohlen.
3.11
Im April 2016
stellt
e
sich der Beschwerdeführer nochmals zur Besprechung sei
nes Gesundheitszustandes in der Sprechstunde von
Dr.
B._
vor. Dieser berich
tete i
n seinem Abschlussbericht vom 8. April 2016
von
eine
r
neu aufgetretene
n
Tenodesen
-Insuf
fizienz links nach
Biceps
sehnen-Tenodese
, wobei sich eine klare Popeye-Symptomatik ausgebildet habe
(Urk. 7/73)
. Im Rahmen einer
MRI
und Ultraschall-Untersuchung der rechten Schulter habe sich eine ähnliche Befund-Konstellation wie links
,
bei Subluxation der langen
Bicepssehne
und kranialer
Subscapularissehnen
-
Partialruptur
,
gezeigt.
Nach dem Studium der neuen
MRI
-Bilder und Erfassung der Gesamtsituation kam Dr.
B._
zum Schluss, rechts liege insgesamt eine mildere Befund-Konstellation vor als ursprünglich links.
Von einer operativen Intervention rate er
aufgrund der ernüchternden Operationsergebnisse links
ab.
Aufgrund der beidseitigen Schmerzproblematik sowie der Rückenproblematik be
zweifelte
Dr.
B._
, dass der Beschwerdeführer seine zuletzt ausgeübte Tätig
keit als
Storenmonteur
wieder aufnehmen
könne. In leichter Wechsel-Tätigkeit, in angepass
ter Funktion ohne Heben der Arme und ohne Überkopfarbeit, beste
he dagegen sicherlich noch eine Arbeitsfähigkeit.
3.12
Zu den gesamten medizinischen
Vorakten
nahm RAD-Arzt
Dr.
A._
am 1. April 2016 Stellung (
Urk.
7/84/6f.) und hielt gestützt auf die Einschätzung der den Beschwerdeführer behandelnden Ärzte folgende Diagnosen mit dauer
hafter Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Chronisches lumbales Schmerzsyndrom bei:
-
Status nach traumatischer BWK12 Keilfraktur (09.07.2014)
-
Diskusprotrusion
L4/5 und L5/S1 mit beginnender segmentaler Degeneration, ohne neuronale
Kompromittierung
-
Chronisch rezidivierende Schulterschmerzen rechts
-
MR
-tomographisch ansatznahe, gelenksseitige Partialruptur Sehne
Musculus
supraspinatus
mit Retraktion der Sehnenfasern um 8mm
-
Tendinopathie
Sehne
Musculus
supraspinatus
mit
multilokulärer
, zystischer Läsion am
muskulotendinösen
Übergang
-
Partialruptur Sehne
Musculus
subscapularis
mit ventraler Subluxa
tion der langen
Bizepssehne
-
SLAP
-Läsion
-
Status nach zweimaliger
Rotatorenmanschettenrekon
s
truktion
links 2013 (Klinik
C._
)
-
Aktuell frische Ruptur lange
Bizepssehne
links mit auslaufendem Hämatom im Unterarm links (22.01.2016)
Aufgrund dieser Leiden seien in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als
Storen
monteur
schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie Überkopfarbeiten nicht mehr möglich. Das zumutbare Belastungsprofil beinhalte körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und
Gerüsten, ohne wirbelsäulenbela
stende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (wie längeres Arbei
ten in weiter Armvorhalte oder gebückter Stellung, repetitive Rotationsbewe
gungen), ohne die linke und rechte Schulter belastende Zwangshaltungen und Tä
tig
keiten
(
längeres Arbeiten in weiter Armvorhalte, Überkopfarbeit, repetitive
Ro
tations
-/Abduktions-/Elevationsbewegungen). Andauernde
Vibrationsbe
l
as
tun
gen
,
k
raftvolle Zug- und Stossbelastungen seien ebenfalls zu vermeiden. In der bisherigen Tätigkeit als
Storenmonteur
habe vom
9.
Juli bis 1
2.
Oktober 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit, vom 1
3.
Oktober 2014 bis 2
1.
Januar 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestan
den und bestehe seit 2
2.
Januar 2016 dauerhaft eine volle Arbeitsunfähigkeit. In an
gepasster Tätigkeit gemäss Belastungsprofil sollte sechs Wochen nach der
Bicepssehnenruptur
links eine angepasste Tätigkeit möglich sein, das heisst ab
7.
März 2016 bestehe medizi
nisch-theoretisch 0% Arbeitsunfähigkeit für eine optimal angepasste Tätigkeit. Es sei nicht davon auszugehen, dass weitere medizini
sche Massnahmen zu einer relevanten Reduktion der Arbeitsunfähigkeit führen wür
den.
Nach Eingang weiterer aktueller Arztberichte (
Urk.
7/73,
Urk.
7/63-65) nahm
Dr.
A._
erneut Stellung (Stellungnahme vom 2
5.
April 2016,
Urk.
7/84/9f.). Dabei hielt er fest, die im Bericht von
Dr.
B._
vom
8.
April 2016 (vgl. E. 3.11) diagnostizierte partielle
Reruptur
der linken
Rotatorenmanschette
und partielle
Rotatorenmanschettenruptur
rechts änderten hinsichtlich des bereits in seiner Stellungnahme vom
1.
April 2016 umschriebenen Belastungsprofil nichts; dieses definiere bereits die Einschränkungen für beide Schultern.
3.13
Nach Verfügungserlass ging noch der Bericht des Hausarztes des Beschwerde
führers,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 2
0.
Februar 2017 ein (
Urk.
7/129/2-6, mit Beilage der zahlreichen Konsiliarbe
richte behandelnder Fach
ärzte). Er attestierte ab dem
9.
Februar 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit als
Storenmonteur
. Es bestünden Einschränkungen im Heben von Lasten an beiden Armen, weshalb die Arbeit als
Storenmonteur
definitiv nicht mehr durchgeführt werden könne. Rein sitzende Tätigkeiten seien ab dem
9.
Februar 2016 jedoch mög
lich (
Urk.
7/129/4).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer arbeitete nach der Schulteroperation am 1
2.
Februar 2013 weiterhin bei seinem bisherigen Arbeitgeber zu einem Pensum von 50
%
und
ge
mäss Auskunft seines Arbeitgebers
einer Leistung von 100
%
. Es würden ihm mit Rücksichtnahme seiner Einschränkungen nach Möglichkeit Arbeiten zugewiesen, welche punkto den körperlichen Anforderungen (Heben und Tragen) einfach seien. Für solche Arbeiten sei in ihrem Kleinbetrieb kein höheres Pensum als 50
%
möglich (
Urk.
7/37/19f.).
Nach einhelliger ärztlicher Einschätzung fallen im angestammten Beruf als
Storen
monteur
Tätigkeiten an, welche ihm nicht mehr zuzumuten sind. Nach
dem sich die behandelnden Ärzte sowie
Dr.
A._
auch darin einig sind, dass weitere medizini
sche Massnahmen nicht zu einer Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit als
Storen
monteur
beitragen können, ist zu prüfen, ob dem Beschwerde
führer die höhere medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer seinen Leiden angepassten Tätig
keit anzurechnen ist. Die medizinische Einschätzung, dass keine Verbesserung mehr zu erzielen ist, stand nach medizinischer Akten
lage spätestens Anfang 2016 fest, als die behandelnden Ärzte auf konservative Massnahmen verwiesen und eine Weiter
beschäftigung für ausschliesslich ange
passte Tätigkeiten im Betrieb des bisherigen Arbeitgebers, jedenfalls zu einem höheren als dem 50%igen Pensum, ausgeschlossen werden konnte. Soweit dem Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt eine höhere zu
mutbare Resterwerbsfä
higkeit anzurechnen ist, bleibt eine revisionsweise Anpassung der Rentenan
sprüche zulässig, auch wenn sich hinsichtlich der gesundheitlichen Situation nichts geändert hat. Insoweit erweisen sich
die diesbezüglichen Vorbringen
des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S.
4
Ziff.
8) unter Hinweis auf die Stellungnahme von
Dr.
L._
vom 30.
August 2016 (
Urk.
7/96) als
unbehelflich
.
4.2
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (
BGE
113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenmin
derungspflicht (vgl.
BGE
120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Per
son nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesam
ten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (
BGE
113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c).
Zu berücksichtigen
sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die sub
jektive Wertung des Versicherten (ZAK 1982 S. 495, E. 3; Urteil des Bundesge
richts I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässig
keitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 189). Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen.
D
ie Anforderungen an die Schadenminderungspflicht
sind
dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (
BGE
113 V 22 E. 4d.;
SVR
2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008
E. 3.1 mit Hinweisen). In der Regel sind Berufswechsel daher zumutbar (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
IVG
,
Art.
28 N 8).
4.3
Die Schlussfolgerung des RAD-Arztes
Dr.
A._
beruhen auf der Würdigung umfas
sender vorangegangener Arzt- und bildgebender Untersuchungsberichte. Hierbei ist festzuhalten, dass seine Beurteilung der Diagnostik sowie der medi
zinisch ausgewie
senen Einschränkungen von derjenigen der behandelnden Ärzte nicht abweicht. Die Schilderung des zumutbaren Belastungsprofils deckt sich – auch wenn es umfassen
der und detaillierter ist – weitestgehend mit der Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
D._
(E. 3.6). In Anbetracht der ausgewiesenen und unstrittigen medizinischen Verhält
nisse ist nicht zu beanstanden, dass Dr.
A._
auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers ver
zichtete. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind mangels wider
sprechen
der Beurteilungen auch keine neuen Erkenntnisse zu erwar
ten (zur anti
zipierten Beweiswürdigung vgl.
BGE
124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Dr.
L._
legt
e
in seinem ärztlichen Zeugnis vom 30. August 2016 keine neuen medizinischen Aspekte dar (Urk. 7/96). Im Weiteren äussert
e
er sich zu einem späte
ren Zeitpunkt hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit insoweit, dass rein sitzende oder stehende Tätigkeiten für den Beschwerdeführer
ab dem 9. Februar 2016
voll
umfänglich möglich seien (Urk. 7/129).
Die Bedenken des Hausarztes
Dr.
L._
vermögen
keine Zweifel an den Aus
führungen des RAD-Arztes Dr.
A._
zu begründen
.
Im Rahmen des
von
Dr.
A._
umschriebenen
Belastungsprofils werden sämtliche körperliche Ein
schränkungen des Beschwerdeführers berücksichtigt.
Entsprechend kann auf dessen Schlussfolgerun
gen, wonach
der
Beschwerdeführer
in der bisherigen Tätigkeit als
Storenmonteur
nicht mehr arbeitsfähig ist, jedoch
eine
angepasste
Tätigkeit
vollzeitlich zuzumuten ist,
abgestellt werden.
4.
4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass für die Beurteilung auf die beweis
kräftige Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
A._
abzustellen und somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 7. März 2016 in einer angepassten Tätigkeit unter Beachtung des
umschriebenen
Belastungsprofils auszugehen ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16
ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validenein
kommen
). Der Ein
kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, wo
rauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
vergleichs;
BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (
BGE
139 V 28 E. 3.3.2;
BGE
135 V 58 E. 3.1;
BGE
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per
son konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzuneh
men ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll aus
schöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemes
sen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (
BGE
139 V 592 E. 2.3;
BGE
135 V 297 E. 5.2;
BGE
129 V 472 E. 4.2.1;
BGE
126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der kon
kreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können
f
ür die Bestimmung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
strukturerhebungen
(
LSE
) herangezogen werden (vgl.
BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit
weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlich
ten Tabellen der
LSE
zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwen
dung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE
142 V 178 E. 2.5
.8.1 und
BGE
133 V 545 E. 7.1).
5.2.3
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussich
ten keine über
mässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf
SVR
2008 IV
Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren per
sönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar
ist
. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsver
mögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE
107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zu
sammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkei
ten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versi
cherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialver
sicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss
BGE
138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststel
lung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
5.3
5.3.1
Der hier zu prüfende Rentenanspruch entstand gemäss
Art.
29
Abs.
1
IVG
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Anmeldung vom 1
2.
Dezember 2013,
Urk.
7/6), mithin frühestens am 1. Juni 201
4.
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Validenein
kommen
anhand des bei der
Y._
AG in einem vollen Pensum erzielbaren Einkommens (
Urk.
7/83), was weder strittig noch zu beanstanden ist (vgl. E. 5.2.1). Nach Angaben der Arbeitgeberin im Arbeitgeberfragebogen vom
6.
März 2014 (
Urk.
7/15) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwick
lung bezifferte die Beschwerdegegnerin das
Validenein
kommen
(Basis 2014) mit
Fr.
77'236.90.
Für den Zeitraum, als dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit beim bisherigen Arbeitgeber medizinisch-theoretisch zuzumuten war und er diese Leistungs
fähigkeit auch effektiv in stabilem Arbeitsverhältnis ausübte, bemass sie das Invali
deneinkommen anhand des erzielten 50%igen Lohnes.
Hieraus folgt, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Juni 2014 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat, was nicht strittig ist.
5.3.2
Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer spätestens ab März 2016 die bisheri
ge Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist, jedoch eine höhere, d.h. volle Arbeits
fähigkeit in einer seinen Leiden angepassten Tätigkeit besteht, kann nicht (mehr) davon aus
gegangen werden, dass er seine zumutbare Leistungsfä
higkeit voll ausschöpft. Es ist ihm angesichts der verbliebenen Aktivitätsdauer und der grundsätzlich auch in an
gepassten Tätigkeiten verwertbaren beruflichen Erfahrungen als angelernter
Storen
monteur
anzurechnen, dass er eine ange
passte vollzeitliche Beschäftigung auszu
üben vermöchte. Weil die Inan
spruch
nahme einer Rentenleistung in Frage steht, sind an die Selbstein
gliederungs
pflichten hohe Anforderungen zu stellen, was auf
grund der objektiven Umstände ein Berufswechsel bzw. die Aufnahme einer (zusätz
lichen) ange
passten Tätigkeit umfasst (E. 4.2). Ab diesem Zeitpunkt ist daher mit der
Beschwerde
gegnerin für die Bemessung des Invalideneinkommens auf Tabellen
löhne abzu
stellen (vgl. E. 5.2.2). Die Anrechenbarkeit des so ermittelten hypo
thetischen Invalideneinkommens ist auch im Hinblick auf die relativ hohen Hürden, wel
che das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl. E. 5.2.3), zu bejahen. Dies
bezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die beruflichen Fertigkeiten des Beschwer
deführers dazu führten, dass die Arbeits
vermittlung Einsätze im Bereich des technischen Dienstes eines Spitals oder Alters
einrichtung sowie der Hauswartung als mög
lich erachtete (
Urk.
7/68).
5.3.3
D
ass die Beschwerdegegnerin zur Bemessung des Invalideneinkommens ab März 2016 das standardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
5'312.
--
für männliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe
nen Lohnstrukturerhebungen (
LSE
2014, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompe
tenzniveau 1, Männer) heranzog, ist nicht zu beanstanden, da körperlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind und der Umstand, dass der Beschwerdeführer langjährig als
Storenmonteur
tätig war, keinen Grund darstellt, weshalb eine Arbeit in einem anderen Bereich nicht in Frage käme. Das standardi
sierte monat
liche Einkommen von
Fr.
5'312.--
ist unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, Q 8) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 (
Bundesamt für Statistik, T 39 Entwick
lung der Nominallöhne 1976-2016, Männer; Stand 2014: 2220, Stand 2016: 2239)
auf ein Jahresein
kommen
von
Fr.
67'021.85
hochzurechnen (Fr. 5'312.--
x 12 : 40 x 41,7 :
2220
x
2239
). Das
anzurechnende
Inva
lideneinkommen beträgt somit
Fr.
67'021.85
.
Wird mit der Beschwerdegegnerin das entsprechend der Nominallohnerhöhung auf das Jahre 2016 angepasste
Valideneinkommen
von
Fr.
78'322.-- (vgl.
Urk.
7/83) dem Invalideneinkommen gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbs
ein
busse von
Fr.
11'300.15 oder ein Invaliditätsgrad von 14,43
%
, gerundet 14
%
. Bei diesem Er
gebnis braucht nicht mehr geprüft zu werden, ob und in welchem Umfang allenfalls ein behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen wäre (vgl. hierzu
BGE
126 V 75 E.
5a/
bb
). Unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1
IVV
besteht somit ab dem
1.
Juli 2016 kein Anspruch auf die halbe Invalidenrente mehr.
5.4
Aufgrund dieser Erwägungen besteht die angefochtene Verfügung vom 19. Januar 2017 zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis
IVG
) und auf
Fr.
600.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.