# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5fd40729-49c5-498d-b319-9378babf8f8d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Y._
, geboren 19
49
,
bezieht zu ihrer
AHV-Rente (
Urk. 5/6/1,
Urk. 5/17,
Urk.
5/
40/2
)
Zusatzleistun
gen (ZL
;
Urk.
5/20-21).
Im März 2016 eröff
nete die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
(SVA)
, Zusatzleistungen zur AHV/IV
, eine periodische Überprüfung (
Urk.
5/47). Mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2016 sprach
die SVA
der Versicherten ab März 2016
unter Berücksich
tigung eines Vermögensverzichts
von Fr.
100'739.--
Zusatzleistungen
(Ergän
zungsleistungen, kantonale Beihilfe)
von insgesamt Fr. 873.-- pro Monat
zu (
Urk. 5/62
, Urk. 5/64
) und
am
1
5.
Dezember 2016
verfügte sie für die Zeit
ab dem 1.
Januar 2017 Zusatzleistungen von insgesamt Fr.
971.-- pro Monat
unter Be
rücksichtigung eines Vermögensverzichts von
noch Fr. 90
'739.--
(
Urk.
5/67, Urk. 5/70).
Zufolge gesetzlicher Neuerungen wurde der Anspruch auf kantonale Beihilfe für die Zeit ab dem 1. Januar 2018 bei der Versicherten gestrichen, da ihr Vermögen
den
Freibetrag gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
überstieg
(
Urk.
5/89
).
Daher
wurde
n
ihr m
it Verfügung vom 1
4.
Dezember 2017 Ergänzungsleistungen von
noch
Fr. 869.-- pro Monat zu
gesprochen
(Urk. 5/91). Dabei wurde in der ZL-Berechnung ein Vermögensverzicht von Fr. 80'739.--
berücksichtigt (
Urk. 5/
93
)
.
Mit Schreiben vom 12.
Januar 2018 erhob die Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 1
4.
Dezember
2017
(Urk. 5/95), welche die SVA mit
(inhaltlich identischen)
Einspracheentscheid
en
vom 2
6.
April 2018 (Urk. 2/1) und
vom 2.
Mai 2018 (
Urk.
2
/2, Urk. 5/100
) abwies.
2.
Hiergegen erhob d
ie
Versicherte mit Eingabe vom
7.
Mai 2018
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
,
die
Einspracheentscheid
e
vom 2
6.
April und 2. Mai 2018 seien aufzuheben und
es sei
en
ihr
Zusatzleistungen ohne die Anrechnung eines Vermögensverzichtes
auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerde
gegnerin schloss in der Beschwerdeantwort
vom 2
4.
Mai 2018
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
4
)
, was der
Beschwerdeführerin
am 2
8.
Mai 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
6).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die Voraussetzungen nach den Art. 4 bis Art. 6 ELG erfüllen, Zusatzleistungen zur Deckung ihres Existenz
bedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13,
15 und 20 des Gesetzes des Kantons Zürich über die Zu
satzleistungen zur AHV/IV, ZLG
;
in der s
eit 1. Januar 2008 gültigen Fas
sung).
1.2
1.2.1
Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die an
erkannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anrechenbaren Ausgaben werden nach Art. 10 ELG, die Einnahmen nach Art. 11 ELG ermittelt.
Als Einnahmen angerechnet werden
unter anderem Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG) sowie (bei Alters
rentnerinnen und Altersrentnern) ein Zehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37‘500.-- übersteigt (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG).
Ebenfalls als Einnahmen
zu berücksichtigen sind
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
, Art. 15 ZLG
).
Nach Art. 17 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlas
senen- und Invalidenversicherung (ELV)
ist
das
anrechenbare Vermögen nach den
Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Be
wertung des Vermögens im Wohnsitzkanton zu bewerten (Abs. 1).
1.2.2
Für die Beihilfe nach ZLG finden nach § 15 ZLG die Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach Art. 9 ff. ELG gelten, entsprechende Anwen
dung, soweit nichts Abweichendes bestimmt ist. Gemäss § 21 der kantonalen Zu
satzleistungsverordnung (ZLV) ist auf die Einkommensverzichte Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG anwendbar.
1.3
1.3.1
Zweck der Ergänzungsleistungen ist eine angemessene Deckung des Existenzbe
darfs. Bedürftigen Rentnern der Alters- und Hinterlassenen- sowie der Invaliden
versicherung soll ein
regelmässiges
Mindesteinkommen gesichert werden. Die Einkommensgrenzen haben dabei die doppelte Funktion einer
Bedarfslimite
und eines garantierten Mindesteinkommens. Deshalb sind bei der Anspruchsberech
nung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu berücksichtigen, über die der Leistungsansprecher unge
schmälert ver
fügen kann (BGE 127 V 248 E. 4a, 122 V 19 E.
5a).
Dieser Grundsatz gilt nicht
und es liegt eine Verzichtshandlung im Sinne von Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
vor
, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Ver
pflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen ver
zichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermö
genswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durchsetzt, oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Aus
übung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (
nicht publi
zierte E. 3e des Urteils BGE 128 V 39, BGE 121 V 204 E. 4a, AHI 2001 S. 133 E. 1b,
SVR 2011 EL Nr. 4 S. 11, 9C_329/2010 E. 3.1
,
Urteil des Bundesgerichts 9C_558/2013
vom 12.
November 2013 E. 3.1.2
,
je mit Hinweisen).
Für die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an Ergänzungsleistungen tatsächlich eine Rolle gespielt hat (
BGE 131 V 329
E. 4.4
). Es ist also nicht we
sentlich, dass sich d
i
e
v
ersicherte
Person
über die sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen
ihres
Tuns im Klaren war. Eine Verzichtshandlung setzt aber schon begrifflich
(
«
Verzicht
»
)
voraus, dass die Vermögensverminderung mit Wissen und Wollen de
r v
ersicherten
Person
geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erforderlich, dass d
i
e
v
ersicherte
Person
hinsichtlich der Vermögensverminderung an sich urteilsfäh
ig war, nicht aber, dass sie
von der möglichen ergänzungsleis
tungsrechtlichen Qualifikation als Verzichtshandlung wusste und eine solche in Kauf nahm
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_934/2009
vom 28.
April 2010
E. 5.1).
1.
3.2
Ob eine adäquate Gegenleistung vorliegt, beurteilt sich nach dem Verhältnis zwi
schen Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt der
Entäusserung
(BGE 120 V 182 E. 4a; Urteil
des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.1).
Art. 11 Abs. 1 lit. g
ELG enthält keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung des Vermögensverzichts. Ein hypothetisches Vermögen ist also auch dann anzurechnen, wenn die Verzichts
handlung sehr lange zurückliegt
. Dem Aspekt des Zeitablaufs wird durch die
jährliche Reduktion
gemäss
Art.
17a
ELV
Rechnung getragen. Danach wird der anzurechnende Betrag von Vermö
genswerten, auf die verzichtet worden ist, jähr
lich um Fr.
10'000.- vermindert, wobei der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Ve
rzichtes unverän
dert auf den 1.
Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu vermindern ist (Abs. 1 und 2;
Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vo
m 9. August 2010 E. 3.2 mit Hin
weisen).
1.4
1.4
.1
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt der Leis
tungsansprecher die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Ver
pflichtung oder gegen
eine
adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist, wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt
(Urteile des Bundes
gerichts
8C_1039/2008
vom
2
5.
Februar 2009
E. 2 und
9C_934/2009 vom 2
8.
April 2010
E. 3, je mit Hinweisen).
Allerdings führt der im Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Untersu
chungsgrundsatz (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) dazu, dass hier
bei lediglich die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen sind (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen, 117 V 261 E. 3b),
wenn
nach den notwendigen und möglichen Beweiserhebungen durch die Verwaltung respektive das Gericht unter Mitwir
kung der betreffenden Person
(vgl.
Art.
28 ATSG)
feststeht, dass weitere Abklä
rungen keine weiteren Ergebnisse mehr erwarten lassen.
1.
4
.2
Nach
Art.
43
Abs.
1
ATSG
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Ungunsten derjenigen Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Recht ableiten wollte (
vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3.
Auflage, Zürich 2015,
Art.
43
Rz
62
). Beweislosigkeit darf jedoch erst dann angenommen werden, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht (vgl.
Kieser
, a.a.O.,
Art.
43
Rz
59
).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit,
das
Vermögen der
Beschwerdeführerin
habe bis am 2
9.
Februar 2016 Fr. 107'821.-- betragen
; a
m 1. März 2016
sei
der Kontostand
bei
Fr.
0.--
gewesen
. Die Erklärung der
Beschwerdeführerin
, sie sei von einem Enkeltrick-Betrüger be
trogen worden
, sei bei dieser Vermögensverminderung nicht relevant. Denn
selbst wenn sie betrogen worden sei, habe sie das Geld verschenken wollen.
Das Vor
liegen eines allfälligen Straftatbestandes sei dabei nicht relevant. Der eigentliche Verzicht bestehe in der Preisgabe der Möglichkeit, die Substanz der Vermögens
werte, auf die verzichtet worden sei, zum Zweck der Finanzierung des Lebensbe
darfs zu verbrauchen. Es sei daher bei der Berechnung der
Zusatzleistungen ab dem Jahr 2016 von einem Vermögensverzicht auszugehen. In Anwendung von
Art.
17a ELV sei ab dem
1.
Januar 2018 somit (entsprechend der Verfügung vom 1
4.
Dezember 2017;
Urk.
5/91, Urk. 5/93) noch ein Vermögensverzicht von Fr.
80'739.-- anzurechnen. Die Verfügungen vom 22.
Juni 2016
und vom 1
5.
De
zember 2016
(betreffend die Zusatzleistungen ab März 2016 und ab Januar 2017;
Urk.
5/62, Urk. 5/64,
Urk.
5/67, Urk. 5/70) seien ausserdem in Rechtskraft er
wachsen
(Urk.
2 S. 2).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein, das Argument, sie habe das Vermö
gen verschenken wollen, gehe an de
r realen Wertsituation vorbei. S
ie sei betrogen worden,
woraufhin auch
eine Strafanzeige
erfolgt
sei. Sie habe eine Forderung aus unerlaubter Handlung gegenüber den Betrügern. Da sie diese nicht eintreiben könne, entstehe ein Verlust. Dieser Verlust stelle eine Vermögensverminderung dar, genauso wie eine Fehlspekulation an der Börse. Daher müsse die Vermögens
verminderung ohne Aufrechnung berücksichtigt werden. Falls nötig, werde sie die Akteneinsicht bei der Kantonspolizei Zürich erlauben (
Urk.
1).
2.3
Zu beurteilen ist in diesem Verfahren entsprechend dem Gegenstand der Verfü
gung vom 14. Dezember 2017 (Urk. 5/91, Urk. 5/93)
und den diese bestätigenden
Einspracheentscheiden
allein der Anspruch auf Zusatzleistungen für die Zeit ab dem 1. Januar 201
8.
Dies gilt unabhängig davon, dass der strittige Vermögens
rückgang in einem früheren Jahr erfolgte und die
Beschwerdegegnerin
bereits in den vorangegangenen Jahren 2016 und 2017 je einen Vermögensbetrag zufolge Vermögensverzicht
s
in den ZL-Berechnungen anrechnete (
Urk.
5/62, Urk. 5/64,
Urk.
5/67, Urk. 5/70
).
Denn n
ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann eine Verfügung über Ergänzungsleistungen in zeitlicher Hinsicht Rechtsbeständigkeit nur für das Ka
lenderjahr entfalten. Im Rahmen der jährlichen Überprüfung können deshalb die Grundlagen der Berechnung der Ergänzungsleistungen ohne Bindung an früher berücksichtigte Berechnungsfaktoren von Jahr zu Jahr neu festgelegt werden (
BGE 139 V 570 E. 3.1, 128 V 39
E. 3b;
Urteil des Bundesgerichts 9C_333/2014 vom 22. August 2014 E. 4.2)
.
Zu
prüfen ist
nachfolgend somit
, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht von einem Vermögensverzicht der
Beschwerdeführerin
von
Fr. 107'821.-- per 1. März 2016 ausging und in der ZL-Berechnung für den ZL-Anspruch ab Januar 2018 (Urk. 5/93) den (in Anwendung von
Art.
17a ELV reduzierten) Betrag von
Fr. 80'739.-- als Verzichtsvermögen der
Beschwerdeführerin
berücksichtigt hat.
3.
3.1
Zum massgeblichen Sachverhalt geht aus den Akten hervor, dass
die
Beschwer
deführerin
mit ihrer Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2014 (Urk. 5/1) die Steuerunterlagen zum Jahr 2013
samt Auszüge ihrer Bank- und
Postkonti
vor
legte
(
Urk.
5/
5-6
). Daraus erg
ab
sich ein Vermögen per Ende 2013 von insgesamt
Fr.
107'820.-- (
Urk.
5/6/15), wovon sich der Hauptanteil (Fr. 103'257.--) auf dem
Y._
-Sparkonto
mit der
IBAN-Nr.
«...»
befand (
Urk.
5/5/6).
Im weiteren Verlauf holte die
Beschwerdegegnerin
auch die Steuer
erklärung der
Beschwerdeführerin
für das Jahr 2015
(Urk.
5/40) und aktuelle Aus
züge der Bank- und
Postkonti
der
Beschwerdeführerin
ein
(Urk.
5/41-42), woraus sich ein Vermögen der
Beschwerdeführerin
per Ende 2015 von insgesamt
Fr.
3'208.-- ergab (Urk. 5/40/10).
Mit Schreiben vom 5. April 2016 forderte die
Beschwerdegegnerin
die
Beschwer
deführerin
auf, den Vermögensrückgang von Fr. 107'821.-- auf Fr. 3'208.-- zu begründen
und zu belegen
(Urk. 5/
46
).
Am
7.
April 2016 sandte die
Beschwerde
führerin
das ausgefüllte Formular zur periodischen Überprüfung an die
Beschwer
degegnerin
(Urk. 5/47). Ihre Angaben zum Vermögensteil sind indes überdeckt mit Notizen der
Beschwerdegegnerin
, worin diese die Vermögensverhältnisse per Ende 2013 und per Ende 2015 zusammenfasst
e
(Urk. 5/47/3).
Diese Notizen der
Beschwerdegegnerin
zu den vergleichenden Vermögensverhält
nissen finden sich auch auf dem Begleitschreiben der
Beschwerdeführerin
vom 26.
März 2016
(Urk. 5/41)
. Ausserdem
notierte
die
Beschwerdegegnerin
auf die
sem Schreiben,
«
Ve
rmögensrückgang von CHF 104'617 (31.12.2013) zu CHF - 957.81 (31.12.2015) Enkelkindertrick
»
(Urk. 5/41).
In der E-Mail an die
Beschwerdegegneri
n vom 1
0.
April 2016 erklärte die
Be
schwerdeführerin
, sie komme zurück auf das Telefonat vom
8.
April 201
6.
In der Zwischenzeit sollte der ausgefüllte Fragebogen sie, die
Beschwerdegegnerin
, er
reicht haben. Der Fall der Vermögensverminderung (Betrug) sei bei der Polizei aktenkundig. Sie, die
Beschwerdegegnerin
,
erhalte laut Auskunft der zuständigen Polizeidienststelle als Amtsstelle Auskunft. Die
Beschwerdegegnerin
solle sich direkt bei der Stelle für Akteneinsicht der Polizei melden. Für allfällige Fragen stehe sie, die
Beschwerdeführerin
, gerne zur Verfügung (
Urk.
5/51).
Eine Akten
notiz vo
m erwähnten
Telefongespräch vom
8.
April 2016 ist den Akten nicht zu entnehmen.
Mit Schreiben vom 7. Juni 2016 (Urk. 5/61) sandte die
Beschwerdeführerin
der
Beschwerdegegnerin
ausserdem den letzten Kontoauszug zum
Y._
-Spar
konto mit der IBAN-Nr.
«...»
zu, woraus zu entnehmen ist, dass das Konto per 1
3.
Oktober 2014 bei einem Saldo von Fr. 0.-- saldiert worden war (
Urk.
5/58).
Die
Beschwerdeführerin
bemerkte dazu, nach dem Betrug sei dieses Konto aufgelöst worden (Urk. 5/61).
In der Einsprache vom 1
2.
Januar 2018 erklärte die
Beschwerdeführerin
sodann, der von der
Beschwerdegegnerin
als Vermögensverzicht berücksichtigte Vermö
gensrückgang sei kein Vermögensverzicht. Dieses Geld sei aufgrund von Betrü
gereien verloren gegangen. Dies sei der Mitarbeiterin
der Beschwerdegegnerin,
Z._
,
am 1
0
.
April 2016 auch so mitgeteilt worden
. Dazu verwies die
Be
schwerdeführerin
auf eine Beilage
(Urk. 5/95)
. Diese Beilage befindet sich ni
cht in den Akten.
3.2
3.2.1
Bei gegebener Aktenlage steht einzig fest, dass
sich
das
V
ermögen der
Beschwer
deführerin
von Ende 2013 bis Ende 201
5
von
Fr.
107'820.-- (Urk. 5/6/15) auf Fr. 3'208.-- (Urk. 5/40/10) reduziert hat.
Die Behauptung der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid, das Vermögen der
Beschwerdeführerin
habe bis am 2
9.
Februar 2016 Fr. 107'821.-- betragen und am 1. März 2016 sei der Konto
stand bei
Fr.
0.-- gewesen
(Urk. 2/2 S. 2)
, ist somit aktenwidrig.
Ausserdem sind
den Akten
zu
den Umständen dieses Vermögensrückganges keine beweisrechtlich genügende
n
Entscheidungsgrundlagen zu entnehmen. Der Sach
verhalt, wie es zu diesem Vermögensrückgang gekommen ist, wurde von der
Be
schwerdegegnerin
unzureichend abgeklärt und - soweit überhaupt Abklärungen vorgenommen wurden - unzureichend dokumentiert. So hat sie keine
oder zumindest keine aussagekräftigen
Gesprächsnotizen
über die mit der Beschwer
deführerin oder mit deren Vertreter geführten
Telefon
ate
verfasst, dies obschon
Art.
43
Abs.
1 ATSG vorsieht, dass
mündlich erteilte Auskünfte schriftlich fest
zuhalten sind.
Soweit die
Beschwerdegegnerin
Notizen auf den von der
Beschwer
deführerin
eingereichten Schreiben angebracht hat (
Urk. 5/41,
Urk.
5/47/3
)
,
ist daraus nicht ersichtlich, ob es sich dabei allein um interne Arbeitsnotizen oder/und um eine Notiz über eine Auskunft der
Beschwerdeführerin
nach einem Telefonat handelt. Insbesondere die Notiz "Vermögensrückgang von CHF 104'617 (31.12.2013) zu CHF - 957.81 (31.12.2015) Enkelkindertrick" (Urk. 5/41) ist un
zulänglich. Eine für den Entscheid verwendbare Telefonnotiz müsste als solche erkennbar sein,
Angaben zu
Gesprächspartner
n
und
Datum
enthalten
und in allgemein verständlichen Sätzen den besprochenen Inhalt wiedergeben. Ausser
dem ist zu bemängeln, dass die
Beschwerdegegnerin
Notizen auf
den Eingaben der
Beschwerdeführerin
angebracht hat
und dadurch teilweise
die Angaben der
Beschwerdeführerin
unleserlich
gemacht hat
(Urk.
5
/1 S. 3, Urk. 5/47/3)
.
Die
Beschwerdegegnerin
wird die betreffenden Akten - soweit möglich -
wieder
herzustellen haben.
3.2.2
Ferner ist auch sonst
aus keinem Dokument der genaue Ablauf der Vermögens
minderung respektive des behaupteten Betruges
zu entnehmen
. Eine
allfällige
mündliche oder schriftliche Befragung der
Beschwerdeführerin
zu den Ereignis
sen, welche zum Vermögensrückgang führte, wurde nicht dokumentiert oder hat
nicht stattgefunden. Auch wurden die angebotenen Polizeiakten zum Vorfall
(Urk. 5/51)
nicht eingeholt. Es ist daher völlig unklar, was sich wann wie und mit wem bei dem angeblichen Betrug ereignet hat. Der blosse Hinweis
«
Enkelkinder
trick
»
jedenfalls genügt entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
nicht, um daraus auf eine Schenkung der
Beschwerdeführerin
zu schliessen.
3.2.3
Dabei ist insbesondere auch zu beachten, dass
der
auf einen Betrug zurückzufüh
rende
n
Vermögensverminderung gerade eigen
ist
, dass das Opfer
der
strafbaren Handlung
über
das
Ausmasses des Risikos der getätigten
Vermögensübergabe
arglistig getäuscht wird
und sich dessen somit nicht bewusst ist
(vgl.
Art.
146
des Schweizerischen Strafgesetzbuches,
StGB).
Es ist
daher
für die Abklärung eines allfälligen Vermögensverzichts von ausschlaggebender Bedeutung,
was sich im Einzelnen ereignet hat und
ob die Vermögensverminderung durch eine strafbare Handlung bewirkt wurde.
Rechtsprechungsgemäss
kann eine
etwa auf
Betrug zu
rückzuführende Vermögensverminderung
nicht
als Vermögensverzicht qualifi
ziert werden; denn einer solchen Vermögensverminderung ist gerade eigen, dass sich das Opfer der strafbaren Handlung des Ausmasses des Risikos der getätigten Investition nicht bewusst ist bzw. darüber arglistig getäuscht wird (Urteil
des Bundesgerichts 9C_180/2010 vom 1
5.
Juni 2010 E. 5.2)
.
Entsprechend ist auch die Einleitung und Durchführung eines Strafverfahrens von Belang
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_567/2007 vom
2.
Juli 2008
E. 6.5)
.
Die
Beschwerdegegnerin
wird diesbezüglich
und namentlich zum genauen Her
gang des angeblichen Betruges
die nötigen
Abklärungen
mit entsprechender be
weisrechtlich verwertbarer Aktendokumentation
vorzunehmen
haben
.
3.2.4
Hinzu kommt, dass
die
Beschwerdegegnerin
e
inen Entscheid auf Grund der
vor
liegenden
ungenügenden
Akten
lage
nur
dann hätte
fällen dürfen, wenn der Be
schwerdeführerin eine unentschuldbare Verletzung
ihrer
Mitwirkungspflicht vor
zuwerfen wäre
(
Art.
43
Abs.
3 ATSG)
.
Eine solche
hat die
Beschwerdegegnerin
indes nicht vorgebracht und ist auch
nicht auszumachen.
3.3
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass zur
Beurteilung, ob zu Recht ein
Vermögen von Fr. 80'739.-- in der ZL-Anspruchsberechnung ab Januar 2018 gemäss der Verfügung vom 1
4.
Dezember 2017 (Urk. 5/91, Urk. 5/93) unter dem
Titel Vermögensverzicht im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
berücksichtigt wurde,
bei derzeitiger Aktenlage keine hinreichende
Entscheidgrundlage
gegeben ist und die
Beschwerdegegnerin
daher ergänzende Abklärungen dazu vorzuneh
men hat.
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, dass
die
angefochtene
n
Einspracheentscheid
e
vom 2
6.
April 2018 (Urk. 2/1) und vom 2. Mai 2018 (Urk. 2/2, Urk. 5/100)
aufzuheben
sind
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist,
damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägun
gen, über den Anspruch auf Zusatzleistungen der Beschwerdeführerin ab dem
1.
Januar 2018 neu verfüge.
4.
Ausgangsgemäss ha
t die Beschwerdeführerin
gestützt auf
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt (
GSVGer
) zu Lasten der Beschwerdegegnerin Anspruch auf eine Prozessent
schädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
4
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Baraus
lagen) festzusetzen
.