# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 23e2ef52-ffce-4a7e-9c02-aa909e9298ba
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, war seit 1. September 2015 bei der
Y._
in Zürich als Mitarbeiter angestellt und damit bei der
Schweizer
ischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert, als er am 22. Januar 2018 beim Badminton
-
Training mit dem linken Fuss auf dem Hallenboden hängen blieb und
sich am linken Fussgelenk verletzte
(vgl. Urk. 7/2).
1.2
Die Suva anerkannte das Ereignis vom 22. Januar 2018 als Unfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 7/5).
Am 14. Juni 2019 liess der Versicherte einen Rückfall wegen Handgelenk
schmer
zen
links
melden (Urk. 7/17). Am 19. Juli 2019 anerkannte die Suva
zunächst
ihre Leistungspflicht (Urk. 7/22), teilte indes am 17. September 2019 (Urk. 7/33) mit, sie habe sich dabei auf die Fussgelenksbeschwerden links bezogen, und ver
neinte
mangels Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Januar 2018
ihre Leistungspflicht für die Handgelenksbeschwerden links.
Dies bestätigte sie mit
Verfügung vom
1. Juli 2020 (Urk. 7/71).
Die vom Versicherten am
3. September 2020
erhobene Einsprache (Urk.
7/77
) wies die
Suva
am
21. Oktober 2020
ab (Urk.
7/80
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
23. November 2020
Beschwerde gegen den
Einspra
che
entscheid
vom
21. Oktober 2020
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für die Verletzung an der linken Hand in Form einer Partialruptur des
skapholunären
(SL-)
B
andes
die ge
setzlichen Leistungen zu erbringen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
17. Dezember 2020
(Urk.
6
) beantragte die
Beschwer
degegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
23. Dezember 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7
A
).
Dieser reichte gleichen
tags ein weiteres Dokument ein (
Urk.
8-9), welches der Beschwerdegegnerin am
7.
Januar 2021 zugestellt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
voll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eine
s unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leis
tungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beur
tei
len, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Unter
suchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweis
e zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist auf
grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr.
U 86 S. 50).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (
Urteil des Bundesgerichts 8C_648/2013 vom 18. Februar 2014 E. 3.2
).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) damit, dass in der Schadenmeldung vom 30. Januar 2018 bei detaillierter Darlegung des Unfallhergangs keine Rede von einem Sturz, namentlich auf die linke Hand,
gewesen
sei. Auch werde das linke Handgelenk nicht als verletzter Körperteil genannt. Die Physiotherapeutin könne nur bestätigen, dass der Be
schwerdeführer auch über Beschwerden im linken Handgelenk geklagt und sie ihn diesbezüglich behandelt habe. Daraus lasse sich aber nichts ableiten für die Frage, ob der Versicherte am 22. Januar 2018 auf die linke Hand gestürzt sei. Dass die Beschwerden im Bereich des linken Sprunggelenks im Vordergrund ge
standen hätten, möge erklären, dass etwaige Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks nicht erwähnt worden seien. Aus dem Fehlen von initialen Angaben zu einem Sturz auf das linke Handgelenk könne aber nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
auf einen solchen geschlossen werden.
Jedenfalls dürfe nicht vom Vorliegen einer Diagnose, die regelmässig unfallbedingt sei, auf ein Unfall
ereignis geschlossen werden, da dies einem Zirkelschluss gleichkäme (S. 7 E. 2.2.1)
. Insgesamt sei somit nicht nachgewiesen, dass
d
er Beschwerdeführer am 22. Janu
ar 2018 auf das linke Handgelenk gestürzt sei (S. 7 E. 2.2.2). Bei dieser Aus
gangslage sei der Kausalitätsbeurteilung durch den behandelnden
Arzt
die Grund
lage entzogen und es bestehe keine Veranlassung für eine Begutachtung (S. 7 E. 2.3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Physiotherapeutin habe im Schreiben vom 16. Juli 2020
bestätigt, dass er ihr gegenüber erwähnt habe, sich beim Sturz vom 22. Januar 2018 mit der linken Hand aufgefangen zu haben, was zu einer Stauchung des Handgelenks geführt habe (S. 5 f. Ziff. 21). Aus der Beschreibung des Unfallereignisses in der Scha
denmeldung werde ersichtlich, dass er durch den unerwarteten Rückschritt das Gleichgewicht verloren habe, weshalb er umgeknickt und nur deshalb mit seinem Körper nicht mit voller Kraft auf den Boden geprallt sei, weil er sich mit der linken Hand reflexartig am Boden abgestützt habe, um so den Sturz aufzufangen und abzufedern (S. 6 Ziff. 23). Die Tatsache, dass er sich erst am 29. Mai 2019 in ärztliche Behandlung begeben habe, spreche nicht gegen die Unfallkausalität der Partialruptur des SL-Bandes. Zum einen sei eine isolierte SL-Bandruptur oft wenig schmerzhaft, weshalb nicht sofort der Spezialarzt aufgesucht werde. Zum anderen habe sich der Beschwerdeführer aufgrund seines Fach
wissens als Vete
ri
närmedizin
er und der milden Symptomatik kompetent genug gefühlt, die schmer
z
ende Hand selber zu behandeln (S. 6 Ziff. 24). Anlässlich eines Golfspiels sei dann der Abschlag in den Boden statt auf den Ball erfolgt. Dabei sei es zu einer
erneuten Traumatisierung des Handgelenks gekommen, was zu einer Beschwerde
zunahme und zum Aufsuchen des Spezialarztes am 29. Mai 2019 geführt habe
(S. 6 f. Ziff. 25)
.
Gestützt auf die widerspruchsfreien Schilderungen des Beschwer
de
führers und die Bestätigung der Physiotherapeutin sei erwiesen, dass es anläss
lich des Unfallereignisses zur erwähnten Handgelenksverletzung gekommen sei (S. 7 Ziff. 26).
Für diese habe die Beschwerdegegnerin am 17. Juli 2019 eine Leistungspflicht anerkannt und entsprechende Heilbehandlungen erbracht. Die vom Unfallversi
cherer einmal anerkannte Leistungspflicht entfalle erst, wenn dieser nachweise, dass der Status quo ante vel sine erreicht sei. Diesen Nachweis könne die Be
schwerdegegnerin nicht erbringen (S. 7 Ziff. 27
).
Da eine SL-Bandläsion eine un
fallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. g
des Bundes
ge
set
zes über die Unfallversicherung (UVG)
darstelle, müsse die Beschwerde
geg
nerin beweisen, dass diese vorwiegend auf degenerativen Faktoren beruhe, was sie aber nicht könne (S. 7 Ziff. 28).
Gestützt auf die Beurteilung durch den be
hand
elnden Prof.
Z._
sei eine unfallbedingte Partialruptur des SL-Bandes und eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mit Sicherheit ausgewiesen (S. 7 Ziff
. 29).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) machte die Beschwerdegegnerin geltend, die Beweislast sowohl bezüglich eines Sturzes als auch bezüglich eines Kausalzu
sammenhangs zwischen dem Unfallerei
gnis und dem Gesundheitsschaden
im Be
reich des linken Handgelenks liege beim Beschwerdeführer (S. 2 Ziff. 4.1). In Anbetracht des Detaillierungsgrades der Schilderung in der Schadenmeldung spreche das Fehlen der Angabe eines Sturzes sicher nicht dafür, dass der Be
schwer
deführer gestürzt sei. Zudem entspreche es allgemeiner Lebenserfahrung, dass nicht jedes Umknicken mit dem Bein zu einem Sturz führe (S. 2 f. Ziff. 4.2).
Auch der Bericht über die Notfallkonsultation vom 23. Januar 2018 und der Bericht der Physiotherapeutin vom 16. Juli 2020 lieferten keine Hinweise auf einen Sturz (S. 3 Ziff. 4.3-4). Rechtsprechungsgemäss seien sodann die soge
nannten spontanen Aussagen der ersten Stunde in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen (S. 3 Ziff. 4.5). Da ein Sturz auf die linke Hand nicht überwiegend wahrscheinlich sei, müsse nicht weiter auf die Frage nach einem Kausalzusammenhang eingegangen werden (S. 3 Ziff. 4.6).
2.4
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob anlässlich des Ereignisses vom 22. Januar 2018
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (E. 1.2)
ein Sturz mit nachfolgendem Abstützen mit der linken Hand
des Beschwerdeführers erfolgte. Nur bejahen
denfalls wäre der
ebenfalls strittige
Kausalzusammenhang zwischen den aufge
tre
tenen Handgelenksbeschwerden links und dem Ereignis vom 22. Januar 2018 zu prüfen.
3.
3.1
Gemäss der Schadenmeldung vom 30. Januar 2018 (Urk. 7/2) habe der Be
schwer
deführer am 22. Januar 2018 um 17:45 Uhr (
Ziff. 4) versucht, im Badminton-
Training einen Ball von der Grundlinie zu retournieren, und habe einen schnellen Rückschritt vornehmen müssen. Dabei sei sein linker Fuss auf dem Hallenboden hängen geblieben, sein Körper habe sich seitlich weiter über den Fuss geschoben und dann sei er unter lautem Krachen im Sprunggelenk und starkem Schmerz im linken Bein umgeknickt (Supinationstrauma; vgl. Beiblatt Sachverhalt). Verletzt worden sei er dabei am linken Fussgelenk, wo er einen Riss erlitten habe (Ziff. 9).
3.2
Die Ärzte der Abteilung Fuss- und Sprunggelenk der Universitätsklinik
A._
nannten im Bericht zur Notfallkonsultation vom 23. Januar 2018 (Urk. 7/3
= Urk. 7/18
) als Diagnose ein Supinationstrauma des linken oberen Sprunggelenks (OSG) vom 22. Januar 2018 mit/bei Läsion des lateralen Kapselbandapparates. Der Patient sei am Vortag beim Badmintonspielen im Rückwärtsgang mit dem Fuss
supiniert
. Seither klage er über eine schmerzhafte Schwellung im lateralen OSG-Bereich
(S. 1 Mitte).
Es werde eine konservative Therapie mit Ruhigstellung im OSG-
Wrap
für 2 Wochen verordnet. Auf
Stop-and-go
Sportarten sei während 8 Wochen zu verzichten (S. 1 f.).
3.3
Prof. Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie für Handchirurgie, Universitäts
klinik
A._
,
nannte
im Sprechstundenbericht vom 29. Mai 2019 (Urk. 7/14) als
Verdachtsd
iagnose eine SL-Partialruptur links vom 22. Januar
201
8.
Der Patient berichte, er habe sich vor über einem Jahr eine OSG-Supination zugezogen, er sei hierbei auch auf die Hand gestürzt. Aufgrund der Prominenz der Schmerzen im OSG-Bereich habe er die Hand primär nicht gross beachtet. Im Verlauf sei dauerhaft ein leichter dorsaler Schmerz aufgetreten, welcher in den letzten
Monaten vor allem beim Abstütz
en auf den linken Arm zunehme (S. 1 Mitte).
Es werde zeitnah eine
Arthrographie
(
Arthro
)
-
Magnetresonanztomographie (MRI)
des linken Handgelenks durchgeführt (S. 2).
3.4
Mit Schadenmeldung vom 14. Juni 2019 (Urk. 7/17) meldete der Beschwerde
führer über seinen Arbeitgeber einen Rückfall mit Datum vom 29. Mai 201
9.
Dabei führte er aus, er habe sich beim Unfall am 22. Januar 2018 mit der linken Hand aufgefangen, so dass das Handgelenk im Anschluss verstaucht gewesen sei. Die
Behandlung des Sprunggelenks sei damals im Fokus gestanden, so dass er ge
dacht habe, das Handgelenk sei nur eine Lappalie, die wieder spontan verheile. Er habe allerdings seit dem Unfall einen leichten Schmerz bei der Extension im Handgelenk gehabt, der sich verstärkt habe, wenn er sich auf die Hand abgestützt habe. Insgesamt sei der Schmerz aber bisher nicht so stark gewesen, dass eine Abklärung notwendig gewesen wäre. In der Folge sei es beim Golfspielen zu einem unglücklichen Abschlag in den Boden gekommen, der eine Verstärkung des Schmerzes ausgelöst habe. Seit zirka 3 bis 5 Monaten sei der Schmerz vor allem bei Extension des Handgelenks und unter Belastung zunehmend stärker geworden, so dass er im Moment zum Beispiel normale Liegestützen gar nicht mehr ausführen könne (vgl. Beiblatt Sachverhalt).
3.5
Die Ärzte der Abteilung Radiologie der Universitätsklinik
A._
berichteten am 15. Juli 2019 über das gleichentags durchgeführte Arthro-MRI des Handgelenks links (Urk. 7/28). Sie beurteilten eine SL-Band Degeneration
des dorsalen Anteils mit kleinsten
intralabralen
Ganglien.
3.6
Pr
of.
Z._
(vorstehend E. 3.3
) führte
i
m Sprechstundenbericht vom 15. Juli 2019 (Urk. 7/24)
aus
, die Verdachtsdiagnose auf eine Partialruptur des SL-Bandes habe sich bestätigt, wobei sich kein Kontrastmittelübertritt nach radiokarpal
zeige. Konventionell-radiologisch zeige sich keine SL-Dissoziation.
Nebenbe
fund
l
ich
bestehe noch ein
intraossäres
Ganglion im Os
capitatum
, was aber für die Be
schwerden nicht als verursachend gesehen werde (S. 2 oben).
3.7
Med. pract.
B._
, Facharzt für Chirurgie, Kreisarzt der Beschwerde
geg
nerin, führte in seiner Beurteilung vom 11. September 2019 (Urk. 7/31) aus, die geltend gemachten Beschwerden am Handgelenk links seien nicht mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 22. Januar 2018 zurückzu
füh
ren. Gemäss MRI-Befund handle es sich um degenerative Läsionen des
ASL-Bandapparates.
3.8
Am 28. September 2019 (Urk. 7/36/1) teilte der Beschwerdeführer der Beschwer
degegnerin mit, er sei mit der Beurteilung durch med. pract.
B._
(vorstehend E. 3.7) nicht einverstanden. In den Arztgesprächen sei nicht von einem dege
ne
rativen Geschehen gesprochen worden. Sein behandelnder Arzt habe ihm bestä
tigt, dass es sich um ein Missverständnis in der radiologischen Befundung handle, weshalb ihm nun ein korrigierter
Radiologiebefund
zugestellt worden sei.
Im dem Schreiben vom 28. September 2019 beigefügten korrigierten
Radiologie
befund
vom 15. Juli 2019 (Urk. 7/36/2; ursprüngliche Version vgl. vorstehend E. 3.5) beurteilten die Radiologen der Universitätsklinik
A._
eine SL-Band Partialruptur des dorsalen Anteils mit kleinsten
intraligamentären
Ganglien.
3.9
Med. pract.
B._
(vorstehend E. 3.7) führte in seiner Beurteilung vom 1. Novem
ber
2019 (Urk. 7/40) aus, die Bildgebung vom 15. Juli 2019 zeige, dass es sich bei den Veränderungen des SL-Bandes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um Unfallfolgen handle, sondern um eine Degeneration. Hierauf wiesen auch die
intralabralen
Ganglien hin, welche typische Folgen von degenerativen Verände
rungen beziehungsweise lang bestehenden Reizzuständen von benachbarten Strukturen, aber nicht Folgen eines Unfalles seien. Daneben müsse gesagt werden, dass sich der Beschwerdeführer in der Schadenmeldung nur auf eine Fuss
ver
letzung bezogen habe und er nie wegen einer Handverletzung behandelt worden sei. Das erste Mal sei er am 29. Mai 2019 knapp 16 Monate nach dem Initial
trauma an der Hand ärztlich gesehen worden. Dies weise mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass beim Beschwerdeführer zeitnah zum Ereignis gar keine Beschwerden im Bereich des linken Handgelenks vorgelegen
, sondern sich im Verlauf eingestellt hätten, ohne dass das Unfall
ereignis dabei eine Rolle gespielt hätte (S. 2 Mitte).
3.10
Prof.
Z._
(vorstehend E. 3.
3
) führte in seiner Stellungnahme vom 26. November
2019 (Urk. 7/43/2) zur Kausalitätsbeurteilung durch med.
pract
.
B._
(vorstehend E. 3.9) aus, vor dem Sturz vom 22. Januar 2018 habe der Beschwerdeführer keinerlei Beschwerden gehabt. In dessen Alter seien Verän
de
rungen, wie med.
pract
.
B._
sie erwähne, ungewöhnlich beziehungsweise kämen
nicht vor. Der Beschwerdeführer habe explizit Beschwerden über dem SL-Band sowie bei Belastung in abstützenden Bewegungen, nicht über dem kleinen
intra
ossären
Ganglion am OS
capitatum
.
In dessen
Alter
sei
eine SL-Bandläsion immer auf eine Verletzung zurückzuführen.
Für Prof.
Z._
sei
somit
klar, dass es sich
hierbei
um eine Unfallfolge handle.
3.11
Med. pract.
B._
(vorstehend E. 3.7) führte in seiner Stellungnahme vom 17. Dezember 2019 (Urk. 7/45) aus, der Beschwerdeführer hätte sich zeitnah zum
Ereignis mit Schmerzen vorgestellt, wenn die Handverletzungen mit Prof.
Z._
(vorstehend E. 3.10) tatsächlich traumatisch bedingt gewesen wären, sei doch die Ruptur der SL-Bänder in Zusammenhang mit einer Distorsion des Handgelenks eine äusserst schmerzhafte Verletzung. Das sei aber nicht gesche
hen. Das Fehlen von Symptomen an der Hand im zeitnahen Bericht sei als wichtig zu werten. Die Ausführungen von Prof.
Z._
seien daher zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.12
Prof.
Z._
(vorstehend E. 3.
3
) führte in seiner Stellungnahme vom 17. Janu
ar 2020 (Urk. 7/49) aus, es sei explizit nicht so, dass eine SL-Bandruptur eine äusserst schmerzhafte Verletzung darstelle. Gerade die isolierte SL-Bandruptur sei wenig schmerzhaft, weshalb auch ein grosser Teil der Patienten mit dieser Verletzung verpasst würden. Zirka 90
%
aller SL-Bandrupturen würden erst nach Monaten diagnostiziert, was auch in der Literatur
mehrfach so beschrieben und festgehalten werde.
3.13
Med. pract.
B._
(vorstehend E. 3.7) führte in seiner Stellungnahme vom 10. Juni 2020 (Urk. 7/61) aus, die sich häufig wiederholende Argumentation, dass manche Verletzungen zeitnah zum Ereignis nicht schmerzhaft seien und somit erst Monate bis Jahre nach einem postulierten Ereignis als Unfallfolgen zu be
werten seien, sei medizinisch nicht nachvollziehbar, auch wenn Prof.
Z._
auf Literatur verweise, diese jedoch nicht zitiere. Mit der Logik dieses Argumentes könne jede diagnostizierte Veränderung einem beliebigen Unfall zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit
zugewiesen werden
.
3.14
Prof.
Z._
(vorstehend E. 3.
3
) verwies in seiner Stellungnahme vom 19. Juni 2020 (Urk. 7/65/1) auf den beigelegten Ausschnitt aus
Green’s
Operative Hand
Surgery
betreffend die SL-Bandverletzung (Urk. 7/65/2-8). Dabei handle es sich um handchirurgisches Basiswissen. Die Verletzung werde demgemäss häufig übersehen, da sie initial wenig symptomatisch sei. Ohne Nachweis einer anderen Erkrankung sei sie bei gesunden jüngeren und mittelalterlichen Patienten unfall
bedingt. Die Verletzung sei beim Beschwerdeführer mit höchster Wahrschein
lich
keit auf den Unfall zurückzuführen. Erschwerend wirke, dass der Be
schwer
de
führer eine gravierendere andere Verletzung gehabt habe, welche die Handge
lenksbeschwerden allenfalls maskiert habe.
3.15
Med. pract.
B._
(vorstehend E. 3.7) führte in seiner Stellungnahme vom 26. Juni 2020 (Urk. 7/67)
aus, die
von Prof.
Z._
genannte Literatur
(vorste
hend E. 3.14)
sei
so
zu v
e
rstehen, dass bei Patienten, welche mit Schmerzen im Handgelenk nach einem Unfallereignis zur Konsultation erschienen, nicht nur auf eine Distorsion geschlossen werden dürfe, sondern differenzialdiagnostisch an die Möglichkeit einer SL-Bandruptur gedacht werden müsse. Dass die Beschwerden häufig durch andere Beschwerden überlagert gewesen seien, sei ebenfalls eine immer wieder gehörte Schutzbehauptung.
3.16
C._
,
dipl.
Physiotherapeutin FH, führte im
Schreiben
vom 16. Juli 2020 (Urk. 7/77) aus, der Beschwerdeführer sei infolge eines
OSG-Supinations
traumas
links seit dem 15. Februar 2018 bei ihr in Behandlung gewesen. Obwohl die verordnete Behandlung das OSG betroffen habe, habe ihr der Beschwer
de
führer auch über unfallbedingte Schmerzen im linken Handgelenk berichtet. Sie habe diese im Anschluss an zwei Therapiesitzungen behandelt, indem sie das Os
lunatum
nach kaudal mobilisiert habe, um die eingeschränkte Dorsalextension zu mobilisieren. Zudem habe sie dem Beschwerdeführer ein entsprechendes Heim
programm instruiert
.
3.17
Mit
Bericht vom 25. November 2020
(Urk. 8) fügte
C._
dem Schrei
ben vom 16. Juli 2020 (vorstehend E. 3.16) hinzu, dass die Partialruptur des SL-Ligaments mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem Sturz auf die linke Hand herkomme. Für sie erscheine es plausibel, dass der Beschwerdeführer versucht habe, sich mit der linken Hand aufzustützen und sich somit an der Hand verletzt habe.
4.
4.1
Acht Tage nach dem Unfallereignis vom 22. Januar 2018 verfasste der Be
schwerdeführer die Schadenmeldung
vom 30. Januar 2018
(E. 3.1). Sie gilt als «Aussage der ersten Stunde», weshalb ihr beweismässig
erhöhtes
Gewicht zu
kommt
(E. 1.2)
. Dies umso mehr, als sie mit der Beschwerdegegnerin (E. 2.1) einen relativ hohen Detaillierungsgrad aufwies. Der Beschwerdeführer schilderte hier ein Umknicken des
linken Fusses und versah diesen Vorgang
auch mit
dem entsprechenden Fachbegriff «Supinationstrauma»
. Hingegen schilderte er weder einen Sturz noch ein Abstützen mit dem Handgelenk,
noch eine Verletzung an dieser Körperstelle,
was
gegen einen solchen Ablauf
spricht
.
4.2
Erst
am 29. Mai 2019 begab sich der Beschwerdeführer wegen Handgelenks
beschwerden in Behandlung und schilderte gegenüber dem behandelnden Hand
chirurgen Prof.
Z._
(E. 3.3) wie auch gegenüber der Beschwerdegegnerin mit Schadenmeldung vom 14. Juni 2019 (E. 3.4), er sei am 22. Januar 2018 auch auf die
linke
Hand gestürzt. Dabei handelt es sich um eine spätere Darstellung, welcher praxisgemäss geringeres Gewicht zukommt als den mit der ursprün
glichen Schadenmeldung vom Januar 2018 getätigten «Aussagen der ersten Stunde» (E. 1.2, E. 4.1). Daran vermag nichts zu ändern, dass auch die Schaden
meldung vom Juni 2019 sehr detailliert verfasst wurde, wirft dies doch umso mehr die Frage auf, weshalb der Beschwerdeführer den Unfallhergang nicht schon mit der Schadenmeldung vom Januar 2018 ausführlich zu Ende geschildert hatte, wenn er sich denn tatsächlich so wie nun behauptet zugetragen haben sollte.
Die Berufung des Beschwerdeführers auf sein
medizinisches Fachwissen als Vete
ri
närmediziner könnte allenfalls erklären, weshalb er sich nicht früher in ärztliche Behandlung begab, nicht jedoch, weshalb er den Unfallhergang angeblich zunächst unvollständig schilderte. Im Gegenteil müsste ih
n
seine medizinische Fachkompetenz dazu angehalten haben, auch den St
urz auf die Hand zu schil
dern, dürfte
doch das
generelle
Risiko von potentiellen Komplikationen
bei an
fän
glich harmloser Symptomatik unter Medizinern notorisch sein und stellen
allfällige SL-Bandrupturen
zumindest im Fachbereich Handchirurgie
offenbar Basiswissen dar
(E. 3.14)
.
4.3
Einen Sturz beschrieb auch die Physiotherapeutin Scherer nicht (E. 3.16), sondern sprach
im Schreiben vom 16. Juli 2020 (E. 3.16)
lediglich vage von «unfall
be
dingten Schmerzen» im linken Handgelenk, über welche ihr der Beschwerdeführer anlässlich der physiotherapeutischen Behandlung 2018 berichtet habe.
Aufgrund welchen genauen Vor
gangs diese Schmerzen entstanden
seien
, sagt
sie
nicht, und ob sie «un
fallbedingt»
im Rechtssinn
waren, kö
nn
en
mangels entsprechender Fachkompetenz weder
sie
noch
der Beschwerdeführer beurteilen
.
Entsprechend kann aus dem Bericht der Physiotherapeutin für die hier inte
ressierenden Fragen wenig gewonnen werden. Er wurde zudem erst am 16. Juli 2020 ve
rfasst und fällt somit ebenfalls in die Kategorie von späteren Dar
stel
lungen mit reduzierter Beweiskraft (E. 1.2).
Dies gilt umso mehr für das erst am 25. November 2020 auf Veranlassung des Beschwerdeführers ergänzte Schreiben (E. 3.17),
in
welchem die Physiotherapeutin
im Übrigen
lediglich bestätigte, dass die SL-Bandruptur mit grosser Wahrscheinlichkeit
von einem Sturz auf die linke Hand herkomme. Dazu, ob und wie sich dieser am fraglichen Unfalltag vom 22. Januar 2018 zutrug,
machte
sie weiterhin keine verlässlichen Angaben.
Sie ist keine Ärztin
und
behandelte den Beschwerdeführer aufgrund ei
nes OSG-
Supinationstraumas
, wegen Handgelenksbeschwerden hingegen
nur
nebensäch
lich.
Daraus, dass es ihr fast zwei Jahre nach dem Unfallereignis auf wiederholte
Nachfrage
des Beschwerdeführers als plausibel erscheint, dass dieser sich damals mit der linken Hand aufzustützen versucht habe, lässt sich nichts zur Erstellung des vom Beschwerdeführer behaupteten Sachverhalt
s
ableiten.
4.4
Gleiches gilt für die Ausführungen von Prof.
Z._
(E. 3.10, E. 3.12, E. 3.14). Nichts gewonnen wäre damit, wenn tatsächlich eine grosse Mehrheit der SL-Bandrupturen erst spät diagnostiziert würden und im Alter des Beschwerdeführers in aller Regel unfallbedingt wären. Denn wie pract. med.
B._
zutreffend aus
führte, könnte mit der Logik dieses Argumentes jede diagnostizierte Veränderung einem beliebigen Unfall beziehungsweise einer beliebigen Traumatisierung des Handgelenks zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit zugewiesen werden (E. 3.13). Mit der Beschwerdegegnerin (E. 2.1) handelt es sich dabei um einen unzulässigen Zirkelschluss, mit dessen Hilfe sich kein traumatisches Ereignis und schon gar nicht ein genauer Zeitpunkt desselben erstellen lässt.
4.5
Nach dem Gesagten kann nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt werden, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Ereig
nisses vom 22. Januar 2018 stürzte und sich dabei mit der Hand abstützte (E. 1.2).
4.6
Entsprechend erübrigen sich
grundsätzlich
weitere Ausführungen zur Unfallkau
salität und den entsprechend anwendbaren Beweisre
geln (vgl. E. 2.1
-3). Zwar handelt es sich bei der SL-Bandläsion mit dem Beschwerdeführer (E. 2.1) um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. g UVG.
Fehlt es jedoch bereits an einem Unfallereignis, erübrigen sich Weiterungen dazu.
4.7
Die Beschwerdegegnerin hat demnach ihre Leistungspflicht für die Hand
ge
lenks
beschwerden links zu Recht verneint.
Entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers (vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
27) lässt sich aus dem Umstand, dass
d
ie Be
schwerdegegnerin
zunächst eine Leistungspflicht für die Handgelenksbe
schwer
den anerkannte, nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn sie ist befugt, bereits erbrachte Leistungen
ohne Berufung auf einen Wiedererwägungs- oder Revi
sions
grund mit dem Argument, dass bei richtiger Betrachtung kein versichertes Ereignis vorliege, «e
x nunc et pro futuro» einzustellen
(BGE 130 V 380 E. 2.3.1).
Der angefochtene Einspracheentscheid
erweist sich
somit
als
rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.