# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c30d0ba4-b5ad-40ee-bb55-848d3a506cb2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1
.
X._
, geboren
1956, Mutter eines Sohnes (Jahrgang 1983) und einer Tochter (Jahrgang 1991), arbeitet seit 1987 bei der
Y._
als Werkstattmitarbeiterin und Reinigungsfachfrau (
Urk.
7/5).
Am 6. August 2009
meldete
sie
sich wegen Depressionen und Burnout bei der Invalidenversiche
rung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürichs, IV-Stelle, holte Arztberichte (
Urk.
7/9,
Urk.
7/14,
Urk.
7/35
), eine
n
Ar
bei
tgeberbericht
(
Urk.
7/5) und
einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (
IK-Auszug;
Urk.
7/7) ein
,
zog
Akten
de
s
Krankentag
geldver
siche
r
ers
(
Urk.
7/2) bei
,
holte ein Gutachten ein
, das am 28. Mai 2010 erstattet wurde
(
Urk.
7/23)
,
und führte eine Haushaltsabklärung (
Urk.
7/40) durch.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/44,
Urk.
7/46
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Mai 2012 (
Urk.
7/48 =
Urk.
2) einen
Renten
a
nspruch der Versicherten
.
2.
Gegen die Verfügung vom 9. Mai 2012 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 11. Juni
2012 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Antrag
, die
se
sei
au
f
zuheben
und die
Be
schwer
degegnerin
sei zu verpflichten, ihr eine Rente auszurichten (S.
2 oben
Ziff.
1)
;
e
ventuell
sei
die Verfügung aufzuheben und die Sache
zu
rückzu
weisen
(S.
2
oben
Ziff.
2
). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2012 (
Urk.
5) bean
trag
te
die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
. Mit Schreiben vom 13. No
vem
ber 2012 (
Urk.
11) erklärte sic
h die Beschwerdeführerin mit der von der
Be
schwerdegegnerin
sinngemäss beantragten
Zusprache
einer
Viertelsrente
nicht ein
verstanden
u
nd reichte
einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
12). Dies
er
wurde
der Beschwerdegegnerin am 19. November 2012 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bundesge
set
zes über
die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2
ATSG).
1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im
Be
trieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die In
validität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
ent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprech
end der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; ge
mischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haus
halt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die
Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
benbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Ge
samt
invalidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewich
teten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003
S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bun
desgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Be
hinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit
von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im
Gesund
heitsfall
betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung
des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren
kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es
um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Be
ur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E.
5.3).
Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die
fach
medizinischen
Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre g
e
wohn
ten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stel
lung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushaltsab
klä
rung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Aus
mass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschrän
kungen zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts 9C_631//2009 vom 2. Dezember 2009 E.
5.1.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der
angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus,
die Beschwerdeführerin sei im Gesundheitsfall zu 80
%
im Erwerbsbereich und
zu 20
%
im Haushalt tätig (S. 2 oben).
Aus medizinischer Sich
t
sei ihr eine angepasste Tätigkeit zu 60
%
zumutbar, und im Haushalt sei sie zu 29
%
ein
ge
schränkt, womit ein Invaliditätsgrad von 32
%
resultiere (S. 2 Mitte).
In der Beschwerdeantwort räumte die Beschwerdegegnerin sodann ein, gestützt auf aktuellere Angaben der Arbeitgeberin sei von einem höheren
Validenein
kom
me
n
auszugehen; gleichzeitig postulierte sie ein höheres
Invalidenein
kommen
als
das
i
n der angefochtenen Verfügung eingesetzt
e
(
Urk.
5 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte sich beschwerdeweise
(
Urk.
1
)
– aus näher ge
nannten Gründen – gegen das Gutachten vom
28. Mai 2010
(S. 4 f.
Ziff.
3)
und
äusserte s
ich im Hinblick auf den Invalid
itätsgrad zum Validen- wie zum
Inva
lideneinkommen
(S. 6
f.
Ziff.
5).
2.3
Die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation als zu 80 % im Erwerbsbereich und
zu 20 % im Haushaltsbereich Tätige ergibt sich aus den Akten (Urk. 7/40 S.
3 f.; vgl. auch Urk. 7/1 S. 5 und Urk. 7/5 S. 2) und wurde von der Be
schwer
deführerin nicht bestritten (vgl. Urk. 1), weshalb darauf abzustellen ist.
Strittig und zu prüfen ist damit
,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin verhält und ob
diesbezüglich
auf das Gutachten abzustellen ist
. Strittig ist weiter die Berechnung des Invaliditätsgrades.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nannte
im Zwischenbericht vom 2
2.
Mai 2009 zuhanden de
s
Krankentaggeldversiche
r
ers
(
Urk.
7/2/7-9)
folgende Diagnosen (
Ziff.
1):
abhängige Persönlichkeitsstörung
(
F60.7
)
atypische Anorexia
n
ervosa
(
F50.1
)
mit aktuellem Body Mass
Index (BMI)
von 16.75
Angst- und depressive Störung gemischt
(
F41.2
)
Sie führt
e
aus,
dass
momentan das Gewicht das Hauptproblem
sei
. Die Beschwe
r
de
führerin
habe wiederum 1 kg verlo
ren und w
iege
nur noch 43 kg. Das zweite vorherrschende Symptom sei die massive innere Anspannung und Nervosität.
Die Beschwerdeführerin möchte unbedingt viel arbeiten und erkenn
e ihre Gren
zen überhaupt nicht (S. 1
Ziff.
2). Die Beschwerdeführerin arbeite im Moment an zwei Vormittagen jeweils zwei bis drei Stunden. Sie sei auch wäh
rend dieser kurzen Anwesenheitsdauer nicht voll leistungsfähig (S. 2
Ziff.
7).
3.2
Dr
.
Z._
nannte in ihrem Bericht vom 1
2.
Oktober 2009 (
Urk.
7/9
/1-4
und
Urk.
7/9/5-7
)
die gleichen
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
hig
k
eit
,
und als Diagnose ohne Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit eine
An
passungsstörung
nach Trennung (
Ziff.
1.1).
Sie
führte aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit 7. Januar 2009 (
Ziff.
1.2).
Die Beschwerdeführerin habe immer sehr viel gearbeitet. Wenn es wenig Geld ge
geben h
abe
, sei das für sie ein Zeichen gewesen, dass sie sich noch mehr ein
set
zen müsse. Nach der Trennung von ihrem Mann sei sie so ner
vös und ange
spannt
gewesen, dass sie sich nicht mehr habe auf die Arbeit kon
zentrieren können.
Sie sei am 11. Dezember 2008 erstmals in Behandlung ge
kommen
,
und
Dr.
Z._
habe sie zu 100
%
krankgeschrieben (S. 1 unten)
.
Seit dem 1. März 2009
habe
die Beschwerdeführerin
sukzessive
immer mehr arbeiten
können
. Sie arbeite momentan an 4 Halbtagen jeweils 3-4 Stun
den. Dies entspreche etwa 60
%
ihres ursprünglichen Pensums
(S. 2 unten).
Ab 1. November 2009
könne ein
Versuch mit einer Arbeitsunfähigkeit von 20
%
unternommen werden
(
Ziff.
1.6).
3.3
I
n ihrem Bericht vom 29. März 2010 (
Urk.
7/14
/5-7
)
nannte
Dr.
Z._
fol
gende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1)
:
a
bhängige Persönlichkeitsstörung
(
F60.7
)
a
typische Ess
s
törung
(
F50
)
Angst- und depressive Störung gemischt
(
F41
.2)
g
eneralisierte Angststörung
(
F41
)
neu:
Kieferinfekt (Osteomyelitis kann nicht ausgeschlossen werden)
Sie führte aus, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich sei
t
ihrem
Bericht vom 1
2.
Oktober 2009 (vgl. vorstehend
Erw
. 3.2)
deutlich ver
schlechtert
, d
ies bedingt durch die Fluktuation der Grunderkrankung (
Persön
lich
keitsstörung
) und de
n
neu aufgetretene
n
Kieferinfekt.
Die Beschwerdeführe
rin sei kaum in der Lage
,
sich mehr als ein bis zwei Stunden auf etwas zu kon
zentrieren. Sie könne schlecht für sich sorgen
(S. 1)
.
Die Beschwerdeführerin leide an einer schwersten Persönlichkeitsstörung, wel
che
sie in allen Lebensbereichen behinder
e
. Die Arbeitsfähigkeit betrage im Moment 0
%
. Dies werde für die nächsten Monate so bleiben und sie erachte es als un
möglich, dass die Beschwerdeführerin je wieder volle 100
%
erwerbsfähig sein werde und für ihren Lebensunterhal
t selber aufkommen könne (S. 2 M
itte).
3.4
Am 28. Mai 2010 erstattete
Dr.
med
.
A._
,
FMH Psychiatrie
und Psy
chotherapie
,
ein
versicherung
spsychiatrische
s
Gutachten
z
uhanden der
Be
schwer
degegnerin
(
Urk.
7/23)
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (
S. 13
Ziff.
5.3
a
):
Erschöpfungszust
and
/mittelschwere Depression
ICD10
F32.1 seit Dezember 2008
mit Antriebsstörung,
instabil
-depressiver Stimmung, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, relativem Freudverlust, Suizidalität
auf
der Basis einer
depen
denten
/ängstlich-vermeidenden Persönlich
keit(-
s
störung
)
(
F60.6/
F
60.7
)
bei
Traumatisierung in der Kindheit
(
Z61
)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
eine
Höhen
angst
, eine
atypische Anorexie
und eine
Panikstörung
(S. 13 Ziff. 5.3b)
.
Er führte weiter aus, dass psychiatrisch ein Beschwerdebild mit verschiedenen Kom
ponenten, wie Erschöpfung/Depression, Angststörung (Panikatta
c
ken bzw.
ge
neralisierte Ängste),
dependente
/ängstlich-
vermei
den
d
e Persönlichkeit, Ano
rexie etc.
,
vorliege.
Im Kern
bestehe keine diagnostische Disk
repanz zur Ei
n
schät
zung der behandelnden Psychiaterin (S
.
1
4
Ziff.
6.4).
Mittelfristig sei je nach Verlauf ein volles Arbeitspensum möglich. In der ange
stammten Tätigkeit als Werkstattmitarbeiterin bet
rage die Arbeitsfähigkeit auf
grund der Ermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten und Angst 0
%
. Für
eine
reine Haushaltstätigkeit wie auch für
eine auswärtige adaptierte Tätigkeit als Haushaltshilfe
sei ein tägliches Pensum von 5 Stunden zumutbar
, sofern sie die
ses auf 3 Stunden vormittags und 2 Stunden nachmittags/abends verteilen könne
(S. 15
Ziff.
6.5)
.
3.5
Dr.
med
.
B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und
Facharzt für Neurologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD)
,
führte in seiner Stellung
nahme vom 4. Juni 2010 (
Urk.
7/43
/5-6
) aus, das Gutachten sei um
fassend und die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Werkstattm
it
arbeiterin 100
%
arbeitsunfähig
. In einer angepassten Tätigkeit sei ein Arbeitspensum von 5
Stunden pro Tag zumutbar.
3.6
Mit Schreiben vom 21. September 2010 (
Urk.
7/28)
verlangte
Dr.
Z._
bei
der Beschwerdegegnerin Akteneinsicht.
Mit
Schreiben vom 13. Januar 2011 (
Urk.
7/32) teilte sie mit, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit Herbst 2010 massiv verschlechtert.
Es sei ihr nicht möglich, die am 28.
Ja
nuar 2010 vorgesehene Haushaltsabklärung durchzustehen.
Die Situa
tion sei
dekompensiert
und es bestehe eine akute Suizidalität. Der Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin habe sich seit der Begutachtung im Mai 2010 ver
schlechtert und sie sei vorüberge
hend auf eine Rente angewiesen
.
Sie (
Dr.
Z._
)
schlage deshalb eine neue aktuelle Beurteilung vor
(S. 1)
.
3.
7
Im Bericht vom 11. März 2011 (
Urk.
7/35
/5-6
)
nannte
Dr.
Z._
als Diagnose eine schwere Persönlichkeitsstörung mit einer massiven Ich-Schw
äche (S.
2
Mitte
). Sie führte weiter aus
,
seit dem Frühjahr 2010 habe sie die Be
schwerdeführerin mehrmals krankschreiben oder für Abklärungen an somati
sche
Kollegen verweisen müssen (S. 1
Mitte
). Sie erbringe eine Leistung von
zirka
10
%
bei einer Anwesenheit von 30-
50
%
.
Die Firma sei sehr flexibel: s
o
fern es der Beschwerdeführerin gut gehe, könne sie in der Montage arbeiten und wenn es ihr schlecht gehe, können sie im Haushalt arbeiten (S. 2 oben).
3.8
I
n ihrem Schreiben vom 28. Oktober 2012 (
Urk.
12)
führte
Dr.
Z._
aus,
das Pensum der Beschwerdeführerin habe
zwischen November 2010 bis März
2011
auf 4
mal 3 Stunden, insgesamt 1
2 Stunden pro Woche
,
gesteigert werden,
aber nicht über längere Zeit hinaus aufrechterhalten werden können.
Bei gena
uer
Durchsicht der Akten falle auf,
dass
sich der Schweregrad der depressiven Epi
soden
ab Ende Januar 2011
von mittelgradig zu
schwergradigen
Episoden
zu
ver
änder
n begonnen
habe
(S. 1
unten
).
Neu er
gebe
sich eine
rezidivierende schwere Depression mit psychoti
schem Syndrom
(
F33.31
). D
ifferentialdiagnostisch (DD)
komme eine
schwere Persönlichkeitsstörung mit Impulskontrollstörung,
Selbst
schä
digung
und Über
gang in psychotisches Erleben
in Frage (S. 2 Mitte).
Zwei Jahre nach der Untersuchung beim Gutachter sei es nicht gelungen, eine Sta
bilisierung zu erreichen. Die Patientin sei zum Teil gefährlich untergewich
tig, leide unter
Amenorrhoe
und Osteoporose. Die Erfahrung habe gezeigt, dass mit
höheren Dosen Antidepressiva die Depressionen stabilisiert werden könn
e
. We
gen
deutlichen kognitiven Problemen (Gedächtnis, Auffassung, Dinge ein
ordnen
können)
müsse
der Beschwerdeführerin
immer wieder erklä
rt werden
, wann sie welche Medikamente nehmen
müsse, weil sie dies wieder vergesse oder Dinge
verwechs
l
e
. Kleinste Belastungen aus dem Umfeld könn
t
e
n
trotz op
timaler Medi
kation wieder schwere depressive Episoden auslösen, die Beschwer
deführerin sei nicht belastbar (S. 3 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei optimal behandelt und
unterstützt worden, damit sie möglichst wieder ins Arbeitsleben einsteigen könne,
was sie selber auch als Ziel habe, da sie auf keinen Fall von jemanden abhängig sein möchte und sie die Arbeit brauche, um sich wertvoll zu fühlen. Leider habe
der Schweregrad der Krankheit deutlich zugenommen und das Arbeitspensum über 12 Stunden pro Woche sei wirklich nie gelungen. Sie versuche
,
trotz schlech
ter werdender psychischer Gesundheit weiterhin an die Arbeit zu gehen. Ab Mitte August 2012 seien regelmässig Panikattacken aufge
treten und sie s
ei
un
fähig gewesen
,
mit dem Auto an den Arbeitsplatz zu fah
ren. Auch in Be
gleitung ihrer Tochter sei es ihr nicht mehr möglich gewesen
,
das Gebäude zur Arbeit zu betreten. Sie habe der Beschwerdeführerin ab dem 28. August 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestieren müssen (S. 3 unten).
3.9
Im Bericht
zur Haushaltsabklärung
vom 13. Februar 2012 (
Urk.
7/40)
wurde
fest
gehalten, dass
ohne
gesundheitliche
Beeinträchtigung bei der Be
schwerdefüh
rerin
eine Erwerbstätigkeit von 80
%
und
eine
Haushaltstätigkeit von 20
%
bestehen
würde (S.
4
Ziff.
2.5). Die Beschwerdegegnerin stellte im Aufgabenbereich „Er
näh
rung“ eine Einschränkung von 30
%
, im Aufgabenbe
reich „
Wohnungs
pflege
“
von 40
%
und im Aufgabenbereich „Verschiedenes“ von 70
%
fest
(S. 6 ff. Ziff. 6.2, 6.3 und 6.7)
. In
allen übrigen Aufgabenbereiche
n wurden
keine Einschrän
kungen
festgehalten (S. 6 ff.)
.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Berichte ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin seit Dezember 2008
an psychischen
und
körperlichen Be
schwerden leidet, welche sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Werkstattmitarbei
terin
zu 100
%
einschränken. Umstritten ist die Arbeitsfähigkeit in
einer adap
tierten Tätigkeit als Haushaltshilfe.
Die Beschwerdegegnerin stellte diesbezüglich auf das Gutachten vom 28. Mai 2010
und die Stellungnahme des RAD vom 4. Juni 2010 ab und ging von einer
Arbeitsfähigkeit von
5 Stunden pro Tag (davon 3 am Vor- und 2 am Nachmit
tag)
in angepasster Tätigkeit aus.
Demgegenüber
kam
Dr.
Z._
zum Schluss
,
dass die Beschwerdeführerin
nur noch
eine Leistung von 10
%
bei einer An
wesenheit von 30-50
%
erbringe
(vgl. vorstehend E
. 3.7)
.
4.2
Das Gutachten erweist sich für die streitigen Belan
ge als umfassend,
beruht auf den notwendigen Untersuchungen, berücksichtigt die von der Beschwerde
füh
rer
in geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
auseinander. Der Bericht wurde sodann in Kenntnis der
Vor
akten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind in nachvollziehbarer Weise begründet. Das Gutach
ten erfüllt die praxisgemässe
n Kriterien (vgl. vorstehend E
.
1.5
).
Der Einwand der Beschwerdeführerin,
der Gutachter habe die Arbeitsfähigkeit als Haushaltshilfe ohne Begründung
festgesetzt
,
geht fehl
.
Das vom Gutachter
genannte
täglich
e
Pensum
von 5 Stunden
mit 3 Stunden am
Vormittag
und 2 Stun
den am Nachmittag/Abend
ergibt sich aus der umfassenden Untersuchung
durch den Gutachter
und unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin diese
auf den ganzen Tag verteilen
könne
. In seinem
Gutachten hat er festge
halten, dass die Energie und die Stimmung bei der Beschwerdeführerin morgens besser
seien
(
Urk.
7/23 S. 13)
. Die Beschwerdeführerin kann dieses Pensum von 5 Stun
den auf den ganzen Tag verteilen und
muss
diese Stunden
nicht
an ei
nem Stück
leisten
.
Der Gutachter hat diese Arbeitsfähigkeit in Kenntnis
sämtli
cher
Vorak
ten
und unter Würdigung der Gesamtsituation festgestellt.
Die
von
Dr.
Z._
attestierten abweichenden Arbeitsunfähigkeiten r
eichen nicht aus, um aus
versicherungspsychiatrischer Sicht zu einer anderen Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit zu gelangen.
Auch der Bericht vom 28. O
ktober 2012 (vgl. vorstehend E
. 3.8)
bringt diesbezüglich
keine
neuen Erkenntnisse, son
dern schil
dert den Krankheitsverlauf der Beschwerdeführerin seit der Erstellung des Gut
ach
tens vom Mai 2010.
Bei der Beweiswürdigung ist
der
relevante
n
Verschiedenheit von
Behandlungs
auf
trag
und
B
egutach
tungsauftrag Rechnung zu tragen (
Urteil des Bundesge
richts
9C_842/2009
vom 17. November 2009 E. 2.2)
und d
ie auftragsrechtliche Vertrauensstellung von
Dr.
Z._
rechtfertigt
eine gewisse Zurück
haltung bei der Würdigung ihrer Beurteilung
en
(BGE 125 V 35
1
E. 3b/cc), da sie sich
offensichtlich
sehr um die Beschwerdeführerin kümmert, was
auch im G
ut
achten festgehalten
wurde. Solches ist achtenswert, beeinträchtigt aber die Ver
wertbarkeit der entsprechenden ärztlichen Beurteilung.
Der
Einwand der Beschwerdeführerin, der Gutachter widers
preche dem
Haus
halt
s
bericht
, wonach sie
im Bereich der Raumpflege im eigenen Haushalt (
Haus
haltsbereich
) zu 40
%
eingeschränkt
sei, weshalb
sie in der angestammten
E
r
werbs
t
ä
tigkeit
(
im Haushalt des Arbeitgebers
)
zu mehr als 40
%
eingeschränkt
sein müsse
(
Urk.
1 S. 5)
,
kann nicht gefolgt werden.
Die erwerbliche Tätigkeit der
Beschwerdeführerin ist weitgehend mit der Betätigung im eigenen Haushalt ver
gleichbar. Es geht
jedoch
nicht an, einen einzelnen Aspekt dieser Tätigkei
ten herauszugreifen und mit der Tätigkeit als Ganzes gleichzusetzen
,
wie dies die Beschwerdeführerin mit Bezugnahme im Bereich Wohnungspflege vorschlägt.
W
enn
, dann
sind
die Einschränkung im Aufgabenbereich insgesamt und die Ein
schränkung im inhaltlich analogen Erwerbsbereich andererseits
zu vergleichen;
da im Aufgabenbereich im Unterschied zum Erwerbsbereich ein
schadenmin
dern
der
Beitrag der Familie berücksichtigt wird,
dürfte die entsprechende Einschrän
kung tatsächlich geringer ausfallen
(vgl. E
. 5.6)
.
4.3
Zusammenfassend kann auf das Gutachten vom 28. Mai 2010 abgestellt wer
den,
und der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass von einer Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tätigkeit
als
Werkstattmit
arbeiterin
und für
eine reine auswärtige adaptierte Tätigkeit als Haushaltshilfe
von
ein
em
tägliche
n
Pensum von 5 Stunden
, was einer Arbeitsfähigkeit von
rund
60
%
entspricht, auszugehen ist.
5.
5.1
S
trittig und zu prüfen ist
die Berechnung des Validen- und
Invalideneinkom
mens
.
Die Beschwerdegegnerin stellte
in ihrer Verfügung
für das
Valideneinkommen
a
uf die Angaben
der Arbeitgeberin
ab
, unter Berücksichtigung der
Nominalloh
nentwicklung
seit 200
8
. Für das Invalideneinkommen stellte sie auf den
Tabel
lenlohn
(TA 1,
Ziff.
90-93)
mit
Anforderungsniveau
4 ab, wa
s sie dann mit der Beschwerdeantwort auf das Anforderungsniveau 3 korrigiert
e
.
Die Beschwerdeführerin
macht
e
geltend
,
betreffend
Valideneinkommen
sei auf
die
Lohnangabe
im
Jahr 2009
ab
zu
stellen, mithin den
Jahreslohn von
Fr.
41‘535.--
bei
einem Pensum von 50 %, s
ie erfülle mit ihren Ausbildungen
das
Anfor
de
rungs
ni
veau
3 und nicht
,
wie von der Beschwerdegegnerin ange
nommen
,
An
for
de
rungsniv
e
au
4
(Urk. 1 S. 5)
.
5.
2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen). .
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gege
ben
heiten im Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 20
10
abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdegegnerin e
rmittelte
das
Valideneinkommen
gestützt
auf das
beim
Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2008
erzielte Einkommen
. Diese
s
be
trug
Fr.
3
‘
100
.--
pro Monat für ein Pensum von 50
%
, d
ies entspricht einem
Jah
res
lohn
von
Fr.
40‘300.
--
(
Fr.
3100.
--
x 13
)
. Die Beschwerdeführerin kann ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein Pensum von 80
%
bewältigen
, was einem Jahreslohn von
Fr.
64‘480
.
--
(
Fr.
40‘300.
-- :
50
x
80)
entspricht
. Unter der
Be
rücksichtigung der
Nominallohnentwicklung
bis 2010
von 1.9
%
und 1.0
%
(Die Volkswirtschaft
06-2012
,
S. 95,
Tabelle B10.
2
,
lit
.
M
,N,O
)
ergibt dies
ein hypo
thetisches
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
6
6‘362
.
-- (
Fr.
64‘480
.
--
x 1.019 x 1.
01).
Die Beschwerdeführerin hat per 1. Januar 2009 eine Lohnerhöhung von
Fr.
95
.--
e
rhalten
, womit das
monatliche
Einkommen
für 50
%
Fr.
3
‘
195.
-- betrug;
dies ent
spricht eine
m
Jahreslohn von
Fr.
41‘535.
--. Für e
in Pensum von 80
%
ergibt dies ein
en
Jahreslohn von
Fr.
66‘456.--. Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohn
entwicklung
b
is 2010
von 1
%
(Die Volkswirtschaft
06-2012,
S. 95,
Tabelle B10.2,
lit
.
M
,N,O
)
ergibt dies ein hypothetisches Einkommen von
Fr.
67‘121.-- (
Fr.
66‘456.--
x 1.01
)
Angesichts des relativ geringfügigen U
nterschied
s
der beiden Beträge rechtfer
tigt
es sich, als
Valideneinkommen
den leicht höheren Betrag, mithin
Fr.
67‘121
.-- einzusetzen.
5.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werb
lichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herange
zo
gen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei
jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der An
wen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit
20
08
von 41,
6
Stunden (Die Volkswirtschaft
10-2009 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Die Be
schwerdeführerin absolvierte eine dreijährige Detailhandelslehre und eine Lehre als technische Zeichnerin. Sie hat seit 1987 vorwiegend als
Werkstattmit
arbeiterin
und Reinigungsfachfrau gearbeitet.
Vor diesem Hintergrund
ist nicht nachzuvollziehen, warum die Beschwerdegegnerin
, um Berufs- und Fachkennt
nisse der Beschwerdeführerin (Niveau 3) zu berücksichtigen,
den Wirtschafts
zweig „sonstige öffentliche und persönliche
Dienstleistungen“ gewählt hat
(
LSE 2008, TA 1
Ziff.
90-93). Aufgrund des
Tätig
keitsprofils
der Beschwerdeführerin,
welche vorwiegend als Raumpflegerin im privaten Haushalt des Arbeitgebers tätig ist, erweist sich der Wirtschaftszweig „Gastgewerbe/Beherbergung und Gas
tronomie“
(LSE 2010, TA 1, Ziff. 55-56) als passender
.
Der Zentralwert
der im Jahr 2010 von Frauen
im betreffenden Wirtschaftszweig mit Berufs- und Fachkenntnissen
erzielbaren Einkommen betrug
Fr.
4
‘
044
.-- pro Monat
. Auf ein Jahr umgerechnet und a
ngepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 42.3 Stunden (Die
Volkswirtschaft
06-2012, S. 94, Tabelle B 9.2
,
lit
. I
)
und
dem der Qualifikation entsprechenden
Arbeitspen
sum
von 60
%
ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von gerun
det
Fr.
30‘791
.-- (
Fr.
4
‘044
.
--
x
12
:
40 x 42.3 x 0.6).
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnitt
liche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Na
tionalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimm
ung
der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu be
grenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.5
Der Abzug vom Tabellenlohn soll, wie dargelegt (vgl. vorstehend E. 5.4), im kon
kreten Fall anzunehmenden lohnmindernden Umständen Rechnung tra
gen.
Der
von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug von 10
%
trägt
der gesundheitlichen Einschränkung
angemessen
Rechnu
ng und ist nicht zu be
anstanden.
Unter Berücksichtigung eines Abzuges von 10
%
ergibt sich ein
Invaliden
ein
kommen
in der Höhe von rund
Fr.
27‘712.-- (
Fr.
30‘791
.--
x 0.9).
Der Ver
gleich
des
Valideneinkommens
von
Fr.
67‘121
.
--
(vgl. vorstehend
Erw
.
5.2
)
mit dem hy
po
thetischen Invalideneinkommen von
Fr.
27‘712
.
--
ergibt eine
Ein
kommens
einbusse
von
Fr.
39‘409
.
--
und damit eine Einschränkung von
58.71
%
.
5.6
Ausgehend von der Qualifikation von 80
%
Erwerb
stätigkeit
und 20
%
Haus
halt
s
tätigkeit
ergibt sich für den Erwerbsbereich eine Einschränkung von
46.97
%
(
58.71
x 0.8)
. Für die Einschränkung im Haushaltsbereich ist auf den
Haushalt
ab
klärungsbericht
vom 13. Februar 2012 (Urk. 7/40) abzustellen, welcher den Bundes
gericht
lichen Anforderungen genügt (vgl. E. 1.4) und zudem nicht be
stritten wurde (Urk. 1)
.
Im
Haushaltsbereich
besteht demnach
eine
gewichtete
Ein
schränkung von 5.8
%
(29
%
x 0.2).
Damit
resultiert
ein Invaliditätsgrad von rund
53
%
(
46.97
%
+ 5.8
%
=
52.8
%
)
, was einen Anspruch
auf eine halbe
Rente (vgl. vor
stehend
Erw
. 1.3)
ergibt
.
5.7
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens sechs Monate
nach erfolgter Anmeldung, wobei die Rente vom Beginn des Monats an aus
be
zahlt
wird, in welchem der Anspruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 IVG). Die An
meldung der Beschwerdeführerin datiert vom 6. August 2009 (Urk. 7/1), womit der Rentenanspruch ab 6. Februar 2010 entstand, zahlbar ab 1. Februar 2010.
Ausweislich der ärztlichen Beurteilungen (vorstehend E. 3.4) war die Beschwer
de
führerin in diesem Zeitpunkt während 12 Monaten durchschnittlich zu 50 % oder mehr arbeitsunfähig gewesen, so dass auch die Anspruchsvoraussetzung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG erfüllt war.
Somit hat die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2010 Anspruch auf eine halbe Rente.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung der ange
foch
te
nen Verfügung mit der Feststellung des genannten Rentenanspruchs.
6.
6.1
Abweichend von Art 61
lit
. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die Be
willi
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
20
0.
--
bis
Fr.
1'000.-- festgelegt (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten sind
ermessens
weise
auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang
der
Be
schwer
degegnerin
aufzuerlegen.
6.
2
Der obsiegenden Beschwerdeführerin steht
gemäss dem Ausgang des Verfahrens
eine Parteientschädigung
zu
, die
beim
praxisgemäss
en
Stunden
ansatz
von
Fr.
200.
--
(
zuzüglich
MW
St
) auf
Fr.
2
‘
200
.--
(inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer)
festzusetzen und von der
Beschwerde
gegnerin
zu bezahlen ist.