# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 44e41a95-8592-4736-8731-67c68fb614c5
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A.Y., geb. 1980, von Bosnien und Herzegowina, reiste 2001 im Rahmen des
Familiennachzugs zu seiner niedergelassenen Ehefrau, B.Y., geb. 1979, von Bosnien
und Herzegowina, in die Schweiz ein. Die beiden gemeinsamen Kinder des Ehepaars,
E. (Jg. 2002) und F. (Jg. 2006), verfügen wie die Mutter über eine
Niederlassungsbewilligung. In den Jahren 2001 bis 2008 wurde A.Y. wie folgt zu
Bussen verurteilt: am 8. November 2001 und 23. Januar 2002 wegen einfacher
Verkehrsregelverletzung (act. G 5/4 I/17 und 19), am 22. September 2003 wegen
grober Verkehrsregelverletzung (act. G 5/4 I/417), am 10. Juli 2006 wegen mutwilliger
Belästigung (act. G 5/4 I/52), am 6. Dezember 2006 wegen Führens eines
Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem bzw. betriebssicherem Zustand und wiederholten
Missbrauchs von Kontrollschildern (Busse und bedingt aufgeschobene Gefängnisstrafe
von vier Wochen; act. G 5/4 I/59 f.), am 10. Dezember 2007 wegen einfacher und
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grober Verkehrsregelverletzung sowie Fahrens ohne Führerausweis (Busse und
bedingte Geldstrafe; act. G 5/4 I/79) und am 5. November 2008 wegen Führens eines
Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand sowie Lenkens desselben trotz
Führerausweisentzug (Geldstrafe, teilweise bedingt aufgeschoben; act. G 5/4 I/84-86).
Mit Verfügung vom 13. Januar 2009 verwarnte das Ausländeramt (heute:
Migrationsamt) des Kantons St. Gallen A.Y., da er mit seinem Verhalten in
strafrechtlicher und finanzieller Hinsicht (offener Schuldensaldo von Fr. 51‘268.70) zu
Klagen Anlass gegeben habe (act. G 5/4 I/94-97).
In der Folge ergaben sich weitere strafrechtliche Verurteilungen: am 13. Oktober 2010
wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren (Busse; act. G 5/4 I/151 f.), am 29. März
2012 wegen Beschäftigung von Personen ohne Bewilligung (act. G 5/4 I/293 f.) und
am 27. April 2012 wegen mehrfacher Verfügung über mit Beschlag belegte
Vermögenswerte und mehrfachen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung sowie
Ungehorsams im Betreibungsverfahren (Geldstrafe und Busse; act. G 5/4 I/296-298).
b. Nach einer Intervention wegen häuslicher Gewalt am 4. Juni 2012 verfügte die
Kantonspolizei gegen A.Y. eine Wegweisung und ein Rückkehrverbot in die
Familienwohnung wegen Tätlichkeiten und Drohung gegen seine Ehefrau. Die
Familienrichterin des Kreisgerichtes St. Gallen stellte im Entscheid vom 6. Juli 2012
fest, dass die Ehegatten seit 5. Juni 2012 getrennt lebten, wies die Wohnung der
Ehefrau zu und gab die beiden Kinder in die Obhut der Mutter. A.Y. räumte sie ein
Besuchsrecht ein und verpflichtete ihn zu Unterhaltszahlungen von monatlich Fr. 600.--
je Kind und von monatlich Fr. 1‘800.-- an seine Ehefrau (act. G 5/4 II/34-39). Mit
Verfügung vom 19. Februar 2013 verlängerte das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von A.Y. nicht mehr. Zur Begründung führte es an, sein
Verhalten habe in finanzieller (offene Verlustscheine von Fr. 133‘959.30, offene
Betreibungen von Fr. 31‘228.80) und strafrechtlicher Hinsicht zu schweren Klagen
Anlass gegeben. Dadurch habe er die Widerrufsgründe nach Art. 62 lit. c und d des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20; AuG) erfüllt. Das
öffentliche Interesse an der Fernhaltung überwiege sein privates Interesse, in der
Schweiz bleiben zu können. Ein Eingriff erweise sich auch unter dem Gesichtspunkt
von Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101; EMRK) zulässig (act. G 5/4 I/ 653-661). Den gegen diese Verfügung durch
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Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Schütz, Uster, am 7. März 2013 für A.Y. erhobenen
Rekurs (act. G 5/1) wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 19.
Oktober 2015 ab (act. G 2/1).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Schütz für A.Y. mit Eingabe vom 4.
November 2015 Beschwerde. Er beantragte Aufhebung des angefochtenen
Rekursentscheids und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
(Ziff. 1). Eventualiter sei die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu
verlängern (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Kantons St.
Gallen (Ziff. 3). Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen (act. G 1).
b. Mit Verfügung vom 24. November 2015 bewilligte der Verwaltungsgerichtspräsident
die unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (act. G 6).
c. In der Vernehmlassung vom 4. Dezember 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung

## Considerations

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 8).
d. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2015 forderte der Verwaltungsgerichtspräsident
den Beschwerdeführer auf, dem Gericht schriftlich über den aktuellen Stand des
Scheidungsverfahrens, sein Verhältnis zu den Kindern und seine Arbeitssituation zu
berichten (act. G 9). Mit Eingaben vom 10. und 19. Februar 2016 (einschliesslich
Beilagen) nahm der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hierzu Stellung (act. G 16 f.
und G 19 f.). Das Migrationsamt hatte am 6. Januar 2016 einen Strafbefehl des
Untersuchungsamtes St. Gallen betreffend den Beschwerdeführer vom 11. Dezember
2015 nachgereicht (act. G 10.2). Am 8. März 2016 reichte das Migrationsamt
Entscheide des Kreisgerichts St. Gallen vom 5./8. Mai 2014 und des Kantonsgerichts
vom 18. Februar 2016 ein (act. G 22.1 bis 22.3). Im Schreiben 9. März 2016 bestätigte
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, dass das gegen den Beschwerdeführer
eröffnete Strafverfahren wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten eingestellt
worden sei (act. G 23.1). Das Migrationsamt legte sodann am 31. März 2016 einen
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Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 9. März 2016 ins Recht (act. G
25.1).
e. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens sowie auf die von den Verfahrensbeteiligten eingereichten Akten wird,
soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Anfechtungsgegenstand ist der Rekursentscheid der Vorinstanz vom 19. Oktober 2015,
der zur Nichtverlängerung der bis 1. September 2012 gültigen (vgl. act. G 5/4 I/661)
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers ergangen ist. Mit Ablauf der
Gültigkeitsdauer ist die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers erloschen
(Art. 61 Abs. 1 lit. c AuG). Der Rechtsstreit betrifft mithin die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer 2C_1020/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.1;
2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Der Beschwerdeführer, der während der
Dauer des Verfahrens in der Schweiz anwesenheitsberechtigt bleibt (vgl. Art. 59 Abs. 2
der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE),
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 4. November 2015 erfüllt die gesetzlichen
Anforderungen in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
2.1. Nach Art. 141 Abs. 1 der schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) in
Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 VRP erfolgt die Zustellung eines
Entscheids durch Publikation im kantonalen Amtsblatt oder im Schweizerischen
Handelsamtsblatt, wenn der Aufenthaltsort der Adressatin oder des Adressaten
unbekannt ist und trotz zumutbarer Nachforschungen nicht ermittelt werden kann (Abs.
1 lit. a) oder eine Zustellung unmöglich ist oder mit ausserordentlichen Umtrieben
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verbunden wäre (Abs. 1 lit. b). Die Zustellung gilt am Tag der Publikation als erfolgt
(Abs. 2).
Der Beschwerdeführer rügt, wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren, eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs, weil ihm das Schreiben des Migrationsamtes vom 3. Januar
2013 betreffend Gehörsgewährung vor Verfügungserlass nicht gehörig zugestellt
worden sei (act. G 1 S. 4-8). Dieses Schreiben wurde mit A-Post an den damals nicht
vertretenen Beschwerdeführer an die G.-strasse 000a, X., versandt. Es kam mit dem
Vermerk „Empfänger konnte unter angegebener Adresse nicht ermittelt werden“ am 7.
Januar 2013 an das Migrationsamt zurück (act. G 5/4 I/628 f.). Gemäss Aktennotizen
vom 9. Januar 2013 erkundigte sich das Migrationsamt in der Folge beim
Einwohneramt X. sowie beim Untersuchungsamt X. nach der Adresse des
Beschwerdeführers. Beide Stellen nannten als Adresse K.-strasse 02, X. (act. G 5/4 I/
630, 639). Das erwähnte Schreiben vom 3. Januar 2013 ging hierauf mit A-Post an die
vorerwähnte Adresse (act. G 5/4 I/638). Auch diesmal kam es mit dem Vermerk
„Empfänger konnte unter angegebener Adresse nicht ermittelt werden“ an das
Migrationsamt zurück (act. G 5/4 I/640). Hierauf erfolgte eine Publikation der
Gehörseinräumung im Amtsblatt vom 28. Januar 2013 (act. G 5/4 I/651). Am 19.
Februar 2013 gab das Einwohneramt dem Migrationsamt bekannt, nach Mitteilung des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers wohne dieser nach wie vor in X.; Zustellungen
hätten ans Postfach 0003 in X. zu erfolgen (act. G 5/4 I/652).
2.2. Fest steht vorliegend, dass im Eheschutzverfahren die Wohnung an der G.-strasse
000a, X. der Ehefrau des Beschwerdeführers und den Kindern zugewiesen wurde
(Entscheid vom 6. Juli 2012; act. G 5/4 I/343) und das Einwohneramt X. sowohl am 20.
September 2012 als auch am 9. Januar 2013 als Wohnadresse des Beschwerdeführers
die K.-strasse 02 in X. mitgeteilt hatte (act. G 5/4 I/355 und 630). In den Schreiben der
Staatsanwaltschaft (Untersuchungsamt X.) vom 3. Oktober 2012 (act. G 5/4 I/363) und
vom 4. Dezember 2012 (act. G 5/4 I/598) wurde demgegenüber das Fehlen eines
festen Wohnsitzes des Beschwerdeführers bestätigt. Im Nachgang zum zweiten
Zustellungsversuch - und noch vor der Publikation im Amtsblatt vom 28. Januar 2013 -
erkundigte sich das Migrationsamt am 21. Januar 2013 zudem beim damaligen
Strafverteidiger und heutigen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und erhielt zur
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Antwort, dass er den Beschwerdeführer im ausländerrechtlichen Verfahren nicht
vertrete und keine Aufenthaltsadresse angeben wolle bzw. könne (act. G 5/4 I/641).
Mit der Vorinstanz ist bei dieser Aktenlage festzuhalten, dass das Migrationsamt die
zumutbaren Nachforschungen zur Ermittlung des Aufenthaltsorts des
Beschwerdeführers vorgenommen hatte. Der vom Beschwerdeführer angeführte
Umstand, dass das Untersuchungsamt X. das Migrationsamt betreffend eine ihm
bekanntgegebene Adresse in Q. („Restaurant Bar/Y. ...“; act. G 1 S. 5) hätte
informieren müssen, dies jedoch nicht getan habe (act. G 1 S. 5), kann nicht dem
Migrationsamt angelastet werden. Gleiches gilt auch für sein Vorbringen, das
Untersuchungsamt wie auch das Betreibungsamt X. hätten gewusst, dass er sich
zeitweise bei seiner Freundin in X. aufhalte (act. G 1 S. 6). Es wäre vielmehr am
Beschwerdeführer gewesen, dem Migrationsamt eine zutreffende Adresse von sich aus
zu melden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 6-8) hatte
das Migrationsamt keinen Anlass, die Freundin oder die Ehefrau des
Beschwerdeführers telefonisch nach der Adresse des Beschwerdeführers zu fragen
oder die Polizei um Zustellung des Schreibens vom 3. Januar 2013 zu ersuchen. Mit
der Publikation im Amtsblatt vom 28. Januar 2013 hat das Schreiben betreffend
Einräumung des rechtlichen Gehörs somit als zugestellt zu gelten. Eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs ist damit zu verneinen.
3. Nach Art. 33 Abs. 3 AuG kann eine Aufenthaltsbewilligung verlängert werden, wenn
keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG bestehen. Widerrufsgründe bilden unter
anderem erhebliche und wiederholte Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung (Art. 62 lit. c AuG) und die Nichteinhaltung der mit der ausländerrechtlichen
Verfügung verbundenen Bedingungen (Art. 62 lit. d AuG). Gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG wird gemäss Art. 80 Abs. 1
VZAE unter anderem dann verstossen, wenn gesetzliche Vorschriften und behördliche
Verfügungen missachtet (lit. a) oder öffentlich- oder privatrechtliche Verpflichtungen
mutwillig nicht erfüllt werden (lit. b). Von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG ist auszugehen, wenn konkrete
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit
erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE). Mutwilligkeit im erwähnten Sinn setzt ein
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absichtliches, böswilliges oder zumindest leichtfertiges Handeln voraus (Hunziker,
in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Rz. 37 zu Art. 62 AuG). Von Mutwilligkeit ist
nicht leichthin auszugehen, zumal ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung kein
taugliches schuldbetreibungsrechtliches Instrument zur Eintreibung bestehender
Schulden ist. Eine Wegweisung aus der Schweiz führt einerseits regelmässig dazu,
dass die Gläubiger faktisch keine reellen Aussichten auf Befriedigung ihrer
Forderungen mehr haben. Andererseits bringt ein weiterer Aufenthalt aber auch die
Gefahr mit sich, dass weitere uneinbringliche Schulden geäufnet werden (BGer
2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 3.3; BGer 2C_329/2009 vom 14. September
2009, E. 4.2.5). Ist der Ausländer hinsichtlich seiner Schulden bereits verwarnt worden,
ist ein Widerruf nur angebracht, wenn keine wesentliche Verbesserung eingetreten ist
und das vom Gesetz als unerwünscht bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde. Die
betreffende Person muss also trotz Androhung ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin
mutwillig Schulden gemacht haben. Allein aus einem Anstieg der Betreibungen kann
hingegen nicht ohne weiteres auf Mutwilligkeit geschlossen werden. Es kommt
vielmehr darauf an, welche Anstrengungen zur Sanierung zwischenzeitlich
unternommen worden sind (vgl. BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 3.4).
Nach Art. 43 AuG haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach Auflösung der
Ehe oder Familiengemeinschaft besteht dieser Anspruch weiter, wenn die
Voraussetzungen nach Art. 50 AuG gegeben sind. Soweit Widerrufsgründe im Sinn von
Art. 62 AuG vorliegen, erlöscht ein Anspruch aus Art. 50 AuG (Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG).
4.
4.1. Mit Verfügung vom 13. Januar 2009 hatte das Migrationsamt den
Beschwerdeführer verwarnt, da er mit seinem Verhalten in strafrechtlicher und
finanzieller Hinsicht (offener Schuldensaldo von Fr. 51‘268.70) zu Klagen Anlass
gegeben habe. Er wurde angehalten, sich künftig in jeder Hinsicht klaglos zu verhalten,
andernfalls er mit der Nichtverlängerung bzw. dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung
rechnen müsse (act. G 5/4 I/94-97). In der Folge leistete der Beschwerdeführer einem
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auf 13. Juli 2010 angesetzten Pfändungstermin keine Folge, missachtete Vorladungen
des Betreibungsamtes und gab dem Betreibungsamt keine Auskunft über seine
Einkommens- und Vermögensverhältnisse (act. G 5/4 I/152). Ende August 2010
bestanden offene Verlustscheine im Betrag von Fr. 73‘757.80 (act. G 5/4 I/123). Seinen
Verdienst als Bodenleger gab er dabei mit monatlich Fr. 6‘600.-- bzw. Fr. 6‘500.-- an
(act. G 5/4 I/105, 117). Seine Mitteilung vom Oktober 2010 an das Betreibungsamt,
monatlich je Fr. 1‘000.-- abzahlen zu wollen (act. G 5/4 I/157), erfüllte er lediglich
während vier Monaten. Der Pflicht, sein das betreibungsrechtliche Existenzminimum
übersteigendes Einkommen (vgl. act. G 5/4 I/232) dem Betreibungsamt abzuliefern,
kam er nicht nach; deshalb erfolgte auch eine Verurteilung (act. G 5/4 I/296-298). Im
Rahmen des Eheschutzverfahrens gab der Beschwerdeführer sein monatliches
Einkommen mit Fr. 6‘000.-- brutto an; der Aufforderung, dem Kreisgericht Unterlagen
über seine finanzielle Situation einzureichen, kam er nicht nach (act. G 5/4 I/345). Im
Rahmen einer polizeilichen Befragung bezifferte der Beschwerdeführer sein
Monatseinkommen auf Fr. 5‘000.-- (act. G 5/4 I/405). Im Juli bzw. Oktober 2012
beliefen sich die offenen Verlustscheine des Beschwerdeführers beim Betreibungsamt
X. auf Fr. 83‘477.95 (act. G 5/4 I/411) bzw. Fr. 133‘959.30 (act. G 5/4 I/456); beim
Betreibungsamt Uzwil bestanden im Oktober 2012 offene Verlustscheine von Fr.
13‘522.45). Seine Firma war im August 2012 in Konkurs gegangen (act. G 5/4 I/620).
Das Sozialamt X. übernahm in der Zeit vom 20. Juli 2007 bis 3. Oktober 2012
Verlustscheine betreffend Krankenkassenprämien, Selbstbehalte sowie
Betreibungskosten und Verzugszinsen im Betrag von Fr. 38‘475.-- (act. G 5/4 I/453).
Gemäss Berechnung des Betreibungsamtes X. vom 23. September 2013 lag die
pfändbare Quote des Beschwerdeführers bei Fr. 1‘753.-- monatlich (act. G 5/18/3).
Gemäss Auskunft des Betreibungsamtes X. vom Juni 2014 bestanden offene
Verlustscheine im Betrag von Fr. 123‘448.90 (act. G 5/18/5). Nachdem er im Februar
2014 von X. nach Neckertal umgezogen war, bestanden am neuen Wohnort im Juni
2014 Betreibungen im Betrag von Fr. 14‘656.05 (act. G 5/25/1). Im August 2014 gab
der Beschwerdeführer sein monatliches Einkommen mit Fr. 4‘600.-- an; hiervon gingen
nach seinen Angaben Fr. 3‘000.-- an das Betreibungsamt (act. G 5/29 Beilage S. 7).
Nach dem Konkurs der damaligen Arbeitgeberin im Februar 2015 (act. G 5/27 f.)
arbeitete der Beschwerdeführer seit 1. April 2015 in einem hälftigen Pensum mit einem
Nettolohn von Fr. 1‘914.-- pro Monat (act. G 5/34).
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Im Schreiben des Sozialamtes X. vom 13. Juli 2015 wurde die Bevorschussung der
Kinderunterhaltsbeiträge sowie einen Unterhaltsrückstand (Kinder- und nicht
bevorschusste Frauenalimente) per 31. Juli 2015 von insgesamt Fr. 110‘289.25
bestätigt und festgehalten, dass der Beschwerdeführer seit Beginn der
Alimentenbevorschussung im Juli 2012 noch nie Unterhaltsbeiträge geleistet habe (act.
G 5/35). Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamtes X. vom
13. Juli 2015 bestanden gegen ihn offene Verlustscheine im Betrag von Fr. 165‘401.--.
Auch im Jahr 2014 hatte er keine regelmässigen monatlichen Zahlungen an das
Betreibungsamt geleistet (act. G 5/37). Gemäss Auszug des Betreibungsamtes
Neckertal vom 10. Juli 2015 lagen gegen den Beschwerdeführer offene Verlustscheine
von Fr. 16‘331.75 und Betreibungen von Fr. 36‘791.45 vor (act. G 5/34).
4.2. Aufgrund der vorstehend geschilderten Aktenlage ist davon auszugehen, dass sich
die Verschuldungssituation des Beschwerdeführers im Verlauf der Jahre 2009 bis 2015
trotz entsprechender Verwarnung mit der Bedingung, seinen finanziellen
Verpflichtungen ordnungsgemäss nachzukommen (act. G 5/4 I/94-97), nicht
verbesserte und immer neue Betreibungen erfolgten. Im Zeitpunkt des Erlasses des
angefochtenen Entscheides und auch danach waren die finanziellen Verhältnisse des
Beschwerdeführers bzw. deren Sanierung insgesamt nicht geregelt.
Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid diesbezüglich zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer seine Verschuldung zumindest teilweise selbst verschuldet und
somit mutwillig gehandelt habe. Sein mehr als leichtsinniges Verhalten habe dazu
geführt, dass er mittlerweile nicht mehr in der Lage sei, sich aus seiner finanziellen
Misere zu befreien. Bei den wenigen geltend gemachten Abzahlungen sei keine
Konstanz ersichtlich; zudem würden diese mit Blick auf die vorhandenen Schulden
ohnehin nicht ins Gewicht fallen. Damit stehe fest, dass der Beschwerdeführer
regelmässig und unbelehrbar delinquiere, nicht bereit sei, seinen Mitwirkungs- und
Auskunftspflichten gegenüber Behörden nachzukommen sowie mutwillig und in
erheblichem Umfang seine öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Verpflichtungen
verletze. Damit habe er erheblich und wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung verstossen, weshalb der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. c AuG erfüllt sei. Im
Weiteren hielt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid fest, der Beschwerdeführer
habe sich seit der Verwarnung im Jahr 2009 nicht klaglos verhalten. Er sei verurteilt
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worden und sei seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Damit habe
er die mit der Bewilligung verbundenen Bedingungen nicht eingehalten und auch den
Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. d AuG erfüllt (act. G 2/1 S. 12 f.).
4.3. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, bei den von ihm zu vertretenden
strafrechtlich relevanten Verstössen handle es sich immer noch um Bagatellfälle, zumal
nicht Freiheitsstrafen von vier Monaten oder Geldstrafen von mehr als 120 Tagessätzen
oder gemeinnützige Arbeit von mehr als 480 Stunden auferlegt worden seien. Derartige
Verfehlungen würden nicht die Schwere erreichen, welche Art. 62 lit. c AuG
voraussetze. Die Berücksichtigung hängiger Strafverfahren im Zusammenhang mit dem
Widerruf sei unter dem Gesichtspunkt der Unschuldsvermutung unhaltbar, zumal im
hängigen Strafverfahren nebst dem Sachverhalt gemäss Strafbefehl vom 28. Juni 2012
auch die vorgeworfenen Tätlichkeiten, die unrechtmässige Aneignung, Beschimpfung,
Drohung sowie die SVG-Delikte bestritten seien. Anerkannt seien der Ungehorsam im
Betreibungsverfahren sowie Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung. Die
bestrittenen Sachverhalte würden auf einer Auseinandersetzung mit der Ehefrau im
Zuge der Trennung basieren; diesbezüglich seien Einstellungen zu erwarten. Die
offenen Betreibungen und Verlustscheine seien auf einen unfallbedingten Arbeitsausfall
vom 14. Februar 2008 bis 25. Oktober 2009 zurückzuführen gewesen. Die
Verschuldung sei somit nicht mutwillig entstanden, sondern sei vielmehr auf
unglückliche Umstände und auch eine zunehmend schwierige Wirtschaftslage
zurückzuführen gewesen. Am 7. August 2012 sei über die Gesellschaft des
Beschwerdeführers Z. GmbH der Konkurs eröffnet worden. Die Trennung von der
Ehefrau per 5. Juni 2012 und die damit einhergehenden zusätzlichen
Zahlungsverpflichtungen von Fr. 3‘000.-- hätten zwangsläufig zu weiterer Verschuldung
geführt. Seit der Haftentlassung Mitte September 2012 biete der Beschwerdeführer
seine Arbeitskraft als Unterakkordant an, sei damit aber noch nicht in der Lage, seinen
finanziellen Verpflichtungen umfassend nachkommen zu können. Er habe angesichts
dieser Verhältnisse die Widerrufsgründe von Art. 62 lit. c und d AuG nicht erfüllt (act. G
1 S. 9-16).
4.4.
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4.4.1. Eine Aussicht auf künftige Besserung der in E. 4.1 geschilderten finanziellen Lage
erscheint fraglich, zumal Bemühungen des Beschwerdeführers, sich aus der
Schuldenfalle z.B. im Rahmen von Abzahlungs- und Nachlassvereinbarungen mit
Gläubigern zu befreien, nicht konkret dokumentiert sind. In diesem Kontext bilden die
Zahlungsausstände einen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch
Nichterfüllen der öffentlich- und privatrechtlichen Verpflichtungen gemäss Art. 62 lit. c
AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. b resp. Abs. 2 VZAE. Die Verschuldung dürfte
dabei - wie die Vorinstanz zu Recht vermerkt - zumindest teilweise als vom
Beschwerdeführer selber (mutwillig) verursacht einzustufen sein, zumal sich
Unterhaltsrückstände und private Schulden in der zur Diskussion stehenden Höhe
offensichtlich nicht allein mit Hinweis des Beschwerdeführers auf seinen vom
14. Februar 2008 bis 25. Oktober 2009 unfallbedingten - taggeldgedeckten -
Arbeitsausfall (act. G 1 S. 12 f.; vgl. act. G 5/4 I/207-212) erklären lassen.
4.4.2. Hinzu kommen Verstösse gegen gesetzliche Vorschriften in den Jahren 2001 bis
2014 (vgl. vorne A.a [Sachverhalt] und Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli,
Kommentar Migrationsrecht, 3. Aufl., Zürich 2012, Rz. 7 zu Art. 62 AuG). Das
Kreisgericht St. Gallen sprach den Beschwerdeführer mit Entscheid vom 5./8. Mai 2014
zwar mehrheitlich von den angeklagten Delikten (u.a. mehrfache Tätlichkeiten) frei,
erklärte ihn jedoch in anderen Punkten (Drohung) für schuldig (act. G 22.3). Das diesen
Entscheid betreffende Berufungsverfahren vor Kantonsgericht wurde am 22. Juni 2015
mit Blick auf eine mögliche Einstellung des Verfahrens sistiert (act. G 2/8). In der
Stellungnahme vom 16. Februar 2016 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
mit, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers die von ihr im Berufungsverfahren
gestellten Strafanträge zurückgezogen und im Übrigen auch eine
Desinteresseerklärung abgegeben habe. Das gestellte Gesuch (um
Verfahrenseinstellung) habe sie nicht zurückgezogen, womit definitiv von einer
Verfahrenseinstellung auszugehen sei (act. G 16 S. 2). Mit Entscheid des
Kantonsgerichts vom 18. Februar 2016 wurde der Kreisgerichtsentscheid vom 5./8. Mai
2014 unter anderem hinsichtlich der Freisprüche und Schuldsprüche aufgehoben und
das Strafverfahren betreffend die Anklage der Drohung eingestellt. Der
Beschwerdeführer wurde von den Vorwürfen der Beschäftigung von Ausländern ohne
Bewilligung (Fall S.M.), der mehrfachen Widerhandlung gegen das AHVG, des Fahrens
ohne Kontrollschilder, des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, des mehrfachen
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Ungehorsams im Betreibungsverfahren, der missbräuchlichen Verwendung von
Kontrollschildern, des Überlassens eines Fahrzeugs in nicht betriebssicherem Zustand,
der mehrfachen Tätlichkeiten und des mehrfachen Verstosses gegen die Verfügung
über mit Beschlag belegte Vermögenswerte freigesprochen. Schuldig gesprochen
wurde er wegen mehrfacher Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung, des
Überlassens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, des Überlassens eines Fahrzeugs
ohne Fahrzeugausweis, des Fahrens trotz Entzug des Führerausweises, der
Unterlassung der Buchführung und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen
(Monate November und Dezember 2012 sowie Januar bis März und Juni bis August
2013). Er wurde zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 10.-- und zu einer Busse
von Fr. 400.-- verurteilt (act. G 20, G 22.2). Ein weiteres Strafverfahren wegen
Vernachlässigung der Unterhaltspflichten (act. G 5/35) wurde am 3. März 2016
eingestellt (act. G 23.2). Mit Strafbefehl vom 11. Dezember 2015 war dem
Beschwerdeführer wegen Förderung der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung (Einsatz
eines Hilfsarbeiters ohne Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung) eine Geldstrafe auferlegt
worden (act. G 10.2). Zum letztgenannten Strafbefehl führte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers in der Stellungnahme vom 10. Februar 2016 aus, dass hiergegen
Einsprache erhoben worden sei (act. G 16 S. 4). Im Strafbefehl vom 7. Juli 2015 hatte
sodann die Staatsanwaltschaft Bischofszell den Beschwerdeführer des Diebstahls (von
Zementsäcken) für schuldig erkannt (act. G 5/39 Beilage). Mit Entscheid vom 9. März
2016 betreffend Gültigkeit einer Einsprache wies das Obergericht des Kantons Thurgau
die vom Beschwerdeführer gegen einen - nicht bei den Akten des vorliegenden
Verfahrens liegenden - Entscheid des Bezirksgerichts Weinfelden vom 18./21. Januar
2016 erhobene Beschwerde ab (act. G 25.2).
Die wiederholte Straffälligkeit in den Jahren 2009 bis 2015 weist darauf hin, dass beim
Beschwerdeführer keine Bereitschaft besteht, sich in die geltende Rechtsordnung
einzufügen (vgl. BGE 137 II 303 f., E. 3.3; Hunziker, a.a.O., N 37 zu Art. 62 AuG, mit
Hinweisen; Zünd/Arquint/Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.],
Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 8.29). Der Beschwerdeführer anerkennt denn auch,
dass er sowohl in strafrechtlicher als auch in finanzieller Hinsicht die geltende Ordnung
- auch nach erfolgter Verwarnung - nicht erfüllt habe und im Weiteren der Privatkonkurs
sowie die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Anstellungsverhältnis der einzige Weg
sei, seinen Verpflichtungen wieder nachkommen zu können (act. G 1 S. 21 f.).
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Angesichts dieser Sachlage lässt es sich nicht beanstanden, dass die Vorinstanz das
Vorliegen der Widerrufsgründe nach Art. 62 lit. c und lit. d AuG bejahte.
5.
5.1. Rechtmässig ist die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung nur, wenn sie
sich nach der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig
erweist (BGE 135 II 381 E. 4.3). Zu berücksichtigen sind dabei die öffentlichen
Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie der Grad der Integration des
Betroffenen (Art. 96 Abs. 1 AuG), wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die
Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie
drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 135 II 381 E. 4.3; VerwGE B 2010/126
vom 24. August 2010, E. 2.4, B 2011/118 vom 11. August 2011, E. 2.3.1, sowie B
2012/95 vom 15. Oktober 2012, E. 5, www.gerichte.sg.ch). Wird in das durch Art. 8 Ziff.
1 EMRK geschützte Rechtsgut der Achtung des Privat- und Familienlebens
eingegriffen, ist auch eine Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK
vorzunehmen; diese entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG (VerwGE B 2013/247
vom 24. März 2015, E. 4.1 mit Hinweisen). Wenn die Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid feststellte, dass in Anbetracht der Nichterfüllung seiner finanziellen
Verpflichtungen und der Verurteilungen ein erhebliches öffentliches Interesse an der
Wegweisung des Beschwerdeführers bestehe (act. G 2/1 S. 14), so erscheint dies
angesichts der vorstehend (E. 4.2 und 4.5) geschilderten Verhältnisse begründet und
lässt sich demgemäss nicht beanstanden.
5.2.
5.2.1. Der Beschwerdeführer wuchs in Bosnien auf und verbrachte dort die ersten 20
Jahre seines Lebens. Seit 2001 hält er sich in der Schweiz auf. Trotz der langen
Aufenthaltsdauer hat er sich im schweizerischen Wirtschaftsleben nicht durchwegs
zurechtfinden können. Nach dem Konkurs der bisherigen Arbeitgeberin arbeitete der
Beschwerdeführer seit 1. April 2015 in einem hälftigen Teilpensum mit einem
monatlichen Nettolohn von Fr. 1‘914.-- (act. G 17 Beilagen 4 f.). Angesichts der in E. 4.
geschilderten Umständen geht die Vorinstanz (act. G 2/1 S. 14) zu Recht von einer
weder sozial noch beruflich gelungenen Integration aus (vgl. BGer 2C_723/2014 vom 6.
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August 2015, E. 2.1 am Schluss mit Hinweisen; vgl. auch den durch dieses Urteil
aufgehobenen VerwGE B 2013/86 vom 11. Juni 2014, www.gerichte.sg.ch). Mit den
Sitten und Gebräuchen sowie der Sprache des Ursprungslandes dürfte der
Beschwerdeführer anderseits nach wie vor vertraut sein, und allenfalls zwischenzeitlich
abgebrochene soziale Kontakte könnten wiederbelebt werden. An der Zumutbarkeit
einer Rückkehr ins Ursprungsland ändert auch der Umstand nichts, dass die Lebens-
und Arbeitsbedingungen dort gegenüber der Schweiz weniger günstig sind. Hingegen
kann das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens verletzt sein, wenn einem Ausländer, dessen Familienangehörige mit
gefestigtem Aufenthaltsrecht hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das
Familienleben vereitelt wird. Das geschützte Familienleben beschränkt sich in erster
Linie auf die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen
Kindern (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen).
5.2.2. Nachdem der Beschwerdeführer keine in der Schweiz gelebte partnerschaftliche
Beziehung anführt - er lebt seit Juni 2012 von seiner niedergelassenen Ehefrau
getrennt, und das Scheidungsbegehren war im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung
eingereicht (act. G 1 S. 8) -, stellt die Verweigerung der Bewilligungsverlängerung mit
Bezug auf seine Ehefrau auch keinen staatlichen Eingriff in das Recht auf Familienleben
bzw. keine Verletzung von Art. 8 EMRK dar. Die frühere Ehefrau des
Beschwerdeführers und die bei ihr wohnenden gemeinsamen Kinder verfügen über die
Niederlassungsbewilligung und damit über ein selbständiges Anwesenheitsrecht in der
Schweiz. Die 2002 und 2006 geborenen Söhne stehen nicht unter der elterlichen Obhut
des (sorgeberechtigten) Beschwerdeführers. Diese wurde der Mutter zugeteilt und dem
Beschwerdeführer ein Besuchsrecht eingeräumt (vgl. act. G 5/4 II/34-39). Nach
konstanter bundesgerichtlicher Praxis kann der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte
ausländische Elternteil den Kontakt zu seinem Kind von vornherein nur in
beschränktem Rahmen pflegen, nämlich durch die Ausübung des ihm eingeräumten
Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können, ist in der Regel keine dauernde
Anwesenheit im Gastland erforderlich. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf
Familienleben ist es grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen
von Kurzaufenthalten vom Ausland aus ausgeübt werden kann, wobei allenfalls die
Modalitäten des Besuchsrechts entsprechend auszugestalten sind. Ein weitergehender
Anspruch kann nur in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht
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eine besonders enge Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz
zum Herkunftsland der ausländischen Person praktisch nicht aufrechterhalten werden
könnte und deren bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass
gegeben hat (sog. "tadelloses Verhalten"; zum Ganzen BGE 139 I 315 E. 2.2 mit
Hinweisen).
5.2.3. Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Missachtung des Rechts
auf Anhörung der beiden Kinder, welches sich aus dem in der Schweiz direkt
anwendbaren Art. 12 Abs. 2 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die
Rechte der Kinder (Kinderrechtekonvention, SR 0.107; KRK) ableite (act. G 1 S. 24 f.).
Dazu ist festzuhalten, dass im ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahren kein
vorbehaltloser Anspruch auf persönliche Anhörung des Kindes besteht (vgl. BGer 2A.
423/2005 vom 25. Oktober 2005, E. 5, sowie Art. 47 Abs. 4 Satz 2 AuG: "...sofern dies
erforderlich ist."). Eine Anhörung kann auch auf schriftliche Weise stattfinden (BGer 2A.
759/2005 vom 31. Januar 2006, E. 2.2.2; BGer 2C_192/2011 vom 14. September 2011,
E. 3.3.2). Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hätte grundsätzlich im Rahmen
des rechtlichen Gehörs vor Verfügungserlass und wiederum im Rekursverfahren die
Möglichkeit gehabt, eine solche Anhörung der Söhne zu beantragen. Ein
entsprechender Antrag wurde jedoch nicht gestellt und auch keine allfällige schriftliche
Stellungnahme der Söhne eingereicht (vgl. act. G 13 I/125, 141, 204). Dies geschah erst
im Beschwerdeverfahren (act. G 17 2/1 f.). Die Erforderlichkeit einer zusätzlichen
persönlichen Anhörung kann vor diesem Hintergrund nicht als dargetan gelten.
5.2.4. Unbestritten blieb der aktenkundige Umstand, dass der Beschwerdeführer eine
(emotional) enge und positive Beziehung zu seinen Söhnen pflegt (act. G 1 S. 18 oben
sowie S. 22-25; G 16 S. 2, G 17 2/1 f. und G 19 S. 2). Unbestritten blieb in diesem
Zusammenhang auch, dass der Beschwerdeführer die Kosten der Kinderaufenthalte
bei ihm (jedes Wochenende) und weitere Leistungen an sie übernimmt (act. G 1 S. 23).
Durch die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des sorge-, aber nicht
obhutsberechtigten Beschwerdeführers wird seine im Rahmen des Besuchsrechts
tatsächlich gepflegte Beziehung zu seinen Söhnen und damit zu in der Schweiz
gefestigt anwesenheitsberechtigten Personen tangiert. Die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers kommt damit einem Grundrechtseingriff
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(Art. 8 EMRK; Art. 13 BV) gleich (BGer 2C_723/2014 a.a.O, E. 3.1 mit Hinweisen). Zu
prüfen ist, ob dieser Grundrechtseingriff gerechtfertigt ist (Art. 8 Ziff. 2 EMRK).
5.2.5. Der Beschwerdeführer hielt sich zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids
seit 14 Jahren in der Schweiz auf. Unstrittig ist, dass er zum Zeitpunkt des
angefochtenen Urteils und auch danach eine enge Beziehung zu den Söhnen pflegte
und sein Besuchsrecht mindestens im gerichtsüblichen Umfang kontinuierlich und
reibungslos ausübte. Im Jahr 2015 lagen wie dargelegt (E. 4.1) hohe
Unterhaltsrückstände und hohe private Schulden vor. Bei den in den Jahren 2001 bis
2015 begangenen Delikten - drei einfache Verkehrsregelverletzungen, zwei grobe
Verkehrsregelverletzungen, widerrechtliche versuchte Einfuhr eines Knallkörpers (von
einer Strafe wurde Umgang genommen), mutwillige Belästigung, Führen eines
Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem bzw. nicht betriebssicherem Zustand, wiederholter
Missbrauch von Kontrollschildern, Lenken eines Fahrzeugs trotz Führerausweisentzug
(vgl. act. G 5/4 I/17, I/19, I/47 f., I/52, I/59 f., I/79, I/84-86, I/417) sowie mehrfacher
Ungehorsam im Betreibungsverfahren, Beschäftigung von Ausländern ohne
Bewilligung, mehrfache Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte,
mehrfacher Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung (act. G 5/4 I/151 f., I/293 f., I/
296-298) - handelt es sich nicht um reine Bagatelldelikte. Mit Entscheid des
Kantonsgerichts vom 18. Februar 2016 wurde er wie dargelegt zu einer Geldstrafe von
150 Tagessätzen à Fr. 10.-- und zu einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt (act. G 20, G
22.2). Die Schwelle von Art. 132 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung
(StPO, SR 312.0) - ein Bagatellfall liegt nach dieser Bestimmung dann nicht mehr vor,
wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als 4 Monaten, eine Geldstrafe von mehr als 120
Tagessätzen oder gemeinnützige Arbeit von mehr als 480 Stunden zu erwarten ist -
wird damit erreicht. Das Verhalten des Beschwerdeführers kann deshalb nicht mehr als
tadellos im Sinne der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 141 II
169 E. 5.2.2 S. 181; 139 I 315 E. 2.5 S. 321 f.) bezeichnet werden. Hieran vermag sein
Vorbringen nichts zu ändern, wonach er trotz schwieriger Wirtschaftslage und der ihn
im Jahr 2015 ereilenden Schicksalsschläge Fr. 30‘000.-- bis Fr. 40‘000.-- an offenen
Schulden über das Betreibungsamt abbezahlt habe (act. G 1 S. 17) und die
ausgestellten Verlustscheine in einem rechten Mass auch Lebenshaltungskosten der
Ehefrau und der Kinder betreffen würden (act. G 1 S. 20). Der Beschwerdeführer
offenbart aber mit seinem deliktischen und sonstigen Verhalten auch keine derart hohe
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Gefährlichkeit, dass die Gesellschaft im Interesse der Aufrechterhaltung der
öffentlichen Ordnung und Sicherheit vor ihm dauerhaft geschützt werden müsste (vgl.
auch BGer 2C_723/2014, a.a.O., E. 3.2.1 [Sachverhalt] und 3.2.2 [Folgerung]). In einer
solchen Ausgangslage, in welcher nicht der Schutz der Sicherheit und der
Öffentlichkeit vor weiteren Straftaten im Vordergrund steht, sondern, im Sinne einer
Gesamtbetrachtung, sich Gründe der Zuwanderungssteuerung und Interessen von in
der Schweiz aufenthaltsberechtigten Personen gegenüberstehen, überwiegt das
Bedürfnis der Söhne, hier mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können, das Interesse
an einer restriktiven Einwanderungspolitik. Die Beschwerde wegen Verletzung von Art.
13 BV und Art. 8 EMRK erweist sich damit als begründet. Der Beschwerdeführer ist
aber - im Sinn der Einräumung einer letzten Chance - darauf hinzuweisen, dass ein
Widerruf der verlängerten Aufenthaltsbewilligung jederzeit möglich bleibt, sollte er
weiter delinquieren oder mit seinem Verhalten einen anderen Widerrufsgrund setzen.
6. (...).
6.1. (...).
(...).
6.2. (...).