# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** abf6be7a-ee62-44bf-b9c4-41f95f442d1c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1971
geborene
X._
ist gelernter Elektromonteur (Urk. 7/3 S. 1 f.) und arbeitete seit dem 1. August 2011 bei der
Y._
AG als Key Account Manager (Urk. 7/3 S. 2). Anfang März 2012 erlitt er einen
tieflumbalen
Band
scheibenvorfall
(L5/S1;
Urk.
7/9 S. 1 f.). Am 9. Juli 2012 meldete sich der Versicherte bei der Eidgenössischen I
nvalidenversicherung zur Früher
fassung (Urk. 7/7) und anschliessend zum Leistungsbezug an (Eingang vom 31. Juli 2012, Urk. 7/15-16). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse ab.
Die
Anstellung bei der
Y._
AG
wurde dem Versicherten
im Februar 2011 gekündigt (Urk. 1 S. 3, Urk. 7/40 S. 8) und
per Ende November 2011
aufgehoben
(Urk. 7/24 S. 1).
Mit Vorbescheid vom 3. De
zember 2012 kün
digte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens auf beruf
liche Mass
nahmen an (Urk. 7/25), wo
gegen der Versicherte mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 (Urk. 7/28), ergänzt mit Schreiben vom 15. und 17. Januar 2013 (Urk. 7/34, Urk. 7/42)
,
Einwän
de erhob. Mit Verfügung vom 22.
März 2013 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Mass
nahmen (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 30. April 2013 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 2
2.
März 2013 aufzuheben und
ihm
sei die bereits laufende Umschulung (Fr. 18‘500.--) zu finanzieren (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2013 au
f Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6). In der Replik vom 11. Juli 2013 hielt der Beschwerde
führer sinngemäss an seinen Anträgen fest (Urk. 10). Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete mit Eingabe vom 25. Juli 2013 auf eine Duplik (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zur Recht ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Key Account Manager
den
Anspruch auf berufliche Massnahmen, namentlich auf eine Um
schulung zum
diplomierten
Betriebswi
rt
schafter
NDS HF (
Nachdiplom
studium
, höhere Fachschule; Urk. 7/11) verneinte (Urk.
2
).
Der Beschwerde
führer bezif
ferte die Kosten für diese Umschulung
ohne weitere Erläuterungen
mit
Fr. 18‘500.-- (Urk. 1 S. 2), was einem Streitwert entsprechen würde, der die
einzelrichterliche Zuständig
keit begründen würde (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
Gemäss dem
Verlaufsprotokoll der Berufsbe
ra
tung der Beschwerdegegnerin vom
13.
Februar 2013
gab der Beschwerde
führer an, die Ausbildung
umfasse drei
Semester
Studium und ein
Semester
Diplomar
beit
. Ausserdem möchte er das Zusatzstudium Marketing machen, das zwei Semester dauern würde. Zusätzlich wolle er das First
Certificate
machen, das zirka Fr. 7‘500.-- koste (Urk. 7/40 S. 4).
Unter Berücksichtigung der Tarife
ge
mäss
dem Prospekt (Urk. 7/11)
und der Kostenzusammenstellung der European Business School vom
2.
August 2012, die allein den Betrag von Fr. 18‘302.-- ausweist (Urk. 7/23),
würde die
s einen Betrag ergeben, der Fr.
20‘000.-- über
steigt.
Die Beurteilung der Beschwerde fällt daher nicht in die einzelrichterliche Zuständigkeit.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be
einträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28
a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erziel
en könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezi
ehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Va
liden
einkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög
lichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich
aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Um
schulung gelten gemäss
Art.
6 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C
_163/2008 vom 8. August 2008 E.
2.2). Schliesslich setzt der An
spruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätig
keiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80
E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren Entscheid gestützt auf die Stellung
nahme
von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom 1. November 2012
(Urk. 7/43 S. 2) damit,
dass dem Be
schwerdeführer nach wie vor eine 100%ige Tätigkeit, die nicht ununterbrochenes Autofahren aber auch Autofahrten beinhalte
, zumutbar sei, was der angestammten Tätigkeit entspreche. Da keine Invalidität bestehe und
der Versicherte mit der
angestammte
n
Tätigkeit auch nicht unmittelbar von der Invalidität bedroht sei, bestehe kein Anspruch auf eine Umschulung und der Beschwerdeführer
habe
als rentenausschliessend eingegliedert
zu gelten
(Urk. 2).
3.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
die angestammte Tätigkeit sei
ihm
wegen seiner
Gesundheitsbeeinträchtigung
,
ausgelöst durch eine massive Diskushernie L5/S1
mit neurologischen Ausfällen
,
nicht mehr vollschichtig zumut
bar, was auch sein Arbeit
geber zur Kenntnis genommen habe
, nachdem er im
mer stärker habe hinken müssen
. Nachdem
er dem Marktleiter von seinen Rückenproblemen erzählt habe
, sei das
Arbeits
verhältni
s
gekündigt worden. Seine Ärztin habe ihm eine rückenschonende Tätigkeit verordnet, womit eine tägliche Tätigkeit im Büro gemeint sei,
welches
er
wie das eigene Home Office ergonomisch ein
richten könne. Er habe sich selbst sofort um eine Umschulung bemüht. Nach der An
meldung bei der Invalidenversicherung sei er anfänglich unterstützt worden und man sei sich
über die Art der Umschulung einig gewe
sen, weil sie in Bezug auf
seine
bisherige
n
Tätigkeiten und zur mittel-
sowie
langfristigen Erhaltung des Salärs am meisten Sinn mache.
Die Umschulung
zum
Betriebswirtschafter
und Marketingmanager habe im Herbst 2012 begon
nen. Er h
abe diese im Voraus selbst bezahlt. Die Auskunft der Arbeitgeberin ge
genüber der Beschwerdegegnerin, dass er seine
bisherige
Tätigkeit zu 70
%
im Büro mit ergonomischer Einrichtung ausüben könnte, treffe nicht zu. Die Tätig
keit als Key Account Manager sei zu zirka 50
%
mit ausgedehnten Autoreisen verbunden und finde bei den Kunden ohne die Möglichkeit, ergonomische Hilfsmittel zu verwenden, statt.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin gehe es
somit
nicht allein um die Einschrä
nkung aufgrund der Autofahrten
(Urk. 1 S. 2 ff.).
Zudem sei
die Einschätzung
von
Dr.
A._
,
Chiropraktorin
SCG/ECU
,
vom RAD, auf den sich die
Beschwerdegegnerin
letztlich stütze,
falsch
wiedergegeben worden. Die Interpretation könne nur ergeben, dass eine Vollzeitbeschäftigung
erst
nac
h einer Umschulung möglich sei
(Urk. 10).
3.3
Es ist belegt und unstrittig, dass beim Beschwerdeführer eine
paramediane
Diskushernie
im Segment
L5/S1 mit Kontakt zur Ner
venwurzel S1 rechts und
leichte
Facettengelenksarthrose
n L3-S1
festgestellt wurden
und dass
ihm
des
wegen seit Anfang März 2012 nur noch rückenschonende Tätigkeiten
zumutbar sind (vgl. Bericht
des Röntgeninstituts vom 19. März 2012 über die
Magnetresonanztomographie [MRT] der Lendenwirbelsäule [LWS] gleichen Datums, Urk. 7/9 S. 2;
Bericht
e
von
Dr.
A._
vom
18. und 20. Juli 2012, Urk. 7/3 S. 3 f., Urk.
7/9 S. 1
;
Stellungnahme von Dr.
Z._
vom 29. August 2012, Urk. 7/43 S. 1)
.
Zu klären ist,
welche Einschränkungen sich im Einzelnen aus dieser Gesundheitsbeeinträchtigung ergeben und
ob
ihm damit insbesondere
die bisherige Tätigkeit als Key Account Manager, welche ihm per Ende No
vem
ber 2011 gekündigt worden war (Urk. 7/24 S. 1),
weiterhin zumutbar war res
pektive wäre.
4
.
4.1
Wie der Beschwerdeführer zutreffend geltend macht,
bezog sich
Dr.
Z._
vom RAD
in seiner Stellungnahme vom 1. November 2012 auf den Bericht der
Chiropraktorin
Dr.
A._
vom 20. Juli 2012 (Urk. 7/43 S. 2). Dort hatte sie festgehalten, der
Beschwerdeführer sei aufgrund eines Bandscheiben
vorfalls seit Anfang März 2012 bei ihr in Behandlung, wobei sich im Laufe der Therapiezeit klar herausgestellt habe, dass eine si
tzende Tätigkeit (speziell Auto
fahren) nicht mehr
zu 100 %
ausgeübt werden könne.
Eine Umschulung sei daher notwendig. Dabei sei eine Tätigkeit mit wechselnder Arbeitsposition und ohne Tragen von Lasten anzustreben. Eine Vollzeitbeschäftigung sei bei ange
passter Arbeitssituation möglich
(Urk. 7/9 S. 1).
Dr.
Z._
erklär
te dazu
, diese Angaben zum Belastungsprofil seien plausibel, das heisse, eine Tätigkeit, bei der vollzeitig ununterbrochenes Autofahren erfor
derlich sei, könne nicht mehr ausgeübt werden. Wechselbelastende Tätigkeiten, die auch Autofahren b
einhalten könnten, seien zu 100
% möglich (Urk. 7/43 S. 2).
In der Stellungnahme vom 29. August 2012 hatte
Dr.
Z._
ausserdem
das Anforderungsprofil e
iner zu 100
% zumutbaren
Tätigkeit
folgendermassen be
schrie
ben: körperlich leichte wechselbelaste
nde Tätigkeit ohne regelmässige
Hebe- und Tragebelastung über 10 Kilogramm
, ohne Arbeiten auf Leitern und Ge
rüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zw
angshaltungen und Tätigkeiten wie
Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbei
ten oder
Arbeiten in weiter Armvorhaltung
sowie
ohne häufige Rumpfrotation
(Urk. 7/43 S. 1).
4.2
Zur Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit
machte
Dr.
Z._
in seinen Stellungnahmen
(Urk. 7/43)
keine expliziten Angaben
.
Er zitierte zwar in seiner Stellungnahme vom 29. August 2012
die von
Dr.
A._
angegebenen
Arbeitsfähigkeiten
in der angestammten Tätigkeit
(0 % vom 7.
bis 16. März, 40
% vom 17.
März bis 4. Mai, 50
%
vom 5.
Mai bis 20.
Juli 2012 und weiter, Urk. 7/3 S. 4 f. und S. 8 ff., Urk. 7/9 S. 3 ff.), ohne indes dazu
wei
teres auszuführen
(Urk. 7/43).
Dem
Verlaufsprotokoll
Berufs
beratung
zu
mindest
ist
ein E
intrag zu entnehmen, wonach Dr.
Z._
in der internen Besprechung vom 29. August 2012 erklärt habe, dass die angestammte Tätigkeit als Key Account Manager
(an die Beschwerden)
angepasst sei. Weiter habe er erläutert, dass bei einem Bandscheibenvorfall mit einer Besserung der Beschwerden innerhalb von zirka einem halben Jahr bis eineinhalb Jahren zu rechnen
sei. Im Moment könne es sein, dass das Sitzen bei den teilweise tiefen Autositzen noch Beschwerden verursache. Das Autofahren sei zumutbar, wenn es nicht regel
mässig und ununterbrochen von langer Dauer sei.
Beispielsweise sei e
ine Auto
fahrt von einer Stunde zumutbar,
wenn danach wieder eine wechselbelastende Tätigkeit folge respektive Bewegung möglich sei (Urk. 7/40 S. 3).
4.3
Auf die Einschätzung
von
Dr.
Z._
kann nicht abgestellt werden.
Nicht nur weicht sie ohne Begründung von jener von der
Chiropraktorin
Dr.
A._
ab, sie stützt sich ausserdem auch auf keine eigene Untersuchung und Befunderhebung.
Damit genügt sie in keiner Hinsicht den Beweisanforderungen
. Zwar führt der RAD gemäss
Art.
49
Abs.
2 IVV für die Beurteilung der medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur «bei Bedarf» selber
ärztli
che Untersuchungen durch. I
n den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab
.
Dies gilt
ins
besondere
, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachver
halts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_323/2009
vom 1
4.
Juli 2009
E. 4.3.1
mit Hinweisen
)
.
Hier sind den Akten
in medizinischer Hinsicht
indes lediglich rudimentäre Berichte
und Arztzeugnisse
der behandelnden
Chiropraktorin
und zwei
Arzt
zeugnisse
von Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin (Urk. 7/3 S. 6 f.)
,
zu entnehmen. Eine
Anamnese,
Untersuchung und Befunderhebung
samt Beurteilung
etwa durch einen Facharzt der Orthopädie erfolgte nicht. Auch wurde kein Bericht des (
gemäss
dem Bericht von
Dr.
A._
vom 18. Juli 2002) mit der Sache befassten Spezialisten
Dr.
med. C._
, Facharzt für Neurochirurgie, eingeholt (Urk. 7/3 S.
3
).
Im Übrigen
ist auch die Be
schreibung der Befunde durch
Dr.
A._
mit „Pos.
Lasègue
60°
re
, Hypästhesie
re
, ASR
re
abgeschwächt
“
(
Bericht zuhanden der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers,
Urk. 7/3 S. 3
)
zu
knapp ausgefallen
, als dass von einem medizinisch feststehenden Sachverhalt ge
spro
chen werden könnte
.
Weder ihr Bericht
vom 1
8.
noch
das Attest
vom
2
0.
Juli 2012
(Urk.
7/3 S. 3
f., Urk. 7/9
S. 1) genügt
den
rechtsprechungsgemäss erfor
der
lichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche Ent
s
cheidungsgrundlagen
(vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Zudem kann a
uch auf Stellungnahmen der RAD nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an e
inen ärztlichen Bericht genügen
. Sie müssen insbesondere in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben worden sein und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlu
ssfolgerungen sind zu begründen
(
zum Ganzen:
Urteil
des Bundesgerichts
9C_323/2009
vom 1
4.
Juli 2009
E. 4.3
.1
mit Hinweisen
).
Dies ist hier nicht der Fall.
4.4
Nach dem Gesagten ist die aktuelle Aktenlage zur Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ungenügend. Insbesondere ist damit auch der Anspruch auf eine Umschulung, für den rechtsprechungsgemäss die
Erheblichkeitsschwelle
einer invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse von etwa 20 % gilt (BGE 124 V 108 E. 2b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_188/2011 vom 8. Juni 2011 E. 3 mit weiteren Hinweisen), nicht ohne
w
ei
tere medizinische Abklärungen beurteilbar.
Die Beschwerdegegnerin hat daher
die
Ar
beitsfähigkeit in der ange
stammten und in einer leidensangepassten Tä
tigkeit für die Zeit ab März 2012
fachärztlich beurteilen zu lassen und ins
be
sondere
einen Bericht von
Dr.
C._
einzuholen
.
Von den vom Beschwerdeführer beantragten Beweismassnahmen (Urk. 1, Urk. 10) ist abzuse
hen. Insbesondere ist bei gegebener
weitgehend
lückenhafter Abklärung
durch die Verwaltung
kein Gerichtsgutachten einzu
holen (BGE 137 V 210 E. 4.4).
Die
Beschwerde
ist
folglich
in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung
vom 22. März 2013 (Urk. 2)
aufzuheben und
die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist
, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über
den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Umschulung
(
respektive
die
Rückerstattung von Umschulungskosten)
neu ver
füge.
5
.
Streitgegenstand des Verfahrens bildet die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr.
500.--
anzu
setzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Dem Beschwerdeführer ist eine Prozessentschädigung zuzu
sprechen, die nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Be
deutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemes
sen und auf Fr.
1‘4
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.