# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5eb950a5-5a5c-4135-a145-f314703fec9c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, strebte nach der obligatorischen Schulzeit eine Karriere als
Profifussballer
an, weshalb er neben dem Fussball
unter anderem
als Reinigungsangestellter bei der
Y._
, angestellt und in dieser Funktion bei der Krankenkasse Helvetia (heute: Helsana Krankenkasse) für die kurzfristigen Leistungen (Heilungskosten, Taggeld) und bei den
Solida
Versicherungen AG (nachfolgend:
Solida
) für die langfristigen Leistungen (Invalidenrente, Integritätsentschädigung)
obligatorisch gegen Unfälle und Berufs
krankheiten
versichert war
(vgl. Urk. 17/A58; Urk. 17/A58 S. 2 oben)
. Am 7. März 1992 erlitt
er
als Beifahrer
einen
Autounfall
(Urk. 17/A2). Dabei zog er sich eine
Bimalleolarfrak
t
ur
rechts, eine Rissquetschwunde (RQW) mit kleinem Muskelriss und Nervenkontusion des
Ulnaris
über dem linken Ellbogengelenk mit wechselnden
Neuropraxiebeschwerden
, eine Schürfwunde über dem rechten Ellbogengelenk sowie eine leichte Schulterkontusion rechts zu (Urk
. 17/M1-2
)
.
Die Helvetia Krankenasse erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) und stellte diese m
it Verfügung vom
25. Oktober 1994 per 31. Oktober 1994 ein (Urk. 17/A37). Mit Verfügung vom 7. November 1994 sprach die
Solida
dem Versicherten
für die Restfolgen des Unfalles
eine
Integri
tätsentschädigung
auf der Basis einer Inte
grität
seinbusse von 14 % (Fr. 13‘608.-
-) zu (Urk. 17/A39).
1.2
Mit Verfügung vom 19. Februar 2004 verneinte die Invalidenversicherungsstelle des Kantons Solothurn
(IV-Stelle Solothurn)
gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 15 % einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen und eine Invalidenrente (Urk. 17/
A
48/2).
Zum gleichen Ergebnis gelangte auch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die das
erneute Leistungsgesuch
des Versicherten vom 4. September 2006 gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 17 % mit Verfügung vom 23. Oktober 2009 abwies (Urk. 17/A50).
1.3
Am
12. November 2009
ersuchte der Versicherte die
Solida
um Prüfung der
Ren
tenfrage
im Unfallversicherungsverfahren (Urk. 17/A5
1
).
Der von der
Solida
erstellte Einkommensvergleich ergab keine Erwerbseinbusse, weshalb sie mit
Verfügung vom 28. September 2012 einen Rentenanspruch verneinte
(Urk. 17/
62). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 30. Oktober 2012 (Urk. 17/A63) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 31. März 2014 ab (Urk. 17/A67 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 16. Mai 2014 Beschwerde gegen den
Ein
sprache
ent
scheid
vom 31. März 2015 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die
Solida
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2014 die Abwei
sung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 5. November 2014 (Urk. 18) wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt, dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort (Urk. 16) zugestellt und die Akten der Invalidenversicherung (Urk. 21/1-146) beigezogen
(Urk. 16)
.
Die Akten der IV-Stelle (Urk. 21/1-146) wurden sodann den Parteien zur Einsicht zugestellt (Urk. 22).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
sind die rechtlichen Erwägungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers
und
zum Invaliditätsgrad (Art. 18 Abs. 1 des Gesetzes über die Unfallversicherung, UVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) zutreffend wieder
gegeben (Urk. 2 S. 3 ff
.
Ziff. 2
lit
. a und b
). Darauf kann, mit de
r nachfolgenden Ergänzung verwiesen werden.
1.2
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesund
heitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein
(BGE 129 V 222 E. 4.3.1
mit Hinweisen).
Soll bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
eine berufliche Weiterentwick
lung, welche die versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, mitberück
sichtigt werden, so müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom
men tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Sodann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums,
Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (SVR 2010 UV Nr. 13 S.
51,
Urteil des Bundesgerichts
8C_550/2009
vom 1
2.
November 2009
E
.
4.1
mit zahlreichen weiteren Hinweisen).
1.3
Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit, so ist der Lohn
massgebend
, den der Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahr vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufs
krankheit erzielte Lohn (Art. 24 Abs. 2
der Verordnung über die Unfallversi
cherung,
UVV).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte im
angefochtenen
Einsprac
heentscheid
(Urk. 2) ein
Valideneinkommen
gestützt auf den vom Beschwerdeführer in sei
ner bisherigen Tätigkeit bei der
Y._
als
Reinigungsange
stellter
vor dem Unfall erzielten Lohn, aufgerechnet auf ein 100%-Pensum und nominallohnangepasst im Betrag von Fr. 54‘600.--. Die im Sommer 1991 zugunsten einer Fussballerkarriere abgebrochene Lehre als Elektromonteur sowie deren geplante Fortsetzung im August 1993
liessen
nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer die Ausbildung abgeschlossen hätte, wes
halb nicht der
Validenlohn
als Elektromonteur heranzuziehen sei
(S. 4).
2.2
Demgegenüber
stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
, es habe bereits vor dem Unfall festgestanden, dass er seine unterbrochene Lehre als Elektromonteur
ohne den Unfall
ab August 1993 hätte fortsetzen können, ein neuer Lehrbetrieb sei bereits gefunden worden
(S. 6 f.). Es sei somit wie die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 23. Oktober 2009 bei der Bemessung des
Vali
deneinkommens
vom Lohn eines ausgelernten Elektromonteurs auszugehen (S. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers
(
nach Abschluss der beruflichen Massnahmen
)
, insbesondere die
Invaliditätsbe
messung
beziehungsweise die Höhe des
Valideneinkommens
sowie die Höhe des
versicherten Verdienstes.
Unbestritten
sind
hingegen die zumutbare Arbeitsfähigkeit von 95 % in einer leidensangepassten Tätigkeit
sowie das
ermittelte
Invalideneinkommen im Betrag von Fr. 64‘466.--
(Urk. 1 S. 8 Ziff. 7.2; Urk. 16 S.
9 Ziff. 20). Dieses ergibt sich gestützt auf die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Oktober 2009 (Urk.
21/139
). Darin ging die IV-Stelle von einer behinderungsangepassten Arbeitsfähigkeit von 95 % aus.
Zwar wies d
ie Beschwerdegegnerin zu Recht
darauf hin, dass
das vom Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienst
e
s (RAD)
genannte Arbeitsprofil „
leicht bis intermittierend mittelschwer ohne
Notwendig
keit zu längerem Gehen und Stehen insbesondere in unebenem Gelände, wie länger dauernden rein sitzenden Körperhaltungen sowie ohne Überbelastung des linken Armes und des linken Handgelenkes“
(vgl. Urk. 21/125 S. 4)
nicht auf den vorliegend zu beurteilenden Unfall vom 7. März 1992 zurückzuführen
sei (Urk. 16 S. 9)
, weshalb die Einschränkung von 5 % unfallfremd und in der vorliegenden Beurteilung ausser Acht zu lassen
wäre
, womit eine vollständige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Bürotätigkeit
(als
leidensange
passte
Tätigkeit)
bestehen würde. Da die Beschwerdegegnerin an ihrem
Ein
kommensvergleich
und damit
am
gestützt auf eine 95%ige Arbeitsfähigkeit ermittelte
n
Invalideneinkommen festhält, welches
zudem
zu Gunsten des Beschwerdeführers ausfällt
, kann es bei dieser Feststellung sein Bewenden haben.
3.
3.1
Zur Klärung eines allfälligen Rentenanspruchs beziehungsweise des
Validenein
kommens
ist in einem ersten Schritt der Vergleichszeitpunkt zu bestimmen.
3.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
3.3
I
m vorliegenden Fall ergibt sich aus den beigezogenen IV-Akten, dass der Beschwerdeführer mit Beginn
am
14. August 1995 eine Umschulung im Hin
blick auf die Tätigkeit als
k
aufmännischer Angestellter im Aussendienst an der
Z._
-Handelsschule in Angriff nahm und hierfür bis zum Juli 1997 von der Invalidenversicherung im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen (Umschulung, Taggeld) unterstützt wurde (vgl. Urk. 21/16; Urk. 21/26/6; Urk. 21/26/12-13).
Diese Umschulung brach er trotz genügende
r
Leistungen im 2. Semester ab, woraufhin die IV-Stelle des Kantons Solothurn die Umschulung
zum Technischen Kaufmann an der
A._
als sinnvoller erachtete und ihm die Umschulung vom 28. Aug
u
st 1997 bis
zum
15. Juli 1998 finanzierte (vgl. Urk. 21/32; Urk. 21/35
).
Die Abschlussprüfung bestand
der Beschwerdeführer
jedoch nicht
und lehnte auch das Nachholen der Abschlussprüfung ab. Statt
dessen suchte er sich
Arbeit
im Aussendienst (vgl.
Abschlussbericht vom 27. März 2000; Urk. 21/52/2-3)
, weshalb die IV
Stelle des Kantons Solothurn die
beruflichen
Eingliederungsmassnahmen mit Verfügung vom
12. Juni 2000 (Urk. 21/52/1) einstellte.
Folglich wäre der Rentenbeginn
frühestmöglich auf den Juni 2000 festzusetzen.
4.
4.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderun
gen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).
4.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stellt sich die Frage, was
der
Beschwerdeführer aufgrund
seiner
beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte, wenn
er
nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 169 S. 100 f. E. 3b).
Für die Annahme einer
mutmasslichen
beruflichen Weiterentwicklung wird der Nachweis konkreter Anhaltspunkte dafür verlangt, dass die versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen auch tatsächlich realisiert hätte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (vgl. vorstehend E. 1.2
).
Arbeitete die versicherte Person vor dem Unfall nur teilzeitlich, so wird – anders als in der Invalidenversicherung oder bei der Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit für die Taggelder (BGE 135 V 287) – der Lohn auf ein 100%-Pensum umge
rechnet. Begründet wird dies damit, dass das
Valideneinkommen
unabhängig davon zu bestimmen ist, ob die versicherte Person vor dem Unfall ihre Arbeits
kraft ganz oder nur teilweise eingesetzt hat; diesem Faktor werde nämlich in der Unfallversicherung bereits dadurch Rechnung getragen, dass die Renten auf
grund des versicherten Verdienstes (Art. 15 UVG) festgesetzt werden (BGE 119 V 475 E. 2b S. 481).
4.3
Der Beschwerdeführer war zuletzt bis zum Unfall bei der
Y._
in einem 30%-Pensum angestellt und erzielte einen Lohn von Fr. 1‘050.-- beziehungsweise aufgerechnet auf ein Vollzeitpensum von Fr. 42‘000.
-- und nominallohnangepasst von Fr. 54‘600.-- im Jahr 2007
(
Urk.
2 S. 4
). Dass er diesen Beruf auch nach dem Unfall weiterausgeübt hätte, ist
wenig wahrschein
lich, zumal er diese Tätigkeit nur ausgeübt hatte, um seine
Fussballerkarriere
vorantreiben zu können
sowie während der Lehrstellensuche (vgl. Urk. 1 S. 3)
. Ebenso wenig wahrscheinlich ist aber auch das Vorbringen des Beschwerde
führers, wonach bereits vor dem Unfall festge
standen habe, dass er seine un
ter
brochene Lehre als Elektromonteur ab August 1993 hätte fortsetzen können und deshalb von einem hypothetischen
Valideneinkommen
als Elektromonteur aus
zugehen sei
(Urk. 1
S. 6 f.
).
Diesbezüglich ist ihm entgegenzuhalten, dass eine berufliche Weiterentwicklung durch konkrete Anhaltspunkte belegt sein muss, damit sie berücksichtigt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2008 vom 5. Juni 2008 E. 3.2.2). Es
ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer seine abgebrochene Lehre ab August 1993 bei der Firma
B._
AG, fortgesetzt hätte, zumal er diese Aussage erst anlässlich der Berufsberatung bei der IV-Stelle
des Kantons
Aargau am 20. April 1995, mithin drei Jahre nach dem Unfall
,
gemacht hat (vgl. Urk. 17/A56), ohne jedoch einen schriftlichen Lehrvertrag
oder eine Bestätigung des Lehrbetriebes
einzureichen oder nach dem Unfall dessen Auflösung beizubringen.
Zudem erscheint eine Pause in der Lehre von zwei Jahren – wäre der Wunsch nach einem Lehrabschluss als Elektromonteur tatsächlich vorgelegen – nicht als glaubwürdig. Hätte er die Lehre wirklich
abschliessen
wollen, hätte er diese so bald wie möglich weiter
geführt, um ausbildungs- und schultechnisch nicht noch mehr zu vergessen. Auch geht aus dem Berufsberatungsbericht der IV-Stelle vom 20. April 1995 hervor, dass er dies
e
Berufswahl vor allem auf Empfehlung seiner Eltern begon
nen hat (Urk. 17/A56 S. 2), es mithin nicht sein eigenes Bedürfnis war, den Beruf
des
Elektromonteur
s
zu erlernen.
All dies lässt darauf
schliessen
, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Lehre als Elektro
monteur
nicht
fortgesetzt und erfolgreich abgeschlossen hätte, womit dieses Einkommen
für die Ermittlung des
Validenlohn
s
nicht
herangezogen werden kann.
4.4
Es erscheint daher aufgrund der konkreten Umstände
(Umschulung im Rahmen der von der Invalidenversicherung erbrachten
Eingliederungsmassnahmen
; vgl. vorstehend E. 3.3)
angebracht, in Bezug auf das
Valideneinkommen
auf das Einkommen als
T
echnischer
Kaufmann (mit Ausbildung, a
ber ohne Abschluss) abzustellen. Diesbezüglich kann hier auf den von der IV-Stelle erhobenen Wert
(
LSE TA 7 Ziff. 23, zitiert aus LSE 2006, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, Ausgabe 2007) für andere kaufmännische Tätigkeiten, Niveau 4 (Prü
fung nicht bestanden) für das Jahr 2007 von Fr. 67‘859.-- abgestellt werden.
Dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 23. Oktober 2009 im
Ein
kommensver
gleich
sich von der
nicht zu folgenden (vgl. vorstehend E. 4.3)
-
Annahme leiten
liess
, der Beschwerdeführer hätte die Lehre zum Elektromonteur fortgeführt und erfolgreich abgeschlossen, und somit ein
Valideneinkommen
für Bauberufe (LSE 2006 TA1, Anforderungsniveau 3)
von Fr. 70‘124.-- erzielt (Urk. 17/A50 S. 2)
, ist
im Übrigen
vorliegend nicht von Belang
, da die
Invalidi
tätsschätzung
der Invalidenversicherung
der Unfallversicherung
gegenüber keine Bindungswirkung entfaltet (BGE 131 V 362).
4.5
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf das von der IV-Stelle in der Verfügung vom 23. Oktober 2009
für das Jahr 2007
veranschlagte Invalideneinkommen von Fr. 64‘466.-- (Urk. 2 S. 5
lit
. e; Urk.
17/A50
; vgl. vorstehend E. 2.3
). Dieses Invalideneinkommen wurde vom Beschwerdeführer nicht bemängelt und ist auch nach Akten- und Rechtslage nicht zu beanstanden.
4.6
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen für das Jahr 2007 resultiert eine
Einbusse
von Fr. 3‘393.-- (Fr. 67‘859.-- reduziert um Fr. 64‘466.--), was einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 5 % entspricht.
Selbst wenn man
aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer nie ein existenzsicheres Einkommen erwirtschaftet hat,
das
Valideneinkommen
gestützt auf
die Tabellenlöhne eines Hilfsarbeiters in allen Bereichen (LSE TA 1 Z
iff. 1-93, zitiert aus LSE 2006, Ausgabe 2007) abstellen wollte, würde
sich
der Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert) für das Jahr 2007 auf Fr. 60‘144.-- belaufen, womit ebenso wen
ig ein Rentenanspruch entstünde
,
wie wenn auf die vor dem Unfall zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Reinigungsbranche abgestellt werden würde.
Diesfalls
ergäbe sich ein auf ein Vollzeitpensum hochgerechneter und nominallohnangepasster
Valid
en
lohn
gemäss
der Berechnung der
Beschwerde
gegnerin
von Fr. 54‘600.-- (Urk. 2 S. 4).
5.
Damit erübrigt sich auch die beschwerdeweise beantragte Prüfung des ver
sicher
ten Verdienstes (Urk. 1 S. 9 f.).
6
.
B
ei diesem Ergebnis stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführer ausgehend von der am
12
.
November
2009 erfolgten Leistungsanmeldung weiter als fünf
Jahre zurück Anspruch auf Rentenleistungen
hätte
,
womit unter Umständen für die Zeitperiode
vom
1. Juni 2000 bis
1. Juli
2001
(
Inkrafttreten der
festge
schriebene
n
Massgeblichkeitsgrenze
von 10 % gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG)
gestützt auf
die Übergangsbestimmung von
Art. 118 Abs. 5 UVG ein Renten
anspruch entstehen könnte.
Dieser Möglichkeit steht hingegen Art. 24 Abs. 1 ATSG entgegen, wonach
der Anspruch auf ausstehende Leistungen fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für welc
hen die Leistung geschuldet war, erlischt. In Anwendung dieser Bestimmung bleibt es dabei, dass eine rückwirkende Ausrichtung von Leistun
gen einer Verwirkungsfrist von fünf Jahren unterliegt, welche rückwärts a
b
de
m
Zeitpunkt der Anmeldung berechnet wird
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_582/2007 vom 18. Februar 2008)
. Nachdem diese hier am 1
2
.
November
2009 erfolgt
war
, fällt nach dem Gesagten eine rückwirkende Ausrichtung einer Invalidenrente weiter als
November
2004 zurück ausser Betracht, womit die Übergangsbestimmung gemäss Art. 118 Abs. 5 UVG nicht zur Anwendung gelangt und es beim abweisenden Rentenentscheid bleibt.
7
.
Zusammenfassend resultiert aus der Invaliditätsbemessung ein Invaliditätsgrad von maximal 5 %, womit unter Berücksichtigung der
Anspruchserlöschung
im
November
2004
und gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 UVG kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
Demnach ist der
Einspracheentscheid
zu bestätigen und die Beschwerde abzu
wei
sen.
8
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat gemäss der einge
reichten Aufstellung vom 7. Oktober 2015 (Urk. 27) zeitliche Aufwendungen von 13.7 Stunden sowie Barauslagen im Gesamtbetrag von Fr. 107.-- gehabt. In Anwendung d
es gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- für das Jahr 2014 sowie von Fr. 220.-- für das Jahr 2015 und unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8 % beläuft sich damit die Entschädigung, die dem unent
geltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auszurichten ist, auf Fr.
3‘107.15.