# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9eb811a4-0ae8-425e-ad7f-d9078fbe24ff
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
ist gelernter
Hochbauzeichner (Urk. 7/2/135) und
arbeitet für die
Y._
AG
, deren einzelzeichnungs
berechtigter Präsident er ist
(Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Thur
gau, abrufbar unter: www.zefix.ch)
. Am 6. März 2018 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter H
inweis auf seit einem
Unfall
vom
23. Juni 2017
bestehende Beeinträchtigung
en
im Unterarm, Handgelenk und den Fingern bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Un
terlagen der Suva (Urk. 7/2
, 7/5
, 7/13, 7/15
, 7/20
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/8) bei und führte mit dem Versicherten ein persönliches Gespräch durch (Urk. 7/7).
Nachdem die IV-Stelle weitere erwerbliche
(Urk. 7/12) sowie medizinische (Urk. 7/19/7-21
, 7/21/7-13)
Abklärungen getätigt hatte
, stellte sie mit Vorbescheid vom 12. Juli 2019 die Abweisung des Leistungsbe
gehrens in Aussicht (Urk. 7/25). Dagegen erhob der Versicherte
am 15. Juli 2019
Einwand (Urk. 7/26/2).
Nach Aktualisierung der Aktenlage (Urk. 7/34
,
7/36
-37,
7/40-44
)
nahm die IV-Stelle eine
Abklärung
für
Selbständigerwerbende
vor (vgl. Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 17. November 2020, Urk. 7/48) und stellt
e mit neuem Vorbescheid vom 12.
Februar 2021
bei einem IV-Grad von unter 40 %
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/51). Am 24. März 2021 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne und wies das Leistungsbegehren des Versicherten ab
(Urk. 2 [= Urk. 7/54])
.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 23. April 2021 Beschwerde erheben und bean
tragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache
zur weiteren
Abklärung
an die Vorinstanz
zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 4.
Juni 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Juni 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien
sowie
die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus,
es
sei am 8. September 2020 eine Abklärung
beim Beschwerdeführer
vor Ort durchgeführt worden. A
nhand der
Angaben im IK-Auszug der
Jahre 2014 bis 2016 zuzüglich der Hälfte des Betriebsgewin
n
s sei ein Jahreseinkommen von Fr. 138'062.
––
berechnet worden; dieses
Einkommen
könn
t
e
der Beschwerdeführer
bei guter Gesundheit weiterhin erwirtschaften. Der Beschwerdeführer sei nach Ablauf der einjährigen Wartefrist zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Er habe eine Hilfsperson eingestellt, die gewisse Arbeiten auf den Baustellen für ihn übernommen habe. Unter Abzug des vermehrten Personalaufwandes in einem 50 % Pensum sei nur noch ein Jahreseinkommen von
Fr.
97'276.10 möglich gewesen. Ab März 2019 habe sich sein
G
esundheitszustand leicht verbessert, seither
sei er
in seiner bisherigen Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig. Unter Abzug des vermehrten Personal
aufwandes in einem 40 %-Pensum hätte er Fr. 105'434
.––
pro Jahr verdienen können. Da der IV-Grad unter 40 % liege, bestehe kein Anspruch auf Renten
leistungen (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor, seine Berechnungen hätten eine Lohneinbusse von 70 % ergeben.
Aus den Berechnungen der
Y._
AG
sei der effektiv erzielte Verdienst im Geschäftsjahr 2018 ersichtlich. Die Berechnungen würden auf Fakten basieren, welche sich aus den Jahresrechnungen stringent ergeben würden. Die erreichte Erwerbsfähigkeit könne medizinisch indiziert durch Nichts mehr gesteigert werden
, weshalb
Firmenumstrukturierungen unumgänglich
seien
. Ein Stellenwechsel sei jedoch kaum denkbar, da er mit seinem Handicap, seiner Ausbildung und
aufgrund seines Alters
auf dem Stellenmarkt äusserst unattraktiv sei. Seine Invalidität sei physisch respektive medizinisch ohne jeden Zweifel gegeben und sie bilde sich auch einkommensmässig im Sinne des IVG ab, weshalb eine ganze Invalidenrente zu prüfen sei (Urk. 1 S. 3).
3.
3.1
Im
Austrittsbericht vom 3
0.
Juni 2017
des Kantonsspital
Z._
führten die behandelnden Ärzte als Hauptdiagnosen eine
t
iefe Schnittverletzung des
Oberarms rechts vom 2
3.
Juni 2017 mit Durchtrennung
der
A.
brachialis
,
des
N.
medianus
,
des
N.
musculocutaneus
und
des
N.
radialis
, die
Durchtrennung der Muskulatur des
biceps
brachii
,
brachialis
und
coracobrachialis
sowie
eine ober
flächliche
Corticalis
-Läsion ventral am
Humerus
auf.
Am
24. Juni 2017
sei
eine Wundrevision im Bereich des rechten Oberarms mit Mobilisation und End-zu-End Naht der A.
brachialis
durchgeführt worden.
Die Operation habe notfall
mässig den Umständen entsprechend komplikationslos durchgeführt werden können. Postoperativ habe eine Überwachung auf der Intensivstation stattge
funden, welche ohne gröbere Probleme gewesen sei. Nach Verlegung auf die Normalstation mit stets reizlosen und trockenen Wundverhältnissen habe der Beschwerdeführer in die häusliche Umgebung entlassen werden können (Urk.
7/2/37-38
). Aus dem Operationsbericht vom 23. Juni 2017 geht sodann hervor, Indikation zur Operation sei eine
Kreissägenverletzung
am Oberarm mit arterieller Blutung und Bewegungseinschränkung sowie Sensibilitätsstörungen an der Hand gewesen (Urk. 7/2/16). Am 6. Juli 2017 berichteten die behandeln
den Ärzte,
es sei
eine Rekonstruktion des
N.
medianus
und
des
N.
musculocuta
neus
am
rechten
Oberarm
durchgeführt worden
. Der
peri
- und postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen. Der Beschwerdeführer sei vom
4.
bis 9. Juli 2017 zu 100
%
und vom
9.
Juli bis am 2
1.
Juli zu 80 % arbeitsunfähig
gewesen
(Urk.
7/2/28 und 7/2/31
).
Im Bericht vom 14. August 2017
wurde ausgeführt
, der Beschwerdeführer habe ein taubes Gefühl und Missempfindungen («wie ein heftiger Druck») am rechten Unterarm und an der rechten Hand.
Im
ulnarseitige
n
Handrücken,
der
ulnarseitige
n
Handf
l
äche und
im
rechte
n
kleine Finger
bestehe
eine weitgehend normale Gefühlswahrnehmung. Der rechte Ringfinger schmerze jedoch bei jeder passiven Bewegung. Die Beweglichkeit des rechten Unterarms,
des
Handgelen
ks und der rechten Hand sei
fast völlig aufgehoben. Bereits vor dem Unfall habe der Beschwerdeführer an einem Taubheitsgefühl der Finger I-IV (radiale Seite) an der rechten mehr als an der linken Hand gelitten. Seit
dem
der Beschwerdeführer die linke Hand mehr eingesetzt habe
, nehme dieses Taubheits
gefühl zu. Andere Funktionseinschränkungen habe der Beschwerdeführer an beiden Händen nicht.
Die Ärzte hielten fest, in der aktuellen neurologischen, elektrophysiologischen und
nervensonografischen
Untersuchung sei die Funktion des
Nervus
radialis
und des
Nervus
medianus
rechts vollständig aufgehoben gewesen (Urk. 7/2/56-57).
3.2
Am 4. Januar 2018 berichtete
Dr.
med.
A._
, Facharzt Chirurgie und Oberarzt
am
Kantonsspital
B._
, von der zur Entlastung des linken Karpal
tunnels
durchgeführten Operation
. Er führte aus, es bestehe eine leichte Sensibi
litätsminderung im
Ulnarisgebiet
, die schon etwas
regredient
sei. An der rechten
oberen Extremität sei die Flexion im Ellbogengelenk und die Haltefunktion der Finger
merklich verbessert, die einzelnen Finger
seien jedoch
noch nicht besser beweglich als zuvor.
Der Beschwerdeführer könne die
rechte Hand inzwisc
hen gut in den Alltag integrieren
und als Hilfshand benutz
en
(Urk. 7/5/15
2-15
3).
Aus dem
Bericht vom
3. Januar 2019
von
Oberarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie,
geht hervor, dass am
2
0.
Dezember 2018
eine
Karpaldachspaltung recht
s
durchgeführt worden war
. Der Beschwerdeführer sei mit dem Verlauf zufrieden. Aufgrund der schweren Verletzung verspüre er jedoch
nach der Karpaldachspaltung
keine Änderung der Beschwerden
(Urk. 7/
20/25
)
.
3.3
Am 27. Mai 2020 nahm
Dr.
med.
D._
, Facharzt Chirurgie, Stellung für den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und führte aus, es bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers. Eine Änderung der Einschätzung werde sich aus versicherungsmedizinischer Sicht auch durch den geplanten operativen Eingriff überwiegend wahrscheinlich nicht ergeben
.
Dem B
elastungsprofil entspreche
eine leichte
bis
mittelschwere Arbeitstätigkeit
, wobei b
ezogen auf die rechte Hand voraussichtlich das Heben und Tragen schwerer Lasten, eine
höhergradige
Druck- und Presskraft sowie das Arbeiten mit schweren Werkzeugen, Stoss-,
Schlag- und Vibrationsbelastungen dauerhaft zu vermeiden seien. Bei einer persistierenden Gefühlsstörung im Bereich des
Nervus
medianus
rechts seien zudem bleibende Einschränkungen bezüglich besonders sturzgefährdeter Arbeiten mit notwendige
m
bimanuell
em
sicheren Haltegriff
sowie
beim repetitiven Besteigen von Leitern und Arbeiten in der Höhe auf Gerüsten zu berücksichtigen. In einer dem Gesundheitsschaden optimal angepassten Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeits
fähigkeit jedoch zumutbar (Urk. 7/50/4).
4.
Die Einschätzung des RAD-Arztes
vermag zu überzeugen. Sie steht in Einklang mit der Beurteilung der behandelnden Ärzte, wobei diese von einer dauerhaften 40%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ausgehen
(Urk. 7/13/21)
. Zu einer angepassten Tätigkeit äussern sich die behandelnden Ärzte zwar nicht, vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer in seinem Betrieb optimal eingegliedert
ist
(Einschränkung von jeweils 20 % in den einen Anteil von 40 % ausmachenden Bereichen Betriebsleitung und Bauleitungsarbeiten, Einschrän
kung von 40 % im einen Anteil von 60 % ausmachenden Bereich Bauarbeiten, Urk. 7/48/5)
sowie der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die Aufgabe des Geschäfts durch den Beschwerdeführer nicht als
zumutbar
erachtete (Urk. 7/48/9)
,
erweist sich der medizinische Sachverhalt als rechtsgenügend abgeklärt und es
ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in seiner angestamm
ten Tätigkeit
a
b
März 2018
zu 60 % arbeitsfähig ist
(vgl. Urk. 7/50/3)
, in einer dem Leiden
optimal
angepassten Tätigkeit jedoch eine vollständige Arbeitsfähig
keit zumutbar
wäre
(Urk. 7/50/4)
.
5.
5.1
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbstständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditäts
grad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungs
fähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentli
ches Bemessungsverfahren). Der grundsätzliche Unterschied dieses Verfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leis
tungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungs
vergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_208/2019 vom 26. November 2019 E. 3.2, insbesondere mit Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1).
5.2
Das
Valideneinkommen
von
Selbstständigerwerbenden
kann grundsätzlich auf der Basis der Einträge im Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig
kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnitts
verdienst abzustellen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfü
gungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.3
Dem IK-Auszug lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 1993 zuerst teilweise und ab dem Jahr 2000 vollständig selbständig tätig war. Nach der Gründung der
Y._
AG
im Jahr 2014 (vgl. Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Thurgau, abrufbar unter:
www.zefix.ch
)
war der Beschwerdeführer angestellt und daher grundsätzlich kein
Selbständigerwerbender
im eigentlichen Sinne mehr. Da er als Präsident der Aktiengesellschaft und
zur Hälfte am Betrieb Beteiligter
deren Geschicke bestim
men kann
(vgl. Urk. 7/48/4)
, hat er
es
im Rahmen der wirtschaftlichen Möglich
keiten
s
elber in der Hand, die Höhe des ausbezahlten Lohnes festzusetzen.
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte
daher
zu Recht
sowohl
den Lohn, den sich der Beschwerdeführer selber ausbezahlt hat
(
Fr.
120'000.-- in den Jahren 2014 und 2015 sowie Fr. 118'390.-- im Jahr 2016, Urk. 7/8/2)
als auch
den
hälftigen
jährliche
n
Betriebsgewinn der Jahre 2014 bis 2016 (
Fr. 7'805.-- im Jahr 2014 [Urk. 7/12/27], Fr. 30'360.-- im Jahr 2015 sowie Fr. 18'021.-- im Jahr 2016 [Urk.
7/48/
7-
8
]
).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2018
ein an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2'239 Punkten im Jahr 2016 auf 2
’2
60 Punkte im J
ahr 2018
angepasstes
Valideneinkommen
von rund Fr.
139’488
.--
erzielt hätte (
Fr.
138'192.–– x 2'260 / 2'239
;
vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T39, Entwick
lung der Nominallöhne Männer).
Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Vali
deneinkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
5.4
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Abklärung für
Selbständigerwerbende
, welche am
8. September 2020 durchgeführt wurde (vgl.
Urk. 7/48).
Die Berechnung der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 7/50/6) ist in dem Sinne zu beanstanden, dass das Wartejahr nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG im Juni 2018 endete und der Beschwerdeführer akten
kundig ab März 2018 zu 60
%
arbeitsfähig war. Eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit wurde von den Behandlern zwischen August 2017 und März 2018 attestiert (Urk. 7/5/167, 7/5/172; vgl. auch Urk. 7/50/2-3). Eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % ab Juni 2018 ist gestützt auf die Akten nicht ausgewiesen.
Die Abklärungs
person kam
denn auch
zum Schluss, der Beschwerdeführer benötige bei den Arbeiten auf den Baustellen jeweils eine Hilfsperson, weshalb aufgrund des vermehrten Personalaufwands ein behinderungsbedingter zusätzlicher Mitar
beiter im Pensum von 40
%
anzurechnen sei. Ansonsten sei der Beschwerdeführer in seiner eigenen Firma optimal eingegliedert. Es sei nicht realistisch, dass der Beschwerdeführer als Geschäftsführer eines gut laufenden Geschäfts seine Tätig
keit aufgebe. Die be
h
inderungsangepassten Tätigkeiten könne er jedoch im eher «kleineren» Betrieb nicht noch mehr ausbauen, weshalb eine Mithilfe bei den Tätigkeiten auf dem Bau unumgänglich sei (Urk. 7/48/
9). Diese Ausführungen vermögen zu überzeugen, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwer
degegnerin sich bei der Bestimmung des Invalideneinkommens zur Berechnung des Lohnes des zusätzlich benötigten Mitarbeiters
im Pensum von 40 %
auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) stützte.
Die Beschwerdegegnerin stellte dabei
auf den
Tabellenlo
hn f
ü
r Tätigkeiten im Kompetenzniveau
2
im Bereich Bau
gewerbe
von
Fr. 5'911.
--
(LSE 2016)
ab.
Es ist auf die im Zeitpunkt der Verfügung aktuellen LSE aus dem Jahr 2018 abzustellen, weshalb von einem standardisierten monatlichen
Einkommen von Fr. 5'962.-- auszugehen ist.
Vor dem Hintergrund, dass als Hilfsperson auf den Baustellen kein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
,
aber
doch
fachliche Kenntnisse benötigt werden, ist überein
stimmend mit der Beschwerdegegnerin auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen. Bei einem Pensum von 40
%
müsste einem zusätzlich einzustellenden Mitarbeiter somit unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2020)
sowie den Sozialleistungen von 15 %
ein Jahreseinkommen von rund
Fr.
34'309.-- (Fr. 5'962.-- : 40 x 41,7 x 12 x 1.15 x 0.40)
ausbezahlt werden,
weshalb
das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers auf Fr.
105’179
.--
(
Fr.
139’488
.-- -
Fr.
34'309.--
)
festzus
etzen ist.
An diesem Ergebnis ändern denn auch die Einwendungen des Beschwerdeführers nicht
s
. Ärztlich-medizinisch wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
attestiert. Sodann ist gestützt auf die Ausführungen des Beschwerdeführers erstellt, dass er in seiner Tätigkeit im Umfang von 32
%
eingeschränkt ist
(vgl. Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
,
Urk.
7/48
/5
)
.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die
Erwerbs
einbusse betrage 70 %, vermag er damit nicht durchzudringen.
Dass die Umsatzeinbussen des Unternehmens invaliditätsbedingt sein könnten,
ist gestützt auf die Berechnungen des Beschwerdeführers (Urk. 3/5) nicht ausge
wiesen. Den körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers wurde bereits mit Berücksichtigung eines weiteren Mitarbeiters im Umfang eines 40 %-Pensums
hinreichend
Rechnung getragen. Eine
höhergradige
Einschränkung in den einzelnen Aufgabenbereichen (Betriebsleitung, Bauarbeiten, Bauleitungs
arbeiten) ist gestützt auf die Akten nicht ausgewiesen.
5.5
Abschliessend ist festzuhalten, dass b
ei e
inem Invalideneinkommen von Fr.
105’179
.-- im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
139’488
.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 34'309.
--
resultiert,
was einem Invaliditätsgrad von rund 2
5
%
entspricht. Ein Invaliditätsgrad von weniger als 40
%
vermag keinen Rentenanspruch zu begründen, weshalb die Beschwerdegegnerin das Leistungs
begehren des Beschwerdeführers zu Recht abwies.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuer
legen.