# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 32ec21b9-62d8-4d82-a14d-aeaff234f2c9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 17. Januar 1957 in A. geboren. Sie ist verheiratet, Mutter von drei Töchtern und lebt in B.. Gemäss eigenen Aussagen anlässlich der Befragung vom 30. September 2009 durch die Vizepräsidentin des Bezirksgerichts Hinterrhein ist X. nicht erwerbstätig. Ihr Ehemann erhält eine Invalidenrente von monatlich Fr. 2'800.-. Hinzu kommen eine Kinderrente von monatlich Fr. 630.- für die jüngste Tochter, die noch unterstützt werden muss, sowie Ergänzungsleistungen. Insgesamt beträgt das Einkommen rund Fr. 4'500.- pro Monat.
X. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im  (ADMAS) verzeichnet.
B. Am 4. Februar 2009, um ca. 11.15 Uhr, fuhr X. mit ihrem VW Golf, GR_, den sie hinter dem Haus C., D.-Strasse 60, in B. parkiert hatte, durch die dortige Gasse in der Absicht, in die D.-Strasse einzubiegen. Gleichzeitig fuhr Y. mit seinem Honda CR-V, BE_, auf der D.-Strasse von Süden Richtung Norden. In der Folge kam es zu einer Kollision zwischen den Fahrzeugen von Y. und X., wobei letzteres zudem durch den Aufprall in den parkierten Fiat, GR_, von E. gestossen wurde. Auf der Seite des Hauses C. befinden sich längs der D.-Strasse einige Parkfelder in der blauen Zone. Umstritten ist im Wesentlichen, wie sich der Unfall genau ereignet hat. Die Aussagen der beteiligten bzw. einvernommenen Personen widersprechen sich.
C. Mit Kompetenzentscheid vom 23. März 2009 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden die Angelegenheit zur Verfolgung im Übertretungsstrafmandatsverfahren an den Kreispräsidenten Thusis.
Mit Strafmandat vom 15. April 2009, mitgeteilt am 28. April 2009, erkannte der Kreispräsident-Stellvertreter Thusis X. der Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 15 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) für schuldig und bestrafte sie dafür mit einer Busse von Fr. 250.- bzw. mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen.
D. Gegen dieses Strafmandat erhob X. am 15. Mai 2009 Einsprache, worauf das Kreisamt Thusis die Sache gestützt auf Art. 175 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden (StPO; BR 350.000) dem Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein zur ordentlichen Durchführung des
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Untersuchungs- und Gerichtsverfahrens überwies. Am 4. Juni 2009 reichte X. eine Ergänzung zur Einsprache vom 15. Mai 2009 ein und beantragte die unentgeltliche Prozessführung. Mit Verfügung vom 9. Juni 2009 lehnt der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab. Nach Ergänzung der Untersuchung erliess die Vizepräsidentin des Bezirksgerichts Hinterrhein am 25. Januar 2010, mitgeteilt am 27. Januar 2010, die Schlussverfügung.
E. Mit Verfügung der Vizepräsidentin des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 17. Februar 2010, mitgeteilt am 18. Februar 2010, wurde X. wegen Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 15 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG in Anklagezustand versetzt. Der Fall wurde dem Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein zur Beurteilung überwiesen.
F. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein fand am 1. Juni 2010 in Anwesenheit von X. und ihres Rechtsvertreters statt. Mit Urteil vom 1. Juni 2010, mitgeteilt am 16. Juni 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Verletzung von Art. 15 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird sie mit einer Busse von CHF 250.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von drei Tagen, bestraft.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
Kosten des Kreisamtes Thusis CHF 630.40
Gerichtsgebühr CHF 4'696.05
Bargebühren CHF 150.00
Total CHF 5’476.45
gehen zulasten von X.

## Considerations