# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0dbfa3ad-3d13-4d22-9360-caa7ed3a1a2a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ ist seit Jahren drogenabhängig (angetroffene Situation nach Gefährdungsmeldung s. Entscheid KESB vom 17. April 2013, S. 2, act. E.1.41). Mit diesem Entscheid wurde eine Beistandschaft errichtet (Art. 394/395 ZGB). Heute ist A._ von der BB B._ ihre Beiständin (act. 51/52).
B. Vom 10. April bis 31. Oktober 2013 wohnte X._ beim Verein C._ (Begleitetes Wohnen, s. Bericht vom 31. Oktober 2013, act. E.1.81). Obwohl sie noch nicht als alleine wohnfähig beurteilt wurde, zog sie anschliessend zu ihrem Freund.
C. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden holte in der Folge bei Oberarzt D._ vom Zentrum für E._, über X._ ein umfassendes Gutachten ein (act. E.1.83), welches am 31. Januar 2014 erstattet wurde. Darin wurde die Drogensucht von X._ bestätigt. Eine langfristige stationäre Therapie erscheine als einzige Therapieform, die der chronischen Erkrankung eine Wende geben könnte, d.h. eine langandauernde, mindestens ein bis zwei Jahre andauernde, abstinente Phase, in der Tagesstruktur und damit auch die Kognition trainiert werden könne. Im ambulanten Setting sei dies illusorisch (s. die Schlussfolgerungen auf S. 29 ff. des Gutachtens).
D. Mit Entscheid vom 12. März 2014 verfügte die KESB Nordbünden eine fürsorgerische Unterbringung (FU) zunächst in der Abteilung "F._" der psychiatrischen Dienste Graubünden und per 20. März 2014 im "G._" der Sozialwerke Pfarrer H._ in O.1_. Es wurde ein Verlaufsbericht der Leitung des G._ nach spätestens fünf Monaten angefordert und sodann eine Überprüfung der Massnahmen in Aussicht gestellt (act. E.1.108).
E. Auf ein über den Verein Psychex am 31. März 2014 eingereichtes Entlassungsgesuch von X._ trat die KESB Nordbünden am 3. April 2014 nicht ein. Begründet wurde der Entscheid mit rechtsmissbräuchlichem Verhalten der Gesuchstellerin (bzw. der Psychex). Die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts wies eine dagegen erhobene Beschwerde am 7. Mai 2014 einzelrichterlich ab, soweit darauf eingetreten werden konnte (ZK1 14 47, B.6).
F. Am 22. April 2014 stellte X._ ein erneutes – von der Psychex verfasstes – Entlassungsgesuch (act. E.1.136). Die KESB erachtete dies als querulatorisch und trat darauf am 24. April 2014 ebenfalls nicht ein (act. E.1.133).
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G. Am 11. August 2014 erstatteten die Sozialwerke Pfarrer H._, Frau I._, einen Therapiezwischenbericht (act. E.1.138.1). Darin wurde unter anderem festgehalten, dass es X._ nach anfänglichen Schwierigkeiten nach den ersten fünf Monaten ihres Therapieaufenthaltes gelungen sei, sich soweit zu stabilisieren, dass eine intensive therapeutische Auseinandersetzung mit ihrer Sucht- und Lebensgeschichte nun möglich werde. Sie befinde sich aktuell in der Vorbereitung zur dritten Therapiestufe, in welcher es vor allem um die Aufarbeitung und der Sozialisation und Suchtgeschichte sowie um die Erarbeitung konkreter Rückfallpräventionsstrategien und der Vorbereitung der beruflichen Integration gehe. X._ fühle sich bereit, diese Aufgaben anzugehen. Zusammenfassend zeichne sich die therapeutische Zusammenarbeit und Entwicklung von X._ deutlich positiv ab und sei bei gleichbleibenden Strukturen weiterhin positiv zu erwarten. Zur Festigung der erlangten Stabilität und Erarbeitung von Strategien zur dauerhaften abstinenten Lebensführung werde eine Weiterführung der Therapie im G._ zum aktuellen Zeitpunkt noch als zwingend notwendig erachtet. Bei weiterhin günstigen Entwicklungen sähe man eine Umstufung in die 4. Therapiestufe und damit eine Aussenorientierung in ca. fünf bis sechs Monaten als möglich.
H. Die Beiständin A._ stellte am 14. August 2014 der KESB Nordbünden den Antrag um Verlängerung der FU (act. E.1.138). Dabei wurde insbesondere auf den Bericht von I._ Bezug genommen. Sollte die FU ersatzlos aufgehoben werden, würde sich X._ vermutlich wieder in ihr altes Milieu zurückbegeben. Dort würde es ihr voraussichtlich schwer fallen, sich abzugrenzen, womit ein Rückfall drohen würde. Aufgrund der noch bestehenden kognitiven Schwächen würde eine wenig förderliche Anhängigkeit von ihrem Freund entstehen (act. E.1.139).
I. Telefonisch ergänzte I._ vom G._ am 19. August 2014, X._ verbringe ihre Wochenenden bei ihrem Freund in Chur und sei stets abstinent gewesen. Sie erhalte noch eine Methadon-Substitution, weitere Suchtmittel (Alkohol) habe sie erwiesenermassen (Urinprobe) seit fünf Monaten nicht mehr konsumiert. X._ arbeite mit Freude und Motivation und zeige auch mehr Eigeninitiative. Trotzdem sei ein Austritt aus dem G._ nicht empfehlenswert. Einerseits sei sie noch nicht selbstständig wohnfähig. Sie sei noch nicht in der Lage, eine stabile Tages- und Wochenstruktur aufrecht zu erhalten. Zudem sei sie noch nicht in der Lage, ohne äussere Struktur abstinent von unterschiedlichen Suchtmitteln zu leben (act. E.1.140 und 141).
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J. Am 31. August 2014 liess X._ über den Verein Psychex ein Gesuch um sofortige Entlassung stellen (act. E.1.144).
K. Rechtsanwalt Edmund Schönenberger vom Verein Psychex übermittelte am 10. September 2014 der KESB seine gedruckte "Fundamentalkritik der Zwangspsychiatrie" und eine Bestätigung von J._, dem Freund von X._, dass sie bei ihm wohnen könne (act. E.1.150).
L. Die Behördensitzung der KESB in Anwesenheit von X._, Rechtsanwalt Edmund Schönenberger und J._ fand am 10. September 2014 statt (vgl. das Protokoll act. E.1.154).
M. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 10. September 2014, mitgeteilt am 12. September 2014, wurde die FU über X._ im G._ aufrecht erhalten (act. E.1.156).
N. Die dagegen erhobene Beschwerde von X._ hiess das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 24. September 2014 (ZK1 14 110) gut, womit es den angefochtenen Entscheid aufhob und die KESB Nordbünden anwies, bis spätestens 15. Oktober 2014 ein (Kurz-)Gutachten von einem unabhängigen Sachverständigen einzuholen und einen neuen Entscheid zu fällen. Das Kantonsgericht kam zum Schluss, dass das von Oberarzt D._ erstattete Gutachten mangels Hinweis der KESB auf die Straffolgen der Erstattung eines falschen Gutachtens nicht verwertbar sei.
O. Daraufhin beauftragte die KESB Nordbünden mit Schreiben vom 29. September 2014 (act. E.1.170) Dr. med. K._ mit der Erstellung eines psychiatrischen Kurzgutachtens über X._.
P. Das am 6. Oktober 2014 erstattete Gutachten (act. E.1.173) stellte die KESB Nordbünden zur Stellungnahme an Rechtsanwalt Edmund Schönenberger sowie zur Kenntnisnahme an X._ zu (vgl. act. E.1.175).
Q. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2014 (act. E.1.178) bzw. 13. Oktober 2014 (act. E.1.180) äusserten sich X._ sowie Rechtsanwalt Edmund Schönenberger zum psychiatrischen Gutachten.
R. Mit Entscheid vom 15. Oktober 2014 (act. E.1.182) ordnete die KESB Nordbünden gestützt auf das Gutachten von Dr. med. K._ die Fortführung der fürsorgerischen Unterbringung von X._. Im Dispositiv wurde Folgendes festgehalten:
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"1. X._ bleibt im Sinne der Erwägungen gestützt auf Art. 431 Abs. 1 i.V.m Art. 426 ZGB zur Behandlung und persönlichen Betreuung im Rehabilitationszentrum "G._" (O.1_) fürsorgerisch untergebracht.
2. Zuständig für die Entlassung aus der fürsorgerischen Unterbringung ist die KESB Nordbünden. Die Leitung des "G._" ist gehalten, die Absolvierung der Therapiestufen 3 und 4 unter der Voraussetzung der aktiven Mitwirkung von X._ zu intensivieren, so dass ein Übertritt in ein ambulantes Setting per März 2015 angestrebt werden kann. Zudem ist der KESB Nordbünden zwecks Überprüfung der  in spätestens vier Monaten nach Mitteilung dieses Entscheids ein weiterer Verlaufsbericht zuzustellen.
3. (Kosten)

## Considerations