# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e8020713-480b-4db2-8bf1-5eda0867ff39
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, arbeitete vom
1.
Mai 2011 bis
3
0.
November 2016
als Zimmermädchen bei den
Y._
, w
obei sie ab
dem 1
3.
März 2016 wegen einer Operation am Fuss vollständig
arbeitsunfähig war
(
Urk.
10/12 S. 1
;
Urk.
10/27 S. 4
). Am
4.
August 2016 meldete sie sich
deswegen
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/2).
Am 1
6.
März 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes
zur Zeit
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und dass ein Anspruch
auf eine Invalidenrente noch geprüft
werde (
Urk.
10/20 S. 1). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen und veranlasste eine polydisziplinäre medizinische
Untersuchung
,
wobei das Gutachten
der
MEDAS Z._
,
am 2
7.
August 2018 erstattet wurde (
Urk.
10/52, 10/60).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
November 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten di
e Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, wogegen die Versicherte Ein
wand erheben liess (
Urk.
10/66;
Urk.
10/70).
M
it Verfügung vom 2
7.
Februar 2019
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
wie angekündigt ab (
Urk.
10/73
=
Urk.
2
).
2.
Hiegegen
liess die Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter
Krepper
,
mit Eingabe vom
1.
April 2019 Beschwerde erheben und beantragen, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei ab dem
1.
März 2017, eventuell ab dem
1.
Mai 2017, eine Invalidenrente nach Massgabe eines vom Gericht fest
zusetzenden Invaliditätsgrades zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, damit sie nach Durchführung weiterer Abklärungen über den Anspruch auf Versicherungsleistungen, namentlich berufliche Massnahmen und eine Inva
lidenrente, neu befinde
. Überdies sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwalt
Dr.
Krepper
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen
(
Urk.
1 S. 2
)
.
Die
Beschwerdegegnerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Mai 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Mit Verfügung vom
5.
Juni 2019 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltli
che Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt
Dr.
Peter
Krepper
als unentgeltli
cher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 16). Mit derselben Verfügung wurde der Be
schwerdeführerin auch die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des S
ozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; (IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ei
nander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass
die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Zim
mermädchen ab 1
3.
März 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Zum
Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahrs im März 2017
sei ihr
eine angepasste Tätigkeit in einem Pens
um von 80
%
zumutbar gewesen. Der
Einko
mmensvergleich erge
be
einen Inval
iditätsgrad von 5
%
. Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40
%
ein An
spruch
auf eine Invalidenrente entstehe, habe die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt keinen Rentenanspruch gehabt.
Ab Mai 2017 sei die Beschwerdeführerin zwar wieder
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen;
da dies aber einem anderen Leiden entsprungen sei, habe ein erneutes Wartejahr abgewartet werden müssen. Ab Januar 2018 sei der Beschwerdeführe
rin wiederum ein Pensum von 80
%
in einer angepassten Tätigkeit zumutbar ge
wesen
, womit sie vor Ablauf des Wartejahres wieder rentenausschliessend ar
beitsfähig gewesen sei. Es bestehe kein Anspruch auf eine
Invalidenrente
(
Urk.
2).
2.
2
Die Beschwerdeführerin wandte
dagegen ein
(
Urk.
1)
, selbst wenn davon ausge
gangen würde, dass
sie
ab dem
3.
März 2017 in einer angepassten Tätigkeit in einem Pensum von 80
%
hätte arbeiten können - was bestritten werde -,
sei
das Wartejahr am
1.
Mai 2017 jedenfalls erfüllt, da sie zu diesem Zeitpunkt während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu
40
%
arbeitsun
fähig gewesen
und über diesen Zeitpunkt hinaus zu 100
%
arbeitsunfähig geblie
ben sei.
Sie
habe jedenfalls ab d
em 1.
Mai 2017 Anspruch auf eine Invalidenrente. Dass eine völlig andere Krankheit die Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2017 ausgelöst habe, tue entgegen den Ausführungen der Beschwerdege
gnerin nichts zur Sache (
S. 5).
Auch
in der Zeit vom
3.
März bis 30.
April 2017
sei sie
in ihrer Arbeitsfähigkeit wese
ntlich eingeschränkt gewesen
und die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit in einem Pensum von 80
%
aus gesundheitlichen Gr
ünden nicht möglich gewesen (S. 5)
.
Sie habe
grundsätzlich ab März 2017, spätestens aber ab Mai 2017 Anspruch
auf eine Invalidenrente (
S. 6).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 1
7.
Mai 2019
ergänzte die Beschwerdegegnerin i
n Bezug auf die Schilddrüsenerkrankung, wegen der die Beschwerdeführerin von Mai bis Dezember 2017 erneut zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei, habe ein neues Wartejahr
im Mai 2017 zu laufen begonnen. D
ie Beschwerdeführerin
sei nach Abschluss des War
tejahres am 1
3.
März 2019 (richtig:
2017) in einer ange
passten Tätigkeit
zu 80
%
arbeitsfähig gewesen
, womit kein Re
ntenanspruch be
standen habe;
es liege daher kein Fall des Wi
ederauflebens
der Invalidität nach Aufhebung der Rente
im Sinne von Art.
29
bis
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
vor.
Ferner b
ilde nur der Rentenanspruch
Streitgegenstand des aktuellen Verfahrens, Eingliederungsmassnahmen könnten vorliegend nicht geltend gemacht werden (
Urk.
9).
2.4
Strittig ist
einerseits die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ange
passten Tätigkeit und andererseits die Frage, ob mit der erneuten Arbeitsunfähig
keit
aufgrund der Schilddrüsenerkrankung
ab Mai 2017 ein neues Wartejahr zu absolvieren war.
3.
3.1
Bei Arbeitsunfähigkeit
seit
1
3.
März 2016 (
Urk.
10/4 S. 2)
operiert
e
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
die Beschwerdeführerin
am 1
5.
April 2016
am linken Fuss
(
Resektion einer
Haglund-Exostose
und eines Os
trigonum
sowie eine Revision der Achillessehne mit
Débridement
und Einlage eines Schmerzkatheters
;
Opera
tionsbericht vom 1
5.
April 2016,
Urk.
10/4 S.
4). Die Heilung verlief postoperativ zunächst komplikationslos (
Urk.
10/4 S.
7
;
vgl. auch Urk.
10/13 S.
5)
. A
m 1
3.
Mai 2016 traten jedoch Schwellungen und Schmerzen im
Rückfuss
auf, worauf im
B._
, eine Insuffi
zienzfraktur des
Tuber
Calcanei
mit umgebendem
Knochenmarksödemäquivalent
und ödematösen Weichteilen diagnostiziert wurde (
Bericht vom 2
7.
Mai 2016,
Urk.
10/4
S. 5, vgl.
auch
Urk.
10/4
S. 8).
Im Zwischenbericht an den Taggeldversicherer vom 2
8.
Juni 2016
(
Urk.
10/
4/
1-3
)
attestierte
Dr.
A._
der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% ab dem 1
3.
März 201
6.
Sie sei in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt, die Heilung verlaufe unter konservativer Therapie zeitgerecht. Wann die Beschwer
deführerin die Arbeitsfähigkeit
wieder erlange
n
werde
,
sei unklar;
mindestens bis August 2016
bleibe
sie arbeitsunfähig
.
Auch eine weniger belastende Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar.
Am rechten Fuss bestehe eine analoge Situation, es sei eine weitere Operation geplant (S.
1
-3
).
Aus den Berichten von
Dr.
A._
vom 2
8.
Juni und
9.
August 2016 ergibt sich ein zwischenzeitlich erfreulicher Verlauf mit
Regredienz
der Beschwerden (
Urk.
10/
13
S. 6 und S.
10
).
3.2
Im Bericht vom 1
2.
September 2016 (
Urk.
10/13)
nannte
der Hausarzt der Be
schwerdeführerin,
Dr.
med.
C._
, I
nnere Medizin FMH,
zusätz
lich folgende Diagnosen ohne
Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1)
:
-
Euthyreote
Struma
mul
t
inodosa
mit Wachstumstendenz
-
Heterozygote
alpha
Thalassämie
-
Status nach rezidivierendem Eisenmangel
-
Status nach Varizen-Operation 2005 beidseits
-
Rezidivierender benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
-
Oktober 2015 akutes
Thorakovertebralsyndrom
Dazu
legte
er
dar
, b
ezüglich der Struma
Multinodosa
habe
Dr.
med.
D._
, Endokrinologie/Diabetologie FMH, eine totale beidseitige
Thyroidektomie
emp
fohlen (vgl. S. 3)
;
die Beschwerdeführerin wolle jedoch noch zuwarten, bis die orthopädischen Operationen und deren Rehabilitation abgeschlossen seien (S. 2).
Die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
4.
März 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig
;
ob die bisherige Tätigkeit wieder zumutbar werde, hänge vom weiteren Verlauf ab. Die Belastbarkeit des linken und rechten Fusses sei eingeschränkt, links im Rah
men der postoperativen Rehabilitation und Status nach vermutlicher Insuffizienz
fraktur. Die Prognose sei
zur Zeit
noch nicht sicher, es bestehe eine teilweise
Regredienz
der Rückfussbeschwerden links, allenfalls sei noch eine operative Be
handlung der rechten Ferse vorgesehen (S. 2).
3.3
In einem weiteren Zwischenbericht an den Taggeldversicherer vom 2
7.
Januar 2017 (
Urk.
10/27 S. 16-18) führte
Dr.
A._
aus, die Beschwerdeführerin sei bezüglich der Steh-/Gehbelastung in ihrer bisherigen Arbeitstätigkeit einge
schränkt (S. 16). Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, die Prognose in Bezug auf die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit sei unklar
(S. 17). Die Frage, ob eine angepasste, weniger belastende Tätigkeit aus medizini
scher Sicht zumutbar sei, beantwortete er mit «
welche?»
(S. 18).
3.4
In der Folge gab die Taggeldversicherung eine fachvertrau
ensärzt
liche Untersu
chung bei
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
in Auft
rag (
Urk.
10/27 S. 9)
, w
orüber diese
am
3.
März 2017
Bericht
erstattete (
Urk.
10/27 S. 19-29
).
Darin
stellte
sie
aktuell am rechten
Rückfuss
keine Beschwerden fest, Schmerzen seien nicht
provozierbar
. Sodann stellte sie die folgenden Diagnosen
(S. 25
)
:
-
Status nach Operation des linken Rückfusses bei
Haglund-Exostose
und Os
trigonum
am 1
5.
April 2016, postoperativ kam es zu einer Insuffizienzfraktur am
Calcaneus
, die in einem MRT im Mai 2016 diagnostiziert wurde
-
Palpationsschmerzen hinter dem lateralen
Malleolus
-
Seitengleiche
Beschwielung
der Fusssohlen
-
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur
-
Kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
-
Fehl- und Überlastung des Bewegungsapparats bei einem Übergewicht von etwa 15 kg.
Dr.
E._
legte weiter dar
, dass zum jetzigen Zeitpunkt weder rechts noch links eine erneute Operation indiziert sei.
Sie wies auf das fehlende Korrelat in Bezug auf die geklagten Beschwerden im rechten
Rückfuss
sowie auf die seitengleiche
Beschwielung
der Fusssohlen hin.
Im Sitzen und in körperlicher Ruhe würden keine Beschwerden bestehen, die gehende und stehende Tätigkeit als Zimmer
mädchen solle
zur Zeit
nicht ausgeübt werden. Möglicherweise ergebe sich in Zukunft wieder
eine
Belastbarkeit für diese Tätigkeit. Ab sofort sei
eine
volle Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten gegeben, zum Beispiel in der Montage oder Kontrolle. Aufgrund ihres Habitus sei die Beschwerdeführerin ausschliesslich für sehr leichte und leichte Tätigkeiten geeignet (S. 26-2
8
)
.
Am 1
2.
April
2017
ergänzte
Dr.
med.
F._
, Vertrauensärztin
des Tag
geldversicherers
, dass die Rückfussbeschwerden
keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten, über
wiegend sitzenden Tätigkeit hätten
(
Urk.
10/27
S.
10-
13).
3.5
Am
8.
März 2017 unterbreitete
Dr.
A._
den Fachärzten der
G._
das
in Aussicht genommene
operative Vorgehen
zur Stellung
nahme
(
second
opinion
;
Urk.
10/27 S. 30)
.
Im
Sprechstundenbericht
vom 1
3.
Juni 2017 pflichtete
Dr.
med.
H._
, Oberarzt Orthopädie an der
G._
, Dr.
A._
dahingehend bei
, dass
der von ihm
emp
fohle
ne
Eingriff
chirurgisch wohl die einzige Lösung sein dürfte (
Urk.
10/33
S.
6-7).
Im Bericht vom 2
9.
August 2017 (
Urk.
10/33)
übernahm
Dr.
A._
die von
Dr.
H._
genannten Diagnosen (
Urk.
10/33 S. 6)
als
solche
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
, nämlich
eine
Insertionstend
in
opathie
der Achillesseh
nen, eine
Haglund-Exostose
beidseits und ein
en
Status nach Resektion
Haglund-Exostose
und Os
trigonu
m
und Revision Achillessehne links auf. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er
eine
Adipositas sowie eine Hypothyreose substituiert (S. 1). Er attestierte der Beschwerdeführerin eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
ab dem 1
3.
März 2016 bis auf Weiteres. Sie habe Einschränkung
en beim Gehen, Stehen, Treppen S
teigen und beim Tragen von Lasten. Er empfehle eine weitere Operation (Osteotomie
Calcaneus
und FDL Trans
fer), dies würde eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
zur Folge haben
. Es sei noch kein Endzustand erreicht (S. 3).
Im Beiblatt betreffend zumutbarer Tätigkeiten erachtete er lediglich rein sitzende Tätigkeiten als zumutbar, di
es seit dem 1.
Au
gust 2017
(S. 5).
3.6
I
m
Verlaufsbericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
0.
Oktober 2017 (
Urk.
10/41) führte
Dr.
C._
neben den
bereits erwähnten orthopädischen Diagnosen neu ein
papilläres
Schilddrüsenkarzinom pT1a L0 V0 und
eine
euthy
reote
St
r
uma
multinodosa
nach totale
r
Thyroidektomie
am
5.
Mai 2017 bei
Ra
diojodelimination der Rest-Schilddrüse am 2
3.
August 2017 und substituierter Hypothyreose
sowie eine Anpassungsstörung, Angst und Depression gemischt (ICD-10 F43.22), Differenzialdiagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11) als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf. Die psychiatrische Diagnose bestehe seit Frühjahr 2017
(S.
1)
. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führte Dr.
C._
sodann aus, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tä
tigkeit als Zimmermädchen bis auf Weiteres nicht mehr arbeitsfähig sei, in einer rein sitzenden Tätigkeit
jedoch
eine zumindest teilzeitliche Arbeitsfähigkeit vor
handen sein
dürfte
. Der genaue Umfang müsse evaluiert werden,
er könne dies nicht genau beurteilen (S. 2
; vgl. auch
Urk.
10/60/45
).
Die genannten psychiatrischen Diagnosen ergeben sich aus dem
Bericht des Psy
chiaters
Dr.
med. I._
vom 1
5.
Juni 2017 (Urk. 1
0/42 S. 1-2)
,
in welchem dieser bis auf Weiteres eine Arbeits
fähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
von 100
%
attestiert (S. 2).
3.7
Die für
das
polydisziplinäre (psychiatrisch, allgemein-internistisch, orthopädisch)
MEDAS-Gutachten
vom 2
7.
August 2018
(Urk.
10/60) zuständigen Fachärzte stellten die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 6)
:
Rückfussschmerzen beidseits bei/mit:
-
Insertionstendinopathie
der Achillessehnen beidseits links betont
-
Haglund
-
Exostose
, Os
trigonum
beidseits
-
Status n
ach Resektion
Haglund
Exostose
und Os
trigonum
sowie Revision Achillessehne links
-
Status nach Insuffizienzfraktur
Calcaneus
links (MRI Mai 2016)
-
Fersensporn beidseits
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannten
sie die fol
genden gesundheitlichen Störungen
(S. 6)
:
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73)
-
Status nach potentiellem Gesundheitsrisiko im Rahmen einer bösartigen Neu
bildung in der Eigenanamnese (ICD-10 Z85)
-
Substituierte Hypothyreose bei Status nach totaler
Thyreoidektomie
im Mai 2017 mit Radiojodelimination der Rest-Schilddrüse im August 2017
-
Thalassämie
ED 2005
-
Adipositas Grad I (BMI 30 kg/m
2
)
-
Rezidivierender benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
Die
Gutachter
beze
ichneten als hauptsächliche Ges
undheitsstörung die Beschwer
den an beiden Füssen mit zunehmenden Fussschmerzen ab etwa Sommer 2015 (S. 4). Nach der Operation vom 1
5.
April 2016 sei es zu keiner Beschwerdebesse
rung gekommen.
Der
empfohlene erneute Eingriff sei wegen der operativen Be
handlung der Schilddrüse nicht durchgeführt worden. Es stelle sich die Frage, ob sich durch eine erneute Operation eine Beschwerdebesserung einstellen würde. Vorher sollte eine Intensivierung der konservativen Therapie, allenfalls stationär, erfolgen (S. 5). Hinsichtlich der Schilddrüsenerkrankung bestehe
nach der Be
handlungsphase vo
n
Mai bis Dezember 2017
Beschwerdefreiheit. Die
Thalassä
mie
, der Lagerungsschwindel und die psychischen Belastungen schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht ein (S. 6).
Die Experten erachteten die prinzipielle Proble
matik der Fussbeschwerden als objektivierbar, jedoch hinsichtlich der Intensität der Schmerzangaben nicht für nachvollziehbar. Der Befund links im MRI habe sich gegenüber der Voraufnahme
g
ebessert, rechts sei er
gleich geblieben
(S. 7).
Die Experten
formulierten
a
ufgrund der verminderten Fussbelastbarkeit b
eidseits folgendes
Zumutbarkeitsprofil: Rein gehende u
nd
allein stehende
Arbeiten seien
nicht mehr zumutbar, wie auch Arbeiten mit häufigem Treppensteigen und Gehen auf unebenem Gelände und gehockt kniende Arbeiten. Alle anderen Arbeitstätig
keiten seien hingegen zumutbar. Insgesamt ergebe sich angesichts dieses Zumut
barkeitsprofils dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zimmermädchen. Diese Bewertung gelte ab 1
3.
März 2016 auf Dauer.
Sie erachteten
jedoch eine
ganztägige
Arbeitstätigkeit in leidensadapt
ierter Ver
weistätigkeit
sehr wohl für
möglich
. Lediglic
h wegen erhöhtem Pausenbedarf kö
nn
e
eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit um 20
%
zuerkannt werden, gültig ab 3.
März 201
7.
Vorübergehend habe nachfolgend aber aufgrund der in
ternistischen Erkrankung (Schilddrüsenkarzinom, Behandlungsphase) zwischen Mai und Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auch für Verweistä
tigkeiten bestanden. Ab Januar 2018 bestehe wiederum Arbeitsfähigkeit auch aus internistischer Sicht
,
r
esp
ektive
es
verbleibe die um 20
%
geminderte
Arbeitsfä
higkeit
in der
leidensadaptierten Tätigkeit gemäss orthopädischer Vorgabe
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, auch nicht retrospektiv (S. 7).
3.8
Am 2
7.
September 2018 nahm
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Chirur
gie, vom
regionalen ärztlichen Dienst (
RAD
) der Beschwerdegegnerin
Stellung zum MEDAS-Gutachten. Er
hielt
dieses
für
ausführlich,
es
bewerte die Aktenlage
,
die Befunde und Diagnosen seien plausibel und nachvollziehbar. Es könne auf das Gutachten abgestellt werden (
Urk.
10/65 S. 6).
3.9
I
m
Bericht vom 1
1.
Januar 2019 führte sodann
Dr.
med.
K._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
aus, es würden
Insertionstendinopathien
der Achillessehnen, die auf der linken Seite massiv beschwerdeführend seien, bestehen. Er empfehle in diesem Fall einen FHL-Sehnentransfer links. Dieser zeige gute Resultate bei sehr guter Funktion (Urk. 10/67).
4.
4.1
Die Gutachter und die behandelnden Ärzte stimmen in ihrer Beurteilung überein, dass die Beschwerdeführerin
infolge der Fussbeschwerden
seit dem 1
3.
März 2016 in ihrer angestammten Tätigkeit als Zimmermädchen voll arbeitsunfähig ist
(Urk.
10/13 S. 2;
Urk.
10/33
S. 3;
Urk.
10/41 S. 2;
Urk.
10/60 S. 7)
. Davon gehen
nach Lage der Akten
zu Recht
auch die Parteien aus (
Urk.
1 S. 3;
Urk.
2 S. 1).
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit verhält.
4.2
4.2
.1
Di
e Beschwerdegegnerin legt
e
der angefochtenen
Verfügung die Annahme zu Grunde, dass die Beschwerdeführerin ab dem
3.
März 2017 in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfä
hig war (
Urk.
2 S. 2) und berief sich dafür auf das poly
disziplinäre Gutachten (
Urk.
10/60) und die Ste
llungnahme von RAD-Arzt Dr.
J._
(
Urk.
10/65).
4.2
.2
Die für das MEDAS-Gutachten vom 2
7.
August 2018 verantwortlichen Fachärzte legten den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar. Das Gutachten basiert auf den
Vorakten
(
Urk.
10/60 S. 11-19) und den eigenen klinischen Untersuchungen. Die seitens der Beschwerdeführerin geklag
ten Beschwerden
wurden fachärztlich umfassend abgeklärt und unter Berücksich
tigung ihres Verhaltens nachvollziehbar beurteilt. Die Gutachter gelangten bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen (vorstehend E. 1.4)
.
Die Gutachter setzten sich differenziert mit den
Fussbeschwerden auseinander und erläuterten plausibel, dass aus orthopädischer
Sicht
sei
t der Untersuchung bei Dr.
E._
im März 2017 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer die Füsse nicht belastenden Tätigkeit bestehe.
4.2.3
Der
Einwand der Beschwerdeführerin, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ab
3.
März 2017 beruhe auf ungenügenden Grundlagen, nämlich lediglich auf dem Bericht von
Dr.
E._
zu
H
anden
des Taggeldversicherers
vom
3.
März 2017 (
Urk.
10/27 S. 1-19)
,
welcher die Arbeitsfähigkeit nur aus orthopädischer Sicht beurteile und andere, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Gesundheitsschäden ausser Acht lasse
(
Urk.
1 S.
5)
, ist
nicht
zutreffend
.
Die Gutachter nahmen von sämtlichen
Vorakten
und nicht nur von den Berichten von
Dr.
E._
Kenntnis (
Urk.
10/60/11-19); zudem fusste ihre Konsensbeurteilung nicht nur darauf, son
dern zu
r
Hauptsache auf den eigenen Untersuchungen mit sorgfältiger Anam
nese- und Befunderhebung (vgl. namentlich das orthopädische Teilgutachten,
Urk.
10/60/48 f. und
Urk.
10/60/58 f.). B
ezüglich der ps
ychiatrischen Problematik legten sie mit nachvollziehbarer Begründung dar, dass
nie eine A
rbeitsunfähig
keit bestanden
und
die
Sc
hilddrüsenproblematik erst ab Mai 2017 d
ie Arbeitsfä
higkeit beeinflusst habe
. Dies
e
Beurteilung
stimmt mit
jener des Psychiaters
Dr.
I._
überein
(
Urk.
10/42 S. 2
)
. A
uch aus den Berichten von
Dr.
C._
ergeben sich keine Hinweise auf eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Schild
drüsenproblematik bis zur
Thyroidektomie
am
5.
Mai 2017 (vgl.
Urk.
10/13;
Urk.
10/41).
Somit stellte sich einzig die Frage, ob die Beschwerdeführerin auf
grund ihrer orthopädischen Beschwerden für
eine
angepasste Tätigkeit arbeitsun
fähig war.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
es sich bei der
Einschätzung
der Arbeitsfä
higkeit im März 2017
im MEDAS-Gutachten vom August 2018 um eine retro
spektive Beurteilung handelt. Dass sich die Gutachter
diesbezüglich
auf die echt
zeitlichen medizinischen Akten, insbesondere den Bericht von
Dr.
E._
vom
3.
März 2017
, stützten
, ist nicht zu beanstanden.
Dr.
E._
kam aufgrund einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin und unter Kenntnis der
Vorakten
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin bezüglich einer Tätigkeit im Sitzen nicht eingeschränkt sei
,
und bescheinigte ihr daher a
b dem Untersu
chungszeitpunkt eine
volle Arbeitsfähigkeit für derart angepasste Tätigkeiten
(
Urk.
10/27 S. 26-27)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin steht diese Beurteilung nicht im Widerspruch zu den weiteren medizinischen Unterlagen
,
insbesondere
den Be
richten von
Dr.
A._
und
Dr.
C._
. So bescheinigte Dr.
A._
im Bericht vom 2
7.
Januar
2017
(
Urk.
10/27 S.
16-18)
der Beschwerdeführerin
zwar eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, führte jedoch
lediglich Einschränkun
gen bei der Steh- und Gehbelastung
an
; zur Zumutbarkeit
eine
r
Arbeit
im Sitzen
äusserte er sich nicht
(
Urk.
10/27 S. 18
).
Im Bericht vom 2
9
. August 2017 erach
tete
auch
Dr.
A._
sitzende Tätigkeiten ab dem
1.
August 2017 für zumut
bar
. Es ist indes
nicht ersichtlich, weshalb er - in Abweichung zu
Dr.
E._
- diese Arbeitsfähigkeit erst am 1. August
2017 für zumutbar hielt
, zumal er keine gesundheitlichen
B
esserungen
schilderte
(
Urk.
10/33 S. 5).
Auch Dr.
C._
befand
im Bericht vom 3
0.
Oktober 2017
eine rein sitzende Tätigkeit
zumindest teilzeitlich
für
zumutbar, den genauen Umfang
könne er nicht beurteilen (Urk.
10/41 S. 2).
Auss
erdem ist festzuhalten, dass die
MEDAS-Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
im
Begutachtung
szeitpunkt
aufgrund von eigenen Untersu
chungen
und
unter Berücksichtigung einer gewissen Schmerzausweitung
auf 80
%
in angepasster Tätigkeit einschätzt
e
n
und dies einleuchtend begründeten
(
Urk.
10/60 S.
10)
. Da sich aufgrund der medizinischen Akten
im Verlauf
keine
wesentliche Veränderung
der orthopädischen Beschwerden ergibt
,
er
scheint nachvollziehbar, dass sie
diese
Beurteilung
unter Abstützung auf die
echtzeitli
chen
medizinischen Unterlagen, insbesondere den Bericht von
Dr.
E._
,
auf März 2017 zurückbezogen.
4.2.4
Insgesamt ergeben sich aus den vorliegenden Arztberichten somit keine genü
genden Anhaltspunkte für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit im Sitzen ab März 2017; die Berichte der behand
el
nden Ärzte sind mithin nicht geeignet, die Expertise in Zweifel zu
z
iehen. Die Beschwerde
gegnerin ist somit zu Recht von
einer Arbeitsfähigk
ei
t von 80
%
in einer ange
passten Tätigkeit ab März 2017 ausgegangen.
4.3
4.3
.1
Mit dem Gutachten (vgl.
Urk.
10/60 S. 7) und den behandelnden Ärzten (vgl. Urk. 10/13 S. 2;
Urk.
10/33 S. 3;
Urk.
10/41 S. 2;
Urk.
10/60) übereinstimmend gehen beide Parteien davon aus,
dass die Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdefüh
rerin
am 1
3.
März 2016 eintrat und damit
das
Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG am 1
3.
März 2017 ablief
,
womit eine Bere
ntung ab März 2017 zu prüfen war
(
Urk.
1 S. 6; Urk. 2 S. 2)
. Umstritten ist jedoch, ob die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. c
IVG
noch zu mindestens 40
%
invalide war.
4.3
.2
Die Beschwerdegegnerin führte zur Beantwortung dieser Frage
bei der voller
werbstätig gewesenen Beschwerdeführerin (
Urk.
10/12/2)
einen Einkommensver
gleich
durch.
Zur Diskussion
steht
eine Rente ab März 2017
(vorstehend E. 1.2)
, weshalb ein Einkommensvergleich nach Massgabe der Verhältniss
e im Jahr 2017 durchzuführen
ist
(BGE 129 V 222 E.
4.2).
Die
Beschwerdegegnerin
zog
das
im Jahr 2015
erzielte
Einkommen
von
Fr.
45'501.--
gemäss IK-Auszug heran
(
Urk.
10/63),
das
sie unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung auf
Fr.
46'048.45 hochrechnete (
Urk.
10/64,
Urk.
2). Es
ergibt sich
jedoch
zweifelsfrei
a
us de
m Arbeitgeberfragebogen i
n
Ver
bindung
mit dem
beigelegten
Lohnjournal
ein mona
tliches Einkommen von
Fr.
3'740.-- * 13
(Urk. 10/12 S. 4 und S. 13
und S. 15
)
,
so dass
e
in Jahrese
inkom
men von
Fr.
48'620.--
per 2016
resultiert
, unter
Berücksichtigung der Teuerung
mithin ein
massgebendes
Valideneinkommen
von Fr.
48'800.-- (Fr. 48'620.-- / 2709 * 2719; vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39, Frauen).
4.3
.3
Entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
10/64
)
ist
das
In
valide
neinkommen gestützt auf die LSE 2016 zu bestimmen, da die Beschwerde
führerin zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns keiner Arbeitstätig
keit nachging.
Aufgrund der fehlenden Ausbildung der Beschwerdeführerin sowie angesichts des individuellen Belastungsprofils ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art weiblicher Ange
stellter vo
n Fr
.
4'363.-- abzustellen (LSE
2016, TA1, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Priva
ter Sektor, Total, Kompetenzniveau 1). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, Total
) und ange
passt an die Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Angestellte von 2709 Punkten im Jahr 2016 auf 2719 Punkte im Jahr 2017 (vgl. Entwicklung der No
minallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39, Frauen) ergibt dies ein Bruttoe
inkom
men von
Fr.
54'782.-- (Fr.
4'363.-- /
40 * 41.7 * 12 / 2709 * 2719).
Das
tatsächlich erzielte
Valideneinkommen
von
Fr.
48'800.--
lag knapp 11
%
un
ter
diesem Tabellenlohn
,
weil
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
die
persön
lichen Eigenschaften
der Beschwerdeführerin wie
fehlende Ausbildung oder Sprachkenntnisse
(vgl.
Urk.
10/2 S. 2,
Urk.
10/10 S. 4)
die Erzielung eines Durch
schnittslohnes verunmöglich
t
en
.
Die Vergleichseinkommen sind daher zu paral
lelisieren,
soweit die Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
5
%
übersteigt (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2, 135 V 58 E. 3.1 und 134 V 322 E. 4.1).
Das
Invalideneinkommen ist
vor diesem Hintergrund
um 6
%
zu reduzieren
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2.2.3).
Umgerechnet auf das der Beschwerdeführerin zumutbare Pensum von 80 % ergibt sich
demnach
ein Invalideneinkommen von
Fr.
4
1’196
.-- (
Fr.
54'782.-- *
0.
8
* 0.94
).
4.3
.4
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem Validen
-
einkommen
von
Fr.
48'800.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 4
1'196
.
-
- auszugehen, womit sich ein I
nvaliditätsgrad von 1
6
%
ergibt
. Selbst unt
er Berücksichtigung eines -
nicht gerechtfertigten - leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen in maximaler Höhe von 25
%
(
vgl.
BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc)
ergäbe sich demzufolge kein rentenbegründeter Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
(
vgl. E.
1.3
).
Die Be
schwerdegegnerin hat daher den Anspruch auf eine Invalidenrente zu diesem Zeitpunkt zu Recht verneint.
4.4
4.4
.1
Unbestritten
und aufgrund der medizinischen Unterlagen ausgewiesen
ist eben
falls, dass die Beschwerdeführerin ab Mai 2017
bis Dezember 2017
aufgrund einer
operativ versorgten
Schilddrüsenerkrankung
in Bezug auf jede Tätigkeit
wiede
rum voll arbeitsunfähig war
(
Urk.
1 S. 4;
Urk.
2 S. 2; vgl.
etwa
Urk. 10/60 S. 7)
.
Zu p
rüfen ist daher, ob auf diesen
Zeitpunkt
hin
- wie es die Beschwerdegegnerin annimmt - ein neues Wartejahr zu
bestehen
war.
Gemäss
Art.
29
bis
IVV
werden bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28 Abs.
1
lit
. b IVG
(vorstehend E. 1.
2)
früher zurückgelegte Zeiten angerechnet
, wenn eine Ren
te nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben
wurde
, dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zu
rückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass
er
reicht.
4.4
.2
Die
Beschwerdegegnerin
berief
s
ich hierbei auf
Art.
29
bis
IVV beziehungsweise darauf, dass wegen
fehlendem Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs im März 2017
sowie wegen der auf ein anderes Leiden zurückzuführenden Arbeits
unfähigkeit
gerade kein von dieser Bestimmung gedeckter Fall einer Anrechen
barkeit der Wartezeit vorliege
und somit ein neues Wartejahr zu bestehen sei
(
Urk.
9 S. 1).
Bezüglich des
Argument
s
, dass zum Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahrs kein Rentenanspruch bestand
en habe
und daher ein erneu
tes Wartejahr zu absolvieren gewesen sei
, ist festzuhalten
, dass das Gesetz keine Vorgaben betreffend den Be
ginn oder das Ende der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG macht. Es genügt eine
Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40
%
ohne wesentlichen Unterbruch während eines Jahres. Diese Vora
ussetzung ist bei andauernder
Ar
beitsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf in jedem späteren Zeitpunkt gege
ben. Die Verneinung eines Rentenanspruchs aufgrund eines Invaliditätsgrads von weniger als 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) ist lediglich insofern von Bedeutung, als da
s
s
zu diesem Zeitpunkt
die Anspruchsvoraussetzung nach Art. 28
Abs.
1
lit
. c nicht erfüllt war
(Urteil des Bundesgerichts 9C_412/2017 vom
5.
Oktober 2017
E. 4.3)
.
Die
se
bundesgerichtliche Rechtsprechung
gilt im Rahmen von Neuanmel
dungen (Urteile des Bundesgerichts 9C_878/2017 vom 1
9.
Februar 2018 E. 5.3 und 9C_496/2018 vom 2
1.
November 2018
3.2), mithin wenn ein
Rentenanspruch
aufgrund eines zu niedrigen Invaliditätsgrads bereits rechtskräftig verneint wor
den war
,
und muss umso mehr gelten, wenn
- wie hier
im Rahmen eines laufenden Verwaltungsverfahrens ein
Invaliditätsgrad
von weniger als
40
%
er
mittelt wurde.
Die gesundheitliche Verschlechterung musste
während des hängi
gen
Verwaltungsverfahren
s
auch nicht
mittels
Neuanmeldung geltend gemacht werden, weshalb
die
sechsmonatige Karenzfrist nach
Art.
29
Abs.
1 IVG
nicht zu bestehen
ist
.
Somit ist festzuhalten, dass
das
Wartejahr
am 1
3.
März 2017 erfüllt war und
dies
aufgrund der fortdauernden Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tätigkeit
auch im Mai 2017 gegeben war.
Im Weiteren
vertrat
die Beschwerdegegnerin
ebenfalls unter Bezugnahme auf Art. 29
bis
IVV den Standpunkt
, dass die Verschlechterung auf ein anderes Leiden als die ursprünglichen orthopädischen Be
schwerden zurückzuführen
und dass da
her ein erneutes Jahr abzuwarten sei, bis ein Anspruch auf Rentenleistungen ent
stehen könne.
Diese nach orthopädischen Beschwerden einerseits und Schilddrü
senbeschwerden andererseits differenzierende Beurteilung der Entstehung des Rentenanspruchs hält vor dem Gesetz nicht stand. Insbesondere fin
det sich
hiefür
in
Art.
28 Abs.
1
lit
. b IVG keine Grundlage.
M
assgebend ist immer die Gesamt
heit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, was sich direkt aus
Art.
6 bis 8 ATSG in Verbindung mit
Art.
4
Abs.
1 und 2 sowie - im Falle der Invalidenrente -
Art.
28 ff. IVG ergibt. Die IV-rechtliche Relevanz der ganzen Gesundheitsschädigung erfährt nur dort eine Ausnahme, wo Gesetz oder Verordnung dies ausdrücklich vorsehen
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_800/2015
vom 2
5.
Februar 2016
E. 3.2
)
.
Dies ist zum Bei
spiel
beim Wiederaufleben der Invalidität nach Aufhebung der Rente gemäss
Art.
29
bis
IVV der Fall, der jedoch wie soeben ausgeführt
vorliegend nicht zur Anwendung kommt.
Das Wartejahr ist daher auch in Bez
ug auf die Schilddrü
senerkrankung erfüllt.
4.4
.3
Zwischen
Mai
und Dezember 2017
ist eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in jeg
licher Tätigkeit ausgewiesen (
Urk.
10/60 S. 7) und unbestritten
(
Urk.
1 S. 4;
Urk
2 S. 2)
.
Unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
2 IVV, wonach eine Ver
schlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne we
sentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, bestand somit ab August 2017 Anspruch auf eine
ganze
Rente der Invalidenversicherung
.
4
.5
Ab Januar
2018
war die Beschwerdeführerin im Hinblick auf das Schilddrüsen
leiden wiederum voll arbeitsfähig
.
Ab diesem Zeitpunkt war
sie
gemäss dem aus
sagekräftigen MEDAS-Gutachten
wie bereits vor dem Schilddrüsenleiden
zwar weiterhin
aufgrund ihrer orthopädischen Beschwerden
in ihrer angestammten Tä
tigkeit als Zimmermädchen voll arbeitsunfähig,
in einer
angepassten
Tätigkeit
war
ihr
jedoch wieder
ein Pensum von 80
%
zumutbar
(
Urk.
10/60 S. 7).
Daran ändert auch der Bericht von
Dr.
K._
vom 1
1.
Januar 2019 nichts, da
er sich zur Arbeitsfähigkeit nicht äusserte, sondern
darin nur die bereits bekann
ten Beschwerden aufführt
e
, die
nach der gutachterlichen Einschätzung
eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit im Sitzen nicht zu begründen vermögen
.
Dr.
K._
legte auch nicht dar, weshalb vom MEDAS-Gutachten abzuweichen wäre
(
Urk.
10/67).
Da
daher
die gleiche
Situation vorlag
wie im März 2017, kann auf den bereits durchgeführten Einkommensvergleic
h verwiesen werden (vgl. vorstehend E.
4.2). Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin lag mithin wieder unter 40
%
,
womit sie ab
April
2018
(Art.
88a
Abs.
1
IVV)
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr hatte
.
5.
Zusammenfassend führt dies
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
zur Auf
hebung der angefochtenen Verfügung sowie zur Feststellung
, dass di
e Beschwer
deführerin von August 2017 bis März 2018
Anspruch auf eine ganze
Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Was
die Vorbringen
der Beschwerdeführerin betreffend berufliche Massnahmen
anbelangt
, ist anzumerken, dass sowohl der Vorbescheid vom
29.
November 2018
als auch der Einwand vom
1
5.
Januar 2019 (
Urk.
10/70)
allein den Rentenan
spruch be
schlagen. D
ie Beschwerdegegnerin
hat sich
in der angefochtenen Ver
fügung zu Recht nicht zu
m
Anspruch auf berufliche Massnahmen geäussert
, wes
halb diese Frage nicht Anfechtungsgegenstand bildet
und insoweit auf die Be
schwerde nicht
einzutreten ist
. Ein entsprechender Antrag wäre de
mnach erneut bei der IV-Stelle einzubringen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf
Fr.
80
0.-- festzusetzen. Davon hat die
Beschwerdeführer
in, die
zum grösseren Teil unterliegt, den Teilbetrag von
Fr.
600.-- zu
bezahlen, diese Kosten
sind zufolge der gewährten unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Im Umfang von Fr.
200.-- sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung
(vgl. dazu auch
Urk.
16 Dispositiv-Ziffer 3)
nach der Bedeutung der
Streitsache, der Schwie
rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Da der Rechtsvertreter keine Honorarnote eingereicht hat (
Urk.
16 Dispositiv-Zif
fer 3) ist u
nter Berücksichtigung der genannten Kriterien die
Parteientschäd
igung ermessensweise auf
Fr.
2'0
00.-- festzusetzen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwer
degegnerin
folglich
zu verpflichten, eine Prozessentschädigung in der Höhe von
Fr.
5
00.--
zu bezahlen, im
übrigen Betrag von
Fr.
1'5
00.-- ist sie zufolge der be
willigten unentgeltlichen Rechtsvertretung einstweilen aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.3
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie
der
Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.