# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9aac8afc-0a74-49cf-8843-792e5db8f477
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 19
57
geborene
X._
arbeitete seit
1991
als
Architekt
bei der
Y._
AG
und
war
bei der
Basler Versicherungen
AG
(nachfolgend: Basler)
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am
3.
Oktober 2019
einen Auffahrunfall erlitt (vgl. Schadenmeldung vom
2
4.
Oktober 2019
, Urk.
14
/1
.6
). Die
am
7.
Oktober 2019
erstbehandelnde
Dr.
med.
Z._
,
praktische Ärztin
,
diagnostizierte
ein Schleudertrauma
, verordnete
manuelle Therapien
und attestierte dem
Versicherten
ab dem
3.
Oktober 2019
eine 100%ige
sowie
ab dem
1.
November 2019
eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit (
vgl.
Urk.
14/2
.2,
Urk.
14/
2.4 ff.
; vgl. demgegenüber die Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung im Verlaufsbericht vom 2
8.
Januar 2020,
Urk.
14/2.11
).
Die
am
9.
Oktober 2019
durchgeführte
MRI-Untersuchung des
Schädel
s und der HW
S
brachte
im Wesentlichen
mehrsegmentale
degenerative
HWS-
Veränderungen
zur Darstellung
(Urk.
14/2.1
). Die
Basler
anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (
Heilbehandlungskosten und
Taggel
der
). Im weiteren Verlauf
liess sich der Beschwerdeführer aufgrund von
Dreh
schwindelattacken
verschiedentlich spezialärztlich abklären
(vgl.
Urk.
14/2.10
,
Urk.
14/2.15,
Urk.
14/2.17,
vgl. MRI-Befund vom 1
3.
Februar 2020,
Urk.
14/2.16).
Am
3.
Februar 2020
gab Dr. med.
A._
, Fach
arzt
FMH für
Allgemeine
Innere Medizin
,
eine
als «
second
medical
opinion
» bezeichnete
versi
cherungsmedizinische Beurteilung ab (Urk.
14/2.14
).
Zudem
veranlasste die
Basler
das neurologische
Aktengutachten
von Dr. med. B._
, Facharzt FMH für Neurologie, zertifizierter med. Gutachter SIM, Polydisziplinäre Begut
achtungsstelle MEDAS, vom
1
9.
März 2020
(Urk.
14/3.2
)
.
G
estützt
darauf
stellte
sie
die bisher erbrachten Leistungen
mit Verfügung vom
2.
April 2020
bei
E
rrei
chen
des
S
tatus quo sine
am
3.
Januar 2020
ab
4.
Januar 2020
ein
(
Urk.
14/4.4;
vgl. auch
Urk.
14/4.1)
. Die am
18.
Mai
20
20
dagegen erhobene Einsprache des Versicherten (Urk.
14/4.9
) wies die
Bas
ler
mit Einspracheentscheid vom
1
1.
Dezember
2020
ab (Urk. 2); a
uf
die
Rückforderung
der über den
3.
Januar 2020 hinaus bereits erbrachten
Leistun
gen verzichtete sie
(Urk.
2 S.
6
, vgl. auch
Urk.
14/
4.1
).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
9.
Januar 2020
(Datum Poststempel)
Beschwerde und beantragte, es seien ihm in Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch
ab dem
4.
Januar 2020
Versicherungsleistungen
(Taggeld
leistungen und Heilungskosten)
auszurichten
; eventualiter sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1
5.
April
20
21
schloss
die Beschwerd
e
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
11
), was dem Beschwerdeführer am 2
2
.
April
20
21
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 1
5
). Mit Eingabe vom
1
0.
Mai 202
1
reichte
der Beschwerdeführer
eine
Stellung
nahme ein
(Urk.
16
).
Eine Kopie derselben wurde der Besch
werdegegnerin
am 1
7.
Mai 2021
zugestellt (
Urk.
17), woraufhin
diese
ihrerseits a
m
9.
Juni 20
21
Stellung nahm
und
einen weiteren Arztbericht zu den Akten gab
(
Urk.
20
,
Urk.
21
)
. Je eine Kopie dieser Eingaben wurden dem Beschwerdeführer zugestellt (
Urk.
23).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt
zunächst
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht.
Ist ein Schleuder
trauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopf
schmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungs
weise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegrün
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
versicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Hals
wirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbe
stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nach
weisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwi
ckelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen
, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungs
massnahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1,
Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109, vgl. auch Urteil 8C_674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach
Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (
zweckmässige
) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren
Massnahmen
– wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.
1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid
erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf das beweistaugliche Aktengutachten von
Dr.
B._
habe der Beschwerdeführer anlässlich des Auffahrunfalls vom
3.
Oktober 2019 eine leichte HWS-Distorsion gemäss QTF Grad II erlitten. Strukturelle traumatische Schäden des Schädels und der HWS seien
im Rahmen der
bildgebend
en Untersuchungen
nicht festgestellt worden. Die unklaren Drehschwindelepisoden und
Zervikalgien
seien weder objektivierbar noch unfallkausal. Eine leichte HWS-Distorsion
gemäss QTF Grad II
heile innerhalb von spätestens drei Monaten ab.
Dies gelte auch für eine vorübergehende Verschlechterung eines Vorzustandes. Über den
4.
Januar 2020
[recte:
3.
Januar 2020]
hinaus sei von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
Besserung mehr zu erwarten gewesen. Beim vorliegenden Schleudertrauma ohne äquivalente Verletzung erfolge die Prüfung des kausalen Zusammenhangs nach Massgabe der Schleudertrauma-Praxis. Dabei sei der
stattgehabte
Unfall
als mittelschwer
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zu qualifizieren. Da die – näher
beze
ichneten - erforderlichen Kriterien
allesamt nicht erfüllt seien,
sei die Adäquanz zu verneinen. Auf eine Rückforderung der über den
3.
Januar 2020
hinaus bereits erbrachten Leistungen werde verzichtet (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerde
führer monierte zunächst
, die
Beschwerdegegnerin habe es entgegen seinem
einspracheweisen
Antrag unterlassen,
im Zusammenhang mit dem Fallabschluss
Auskünfte beim behandelnden Hausarzt
sowie
bei der behan
delnden Physiotherapeutin einzuholen. Damit habe sie ihre Abklärungspflicht
verletzt. Indem die Beschwerdegegnerin die beantragten Auskünfte im angefoch
tenen Entscheid nicht einmal erwähnt habe, habe sie zudem
das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers
verletzt
. Sodann bestehe - entgegen
Dr.
B._
– ein zeitli
cher Konnex zwischen dem Unfall und den Schwindelbeschwerden
; sowohl im Arztzeugnis UVG
als auch im HWS-Dokumentationsbogen
vom 1
3.
November 2019 seien Schwindelbes
chwerden dokumentiert worden. E
ntsprechend
sei die natürliche Unfallkausalität zu bejahen. Soweit die
natürliche Unfallkausalität
mit Bezug auf die Nacken- und HWS-Beschwerden ab drei Monaten nach dem Unfallereignis verneint werde, so handle es sich dabei um eine unzulässige Pauschalbeurteilung. Insbesondere
habe der Beschwerdeführer im
Januar
/Februar
2020
noch immer Kopf- und Nackenbeschwerden sowie einen Dr
uck hinter den Augen berichtet. Zudem sei der Beschwerdeführer im Februar 2020
infolge Drehschwindels
auf der Notfallstation vorstellig geworden. Zudem habe
d
er
Beschwerdeführer
im Herbst 2020 einen rheumatologis
chen Facharzt aufgesucht.
Alle d
ies spreche klar gegen das Erreichen eines Status quo sine. Im Herbst 2020 sei sogar
ein
chronifiziertes
zervikozephales
und
zervikovertebrales
Syndrom
festgestellt
worden
.
Mithin
könne nicht von einer folgenlosen Heilung innert dreier Monate ausgegangen werden.
Auch sei
nicht
anzunehmen
, dass seit dem
1.
Januar 2020 keine namhafte Besserung mehr erreicht werden könne.
Dies werde gerade mit Blick auf die physiotherapeutische Behandlung offensichtlich. So habe der behandelnde Physiotherapeut im Bericht vom
9.
Dezember 2019 eine eingeschränkte HWS-Beweglichkeit festgehalten; im Januar 2020 habe sich zudem eine verminderte Streckung der Brustwirbel gezeigt.
Demgegenüber habe der im Herbst 2020 aufgesuchte Rheumatologe eine nunmehr normale Flexion und Extension und nur noch leicht eingeschränkte Rotation festgestellt. Damit habe also nach dem Fallabschluss per
1.
Januar 2020 noch eine namhafte Verbesserung erreicht werden können. Die Behandler seien auch zum heutigen Zeitpunkt dezidiert der Ansicht, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers weiterhin verbessern lasse. Folglich seien der Fallabschluss und die Adäquanzprüfung zu früh erfolgt
(
Urk.
1).
2.3
In der Beschwerdeantwort
betonte
die Beschwerdegegnerin
, dass
die
Migräne
vorbestehend und damit
unfallfremd
sei
.
Diese sei denn auch nicht ohne Auswir
kungen auf die Kopf- und Schwindelbeschwerden.
Schliesslich
habe
d
er
Beschwerdeführer
anlässlich des Patientengesprächs
«
UVG
»
Ende Januar 2020 berichtet, aufgrund von wiederauflebenden Beschwerden vom Unfall anno 2011 einen Monat vor dem Unfall
vom
3.
Oktober 2019
wieder eine Physiotherapie aufgenommen
zu
habe
n
(
Urk.
11
).
2.4
Dagegen wandte der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme
vom
1
0.
Mai 2021
ein
,
er
habe
seit seiner Jugend bis zum Unfall nie wieder eine M
igräne
attacke erlitten. G
estützt auf den Bericht von
Dr.
med. C._
, Fachärztin FMH für Neurologie und Oberärztin am interdisziplinären Zentrum für Schwindel und
neurologische Sehstörungen, D._
,
vom 2
1.
Juli 2020
sei die Migräne
trau
matischer Genese
. Zudem habe der Beschwerdeführer den Unfall als sehr heftig wahrgenommen und sei nicht ausgeschlossen, dass die Unfallverursacherin die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten habe
(
Urk.
16).
2.5
In ihrer Stellungnahme
vom
9.
Juni 2021
wies die Beschwerdegegnerin unter Beilage
des Berichts von
Dr.
C._
vom 2
1.
Juli 2020
daraufhin hin, dass diese
lediglich den Verdacht auf eine vestibuläre (posttraumatische) Migräne
diagnos
tiziert
habe
(
Urk.
20
,
Urk.
21
).
3.
3.1
Die am
7.
Oktober 2019 erstbehandelnde
Dr.
Z._
hielt im
Arztzeugnis UVG sowie Dokumentationsbogen für
Erstkonsultation
nach
kranio
-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom
1
3.
November 2019 ein Schleudertrauma fest. Der Beschwerdeführer sei nach eigenen Angaben an einer Ampelkreuzung von einer anderen [Auto-]Fahrerin von hinten «erschlagen» worden. Seither leide er an Konzentrations-, Seh- und Schlafstörungen. Zudem bestünden Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel
,
Sensibilitätsstörungen und eingeschlafene Fin
g
er. Die Kopfschmerzen und Sehstörungen seien 24 Stunden nach dem Unfall aufgetreten; der Schwindel nach 48 Stunden.
Klinisch hätten sich verschiedentlich Druck- und Bewegungsschmerzen im Bereich der HWS, jedoch
keine neurologischen Auffäl
ligkeiten
ergeben
.
I
m Jahre 2011 habe der Beschwerdeführer bereits einen Unfall mit HWS- und Kopfbeteiligung erlitten;
behandlungsbedürftige
Beschwerden hätten vor dem Unfall
vom
3.
Oktober 2019
nicht bestanden (
Urk.
14/2.4 ff.)
.
Die
am
9.
Oktober 2019 durchgeführte
MRI
- Untersuchung
des Schädels und der HWS
ergab im Wesentlichen Mehrsegmentdegenerationen an der
HWS,
ohne Hirndruck- oder Zeichen
einer
intracraniellen
Blutung (Urk.
14/2.1).
3.2
Im Bericht vom 2. Dezember 2019 hielt
Dr.
med. E._
, Facharzt FMH für Neurologie, folgende Diagnosen fest (
Urk.
14/2.10):
-
lei
chtes bis knapp mittelschweres
Z
ervi
kalsyndrom
-
Status nach HWS-Distorsion, QTF
II am
3.
Oktober 2019
-
leichtes
Z
erv
ikalsyndrom
-
im MRI degenerative Veränderungen
-
normales
Schädel-MRI (
Urk.
14/2.10).
Der Beschwerdeführer
habe
am 3.
Oktober
2019
eine Heckkollision erlitten, als er
in seinem Land Rover vor einem L
ichtsignal gewartet habe und
ein
Mini mit ca. 60-70 km/h
von hinten aufgefahren sei. Er sei nicht auf den Unfall
gefasst
gewesen und
kräftig
durchgeschüttelt geworden. Dabei habe er weder den Kopf angeschlagen noch das Bewusstsein verloren.
Alsdann
habe
er
nach dem Unfall aus seinem Fahrzeug aussteigen und sich um den Unfall kümmern können. Erst am nächsten Tag habe
d
er
Beschwerdeführer
Störungen gemerkt, die in der Folge zahlreicher geworden seien. So etwa ein Ziehen im Nacken, links mehr als rechts. Zudem habe seine Leistungsfähigkeit abgenommen und sei der Beschwerdeführer nach zwei Stunden erschöpft.
Auch
habe er Mühe
, längere Zeit Auto zu fahren. Manchmal fielen ihm Namen oder andere Wörter nicht ein. Auf dem rechten Auge habe er tageweise aussen einen Fleck, wie Nebel.
Die op
h
thalmologische Unter
suchung habe keinerlei Befunde erbracht. Einmal seien auch seine Beine ganz schwach und unsicher gewesen. Sodann habe er
ein
mal für 10 bis 15 Minuten
ein
komisches Gefühl an den Händen und Vorderarmen gehabt, aber keine eigentlichen Kribbelparästhesien; er habe sich mehr Mühe geben müssen, um die
Finger zu bewegen. Schliesslich habe der Beschwerdeführer rezidivierende Kopf
schmerzen beklagt. Als Medikation nehme er
Gingko
und Vitamine ein.
Aktuell habe er sein Pensum
auf 30-40% reduziert. 2011 habe er anlässlich
einer Seiten
kollision
ein
HWS-Schleudertrauma
erlitten
mit anschliessenden Sprach
problemen. Eine
Kraniosakraltherapie
habe
damals
Besserung gebracht. Klinisch
zeige
sich ein lei
chtes bis knapp mittelschweres
Z
ervikalsyndrom
mit muskulären Verspannungen und eingeschränkter aktiven Kopfbeweglichkeit. Im Neurostatus
fänden sich einige unspezifische Auffälligkeiten, am ehesten handle es sich um funktionelle Störungen ohne organische
s
Korrelat. Zusammenfassend bestünden keine Hinweise auf eine Verletzung oder Erkrankung des zentralen oder peri
pheren Nervensystems (
Urk.
14/2.10).
3.3
Im Verlaufsbericht vom 2
8.
Januar 2020 hielt
Dr.
Z._
residuelle
Beschwer
den bei S
tatus nach HWS-Distorsion Grad II fest
. Namentlich bestünden noch Kopf- und Nackenschmerzen, wenn auch in geringerer Intensität wie in den Wochen nach dem Unfallereignis.
Palpatorisch
bestehe noch eine erhöhte Muskelspannung im
Trapezius
und im Segment C
4.
Die gege
nwärtige Behand
lung bestehe aus
einer Neuralth
erapie, lokale
n
Schmerztherapie
,
Kraniosak
rale
O
steopathie und Physiotherapie. D
ie
Behandlung sei noch nicht abgeschlossen und die Prognose gut;
ab Ende März sei eine vollständige Arbeitsfähigkeit vorgesehen (
Urk.
14/2.11).
3.4
V
ersicherungsarzt
Dr.
A._
kam am
3.
Februar 2020 zum Schluss, die beklag
ten Residuen aus dem psychosomatischen Formenkreis (Abnahme der Leistungs
fähigkeit, nicht objektivierbarer Fleck am rechten Auge, schwache, unsichere Beine, komisches Gefühl an den Händen und am Vorderarm, wiederholt Kopf
schmerzen) könnten mit dem Distorsionstrauma QTF II nicht erklärt werden. Das Unfallereignis habe den krankhaften Vorzustand mit degenerativen HWS-Veränderungen vorübergehend verschlimmert. Eine aktivierte HWS-Arthrose beruhige sich in der Regel und unter adäquater Therapie innerhalb von 6-8 (max. 12) Wochen
.
In Anbetracht der doch recht fortgeschrittenen HWS-Arthrose könne eine 12-wöchige Dauer akzeptiert werden. Somit sei der Status quo sine am 3
1.
Dezember 2019 eingetreten. Eine Commotio cerebri sei nicht ausgewiesen,
womit ein
postkommotionelles
Syndrom ausser Betracht
falle
. Eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
1.
Januar 2020 sei nicht nachvollziehbar
(
Urk.
14/2.14).
3.5
Im
Februar 2020 erfolgte die notfallmässig Selbsteinweisung in die Klinik für N
eurologi
e des Universitätsspitals D._
, nachdem der Beschwerdeführer
selbentags
zweimalig Drehschwindelattacken
erlitten hatte
. Die dort behan
delnden Fachärzte hielten als Hauptdiagnosen (1) unklare Drehschwindelepi
soden, (2) einen Zustand nach Verkehrsunfall am
3.
Oktober 2020
[recte:
3.
Oktober 2019]
mit Schleudertrauma der HWS sowie (3) ei
ne Migräne ohne Aura fest. Letztere sei
anamnestisch seit dem Jugendalter
vor
bestehe
nd
(aktue
lle
Atta
ckenfrequenz
< 1x/Monat, streng linksseitig mit Schmerzen bis in die Tempel
region, wobei der Beschwerdeführer auf
Dafalgan
gut respondiere)
. Klinisch habe sich bis auf eine fraglich diskrete Koordinationsstörung der linken Hand kein fokal neurologisches Defizit gezeigt (
vgl. Bericht vom
3.
Februar 2020,
Urk.
14/2.15)
; das am 1
3.
Februar 2020 durchgeführte Gehirn
-
und Schädel-MRI erbrachte (im Vergleich zum Voruntersuch, vgl. vorstehend E. 3.1) keine neuen Befunde (
Urk.
14/2.16)
.
3.6
Im Februar 2020
wurde der Beschwerdeführer
ausserdem
im
Wirbelsäulen
zentrum des
F._
vorstellig. Im Konsiliarbericht vom
1
3.
Februar 2020 hielt der dort behandelnde Wirbelsäulenchirurg
als Hauptdiagnose rezidivierende Drehschwindelepisoden unklarer Zuordnung
fest.
Der Beschwerdeführer habe seit dem Unfall bestehende
Vertigoanfälle
und
Zervikalgien
beklagt.
Die
neurolo
gische und
neurophysiologische U
ntersuchung
erwies sich als unauffällig, insbe
sondere ohne
Hinweise auf ein akutes zentral neurologisches E
reignis.
Ebenso
ergab sich
kein Nachweis für
einen
peripheren Lagerungsschwindel (Urk.
14/2.17).
3.7
Im neurologischen Aktengutachten vom 1
9.
März 2020 hielt
Dr.
B._
fest,
gestützt auf den Untersuchungsbericht von
Dr.
E._
sei
von einer leichten HWS-Distorsion gemäss QTF Grad II auszugehen.
Im Rahmen der bildgebenden Untersuchungen seien keine
strukturelle
n
traumatische
n
Läsionen festgestellt worden.
Vielmehr bestünden
vorbestehende HWS-Degenerationen sowie eine vor
bestehende Migräne ohne Aura
. Die
im Bericht
des
F._
genannten Beschwerden (
Vertigoanfälle
und
Zervikalgien
) könnten überwiegend wahr
scheinlich nicht mehr auf das Ereignis vom
3.
Oktober 2019 bezogen
werden. Aus dem Bericht des D._
vom
3.
Februar 2020 ergebe sich zudem, dass die nicht objektivierbaren Schwindelbeschwerden erstmals am
3.
Februar 2020 und somit
nicht unfallzeitnah aufgetreten seien. Die Nackenbeschwerden seien überwiegend wahrscheinlich auf die vorbestehenden bildgebend ausgewiesenen und erheb
lichen, mehrsegmentalen degenerativen HWS-Veränderungen zurückzuführen. Eine leichte HWS-Distorsion Grad II nach QTF heile gemäss der – näher bezeich
neten – Referenzliteratur innerhalb von spätestens drei Monaten aus. Dasselbe gelte für eine vorübergehende Verschlechterung vorbestehender HWS-Beschwerden. Aus neurologischer Sicht sei der Status quo sine damit spätestens
drei Monate nach dem Unfall erreicht.
Ab diesem Zeitpunkt bestehe aus neurolo
gischer Sicht keine Indikation für weitere unfallbedingte medizinische Behand
lungen.
Mit der leichten HWS-Distorsion bestehe definitionsgemäss
eine günstige Prognose
. Aus neurologischer Sicht könne maximal eine dreimonatige Heilungs
phase mit vorübergehender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anerkannt werden. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit sei nicht mit der Dauer des gesamten Heilungsprozesses gleichzusetzen, da eine längere Schonung aus heutiger medizinischer Sicht eher als kontraproduktiv einzuschätzen sei und ohne statt
gehabte strukturelle Verletzung eher
chronifizierend
wirke. Eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit könne
für vier Wochen und
eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit
für
weitere vier W
ochen
anerkannt werden;
ab der 1
2.
Woche
bestehe
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
14/3.2).
4.
4.1
Gestützt auf die medizinische Aktenlage kann davon ausgegangen werden
, dass der Beschwerdeführer anlässlich der
Heckkollusion
vom
3
.
Oktober 2019
eine HWS-Distorsion
QTF Grad II
,
ohne frische
ossäre
Läsionen,
Zeiche
n
einer
intra
craniellen
Blutung oder peripher-vestibulären, ophtha
l
mologischen
oder neuro-
otologischen
Befund
erlitten hat
und innerhalb
einer
Latenzzeit von 24 bis
48
Stunden einige der zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beei
nträchti
gungen aufgetreten sind
; der Beschwerdeführer wurde wiederholt, eingehend und aus verschiedenen medizini
schen Fachrichtungen unte
rsucht, wobei
keine
orga
nisch objektiv ausgewiesene
n
Unfallverletzungen feststellbar waren
.
Was die
im Februar 2020 erstmals dokumentierte
Migräne betrifft, so
war
diese nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers seit dem Jugendalter
vorbestehend
(vgl.
Urk.
14/2.15
)
.
Daran ändert
freilich
nichts, wenn
Dr
.
C._
im Bericht vom 2
1.
Juli 2020
verdachtsweise
eine vestibuläre (posttraumatisch
e) Migräne festhielt (
Urk.
21).
Soweit der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 1
0.
Mai
2021
ausführte, er habe seit seinen Jugendjahren bis zum gegenständlichen Unfall nie wieder eine Migräneattacke erlitten (
Urk.
16), erscheint dies
zudem
als bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst (vgl. BGE 121 V 47
Erw
. 2a).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei d
er Leistungseinstellung auf das
Akten
gutachten
von
Dr.
B._
vom 1
9.
März 2020
,
wonach
die vorliegende
HWS-Distorsion
QTF
Grad
II nach maximal drei Monate
n
aus
geheilt
und
ab der 12. Woche nach dem Unfall
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben
war
(
Urk.
14/3.2, vgl. vorstehend E. 3.7
; vgl. auch damit konkordant die Stellung
nahme von
Dr.
A._
,
Urk.
14/2.14)
.
Konkrete Indizien, die gegen die
Zuver
lässigkeit
seiner Beurteilung
sprechen, sind nicht ersichtlich
(vgl. vorstehend E. 1.7)
.
Insbesondere
zeigten sich
MR-tomog
raphisch
vornehmlich
degenerative
Veränderungen
der HWS
und war
eine
richtunggebende Verschlimmeru
ng
bild
gebend
nicht ausgewiesen
(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2 mit Hinweise
n).
Zudem
nannten die beurteilenden Fach
ärzte
-
auch unter Berücksichtigung
des beschwerdeweise eingerei
chten Konsili
arberichts von Dr.
med. G._
, Facharzt FMH für Rheumatologie,
vom 2
7.
Oktober 2020 (
Urk.
3/3) -
keine Heilb
ehandlungen, welche eine namhafte gesund
heitliche Verbesserung zu zeitigen vermöchten.
Daran vermag auch nich
ts zu ändern,
wenn
Dr.
Z._
und die
behandelnde Physiotherapeut
in
unter Hinweis auf
residuelle
Beschwerden und Bewegungseinschränkungen
die Fort
setzung
der physikalischen Therapien und
Neuraltherapie
weiterhin empfahlen resp.
wenn
Dr.
Z._
fest
hielt
, die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen
(
Urk.
14/2.11
,
Urk.
3/4).
Insbesondere ist
für die Leistungsei
nstellung nicht entscheidend
, dass die Beschwerden (vollständig) abgeklungen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1).
Ist eine versicherte Person wieder in der Lage, in ihrer ange
stammten Tätigkeit vollzeitlich erwerbstätig zu sein,
w
as laut
Dr.
B._
ab dem
4.
Januar 2020 zutraf
,
so ist der Fall abzuschliessen, selbst wenn die Befindlich
keit der versicherten Person durch die Fortsetzung der medizinischen Behandlung noch verbessert werden könnte (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum Sozialversiche
rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfall
versicherung, 4. Auflage 2012, S. 144 mit weiteren Hinweisen)
.
S
chliesslich
bleibt
auf den
Reintegrationsleitfaden Unfall (Rel
ease 2010 - Version 1.0)
hinzuweisen
, wonach
bei
einer HWS-Distorsion
QTF Grad II eine Behandlungsdauer von maximal 16 Wochen und eine
(
100%ige) Arbeitsunfähigkeit von
zwei
Wochen angegeben wird (vgl. Ziff.
3A, S. 37
)
.
4.3
Nach dem Gesagten
ist
nicht zu beanstanden,
wenn
die Beschwerdegegnerin
gestützt auf das
beweistaugliche
Aktengutachten von
Dr.
B._
ab dem 4
.
Januar 2020 mit überwiegender Wahrschein
lichkeit vom erreichten Endzustand ausging
und auf diesen Zeitpunkt hin die
Adäquanzbeurteilung
(vgl. E.
1.6
)
vornahm
.
Damit ist bereits gesagt, dass
die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht nicht verletzt
hat und auch
keine Notwendigkeit für die
vom Beschwerdeführer
eventualiter beantragten
erg
änzenden Abklärungen besteht
. Insbesondere waren keine neuen, spezialärztliche und
entscheidrelevante
Erkenntnisse zu erwarten
und ist die Möglichkeit einer namhaften Besserung prognostisch und nicht
aufgrund
restrospektiver
Feststellungen zu beurteilen (
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 145 mit weiteren Hinweisen).
Da es an der Adäquanz fehlt, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, erübrigen sich Weiterungen zur umstrittenen natürlichen Kausalität (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3 mit Hinweisen) und den damit im Zusammenhang stehenden Vorbringen der Parteien (
Urk.
1,
Urk.
2,
Urk.
11,
Urk.
16,
Urk.
20).
4.
4
4.
4
.1
Die Unfallschwere des Ereignisses vom
3.
Oktober 2019
ist im Rahmen einer ob
jekti
vierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfall
ge
schehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Unfall
ge
scheh
en nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adä
quanz
kriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichts
punkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonde
ren Eindrück
lichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine all
fällige Dunkel
heit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todes
folgen, die der Unfall für andere Perso
nen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1
[U 2/07]; Urteil des Bun
desgerichts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.1).
Über den Hergang des Unfalles vom
3
.
Oktober 2019
ist dem Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich vom
18
.
Oktober 2019
(Urk.
14/1.13
) zu entnehmen,
dass sich
der Beschwerdeführer
(
Lander
Rover GB
)
und
die
Fahrzeuglenkerin
eines
Mini A, Cooper S
,
hinter
einander auf der Strasse H._ in Richtung I._
im
stockenden
Kolonnenverkehr
befanden
.
Der angegurtete Beschwerdeführer stand vor der Ampel hinter ca. sechs Fahrzeugen. Als die Ampel grün wurde, fuh
ren zwei, d
rei Fahrzeuge los. Alsdann r
ollte
von links nach rechts ein schwarzer
Fuss
ball über die Strasse, weshalb
die übrigen Fahrzeuge vor dem Beschw
erdeführe
r in der Kolonne nicht losfuhren
. Plötzlich knallte
die Fahrzeuglenkerin des Mini A, Cooper S
,
ins Heck des B
eschwerdeführers; m
it welcher Geschwindigke
it
verm
ochte letztere
nicht anzugeben. Laut Polizeirapport bestand
auf der einschlä
gigen Strecke
eine Höchstgeschwin
digkeit von 50 km/h
. Durch die Kollision wurde die Stossstange und der Kotflügel des Land Rovers
hinten
und die Front des Minis eingedrückt
(
Urk.
14/1.12 f.).
Laut Arztbericht von
Dr.
E._
vom
2.
Dezember 2020 (
Urk.
14/2.10) gab der Beschwerdeführer zudem an,
es ha
be ihn kräftig durchgeschüttelt (vgl. demgegenüber das Patientengespräch vom
2
9.
Januar 2020, wonach der Beschwerdeführer angegeben habe, er sei
leicht durchgeschüttelt worden; ansonsten habe er nichts Spezielles gespürt,
Urk.
14/1.23).
Es sei weder
bewusstlos geworden noch habe er den Kopf ange
schlagen. Nach dem Unfall sei er ausgestiegen und habe sich
«
um den Unfall gekümmert
»
(vgl.
Urk.
14/2.10, vgl.
auch
Urk.
14/1.5
,
Urk.
14/1.23
).
4.4
.2
Hinweise dafür, dass
die Unfallverursacherin
die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hat
(
vgl.
Urk.
16)
, liegen nicht vor.
Die blosse Möglichkeit eines be
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es
von allen möglichen Gesche
hens
abläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hin
weisen; vgl. BGE 130
III 321 E. 3.2 und 3.3).
Alsdann war d
er angegurtete Beschwerdeführer
nach dem Unfall
unbestrittenermassen
weder bewusstlos noch wies er
äussere
Verletzungen auf.
Aufgrund
des augenfälligen Geschehensablaufs und unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Kasuistik
ist
die vorliegende
Auffahrkollision
im mittleren Bereich im Grenzbereich zu de
n leichten Unfällen einzuordnen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 6.2, 8C_163/2009 vom 25. März 2009 E. 3.2, 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.1 und 8C_714/2009 vom 14. April 2010 E. 6.2)
, was vom Beschwerdeführer
nicht bestritten wird.
Ein adäquater Kausalzusammenhang kann somit nur bejaht werden, wenn vier der Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines der Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt (BGE 134 V 109 E. 10.3).
4
.5
Der zu beurteilende Unfall hat sich
nach dem Gesagten
nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet,
noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 124; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 18. September 2006 in Sachen K., U 66/06
) - von besonderer Eindrücklich
keit.
Dass der
Beschwerdeführer
den Unfall
subjektiv
«als sehr heftig» wahrge
nommen
habe
n mag
(vgl.
Urk.
16)
,
ist mithin unbeachtlich.
Eine
Distorsion einer bereits
erheblich
vorgeschädig
ten Halswirbelsäule
ist zwar
grundsätzlich geeig
net, die typischen Symptome hervorzurufen, weshalb sie gegebenenfalls als Verletzung besonderer Art qualifiziert werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2008 vom 16. Feb
ruar 2009 E. 4.4
,
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 20. Januar 2010 E. 4.3.2, 8C_226/2009 vom 6. Novem
ber 2009 E. 5.3.2, 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008 E. 7.3.2
).
Vorliegend ging
Dr.
B._
von erheblichen degenera
tiven HWS-V
eränderungen
aus
(vgl.
Urk.
14/3.2 S. 6
)
.
Allerdings wird
in der Regel
zusätzlich
vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschä
digung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war
(Urteil des Bundesgerichts 8C_757/2013 vom 4. März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf
SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1).
Letz
teres
ist
– soweit ersichtlich
–
zu verneinen
(vgl.
Urk.
14/1.23)
.
Davon abgesehen
müsste eine allfällige richtungs
gebende Verschlimmerung bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen), was vorlie
gend
– wie bereits ausgeführt (vgl.
vorstehend
E. 4.1)
–
ebenfalls
nicht der Fall ist. Eine
Verletzung besonderer Art
ist im Übrigen
auch
nicht bereits
deshalb anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit Auto
unfälle erlitten hat.
Selbst wenn erhebliche Vorschädigungen vorhanden und das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen
vorlie
gend
zu bejahen wäre
, so
bestü
nden jedenfalls keine Anhaltspunkte daf
ür, dass das Kriterium in beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt wäre.
Angesichts
fehlender stationärer und insgesamt kaum belastender Behandlungen bei
– wenn überhaupt – lediglich im Rahmen der Erstbehandlung eingenommener Analgesie
(
vgl. auch
Urk.
14/2.11,
vgl.
Urk.
14/2.7; vgl. auch
Urk.
14/2.10, wonach der Beschwerde
führer als «Medikamente»
Gingko
und Vitamine einnahm)
ist
auch
das Kriterium der erheblichen Beschwerden zu verneinen
.
Von
einem
schwierigen Heilungs
verlauf resp. erheblichen Komplikationen
kann ebenfalls
die Rede sein
.
D
aran ändern auch wiederholte spezialärztliche
Untersuchungen nichts, dienten diese doch vornehmlich der Abklärung
neu
hinzutretender Sensationen
.
Die von
Dr.
G._
festgehaltene
Schmerzchronifizierung
(
Urk.
3/3)
gehört
ebenfalls
zum typischen Beschwerdebil
d eines Schleudertraumas
(Urteil des Bundesgerichts U 3
6
5/05 vom 11. Juli 2007 E. 5.2).
Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung bestehen nicht
.
Ebenfalls zu verneinen ist das Kriterium der fortgesetzten spezi
fischen und belastenden ärztlichen Behandlung
.
Blosse ärztliche Verlaufskon
trollen und Abklärungsmassnahmen sowie
manualtherapeutische
Behandlungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1
1.
September 2013 E. 8.3
). Dies gilt auch für ärztlich/physiotherapeutische Behandlungen sowie medizinische Trainingstherapie. Insbesondere können Behandlungen mit
Kraniosakral
- und Neuraltherapie nicht als überdurchschnitt
lich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden; praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E.
4.4.3
mit Hinweis auf Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4
).
Schliesslich
sind keine
Anhalts
punkte ersichtlich, dass
der Beschwerdeführer
mit der teilweisen (ab 17.
Oktober
2019 zu 50 %) Wiederaufnahme
seiner
angestammten Tätigkeit
übermässige
Anstrengung
en unternommen hätte, welche ihm
nicht ohne
weiteres zumutbar gewesen wären. Im Gegenteil hat er sein Pensum im Dezember 2019
offenbar
auf
30-40
%
reduziert
, wobei unklar bleibt, ob aus gesundheitlichen oder wirtschaft
lichen Gründen
(
Urk.
14/2.10).
Damit fehlt es an einem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem am
3.
Oktober 2019
erlittenen Unfall und den über den
3.
Januar 2020
hinaus geklagten Beschwerden.
4.6
Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungen somit zu Recht eingestellt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.7
Abschliessend
ist der Vollständigkeit
halber
festzuhalten, dass
der Beschwerde
führer den Entscheid sachgerecht anzufechten
vermochte
und er sein Anliegen vor einer Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft, vortragen
konnte
(vgl. BGE
127 V 431 E. 3d/
aa
S. 437); eine
zwin
gend zu einem kassatorischen Entscheid führende
Gehörsverletzung
ist
damit zu verneinen.