# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 184712b0-ef9b-5e65-979e-083725590e3a
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Eingabe vom 29. Juni 2010 ersuchte R. F., geboren 1949, um Erlass der Staats-
und Gemeindesteuern 2009 im Betrag von CHF 1'294.15 sowie der direkten
Bundessteuer 2009 im Betrag von CHF 43.--. Die Erlassgesuche wurden durch das
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Kantonale Steueramt, vertreten durch das Steueramt der Stadt S., am 20. Juli 2010
abgewiesen.
B./ Dagegen liess R. F. mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. August 2010
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission erheben und unter anderem
unentgeltliche Prozessführung beantragen. Mit Rekursergänzung vom 7. Oktober 2010
liess sie den Antrag stellen, es seien die Verfügungen vom 20. Juli 2010 aufzuheben.
Mit Verfügung vom 28. Dezember 2010 wies der Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung zufolge Aussichtslosigkeit ab.
C./ Die von R. F. am 18. Januar 2011 dagegen erhobene Beschwerde mit dem Antrag,
es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, wurde vom Präsidenten des
Verwaltungsgerichts mit Entscheid vom 7. März 2011 in Bezug auf das Verfahren
betreffend Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009 gutgeheissen und in Bezug
auf die direkte Bundessteuer 2009 abgewiesen.
Die teilweise Gutheissung wurde damit begründet, dass der Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission die Einkünfte und Aufwendungen von R. F. umfassend
überprüft und somit mit dem Entscheid über die unentgeltliche Prozessführung den
Sachentscheid vorweggenommen habe. Mit Bezug auf den begehrten Erlass der
direkten Bundessteuer 2009 wurde sodann festgestellt, das Rechtsmittel sei
aussichtslos, weil im Bereich der direkten Bundessteuer die Einreichung einer
unbegründeten Beschwerdeerklärung mit gleichzeitigem Begehren um Fristansetzung
für die Ergänzung des Rechtsmittels nicht zulässig sei; entsprechend könne auf die
Beschwerde gegen den verweigerten Erlass der direkten Bundessteuer 2009 nicht
eingetreten werden.
D./ Mit Entscheid vom 20. Oktober 2011 trat die Verwaltungsrekurskommission in der
Hauptsache nicht auf die Beschwerde betreffend Erlass der direkten Bundessteuer
2009 ein (Ziff. 1) und wies den Rekurs betreffend Erlass der Staats- und
Gemeindesteuern 2009 ab (Ziff. 2). R. F. wurden amtliche Kosten im Umfang von CHF
700.-- auferlegt, wobei auf Erhebung von CHF 500.-- infolge Gewährens der
unentgeltlichen Prozessführung verzichtet wurde (Ziff. 3). Dem Rechtsvertreter von R.
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F. wurde eine Parteientschädigung im Umfang von CHF 1'200.-- inkl. MWST
zugesprochen (Ziff. 4).
E./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 23. November 2011 erhob R. F. gegen den
Entscheid vom 20. Oktober 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, es seien dem Rechtsvertreter unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten des Staates sämtliche Vorakten samt Aktenverzeichnis zur Einsichtnahme
zuzustellen und für die Einreichung der Beschwerdeergänzung eine Frist von 30 Tagen
nach Erhalt sämtlicher Vorakten einzuräumen. Mit verfahrensleitender Anordnung vom
24. November 2011 setzte der Verwaltungsgerichtspräsident für die
Beschwerdeergänzung betreffend Staats-und Gemeindesteuer 2009 eine Frist bis zum
3. Januar 2012 an. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass im Bereich der direkten
Bundessteuer innerhalb der gesetzlichen Frist von 30 Tagen, d.h. bis zum 5. Dezember
2011, eine vollständige Beschwerdeschrift mit Antrag und Begründung einzureichen
sei. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2011 zog die Beschwerdeführerin die Beschwerde
gegen den Nichteintretensentscheid bezüglich direkte Bundessteuer 2009 (Ziff. 1
Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids vom 20. Oktober 2011) zurück. Folgedessen
schrieb der Vizepräsident des Verwaltungsgerichts die Beschwerde betreffend Erlass
der direkten Bundessteuer 2009 am 7. Dezember 2011 ab.
F./ Am 3. Januar 2012 reichte der Rechtsvertreter von R. F. die Beschwerdeergänzung
ein. Dabei wurden folgende Anträge gestellt:
" 1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und zu neuer Entscheidung in neuer
Besetzung an die Vorinstanz zurückzuweisen;
2. Eventuell seien R. F. die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 unter Aufhebung von
Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids vom 20. Oktober 2011 zu erlassen;
3. Eventuell sei auf die Erhebung von amtlichen Kosten im vorinstanzlichen
Rekursverfahren unter teilweiser Aufhebung von Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids
vom 20. Oktober 2011 vollständig zu verzichten;
4. R. F. sei die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren
und der Unterzeichnete sei als ihr unentgeltlicher Rechtsvertreter einzusetzen;
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5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."
Mit Entscheid vom 18. Januar 2012 hiess der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Gesuch betreffend Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das
Beschwerdeverfahren betreffend Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009 gut
und bestimmte ihren bisherigen Rechtsvertreter als Rechtsbeistand. Im Übrigen, mithin
betreffend Kosten für den Nichteintretensentscheid bezüglich Erlass der direkten
Bundessteuer 2009 (Ziff. 3 des vor-instanzlichen Entscheids), wurde die Beschwerde
infolge Aussichtlosigkeit wegen Verspätung abgewiesen.
Die Beschwerde wurde in der Folge mit Schreiben vom 23. Januar 2012 im Umfang
des Eventualantrags bezüglich amtlicher Kosten für das Verfahren betreffend direkte
Bundessteuer 2009 zurückgezogen.
Die Verwaltungsrekurskommission liess sich mit Eingabe vom 27. Januar 2012 zur
Beschwerde vernehmen und beantragte deren Abweisung. Das Kantonale Steueramt
beantragte in seiner Vernehmlassung vom 1. Februar 2012 ebenfalls die Abweisung.
Der Rechtsvertreter von R. F. nahm mit Eingabe vom 20. Februar 2012 Stellung zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanzen, wobei er im Wesentlichen an den
Rechtsbegehren vom 3. Januar 2012 festhielt.
Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird –
soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
Die Beschwerde betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2009 entspricht den
zeitlichen, formalen und inhaltlichen Anforderungen (Art. 224 Abs. 4 StG in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 161 StG sowie Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten, soweit sie die Staats-
und Gemeindesteuern 2009 betrifft.
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Soweit die Beschwerde die im angefochtenen vorinstanzlichen Entscheid auferlegten
Kosten für den Nichteintretensentscheid betreffend Erlass der direkten Bundessteuer
2009 betrifft (act. 8 Ziff. 3), ist sie jedoch verspätet (Art. 140 Abs. 1 und 2 Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, SR 642.11). Die Beschwerde wurde zudem in diesem
Punkt von der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Januar 2012 zurückgezogen.
2. Die Beschwerdeführerin macht vorab formelle Mängel geltend.
2.1. Sie wendet ein, der Abteilungspräsident der Vorinstanz sei in der Hauptfrage
vorbefasst gewesen und hätte deshalb von Amtes wegen in den Ausstand treten
müssen. Mit dem ablehnenden Entscheid vom 28. Dezember 2010 betreffend
unentgeltliche Rechtspflege habe er - wie auch der Verwaltungsgerichtspräsident im
Beschwerdeentscheid vom 7. März 2011 festgehalten habe - den Sachentscheid in
unzulässiger Weise vorweggenommen.
Der Entscheid über die Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege ist in Art. 7 VRP nicht
explizit als Ausstandsgrund erwähnt. Gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP hat das
Behördemitglied jedoch auch in den vom Gesetz nicht explizit vorgesehenen Fällen in
den Ausstand zu treten, sofern es befangen erscheint. Die Lehre erkennt im Entscheid
über die unentgeltliche Prozessführung keinen Ausstandsgrund, sofern der
Verfahrensausgang trotz Vorbefassung noch offen erscheint (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz. 188). Auch im Zivilprozessrecht
stellt der Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für sich
alleine keinen Ausstandsgrund dar (Art. 47 Abs. 2 lit. a der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272). Die rechtliche Ausgangslage für die Beurteilung, ob
Grund zur Annahme der Befangenheit besteht, ist somit im Zivil- wie
Verwaltungsverfahrensrecht gleich. Das Bundesgericht hat im Zivilrecht zur
Vorbefassung im Rahmen des Entscheids über die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung festgehalten, dass es für die Annahme von Voreingenommenheit eines
Richters bzw. eines Ausstandsgrundes mehr als eines negativen Entscheids betreffend
unentgeltliche Rechtspflege bedarf. Vielmehr ist das Hinzutreten weiterer konkreter
Anhaltspunkte dafür notwendig, dass sich der Richter bei der Bewertung des Gesuchs
um unentgeltliche Prozessführung bereits derart festgelegt hat, dass er einer anderen
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Beurteilung der Sach- und Rechtslage nicht mehr zugänglich und der
Verfahrensausgang deswegen nicht mehr offen erscheint (BGE 131 I 113 E. 3.7.3). So
hat das Bundesgericht in einer Streitigkeit bezüglich Ansprüchen aus Werkvertrag, in
welcher der Amtsgerichtspräsident im Rahmen seines negativen Entscheids betreffend
unentgeltliche Rechtspflege seine Einschätzung zur Nutzbarkeit des Werkes
unmissverständlich zum Ausdruck gebracht hat, einen Anhaltspunkt für eine
Befangenheit in der Rechtssache zwar bejaht. Im Ergebnis hat es einen
Ausstandsgrund aber dennoch verneint, weil es darin keinen Grund für die Annahme
erkannte, der Amtsgerichtspräsident könne in der Hauptsache nicht mehr objektiv und
unparteiisch urteilen. Dabei weist das Bundesgericht insbesondere darauf hin, dass im
Falle einer Rückweisung eines Urteils an die Vorinstanz dieser ebenso zugetraut werde,
sie könne in der Sache unbefangen neu entscheiden (BGE 131 I 113 E. 8). Folglich ist
im Negativentscheid des Abteilungspräsidenten der Vorinstanz kein Ausstandsgrund zu
erkennen. Der Antrag der Beschwerdeführerin, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und von der Vorinstanz in neuer Besetzung neu zu entscheiden, ist folglich
abzuweisen.
2.2. Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren bringt die Beschwerdeführerin in
formeller Hinsicht im Weiteren vor, es seien ihr in den Jahren 2002 bis 2008 stets
Steuererlasse gewährt worden. Ihre wirtschaftliche Situation habe sich in der
Steuerperiode 2009 im Vergleich zu den Vorjahren nicht verbessert. Sie beziehe nach
wie vor eine Invalidenrente und Ergänzungsleistungen. Sie leide an Fibromyalgie,
Hautproblemen, Arthrose und einhergehenden Depressionen, weshalb sie auf die
Einnahme von Beruhigungs-, Schmerz- und Schlafmitteln angewiesen sei. Die starre
Anwendung der Richtlinien des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
(Kreisschreiben über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
[Notbedarf] vom Dezember 2008, abgekürzt KS AB SG, abrufbar unter
www.ejpd.admin.ch) sei im Zusammenhang mit der Auslegung des unbestimmten
Rechtsbegriffs der Notlage unzulässig und widerspreche sowohl dem Legalitätsprinzip
als auch dem Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung. Die isolierte Anwendung der
Richtlinien verunmögliche eine relative Gleichbehandlung wie sie im vorliegenden Fall
aufgrund der physischen und psychischen Leiden der Beschwerdeführerin geboten sei.
Die Vorinstanz hätte weitere Abklärungen tätigen müssen, um den Sachverhalt
pflichtgemäss abzuklären. Indem sie das unterlassen habe, habe sie sich einer
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Rechtsverweigerung schuldig gemacht. Insgesamt liege eine Praxisänderung vor, die
weder der Beschwerdeführerin angezeigt noch begründet worden sei. Die Vorinstanz
habe damit die Begründungspflicht wie auch die Gewährung des rechtlichen Gehörs
verletzt. Sie handle überdies widersprüchlich und verletze das Gebot von Treu und
Glauben, wenn sie ohne Nennung sachlicher Gründe und ohne Abklärung der weiteren
Lebensumstände der Beschwerdeführerin deren Anspruch auf Steuerlass verneine.
2.2.1. Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass sich der Beschwerdegegner mit
seiner Praxisänderung, Steuererlasse nach dem KS AB SG zu beurteilen, weder einer
Verletzung des Legalitätsprinzips noch des Grundsatzes der Gleichbehandlung
schuldig gemacht hat. Es bestehen keine kantonalen Vollzugsverordnungen zu Art. 224
Abs. 1 StG. Die kantonalen Vollzugsbehörden haben somit ein Ermessen bei der
Gewährung des Steuererlasses. Das Legalitätsprinzip und das Gebot der
rechtsgleichen Behandlung gebieten es aber, dass diesbezüglich klare Vorgaben
geschaffen werden. Das KS AB SG schafft Klarheit bezüglich des unbestimmten
Begriffs der Notlage und der nötigen Voraussetzungen zu deren Gewährung. Deren
konsequente Anwendung stellt daher keine Verletzung des Legalitätsprinzips dar,
sondern dient vielmehr dessen Verwirklichung. Überdies hat die Beschwerdeführerin
nicht dargelegt, inwiefern sie durch die Anwendung des KS AB SG ungleich behandelt
wird. Die Anwendung des KS AB SG stellt vielmehr eine relative wie absolute
Rechtsgleichheit sicher, da sämtliche Erlassgesuche nach den gleichen Kriterien
geprüft werden.
Es steht zudem fest, dass die Verhältnisse des Erlasssuchenden im Zeitpunkt des
Gesuchs massgebend sind, wobei die Entwicklung der finanziellen Verhältnisse seit der
Veranlagung wie auch künftige Entwicklungen beachtet werden können (SGE 2009
Nr. 21; StB 224 Nr. 1 Ziff. 1.3 f.; Art. 9 f. Verordnung des Eidgenössischen
Finanzdepartements über die Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte
Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt Steuererlassverordnung). Mithin muss nicht auf
die Verhältnisse vor dem Erlassgesuch abgestellt werden, da gemäss
Verwaltungspraxis für den Erlass nur die gegenwärtigen und zukünftigen Verhältnisse
massgebend sind. Vorinstanz und Beschwerdegegner haben daher zu Recht nicht
geprüft, wie sich die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin im Vergleich zu den
Vorjahren entwickelt hat, sondern lediglich, ob im Zeitpunkt des Erlassgesuchs eine
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Notlage gegeben war. Die Vorinstanz ist somit, entgegen der Einwände der
Beschwerdeführerin, zu Recht ohne Berücksichtigung der Akten zu den Steuererlassen
in den Vorjahren und mithin ohne Prüfung, ob sich die finanzielle Situation der
Beschwerdeführerin gegenüber den Vorjahren verbessert hat, zu ihrem Entscheid
gekommen. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, Vorinstanz und
Beschwerdegegner hätten in unrechtmässiger Weise gerichtsnotorische Tatsachen
missachtet, ist folglich unzutreffend. Es ist auch nicht ersichtlich und rechtsgenüglich
dargelegt, weshalb und inwiefern die Vorinstanz oder der Beschwerdegegner dennoch
von Amtes wegen weitere Abklärungen hätten vornehmen müssen.
2.2.2. Weiter erweist sich der Einwand der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe
sich nicht ansatzweise mit ihren Argumenten zur Verletzung des Legalitätsprinzips und
des Gebots einer rechtsgleichen Behandlung auseinandergesetzt , als unzutreffend,
zumal die Vorinstanz auf über fünf Seiten zu den formellen Vorbringen Stellung nimmt
und eingehend begründet. Überdies ist auf die für den Entscheid offensichtlich nicht
relevanten Vorbringen in Einklang mit Lehre und Rechtsprechung zur
Begründungspflicht bei behördlichen Entscheiden nicht einzutreten, und die Vorinstanz
hatte sich vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte zu beschränken
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 1705
m.w.H.; statt vieler, BGE 135 III 513 E. 3.6.5; ferner auch Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 588
und VerwGE B 2009/47 vom 15. Oktober 2009, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
2.2.3. Die Vorinstanz hat sodann zutreffend ausgeführt, dass keine unzulässige
Praxisänderung vorliege, wenn der Beschwerdegegner zur Prüfung von
Erlassgesuchen die Richtlinien des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
heranziehe. Ein Verstoss gegen Treu und Glauben ist mangels Vertrauensbetätigung zu
verneinen. Zudem überwiegt das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung
dasjenige an der Rechtssicherheit. Der Einwand der Beschwerdeführerin, die
Vorinstanz habe unter falscher Rechtsanwendung das Erlassgesuch abgewiesen,
erweist sich aufgrund der obigen Ausführungen ebenfalls als unzutreffend. Des
Weiteren wurde der Nachweis der Vertrauensbetätigung auch in der Beschwerdeschrift
nicht rechtsgenüglich erbracht.
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Zudem wird darauf hingewiesen, dass das StG bezüglich Steuererlass lediglich eine
Kann-Vorschrift enthält (Art. 224 Abs. 1 StG) und damit den entscheidenden Behörden
einen grossen Ermessensspielraum einräumt.
Aus der Gewährung von Steuererlassen in den Vorjahren alleine kann die
Beschwerdeführerin somit keinen Anspruch auf Erlass der Staats- und
Gemeindesteuern 2009 ableiten.
2.3. Die Beschwerdeführerin hat im Zusammenhang mit der Kostenauflage der
Vorinstanz für das Verfahren betreffend direkte Bundessteuern 2009 die Verletzung des
rechtlichen Gehörs infolge Nichtgewährens einer Stellungnahme nach dem
Rückweisungsentscheid des Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 7. März 2009
vorgebracht. Die Rüge erübrigt sich infolge Rückzugs der Beschwerde betreffend
direkte Bundessteuer 2009 (Ziff. 3).
3. In materieller Hinsicht ist nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz in richtiger
Anwendung der Richtlinie des betreibungsrechtlichen Existenzminimums zum Schluss
gekommen ist, dass der Beschwerdeführerin die Staats- und Gemeindesteuern 2009
nicht zu erlassen sind. Die Beschwerdeführerin wendet diesbezüglich ein, die
Vorinstanz sei aufgrund falscher Berechnungen und falscher Anwendung des Rechts
auf einen anrechenbaren Überschuss von CHF 168.-- gekommen. Die richtige
Anwendung der Richtlinien würde vielmehr zu einem Defizit führen, weshalb ihr die
Staats- und Gemeindesteuern 2009 entgegen dem vorinstanzlichen Urteil zu erlassen
seien.
Gemäss Art. 224 Abs. 1 StG bedingt der Erlass der Staats- und Gemeindesteuern,
dass der Steuerpflichtige in Not geraten ist (Notlage) oder die Bezahlung der Steuern
für ihn eine grosse Härte bedeutet. Subjektiv wird demnach das Vorliegen einer
Notlage oder einer grossen Härte vorausgesetzt. Dazu ist erforderlich, dass die
Begleichung der vollen Steuerforderung zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen
Existenz des Steuerpflichtigen führen und für diesen ein Opfer bedeuten würde, das in
einem vom Gesetz nicht voraussehbaren Missverhältnis zu seiner Leistungsfähigkeit
stünde und ihm daher billigerweise nicht zugemutet werden kann (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern
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1999, S. 411). Objektiv wird sodann vorausgesetzt, dass die Veranlagung
abgeschlossen ist und eine rechtskräftig festgesetzte Steuer vorliegt, die noch nicht
bezahlt ist (VerwGE B 2011/202 vom 20. März 2012 E. 4.1. abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch).
Bei der Beurteilung, ob die subjektiven Voraussetzungen für einen Steuererlass
gegeben sind, greift die Vorinstanz auf die Steuererlassverordnung zurück, da keine
näheren kantonalen Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder Verordnungsstufe
existieren würden. Zudem entnimmt sie weitere Erläuterungen dem kantonalen
Steuerbuch (StB 224 Nr. 1).
3.1. Massgeblich für das Vorliegen einer Notlage ist, ob die Beschwerdeführerin die
Steuerschuld von CHF 1'294.15 trotz Einschränkung ihrer Lebenshaltungskosten auf
das Existenzminimum nicht in absehbarer Zeit aus eigenen Mitteln vollständig tilgen
kann. Dabei ist auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum nach Art. 93 des
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SR 281.1, abgekürzt SchKG)
abzustellen (Art. 3 Abs. 2 der Steuererlassverordnung), welches sich wiederum nach
dem KS AB SG berechnet. Das Existenzminimum berücksichtigt demnach einen
monatlichen Grundbetrag, die konkreten Wohn- und Heizkosten, die Prämien der
obligatorischen Krankenkasse, Berufs- und Ausbildungskosten, Unterhaltszahlungen
sowie nötigenfalls einen Zuschlag für verschiedene Aufwendungen.
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin monatliche Einkünfte aus
Invalidenrente (CHF 1'860.--) und Ergänzungsleistungen (CHF 1'414.--) von insgesamt
CHF 3'274.-- erzielt und die tatsächlichen Wohnkosten von CHF 1'340.-- sowie die
obligatorischen sozialversicherungsrechtlichen Abgaben (AHV/IV/EO) von monatlich
CHF 40.-- anzurechnen sind. Strittig sind demgegenüber die Höhe des der
Beschwerdeführerin zustehenden Grundbetrags sowie die Anrechenbarkeit von nicht
krankenkassenpflichtigen Gesundheitsausgaben und der Prämien für
Sachversicherungen.
3.2. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei ihr analog zur
Berechnung der Ergänzungsleistung zur Invalidenrente ein erhöhter Grundbedarf von
CHF 1'560.-- anzurechnen. Dies rechtfertige sich angesichts der Krankheit der
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Beschwerdeführerin und der damit einhergehenden Mehrkosten. Ihr erhöhter
Grundbedarf sei aufgrund der Belege für Arztbesuche und Medikamente sowie der
eingereichten ärztlichen Zeugnisse belegt.
Alleinstehende haben Anspruch auf einen monatlichen Grundbetrag von CHF 1'230.--,
welcher zur Deckung von Ausgaben für tägliche Grundbedürfnisse dient, namentlich für
Nahrung, Kleidung und Wäsche, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der
Wohnungseinrichtung, Auslagen für Beleuchtung, Kochenergie, Radio-, Fernseh- und
Telefongebühren, kulturelle Bedürfnisse sowie für Freizeitgestaltung (Ziff. 3.1 KS AB
SG). Gesundheitskosten werden vom Grundbedarf demgegenüber nicht abgedeckt.
Diesen wird jedoch mittels Berücksichtigung der Prämien für die obligatorische
Krankenversicherung Rechnung getragen (Ziff. 4.3 KS AB SG). Zudem werden
unmittelbar grössere Auslagen, beispielsweise für Zahnärzte und Ärzte, mit zeitlich
beschränkten Zuschlägen zum Notbedarf berücksichtigt (Ziff. 4.9). Die zuständige
Behörde prüft überdies für den Erlassentscheid, ob für die steuerpflichtige Person
Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar sind. Solche gelten
grundsätzlich als zumutbar, wenn die Auslagen die nach den Ansätzen für die
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Art. 93 SchKG) sich
ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen (Art. 3 Abs. 2 Steuererlassverordnung).
Es ist folglich nicht ersichtlich und von der Beschwerdeführerin auch nicht
rechtsgenüglich dargelegt, auf welche gesetzliche Grundlage sie eine Erhöhung des
Grundbedarfs stützt. Zudem legt die Beschwerdeführerin nicht dar, wie sie die
Erhöhung von CHF 1'230.-- um CHF 330.-- auf CHF 1'560.-- berechnet.
Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 27. Januar 2012 zu Recht
darauf hingewiesen, dass die Kantone den Empfängern von Ergänzungsleistungen
ausgewiesene, im Verlaufe des Jahres entstandene Krankheits- und
Behinderungskosten zumindest teilweise zu vergüten haben (Art. 14 Bundesgesetz
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, SR
831.30, abgekürzt ELG). Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin, der
Verweis der Vorinstanz auf Art. 14 ELG sei zu pauschal und trage ihrer Situation zu
wenig Rechnung, da die von ihr geltend gemachten Gesundheitskosten nicht vom
Kanton vergütet würden, überzeugt nicht. Vom Kanton werden den Empfängern von
Ergänzungsleistungen Ausgaben vergütet, welche für eine wirtschaftliche und
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zweckmässige Leistungserbringung erforderlich sind (Art. 14 Abs. 2 ELG in Verbindung
mit Art. 4bis Abs. 1 Ergänzungsleistungsgesetz, sGS 351.5, abgekürzt ELG-SG).
Wirtschaftliche und zweckmässige Leistungen werden im Fall von Pflichtleistungen der
obligatorischen Krankenversicherung bejaht (Art. 4bis Abs. 2 ELG-SG). Kosten welche
nicht von der obligatorischen Krankenversicherung oder Dritten gedeckt sind, werden
nur ausnahmsweise vergütet, wenn die medizinische Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit
und Zweckmässigkeit nachgewiesen sind (Art. 4bis Abs. 3 ELG-SG). Weder ist eine
gesetzliche Grundlage dafür vorhanden noch ist anderweitig ersichtlich, warum im
Rahmen des Notbedarfs Ausgaben berücksichtigt werden sollten, deren medizinische
Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit nicht nachgewiesen ist. Die
Beurteilung der Frage, ob der Nachweis der medizinischen Notwendigkeit mit den
eingereichten Arztzeugnissen vom 21. und 26. Januar 2011 allenfalls erbracht ist, ist
nicht Sache des Verwaltungsgerichts. Die Beschwerdeführerin hat sich in dieser Sache
vielmehr an die für die Entrichtung der Ergänzungsleistungen verantwortliche kantonale
Stelle zu wenden. Es ist auf jeden Fall nicht Sinn und Zweck des Steuererlasses, den
Erlasssuchenden den Bezug von medizinischen Leistungen zu ermöglichen, deren
medizinische Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit von den
zuständigen Behörden verneint wurde.
3.3. Die Beschwerdeführerin wendet weiter gegen den angefochtenen Entscheid ein,
dass ihr neben den Prämien für die obligatorische Krankenversicherung auch die
Prämien für die Zusatzversicherung vollumfänglich anzurechnen seien. Sie sei aufgrund
ihrer Krankheit unbedingt auf die Zusatzleistungen angewiesen. Zu diesen gehören
auch nicht von der Grundversicherung gedeckte Kosten der Alternativmedizin, auf die
sie aus gesundheitlichen Gründen angewiesen sei.
Die Praxis ist eindeutig, dass das Existenzminimum einzig die Prämien der
obligatorischen Krankenversicherung abdeckt (Ziff. 4.3 KS AB SG). Die obligatorische
Krankenversicherung deckt wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Leistungen
ab, welche der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art.
25 und 32 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung, SR 832.10, abgekürzt
KVG). Bei der Berechnung des Notbedarfs werden die Prämien für die obligatorische
Krankenversicherung berücksichtigt. Den Empfängern von Ergänzungsleistungen
werden Krankheits- und Behinderungskosten, welche die Kriterien der
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Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit des KVG erfüllen, bezahlt. Folglich ist die
medizinisch notwendige Versorgung der Beschwerdeführerin sichergestellt. Ein
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Anrechnung der Prämien für die
Zusatzversicherung ist somit mangels gesetzlicher Grundlage und in Rücksicht auf das
behördliche Ermessen zu verneinen.
3.4. Aufgrund obiger Ausführungen sind auch die weiteren Einwände der
Beschwerdeführerin zur Anrechenbarkeit von Medikamenten und Behandlungen (z.B.
die Haarentfernungscreme "Vaniqua", die Atemtherapie oder Multivitaminpräparate),
die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, allesamt abzuweisen. Eine
anspruchsbegründende gesetzliche Grundlage fehlt dafür. Die Beurteilung, ob die
Leistungen medizinisch notwendig, zweckmässig und erforderlich sind, ist – wie bereits
ausgeführt - Sache der Krankenversicherer und der für die Entrichtung der
Ergänzungsleistungen zuständigen Stellen.
3.5. Die Beschwerdeführerin lässt im Weiteren vorbringen, es sei unbestritten, dass sie
ausschliesslich Einkünfte aus Invalidenrente und Ergänzungsleistungen habe. Es sei
daher bereits aufgrund einer summarischen Prüfung offensichtlich, dass ihr der
Steuererlass zu gewähren sei, zumal die Vorinstanz festhält, dass eine Notlage in
jedem Fall vorläge, wenn die öffentliche Hand für die Lebenshaltungskosten des
Erlassersuchenden aufkommen müsse.
Art. 9 Abs. 2 Steuererlassverordnung bejaht jedenfalls eine Notlage, wenn
ausschliesslich die öffentliche Hand für die Lebenshaltungskosten des
Steuerpflichtigen aufkommt. Dabei sind unter Einkünften aus Mitteln der öffentlichen
Hand ausschliesslich Mittel der Sozialhilfe und nicht auch Leistungen der
Sozialversicherungen wie etwa der Invalidenrente gemeint (so sinngemäss M. Beusch,
in: Zweifel/Athanas (Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl., Basel 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Art. 37 Abs. 1 lit. i StG sieht ebenfalls nur eine
Steuerbefreiung der Ergänzungsleistungen vor und nicht etwa auch jener der übrigen
sozialversicherungsrechtlichen Einkünfte, wie zum Beispiel aus der
Invalidenversicherung.
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Gemäss den zutreffenden Ausführungen des Beschwerdegegners vom 23. November
2010 (siehe Akten Vorinstanz, act. 15) sind auch Bezüger von staatlichen Leistungen
wie namentlich von Ergänzungsleistungen steuerpflichtig. Dabei bezahlen diese aber
lediglich Steuern auf dem steuerpflichtigen Teil der Einkünfte (zum Beispiel die
Invalidenrente, wie sie die Beschwerdeführerin bezieht). Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung darf niemand durch eine staatliche Abgabe in seinem Recht auf
Existenzsicherung verletzt werden (BGE 121 I 376; bestätigt unter anderem in BGE 122
I 101 E 2b.bb). Der ergänzungsleistungsrechtliche als auch der fürsorgerechtliche
Notbedarf gehen indessen über das bundesverfassungsrechtlich garantierte Minimum
hinaus (SGE 1996 Nr. 14 = StE 1997 A 21.16 Nr. 6). Die Erlasspraxis des
Beschwerdegegners berechnet daher die freie Quote aufgrund des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SGE 2009 Nr. 21 und 23). Besteht eine freie
Quote, so wird in diesem Umfang kein Steuererlass gewährt, unabhängig wie sich das
effektive (nicht nur steuerpflichtige) Einkommen zusammensetzt. Die Berücksichtigung
des gesamten (mithin steuerpflichtigen und steuerbefreiten) Einkommens zur
Berechnung der freien Quote rechtfertigt sich aufgrund des Grundsatzes der
Rechtsgleichheit. Diese Praxis des Beschwerdegegners erweist sich insbesondere
deshalb als sachgerecht, weil die Bezüger einer Invalidenrente mit ordentlichen bzw.
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen aufgrund der Steuerfreiheit der
Ergänzungsleistung bereits in entsprechendem Umfang bessergestellt sind als IV-
Rentner mit gleich hohen Bezügen, denen die Rente z.B. aus der ersten und zweiten
Säule im vollen Umfang besteuert wird.
Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihren Unterhalt ausschliesslich aus Mitteln
der Invalidenrente und ordentlichen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen
bestreitet, vermag folglich für sich alleine deshalb noch keine Notlage zu begründen.
3.6. Die Beschwerdeführerin macht eine Pauschale für Sachversicherungen im Umfang
von CHF 25.-- geltend. Diese wurde von der Vorinstanz mangels Nachweis abgewiesen
mit dem Hinweis, dass eine entsprechende Versicherung bereits durch die
angerechnete Pauschale für besondere Aufwendungen von CHF 250.-- abgedeckt sei.
Gemäss Ziff. 4.3 KS AB SG kann ein nachgewiesener, angemessener Betrag für
Haftpflicht und Hausrat zum Notbedarf hinzugerechnet werden. Die
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Beschwerdeführerin bringt im Beschwerdeverfahren den Nachweis für die Höhe der zu
bezahlenden Jahresprämien für die Versicherung von Hausrat und Haftpflicht von CHF
225.90. Dies entspricht einem monatlichen Beitrag von CHF 18.85, mithin rund CHF
19.--. Dieser ist bei der Berechnung des Notbedarfs zu berücksichtigen.
3.7. Unter Beachtung der unbestrittenen Einkünfte und Aufwendungen sowie der
bestrittenen Ausgaben (von der obligatorischen Krankenversicherung ungedeckte
Gesundheitskosten, Prämien für die Zusatzversicherung, die Pauschale für Hausrats-
und Haftpflichtversicherung und die Pauschale für besondere Aufwendungen)
errechnet die Beschwerdeführerin ein monatliches Defizit von CHF 19.05 (Einkünfte von
CHF 3'274.-- abzüglich Ausgaben von CHF 3'293.05). Sie erklärt dazu, dass das Defizit
noch höher ausfalle, wenn der von ihr geltend gemachte erhöhte Grundbedarf und die
selbstgetragenen Kosten der obligatorischen Krankenversicherung, für deren
Geltendmachung sie den Beweis offeriert, in die Berechnung des Notbedarfs mit
einbezogen würden. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Vorinstanz habe das
Verbot des überspitzten Formalismus verletzt, indem sie Jahresfranchise und
Selbstbehalte nicht von sich aus berücksichtigt habe. Sie unterlässt es jedoch,
rechtsgenüglich darzustellen, worin sie eine solche Verletzung begründet sieht.
Unter die Jahresfranchise der Krankenversicherung fallende und von der
Beschwerdeführerin tatsächlich zu bezahlende Gesundheitskosten müssen bei der
Berechnung des Notbedarfs berücksichtigt werden (Ziff. 4.3 KS AB SG mit Hinweis auf
BGE 129 III 242). Bei Bezügern von Ergänzungsleistungen werden diese und weitere
selbst zu tragende Kosten demgegenüber von den Kantonen übernommen (Art. 14
Abs. 1 lit. g ELG in Verbindung mit Art. 64 KVG). Einkommens- und
Vermögensrückgänge infolge freiwilliger Entäusserungen können im
Steuererlassverfahren nicht berücksichtigt werden (Art. 12 Abs. 2
Steuererlassverordnung). Die Beschwerdeführerin hat nicht dargelegt, warum und ob
sie Jahresfranchise und Selbstbehalt selber zu tragen hat. Vielmehr steht fest, dass sie
als Bezügerin von Ergänzungsleistungen einen gesetzlichen Anspruch auf Übernahme
der Kosten für Jahresfranchise und Selbstbehalt hat. Folglich stellt die Bezahlung der
entsprechenden Kosten durch die Beschwerdeführerin eine freiwillige Entäusserung
dar, welche bei der Berechnung des Notbedarfs unberücksichtigt zu bleiben hat (Art.
12 Abs. 2 Steuererlassverordnung).
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Der Einwand der Beschwerdeführerin, die von ihr bezahlten Jahresfranchise und
Selbstbehalte seien in die Berechnung des Notbedarfs mit einzubeziehen, ist somit
abzuweisen. Angesichts dieses Ergebnisses kann auf die Abnahme der dazu offerierten
Beweise verzichtet werden.
Der Notbedarf errechnet sich für die Beschwerdeführerin aufgrund der Ausführungen in
der Erw. 3 wie folgt:
Grundbedarf CHF 1'230.--
Mietzins CHF 1'340.--
Prämie oblig. Krankenversicherung CHF 246.--
Beiträge oblig. Sozialversicherungen CHF 40.--
Hausrat- und Haftpflichtversicherung CHF 19.--
Zwischentotal ohne Pauschale CHF 2'875.--
Pauschale für besondere Aufwendungen CHF 250.--
Total anrechenbare Ausgaben CHF 3'125.--
Für die Beschwerdeführerin beträgt der Notbedarf also CHF 3'125.--. Folglich ergibt
sich im Vergleich zu den unbestrittenen Einkünften ein monatlicher Überschuss von
CHF 149.--. Der Beschwerdeführerin ist es somit möglich, innerhalb von neun Monaten
die Steuerschuld zu bezahlen, was insbesondere angesichts der Pauschale von CHF
250.-- zumutbar ist.
3.8. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe sich
zur Begründung ihres Entscheids hauptsächlich auf Bundesrecht gestützt, obwohl sie
primär zur Anwendung kantonalen Rechts verpflichtet gewesen wäre. Während der
Erlass der direkten Bundessteuer bedingt, dass die Bezahlung der Steuerschuld infolge
einer Notlage eine Härte bedeutet, seien nach Art. 224 Abs. 1 StG das Vorliegen einer
Notlage bzw. die Härte als Folge der Bezahlung der Steuerschuld alternative Gründe
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für einen Steuererlass. Indem die Vorinstanz nur das Vorliegen einer Notlage geprüft
habe, habe sie sich einer Rechtsverweigerung schuldig gemacht.
Die analoge Anwendung der Grundsätze der Steuererlassverordnung über die Notlage
und die grosse Härte für die Beurteilung des Erlasses der Staats- und
Gemeindesteuern erweist sich nicht als unsachgemäss, da damit trotz Fehlens von
kantonalen Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder Verordnungsstufe eine einheitliche
Praxis beim Steuererlass bewirkt wird. Vorausgesetzt ist aber, dass die Anwendung der
Steuererlassverordnung diesbezüglich eine stetige Praxis darstellt. Soweit
überblickbar, beruhen die für den vorliegenden Fall anwendbaren Grundsätze auf einer
steten Praxis der Vorinstanz. Auch der Beschwerdegegner geht in StB 224 Nr. 1 von
einer vergleichbaren Begriffsumschreibung der Notlage oder grossen Härte wie Art. 9 f.
der Steuererlassverordnung bezüglich der Notlage aus (VerwGE B 2011/202 vom 20.
März 2012 E. 4.2.2.). Die Vorinstanz hat zudem zu Recht darauf hingewiesen, dass sich
der Begriff der grossen Härte von jenem der Notlage nicht scharf abgrenzen lässt (vgl.
M. Beusch, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl., Basel
2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Die Steuererlassverordnung enthält denn auch keine
nähere Umschreibung des Begriffs der Härte. Der Beschwerdegegner bejaht eine
grosse Härte, wenn für den Pflichtigen die Bezahlung der Steuer ein Opfer bedeutet,
das in einem krassen Missverhältnis zu seiner finanziellen Leistungsfähigkeit steht und
ihm billigerweise nicht zugemutet werden kann (StB 224 Nr. 1). Die Vorinstanz ist zum
Schluss gekommen, dass es der Beschwerdeführerin möglich ist, ihre Steuern
innerhalb von acht Monaten zu bezahlen, und ihr das somit zumutbar ist.
Der Einwand der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe das Vorliegen einer Härte
nicht geprüft und sich damit eine Rechtsverweigerung zu Schulden kommen lassen,
erweist sich folglich als unzutreffend.
3.9. Die Beschwerdeführerin wendet sodann ein, das Vorliegen einer Härte sei bereits
aufgrund ihrer Krankheit zu bejahen. Es sei ihr deswegen die Staats- und
Gemeindesteuer zu erlassen. Der Beschwerdeführerin ist diesbezüglich zu entgegnen,
dass gemäss Praxis des Beschwerdegegners eine Krankheit in der Tat eine Notlage
begründen kann, wenn diese Kosten zur Folge hat, welche von Dritten nicht getragen
werden (StB 224 Nr. 1 Ziff. 1.4). Wie bereits eingehend dargelegt wurde, werden
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Ausgaben für wirtschaftliche und zweckmässige medizinische Leistungen im Rahmen
der obligatorischen Krankenversicherung und der Ergänzungsleistungen übernommen.
Es ist insofern nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin für tatsächlich
ausgewiesene Krankheitskosten selber aufzukommen hat. Zudem können
weitergehende Leistungen aus dem in der Berechnung des Existenzminimums
berücksichtigten Grundbedarf und der Pauschale für besondere Aufwendungen
gedeckt werden.
4. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die wirksamen, zweckmässigen und
wirtschaftlichen Gesundheitskosten durch die obligatorische Krankenversicherung
gedeckt sind und bei Empfängern von Ergänzungsleistungen weitere, von der
obligatorischen Krankenkasse nicht gedeckte Kosten vom Kanton vergütet werden,
soweit sie medizinisch notwendig, wirtschaftlich und zweckmässig sind. Erhöhte
Gesundheitskosten infolge Krankheit rechtfertigen folglich keine Erhöhung des
Grundbedarfs, da die medizinische Versorgung der Beschwerdeführerin gesichert ist.
Ebenso wenig kann die Zusatzversicherung bei der Berechnung des Notbedarfs
hinzugerechnet werden. Auch Empfänger von Ergänzungsleistungen sind
steuerpflichtig, soweit sie über eine freie Quote zwischen dem ihnen zur Verfügung
stehenden Einkommen und dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum verfügen.
Die Beschwerdeführerin verfügt über eine solche freie Quote, weshalb ihr kein
Steuererlass zu gewähren ist. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
5. (...).
Als unentgeltlicher Rechtsvertreter wurde mit Entscheid des
Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 18. Januar 2012 Rechtsanwalt lic. iur. P. B.
bestimmt. Ihm ist eine Entschädigung zulasten des Staates zuzusprechen, wobei das
Honorar um einen Fünftel zu kürzen ist (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS
963.70). Der Vertreter der Beschwerdeführerin reichte keine Kostennote ein, weshalb
das Honorar auf CHF 1'500.-- zzügl. MWST festzusetzen ist (Art. 6, 19 und 22 Abs. 1
lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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