# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4c828a40-4b55-4998-93b2-38e1ab871751
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Mit Eingabe vom 15. März 2018 erstattete das Bundesamt für Polizei (Fed-
pol) bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen seinen Mitarbeiter A.,
vormaligen Kommissariatsleiter der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der
Internetkriminalität wegen Widerhandlungen KOBIK und damaligen Ermittler
in der Abteilung Wirtschaftskriminalität der Bundeskriminalpolizei, wegen
des Verdachts strafbarer Handlungen im Sinne von Art. 135, 144bis, 197,
293, 320 StGB samt entsprechendem Strafantrag (Verfahrensakten Bundes-
anwaltschaft [nachfolgend «Verfahrensakten»], pag. 18.01-0002 ff.).
Das Fedpol hielt in seiner Anzeige fest, dass A. der Direktorin des Fedpol
wiederholt E-Mails gesendet habe. Er habe darin zahlreiche Forderungen
gestellt, Fristen angesetzt, Drohungen ausgesprochen, Führungsentscheide
seiner Hierarchie wiederholt in Frage gestellt und gegen diverse Mitarbeiten-
den des Fedpol unsachliche Vorwürfe erhoben. So habe A. beispielsweise
in einem E-Mail vom 12. Januar 2018 an die Direktorin geschrieben, dass er
dem «fedpol eine letzte Chance» geben wolle, damit eine neue Kultur bei
dem Fedpol bzw. der Bundeskriminalpolizei Einzug halten könne, «bevor er
weitere Massnahmen in eigener Regie einleiten würde». Er habe «bereits
verschiedene Berichte mit den dafür notwendigen Beweiselementen er-
stellt». Weiter erwarte er, dass seine Reputation wiederhergestellt werde
«und die bisher intrigierenden Mitarbeitenden auf die eine oder andere Art
und Weise zur Rechenschaft gezogen werden, das Ganze in gegenseitiger
Absprache mit mir oder meinem Anwalt». Mit E-Mail vom 1. März 2018 habe
A. seine Kündigung eingereicht unter Beilage unter anderem eines Doku-
ments mit dem Titel «Vertragsbruch durch fedpol?», welches kinderporno-
grafisches und gewaltdarstellendes Material sowie zahlreiche diffamierende
Aussagen gegenüber Mitarbeitenden des Fedpol enthalten habe. Dabei
habe A. sein E-Mail in Kopie nicht nur sämtlichen Fedpol-Mitarbeitenden und
der Departementsvorsteherin EJPD zugestellt, sondern ebenfalls drei Per-
sonen ausserhalb der Bundesverwaltung. Es handle sich dabei um drei Mit-
glieder des Leistungsausschusses der KOBIK. In einer der von A. zugestell-
ten Beilage befänden sich Namen und Vornamen sämtlicher verdeckter Er-
mittler der KOBIK. Gemäss Bericht im Sonntagsblick vom 4. März 2018 sol-
len die erwähnten Unterlagen auch der Redaktion vorliegen. Es sei unklar,
durch wen und wie die Journalisten Zugang zu den Unterlagen erhalten hät-
ten, weshalb diesbezüglich das Fedpol gegen unbekannte Täterschaft eine
Strafanzeige eingereicht habe. Das Fedpol teilte weiter mit, es habe unter
anderem den Bundessicherheitsdienst informiert und eine Gefährdungsmel-
dung der zuständigen Stelle im Wohnkanton von A. zukommen lassen, weil
es eine Fremd- oder Selbstgefährdung nicht ausschliessen könne. Es habe
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auch umgehend ein Hausverbot gegen A. verhängt und seine Dienstwaffe
sichergestellt. Die privaten Waffen seien in Zusammenarbeit mit der Kan-
tonspolizei Freiburg und mit dem Einverständnis von A. vorsorglich eingezo-
gen worden.
B. Wie in der Strafanzeige angekündigt, löste in der Folge das Fedpol mit Ver-
fügung vom 21. März 2018 das Arbeitsverhältnis mit A., welches von A. sel-
ber am 1. März 2018 ordentlich gekündigt worden war, mit sofortiger Wirkung
auf (Verfahrensakten, pag. 05-01-0162 ff.). Dagegen liess A. mit Eingabe
vom 7. Mai 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben
(Verfahrensakten, pag. 05-01-0172).
C. Mit Entscheid vom 3. Mai 2018 des Friedensgerichts des Seebezirks wurden
die provisorischen Massnahmen vom 27. März 2018 gegen A. aufgehoben,
diesem seine bei der Kantonspolizei Freiburg deponierten Waffen zurückge-
geben und das auf Gefährdungsmeldung gemäss Art. 443 des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) des Fedpol vom 6. März 2018 hin
eröffnete Erwachsenenschutzverfahren beendet (Verfahrensakten, pag. 05-
01-0188; pag. 05-01-0182 f.).
D. Die Kantonspolizei Freiburg teilte A. mit Schreiben vom 23. August 2018 mit,
dass aus ihrer Sicht die Voraussetzungen für die definitive Beschlagnahme
seiner Waffen nicht erfüllt zu sein scheinen. Um einen formellen Entscheid
fällen zu können, bat die Kantonspolizei A., einen aktuellen Strafregisteraus-
zug einzureichen (Verfahrensakten, pag. 05-01-0210).
E. Mit Einstellungsverfügung vom 10. September 2018 stellte die Bundesan-
waltschaft das Strafverfahren SV.18.0315 gegen A. wegen Verletzung des
Amtsgeheimnisses gemäss Art. 320 StGB ein. Die übrigen vom Fedpol auf-
geführten Straftatbestände (Art. 135, 197, 144bis und 293 StGB) erachtete
die Bundesanwaltschaft als eindeutig nicht erfüllt (Verfahrensakten, pag. 05-
01-0193 ff.).
Die Bundesanwaltschaft ordnete mit obgenannter Verfügung gleichzeitig die
Rückgabe der sichergestellten Gegenstände (diverse Papiere, Broschüren
über Fedpol/BKP von A., Festplatte, USB-Stick, Laptop) an A. an. Mit der
Rückgabe der Gegenstände wurde die Bundeskriminalpolizei beauftragt
(Verfahrensakten, pag. 05-01-0198).
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F. Mit Eingabe vom 25. Januar 2019 liess A. über seinen Rechtsvertreter bei
der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen „die verantwortlichen Personen
des fedpol“ wegen Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB einreichen
(Strafsache SV.19.0115). In der Anzeige schilderte er folgende Ausgangs-
lage (Verfahrensakten, pag. 05-01-0001 ff.):
Er sei seit 1995 in diversen Funktionen beim Fedpol, u.a. bei der KOBIK,
tätig gewesen. Seit dem 15. Januar 2018 sei er krank gewesen. Mit E-Mail
vom 1. März 2018 an die Direktion des Fedpol habe er seine Kündigung per
31. Juli 2018 eingereicht unter Beilage eines 142-seitigen Dokuments mit
dem Titel „Vertragsbruch durch fedpol?“. Umgehend danach habe das Fed-
pol ihm gegenüber ein Hausverbot ausgesprochen, gültig ab 1. März 2018.
Zudem habe das Fedpol zusammen mit der Kantonspolizei Freiburg am
1. März 2018 ihn an seinem Wohnort polizeilich angehalten und seine priva-
ten Waffen «beschlagnahmt». Am 6. März 2018 habe das Fedpol eine Ge-
fährdungsmeldung an die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbe-
hörde (KESB) im Kanton Freiburg veranlasst und am 15. März 2018 Straf-
anzeige bei der Bundesanwaltschaft wegen Verletzung des Amtsgeheimnis-
ses sowie wegen Verbreitung kinderpornografischen Materials und Gewalt-
darstellungen eingereicht. Mit Verfügung vom 21. März 2018 habe das Fed-
pol ihm schliesslich fristlos gekündigt, wogegen er Beschwerde erhoben
habe.
A. machte in der Anzeige geltend, die Beamten des Fedpol hätten im Rah-
men der polizeilichen Anhaltung, Hausdurchsuchung, Beschlagnahme sowie
Sperrung seines persönlichen Microsoft-Accounts ihre Amtsgewalt miss-
braucht. Weiter wies A. auf die Speicherung von Daten aus Telefonkontrollen
sowie den Versand von Daten durch das Fedpol hin, welches seit 2000 nicht
mehr in der Lage gewesen sei, eine für die Ermittlungsarbeit notwendige und
den Sicherheitsanforderungen genügende Anlage zu schaffen.
G. Mit Verfügung vom 19. Februar 2019 zog die Bundesanwaltschaft gestützt
auf Art. 194 Abs. 1 StPO die Akten aus dem Strafverfahren SV.18.0315 ge-
gen A. (s. supra lit. A und E) bei. Zur Begründung führte sie aus, dass die
der Strafsache SV.19.0115 sowie dem Verfahren SV.18.0315 zugrundelie-
genden Umstände identisch seien. A. habe indes keine vollständigen Akten
ins Recht gelegt, welche diese Umstände als Ganzes zeigen würden, wes-
halb die Akten aus dem Strafverfahren SV.18.0315 bzw. die Anzeige inkl.
Beilagen des Fedpol vom 15. März 2018 gegen A. zwecks Beweismittel bei-
zuziehen seien (Verfahrensakten, pag. 18-01-0001).
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H. In der Folge ordnete die Bundesanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfü-
gung vom 20. Februar 2019 an, dass die Strafsache gemäss Anzeige vom
25. Januar 2019 gegen Unbekannt wegen Amtsmissbrauchs im Sinne von
Art. 312 StGB nicht anhand genommen wird (act. 1.1).
I. Dagegen lässt A. mit Eingabe vom 6. März 2019 Beschwerde an die Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts erheben. Er beantragt, die ange-
fochtene Nichtanhandnahmeverfügung sei aufzuheben und die Bundesan-
waltschaft anzuweisen, gestützt auf seine Strafanzeige eine Strafuntersu-
chung zu eröffnen. Mit der Untersuchung sei eine externe Sonderstaatsan-
wältin/ein externer Sonderstaatsanwalt zu beauftragen (act. 1).
J. Mit Schreiben vom 19. März 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin unter
Beilage der Verfahrensakten auf weitergehende Erläuterungen und verwies
auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (act. 5). Diese Eingabe
wurde mit Schreiben vom 21. März 2019 dem Beschwerdeführer zur Kennt-
nis gebracht (act. 6).
K. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft ist die