# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f5b4abf8-a1bb-43ed-8c5c-7576ad48be68
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1963, war nach ihrem phil. I Studium (Italienische Sprach- und Literaturwissenschaft, Deutsche Sprachwissenschaft und Kunst
geschichte) von 1995 bis 2001 als Assistentin am
Y._
tätig (vgl.
Urk.
6/24). In der Folge widmete sie sich ihrer Dissertation
(
Urk.
7/9). Im Januar 2006 musste die Versicherte wegen einer psy
chischen Erschöpfung mit Depression hospitalisiert werden (vgl.
Urk.
6/15/6-8). Seither war sie nicht mehr berufstätig. Am 2
8.
Oktober 2008 meldete sie sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche
Massnahmen
, Rente) an (
Urk.
6/2).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Auszüge aus dem individuellen Konto
(Urk. 6/1;
Urk.
6/8) sowie medizinische Berichte (Urk. 6/9-10; Urk. 6/15) ein
und gab
bei
Dr.
med.
Z._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 2
2.
Juni 2009 erstattet wurde (
Urk.
6/17). Mit Schreiben vom 2
8.
August 2009 beantwortete
Dr.
Z._
eine
Rückfrage der IV-Stelle (
Urk.
6/21).
Vom
1.
Februar bis 3
1.
Oktober 2010 absolvierte die Versicherte ein
Belastbar
keitstraining
(vgl. Schlussbericht vom 3
0.
April 2010,
Urk.
6/38) mit
anschlies
sendem
Aufbautraining (vgl. Schlussbericht vom 1
4.
Oktober 2010,
Urk.
6/65) in der
A._
. Die IV-Stelle leistete Kostengutsprache und richtete der Versicherten Taggelder aus (vgl.
Urk.
6/26; Urk. 6/35;
Urk.
6/40;
Urk.
6/42;
Urk.
6/49;
Urk.
6/51). In der Folge gewährte die IV-Stelle der Versicherten
Ein
gliederungsberatung
/ Arbeitsvermittlung mit externem Job Coaching (vgl.
Urk.
6/69). Vom
8.
Februar bis
7.
August 2011 absolvierte die Versicherte ein Arbeitstraining in einem Architekturbüro (vgl. Leistungsbeurteilung,
Urk.
6/87). Die IV-Stelle übernahm die Kosten und richtete Taggelder aus (vgl.
Urk.
6/80;
Urk.
6/84;
Urk.
6/89;
Urk.
6/93; vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 1
5.
März
2012,
Urk.
6/105;
Verlaufsprotokoll Job Coach vom 1
9.
März 2012,
Urk.
6/106).
Schliesslich
holte die IV-Stelle einen weiteren Bericht der behandelnden Psy
chiaterin ein (
Urk.
6/111). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
6/115) sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom
2. November 2012
bei einem Invaliditätsgrad von 50 % -
eine halbe Rente ab dem
1.
August 2011 zu (
Urk. 6/124
und
Urk.
6/117 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung
vom
2. November 2012
(
Urk.
2
) erhob die Versicherte am
3.
Dezember 2012
Beschwerde (
Urk.
1) und
beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr ab einem früheren Zeitpunkt eine höhere Invalidenrente zu ge
währen (S. 2
Ziff.
3). Die Beschwerdegegnerin schloss m
it
Vernehmlassung
vom
2
3.
Januar 2013 (Urk. 5)
auf Abweisung der Beschwerde
.
Mit
Replik vom 1
8.
April 2013 (
Urk.
10) änderte die Beschwerdeführerin
ihr Rechtsbegehren dahingehend, als sie
von
April 2008 bis Januar 2010 eine
Dreiviertelsrente
,
von
August 2011 bis März 2012 wiederum eine
Dreiviertelsrente
sowie ab
April
2012 eine ganze Rente
beantragte
(S. 2
oben
).
Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete am 2
4.
Mai 2013 auf eine Duplik (
Urk.
13).
Dies wurde der
Beschwer
deführerin am
1.
Juli 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invali
ditätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und den Rentenanspruch (
Art.
28 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 1). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdient
hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, mithin die Arbeitsfähigkeit und der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfüg
ung (
Urk.
2) davon aus, dass die
Beschwerdeführer
in
seit
Januar 2006
(Beginn der einjährigen Wartezeit) in
ihr
er Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei.
Aufgrund der medizinischen
Unterlagen bestehe seit Januar 2006 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in
d
er angestammten Tätigkeit als
„
Romanistikerin
“
. In einer optimal angepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %
(Verfügungsteil
2 S. 1 unten). Die Beschwerdegegnerin
stützte sich sowohl für die Berechnung des
Valideneinkommens
als auch des Invalideneinkommens auf den Tabellenlohn gemäss LSE für
Beschäftigte mit
universitäre
r
Hochschul
bildung
ohne
Kader
funktion
und
stellte einem
Valideneinkommen
von
Fr.
9
5'058
.
ein
Invaliden
einkommen
von
Fr.
47
'
529.
gegenüber, womit ein
Invaliditätsgrad von
50
%
resultierte. Da das Arbeitstraining per
7.
August 2011 abgeschlossen worden sei, habe die Beschwerdeführerin ab August 2011
Anspruch auf eine
halbe R
ente
(Verfügungsteil 2 S.
1 f.)
.
2.3
Die Beschwerdeführerin
machte
in
ihrer Beschwerde
(
Urk.
1)
geltend, die gut
achterliche Beurteilung stehe in Widerspruch zu den Berichten der behandeln
den Spezialisten. Gestützt auf die spezialärztlichen Feststellungen sei von einer höheren Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 5
Ziff.
4).
Des Weiteren sei der hypothetische Verdienst in einer angepassten Tätigkeit auf einem tieferen Niveau der Lohnstatistik festzusetzen und es sei ein Invaliditätsabzug anzubrin
gen (S. 5
Ziff.
5).
In der Replik (Urk. 10) kritisierte die Beschwerdeführerin
insbesondere
das Gut
achten von
Dr.
Z._
.
So liege dieses mehr als dreieinhalb Jahre zurück und entspreche somit nicht mehr ihrer aktuellen gesundheitlichen Situation. Auch sei die gutachterliche Beurteilung lediglich aufgrund eines kurzen, nur eine Stunde und zehn Minuten dauernden Gespräches erfolgt. Zudem
sei keine
Fremda
namnese
eingeholt worden
und
es fehle an einer
Begründung
für die abweichende Diagnose
(S. 4 f.
Ziff. 4.1).
D
ie Beschwerdeführerin
machte weiter
geltend, dass sich ihr Gesundheitszustand seit anfangs 2012 verschlechtert habe; seit dem 2
7.
Februar 2012 werde ihr eine volle Arbeitsunfähigkeit attes
tiert (
S. 6
Ziff.
4.2).
D
es Weiteren sei das
von der Beschwerdegegnerin einge
setzte
Valideneinkommen
zu tief. A
uch könne für das Invalideneinkommen nicht von derselben Basis wie für das
Valideneinkommen
ausgegangen werden
. Eine angepasste Tätigkeit würde eine Stelle ohne Belastungen, ohne Stress, ohne
ausgeprägte Teamfähigkeit und ohne grosse Verantwortung darstellen
(
S. 7 f.
Ziff.
5).
Schliesslich
gab
sie zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit
an
, dass sie schon seit 1997 gesundheitsbedingt nur noch eingeschränkt arbeitsfähig sei (S. 3).
3.
3.1
Vom 1
9.
Januar bis zum 1
0.
Februar 2006 erfolgte ein s
tationärer Aufenthalt
der Beschwerdeführerin
in der
B._
.
Dem
Austrittsbericht vom 1
4.
Februar 2006 (Urk. 6/15/6-8
) sind folgende
Diagnosen
zu entnehmen (S. 1)
:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
bis schwere Episode
gen
eralisierte Angststörung
Im Austrittsbericht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin befinde sich schon länger in einer psychischen Erschöpfung mit Depression,
Vermeidungs
verhalten
und multiplen psychovegetativen Beschwerden bei einer vielfach belastenden Lebenssituation: fehlende Erwerbstätigkeit, Unfähigkeit an der sich seit Jahren hinziehenden Dissertation weiterzuarbeiten, fehlende Freundschaf
ten, belastende Trennungssituation und Vermissen einer Partnerschaft, unbe
hagliche Wohnsituation, zum Teil unbefriedigende Familienverhältnisse (S. 1 unten). In den letzten Wochen habe sie gelegentlich suizidale Gedanken gehabt, könne sich aktuell davon distanzieren (S. 2 unten). Nachdem die Beschwerde
führerin anfänglich bezüglich des Klinikaufenthaltes
sehr ambivalent gewesen sei
, habe sie sich gut in den Klinikalltag eingefunden, sei in der Patientengruppe integriert gewesen und habe aktiv an den Therapien teilgenommen
. Die anfäng
lich im
Vordergrund stehende ausgeprägte ängstliche Symptomatik und Ambi
valenz der Beschwerdeführerin habe im Verlauf abgenommen. Der Austritt sei in subjektiv wie objektiv deutlich stabilerem Zustand zu den Eltern erfolgt
(S. 3 Mitte).
3.2
Dr.
med
.
C._
, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH,
nannte im Bericht
vom 1
6.
Dezember 2008
zuhanden
der B
eschwerdegegner
in (Urk. 6/9
) folgende
Diagnose
n mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1)
:
chronisch verlaufende mittelschwere depressive Störung mit somati
schem Syndrom mit interkurrenten Phasen von schwerer Depression
Agorapho
bie mit Panikstörung
Dr
.
C._
berichtete, dass sich im Jahr 2004 eine schwere depressive Episode entwickelt habe, die auf die ambulante Behandlung nicht mehr angesprochen habe. Auch nach einer
Hospitalisation
im Jahr 2006 sei die Beschwerdeführerin
anhaltend schwer depressiv gewesen. Unter differenzierter und zeitweise hoch
dosierter, kombinierter antidepressiver Behandlung
sei eine zögerliche
Zu
stands
verbesserung
in einen Zustand erfolgt, der vom
Ausmass
her überwiegend einer mittelschweren Depression entspreche, der bis heute anhalte und als
chro
nifiziert
und teilweise therapieresistent beurteilt werden müsse. An einzelnen Tagen sei der Zustand inzwischen auch lediglich als leicht depressiv einzu
stufen. Insgesamt habe sich das Zustandsbild seit einem Jahr etwas gebessert und stabilisiert (Beiblatt S. 1
Ziff.
1.4).
Zum aktuellen Zustand
führte
Dr.
C._
aus, die Beschwerdeführerin sei wach, allseits orientiert, kognitiv in der Kon
zentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung subjektiv und objektiv leicht eingeschränkt. Die Aufmerksamkeit sei normal, die Intelligenz sehr gut und das Denken geordnet (
Ziff.
1.4). Die Grundstimmung sei leicht depressiv, die Beschwerdeführerin fühle sich völlig energielos. Ihr Selbstwertgefühl sei ausge
sprochen tief, sie traue sich wenig zu und schäme sich ihrer Krankheit. Der affektive Kontakt sei gut herstellbar,
insgesamt sei die affektive
Schwingungs
fähigkeit
aber dennoch vermindert. Der Nachtschlaf sei aktuell ungestört.
Der Antrieb sei objektiv leicht vermindert. Aktuell bestehe ein generell erhöhter Angstpegel
(Beiblatt S. 1
Ziff.
1.4).
Zur Prognose
gab
Dr
.
C._
an
, aufgrund des bisherigen Verlaufs und der leich
ten kognitiven Einschränkungen halte sie die
Wiederaufnahme einer Tätig
keit als wissenschaftliche Mitarbeiterin mittelfristig
für
unrealistisch
. Insgesamt habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin aber innerhalb des letzten Jahres teilweise verbessert, so dass sie heute
berufliche
Massnahmen
für erfolgsver
sprechend halte
, sollten sie in Form einer Umschulung/Wiedereingliederung in
einer manuellen Tätigkeit erfolgen
(
Beiblatt
S. 2
Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausge
übten Tätigkeit
al
s wissenschaftliche Assistentin und
Dissertan
d
in
bescheinigte
Dr.
C._
der Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
seit dem
1
4.
März 2006
bis auf weiteres
(Ziff. 1.6).
Konzentrationsstörung, fehlende Be
lastbarkeit im zwischenmenschlichen Bereich und motivationale Einschränkung
würden
eine wissenschaftliche Tätigkeit
verunmöglichen (Ziff.
1.7).
Die Wieder
aufnahme einer beruflichen Tätigkeit hänge im Wesentlichen von den geeigne
ten
Integrationsmassnahmen
ab (
Ziff.
1.9).
3.3
Dr.
med
.
D._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH,
führte in ihrem
Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk. 6/10;
undatiert
, einge
gangen am
6.
Januar 2009
)
die
bekannte
n
psychiatrische
n
Diagnosen an. Sie stellte
keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
(Ziff.
1.1)
.
Sie gab weiter an, dass
seit 2007
eine
deutliche Besserung der psychischen Symptome
erfolgt sei (
Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
al
s wissen
schaftliche Assistentin und
Doktorandin
bestehe
seit 1
9.
Januar 2006 bis auf weiteres
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Ziff. 1.6
). Die schnelle physische und psychische Ermüdbarkeit und die verminderte Konzentrationsfähigkeit würden eine T
ätigkeit im angestammten Bereich
verhindern (
Ziff.
1.7). Berufliche
Mass
nahmen
seien zu empfehlen
; Ziel sei
es,
eine primär reduzierte
Arbeitsfähigkeit
zu erreichen (Ziff. 1.8)
.
3.4
Dr
.
Z._
nannte in seinem psychiatrischen Gutachten
vom 2
2.
Juni 2009
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/17
/1-7
)
folgende Diagnosen (S. 6
Ziff.
1):
rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig
knapp mittelgradige Epi
sode
Ang
ststörung
Dr
.
Z._
führte aus,
die Beschwerdeführerin sei im Laufe der wissenschaft
lichen Tätigkeit überfordert gewesen und in eine Panikstörung geraten, welche zuerst als körperliche Krankheit verkannt worden sei. Ihre Arbeitsfähigkeit sei durch die Ängste in erheblichem
Ausmass
eingeschränkt. Die Medikamente beziehungsweise die psychologische Behandlung hätten jeweils nur vorüberge
hend eine Besserung des Zustandes erbracht
. Im Jahr 2005 seien
Lebensbelas
tungen
aufgetreten, die Beschwerdeführerin sei erstmals in eine Depression geraten und habe anfangs 2006 deswegen hospitalisiert werden müssen (S. 5 oben). Bis heute habe sie sich noch nicht von der Depression lösen können, wenn auch in den letzten Monaten eine Besserung eingetreten sei; der Schlaf sei hergestellt, die Essstörungen zurückgegangen und es bestehe keine Suizidalität.
Die Angst habe sich gebessert, es bestehe aber ein Leidensdruck. Infolge der Ängste habe sich die Beschwerdeführerin vom sozialen Kontakt teilweise zurückgezogen und habe Mühe, den Kontakt mit den Mitmenschen problemlos aufzunehmen. Sie sei krankheitseinsichtig und lasse sich intensiv psychologisch und medikamentös behandeln
(S. 5 Mitte).
I
m früheren Arbeitsverhältnis sei die
Beschwerdeführerin
zu 50
% eingeschränkt, dies s
eit anfangs 2006 (S. 6
Ziff.
2). D
as Ausmass der Leistung in einer angepassten Tätigkeit könne erst nach einer Einarbeitungszeit im Verlauf der Massnahme genauer quantifiziert werden (S. 6
Ziff.
3). B
erufliche
Massnahmen beziehungsweise
Integrationsmassnahmen seien indiziert (S. 6
Ziff.
5)
.
Dr.
Z._
hielt
abschliessend fest, dass seine Be
urteilung mit den vorliegenden Arztzeugnissen übereinstimme. Dies gelte nicht in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit, da aus einer knapp mittelgradigen depressi
ven Episode und gebesserten Ängsten keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit abge
leitet werden könne. Es müsse berücksichtigt werden, dass es ungünstige
krank
heitsfremde
Faktoren gebe: lange Phase von Arbeitsuntätigkeit, berufliche Sackgasse, kein Druck aus finanzieller Sicht (S. 6 f.
Ziff.
6).
3.5
Am 2
8.
August 2009
nahm
Dr.
Z._
Stellung
zur Rückfrage
der
Beschwer
degegnerin
betreffend Belastungs- und Ressourcenprofil
(
Urk.
6/21)
. Er führte aus, d
ie Einschränkung liege vor allem im Kontakt mit de
n Mitmenschen. E
s sollte nach der Berufsberatung möglich sein, die B
eschwerdeführer
in mit einem 50%-Pensum in einer eher selbständig ausgeübten Tätigkeit arbeiten zu lassen
.
3.6
Dem
Austrittsbericht
des
E._
vo
m 2
9.
Februar 2012 (Urk.
11/3) ist zu entnehmen, dass aufgrund eines Uterus
myomatosus
eine
Operation mit
anschliessender
Hospitalisation
vom 2
7.
Februar
bis
zum
6.
März 2012 erfolgte.
Nach der Operation kam es zu einer B
lasen
entleerungsstörung. Im Austrittsbericht wurde der Beschwerdeführerin eine
100%ige Arbeitsun
fähigkeit
vom 2
7.
Februar
bis
1.
April 2012
attestiert (
Urk.
11/3 unten), welche später
bis zum 1
6.
April 2012 verlängert
wurde (vgl. ärztliches Zeugnis,
Urk.
11/1).
3.7
Mit
Bericht vom 2
1.
August 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin
(Urk. 6/111) nannte
Dr
.
C._
dieselben Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wie im früheren Bericht
vom Dezember 2008
(
Ziff.
1.1
)
und gab auch
dieselbe Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in der
angestammt
en Tätigkeit ab
(
Ziff.
1.6)
.
Zum Verlauf seit Dezember 2008
führte
Dr.
C._
aus
, es sei zu
nächst eine leichte Stabilisierung erfolgt
und von Februar bis August 2011
habe
ein Aufbau- und ein Arbeitstraining in einem Architekturbüro stattgefunden. Im Herbst 2011 sei wieder eine Zustandsverschlechterung
aufgetreten
mit ver
mehrten schweren depressiven Einbrüchen von jeweils mehreren Wochen.
Im Februar 2012 sei eine Hysterektomie erfolgt; seither bestünden anhaltende
Komplikationen mit Infekten und
Katheterbedarf
zur Blasenentleerung.
Zurzeit
sei die
Prognose
noch ungewiss (
Ziff.
1.4).
Die aktuelle Lebenssituation sei eher verschlechtert. Die Beschwerdeführerin sei durch die misslungene berufliche Reintegration zusätzlich depressiv-resigniert. Sie sei durch die seit Februar 2012 andauernden postoperativen Komplikationen psychisch sehr belastet.
Bei der letzten Konsultation im Juni 2012 habe die Beschwerdeführerin ein mittel
schwer bis schwer depressives Zustandsbild gezeigt. Sie sei mitunter schwer niedergeschlagen bis verzweifelt und ohne Hoffnung gewesen und habe durch
wegs negative Gedanken
geä
ussert
. Die Konzentration sei leicht vermin
dert gewesen, ebenso das Tempo des Denkflusses. Der Antrieb sei subjektiv und objektiv vermindert gewesen
(Beiblatt Ziff. 1.4).
A
ufgrund des insgesamt eher verschlechterten und instabileren Zustandes während der letzten fast
zwölf
Monate und der belegten partiellen Therapieresistenz sowie der wenig ermuti
genden Erfahrungen im beruflichen Aufbautraining sei ein erneuter beruflicher Reintegrationsversuch zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfolgversprechend
(
Beiblatt
Ziff.
1.11)
.
4.
4.1
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit liegen
im Wesentlichen
die Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin
Dr.
C._
, der Hausärztin
Dr.
D._
sowie des psychiatrischen Gutachters
Dr.
Z._
vor.
Dr.
C._
attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund einer
chronischen mit
telschweren depressiven Störung sowie
einer Agoraphobie mit Panikstörung
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als wis
sen
schaftliche Assistentin und
Dissertan
d
in
.
Zur Arbeitsfähigkeit in einer a
nge
passte
n Tätigkeit
äusserte
sich
Dr.
C._
nicht.
Dr.
D._
, die Hausärztin der Beschwerdeführerin, übernahm sowohl
die
Diagnosen als auch
die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
C._
.
Dr.
Z._
diagnosti
zierte
eine rezidivierende depressive Störung sowie eine Angststörung und be
scheinigte der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
in der bisher ausgeübten
Tätigkeit
. Die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit könne erst im Verlauf von beruflichen Massnahmen beurteilt werden
.
4.2
Die Expertise von
Dr.
Z._
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 1.4) vollumfänglich. Sie setzte sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beein
trächtigungen auseinander und berücksichtigte insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte.
Dr.
Z._
nahm ins
besondere auch Stellung zu den vorliegenden Berichten von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
und hielt fest, dass
seine Beurteilung – mit Ausnahme der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit – mit
diesen übereinstimme.
Was die
seitens der Beschwerdeführerin kritisierte
Untersuchungsdauer betrifft,
ist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens nicht auf die Dauer der Untersu
chung ankommt, sondern in erster Linie massgebend ist, ob die Expertise
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlü
ssig ist.
Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestel
lung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein. Dabei kann
etwa
bei der Beurteilung einer
somatoformen
Schmerzstörung und deren
Über
windbarkeit
eine zwanzigminütige Untersuchung ausreichen, wenn keine kon
kreten Hinweise vorliegen, dass sich die kurze Untersuchungsdauer negativ auf die Qualität des Gutachtens ausgewirkt hat (Urteil 8C_942/2009 vom 2
9.
März 2010 E. 5.2). Solche Umstände sind hier nicht ersichtlich.
4.3
Soweit
Dr.
C._
und
Dr.
D._
der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigte
n
, vermag diese Einschätzung
das Gutachten
von
Dr.
Z._
nicht zu entkräften. Festzuhalten ist, dass
die Hausärztin
Dr.
D._
–
bei welcher es sich im Übrigen nicht um eine
Fachärz
tin
für Psychiatrie handelt
–
die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
C._
übernahm und die volle Arbeitsunfähigkeit
nicht näher begründete.
Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit durch die
Psychiaterin
Dr.
C._
, bei welcher die Beschwerdeführerin – mit einem zweijährigen Unterbruch – seit 1998
in Behandlung steht (vgl.
Urk.
6/9
Ziff.
1.2)
, vermag
sodann
angesichts der von ihr erhobenen Befunde
und auch der Erfahrungen aufgrund der berufli
chen Massnahmen
nicht zu überzeugen
.
Im Übrigen ist
bei Berichten von Haus
ärzten und behandelnden Ärzten
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
diese
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 352 ff.).
Vorliegend zeigte sich aufgrund der beruflichen
Massnahmen
, dass der
Be
schwer
deführerin
eine Arbeitstätigkeit im
Ausmass
von 50 % möglich ist (vgl. Beurteilungen der Tätigkeit im Architekturbüro,
Urk.
6/87 sowie
Urk.
6/105 S. 8 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe beim Arbeitstraining im Architekturbüro eine gute bis sehr gute Leistung erbracht; sie sei zuverlässig gewesen und habe selbständig und exakt gearbeitet. Eine Einschränkung in der Konzentrations
fähigkeit sei nicht feststellbar und die Belastbarkeit sei gut gewesen (
Urk.
6/105 S. 8 Mitte).
Auch die Beschwerdeführerin selbst ging – zumindest für die Zeit bis Februar 2012 – von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus (vgl.
Urk.
10 S. 8).
In Bezug auf die bisherige
Tätigkeit hielt
Dr.
C._
im
Dezember 2008 fest, dass die leichten
Konzentrationsstörungen, die fehlende Belastbarkeit im zwi
schenmenschlichen Bereich und die motivationale Einschränkung eine wissen
schaftliche Tätigkeit verunmöglichen würden.
Auch im August 2012 gab
Dr.
C._
an, die Konzentration sei leicht vermindert gewesen, ebenso das Tempo des Denkflusses.
Dr.
D._
führte im Januar 2009 aus
, dass die
schnelle physische und psychische Ermüdbarkeit und die verminderte Kon
zentrationsfähigkeit
eine Tätigkeit im angestammten Bereich verhindern wür
den
.
Demgegenüber beurteilte
Dr.
Z._
die
Konzentration im Juni 2009 als gut (
Urk.
6/17/1-7 S. 4 Mitte). Auch im Rahmen des Arbeitstrainings
von
Feb
ruar bis August 2011
konnten keine
Einschränkungen in der
Konzentrations
fähigkeit festgestellt werden.
Angesichts der Tatsache,
dass
Dr.
Z._
der Beschwerdeführerin eine lediglich 50%ige
Arbeitsfähigkeit
attestierte,
könnte
allfälligen leichten
Konzentrationsstörungen und
einer leicht
erhöhte
n
Ermüd
barkeit
durch eine Tätigkeit halbtag
s Rechnung getragen werden
, womit sich diese erfahrungsgemäss w
eniger stark auswirken
würden
.
Entsprechend der Beurteilung durch
Dr.
Z._
erscheint eine wissenschaftliche Tätigkeit nach wie vor möglich und kann angesichts
der Einschränkung betreffend Kontakt mit Mitmenschen sogar als geeignet bezeichnet werden.
I
m Rahmen des Arbeitstrainings war
d
ie
Beschwerdeführerin
nicht ganze Arbeitstage, sondern anfänglich während vier Stunden täglich (à fünf Tage) und später während sechs Stunden pro Tag (à vier Tage) tätig
(vgl.
Urk.
6/105/1)
. Eine weitere Steigerung
war indessen
nicht möglich
. Somit kamen die zuständi
gen Personen der Eingliederungsberatung der Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % ar
beitsfähig sei (vgl.
Urk.
6/105/1
4
).
Vor d
ies
em Hintergrund vermag die
Beurteilung durch
Dr.
Z._
, wonach die Beschwerdeführerin in der bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit zu 50
% eingeschränkt sei, zu überzeugen.
Aufgrund der Erfahrungen im A
rbeitstraining besteh
t
auch in einer angepassten Tätigkeit keine höhere Arbeitsfähigkeit.
Angesichts der Operation der Beschwerdeführerin Ende Februar 2012 und der entsprechend attestierten Arbeitsunfähigkeit bis Mitte April 2012 (vgl. E. 3.6) kann im
massgeblichen
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
2. November 2012
noch nicht von einer dauerhaften Verschlechterung und da
mit einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.
4.4
D
ie Beschwerdeführerin
machte
g
eltend
, dass sie schon seit 1997
gesundheits
bedingt
nur noc
h eingeschränkt arbeitsfähig sei (
Urk.
10 S. 3). Dazu
ist fest
zuhalten, dass
die
Beschwerdeführerin von 1995 bis 2001 als Assistentin am
Y._
tätig
war
, zunächst mit einem Pensum von 50 % und ab Oktober 1999 mit einem solchen von 75 % (vgl.
Urk.
6/24/8-9).
D
ie behandelnde Psychiaterin
Dr.
C._
führte im
Bericht vom 1
6.
Dezember 2008 (Urk. 6/9) betreffend die Zeit vor 2004
aus, dass
die
Be
schwerdeführerin im Jahr 1997 heftige Angstsymptome mit Panikattacken
und ab 1998 auch eine depressive Verstimmung entwickelt habe. Sie habe auf
die antidepressive Behandlung angesprochen und sei nach einigen Monaten remit
tiert. In den folgenden Jahren sei es wiederholt zu depressiven Episoden ge
kommen, die ambulant behandelt werden konnten und zunächst ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit geblieben seien
. Im Jahr 2003 habe sich ihr psychischer Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert und im Jahr 2004 habe sie eine schwere depressive Episode mit Arbeitsunfähigkeit entwickelt
(Beiblatt S. 1
Ziff.
1.4).
Es sei ihr nur möglich, die Arbeitsunfähigkeit während der Behand
lung bei ihr zu attestieren; es müsse aber davon ausgegangen werden, dass diese ab Ende 2005 bestehe (Beiblatt S. 2
Ziff.
1.6).
Die Beschwerdeführerin meldete sich vorliegend erst im Oktober 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an, weshalb ein Rentenanspruch frühestens im April 2009 entstehen
konnte
(
Art.
29
Abs.
1 IVG). Ein früherer Beginn der Arbeits
unfähigkeit
als von der Beschwerdegegnerin angenommen (Januar 2006, vgl.
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S.
1 unten
)
wäre somit für das vorliegende Verfahren nicht massgebend.
4.
5
Zusammenfassend ist gestützt auf das
Gutachten von
Dr.
Z._
dav
on aus
zugehen, dass die Beschwerdeführerin
in der angestammten
wissenschaftlichen
Tätigkeit
seit anfangs 2006
zu 50
% eingeschränkt ist.
Auch in einer angepass
ten Tätigkeit besteht
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
5.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Ermittlung des
Valideneinkommens
wie auch des Invalideneinkommens
auf
den Tabellenlohn TA
11
(
monatlicher Bruttolohn nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht,
Ziff.
1
=
Uni
versitäre Hochschule
;
ohne Kaderfunktion
) der LSE 20
10
(vgl.
Urk.
2 Verfü
gungsteil 2 S. 1
f.
).
Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich aufgrund der LSE
der
Zentralwert (Median) der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne)
mass
gebend
.
P
raxisgemäss
ist
vom Zentralwert der Tabelle TA 1 der LSE
auszuge
hen
, wobei es für qualifizierte Berufsleute mit Fach- und Hochschulabschluss auch gerechtfertigt sein kann, die Tabelle TA 11 anzuwenden, wenn dies eine genauere Einkommensfestsetzung ermöglicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2010 vom 2
5.
Februar 2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen).
A
ngesichts der konkreten Umstände
ist
nicht zu beanstanden
, dass die
Be
schwerdegegnerin
das Invalideneinkommen auf derselben Basis berechnete wie das
Valideneinkommen
.
So besteht aufgrund der medizinischen Feststellungen in der angestammten wissenschaftlichen Tätigkeit dieselbe Arbeitsfähigkeit wie in einer angepassten Tätigkeit.
Vorliegend rechtfertigt es sich nicht, einen Abzug vom Tabellenlohn vorzuneh
men. So bestehen keine Anhaltspunkte, dass die im Zeitpunkt der angefochte
nen Verfügung 49-jährige Beschwerdeführerin ihre gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch
schnittlichem Einkommen verwerten könnte.
Es liegen keine
persönlichen und beruflichen Merkmale vor, die Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben könnten (vgl. E. 1.3).
Zu bemerken ist, dass ein Teilzeitpensum bei Frauen
auch
auf Anspruchsniveau 1 + 2
keine relative Lohneinbusse zur Folge hat
(LSE 2006 5.16 Tabelle T2
*
)
.
Vor diesem Hintergrund ist eine
genaue
Beziffer
ung der
beiden
Einkommen
nicht
erforderlich
.
Aufgrund der Tatsache, dass sowohl für die Ermittlung des Invalideneinkommens als auch für die Bestimmung des
Valideneinkommens
von
derselben Basis auszugehen und kein Leidensabzug vorzunehmen
ist, genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen.
Daraus
resultiert
ein Invaliditätsgrad von 50
%
und damit der Anspruch de
r Beschwerdeführerin
auf eine halbe Rente.
Demnach hat d
ie Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
mit
Verfügung vom
2. November 2012
zu Recht eine halbe Rente ab August 2011 zugespro
chen.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin verlangte auch für
den Zeitraum
April 2008 (richtig wäre wohl April 2009, mithin sechs Monate nach der Anmeldung zum
Leis
tungsbezug
, vgl.
Urk.
10 S.
3 Mitte
) bis Januar 2010 eine Rente, da der Renten
anspruch bereits vor Beginn der berufli
chen
Massnahmen
entstanden
(
a
b
dem
1.
Februar 2010 erfolgten berufliche
Massnahmen
, während welchen Taggelder ausgerichtet wurden; somit bestand
entsprechend
Art.
29
Abs.
2 IVG
unbestrit
tenermassen
kein Rente
nanspruch bis und mit Juli 2011
)
.
Die
Beschwerdegeg
nerin
hielt
dazu
fest, dass
ein Rentenanspruch in der Regel solange nicht be
stehe, als von
Eingliederungsmassnahmen
eine rentenbeeinflussende Änderung erwartet werden könne (
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 2 Mitte).
6.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die in
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG als Anspruchserfordernis stipulierte Unmöglich
keit, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern zu können, entspricht dem in
Art.
1a
lit
. a-c IVG verankerten
Grundsatz „Eingliederung statt Rente“ gemäss der
5.
IV-Revision (vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invali
de
nversicherung
,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2010, S. 270).
Aus
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG geht die Priorität der Eingliederungsmassnahmen vor den Rentenleistungen hervor. Rentenleistungen werden nur erbracht, wenn die ver
sicherte Person nicht oder in bloss ungenügendem Masse eingegliedert werden kann (Meyer, a.a.O., S. 272).
Das Eidgenössische Versicherungsgericht
(EVG)
kam im Urteil vom 1
3.
November 1995 in Sachen F.S. zum Schluss, dass eine Rente vor der Been
digung von Eingliederungsmassnahmen nur in Betracht komme, wenn der Ver
sicherte nicht beziehungsweise noch nicht eingliederungsfähig
sei
oder
wenn Abklärungsmassnahmen hinsichtlich der Einglie
derungsfähigkeit durchgeführt würden und diese ergä
ben, dass eine Eingliederung nicht möglich
sei
(AHI-Pra
xis 1996 S. 189 ff.). Hintergrund dieser Feststellungen war die damals geltende gesetzliche Regelung, wonach bei bestehender Eingliederungsfähigkeit spätes
tens vier Monate nach der Anmeldung Wartetaggelder ausgerichtet wurden.
Da der eingliederungsfähige Versicherte während der Warte- und der
Eingliede
rungszeit
Taggelder erhielt, konnte der Rentenanspruch frühestens ab dem Zeit
punkt der Beendigung der Eingliederungsmassnahme entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachte oder scheiterte.
Demgegenüber lösten Abklärungsmassnahmen, die zeigen soll
t
en, ob der Versicherte überhaupt eingliederungsfähig ist, zwar einen Taggeld-, nicht aber einen
Wartetaggeld
anspruch
aus (vgl. den zitierten Entscheid in der AHI-Praxis 1996 S. 194).
6.3
Dieser Entscheid des EVG
– welcher
auch im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, gültig ab
1.
Januar 2014,
Rz
9002 zitiert wird –
basierte folglich auf der damals geltenden gesetzlichen Regelung bezüglich Wartetaggelder. Es erscheint nachvollzi
ehbar, dass es nicht notwendig war
, eine Rente zuzusprechen, wenn
bei eingliederungsfähigen Versicherten unverzüglich respektive spätestens
vier Monate nach der Anmeldung
Wartetag
gelder
ausgerichtet wu
rden.
Vorliegend
meldete sich die Beschwerdeführerin im Oktober 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Ab dem
1.
Februar 2010 absol
vierte sie berufliche
Massnahmen
, wobei
ihr
Taggelder ausgerichtet
wurden
.
Wartetaggelder wurden der Beschwerdeführerin
indessen
nicht zugesprochen
(vgl. zur heutigen Regelung bezüglich Wartetaggelder
Art.
18 f.
der Verordnung
über die Invalidenversicherung
,
IVV
); sie blieb folglich bis Februar 2010 ohne finanzielle Leistungen der Invalidenversicherung.
Die beruflichen
Massnahmen
haben
schliesslich
gezeigt, dass
die Beschwerdeführerin in
der angestammten
wie auch in
einer angepassten Tätigkei
t nur 50 % arbeitsfähig ist und sie somit lediglich in ungenügendem Masse – mithin einem nicht
rentenausschliessenden
Umfang –
eingegliedert werden kann.
Vor diesem Hintergrund
und entspre
chend
dem
Sinn und Zweck des zitierten Entscheides des EVG fällt vorliegend die
Zusprache
einer Rente
auch für die Zeit vor Beg
inn der beruflichen
Mass
nahmen
in Betracht
.
Zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns am
1.
April 2009
(vgl. E.
4.4)
war die Beschwerdeführerin seit über einem Jahr (
nämlich
seit Januar 2006) in
der bisherigen wie auch
in einer angepassten
Tätigkeit
ununterbrochen zu 50 %
arbeitsunfähig. Demnach
ist der Rentenanspruch bereits vor Beginn der beruflichen Massnahmen entstanden. D
ie Beschwerdeführerin
hat somit
nicht erst
seit
Beendigung der beruflichen Massnahmen im August 2011
,
sondern zusätzlich auch ab
dem
1.
April
2009
bis zum Antritt der beruflichen
Massnah
men
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
6.4
Zusammenfassend hat d
ie Beschwerdeführerin somit
vom
1.
April 2009 bis 3
1.
Januar 2010 sowie ab dem
1.
August 2011
Anspruch
auf
eine halbe Rente
der Invalidenversicherung
.
Dies führt zur
teilweisen
Gutheissung
der Be
schwerde.
7
.
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
800
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin
und der Beschwerdegegnerin
je hälftig
aufzuerlegen.
8
.
In Anbetracht des Verfahrensausgangs ist die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese be
misst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
Die Beschwerdeführerin obsiegt nur teilweise. Die Beschwerdegegnerin ist dem
nach zu verpflichten, der Beschwerdeführerin
–
beim praxisgemässen
Stunden
ansatz
vom
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
–
eine entsprechend um
die Hälfte
reduzierte Prozessentschädigung von
Fr.
900
.-- (
inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.