# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bcf83645-4b7a-4609-a03e-aa9c798c09ec
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Q._ AG ist Eigentümerin des in der Wohnzone W2 liegenden Grundstücks Nr.
0000_, Grundbuch X._. Das Grundstück ist mit einem Einfamilienhaus überbaut und
wird ab der A._-strasse erschlossen. Mit Gesuch vom 27. Oktober 2017 beantragte
die Q._ AG beim Stadtrat X._ die Bewilligung für den Abbruch des Einfamilienhauses,
die Erstellung eines Mehrfamilienhauses (MFH) mit acht Wohneinheiten samt
Tiefgarage (16 Plätze) und die Neugestaltung der Zufahrt ab der A._-strasse.
Da für die Neugestaltung der Zufahrt ein Teil einer nach der geltenden
A.a.
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Schutzverordnung der Stadt X._ vom 17. Januar 2011 (SchV) geschützten Hecke auf
Grundstück Nr. 0001_ (südwestlich von Grundstück Nr. 0000_) gerodet werden
sollte, wurde neben dem Baugesuch auch eine Anpassung der SchutzV öffentlich
aufgelegt. Die hiergegen erhobenen Einsprachen wies der Stadtrat mit Entscheid vom
8. Oktober 2018 ab. Darin wurde die Q._ AG verpflichtet, Realersatz für die teilweise
Beseitigung der Hecke mit Ersatzpflanzung auf dem Baugrundstück zu leisten (act. G
12.1). Der Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Die gegen das Baugesuch erhobenen
öffentlich-rechtlichen Einsprachen hiess der Stadtrat X._ mit Beschluss vom
8. Oktober 2018 gut und wies das Baugesuch ab. Die privatrechtlichen Einsprachen
nach Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210; ZGB) wurden zufolge
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. Zur Begründung wurde festgehalten, der
Niveaupunkt sei korrekt berechnet worden und die Erschliessung sei ausreichend.
Indes führe das Bauvorhaben zu einer Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes.
Ein architektonischer Ansatz, der auf die besondere Lage des Baugrundstücks
reagiere, sei nicht erkennbar (act. G 8/8/11).
Den gegen diesen Beschluss von der Q._ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. David
Brunner, St. Gallen, erhobenen Rekurs vom 24. Oktober 2018 (act. G 8/8/28 Beilage)
hiess das Baudepartement, nachdem es am 26. Februar 2019 einen Augenschein an
Ort durchgeführt hatte (act. G 8/8/28 Beilage), mit Entscheid vom 23. September 2019
aus formellen Gründen (ohne in der Sache materiell zu entscheiden) gut. Zur
Begründung hielt es fest, der Stadtrat habe über die privatrechtlichen
Immissionseinsprachen nach Art. 684 ZGB nicht entschieden, sondern sie mit Blick auf
die Verweigerung der Baubewilligung als gegenstandslos abgeschrieben. Stattdessen
hätten neben der materiellen Beurteilung der öffentlich-rechtlichen Einsprachen auch
die privatrechtlichen Immissionseinsprachen beurteilt werden müssen. Letztere seien
nach wie vor als hängig zu betrachten. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben
und die Streitsache zu neuer Entscheidung an den Stadtrat zurückzuweisen (act. G
8/8/28 Beilage). Während des Rekursverfahrens durchgeführte
Vergleichsverhandlungen hatten dazu geführt, dass die Rekurrentin ein höhenmässig
reduziertes Bauprojekt mit nunmehr 7 Wohneinheiten ausarbeitete und dem Stadtrat
am 23. August 2019 einreichte. Mit Beschluss vom 16. Dezember 2019 verweigerte der
Stadtrat die Baubewilligung für das überarbeitete Gesuch mit der Begründung, dass
der Baukörper schlecht gestaltet sei, zu wuchtig wirke und deshalb verunstaltend sei.
Das im überarbeiteten Gesuch vorgesehene Attikageschoss (anstelle des Satteldachs)
vermöge daran nichts zu ändern (act. G 8/1 Beilage). Den gegen diesen Beschluss von
der Q._ AG durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 14. Januar 2020 erhobenen
A.b.
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B.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Sachentscheid zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
ist zur Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP). Der von der
Beschwerdegegnerin angeführte Umstand, dass die Beschwerdeführerin im
Rekursverfahren auf eine Vernehmlassung verzichtet hatte (act. G 11 S. 2), vermag
deren Beschwerdelegitimation nicht in Frage zu stellen. Die Beschwerde wurde mit
Eingabe vom 10. März 2020 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 24. April 2020 (act. G 5) in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs.
1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Wenn die Beschwerdegegnerin festhält, die Nachreichung von neuen Begründungen
verstosse gegen das Novenverbot (act. G 11 S. 2), ist darauf hinzuweisen, dass das
Rekurs (act. G 8/1) hiess das Baudepartement mit Entscheid vom 24. Februar 2020 im
Sinn der Erwägungen gut, hob den Beschluss auf und wies die Angelegenheit zur
Erteilung der Baubewilligung an den Stadtrat X._ zurück (act. G 2).
Gegen diesen Entscheid erhob die Stadt X._ mit Eingabe vom 10. März 2020
Beschwerde (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 24. April 2020 beantragte die
Beschwerdeführerin, der Rekursentscheid vom 24. Februar 2020 sei aufzuheben und
der Beschluss vom 16. Dezember 2019 sei zu bestätigen (act. G 5).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 30. April 2020 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und
äusserte sich ergänzend zur Beschwerde (act. G 7). Mit Eingabe vom 27. Mai 2020
stellte die Q._ AG (Beschwerdegegnerin) den Antrag auf Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf eingetreten werden könne; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G 11 f.). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 13).
B.b.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird - soweit für den
Entscheid erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
bis
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Verwaltungsgericht vorliegend - als erste gerichtliche Instanz - über eine volle
Kognition in dem Sinn verfügt, dass es über alle erheblichen Tatsachen- und
Rechtsfragen entscheiden und Ermessensentscheidungen auf Rechtsfehler überprüfen
kann (VerwGE B 2019/41 vom 16. Dezember 2019 E. 1 m.H.). Dabei sind auch neue
bzw. im Vergleich zum vorinstanzlichen Verfahren veränderte Begründungen zu prüfen
(VerwGE B 2018/232 vom 12. August 2019 E. 3.4.1)
2.
Umstritten ist, ob die Vorinstanz den Beschluss der Beschwerdeführerin vom
16. Dezember 2019, mit welchem diese die Baubewilligung mit Hinweis auf den
verunstaltenden Charakter des geplanten MFH verweigert hatte, zu Recht aufhob. Art.
99 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG), welcher inhaltlich im
Wesentlichen mit Art. 93 des bis 30. September 2017 in Kraft gewesenen Gesetzes
über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in
der Fassung vom 1. Januar 2015) übereinstimmt, verbietet die Erstellung von Bauten
und Anlagen, die das Orts- und Landschaftsbild verunstalten oder Baudenkmäler
beeinträchtigen. Im Unterschied zu positiven Bauästhetikvorschriften (Gestaltungs-
oder Einfügungsvorschriften) verbietet das Verunstaltungsverbot nur erheblich störende
Wirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild in dem Sinn, dass nur etwas qualifiziert
Unschönes verhindert werden soll (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht,
Rz. 1025; B. Zumstein, Die Anwendung der ästhetischen Generalklausel des
kantonalen Rechts, St. Gallen 2001, S. 29; vgl. im Weiteren auch VerwGE B 2012/238
vom 8. November 2013 E. 3 und 4 sowie VerwGE B 2013/252 vom 28. Mai 2015). Eine
bauliche Gestaltung darf wegen Verunstaltung nur abgelehnt werden, wenn sie nach
Massstäben, die "in Anschauungen von einer gewissen Verbreitung und
Allgemeingültigkeit gefunden werden", als erheblich störend zu bezeichnen ist (BGer
1C_346/2007 vom 16. Mai 2008 E. 3.3.1). Dabei ist nicht das Bauvorhaben isoliert zu
betrachten, sondern in Bezug zu seiner baulichen und landschaftlichen Umgebung zu
setzen (Zumstein, a.a.O., S. 105).
2.1.
Der politischen Gemeinde kommt im Kanton St. Gallen Autonomie zu (Art. 89 Abs. 1
der Kantonsverfassung, sGS 111.1). Die Gemeinden sind in einem Sachbereich
autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn
ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ
erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt. Der geschützte Autonomiebereich kann
insbesondere einen entsprechenden Spielraum bei der Anwendung kantonalen Rechts
2.2.
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betreffen (vgl. Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über
die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, N. 20 zu Art. 46 VRP). Gemäss
Art. 135 PBG entscheidet die örtliche - kommunale - Behörde über Baugesuche,
soweit durch Gesetz und Verordnung nichts anderes bestimmt ist. Namentlich bei der
Anwendung der Regeln betreffend Gestaltung von Bauten und Anlagen und deren
Umschwung kommt den kommunalen Behörden praxisgemäss ein erheblicher
Beurteilungsspielraum zu.
Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG gewährleistet das kantonale Recht die volle Überprüfung
von Nutzungsplänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde. Der Anspruch
umfasst neben der Rechts- und Sachverhaltskontrolle auch die Ermessenskontrolle
(GVP 2010 Nr. 36 mit Hinweisen). Diese Funktion kommt im Rahmen des
Rekursverfahrens dem dafür zuständigen Departement zu (Art. 46 Abs. 1 VRP). Die
Rekursinstanz wahrt den nötigen Ermessensspielraum der Planungsbehörde bei der
Orts- und Regionalplanung (vgl. VerwGE B 2002/111 vom 18. Dezember 2002 E. 4a mit
Hinweisen). Die Vorinstanz ist grundsätzlich zur Ermessenskontrolle befugt, weshalb
sie neben der Rechtmässigkeit auch die Zweckmässigkeit eines kommunalen
Entscheids überprüfen kann. Soweit es jedoch um die Überprüfung eines kommunalen
Einordnungsentscheids geht, darf die Rekursbehörde nicht ihre eigene Beurteilung an
die Stelle derjenigen der kommunalen Baubehörde setzen, wenn deren Entscheid auf
einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Sachumstände beruht (vgl. BGer
1C_346/2007 vom 16. Mai 2008 E. 3.3.2). Erweist sich die von der kommunalen
Baubehörde vorgenommene ästhetische Würdigung eines Bauprojekts als vertretbar,
greift die Vorinstanz mit einer abweichenden eigenen Würdigung (in Überschreitung
ihrer Kognitionsbefugnis) in den Beurteilungsspielraum der kommunalen Behörde ein.
Gleichzeitig verletzt sie mit der Ausdehnung ihrer gesetzlichen Prüfungsbefugnis die
Gemeindeautonomie (vgl. BGer 1C_148/2011 vom 28. Juli 2011 E. 4.3 mit Hinweisen;
BGE 145 I 52 E. 3.6).
Das von der Beschwerdeführerin eingeholte Gutachten der K._ AG vom 4./29. August
2018 beschreibt das Bauprojekt als uneinheitlich und für den Ort untypisch. Es stehe in
starkem Kontrast zu den Baukörpern in der näheren Umgebung. Das Projekt füge sich
nur schlecht in seine Umgebung ein bzw. sprenge die Massstäblichkeit von Umgebung
und Landschaft. Die beiden Untergeschosse würden das Gebäude gleichsam aus dem
Boden stemmen, wodurch es übergross und uneinheitlich in Erscheinung trete. Das
Projekt vermöge einer optimalen Einfügung in das Orts- und Landschaftsbild nicht zu
entsprechen und sollte bezüglich Grösse, Schnittlösung und Fassadengestaltung
2.3.
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überarbeitet werden. Begrüssenswert wäre es, den Sockelhöhen, der Ausbildung des
Flachdachs sowie der Materialisierung und Umgebungsgestaltung besondere
Aufmerksamkeit zu schenken (act. G 8/4/26 f.).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid unter anderem fest, der am
26. Februar 2019 durchgeführte Augenschein habe deutlich gemacht, dass der grosse,
die Regelbauvorschriften weitgehend ausschöpfende Baukörper aufgrund seiner
erhöhten Lage auf einer Geländekuppe, aber auch wegen der beträchtlichen baulichen
Ausmasse die bebaute Umgebung und das Ortsbild dominieren werde. Daran ändere
das redimensionierte Baugesuch wenig. Immerhin habe die Firsthöhe durch das
Ersetzen des Satteldachs durch ein Attikageschoss um 1.63 m reduziert werden
können. Durch die Rückversetzung des Attikageschosses von der Fassade wirke es
auch etwas weniger auffällig als das frühere Satteldach. Insgesamt wirke das
überarbeitete Baugesuch etwas weniger dominant als das ursprüngliche. Allein wegen
des grossen Volumens an Hanglage und der dominanten Wirkung könne das
Bauprojekt nicht als qualifiziert unschön bezeichnet werden. Zwar füge es sich nicht in
die bauliche Umgebung ein. Dies müsse es aber auch nicht, sondern es genüge, dass
es nicht erheblich störe. In der Wohnzone W2 seien gemäss geltendem Baureglement
der Beschwerdeführerin so grosse Baukörper eben zulässig. Die höchstzulässige
Gebäudehöhe liege 0.6 m über derjenigen des Bauprojekts, und die höchstzulässige
Firsthöhe werde vom Bauvorhaben um 1.65 m unterschritten. Hinzu komme, dass die
Beschwerdeführerin erst vor gut drei Jahren ihr Baureglement revidiert und
Ausnützungsziffern, die zuvor derart grosse Überbauungen verunmöglicht hätten,
aufgehoben habe. Offensichtlich seien so grosse Baukörper in einem EFH-Quartier
nicht ortstypisch und würden einen starken Kontrast bilden. Dies sei Folge einerseits
des revidierten Baureglements und anderseits der angestrebten Innenverdichtung.
Zwar treffe es zu, dass das grosse Bauvolumen auch noch auf einer Geländekuppe
platziert und es dadurch noch besser einsehbar sei. Die Kuppe liege indessen in einer
gewöhnlichen W2 und unterstehe keinen erhöhten Gestaltungsvorschriften. Hätte die
Beschwerdeführerin stark in Erscheinung tretende Untergeschosse an Hanglagen
verhindern wollen, wäre es ihr freigestanden, die Anzahl sichtbarer Untergeschosse im
Baureglement zu begrenzen oder eine talseitig höchstzulässige Fassadenhöhe
festzulegen. Sie sei darauf zu behaften, dass sie von solchen baubeschränkenden
Regelungen abgesehen habe. Das Bauvorhaben könne nicht auf dem Umweg über die
Verunstaltung verhindert werden. Es sei in allen Punkten regelbaukonform; sämtliche
erforderlichen Stellungnahmen und Spezialbewilligungen würden vorliegen und positiv
lauten. Die Bewilligung sei zu erteilen (act. G 2).
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Die Beschwerdeführerin legt unter anderem dar, dass der angefochtene Entscheid zu
stark in ihren Beurteilungsspielraum eingreife. Der vorinstanzliche Entscheid missachte
das Verunstaltungsverbot, welches eine eigenständige Baubewilligungsvoraussetzung
darstelle. Das Verunstaltungsverbot stehe auf derselben Stufe wie die anderen
Baubewilligungsvoraussetzungen. Die Vorinstanz vermische die Einhaltung der
Regelbauvorschriften gemäss Baureglement mit dem Verunstaltungsverbot. Seien die
Regelbauvorschriften eingehalten, führe dies nach der unzutreffenden
Rechtsauffassung der Vorinstanz dazu, dass für die Anwendung des
Verunstaltungsverbots kein Raum mehr bleibe. Das Verunstaltungsverbot sei indes
eigenständig, losgelöst von der Frage der Einhaltung der Regelbauvorschriften, zu
prüfen. Dass die Einhaltung der Regelbauvorschriften allein kein Garant für bauliche
Qualität sei, dürfe als anerkannt gelten, ansonsten es nicht nötig gewesen wäre, das
Verunstaltungsverbot vorzusehen. Es dürfe der Beschwerdeführerin nicht zum Vorwurf
gemacht werden, dass sie auf den Erlass beschränkender Vorschriften verzichtet habe.
Die Setzung des MFH auf den höchsten Punkt der Geländekuppe sowie die
Erschliessung vom höchsten Punkt her führten dazu, dass die Sammelgarage auf die
Krete gestellt werde und im Grundriss und in der Volumetrie die Basis des
Bauvorhabens generiere. Bezüglich der architektonischen Gestaltung und der
ortsbaulichen Einordnung sei dies der schlechteste Ansatz (vgl. Visualisierung act. G 5
S. 13). Es gehe nicht darum, den grossen Baukörper oder die innere Verdichtung zu
verhindern. Vielmehr solle eine Verunstaltung durch äusserst ungünstige Positionierung
des Baukörpers verhindert werden. Sowohl die Ansicht der Südostfassade auf den
Plänen vom 22. August 2019 als auch die Visualisierung würde das grosse
Ungleichgewicht zwischen Sockel und Körper (Vollgeschosse) zeigen. Der Sockel
dominiere die Fassade, während der Gebäudekörper in den Hintergrund trete. Die
Fassade wirke dadurch kalt und abweisend, was durch deren unmotivierte Gestaltung
noch unterstrichen werde. Das Gebäude lehne sich an die Typologie einer Festung an.
Die Hügelkuppe werde "dem Erdboden gleich gemacht" und durch ein Gebäude
ersetzt. Die Gestaltung der Südostseite des Gebäudes werde ein schweres
Missempfinden bei der Bevölkerung auslösen; schon deshalb liege eine Verunstaltung
vor. Sodann reagiere das Bauvorhaben in keiner Weise auf die Besonderheit der Lage
des Grundstücks. Das Bauvolumen sprenge die Massstäblichkeit der Umgebung und
trete in starken Kontrast zu letzterer (Visualisierung). Das Projekt setze sich über die
landschaftliche Situation hinweg. Eine bessere Positionierung könnte beispielsweise
durch eine Zuordnung der Baute zur B._-strasse erzielt werden. Dass es unter
ähnlichen topographischen Verhältnissen möglich sei, eine hohe Nutzung in
angemessener Weise zu realisieren, beweise das Wohngebäude auf Grundstück
2.4.
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3.
Nr. 0003_. Die Vorinstanz habe die sachliche Würdigung der Beschwerdeführerin
umgestossen, ohne darzulegen, weshalb die Beurteilung des Stadtrats sachlich nicht
vertretbar sei. Damit habe sie in unzulässiger Weise in den Ermessensspielraum des
Stadtrats eingegriffen (act. G 5).
Die Beschwerdegegnerin wendet unter anderem ein, dass die Beschwerdeführerin in
der Beschwerde nochmals ihre E. 8 des Beschlusses vom 16. Dezember 2019
wiederhole, welche sich auf das ursprüngliche Projekt mit Giebeldach bezogen habe.
Sie setze sich mit dem reduzierten Volumen des Projektes mit Attika und Flachdach
nicht auseinander. Wenn sich die Beschwerdeführerin in der Beschwerde auf ihren
Ermessensspielraum berufe (act. G 5 Ziff. 33 ff.), übersehe sie, dass sie gerade ihr
Ermessen nicht korrekt ausgeübt habe, indem sie auf die Reduktion des Baukörpers
mit keinem Wort eingegangen sei. Bezüglich der Sockelhöhe übersehe sie, dass mehr
als die Hälfte des Sockels durch die Bepflanzung verdeckt werde. Es werde bestritten,
dass die eingereichte Visualisierung dem streitigen Bauprojekt entspreche (act. G 11).
Unbestritten blieb vorliegend, dass das streitige Projekt alle massgeblichen baulichen
Belange gemäss Baureglement der Stadt X._ vom 1. Oktober 2016 (BauR) erfüllt. Die
Beschwerdeführerin weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass die
Einhaltung des Verunstaltungsverbots neben den baureglementarischen Vorschriften
als eigenständige Bewilligungsvoraussetzung erfüllt sein muss. Nachdem das BauR in
der zweigeschossigen Wohnzone einen am Hügel dominant in Erscheinung tretenden,
sehr grossen Baukörper, wie er vorliegend in Frage steht, zulässt, liesse er sich mit
Hinweis auf das Verunstaltungsverbot im Sinn von Art. 99 Abs. 1 PBG indes nur
verhindern, wenn er - nach allgemeiner Anschauung - als qualifiziert hässlich zu
bezeichnen wäre bzw. eine Verunstaltung des Landschaftsbildes zur Folge hätte. Der
Umstand, dass über das Verunstaltungsverbot hinausgehende Einfügungs- oder
Gestaltungsvorschriften im Sinn von Art. 99 Abs. 2 PBG für das in Frage stehende
Gebiet nicht bestehen, gereicht der Beschwerdeführerin nicht zum Vorwurf (vgl. act. G
5 Rz. 14). Jedoch hat ein Verzicht auf baubeschränkende Vorschriften insbesondere
bei der Bebauung von Hanglagen unter Umständen sichtbare Folgen, welche sich nicht
ohne Weiteres mit dem Verunstaltungsverbot verhindern lassen. Wenn in dem von der
Beschwerdeführerin eingeholten Gutachten die Beantwortung der Frage, ob die nicht
messbaren immateriellen (gestalterischen) Faktoren in einem Projekt genügend
berücksichtigt wurden, als vom Betrachter abhängig bezeichnet wird (act. G 8/4/27
3.1.
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Ziffer 5), so wird dadurch die Schwierigkeit deutlich, eine "Anschauung von einer
gewissen Verbreitung und Allgemeingültigkeit" (vgl. vorstehende E. 2.1) hinsichtlich der
Einordnung des Projekts in die Landschaft und damit eine Verunstaltung zu eruieren
und zu belegen.
In der unmittelbaren (Grundstück Nr. 0003_, B._-strasse 0002_; Fotos 8, 10, 12, 45
und 46 zum Augenschein vom 26. Februar 2019, act. G 8/8/28 Beilage) und weiteren
Umgebung (Grundstück Nr. 0004_ in Kernzone/Ortsbildschutzgebiet; vgl. act. G 12.2
f.) der geplanten Baute finden sich bereits heute grosse Bauten mit Flachdächern. Von
letzteren unterscheidet sich das geplante MFH nicht in einer Weise, dass es im
Vergleich zu diesen als für das Landschaftsbild "erheblich störend" (vgl. vorstehende E.
2.1) bezeichnet werden müsste. Dies umso weniger, als die Ersatzpflanzung, welche
der Beschwerdegegnerin als Verpflichtung für die Beseitigung der Hecke auferlegt
wurde (vgl. vorstehend Sachverhalt A.a und act. G 12.1), sowie die vorgesehene
weitere Bepflanzung einen guten Teil des von der Beschwerdeführerin beanstandeten
Sockels der geplanten Baute abdecken wird (vgl. act. G 12.1 S. 32 f. mit
Situationsplänen im Anhang). Der Sockelhöhe wurde - im Sinn des von der
Beschwerdeführerin eingeholten Gutachtens (act. G 8/4/27 am Schluss) - mit der
vorgesehenen Bepflanzung zumindest teilweise Rechnung getragen. Die von der
Beschwerdeführerin eingereichte Visualisierung der geplanten Baute (act. 5 S. 13 Bild
unten) bezieht die Bepflanzung - Heckenersatzpflanzung und vorgesehene Bäume -
nicht mit ein und zeigt den grauen Bodensockel unbedeckt. Diese unvollständige
Darstellung ist mithin nicht geeignet, die künftig zu erwartenden Gegebenheiten korrekt
abzubilden. Selbst wenn im Weiteren der Baukörper seine dominante Erscheinung (von
der B._-strasse aus betrachtet) auch mit Bepflanzung im Bereich des Bodensockels
teilweise beibehält, so lässt sich dies nicht als eine Verunstaltung des
Landschaftsbildes interpretieren. So ortete auch die beigezogene Gutachterin zwar
gestalterisches Verbesserungspotential, stellte sich jedoch nicht auf den Standpunkt,
dass das Projekt das Verunstaltungsverbot tangiere (vgl. act. G 8/4/26 ff.). Bei diesen
Gegebenheiten erweist sich die gemeindliche Annahme einer verunstaltenden Wirkung
des Bauprojekts als nicht begründet. Mithin vermag das Verunstaltungsverbot auch
unter Berücksichtigung der Gemeindeautonomie (vorstehende E. 2.2) keine Ablehnung
des Baugesuchs zu rechtfertigen. Der angefochtene Entscheid lässt sich
dementsprechend nicht beanstanden.
3.2.
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4.