# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a1ef929-3d5a-4e66-88fb-b6e950043d33
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren: (act. 1S. 2)
"1. Das Grundbuchamt C._ sei richterlich anzuweisen, auf dem Grundstück Grundregister Blatt ..., Liegenschaft, Kataster Nr. ..., D._, Grundbuch E._, der Gesuchsgegnerin zugunsten der Gesuchstellerin ein Bauhandwerkerpfandrecht für die  von CHF 73'857.60 zuzüglich Zins von 5% auf CHF 45'824.40 seit 22. Juli 2016 und Zins von 5% auf CHF 21'348.00 seit 29. Oktober 2016 vorläufig vorzumerken.
2. Das Grundbuchamt C._ sei im Sinne einer  Verfügung gestützt auf Art. 265 Abs. 1 ZPO anzuweisen, in Ziff. 1 das hiervor beantragte Bauhandwerkerpfandrecht sofort vorläufig im Grundbuch vorzumerken.
3. Der Gesuchstellerin sei eine Frist von mindestens drei Monaten, gerechnet ab Rechtskraft des Entscheids betreffend vorläufige Vormerkung, anzusetzen und Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts gemäss Ziff. 1 hiervor zulasten des Grundstücks der Gesuchsgegnerin einzureichen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der ."

## Considerations

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Prozessverlauf
Mit Eingabe vom 14. Juni 2017 (überbracht) stellte die Gesuchstellerin das
Gesuch mit vorgenanntem Begehren (act. 1). Mit Verfügungen vom 14. Juni 2014
wurde das Grundbuchamt C._ angewiesen, das Pfandrecht zugunsten der
Gesuchstellerin vorläufig im Grundbuch einzutragen (act. 4 und act. 7). Gleichzei-
tig wurde der Gesuchsgegnerin Frist angesetzt um zum Begehren der Gesuch-
stellerin Stellung zu nehmen (act. 4). Mit Eingabe vom 4. Juli 2017 verzichtete die
Gesuchsgegnerin auf eine Stellungnahme (act. 12).
2. Parteien
Die Gesuchsgegnerin ist Eigentümerin des Grundstücks auf dem die Ge-
suchstellerin Arbeiten geleistet hat. Sie hat auf dem Grundstück einen Teil der
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Wohnüberbauung D._ realisiert. In diesem Zusammenhang wurde die Ge-
suchstellerin mit der Lieferung von Klimageräten beauftragt.
3. Parteistandpunkte.
Die Gesuchstellerin erachtet sich aufgrund von ihr auf dem Grundstück der
Gesuchsgegnerin erbrachten Arbeiten (Lieferung, Montage und Inbetriebnahme
von Klimageräten) und offenen Rechnungen im Umfang der Pfandsumme zur Ein-
tragung eines Bauhandwerkerpfandrechts berechtigt. Die letzten Arbeiten auf
dem Grundstück der Beklagten seien am 17./19. Mai 2017 erfolgt. Auf dem Nach-
bargrundstück, für welches gemeinsam offeriert und abgerechnet worden sei, sei-
en die Inbetriebnahmearbeiten noch nicht abgeschlossen, die letzten Montagear-
beiten seien am 14. Februar 2017 erfolgt (act. 1 Rz. 6 ff.).
Die Gesuchsgegnerin hat auf eine Stellungnahme verzichtet, dabei aber ex-
plizit festgehalten, dass sie Bestand und Umfang des Sicherungsanspruchs gene-
rell und vollständig bestreite und sich sämtliche Einreden und Einwendungen im
ordentlichen Verfahren um definitive Eintragung vorbehalte (act. 12 S. 2).
4. Wahrung der Eintragungsvoraussetzungen
4.1. Die Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts setzt voraus, dass ein
Handwerker oder Unternehmer für Bauten auf einem Grundstück Arbeit und allen-
falls Material geliefert hat (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3). Der Anspruch auf Errichtung ei-
nes Bauhandwerkerpfandrechts richtet sich gegen den jeweiligen Eigentümer des
Grundstückes (BGE 91 II 227; RAINER SCHUMACHER, Bauhandwerkerpfandrecht,
3. Aufl., Zürich 2008, N 299 ff. und 869 ff.). Die Eintragung ins Grundbuch hat bis
spätestens vier Monate nach der Vollendung der Arbeiten zu geschehen (Art. 839
Abs. 2 ZGB).
Geht es wie hier lediglich um die vorläufige Eintragung des Pfandrechtes, so
muss die Gesuchstellerin ihr Begehren nur glaubhaft machen. Daran sind keine
strengen Anforderungen zu stellen: Die vorläufige Eintragung darf nur dann ver-
weigert werden, wenn der Bestand des Pfandrechts ausgeschlossen oder höchst
unsicher ist. Im Zweifelsfalle ist die vorläufige Eintragung zu bewilligen und die
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Entscheidung über Bestand und Umfang des Pfandrechtes dem ordentlichen Ge-
richt vorzubehalten. Dies gilt namentlich bei unklarer oder unsicherer Rechtslage
(BGE 86 I 270; BGE 102 Ia 86; ZR 79 Nr. 80 E. 1; SCHUMACHER, a.a.O.,
N 1394 ff.).
4.2. Die Gesuchstellerin macht geltend, sie habe auf dem Grundstück der Ge-
suchsgegnerin pfandberechtigte Arbeiten ausgeführt. Dies erscheint glaubhaft,
zumal die Gesuchstellerin die Auftragsbestätigungen, die Rechnungen auf wel-
chen die jeweiligen Ausführungsdaten erfasst sind und eine Liste mit Inbetrieb-
nahmedaten ins Recht legt (act. 1 Rz. 6 ff.; act. 3/7-15). Die geforderte Pfand-
summe ergibt sich sodann aus den Auftragsbestätigungen und den gestellten
Rechnungen (act. 1 Rz. 9 ff.; act. 3/7-14). Diese entsprechen dem vereinbarten
Werklohn, womit auch glaubhaft erscheint, dass dieser Betrag den Leistungen
entspricht und geschuldet ist. Der geltend gemachte Zinsenlauf ergibt sich eben-
falls aus den Rechnungen (act. 3/10-14). Sodann macht die Gesuchstellerin gel-
tend, dass die Inbetriebnahme der Klimageräte als letzte relevante Arbeit gelte.
Bei dieser werde die Software für die Steuerung des Geräts programmiert und
den örtlichen Begebenheiten angepasst. Diese Arbeiten seien für das vorliegende
Grundstück am 17. und 19. Mai 2017 vorgenommen worden (act. 1 Rz. 11 ff. und
20). Da die Aufträge für dieses und das Nachbargrundstück einheitlich vergeben
und abgerechnet worden seien, seien aber auch die Arbeiten auf jenem Grund-
stück massgebend. Die Inbetriebnahme sei dort noch nicht abgeschlossen, die
letzten Montagearbeiten hätten am 14. Februar 2017 stattgefunden (act. 1
Rz. 20). Pfandberechtigt sind Arbeitsleistungen die dem einzelnen, konkreten
Bauwerk individuell angepasst sind. Bedingt wird ein erfolgsbezogenes Mitwirken
an der gesamten Arbeitsteiligen Bauausführung (SCHUMACHER, a.a.O., N 315 ff.).
Gestützt auf die glaubhafte Darstellung der Gesuchstellerin ist die Programmie-
rung der Klimageräte abhängig von den Individuellen Gegebenheiten der Gebäu-
de und deren Umgebung. Ausserdem können die Klimageräte vor deren Pro-
grammierung nicht verwendet werden. Damit ist glaubhaft, dass es sich bei der
Inbetriebnahme um fristrelevante Vollendungsarbeiten handelt. Die superproviso-
rische Eintragung ist am 14. Juni 2017 erfolgt (act. 10), womit die viermonatige
Eintragungsfrist eingehalten wurde. Lediglich der Vollständigkeit halber ist festzu-
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halten, dass aufgrund der Ausführungen der Gesuchsgegnerin auch das Vorlie-
gen einer funktionalen Einheit der Arbeiten mit denjenigen auf dem Nachbar-
grundstück glaubhaft erscheint (vgl. dazu SCHUMACHER, a.a.O., N 1202 f.). Dem-
entsprechend wären die letzten Montagearbeiten am 14. Februar 2017 erfolgt,
womit die Frist auch ohne Berücksichtigung der Inbetriebnahme eingehalten wä-
re.
Die Gesuchsgegnerin bestreitet den Anspruch der Gesuchstellerin auf Ein-
tragung eines Bauhandwerkerpfandrechts lediglich pauschal und macht insbe-
sondere keine konkreten Vorbringen zu den einzelnen Voraussetzungen (act. 12
S. 2). Damit kann sie die Sachdarstellung der Gesuchstellerin nicht entkräften.
4.3. Da die Eintragungsvoraussetzungen glaubhaft gemacht wurden, hat die
Gesuchstellerin einen Anspruch auf Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts
im begehrten Umfang.
5. Prosequierung
Sodann ist der Gesuchstellerin Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Ein-
tragung des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegnerin anzuheben. Die Prosequie-
rungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige Gerichtsferi-
en bei der Fristansetzung berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser Frist
ist möglich, bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144
Abs. 2 ZPO); dieses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt.
Als zureichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO
werden nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht
vorhersehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von CHF 73'857.60 auszuge-
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hen, wobei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8
Abs. 1 GebV OG auf CHF 5'000.– festzusetzen ist.
Über den Pfandanspruch der Gesuchstellerin ist noch nicht definitiv ent-
schieden. Es wird im ordentlichen Verfahren festzustellen sein, ob die Gesuch-
stellerin endgültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren
lediglich eine einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Einzel-
gerichts des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten im Ver-
fahren betreffend die vorläufige Eintragung des Pfandrechts von der Gesuchstel-
lerin zu beziehen, wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen
Verfahren vorbehalten bleibt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen ist dem ordentli-
chen Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin ihren An-
spruch jedoch nicht prosequieren sollte, ist der Gesuchsgegnerin keine Parteient-
schädigung zuzusprechen, da diese erst mit der Erstattung der Gesuchsantwort
verdient wäre (§ 11 Abs. 1 AnwGebV) und die Gesuchsgegnerin keine substanti-
ierten Ausführungen zu allfälligen bereits entstandenen Kosten gemacht hat.