# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 98ebea86-c7f4-4f8a-8e30-f371ea8682f3
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

I. A, wurde vom Stadtrat X auf den 15. November 1996 als Mitarbeiterin in der Sozialabteilung mit einem Pensum von zunächst 80 % (ab dem 1. September 2000: 70 %) angestellt. Ab dem 1. März 1999 war sie ausschliesslich für die Asylbewerbendenbetreuung zuständig; zu ihren Aufgaben gehörten unter anderm die Koordination mit kantonalen Stellen betreffend die Aufnahme von Asylbewerbenden und deren Platzierung, sodann das Bereitstellen von Unterkünften sowie die administrative, finanzielle und persönliche Betreuung der Asylbewerbenden.
Im Dezember 2001 erhielt die Sozialvorsteherin der Stadt X Hinweise, dass A eine Asylbewerberin mit dem Hüten ihres Sohns D beauftragt habe und dass sie hierbei unkorrekt vorgegangen sei. Im Auftrag der Sozialvorsteherin konfrontierte die Leiterin der Fürsorgeabteilung A am 17. Dezember 2001 mit diesen Vorwürfen. A verteidigte sich im Wesentlichen damit, dass der Hütedienst eine freiwillige Handreichung unter Nachbarinnen gewesen und im Übrigen seit Sommer 2001 nicht mehr beansprucht worden sei. Nach weiteren Abklärungen erstattete der Stadtrat X am 8. Januar (recte) 2002 bei der Bezirksanwaltschaft Y Strafanzeige gegen A wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch (Art. 312 des Strafgesetzbuchs [StGB]), Nötigung (Art. 181 StGB) und Wucher (Art. 157 StGB). Durch Verfügung des Stadtpräsidenten vom 21. März 2002 wurde A mit sofortiger Wirkung bis auf Widerruf ihrer Funktion als Asylbewerbendenbetreuerin enthoben und als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung freigestellt. Gleichentags beschloss der Stadtrat, gegen sie ein Disziplinarverfahren im Sinn von Art. 51 f. der Anstellungs- und Besoldungsverordnung der Stadt X vom 26. Oktober 1992 (ABVO) zu eröffnen. Im Rahmen des Disziplinarverfahrens wurde A am 17. April 2002 von einer Delegation des Stadtrats zu den materiellen Vorwürfen angehört. In der Anhörung gestand A auch ein, dass ihr eine andere Asylbewerberin im Haushalt geholfen habe.
Am 26. April 2002 sprach der Stadtrat X gegenüber A eine "[v]orsorgliche ordentliche Kündigung" des Anstellungsverhältnisses auf den 31. Juli 2002 mit folgendem Wortlaut aus:
"Im gegen Sie gerichteten Disziplinarverfahren betreffend Amtsmissbrauch in Ihrer Funktion als Asylbewerberbetreuerin haben wir Sie am 17. April 2002 in Anwesenheit Ihres Rechtsanwaltes B angehört. Gestützt auf das Ergebnis der Anhörung erachten wir eine Fortsetzung der Zusammenarbeit aus sachlichen Gründen als nicht mehr möglich.
In Anwendung von Art. 5 der Ausführungsbestimmungen zur ABVO [vom 27. Juli 1993; AB ABVO] sehen wir uns deshalb veranlasst,
das öffentlich-rechtliche Anstellungsverhältnis mit Ihnen vorsorglich per 31. Juli 2002 zu kündigen
.
Die vorsorgliche Kündigung tangiert das hängige Disziplinarverfahren nicht, dessen Dauer und Ausgang noch ungewiss sind. Das heisst die Kündigung erfolgt ausdrücklich unter dem Vorbehalt eines anderslautenden Entscheides im Disziplinarverfahren."

## Considerations