# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52bcd93e-875a-4de5-a50a-d4b586660024
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
war se
it dem
1.
Juli 2010
bei der
Y._
AG
angestellt und dadurch bei der BVG-Sammelstiftung Swiss Life berufsvorsorgeversichert (
Urk.
8 S. 2
).
1.2
A
m 1
4.
Dezember 2013 stürzte der V
ersicherte und
zog sich eine Schulterdistor
sion rechts zu. Das am 1
8.
Dezember 2013 durchgeführte
Arth
r
o
-MRI zeigte Ödeme in den Weichteilen und eine Partialläsion der
Subscapularis
- und
der
Bizeps-Sehnen
(
Urk.
14/342/2
)
. Am 2
9.
Janu
ar 2014 erfolgte im Spital Z._
eine
arthroskopische
Schulter-Operation rechts mit Tenotomie der langen Bizeps-Sehne, Sehnen-Rekonstruktionen des
Subscapularis
und des
Supraspinatus
sowie mit einer
subacromiale
n
Bursektomie
(
Urk.
14/33/
1). In der Folge wurde eine postoperative
Frozen
Shoulder
festgestellt (
Urk.
14/342/2
).
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Vom 2
4.
November bis zum 18.
Dezember 2014 wurde der Versicherte in der Rehakli
nik
A._
behandelt (
Urk.
14/136/1
).
Mit Verfügung
vom 1
6.
Dezember 2015 sprach die Suva dem Versicherten
bei einer ermittelten Erwerbsunfähigkeit von 38
%
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2016 eine Invalidenrente und gestützt auf eine Integritätseinbusse von 40
%
eine Integr
itätsentschädigung zu (
Urk.
14/268)
.
Die dagegen vom Versicherten
am 11.
Januar 2016
erhobene Einsprache
(
Urk.
14/274)
wies die Suva
mit E
ntscheid vom 2
9.
März 2016
(
Urk.
14/281
)
ab
. Die dagegen vom Versicherten
am 2
6.
April 2016
erhobene Beschwerde
(
Urk.
14/284)
hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Urteil vom
1.
D
ezember 2016
(
Urk.
14/293)
teilweise gut und sprach
ihm
in Abänderung des angefochtenen
Einspracheentscheids
bei einer Integritätseinbusse von 50
%
eine Integritätsentschädigung zu.
Die dagegen vom Versicherten
am 1
0.
Januar 2017
erhobene Beschwerde
(
Urk.
14/297)
hiess das Bundesgericht mit Urteil 8C_31/2017 vom 3
0.
März 2017
(
Urk.
14/309) teilweise
gut,
hob den angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus auf und wies die Sache an die Suva zurück, damit diese ein medizinisches Gutachten einhole und danach über den Anspruch auf eine Invalidenrente
neu verfüge.
In
der Folge gab die Suva bei
Dr.
med. B._
, FMH Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, ein Gutachten in Auftrag, das dieser am 2
8.
De
zember 2017 erstattete (
Urk.
14/342
). Mit Verfügung
vom 2
8.
Mai 2019 sprach die Suva dem Versicherten bei einer ermittelten Erwerbsunfähigkeit von 50
%
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2016 eine
Rente zu (
Urk.
14/375
).
1.3
Nac
hdem sich der Versicherte am
7.
Juli 2014
(Eingangsdatum)
bei der
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an
gemeldet hatte (
Urk.
14/68 und
Urk.
16
/148/1
), sprach ihm die
IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) mit Verfügungen vom
4.
April 2019 bei einem ermit
telten Invaliditätsgrad von 100
% mit Wirkung vom
1.
Januar 2015 bis zu
m 3
1.
März 2016 eine ganze
und ab dem
1.
April 2016 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rent
e zu. Zudem sprach die IVSTA dem Versicherten
entspre
chende Kinderrenten zu (
Urk.
16/152-153
).
1.4
Mit Schreiben vom 2
9.
April 2019
teilte die Swiss Life AG
dem Versicherten mit, dass durch die Rentenzahlungen der IV und der Suva mehr als 90
%
des mutmasslich entgangenen Verdienstes gedeckt seien. Aus dem Vorsorgevertrag mit der BVG-Sammelstiftung Swiss Li
fe würden ihm
daher keine Rentenleistun
gen ausgerichtet (
Urk.
2/21).
Dagegen opponierte der
Versicherte mit
Schreiben
vom 2
3.
Mai 2019
(
Urk.
2/23), woraufhin
die Swiss
Life
AG
mit Schreiben vom 2
1.
August 2019
an ihrem Standpunkt
festhielt
(
Urk.
2/25).
2.
Am 2
6.
Mai 2020 erhob der Versicherte Klage gegen die BVG-Sammelstiftung Swiss Life mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
1.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläg
er spätestens mit Wirkung ab
01.03.
2015 eine BVG-Invalidenrente im Umfang von
Fr.
15'251.05 zu bezahlen.
2.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für die gemäss
Ziff.
1 vorstehend
g
eschuldeten Rentenguthaben einen
Zins in der Höhe von
5
%
bei mittlerem
Verfall (Hälfte des Zeitraumes vom
1.
März 2015 bis zum Urteilszeitpunkt) zu
bezahlen.
3.
Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Die Beklagte
beantragte mit Klageantwort vom
8.
Oktober 2020 die Abweisung der Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers (
Urk.
8
S. 2
).
Mit Verfügung vom 1
5.
Oktober 2020 (
Urk.
10) zog das Gericht die Akten der Suva betreffend den Unfall
des Klägers
vom 1
4.
Dezember 2013
(
Urk.
14)
und die Akten der IVSTA in
Sachen des Klägers (
Urk.
16) bei. Mit Verfügung vom 18.
November 2020 ordnete
es
einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
18). Mit Eingabe vom
5.
Januar 2021 teilte der Kläger mit, dass er auf das Einreichen einer Replik verzichte
. Dies unter Hinweis darauf, dass er aufgrund des
Lockdowns
in Spanien (Corona-Pandemie) nicht in der Lage gewesen sei, aktuelle Arztberichte und Bestätigungen der Physiotherapeuten
erhältlich zu machen. Er behalte sich aber das Recht vor, entsprechende Berichte nachzureichen (
Urk.
20).
Mit Eingabe
vom 2
1.
Januar 2021 teilte die Beklagte mit, dass sie auf das Ein
reichen einer Duplik verzichte
(
Urk.
23). Dies wurde dem Kläger am 2
7.
Januar 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
24).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
66
Abs.
2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) werden
R
enten und Abfindungen
nach den Bestimmungen des jeweiligen Einzelgesetzes und in nachstehender Reihenfolge gewährt:
a.
von der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
oder der
Invaliden
-
versicherung
;
b.
von der Militärversicherung oder der Unfallversicherung;
c.
von der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge nach
dem Bundesgesetz über
die berufliche Alters
, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG).
1.2
Art. 34a Abs. 2
BVG in der bis am 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassu
ng trug
dem Bundesrat auf, Vorschriften zur Verhinderung ungerechtfertigter Vort
eile des Versicherten oder seiner Hinterlassenen beim Zusammentreffen mehrerer Leistungen zu erlassen.
Gestützt auf diese Gesetzesbestimmung hat der Bundesrat unter anderem Art. 24 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) erlassen, wonach die Vorsorgeeinrichtung die Hinterlassenen- und Invalidenleistungen kürzen kann, soweit sie zusammen mit anderen
anrechenbaren Einkünften 90 % des mutmasslich entgangenen Ver
dienste
s übersteigen (Abs. 1). Gemäss Art. 24 Abs. 2 BVV 2 in der bis am 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung gelten als anrechenbare Einkünfte Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung, die der anspruchsberechtigten Person aufgrund des schädigenden Ereignisses ausgerichtet werden, wie Renten oder Kapitalleistungen mit ihrem Rentenumwandlungswert in- und ausländischer Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen, mit Ausnahme von
Hilf
losenentschädigungen
, Abfindungen und ähnlichen Leistungen. Bezügern von Invalidenleistungen wird überdies das weiterhin erzielte oder
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzeinkommen angerechnet, mit Ausnahme des Zusatzeinkommens, welches während der Teilnahme an Massnahmen zur Wie
dereingliederung nach Art. 8a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
erzielt wird.
In der seit dem 1. Januar 2017 gültigen Fassung von Art.
34a BVG wird
im Gesetz festgehalten, dass d
ie Vorsorgeeinrichtung die Hinterlassenen- und Invaliden
leistungen kürzen
kann
, soweit diese zusammen mit anderen Leis
tungen gleicher Art und Zweckbestimmung sowie weite
ren anrechenbaren Ein
künften 90 %
des mutmasslich entgangenen Verdienstes übersteigen.
Gemäss Art. 24 Abs. 1 BVV 2 in der seit dem 1. Januar 2017 gültigen Fassung kann die Vorsorgeeinrichtung bei der Kürzung von Invalidenleistungen vor Erreichen des ordentlichen Renten
alters und von
Hinterlassenenleistungen
folgende Leistungen und Einkünfte anrechnen:
a.
Hinterlassenen- und Invalidenleistungen, die andere in- und ausländische Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen der leistungsberechtig
ten Person aufgrund des schädigenden Ereignisses ausrichten; dabei wer
den Kapitalleistungen mit ihrem Rentenumwandlungswert angerechnet;
b.
Taggelder aus obligatorischen Versicherungen;
c.
Taggelder aus freiwilligen Versicherungen, wenn diese mindestens zur Hälfte vom Arbeitgeber finanziert werden;
d.
wenn die versicherte Person Invalidenleistungen bezieht: das weiterhin erzielte oder
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzein
kom
men.
1.3
Sind nach der gesetzlichen Konzeption der Invalidenleistungen aus der ersten und zweiten Säule die Festlegungen der IV-Stelle bezüglich Entstehung, Höhe und Beginn des Rentenanspruches grundsätzlich für die Invalidenrente der obligatorischen beruflichen Vorsorge massgebend und verbindlich, muss das im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren festgelegte Invalideneinkommen dem Grundsatz nach auch in der berufsvorsorgerechtlichen Überentschädigungs
berechnung Berücksichtigung finden. Ausgangspunkt ist daher der Grundsatz der Kongruenz von Invalideneinkommen und
zumutbarerweise
noch erzielbarem Erwerbs
einkommen.
Im gleichen Verhältnis stehen
Valideneinkommen
und mut
masslich entgangener Verdienst.
Damit ist im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, dass das von der IV-Stelle festgelegte Invalideneinkommen dem
zumutbarerweise
noch erzielbaren Erwerbseinkommen entspricht
(BGE
143 V 91 E. 4.2,
134 V 64 E. 4.1.3).
Im Unterschied zum
bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bestim
menden Invalideneinkommen
(BGE 110 V 273 E. 4b
) ist das überentschädigungs
rechtlich relevante hypothetische Erwerbseinkommen in Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände, auch in
arbeitsmarktlicher
Hinsicht, festzulegen. Massgebend sind die effektiven Chancen, auf dem jeweili
gen tatsächlichen Arbeitsmarkt eine geeignete und zumutbare Arbeitsstell
e zu finden.
Dabei hat die
teilinvalide
Person die Umstände, welche in ihrem konkre
ten Fall der Erzielung eines mit dem Invalideneinkommen äquivalenten Resterwerbseinkommens entgegenstehen, zu behaupten, zu substantiieren und
hiefür
soweit möglich Beweise anzubieten, namentlich durch den Nachweis erfolglos gebliebener St
ellenbemühungen (BGE 137 V 20 E. 2.2)
.
Für
die Beurtei
lung der Frage, ob der versicherten Person im Rahmen der Überentschädigungs
berechnung ein hypothetisches Arbeitseinkommen anzurechnen ist,
gelten die gleichen Grundsätze
wie bei der Berücksichtigun
g von Verzichtseinkommen gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. g
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG).
Für die Frage
, ob im EL-Bereich bei Teilinvaliden ein Ve
rzichtseinkommen anzurechnen ist
, sind rechtsprechungsgemäss
die invaliditätsfremden Faktoren
wie Alter, Sprachkennt
nisse, Ausbildung, bisherige Tätigkeit sowie die konkrete Arbeitsmarktlage zu berücksichtigen (
vgl. BGE 117 153 E. 2c
; Urteil des Bundesgerichts 9C_73/2010 vom 2
8.
September 2010 E. 6.1
).
1.4
Die Vorsorgeeinrichtung hat der versicherten Person das Gehörsrecht mit Bezug auf persönliche Umstände und die tatsächliche Lage auf dem im Einzelfall relevanten Arbeitsmarkt zu gewähren. Die versicherte Person trifft dabei eine
Mitwirkungspflicht im umschriebenen Rahmen (BGE 134 V 64 E. 4.3).
Mit Urteil 9C_592/2009 vom 15. April 2010 E. 3.3
erkannte das Bundesgericht,
dass eine Rentenkürzung wegen Überentschädigung auch für den Zeitraum vor der erstmaligen Einräumung des Gehörsrechts erfolgen könne.
2.
2.1
Der Kläger brachte zur Begründung seiner Klage vor, dass
die Beklagte das
Valideneinkommen
auf
Fr.
88'086.-- festgesetzt habe. Das mutmassliche Erwerbseinkommen könne auf Dauer aber nicht mit dem
Valideneinkommen
gleichgesetzt werden.
Der
Kläger hätte
vom
Renten
beginn bis zum Urteilszeit
punkt pro Jahr
eine ang
emessene Lohnerhöhung erhalten. Das
ursprüngliche Erwerbseinkommen
sei daher
jährlich um mindestens ein
Prozent nach oben
anzupassen
.
Seit
dem Unfallereignis vom 1
4.
Dezember 2013
sei er
gesundheit
lich massiv angeschlagen
und nicht mehr arbeitstätig
. Die Heilungsphase habe Jahre gedauert und noch heute gehe er zur Stabilisierung des Gesundheits
zustands sowie zur Entspannung der Muskulatur
drei Mal pro Woche
in eine Badekur
und zwei M
al wöchentlich in die
Physiotherapie.
Gegen die persistieren
den Schmerzen nehme er täglich
starke
Schmerzmittel ein
. Er spreche praktisch kein
Deutsch und seine bisher erworbenen Fähigkeit
en
als Maurer könne er nicht
mehr gewinnbringend einsetzen. Die
theoretische Restarbeitsfähigkeit
sei unter diesen Umständen nicht mehr verwer
tbar
. Da dem Kläger
kein konkrete
r Arbeits
markt mehr offenstehe
,
sei im
Rahmen der Berechnung einer allfälligen Überent
schädigung kein hypothetisches Erwerbseinkommen
zu berücksichtigen
.
Die Beklagte sei bei der Ermittlung des
zumutbarerweise
noch erzielbaren Einkom
mens in Anlehnung an den IV-Entscheid vom ausgeglichenen A
rbeitsmarkt
aus
gegangen und habe keine Abklärungen bezüglich der konkreten Realisierbarkeit der Arbeitskraftverwertung vorgenommen. Diese Ansicht sei rechtsfehlerhaft und verletze in formeller Hinsicht den Gehörsanspruch.
Da sich die IV-Rente auf Fr.
12'504.--, die IV-Kinderrente auf
Fr.
5'004.-- und die Rente der Unfallversicherung auf
Fr.
35'783.
--
belaufe
n würden
, resultiere eine Unter
deckung von
Fr.
25'537.--. Gemäss dem Vorsorgeausweis
der Beklagten
aus dem Jahr 2013 würden die jährlichen Leistungen bei Invalidität
Fr.
15'251.05 betragen.
Nach
Ablauf
der
Wartefrist von 24 Monaten
habe er
ab
dem
1.
März 2015
Anspruch auf eine BVG-Rente
in diesem Umfang (
Urk.
1 S. 4 ff.)
.
2.2
Die Beklagte machte demgegenüber geltend,
dass
dem von
der Suva in Auftrag gegeben
en Gutachten von
Dr.
B._
vom 2
8.
Dezember 2017
zu entneh
men
sei
, dass der Kläger in einer leidensadaptierten Tätigkeit aufgrund der faktischen
Einarmigkeit
im Umfang von ca. einer
Stunde in der täglichen Arbeitszeit eingeschränkt sei.
Die vom Kläger geltend gemachten Einschränkun
gen in der Verwertung der Arbeitsfähigkeit würden den gutachterlichen Fest
stellungen
widersprechen. Die G
esundheitstherapien und Badekur
en könn
e der Kläger
zu Randzeiten besuchen
.
Im Weiteren habe
er
keinen
einzigen
Nachweis für erfolglose Stellenbewerbungen in der Schweiz oder
in
Spanien vorgelegt. Nachdem der
Kläger
seit 198
8 in der Schweiz gelebt und
auch
eine Ausbildung zum Vorarbeiter absolviert habe, seien die geltend gemachten sprachlichen Schwierigkeiten
wenig glaubhaft.
Aufgrund des Gesagten sei
nicht überw
iegend wahrscheinlich, dass das von ihm
zumutbarerweise
noch erzielb
are Erwerbsein
kommen tiefer
als das Invalideneinkommen
sei
. Infolge
Überentschädigung bestehe
kein Anspruch auf Invalidenleistungen der Beklagten. Selbst wenn man von einem grundsätzlichen Leistungsanspruch des Klägers ausgehen würde,
würde dieser erst per
1.
Januar 2016
, das heisse nach der vom Kläger anerkann
ten reglementarischen Wartefrist von 24 Monaten, entstehen
(
Urk.
8 S. 5 ff.
).
3.
3.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Vorsorgeplan der Beklagten
mit der
Y._
AG,
gültig ab dem
1.
Januar 2012, bei
den
Invalidenleistungen
Unfälle
ausgeschlossen
sind
(
Urk.
9/5
; vgl. auch Vorsor
gereglement der Beklagten, Urk.
2/30
)
. Das heisst, dass ein allfälliger Anspruch des Klägers auf eine
Invalidenrente
vorliegend
auf die Mindestleistungen gemäs
s BVG beschränkt ist.
3.2
Die Beklagte ging in ihrem Schreiben
an den Kläger
vom 2
9.
April 2019 von folgender
Überentschädigungsb
erech
n
ung
ab
1.
April 2016
aus (
Urk.
2/21
):
Einkommensverhältnisse:
J
ahreslohn 2016 gemäss
Verfügung der Suva:
Fr.
88'086.--
mutmasslich entgangener Verdienst:
Fr.
88'086.--
davon 90
%
:
Fr.
79'277.--
anrechenbare Einkünfte:
zumutbarerweise
noch erzielbares Einkommen:
Fr.
44'043.--
IV-Rente:
Fr.
12'504.--
IV-Kinderrente
(1 Kind)
:
Fr.
5'004.--
Rente der Unfallversicherung:
Fr.
35'
232
.--
Total
Ersatzeinkünfte
:
Fr.
96'783.--
Nach dieser Berechnung der Beklagten wird die
Überentschädigungsgrenze von
Fr.
79'277.-- um
Fr.
17'506.-- (
Fr.
96'783.-- -
Fr.
79'277.--) überschritten.
Streitig und zu prüfen sind
die Höhe des
hypothetischen
Jahreslohnes
ohne Unfallereignis
und
ob dem Kläger
noch ein erzielbares
Einkommen
anzurechnen ist.
3.3
3.3.1
In medizinischer Hinsicht liegt den
unangefochten in Rechtskraft erwachsenen
Rentenverfügungen der IVSTA
und der Suva vom
4.
April respektive
2
8.
Mai 2019
(
Urk.
14/375 und
Urk.
16/152-153)
im Wes
entlichen das Gutachten
von Dr.
B._
vom 2
7.
Dezember 2017
(
Urk.
14/342
)
zugrunde.
Dr.
B._
stellte in diesem Gutachten
folgende Diagnosen (Urk.
14/342
/24
)
:
(1)
Ankylose des rechten
G
leno
-
Humeral
-Gelenk
s nach:
-
Schulter-Distorsion rechts am 1
4.
Dezember 2013
-
arthroskopischer
Schulter-Operation am 2
1.
Januar 2014
(2)
funktionelle
Einarmigkeit
nach
-
oben genannter Diagnose
-
Chronic
Regional
Pain
Syndrome
I der rechten Hand
Dr.
B._
erklärte,
dass
die Fehlhaltung des rechten Oberkörpers, die Dorsal-Haltung des rechten Oberarms mit
Scapula
alata
und die fixierte Beugungshaltung des rechten Ellbogens orthopädisch-chirurgisch nicht erklärbar seien
(
Urk.
14/342
/24)
. D
em
rechtsdominanten
Kläger
sei
aufgrund der dokumentierten
Ankolyse
des
Gleno
-
Humeral
-G
elenk
s die Rückkehr in den angestammten B
eruf als
Maurer/Vorarbeiter dauerhaft
unmöglich.
Sämtliche Arbeiten, die ein zweihändiges Halten, Tragen oder Manipulieren erfordern würden, seien nicht mehr zumutbar. Aus Sicherheitsgründen sei das Besteigen und Begehen von Leitern, Gerüsten und unebenem und rutschigem Gelände zu vermeiden. Ebenfalls nicht zumutbar sei die Betätigung von vibrierenden und schlagenden Geräten.
Wegen des nach dorsal vorstehenden
rechten
Ellbogen
s
sei der Aufenthalt in engen Räumen
und
dichter Menschenmenge nur eingeschränkt
möglich.
Auch nur eingeschränkt zumutbar sei
en
das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg mit der linken Hand, seltene, aber nicht andauernde Halte
arbeiten mit der linken Hand von mehr als einer halben Stunde u
nd
sitzende Tätigkeit
en
auf Stühlen ohne Rück
lehne. Nicht eingeschränkt sei der Kläger in wechselnden Tätigkeiten mit Gehen, Stehen, Kauern und Knien. Die funktionelle
Einarmigkeit
führe insgesamt zu einer Einschränkung der täglichen Arbeitszeit im Umfang von einer Stunde
. Das Unfallereignis vom 1
4.
Dezember 2013 habe nachweislich weder zu Schäden der Sinnesorgane noch der Hirnfunktion geführt, die im Vergleich zu einer gesunden Person eine
Verlangsamung b
egründen würden (
Urk.
14/342
/28-32
).
3.3
.2
Diese Beurteilung von
Dr.
B._
ist angesichts der genannten Befunde und der dazugehörigen
Erläuterungen einleuchtend und
plausibel.
Weitere Arzt
berichte reichte der Kläger – entgegen seiner Ankündigung in der Eingabe vom
5.
Januar 2021 (
Urk.
20) – nicht ein.
Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass dem Kläger u
nter Berücksich
tigung der funktionellen
Einarmigkeit
leichte we
chselbelastende Tätigkeiten mit einer Einschränkung der täglichen Arbeitszeit
im Umfang von einer Stunde
zumu
tbar sind.
3.4
3.4.1
Aufgrund des von
Dr.
B._
umschriebenen Belastungsprofils ist der Kläger
bei
der Stellensuche
zwar
eingeschränkt.
Körperlich leichte
wechselbelas
tende
Tätigkeiten
, bei denen er den rechten Arm nicht einsetzen muss
,
beispiels
weise
im Bereich Bedienu
ng, Überwachung oder Kontrolle,
sind ihm
indes
noch möglich.
Die Physiotherapie
termine und die Badekur kann
er – wie die Beklagte zutreffend fest
stellte – zu Randzeiten wahrnehmen
.
Im April 2016 (Zeit
punkt der Herabsetzung der
Rente
der Invalidenversicherung
)
war der Kläger
46 Jahre und heute ist er 52
Jahre alt. Sein
Alter steht der Verwertung der verbl
iebenden Arbeitsfähigkeit
nicht entgegen
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9
C_1033/2012 vom
8.
November 2013 E. 5.1).
Dasselbe gilt auch für die
mehrjährige Abwesen
heit vom Arbeitsmarkt.
Bezüglich der v
orgebrachten
mangelnden
Deutsch
kennt
nisse
ist festzuhalten,
dass die Untersuchung bei Kreisarzt
Dr.
med. C._
, FMH Chirurgie, vom 3
0.
Oktober 2014
noch
ohne Dolmetscher durchgeführt worden war.
Der Kläger hatte damals angegeben, problemlos Schweizerdeutsch zu verstehen
.
Dr.
C._
wies allerdings darauf hin,
dass der Kläger ihn
während der Untersuchung
häufig nicht k
orrekt verstanden habe (
Urk.
14/110/4
).
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 22.
Dezember 2014
wurde notiert, dass die
Deutschkenntnisse des Klägers mässig gut
seien (
Urk.
14/
136/8).
Zudem ist
in diesem Zusammenhang
darauf hinzuweisen
, dass der Kläger
von
1989
bis 2013
i
n der Schweiz
als
Maurer und Vorarbeiter
erwerbstätig war
(vgl.
Urk.
14/342/17 und
Urk.
16/152/5)
und sich dabei zweifelsohne mit seinen
Vorgesetzten,
Auftraggebern oder anderen Handwerkern (auch) auf Deutsch verständigen musste und konnte
.
Vor diesem Hintergrund kann
da
von ausge
gangen werden,
dass er die deutsche Sprache einigermassen gut beherrscht
.
Mit Blick
darauf
erwächst ihm
für das konkret in Betracht fallende
Betätigungsfeld (Hilfsarbeitertätigkeiten)
bei der Arbeitssuche kein Nachteil.
Sein
A
usbildungs
niveau (
Grundschule und Lehre als Maurer in Spanien,
Kurse als Vorarbeiter
in der Schweiz
;
Urk.
14/342
/16-17
)
mindert die Erfolgschancen auf dem Arbeits
markt für einfache Hilfsarbeiten
ebenfalls
nicht. Die Tatsache, dass der Kläger bei der
Y._
AG
in de
n Jahren vor dem Unfall vom 1
4.
Dezem
ber 2013
als
Maurer und Vorarbeiter
tätig war
und damit
während seiner Berufs
laufbahn als Gesunder
qualifiziertere Tätigkeit
en
ausübte, spricht
ferner
für eine gute Lernbereitschaft.
Schliesslich
hat der Kläger
insbesondere auch
keinerlei
erfolglose
Arbeitsbemühungen nachgewiesen.
Konkrete Umstände, welche die praxisgemässe Vermutung zu widerlegen vermögen, dass es dem
teilinvaliden
Kläger möglich und zumutbar ist,
in der Schweiz
im Rahmen des
im UV-
und
IV-Verfahren festgestellten verbleibenden Leistungsvermögens
ein
hypothetische
s
Einkommen tatsächlich zu erzielen, sind
damit
nicht gegeben.
Nach dem Gesagten ist
ihm
im Rahmen der Ü
be
rentschädigungsberechnung
ein hypothe
tisches Erwerbseinkommen anzurechnen.
3.4.2
Die Beklagte
setzte bei d
er Überentschädigungsberechnung
das noch
erzielbare E
rwerbse
inkommen auf
Fr.
44'043.--
fest.
Sie stützte sich dabei auf das
von
der Suva ermittelte
Invalideneinkomm
en. Die Suva war
vom Tabellenlohn gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2014)
des Bundesamtes für Statistik
für einfache und repetitive Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1, Männer) in der Höhe von monatlich
Fr.
5'312.-- aus
gegangen
. Nach Anpassung an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und an die Nominal
lohnentwicklung
bis ins Jahr 2016
e
rgab sich
ein Jahreseinkommen von
Fr.
67'185.9
7.
Hiervon zog die Suva 12
%
für die vermehrt nötigen Pausen von einer Stunde pro Tag ab und berücksichtigte
zudem
einen leidensbedingten Abzug von 25
%
, weshalb
ein hypothetisches Einkommen
von
Fr.
44'342.75 resultierte
(
Urk.
14/367/5-6). Im Rahmen
des Vergle
ichs vom 1
0.
Mai 2018
einigten sich die Suva und der Kläger
schliesslich auf
ein Invalideneinkommen von
Fr.
44'043.-- respektive
einen Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
14/353).
Die Grundlagen des von der Suva festgelegten Invalideneinkommens wurden vom Kläger nicht
substantiiert bestritten
und geben nicht Anlass zu Weiterungen.
Demgemäss ist von einem
zumutbarerweise
noch erzielbaren Einkommen von F
r.
44'043.-- auszugehen. Zuzüglich
der jährlichen
IV-Rente
des Klägers vo
n Fr. 12'504.--
,
der
IV-
Kinderrente
von
Fr.
5'004
.--
und der UV-Rente
von
Fr.
35'232.--
ergeben sich
damit
anrechenbare E
inkünfte von in
s
gesamt
Fr.
96'783.--
.
3.4.3
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass der Kläger im Jahr 2010 ein
Einkom
-
men
von
Fr.
86'042.--, im Jahr 2011 von
Fr.
86'804.--, im Jahr 2012 von
Fr.
85'361.-- und im Jahr 2013 von
Fr.
83'698.-- erzielte (
Urk.
16/152/5). Unter diesen Umständen
ist nicht anzunehmen
,
dass
er
vom
(hypothetischen)
Rentenbeginn bis zum Urteilszeitpunkt
von
der
Y._
AG
eine jährliche Lohnerhö
hung erhalten hätte.
Mit der
Beklagten
ist daher
von einem mutmass
lich entgangenen Verdienst von
Fr.
88'086.
--
auszugehen.
Das anrechenbare Ein
kommen
von
Fr.
96'783.--
ist
somit
höher als 90 %
des mutmasslich entgan
genen Verdienst
es von
Fr.
79'277.--
(Fr. 88'086.--
x 0,9).
Selbst wenn man
mit dem Kläger
jedoch
von einer jährlichen
Erhöhung des entgangenen Verdienstes
um ein Prozent ausgehen würde,
würde mit Blick auf das Total der Ersatzein
künfte von
Fr.
96'783.-- infolge Überentschädigung offensichtlich kein Anspruch auf Invalidenleistungen der
Beklagten bestehen.
Vom seitens des Klägers beantragten Lohngutachten
(
Urk.
1 S. 14) si
nd
keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann.
3.5
Nachdem sich der Kläger im Rahmen des Schriftverkehrs mit der Beklagten zur Anrechnung eines hypothetischen Erwerbse
inkommens äussern konnte (vgl.
Urk.
2/23), war
diese
schliesslich berechtigt,
bei
der Überentschädigungsberech
nung ein hypothetisches Erwerbseinkommen zu berücksichtigen.
E
ine
Gehörs
verletzung des Klägers ist
zu verneinen.
4.
4.1
Die Klage erweis
t sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
4.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Bundesgericht der
Suva
und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädi
gungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 361 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 126 V 143 E. 4a mit Hinweis). Der obsiegenden Beklagten ist daher keine Parteients
chädigung zu Lasten des Klägers
zuzu
sprechen.