# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2891557-c552-40a1-b418-83e1e7d75620
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, war seit März 2008 bei der
Y._
AG
für die
M
ontage
der Giessereiformen
zuständig
und damit bei der Suva versichert, als er sich am
3.
April 2008 eine vorübergehende Verschlimmerung einer vorbestehen
den
Scaphoidpseudoarthrose
zuzog, als ih
m eine Formplatte auf die linke
adominante
Hand fiel (vgl.
Urk.
12/11 S. 1,
Urk.
12/5,
Urk.
12/14).
Seit dem 2
9.
September 2008 arbeitete der Versicherte
als Hilfsarbeiter bei der
Z._
AG
und
zog sich am
4.
Mai 2009
einen Bruch des linken Handgelenks zu (
Urk.
12/1).
Nach getätigten Abklärungen stellte di
e Suva
die bis dahin erbrachten Leistungen mit Verfügung vom
2
8.
März 2011
per
Ende F
ebruar
2011 (Taggeld)
beziehungsweise Ende März 2011
(Heilungskosten)
ein und
sprach dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung
von 5
%
zu
(Urk.
12/148
).
1.2
Seit dem
1.
Januar 2017 arbeitete der Versicherte bei der
A._
GmbH und
zog sich am 1
1.
Januar 2017 eine Prellung des linken Handgelenks zu (
Urk.
12/183).
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva die bis dahin als Rückfall auf den Schadenfall vom
4.
Mai 2009 erbrachten Leistungen mit Schreiben vom 1
0.
April 2018 per
1.
August 2018 ein (
Urk.
12/345) und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom gleichen Tag für die durch den Rückfall entstandene rechtserhebliche Vergrösserung des Integritätsschadens eine zusätzliche Integritätsent
schädigung von 5
%
zu (Urk. 12/346).
G
egen
den vorgenommenen Versicherungsabschluss
erhob der Versicherte
am 3
0.
April 2018
Einsprache (
Urk.
12/353
)
. Die Suva bestätigte ihren Entscheid mit Verfügung vom 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
360).
Die dagegen vom Versicherten am 2
0.
Juni 2018 erhobene Einsprache (
Urk.
12/366) hiess die Suva mit Schreiben vom
3.
Mai 2019 gut und nahm ihre Verfügungen vom 1
0.
April 2018 und vom 1
7.
Mai 2018 vollumfänglich zurück, da der Fallabschluss zu früh erfolgt sei (
Urk.
12/391).
Mit Schreiben vom 1
1.
Februar 2020 stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistungen per
1.
März 2020 (Heilungskosten) beziehungsweise
1.
April 2020 (Taggeld) ein (
Urk.
12/474)
. Mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2020
verneinte die Suva einen Rentenanspruch und
sprach
dem Versicherten
e
ine
weitere
Integri
tätsentschädigung von 5
%
zu (Urk. 12/
478
).
Die vom Versicherten am 2
0.
März 2020 erhobene Einsprache (
Urk.
12/487) wies die Suva am 3
0.
März 2021 ab (Urk. 12/536 = Urk
. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
3.
Mai 2021
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Einsprache
entscheid
vom
3
0.
März 2021
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm das Taggeld auf der Basis einer vollen Arbeitsunfähigkeit jedenfalls bis zum 3
1.
August 2020 auszurichten und bis dahin auch die Heilungskosten zu vergüten (S. 2
Ziff.
1). Es sei ihm – nach ergänzenden Abklärungen – mit Wirkung ab
1.
September 2020 eine angemes
sene Invalidenrente zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2).
Weiter beantragte der Beschwer
deführer d
ie unentgeltliche Rechtsvertretung (S. 2
Ziff.
3).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juli 2021
(Urk.
11) beantragte die Suva
die
teilweise Gutheissung
der Beschwerde
in dem Sinne, als dem Beschwerdeführer ab dem
1.
März 2020 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 10
%
zuzusprechen sei. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
8.
Juli 2021
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
4.
Mai 2009 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
UVG
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
UV170290
Rückfälle und Spätfolgen, Definition
02.2021
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpas
sung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversiche
rung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistungen der Unfallversiche
rung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wieder
aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behand
lung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfol
gen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders
gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen).
UV170280
Rückfälle und Spätfolgen, Kausalzusammenhang
02.2021
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusam
menhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungs
pflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
1.5
UV170600
Fallabschluss, Ende Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen, Beginn des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
02.2022
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krank
heitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2 und 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtene
n Entscheid (Urk. 2) davon aus,
dass
für das Ausmass der beklagten Beschwerden kein organisch bedingtes strukturelles Substrat gegeben sei und auch eine Selbstlimitierung und psychische Probleme vorlägen (S. 9). Sodann gebreche
es zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall an einem adäquaten Kausalzusammenhang. Ebenso hätten die strukturellen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule (LWS) und der Halswirbelsäle (HWS), welche klarerweise unfallfremd seien, ausser Betracht zu bleiben. Dies gelte auch für die Schulterbeschwerden links. Somit habe sie allein für die unfallbedingten organisch strukturellen Veränderungen und entsprechend erklärbaren Auswirkungen im linken Handgelenk aufzukommen. Dem Beschwer
deführer sei eine leidensangepasste Tätigkeit durchaus noch ganztags ohne relevante Einschränk
ungen zumutbar (S. 10).
G
emäss Abklärungen lasse sich das Ausmass der beklagten Beschwerden schon lange nicht mit den objektivierbaren organischen Befunden vollumfänglich erklären. Auch habe bis anhin durch die verschiedenen Massnahmen keine relevante Besserung der Beschwerden erreicht werden können. Was die von der Klinik
B._
noch vorgeschlagene
Arthrodese
anbelange,
so könne von dieser mit Blick auf den bisher gezeigten Verlauf und die Tatsache, dass auch die Psyche beteiligt sei, nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer namhaf
ten Besserung der Beschwerden mit entsprechender S
teigerung beziehungs
we
i
se Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Eine solche Opera
tion würde auch zu keiner Veränderung des Zumutbarkeitsprofils führen
,
und der Beschwerdeführer wünsche im Übrigen keine solche Operation. Die Einstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen im Sinne des Abschlussschreibens lasse sich d
aher nicht beanstanden (S. 11).
Der Beschwerdeführer könnte trotz der Unfallfolgen noch einen jährlichen Verdienst von
Fr.
62'338.-- erzielen. Ohne Unfallfolgen könnte der Beschwerde
führer im Jahr 2020 noch einen Jahresverdienst von
Fr.
65'000.-- erzielen, womit im Vergleich mit dem Invalideneinkommen keine entschädigungsberechtigte Erwerbseinbusse resultiere (S. 12
f.
).
Bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung sei bisher rechtskräftig ein Integri
tätsschaden von 10
%
festgehalten worden mit entsprechender Ausrichtung einer Integritätsentschädigung. Am
7.
Februar 2020 habe der Kreisarzt den Integritäts
schaden nunmehr auf insgesamt 15
%
geschätzt. Von dieser Beurteilung sei auszugehen (S. 14).
Weitere Abklärungen erübrigten sich (S. 14).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), der Fall
abschluss sei zu früh erfolgt.
Aus den Akten der Beschwerdegegnerin gehe nicht hervor, ob der medizinische Endzustand Ende Februar 2020 bereits einge
treten sei oder nicht.
Da der Befund erst durch das CT vom 2
6.
August 2020 nachgewiesen sei, Prof.
C._
in seinem Bericht vom 2
6.
August 2020 als einzige Behandlungsoption noch eine
Arthrodese
benenne, er diesem erheblichen Eingriff indes nicht zustimme und die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen für den Abschluss des Versicherungsfalls nachzuweisen habe, sei dieser erst auf Ende August 2020 festzulegen
. Gegebenenfalls sei durch ein fachärztliches Gutachten abzuklären, seit wann der durch das CT vom August 2020 erhobene Befund bestehe
(S. 8).
Es bestünden zudem Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beur
teilung
durch
de
n
Suva-Arzt Prof.
D._
.
Die These der Beschwerdegegnerin, dass für das Ausmass der beklagten Beschwerden kein organisch bedingtes strukturelles Substrat bestehen solle, sei nicht nachgewiesen. Es werde
vielmehr
nachvollziehbar und überzeugend dargetan, dass und weshalb er seine linke Hand
realistischerweise
auf dem ihm offenstehenden Arbeitsmarkt (Hilfsarbeiter) nicht mehr einsetzen könne, auch nicht als Hilfshand
. Es werde ein fachärztliches Gerichtsgutachten zur Klärung des Grads der Restarbeitsfähigkeit in leidensange
passter Tätigkeit beantragt
(S. 10 f.).
Es sei grundsätzlich unbestritten, dass er aufgrund der aktuellen Situation am linken Handgelenk faktisch einarmig sei. Bei faktischer
Einhändigkeit
sei der Tabellenlohn leidensbedingt um 20-25
%
zu kürzen (S. 11 f.).
In
casu
stehe fest, dass das Arbeitsverhältnis mit der
Z._
AG fristlos gekündigt worden sei und zwar aus invaliditätsfremden Gründen.
Die Kündigung h
ä
nge somit nicht mit dem Unfall und dessen Folgen zusammen.
Die
Bemessung des
Valideneinkommens
richte sich nicht nach dem Lohn, den er vor dem Unfall vom
4.
Mai 2009 erzielt habe, sondern es sei eb
enfalls auf die LSE abzustellen
und von einem
Valideneinkommen
von mindestens
Fr.
69'265.-- auszugehen
(S. 13 f.).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juli 2021 (
Urk.
11) machte die Beschwerdegeg
nerin geltend,
es lasse sich keiner medizinischen Beurteilung entnehmen, dass ab März 2020 von einer weiteren Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes habe erwartet werden können
. Der Endzustand sei im Februar 2020 erreicht gewesen
(S. 3). Es ergebe sich aus den Akten zudem klar, dass die geklagten Beschwerden an der linken Hand durch die Arthrose und die Operationen nicht vollumfänglich erklärbar seien. Des Weiteren habe auch Prof.
C._
das Zumutbarkeitsprofil von Prof.
D._
als weitgehend korrekt bezeich
net.
Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Prof.
D._
sei somit nicht zu beanstanden und die Restarbeitsfähigkeit entsprechend dieser Beurteilung zu verwerten (S. 3 unten).
Der vorgenommene leidensbedingte Abzug von 10
%
erweise sich als korrekt, liege doch keine faktische
Einarmigkeit
vor.
A
us den Akten ergebe sich
sodann
zweifelsfrei, dass der Beschwerdeführer seine Stelle
bei der
Z._
AG
aus unfallfremden Gründen verloren habe. Das
Valideneinkommen
sei somit
mit dem Beschwerdeführer
gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln und betrage
Fr.
69'265.--. Ausgehend von einem Invalideneinkommen in gleicher Höhe, abzüglich des leidensbedingten Abzugs von 10
%
, ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 10
%
und somit ein Anspruch auf eine Invalidenrente
, weshalb die Beschwerde diesbezüglich teilweise gutzuheissen sei
(S. 4)
.
2.4
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 1. März beziehungs
weise
1.
April 2020 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegner
in hat
, das Ausmass der Restarbeitsfähigkeit
sowie
der Anspruch beziehungsweise
die Höhe der Rente.
Demgegenüber ist die Höhe des Integritätsschadens beziehungsweise der Integri
tätsentschädigung nicht (mehr) strittig.
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, Suva-Kreisarzt, berichtete am 1
0.
Mai 2017 über die kreisärztliche Unter
suchung (
Urk.
12/242)
und nannte folgende Diagnose (S. 6):
-
gering- bis
mässiggradig
ausgeprägte Belastungsintoleranz linkes Hand
gelenk bei Zustand nach
Pseudarthrosenoperation
vom 1
9.
November 2006 bei
-
Zustand nach traumatisierter
Skaphoidpseudarthrose
mit persistieren
den Unterarm-/Handschmerzen links, Unfallereignis vom
3.
April 2008 beziehungsweise vom
4.
Mai 2009
Er führte aus,
eine fundierte Untersuchung des linken Handgelenks sei aufgrund der subjektiv beklagten starken Schmerzen nicht möglich. Auch die Beurteilung der Fingerfunktionen gelinge nur angedeutet. Die Weichteilverhältnisse beider Hände seien unauffällig bis auf bekannte
Druckdolenzen
am radialen
palmaren
Handgelenk links. Darüber hinaus würden Sensibilitätsstörungen der linken Hand angegeben, die keinem
Dermatom
sicher zuzuordnen seien.
Nach Kenntnis der medizinischen Berichte hätten sich die Funktionseinschrän
kungen und die subjektiv beklagten Beschwerden im Vergleich zur heutigen Untersuchung nicht mehr relevant verändert, so dass ohne einen erneuten Eingriff der medizinische Endzustand bereits aktuell eingetreten sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht
ergäben sich keine Veränderungen der am 2
6.
Januar 2011 formulierten Zumutbarkeitsbeurteilung beziehungsweise der Integritätsschadeneinschätzung (S. 6 f.).
3.2
Med.
pract
.
F._
, Fachärztin für Anästhesiologie, Suva-Kreisärztin, berichtete am 1
5.
Februar 2018 über die kreisärztliche Untersuchung vom
8.
Feb
ruar 2018 (
Urk.
12/315) und nannte folgende Diagnose (S. 9):
-
mässiggradig
ausgeprägte Belastungsintoleranz
und ausgeprägte Schmerzsymptomatik
linkes Handgelenk bei
-
Zustand nach
Pseudarthrosenoperation
vom 1
9.
November 2006
-
Zustand nach traumatisierter
Skaphoidpseudarthrose
mit persistieren
den Unterarm-/Handschmerzen links, Unfallereignis vom
3.
April 2008 beziehungsweise vom
4.
Mai 2009
-
Zustand nach diagnostischer Handgelenksarthroskopie links mit
Arthroplastik
STT-Gelenk (Resekti
on distaler
Scaphoidpol
), Schrau
benentfernung HCS
(
Synthes
) vom 1
9.
Oktober 2017
-
aktuell noch Schmerzen und
mässiggradige
Bewegungseinschränkung der linken Schulter
Sie führte aus,
eine ausgiebige Untersuchung der linken Hand sei wegen der angegebenen starken Schmerzen nur deutlich eingeschränkt möglich gewesen
(S. 9). Nach Kenntnis der medizinischen Berichte und des Befundes der Kreis
arztuntersuchung vom Mai 2017 hätten sich die Funktionseinschränkungen und die subjektiv beklagten Beschwerden eher etwas verschlechtert.
Aktuell seien besonders die Schmerzmedikation sowie die
Kortikoideinnahme
des Beschwerde
führers auffällig und sollte dringend einer spezialfachärztlichen Überprüfung unterzogen werden. Von der verbesserten Einstellung der Medikation sei eine erhebliche Verbesserung der Schmerzen zu erwarten, daher könne aktuell nicht von einem stabilen Zustand ausgegangen werden (S. 10).
3.
3
Dr.
med.
G._
, Fachärztin
für Handchirurgie,
Klinik H._
,
b
erichtete am
2
2.
Juni 2018 (
Urk.
12/371) und nannte als Diagnose eine beginnende Radiokar
palarthrose links sowie als Nebendiagnosen eine rezidivierende depressive Störung sowie einen Verdacht auf eine chronische Schmerzs
törung mit soma
tischen und psychischen Faktoren. Es zeige sich ein absolut reizloses
Handgelenk mit reizlosen Narben (S. 1). Ein grösserer handchirurgischer Eingriff sollte aktuell vermieden werden, da nicht garantiert werden könne, dass sich die Symptomatik bessere auch bei gutem operativem Verlauf aufgrund der
chronifizierten
Schmerzstörung (S. 2).
3.
4
Die CT- und MRI-Untersuchung des linken Handgelenks vom 2
5.
März 2019 in der Universitätsklinik
B._
(
Urk.
12/419) ergab ein deformiertes
Scaphoid
mit angedeuteter
Humpback
-Deformität. Es bestünden keine Hinweise auf eine
Osteonekrose
des
Scaphoides
. Es zeigten sich eine ausgeprägte Arthrose des STT-Gelenkes sowie eine mässige Arthrose
radio
carpal
in der
Fossa
scaphoidea
.
3.
5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie,
berichtete am 1
7.
April 2019 (
Urk.
12/388) und führte aus, es liege insgesamt eine sehr verwirrende Patientenanamnese vor, die teilweise eine Diskrepanz zum dokumen
tierten Behandlungsverlauf zeige. Nichtsdestotrotz sei in einer aktuell durch
geführten CT-Untersuchung vom März 2019 eine
Malunion
des O
s
scaphoideums
nach
Scaphoidrekonstruktion
objektivierbar, die möglicherweise auch Grund für die fortschreitenden posttraumatischen
arthrotischen
Veränderungen im Hand
gelenk sei.
Sicherlich bestehe im Hinblick auf das deutlich eingeschränkte Bewegungsausmass der gesamten oberen Extremität der dringende Verdacht auf eine S
ymptomausweitung, nichtsdestotrotz könnten die Beschwerden des Beschwerdeführers am Handgelenk mit den in der Computertomographie dokumentierten Veränderungen korreliert werden
(S. 2)
.
3.
6
Suva-Kreisärztin med.
pract
.
F._
nahm am
1.
Mai 2019 Stellung (
Urk.
12/390) und führte aus,
zum Zeitpunkt der Kreisarztuntersuchung vom
8.
Februar 2018 sei der Endzustand noch nicht erreicht gewesen, es sei eine Vorstellung im Schmerzzentrum empfohlen worden. Zum Zeitpunkt des Nachtrags vom
4.
April 2018 habe der Beschwerdeführer die invasiven schmerz
medizinischen Massnahmen abgelehnt, eine erneute operative Therapie sei laut vorliegender Dokumentation nicht in Erwägung gezogen worden.
Insofern könne zum Zeitpunkt des Nachtrags vom
4.
April 2019 (richtig: 2018) aus der damaligen Perspektive von einem erreichten Endzustand ausgegangen werden.
Aufgrund der nun vorliegenden aktuellen Daten von 2019 ergebe sich je
doch ein anderes
Bild.
Zum jetzigen Zeitpunkt scheine eine erneute operative Therapie indiziert und erfolgversprechend.
Daher sei im vorliegenden Fall eventuell eher von einem Rückfall auszugehen, da zum damaligen Zeitpunkt vom April 2018 der E
ndzu
stand erreicht gewesen sei.
3.
7
Dr.
I._
berichtete am 1
7.
Oktober 2019 (
Urk.
12/450) neun Wochen postope
rativ nach
am 2
3.
Juli 2019
durchgeführter proximal
row
c
arpectomy
(PRC)
, Resektion des
Nervus
interosseus
posterior
und
Processus
styloideus
radii
Hand
gelenk links (vgl. hierzu
Urk.
12/436) und führte aus,
die Inspektion zeige völlig reizlose Weichteilverhältnisse bei leicht gebesserter Handgelenksbeweglichkeit. Es werde die Fortführung der ergotherapeutischen Mitbehandlung
empfohlen. Der Beschwerdeführer sei nochmals über die Dringlichkeit einer selbständigen Mobilisation informiert worden, zumal diese allenfalls marginal
durchgeführt zu werden scheine.
3.
8
Dr.
I._
berichtete am 1
8.
Dezember 2019 (
Urk.
12/459) und führte aus, der Beschwerdeführer beklage subjektiv immer noch relevante Handgelenksschmer
zen, die sich bereits beim Betreten des Arztzimmers durch eine nach wie vor verkrampfte Positionierung der Schulter und des E
llen
bogengelenkes präsentier
ten.
Der bisherige Behandlungsverlauf sei seitens der Compliance des Beschwer
deführers äusserst diffus, es seien immer wieder ergotherapeutische Standortwechsel erfolgt. Aktuell sei der Beschwerdeführer bei
J._
in
K._
in Behandlung, sei hier mit dem Behand
lungsverlauf aber äusserst unzufrieden, was die Wahrnehmung nur unterstütze. Subjektiv werde eine Besserung der Beugung berichtet, die Extension des Hand
gelenks sei aber noch erheblich eingeschränkt und schmerzhaft.
Die Unter
suchung zeige eine völlig reizlose Narbensituation bei aber doch immer noch erheblich eingeschränkter Handgelenksbeweglichkeit. Die Gelenksituation stelle sich heute unauffällig dar, die Restbeschwerdesymptomatik
scheine eher auf die Vernarbung respektive ein Rehabilitationsdefizit zurückführbar zu sein. Im Falle einer intensiven selbständigen Mobilisation wären bessere Bewegungsausmasse zu erwarten.
Des Weiteren sei auch die Motivation einer ergotherapeutischen Unterstützung als sehr fragwürdig zu erachten. Es sei heute versucht worden, dem Wunsch des Beschwerdeführers Folge zu leisten und erneute Termine in der Handtherapie
im
L._
zu vereinbaren, die der Beschwerdeführer kurz nach Verlassen der Praxis erneut
absage
.
Ohne eine entsprechende Compliance des Beschwerdeführers und eine intensive ergotherapeutische Mitbehandlung sei eine Verbesserung des Ergebnisses nicht zu erwarten.
Somit h
ä
nge das weitere Vor
gehen klar von der Mitarbeit und der Entscheidungsfindung des Beschwerdefüh
rers ab.
Aus handchirurgischer Sicht könne die Situation unabhängig hiervon nicht verbessert werden, weshalb erneute Verlaufskontrollen nicht mehr vereinbart worden seien.
3.
9
J._
, Ergotherapeut, berichtete am 3
0.
Januar 2020 (
Urk.
12/489)
und führte aus, der Beschwerdeführer habe am 1
6.
Oktober 2019 die Ergotherapie bei ihm begonnen. Normalerweise würde er zweimal in der Woche behandelt, einige wenige Male einmal in der Woche. Der Schmerz sei seit Beginn der limitierende Faktor gewesen. Zum Teil seien nur wenige Minuten therapeutische Übungen und
Mobilisationen
möglich.
Heute gehe es etwas besser, länger
,
und es habe eine leichte Verbesserung in den Bereichen Kraft und aktive Beweglichkeit gegeben. Die Verbesserungen seien aber sehr weit von einer Handeinsatzfähigkeit im Alltag
entfernt
(S. 1)
.
Der Beschwerdeführer nehme die abgemachten Termine wahr und erscheine pünktlich zu den Therapien. Er mache, soweit es der Schmerz zulasse, mit in der Therapie und versuche die Hand zu bewegen.
Er
,
J._
,
hoffe, dass die Beweglichkeit im Handgelenk noch etwas verbessert werden könne und die Kraft ebenfalls noch weiter etwas zuzulegen vermöge.
Inwieweit dies aber zu einem Handeinsatz im Alltag respektive Berufsalltag reichen werde
,
sei fraglich.
Mit noch mehr Zeit könnten weitere kleine Fortschritte erzielt werden, wobei es fraglich bleibe, ob diese für einen Arbeitseinsatz reichen würden. Eine weitere Behandlungsnotwendigkeit sei trotzdem noch als gegeben zu erachten. Auch zur Bewältigung des persönlichen Alltags wäre eine bessere Beweglichkeit der Finger und des Handgelenks sowie eine Reduktion der Schmerzen erwünscht
(S. 2)
.
3.1
0
Dr.
med.
M._
, Facharzt
für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, und med.
pract
.
F._
, Suva Kreisärzte, berichteten am
7.
Februar 2020 (
Urk.
12/473) über die
gleichentags erfolgte
kreisärztliche U
ntersuchung des Beschwerdeführers
und führten aus,
eine differenzierte Befragung sowie eine Untersuchung seien nicht möglich gewesen. Es sei kaum möglich gewesen, den Beschwerdeführer in seinen Ausführungen zu unterbrechen. Die Angaben des Beschwerdeführers hätten teilweise verwirrend gewirkt, mit wesentlichen Diskre
panzen zum dokumentierten Verlauf. Auffällig sei neben dem deutlich gesteiger
ten, teilweise aggressiv wirkenden Affekt auch ein
konfabulierender
Gesprächsstil gewesen.
Objektiv hätten sich keine äusserlichen Auffälligkeiten gezeigt, ausser reizlosen postoperativen Narben. Rein
inspektorisch
sei die Muskulatur beider oberen Extremitäten ähnlich ausgeprägt erschienen. Es hätten keine Seitendifferenzen im Sinne einer einseitigen Muskelatrophie bestanden, auch nicht im Bereich der intrinsischen
Muskulatur der linken Hand. Aktiv habe der Beschwerdeführer eine deutlich reduzierte Flexion/Extension gezeigt, die
Ulnar
- und Radialabduktion sei kaum möglich gewesen. Auf leichte Palpation im Bereich des linken Handgelen
kes habe er mit extremen Schmerzen reagiert
(S. 6)
.
Die aktuelle Bewegungseinschränkung sei stärker ausgeprägt als bei einem Status nach proximal
row
carpectomy
üblicherweise zu erwarten wäre. Diese könnte auf die, von
Dr.
I._
dokumentierte, verminderte Compliance bei der Ergotherapie und die Selbstlimitierung zurückzuführen sein.
Die vom Beschwerdeführer intensiv beschriebenen Schmerzen seien nicht nachvollziehbar. Zusammen
fassend läge im aktuellen Fall ohne Zweifel posttraumatische beziehungsweise postoperative Veränderungen vor. Das aktuelle Beschwerdebild sei jedoch nur teilweise durch posttraumatische Veränderungen erklärbar (S. 7).
Es könne nun nach der erneuten Operation vom 2
3.
Juli 2019 von einem unfall
bedingten Endzustand ausgegangen werden. Laut vorliegender Dokumentation könne chirurgisch die Beschwerdeproblematik nicht mehr verbessert werden. Die Fortführung der Ergotherapie könnte prinzipiell die Beweglichkeit etwas verbessern, dadurch würde sich jedoch die aktuelle Zumutbarkeit nicht verändern. Entsprechend des bisherigen Verlaufs mit Ausbleiben
jeglicher Besse
rung auf jedwede Therapie könne auch hier nicht mit ausreichender Wahrschein
lichkeit
mit
einer weiteren Besserung gerechnet werden. Für die linke
adominante
Hand sei eine sehr leichte Tätigkeit mit Gewichtslimit von maximal 2
kg ganztags und nur geringen
Anforderungen
an die Extension und Flexion im Handgelenk zumutbar.
Tätigkeiten, welche Schläge, Stösse oder andauernde Vibrationen auf die linke Hand übertragen würden
,
sowie repetitive Belastungen des linken Hand
gelenks seien dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar
(S. 8)
.
3.1
1
Dr.
med.
N._
,
Facharzt für Chirurgie, speziell Handchirurgie, berichtete am 1
0.
März 2020 (
Urk.
12/486)
über die Untersuchung des Beschwerdefüh
rers vom
6.
März 2020 und nannte als Diagnose massive Restbeschwerden nach PRC am 2
3.
Juli 2019 bei Zustand nach kompliziertem Verlauf einer
Scaphoid
fraktur
links. Er führte aus,
dass er dem Beschwerdeführer trotz des fast
appellativ
geäusserten Charakters
der Schmerzhaftigkeit am linken Handgelenk nicht unrecht tun möchte. E
r
empfehle
eine Lokalanästhesie-Testinfiltration radiokar
pal. Damit lasse sich unterscheiden, ob die Schmerz
haftigkeit tatsächlich peripher bedingt oder bereits im Schmerzge
dächtnis zentral verankert sei.
3.1
2
Dr.
N._
berichtete am 1
2.
März 2020 (
Urk.
12/488)
über
die am gleichen Tag durchgeführte
Lokalanästhesie-Testinfiltration
.
Bei der funktionellen Unter
suchung unter Durchleuchtung im
analgesierten
Zustand des Handgelenks zeige sich eine regelrechte Artikulation des
Capitatum
-Kopfes in der
Fossa
lunata
mit freier Bewegungsexkursion für die Extension und Flexion
(S. 1)
.
Als erste Einschätzung scheine doch eine wesentliche Schmerzkomponente im Radiocar
palgelenk links vorzuliegen, weniger ein zentral fixiertes Schmerzerleben.
Dies sei nach einer proximal
row
carpectomy
nicht unbedingt typisch und
stimme
für eine Diskussion einer chirurgischen Verbesserbarkeit zum Beispiel durch eine
Arthrodese
eher pessimistisch (S. 2).
3.1
3
Die
Suva-Kreisärzte
Dr.
M._
und med.
pract
.
F._
nahmen am 1
8.
Juni 2020 Stellung zu den Berichten des Ergotherapeuten
J._
und
Dr.
N._
(
Urk.
12/501) und führten aus, im Bericht der Ergotherapie fänden sich keine Angaben, dass durch die Fortführung der Therapie eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Zustandes erreicht werden könne.
Nach aktueller Datenlage sei weiterhin davon auszugehen, dass die kreisärztliche Beurteilung vom Februar 2020, insbesondere
betreffend
die Zumutbarkeit und die Integritäts
entschädigung
,
keine weitere Justierung benötige
(S. 1).
Da die Überprüfung mit einer Verlaufskontrolle nach der Testinfiltration
nicht habe durchgeführt werden können, ergäben sich nach aktueller Datenlage keine Hinweise, dass eine weitere Behandlung indiziert wäre und insbesondere, dass durch eine weitere Behandlung eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erreicht werden könnte
(S. 2)
.
3.1
4
Prof.
Dr.
med.
C._
, Senior Consultant Handchirurgie, Universitätsklinik
B._
,
berichtete am 1
0.
August 2020 (
Urk.
12/514) und führte aus,
es zeige sich beim Beschwerdeführer ein ausgeprägter Leidensdruck nach mehreren Voreingriffen. Aufgrund des guten Ansprechen
s
auf die Infiltration könnte ihm als letzte Rückzugsoperation eine
Handgelenksarthrodese
angeboten werden. Aufgrund der langen Vorgeschichte mit zahlreichen Voreingriffen mit ausgepräg
ter Schmerzsymptomatik sei die Prognose bezüglich Schmerzfreiheit und Reintegration der linken Hand in den Alltag jedoch unsicher
(S. 2)
.
3.1
5
A
m 2
6.
August 2020 (
Urk.
12/515)
berichtete Prof.
C._
über die B
esprechung de
r
Arthro
-CT
-Untersuchung
des Handgelenks sowie die Befundbesprechung der N
europhysiologie und führte aus,
beim Beschwerdeführer zeige sich in der
Arthro
-CT-Untersuchung eine komplette Destruktion des Gelenkknorpels radial in der Kontaktfläche zum Os
capitatum
bei Status nach
Proximal-Row-Carpec
tomy
extern 201
9.
Die starken Schmerzen des Beschwerdeführers mit resultieren
dem Bewegungsverlust und deutlicher Funktionseinschränkung des Handgelenks seien klinisch sowie bildmorphologisch klar nachvollziehbar. Es gebe nur noch die operative Möglichkeit einer
Handgelenksarthrodese
, um die Schmerzsituation für den Beschwerdeführer zu verbessern. Neurophysiologisch zeige sich aktuell kein vorliegendes Kompressionssyndrom der linken Hand, das die Beschwerden erkläre. Es sei am ehesten von einem chronisch gemischten neuropathisch und
nozizeptiven
Schmerzsyndrom
auszugehen mit zentraler Sensibilisierungskom
ponente
(S. 2)
.
3.1
6
Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Suva-
Versicherungsmedizin
, nahm am 2
6.
Februar 2021 eine orthopädisch-chirurgische Beurteilung vor (
Urk.
12/531)
und führte aus,
im Unterschied zum Abschluss vo
m
Februar 2020 liege nun eine objektive klinische Untersuchung vor sowie eine Computertomografie des linken Handgelenks mit einer lokalisierten, aber schweren Arthrose
des Gelenks zwischen Os
capitatum
und distalem Radius.
Zusätzlich gebe es eine fachneurologische Untersuchung, die keine eindeutige lokale Ursache für die Schmerzen habe identifizieren lassen, weswegen die Beschwerden als chronisch gemischtes neuropathisch und
nozizep
tives
Schmerzsyndrom mit zentraler Sensibili
sierungskomponente interpretiert worden seien.
Die Beschwerden des Beschwerdeführers seien aufgrund der unfallbedingten organischen Befunde nicht voll erklärbar. Entgegen des Ausfüh
rungen im Bericht der Klinik
B._
vom August 2020 habe das Beschwerdebild unter Einbezug des gesamten Krankheitsverlaufs auch eine psychische Kompo
nente.
In Anbetracht der organischen Unfallfolgen mit Zustand nach Resektion der proximalen Handwurzelreihe mit persistierenden Schmerzen und Funktions
einschränkung habe das Zumutbarkeitsprofil, welches anlässlich der ärztlichen Untersuchung vom
7.
Februar 2020 definiert worden sei, weiterhin Gültigkeit
(S. 12)
.
Nachdem sich der Beschwerdeführer dazu entschlossen habe, keine weiteren Operationen durchführen zu lassen, sei retrospektiv der Endzustand Ende Februar 2020 erreicht gewesen. Prof.
C._
(Universitätsklinik
B._
) empfehle zwar aufgrund seiner Untersuchung eine
Arthrodese
,
um die Schmerzsituation für den Beschwerdeführer zu verbessern. Unter Einbezug der gesamten Krankenge
schichte sei eine gewisse Verbesserung des Schmerz
zustandes durch eine
Arthro
dese
zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich. Mit Sicherheit würde sich bei
chronifiziertem
Schmerzzustand
auch
nach
einer
Arthrodese
das
beschriebene
Zumutbarkeitsprofil nicht relevant verbessern
. Der unfallbedingte Integritäts
schaden betrage 15
%
(S. 13).
3.1
7
Prof.
Dr.
med.
C._
, Senior Consultant Handchirurgie, Universitätsklinik
B._
, berichtete am 3
0.
April 2021 (
Urk.
3/3) zuhanden des Beschwerdeführers und führte aus, ein derart nicht belastbares Handgelenk bedeute für einen Hilfs
arbeiter, dass e
r
in seinem Beruf nicht einsatzfähig sei.
Die Zitate von Prof.
D._
betreffend die aktuelle wissenschaftliche Literatur seien absolut arbiträr, zudem auch nicht vollständig (S. 1). Die Frage rund um die Symptomausweitung könne er nicht beurteilen, er verfüge nicht über sämtliche Akten. In der Sprech
stunde habe sich der Beschwerdeführer korrekt verhalten. Dass es aber bei langandauernden Schmerzen häufig zu einer Symptomausweitung komme, sehe er immer wieder und sei nicht von vornherein aussergewöhnlich.
Aus seiner Sicht sei das von Prof.
D._
formulierte Zumutbarkeitsprofil weitgehend korrekt für ein äusserst schmerzhaftes Handgelenk. Ein Integritätsschaden eines komplett kaputten Handgelenks betrage gemäss Suva-Tabellen 15
%
(S. 2).
4.
4.1
Durch die Akten ausgewiesen und unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich eines Ereignisses vom
4.
Mai 2009 eine Verletzung des linken Hand
gelenks
zuzog (
Urk.
12/1) und in der Folge im Jahre 2017 einen Rückfall geltend machte (
Urk.
12/183
; vgl.
Urk.
12/215
).
Was das Erreichen des medizinischen Endzustands anbelangt, verkennt der Beschwerdeführer, dass es nicht darauf ankommt, ob noch irgend
welche therapeutischen Bemühungen unternommen werden, sondern darauf, dass diese eine namhafte Besserung erwarten lassen müssen, was sich wiederum auf eine Steigerung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit bezieht (vor
stehen
d E. 1.5).
Mithin ist der medizinische Endzustand im vorliegenden Fall in dem Zeitpunkt eingetreten, ab welchem weitere therapeutische Bemühungen nicht mehr erwar
ten liessen, dass eine Arbeitsfähigkeit für ein weniger restriktiv formuliertes Belastungsprofil als das aktuell festgehaltene (vorstehend E. 3.
1
0
) erlangt werden k
o
nnte.
Dies war gemäss der schlüssig begründeten Feststellung
der Kreisärzte med.
pract
.
F._
und
Dr.
M._
im Februar 2020 der Fall (vorstehend
E. 3.1
0
).
Dass
danach von behandelnder Seite noch eine
Handgelenksarthrodese
in Erwägung gezogen wurde (vgl. vorstehend E. 3.1
4
und E. 3.1
5
),
ändert daran - entgegen de
r Annahme des Beschwerdeführers
- nichts, denn damit wurde lediglich ein
e
Verbesserung der Schmerzproblematik inten
diert, ohne dass dies die bereits festgestellte eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit der linken Hand beeinflusst hätte.
So wurde diesbezüglich ausgeführt, dass aufgrund der langen Vorgeschichte mit zahlreichen Voreingriffen die Prognose bezüglich Schmerz
freiheit und Reintegration der linken Hand in den Alltag unsicher sei (E. 3.1
4
). Es bestehe nur noch die operative Möglichkeit einer
Handgelenksarthrodese
, um die Schmerzsituation für den Beschwerdeführer zu verbessern (E. 3.1
5
).
Der hypothe
tische Charakter der betreffenden therapeutischen Überlegungen zeigt sich im Übrigen auch daran, dass vorerst lediglich eine
Handgelenks
manschette
empfoh
len
wurde, welche dem Beschwerdeführer ermögliche, das Ergebnis einer
Arthrodese
mindestens teilweise zu erleben (vgl.
Urk.
12/514 S. 2).
Die Kreisärzte führten in ausführlicher und nachvollziehbarer
Weise aus, dass von weiteren Be
handlungen nicht mit überwiegender Wahrs
cheinlichkeit eine namhafte Bes
serung des unfallbedingten Gesundheitszustandes zu erwarten sei
. Die Fort
führung der Ergotherapie könne prinzipiell die Beweglichkeit etwas verbessern, die aktuelle Zumutbarkeit würde sich dadurch jedoch nicht verändern
(E. 3.1
0
).
Auch im Bericht der Ergotherapie fänden sich keine Angaben, wonach
durch
die Fortführung der Therapie eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Zustandes erreicht werden könne (E. 3.1
3
).
Schliesslich hielt auch
der Versicherungs
mediziner
Prof.
D._
in seiner Beurteilung fest, dass die Beschwerden aufgrund der unfallbedingten organischen Befunde nicht voll erklärbar seien und entgegen den Ausführungen im Bericht der Klinik
B._
das Beschwerdebild unter Einbezug des gesamten Krankheitsverlaufs auch eine psychische Komponente habe. Das im Februar 2020 definierte Zumutbarkeitsprofil habe weiterhin Gültigkeit. Unter Einbezug der gesamten Krankeng
e
schichte sei eine gewisse Verbesserung des Schmerzzustan
des durch eine
Arthrodese
zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich. Mit Sicherheit würde sich bei
chroni
fiziertem
Schmerzzustand auch nach einer
Arthrodese
das genannte Zumutbar
keitsprofil nicht relevant verbessern (E. 3.1
6
).
4.2
Aus den vorliegenden Akten, insbesondere den schlüssigen und nachvollziehbar begründeten Beurteilungen der Kreisärzte, geht somit hervor, dass betreffend das
linke Handgelenk
weitere medizinische Behandlungen weder durchgeführt noch geplant waren. Den vorstehenden Berichten kann nicht entnommen werden,
dass ab März 2020 von einer weiteren Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden k
onnte
. Auch den Berichten von Prof.
C._
der Universitätsklinik
B._
(E. 3.1
4
-3.1
5
, E. 3.1
7
) und des behandelnden Ergotherapeuten (E. 3.
9
)
lässt sich nichts
anderes
entnehmen.
Gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen steht fest, dass im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden Leistungen per
1.
März beziehungsweise
1.
April 2020 der End
zustand erreicht gewesen ist.
Daran vermögen die Ein
wände des Beschwerdefüh
rers nichts zu ändern.
4.3
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 10 f.) ergibt sich aus den Akten, dass die geklagten Beschwerden an der linken Hand durch die Arthrose und die Operationen nicht vollumfänglich erklärbar sind (vgl. E. 3.1
0
, E. 3.1
6
).
So führten die Kreisärzte in nachvollziehbarer Weise aus, dass nun
zwar
eine objektive klinische Untersuchung sowie eine CT-Untersuchung vorlägen, die Beschwerden jedoch aufgrund der unfallbedingten organischen Befunde nicht voll erklärbar seien und auch eine psychische Komponente vorliege
(E. 3.1
6
)
.
Auch Prof.
C._
hielt in Übereinstimmung
hiermit
fest, dass eine Symptomaus
weitung nicht unüblich sei, er verfüge jedoch nicht über sämtliche Akten
,
um
dies
abschliessend beurteilen zu können. Das
von Prof.
D._
formulierte
Zumutbarkeitsprofil erachtete Prof.
C._
des Weiteren als weitgehend korrekt
(E. 3.1
7
).
Zudem hat Prof.
D._
die Beurteilung
durch
Prof.
C._
nicht allein mit dem Hinweis auf
in der
aktuellen
wissenschaftlichen
Literatur
zitierte Studien
in Frage gestellt, sondern hielt fest, dass Prof.
C._
die auffällige Vorgeschichte des Beschwerdeführers sowie
die
kritische Beurteilung mehrerer anderer Handchirur
gen ausser Betracht gelassen habe (
Urk.
12/531 S. 11
). Dies wurde schliesslich von Prof.
C._
bestätigt, indem er ausführte, er verfüge nicht über sämtliche Akten (E. 3.1
7
).
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Annahme einer vollen Arbeitsfä
higkeit in - näher umschriebenen -
leidensangepassten Tätigkeiten
auf nachvoll
ziehbar und überzeugend begründeten ärztlichen Beurteilun
gen beruht, welche den
praxisgemäs
sen Anforderungen vollumfänglich genügen.
Der medizinische Sachverhalt ist vollständig
entscheidreif
abgeklärt und es steht zweifelsfrei fest, inwiefern die gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten tangieren. Vor die
sem Hintergrund ist nicht
ersichtlich, inwiefern noch ein
Gutachten erforderlich sein kö
nnte. Der entsprechende Antrag
ist unbegründet.
Das
durch die Kreisärzte formulierte
Zumutbarkeitsprofil ist somit nicht zu beanstanden und die Restarbeitsfähigkeit entspricht dieser Beurteilung.
5.
5.1
Mit Beschwerdeantwort
vom 6. Juli 2021
(
Urk.
11 S. 4)
führte die Beschwerde
gegnerin aus, es erg
ebe
sich aus den Akten zweifelsfrei, dass der Beschwerdefüh
rer seine Stelle bei der
Z._
AG
ebenso wie die Stelle bei der
A._
GmbH
aus unfallfremden Gründen verloren habe (vgl.
Urk.
12/24,
Urk.
12/311).
Das
Valideneinkommen
sei somit
analog dem Invalideneinkommen (vgl.
Urk.
2 S. 12)
gestützt auf die Tabellenlöhne
(LSE 2018, privater Sektor, Kompetenz
niveau 1, Männer,
Fr.
5'437.--)
zu ermitteln
und betrage angepasst a
n die durchschnittliche wöchent
liche Arbeitszeit im Jahr 2020 von 41.7 S
tunden sowie unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2019 von 0.9
%
und für das Jahr 2020 von 1.3
%
Fr.
69'265.--.
Diese Berechnung ist nicht zu beanstanden und wurde denn
vom Beschwerdeführer
in der Beschwerde
auch
so geltend gemacht (
Urk.
1 S. 14).
5.
2
Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens hat d
ie Beschwerdegegnerin
sodann den Umstand berücksichtig
t
, dass der Beschwerdeführer gemäss Zumut
barkeitsprofil mit der linken Hand keine Arbeiten mit Gewichten über 2 kg
und keine Tätigkeiten mit Schlägen, Stössen oder andauernden Vibrationen sowie
mit nur geringen Anforderungen an die Extension und Flexion im Handgelenk
verrichten kann, und entsprechend
vom Tabellen
lohn einen Abzug von 10 % vorge
nommen (Urk.
2 S. 12
), womit für das Jahr 2020 ein hypothetisches Invali
deneinkommen in der Höhe von
Fr.
62'338.-- resultierte.
Gründe für einen vom Beschwerdeführer darüber hinaus geltend gemachten Abzug (Urk.
1 S. 11 f.
)
sind nicht ersichtlich.
Die Behauptung einer faktischen
Einhändigkeit
e
rweist sich angesichts des mass
gebenden Zumutbarkeitsprofils als
nicht
fundiert. Die Prob
lematik des linken Handgelenks führt lediglich zu einer Beeinträchtigung beim Einsatz der
adominanten
linken Hand.
Der massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1) beinhaltet Tätigkeiten, die keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Einsatz der
adomi
nanten
Hand voraussetzen (zum Beispiel als
Zudienhand
). Zu denken ist an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten (Urteile 8C_366/2021 vom 1
0.
November 2021 E. 6.8.2 und 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.2). Einer weiteren Konkretisierung der zumutbaren Verweis
tätigkeiten bedarf es nicht (BGE 138 V 457 E. 3.1).
Auch hat das Bundesgericht mit Urteil 8C_256/2021 vom
9.
März 2022 entschieden, dass im heutigen Zeit
punkt kein ernsthafter sachlicher Grund für eine Änderung der Rechtsprechung besteht, wonach Ausgangspunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte grundsätzlich die Zentral- bzw. Medianwerte der LSE darstellen.
Aus der Rechtsprechung ergibt sich nicht, ein Abzug gemäss BGE 126 V 75 sei grundsätzlich nicht gerechtfertigt, wenn lediglich die Funktionsfähigkeit der
adominanten
Hand beeinträchtigt ist. Daher hat das Bundesgericht in langjähriger Rechtsprechung darauf verzichtet, ein Kriterium einzuführen, wonach a priori ein Abzug gemäss BGE 126 V 75 nur dann zulässig sein könne, wenn die dominante obere Extremität funktionell eingeschränkt sei (Urteil 8C_500/2020 vom
9.
Dezember 2020 E. 3.2.3).
Vorliegend nahm die Beschwerde
gegnerin denn auch einen Abzug von 10
%
vor, der sich als durchaus angemessen erweist und nicht zu beanstanden ist.
Er ist namentlich vereinbar mit der Praxis des Bundes
gerichts, das bei einem Versicherten mit dauerhaften gesundheitlichen Beschwer
den am linken Handge
lenk, welche zur Unzumutbarkeit von Beschäfti
gungen führten, die mit körperlich mittelschwerem bis grob manuellem Hantieren mit Werkzeugen in der linken Hand verbunden waren oder das Heben und Tragen von Lasten über 15 kg erfor
derten, sowie von Arbeiten an stark vibrierenden Maschinen, einen Abzug von 5 %
bestätigte (Urteil 8C_493/2009 vom 1
8.
Dezem
ber 2009, E. 6.2.3).
5.
3
Damit erweist sich die von der Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort (
Urk.
11 S. 4)
vorgenommene Invaliditäts
bemes
sung als korrekt
, was, wie von dieser beantragt,
zu einer
Zusprache
einer Invalidenrente von 10
%
ab März 2020
und zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde
führt.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2
Ziff.
3).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Rechtsvertretung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Vertretung notwendig oder doch geboten ist (Art. 29 Abs. 3 BV; BGE 135 I 1 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_686/2020 vom 1
1.
Januar 2021 E. 1).
Da
vorliegend
alle Voraussetzungen
erfüllt sind, führt dies zur Bewilligung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsv
ertretung
,
und es ist Rechts
anwalt
André
Largier
, Zürich, als unentgeltliche
r Rechtsvertreter
für dieses Verf
ahren zu bestellen.
6
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weitere Bemessungskrite
rien nennt
§
7
der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
den Zeitaufwand und die
Barauslagen.
D
ie
Prozessentschädigung
ist
vorliegend beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2'600.-- (inkl. Bara
uslagen und
MWSt
) festzu
setzen.
6.3
Bei bl
ossem Obsiegen hinsichtlich der
Zusprache
einer Invalidenrente
ist die Beschwe
rdegegnerin zu verpflichten, dem
un
entgeltli
chen Rechtsvertreter
eine um
1
/
4
reduzierte Prozessentschädigung von Fr.
1’950
.
--
(
3
/
4
) zu bezahlen. Im
weiter
gehenden Umfan
g von Fr. 650.-- (1/4) ist der
unentgeltliche Rechtsvertreter
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4
GSVGer
).