# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 003214a1-1a0a-4c96-acd7-e19ea6558f24
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 24. August 2017; Proz. FV170042
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Rechtsbegehren (act. 2 im Prozess FV150065):
"1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verurteilen, dem Kläger Fr. 21'816.92 zu bezahlen, nebst Zins zu 5% ab 24. Mai 2014.
2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass diese Klage auf einen Teil des Lohnausfalls (durch die SUVA nicht gedeckter Verdienstausfall ab Unfalltag bis Ende März 2015) beschränkt ist und eine  Forderung ausdrücklich vorbehalten bleibt.
3. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verurteilen, dem Kläger die Friedensrichterkosten im Betrag von Fr. 525.00 zu ersetzen.
4. Unter solidarischer Kostenfolge zu Lasten der Beklagten".
Rechtsbegehren (Prot. VI S. 3 im Prozess FV170042):
"1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verurteilen, dem Kläger Fr. 21'816.92 zu bezahlen, nebst Zins zu 5% ab 24. Mai 2014.
Für den Fall, dass das Gericht auf die Nettoschadensberechnung abstellt und zur Erkenntnis gelangt, dass zur Zeit kein  resultiert: Es sei festzustellen, dass die beiden Beklagten für die finanziellen Folgen des Unfalls grundsätzlich haften.
2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass diese Klage auf einen Teil des Lohnausfalls (durch die SUVA nicht gedeckter Verdienstausfall ab Unfalltag bis Ende März 2015) beschränkt ist und eine  Forderung ausdrücklich vorbehalten bleibt.
3. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verurteilen, dem Kläger die Friedensrichterkosten im Betrag von Fr. 525.00 zu ersetzen.
4. Unter solidarischer Kostenfolge zu Lasten der Beklagten".
Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 24. August 2017 (act. 8 S. 11 f.):
"1. Die Klage wird abgewiesen.
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2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'300.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 450.– Dolmetscherkosten
Fr. 3'300.– zweitinstanzliche Entscheidgebühr
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt und aus den von ihm sowie
von den Beklagten geleisteten Kostenvorschüssen bezogen. Der Fehlbetrag
wird vom Kläger nachgefordert. Der Kläger hat den Beklagten als Solidar-
gläubiger ihren Kostenvorschuss von Fr. 400.– zu ersetzen.
4. Der Kläger wird verpflichtet, den Beklagten als Solidargläubiger für das erst-
instanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 6'000.– und für das
Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von gesamthaft Fr. 2'000.– zu
bezahlen.
5./6. Mitteilung/Rechtsmittel"
Berufungsanträge:
des Klägers (act. 6 S. 2):
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 24. August 2017 sei aufzuheben
und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventuell: Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 24. August 2017 sei
aufzuheben und die Berufungsinstanz habe im Sinne der vor der Vorinstanz
gestellten Anträge wie folgt neu zu entscheiden:
2.1 Die Berufungsbeklagten seien unter solidarischer Haftung zu verurteilen,
dem Berufungskläger Fr. 21'816.92 zu bezahlen, nebst Zins zu 5% ab
24. Mai 2014.
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2.2 Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass diese Klage auf einen Teil des
Lohnausfalls (durch die Suva nicht gedeckter Verdienstausfall ab Unfalltag
bis Ende März 2015) beschränkt ist und eine weitergehende Forderung aus-
drücklich vorbehalten bliebt.
2.3 Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verurteilen, dem Beru-
fungskläger die Friedensrichterkosten im Betrag von Fr. 525.00 zu ersetzen.
2.4 Eventuell: Es sei festzustellen, dass die Berufungsbeklagten für die finanzi-
ellen Folgen des Unfalles grundsätzlich haften.
3. Unter solidarischer Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten".
der Beklagten (act. 11 S. 2):
"1. Es sei die Berufung des Klägers und Berufungsklägers abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. der gesetzlichen Mehr-
wertsteuer zu Lasten des Klägers und Berufungsklägers".

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Der Kläger ist bei einer Gerüstbauunternehmung, der "D._ Gerüst-
bau GmbH" tätig, deren Mitinhaber er ist. Die Beklagte 1 ist ein Bauunternehmen
und der Beklagte 2 ist bei ihr angestellt. Am 12. August 2013 wurden auf der Bau-
stelle "E._" in F._ vom Lastwagen eines Dritten mit einem Kran Ge-
rüstelemente abgeladen. Der Kran wurde vom Beklagten 2 bedient, der nicht über
einen Kranführer-, sondern lediglich über einen Lernführerschein verfügte. Beim
Anheben einer Last löste sich diese bzw. ein Teil davon. Der Kläger, der sich
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beim Anschlagen der Last auf der Ladefläche befunden hatte, sprang von der La-
defläche und brach dabei sein rechtes Sprunggelenk, was zu einer länger dau-
ernden Erwerbsunfähigkeit führte. Die eingeklagte Forderung betrifft einen Teil
des entstandenen Schadens.
2. Die Vorinstanz hat – nach einer Rückweisung durch die Kammer mit Urteil
vom 7. April 2017 (Geschäfts-Nr. NP160044) – die Klage ein zweites Mal abge-
wiesen (act. 8 S. 11 f.). Mit Datum 15. September 2017 (Poststempel) erhob der
Kläger rechtzeitig Berufung. Die Beklagten erstatteten ihre Berufungsantwort am
11. Juni 2018 ebenfalls rechtzeitig (act. 10, 11). Die Sache ist spruchreif.
3. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung wie auch die un-
richtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
In der Berufung ist aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehler-
haft erachtet wird. Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig sein
und von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden können. Sind die An-
forderungen erfüllt, überprüft die Berufungsinstanz den angefochtenen Entscheid
sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht frei. Ihre Kognition ist um-
fassend, sie kann sämtliche gerügten Mängel frei und unbeschränkt überprüfen
(Art. 310 ZPO) und wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Dabei
kann sich die Berufungsinstanz abgesehen von offensichtlichen Mängeln darauf
beschränken, die Beanstandungen zu beurteilen, welche die Parteien in ihren
schriftlichen Begründungen gegen das erstinstanzliche Urteil erheben (BGer
5A_635/2015, Urteil vom 21. Juni 2015 E. 5 unter Hinweis auf BGE 138 III 374
E. 4.3.1 S. 375; BGer 5A_141/2014 vom 28. April 2014 E. 2.4; BGer 4A_619/2015
vom 25. Mai 2016 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen; Reetz/Theiler, ZK ZPO, 3. A.
2016, Art. 310 N 5 und 6; Art. 311 N 36). Es ist nachstehend auf die erhobenen
Einwendungen soweit erheblich einzugehen.
II.
1. Im ersten erstinstanzlichen Entscheid (Geschäfts-Nr. FV150065) hatte die
Vorinstanz die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass der Kläger beweisen
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müsse, dass das Fehlverhalten des Beklagten 2 kausal für den Absturz und des
entstandenen Schadens gewesen sei und er diesen Beweis nicht erbracht habe.
Es sei zwar denkbar, dass Fehler den Absturz verursacht hätten, ebenso denk-
bar, wenn nicht sogar plausibler sei allerdings, dass die Last wegen eines falsch
montierten Stahlbandes abgestürzt sei, so dass ein allfälliger Fehler des Beklag-
ten 2 nicht kausal für den Absturz gewesen sei (act.2/36 E. 10).
2. Im zweiten vorinstanzlichen Entscheid (Geschäfts-Nr. FV170042) wurde
die Klageabweisung wie folgt begründet: Der Kläger habe vorgebracht, dass sich
die angehängte Last beim Anheben gelöst habe, was er, nicht aber G._, der
Chauffeur des Lastwagens, bemerkt habe. Der Kläger habe deshalb G._ von
der Lastwagenbühne hinunter aus dem Gefahrenbereich weggeschubst und sich
dann selber mit einem Sprung in Sicherheit gebracht, wobei er sein rechtes
Sprunggelenk gebrochen habe. Der Beklagte 2 habe die angehängte Last ange-
hoben und transportiert, ohne sich vergewissert zu haben, dass die Lasten korrekt
angeschlagen und angehängt gewesen seien (act. 7 E. IV./1.). Der Kläger mache
geltend, dass er sich mit einem Sprung in Sicherheit habe bringen müssen, weil
er sonst von der herunterstürzenden Last hätte getroffen werden können (act. 7
E. IV./2.). Nach den Beklagten sei der im Ablad von Gerüststangen erfahrene
Kläger beim Anhängen der Last zumindest mitbeteiligt gewesen, der Beklagte 2
hingegen nicht. Der Kläger habe die Last selber falsch angehängt und dem Be-
klagten 2 auf Rückfrage bestätigt, dass die Last richtig angehängt sei. Der Sprung
vom Lastwagen sei völlig überflüssig gewesen. Der Beklagte 2 habe die Last vor-
schriftsgemäss auf ca. 2 m angehoben, dann 5 - 6 m Richtung Kran gezogen und
erst dann weiter angehoben. Die Last habe sich erst beim zweiten Anheben
(Kranzug) gelöst und sei 5 - 6 m vom Lastwagen entfernt auf ein parkiertes Auto
heruntergefallen, welches beschädigt worden sei. Der Sprung des Klägers vom
Lastwagen hätte andere Gründe gehabt. Die Unfallursache sei nicht die Fehlma-
nipulation des Kranführers, sondern das nicht korrekte Anschlagen der Last am
Kranhaken. Die blosse Lernfahrberechtigung des Kranführers habe für den Unfall
keine Rolle gespielt. Der Kläger habe – so die Vorinstanz – die gesamte Kausal-
kette zum schädigenden Verhalten des Beklagten 2 und zum Schadenseintritt be-
haupten müssen. Er mache keine Angaben, weshalb die Last heruntergefallen
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und inwiefern das Verhalten des Beklagten 2 kausal dafür gewesen sei. Er habe
selber eingeräumt, dass der Grund des Herabfallens nicht klar sei. Der Kläger ge-
he offenbar von einer Art Kausalhaftung aus, was die Haftungs-voraussetzung
des Verschuldens entbehrlich machen würde, nicht aber den Kausalzusammen-
hang. Die Behauptungen zum Kausalverlauf seien unsubstantiiert, so dass nicht
weiter darauf einzugehen sei (act. 7 E. IV./2.). Die Beklagten machten geltend,
der Kläger habe die Last selber und allein falsch angehängt und die Unfallursache
sei das nicht korrekte Anschlagen der Last an den Kranhaken. Sinngemäss wür-
den die Beklagten auch ein Drittverschulden geltend machen: die Last sei wahr-
scheinlich schon vom Lieferanten falsch zusammengebunden worden, wobei die-
ser Fehler nicht kausal gewesen sei. Das könne kein Zugeständnis dafür sein,
dass die Last heruntergefallen sei, weil sie der Kläger falsch angeschlagen habe,
was dieser auch gar nicht behauptet habe. Das vom Beklagten behauptete
Selbstverschulden des Klägers (sowie das Drittverschulden) sei vom Kläger nicht
substantiiert bestritten worden. Gleiches gelte für die Behauptung der Beklagten,
der Kläger habe dem Beklagten 2 vor dem Anheben bestätigt, dass die Last rich-
tig angehängt worden sei, sowie für den Einwand, dass die Last 5 - 6 m vom
Lastwagen entfernt heruntergefallen sei (act. 7 E. IV./3). Der Kläger habe das
Vorliegen der (bestrittenen) Haftungsvoraussetzungen zu behaupten und gege-
benenfalls zu beweisen. Eine Partei dürfe sich daher nicht mit allgemeinen Be-
hauptungen begnügen und hoffen, dass sich ihr Prozessstandpunkt aus dem Be-
weisverfahren ergeben werde (act. 7 E. V./1.). Dem Kläger habe insbesondere
oblegen, die gesamte Kausalkette zwischen dem schädigenden Verhalten des
Beklagten 2 und dem Eintritt des Schadens zu behaupten. Der Kläger habe ledig-
lich behauptet, dass die Last heruntergefallen sei und er sich mit dem Sprung
vom Lastwagen habe in Sicherheit bringen müssen. Es würden Angaben fehlen,
weshalb die Last heruntergefallen und weshalb der Beklagte 2 dafür verantwort-
lich sei. Auch nach einer gerichtlichen Aufforderung im Sinne von Art. 56 ZPO,
sich zur Absturzursache zu äussern, habe der Kläger eingeräumt, es hätte sich
zur Ursache des Absturzes kein klares Ergebnis ergeben; fest stehe allerdings,
dass die Last heruntergefallen sei, was den Beklagten 2 verantwortlich mache
(act. 7 E. V./2.). Bereits die Tatsachenbehauptungen zum haftungsbegründenden
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Element des Kausalverlaufes seien demnach unsubstantiiert, so dass auf den
Sprung vom Lastwagen nicht weiter einzugehen sei (act. 7 E. V./2.). Auch im Be-
weisverfahren sei die Ursache des Herunterfallens nicht geklärt worden. Es sei
jedoch unerlässlich, die näheren Umstände zu kennen, mithin wer die Last ange-
schlagen habe, wie dies getan worden sei und weshalb sie sich letztlich bzw. ein
Teil davon löste. Die Lücken im Tatsachenvortrag seien demnach auch im Be-
weisverfahren nicht geschlossen worden, wobei die allgemeinen Behauptungen in
der Meinung, der Prozessstandpunkt ergebe sich dann aus dem Beweisverfah-
ren, ohnehin ungenügend seien (act. 7 E. V./4.f.). Abschliessend macht die Vor-
instanz Ausführungen zur Tragweite von Rückweisungsentscheidungen durch die
obere Instanz: Zur Frage der mangelnden Substantiierung habe sich die Kammer
im Rückweisungsentscheid nicht geäussert und diese sei im Berufungsverfahren
auch nicht gerügt worden, so dass die Klageabweisung aus diesem Grund zuläs-
sig sei (act. 7 E. VI.).
3. Der Kläger macht in der hier zu behandelnden Berufung (act. 6) Folgen-
des geltend: Die Vorinstanz habe das Verfahren mit Verfügung vom 29. März
2016 auf die Haftung der Beklagten beschränkt (act. 6 Rz 2). Die Abweisung sei
von der Vorinstanz im Wesentlichen damit begründet worden, dass nicht erwiesen
sei, dass das Fehlverhalten des Beklagten 2 für den Unfall kausal sei. Zur Beklag-
ten 1 fehle jegliche Äusserung. Die Vorinstanz sei von der Kammer angehalten
worden, aufgrund der Vorbringen der Parteien und unter Berücksichtigung des
Beweisverfahrens zu entscheiden. Mit der Begründung eines nicht substantiierten
Kausalverlaufs sei die Klage erneut abgewiesen worden, wiederum unter Auslas-
sung der Beklagten 1. Die Streitsache stamme aus dem Gebiet der Arbeitssicher-
heit, welche im UVG (SR 832.20) und der Verordnung über die Verhütung von
Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30) geregelt sei. Darauf beruhe die
Verordnung über die sichere Verwendung von Kranen (KV; SR 832.312.15). Ba-
sierend auf Art. 52a VUV habe die Eidgenössische Kommission für Arbeitssicher-
heit (EKAS) die Richtlinie 6510 betreffend die Kranführerausbildung herausgege-
ben (act. 6 Rz 7). Auch die Vorinstanz gehe davon aus, dass der Kranführer seine
Hilfspersonen in die Lage versetzen müsse, dass diese das Anschlagen i.S.v.
Art. 6 KV korrekt durchführen könnten und dass er das korrekte Anschlagen
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überwachen müsse, und zwar je nach Situation und Erfahrung und ganz beson-
ders bei Schwierigkeiten und Überforderung (act. 6 Rz 9 f.). Wie dies zu gesche-
hen habe, ergebe sich aus der vom Kläger eingereichten "Lerneinheit Anschlagen
von Lasten" der SUVA. Insbesondere seien zwei Gurten um den ganzen Bund
herum anzuschlagen. Bügel an Gerüstbodenbrettern seien dafür nicht geeignet
und zu wenig tragfähig (act. 6 Rz 11). Bei Bedarf müsse der Kranführer gemäss
Art. 5, 6 und 13 KV korrigierend eingreifen (act. 6 Rz 12). Der von der Vorinstanz
befragte Zeuge G._ sei als einzige Person nicht am Ausgang des Verfahrens
interessiert. G._ habe ausgesagt, dass der Beklagte 2 hinzu gekommen sei,
als er (G._) die Ladung nicht mehr richtig habe umschlaufen können (act. 6
Rz 14). Der Beklagte 2 sei fünf oder zwei Meter neben dem Lastwagen gestan-
den, aber soweit er sich erinnern könne, nicht auf den Lastwagen gestiegen. Der
Kläger habe ausgesagt, dass der Beklagte 2, als er die Last zu ziehen begonnen
habe, von der Brücke gestiegen sei (act. 6 Rz 15). G._ habe sich als uner-
fahren bezeichnet; er sei auf Anweisung angewiesen gewesen (act. 6 Rz 16). Er
habe Leute zu sich gerufen, zuletzt den Kranführer. Man habe an den Bügeln ei-
nes Gerüstbrettes eingehängt, welche keine Lasthaken seien und das Gewicht
von einer Tonne nicht tragen könnten (act. 6 Rz 17 f.). Dass die Bügel der Ge-
rüstbodenbretter nicht zum Anschlagen geeignet seien, bestätige auch der Be-
klagte 2 (act. 6 Rz 19). G._ bestätige einen Zuruf oder einen Stoss des Klä-
gers (act. 6 Rz 20) und er erinnere sich auch, dass die Bügel aufgebogen gewe-
sen seien. Der Kläger bestätige, dass an den Bügeln angehängt worden sei
(act. 6 Rz 22). Der Beklagte 2 habe den Kläger an jenem Morgen als Chef der
Gerüstfirma kennengelernt. Der Beklagte 2 wolle sich im Zeitpunkt der Probleme
mit dem Anschlagen auf dem Gerüst befunden haben. Probleme mit dem An-
schlagen verneine er. Die Last sei etwa drei bis vier Meter neben dem Lastwagen
herabgestürzt. Der Beklagte 2 wolle gesehen haben, dass die Gurten gut gewe-
sen seien. Über seine Pflichten als Kranführer habe der Beklagte 2 nur sehr aus-
weichend Auskunft gegeben (act. 6 Rz 23). Eine an Bügeln angehängte Last hät-
te er nie gezogen; wäre das so geschehen, hätte er es von seinem Standort 20 -
25 m vom Lastwagen entfernt gesehen (act. 6 Rz 24). Die Probleme mit dem An-
schlagen würden vom Kläger und von G._ übereinstimmend geschildert;
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wenn der Beklagte 2 dies bestreite, wolle er sich nicht belasten (act. 6 Rz 25). Die
Antworten des Beklagten 2 zeigten, dass er seine Pflichten grob missachtet habe
(act. 6 Rz 26). Der Beklagte 2 habe die Kenntnisse und Fähigkeiten des Klägers
nicht einschätzen können. Seine fehlenden Kenntnisse belege der Kläger mit sei-
nen Aussagen über das Anschlagen an den Bügeln (act. 6 Rz 27). Was das Ver-
schulden anbelange, seien Hebearbeiten mit Kranen nur durch Personen zuläs-
sig, die einen Fahr- bzw. Lernfahrausweis besässen (act. 6 Rz 28). Daraus folge,
dass der Kranführer für die sichere Arbeit beim Transportieren von Lasten ver-
antwortlich sei; er müsse die Lasten selber anschlagen oder das Anschlagen kon-
trollieren (act. 6 Rz 28). Entweder habe der Beklagte 2 seinen Standort falsch
gewählt oder er habe das Anschlagen nur ungenügend überwacht. Das sei eine
schuldhafte Pflichtverletzung (act. 6 Rz 29). Die Vorinstanz werfe dem Kläger vor,
er habe sich hinsichtlich Kausalzusammenhang nur zum Sprung von der Lade-
brücke geäussert, nicht aber zur Frage, warum die Last herunter gefallen und in-
wiefern das schädigende Verhalten des Beklagten 2 kausal sei (act. 6 Rz 30). Die
Vorinstanz übergehe damit die Äusserungen des Klägers in Rz 16 - 21 und in der
mündlichen Replik gemäss Protokoll S. 5 f. In act. 2 Rz 17-19 sei geltend ge-
macht worden, dass bei korrektem Verhalten festgestellt worden wäre, dass
falsch angeschlagen war. Bei korrekter Prüfung des Anschlagens wäre es nicht
zum Sprung vom Lastwagen gekommen (act. 6 Rz 33). G._ habe auf die
Frage, wo die Ware gelandet sei, darauf hingewiesen, dass man in der gegebe-
nen Situation nicht mehr schaue, wo die Last herunterkomme, sondern man
springe in Sicherheit (act. 6 Rz 35). Den Absturzort habe G._ in einer Distanz
von zwei Metern geschätzt und der Kläger habe die Stelle gleich neben dem
Lastwagen genannt (act. 6 Rz 35). Der Vorwurf, der Sprung von der Lastwagen-
brücke sei unnötig gewesen, sei in Anbetracht der Höhe (G._: ca. 10 m; Klä-
ger: etwa 15 m, sicher mehr als 10 m), aus der das Material heruntergefallen sei,
sowie der in der Klage dargestellten Abfolge unberechtigt. Zeit zum Überlegen
habe es nicht gegeben (act. 6 Rz 36). Die Beklagte 1 habe die Bedienung des
Krans einem unerfahrenen Kranführer überlassen und diesen nicht genügend be-
gleitet bzw. beaufsichtigt; der Beklagte 2 habe lediglich den Lernfahrausweis ge-
habt (act. 6 Rz 38 f.). Seine Aussage, dass sich der Inhaber des Kranführer-
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scheins lediglich im Umfeld von 10 km aufhalten müsse, spreche für sich und wi-
derspreche der bereits erwähnten Richtlinie 6510 (act. 6 Rz 41 ff.). Der auf der
Baustelle ebenfalls anwesende H._ habe die Kranführerqualitäten des Be-
klagten 2 denn ebenfalls in Frage gestellt (act. 6 Rz 44), gleich wie auch der Zeu-
ge G._. Die Beklagte 1 hafte gemäss Art. 55 OR (act. 6 Rz 45), was die Vo-
rinstanz nicht geprüft habe (act. 6 Rz 47). Den Schaden habe die Vorinstanz aus-
genommen, so dass er auch im Rechtsmittelverfahren ausgeklammert werde
(act. 6 Rz 48).
4. Die Beklagten machen in der Berufungsantwort zusammengefasst Fol-
gendes geltend (act. 11): Der Kläger sei auf seiner Aussage zu behaften, dass
Bünde von Gerüstbodenbrettern nicht an den Bügeln angeschlagen werden dürf-
ten. Bei Personen mit Erfahrung könne sich der Kranführer auch darauf verlas-
sen, dass sich diese situationsadäquat verhalten würden (act. 11 Rz 7).
Die Beklagten wenden sich gegen die Bewertung der Aussagen des Zeugen
G._ als vom Verfahrensausgang nicht betroffener Person mit erhöhtem Be-
weiswert. Dieser habe beeinflusst werden sollen, habe ihm der klägerische Anwalt
doch unbestrittenermassen eine schriftliche Aussage zur Unterzeichnung vorge-
legt (act. 11 Rz 9). Anwaltliche Kontaktnahmen dürften nur ausnahmsweise erfol-
gen, wenn dies zu Instruktionszwecken unerlässlich sei; die Wahrheitsfindung
müsse beim Gericht liegen. Der Zeuge G._ habe sich am 13. August 2014
gegenüber der SUVA zum Unfallhergang handschriftlich geäussert. Am 19. Au-
gust 2014 habe der klägerische Anwalt bei der SUVA ein Akteneinsichtsgesuch
gestellt, so dass er sich mit der Äusserung G._' gegenüber der SUVA hätte
begnügen können (act. 11 Rz 13). Zur Kontaktnahme mit G._ und zu Vor-
kehrungen zur Verhinderung der Beeinflussung sei nichts ersichtlich. Die Aussa-
gen von G._ vor dem Bezirksgericht seien nicht konsistent, wofür auf das
Protokoll der Beweisverhandlung, auf die Aussage vom 13. August 2014 gegen-
über dem Anwalt, auf die Schilderung vom 1. August 2014 gegenüber der SUVA
und auf die Schilderung des Unfalls vom 25. September 2014 hingewiesen werde
(vgl. act. 11 Rz 15 mit synoptischer Aussagedarstellung). G._ sei sehr wohl
am Verfahrensausgang interessiert und versuche die Schuld auf den Beklagte 2
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abzuschieben (act. 11 Rz 17 f.). In der Beweisverhandlung habe G._ klaffen-
de Wissenslücken offenbart und seine eigene Rolle möglichst kleingeredet
(act. 11 Rz 19). Seine Aussagen seien unbrauchbar, habe er doch die einfachsten
Sachverhaltsfragen – insbesondere wer die Idee hatte, die Last an Bügeln anzu-
schlagen, wer die Last konkret anschlug, wer auf dem Lastwagen war – nicht
stringent beantwortet (act. 11 Rz 20). G._, der die Gerüstbretter ja geladen
habe, habe den Grund für das Problem selber gesetzt, weil nach Aussage des
Klägers ja keine Kanthölzer verwendet worden waren, womit feststehe, dass es
deswegen zu Verzögerungen beim Anschlagen gekommen sei (act. 11 Rz 21).
Die Aussagen von G._ hätten keinen erhöhten Beweiswert, sondern ihr Wert
sinke gegen Null (act. 11 Rz 22).
Die Beklagten zeigen in act. 11 Rz 23 ff. die Aussagen der anderen Beteilig-
ten zum vom Kläger dargestellten Unfallausgang auf, welche sich in zentralen
Fragen widersprechen würden. Offen sei nach wie vor, wer beim Anschlagen der
Last in welcher Funktion mitgewirkt, wer die Idee zum Anschlagen an den Bügeln
gehabt und wo sich der Standort des Kranführers befunden habe (act. 11 Rz 24).
Bei der Vorinstanz habe der Kläger mehrfach bestätigt, dass es seine Idee gewe-
sen sei, die Last am zweituntersten Haken anzuhängen. Der Kläger sei ein erfah-
rener Fachmann und habe langjährige Erfahrung beim Ab- und Beladen von Ge-
rüstteilen (act. 11 Rz 28 f., Rz 31). Für den Beklagten 2 habe kein Grund bestan-
den, sich nicht auf die langjährige Erfahrung des Klägers zu verlassen (act. 32).
Auch bei G._ habe – nachdem dieser zumindest anfänglich allein ange-
schlagen habe – kein Grund bestanden, an den Fähigkeiten des Klägers zu zwei-
feln (act. 11 Rz 33). Dass der Kläger dann – entgegen der physikalischen Logik –
die Last an den Bügeln eines Gerüstbodenbretts angeschlagen habe, könne den
Kranführer nicht belasten (act. 11 Rz 34). Mit dem vom Beklagten 2 gewählten
Standort habe der Beklagte 2 als Kranführer die Übersicht über den gesamten
Zug gehabt (act. 11 Rz 35). Ursächlich für den Absturz sei allein das falsche An-
hängen der Last durch den Kläger gewesen (act. 11 Rz 36).
Zur Kausalität sei zu prüfen, ob ein adäquater Zusammenhang bestehe zwi-
schen dem Lösen der Ladung und der Verletzung des Klägers durch Herunter-
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springen vom Lastwagen (act. 11 Rz 37). Der Beklagte 2 habe keine Ursache ge-
setzt, indem er Vorschriften missachtet habe (act. 11 Rz 37). Der Kläger unterstel-
le die Kausalität nach der Formel: Anschlagen der Last  Absturz der Last 
Sprung vom Lastwagen  Verletzung des Klägers, was nicht angehe (act. 11
Rz 38). Es gebe keine gesicherten Angaben zum Ort, wo die Last abgestürzt sei:
G._ behaupte 10 m Höhe und 2 m seitlich vom Lastwagen, der Kläger nenne
zunächst 15 m, später 10 m, unmittelbar neben dem Lastwagen, der Beklagte 2
von 3 - 4 m Höhe, 3 - 4 m neben dem Lastwagen (act. 11 Rz 39). Unbestritten sei,
dass die Last nicht auf dem Lastwagen aufgeschlagen sei, sondern gemäss Klä-
ger auf drei parkierte Autos (act. 11 Rz 40). Der Kläger habe nach eigenen Aus-
sagen die Gurte beim Anheben festgehalten (act. 11 Rz 41). Der Beklagte 2 habe
die Last vorschriftsgemäss bis auf 2 m angehoben, 5 - 6 m in Richtung Kran ge-
zogen und erst dann weiter angehoben. Weil der Kläger den Schwenk des Krans
mitbekommen habe, habe er beim Absturz gewusst, dass die Ladung nicht auf
dem Lastwagen aufschlage (act. 11 Rz 42). Ob der Kläger G._ vom Lastwa-
gen gestossen bzw. gezogen habe oder ob G._ sonst gewarnt worden sei,
könne dieser nicht mehr sagen. Der Kläger wolle ihn von hinten am Leibchen ge-
packt haben, während der Beklage 2 aussage, G._ sei ruhig, d.h. nicht im
Sinne eines Notfalls, heruntergestiegen (act. 11 Rz 43). Der Sprung des Klägers
sei daher völlig überflüssig gewesen, da es keine Gefahr gegeben habe; er habe
nur sehen wollen, was den Gerüstteilen passiert sei (act. 11 Rz 44), da Gerüst-
montagen erfahrungsgemäss unter zeitlichem und finanziellem Druck geschehen
würden (act. 11 Rz 45) und die Gebrauchstauglichkeit des Gerüstmaterials dürf-
ten den gewinnbeteiligten Gesellschafter durchaus interessiert haben. Die Gefahr
als Grund für den Sprung sei daher eine Schutzbehauptung (act. 11 Rz 46). Der
Sprung stehe damit in keinem Zusammenhang mit dem bestrittenen Vorwurf an
den Beklagten 2 (act. 11 Rz 47). Es sei richtig, wenn die Vorinstanz davon aus-
gehe, dass es dem Kläger nicht gelungen sei, den behaupteten Kausalverlauf und
insbes. dessen Adäquanz zu substanziieren; das Wort Adäquanz komme in den
klägerischen Ausführungen denn auch nicht einmal vor (act. 11 Rz 48). Sei der
Beklagte 2 als Kranführer nicht haftbar, sei es die Beklagte 1 auch nicht, woran
der von H._ unterzeichnete Text, der ebenfalls vom Rechtsvertreter des Klä-
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gers vorgegeben worden sei, nichts ändere (act. 11 Rz 50). Die Ladung sei abge-
stürzt, weil sie der erfahrene Kläger, auf den sich der Beklagte 2 ohne weiteres
habe verlassen dürften, unrichtig angebracht habe (act. 11 Rz 52). Der Kläger
könne dem Beklagten 2 auch im zweiten Berufungsverfahren kein vorwerfbares
Verhalten nachweisen und auch nicht, inwiefern ein kausaler Zusammenhang
zwischen dem Absturz der Last und dem Sprung von der Lastwagen bestehe, so
dass die Klage abzuweisen sei.
III.
1. Mit der Beweisverfügung vom 29. März 2016 (act. 2/7 S. 2) wurde im
Rahmen des ersten vorinstanzlichen Verfahrens das Beweisverfahren einstweilen
auf die Frage beschränkt, ob die Beklagten grundsätzlich für die finanzielle Folgen
des vom Kläger am 12. August 2013 auf der Baustelle E._ in F._ erlitte-
nen Bruchs des rechten Sprunggelenks haften (unter Ausklammerung der Frage
der Schadenshöhe). Bleibt es im Berufungsverfahren nicht bei der Abweisung der
Klage, so ist eine Rückweisung an die Vorinstanz unerlässlich, da ein wesentli-
cher Teil der Klage vor Vorinstanz noch ungeprüft geblieben ist. Darauf wird zu-
rückzukommen sein.
2. Die Vorinstanz wirft dem Kläger im zweiten Entscheid, der mit der vorlie-
genden Berufung angefochten wird, vor, seine Tatsachenbehauptungen seien un-
vollständig. Ein Kläger könne sich nicht einfach darauf verlassen, dass sich sein
Prozessstandpunkt aus dem Beweisverfahren ergebe. Mindestens die Tatsa-
chenbehauptungen zum haftungsbegründenden Element des Kausalverlaufs sei-
en unsubstantiiert, so dass auf den Sprung vom Lastwagen nicht weiter einzuge-
hen sei (act. 7 E. V./2.).
Aus theoretischer Sicht ist vorab Folgendes anzumerken: Die Vorinstanz
weist in act. 7 E. V./1. darauf hin, dass substantiierte Tatsachenvorbringen nötig
seien, damit über die Behauptungen Beweis abgenommen werden könne. Ob ei-
ne ausreichende Substantiierung vorliegt, ist daher – unabhängig von Fragen, die
sich im Zusammenhang mit Rückweisungen stellen – vor Durchführung des Be-
- 15 -
weisverfahrens zu prüfen. Macht die Gegenpartei nicht geltend, ihr sei ein sub-
stantiiertes Bestreiten verwehrt bzw. sie könne den Gegenbeweis nicht antreten,
so ist der Entscheid aufgrund des Ergebnisses des Beweisverfahrens zu fällen.
Vorab ist anzumerken, dass die Beklagten im Rahmen des ersten Berufungsver-
fahrens (vgl. insbes. Berufungsantwort im Verfahren NP160044, act. 49) die von
der Vorinstanz im Nachhinein erkannte fehlende Substantiierung nicht geltend
gemacht haben.
3. Die Vorinstanz hat mit der Verfügung vom 29. März 2016 zwei Beweissät-
ze formuliert (act. 2/17):
a) Dem Kläger wurde der Hauptbeweis dafür auferlegt, dass der Beklagte 2
die Kranladung, welche am 12. August 2013 auf der Baustelle E._ in
F._ abstürzte, entweder selbst angeschlagen oder andere Personen dabei
nur ungenügend beaufsichtigt hat, und hat die in diesem Zusammenhang abzu-
nehmenden Beweismittel aufgeführt (act. 2/17 S. 2 Ziff. 2 und Ziff. 3.1). Den Be-
klagten stand der Gegenbeweis offen. Als Hauptbeweismittel wurden genannt:
SUVA-Bericht vom 17. Januar 2014 (act. 2/4/3), Schreiben G._ von August
2014 (act. 2/4/7), Parteibefragung des Klägers und des Beklagten 2, Zeugenbe-
fragung von G._; als Gegenbeweismittel der gleiche SUVA-Bericht vom
17. Januar 2014 (act.2/4/3), das gleiche Schreiben von G._ von August 2014
(act. 2/4/7), Parteibefragungen des Klägers und des Beklagten 2, Zeugenbefra-
gung von G._ und zusätzlich die Telefonnotiz der SUVA vom 28. Januar
2014 (act. 2/14/1).
b) Der erwähnte SUVA-Bericht (act. 2/4/3) wurde aufgrund der Besprechung
vom 17. Januar 2014 mit dem Kläger ("dem Versicherten") erstellt. Dort steht in
der einschlägigen Passage:
"Der Chauffeur des Lkw's sowie der Kranführer, ich glaube es war der Polier und ich stiegen auf den Lkw um das Gerüst abzuladen. Wir haben meistens zu zweit oder dritt die Gerüststangen  für den Kran. Als der Lkw fast leer war, es war der vorletzte Zug, ist irgendetwas schief gegangen. Ich kann ihnen aber nicht genau sagen, wen eigentlich die Schuld trifft, da ich nicht mehr weiss, wer das Gerüst genau angebunden hat, der Kranführer war jedenfalls nicht mehr auf dem LKW. Er stand beim Anziehen der Last neben dem LKW. Aber irgendetwas stimmte mit  Kran nicht, man musste auch beim vorletzten Zug immer weit zur Seite gehen, weil der Kran extrem schwankte, wenn er anzog. Als der Kranführer die Gerüststangen anzog, löste sich auf ca.
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10m Höhe irgendetwas an den Gurten und die Stangen fielen herunter. Der Chauffeur des Lkw's stand noch gebückt auf dem Lkw und wollte wieder die letzten Stangen richten. Ich sah zufällig nach oben und sah, dass sich etwas löste und herunter kam und so bin ich vom Lkw gesprungen und habe auch den Chauffeur noch am Kragen gepackt und mitgezogen. Leider ist dann beim Sprung vom Lkw mein Fuss gebrochen. Der Krankführer war bereits früher vom Lastwagen  und stand etwas abseits, als er die Gerüststangen mit dem Kran hochzog".
Die Telefonnotiz der SUVA mit dem Kläger vom 28. Januar 2014
(act. 2/14/1), welche als Gegenbeweismittel genannt wird, wurde am 17. Januar
2014 zum Zweck der Sachverhaltsabklärung erstellt: Es seien alle drei – der Klä-
ger, der Chauffeur und der Kranführer – auf den Lastwagen gestiegen. Alle drei
zusammen hätten die zweitletzte Last angehängt. Auf Achtung-Rufe hin habe der
Kläger nach oben geschaut und gesehen, dass sich etwas aus ca. 10 m löste,
habe den Chauffeur gepackt und sei mit diesem vom Lastwagen gesprungen,
wobei er sich verletzt habe. Auf die Frage, ob der Kläger wisse, wie Lasten ange-
schlagen würden, habe er geantwortet, er wisse das einfach, weil er seit vier bis
fünf Jahren damit zu tun habe.
c) Das (undatierte) Schreiben vom G._ (act. 2/4/7), aus dem nicht er-
sichtlich ist, an wen es gerichtet ist, hat folgenden Inhalt:
"Ich war mit meinem Lkw auf der Baustelle, um Material, das ich zu liefern hatte, abladen zu . Der Kranführer wies mich von der Baustelle (er stand auf dem obersten Geschoss des zu  Gebäudes) her an, wie ich die Lasten anzubinden hatte. Da diese vom Stapler eng  liegend auf die Bühne des Lkw geladen worden waren, gab es keinen Zwischenraum, um die Lasten unter der Last durch anzubinden. *) Der Kranführe wies mich dann an, die auf der auf der Baustelle zu deponierende Ware an Halterungen, die oberhalb der Lasten angebracht , anzubinden. Als er diese dann mit dem Kran von der Lkw-Bühne wegbefördern wollte, rissen diese Halterungen, was ich aber nicht beobachtet habe. Ich realisierte nur, dass mich A._ von der Lkw-Brücke stiess um mich von den herunterfallenden Lasten in Sicherheit zu bringen. A._ zog sich selber durch den Sprung von der Lkw-Bühne Verletzungen am Fuss zu".
*) Der Kranführer + A._ kommen beide nervös zum Lastwagen und sie haben den Bund angehängt weil ich nicht wusste wo ich die Last anderst wie normal anhängen könnte".
Anzumerken ist, dass die Streichung und der handschriftliche Ersatz von
G._ stammen (Prot. VI in act. 2 S. 18).
d) G._ wurde zur Frage, ob der Beklagte 2 entweder selbst angeschla-
gen oder andere Personen dabei nur ungenügend beaufsichtigt hatte, förmlich als
- 17 -
Zeuge – unter Hinweis auf die strafrechtlichen Folgen eines wissentlich falschen
Zeugnisses – einvernommen (Prot. VI in act. 2 S. 16 f.). Zur vorliegend interessie-
renden Thematik brachte er vor, dass das Abladen zunächst richtig und schnell
gegangen sei, bis er Probleme beim Anhängen einer Last bekommen habe. Den
Grund dafür wisse er nicht. Wer (er selber, der Kläger, der Beklagte 2) beim An-
hängen der Last auf dem Lastwagen war und wer daneben gestanden sei, wisse
er nicht mehr. Als der Unfall passiert sei, seien jedenfalls der Kläger und er,
G._, auf dem Lastwagen gewesen. Der Kläger habe "Achtung" gerufen. Er
selber habe nicht gesehen, dass die Last sich gelöst habe (Prot. VI in act. 2
S. 19). Befragt zum Vorfall als Ganzes konnte G._ gewisse Fragen nur un-
genau oder gar nicht beantworten (Prot. VI in act. 2 S. 20). Auf die Frage, ob der
Kran vom Boden aus gesteuert worden sei, antwortete er, dass der Kranführer je-
denfalls nicht in der Führerkabine gewesen sei, sondern teilweise auf dem Gerüst
und teilweise am Boden. Die Lasten hätten in ca. 50 m Entfernung auf dem Neu-
bau deponiert werden müsse, soweit er sich erinnere (Prot. VI in act. 2 S. 21).
Das Abladen sei schwierig geworden, als von der ursprünglich vollen Lastwagen-
ladung noch drei oder zwei Pakete übriggeblieben seien. Befragt nach Standort
des Beklagten 2, als das Abladen nicht mehr rund lief, meinte G._ sich zu er-
innern, dass der Beklagte 2 oben oder in der Mitte des Neubaus gewesen sei, je-
denfalls an einem erhöhten Standort (Prot. VI in act. 2 S. 21). Normalerweise ha-
be man als Kranführer eine Hilfsperson, entweder den Chauffeur oder jemanden
von der Baustelle.
G._ konnte nicht mehr sagen, wann und aus welchen Gründen der Klä-
ger auf den Lastwagen gekommen war. Es habe auch sein können, weil er,
G._ damals noch so unerfahren gewesen sei und daher für das Anbinden
der Ketten vielleicht doppelt so lange gebraucht habe. Zur zweit- oder drittletzten
Last, von der G._ zuvor gesagt hatte, dass sie "geklemmt" habe, konnte er
sich nicht mehr an den Grund erinnern, vielleicht sei die Ladung zu nahe beiei-
nander gewesen (Prot. VI S. 22). Aufgefordert, das Geschehen zu schildern,
konnte er sich sicher erinnern, dass schlussendlich mehrere Personen beim
Lastwagen waren, ob darauf oder daneben, wisse er nicht mehr. Der Kläger sei
jedenfalls auch dabei gewesen. Die Anwesenden hätten diskutiert, wie die Lasten
- 18 -
angehängt werden sollten. Weil G._ nicht mehr weiter gewusst habe, habe er
die Leute zu sich gerufen, schlussendlich auch den Kranführer. Ob es eine Dis-
kussion gewesen sei, wisse er nicht mehr; es könnten auch alle ein bisschen
dreingeredet haben. G._ konnte sich erinnern, dass die problematische La-
dung anders als die vorherigen Ladungen angehängt worden sei und dass die
Ladung nicht mehr schön umschlauft werden konnte. Die anzuhängende Ladung
(Gerüstelemente, auf denen später auf dem Gerüst gestanden werde), hätte an
der Seite kleine Bügel zum Einhängen. Soweit er sich erinnere, habe man die
Last dort angebunden. Das seien aber keine Lasthaken, sondern dienten zum
Einhängen der Gerüstelemente. Wer diese Idee gehabt habe, wisse er nicht
(Prot. VI in act. 2 S. 23). Er gehe davon aus [behaupte stark], dass der Kranführer
damals nicht auf dem Lastwagen gewesen sei, wisse aber nicht mehr, wer die
Last an die Bügel gehängt habe. Die Frage, ob es noch mehrere Personen um
oder auf dem Lastwagen gegeben habe, vermutete der Zeuge "ja", erklärte seine
Unsicherheit aber sofort damit, dass er das Gefühl habe, dass nach dem Sprung
jemand beim Kläger gewesen sei, um diesem zu helfen. Auf dem Lastwagen sei-
en wohl – sicher sei er nicht mehr – nur der Kläger und er, G._, gewesen.
Der Beklagte 2 sei sicher dazu gekommen und sei fünf bis zwei Meter neben,
nicht aber auf dem Lastwagen gewesen (Prot. VI in act. 2 S. 24). Befragt zur Be-
hauptung des Klägers, dass der Beklagte 2 beim Anbinden geholfen habe, ant-
wortete G._, dass der Beklagte 2 jedenfalls beim Lastwagen gewesen sei; ob
das Anbinden an den Bügeln aufgrund seiner Anweisung erfolgt sei, wisse er
nicht mehr. Ob die Anweisung einer Drittperson zur Befestigung an den Bügeln
geführt habe, wusste er auch nicht. Ob der Kläger aus der Sicht des Zeugen Er-
fahrung beim Anbinden von Lasten gehabt habe: "Was heisst Erfahrung? Routi-
ne? Er wusste sicher, was er machte, ja". Der Kläger habe es besser gekonnt als
er, sicher auch schon länger gemacht. Warum die Last nicht mehr wie zuvor an-
gehängt werden konnte, vermutete der Zeuge aus der seit dem Vorfall gewonne-
nen Erfahrung, dass die Gurte nicht mehr darunter hindurchgezogen werden
konnte. Wer die stürzende Last angeschlagen habe, wisse er nicht mehr. Ob der
Beklagte 2 eine konkrete Anweisung gegeben habe, wisse er nicht. Gefragt nach
dem Grund für das Herunterfallen, antwortete er: "Die erwähnten Bügel waren si-
- 19 -
cher nicht für das Gewicht dieses Bundes ausgelegt". Er wusste noch, dass die
Bügel aufgebogen waren, so dass die Kette herausgerutscht sei.
Die Frage, ob der Beklagte 2 sich persönlich von der Art und Weise über-
zeugte, wie die Lasten angebunden waren, antwortete G._: "Er sah es si-
cher. Ob er kontrollieren kam oder ob er die Last selbst anhängte, weiss ich nicht
mehr" (Prot. VI in act. 2 S. 28). Wie der Zeuge sicher sein könne, dass er die Last
sah, wenn er neben dem Lastwagen war, die Antwort von G._: "Er muss es
sehen, es war seine Last. Wenn ich eine Last ziehe, schaue ich darauf". "Sah er
es auch konkret?": "Ich behaupte ja". "Ist es richtig, dass er nicht mehr auf dem
Gebäude war sondern neben dem Lastwagen?" "Wenn er genau dort gestanden
wäre, wo er nach meiner Behauptung beim Anhängen stand, hätte die Last ihn
getroffen". "Sie wissen also nicht genau, wo er beim fraglichen Zug stand?" "Ja".
"Wie können Sie dann behaupten, dass er gesehen habe, wie die Last angebun-
den war?" "Er muss es sehen". "Aber haben Sie gesehen, dass er es gesehen
hat". "Nein, von seiner Pflicht her muss er das sehen. Ob er es tatsächlich gese-
hen hat, weiss ich nicht". Der Beklagte 2 behaupte – so die Frage – er habe den
Kläger konkret gefragt, ob die Last korrekt befestigt sei. Das beantwortete der
Zeuge mit: "So etwas hörte ich nicht, ich weiss es aber nicht mehr. Ich will nichts
Falsches erzählen. Es kann auch sein, dass ich abgelenkt war" (Prot. VI in act. 2
S. 29). Befragt nach der Meinung des Zeugen im Zeitpunkt der Befragung, ant-
wortete dieser, dass sich der Kranführer ganz klar vor dem Zug hätte überzeugen
müssen, dass die Last korrekt angehängt war. Auch wenn die Hilfsperson sage,
dass die Last richtig angehängt sei, hätte der Beklagte 2 als Kranführer trotz der
Bestätigung der Hilfsperson darauf achten müssen. Auf die Frage, ob Hektik auf
dem Platz geherrscht habe, sagte der Zeuge, dass vielleicht er nervös gewesen
sei, weil er das Gefühl gehabt habe, er sei nicht schnell genug. Er glaube, er sei
nervöser gewesen als die anderen, aber das könne auch nur eine Vermutung
sein. Die Frage, ob das Anhängen an den Bügeln aus heutiger Sicht falsch gewe-
sen sei, beantwortete der der Zeuge mit: "ja, definitiv", für das Gewicht von fast
einer Tonne seien die Bügel nicht gemacht (Prot. VI in act. 2 S. 30). Auf die Frage
des Klägers, ob der Zeuge nicht von ihm gepackt und vom Lastwagen gestossen
worden sei, hielt er dies für möglich, es sei allerdings zu lange her.
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Beim Vorhalt von act. 2/4/7, wo G._ 2014 bestätigt hatte, dass der Be-
klagte 2 und der Kläger den Bund angehängt hätten (er habe das "sie" ja sogar
unterstrichen): Er habe damit einfach gemeint, dass die beiden ihm zu Hilfe ge-
kommen seien, wobei es sich auch um Ratschläge habe handeln können. Mit der
Unterstreichung von "ich nicht" habe er ausdrücken wollen, dass er selber nicht
weiter wusste, was allerdings nicht heisse, dass der Zeuge selber nicht beim An-
hängen geholfen habe (Prot. VI in act. 2 S. 32). Damit sei einfach gemeint gewe-
sen, dass er, G._, Hilfe gebraucht habe (Prot. VI in act. 2 S. 33).
e) Aus der Parteibefragung des Klägers gemäss Art. 191 ZPO ergibt sich im
Wesentlichen Folgendes: Der Kläger habe eigentlich Mittagspause machen wol-
len. Beim Vorbeigehen beim Lastwagen habe er gesehen, dass es Probleme ge-
geben habe; er habe dann auch mitgeholfen und sei auf den Lastwagen gestie-
gen (Prot. VI in act. 2 S. 39). Der Zeuge G._ sei zwischen der Führerkabine
und dem Material gewesen, der Beklagte 2 auf der anderen Seite des Materials;
der Beklagte 2 habe dann die Last auf der einen Seite am Kran angehängt, auf
der anderen Seite sei der Chauffeur am Anhängen gewesen und er, der Kläger,
habe G._ geholfen. G._ habe die Gurte vorbereitet und er, der Kläger,
habe diese nur festgehalten, als das Anheben begonnen habe; die Gurte müsse
festgehalten werden, bis das Ziehen beginne (Prot. VI in act. 2 S. 39). Die Aussa-
ge von G._, dass die Bretter an den Bügeln angehängt gewesen seien, treffe
zu. Auf die Frage, ob der Kläger es eine gute Idee gefunden habe, die Lasten an
diesen Bügeln anzuhängen, antwortete er: "Dieses Material wird jedes Mal so ab-
geladen". Das Problem sei gewesen, dass beim Verladen kein Kantholz verwen-
det worden sei, wie G._ bereits ausgeführt habe. Ein Kranführer, der das
selbst beobachte und sicher sei, dass es funktioniere, hebe an wie soeben be-
schrieben (Prot. VI in act. 2 S. 40). Wenn nicht, hebe er die Last nur etwas an, le-
ge Kanthölzer darunter und gurte die Last dann richtig an. Auf Nachfrage des Ge-
richts: "Nochmals: Hätte das Einhängen bei den Bügeln nur dazu gedient, Kant-
hölzer darunter zu schieben oder nicht?", die Antwort: "Wissen Sie, in verschie-
denen Unternehmen wird das unterschiedlich gemacht. Heute erhielt ich z.B. Ma-
terial, das genau so abgeladen wurde, wie ich es soeben beschrieben habe". Auf
die Frage: "Das Anhängen an den Bügeln ist aus Ihrer Sicht also korrekt?", ant-
- 21 -
wortete der Kläger: "So machen sie es immer. Der einzige Unterschied bei dem
Vorfall war, dass man den Kran nicht an der untersten Lage der Last befestigen
konnte, weil diese direkt auf der Brücke lag. Deshalb befestigte man den Kran
an der zweiten Reihe von unten". Der Beklagte 2 habe das auch so gemacht
(Prot. VI in act. 2 S. 41). Die Frage, ob der Beklagte 2 schon auf dem Lastwagen
gewesen sei, als der Kläger dazukam, beantwortete dieser mit: "Ja, er und auch
der Lastwagenchauffeur". Konfrontiert mit der Behauptung des Beklagten 2, dass
der Kläger und G._ die Lasten gemeinsam angebunden hätten, bezeichnete
er als absurd. Es habe niemand gesagt, wie die Last angebunden werden müsse
(Prot. VI S. 42). Die Frage, ob der Chauffeur einschlägige Kenntnisse gehabt ha-
be, konnte der Kläger nicht beantworten. Er habe aber gesehen, wie der Chauf-
feur die Last am unteren Haken angebunden habe. Der Kläger gehe zu 100 %
davon aus, dass der Chauffeur das von sich aus so gemacht habe, weil das die
einzige Möglichkeit gewesen sei, die Last überhaupt anzuhängen. Bei der Frage,
ob die Last anders angehängt worden wäre, wenn Kanthölzer unterlegt gewesen
wären, antwortete der Kläger, dass es ein bisschen auf den Kranführer ankomme,
ein guter verwende jedes Mal nur die Bügel, üblicherweise allerdings die unters-
ten, jedenfalls wenn die Last auf einem Kantholz liege. Wolle der Kranführer
100 % sicher sein, werde die Last rundherum umschlauft. Die Behauptung des
Beklagten 2, er habe den Kläger gefragt, ob die Last korrekt befestigt sei, treffe
überhaupt nicht zu. Es sei umgekehrt – diejenigen, die die Last anbinden würden,
würden den Kranführer fragen, ob es so gut sei (Prot. VI in act. 2 S. 43). Auf
Nachfrage des Gerichts, die Antwort: Der Kranführer habe nichts gefragt. Er habe
zwar nicht auf die Seite des Klägers gesehen; es habe pressiert, um das Ganze
so schnell als möglich abzuladen. Auf die Frage, dass Kranführer doch vor dem
Anheben fragen würden, ob es drüben ok sei, antwortete der Kläger, dass dies
nur so sei, wenn der Kranführer weit weg sei und nichts sehe. Auch wenn der Be-
klagte 2 nicht auf die Seite des Klägers habe sehen können, habe er dennoch ge-
sehen, wie die Gurte montiert sei (Prot. VI in act. 2 S. 44).
f) Die Befragung des Beklagten 2 (Prot. VI in act. 2 S. 53 ff.) hat Folgendes
ergeben: Er sei der Kranführer gewesen und habe einen Lernführerschein gehabt
(Prot. VI in act. 2 S. 53 f.). Der Inhaber des Kranführerscheins sei nicht vor Ort
- 22 -
gewesen, aber es genüge, wenn er weniger als 10 km entfernt gewesen sei
(Prot. VI in act. 2 S. 54). Warum die Last sich gelöst habe, wusste der Beklagte 2
nicht. Die Last sei angebunden gewesen und er habe das Kommando "anheben"
erhalten. Er sei vor dem Vorfall auch nicht auf der Ladefläche des LKW gewesen
(Prot. VI in act. 2 S. 54 f.). Die Last sei vom Lastwagenchauffeur und vom Kläger
angehängt worden; warum der Kläger hinzugekommen sei, wisse er nicht. Er sel-
ber sei beim Abladen auf dem Gerüst gewesen etwa neun Meter hoch, und dort
sei er auch gewesen, als sich die Ladung gelöst habe (Prot. VI in act. 2 S. 56).
Verantwortlich sei jener, der anhänge; wenn das Zeichen zum Anheben gegeben
werde, sei alles in Ordnung. Wer das Zeichen gegeben habe, wisse er nicht mehr.
Beim Abladen habe es keine Probleme gegeben, auch nicht beim Anbinden der
Last. Die Gerüstelemente würden von der Lieferfirma bereits zusammengebun-
den, mit dem Gurt bereits dran. Der Kläger sei etwa ab der Hälfte des Abladens
dort gewesen, weshalb wisse er nicht. Nach dem Absturz der Ladung habe er den
Kran ausgeschaltet und sei hinuntergegangen, wo das Material lag, ob die ganze
Ladung, wisse er nicht (Prot. VI in act. 2 S. 56 f.). Die Ware sei etwa 3 - 4 m ne-
ben dem Lastwagen abgestürzt. Das Material sei heruntergefallen, als er es
hochgezogen habe, retour gefahren sei und es dann weiter angehoben habe. Wie
es sich gelöst habe, wisse er nicht, alles sei auf einmal gestürzt. Der Gurt stamme
von der Gerüstfirma, es gebe Ketten, die an den Gurt angehängt würden. Ver-
wendet worden sei eine Kette mit zwei Anschlüssen. Er könne sich nicht erinnern,
wie die Gurte um die Last befestigt gewesen sei. Auf die Frage, ob man das prü-
fen müsse, antwortete der Beklagte 2: "Normalerweise muss man das schon an-
schauen. [...]. Was heisst «normalerweise»? Normalerweise muss man es an-
schauen. Ich sah aber, dass die Gurte gut waren, denn ich hatte ja fast einen
ganzen Lastwagen damit abgeladen. Die verschiedenen Lasten habe er vor dem
Abladen angeschaut – er sei um den Lastwagen herum- und dann zurück aufs
Gerüst gegangen. Von Problemen mit der zweit- oder drittletzten Last wisse er
nichts" (Prot. VI in act. 2 S. 58).
4. Der zweite Beweissatz betraf den Sprung des Klägers vom Lastwagen
und ihm wurde der Beweis dafür auferlegt, dass er sich entweder vor der herun-
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terfallenden Kranladung in Sicherheit bringen musste oder jedenfalls in nachvoll-
ziehbarer Weise davon ausging (Prot. VI in act. 2 S. 14).
a) Der Kläger hat dazu ausgeführt: Die Last sei aus etwa 15 Metern herun-
tergefallen, nachdem der Beklagte 2 sie angehoben habe und sie sei gleich ne-
ben dem Lastwagen heruntergefallen. Der Fall sei jedenfalls aus mehr als 10 Me-
ter gewesen, das Ganze sei ziemlich schnell passiert. Der Beklagte habe das Ma-
terial angehoben, es zur Seite bewegt und sei gleichzeitig auf der anderen Seite
der Ladebrücke vom Lastwagen gestiegen. Die Frage, warum die Last herunter-
fiel, konnte der Kläger nicht beantworten, ebenso wenig wie die Frage, ob sich
die Bügel verformt hatten, weil er danach verletzt gewesen sei (Prot. VI in act. 2
S. 46). Der Beklagte 2 sei auf jener Seite heruntergestiegen, auf die auch der
Kläger und der Chauffeur heruntergesprungen seien. Der Sprung sei eine Reakti-
on gewesen; man habe gar nicht anders reagieren können. Der Chauffeur sei
noch gebückt gewesen, der Kläger habe ihn von hinten am Leibchen gezogen
und ihn fortgestossen. Dem Kläger wurde die Behauptung vorgehalten, dass er
nur deshalb vom Lastwagen gesprungen sei, weil er habe nachschauen wollen,
ob die Gerüstelemente beschädigt worden seien. Dazu der Kläger: Es habe sich
um Gerüstelemente aus Metall gehandelt, und ihre Beschädigung interessiere
niemanden. Das Material habe dem Unternehmen I._ gehört (Prot. VI in
act. 2 S. 46). Er habe beide Hände am Gurt gehabt, als der Kranführer die Span-
nung hergestellt habe. Nachdem sich die Befragung wieder dem Vorgang des
Hochhebens der Last und dem Anbinden der Last und dem Standort des Beklag-
ten 2 zugewendet hatte (Prot. VI in act. 2 S. 48), bestätigte der Kläger, dass er
täglich Material ab- und auflade, wenn auch ohne entsprechende Ausbildung. Auf
die Frage, was aus seiner Sicht die Ursache des Sturzes sei, erwähnte er, die
fehlende Erfahrung des Beklagten 2 als Kranführer. Jede Ladung habe stark ge-
schwankt, so dass der Kläger habe zur Seite gehen müssen. Nach Ansicht des
Klägers habe der Beklagte 2 beim Sprung von der Brücke die Fernbedienung be-
wegt, was die Ladung gelöst habe; eine Fehlmanipulation sei zu 100 % Ursache
des Absturzes gewesen. Bei jedem Zug habe der Kläger feststellen können, dass
der Beklagte 2 keine Erfahrung gehabt und unpräzise gearbeitet habe. Die Gurte
habe sich gelöst, weil die Last schnell bewegt worden sei (Prot. VI in act. 2 S. 48).
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Allerdings habe der Kläger den Beklagten 2 nicht gesehen. Er habe nur gesehen,
dass am Schluss die Hälfte des Materials noch oben hing und der Rest am Boden
lag. Der Beklagte 2 habe die Last angehoben und angefangen, die Last zu
schwenken. Wenn man springe, mache man Bewegungen, die zu Fehlmanipula-
tionen führen würden (Prot. VI S. 49). Im Zusammenhang mit den Ergänzungsfra-
gen erwähnte der Kläger, dass nicht nur sein eigenes Auto durch die herabstür-
zende Last beschädigt worden sei, sondern seines Wissens noch zwei weitere
(Prot. VI in act. 2 S. 50).
b) Auf die Frage an den Beklagten 2, ob er gesehen habe, wie der Kläger
vom Lastwagen sprang: "Ich sah, dass der Chauffeur auf der Ladefläche war und
er [der Kläger] auf der Strasse". Der Beklagte 2 habe im Nachhinein den Kläger
am Boden liegen sehen. Der Chauffeur habe sich immer noch auf dem Lastwa-
gen befunden und sei erst danach heruntergestiegen, aber nicht im Sinne eines
Notfalls. Der Beklagte 2, inzwischen Inhaber des Kranführerscheins, müsse ers-
tens auf die Personen schauen, d.h. was sie machen würden und wo sie sich be-
fänden, um keine Lasten über sie hinweg zu transportieren. Die Lasten müssten
drei Meter angehoben werden, sie müssten dann weg von den Personen ge-
schwenkt und schliesslich weiter angehoben werden (Prot. VI in act. 2 S. 59). Auf
die Frage: "Darf irgendjemand die Last anhängen?", die Antwort: "Den Lehrlingen
muss man es am Anfang beibringen". "Und sonst kann jeder Bauarbeiter das
tun?" Die Antwort: "Jeder, der drei oder vier Jahre auf Baustellen gearbeitet hat,
hat die nötige Erfahrung". "Aber darf er das Anhängen auch erledigen? Die Ant-
wort: "Der Kranführer beobachtet das auch". "Darf auch ein Maler eine Last an-
hängen?" Die Antwort: "Ja, aber man muss es kontrollieren", der Kranführer oder
der Vorarbeiter. "Also konkret Sie?" Die Antwort: "Wissen Sie, der Kranführer ist
50 bis 60 Meter hoch oben. Er kann nicht selber runter gehen, um die Last anzu-
binden". Und welche Verantwortung haben Sie gegenüber einer beigezogenen
Hilfsperson?" "Gar keine". "Sie müssen diese nicht kontrollieren?" Die Antwort:
"Nein". "Sie wissen also gar nicht, wer dort unten Lasten anhängt?" Die Antwort:
"Das wusste ich schon. Wenn ein Lastwagenchauffeur kommt, hat der auch die
Kranführerprüfung" (Prot. VI in act. 2 S. 60). Bezogen auf den Kläger, sagte der
Beklagte 2, dass zwei Personen dort gewesen seien. Der Kläger sei am Morgen
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auf die Baustelle gekommen und habe sich als Chef der Gerüstfirma vorgestellt,
der Gerüste montieren müsse. An jenem Tag sei nur der eine Lastwagen abzula-
den gewesen, es seien schon früher Gerüstelemente gekommen, die er abgela-
den habe; er erinnere sich jedoch nicht, ob dies der gleiche Chauffeur gewesen
sei. Auf die Frage: "Wissen Sie, wo bei der Last die Gurten eingehängt wurden?"
Die Antwort: "Es waren zwei Gurte, die normal um die ganze Last gewickelt wur-
den". "Sie behaupten, es seien zwei Gurten um die ganze Last herum gezogen
gewesen". "Ja, so ist es". Gefragt, was er zur Vorgehensweise sagen würde,
wenn die Gurte an den Bügeln der Gerüstplatten eingehängt würden, sagte der
Beklagte 2, dass man das so nicht machen könne, das sei nicht gut, weil die Bü-
gel nur dafür da seien, 200 bis 300 kg auf dem Gerüst zu halten, nicht für mehr
Gewicht. Angesprochen auf die Behauptung, dass die Last so [an den Bügeln]
angehängt worden sei: "Nein, es war nicht so. Die Gerüstelemente kommen von
der Gerüstfirma immer so vorbereitet, so dass man sie nur anhängen muss". Von
seinem Standort habe er natürlich sehen können, wie die Last angehängt gewe-
sen sei (Prot. VI in act. 2 S. 62). Seine Distanz sei ungefähr 20 bis 25 Meter ge-
wesen. "Wer zieht die Gurte unter der Last hindurch?" "Derjenige, der sie anbin-
det, wenn sie nicht schon angebracht sind". "Wissen Sie nun konkret, ob bei die-
ser Last bei der Anlieferung schon Gurte installiert waren?" "Es war alles komplett
vorbereitet. Jeder Bund, der von der Gerüstfirma kommt, ist vom Magazin aus
vorbereitet [...]". Auf den Vorhalt, dass sowohl der Lastwagenchauffeur und der
Kläger sagen würden, dass der Kran bei diesen Bügeln angehängt gewesen sei –
ob der Beklagte ganz sicher sei, dass diese Behauptung falsch sei, antwortete der
Beklagte 2: "Die können behaupten, was sie wollen, ich sage es Ihnen, wie es
war. "Hätten Sie eingegriffen, wenn Sie gesehen hätten, dass die Last an diesen
Bügeln angehängt wird?" "Sofort [...] Pakete mit Gerüstbrettern darf man nicht
an den entsprechenden Bügeln anhängen. Diese sind nur für das Einhängen am
Gerüst. Eine an den Bügeln angehängte Last hätte ich nie gezogen" (Prot. VI
in act. 2 S. 63). "Und Sie hätten das gesehen?" "Ja, natürlich" (Prot. VI in act. 2
S. 62). Auf Ergänzungsfragen antwortete der Beklagte 2, dass man es ja sehen
würde, wenn jemand die Last an den Bügeln anhänge und dass er immer noch
auf dem zweiten Stock gewesen sei, als die Last abstürzte. Er sei auf dem zwei-
- 26 -
ten Stock gewesen, um Sichtkontakt zu haben, um zu schauen, ob alles gut sei
und wo die Last deponiert werden könne. Man sei auf dem Gerüst, hebe die Last
an, beginne, sie zu schwenken und gehe aufs nächste Gerüst, um zu schauen,
wo man die Last deponieren könne (Prot. VI in act. 2 S. 64).
c) Auf die Frage, wo die Last gelandet sei, auf dem Lastwagen oder weit
weg, antwortete der Zeuge G._: "Ganz ehrlich: Als er mich warnte – wie ge-
nau weiss ich nicht mehr – und sprang, sprang ich auch. Da schaut man nicht
mehr, wo die Last herunterkommt, sondern man springt in Sicherheit" (Prot. VI
S. 26). Die Last sei am Schluss bei dort parkierten Autos gelegen, nicht weit vom
Lastwagen entfernt, geschätzte zwei Meter. Wie der Kläger sei er seitlich von der
Ladebrücke gesprungen, auf die gegenüberliegende Seite, wo die Last herunter-
gefallen sei. Er wisse nicht mehr, ob er einen Stoss erhalten habe, ob es ein
Schrei oder ein "Achtung" gewesen sei (Prot. VI in act. 2 S. 27). Der Kläger sei
wohl vor dem Zeugen am Boden gewesen; er habe es ja auch vor dem Zeugen
gesehen. Es habe sich um eine Schocksituation gehandelt, wie wenn ein Auto auf
einen zufährt, dann springe man einfach. Nachgefragt, ob der Zeuge gesehen
habe, wie sich die Last löste: "Nein, erst nach der Warnung" (Prot. VI in act. 2
S. 27). Nach der Warnung habe er hochgeschaut und er schätze, dass die Last
zwei Meter neben ihnen gewesen sei. Der Zeuge habe die Last noch in der Luft
gesehen, es seien Millisekunden gewesen. Er schätze die Höhe auf zehn Meter,
sei aber nicht sicher. Er glaube, dass nichts auf den Lastwagen gefallen sei, weil
dieser sonst hätte repariert werden müssen. Der Zeuge bestätigte, dass der
Sprung vom Lastwagen aus seiner Sicht nachvollziehbar bzw. gerechtfertigt ge-
wesen sei. Die Behauptung, dass der Kläger erst nach dem Herunterfallen ge-
sprungen sei und nur habe nachschauen wollen, ob Gerüstelemente beschädigt
worden seien, bezeichnete der Zeuge als "lächerlich". Er, G._, sei auch ge-
sprungen, obwohl ihn der Zustand der Gerüstelemente nichts angegangen sei
(Prot. VI in act. 2 S. 28).
d) In der Stellungnahme zum Beweisergebnis äusserte der Vertreter des
Klägers, dass es nicht genüge, wenn sich der ausgebildete Kranführer in 10 km
Umkreis befinde. Der Beklagte 2 sei ungenügend beaufsichtigt worden. Der Kran-
- 27 -
führer sei für das richtige Anschlagen der Lasten verantwortlich, auch nach dem
Gefahrensatz. G._ und der Kläger hätten innert Sekundenbruchteilen ent-
scheiden und sich in Sicherheit bringen müssen, weil sie nicht wussten, wo die
Last aufschlägt. Der Behauptung des Beklagten 2, die Last sei mittels Gurten am
Kran befestigt worden, stünde die Behauptung des Klägers und von G._ ge-
genüber, sie hätten die Last an den Bügeln der Gerüstplatten befestigt, was nicht
zulässig sei. Ob die Bünde auch noch mit Stahlbändern zusammengebunden ge-
wesen seien, sei für die Haftungsfrage nicht relevant (Prot. VI in act. 2 S. 65).
e) Der Vertreter der Beklagten äusserte in der Stellungnahme zum Beweis-
ergebnis, dass der Kranführer die Führerkabine nicht jedes Mal verlassen könnte,
so dass Dritte anhängen müssten. Der Kläger habe als Einziger gesagt, dass es
normal sei, wenn an den Haken angehängt werde und er habe dies auch so ge-
macht. Der Beklagte 2 habe sich darauf verlassen dürfen, dass Stahlbänder vor-
handen seien und dass das Anhängen durch eine erfahrene Hilfsperson nicht wi-
der jede physikalische Logik erfolgt. Entweder wären – wenn angehängt wie be-
hauptet – alle Bretter abgestürzt oder alle hätten gehalten. Der Beklagte 2 habe
unmöglich auf dem Lastwagen sein können, da er auf beide Seiten des Hauses
habe schauen müssen (Prot. VI in act. 2 S. 66).
III.
1. Die Vorinstanz hat den Kläger und den Beklagten 2 als Partei i.S.v.
Art. 191 ZPO befragt. Ausserdem hat sie den Lastwagenchauffeur als Zeugen
einvernommen. Parteibefragungen können die übrigen Beweismittel ergänzen,
sind aber auch für sich allein voll beweistauglich, sofern sie der richterlichen
Beweiswürdigung im Rahmen der gesamten Beweislage standhalten (ZK ZPO-
Weibel/Walz, 3. Auflage 2016, N. 5 zu Art. 191 - 192). Zu werten sind Parteibefra-
gungen wie jedes andere Beweismittel nach den Grundsätzen der freien Beweis-
würdigung. Neben der Interessenlage ist die inhaltliche Qualität der Aussage zu
prüfen und das Ergebnis ist in Beziehung zu allen anderen Beweismitteln zu set-
zen. Unzulässig ist die undifferenzierte Annahme, dass beteiligte Interessierte oh-
- 28 -
nehin nicht die Wahrheit sagen (KuKo ZPO-Schmid, 2. Auflage 2014, N. 14 zu
Art. 191 - 193).
2. Vorab ist anzumerken, dass die Reihenfolge, wie die Befragungen von
der Vorinstanz durchgeführt wurde, nicht ideal ist. Zwar kann Parteien in ihrem ei-
genen Verfahren aus Gründen des rechtlichen Gehörs die Anwesenheit bei Be-
fragungen nicht verwehrt sein. Da die Wahl der Reihenfolge der Einvernahmen
aber dem Gericht zusteht, wäre es vorzuziehen gewesen, dass der Zeuge zum
Schluss befragt worden wäre, so dass der Kläger seine eigenen Antworten zuerst
hätte geben müssen, bevor er jene des Zeugen gehört hatte. Der Beklagte 2 ist
erst nach der Pause erschienen (Prot. VI in act. 2 S. 53 ff.) und hat daher die Be-
fragungen des Klägers und des Zeugen nicht mitgehört. Zu konkreten Problemen
hat das Vorgehen soweit ersichtlich allerdings nicht geführt,
3. Aufgrund des ersten Beweissatzes (Prot. VI S. 13) war zu klären, ob der
Beklagte 2 die Kranladung selber angeschlagen oder andere Personen dabei un-
genügend beaufsichtigt hatte.
a) In der Berufung macht der Kläger unter Hinweis auf seine eigene Aussa-
ge geltend, dass der Beklagte 2 die (später herabstürzende) Last auf der einen
Seite, der Lastwagenchauffeur, dem der Kläger geholfen habe, auf der anderen
Seite angeschlagen habe (act. 6 Rz 22). Sowohl der Kläger als auch der Zeuge
G._ würden bestätigen, dass die Gerüstteile an den Bügeln angehängt wor-
den waren (act. 6 Rz 21 und 22), wobei der Kläger in der Einvernahme präzisier-
te, dass es nicht der Bügel des untersten Bretts gewesen sei, sondern – weil die
Beige nicht auf einem Kantholz aufgelegen sei – derjenige am zweituntersten
(Prot. VI in act. 2 S. 41). Obwohl der Kläger ausgesagt hat, dass er dem Lastwa-
genchauffeur zu Hilfe gekommen sei, bestritt er vehement, dass er am Anschla-
gen beteiligt gewesen sei. Allerdings räumte er ein, dass er die Last beim Zug ge-
halten habe (Prot. VI in act. 2 S. 40). Schwer einzuordnen ist die ausführliche Er-
klärung des Klägers, mit welcher er das Anschlagen an den Bügeln als alltägli-
chen Vorgang schildert, den gute Kranführer regelmässig praktizieren würden
(Prof. VI in act. 2 S. 40, 43). Die Beklagten wollen, dass der Kläger bei der Äusse-
rung seines Vertreters behaftet werde, dass die physikalische Logik das Anschla-
- 29 -
gen der Bretter an den Bügeln verbiete, welche nur ausgelegt seien, das Gewicht
von auf dem Gerüstboden arbeitenden Handwerkern zu tragen (act. 6 Rz 11). Bei
seiner Befragung habe der Kläger mehrfach bestätigt, dass es seine Idee gewe-
sen sei, am zweituntersten Haken anzuhängen (act. 11 Rz 28 mit Verweis auf das
Protokoll der VI in act. 2 S. 41). An der angeführten Stelle findet sich allerdings
keine solche Aussage des Klägers, sondern nur die bereits erwähnte Schilderung,
dass das Befestigen an den Bügeln an der Tagesordnung sei, wenn auch norma-
lerweise am untersten Bügel.
b) In seiner Einvernahme bestritt der Beklagte 2 jegliche Mitbeteiligung beim
Anbinden (Prot. VI in act. 2S. 54). Er habe auch erst nach dem Absturz die Lade-
fläche des Lastwagens betreten (Prot. VI in act. 2 S. 55). Die Last sei vom Last-
wagenchauffeur und dem Kläger angebunden worden (Prot. VI in act. 2 S. 55).
Der Standort des Beklagten 2 sei während des gesamten Vorgangs auf dem Ge-
rüst gewesen, etwa auf neun Metern Höhe. Für das richtige Anhängen sei derje-
nige verantwortlich, der die Last anhänge; gebe er ein Zeichen zum Anheben, so
sei es in Ordnung. An das Zeichen zum Anheben könne er sich hier nicht mehr
erinnern. Beim Abladen habe es keine Probleme gegeben, die Gerüstteile seien
bereits zusammengebunden durch die Lieferfirma und sogar die Gurten seien
schon dran gewesen (Prot. VI in act. 2 S. 56, vgl. auch S. 57).
c) Der Zeuge G._ wusste anlässlich der Befragung nicht mehr, wer auf
dem LKW die Last angeschlagen hatte. Beim Unfall seien der Kläger und er sel-
ber auf dem LKW gewesen. G._ bestätigte, dass die Gerüstbretter am klei-
nen Bügel angeschlagen gewesen seien; wessen Idee dies gewesen sei, wisse er
nicht. Der Grund für das Herunterfallen der Last war nach G._, dass die er-
wähnten Bügel sicher nicht für das Gewicht eines solchen Bundes ausgelegt sei-
en. Er wisse noch, denn dieses Bild vergesse er nicht, dass die Bügel aufgebogen
gewesen seien, so dass die Kette herausgerutscht sei (Prot. VI in act. 2 S. 26).
4. a) Die Beklagten haben in ihrer Berufungsantwort (act. 11 S. 6) eine "Sy-
nopsis Aussagen von G._ zum Unfallhergang" erstellt, mit der die wider-
sprüchlichen Ausführungen des Zeugen exemplarisch aufgezeigt würden. Die
Schilderung des Unfallhergang 13.8.2014 gegenüber SUVA sowie die Schilde-
- 30 -
rung Unfallhergang 25.9.2014 wurden zusammen mit der (zweiten) Berufungsant-
wort eingereicht (act. 13/3 und act. 13/4). Dabei handelt es sich um Noven, die
nicht mehr berücksichtigt werden können, vorbehältlich einer Erklärung, warum
sie nicht früher vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO), die allerdings
nicht vorliegt. Damit bleiben die "vorfabrizierte" Erklärung von G._ (act. 2/4/7,
vgl. sogleich unter b) sowie die Einvernahme vom 29. Juni 2016.
b) Die Beklagten zweifeln die Glaubwürdigkeit des Zeugen G._ an, sei-
nen Aussagen würde praktisch jeglicher Beweiswert abgehen, er sinke gegen null
(act. 11 Rz 22). G._ sei durchaus am Verfahrensausgang interessiert (act. 11
Rz 8 und 9).
Die Beklagten stören sich an act. 2/4/7 ("Unfall vom 12. August 2013 von
A._ auf der Baustelle E._ in F._"), eine Erklärung, was der nach-
malige Zeuge G._ diesbezüglich wahrgenommen hat. Die Beklagten weisen
zu Recht auf die Fragwürdigkeit des Vorgehens des Rechtsvertreters des Klägers
hin, birgt doch die Unterbreitung eines vorformulierten Textes eine objektive Ge-
fahr, dass sie so, wie sie vorgelegt wird, auch unterzeichnet wird. Aus der Erklä-
rung ist auch nicht ersichtlich, dass dem Zeugen klar gemacht wurde, zu welchen
Zwecken dieses Papier dienen sollte, trägt es doch nicht einmal den Adressaten,
an den sich die Erklärung richtet.
Immerhin ist zu erwähnen, dass G._ die vom Rechtsvertreter des Klä-
gers vorbereitete Bestätigung nicht einfach unterzeichnete, sondern den dritten
Abschnitt durchgestrichen und handschriftlich durch einen eigenen Text ersetzt
hatte. Der anwaltlich vorformulierte und von G._ durchgestrichene Text laute-
te: "Der Kranführer wies mich dann an, die auf der Baustelle zu deponierende
Ware an Halterungen, die die oberhalb der Lasten angebracht waren, anzubin-
den". Der eigene, von G._ formulierte Teil lautete: "Der Kranführer + A._
kamen beide nervös zum Lastwagen und sie haben den Bund angehängt weil ich
nicht wusste, wo ich die Last anderst wie normal anhängen könnte". G._ hat
in der gerichtlichen Befragung denn auch erklärt, was es mit dem von ihm persön-
lich stammenden Textteil für eine Bewandtnis hat (Prot. VI in act. 2
S. 18, S. 32). Zum handschriftlichen Textteil ([...] sie [der Kranführer und der Klä-
- 31 -
ger] haben den Bund angehängt weil ich nicht wusste wo ich die Last anderst wie
normal anhängen könnte") wurde G._ von der Vorinstanz befragt, nämlich
wie G._ damals in act. 2/4/7 so klar sagen konnte, dass der Kranführer und
der Kläger den Bund anhängten und das "sie" sogar unterstrich, sagte G._
aus: "Gemeinsam eine Last anhängen heisst nicht, dass beide an den Gurten
ziehen. Ich meinte damit einfach, dass sie mir helfen kamen. Es kann sich bei
dieser Hilfe auch nur um Ratschläge von unten gehandelt haben. Vielleicht habe
ich das etwas falsch ausgedrückt". Und auf Ergänzungsfrage ("Soll diese Unter-
streichung heissen «ich nicht»?) fügte er an: Ich wollte mit meiner Ergänzung
ausdrücken, dass ich nicht weiterwusste. Das heisst nicht, dass ich selbst nicht
beim Anhängen half. Die Ereignisse lagen auch beim Verfassen dieser Ergän-
zung schon eine Weile zurück. Ich wollte mich auch nicht aus der Affäre ziehen.
Damit war einfach gemeint, dass ich Hilfe brauchte".
Die Kammer teilt daher die Auffassung der Beklagten nicht, dass die Aussa-
gen von G._ als Zeuge wegen der von ihm unterzeichneten Erklärung grund-
sätzlich unverwertbar sind, sondern dass die einzelnen Aussagen auf ihre Über-
zeugungskraft hin zu prüfen sind.
c) Mit Blick auf die Interessenlage der einvernommene Personen ist Folgen-
des zu bedenken: Der Kläger macht Schadenersatz geltend für die Verletzung,
die er erlitten hat. Der Beklagte 2 wird vom Kläger für diese Verletzung verant-
wortlich gemacht. Beide haben daher am Ausgang des Verfahrens ein offensicht-
liches und direktes Interesse. Der Zeuge – der Lastwagenchauffeur G._, der
die Gerüstteile angeliefert hat und am Abladevorgang beteiligt war – ist nach der
Ansicht der Beklagten am Ausgang des Verfahrens ebenfalls interessiert. Der Be-
klagte 2 erwähnt, dass den Chauffeur G._ eine Mitverantwortung treffe und
dass er für das Abladen verantwortlich sei (act. 2/49 Rz 37, Rz 40). Der Chauffeur
habe daher ein eigenes Interesse daran, die Verantwortung auf den Beklagten 2
abzuschieben. Er habe seine Rolle möglichst kleingeredet, um aus dem Radar-
schirm der Verantwortlichen zu verschwinden, was ihm auch weitgehend gelun-
gen sei (act. 11 Rz 17 ff.). Zum ersten Argument ist anzumerken, dass nirgends
geltend gemacht wird, dass irgendwelche rechtlichen Schritte gegen G._
- 32 -
eingeleitet worden wären. Jedenfalls im Zeitpunkt der Beweisverhandlung, am
29. Juni 2016, dürfte die Frist zur Geltendmachung von Schadenersatz und Ge-
nugtuung abgelaufen gewesen sein (Art. 60 Abs. 1 OR), war doch dem Kläger als
Geschädigtem die Rolle von G._ und das, was ihm allenfalls hätte angelastet
werden können, seit dem Unfalltag am 12. August 2013 bekannt.
Anzumerken ist, dass die gerichtlichen Befragungen erst knapp drei Jahre
nach dem Unfall erfolgten. Insbesondere der Zeuge G._ hat denn immer
wieder darauf hingewiesen, dass er sich nicht mehr mit der wünschenswerten
Sicherheit erinnern könne. Eine gewisse Rolle dürfte auch gespielt haben, dass
G._ inzwischen selber Inhaber eines Kranlernführerscheins geworden war
und dass bei seinen Antworten teilweise das in diesem Zusammenhang erworbe-
ne Wissen eingeflossen ist. Deutlich wird dies etwa dort, wo es um die ungenü-
gende Beaufsichtigung der Hilfspersonen beim Abladen der Gerüstbretter geht
(vgl. Prot. VI in act. 2 S. 30 oben "so nicht"). Bei der Frage, wer genau die später
herunterfallende Last angeschlagen hat und bei der Frage nach der Veranlassung
zum Sprung vom Lastwagen hat dieser Aspekt allerdings keine Rolle gespielt.
5. a) Was das Anhängen an den Kran – das sog. Anschlagen der Last –
durch den Beklagten 2 anbelangt, hat der Beklagte 2 ausgesagt, dass es keine
Probleme gegeben habe. Mit dem Anschlagen habe er nichts zu tun gehabt. Die
Last sei angebunden gewesen und er habe das Kommando "anheben" erhalten
(Prot. VI in act. 2 S. 54). Auf die Ladebrücke sei er erst nach dem Vorfall gestie-
gen. Er, der Beklagte 2, sei beim Abladen auf dem Gerüst gewesen, auf dem
zweiten Stock, ca. auf 9 m Höhe. Dort sei er immer noch gewesen, als die Last
sich vom Kran gelöst habe (Prot. VI in act. 2 S. 55). Es sei die Pflicht (des Kran-
führers), die verschiedenen Lasten vor dem Abladen anzuschauen, er sei  zum Lastwagen und rundherum gegangen und dann auf das Gerüst ge-
stiegen (Prot. VI in act. S. 58). Bei dieser Aussage blieb der Beklagte 2 auch spä-
ter, als er auf Ergänzungsfrage antwortete, dass er immer noch auf dem zweiten
Stock gewesen sei, als die Last abstürzte. Er sei auf dem zweiten Stock gewesen,
um Sichtkontakt zu haben, um zu schauen, ob alles gut sei und wo die Last de-
poniert werden könne (Prot. VI in act. 2 S. 64).
- 33 -
b) Der Kläger gab Folgendes zu Protokoll: Der Chauffeur, der Zeuge
G._, sei zwischen der Führerkabine und dem Material gewesen, der Beklag-
te 2 auf der anderen Seite des Materials; der Beklagte 2 habe dann die Last auf
der einen Seite am Kran angehängt, auf der anderen Seite sei der Chauffeur am
Anhängen gewesen und er, der Kläger, habe dem Chauffeur geholfen. Der Chauf-
feur habe die Gurte vorbereitet, und er, der Kläger, habe diese nur festgehalten,
als der Zug begonnen habe (Prot. VI in act. 2 S. 39). Die Aussage des Chauf-
feurs, dass die Bretter an den Bügeln angehängt waren, treffe zu. Wie bei der
Wiedergabe der Einvernahme des Klägers im Detail ersichtlich, hatte der Kläger
durchaus Verständnis für das Anhängen an den Bügeln: "So machen sie es im-
mer. Der einzige Unterschied bei dem Vorfall war, dass man den Kran nicht an
der untersten Lage der Last befestigen konnte, weil diese direkt auf der Brücke
lag. Deshalb befestigte man den Kran an der zweiten Reihe von unten". Der Be-
klagte 2 habe das auch so gemacht (Prot. VI in act. 2 S. 41). Gesehen habe er
das nicht, aber man befestige auf beiden Seiten gleich. Die Frage, ob der Beklag-
te 2 schon auf dem Lastwagen gewesen sei, als der Kläger dazukam, beantworte-
te dieser mit: "Ja, er und auch der Lastwagenchauffeur". Konfrontiert mit der Be-
hauptung des Beklagten 2, dass er, der Kläger und der Chauffeur die Lasten ge-
meinsam angebunden hätten, bezeichnete er als absurd. Es habe niemand ge-
sagt, wie die Last angebunden werden müsse (Prot. VI in act. 2 S. 42). Die Frage,
ob der Chauffeur einschlägige Kenntnisse gehabt habe, konnte der Kläger nicht
beantworten. Er habe aber gesehen, wie der Chauffeur die Last am unteren Ha-
ken angebunden habe. Der Kläger gehe zu 100 % davon aus, dass der Chauffeur
das von sich aus so gemacht habe, weil das die einzige Möglichkeit gewesen sei,
die Last überhaupt anzuhängen (Prot. VI in act. 2 S. 43).
c) Der Zeuge G._, der Lastwagenchauffeur, erwähnte, dass er ihm
Zeitpunkt der Einvernahme Probleme beim Anhängen der Last bekommen habe,
jedenfalls habe er die Last nicht mehr alleine anhängen können. Er habe gerufen
oder Handzeichen gemacht, um Hilfe zu erhalten. Er wisse nicht, ob der Kläger
schon bei ihm gewesen sei, jedenfalls sei der Kranführer noch hinzugekommen.
Er wisse nicht mehr, ob der Kläger schon bei ihm war, als der Kranführer dazu
gekommen sei. Er wisse nicht mehr, wer sich während des Anhängens auf dem
- 34 -
Lastwagen befunden habe. Als der Unfall passierte, seien jedenfalls der Kläger
und er auf dem Lastwagen gewesen (Prot. VI in act. 2 S. 19). Der Beklagte 2 sei
sicher nicht in der Führerkabine gewesen (Prot. VI in act. 2 S. 21). Vor dem Unfall
seien mindestens fünf Züge gemacht worden, er wisse nicht mehr, ob der Kläger
es schon mit ihm zusammen gemacht habe oder ob der Zeuge allein angehängt
habe. In der problemlosen Phase sei der Beklagte 2 oben oder in der Mitte des
Neubaus gewesen, sicher an einem erhöhten Standort (Prot. VI in act. 2 S. 21).
Schlussendlich seien mehrere Personen beim Lastwagen gewesen, ob daneben
oder drauf wisse er nicht mehr. Weil er nicht mehr weiter gewusst habe, habe er
die Leute zu sich gerufen und schlussendlich den Kranführer. Ob es eine Diskus-
sion untereinander gewesen sei oder ob bloss der Kläger und der Beklagte zu-
sammen diskutiert hätten oder ob einfach alle ein bisschen dreingeredet hätten,
wisse er nicht mehr. Er wisse auch nicht, wer am Schluss gesagt habe, wie man
es machen solle. Die problematische Ladung sei anders als die vorherigen ange-
hängt worden. Man habe die Ladung nicht mehr schön umschlaufen können. Die
Elemente hätten an der Seite kleine Bügel zum Einhängen, soweit er sich erinne-
re, sei die Last dort angebunden worden. Diese Bügel seien aber keine Lastha-
ken, sondern dienten dazu, die Gerüstelemente beim Gerüstbau einzuhängen.
Wessen Idee das gewesen sei, konnte der Chauffeur nicht sagen (Prot. VI in
act. 2 S. 23). Ob der Beklagte 2 auf dem Lastwagen gewesen sei, wisse er nicht
mehr, "ich behaupte aber stark, dass er nicht mehr auf dem Lastwagen war"
(Prot. VI in act. 2 S. 24). Die Frage, ob ausser dem Chauffeur, dem Kläger und
dem Kranführer noch andere Personen dabei waren, könne er nicht mehr sicher
sagen, er denke aber ja. Das "ja" komme daher, dass er das Gefühl habe, nach
dem Sprung jemanden beim Kläger gesehen zu haben, ohne sagen zu können,
ob diese Person nachträglich hinzugekommen sei. Auf dem Lastwagen seien
wohl nur der Kläger und er gewesen. Er sei aber nicht mehr sicher. Der Beklag-
te 2 sei sicher hinzugekommen als er, der Chauffeur Probleme bekommen habe,
nach seiner Erinnerung sei dieser etwa zwei bis fünf Meter neben dem Lastwagen
gewesen, nicht darauf.
d) Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass sich damit drei Aussagen ge-
genüberstehen: Nach jener des Beklagten 2 war er gar nicht am Anhängen der
- 35 -
Last beteiligt. Er hat behauptet, er habe sich dem Lastwagen vor dem Absturz nur
einmal genähert, als er sich zu Beginn des Vorgangs die Ladung angesehen ha-
be. Der Kläger hat ausgesagt, dass sich der Beklagte 2 auf der Lastwagenbrücke
auf der einen Seite der Ladung aktiv am Anhängen der Last beteiligt habe; er sel-
ber habe lediglich die Last "beim Zug" gehalten. Und schliesslich ging der Chauf-
feur davon aus, dass der Beklagte 2 zwar hinzugekommen sei, jedoch nicht auf
der Brücke des Lastwagens war; dort seien nur er und der Kläger gewesen.
Anzumerken ist, dass die Beklagten in der Klageantwort (act. 2/11 S. 6 f.)
darauf hingewiesen haben, der Kläger habe bei einem Telefongespräch mit der
SUVA selber gesagt, dass der Kranführer neben dem Lastwagen am Boden ge-
standen habe, als er die Last gezogen habe. Der genannte Bericht der SUVA vom
17. Januar 2014 (act. 2/4/3), der als Haupt- und Gegenbeweismittel genannt wird,
basiert auf einer Besprechung mit dem Kläger auf der Agentur ... [Ort]. In der No-
tiz wird festgehalten, der Kläger habe gesagt, dass der Kranführer und er auf den
LKW gestiegen seien, um das Gerüst abzuladen. Als der LKW fast leer gewesen
sei – es sei der vorletzte Zug gewesen – sei etwas schief gegangen. "Ich kann
ihnen nicht mehr sagen, wen eigentlich die Schuld trifft, da ich nicht mehr weiss,
wer das Gerüst genau angebunden hat, der Kranführer war jedenfalls nicht mehr
auf dem LKW. Er stand beim Anziehen der Last neben dem LKW". Abgesehen
davon, dass diese Aussage nur den Standort des Beklagten 2 bei Beginn des Zu-
ges betrifft, ist in diesem Zusammenhang auf die Protokollnotiz im Prot. VI in
act. 2 S. 10 hinzuweisen, wo steht: "Die Verständigung mit dem Kläger gestaltet
sich in sprachlicher Hinsicht schwierig, weshalb die Protokollierung nur annähe-
rungsweise erfolgen kann [...]". In einer zweiten Notiz der SUVA zur telefonischen
Besprechung vom 28. Januar 2014 mit dem Kläger (act. 2/14/1), von den Beklag-
ten als Gegenbeweismittel genannt, ist dann wieder davon die Rede, dass alle
drei (der Kläger, der Chauffeur und der Kranführer) auf den Lastwagen gestiegen
seien und die zweitletzte Last (Bund) angehängt hätten.
Nach Ansicht der Kammer ist der Wert dieser Äusserungen des Klägers
höchst beschränkt und sie dürften für sich allein genommen nicht ausschlagge-
bend sein, weil es bei dieser Besprechung die gleichen Verständigungsschwierig-
- 36 -
keiten gegeben haben muss wie sie später das Gericht festgestellt hat. Tatsäch-
lich spielen sie im vorliegenden Berufungsverfahren keine Rolle.
e) Der Kläger hält den Beklagten 2 für das Herunterfallen der Lasten ver-
antwortlich, weil er sich nicht über das korrekte Anschlagen vergewissert habe.
Der Beklagte 2 könne sich der Verantwortung nicht mit der Behauptung entzie-
hen, dass der Kläger die Lasten angeschlagen und an den Kran angehängt habe.
Als Kranführer bleibe er für das korrekte Anschlagen der Lasten und die korrekte
Aufhängung verantwortlich. Die Beklagte 1 hafte gestützt auf Art. 55 OR, die den
Beklagten 2 den Kran ohne die erforderliche Bewilligung habe führen lassen und
letztlich für die Beachtung der gefahrenspezifischen Vorschriften beim Transport
von Lasten verantwortlich sei (act. 2/2 Rz 21).
6. a) Dass die "Problemlast" an den Bügeln angehängt gewesen sei, ver-
neinte der Beklagte 2, würden doch die Gerüstelemente von der Firma immer so
vorbereitet, dass sie nur noch angehängt werden müssten (Prot. VI S. 62). Die
Kammer geht allerdings davon aus, dass es beim Anschlagen der letzte(n)
Last(en) tatsächlich Probleme gegeben hat. Dafür sprechen die Vorbringen des
Klägers und seine doch über weite Strecken lebendige und detaillierte Schilde-
rung der Schwierigkeiten beim Abladen, welche von G._ bestätigt werden.
Dass der Abladevorgang nach der Schilderung des Beklagten 2 ganz problemlos
war, insbesondere dass auch die herunterstürzende Last richtig angehängt wor-
den sei, erscheint als reine Schutzbehauptung, müssten die Beklagten bzw. der
Beklagte 2 sonst irgend eine Möglichkeit nennen können, warum denn die Last
nach ihrer bzw. seiner Ansicht habe abstürzen können. Trotz bezüglicher Frage
ist dies allerdings nicht geschehen (Prot. VI in act. 2 S. 59).
b) Wie das korrekte Anschlagen zu erfolgen hat, ergibt sich aus der vom
Kläger eingereichten Dokumentation (act. 2/28/2: "Anschlagen von Lasten"). Das
unrichtige Anhängen an den Bügeln bestätigen der Kläger und der Zeuge
G._, der Zeuge erwähnt das Bild des aufgebogenen Bügels, dass sich ihm
deutlich eingeprägt habe, was für ein verinnerlichtes Bild und damit für ein tat-
sächliches Erleben spricht. Die Befestigung an den Bügeln stellt nur der Beklagte
2 in Abrede, weil der ganze Vorgang korrekt abgelaufen sei, worauf wie bereits
- 37 -
erwähnt nicht abgestellt werden kann. Es leuchtet denn auch ohne weiteres ein,
dass das Anhängen an den Bügeln, die völlig anderen Zwecken dienen, nicht re-
gelkonform und gefährlich ist. Auf die Unzulässigkeit dieser Befestigung weist
nicht nur der Chauffeur (der seither seinerseits den Kranführer-Lernfahrausweis
erworben hatte [Prot. VI in act. 2 S. 19]), sondern auch der Beklagte 2 selber hin,
weil die Bügel nicht für ein solches Gewicht gemacht seien, sondern lediglich für
200 bis 300 kg (Prot. VI in act. 2 S. 62).
c) Schwierig ist die Feststellung der Person/en, die die Last an die Bügel
angeschlagen hat oder haben bzw. allenfalls entsprechende Anweisungen dazu
erteilte/n. Der Beklagte 2 will beim Anschlagen gar nicht beteiligt gewesen sein.
Der Zeuge G._ spricht davon, dass "man" an den Bügeln angeschlagen ha-
be, ohne zu sagen, wer "man" war und der Kläger hält seine Beteiligung beim An-
schlagen für "absurd" (Prot. VI in act. 2 S. 42), obwohl er sich auf dem Weg zum
späten Mittagessen um die Probleme mit dem Abladen der Gerüstbretter geküm-
mert haben will. Dass die Idee zum Anhängen an den Bügeln von ihm stammen
könnte, wäre insofern naheliegend, als er in der gerichtlichen Befragung das An-
hängen an den Bügeln als gängige Praxis bezeichnete und grundsätzlich auch
nicht für bedenklich hielt (Prot. VI in act. 2 S. 43). Erwiesen ist dies jedoch nicht.
d) Letztlich kann die Frage, wer konkret an den Bügeln angeschlagen hat,
allerdings offen bleiben. Die Beklagten haben vortragen lassen, dass der Beklagte
2 während des ganzen Abladevorgangs auf dem Gerüst auf dem zweiten Stock,
ca. 9 m hoch, gestanden sei (act. 11 S. 6 f.; Prot. VI in act. 2 S. 55), auch noch als
dann die Last abgestürzt sei. Der Beklagte 2 hat auf Vorhalt eingeräumt, dass es
seine Pflicht sei, die Ladung vor dem Abladen anzuschauen; er sei anfänglich um
den Lastwagen herumgegangen und sei dann aufs Gerüst gestiegen (Prot. VI in
act. 2 S. 58). Die Pflicht des Kranführers ist allerdings nicht auf die erwähnte An-
fangskontrolle beschränkt, sondern umfasst notwendigerweise auch die Vorgänge
während des Betriebs des Krans. Der Beklagte 2 hat nach seinen Aussagen von
seinem Standort aus sehen können, wie die Last angehängt war (Prot. VI in act. 2
S. 62). Alles sei komplett vorbereitet gewesen und die Gurte installiert. Eine an
den Bügeln angehängte Last hätte er, der Beklagte 2, nie gezogen (Prot. VI in
- 38 -
act. 2 S. 63). Dass die Schaffung eines gefährlichen Zustandes Schaden vermei-
dende Vorkehrungen erfordert, lässt an den sog. Gefahrensatz denken (vgl. z.B.
Karl Oftinger/Emil W. Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Allgemeiner Teil,
Band I, 5. Auflage, Zürich 1995, Rz 55 ff.; Ingeborg Schwenzer, Schweizerisches
Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Auflage, Bern 2009, Rz 50.32 f.). Dass
konkret die an den Bügeln angehängten Gerüstbretter nicht hätten gezogen wer-
den dürfen, ergibt sich aus der Regelung in der Verordnung über die sichere Ver-
wendung von Kranen (Kranverordnung; SR 832.312.15), eine Bedeutung, auf die
der Kläger hinweist (act. 2 Rz 17 ff.). In Art. 5 sind die persönlichen Vorausset-
zungen für Hebearbeiten mit Kranen aufgelistet. Unter anderem ist dort erwähnt,
dass Inhaber von Lernfahrausweisen von einem Kranführer, die mindestens seit
drei Jahren einen Kranführerausweis besitzen, begleitet bzw. beaufsichtigt wer-
den müssen. Geht es um Anleitung und Aufsicht, so wird unmittelbar klar, dass
der Aufenthalt des dafür Verantwortlichen in einem Umkreis von weniger als
10 km, wie das der Beklagte 2 behauptet (Prot. VI in act. 2 S. 54), offensichtlich
nicht genügen kann. Das wird insbesondere bei der Haftung der Beklagten 1 zu
erörtern sein. Art. 6 Abs. 1 sieht vor, dass Lasten für den Hebevorgang so zu
sichern, so am Kranhaken zu befestigen (anzuschlagen) und nach dem Hebevor-
gang so abzustellen [...] sind, dass sie nicht in Gefahr bringender Weise umstür-
zen, herabstürzen oder abrutschen können. "Lastenaufnahmeeinrichtungen und
Anschlagmittel müssen für den jeweiligen Transport geeignet und in betriebssi-
cherem Zustand sein" (Abs. 2). "Personen, die Lasten anschlagen, sind zu dieser
Arbeit anzuleiten" (Abs. 3). Der Grundkurs (und die Prüfung) für Kranführer um-
fassen "das Anschlagen von Lasten in Theorie und Praxis" (Art. 13 Abs. 1 lit. c).
In der bei den Akten liegenden Lerneinheit "Anschlagen von Lasten" (act. 28/2)
werden die Lasten stets umschlauft; eine andere Befestigungsart wird darin nicht
dargestellt (Abbildungen 4 bis 10).
Der Beklagte 2 ist nach seinen eigenen Angaben auf dem Gerüst des Neu-
baus gestanden, um so den Überblick über das Geschehen zu haben. Wenn
Art. 6 Abs. 1 vorsieht, dass Lasten für den Hebevorgang so zu sichern, so am
Kranhaken zu befestigen sind, dass sie nicht in Gefahr bringender Weise umstür-
zen, herabstürzen oder abrutschen können, hätte der in Nachachtung dieser Vor-
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schrift das an den Bügeln angeschlagene Bretterpaket nicht ziehen dürfen, was er
auch – wenn auch unter Bestreitung, dass es so gewesen sei – selber eingeräumt
hat. Dass die Art und Weise der Befestigung für ihn nicht erkennbar gewesen wä-
re, macht er nicht geltend, sondern – im Gegenteil –, dass er gesehen habe, dass
die Last richtig angeschlagen war (was zu seiner Version gehört, dass alles prob-
lemlos und in Ordnung gewesen sei). War seine Distanz zum Geschehen – rich-
tigerweise – so gewählt, dass er die Art und Weise der Befestigung sehen konnte,
so musste er auch gesehen haben, dass fälschlicherweise an den Bügeln ange-
schlagen war, was ihn vom Anheben hätte abhalten müssen.
e) Der Beklagte 2 hat ausgeführt, dass derjenige, der Lasten anhänge, dafür
verantwortlich sei – gebe er das Zeichen zum Anheben, sei es in Ordnung. Ge-
genüber einer beigezogenen Hilfsperson habe er keine Verantwortung (Prot. VI
in 2 S. 60). Die Beklagten haben behauptet, der Kläger habe dem Beklagten 2 auf
Nachfrage bestätigt, dass die Last richtig angehängt sei (Prot. VI in act. 2 S. 8),
während sich der Beklagte 2 in der Befragung nicht mehr erinnert hat, wer ihm
das Zeichen im vorliegenden Fall gegeben habe (Prot. VI S. 56). Auch wenn es
das Zeichen tatsächlich gegeben haben sollte, so kämen dafür einzig der Kläger
und der Zeuge G._ in Frage. Ob sich der Beklagte 2 darauf verlassen konn-
te, dass der Kläger, der sich ihm an jenem Morgen als Chef der Gerüstbaufirma
vorstellte, über die nötige einschlägige Erfahrung (Prot. VI in act. 2 S. 61) verfüg-
te, kann für den vorliegenden Zusammenhang offen bleiben. Offensichtlich falsch
ist die Behauptung, Lastwagenchauffeure hätten stets auch die Kranführerprüfung
(Prot. VI in act. 2 S. 60 unten), so dass auch daraus keine besondere Verlässlich-
keit abzuleiten ist.
Sollte sich der Beklagte 2 einfach nicht um das richtige Anschlagen geküm-
mert haben, so gereicht ihm diese Nachlässigkeit – angesichts seiner Kranführer-
pflichten – zum Vorwurf. Dass er keine Verantwortung für Hilfspersonen habe und
dass er diese nicht kontrollieren müsse (Prot. VI in act. 2 S. 60), trifft so nicht zu.
Jedenfalls entlastet es ihn dies dann nicht, wenn ein Fehler wie das falsche An-
schlagen an den Bügeln gut sichtbar zu Tage trat. Der Beklagte 2 hätte eine an
den Bügeln angehängte Last nicht anheben dürfen, und zwar unabhängig von
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den Kenntnissen und der Qualifikation der Personen, die das Anhängen besorgt
haben.
Welchen Beitrag die Beteiligten am Anschlagen der Last leisteten, kann für
die in diesem Berufungsverfahren zu beantwortenden Fragen offen bleiben. Was
den Kläger anbelangt, steht nach seiner eigenen Aussage fest, dass er mindes-
tens am Anhebevorgang beteiligt war und dass er die (an den Bügeln angeschla-
gene) Last zu Beginn des Zuges gehalten hat (Prot. VI in act. 2 S. 10, S. 38 f.).
Bezüglich Beweissatz 1 steht jedenfalls fest, dass der Beklagte 2 eine offen-
sichtlich falsch angeschlagene Last angehoben hat und damit seine Pflichten als
Kranführer verletzt hat.
7. Der Beweissatz gemäss Ziff. 4 der Beweisverfügung vom 29. März 2016
(act. 2/17 S. 3) betrifft den Kausalzusammenhang zwischen der herunterfallen-
den Kranladung und dem Sprung des Klägers von der Brücke des Lastwagens
(Prot. VI in act. S. 14). Dem Kläger wurde der Hauptbeweis dafür auferlegt, dass
er sich vor der stürzenden Kranladung entweder in Sicherheit bringen musste
oder in jedenfalls nachvollziehbarer Weise davon ausging, dies tun zu müssen.
a) Der Rechtsvertreter des Beklagten 2 weist darauf hin, dass es um den
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Lösen der Ladung und der Ver-
letzung des Klägers durch Sprung vom Lastwagen gehe, welchen die Beklagten
bestreiten würden (act. 11 Rz 37). Zum genauen Absturzort gebe es keine gesi-
cherten Angaben. Der Zeuge G._ behaupte eine Fallhöhe von ca. 10 m, der
Kläger eine solche von zunächst 15 m, später 10 m, wobei die Last gleich neben
dem Lastwagen aufgeschlagen sei. Der Beklagte 2 sei von 3 - 4 m ausgegangen,
aus der die Ladung dann 3 - 4 m neben dem Lastwagen aufgeschlagen habe.
Fest stehe unstreitig, dass die Ladung nicht auf dem Lastwagen aufgeschlagen
habe (act. 11 Rz 39; Prot. VI in act. 2 S. 28, S. 44, S. 54 und S. 57). Zwischen
dem Sprung vom Lastwagen und dem Absturz der Ladung könne keine Verbin-
dung hergestellt werden. Der Kläger sage selbst (vgl. Prot. VI in act. 2 S. 40),
dass er die Gurte festgehalten habe, bis der Zug begonnen habe, so dass er
das Anheben der Last und das Schwenken des Krans habe beobachten können
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und damit gewusst habe, dass die Ladung nicht auf den Lastwagen fallen werde
(act. 11 Rz 41). Der Beklagte habe die Last vorschriftsgemäss ca. 2 m angehoben
und dann 5 - 6 m in Richtung Kran gezogen und dann weiter angehoben und erst
in jener Phase habe sich die Last gelöst; der Kläger, der diesen Schwenker mit-
bekommen habe, habe deshalb gewusst, dass die Last nicht auf den Lastwagen
fallen werde (act. 11 Rz 43). Der Chauffeur habe anlässlich der Befragung nicht
einmal mehr gewusst, wie er gewarnt worden sei und der Beklagte 2 habe ausge-
sagt, dass der Chauffeur nicht im Sinn eines Notfalls vom LKW herunterstieg, was
ebenfalls gegen eine Gefahr für Personen auf der Ladebrücke spreche (act. 11
Rz 43). Der Sprung des Klägers sei demnach völlig überflüssig und aus Sorge um
die Ausführung des Regieauftrags erfolgt (act. 11 Rz 44). Der Kläger habe denn
auch diesen Vorhalt inhaltlich nicht gekontert, sondern ausgesagt, dass eine Be-
schädigung von Gerüstelementen aus Metall niemanden interessiere, was ange-
sichts der Beteiligung des Klägers an der (gewinnorientierten) Gerüstfirma nicht
zutreffe (act. 11 Rz 45 f.). Der Chauffeur und der Kläger hätten sich aus dem Ge-
fahrenbereich begeben müssen, was sie nicht getan hätten. Der Sprung vom
Lastwagen sei völlig überflüssig gewesen, da die Last ca. 5 - 6 m neben dem
Kran heruntergefallen sei (act. 11 S. 12). Der Lastwagen sei nicht getroffen wor-
den, sondern ein anderes Fahrzeug (Prot. VI in act. 2 S. 8) bzw. andere Fahrzeu-
ge (vgl. Prot. VI in act. 2 S. 50).
b) Der Beklagte 2 hat in der Befragung ausgesagt, er habe den Kläger im
Nachhinein, d.h. nach dem Absturz der Last am Boden liegen sehen; der Chauf-
feur sei immer noch auf dem Lastwagen gewesen und sei dann langsam und
nicht im Sinne eines Notfalls heruntergestiegen (Prot. VI in act. 2 S. 59). Die Last
sei drei bis vier Meter neben dem Lastwagen abgestürzt (Prot. VI in act 2 S. 54).
Alle Bretter seien auf einmal zu Boden gegangen (Prot. VI i act. 2 S. 57).
c) G._ hat als Zeuge ausgesagt, dass ihn der Kläger gewarnt habe, so
dass er vom LKW gesprungen sei. Man schaue in dieser Situation nicht mehr, wo
genau die Last herunterkomme, sondern springe in Sicherheit (Prot. VI in act. 2
S. 26). Die Last sei ca. zwei Meter neben dem Lastwagen gelegen, bei den par-
kierten Autos. Was der Grund für seinen Sprung – ein Anstossen, ein Schrei oder
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ein "Achtung" – gewesen sei, wisse er nicht. Er glaube, der Kläger sei vor ihm ge-
sprungen (Prot. VI in act. 2 S. 27 f.). Es habe sich um Millisekunden gehandelt
und er schätze die Absturzhöhe auf ca. 10 m. Auf die Zusatzfrage des Klägers,
ob er bestätigen könne, dass er ihn, den Zeugen, gepackt und vom Lastwagen
gestossen habe, bevor er gesprungen sei, hielt er dies für möglich, war sich aber
nicht sicher (Prot. VI in act. 2 S. 30).
d) Der Kläger seinerseits schätzte die Höhe des Falls auf etwa 15 m bzw.
mehr als 10 m (Prot. VI in act. 2 S. 44 f); die Last sei gleich neben dem Lastwa-
gen heruntergefallen (Prot. VI S. 12). Der Sprung sei eine Reaktion gewesen, der
Chauffeur sei noch gebückt gestanden, er habe ihn am Leibchen gepackt und
fortgestossen (Prot. VI in act. 2 S. 46).
e) In groben Zügen stimmen die Sachdarstellungen und die Aussagen be-
treffend Absturz der Last überein, auch wenn die Einzelheiten bezüglich der Ab-
sturzhöhe und die Absturzstelle etwas differieren. Dass der Lastwagen und damit
der Ort, wo sich G._ der Kläger aufgehalten hatten, von den herabstürzen-
den Teilen nicht getroffen wurde, ist unbestritten. Die Bemerkung des Beklagten
2, er sei erst nach dem Vorfall auf den Lastwagen gestiegen, um Material wegzu-
räumen und neu zusammenzubinden (Prot. VI in act. 2 S. 54), könnte zwar darauf
hinweisen, dass es wegen dem Absturz etwas zum Wegräumen gegeben habe,
war aber offensichtlich nicht so gemeint.
Nach den Beklagten war der Absturz weder eine mittelbare noch eine unmit-
telbare Gefahr für die beteiligten Personen gewesen (act. 11 Rz 40). Das haupt-
sächliche Argument der Beklagten betrifft die Tatsache, dass der Kläger nach
eigenen Angaben die Last beim Zug, d.h. beim Anheben von LKW, festgehalten
habe, so dass erstellt sei, dass der Kläger das Anheben der Ladung sowie das
Schwenken des Krans vor dem Lösen der Ladung beobachtet und mitbegleitet
habe (act. 11 Rz 41). Der Beklagte 2 habe die Last vorschriftsgemäss bis auf 2.0
m angehoben, dann die Last fünf bis sechs Meter in Richtung Kran gezogen und
erst dort angehoben. Bis zum zweiten Anheben sei die Last damit mehrere Meter
vom Lastwagen entfernt gewesen; den Schwenker vom Lastwagen weg habe der
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Kläger mitbekommen und damit gewusst, dass die Ladung nicht auf dem Lastwa-
gen aufschlagen werde (act. 11 Rz 42).
In seiner Einvernahme hat der Beklagte 2 allerdings zwei Versionen des An-
hebevorgangs gegeben:
• In Prot. VI in act. 2 S. 57 hat er auf die Frage: "Beschreiben Sie uns kurz,
wie Sie diese Ladung, die dann abgestürzt ist, anhoben", die Antwort gege-
ben: "Ich zog sie hoch, fuhr sie retour und fing dann an, sie weiter anzuhe-
ben".
• In Prot. VI in act. 2 S. 54 wurde gefragt, "Warum löste sich die Ladung von
ihrem Kran?", und vom Beklagten 2 geantwortet: "Ich hob die Last drei bis
vier Meter an und wollte [Hervorhebung beigefügt] sie in Richtung der  verschieben, um sie dann weiter anzuheben".
In diesen beiden Antworten ist der sog. Zug unterschiedlich geschildert und
es steht damit zum vornherein nicht fest, wie genau der Beklagte 2 die Last anhob
und was genau der Kläger von den ausgeführten Bewegungen hätte merken und
was er daraus für den genauen Absturzort hätte schliessen müssen.
Für die Kammer steht damit fest, dass dem Kläger (und dem Zeugen
G._) nicht klar sein musste, wo genau sich die am Kran hängende Last be-
fand bzw. wo genau diese nach dem Absturz aufschlagen würde. Der Zeuge
G._ schildert diese – und vergleichbare – Ausgangslage/n anschaulich, wenn
er sagt: "Wenn ein Auto auf einen zufährt, springt man weg. Das ist so eine
Schocksituation, da springt man einfach. Ich will nicht zuerst einschätzen, ob ich
nun springe oder ob es wohl noch reicht. [...] Als die Warnung kam, schaute ich
auch nach oben. Ich schätze, die Last war zwei Meter neben uns, wie hoch sie
genau war weiss ich nicht mehr. Ich sah die Last noch in der Luft, als sie herun-
terkam, das waren Millisekunden". Damit ist davon auszugehen, dass im Sinne
des auferlegten Beweises erstellt ist, dass der Kläger sich in nachvollziehbarer
Weise mit einem Sprung vom Lastwagen und damit aus dem möglichen Gefah-
renbereich in Sicherheit brachte. Dass die Angaben, wie der Zeuge G._ ge-
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warnt wurde, nicht genau übereinstimmen – was die Beklagten monieren – ist zu-
treffend, allerdings ändert dies nichts daran, dass es eine gegebenenfalls lebens-
bedrohliche Unsicherheit über den Ort, wo genau die abstürzende Last aufschla-
gen würde, gab (act. 11 Rz 43). Dass es überhaupt keine Warnung gegeben ha-
be, behaupten die Beklagten nicht.
f) Wenig überzeugend ist das "wirtschaftliche" Argument der Beklagten: Der
Sprung sei einzig erfolgt, weil der Kläger in Sorge um seinen Regieauftrag gewe-
sen sei (act. 11 Rz 44 f.). Tatsächlich ist nicht ersichtlich, wie der Absturz eines
einzigen Bundes Gerüstbretter einen ganzen Auftrag in Gefahr bringen könnte,
auch wenn sämtliche Bretter, die am Absturz beteiligt waren, unbrauchbar gewor-
den wären. Wenn der Kläger gekontert hat, die Gerüstelemente seien aus Metall
(was die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung betrifft) und eine allfällige Be-
schädigung interessiere keinen Menschen, ist das keine Schutzbehauptung, wie
die Beklagten geltend machen (act. 11 Rz 45), sondern gibt den Stellenwert eines
auch für eine gewinnorientierte Firma kleinen Schadens realistisch wieder.
Aus diesen Gründen geht die Kammer davon aus, dass der Absturz der Last
ursächlich für den Sprung vom Lastwagen und damit für die Verletzung des Klä-
gers kausal war.
8. Aufgrund des Ergebnisses der von der Kammer vorgenommenen Be-
weiswürdigung ist der Fall zur weiteren Bearbeitung und zum Entscheid an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
IV.
Ist die Berufung gutzuheissen und der Fall an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen, so ist die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren festzusetzen. Die
Verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird der Vorinstanz entspre-
chend dem Ausgang des erstinstanzlichen Verfahrens vorzunehmen haben.
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