# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 28315600-0e7b-5892-a319-980125fead70
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Der Gemeinderat A. plant mittels der beiden Strassenbauprojekte „Zusammenschluss
Strasse G./Strasse H.“ und „Umgestaltung Einlenker Strasse G./Strasse I.“, die Strasse G.
und die Strasse H. zusammenzuschliessen und den bestehenden Einlenker der Strasse I. in
die Strasse G. zu verbessern (act. 5.13.1/5-6). Je mit Entscheid vom 8. Januar 2019 (act.
5.1.1) und 2. April 2019 (Projektänderung, act. 5.9.1) wies er die dagegen gerichteten
Einsprachen der Anstösser B1. und B2., C1. und C2., D1. und D2. sowie E1. und E2. ab.
B. Gegen diese Einspracheentscheide liessen B1. und B2., C1. und C2., D1. und D2. sowie E1.
und E2., vertreten durch RA FF., mit Eingaben vom 4. Februar 2019 (act. 5.1) sowie 29. April
2019 (act. 5.9) Rekurs beim Departement Bau und Volkswirtschaft erheben, welches die
beiden Rekursverfahren mit verfahrensleitender Verfügung vom 11. Juli 2019 (act. 5.14) zu
einem Verfahren vereinigte.
C. Mit Entscheid vom 27. Juli 2020 (act. 2) hiess das Departement Bau und Volkswirtschaft den
Rekurs im Sinne der Erwägungen teilweise gut. Gleichzeitig wies es die Sache zur neuen
Beurteilung und neuem Entscheid an den Gemeinderat A. zurück.
D. Dagegen liess die Einwohnergemeinde A. (im Folgenden: Beschwerdeführerin), handelnd
durch den Gemeinderat, mit Eingabe vom 14. September 2020 (act. 1) beim Obergericht
Beschwerde erheben, wobei sie eingangs erwähnte Rechtsbegehren stellte.
E. Mit Eingaben vom 15. Oktober 2020 (act. 4) und 3. November 2020 (act. 7) liessen sich das
Departement Bau und Volkswirtschaft sowie die ehemaligen Einsprecher B1. und B2., C1.
und C2., D1. und D2. sowie E1. und E2., vertreten durch RA FF., mit eingangs erwähnten
Rechtsbegehren zur Beschwerde vernehmen.
F. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen
näher eingegangen.
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## Considerations

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1) zur Behandlung der Beschwerde gegen den Rekursentscheid der
Vorinstanz zuständig ist und die Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind.
2.
2.1 Beim vorinstanzlichen Entscheid, der die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der
Erwägungen an den Gemeinderat A. zurückweist, handelt es sich um eine selbstständig
eröffnete Zwischenverfügung im Sinne von Art. 54 Abs. 1 lit. b VRPG (BGE 133 V 477 E.
4.2). Die Beschwerde an das Obergericht ist daher nur zulässig, wenn diese für die
Betroffenen einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann, der sich später
voraussichtlich nicht mehr beheben lässt. Grundsätzlich obliegt es der beschwerdeführenden
Partei, den Nachteil darzutun, soweit dessen Vorliegen nicht offensichtlich ist (Urteil des
Bundesgerichts 2C_151/2013 vom 24. Mai 2014 E. 1.2.2; BGE 134 III 426 E.1.2; 133 III 629
E.2.3.1). Ein Rückweisungsentscheid, mit dem eine Sache zu neuer Abklärung und
Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, bewirkt in der Regel keinen nicht
wieder gutzumachenden Nachteil, sondern führt bloss zu einer Verlängerung des Verfahrens
(BGE 139 V 99 E. 2.4; 137 III 308 E. 1.2.1; 136 II 165 E. 1.2.1). Anders verhält es sich, wenn
die übergeordnete Instanz eine Sache mit verbindlichen Vorgaben, welche die untere Instanz
bei ihrem neuen Entscheid befolgen muss, an die untere Instanz zurückweist. Diesfalls wird
diese durch die materiellen Anordnungen gezwungen, einen ihres Erachtens rechtswidrigen
Entscheid zu erlassen, den sie in der Folge nicht mehr anfechten kann (BGE 142 V 26 E.
1.2; 140 V 321 E. 3.7.1). Erschöpft sich der Rückweisungsentscheid indes darin, dass eine
Frage ungenügend abgeklärt und deshalb näher zu prüfen sei, ohne dass damit
materiellrechtliche Vorgaben verbunden sind, so entsteht der Behörde kein nicht wieder
gutzumachender Nachteil (BGE 140 V 282 E. 4.2; 140 V 505 E. 1; 140 II 315 E. 1.3.1).
2.2 Im vorliegenden Fall kam die Vorinstanz zum Schluss, dass der Entscheid der Beschwer-
deführerin insbesondere hinsichtlich der Prüfung des Vorliegens eines öffentlichen Interes-
ses, der Notwendigkeit der Strassenbauprojekte, der fehlenden Verhältnismässigkeits-
prüfung und der fehlenden Interessenabwägung nicht den gesetzlichen Anforderungen
genüge. Damit habe der Gemeinderat A. seine Begründungspflicht verletzt, weshalb eine
Rückweisung der Sache an den Gemeinderat A. zur neuen Beurteilung und neuem Entscheid
gerechtfertigt sei.
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Die Beschwerdeführerin unterlässt es in der Beschwerde, einen nicht wieder gutzu-
machenden Nachteil darzulegen, der sich später voraussichtlich nicht mehr beheben lässt.
Ein solcher ist auch nicht ersichtlich: Der Rückweisungsentscheid verpflichtet die
Beschwerdeführerin zwar zu weiteren Abklärungen und einer vertieften Begründung in
Bezug auf die Recht- und Zweckmässigkeit der strittigen Strassenbauprojekte. Dadurch wird
sie jedoch nicht gezwungen, einen ihres Erachtens rechtswidrigen Entscheid zu fällen bzw.
die Einsprache der Beschwerdegegner gutzuheissen. Die Rechts- und Sachlage präsentiert
sich damit nicht als unverrückbar. Der angefochtene Entscheid schränkt weder den
Beurteilungsspielraum der Beschwerdeführerin wesentlich ein noch enthält er verbindliche
Anweisungen, in welcher Weise der Fall materiellrechtlich zu behandeln wäre. Die Rück-
weisung der Vorinstanz führt damit lediglich zu einer das Kriterium von Art. 54 Abs. 1 lit. b
VRPG nicht erfüllenden Verlängerung des Verfahrens. Anderweitige nachteilige Konse-
quenzen sind keine auszumachen und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht vor-
gebracht. Mangels Erfüllung der Eintretensvoraussetzungen von Art. 54 Abs. 1 lit. b VRPG
kann daher nicht auf die Beschwerde eingetreten werden.
3. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf des-
sen Rechtsmittel nicht eingetreten wird.
Weil die Beschwerdeführerin mit ihren Begehren nicht durchdringt, ist ihr die Entscheid-
gebühr aufzuerlegen. In Anwendung von Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Ver-
waltungssachen (GGV, bGS 233.2) erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt
Fr. 1‘000.-- als angemessen, wobei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 VRPG auf die
Erhebung verzichtet wird.
4. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine Ent-
schädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Ausgangsgemäss ist dem Ent-
schädigungsbegehren der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner zu entsprechen. Der
Vorinstanz steht keine Parteientschädigung zu (Art. 59 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 Abs. 3 VRPG)
Die Entschädigung setzt sich zusammen aus einem Honorar und den Barauslagen; die
Mehrwertsteuer wird als Zuschlag in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den
Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). In Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen wird
das Honorar pauschal festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1‘000.-- bis
Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 AT). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens richtet
sich das Honorar nach den besonderen Umständen des Falles. In Betracht fallen namentlich
Art und Umfang der Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen
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Verhältnisse der Beteiligten (Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der
Honorare unterteilt werden in
a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von
Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;
b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfragen
betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein Honorar in
der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- angemessen erscheint; und
c) schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen
überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche
Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis Fr. 10‘000.--, bzw. in
aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt.
Vorliegend ist von einem einfachen Fall mit unterdurchschnittlichem Aufwand auszugehen,
wobei zudem zu beachten ist, dass sich die Beschwerdegegner zu den Eintretensvoraus-
setzungen nicht geäussert haben. In Anbetracht dieser Umstände erscheint eine Ent-
schädigung im unteren Rahmen von Fr. 1‘000.-- als angemessen, zuzüglich 4 % Baraus-
lagen und 7.7 % Mehrwertsteuer (total Fr. 1‘120.10), welche zulasten der Beschwerdefüh-
rerin zugesprochen wird.
5. Rechtsmittelentscheide über Zwischenentscheide gelten ihrerseits ebenfalls als Zwischen-
entscheide, ausser wenn sie den Abschluss des Hauptverfahrens darstellen (Urteil des
Bundesgerichts 2C_475/2011 vom 13. Dezember 2011 E. 2.1). Ihre Anfechtung richtet sich
daher nach Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG, SR 173.110).
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