# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7a2d2fa1-d2cd-56ee-9a15-507917eb1279
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführenden reichten am 15. Dezember 2016 bei der Gemeinde
Uebeschi ein Baugesuch ein für den Um- und Ausbau ihres Wohnhauses auf der Parzelle
Uebeschi Grundbuchblatt Nr. D._. Die Parzelle liegt in der Wohnzone W2. Die
Beschwerdeführenden beabsichtigen, das vorhandene Dachgeschoss abzubrechen, das
Gebäude aufzustocken und eine separate Wohnung einzubauen sowie einen
Erschliessungstrakt mit Treppe und Lift anzubauen und den bestehenden Balkon zu
erweitern. Gleichzeitig ersuchten sie um Erteilung einer nachträglichen Baubewilligung für
den bereits erstellten Aussenparkplatz entlang der Kantonsstrasse. Gegen das Um- und
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Ausbauvorhaben wurde Einsprache erhoben. Mit Entscheid vom 12. April 2017 erteilte die
Gemeinde Uebeschi einerseits die nachträgliche Baubewilligung betreffend den
Aussenparkplatz und andererseits den Bauabschlag betreffend das Um- und
Ausbauvorhaben.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 16. Mai 2017 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die
Aufhebung des Entscheids vom 12. April 2017 und die Erteilung der Baubewilligung. Sie
rügen insbesondere, die Gemeinde habe dem Um- und Ausbauvorhaben einzig gestützt auf
ästhetische Gründe den Bauabschlag erteilt und dies obwohl sich das um- bzw. ausgebaute
Gebäude gut ins Strassen- und Ortsbild einfügen würde. Zudem habe die Gemeinde
unzulässigerweise auf die Einholung eines Fachberichts der kantonalen Kommission zur
Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) verzichtet.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und edierte die Vorakten. Es holte zudem einen Fachbericht der OLK
ein; aufgrund der ausführlichen Fotodokumentation, welche die OLK zusammen mit dem
Fachbericht einreichte, wurde auf die Durchführung eines Augenscheins verzichtet. Die
Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Fachbericht der OLK zu äussern und
Schlussbemerkungen einzureichen. Die Gemeinde beantragt die Abweisung der
Beschwerde und verweist hauptsächlich auf ihren Entscheid. Die Einsprechenden haben auf
eine Beteiligung am Beschwerdeverfahren verzichtet.
4. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht der OLK wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung der
Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die
Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Baugesuch in
Bezug auf den Um- und Ausbau abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen
Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Streitgegenstand
a) Die Beschwerdeführenden reichten einerseits ein Baugesuch ein für den Um- und
Ausbau ihres Wohnhauses; andererseits ersuchten sie um Erteilung einer nachträglichen
Baubewilligung für den bereits erstellten Aussenparkplatz entlang der Kantonsstrasse.
Bezüglich des Um- und Ausbauvorhabens verfügte die Vorinstanz den Bauabschlag. Für den
bereits erstellten Aussenparkplatz erteilte sie hingegen die nachträgliche Baubewilligung;
dies unter der Auflage, dass der bestehende Parkplatz auf 1.50 m ab Fahrbahnrand
zurückzubauen ist. In ihrer Beschwerde beantragen die Beschwerdeführenden nun pauschal
die Aufhebung des vorinstanzlichen Bauentscheids. Sie unterscheiden dabei nicht zwischen
dem Bauabschlag auf der einen Seite und der nachträglichen Baubewilligung auf der
anderen Seite.
b) Anfechtungsobjekt in einem Beschwerdeverfahren ist die Verfügung der Vorinstanz.
Der Streitgegenstand bezeichnet denjenigen Teil des Anfechtungsobjekts, den die
beschwerdeführende Partei von der Rechtsmittelinstanz überprüfen lassen will. Der
Streitgegenstand braucht sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch
nicht über dieses hinausgehen. Er wird mit dem Antrag und der Begründung in der
Beschwerde festgelegt. Der Entscheid in der Sache ist ebenso wie das Verfahren
grundsätzlich auf den Streitgegenstand begrenzt.3
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). 3 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 13 und Art. 72 N. 6 bis 8; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011, S. 148 ff.
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c) Im Gegensatz zum Antrag in der Beschwerde geht aus deren Begründung – zumindest
sinngemäss – hervor, dass die Beschwerdeführenden lediglich den Bauabschlag betreffend
ihr Um- und Ausbauvorhaben von der BVE überprüfen lassen wollen. Der nachträglich
bewilligte Aussenparkplatz und insbesondere die damit verbundene Auflage werden von den
Beschwerdeführenden hingegen nicht in Frage gestellt. Folglich ist die Verfügung der Vor-
instanz in diesem Punkt in Rechtskraft erwachsen. Streitgegenstand des vorliegenden
Verfahrens bildet demnach einzig der Bauabschlag betreffend das Um- und
Ausbauvorhaben.
3. Ästhetik
a) Das bestehende, vom Um- und Ausbauvorhaben der Beschwerdeführenden betroffene
Einfamilienhaus ist ein rund 15 Jahre altes Fertighaus mit weissem Verputz und Satteldach.
Es ist insbesondere geplant, dessen Dachgeschoss abzubrechen, das Gebäude
aufzustocken und die dadurch erstellte Einliegerwohnung über einen separaten Anbau mit
Treppe und Lift zu erschliessen. Daneben soll der bestehende Balkon erweitert werden. Der
ebenfalls bestehende, giebelseitig entlang der Ostfassade platzierte Carport, welcher mit
einem geneigten Vordach versehen ist, soll hingegen unverändert bleiben. Ursprünglich war
geplant, diesen durch einen teilweise staketenverschalten Carport mit Flachdach zu
ersetzen. Die Beschwerdeführenden haben im Laufe des Baubewilligungsverfahrens jedoch
darauf verzichtet. Das in Leichtbauweise (Holzelemente) erweiterte, wiederum mit einem
Satteldach aus naturroten Tonziegeln überfangene Wohnhaus soll nach wie vor verputzt
sein; neuerdings jedoch nicht mehr weiss, sondern hellgrau. Durch den geplanten
Erschliessungsanbau soll das Gebäude nordseitig, das heisst zur Kantonsstrasse hin, eine
zusätzliche schmale Raumschicht erhalten, welche eine Breite von 1.40 m aufweist. Diese
neue, in der Höhe gestufte Trauffront sowie die gegen Westen gerichtete Giebelseite mit
einem neuen und dem erweiterten Balkon sollen grossflächig mit einer hölzernen, ebenfalls
hellgrau gestrichenen Staketenschalung verkleidet werden.
b) Die Gemeinde begründete den Bauabschlag für das Bauvorhaben mit einer Verletzung
des kommunalen Gestaltungsgrundsatzes. Die durchgehend „hochgestellte“ sprossenartige
Fassadenverkleidung auf der Nord- und Westfassade passe sich nicht gut ins Dorfbild ein.
Die Sprossenverkleidung verleihe der Baute einen siloähnlichen Charakter, welcher mit den
umliegenden Häusern keinesfalls im Einklang stehe. Wie die Beschwerdeführenden zwar zu
Recht ausführten, seien solche vertikalen Holzverschalungen in der umliegenden Region
durchaus anzutreffen. Dabei gelte jedoch zu beachten, dass diese Verschalungen in der
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Regel bloss Teile einer Fassade oder eines Bauteils einnehmen würden. Vorliegend sei
jedoch geplant, die gesamte Nordfassade und der grösste Teil der Westfassade zu
verkleiden, was weit über das verträgliche Mass hinausgehe. Denn dadurch werde die
vertikale Verschalung zu einem prägenden Merkmal des Gebäudes, was nicht
ortbildverträglich sei. So wirke die gegen die Hauptstrasse ausgerichtete Nordfassade durch
die beinahe vollständige Verschalung viel zu wuchtig im Vergleich zu den vorherrschenden
Fassaden dieses Strassenzuges.
c) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften, Orts-
und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt die
„ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. Eine
Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden
Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften
erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können (Art. 9 Abs. 3 BauG).
Derartige Vorschriften müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst
sein als die Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein
anders formulieren.4
Von dieser Möglichkeit hat die Gemeinde Uebeschi in ihrem Baureglement Gebrauch
gemacht: Art. 7 Abs. 2 GBR5 legt fest, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten sind, dass
zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht. Bei der Beurteilung, ob
eine gute Gesamtwirkung entsteht, sind nach Art. 7 Abs. 3 GBR insbesondere zu
berücksichtigen:
- die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes, - die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung auch die beabsichtigte
Gestaltung der benachbarten Bebauung, - Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen, - die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung, - die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und der Begrenzungen gegen den
öffentlichen Raum, - die Gestaltung und Einordnung der Erschliessungsanlagen, Abstellplätze und Eingänge.
Diese Bestimmung geht weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihr kommt daher selbständige
Bedeutung zu. Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten kommunalen
Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen gewissen
Beurteilungsspielraum haben. Wird die Anwendung einer von der Gemeinde erlassenen
Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die Rechtsmittelinstanzen zu
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4 f. und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen. 5 Baureglement der Gemeinde Uebeschi vom 7. Dezember 2012 (GBR).
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prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung rechtlich haltbar ist. Sie
auferlegen sich bei der Auslegung von unbestimmten Rechtsbegriffen in eigenständigen
kommunalen Vorschriften eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der Auffassung der
Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der
umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar wäre. Sie sind nicht
befugt, die kommunale Auslegung der Norm durch ihr eigenes Verständnis zu ersetzen,
wenn die Rechtsauffassung der Gemeinde betreffend den Inhalt, den Sinn und die Tragweite
der interessierenden Vorschrift rechtlich vertretbar erscheint. Dies gilt insbesondere dann,
wenn die Würdigung örtlicher Verhältnisse in Frage steht.6 Jedoch dürfen auch an das
Erfordernis der guten Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt
werden. Die gute Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen
architektonischen Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen
Gegebenheiten, dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine
neue Baute oder Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der
Umgebung zu orientieren hat.7
d) Die Beschwerdeführenden machen geltend, die Vorinstanz hätte zwingend die OLK
beiziehen müssen. Die Gemeinde stellt sich hingegen auf den Standpunkt, es habe
vorliegend keine Pflicht bestanden, die OLK bereits im Baubewilligungsverfahren
beizuziehen; vielmehr sei diese Entscheidung einzig in ihrem Ermessen gelegen.
Das Rechtsamt der BVE hat für die ästhetische Beurteilung des Um- und Ausbauvorhabens
der Beschwerdeführenden die OLK beigezogen; dazu war die BVE, als verwaltungsinterne
Justizbehörde, sowohl gestützt auf die allgemeinen geltenden Verfahrensgrundsätze gemäss
Art. 18 Abs. 1 und 2 VRPG8 als auch gestützt auf Art. 4 Abs. 1 OLKV9 befugt. Aufgrund
dieses Umstands und angesichts des Verfahrensausgangs kann deshalb offen gelassen
werden, ob vorliegend bereits die Vorinstanz verpflichtet gewesen wäre, die OLK
beizuziehen.
e) In ihrem Bericht vom 15. August 2017 führt die OLK bezüglich Charakterisierung des
Ortsbilds in der Umgebung des Bauvorhabens aus, das Ortsbild von Uebeschi sei – nicht nur
im engeren Umfeld des umstrittenen Hauses – ausgesprochen heterogen. So variiere nicht
6 VGE 22887 vom 21.8.2007, E. 4.3 mit Hinweisen. 7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 5; BVR 2009 S. 328 E. 5.3 und 2006 S. 491 E. 6.3.1 f. 8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 9 Verordnung vom 27. Oktober 2010 über die Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLKV; BSG 426.221).
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nur die Setzung der Baukörper, sondern auch deren Volumina, Proportionen,
Fensterverteilung und Firstrichtung. Die vorhandenen Bauten seien massiv gemauert, in
Ständerbauweise oder als Fachwerk ausgeführt; ferner seien sie auf Sicht oder verputzt und
verschiedentlich mit Eternitrand oder einer Brettschalung versehen. Letztere sei jeweils
stehend oder liegend angebracht und naturbelassen, gebeizt oder in Grautönen gehalten,
aber teilweise auch farbig gefasst. Daneben gebe es – gerade bei Bauten nach 1980 –
allerlei konstruktive und gestalterische Mischformen, die entwurfsmässig selten überzeugen
würden. Für das innere Ortsbild prägend seien wenige Leitbauten aus der Zeit um 1900, die
ihrerseits jedoch unterschiedlichen konstruktiven und stilistischen Vorbildern folgen würden.
Im unmittelbaren Umfeld des umstrittenen Vorhabens seien dies insbesondere die beiden
auf der gegenüberliegenden Seite der Kantonsstrasse stehenden grossvolumigen
Liegenschaften Nrn. E._ und F._. Das bestehende Haus der
Beschwerdeführenden gehöre schliesslich zu den zahlreichen Einfamilienhäusern, die nach
1960 vielfach eher konzeptlos – also keiner übergeordneten und vorausschauenden
Gesamtplanung folgend – in die gleichmässig parzellierten Grundstücke am Dorfrand gesetzt
worden seien. Die Architektur der meisten dieser Eigenheime sei beliebig und austauschbar.
Die Wohnzone W2 in der Gemeinde Uebeschi sei denn auch ein anschauliches Beispiel
dafür, wie die soeben beschriebene Agglomerations-Architektur in den ländlichen Raum
exportiert worden sei und dort gesamthaft oft ortsfremd wirke.
So unterschiedlich wie die Architektur sei im Übrigen das Verhältnis der einzelnen Gebäude
zum öffentlichen Raum. So gebe es je nach Terrainverlauf Latten- und Staketenzäune sowie
Böschungsmauern aus Natur- oder Zementformsteinen. Teilweise seien die Vorgartenzonen
aber auch mit Maschendrahtzäunen oder gar nicht eigefriedet und manchmal werde das
Umfeld eines Gebäudes durch asphaltierte Vorplätze, Garagenzufahrten und Abstellflächen
sogar zum Strassenraum hin aufgerissen. In Bezug auf die Gestaltung und Begrenzung des
öffentlichen Raums bestehe in Uebeschi folglich ein Defizit. Dies gelte insbesondere auch für
das umstrittene Gebäude. So überzeuge bei diesem die gegenwärtige Gartensituation mit
offenem Abstandsgrün in keiner Weise; die betreffende Umgebungsgestaltung sei daher
eindeutig verbesserungsfähig.
f) Zur Wirkung des Bauvorhabens in Bezug auf das umliegende Ortsbild bzw. auf die
bestehende Gestaltung der benachbarten Bebauung führt die OLK in ihrem Bericht aus, das
Einfamilienhaus der Beschwerdeführenden – welches als Typenhaus eigentlich für ein
urbanes Umfeld konzipiert worden sei – wirke in seiner heutigen Form an diesem Standort
ortsfremd. Durch den projektierten Umbau werde das Gebäude jedoch ein völlig anderes
Gesicht erhalten; die filigrane „zweite Fassade“ und deren Materialisierung erachtet die OLK
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dabei nicht als problematisch. So könne die OLK auch den von der Gemeinde monierten
„siloähnlichen Charakter“ nicht nachvollziehen. Die Neukonzeption mit einer von einer
Staketenschalung überspannten Erschliessungszone bzw. zusätzlichen Raumschicht auf der
Balkonseite nehme vielmehr ein in der Region früher verbreitetes Motiv auf, entwickle daraus
ein im Baumaterial (Holz) identisches, farblich aber dem Grundbau angeglichenes
Entwurfselement und setze dieses ganz oder teilweise fassadenfüllend um. Mit Blick auf die
benachbarten Gebäude, die teilweise ein beträchtliches Volumen aufweisen würden, sei
zudem auch das zusätzliche Geschoss tragbar.
Die OLK hält sodann fest, dass gerade aufgrund des ausgesprochen heterogenen Ortsbilds
entlang der Kantonsstrasse ein neuzeitlich (um-)gestalteter Baukörper an besagter Stelle gut
denkbar sei. So liege das Haus der Beschwerdeführenden gut einsehbar im Strassenraum
und werde schon heute im leicht geschwungenen Strassenraum aus verschiedenen
Perspektiven wahrgenommen; auch deshalb seien gestalterische Verbesserungen, wie sie
mit dem geplanten Umbau nun vorgesehen wären, begrüssenswert.
Weiter fügt die OLK an, dass die Bebauung mit Einfamilienhäusern in der Wohnzone W2
stellenweise zwar ortsfremden Charakter habe; alle diese Bauten seien aber inzwischen
längst gebaute Realität. Auch in dieser Hinsicht sei es deshalb legitim, einerseits dem Gebot
der Zeit folgend eine innere Verdichtung anzustreben (Aufstockung) und andererseits einen
allfälligen Umbau auch mit unkonventionellen gestalterischen Mitteln auszuformulieren
(Staketenschalung); eine simple Volumenvergrösserung unter Satteldach liefere nämlich
nicht zwingend befriedigende Resultate.
Zusammenfassend kommt die OLK zum Schluss, dass schon aufgrund des Umstands,
wonach in der Wohnzone W2 von Uebeschi die einzelnen Liegenschaften derart verschieden
gestaltet seien, eine bewusste Wechselwirkung zwischen diesen eigentlich gar nicht
stattfinde und in der Regel auch nie beabsichtigt worden sei. Letztlich handle es sich
vielmehr um eine Ansammlung von auf sich selbst bezogenen Eigenheimen, die
konzeptionell weder einen Kontext suchen würden noch gestalterisch je einen solchen
herstellen könnten. Der umstrittene Umbau versuche indes, diese Baugesinnung mit einem
unkonventionellen Entwurf zu durchbrechen. Letzterer beziehe sich auf regionale
Architekturmotive, die weiterentwickelt würden, und auf Volumetrien benachbarter
Gebäudekörper selbstbewusst reagiere. Dadurch entstehe ein neuer Mosaikstein im
vielgestaltigen Ortsbild von Uebeschi.
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g) Aufgrund ihrer Ausführungen beantragt die OLK, das Um- und Ausbauvorhaben der
Beschwerdeführenden zu bewilligen. Gleichzeitig empfiehlt sie aber, die Bewilligung mit zwei
Auflagen zu verknüpfen. So sei einerseits der Garten zur Kantonsstrasse hin räumlich zu
schliessen und andererseits der giebelseitig platzierte Carport gemäss der ursprünglichen
Planung als kubisches staketenverschaltes Volumen zu gestalten. Denn würde Letzterer
unverändert übernommen werden, würde das bestehende Vordach nach dem geplanten
Umbau nach Ansicht der OLK gestalterisch als Fremdkörper wirken und wäre damit einer
einheitlichen, in sich stimmigen Gesamterscheinung des Hauses abträglich.
h) Die dem Bericht der OLK beiliegende Bilddokumentation zeigt, dass das Ortsbild in
Uebeschi entlang der Kantonsstrasse äusserst heterogen ist. Nichts anderes gilt für die
nähere Umgebung der Bauparzelle. So befinden sich im betreffenden Strassenzug sowohl
verschieden grosse Wohnhäuser (aus der Zeit von 1950 bis 1965) als auch zwei
grossvolumige Bauernhäuser (aus der Zeit um 1900). Die Häuser weisen unterschiedliche
Konstruktionsformen auf. Ihre Stellung und Ausrichtung ist zudem nicht einheitlich. Die
vorhandenen Gebäude unterscheiden sich aber nicht nur in Bezug auf ihre Stellung, Form,
Proportionen und Dimensionen, sondern auch hinsichtlich ihrer Fassadengestaltung,
Materialisierung und Farbgebung stark voneinander. Die Fassade des Wohnhauses
(Nr. G._), welches sich östlich der Bauparzelle befindet, ist im unteren Bereich hell
verputzt und im oberen Bereich mit einer Brettschalung versehen, welche von dunkelbraun
bis schwarz reicht.10 Die beiden anderen Wohnhäuser (Nrn. H._ und I._) sind
zwar beide vollständig hell verputzt, jedoch in unterschiedlichen Farbtönen.11 Die beiden
Bauernhäuser (Nrn. E._ und F._), welche sich auf der gegenüberliegenden
Seite der Kantonsstrasse befinden, weisen grösstenteils in braun gehaltene Holzfassaden
auf; deren Sockel sowie einzelne Fassadenelemente sind wiederum in unterschiedlichen
Grautönen verputzt.12 Letztlich prägen diese beiden Bauernhäuser mit ihren Giebel- bzw.
Trauffassaden aus Holz aber den umliegenden Strassenraum stark. Das Haus der
Beschwerdeführenden in seiner jetzigen Form gehört hingegen – wie die umliegenden
Wohnhäuser – zu denjenigen Gebäuden, welche aufgrund ihres urbanen Charakters bzw.
ihrer Agglomerations-Architektur – wie sie die OLK zutreffend nennt – in der voralpinen,
landwirtschaftlich geprägten Zwischenzone, in welcher sich die Gemeinde Uebeschi
befindet, ortsfremd wirken.
10 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 5 Mitte und S. 9 oben und Mitte. 11 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 5 unten, S. 9 sowie S. 11 oben. 12 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 5 und S. 10 jeweils oben und Mitte.
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Durch den geplanten Um- und Ausbau würde das betreffende Haus aber – wie die OLK
richtigerweise ausführt – ein völlig anderes Erscheinungsbild erhalten. Die von der
Gemeinde geäusserte Ansicht, wonach die geplante Staketenschalung zu einem prägenden
Merkmal des Gebäudes werde, kann zwar gefolgt werden. So soll diese – mit Ausnahme von
ein paar wenigen Öffnungen (insbesondere auf Höhe der Balkone und des
Gartensitzplatzes) – die gesamte Nord- und Westfassade umfassen und daher gut vom
öffentlichen Raum her einsehbar sein. Dieser Umstand hat jedoch nicht zur Folge, dass die
umstrittene Staketenschalung nicht ortsbildverträglich wäre. Ebenso wenig verleiht die
geplante Verschalung dem Gebäude einen siloähnlichen Charakter. Es ist zwar davon
auszugehen, dass das Haus der Beschwerdeführenden mit der umstrittenen
Staketenschalung sowie der gleichzeitigen Aufstockung eine dominantere Erscheinung
haben dürfte, als dies zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist. Dies ist angesichts des westlich der
Bauparzelle befindlichen Massivbaus (Nr. I._)13 sowie den beiden grossvolumigen
Bauernhäusern (Nrn. E._ und F._)14, die sich auf der gegenüberliegenden
Seite der Kantonsstrasse befinden, aber unproblematisch. Vielmehr wird dadurch eine
grössere Einheitlichkeit in Bezug auf die Dimensionen der betreffenden Gebäude erreicht;
von einer (zu) wuchtigen Erscheinung kann entgegen den Ausführungen der Gemeinde
jedenfalls nicht gesprochen werden. Hinzu kommt, dass mit der geplanten Staketenschalung
aus Holz nicht nur ein früher in der Region verbreitetes Motiv aufgenommen und weiter
entwickelt wird, sondern sich das Um- und Ausbauvorhaben damit insbesondere auch an
den beiden Bauernhäusern, welche das umliegende Strassenbild prägen, orientiert. Dass
deren Holzfassaden nicht stehend, sondern grösstenteils liegend ausgeführt und nicht
hellgrau, sondern braun gehalten sind, ändert daran nichts. Entscheidend ist vielmehr, dass
sich das umstrittene Vorhaben bewusst an den qualitativ hochwertigeren Bauten in seiner
Umgebung, mithin an den beiden Bauernhäusern Nrn. E._ und F._, orientiert
und seine Umgebung nicht stört. Am Beispiel des Neubaus am Weg zur Schürmatt,
gegenüber dem Gebäude Nr. J._ wird ausserdem deutlich, dass eine blosse
Volumenvergrösserung unter Satteldach ohne Staketenschalung nicht unbedingt zu einem
besseren Resultat führt.15 Letztlich ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass es sich vorliegend
nicht um eine besonders schützenswerte Umgebung handelt. So liegt die Bauparzelle weder
in einem Ortsbildschutzgebiet noch in einer Baugruppe nach Bauinventar. Das einzige im
Bauinventar als erhaltenswert eingestufte Objekt in der näheren Umgebung der Bauparzelle,
ist die „Alte Käserei“, in welcher sich heute die Gemeindeverwaltung befindet. Dieser Bau
13 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 7 und 8 jeweils unten sowie S. 9 oben und unten. 14 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 5 und S. 10 jeweils oben und Mitte. 15 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 13 unteres Bild.
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wird durch das Vorhaben der Beschwerdeführenden jedoch nicht gestört. Vielmehr weist das
betreffende Gebäude auf seiner der Bauparzelle zugewandten nordöstlichen Seite eine
Holzfassade auf, welche der geplanten Staketenschalung nicht unähnlich sieht.16
i) Nach dem Gesagten orientiert sich das umstrittene Um- und Ausbauvorhaben an den
prägenden Elementen des bestehenden Strassenbildes und tritt damit im Umgebungsbild
nicht störend in Erscheinung; das Um- und Ausbauvorhaben führt vielmehr zu einer
Verbesserung der bestehenden Situation. Das Erfordernis der „guten Gesamtwirkung“ nach
Art. 7 Abs. 2 GBR ist damit erfüllt. Dies gilt umso mehr, als dass an diese bei der
vorliegenden, aus ästhetischer Sicht nicht besonders wertvollen Umgebung nicht allzu
strenge Anforderungen gestellt werden dürfen. Auch wenn der Gemeinde bei der Auslegung
des Begriffs der „guten Gesamtwirkung“ ein gewisser Beurteilungsspielraum zukommt, kann
ihrer Auffassung daher nicht gefolgt werden. Als Begründung für den Bauabschlag aus
ästhetischen Gründen hält sie in ihrem Entscheid vom 12. April 2017 in allgemeiner Weise
fest, die geplante Staketenschalung habe Silocharakter und wirke im Vergleich zu den
vorherrschenden Fassaden viel zu wuchtig; folglich stehe diese nicht im Einklang mit den
umliegenden Häusern. Dabei bleibt jedoch unklar, was genau die Gemeinde mit dem Begriff
„Silocharakter“ vorliegend meint bzw. inwiefern die beabsichtigte Verschalung dem Gebäude
einen solchen Charakter verleihen soll. Angesichts der grossvolumigen Bauten in der
unmittelbaren Umgebung der Bauparzelle kann ferner nicht von einer zu wuchtigen
Erscheinung der geplanten Fassaden gesprochen werden. Aber auch im Verlaufe des
Verfahrens vermochte die Gemeinde nicht überzeugend darzulegen, inwiefern der
kommunale Gestaltungsgrundsatz tatsächlich verletzt werde. So hält sie in ihren
Schlussbemerkungen im Wesentlichen lediglich fest, dass sich die OLK in ihrem Bericht zu
stark an Vergangenem orientiere. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Vielmehr ist es für
die gute Gesamtwirkung entscheidend, dass sich das Um- und Ausbauvorhaben der
Beschwerdeführenden an den das umliegende Strassenbild prägenden Bauten orientiert. Die
von der Vorinstanz vertretene Auffassung ist aufgrund der genannten Umstände rechtlich
nicht haltbar.
j) Gemäss den obigen Ausführungen führt der geplante Um- und Ausbau auch ohne die
von der OLK gewünschten Verbesserungen betreffend Umgebungsgestaltung und Carport
zu einer guten Gesamtwirkung. Das Bauvorhaben erfüllt damit die massgebenden
Gestaltungsvorschriften und ist daher aus ästhetischer Sicht bewilligungsfähig. Insofern sind
die von der OLK empfohlenen Auflagen nicht nötig.
16 Vgl. Bildbeilage zum Fachbericht der OLK vom 15. August 2017, S. 5 unten sowie S. 6 oben.
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k) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die OLK das Um- und Ausbauvorhaben
der Beschwerdeführenden geprüft und zur Bewilligung empfohlen hat. Die BVE sieht keinen
Anlass, von dieser überzeugenden Fachmeinung abzuweichen und dem Vorhaben die
Baubewilligung aus ästhetischen Gründen zu verweigern. Da das Vorhaben auch ansonsten
den massgebenden Vorschriften entspricht und alle erforderlichen Zusatzbewilligungen
sowie Fachberichte vorliegen und Letztere allesamt positiv lauten, ist die Beschwerde
gutzuheissen. Dementsprechend ist der Bauabschlag gemäss Ziffer 4.1 des Bauentscheids
der Gemeinde Uebeschi vom 12. April 2017 aufzuheben und das Um- und Ausbauvorhaben
der Beschwerdeführenden zu bewilligen. Da der vorinstanzliche Entscheid in Ziffer 4.3
bereits auf die genannten Zusatzbewilligungen und Fachberichte verweist und somit die
darin verfügten bzw. genannten Auflagen und Bedingungen gelten, müssen diese mit dem
vorliegenden Entscheid nicht (neu) verfügt werden.
4. Kosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr.
Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren
erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 1'200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV17). Die Kosten der OLK
(Fr. 800.– für den Bericht vom 15. August 2017 gemäss Rechnung vom 25. August 2017)
werden gestützt auf Art. 11 GebV zusätzlich erhoben. Die Verfahrenskosten im
Beschwerdeverfahren betragen somit Fr. 2'000.–. Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die
Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale
Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben.
b) Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens gilt die Gemeinde Uebeschi als
unterliegende Partei. Vorliegend können dieser jedoch keine Verfahrenskosten auferlegt
werden, da sie nicht in ihren Vermögensinteressen betroffen ist (Art. 108 Abs. 2 VRPG i.V.m.
Art. 2 VRPG). Der Kanton trägt daher die Verfahrenskosten. Die amtlichen Kosten für das
erstinstanzliche Baubewilligungsverfahren in der Höhe von Fr. 2'384.45 haben hingegen in
jedem Fall die Beschwerdeführenden als Baugesuchsteller zu tragen (Art. 52 Abs. 1
BewD18).
17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21). 18 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
RA Nr. 110/2017/54 13
c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht
deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder
Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Da die Gemeinde als unterliegend gilt,
haben die Beschwerdeführenden Anspruch auf Parteikostenersatz.
Das von den Rechtsvertretern der Beschwerdeführenden geltend gemachte Honorar von
Fr. 6'700.– zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer ist überhöht. Die Parteikosten umfassen
den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG).
Nach Art. 11 Abs. 1 PKV19 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen
Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs
bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG20).
Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand aufgrund der Durchführung eines
Beweisverfahrens sowie eines zweiten Schriftenwechsels zwar als durchschnittlich zu
werten. Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch von rund Fr. 540'000.– und den
umstrittenen Rechtsfragen sind aber die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit
des Prozesses insgesamt als eher unterdurchschnittlich einzustufen. Daher erscheint eine
Ausschöpfung des Gebührenrahmens zu 35 % und damit ein Honorar von Fr. 4'390.– (exkl.
Auslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Gemeinde hat somit den
Beschwerdeführenden eine Parteikostenentschädigung von Fr. 4'892.40 (Honorar Fr. 4'390.–
, Auslagen Fr. 140.– und Mehrwertsteuer Fr. 362.40) zu bezahlen.