# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 353c95e4-f617-452a-a99f-66107c87a05d
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») am 10. Dezember 2018 gegen
A. einen Auslieferungshaftbefehl erliess (act. 2);
- A. am 13. Dezember 2018 mit in englischer Sprache verfasster Eingabe an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und darin sinnge-
mäss geltend machte, er sei nicht mit seiner Auslieferung nach Polen einver-
standen und er warte noch auf einen Rechtsanwalt (act. 1);
- einer Telefonnotiz des BJ entnommen werden kann, dass A. bereits am
11. Dezember 2018 eine Liste mit Rechtsanwälten zur Auswahl ausgehän-
digt worden ist (act. 5.1);
- die Beschwerdekammer A. am 17. Dezember 2018 darauf hinwies, dass er
zwar Gründe darlege, welche seiner Ansicht nach gegen eine Auslieferung
an sich sprechen, seiner Beschwerde aber keine Ausführungen zur Auslie-
ferungshaft zu entnehmen seien (act. 3);
- A. deswegen u.a. aufgefordert wurde, bis 27. Dezember 2018 mitzuteilen,
ob er mit seiner Eingabe eine Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbe-
fehl erheben möchte oder nicht, und gegebenenfalls genau anzugeben, wel-
che Punkte des Auslieferungshaftbefehls er anfechte, welche Gründe einen
anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel er anrufe (act. 3);
- A. unter Hinweis auf Art. 385 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 48 Abs. 2 IRSG ange-
droht wurde, dass auf seine Eingabe nicht eingetreten werde, wenn diese
auch nach Ablauf der Nachfrist nicht den gesetzlichen Anforderungen ent-
spreche (act. 3);
- A. mit einer in deutscher Sprache verfassten Eingabe vom 20. Dezember
2018 mitteilte, er wolle Beschwerde gegen eine Auslieferung nach Polen er-
heben und er benötige dafür einen Anwalt (act. 4).
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die verfolgte Person gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ innert zehn
Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts führen kann, wobei für das Beschwerdeverfah-
ren die Art. 379–397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47
IRSG);
- im Übrigen die allgemeinen Bestimmungen des IRSG und des VwVG gelten
(vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG);
- in einer Beschwerde gegen einen Auslieferungshaftbefehl genau anzugeben
ist, welche Punkte angefochten werden, welche Gründe einen anderen Ent-
scheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden (Art. 385
Abs. 1 StPO);
- die Beschwerde zur Verbesserung innerhalb einer kurzen Nachfrist zurück-
gewiesen wird, wenn sie diese Anforderungen nicht erfüllt, unter Androhung
des Nichteintretens für den Fall, dass sie auch nach Ablauf dieser Frist die-
sen Anforderungen nicht genüge (Art. 385 Abs. 2 StPO; siehe auch Art. 52
Abs. 2 und 3 VwVG);
- die Verhaftung der verfolgten Person während des ganzen Auslieferungsver-
fahrens die Regel bildet (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2
S. 309) und eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haft-
entlassung sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen
rechtfertigen, so z.B. wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig
erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG);
- sich der Beschwerdeführer vorliegend zwei Mal gegen seine Auslieferung
nach Polen aussprach, eine solche zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch gar
nicht bewilligt worden ist und es diesbezüglich an einem Anfechtungsobjekt
fehlt;
- die Eingaben des Beschwerdeführers auch nach entsprechender Nachfrist
keine Ausführungen zum bestehenden Auslieferungshaftbefehl enthalten,
womit unklar bleibt, welche Punkte der Beschwerdeführer anfechten will;
- auf dessen Eingabe daher androhungsgemäss und ohne weiteren Schriften-
wechsel (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario; siehe auch Art. 57 Abs. 1 VwVG)
nicht einzutreten ist;
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- selbst bei einer Umdeutung der Eingaben des Beschwerdeführers in eine
Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl keine Gründe erkennbar
sind, welche eine allfällige Auslieferung bereits jetzt als offensichtlich unzu-
lässig erscheinen liessen;
- dem Verfolgten von Amtes wegen ein rechtlicher Beistand bestellt wird, wenn
er selber davon absieht und es die Wahrung seiner Interessen erfordert
(Art. 21 Abs. 1 IRSG);
- das mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 gestellte Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege aufgrund des vorstehend Ausgeführten zufolge Aussichts-
losigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG);
- dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Bestellung eines Rechtsanwalts
im Auslieferungsverfahren gewährt worden ist (act. 5.1) und er auch beim
Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens in jedem Fall berechtigt
ist, jederzeit ein begründetes Haftentlassungsgesuch einzureichen (Art. 50
Abs. 3 Satz 2 IRSG);
- daher von einer Bestellung eines rechtlichen Beistandes für das Beschwer-
deverfahren abzusehen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten grundsätzlich dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen wären, ihm diese aufgrund des geringen
Aufwands in der Sache und seiner womöglich schwierigen finanziellen Situ-
ation jedoch ausnahmsweise erlassen werden können (vgl. Art. 63 Abs. 1
VwVG);
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