# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b2815f19-38b2-4480-adea-d4d9b0a7d3b3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, Mutter von drei Kindern, stand bis zum 30. November 2006 in einem Arbeitsverhältnis
in
einem Pensum von 50 % im Alterszentrum
Y._
(Urk.
9
/8). Am 4. Juli 2007 meldete sie sich unter Hinweis auf einen Unfall mit Schultergelenksverletzung bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/3).
Aufgrund der Ergebnisse ihrer Abklärungen medizinischer und erwerblicher Art sowie der Erhebungen über die häusliche Situation
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten - nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
- mit Verfügungen vom 30. November 2016 eine ganze
befristete
Inva
lidenrente für die Zeiträume von
Januar bis
Mai 2007
(Urk.
9
/259 = Urk. 2)
, vo
n
März bis Juni 2009
(Urk.
9
/262
= Urk. 5
/2
)
und von
Februar bis Mai 2012
zu
(Urk.
9
/
253
= Urk. 6/2; zum
Sach
verhalt vgl. auch Urteile vom 22. April
2014 im Prozess Nr.
IV.2014.00109
, Urk.
9
/156, und vom 24. November
2015
im Prozess Nr.
IV.2015.00983,
Urk.
9
/189)
.
2.
Gegen die
drei
Verfügungen vom 30. November 2016 (Urk. 2, Urk. 5/2 und Urk. 6/2) erhob die Versicherte am 13. Januar 2017
je eine
Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr mit Wirkung ab 1. Januar 2007 ununterbrochen eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1, Urk. 5/1 und Urk. 6/1).
Die Verfahren wurden am 18. Januar 2017 vereinigt (Urk. 7).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar
2017, welche der Beschwerdeführerin am 7. März
2017 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 10), schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Am
13. April 2017 zog die Beschwerdeführerin den Antrag auf
eine öffent
liche Hauptverhandlung
zurück
(
Urk. 11
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommens
ver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Be
hand
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Inva
lideneinkommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzie
len könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validenein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol
gen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Ein
kommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Metho
de des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be
messen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die ver
si
cher
te Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beur
teilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemisch
ten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorge
nommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen)
vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Mass
gabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erheb
liche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezieh
ungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen ange
fochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des
Rechts
mittelverfahrens
in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenan
spruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
Laut Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus
sichtlich weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung der Erwerbsfähig
keit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Berichts
ist entscheidend, ob e
r
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
der
lichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob e
r
in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen de
s
Arztes oder der Ärztin
in einer Weise begründet sind, dass die
rechtsan
wendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann,
und
ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdefüh
rerin eine für die Zeit
räume von
Januar bis Mai 2007, vo
n
März bis
Juni 2009 und von
Februar bis Mai 2012 befristete ganze Invalidenrente zu mit der Begründung,
es sei kein psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen,
in somatischer Hinsicht bestehe
jedoch
eine erhebliche Einschränkung
in der Arbeitsfähigkeit, so dass
die Beschwerdeführerin
nicht mehr als Pflegeassistentin arbeiten könne, jedoch in einer behinderungsangepasste
n
Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei. Unter Berücksichtigung, dass sie zwischen 20
und
30 % im Haushalt tätig wäre, resultiere aus der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit kein
Invaliditäts
grad
, ausser während der Perioden, während derer sie aufgrund der
Schulter
operationen
im Erwerb und im Haushalt
vollständig arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 2).
2.2
Dagegen brachte die
Beschwerdeführerin vor (Urk. 1)
, aus dem Gutachten der
Z._
gehe hervor, dass sie in psy
chischer Hinsicht zufolge der schweren psychi
a
tri
schen Diagnosen auch für eine Verweisungstätigkeit nicht arbeitsfähig sei (S. 9
Ziff.
2.4.2).
Sie sei im Zeitpunkt des Unfallereignisses, das zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe, als
Pflegehelferin tätig gewesen, nachdem sie den Kurs Pflegehelferin SRK erfolg
reich abgeschlossen habe. Angesichts ihrer guten Qualifikationen hätte sie mit Sicherheit weitere Karriereschritte im Pflegebereich unternommen und ein höheres Einkommen als von der Beschwerdegegnerin angenommen erzie
len können (S. 12
Ziff.
2.5.2). Sie habe eine körperlich schwere Tätigkeit aus
geübt, weshalb ein Abz
u
g vom Tabellenlohn vorzunehmen sei (S. 15 Ziff. 2.6.2)
. Die Anwendung der gemischten Methode sei rechtswidrig (S. 15 f.
Ziff.
2.7). Schliesslich werde mit einer Einschränkung von lediglich 32.15 % im Haushalt ihrer gesundheitlichen Situation nicht Rechnung getragen (S. 16
Ziff.
2.8.1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdeführerin seit Januar 2007
unun
terbrochen
Anspruch auf eine Rente
hat
.
3.
3.1
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet we
rden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst
wirk
lichkeitsgerechte
Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind
die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Mass
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothe
tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
messungsmethode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
the
tischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf
Beweiswürdi
gung
beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen
Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festge
stellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November
2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
3.2
Anlässlich der erstmaligen Haushaltsabklärung im September 2010 (
Abklä
rungs
bericht
vom 5. November 2010,
Urk.
9
/65) gab die Beschwerdeführerin an, sie würde ohne Gesundheitsschaden zum gleichen Pensum (50 %) einer
Erwerbsarbeit nachgehen. In Zukunft würde sie das Pensum auf 80 % erhöh
e
n, wobei sie den Zeitpunkt nicht nennen könne. Sie gehe jedoch davon aus, dass sie bis zum Schuleintritt des jüngsten Kindes mit der Erhöhung des Pensums zuwarten würde (S. 3 Ziff. 2.6). Hieran hielt sie gemäss
Abklärungs
bericht
vom 27. April 2015 (Urk.
9
/171) fest und ergänzte, dass sie spätestens zwei bis drei Monate nach dem Schuleintritt des jüngsten Kindes, mithin ab Oktober oder November 2013 ihr Arbeitspensum auf 80 % erhöht hätte (S. 3).
Gestützt auf diese Aussagen ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden
bis
Ende Oktober
2013 zu einem Pensum von 50 % einer Erwerbsarbeit nachgegangen wäre und ab November 2013 zu einem Pensum von 80 % einer Erw
erbsarbeit nachginge. Dies ist nicht zu beanstanden.
Das Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschen
rechte (EGMR) in Sache
Di
Trizio
gegen
di
e Schweiz vom 2. Februar 2016 (Nr. 7186/09) steht der vorliegenden Anwendung der gemischten Methode nicht entgegen (vgl. Revisionsurteil des Bundesgerichts 9F_8/2016 vom 20. Dezem
ber 2016 E.
4.1-4.4 und IV-Rundschreiben Nr.
355 des Bundes
amtes für Sozialversicherungen vom 31. Oktober 2016).
4.
4.1
Am 29. Februar 2008 (Urk.
9
/14) diagnostizierte
Dr.
A._
,
Fach
ärztin
für Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,
residuelle
Schulter
schmerzen
rechts bei Status nach offener AC-Gelenksresektion sowie eine depressive Entwicklung im Sinne einer Anpassungsstörung (S. 9). Sie be
hand
le die Beschwerdeführerin seit Juni 2006 und habe ihr wegen der be
steh
enden Schwangerschaft ein pflanzliches Antidepressivum mit
Aufbau
mittel
verschrieben und sie vor allem in Techniken zur Entspannung und Schmerzdistanzierung instruiert. Die Übungen habe sie schnell und gut gelernt und auch zu Hause angewendet. Bis Ende 2006 habe sie sie insge
samt 6 Mal gesehen. Die Beschwerdeführerin habe sich im Mai 2007 erneut bei ihr gemeldet, weil sich
nebst
den bestehenden Schmerzen auch
Schlaf
probleme
entwickelt hätten (S. 10). Zwischen Juli und Dezember 2007 habe sie - wie es ihrem Naturell entspreche - wieder versucht, aus eigener Kraft auf die Beine zu kommen. Erst am 18. Dezember 2007 habe sie sich wieder
gemeldet. Zurzeit sei sie körperlich und psychisch nicht in der Lage, berufs
tätig zu sein (S. 12).
4.
2
Dr.
med.
B._
, leitender Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie am
C._
diagnostizierte im Bericht vom 10. Juli 2008 (Urk. 9/22/7-8)
residuelle
Schulterschmerzen rechts bei einem Status nach axialer Distorsion der rechten Schulter im März 2005 und einem Status nach offener AC-Resektion vom 26. Oktober 200
6.
Klinisch zeige sich ein symmetrisches Schulterrelief ohne Rötung oder Überwärmung im Bereich des AC-Gelenks. Die Narbe sei reizlos, es zeige sich eine diffuse
Druckdolenz
über der gesamten kranialen Seite der rechten Schulter mit Punktum
m
axi
mum
im Bereich des
Resektionsgap
des
AC
-Gelenks als auch über dem
Acromion
. Die passive Schulterbeweglichkeit sei frei, die
Rotatoren
man
schette
soweit beurteilbar intakt, die
Impingement
-Tests negativ.
Auch unter psychiatrischer Betreuung und
Beizug
einer
schmerzdistanzie
renden
Therapie mit Citalopram habe keine Verbesserung erzielt werden können
,
und es sei zu einem relativ hohen Analgetika-Konsum und ein
e
m
Fortbestehen einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit gekommen.
4.
3
Dr.
med.
D._
, Leitender Oberarzt
Orthopädie
an der
E._
Klinik,
berichtete am 25. August 2008 (Urk.
9
/24), die Beschwerdeführerin sei seines Wissens wegen den beträchtlichen Restbeschwerden seit dem 26. Okto
ber 2006 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Sie sei ihm zum Ausschluss einer möglichen somatischen Ursache am 10. Juni 2008 zuge
wiesen worden. Es sei die Möglichkeit einer Schulterarthrosk
o
pie evaluiert worden. Im Moment sei die Beschwerdeführerin im angestammten Beruf weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig.
Nachdem
am 1. Dezember 2008 eine diagnostische Schulterarthr
o
skopie rechts
mit
Bursektomie
, sparsamer
Acromioplastik
, Resektion des
AC
-L
i
g
a
ments,
Débridement
von Narbengewebe und sparsamer Nachresektion der
poste
rioren
Clavicula rechts durchgeführt hatte, berichtete er am 21. Januar 2009 (Urk.
9
/34/4-5), dass sich die Situation verbessert habe. Es bestehe weiterhin eine Belastungsintoleranz und beim Verrichten alltäglich anfallender
Haus
haltsarbeiten
wie Bügeln und Staubsaugen sei die Beschwerdeführerin weiter
hin eingeschränkt. Die Schmerzmedikation habe im Verlauf reduziert werden kö
nnen.
Am 12. August 2009 (Urk.
9
/48) berichtete
Dr.
D._
, die Beschwerdeführerin beklage weiterhin Restbeschwerden. Aus schulterorthopädischer Sicht be
stün
den keine weiter
e
n Möglichkeiten. Insgesamt habe eine gewisse Linde
rung er
ziel
t werden können, Tatsache sei aber, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Restbeschwerden im Bereich des resezierten AC-Gelenks beklage.
4.
4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, berichtete
nach einer
Arth
ro
-MRI-Kontrolle
am 14. September 2009 (Urk.
9
/57/1-2),
nach wie vor sei der dorsale Anteil des AC-Gelenkes mit dem
Akromion
in Kontakt. Daneben zeige die Untersuchung auch
eine
instabile
Bicepssehne
am
Bicepssehnen
anker
. Die
s
erkläre auch die
Bicespssehnen
-Instabilität und die
Bicesps
sehnen-Schmerzhaftigkeit
, höchstwahrscheinlich durch eine chronische Ten
dini
tis verursacht.
A
ls drittes sei die nach wie vor existierende, hochgradige
Impingement
-Symptomatik erkennbar.
T
rotz
Défilée
-Erweiterung und
A
kro
mioplastik
sei ein Rezidiv-
Impingement
entstanden, da die
Rotatorenman
schette
wegen der Einengung und
des
Abklemmen
s
der Sehne
ihre zentrie
rende Funktion nicht wahrnehmen könne.
4.
5
4.5.1
Am 9. Februar 2010 erstatteten
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädie, und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie
,
I._
,
ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten und
stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk.
9
/59 S. 20):
-
Verdacht auf
Restimpingement
mit leichter Bursitis
subacromialis
bei deutlicher
Supraspinatussehnentendinose
und Status n
a
ch offener AC-Gelenksresektion
Oktober 2006
sowie
arth
r
osko
pischer
Acromio
plastik
mit
Burs
ektomie
, Resektion des
AC
-Ligaments,
D
é
bridement
von Narbengewebe und sparsamer Nachresektion der
posterioren
Clavicula
Dezember 2008
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
F32.11
bestehend seit
Juli 2009
-
Zustand nach leichter bis mittelgradiger depressiver Episode
F32.0, F32.1
bestehend von
Januar 2007 bis Juni 2009
-
Zustand nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
F43.21
bestehend von
Januar bis Dezember 2006
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
Hüft
schmerzen links und eine
Präadipositas
(S. 20).
4.5.2
Das Ausmass der Schulterschmerzen rechts und der abnormen Unter
such
ungsbefunde der rechten Schulter kontrastiere mit den Befunden im MRI, wo lediglich Zeichen eines
Restimpingements
bei
staker
Tendinose
der
Supra
spinatussehne
sichtbar seien. Ein Teil der Beschwerden, insbesondere der in den Nacken ausstrahlenden, seien durch die bei der Untersuchung bestätigten
Myogelosen
der Schultergürtelmuskulatur respektive der paravertebralen Mus
kulatur, insbesondere rechts
,
bedingt (S. 6).
Aufgrund der chronischen Schmerzsymptomatik hätten sich ab Januar 2006 Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion entwickelt, und es sei ab Januar 2007 zu einer weiteren Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit leichter bis mittelgradiger depressiver Episode gekommen.
Ab
Juli 2009 habe sich das psychische Zustandsbild weiter verschlechtert
,
und es bestehe seither eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom
. Aufgrund dieser mittelgradigen depressiven Episode mit somati
schem
Syndrom erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibi
lität, Interessen, Motivation, Konzentrationsfähigkeit, Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit reduziert
(S. 16).
Aufgrund der psychiatrischen Diagnose liessen sich bei der Beschwerde
führerin wenig Ressourcen und Restaktivitäten erheben. Es bestehe zwar ein relativ strukturierter Tagesablauf
,
und die Beschwerdeführerin verrichte leichte Tätigkeiten im Haushalt und beschäftige sich mit dem jüngsten Kind während die älteren in der Schule seien und versuche, ausser Haus zu gehen. Auch liessen sich gewisse Interessen und
eine gewisse
Motivation erkennen (S. 17).
4.5.3
Körperlich schwere Arbeiten, die mit regelmässigem Heben und Tragen von Lasten über 5-10 kg sowie mit Arbeiten über der Horizontalen verbunden seien, könnten aus orthopädischer
Sicht
aufgrund der gestellten Diagnosen nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit als Pfle
ge
helferin betrage dementsprechend seit September 2009 60 %. Leichte Tätig
keiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg sowie ohne Arbeiten über der Ho
r
izontalen, seien zu 90 % zumutbar (S. 6).
Aus psychiatrischer Sicht, ohne Berücksichtigung der körperlich begründ
baren Beschwerden, bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Pflege
helferin
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sei
t
Juli 200
9.
Von Januar 2007 bis
Juni 2009 habe bei leichter bis mittelgradiger depressiver Episode eine 60%
ige Arbeitsfähigkeit bestanden. In behinderungsangepasster Tätigkeit bestehe ein
e
60%ige Arbeitsfähigkeit seit Juli 2009 und für den Zeitraum von Januar
2007
bis
Juni 2009 habe eine solche von 70 % bestanden (S. 17)
.
Aus orthopädisch-psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit als
Pflege
helferin
seit Juli 200
9
50 %, da bei mittelgradig depressiver Episode mit somatischem Syndrom die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexi
bilität, die Interessen, die Motivation, die Konzentrationsfähigkeit, die Kon
taktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit reduziert seie
n. Von Januar 2007 bis Juni 2009
habe gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bei leichter bis mittelgradiger Depression vorgelegten (S. 20). Körperlich leichte Tätigkeiten, die nicht mit häufigem Heben und Tragen von Lasten über 5 kg sowie Arbeiten über der Horizontalen verbunden seien, sowie geistig einfache Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erfor
derliche geistige Flexibilität und ohne erforderliche überdurchschnitt
liche Konzentrationsfähigkeit und Dauerbelastung sowie ohne vermehrte Kundenkontakte seien gesamthaft von Januar 2007 bis Juni 2009 zu 70 % und seit Juli 2009 zu 60 % zumutbar
(S. 21). Die Arbeitsfähigkeit sei primär durch ein psychisches Leiden mit Krankheitswert, nämlich einer mittelgra
digen depressiven Episode mit somatischem Syndrom eingeschränkt (S. 21)
.
4.6
Dr.
med.
J._
, Chefarzt der Klinik für Hand- und Pl
as
tische Chirurgie am
C._
,
berichtete am 8. April 2011 (Urk.
9
/75/6), es
sei
am 11. Oktober
2010 e
ine Karpaltunnelspaltung links
mit
Beugesehnenscheiden
ganglion
Dig
. III Höhe
Metacarpophalangelenk
(
MCP
)
und am 11. Januar 2011 eine Karpaltunnelspaltung rechts
vorgenommen worden
. Die Beschwer
deführerin sei seit der letzten Konsultation beschwerdefrei. Eine Einschrän
kung aus dem genannten Krankheitsbild resultiere in keiner Weise.
4.7
Dr.
A._
berichtete am 24. September 2012 (Urk.
9
/115), es liege eine reaktive Erschöpfungsdepression im Sinne einer rezidivierenden de
pres
siven Störung, gegenwärtig mitte
lgradig mit somatischem Syndrom
(
F331.1
)
vor. die Beschwerdeführerin sei am 1. November 2011 erneut an der Schulter operiert worden. Sie habe immer noch schwere Schmerzen zu ertragen und sei auf Unterstützung in praktisch allen Alltagshandlungen angewiesen. Sie erlebe sich ausgeliefert und ohnmächtig und dies führe zu
Stimmungs
schwankungen
bis zu Lebensüberdruss. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
4.8
4.8.1
Am 31. Dezember 2014 erstatteten
pr
a
ct
. med.
K._
, Assistenzarzt
,
und
Dr.
med.
L._
, Facharzt
Allgemeine Innere Medizin
,
Dr. med.
M._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
N._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, PD
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Orthopädie
und Traumatologie, und
Dr.
med
.
et phil.
P._, Facharzt für Neurologie
,
Z._
,
ein
polydiszi
plinäres
Gutachten (Urk.
9
/166). Sie stellten folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37 Ziff. 6.1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2)
-
Schulter-Arm-Syndrom rechts bei Partialruptur nach Schulterverletzung
März 2005
(F75.4)
-
Status nach mehrfachen AC (
Acromi
o
clavicular
)-
Gelenksinfil
tra
tionen
-
Status na
ch offener AC-Gelenksresektion i
m
Oktober 20
06
-
Status nach Schulter-Arthroskopie rechts mit
Bursektomie
, spar
samer
Akromi
oplastik
, Resektion des
Coroaco
acrominal
-Ligaments,
Débridement
von Narbengewebe und sparsamer Nachresektion der
posterioren
Clavicula rechts
Dezember 20
08
-
anamnestisch Status nach offener Operation bei
Rotatoren
man
schettenruptur
zirka
2011, mit
Reoperation
bei störenden
Titan
schrauben
ebenso 2011
-
klinisch aktuell kein Nachweis einer persistierenden Affektion neuronaler Strukturen bei möglicher
intermittiernder
Reizung des Plexus
brachialis
rechts
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
aktuell ohne Anhalt für
radikuläres
Reiz- oder sensomotorisches Ausfallsyndrom
Ferner
nannten sie
als
Diagnose, die sich nicht au
f die Arbeitsfähigkeit aus
wirke, einen Status nach sensomotorischem Karpaltunnelsyndrom beidseits (S. 37 Ziff. 6.2).
4.8.2
Aus psychiatrischer Sicht erfülle die Beschwerdeführerin alle Kriterien für eine schwere depressive Episode. Sie sei deutlich herabgestimmt, habe eine schwere
Anhedonie
und einen stark verminderten Antrieb. Sie erlebe sich als mehrheitlich entsch
ei
d
u
ngsunfähig. Weiter habe sie einen Verlust des Selbst
vertrauens. Sie mache sich Selbstvorwürfe und habe Schuldgefühle. Sie habe teilweise starke Suizidgedanken und einen
chronifizierten
passiven
Sterbe
wunsch
. Sie sei unschlüssig und unentschlossen und psychomotorisch ge
hemmt. Sie klage über Schlafstörungen. Weiter komme es zu einem Libido-Verlust. Im
Beck-Depressions-Inventar
(
BDI
)
erreiche sie 39 Punkte, was einer schweren depressiven Symptomatik entspreche
(S. 39)
.
Aus orthopädischer Sicht finde sich im Bereich der rechten Schulter ein deutlich bewegungseingeschränktes, schmerzhaftes Schultergelenk mit deut
lichem Kraftverlust und erheblicher
Impingementsymptomatik
im Vergleich zur linken Gegenseite. Die Beschwerden der rechten Schulter würden glaub
haft berichtet und die Ausstrahlungssymptomatik im Bereich der HWS zeige
sich auch durch eine klinisch verifizierbare Verhärtung des
Musculus
levator
scapulae
und
trapezius
. Eine ausstrahlende Beschwerdesymptomatik im Bereich des Oberarms lasse sich durch eine druckschmerzhaft
e Insertion des
Musculus
deltoi
deus
und eine schmerzhafte Palpation des
Biceps
und
Triceps
verifizieren. Zudem bestehe eine LWS-Beschwerdesym
pt
omatik, welche die Arb
ei
tsfähigkeit weite
rhin einschränke. So zeige sich
neben der anamnesti
schen Beschwerdeschilderung mit Ausstrahlung der lumbalen Beschwerden
in die linke untere Extremität
auch klinisch ein Muskelhartspann
paraver
te
bral
und eine bewegungseingeschränkte LWS
(S. 39)
.
Aus neurologischer Sicht bestehe aufgrund der Aktenlage, der Anamnese und der aktuell erhobenen neurologischen Untersuchungsbefunde ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikulären
Ausfall, chronische
Schul
terschmerzen
rechts mit möglicher intermittierender Reizung des unteren Armplexus rech
ts
sowie ein Status nach Karpaltunnelsyndrom beid
seits ohne signifikante Restbeschwerden
(S. 39)
.
Aus internistischer Sicht bestünden keine relevanten somatischen Erkran
kungen
(S. 39)
.
4.8.3
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihren früheren (angestammten) Tätigkeiten als Pflegehilfe oder als Verkäuferin
und in jeder anderen Tätigkeit
nicht mehr arbeitsfähig
(S. 40
Ziff.
7.2 und
Ziff.
7.3)
.
Aufgrund der schweren depressiven Störung könne sie sich nur noch rudi
mentär an Regeln und Routinen anpassen. Ihr Leben sei geprägt durch sozia
len Rückzug und eine völlig eingeschränkte Möglichkeit, das Leben aktiv zu gestalten. Das Anpassen an Regeln und Routinen in einem Arbeitsprozess sei als schwer beeinträchtigt zu beurteilen. Sie sei mittelgradig bis
schwergradig
in der Planung und Strukturierung von Aufgaben eingeschränkt. Sie könne ihren Tag gerade noch in einer sehr beschränkten Art und Weise gestalten. Die Flexibilität und Umstellfähigkeit sei durch die Antriebshemmung schwer beeinträchtigt. Fachliche Kompetenzen könne sie aufgrund der kognitiven Fähigkeiten noch anwenden, aufgrund der schnellen Ermüdbarkeit seien aber auch diese Faktoren mindestens
leichtgradig
beeinträchtigt. Die Entschei
dungs
fähigkeit und die Durchhaltefähigkeit seien aufgrund der schweren depressiven Störung schwer beeinträchtigt. Es gelinge ihr kaum mehr, sich selbst zu behaupten und sich in Konfliktsituationen durch
zu
setzen
(S. 40
Ziff.
7.2)
.
Aus orthopädischer Sicht sei es der Beschwerdeführerin aufgrund der
Schul
ter
gelenksbeschwerdesymptomatik
nicht möglich, über der Horizontalen zu
arbeiten, schwere Gewichte über 4 bis 5 kg zu heben
und
zu tragen, repe
ti
tive handwerkliche Tätigkeiten auszuüben oder Tätigkeiten durchzuführen,
die eine andauer
nde Bewegung oder Belastung des rechten Schultergelen
k
s
erforderten
.
A
ufgrund der LWS-Beschwerdesymptomatik sei es
ihr
zudem nicht zumutbar, länger in Zwangshaltungen
und
vo
rn
übergebeugt arbeiten zu müssen un
d mehrfach schwere Gewichte über 30
kg heben oder tragen zu müssen (S. 40
Ziff.
7.2).
Insgesamt sei die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Ver
käuferin, Pflegehilfe und Küchenhilfe nur noch eingeschränkt arbeits
fähig
. Unter Berücksichtigung der oben beschriebenen körperlichen Leistungs
fähig
keit sei die Beschwerdeführerin somit für diese Berufe zu 50 % arbeitsfähig
(S. 40 Ziff. 7.2). Für leichte adaptierte Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähig
keit von 80 % (S. 40
Ziff.
7.3).
Aus rein neurologischer Sicht bestünden keine die Arbeitsfähigkeit signi
fikant einschränkenden Erkrankungen. Bezüglich der Rückenschmerzen
sei
bei fehlendem Hinweis auf eine Affektion neuronaler Strukturen auf die orthopädische Beurteilung
zu verweisen
. Das Karpaltunnelsyndrom beidseits sei erfolgreich operiert worden. Diesbezüglich bestünden, wenn überhaupt, nicht signifikante Restbeschwerden, aus denen sich ebenfalls keine Ein
schrän
kung
der Arbeitsfähigkeit erge
be
(S. 40
Ziff.
7.2).
Zusammenfassend dürfte die schwere depressive Episode in Kombination mit dem
chronifizierten
Schulter-Arm-Syndrom und der Tatsache, dass die Be
schwerdeführerin seit 2005 keiner
geregelten Arbeit mehr nachgegangen sei, ausschlaggebend für die Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit sein.
A
uf
grund der in der psychiatrischen Begutachtung ausführlich
dargelegten
Defi
zite
bestehe somit, obwohl aus medizinischer, neurologischer und ortho
pä
discher Sicht mindestens eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten vorliege, kumulativ eine komplette Arbeitsunfähigkeit von 100 % sowohl für den angestammten Beruf als auch für alle Verweistätigkeiten (S. 41 Ziff. 7.3).
4.8.4
Da die Arbeitsunfähigkeit mehrheitlich auf
den
psychiatrischen Diagnosen
gründe
, dürfte rückblickend aufgrund der beschriebenen klinischen Sympto
m
e für das Tätigkeitsfeld als Verkäuferin und Pflegehilfe von einer vollen Arbeitsunfähigkeit seit 2010 ausgegangen werden.
Z
udem dürf
t
e davon aus
gegangen werden, dass nach jeder erfolgten Intervention im Bereich der Schulter postoperativ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jeweils 4 Monate bestanden habe. Dies gelte auch für den Zeitraum seit dem Unfall bis zur ersten Operation (S. 41
Ziff.
7.4).
4.8.5
Die Befundsituation von Seiten des Schultergelenks zeige sich im Vergleich zur Begutachtung im Jahre 2010 nahezu unverändert. Im Gutachten von 2010 werde hingegen die aktuell diagnostizierte
LWS-
Beschwerde
sympto
ma
tik
nicht erwähnt, weshalb
sie als
neu aufgetreten bewertet werden müsse.
A
uch aus psychiatrischer Sicht müsse von einer Verschlechterung des Gesund
heitszustandes ausgegangen werden, da im Gutachten von 2010 eine mittel
gradige depressive Episode diagnostiziert worden sei, aktuell jedoch eine schwere depressive Episode vorliege. Insgesamt müsse von einer Verschlech
terung des Gesundheitszustandes ausgegang
en werden (S. 41 f. Ziff. 7.7).
4.9
Der psychiatrische Gutachter,
Dr.
N._
, beantwortete am 3. März 2016
(Urk.
9
/206) Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin und
verteidigte im Wesent
lichen seine Einschätzung in Bezug auf die gestellten Befunde, die Diagnose und die Arbeitsfähigkeit.
5.
5.
1
Bezüglich Arbeitsfähigkeit i
n somatischer Hinsicht stützt
e
sich die
Beschwer
degegnerin
a
uf das Gutachten
der
Z._
und erwog, dass die Beschwerde
führerin seit dem 28. Mai 2005 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in ihrer
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt und ihr die Ausübung der bishe
rig
en Tätigkeit als Pflegeassistentin nicht mehr möglich sei. Eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit s
ei
ihr jedoch noch zu 80 % zumutbar (Urk.
9
/240/3). Nach der Gelenksresektion vom 26. Oktober 2006, der Schulterarthroskopie
vom 1. Dezember 2008,
und
der
Schulterart
h
rotomie
vom 1. November 2011 sei die Beschwerdeführerin jeweils vorübergehend vollständig arbeitsunf
ähig gewesen (Urk.
9
/240/4-7).
Unberücksichtigt liess sie allerdings die Meinung der
Z._
-Gutachter, dass auch für den Zeitraum seit der Schulterverletzung bis zur ersten Operation, mithin seit Mai 2005 bis 26. Oktober 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
Aus den Unfallakten (Urk.
9
/11/4-5
) geht hervor, dass d
er damalige Hausarzt
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin, sowie
der behandelnde Orthopäde
Dr.
B._
(vgl. E. 4.2)
der Beschwerdeführerin
zu H
ä
nden des Unfallversicherers seit dem 27. Mai 2005
durchgehend bis
Mai 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestierten
.
Dr.
D._
wies im Bericht
vom 25. August 2008 (E. 4.3) darauf hin, dass die Beschwerdeführerin seit dem
26. Oktober
2006 zu 100 % arbeitsunfähig sei
und berichtete am 12. August 2009, dass
sie
nach der Operation vom 1. Dezember 2008 weiterhin
Rest
beschwerden
beklage.
Dr.
F._
(E. 4.4) schliesslich
erachtete die geklagten
Beschwerden am 14. September 2009 als nachvollziehbar. Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer
behin
de
rungsangepassten
Tätigkeit erfolgte erst durch
Dr.
G._
im Gutachten der
I._
vom 9. Februar 2010
(E. 4.5.3), so dass mangels anderer
echt
zeitlichen
Atteste
und weil sich
Dr.
G._
lediglich zur durch
Dr.
D._
im August 2008 bescheinigten Arbeitsfähigkeit, welche er retrospektiv aus gutachterlicher Sicht nicht beurteilen konnte, äusserte,
bis
Januar 2010 (
Unter
suchungsdatum
)
auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte
abzu
stellen ist
und in somatischer Hinsicht bis Dezember
2009 von
einer 100%igen Arbeit
sun
fähigkeit
auszugehen ist.
Seit der Begutachtung im Dezember 2009 durch das
I._
ist in somatischer Hinsicht mit der Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % als Pflegehelferin und einer solche
n
von 80 % in einer
behinderungs
an
gepassten
Tätigkeit auszugehen, wobei
während vier Monaten nach der Operation im
November
2011 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen ist.
5.2
Da in somatischer Hinsicht bis zur Begutachtung durch die
Ärzte der
I._
im Januar 2010
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, kann die Frage, ob die Beschwerdeführerin vor der Begutachtung und seit wann an einem psychischen Gesundheitsschaden
ge
litt
en hat
, offen bleiben.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, in Abweichung der psychiatrischen Teilgutachten der
I._
und der
Z._
bestehe keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende psychiatrische Erkrankung. Hierbei stützte sie sich auf die interne Beurteilung
durch med.
pract
.
R._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
vom 4. Juni 2016 (Urk.
9
/211), welcher sich in Bezug auf das
Z._
-Gutachten auf den Standpunkt gestellt hatte, aus kritischer versicherungspsychiatrischer Sicht
könne angesichts
des bei de
r
Begutachtung gezeigten Funktionsniveaus keine schwere depressive Episode vorliegen, sondern
lediglich eine (die Arbeitsfähigkeit nicht tangierende)
leichte depressive Episode (Urk.
9
/211 S. 3).
Zur
früheren
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im psychiatrischen Teilgutachten der
I._
äusserte er sich
am 4. Juni 2016
nicht.
S
elbiger med.
pract
.
R._
hatte
am 8. Januar 2015
erklärt
, das
Z._
-Gut
achten erscheine schlüssig und empfahl, darauf abzustellen (vgl.
Feststel
lungsblatt
vom 31. Mai 2016, Urk.
9
/216 S. 3). Weshalb er das Gutachten in der Zwischenzeit als nicht mehr tauglich erachtete, bleibt offen. Damit erscheint die Beurteilung durch med.
pract
.
R._
widersprüchlich und ist
aus diesem Grund
nicht geeignet,
die medizinischen Schlussfolgerungen des
Z._
-Experten in Zweifel zu ziehen.
5.
3
Bereits im
Gutachten
der
I._
vom 9. Februar
2010 diagnostizierte
Dr.
H._
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom F32.11 bestehend seit Juli 2009 (E. 4.5.1), aufgrund welcher die emotionale
Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, Interessen, Motivation, Konzentra
tions
fähigkeit
,
Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit reduziert seien (E. 4.5.2), und attestierte aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit als
Pflege
helferin
von 50 % und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von 40 % (E. 4.5.3).
D
ieses (Teil)gutachten erachtete
Dr.
med
.
S._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, RAD,
als nachvoll
ziehbar, und er empfahl, darauf abzustellen und die Beschwerdeführerin aufzufordern, im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht, die psychiatrische
Behandlung weiterzuführen (vgl. Feststellungsblatt vom 5. Juli
2011,
Urk.
9
/81
S. 8).
Die Beschwerdeführerin führte die psychiatrische Behandlung weiter und unterzog sich im November 2011 erneut einer Schulteroperation, die in Bezug auf die Schmerzen wiederum erfolglos blieb. Weshalb sich die
Be
schwer
degegnerin
nicht auf dieses Gutachten abstützen will, hat sie nie erklärt und es bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, die Schluss
folge
run
gen des Gutachtens in Zweifel zu ziehen.
Dass zwischen den beiden Begutachtungen in psychiatrischer Hinsicht eine Verschlechterung des Ge
sund
heitszustandes eingetreten ist, wird im
Z._
-Gutac
hten nachvollziehbar begründet.
Es kann
somit bezüglich des psychiatrischen Gesundheitsschadens
sowohl
auf das
I._
-Gutachten als auch auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden
, und es ist mit den Gutachtern davon auszugehen, dass die Beschwer
de
füh
rerin in psychiatrischer Hinsicht seit Januar 2010 (
Untersuchungs
zeit
punkt
I._
) in der angestammten Tätigkeit zu 50 % und in einer ange
passten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig war und dass spätestens seit Septem
ber 2014 (Untersuchungszeitpunkt
Z._
) in der angestammten Tätigkeit keine Arbeits
fähigkeit mehr
und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit höchstens eine solche von 80 % gegeben war.
5.4
Hinsichtlich des
Karpaltunnells
yndroms
, welches im Oktober 2010 links und im Januar 2011 rechts operiert wurde, klagte die Beschwerdeführerin anläss
lich der Begutachtung durch die Ärzte der
I._
über keine Beschwerden. Nach den durchgeführten Operationen berichtete
Dr.
J._
(E. 4.6), dass aus dem genannten Krankheitsbild keine Einschränkung resultiere.
5.5
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2005 bis Dezember 2009
vollständig
, ab
Januar 2010
bis
August
2014 in behinderungsangepasster Tätigkeit zu 40 %
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
war und seit September 2014 zu 80 % eingeschränkt ist, wobei während der Rekonvaleszenz der Schulteroperation vom 1. November 2011
bis Ende Februar 2012 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist
.
6.
6.1
Rechtsprechungsgemäss hat sich die Invaliditätsbemessung auf den Zeitpunkt
des allfälligen Rentenbeginns zu beziehen, wobei späteren Änderungen, welche
sich vor dem
Verfügungserlass
anspruchsrelevant ausgewirkt haben könnten, gegebenenfalls durch einen erneuten Einkommensvergleich Rech
n
ung zu tragen ist (BGE 129 V 222
E. 4.1 und 4.2).
Die Beschwerdeführerin beklagt seit
Mai 2005 einen Gesundheitsschaden (vgl. Urk.
9
/11/41) und meldete sich am 4. Juli 2007 zum L
eistungsbezug an (Urk.
9
/3 S. 8). Damit könnte der Rentenanspruch frühestens ab Juli 2006
entstehen
(vgl. Art. 29
Abs. 1
lit
. b
i.V.m
.
Art.
48 Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember
2007 gültig gewesenen Fassung). D
a die Beschwerdeführerin allerdings bis Ende November 2006 in einem Arbeitsverhältnis stand (vgl. Urk.
9
/8 Ziff. 2.1), ist der mutmassliche Rentenbeginn auf den 1. Dezember 2006 zu legen.
6.2
6.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.2.2
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidi
tät nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabel
len der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6.2.3
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sichtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie
Kurs
besuche
, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theo
re
tisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind
nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S.
166 E.
5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S.
97 E.
3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hinweisen).
6
.2.4
Laut Arbeitgeberbericht vom
10. August 2007 (Urk.
9
/8) arbeitete die Be
schwer
deführerin seit 1. Oktober 2002 zuletzt zu einem Pensum von 50 % (Ziff. 2.9) als Pflegehelferin (Ziff.
2.7). Aufgerechnet auf ein 100
%-Pensum erzielte sie ein jährliches Einkommen von Fr. 55'027.-- (Ziff. 2.10). Per 30. November 2006 wurde das Arbeitsverhältnis seitens der Arbeitgeberin gekündigt. Als Gründe wurden Reorganisation und erhöhte
Ausbildungs
an
sprüche
, welche die Beschwerdeführerin nicht erfüllte, angegeben (Ziff. 2.2).
Nachdem das Arbeitsverhältnis aus invaliditätsfremden Gründen per 30. Novem
ber
2006 gekündigt worden ist
und
keine konkreten Anhalts
punkte ersichtlich sind, dass sie - wie behauptet (vgl. Urk. 1 S. 12
Ziff.
2.5.2)
-
im Pflegebereich eine Weiterbildung zur Pflegeassistentin in
Angriff ge
nommen hätte, ist das
Valideneinkommen
ab 1. Dezember 2006 aufgrund der Tabellenlöhne festzusetzen.
6.
2.
5
Gemäss Tabelle T1_skill_level
der LSE 2012
betr
ägt
der durchschnittliche Lohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (
Kompe
tenzniveau
1) für Frauen im Gesundhe
its- und Sozialwesen
Fr. 4'700.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden. Unter Berücksichtigung von einer
betriebs
üblichen
Arbeitszeit von
41.5 Stunden pro Woche
(Statistik der
betriebs
üblichen
Arbeitszeit
, BUA
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen
T 03.02)
ergibt dies ein Jahreseinkommen für ein Arbeitspensum von 100 % von Fr.
58'515.--.
6.
3
Da die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, sind die Tabellenlöhne auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens heranzu
ziehen.
Der durchschnittliche Lohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art
sämtlicher Wirtschaftsabteilungen
(Kompetenzniveau 1)
betrug
für Frauen
gemäss LSE im Jahr 2012 Fr. 4'228.-- pro Monat. Unter Berück
sichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (
T
03.02 der
BUA
)
ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr.
52'892.--.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 % ergibt dies ein Einkommen von Fr. 31'735.-- und bei einer solchen von 20 % von Fr. 10'578.--. Unter Berücksichtigung, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehrheitlich auf den psychia
trischen Diagnosen gründet (vgl. E. 4.8.4), die bereits bei der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ihre Berücksichtigung fanden, ist von einem Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75) abzusehen.
Damit beträgt die Lohneinbusse
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % Fr. 26'780.-- (Fr. 58'515.-- - Fr. 31'735
.--) beziehungsweise 45.8 % und bei einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % Fr. 47'937.-- (Fr. 58'515.-- - Fr. 10'578.--) beziehungsweise 81.9 %.
Bei einer Gewichtung von 50 % Erwerbsarbeit und 50 % Haushalt resultiert ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 22.9 %
, bei einer Gewichtung von 80 % Erwerbsarbeit und 20 % Haushalt von 36.64
%
respektive 65.52
%.
Somit ergibt sich ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von Dezember 2006 bis Dezember 2009 von 50 %, von Januar 2010 Oktober 2011 von 45.8 %, von November 2011 bis Februar 2012 von 50 %, von März 2012 bis Oktober 2013 von
22.9 %, von November 2013
bis September 2014
von
36.64
% und ab September 2014
von 65.52
%
.
7.
7.1
Was die Einschränkungen im Haushalt betrifft, hat die Haushaltsabklärung laut Bericht vom
5. November 2010 (Urk.
9
/65)
ergeben, dass die Beschwer
deführerin bis zum 31. Mai
2010 zu 32.15 %
und
aufgrund des neu diag
nos
ti
zierten
K
arpaltunnel
s
yndroms
ab 1. Juni 2006
zu
60.2 %
eingeschränkt war
. Eine Einschränkung anerkannt wurde in der Ernährung
, der
Wohnungs
pflege
, beim Einkauf und weiteren Besorgungen, bei der Wäsche und
Kleider
pflege
sowie bei der Kinderbetreuung.
Dass sich das
K
arpaltunnel
s
yndrom derart auf die Haushalt
s
führung ausge
wirkt haben soll,
dass die Beschwerdeführerin
darin zu 60.2 % eingeschränkt war,
ist nicht glaubhaft
. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass sich dieses nicht zusätzlich auf die Haushaltsführung ausgewirkt hatte, wirkte es sich doch auch nicht auf die Erwerbsfähigkeit aus (vgl. oben E.
5.4)
.
Gegen die Beurteilung der Einschränkungen in den einzelnen Aufgaben hat
die Beschwerdeführerin nichts vorgebracht, weshalb von einer Einschrän
kung
im Haushalt von 32.15 % ausgegangen werden kann.
7.2
Laut Haushaltsabklärungsbericht vom
27. April 2015 (Urk. 10/171) könne der Haushal
t
sbereich im Grossen und Ganzen als eine angepasste Tätigkeit be
trachtet werden, weswegen die Unterschiede
zur Erwerbsarbeit nur marginal seien. Die proz
entuelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
gemäss
Z._
-Gut
achten
könne auf den Haushalt übertragen werden. U
nter Berücksichtigung der Mitwirkungspflicht der übrigen Familienmitglieder könne auf eine Ein
schränkung im Haushalt von 70 % geschlossen werden. Diese Einschätzung erscheint unter Berücksichtigung der schweren Depression als
plausibel.
7.3
Zusammenfassend ist damit von einer Einschränkung im Haushalt von 32.15
% und seit September 2014 (Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung) von einer solchen von 70 % auszugehen. Jeweils während 4 Monaten nach den
Schulteroperationen ist von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch im Hau
s
halt auszugehen
, mithin vom 26. Oktober 2006
beziehungsweise 1. Dezember
2006
bis 28
. Februar 2007 und vom 1. Dezember 2008 bis
31. März
2009, und vom 1. November 2011 bis 28. Februar 2012
.
Bei einer Gewichtung von 50 %
Erwerbsarbeit und 50 % Haushalt ergibt dies ein
en
Invaliditätsgrad im Haushalt von 16
.08
% bis Oktober 201
3.
Bei einer Gewichtung von 80 % Erwerbsarbeit und 20 % Haushalt ergibt dies ein
en
Invaliditätsgrad von
6.4
3
%
von November 2013
bis August 201
4 und von 12.00 % ab September 201
4.
W
ährend der Rekonvaleszenz nach den
Schulter
operationen
vom 26. Oktober 2006 respektive 1. Dezember 2006 bis 26.
Febru
ar
2007, vom 1. Dezember 2008 bis 31.
März
2009 und vom 1. November 2011 bis 28. Februar 2012
beträgt der Invaliditätsgrad bei einer Gewichtung von 50 % Erwerbsarbeit und 50 % Haushalt 50 %
.
8.
Zusammenfassend
ergibt dies punkto
Gesamtinvaliditätsgrad
und - in Beach
tung der Dreimonatsfrist von Art. 88
bis
der Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (IVV) - Rentenanspruch:
Zeitraum
Invaliditäts-grad
Renten-anspruch
von
bis
Dezember
2006
-
26. Februar 2007
100 %
ganze
Dezember 2006
Juni 2007
27. Februar 2007
-
November 2008
66.08 %
Dreiviertel
Juni 2007
Februar 2009
Dezember 2008
-
März 2009
100 %
ganze
März 2009
Juni 2009
April
2009
-
Dezember 2009
6
6.08 %
Dreiviertel
Juli 2009
März
20
10
Januar
20
10
-
Oktober 2011
38.98 %
-
November 2011
-
Februar 2012
100 %
ganze
Februar 2012
Mai 2012
März 2012
-
Oktober 2013
38.98 %
-
November 2013
-
August 2014
43.07 %
V
iertel
November 2013
November 2014
ab
September 2014
77.52 %
ganze
Dezember 2014
9.
9.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.2
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr.
2‘
0
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen ist.