# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f0210253-e430-5a65-a225-7e5c1f398914
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980
, gelernter Autoersatzteillogistiker, war
für ver
schiedene Arbeitgeber als Hilfsarbeiter tätig und zuletzt arbeitslos, als er am 3.
September 2006 in Bosnien einen Aut
ounfall erlitt, wobei er sich schwere Ver
letzungen
zuzog
. Am
7. April 20
11 meldete er sich bei der Invalidenversicherung
unter Hinweis auf den genannten Unfall
zum Bezug von Leistungen an
(Urk. 7/2).
Die
damals zuständige
Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland
(
IVSTA) forderte ihn
auf, zusätzliche Unterlagen einzureichen (Urk. 7/26) und trat
mit
Verfügung vom 10. Mai 2011
nicht auf das Leistungsgesuch
ein
, weil der Versicherte der Aufforderung nicht nachgekommen war
(Urk. 7/33).
Mit
Schreiben vom 14. November 20
12
reichte der Versicherte
weitere Unterlagen ein
(Urk. 7/35 ff.)
.
Dies nahm
die IVSTA als erneute Anmeldung entgegen,
führte zusätzlich Abklärungen durch
und wies das Leistungsgesuch
mit Verfügung vom 2.
März 2015 ab
(Urk. 7/97).
Hiergegen erhob der Versicherte am 8. April 2015 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Urk. 7/101), das die Beschwerde mit
Urteil
C-2188/2015
v
om 16. November 2015 insoweit guthiess, dass die an
gefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache
entsprechend dem Antrag der Parteien
an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung
im Sinne der Erwägungen
über den Leistungsanspruch neu verfüge
(Urk.
7/150).
Da
der Versicherte seinen Wohnsitz
inzwischen
in die Schweiz
und zwar in den Kanton Zürich
verlegt hatte, überwies die IVSTA
die Sache
am 7. September 2016 an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zur Weiterbe
handlung
(Urk. 7/171). Diese holte einen Bericht des Hausarztes (Urk. 7/1
84
) sowie ein polydisziplinäres Gu
tachten in den Fachdisziplinen A
llgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie sowie Neuropsychologie und Psychiatrie bei der
Gutachtensstelle
Z._
des Universitätsspitals
A._
ein, das am 15. März 2018 erstattet wurde (Urk. 7/210).
Von April bis Dezember 2017 war der
Versicherte für die B._
GmbH tätig (Urk. 7/249), vo
m 1. Mai 2018
bis Ende Februar 2019 arbeitete er
als Chauffeur mit einem Pensum von 100 %
bei der
C._
GmbH
(Urk. 7/218
, Urk. 7/254/1
)
und von Mai bis Juli 2019 für die
D._
AG (vgl. auch Urk. 7/279
und Urk. 1 S. 4
).
D
ie IV-Stelle
sprach ihm
mi
t
Verfügung vom 17. Juli 2019 eine
vom 1. Mai 2013 bis am 30. März 2017 befris
tete
ganze Rente und vom 1. April 2017 bis am 30. Ap
ril 2018
eine
Viertelsrente
zu (Urk. 7/237).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft
(vgl. auch
Urk. 7/241)
.
1.2
Am 6. August 2019 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf (Rücken
)
Schmerzen, Schweissausbrüche und Nervosität sowie eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% seit 5. August
2019
(vgl. Urk. 7/246)
erneut zum Leistungsbezug an
(Urk.
7/240
; vgl. auch Urk. 7/241
) und reichte ärztliche Unterlagen ein (Urk.
7/246). Die IV-Stelle führt
e
erwerbliche und medizinische A
bklärungen durch,
holte die Akten des Krankenversicherers ein (Urk. 7/258)
und l
egte die Sache
Dr.
med. E._
, Facharzt für Chirurgie,
vom Regionalärztlichen Dienst (RAD)
zur Stellungnahme vor (Urk. 7/273/6). Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsgesuches in Aus
sicht (Urk. 7/274). Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben (Urk. 7/275)
und diesen am 3. Juli 2020 begründet hatte (Urk. 7/279), wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 7. September 2020 wie angekündigt ab (Urk. 7/281 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte
am 2. Oktober 2020 Beschwerde mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom 7. September 2020 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten; eventualiter seien weitere medizi
ni
sche Abklärungen zu veranlassen (Urk. 1
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6)
,
worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. November 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prü
fungs
pflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
wei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lic
hen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu frü
he
ren ärzt
lichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unter
schiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt so
mit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass dem Beschwerdeführer gemäss den medizinischen Akten eine leichte
angepasste
Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Er sei ihm somit möglich
,
mit
Unterstützung
des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
(RAV)
eine Tätigkeit zu finden und ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Aufgrund der Akten seien die gesundheitlichen Beschwerden aus psychiatrischer Sicht auf die finanzielle Situa
tion sowie das Strafverfahren aufgrund des Unfalls zurückzuführen. Zudem hätten
Abklärungen ergeben, dass der Stellenverlust auf alkoholisiertes Erschei
nen am Arbeitsplatz zurückzuführen sei.
Die erschwerte Stellensuche sei nicht auf eine Veränderung des Gesundheitszustandes zurückzuführen und somit invaliditäts
fremd (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er bemühe sich seit mehr als einem Jahr um eine 50%-Stelle. Davor habe er eine Arbeitsstelle im Umfang von 100 % angestrebt, dies sei jedoch jeweils aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen gescheitert.
In den letzten drei Jahren habe er einige Arbeitsstellen angetreten, welche er jedoch aufgrund der dokumentierten gesundheitlichen Einschrän
kun
gen
nach kurzer Zeit
wieder habe beenden müssen.
Im
Z._
-Gut
achten vom 15.
März 201
8
sei eine
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 60 %
als zumutbar
beurteilt
worden
, wobei fachpsychiatrisch festgehalten worden sei, dass ein verständnisvoller Arbeitgeber und verständnisvolle
Kollegen Voraussetzung seien, was einem geschützten Arbeitsplatz entspreche. Der dama
lige Arbeitsplatz sei als Nischenarbeitsplatz bezeichnet worden, da
er
den Umfang seiner Tätigkeit je
nach Tagesform habe regulieren können. Nur so sei das 60%-Pensum denkbar
gewesen
(Urk. 1 S. 4). De
r langjährige Hausarzt erachte
sodann
eine
Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 50 % für leichte wechselbelastende Tätig
keiten für
zumutbar
(Urk. 1 S. 5).
Die suggerierten
psychosozialen
Belastungsfaktoren seien nicht Gegenstand der
Z._
-Beurteilung, sondern dem Abklärungsbericht der
F._
entnommen. Es handle sich dabei um eine Eva
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit, wobei die
geplante
psychia
trische und neuropsychologische Beurteilung storniert worden seien. Die
Bemer
kungen zu den psychosozialen Belastungsfaktoren
im
F._
-Abklärungsbericht
würden diametral vom
Z._
-
Gutachten abweichen, worin festgehalten worden sei, dass die Belastungsfaktoren hauptsächlich in der organischen Hirnschädi
gung selbst sowie im Rückenleiden zu sehen seien (Urk. 1 S.
5).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Beschwerdeantwort,
es treffe zwar zu, dass im
Z._
-Gutachten für eine
angepasste
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % attestiert worden sei. Der Beschwerdeführer habe
jedoch
ab Juni 2018 eine mittelschwere Tätigkeit in einem 100 %-Pensum
aufgenommen
. Eine solche habe er bereits im April 2017 ausgeübt. Dass er ei
ner leichten Tätigkeit vollzei
tlich
nachgehen
könne, bestätige auch die Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit vom 29. August 2019 (Urk. 6 S. 1). Die Einschätzung des behandelnden Dr.
G._
vom 21. April 2020 vermöge
sodann
die Beurteilung betreffend die funktionelle Leistungsfähigkeit nicht in Zweifel zu ziehen, zumal der Behandler bereits im September 2019, also kurz nach dem Gutachten der
F._
eine Leis
tungsfähigkeit von 50 %
bescheinigt habe
(Urk. 6 S. 2).
2.4
Der Beschwerdeführer
stellte auf Veranlassung seines Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/244/4)
am 6. August 2019
sein neues Leistungsgesuch (Urk. 7/240), mithin inn
ert der
mit der Leistungsverfügung vom 17. Juli 2019 (Urk. 7/237)
eröffneten
R
echtsmittelfrist. Die telefonische Rückfrage der Beschwerdegegnerin ergab, dass der Beschwerdeführer keine Beschwerde gegen die Verfügung einreichen wollte (Urk.
7/241), weshalb die Beschwerdegegnerin sein Gesuch als Neuanmeldung
entgegen nahm
(Urk. 7/246). In Anbetracht des
nach Lage der Akten
nicht vor
han
denen Beschwerdewillens ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden und wurde
denn auch vom später rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt.
Die B
eschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
6
. August 2019 eingetreten (vgl. Urk. 7/273/5).
Es ist daher zu prüfen, ob seit der Verfügung vom 17. Juli 2019, mit welcher dem Beschwerdeführer eine vom 1.
Mai 2013 bis am 30. März 2017 befristete ganze Rente und
eine
vom 1. April 2017 bis am 30. April 2018 befristete
Viertelsrente
zugesprochen worden war (Urk. 7/237), und der angefoch
tenen Verfügung vom 7. September 2020
(
Urk.
2) eine invalidenversicherungsrechtlich
massgebliche
Veränderung der Verhältnisse eingetreten ist, so dass nunmehr
erneut
ein Anspruch auf ei
ne Invalidenrente besteht (Art. 87 Abs.
3 IVV).
3.
3.1
Die Verfügung vom
17. Juli 2019 basierte in medizinischer Hinsicht auf dem
polydisziplinären
Z._
-
Gutachten vom 15. März 2018
,
worin
Prof. Dr. med. H._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, Dr. med. I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychoth
erapie, Dr. med. J._
, Fach
arzt für Orthopädie, Dr. med. K._
, Facharzt für Neurologie
,
und Prof. Dr.
rer
. nat. med. habil. Dipl.-Psych.
L._
aus interdisziplinärer Sicht
die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
stellten
(Urk. 7/210/9):
-
o
rganische Persönlichkeitsstörung bei Status nach schwerem geschlossenem Schädelhirntrauma am 3. September 2006 (ICD-10 F07.0)
mit multiplen zere
bralen Kontusionsblutungen und
residuellen
leichten neurokognitiven Defizi
ten und
Hemihypalgesie
rechts
-
z
ervikobrachiales
Syndrom bei multisegmentaler
os
t
eogener
Foramenstenose
bei
Unkar
throsen
,
insbesondere
höhergradig
von HWK 6/7 beidseits, ventraler
Spondylose HWK 3-6, Retrospondylose HWK 3-5,
Osteochondrose
p.m. HWK 6/
7 und rechtskonvexer
skoliotischer
Fehlhaltung
-
Lumbalgie bei degenerativ bedingter
Retrolisthesis
LWK5/SWK1,
Spondyl
arthrosen
von LWK5/SWK1 und rechts bis links parame
di
an reichender Diskusextrusion mit dorsalem
Anuluseinriss
von LWK5/SWK1 ohne
rezessale
oder
for
am
inale
Wurzelkompression
Die Gutachter
vermochten keine angestammte Tätigkeit zu identifizieren, da der
Beschwerdeführer
eine
Ausbildung als Aut
o
ersatztei
l
logistiker
abgeschlossen, aber
seit
dem Jahr 20
0
2 nicht mehr in diesem Beruf gearbeitet und verschiedene Tätig
keiten ausgeübt hat. Sie
gingen a
ufgrund der zu
r
Verfügung
stehenden Unter
lagen
davon aus
, dass der Beschwerdeführer nach dem am 3. September 2006 erlittenen Unfall mindestens bis zum Jahr 2009 in sämtlichen Tätigkeiten voll arbeitsunfähig war.
Auch die noch im Jahr 2014 attestierte
Arbeitsfähigkeit von
maximal zwei Stunden erachteten sie
aufgrund d
er Schwere des Traumas für plausibel
. Anschliessend
gingen sie von einer
gewissen Verbesserung des Gesun
d
heitszustandes und einer spätestens ab April 2017 bestehenden
Arbeitsfähigkeit
von 60 %
in einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit wie der
seit April 2017 in diesem Umfang bekleideten
Tätigke
it als Lieferwagenkurier aus. Sie hielten fest, d
er aktuelle Arbeitsplatz stelle einen Glücksfall für den Beschwer
de
führer und einen Nischenarbeitsplatz dar, da er
je
nach Tagesform den Zeitum
fang
seiner Tätigkeit mitregulieren könne und sein
Arbeitgeber und seine Kolle
gen flexibel auf seine Tagesschwankungen reagieren könnten. Es gelte anzumer
ken, dass die starken Tagesschwankungen die Einsatzfähigkeit des Beschwerde
führers
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt stark einschränken würden. Körperlich schwere
und überwiegend mittelschwere Tätigkeiten mit der Notwendigkeit, Gewichte über 30 kg zu heben oder tragen zu müssen oder dauerhaft Zwangspositionen einnehmen zu müssen, ebenso wie rein sitzende Tätigkeiten
,
seien dem Beschwer
deführer seit dem Unfallereignis im Jahr 2006 nicht mehr zumutbar. An jedem Arbeitsplatz sei der Beschwerdeführer auf einen verständnisvollen Arbeitgeber
und verständnisvolle Kollegen angewiesen, was eigentlich fast einem geschützten Arbeitsplatz entspreche (Urk. 7/210/11).
3.2
Die Beschwerdegegnerin le
gte
dem Einkommensvergleich
in der Verfügung vom 17. Juli 2019
eine
Tätigkeit als Hilfsarbeiter zu Grunde und zog zur Einkommens
ermittlung die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) heran.
Mittels
eines Prozentvergleiches
berechnete
sie
für die Zeit ab Mai 2013 bis Ende März 2017
basierend auf einer Restarbeitsfähigkeit von 20 % einen Invaliditätsgrad von 80 %
. Sodann berechnete sie
be
i einer Arbeitsfähigkeit von 60
% in einer Verweis
tätigkeit für die Zeit vom 1. April 2017 bis 31. April 2018 einen Invaliditätsgrad von 47 %. Hernach rechnete sie
als Invalideneinkommen
das laut Arbeitsvertrag
ab 1. Mai 2018 erzielte tatsächliche Erwerbseinkommen
(vgl. Urk. 7/218)
an, wo
raus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resu
l
tierte (Urk.
7/229
/2
, Urk.
7/237).
4.
4.1
Nachdem der Beschwerdeführer sich am 6. August 2019 erneut zum Leistungs
bezug angemeldet hatte, nahm die Beschwerdegegnerin die folgenden medizini
schen Unterlagen zu den Akten:
PD Dr. med. M._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation sowie
Rheumatologie, und N._
, Physiotherapeutin,
vom
F._
hielten in ihrer funk
ti
onsorientierten medizinischen Abklärung
vom 29. August 2019
zu
Handen
des Krankentaggeldversicherers
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit ein subakutes chronisches
thorakolum
b
overtebrales
Syndrom mit Flach
rücken, symptomatischen degenerativen Veränderungen der unteren Lenden
wirbelsäule sowie einem Status nach Polytrauma
im Jahr
2006 mit unklaren Verletzungen und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen anamnestischen Status nach Schädelhirntrauma mit fraglichem Frontalhirnsyn
drom sowie einer aktuell nicht behandelten arteriellen Hypertonie fest (Urk.
7/
258
/
10
).
Der
Beschwerdeführer
habe anlässlich der Untersuchung vor allem belastungs
abhängige
lumbosakrale
Beschwerden beschrieben, die nach leichter Bewegung bessern würden. Ferner träten sporadisch Kopfschmerzen auf. Diese sowie auch Konzentrationsstörungen seien seit dem Unfall im Jahr 2006 vorhanden. In ob
jek
tiver
Hinsicht
bestehe ein
thorako
-lumbaler Flachrücken, beim Aufrichten aus der Vorneigung ein Hochkletterzeichen und ein leichter
Shift
nach links, verein
bar mit einer segmentalen Instabilität vor allem der untersten beiden Lenden
wirbelsäulens
e
gmente. Neurologisch
e
Ausfälle
lägen dagegen keine vor
, die Be
weglichkeitseinschränkungen seien
moderat
und es hätten keine Hinweise auf eine Nervenwurzelreizung oder ein Ausfallsyndrom bestanden. Das Verhalten sei auch klinisch adäquat gewesen
.
In psychosozialer Hinsicht
lägen
verschiedene Belastungsfaktoren
vor
, wobei neben der verlorenen Aufenthaltsbewilligung C aufgrund eines offenbar nicht verschuldeten langen Auslandaufenthalts
durch
Hospitalisationen
, Hausarresten und G
efängnisauf
enthalten
im Zusammenhang mit dem Polytrauma, an das sich der Beschwerdeführer nicht mehr erinnern könne, auch
finanzielle Probleme bestünden (Urk. 7/258/10 f.).
Kognitive Beeinträchtigungen seien anlässlich der Untersuchung nicht offensich
tlich gewesen, eine gewisse Persönlichkeitsauffälligkeit im Sinne eines Frontal
hirnsyndroms oder eines Zustandes nach längerer psychischer Belastung sei je
doch nicht ausgeschlossen. Da der Beschwerdeführer die berufliche Integration jedoch selbst vorangetrieben habe
,
diesbezüglich auch beim letzten Arbeitgeber keine offensichtlichen Probleme bestanden hätten
und er sich zwischenzeitlich ab Mai 2019 wieder als voll arbeitsfähig gemeldet habe
, sei
en
psychiatrische und neuropsychologische
Zusatzabklärung nicht vordringlich. Sollten im Verlauf ent
sprechende Probleme auftreten, sei in erster Linie eine neuropsychiatrische Ab
klä
rung angezeigt (Urk. 7/
258/1
1
, Urk. 7/258/9
).
Die Fachpersonen kamen zum Schluss, die
angestammte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Es bestünden erhebliche Defizite in Bezug auf die Belastbarkeit im
Vergleich
zu den Anforderungen
,
welche unter Berücksichtigung der vorhande
nen strukturellen Veränderungen kaum
kompensierbar
seien. Es sei anzunehmen, dass diese Differenz bereits be
i Arbeitsantritt bestanden
und der Beschwerde
führer
sich
durchgebissen habe. Eine angepasste wechselpositionierte Tätigkeit unter Berücksichtigung der Resultate der
Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit (EFL) sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar. Die bisherigen Ein
schränkungen seien durch die körperlichen Probleme zustande gekommen (Urk.
7/
258/11
).
4.2
Med.
pract
. G._
, praktischer Arzt,
diagnostizierte in seinem Bericht vom 21. April 2020 eine hirnorganische Wesensveränderung, eine posttraumatische Belastungsstörung sowie erhebliche kognitive Defizite
und
ein
Thorakolumbal
syndrom
seit dem Unfall im Jahr 2006 (Urk. 7/272/3). Der Beschwerdeführer sei seit dem Jahr 2006 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/272/2). Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten sei zu diskutieren. Es liege eine Überforderung bei komplexeren Tätigkeiten vor, ferner sei das repetitive Heben von Gewichten nicht möglich (Urk. 7/272/3 f.).
4.3
In seiner
Aktenbeurteilung
vom 23. April 2020 hielt
RAD-Arzt
Dr.
E._
fest, im Gutachten des
F._
vom 29. August 2019 werde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit bescheinigt, wie sie der Beschwerdeführer in diesem
Zeitpunkt bereits
(im Mai 2019, Urk. 1 S. 4)
bei der
D._
AG angetreten gehabt habe. Hausarzt Dr.
G._
bescheinige hingegen eine 50%ige Arbeitsfähig
keit ab dem 1. September 2019 für eine angepasste Tätigkeit. Dies knapp nach
dem
F._
-
Gutachten
,
das dem Beschwerdeführer eine Arbeit
sfähigkeit von 100 %
bescheinigt habe, was die
Aussagen
von Dr.
G._
in Zweifel rücken lasse. Der Beschwerdeführer sei seit der durch die Beschwerdegegnerin veranlassten
Z._
-
Begutachtung zu 100 % arbeitsunfähig in der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur. In einer angepassten, leichten Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von La
sten von mehr als 5 kg sowie ohne
Verharren in Zwangshaltungen, sei der Beschwerdeführer durchgehend zu 100 % arbeitsfähig, da er weiter und entgegen der Angaben im durch die IV-Stelle veranlassten Gutachten gearbeitet habe (Urk. 7/273/6).
5.
5.1
Der Verfügung vom 17. Juli 2019 lässt sich
- wie gesagt -
entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom 15. März 2019 davon ausging,
dass
der Beschwerdeführer ab dem 1. April 2017
in einer leidensan
ge
passten Tätigkeit
zu 60 % arbeitsfähig
war
,
und
sie sprach
ihm ab diesem Zeit
punkt eine
Viertelsrente
zu
(Urk. 7/237/
5)
. Sie
erachtete das Gutachten somit
- übereinstimmend mit RAD-Arzt Dr.
E._
, der die darin gezogenen Schluss
folgerungen, insbesondere in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in seiner
Beurteilung
vom 23. März 2018 als plausibel einschätzte (Urk.
7/230/6) - für beweiskräftig. Die
Viertelsrente
hob sie per 1. Juni 2018 wieder auf, wobei sie sich auf die tat
sächliche Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers stützte
und das
seit 1. Mai 2018 mit einem Pensum von 100 %
effektiv erzielte Einkommen als Invalidenein
kom
men anrechnete
(Urk.
7/229/2, Urk.
7/237/5)
. Abklärungen zur Frage, ob die
aus
geübte
Tätigkeit dem Beschwerdeführer in medizinischer Hinsicht zumutbar war, mithin ob seit dem Begutachtungszeitpunkt eine Verbesserung des Gesundheits
zu
standes eingetreten war, die zu einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers geführt
hat, nahm die Beschwerdegegnerin
keine vor.
Einzig gestützt auf die
effektiv von 60 % auf 100 %
erhöhte Arbeitstätigkeit des Be
schwerdeführers ab Mai 2018 lässt sich indessen nicht
ohne Weiteres
auf eine korrespondierende Verbesserung der gesundheitl
ichen Situation
schliessen.
Dies muss vorliegend umso mehr gelten,
als
der Beschwerdeführer gemäss dem begut
achtenden Psychiater Dr.
I._
ein für Hirnverletzungen typisches fehlendes
Problembewusstsein auf
weist
(Urk. 7/210/49), wodurch
der Aufnahme einer 100%igen Arbeitstätigkeit eine Selbstüberschätzung zu Grunde liegen könnte und
seinem von der medizinisch
-theoretisch
festgestellten Zumutbarkeit abweichen
den Verhalten nicht übermässiges Gewicht beigemessen werden darf.
Dafür, dass bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom
17. Juli 2019
aus medizinischer Sicht erstellt war
, der Beschwerdeführer sei
in einer Verweistätigkeit
zu 100 % arbeits
fähig
,
finden sich
somit
- entgegen der
Anmerkung der Beschwerdegegnerin im Feststellungsblatt vom 4. M
ai 2020
(Urk. 7/273/
7)
- keine Anhaltspunkte
.
Es ist daher davon auszugehen, dass die
Rentenaufhebung
per 1. Juni 2018 einzig
auf
grund einer veränderten erwerblichen Situation
erfolgte
.
Diese nahm die Be
schwer
degegnerin zum Anlass
, den Invaliditätsgrad bei der per Ende April 2018 verfügten Renteneinstellung nicht mehr
-
wie
anlässlich der
Zusprache
der
Vier
tels
rente
-
mittels Prozentvergleichs
zu
bemessen
, was ebenfalls einen Revisions
grund darstellt
(Urteil des
Bundesgerichts
8C_211/2013 vom 3.
Oktober
2013 E.
4.1).
E
ine Verbesserung des Gesundheitszustandes
seit dem Begutachtungszeit
punkt
war in diesem Zeitpunkt nicht mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit ein
getreten.
Daran ändert auch der von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort dargelegte Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer bereits im Gutachtens
zeitpunkt mehr als die attestierten 60 % gearbeitet hat (vgl. Urk. 7/261)
,
wie
er
gegenüber den
Z._
-
Gutachtern
erwähnt habe
(Urk. 7/210/5). Insbesondere be
richtete er dem psychiatrischen Gutachter von einer aktuell an sechs Tagen pro Woche ausgeübten Tätigkeit von jeweils rund sieben Stunden (Urk. 7/210/42). Die Gutachter gingen denn
och
nicht
nur
davon aus, dass der Beschwerdeführer im Gutachtenszeitpunkt in einem zumutbaren Pensum von 60 % gearbeitet habe, sondern davon, dass es ihm aus gesundheitlicher Sicht möglich sei, die aktuelle Tätigkeit in einem 60 % Pensum auszuüben (Urk. 7/210/11).
Entgegen der Beschwerdegegnerin kann somit nicht ohne Weiteres von einer
- allenfalls vor Verfügungszeitpunkt eingetretenen und auch weiterhin bestehen
den -
aus medizinscher Sicht erstellten
Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer an
gepassten Tätigkeit, wie sie im
F._
-Bericht vom 29. A
ugust 2019 attestiert wurde
(Urk.
7/258/11)
,
ausgegangen
und gestützt darauf ein Rentenanspruch des Be
schwer
deführers verneint werden
.
Vielmehr ist
zu prüfen, ob
gestützt auf die aktuellen medizinischen Unterlagen
beziehungsweise die erwerblichen Verhält
nisse
eine massgebliche Veränderung der Verhältnisse und damit ein Revisions
grund im Sinne von Art. 17 ATSG ausgewiesen ist
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich
weder
in der angefochtenen Verfügung
noch im Verfahren
explizit z
u dieser
Frage (Urk. 2 S. 2
, Urk. 6
).
5.2
Zur Entwicklung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nach dem
Re
fe
renz
zeitpunkt lie
gt einerseits die bereits erwähnte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit vom 29. August 2019 vor, worin dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Tätigkeit attestiert wird (Urk.
7/
258/11).
Dem
genannten Bericht
lassen sich jedoch
lediglich Informa
tio
nen und Einschätzungen zum aktuellen Gesundheitszustand entnehmen, eine all
fällige gesundheitliche Veränderung wird darin nicht thematisiert.
So bleibt unkl
ar ob es sich bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der
F._
um eine
lediglich unter
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
handelt, die im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich zu bleiben hat (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
,
oder ob sich der Gesundheitszustand des Be
schwer
deführers zwischenzeitlich verbessert hat
.
D
a sich das
F._
-Gutachten
zum Beweisthema im Revisionsverfahren - erhebliche Änderung des Sachverhaltes - gar nicht äussert, kommt ihm vorliegend kein Beweiswert zu (Urteil des Bun
des
gerichts
8C_889/2015 vom 29.
September
2016 E. 3.2
).
Andererseits liegt der Bericht
des Hausarztes med.
pract
.
G._
vor, der aus
führte, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte wechselbelastende Tätigkeiten sei zu diskutieren (Urk. 7/272/3).
Die Einschränkungen des Beschwerdeführers
führte
er jedoch allesamt auf den im Jahr 2006 erlittenen Unfall zurück, eine seither eingetretene Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszu
stan
des lässt sich
diese
m
Bericht
ebenfalls
nicht entnehmen.
Von einer Veränderung des Gesundheitszustandes geht
sodann
auch Dr.
E._
vom RAD
in seiner Stellungnahme vom 23. April 2020
nicht aus, hielt er den Beschwerdeführer doch
in einer angepassten, leichten Tätigkeit
lediglich deshalb
durchgehend für 100 % arbeitsfähig, da er entgegen der Angaben im
Z._
-Gutachten
von April 2017 bis Februar 2019
in diesem Umfang
gearbeitet habe (Urk. 7/273/6).
Eine Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
füh
rers ist demnach durch die aktuell vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
b
elegt, insbesondere ist keine allenfalls rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes ersichtlich. Ein Revi
sionsgrund im Sinne von Art. 17
ATSG
ist somit in gesundheitlicher Hinsicht nicht ausgewiesen
.
5.3
Nicht
nur eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands
kann
G
rund für eine Rentenrevision sein
, sondern
jede wesentliche Änderung in den tatsäch
lichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invali
di
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Nachdem
die
Viertelsrente
des Beschwerdeführers
nach dem Ge
sagten
gestützt auf erwerbliche Gründe - nämlich die Aufnahme einer Arbeits
tätigkeit in einem Pensum von 100 %
- aufgehoben worden war, ist zu prüfen, ob diesbezüglich seit dem Verfügungsdatum vom 17. Juli 2019 wiederum eine Veränderung eingetreten ist.
Eine solche könnte insoweit rentenrelevant sein,
als
dass auch
bei einer
diesfalls
vorzunehmenden
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht u
mfassenden Prüfung des R
entenansp
ruchs ohne
Bindung an frühe
re Beurteilungen
(BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
nicht von
v
ornherein auf die Beurteilung des
F._
abgestellt werden könnte
, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
Denn diese wurde
einzig
von Dr.
M._
verfasst
, der zwar über einen Facharzttitel in physikalischer Medizin und Rheumatologie verfügt und daher für die Beurteilung der Rücken
schmerzen des Beschwerdeführers qualifiziert ist, indessen fehlen ihm mangels eines Facharzttitels in Psychiatrie die nötigen Fachkenntnisse, um den psy
chi
schen Zustand des Beschwerdeführers beurteilen zu können.
Da die
Einschätzung im polydisziplinären
Z._
-
Gutachten, der Beschwerdeführer sei ab 1. April 2017 bis auf Weiteres zu 60 % arbeitsfähig, hauptsächlich aufgrund der vom psychia
trischen Gutachter gestellten Diagnose einer organischen Persönlichkeitsstörung
erfolgte
(Urk. 7/210/
9)
, ist die Beurteilung durch Dr.
M._
nicht geeignet, einen davon
abweichenden Gesundheitszu
stand
rechtsgenüglich
zu beweisen
.
Kognitive Beeinträchtigungen oder eine gewisse Persönlichkeitsauffälligkeit konnte
Dr.
M._
denn auch
nicht ausschliessen (Urk. 7/258/11).
Da somit bei Vorliegen einer Veränderung der erwerblichen Verhältnisse
- zumindest
gestützt auf die aktuelle medizinische Aktenlage
-
allenfalls wiederum
auf den
im poly
disziplinären Gutachten festgehaltene
n
Gesundheitszustand
abgestellt werden
könnte, ist nicht von
v
ornherein auszuschliessen, dass eine
erneute
Veränderung der erwerblichen Verhältnisse Einfluss auf
den Rentenanspruch
haben könnte.
5.4
Der Besch
werdeführer war vom 1. Juni 2018
bis am 28. Februar 2019 bei der
C._
GmbH in einem Pensum v
on 100 % als Chauffeur
an
gestellt, wobei er vom 7. Dezember 2018 bis 28. Februar 2019 zu 100 % arbeits
unfähig war
(Urk. 7/254). Demnach war er bereits im Zeitpunkt der renten
auf
hebenden Verfügung nicht mehr beim genannten Arbeitgeber angestellt
, so dass das Invalideneinkommen nicht mehr gestützt auf einen tatsächlichen Verdienst, sondern auf ein hypothetische
s
Einkommen zu bemessen ist
.
Dies genügt für die Annahme eines Revisionsgrundes (Urteil des Bundesgerichts 9C_325/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.4).
Die B
eschwerdegegnerin ging
dennoch - und obwohl ihr der Stellenverlust auf
grund einer Anfrage des RAV Zürich Lagerstrasse
betreffend Wiedereingliederung von Stellensuchenden mit gesundheitlichen Einschränkungen vom 18. März 2019
bekannt war
(vgl. Urk. 7/233 f.). -
in der Verfügung vom 17. Juli 2019 davo
n aus, der Beschwerdeführer arbeite
voll
zeitig als Chauffeur
(Urk. 7/237/5)
,
und stützte sich für die Berechnung des
Invalideneinkommens
auf das mit dieser Tätigkeit
tatsächlich
erzielte Einkommen (Urk. 7/229, Urk. 7/230/9).
Auch unter Berück
sichtigung von Art. 88a Abs. 1
IVV
, wonach eine Ver
bess
erung der Erwerbs
fähig
keit
in jedem Fall zu berücksichtigen
ist
, nachdem sie ohne wesentliche Unter
brechung drei Monate gedauert hat und voraussi
chtlich weiterhin andauern wird, ist
die
Veränderung der erwerblichen
Verhältnisse aufgrund der
Kündigung des Arbeitsverhältnisses vor Verfügungserlass
eingetreten und grundsätzlich im vor
lie
genden Verfahren nicht mehr zu berücksichtigen
.
D
ieser Umstand
hätte allen
falls
mit Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Juli 2019 gelt
end gemacht werden können, die
indessen unangefochten in Rechtskraft
erwuchs
.
5.5
Der Beschwerdeführer war jedoch laut eigenen Angaben im Standortgespräch
vom 19. August 2019
während zwe
ieinhalb Monaten über die O._
bei der
D._
in einem Pensum von 100 % tätig (Urk. 7/241), gemäss der
insoweit unbestritten gebliebenen Darstellung in der
Beschwerdeschrift handelte es sich dabei um die Monate Mai bis Juli 2019 (Urk. 1 S. 4
, vgl. auch Urk. 7/252
)
, mithin
dauerte die Anstellung
allenfalls
über den Referenzzeitpunkt hinaus
.
Dies deckt sich mit der Aussage in der
F._
-Beurteilung, dass der Beschwerdeführer ab Mai
2019 keine Arbeitsunfähigkeit mehr geltend machte (vorstehend E. 4.1).
Zu diesem
Arbeitsverhältnis hat die Beschwerdegegnerin indessen keine Abklärun
gen getä
tigt, insbesondere ergibt
si
ch dieses auch aus dem zuletzt am 7. Oktober 2019
eingeholten Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) nich
t
(Urk. 7/249). Der Bestand und die Dauer des
Arbeitsverhältnisses
sowie die Umstände der Kün
digung sind somit einzig aufgrund der Schilderung des Beschwerdeführers akten
kundig, das dabei erzielte Einkommen ist gänzlich unbekannt.
So kann nicht abschliessend beurteilt werden, ob im Verfügungszeitpunkt noch ein Arbeits
ver
hältnis bestand, das in der Folge aufgelöst wurde
,
und ob es sich dabei allenfalls
um eine
neuerliche
rentenrelevante Veränderung der Verhältnisse handeln könnte
.
5.6
Insgesamt erweisen sich die vorliegenden Akten zur erwerblichen Situation des Beschwerdeführers für eine abschliessende Beurteilung des vorliegend strittigen Leistungsanspruchs nicht als genügend. Die Beschwerdegegnerin hat ergänzende erwerbliche Abklärungen durchzuführen, insbesondere empfiehlt sich das Einho
len eines aktuellen IK-Auszuges sowie allenfalls einer Auskunft des damaligen Arbeitgebers.
Hernach hat die Beschwerdegegnerin neu über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in den Sinn gutzuheissen, dass die ange
fochtene Verfügung vom
7. September 2020
(Urk. 2) aufgehoben wird und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entsc
heid über den Rentenanspruch des
Beschwerd
eführers
zurückgewiesen wird.
6.
6.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG (ebenfalls in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung; Art. 83 ATSG) kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- fes
tgelegt und vorliegend auf Fr. 8
00.-- festgesetzt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausserdem
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung
.
Diese ist
gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barausla
gen ermessensweise auf Fr. 1’800
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.