# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e5eaf7b-f73c-46e7-9b0c-c4b9fb4bb273
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1999
,
wurde von seinen Eltern aufgrund einer
angeborenen cer
ebralen
Lähmung
im Sinne von
Ziffer 390 des Anhangs der Ve
r
ordnung über Geburt
sgebrechen (
GgV
)
am 15. Januar 2001 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug angemeldet
(
Urk. 11/36/1 f.,
Urk. 11/32/8,
Urk. 11/32/12
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erteilte
Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen bis zum 31. August
2019 (vollendetes 20. Altersjahr, Urk. 11/5, Urk. 11/53, Urk. 11/72, Urk. 11/73
; vg
l.
auch
das
Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2004.00875 vom 16. Juni 2005
, Urk. 11/36
).
Ferner
übernahm
di
e
IV-Stelle
die Kosten
für
Sonderschulmass
nah
men
vom 7. September 2000 bis
zum
31. Juli 2011
(heilpädagogische Früher
ziehung
mit
darauffolgender
Einschulung in die
O._
schule
für c
erebral ge
lähmte Kinder
,
Urk. 11/
35
, Urk. 11/36/2, Urk. 11/46
, Urk. 11/47, Urk. 11/49
).
Im Anschluss daran trat der Versicherte in ein integratives Sonderschulsetting über (Urk. 11/80/1, Urk. 11/83/1).
1.2
Am
15. April 2014
ersuchten
die Eltern
des
Versicherten
die IV-Stelle um
Mass
nahmen
zur
berufliche Eingliederung (Urk. 11/74/1).
Am
14. November 2014 be
fand die IV-Stelle, berufliche Massnahmen seien noch verfrüht
,
und wies das Leistungsbegehren ab (Urk. 11/82).
Daraufhin wandten sich die Eltern a
m 6. April 2015 erneut an die IV-Stelle (Urk. 11/85).
Nach beruflichen Abklärungen
mit
Z._
und der
A._
(Urk. 11/88, Urk. 11/
90) erteilte die IV-Stelle
am 8. März 2016
Kostengut
sprache für die
Mehrkosten
für das erste Lehrjahr
der
erstmalige
n
berufliche
n
Ausbildung
als
Praktiker
PrA
Gärtnerei
ab dem
1. August 2016
bei der
A._
(Urk. 11/91
)
.
Das zweite
Lehrjahr
absolvierte der Ver
sicherte
dabei
im Rahmen einer Supported Education bei der
B._
AG
auf dem ersten Arbeitsmarkt
(Urk. 11/97,
Urk. 11/108/1,
Urk. 11/109/1
). Die IV-Stelle übernahm auch dafür die Kosten (Urk. 11/100).
1.3
Auf die
Vollendung des 18. Altersjahres
hin
meldete sich der Versicherte am
9. August 2017
bei der Invalidenversicherung zum Taggeldbezug
während der Berufsausbildung
an (Urk. 11/102).
Die IV-Stelle
sprach ihm
darauf
hin
mit
Verfügungen vom 22. August 2017 sowie 9. Januar 2018
Taggelder
für die Dauer der
Ausbildung
vom
1.
September
2017 bis zum 31. Juli 2018
zu
(Urk. 11/105, Urk. 11/107).
I
m Juli 2018
schloss der Versicherte die
Ausbildung als Praktiker
PrA
Gärtnerei (Garten- und Landschaftsbau) bei der
A._
ab
(Urk.
11/109
/1
, Urk. 11/110/2
)
.
Die IV-Stelle schloss die beruf
lichen Massnahmen per 31. Juli 2018 ab
und leitete die Rentenprüfung ein (Urk. 11/111). Der Versicherte war
hernach
vom 1.
August bis
zum
30.
September 2018
weiterhin
als Praktikant
im Landschaftsgartenbau
bei der
B._
AG
tätig (Urk. 11/115).
Ab
1. Oktober 2018 war er wieder bei der
A._
als Mitarbeiter
der
Gartengruppe angestellt (Urk. 3
, Urk. 15/2
).
1.4
Im Zuge der Rentenprüfung
liess
die IV-Stelle
den Versicherten durch
C._, Dr. med. D._
, Facharzt für Neuro
logie, und Dr. phil. E._
, Psychologin und Neuropsychologin,
bidisziplinär
begut
ach
ten (Gutachten vom
22
.
November 2018,
Urk. 11/125
/2-45
).
Hernach holte sie eine Stellungnah
me des F._
vom 6. Dezember 2018 ein (Urk. 11/127
/4
).
Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2019
informierte die IV-Stelle den Ve
rsicherten
über die
in Aussicht genommene
Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 11/128). Dagegen erhob dieser am 11. März, ergänzt am 15. April 2019, Einwand (Urk. 11/133, Urk. 11/136).
Am 14. Mai 2019
verneinte die IV-Stelle
wie angekündigt
einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 11 %
(Urk. 11/139 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 14. Juni 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen.
Ferner
stellte er ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1 S. 1)
.
Seiner Beschwerde legte er einen Arbeitsvertrag der
A._
bei, welche
ihn
seit dem 1. Oktober 2018 als Mitarbeiter der Gartengruppe beschäftigt
e
(Urk. 3).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. August 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer am 10. September 2019 zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig wurde sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abgewiesen (Urk. 12). Der Beschwerdeführer reichte
sodann am 6. November 2019 einen Bericht
der
A._
vom 17. Oktober 2019 ins Recht (Urk. 14, Urk. 15/1).
Am 6. Dezember 2019 verzichte
te die Beschwerdegegnerin
auf eine Stellung
nahme
dazu
(Urk. 17).
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 9. Dezember 2019
mitge
teilt
(Urk. 18).
Mit Verfügung vom 12. August 2020 unterbreitete das Gericht
Dr.
D._
Ergänzungsfragen zum neurologischen Gutachten (Urk. 19), welche dieser am 23. Februar 2021 beantwortete (Urk. 23). Die Parteien nahmen am 15.
r
espektive
24. März 2021 Stellung
zum Ergänzungsgutachten
(Urk. 29, Urk. 30). Die Stellu
ng
nahmen wurden den Parteien mit Verfügung vom 30. März 2021
jeweils
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 31).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
in der angefochtenen Verfügung, das eingeholte Gutachten habe ergeben, dass dem Beschwerdeführer eine einfache, gut struk
turierte und repetitive handwerkliche Tätigkeit in einem vollen Pensum zumutbar sei (Urk. 2 S. 1). Der gestützt auf
Art. 26 Abs.
1
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
sowie
die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik
(LSE)
durchgeführte Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad
von 11 % (Urk. 2 S. 1 f.).
Aufgrund des erhöhten Betreuungsbedarfes sei ein Leiden
sabzug von 10 % auf dem Tabellenlohn des Inva
lideneinkommens gewährt worden
.
Es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 S. 2).
Mit Bezug auf das Ergänzungsgutachten vom 23. Februar 2021 (Urk.
23)
merkte die
Beschwerdegegnerin
am 24. März 2021
an
, es obliege nicht dem Mediziner, eine Arbeitsmarktbeurteilung vorzunehmen und Unterscheidungen nach den rein rechtlich definierten Begriffen des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, der freien Wirtschaft, des zweiten Arbeitsmarktes, des Nischenarbeitsplatzes oder des geschützten Rahmens vorzunehmen (Urk. 30 S. 1). Die Beurteilung des Gutachters
zur
wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Leistungsfähigkeit oder zum Rentenan
spruch des Beschwerdeführers seien
daher
unbeachtlich (Urk. 30 S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
d
ie
A._
habe
seine Leistungsfähigkeit basierend auf den Rückmeldungen der
B._
AG
und bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt auf 25 %
quantifiziert.
Im Abschlussprotokoll der Berufsberatung sei
ebenfalls
erwähnt
worden, er könne nur im geschützten Rahmen oder an einem Nischenarbeitsplatz mit einer Inva
lidenrente eingesetzt werden
(Urk. 1 S. 3).
Das
eingeholte Gutachten halte fest, eine nicht geschützte Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt
sei
derzeit undenkbar
,
und
die Gutachter hätten
seine Leistungsfähigkeit
gleich wie der F._
auf 25 %
ge
schätzt
.
Die anlässlich der Ressourcenbesprechung vom 13. Februar 2019
gezo
gene
Schlussfolgerung
der Beschwerdegegnerin
, er weise eine Arbeitsfähigkeit von 100 % mit einer Leistungseinbusse von 10 % auf, sei nicht nachvollziehbar.
Aus dem Gutachten sowie den Schilderungen des Ausbildungsbetriebes gehe hervor, dass er aufgrund des hohen Betreuungsaufwandes nur in einem geschützten Arbeitsplatz (zweiter Arbeitsmarkt) oder im geschützten Rahmen
im freien Markt arbeiten könne (
Urk. 1 S. 4).
Nach durchgeführtem Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 83.01 % bei einer geschützten Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt
oder
ein solcher von 78.48 % bei einer Verwertung der 25%igen Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt (Urk. 1 S. 6 f.). Daher habe er Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 6).
In seiner Stellungnahme zum Ergänzungsgutachten fügte der Beschwerdeführer
am 15. März 2021
an, die Ausführungen des Gutachters bestätigten noch einmal deutlich, dass er nur an einem geschützten Arbeitsplatz einsetzbar sei (Urk. 29).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Dem Abschlussbericht über die Eingliederungsmassnahmen vom 18. Juni 2018
(Urk. 11/109)
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von August 2016 bis
Juli 2018 eine Ausbildung zum
Praktiker
PrA
Gärtnerei (Garten- und Land
schafts
bau
)
in der
A._
absolvierte, wobei er
im
zweite
n
Ausbildungsjahr im Rahmen einer Supported Education bei der
B._
AG
auf dem ersten Arbeitsmarkt
tätig war
(Urk. 11/101/1, Urk. 11/109/1). Die
B._
AG sowie die
A._
hielten fest, der Beschwerdeführer könne gemäss ihrer Einschätzung
an
einem Nischenarbeitsplatz arbeiten. Er
sei in der Lage,
einfache Tätigkeiten unter Anleitung selbständig aus
zu
führen.
Dazu
brauche
er
genaue Anweisungen und Erklärungen sowie eine Ansprechperson, die ihn bei Unsicherheiten unterstütze und bei Fragen zur Verfügung stehe. Eine Teillösung (zwei Tage im Betrieb im ersten Arbeitsmarkt sowie drei Tage in der
A._
oder umgekehrt) könne auch eine Möglichkeit sein. Die empfohlene Präsenz betrage 100 % (42 Stunden pro Woche). Die Leistungsfähigkeit auf dem
ersten Arbeitsmarkt
betrage
25 %. Der Beschwerdeführer sei unsicher und brauche
jemanden an seiner Seite, der für Fragen zur Verfügung s
tehe
,
sowie eine enge Begleitung,
genaue Erklärungen und viel Bestätigung. Sein Vorstell
ungsver
mö
gen sei eingeschränkt. Beim Plattenverlegen
müsse der ganze Vorgang neu erklärt werden,
wenn d
ie Platte eine
andere Form habe
. Ferner sei sein Tempo verlang
samt und neue Situationen würden ihm Mühe bereiten. Er benötige Be
gleitung und Unterstützung, um sich einzulassen und wohl zu fühlen,
damit er dann
lernen
könne
(Urk. 11/109/2).
Betreffend das weitere Vorgehen
würden
die Renten
prü
fung und
die
Integration
an
eine
n
Nischenarbeitsplatz im
ersten Arbeits
markt im
Bereich
Gartenunterhalt oder Neu- und Umbau empfohlen (Urk. 11/109/6).
3.2
Am
22
. November 2018
erstatteten Dr.
D._
sowie Dr. phil. E._
das
bidis
zi
plinäre
Gutachten in den Fachgebieten Neurologie sowie Neuropsychologie (Urk. 11/125).
Dr.
D._
nannte
als Diagnose
eine mässige Lernschwäche
,
vor allem
in den Bereichen
Abstraktion
und
Mathematik
,
bei einem nonverbalen
IQ
von 82, einem verbalen IQ von 95 sowie einer unreifen Persönlichkeit im Rahmen einer kon
genitalen Entwicklungsverzögerung im Anschluss an eine Frühgeburt (Urk. 11/125/2
7). Er
erhob
unauffällige neurologische
und
psychopathologische
Befund
e
(Urk. 11/125/20 ff.). Hinsichtlich des neuropsycholo
gischen/verhal
tens
neu
ropsychologischen Befundes notierte er,
einfache Additions- und Subtrak
tions
aufgaben im Zahlenraum von 100 könne der Beschwerdeführer sicher berechnen.
Die
Multiplikation und Division im kleinen Einmaleins seien teilweise unsicher, im Zahlenraum des grossen Einmaleins finde
sich der Beschwerdeführer
per Kopf
rechnen nicht zurecht (Urk. 11/125/24).
Beim Beschwerdeführer bestehe
eine noch unreife Persönlichkeit mit teilweise deut
lichen Mängeln in der Rechen
- und der
mathematischen Kompetenz sowie im abstrakten Denken und im logischen Schl
u
ssfolgern. Auch die Problem
löse
fähigkeit, Urteilskraft, Planungsfähigkeit und Auffassungsgabe für abstrakte Pro
zesse seien deutlich eingeschränkt. In Übereinstimmung mit den Angaben in der Exploration hätten sich in der neurologischen Untersuchung keine sensomoto
ri
schen Defizite, insbesondere auch keine wesentlichen Koordinationsschwierig
kei
ten oder
Feinmotorikstörungen
gezeigt. Insofern sei die Entwicklungsverzö
ge
rung
im sensomotorischen Bereich als ausgewachsen zu betrachten (Urk. 11/125/28).
In der neuropsychologis
chen Untersuchung durch Dr. E._
vom 2. Oktober 2018 hätten sich unauffällige Ergebnisse in den Symptomvalidierungstests
ohne Hin
weise auf Aggravation oder Simulation
ergeben
.
Dies stimme mit dem neurolo
gischen Gutachten überein. Als Diagnose
im neuropsychologischen Gutachten
werde eine mittelschwere kognitive Störung mit Einschränkungen in
attentiona
len
, exekutiven, mnestischen,
visuokonstruktiven
und rechnerischen Funktionen
genannt
. Durchschnittlich seien hingegen die Aufmerksamkeitsleistungen und Impulskontrollen, die Konzentrationsfähigkeit, die verbale und figurale Ideen
pro
duktion, die Merkspanne sowie die figuralen Gedächtnisleistungen. Der nonver
bale IQ liege mit 82 im Bereich einer Lernbehinderung. Der verbale IQ betrage 95 und sei somit im durchschnittlichen Bereich. Die Ergebnisse der verhaltens
neu
rologischen Untersuchung seien somit durch die Testpsychol
ogie bestätigt worden
(Urk. 11/125/29)
.
Im Sinne eines negativen Leistungsbildes seien
Tätigkeiten
, die abstrakte Kon
zept
verarbeitung, höhere Mathematik, komplexes Rechnen, komplexes Problem
lösen
und Ähnliches erfordern würden
, nicht zumutbar
.
Der Beschwerdeführer
sei auch nicht in der Lage, selbständig wichtige Entscheidungen am Arbeitsplatz
zu treffen
. Er benötige weiterhin Führung und Supervision
. Eine Führung anderer Personen sei ihm nicht zuzumuten. Auch Arbeitsplätze mit unklaren Strukturen, häufig wechselnden Problemlagen und der Notwendigkeit, sich rasch in neue Situationen hinein zu finden, seien
nicht möglich
. Wesentliche Einschränkungen in seiner sensomotorischen Funktionsfähigkeit hätten sich in der Begutachtung nicht ergeben. Hinweis
e
auf eine Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit sei
en
nicht vorhanden
(Urk. 11/125/30)
.
Mit Bezug auf das positive Leistungsbild hielt der Gutachter fest, d
er Beschwer
deführer sei in der Lage, einfach strukturierte kognitive Anforderungen zu erfül
len. Einfache Routinearbeiten, wie sie in der angestammten Tätigkeit als Land
schaftsgärtner häufig benötigt würden, zum Beispiel Pflanzen pflegen, Hecken
schneiden, Rasen mähen, Jäten oder Laub harken, seien
ihm
zumutbar
und zwar
mit einem 100%igen Pensum und einer 100%igen Leistung. Etwas komplexere Tätigkeiten, wie zum Beispiel Kundenkontakt oder Plattenlegen seien unter enger Supervision zumindest
teilweise
möglich. Seine körperliche Leistungsfähigkei
t sei als normal einzuschätzen
(Urk. 11/125/30)
.
Je nach konkretem Tätigkeitsprofil sei
daher
für eine einfache Tä
tigkeit sicherlich von einer 80-
100%igen Leistungsfähigkeit auszugehen. Sobald allerdings kom
plexere kognitive Fähigkeiten verlangt würden, so etwa beim Berechnen von Flächen, die bepflanzt oder mit Fliesen beziehungsweise Platten belegt werden sollten, sei derzeit noch keine volle Leistungsfähigkeit gegeben. Hier benötige der Beschwerdeführer Supervision und Unterstützung (Urk. 11/125/30). Eine genaue Angabe der Leistungsfähigkeit an einem entsprechend
adaptierten
Arbeitsplatz hänge von den konkreten Anforderungen ab
(Urk. 11/125/30 f.)
.
Der letzte Arbeitgeber im ersten Arbeitsmarkt habe die gesamthafte Leistungs
fähigkeit mit 25 % eingeschätzt. Dies sei konkret davon abhängig, inwieweit vom Beschwerdeführer nur einfache Tätigkeiten erwartet würden, komplexere Tätig
keiten unter Supervision möglich seien
oder inwieweit der Arbeitgeber erwarte, dass auch komplexe Tätigkeiten selbständig ausgeführt würden. Aufgrund der aktuellen kognitiven Defizite und aufgrund seiner noch unreifen Persönlichkeit könne er allenfalls
an
einem Nischenarbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt einge
setzt werden. Eine nicht geschützte Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt sei derzeit undenkbar. Aufgrund seiner erheblichen Schwächen im abstrakten und mathe
ma
tischen Denken sei der Besuch der Berufsschule, wie er bei einer weiteren Ausbildung notwendig wäre, derzeit nicht zu leisten (Urk. 11/125/31).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielt Dr.
D._
schliesslich fest, d
er Beschwerdeführer
sei
in der bisherigen Tätigkeit als Land
schaftsgärtner im geschützten Rahmen mit einem Pensum von 100 % gut ein
setzbar
. Eine genaue Leistungsfähigkeit sei für einen zukünftigen Arbeitsplatz nicht sicher einzuschätzen, sondern müsse vo
m
tatsächlichen Arbeitsprofil vor Ort abhängig gemacht werden. Derzeit könne nur in einem geschützten Rahmen gearbeitet werden, entweder im zweiten Arbeitsmarkt oder an einem passenden Nischenarbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt (Urk. 11/125/31).
Retrospektiv gelte diese Leistungsfähigkeit seit Eintritt des Beschwerdeführers in das zweite Lehrjahr
(Urk. 11/125/32)
.
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer ang
epassten Tätigkeit erklärte Dr.
D._
weiter, die jetzige Tätigkeit müsse prinzipiell als leidensadaptiert betrachtet werden. Im Bereich der einfachen Tätigkeiten sei die Leistungsfähigkeit jedoch deutlich höher als im Bereich der komplexen Tätigkeiten. Auch in anderen
denkbaren Verweistätigkeiten, wie beispielsweise auf einem Bauernhof,
liege
das Arbeitspensum bei 100 % und die Leistungsfähigkeit
sei
abhängig
vom
tatsäch
lichen Tätigkeitsprofil
(Urk. 11/125/32).
3.
3
Der F._
-
Arzt PD Dr. med. univ. G._
, Facharzt für Neurologie, befand in seiner Stellungnahme vom 6. Dezember 2018, auf das Gu
tachten könne abge
stellt werden
,
und bestätigte die dort genannten Diagnosen
sowie
die
festge
stellten
Einschränkungen
.
Das Belastungsprofil umfasse einfache Routinear
bei
ten, beispielsweise als Landschaftsgärtner
.
Kundenkontakt oder Plattenlegen seien unter enger Supervision teilweise möglich. Die körperliche Leistungs
fähig
keit sei als normal einzuschätzen. Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
G._
fest, diese betrage
in der bisherigen Tätigkeit 80-
100 % (je nach Belastungsprofil) an einem Nischenarbeitsplatz
im
ersten Arbeitsmarkt und dies seit Eintritt in das Erwerbsalter.
D
ie bisherige Tätigkeit sei bereits gut angepasst (Urk. 11/127/4).
3.
4
Der Aktennotiz des Kundenberaters der Beschwerdegegnerin vom 13. Dezember 2018 ist zu entnehmen, das
s dieser Rücksprache mit dem F._
nahm. In der F
olge hielt er fest, auch der F._
könne aufgrund der Unterlagen und des Berichtes nicht genau sagen, ob es sich gemäss Gutachten um einen Arbeitsplatz im ersten oder im zweiten Arbeitsmarkt handle. Dies seien juristische Begriffe, welche der Arzt nicht immer exakt verwende. Es müsse jeweils eine arbeitsplatzbezogene Stellungnahme erfolgen (Urk. 11/127/5).
Am 13. Februar 2019 hielt der Kundenberater in einer weiteren Aktennotiz fest, gleichentags habe eine Ressourcenbesprechu
ng stattgefunden, an welcher H._ vom Rechtsdienst, der F._
-Arzt Dr.
G._ sowie der Kundenberater I._
teilgenommen hätten. Der Beschwerdeführer sei weder motorisch noch
sprachlich
eingeschränkt. Aus intellektueller Sicht sei ein Nachreifen möglich. D
ie Leistung im Rechnen werde sich jedoch nicht mehr verbessern. Der Be
schwer
deführer benötige eine gute Bezugsperson,
die
ihn anleite. Dann sei eine einfache Routinetätigkeit (repetitive Tätigkeit) möglich. Solche Stellen seien auf dem ersten Arbeitsmarkt vorhanden, weshalb ein Einkommensvergleich zu erstellen sei (Urk. 11/127/6).
3.5
Seit dem 1. Oktober 2018 war der Beschwerdeführer mit einem Pensum von 100 %
als Mitarbeiter in der Gartengruppe der
A._
mit einem Stundenlohn von Fr. 5.--
angestellt (Urk.
3, Urk.
15/2). Mit Bericht vom 17. Oktober 2019 zu
handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
führte seine dortige
Bezugs
person
aus
, dem Beschwerdeführer sei im freien Arbeitsmarkt ein Pensum von 100 % mit einer Leistungsfähigkeit von 25-30 % (je nach Tätigkeiten) zumutbar. Einfache Routinearbeiten im Gartenunterhalt seien mit einer Leistungsfähigkeit von 30 % möglich (Urk. 15/1 S. 1).
3.
6
Mit Verfügung vom 12. August 2020 ersuchte das Gericht Dr.
D._
, seine Ausführungen im Gutachten zu präzisieren
. Das Gericht fragte
ihn dazu unter anderem
, wie
er
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt (ausgeglichener Arbeitsmarkt, freie Wirtschaft, allenfalls
an
einem Nischenarbeitsplatz) beurteile (Urk. 19 S. 5).
Am 23. Februar 2021 erstattete Dr.
D._
sein Ergänzungsgutachten. Darin führte er aus,
aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer keine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Zur Begründung
sei auf das neurologische Gutachten zu verweisen (Urk. 23 S. 2).
Aus der Beschr
ei
bung des positiven und negativen Leistungsbildes ergebe sich klar, dass der Beschwerdeführer nur einfache Tätigkeiten wie Laub harken oder Rasen mähen mit voller Leistung ausführen könne. Er benötige Supervision und sei als Land
schaftsgärtner nicht alleine arbeitsfähig. Er könne keinen Kostenvoranschlag berechnen, keine Beete alleine bepflanzen und sei in vielen Bereichen des Berufes nicht alleine entscheidungsfähig (Urk. 23 S. 4).
Die Beurteilung einer 25%igen Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt durch den letzten Arbeitgeber sei plausibel und es stehe fest, dass der Beschwerdeführer auf dem freien Arbeitsmarkt kein wirtschaftlich verwertbares Einkommen erzielen könne. Aus medizinischer Sicht sei klar, dass der Beschwerdeführer nur in einem geschützten Rahmen arbeiten könne und vom medizinischen Standpunkt her spiele es keine Rolle, ob dies im zweiten Arbeitsmarkt oder
an
einem Nischen
arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt sei. Es sei auch nicht Aufgabe des Gutachters zu wissen, welche Arbeitsplätze aktuell auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt verfügbar seien (Urk. 23 S. 4).
Des Weiteren ergänzte der Gutachter, es sei ihm nicht bekannt, dass es eine klare Definition des Begriffes «Nischenarbeitsplatz» gebe (Urk. 23 S. 5). In seinem
Sprachgebrauch bestehe kein prinzipieller Unterschied zwischen einem geschützten
Arbeitsplatz im zweiten Arbeitsmarkt oder einem geschützten Arbeitsplatz
in der
Form eines
Nischenarbeitsplatz
es
im ersten Arbeitsmarkt. Auch aus rein medizi
nischer Sicht bestehe
diesbezüglich
kein Unterschied. Entscheidend sei der ge
schützte Rahmen und das Wissen und Wollen des Arbeitgebers, eine Person zu beschäftigen, die nicht in
der Lage sei, die eigentlich ge
forderte Leistung zu erbringen (Urk. 23 S. 6).
4.
4.1
In medizinischer
Hinsicht
geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer an einer mässigen Lernschwäche, vor allem
in den
Bereich
en Abstraktion und
Mathematik
,
bei einem nonverbalen IQ von 82, einem verbalen IQ von 95
,
sowie
an
einer unreifen Persönlichkeit im Rahmen einer kongenitalen Entwicklungs
verzögerung im Anschluss an eine Frühgeburt leidet. Dies bestätigten sowohl
Dr.
D._
als auch der F._
-Arzt
(Urk. 11/125/27, Urk. 11/127/4)
. Aus neu
ropsychologischer Sicht wurde eine mittelschwere kognitive Störung mit
einer Minderung der
attentionalen
, exekutiven, mnestischen,
visuokonstruktiven
und rechnerischen Funktionen festgestellt (Urk. 11/125/43).
Auch die
durch den Ge
sundheitsschaden
bedingten Einschränkungen wie die deutlichen Mängel in der
Rech
en
-
u
nd der mathematischen Kompetenz,
im abstrakten Denk
en und
im
logischen Schlussfolgern sowie
die
deutlich eingeschränkte
Problemlösefähigkeit, Urteilskraft, Planungsfähigkeit und Auffassungsgabe für abstrakte Prozesse
,
sind aufgrund der Aktenlage ausgewiesen (Urk. 11/125/28, Urk. 11/127/4)
und unbe
stritten
.
4.2
Ob sich die
se
Leiden des Beschwerdeführers in rentenrelevantem
Ausmass
auf die Erwerbsfähigkeit auswirken, hängt wesentlich davon ab, ob
und in welchem
Aus
mass
er im Stande ist, seine Arbeitsfähigkeit auf dem offenen Arbei
tsmarkt zu verwerten
.
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und
Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätig
keiten
auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel
lektu
ellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830
/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglich
keiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar
sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Ver
dienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anfor
de
rungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsange
bote
, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
ge
richtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
4.
3
Dr.
D._
führte
in seinem Ergänzungsgutachten vom 23. Februar 2021
aus
,
der Beschwerdeführer
sei
im
ersten Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig
(Urk. 23 S. 2).
Damit präzisierte er die
Ausführungen
in seinem Gutachten vom
22
. November 2018. Dort hatte er
einerseits
angemerkt, der Beschwerdeführer sei für einfache Tätigkeiten zu 80-100 % arbeitsfähig und er könne
trotz
seiner kognitiven Defi
zite und seiner unreifen Persönlichkeit
an
einem Nischenarbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt eingesetzt werden (Urk. 11/125/
30 f.
). Andererseits
bescheinigte er
, dass der Beschwerdeführer
nur in einem geschützten Rahmen arbeiten könne (Urk. 11/125/31). Im Ergänzungsgutachten stellte Dr.
D._
klar, dass er in seinem Sprachgebrauch keinen Unterschied zwischen
einem
geschützten Arbeits
platz im zweiten Arbeitsmarkt oder einem geschützten Arbeitsplatz
in der Form eines
Nischenarbeitsplatz
es
im ersten Arbeitsmarkt
macht
(Urk. 23 S. 6).
Seine Einschätzung ist
somit
dahingehend
zu verstehen, dass der Beschwerdeführer
einzig im geschützten Rahmen – und damit im zweiten Arbeitsmarkt –
leistungs
fähig ist
.
Dr.
D._
begründete
diese Einschätzung
mit dem Hinweis auf die genannten Einschränkungen
(E. 4.1 hiervor).
Diese Beurteilung ist nachvollzieh
bar, d
enn
der Beschwerdeführer
benötigt
weiterhin Führung und Supervision und ist nicht in der
Lage, selbständig wichtige Entscheidungen am Arbeitsplatz zu treffen
oder konzeptionell zu arbeiten
(Urk. 11/125/30). Gestützt darauf erweist es sich als folgerichtig, wenn der Gutachter
davon ausgeht, dass der Beschwer
deführer für einfache Tätigkeiten wie zum Beispiel Pflanzen pflegen, Hecken schneiden, Rasen mähen, Jäten oder Laub harken voll leistungsfähig ist. Jedoch sind bereits etwas komplexere Tätigkeiten wie
Berechnungen,
Kundenkontakt oder Plattenlegen
nur unter enger Supervision und auch
dann
nur teilweise möglich (Urk. 11/125/30).
4.4
Wie die Beschwerdegegnerin grundsätzlich zutreffend ausführt (Urk. 30 S. 1 f.), ist die Frage nach de
r Verwertbarkeit
einer
Restarbeitsfähigkeit
oder der Inte
gration
in den
ersten Arbeitsmarkt nicht primär und einzig von einer medizi
ni
schen Fachperson zu beurteilen.
Rechtsprechungsgemäss
umfasst
der ausgegli
chene Arbeitsmarkt auch
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen
von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
(Urteil des Bundesgerichts C_294/
2017
vom 4. Mai 2018 E.
5.4.2). Die Beeinträchtigungen des Beschwerde
führers
sind indes
auch nach
der Lehre als Praktiker
derart, dass ein Einsatz in einem
modernen
Gartenbauunternehmen für den
Arbeitgeber
einen erheblichen organisatorischen Aufwand für die ständige Begleitung wie auch für die
Einar
beitung
erfordern würde
. Selbst im Gartenunterhalt
ist eine Entscheid
ungs
fähig
keit in Bezug auf die zu erledigenden Arbeiten genauso unabdingbar wie ein guter Kontakt zum Kunden.
Von hinreichenden Arbeitsgelegenheiten, die für den Arbeitgeber einen vergleichbaren betriebswirtschaftlichen Mehrwert wie eine ge
sunde Person bringen
würde, kann daher nicht gesprochen werden.
Die Ein
schrän
kungen
des Beschwerdeführers
übersteigen
das üblicherweise zu erwarten
de Entgegenkommen
eines
durchschnittlichen
Arbeitgebers
bei Weitem,
sodass auf
grund der konkreten Umstände praktisch keine Anstellungschancen bestehen
(vgl. auch Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_644/2019
vom 20. Januar 2020
E. 4.3.2
und 8C_458/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 4.2)
.
Ferner
lassen auch die übrigen Akten nicht den Schluss zu, dass der Beschwer
deführer
seine Arbeitsfähigkeit an einem Nischenarbeitsplatz
in der freien Wirt
schaft
verwerten könnte
. D
ie
Berufsf
achleute
der
A._
und
die
B._
AG
sprachen
in Übereinstimmung mit der gutachterlichen Einschätzung
nur
von einer maximalen Leistungsfähigkeit von 25 % bezogen auf den ersten Arbeits
markt (Urk. 11/109/2).
Weiter
stellten
sie ihrerseits
fest, dass der Beschwerde
führer sehr unsicher ist, eine enge Begleitung, genaue Erklärungen und jemanden an seiner Seite braucht, der ihm für Fragen zur Verfügung steht. Zudem wiesen sie auch
auf
sein eingeschränktes Vorstellungsvermögen hin und den Umstand, dass bei einer Veränderung im Ablauf
des Arbeitsprozesses
(zum Beispiel beim Plattenlegen) jeweils der ganze Vorgang
neu erklärt werden muss (Urk. 11/109/2).
Auch im Bericht vom 17. Oktober 2019
gingen die Fachleute der
A._
von einer maximalen Leistungsfähigkeit von 30 % für einfache Routinetätig
keiten im Gartenunterhalt in der freien Wirtschaft aus (Urk. 15/1 S. 1).
Hinzu kommt, das
s der Beschwerdeführer aufgrund
seiner
Einschränkungen bis
her nie im ersten Arbeitsmarkt
Fuss
fassen konnte. So absolvierte er seine Lehre als
Praktiker
PrA
Gärtnerei in der
A._
im geschützten Rahmen, wobei er lediglich im zweiten Lehrjahr in der freien Wirtschaft bei der
B._
AG arbeitete
, wobei die Ausbildung
im Verbund mit der
A._
erfolgte (Urk. 11/99-100)
. Die
Arbeitgeberin schätzte die Leistungsfähigkeit
– wie bereits erwähnt –
auf
25 %
im ersten Arbeitsmarkt (Urk. 11/109/2).
Dementsprechend stellte sie den Beschwerdeführer
nach
der durchlaufenen Ausbildung
von August bis September 2018
lediglich
als Praktikant
en
an (Urk.
3, Urk.
11/115)
. In seiner Beschwerde brachte
letzterer
dazu vor
, aufgrund seines
hohen Unterstützungs
bedarfes sei selbst diesem sozialen Arbeitgeber keine längere Anstellung möglich
gewesen
(Urk. 1 S. 3). Dies blieb seitens der Beschwerdegegnerin unwider
sproc
hen. Seit dem
1. Oktober 2018 arbeitet der Beschwerdeführer wieder als Mitarbeiter der Gartengruppe bei der
A._
im geschützten Rahmen (Urk. 3, Urk.
15/2).
Es
sind
daher
auch mit Blick auf
die
Erwerbsbiografie
keine Anhalts
punkte ersichtlich
, dass er sich erfolgreich im ersten
Arbeitsmarkt
etablieren könnte
.
4.5
Es
ist
daher
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit
gar nicht oder
höchstens in einem Umfang von 30 % auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten kann.
D
ies bestätigte
Dr.
D._
, welcher die Einschätzung der
A._
und der
B._
AG als plausibel bezeichnete
(Urk. 23 S. 4).
Vor diesem Hintergrund kann der Ansicht der Beschwerdegegnerin, wonach der Beschwerdeführer
unter Anleitung
in einer einfachen Tätigkeit
in der freien Wirtschaft
voll leistungsfähig sei (Urk. 2 S. 2), nicht gefolgt werden.
Diese Beurteilung resultierte
gemäss
dem Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin aus der Ressourcenbesprechung vom 13. Februar 2019 (Urk. 11/127/6).
Zwar kommt
der Einschätzung der Berufsfachleute zur nicht medizinischen Frage, ob eine versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten kann,
grundsätzlich
massgebendes
Gewicht zu
, doch ist nicht ersichtlich, dass ein Berufsberater an der Besprechung teilgenom
men hätte. Die Aussage, dass einfache Routinetätigkeiten neben einer guten Bezugsperson, welche ihn anleitet
, möglich sind, lässt eine Auseinandersetzung mit den konkreten medizinischen Einschränkungen ebenso vermissen wie eine
Bezugnahme auf die Anforderungen eines wirtschaftlich orientierten Arbeit
geb
ers.
Im Übrigen
lässt sich
selbst
dem Verlaufsprotokoll der Berufsberatung der Be
schwerdegegnerin entnehmen, dass
diese
bei Abschluss der beruflichen
Mass
nah
men
davon ausging, der Beschwerdeführer
sei
nur im geschützten Rahmen oder an einem Nischenarbeitsplatz mit einer Invalidenrente
einsetzbar
(Urk. 11/110/2).
Auch dies
widerspricht der Einschätzung der Beschwerdegegnerin aus der Res
sourcenbesprechung
, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann
.
5.
5.1
Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad anha
nd eines Einkommensvergleichs.
Dabei sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Ren
tenanspruchs
massgebend
(BGE 143 V 295 E. 4.1.3). Der frühestmögliche Ren
tenbeginn ist vorliegend der 1.
August
2018, nachdem
der
18-jährige
Beschwer
de
führer sich am 9. August
2017 bei der Beschwerdegegnerin angemeldet (Urk. 11/10
2
/8)
, jedoch
laut
der
massgebenden
Verfügung vom 9. Januar 2018
in der Zeit vom 1.
September
2017 bis 31.
Juli
2018 Taggelder
bezog
en hatte
(vgl. Urk. 11/107/1
, vgl. ferner Art. 29 Abs.
1-
3
IVG
sowie das
Kreisschreiben des Bun
desamtes für Sozialversicherung über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung [KSIH],
Rz
. 9002, in der seit 1. Januar 2015 gültigen Fassung, Stand: 1. Januar 20
18
.
5.2
Die Parteien
stützen sich
zur Bestimmung des
Valideneinkommen
s
auf Art. 26 Abs.
1
IVV
(Urk. 1 S. 5 f., Urk. 2 S. 1 f.).
Dies ist nicht zu beanstanden.
U
nter Art. 26 Abs. 1 IVV fallen
zum einen
gemäss
dem
Gesetzeswortlaut
jene Versi
cherte, die wegen der Invalidität keine zu
reichenden
beruflic
hen Kenntnisse erwerben konnten. Zum anderen fallen aber
auch jene
Versicherte darunter
, welche zwar eine Berufsausbildung beginnen und allenfalls auch abschliessen, zu Beginn der Ausbildung jedoch
bereits invalid sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine nichtbe
hin
derte Person mit derselben Ausbildung
(
KSIH,
Rz
. 3035
, vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.1).
Der Beschwerdeführer ist unbestrittenermassen als Frühinvalider zu qualifizieren, denn seine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen seit der Geburt (vgl.
Urk. 11/125/27). So konnte er invaliditätsbedingt auch bloss im geschützten Rahmen
eine berufliche Ausbildung als
Praktiker
PrA
Gärtnerei
absolvieren
(vgl. Urk. 11/109/1)
und es ist davon auszugehen, dass er die dort
erworbenen Fachkenntnisse nicht gleichermassen wie andere Berufskollegen verwerten kann
,
zumal er nach Abschluss der Ausbildung
immer noch über eine
eing
eschränkte
Restleistungsfähigkeit von höchstens 30 % verfügt.
Der
im Jahr 1999 geborene
Beschwerdeführer hatte zum Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns per August 2018 das 21. Altersjahr noch nicht voll
endet. Das
Valideneinkommen
beträgt daher
unbestrittenermassen
Fr. 57‘
400
.--
(
Fr. 8
2
‘
0
00.
--
x 0.7,
vgl. Art. 26
Abs.
1 IVV und
IV-Rundschreiben Nr.
369
vom
19. Dezember 2017
.
5.
3
Betreffend das Invalideneinkommen
stellten der Beschwerdeführer sowie die Eingliederungsfachleute der
A._
auf das Lohnregulativ
2018
für Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau von
Grüne Berufe Schweiz (
gbs
)
und Jardin Suisse ab. Dieses weist für einen Gartenarbeitenden einen Jahreslohn von Fr. 49‘400.
--
aus
(Fr. 3‘800.-- x 13)
.
Das
Heranziehen des Lohnregulativs
mit Löhnen für
Gärtner
erscheint
sachgerecht
, da dieses
in Anbetracht der Ausbildung des Beschwerdeführers
eine zuverlässigere Grundlage zur Bemessung des Inva
lideneinkommens zulässt als die
T
abellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
. Denn diese sehen weisen zwar Löhne aus dem Baugewerbe aus (Tabelle TA1_tirage_skill-level Ziff
.
41-43), doch liegen die (Mindest-)Löhne im Landschaftsbau nach Einsicht in das Lohnregulativ
massgeblich
darunter. Dieses
wurde seitens der Beschwerdegegnerin nicht bestritten, weshalb darauf abzustellen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_522/2015 vom 23. Februar 2016
E. 5.1)
.
Bei einer Leis
tungsfähigkeit von maximal 30 % im ersten Arbeitsmarkt beträgt das Invaliden
ein
kommen
somit
Fr. 14‘820.-- pro Jahr.
5.
4
Vergleicht man das
Valideneinkommen
mit dem Invalideneinkommen, resultiert ein invaliditätsbedingte
r
Minderverdienst
von Fr. 42‘
580
.--
(Fr. 57‘400
.-- ./. Fr. 14‘820.--). Dies ergibt einen Invaliditätsgrad von 74 %
und damit einen Anspruch auf eine ganze Rente
.
A
n
diesem Ergebnis würde sich nichts ändern
,
wenn man davon
ausginge
, dass der Beschwerdeführer keine verwertbare Arbe
its
fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt
aufweise
, wie es Dr.
D._
postulierte
(Urk. 23 S. 2)
. Diesfalls wäre auf das Einkommen der
A._
abzu
stellen, bei welcher der Beschwerdeführer seit dem 1. Oktober 2018 im geschüt
z
ten Rahmen angestellt ist. Es ergäbe sich damit ein jährliches Invaliden
ein
kommen von Fr. 9‘750.-- (Fr. 812.50 x 12) und ein
noch höherer
Invaliditätsgrad von gerundet 83 %.
Zusammenfassend ist dem Beschwerdeführer eine
ganze Rente
zuzusprechen.
Ausgenommen ist der Zeitraum, in welche
m
Eingliederungsmassnahmen
durch
geführt werden und (kumulativ) die versicherte Person dafür ein Taggeld bezieht (Art. 22 Abs. 2 Satz 2 IVG;
BGE 126 V 241 E. 5,
1.
September
2017 bis 31.
Juli
2018, vgl. Urk. 11/127/6). Damit hat er Anspruch auf eine ganze Rente ab
1. August 2018.
Dies führt zur
Gutheissung
der Beschwerde.
6.
6.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (Art. 83 ATSG) kostenpfl
ichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
auf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.
--
anzusetz
en
.
Ausgangsgemäss
sind sie
der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
6.2
Die Kosten des gerichtlich veranlassten Ergänzungsgutachtens von Dr.
D._
vom 23. Februar 2021
(Urk. 23)
belaufen sich auf Fr. 960.-- (Urk. 26). Die
Ausla
gen für ein
Gerichtsgutachten können dem Versicherungsträger auferlegt werden, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in
rechtserhebli
-
chen
Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten
Beweismassnahme
an sich eine Rück
wei
sung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver
fahrensfairness entfällt (vgl. BGE 139 V 225 E. 4.2 mit Verweis auf BGE 137 V 210).
Die Ausführungen im
Gutachten
von Dr.
D._
vom 22. November 2018 (Urk. 11/125) erwiesen sich hinsichtlich der Frage, ob der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt verwerten
kann
, als unklar. Dies sah offenbar auch die Beschwerdegegnerin so. Insbesondere
äusserte
sich der Kun
denbera
ter nach Rücksprache mit dem F._
-Arzt dahingehend, dass dieser die im Gutachten erwähnte 80-100%ige Arbeitsfähigkeit
an
einem Nischenarbeitsplatz ohne weitere Abklärungen übernommen habe
. Auch eine
telefonische Rück
spra
che
mit dem F._
-Arzt
habe
keine Klärung gebracht.
Aus Sic
ht des Kunden
beraters blieb
unklar, ob der Beschwerdeführer
seine
Arbeitsfähigkeit
tatsächlich
im ersten Arbeitsmarkt verwerte
n
könne (vgl. Feststellungsblatt der Beschwerde
gegnerin, Urk. 11/127/5).
Anstatt beim Gutachter eine entsprechende Rückfrage zu stellen, um zu klären, wie
er den Begriff
«Nischenarbeitsplatz»
versteht
, be
gnügte sich die
Beschwerdegegnerin mit einer internen Fallbesprechung (
«
Res
sourcenbesprechung
»
, Urk. 11/127/6). Auf diese kann jedoch – wie bereits er
wäh
nt – nicht abgestellt werden.
Dementsprechend sind der Beschwerdegegnerin die Kosten für das Ergänzungsgutachten vom 23. Februar 2021
von Fr. 960.
--
aufzu
erlegen.
6.
3
Bei diesem Verfahrensausgang steht dem
durch einen Sozialarbeiter der Pro
Infirmis
vertretenen
Beschwerdeführer
ausserdem
eine Prozessentschädigung zu.
Diese
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Nach
Mass
gabe
dieser Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 1’400.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.