# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f30433ca-379d-4677-9f16-fc67ddc31b33
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. ist Eigentümerin der Parzellen Nrn. _ und _, Y. Eigentümer der benachbarten Parzelle Nr. _ in H.. Da die gegenseitigen Wegrechte dieser Grundstücke in einem Erbvertrag vom 14. November 1974 nur ungenau geregelt waren, schlossen die Parteien am 29. September 2000 einen Grunddienstbarkeitsvertrag ab, dessen Ziffern 1. - 6. folgenden Wortlaut haben:
„1. Fuss- und Fahrwegrecht für Motorfahrzeuge zugunsten der Parzellen Nr. _, Hauptbuchblatt _, und Nr. _, Hauptbuchblatt _, und zulasten der Parzelle Nr. _, Hauptbuchblatt _, mit folgendem Inhalt:
Herr Y., H., derzeit Eigentümer der Parzelle Nr. _, räumt hiermit zugunsten der Parzelle Nr. _ und zugunsten der Parzelle Nr. _, beide derzeit im Eigentum von Frau X., H., zur verkehrsmässigen Erschliessung der beiden Parzellen ein Fuss- und Fahrwegrecht für Motorfahrzeuge ein, welches auf dem heute bestehenden Fahrweg von der Parzelle Nr. _, entlang der I. zur öffentlichen Strasse (Parzelle Nr. _) verläuft (auf dem beigegebenen Plan des Grundbuchgeometers mit blauer Farbe markiert).
Den Unterhalt des Fahrwegs besorgen die Parteien gemäss Art. 741 ZGB: Die Berechtigte trägt die Last des Unterhalts des Fahrweges, soweit dieser ausschliesslich ihren Interessen dient. Wo er auch im Interesse weiterer Berechtigter sowie des Belasteten erfolgt, wird die Last des Unterhalts nach dem Verhältnis der Interessen getragen. Als Unterhalt gelten nur die Instandhaltung der bestehenden Befestigung des Wegs mit Platten sowie die Schneeräumung. Der Schnee ist auf die Seite der I. zu räumen.
2. Fuss- und Fahrwegrecht für landwirtschaftliche Fahrzeuge zugunsten der Parzellen Nr. _, Hauptbuchblatt _, und Nr. _, Hauptbuchblatt _, und zulasten der Parzelle Nr. _, Hauptbuchblatt _, mit folgendem Inhalt:
Herr Y., H., derzeit Eigentümer der Parzelle Nr. _, räumt hiermit zugunsten der Parzelle Nr. _ und zugunsten der Parzelle Nr. _, beide derzeit im Eigentum von Frau X., H., ein Fuss- und Fahrwegrecht für landwirtschaftliche Fahrzeuge ein, welches vom Fahrweg entlang der I. her kommend auf einer Breite von 160 cm entlang der Grenze zwischen den Parzellen Nr. _ und Nr. _ zur Grenze der Parzelle Nr. _ und danach gemäss der bisherigen Übung entlang der Grenzen der Parzellen Nr. _, Nr. _ und Nr. _ verläuft (auf dem beigegebenen Plan des Grundbuchgeometers mit blauer Farbe markiert).
Den Unterhalt des Fuss- und Fahrwegs für landwirtschaftliche Fahrzeuge besorgen die Parteien gemäss Art. 741 ZGB: Die Berechtigte trägt die Last des Unterhalts des Fuss- und Fahrwegs für landwirtschaftliche Fahrzeuge, soweit dieser ausschliesslich ihren Interessen dient. Wo er auch im Interesse weiterer Berechtigter sowie des Belasteten erfolgt, wird die Last des Unterhalts nach dem Verhältnis der Interessen getragen. Als Unterhalt gilt im Verhältnis zum Belasteten nur die Instandstellung und -haltung des mit Gras
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bewachsenen Weges. Die Berechtigte hat ihm gegenüber keinen Anspruch auf Schneeräumung.
3. Die Einräumung dieser Wegrechte erfolgt unentgeltlich.
4. Die vertragsschliessenden Parteien vereinbaren, weder gestützt auf den Erbvertrag noch gestützt auf heute bereits bestehende Grundbucheinträge Wegrechte geltend zu machen, welche über die vorgehenden Vereinbarungen hinausgehen.
5. Die Unterzeichnenden verpflichten sich, jegliche Einrichtungen, welche die Benützung der Wege behindern, zu unterlassen und soweit solche Einrichtungen heute bestehen, diese bis spätestens 30. April 2001 auf eigene Kosten zu entfernen. Sollten nach Ablauf dieser Frist noch Einrichtungen bestehen, welche die Benützung der Wege behindern, so hat die Eigentümerschaft des berechtigten Grundstücks das Recht, diese Einrichtung auf Kosten der Eigentümerschaft des belasteten Grundstücks zu entfernen oder entfernen zu lassen.
6. Integraler Bestandteil dieses Vertrags bildet der beigegebene Plan des Grundbuchgeometers im Massstab 1 : 500, welchem der genaue Verlauf der Wegrechte entnommen werden kann.“
B. Da es in der Folge zwischen den Parteien zu Meinungsverschiedenheiten betreffend der Ausübung der Dienstbarkeit kam, instanzierte X. am 10. März 2008 beim Kreispräsidenten Bergell das vorliegende Verfahren gegen den Beklagten. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 22. April 2008 wurde am 19. Juni 2008 der Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt:
Klägerische Anträge:
„1. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, zu verpflichten, sämtliche Pfosten und Zäune entlang der nördlichen Seite der Zufahrt auf dem Grundstück Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde H. unverzüglich zu entfernen.
2. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, zu verpflichten, das Eingangstor zur Zufahrt auf dem Grundstück Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde H. permanent offen zu halten.
3. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, zu verpflichten, den ursprünglichen Öffnungswinkel des Eingangstores wiederherzustellen, so dass eine vollständige Öffnung beider Torflügel möglich ist.
4. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, zu verpflichten, die in den Bereich des Fuss- und Fahrweges über Parzelle Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde H. hineinwachsenden Baumwurzeln dauerhaft zu entfernen.
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5. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, zu verpflichten, zukünftig sämtliche Handlungen und Verhaltensweisen zu unterlassen, welche die Ausübung des Fuss- und Fahrwegrechts gemäss Grunddienstbarkeitsvertrag von 29. September 2000 verhindern oder erschweren, und sämtliche Handlungen vorzunehmen, welche für die ungehinderte Aus-übung des Fuss- und Fahrwegrechts erforderlich sind.
6. Es sei der Beklagte unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, zu verpflichten, den Zaun an der Grenze zwischen den Parzellen Nr. _ und Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde H. dergestalt abzuändern, dass die Grundstückgrenze nicht überschritten wird.
7. Unter vollumfänglicher amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten, zuzüglich 7,6% MwST.
Beklagtischer Antrag:
Die Klagen seien abzuweisen unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“
C. Mit Prozesseingabe vom 30. Juni 2008 prosequierte die Klägerin die Klage mit den gleichen Begehren an das Bezirksgericht Maloja. Diesen Anträgen widersetzte sich der Beklagte mit Prozessantwort vom 21. August 2008. Mit Urteil vom 11. Februar 2009, mitgeteilt am 19. März 2009 erkannte das angerufene Gericht:
„1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 2'000.-- und Schreibgebühren von CHF 500.-- sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 250.-- werden der Klägerin auferlegt.
3. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten ausseramtlich mit CHF 4'336.80 zu entschädigen.

## Considerations