# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1a520a13-4b21-4cbd-8e8d-8b6a0c57af3e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, arbeitete seit dem 1. Juni 2006 als Mitarbeiterin Haus
wirtschaft beim
Y._
und war dadurch bei der Unfallversicherung Stadt Zürich
(UVZ)
obligatorisch unfallversichert (Urk.
8/
G1 S. 1). Am 21. No
vember 2016
erlitt sie als Beifahrerin einen Auffahrunfall (Urk. 8/G1 S. 1), wobei die erstbehandelnden Ärzte des
Z._
ein
kraniozervikales
Be
schleunigungstrauma diagnostizierten (Urk. 8/M2 S. 1)
.
D
ie
UVZ
erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Verfügung vom 25. September 2017 teilte die UVZ mit, die Leistungen für Heilbehandlungen und Taggelder würden per 29. August 2017 eingestellt (Urk. 8/G30).
Die dagegen am 25. Oktober 2017 erhobene Einsprache (Urk. 8/J1/1) wies die
UVZ
mit
Einspracheentscheid
vom 20. Dezember 2017 ab (Urk. 8/J4 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 20. Dezember 2017 (Urk. 2) erhob die Ver
sicherte am 30. Januar 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, dieser sei auf
zuheben und es seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Tag
gelder und Heilbehandlungskosten, zu entrichten. Eventuell sei ein G
erichtsgut
achten einzuholen oder die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die UVZ zurückzuweisen (S. 2 Ziff. 2-4). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2018 schloss die UVZ auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 28. Juni 2018 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein (Urk. 13), worauf die Beschwerde
gegnerin am 11. Juli 2018 die Duplik erstattete (Urk. 17). Dies wurde der Be
schwerdeführerin am 20. Juli 2018 mitgeteilt (Urk. 18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin die Verletzung des rechtlichen Gehörs. Sie macht geltend, die Sachverhaltsfeststellung sei aktenwidrig und will
kürlich, die Beschwerdegegnerin verkenne die Tragweite der Beweislast-Regel
n
und verletze die Untersuchungsmaxime (Urk. 1 S. 6 Ziff. 3.1).
1.2
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
let
zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus
sern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzu
sehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurtei
lung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführte, ent
spricht der
Einspracheentscheid
dem gängigen formellen Aufbau (Urk. 7 S. 2
lit
.
B.1.b)
.
Sie nahm
in der Beschwerdeantwort
auch Stellung
zur von der Be
schwerdeführerin im Wesentlichen vorgebrachten Argumentation (Urk. 7). Nicht erforderlich ist, dass die Beschwerdegegnerin zu jedem einzelnen Einwand detail
liert Stellung nimmt. Nachdem sich sowohl aus dem
Einspracheentscheid
als auch aus der Beschwerdeantwort ergibt, aus welchen Gründen die Beschwerdegegnerin zu ihrer Entscheidung gelangt ist,
und zudem ein zweiter Schriftenwechsel durch
geführt wurde (Urk. 9, Urk. 13, Urk. 17), wäre eine allfällige Verletzung des recht
lichen Gehörs als geheilt zu betrachten.
2.
2
.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt
ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
21. November 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2
.2
Gemäss Art. 6
Abs. 1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfälle
n und Be
rufskrankheiten gewährt
.
2
.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule
(HWS)
auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des
Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Er
werbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusam
menhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falles;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
2
.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) aus, der medizinische Konsiliarbericht von Dr.
A._
sei voll beweiskräftig und könne auch nicht durch den vertrauensärztlichen Bericht zuhanden der Pensi
onskasse Stadt Zürich entkräftet werden. Aufgrund der vorliegenden medizini
schen Aktenlage sei eine natürliche Kausalität der bestehenden Beschwerden per 29. August 2017 abzulehnen (S. 5
lit
.
B.h
). Selbst in der Annahme, die natürliche Kausalität bestünde über diesen Zeitpunkt hinaus,
würde die Kausalität wegen einer fehlenden Adäquanz fehlen (S. 5
lit
.
C.a
). Aufgrund des akten
kundigen er
reichten medizinischen Endzustandes könne die Adäquanzprüfung i
n zeitlicher Hinsicht
vorgenommen werden (S. 5
lit
.
C.b
). Bei Auffahrunfällen handle es sich nach der Rechtsprechung grundsätzlich um Unfälle mittleren Schweregrades im Grenzbereich zu den leichten Unfällen, weshalb für die Bejahung der Adäquanz mindestens vier Kriterien oder ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise er
füllt sein müssten (S. 5
lit
.
C.c
). Angesichts des erlittenen
HWS-Distor
-
sionstraumas
sei die Adäquanzprüfung anhand der sogenannten Schleu
der
-
trauma-Praxis nach BGE 134 V 109 vorzunehmen (S. 6
lit
.
C.d
). Wenn über
haupt, dann sei einzig das Kriterium einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstrengungen erfüllt, auf keinen Fall jedoch in besonders ausge
prägter Weise. Der adäquate Kausalzusammenhang sei folglich zu verneinen (S. 6
lit
.
C.g
).
Im Wesentlichen dieselben Ausführungen machte die Beschwerdegegnerin so
dann in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2018 (Urk. 7)
und führte
insbe
sondere
aus, Dr.
A._
sei in seiner Beurteilung von einer lediglich noch mögli
chen Unfallkausalität neun Monate nach dem Unfallereignis ausgegangen
.
Nach diesen neun Monaten habe somit
ausgewiesenermassen
keine Leistungspflicht mehr bestanden, weshalb der weitere Sachverhalt nicht mehr habe berücksichtigt werden müssen (S. 4 Ziff. 3.b-c).
In der Duplik vom 11. Juli 2018 (Urk. 17) hielt die Beschwerdegegnerin an den gemachten Ausführungen fest
.
3
.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in der Beschwerde (Urk. 1) gel
tend,
bis zum
Entscheiddatum
vom 20. Dezember 2017 hätten sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit wesentlich verbessert. Der Endzustand sei damit noch nicht erreicht, die Adäquanzprüfung zu früh erfolgt (S. 12 Ziff. 3.26). Eine Behandlungsdauer von einem bis zwei Jahren nach dem Unfall liege bei HWS-Traumata durchaus im Rahmen des Üblichen (S. 12 Ziff. 3.24). Insgesamt sei der Beschwerdegegnerin der Beweis, dass die natürliche Kausalität weggefal
len sei, nicht gelungen (S. 13 Ziff. 4.1). Der Bericht von Dr.
A._
sei mangelhaft
,
beruhe auf einem aktenwidrigen Sachverhalt
und unterstelle ihr zu Unrecht und im Unterschied zu allen anderen Ärzten eine Schmerzverdeutlichung
(Ziff. 3.14). Nach der vertrauensärztlichen Untersuchung durch Dr.
A._
habe sich ihr Ge
sundheitszustand verbessert, es sei ein Arbeitsversuch gestartet und eine ver
trau
ensärztliche Untersuchung durch die Ärztin Dr.
B._
durchgeführt wor
den (S. 9 Ziff. 3.15). Deren Bericht sei nicht nur zeitlich aktueller, sondern er be
ruhe auf dem aktuellen und gegenüber der Beurteilung durch Dr.
A._
vom Septem
ber 2017 veränderten Sachverhalt (S. 10 Ziff. 3.16).
Im Rahmen
der Replik vom 28. Juni 2018 (Urk. 13) hielt die Beschwerdeführerin daran fest, dass der vertrauensärztliche Bericht von Dr.
A._
unhaltbar sei. Dr.
A._
habe sich weder mit dem konkreten Unfall noch mit der Beschwerde
verschlimmerung wegen des «Putzeimer-Unfalls» auseinandergesetzt. Tatsachen
widrig habe er das gänzliche Fehlen einer Verbesserung behauptet und ihr zu Unrecht eine Verdeutlichungstendenz
unterstellt (S. 4 f. Ziff. 3.b). Die fortgesetz
ten Behandlungen hätten eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes bis hin zur vollständigen Arbeitsfähigkeit unter Fortsetzung der Physiotherapie gebracht (S. 5 unten).
3.3
Strittig und zu prüfen ist damit, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leis
tungseinstellung per 29. August 2017 hinausgehende Leistungspflicht der Be
schwerdegegnerin besteht, mithin der
rechtsgenügliche
Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Un
fall vom 21. November 2016.
4.
4.
1
Die Erstbehandlung erfolgte am Unfalltag im
Z._
, wobei die Ärzte in ihrem Bericht vom 21. November 2016 (Urk. 8/M
4/1
) ein
kraniozervikales
Be
schleunigungstrauma diagnostizierten
und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 27. November 2016 attestierten (S. 1). Aus dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma (Urk. 8/M4/2) ergibt sich
sodann
, dass die Beschwerdeführerin weder bewusstlos war noch über eine Gedächtnislücke klagte (Ziff. 2.c). Die Beschwerdeführerin klagte über sofort aufgetretene Nackenschmerzen sowie über Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen eine halbe Stunde nach dem Unfall (Ziff. 4). Mittels röntgenologi
scher Untersuchung
waren
Frakturen ausgeschlossen
worden
(Ziff. 6.g
, vgl. auch Berichte vom 21. November 2016, Urk. 8/M12-13
).
Anlässlich einer computertomographischen Untersuchung am 29. November 2016 im
Z._
, Institut für Radiologie und Nuklearmedizin, stellte
Dr.
med.
C._
, Oberarzt, eine Streckhaltung der physiologischen Lor
dose der HWS mit minimaler Inversion derselben auf Höhe von C4-C6 sowie eine minimale rechtskonvexe Skoliose der HWS fest (Urk. 8/M6).
4.
2
Der Hausarzt
Dr.
med. D._
führte in seinem Bericht vom 25. Ja
nuar 2017 aus, die Beschwerdeführerin habe am 21. November 2016 durch eine Auffahrkollision als Beifahrerin ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma er
litten. Unter intensiver Physiotherapie würden chronischen Folgebeschwerden wie Kribbelparästhesien am rechten Arm, Schlafstörungen, Schwindelattacken beim Aufstehen und im öffentlichen Verkehr, Kopfdruck und Kopfschmerzen im Hinterkopf sowie schmerzhafte Bewegungen der Halswirbelsäule bestehen. Zur weiteren Abklärung sei die Beschwerdeführerin zur neurologischen Beurteilung im
Z._
angemeldet (Urk. 8/M5 S. 1
, vgl. auch Bericht vom 20. Ja
nuar 2017, Urk. 8/M10)
.
4.
3
In seinem Bericht vom 7. Februar 2017
(Urk. 8/M8)
nannte
Dr.
med. E._
, Oberarzt,
Z._
, Abteilung für Neurologie, folgende
Diag
nosen
(
S. 2):
-
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma am 21. November 2016
-
persistierendes
HWS
-Syndrom mit
zervikozephalen
, vegetativen und brachialen Symptomen
Seit dem Schleudertrauma im November 2016 persistierten
Zervikobrachialgien
mit Ausstrahlung in den rechten Arm,
zervikozephale
Symptome in Form eines Spannungskopfschmerzes sowie vegetative Symptome mit Schwindel und ver
mutlich
orthostatischer
Dysregulation. In Zusammenschau der Befunde sei die geschilderte Symptomatik im Sinne eines HWS-Syndroms nach Schleudertrauma zu werten mit prinzipiell günstiger Prognose, wobei gegenwärtig die Gefahr einer
Chronifizierung
bestehe. Therapeutisch sei insbesondere die Fortführung der Phy
siotherapie dringend anzuraten. Aufgrund der
Chronifizierungstendenz
sei eine schmerzmodulierende Medikation zu empfehlen. Insgesamt sei zudem eine wei
tere Aktivierung mit Beibehaltung der Alltagsaktivitäten dringend anzuraten, der Versuch eines langsamen beruflichen Wiedereinstiegs sollte baldmöglichst ange
strebt werden (S. 2).
4.
4
Am 21. Februar 2017 führte Dr.
D._
aus, der Verlauf sei chronisch. Be
züglich die Symptome verwies er auf den Bericht von Dr.
E._
vom 7. Februar 201
7.
Die Beschwerde
n
hätten nur gering gebessert (Urk. 8/M7).
4.
5
Am 6. März 2017 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der zuständigen Vor
sorgeeinrichtung durch
Dr.
med. F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, untersucht. In seinem Bericht vom 6. März 2017 (Urk. 3/3) nannte er folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
lit
. A.1):
-
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma am 21. November 2016 mit
-
persistierendem
HWS
-Syndrom und
zervikozephalen
, vegetativen und brachialen Symptomen
-
konventionelles Röntgen 21. November 2016 und CT nativ der HWS 29. November 2016: Ausschluss von
Traumafolgen
; keine Hinweise auf
neuroforaminale
Engnis
-
neurologisches Konsilium am 7. Februar 2017: keine neurologischen pathologischen Befunde
Sie gehe zweimal pro Woche in die Physiotherapie, dadurch hätten sich die Be
schwerden gebessert. Der Druck im Kopf sei jedoch nur wenig besser geworden, dies sei sehr störend (S. 3
lit
. A.3.1). Intermittierend trete Schwindel auf und es bestehe eine Druckschmerzhaftigkeit der HWS-Muskulatur hinunter bis Mitte BWS. Die Schmerzen im rechten Arm hätten stark gebessert (S. 4
lit
. A.3.2). Die Arbeitsfähigkeit werde auch durch die psychosoziale familiäre Belastung beein
flusst (S. 5
lit
. A.4). Die Compliance sei ordentlich, die Beschwerdeführerin ar
beitswillig. Der drohenden
Chronifizierung
müsse mit einer baldigen Arbeitsauf
nahme begegnet, die Arbeitsfähigkeit jedoch in kleinen Schritten aufgebaut wer
den (S. 6
lit
.
7.1).
Für die bisherige Tätigkeit bestehe eine vorübergehende, voll
ständige Arbeitsunfähigkeit (S. 8
lit
. B.1). Ab zirka Mitte März 2017 könne ein Arbeitsversuch gestartet werden mit einer Präsenzzeit von 20 % sowie einer Be
lastung von zirka 50 %. Die Präsenzzeit sei in kleinen Schritten von 10 % zu steigern und gelegentlich in effektive Arbeitsfähigkeit umzuwandeln. Die körper
liche Belastung sei anfänglich deutlich zu reduzieren, wechselbelastend, ohne He
ben von Lasten über 5 kg, ohne schwere Reinigungsarbeiten (S. 9
lit
. B.1).
4.6
In seinem Bericht vom 6. Mai 2017 hielt Dr.
D._
fest, der Verlauf sei chro
nisch mit nur langsamer Besserung. Die Schmerzen im Nackenbereich hätten sich unter Physiotherapie gebessert. Die Schwindelbeschwerden bestünden weniger, vorwiegend bei Kopfbewegung und bei Fahrten im öffentlichen Verkehr. Selber Autofahren getraue sie sich noch nicht. Ein Druck im Kopf bestehe weiter, meis
tens im
occipitalen
Bereich. Die Beweglichkeit der HWS sei nicht mehr einge
schränkt. Seit dem 17. März 2017 arbeite die Beschwerdeführerin in einem Pen
sum von 20 %, entsprechend zweimal vier Stunden pro Woche. Es sei mit einer langsamen Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Urk. 8/M9).
4.
7
Am 29. August 2017 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Beschwerde
gegnerin durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin sowie für
Rheumatologie, untersucht. In seinem Konsiliarbericht vom 6. September 2017
(Urk. 8/M14) führte Dr.
A._
aus, am 21. November 2016 habe die Beschwer
deführerin ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma erlitten (S. 1).
Die Untersuchung sei begleitet von Diskrepanzen und einer offensichtlichen, be
wusstseinsnahen Schmerzverdeutlichung. Das spontane Bewegungsverhalten sei unbeobachtet nicht auffällig, beobachtet nehme die Beschwerdeführerin eine Steifhaltung des gesamten Achsenskeletts ein, ohne Mitbewegen der oberen Ext
remitäten und einer Rotation en block. Alle Aspekte und Beobachtungen würden auf ein nicht näher spezifizierbares Schmerzverhalten hindeuten, mit Diskrepan
zen und Hinweisen für eine bewusstseinsnahe Schmerzverdeutlichung (S. 3).
Das Achsenskelett sei normal konfiguriert, segmental bestünde keine Einschrän
kung der HWS-Beweglichkeit
. Es gebe keine Hinweise für eine
radikuläre
oder eine Facettengelenks-Symptomatik. Der periphere Gelenksstatus sei an allen Eta
gen unauffällig und ohne Funktionseinschränkung. Der Weichteiluntersuch sei
unterschiedlich je nach Position bei der Untersuchung und in abgelenktem Zu
stand. Zusammenfassend bestehe eine beklagte Beschwerdesymp
tomatik mit ei
nem vorgeführten Schmerzverhalten mit inkonstant reproduzierbaren Weichteil
befunden und begleitet von Diskrepanzen. Es habe sich offensichtlich ein kom
plexes Schmerzbild mit bewusstseinsnahen Anteilen entwickelt.
Das Ereignis sei von moderaten unfallwirksamen Kräften begleitet gewesen,
das
CT der HWS vom 29. November 2016 bis auf eine Streckhaltung bei muskulären
Dysbalancen
un
auffällig ausgefallen
und
der neurologische Untersuch im
Z._
ohne Hinweise für eine neurologische Ausfallsymptomatik respektive somatische er
klärbare Ursache für die beklagten Beschwerden. Der baldmöglichst berufliche Wiedereinstieg sei misslungen, indem die Beschwerdeführerin bei den Arbeits
versuchen angebe, wesentlich mehr Beschwerden bekommen zu haben und des
halb die Arbeit habe einstellen müssen. All diese Aspekte und Faktoren berück
sichtigend beurteile er neun Monate nach einem nicht richtunggebenden Ereignis eine noch mögliche Unfallkausalität für alle beschriebenen Beschwerden, die er nicht mit einem moderaten HWS-Distorsionstrauma erklären könne. Eine Com
motio cerebri habe gefehlt (S. 4).
Er erachte eine stationäre multimodale Behandlung als sinnvoll. Unfallbedingt könne er keine Arbeitsunfähigkeit begründen. Er finde kein somatisches Korrelat, das unfallbedingt erklärbar und damit verbunden eine Arbeitsunfähigkeit ausge
wiesen wäre. Die Beschwerdeführerin habe mehrfach betont, dass sie alle Be
schwerden erst nach dem Unfallereignis bekommen habe, für sie sei das Unfall
ereignis massgeblich.
Dem müsse er widersprechen. Die diffuse nicht näher spe
zifizierbare Symptomatik ohne somatisches Korrelat könne er durch das Unfall
ereignis nicht erklären. Unfallbedingt sei der Endzustand erreicht. Besserungen würden verneint, weder therapeutisch noch medikamentös, ausser einer Abnahme der Schwindelsymptomatik und Fehlen der Übelkeit
. Entsprechend dem erreich
ten Endzustand seien keine weiteren Massnahmen oder Behandlungen begründ
bar (S. 5).
4.
8
In seinem Bericht vom 19. Oktober 2017 führte Dr.
D._
aus, es durch ei
nige Fachartikel bekannt, dass nach Beschleunigungstraumata lange chronische Beschwerden bestünden, auch bei fehlenden objektiven Befunden. Der Versuch einer Arbeitsintegration habe nach einem Arbeitsversuch ab 20. März 2017 mit leichter Belastung abgebrochen werden müssen. Die Beschwerdeführerin habe ei
nen vom Putzwagen rutschenden Eimer zurückschieben wollen, dies habe zu ei
ner akuten starken Beschwerdezunahme geführt. Wegen einer Diskrepanz zwi
schen
Untersuchungsbefunden und geäusserten Beschwerden werde ihr eine Ag
gravation unterstellt. Er könne dies nach einer Beobachtung von elf Monaten nicht nachvollziehen. Es bestünden auch keine depressive Phase oder psychoso
ziale Belastungssituationen, welche die aktuellen Symptome verursachten. Seit dem 6. Oktober 2017 sei die Beschwerdeführerin in einem Arbeitsversuch be
schäftigt, anfänglich zwei Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche, aktuell ge
steigert auf drei Stunden täglich. Sie sei gut motiviert für einen Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess und kooperiere sehr gut. Er erachte den chronischen Verlauf nicht als aussergewöhnlich (Urk. 3/4).
4.
9
In ihrem Bericht vom 23. Oktober 2017 (Urk. 3/6) führte
G._
,
dipl.
CranioSacral
-Therapeutin, aus, am 29. Mai 2017 sei die Beschwerdeführerin erst
mals zur Behandlung gekommen, bisher hätten 13 Sitzungen stattgefunden.
Zu Beginn der Behandlung sei es fast unmöglich gewesen, an ihrem Kopf zu arbeiten. Die ganze rechte Schulter-Nacken-Halswirbelsäulen-Seite habe sich nur allmäh
lich gelockert, manchmal habe es wieder neu blockiert (S. 1). Ab September 2017 habe es eine deutliche Besserung der Beschwerden gegeben, die Beschwerdefüh
rerin habe sich in ihrem Körper beweglicher gefühlt. Sie habe praktisch keinen Schwindel mehr und deutlich weniger Blockaden. Der Druck im Kopf über der rechten Nackenseite mit Ausstrahlung über den rechten Hinterkopf sei noch da, eine Seitenneigung des Kopfes und Rotation nach rechts sei immer noch praktisch unmöglich. Sie empfehle, unbedingt mit der
Craniosacral
-T
herapie weiterzuma
chen (S. 2).
4.
10
Am 8. November 2017 wurde die Beschwerdeführerin erneut
im Auftrag der zu
ständigen Vorsorgeeinrichtung untersucht. In ihrem Bericht vom 9. November 2017 (Urk. 3/7) nannte
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, folgende Diagnosen (S. 2
lit
. A.1):
-
zervikospondylogenes
Syndrom rechts bei
-
Status nach HWS-
Distorsion
am 21. November 2016 durch Autounfall
-
konventionelles Röntgen 21. November 2016 und CT nativ der HWS 29. November 2016: Ausschluss von
Traumafolgen
; keine Hinweise auf
neuroforaminale
Engnis
-
neurologisches Konsilium am 7. Februar 2017: keine neurologischen pathologischen Befunde
Insgesamt scheine sich die Situation seit den Vorbeurteilungen massiv verbessert zu haben. Die Beschwerdeführerin berichte, es gehe ihr sehr viel besser, sie könne in der Nacht viel besser schlafen und werde ab 10. November 2017 mit einem 60 %-Pensum in angepasster Tätigkeit beginnen. Sie sei zwar nach wie vor nicht beschwerdefrei, es
gehe jedoch an der Arbeit gut
(S. 3
lit
. A.3.1). Zum aktuellen Zeitpunkt könne von einer guten Prognose ausgegangen werden. Die Beschwer
deführerin steigere die Arbeitsfähigkeit in regelmässigen Abständen. In den bild
gebenden Abklärungen und in der klinischen Untersuchung fänden sich keine Pathologien, die Beschwerdeführerin sei optimistisch und scheine motiviert (S. 5
lit
. A.7.1). Bis zirka Anfang des Jahres 2018 sei die Beschwerdeführerin noch vollständig arbeitsunfähig (S. 7
lit
. B.1). Eine volle Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit sei auf zirka März/April 201
8
zu erwarten bei langsamer Stei
gerung in angepasster Tätigkeit und kontinuierlicher Steigerung in der ange
stammten Tätigkeit, sobald die Verweistätigkeit gut durchführbar sei (S. 8
lit
. B.1).
Leidensangepasste Tätigkeiten seien ab sofort in einem Pensum von 60 % zumutbar (S. 8
lit
. B.2).
4.
11
Mit Schreiben vom 30. Januar 2018 hielt Dr.
D._
fest, durch die gute Com
pliance der intensiven Therapien (Physiotherapie,
Craniosacral
-Therapie) habe die Arbeitsfähigkeit ab 6. Oktober 2017 sukzessive auf 70 % gesteigert werden kön
nen. Es sei mit einer weiteren Zunahme der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Urk. 3/10).
4.
12
Am 17. Mai 2018 hielt Dr.
D._
fest, vom 30. Oktober bis 8. November 2017 sei die Beschwerdeführerin zu 60 % arbeitsunfähig gewesen, vom 9. No
vember bis 31. Dezember 2017
zu 40 %. Vom 1. Januar bis 31. März 2018 sei die Beschwerdeführerin 30 % arbeitsunfähig gewesen, vom 1. bis 15. April 2018 20 % und vom 16. April bis 1. Mai 2018 noch zu 10 %. Seit dem 2. Mai 2018 sei sie wieder vollständig arbeitsfähig (Urk. 14/1).
5.
5.1
Vorliegend ist unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten auch ausge
wiesen, dass die geklagten Beschwerden kein organisches Korrelat aufweisen. Denn von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gespro
chen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklä
rungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2 mit Hinweis). Die anlässlich der Erstuntersuchung im
Z._
am Unfalltag durchgeführten röntgenologischen Untersuchungen ergaben einen normalen Befund und auch
eine am 29. November 2016 veran
lasste
computertomographische Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten
(E. 4.1
, vgl. auch E. 4.3
)
.
Bei allfälligen natürlich unfallkausalen verbliebenen Schädigungen, wozu auch die seit dem Unfall am 21. November 2016 geklagten Kopf
- und Nacken
schmer
zen
sowie
teilweise Schwindel
gehören
(E. 4.
5-
6)
, ist daher die Adäquanz geson
dert zu prüfen (vgl. vorstehend E. 2.4). Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3 mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdeführerin beanstandete den Fallabschluss per 29. August 2017 als verfrüht (vgl. vorstehend E. 3.2). Ein Fallabschluss ist dann vorzunehmen, wenn von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann. In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen. Die verunfallte Person hat Anspruch auf Heilbehandlung, solange von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteile des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3 und 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, um
schreibt das Gesetz nicht näher. Nach der Rechtsprechung ist der Begriff der nam
haften Besserung namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, aus
zulegen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes «namhaft» durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss und dass unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109
E. 4.3). Der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz setzen sodann lediglich voraus, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behand
lung nicht länger erforderlich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_729/2012 vom 4. April 2013, E. 5.2, und 8C_727/2012 vom 21. Dezember 2012, E. 3.2.2).
Die
Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 29. August 2017, mithin rund zehn Monate nach dem Unfall, ein. Sie
verwies
dabei auf das rheumatologische Gutachten von Dr.
A._
, welcher gestützt auf ausführlich beschriebene Be
obachtungen
während der Untersuchung
Diskrepanzen und Hinweise für eine be
wusstseinsnahe Schmerzverdeutlichung sowie ein nicht näher spezifizierbares Schmerzverhalten feststellte. Das Gutachten
ist nachvollziehbar und plausibel be
gründet und überzeugt in seiner Beurteilung
vollumfänglich
.
Soweit die Be
schwerdeführerin
da
gegen vorbringt,
es beruhe auf einem aktenwidrigen Sach
verhalt und Dr.
A._
habe die durch die
C
raniosa
c
ral
-Therapie und die Physio
therapie erreichte Verbesserung nicht gewürdigt
,
ist auf die von der Beschwerde
führerin im Rahmen der Untersuchung durch Dr.
A._
gemachten Ausführun
gen hinzuweisen. Dabei
gab
sie
selber an, die initial durchgeführte Physiotherapie habe ihr nicht geholfen und die
Craniosa
c
ral
-Therapie sei ebenfalls unergiebig geblieben (vgl. Urk. 8/M14 S. 2 Mitte).
Die
Beurteilung
der erreichten Verbesse
rung
im Gutachten beruht damit
einerseits
auf der Selbsteinschätzung durch die Beschwerdeführerin, wird jedoch
andererseits
gestützt durch
die
Angaben der
Craniosa
c
ral
-Therapeutin. Diese führte in ihrem Bericht vom 23. Oktober 2017 aus, zu Beginn der Behandlung ab Mai 2017 sei es fast unmöglich gewesen, am Kopf der Beschwerdeführerin zu arbeiten. Erst ab September 2017
- und damit nach der Begutachtung durch Dr.
A._
-
sei es zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden gekommen (E. 4.9).
Ebenso hielt der Hausarzt Dr.
D._
am
6.
Mai 2017 fest, die Schmerzen im Nackenbereich hätten sich gebessert, die Beweglichkeit der HWS sei nicht mehr eingeschränkt. Ein Druck im Kopf bestehe weiter, Schwindelbeschwerden würden
weniger,
vorwiegend
noch bei Kopfbewe
gungen und bei Fahrten im öffentlichen Verkehr bestehen (E. 4.6). Diese Be
schwerden wurden im Wesentlichen unverändert seit Januar 2017 geschildert (vgl. E. 4.2).
Dass Dr.
A._
in seiner Beurteilung Ende August 2017 davon aus
ging, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
serung zu erwarten war, kann ihm demnach nicht vorgeworfen werden und er
scheint nachvollziehbar und plausibel. Die im späteren Verlauf eingetretene Ver
besserung der Beschwerden vermag daran nichts zu ändern.
Zum
weiteren
Einwand, wonach Dr.
A._
ihr zu Unrecht und im Unterschied zu allen anderen Ärzten eine Sc
hmerzverdeutlichung unterstelle, ist auf die aus
führliche Begründung
im Gutachten
mit Schilderungen von mehreren Beobach
tungen zu verweisen
. Das spontane Bewegungsverhalten schilderte Dr.
A._
unbeobachtet als nicht auffällig, so beispielsweise das Heben des rechten Ober
arms zum Einhängen der Tasche über die Schulter sowie das Rotieren des Kopfes auf beide Seiten zur Positionierung in Bauchlage auf der Unterlage. Die Schmerz
reaktion bei Palpation des rechten Armes
beschrieb er abgelenkt im Gespräch und in Bauchlage als wesentlich geringer
(Urk. 8/M14 S. 3). Auch Dr.
F._
be
richtete am 6. März 2017, die Beschwerdeführerin habe bei der Begrüssung im Wartezimmer den Kopf spontan zirka 70° nach links gedreht, bei der Untersu
chung jedoch eine Rotation über 45° vermieden
und bereits auf leichte Berührung mit Schmerzangaben reagiert (Urk. 3/3 S. 5 oben). Dass sich aus keinem anderen Bericht Hinweise auf eine Schmerzverdeutlichung ergeben würde, ist demnach unzutreffend.
Zusammenfassend
erfüllt das Gutachten von Dr.
A._
die praxisgemässen Kri
terien vollumfänglich und es
ist gestützt
dar
auf davon auszugehen, dass nach dem Unfall vom 21. November 2016 der Endzustand Ende August 2017 erreicht war. Entsprechend ist die von der Beschwerdegegnerin per 29. August 2017 vor
genommene Adäquanzprüfung gemäss der Schleudertrauma-Praxis nicht zu be
anstanden.
6.
6.1
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt (vgl. vorstehend E. 2.4).
Ge
mäss der Aussage des Unfallverursachers im Polizeirapport vom 27. November 2016 fuhr er
am 21. November 2016
mit einer Geschwindigkeit von zirka 40 km/h hinter dem Auto der Beschwerdeführerin und leitete sofort eine Voll
bremsung ein, als er bemerkte, dass dieses vor dem Lichtsignal abbremste. Er konnte jedoch nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr in das Auto hinein (Urk. 8/G11 S. 3 oben). Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass es sich bei
diesem
Unfallereignis um einen Unfall mittleren Schweregrades im Grenzbereich zu den leichten Unfällen handelt (Urk. 2 S. 5
lit
.
C.c
). Diese Einteilung wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten
(vgl. vorstehend E. 3.2)
und ist auch nicht zu beanstanden. Damit wäre die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges nur dann zu bejahen, wenn vier der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E. 6.1 mit Hinweisen
; vgl. auch vorstehend E. 2.4
).
6.2
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens der versicherten Person. Zu beachten ist dabei, dass jedem mindes
tens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet. Der Unfall ereignete sich beim Abbremsen vor einem Lichtsignal, es handelt sich dem
nach um einen
Auffahrunfall ohne besondere
dramatische Begleitu
mstände
. Eine besondere Eindrücklichkeit kann darin nicht gesehen werden.
Die Beschwerdeführerin wurde am Unfalltag ambulant im
Z._
be
handelt und zunächst lediglich für eine Woche arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 8/M4 S. 1). Aus objektiver Sicht kann demnach nicht von schweren oder besonderen Verletzungen gesprochen werden.
Was das Kriterium der «fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung» betrifft, wurde die Beschwerdeführerin medikamentös behandelt, absol
vierte Phy
siotherapie sowie eine
Craniosac
ral
-Therapie (vgl. Urk. 8/M4 S. 1, E. 4.2-3, E. 4.9). Insgesamt kann dies noch nicht als fortgesetzt spezifische, be
lastende ärztliche Behandlung qualifiziert werden.
Zum Kriterium der «erheblichen Beschwerden» ist festzuhalten, dass nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden adäquanzrelevant sein können (BGE 124 V 109 E. 10.2.4).
Anlässlich der Untersuchung durch Dr.
F._
im März 2017
führte die Beschwerdeführerin aus, die Schmerzen im rechten Arm hätten stark gebessert, intermittierend trete noch Schwindel auf und es bestehe eine Druckschmerzhaftigkeit der HWS-Muskulatur. Der Druck im Kopf sei jedoch nur wenig besser geworden (E. 4.5). Auch Dr.
D._
hielt am 6. Mai 2017 fest, die Schmerzen im Nackenbereich hätten sich gebessert, die Schwindelbeschwerden bestünden weniger, die Beweglichkeit der HWS sei nicht mehr eingeschränkt. Der Druck im Kopf bestehe jedoch weiter (E. 4.6). Insgesamt kann nicht von erheblichen Beschwerden ausgegangen werden.
Keine Hinweise ergeben sich sodann auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, und auch ein schwieriger Heil
ungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind ohne Weiteres zu verneinen.
Zu bejahen ist einzig das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus
gewiesener Anstrengungen, nachdem die Beschwerdeführerin Mitte März 2017 einen Arbeitsversuch mit einem Pensum von 20 % startete (E. 4.6)
, welcher je
doch wieder abgebrochen werden musste (E. 4.8). Seit dem 30. Oktober 2017 ar
beitet die Beschwerdeführerin wieder, anfänglich in einem Pensum von 40 % mit langsamer Steigerung
. Erst
seit dem 2. Mai 2018 ist sie wieder vollständig ar
beitsfäh
ig (E. 4.12).
6.3
Zusammenfassend steht fest, dass von den praxisgemässen Kriterien nur dasje
nige der erheblichen Arbeitsunfähigkeit als erfüllt gelten kann.
Da somit lediglich ein
massgebendes Kriterium erfüllt ist,
jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise,
ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den nach wie vor beste
henden Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin
und dem Unfallereignis vom 21. November 2016 zu verneinen und weitere Ausführungen zum natürlichen Kausalzusammenhang erübrigen sich (vgl. vorstehend E. 5.1). Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 29. August 2017 eingestellt hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezem
ber 2017 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.