# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b53edcf3-e65b-4277-b3d4-1638347e638a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._ und A._ (heute Kläger und Berufungskläger) sind Miteigentümer des mit einem Wohnhaus überbauten Grundstücks Kat.Nr. E._ in F._. Westlich angrenzend liegt das ebenfalls mit einem Wohnhaus überbaute Grundstück Kat.Nr. G._. Die beiden Gebäude sind zusammengebaut. Einen Überblick über die Situation und über den Streitpunkt (die im Haus auf Kat.Nr. G._ unter dem Dach eingebauten Fenster) geben die Fotografien RG act. II/7 und III/10: vorne das Haus A._/B._, hinten das direkt angrenzende, etwas höhere Gebäude (mit den unter dem Dach eingebauten Fenstern).
Zur heutigen Situation kam es wie folgt: C._ und D._ (die heutigen Beklagten und Berufungsbeklagten) waren Gesamteigentümer (zufolge einfacher Gesellschaft) der Parzelle Nr. 16, GB F._, welche mit einem Wohnhaus (östlich) und einem direkt angrenzenden Stall (westlich) überbaut war. Am 30. April 2009 teilten sie das Grundstück in die heutigen Parzellen Nr. E._ und Nr. G._ auf. Am selben Tag verkauften sie die östliche Parzelle Nr. E._ mit dem Wohnhaus an A._ und B._ zu je hälftigem Miteigentum. An der Parzelle Nr. G._ (ehemals Stall) begründeten sie am 3. Juni 2009 Stockwerkeigentum mit zwei Miteigentumsanteilen (Nr. H._ und Nr. I._). Am 31. August 2009 erwarb C._ den Anteil Nr. H._ (Keller und Erdgeschoss), und die Ehegatten J._ erwarben den Anteil Nr. I._ (Ober- und Dachgeschoss).
C._ und D._ führten gemeinsam unter der Bezeichnung "K._" als Totalunternehmer den Um- und Neubau der Gebäude auf den Parzellen Nr. E._ und Nr. G._ aus. Im Zuge dieses Umbaus wurden in die Ostfassade des Gebäudes auf Parzelle Nr. G._ (der Liegenschaft der Stockwerkeigentümergemeinschaft C._/J._) im Dachgeschoss Fenster eingebaut. Diese Fenster waren in der ursprünglichen Baubewilligung nicht enthalten gewesen. Die Gemeinde erteilte die Bewilligung nachträglich; die von A._ und B._ dagegen geführten Rechtsmittel wurden am 13. Oktober 2015 in letzter Instanz vom Bundesgericht abgewiesen.
A._ und B._ liessen in einer gegen die Nachbarn auf der Parzelle Nr. G._, C._ und die Ehegatten J._, geführten vorsorglichen Beweisabnahme den genauen Grenzverlauf zwischen den beiden
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Parzellen Nr. E._ und Nr. G._ gutachterlich feststellen (Proz. Nr. 135-2016-131 des damaligen Bezirksgerichts Inn). In diesem Verfahren stellte der Gutachter nach Darstellung von A._ und B._ fest, die Grenze schneide die Mauern über alle Geschosse hinweg; die bestehenden Mauern befänden sich also auf keinem Geschoss in ihrer gesamten Breite vollständig auf der einen oder anderen Parzelle.
B. Unter Beilage der Klagebewilligung vom 16. September 2016 gelangten B._ und A._ gegen C._ und D._ am 5. Januar 2017 ans Bezirksgericht Inn (nunmehr: Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair). Sie stellten folgendes Rechtsbegehren:
1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung und unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB (Sanktion: Busse) bzw. der Ersatzvornahme im Unterlassungsfall zu verpflichten, die Fenster in der Brandschutzmauer zwischen den Parzellen Nr. E._ und G._ in F._, Grundbuch L._, zu entfernen und die Brandschutzmauer bis zur Dachfläche des Wohnhauses Vers.-Nr. M._ wiederherzustellen.
2. Unter solidarischer Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
C._ und D._ beantragten in der Klageantwort vom 9. März 2017, es sei auf die Klage nicht einzutreten, eventuell sei diese abzuweisen, unter Kostenfolgen zu Lasten der Kläger. Die Anträge blieben in der Replik vom 11. Mai 2017 und in der Duplik vom 5. Juli 2017 unverändert.
Am 21. November 2018 fand vor dem Regionalgericht die Hauptverhandlung statt. Im Anschluss fällte das Regionalgericht folgendes Urteil:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 4'200.00 gehen zu Lasten der klagenden Partei 1 und 2 und werden mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet. Den Fehlbetrag in Höhe haben die klagende Parrtei 1 und 2 unter solidarischer Haftung dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
3. Die klagende Partei 1 und 2 hat die beklagte Partei 1 und 2 unter solidarischer Haftung mit CHF 15'468.70 (inkl. MWSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations