# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 59bbe2d3-57f2-4836-b0b4-cdb4ee5b16d3
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.
Der Kanton Aargau beabsichtigte, an einem Abschnitt der X-Strasse in Q.
(Fussgängerübergang XZ bis Bushaltestelle XY) eine Strassenlärm-Sanie-
rung durchzuführen. Der Regierungsrat genehmigte das Projekt mit Be-
schluss vom 2. November 2016 (RRB Nr. 2016-001310) und erteilte gleich-
zeitig das Enteignungsrecht (§ 132 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über Raum-
entwicklung und Bauwesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar 1993).
B.
Der Rechtserwerb konnte mit den vom Projekt betroffenen Grundeigentü-
mern mit drei Ausnahmen vertraglich geregelt werden. Mit Eingabe vom
18. August 2020 ersuchte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt
(BVU) das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Kausalabgaben und Ent-
eignungen (SKE), um Genehmigung der zustande gekommenen Verträge
sowie um Einleitung des Enteignungsverfahrens für die offenen Rechtser-
werbe (4-AV.2020.25).
C.
Der Präsident des SKE ordnete daraufhin die öffentliche Auflage der Ent-
eignungsakten auf der Stadtverwaltung Q. vom 27. August 2020 bis 25.
September 2020 an (§ 151 Abs. 2 BauG). Gleichzeitig informierte er die
vom Projekt betroffenen Grundeigentümer, mit welchen der Kanton keine
Einigung über die Entschädigung gefunden hatte, über das laufende Ent-
eignungsverfahren und forderte sie auf, innert der Auflagefrist Begehren
nach § 152 Abs. 1 BauG einzureichen.
D.1.
Vom Lärmsanierungsprojekt ist u.a. die Parzelle ccc (im Halte von 577 m2),
aufgeteilt in die Miteigentumsanteile aaa und bbb, beide im Eigentum von
A., betroffen. Eine Teilfläche von ca. 30 m2 soll abgetreten und eine Teilflä-
che von ca. 60 m2 vorübergehend beansprucht werden.
Ebenso ist die benachbarte Parzelle ddd (im Halte von 565 m2) im Eigen-
tum von B. vom Projekt betroffen. Auch dort soll eine Teilfläche von ca.
30 m2 abgetreten und eine Teilfläche von ca. 150 m2 vorübergehend bean-
sprucht werden.
Beide Grundeigentümer haben den jeweiligen, vom Kanton ausgearbeite-
ten Enteignungsvertrag nicht unterzeichnet.
D.2.
Mit gemeinsamer Eingabe vom 23. September 2020 liessen A. (künftig:
Gesuchgegner 1) und B. (künftig: Gesuchgegner 2) fristgerecht folgende
Begehren stellen:
- 3 -
"1. Der Enteigner sei zu verpflichten, den Enteigneten pro Quadratmeter  mindestens CHF 1'000.00 zu bezahlen,  gem. Art. 85 ZPO aufgrund einer vom Spezialverwaltungsgericht  Verkehrswertexpertise ausdrücklich vorbehalten.
2. Bei der Liegenschaft A. sei die Treppe auf Kosten des Kantons so , dass weiterhin zwei Längsparkplätze beibehalten werden können.
3. Die entschädigungslose Nutzung der verbleibenden Flächen für  Beanspruchung sei nicht zu bewilligen.
4. Der Kanton sei zu verpflichten, den Enteigneten vorprozessuale  in Höhe von CHF 5'249.90 zu ersetzen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."
D.3.
Aufforderungsgemäss (Schreiben SKE vom 13. Oktober 2020) nahm die
Sektion Landerwerb des BVU (künftig Gesuchsteller) innert erstreckter Frist
Stellung (Eingabe vom 26. November 2020). Es wird beantragt:
"1. Die Begehren der Gesuchgegner seien abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten werden kann.
2. Der Rechtserwerb sei gemäss Entwürfen der Enteignungsverträge
(Beilage) zu genehmigen.
3. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen"
D.4.
Der Vertreter der Gesuchgegner liess sich am 5. Januar 2021 zur Stellung-
nahme des Gesuchstellers vernehmen. Darauf antwortete dieser mit Ein-
gabe vom 20. Januar 2021. Beide Seiten hielten unverändert an den jewei-
ligen, ursprünglichen Begehren fest. Die Eingabe des Gesuchstellers vom
20. Januar 2021 wurde der Gegenseite am 22. Januar 2021 zur Kenntnis
gebracht. Damit war der Schriftenwechsel abgeschlossen.
E.1.
Am 25. August 2021 reichte der Gesuchsteller wunschgemäss (Schreiben
SKE vom 19. August 2021) die in seinen Akten liegenden Vertretungsvoll-
machten der Gesuchgegner ein.
E.2.
Zur Vorbereitung auf die Verhandlung ersuchte das Gericht das kantonale
Steueramt (kStA) um eine Übersicht der Baulandpreise für Q. (E-Mail vom
- 4 -
18. August 2021). Das Gewünschte ging am 21. September 2021 beim Ge-
richt ein.
F.1.
Das Gericht führte am 29. September 2021 eine Augenscheinverhandlung
durch (Präsenz siehe Protokoll S. 1). Die Sach- und die Rechtslage wurden
eingehend besprochen (Protokoll passim). Das Gericht machte den Par-
teien nach einer Zwischenberatung einen Einigungsvorschlag (Protokoll
S. 10 ff.). Der Vorschlag wurde nach der Verhandlung schriftlich festgehal-
ten und den Parteien mit Frist zur Stellungnahme zugestellt (Schreiben
SKE vom 6. Oktober 2021).
Dem Schreiben vom 6. Oktober 2021 wurde auf Wunsch des Vertreters der
Gesuchgegner (Schreiben vom 4. Oktober 2021) eine Aufstellung der Zah-
len, die als Grundlage der Berechnung des Medianwerts gedient hatten
(= anonymisierte Übersicht der Baulandpreise [E.2.]), beigelegt.
F.2.
Der Gesuchsteller akzeptierte den Vergleichsvorschlag (Eingang Zustim-
mung am 1. November 2021). Der Gesuchgegner 1 lehnte den Vorschlag
innert verlängerter Frist ab. Der Gesuchgegner 2 liess sich nicht verneh-
men (Schreiben des Vertreters vom 16. November 2021).
G.1.
Mit Schreiben vom 1. Dezember 2021 teilte das Gericht den Parteien mit,
dass der Einigungsversuch gescheitert sei. Es würden nun, wie angekün-
digt (Protokoll S. 12; Schreiben vom 6. Oktober 2021), die rechtlichen Rah-
menbedingungen zu den Parkiermöglichkeiten auf den Vorplätzen der
Streitliegenschaften abgeklärt. Mit je einem Schreiben vom 1. Dezember
2021 ersuchte das Gericht den Stadtrat Q. und die Abteilung für Baubewil-
ligungen des BVU um Amtsberichte zur Bewilligungsfähigkeit der umstrit-
tenen Parkplatznutzung auf den Parzellen ccc und ddd.
- 5 -
G.2.
Die Amtsberichte gingen am 26. Januar 2022 (Bericht BVU vom 25. Januar
2022) bzw. am 23. Februar 2022 (Bericht Stadt Q. vom 21. Februar 2022)
beim Gericht ein. Die Amtsberichte wurden den Parteien am 23. Februar
2022 zur freiwilligen Stellungnahme zugestellt.
G.3.
Der Gesuchsteller nahm mit Eingabe vom 23. März 2022 Stellung zu den
Amtsberichten. Die Gesuchgegner liessen sich nicht vernehmen. Nach Ab-
lauf der Vernehmlassungsfrist teilte das Gericht den Parteien mit Schreiben
vom 29. März 2022 mit, dass der Fall an einer abschliessenden internen
Beratung ohne Parteibeteiligung entschieden werde. Dem Vertreter der
Gesuchgegner wurde bei dieser Gelegenheit noch die Eingabe des Ge-
suchstellers vom 23. März 2022 zur Kenntnis gebracht.
H.
Das Gericht hat den Fall an der Sitzung vom 25. Mai 2022 abschliessend
beraten und das vorliegende Urteil gefällt.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.