# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 692c3784-d1ec-45c3-8c0d-86502180d6e6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963,
Journalistin, meldete sich a
m 1
7.
Juli 2017 (Ein
gangsdatum)
unter Hinweis auf die Folgen eines im Jahr 2011 erlittenen Unfalls
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (
Urk.
10/3). Die IV-Stelle zog die Akten der zustän
digen Unfallver
sicherung Zürich, insbesondere das
bei
PD
Dr.
med. Y._
, FMH Phy
sikalische Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, vom
Z._
in Auftrag gegebene Gu
tachten vom 1
1.
Oktober 2018, bei
(
Urk.
10/6 und
Urk.
10/30).
Im
Herbst 2018
gründete die Versicherte eine Firma im Bereich Umzugshilfe für Senioren und arbeitete in einem Teilzeitpensum
(
Urk.
10/42 und
Urk.
10/62).
Die IV-Stelle holte den Bericht von
Dr.
med. A._
, FMH
Anästhesiologie, vom 2
1.
November 2018 (
Urk.
10/
40) und den Bericht von
B._
vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
10/48) ein.
Mit Mitteilung vom
2
0.
März 2019 hielt
sie
fest, dass
derzeit keine
berufliche
n
Massnahmen erwünscht seien (
Urk.
10/61). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorb
escheid vom 2
6.
März 2019, Urk.
10/66, und Einwand vom 1
0.
Mai bzw. 2
8.
Juni 2019,
Urk.
10/77 und U
rk.
10/80) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
9.
Juli 2019 (
Urk.
2) einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 28
%
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
4.
September
2019 Beschwerde mit folgen
dem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 1):
1.
Die IV-Verfügung vom 29.07.2019 sei aufzuheben.
2.
Es sei eine IV-Rente zuzusprechen.
3.
Es seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen.
4.
Es sei die Befreiung von den Verfahrenskosten zu gewähren.
Mit Eingabe vom 1
4.
Oktober 2019 reichte die Beschwerd
eführerin das ausge
füllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit samt Beilagen ein (
Urk.
6-8
). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Oktober 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was der Beschwerde
führerin am 1
8.
Oktober 2019 angezeigt wurde (
Urk.
11).
Am 2
6.
und
30.
Oktober 2019
und
6.
Januar 2020 reichte die Beschwerdeführerin
weitere
Eingaben
ein (
Urk.
12
,
Urk.
15 und
Urk.
18
; vgl.
auch Beilagen,
Urk.
13 und Urk.
19
), welch
e der Beschwerdegegnerin
jeweils
zur Ke
nntnis gebracht wurden (
Urk.
14,
Urk.
16 und
Urk.
20
).
Am
8.
Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe ein (
Urk.
21; vgl. auch Beilage, Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Berichten des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (
RAD
)
nach Art. 49 Abs. 2
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeur
teilung ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen).
Nach der Recht
sprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu ent
scheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anfor
derungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d; Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.2 und 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Journalistin seit dem
9.
Juli 2014 eingeschränkt sei. In einer an ihre Gesundheit
angepassten Tätigkeit sei sie seit
Juni 2016
aber
zu 100
%
arbeitsfähig
.
Ohne gesundheitliche Einschränkung könnte die Beschwerdeführerin ein Einkommen von
Fr.
112'393.75 erzielen, mit gesundheitlicher Einschränkung ein solches von
Fr.
81'164.8
5.
Demgemäss resultiere eine Erwerbseinbusse von
Fr.
31'228.90 und ein Invaliditätsgrad von 28
%
. Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liege, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht
e demgegenüber geltend, dass
sie selbst
in einer optimal angepassten Tätigkeit
spätestens seit dem
7.
Dezember 2015 (Datum der letzten Operation)
lediglich
noch
zu 50
%
arbeitsfähig sei.
A
ufgrund
der
Fuss
problematik könne sie
nur kurz
e Zeit
stehen oder gehen.
Wegen der massiven Rückenbeschwerden, die
d
urch jahrelange Fehlhaltung
im Zusammenhang mit dem verletzten Fuss
entstanden sei
en
,
sei es ihr nicht möglich, lange zu sitzen
.
Auf das Gutachten von
Dr.
Y._
könne schon deshalb nicht abgestellt werden, weil er
unter anderem
fälschlicherweise festgehalten habe, dass sie unter Bluthochdruck leide und medikamentös
darauf
eingestellt sei. Sie habe
nie unter
Bluthochdruck gelitten.
Im Rahmen d
es Einkommensvergleichs sei bei der Ermittlung des
Valideneinkommen
s
vom Medianlohn gemäss der
Schweizeri
sche
n
Lohnstrukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik
(LSE 2016)
,
T17,
Ziff.
25
,
Frauen älter als 50
Jahre in der Höhe von monatlich
Fr.
9'354
.
-- auszu
gehen.
Aufseiten des Invalideneinkommens sei
der Medianlohn
gemäss LSE 2016
, T17,
Ziff.
44,
Frauen älter als 50
Jahre von monatlich
Fr.
5'856.-- heranzuziehen
. Zudem sei
ein Leidensabzug von
20
%
zu gewähren (
Urk.
1
).
2.3
Mit Eingabe vom 3
0.
Oktober 2019 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass die Unfallversicherung Zürich auf ihre
«
Beschwerde
»
g
egen das fehlerhafte Gutach
ten
von
Dr.
Y._
eingegangen sei und
ein
neu
es Gutachten in Auftrag geben werde
. Die Begutachtung werde spätestens Anfang 2020 durchgeführt (
Urk.
15).
Mit Eingabe vom
6.
Januar 2020 erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie mit der von der Unfallversicherung Zürich vorgeschlagenen
Gutachtenstelle
C._
in
D._
nicht einverstanden sei. Die Unfallv
ersicherung Zürich werde ihr neue
Gutachten
s
stellen vorschlagen (
Urk.
18).
Mit Eingabe vom 8.
Februar 2020 ergänzte die Beschwerdeführerin, dass ihr nun die
C._
, die
E._
und
F._
vorgeschlagen worden seien (
Urk.
21; vgl. auch
Urk.
22).
3.
3.1
Dr.
Y._
stellte im an die Unfallversicherung Zürich gerichteten Gutachten vom 1
1.
Oktober 2018 folgende Diagnosen im Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis vom
7.
April 2011
(
Urk.
10/30/
16
-17
):
Periarthropathie
des rechten
oberen Sprunggelenks (
OSG
)
, Weichteilbeschwerden und Funktionsbehinderung
-
Status nach OSG-Distorsion am
7.
April
2011 mit Riss des la
teralen Bandapparates
und möglicher
Abscherfraktur
im Bereich der distalen Fibula (Differentialdiagnose:
traumatisiertes
Ossikel
)
-
Status nach
anterolateraler
Bandplastik nach Watson-Jones zum rechten
Sprunggelenk
bei Bandinsuffizienz am 2
0.
Juni
2012
-
Status nach
Weichteildé
bridement
am rechten Sprunggelenk, Entfernu
ng multipler
Ossikel
im Bereich
der
Fibulaspitze
recht
s und Weichteilaugmentation am
9.
Juli
2014 bei ventralem
Impingement
-
Status nach Arthroskopie
OSG
von
anter
ior
mit
Cheilektomie
rechts am
7.
Dezember
2015
Als Diagnosen, welche nicht im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 7
.
April 2011 stehen wür
den, nannte
Dr.
Y._
(
Urk.
10/30/17):
(1)
a
namnestisch wiederholte
Supinationstraumen
im Zusammenhang mit sportlichen
Aktivitäten in der Jugend
(2)
Hyperlaxität
mit
Beighton
-Score 6/9
(3)
Senk-Spreizfüsse beidseits
(4)
beidseitige
distale Unterschenkel und Fussö
deme bei Verdacht auf chronisch-
venöse Insuffizienz (Differentialdiagnose
Lippenödeme)
(5) c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom rechts
mit
Iliosakralgelenk
-
Syndrom
sowie
Piriformissyndrom
beidseits
-
mässige degenerative
Ver
änderungen des Segmentes L4/5 (Differentialdiagnose:
Instabilität
)
-
generalisierte
Hyperlaxität
(6)
chronische
Schlafstörungen
(7)
a
rterielle Hypertonie, medikamentös eingestellt
Dr.
Y._
gab an
, dass
die Tätigkeit als Journalistin
unter Berücksichtigung der unfallbedingten Beeinträchtigungen
grundsätzlich ganztags
ausübbar
sei. Aufgrund der chronischen, organisch-strukturell nachvollziehbaren Schmerz
problematik im Bereich des rechten Fusses sei von einem vermehrten Pausen
bedarf
(ca. eine Stunde über den ganzen Tag verteilt)
und von einer gewissen Leistungsminderung auszugehen. Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit betrage
20
%
. Die Tätigkeit als freie Journalistin sei in Bezug auf die
Beschwerden
im Bereich des rechten Fusses als optimal zu betrachten (
Urk.
10/30/
19-
20).
3.2
RAD-Arzt
Dr.
med. G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie
, füh
rte in der Stellungnahme vom
1.
November 2018
aus, dass kein direkt eingegangener Arztbericht, sondern lediglich die UVG-Akten der Unfallversicherung Zürich vorliegen würden.
Dr.
Y._
stelle in seinem Gut
achten zahlreiche Diagnosen.
Er unterscheide
zwischen «mit und ohne Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 07.04.2011»
, nicht aber zwischen «mit und ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit». Die
vom RAD
vor der Begutachtung
formulierten Zusatzfragen
habe
Dr.
Y._
nicht beantwortet
(
Urk.
10/64/5
-6
).
3.3
Dr.
A._
stellte
im
Bericht
vom 2
1.
November 2018 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches
lumbo-spondyloge
nes
Schmerzsyndrom und (2) chronische Fussschmerzen rechts nach
Supinations
trauma
und drei Operationen (1 x Bandplastik und 2 x
Débridement
).
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie keine.
Sie gab
an, dass
die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Journalistin seit dem Erstbesuch
(
6.
Februar 2018)
zu 50
%
arbeitsunfähig sei.
Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei
ihr
bis
zu
fünf Stund
en pro Tag zumutbar (
Urk.
10/40/3-5
).
3.4
RAD-Arzt
Dr.
G._
legte
in der Stellungnahme vom
4.
Januar 2019
dar
, dass
die ausgewiesenen Gesundheit
sschäden inzwischen stabil seien.
Unter
Berücksichti
gung der Angaben
der Beschwerdeführerin
zu ihrer zuletzt ausgeübt
en Tätigkeit als freie Journalistin
mit zwingend erforderlicher, häufiger Reisetätigkeit einschliesslich Aufenthalt in teilweise unebenem Gelände
sei
eher der Beurteilung
von
Dr.
A._
(
Arbeitsfähigkeit
von 50
%
) als der
jenigen von
Dr.
Y._
(Arbeitsfähigkeit von
80
%
)
zu folgen
. Dies gelte
retrospektiv ab dem Zeitpunkt der Annahme ei
nes stabilen Gesundheitszustand
s
im Juni 201
6.
Für eine optimal
behinderungsangepasste
T
ätigke
it, das heisse eine körper
lich
leichte, wechselbelastende und vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne häufiges Treppensteigen oder längeres Gehen auf unebenem Boden, ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in
vornübergeneigter
Haltung
,
bestehe unter Berücksi
chti
gung aller derzeit bekannten
Befunde
seit Juni 2016
keine quantitative Ein
schränk
ung (100%ige Arbeitsfähigkeit;
Urk.
10/64/9-10
).
3.5
Dr.
med.
H._
, FMH Chirurgie,
erklärte im an die Beschwerdeführ
erin gerichteten Bericht vom 2
9.
Mai 2019
, dass diese
in der angestammten Tätigkeit als Journalistin momentan zu 80
%
arbeitsunfähig sei
.
Eine wechselbelastende
Tätigkeit sei
ihr
maximal vier Stunden pro Tag möglich.
Sitzen sei
zwei Stunden und
Gehen und Stehen
ebenfalls zwei Stunden pro Tag möglich. Bücken, Kauern und Knien, Rotation im Sitzen und Stehen, Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg
(beidhändig)
, Steig
en auf Leitern und Gerüste seien
zu vermeiden. Überkopfarbeiten und Treppensteigen seien zeitweise möglich
(
Urk.
3/2)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 29.
Juli 2019 (
Urk.
2)
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf die St
ellungnah
me von RAD-Arzt
Dr.
G._
vom
4.
Januar 2019 (vgl. E. 3.4
).
Diese
Stellungnahme
vermag allerdings nicht zu überzeugen.
RAD-Arzt
Dr.
G._
, der die Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat,
erstellte
zwar ein
detailliertes Belastungsprofil.
Mit
seiner Beurteilung, wonach die Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
in quantitativer Hinsicht nicht eingeschränkt sei
,
wich er jedoch
erheblich von
den
Einschätzung
en
der behandelnden Dr.
A._
und
Dr.
H._
,
welche lediglich von einer Arbeitsfä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von vier bzw. fünf Stunden pro Tag ausgingen
(vgl. E. 3.3 und E. 3.5
), ab.
Vor dem Hintergrund, dass einzig im Gutachten von Dr.
Y._
vom 11. Oktober 2018 eine ausführliche fach
ärztliche klinische Befunderhebung betreffend den rechten
Fuss
und den Rücken enthalten ist (Urk. 10/30/12-13), sich dieses Gutachten jedoch auf die unfallbe
dingten Beeinträchtigungen beschränkte und die vom RAD gestellten Fragen nicht beantwortet wurden, wobei offenbar auch die Unfallversicherung Zürich als Auftraggeberin qualitative Mängel feststellte (Urk. 15), kann nicht von einer vollends klaren Befundlage gesprochen werden. Auf die Einschätzung von RAD
Arzt Dr.
G._
kann daher nicht abgestellt werden.
Im Weiteren lässt sich der Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aber auch nicht allein gestützt auf die Berichte der behandelnden Dr.
A._
und Dr.
H._
zuverlässig beurteilen.
Der medizinisch
e Sachverhalt erweist sich
somit
als
u
ngenügend
abgeklärt.
4.2
Hinsichtlich des
Einkommensvergleich
s
ist darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdegegnerin
bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
aufg
rund des
in den
Jahren vor
2013
schwankenden
Einkommens
der Beschwerdeführerin
(vgl.
Auszug aus
dem individuellen Konto vom
7.
September 2017,
Urk.
10/11
)
zu Recht die Tabellenlöhne
gemäss
LSE 2
016 heranzog. Dass sie dabei
mit Blick auf den beruflichen Werdegang der Beschwerdeführerin als Journalistin
vom Medianl
ohn
gemäss
T17, Ziffer 26 (Juristen/
innen, Sozialwissenschaftler/innen
und Kulturberufe
; Frauen über 50
Jahre
)
in der Höhe von
monatlich
Fr.
8‘904.
--
ausging
(
Urk.
10/82/5)
, ist nicht zu beanstanden.
Auf den von
der Beschwerde
führerin geltend gemachte
n Medianlohn
(T17, Ziffer 25, akademische und ver
gleichbare Fachkräfte in der Informations- und Kommunikationstechnologie, Fraue
n über 50 Jahre) von monatlich
Fr.
9‘354.--
kann nicht abgestellt werden
, da
sie
als Journalistin nicht im Bereich
Kommunikations- oder
Informationstech
nologie tätig war.
Von welchem Einkommen bei der Ermittlung des Invaliden
einkommens auszugehen und ob ein Leidensabzug
(vgl. dazu BGE 126 V 75)
zu gewähren ist,
kann aufgrund der aktuellen medizinischen Aktenlage nicht beur
teilt werden.
5
.
Die Sache ist
demnach
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
erneut die Akten der Unfallver
sicherung Zürich beizieht,
den medizinischen Sachverhalt
– sofern sich dieser nicht gestützt auf das von der Unfallversicherung neu eingeholte Gutachten beurteilen lässt – selber abklärt oder gutachterlich abklären lässt
und über
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfügt.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung
(
Urk.
1)
ist damit gegenstandslos.