# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bbd8004c-a7be-40ae-a5ad-b976578d0a7f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war von November 1999 bis Ende April 2016
als
Wagenführer Sachentransport
bei der
Y._
AG
in einem
100
%-Pensum angestellt (
Urk.
7/43 und
Urk.
7/70
)
. Im Dezember 2011 wurde bei ihm eine koronare Herzkrankheit erkannt, aufgrund derer er mehrmals auf der medi
zini
schen Überwachungsstation im Stadtspital
Z._
hospitalisiert war. Eine
Reka
nalisation
einer subakut-chronisch verschlossenen Koronararterie (RCA) sowie eine Perkutane koronare Intervention (
PCI
) des mittleren
Rasmus
interven
tri
cularis
anterior
(RIVA) konnte erfolgreich durchgeführt werden (vgl. Arztbericht vom
8.
Dezember 2011 [
Urk.
7/6/4f.] und Arztbericht vom 3
0.
Januar 2012 [
Urk.
7/6/2f.]).
Am 1
4.
Juni 2012 (
Eingangsdatum
) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf die Krank
heit zum Bezug von Leistungen der I
nvalidenversiche
rung an (Urk. 7/1
). Die IV-Stelle nahm medizinische und erwerbliche Abklärungen vor und teilte dem Ver
sicherten a
m
14. Februar
mit, dass d
i
e
Bemühungen um einen
Arbeitsplatzerhalt abgeschlossen sei
en
, da er in angepasstem Rahmen wieder seiner früheren Tätig
keit bei seiner bisherigen Arbeitgeberin nachgehen könne (
Urk.
7/
18
).
In der Folge wies die IV-Stelle das
Renten
begehren mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2013 ab (
Urk.
7/23).
1.2
Am 2
6.
September 2014 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hin
weis auf die koronare Herzkrankheit wieder zum Bezug von Leistungen der Inva
liden
versicherung an (
Urk.
7/27) und liess diverse Arztberichte
zu den Akten reichen (Urk. 7/34
und
Urk.
7/35).
D
ie IV-Stelle zog die Akten der Kranken
tag
geldversicherung (
Urk.
7/41) bei, holte Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/44,
Urk.
7/45, Urk. 7/48,
Urk.
7/54,
Urk.
7/55,
Urk.
7/67,
Urk.
7/72,
Urk.
7/88 und
Urk.
7/90) sowie
einen Auszug
aus dem Individuellen Konto des
Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
7/42
)
ein und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (vgl. Arbeit
geberfragebogen vom 2
2.
Januar 2015;
Urk.
7/43). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine poly
disziplinäre Begutachtung durch die A
bklärungs
stelle
A._
(Gutachten vo
m
6.
Sep
tember 2016
Urk.
7/92).
Dr.
med.
B._
, Fachärztin Innere Medizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
nahm
am 1
3.
September 2016
Stellung (
vgl. Feststellungsblatt; Urk. 7/94 S. 5f.
).
Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 58 % stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
9.
Oktober 2016 die Ausrichtung einer halben Invalidenrente in Aussicht (Urk. 7/96). Dagegen erhob der Versicherte unter Beilage diverser Arztbericht
e
(
Urk.
7/104-109) mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2016 (
Urk.
7/111) sowie ergänzend vom
2
2.
Dezember 2016 (
Urk.
7/114) Einwand und legte im Verlauf weitere Arztberichte zu den Akten (
Urk.
7/116,
Urk.
7/122,
Urk.
7/126,
Urk.
7/128, Urk. 7/131 und
Urk.
7/139). Die IV-Stelle zog die Akten der Unfallversicherung bei (
Urk.
7/119 und
Urk.
7/137) und ersuchte die RAD-Ärztin um eine erneute aktenbasierte Einschätzung (vgl. Feststellungsblatt;
Urk.
7/146
S. 3 und
S. 6
f.). Mit Verfügung vom 1
7.
November 2017 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten
wie vorbeschieden
eine halbe Invalidenrente
ab
1.
April 2015 zu (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
8.
Dezember 2017 Beschwerde
und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Be
schwer
de
gegnerin sei zu verpflichten, ihm ab dem
1.
April 2015 eine ganze Inva
lidenrente, eventuell eine
Dreiviertelsrente
, auszurichten (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
6.
Februar 2018
(Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
7.
Februar 2018 wurde
dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburtsge
bre
ch
en, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Inva
liden
ver
sicherun
g [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
per
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem
bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
November 2017 (
Urk.
2) hielt die Be
schwerdegegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwer
deführer seit April 2014 in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeits
fähig sei. Ohne Behinderung hätte er ein Einkommen von
Fr.
83'988.30 und mit
Behinderung ein solches von
Fr.
35'61
6.05 erzielen können, weshalb eine Erwerbs
einbusse von Fr. 48'372.25 und ein Invaliditätsgrad von 58 % resultiere. Der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente mit einem Invaliditätsgrad von 58 % bestehe nach Ablauf des Wartejahrs und somit ab April 201
5.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 28. Dezember 2017 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, er müsse sich beruflich völlig neu orientieren, um seine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm offenstehenden Arbeitsmarkt verwerten zu können
.
Seine als Lastwa
gen
chauffeur erworbenen Kenntnisse könne er dabei nicht verwerten. Entspre
chend sei bei der Be
mess
ung des Invalideneinkommens auf den Tabellenlohn
des
Kompetenzniveau
s
1 abzustellen, wodurch ein Invaliden
einkommen von
Fr.
33
'326.25 resultiere. Ausserdem sei der Tabellenlohn um einen angemessenen Leidensabzug (25 %) zu kürzen, sei doch die medizinisch-theoretische Rest
ar
beits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit an sehr vielfältige Beding
ungen geknüpft und multipel eingeschränkt. Kürze man den Tabellenlohn um 25 %, resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr.
24'994.70 und ein Invalidi
tätsgrad von 70 %, weshalb er Anspruch auf eine ganze Rente habe.
3.
3.1
Im April 2014 wurde der Beschwerdeführer
bei
bekannter koronarer Herzkrank
heit
mit
Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom notfallmässig in das Stadtspital
Z._
eingewiesen. Die untersuchenden Ärzte sahen aufgrund der Symptomatik und der Anatomie eine Indikation zur chirurgischen
Revaskularisation
und führten eine Operation durch (vierfacher
aorto
-koronarer Bypass
OPCAB
mini
mal-invasiv; vgl. Operations
bericht vom 25.
Juni 2014; Urk. 7/34/4f.). Zur kar
dio
logischen Rehabilitation begab sich der Beschwerdeführer in die Höhenklinik
C._
, wo bis auf p
ostoperative
Pleuraergüsse
ein unkomplizierter
Rehabilitationsverlauf
festgehalten wurde
(vgl. Arztbericht vom 2
1.
Juli 2014; Urk.
7/67/70
f.). Im Rahmen weiterer postoperativer Untersuchungen klagte der Beschwerdeführer unter anderem über vielfältige
Thoraxschmerzen
, Schwindel
symptome und über Parästhesien in den Armen und Händen (vgl. Arztbericht vom 2
3.
Oktober 2014;
Urk.
7/67/55).
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neuro
logie FMH, deutete die Beschwerden am Arm und an der linken Hand im Rahmen eines
cervicalen
Schmerzsyndroms mit einer intermittierenden
radikulären
Reizung der unteren
cervicalen
Wurzeln auf der linken Seite bei nachgewiesener degenerativer Veränderung im Bereich der Halswirbelsäule (vgl. Arztbericht vom
5.
August 2015;
Urk.
7/67/32f.). Die
Thoraxschmerzen
betreffend hielt
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH Kardiologie und Innere Medizin, fest, diese seien im Charakter anders als die frühere Angina
pectoris
.
Nach Durchführung einer Koronarangiographie
könne eine prognostisch relevante koronare
Stenosierung
ausgeschlossen werden. Aufgrund des schwierig einzuordnenden Beschwerde
bil
des und den mehrfachen
Restenosierungen
nach
Perkutaner koronarer Interven
tion (
PCI
)
werde auf eine
erneute
Intervention verzichtet (vgl. Arztbe
richt vom 2
4.
August 2015; Urk.
7/67/26f.).
3.2
Die Beschwerdegegnerin stütz
t
e sich in ihrer angefochtenen Verfügung vom 17. November 2017 (
Urk.
2) im Wesentlichen auf das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
vom
6.
September 2016 (
Urk.
7/92) ab. Die klinischen Unter
suchungen fanden
an fünf Tagen
zwischen dem
4.
und 2
6.
April 2016 statt.
3.2.1
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (
Urk.
7/92/33):
-
Aggressive koronare Herzkrankheit
-
Mit Status nach multiplen
Katheterinterventionen
, mit
Stentim
plan
tation
und 4-fach-ACB-Operation mit raschem Verschluss der
Grafts
zur
Arteria
circumflexa
und zur rechten Kranzarterie (bekannt seit 2011)
-
Chronisch wiederkehrende
Zer
vi
kalgien
bei
-
Degenerativen HWS-Veränderungen und Diskushernien C5/C6 links mit Spinalkanalstenose und denkbarer wiederkehrender
radikulärer
Irri
tation der C6-Wurzel links
-
MRI der HWS vom 2
1.
April 2016
-
Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassi
fizierten Krankheiten (ICD-10: F54)
Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
seien
:
-
Wiederkehrende
Thoraxschmerzen
bei Status nach
Sternotomie
-
Wiederkehrende Schulterschmerzen links, klinisch ohne Nachweis eines
Impingement
s
oder eines Verdachtes auf
Rotatorenmanschettenläsion
-
Knick-, Senk-, Spreizfuss beidseits
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas, BMI 31,5 kg/m
2
-
Dyslipidämie
(anamnestisch)
-
Eisenmangel (anamnestisch)
-
Beklagter Schwindel ohne somatisches Korrelat
-
Persönlichkeitsakzentuierung (Z73.1)
3.2.2
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung hielt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie FMH, fest, es würden sich Hinweise auf eine erneute Progredienz der koronaren Herzkrankheit finden. Eine
katheter
technische
Sanierung sei nicht möglich, weshalb eine Verbesserung der kardialen Leistungsfähigkeit durch einen erneuten Eingriff nicht erreichbar
erscheine. Das Herzleiden stelle aus somatischer Sicht die Hauptproblematik dar
(
Urk.
7/92/30)
.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte aus, neben der Herzproblematik würden noch kaum ins Gewicht fallende Gesundheitsstörungen seitens des Bewegungs
appa
ra
tes bestehen. Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lenden
wirbelsäule des Be
schwer
deführers seien in ihrer Beweglichkeit jeweils frei. Es bestehe weder eine bedeutsame Wirbelsäulen
fehlstatik noch eine akute Pathologie an der gesamten Wirbelsäule. Schmerzen in der Wirbelsäule seien während der Begutachtung auch bei komplexen Bewegungs
abläufen nicht erkennbar gewesen, wenn auch der Beschwerdeführer insgesamt sehr
klagsam
erscheine und in seinen Bewegungs
abläufen vorsichtig und ängstlich wirke. Der körperliche Untersuchungs
befund betreffend die Wirbelsäule korreliere gut mit dem vorliegenden Bildmaterial. In
den gefertigten
Magnetresonanztomographie
(MRI)
-Aufnahmen der Halswirbel
säule würden sich mässige
Osteochondrosen
und
Bandscheiben
protrusionen
in den Segmenten C3/4 und C4/5 zeigen. Ausserdem sei eine
Bandscheiben
hernie
rung
im Segment C5/6 paramedian links gelegen mit Kontakt zur C6-Wurzel links ersichtlich. Bei anlagebedingt engem Spinalkanal bestehe hier eine Spinalkanal
stenose. Dadurch sei eine Irritation der linken Nervenwurzel C6 zu erklären, nicht jedoch eine dauerhafte
radikuläre
Irritation. Entsprechend würden si
ch weder bei der orthopädischen
noch bei der neurologischen Untersuchung bei
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Neurologie, Hinweise auf eine akute oder eine chronische
radikuläre
Schädigung, auf eine Schädigung peripherer Nerven oder eine organische Ursache der geschilderten Schwindelsymptomatik finden lassen
(
Urk.
7/92/31)
.
Dr.
H._
erachtete eine psychische Fehlverarbeitung und ein da
durch bedingter psychogener Schwindel als möglich (
Urk.
7/92/52).
Dr.
G._
äusserte weiter, sämtliche Gelenke der oberen und unteren Extremitäten des Beschwerdeführers seien frei beweglich mit jeweils guter Kraftentfaltung bis in die Peripherie. Schmerzen seien bei den Bewegungsprüfungen an den Gelenken nicht erkennbar. Hinweise auf das Vorliegen eines
Impingement
oder einer
Rotatorenmanschettenläsion
gebe es keine. Ebenso wenig seien Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Kniebinnenschadens ersichtlich. Die vom Beschwerde
führer bekundeten Schmerzen bei der Untersuchung der linken Schulter, insbe
sondere bei den Endgraden der Bewegungsprüfungen
,
seien in Zusammenschau aller erhobener Befunde nicht objektivierbar, setze der Beschwerdeführer die Arme beim Entkleiden für den Untersuchungsgang unter anderem mit flüssigen Überkopfbewegungen beider Arme bis in die jeweiligen Endpositionen ohne ein erkennbares Schmerzgeschehen oder eine Ausweichbewegung ein. Die
Impinge
ment
zeichen
an den Schultergelenken seien negativ und die
Rotatoren
man
schettentests
würden keinen Hinweis auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
liefern. Des Weiteren gebe es auch keine Hinweise auf ein Vorliegen einer rheu
matischen Systemerkrankung oder einer Fibromyalgie
(
Urk.
7/92/31)
.
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, kon
statierte, seitens der Psyche des Versicherten sei festzustellen, dass nur leichte Störungen, emotionale Konflikte und Erwartungsängste bestehen würden. Diese würden zum Teil mit den körperlichen Störungen
korrelieren. Ein Zusammenhang bestehe mit der vorwiegend
anankastischen
Persönlichkeitsakzentuierung des Beschwerdeführers.
Dr.
I._
attestierte dem Beschwerdeführer aus rein psy
chia
trischer Sicht eine Minderbelastbarkeit von 20
%
(
Urk.
7/92/31)
.
3.2.3
Im Zuge der interdisziplinären versicherungsmedizinischen Beurteilung der Funk
tionen und Arbeitsfähigkeit attestierten die MEDAS-Gutachter dem Beschwer
de
führer aufgrund der bestehenden kardialen Situation eine 50%ige Arbeits
fähig
keit für leichte körperliche Arbeiten. Mittelschwere und schwere körperlichen Tätigkeiten seien aufgrund des Herzleidens nicht mehr möglich. Auch von Seiten des Bewegungsapparates sei
en
dem Beschwerdeführer mehr als eine gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeit und jedwede schwere körperliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Ideal sei eine ausschliesslich leichte körperliche Arbeit im Sitzen. Bücken, das Heben und Tragen von Lasten, das Steigen auf Leitern und Gerüste,
das Trep
pensteigen und Überkopfarbeiten
sowie Schichtarbeit seien zu unter
lassen. In Bezug auf das Fähigkeitsprofil seien keine Beeinträchtigungen der
Wissens
anwendung, der Problemlösung, keine mangelnde Entscheidungs- und Ent
schlusskraft und keine mangelnde Aufmerksamkeitsfokussierung auszu
machen
. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, einfache, seiner Qualifikation entsprechende Aufgaben auch komplexerer Art auszuführen. Zeitdruck
solle hin
gegen vermieden werden. Ebenso habe er Schwierigkeiten mit Stress- und Krisen
situationen umzugehen
(
Urk.
7/92/32-33). Sie attestierten dem Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Wagenführer Sachentransport eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkeit. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei dem Be
schwer
deführer eine 50%ige Leistung während eines Zeitpensums von 8,5 Stun
den pro Tag zumutbar. Die
psychiatrischerseits
festgestellte Leistungsminderung von 20 % sei dabei Teil dieser aus somatischer Sicht festgestellten 5
0%igen Leistungs
minderung (Urk.
7/92/34), stehe die psychische Beeinträchtigung des Beschwer
de
führers doch in direktem
Zusammenhang mit seinem Herzlei
den (
Urk.
7/92/36).
3.3
Im Juni 2016 wurde der Beschwerdeführer in der
Klinik J._
von Dr.
E._
kardiologisch untersucht. Dieser hielt teils atypische, teils typische, nitroglyzerin-positive
Thoraxschmerzen
fest und verwies auf ein Verlaufs-MRI, das eine Randischämie
inf
e
roseptal
über zwei Segmente gezeigt habe (vgl. Arzt
bericht vom 6. Juni 2016;
Urk.
7/104). Die festgestellte Ischämie
inf
e
roseptal
sei
der rechten Koronararterie zuzuweisen, wo allerdings kaum sinnvolle Inter
ven
tions
möglich
keiten bestehen würden (vgl. Arztbericht vom
6.
Juli
2016;
Urk.
7/105
). Nach einer
Reangiographie
zur Bestimmung der fraktionellen Fluss
reserve im RIVA erfolgte eine Dilatation und
Stentimplantation
im Bereich des mittleren RIVA (vgl. Arztbericht vom 2
2.
Juli 2016;
Urk.
7/106).
3.4
Am 2
6.
November 2016 stürzte der Beschwerdeführer - laut eigenen Angaben aufgrund eines Schwindelanfalls - auf der Treppe und zog sich Verletzungen am Knie zu (vgl. Schadenmeldung vom
2.
Dezember 2016;
Urk.
7/113). Ein MRT des rechten Kniegelenks habe einen komplexen Riss im Bereich des medialen
Menis
kushinterhorn
s
sowie am Übergang zur Pars
intermedia
und ein
en
zusätzlichen
Riss auf der Höhe des medialen Meniskusvorderhorn
s
mit einer grossen Menis
kus
zyste gezeigt (vgl. Arztbericht vom
2.
Dezember 2016;
Urk.
7/108). Am
7.
Januar 2017 stürzte der Beschwerdeführer erneut im Treppenhaus und zog sich dabei Prellungen am rechten Ellbogen, Becken und Fussgelenk zu (vgl. Schaden
mel
dung vom 1
8.
Januar 2017;
Urk.
7/119/2).
Dr.
med.
K._
, FMH Ortho
pädische Chirurgie, empfahl vorerst eine konservative Behandlung. Hinsichtlich der Meniskusproblematik sah er
im Verlauf
eine Arthroskopie angezeigt, weshalb er
den Beschwerdeführer
an Prof.
Dr.
med.
L._
, Oberarzt Orthopädie untere Extremitäten an der
Klinik M._
, überwies (vgl. Arztbericht vom 23.
März 2017;
Urk.
7/128). Prof. Dr.
L._
konstatierte in seinem Arztbe
richt vom
6.
April 2017, es zeige sich
rechts
eine klare Innenmeniskussymp
to
matik bei bandstabilem Kniegelenk, allerdings auch eine Schmerz
symptomatik am lateralen Kniegelenksaspekt. Eine Operation des rechten Kniegelenks sei
ortho
pädisch grundsätzlich indiziert, aufgrund der vom Beschwerdeführer be
schr
ie
benen Schwindel- und der kardialen
Symptomatik jedoch zu risikobehaftet (
Urk.
7/131). Die Schwindelproblematik und Sturztendenz betreffend leitete
Dr.
med.
N._
,
Fachärztin FMH für
Allgemeine
Innere Medizin
, eine Abklärung an einem Schwind
elze
ntrum ein. Die untersuchenden Ärzte inter
pretierten die Symptomatologie sowie die anamnestischen Befunde als möglichen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel, den sie aufgrund einer Nackenver
spannung klinisch nicht h
ätt
en bestätigen können. Differentialdiagnostisch sei die Schwindel
symptomatologie kardiologisch (schwarz werden vor den Augen und kurzzeitigen Bewusstseinsverlust ohne
postiktalem
Zustand) oder als Neben
wirkung der Polymedikation zu sehen (vgl. Arztbericht vom 1
9.
Januar 2017;
Urk.
7/122). Auf dem Drehstuhl hätten sich jedoch keine Anhaltspunkte für einen
Lagerungsschwindel gezeigt (vgl. Arztber
icht vom 2
2.
Februar
2017; Urk.
7/126/4f
.).
Dr.
N._
gehe davon aus, dass der Schwindel durch die Halswirbelsäule ausgelöst werde (vgl. Akt
ennotiz vom 2
1.
März 2017; Urk.
7/127). Hinsichtlich seines Knies wurde der Beschwerdeführer Ende August 2017 erneut bei
Dr.
K._
vorstellig, welcher über eine zufriedenstellende Situation berichtete. Eine Operation sei nun nicht mehr notwendig (vgl. Arzt
bericht vom 3
0.
August 2017;
Urk.
7/139). Er attestierte ihm aus orthopädischer Sicht für ganz leichte Arbeiten, mit wechselnder Position, aber ohne Gewichte und ohne längere
s
Stehen und Sitzen eine Arbeitsfähigkeit (vgl. Arztbericht vom 1
2.
September 2017;
Urk.
7/142/3).
4.
4.1
Einig sind sich die Parteien darüber, dass der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit wegen seiner
koronaren Herzkrankheit
nicht mehr arbeits
fähig ist, in einer leidensangepassten Tätigkeit jedoch noch eine Restarbeits
fähig
keit von 50 % besteht (
Urk.
1 S.
9
;
Urk.
2 S.
3
). Dies steht in Einklang mit den Akten
(vgl. vorstehend E. 3.2.3)
und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.
Unei
nig
keit besteht
indes
über die Bemessung
des Invaliditätsgrades, insbesondere
der
Berechnung
des Invalideneinkommens.
Die
Beschwerde
gegnerin
bemass das Inv
a
lideneinkommen
aufgrund der langjährigen Berufs
erfahrung des Beschwerde
führers
anhand des
Tabellenlohn
s
des Kompetenz
niveaus 2 der
vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen (LSE;
vgl.
Urk.
7/93 und Urk.
6),
was vom Beschwerdeführer beanstandet wird. Dieser
ist der Ansicht, dass ihm nur noch eine Hilfstätigkeit
zumutbar sei (
Urk.
1 S. 7-9).
4.2
Aus den Akten ergibt sich, dass de
r Beschwerdeführer in Italien eine
Anlehre
im Sanitär- und Elektrofach
absolvierte
und nach
dem Militärdienst im Familien
betrie
b, eine Textilfabrik, beschäftigt
war
(vgl.
Urk.
7/68 S.
8f. und Urk. 7/92/1
8f.)
. Nachdem diese Firma Konkurs
hatte
anmelden m
ü
sse
n
, reiste er im Jahr
1989
in die Schweiz ein, wo er zu Beginn bei
der
O._
AG sowie
der
P._
angestellt war (vgl. IK-Auszug;
Urk.
7/42). Er habe da als Hilfs
arbeiter gearbeitet und insbesondere Kabelverlege
-
und Kabel
schweiss
arbeit
en ausgeführt (
vgl.
Urk.
7/92/19). Im November 1999 wechselte er dann zur
Y._
AG und war fortan als
Wagenführer Sachentransport
tätig (vgl.
Urk.
7/43)
,
bis ihm
per Ende
April 2016 aufgrund seiner langen Krankheit ge
kündigt wurde (Urk. 7/53).
Als Wagenführer Sachentransport hatte er einen 18
Tonnen Lastwagen zu lenken und
beim
Be
- und Entladen
von
Brief- und Paketpost
sowie
andere
r
Waren für
die
Kunden
zu helfen
(
Urk.
7/3).
4.3
D
ie Restarbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer leidensangepassten Tätig
keit
ist
an vielfältige Bedingungen geknüpft (vgl. vorstehend E.
3.2.3
und E.
3.4 in
fine
).
4.4
4.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
4.4.2
D
as Invalideneinkommen ist ausgehend vom Tabellenlohn g
emäss der LSE 2014, Tabelle TA
1
, zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin stellte auf den statistischen Durchschnittslohn des Kompetenzniveaus 2 von
Fr.
5’660
.-- (Total,
Männer
) ab.
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung rechtfertigt sich die Anwendung des Kompetenzniveaus 2, beziehungsweise bis zur LSE 2010 des Anforderungs
nive
aus 3, nur dann, wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität zwar nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, aber über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteile 8C_457/2017 vom 1
1.
Oktober 2017 E. 6.3 mit Hinweisen, 8C_227/2018 vom 1
4.
Juni 2018 E. 4.2.2).
Wenn die Be
schwerdegegnerin
ausführt
, der Beschwerdeführer
habe in der Vergangenheit ver
schiedene Berufe ausgeübt und habe jahrelange Berufserfahrung
(
Urk.
6
), ändert dies nichts daran, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seines auf leichte Tätig
keiten begrenzten Zumutbarkeitsprofils
(vgl. vorstehend
E. 3.2.3
)
sowohl die ange
stammte Tätigkeit als
Wagenführer Sachen
transport als auch die
an
gelernte Tätigkeit als Elektrosanitär
wie auch die meisten übrigen handwerklichen
res
pektive körperliche
Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sind.
D
er Beschwerdeführer kann
entsprechend
die in seiner Berufslaufbahn erlernten Fähigkeiten und Kennt
nisse nicht ohne Weiteres in anderen Berufen mit pr
aktischen Tätigkeiten ein
setzen
. Davon ist auch aufgrund des gescheiterten Arbeitsversuches bei der
Q._
GmbH auszugehen (vgl.
Urk.
7/110).
Ausserdem rechtfertigen sich
aufgrund der Aktenlage (vgl. unter anderem
U
rk.
7/42 und
Urk.
7/92/18f.
) keine Zweifel daran, dass
der Beschwerdeführer
seit
er im Jahr 1989 in die Schweiz eingereist ist
,
einzig
als Hilfsarbeiter und Lastwagenchauffeur
gearbeitet hat und über keine beruflichen Erfahrungen im administrativen Bereich oder im Dienst
leistungsbereich verfügt. Insofern überzeugen
die Vorbringen
der Beschwerde
geg
nerin zum massgeblichen Kompetenz
niveau nicht.
Nach dem Gesagten rechtfertigt sich für die Festlegung des Invalidenkommens der Rückgriff auf den Durchschnittslohn im Kompetenzniveau 2 nicht;
vielmehr ist auf
den Durchschnittslohn im
Kompetenzniveau 1
(
Fr.
5'312.--)
abzustellen, auf
den
in der Regel abgestellt wird, wenn die versicherte Person - wie hier - im angestammten Beruf nicht mehr tätig sein kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_325/2018 vom 1
1.
September 2018
E. 4.2 und 8C_457/2017 vom 11.
Novem
ber 2017 E. 6.3 mit Hinweis).
4.4.3
Demzufolge
ist das standardisier
te monatliche Einkommen von Fr.
5'312.
--
unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41,7
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, P 8) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöh
ne 1910-2017, Männer; Stand 2014: 2220
, Stand 2015: 2226) auf ein Jahreseinkommen von
Fr.
33'558.22 (50%-Pensum) hochzurechnen (
Fr.
5'312.-- x 12 : 40 x 41,7 :
2220
x 2226 x 0.5). Das anzurechnende
hypothetische
Invalideneinkommen be
trägt somit Fr. 33'
316
.
35
und nicht wie von der IV-St
elle ursprünglich berech
net Fr.
35'
616.05
.
4.5
4.5.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schni
tts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schni
tt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einflies
sen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22.
März 2017 E. 3.1).
4.5.2
Dass der Beschwerdeführer gemäss seinem Zumutbarkeitsprofil auf leichte Tätig
keiten angewiesen ist, rechtfertigt keinen Abzug vom Tabellenlohn, umfasst doch der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten (Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_833/2017 vom 20. April
2018 E. 5.1 mit Hinweisen,
8C_805/2016
vom 22.
März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_
455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E.
4.4 und 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten
Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hin
weisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verwei
sungs
tätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grund
sätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer lediglich noch zu 50 % leistungs
fähig ist, rechtfertigt keinen Abzug.
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäfti
gungsgrad von 50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug (Bundes
amt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachlässigbare Differenz (von Fr. 5.--) und somit kein wesentlicher Unterschied. Bei Berück
sichtigung der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle besteht zwar bei den angegebenen Werten (Fr. 5‘714.-- [Teilzeitpensum] und Fr. 6‘069.--
[Vollzeit
pensum]) eine Differenz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine überproportionale Lohneinbusse (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Leidens
abzug vom Tabellenlohn vornahm.
4.6
Nicht in Frage stellen liess der Beschwerdeführer das von der Beschwerdegegnerin beigezogene hypothetische
Valideneinkommen
von
Fr.
83'988.30 im Jahr 2015 (vgl.
Urk.
2 S.
3)
. Sie ermittelte es gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (
Urk.
7/43) respektive aus dem IK-Auszug (Urk. 7/42), was nicht zu beanstanden ist.
4.7
Der
Vergleich des Invalideneinkommens mit dem
Valideneinkommen
ergibt eine Erwerbseinbusse von
Fr.
50
'
671
.
95
oder ein
en
Inva
liditätsgrad von
6
0
,
33
%, gerundet
6
0
%.
Da der Beschwerdeführer gleichzeitig jedenfalls seit April 2014 in seiner ange
stammten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig war, wird der notwendige Durch
schnitt während des Wartejahres erfüllt (vgl. E. 1.2). Damit erwarb der Beschwerdeführer am 1. April 2015 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
Die angefochtene Verfügung ist mithin, in
teilweiser
Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde, aufzuheben, wobei festzustellen ist
, dass der Beschwerde
führer
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprec
hend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss steht dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Prozessentschä
digung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ge
richts
üblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- ist die Prozessentschädigung vorlie
gend auf
Fr.
2’200
.-- (inkl. Barlauslagen und
MWSt
) festzusetzen.