# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 807b1716-98cf-4260-93c0-4f4b9d24ba98
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2002
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

I. Mit Verfügung der Baudirektion vom 21. Juni 1996 wurde B die Konzession verliehen, dem Grundwasservorkommen in seinem Grundstück Kat.Nr. 1 in der Gemeinde X mit der Quellfassung "S" Wasser zu entnehmen und dieses in den Wohnliegenschaften Kat.Nrn. 3 und 4 zu Trink- und Brauchzwecken und zur Speisung eines Laufbrunnens zu verwenden. Zugleich wurde er verpflichtet, Grundwasserschutzzonen um seine Quellfassung "S" auszuscheiden. Auf Ersuchen von B, gestützt auf einen hydrologischen Bericht und nach Vorprüfung durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft setzte der Gemeinderat X am 19. Dezember 2000 den Schutzzonenplan samt zugehörigem Reglement fest. Dadurch wurden Teile des landwirtschaftlich genutzten Grundstücks Kat.Nrn. 2 von A den Zonen II (engere Schutzzone, ca. 100 m2) und III (weitere Schutzzone, ca. 1'200 m2) zugewiesen.
II. Mit Rekurs vom 17. Januar 2001 beantragte A dem Bezirksrat Y die Aufhebung der beiden sein Grundstück betreffenden Festlegungen. Der Bezirksrat wies den Rekurs zusammen mit zwei weiteren Rechtsmitteln anderer betroffener Grundeigentümer am 3. Mai 2001 ab. Die Rekurskosten auferlegte er zu einem Drittel A.
III. Dagegen gelangte A am 6. Juni 2001 an den Regierungsrat, mit dem Antrag, die fragliche Schutzzone auf seinem Grundstück Kat.Nr. 2 ersatzlos aufzuheben; allenfalls sei die Schutzzone zu verkleinern oder das Schutzzonenreglement insbesondere bezüglich der Zone S III so zu überarbeiten, dass der Anbau von Erdbeeren in der Zone S III zulässig sei.
Mit Schreiben vom 13. Juni 2001 überwies die Baudirektion gestützt auf § 5 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) den Rekurs dem Verwaltungsgericht zur Behandlung als Beschwerde.
Der Bezirksrat Y beantragte am 25. Juni 2001 Abweisung der Beschwerde unter Verzicht auf weitere Ausführungen.
In seiner Stellungnahme vom 2. Juli 2001 wies der Gemeinderat X darauf hin, dass A ein Wiedererwägungsgesuch mit dem Antrag auf Änderung von Art. 5 lit. k des Schutzzonenreglements eingereicht habe, welches Gesuch der Gemeinderat in befürwortenden Sinn dem AWEL (als dem verwaltungsintern zuständigen Amt der als Genehmigungsbehörde wirkenden Baudirektion) unterbreitet habe. Anschliessend reichte der Gemeinderat dem Verwaltungsgericht das (in der Stellungnahme vom 2. Juli 2001 noch nicht erwähnte) Antwortschreiben des AWEL vom 28. Juni 2001 nach.
Der im Beschwerdeverfahren beigeladene B beantragte am 15. August 2001 Abweisung der Beschwerde.
IV. Aufgrund einer Beratung vom 3. Oktober 2001 fasste die Kammer gleichentags folgenden Beschluss:
1. Der Wasserversorgungsgenossenschaft X läuft eine Frist von 30 Tagen um dem Verwaltungsgericht einen Bericht zur folgenden Frage einzureichen:
"Liegt die Quellfassung "S" aus der Sicht der Wasserversorgungsgenossenschaft X im öffentlichen Interesse, obwohl die daraus belieferten Haushalte auch an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind?"
2. Die nämliche Frist läuft dem AWEL, um zur gleichen Frage aus seiner Sicht Stellung zu nehmen.
3. Die nämliche Frist läuft der Fachstelle Obst (c/o Landwirtschaftliche Information, Berufsbildung und Beratung, LIB), um dem Verwaltungsgericht einen Amtsbericht zu folgenden Fragen einzureichen:
1. Ist die vom Beschwerdeführer angestrebte Nutzung des in der Schutzzone III liegenden Teils seines Grundstücks Kat.Nr. 2 (Anbau von Erdbeerkulturen) abgesehen von der vorgesehenen Tropfbewässerung mit Flüssigdüngung mit den Bestimmungen in Art. 5 des Schutzzonenreglements, insbesondere mit jenen in lit. h und lit. k, vereinbar ?
2. Hinsichtlich der vorgesehenen Flüssigdüngung, die gegen Art. 5 lit. k des Reglements verstösst: Besteht bei dieser Art der Düngung eine Gefahr für das aus der Quellfassung "S" gewonnene Wasser ?
Wenn Nein: Kann diese Art der Düngung dem Beschwerdeführer nur aufgrund einer Reglementsänderung gestattet werden, oder genügt hierfür eine Ausnahmebewilligung oder eine Vollzugserleichterung im Sinn von Art. 10 Abs. 1 des Reglements ?
3. Liesse sich die vom Beschwerdeführer angestrebte Nutzung des fraglichen Grundstückteils (Anbau von Erdbeerkulturen) mit vertretbarem Aufwand auch unter Anwendung einer anderen Art der Düngung, die mit den Bestimmungen des Reglements vereinbar wäre, verwirklichen ?
4. Falls die vom Beschwerdeführer angestrebte Nutzung des fraglichen Grundstückteils (Anbau von Erdbeerkulturen) nicht nur bezüglich der vorgesehenen Art der Düngung, sondern auch in anderer Hinsicht gegen Bestimmungen des Reglements verstösst (vgl. Frage 1): Besteht auch in solcher Hinsicht eine Gefahr für das aus der Quellfassung "S" gewonnene Wasser ?
Die Fachstelle Obst ist ermächtigt, für die Beurteilung der vorstehenden
(oder einzelner) Fragen eine Stellungnahme des AWEL einzuholen; dessen allfällige Stellungnahme ist bei der Erstellung des Berichtes einzubeziehen.
Die Fachstelle Obst erstattete am 29. Oktober 2001 ihren Bericht zu Ziff. 3 Fragen 1-4, wobei sie darauf hinwies, dass die Zusatzfrage zur Frage 2 direkt durch das AWEL beantwortet werde. Letzteres erstattete seinen Bericht zu Ziff. 1 des Beschlusses sowie zu Ziff. 3 Zusatzfrage zur Frage 2 am 30. Oktober 2001. Die Wasserversorgungsgenossenschaft X teilte dem Gericht am 1. November 2001 mit, sie könne zur gestellten Frage nicht Stellung nehmen, weil für sie zurzeit nicht absehbar sei, wie sich die Zukunft entwickle. Die drei Berichte wurden den Verfahrensbeteiligten am 10. Dezember 2001 zur Stellungnahme unterbreitet. Der Beschwerdeführer äusserte sich mit Eingabe vom 17. Dezember 2001. Der Gemeinderat X sowie der Mitbeteiligte liessen nichts von sich hören.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 VRG beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Rekursentscheide des Bezirksrats über "Anordnungen". Unter letzteren sind verwaltungsrechtliche Akte individuell-konkreter Art (Verfügungen) oder generell-konkreter Natur (Allgemeinverfügungen) zu verstehen, nicht jedoch generell-abstrakte Erlasse. Gegen kommunale Erlasse steht zwar im Sinn einer abstrakten Normenkontrolle ein Rechtsmittel zur Verfügung; da jedoch dagegen die Beschwerde an das Verwaltungsgericht wie erwähnt entfällt, ist hierfür als (zweite) Rechtsmittelinstanz gestützt auf § 19c Abs. 2 VRG der Regierungsrat zuständig (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 19 N. 8, § 41 N. 8).