# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e38c704a-54a8-4bcb-9183-a73ed0a32b24
**Court:** CH_BGer
**Chamber:** CH_BGer_004
**Year:** 2000
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Werkvertrag, Aktivlegitimation, hat sich ergeben:
A.- Mit Werkvertrag vom 4./20. Mai 1992 übertrug die Einwohnergemeinde Stetten (Beklagte) die Ausführung der Elektroarbeiten an ihrem Mehrzweckgebäude der Elektro-Schmid AG. Diese verlangte mit Rechnungen vom 8. Oktober und
1. Dezember 1992 Akontozahlungen von Fr. 10'000.-- bzw.
Fr. 30'000.--. Die entsprechenden Zahlungen wurden am 10. November 1992 bzw. am 26. Januar 1993 nicht wie von der Elektro-Schmid AG gefordert auf ein von dieser bezeichnetes Postcheckkonto überwiesen, sondern auf deren Konto bei der Hypothekarbank Lenzburg (Streitberufene). In der Folge mahnte die Elektro-Schmid AG die Einwohnergemeinde Stetten mehrfach und trat schliesslich vom Werkvertrag zurück.
B.- a) Mit Eingabe vom 8. Juli 1994 klagte die Schmid & Partner AG die Einwohnergemeinde Stetten beim Bezirksgericht Baden auf Zahlung von Fr. 189'628. 10 nebst Zins zu 5 % seit dem 31. Januar 1993 unter Vorbehalt der Klageerhöhung ein.
b) Die Einwohnergemeinde Stetten liess darauf mit Eingabe vom 17. Oktober 1994 der Hypothekarbank Lenzburg den Streit verkünden. Diese erklärte mit Eingabe vom 2. November 1994, sie trete als Streitberufene und damit als Vertreterin der Einwohnergemeinde Stetten in den Prozess ein und werde diesen auf eigene Kosten und Gefahr fortsetzen.
c) Mit Eingaben vom 9. November 1994 bzw. 22. Juni 1995 stellte die Streitberufene Antrag auf Sicherheitsleistung der Parteikosten, Sistierung des Verfahrens und Beschränkung auf die Prozessvoraussetzungen. Diese Anträge wurden mit Verfügung vom 20. Oktober 1995 abgewiesen.
d) Mit Klageantwort vom 22. Januar 1996 beantragte die Streitberufene die Feststellung, dass es der Schmid & Partner AG an der Legitimation für die Geltendmachung der Forderung fehle, sowie die Abweisung der Klage.
e) Nach Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels, der Zeugeneinvernahme in der Hauptverhandlung vom 20. Februar 1997 sowie der Einholung zusätzlicher Unterlagen und Auskünfte hiess das Bezirksgericht die Klage mit Urteil vom 10. April 1997 teilweise gut und verpflichtete die Beklagte zur Zahlung von Fr. 69'367. 90 zuzüglich Zins seit 31.1.1993 an die Schmid & Partner AG.
f) Mit Appellation vom 2. November 1998 beantragte die Streitberufene die Aufhebung des Urteils und Rückweisung der Streitsache zur Neubeurteilung unter Einvernahme zusätzlicher Zeugen.
g) Mit Eingabe vom 24. November 1998 ersuchte die Agimo AG (Klägerin) das Obergericht um Zulassung eines Parteiwechsels und um Entlassung der Schmid & Partner AG aus dem Verfahren.
h) Mit Urteil vom 27. April 2000 hiess das Obergericht des Kantons Aargau die Appellation gut, hob das Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 10. April 1997 auf und wies die Klage ab.
C.- Die Klägerin hat das Urteil des Obergerichts mit Berufung und staatsrechtlicher Beschwerde angefochten. Die Beschwerde hat das Bundesgericht mit Urteil vom heutigen Tag abgewiesen, soweit es darauf eintrat. Mit der vorliegenden Berufung beantragt die Klägerin, das Urteil des Obergerichts vom 27. April 2000 aufzuheben und dasjenige des Bezirksgerichts Baden vom 10. April 1997 zu bestätigen.
Die Beklagte sowie die Streitberufene schliessen auf Nichteintreten auf die Berufung bzw. auf Abweisung derselben.

## Considerations

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.- Das Obergericht wies die Klage aus zwei Gründen ab, wobei es jeweils die Sachlegitimation der Klägerin mangels gültiger Abtretung der eingeklagten Forderung an die Schmid & Partner AG (Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren) durch die Elektro-Schmid AG verneinte. In der ersten Erwägung stellte es für das Bundesgericht verbindlich fest, die Klägerin habe den Beweis nicht erbracht, dass Beat Schmid als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat und Geschäftsführer die Elektro-Schmid AG im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Zessionsurkunde noch rechtsgültig zur Abtretung habe verpflichten können. In der zweiten Erwägung hielt das Obergericht die betreffende Abtretung zudem mangels Nachweises einer insgesamt ausreichenden Gegenleistung wegen unzulässiger Doppelvertretung für nichtig.
2.- Die Klägerin ficht in ihrer Berufung ausschliesslich die zweite Erwägung des obergerichtlichen Urteils an.
Dabei macht sie geltend, die Feststellungen des Obergerichts beruhten auf einem offensichtlichen Versehen gemäss Art. 55 Abs. 1 lit d OG, indem die aktenkundige Tatsache, dass die Elektro-Schmid AG in Form von Lohnzahlungen jährlich Fr. 500'000.-- erhalten habe, vom Obergericht nicht entsprechend berücksichtigt worden sei.
Selbst wenn die Klägerin mit ihrer Berufung insoweit durchdringt, bleibt die erste Begründung mangels erfolgreicher Anfechtung im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde bestehen. Die Berufung läuft daher auf einen Streit über die Begründung hinaus, womit der Klägerin das erforderliche Rechtsschutzinteresse fehlt.