# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f1c858d6-a43a-4bb9-a306-a7fc9779cf50
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Y._
, geboren
1966,
war
zuletzt ab dem Jahr
2000 bis zur Geburt ihres Sohnes im Jahr 2007 als
Liegenschaften-Verwaltungsassisten
tin
bei der
Z._
AG
tätig. Hernach war sie Hausfrau und Mutter
.
Seit Mai 2010
ist sie
Inhaberi
n eines Anbieters für Motorradt
ouren
und
erzielt als
Tour
Guide
ein nicht kostendeckendes
Nebene
inkommen
(
Urk.
6/5/
3,
Urk.
6/5/
5-6
,
Urk.
6/7
Ziff.
3.1
)
. S
eit Juli 2012
wird sie
von der Sozialhilfe der Stadt
X._
finanziell unterstützt (
Urk.
3/2).
Am
1
5.
Januar
2013
meldete sich die Ve
rsicherte unter Hinweis auf ein
Lungen
lei
den sowie seit einem Motorrad-Unfall im J
ahr 2004 bestehende Beschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherungen an
(
Urk.
6/7)
. Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab
(
Urk.
6/12-15)
und zog Akten der Schwei
ze
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (
Urk.
6/18).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/21,
Urk.
6/28
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
Juni 2013
(
Urk.
6/31 =
Urk.
2) einen
Anspruch
der Versicherten au
f Leistungen
der Invalidenversicherung.
2.
2.1
Am 2
6.
Juni
2013
erhob die Stadt
X._
Beschwerde gegen die Verfü
gung vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es sei die Sache zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die IV-Stelle zurück
zuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
2.
September 2013
(
Urk.
5)
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 2
9.
Oktober
2013
(
Urk.
10) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag auf Rückweisung
fest
. D
ie Beschwerdegegnerin
verzichtete am
5.
Dezember 2013 auf die
Erstattung einer
Duplik (
Urk.
13)
.
2.2
Mit Gerichtsverfügung vom
2
0.
Dezember 2013
(
Urk.
14)
wurde die Vers
icherte zum Prozess beigeladen und der Beschwerdeführerin die Eingabe der
Beschwer
degegnerin
vom
5.
Dezember 2013
(
Urk.
13)
zur Kennt
nis gebracht. Am 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
15) vervollständigte die Beschwerdeführerin die Akten. Die Beigeladene liess sich am 1
4.
(
Urk.
18) sowie ergänzend am 2
8.
Januar 2014
(
Urk.
19)
vernehmen, was den Parteien am
1.
April 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21).
3.
Die SUVA, welche für die Folgen des im Jahr 2004 erlittenen Unfall
s
die gesetzli
chen Leistungen erbracht hatte,
lehnte
ihre
Leistungspflicht für
die
ihr
am 2
3.
November 2012 als
Rückfall gemeldete
n
Beschwerden
(
Urk.
6/18/15)
mit Verfügung vom 2
0.
November 2013
ab
(
Urk.
16/1, vgl. bereits
Schreiben vom 1
5.
Februar 2013
,
Urk.
16/18/5)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherungsträger von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (
Art.
43 ATSG,
Art.
57 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, in Verbindung mit
Art.
69 ff. der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
Die
behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet wird
. Vielmehr bezieht sie sich auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen
haben Verwaltungsbehörden und
Sozialversicherungs
gerichte
zusä
tzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn
hiezu
aufgrund der
Partei
vor
bringen
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a).
1.3
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art.
8
des Schweizerischen Zivilgesetzbu
ches,
ZGB
) hat die
versicherte Person die invalidisierenden Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit ver
mutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität. An diesem Nachweis kann es unter mehreren Aspekten mangeln: Die Einschränkung ist nicht gesundheitlich, sondern sozial/soziokulturell bedingt (1); die gesundheitliche Einschränkung ist nicht evident, wiegt nicht schwer, sodass sie überwindbar und der versicherten Person die Verrichtung einer adaptierten Tätigkeit dennoch zumutbar ist (2); die Einschränkung ist medizinisch angeh- oder gar heilbar (3); die Einschränkung ist nur vorübergehender Natur, sei es, weil sie von selbst oder nach einer medi
zinischen Behandlung abklingt (4). Die entsprechenden Elemente (gesundheitli
cher Charakter, Evidenz und Erheblichkeit, Unheilbarkeit und Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung) sind stets - auch
ausserhalb
der unklaren
Beschwerdebil
der
- nachzuweisen, damit ein Anspruch auf eine Dauerleistung der Invaliden
versicherung geltend gemacht werden kann (BGE 139 V 547 E. 8.1).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden
psychosozialen F
aktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der
psy
cho
so
zialen B
elastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_73
0/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin
vertrat
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1)
demgegenüber
die Auffassung
,
der Sachverhalt sei nicht genügend abgeklärt (S. 4
Ziff.
3.3.1.11).
Aufgrund des Umstands, dass die SUV
A
ihre Leistungspflicht
verneine
,
könne nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass auch kein Anspruch auf IV-Leistungen bestehe. Es lägen zwei Arztberichte vor, welche
der Beigeladenen
eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestierten, und auch die ehemalige Arbeitgeberin, bei welcher
di
e
Beigeladene
im November 2012 einen Arbeits
versuch gestartet und ab
1.
Mai 2013 eine Anstellung auf Stundenlohnbasis erhalten habe, bestätige, dass aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit kein höheres Arbeits
pensum als 50
%
möglich sei. Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin sei im Rahmen seiner Beur
teilung nicht auf
die
gesundheitlichen und psychischen Einschränkungen und
die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit eingegangen (S. 3 f.
Ziff.
3.3.1.6-
10). Sodann lägen in
Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand keine sich zur Arbeitsfähigkeit äussernde
n
Arztberichte vor (S. 5
Ziff.
3.3.2.3).
Mit ihrer
Replik (
Urk.
10)
reichte
die Beschwerdeführerin
unter anderem
zwei aktuelle
medizinische
Berichte
(
Urk.
11/
1-2
)
ein,
und machte geltend, dass dies
e eine verminderte Arbeitsfähigkeit bestätigten. Sodann hielt sie fest, dass es auf
grund diverser Vorfälle und der psychischen Verfassung der Beigeladenen an ihrem Arbeitsplatz Ende September 2013 zu einer Eskalation gekommen und
sie
seit dem 2
9.
September 2013 zu 100
%
krankgeschrieben sei.
2.3
Die Beigeladene
machte
im Wesentlichen
geltend
,
dass
ihre Beschwerden
wie schnelle Ermüdung, Erschöpfbarkeit, Konzentrationsprobleme
und herabgesetzte Stresstoleranz
innerhalb von etwa
sechs
Monate
n
nach Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit
nach dem Unfall
schleichend a
ufgetreten
seien
.
Ihre zunehmend
schlechtere Verfassung und grösser werdende
n
Probleme am Arbeitsplatz
(sie sei am Nachmittag vor ihrem PC öfters eingeschlafen)
seien mit
ein
Grund gewesen, weshalb sie sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und eine Familie gegründet habe (
Urk.
18 S. 1).
Nach dem Scheitern ihrer Ehe sei sie Ende
Dezember 2011 von
A._
in die Schweiz zurückgekehrt und habe Mitte 2012 Sozialhilfe beantragen müssen (
Urk.
18 S. 1 Mitte). Die extrem belastende Ehezeit zwischen 2006 und 2013 habe ihre Beschwerden weiter verschlimmert. Vor der Ehe habe sie ohne grosse mentale Anstrengung eine tatsächlich nicht vorhandene Souveränität sehr überzeugend vortäuschen können, zumal ihr beruflicher Erfolg diese „Fassade“ nachhaltig gestützt und gefestigt habe. Seit der Ehe sei ihr dies kaum mehr möglich und wenn dann nur mit grösster Anstrengung, was zu zusätzlicher Überforderung und damit Erschöpfung führe (
Urk.
18 S. 1 unten).
Während der Ehe habe sie selber nicht wahrgenommen, wie unflexibel sie gewor
den sei und wie wenig sie von ihrer Umwelt noch wahrgenommen habe. In den drei Jahren, in denen sie nun alleine mit ihrem Sohn zusammen wohne, habe es sehr viele Vorkommnisse gegeben, welche dies bestätigten. Bei der Arbeit als Immobilien-Bewirtschafterin werde dies vor allem bei grosser Belas
tung durch Telefon-Anrufe, also häufiger Ablenkung von der Arbeit, zum mas
siven Problem. Vor dem Unfall sei dies in keiner Weise so gewesen. Sie habe trotz ihrer Defizite aufgrund einer sehr schwierigen Kindheit und Jugend gut funktionieren und sich sozial integrieren können.
Die Veränderung sei erst deutlich geworden, als sie an ihrem Arbeitsplatz die vielfältigen Aufgaben nicht mehr auch nur ansatzweise souverän und innert nützlicher Frist habe erledigen können. Sie habe eine Unmenge an Überstunden leisten müssen, um ihr Pensum noch bewältigen zu können, was schliesslich zu einem Erschöpfungszustand geführt habe, von dem sie sich während ihrer Berufstätigkeit bis zur
Familien
gründung
nicht mehr erholt habe (
Urk.
18 S. 2 Mitte).
Seit
der
Wiederaufnahme
ihrer Erwerbstätigkeit im November
2012
sei sie jeweils nach drei bis vier
Stunden Arbeit sehr müde
und erschöpft und müsse am Nachmittag dann zweieinhalb Stunden schlafen, um sich am Abend wieder um ihren Sohn kümmern zu können.
Wenn sie ihren Sohn ins Bett gebracht habe, sei sie bereits wieder müde und erschöpft, sodass weder an Hausarbeit noch an die Pflege von Kontakten oder irgendwelche Hobbies zu denken sei. Sie empfinde diesen Zustand als tiefe Ermüdung und Überforderung. Dass d
er Unfall
alles verändert habe, sei sie sich
leider erst bewusst geworden, als sie wieder
versucht habe
,
zu arbeiten (
Urk.
18 S. 2 unten).
2.4
Strittig und zu prüfen ist
der Anspruch der Beigeladenen auf Leistungen der Inval
i
denversicherung und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage,
ob der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt wurde oder ob weiterer Abklärungsbedarf besteht.
2.5
Die
Beschwerdeführerin unterstützt die Beigeladene
seit Juli 2012
regelmässig (
Urk.
3/2, vgl. auch
Urk.
6/6
Ziff.
5 und
Urk.
6/28/1) und ist deshalb nach
Art.
66
Abs.
1 IVV befugt, einen Leistungsanspruch der Beigeladenen geltend zu machen. Somit kommt ihr nach ständiger
Rechtsprechung au
ch die Legitimation zu, den streitigen Anspruch der Beigeladenen im verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren zu verfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 113/05 vom
8.
Juni 2005 E. 2.1).
3.
3.1
Am
1.
August
2004
fuhr die Beigeladene
auf
ihrem Motorrad eine
Überland
st
rasse
entlang und war im Begriff, einen Personenwagen zu überholen, als dieser nach links
abbiegte
und seitlich mit der Beigeladenen kollidierte (
Urk.
6/18/74).
3.2
Vom
1.
bis
7.
August 2004 war die Beigeladene im
Spital B._
hospitali
siert, wo gemäss
Austrittsb
ericht vom
6.
August 2004
(
Urk.
6/5/
34-35) folgende Diagnosen
gestellt wurden
(S. 1
Mitte
):
Rippenserienfraktur
rechts
2.
bis
9.
Rippe
Status nach
P
n
e
u
monektomie
links
und radiologischem Situs
inversus
m
ehrfragmentäre
Claviculafraktur
im mittleren Schaftdrittel rechts
C
ommotio cerebri
subkapitale
Metatarsalefrakturen
rechts
III und IV
Die Ärzte berichteten,
a
m Unfallort habe eine kurze Bewusstlosigkeit bestanden, danach sei der neurologische Status unauffällig gewesen. N
ach 24-stündiger unauffälliger C
ommotio-Überwachung habe
man sich am
4.
August 2004 ent
schieden, die
Claviculaschaf
tfraktur
operativ zu versorgen
(S. 1 unten).
3.3
Am 1
9.
Februar 2007 berichtete
Dr.
med.
C._
, Leitender Arzt,
D._
, über die
pneumologische
Untersuchung der Bei
geladenen vom 1
3.
Februar 2007 (
Urk.
6/5/
37-38
). Er nannte
folgende
(fachspe
zifische)
Diagnosen (S. 1 Mitte):
Agenesie
der rechten
Lunge und kongenitale Tracheals
tenose
bei kompro
mittierendem Blindsack
des rechten Hauptbronchus
Status nach Resektion des rudimentären rechten Hauptbronchus und Korrektur der Trachealstenose am 1
3.
März 1967
Status nach mehreren Motorradunfällen
Status nach schwerem Motorradunfall 2004 mit siebenfacher
Rippen
fraktur
rechts
aktuell leichte bis mittelschwere restriktive, leichte obstruktive
Ventilati
onsstörung
Dr.
C._
führte aus, in Übereinstimmung mit der anatomischen Situation einer Agenesie der rechten Lunge finde er Lungenvolumina von 60
%
des Solls sowie ein
en
Erstsekundenvolumenwert von 50
%
des Solls und damit eine d
eut
liche Beeinträchtigung der pulmonalen
Funktionsreserven,
die
jedoch nicht derart ausgeprägt
sei, dass die Beigeladene
bei Allta
gsverrichtungen behindert werde (S. 2 oben).
3.4
Am 2
9.
August
2012
berichteten
Dr.
med.
E._
, FMH Neurologie,
und
Prof.
Dr.
phil.
F._
, Neuropsychologin
, über die
im Auftrag der Beschwerdeführerin durchgeführte
Untersuchung der Beigeladenen vom 2
4.
August 2012 (
Urk.
6/5/32-33). In ihrer Beurteilung führten sie aus, a
uf kog
nitiver Ebene
zeige
sich
eine
eingeschränkte geteilte Aufmerksamkeit,
ein
ver
mindertes nicht-sprachliches, figural-räumliches Lernen sowie
ein
Verhaltens
syndrom
mit voreiligem Handeln, motorischer Unruhe und Affektlabilität.
Diese
Befunde
seien
zusammen mit
den
anamnestischen Angaben hinweisend auf eine frühkindlich erworbene zerebrale
Funktionsstörung bei Frühgeburt und
entsprächen phänomenologisch einem
Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyn
drom
mit
hauptsächlicher Einschränkung der nicht-sprachlichen Funktionen und affektiver Labilität.
Anlässlich des Unfalls im Jahr 2004 habe die Beigela
dene gemäss eigenen Angaben höchstens eine leichte Hirnerschütterung ohne neuropsychologische Defizite erlitten, die sich infolge verminderter kognitiver Kompensationsmechanismen jedoch
aggravierend
auf die vorbestehenden Schwieri
gkeiten ausgewirkt haben dürfte
. Allein aufgrund der neuropsycholo
gischen Dysfunktionen schätzten sie die Arbeitsfähigkeit in einer
Tätigkei
t mit ruhiger Umgebung auf maximal 60
%
. Eine psychologische Stütztherapie, unter anderem zum Training von Entspannungsmethoden, sei empfehlenswert (S. 2 unten).
3.5
In einem undatierten Bericht (
Urk.
6/13) nannte
lic
. phil.
G._
, bei welchem die Beigeladene seit Oktober 2012 in psychotherapeutischer Behandlung steht (
Ziff.
1.2), als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit ICD-10 F90 (
Ziff.
1.1), entsprechend
der Gruppe der hyperkinetischen Störungen
. Er berichtete, bei der Beigeladenen bestünden Konzentrationsstö
rungen, eine verminderte Belastbarkeit und teilweise depressive Episoden. Die bisherige Tätigkeit sei ihr noch im Umfang von 50
%
zumutbar. Dabei bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (
Ziff.
1.7).
3.
6
Ein
e
im Auftrag der SUV
A
a
m
7.
Januar
2013
im
H._
,
Kli
nik für
Neuroradiologie
, erstellte Magnetresonanztomographie
(MRI)
des
Schä
del
s ergab keine Hinweise auf posttraumatische
Veränderungen und keine
Parenchymdefekte
.
Als Zufallsbefund
wurde
ein
Kavernom
im
Gyrus
frontalis
medius
rechts, assoziiert mit einer
developmental
venous
a
nomaly
(DVA), drainierend in
superfiziale
kortikale Venen,
erhoben
(
Urk.
6/18/8).
3.7
Dr.
med.
I._
, Arzt für Allgemeine Medizin FHM, welcher die Beigela
dene seit April 2012 hausärztlich betreut, nannte in seinem Bericht vom 1
8.
Februar 2013
(
Urk.
6/15
)
als Diagnose einen Sta
t
us nach
Motorradunfall mit konsekutiv eingeschränkter Belastbarkeit
(
Ziff.
1.1)
. Er
führte aus, die Arbeitsfä
higkeit der Beigeladenen nicht
beurteilen
zu können. In ihrem Gutachten vom 2
9.
August 2012 schätze Prof.
F._
eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
(
Ziff.
1.6).
3.
8
In seiner Stellungnahme vom 2
5.
März 2013
(
Urk.
6/19/3
oben
)
führte
med.
pract
.
J._
, Facharzt Neurologie FMH,
RAD
, aus, die SUVA
habe
fest
gestellt, dass kein sicherer oder überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusam
menhang zwischen den gemeldeten Beschwerden und dem Unfallereignis vom
1.
August 2004 bestehe. Die s
eitens der SUVA postulierte frühkindlich erwor
bene zerebrale Funktionsstörung hätte bereits vor 2004
zu einer Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit
führen müssen. Dies sei aber anhand der Akten nicht ersichtlich und somit unwahrscheinlich. Gleiches gelte für den Zufallsbefund des frontalen Kavernoms und das von
Dr.
E._
postulierte ADHS, welches
diagnostisch nicht ausreichend untermauert sei und somit spekulativ bleibe.
Die neuropsychologische Diagnostik von
Dr.
E._
beinhalte keine Verfahren zur Beschwerdevalidierung. Eine Aggravation oder Simulation könne somit nicht ausgeschlossen werden. Folglich sei
eine ausreichende Validität der
Befunde nicht gegeben
.
Ein Gesundheitsschaden sei somit nicht
ausgewiesen.
3.9
Am
3.
Juni 2013
nahm
RAD-Arzt
med.
pract
.
J._
Stellung zu den von der Beschwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwänden
(
Urk.
6/30
)
.
Er führte aus,
Dr.
E._
habe in der neuropsychologischen Untersuchung kognitive Defizite objektivieren können, die vor dem Hintergrund der anamnes
tischen Angaben als Ausdruck einer frühkindlich erworbenen zerebralen Funk
tionsstörung bei Frühgeburt
hypothetisiert
würden, ohne dies im Weitern fun
diert zu untermauern. Eine Frühgeburt führe nicht zwingend zu einer frühkind
lich erworbenen zerebralen Funktionsstörung. Des Weiteren habe die Beigela
dene - soweit erkennbar - einen normalen schulischen Weg bestritten und kei
ner besonderen Förderung bedurft. Nach der Schule habe sie als Kauffrau gear
beitet. Beeinträchtigungen der beruflichen Leistungsfähigkeit seien auch hier nicht erkennbar (S. 2 oben). Gleichsam fänden sich auch keine Hinweise für ein ADHS, das per definitionem bereits seit der Kindheit hätte bestehen müssen (S.
2 Mitte). Die Diagnose eines ADHS bleibe - aus näher genannten Gründen - hochspekulativ (S. 2 unten). Aus der IV-Anmeldung gehe ebenfalls hervor, dass die Beigeladene erst seit dem Unfall im Jahr 2004 die in Frage stehenden
Beschwerden
beklage
. Dies widerspreche der Annahme, dass die Beschwerden mit einer frühkindlich erworbenen zerebralen Funktionsstörung in Zusammen
hang zu bringen seien.
Als Causa könne lediglich der Schadenfall vom
1.
August 2004 identifiziert werden. Dies sei aber seitens der SUVA bereits aus
g
eschlossen worden (S. 2 unten).
Jenseits der Ursachendiagnostik könne lediglich festgestellt werden, dass die erhobenen neuropsychologischen Befunde von
Dr.
E._
nicht vom Zweifel negativer Antwortverzerrungen beziehungsweise einer bewussten Verfälschung befreit werden könn
t
e
n
, da kein Verfahren der Beschwerdevalidierung durch
geführt worden sei. Das heisse nicht im Umkehrschluss, dass eine Aggravation oder Simulation vorliege. Solche seien einfach nicht auszuschliessen (S. 3 oben).
Da keine Beschwerdevalidierung erfolgt sei, müssten Antwortverzerrungen zum negativen Pol als Erklärung für die auffälligen Befunde genauso in Betracht gezogen werden wie die Echtheit der Beschwerden. Vor dem Hintergrund der Krankengeschichte und der Tatsache, dass der Antrag auf IV-Leistungen erst 2013 und damit beinahe zehn Jahre nach dem Ereignis im Jahr 2004 erfolgt sei, müsse ersteres in Betracht gezogen werden. Es sei zu vermut
en, dass
die psy
chosoziale und
wirtschaftliche Situation eine Rolle spielten und gesundheitliche Gründe aus der Vergangenheit, die zuvor zu keinen erkennbaren Einschränkun
gen geführt hätten, zur Begründung des Leistungsbegehrens bemüht würden (S.
3 unten).
Der RAD-Arzt
gelangte zum Schluss, dass bis dato weiterhin kein
Gesundheits
schaden
feststellbar
sei
(S. 3 unten).
3.1
0
Am
2
3.
September
2013
berichtete
Dr.
med.
K._
, med.
pract
. FMH,
Facharzt für Allgemeinmedizin (D), Stellvertretender Oberarzt
Psychiatrie und Psychotherapie,
L._
(
Urk.
11/1). Als Diagnosen nannte er ein organi
sches Psychosyndrom nach
Schädelh
irntrauma
(ICD-10 F07.2) sowie eine rezidivierende depressive
Episode, derzeit mittelgradig,
ICD-10 F
33.1
(S. 1 oben
)
.
Dr.
K._
führte aus,
aktuell stelle sich
die Beigeladene nach langfristiger psychotherapeutischer Betreuung im Hause erneut zu
r psychiatrischen Abklä
rung vor (S. 1 unten). Im
Jahr 2004
habe sie
einen schweren Motorradunfall mit Bewusstlosigkeit erlitten. Die technischen Untersuchungen hätten
zwar
keine positiven Befund
e
ergeben, was zur Stellung der Diagnose eines organisc
hen Psychosyndroms nach Schädelh
irntrauma aber auch nicht gefordert werde. Die klinisch-anamnestisch und testpsychologisch gesicherten Symptome mit Kopf
schmerzen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungseinbusse sowie Gedächtnis- und Schlafstörungen seien gut und wiederholt abfragbar.
Auch die verminderte Belastungsfähigkeit unter Stress werde von der Beigela
denen bei genauer Nachfrage ei
ndrücklich geschildert. Diese Befunde sei
e
n gut vereinbar mit der neuropsychiatrischen Voruntersuchung. Auch die ADHS-Abklärung zeige genau die erwarteten Befundbilder. Die Diagnose eines orga
nischen Psychosyndroms nach Schädel
h
irntrauma könne somit nach Anamnese, neuropsychologischem Fremdbefund und psychiatrischer Befunderhebung gestellt werden (S. 3 Mitte).
Darüber hinaus fänden sich rezidivierende depressive Episoden, anamnestisch
erhebbar
seit 2003, mit Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Desinteresse,
einem
Gefühl von Wertlosigkeit mit negativen Zukunftsperspektiven und Schlafstö
rungen. Die Beigeladene erhalte dafür - näher genannte - Psychopharmaka (S. 3 unten).
Aufgrund der zu stellenden Diagnosen und der diagnoseimmanenten
testpsy
cholo
gisch
und psychiatrisch diagnostizierten, objektivierten
Leistungs
ein
schränkungen
im kognitiven Bereich sei
für eine sitzende Bürotätigkeit
eine Leistungsfähigkeit unter 60
%
von einem Tagespensum von maximal drei
bis
dreieinhalb
Stunden pro Tag
möglich (S. 4)
.
3.1
1
M._
,
d
ipl.
Heilpädagoge, berichtete am
1
0.
Oktober 2013 über die psy
chotherapeutische Behandlung der Beigelade
n
en
und
ihres
Sohn
es
in der Zeit vom 1
8.
Februar bis 1
4.
Dezember
2011
(
Urk.
11/2)
.
In Bezug auf die Beigela
dene diagnostizierte er ein organisches
Psychosyndrom nach Schädelh
irntrauma
(ICD-10 F07.2). Er führte aus, bei der Beigeladenen habe sich eine deutlich ein
geschränkte Belastungsfähigkeit und eine reduzierte Konzentrations- und Auf
nahmefähigkeit gezeigt. Dies habe zu massiven Spannungen in der Mutter-Kind-Beziehung geführt, die durch den Vater nicht hätten kompensiert werden können. Auch die emotionale Belastbarkeit der Beigeladenen sei reduziert gewesen mit erhöhter Reizbarkeit und schneller emotionaler Überforderung. Dies habe zu massiven Konflikten innerhalb der Familie geführt. Aufgrund der familiären Situation habe die Beigeladene nicht arbeiten müssen. Eine Arbeits
fähigkeit wäre zu diesem Zeitpunkt nur eingeschränkt (50
%
) gegeben gewesen. Bei Belastung habe die Beigeladene wiederholt über Kopfschmerzen und Schwindel geklagt.
3.1
2
In ihrer ärztlichen Beurteilung vom 1
2.
November 2013 (
Urk.
16/2) führte
SUVA-Kreisärztin
Dr.
med.
N._
, Fachärztin
Neurochirurgie, aus, die
f
estg
estellte Aufmerksamkeitsstörung, das verminderte nicht-sprachliche, figu
ral-räumliche Lernen und das Verhaltenssyndrom seien ihrer Meinung nach entgegen der Meinung von
Dr.
K._
nicht überwiegend wahrscheinlich
e
Folge
n
des Motorradunfalls
vom
1.
August 200
4.
Aufgrund der Anamnese und der
Bildgebung müsse davon ausgegangen werden, dass die
Beigeladene
eine leichte
traumatische Hirnverletzung ohne nachweisbar strukturelle Veränderun
gen
erlitten habe.
Diese sei funktionell nicht überwiegen
d
wah
rscheinlich von Bedeutung. Entscheidend für die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma
sei
nicht die Schwere des Gesamtunfalls sondern die Schwere des Schädelhirntraumas und damit entsprechende hirnorganische Ver
änderungen beziehungsweise eine hirnorganische Beteiligung. Die
se
Beteiligung könne bei der Beigeladenen aufgrund des fehlenden kernspintomographischen Nachweises nicht überwiegend wahrscheinlich angenommen werden. Gemäss Anamnese habe nur eine kurze Bewusstlosigkeit vorgelegen, danach sei die Bei
geladene neurologisch unauffällig gewesen. Das alleinige Vorliegen einer kur
zen Bewusstlosigkeit sei nicht beweisend für eine hirnorganische Beteiligung (S.
5).
4.
4.1
In ihrer IV-Anmeldung vom Februar 2013 gab die Be
igeladene
an,
unter ande
rem
an sich seit dem Motorradunfall im Jahr 2004 manifestierenden Sympto
men wie stark verminderter, auf maximal vier Stunden beschränkter Kon
zentrationsfähigkeit, schneller Ermüdung und Erschöpfung, eingeschrän
k
ter geteilter Aufmerksamkeit, fehlender Str
essk
ompensation bei Zeitdruck und Unruhe am A
rbeitsplatz zu leiden (
Urk.
6/7
Ziff.
6.2).
Während
Dr.
E._
und Prof.
F._
die von der Beigeladenen beklagten Beschwerden
in ihrem Bericht vom August 2012 (vorstehend E. 3.4)
im Rahmen einer frühkindlich erworbenen zerebralen Funktionsstörung bei Frühgeburt
interpretierten
und sie
phänomenologisch einem ADHS zuordneten, gingen
Dr.
K._
in seinem Bericht vom Oktober 2013 (vorstehend E. 3.10)
und
M._
in seinem Bericht vom
November 2013
(vorstehend E. 3.
11)
vom Vorliegen eines
organischen Psychosyndrom
s
nach Schädelhirntrauma
aus.
4.2
A
nlässlich des Motorradunfalls vom
1.
August 2004
zog sich die Beigeladene
gemäss Bericht der erstbehandelnden Ärzte des
Spitals B._
(vorstehend E. 3.2) nebst diversen Frakturen eine Commotio cerebri zu. Besagtem Bericht ist zu entnehmen, dass am Unfallort eine kurze Bewusstlosigkeit bestand, danach der neurologische Status und die 24-stündige Commotio-Überwachung aber unauffällig waren.
In ihrem Arztzeugnis vom 1
8.
August 2004 zu
Handen
der SUVA (
Urk.
6/18/62) hielten die Ärzte entsprechend fest, der Glasgow
Coma
Scale
(GCS) habe immer 15 betragen und es habe keine Bewusstlosigkeit bestanden. Den Allgemeinzustand beschrieben sie als gut.
Anlässlich der Befragung
durch einen
Case Manager der SUVA vom 2
5.
August 2004 gab die Beigeladene an, die im Bericht der Ärzte des
Spitals B._
erwähnte Gehirnerschüt
terung sei vernachlässigbar, da
sie weder unmittelbar nach dem Unfallereignis noch zu einem späteren Zeitpunkt an Kopfschmerzen gelitten habe. Sie könne auch bestätigen, dass sie nie das Bewusstsein verloren habe
,
sondern höchstens ein paar Sekunden benommen ge
wesen sei (
Urk.
6/18/92 unten).
In
den SUVA-Akten aus den Jahren 2004 und 2005
(
Urk.
6/18/21-97)
sind
entsprechend
weder
Kopfschmerzen
noch andere
, poten
tiell auf eine durch den Unfall verursachte Schädigung des Gehirns hinweisende Beschwerden dokumentiert. Die Beigeladene erwähnte solche insbesondere auch nicht anlässlich der in dieser Zeit mit den Sachbearbeitern der SUVA geführten diversen Telefongespräche.
4.3
Vor dem Hintergrund
dieser echtzeitlichen Aktenlage und der Tatsache, dass das im Januar 2013 durchgeführte MRI des Schädels (vorstehend E. 3.5) keine Hin
weise auf posttraumatische Veränderungen ergab
,
erscheint es unwahrschein
lich
, dass
sich
die Beigeladene anlässlich des Unfalls im Jahr 2004 eine rele
vante Kop
fverletzung
zuzog
.
In ihrer Beurteilung
vom November 2013 (vorstehend E. 3.12)
legte
SUVA-Kreis
ärztin
Dr.
N._
in nachvollziehbar begründeter Weise dar, dass eine
hirn
organische
Beteiligung anlässlich des Unfallereignisses vom
1.
August 2004 nicht überwiegend wahrscheinlich
sei
und die
g
eklagten Beschwerden daher
nicht im Rahmen eines organischen Psychosyndroms nach S
chädelhirntrauma
beziehungsweise als überwiegend wahrscheinliche Unfallfolge gesehen werden könnten.
Von zentraler Bedeutung ist
dabei
,
dass
Dr.
N._
Kenntnis
der
Unfallakten aus den Jahren 2004 und 2005
hatte,
wovon bei
Dr.
K._
und
M._
nicht auszugehen ist
.
Diese
postulierten
ein stattgehabt
es
Schä
delhirntrauma
vielmehr
einzig
gestützt
auf die
rund sieben beziehungsweise
neun Jahre nach dem Unfallereignis
gemachten anamnestischen Angaben u
nd
erhobenen
Befunde
. Insgesamt vermag ihre
Beurteilung, wonach die
von der Beigeladenen beklagten
Beschwerden im Rahmen eines organischen
Psychosyn
drom
s
nach Schädelhirntrauma zu sehen seien,
nicht zu überzeugen
.
4.4
Die Beurteil
ung von
Dr.
E._
und
Prof.
F._
wurde vom
RAD-Arzt mit
Stellungnahmen vom März und Juni 2013 (vorstehend E. 3.8-9)
in
mehrfacher Hinsicht
kritisiert
. Die
von ihm
geäusserten Zweifel i
n Bezug auf die
diagnosti
sch
e
Einordnung der von
Dr.
E._
und Prof.
F._
objektivierten neu
ropsychologischen Dy
sfunktionen
erscheinen
mit Blick darauf, dass
die d
iverse
n
aktenkundigen
Arbeitszeugnisse
seit
dem
Jahr
1985
(
Urk.
6/5/5 ff.) nicht auf eine in der Vergangenheit relevant beeinträchtigte Leistungsfähigkeit
der
Bei
geladenen
schliessen lassen
, plausibel.
Erwähnenswer
t ist in diesem Zusammen
hang
insbesondere
, dass die Beigeladene
an der von ihr zwischen 1986 und 1996 bekleideten Stelle in einem Architekturbüro gemäss Arbeitszeugnis vom Dezember 1996 (
Urk.
6/5/10) unter anderem weitestgehend selbständig die
Bau
buchhaltungen
und die Betriebsbuchhaltung erledigte, was
i
m
Widerspruch
zu der
von
Dr.
E._
und Prof.
F._
beschriebenen Einschränkung der nicht-sprachlichen
Funktionen
steht.
4.5
Von
e
ntscheidwesentlic
he
r
Bedeutung ist
jedoch
letz
tlich
vor allem die Tatsa
che
, dass die Beigeladene trotz
der geltend gemachten
neuropsychologischen Defizite
weiterhin Motorrad fährt (
vgl.
Urk.
6/5/3 unten) und seit dem Jahr 2010 gar begleitete Motorradtouren anbietet
.
A
uf der von ihr
betriebene
n
Homepage
(
vgl.
Urk.
6/5/3 oben)
führt die Beigeladene
aus, dass sie seit dem Jahr 2000 Motorrad fahre, wobei sie seit der Firmen-Gründung, mithin
dem
Jahr 2010, etwa 15‘000 km pro Saison zurücklege.
Sie beschreibt
, dass sie problemlos ein flott
es Tempo vorgeben könne und
grundsätzlich eine dynamisch-sportliche, vorausschauend-ta
ktische Fahrweise pflege
.
Gemäss den weiteren Ausführungen auf der Homepage richten sich
ihre Angebote
grund
sätzlich an routinierte, sehr flotte bis sportliche Toure
n-Fahrer mit Sitzleder
, weil durchwegs sehr anspruchsvolle Strecken befahren würden, welche einiges an Erfahrung, Können und Ausdauer erforderten. Die reine Fahrzeit pro Tag betrage - mit einer Ausnahme - bei allen Touren sechs bis a
cht Stunden
.
Die Einträge der Beigeladenen auf dem von ihr
geführten
facebook
account
zeigen
sodann
, dass
sie
ihrem Hobby aktiv und regelmässig nachgeht. Erwähnenswert im vorliegenden Zusammenhang sind namentlich die Einträge vom Juni und Oktober 2012, aus welchen sich ergibt, dass die Beigeladene
an
der
O._
, einer Tour über 500 Meilen,
und der
P._
,
eine
r
über mehrere Pässe führende Tour von
rund 550 km mit einer reinen Fa
hrzeit von sechseinhalb Stunden, teilnahm.
Vor diesem Hintergrund
sind
betreffend
die geltend gemachten neuropsycho
logi
schen Defizite
grosse Zweifel
angezeigt
und erweist sich die Kritik
des RAD-Arztes
, wonach
Dr.
E._
und Prof.
F._
im August 2012
kein Verfahren zur Beschwerdevalidierung durchführten
(vgl. vorstehend E.
3.8
9)
,
als
berechtigt.
Dass die Beigeladene aufgrund der geltend gemachten Beschwerden in ihrer Arbeitsfähigkeit, nicht aber im Strassenverkehr, in wel
chem insbe
sondere eine uneingeschränkte geteilte Aufmerksamkeit und eine unein
geschränkte Konzentration unabdingbar sind, beeinträchtigt sein soll, überzeugt nicht.
Der
Bericht von
Dr.
E._
und Prof.
F._
erweist sich daher
als
nicht geeignet,
einen invaliditätsrelevanten Gesundheitsschaden mit dem erforderli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun
(vgl. vor
stehend E. 1.3).
Angesichts der kognitiv anspruchsvollen Freizeitbe
schäftigung der Beigeladenen besteht
auch
kein Anlass, die geltend gemachten neuro
psychologischen Defizite weiter abzuklären.
4
.6
Aus den
Akten ergeben sich
sodann keine Anhaltspunkte dafür, dass
bei der
Beigeladene
n
bis zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses im Juni 2
013
,
welcher für die richterliche Überprüfungsbefugnis
massgebend
ist
(BGE 132 V 215 E.
3.1.1)
,
eine
relevante psychische
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit
vorlag.
E
ine
fachärztlich schlüssig festgestellte invalidisierende psy
chische Störung
ist nicht ausgewiesen
. B
ei den vom Psychotherapeut
en
G._
erwähnten depressiven Episoden (vgl. vorstehend E. 3.5) handelt es sich
definitionsgemäss
um
vorübergehende Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern
, und daher in der Regel nicht invalidisierend sind (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I 510/2006 vom 2
6.
Januar 2007 E. 6.3
)
.
Abgesehen davon
wies
der RAD-Arzt im
Rahmen seiner Stellungnahme vom Juni 2013
(vorstehend E. 3.9)
zutreffend darauf hin
, dass sich aus den Akten
klare
Hinweise darauf ergeben, dass inval
i
ditätsfremde psychosoziale Faktoren wie
etwa
die lange Abstinenz vom Arbeitsmarkt, eine geschiedene Ehe, die alleinige Verantwortung für ein Kind sowie finanzielle Probleme eine bedeu
tende Roll
e spielen,
was sich besonders deutlich aus den
Stellungahmen der Beklagten (vgl. vorstehend E. 2.3) ergibt.
Diese Umstände
mögen
zweifelsohne
belastend sein
und es ist nachvollziehbar, dass sich die Beigeladene zeitweise überfordert fühlt
. Dafür hat
aber nicht
die
Invalidenversicherung
einzustehen.
4.7
Schliesslich ist auch
in
somatischer Hinsicht nicht von einem die Arbeitsfähig
keit beeinträchtigenden Gesundheits
s
chaden auszugehen.
Die mit der Agenesie
einhergehende Beeinträchti
gun
g der pulmonalen
Funktions
reserv
en
ist
gemäss Einschätz
u
ng des
Pneumologen
Dr.
C._
nicht
derart ausge
p
rägt, dass sie die Beigeladene
bei Alltagsverrichtungen behi
ndern würde (vgl. vorstehend E. 3.3), und durch die i
n der IV-Anmeldung
des Weite
ren erwähnten
Beschwerden am rechten Fuss
erfährt die Beigeladene eigenen Angaben zufolge keine Einschränkung bei der Verrichtung einer Bürotätigkeit
(
Urk.
6/7
Ziff.
6.2).
Dementsprechend sind denn auch dem Bericht des Hausarz
tes
Dr.
I._
vom Februar 2013 (vorstehend E. 3.7) keine sich auf die Arbeitsfähigkeit der Beigeladenen auswirkenden somatischen Diagnosen zu entnehmen. Insgesamt
ergeben sich aus den
Akten keine Anhaltspunkte für das
Vorliegen eines invaliditätsrelevanten und damit abklärungsbedürftigen soma
tischen Gesundheitsschadens.
4.8
Zusammengefasst erweist sich der angefochtene Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegne
rin einen Anspruch der Beigelad
ene
n
auf Leistungen der Inva
lidenversicherung verneint
e
, als rechtens,
weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
5
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
900
.-- festzulegen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.