# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1ef925a5-a476-58b2-9893-a6594350e7de
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ (Jahrgang 1970) wird seit dem 1. September 2013 vom Sozialamt B._ finanziell
unterstützt (act. 5/3b/90). Mit Verfügung vom 25. Juni 2015 erteilte ihm das Sozialamt
unter anderem die Auflage, vom 20. Juli 2015 bis 31. Oktober 2015 in einem
Vollzeitpensum am Arbeitsintegrationsprogramm (Tagesstruktur durch Arbeit,
Bewerbungscoaching) des Vereins C._ für eine Integrationszulage in der Höhe von
CHF 300 pro Monat teilzunehmen (act. 5/3b/35). Die von A._ dagegen erhobenen
verwaltungsinternen Rechtsmittel blieben erfolglos (act. 5/3b/40, 46, 48). Das
Verwaltungsgericht wies mit Entscheid vom 18. Oktober 2017 die gegen den Entscheid
des Departements des Innern des Kantons St. Gallen erhobene Beschwerde
rechtskräftig ab und bestätigte insbesondere die Zumutbarkeit der Teilnahme am
Arbeitsintegrationsprogramm des C._ (vgl. zum Ganzen VerwGE B 2016/133 vom
18. Oktober 2017). In der Folge kam A._ seinen Verpflichtungen weiterhin nicht nach,
weshalb das Sozialamt die Sozialhilfeleistungen mit Verfügung vom 15. Januar 2018
einstellte. Es beschloss weiter, die Ausrichtung der finanziellen Nothilfe an die
Bedingung zu knüpfen, dass er am Arbeitsintegrationsprogramm teilnehme (act. 5/3b/
18). Den dagegen geführten Rekurs wies der Stadtrat der politischen Gemeinde B._
mit Beschluss vom 19. Februar 2018 ab, soweit er darauf eintrat (act. 5/3b/24). Das
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Departement des Innern hiess den hiergegen eingereichten Rekurs mit Entscheid vom
14. November 2018 demgegenüber insoweit gut, als es unter Aufhebung des
Beschlusses des Stadtrats vom 19. Februar 2018 die Sache direkt an das Sozialamt
zurückwies, damit dieses die Höhe der A._ seit 20. Januar 2018 zustehenden
Sozialhilfeleistungen im Sinne der departementalen Erwägungen prüfe und ihm den
dementsprechend zustehenden Betrag nachzahle. Es erkannte, dass die teilweise
Einstellung der finanziellen Unterstützung im Betrag des durch die Teilnahme am
Programm erzielbaren Nothilfebetrags zulässig sei (act. 5/3a/109). Sowohl das
Verwaltungsgericht als auch das Bundesgericht wiesen die von A._ dagegen
erhobenen Rechtsmittel ab (vgl. zum Ganzen VerwGE B 2018/245 vom 28. Mai 2019
sowie BGer 8C_451/2019 vom 19. August 2019).
B.
Mit Verfügung vom 24. Mai 2019 erteilte das Sozialamt B._ A._ unter anderem die
Auflagen (Ziff. 1), sich sofort beim RAV zur Arbeitsvermittlung anzumelden und dem
Sozialamt unverzüglich und unaufgefordert eine schriftliche Bestätigung zuzustellen,
den vereinbarten Termin für das Erstgespräch sowie jeden folgenden Beratungstermin
wahrzunehmen und den Weisungen des RAV zur Erbringung der persönlichen
Arbeitsbemühungen sowie auch anderen Weisungen (Teilnahme Kurse und
Integrationsprogramme) Folge zu leisten (lit. a). Ferner verlangte es von A._, sich
sofort intensiv um eine Arbeitsstelle zu bemühen und monatlich mindestens
10 konkrete (schriftliche) Stellenbewerbungen dem Sozialamt jeweils zum Monatsende
unaufgefordert nachzuweisen, inkl. Stelleninserate, Bewerbungsschreiben, Lebenslauf
und Absageschreiben. Aus den Unterlagen müsse hervorgehen, wann er sich bei
welchem Arbeitgeber für welche Funktion resp. Tätigkeit beworben habe, wie der
aktuelle Stand der Bewerbung sei und wen das Sozialamt zwecks allfälliger Rückfragen
beim entsprechenden Arbeitgeber kontaktieren könne (lit. b); für den Fall, dass eine
Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht werde, seien die behandelnden Ärzte gegenüber
dem Sozialamt vom Arztgeheimnis zu entbinden. Das Sozialamt behalte sich diesfalls
eine vertrauensärztliche Untersuchung ausdrücklich vor (lit. e); dem Sozialamt und allen
anderen involvierten Stellen seien die persönliche Telefonnummer bekannt zu geben
oder, falls kein Telefon vorhanden sei, habe er sich bis spätestens 14. Juni 2019 ein
kostengünstiges Gerät anzuschaffen (lit. f). Für den Fall der Nichtbefolgung der
Auflagen drohte das Sozialamt A._ die Kürzung der wirtschaftlichen Sozialhilfe im
Umfang von bis zu 30 Prozent des Grundbedarfs für die Dauer bis zu 12 Monaten bzw.
im Wiederholungsfall die teilweise oder ganze Einstellung der Sozialhilfeleistungen an
(Ziff. 2). In Ziff. 3 der Verfügung erklärte das Sozialamt die Verfügung als sofort
vollstreckbar und entzog einem allfälligen dagegen gerichteten Rekurs die
aufschiebende Wirkung (act. 5/3a/128). Den dagegen erhobenen Rekurs wies der
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Stadtrat der politischen Gemeinde B._ mit Beschluss vom 5. August 2019 ab, soweit
er darauf eintrat (act. 5/3a/135). Das Departement des Innern hiess den dagegen
erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 29. November 2019 teilweise gut und hob den
angefochtenen Entscheid des Stadtrats der politischen Gemeinde B._ insoweit auf,
als dass es Ziff. 1 lit. e des Rechtsspruchs der Verfügung des Sozialamts B._ vom
24. Mai 2019 aufhob und Ziff. 1 lit. f insoweit abänderte, als dass A._ die Auflage
erteilt wurde, dem Sozialamt und dem RAV die persönliche Telefonnummer bekannt zu
geben, und falls kein Telefon vorhanden ist, sich bis spätestens 6. Januar 2020 ein
kostengünstiges Gerät anzuschaffen. Im Übrigen wies das Departement den Rekurs ab
(act. 5/3/176). Sowohl das Verwaltungsgericht als auch das Bundesgericht traten auf
die dagegen erhobenen Rechtsmittel nicht ein (vgl. VerwGE B 2019/280 vom 19. März
2020 sowie BGer 8C_251/2020 vom 26. Mai 2020).
C.
Nachdem das Sozialamt B._ A._ mit Schreiben vom 18. Juli 2019 unter Gewährung
des rechtlichen Gehörs die Kürzung der Sozialhilfe um 30 Prozent für drei Monate ab
1. September 2019 angedroht hatte (act. 5/3a/134), kürzte es ihm mit Verfügung vom
14. August 2019 die Sozialhilfeleistungen mit Wirkung ab dem 1. September 2019 für
die Dauer von drei Monaten um 30 Prozent des Grundbedarfs. Das Sozialamt forderte
A._ zudem auf, die verschiedenen ihm auferlegten Auflagen und Bedingungen ab
sofort lückenlos zu erfüllen; alles unter der Androhung einer weiteren Kürzung oder gar
der Einstellung der finanziellen Sozialhilfe bei Nichtbefolgung der Auflagen. Die
Verfügung wurde schliesslich als sofort vollstreckbar angeordnet und einem allfälligen
dagegen gerichteten Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen (act. 5/3a/136). Der
Stadtrat der politischen Gemeinde B._ wies mit Beschluss vom 21. Oktober 2019 den
dagegen erhobenen Rekurs ab und entzog einem allfälligen Rekurs die aufschiebende
Wirkung (act. 5/3/166). Mit Entscheid vom 13. Mai 2020 wies das Departement des
Innern den Rekurs ebenfalls ab, soweit es darauf eintrat (act. 2).
Bereits am 27. September 2019 erging eine weitere Verfügung des Sozialamts B._ mit
der Auflage an A._, ab dem 1. Oktober 2019 am entlöhnten
Arbeitsintegrationsprogramm des C._ teilzunehmen. Gleichzeitig wurde ihm für den
Fall der Nichtbefolgung der Auflagen wiederum die Kürzung der Sozialhilfe im Umfang
bis 30 Prozent des Grundbedarfs für die Dauer bis zu 12 Monaten angedroht
(act. 5/3/161). Auch hier blieben die Rechtsmittel beim Stadtrat und beim Departement
des Innern erfolglos. Das Verwaltungsgericht trat mit Entscheid vom 17. Juni 2020 auf
das Rechtsmittel nicht ein (vgl. zum Ganzen VerwGE B 2020/83 vom 17. Juni 2020);
eine gegen den Nichteintretensentscheid des Verwaltungsgerichts erhobene
Beschwerde ist beim Bundesgericht hängig (Verfahren 8C_463/2020).
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D.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid des Departements des Innern
(Vorinstanz) vom 13. Mai 2020 mit Eingabe vom 5. Juni 2020 (Datum der Postaufgabe)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, die Kürzung um
30 Prozent der finanziellen Sozialhilfe sei zu reduzieren bzw. auf eine Leistungskürzung
sei ganz zu verzichten; gleichzeitig beantragte er die Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für
das Beschwerdeverfahren (act. 1, 3.1). Die Vorinstanz verzichtete stillschweigend auf
eine Vernehmlassung. Die politische Gemeinde B._ (Beschwerdegegnerin) beantragte
in ihrer Vernehmlassung vom 9. Juli 2020 die Abweisung der Beschwerde mit der
Begründung, der Beschwerdeführer bringe nichts vor, was Zweifel an der Richtigkeit
des angefochtenen Entscheids aufkommen lassen könnte (act. 7). Der
Beschwerdeführer erhielt die Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen (act. 8), wovon er
keinen Gebrauch machte.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerde gegen
den am 20. Mai 2020 zugestellten Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom 5. Juni
2020 rechtzeitig erhoben. Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers ist nur
schwer ersichtlich, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid rechtsfehlerhaft sein soll.
Der Begründung lässt sich immerhin entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit der
Kürzung der finanziellen Sozialhilfe um 30 Prozent für die Dauer von drei Monaten nicht
einverstanden ist, indem er die Kürzung als zu hoch und nicht angemessen
beanstandet. Die Beschwerde erfüllt daher formell und inhaltlich gerade noch die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP) an eine Laienbeschwerde.
Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich (vgl. aber nachfolgende E. 2 und 3)
einzutreten.
Die Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen
beschränkt. Zudem prüft es Rügen, wonach der angefochtene Entscheid auf einem
unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt beruhe. Die Rüge der
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Unangemessenheit ist ausgeschlossen. Damit auf die Beschwerde an das
Verwaltungsgericht eingetreten wird, müssen unter anderem zulässige
Beschwerdegründe vorliegen. Dies ist Prozessvoraussetzung und führt bei
Nichtvorliegen zu einem Nichteintretensentscheid (Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 2 zu Art. 61 VRP).
2.
Soweit sich der Beschwerdeführer erneut gegen die Teilnahme am C._-
Arbeitsintegrationsprogramm wehrt, ist darauf nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer
wurde bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass ihm die Teilnahme am
Arbeitsintegrationsprogramm des C._ zumutbar sei. Das Verwaltungsgericht hat sich
erstmals im Entscheid B 2016/133 vom 18. Oktober 2017 ausführlich damit
auseinandergesetzt und die Zumutbarkeit der Teilnahme am entlöhnten
Arbeitsintegrationsprogramm des C._ mit Entscheid B 2018/245 vom 28. Mai 2019
erneut bestätigt. Das Bundesgericht hielt daraufhin ebenfalls fest, die Auflage des
Gemeinwesens, am Beschäftigungsprogramm mit Entschädigung in der Höhe der
Nothilfe teilzunehmen, sei zulässig, wobei die Unverhältnismässigkeit dieser Weisung
zu Recht nicht gerügt worden sei (vgl. BGer 8C_451/2019 vom 19. August 2019
E. 4.3.1). Mit Entscheid B 2020/83 vom 17. Juni 2020 wurde der Beschwerdeführer
schliesslich darauf hingewiesen, dass seine querulatorischen Vorbringen im
Zusammenhang mit dem Arbeitsintegrationsprogramm des C._ keinen Rechtsschutz
verdienen und auf die dagegen gerichtete Beschwerde nicht eingetreten wird. Anstelle
von weiteren Wiederholungen ist auf die entsprechenden Ausführungen der oben
zitierten verwaltungs- und bundesgerichtlichen Entscheide zu verweisen.
3.
Das Sozialamt verfügte am 14. August 2019 eine Leistungskürzung mit Wirkung ab
September 2019 für die Dauer von drei Monaten; gleichzeitig ordnete es die Verfügung
als sofort vollstreckbar an und entzog einem allfälligen dagegen gerichteten Rekurs die
aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdegegnerin entzog einem allfälligen Rekurs
gegen den Beschluss vom 21. Oktober 2019 ebenfalls die aufschiebende Wirkung.
Fehlt das aktuelle Interesse bereits zum Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung, wird
auf die Beschwerde nicht eingetreten; fällt es hingegen erst im Verlaufe des Verfahrens
dahin, wird die Sache als erledigt erklärt und die Beschwerde als gegenstandslos
abgeschrieben (B. Waldmann, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.],
Basler Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N 14 zu Art. 89 BGG). Zum
Zeitpunkt des Rekurses bei der Vorinstanz am 18. November 2019 war der für die
Kürzung massgebende Auszahlungszeitpunkt der monatlichen Sozialhilfeleistungen
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bereits verstrichen. Entsprechend schrieb die Vorinstanz mit Entscheid vom 13. Mai
2020 das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung zu Recht zufolge
Gegenstandslosigkeit ab. Soweit der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren
erneut beantragt, es sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ist darauf mangels
Anfechtungsobjekt nicht einzutreten.
4.
Zu prüfen ist einzig, ob die am 14. August 2019 vom Sozialamt der
Beschwerdegegnerin verfügte Kürzung der finanziellen Sozialhilfe um 30 Prozent mit
Wirkung ab dem 1. September 2019 für die Dauer von drei Monaten zu Recht erfolgte.
4.1.
Nach Art. 17 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) wird finanzielle
Sozialhilfe verweigert oder angemessen um 5 bis zu höchstens 30 Prozent und zeitlich
befristet gekürzt, wenn die hilfesuchende Person insbesondere keine oder unrichtige
Auskünfte erteilt (lit. a), verlangte Unterlagen nicht einreicht (lit. b), Bedingungen und
Auflagen missachtet (lit. c), ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit ablehnt (lit. d),
zumutbare Massnahmen zur sozialen und beruflichen Integration nach Art. 12a dieses
Erlasses ablehnt (lit. e), Leistungen zweckwidrig verwendet (lit. f), ein ihr zustehendes
Einkommen nicht geltend macht oder die Veräusserung von Vermögenswerten
verweigert (lit. g) oder die Abhängigkeit von der finanziellen Sozialhilfe durch
vorsätzliche Vermögensverminderung oder Misswirtschaft herbeigeführt hat (lit. h).
Gemäss Art. 12b Abs. 1 SHG kann die Ausrichtung der finanziellen Sozialhilfe mit
Bedingungen und Auflagen verbunden werden, die sich auf die zweckmässige
Verwendung der Leistungen beziehen (lit. a) oder geeignet sind, die Hilfsbedürftigkeit
zu beseitigen oder zu mildern (lit. b), oder geeignet sind, die Selbsthilfe der
hilfsbedürftigen Person und ihrer Familienangehörigen sowie ihre soziale und berufliche
Integration zu fördern (lit. c). Mit solchen Nebenbestimmungen strebt die
Sozialhilfebehörde eine konkrete Verhaltensänderung der betroffenen Person an. Sinn
und Zweck der Sozialhilfe ist die Förderung der wirtschaftlichen und persönlichen
Selbständigkeit des Sozialhilfeempfängers unter Einhaltung des Grundsatzes der
Subsidiarität. Auflagen und Weisungen können daher zur Förderung der richtigen
Verwendung der materiellen Hilfe von den Sozialhilfeorganen unter Berücksichtigung
des Verhältnismässigkeitsprinzips auferlegt werden. Die Tauglichkeit von Weisungen
und Auflagen ist im konkreten Einzelfall zu prüfen. Sie müssen in einem engen
Sachzusammenhang zur Hilfsbedürftigkeit oder deren Ursachen stehen und geeignet
4.1.1.
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sein, die konkrete Situation im Hinblick auf eine Ablösung von der Sozialhilfe zu
bewirken (U. Vogel, Rechtsbeziehungen – Rechte und Pflichten der unterstützten
Person und der Organe der Sozialhilfe, in: C. Häfeli [Hrsg.], Das Schweizerische
Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 153 ff., S. 183 f.; vgl. auch BGE 131 I 166 E. 4.4 f.).
Die Vorinstanz setzte sich ausführlich mit der Rechtmässigkeit der mit Verfügung vom
24. Mai 2019 dem Beschwerdeführer auferlegten und im vorinstanzlichen Verfahren
noch umstrittenen Auflagen in Ziff. 1 lit. a, b, f und g auseinander und kam
zusammenfassend zum Schluss, die entsprechenden Auflagen seien grundsätzlich
rechtmässig. Einzig mit Blick auf Ziff. 1 lit. f des Rechtsspruchs konkretisierte die
Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe lediglich dem Sozialamt und dem RAV B._ –
und nicht "allen anderen involvierten Stellen" – seine persönliche Telefonnummer
bekannt zu geben. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid zudem fest, der
Beschwerdeführer habe die Auflagen nicht eingehalten, weshalb eine Pflichtverletzung
vorliege und Art. 17 Abs. 1 lit. b und c SHG verletzt sei (vgl. zum Ganzen E. 5-8 des
angefochtenen Entscheids, act. 2).
Die Ausführungen der Vorinstanz sind in sich schlüssig begründet und nachvollziehbar.
Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde keinerlei Ausführungen dazu, und
für das Gericht ist aufgrund der Aktenlage und der Vorbringen der weiteren
Verfahrensbeteiligten auch nicht ersichtlich, inwiefern die Auflagen nicht rechtmässig
sein sollten. Der Beschwerdeführer macht zudem nicht geltend, er habe die Auflagen
erfüllt. Gestützt auf die Akten steht vielmehr fest, dass er sich nachweislich weder beim
RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet oder dem Sozialamt eine entsprechende
Bestätigung zugestellt hat, noch das Erstgespräch oder irgendeinen anderen
Beratungstermin wahrgenommen hat (vgl. Auflage Ziff. 1 lit. a). Er belegte weiter nicht,
dass er sich sofort intensiv um eine Arbeitsstelle bemüht und dem Sozialamt monatlich
mindestens 10 konkrete (schriftliche) Stellenbewerbungen nachgewiesen hätte (inkl.
Stelleninserate, Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Absageschreiben; vgl. Auflage
Ziff. 1 lit. b). Auch gab er weder dem Sozialamt noch dem RAV seine persönliche
Telefonnummer bekannt (vgl. Auflage Ziff. 1 lit. f). Schliesslich reichte der
Beschwerdeführer dem Sozialamt unbestrittenermassen keine Kopie des monatlichen
Kontoauszugs aller vorhandenen Bank-/Postkonten im In- und Ausland ein (vgl.
Auflage Ziff. 1 lit. g).
4.1.2.
Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer die mit Verfügung vom
4.2.
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24. Mai 2019 angeordneten Auflagen verletzt hat. Demnach hat das Sozialamt der
Beschwerdegegnerin die Kürzung der wirtschaftlichen Sozialhilfe grundsätzlich zu
Recht angeordnet. Zu prüfen bleibt, ob die konkrete Ausgestaltung der Kürzung der
finanziellen Sozialhilfe um 30 Prozent für die Dauer von drei Monaten ab September
2019 angemessen ist (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Der Beschwerdeführer bringt dagegen im
Wesentlichen vor, eine Leistungskürzung des Grundbedarfs um 30 Prozent sei zu hoch
und stehe in keinem Verhältnis zu der vorgeworfenen Missachtung der Auflagen. Für
eine Bemessung der Kürzung dürfe nicht ein Zeitraum miteinbezogen werden, für den
der Grundbedarf bereits früher gekürzt worden sei. Schliesslich sei der Zeitpunkt der
Verfügung vom 24. Mai 2019 (Anordnung Auflagen) bis zu derjenigen vom 14. August
2019 (Kürzung) eine zu kurze Zeitspanne. Auch sei die Zeitdauer vom Ende der letzten
Kürzung bis zum Einleiten der nächsten Kürzung per 1. September 2019 zu kurz
ausgefallen (vgl. act. 1).
Nach Kap. 8.2 der Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-
Richtlinien, Stand 12/2016) bedürfen Leistungskürzungen einer – mit Art. 17 SHG
unbestrittenermassen vorhandenen – gesetzlichen Grundlage und müssen
verhältnismässig sein. Weiter ist zu prüfen, ob das Fehlverhalten eine Kürzung
rechtfertigt (Tatbestand), der betroffenen Person bekannt war, welches Verhalten
erwartet wird und dass die Nichtbefolgung zu einer Kürzung führen kann (Vorsatz) und
ob die betroffene Person relevante Gründe für ihr Fehlverhalten vorbringen kann
(Rechtfertigung). Die Kürzung hat in persönlicher, sachlicher und zeitlicher Hinsicht
verhältnismässig zu sein und muss das Fehlverhalten angemessen würdigen. Der
Sanktionsrahmen liegt bei 5 bis 30 Prozent des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt
(vgl. auch C. Hänzi, Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe,
Basel 2011, S. 176 ff.). Bei den zitierten Richtlinien und der konkretisierenden
Praxishilfe der St. Gallischen Konferenz für Sozialhilfe (KOS-Praxishilfe) handelt es sich
lediglich um Empfehlungen. Eine Allgemeinverbindlicherklärung im Sinne von Art. 11
Abs. 1 SHG ist für den Kanton St. Gallen nicht erfolgt. Nach der Praxis des
Verwaltungsgerichts ist bei der Kürzung von Unterstützungsleistungen zu prüfen, ob
sie zumutbar ist und die betroffene Person informiert oder verwarnt worden ist.
Überdies muss die Kürzung in einem angemessenen Verhältnis zum Fehlverhalten
stehen und die betroffene Person durch die Änderung ihres Verhaltens dafür sorgen
können, dass die Kürzung ab einem späteren Zeitpunkt rückgängig gemacht werden
kann (vgl. VerwGE B 2017/191 vom 9. August 2018 E. 2.7.1).
4.2.1.
bis
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Vorliegend hat das Sozialamt der Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwerdeführers auf finanzielle Sozialhilfe um 30 Prozent des Grundbedarfs für die
Dauer von drei Monaten (September bis und mit November 2019) gekürzt. Die Kürzung
der finanziellen Sozialhilfe bewegt sich damit innerhalb des zulässigen Rahmens. Das
Fehlverhalten des Beschwerdeführers ist als schwer zu qualifizieren. Er hat keine der
mit Verfügung vom 24. Mai 2019 angeordneten Auflagen erfüllt: Er hat sich bis heute
weder beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet noch dem Sozialamt etwaige
Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Weiter weigert er sich nach wie vor, dem
Sozialamt Kontoauszüge einzureichen und seine persönliche Telefonnummer bekannt
zu geben. Der Beschwerdeführer ist offensichtlich nicht gewillt, die ihm auferlegten
Auflagen zu erfüllen. Seit Erlass der Auflagen hat er keinerlei Bemühungen gezeigt, die
auf seine Integration in den ersten Arbeitsmarkt abzielten. Selbst nach der Mitteilung
vom 18. Juli 2019, mit welcher ihm die Absicht der Kürzung der Sozialhilfe um
30 Prozent für drei Monate ab 1. September 2019 angezeigt wurde, zeigte der
Beschwerdeführer keine Verhaltensänderung. Anstatt der Erfüllung der Auflagen auch
nur ansatzweise nachzukommen, liegt der Schwerpunkt seiner Bemühungen vielmehr
darin, seine gesamte Energie für das Führen von zahlreichen, grossmehrheitlich
aussichtslosen Verfahren einzusetzen (vgl. VerwGE B 2016/133 vom 18. Oktober 2017
[Abweisung], B 2018/105 vom 31. Juli 2018 [Abweisung], B 2018/245 vom 28. Mai
2019 [Abweisung], B 2019/137 vom 17. September 2019 [Abweisung], B 2019/250 vom
16. Januar 2020 [Nichteintreten], B 2019/280 vom 19. März 2020 [Nichteintreten],
B 2020/83 vom 17. Juni 2020 [Nichteintreten]).
4.2.2.
Schliesslich ist auch das Vorgehen des Sozialamts nicht zu beanstanden und als
verhältnismässig zu beurteilen. Dem Beschwerdeführer wurde bereits in der Verfügung
vom 24. Mai 2019 für den Fall der Nichtbefolgung der Auflagen die Kürzung der
wirtschaftlichen Sozialhilfe im Umfang von bis zu 30 Prozent des Grundbedarfs für die
Dauer bis zu zwölf Monaten angedroht. Die Verfügung wurde zudem als sofort
vollsteckbar angeordnet und einem allfälligen dagegen gerichteten Rekurs die
aufschiebende Wirkung entzogen. Nachdem der Beschwerdeführer die Auflagen nicht
befolgt hatte, gewährte ihm das Sozialamt mit Schreiben vom 18. Juli 2019 das
rechtliche Gehör zur geplanten Kürzung des Grundbedarfs um 30 Prozent für die Dauer
von drei Monaten mit Wirkung ab September 2019. Zwar ist die Kürzung um 30
Prozent während drei Monaten streng, führt aber nicht zu einem für den
4.2.3.
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5.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Ab. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 212 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Gründe, um gestützt auf Art. 97 VRP auf die Erhebung zu verzichten, sind
nicht ersichtlich. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Beschwerdeverfahren ist angesichts der offenkundigen Aussichtslosigkeit abzuweisen
(Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 Ingress und lit. a ZPO).