# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5c3b1ce7-76aa-443a-b144-2ee88dc75647
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der am
1.
Januar 1963 geborene
X._
schloss in seiner Heimat die
Ausbildung
zum Heizungsmonteur ab und arbeitete seit
1.
Oktober 1997 bei der
Y._
als Maschinist und
Glätter
in der
Unterlagsbodenabteilung
(
Urk.
14/2/4,
Urk.
14/12). A
m 1
9.
August 2002
meldete er sich
unter Hinweis auf
eine volle Arbeitsunfähigkeit wegen
Schmerzen in der Wirbelsäule sowie Nervo
sität und Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Um
schulung, Rente) an
(
Urk.
14
/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
ging nach medizinischen und beruflichen Abklärungen davon aus, dass der Versicherte trotz seiner Beeinträchtigungen in einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
14/31), und verneinte mit Verfügung vom 2
6.
August 2003 aufgrund des ermittelten Invaliditätsgrads von 21
%
einen Rentenanspruch (
Urk.
14/32). Nachdem der Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte (
Urk.
14/33,
Urk.
14/
35)
, holte die IV-Stelle das Gutach
ten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
4.
Februar 2004 ein (
Urk.
14/50
).
Gestützt darauf ermittelte
sie neu
einen IV-Grad von 67
%
(
Urk.
14/55) und sprach dem Versicherten mit
Einspracheent
scheid
vom 2
4.
März 2004 ab
1.
Februar 2003 eine ganz
e sowie ab
1.
Januar 2004 eine
Dreiv
iertelsrente
zu (
Urk.
14/57
; vgl.
Urk.
14/
65-67
).
1.2
Im Rahmen der
im Jahr
2006
vorgenommenen
Rentenrevision
ermittelte die IV-
Stelle keine
Änderung des Invaliditätsgrades und des Rentenanspruchs
(
Urk.
14/69
,
Urk.
14/73
)
, was
sie
dem Versicherten am
4.
Dezember 2006
(
Urk.
14/74)
mit
teilte.
Im Juli 2013 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (
Urk. 14/95
) und liess den Versicherten
durch die medizinische Gutachtenstelle
A._
polydisziplinär abklären. Nach
Fertigstellung
des
Gutachtens
vom
9.
Juli 2014 (
Urk.
14/116)
erstellte die
A._
im Auftrag der IV-Stelle zusätzlich die kardio
logische Expertise vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
14/139) und beantwortete am
1
5.
Juni
2015
Ergänzungsfragen der IV-Stelle (
Urk.
14/142
; vgl. auch
Urk.
14/126-128
,
Urk.
14/140
).
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbe
scheid vom 2
8.
Juli 2015 in Aussicht, die Rente wegen einer wesentlichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes aufzuheben (
Urk.
14/145). Auf
grund der vom Versicherten dagegen erhobenen Einwände (
Urk.
14/152,
Urk.
14/161) ordnete die IV-Stelle eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung in der
A._
an (
Urk.
14/174).
Gegen die im psychiatrische Verlaufsgutachten vom 1
1.
Oktober 2016 (
Urk.
14/183) gezogenen Schlussfolgerungen erhob der Versi
cher
te weitere Einwände (
Urk.
14/189). Hierzu äusserten sich die
A._
-Gut
achter in ihrer Stellungnahme vom 2
4.
Juli 2017 (
Urk.
14/209).
Am 2
4.
Januar 2018 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt die Aufhebung der laufenden Rente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Milosav Milovanovic, mit Eingabe vom 2
6.
Februar 2018 Beschwerde und beantragte, es sei ihm weiterhin eine
Dreiviertelsrente
ausz
u
richten; eventuell sei die Sache
mit der Feststellung, dass er weiterhin Anspruch auf die
Dreiviertelsrente
habe
, an die IV-Stelle zwecks weiterer Abklärung zurückzuweisen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozess
führung zu bewilligen (
Urk.
1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
9.
April 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
13).
Mit Verfügung vom
7.
Mai 2018 gewährte das Gericht dem Beschwerdeführer in Gutheissung seines Gesuchs die unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
17).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei au
s
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Aufhebung der Rente in der angefochtene
n
Ver
fügung damit,
zwar sei aus
somatischer Sicht keine Änderung eingetreten, indessen habe sich der Gesundheitszustand aus
psychiatrischer Sicht
wesentlich
verbessert.
Dies habe das von
ihr
veranlasste, beweiskräftige
medizinische
Gut
ach
ten ergeben. Die divergierenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte führten zu keinem a
nderen Schluss: Im Bericht des
B._
vom 3
1.
Mai 2017 werde praktisch der gleiche psychosomatische Befund beschrieben wie im Vorbericht vom 8
.
April 201
6.
Einzige Ausnahme sei, dass im Bericht aus dem Jahr 2016 die Aufmerksamkeit, Konzentration, Merk
fähigkeit und das Gedächtnis deutlich eingeschränkt gewesen seien und eine deutliche Vergesslichkeit beschrieben worden sei, wogegen im Bericht aus dem
Jahr 2017 nur noch eine Verlangsamung der genannten Funktion
erwähnt
worden
sei. Dies spreche eher für eine gesundheitliche Verbesserung und nicht für die von diesen Ärzten behauptete Verschlechterung.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe in seinem Bericht vom 2
0.
November 2017 keine neuen medizinischen Fakten beschrieben
, mit Ausnahme einer Dekompen
sation nach Einstellung der IV-Rente. Diese könne aber als psychologisch nicht ungewöhnliche Reaktion auf die Renteneinstellung
, die einen
rein psychosozialen
Belastungsfaktor
darstelle,
eingestuft werden. Aus dem Umstand, dass der behan
delnde Arzt zu erkennen gegeben habe, dass er die Renteneinstellung als falsch einstufe und dem Beschwerdeführer deshalb helfen wolle, dies zu korrigieren,
könne geschlossen werden, dass dieser die Arbeitsfähigkeit eher zu Gunsten seines
Patienten beurteile.
Die bisherige Tätigkeit als Masch
in
ist sei
dem Beschwer
de
führer
zwar weiterhin nicht zumutbar; hingegen bestehe in einer leidensan
ge
passten leichten, wechselbelastenden, überwiegend sitzenden Tätigkeit ohne wieder
holte Rumpffehlhaltungen seit April 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus
gehend von einem hypothetischen
Valideneinkommen
als Maschinist und
Glätter
im Jahr 2015 von
Fr.
71'224.90 und einem gestützt auf statistische Werte ermit
telten zumutbaren Invalideneinkommen von
Fr.
66'621.50
resultiere bei einer Erwerbseinbusse von
Fr.
4'603.40 ein Invaliditätsgrad von 6
%
. Gestützt darauf be
stehe kein Rentenanspruch mehr. Falls der Beschwerdeführer Arbeitsver
mit
t
lung benötige, könne er dies mit einem Zusatzgesuch beantragen (
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
13,
Urk.
16
).
2.2
Der Beschwerdeführer macht
e
demgegenüber im Wesentlichen geltend, die Vor
aussetzungen für eine revisionsweise Aufhebung seiner Rente seien nicht erfüllt, da sich sein Gesundheitszustand nicht wesentlich verbessert habe.
D
ie behandeln
den Ärzte
Dr.
C._ und die Ärzte des B._
hätten
bei ihm keine gesundheitliche Verbesserung feststellen können.
Im Gutachten der
A._
vom
9.
Juli 2014 sei
noch
festgehalten worden, dass er in einer leidensangepassten Tätigkeit nur zu 50
%
arbeitsfähig sei.
Im
ergänzenden Bericht der
A._
vom 1
5.
Juni 2015
sei
dann
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert worden
.
Einige Monate danach
habe er sich
in der psychiatrischen Klinik des
D._
behandeln
lassen müssen
, wobei diese Ärzte im Gegensatz
zu den
A._
-Gutachte
r
n
eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert hätten.
Inzwischen sei er an Prostatakrebs und Herzbeschwerden erkrankt. Wegen der Operationen an der Wirbelsäule
habe er zudem ständige Schmerzen
, welche
seine Mobilität an manchen Tagen
schwer
gradig
ein
schränkten
.
Die Ärzte des
B._
hätten
ihm
in den Berichten vom
8.
März,
8.
April und 3
0.
Dezember 2016
,
vom 3
1.
Mai 2017
sowie vom
9.
März 2018
wegen seiner psychischen und somatischen Beschwerden eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
.
Dr.
C._
habe in seinen Berichten vom
1
9.
Dezem
ber 2016,
2
0.
November 2017 und 2
2.
Februar 2018
festgehalten, dass er psy
chisch schwer krank und nicht arbeitsfähig sei,
und eine mittel-
bis
schwergradige
depressive Episode diagnostiziert. Damit sei
gar eine Verschlechterung der ge
sund
heitlichen Verhältnisse dokumentiert
.
Zudem habe
Dr.
C._
dargelegt, dass die vom psychiatrischen Gutachter der
A._
gestellten Diagnosen nicht haltbar seien.
Bei den Beurteilungen der
A._
handle es sich bloss um andere Beur
teilungen des gleichgebliebenen Sachverhalts.
Im Übrigen habe die IV-Stelle unbe
rücksichtigt gelassen, da
ss er bei Erlass der angefochte
nen Verfügung 55 Jahre alt gewesen
sei
und fast 15 Jahre lang eine
Dreiviertelsrente
der Invaliden
versicherung bezogen habe.
Deshalb hätte
sie
vor der Rentenaufhebung Einglie
derungsmassnahmen durchführen müssen
(
Urk.
1
,
Urk.
7
).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis zur Beurteilung der Frage, ob eine relevante V
erän
de
rung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, bildet die letzte materielle Beur
teilung des Rentenanspruchs mit d
em
Einspracheentscheid
vom 2
4.
März 2004 (
Urk.
14/57).
Die später erlassene, den laufenden Anspruch auf eine
Dreiviertels
rente
bestätigende Mitteilung
vom
4.
Dezember 2006 (
Urk.
14/74)
basiert ledig
lich auf Berichten von Ärzten somatischer Fachrichtung. Da die Rentenzu
spre
chung hauptsächlich gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
erfolgt war
(
Urk.
14/57/2)
, hätte im 2006 eingeleiteten Revisionsverfahren zusätz
lich mindestens ein psychiatrischer Verlaufsbericht eingeholt werden müssen,
was aber unterblieb
(
Urk.
14/69-73)
. Da auf dieser Grundlage keine Rentenerhöh
ung, -herabsetzung oder –
aufhebung
hätte begründet werden können, beruht die Mitteilung nicht auf einer rechtskonformen Sachverhaltsabklärung im Sinne von BGE 133 V 108
(vgl. dazu das
Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 23. März 2016, E. 3.1 mit Hinweisen). Deshalb ist sie als Referenzzeitpunkt für die Beurteilung einer relevanten gesundheitlichen Änderung nicht geeignet.
3.2
Dem
Einspracheentscheid
vom 2
4.
März 2004 (
Urk.
14/57)
lagen hauptsächlich
folgende
medizinischen
Berichte zugrunde
(
Urk.
14/
31,
Urk.
14/54-55
):
Die Hausärztin
Dr.
med.
E._
, Allgemeine Medizin FMH,
erwähnte
in ihrem Bericht
vom
3.
September 2002 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei radiologisch nach
ge
wiesenen ausgeprägten degenerativen Wirbelsäulenveränderungen, welches seit 1
8.
Januar 2002 akut sei. In der angestammten Tätigkeit als Maschinist/
Glätter
bestehe seit
1.
Februar 2002 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
In einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer ganzt
ags arbeitsfähig (
Urk.
14/7
/
1-4).
Die Ärzte
der Klinik für Rheumatolo
gie und Rehabilitation des
F._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 1
4.
Oktober 2002 ein chronisches
lumbo
spondylogenes
Syndrom beidseits mit einer möglichen lageabhängigen Reiz
symp
to
matik S1 beidseits
,
polysegmentalen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (
LWS
) und einer Übergangsanomalie L5/S
1.
Laut den Ärzten ergaben sich anlässlich ihrer Untersuchungen vom
3.
u
nd 2
7.
September 2002 keine Hinweise für eine
kompressive
Radikulopathie
bei symmetrischer Kraft und Sensibilität sowie beidseits negativem
Lasègue
-Test. Aus rheumatologischer Sicht bestehe in einer leichten bis
mässiggradigen
wechselbelastenden Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (
Urk.
14/13/3-4).
Vom
9.
Januar bis
6.
Februar 2003 hielt sich der Beschwerdeführer zur Durch
führung einer intensiven stationären Physiotherapie in der
G._
auf.
Laut Angaben der Ärzte im Abschlussbericht vom 2
4.
Februar 2003 zeigten im April 2002 angefertigte MRI-Bilder eine hochgradige
Osteochondrose
L2/3 so
wie L4/5 sowie eine mediane Diskushernie auf Höhe L2/3 und L4/5 ohne Nerven
wurzelkompression.
Auf Röntgenbildern der Lendenwirbelsäule vom 1
5.
Febru
ar 2002 sei eine Übergangsanomalie L5/S1 mit
dysplastischen
Fazettengelenken
sowie einer leichten linkskonvexen L
WS
-Skoliose zur Darstellung gelangt. Das chronische
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom habe sich im Verlauf der statio
nären Therapie deutlich gebessert.
Bei Klinikaustritt sei der Beschwerdeführer
in einer leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit
zu 100
%
arbeits
fähig gewesen
(
Urk.
14/24/4-6).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
Z._
am 1
2.
Februar 2004
psychiatrisch
begutachtet. Laut der Expertise vom 1
4.
Februar 2004
gab
er dem Gutachter an
, die Schmerzsituation
habe sich
nach der Ent
lassung aus der
G._
schnell wieder verschlechtert. Aktuell habe er vor allem Schmerzen im Rücken mit Ausstrahlung in die Beine. Wegen der Schmerzen sei er sehr nervös, reagierte gereizt und impulsiv und schlafe trotz der Einnahme von Medikamenten schlecht. Er habe keine Lust zu reden und sei am liebsten allein, was seine Beziehungen zu den drei Kindern und zur Ehefrau belaste
.
Dr.
Z._
beobachtete eine gedrückte Stimmung und hielt fest, während der Untersuchung habe
d
er
Beschwerdeführer
mehrmals
geweint. Aufgrund der erhobenen Befunde diagnostizierte
Dr.
Z._
eine längere depressive Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung nach körperlicher Erkrankung. Er gelangte zur Beurteilung, die anhaltenden therapieresistenten Schmerzen hätten zu einer psychischen Dekompensation geführt. Die zwischenzeitlich eingeleitete psycho
the
ra
peutische Behandlung bei
Dr.
C._
inklusive
medikamentöse
r
Therapie mit Antidepressiva habe zwar eine leichte Beruhigung gebracht, jedoch keine Verän
derung des gesamten Zustandsbildes. Die langdauernde Krankheit und Arbeitsun
fähigkeit habe
zu einer prekären finanziellen Situation
und
sozialen Belastungen in der Familie geführt
; die
bei der Exploration
ebenfalls
anwesend gewesene,
psy
chisch angeschlagene Ehefrau habe sich
auch
in psychiatrische Behandlung begeben müssen.
Aus ihrem Verhalten könne auf eine verzweifelte Situation zu Hause geschlossen werden.
Der Beschwerdefüh
r
er sei depressiv, scheine aber ge
gen
wärtig nicht suizidal zu sein. D
ie depressive Störung vermindere sei
n
e
Leis
tungsfähigkeit
auch
in
Tätigkeiten, welche seinen
körperlichen Behinderungen
angepasst seien,
beträchtlich. Aus psychiatrischer Sicht sei er in leidensan
ge
passten Täti
gkeiten zu 50
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
14/50
/3-7
).
3.3
3.3.1
Im hier zu beurteilenden Revisionsverfahren
holte
die IV-Stelle
das polydis
zi
pli
näre
internistische, neurologisch
e
, orthopädische und psychiatrische Gutach
ten der
A._
vom
9.
Juli 2014 ein.
Die gutachterlichen U
ntersuchungen erfolg
ten am 2
5.
u
nd 2
6.
März 2014 (
Urk.
14/116/1).
Dem Gutachten sind als somatische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine wahrscheinliche koro
nare Herzkrankheit, eine unbehandelte arterielle Hypertonie sowie eine chroni
sche Lumbago (lumbales
Vertebralsyndrom
)
nach spinaler lumbaler
Sequestrek
tomie
L4/5 rechts
im
April
2011
und ohne ausreichende Anhaltspunkte für einen
namhaften
residuellen
Wurzelkompressionsdefekt
zu entnehmen
(
Urk.
14/116
/18,
Urk.
14/116/25,
Urk.
14/116/36)
. Die Gutachter hielten fest, angesichts der erho
benen internistischen Befunde sei von einer erheblichen kardiopulmonalen Limi
tation der Belastbarkeit auszugehen. Der derzeitige klinische Status sei allenfalls mit einer partiellen Arbeitsfähigkeit von rund 50
%
in körperlich leichten Tätig
keiten vereinbar. Zu empfehlen sei zunächst aber eine zügige stationäre Aufnah
me in einer internistischen Klinik zur Blutdruckeinstellung und Einleitung einer Nikotin- und Alkoh
o
lkarenz, Gewichtsreduktion sowie zur Durchführung
einer erweiterten kardiologischen und
pulmologischen
Diagnostik
(
Urk.
14/116/34
). Aus neurologischer
und orthopädischer
Sicht habe ein leichtgradiges
lumbales
Verte
bralsyndrom
mit
geringgradigem
paravertebralem Hartspann und leichtgradig ein
g
eschränkter Beweglichkeit der L
W
S
in alle Richtungen erhoben werden können.
Der
Lasègue
-Test sei negativ ausgefallen, sämtliche Muskeleigenreflexe an Armen und Beinen seien seitengleich mittellebhaft auslösbar gewesen.
Relevante
radi
kuläre
Läsionen beziehungsweise Wurzelkompressionen in den Segmenten L5 und S1 könnten aufgrund der Ergebnisse der klinischen Untersuchung und der kernspintomographischen Zusatzuntersuchung ausgeschlossen werden
.
Die funk
tio
nellen Einschränkungen seien im Vergleich zur Spontanmotorik
aggravierend
dargeboten worden. In wechselbelastenden, körperlich vorwiegend leichten Tätig
keiten mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 10 kg und ohne häufige Rumpfzwangshaltungen oder häufiges Bücken sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig
. Insofern bestehe eine weitgehende Übereinstimmung mit den somatischen Vorbeurteilungen
(
Urk.
14/116/
16-
18
,
Urk.
14/116/25-26
).
Der psy
chia
trische Teilgutachter
Dr.
H._
erhob
keine auffälligen psychischen Be
fund
e. Die drei Hauptkriterien einer Depression (deprimierte Stimmung, Antriebs
defizit, Verlust von Interesse und Freude)
hätten
nicht nach
gewiesen werden können. Der beschriebene soziale Rückzug könne Ausdruck eines
geringgradigen
Interessenverlusts sein. Zudem bestünden Selbstwertprobleme und leichte Schlaf
störungen als Nebenkriterien eines depressiven Syndroms. Die aktenkundige depressive Episode habe sich trotz negativer Prognose zurückgebildet und es sei zu einer deutlichen Besserung gekommen. In diagnostischer Hinsicht sei davon auszugehen, dass die Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion weit
gehend remittiert sei. Deswegen bestehe aus psychiatrischer Sicht wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Zu vermeiden sei lediglich Nachtarbeit (
Urk.
14/116/30-33
).
Wegen der Empfehlungen des internistischen Teilgutachters liess die IV-Stelle den Beschwerdeführer in der
A._
zusätzlich kardiologisch begutachten. Laut dem kardiologischen Gutachten der
A._
vom 2
7.
April 2015 ergab die ver
tiefte kardiologische Untersuchung (klinisch, mittels EKG,
Echokradiographie
und Ergometrie) keine Hinweise für eine strukturelle respektive ischämische Herz
krank
heit. Die vom Beschwerdeführer angegebenen und während der Untersu
chung beobachteten Episoden von Luftnot, teils verbunden mit thorakalem Druck und Schwitzen, führte die kardiologische Gutachterin nicht auf eine kardiale Ursache zurück. Aus kardiologischer Sicht attestierte sie dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten (
Urk.
14/139/
11-15).
In der ergänzenden Konsensbeurteilung vom 1
5.
Juni 2015 hielten die
A._
-Gutachter unter Berücksichtigung der kardiologischen Begutachtung fest, der Beschwerdeführer sei in einer körperlich leichten, wechselbelastenden oder über
wiegend sitzenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
. Während sich sein soma
ti
scher Gesundheitszustand im zeitlichen Verlauf nicht namhaft geändert habe, liege die von
Dr.
Z._
im Jahr 2004 erhobene mittelgradige depressive Episode nicht mehr vor. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe
keine Erkrankung mehr, welche d
ie Arbeitsfähigkeit einschränke
. Angesichts des aktuellen Befunds sei von einer objektivierten deutlichen Besserung der psychischen Symptomatik auszugehen.
Aufgrund der leitliniengerechten Therapie der psychischen Problematik ent
spreche
diese Entwicklung dem erwarteten Verlauf
(
Urk.
14/142
/1 ff.
).
3.3.2
Auf Empfehlung des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
(
Urk.
14/154) wurde
der Beschwerdeführer v
om 2
1.
Oktober bis 1
2.
November 2015 im
D._
erstmals
stationär-psychiatrisch behandelt. Im Austrittsbericht vom 2
5.
Novem
ber 2015 diagnostizierten die Ärzte eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode, eine
anankastische
Persönlich
keitsstörung sowie ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannter Wirbel
säu
lenveränderung.
Weiter hielten
sie
fest, der Beschwerdeführer sei bei Klinikeintritt stark
dysphorisch
und
affektinkontinent
gewesen und habe angegeben, im letzten Jahr einen vermehrten sozialen Rückzug sowie eine Antriebsschwäche bemerkt zu haben
. Im August dieses Jahres sei es zu einer Überprüfung seiner Invaliden
rente gekommen, was bei ihm zu einer psychischen Dekompensation geführt habe. Seine antidepressive Medikation habe er im März 2015, ohne Kenntnis des behandelnden Psychiaters, in Eigenregie gestoppt, da er keine Wirkung bemerkt habe. In seinem aktuellen Job als Hauswart fühle er sich deutlich unterfordert und leide an mangelnder Tagesstruktur. Die Ärzte bemerkten im Verlauf der
Hos
pitalisation
mit multimodalen Therapieansätzen eine deutliche Stimmungsauf
hellung und Antriebssteigerung. Die medikamentöse Therapie wurde wieder auf
genommen. Ursächlich für die Zunahme der Symptomatik sei nebst der IV-Überprüfung auch das postoperative Beschwerdebild einer erektilen Dysfunktion, welches behandelbar sei. Die depressiven Symptome seien bei Austritt
regredient
gewesen und der Beschwerdeführer habe sich deutlich erholt gefühlt (
Urk.
14
/162).
Vom 1
3.
Januar bis 1
1.
März 2016 befand sich der Beschwerdeführer in tages
klinischer Behandlung im
B._
. Im Aus
trittsbericht vom
8.
April 2016 wird im Wesentlichen eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert.
Im Rahmen diver
ser psychologischer und neuropsychologischer Tests
erhoben die Ärzte zu Beginn der Behandlung We
rte für eine schwere Depression.
Laut ihren Angaben beschrieb sich der Beschwerdeführer im Freiburger Persönlichkeitsinventar als ver
schlossene Person.
Hinsichtlich der kognitiven
Leistungsfähigkeit
seien die
Ergebnisse
verschiedener Tests
bezüglich
Aufmerksamkeits- und Konzentrations
leistung und der selektiven Aufmerksamkeit widersprüchlich gewesen.
Der nicht sprachliche Intelligenztest habe einen unterdurchschnittlichen IQ von 65 ergeben.
Die Krankheitsverleugnung sei unterdurchschnittlich bis durchschnittlich gewesen
, was auf einen
bleibenden sekundären Krankheitsgewinn hindeute.
Der Beschwer
de
führer habe eine sehr angepasste
und rigide
Persönlichkeit
und sei
bei der Arbeit als Bodenleger
bemüht gewesen, alles schnell, richtig und korrekt zu machen
. Dadurch habe er seine körperlichen Grenzen überschritten, es sei zu massiven LWS-Beschwerden gekommen und er habe seine Arbeit nicht mehr ausüben können.
Er habe M
ühe, adäquat mit seinen Schmerzen umzugehen und eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. Durch die fehlende Struktur und Aufgabe im Leben sei er innerlich immer unruhiger geworden und der Kontakt mit der Aussenwelt sei für ihn immer schwieriger geworden.
Er
habe motiviert am
Therapieprogramm teilgenommen, habe aber
mit unveränderter Depression und weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig aus der tagesklinischen Rehabilitations
be
handlung entlassen
werden müssen
. Zu empfehlen seien eine Weiterführung der psychotherapeutischen Behandlung und die Teilnahme an einer Gruppentherapie einmal wöchentlich (
Urk.
14/170;
vgl. auch
Urk.
14/168
).
3.3.3
Im Auftrag der IV-Stelle untersuchte der psychiatrische Gutachter der
A._
Dr.
H._
den Beschwerdeführer am
1.
Juli 2016 erneut und erstellte das Verlaufsgutachten vom 1
1.
Oktober 201
6.
Wie der Expertise entnommen werden kan
n
, gab der Beschwerdeführer an,
dass sich seine Lumbalgien verschlechtert hätten und zusätzlich Schmerzen in den Händen und in der rechten Schulter aufgetreten seien. Wegen der fortdauernden
Erwerbslosigkeit hätten sich seine psychischen Probleme verstärkt
; er meide den Kontakt zu anderen Menschen, lebe zurückgezogen, habe Selbstwertprobleme und reagiere gereizt.
Aktuell
werde
er etwa zwei Mal
monatlich
von
seinem Psychiater und Psychotherapeuten behan
delt (
Urk.
14/183/2-4).
Laut
Dr.
H._
liessen sich bei der AMDP-konformen
Befunderhebung keine depressiven Kardinalkriterien (niedergeschlagene Stimmung
, Antriebsverlust, Interessen- und Freudverlust) nachweisen. Im Vor
der
grund stünden ein Selbstwertdefizit mit Kränkungserleben und Scham wegen der Erwerbslosigkeit, eine
dysphorisch
-gereizte Stimmungslage sowie Zukunfts
ängste. Die Alltagsaktivitäten (Nebentätigkeit als Hauswart im R
ahmen eines Pensums von 10-20
%
, Urlaube in der Heimat, Spaziergänge) sprächen gegen eine wesentliche Beeinträchtigung von Aktivitäten und Interessen.
Der dokumentierte Verlauf weise keine abgrenzbaren depressiven Episoden aus; dies spreche gegen die von den behandelnden Ärzten gestellte Diagnose einer rezidivierenden de
pres
siven Erkrankung.
In diagnostischer Hinsicht sei am
ehesten
von einer mittlerweile
chronifizierten
Anpassungsstörung auszugehen, zumal der vorgege
bene Zeitrahmen für Anpassungsstörungen von maximal zwei Jahren deutlich überschritten sei. Vor allem bei der teilstationären Behandlung sei die Tendenz zur Beschwerdeverdeutlichung unzureichend berücksichtigt worden. Die dort erfolgte neuropsychologische Diagnostik habe Hinweise für einen sekundären Krankheitsgewinn und für eine An
t
wortverzerrung ergeben. Der ermittelte IQ
von 65 stehe in deutlichem Kontrast zur abgeschlossenen Schul- und Berufs
aus
bildung, zu den sprachlichen und sozialen Fähigkeiten und zum Eindruck bei der gutachterlichen Untersuchung. Diese deutlichen Inkonsistenzen unterminierten die diagnostische Einschätzung im Austrittsbericht der Tagesklinik
. Ein weiteres Indiz für eine Verdeutlichungsneigung sei die Diskrepanz zwischen demon
stra
tiver Beschwerdeschilderung und geringer Beeinträchtigung anlässlich der Explo
ration. Das kräftige Erscheinungsbild des Beschwerdeführers und die
Beschwie
lung
seiner Hände sprächen gegen die geltend gemachte körperliche Inaktivität. Die Beschwerden hätten in der Gegenübertragung auch keine namhafte Betrof
fenheit beim Gutachter ausgelöst.
Offenbar bestehe auch nur eine vordergründige Behandlungsmotivation, der Beschwerdeführer habe sein Antidepressivum im März 2015 eigenhändig abgesetzt und nehme auch nicht an der zuletzt empfoh
lenen Gruppentherapie teil. Da die angegebenen Beschwerden, soweit sie keine
organische Grundlage hätten, wegen Inkonsistenzen kritisch zu hinterfragen seien
und eine quälende Schmerzsymptomatik klinisch nicht evident sei, könne keine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden. Hierfür mangle es auch an einem ungelösten seelischen Konflikt. Die in den Vorberichten gestellte Diagnose einer
anankastischen
Persönlichkeitsstörung könne nicht nachvollzogen werden. Es sei nicht erkennbar, dass die leistungsbezogene rigide Grundhaltung des Be
schwerdeführers seit der Kindheit und Jugend zu Leidensdruck und mangelnder An
passung in sozialen und beruflichen Situationen geführt habe
(
Urk.
14/183/2-4,
Urk.
14/183/23-26)
.
Mangels wesentlicher Veränderung des
Gesundheitszustan
d
es
seit der letzten psychiatrischen Begutachtung am 2
5.
März 2014
sei nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
(
Urk.
14/183/33-34).
Am 3
0.
Dezember 2016 nahmen die Ärzte des
B._
zum Gutachten vom 1
1.
Oktober 2016 von
Dr.
H._
Stellung. Sie hielten an ihrer Diagnose einer gegenwärtig mittelgradig depressiven Episode fest und auch an der attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Z
u den
vom Gutachter
erwähnten
Inkonsistenzen und zur
Verdeutlichungstendenz
führten sie aus,
der tiefe IQ-Wert sei depres
sions
bedingt. Der Beschwerdeführer sei nicht nur vordergründig motiviert
eine Therapie zu absolvieren; die Gruppentherapie besuche er nicht mehr, da diese bloss
eine beschränkte Zeit von 8 Wochen gedauert
habe
. Insgesamt sei das Gutachten von der Diagnosestellung her falsch
– eine
Anpassungsstörung könne längstens zwei Jahre dauern -
, oberflächlich und unvollständig. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Testungen seien schlichtweg ignoriert worden (
Urk.
14/160/3-6
; vgl. auch
Urk.
8
).
Am 3
1.
Mai 2017 bericht
eten die Ärzte des
B._
über die bei ihnen durchgeführte interdisziplinäre Schmerzbehandlung. Nebst
der mittelgradigen depressiven Epi
sode diagnostizierten sie aus psychiatrischer Sicht neu eine
anankastische
Per
sön
lichkeitsstörung. In somatischer Hinsicht di
ag
nostizierten sie ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits mit leichten bis mässigen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule, einer
Protrusion
des Rest-
Discus
auf Höhe L4/L5
mit deutlicher Tangierung der absteigenden Nervenwurzeln L5 beidseits
rezessal
sowie mit einer
lumbosakralen
Übergangsvariante mit linksseitiger be
ginnender
Sakralisation
von LWK5 und Neoarthrose-Bildung links. Als weitere somatische Diagnose e
rwähnten sie ein
zervikozephale
s
Syndrom mit
mässig
gra
digen
Segmentdegenerationen der Halswirbelsäule (
Urk.
14/213/1).
Die klinisch-neurologische Untersuchung ergab einen positiven
Lasègue
-Test bei 30°, eine Dysästhesie im
Dermatom
L5 sowie eine Parese des Fuss
senker
s
. Zudem seien
die
Achilles- und Patellarsehnenr
eflexe
nur
abgeschwächt
auslösbar gewesen
(
Urk.
14/213/8).
Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Ärzte die vom Beschwer
deführer geklagten
radikulären
Schmerzausstrahlungen rechts auf die bildgebend am
7.
April 2016 zur Darstellung gelangte
Diskusprotrusion
mit deutlicher Tan
gierung der Nervenwurzel L5 beidseits zurückführten. Die am
7.
April 2016 radio
logisch festgestellte
lumbosakrale
Übergangsvariante mit
Ne
o
ar
th
rosen
bil
dung
links sei wohl für die
pseudoradikulären
linksseitigen Ausstrahlungen verant
wort
lich (
Urk.
14/213/1-4)
. Wegen der depressiven Symptomatik und der einge
schrän
kten Kognition (Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Ge
dächt
ni
s) bestehe auch
in einer leiden
sangepassten Tätigkeit eine 90%ige Arbeits
unfähig
keit. Die Kriterien, welche auf Aggravation oder Simulation hinweisen würden, seien nicht erfüllt
(
Urk.
14/213/8-11).
Im Bericht
vom 2
0.
November 2017
wies
der behandelnde Psychiater
Dr.
C._
darauf hin
,
dass
er die Aufhebung der Invalidenrente des Beschwerdeführers ni
cht richtig finde
und dem Beschwerdeführer helfen wolle, dieses Unrecht zu korri
gieren. Der Beschwerdeführer werde aktuell weiter von ihm ambulant behandelt. Die Symptomatik habe sich nicht gebessert, so dass gegenwärtig von einer mittel
gradigen bis schweren depressiven Episode ausgegangen werden müsse. Deshalb sei
seine
Arbeitsfähigkeit
sehr stark beeinträchtigt;
auch in einer physisch und psychisch leichteren Arbeit könne er höchstens ein
Beschäftigungspensum von 30
%
bewältigen (
Urk.
14/224
; vgl. auch
Urk.
3/8
und
Urk.
14/160/1-2
).
Am 2
0.
Dezember 2017 nahm der psychiatrische Gutachter
Dr.
H._
zu
r Kritik der behandelnden Psychiater Stellung. Er hielt fest, mangels einer ausreichenden echtzeitlichen Dokumentation der von den behandelnden Psychiatern
erhobenen
Befunde könne er deren Beurteilungen nicht hinreichend überprüfen. Da seit der letzten Begutachtung bei ihm mehr als ein Jahr vergangen sei, empfehle er der IV-Stelle, ihm den Beschwerdeführer zur Durchführung einer psychiatrischen und neuropsychologischen Verlaufsbegutachtung vorzustellen (
Urk.
14/229; vgl. auch
Urk.
14/209).
4.
4.1
Der Einschätzung der IV-Stelle, dass sich der somatische Gesundheitszustand
im Vergleichszeitraum
nicht namhaft verändert habe, kann nicht ohne Weiteres beigepflichtet werden.
D
ie behandelnden Ärzte
hatten
in den Jahren 2002 und 2003 im Bereich der Lendenwirbelsäule degenerative Veränderungen ohne klinische oder radiolo
gi
sche Hinweise auf eine Nervenwurzelkompression erhoben (
zum Beispiel nega
tiver
Lasègue
-Test; vgl.
vorstehend E. 3.2).
Zwischenzeitlich war im April 2011 eine spinale lumbale
Sequestrektomie
L4/5 rechts durchgeführt
worden. D
ie neurologischen
und orthopädischen
Gutachter der
A._
hatten
in der Expertise
vom
9.
Juli 2014 festgehalten, dass
der
Lasègue
-Test negativ ausgefallen
sei
, sämt
liche Muskeleigenreflexe seitengleich mittellebhaft auslösbar gewesen
seien
und relevante
radikuläre
Läsionen beziehungsweise Wurzelkompressionen in den Segmenten L5 und S1 aufgrund der Ergebnisse der klinischen Untersuchung und der kernspintomographischen
Zusatzuntersuchung
2.
April 2014
hätten
ausge
schlossen werde
n können (
Urk.
14/116/16
-26).
Aus dem Bericht der Ärzte des
B._
vom 3
1.
Mai 2017 über die interdisziplinäre Schmerzbehandlung ergibt sich nun
aber
, dass
eine bildgebende Untersuchung vom
7.
April 2016 eine
Protrusion
des Rest-
Discus
auf Höhe L4/L5 mit deutlicher Tangierung der absteigenden Nervenwurzeln L5 beidseits
rezessal
zur Darstellung brachte. Des Weiteren erhoben die
Ärzte klinisch-neurologisch unter anderem
einen positiven
Lasègue
-Test bei 30° sowie nur eingeschränkt auslösbar
e Achilles
- und Patellarsehnenr
eflexe
(
Urk.
14/213/8).
Ebenfalls neu wird im Bericht vom 3
1.
Mai 2017 ein
zervikozephales
Syndrom mit
mässiggradigen
Segmentdegene
rationen der Halswirbelsäule diagnostiziert.
Aufgrund dieser Aktenlage
kann nicht ausgeschlossen werden, dass
die
vom
B._
radiologisch
und klinisch
gefassten
neuen Befunde
zusätzliche
Beeinträch
tigung
en
und eine weitere qualitative und/oder quantitative Einschränkung der Arbeits
fäh
igkeit zur F
olge
haben
;
die Ärzte des
B._
attestierten
dem Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht
denn auch
eine hochgradige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
14/213/10-
11
)
, und
der Beschwerdeführer gab
Dr.
H._
am
1.
Juli 2016 an, dass sich seine Lumbalgien verschlechtert hätten (
Urk.
14/183/2-4
).
4.2
Hinsichtlich der psychischen Symptomatik fällt auf, dass die behandelnden Psy
chiater des
B._
und
Dr.
C._
der Beurteilung des psychiatrischen
A._
-Gutachters
Dr.
H._
, dass keine relevante depressive Symptomatik mehr
vor
liege
und beim Beschwerdeführer Verdeutlichungstendenzen, ein inkonsistentes
Verhalten und eine
ungenügende Behandlungsmotiv
ation bestünden
(
Urk.
14
/183/2-4,
Urk.
14/183/23-26)
,
in
ihren
Stellungnahmen vom 3
0.
Dezem
ber 2016 (
Urk.
14/160/3-6)
und vom
2
0.
November 2017
(
Urk.
14/224)
vehement wider
sp
rachen.
Von der Einschätzung von
Dr.
H._
, dass aufgrund des doku
mentierten Verlaufs keine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert werden
könne, weicht auch die Beurteilung im Bericht des
D._
vom 2
5.
November 2015 ab (
Urk.
14/162).
Damit ist das vom Beschwerdeführer ge
zeich
nete Bild in den Akten äusserst widersprüchlich.
Namentlich
die Kritik der
B._
-Ärzte kann nicht ohne Weiteres widerlegt werden,
da
diese Ärzte im Gegensatz zu
Dr.
H._
eine ausführliche
neuropsycho
lo
gische Testung durchgeführt habe
n
.
Zudem haben sie
zahlreiche Kriterien, welche auf Aggravation oder Simulation hinweisen, überprüft und diese im Gegensatz zu
Dr.
H._
nicht als erfüllt
betrachtet (
Urk.
14/213/
11
).
Die vorerwähnten
Hinweise auf eine deutliche Tangierung der Nervenwurzeln im Segment L5 im radiologischen Befund vom
7.
April 2016 lassen die von
Dr.
H._
aufgrund seiner Beobachtungen
am
1.
Juli 2016 – ohne Kenntnis dieses neuen Befunds
–
vermutete Verdeutlichungsneigung
in einem
anderen
Licht erscheinen. In seiner späteren Stellungnahme vom 2
0.
Dezember 2017 widersprach
Dr.
H._
der Beurteilung der
B._
-Ärzte denn auch nicht kategorisch und empfahl wegen der seit seiner letzten Begutachtung abgelaufenen Zeit eine Verlaufsbegutachtung mit einer neuropsychologischen Zusatzuntersuchung (
Urk.
14/229). Von Bedeu
tung ist auch, dass
die Nachvollziehbarkeit
der
in den
psychiatrischen (Teil-)Gut
achten von
Dr.
H._
vom
9.
Juli 2014 respektive
vom 1
1.
Oktober 2016
pos
tulierten deutlichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes dadurch
geschmälert
wird
, dass dieser Arzt die Befunde des Vorgutachters
Dr.
Z._
, welche im Revisionsverfahren die Vergleichsbasis bilden, bloss
äusserst
knapp würdigte
(
Urk.
14/116/30-34,
Urk.
14/183/33-34).
Auf dieser Grundlage kann nicht ausgeschlossen werden, dass der psychische Gesundheitszustand entgegen der Beurteilung von
Dr.
H._
nicht wesentlich ge
bessert hat und/oder dass nach seiner Verlaufsbegutachtung vom 1
1.
Oktober 2016
erneut
eine Verschlechterung eingetreten ist.
Dies scheint auch er selbst nicht auszuschliessen, denn in den Stellungnahmen vom 24. Juli und 20. Dezem
ber 2017 erachteten er und der mitunterzeichnende weitere Experte und Leiter der
A._
-Begut
achtung, Prof. Dr. med.
I._
, Facharzt für Neurologie FMH, eine Verlaufsbegutachtung
für
angezeigt (Urk. 14/209, Urk. 14/229).
4.3
Demnach
bestehen Hinweise dafür, dass sowohl die somatischen als auch die psychiatrischen
A._
-Beurteilungen bei Erlass der angefochtenen Verfügung nicht (mehr) der aktuellen Befundlage entsprachen
. Gleichzeitig schliesst
die wider
sprüchliche
Aktenlage
in Verbindung mit der
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, ei
n Abstellen auf die Berichte des
B._
und von
Dr.
C._
aus.
Dabei beabsichtigt letzterer erklärtermassen, dem Beschwerdeführer beim wiederlangen der Rente helfen zu wollen.
Damit besteht weiterer Abklärungsbedarf. Die Sache ist an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie bei einer anderen Gutachtenstelle ein
poly
disziplinäres (internistisches, neuro
lo
gisches, ortho
pädisches und
psychiatrisches) Gutachten (einschliesslich einer neuropsychologischen Untersuchung zur Überprüfung der von den
B._
-Ärzten erhobenen Befunden) einhole. Die beauftragten Gutachter werden sich eingehend mit den divergierenden Beurteilungen der
A._
auf der einen Seite und des
B._
und von
Dr.
C._
auf der anderen Seite auseinanderzusetzen haben. Ebenso werden sie
sorgfältig zu prüfen und zu begründen haben,
ob
und bejahendenfalls inwiefern
im Vergleich zu den in E. 3.2 aufgeführten medizinischen Befunden
aus den Jahren 2002 bis 2004
eine erhebliche Veränderung des somatischen und psychischen Gesundheitszustandes
und
der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist.
In diesem
Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Bei diesem Ausgang kann hier
offen bleiben
, ob die IV-Stelle vor der Renten
aufhebung wegen des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers die Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen hätte prüfen müssen.
4.4
Der Beschwerdeführer beantragt für den Fall einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Sachverhaltsabklärung die Wiederaufnahme der
Zahlung der
Dreiviertelsrente
(
Urk.
1
S. 1
)
. Diese wurde wegen des
mit der angefochtenen Verfügung angeordneten
Entzugs der aufschiebenden Wirkung
einer
Beschwerde auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats eingestellt
(
Urk.
2 S. 3)
.
Das Bundesgericht hat wiederholt
entschieden, dass d
er mit der revisions
weise verfügten Aufhebung einer Rente verbundene
Entzug der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
bei Rückweisung
der Sache an die Verwaltung auch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwal
tungsverfügung
andauert (vgl. BGE 129 V 370 mit weiteren Hinweisen)
.
Der im Widerspruch zur klaren Rechtslage stehende
Antrag
des Beschwerdeführers ist folglich
abzuweisen.
5.
5.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.-- zulasten der unter
liegenden IV-Stelle (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach § 34
Abs. 3
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
)
wird der Anspruch
auf
Ersatz der Parteikosten
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
,
der Schwierigkeit des Prozesses
und dem Mass des Obsiegens bemessen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist dem Beschwerdeführer eine Partei
entschädigung von Fr.
1
’
600
.-- zuzusprechen (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer).