# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c4e7bcf-0903-46c7-b9b1-c65a11aa90a9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde am 10. September 1943 in A. geboren. Bis zu seinem fünften Lebensjahr wuchs er zusammen mit vier Stiefgeschwistern bei den Eltern auf. Danach kam er ins Kinderheim „Gott hilft“ nach B., wo er während acht Jahren die Primarschule besuchte. Nach der Grundschule absolvierte er eine Lehre als Plattenleger, ohne diese abzuschliessen. Anschliessend arbeitete er als Plattenleger bei der C. in D.. Wegen gesundheitlichen Problemen musste er diese Stelle im Jahre 1965 aufgeben. In der Folge war er während 10 Jahren in diversen Branchen als Hilfsarbeiter tätig. Nach achtmonatiger Arbeitslosigkeit begann er im Herbst 1975 als selbstständiger Fensterputzer zu arbeiten. Infolge eines Motorradunfalls vermag er seit Juli 1989 keiner geregelten Arbeit mehr nachzugehen. Gelegentlich ist er noch als Fensterreiniger tätig. X. verfügt weder über steuerbares Einkommen noch über Vermögen. Er erhält von der  eine monatliche Rente, welche sich zurzeit auf Fr. 1'045.-- beläuft. Ausserdem bezieht er eine monatliche IV-Rente in Höhe von ca. Fr. 166.--. Die Krankenversicherungsprämien werden vom Sozialamt getragen.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit drei Eintragungen verzeichnet. Mit Urteil vom 12. August 1998 verurteilte ihn der Kreisgerichtsausschuss E. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln, Widerhandlung gegen die Nationalstrassenabgabeverordnung und Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren zu 14 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 300.--. Am 7. Februar 2001 wurde er vom Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden wegen Vergehen gegen das Kriegsmaterialgesetz, Vergehen gegen das Waffengesetz, Missbrauchs von Ausweisen und Schildern und wegen Fahrens trotz Führerausweisentzug zu sechs Monaten Gefängnis, bedingt unter Ansetzung einer dreijährigen Probezeit sowie einer Busse von Fr. 100.-- verurteilt. Mit Urteil vom 17. März 2003 wurde dieser bedingt gewährte Strafvollzug vom Bezirksgericht Plessur widerrufen und X. wegen Vergehen gegen das Waffengesetz zu 12 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 48 Tagen, bedingt bei einer Probezeit von vier Jahren, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 7. Februar 2001 verurteilt. Der Leumund von X. muss als getrübt bezeichnet werden.
B. Nachdem X. im Rahmen des letzten Verfahrens mit Entscheid des Haftrichters des Bezirksgerichtes Plessur vom 29. Januar 2003 am 30. Januar 2003 aus der Sicherheitshaft entlassen worden war, wurde er aufgrund der vorliegend zu beurteilenden Delikte am 24. April 2003 in B. erneut festgenommen. Mit Verfügung
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vom 25. April 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine neuerliche Strafuntersuchung gegen X. wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt Chur beauftragt. Am 28. April 2003 wurde X. vom Haftrichter des Bezirksgerichts Plessur in Untersuchungshaft versetzt, die in der Strafanstalt Sennhof in Chur vollzogen wurde. Nach Erlass eines Strafmandats vom 28. Mai 2003 ordnete der Kreispräsident Chur mit Verfügung vom 2. Juni 2003 Sicherheitshaft an, die infolge der Einsprache gegen das Strafmandat dahinfiel. Der Haftrichter des Bezirksgerichts Plessur ordnete deshalb am 13. Juni 2003 erneut Untersuchungshaft an, aus der X. am 7. Juli 2003 entlassen und in den Strafvollzug versetzt wurde. Er befand sich somit im Rahmen des vorliegenden Verfahrens vom 24. April bis 7. Juli 2003, damit während 75 Tagen, in Untersuchungs- und Sicherheitshaft.
C. Im Rahmen eines früheren Verfahrens war über den Angeklagten bei der Psychiatrischen Klinik Waldhaus ein Gutachten eingeholt worden. Darin gelangte der Gutachter am 12. April 2000 zum Schluss, dass bei X. eine paranoide bzw. querulatorische Persönlichkeitsstörung vorliege. Die Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Taten sei wohl vorhanden gewesen; aufgrund der Störung sei aber die Fähigkeit, gemäss der vorhandenen Einsicht zu handeln, in leichtem Grade herabgesetzt gewesen. Gemäss Gutachter würde der Geisteszustand des Angeklagten grundsätzlich eine ärztliche Behandlung erfordern. Eine allfällige Rückfallgefahr liesse sich jedoch durch die Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt letztlich wohl auf längere Zeit hin nicht verhindern oder vermindern, da Persönlichkeitsstörungen definitionsgemäss lebenslang andauernde Störungen seien. Grundsätzlich würde auch eine ambulante Behandlung genügen; aufgrund der Untersuchungsergebnisse sei jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich X. einer solchen Behandlung nicht unterziehen würde.
D. Mit Strafmandat vom 28. Mai 2003, mitgeteilt am 30. Mai 2003 wurde X. vom Kreispräsidenten Chur wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 17 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 33 Abs. 3 lit. a WG zu drei Monaten Gefängnis, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 17. März 2003 verurteilt. Die vom Bezirksgericht Plessur bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von zwölf Monaten wurde widerrufen und die beschlagnahmten Waffen, Stichwaffen und Schlagwaffen sowie die Munition wurden richterlich eingezogen.
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E. Dagegen liess X. mit Schreiben vom 5. Juni 2003 frist- und formgerecht Einsprache erheben. Infolgedessen wurden die Akten gestützt auf Art. 175 Abs. 2 StPO der Staatsanwaltschaft Graubünden zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens überwiesen. Nach erfolgter Ergänzung der Untersuchung versetzte die Staatsanwaltschaft Graubünden X. mit Verfügung vom 3. September 2003 wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a WG in den Anklagezustand. Diese zu Handen des Bezirksgerichtsausschusses Plessur erhobene Anklage stütze sich auf folgenden Sachverhalt:
„1. Nachdem der Angeklagte am 17. März 2003 vom Bezirksgericht Plessur wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Monaten verurteilt worden war, musste er am 24. April 2003 in B. erneut festgenommen werden, weil er in seinem Rucksack folgende Waffen und Waffenzubehör mitführte, die er am selben Tag von Liechtenstein in die Schweiz eingeführt hatte:
- 2 Pistolen, Marke unbekannt, Typ GT 23, Kal. .22l.r., mit Holzgriffschalen
- 2 Schalldämpfer, Marke unbekannt, Länge 200 mm, Durchmesser 30 mm.
2. Die Kantonspolizei führte am 25. April 2003 in der Wohnung des Angeklagten an der F.-Strasse in B. eine Hausdurchsuchung durch und stellte dabei folgende Gegenstände sicher:
- 1 Springmesser, Marke Concord - 1 Packung Revolver-Munition, 7 mm, 50 Stück - 2 Packungen Flobert-Munition, 6 mm, je 100 Stück - 1 Patrone, Kal. 45
3. In der Folge führte die Kantonspolizei auch in der Werkstatt des Angeklagten an der G.-Strasse eine gründliche Hausdurchsuchung durch, bei welcher folgende Waffen, Stichwaffen und Munition sichergestellt wurden:
- 1 Gewehr, Identifikations-Nr. 45192, Marke Army Sport, Kal. .22 l.r. - 1 Revolver, Identifikations-Nr. 45856, Marke Ives Johanso’s, Kal.
357 Magnum - 1 Pistole, Identifikations-Nr. SZ005095, Marke Beretta, Typ 9000S,
Kal. 9 mm - 1 Pistole, Identifikations-Nr. E06503Y, Marke Beretta, Typ 48F, Kal.
9 mm - 1 Pistole, Identifikations-Nr. TRH41605, Marke Taurus, Typ PT111,
Kal. 9 mm Parra - 1 Pistole, Identifikations-Nr. M513841, Marke SIG-Sauer, Typ P225,
Kal. 9 mm - 1 Pistole, Identifikations-Nr. 5545C, Marke Astra, Typ A-75, Kal. 40
S&W - 1 Pistole, Identifikations-Nr. 006364, Marke Erma, Typ EP452, Kal.
.22 l.r. - 1 Pistole, Identifikations-Nr. 014632, Marke Erma, Typ EP552, KAl.
.22 l.r.
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- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 273784, Marke Walther, Typ PPK, Kal. 7.65 mm
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 23460LR, Marke Walther, Typ PP, Kal. .22 l.r.
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 19591, Marke Walther Manurhin, Typ PP, Kal. 7.65 mm
- 3 Wehrmacht-Dolche - 1 DDR-Dolch, Identifikations-Nr. 558 - 1 UdSSR-Dolch, Identifikations-Nr. 99301 - 1 Dolch (ohne nähere Bezeichnung) - 1 Schweizer Off-Dolch, Identifikations-Nr. 256356 - 1 Schweizer Off-Dolch, Identifikations-Nr. 263194 - 1 Schweizer Off-Dolch, Identifikations-Nr. 182514 - 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 526456, zu Stgw 57 - 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 527622, zu Stgw 57 - 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 61974, zu Stgw 57 - 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 206651 zu Stgw 57 - 1 Bajonett zu Stgw 90 - 3 Springmesser (verschiedene Klingenlängen) - 1 Schlagring aus Aluminium - 575 Schuss Pistolen-Munition, Nr. 325, Kal. 7.65 mm - 96 Schuss Pistolen-Munition, Nr. 41, Kal. 9 mm - 25 Schuss Pistolen-Munition, Luger, Kal. 9 mm - 150 Schuss Pistolen-Munition, Randfeuerpatronen, Kal. .22 l.r. - 100 Schuss Gewehr-Munition, UMC Remington, Kal. .30 Carbine - 50 Schuss Pistolen-Munition, UMC Remington, Kal. 7.65 mm - 50 Schuss Pistolen-Munition, Luger, Kal. 9 mm - 50 Schuss Pistolen-Munition, Luger kurz, Kal. 9 mm - 50 Schuss Revolver-Munition, Teilmantel, Kal. .38 Spezial - 50 Schuss Pistolen-Munition, Makarov, Kal. 9 x 13 mm - 35 Schuss Pistolen-Munition, Luger, Kal. 9 mm
4. Zur Herkunft der sichergestellten Waffen, die untersuchungsrichterlich beschlagnahmt wurden, machte der Angeklagte keine genauen Angaben. Er gab lediglich zu, die zwei Pistolen und die zwei Schalldämpfer, welche sich in seinem Rucksack befunden hatten, am 24. April 2003 in Nendeln/FL im Rahmen eines Tauschgeschäftes von einem unbekannten Mann erworben zu haben. Zur erbrachten Gegenleistung schwieg sich X. ebenfalls aus. Zu den in seiner Wohnung und in seiner Werkstatt beschlagnahmten Waffen, Stichwaffen, Waffenzubehör und Munition gab der Angeklagte an, diese in den letzten zwei bis drei Jahren, mithin vor der Verurteilung vom 17. März 2003, gekauft zu haben.
X. macht geltend, er sei darauf angewiesen, dem Waffenhandel nachzugehen, um überleben zu können. Vom Sozialamt erhalte er keine Unterstützung.
Der Angeklagte leistete ein Depositum in der Höhe von Fr. 1'820.--.
5. Mit Strafmandat vom 28. Mai 2003 wurde X. vom Kreispräsidenten Chur wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. März 2003. Ausserdem wurde die vom Bezirksgericht Plessur am 17. März 2003 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 12 Monaten
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widerrufen und die beschlagnahmten Waffen, Stichwaffen, Schlagwaffen und Munition richterlich eingezogen. Gegen dieses Strafmandat liess der Angeklagte am 5. Juni 2003 rechtzeitig Einsprache erheben.
6. Mit Verfügung vom 29. August 2003 wurde auch der 6-schüssige Revolver Nr. 8 beschlagnahmt, der gemäss Urteil vom 17. März 2003 dem Angeklagten zu erstatten ist. Diese schiesstaugliche Waffe wurde um 1920 hergestellt und ist demnach nicht antik im Sinne des Waffengesetzes.“
F. Mit Urteil vom 21. Oktober 2003, mitgeteilt am 11. Dezember 2003, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a WG.
2. Dafür wird X. mit einer Gesamtstrafe von zwei Monaten Gefängnis, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. März 2003, bestraft. Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 75 Tagen werden an den Strafvollzug angerechnet.
3. Die mit Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. März 2003 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von zwölf Monaten ist zu vollziehen.
4. Die mit Verfügung vom 29. August 2003 beschlagnahmte Waffe (antiker Revolver Nr. 8; vgl. act. 4.6) sowie sämtliche mit Beschlagnahmeverfügung vom 26. Mai 2003 (act. 3.13 und 3.14) sichergestellten Waffen, Stichwaffen, Schlagwaffen, Waffenzubehör und Munition werden gerichtlich zuhanden des Kantons Graubünden eingezogen.
5. Das von X. geleistete Depositum von Fr. 1'820.-- ist ihm zu erstatten.
6. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 9'512.85 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 3'903.--, Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- und Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'609.85) gehen zu Lasten des Verurteilten.
Die Kosten der angerechneten Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

## Considerations