# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 753ce51c-b3c2-4991-84b4-f6d8a23b0f7b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, verheiratet, war nach Absolvierung von Lehren als Innendekorateur und
als
Hochbauzeichner sowie
eines (berufsbegleitenden)
Studium
s
des
Lehrgang
s
«Architektur und Städtebau» an der
Y._
(vier Semester ohne Diplomabschluss) in seinem erlernten Beruf tätig, ab 1998
als
selbständigerwerbender
Architekt zusammen
mit einem Partner in der
(
eigenen
)
Firma
Z._
, bei einer Reduktion seines Erwerbspensums
ab dem Jahr
e 2012
(
Urk.
7/2,
Urk.
7/45,
Urk.
9)
.
Am
2
2.
November 2012
erfolgte
eine
fünffache arterielle
Bypass-Operation
mit einem anschliessenden Rehabili
tationsaufenthalt
in der Zeit
ab
2
9.
November b
is zum 1
9.
Dezember 2012 (
Urk.
7/11/5,
Urk.
7
/40/5)
und in der Zeit ab
1.
Juni bis zum 2
6.
Juli 2013
unter
zog sich der Versicherte einem stationären
Aufenthalt
in
der
A._
(
A._
;
Urk.
6/40)
.
Am 3
1.
Oktober 2013
meldete sich
der
Versicherte
wegen einer Depression
bei der Invalidenversicherung z
um Leistungsbezug an (Urk. 7/
2,
Urk.
7
/5
). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und beruflichen Verhältnisse
ab.
Am
1
8.
August 2016
untersuchte med.
pract
.
B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie
, vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
den Versicherten (Ber
icht vom 2
2.
August 2016,
Urk.
7
/45).
Gestützt darauf verneinte
die IV-Stelle
nach durch
geführtem
Vo
rbescheidverfahren
(Urk.
7/47,
Urk.
7/59
)
mit Verfügung vom
4.
November 2016 (
Urk.
2) mangels Invalidität
einen Anspruch auf eine Invali
denrente.
2.
Dagegen liess der Versicherte am
7.
Dezember 2016
Beschwerde erheben (Urk. 1) mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei
ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter eine Teilrente. Der Beschwerde legte er
je
einen Bericht von
Dr.
med.
C._
vom 1
8.
September 2016 (
Urk.
3/4) sowie der
A._
vom 2
1.
Oktober 2016 bei (
Urk.
3/6).
In der Beschwer
deantwort vom
1.
Februar 2017
(Urk. 6
) schloss die IV-Stell
e auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
6.
Februar 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (
BGE
130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich fest
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beein
träch
tigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätz
lich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass be
stimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurtei
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
143 V 40
9
E. 4.2.1).
1.1.3
Geht es um psychische Erkrankungen wie depressive Störungen leicht- bis mit
telgradiger Natur (
BGE 143 V 409 und 143 V 418)
, sind für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die - unter Berücksich
ti
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompen
sa
tionspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und
E. 4.1
mit Hinweisen
).
Systematisiert werden
dabei
nach BGE 141 V 281
E. 4.3.1
die Kategorien "funk
tioneller Schweregrad" (Komplex "Gesundheitsschädigung"
[
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz, Komorbiditäten
]
, Kom
plex "Persönlichkeit"
[
Persönlichkeitsdia
gnostik, persönliche Ressourcen]
, Komplex "sozialer Kontext"
)
und die Kategorie "Konsis
tenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens
[
gleichmässige Einschränkung des
Aktivi
tätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen und behandlungs- und ein
gliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
]
)
.
Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren
dabei
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen
möglich ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_790/2017 vom 24. Januar 2018 E. 2.1.1 und 9C_191/2017 vom 15. Februar 2018 E. 6.2.1-2)
.
1.2
B
ei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
ist mit jenem externer medizinischer Sachverständi
gengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen
– zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur
geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung ausgehend vom
RAD-Bericht vom 2
2.
August 2016
damit,
die depressive Störung
sei remittiert und d
ie Aufmerksamkeit
s
- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
sei
medikamentös erfolg
reich therapiert
, so dass
kein
relevanter Gesundheitsschaden
mehr bestehe
.
2.2
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer
zusammengefasst
auf den Stand
punkt,
wegen der
nicht behandelbaren
Depression
bestehe
–
losgelöst
von psy
chosozialen Einflussfaktoren und
der ADHS, welche nicht invalidisierend sei
– aufgrund der vers
chiedenen
A._
-Berichte sowie des
Bericht
s
von
Dr.
C._
vom 1
8.
September 2016
seit längerer Zeit
eine Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens 70
%
.
Die Beurteilung im RAD-Bericht vom 2
2.
August 2016
sei falsch.
Zudem fehle es im angefochtenen Entscheid an einer genügenden
Auseinander
setzung
mit
seinen
im
Einsprach
everfahren
erhobenen Einwänden
.
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers lässt sich anhand der Aktenlage im Wesentlichen wie folgt darstellen:
Nach einer
fünffachen
arteriellen Bypass-Operation am 2
2.
November 2012 und dem nachfolgenden Rehabilitatio
n
saufenthalt in der
D._
in der Zeit vom 2
9.
November bis zum 1
9.
Dezember 2012 (Bericht der
D._
vom 2
4.
Dezember
2012
betreffend den Rehabilitationsaufent
halt
,
Urk.
7/4
0/5-10) diagnostizierte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin, in seinem Bericht vom 2
7.
Februar 2013
eine k
oronare Drei
gefäss-Erkrankung
bei einem Status nach
fünffacher
rein arteriel
ler
a
ortokoro
nare
r
Bypass
-Operation (
ACBP
;
2
2.
November
2012
) und
einer
normale
n
systo
lische
n
linksventrikulären (LV)
Funktion ohne
Hypokinesie
der Vorderwand
, kardio-vaskuläre Risikofaktoren (
behandelte Hypertonie, behandelte
Dys
lipidämie
, Status
nach
einem Nikotinkonsum
, 30 pack
year
, eine
Ektasie der
Aorta
abdomi
nalis
mit
atherosklerotischen
Wandveränderungen
,
Carotiden
beidseits
bland
ohne Plaques
, einen
Status nach
Refluxösophagitis
(
Grad IV
; September
2012
) bei einer
Kontroll-Gastroskopie
(
Oktober 2012
)
mit v
ollständiger Abheilung und bei einer
kleine
n
axiale
n
Hiatushernie
, einen
Status nach Depression
,
eine a
symp
tomatische
Cholezystolithiasis
, einen
Status nach
Leistenhernien-Operationen beidseits sowie einen
Status nach
einem
Motorradunfall mit
einer Beckenfraktur, einer
Fixation
des oberen Sprunggelenks
und
einer
Humerus
fixation
rechts
(1993). Weiter führte der Arzt aus,
b
ei dem 50
jährigen Patienten
finde
sich
drei Monate nach erfolgter Bypass-Operation
ein sehr erfreuliches Resultat
.
Es liege eine vollständig normale LV-Funktion bei unauffälliger echokardiographischer Untersuchung vor. Die kar
d
iovaskulären Risikofaktoren seien zurzeit gut einge
stellt
(
Urk.
7/11)
.
3.2
Die
Ärzte
der
A._
– welche den Beschwerdeführer ab 3
1.
Oktober 2006 behan
delten,
in der Zeit
vom
1
7.
Juni bis zum 2
7.
Juli 2013
stationär,
danach
im Rah
men
einer ambulanten Tagesklinik sowie ab
5.
März 2014
bis Mai 2016
mittels
Psycho
therapie (durchgeführt durch
Dr.
C._
, welcher
die
A._
im Mai 2016
verliess;
Urk.
3/6,
Urk.
7/9/35,
Urk.
7/21/2) –
gingen in ihren Berichten grundsätzlich von den Diagnosen
eine
r
schwere
n
depressive
n
Episode ohne psy
cho
tisches Syndrom (ICD-10: F32.3),
respektive einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Epi
sode ohne psychotisches
Syndrom
(ICD-10: F33.2),
und eine
r
einfache
n
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICH-10: F90.0)
aus
(vgl.
Bericht
e
vom
2
6.
Juli 2013 [
Urk.
7/40/1-4],
vom
5.
August
2013 [
Urk.
7/9/32-34], 2
4.
April 2014 [
Urk.
7/20
] und
2.
April 2015 [
Urk.
7/33]), wobei sie
im Bericht
vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
7/2
4/7-8) eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig
e
Episode
(ICD-10: F3
3.1)
,
und
am
2
2.
Juni 2016
(
Urk.
7/39)
eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
(ICD-10: F33.4)
,
diagnostizierten
.
Zur Arbeitsunfähigkeit des Versicher
ten in der angestammten Tätigkeit machten sie, soweit sie sich dazu
äusserten
, folgende Angaben: 100
%
ab
1.
Juli 2013,
90
%
ab
5.
März 2014
, 80
%
ab 1
2.
März 2014 und
danach
ab etwa April 2015 wieder
nahezu
(abgesehen von der Teilnahme
an
wenigen wöchentlichen
Stunden bei
Geschäftssitzungen) 1
00
%
(
Berichte vom 2
4.
April 2014,
2.
April 2015 und 2
2.
Juni 2016;
Urk.
7/
20,
Urk.
7
/
33,
Urk.
7/39).
Eine
Arbeitsfähigkeit
des
Versicherten
in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
verneinten sie
ebenfalls weitgehend
.
3.3
RAD-Arzt med.
pract
.
B._
stellte in seinem Bericht vom 2
2.
August 2016 (
Urk.
7/45) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Ver
sicherten. Ohne Auswirkung
auf
dessen Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine
rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig remittier
t
(ICD-10: F33.4), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0; medikamentös kompensiert
)
sowie psychosoziale Belastungen (schlechte Auftragslage) bei einem
Status nach
Bypass-O
peration
bei
korona
rer
Dreigefässerkrankung. In der ange
stammten Tätigkeit sei
d
er
Versicherte
ab 3
0.
April 2013 zu 0
%
(laut A
nmel
dung), ab 3
1.
Juli 2014 zu 2
0
%
sowie spätestens seit J
uni 2016 zu 100
%
arbeitsfähig, dies bei einem gleichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepasste
n
Tätigkeit.
3.4
Zuhanden der Rechtsvertreterin des Versicherten nahmen
Dr.
C._
im
Bericht vom 1
8.
September 2016 (
Urk.
3/4) sowie die Ärzte
der
A._
im Bericht vom 2
1.
Oktober 2016 (
Urk.
3/6)
Stellung,
unter anderem
zum RAD-Bericht vom 2
2.
August
201
6.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer meldete sich am 3
1.
Oktober 2013 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an. Damit steht gestützt auf
Art.
29
Abs.
1 IVG ein allfälliger Rentenanspruch ab April 2014 zur Diskussion, falls der Beschwer
deführer in diesem Zeitpunkt während eines Jahres durchschnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig war (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG).
Zu prüfen ist daher eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Architekt ab April 2013 und eine Erwerbsunfähigkeit in einer den gesundheit
lichen Beschwerden angepassten zumutbaren Tätigkeit ab April 2014.
4.2
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
setzte den Beginn der Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers auf den 3
0.
April 2013 fest, wies indes zu Recht darauf hin, dass im Bericht der
A._
vom
5.
August 2013 (
Urk.
7/9/32) erst ab der
Hospitalisation
am 1
7.
Juni 2013 eine psychisch bedingte Arbeitsunfähig
keit attestiert wurde (
Urk.
7/45/6). Erst im Bericht vom
2.
Oktober 2013 (
Urk.
7/9/35) berichtete die
A._
, die Arbeitsunfähigkeit sei während der
Hospita
lisation
rückwirkend auf den 3
0.
April 2013 festgesetzt worden.
Am 2
2.
November 2012 hatte sich der Beschwerdeführer einer
Bypassoperation
unterziehen müssen mit anschliessendem Rehabilitationsaufenthalt in
D._
bis zum 1
9.
Dezember 2012 (
Urk.
7/40/5). Ob danach wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit vorlag, ergibt sich weder aus dem Bericht des Kardiologen
Dr.
E._
vom 2
7.
Februar 2013 (
Urk.
7/11) noch aus den übrigen medizinischen Akten. Insbesondere kann aus den Berichten der
A._
, soweit sie sich auch zum somatischen Gesundheitszustand äussern, nicht auf eine vollständige Arbeits
fähigkeit geschlossen werden, da es nicht Sache der
A._
ist, somatisch bedingte Einschränkungen zu beurteilen. Das gilt – wie der RAD-Arzt
Dr.
B._
zutreffend feststellte (
Urk.
7/45/7) – auch für den Hinweis im Bericht der
A._
vom 2
2.
Juni
2016, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei gleichermassen durch die psychischen wie durch die körperlichen Krankheiten eingeschränkt (
Urk.
7/39/4).
Die Sache ist daher bereits aus diesem Grund an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den Beginn der Arbeitsunfähigkeit einerseits und die körperlich beding
ten Einschränkungen in der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit anderseits abklären lasse.
4.3
Hinsichtlich der psychischen Beeinträchtigungen attestierte die
A._
im Zeitraum vom 1
7.
Juni 2013, als der Beschwerdeführer erstmals in der
A._
hospitalisiert war, bis zum letzten Bericht vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
39) eine weitgehende voll
ständige Arbeitsunfähigkeit. Dabei äusserte sie sich in keinem der Berichte zur Frage, ob und in welchem Umfang dem Beschwerdeführer eine andere, seinem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar wäre und welchen Anforderungen eine sol
che Tätigkeit zu genügen hätte.
Dr.
B._
vom RAD übernahm diese Arbeits
unfähigkeitsbescheinigungen, konnte sich für die zurückliegende Zeit aber naturgemäss nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äussern. Aufgrund der in den Jahren 2013 bis 2015 (
Urk.
7/40/1-4, 7/9/32-34, 7/20, 7/33) diagnostizierten schweren depressiven Störung ist eine durch das psychische Lei
den bedingte Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit nicht auszuschliessen. Jedenfalls durfte die IV-Stelle bei dieser medizinischen Aktenlage einen Renten
anspruch nicht ohne Weiteres verneinen. Sie wird daher auch unter diesem Gesichtspunkt Abklärungen zu treffen haben, wobei nach der neusten Recht
sprechung des Bundesgerichts gegebenenfalls auch eine
Indikatorenprüfung
nach
BGE
141 V 281 vorzunehmen sein wird.
4.4
Was die Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2016 betrifft, liegen unterschiedliche ärztliche Meinungen vor. Während
Dr.
B._
vom RAD die Auffassung vertrat, die depressive Störung sei remittiert und unter Medikation zeigten sich keine Auf
merksamkeitsstörungen mehr (
Urk.
7/45/6), so dass wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit auch im angestammten Beruf vorliege, vertraten die Ärzte der
A._
im Bericht vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
7/39) und im Schreiben vom 2
1.
Oktober 2016 (
Urk.
7/54) die Auffassung, trotz Remission der depressiven Störung genüge der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Architekt den Anforderungen nicht. Nach seinen Angaben sei er kaum in der Lage, etwas Sinnvolles zu leisten, seine Tätigkeit beschränke sich weitgehend auf die beratende Unterstützung. Dieser Auffassung schloss sich sinngemäss auch
Dr.
C._
im Schreiben vom 1
8.
September 2016 (
Urk.
7/55) an.
Obwohl sich aus den Berichten ergibt, dass mit der schlechten Auftragslage des Büros des Beschwerdeführers erhebliche psychosoziale Gegebenheiten vorliegen, die den Beschwerdeführer belasten, und obwohl sich die Ärzte der
A._
nur zur
angestammten Tätigkeit als Architekt äusserten und weitgehend auf die subjek
tiven Angaben abstellten, vermag der kurz gehaltene Bericht von
Dr.
B._
eine rentenausschliessende Erwerbsfähigkeit nicht überzeugend zu begründen. Die Abklärungen, die die IV-Stelle vorzunehmen hat, werden daher auch den Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Juni 2016 zu umfassen haben
.
5.
In diesem Sinne ist die
Beschwerde
gutzu
heissen
. Ob die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers durch ungenügende Begründung des angefochtenen Entscheids verletzt hat, kann bei diesem Ausgang des Verfahrens
offen bleiben
.
6.
6.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr.
700
.-- fest
zusetzen
und ausgangsgemäss
de
r
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
In Anbetracht des Verfahrensausgangs ist die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Da die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung als vollständiges Obsiegen gilt, ist die Beschwe
rdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schä
digung von Fr.
2’000
.-- (
inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.