# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3c226289-eabe-45ed-ac0f-44b0b1c49725
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
C._ ist Eigentümer von Grundstück Nr. 001, Grundbuch Z._, an
der Q._strasse in Z._. Das Grundstück liegt gemäss geltendem
Zonenplan der Stadt Z._ vom 9. März 2011 zur Hauptsache in der
Wohnzone W3 und mit einem Streifen im nördlichen Teil in der
Grünzone Erholung GE. Es ist mit einem Mehrfamilienhaus (Vers.-Nr.
002) überbaut. Das Grundstück Nr. 001 liegt gemäss der Natur- und
Denkmalschutzverordnung der Stadt Z._ vom 16. Juli 2010 (abge-
kürzt SchV) in einem Archäologieschutzgebiet.
B.
a) Mit Baugesuch vom 31. Mai 2018 beantragte die B._ bei der
Z._ die Baubewilligung für die Erstellung einer Mobilfunk-Antennen-
anlage auf dem Dach des Mehrfamilienhauses (Vers.-Nr. 002) auf
Grundstück Nr. 001.
b) Innert der Auflagefrist vom 4. bis 17. September 2018 erhob
A._, vertreten durch Dr.iur. Karl Gehler, Rechtsanwalt, Jona, Ein-
sprache gegen das Bauvorhaben. A._ ist Grundeigentümer des
nördlich und etwas erhöht vom Baugrundstück gelegenen Grund-
stücks Nr. 003, welches mit einem gegen Süden ausgerichteten Ein-
familienhaus (Vers.-Nr. 004) überbaut ist. Er rügte insbesondere die
Nichteinhaltung der Grenzwerte sowie die Berechnung einzelner Orte
mit empfindlicher Nutzung (abgekürzt OMEN). Darüber hinaus ordne
sich die Anlage nicht gut ein und eine zusätzliche Antenne sei den
Anwohnern in diesem Gebiet nicht zuzumuten.
c) Mit Beschluss vom 16. Dezember 2019 erteilte die Z._ die
Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies die Ein-
sprache von A._ ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vor-
gebracht, dass die Mobilfunkanlage zonenkonform sei und als Anlage
keiner Höhenbeschränkung unterliege. Eine Verunstaltung liege so-
dann nicht vor. Auch eine Beeinträchtigung des archäologischen
Schutzgebiets sowie der umliegenden Einzelschutzobjekte sei nicht
erkennbar. Im Übrigen seien der Anlageperimeter korrekt gewählt und
die Grenzwerte bei sämtlichen massgeblichen OMEN eingehalten.
Schliesslich wurde unter anderem eine Auflage verfügt, wonach die
Baugesuchstellerin vor Baubeginn eine geschlossene Beton- bzw.
Metalldecke beim Gebäude (Vers.-Nr. 002) nachzuweisen habe.
C.
Gegen diesen Beschluss erhob A._ durch seinen Rechtsvertreter
mit Schreiben vom 6. Januar 2020 Rekurs beim Baudepartement. Es
werden folgende Anträge gestellt:
1. Der Einspracheentscheid bzw. die Baubewilligung
vom 16. Dezember 2019 (Beschluss-Nr.: 2019-213) sei aufzuheben.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 3/14
2. Es sei der Rekursgegnerin die Baubewilligung für eine Mobilfunk-Antennenanlage auf dem Wohnhaus Vers.- Nr. 002 auf dem Grundstück Nr. 001 an der Q._strasse 4 in Z._ zu verweigern.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Rekursgegnerin.
Zur Begründung wird geltend gemacht, die rund 5 m hohe Antenne sei
in der Höhe zu reduzieren, da sie die Aussicht verschandle und sich
nicht gut in die Umwelt einfüge. Weiter werden eine unabhängige
Überprüfung sowie die Aufnahme von weiteren OMEN verlangt. Im
Übrigen habe die Vorinstanz die Lage im Archäologieschutzgebiet
nicht berücksichtigt und keine entsprechende Ausnahmebewilligung
erteilt.
Mit Rekursergänzung vom 21. Januar 2020 hält der Rekurrent an sei-
nen Anträgen fest. Ergänzend wird geltend gemacht, dass gemäss
Art. 6 Abs. 1 SchV die Erstellung von Mobilfunkanlagen innerhalb von
Schutzgebieten sowie im unmittelbaren Sichtfeld auf Schutzobjekte
nicht zulässig sei. Ein Antrag auf Ausnahmebewilligung sei nicht ge-
stellt und ein überwiegendes Interesse an einer Mobilfunkanlage an
diesem Ort nicht ausgewiesen. Entsprechend hätte die Vorinstanz
eine Ausnahmebewilligung auch nicht prüfen dürfen. Im Übrigen herr-
sche eine direkte Sichtverbindung zwischen der Antenne und den
Schutzobjekten an der C._strasse. Weiter seien die Voraussetzun-
gen für eine Verunstaltung in einer Schutzzone herabgesetzt.
Schliesslich weise das betroffene Gebäude ein Oblicht aus, weshalb
nicht von einer durchgehend geschlossenen Beton- bzw. Metalldecke
gesprochen werden könne.
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2020 beantragt die
Vorinstanz, den Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur
Begründung wird geltend gemacht, sowohl die Schutzobjekte als auch
das archäologische Schutzgebiet würden durch die Mobilfunkanlage
in keiner Weise beeinträchtigt, weshalb eine Ausnahmebewilligung
nicht notwendig sei. Auch eine Verunstaltung im Lichte der Schutzob-
jekte erübrige sich. Der Ort für den kurzfristigen Aufenthalt (abgekürzt
OKA) Nr. 05b – im Entscheid fälschlicherweise als OMEN Nr. 05b be-
zeichnet – halte die Grenzwerte ein. Sodann seien die unterschiedli-
chen Feldstärken von OMEN Nrn. 09 und 02 auf unterschiedliche Hö-
hen über Boden zurückzuführen. Schliesslich sei auch das Standort-
datenblatt vollständig.
b) Mit Amtsbericht vom 4. März 2020 führt das Amt für Umwelt (ab-
gekürzt AFU) aus, die Berechnung der Feldstärke bei den OMEN
Nrn. 02 und 09 sei korrekt und die Abweichungen aufgrund der Hö-
henunterschiede begründet. Auch wenn die geforderte Berechnung
der OMEN beim Kinderspielplatz (Grundstück Nr. 005) sowie dem Vor-
kindergarten (Grundstück Nr. 006) nicht notwendig seien, würden die
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 4/14
Grenzwerte gemäss Berechnung eingehalten. Sofern der östliche Ge-
bäudeteil (Vers.-Nr. 007) an der D._strasse 1 nicht mehr als zwei-
einhalb Tage in der Woche als Arbeitsplatz oder Wohnraum genutzt
werde, sei er als OKA zu betrachten und der Grenzwert eingehalten.
c) Mit Amtsbericht vom 26. März 2020 teilt die kantonale
Denkmalpflege (abgekürzt DMP) mit, dass sämtliche in der Umgebung
liegenden Schutzobjekte gemäss provisorischer Einstufung von
kantonaler Bedeutung seien und der zusätzlich geplante Mast auf dem
bestehenden Wohnhaus diese Schutzobjekte nicht beeinträchtige.
E.
a) Das Baudepartement führte am 25. Juni 2020 in Anwesenheit
der Verfahrensbeteiligten sowie eines Vertreters des AFU einen Au-
genschein durch. Dabei wurde festgestellt, dass eine direkte Sichtver-
bindung nur zu den Schutzobjekten C._strasse 008 und 009 besteht
und die geplante Antenne von öffentlichen Plätzen aus gesehen nicht
im Sichtfeld auf die Schutzobjekte liegt. Vom Balkon des etwas erhöht
gelegenen Wohnhauses (Vers.-Nr. 004) des Rekurrenten besteht so-
dann direkter Sichtkontakt auf den geplanten Antennenstandort auf
dem Flachdach des Wohnhauses (Vers.-Nr. 002) auf Grundstück
Nr. 001. Ebenfalls bestätigte sich, dass der östliche Gebäudeteil an
der D._strasse 1 als Lagerraum genutzt wird und sich eine Glas-
sammelstelle vor der östlichen Fassade des entsprechenden Gebäu-
des befindet. Schliesslich bestätigte der Vertreter des AFU, dass die
verfügte Auflage betreffend Oblicht mit entsprechenden Massnahmen
umgesetzt werden könne, sofern dies aufgrund der Abnahmemessung
dann überhaupt noch notwendig sei.
b) Mit Eingabe vom 11. August 2020 lässt sich der Rekurrent zum
Augenscheinprotokoll vernehmen. Erneut wird vorgebracht, dass die
Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung weder gegeben noch
nachgewiesen seien. Bei der Glassammelstelle auf Grundstück
Nr. 010 handle es sich sodann um ein OMEN.
F.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 5/14
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1;
abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972
(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a
PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-
scheid erging am 16. Dezember 2019. Mithin sind vorliegend grund-
sätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss
Anhang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im
PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-
gen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen
gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Bauregle-
ment zur Anwendung.
3.
Der Rekurrent macht insbesondere geltend, die geplante Anlage sei
im archäologischen Schutzgebiet nicht zulässig und beeinträchtige zu-
dem weitere Schutzobjekte. Eine Ausnahmebewilligung sei sodann
weder von der Rekursgegnerin beantragt, noch seien die Vorausset-
zungen dafür nachgewiesen und von der Vorinstanz geprüft worden.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 SchV ist die Erstellung von Mobilfunkan-
lagen innerhalb sowie im unmittelbaren Sichtfeld auf Schutzgebiete
und Schutzobjekte grundsätzlich unzulässig. Nach Abs. 2 sind Aus-
nahmen möglich, sofern die Schutzwürdigkeit und der Charakter der
Schutzgegenstände durch die Mobilfunkanlage nicht beeinträchtigt
werden, insbesondere wenn diese durch den Einbau in bestehende
Anlagen nicht in Erscheinung tritt.
3.2 Die kantonale Fachstelle beim Amt für Kultur, die DMP, hält in
ihrer Stellungnahme vom 26. März 2020 fest, in der Umgebung der
geplanten Anlage befänden sich vier Einzelschutzobjekte
(C._strasse 008 und 009, X._ sowie D._strasse 011/012), wel-
che gemäss provisorischer Einstufung kantonale Bedeutung hätten.
Die geplante Anlage auf einem bestehenden Wohnhaus stelle für
sämtliche Schutzobjekte keine Beeinträchtigung dar, zumal bereits
zum am nächsten gelegenen Schutzobjekt ein Abstand von über 80 m
bestehe. Zur Lage des Standorts innerhalb des archäologischen
Schutzgebiets äussert sich die DMP nicht. Aus Sicht der Fachbehörde
bestehen somit keine Einwände gegen den geplanten Standort. Ins-
besondere liegt aus ihrer Sicht keine unzulässige Beeinträchtigung
von Schutzgegenständen vor.
3.3 Auch anlässlich des Augenscheins konnte eine Beeinträchti-
gung von Schutzgegenständen nicht festgestellt werden. Das nächst-
gelegene, geschützte Kulturobjekt ist das rund 90 m über der Stras-
senkreuzung C._strasse/D._strasse entfernt liegende Wohnhaus
C._strasse 008 (Vers.-Nr. 013). Gemäss Art. 9 Abs. 3 SchV sind
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 6/14
Kulturobjekte in ihrer schutzwürdigen Substanz zu erhalten, wobei der
Schutzumfang im Zeitpunkt des Bauvorhabens am Schutzobjekt im
Einzelfall festgelegt wird. Zwar ist die geplante Antenne vom
Schutzobjekt aus sichtbar. Das bedeutet aber nicht, dass damit auch
das Schutzobjekt oder dessen relevante Umgebung in unzulässiger
Weise beeinträchtigt werden. Massgebend ist einzig, ob das
Schutzobjekt in der Aussensicht beeinträchtigt wird. Schutzobjekt ist
das Objekt selbst. Die Sicht vom Schutzgegenstand auf die Umge-
bung kann hingegen nicht als geschütztes Objekt gelten, auch wenn
seine Umgebung nicht bedeutungslos ist. Die Antenne wird ohne
Frage nicht am Baudenkmal selbst, sondern in erheblicher Distanz da-
von entfernt auf einem Flachdachbau, wie sie in der Umgebung mehr-
fach zu finden sind, errichtet. Das Standortgebäude hat bereits auf-
grund seiner Bauweise keinerlei Bezug zum Schutzobjekt und wird
auch nicht als Teil von dessen Umgebung wahrgenommen. Entgegen
der Auffassung des Rekurrenten kann daher nicht von einer unzuläs-
sigen Beeinträchtigung dieses Schutzobjekts oder dessen Umgebung
gesprochen werden. Ohnehin liegt die geplante Anlage gar nicht im
unmittelbaren Sichtfeld auf das Schutzobjekt, weshalb Art. 6 SchV
diesbezüglich keine Anwendung findet. Das Gleiche gilt offenkundig
für das weiter entfernt liegende Schutzobjekt C._strasse 009
(Wohnhaus Vers.-Nr. 014) sowie die sich ausserhalb des Sichtfelds
befindlichen Schutzobjekte X._ (Vers.-Nr. 015) auf Grundstück
Nr. 016 und das Doppelhaus D._strasse 011/012 (Vers.-Nrn. 017
und 018) auf den Grundstücken Nrn. 019 und 020.
3.4 Weiter ist auch nicht erkennbar, inwiefern die Antenne auf dem
Dach eines bestehenden Wohnhauses eine unzulässige Beeinträchti-
gung des archäologischen Schutzgebiets Y._ bewirken könnte,
auch wenn das Bauvorhaben innerhalb dieses Schutzgebiets liegt.
Gemäss Art. 10 Abs. 2 SchV sind Tätigkeiten und Massnahmen, die
ein Gefährdung dieser Gebiete mit sich bringen können, wie das Er-
stellen von Hoch- und Tiefbauten sowie von Anlagen, Geländeverän-
derungen oder Aufforstungen durch die Kantonsarchäologie zu beur-
teilen. Anders als beispielsweise bei Ortsbildschutzgebieten oder dem
landschaftlich empfindlichen Siedlungsgebiet geht es bei archäologi-
schen Schutzgebieten nicht um die sorgfältige Einfügung oder die Be-
einträchtigung eines sichtbaren Zustands oder Siedlungsbilds, wes-
halb Art. 6 SchV auf solche Schutzgebiete nicht zugeschnitten ist.
Durch die Errichtung einer Antenne auf dem Dach des Gebäudes
Q._strasse 4 (Vers.-Nr. 002) können archäologisch wertvolle Ob-
jekte gar nicht gefährdet werden, weil damit keine relevante Bautätig-
keit im Erdreich verbunden ist. Da durch das vorliegende Bauvorhaben
weder die Schutzwürdigkeit noch der Charakter des archäologischen
Schutzgebiets Y._ beeinträchtigt werden, kann von vornherein
keine Verletzung dieser Bestimmung vorliegen und die Baubewilligung
ist bei Erfüllung der übrigen massgeblichen Gesetzesvorschriften zu
erteilen. Entgegen der Ansicht des Rekurrenten ist dafür die ausdrück-
liche Erteilung einer Ausnahmebewilligung nicht notwendig. Sofern die
Voraussetzungen nach Art. 6 SchV für eine Ausnahme erfüllt sind, be-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 7/14
steht ein Anspruch auf Erteilung der entsprechenden Bewilligung. An-
dernfalls würde es im Belieben der Baubehörde liegen, ob die Erstel-
lung von Mobilfunkanlagen in grossen Teilen des Gemeindegebiets
bewilligt werden könnte oder nicht. Dies wäre auch mit Blick auf die in
der Fernmeldegesetzgebung konkretisierten öffentlichen Interessen
an einer genügenden Mobilfunkversorgung problematisch (vgl. BGE
138 II 173 Erw. 6.3 mit Hinweisen).
3.5 Im Übrigen handelt es sich bei Art. 6 Abs. 2 SchV nicht um eine
Ausnahmebewilligung im Sinn von Art. 108 PBG, wonach im Einzelfall
von den Vorschriften des PBG oder des Baureglements abgewichen
werden kann. Entgegen der Ansicht des Rekurrenten ist jedoch selbst
bei einer Ausnahmebewilligung nach Art. 108 PBG ein ausdrücklicher
Antrag der Gesuchstellerin auf Erteilung einer Ausnahmebewilligung
nicht notwendig. Da ordentlich nicht realisierbare Bauvorhaben auch
ohne Weiteres unter Bedingungen und Auflagen bewilligt werden kön-
nen, müssen Bauherren im Rahmen ihres Baugesuchs nicht aus-
drücklich um eine Ausnahmebewilligung nachsuchen. Liegen die er-
forderlichen Voraussetzungen dafür vor, kann die Baubehörde eine
Ausnahmebewilligung von sich aus erteilen (Urteil des Verwaltungs-
gerichtes B 2017/243 vom 22. August 2019 Erw. 9).
3.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch den Bau der
Mobilfunkanlage weder eine Beeinträchtigung von Schutzobjekten
noch des archäologischen Schutzgebiets Y._ stattfindet. Fehlt es an
einer relevanten Beeinträchtigung, braucht es entgegen den
Vorbringen des Rekurrenten auch kein gewichtiges Interesse auf
Seiten der Rekursgegnerin, um die Erstellung der Mobilfunkantennen-
anlage am vorgesehenen Standort zu rechtfertigen. Ebenso konnte
die Vorinstanz ohne Erteilung einer ausdrücklichen Ausnahme-
bewilligung die fragliche Antenne bewilligen.
4.
Der Rekurrent rügt weiter eine Verletzung des Verunstaltungsverbots
sowie von Art. 5 Bst. a und b des Baureglements der Stadt Z._ vom
9. März 2011 (abgekürzt BauR).
4.1 Das Verunstaltungsverbot ist in Art. 99 PBG geregelt und vorlie-
gend unmittelbar anwendbar. Inhaltlich deckt sich der neue Art. 99
PBG im Wesentlichen mit Art. 93 BauG. Nach Art. 99 Abs. 1 PBG sind
Bauten und Anlagen untersagt, die das Orts- oder Landschaftsbild ver-
unstalten. Das kantonale Recht regelt die Frage der Ästhetik von Bau-
ten und Anlagen, insbesondere den Begriff der Verunstaltung, ab-
schliessend. Von einer Verunstaltung im Sinn von Art. 99 Abs. 1 PBG
kann nach ständiger Lehre und Rechtsprechung zu Art. 93 Abs. 1
BauG nur gesprochen werden, wenn etwas offensichtlich Unschönes
geschaffen wird. Eine Verunstaltung darf nicht leichthin angenommen
werden. Verunstaltung bedeutet eine schwerwiegende Verletzung äs-
thetischer Werte. Gleichbedeutend ist die Bezeichnung schwere,
grobe oder erhebliche Beeinträchtigung. Diese Voraussetzungen sind
dann nicht erfüllt, wenn eine Baute oder Anlage von einem ästhetisch
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 8/14
ansprechbaren Durchschnittsbürger zwar nicht als schön empfunden
wird, diese aber keine positiv unschöne und ärgerliche Wirkung aus-
übt. Ein Bau oder eine Anlage muss sich als qualifiziert unschön be-
zeichnen lassen (GVP 1998 Nr. 81; B. ZUMSTEIN, Die Anwendung der
ästhetischen Generalklauseln des kantonalen Baurechts, Diss. St.Gal-
len 2001, S. 131). Eine Verunstaltung ist nur gegeben, wenn eine er-
heblich ungünstige Wirkung auf das Landschafts- und Ortsbild vorliegt
(BGE 97 I 642). Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Prüfung der
Einfügung einer Massnahme in das Orts- und Landschaftsbild ist die
Stärke des Gegensatzes zwischen dem zu beurteilenden Objekt und
der Umgebung (M. ZINGG, Naturschutz und Heimatschutz, insbeson-
dere nach st.gallischem Recht, Diss. Zürich 1975, S. 89). Ein Bauvor-
haben ist daher in ästhetischer Hinsicht nicht für sich allein zu beurtei-
len, sondern es muss in Beziehung zu seiner Umwelt gesetzt und in
Bezug auf die Gesamtwirkung beurteilt werden (ZUMSTEIN, a.a.O.,
S. 105 und 109 f.). Nur ein Gegensatz zum Bestehenden, der erheb-
lich stört, gilt demnach gemäss der Rechtsprechung als Verunstaltung
(Urteil des Bundesgerichtes 1C_346/2007 vom 16. Mai 2008
Erw. 3.3.1; BDE Nr. 32/2018 vom 9. Juli 2018 Erw. 5). Gemäss Art. 5
Bst. a und b BauR sind bei der Projektierung von Bauten und Anlagen
die Grundsätze der guten Einordung in die natürliche und gestaltete
Umwelt sowie der sorgfältigen Gestaltung im Sichtbereich des öffent-
lichen Raums zu berücksichtigen.
4.2 Im vorliegenden Fall wurde bereits ausgeführt, dass durch die
Anlage weder Schutzgebiete noch –objekte in unzulässiger Weise be-
einträchtigt werden (siehe vorstehende Erw. 3). In der näheren und
weiteren Umgebung befinden sich zudem ebenfalls in Erscheinung
tretende meist technisch bedingte Dachaufbauten (z.B. Kamine, Ab-
luftrohre usw.) sowie Mobilfunkanlagen. Auch unterscheidet sich die
vorliegende Antennenanlage weder in ihrer Materialisierung noch ho-
rizontalen Ausdehnung von den üblichen, heute in praktisch jedem
Ortsbild vorkommenden Mobilfunkanlagen. Die Grundsätze gemäss
Art. 5 Bst. a und b BauR verlangen zudem gerade nicht eine allseits
gute Einordnung und Gestaltung, sondern lediglich eine angemessene
Berücksichtigung dieses Gebots. Wie bei anderen technischen Anla-
gen stehen insbesondere bei einer Mobilfunkanlage in erster Linie ihr
Gebrauchszweck und nicht ästhetische Gesichtspunkte im Vorder-
grund, was ihre äusseren Gestaltungsmöglichkeiten von vornherein
einschränkt. Auch der Rekurrent vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern
die Anlage anders gestaltet werden könnte, ohne ihre Gebrauchsmög-
lichkeiten zu beeinträchtigen. Es wäre deshalb unangemessen, eine
gute Einordung und Gestaltung auch von einer Anlage zu verlangen,
die bereits aufgrund ihrer Funktion nur sehr beschränkt einer guten
äusseren Gestaltung zugänglich ist. Zudem hat sich am Augenschein
gezeigt, dass die Umgebung der geplanten Anlage sehr heterogen mit
Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern sowie Gewerbebauten über-
baut ist und insgesamt ein uneinheitliches neuzeitliches Bauumfeld
vorherrscht. Auch wenn die geplante Anlage aus gestalterischer Sicht
sicherlich kein Gewinn für das Orts- und Landschaftsbild darstellt,
kann gesamthaft gesehen nicht davon gesprochen werden, die Anlage
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 9/14
trete qualifiziert unschön in Erscheinung und werde von einem Durch-
schnittsbetrachter als schwerwiegende Verletzung ästhetischer Werte
wahrgenommen. Ebenfalls wird das Einordungs- und Gestaltungsge-
bot von Art. 5 Bst. a und b BauR nicht in unangemessener Weise ver-
letzt. Für die geforderte Höhenbeschränkung der geplanten Anlage
besteht damit kein Raum.
4.3 Nachvollziehbar ist der Einwand des Rekurrenten, wonach die
geplante Anlage seine Aussicht – insbesondere vom Südbalkon gese-
hen – beeinträchtigt.
Wie sich am Augenschein gezeigt hat, ist die Antenne auf dem Dach
des Wohnhauses zwischen den Bäumen sehr gut erkennbar. Die ge-
plante Anlage verdeckt sodann zumindest teilweise die für den Durch-
schnittsbetrachter zweifellos schöne Aussicht Richtung See und die
dahinterliegenden Hügel. Allerdings kennt das öffentliche Recht kei-
nen Anspruch auf ungeschmälerten Erhalt der Aussicht. Als Polizeibe-
willigung ist die Baubewilligung zu erteilen, wenn die massgebenden
Gesetzesvorschriften eingehalten sind. Nach Art. 22 des eidgenössi-
schen Raumplanungsgesetzes (SR 700; abgekürzt RPG) wird zwi-
schen Bauten und Anlagen unterschieden. Bei einer Antennenanlage
handelt es sich um eine "eindimensionale" technische Infrastrukturein-
richtung und somit um eine Anlage. Für diese sind in der Regel die
Vorschriften für Bauten nicht anwendbar. Insbesondere macht es kei-
nen Sinn, die Vorschriften über die Gebäudehöhe auf solche techni-
schen Infrastrukturanlagen analog anzuwenden (Baudepartement SG,
Juristische Mitteilungen 2004/IV/39). Sinn und Zweck von Vorschriften
über die Gebäudehöhe ist der Schutz der Nachbarliegenschaften be-
treffend Sonneneinstrahlung und Aussicht. Ist also die von einer vor-
schriftsgemäss erstellten Baute verursachte Beschränkung der Aus-
sicht hinzunehmen, muss dies erst recht für eine eindimensionale Mo-
bilfunkanlage gelten, da mit ihr weder die Belichtung noch die Fern-
sicht wesentlich tangiert werden. Eine direkte Einschränkung der Aus-
sicht ergibt sich ohnehin nur auf Objekte, die in der Verlängerung der
Achse zwischen dem Standort des Betrachters und der Mobilfunkan-
lage liegen. Ändert der Betrachter seinen Standort, treten die zuvor
von der Anlage verdeckten Landschaftsteile ohne weiteres hervor, wo-
gegen andere verschwinden. Eine solche Beeinträchtigung hat ein
Nachbar hinzunehmen und ist im Übrigen zwangsweise mit jedem
Bauvorhaben verbunden, zu dem Sichtkontakt besteht. Auch wenn der
Einwand des Rekurrenten aus persönlicher Sicht nachvollziehbar ist,
kann vorliegend auch vor diesem Hintergrund insgesamt nicht von ei-
ner Verunstaltung oder Verletzung der Grundsätze von Art. 5 BauR
gesprochen werden.
5.
Weiter beanstandet der Rekurrent eine Verletzung der Anlagegrenz-
werte.
5.1 Der Schutz der Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung
wird im eidgenössischen Umweltschutzgesetz (SR 814.01; abgekürzt
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 10/14
USG) und in der eidgenössischen Verordnung über den Schutz vor
nichtionisierender Strahlung (SR 814.710; abgekürzt NISV) durch die
festgelegten Grenzwerte abschliessend geregelt (BGE 126 II 399
Erw. 3). Dabei sollen Immissionsgrenzwerte für die Hochfrequenz-
strahlung insgesamt und Anlagegrenzwerte für die einzelnen Anlagen
die Menschen vor übermässiger elektromagnetischer Strahlung schüt-
zen. Die Immissionsgrenzwerte gelten für alle Orte, wo sich Menschen
auch nur kurzfristig aufhalten können (sog. OKA, Art. 13 Abs. 1 NISV).
Die im Vergleich zu den Immissionsgrenzwerten viel strengeren Anla-
gegrenzwerte begrenzen die Emissionen vorsorglich. Sie gelten für die
Strahlung einer Mobilfunkanlage an OMEN (Art. 3 Abs. 3 NISV). Die
Immissionsgrenzwerte sind in Ziff. 11 f. Anhang 2 NISV und die Anla-
gegrenzwerte in Ziff. 64 Anhang 1 NISV festgelegt.
5.2 Ist die Anlage noch nicht errichtet und in Betrieb genommen wor-
den, kann die Einhaltung der Immissions- und Anlagegrenzwerte nicht
gemessen werden, sondern sie wird berechnet. Grundlage der Be-
rechnung ist das vom Inhaber der geplanten Anlage gemäss Art. 11
NISV eingereichte Standortdatenblatt, das die für die Erzeugung von
Strahlung massgeblichen technischen und betrieblichen Daten der An-
lage, den massgebenden Betriebszustand sowie Angaben über die
von der Anlage erzeugte Strahlung an den nach der Verordnung mass-
gebenden Orten enthält (Urteil des Bundesgerichtes 1A.116/2002 vom
17. November 2003 Erw. 3.1). Werden beim vorgesehenen Betrieb der
Anlage die in der NISV vorgeschriebenen Grenzwerte gemäss rech-
nerischer Prognose eingehalten, so ist die Baubewilligung – vorbehält-
lich anderweitiger im öffentlichen Recht begründeter Hindernisse und
allenfalls verbunden mit der Pflicht, nach Inbetriebnahme eine Abnah-
memessung durchzuführen – zu erteilen.
5.3 Der Rekurrent bezweifelt die im Standortdatenblatt angegebe-
nen unterschiedlichen Werte für die auf Grundstück Nr. 021 gelegenen
OMEN Nrn. 02 und 09. Demnach liegt die elektrische Feldstärke der
Anlage bei OMEN Nr. 02 bei 4,98 V/m und bei OMEN Nr. 09 bei 2,26
V/m. Dass der Grenzwert von 5,00 V/m gemäss Ziff. 64 von Anhang 1
NISV nicht eingehalten sei, macht der Rekurrent nicht geltend und ist
auch nicht ersichtlich. Die unterschiedlichen Messergebnisse ergeben
sich aus dem Höhenunterschied der beiden OMEN von 4,25 m. Wie
das AFU im Amtsbericht vom 4. März 2020 nachvollziehbar und
schlüssig dargelegt hat, ergibt sich aus den vertikalen Antennendia-
grammen des Standortdatenblatts, dass die elektrische Feldstärke
ausserhalb der Hauptstrahlungskeule deutlich geringer ist. Die unter-
schiedliche Höhenlage bewirkt entsprechend eine wesentlich grössere
Lagedämpfung bei OMEN Nr. 09, weshalb der entsprechende Wert
klar unterhalb desjenigen von OMEN Nr. 02 liegt. Die unterschiedli-
chen Messergebnisse auf Grundstück Nr. 021 sind folglich erklärbar
und korrekt ausgewiesen. Eine Verletzung der Anlagegrenzwerte liegt
nicht vor.
5.4 Weiter macht der Rekurrent geltend, der Kinderspielplatz S._
auf Grundstück Nr. 005 sowie der Vorkindergarten auf Grundstück
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 11/14
Nr. 006 seien zu Unrecht nicht als OMEN berechnet worden. Gemäss
Art. 11 Abs. 2 Bst. c Ziff. 2 NISV muss das Standortdatenblatt insbe-
sondere Angaben über die von der Anlage erzeugte Strahlung an den
drei OMEN mit der stärksten Strahlung enthalten. Gemäss Standort-
datenblatt hat die Rekursgegnerin vorliegend zur besseren Nachvoll-
ziehbarkeit sogar zehn OMEN sowie zwei OKA berechnet. Aufgrund
der Entfernung sowie der Abweichungen von den Hauptstrahlungs-
richtungen der Antennen hat die Vorinstanz auf zusätzliche Berech-
nung dieser Ort verzichtet (siehe Erwägung Ziff. 13 Bst. i) des ange-
fochtenen Entscheids). Gemäss dem Amtsbericht AFU vom 4. März
2020 kann auf die Berechnung dieser OMEN verzichtet werden. Ge-
mäss eigenen Berechnungen wäre zudem beim S._ von einer
elektrischen Feldstärke von 2,8 V/m sowie beim Vorkindergarten von
einer elektrischen Feldstärke von 1,6 V/m auszugehen. Da die Grenz-
werte an den geforderten Orten deutlich unterschritten werden und die
Begründungen der Vorinstanz sowie der kantonalen NIS-Fachstelle
zutreffend sind, kann auf die vom Rekurrenten beantragte (Neu-)Be-
rechnung – ebenso wie bei den OMEN Nrn. 02 und 09 – verzichtet
werden. Folglich ist der entsprechende Antrag des Rekurrenten abzu-
lehnen. Auch diesbezüglich sind die Anlagegrenzwerte korrekt und
vollständig ausgewiesen.
5.5 Schliesslich macht der Rekurrent geltend, der Grenzwert beim
OMEN/OKA Nr. 05b auf Grundstück Nr. 010 werde überschritten. Zu-
dem handle es sich bei der ebenfalls auf diesem Grundstück befindli-
chen Glassammelstelle um ein OMEN, welches zu berechnen sei. Ge-
mäss Standortdatenblatt handelt es sich beim westlichen Gebäudeteil
(Vers.-Nr. 007) auf Grundstück Nr. 010 (Standort Nr. 05b) um ein La-
ger bzw. OKA. Der östliche Gebäudeteil mit Wohnung wurde demge-
genüber als OMEN Nr. 05a ausgewiesen. Im angefochtenen Ent-
scheid vom 16. Dezember 2019 hat die Vorinstanz den Standort
Nr. 05b aus Versehen als OMEN bezeichnet (siehe Erwägungen
Ziff. 13 Bst. j). Wie sich am Augenschein vom 25. Juni 2020 bestätigt
hat, wird der westliche Gebäudeteil tatsächlich als Lagerraum für den
ehemaligen Stadtgärtner genutzt. Wohnungen oder ein mehr als zwei-
einhalb Tage pro Woche benutzter Arbeitsplatz befinden sich dort
nicht (vgl. Vollzugsempfehlung zur NISV Mobilfunk- und WLL-
Basisstationen des BUWAL [heute: BAFU], Bern 2002, Ziff. 2.1.3, ab-
rufbar unter C:/Users/iah5027/Downloads/mobilfunk-_und_wll-basis-
stationenvollzugsempfehlungzurnisv%20(1).pdf). Folglich wurde der
OKA Nr. 05b korrekt ausgewiesen und der massgebliche Immissions-
grenzwert von rund 49 V/m ist klar eingehalten (vgl. Ziff. 2.2 Vollzugs-
empfehlung sowie Amtsbericht AFU vom 4. März 2020). Bei der Glas-
sammelstelle handelt es sich zudem gemäss Definition ebenfalls klar-
erweise um ein OKA. Gemäss Ziff. 2.1.3 der Vollzugsempfehlung han-
delt es sich einzig bei raumplanungsrechtlich festgesetzten Kinder-
spielplätzen sowie Pausenplätzen von Schulhäusern um OMEN. Da
der Aufenthalt an einer Glassammelstelle zur Entsorgung sehr kurz-
fristig ist und dieser in der Regel von Erwachsenen frequentiert wird,
schlägt ein Vergleich mit einem Kinderspielplatz oder Pausenplatz von
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 12/14
vornherein fehl. Im Übrigen wäre der Grenzwert wohl selbst bei An-
nahme eines OMEN eingehalten, da das danebenliegende Lager
(OKA Nr. 05b) auf einer Höhe von 4,9 m berechnet wurde und die
Glassammelstelle auf einer wesentlich tieferen Höhe (rund 1,9 m) zu
berechnen wäre (vgl. vorstehende Erw. 5.3). Insgesamt ist die Berech-
nung gemäss Standortdatenblatt auch diesbezüglich nicht zu bean-
standen.
5.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Mobilfunkanlage die
vorgeschriebenen Anlagegrenzwerte gemäss NISV an allen massge-
blichen Orten einhält.
6.
Schliesslich bringt der Rekurrent vor, durch das vorhandene Oblicht
auf dem Dach des Standortgebäudes (Vers.-Nr. 002) könne der als
Auflage verfügte Nachweis einer geschlossenen Beton- bzw. Metall-
decke nicht erbracht werden.
6.1 Mit Beschluss vom 16. Dezember 2019 hat die Vorinstanz zur
Einhaltung des Grenzwerts bei OMEN Nr. 01b als Auflage verfügt,
dass vor Baubeginn eine geschlossene Beton- bzw. Metalldecke bei
Gebäude Vers.-Nr. 002 nachzuweisen sei.
6.2 Am Augenschein vom 25. Juni 2020 hat sich bestätigt, dass das
gemäss den Baugesuchsunterlagen und Geoportal (www.geopor-
tal.ch/ktsg) ersichtliche Oblicht beim vorerwähnten Gebäude vorhan-
den ist. Der Vertreter des AFU hat am Augenschein erläutert, dass in
einem solchen Fall in der Regel zuerst mittels Abnahmemessung
überprüft werde, ob die Grenzwerte tatsächlich nicht eingehalten
seien. Erfahrungsgemäss werde die Strahlung unterhalb der Antenne
nämlich überschätzt. Sofern die Grenzwerte überschritten seien, könn-
ten entsprechende Massnahmen (z.B. Verhindern der Öffnung, Ab-
schirmung) ergriffen werden.
6.3 Aufgrund der vorerwähnten Ausführungen der kantonalen Fach-
stelle ist die Auflage mehr als ausreichend. Die diesbezüglichen Be-
fürchtungen des Rekurrenten erweisen sich als unbegründet. Folglich
ist der Rekurs abzuweisen.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass keine Beeinträchtigung eines
Schutzgebiets oder von Schutzobjekten vorliegt, weshalb die
Vorinstanz diesbezüglich zu Recht auf eine Ausnahme gemäss Art. 6
Abs. 2 SchV erkannt hat. Ebenso bewirkt die Anlage keine Verunstal-
tung oder eine Verletzung der Projektierungsgrundsätze des Baureg-
lements. Im Übrigen ist auch die Berechnung der Anlagegrenzwerte
vollständig und korrekt durchgeführt worden. Der Rekurs erweist sich
deshalb als unbegründet und ist abzuweisen
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 112/2020), Seite 13/14
8.
8.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu überbinden.
8.2 Der vom Rekurrenten am 15. Januar 2020 geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.
9.
Der Rekurrent stellt ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kos-
ten.
9.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
9.2 Da der Rekurrent mit seinen Anträgen unterliegt, hat er von
vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung.
Sein Begehren ist deshalb abzuweisen.