# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5deee182-7a3e-4383-bbc1-7e664bf0eb8c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, meldete sich am 2
8.
April 2000
unter Hin
weis auf eine
Depression
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
23/2/4-10
Ziff.
7.2
).
Mit Verfügung
vom 1
4.
Juli 2005 erteilte die IV-Stelle
Y._
Kostengutspra
che
für ein Praktikum
der Versicherten zur Behindertenbetreuerin
(
Urk.
23/49/1-2).
Mit Verfügung
vom
3.
April 2006 erteilte die IV-Stelle
Y._
Kostengut
sprache für ein
weiteres
Praktikum und eine Ausbildung
zur
Behindertenbetreu
erin
für die Zeit
vom
1.
April 2006 bis 1
4.
August 2009 (
Urk.
23/
72/1-3).
N
ach Abschluss der Ausbildung
war die Versicherte
bei der Stiftung
Z._
als
Fach
person
Wohnen
angestellt
(
Urk.
8/35/
1-
2
Ziff.
2.1 und
2.7).
Am 2
5.
September 2010 wurde sie Mutter eines Sohnes (
Urk.
8/25
Ziff.
3.1).
1.2
Die Versicherte meldete sich a
m
1.
Mai 2013
(richtig: 2014)
erneut bei der Inva
lid
enve
rsiche
rung an (
Urk.
8/25
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/69-73) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
8/74 =
Urk.
2) einen Anspruch auf IV-Leistungen.
2.
Die Versicherte erhob am 1
8.
Juni 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr IV-Leistungen zu gewähren (
Urk.
1 S. 1).
Die IV-Stelle
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
August 2015 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Mit
Replik
vom 2
3.
Oktober 2015
beantragte
die Beschwerdeführerin
,
es seien ihr
die
gesetz
lichen
Leistungen zu erb
ringen, i
nsbesondere
sei ihr
ab dem
1.
Dezember 201
4 eine ganze Rente zuzusprechen
.
Eventuell sei die Angelegen
heit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (
Urk.
1
4
S. 2
Ziff.
1).
Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete am
6.
Novem
ber 2015 auf eine Duplik (
Urk.
17).
Mit Gerichtsverfügung vom
9.
November 2015
(
Urk.
18)
wurden Akten der IV-Stelle
Y._
(
Urk.
23/1-201) be
ige
zogen. Am 2
5.
November 2015 (
Urk.
20) reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht w
eitere Akten (
Urk.
21/1-2) ein. Am
2
6.
Januar 2016 nahm
sie
zu den Akten der IV-Stelle
Y._
Stellung (
Urk.
28).
Die Beschwerdegegnerin
verzichtete am
5.
Februar 2016 auf eine Stellung
nah
me
(
Urk.
31), was der Beschwerdeführerin am 1
1.
Februar 2016 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
32).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Be
fun
de erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre
hinreichende Erklärung finden,
gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidi
sierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad
seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Fol
g
en verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.2 mit Hinwei
sen).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im
Übri
gen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialver
si
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine
vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nich
t ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbs
tätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e contrario ). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne
Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
denein
kommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten
Teilerwerbstätig
keit
festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tat
sächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzu
stehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S.
92 E.
4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben
danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätig
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invalidi
tätsbemes
sungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Sta
tusfrage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische
Willensent
scheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Be
einträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusse
ren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothe
tischer
Geschehensab
läufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin
auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitberück
sichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – los
gelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt
werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte
Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013
vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
ber 2013, je
mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte
im angefochtenen Entscheid
einen Anspruch
auf IV-Leistungen mit der Begründung,
die depressiven Einbrüche
der Be
schwer
deführerin
seien auf
die
Partnerschaft und
ihre
Schwangerschaft
2009/2010 zurückzuführen. Der Grund
liege in
der neuen
Rolle
der Beschwer
deführerin
als Mutter, Hausfrau und Partnerin sowie in
einer
Selbstwertproble
matik
bei Ge
wichtszunahme.
Nach den medizinischen Akten
würden psychoso
ziale Faktoren
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht ausgeschlossen.
Psycho
soziale Faktoren
liessen sich oft nicht klar von medizinisch objektivier
baren Leiden trennen. Trotzdem könnten solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne des Gesetzes verstanden werden (
Urk.
2 S. 1 f.).
Aus den vorliegenden medizinischen Unterlagen sowie den Ausführungen der Beschwerdeführerin gehe hervor, dass psychosoziale Faktoren eine erhebliche Rolle bei der geltend gemachten beruflichen Leistungseinschränkung spielten.
So sei der Krankheitsverlauf der depressiven Symptomatik unter anderem ge
prägt durch erhebliche Beziehungsprobleme mit zwischenzeitlicher Trennung vom Vater des gemeinsamen Sohnes, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz mit Mobbing
sowie eine
r
Krebsdiagnose der Mutter (
Urk.
7
Ziff.
2).
Eine invalidi
sie
rende Wirkung der als Differentialdiagnose diagnostizierten
Persönlichkeits
stö
rung
wäre
angesichts der Erwerbsbiografie ebenfalls zu verneinen (Urk.
7 Ziff. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, im Zusammenhang mit den Diagnosen einer Persönlichkeitsstörung und einer Depression sei es ihr nicht möglich, im angestammten Arbeitsbereich wieder selbständig Fuss zu fassen (
Urk.
1 S.
1).
Sie
l
eide seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 10. Dezember 2013 unter einer rezidivierenden depressiven Störung bei mittelgradiger bis schwerer Episode sowie unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und sei dadurch für
jeg
welche
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 14 S. 6 Ziff. 3). Spätestens seit der Einschulung ihres Sohnes im August 2015 hätte sie im Gesundheitsfall ihr Arbeitspensum auf 80 % erhöht (Urk. 14 S. 7 Ziff. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, stellte
im
Bericht vom 2
4.
Januar 2014 (
Urk.
8/24/2-4) die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom.
Daneben
nannte
sie
eine Ten
denz zu Übergewicht
. Die Prognose sei gut
(
Ziff.
1).
Dr.
A._
gab als ärztli
chen Befund an
: „Schwermut, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Leeregefühl, Gefühl der Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Ge
fühl, versagt zu haben“ (
Ziff.
8). Als Einschränkungen
bestünden
:
„
Mü
digkeit, Konzentrationsprobleme,
verminderte psychische Belastbarkeit.
“
Bei einer Besserung der Symptomatik könne der Beschwerdeführerin die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit zugemutet wer
den (
Ziff.
9-10).
Dr.
A._
attestierte
der Beschwerdeführerin
ab dem 1
0.
Dezember 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Die Wiederaufnahme der Arbeit könne eventuell Anfang März 2014 mit einem Pensum von 50
%
erfolgen (
Ziff.
4-5). Es bestehe ein Status nach mittelschwerer Depression mit Suizidalität vor 20 Jahren (
Ziff.
1
8
).
3.2
Die Beschwerdeführerin
begab sich
am 1
3.
Januar 2014 in
die
Klinik
B._
in stationäre
psychiatrische
Behandlung (
Urk.
8/34/6
Ziff. 6
).
C._
, Psychologin, und
Dr.
med.
D._
,
Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
Oberärztin, Klinik
B._
, Psychiatrische Dienste
E._
, nannten im Bericht vom 2
1.
Mai 2014 (
Urk.
8/34/5-7) als Diag
nose eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig schwerer Episode ohne psychotische Symptome (
Ziff.
1).
Die Fachleute der Klinik
B._
gaben an, es
bestehe
eine mittelgradig vermin
derte Konzentrationsfähigkeit. Im formalen Denken zeige die Patientin ein schwer ausgeprägtes Grübeln. Sie sei
mittelgradig nie
dergeschlagen, leicht ängstlich,
innerl
ich stark unruhig und
zeige eine mittelgradige Antriebsarmut und -hemmung.
Es bestehe ein mittelgradiger sozialer Rückzug. Suizidgedanken seien im Verlauf wiederholt aufgetaucht. Aktuell könne sich die Beschwerde
führerin deutlich davon distanzieren.
Ein
Hamilton Score
sei nicht
erhoben worden.
Kurz nach
Eintritt in
die
Klinik am 2
1.
Januar 2014
habe
der BDI-II-Wert 46 Punkte
betragen
, was als schwere depressive Episode zu bewerten sei. Am
6.
Mai 2014
habe der Wert noch 30
Punkte betragen
, was immer noch als schwere depressive Episode einzuschät
zen sei, jedoch eine Verbesserung zum Ausgangswert um 16 Punkte bedeute (
Ziff.
2).
Die Patientin sei am 1
3.
Januar 2014 aufgrund einer Verschlechterung der de
pressiven Symptomatik mit ihrem dreijährigen Sohne
freiwillig
auf die Mutter-Kind-Station der Klinik
B._
eingetreten.
Sie
habe beim Eintritt eine schwere depressive Symptomatik gezeigt. Den Auslöser für die zunehmende depressive Symptomatik habe
die Patientin
in der Beziehungsproblematik zum Partner und Vater ihres Sohnes gesehen. Seit der Geburt des Sohnes seien grosse
Partner
schaftsprobleme
aufgetreten, welche schlussendlich zur Trennung geführt hät
ten. Die Patientin habe vor dem Eintritt jedoch weiterhin mit dem Ex-Partner in der gemeinsamen Wohnung gelebt, was als grosse Belastung erlebt worden sei.
Als weiteren
Auslösungsfaktor habe sie Probleme mit Mitarbeitern angegeben.
Die Beschwerdeführerin habe über mehrere Wochen eine starke Ambivalenz in Bezug auf die Weiterführung beziehungsweise die endgültige Beendigung der Beziehung
zu ihrem
Partner gezeigt. Damit zusammenhängend seien immer wieder Schuld- und Versagensgefühle gegenüber dem Sohn und der eigenen Rolle als alleinerziehende, berufstätige Mutter
aufgetreten
. Das Befinden der Patientin unterliege immer wieder Schwankungen, welche meist mit der jeweili
gen Situation in der Partnerschaft zusammenhängen würden
(S. 2
Ziff.
6).
Kürzlich sei es nach einem Wochenende zuhause zu einer starken Verschlechte
rung des Befindens gekommen. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen mit dem Ex-Partner und zur endgültigen Trennung gekommen. Bei der Rückkehr aus dem
Wochenende seien nebst einer allgemeinen Zunahme der depressiven Symptome auch starke Suizidgedanken aufgetreten. Diese seien aktuell wieder rückläufig (S. 3
Ziff.
6 oben).
Die Patientin sei aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig
. Die Arbeitsunfähigkeit
sei
begründet durch die schwere depressive Symptomatik.
Im Vordergrund
stünden
insbesondere eine Energie- und Kraftl
osigkeit, eine schnelle
Ermüdbarkeit sowie eine Konzentrations- und Antriebsstörung (S. 3
Ziff.
7).
3.3
C._
, Psychologin,
und
Dr.
D._
berichteten am 1
1.
Juli 2014 (
Urk.
8/39),
dass die Beschwerdeführerin am 1
2.
Juni 2014 aus der Klinik
B._
entlassen worden sei (S. 1
Ziff.
1.3).
Die Patientin habe von einer ersten schweren depressiven Episode vor 20 Jahren
berichtet und davon,
dass die aktuelle Episode seit November 2013 bestehe (
S. 1
Ziff.
1.1).
Grundsätzlich könne bei einer Depression von einer günstigen Prognose ausge
gangen werden. Da bei der Patientin in der Vergangenheit trotz entsprechender psychiatrischer Behandlung wiederholt depressive Episoden aufgetreten seien, seien
jedoch
weitere Rückfälle wahrscheinlich (S. 3
Ziff.
1.4).
Für die Tätigkeit als Fachfrau
Betreuung EFZ
habe vom 1
3.
Januar bis 1
5.
Juni 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 3
Ziff.
1.6).
Zum Zeitpunkt des Austrittes habe noch eine leichte depressive Symptomatik vorgelegen. Diese habe sich in leichten Konzentrationsstörungen gezeigt sowie in einem
leichtgradig
verminderten Antr
ieb, leichten Schlafstörungen,
in einer leichten Ängstlichkeit und in einer inneren U
nruhe in Bezug auf den Austritt
. Nach dem Rückgang der depressiven Symptomatik sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
betreffend die bisherige Tätigkeit
den zeitlichen Rahmen von acht Stunden pro Tag errei
chen werde
. Man empfehle einen langsamen Wiedereinstieg bis zum vollständi
gen Abklingen der depressiven Symptomatik
(
S.
3
f.
Ziff.
1.7).
Weiter werde
die Fortführung einer ambulanten psychia
tri
schen Behandlung
nach dem Austritt aus der Klinik empfohlen
. Die Mass
nah
men sollten zum Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit führen (S. 4
Ziff.
1.8).
3.4
Die Beschwerdeführerin begab sich am 2
2.
Januar 2015 bei
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in
ambulante
psychiatrische Behandlung
(vgl. Urk. 8/63 S. 1)
.
Dr.
F._
führte in einer Stellungnahme vom 2
7.
März 2015 (
Urk.
8/63) aus, es bestehe nach wie vor eine erhebliche depressive Symptomatik mit ausgeprägter innerer Leere, Antriebslosigkeit, Überforderung in der Gestal
tung der Tagesstruktur und knapper Bewältigung der Mutterrolle mit häufigen Versagensgefühlen und
beeinträchtigter Fähigkeit,
den
Selbstwert zu regulieren. Teilweise bestünden suizidale Gedanken, aber ohne konkrete Umsetzung wegen
des
vierjährigen Sohnes
der Beschwerdeführerin
. Seit der längeren
Hospitali
sation
in der Klinik
B._
sei es kaum zu einer Remission der depressiven Symptomatik gekommen. Ebenso
wenig
sei seit dem Klinikaustritt bei fehlender Remission eine medikamentöse Optimierung erfolgt. Bei dem Schweregrad der Depression sei eine fachärztliche Betreuung absolut notwendig.
Diagnostisch erachte
te
Dr.
F._
die Kriterien für eine rezidi
vie
rende depressive Störung als nicht erfüllt, da es bis anhin zu keiner Remission ge
kommen sei.
Die Beschwerdeführerin leide seit dem Einbruch ihrer
Sport
kar
riere
(zirka 1994) an einer ausgeprägten psychischen Labilität mit depressi
ven Zügen. Sie sei dreimal psychiatrisch hospitalisiert gewesen. Durch eine
frühere
ambu
lante psychiatrische Behandlung sei es zu einer Stabilisierung gekommen. Die Arbeitsfähigkeit sei in dieser Lebensphase wegen vermutlich
leichtgradigem
Ausmass der Depression gegeben gewesen. Durch die Partnerschaft und die Schwanger
schaft 2009/2010 sei es zu einem
erneuten schweren depressiven Einbruch gekommen aufgrund der neuen Rolle als Mutter, Hausfrau und Part
ne
rin und einer Selbstwertproblematik bei Gewichtszunahme (S. 1).
Die Beschwerdeführerin leide
gemäss ihren Angaben und dem Bericht der Klinik
B._
mindestens seit 2010
an einer anhaltenden mittelgradigen depressiven Episode auf dem Boden von akzentuierten emotional-instabilen und abhängi
gen Persönlichkeits
zügen. Als Differentialdiagnose nannte
Dr.
F._
eine Persönlichkeitsstörung.
Sie
habe seit dem 2
2.
Januar bis 3
1.
März 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert. Die restlichen 50
%
beinhalte
die
Hausarbeit und Kinderbetreuung.
Dr.
F._
erachte
te
die Beschwer
deführerin zum aktuellen Zeitpunkt als nicht vermittelbar. Sie schreibe sie des
halb per
1.
April 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig.
Dr.
F._
empf
a
hl eine tagesklinische Behandl
ung für mindestens sechs Monate
, um bessere Voraussetzungen für einen beruflichen
Wiederein
stieg
zu erreichen (S. 2).
3.5
Lic
. phil.
G._
, Psychologin,
Dr.
med.
H._
, Oberärztin, und
Dr.
med.
I._
, Chefarzt,
Psychiatriezentrum
J._
,
K._
AG,
nahmen am
2
9.
September 2015 (
Urk.
15/2)
zu den
Fragen des Rechts
vert
reters der Beschwerdeführerin Stellung.
Die Fach
personen
des Psychiatriezentrums
J._
stellten folgende Diag
nosen (S. 1
Ziff.
1):
r
ezidivierende depressive Störung
, gegenwärtig mittelgradige bis schwere
Episode
(ICD-10 F33.1)
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden, abhän
gigen und emotional-instabilen Zügen
(ICD-10 F61)
Die Diagnosen bestünden vor dem
Hintergrund einer strukturellen Störung im Sinne einer gemischten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und emotional-instabilen Zügen. Die Patientin habe bereits Ende der 1990-er Jahre an einer depressiven Episode gelitten, weshalb sie sich 1999 erstmals in stationäre psy
chiatrische Behandlung begeben habe. Zwischenzeitlich hätten Phasen der Re
mission von der depressiven Symptomatik bestanden. Die aktuelle depressive Episode habe 2013 begonnen. Daneben leide die Patientin an einer fortbeste
henden emotionalen Instabilität im Rahmen der kombinierten
Persönlichkeits
störung
(S. 1
Ziff.
2).
Der Rechtsvertreter stellte die Frage, ob
eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder ein damit vergleichbarer psychischer Leidenszustand vorliege. Zu
dem fragte er nach der Bedeutung der in den Akten erwähnten psychosozialen beziehungsweise
soziokulturellen Lebensumstände
.
Die Fachleute
antwortete
n
darauf, die Patientin leide aufgrund der gegenwärtig mittelschweren bis schwe
ren depressiven Episode und der kombinierten Persönlichkeitsstörung unter anderem an einer raschen Erschöpfbarkeit, einer reduzierten Belastbarkeit, An
triebsmangel, Freudlosigkeit, Schlafstörungen, Ängsten sowie an einer latenten bis subakuten Suizidalität.
Die Persönlichkeitsstörung äussere sich in Sympto
men wie emotionaler Instabilität, Identitätsdiffusion, Angst vor Trennung, Anspannung und Gereiztheit, Impulsivität wechselnd mit Gehemmtheit und
Be
zie
hungsproblemen
. In der Vorgeschichte sei zudem ein selbstschädigendes Ver
halten bekannt.
Wie
bei allen psychischen Krankheiten seien auch bei der Patientin
krankheits
im
manente
anhaltende psychosoziale Belastungen und krankheitsbedingt
e dys
funk
tionale Verarbeitungen zu finden.
Hingegen spielten sogenannte
krank
heits
fremde
psychosoziale oder äussere soziokulturelle Faktoren keine entschei
den
de Rolle
bei
der Entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheit (S.
2
Ziff.
3).
Die Beschwerdeführerin sei erstmals 1999 psychopharmakologisch behandelt
worden. 2013 sei erneut eine antidepressive Behandlung etabliert worden, wel
che
im
Rahmen des stationären Aufenthaltes in der Klinik
B._
vom 1
3.
Januar bis 1
2.
Juni 2014 weiter
aufdosiert
und mit anderen Antidepressiva kombiniert worden sei.
Es habe aber weiterhin eine deutliche depressive Symptomatik bestanden;
Während des aktuellen tagesklinischen Aufenthaltes
sei
daher
eine Umstellung auf
Cipralex
erfolgt.
Bei unzureichender Wirksamkeit des Me
di
kamentes sei nun eine Augmentat
ion mit initial Lithium erfolgt, worauf die Beschwerdeführerin an deutlichen Nebenwirkungen litt, sodass nun eine Medi
ka
tion mit
Quetiapin
erfolgt sei
. Die Patientin erhalte
somit
eine
Mehrfach
kom
bi
nation
an Psychopharmaka (S. 2
Ziff.
4).
Die Patientin sei per 1
0.
April 2015
in eine tagesklinische Behandlung
eingetre
ten. Aufgrund des Beschwerdebildes zeige sich seither ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auf dem ersten Arbeitsmarkt. Eine Potentialabklärung der IV vom
2.
bis 2
7.
März 2015
habe eine noch gesundheitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auf dem ersten Arbeitsmarkt ergeben mit der Empfehlung der Auf
nahme einer vorrangigen tagesstrukturierenden Behandlung (S. 2 f.
Ziff.
5).
4.
4.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung zwar nicht schlechthin auszuschlies
sen, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleit
erscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, von einem psych
ogenen Schmerzsyndrom losgelöstes
depressive
s
Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist. Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden
(ICD-10 F32.1)
verneint dies das Bundesgericht regelmässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014, E. 4.2).
Einer
schweren
Depression
wird dagegen
in der Regel
invalidisierende Wirkung
beigemessen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2014 vom 2
0.
Mai
2014, E.
4.2.2).
4.2
Die Beschwerdeführerin war vom 1
3.
Januar bis 1
2
.
Juni 2014 in der Klinik
B._
hospitalisiert (E. 3.3 hiervor).
Nach dem Austritt aus der Klinik
wurde das
Arbeitsverhältnis bei der Stiftung
Z._
schliesslich
per 3
0.
November 2014 aufgelöst (
Urk.
8/46). Am 2
2.
Januar 2015 begab sich die Beschwerdeführerin in Behandlung bei
Dr.
F._
(vorstehende E. 3.4)
.
Im Bericht
der Fachleute der Klinik
B._
vom 2
1.
Mai 2014
werden als Grund
für
die
Verschlechterung
der depressiven Symptomatik
und den Eintritt in die Klinik
Partnerschaftsprobleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz mit Mit
arbeitenden und die Rolle als Mutter
angegeben
(E. 3.
2
).
Dabei handelt es sich in der Tat um
Umstände
, die bei der Beurteilung de
r Arbeitsfähigkeit als IV-fremd
auszuscheiden
sind
.
Demgegenüber
gelangten die
Ärzte
des
Psychiatrie
zentrums
J._
in der Stellungnahme vom 2
9.
September 2015 zu einem anderen Ergebnis. So verneinten sie,
dass sogenannte
n
krankheitsfremde
n
psy
chosoziale
n
oder äussere
n soziokulturellen
Faktoren eine entscheidende Rolle
bei
der Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Erkrankung
der Be
schwerdeführerin
zukomme
(E.
3.5 hiervor).
Gegen die Berichte der Klinik
B._
vom 2
1.
Mai und 1
1.
Juli 2014
ist zudem anzuführen,
dass die Ein
schät
zung wonach die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit vollumfäng
lich wie
der erlangen könne (E.
3.3), nach dem Austritt aus der Klinik
bisher
nicht reali
siert werden konnte.
Die Beschwerdeführer
in
musste sich
am
1
0.
April 2015
er
neut
, diesmal
in die Tagesklinik des Psychiatrieze
ntrums
J._
,
K._
AG
,
in
psychiatrische
Behandlung
begeben
. Die Behandlung
dauerte zum Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung
vom 2
6.
Mai 2015
noch an
.
Die Ärzte des Psychiatriezentrums
J._
nannten
neu
als Diagnosen eine
rezidivierende
depressive
Störung bei gegenwärtig mittelgradige
r bis schwerer
Episode und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung. In Anbetracht des
Schwere
grades
der
nun diagnostizierten
depressiven Störung
kann dieser eine inva
li
disierende Wirkung nicht von vorneherein abgesprochen werden.
Zudem
wurde neu die
Diagnose einer
kombinierte
n
Persönlichkeitsstörung
gestellt
, während
Dr.
F._
noch
lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge diagnos
tiziert hatte
beziehungsweise
eine Persönlichkeitsstörung nur
als Differential
diagnose gestellt hatte
.
Nach
Lage der
medizinischen
Akten
bleibt
unklar,
ob und
wenn ja
in welchem
Umfang
die Beschwerdeführerin
aufgrund
einer all
fälligen
Persönlichkeitsstörung
längerf
ristig in ihrer Arbeits- und Erwerbs
fähig
keit
eingeschränkt ist.
Von Bedeutung ist zudem, dass
bereits in der Vergangen
heit
depressive
Episoden
mit
mehreren
Klinikaufenthalten
aufgetreten waren
, wie
Dr.
F._
berichtete (E. 3.4
hiervor
).
Bei dem stationären Auf
ent
halt in der Klinik
B._
im Jahr
2014 handelt es sich daher nicht um ein einmaliges Ereig
nis.
Indes
kann
bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
auch nicht allein auf die
Einschätzung
der behandelnden Ärzte
und
Fachleute
des
Psychiatriezentrums
J._
und von
Dr.
F._
abgestellt werden.
Insofern ist die Erfahrungstatsache zu beachten, dass Hausärzte wie auch be
handelnde Ärzte im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wes
halb im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die An
gaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen wird (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Nach Gesagtem
erweisen sich daher weitere
medizinische
Abklärungen
zum psychiatrischen Leiden und insbesondere
zum Verlauf der
Ar
beits
un
fähigkeit
der Beschwerdeführerin
in der angestammten und
in
einer
behin
derungs
an
ge
passten
Tätigkeit
speziell
seit Dezember 201
3
als erforderlich.
Die
Be
schwerde
gegnerin
hat es in diesem Zusammenhang
auch
unterlassen
, den Abschluss der Behandlung in der Tagesklinik des Psychiatriezentrums
J._
vor Er
lass
der Verfügu
ng vom 2
6.
Mai 2015 abzuwarten.
Dies, da
nicht auszuschlies
sen
ist
,
dass die laufende Behandlung eine
Stabilisierung und Verbesserung der Arbeits
fähigkeit zur Folge haben wird.
4.3
Nachdem die Beschwerdeführerin 2010 Mutter eines Sohnes
wurde
, bleibt
zu
dem
zu prüfen, ob und mit welchem Pensum sie im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre.
Sofern sie als
Teilerwerbstätige zu qualifizieren
ist
,
hätte
die
Invaliditäts
bemessung
nach der gemischten Methode zu erfolgen (E.
1.3 hiervor).
Die Be
schwerdeführerin brachte in der Replik vom 2
3.
Oktober 2015
dazu
vor
, dass sie
im Gesundheitsfall seit der Einschulung des Sohnes
ein Pensum von 80
%
aus
üben
würde (
Urk.
14 S. 7
Ziff.
6).
Die
Beschwer
degegnerin
hat es unterlassen, die Statusfrage mittels einer Haushaltabklärung abzuklären.
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.5
Zusammenfassend erweist sich der Sacher
halt als ungenügend abgeklärt.
Die Sache
ist
daher
an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen, damit sie
den psy
chischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen
Auswirkungen
auf die
Arbeits
fähigkeit
der Beschwerdeführerin
fachärztlich
abkläre. Zu
dem ist
gegebenenfalls
eine Haushaltabklärung durchzuführen.
Anschliessend hat die
Be
schwerdegeg
nerin
über
ihre
Leistungspflicht
neu zu verfügen. In diesem Sinn
e ist die Be
schwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Parteikosten
werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
bemessen (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Vorliegend
erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr.
2‘
6
00
.--
(in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.