# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b4b8eea0-fd84-4e67-bed3-6d043fc6b9f9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war vom 1. Februar 1990 bis 30. November 2011 als Rangierer bei den
Y._
angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert (Urk. 10/2 und 10/4). Mit Schadenmeldung vom 25. Juni 2012 (Urk. 10/2) wurde die SUVA davon in Kenntnis gesetzt, dass das Gehör des Versicherten geschädigt sei und dass der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestehe.
Gestützt auf die eingeholten medizinischen Akten (Berichte von
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, speziell Hals- und
Gesichtschi
rurgie
, vom 18. Januar 2005 [Urk. 10/6] und
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 13. April 2010 [Urk. 10/5]) kam
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Hals
krankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, Allergologie, klinische Immunologie und Arbeitsmedizin
,
von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA am 10. August 2012 zum Schluss, dass die Gehörschädigung des Versicherten zwar nicht ausschliesslich, aber doch vorwiegend durch dessen berufliche Lärmarbeit verursacht worden sei (Urk. 10/11). Mit Schreiben vom 13.
August 2012 (Urk. 10/12) teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass sie die Schwerhörigkeit als Berufskrankheit anerkenne. Die SUVA richtete in der Folge Versicherungs
leistungen aus (Übernahme der Heilbehandlungskosten
[
vgl. Urk. 2 S. 2]).
1.2
Mit Schreiben vom 26. November 2012 (Urk. 10/13) liess der Versicherte anfra
gen, ob er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung habe. Die SUVA ver
neinte diese Anfrage am 28. November 2012 mit dem Hinweis auf die Einschät
zung von
Dr.
B._
vom 10. August 2012 (Urk. 10/14).
Am 13. Mai 2013 reichte
Dr.
A._
einen Bericht betreffend
die von
Dr.
B._
angeregte Hörgerätversorgung (vgl.
Urk.
10/11) und die
Integritäts
entschädigung
zu den Akten (Urk. 10/18).
Dr.
B._
nahm am 31. Mai 2013 abermals zur Frage der Integritätsentschädigung Stellung (Urk. 10/20). Mit Ein
gabe vom 18. Juni 2013 (Urk. 10/24) liess der Versicherte den Erlass einer Ver
fügung beantragen.
Mit Verfügung vom 27. Juni 2013 (Urk. 10/25) verneinte die SUVA den An
spruch des Versicherten auf eine Integritätsentschädigung. Die dagegen mit Eingabe vom 25. Juli 2013 (Urk. 10/26
/1-8
) und unter Beilage von zwei weite
ren Berichten von
Dr.
A._
(Urk. 10/26
/20-31
) erhobene Einsprache wies die SUVA, nachdem sie zuvor eine ärztliche Beurteilung von
Dr.
B._
eingeholt hatte (
Urk.
10/29) mit Entscheid vom 19. November 2013 (Urk. 2 = Urk. 10/30) ab.
2.
Mit Eingabe vom 20. Dezember 2013 (Urk. 1; vgl. auch Urk. 5) liess der Versi
cherte Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 19. November 2013 er
heben mit folgenden Anträgen:
1.
Es seien die Verfügung vom 27. Juni 2013 und der Einsprache-Ent
scheid vom 19. November 2013 aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinschränkung von mindestens 25 % zuzu
sprechen.
3.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten für die schriftlichen Stellungnahmen von
Dr.
med. D.
A._
zu über
nehmen.
4.
Eventualiter: Es sei ein neutrales audio-
neurootologisches
Gutach
ten zu erstellen.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Be
schwerdegegnerin
.
Die SUVA liess in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2014 (Urk. 9) auf Abweisung der Beschwerde schliessen.
Replicando
und
duplicando
liessen die Parteien an ihren Anträgen festhalten (Urk. 15 und 19).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
1.2.1
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (
Art.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bun
desrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt.
Nach der Rechtsprechung ist eine „vorwiegende" Ver
ursachung von Krankhei
ten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. „Ausschliess
liche" Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
1.2.2
Nach der vom Bundesrat in Anhang I zur UVV erstellten Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen gelten als arbeitsbedingte Er
krankungen unter anderem auch Erkrankungen durch physikalische Einwirkun
gen. Ausdrücklich genannt werden dabei erhebliche Schädigungen des Gehörs bei Arbeiten im Lärm. Die Schwere der Beeinträchtigung ist dabei aus prakti
schen Gründen in Prozenten des Hörverlusts zu umschreiben, wobei die Frage, ab welcher prozentualen Grenze ein Hörverlust als erheblich im Sinne der ge
nannten Bestimmung zu qualifizieren ist, sich nicht nach abstrakten medizini
schen Kriterien beantworten lässt; vielmehr kommt es darauf an, ob sich der Gehörschaden praktisch in erheblicher Weise auswirkt, indem er zu einer
an
spruchsbegründenden
Erwerbs- oder Integritätseinbusse führt (Urteile des Bun
desgerichts U 245/05 vom 1. Dezember 2005 E. 3.2 und U 371/04 vom
2.
März 2005).
1.2.3
Liegen mehrere, einander nicht beeinflussende Gesundheitsschäden vor, wobei ein Teil der Schäden durch einen Unfall respektive eine Berufskrankheit bedingt ist, ein anderer Teil jedoch durch eine Krankheit entstanden ist, so sind die Fol
gen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewerten. Dies gebietet das Kausalitätsprinzip (BGE 126 V 116 E. 3a) und führt in Anwendung von
Art.
36
Abs.
2 UVG zu einer angemessenen Kürzung der Integritätsentschädigung. Das Mass der Kürzung richtet sich nach der Bedeutung der unfallfremden Ursachen
für die Gesundheitsschädigung, wobei den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Berechtigten Rechnung getragen werden kann (
Art.
47 UVV).
Liegt eine Berufskrankheit vor, so wird für ihre weiteren Folgen nur der gewöhnli
che, adäquate Kausalzusammenhang gefordert. Für die grundsätzliche Haftung der SUVA genügt es somit, wenn die Berufskrankheit zu einem kleine
ren Teil die Integritätseinbusse verursacht hat; es ist nicht erforderlich, dass der Schaden vorwiegend durch die Berufskrankheit bedingt ist, sofern die Berufs
krankheit ihrerseits ausschliesslich oder vorwiegend auf die im Gesetz genann
ten Ursachen zurückgeht (Urteil des Bundesgerichts 8C_474/2010 vom 29. Juli 2010 E. 2.3). Die Kürzung bei Berufskrankheiten erfordert den Nachweis einer
seits eines über eine blosse krankhafte Veranlagung hinausgehenden Faktors und andererseits eines auf diese berufskrankheitsfremde Ursache zurückzufüh
renden Schadenteils (
Rumo-Jungo
/Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversi
cherung, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
4.
Auflage, Zürich 2012, S. 193).
1.3
1.
3
.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen In
tegrität erleidet. Die
Inte
gritätsentschädigung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
In
tegritätsschadens
abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Ge
mäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integri
tätsentschädigung
die Richtli
nien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige
Integritätsschä
den
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsent
schädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
3
.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des
Integri
tätsschadens
. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem
medizinischem
Befund ist der
Integri
täts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die
Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Integritätsscha
dens
aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des
Integri
tätsschadens
hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
1.
3
.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Inte
gritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschäden
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, ge
ben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige
Gebrauchs
unfähigkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritäts
schaden
weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der SUVA hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller
Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Soweit sich ein Entscheid auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen stützt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit dieser ärztli
chen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135
V 465).
1.
5
Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnah
men angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnah
men für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung im Wesentlichen gestützt auf die entsprechenden Beurteilungen von
Dr.
B._
. Danach seien die rein beruflich bedingten Anteile an der Gehörschädigung nicht erheblich; es überwiege die nicht durch die be
rufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers verursachte Schädigung. Die Berichte von
Dr.
B._
erfüllten sämtliche von der höchstrichterlichen Praxis aufgestell
ten Anforderungen
;
s
ie seien nachvollziehbar begründet. Deshalb könne darauf abgestellt werden. Demgegenüber seien die Einschätzungen von
Dr.
A._
widersprüchlich und könnten nicht überzeugen. Die Tatsache, dass die Schwer
hörigkeit des Beschwerdeführers grundsätzlich als Berufskrankheit anerkannt worden sei, bedeute nicht zwangsläufig, dass auch ein Anspruch auf eine
In
tegritätsentschädigung
gegeben sei. Dafür hätten die beruflich bedingten An
teile an der Schädigung erheblich sein müssen. Ein Anlass für weitere medizi
nische Abklärungen bestehe nicht. Die Einholung von zusätzlichen Berichten bei
Dr.
A._
, auf welche nicht abgestellt werden könne, sei nicht nötig ge
wesen. Die Beschwerdegegnerin sei nicht verpflichtet, die Kosten für diese nicht aussagekräftigen Berichte zu übernehmen (vgl. Urk. 2, 9 und 19).
2.2
Der Beschwerdeführer liess zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen vortragen, es sei gestützt auf die Beurteilungen von
Dr.
A._
erstellt, dass ein Integritätsschaden von 25 % bestehe, der kausal auf die berufliche
Lärm
schädigung
zurückzuführen sei. Die massive Gehörschädigung stehe in direktem Zusammenhang mit dem während 19 Jahren ausgeübten Beruf als
Rangierar
beiter
bei den
Y._
. Gestützt auf die SUVA-Tabellen 12, 13 und 14 ergebe sich eine Integritätsentschädigung von mindestens 25 % (10 % nach Tabelle 12, 10 % nach Tabelle 13 und 5 % nach Tabelle 14). Zudem sei die
Beschwerdegeg
nerin
zu verpflichten, die Kosten der schriftlichen Stellungnahmen von
Dr.
A._
zu übernehmen. Die Mängel der Beurteilungen von
Dr.
B._
hät
ten nämlich erst durch die Berichte von
Dr.
A._
aufgedeckt werden kön
nen. Deshalb seien sie nötig gewesen und deren Kosten zu erstatten. Auf die Berichte von
Dr.
B._
könne - entgegen der Auffassung der
Beschwerdegeg
nerin
- nicht abgestellt werden (Urk. 1 und 15).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hat und ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für die Berichte von
Dr.
A._
übernehmen muss.
3.
3.1
Dr.
Z._
führte in seinem Bericht vom 18. Januar 2005 (Urk. 10/6) aus, dass der Beschwerdeführer Hörprobleme mässigen Grades im Restaurant bei
Stör
lärm
, gelegentlich auch beim Fernsehen beschreibe. Bei der Arbeit habe er keine Kommunikationsprobleme. Bei vorschriftsmässiger Hörprotektion sei ein unge
fährdeter Einsatz am bisherigen Arbeitsplatz weiterhin möglich.
3.2
Dr.
A._
äusserte sich in seinem Bericht vom 13. April 2010 (Urk.
10
/5) dahin
gehend, dass man beim Beschwerdeführer eine leichte Progredienz der
sensori
-neuralen Schwerhörigkeit beidseits feststellen könne. Die
vestibulär
evozierten
myogenen
Potentiale zeigten beidseits auch eine
leichte Schädigung des
Sacculus
; vor allem die
otoakustischen
Emissionen wiesen auf eine Schädi
gung des biologischen Innenohrverstärkers (äussere Haarzellen) im
Hochtonbe
reich
beidseits hin. Diese Befunde sprächen für eine lärmbedingte
cochleäre
Lä
sion. Es werde eine berufliche Neuorientierung empfohlen.
3.3
Dr.
B._
hielt in seinem Bericht vom 10. August 2012 (Urk. 10/11) fest, dass vornehmlich eine
mediocochleäre
Innenohrschwerhörigke
it
beidseits bestehe
mit
einem maximalen
Hörverlust von 35 dB SPL rechts beziehungsweise 40 dB SPL
links bei 2000 Hz. Somit liege eine Schwerhörigkeit nicht erheblichen Gra
des vor, die zwar nicht ausschliesslich, aber doch vorwiegend durch die berufli
che Lärmarbeit verursacht worden sei. Ein berufslärmbedingter, entschädi
gungspflichtiger Integritätsschaden bestehe nicht.
3
.4
Dr.
A._
erklärte am 13.
Mai 2013, dass er anhand des
Reintonaudio
gramms
einen Hörverlust rechts von
37,3 % und links von 44,1 % habe fest
stellen können. Der Integritätsschaden betrage 10 %
(vgl. dazu SUVA-Tabelle 12.3-4)
.
Im Sprachaudiogramm könne man einen Sprach-Gehör-Verlust von 35-40 dB feststellen. Beide Diskriminationskurven linksbetont seien gegenüber der Norm mittelgradig verschoben. Anhand der Bestimmung de
r
Unbehaglich
keitsschwelle
sei d
er Dynamikbereich für die Sprache hochgradig reduziert. Ge
genüber der reintonaudiometrischen Untersuchung im November 2009
(vgl.
Urk.
10/10/1-2)
betrage die Progredienz der Schwerhörigkeit 10 % (Urk. 10/18).
3.5
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 31. Mai 2013 (Urk. 10/20) aus, dass der reintonaudiometrische Kurvenverlauf im Reintonaudiogramm vom 21. Februar 2013
(vgl.
Urk.
10/23/3)
im Wesentlichen eine
mediocochleäre
Innenohrschwer
hörigkeit
beidseits, vornehmlich links, erheblichen Grades zeige. Der Hörverlust bei 2000 Hz betrage auf der rechten Seite 35 dB SPL, links 40 dB SPL. Bei 4000 Hz, wo eine Berufslärmschwerhörigkeit nachgewiesen werden könne, be
trage der Hörverlust rechts noch 25 dB SPL, links 30 dB SPL.
Somit handle es sich bei der Schädigung des Gehörs
nicht um eine reine
Berufslärmschwerhö
rigkeit
, sondern zusätzlich um
endodegenerative
Innenohrprozesse, die nicht in kausalem Zusammenhang mit der beruflichen Lärmarbeit stünden. Was den allfälligen Integritätsschaden betreffe, so ergebe die gesamte Schädigung des Gehörs einen Integritätsschaden von 10 % (Hörverlust rechts 37,4 %, links 44,1 %, was einem
binauralen
Schaden von 78 % entspreche, wobei das intakte Gesamtgehör mit 200 % veranschlagt werde). Da die
mediocochleären
Anteile der beschriebenen Schädigung des Gehörs nicht vorwiegend durch die berufli
che Lärmarbeit verursacht worden sei und die rein beruflichen Anteile der Schädigung nicht erheblichen Grades seien, werde keine
Integritätsentschädi
gung
geschuldet.
3.6
Aus dem (vom Beschwerdeführer eingereichten) polydisziplinären Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
E._
, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie, und
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, vom 18. Juni 2013 (
A._
-Gutachten; Urk.
1
6/3), das für die IV-Stelle des Kantons Zürich er
stellt wurde, ergeben sich in Bezug auf die vorliegend interessierende Frage der Integritätseinbusse beziehungsweise, ob
und gegebenenfalls inwieweit
eine sol
che Einbusse durch die berufliche Lärmexposition entstanden ist, keine rele
vanten Erkenntnisse. Die
A._
-Gutachter hielten
allerdings
unter anderem fest, dass eine mittel- bis hochtonbetonte
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits mit zurzeit noch mittelgradig kompensiertem Tinnitus beidseits sowie eine
Hy
perakusis
links und eine periphere
vestibuläre
Funktionsstörung links bestün
den
. Daraus ergäben sich aus
otorhinolaryngologischer
Sicht diverse Einschrän
kungen (auf welche allerdings im vorliegenden Kontext nicht näher eingetreten werden m
ü
ss
e
) in Bezug auf das zu erstellend
e Zumutbarkeitsprofil
. Aus rein
otoneurologischer
Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit (etwa keine er
höhte Lärmexposition, keine Eigen- oder Fremdgefährd
ung durch
die
Schwin
delsymp
t
o
matik
und keine Tätigkeiten, die ein normales Gehör voraussetzten) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(vgl.
zu
m
Ganzen
etwa S. 26)
.
3.7
Am 22. Juli 2013 entgegnete
Dr.
A._
auf den Bericht von
Dr.
B._
vom 31. Mai 2013
, dass
dieser
im audio-neuro-
otologischen
Fachgebiet über keine genügende fachliche Kompetenz verfüge. Zudem müsse man die chronologische Entwicklung beziehungsweise Progredienz sowie die Lärmexposition als
Ran
gierangestellter
bei den
Y._
berücksichtigen. Der Beschwerdeführer sei während 22 Jahren erheblicher Lärmbelastung angesetzt gewesen.
Der Beschwerdeführer leide genauso lange wie an der progredienten Schwerhörigkeit auch an einem
dekompensierten
Tinnitus beidseits und seit ein paar Jahren auch an Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen.
Ausgehend von den erh
obenen audio-neuro-
otometrischen
und
aequilibriometrischen
Befunden könne man anhand der SUVA-Tabellen 12, 13 und 14 folgende Werte für den Integritätsschaden festle
gen:
Tabelle 12
(Schädigung des Gehörs)
10 %
Tabelle 13
(Tinnitus)
10 %
Tabelle 14
(Störungen des Gleichgewichtssystems)
5 %
20 % des Integritätsschadens im Rahmen der Tabelle 14 - so
Dr.
A._
weiter - gingen auf die zentral-
vestibuläre
Funktionsstörung und die
visuo-vestibuläre
Integratio
nsstörung
zurück
, welche nicht durch die Lärmschädigung bedingt seien. Es bleibe somit ein Integritätsschaden des audio-
vestibulären
Organs von 25 %, welcher im Rahmen der Lärmschädigung und als Berufskrankheit zu be
trachten sei. Die Auffassung von
Dr.
B._
, wonach im Wesentlichen eine me
dio-
cochleäre
Innenohrschwerhörigkeit linksbetont vorliege, sei nicht korrekt, weil ein wesentlicher Hörverlust im Hochtonbereich zwischen 2000 und 8000 Hz (
baseo-cochleär
und nicht medio-
cochleär
) festzustellen sei.
Der durchschnittliche Hörverlust im Hochtonbereich betrage 54 dB, im medio-
cochleären
Bereich hingegen nur 38 dB, als
o
16 dB weniger. Somit könne es sich nicht um eine vorwiegend medio-
cochleäre
, sondern objektiv ausgerechnet um eine hochtonbetonte
sensori
-neurale Schwerhörigkeit handeln.
Dr.
B._
gehe weiter von falschen Zahlen aus. Über die Jahre habe sich durch die beruf
liche Lärmbelastung eine progrediente hochtonbetonte
sensori
-neurale Schwer
hörigkeit entwickelt. Insgesamt bestehe gestützt auf die SUVA-Tabellen 12, 13 und 14 ein Integritätsschaden von 25 %, welcher kausal auf die berufliche Lärmschädigung zurückzuführen sei
(Urk. 10/26/20-25)
.
3.8
In seinem Bericht vom 11. November 2013 (Urk. 10/29) hielt
Dr.
B._
zusam
menfassend fest, dass der Beschwerdeführer während seiner beruflichen Tätig
keit über 19 Jahre im Lärmbereich tätig gewesen sei. Allerdings zeige sich nicht das typische audiometrische Bild einer Lärmschwerhörigkeit. Das Gehör sei nämlich nicht nur bei 4000 Hz geschädigt, sondern auch zwischen 1000 und 3000 Hz, was als Mitteltonbereich oder
mediocochleär
bezeichnet werde. Das Reintonaudiogramm vom November 2009 zeige eine nicht erhebliche
Innen
ohr
schwerhörigkeit
beidseits, weshalb keine berufslärmbedingte
Integritätsent
schä
digung
geschuldet gewesen sei. Ein aktuelleres Reintonaudiogramm vom Feb
ruar 2013 zeige zwar eine erhebliche Schädigung des Gehörs, wobei das
Rein
tonaudiogramm
aber nicht mehr nur eine reine
Schallempfindungsschwer
hörig
keit
aufgewiesen habe, sondern zusätzlich auch eine leichte
Schalllei
tungskom
ponente
, die mit Sicherheit nicht in kausalem Zusammenhang mit der früheren beruflichen Lärmarbeit stehe. Ausserdem sei der Beschwerdeführer seit 2011 nicht mehr gehörsgefährdendem Lärm ausgesetzt gewesen, so dass jede weitere Verschlechterung des Gehörs nicht mehr in kausalem Zusammenhang mit der früheren Lärmarbeit stehe. Aufgrund des gegenwärtigen Wissens sei eine
Be
rufslärmschwerhörigkeit
nach Sistieren des gehörgefährdenden Lärms nicht mehr progredient. Ausserdem habe sich das Gehör beim Beschwerdeführer im typischen Bereich der Lärmschwerhörigkeit nicht mehr verschlechtert. Des
halb bestehe aus ORL-ärztlicher Sicht kein berufslärmbedingter, entschädi
gungs
pflichtiger Integritätsschaden. Der Beschwerdeführer habe im Fragebogen vom Juli 2012, als er nicht mehr gegenüber gehörgefährdendem Lärm
exponiert ge
wesen sei, ein Ohrensausen (Tinnitus) verneint
(vgl.
Urk.
10/4/3)
. Somit stehe der von
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 22. Juli 2013 erwähnte Tinnitus nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit der
früheren beruflichen Lärmarbeit. Des Weiteren sei ein Kausalzusammenhang zwischen einer leichten bis mittelschweren Berufslärmschwerhörigkeit und ei
nem Schwindel in der Fachliteratur nicht bekannt, weshalb die Kausalität auch diesbezüglich aus ORL- ärztlicher Sicht abgelehnt werden müsse.
3.9
Dr.
A._
entgegnete darauf in seinem Bericht vom 20. Dezember 2013 (Urk. 6/2), dass - entgegen der Auffassung von
Dr.
B._
- keine nennenswerte Schallleitungskomponente vorliege:
Impedanzaudiometrisch
könne man beid
seits einen normalen Mittelohrdruck feststellen und eine normale Compliance des Mittelohrapparates. Die
Stapedius
-Reflexschwelle liege beidseits,
ipsi
- und
contralateral
ausgelöst, im normalen Bereich bei 80 dB SPL. Diese drei Befunde
sprächen
gegen eine Schallleitungskomponente und eine normale
Mittelohr
funktion
; der mechanische Verstärker des Mittelohres funktioniere optimal. Die Innenohrkomponente und die Läsion des Innenohres lägen im Vordergrund, da die äusseren Haarzellen (biologische Innenohrverstärker) im Hochtonbereich geschädigt seien, was objektiv durch die fehlenden
otoakustischen
Emissionen im Hochtonbereich durch den DP-OAE-Test festzustellen sei. Die posttraumati
sche, postexpositionsbedingte Progredienz der Schwerhörigkeit nach
Lärmschä
digung
ab 2011 lasse sich durch das Nachlassen der Fu
n
ktion der neuronalen Fasern des Hörnervs erklären, da diese nicht mehr adäquat durch die unterge
gangenen Haarzellen im Innenohr stimuliert würden und sekundär selbst die Funktion einbüssten.
4.
4.1
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann der Unfallversicherer trotz der im Zusammenhang mit einer möglichen Hörgerätversorgung formlos, mit Schreiben vom 1
3.
August 2012 anerkannten Leistungspflicht (
Urk.
10/12) ohne Berufung auf einen
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung oder der pro
zessualen Revision mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
weitere Leistungen ver
weigern. Die Leistungspflicht wird somit von vornherein weder durch die fakti
sche Anerkennung noch durch das Erbringen vorübergehender Leistungen prä
judiziert (BGE 130 V 380 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2010 vom 2
8.
September 2010 E. 4.1).
4.2
Aufgrund der wiedergegebenen Arztberichte ist erstellt, dass beim Beschwerde
führer eine erhebliche Schädigung des Gehörs vorliegt und dass diese
Gesund
heitsbeeinträchtigung
wenigstens teilweise durch die lärmexponierte Arbeit als Rangierer bei den
Y._
(vgl.
Urk.
10/23)
hervorgerufen worden ist. Deshalb an
erkannte die Beschwerdegegnerin
die Schwerhörigkeit grundsätzlich zu Recht
als Berufskrankheit. Zwischen den Parteien besteht aber Uneinigkeit darüber, ob der gesamte beziehungsweise der (weit) überwiegende Teil des
nunmehr vor
handenen
Gehörschadens auf die berufliche Lärmexposition zurückzuführen ist oder ob auch andere Faktoren (überwiegend) dafür verantwortlich sind.
Die Beschwerdegegnerin ging - wie dargelegt - gestützt auf die Beurteilungen von
Dr.
B._
davon aus, dass die berufsbedingte Gehörschädigung zu keiner erheblichen Integritätseinbusse geführt habe und dass die berufsfremden Ursa
chen weit überwiegen würden, weshalb keine Integritätsentschädigung geschul
det sei. Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer gestützt auf die Beurtei
lungen von
Dr.
A._
die gegenteilige Auffassung.
Danach sei zum einen
die
Gehörschädigung weit überwiegend durch die Lärmarbeit verursacht worden. Zum anderen seien sowohl der geklagte Tinnitus als auch die
Schwindelproble
matik
Folgen der Gehörschädigung.
4.
3
Die Beschwerdegegnerin vertrat im angefochtenen
Einspracheentscheid
sowie auch im vorliegenden Prozess die Auffassung, dass auf die Berichte von
Dr.
A._
nicht abgestellt werden könne, weil sie widersprüchlich seien (vgl. Urk. 2 S. 7): So habe
Dr.
A._
am 13. April 2010 nur einen kurzen Pfeifton bei akustischer Belastung erwähnt, das Vorliegen von Schwindel und
Gleichge
wichtsbeschwerden
aber verneint. In den nachfolgenden Berichten aus dem Jahr 2013 habe er hingegen von einem beidseitigen
dekompensierten
Tinnitus und von Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen berichtet. Auch widersprächen die Berichte von
Dr.
A._
(früheren) Angaben des Beschwerdeführers, der im Jahr 2012 das Vorliegen von Ohrensausen verneint habe.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist in den verschiedenen Aus
führungen von
Dr.
A._
kein ma
n
ifester Widerspruch zu erkennen. Zu beachten ist nämlich, dass zwischen den - von der Beschwerdegegnerin als wi
dersprüchlich betrachteten - Aussagen und Einschätzungen eine geraume Zeit liegt und dass vorliegend ein progredienter Verlauf zur Diskussion steht.
So vertrat auch
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 11. November 2013 (Urk. 10/29; vgl. oben E. 3.8) die Auffassung, dass nunmehr eine erhebliche (wenn auch sei
nes Erachtens nicht berufsbedingte) Schädigung des Gehörs vorliege, während er noch am 10. August 2012 eine Schwerhörigkeit nicht erheblichen Grades er
kannt
hatte
(Urk. 10/11; vgl. oben E. 3.3). Es wäre aber auch bei
Dr.
B._
nicht angemessen
,
von einem Widerspruch zu sprechen; vielmehr verschlechterte sich
offenbar
der Zustand des Gehörs zwischen den
diversen
Untersuchungen in er
heblicher Weise.
Aus den medizinischen Akten ergibt sich hinsichtlich der Frage, inwieweit eine berufsbedingte Gehörschädigung und damit eine anspruchsbegründende
Inte
gritätseinbusse
vorlieg
t
, ein uneinheitliches Bild. Die ausgewiesenen Fachärzte
Dr.
B._
und
Dr.
A._
kommen diesbezüglich zu vollkommen divergieren
den Ergebnissen; zwischen beiden ist ein eigentlicher Expertenstreit entstanden, der vorliegend - anders als im angefochtenen
E
inspracheentscheid
- nicht ge
stützt auf
juristische
Überlegungen zu entscheiden, sondern in erster Linie me
dizinisch zu klären ist
.
In beweisrechtlicher Hinsicht
halten sich die Berichte von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
die Waage; es kann
durch das erkennende Ge
richt
nicht entschieden werden, welche Einschätzung überwiegend wahrschein
lich
die richtige
ist.
Dafür sind offensichtlich spezifische fachärztliche Kennt
nisse notwendig.
Angesichts dieser Ausgangslage
(
kontrastierende
fachärztliche Beurteilungen)
hätte sich die Beschwerdegegnerin nicht mit einer
verwaltungs
internen
Aktenbeurteilung
begnügen dürfen; vielmehr wäre die Einholung einer verwaltungsunabhängigen Expertise notwendig gewesen.
Falls die durchzuführende Begutachtung ein Krankheitsgeschehen in den Ohren und
eine
n
über eine bloss krankhafte Veranlagung hinausgehenden Faktor
be
legen würde, wird der Gutachter auch den Schadenteil beziffern müssen, der auf
diese berufskrankheitsfremde Ursache
zurück zu führen ist. Denn erst nach Er
mittlung des degenerativen Anteils an der Gehörschädigung fällt eine Kürzung der von
Dr.
B._
und
Dr.
A._
übereinstimmend auf 10
%
geschätzten
In
tegritätseinbusse
infolge des Gehörschadens in Betracht (vgl. vorstehende
E. 1.2.3).
4.4
Betreffend Tinnitus hat das Bundesgericht das Vorliegen einer Berufskrankheit nur bei einem als sehr schwer qualifizierten (
dekompensierten
) Tinnitus eines Beschwerdeführers, der während seiner gesamten Erwerbstätigkeit
gehörschädi
gendem
oder grenzwertig gehörschädigendem Lärm ausgesetzt war, bejaht (im Urteil des Bundesgerichts U 245/05 vom
1.
Dezember 2005 E. 3.5 zitiertes Urteil U 14/96 vom 2
5.
September 1996). Im Einklang mit dieser Rechtsprechung sieht die SUVA-Tabelle 13 erst bei einem schweren Tinnitus einen Integritätsschaden von 5
%
vor.
Dr.
A._
begründete in seinen Berichten nicht, weshalb der von ihm diagnostizierte Tinnitus einen Integritätsschaden von 10
%
, der einen sehr schweren Tinnitus voraussetzt, nach sich ziehen soll, sprach er doch selbst nicht von einem schweren Leiden. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht fest
hielt, gab der Beschwerdeführer am 10. Juli 2012 auch keine entsprechenden Beschwerden an (
Urk.
10/4) und im
H._
Gutachten ist von einem beidseitigen Tinnitus, aktuell noch mittelgradig kompensiert, die Rede (vorstehende E. 3.6).
Unter diesen Umständen ist mit der Beschwerdegegnerin zu schliessen, dass dem Tinnitus jedenfalls nicht die für eine Integritätsentschädigung erforderliche Erheblichkeit beizumessen ist.
4.5
In Bezug auf die Störungen des Gleichgewichtssystems postulierte
Dr.
A._
einen Integritätsschaden von 5
%
. Er selbst führte dazu aus, dass die
vestibulä
ren
Störungen natürlich nicht lärm-, sondern krankheitsbedingt seien (
Urk.
10/26/4 oben und Mitte), wovon auch
Dr.
B._
ausging (vgl. vorstehende E. 3.8).
Es kann daher nicht gesagt werden, die entsprechende Störung sei überwiegend (vgl. vorstehende E. 1.2.1) durch die lärmexponierte Arbeit verursacht und als Berufskrankheit zu betrachten. Damit fällt eine entsprechende
Integritätsent
schädigung
zum vornherein ausser Betracht, weshalb sich Weiterungen
hiezu
erübrigen.
4.
6
Aus dem Gesagten folgt
zusammenfassend
, dass sich die Sache als nicht spruch
reif erweist. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Integritäts
entschädigung
kann aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht
ab
schliessend
geprüft werden.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 19. November 2013 (Urk. 2) ist dem
zufolge aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, damit diese den medizinischen Sachverhalt durch ein
verwaltungsunab
hängiges
Gutachten abklären lasse und hernach über den Anspruch des Be
schwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung neu ve
rfüge.
5.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Nach ständiger Rechtsprechung gilt die
Rückwei
sung
der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü
gung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Demzufolge ist die
Be
schwerdegegnerin
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene
E
ntschädigung
für die Kosten der Vertretung
in der Höhe von Fr.
2‘500.
(in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Überdies hat der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Kosten für die Berichte von
Dr.
A._
, da ohne diese Berichte, die in ihren Folgerungen von denjenigen des
SUVA-Arztes
Dr.
B._
abweichen, die vorliegende Sache kaum an die Vor
instanz zurückgewiesen worden wäre und sie deshalb in diesem Sinne als für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich zu qualifizieren sind. Die Kosten belaufen sich auf
Fr.
1
‘200
.-- (
Urk.
3/6 und
Urk.
16/4), was als angemessen er
scheint. Die Prozessentschädigung
ist demgemäss auf gesamthaft
Fr.
3‘700.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen
.