# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a1ad7a17-3654-4de0-a9f4-6b0c61ad3893
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1970 in Sri Lanka, war nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1990 als Hilfsarbeiter an verschiedenen Stellen tätig, vor
wiegend im Gastronomie- und Küchenbereich, zuletzt in der Zeit ab 13. Septe
m
ber 2010 bis zum 21. September 2013 (effektiv letzter Arbeitstag) als Mitarbeiter im Küchenbereich des Pflegezentrums der Stadt Y._, (Urk. 8/31, Urk. 8/67/5).
Am 31. Januar 2008 hatte er sich wegen Rückenschmerzen nach einem Treppen
sturz vom 11. August 2007 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfol
gend IV-Stelle), klärte die medizinischen und beruflichen Eingliederungs
möglich
keiten ab. Mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 28. Mai 2009
(Urk. 8/17) verneinte sie einen Rentenanspruch des Versicherten mangels Erwerbs
ein
busse.
Am 4. März 2014 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/20). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und beruflichen Verhältnisse ab und holte von Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH Z._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheuma
tologie, und Prof. Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidisziplinäres Gutachten vom 5. März 2016 ein (Urk. 8/66-68). Gestützt darauf verneinte sie
nach durchgeführtem Vo
rbe
scheid
verfahren (Urk. 8/72, Urk. 8/80, Urk. 8/83) mit Verfügung vom 23. Juni 2016 (Urk. 2) bei einem
Invaliditätsgrad von 5 % einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 29. August 2016 Beschwerde erheben (Urk. 1) mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen; eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen oder es sei ihm eine Invalidenrente zuzu
sprechen. Ausserdem liess er um die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchen (Urk. 1). In der Beschwerdeantwort vom 4. November 2016 (Urk. 7) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 7. Dezember 2016 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung bewilligt und Rechtsanwalt Emil Robert Meier als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 9). Die IV-Stelle verzichtete auf eine weitere Stellungnahme zu den vom Versicherten eingereichten Arztberichten des Universitätsspitals B._, Augenklinik, vom 18. Juli 2016 (Urk. 5c) und der Klinik für Neurochirurgie vom 20. April 2017 (Urk. 12-14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beein
träch
tigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass be
stimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publika
tion in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterschei
dende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimm
ungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizi
nischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand
.
1.1.3
Geht es um psychische Erkrankungen wie depressive Störungen leicht- bis mit
telgradiger Natur (
BGE 143 V 409 und 143 V 418)
, sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die - unter Berücksich
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompen
sationspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichba
re Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und
E. 4.1
). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren
dabei
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prü
fung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen
möglich ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_790/2017 vom 24. Januar 2018 E. 2.1.1 und 9C_191/2017 vom 15. Februar 2018 E. 6.2.1-2)
.
1.2
B
ei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine Viertelsrente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eine
s zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung übe die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet nicht die erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern die erneute Ablehnung eines Rentenanspruchs nach der Neuanmeldung vom 4. März 2014. Zu prüfen ist daher analog einem Revisionsfall, ob sich der Gesundheits
zustand des Versicherten seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom 28. Mai 2009 bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 2016 in einem rentenbegründenden Ausmass verschlechtert hat. Die Eintretensfrage ist nicht zu prüfen, da die IV-Stelle auf die Neuanmeldung vom 4. März 2014 einge
treten ist.
2.2
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung ausgehend vom bidiszi
plinären Gutachten vom 5. März 2016 damit, dem Versicherten sei eine leidens
angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar, woraus ein Invaliditätsgrad von 5 % resultiere.
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, bezüglich seines Gesundheitszustandes, vor allem in psychischer Hinsicht, sowie der Fest
stellung des Invaliditätsgrades seien ungenügende Abklärungen getroffen worden.
3.
3.1
In den Berichten der Uniklinik C._, Orthopädie, vom 9. Juni und 4. September 2008 (Urk. 8/8/2-4, Urk. 8/10/3-4) sowie von Dr.
med.
D._
, Fach
arzt für orthopädische Chirurgie
und Kreisarzt der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (Suva), vom 11. August 2008 (Urk. 7/10/12-17), welche der ursprünglichen Verfügung vom 28. Mai 2009 zugrunde lagen, gingen die Ärzte zusammengefasst im Wesentlichen übereinstimmend davon aus, in diagnos
tischer Hinsicht liege ein chronisches Lumbalsyndrom bei einem Status nach Treppensturz vom 11. August 2007 vor, wobei der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit – das heisst einer leichten körperlichen Tätigkeit mit Wechselbelastung – im massgebenden Zeitraum zu 100 % arbeitsfähig sei.
3.2
Die angefochtene Verfügung vom 23. Juni 2016 (Urk. 2) basiert im Wesentlichen auf dem bidisziplinären Gutachten der Dres. Z._ und A._ vom 5. März 2016 (Urk. 8/66-68).
Dieses beruht auf einer psychiatrischen und einer rheumatologischen Unter
suchung vom 25. Januar und 15. Februar 2016. Dabei diagnostizierte Dr.
Z._
in ihrem Teilgutachten (Urk. 8/67/86) eine verminderte Belastbarkeit und Be
schwerden der Lendenwirbelsäule (LWS) mehr rechts als links bei einer lumbalen Operation (3. Oktober 2013) mit einer Fenestration L4/ L5 und einer Sequesterek
tomie mit normalen elektrodiagnostischen Befunden (Oktober 2014) und bei einer grossen Rezidiv-Diskushernie L4/ L5 mit einer massiven Impression des Dural
sacks links, einer Kompression der Nervenwurzel L5 links und einer dorsola
teralen Verlagerung der Nervenwurzel S1 links ohne Kompression (Magnetreso
nanztomographie [MRI] von Februar 2016) sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – ausgedehnte chronische Schmerzen, ein Übergewicht (Body
mass
index 29,4 kg/m2), eine subklinische Hypothyreose (Erstdiagnose Februar 2015), einen Vitamin D-Mangel (Erstdiagnose August 2014), eine Hyperchole
sterinämie, einen Status nach einem Gicht-Schub mit Podagra rechts (Februar 2014 bei einer erhöhten Harnsäure [August 2014], erhöhte Leberenzyme (Erstdiagnose März 2014) und eine erhöhte Harnsäure (Erstdiagnose August 2014) bei einem Alkoholkonsum im obersten moderaten Bereich in der Periode von Anfang September 2015 bis Anfang Februar 2016 gemäss der Haaranalyse, eine Medi
kamenten-Noncompliance (kein Nachweis von
Morphinsulfat-Tablette
n [MST] continus, Codein, Saroten und Lyrica in der Periode von Anfang September 2015 bis Anfang Februar 2016 gemäss der Haaranalyse), eine Tendinitis calcarea der Supraspinatus-Sehne der linken Schulter bei einer intakten Rotatorenmanschette ohne eine Omarthrose und ohne eine Akromiok
lavikular
-Gelenksarthrose (Ultraschall und Röntgen Februar 2016), einen Status nach mehreren Hornhaut-Transplantationen am rechten Auge bei einem Keratokonus (April 2003, Dezember 2004, Oktober 2006) sowie einen Status nach einer unkomplizierten Diverti-kulitis des Coecums/Colon ascendens (Februar 2014). Dr. A._ stellte in seinem Teilgutachten (Urk. 8/66) keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest; ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren (ICD-10: F45.41) sowie psychosoziale und soziokulturelle Probleme mit/bei Problemen in Verbindung mit der Berufstätigkeit/Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56), Problemen in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10: Z59), Schwie
rig
keiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3) sowie einem Ehekonflikt (ICD-10: Z63.0). Gestützt darauf
kamen die Gutachter in ihrer konsen
sualen Gesamtbeurteilung
zusammenfassend
zu
folgendem Schluss (Urk. 8/68
):
in einer nicht angepassten Tätigkeit bestehe seit dem 21. September 2013 (dem letzten effektiven Arbeitstag im Pflegezentrum) keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer leidensangepassten Tätigkeit – das heisst einer LWS-schonenden Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis 10 kg, mithin einer leichten, wechsel
belastenden Tätigkeit ohne für die LWS ungünstige Zwangspositionen (Urk. 8/67/90 f.) – habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden.
4.
4.1
Mit dem Gutachten vom 5. März 2016 (Urk. 8/66-68), auf das sich die Be
schwerde
gegnerin in ihrem Entscheid stützte (Urk. 2), wurde eine umfassende Neu
beurteilung des zeitlich massgebenden Gesundheitszustandes vorgenommen. Es wurden darin sämtliche Beschwerden und die Anamnese mit den Vorakten berücksichtigt sowie die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet darge
legt. Das Gutachten erfüllt
alle rechtsprechungsgemäss erfo
rderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztlich
e Entscheidungsgrundlagen (
BGE 13
4 V 231 E. 5.1).
4.2
Im Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich bei der Begutachtung des Versicherten Diskrepanzen und Inkonsistenzen in erheblichem und gehäuftem Masse zeigten. Dieses Verhalten, welches sich durch die ganze Untersuchung hindurchzog - angefangen von falschen Angaben bezüglich der Medikamenteneinnahme bis hin zu Ungereimtheiten hinsichtlich des Einsatzes der Gehstöcke - wurde in den Teilgutachten ausführlich darlegt und vom Beschwerdeführer nicht substantiiert bestritten. Diese Umstände haben die Gutachter bei der Beweiswürdigung zu Recht mitberücksichtigt, womit sich die Frage nach einem Ausschlussgrund erübrigt.
4.3
Im Zusammenhang mit den Einwendungen des Versicherten gegen das psychia
trische Teilgutachten kann seiner Auffassung, wonach im Gutachten von Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. Januar 2015 (unter anderem) die Diagnose einer Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion gestellt wurde, nicht gefolgt werden, wurde doch diese Diagnose lediglich differentialdiagnostisch erwähnt (Urk. 8/39/62). In Überein
stimmung mit dem Gutachter Dr. A._ (Urk. 8/66/21) ist sodann festzu
stellen, dass Dr. E._ das Vorliegen einer bloss reduzierten Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 70 % (Urk. 8/39/67) nicht oder jedenfalls nicht ausreichend schlüssig darlegte. Somit kann der Versicherte aus dem Gutachten von Dr. E._ nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das Gleiche gilt für seinen Hinweis auf die Berichte der behandelnden Ärzte der Psychiatrischen Universitätsklinik F._ vom 22. Januar und 24. Mai 2016 (Urk. 8/66/29-31, Urk. 8/81) – wo er seit dem 26. Mai 2015 behandelt wird, seit August 2015 einmal monatlich – und der Klinik G._ vom 19. Mai 2015 (Urk. 8/43), wo der Versicherte in der Zeit ab 16. Februar bis zum 20. März 2015 hospitalisiert war. Denn bei diesen Berichten fehlt jeweils – was entscheidend ist – eine Arbeitsfähigkeitseinschätzung, insbesondere in einer leidensangepassten Tätigkeit. Sie vermögen daher das bidisziplinäre Gutachten vom 5. März 2016 nicht in Frage zu stellen, umso weniger, als sie auch hinsichtlich der Anamnese und der Berücksichtigung der übrigen medizinischen Akten zu knapp und ungenügend sind.
Weitere Berichte, welche das psychiatrische Teilgutachten ernsthaft in Frage stellen, sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht bezeichnet. Sodann liegen keine Anhaltspunkte für eine zu kurze Unter
such
ungs
dauer der psychiatrischen Exploration mit zwei Stunden und 15 Minuten (Urk. 8/66/3) vor, umso weniger, als bereits umfangreiche medizinische Akten vorlagen. Weitere substantiierte Einwände gegen das psychiatrische Teilgutach
ten brachte der Versicherte nicht vor. In Anbetracht des ausführlichen und strukturierten psychiatrischen Teilgutachtens genügt es entgegen seiner Auffas
sung nicht, dagegen bloss pauschale Einwendungen vorzubringen, wie etwa, dass bloss eine oberflächliche Beurteilung vorliege, welche seine Aussagen nicht ernst genommen und den Sachverhalt teilweise falsch erfasst habe. Aus solchen, kon
kret nicht näher untermauerten Behauptungen kann er daher nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Übrigen hat der Gutachter Dr. A._ überzeugend dargelegt, weshalb er vom Fehlen relevanter, die Arbeitsfähigkeit einschränkender Diagnosen ausging. Sein Teilgutachten erfüllt deshalb die
erfo
rderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztlich
e Entscheidungsgrundlagen (
BGE 13
4 V 231 E. 5.1). Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine nähere detaillierte Indikatorenprüfung im Sinne von BGE 141 V 281.
4.4
Der Einwand des Beschwerdeführers, Dr. Z._ habe im Gutachten die medi
zinischen Vorakten zwar detailliert aufgelistet, sich jedoch damit nicht ausein
an
dergesetzt, ist aktenwidrig, nahm die Gutachterin doch zu früheren somati
schen ärztlichen Einschätzungen ausdrücklich Stellung (Urk. 8/67/92). Auch sein Ein
wand, wonach die Gutachterin die angestammte Tätigkeit als vollzeitig möglich erachte, geht fehl. Vielmehr haben die Gutachter die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer der angestammten Tätigkeiten letztlich im Sinne einer nicht abschliessend beurteilbaren Bedingung davon abhängig gemacht, ob die ange
stammten Tätigkeiten jeweils tatsächlich in allen Punkten dem zumutbaren
somatischen Belastungsprofil entsprechen (Urk. 8/67/91, Urk. 8/67/98, Urk. 8/68
). Daraus kann der Beschwerdeführer umso weniger etwas zu seinen Gunsten ableiten, als bei der Beurteilung der Rentenfrage ohnehin die Frage der Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausschlaggebend ist. Entgegen seinem Einwand wurde seine Augenproblematik im bidisziplinären Gutachten berücksichtigt, was unter anderem aus der entsprechenden Diagnose hervorgeht. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass dabei zu Unrecht eine relevante Beeinträch
tigung der Sehfähigkeit nicht berücksichtigt wurde, liegen nicht vor und wurden auch vom Versicherten nicht substantiiert vorgebracht. Das Gleiche gilt für seinen Einwand, dass er an einer Hautkrankheit leide. Auch diesbezüglich brachte er nichts Konkretes vor, was auf einen relevanten Mangel bei der Begutachtung schliessen lassen würde. Auch das somatische Teilgutachten erfüllt deshalb die
erfo
rderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztlich
e Entscheidungsgrundlagen (
BGE 13
4 V 231 E. 5.1) und ist daher ebenfalls nicht zu beanstanden.
4.5
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers liegen sodann für die Zeit nach der Begutachtung bis zum für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 2016 keine Anhaltspunkte für eine Ver
schlechterung des gesundheitlichen Zustandes vor. Insbesondere betrifft der neu eingereichte Austrittsbericht des B._, Klinik für Neurochirurgie, vom 20. April 2017 (Urk. 12) über eine Hospitalisation in der Zeit vom 12. bis zum 20. April
2017 nicht mehr den vorliegend massgebenden Zeitraum, weshalb er daraus nichts
zu seinen Gunsten ableiten kann.
Das Gleiche gilt für den Bericht des B._, Augenklinik, vom 18. Juli 2016 (Urk. 5c) betreffend eine gleichentags erfolgte Augenoperation. Nachdem beim Beschwerdeführer schon mehrere derartige Opera
tionen durchgeführt wurden, jedoch bei der somatischen Teilbegutachtung vom 15. Februar 2016 diesbezüglich keine relevante Beeinträchtigung festgestellt werden konnte, ergeben sich aufgrund der medizinischen Akten und der Vor
bringen des Beschwerdeführers keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass in den verbliebenen rund vier Monaten bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante längerfristige Sehbeeinträch
tigung eingetreten ist.
4.6
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom
5. März 2016
abz
ustellen und von einer 10
0%igen Arbeits
fähig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit (im
oben umschriebenen Sinne; E. 3.2
)
im massgebenden Zeitraum
auszugehen ist.
Von weiteren Abklärungen sind keine anderen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
5.1
Bezüglich der
Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen
bringt der Beschwer
deführer zunächst vor, es sei nicht hinreichend abgeklärt worden, welche leidens
angepassten Tätigkeiten ihm auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt offenstehen würden.
Mit diesem Einwand lässt
der Beschwerdeführer
ausser Acht, dass die Anforderungen an die Umschreibung der noch zumutbaren Tätigkeiten rechtsprechungsgemäss nicht gross sind, und
die
Verwaltung im Rahmen des Einkommensvergleichs keine konkreten A
rbeitsstellen nachzuweisen hat
, sondern vielmehr von einem ausgeglichene
n Arbeitsmarkt ausgegangen wird.
Verwaltung und Gericht haben deshalb nicht zu prüfen, ob die
v
ersicherte
Person
tatsächlich eine entsprechende Arbeitsstelle erhält oder erhalten kann. Es reicht aus, dass solche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und nicht bloss theoretischer Natur sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_837/2016 vom 13. Juni 2017 E. 4.1 mit Hinweisen)
.
5.2
5.2.1
Den von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2014 (Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns) vorgenommenen Einkommensvergleich bestreitet der Beschwer
de
führer insoweit, als er vorbringt, es sei ein Leidensabzug von 20 % zu berück
sichtigen.
5.2.2
Wird das Invalideneinkommen
– wie vorliegend -
auf der Grundlage der Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ermittelt, ist der ent
spre
chende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 Prozent nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2). Ob und in welcher Höhe statistische Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des Einzel
falles ab, die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_579/2017 vom 11. Dezember 2017 E. 7.2 mit Hinweisen).
5.2.3
Der im Jahr 2014 44jährig gewordene Beschwerdeführer ist Schweizer und kann eine leidensangepasste Tätigkeit noch zu 100 % ausführen. Die
Gegenstand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chance
n für eine Anstellung bestehen, ist zu verneinen. Denn in Anbetracht des
genügend breiten Spektrum
s
an zumutbaren Verweisungstätigkeiten könn
t
en unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berück
sich
tigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind
. Davon kann aber im vorliegenden Fall nicht ausgegangen werden. Selbst wenn man jedoch einen Leidensabzug von höchstens 10 % gewähren würde, würde daraus bei einem Valideneinkommen von Fr. 63’604.--und einem Invalideneinkommen von Fr. 54’400.-- (90 % von Fr. 60’444.--; vgl. Urk. 2) mit 14.47 % noch kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultieren. Der im Übrigen unbestritten gebliebene Einkommensvergleich der Beschwerdegeg
nerin ist mangels Anhaltspunkten für Berechnungsfehler zu bestätigen.
5.3
Soweit vom Beschwerdeführer berufliche Massnahmen beantragt werden, ist darauf mangels Vorliegens eines Anfechtungsgegenstandes nicht einzutreten. Soweit der Beschwerdeführer das Ergreifen von solchen Massnahmen damit begründet, das Belastungsprofil in einer leidensangepassten Tätigkeit sei in medizinischer Hinsicht nicht ausreichend abgeklärt worden, ist darauf hinzuweisen, dass dies gemäss den obigen Erwägungen gerade nicht zutrifft.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der
unent
geltlichen Pro
zessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men.
7.2
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weist in der eingereichten Kostennote vom 27. April 2018 (Urk. 16) für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von sieben Stunden und sechs Minuten sowie Barauslagen von Fr. 19.55 aus. Diese Aufwendungen erscheinen als gerechtfertigt. Beim gerichtsüblichen Stun
den
ansatz von Fr. 220.-- resultiert daraus eine Entschädigung von Fr. 1‘708.10 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).