# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a536676-a4b0-4370-b38b-dac6e1b77ce1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
86
geborene
X._
arbeitete
in temporärer Anstellung als an
ge
lernter Maler
und war bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am
2
2.
Juni 2018 bei Arbeiten an einer Aussenfassade vom Gerüst zirka zwei Meter
in die Tiefe stürzte (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
8/1
S. 1-2,
Urk.
8/20 S. 3
).
Wegen Schmerzen an der Lendenwirbelsäule
(LWS)
, der
linken
Hand sowie am
linken
Handgelenk
und am oberen Sprunggelenk (OSG) links
begab er sich gleichentags ins Spital
Y._
, wo er untersucht wurde, wobei sich keine knöchernen Verletzungen zeig
ten (
Urk.
8/22).
Diagnostiziert wurde ein Kontusionstrauma
der
LWS,
der
Hand
sowie des linken OSG
. Es wurde
n
Analg
etika
nach Massgabe der Beschwerden empfohlen sowie körperliche Schonung
angeordnet
(
Urk.
8/25 S. 2-3).
Am 29.
Juni 2018 erfolgte bei persistierenden Rückenschmerzen sowie hinzu
getretenen Kniegelenks
beschwer
den rechts die Durchführung einer ergänzenden MR-Diagnostik. Dabei zeigte sich am Kniegelenk ein kernspintomographisch un
auffälliger Befund ohne Nachweis eines Meniskus- oder Bänderschadens. An der LWS konnte
n
keine frische
n
knöcherne
n
Verletzung
en
nachgewiesen werden, hingegen degenerative Veränderungen im
thorakolumbalen
Übergang, vermut
lich fehlbelastungsbedingt (Urk. 8/23 S. 1).
Dem Versicherten wurde bis zum 1
0.
Juli 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/
12
).
Die Suva erbrachte in der Folg
e Versicherungsleistungen (Urk.
8/
3
-
6
).
Am 1
1.
Juli 2018 nahm
X._
seine Arbeit wieder auf (Urk. 8/12, Urk. 8/26 S. 2). Nach
dem Ende seines temporären Einsatzes am
2
7.
Juli 2018 weilte er vom 2
8.
Juli bis am 1
9.
August 2018 in den Ferien (Urk. 8/13 S. 1).
Ab 2
0.
August 2018 hatte er einen erneuten Einsatz bei derselben Einsatzfirma (
Urk.
8/13 S. 1), wobei ihm a
b dem 2
1.
August 2018 erneut eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde
(Urk. 8/12).
Wegen einer massiven
Schmerz
exazerbation
am linken Handgelenk
wies die Hausärztin
de
n
Versicherte
n
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Handchirurgie und Allgemeinchirurgie, zu. Dieser hielt in seinem Bericht vom
5.
September 2018 fest, es liege eine frische SL-Bandruptur durch den Sturz vom 2
2.
Juni 2018 vor, welche chirurgisch behandelt werden müsse (Urk. 8/26 S. 2-3).
Am 7. September 2018 erfolgte die offene operative Revision des linken Handgelenks mit einer
Synovektomie
und
scapholunärer
Transfixation mit Naht und Spickdrahtversorgung (Urk. 8/30 S. 2).
Es folgten zahlreiche weitere
Arzt
konsultationen
(vgl.
Urk.
8/175
S.
2
-3
)
.
Nach
dem der Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für Allgemein
medizin,
am 16. Dezember 2019 eine
Aktenb
eurteilung verfasst hatte (Urk. 8/
175
), teilte die Suva dem Versicherten
-
wie auch bereits früher (
Urk.
8/88) -
mit Schreiben vom 1
0.
Januar 2020 die Einstellung der Heilkosten sowie der Taggeldleistungen per 2
9.
Februar 2020 mit (Urk. 8/
179
). Mit Verfügung vom 24.
Januar 2020 verneinte die Suva Ansprüche auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung (Urk. 8/
188
).
Diese Verfügung erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 1
8.
März 2020 (vgl.
Urk.
8/220) stellte sich der Versicherte bei
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Handchirurgie, in der Klinik
C._
vor (Bericht vom 19. März 2020,
Urk.
8/201)
, woraufhin
- nach weiteren Unter
suchungen (vgl.
Urk.
8/203,
8/205
-20
8
)
-
am 2
6.
Mai 2020 eine Operation am linken Handgelenk durchgeführt wurde: Revision der Narben links,
Tenolyse
der Strecksehnen links,
Synovektomie
des Handgelenkes links (
Operationsbericht vom 2
8.
Mai 2020,
Urk. 8/
216
).
Nach
parallel dazu erfolgter
Vorlage des Dossiers bei ihrem Kreisarzt
Dr.
A._
, welcher am 2
6.
Mai 2020 Stellung nahm (Urk. 8/
210 S. 3
), lehnte die Suva
eine weitere Kostenübernahme
mit Schreiben vom 2
9.
Mai 2020 ab (Urk. 8/
212
). Dagegen
remonstrierten
Dr.
B._
sowie der Versicherte
am
9.
Juni 2020
(Urk. 8/
220
, vgl. auch
Urk.
8/222 S. 1
). Am
4.
August 2020 verfasst
e
der Kreisarzt
Dr.
A._
eine ärztliche Beurteilung (Urk. 8/
226
), woraufhin die Suva mit Verfügung vom 1
0.
August 2020 einen An
spruch auf Versicherungsleistungen für die
nach der per 29. Februar 2020 erfolg
ten Einstellung der Versicherungsleistungen
erneut behandelten Hand
beschwerden verneinte (Urk. 8/
231
). Gegen diese Verfügung erhob der Ver
sicherte
am
10. September 2020, ergänzt am
12. Oktober 2020,
Einsprache (
Urk. 8/
238
und Urk. 8/246
), wozu der Kreisarzt am 2
1.
Oktober 2020 Stellung nahm (Urk. 8/
249
).
Mit
Einspracheentscheid
vom
7.
Januar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Urk. 8/
254 S. 1-11
=
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
7.
Januar 2021 erhob der Versicherte am 8. Februar 2021 Beschwerde und beantragte, die
ser sowie die Verfügung vom 2
0.
(richtig: 10.)
August 2020 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, wobei ins
besondere die Heilbehandlungskosten im Zusammenhang mit der Operation vom 2
6.
Mai 2020 in der Klinik
C._
samt Vor- und Nachbehandlung zu über
nehmen seien und ihm für die Zeit vom
1.
März 2020, eventualiter ab 2
6.
Mai 2020, bis zum 2
8.
September 2020 Taggeldleistungen zu erbringen seien (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Im Rahmen des zweiten Schriften
wechsels hielten beide Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom
8.
Februar 2021, Urk. 13; Duplik vom
2
4.
August 2021
, Urk.
19), wobei sie weitere Dokumente einreichten (
Urk.
14/1-2 und
Urk.
20). Es folgten die Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 2
1.
September 2021 (
Urk.
23 und
Urk.
24/1-2) sowie jene der Beschwerdegegnerin vom
8.
Oktober 2021 (
Urk.
27)
, wovon der Gegen
partei am 1
2.
Oktober 2021 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
28a-b)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
sicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
7.
Januar 2021 zusammengefasst auf den Standpunkt,
die handchirurgische Behandlung sei im Zeitpunkt des Fallabschlusses
(am 2
9.
Februar 2020)
abgeschlossen gewesen.
Die nach Fallabschluss durchgeführten Röntgen- und MRI-Kontrollen des linken Handgelenks vom 2
1.
April 2020 hätten ebenfalls keine pathologischen Veränderungen ergeben, welche die Beschwerden des Beschwerdeführers erklären könnten. Ebenso habe das SPECT-CT vom 2
3.
April 2020 einen
blanden
, unspezifischen Befund gezeigt, welcher einer beginnenden Degeneration entspreche.
Aufgrund dieser Befunde könne die Indikation für die nachfolgende operative Intervention vom 2
6.
Mai 2020 nicht nachvollzogen werden
. Auch intraoperativ
sei keine funktionelle oder operationsrelevante traumatische Schädigung nachgewiesen worden. Ebenso wenig habe durch die bildgebenden und operativen Verlaufsbefunde ein
pathomorphologisches
objektives Korrelat für die Beschwerdesymptomatik
des Beschwerdeführers belegt werden können
. Zu einer namhaften Verbesserung des unfallbezogenen Gesund
heitszustands sei es nicht objektivierbar gekommen, wobei bereits präoperativ wiederholt eine gute Beweglichkeit sowie eine erhaltene Motorik, Sensibilität und Kraft dokumentiert gewesen sei
en
(
Urk.
2 S. 5-
7
).
Versicherungsmedizinisch sei unverändert am
am
1
6.
Dezember 2019 formulierten Zumutbarkeitsprofil festzu
halten. Eine Tätigkeit auf Leitern und Gerüsten wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter Maler sei inadäquat. Hingegen seien auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in Anbetracht der Unfallfolgen bleibend wechselbelastende leichte und mittelschwere Arbeitstätigkeiten weiterhin vollzeitlich
zumutbar (
Urk.
2 S. 7-8).
Der kreisärztliche Aktenbericht sei beweiskräftig (
Urk.
2 S. 8).
Der Fall sei im Januar 2020 mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung abgeschlossen worden und bei den nunmehrigen Handgelenksbeschwer
d
en handle es sich um die gleichen wie seinerzeit, weshalb weder ein Rückfall noch Spätfolgen vorlägen (
Urk.
2 S. 9).
2.2
Der Beschwerdeführer
führte
in seiner Beschwerde vom
8.
Februar 2021 nament
lich
aus, die
behandelnde
Fachärztin
Dr.
B._
habe bereits am 1
9.
März 2020 darauf hingewiesen, dass aufgrund der
scapholunär
massiven Schmerzen
Röntgenbilder
anzufertigen
und ein
e
MRI
-Untersuchung
durchzuführen seien. Die 3-Phasen Skelett
s
zintigrafie habe eine M
ehr
belegung entlan
g
der distalen Radiusgelenksfläche offenbart und das MRI des linken Handgelenkes habe am schmerzmarkierten Ligament
polylobulierte
, längliche
mukoide
ganglientypische Veränderungen gezeigt. Die aufgrund der genannten M
ehr
belegung durch
geführte Revisionsoperation habe zu viel weniger Schmerzen mit schmerzfreien Intervallen geführt, sodass er nach einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit
ab dem 2
9.
September 2020 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
erreicht habe und seither wieder als Maler arbeite (
Urk.
1 S. 3-4). Der Kreisarzt
Dr.
A._
sei All
gemeinmediziner und die von ihm vertretene Auffassung sei unzutreffend. So habe eine Indikation vorgelegen für die handchirurgische Intervention vom 2
6.
Mai 2020 und diese habe auch zu einer Verbesserung geführt. Aufgrund der erheblichen Zweifel an der ausschliesslich aktenanamnestisch erfolgten, versicherungsinternen Beurteilung wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, eine unabhä
n
gige Begutachtung durch einen Handspezialisten einzu
holen. Indem sie nicht auf diesen Einwand eingegangen sei, habe sie den Unte
r
suchungsgrundsa
tz sowie sein recht
liches Gehör verletzt (
Urk.
1 S. 4-5).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2021 entgegnete die Beschwerde
gegnerin,
Dr.
A._
habe die Ergebnisse der bildgebenden Untersuchungen korrekt wiedergegeben und es lägen keine Anhaltspunkte für Zweifel an seiner fachlichen Qualifikation vor. Überdies habe sich seine Einschätzung
bewahr
heitet
, wonach
die Operation vom 2
6.
Mai 2020 zu keiner namhaften Besserung des Gesundheitszustands geführt habe. Die Beschwerden seien medizinisch nicht erklärbar (
Urk.
7).
2.4
In seiner Replik vom
8.
Februar 2021 brachte der Beschwerdeführer erneut vor, die Operation vom 2
6.
Mai 2020 habe zu einer namhaften Besserung seines Gesundheitszustands geführt
, welche in einer zwischenzeitlichen Arbeitsfähigkeit gemündet habe. Mittlerweile sei ein
unfallkausales
k
omplex
es
r
egionale
s
Schmerzsyndrom (
Complex
Regional
Pain
Syndrome
;
CRPS
)
an
der linken Hand
diagnostiziert worden
und er sei
aktuell wieder
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
13).
2.5
Die Beschwerdegegnerin bestritt in ihrer Duplik vom 2
4.
August 2021
(
Urk.
19)
das Vorliegen eines CRPS
namentlich gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung vom 1
4.
Juli 2021 (
Urk.
20
).
2.6
Der Beschwerdeführer hielt in seiner Eingabe vom 2
1.
September 2021
unter Bezugnahme insbesondere auf den Bericht
seines seit 2
6.
März 2021 behandelnden
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom
6.
September 2
021 (
Urk.
24/1)
daran fest
und gelangte zum Schluss, die Aus
führungen des Kreisarztes seien nicht überzeugend
(
Urk.
23).
2.7
Die Beschwerdegegnerin führte am
8.
Oktober 2021 hierzu aus, es sei auf jeden Fall kein überwiegend wahrscheinlich unfallbedingter, bildgebend objektivier
barer, organisch-struktureller Befund
nachgewiesen
, der die heute strittigen Beschwerden zu erklären vermöchte. Auffallend sei zudem, dass die Diagnose des CRPS erst und primär vom Allgemeinmediziner
Dr.
D._
mit nur gerade sechs
monatiger einschlägiger klinischer Erfahrung auf einer Handabteilung portiert worden sei (
Urk.
27).
3.
3.1
Strittig ist im vorliegenden Verfahren, ob die im Zusammenhang mit dem linken Handgelenk nach dem 2
9.
Februar 2020 angefallenen Behandlungskosten noch als Unfallfolgen von der Suva zu übernehmen sind und ob der Beschwerdeführer ab
1.
März 2020
weiterhin
Anspruch auf Taggeldleistungen hat.
3.2
Der Beschwerdeführer zog sich bei seinem Sturz vom 2
2.
Juni 2018 ein Kontusionstrauma unter anderem an der linken Hand zu (Urk. 8/25 S. 2), wobei anlässlich der gleichentags erfolgten radiologischen Untersuchung keine frische knöcherne Verletzung zu sehen war (Urk. 8/22).
Nach einer
100%ige
n
Arbeits
unfähigkeit (Urk. 8/12)
arbeitete der Beschwerdeführer vom
1
1.
Juli 2018 (Urk. 8/12, Urk. 8/26 S. 2)
bis
am 2
7.
Juli 2018
wieder in seiner angestammten Tätigkeit.
3.3
Nachdem er am 2
0.
August 2018 nach seinen Ferien die Arbeit wieder aufge
nommen hatte (Urk. 8/13 S. 1), wurde ihm noch gleichentags ab dem 21.
August 2018 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/12). Wegen einer massiven
Schmerzexazerbation
am linken Handgelenk wurde der
Beschwerde
führer
Dr.
Z._
zugewiesen. Dieser
hielt in seinem Bericht vom 5.
September 2018 fest, es liege eine frische SL-Bandruptur durch den Sturz vom 2
2.
Juni 2018 vor, welche chirurgisch behandelt werden müsse (Urk. 8/26 S. 2-3). Am 7. September 2018 erfolgte die offene operative Revision des linken Handgelenks mit einer
Synovektomie
und
scapholunärer
Transfixation mit Naht und Spick
drahtversorgung (Urk. 8/30 S. 2).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie,
führte
in seinem Bericht vom
6.
März 2019
aus
, der Beschwerdeführer habe seit Monaten eine etwas ver
minderte Empfindung im Bereich des Kleinfingers und des Ringfingers links und er erwache praktisch jeden Morgen mit einer Taubheit ebenda sowie auch an der rechten H
and
an denselben Fingern.
Aufgrund seiner Untersuchungen gelangte er zum Schluss, es bestehe beidseits ein leichtes Loge de
Guyon
-Syndrom, erfreulicherweise ohne klinische oder elektrodiagnostische Schädigungszeichen. Gegebenenfalls könnte die linksseitig schon bestehende nächtliche Handgelenk
schiene erneut eingesetzt werden, ansonsten könne auch
abgewartet
werden (Urk. 8/130 S. 3).
3.5
Am 1
5.
März 2019 berichtete
Dr.
Z._
, die Situation an den Handgelenken beruhige sich langsam
,
aber zusehends. Die Ergotherapie sei mit aktiven/passiven
Mobilisationen
,
Narbenmobilisationen
, Belastungsaufbau und Krafttraining beschäftigt. Die Beschwerden am linksseitigen Handgelenk hätten sich leicht zurückgebildet bei deutlich verbesserter Extension bei noch reduzierter Flexion des Handgelenkes. Die Sonographie zeige linksseitig eine leichte Kapsel
verdickung im Bereich des Zugangs bei ansonsten unauffälligen Verhältnissen radiokarpal/
midkarpal
bei dynamisch intaktem SL-Ligament. Die ergo
therapeutische Betreuung mit Belastungsaufbau, Krafttraining und weiteren
Mobilisationen
sei weiterzuführen. Der Beschwerdeführer könne wieder mit Fitnesstraining und leichten Gewichten den Muskelaufbau beginnen. Die Arbeits
unfähigkeit als Gerüstbauer werde noch bei 100
%
belassen bis zur nächsten klinischen Kontrolle
(Urk. 8/85 S. 2-3).
Der Kreisarzt
Dr.
A._
hielt am 2
2.
März 2019 fest, gemäss dem Bericht der Chirurgie
F._
vom 1
5.
März 2019 sei wieder eine Vollbelastung erlaubt. Insofern sei eine Teilarbeitsfähigkeit im April zu erwarten sowie im Juni 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit (Urk. 8/86 S. 2).
3.
6
Laut dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
7.
April 2019 zeigte die Situation am linken Handgelenk eine gute Entwicklung mit langsam zunehmender Belastbar
keit und abnehmenden Restbeschwerden bei verbesserter Beweglichkeit (Urk. 8/96 S. 3).
Dr.
A._
gab gestützt auf diesen Bericht
am Folgetag
an, es habe sich ein guter reizfreier Lokal- und Funktionsbefund des linken Handgelenks gezeigt, wes
halb er an seiner Stellungnahme vom 2
2.
März 2019 festhalte (Urk. 8/98 S. 2).
3.
7
Am 1
4.
Mai 2019 führte
Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer leide an persistierenden Schmerzen am Handgelenk links. Bevor man linksseitig weitere Abklärungen
im Sinn einer erneuten MRI-Untersuchung
durchführe,
werde man das
midkarpale
Handgelenksganglionrezidiv
rechts erneut
infiltrativ
behandeln, um die Situation eventuell unter Kontrolle zu bringen. Als Arbeiter am Gerüst sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig (Urk. 8/103 S. 2).
3.
8
Der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
1.
Juni 2019 ist zu entnehmen, nachdem persistierende Beschwerden des linken Handgelenks angegeben worden seien,
halte er nicht mehr an seiner Auffassung fest, dass die angestammte Tätigkeit wieder zumutbar sei. Vielmehr sei eine Arbeitsaufnahme als Maler mit
bimanuell
notwendigen Arbeiten
und Einsatz
auf Leitern und Gerüsten,
wo eine erhöhte
Sturzgefährdung
bestehe
und
ein fester
bimanueller
Sicherheitsgriff
notwendig sei,
bei Restbeschwerden der linken Hand nicht zumutbar (Urk. 8/109 S. 1).
3.9
Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht vom 2
7.
Juni 2019 fest,
der Beschwerde
führer klage unverändert über Schmerzen im linken Handgelenk mit Sensibilitätsstörungen im
Ulnarisversorgungsgebiet
. Die letztmalige Infiltration habe keine Verbesserung der Schmerzen
ge
bracht. Es sei
bezüglich der geklagten Beschwerden am linken Handgelenk
eine Zweitmeinung einzuholen (Urk. 8/113 S. 2-3).
3.1
0
Am
6.
August 2019
sowie am
9.
September 2019
berichtete
die Hausärztin
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, der Beschwerdeführer klage weiterhin über persistierende Schmerzen in beiden Hand
gelenken, links mehr als rechts. Die Prognose sei unbekannt. Ebenso sei unbe
stimmt, ob ein bleibender Nachteil zu erwarten sei. Sie werde den Beschwerde
führer an die Handchirurgie der Universitätsklinik
H._
überweisen zwecks Neubeurteilung (Urk. 8/140 S. 1
,
Urk.
8/143 S. 1
).
3.11
Die Handchirurgen der Universitätsklinik
H._
berichteten am 2
0.
September 2019, der Beschwerdeführer leide unter Ruhe- sowie Belastungsschmerzen insbe
sondere am linken Handgelenk (Urk. 8/146 S. 2). Bei der Röntgenuntersuchung habe sich eine leichte degenerative Veränderung im distalen
Radioulnargelenk
bei ansonsten altersentsprechenden
ossären
Strukturen gezeigt. Es
würden
noch ein
Arthro
-MRI
sowie eine neurologische
Untersuchung beider N
ervi
ulnari
s
ver
anlasst
(Urk. 8/146 S. 3)
.
Anlässlich der
Arthro
-MRI-Untersuchung des linken Handgelenks vom 16. Oktober 2019 waren ein intakter
Triangular
Fibrocartilage
Complex
(TFCC), eine postoperativ-narbige Alteration des SL-Bands
palmar
und dorsal, ein intakter Knorpel und ein intaktes LT-Band ersichtlich (Urk. 8/160 S. 3).
Die neurologische und neurophysiologische Untersuchung vom 1
6.
Oktober 2019 durch die Ärzte des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik
H._
führte zur Beurteilung, dass die klinische Untersuchung mit einer Reizung des
Nervus
ulnaris
im Bereich des Handgelenkes vereinbar sei. Neurographisch lasse sich hierfür kein Korrelat im Sinne eines Loge-de-
Guyon
-Syndroms nachweisen. Neurophysiologisch hätten sich auch keine Hinweise auf ein
Sulcus
ulnaris
-
Syn
drom ergeben. Sodann fehle es auch
nadelmyographisch
an Hinweisen auf
floride
Denervierungszeichen
. Im Vergleich zur Untersuchung vom März 2019 im Spital
Y._
ergebe sich keine wesentliche Befundänderung
(
Urk.
8/163 S. 2).
Dem Bericht der Handchirurgen der Universitätsklinik
H._
vom 2
1.
Oktober 2019 ist zu entnehmen,
die Beschwerden seien im Vergleich zur Voruntersuchung unverändert (Urk. 8/161 S. 2).
Eine
Nervus
ulnaris
-Läsion habe ausgeschlossen werden können. Bei intakten Knorpel- und Knochenstrukturen sowie einem un
auffälligen Bandapparat bestehe chirurgisch keine Behandlungsoption. Als symptomatische Therapie empfehle man am ehesten die
mediokarpale
Infiltration als nächsten Schritt
. Die Behandlung bei ihnen sei abgeschlossen. Bezüglich der Handproblematik erfolge die weitere Behandlung durch den
Zuweiser
D
r.
Z._
. Da der Beschwerdeführer zudem über ein störendes Schnapp
phänomen im linken Ellbogen mit zum Teil Ausstrahlung bis in die Schulter klage, werde er zu
sätzlich
ins Schulter- und Ellbogenteam überwiesen
(Urk. 8/161 S. 3).
3.1
2
Dr.
A._
führte in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom
16. Dezember 2019
aus,
weder zur fachärztlich-chirurgischen Erstuntersuchung noch in den weiteren mehrmonatigen fachärztlich handchirurgischen Behandlungsgerichten seien im Zusammenhang mit dem Unfallereignis Beschwerden am linken Ellenbogen oder der Schulter vom Beschwerdeführer beschrieben oder im Rahmen der Unter
suchungen dokumentiert worden.
Dr.
Z._
habe
am
4.
September 2018 ein unauffälliges Ellenbogengelenk sowie eine freie Schulterbeweglichkeit links beschrieben. Auch die bildgebenden Untersuchungen hätten nichts
anderes
gezeigt.
Dr.
A._
gelangte
entsprechend
zum Schluss, die sekundär geltend gemachten Beschwerden am linken Ellenbogen mit Ausstrahlung in die Schulter seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22.
Juni 2018 zurückzuführen (Urk. 8/175 S. 3
-4
).
Fast eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis und deutlich über ein Jahr nach der handchirurgischen operativen SL-Bandrekonstruktion des linken Handgelenks sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch durch weitere therapeutische Massnahmen keine nam
hafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mehr zu erwarten. Sämtliche medizinisch sinnvollen und vertretbaren
Unter
suchungs
- und Behandlungsmassnahmen seien bereits durchgeführt worden. Klinisch sei wiederholt ein reizfreier und stabiler Lokal- und guter funktioneller Bewegungsbefund des operierten linken Handgelenks dokumentiert worden. Eine Verbesserung dieses Zustands sei durch keine weiteren Massnahmen zu erwarten (Urk. 8/175 S. 4).
Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt seien dem zwischenzeitlich beschäftigungslosen Beschwerdeführer in Anbetracht der Unfallfolgen wechselbelastende leichte und mittelschwere Arbeitstätigkeiten weiterhin vollzeitig zumutbar. Seitens der
adominanten
, operierten linken Hand sei überdies das Arbeiten mit rüttelnden, vibrierenden oder schlagenden Werk
zeugen und Maschinen auszuschliessen. Auch seien linkshändig das Heben und Tragen schwerer Lasten und repetitive handwerkliche monotone Arbeiten mit wiederkehrenden Handwendbewegungen, Überstreckungen oder Hyperflexionen im Handgelenk auszuschliessen. Zudem sei
aufgrund der
pathomorphologisch
nicht sicher eingrenzbaren Restbeschwerden der linken Hand eine Tätigkeit auf Leitern und Gerüsten mit einer erhöhten Sturzgefährdung
respektive bei der Not
wendigkeit
, mit der linken Hand fest zugreifen zu können zwecks
Absicherungs
funktion, als leidensinadäquat zu bewerten
. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter Maler sei der Beschwerdeführer dementsprechend nicht mehr ein
setzbar (Urk. 8/174 S. 4).
3.13
Gestützt auf diese Aktenlage nahm die Suva mit Schreiben vom 1
0.
Januar 2020 die Leistungseinstellung per 2
9.
Februar 2020 in Aussicht (
Urk.
8/181), gegen die der Beschwerdeführer am 1
6.
und am 2
3.
Januar 2020 mündlich opponierte (Urk. 8/185, 8/187). Mit unbeanstandet gebliebener Verfügung vom 2
4.
Januar 2020 verneinte
die Suva
sodann den Anspruch
auf eine Invalidenrente
und/oder auf
eine Integritätsentschädigung (
Urk.
8/188).
Ein Rentenanspruch resultierte nicht, da bei voller Arbeitsfähigkeit in
leidens
angepasster Tätigkeit auf das Fehlen einer erheblichen unfallbedingten Erwerbseinbusse geschlossen wurde (
Urk.
8/188).
4.
4.1
Dem Bericht des
Orthopäden
der Universitätsklinik
H._
, Schulter / Ellbogen, vom 1
3.
Februar 2020 ist zu entnehmen, der Befund sei unverändert zu den Vor
untersuchungen.
Die Ellbogengelenksinfiltration links habe die Beschwerden leider nicht lindern können. Im Vordergrund stünden klar die Schmerzen, welche von der Schulter bis in den linken Arm respektive die linke Hand ziehend seien, vor allem
dorsalseitig bis in die zwei
ulnaren
Finger. Eine neurologische und neurophysiologische Abklärung habe diesbezüglich keinen pathologischen Befund gezeigt, einzig eine mögliche Reizung des
Nervus
ulnaris
im Hand
gelenksbereich. Mit einem operativen Vorgehen am linken Ellbogen sei sicherlich zuzuwarten. Möglich sei ein mechanisches Problem,
welches die Beschwerden erklären könnte und
welches man bei einer diagnostischen Arthroskopie adressieren würde. Hinsichtlich der unklaren Armschmerzen könnte unter Um
ständen noch ein MRI der
Halswirbelsäule
durchgeführt werden (Urk. 8/196 S. 3).
4.2
Am 1
9.
März 2020 gab
Dr.
B._
an, der Beschwerdeführer habe sie wegen persistierender massiver Schmerzen am Handgelenk links aufgesucht. An
lässlich der klinischen Untersuchung habe sich das linke Handgelenk mit einer eingeschränkten Beweglichkeit gezeigt sowie
scapholunär
massiven Schmerzen. Es müssten - sinngemäss nach Lockerung der pandemiebedingten Massnahmen
(vgl. auch
Urk.
8/262 S. 1)
- Röntgenbilder angefertigt sowie ein
e
MRI
-Untersuchung
durchgeführt werden (
Urk.
8/201).
Dem radiologischen Bericht vom 2
1.
April 2020 ist zu entnehmen, dass die gleichentags erfolgte Röntgenuntersuchung des linken Handgelenks regelrechte Stellungsverhältnisse ohne Hinweis auf fokale
ossäre
Läsionen oder degenerative Veränderungen
gezeigt habe
(Urk. 8/205).
Laut der radiologischen Beurteilung vom 1
1.
Mai 2020 wurden anlässlich der MR-Untersuchung vom 2
1.
April 2020 zudem kleine,
polylobulierte
Ganglienformationen dorsal des Ligamentum
lunotriquetrale
gefunden. Im Übrigen seien keine pathologischen Veränderungen abgrenzbar gewesen (Urk. 8/206).
Am 1
1.
Mai 2020 erfolgte aufgrund der am 23. April 2020 durchgeführten 3-Phasen Skelettszintigrafie sowie CT-Untersuchung die radiologische Beurteilung, wonach die Mehrbelegung entlang der distalen Radiusgelenksfläche gegenüberliegend zum unauffälligen Os
lunatum
wohl einer lokalen Überlastung respektive beginnenden Degeneration karpal links entspreche. Zu sehen sei sodann ein unklarer fokaler Herdbefund
anterior
am Caput
humeri
rechts
(Urk. 8/207 S. 1).
In ihrem Bericht vom 1
1.
Mai 2020 führte
Dr.
B._
nach Einsicht in die Bildgebungen
aus,
der Beschwerdeführer habe einen leicht positiven
Tinel
in der Narbe, allenfalls habe er ein PIN-Neurom oder Vernarbungen am
radio
scaphoidalen
Gelenk. Sie hätten sich entschieden, die Narbe zu eröffnen, die distale Radiusrippe zu resezieren und allenfalls ein kleines Neurom zu suchen, da der Beschwerdeführer
unter diesen massiven Schmerzen
kaum leben könne (Urk. 8/208).
4.
3
Dr.
A._
hielt am
2
6.
Mai 2020 fest, bei den geklagten Beschwerden handle es sich nicht mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um Folgen des Unfallereignisses vom 2
2.
Juni 201
8.
Denn die ausgeweitete Schmerz
symptoma
tik mit geklagten Kribbelparästhesien und Ausstrahlungen bis in die Schulter sei
gemäss den
bereits wiederholt erfolgten neurologische
n, handchirurgischen sowie bildgebenden Verlaufsbefunden
pathomorphologisch
nicht einzuordnen und auch nicht durch ein allfälliges
Neurinom
zu erklären. Durch den operativen Ein
griff sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine grundlegende Verbesserung des Gesundheitszustands oder des Zumutbarkeitsprofils zu erwarten (Urk. 8/210 S. 3).
4.4
Dem
B
ericht über die Operation vom 2
6.
Mai 2020 ist zu entnehmen, wegen un
klarer Schmerzen in der dorsalen Handgelenksnarbe seien eine Revision der Nar
ben links, eine
Tenolyse
der Strecksehnen links und eine
Synovektomie
des Hand
gelenks links durchgeführt worden.
Zum weiteren Prozedere führte D
r.
B._
aus, es sollte relativ rasch mit Ergotherapie begonnen werden, damit es nicht zu erneuter Verklebung komme. Ein Neurom oder ähnliches habe nicht gefunden werden können. Inwiefern sich das Ganze verbessere, werde sich im Verlauf zeigen (Urk. 8/216).
Anlässlich des Telefonats mit der Beschwerdegegnerin
vom
9.
Juni 2020 sowie in ihrem gleichentags verfassten Schreiben
gab
Dr.
B._
an, der Beschwerdeführer sei nach dem Unfall operiert worden und habe nach diesem Eingriff konstant und anhaltend schwere Schmerzen beschrieben. Sie habe die Be
schwerden lokalisieren
können und das SPECT CT habe einen klaren B
efund gezeigt. Bildgebend sei eine Mehrbelegung entlang der distalen Radiusgelenks
fläche unterhalb der Narbe
nachgewiesen worden.
Die Infiltration habe eine
24-stündige
Verbesserung gebracht. Unter der Narbe sei alles komplett verklebt gewesen und habe beim nochmaligen operativen Eingriff gelöst werden müssen. Seit dem Eingriff vor zwei Wochen beschreibe der Beschwerdeführer eine Ver
besserung der Schmerzen. Er könne wieder schlafen
, habe erstmals wieder längere schmerzfreie Intervalle
und sein Zustand habe sich stark positiv verändert
. Dies müsse mit der Operation vom 2
0.
August 2020 zusammenhängen
(Urk. 8/218
,
Urk.
8/220
).
Am 2
5.
Juni 2020
schilderte
Dr.
B._
erneut, der Beschwerdeführer weise seit der Narbenrevision viel weniger Schmerzen auf. Der Beschwerdeführer habe zwei Jahre nicht mehr gearbeitet. Sicher werde er für Juli und August 2020 noch voll krankgeschrieben. Sie hoffe sehr, dass er Anfang Herbst wieder eine Arbeit als Maler suchen könne, ohne dass er wegen Schmerzen sogleich wieder ausfalle (Urk. 8/224).
4.5
Der Kreisarzt
Dr.
A._
hielt am
4.
August 2020 an seiner Stellungnahme vom 2
6.
Mai 2020 fest
(Urk. 8/226 S. 3). Dazu erläuterte er,
nach der SL-Band
rekonstruktion vom
7.
September 2018 und de
r Spickdraht-Entfernung vom 20.
Oktober 2018
habe die im weiteren Verlauf ausgeweitete Schmerz
symptomatik
,
unter einer sekundär zusätzlichen Einbeziehung der rechten Hand, des linken Ellenbogens und der Schulter mit auch geklagten Gefühlsstörungen
,
nicht eingeordnet werden können. Auch die weiteren Abklärungen hätten kein somatisches Beschwerdekorrelat ergeben. Der mittels SPECT-CT erhobene unspezifische Befund habe lediglich einer beginnenden Degeneration ent
sprochen
.
Eine Indikation für den operativen Eingriff vom 26. Mai 2020 habe damit nicht vorgelegen
(Urk. 8/226 S. 4). Präoperativ sei bereits wiederholt eine gute Beweglichkeit sowie erhaltene Motorik, Sensibilität und Kraft dokumentiert worden, sodass zwischenzeitlich nicht objektivierbar eine namhafte Verbesserung eingetreten sei
. Auch sei bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit lediglich eine Hoffnung perspektivisch geäussert worden (Urk. 8/226 S. 4-5).
Eine Änderung des Zumutbarkeitsprofils sei nicht erkennbar und auch nicht realistisch zu erwarten. Ansonsten wäre nun, bereits über zwei Monate nach der operativen Revision und ohne Adressierung relevanter struktureller Schädigungen, sowohl ein Kraftaufbau als auch eine berufliche Leistungsfähigkeit bereits wieder faktisch eingetreten (Urk. 8/226 S. 5).
4.6
Dr.
B._
entgegnete am 1
3.
August 2020,
die massiven Schmerzen im linken Handgelenk seien seit der ersten Operation vorhanden gewesen und nach dem Lösen der Narben
nun
deutlich besser, sodass der Beschwerdeführer in den kommenden Wochen bis Monaten wieder arbeitsfähig sein werde.
Dass man nach einer Operation nicht sofort arbeitsfähig sei, sei normal - erst recht nach zwei
jähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (Urk. 8/235).
Am
8.
September 2020 berichtete sie, der Beschwerdeführer habe nun nach mehr
stündiger Autofahrt wieder massive Schmerzen im Handgelenk sowie das Ziehen, welches er präoperativ gehabt habe. Das Handgelenk sei etwas weniger beweglich als auch schon. Die Narbe sei etwa
s
verklebt und wieder ziemlich schwierig zu mobilisieren. Zusätzlich habe er eine leicht
e
Epicondylitis
humeri
radialis
ent
wickelt. Sie habe Ergotherapie verordnet und den Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsfähig geschrieben. Eine weitere operative Revision komme für sie nicht in Frage, sondern allenfalls eine Schmerztherapie, was der Beschwerde
führer aber eigentlich nicht möchte (Urk. 8/239).
4.7
Am 2
1.
Oktober 2020 hielt
Dr.
A._
erneut an seinen bisherigen Stellung
nahmen fest (Urk. 8/249 S. 2).
Ergänzend wies er darauf hin, dass auch fünf Monate nach dem Eingriff vom 2
6.
Mai 2020 (erwartungsgemäss) keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands objektivierbar belegt sei. Unter einer All
tagsbelastung wie Autofahren trete die vorbestehende Schmerz
symptomatik mit Ziehen, Einschränkung der Beweglichkeit und Narben
beschwerden gleich
bleibend auf. Weder sei eine namhafte gesundheitliche Verbesserung erreicht worden, noch seien zusätzliche relevante unfallkausale
pathomorphologische
Schädigungen nachgewiesen. Dies entspreche der hand
chirurgischen Vor
beurteilung durch die Universitätsklinik
H._
, wonach bezüglich der persistierenden Handgelenksschmerzen links, ohne konkretes
pathomorpho
logisches
Korrelat, bereits laut der Beurteilung vom 1
6.
Oktober 2019 keine weiteren chirurgischen Behandlungsoptionen mehr vorlagen (Urk. 8/249 S. 3).
4.8
Am 2
2.
Januar 2021 gab
Dr.
B._
an, sie habe den Beschwerdeführer für die Zeit ab
1.
Oktober 2020 wieder voll arbeitsfähig schre
i
ben können. Arbeiten mit rüttelnden und vibrierenden und schlagenden Werkzeugen
und
Maschinen seien indes weiterhin auszuschliessen (Urk. 8/262 S. 1
,
Urk.
3/5 S. 1
).
Ihrem Schreiben vom 1
1.
Februar 2021 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe etwas arbeiten können. Er arbeite nun seit einem Monat und habe wieder zunehmende Beschwerden im Handgelenk links. Sie werde sicher keine Operation mehr vornehmen, da sie weiterhin nicht ganz genau wisse, was sein Schmerz
problem sei (Urk. 8/268).
Am 2
6.
Februar 2021 ergänzte sie, die Schmerzen hätten sich leider nicht verbessert (Urk. 8/269).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich
im Laufe des Verfahrens
auf den Standpunkt,
es sei die Kausalität
eines Rückfalls zu prüfen
(
Urk.
27 S. 1)
. Hierzu ist festzu
halten, dass der Anspruch auf eine Invalidenrente sowie auf eine Integritäts
entschädigung mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
24.
Januar 2020
verneint wurde
(Urk. 8/188)
.
Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen
per 2
9.
Februar 2020
im Sinne eines Fallabschlusses
erfolgte demgegenüber
lediglich in
einem formlosen Schreiben vom
1
0.
Januar 2020 (Urk. 8/179)
.
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V 412
E. 4, Art. 124
der
Verordnu
ng über die Unfallversicherung
[
UVV
]
. Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE 134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeits
unfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiterem Hinweis).
Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalles und nicht unter demjenigen eines Rückfalles zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das
Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen. Brück
ensymptome können naturgemäss auch relativ harmloser Natur sein und dürfen in der Regel nicht nur dann anerkannt werden, wenn sie auch durchgängig ärztlich behandelt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_185/2008
vom 1
7.
Dezember 2008
E. 4.3 und 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Der Beschwerdeführer hatte anlässlich der telefonischen Mitteilung des Fall
abschlusses vom
9.
Januar 2020 kundgetan, dass er mit dem Entscheid nicht ein
verstanden sei und dass er permanent an Schmerzen leide
(Urk. 8/
178 S. 1).
Dennoch teilte die Suva dem Beschwerdeführer lediglich mit einfachem Schreiben vom 1
0.
Januar 2020 die Leistungseinstellung per 2
9.
Februar 2020 mit (Urk. 8/179).
Am 1
6.
sowie am 2
3.
Januar 2020 tat
d
er
Beschwerdeführer
das Fehlen seines Einverständnisses mit dem Entscheid erneut
mündlich
kund
(Urk. 8/
185
und
Urk.
8/187
).
Am 1
3.
Februar 2020 fand eine Verlaufskontrolle an der Universitätsklinik
H._
statt
(Urk. 8/
196 S. 2-3)
. Am 1
8.
oder 1
9.
März 2020 begab er sich an der Klinik
C._
, Hand
-
Zentrum, in Behandlung, deren Ärztin sich am 1
9.
März 2020 an die Beschwerdegegnerin wandte
(Urk. 8/
201,
Urk.
8/
220).
Am
8.
Mai 2020 meldete sich der Beschwerdeführer selber wieder
telefonisch
bei der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/203) und am 1
1.
Mai 2020
erstattete
seine Ärztin der Klinik
C._
,
Dr.
B._
,
der Suva aber
mals Bericht
(Urk. 8/208).
Vor diesem Hintergrund, bei welchem der Beschwerdeführer die Mitteilung des Fallabschlusses nicht stillschweigend tolerierte und sich nach der Leistungs
einstellung per Ende Februar 2020 bereits am 1
8.
oder 1
9.
März 2020 wieder in Behandlung begab und dies der Suva sogleich sowie im Mai 2020 mitteilte
bzw. mitteilen liess
, kann nicht davon ausgegangen werden, die formlose Mitteilung des Fallabschlusses sei in Rechtskraft erwachsen. Auch kann nicht von einem längeren Zeitabschnitt ohne Brückensymptome die Rede sein, z
umal der Beschwerdeführer sich
bereits am 18.
oder 1
9.
Tag nach dem Fallabschluss wieder in fachä
rztliche Behandlung begeben hat, wobei er den Termin wohl bereits
schon
früher vereinbart hat.
Nach dem Gesagten
ist nicht von einem rechtskräftigen Fallabschluss auszugehen. Folglich
ist der Leistungsanspruch nicht unter dem Aspekt eines Rückfalls,
wobei
es sich um das Wiederaufflackern einer vermeint
lich geheilten Krankheit
handeln müsste,
sondern unter jenem des Grundfalls zu prüfen.
Daran ändert auch die
unangefochten in Rechtskraft erwachsene
Verfügung vom
2
4.
Januar 2020
betreffend die Verneinung von D
auerleistungen (
Urk.
8/188) nichts, da die Frage des Zeitpunkt
s
des Fallabschlusses in Anbetracht der Ver
neinung des Leistungsanspruches nicht thematisiert wurde und somit auch nicht Gegenstand des Entscheids bildete.
5
.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Aus
künfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundes
gerichts 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1 und 8C_604/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2, je mit Hinweisen).
5
.3
Nachdem der Beschwerdeführer im September 2018
wegen der Unfallfolgen
operiert worden war (E. 3.3 vorstehend), zeigte sich im Frühling 2019 eine Ver
besserung der Situation am linken Handgelenk mit zunehmender Belastbarkeit, abnehmenden Restbeschwerden und verbesserter Beweglichkeit. Damals
gingen die Ärzte übereinstimmend
davon aus,
der Beschwerdeführer werde demnächst wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sein (vgl. vorstehende E. 3.5 und 3.6). Der weitere Verlauf gestaltete sich indes derart, dass Schmerzen am linken Hand
gelenk persistierten und der Beschwerdeführer für Arbeiten am beziehungsweise auf dem Gerüst weiterhin
arbeitsunfähig war
(E. 3.
6 bis
3.8).
Die Schmerzen im linken Handgelenk blieben
im Verlauf
weitgehend unverändert (E. 3.9 und 3.10)
. Im Spätsommer 2019 war die Prognose unbekannt und es war nicht absehbar, ob ein Nachteil verbleiben oder der Beschwerdeführer vollständig genesen würde (E. 3.10).
Im Oktober 2019 wurde vom
behandelnden
Handchirurgen festgehalten, dass chirurgisch keine Behandlungs
option mehr best
eh
e
. Die Behandlung in der Ab
teilung für Handchirurgie der Universitätsklinik
H._
wurde abgeschlossen. Als Therapieoption wurde noch die Möglichkeit
einer
Infiltration genannt, dies jedoch als symptomatische Therapie
(E. 3.11).
Mithin sahen die Spezialisten zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit zur anhaltenden Verbesserung mehr, sondern es ging lediglich noch um eine Symptombekämpfung. E
ine nicht auf die Heilung des Gesundheitsschadens, sondern auf die blosse Symptombekämpfung gerichtete Massnahme
steht
einem Fallabschluss rechtsprechungsgemäss nicht entgegen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_363/2020
vom 2
9.
September 2020
E. 4.1
mit Hin
weis).
Vor diesem Hintergrund überzeugt die kreisärztliche Beurteilung vom 1
6.
Dezember 2019, wonach fast eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis und deutlich über ein J
ahr nach dem
handchirurgischen
operativen Eingriff keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten war
(E. 3.12). Dies einerseits angesichts des bisherigen Verlaufs, bei welchem sich in letzter Zeit keine Verbesserung mehr ergeben hatte, sowie aufgrund dessen, dass keine substanziellen Behandlungs
massnahmen mehr anstanden.
Da
die
prognostisch
e
und nicht
die
retrospektive Sichtweise massgebend ist für den Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl. E.
5
.2 vorstehend),
ändert
der
gesundheit
liche
Verlauf nach Fallabschluss
an diesem Ergebnis
nichts
.
Die prognostische Auffassung, wonach
in jenem Zeitpunkt
keine namhafte Besserung
mehr
zu erwarten war, ist sodann in den Akten breit abgestützt. Nicht nur
Dr.
Z._
sah keine Behandlungsoptionen mehr
(vgl.
Urk.
8/113 S. 2-3), sondern auch die Handchirurgen der Universitätsklinik
H._
, wohin
Dr.
Z._
den Beschwerdeführer für das Einholen einer Zweitmeinung über
w
i
esen hatte,
hielten nur noch eine Symptombekämpfung für möglich (
Urk.
8/161 S. 3). Überdies ging auch die
Hausärztin
Dr.
G._
am
9.
Dezember 2019 weiterhin
von einer
ungewisse
n
Prognose
aus
(Urk. 8/174 S. 3).
Sodann hielt auch der Beschwerdeführer
laut Telefonnotiz vom 2
0.
November 2019
das Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
für nicht mehr
möglich
(Urk. 8/157
,
Urk.
8/166 S. 1)
.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der
mit einer Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen einhergehende
Fallabschluss per Ende Februar 2020 zulässig war.
6
.
6
.1
Es bleibt zu prüfen, ob die im Streit liegenden Leistungen im Rahmen eines Rück
falls oder von Spätfolgen zu sehen und von der Beschwerdegegnerin zu über
nehmen sind.
Denn der Fallabschluss wurde hinsichtlich des linken Handgelenks nicht mit dem Fehlen eines Kausalzusammenhangs zwischen
den Rest
beschwerden und dem Unfall begründet, sondern mit dem Erreichen eines End
zustands (
Urk.
8/179 S. 1).
Anders als bei rechtskräftiger Verneinung der
Unfall
kausalität eines Leidens
ist daher kein
Rückkommenstitel
erforderlich, um allen
falls eine
n
neuerlichen Leistungs
anspruch zu begründen, dies
auch in Bezug auf Rückfälle und Spätfolgen
(RKUV 1998 Nr. U 310 S. 463 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_359/2013 vom 2
7.
August 2013 E. 5.1 f.).
6
.2
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines An
spruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invaliden
versicherung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistungen der Unfall
versicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen).
6
.3
Ein Rückfall könnte in der Operation vom 2
6.
Mai 2020 zu sehen sein, da es dadurch zu einer vorübergehenden Aufhebung der Arbeitsfähigkeit auch in an
gepasster Tätigkeit gekommen ist.
Zuvor scheinen die Restbeschwerden hingegen relativ konstant gewesen zu sein. So war im Bericht von
Dr.
B._
vom 1
9.
März 2020 von «persistierenden» massiven Schmerzen am Handgelenk links die Rede
(Urk. 8/201)
, welche nach dem operativen Eingriff vom
7.
September 2018 konstant und anhaltend vorhanden gewesen seien (Urk. 8/218 und
Urk.
8/220).
Zudem
gab
der Beschwerdeführer am
8.
Mai 2020
an, d
ie Beschwerden am linken Handgelenk seien immer gleich stark gewesen (Urk. 8/203)
.
6
.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall
kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeits
beweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
6
.
5
Dr.
B._
führte am 1
1.
Mai 2020 zur Begründung des geplanten operativen Eingriffs an, dass der Beschwerdeführer unter den massiven Schmerzen kaum leben könne. Zudem
wolle sie
allenfalls ein kleines Neurom suchen (Urk. 8/208).
Dr.
A._
führte dazu aus, die geklagten Beschwerden seien nicht durch ein allfälliges
Neurinom
zu erklären
. Überdies verneinte er
deren
Unfallkausalität (Urk. 8/210 S. 3).
Nachdem anlässlich des operativen Eingriffs kein Neurom gefunden werden konnte (
Urk.
8/216), bezog sich
Dr.
B._
hinsichtlich der
Operations
indikation auf die bildgebend
festgestellte Mehrbelegung entlang der distalen Radiusgelenksfläche unterhalb der Narbe (Urk. 8/220).
Diese Mehrbelegung war indes von der untersuchenden Radiologin
als lokale Überlastung oder beginnende Degeneration eingeordnet worden (Urk. 8/207 S. 1), was nicht auf eine Unfall
kausalität hinweist.
Allein
aufgrund
d
er
vorübergehende
n
Verbesserung der Schmerzen nach dem operativen Eingriff ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
dargetan, dass mit der Operation
eine Unfallfolge behoben wurde
, zumal
die
Schmerzreduktion
nicht auf objektive, sondern auf subjektive Gründe zurückzuführen
sein
könnte
.
Dies gilt umso mehr, als auch
Dr.
B._
am 1
1.
Februar 2021 einräumte, die Ursache der Schmerzproblematik nicht zu kennen (vgl. E. 4.8 vorstehend).
Mithin gelingt dem Beschwerdeführer d
er B
eweis
nicht
, dass die Operation vom 2
6.
Mai 2020
und damit auch die anschliessend eingetretene
Arbeit
sunfähigkeit eine Folge des Unfalls vom 2
2.
Juni 2018 war
.
D
emnach besteht kein
Leistungs
anspruch
im Zusammenhang mit dem operativen Eingriff vom 2
6.
Mai 2020
(vgl. E.
6
.4 vorstehend).
Hinzu kommt, dass für die Anerkennung eines Rückfalls ein Wiederaufflackern der Krankheit (vgl. E.
6
.2 vorstehend) respektive der Symptome erforderlich wäre. Vorliegend wurde indes bei einer konstanten Restsymptomatik operiert. Mithin war es nicht ein Rückfall
im Sinne der Rechtsprechung
, welcher zum erneuten operativen Eingriff geführt hat.
6
.6
Am
8.
Februar 2021 brachte der Beschwerdeführer vor, er sei seit dem
1.
Oktober 2020 wieder zu 100
%
als Maler arbeitstätig, womit erwiesen sei, dass der Kreis
arzt von falschen Tatsachen ausgegangen sei (Urk. 8/258).
Dabei ist zu beachten, dass ihm die
Tätigkeit als Maler
unter anderem
wegen der damit einhergehenden Sturzgefahr bei eingeschränkter Haltefähigkeit
aus medizinischer Sicht
nicht zumutbar
ist (vgl.
Urk.
8/175 S. 4)
. Dass der Beschwerdeführer dennoch als Maler tätig war, beweist nicht, dass
er längerfristig in der Lage ist,
diese Arbeit auch
tatsächlich auszuüben
.
Zudem ist nicht dokumentiert, ob der Beschwerdeführer dabei auch schwere, rüttelnde und vibrierende Arbeiten, wie sie ihm nicht zu
mutbar sind (
Urk.
8/175 S. 4), übernommen hat. Ohnehin ist aufgrund der ein
gereichten Einsatzverträge, welche sich zeitlich weitgehend überschneiden, ob
wohl sie je ein 100%iges Pensum vorsehen, nicht erstellt, dass der Beschwerde
führer - bei
beidseitiger Kündigungsmöglichkeit sowie einer Befristung auf maximal drei Monate (Urk. 8/260 S. 17-19,
Urk.
3/7)
- tatsächlich während längerer Zeit voll gearbeitet hat. Dies gilt umso mehr, als im Bericht von
Dr.
B._
vom
1
1.
Februar 2021
davon die Rede ist, der Beschwerde
führer habe
seit einem Monat
wieder
«
etwas
» arbeiten können
(Urk. 8/268).
Ebenso wenig vermag das
von
Dr.
B._
zuhande
n der Arbeitslosen
versicherung
- im Widerspruch zum Schreiben vom 1
1.
Februar 2021 -
aus
gestellte
Zeugnis
einer vollen Arbeitsfähigkeit
ab
1.
Oktober 2020 (
Urk.
3/6)
zu beweisen, dass der Beschwerdeführer effektiv als Maler arbeitsfähig war und gearbeitet hat.
6
.7
Soweit der Beschwerdeführer die Unfallkausali
tät aus dem Umstand der prä
trau
matisch fehlenden Beschwerden ableiten will, ist anzumerken, dass die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zu
lässig ist (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013. E. 5.1).
6
.8
6
.8.1
Der Erlass des angefochtenen Entscheids
, welcher am
7.
Januar 2021 erging (
Urk.
2),
bildet rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
der richterlichen Überprüfungsbefug
nis
und es
sind
grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen
Einspracheentscheids
massgebend
(vgl. etwa BGE 131 V 407 E.
2.1.2.1 oder BGE 129 V 167 E. 1).
6
.8.2
Hinsichtlich der massgebenden Zeitperiode hat
Dr.
D._
in seinem Bericht vom 1
2.
April 2021 darauf hingewiesen, dass
Dr.
Z._
am
8.
Februar 2019 eine leichte dystrophe Reaktion der linken Hand aufgrund der Kälte beschrieben (
Urk.
14/1 S. 1), hingegen ein CRPS nicht in Erwägung gezogen
gehabt habe (Urk.
14/1 S. 2). Auch
Dr.
I._
habe am 2
3.
Januar 2019 neuropathische Schmerzen
genannt
, indes das Vorliegen eines CRPS nicht evaluiert. Überdies hätten die Ärzte der Universitätsklinik
H._
eine Sensibilitätsstörung der
Digiti
IV und V erwähnt. Vor der SL-Revision sei am
5.
September 2018 noch eine normale
Trophik
angegeben worden (
Urk.
14/1 S. 2).
Dr.
D._
diagnostizierte ein CRPS (
Urk.
14/1 S. 1-3), welches als Folge der Handgelenksdistorsion mit Bandruptur und der dadurch notwendigen offenen Revision des SL-Bandes, der
scapholunären
Transfixation links am
7.
September 2018 und der darauf
folgenden Operationen die überwiegend wahrscheinlichste Ursache der Funktionsstörung der linken Hand sei. Die Operationen seien alle notwendig gewesen wegen der traumatisch bedingten
s
capholunären
Bandruptur vom 22.
Juni 201
8.
Ein CRPS trete typischerweise nach einem relevanten Trauma und wiederholten Operationen mit einer gewissen Verzögerung auf. Objektive trophische Störungen seien erstmals am
8.
Februar 2019 aktenkundig geworden. Laut den Angaben des Beschwerdeführers hätten die starken Schmerzen circa zwei Monate nach der zweiten Operation zugenommen (
Urk.
14/1 S. 3).
Dr.
A._
untersuchte den Beschwerdeführer am 2
4.
Juni 2021 und verneinte in seiner Beurteilung vom 1
4.
Juli 2021 das Vorliegen eines CRPS. Des Weiteren hielt er an seinen bisherigen Beurteilungen fest und führte aus, auch durch weitere Behandl
ungsmassnahmen sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustands oder des Zumutbarkeitsprofils zu erwarten (
Urk.
20).
Dr.
D._
begründete am
6.
September 2021 erneut, weshalb ein CRPS vorliege
(
Urk.
24/1)
.
6
.8.3
Laut
Dr.
D._
kam es zwei Monate nach der zweiten Operation
(
Osteo
synthesematerialentfernung
[
OSME
] vom 3
0.
Oktober 2018, vgl. Urk. 14/1 S. 1)
zu einer Schmerzzunahme (
Urk.
14/1 S. 3)
. Da dies bereits vor dem Fallabschluss war, kann diese Schmerzzunahme weder
einen Rückfall
noch
eine Spätfolge
dar
stellen.
Das diagnostizierte CRPS führte
Dr.
D._
auf das Trauma sowie die wieder
holten Operationen zurück (
Urk.
14/1 S. 3)
, respektive gab er an, es handle sich dabei um Komplikationen der durchgeführten Operationen (U
rk.
24/1 S. 3).
Ein Rückfall oder eine Spätfolge kann darin höchstens gesehen werden, falls es sich nach dem Fallabschluss verschlechtert hat oder erst dann aufgetreten ist.
Nach
dem die Unfallkausalität der
nach dem Fallabschluss vorgenommenen
Operation
vom
2
6.
Mai 2020
nicht erstellt ist, ist auch die Unfallkausalität eines allfälligen
daraus resultierenden
CRPS fraglich beziehungsweise nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan.
Praxisgemäss ist
sodann
erforderlich, dass anhand echtzeitlich erhobener medizinischer Befunde der Schluss gezogen werden kann, die betroffene Person habe innerhalb der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall zumindest teilweise an den für ein CRPS typischen Symptomen gelitten (
Urteil des Bundesgerichts 8C_515/2021 vom
4.
November 2021 E. 3). Entsprechende Befunde sind nicht aktenkundig, wie selbst
Dr.
D._
bekannte, weshalb seine Annahmen betreffend die zurückliegende Sachlage von vornherein
k
eine Kausalität zu begründen vermögen.
6
.9
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht über Februar 2020 hinaus zu Recht auch unter dem Blickwinkel eines Rückfalls ver
neint.
Der angefochtene Entscheid ist damit zu bestätigen
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.