# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 76fd40b4-4277-4567-b516-0b75b1bb8377
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
66
, Mutter von zwei Kindern (geboren 19
90
und 19
92
),
war seit
Mai
200
4
teilzeitlich als
Hauswart
in
für die
Y._
AG
tätig (vgl.
Urk.
13/8
). Unter Hinweis auf
Schmerzen nach einer Knie
operation
meldete sich die Versicherte am
5.
November 2018
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/8
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und
lud die Versicherte zu einem Standortgespräch ein
(
vgl.
Urk.
13/13
).
Mit Mitteilung vom 1
3.
Februar 2019 hielt sie fest, dass keine Eingliederungsmass
nahmen möglich seien (
Urk.
13/14).
Am
1
5.
November
2019 erfolgte eine Haus
haltsabklärung (vgl.
Urk.
13/27
). Na
ch
durchgeführt
em
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
13/30;
Urk.
13/34
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
2.
September 20
20
bei einem Invaliditätsgrad von
18
% einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
13/
38
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
3
0.
Septem
ber
20
20
Besch
werde gegen die Verfügung vom
2.
September 20
20
(
Urk.
2) un
d beantragte
,
ihr sei eine ganze Invalidenr
ente, allenfalls eine Teilrente, zu gewähren. Eventuell sei die Streitsache zur gehörigen Untersuchung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 und 2).
Die IV
Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 20
20
(
Urk.
12
) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
1
0.
Dezember
2020
(
Urk.
14
) wur
de der Beschwerdeführerin antragsgemäss (
Urk.
1) die unentgeltliche Prozess
führung
und unentgeltliche Rechtsvertretung
gewährt und ein zweiter Schriften
wechsel angeordnet.
Die Beschwerdeführerin
hielt mit Replik vom
6.
Januar 2021 (
Urk.
16) an ihren Anträgen fest.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
0.
Feb
ruar 2021 auf das Einreichen einer Duplik
(
Urk.
20)
. Dies wurde der Beschwerde
führ
erin am
1
7.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 2
1).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs.
2–4
der
Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Be
tätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1
.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar
2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mut
masslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen
sind der Gesundheitszustand, die Arbeitsfähigkeit und ein allfälliger Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfüg
ung (
Urk.
2) davon aus, dass die
Beschwerdeführerin
seit September 2018 in ihrer bisherigen Tätig
keit eingeschränkt sei (S. 1 unten)
.
In einer angepassten Tätigkeit sei sie bereits
im September 2019
wieder zu einem Pensum von 75-80 % arbeitsfähig (S. 2 oben).
Die Beschwerdegegnerin
qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu
65
% im Erwerbsbereich und zu
35
% im Hau
shaltsbereich tätig
. Unter Berücksichti
gung einer Einschränkung im Haushaltsbereich von
9
%
(S. 1 unten)
errechnete
s
ie einen rentenausschliessende
n Invaliditätsgrad von 18 % (S.
2 oben).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
12
) hielt die Beschwerdegegnerin fest, die
Beur
teilung des RAD-Arztes
Dr.
Z._
sei aufgrund des Beschwerdebildes nachvoll
ziehbar. Anhand der medizinischen Akten sowie seiner eigenen langjährigen be
ruflichen Erfahrung sei er zum Schluss gelangt, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden und vorwiegend sitzenden Tätigkeit zu 75-80 % arbeitsfähig sei (S. 2 Mitte).
2.3
Die Beschwerdeführerin
führte
in der Beschwerde (
Urk.
1)
aus
,
dass der Bericht von
Dr.
A._
gewichtige Einschränkungen auf allen Körperebenen festhalte. Bereits
aufgrund
des komplexen chronischen, rein somatisch fassbaren Schmerz
syndroms erscheine eine Arbeitsfähigkeit von 75-80 % in angepasster Tätigkeit unrealistisch (S. 3 f.). Der Abklärungsbericht vom
1
5.
November
2020
(richtig: 2019)
sei als veraltet einzustufen. Ihre Tochter müsse mittlerweile prak
tisch sämt
liche Haushalttätigkeiten für sie übernehmen (S. 4 unten). Gesamthaft betrage die Einschränkung im Haush
alt schätzungsweise 60-70 % (S.
5 unten).
I
n der
Duplik
(
Urk.
16
)
machte die Beschwerdeführerin
geltend,
der RAD-Bericht von
Dr.
Z._
berücksichtige lediglich die medizinischen Unterlagen bis 2
1.
Sep
tember 201
9.
Die eingereichten späteren Berichte, welche eine Verschlechterung klar dokumentierten, hätten daher zum vornherein nicht in Rechnung gestellt werden können
.
Der Bericht von
Dr.
Z._
und im Übrigen auch der Haushaltsab
klärungsbericht, welcher auf den nämlichen Unterlagen basiere, seien deshalb unvollständig und würden schon aus diesem Grund nicht überzeugen (S. 2 Mitte).
Dr.
Z._
halte sodann selbst fest, dass sich aus den medizinischen Unterlagen kein stabiler Gesundheitszustand ermitteln lasse (S. 2 unten). Warum eine Leis
tungsfähigkeit von 75-80 % und nicht etwa 20-30 % oder 0 % zutreffen solle, bleibe im Dunkeln und sei aus der Luft gegriffen (S. 3 oben). Insgesamt sei der Bericht von
Dr.
Z._
unvollständig und nicht plausibel nachvollziehbar (S. 3 Mitte).
Es seien weitere Abklärungen erforderlich (S. 3 unten).
D
ie nach Verfü
gungserlass ergangenen Berichte von
Dr.
A._
vom
2.
Oktober
2020 und von
Dr.
B._
vom 1
3.
Oktober 2020 seien in die Würdigung einzubeziehen, da sie
offensichtlich das Bild per Stichtag erhellen würden (S. 4 oben).
Eine Ver
schlechterun
g werde von
Dr.
B._
und Dr.
A._
ausgewiesen (S. 4 Mitte). Sie leide an einem
chronifizierten
, über Jahre andauernden, sich ständig verstär
kendem Schmerzsyndrom. Die Situation sei sehr komplex, es seien wesentliche und ernsthafte Beschwerden auf mehreren Körperebenen vorhanden; so am lin
ken Fuss, an beiden Knien, an beiden Schultern, beim unteren Rücken und dem Gesäss (S. 5 Mitte). Sowohl bezüglich des zumutbaren Masses der Arbeitsfähigkeit in adaptierter leichter Tätigkeit als auch bezüglich Haushalttätigkeit müsse ein neutrales Fachgutachten eingeholt werde, für den Erwerbsteil gegebenenfalls kombiniert mit einer EFL (S. 5 unten).
3.
3.1
Die Ärzte des
Spitals B._,
Klinik für
Rheum
atologie, nann
te
n
im Bericht vom
2.
November 2018
(
Urk.
13/25/1
5
-1
9
) folgende
Hauptd
ia
gnose
n
(S. 1
f.
):
-
Reizzustand mit rezidivierenden Kniegelenksergüssen Knie rechts
-
leichtgradiger
sekundärer
Hyperparathyreoidismus
-
posttraumatischer
Abriss der
Glutealmuskulatur
rechts
-
Lumbosakr
algie
mit
Glutealgie
-
subacromiales
Impingement
rechtsbetont
-
symptomatische linksbetonte
Rhizarthrose
-
mikrozytäres
,
mikrochromes
rotes Blutbild
-
Penicillin-Allergie
Die Ärzte des
Spitals C._
empfahlen in Anbetracht der rezidivierenden rechtsseitigen Kniegelenksergüsse eine hochdosierte Kortison-Behandlung für fünf Tage. Inwie
weit diese auch Einfluss auf die rechte
subacromiale
und linksseitige
glenohume
rale
Schmerzhaftigkeit habe, bleibe abzuwarten. Hier seien möglicherweise wei
tere Abklärungen respektive Therapien indiziert (S. 4 Mitte).
3.2
Dr.
med.
B._
,
Spital C._
, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, nannte im Bericht vom 1
3.
März 2019 (
Urk.
13/25/13-14) folgende Hauptdiagnose (S. 1 unten):
-
Reizzustand mit rezidivierenden Kniegelenksergüssen Knie rechts
mit/bei:
-
Implantation einer Knie-
Totalendoprothese
am
5.
Januar 2012
, sekun
däre Patella
baja
(postoperativ) und Instabilität
mediolateral
-
Status nach Inlay-Wechsel, sekundärem Patella-Rückenflächenersatz und
proximalisierender
Tuberositas
-Osteotomie und
Débridement
Knie rechts am 2
7.
September 2017
-
Status nach OSME 3.5er Schrauben
Tuberositas
tibiae
und
arthrosko
pischer
partieller
Synovektomie
und Baker-Zysten-Entfernung am 2
3.
Januar 2019
Anlässlich der planmässigen Kontrolle
hab
e die Beschwerdeführerin
berichtet
, dass sie immer noch persistierende Schmerzen verspüre. Sie nehme täglich
Dafal
gan
und
Novalgin
ein und besuche regelmässig die Physiotherapie. Erfreu
licher
weise habe die Beschwerdeführerin die Arbeit vor drei Wochen wieder zu 50 % erfolgreich aufnehmen können (S. 2 oben).
Sechs Wochen postoperativ zeige sich in Bezug auf Schmerzen und Schwellung ein unveränderter Verlauf (S. 2 unten).
3.
3
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
, führte im
Bericht vom
2
1.
September 2019
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
13/28) aus,
die rechtsseitigen Knieschmerzen hätten seit der Baker-Zysten-Entfernung und der
Radiosynovior
t
hese
noch zugenommen. Da die Beschwerdeführerin das rechte Knie geschont habe, schmerze neu auch das linke Knie. Sie
habe Schmer
zen in den Knien be
i Belastung (insbesondere Treppensteigen), nach längerem Gehen und auch nach längerem Sitzen.
Zudem leide die Beschwerdeführerin an beidseitigen Schulterschmerzen.
Bei ihrem 50%igen Pensum als Hauswartin müsse ihr der Ehemann helfen, da sie kaum noch Treppen bewältigen, geschweige denn auf Leitern steigen könne.
L
ängerfristig sei die Arbeitsfähigkeit als Haus
wartin auch zu
50 % nicht mehr gegeben. O
b eine angepasste Tätigkeit möglich wäre, müsste
seiner Meinung nach
speziell abgeklärt wer
den, beispielsweise mit
tels EFL (Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit) oder Gutachten.
A
uf jeden Fall
dürfe die Tätigkeit nicht körperlich schwer sein und
kein dauerndes Stehen oder Sitzen
erfordern
. Ideal wäre eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Über-Kopf-Arbeiten, ohne längeres Gehen oder Stehen, ohne Heben oder Tragen schwerer Lasten, ohne Arbeiten in starren Positionen, ohne Treppensteigen, ohne Steigen auf Leitern und ohne Knien
(
Ziff.
1.4)
.
3.
4
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, Regionalärztlicher Dienst (RAD)
der Beschwerdegegnerin
, führte im Bericht vom
3.
Oktober 2019 (
Urk.
13/37 S. 3 ff.) aus,
dass bei der Beschwerdeführerin
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein chronischer Reizzu
stand des rechten Kniegelenkes mit rezidivierenden Kniegelenk
s
ergüssen ausge
wiesen sei, einschliesslich einer sich hieraus ableitende
n
Einschränkung der funk
tionellen Leistungsfähigkeit. Inwieweit dieser Gesundheitsschaden derzeit stabil sei, lasse sich aus den Berichten nicht exakt erkennen, da der letzte diesbezügliche fachärztliche Bericht der Ärzte des
Spitals C._
vom 1
3.
März 2019 stamme
(S. 4 Mitte)
.
Der aktenkundige Verlauf der Arbeitsunfähigkeit - wie üblich primär geltend für die bisherige beziehungsweise weiterhin ausgeübte Tätigkeit (hier
Hauswartin) - sei aus orthopädischer Sicht zwar plausibel. Aber die von
Dr.
A._
geäus
serte Ansicht, dass diese Tätigkeit längerfristig selbst mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht mehr möglich sein werde, könne aus 30jähriger orthopädischer Berufserfahrung nur nachdrücklich bestätigt werden (S. 4 unten).
Es liege
hier im versicherungsmedizinischen Sinne eine sogenannte «drohende Invalidität» vor, das heisse, im Grunde genommen erbringe die Beschwerdeführerin die Arbeit auf Kosten ihrer Gesundheit. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit gebe es keine aktenkundigen Angaben, aber rein medizintheoretisch wäre eine körperlich leichte Tätigkeit, wechselbelastend und dabei vorwiegend sitzend, überwiegend wahrscheinlich in einem höheren Prozentsatz (ca. 75-80 %) möglich, retrospektiv geltend ab
9.
Februar 2019 (S. 5 oben).
3.
5
Dr.
B._
führte im
Bericht
vom 2
9.
Oktober 2019 (
Urk.
3/4) aus, die Beschwer
deführerin sei zur knieorthopädischen Beurteilung bezüglich des linken Kniege
lenkes zugewiesen worden (S. 2 oben). Konventionell-radio
logisch zeige sich ein erhalten
er Gelenkspalt medial- und lateralseitig, ohne Hinweis auf degenerative Veränderungen. Letztlich seien die von der Beschwerdeführerin geschilderten heftigen Beschwerden nicht erklärt. Zum Ausschluss einer Stressreaktion habe er eine MRI-Untersuchung veranlasst (S. 2 unten).
Im
Bericht vom
1
2.
November
2019 (
Urk.
3/5) hielt
Dr.
B._
fest, dass sich MR
tomographisch eine
laterale Meniskusläsion
finde, welche mit den Beschwer
den zumindest zum Teil korreliere. Primär sollte nach Möglichkeit konservativ vor
gegangen werden. Als erste Massnahme habe er eine diagnostisch-therapeu
tische Kniegelenks-Infiltration veranlasst (S. 2 unten).
3.
6
Dem Bericht vom 1
5.
November 2019 (
Urk.
13/27
)
über die Haushaltsabklärung vom selben Tag ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin berichte, ständige Wasseransammlungen im operierten Kniegelenk zu haben. Nun habe sie auch zwei Meniskusläsionen im linken Knie. Auch in der operierten Schulter habe sie Schmerzen und die Bewegung sei vor allem über Kopf eingeschränkt. Sie habe schon seit vielen Jahren gesundheitliche Probleme, auch mit dem linken Fuss (S. 2 Mitte).
D
ie
Abklärungsperson gab an, dass die
Beschwerdeführerin
neben ihrer Tätigkeit als Hauswartin (14 Stunden pro Woche = 35 %) noch Reinigungs
arbeiten in einem Pensum von etwa 30 % ausgeführt
hatte
.
Diese Anstellung
bei der
D._
AG
habe sie im Jahr 2017 aus gesundheitlichen Gründen gekündigt (S. 3
Ziff.
2.2).
Bei der Hauswarttätigkeit sei der Vertrag angepasst wor
den, da der Ehemann 50 % der Arbeit habe übernehmen müssen (S. 3
Ziff.
2.3).
Die Beschwerdeführerin habe erklärt, dass sie die Anstellung bei
der
D._
AG nicht gekündigt hätte, wenn sie gesund gewesen wäre. Auch die Haus
wartstätigkeit
hätte sie weiterhin alleine ü
bernommen (S. 4 Ziff.
2.5).
Die Abklä
rungsperson hielt fest, es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Be
schwer
de
führerin bei guter Gesundheit weiterhin im Rahmen von 65 % gear
beitet hätte (S. 5
Ziff.
2.6.1).
Entsprechend
qualifizierte
sie
die Beschwerde
führerin als zu
65
% im Erwerbsbereich und zu
35
% im Haushaltsbereich tätig (S.
4
Ziff.
2.6).
Entsprechend den Angaben der Abklärungsperson betrug die Einschränkung im mit
39
%
gewichteten Bereich „Ernährung“
15
%
und im mit 3
3
%
gewichteten Bereich „Wohnungs- und Hauspflege“
10 %. Im mit 10
% gewichteten Bereich „Einkauf sowie wei
tere Besorgungen“ und im mit 18
% gewichteten Bereich „Wä
sche und Kleiderpflege“ wurden keine Einschränkungen festgestellt (vgl. S.
6
f.
Ziff.
6.1 - 6.4).
Die entsprechend gewichteten einzelnen Einschränkungen erga
ben eine Einschränkung von insgesamt
9.15
%
(S.
8
Ziff.
6.6).
3.
7
Dr.
med. E._
,
Gastropraxis
F._
,
nannte im
Bericht
vom
6.
Dezember
2019 (
Urk.
3/9) eine kleine axiale
Hiatushernie
mit kurzen, nicht
ero
si
ven
Reflexzungen
. Er führte aus, dass bei dem leichten
Refluxproblem
bedarfsweise ein Säureblocker eingesetzt werden könne.
3.
8
Dr.
B._
führte im
Bericht
vom 3
1.
Januar
2020 (
Urk.
3/7) aus,
dass
bei der Beschwerdeführerin eine komplexe Situation mit
multilokulären
Beschwerden am Bewegungsapparat
bestehe
(unter anderem Knie beidseits, Fuss links sowie Schul
tern beidseits). Am linken Knie finde sich eine symptomatische laterale Menis
kusläsion, bei
valgischer
Beinachse. Hier hätten Infiltrationen eine Besserung der Situation erzielen können.
Aufgrund des schwierigen Verlaufes auf der rechten Seite sollte links nach Möglichkeit mit irgendwelchen chirurgischen Massnahmen vorsichtig vorgegangen werden. Zusätzlich zu einer Kniegelenk-Arthroskopie wäre eine
Varisationsosteotomie
zur Begradigung der Beinachse durchzuführen. Wie ein solcher Eingriff jedoch die Beschwerden der Beschwerdeführerin (
chro
nifiziertes
Schmerzsyndrom) beeinflussen würde, sei unklar.
Auf der rechten Seite sei der Verlauf weiterhin unbefriedigend, mit persistierendem Reizerguss trotz bereits vieler Massnahmen (S. 2 unten).
3.
9
Dr.
A._
hielt in der Stellungnahme
vom
2.
Oktober
2020
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (
Urk.
10A/2) fest,
dass die Beschwerde
führerin zur Schmerztherapie sogar Opiate
(aktuell:
Targin
)
einnehmen müsse. Unter diesen Medikamenten sei sie sehr müde. Seiner Ansicht nach sei die
Arbeitsfähigkeit al
s Hauswartin nicht mehr gegeben. O
b eine behinderungsange
passte Tätigkeit möglich wäre, müsste
seines Erachtens
mittels eines Gutachten
s abgeklärt werden, um einigermassen objektive Befunde zu erhalten. D
asselbe gelte für die Angaben, welche Haushalttätigkeiten noch möglich wären
.
3.
10
Dr.
B._
führte im
Bericht
vom 1
3.
Oktober 2020
(
Urk.
10A/1) aus, dass
das Arbeitsverhältnis als Hauswartin per Ende Mai gekündigt worden sei (S. 2 oben). Seines Erachtens sei die Beschwerdeführerin aufgrund der
multilokulären
Be
schwerden am Bewegungsapparat aktuell nicht mehr arbeitsfähig in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Hauswartin. Allenfalls wäre eine kniegelenkschonende Tätigkeit mit wechselbelastenden Arbeiten möglich, jedoch ohne repetitives Be
steigen von Leitern und Treppen, kniende Tätigkeiten und Heben von schweren Lasten. In dieser komplexen Situation sch
eine ihm jedoch eine umfassende
gut
achterliche Beurteilung der Gesamtsituation notwendig (S. 2 unten).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass die Statusfrage nicht umstritten ist. Die
Beschwerde
gegnerin ging von den zuletzt ausgeübten
T
ätigkeit
en
als Hauswartin im Umfang von 35 % sowie als Raumpflegerin im Umfang von 30 % aus
und qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 65 % im Erwerbsbereich und zu 35 % im Haus
haltsbereich tätig
.
Dies wurde
seitens der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und
erscheint
aufgrund
der bisherigen Arbeitstätigkeit
sowie der Angaben der Beschwerdeführerin als
na
chvollziehbar (vgl. vorstehend E.
3.
6
).
4.2
Angesichts der Aktenlage ergibt sich, dass
die
Beschwerdeführerin
insbesondere an
Beschwerden in beiden Knien und den Schultern
leidet und
ihr
di
e bisherige Tätigkeit als
Hauswart
in nicht mehr zumutbar ist.
Z
ur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
finden sich die folgenden Angaben
:
Dr.
A._
führte
im September 2019
aus, dass mittel
s
Gutachten oder EFL abgeklärt werden müsste, ob eine angepasste Tätigkeit möglich wäre. Ideal wäre
eine
körperlich nicht schwere,
wechselbelastende Tätigkeit ohne Über-Kop
f-Ar
bei
ten, ohne längeres Gehen,
Stehen
oder Sitzen
, ohne Heben oder Tragen schwe
rer Lasten, ohne Arbeiten in starren Positionen, ohne Treppensteigen, ohne Stei
gen auf Leitern und ohne Knien
(vgl. vorstehend E. 3.3).
RAD-Arzt
Dr.
Z._
hielt im Oktober 2019 fest, dass rein medizintheoretisch eine körperlich leichte Tätig
keit, wechselbelastend und dabei vorwiegend sitzend, überwiegend wahrschein
lich in einem höheren Prozentsatz (ca. 75-80 %) möglich wäre (vgl. vorstehend E. 3.4).
Dr.
B._
gab im Oktober 2020
zur Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit an, dass allenfalls eine kniegelenkschonende Tätigkeit mit wechselbe
lastenden Arbeiten möglich wäre, jedoch ohne repetitives Besteigen von Leitern und Treppen, kniende Tätigkeiten und Heben von schweren Lasten. In dieser kom
plexen Situation sch
eine ihm jedoch eine umfassende
gutachterliche Beurteilung der Gesamtsituation notwendig (vgl. vorstehend E. 3.10).
4.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die Be
urtei
lung ihres RAD-Arztes
Dr.
Z._
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann auch einer Aktenbeurteilung voller Beweiswert zukommen, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_281/2018
vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen). Anhand der vorliegenden medi
zinischen Akten
ist erstellt, dass die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen
an
einem Reizzustand des rechten Kniegelenkes mit rezidivierenden Kniegelenkser
güssen
, einer
Lumbosakralgie
und
Glutealgie
, einem
subacromialen
Impingement
rechtsbetont
und einer symptomatischen linksbetonten
Rhizarthrose
leidet. RAD
Arzt
Dr.
Z._
, welcher als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matolo
gie des Bewegungsapparates über die konkret erforderliche fachärztliche Qualifi
kation verfügt, konnte sich anhand der ihm zur Verfügung gestellten Akten ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Krankheitsverlauf sowie den gegen
wärtigen Gesundheitszustand de
r Beschwerdeführerin
verschaffen. Seine Stel
lungnahme leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ent
hält nachvollziehbare Begründungen. Damit erfüllt sie die an eine beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage gestellten Anforderungen
(vgl. vor
ste
hend E. 1.3 und 1.4)
.
Schliesslich liegen k
eine Berichte
vor, welch
e im Wider
spruch zu dieser Beurteilung stehen.
4.4
In Bezug auf die Anforderungen an eine behinderungsangepasste Tätigkeit
stimmt die Beurteilung durch
Dr.
Z._
im Wesentlichen
mit
den Einschätzungen durch
Dr.
A._
und
Dr.
B._
überein.
Sowohl der
Hausarzt
Dr.
A._
als auch der behandelnde Orthopäde D
r.
B._
machten indessen keine Angaben zum Ausmass der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Sie
führten aus, dass
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ein Gut
achten erforderlich sei.
Dr.
A._
hielt auch für die Angaben zu den H
aus
halttätigkeiten eine gutachterliche Abklärung für erforderlich.
D
ie
Stellungnahme von
Dr.
Z._
ist
-
insbesondere auch zur Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit -
aufgrund des Beschwerdebildes
nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Ein Gutachten erscheint nicht erforderlich. In Bezug auf die nach dieser Stellungnahme diagnostizierte
laterale Meniskusläsion links
konnte gemäss Angaben von
Dr.
B._
mittels Infiltrationen eine Besserung er
zielt werden (vgl. vorstehend E. 3.8). Diese neue Diagnose vermag
an der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
nichts
Wesentliches
zu ändern.
Somit
kann
auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
abgestellt werden
,
wo
nach
der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte Tätigkeit,
wechselbelastend und dabei vorwiegend sitzend, in einem Pensum von 75-80 % möglich wäre.
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin haben weder
Dr.
B._
noch
Dr.
A._
in ihren nach Verfügungserlass ergangenen Berichten vom Oktober 2020 eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
dokumentiert.
So
weit sie ausführten, dass die Arbeitsfähigkeit als Hauswartin nicht mehr gegeben sei, ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
Z._
bereits im Oktober 2019 davon aus
ging
, dass der Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Hauswartin nicht mehr zumutbar sei.
4.
5
In Bezug auf den Haushaltsbereich liegt der Bericht vom
1
5.
November
2019
über die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
13/27
) vor. Dieser erfüllt die massgeblichen Kriterien hinsichtlich des Beweiswertes eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt (vgl. E.
1.5
) und vermag zu überzeugen.
Aus dem Haushaltsabklärungsbericht
ergibt sich
insgesamt
eine Einschränkung im Haus
halt im Umfang von
9.15 % (vgl. vorstehend E. 3.6).
Dazu
ist festzuhalten, dass d
ie von einer qualifizierten Person durchgeführte Ab
klärung vor Ort für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar
stellt
.
Einer ärzt
lichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung un
ter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen.
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Auf den Haushaltsabklärungsbericht vom
1
5.
November 2019 kann ab
gestellt werden. Eine neue Abklärung erscheint nicht erforderlich, zumal sich aus den vorliegenden Arztberichten keine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des der Beschwerdeführerin ergibt
(vgl. vorstehend E. 4.4)
.
4.6
Zusammenfassend ist gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte
, wechselbelastende und dabei vorwiegend sitzende Tätigkeit
in einem Pensum von 75-80 % möglich wäre.
Im Haushaltsbereich besteht eine Einsc
hränkung im Umfang von 9.15 %.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
5.
5.1
A
usgehend von der Qualifikation als zu 65
%
im Erwerbsbereich und zu 35
%
im Haushaltsbereich tätig, ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
zu prüfen.
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr
2019
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Vorliegend kann zur Bestimmung des
Valideneinkommens
auf die zuletzt ausge
übten Tätigkeiten als
Hauswartin
sowie als Putzfrau abgestellt werden.
D
er
bis
herige
Lohn der Beschwerdeführerin als Hauswartin
(bei einem Pensum von 35 %)
betrug
Fr.
16'680.-- im Jahr
2017
(
Fr.
1'390 x 12; vgl. Arbeitsvertrag vom 1
3.
Mai 2011,
Urk.
13/6/1-2, sowie Lohnausweis 2017,
Urk.
13/6/3)
. Bei ihrer Rei
nigungstätigkeit für die
D._
AG
erwirtschaftete die Beschwerdeführe
rin
(bei einem Pensum von etwa 30 %)
Fr.
18'521.--
im Jahr
20
15 sowie
Fr.
16'840.-- im Jahr 2016
(vgl. Auszug aus dem individuellen Konto, U
rk.
13/12)
, mithin durchschnittlich
Fr.
17'680.5
0.
Umgerechnet auf ein Vollzeit
pensum ergäbe sich damit ein jährliches Einkommen von
rund Fr. 52'863.08
([
Fr.
1
7
'
68
1
+
Fr.
1
6
’68
0]
:
65
x 100). Unter Berücksichtigung der frauenspezifi
schen Nominallohnentwicklung von
0.4
%
im Jahr 2017, 0.5
%
im Jahr
201
8
sowie
1.0
%
im Jahr 201
9
(Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumenten
preise und der Reallöhne; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb) ergibt sich für das Jahr 201
9
ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
53’873
.-- (
Fr.
52'863.08
x 1.004 x 1.005 x 1.01
).
5.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben
sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Zur Berechnung des Invalideneinkommens kann
vorliegend
auf die Lohnstruk
turerhebung 201
8
abgestellt werden. Demnach betrug der im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige von Frauen im
Kompetenzniveau 1
erzielte Lohn im Jahr 201
8
Fr.
4’371.-- pro Monat (LSE 201
8
, Tabelle TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 1),
was bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (be
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb)
Fr.
5
4'681.21
im Jahr ergibt (
Fr.
4'3
71
.-- : 40 x 41.7 x 12). Für das Jahr 201
9
ergibt sich unter Berücksichtigung der frauenspezifischen Nominallohnentwicklung von
1.0
%
im Jahr 201
9 ein Einkommen von Fr.
5
5
‘
227.81
(
Fr.
54
'
681
x 1.0
1
)
. Angesichts der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 75-80 % ist zugunsten der Beschwerdeführerin von einem Pensum von 75 % auszugehen, womit sich ein Invalideneinkommen von rund
Fr. 41
'
421
.--
ergibt
(
Fr.
5
5
‘
227.81
x 0.
75
).
D
ie Beschwerdegegnerin
nahm
keinen Abzug vom Tabellenlohn
vor, da die Ein
schränkungen bereits im Rahmen des Belastungsprofils berücksichtigt worden seien
(
Urk.
13/29/1)
. D
ies ist nicht zu beanstanden, zumal
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_805
/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1)
und a
uch
sonst kein persönliches oder berufliches Merkmal ersichtlich ist, das
Auswirkun
gen auf die Lohnhöhe haben könn
te.
5.4
Bei einem
Valideneinkommen
von rund
Fr.
53’873
.-- un
d einem Invalidenein
kommen von
Fr.
41
'
421
.-- beträgt die Einkommenseinbusse Fr.
12’4
52
.--, was einer Einschränkung von
23.1
1
%
entspricht. Bezogen auf ein 65
%-Pensum re
sultiert somit ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 1
5.0
2
%
. Betreffend den Haushaltsbereich ist, wie
unter
E.
4.5
ausgeführt
, von einer Einschränkung von insgesamt
9.15 %
auszugehen. Bei der vorliegend massgebenden Gewichtung des Haushaltsbereiches mit
35
%
ergibt sich damit ein Teilinvaliditätsgrad von
3.20
%
. Durch Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und im Haushalts
bereich resultiert ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von
18.2
2
%
.
Die anspr
uchsverneinende Verfügung vom
2.
September 2020
erweist sich des
halb als
rechtens
, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00.-
-
festzusetzen
und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
le
gen, zu
folge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Rechtsanwalt
Jürg
Bügler
reichte trotz entsprechendem Hinweis in der Gerichts
verfügung vom
1
7.
Februar 2021
(
Urk.
21
) keine Honorarnote ein. Angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Falles sowie unter Berück
sichtigung des praxisgemässen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- ist seine Entschä
digung von Amtes wegen auf
Fr.
1’90
0
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen.
6.3
Die Beschwerdeführerin wird auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen, wonach sie
zur Nachzahlung der Ausla
gen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet
ist
, sobald sie dazu in der Lage ist
.