# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** abd81bd5-fcc4-5951-9cfe-d07f75431b4b
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegner reichten am 4. Mai 2016 bei der Gemeinde Aeschi bei Spiez
ein Baugesuch ein für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Carport auf Parzelle
Aeschi bei Spiez Grundbuchblatt Nr. J._. Die Parzelle liegt in der Zone mit
Planungspflicht (ZPP) "Brack". Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) hatte die
Überbauungsordnung (UeO) "Brack" mit Entscheid vom 3. März 2008 genehmigt. Die
diesbezügliche Beschwerde war von der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK)
mit Entscheid vom 3. Dezember 2008 abgewiesen worden. Die Beschwerdeführenden
erhoben gegen das Bauvorhaben der Beschwerdegegner Einsprache.
Mit Entscheid vom 5. August 2016 erteilte die Gemeinde Aeschi bei Spiez die
Baubewilligung.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 7. September 2016 Beschwerde bei
der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die
kostenfällige Aufhebung des Entscheids vom 5. August 2016 und die Verweigerung der
Baubewilligung. Sie machen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der UeO "Brack"
geltend. Sie bringen weiter vor, die Erschliessung sei ungenügend, der Bau sei zu wuchtig
und erziele dadurch keine gute Gesamtwirkung, verursache unzulässige Immissionen und
gefährde ihren Baumbestand.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch. Es zog die Akten zur Genehmigung der UeO "Brack" bei und
gewährte das rechtliche Gehör in Bezug auf eine Auflage zum sickerfähigen Belag des
Vorplatzes/Autoabstellplatzes.
4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
RA Nr. 110/2016/130 3

## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die
Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde
(Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden sind Grundeigentümer der
Nachbarparzelle Nr. M._. Da ihre Einsprache abgewiesen wurde, sind sie durch
den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert.
b) Die Beschwerdegegner bestreiten, dass die Beschwerde der Begründungspflicht
genügt und verlangen – ausser bezüglich der Erschliessung – auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
An die Begründung von Beschwerden werden praxisgemäss keine hohen Anforderungen
gestellt. Es reicht aus, wenn aus dem Rechtsmittel ersichtlich ist, inwiefern, in welchen
Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird. Es genügt nicht,
bloss zu behaupten, der angefochtene Entscheid sei falsch. Die Begründung muss sich
wenigstens in minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und
sinngemäss darauf schliessen lassen, welche Rechtsnormen oder Grundsätze der
Ermessensausübung verletzt oder inwiefern Sachverhaltselemente unrichtig oder
unvollständig festgestellt worden sind. Ein blosser globaler Verweis auf frühere
Rechtsschriften genügt nicht. Es darf jedoch ergänzend auf früher Gesagtes verwiesen
werden.3
Die Beschwerdeführenden begründen die vorgebrachten Rügen teilweise zwar nur knapp
und unter Verweis auf die Einsprache vom 6. Juni 2016. Da an die Begründung keine
hohen Anforderungen gestellt werden und solche ergänzenden Verweise zulässig sind,
genügt die Beschwerde der Begründungspflicht.
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 3 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15 m.w.H.
RA Nr. 110/2016/130 4
c) Die Beschwerdeführenden bringen vor, die K._strasse stelle keine
genügende Erschliessung dar und rügen eine Verletzung von Art. 7 BauG.
Das Bauvorhaben liegt auf Baufeld N._ der UeO "Brack".4 Die Erschliessung über
die K._strasse wurde in der UeO verbindlich geregelt und im
Genehmigungsverfahren entsprechend überprüft.5 Nutzungspläne, also auch ein
Überbauungsplan inklusive der zonenspezifischen Vorschriften, können im
Baubewilligungsverfahren grundsätzlich nicht mehr infrage gestellt werden. Eine
nachträgliche (akzessorische) Anfechtung ist nur möglich, wenn die betroffene Person
beim Planerlass keine Anfechtungsmöglichkeit hatte oder das Ausmass der Beschränkung
noch nicht klar war. Weiter besteht eine Anfechtungsmöglichkeit, wenn die gesetzlichen
Grundlagen massgeblich geändert haben oder das öffentliche Interesse am Plan infolge
Änderung der Verhältnisse dahingefallen ist.6 Solche besonderen Umstände sind
vorliegend nicht ersichtlich und werden von den Beschwerdeführenden auch nicht geltend
gemacht. Auf diese Rüge ist daher nicht einzutreten, weshalb sich auch die Einholung des
beantragten Fachberichts erübrigt. Bei dieser Sachlage war auch die Gemeinde nicht
verpflichtet, einen solchen einzuholen.
d) Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher mit Ausnahme der
Rüge wegen mangelhafter Erschliessung einzutreten. So auch auf die Rüge betreffend die
Ästhetik. Die Einhaltung der Vorschriften zur guten Gesamtwirkung müssen trotz
massgeblicher Vorgaben der UeO im Baubewilligungsverfahren geprüft werden, wie dies
auch die JGK in ihrem Beschwerdeentscheid festhält.7
2. Fristverlängerung
a) Die Beschwerdeführenden rügen, die Gemeinde habe ihr Fristverlängerungsgesuch
für die Einreichung von Schlussbemerkungen ohne Grund abgewiesen und keine Nachfrist
angesetzt. Die Gemeinde habe auch keine Einspracheverhandlung durchgeführt, daher
hätten sie auch dort keine Schlussbemerkungen anbringen können.
4 Erläuterungsbericht zur UeO "Brack" S. 13 5 Vgl. dazu auch Beschwerdeentscheid der JGK vom 3.12.2008, E. 4.2 6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 2 Bst. b m.w.H. 7 Beschwerdeentscheid der JGK vom 3.12.2008, E. 3.2
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b) Die Gemeinde räumte den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführenden am 27. Juni
2016 eine 10-tägige Frist für die Einreichung von Schlussbemerkungen ein. Diese Frist
wurde auf entsprechenden Antrag vom 7. Juli 2016 (Begründung: Ferienabwesenheit) um
drei Wochen, also bis am 28. Juli 2016, verlängert. Die Gemeinde kündigte dabei an, sie
werde nach Ablauf dieser Frist durch die Baupolizeibehörde über die Weiterführung des
Verfahrens entscheiden. Am letzten Tag der verlängerten Frist stellte der Anwalt ein
letztmaliges Fristverlängerungsgesuch um 18 Tage. Er begründete diese mit dem Ausfall
seiner Mitarbeiterin, wobei das beigelegte Arztzeugnis des Inselspitals Bern vom 1. Juli
2017 nur teilweise lesbar ist, und der Teilnahme an mehreren Gerichtsverhandlungen. Die
Gemeinde wies das Fristverlängerungsgesuch am Tag nach dessen Eingang ab und
kündigte an, sie werde nun ihren Bauentscheid fällen, was sie sieben Tage später auch tat.
c) Behördliche Fristen können erstreckt werden, wenn vor Ablauf der Frist darum
ersucht wird (Art. 43 Abs. 1 VRPG8). Das Verlängern einer Frist setzt zureichende Gründe
voraus, die auch bei der Rechtsvertreterin bzw. beim Rechtsvertreter gegeben sein
können. Ob genügende Gründe vorliegen, entscheidet die Behörde nach pflichtgemässem
Ermessen, mit Rücksicht auf die Natur der Streitsache, die betroffenen Interessen und die
Verfahrensumstände.9 Mit der Übergabe eines Fristerstreckungsgesuchs am letzten Tag
der Frist an die Schweizerische Post ist dieses zwar noch rechtzeitig gestellt. Wer am
letzten Tag einer Frist ein Verlängerungsgesuch stellt, trägt jedoch gemäss der
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts das Risiko, dass er oder sie bei Abweisung des
Gesuchs keine Zeit mehr hat, die fristgebundene Eingabe fristgerecht einzureichen. Es
besteht kein Anspruch auf eine "Notfrist".10
d) Die Beschwerdeführenden haben das Fristverlängerungsgesuch am letzten Tag der
Frist der Post übergeben und damit rechtzeitig gestellt. Die vorgebrachten Gründe für die
Verlängerung überzeugen jedoch nicht. Das eingereichte Arztzeugnis betrifft die
Mitarbeiterin des Rechtsvertreters und nicht ihn selbst und stammt vom 1. Juli 2017. Die
Arbeitsunfähigkeit der Mitarbeiterin ist damit bereits vor der ersten Fristverlängerung
eingetreten, so dass genügend Zeit geblieben wäre, um einen Ersatz zu finden. Die
geltend gemachten Gerichtstermine sind nicht belegt und waren vermutlich auch nicht
8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 9 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 43 N. 4 10 BVR 1999 S. 382 E. 2bb
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kurzfristig angesetzt worden. Die Baubewilligungsbehörde ist verpflichtet, Baugesuche
ohne Verzug zu behandeln (Art. 2a Abs. 2 Bst. c BauG). Das Fristerstreckungsgesuch
wurde zudem von Seiten der Einsprechenden, welche regelmässig ein Interesse an der
Verzögerung des Verfahrens haben, gestellt. Da ihnen die 10-tägige Frist einmal um drei
Wochen verlängert worden war, hatten sie genügend Zeit, um Schlussbemerkungen zu
verfassen. Die Gemeinde hat daher bei der Abweisung des Gesuchs ihr Ermessen nicht
überschritten. Gemäss der oben zitierten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts war sie
zudem nicht verpflichtet, eine "Notfrist" anzusetzen. Vorliegend hat sich das Risiko
verwirklicht, dass die Beschwerdeführenden in Kauf nahmen, indem sie das
Fristverlängerungsgesuch am letzten Tag der Frist einreichten. Da die Gemeinde bei der
letzten Verlängerung der Frist angekündigt hatte, sie werde nach Ablauf dieser Frist durch
die Baupolizeibehörde über die Weiterführung des Verfahrens entscheiden, durften die
Beschwerdeführenden auch nicht mehr ohne Weiteres mit einer Fristverlängerung
rechnen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt damit nicht vor. Wie die
Beschwerdeführenden selbst ausführen, ist die Durchführung einer Einspracheverhandlung
nicht obligatorisch. Die Gemeinde war daher auch nicht verpflichtet, eine solche
durchzuführen.
3. Begründungspflicht
a) Die Beschwerdeführenden rügen, der Entscheid sei unzureichend begründet. Die
Gemeinde führte im angefochtenen Entscheid die Einsprachegründe stichwortartig auf und
schloss auf Rück- bzw. Abweisung derselben einzig mit dem Hinweis auf die Entscheide
des AGR und der JGK im Genehmigungsverfahren der UeO "Brack".
b) Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine Begründung enthalten.
Eine Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht
anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von
denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde
muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit
den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.11 Wird einer Einsprache nicht
entsprochen, hat die Gemeinde Tatsachen, Rechtssätze und Gründe zu nennen, auf die
11 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5 f.
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sich der Bauentscheid stützt. Da Einsprachen nicht Rechtsmittelfunktion haben, genügt es,
wenn aus dem Bauentscheid hervorgeht, warum das geplante Bauvorhaben den
Vorschriften entspricht.12
c) Die Gemeinde hat sich vorliegend nicht mit allen wesentlichen Gesichtspunkten
auseinandergesetzt, sondern einzig auf die Genehmigungsakten der UeO verwiesen. Ein
solch globaler Verweis genügt nicht, zumal in den Genehmigungsverfahren nicht alle
gerügten Punkte verbindlich geregelt worden sind. Aus der Begründung des Entscheids ist
insbesondere nicht ersichtlich, wieso die Gemeinde davon ausgeht, dass die gute
Gesamtwirkung und die Vorschriften zum sickerfähigen Belag auf Parkplätzen eingehalten
werden. Die Gemeinde hat dadurch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden
verletzt. Dies wird im Kostenpunkt zu berücksichtigen sein. Diese Gehörsverletzung kann
aber geheilt werden, da die BVE dieselbe Kognition hat wie die Vorinstanz und das
Versäumte nachholen kann (Art. 40 Abs. 3 BauG).13
4. Ästhetik
a) Die Beschwerdeführenden rügen, die geplante Baute sei zu wuchtig gebaut und
dadurch entstehe keine gute Gesamtwirkung.
b) Gemäss Art. 9 des Baureglements der Gemischten Gemeinde Aeschi (GBR) müssen
alle Bauten und Anlagen architektonisch einwandfrei gestaltet werden. Sie sind vorallem
hinsichtlich ihrer Gesamterscheinung, ihrer Einzelheiten und Proportionen so auszubilden,
dass zusammen mit den bestehenden oder vorauszusehenden Bauten eine gute
Gesamtwirkung entsteht und die Schönheit oder erhaltenswerte Eigenart des Orts- und
Landschaftsbildes gewährleistet bleibt. Art. 9 GBR und Art. 8 UeO "Brack" verlangen
folglich, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten sind, dass eine gute Gesamtwirkung
entsteht. Dieser Vorschrift kommt nach der Praxis selbständige Bedeutung zu und heisst
bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass die Umgebung nicht gestört werden
darf und sich der Neubau an den qualitativ hochwertigen Bauten und Anlagen zu
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 38-39 N. 19 13 Vgl. dazu BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 16
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orientieren hat; dabei ist aber auch neuzeitliche Architektur denkbar.14 Da die Gemeinde
hier eigene, selbständige Ästhetiknormen erlassen hat, steht ihr aufgrund der
Gemeindeautonomie auch bei der Auslegung und Anwendung der Norm ein gewisser
Beurteilungsspielraum zu. Soweit die Gemeinde die Norm rechtlich vertretbar ausgelegt
hat, darf eine Rechtsmittelinstanz sie nicht anders auslegen.15
c) Art. 36 Abs. 6 GBR bestimmt für die ZPP "Brack" ein Nutzungsmass von mindestens
0.35 bis maximal 0.55 und lässt zweigeschossige Bauten zu. Die ÜV schreiben daher die
minimale und maximale Bruttogeschossfläche für die einzelnen Baufelder vor. So hat auf
dem Baufeld N._ der Beschwerdegegner16 die Bruttogeschossfläche minimal
220 m2 und maximal 316 m2 zu betragen (Art. 7 Abs. 6 ÜV). Gemäss Erläuterungsbericht
wurden die total 16 Baufelder auf vier Haustypen ausgerichtet; Definiert und geprüft
wurden absichtlich die maximalen Volumen mit dem Ziel, dass auch im Falle der dichtesten
Bebauung die gute Lebens- und Wohnqualität gewährleistet bleibt.17 Für Baufeld
N._ ist der "Typ B" mit 284 m2 bzw. der "Typ B 10 m" mit 316 m2 vorgesehen.
Zulässig beim "Typ B 10 m" ist eine Gebäudetiefe von 10 m, eine Gebäudebreite von 12 m
und eine Gebäudehöhe von maximal 9.90 m (8.40 m plus 1.50 m Hangzuschlag).18 Die
Hauptmasse von 10 m und 12 m sowie die Bestimmung des "Typs B 10 m" für das Baufeld
N._ finden sich auch auf dem genehmigten Situationsplan zur UeO.
Das Bauvorhaben der Beschwerdegegner hält diese Masse des "Typ B 10 m" mit einer
Gebäudetiefe von 9.36 m, einer Gebäudebreite von 11.42 m sowie einer Gebäudehöhe
von 9.20 m ein. Die Beschwerdeführenden bringen einzig vor, der Bau sei zu wuchtig. Mit
dieser Rüge dringen sie nicht durch, da gestützt auf kommunale Ästhetikvorschriften in der
Regel Art oder Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung nicht eingeschränkt
werden dürfen.19 Zudem entspricht das geplante Bauvorhaben auch optisch dem
vorgesehenen Haustyp, so dass auf die beantragte Einholung eines Berichts der
14 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4a. 15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 5. 16 Vgl. Erläuterungsbericht zur UeO "Brack" S. 13 17 Vgl. Erläuterungsbericht zur UeO "Brack" S. 6 f. 18 Vgl. Anhang 1 zu UeO "Brack", Erläuterungsbericht zur UeO "Brack" S. 13, 15 sowie die Berechnungen auf S. 14 und S. 19 19 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 15 mit Hinweisen
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Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) verzichtet werden kann.20
Bei dieser Sachlage war auch die Gemeinde nicht verpflichtet, einen solchen einzuholen.
5. Immissionen
a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens
und der engen Strassenverhältnisse sei mit einer Erhöhung der Immissionen durch Lärm,
Licht, Abgase und ähnlichem zu rechnen. Diese sei unzumutbar, zumal aufgrund des B&B
in der Liegenschaft L._ ein strengerer Massstab gelte.
b) Gemäss Art. 89 Abs. 2 BauV21 müssen die der zonenkonformen Nutzung
verbundene Einwirkungen geduldet werden. Die Beschwerdeführenden haben daher die
Immissionen der zonenkonformen Baute in Kauf zu nehmen22 und dringen mit dieser Rüge
nicht durch. Im Übrigen werden gemäss UeO über die K._strasse insgesamt nur 3
Baufelder erschlossen23 und das vorliegende Bauvorhaben betrifft ein Einfamilienhaus, so
dass keine gravierenden Immissionen zu erwarten sind.
6. Sickerfähiger Belag Parkplatz
a) Die Beschwerdeführenden rügen, Art. 13 Ziff. 3 ÜV werde verletzt. Diese Vorschrift
sieht vor, dass oberirdische Parkplätze mit sickerfähigen Belägen (z.B. Rasengittersteine)
auszubilden sind.
b) Die Parteien sind sich einig, dass der Vorplatz/Abstellplatz mit sickerfähigem Belag
ausgestaltet sein muss. Auf den eingereichten Plänen ist dieser Bereich jedoch nicht
entsprechend beschriftet und diese Materialangabe fehlt im Konstruktionsbeschrieb. Auch
im Baugesuchsformular findet sich kein Hinweis darauf, dass der Vorplatz/Abstellplatz mit
sickerfähigem Belag ausgestaltet wird.
20 Vgl. Erläuterungsbericht zur UeO "Brack" S. 15 sowie Beschwerdeentscheid der JGK vom 3.12.2008, E. 3.2 21 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 22 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 8 Bst. b 23 Vgl. dazu auch Beschwerdeentscheid der JGK vom 3.12.2008, E. 4.2
RA Nr. 110/2016/130 10
c) In diesem Punkt ist der Bauentscheid unvollständig. Die Beschwerdeführenden
dringen hier mit ihrer Beschwerde durch. Der angefochtene Entscheid wird mit einer
entsprechenden Auflage ergänzt.
7. Schutz Baumbestand
Die Beschwerdeführenden machen geltend, der Baumbestand auf Parzelle M._
müsse bei allfälligen Grabarbeiten geschützt werden. Vorhersehbare, vorsätzliche
Schädigungen infolge Bauarbeiten seien zu unterlassen. Art. 685 ZGB sei anwendbar.
Der Baumbestand auf Parzelle M._ ist im Zonenplan nicht als geschützt im Sinne
von Art. 44 Abs. 1 des Baureglements der Gemeinde Aeschi bei Spiez vermerkt. Da die
Einhaltung zivilrechtlicher Vorschriften nicht im Baubewilligungsverfahren zu prüfen ist, hat
die Gemeinde im angefochtenen Bauentscheid zu Recht einzig eine Rechtsverwahrung
vorgemerkt.24
8. Verfahrenskosten
a) Die Grundsätze der Kostenverlegung sind in Art. 108 VRPG geregelt. Demnach
werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG).
Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.-- (Art. 103
Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV25). Die Beschwerdeführenden sind nur
mit der Rüge der unklaren Materialangabe beim sickerfähigen Belag für den
Vorplatz/Parkplatz mit ihrer Beschwerde durchgedrungen. Es rechtfertigt sich daher, den
Beschwerdeführenden 4/5 und den Beschwerdegegnern 1/5 der Verfahrenskosten
aufzuerlegen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass vorliegend auch ein
Verfahrensmangel (Verletzung des rechtlichen Gehörs) geheilt werden musste. Es
24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 2 N. 4a 25 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21).
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rechtfertigt sich daher, dafür einen Fünftel der Verfahrenskosten bzw. Fr. 400.--
auszuscheiden.26 Gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist dieser Betrag
einzig den von der Gehörsverletzung betroffenen Beschwerdeführenden zugutezuhalten
bzw. von den auf sie entfallenden Verfahrenskosten in Abzug zu bringen.27 Im Ergebnis
sind damit den Beschwerdeführenden Fr. 1'200.-- (Fr. 1'600.-- bzw. vier Fünftel
Verfahrenskostenanteil abzüglich Fr. 400.-- für Gehörsverletzung) und dem
Beschwerdegegner Fr. 400.-- bzw. ein Fünftel der (gesamten) Verfahrenskosten
aufzuerlegen. Den Restbetrag von Fr. 400.-- trägt der Kanton, da der Vorinstanz keine
Verfahrenskosten auferlegt werden können (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Die
Beschwerdeführenden und die Beschwerdegegner haften je solidarisch für den gesamten
auf sie entfallenden Betrag.
b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Nach der verwaltungsgerichtlichen
Rechtsprechung darf die Heilung einer Gehörsverletzung für die Betroffenen keine
Nachteile, insbesondere keine Mehrkosten aus der Beschwerdeführung vor oberer Instanz,
zeitigen.28 Die Gemeinde hat daher den Beschwerdegegnern einen Fünftel ihrer
Parteikosten zu ersetzen und drei Fünftel der Parteikosten der Beschwerdegegner werden
den Beschwerdeführenden auferlegt; ein Fünftel ihrer Kosten haben die
Beschwerdegegner selbst zu tragen. Die Parteikosten der Beschwerdeführenden sind zu
einem Fünftel den Beschwerdegegnern und zu einem Fünftel der Gemeinde Aeschi bei
Spiez aufzuerlegen; drei Fünftel ihrer Kosten haben die Beschwerdeführenden selbst zu
tragen.
Die Beschwerdegegner machen ein Honorar von Fr. 5'168.-- (Honorar Fr. 4'675.--,
Auslagen Fr. 110.20, Mehrwertsteuer Fr. 382.80) geltend. Die Parteikosten umfassen den
durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG).
Nach Art. 11 Abs. 1 PKV29 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen
26 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 7 und 9; BVR 2004 S. 133 E. 3.1 27 VGE 2014/198 vom 6.8.2015, E. 4.3 28 VGE 2014/198 vom 6.8.2015, E. 4.3 f. 29 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; PKV; BSG 168.811)
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Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs
bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3
KAG30). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich zu
werten, da nur ein Schriftenwechsel stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt
wurde. Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch von rund Fr. 985'000.-- und den
umstrittenen Rechtsfragen sind auch die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit
des Prozesses als höchstens durchschnittlich einzustufen. Daher erscheint ein Honorar
von Fr. 4'200.-- als angemessen. Die gesamten Parteikosten betragen damit Fr. 4'655.--
(Honorar Fr. 4'200.--, Auslagen Fr. 110.20, Mehrwertsteuer Fr. 344.80). Die
Beschwerdeführenden haben den Beschwerdegegnern davon drei Fünftel, also Fr. 2'793.--
, zu bezahlen. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten auf sie
entfallenden Betrag. Die Gemeinde hat den Beschwerdegegner zudem einen Fünftel der
gesamten Parteikosten, also Fr. 931.--, zu ersetzen.
Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdeführenden gibt zu keinen Bemerkungen
Anlass. Von den Parteikosten von total Fr. 2'940.30 haben die Gemeinde und die
Beschwerdegegner den Beschwerdeführenden je einen Fünftel zu bezahlen. Die
Beschwerdegegner und die Gemeinde haben somit den Beschwerdeführenden
Parteikosten in der Höhe von je Fr. 588.05 zu ersetzen. Die Beschwerdegegner haften
solidarisch für den gesamten auf sie entfallenden Betrag.
30 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
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