# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2ea363bc-79f5-43f7-b2ee-3285990d9ef8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Für
X._
, geboren 1961, bestand eine Rahmenfrist für den
Leistungs
bezug
vom
1.
Mai 2014 bis zum 3
0.
April 2016 (
Urk.
7/51).
Am
2
4.
Februar 2015 wies das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV)
Zü
rich
Badener
strasse
den Ver
si
cherten an,
bei der
Y._
, Zürich,
in der Zeit vom 1
6.
Februar bis zum 1
5.
Mai 2015 ein
Pro
gramm zur vorüberge
henden Be
schäftigung
zu absolvieren (Urk. 7/6
).
Nachdem der Versicherte
dem
Beschäf
tigungsprogramm
ab dem 2
5.
März 2015
ferngeblieben
war
, wurde dieses
am
1.
April 2015 vorzeitig abgebrochen (
Urk.
7/8
). In der Folge
stellte das Amt für Wirt
schaft und Arbeit (AWA) den Versicherten mit Verfü
gung vom
2
8.
April 2015
wegen Nichtbefolgen
s
von Weisungen des RAV für die Dauer von 20
Tagen
ab dem
2.
April 2015
in der
Ans
pruchs
berechtigung
ein (Urk. 7/17
). Die vom Versicherten am
2
6.
Mai und
9.
September 2015 erhobene Ein
sprache (Urk. 7/18,
Urk.
7/23
) wies
es
mit Entscheid vom
2
9.
Oktober
2015
ab (Urk. 2)
.
2.
Dagegen
liess
der Versicherte am 3
0.
November 2015 Beschwerde
erheben
(
Urk.
1) mit dem Antrag
,
der angefochtene Entscheid sei ersatzlos aufzu
he
ben. In prozessualer Hinsicht beantragte er die
Bewilligung
der unentgelt
l
ichen Rechtsvertretung und Prozessführung. In der Beschwerdeantwort vom
9.
Februar 2016 schloss das AWA auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 1
1.
Februar 2016 substantiierte der Versicherten seinen Antrag auf
Bewilligung
der unentg
eltlichen Rechtspflege (
Urk.
8-10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die ei
n
gereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
di
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslo
sigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Dazu gehört auch die Verpflichtung, auf Weisung des
RAV an
arbeitsmarktlichen
Massnahmen zur
Verbesserung der Vermittlungsfähig
keit im Sinne von Art. 59 AVIG
, wie zum Beispiel an Beschäfti
gungs
mass
nahmen gemäss Art. 64a f. AVIG, teilzunehmen.
2.2
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
d AVIG ist die versic
herte Person in der
An
spruchs
be
rechtigung
einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumut
bare Arbeit nicht annimmt oder eine
arbeitsmarktliche
Massnahme ohne ent
schuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht.
2.3
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIV).
3.
3
.1
Der Beschwerdegegner
begründete den
angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
zu
sammen
gefasst
damit
,
dass
der Beschwerdeführer
dem
Pro
gramm zur vo
r
übergehenden Beschäftigung ab dem 2
5.
März
2015
ohne entschuldbaren Grund
ferngeblieben
sei
.
3
.2
Dem
hält
der Beschwerdeführer entgegen
(
Urk.
1)
,
nachdem er Frau
Z._
vom RAV seinen neuen Arbeitsvertrag bei der
A._
mit ei
ne
m 50%igen Pensum
ab 1. April
2015
gezeigt
habe,
habe diese gesagt, es gehe nicht an, dass er zu 50
%
arbeite
.
Vielmehr
müsse
er an einem neuen
Be
s
chäftigungsprogramm
teil
nehmen,
welches sie für ihn in Wallisellen gefu
n
den habe. Das
neue Programm habe
Anfang
Mai 2015 begonnen. Er habe daher in guten Treuen davon ausgehen
dürf
en, dass er das alte
Beschäf
ti
gungspro
gramm
nicht mehr
absolvieren müsse, sondern sich auf das neue Programm
habe
einstellen
könne
.
4
.
4
.1
Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdefüh
rer
trotz
der Weisung des RAV
vom
2
4.
Februar 2015 dem
Beschäftigungs
programm
ab dem 2
5.
März 2015 ferngeblieben
ist, ohne dass gesund
heit
liche Gründe dafür vorlagen
(
Urk.
7/6,
Urk.
7/12,
Urk.
7/15).
Ebenfalls fest steht, dass
der Beschwerdeführer am 2
0.
März 2015 mit der
A._
, Wallisellen, einen Arbeitsvertrag mit einem 50%igen Pensum und einem
Ar
beitsbeginn
ab
1.
April
2015
abgeschlossen
hat
(
Urk.
7/11).
Im Weiteren steht aufgrund der Akten fest, dass das RAV den Versicherten
am
2
0.
April 2015
angewiesen hat,
in der Zeit
vo
m
4.
Mai bis zum 3
1.
Juli 2015
beim
B._
, Wallisellen,
ein Programm zur vorübergehenden Beschäf
tigung
zu absolvieren
.
Über dieses neue Beschäftigungsprogramm wurde g
e
mäss
dem
P
rozessorientierten Beratungsprotokoll (
Urk.
7/29) erstmals am
Be
ra
tungsgespräch
vom
2.
April 2015
gesprochen.
In Anbetracht
dieser Umstände und
Ablaufs der Ereignisse findet der oben erwähnte Einwand des Beschwerdeführers (
E.
3
.2)
schon deshalb
keinen Halt
in den Akten
, weil das neue Beschäftigungsprogramm erst
mals
am
2.
April 2015 und damit erst nach dem Abbruch des vorangegangenen
Be
schäf
ti
gungsprogramm
s
zur Sprache kam.
Abgesehen davon war
im relevanten Zeitraum beim
zuständigen
RAV
weder
eine Frau
Z._
für den Versi
cherten zuständig noch
war
überhaupt
eine solche
beim RAV
tätig
(
Urk.
6).
Bei
den
Vorbringen des Versicherten
handelt es sich somit
um nicht nach
ge
wiesene und teilweise aktenwidrige Behauptung
en
, wes
halb er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann diesbezüglich
auch
auf die Ausführungen des
Be
schwerdegegners
in der Beschwerdeantwort vom
9.
Februar 2016 (
Urk.
6) verwiesen werden.
Wei
tere entschuldbare Gründe für das Fernbleiben vom
Beschäftigungs
pro
gramm
in der Zeit ab dem 2
5.
März 2015 bringt der Versi
cherte nicht vor
; und auch
aus den Akten
ergeben sich dafür keine Anhalts
punkte.
4
.2
Der Beschwerdeführer wurde daher vom Beschwerdegegner zu Recht im Sinne von
Art.
30
Abs.
1
lit
. d AVIG in der Anspruchsberechtigung einge
stellt.
5
.
De
r
Beschwerdegegner hat das Verschulden des Beschwerdeführers als mit
telschwer eingestuft und die Einstellungsdauer im hierfür geltenden Rahmen im unteren Bereich auf 20 Tage festgesetzt. Damit hat sie den besonderen
Verhältnissen des Beschwerdeführers und den ü
brigen Umständen aus
rei
chend
Rechnung getragen und ihr Ermessen korrekt ausgeübt. Dies gilt umso mehr, als sich der Versicherte bereits in der zweiten Rahmenfrist für den
Leis
tungs
bezug
befand und auch wegen eines unentschuldigten Fernbleib
ens vom
Beratungsgespräch
im
Oktober 2014 in der Anspruchsberechtigung ein
ge
st
ellt worden war (
Urk.
2,
Urk.
7/38).
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
6
.1
In Anbetracht der Kostenlosigkeit des Verfahrens ist das
Gesuch
des Ver
sicher
ten
um unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1)
gegenstandslos. Zu prüfen
bleibt
somit dessen
Gesuch um
Bewilligung der
unentgeltliche
n
Rechtsver
tretung
.
6
.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Rechtsvertretung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aus
sichtslos, die Partei bedürftig un
d die anwaltliche Vertretung
notwendig oder
doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115). Ob die anwaltliche
Rechtsvertretung
notwendig oder doch geboten ist, beurteilt sich nach den kon
kre
ten objekti
ven und subjektiven Umständen. Praktisch ist im Einzelfall zu fragen,
ob eine nicht bedürftige
Partei unter sonst gleichen Um
ständen vernünftigerweise eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beiziehen
würde, weil sie selber zu wenig rechtskundig ist und das Interesse am
Pro
zess
ausgang
den Aufwand rechtfertigt (BGE 103 V 46, 98 V 115; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 2.2, 128 I 225 E. 2.5.2 mit Hinweisen).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
Prozess
begehren
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht
als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei ver
nünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
6
.3
St
rittig
war einzig
,
ob
der Versicherte
entschuldbare Gründe für
sein
Fern
bleiben vom Beschäftigungsprogramm in der Zeit ab dem 2
5.
März 2015 bis zu
des
sen
Abbruch am
1.
April 2015
geltend machen
kan
n
. Für das Vor
bringen von solchen Entschuldigungsgründen
war in Anbetracht der einfachen und übersichtlichen Verhältnisse
ein
Beizug
eines Rechtsanwaltes
nicht
notwen
dig. Zudem ist die Beschwerde
in Anbetracht der Rechts- und Aktenlage als
aussichtslos
im Sinne der Erwägungen
zu bezeichnen
.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung ist daher abzuweisen.