# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e7dad9aa-1936-4eb4-8f59-1b768cc1ac69
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 21. April 2020 (FE180855-L)
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Rechtsbegehren:
- des Klägers (Urk. 10/42 i.V.m. Urk. 10/51): 1. Es sei der Kläger berechtigt zu erklären, das Mietverhältnis betr.
die Liegenschaft an der C._-strasse ... auf den  Termin zu kündigen, unter Kosten- und  zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten der .
2. Der Kläger sei zu verpflichten, Kinderunterhaltsbeiträge für die beiden Kinder ab Einreichung des Begehrens um vorsorgliche Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens wie folgt zu bezahlen:
CHF 1'004.00 (inkl. allfälliger Kinderzulagen) pro Monat für D._;
CHF 1'004.00 (inkl. allfälliger Kinderzulagen) pro Monat für E._.
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, sämtliche Kosten für eine  Privatschule und/oder Nachhilfeunterricht zu bezahlen.
4. Der Beklagten seien keine persönlichen Unterhaltsbeiträge , eventualiter sei der an die Beklagte persönlich zu  Unterhaltsbeitrag ab Einreichung des Begehrens um  Massnahme für die Dauer des Scheidungsverfahrens auf den Betrag von maximal CHF 525.00 festzusetzen.
- der Beklagten (Urk. 10/44 i.V.m. Urk. 10/57): 1. Das Massnahmebegehren des Klägers vom 11. Februar 2020,
wonach er zu berechtigen sei, den Mietvertrag für die Wohnung an der C._-strasse ..., Zürich, ohne Zustimmung der  auf den nächstmöglichen Termin zu kündigen, sei ,
eventualiter sei der Kläger für berechtigt zu erklären, das  auf den der Rechtskraft des noch zu erlassenden  über die Unterhaltsbeiträge übernächst  Kündigungstermin zu kündigen;
2. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten für die beiden  D._, geboren tt.mm.2005, und E._, geboren tt.mm.2010, folgende Unterhaltsbeiträge, inkl. allfälliger Kinder- bzw. Ausbildungszulagen, zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 1. Dezember 2018 und für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens:
CHF 3'500.– Barunterhalt für D._; CHF 6'000.– Barunterhalt für E._;
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CHF 6'000.– Betreuungsunterhalt für E._. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Kläger an die vorge-
nannten Unterhaltsbeiträge ab 1. Dezember 2018 bis 1. November 2019 insgesamt 12 x CHF 2'000.– und die  bezahlt hat.
3. Der Kläger sei zu verpflichten, für die F._ Schule des Sohnes E._ ab Februar 2019 bis auf Weiteres aufzukommen. Der hierfür anfallende Betrag ist im Barunterhalt für E._ .
4. Des Weiteren sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten die Kosten der F._ Schule für den Sohn E._ für das  2018/2019 im Umfang von CHF 17'380.– zu erstatten.
5. Der Kläger sei zu verpflichten, CHF 418.– an die G._ Schule Zürich für den Mittagstisch von D._ 2. Semester 2018/ 2019 zu bezahlen; ev. sei er zu verpflichten, diesen Betrag der  zu bezahlen.
6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten einen persönlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 4'300.– zu bezahlen, zahlbar im  auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 1.  2018 und für die weitere Dauer des .
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Kläger die  der Beklagten von 1. Dezember 2018 bis  2019 bereits bezahlt hat.
7. Die Beklagte sei zu ermächtigen, die Pässe und die  der Söhne D._ und E._ alleine, ohne Zutun des , zu verlängern.
8. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten einen  von CHF 15'000.– zu bezahlen.
9. Der Kläger sei zu verpflichten, folgende Urkunden zu edieren: - Steuererklärung 2017 inkl. sämtlicher Verzeichnisse und
Beilagen - Steuererklärung 2018 inkl. sämtlicher Verzeichnisse und
Beilagen - Sämtliche Geschäftskonten und Einnahmen der H._
Gastro AG für die Zeit ab 1. Januar 2019 bis aktuell sowie eine Zwischenbilanz und Zwischenerfolgsrechnung per 31. Oktober 2019
- Detaillierte Auszüge sämtlicher auf ihn lautenden  für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Oktober 2019
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- Detaillierte Auszüge sämtlicher seiner Bankkonten im In- und Ausland für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31.  2019
10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des Klägers.
Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 21. April 2020:
(Urk. 10/65 S. 45 ff. = Urk. 2 S. 45 ff.)
1. Der Kläger wird für berechtigt erklärt, den Mietvertrag der ehelichen  an der C._-strasse ..., ... Zürich, ohne Zustimmung der Beklagten auf den 30. September 2020 ordentlich zu kündigen.
2. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für die Dauer des  an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder folgende , zuzüglich allfälliger Familien-, Kinder- und/oder , zu bezahlen: a) Phase vom 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020
− CHF 1'285.– für D._ − CHF 2'660.– für E._
Mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen ist der Bedarf der Kinder in dieser Phase nicht gedeckt.
b) Phase vom 1. Oktober 2020 bis 31. Oktober 2020 − CHF 1'835.– für D._ − CHF 6'450.– für E._ (davon CHF 2'125.– als )
c) Phase vom 1. November 2020 bis 31. Juli 2022 − CHF 1'835.– für D._ − CHF 6'650.– für E._ (davon CHF 2'125.– als Betreuungsun-
terhalt) d) Phase ab dem 1. August 2022
− CHF 1'835.– für D._ − CHF 5'375.– für E._ (davon CHF 850.– als )
Die Unterhaltsbeiträge sowie die Familien-, Kinder- und/oder  sind an die Beklagte zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für die Dauer des  ab dem 1. Oktober 2020 persönliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 2'750.– zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte
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zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
4. Es wird festgehalten, dass der Kläger seiner Unterhaltspflicht gemäss -Ziffer 2 in der Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 1. November 2019 im Umfang von insgesamt CHF 28'968.– bereits nachgekommen ist.
5. Die Beklagte wird ermächtigt, die Reisepässe und Identitätskarten der  D._, geboren am tt.mm.2005, und E._, geboren am tt.mm.2010, ohne Zustimmung des Klägers zu verlängern resp. zu erneuern.
Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten dazu die Identitätskarten der  herauszugeben; die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger die  der Kinder nach erfolgter Erneuerung wieder zurückzugeben.
6. Über das Rechtsbegehren Ziffer 4 der Beklagten betreffend Rückerstattung der Schulkosten für die Privatschule von E._ wird im Scheidungsurteil entschieden.
7. Der Kläger wird verpflichtet, die CHF 418.– für den Mittagstisch von D._, 2. Semester 2018/2019, an die G._ Schule zu bezahlen.
8. Der Kläger wird verpflichtet, innert 20 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung dem Gericht folgende Urkunden im Doppel zu edieren: - die Bilanz und Erfolgsrechnung der H._ Gastro AG für das
Jahr 2019, inkl. sämtlicher Kontoblätter; - Detaillierte Auszüge sämtlicher Abrechnungen seiner auf ihn
lautenden Kreditkarten für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019;
- Detaillierte Auszüge sämtlicher seiner Bankkonten im In- und Ausland für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019.
9. Das Begehren der Beklagten um Leistung eines Prozesskostenvorschusses durch den Kläger wird abgewiesen.
10. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Entscheids wird im Scheidungsurteil befunden.
11. [Schriftliche Mitteilung] 12. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tagen, ohne Stillstand; Hinweis
auf sofortige Vollstreckbarkeit des Entscheids]
Berufungsanträge:
- des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2): " 1. Es sei Dispositivziffer 2 lit. b bis d der Verfügung des Bezirksge-
richts Zürich vom 21. April 2020 (Geschäfts-Nr. FE180855)  und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, der Be-
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rufungsbeklagten ab 1. Oktober 2020 für die beiden Kinder  von CHF 1'620.– pro Kind zu bezahlen.
2. Es sei Dispositivziffer 3 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 21. April 2020 ersatzlos aufzuheben.
3. Es sei Dispositivziffer 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 21. April 2020 aufzuheben und festzustellen, dass der  in der Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 30. April 2020 seiner Unterhaltspflicht gemäss Dispositivziffer 2 der Verfügung vom 21. April 2020 im Umfang von insgesamt CHF 63'041.65 nachgekommen ist.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der  Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsbeklagten."
- der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 12 S. 1 f.): " Die Berufung des Klägers / Berufungsklägers vom 4. Mai 2020 sei
vollumfänglich abzuweisen; die Kinderunterhaltsbeiträge für die Zeit von 1. Dezember 2018 bis
30. September 2020 seien wie folgt festzusetzen: - CHF 2'585.– Barunterhaltsbeitrag für D._ - CHF 4'160.– Barunterhaltsbeitrag für E._ - CHF 5'250.– Betreuungsunterhaltsbeitrag für E._. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MwSt.) zu Lasten
des Klägers / Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind verheiratet und Eltern der Söhne D._, geboren
am tt.mm.2005, und E._, geboren am tt.mm.2010. Im März 2017 stellte der
Kläger und Berufungskläger (fortan Kläger) am Bezirksgericht Zürich ein Ehe-
schutzgesuch (Urk. 10/47A/1), über welches erstinstanzlich mit Urteil vom 4. Juli
2018 entschieden wurde (Urk. 10/47A/59). Während der Rechtshängigkeit des
Berufungsverfahrens betreffend Eheschutz reichte der Kläger am 30. November
2018 beim Bezirksgericht Zürich (fortan Vorinstanz) eine Scheidungsklage ein
und ersuchte gleichzeitig um Abänderung des Eheschutzurteils vom 4. Juli 2018
im Rahmen vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens
(Urk. 10/1). Die Vorinstanz sistierte das Verfahren um Anordnung vorsorglicher
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Massnahmen bis zum Vorliegen des zweitinstanzlichen Eheschutzentscheids der
erkennenden Kammer (Urk. 10/7). Letzterer erging am 27. Mai 2019 (Urk. 10/25).
Am 20. November 2019 fand vor Vorinstanz eine Verhandlung betreffend vorsorg-
licher Massnahmen statt, an welcher beide Parteien ausführlich plädierten (Prot. I
S. 7 ff.; Urk. 10/42; Urk. 10/44; Urk. 10/46). Nach Eingang weiterer Parteieinga-
ben (Urk. 10/48; Urk. 10/51; Urk. 10/57; Urk. 10/62; Urk. 10/64) erliess die
Vorinstanz am 21. April 2020 den eingangs zitierten Entscheid (Urk. 2; zum detail-
lierteren erstinstanzlichen Prozessverlauf vgl. Urk. 2 E. I S. 4-6).
2. Dagegen erhob der Kläger mit Eingabe vom 4. Mai 2020 rechtzeitig
(vgl. Urk. 10/67/1) Berufung mit den vorne zitierten Berufungsanträgen (Urk. 1).
Der von ihm einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 4'500.– wurde fristgerecht ge-
leistet (Urk. 7; Urk. 9). Die Berufungsantwort der Beklagten datiert vom 13. Juli
2020 (Urk. 12). Der Kläger liess sich dazu innert angesetzter Frist (vgl. Urk. 15)
mit Stellungnahme vom 19. August 2020 vernehmen (Urk. 16). Zudem reichte er
am 9. September 2020 eine Noveneingabe ein (Urk. 19 bis Urk. 21/1-4), welche
er mit Eingabe vom 17. September 2020 ergänzte (Urk. 23; Urk. 24). Mit Einga-
ben vom 21. und 22. September 2020 nahm die Beklagte fristgerecht (vgl.
Urk. 22; Urk. 25) zu den Noven Stellung und legte ebenfalls neue Unterlagen ins
Recht (Urk. 26 bis Urk. 29). Mit Verfügung vom 28. September 2020 wurden diese
Eingaben dem Kläger unter Ansetzung einer Frist zur Novenstellungnahme zuge-
stellt (Urk. 31). Die Stellungnahme des Klägers erfolgte am 7. Oktober 2020
(Urk. 32 bis Urk. 34/1-10). Diese Eingabe wurde der Beklagten zur Kenntnisnah-
me zugestellt (Prot. S. 9). Mit Eingabe vom 19. Oktober 2020 nahm die Beklagte
unaufgefordert ihr Replikrecht in Anspruch (Urk. 36 bis 38/23-29). Nach Erhalt der
Doppel dieser Eingabe reichte auch der Kläger am 27. Oktober 2020 eine unauf-
geforderte Stellungnahme und weitere Beilagen ein (Urk. 40 bis Urk. 42/1-9). Zu
dieser Eingabe liess sich die Beklagte mit (ebenfalls unaufgeforderter) Stellung-
nahme vom 12. November 2020 vernehmen (Urk. 44). Zudem reichte die Beklag-
te am 23. November 2020 eine weitere Noveneingabe samt Beilage ein (Urk. 46;
Urk. 47). Dazu erstattete der Kläger – wiederum unaufgefordert – mit Eingabe
vom 1. Dezember 2020 eine weitere Stellungnahme (Urk. 49). Mit Verfügung vom
3. Dezember 2020 wurde diese Eingabe der Beklagten zugestellt (Urk. 50). In der
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Folge reichte der Kläger am 12. Januar 2021 eine weitere Noveneingabe ein
(Urk. 51 bis Urk. 53). Dazu liess sich die Beklagte mit unaufgeforderter Eingabe
vom 21. Januar 2021 vernehmen, wobei sie ankündigte, weitere Unterlagen
nachzureichen (Urk. 55). Ihre entsprechende Ergänzung erfolgte am 28. Januar
2021 (Urk. 57 bis Urk. 59/30-31). Mit Eingabe vom 15. Februar 2021 nahm der
Kläger unaufgefordert zu den beklagtischen Eingaben vom 21. und 28. Januar
2021 Stellung (Urk. 61). Die Beklagte verzichtete alsdann auf eine weitere Stel-
lungnahme zur klägerischen Eingabe vom 15. Februar 2021 (vgl. Urk. 64 sowie
Prot. S. 20). Mit Verfügung vom 24. Februar 2021 wurde den Parteien angezeigt,
dass das Berufungsverfahren spruchreif und somit in die Phase der Urteilsbera-
tung übergegangen ist (Urk. 65). Mit Eingabe vom 5. Mai 2021 ersuchte die Be-
klagte darum, das "überjährige" Verfahren zu erledigen (Urk. 66).
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 10/1-70).
II.
1. Prozessuale Vorbemerkungen
1.1 Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Massnahmenver-
fahrens und insbesondere das Erfordernis der blossen Glaubhaftmachung der
rechtserheblichen Tatsachen kann vorweg auf die zutreffenden Ausführungen im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 2 E. II.A S. 6-8).
1.2 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der
Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-
fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft
zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2;
138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-
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chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-
den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist insoweit auf die Partei-
vorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE
134 I 83 E. 4.1).
1.3 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen grundsätzlich nur noch
unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO sta-
tuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-
gend mitunter zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz,
weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen er-
forscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche
der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch
im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbrin-
gen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit nicht für Verfahren, in
welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1).
Die kraft der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime für den Kindesun-
terhalt gewonnenen Erkenntnisse sind auch für den im gleichen Entscheid beur-
teilten ehelichen Unterhalt relevant und lassen sich im Rahmen der vorzuneh-
menden Gesamtrechnung nicht gewissermassen für diesen ausblenden (BGE
128 III 411 E. 3.2.2; BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2). Angesichts
dessen zielen die Einwände der Parteien, die jeweilige Gegenpartei bringe im Be-
rufungsverfahren neue unzulässige Behauptungen vor (so die Beklagte vgl.
Urk. 26 Rz 6 S. 3, Rz 12 S. 4; und auch der Kläger vgl. Urk. 40 Rz 9 S. 6), vorlie-
gend ins Leere.
2. Prozessgegenstand
Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist die für die Dauer des
Scheidungsverfahrens (ab Dezember 2018) geltende Unterhaltspflicht des Klä-
gers gegenüber den Kindern D._ und E._ sowie gegenüber der Beklag-
ten (Dispositiv-Ziff. 2-4 der angefochtenen Verfügung, vgl. Urk. 1 S. 2 und Urk. 12
S. 1). Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des ange-
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fochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Disposi-
tiv-Ziffern 1 und 5-9 der vorinstanzlichen Verfügung blieben unangefochten und
sind damit in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumerken.
III.
1. Vorbemerkungen
Die Parteien hatten in ungetrennter Ehe Lebenshaltungskosten von durch-
schnittlich rund Fr. 780'000.– pro Jahr. Dieser Lebensstil wurde vorwiegend mit-
tels Schenkungen aus dem Vermögen der Mutter des Klägers bzw. seines Gross-
vaters bestritten (vgl. im Einzelnen Urk. 10/25 E. III.4.1 S. 23 f., S. 33 f.). Im Ehe-
schutzverfahren war daher höchst strittig, ob die Beklagte (zusammen mit den
Kindern) nach der Trennung der Parteien Anspruch auf Weiterführung des aus-
serordentlich hohen ehelichen Lebensstandards hat. Die erkennende Kammer
hielt dazu im Urteil vom 27. Mai 2019 unangefochten fest, dass die bisherigen
Zuwendungen der (Schwieger-)Mutter den Parteien künftig nicht mehr zur Verfü-
gung stünden, zumal die (Schwieger-)Mutter nicht dazu verpflichtet werden kön-
ne, ihren Sohn und dessen Familie auch künftig finanziell zu unterstützen (vgl.
Urk. 10/25 E. III.4.1.9 S. 33 f.). Im Weiteren befand es die erkennende Kammer
im besagten Entscheid zwar als glaubhaft, dass der Kläger nicht mehr über nen-
nenswertes liquides Vermögen verfüge, sondern von den sukzessiven Geldüber-
weisungen seiner Mutter bzw. ihrem guten Willen abhängig sei. Die Frage, wel-
ches (hypothetische) Einkommen dem Kläger künftig anzurechnen ist, wurde im
zweitinstanzlichen Eheschutzverfahren jedoch offengelassen, da aufgrund der
Rechtshängigkeit der Scheidungsklage nur über die rückwirkende Unterhalts-
pflicht für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 30. November 2018 zu befinden war
und es dem Kläger zugemutet wurde, die rückständigen Unterhaltszahlungen im
noch ausstehenden Umfang von Fr. 70'000.– aus den Schenkungen bzw. Darle-
hen der Jahre 2017 und 2018 oder weiteren Darlehen seiner Mutter (auf die Lie-
genschaft in O._) zu leisten (vgl. Urk. 25 E. III.4.1.10-4.1.11 S. 35-42). Daher
hatte die Vorinstanz die Frage der Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
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mens (und dessen Höhe) im vorliegenden Massnahmenverfahren originär – und
nicht im Rahmen einer Abänderung – zu prüfen.
2. Einkommen des Klägers
2.1 Zur Erwerbs- und Einkommenssituation des Klägers erwog die
Vorinstanz das Folgende:
Der Kläger habe einen I._-Abschluss, welchen er im Rahmen einer
J._-Lehre bei der K._ AG erlangt habe. Er verfüge über jahrelange Be-
rufserfahrung in diesem Bereich, sei er doch von 1993 bis 2008 als Angestellter
der K._ AG und später auch als quasi Selbständiger in der von ihm be-
herrschten L._ AG (fortan L._ AG) tätig gewesen. Bei der K._ AG
habe der Kläger unbestrittenermassen ein jährliches Nettoeinkommen von
Fr. 180'000.– erzielt, bei seiner letzten Anstellung bei der M._ (Schweiz) AG
(fortan M._) ein solches von rund Fr. 200'000.– netto (zzgl. Kinderzulagen)
und in den Jahren 2012 bis 2017 (ohne Berücksichtigung des Ausreissers von
Fr. 47'000.– im Jahr 2016) jährlich durchschnittlich rund Fr. 130'000.– netto (zzgl.
Kinderzulagen).
Vom 22. August 2018 bis Ende November 2018 sei der Kläger krankge-
schrieben gewesen. Auch im Dezember 2018 sei er keiner Erwerbstätigkeit nach-
gegangen, habe aber Krankentaggelder in der Höhe von Fr. 6'500.– pro Monat
von seiner Versicherung erhalten.
Seit 1. Januar 2019 habe der Kläger unbestrittenermassen als Arbeitnehmer
des von ihm etablierten Gastronomieunternehmens – der H._ Gastro AG –
ein Einkommen generiert. Die vom Kläger eingereichten Lohnabrechnungen seien
jedoch wenig aussagekräftig. Es falle auf, dass sein Lohn stark schwanke und
sich grundsätzlich kontinuierlich reduziere. So habe er in den ersten drei Monaten
des Jahres 2019 noch netto Fr. 7'000.– (inkl. Familienzulagen) erhalten, wohin-
gegen sein Einkommen im Juni und Oktober 2019 gemäss Lohnabrechnungen
gar Fr. 0.– betragen habe. Als Angestellter einer juristischen Person habe der
Kläger eigentlich Anspruch auf den vereinbarten Lohn. Der Kläger habe aber an-
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gegeben, dass er selber bestimme, wie viel er verdiene. Im Rahmen des Mass-
nahmenverfahrens sei ihm jedenfalls dasjenige Einkommen anzurechnen, das er
sich während der ersten drei Monate ausbezahlt habe. Somit sei von einem (ef-
fektiven) monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 6'550.– (zzgl. Familienzulagen)
auszugehen.
Wie die Beklagte zu Recht geltend mache, sei dem Kläger für die Zukunft
ein hypothetisches Einkommen anzurechnen, zumal er eine Unterhaltsverpflich-
tung habe, der er mit Einsatz all seiner Kräfte und Möglichkeiten nachkommen
müsse. In seiner Lebensgestaltung sei er entsprechend eingeschränkt. Zwar be-
haupte der Kläger, dass es für ihn unmöglich sei, wieder eine Stelle als Vermö-
gensverwalter zu finden. Belege, dass er tatsächlich Anstalten unternommen hät-
te, um eine neue Stelle zu finden (Bewerbungen / Absagen), fehlten aber gänz-
lich. Der Umstand, dass der Kläger keine Ausbildung als Vermögensverwalter ha-
be, verunmögliche es ihm nicht, eine neue Stelle in dieser Position zu finden, zu-
mal er bis Ende 2018 mehrere Jahre als Vermögensverwalter – auch in unselb-
ständigem Arbeitsverhältnis – tätig gewesen sei. Es gehe nicht an, dass der Klä-
ger trotz bestehender Unterhaltsverpflichtung gar nicht erst versuche, eine Stelle
zu finden, in welcher er ein Einkommen in der Höhe des früher erreichten generie-
re. Es erscheine somit nicht glaubhaft, dass es für den Kläger nicht zumutbar und
möglich wäre, ein höheres Einkommen zu erzielen. Gerechtfertigt sei daher, dem
Kläger ein Einkommen im Durchschnitt der drei früheren Anstellungsverhältnisse
hypothetisch anzurechnen. Ausgehend von den genannten Zahlen (Fr. 180'000.–
bei der K._ AG, Fr. 200'000.– bei der M._, Fr. 130'000.– bei der L._
AG) ergebe dies ein Jahresnettoeinkommen von Fr. 170'000.– (zzgl. allfällige
Familienzulagen).
Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass seit dem Mandatsentzug
durch seine Mutter bereits ca. eineinhalb Jahre vergangen seien, in welchen der
Kläger keine Arbeitsstelle in seinem angestammten Beruf gesucht habe, erschei-
ne eine Übergangsfrist von fünfeinhalb Monaten angemessen. Entsprechend sei
dem Kläger ab dem 1. Oktober 2020 ein hypothetisches Einkommen von rund
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Fr. 14'200.– netto pro Monat anzurechnen (vgl. zum Ganzen Urk. 2 E. II.C.4.2
S. 29-31).
2.2 Hiergegen bringt der Kläger im Berufungsverfahren im Wesentlichen
vor, er habe bereits vor Vorinstanz mehrfach ausgeführt, dass er einzig und allein
im Rahmen seiner selbständigen Tätigkeit für die L._ AG als Vermögensver-
walter gearbeitet und dabei grossmehrheitlich das Vermögen seiner Mutter ver-
waltet habe. Dass Letztere weitgehend seine einzige Kundin gewesen sei, sei vor
Vorinstanz nie bestritten worden. Nachdem seine Mutter ihm das Vermögensver-
waltungsmandat entzogen habe, sei es ihm nicht mehr möglich gewesen, seiner
bisherigen Tätigkeit als selbständiger Vermögensverwalter nachzugehen. So ha-
be es ihm einerseits an einem grossen Kundenstamm gefehlt. Andererseits sei zu
berücksichtigen, dass durch Inkrafttreten der neuen Finanzmarktgesetzgebung
per 1. Januar 2020 für Vermögensverwalter verschärfte Vorschriften gälten. Die
administrativen Anforderungen an Vermögensverwalter seien mittlerweile mit sehr
hohem Aufwand und Kosten verbunden, so dass sich eine selbständige Tätigkeit
als Vermögensverwalter mit geringem Verwaltungsvolumen nicht lohne. Darüber
hinaus habe der Kläger angesichts der Entwicklungen der Märkte infolge der
Coronakrise sicherlich auch keine Möglichkeit, bei einer Bank als Vermögensver-
walter tätig zu sein. Bei der Bank sei er nämlich nie in dieser Funktion, sondern
lediglich als Sachbearbeiter im Handel tätig gewesen sei. Die Funktion, welche er
früher bei der Bank bekleidet habe, existiere heute nicht mehr; diese Prozesse
seien digitalisiert worden. Dass die gutbezahlten Händlerpositionen seit Jahren
nicht mehr besetzt werden könnten, sei allgemein bekannt. Zudem sei für eine
Tätigkeit als Vermögensverwalter im Angestelltenverhältnis bei der Bank ein ei-
gener grosser Kundenstamm genauso unabdingbar wie ein Hochschulabschluss
oder eine höhere Bankausbildung. Unbestrittenermassen erfülle der Kläger keine
dieser Voraussetzungen. Damit sei er nicht genügend qualifiziert, um bei einer
Bank als Vermögensverwalter tätig zu sein. Mit seinen diesbezüglichen Vorbrin-
gen habe sich die Vorinstanz überhaupt nicht auseinandersetzt. Auch habe weder
die Vorinstanz noch die Beklagte erklärt, dass er die Tätigkeit als Vermögensver-
walter in einer Schädigungsabsicht aufgegeben hätte. An einem böswilligen Han-
deln fehle es vorliegend, habe er sich doch zufolge der ausweglosen Situation im
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Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter – d.h., insbesondere
wegen der weitgehend fehlenden Kundschaft – gezwungen gesehen, eine Er-
werbstätigkeit in einem anderen Wirtschaftszweig nachzugehen. Über die
L._ AG halte er nun die Aktien an der H._ Gastro AG. Bei Letzterer sei
er angestellt. Dabei verkaufe er insbesondere frische Crêpes über seinen
Foodtruck und erbringe Cateringdienstleistungen. In den Wintermonaten erziele
er deutlich weniger Einkommen und auch die Coronakrise im Laufe des Frühjahrs
2020 habe ihn sehr schwer getroffen, zumal die Umsätze praktisch vollständig
weggebrochen seien. Er gehe davon aus, dass er mit seiner Tätigkeit in der Gast-
ro-Branche inskünftig ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 6'500.– erzielen
könne. Die Perspektive einer darüber hinausgehenden Einkommenssteigerung
fehle, da er seiner von 2011 bis 2018 ausgeübten Erwerbstätigkeit zufolge Feh-
lens genügender Kundschaft sowie aufgrund der geltenden Finanzmarktgesetz-
gebung nicht mehr werde nachgehen können. Da die Verdiensteinbusse nicht in
Schädigungsabsicht erfolgt sei, erweise sich die Anrechnung eines hypotheti-
schen Einkommens, wie sie die Vorinstanz vorgenommen habe, als unzulässig.
Falls eine Anrechnung eines hypothetischen Einkommens zulässig wäre, sei
sicherlich nicht von der vorinstanzlich angenommenen Höhe des Nettoeinkom-
mens – Fr. 14'000.– pro Monat bzw. Fr. 170'400.– pro Jahr – auszugehen. Insbe-
sondere die Durchschnittsberechnung der letzten drei Anstellungsverhältnisse sei
nicht sachgerecht. Der Kläger sei nämlich weder für die K._ AG noch für die
M._ als Vermögensverwalter angestellt gewesen. Eine solch undifferenzierte
Betrachtung der Einkommenssituation der vergangenen Jahre gehe nicht an.
Ausserdem habe sich die Bankenlandschaft in den Jahren 2008 bis 2010 noch
vollkommen anders gestaltet. Wenn überhaupt, hätte daher einzig und allein auf
die seit 2011 bis 2018 ausgeübte Tätigkeit als selbständiger Vermögensverwalter
abgestellt werden dürfen. Bei dieser Tätigkeit habe er ein Nettoeinkommen von
durchschnittlich Fr. 118'202.38 pro Jahr bzw. Fr. 9'850.20 pro Monat erzielt, wobei
– entgegen der Auffassung der Vorinstanz – auch das Einkommen des Jahres
2016 in die Durchschnittsberechnung einzubeziehen sei, zumal dieses nur des-
halb so tief ausgefallen sei, weil in den Jahre 2014 und 2015 zu hohe Lohnbezü-
ge erfolgt seien. Selbst das Obergericht habe im Entscheid vom 27. Mai 2019 le-
- 15 -
diglich das Einkommen des Klägers aus der L._ AG als massgeblich erachtet
und dieses – ausgehend vom Durchschnitt der Jahre 2013 bis und mit 2016 – auf
rund Fr. 9'260.– pro Monat beziffert.
Selbst wenn aber eine Durchschnittsberechnung der letzten drei Anstel-
lungsverhältnisse vorgenommen würde, sei die Vorinstanz für alle drei Anstel-
lungsverhältnisse von falschen Zahlen ausgegangen: So habe der Kläger wäh-
rend seiner Anstellung bei der K._ AG nicht ein Nettoeinkommen von jährlich
Fr. 180'000.– erzielt, vielmehr habe sich dieses im Jahr 2007 auf Fr. 152'005.–
belaufen. Zudem habe er in den Jahren 2008 und 2010 jährlich nicht
Fr. 200'000.–, sondern durchschnittlich Fr. 186'359.98 pro Jahr und im Rahmen
seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter durchschnittlich lediglich Fr. 118'202.38
pro Jahr verdient. Selbst bei dieser – als unzulässig beanstandeten – Vorge-
hensweise wäre sein Nettojahreseinkommen daher auf durchschnittlich
Fr. 138'058.86 (und nicht wie vorinstanzlich angenommen auf Fr. 170'000.–) zu
beziffern (vgl. zum Ganzen Urk. 1 S. 7-13; Urk. 16 S. 7-12; Urk. 32 S. 5 f.).
2.3 Dem hält die Beklagte im Wesentlichen entgegen, der Kläger habe sich
in keiner Art und Weise um eine Anstellung bemüht. Bereits im vorinstanzlichen
Verfahren habe er keine einzige Bewerbung und auch keine Absagen von poten-
tiellen Arbeitgebern ins Recht gelegt. Auch im Berufungsverfahren habe er keine
Suchbemühungen eingereicht, um glaubhaft zu machen, dass er tatsächlich keine
Stelle als Vermögensverwalter, als "Trader" oder in einer anderen Funktion in der
Bank finden würde. Insofern habe er keinerlei guten Willen und Anstrengungen
behauptet, geschweige denn nachgewiesen. Im Weiteren werde bestritten, dass
der Kläger seit der Beendigung des Vermögensverwaltungsmandats seiner Mutter
keine nennenswerte eigene Kundschaft mehr habe. Selbst wenn dem so wäre,
wäre auch dieser Umstand einzig darauf zurückzuführen, dass der Kläger sich gar
nicht darum bemüht habe. Entsprechend wäre es ihm auch weiterhin möglich, als
selbständiger Vermögensverwalter weiterzuarbeiten oder aber eine Anstellung als
Vermögensverwalter zu finden. Unzutreffend sei ferner, dass Banken für ihre
Vermögensverwalter und "Trader" einen Hochschulabschluss oder eine höhere
Bankausbildung sowie einen eigenen grossen Kundenstamm voraussetzen wür-
- 16 -
den. Soweit der Kläger die Veränderungen in der Bankenlandschaft ins Feld füh-
re, könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten, habe er doch gerade zu Zeiten
der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 bis 2010 gemäss eigenen Angaben über
ein jährliches Nettoeinkommen von durchschnittlich Fr. 186'359.95, mithin
Fr. 15'530.– pro Monat, verfügt. Seit der Finanzkrise habe sich die Finanzbranche
prächtig erholt. Die Löhne seien eher gestiegen als gesunken. Ob der Kläger
letztlich als Vermögensverwalter oder als "Trader" bei einer Bank oder bei einem
anderen Finanzinstitut arbeite, sei unerheblich. Er könne beides und habe in bei-
den Berufszweigen sehr viele Jahre Erfahrung. Erheblich sei, dass er mindestens
das Durchschnittseinkommen der Jahre 2008 bis 2010 wieder erwirtschaften kön-
ne. Daran ändere auch die Corona-Pandemie nichts, zumal diese für Finanzinsti-
tute keine Einbussen zur Folge hätten. Im Gegenteil: Die Banken hätten seit dem
Ausbruch der Pandemie aufgrund der hohen Courtagen im Wertschriftenhandel
verdient. Dass der Kläger aufgrund regulatorischer Vorschriften kein genügendes
Einkommen erzielt habe bzw. erzielen könnte, werde genauso bestritten wie die
klägerische Behauptung, er habe seine Tätigkeit bei der Bank aufgeben müssen,
da seine gut bezahlte Händlerposition nicht mehr habe besetzt werden können.
Entgegen seiner Darstellung habe sich der Kläger im Zusammenhang mit
seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter nicht in einer ausweglosen Situation be-
funden. Er habe schlicht und ergreifend diese Arbeit nicht mehr ausüben wollen,
erst recht nicht als Angestellter. Vielmehr habe er seinem Hobby der Crêpes-
Zubereitung frönen wollen. Seine selbständige Tätigkeit, der Crêpes-Verkauf über
die gegründete H._ Gastro AG, entspreche nicht dem erlernten Beruf des 43-
jährigen Klägers, welcher zwei minderjährige Kinder und eine Ehefrau aus klassi-
scher Rollenteilungsehe habe. Es sei nicht zu schützen, dass ein solcher Vater
und Ehemann seinem Hobby nachgehe und nicht alles Erdenkliche unternehme,
um in seinem angestammten Beruf und gemäss seinen beruflichen Erfahrungen
als Vermögensverwalter und "Trader" ein marktübliches Einkommen zu erwirt-
schaften. Die Durchschnittsberechnung der Vorinstanz sei nicht zu beanstanden.
Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass der Kläger im Rahmen seiner letzten
Anstellung bei einer Bank im Jahr 2010 durchschnittlich rund Fr. 17'300.– pro
Monat verdient habe. Alles in allem sei die Vorinstanz ab Oktober 2020 zu Recht
- 17 -
von einem mindestanrechenbaren hypothetischen Einkommen von Fr. 14'200.–
pro Monat ausgegangen (vgl. zum Ganzen Urk. 12 S. 7-13; Urk. 26 S. 3 f.).
2.4 Bestehen familiäre Unterhaltsverpflichtungen, muss der Unterhaltsver-
pflichtete das ihm Zumutbare unternehmen, um seinen Unterhaltspflichten nach-
zukommen (BGE 137 III 118 E. 3.1). In diesem Umfang ist der Unterhaltsver-
pflichtete in seiner Lebensgestaltung eingeschränkt. Kann ein Unterhaltsverpflich-
teter aufgrund eines zu tiefen Einkommens seinen finanziellen Verpflichtungen
nicht nachkommen, gilt es in sämtlichen Familiensachen zu prüfen, ob ihm ein
hypothetisches Einkommen anzurechnen ist (BGE 128 III 4 E. 4a). Dem Verpflich-
teten wird dabei auferlegt, dasjenige Einkommen zu erzielen, welches mit zumut-
barem Aufwand und gutem Willen tatsächlich möglich ist. Mit der Anrechnung ei-
nes hypothetischen Einkommens wird kein Strafzweck verfolgt, vielmehr geht es
darum, die wirtschaftliche Existenz der Unterhaltsberechtigten sicherzustellen und
die Lasten des Familienunterhalts gerecht zu verteilen. Dazu ist die Rechtsfrage
zu beantworten, ob dem Beklagten zuzumuten ist, ein höheres als das tatsächlich
erzielte Einkommen zu erwirtschaften. Gegebenenfalls ist dann die Höhe dieses
Einkommens zu bestimmen. Schliesslich ist zu klären, ob dieses Einkommen tat-
sächlich erzielbar ist (BGE 128 III 4 E. 4a; 137 III 118 E. 2.3). Dabei ist das Ge-
richt gehalten, konkret festzustellen, welche Tätigkeiten bzw. welche Stellen beim
angenommenen Lohn tatsächlich möglich und der verpflichteten Person zumutbar
sind. Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung können bei der Beantwor-
tung dieser Fragen statistische Daten angewendet werden. Diese müssen aber in
so differenzierter Form vorliegen, dass die individuellen Umstände wie Alter, Aus-
bildung, bisherige Berufserfahrung, Wohnort etc. des Unterhaltsverpflichteten be-
rücksichtigt werden können (BGE 137 III 118 E. 3.2; BGer 5A_899/2019 vom
17. Juni 2020, E. 2.2.2). Zur konkreten Festsetzung eines hypothetischen Ein-
kommens kann auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Sta-
tistik, Region Zürich (www.lohnrechner.bfs.admin.ch [Salarium]) oder auf das jähr-
lich erscheinende Lohnbuch des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zü-
rich abgestellt werden.
- 18 -
2.5 Der Kläger war bis im Herbst 2018 unbestrittenermassen in der Fi-
nanzbranche tätig und hat dabei stets weitaus mehr als Fr. 6'500.– pro Monat
verdient. Aktenkundig und unbestritten ist ferner, dass er sich – nach dem im
Herbst 2018 erfolgten Entzug des Vermögensverwaltungsmandats durch seine
Mutter – Anfang 2019 beruflich neu orientierte, indem er die H._ Gastro AG
gründete. Über dieses Unternehmen betreibt er seither zusammen mit einem Ge-
schäftspartner ein Gastgewerbe namens "N._", wobei er als Geschäftsführer
die Höhe seines Lohnes selber bestimmt (vgl. zum Ganzen Urk. 10/1 S. 81;
Urk. 10/42 S. 3 und S. 7; Urk. 10/44 S. 15; Urk. 10/43/4; Prot. I S. 56). Anhalts-
punkte dafür, dass der Kläger seine selbständige Tätigkeit als Vermögensverwal-
ter seiner Mutter freiwillig aufgegeben oder den Mandatsentzug selbst verschuldet
hätte, bestehen keine. Eine freiwillig und einseitig herbeigeführte Einkommens-
verminderung wird für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens aber
auch gar nicht vorausgesetzt. Vielmehr gilt es in Fällen, in welchen ein Unter-
haltsschuldner seinen familiären Unterhaltsverpflichtungen aufgrund eines zu tie-
fen Einkommens nicht nachkommen kann, generell zu prüfen, ob sich die An-
rechnung eines hypothetischen Einkommens rechtfertigt.
Vor dem Hintergrund, dass der Kläger bis zur Gründung der H._ Gastro
AG nicht in der Gastro-Branche tätig gewesen war, drängt sich vorliegend zweifel-
los die Frage auf, weshalb sich der Kläger nach dem Mandatsentzug im Herbst
2018 nicht zunächst um eine neue Tätigkeit im angestammten Bereich – dem Fi-
nanzsektor – bemühte. Diesbezüglich greift die vorinstanzliche Begründung aber
zu kurz und trägt den tatsächlichen Verhältnissen zu wenig Rechnung. Aus dem
blossen Umstand, dass der Kläger damals keine Anstalten unternommen hatte,
um eine Stelle in der Finanzbranche zu suchen, lässt sich nämlich nicht einfach
ableiten, er vermöge – trotz fehlender Ausbildung – mit seiner Berufserfahrung
ohne weiteres eine neue Stelle als Vermögensverwalter zu finden und könne da-
bei ein auf dem Durchschnitt der letzten drei "Anstellungsverhältnisse" berechne-
tes Einkommen von rund Fr. 14'200.– pro Monat erzielen. Wie es dem Kläger
konkret möglich sein soll, diesen – auf einer undifferenzierten Mischrechnung aus
Zahlen der vergangenen zehn Jahren basierenden – Durchschnittslohn zu erzie-
- 19 -
len, geht aus dem vorinstanzlichen Entscheid nicht hervor und ist auch nicht
nachvollziehbar. Insoweit sind die Beanstandungen des Klägers berechtigt.
Wie der Kläger vorbringt, ist zu berücksichtigen, dass er in den Jahren 2008
bis 2010 zwar bei Banken angestellt war, jedoch nicht als Vermögensverwalter,
sondern als Händler ("Trader"). Die Funktion des Vermögensverwalters bekleide-
te er bis anhin lediglich als Selbständigerwerbender in seinem eigenen Unter-
nehmen – der L._ AG. Diese Tätigkeit übte er von September 2010 bis
Herbst 2018 aus. Soweit die Beklagte im Berufungsverfahren in Abrede stellen
will, dass diese Arbeit grossmehrheitlich darin bestand, das Vermögen seiner
Mutter zu verwalteten, ist ihre Darstellung nicht glaubhaft. Im Eheschutzverfahren
hatte sie selbst nämlich noch geltend gemacht, der Kläger wickle über die
L._ AG praktisch ausschliesslich Vermögensverwaltungsmandate seiner
Mutter ab (vgl. Urk. 10/47A/32 Rz 47 S. 14; siehe auch Urk. 10/47A/59 E. II.E.3.2
S. 35). Das daraus generierte Jahreseinkommen des Klägers belief sich gemäss
den eingereichten Lohnausweisen der Jahre 2010 bis und mit 2018 (Urk. 5/9) auf
durchschnittlich rund Fr. 118'000.– (unter Berücksichtigung des Jahres 2016; so
der Kläger) bzw. knapp Fr. 130'000.– (unter Ausklammerung des Jahres 2016; so
die Vorinstanz und die Beklagte, vgl. Urk. 12 Rz 39 f. S. 11). Da der Kläger über
die L._ AG hauptsächlich Mandate für seine Mutter übernahm, erscheint das
aus dieser Tätigkeit generierte Einkommen aber nicht repräsentativ. So ist einer-
seits durchaus denkbar, dass es sich dabei nicht um ein marktübliches Honorar
handelte (wie es die Beklagte im Eheschutzverfahren geltend gemacht hatte, vgl.
Urk. 10/47A/32 Rz 47 S. 14). Andererseits ist aber auch fraglich, ob eine weitere
Tätigkeit als Vermögensverwalter nach dem Mandatsentzug noch erfolgsverspre-
chend gewesen wäre. Wie der Kläger zu Recht vorbringt, darf nicht ausser Acht
gelassen werden, dass seit Inkrafttreten der neuen Finanzmarktgesetzgebung per
1. Januar 2020 in diesem Berufsumfeld verschärfte Vorschriften gelten: Unab-
hängige Vermögensverwalter müssen sich einer von der FINMA bewilligten Auf-
sichtsorganisation anschliessen und bedürfen zur Ausübung ihrer finanzinterme-
diären Tätigkeit einer Bewilligung der FINMA (vgl. im Einzelnen Art. 2 Abs. 1 lit. a,
Art. 5, Art. 7 ff. des Finanzinstitutsgesetzes [FINIG, SR 954.1] sowie Art. 9 ff. der
Finanzinstitutsverordnung [FINIV, SR 954.11]). Ob der Kläger eine entsprechende
- 20 -
Bewilligung hätte erhältlich mache können, erscheint fraglich. Er verfügt zwar über
eine Banklehre und über langjährige Berufserfahrung im Finanzsektor. Abgese-
hen von den über die L._ AG – hauptsächlich für seine Mutter – abgewickel-
ten Vermögensverwaltungsmandaten war er in der Vergangenheit aber nie bei ei-
ner Bank oder einem anderen Finanzinstitut in der Funktion des Vermögensver-
walters tätig. Unbestrittenermassen verfügt er weder über einen Universitäts- /
Fachhoch- oder Hochschulabschluss, noch ist aktenkundig, dass er nach seiner
Banklehre eine branchenbezogene Weiterbildung irgendeiner Art gemacht hätte.
Dass solche Qualifikationen im Bereich der Anlageberatung und Vermögensver-
waltung auf dem Arbeitsmarkt vorausgesetzt werden, kann als notorisch gelten.
Bei dieser Ausgangslage ist wahrlich zu bezweifeln, dass es dem Kläger nach
dem Mandatsentzug durch seine Mutter möglich gewesen wäre, einer – ab
1. Januar 2020 bewilligungspflichtigen – Tätigkeit als Vermögensverwalter nach-
zugehen. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände kann auch nicht ohne
Weiteres angenommen werden, der Kläger hätte bei zumutbarem Aufwand und
gutem Willen eine Anstellung als Vermögensverwalter gefunden. Genauso wenig
lässt sich demnach sagen, dass die Weiterführung der selbständigen Erwerbstä-
tigkeit im Bereich Vermögensverwaltung ohne die Aufträge seiner Mutter langfris-
tig erfolgsversprechend gewesen wäre. Dass er dieses Risiko nicht einging, kann
ihm unter den gegebenen Umständen nicht zum Vorwurf gemacht werden.
Nach dem Gesagten erscheint grundsätzlich nachvollziehbar, dass sich der
Kläger in seiner besonderen Situation beruflich neu positionieren musste. Da ins-
besondere im Verhältnis zu minderjährigen Kindern besonders hohe Anforderun-
gen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen sind, war der Kläger in der
Wahl der künftigen Erwerbstätigkeit aber nicht völlig frei. Vielmehr war er in der
Pflicht, sich in beruflicher Hinsicht so auszurichten, dass er seine Arbeitskapazität
maximal ausschöpfen kann. Insofern stand und steht es ihm nicht zu, nach sei-
nem Belieben ganz oder teilweise auf ein bei zumutbarer Anstrengung erzielbares
Einkommen zu verzichten, um sich andere persönliche oder berufliche Wünsche
zu erfüllen. Konkret wäre der Kläger daher nach der Aufgabe seiner selbständi-
gen Erwerbstätigkeit im Bereich Vermögensverwaltung verpflichtet gewesen, sich
um eine Stelle im angestammten Berufsumfeld – dem Finanzsektor – zu bemü-
- 21 -
hen. Reelle Chancen dürfte er nach wie vor in der Funktion des Händlers haben,
verfügt er doch über eine Swiss Exchange Trader License aus dem Jahre 2001
(vgl. Urk. 10/58/2). Dabei handelt es sich um eine von der SIX Swiss Exchange
AG anerkannte Börsenlizenz, sodass er für eine Registrierung als Händler ledig-
lich eine einstündige Händlerprüfung absolvieren müsste (https://www.six-
group.com/de/products-services/the-swiss-stock-
exchange/education/trading/exchange-trader.html; zuletzt besucht am 7. Mai
2021). Da der Kläger auch nach seinen Anstellungen bei Banken weiterhin in der
Branche tätig blieb, kann angenommen werden, dass er diese Prüfung ohne Mü-
he bestehen könnte. Zudem dürfte ihm seine zusätzliche Berufserfahrung im Be-
reich Vermögensverwaltung bei der Stellensuche für eine Händlerposition zu Gute
kommen. Entgegen seinen unsubstantiierten Behauptungen ist daher anzuneh-
men, dass es ihm bei zumutbarem Aufwand und gutem Willen möglich (gewesen)
wäre, eine Anstellung als (Börsen-)Händler ("Trader") zu finden.
Da die letzte Anstellung des Klägers als Händler mehr als zehn Jahre zurück
liegt, kann zur Bestimmung der Höhe des erzielbaren Einkommens nicht auf den
damaligen Verdienst abgestellt werden. Stattdessen ist auf statistische Daten ab-
zustellen. Gemäss dem individuellen Lohnrechner des Bundes (Salarium 2018)
beträgt der Medianlohn für einen 44-jährigen, männlichen Börsenhändler mit ab-
geschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung (Branche Nr.
64: Finanzdienstleistungen; Berufsgruppe Nr. 33: nicht akademische betriebswirt-
schaftliche und kaufmännische Fachkräfte; Anstellung im unteren Kader: ausfüh-
rungsorientierte Leitung eines Teilbereichs, d.h. insb. Verantwortung für die Reali-
sierung von Aufträgen im eigenen Tätigkeitsbereich – was bei einem Börsenhänd-
ler zu bejahen ist) Fr. 10'873.– pro Monat. Es rechtfertigt sich somit, von einem
zumutbaren und tatsächlich erzielbaren Bruttoeinkommen von rund Fr. 10'870.–
pro Monat auszugehen. Unter Berücksichtigung der Sozialabgaben von geschätzt
13% (5.3% AHV/IV/EO, 1.1% ALV, ca. 6.5% BVG) ergibt sich damit ein Nettoein-
kommen von rund Fr. 9'500.– pro Monat.
2.6 Wie bereits erwähnt, wäre der Kläger bereits nach der Aufgabe seiner
selbständigen Erwerbstätigkeit im Bereich Vermögensverwaltung verpflichtet ge-
- 22 -
wesen, eine Anstellung im Finanzsektor zu suchen. Die geforderte Umstellung
war für ihn seit der Zustellung des vorinstanzlichen Entscheides (23. April 2020,
vgl. Urk. 10/67/1) voraussehbar. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass
der Kläger bei ausreichenden – d.h. intensiven und ernsthaften – Suchbemühun-
gen innert einer Frist von gut fünf Monaten eine entsprechende Anstellung gefun-
den hätte. Da die eingeräumte Übergangsfrist als angemessen erscheint, ist das
hypothetische Einkommen von monatlich Fr. 9'500.– netto ab 1. Oktober 2020 anzurechnen.
2.7 Dass die Vorinstanz für die Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020 von einem monatlichen Nettolohn von Fr. 6'550.– (zzgl. Familienzulagen) ausging, ist nicht zu beanstanden. Soweit die Beklagte die An-
sicht vertritt, dem Kläger sei aus seiner Arbeit als Gastronom seines Unterneh-
mens H._ Gastro AG zufolge namhafter Barbezüge nicht bloss das von ihm
anerkannte Einkommen von monatlich Fr. 6'500.–, sondern ein solches von mo-
natlich Fr. 13'000.– anzurechnen (vgl. im Einzelnen Urk. 12 Rz 32-36 S. 9 f.),
kann ihr nicht gefolgt werden. Unbestrittenermassen nahm die H._ Gastro
AG erst am 1. Januar 2019 ihren operativen Betrieb auf (vgl. Urk. 16 S. 10;
Urk. 26 S. 3 f.; siehe auch Urk. 10/44 Rz 53 S. 15). Dass der Kläger sogleich nach
Aufnahme des Geschäftsbetriebs ein monatliches Nettoeinkommen von
Fr. 13'000.– hätte erzielen können, ist schlicht undenkbar. Mit dem Kläger (vgl. im
Einzelnen Urk. 16 S. 10 f.; Urk. 32 S. 6 f.) ist zudem davon auszugehen, dass die
Corona-Pandemie den Geschäftsbetrieb der H._ Gastro AG nicht unerheb-
lich erschwerte. Insbesondere erscheint glaubhaft, dass zumindest im Geschäfts-
bereich der Cateringdienstleistungen zufolge pandemiebedingter Absagen von
Anlässen ab Frühjahr 2020 namhafte Umsatzeinbussen hinzunehmen waren. Mit
einem höheren als dem vorinstanzlich angenommen Nettolohn von durchschnitt-
lich Fr. 6'550.– pro Monat ist demnach für die Zeit von 1. Januar 2019 bis
30. September 2020 nicht zu rechnen. Weshalb für die besagte Zeit ein um mo-
natlich Fr. 50.– tieferer Betrag zu berücksichtigen sein soll, wird vom Kläger nicht
dargelegt. Insgesamt drängt sich hinsichtlich dieser Zeitperiode somit keine Ände-
rung des vorinstanzlichen Entscheids auf.
- 23 -
3. Einkommen der Beklagten
3.1 Erwerbseinkommen (hypothetisch)
3.1.1 Hinsichtlich der Erwerbssituation der Beklagten verwies die Vo-
rinstanz auf das vom Bundesgericht entwickelte Schulstufenmodell und erwog zu-
sammengefasst, der aktuell nicht berufstätigen Beklagten sei aufgrund ihrer frühe-
ren Erfahrungen im gehobenen Detailhandelssegment und der unbestritten ge-
bliebenen früheren Selbständigkeit im Kosmetikbereich ein Wiedereinstieg im De-
tailhandel in einem Pensum von 50% zuzumuten. Daran vermöge weder ihr Alter
noch die Betreuungssituation etwas zu ändern: Mit ihren 43 Jahren befinde sich
die Beklagte etwa in der Mitte ihres Berufslebens. Dass die Kinder einer erhöhten
Betreuung durch die Beklagte bedürften, erscheine nicht glaubhaft, besuchten
doch beide Kinder eine Tagesschule. Die allgemeine Lebenserfahrung spreche
dafür, dass es der Beklagten mit ihren Sprachkenntnissen möglich sein werde, bei
entsprechenden Anstrengungen eine Stelle im Detailhandel zu finden. Gegenteili-
ges sei nicht glaubhaft gemacht worden, zumal die Beklagte gar nicht erst be-
hauptet habe, sich irgendwo erfolglos beworben zu haben. Dass sie über keine in
der Schweiz "verwertbare" Ausbildung verfüge und seit knapp 15 Jahren nicht
mehr gearbeitet habe, möge zwar die Arbeitssuche etwas erschweren. Diese Tat-
sachen seien aber im Detailhandel nicht von grosser Relevanz, da in diesem Be-
reich ungelernte Arbeitnehmerinnen vergleichsweise häufig anzutreffen seien. Ein
über 50% hinausgehendes Arbeitspensum sei der Beklagten demgegenüber im
Moment nicht zumutbar. So komme ihr nach wie vor die Hauptverantwortung für
die Kinderbetreuung zu, wozu auch die Organisation im Zusammenhang mit
Schule, Freizeitgestaltung etc. und die Besorgung alltäglicher Bedürfnisse der
Kinder gehöre. Auch wenn die Kinder eine Tagesschule besuchten, bedeute dies
nicht, dass es dem obhutsberechtigten Elternteil per se möglich und zumutbar sei,
in einem Vollzeitpensum zu arbeiten. Entsprechend habe die Beklagte ihr Pen-
sum erst ab dem Übertritt von E._ in die Oberstufe auf 80% zu erhöhen.
Gestützt auf den statistischen Lohnrechner des Bundes sowie unter Berück-
sichtigung der bekannten Daten der Beklagten erscheine für ein 50%-Pensum ein
Monatslohn von Fr. 2'300.– brutto bzw. von Fr. 2'125.– netto angemessen. Dieses
- 24 -
hypothetische Einkommen sei der Beklagten nach einer Übergangsfrist von rund
fünfeinhalb Monaten, d.h. ab dem 1. Oktober 2020 anzurechnen, zumal die Be-
klagte seit geraumer Zeit wisse, dass sie früher oder später eine Arbeit finden
müsse und die Fluktuationsrate im Detailhandel vergleichsweise hoch sowie das
Angebot an Teilzeitstellen relativ gross sei. Ab 1. August 2022 – dem voraussicht-
lichen Übertritt von E._ in die Oberstufe – sei alsdann zufolge der geforder-
ten Pensumerhöhung mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 3'400.– netto zu
rechnen (vgl. zum Ganzen Urk. 2 E. II.C.3 S. 23-28).
3.1.2 Der Kläger macht berufungsweise geltend, der Beklagten sei entge-
gen den Ausführungen der Vorinstanz ab 1. Oktober 2020 ein hypothetisches
Nettoeinkommen von Fr. 5'000.– anzurechnen, zumal ein Vollzeitpensum seit
Jahren möglich und zumutbar sei (vgl. im Einzelnen Urk. 1 S. 6 f.). Sein Einwand,
es sei verkannt worden, dass beide Kinder seit Jahren Schulen mit Tagesstruktu-
ren besuchten, geht ins Leere, hat die Vorinstanz auf diesen Umstand doch konk-
ret Bezug genommen. Mit diesen Erwägungen setzt sich der Kläger nicht rechts-
genügend auseinander. Im Übrigen sind die Auslagen für die Privatschule bei den
gegebenen finanziellen Verhältnissen – entgegen der Annahme der Vorinstanz –
nicht mehr länger tragbar (vgl. dazu im Einzelnen unten Ziff. 6.4.2 Bst. h). Ent-
sprechend lässt sich die Zumutbarkeit des vom Kläger geforderten Vollzeitpen-
sums auf Seiten der Beklagten auch nicht mit den besagten Tagesstrukturen be-
gründen. Auch der von der Beklagten im Frühjahr 2016 unternommene Versuch
einer selbständigen Erwerbstätigkeit in der Kosmetikbranche wurde von der Vo-
rinstanz berücksichtigt. Was der Kläger mit seinen diesbezüglichen Vorbringen
(vgl. Urk. 16 S. 6; Urk. 32 S. 4 f.) zu seinen Gunsten ableiten will, bleibt unklar,
räumt er doch selbst ein, dass dieser Versuch erfolglos blieb (vgl. Urk. 32 S. 5).
Umstände, welche ein Abweichen vom Schulstufenmodell rechtfertigen könnten,
sind vorliegend nicht ersichtlich. Die vorinstanzlich berücksichtigten Arbeitspen-
sen (50% ab 1. Oktober 2020; 80% ab 1. August 2022) sind daher genauso wenig
zu beanstanden wie die angenommene Höhe der anzurechnenden Monatsein-
kommen (netto Fr. 2'125.– bei einem 50%-Pensum; netto Fr. 3'400.– bei einem
80%-Pensum). Auch bezüglich Letzteren zeigt der Kläger nämlich nicht hinrei-
chend genau auf, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft sein soll.
- 25 -
3.2 Mietzinserträge der Liegenschaft in O._ [Stadt in einem asiati-
schen Staat]
3.2.1 Mit Noveneingaben vom 9. und 17. September 2020 machte der Klä-
ger im Berufungsverfahren neu geltend, der Beklagten seien als Einkommen auch
Mietzinseinnahmen aus der Vermietung der Ferienwohnung in O._ anzu-
rechnen. Kürzlich habe er nämlich erfahren, dass die Beklagte diese im Miteigen-
tum beider Parteien stehende Wohnung ohne sein Einverständnis vermiete. Seit
der Trennung habe er aufgrund des finanziellen Drucks, unter welchem die Par-
teien stünden, auf den Verkauf der Ferienwohnung gedrängt, was die Beklagte
stets abgelehnt habe. Der Grund für ihre Weigerungshaltung liege nunmehr auf
der Hand: Die Beklagte erziele seit Jahren Mietzinseinnahmen, welche sie dem
Kläger vorenthalte. Die monatlichen Einnahmen für diese Immobilie der Luxus-
klasse mit Schwimmbad und Fitnessanlagen dürften sich mindestens auf
Fr. 3'500.– pro Monat belaufen. Es sei naheliegend, dass die Wohnung bereits
seit längerer Zeit ohne Wissen des Klägers von Dritten bewohnt werde und dass
die Beklagte ein regelmässiges Einkommen erziele, welches sie im Scheidungs-
verfahren nicht offenlege. Ferner sei nachgewiesen, dass die Beklagte auch künf-
tig ein Einkommen in der besagten Höhe erzielen könne. Dieses sei ihr vollum-
fänglich anzurechnen, zumal sie keinerlei Bereitschaft zeige, die Mietzinseinnah-
men mit dem Kläger zu teilen (Urk. 19 S. 2-4; Urk. 23).
3.2.2 In ihrer Stellungnahme vom 21. September 2020 räumte die Beklagte
ein, die im Miteigentum beider Parteien stehende Wohnung in P._ [Staat] –
welche keine Luxusliegenschaft sei – zweimal ohne Einverständniserklärung des
Klägers vermietet zu haben. So habe sie im August 2019 erstmals – alleine – ei-
nen wenige Monate dauernden Mietvertrag abgeschlossen und aktuell einen
zweiten befristeten Mietvertrag für die Zeit vom 1. September bis 30. November
2020. Zu diesen Handlungen habe sie sich in einer Verzweiflungssituation ent-
schlossen: Seit rund zwei Jahren komme der Kläger seiner Zahlungspflicht für die
Liegenschaft in O._ gegenüber dem Staat, der Gemeinde O._ und der
Verwaltung nicht nach. Er bezahle weder Staats-/Gemeindesteuern noch Verwal-
tungskosten/-steuern. Die Parteien seien mehrfach gemahnt worden und es sei
- 26 -
bereits die Betreibung angedroht worden. Die Beklagte habe eine Betreibung
nicht riskieren wollen, zumal diese mit einer Einreisesperre ins Land verbunden
werde. Daher sei sie an das Q._ [Gericht] O._ gelangt und habe dort
zunächst im November 2018 eine einstweilige Verfügung und am 30. Januar 2019
die religiöse Scheidung verlangt, verbunden mit dem Antrag auf Erteilung der Er-
laubnis zur Vermietung der Wohnung in O._. Alsdann habe das besagte
Q._ mit einstweiliger Verfügung vom 29. November 2018 eine Verfügungs-
beschränkung über die Wohnung in O._ ausgesprochen. Der Kläger habe
sich am Verfahren in O._ jedoch nicht beteiligt. Weder zur Frage der religiö-
sen Scheidung noch zur Vermietung der Wohnung habe er sich geäussert. Die
Steuerschulden und die Schulden gegenüber der Verwaltung seien weiter aufge-
laufen. Dem Kläger sei eine Betreibung und Einreisesperre in P._ – bis heute
– egal, da er nicht nach P._ reisen wolle. Die Beklagte aber habe ihre ge-
samte Ursprungsfamilie in P._ und auch die Kinder hätten bis zur Corona-
Pandemie jedes Jahr viel Zeit in ihren Ferien dort verbracht. Daher habe die Be-
klagte handeln müssen und die besagten Mietverträge ohne Zustimmung des
Klägers abgeschlossen. Die ab August 2019 generierten Mietzinseinnahmen von
insgesamt 45'000 R._ [Währung], entsprechend ca. Fr. 11'000.–, seien direkt
an die Steuerbehörde geflossen. Auch im aktuellen Mietvertrag sei vereinbart
worden, dass der erste Mietzins (für September 2020) von 9'150 R._, ent-
sprechend ca. Fr. 2'424.–, direkt an die Gemeinde O._-... einzuzahlen sei –
wie es am 3. September 2020 auch erfolgt sei – und dass die anderen beiden
Mietzinse (für Oktober und November 2020) direkt an die Verwaltung zur Tilgung
der seit Jahren ausstehenden Kosten zu überweisen seien. Soweit der Kläger
vorbringe, die Wohnung sei seit vielen Jahren vermietet worden, woraus Mietein-
nahmen von mindestens Fr. 3'500.– erzielt worden seien, seien seine Behaup-
tungen falsch. Die Wohnung sei bloss zweimal für wenige Monate vermietet wor-
den, wobei sämtliche Einnahmen zur Begleichung ausstehender Schulden beider
Parteien an das Steueramt, die Gemeinde O._ und die Verwaltung geflossen
seien (bzw. fliessen würden). Entgegen der Darstellung des Klägers könne die
Wohnung denn auch nicht verkauft werden, zumal darauf – resultierend aus der
langjährigen Weigerung des Klägers, der Beklagten den "..." (die religiöse Schei-
- 27 -
dung) zu geben und die Wohnung zu vermieten – nach wie vor eine Verfügungs-
beschränkung laste (Urk. 26 S. 5-9).
3.2.3 In seinen diversen weiteren Eingaben (Urk. 32; Urk. 40; Urk. 49;
Urk. 51; Urk. 61) stellte sich der Kläger alsdann im Wesentlichen auf den Stand-
punkt, die Beklagte habe auf hinterlistige Art und Weise während mindestens zwei
Jahren Mietzinserträge eingenommen und dies sowohl ihm wie auch dem Gericht
verschwiegen. Wie sie selbst dargelegt habe, habe sie die Wohnung seit Novem-
ber 2018 vermieten wollen. Entsprechend seien ihr auch ab diesem Zeitpunkt
Mietzinserträge anzurechnen. Diese seien auf mindestens Fr. 3'500.– pro Monat
zu beziffern. Mit einer Vermietung der Wohnung in P._ wäre er sehr wohl
einverstanden gewesen. Dies sei aber von der Beklagten nie thematisiert worden.
Entscheidend sei ferner, dass die Verfügungsbeschränkung auf der besagten
Liegenschaft im Rahmen der religiösen Scheidung durch die Beklagte erwirkt
worden sei und von ihr entsprechend jederzeit aufgehoben werden könnte. Daher
sei es auch widersprüchlich, zu behaupten, ein Verkauf oder eine Belastung der
Liegenschaft sei nicht möglich, weil eben diese von ihr selbst erwirkte und auf-
rechterhaltene Verfügungsbeschränkung bestehe. Weiter sei zu berücksichtigen,
dass der Kläger bereits im April 2019 seine Bereitschaft zur religiösen Scheidung
gegenüber dem zuständigen Zürcher ... bekräftigt habe. Alsdann habe die Be-
klagte die religiöse Scheidung massiv verzögert, sodass diese erst am 20. Januar
2020 in Zürich habe vollzogen werden können. Nunmehr – nachdem die besagte
Vermietung und die daraus generierten Einnahmen ans Licht gekommen seien –
sei denn auch nachvollziehbar, weshalb sich die Beklagte auch nach der religiö-
sen Scheidung noch geweigert habe, die Verfügungsbeschränkung aufzuheben.
Auch sei offensichtlich, dass die Beklagte die religiöse Scheidung bewusst verzö-
gert habe, um die Luxuswohnung in P._ heimlich zu vermieten und Einkünfte
zu generieren. Die Beklagte habe ein verwerfliches, treuwidriges und unent-
schuldbares Verhalten an den Tag gelegt und jede Glaubwürdigkeit verloren. Ins-
besondere ihre Darstellung, wonach sie die Wohnung heimlich vermietet habe,
weil die Schulden in P._ sie belastet hätten, sei offensichtlich unglaubwürdig
und stehe im Widerspruch dazu, dass sie in der Schweiz völlig sorglos Schulden
generiere und sich daran erfreut habe, dass der Vermieter der von ihr bewohnten
- 28 -
Wohnung regelmässig Betreibungen gegen den Kläger für die ausstehenden
Mietzinse von monatlich Fr. 6'000.– eingeleitet habe. Ausserdem sei darauf hin-
zuweisen, dass P._-ische Staatsangehörige auch bei Schulden in P._
keiner Einreisesperre unterlägen. Die Gefahr einer Einreisesperre habe somit nie
gedroht und sei auch nie konkret in Aussicht gestellt worden. Die Beklagte lege
nur jene Einnahmen offen, welche zu einer Zahlung an das Steueramt oder an die
Verwaltung geführt hätten und daher vom P._-ischen Rechtsvertreter des
Klägers ohnehin erhältlich gemacht worden wären. Alle anderen Mietzinseinnah-
men, welche nicht an Gläubiger in P._ geflossen seien, seien unter der Hand
oder über ein Familienmitglied der Beklagten einkassiert worden. Es liege auf der
Hand und sei aufgrund des gesamten Verhaltens der Beklagten glaubhaft, dass
sie die Luxuswohnung seit Jahren vermiete, daraus regelmässige Einnahmen ge-
neriere und diese für sich alleine einkassiere bzw. sich damit ihren Lebensunter-
halt finanziere. Die Mietzinseinnahmen von monatlich Fr. 3'500.– seien ihr nicht
nur rückwirkend ab November 2018, sondern auch für die Zukunft – solange sie
ihm den Zugang zur Wohnung verweigere und die Wohnungsschlüssel nicht aus-
händige – anzurechnen, zumal die Beklagte nicht dargelegt habe, weshalb die
Wohnung künftig nicht vermietet werden könne, und für sie auch bisher stets irre-
levant und unerheblich gewesen sei, ob er – der Kläger – mit einer Vermietung
einverstanden gewesen wäre. Da die Beklage ihn nicht an den Mietzinseinnah-
men habe partizipieren lassen und er über keinen Zugang zur Wohnung verfüge,
seien die Mietzinseinnahmen vollumfänglich der Beklagten als Einkommen anzu-
rechnen. Nicht zuletzt aus dem Umstand, dass das Q._ O._ mit Ent-
scheiden vom 10. Januar 2021 und vom 1. Februar 2021 seine Zuständigkeit zur
Beurteilung der von der Beklagten anhängig gemachten Klage betreffend Ansprü-
che aus der "S._" (... Ehevertrag) verneint und die von der Beklagten erwirk-
te Verfügungsbeschränkung aufgehoben habe, werde deutlich, dass die Beklagte
Unwahrheiten verbreite, welche seitens des Klägers allesamt widerlegt worden
seien (vgl. zum Ganzen Urk. 32 S. 9-20; Urk. 40 S. 5-12; Urk. 49 S. 3; Urk. 51
S. 2 f.; Urk. 61).
3.2.4 Unbestritten bzw. aktenkundig ist, dass die Parteien je hälftige Mitei-
gentümer einer Ferienwohnung in O._ sind, welche bereits Gegenstand
- 29 -
mehrerer Gerichtsverfahren war: Im Eheschutzverfahren beantragte der Kläger
insbesondere, die besagte Wohnung sei zu vermieten oder zu verkaufen; die Be-
klagte verlangte die Zuweisung der Wohnung zur Benützung während jeweils
25 Wochen pro Jahr. Sämtliche Parteianträge zur Ferienwohnung in O._
wurden mit erstinstanzlichem Eheschutzentscheid vom 4. Juli 2018 abgewiesen
(Urk. 10/47A/59 Dispositiv-Ziffer 12 S. 58; unangefochten geblieben vgl.
Urk. 10/25 S. 81) – dies mit der Begründung, im Eheschutzverfahren bestehe we-
der ein Anspruch auf Regelung der Benützung einer Ferienwohnung, noch gehöre
die Anordnung eines Verkaufs oder einer Vermietung in den Katalog der vom Ge-
setz vorgesehenen Eheschutzmassnahmen (vgl. Urk. 10/47A/59 E. II.D.4 S. 25-
28). Im November 2018 stellte alsdann die Beklagte im Rahmen eines von ihr
beim Q._ O._ anhängig gemachten Verfahrens betreffend religiöse
Scheidung / Ansprüche aus "S._" (... Ehevertrag) diverse Anträge betreffend
diese Wohnung; insbesondere ersuchte sie um eine Auflösung der "Wohnge-
meinschaft" der Parteien sowie um Erteilung der Erlaubnis zur Vermietung der-
selben bis zu einem Verkauf und um Erlass weiterer gerichtlicher Verfügungen
zur Sicherung ihrer Klage (vgl. Urk. 28/14, insb. letztes Blatt). Daraufhin erliess
das Q._ O._ am 29. November 2018 eine einstweilige Verfügung, mit
welcher jegliche Disposition über die bestehenden Rechte des Klägers an seinem
Eigentum an der besagten Wohnung verboten wurde (Urk. 28/15). Diese Verfü-
gungsbeschränkung wurde auf Verlangen des Klägers mit Entscheid des Q._
O._ vom 10. Januar 2021 aufgehoben (Urk. 53). Das dagegen erhobene
Rechtsmittel der Beklagten (vgl. Urk. 57; Urk. 59/12) blieb erfolglos (vgl. Urk. 62).
Im Weiteren steht fest, dass die Beklagte die Ferienwohnung während be-
stehender Verfügungsbeschränkung zweimal für wenige Monate – ab August
2019 und ab September 2020 – vermietete, ohne den Kläger darüber vorgängig
zu informieren bzw. sein Einverständnis einzuholen. Die Vermietung der Ferien-
wohnung legte die Beklagte erst offen, nachdem der Kläger im September 2020
entdeckt hatte, dass die Wohnung von fremden Personen bewohnt wurde. Dabei
ist aber – entgegen der Darstellung des Klägers (vgl. Urk. 40 S. 7) – zu berück-
sichtigen, dass die Beklagte von Anfang an – d.h. bereits mit Eingabe vom
21. September 2020 (Urk. 26) – auch die frühere, ab August 2019 für wenige Mo-
- 30 -
nate erfolgte Vermietung zugegeben bzw. offengelegt hat, welche bis dahin un-
entdeckt geblieben war. Dass die Beklagte sogleich mehr zugestand, als der Klä-
ger aufgedeckt hatte, spricht für die Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung. Belegt ist
zudem, dass die Mietzinseinnahmen aus den zwei befristeten Vermietungen (ca.
Fr. 11'000.– für die erste Vermietung ab August 2019 und ca. Fr. 4'848.– für die
zweite, vorzeitig per 30. Oktober 2020 beendete Vermietung) direkt an die Steu-
erbehörde bzw. an die Gemeinde O._-... und an die Liegenschaftsverwal-
tung flossen und entsprechend vollständig zur Tilgung gemeinsamer Schulden
der Parteien verwendet wurden (vgl. Urk. 28/17; Urk. 28/18 Ziff. 5; Urk. 28/19-20;
Urk. 36 S. 4 i.V.m. Urk. 38/23). Da die Beklagte im zweiten Mietvertrag vom
24. August 2020 mit dem Mieter direkte Mietzinszahlungen an die genannten
Drittgläubiger vereinbart hat (vgl. Urk. 28/18 Ziff. 5), erscheint nicht glaubhaft,
dass sie – wie der Kläger behauptet – die Mietzinserträge auf hinterlistige Art und
Weise für eigene Zwecke einnehmen und verheimlichen wollte. Geschweige denn
wurde nachgewiesen, dass die Beklagte Mietzinseinnahmen für eigene Bedürf-
nisse bzw. zur Deckung ihres Lebensunterhalts verwendet hat. Zudem vermag
der Kläger mit seinen pauschalen Bestreitungen in Bezug auf die Zahlungsaus-
stände in P._ (vgl. Urk. 32 S. 12) die diesbezügliche Darstellung der Beklag-
ten nicht zu entkräften, gab er im E-Mail vom 11. April 2019 doch selbst an, seit
Anfang 2019 keine Rechnungen in P._ mehr zu bezahlen (vgl. Urk. 38/24).
Aktenkundig ist ferner, dass der Liegenschaftsverwalter der Ferienwohnung in
O._ mehrmals an die Parteien gelangte und eine Bezahlung der ausstehen-
den Schulden verlangte (vgl. Urk. 28/16). Dass der Beklagten im Falle einer Ein-
reise nach P._ wegen dieser Ausstände Sanktionen drohten, ist durchaus
denkbar. Zumindest aber ist glaubhaft, dass die Beklagte solches befürchtete, hat
sie diese Befürchtungen doch bereits im Frühjahr 2019 dem Kläger gegenüber
geäussert (vgl. Urk. 38/24) und die Mietzinserträge in der Folge auch tatsächlich
zur Begleichung der gemeinsamen Schulden verwendet. Ob ihr tatsächlich eine
Ein- oder Ausreisesperre gedroht hätte, kann vorliegend offenbleiben. Massge-
bend ist einzig, dass sie ernsthaft mit entsprechenden Sanktionen rechnete und
daher alles daran setzte, die Ausstände zu begleichen, um weiterhin ohne Hin-
dernisse nach P._ reisen und ihre Ursprungsfamilie besuchen zu können. Da
- 31 -
ihre Mutter im Sommer 2019 im Sterben lag (vgl. Urk. 36 S. 6), ist denn auch
nachvollziehbar, dass sie damals unbedingt nach P._ reisen wollte. Aufgrund
der geschilderten Umstände erscheint insgesamt glaubhaft, dass die Beklagte die
beiden befristeten Mietverträge angesichts des bestehenden Zahlungsdrucks in
einer Verzweiflungssituation abgeschlossen hatte.
Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte die Wohnung weitere Male
vermietet und dabei seit November 2018 regelmässige Mietzinseinnahmen von
monatlich mindestens Fr. 3'500.– erzielt haben soll, vermochte der Kläger nicht
darzutun. Auch ist nicht ersichtlich, was er aus seinen Vorbringen zu der von der
Beklagten erwirkten Verfügungsbeschränkung für seinen Standpunkt gewinnen
könnte: Gemäss plausibler Darstellung der Beklagten erfolgte die vom Q._
O._ erlassene einstweilige Verfügungsbeschränkung im Zusammenhang mit
der religiösen Scheidung und wurde von der Beklagten insbesondere zur Siche-
rung ihrer Ansprüche aus der "S._" aufrechterhalten (vgl. Urk. 36 S. 3; siehe
auch Urk. 53, Blatt 2). Nichts anderes ergibt sich aus dem vom Kläger ins Recht
gelegten Schreiben des Zürcher T._ vom 20. August 2020, in welchem Letz-
terer bestätigt, dass die gemeinsame Wohnung in P._ im Jahr 2018 vom
Q._ O._ als Sanktion gesperrt worden sei, da sich der Kläger damals
noch geweigert habe, die religiöse Scheidung zu vollziehen (vgl. Urk. 34/8). Dass
die Beklagte die religiöse Scheidung planmässig verzögert hätte, um – wie vom
Kläger geltend gemacht – die Ferienwohnung in O._ heimlich zu vermieten
und für sich alleine Mietzinserträge einzunehmen, ist nicht glaubhaft. Vielmehr
steht fest, dass der Kläger sich zunächst – d.h. wohl bis im Frühjahr 2019 (vgl.
Urk. 34/6) – gegen eine religiöse Scheidung stellte und dass die Beklagte diese in
P._ vollziehen wollte, wobei der Kläger bis zuletzt die Zuständigkeit des
Q._ O._ in Frage stellte, woraufhin die Beklagte im Juni 2019 ihr Ein-
verständnis dazu gab, die religiöse Scheidung beim T._ in Zürich zu vollzie-
hen (vgl. Urk. 38/25). Glaubhaft ist auch, dass sich die religiöse Scheidung als-
dann zufolge des im September 2019 erfolgten Versterbens der Mutter der Be-
klagten nochmals verzögerte, sodass die Parteien erst im Januar 2020 den
nächstmöglichen Termin beim T._ wahrnehmen konnten (vgl. Urk. 36 S. 5 f.
i.V.m. Urk. 38/25).
- 32 -
Die angebliche Vermietung der Ferienwohnung seit November 2018 und die
daraus resultierenden regelmässigen Mietzinseinnahmen von mindestens
Fr. 3'500.– pro Monat blieben damit blosse Behauptungen, welche sich – entge-
gen der Ansicht des Klägers – nicht aus dem Verhalten der Beklagten ableiten
lassen. Da weder für effektiv generierte regelmässige monatliche Mietzinsein-
nahmen noch für deren Verwendung zu Gunsten eigener Bedürfnisse der Beklag-
ten ein Nachweis vorliegt, sind der Beklagten für die Vergangenheit keine Miet-
zinserträge als Einkommen anzurechnen. Genauso wenig kommt die hypotheti-
sche Anrechnung regelmässiger monatlicher Mietzinseinnahmen in der vom Klä-
ger geltend gemachten Höhe in Frage: Wie die Beklagte zu Recht vorbringt
(Urk. 44 S. 2), wäre für eine künftige Vermietung nicht nur ein Mieter, sondern
auch ein Konsens der Parteien betreffend sämtlicher Mietkonditionen erforderlich.
Dass diese Voraussetzungen erfüllt und entsprechende Mietzinseinnahmen tat-
sächlich möglich wären, wurde vom Kläger nicht geltend gemacht. Insofern hat es
damit sein Bewenden.
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der vorsorglichen
Massnahmen offenbleiben kann, ob die Beklagte dem Kläger den Zugang zur Fe-
rienwohnung zu Unrecht verweigert hat bzw. nach wie vor verweigert. Die Frage,
ob zufolge entgangener Nutzungsmöglichkeiten betreffend Miteigentum allfällige
Entschädigungsansprüche bestehen, beschlägt das Güterrecht und wird bei ent-
sprechenden Vorbringen allenfalls im Rahmen des Hauptverfahrens von der
Vorinstanz zu prüfen sein.
4. Gesamteinkommen der Parteien und Kinder
Nach dem Gesagten ist bis 30. September 2020 auf Seiten des Klägers mit
einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 6'550.– und ab 1. Oktober 2020 mit
einem solchen von Fr. 9'500.– (100% Pensum, hypothetisch) zu rechnen. Die Be-
klagte erzielt bis 30. September 2020 kein Einkommen, ab 1. Oktober 2020 ist ihr
ein Nettomonatslohn von Fr. 2'125.– (50% Pensum, hypothetisch) und ab
1. August 2022 ein solcher von Fr. 3'400.– (80% Pensum, hypothetisch) anzu-
rechnen. Die monatlichen Familienzulagen der Kinder sind bis 31. Oktober 2022
auf insgesamt Fr. 450.– (nämlich Fr. 250.– für D._ und Fr. 200.– für E._,
- 33 -
vgl. auch Urk. 42/4) zu beziffern und ab 1. November 2022 (Erreichen des 12. Al-
tersjahrs von E._) auf insgesamt Fr. 500.– (für beide Kinder je Fr. 250.–),
wobei es sich aufgrund der vernachlässigbaren Differenz aus Praktikabilitätsgrün-
den rechtfertigt, bereits ab 1. August 2022 mit den höheren Familienzulagen zu
rechnen. Für die Unterhaltsberechnung sind demnach die folgenden Gesamtein-
kommen der Parteien und Kinder massgebend:
Fr. 7'000.– ab 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020;
Fr. 12'075.– ab 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 2022;
Fr. 13'400.– ab 1. August 2022 für die weitere Dauer des Scheidungsver-
fahrens.
5. Familienrechtlicher Bedarf / Methodik der Unterhaltsberechnung
5.1 Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht eindeutig hervor, ob die Vorinstanz die Unterhaltsbeiträge nach der einstufig-konkreten Methode oder
nach der (zweistufigen) Methode der Existenzminimumberechnung mit Über-
schussverteilung berechnete. So ist einerseits von einem Überschuss die Rede
(auf dessen Verteilung jedoch verzichtet wurde, vgl. Urk. 2 E. II.C.5.2-5.3 S. 36 f.).
Andererseits finden sich im Bedarf der Beklagten und der Kinder Positionen, wel-
che weder zum Existenzminimum noch zum erweiterten familienrechtlichen Be-
darf gehören (koschere Metzgerei, Hobbys, Ferien), wohingegen sich der Bedarf
des Klägers lediglich aus Positionen des erweiterten familienrechtlichen Bedarfs
zusammensetzt (vgl. Urk. 2 E. II.C.2 S. 14 f. und E. II.C.4 S. 32 f.). Überdies wird
einleitend betreffend den Bedarf der Beklagten und der Kinder auf die Ausführun-
gen im obergerichtlichen Eheschutzentscheid verwiesen (vgl. Urk. 2 E. II.C.2
S. 14), in welchem allerdings die einstufige Berechnungsmethode zur Anwendung
kam (vgl. Urk. 10/25 E. III.4.3.4 ff. S. 47 ff.). Bereits zufolge dieser Vermischung
der verschiedenen Methoden drängen sich hinsichtlich der vorinstanzlichen Be-
darfs- und Unterhaltsberechnung diverse Korrekturen auf, welche unabhängig von
den Parteianträgen und -vorbringen vorzunehmen sind (vgl. dazu oben E. II.1.3).
- 34 -
5.2 Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass das Bundesgericht seine bis-
herige Praxis betreffend Methodenpluralismus mit zur Publikation bestimmten Ur-
teilen 5A_311/2019 vom 11. November 2020, 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021
und 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 geändert hat, indem es nunmehr für alle
Unterhaltsarten die zweistufige Methode mit Überschussverteilung als schweiz-
weit einheitliche Berechnungsmethode verbindlich vorschreibt und dabei hinsicht-
lich des konkreten Vorgehens folgende Grundsätze statuiert:
Bei der zweistufigen Methode werden zum einen die zur Verfügung stehen-
den finanziellen Mittel festgestellt, wobei von effektiven oder hypothetischen Ein-
kommen ausgegangen werden kann (so auch vorliegend, vgl. oben Ziff. 2 und
Ziff. 3). Zum anderen wird der Bedarf der von der Unterhaltsberechnung betroffe-
nen Personen ermittelt (sog. gebührender Unterhalt); dieser ist keine feste Grös-
se, sondern er ergibt sich aus den konkreten Bedürfnissen und den verfügbaren
Mitteln. Schliesslich werden die vorhandenen Ressourcen auf die beteiligten Fa-
milienmitglieder dahingehend verteilt, dass in einer bestimmten Reihenfolge das
betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das sog. familienrechtliche
Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und alsdann ein verbleibender Über-
schuss nach der konkreten Situation ermessensweise verteilt wird (BGer
5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7).
Bei der Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung des gebührenden Unterhalts bilden die "Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der
Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums" (fort-
an Richtlinien) – und damit nicht mehr das bis anhin im Kanton Zürich angewand-
te Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zü-
rich betreffend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums vom 16. September 2009 (fortan Kreisschreiben) – den Aus-
gangspunkt, wobei in Abweichung davon für jedes Kind ein (bei den Wohnkosten
des Obhutsinhabers abzuziehender) Wohnkostenanteil einzusetzen ist und im
Übrigen auch die Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen sind. Diese beiden
Positionen sowie die in den Richtlinien genannten Zuschläge (relevant für das
Kind: Krankenkassenprämien, Schulkosten, besondere Gesundheitskosten) sind
- 35 -
zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Bei knappen Verhältnissen muss es für den
Barunterhalt dabei sein Bewenden haben und auch ein allfälliger Betreuungsun-
terhalt ist auf der Basis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des be-
treuenden Elternteils zu bestimmen. Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist
jedoch der gebührende Unterhalt zwingend auf das sog. familienrechtliche Exis-
tenzminimum zu erweitern, auf welches diesfalls Anspruch besteht (für den Bar-
unterhalt vgl. Urteil 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.2.3; für den Betreuungs-
unterhalt vgl. BGE 144 III 377 E. 7.1.4). Bei den Elternteilen gehören hierzu typi-
scherweise die Steuern, ferner die Kommunikations- und Versicherungspauscha-
le, unumgängliche Weiterbildungskosten, den finanziellen Verhältnissen entspre-
chende statt am betreibungsrechtlichen Existenzminimum orientierte Wohnkos-
ten, Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts und allenfalls angemessene Schul-
dentilgung; bei gehobeneren Verhältnissen können namentlich auch über die ob-
ligatorische Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien im Bedarf
berücksichtigt werden. Beim Barbedarf der Kinder gehören zum familienrechtli-
chen Existenzminimum namentlich die Ausscheidung eines Steueranteiles, ein
den konkreten finanziellen Verhältnissen entsprechender Wohnkostenanteil und
gegebenenfalls über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Kran-
kenkassenprämien. Ein unzulässiger Mix mit der einstufig-konkreten Methode
liegt insbesondere dann vor, wenn Zusatzpositionen wie Reisen resp. Ferien,
Hobbys, u.ä.m. berücksichtigt werden; ein solcher Lebensbedarf ist vielmehr aus
dem Überschussanteil zu finanzieren. Im Übrigen ist auch allen anderen Beson-
derheiten des Einzelfalls erst bei der Verteilung des Überschusses Rechnung zu
tragen. Soweit nach allseitiger Deckung des familienrechtlichen Existenzmini-
mums Ressourcen verbleiben (sog. Überschuss), kann der Barbedarf der Kinder
bzw. der hierfür zu verwendende Unterhaltsbeitrag durch Zuweisung eines Über-
schussanteils weiter erhöht werden. Der Betreuungsunterhalt bleibt hingegen
auch bei überdurchschnittlichen Verhältnissen auf das familienrechtliche Exis-
tenzminimum beschränkt (BGE 144 III 377 E. 7.1.4), da damit die persönliche Be-
treuung sichergestellt und nicht die Teilhabe an einem überdurchschnittlichen Le-
bensstandard des Leistungspflichtigen ermöglicht werden soll. Der gebührende
Unterhalt des Kindes hat mithin in Bezug auf den Barbedarf und den Betreuungs-
- 36 -
unterhalt nicht die gleiche Obergrenze (vgl. zum Ganzen BGer 5A_311/2019 vom
11. November 2020, E. 7.2).
Mithin ist bei der zweistufigen Methode wie folgt vorzugehen (dahingehend bereits BGer 5A_273/2018 vom 25. März 2019 E. 6.3.2.1): Vorab ist dem Unter-
haltsverpflichteten stets das eigene betreibungsrechtliche Existenzminimum zu belassen. Aus den weiteren Mitteln ist – jeweils berechnet auf der Basis des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums – der Barunterhalt der minderjährigen
Kinder, im Anschluss daran der Betreuungsunterhalt und sodann allfälliger (nach-
)ehelicher Unterhalt zu decken. Erst wenn das betreibungsrechtliche Existenzmi-
nimum aller Berechtigten gedeckt ist, kann es darum gehen, verbleibende Res-
sourcen in eine erweiterte Bedarfsrechnung aufzunehmen und auf das –  dem dynamischen Begriff des gebührenden Unterhalts je nach finanzi-
ellen Verhältnissen enger oder weiter bemessene – familienrechtliche Existenz-
minimum aufzustocken, wobei die verschiedenen Unterhaltskategorien in der
Reihenfolge Barunterhalt, Betreuungsunterhalt, ehelicher Unterhalt (vgl. dazu
Art. 276a Abs. 1 ZGB sowie BGE 144 III 481 E. 4.3) aufzufüllen sind und etap-
penweise vorzugehen ist, indem z.B. in einem ersten Schritt allseits die Steuern
berücksichtigt werden und dann auf beiden Seiten eine Kommunikations- und
Versicherungspauschale eingesetzt wird etc. Ein danach resultierender  ist ermessensweise auf die daran Berechtigten zu verteilen.  wird dabei eine Verteilung nach "grossen und kleinen Köpfen" (gemeint: El-
tern und minderjährige Kinder) vorgenommen, wobei von dieser Regel aus man-
nigfaltigen Gründen abgewichen werden kann (BGer 5A_311/2019 vom
11. November 2020, E. 7.3 mit weiteren Hinweisen und Verweisen).
6. Bedarf der Parteien und der Kinder
6.1 Die vorinstanzliche Bedarfs- bzw. Unterhaltsberechnung hält diesen
Grundsätzen nicht stand. In Anwendung der neuen Rechtsprechung sind daher
für die Parteien und die Kinder neue Bedarfsberechnungen vorzunehmen, wobei
jeweils das Existenzminimum und der – um bestimmte Positionen erweiterte –
familienrechtliche Bedarf separat aufzuschlüsseln ist. Unter Berücksichtigung der
einkommensseitigen Veränderungen und da sich bedarfsseitig keine weiteren Ab-
- 37 -
stufungen aufdrängen, rechtfertigt es sich, der Unterhaltsberechnung in zeitlicher
Hinsicht die folgenden drei Phasen zu Grunde zu legen:
- Phase 1: ab 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020;
- Phase 2: ab 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 2022;
- Phase 3: ab 1. August 2022 für die weitere Dauer des Scheidungsver-
fahrens.
6.2 Der Bedarf des Klägers setzt sich wie folgt zusammen (sämtliche  in Fr. pro Monat):
Phase 1 Phase 2 Phase 3
6.2.1 Existenzminimum
a) Grundbetrag 850.00 850.00 850.00
b) Wohnkosten 750.00 750.00 750.00
c) Krankenkasse (KVG) 430.00 430.00 430.00
Total 6.2.1 2'030.00 2'030.00 2'030.00
6.2.2 Erweiterungen
d) Krankenkasse (VVG) 335.00 335.00
e) Kommunikation 75.00 75.00
f) Versicherungen 50.00 50.00
g) Mobilität 185.00 185.00
h) Gesundheitskosten 0.00 0.00
i) Steuern 230.00 305.00
Total 6.2.2 875.00 950.00
6.2.3 Massgebender Bedarf 2'030.00 2'905.00 2'980.00
6.2.1 Positionen des Existenzminimums
a) Die Vorinstanz setzte beim Kläger den hälftigen Ehegatten-
Grundbetrag von Fr. 850.– ein und verwies dabei auf das Kreisschreiben sowie
auf den Umstand, dass der Kläger seit geraumer Zeit mit seiner Partnerin zu-
sammenlebe (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32). Dies blieb im Berufungsverfahren unbean-
standet. Da die Richtlinien hinsichtlich der Grundbeträge dieselben Grundsätze
- 38 -
vorsehen wie das Kreisschreiben, bleibt es vorliegend in allen drei Phasen bei ei-
nem Grundbetrag von Fr. 850.– pro Monat.
Soweit der Kläger berufungsweise vorbringt, aufgrund seines ausgedehnten
Betreuungsumfangs wäre ein Drittel des Grundbetrags der Kinder zu seinem ei-
genen Bedarf hinzuzurechnen (vgl. Urk. 1 S. 13 f.), kann ihm nicht gefolgt werden.
Gemäss eheschutzrichterlichen Anordnungen stehen die Kinder nämlich unter der
alleinigen Obhut der Beklagten, wobei dem Kläger ein ausgedehntes Besuchs-
recht (Betreuung jedes zweite Wochenende und an einem Abend pro Woche
samt Übernachtung sowie während fünf Wochen Ferien pro Jahr) zusteht
(Urk. 10/25 S. 81 i.V.m. Urk. 10/47A/59 S. 56). Damit leistet die Beklagte ihren
Unterhaltsbeitrag bereits vollständig in natura (durch Pflege und Erziehung, sog.
Naturalunterhalt), sodass der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwer-
tigkeit von Geld- und Naturalunterhalt vollständig dem weit leistungsfähigeren
Kläger anheimfällt (vgl. BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 5.4).
Gründe, welche ein Abweichen von diesem Grundsatz rechtfertigen würden, sind
vorliegend nicht ersichtlich. Insofern ist auch kein Anteil des Grundbetrags der
Kinder im Bedarf des Klägers zu berücksichtigen.
b) Auch hinsichtlich der Wohnkosten berücksichtigte die Vorinstanz, dass
der Kläger mit seiner Partnerin in einer kostensenkenden Lebensgemeinschaft
lebt und rechnete ihm daher die Hälfte des unbestrittenen Gesamtbetrages von
Fr. 1'500.– (inkl. Nebenkosten) an (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.). Dieses Vorgehen
blieb im Berufungsverfahren zu Recht unbeanstandet. Entsprechend ist in allen
drei Phasen von Wohnkosten von monatlich Fr. 750.– (inkl. Nebenkosten) auszu-
gehen.
c) Als Auslagen für die Krankenkasse (KVG und VVG) rechnete die
Vorinstanz mit dem anerkannten Betrag von Fr. 765.– (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.).
Im Existenzminimum sind allerdings gemäss obzitierter Rechtsprechung nur die
Prämien der obligatorischen Grundversicherung zu berücksichtigen (so auch S. 2
der Richtlinien mit Verweis auf BGE 134 III 323 ff.). Diese belaufen sich unbestrit-
tenermassen auf Fr. 430.– pro Monat (vgl. Urk. 10/1 S. 88; Urk. 10/44 S. 15). Im
- 39 -
Rahmen des Existenzminimums ist daher in allen drei Phasen mit diesem Betrag
zu rechnen.
6.2.2 Positionen des (erweiterten) familienrechtlichen Bedarfs
d) Im familienrechtlichen Existenzminimum können demgegenüber auch
die über die obligatorischen Grundversicherung hinausgehenden Krankenkas-
senprämien berücksichtigt werden (vgl. oben Ziff. 5.2). Die entsprechende Erwei-
terung um Fr. 335.– pro Monat (für VVG, vgl. vorstehend Bst. c) ist daher – soweit
es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2 und 3, vgl. unten Ziff. 7) – im
Bedarf des Klägers zu berücksichtigen.
e) Für Kommunikation (inkl. Serafe) ging die Vorinstanz vom geltend ge-
machten Betrag von Fr. 150.– aus und rechnete dem Kläger zufolge Kostenbetei-
ligung der Lebenspartnerin die Hälfte davon, entsprechend Fr. 75.–, an (Urk. 2
E. II.C.4 S. 32 f.). Dies blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet. Daher ist die-
ser monatliche Betrag – soweit es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Pha-
sen 2 und 3, vgl. unten Ziff. 7) – im familienrechtlichen Bedarf zu berücksichtigen.
f) Die Vorinstanz berücksichtigte auf Seiten des Klägers – anders als auf
Seiten der Beklagten (vgl. dazu unten Ziff. 6.3.2 Bst. f) – keine Kosten für Haus-
rat-/Haftpflichtversicherungen (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.), obwohl die Beklagte dem
Kläger solche im Umfang von Fr. 50.– zugestanden hatte (vgl. Urk. 10/44 S. 14).
Zufolge dieser Anerkennung wie auch aus Gleichbehandlungsüberlegungen ist
der Pauschalbetrag von Fr. 50.– dem Kläger als Erweiterung aufzurechnen, so-
bald es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2 und 3, vgl. unten Ziff. 7).
g) Für Mobilität setzte die Vorinstanz den vom Kläger geltend gemachten
Betrag von Fr. 65.– (monatliche Kosten des ZVV-Jahresabonnements für die
Stadt Zürich) ein, wobei sie zur Begründung einzig anführte, der Betrag sei dem
Kläger ohne Weiteres zuzubilligen (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.). Auch im Rahmen der
Berechnung des familienrechtlichen Existenzminimums werden lediglich unum-
gängliche Berufsauslagen berücksichtigt (vgl. oben Ziff. 5.2), wozu namentlich die
effektiven Ausgaben öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zum Arbeitsplatz ge-
- 40 -
hören (Richtlinien, S. 2). Dass dem Kläger solche Kosten effektiv anfallen, wurde
nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 10/1 S. 90, wo der Kläger selbst angibt, dass er
aus beruflichen Gründen nicht auf ein Auto angewiesen sei). Da dem Kläger je-
doch ab Oktober 2020 ein hypothetisches Einkommen für eine Tätigkeit im An-
stellungsverhältnis angerechnet wird, rechtfertigt es sich, sein Existenzminimum
ab der Phase 2 auch um (hypothetische) Berufsauslagen zu erweitern. Unter Be-
rücksichtigung des Umstandes, dass der Arbeitsort nicht feststeht, der Kläger bei
der Stellenwahl in örtlicher Hinsicht wohl aber flexibel sein muss, erscheint ein
monatlicher Betrag von rund Fr. 185.– (Kosten für ein ZVV-Jahresabonnement für
alle Zonen im Kanton Zürich) angemessen.
h) Da der Kläger keine besonderen Gesundheitskosten geltend gemacht
hat, sind ihm auch keine entsprechenden Auslagen anzurechnen (vgl. Richtlinien
S. 3; so wohl bereits die Vorinstanz, vgl. Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.).
i) Im familienrechtlichen Existenzminimum – d.h. vorliegend in den Pha-
sen 2 und 3 (vgl. unten Ziff. 7) – sind auch Steuern einzurechnen (vgl. oben
Ziff. 5.2). Die Steuerbelastung auf Seiten des Klägers ist unter Zuhilfenahme des
kantonalen Steuerrechners annährend zu berechnen:
In der Phase 2 beläuft sich das steuerbare Einkommen des Klägers ausge-
hend vom Nettojahreseinkommen von Fr. 114'000.– sowie unter Berücksichtigung
von geschätzten Steuerabzügen von gesamthaft jährlich Fr. 83'400.– für die
Staats- und Gemeindesteuern (ca. Fr. 74'200.– mutmassliche Unterhaltsbeiträge,
geschätzter Mittelwert; Fr. 4'000.– Berufsauslagen, geschätzt; Fr. 5'200.– Versi-
cherungsprämien, Maximalbetrag) bzw. von gesamthaft jährlich Fr. 79'900.– für
die direkte Bundessteuer (ca. Fr. 74'200.– mutmassliche Unterhaltsbeiträge, ge-
schätzter Mittelwert; Fr. 4'000.– Berufsauslagen, geschätzt; Fr.1'700.– Versiche-
rungsprämien, Maximalbetrag) auf Fr. 30'600.– für die Staats- und Gemeinde-
steuern bzw. auf Fr. 34'100.– für die direkte Bundessteuer. Als steuerbares Ver-
mögen ist sodann gestützt auf die im Recht liegende Steuererklärung 2018 ein
Betrag von Fr. 600'000.– einzusetzen (vgl. Urk. 10/43/6). Setzt man diese Be-
rechnungsgrundlagen in den kantonalen Steuerrechner ein, so resultiert unter
Anwendung des Grundtarifs eine monatliche Steuerbelastung für Staats-, Ge-
- 41 -
meinde- und Bundessteuern von rund Fr. 230.– pro Monat. Dieser Betrag ist da-
her in der Phase 2 im Bedarf des Klägers zu berücksichtigen.
Für die Phase 3 ist die Steuerberechnung grundsätzlich anhand derselben
Berechnungsgrundlagen vorzunehmen; anzupassen ist einzig der Abzug der ge-
schätzten Unterhaltsbeiträge, zumal diese zufolge der höheren beklagtischen Ei-
genversorgungskapazität etwas tiefer ausfallen dürften und mutmasslich auf ca.
Fr. 69'200.– pro Jahr (geschätzter Mittelwert) zu liegen kommen. Entsprechend
beläuft sich das steuerbare Einkommen des Klägers in der Phase 3 auf
Fr. 35'600.– für die Staats- und Gemeindesteuern und auf Fr. 39'100.– für die di-
rekte Bundessteuer. Unter Zuhilfenahme des kantonalen Steuerrechners resultiert
für die Phase 3 – wiederum unter Anwendung des Grundtarifs – eine monatliche
Steuerbelastung für Staats-, Gemeinde- und Bundessteuern von rund Fr. 305.–.
6.2.3 Massgebender Bedarf in den einzelnen Phasen
Da die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in der Phase 1 nicht aus-
reichen, um das Existenzminium der Familie vollumfänglich zu decken (vgl. unten
Ziff. 7.2), ist in dieser Phase nur der enge Notbedarf (Existenzminimum) zu be-
rücksichtigen. Dieser beläuft sich beim Kläger auf insgesamt Fr. 2'030.– pro Mo-
nat. Ab der Phase 2 übersteigen demgegenüber die vorhandenen Mittel das be-
treibungs- wie auch das familienrechtliche Existenzminimum; es resultiert jeweils
ein Überschuss (vgl. unten Ziff. 7.3 f.). Daher sind in den Phasen 2 und 3 sämtli-
che Erweiterungen zu berücksichtigen, sodass der monatliche Gesamtbedarf des
Klägers in der Phase 2 auf Fr. 2'905.– und in der Phase 3 auf Fr. 2'980.– zu lie-
gen kommt.
- 42 -
6.3 Der Bedarf der Beklagten setzt sich wie folgt zusammen (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Phase 1 Phase 2 Phase 3 6.3.1 Existenzminimum a) Grundbetrag 1'350.00 1'350.00 1'350.00
b) Wohnkostenanteil 3'000.00 1'500.00 1'500.00
c) Krankenkasse KVG 460.00 460.00 460.00
Total 6.3.1 4'810.00 3'310.00 3'310.00
6.3.2 Erweiterungen d) Krankenkasse VVG 395.00 395.00
e) Kommunikation 150.00 150.00
f) Versicherungen 50.00 50.00
g) Mobilität 185.00 185.00
h) Gesundheitskosten 0.00 0.00
i) Steueranteil 340.00 420.00
Total 6.3.2 1'120.00 1'200.00
6.3.3 Massgebender Bedarf 4'810.00 4'430.00 4'510.00
6.3.1 Positionen des Existenzminimums
a) Die Vorinstanz setzte bei der Beklagten unter Verweis auf das Kreis-
schreiben den Grundbetrag für Alleinerziehende von Fr. 1'350.– ein (Urk. 2
E. II.C.2 S. 14 f.), was im Berufungsverfahren zu Recht unbeanstandet blieb und
auch gemäss Richtlinien gilt. Da die Kosten für Nahrung wie auch jene für Elektri-
zität im Grundbetrag enthalten sind (vgl. Richtlinien, S. 1), sind die von der Be-
klagten geltend gemachten monatlichen Auslagen von Fr. 262.– für koschere
Metzgerei und von Fr. 133.40 für Elektrizität – entgegen der Ansicht der Vo-
rinstanz (vgl. Urk. 2 E. II.C.2 S. 17) – weder gesondert im Existenzminimum noch
im familienrechtlichen Bedarf aufzurechnen. Der Vollständigkeit halber ist an die-
ser Stelle erneut darauf hinzuweisen, dass der vorinstanzliche Verweis auf den
obergerichtlichen Eheschutzentscheid vom 4. Juli 2018 fehl geht, zumal dort die
einstufige Berechnungsmethode zur Anwendung kam.
- 43 -
b) Hinsichtlich der Wohnkosten erwog die Vorinstanz, der monatliche
Mietzins der von der Beklagten und den Kindern bewohnten ehemals ehelichen
Wohnung in der Höhe von Fr. 6'000.– sei ausgewiesen und im Grundsatz unbe-
stritten. Aufgrund der reduzierten Einkommen der Parteien sei dieser Mietzins je-
doch in Zukunft nicht mehr tragbar. Da die Parteien seit Oktober 2016 getrennt
seien und der Auszug aus der ehelichen Wohnung bereits seit Beginn des Ehe-
schutzverfahrens ein Thema sei, könne die Beklagte nicht weiterhin darauf ver-
trauen, in der ehelichen Wohnung verbleiben zu dürfen. Dass sich die Parteien
die teure Mietwohnung künftig nicht mehr leisten könnten, sei auch vom Oberge-
richt im zweitinstanzlichen Eheschutzentscheid festgehalten worden. Daher sei
der Beklagten unter Ansetzung einer angemessenen Übergangsfrist ein reduzier-
ter Mietzins anzurechnen. Unter Berücksichtigung der im Mietvertrag vorgesehe-
nen dreimonatigen Kündigungsfrist und der Kündigungstermine per Ende März,
Juni und September sei der Beklagten bis Ende September 2020 Zeit zu geben,
um eine neue und günstigere Wohnung zu suchen. Aufgrund des hohen Lebens-
standards der Parteien während ihres Zusammenlebens und da der Beklagten
angesichts der Haushaltsgrösse (eine erwachsene Person und zwei Kinder im Al-
ter von 9 und 14 Jahren) eine 4 1⁄2-Zimmerwohnung zuzugestehen sei, erscheine
ein hypothetischer Mietzins von Fr. 4'000.– pro Monat angemessen. Insgesamt
seien damit bis 30. September 2020 die effektiven Mietkosten von monatlich
Fr. 6'000.– zu berücksichtigen und ab 1. Oktober 2020 ein hypothetischer Betrag
von monatlich Fr. 4'000.–. Praxisgemäss seien diese Wohnkosten zur Hälfte im
Bedarf der Beklagten und zu je einem Viertel im Barbedarf der Kinder anzurech-
nen. Der Mietzinsanteil der Beklagten betrage damit bis 30. September 2020
Fr. 3'000.– und ab 1. Oktober 2020 Fr. 2'000.– pro Monat (Urk. 2 E. II.C.2 S. 16).
Die Anrechnung der effektiven Wohnkosten bis 30. September 2020 (Pha-
se 1) blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet. Auch wenn diese Kosten die in
der Phase 1 zur Verfügung stehenden Mittel der Parteien bei Weitem übersteigen,
kommt auch im Rahmen der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums die sofortige Berücksichtigung eines tieferen – auf ein ortsübliches Nor-
malmass herabgesetzten – Mietzinses nicht in Frage (vgl. Richtlinien, S. 1). Inso-
- 44 -
fern ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bis zur nächsten Kündigungs-
möglichkeit die hohen Wohnkosten angerechnet hat.
Hinsichtlich der ab 1. Oktober 2020 hypothetisch angerechneten Mietkosten
macht der Kläger berufungsweise geltend, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb
die Vorinstanz dabei von Fr. 4'000.– pro Monat ausgehe. Im selben Stadtkreis
liessen sich 4- bis 41⁄2-Zimmerwohnungen für einen monatlichen Mietzins von
Fr. 2'500.– bis Fr. 3'000.– finden, wobei sich das Angebot rund um die offiziellen
Umzugstermine sicherlich erhöhen werde. Es sei daher von Wohnkosten von
Fr. 3'000.– pro Monat auszugehen, d.h. einem monatlichen Wohnkostenanteil von
Fr. 1'500.– auf Seiten der Beklagten und einem solchen von je Fr. 750.– auf Sei-
ten der Kinder (Urk. 1 S. 4).
Da die vorhandenen Mittel ab Oktober 2020 – d.h. in den Phasen 2 und 3 –
das betreibungs- wie auch das familienrechtliche Existenzminimum übersteigen,
sind ab diesem Zeitpunkt nicht bloss ortsübliche, sondern den finanziellen Ver-
hältnissen angemessene Wohnkosten anzurechnen (vgl. oben Ziff. 5.2). Wie der
Kläger zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 16 S. 3), gehen die Vorinstanz und die Be-
klagte (vgl. Urk. 12 S. 2 f.) aber fehl in der Annahme, bei der Bemessung dieser
Wohnkosten sei auf den ehelichen Standard während des Zusammenlebens ab-
zustellen. Den Parteien stehen ab Oktober 2020 nämlich nicht mehr dieselben fi-
nanziellen Mittel zur Verfügung wie während ungetrennter Ehe. Entsprechend
kann die Beklagte auch nicht davon ausgehen, dass sie Anspruch auf Beibehal-
tung des früheren Wohnstandards hat. Vielmehr sind die anrechenbaren Mietkos-
ten unter Berücksichtigung der (hypothetischen) Einkommenszahlen zu bemes-
sen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach einem allgemeingültigen Grundsatz
die Mietkosten einen Drittel der verfügbaren Mittel nicht übersteigen sollten. Vor-
liegend verfügen die Parteien in der Phase 2 über ein monatliches Gesamtein-
kommen von Fr. 11'625.– und in der Phase 3 über ein solches Fr. 12'900.– (vgl.
oben Ziff. 4; jeweils unter Ausklammerung der Familienzulagen, welche aus-
schliesslich zur Finanzierung des Barbedarfs der Kinder zu verwenden sind).
Ausgehend von der besagten Drittels-Regel sollten die gesamten Wohnkosten
der Parteien monatlich nicht mehr als Fr. 3'800.– (Phase 2) bzw. Fr. 4'300.–
- 45 -
(Phase 3) betragen. Nach Abzug der auf Seiten des Klägers anfallenden Wohn-
kosten von monatlich Fr. 750.– (vgl. oben Ziff. 6.2) verbleiben zur Finanzierung
der Wohnkosten der Beklagten und der Kinder monatlich noch maximal rund
Fr. 3'000.– (Phase 2) resp. Fr. 3'500.– (Phase 3). Insgesamt erscheint es ange-
messen, der Beklagten und den Kindern Wohnkosten von gesamthaft Fr. 3'000.–
zuzugestehen. Mit dem Kläger ist nämlich auch davon auszugehen, dass sich in
der Stadt Zürich zum Mietpreis von Fr. 3'000.– pro Monat (inkl. Nebenkosten) eine
geeignete Wohnung finden lässt. Aus Praktikabilitätsgründen ist sowohl in der
Phase 2 wie auch in der Phase 3 mit diesem Betrag zu rechnen. Allfällig höhere
effektive Mietkosten sind aus dem Überschuss zu bezahlen. Der (hypothetische)
Mietzinsanteil der Beklagten ist damit ab Oktober 2020 (Phase 2 und Phase 3)
auf monatlich Fr. 1'500.– (1⁄2 der gesamten Wohnkosten) zu beziffern.
c) Auch im Bedarf der Beklagten rechnete die Vorinstanz die Kranken-
kassenprämien der Grundversicherung und der Zusatzversicherungen (KVG und
VVG) im anerkannten Umfang von gesamthaft Fr. 857.– ein (Urk. 2 E. II.C.2
S. 15). Entsprechend dem Vorgehen auf Seiten des Klägers sind im Existenzmi-
nimum der Beklagten jedoch lediglich die Prämien der obligatorischen Grundver-
sicherung (KVG) zu berücksichtigen. Diese belaufen sich auf rund Fr. 460.– pro
Monat (vgl. Urk. 10/1 S. 85; Urk. 10/44 S. 13; Urk. 10/3/51). Im Rahmen des Exis-
tenzminimums ist daher in allen drei Phasen mit diesem Betrag zu rechnen.
6.3.2 Positionen des (erweiterten) familienrechtlichen Bedarfs
d) Die Erweiterung um die Prämien der Zusatzversicherungen (VVG) im
Umfang von rund Fr. 395.– pro Monat (vgl. Urk. 10/3/51 sowie vorstehend Bst. c)
kann demgegenüber auch im familienrechtlichen Existenzminimum der Beklagten
berücksichtigt werden, sobald es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2
und 3, unten Ziff. 7).
e) Die Kommunikationskosten (inkl. Serafe) im gerichtsüblichen Umfang
von monatlich Fr. 150.– sind der Beklagten im erweiterten Bedarf anzurechnen,
sobald es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2 und 3, vgl. unten
Ziff. 7).
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f) Dasselbe gilt für die Kosten der Hausrat- und Haftpflichtversicherun-
gen. Der von der Vorinstanz berücksichtigte Betrag von monatlich Fr. 90.– (vgl.
Urk. 2 E. II.C.2 S. 19) erscheint aber übersetzt, zumal gerichtsüblich mit einem
solchen von monatlich Fr. 30.– gerechnet wird und die Wohnverhältnisse der Be-
klagten ab der Phase 2 – wie gesehen – nicht mehr gleich sind wie während un-
getrennter Ehe. Die Höhe der Prämie der Hausratversicherung richtet sich aller-
dings nicht einzig nach dem jeweiligen Wohnstandard, sondern insbesondere
nach dem Wert der zu versichernden Gegenstände. Mit höheren Prämien ist da-
her auch zu rechnen, wenn die Versicherungssumme zufolge Besitzes luxuriöser
Einrichtungsgegenstände und teurer Kleider höher angesetzt wird, was vorliegend
wohl der Fall sein dürfte. Insgesamt rechtfertigt es sich vorliegend, den gerichts-
üblichen Betrag auf Fr. 50.– pro Monat zu erhöhen.
g) Für Mobilität setzte die Vorinstanz den von der Beklagten geltend ge-
machten Betrag von Fr. 550.– ein und begründete dies damit, dass der Audi Q7
der Beklagten unbestrittenermassen zum ehelichen Standard gehöre und die be-
haupteten Kosten daher auch während der Trennungsphase weiterhin zu berück-
sichtigen seien (Urk. 2 E. II.C.2 S. 19). Dies wird vom Kläger zu Recht bean-
standet (vgl. Urk. 1 S. 4). Wie bereits erwähnt, sind bei der zweistufigen Berech-
nungsmethode nur unumgängliche Berufsauslagen zu berücksichtigen, wohinge-
gen dem ehelichen Standard entsprechende Zusatzpositionen aus dem Über-
schuss zu finanzieren sind (vgl. oben Ziff. 5.2). Insofern vermag die Beklagte mit
ihren Vorbringen betreffend ehelichen Standard (vgl. Urk. 12 S. 3) nichts auszu-
richten. Weshalb die Beklagte zur Wahrnehmung von Arztbesuchen auf ein Fahr-
zeug angewiesen sein soll (vgl. dazu Urk. 12 S. 3 f.), ist nicht einsichtig. Für den
Weg ins Fussballtraining beim FC U._ ist den Kindern ausserdem ohne Wei-
teres zuzumuten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen und für die Gast-
spiele des Fussballclubs werden unbestrittenermassen innerhalb der Mannschaft
Fahrgemeinschaften gebildet (vgl. Urk. 16 S. 4; Urk. 26 S. 2), weshalb auch die
von der Beklagten diesbezüglich vorgebrachten Umstände (vgl. Urk. 12 S. 3) kei-
ne Angewiesenheit auf ein Fahrzeug begründen. Der Beklagten sind daher erst
ab dem Zeitpunkt der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens Mobilitäts-
kosten anzurechnen. Der Beklagten ist zwar darin zuzustimmen, dass sie bei der
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Stellenwahl flexibel sein muss (vgl. Urk. 12 S. 4). Damit alleine lässt sich aber der
Kompetenzcharakter eines Fahrzeugs nicht begründen. Vielmehr erscheint es
auch auf Seiten der Beklagten angemessen, ihr (hypothetische) Berufsauslagen
in der Höhe von monatlich rund Fr. 185.– (Kosten für ein ZVV-Jahresabonnement
für alle Zonen im Kanton Zürich) anzurechnen.
h) Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Beklagten Gesundheits-
kosten von Fr. 42.– pro Monat (Kosten für die Franchise von Fr. 500.– pro Jahr),
obwohl der Kläger die von der Beklagten geltend gemachten Gesundheitskosten
vollumfänglich bestritten hatte und die Beklagte substantiierte Behauptungen zu
den von ihr zu tragenden Gesundheitskosten vermissen liess (vgl. Urk. 2 E. II.C.2
S. 20 sowie Prot. I S. 32; Urk. 10/44 S. 12 f.). Dieses Vorgehen erscheint insbe-
sondere deshalb unbillig, weil im Bedarf des Klägers keine entsprechenden Aus-
lagen angerechnet wurden. Mangels substantiierter Behauptungen und da auch
ein Nachweis für regelmässig anfallende ungedeckte Gesundheitskosten fehlt,
obwohl die Beklagte entsprechende Abrechnungsbelege ohne Weiteres von ihrer
Versicherung hätte erhältlich machen und dem Gericht hätte vorlegen können,
sind auch auf Seiten der Beklagten keine besonderen Gesundheitskosten im er-
weiterten Bedarf zu berücksichtigen.
i) Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums – d.h. vorlie-
gend in den Phasen 2 und 3 (vgl. unten Ziff. 7) – sind auch Steuern einzurechnen
(vgl. oben Ziff. 5.2). Die Steuerbelastung im Haushalt der Beklagten ist unter Zu-
hilfe-nahme des kantonalen Steuerrechners annähernd zu berechnen:
In der Phase 2 beläuft sich das steuerbare Einkommen der Beklagten aus-
gehend vom Nettojahreseinkommen der Beklagten von Fr. 30'900.– (inkl. Famili-
enzulagen von Fr. 450.– pro Monat, vgl. oben Ziff. 3) und mutmasslichen Unter-
haltsbeiträgen von ca. Fr. 74'200.– pro Jahr (geschätzter Mittelwert) sowie unter
Berücksichtigung von geschätzten Steuerabzügen von gesamthaft Fr. 27'800.–
für die Staats- und Gemeindesteuern (Fr. 2'000.– Berufsauslagen, geschätzt;
Fr. 5'200.– Versicherungsprämien der Beklagten und je Fr. 1'300.– Versiche-
rungsprämien der Kinder, Maximalbeträge; Fr. 18'000.– Kinderabzüge) bzw. von
Fr. 18'100.– für die direkte Bundessteuer (Fr. 2'000.– Berufsauslagen, geschätzt;
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Fr. 1'700.– Versicherungsprämien der Beklagten und je Fr. 700.– für Versiche-
rungsprämien der Kinder, Maximalbeträge; Fr. 13'000.– Kinderabzüge) auf ca.
Fr. 77'300.– für die Staats- und Gemeindesteuern und auf ca. Fr. 87'000.– für die
direkte Bundessteuer. Als steuerbares Vermögen ist sodann gestützt auf die im
Recht liegende Steuererklärung 2017 ein Betrag von Fr. 8'700.– einzusetzen (vgl.
Urk. 10/16/3). Setzt man diese Berechnungsgrundlagen in den kantonalen Steu-
errechner ein, so resultiert unter Anwendung des Verheirateten- bzw. Einelternta-
rifs eine monatliche Steuerbelastung für Staats-, Gemeinde- und Bundessteuern
von rund Fr. 670.– pro Monat. Dieser Betrag ist nach grossen und kleinen Köpfen
auf die Beklagte und die Kinder aufzuteilen. Der Steueranteil der Beklagten ist
daher in der Phase 2 auf rund Fr. 340.– pro Monat zu beziffern.
Für die Steuerberechnung in der Phase 3 ist entsprechend der geforderten
Erhöhung des Arbeitspensums auf 80% von einem höheren Nettojahreseinkom-
mens der Beklagten von Fr. 46'800.– (inkl. Familienzulagen von Fr. 500.– pro
Monat, vgl. oben Ziff. 3) auszugehen, wobei die Unterhaltsbeiträge in dieser Pha-
se entsprechend tiefer ausfallen dürften und auf ca. Fr. 69'200.– pro Jahr zu lie-
gen kommen (geschätzter Mittelwert). Hinsichtlich der übrigen Berechnungs-
grundlagen drängen sich jedoch keine Anpassungen auf, weshalb mit den ge-
nannten Zahlen der Phase 2 zu rechnen ist. Entsprechend beläuft sich das steu-
erbare Einkommen der Beklagten auf ca. Fr. 88'200.– für die Staats- und Ge-
meindesteuern und auf ca. Fr. 97'900.– für die direkte Bundessteuer. Unter Zuhil-
fenahme des kantonalen Steuerrechners resultiert für die Phase 3 wiederum unter
Anwendung des Verheirateten- bzw. Einelterntarifs eine monatliche Steuerbelas-
tung für Staats-, Gemeinde- und Bundessteuern von rund Fr. 840.– pro Monat
und mithin ein Steueranteil der Beklagten von Fr. 420.–.
6.3.3 Massgebender Bedarf in den einzelnen Phasen
Aus den bereits erwähnten Umständen (vgl. oben Ziff. 6.2.3) ist der Unter-
haltsberechnung in der Phase 1 nur das Existenzminimum zu Grunde zu legen.
Dieses beläuft sich bei der Beklagten – zufolge der aussergewöhnlich hohen, tat-
sächlich angefallenen Mietkosten – auf insgesamt Fr. 4'810.– pro Monat. In den
Phasen 2 und 3 können demgegenüber sämtliche Erweiterungen berücksichtigt
- 49 -
werden. Der Gesamtbedarf der Beklagten beläuft sich demnach auf monatlich
Fr. 4'430.– in der Phase 2 sowie auf monatlich Fr. 4'510.– in der Phase 3.
6.4 Der Barbedarf der Kinder setzt sich wie folgt zusammen (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Phase 1 Phase 2 Phase 3 6.4.1 Existenzminimum a) Grundbetrag D._
E._
600.00 400.00
600.00 600.00
600.00 600.00
b) Wohnkostenanteil 1'500.00 750.00 750.00
c) Krankenkasse KVG 100.00 100.00 100.00
Total 6.4.1 D._
E._
2'200.00 2'000.00
1'450.00 1'450.00
1'450.00 1'450.00
6.4.2 Erweiterungen d) Krankenkasse VVG 105.00 105.00
e) Kommunikation 50.00 50.00
f) Mobilität 70.00 70.00
g) Gesundheitskosten 30.00 30.00
h) Schulkosten 0.00 0.00
i) Steueranteil 165.00 210.00
Total 6.4.2 420.00 465.00
6.4.3 Massgebender Bedarf D._
E._
2'200.00 2'000.00
1'870.00 1'870.00
1'915.00 1'915.00
6.4.1 Positionen des Existenzminimums
a) Als monatlichen Grundbetrag setzte die Vorinstanz in Anwendung des
Kreisschreibens bei D._ Fr. 600.– ein; bei E._ bis 31. Oktober 2020
Fr. 400.– sowie ab 1. November 2020 (Erreichen des 10. Altersjahres) Fr. 600.–
(Urk. 2 E. II.C.2 S. 14 f.). Diese Beträge sind grundsätzlich zutreffend (vgl. Richtli-
nien, S. 1). Zur Vereinfachung der Unterhaltsberechnung sowie angesichts des-
sen, dass bei E._ bereits ab 1. August 2022 statt ab 1. November 2022 mit
- 50 -
den um monatlich Fr. 50.– höheren Familienzulagen gerechnet wird (vgl. oben
Ziff. 4), ist im Barbedarf von E._ bereits ab 1. Oktober 2020 (Beginn der
Phase 2) der Grundbetrag von Fr. 600.– zu berücksichtigen.
b) Hinsichtlich der Wohnkosten kann auf das bereits Ausgeführte verwie-
sen werden (vgl. oben Ziff. 6.3.1 Bst. b). Die Wohnkostenanteile der Kinder betra-
gen demnach in der Phase 1 je Fr. 1'500.– pro Monat und in den Phasen 2 und 3
je Fr. 750.– pro Monat.
c) Auch im Existenzminimum der Kinder sind einzig die Krankenkassen-
prämien der obligatorischen Grundversicherung (KVG) zu berücksichtigen. Diese
belaufen sich auf je rund Fr. 100.– pro Monat (vgl. Urk. 10/1 S. 85; Urk. 10/44
S. 10 f.; Urk. 10/3/53). Im Rahmen des Existenzminimums ist daher bei beiden
Kindern in allen drei Phasen mit diesem Betrag zu rechnen.
6.4.2 Positionen des (erweiterten) familienrechtlichen Bedarfs
d) Sobald es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2 und 3, vgl.
unten Ziff. 7), können im familienrechtlichen Bedarf der Kinder auch die Auslagen
der Zusatzversicherung (VVG) von je Fr. 105.– pro Monat (vgl. Urk. 10/1 S. 85;
Urk. 10/44 S. 10 f.; Urk. 10/3/53) angerechnet werden.
e) Hinsichtlich der Kommunikationskosten der Kinder kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 2 E. II.C.2 S. 18),
welche im Berufungsverfahren unbeanstandet blieben. Entsprechend sind im er-
weiterten Barbedarf der Kinder dafür je Fr. 50.– pro Monat einzusetzen.
f) Die Vorinstanz rechnete beiden Kindern die vom Kläger anerkannten
monatlichen Auslagen für ein ZVV-Abonnement der Stadt Zürich, Zone 110, von
je Fr. 48.– an (Urk. 2 E. II.C.2 S. 20). Angesichts des Alters der Kinder und unter
Berücksichtigung ihrer Freizeitaktivitäten (vgl. oben Ziff. 6.3.2 Bst. g) erscheint
angemessen, die im Rahmen des erweiterten Barbedarfs anrechenbaren Mobili-
tätskosten der Kinder auf je Fr. 70.– pro Monat (Kosten für ein ZVV-
Jahresabonnement für 3 Zonen) zu erhöhen.
- 51 -
g) Als Auslagen für besondere Gesundheitskosten berücksichtigte die
Vorinstanz bei den Kindern zu Recht lediglich einen monatlichen Betrag von
Fr. 30.– für den Selbstbehalt der Krankenversicherung, zumal die Beklagte sub-
stantiierte Behauptungen hinsichtlich regelmässig anfallender Kosten genauso
vermissen liess wie das Vorlegen aktueller Unterlagen (Urk. 2 E. II.C.2 S. 20; sie-
he auch Urk. 10/44 S. 11; Prot. I S. 8 ff.).
h) Hinsichtlich der Schulkosten der Kinder erwog die Vorinstanz im We-
sentlichen, die Parteien hätten betreffend die von D._ besuchte V._-
Privatschule am 15. August 2019 eine Vereinbarung abgeschlossen (mit Verweis
auf Urk. 10/43/2). Darin habe sich die Beklagte verpflichtet, sämtliche Schulkosten
für D._ für die V._-Schule zu tragen, soweit und sofern D._ kein
Stipendium erhalte. Da der Kläger mit dieser Vereinbarung ausdrücklich und vor-
behaltslos von der Tragung irgendwelcher Kosten der V._-Schule befreit
worden sei, seien im Bedarf von D._ keine Schulkosten aufzunehmen. Be-
treffend E._ sei zu berücksichtigen, dass dieser seit dem Kindergarten bis
heute die F._-Schule besuche, womit der Besuch unbestrittenermassen zum
während ungetrennter Ehe gelebten Standard gehöre. Der Kläger habe aber er-
klärt, er sei aufgrund der finanziellen Verhältnisse mit dem Besuch der F._-
Schule – die monatlich Fr. 2'640.– koste – nicht mehr einverstanden. Vorbehalte
anderer Art mache er nicht geltend. Ursprünglich sei er auch noch bereit gewe-
sen, monatliche Schulkosten – auch für eine private Lösung – in der Höhe von
Fr. 1'000.– zu übernehmen. Dass die Beklagte sich bereit erklärt habe, die Schul-
kosten beider Kinder zu übernehmen, sei – entgegen den klägerischen Ausfüh-
rungen – nicht aktenkundig. Auch wenn die finanziellen Verhältnisse der Parteien
es – zumindest vorläufig – nicht erlauben würden, dass E._ eine Privatschule
besuche, so sei festzuhalten, dass aufgrund der den Parteien anzurechnenden
hypothetischen Einkommen die Finanzierung der Schule wieder möglich sein
werde. Es erscheine nicht sachgerecht, wenn Auslagen für die Privatschule von
E._ lediglich für einen begrenzten Zeitraum nicht berücksichtigt und später
aber wieder in die Bedarfsberechnung aufgenommen würden. Daher seien die
Auslagen für die Privatschule von Anfang an zu berücksichtigen. Dies erscheine
auch vor dem Hintergrund gerechtfertigt, dass die Parteien unter Berücksichti-
- 52 -
gung ihres Vermögens – gemeinsames Eigentum an einer praktisch unbelasteten
Eigentumswohnung in Israel und allfällige weitere von der Beklagten behauptete
namhafte Vermögenswerte des Klägers – weiterhin zur Finanzierung der
F._-Schule in der Lage sein würden (Urk. 2 E. II.C.2 S. 20 f.).
Die vorinstanzlichen Erwägungen zu den Schulkosten von D._ blieben
im Berufungsverfahren unangefochten und geben auch keinerlei Grund zur Bean-
standung. Mithin bleibt es dabei, dass im Bedarf von D._ keine Schulkosten
zu berücksichtigen sind.
Hinsichtlich der Schulkosten von E._ hält der Kläger im Berufungsver-
fahren daran fest, dass die Finanzierung der teuren Privatschule angesichts der
finanziellen Verhältnisse der Parteien nicht mehr tragbar sei. Dabei macht er ins-
besondere geltend, die Vorinstanz sei von einem zu hohen hypothetischen Ein-
kommen ausgegangen, weshalb ihre Argumentation nicht verfange (vgl. Urk. 1
S. 5).
Die Beklagte macht demgegenüber geltend, die Vorinstanz habe die Kosten
der F._-Schule zu Recht mit Verweis auf den ehelichen Standard im Bedarf
von E._ berücksichtigt. Im Weiteren lässt sie ausführen, die Schule habe
damit gedroht, E._ aus der Schule auszuschliessen, weil der Kläger die Aus-
stände der Schule plötzlich nicht mehr zahlen wolle, obwohl er gegenüber der
Schule anfänglich noch zugesagt habe, die Schulden zu begleichen. Damit habe
der Kläger die Beklagte erneut unter Druck gesetzt. Zum Schutz ihres 9-jährigen
Kindes habe sich die Beklagte verpflichtet gefühlt, ein Darlehen aufzunehmen, um
die Ausstände zu begleichen und einen Schulausschluss zu verhindern. Das Ver-
halten des Klägers verdiene keinen Rechtsschutz. Die Schulkosten gehörten zum
Bedarf des Kindes und seien demnach zu berücksichtigen (Urk. 12 S. 4-5). An
anderer Stelle ergänzte die Beklagte, bei der F._-Schule seien mittlerweile
Schulden von Fr. 44'000.– offen und es sei denkbar, dass die Schule E._ ab
August 2020 tatsächlich nicht mehr "behalten" werde. Diesfalls müsste der erst 9-
jährige E._ in die öffentliche Schule wechseln (Urk. 12 S. 6).
- 53 -
Dem Kläger ist darin zuzustimmen, dass die Kosten der teuren Privatschule
die zur Verfügung stehenden Mittel sowohl in der Phase 1 wie auch in den Pha-
sen 2 und 3 übersteigen und demnach nicht mit der Beibehaltung des ehelichen
Standards begründet werden können. Unter Berücksichtigung der (hypotheti-
schen) Einkommenszahlen der Parteien sind die Kosten der F._-Schule von
monatlich Fr. 2'640.– nicht bloss vorübergehend, sondern dauerhaft untragbar.
Insofern verfängt die vorinstanzliche Begründung nicht. Im Weiteren ist zu be-
rücksichtigen, dass der Kläger mit dem Besuch der Privatschule seit Langem
nicht mehr einverstanden ist. Namentlich erklärte er bereits am 24. Januar 2019
im zweitinstanzlichen Eheschutzverfahren, dass er seit Sommer 2018 nicht mehr
in der Lage sei, die teuren Privatschulen der Kinder zu übernehmen (vgl.
Urk. 10/25 E. III.4.3.7 S. 60). Alsdann geht aus dem obergerichtlichen Ehe-
schutzentscheid vom 27. Mai 2019 hervor, dass ab September 2017 bis (mindes-
tens) August 2018 die Kosten der F._-Schule von der Mutter des Klägers be-
zahlt worden sind. Entsprechend wurden bereits in der damaligen (nach einstufi-
ger Methode erfolgten) Bedarfsberechnung keine Kosten für die Privatschule be-
rücksichtigt (vgl. Urk. 10/25 E. III.4.3.7 S. 58 und S. 60). Dass die Mutter des Klä-
gers nicht zu Unterstützungsleistungen an den Kläger, die Beklagte oder die Kin-
der verpflichtet werden kann, muss der Beklagten spätestens seit Eröffnung des
obergerichtlichen Eheschutzentscheides bewusst sein (vgl. auch oben Ziff. 1). In-
sofern durfte sie auch nicht darauf vertrauen, dass die Kosten der Privatschule
weiterhin von ihrer Schwiegermutter finanziert würden. Von seinem Standpunkt,
für die Kosten der F._-Schule nicht aufzukommen, wich der Kläger in der
Folge nicht ab. Zudem war offenbar auch seine Mutter nicht länger zu entspre-
chenden Unterstützungsleistungen bereit. Gemäss den von der Beklagten einge-
reichten Unterlagen wurden die Kosten der von E._ besuchten F._-
Schule nämlich seit August 2018 nicht mehr bezahlt, sodass sich die Ausstände
per Juni/Juli 2020 auf insgesamt Fr. 44'220.– belaufen (vgl. Urk. 14/6). Angesichts
dieser Ausstände verlangte die Schulleitung der W._ [Ortschaft] F._
Schule von der Beklagten mit E-Mail vom 6. Juli 2020 einen konkreten Rückzah-
lungsplan oder eine Bürgschaft für die ausstehende Summe; zudem müsse die
Zahlung der Schulgelder für E._ ab August 2020 gesichert sein (Urk. 14/6).
- 54 -
Dass sie diesen Forderungen der Schule nachkommen konnte, zeigte die Beklag-
te im Berufungsverfahren nicht auf. Genauso wenig bestritt sie die klägerischen
Vorbringen in seiner Eingabe vom 19. August 2020, wonach E._ ab dem
17. August 2020 die F._-Schule nicht mehr besuchen könne (vgl. Urk. 16
S. 5; Urk. 26 S. 2). Dass E._ die F._-Schule seither weiterhin besuchte
bzw. nach wie vor besucht, wurde von der Beklagten nicht geltend gemacht und
ist nach dem Gesagten zu bezweifeln. Eine Anrechnung monatlicher Privatschul-
kosten von Fr. 2'640.– über Juli 2020 hinaus kommt demnach bereits mangels
Glaubhaftmachens effektiver Auslagen nicht in Frage. Aufgrund der geschilderten
Umstände ist aber auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Beklagte derart lange
auf einer Privatbeschulung von E._ beharrte, obwohl deren Finanzierung –
wie gesehen – seit August 2018 nicht mehr gesichert war und selbst die Vo-
rinstanz darauf hinwies, dass der Besuch der Privatschule angesichts der finanzi-
ellen Verhältnisse der Parteien in der Phase 1 nicht tragbar sei. Gründe, welche
den Besuch einer öffentliche Schule unzumutbar machen würden, machte die Be-
klagte keine geltend (so auch der Kläger vgl. Urk. 16 S. 4 f.). Dass sie derart hohe
Ausstände generierte und sich zur Finanzierung der bis August 2020 angefalle-
nen Schulkosten verschuldete, hat sie nach dem Gesagten selbst zu verantwor-
ten. Daher erscheint es unbillig, diese Kosten im Barbedarf von E._ zu be-
rücksichtigen und damit letztlich dem Kläger – über die von ihm zu leistenden Un-
terhaltsbeiträge resp. durch Ausweisung eines entsprechenden Mankobetrages –
aufzubürden. Sowohl in der Phase 1 wie auch in den Phasen 2 und 3 sind daher
im Barbedarf von E._ keine Schulkosten aufzunehmen.
i) Hinsichtlich der Steuern kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen
werden (vgl. oben Ziff. 6.3.2 Bst. i). Die Steueranteile der Kinder betragen dem-
nach in der Phase 2 je Fr. 165.– pro Monat und in der Phase 3 je Fr. 210.– pro
Monat.
6.4.3 Massgebender Bedarf in den einzelnen Phasen
Auch bei den Kindern ist der Unterhaltsberechnung in der Phase 1 nur das
Existenzminimum zu Grunde zu legen. Dieses beläuft sich – zufolge der ausser-
gewöhnlich hohen tatsächlich angefallenen Mietkosten – bei D._ auf monat-
- 55 -
lich Fr. 2'200.– und bei E._ auf monatlich Fr. 2'000.–. In den Phasen 2 und 3
können demgegenüber sämtliche Erweiterungen berücksichtigt werden. Der mo-
natliche Barbedarf der Kinder beläuft sich demnach in der Phase 2 auf je
Fr. 1'870.– und in der Phase 3 auf je Fr. 1'915.–.
7. Ermittlung der Unterhaltsbeiträge
7.1 Wie bereits ausgeführt (vgl. oben Ziff. 5.2), ergeben sich die geschul-
deten Unterhaltsbeiträge aus der Verteilung der vorhandenen Mittel vor dem Hin-
tergrund der ermittelten Bedarfszahlen, unter Berücksichtigung der Betreuungs-
verhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfalls.
7.2.1 In der Phase 1 übersteigen bereits die ermittelten Existenzminima der Parteien und Kinder die vorhandenen Mittel der Familie. Da dem Kläger das Exis-
tenzminimum zu belassen ist, ist er lediglich im Umfang von Fr. 4'520.– leistungs-
fähig (Fr. 6'550.– Einkommen minus Fr. 2'030.– Existenzminium). Dieser Betrag
ist zunächst zur Deckung der Barbedarfe der Kinder zu verwenden (vgl. oben
Ziff. 5.2). Nach Abzug der jeweiligen Familienzulagen beträgt der monatliche Bar-
unterhalt für D._ Fr. 1'950.– (Fr. 2'200.– Existenzminimum minus Fr. 250.–
Familienzulage) und für E._ Fr. 1'800.– (Fr. 2'000.– Existenzminimum minus
Fr. 200.– Familienzulage). Wie die Beklagte zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 12
S. 14), wäre theoretisch – d.h. bei genügender Leistungsfähigkeit des Klägers –
im Umfang des Eigenversorgungsmankos der Beklagten ein Betreuungsunterhalt
geschuldet. Da die Beklagte in dieser Phase über kein Einkommen verfügt, ist der
theoretisch geschuldete Betreuungsunterhalt auf Fr. 4'810.– zu beziffern (Le-
benshaltungskosten bzw. Existenzminimum minus Einkommen). Diesen vermag
der Kläger aber nur im Betrag von Fr. 770.– zu decken (Fr. 4'520.– Leistungsfä-
higkeit Kläger minus Fr. 3'750.– Barunterhalt Kinder). Praxisgemäss ist der Be-
treuungsunterhalt – aus Praktikabilitätsgründen – dem Kinderunterhaltsbeitrag
des jüngsten Kindes zuzuschlagen.
Insgesamt ergeben sich in der Phase 1 demnach folgende, vom Kläger zu
leistende monatliche Kinderunterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen):
- 56 -
Fr. 1'950.– für D._ (nur Barunterhalt)
Fr. 2'570.– für E._ (Fr. 1'800.– Barunterhalt, Fr. 770.– Betreuungsunterhalt)
Fr. 4'520.– Total Unterhaltsbeiträge = Leistungsfähigkeit Kläger
Mit diesen Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt der Familie
nicht gedeckt. Wie die Beklagte zu Recht geltend macht (vgl. Urk. 12 S. 14), sind
im Unterhaltsentscheid betreffend Kinder zwingend auch die Beträge festzuhal-
ten, welche zur Deckung des gebührenden Bedarfs jedes Kindes fehlen (vgl.
Art. 301a lit. c ZPO), was die Vorinstanz im Rahmen ihrer Berechnung hinsichtlich
des Betreuungsunterhalts unterliess (vgl. Urk. 2 E. III.5.1 S. 34). Für die Phase 1
ist demnach festzuhalten, dass zur Deckung des gebührenden Unterhalts von
E._ monatlich Fr. 4'040.– (Manko Betreuungsunterhalt) fehlen. Die gesamte
Unterdeckung in der Phase 1 beträgt somit Fr. 88'880.– (Fr. 4'040.– x 22 Monate).
Einem Gesamtunterhalt in Phase 1 von Fr. 4'520.– pro Monat steht aufgrund
der in Kindessachen anwendbaren Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO) trotz
Unzulässigkeit der Anschlussberufung im summarischen Verfahren (Art. 314 Abs.
2 ZPO; vgl. Urk. 12 S. 1 f.) nicht entgegen, dass die Vorinstanz den Gesamtun-
terhalt in dieser Phase auf Fr. 3'945.– pro Monat bemessen hat.
7.2.2 Soweit die Beklagte im Berufungsverfahren geltend macht, der Kläger
sei bereits in der Phase 1 zu weiteren Zahlungen – namentlich zur Zahlung der
Mietzinsanteile der Beklagten – zu verpflichten, zumal es ihm zumutbar und mög-
lich sei, für die beschränkte Zeit bis 30. September 2020 dazu sein Vermögen an-
zugreifen resp. zu belasten (vgl. Urk. 12 S. 16 f.), kann ihr nicht gefolgt werden:
a) Wie gesehen, gewährte die Vorinstanz der Beklagten zwar eine Über-
gangsfrist bis 30. September 2020, um eine günstigere Wohnung für sich und die
Kinder zu suchen. Angesichts dessen werden die bis dahin tatsächlich angefalle-
nen hohen Mietzinskosten auch im Rahmen der vorliegenden Unterhaltsberech-
nung im Existenzminimum der Beklagten und der Kinder angerechnet (vgl. oben
Ziff. 6.3.1 Bst. b). Allerdings wurde bereits im obergerichtlichen Eheschutzent-
scheid vom 27. Mai 2019 festgehalten, dass sich die Parteien die teure Mietwoh-
- 57 -
nung künftig nicht mehr leisten könnten. Entsprechend geht die Beklagte fehl in
der Annahme (vgl. Urk. 12 S. 18), sie hätte bis zum Erlass des vorinstanzlichen
Entscheids vom 21. April 2020 darauf vertrauen dürfen, dass sie künftig mit den
Kindern in der seit 2011 bewohnten Wohnung bleiben könne. Den Kläger mit sei-
nem Vermögen für den durch die hohen Mietkosten verursachten Mankobetrag
haften zu lassen, erscheint bereits angesichts dieser Ausgangslange nicht ge-
rechtfertigt.
b) Zudem lässt sich aus dem Umstand, dass der Kläger die im Haushalt
der Beklagten angefallenen hohen Mietzinse in den Monaten Dezember 2018 bis
März 2019 bezahlt hat (vgl. Urk. 1 S. 14; Urk. 12 S. 16; zu den tatsächlich geleis-
teten Mietzinszahlungen siehe auch unten Ziff. 8.3 Bst. c), nicht per se auf eine
höhere Leistungsfähigkeit schliessen. Wie der Kläger im Berufungsverfahren
glaubhaft gemacht hat, musste er zur Finanzierung der besagten Mietzinse ein
weiteres Darlehen bei seiner Mutter aufnehmen (vgl. Urk. 16 S. 13 f; Urk. 18/6).
Dass er selber – neben seinem Einkommen – nicht leistungsfähig, sondern von
den sukzessiven Geldüberweisungen seiner Mutter abhängig ist, wurde bereits im
obergerichtlichen Eheschutzentscheid als glaubhaft erachtet (vgl. oben Ziff. 1).
Daran vermögen die Behauptungen der Beklagten im vorliegenden Berufungsver-
fahren (vgl. Urk. 12 S. 16 f.; Urk. 26 S. 4) nichts zu ändern. Zwar ist zutreffend,
dass dem Kläger im Rahmen des Eheschutzverfahrens zugemutet worden war,
zur Leistung rückständiger Unterhaltsbeiträge teilweise weitere Darlehen bei sei-
ner Mutter (auf die Liegenschaft in O._) aufzunehmen (vgl. oben Ziff. 1). In-
des wurde im obergerichtlichen Eheschutzentscheid darauf hingewiesen, dass
künftig kein Rechtsanspruch auf Unterstützung durch die Mutter des Klägers be-
steht und dass ein Rückgriff auf das Vermögen seiner Ursprungsfamilie nur dann
– und vorwiegend während der Dauer des Eheschutzes – zumutbar wäre, wenn
der Kläger selbst in erheblichem Umfang erben würde (vgl. Urk. 10/25 E. III.4.1.9
S. 33). Insofern geht die Beklagte fehl in der Annahme, der Kläger müsse unbe-
schränkt auf Geldquellen seiner Ursprungsfamilie zurückzugreifen, um seiner Un-
terhaltspflicht nachzukommen (vgl. Urk. 26 S. 4). Vor dem Hintergrund, dass die
Parteien nunmehr seit über vier Jahren getrennt leben und die Scheidung bereits
am 30. November 2018 anhängig gemacht wurde, kann es nicht angehen, vom
- 58 -
Kläger das Anhäufen weiterer Schulden bzw. die Belastung seines Vermögens zu
verlangen, um den bisherigen Lebens- bzw. Wohnstandard der Beklagten und der
Kinder zu finanzieren. Solches erschiene umso stossender, da auch die Beklagte
über einen hälftigen Miteigentumsanteil an der Liegenschaft in O._ verfügt
und es in der Vergangenheit aktenkundig auch ihr möglich gewesen war, Darle-
hen im Gesamtbetrag von Fr. 82'880.– aufzunehmen (vgl. Urk. 10/16/3).
c) Nach dem Gesagten bildet die vorliegend festgestellte Leistungsfähig-
keit des Klägers die Schranke für die Unterhaltspflicht. Hinsichtlich der Fehlbeträ-
ge in der Phase 1 ist die Beklagte auf Art. 286a ZGB zu verweisen.
7.3 In der Phase 2 lassen sich die Grundlagen der Unterhaltsberechnung wie folgt zusammenfassen (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Einkommen Kläger 9'500.00
Einkommen Beklagte 2'125.00
Familienzulagen Kinder 450.00
Verfügbare Mittel der Familie 12'075.00
Bedarf Kläger 2'905.00
Bedarf Beklagte 4'430.00
Bedarf D._ 1'870.00
Bedarf E._ 1'870.00
Gesamtbedarf der Familie 11'075.00
Überschuss 1'000.00
Da nach allseitiger Deckung des familienrechtlichen Existenzminimums
Ressourcen verbleiben (sog. Überschuss), kann der Barbedarf der Kinder bzw.
der hierfür verwendete Unterhaltsbeitrag durch Zuweisung eines Überschussan-
teils weiter erhöht werden. Vorliegend erscheint angemessen, die Verteilung nach
"grossen und kleinen Köpfen" vorzunehmen, zumal keine Gründe für ein Abwei-
chen von dieser Regel erkennbar sind. Mithin steht jedem Kind ein Überschus-
santeil von rund Fr. 165.– zu (1/6 von Fr. 1'000.–). Der Barunterhalt der Kinder
setzt sich demnach wie folgt zusammen (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
- 59 -
Barbedarf D._ 1'870.00
abzüglich Familienzulage D._ 250.00
zuzüglich Überschussanteil D._ 165.00
Barunterhalt für D._ 1'785.00
Barbedarf E._ 1'870.00
abzüglich Familienzulage E._ 200.00
zuzüglich Überschussanteil E._ 165.00
Barunterhalt für E._ 1'835.00
Der Betreuungsunterhalt bleibt demgegenüber – wie gesehen (vgl. oben
Ziff. 5.2) – auf das familienrechtliche Existenzminimum beschränkt und berechnet
sich wie folgt (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Bedarf Beklagte 4'430.00
abzüglich Einkommen Beklagte 2'125.00
Betreuungsunterhalt 2'305.00
Praxisgemäss ist der Betreuungsunterhalt wiederum dem Kinderunterhalts-
beitrag von E._ zuzuschlagen.
Da auch die Beklagte persönlich Anspruch auf einen gebührenden Unterhalt
hat und über den Betreuungsunterhalt nur ihr familienrechtliches Existenzmini-
mum gesichert wird, ist ihr im Umfang des Überschussanteils ein ehelicher Unter-
haltsbeitrag zuzusprechen. Ausgehend vom Gesamtüberschuss von Fr. 1'000.–
ist der Beklagten ein monatlicher Ehegattenunterhalt von Fr. 335.– (2/6 resp. 1/3
von Fr. 1'000.–) zuzusprechen.
Insgesamt ergeben sich in der Phase 2 demnach folgende, vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen):
- 60 -
Fr. 1'785.– für D._ (Barunterhalt inkl. Überschussanteil)
Fr. 4'140.– für E._ (Fr. 1'835.– Barunterhalt inkl. Überschussanteil, Fr. 2'305.– Betreuungsunterhalt)
Fr. 335.– für die Beklagte (Ehegattenunterhalt)
Fr. 6'260.– Total Unterhaltsbeiträge
Unter Berücksichtigung seines Einkommens von Fr. 9'500.– verbleibt dem
Kläger damit nach Deckung seines eigenen familienrechtlichen Bedarfs ebenfalls
ein Überschussanteil von Fr. 335.– (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Einkommen Kläger 9'500.00
abzüglich Unterhaltsbeiträge 6'260.00
abzüglich Bedarf Kläger 2'905.00
Überschussanteil (ca. 1/3 von Fr. 1'000.–) 335.00
7.4 In der Phase 3 ist nach denselben Grundsätzen vorzugehen, zumal wiederum nach allseitiger Deckung des familienrechtlichen Existenzminimums ein
Überschuss verbleibt, welcher nach "grossen und kleinen Köpfen" zu verteilen ist.
Dabei ergeben sich folgende Grundlagen der Unterhaltsberechnung (sämtliche
Beträge in Fr. pro Monat):
- 61 -
Einkommen Kläger 9'500.00
Einkommen Beklagte 3'400.00
Familienzulagen Kinder 500.00
Verfügbare Mittel der Familie 13'400.00
Bedarf Kläger 2'980.00
Bedarf Beklagte 4'510.00
Bedarf D._ 1'915.00
Bedarf E._ 1'915.00
Gesamtbedarf der Familie 11'320.00
Überschuss 2'080.00
Überschussanteil Kinder (je ca. 1/6 von Fr. 2'080.–) 345.00
Überschussanteile Eltern (je ca. 1/3 von Fr. 2'080.–) 695.00
Der Barunterhalt beider Kinder setzt sich demnach wie folgt zusammen
(sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Barbedarf je Kind 1'915.00
abzüglich Familienzulage je Kind 250.00
zuzüglich Überschussanteil je Kind 345.00
Barunterhalt je Kind 2'010.00
Der Betreuungsunterhalt bleibt demgegenüber – wie gesehen (vgl. oben
Ziff. 5.2) – auf das familienrechtliche Existenzminimum beschränkt und berechnet
sich wie folgt (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
Bedarf Beklagte 4'510.00
abzüglich Einkommen Beklagte 3'400.00
Betreuungsunterhalt 1'110.00
Der Betreuungsunterhalt ist wiederum dem Kinderunterhaltsbeitrag von
E._ zuzuschlagen.
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Der Beklagten ist zudem wiederum im Umfang ihres Überschussanteils ein
Ehegattenunterhaltsbeitrag zuzusprechen. Dieser beträgt Fr. 695.– pro Monat (ca. 1/3 von Fr. 2'080.–).
Insgesamt ergeben sich in der Phase 3 demnach folgende, vom Kläger zu leistende monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen):
Fr. 2'010.– für D._ (Barunterhalt inkl. Überschussanteil)
Fr. 3'120.– für E._ (Fr. 2'010.– Barunterhalt inkl. Überschussanteil, Fr. 1'110.– Betreuungsunterhalt)
Fr. 695.– für die Beklagte (Ehegattenunterhalt)
Fr. 5'825.– Total Unterhaltsbeiträge
Unter Berücksichtigung seines Einkommens von Fr. 9'500.– verbleibt dem
Kläger damit nach Deckung seines eigenen familienrechtlichen Bedarfs ebenfalls
ein Überschussanteil von Fr. 695.– (sämtliche Beträge in Fr. pro Monat):
- 63 -
Einkommen Kläger 9'500.00
abzüglich Unterhaltsbeiträge 5'825.00
abzüglich Bedarf Kläger 2'980.00
Überschussanteil (ca. 1/3 von Fr. 1'000.–) 695.00
8. Anrechnung geleisteter Zahlungen
8.1 Wird ein Unterhaltsschuldner – wie vorliegend – rückwirkend zur Leis-
tung von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet, sind schon erbrachte Unterhaltszahlun-
gen zu berücksichtigen bzw. anzurechnen, zumal der Unterhaltsschuldner nicht
zu Zahlungen verpflichtet werden darf, welche zur Zeit der Festsetzung der Un-
terhaltsbeiträge bereits durch Tilgung untergegangen sind. Wenn ein Unterhalts-
schuldner bereits erbrachte Unterhaltsleistungen geltend macht, ist gestützt auf
die Behauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise zu prüfen, inwieweit
die Beträge an die ausstehende Schuld angerechnet werden können (vgl. ZR 107
Nr. 60 mit weiteren Hinweisen und Verweisen; siehe auch OGer ZH LE180050
vom 8. Februar 2019, E. III.9.6).
8.2 Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, der Kläger sei
seiner Unterhaltspflicht in der Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 1. November 2019
im Umfang von insgesamt Fr. 28'968.– bereits nachgekommen (Urk. 2 Dispositiv-
Ziffer 4 S. 46). Berücksichtigt wurden dabei die von der Beklagten anerkannten
Unterhaltszahlungen von 12 x Fr. 2'000.– sowie die ebenfalls anerkannten Zah-
lungen der Krankenkassenprämien der Kinder von 12 x 2 x Fr. 207.– (vgl. Urk. 2
E. II.C.5.1 S. 34).
8.3 Im Berufungsverfahren macht der Kläger unter Einreichung neuer Un-
terlagen weitere bereits erbrachte Leistungen geltend und verlangt, es seien ihm
für den Zeitraum 1. Dezember 2018 bis 30. April 2020 Zahlungen von gesamthaft
Fr. 63'041.65 anzurechnen (Urk. 1 S. 2 und S. 14-16). Im Folgenden ist daher un-
ter Berücksichtigung der Parteivorbringen und der im Recht liegenden Belege zu
prüfen, welche Leistungen an die rückwirkende Unterhaltspflicht anzurechnen
sind.
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a) Banküberweisungen
Der Kläger macht geltend, er habe nicht nur die vorinstanzlich berücksichtig-
ten Barüberweisungen von 12 x Fr. 2'000.– (1. Dezember 2018 bis 1. November
2019), sondern zwischen 1. Dezember 2018 und 30. April 2020 insgesamt Bar-
überweisungen von Fr. 26'000.– getätigt (Urk. 1 S. 15). Die Beklagte bringt dies-
bezüglich vor, der Kläger zahle seit März 2020 nicht einmal mehr den Betrag von
monatlich Fr. 2'000.– (Urk. 12 S. 17). Aus dem vom Kläger ins Recht gelegten
Bankbeleg geht hervor, dass der Kläger auch nach dem 1. November 2019 wei-
terhin monatlich Fr. 2'000.– an die Beklagte überwies; die letzte belegte Zahlung
erfolgte dabei am 4. Februar 2020 (Urk. 5/12). Insgesamt sind demnach Bank-
überweisungen von 15 x Fr. 2'000.– (Dezember 2018 bis und mit Februar 2020),
entsprechend Fr. 30'000.– zu berücksichtigen.
b) Bezahlte Krankenkassenprämien der Kinder
Die vom Kläger geltend gemachten Krankenkassenprämien von gesamthaft
Fr. 5'796.–, welche er im Zeitraum 1. Dezember 2018 bis 30. April 2020 für die
Kinder bezahlt habe (vgl. Urk. 1 S. 15), werden von der Beklagten zwar vollum-
fänglich anerkannt (vgl. Urk. 12 S. 18). Da angesichts der beschränkten finanziel-
len Mittel in der Phase 1 lediglich die Prämien der obligatorischen Grundversiche-
rung (KVG, ohne VVG) im Barbedarf der Kinder berücksichtigt werden, können
als erbrachte Unterhaltsleistungen aber auch nur Zahlungen für Auslagen der
Grundversicherung an die rückwirkende Unterhaltspflicht des Klägers angerech-
net werden. Ausgehend von einem monatlichen Betrag von Fr. 100.– pro Kind
(vgl. oben Ziff. 6.4.1 Bst. c) bezahlte der Kläger im Zeitraum 1. Dezember 2018
bis 30. April 2020 KVG-Prämien der Kinder von insgesamt Fr. 3'400.–, welche an seine Unterhaltspflicht anzurechnen sind.
c) Mietzinszahlungen
Hinsichtlich der Mietzinse für die von der Beklagten und den Kindern bis
September 2020 bewohnte Mietwohnung machte der Kläger in der Berufungs-
schrift zunächst Zahlungen von gesamthaft Fr. 12'000.– für den Zeitraum
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1. Dezember 2018 bis 1. April 2019 geltend (Urk. 1 S. 15). Dem diesbezüglichen
Bankbeleg lassen sich allerdings für diesen Zeitraum fünf Zahlungen à Fr. 6'000.–
, entsprechend gesamthaft Fr. 30'000.–, entnehmen (vgl. Urk. 5/14). In seiner
Eingabe vom 19. August 2020 führte der Kläger zudem aus, er habe "bis heute"
den monatlichen Mietzins von Fr. 6'000.– für die besagte Wohnung bezahlt
(Urk. 16 S. 15). Dies wurde von der Beklagten nicht bestritten; stattdessen erklär-
te Letztere, der Kläger habe bis 30. September 2020 die Mietzinse der Beklagten
und der Kinder zahlen können (Urk. 26 S. 4). Dass der Kläger auf entsprechende
Betreibungen des Vermieters AA._ weitere Mietzinse à Fr. 6'000.– zahlte,
geht auch aus den eingereichten Unterlagen hervor (vgl. Urk. 18/7; Urk. 42/1-3).
Ausserdem machte die Beklagte in ihrer Eingabe vom 19. Oktober 2020 geltend,
die Betreibungen des Vermieters seien durch Bezahlung der ausstehenden Miet-
zinse erledigt (Urk. 36 S. 2). Angesichts all dieser Umstände ist davon auszuge-
hen, dass der Kläger in der Zwischenzeit sämtliche ausstehenden Mietzinse der
besagten Wohnung betreffend den Zeitraum Dezember 2018 bis und mit Sep-
tember 2020 (Phase 1) im Gesamtbetrag von Fr. 132'000.– (22 x Fr. 6'000.–) be-
glichen hat. An die rückwirkende Unterhaltspflicht des Klägers anzurechnen sind
daher die vom ihm für die Phase 1 geleisteten Wohnkostenanteile der Kinder von
insgesamt Fr. 66'000.– (22 x Fr. 3'000.–). Dass der Kläger darüber hinaus auch den Wohnkostenanteil der Beklagten in der Phase 1 bezahlt hat (22 x Fr. 3'000.–,
entsprechend Fr. 66'000.–), ist im Rahmen des festzuhaltenden Mankos entspre-
chend zu berücksichtigen. Nach Abzug des geleisteten Gesamtbetrages beträgt
die Unterdeckung in der Phase 1 demnach noch Fr. 22'880.– (Fr. 88'880.– [vgl.
oben Ziff. 7.2.1] minus Fr. 66'000.–). Soweit die Beklagte diesbezüglich anderes
verlangt (vgl. Urk. 12 S. 16 f.), kann ihr aus den bereits erwähnten Gründen (vgl.
oben Ziff. 7.2.2) nicht gefolgt werden.
d) Bezahlte Schulkosten der Kinder
Der Kläger behauptet – ohne nähere Substantiierung – im Zeitraum
1. Dezember 2018 bis 30. April 2020 Schulkosten für beide Kinder im Gesamtbe-
trag von Fr. 12'405.– bezahlt zu haben (Urk. 1 S. 15). Dazu reicht er Kontoauszü-
ge seiner Bank ein, aus welchen in den Monaten Januar bis November 2019 ge-
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leistete Zahlungen von gesamthaft Fr. 12'265.– zu Gunsten der G._ Schule
AB._, Zürich, bzw. des Vereins G._ Schulen, Zürich, hervorgehen
(Urk. 5/16 Blatt 1 und 2 ). Die Beklagte macht geltend, die G._ AB._ sei
die ehemalige Schule des Sohnes D._. Entsprechend beträfen diese Zah-
lungen Kosten, welche mangels Berücksichtigung im Barbedarf von D._ nicht
angerechnet werden könnten (Urk. 12 S. 18 f.). Dieser Einwand, welchem der
Kläger nichts Substantiiertes entgegenhält (vgl. Urk. 16 S. 15), ist begründet. Eine
Anrechnung des besagten Betrages kommt daher nicht in Frage. Die weitere Zah-
lung von Fr. 140.–, welche der Kläger gemäss eingereichtem Kontoauszug am
22. Mai 2019 mit dem Vermerk "KLASSENKASSE PE" zu Gunsten von
AC._, W._ F._, Zürich, leistete (vgl. Urk. 5/16 Blatt 3), betrifft zwar
die F._-Schule von E._. Da die Schulkosten von E._ in seinem
Barbedarf nicht berücksichtigt werden und der Kläger diese daher auch nicht über
die Unterhaltsbeiträge zu bezahlen hat, ist auch der nachweislich geleistete Be-
trag von Fr. 140.– nicht als bereits erbrachte Unterhaltsleistung an die rückwir-
kende Unterhaltspflicht des Klägers anzurechnen.
e) Bezahlte Gesundheits-, Hobby- und Telefonkosten der Kinder
Das vorstehend Ausgeführte gilt auch für die vom Kläger geltend gemachten
Zahlungen von Fr. 4'816.05 für Gesundheitskosten/Selbstbehalte der Kinder, von
Fr. 200.– für Hobbykosten der Kinder und von Fr. 1'824.60 für Telefonkosten der
Kinder. Diese Zahlungen, welche der Kläger teilweise nachweislich (vgl.
Urk. 5/15; Urk. 5/17), teilweise anerkanntermassen (vgl. Urk. 12 S. 18 f.) leistete,
können nicht als erbrachte Unterhaltsleistungen an seine rückwirkende Unter-
haltspflicht angerechnet werden, da in der Phase 1 zufolge des resultierenden
Mankos keine Gesundheits-, Hobby- und Telefonkosten im Barbedarf der Kinder
berücksichtigt werden.
f) Total
Nach dem Gesagten erbrachte der Kläger im vorliegend relevanten Zeitraum
Leistungen von gerundet Fr. 99'400.–, welche an seine rückwirkende  anzurechnen sind.
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9. Zusammenfassung
9.1 Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, sind im Zeitraum
1. Dezember 2018 bis 30. September 2020 (Phase 1) gesamthaft Unterhaltsbei-
träge von Fr. 99'440.– geschuldet (Fr. 4'520.– x 22 Monate; vgl. oben Ziff. 7.2.1).
Diese hat der Kläger bereits im Umfang von Fr. 99'400.– getilgt (vgl. oben Ziff. 8.3
Bst. f), weshalb er für diesen Zeitraum zu verpflichten ist, der Beklagten noch ei-
nen Beitrag an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder von Fr. 40.– zu bezah-
len. Hinsichtlich der Phase 1 ist zudem der zur Deckung des gebührenden Unter-
halts fehlende Betrag (Manko Betreuungsunterhalt) auszuweisen. Dieser beträgt
für die gesamte Zeitperiode (Phase 1) Fr. 22'880.– (vgl. oben Ziff. 7.2.1 und
Ziff. 8.3 Bst. c).
9.2 Im Weiteren ist der Kläger zu verpflichten, der Beklagten für die Dauer
des Scheidungsverfahrens monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge, zu-
züglich allfälliger Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, wie folgt zu
bezahlen:
Vom 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 2022: - Fr. 1'785.– für D._ (Barunterhalt inkl. Überschussanteil)
- Fr. 4'140.– für E._ (Fr. 1'835.– Barunterhalt inkl. , Fr. 2'305.– )
- Fr. 335.– für die Beklagte (Ehegattenunterhalt)
Ab 1. August 2022 - Fr. 2'010.– für D._ (Barunterhalt inkl. Überschussanteil)
- Fr. 3'120.– für E._ (Fr. 2'010.– Barunterhalt inkl. , Fr. 1'110.– )
- Fr. 695.– für die Beklagte (Ehegattenunterhalt).
- 68 -
10. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Vorinstanz hat die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen
dem Endentscheid vorbehalten (Urk. 2 Dispositiv-Ziffer 10). Entsprechend sind
diesbezüglich keine Anordnungen zu treffen.
IV.
1. Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren
nach § 12 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. § 2, § 5, § 6 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 der Gebüh-
renverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Unter Be-
rücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Gerichts
und der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 8'500.–
angemessen.
2. Im Berufungsverfahren umstritten waren die vermögensrechtlichen Be-
lange des Kinder- und Ehegattenunterhalts. Die zweitinstanzlichen Verfahrens-
kosten sind daher entsprechend dem Verfahrensausgang betreffend Unterhalts-
streit zu verteilen (Art. 106 Abs. 2 ZPO).
Die Vorinstanz sprach der Beklagten und den Kindern für den Zeitraum
1. Dezember 2018 bis 30. September 2020 (Phase 1) Unterhaltsbeiträge von ge-
samthaft Fr. 86'790.– ([Fr. 1'285.– + Fr. 2'660.–] x 22 Monate) zu; für die Zeit-
spanne vom 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 2022 (Phase 2) solche von gesamthaft
Fr. 246'970.– ([Fr. 1'835.– + Fr. 6'450.– + Fr. 2'750] x 1 Monat + [Fr. 1'835.– +
Fr. 6'650.– + Fr. 2'750.–] x 21 Monate) sowie für die Zeit ab 1. August 2022 (Pha-
se 3) bei einer angenommenen Gültigkeitsdauer der vorsorglichen Massnahmen
bis 31. Juli 2024 solche von gesamthaft Fr. 239'040.– ([Fr. 1'835.– + Fr. 5'375.– +
Fr. 2'750.–] x 24 Monate; vgl. zum Ganzen Urk. 2 Dispositiv-Ziffern 2 und 3
S. 45 f.). Für den Gesamtzeitraum 1. Dezember 2018 bis 31. Juli 2024 verlangt
der Kläger mit seiner Berufung die Verpflichtung zur Leistung von  von insgesamt Fr. 235'830.– (Phase 1: Fr. 86'790.– [wie Vorinstanz];  2 und 3: Fr. 1'620.– x 2 Kinder x 46 Monate, vgl. Urk. 1 S. 2). Die Beklagte verlangt im Berufungsverfahren – ausgehend von derselben Zeitspanne – die Zu-
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sprechung eines Gesamtbetrages von Fr. 749'900.– (Phase 1: [Fr. 2'585.– + Fr. 4'160.– + Fr. 5'250.–] x 22 Monate = Fr. 263'890.–; Phase 2: Fr. 246'970.–
[wie Vorinstanz]; Phase 3: Fr. 239'040.– [wie Vorinstanz]; vgl. Urk. 12 S. 1 f.). Mit
vorliegendem Urteil zugesprochen werden Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 376'960.– (Phase 1: Fr. 4'520.– x 22 Monate = Fr. 99'440.–; Phase 2: Fr. 6'260.– x 22 Monate = Fr. 137'720.–; Phase 3: Fr. 5'825.– x 24 Monate =
Fr. 139'800; vgl. oben Ziff. III.7). Damit obsiegt der Kläger im Berufungsverfahren
zu rund drei Vierteln. Auch die vom Kläger geltend gemachten bereits geleisteten
(Unterhalts-)Zahlungen konnten überwiegend berücksichtigt werden. Im Verhält-
nis zur Unterhaltsberechnung fiel der diesbezügliche Aufwand allerdings nicht
massgeblich ins Gewicht. Insgesamt erscheint es angemessen, die Kosten des
Berufungsverfahrens dem Kläger zu einem Viertel (d.h. im Betrag von Fr. 2'125.–)
und der Beklagten zu drei Vierteln (d.h. im Betrag von Fr. 6'375.–) aufzuerlegen.
3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden mit dem vom
Kläger geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'500.– verrechnet; der Fehlbetrag
von Fr. 4'000.– ist von der Beklagten nachzufordern (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Die
Beklagte ist zu verpflichten, dem Kläger den geleisteten Vorschuss im Umfang
von Fr. 2'375.– zu ersetzen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).
4. Ausgangsgemäss ist die Beklagte zudem zu verpflichten, dem Kläger
für das Berufungsverfahren eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zu
bezahlen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Die volle Parteientschädigung für das Beru-
fungsverfahren ist in Anwendung von § 13 i.V.m. § 5, § 6 Abs. 1, § 9 und § 11
Abs. 1 und Abs. 2 der Anwaltsgebührenverordnung des Obergerichts vom
8. September 2010 (AnwGebV) auf Fr. 8'616.– (Fr. 8'000.– zuzüglich 7.7%
MwSt.) festzusetzen. Entsprechend ist die von der Beklagten zu leistende Partei-
entschädigung auf Fr. 4'308.– zu beziffern.
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