# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b2a7e376-cbf5-4fa1-93a8-af5fd44968c1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965
geborene
X._
bezog ab dem 1. März 2002 eine ganze Rente
der Invalidenversicherung
(Urk. 10/18 und Urk. 10/20/5
-6
)
, welche am 1.
Februar 2006 revisionsweise bestätigt wurde
(Urk. 10/31)
.
Im Rahmen eines im Jahr 2009 von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 10/32) liess die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Versicherte polydisziplinär begutachten (Urk. 10/39
-41
). Die
Y._
erstattete das Gutachten am 27. Oktober 2009 (Urk. 10/42)
und ergänzte es
am 24. Februar 2010 (Urk. 10/45)
sowie am 27. Mai 2011 (Urk. 10/93)
.
In der Folge hob die
IV-Stelle die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 6. Juni 2011
wieder
-
erwä
gungsweise
auf (Urk. 10/95). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde beim hiesigen Gericht
(Prozess-Nr. IV.2011.00734)
wurde mit Urteil vom 27. August 2012 abgewiesen (Urk. 10/102).
Das Bundesgericht bestätigte diesen
Entscheid mit Urteil
8C_862/2012
vom 6. März 2013 (Urk. 10/107).
1.2
Am 17. April 2015 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der
IV-Stelle unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustand
es (Rückenschmerzen, Depressionen, Asthma) erneut zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an
(Urk. 10/115
f.
).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfah
ren
(Vorbescheid vom
13. Mai 2015 [Urk. 10/122]
;
Einwand vom 11. Juni 2015 [Urk. 10/123]) trat die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
17. Juli 2015
auf das neue Le
istungsbegehren nicht ein (Urk. 2 [= Urk. 10/126]
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 31. August 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und die
Beschwer
degegnerin
sei zu verpflichten, auf das Neuanmeldungsgesuch einzu
treten (Urk. 1). Mit Beschwerdeant
wort vom 14. Oktober 2015 (Urk. 9) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführe
rin mi
t Verfügung vom 16. Oktober 2015
angezeigt wurde (Urk. 11). Mit Ein
gabe vom 29. März 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von
Dr.
med. Z._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
vom 5. Februar 2016 zu den Akten (Urk.
12 und Urk. 13)
.
Das Gericht
zie

## Considerations

ht in Erwägung:
1.
1.1
Nach vorangegangener Verweigerung einer Rente der Invalidenversicherung wird
eine neue Anmeldung zum Leistungsbezug nur geprüft, wenn glaubhaft ge
macht
worden ist, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Dies gilt auch für
Neuanmel
dungen
nach einer rückwirkend befristet zugesprochenen Rente (BGE 133 V 263) oder nach einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor ausgerichteten unbefristeten Rente
(vgl. etwa Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kan
tons Zürich IV.2004.00234
vom 21. Juni 2005 E. 2 und IV.2006.00491 vom 18. Dezember 2007
E. 1.4). Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vor
angegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wie
der mit gleich
lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Verän
derung des Sach
verhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 114 E. 2a, 109 V 264 E. 3). Die Verwaltung entscheidet somit zunächst nur, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so kann sie das
Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten erledi
gen. Dabei wird sie
unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaft
ma
chung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 67 ff. E. 5.2, 130 V 72 E. 2.2 mit Hin
weisen). Da der Ver
wal
tung insofern ein gewisser Beurteilungsspielraum zu
steht, der grundsätzlich
zu respektieren ist, überprüft das Gericht d
ie
Eintre
tensfrage
nur dann, wenn das
Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Ver
waltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Be
schwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurteilung der
Eintre
tens
frage
, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung eingetreten ist (BGE 109 V 114 E. 2b).
1.2
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neu
anmeldung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach der Versi
che
rungsträger von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Be
weis
mittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht wür
den oder
von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine ange
messene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Mass
nahme
setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbin
den, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 E. 5.2.5).
1.3
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Ge
richt ausschliesslich zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu
Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Ent
scheid
in der Sache hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation al
lein den for
mellen Gesichtspunkt des vorinstanzlichen Nichteintretens zum Ge
genstand. Mit den materiellen Anträgen hat sich das Gericht dagegen nicht zu befassen (BGE 121 V 159 E. 2b, 116 V 266 E. 2a, SVR 1997 UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2.1
Mit
Nichteintretensv
erfügung
vom
17. Juli 2015
stellte die Beschwerdegegnerin
fest,
die Beschwerdeführerin habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor
(Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 31. August 2015 ein, sie habe einen Bericht des
A._
vom 23. März 2015 eingereicht, in welchem ihr eine massive Verschlechterung des psychi
schen Gesundheitszustandes attestiert
worden sei
. Sie leide an einer schweren Depression, welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe. Im
Vorbe
scheidverfahren
habe sie der Beschwerdegegnerin durch ihre Rechtsvertreterin mitteilen lassen, dass sie sich seit dem 5. Juni 2015 stationär für mindestens einen Monat in der
B._
aufhalte, was die Einschätzung der
Ärzte des
A._
bestätige. Die
Nichteintretensver
fügung
der Beschwerdegegnerin sei jedoch ergangen, bevor es ihr möglich gewesen sei, den Austrittsbericht der
B._
einzureichen (Urk. 1 S. 3 f.).
Die Beschwerdegegnerin hätte ihr in Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG eine angemessene Frist zur Einreichung des Austrittsberichts ansetzen müssen. Zudem habe die Beschwerdegegnerin auch im Hinblick auf die neue Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil vom 3. Juni 2015; 9C_492/2014) auf die Neuanmeldung einzutreten, da gemäss der neuen Rechtsprechung das tat
sächliche individuelle Leistungsvermögen jeder Person „ergebnisoffen“ bewertet werden müsse (Urk. 1 S. 5).
3.
3.1
3.1.1
Das hiesige Gericht stützte sich in seinem Urteil vom 27. August 2012 auf die Beurteilung der Gutachter des
Y._
(Urk. 10/102/15)
:
Im orthopädischen Teil des Gutachtens
des
Y._
vom 2
3.
September 2009
habe der begutachtende Orthopäde
keine Diagnos
en mit Relevanz für die Arbeits
fähigkeit
gestellt
. Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
habe
er ein subjektiv anhaltendes schmerzhaftes
lumbovertebrales
und
lumbosp
on
dyloge
nes
Schmerzsyndrom
diagnostiziert
bei/mit einem Status nach
Spondylodese
L5/S1 bei vorbestehender instabiler
Spondylolisthesis
Meyerding
I (Operation am 1
4.
Februar 2002) sowie einer rumpfmuskulären
Dysbalance
zu Lasten der defizi
tären Bauchmuskulatur und einer
verkürzten
Iliopsoasmuskulatur
.
Aus rein orthopädisch-morphologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der Lage, rückenadaptierte leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
zu 100 % auszu
üben
(Urk. 10/102/12)
.
Im neurologischen Teil des Gutachtens vom
2.
Oktober 2009 habe der begut
achtende Neurologie ebenfalls lediglich Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert, namentlich ein oberes Halswirbelsäulen(HWS)-Syndrom links mit rezidivierender
Zervikozephalgie
links, eine episodische Migräne (teilweise mit
ophtalmischer
Aura), eine chronische Lumbalgie ohne neurologische Defizite, eine zeitweilig
myofaszial
induzierte Parästhesie der Hände (klinisch kein Hinw
ei
s für ein Carpaltunnelsyndrom, CTS) und eine Stressinkontinenz Grad II. Zusammengefasst biete sich – ohne konkrete neuro
logische, für die Arbeitsfähigkeit relevante Diagnose – eine vollumfänglich zumutbare Arbeitsfähigkeit sowohl im früheren Tätigkeitsbereich wie auch für Verweistätigkeiten (Urk. 10/102/12 f.).
Im psychiatrischen Hauptgutachten vom 2
7.
Oktober 2009
hätten
die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F 33.0) und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) auf
geführt
. Die Beschwerdeführerin habe zuletzt als Zimmermädchen und Raumpflegerin in einem Hotel gearbeitet. Sofern es sich dabei um leichte bis mittelschwere, rückenadaptierte Tätigkeiten handle, könne sie diese aus ihrer Sicht
vollschich
tig
, d.h. 8,5 Stunden arbeitstäglich verrichten. Mit der depressiven Episode und der anhaltenden Schmerzsymptomatik gehe jedoch eine Minderung der Leis
tungsfähigkeit um 20
%
einher. Somit bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
.
In der zusammenfassenden Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit hätten
die Gutach
ter an
gegeben
, dass die Beschwerdeführerin jede rückenadaptierte leichte
bis mittelschwere Tätigkeit
verrichten könne. Zu meiden seien Tätigkei
ten in Zwangshaltungen, d.h. solche, die langfristig nur sitzend
oder stehen
d verrichtet
werden könnten
(Limit ca. 30 Minuten). Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 15 kg limitiert. Auch seien Tätigkeiten mit repetitiven
Bewe
gungsanforderungen
an die Lendenwirbelsäule und an den Rumpf zu meiden. Die Beschwerdeführerin könne lediglich Tätigkeit
en mit ein
fachen geistigen und psychischen Anforderungen verrichten; Nachtarbeitsbedingungen und beson
derer Zeitdruck seien zu vermeiden. Solche adaptierten Tätigkeiten könne sie 8,5 Stunden arbeitstägli
ch verrichten, wobei eine Minde
rung der Leistungsfä
higkeit um 20
%
aufgrund der psychischen Erkrankung und der anhaltenden Schmerzsymptomatik zu ber
ücksichtigen sei. In einer ange
passten Tätigkeit bestehe somit eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenor
dnung von 80
%
.
Auf Nachfrage hin erläut
erten die
Y._
-Gutachter am 24. Februar 2010,
dass sich eine EFL erübrigt habe
, da aus orthopädischer und neu
rologischer Sicht keine Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in den bisherigen Tätigkeiten zu stellen seien; das Belastungsprofil sei anhand der klinischen Untersuchung zur Präzisierung für all
fällige Verweistätigkeiten fest
gehalten. Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf das Ausmass von 80
% sei alleinig durch das psychiatrische Fachgebiet begründet. Insgesamt könne die 80%ige Arbeitsfähigkeit erst ab Gutachteners
tellung verlässlich benannt wer
den, rückblickend sei
dies nicht möglich (Urk. 10/102/13
).
3.1.2
Das Bundesgericht gelangte in seinem Urteil 8C_862/2012 vom 6. März 2013 zum Schluss, das hiesige Gericht habe sein
Ermess
en nicht überschritten, wenn es auf den Sachverhalt abgestellt habe
, wie er sich aus dem Gutachten des
Y._
vom 2
7.
Oktober 2009 ergebe
. In Anbetracht der hohen Anforderungen der Rechtsprechung an die invalidisierende Wirkung von
Schmerzverarbei
tungsstörungen
(BGE 137 V
64 E. 4.3 S. 69 mit Hinweis) sei
es nicht zu bean
standen, wenn Verwaltung und
Gericht
insgesamt von verbesserten gesundheit
li
chen Verhältnissen und einer 80
%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher
rücken
adaptierten
leichten
bis mittleren Tätigkeit ausgegangen seien (Urk. 10/107/7)
.
3.2
3.2.1
Zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse seit Renteneinstellung liess die Beschwerdeführer
in
einen Bericht des
C._
vom 20. Januar 2015 (Urk. 10/114/5-10
= Urk. 3/4
) sowie des
A._
vom 23. März 2015 (Urk. 10/114/1-4
= Urk. 3/3
) auflegen.
3.2.2
Im Bericht des
C._
vom 20. Januar 2015 wur
den die folgenden Diagnosen
aufgeführt (Urk. 10/114/6):
Schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2)
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei anhalten
der psychosozialer Belastung
Migräne (ICD-10 G43)
Adipositas (ICD-10 E66.0 BMI= 34)
Emesis
unbekannter Genese täglich mehrmals
Status nach 2 Suizidversuchen 1999, 2009 (ICD-10 X79 und X61)
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts mit/bei
Verdacht auf AC-Gelenksdysfunktion (
Dr.
med.
Z._
23.05.10)
L
WS
-Schmerzen mit/bei
Status nach
Spondylolisthesis
L5/S1
Status nach
transpedi
kulärer
dorso
-lateraler
Spondylodese
L5/S1 14.02.02 (
D._
19.12.02)
Leichtgradige
Faszi
itis
plantaris
beidseits linksbetont (
Dr.
med.
Z._
23.05.10)
Schmerzen Knie links (
Dr.
med.
Z._
23.05.10)
Asthma bronchiale (
E._
11.04.11)
Stressinkontinenz II. Grades und Nykturie (
Dg
. 2004), Status nach
Adnexektomie
rechts ca. 1993 KWS (wohl KSW) (
Dr.
med.
F._
25.03.09)
Die Ärzte
des
C._
attestierten der Beschwer
deführerin
sodann
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit
seit 2001 bis aktuell
, sow
ohl aus somatischer als auch
psychiatrischer Sicht und sowohl für die bis
herige als auch eine angepasste Tätigkeit (Urk. 10/114/10).
3.2.3
Im Bericht des
A._
(Hauptsitz;
beim
A._
[E. 3.2.2
] handelt es sich um die Filiale in Zürich)
vom 23. März 2015
wurden die berei
ts bekannten Diagnosen (E. 3.2.2
) wieder
holt (Urk. 10/114/3).
Weiter
wurde ausgeführt
(Urk. 10/114/2
f.
)
,
die psychiat
rische Situation habe sich seit dem 27. Oktober 2009 verschlechtert. Im Rahmen der stationären Behandlung über 5 Wochen im
E._
im Jahre 2011 habe sich der Zustand verbessert;
h
ingegen habe sich bei der Rückkehr nach Hause mit Gedankenkreisen um den kranken Ehemann ein deutliches Rezidiv ergeben, was die Depression heute auf ein erneut schweres Niveau verstärke. D
ie Symptome der Beschwerdeführerin im Jahr 2015
sähen wie folgt aus: Sie beklag
e, seit 2000 unter Schmerzen an der LWS zu leiden.
Eine LWS-Operation sei circa im Jahr 2002 erfolgt, seither sei keine Verbesserung des Zustandes eingetreten. Sie habe Schmerzen in beiden Schultern, sei vergesslich, ziehe sich
zurück, sei antriebslos, habe Gedankenkreisen und Sinnlosigkeitsgedanken, Schlafstörun
gen (medikamentös besser) und eine Appetitzunahme (Gewichtszunahme von 20 kg auf heute 88 kg bei 160 cm).
Die Ärzte des
A._
attestierten der Beschwerdeführerin
ebenfalls
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 1. Januar 2001 bis heute.
4.
4.1
Die im Neuanmeldungsverfahren aufgelegten medizinischen Unterlagen enthal
ten keine Hinweise auf eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der
Rentenaufhebung
im Jahr
201
1.
In psychiatrischer Hinsicht
stehen nach wie vor (vgl. das psychiatrische Hauptgutachten des
Y._
vom 27. Oktober 2009 Urk. 10/42/16 [„Es gelingt der Versicherten offenkundig nicht, die vielfältigen psychosozialen Belastungsfaktoren adäquat zu verarbeiten, ...“])
noch immer
psy
chosoziale Faktoren im Vordergrund, was sich bereits aus der
in den neu aufge
legten Berichten
gestellten (E. 3.2.2 und E. 3.2.3)
Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung bei anhaltender psychosozialer Belastung
ergibt. Die Ärzte des
C._
nahmen
in ihrem Bericht vom 20. Januar 2015
ferner
keine Stellung zum von ihnen selbst
erhobe
-
nen
Medika
mentenspiegel,
gemäss welchem
bei sämtlichen Medikamenten – mit Aus
nahme des Schmerzmedikaments
Dafalgan
– eine unterhalb des
Referenz
-
wertes
liegende Blutkonzentration
ausgewiesen wurde
:
Metamizol
(
Novalgin
)
< 0.5
mcg
/ml (
Ref
. 1.0-12.0),
Duloxetin
(
Cymbalta
) 9.26
nmol
/l (
Ref
. 50-500),
Tra
zodon
(
Trittico
) 0.39
mcmol
/l (
Ref
. 1.88-2.69), m-CPP 0.01
mcmol
/l (
Ref
. 0.02-0.25), Paracetamol (
Dafalgan
) 73
mcmol
/l (
Ref
. 33-166). In diesem Sinne erweist sich die Diagnose einer schweren depressiven Episode als
fraglich
, da nicht davon ausgegangen werden kann, diese sei bei
genügender
Einnahme der Antidepres
siva nicht behandelbar. Was die geltend gemachte Verschlechterung aus orthopä
discher Sicht (vgl. Urk. 10/115/1) anbelangt,
so ergibt sich aus den neu aufgeleg
ten Berichten ebenfalls keine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse. Im Bericht des
C._
vom 20. Januar 2015 wurde festgehalten, die frühere Arbeit als Zimmermädchen könne der Beschwerdeführe
rin bereits aufgrund der Rückenoperation nicht mehr zugemutet werden. Da das fraglich operierte Segment eindeutig stabil sei und das Nachbarsegment 13 Jahre nach der Operation klinisch Überlastungserscheinungen zeige, komme auch eine gut angepasste Arbeit in der Integrationsphase aus rein orthopädischer Sicht nur halbtags in Frage (Urk. 10/114/10). Die besagte Rückenoperation wurde allerdings bereits im Jahr 2002 durchgeführt und von den Gutachtern des
Y._
in ihre Beurteilung miteinbezogen. So führte der orthopädische Gutachter aus, weder der
Umfang noch die Intensität der geklagten Rückenschmerzen seien hinreichend nachvollziehbar. Die am 14. Februar 2002 durchgeführte operative
Spondylodese
habe der Beseitigung einer instabilen
Listhesis
L5/S1 und damit morphologisch nachvollziehbarer Beschwerden gedient. Eine hinreichende somatische Erklärung für das nach erfolgreicher
Spondylodese
dennoch langwierig persistierende Schmerzsyndrom sei rein orthopädisch derzeit nicht auszumachen (Urk. 10/42/31).
Dem Bericht des
C._
vom 20. Januar 2015 fehlt aus orthopädischer Sicht
hingegen
eine nachvollziehbare Beurteilung des Befunds. Es liegt daher lediglich eine andere Beurteilung dessel
ben Sachverhalts vor. Ferner ist h
insichtlich der
Beurteilung der Ärzte
des
C._
und
A._
in den genannten Berichten darauf hinzuweisen,
dass sie sich hauptsächlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abstützten und
dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Schliesslich kann vor dem Hintergrund, dass die Ärzte der
A._
und
C._
von einer seit 2001 andau
ernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgingen,
eine relevante
Verschlech
terung des Gesundheitszustandes
ohnehin nicht glaubhaft dargetan werden.
4.2
Wie bereits ausgeführt (E. 1.2) spielt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, im Neuanmeldungsverfahren nicht.
Entsprechend erweist sich der Einwand der Vertreterin der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin hätte ihr in Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG eine angemessene Frist zur Einreichung des Austrittsberichts der
B._
ansetzen müssen
, als unbegründet.
In der Neuanmeldung vom 16. April 2015 erfolgte kein Hinweis auf noch ausstehende Arztberichte. Die Beschwerde
führerin begab sich denn auch erst nach Erlass des Vorbescheids (13. Mai 2015
, Urk. 10/122
) in die
B._
(ab 5. Juni 2015).
Der entsprechende Hinweis
auf den Klinikeintritt
erfolgte somit erst im
Vorbescheidverfahren
(Einwand vom 11. Juni 2015, Urk. 1
0/123)
und erwies sich damit als zur Glaub
haftmachung einer Veränderung des Gesundheitszustandes als untauglich.
Davon abgesehen würde sich am Ergebnis
selbst dann
nichts ändern, wenn der Bericht der
B._
vom 1. Juli (2015)
noch eingeholt worden wäre (Urk. 3/5): Zum einen wurde von den Ärzten der
B._
kein neuer Medikamentenspiegel der
obgenannten
Psychopharmaka erhoben, womit unklar blieb, ob die Beschwerdeführerin diese in der Zwischenzeit regel
mässig in
d
er erforderlichen Dosierung eingenommen hatte. Zum anderen stand weiterhin eine psychosoziale Bela
stungssituation im Vordergrund. Der Beschwerdeführerin war es sogar möglich einzusehen, dass ohne Veränderung ihrer häuslichen Situation
keine wesentliche Verbesserung der psychischen Verfassung zu erwarten sei. Vor
dem Aufenthaltsende
konnte
dann aber
eine Verbesserung des depressiven Erlebens beobachtet werden
, und die Beschwer
deführerin zeigte sich hocherfreut über das Angebot des älteren Sohnes, der gesamten Familie per 9. Juli 2015 einen circa 4-wöchigen Ferienaufenthalt im Heimatdorf der Beschwerdeführerin in der
G._
zu finanzieren (Urk. 3/5 S. 2). Der Beschwerdeführerin wurde von den Ärzten der
B._
schliesslich
nur
für die Dauer des Klinikaufenthaltes eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit attestiert (Urk. 3/5 S. 3).
Der erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 5. Februar 2016 (Urk. 13) erweist sich ebenfalls als verspätet
eingereicht
und damit zur Glaubhaftmachung einer Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
als
untauglich; im Übrigen wurde im besagten Bericht weder von einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes berichtet, noch enthält er Angaben über die Arbeitsfähigkeit.
4.3
Sodann
zielt das Vorbringen
der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin hätte nach der mit Urteil vom 3. Juni 2015 neu ergange
nen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den
somatoformen
Schmerzstörun
gen
(BGE 141 V 281 [9C_492/2014]) ohne Weiteres auf die Neuanmeldung ein
treten müssen (Urk. 1 S. 5),
ins Leere. Das besagte Urteil bietet
weder
Anlass, auf rechtskräftig gewo
rdene Entscheide zurückzukommen, noch führt es zu einer Herabsetzung der Anforderungen an die Glaubhaftmachung einer Verän
derung der tatsächlichen Verhältnisse im Neuanmeldungsverfahren.
4.4
Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemachter Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).