# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57398633-2b82-4813-83e5-d56b64b9e66b
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geb. 1970) ist türkischer Staatsbürger kurdischer Abstammung und Alewite. In
Deutschland, wo zwei Asylgesuche (1988 und 1993) und ein Gesuch um Erlangung
einer Aufenthaltserlaubnis zur Familienzusammenführung (1994) erfolglos blieben,
wurde er zu Geldstrafen von 90 Tagessätzen (1995 wegen Körperverletzung), von 40
Tagessätzen (1996 wegen Sachbeschädigung und Nötigung) und von 30 Tagessätzen
(1997 wegen Gebrauchs eines ungesicherten Kraftfahrzeugs und Steuerverkürzung) zu
jeweils je DM 50 sowie zu Freiheitsstrafen von vier Jahren (1998 wegen
Betäubungsmittelhandels) und einem Jahr (2000 wegen unerlaubten Waffenbesitzes)
verurteilt. Nach der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug wurde er am 15.
Dezember 2000 in die Türkei abgeschoben. Trotz Einreiseverbots kehrte er 2002 nach
Deutschland zurück. Nachdem er am 1. November 2002 versucht hatte, mit
gefälschten spanischen Dokumenten auszureisen, wurde er am 15. April 2003 wegen
Vergehens gegen das Ausländergesetz, Urkundendelikten und Fahrens ohne
Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je € 20 verurteilt. Nach der
Verbüssung der restlichen Freiheitsstrafe wurde er am 5. August 2004 erneut in die
Türkei abgeschoben.
B./ Seit 2005 hielt sich X.Y. wiederholt illegal in der Schweiz auf. Am 13. November
2005 wies er sich gegenüber der Polizei in Zürich mit einer auf eine andere Person
ausgestellten deutschen Fahrerlaubnis aus. Er heiratete am 27. Juli 2006 in der Türkei
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A.Y. (geb. 1978), welche 1995 zu ihrem ersten Ehemann – von dem sie 2005 in der
Türkei geschieden wurde - in die Schweiz gezogen und hier zunächst
aufenthaltsberechtigt war und seit 18. Mai 2012 niederlassungsberechtigt ist. X.Y. und
A.Y. sind die Eltern von K. (geb. 24. Mai 2007), die ebenfalls in der Schweiz
niederlassungsberechtigt ist. Nach einem Verkehrsunfall wies sich X.Y. am 22. August
2008 mit fremden Dokumenten aus. Einer mit einer Ausreisefrist bis 10. März 2010
angeordneten Wegweisung folgte er nicht. Vielmehr ersuchte seine Ehefrau für ihn am
9. März 2010 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug. Nachdem
X.Y. am 20. Juli 2010 erneut festgenommen worden war, stellte er vergeblich ein
Asylgesuch. Am 29. Oktober 2010 wurde er in die Türkei ausgeschafft. Anlässlich eines
Grenzübertritts von Österreich nach Deutschland gab X.Y. am 20. April 2011 falsche
Personalien an. Er wurde wegen unerlaubter Einreise nach Abschiebung und
unerlaubten Aufenthalts zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je € 10 verurteilt
und nach Österreich abgeschoben.
Das Migrationsamt St. Gallen wies am 27. Juni 2011 das Familiennachzugsgesuch ab.
X.Y. wurde am 27. November 2012 wegen falscher Anschuldigung, fahrlässiger
schwerer Körperverletzung, Urkundenfälschung, Fälschung von Ausweisen,
mehrfacher Widerhandlung gegen das Ausländerrecht und gewerbsmässiger
Widerhandlung gegen das Lotteriegesetz sowie mehrfacher
strassenverkehrsrechtlicher Übertretungen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten –
bedingt erlassen bei einer Probezeit von vier Jahren – und einer Busse von CHF 2'000
verurteilt, wobei die kantonale Berufungsinstanz die Freiheitsstrafe auf Berufung der
Staatsanwaltschaft hin mit Urteil vom 10. Oktober 2013 auf 30 Monate erhöhte. Beim
Versuch, am 23. Dezember 2012 nach Deutschland auszureisen, wies sich X.Y. mit
einer fremden deutschen Fahrerlaubnis aus. Aus der Untersuchungshaft stellte er
wiederum erfolglos ein Asylgesuch. Die vom Bundesamt für Migration verfügte
Wegweisung hob das Bundesverwaltungsgericht indessen aufgrund des hängigen
Gesuchs um Familiennachzug am 2. Mai 2013 auf.
Im Rekursverfahren, welches X.Y. gegen die Abweisung des Gesuchs um
Familiennachzug einleitete, beantragte er am 8. Mai 2013, es sei ihm zu erlauben, den
Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten und eine Erwerbstätigkeit
auszuüben. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies am 5. August 2013 den
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Rekurs ab, soweit es darauf eintrat. Die Gesuche um Erlass vorsorglicher Massnahmen
wurden abgeschrieben. Die Entscheidgebühr von CHF 1'000 wurde X.Y. und A.Y.
auferlegt und ihr Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten abgewiesen.
C./ Mit Eingaben vom 15. August 2013 und Ergänzung ihres Rechtsvertreters vom 13.
September 2013 erhoben X.Y. und A.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) gegen den
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (nachfolgend Vorinstanz)
vom 5. August 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Begehren, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und
dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Die Vorinstanz
beantragte am 18. September 2013 unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid
und die Akten die Abweisung der Beschwerde.
Der Präsident des Verwaltungsgerichts wies die Gesuche der Beschwerdeführer um
Gewährung des prozeduralen Aufenthalts und der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 26. September 2013 ab. Die dagegen erhobenen
Beschwerden wies das Bundesgericht am 4. Februar 2014 ab, soweit es auf sie eintrat
(2C_1001/2013).
Am 2. Dezember 2013 wandte sich die Beschwerdeführerin in einem persönlichen
Schreiben an das Gericht. Der Rechtsvertreter reichte am 17. Februar 2014 das im Jahr
1998 gegen den Beschwerdeführer ergangene deutsche Strafurteil zu den Akten.
Entsprechend der ihm vom Migrationsamt angesetzten Frist zur Ausreise verliess der
Beschwerdeführer die Schweiz am 13. März 2014.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sowohl
der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau, die ebenfalls Adressatin des
angefochtenen Entscheides ist und einen eigenen Anspruch auf die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung für ihren Ehemann im Rahmen des Familiennachzugs geltend
machen kann (vgl. BGer 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E. 1.3), sind zur
Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
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Eingaben vom 15. August 2013 sind rechtzeitig eingereicht worden und erfüllen
zusammen mit der Ergänzung des Rechtsvertreters vom 13. September 2013 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
deshalb einzutreten.
2. Umstritten ist, ob dem Beschwerdeführer der Aufenthalt in der Schweiz zum Verbleib
bei seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter, die beide in der Schweiz
niederlassungsberechtigt sind, zu bewilligen ist.
2.1. Gemäss Art. 43 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR
142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn
sie mit diesen zusammenwohnen. Der Anspruch erlischt gemäss Art. 51 Abs. 2 AuG,
wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 vorliegen.
2.1.1. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde
Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn gegenüber dem Ausländer eine
Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1).
Ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine
Rolle (vgl. BGer 2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis).
Die Bewilligung kann sodann gemäss Art. 62 Ingress und lit. c AuG widerrufen werden,
wenn der Ausländer erheblich oder wiederholt gegen die Sicherheit und Ordnung in der
Schweiz oder im Ausland verstossen hat. Dies ist gemäss Art. 80 Abs. 1 Ingress und lit.
a der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201,
abgekürzt VZAE) namentlich bei erheblicher oder wiederholter Missachtung von
gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen gegeben. Art. 62 Ingress und
lit. c AuG kann auch dann erfüllt sein, wenn die einzelnen Handlungen für sich allein
noch keinen Widerruf rechtfertigen, deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist,
dass die betreffende Person nicht bereit ist, sich an die geltende Ordnung zu halten.
Das Interesse an der Verhütung weiterer Straftaten ist dabei ebenfalls zu
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berücksichtigen (Art. 80 Abs. 2 VZAE; vgl. BGer 2C_161/2013 vom 3. September 2013
E. 2.4.1 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 139 I 16 E. 2.1; 137 II 297 E. 3.3).
2.1.2. Der Beschwerdeführer wurde 1998 in Deutschland wegen
Betäubungsmittelhandels (100 Gramm Kokain und sieben Kilogramm Heroin) zu einer
Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Da bei der Anwendung von Art. 62 Ingress und
lit. b AuG auch im Ausland verhängte Strafen von Bedeutung sind (vgl. BGer
2C_1116/2012 vom 20. Juni 2013 E. 2.4; 2C_220/2012 vom 5. September 2012 E. 2.1;
2C_756/2011 vom 23. September 2011 E. 2.2.1; BGE 134 II 25 E. 4.3.1), die
Verurteilung wegen eines in der Schweiz gleichermassen strafbaren Verbrechens (vgl.
Art. 19 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die
psychotropen Stoffe; Betäubungsmittelgesetz, SR 812.121, abgekürzt BetmG) erfolgte
und der Schuldspurch nicht in einem Staat erging, in welchem die Beachtung der
grundlegenden rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze und Verteidigungsrechte im
Strafprozess nicht als garantiert erscheint (vgl. BGer 2C_136/2012 vom 17. April 2012
E. 3.4 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung), liegen keine Gründe vor, das Urteil
nicht zu berücksichtigen. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. b AuG ist
dementsprechend erfüllt.
Im Jahr 2012 wurde der Beschwerdeführer wegen schwerer fahrlässiger
Körperverletzung, falscher Anschuldigung und verschiedener Urkundendelikte zu einer
Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Der Entscheid des Zürcher Obergerichts vom
10. Oktober 2013 ist zwar möglicherweise noch nicht rechtskräftig (vgl. BGer
2C_1001/2013 vom 4. Februar 2014 E. 1.6 und 2.3.1, wonach "zurzeit" auch in der
Schweiz ein Strafverfahren laufe). Der Beschwerdeführer legt allerdings nicht dar, ob
und in welcher Hinsicht er das Urteil der kantonalen Berufungsinstanz beanstandet und
welche Strafe – gegen das erstinstanzliche Urteil, das auf 18 Monate lautete, ergriff er
kein eigenständiges Rechtsmittel - er als angemessen betrachtet. Ob unter diesen
konkreten Umständen auch das Urteil vom 10. Oktober 2013 den Widerrufsgrund von
Art. 62 Ingress und lit. b AuG erfüllt, kann indessen offen bleiben. Das der Verurteilung
zugrunde liegende und grundsätzlich unbestrittene – der Beschwerdeführer macht in
der Beschwerde verschuldensmindernd unter anderem sein Geständnis geltend -
Verhalten ist geeignet, zusammen mit seiner übrigen wiederholten und erheblichen
Straffälligkeit den Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. c AuG zu erfüllen.
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2.2. Art. 62 Ingress AuG ist als "Kann-"Bestimmung formuliert und räumt der
zuständigen Behörde einen gewissen Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist
dementsprechend die Verhältnismässigkeit der Massnahme.
2.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in
jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101,
abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK
beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 96
Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und
seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3).
Bei schweren und wiederholten Straftaten, insbesondere bei Gewalt- und
Betäubungsmitteldelikten besteht ein wesentliches öffentliches Interesse an der
Fernhaltung ausländischer Personen (vgl. BGer 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 mit
Hinweis auf BGE 122 II 433 E. 2c und 130 II 176 E. 4.4.2). Neben dem strafrechtlichen
Verschulden sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die
Straftat verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder
mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Aus
ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je
schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. Dabei darf bei
ausländischen Personen, die nicht unter das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen
der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit (SR
0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung auch generalpräventiven
Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni
2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
2.2.2. Der Verurteilung im Jahr 1998 zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe lag der Handel
mit 100 Gramm Kokain und sieben Kilogramm Heroin zugrunde. Bei der
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Strafzumessung berücksichtigte das Gericht strafschärfend, dass der
Beschwerdeführer mit hochreinem Rauschgift und mit beträchtlichen Mengen des
gefährlichsten Rauschgifts handelte. Zu seinen Gunsten berücksichtigte es sein
Geständnis und die Offenlegung von Tatbeiträgen Dritter sowie den Umstand, dass er
sich aus - zwar von Angst veranlasster - eigener Kraft aus dem kriminellen Täterkreis
löste und die Taten unter Überwachung durch die Polizei und unter Beteiligung
polizeilicher Vertrauenspersonen begangen hatte. Das Verschulden des
Beschwerdeführers bei den im Jahr 1998 beurteilten Taten wiegt unter
Berücksichtigung der Würdigung durch den Strafrichter auch aus ausländerrechtlicher
Sicht schwer.
Der strafrechtlichen Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten durch das
Zürcher Obergericht am 10. Oktober 2013 – der Beschwerdeführer erachtete es
offenbar nicht als angezeigt, dieses Urteil zu den ausländerrechtlichen Akten zu geben
– liegt ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 27. November 2012 zugrunde. Darin,
dass er sich nach einem Verkehrsunfall, der eine schwere Körperverletzung zur Folge
hatte, mit einer auf eine Drittperson ausgestellten Fahrerlaubnis auswies und es
während über eines Jahres zuliess, dass die Behörde gegen eine nicht tatbeteiligte
Person ermittelte und er es wohl zu einer Verurteilung hätte kommen lassen, wenn die
falsche Anschuldigung nicht aufgedeckt worden wäre, kommt nach der Beurteilung
durch den Strafrichter ein erhebliches Mass an krimineller Energie zum Ausdruck. Es
seien einzig egoistische Motive auszumachen. Auch wenn ihm nicht zu unterstellen sei,
er habe es darauf abgesehen, die Drittperson in ein Strafverfahren hineinzuziehen,
habe er doch keineswegs spontan gehandelt, sondern die falschen Papiere gezielt mit
sich geführt. Das Verschulden hinsichtlich der falschen Anschuldigung wiege "nicht
mehr leicht bis erheblich". Bei der Verursachung des Verkehrsunfalls, bei welchem ein
Motorradfahrer erheblich verletzt wurde, wurde das Verschulden – der
Beschwerdeführer hatte versucht, das auf dem Beifahrersitz liegende Mobiltelefon zu
behändigen - als erheblich klassifiziert. Bei der gewerbsmässigen Widerhandlung
gegen das Lotteriegesetz wurde das Verschulden als nicht mehr leicht bezeichnet.
Aus ausländerrechtlicher Sicht fällt weiter ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer
auch neben diesen beiden Verurteilungen mehrfach im Ausland und in der Schweiz
strafrechtlich belangt werden musste. Bei der Wahl seines Aufenthaltsortes kümmert
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ihn zudem kaum, ob er im jeweiligen Land anwesenheitsberechtigt ist oder nicht. Er
trat regelmässig unter falscher Identität auf und wies sich mit gefälschten oder fremden
Identitätspapieren aus. In diesem Zusammenhang kann auf die eingehende
vorinstanzliche Darstellung der Verletzung ausländerrechtlicher und strafrechtlicher
Bestimmungen durch den Beschwerdeführer verwiesen werden (angefochtener
Entscheid, Erwägung 6b/aa und bb). Insgesamt wiegen die öffentlichen Interessen an
der Fernhaltung des Beschwerdeführers schwer.
Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführer nichts zu ändern. Sie machen
geltend, der Beschwerdeführer habe die Straftaten in jugendlichem Alter begangen.
Den in Deutschland beurteilten Betäubungsmittelhandel beging der Beschwerdeführer
im Alter von 27 Jahren. Der Beschwerdeführer war damit dem Jugendalter
entwachsen. Zudem haben ihn die vorgängigen Verurteilungen – Geldstrafen wegen
Körperverletzung sowie wegen Sachbeschädigung und Nötigung – nicht von der
Begehung dieses schweren Deliktes abgehalten. Der Beschwerdeführer wurde aber
auch während seiner späteren – mehrheitlich illegalen – Aufenthalte in der Schweiz
straffällig. Der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten im Jahr 2012 liegen
Delikte zugrunde, welche der Beschwerdeführer bis ins Jahr 2010 – mithin im Alter bis
40 – beging. Das Verschulden des Beschwerdeführers kann damit offenkundig nicht
mit dem Hinweis auf seine Jugendlichkeit in ein milderes Licht gestellt werden.
Ebensowenig kann das Verschulden des Beschwerdeführers mit der Begründung
relativiert werden, mit seinen strafbaren Handlungen habe er nie beabsichtigt, Schaden
anzurichten. Strafbare Handlungen sind regelmässig mit der Verletzung strafrechtlich –
seien sie im individuellen, seien sie im öffentlichen Interesse - geschützter Rechtsgüter
verbunden. Auch der Beschwerdeführer musste sich bewusst sein, dass die Chancen,
eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Beschwerdeführerin und dem
gemeinsamen Kind zu erlangen, ohne beträchtliches strafbares Verhalten besser
gestanden wären. Vielmehr erscheint das Verhalten des Beschwerdeführers, der seit
2006 mit der Beschwerdeführerin verheiratet ist, sich jedoch erst im März 2010 um eine
Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug bemühte, eher darauf ausgelegt, in der
Schweiz eine legale Basis für illegale Aktivitäten zu erlangen. Inwieweit – wie der
Beschwerdeführer geltend macht – sein strafbares Verhalten nicht von krimineller
Energie oder Gewaltpotenzial zeugen sollte, ist schlicht nicht nachvollziehbar.
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2.2.3. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Aufenthalt in der
Schweiz liegen vorab in der familiären Bindung an die Ehefrau und das gemeinsame
Kind, die beide in der Schweiz niederlassungsberechtigt sind. Dieses Interesse wird
indessen in verschiedener Hinsicht relativiert.
Der Beschwerdeführer hat mehrere Jahre, teilweise auch die Zeit als Kind und
Jugendlicher, in der Türkei verbracht. Auch in späteren Jahren lebte er in seinem
Heimatland und ging dort zeitweise auch einer Erwerbstätigkeit nach (angefochtener
Entscheid, Erwägung 6c/aa). Es ist deshalb davon auszugehen, dass er mit den
Verhältnissen in seinem Heimatland vertraut ist. Die Asylbehörden haben die geltend
gemachten Asylgründe nach eingehender Prüfung als unglaubwürdig beurteilt (vgl.
Entscheide des Bundesamtes für Migration vom 18. September 2010 und des
Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Oktober 2010, act. 12/4, Akten des
Migrationsamtes 222-235; Entscheide des Bundesamtes für Migration vom 15. März
2013 und des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. Mai 2013, act. 12/4 nachgereichte
Akten des Migrationsamtes vom 16. Mai 2013 6-32).
Fühlt sich der Beschwerdeführer weder in seinem Heimatland noch in Deutschland
verwurzelt, ist dies auf dem Hintergrund seiner Biografie verständlich. Indessen besteht
eine solche Verwurzelung auch in der Schweiz nicht. Dies zeigt sich insbesondere
darin, dass er sich seit 2006 mehrheitlich nicht bei seiner Ehefrau, sondern an
verschiedenen Orten in Europa und in der Türkei aufhielt. Noch im Jahr 2013 hielt die
Beschwerdeführerin fest, der Beschwerdeführer habe Ende 2012, als er sich in der
Schweiz aufgehalten habe, nicht bei ihr gewohnt, sondern sei bei Kollegen gewesen.
Sie wisse aber nicht, wo. Er sei jeweils für zwei bis drei Stunden zu ihr gekommen und
habe nicht in der Wohnung bleiben wollen (vgl. dazu auch die
Nichtanhandnahmeverfügung des Untersuchungsamts St. Gallen vom 6. Februar 2013,
act. 12-39). Zweimal habe er bei ihr übernachtet (vgl. polizeiliche Befragung der
Beschwerdeführerin vom 18. Januar 2013, act. 12-38).
Die Ehefrau und das gemeinsame Kind verfügen über ein eigenständiges gefestigtes
Anwesenheitsrecht in der Schweiz und sind nicht gezwungen, zusammen mit dem
Beschwerdeführer auszureisen. Die Beschwerdeführerin, die ebenfalls aus der Türkei
stammt, reiste 1995 im Alter von 17 Jahren zu ihrem damaligen Ehemann in die
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Schweiz ein. Die Ehe wurde 2005 geschieden. Der 1996 geborene Sohn ist mittlerweile
Schweizer Bürger. Die Beschwerdeführerin bezieht eine ganze IV-Rente sowie
Ergänzungsleistungen und befindet sich wegen Krankheit bei psychosozialer
Belastungssituation (Verweigerung des Familiennachzugs für den Beschwerdeführer)
und Depressionen in ärztlicher Behandlung. Soweit diese gesundheitlichen
Schwierigkeiten mit einem Zusammenleben mit dem Beschwerdeführer in der
gemeinsamen Heimat nicht überwunden würden, bestehen in der Türkei grundsätzlich
die zur Behandlung solcher psychischer Erkrankungen nötigen medizinischen
Strukturen (vgl. BVerwGer D-3872/2006 vom 19. Oktober 2009 E. 6.5). Die 2007
geborene Tochter aus der Ehe mit dem Beschwerdeführer befindet sich noch in einem
anpassungsfähigen Alter. Sowohl der Beschwerdeführerin als auch der gemeinsamen
Tochter erscheint deshalb eine Ausreise in die Türkei als zumutbar. Da sie indessen mit
der Niederlassungsbewilligung über ein eigenständiges gefestigtes Anwesenheitsrecht
in der Schweiz verfügen, können sie auch in der Schweiz bleiben und die Beziehung
zum Ehemann und Vater mit gegenseitigen Besuchen, über Briefverkehr und mittels
elektronischer Kommunikationsmittel aufrecht erhalten. Auch wenn der
Beschwerdeführerin und der gemeinsamen Tochter eine Ausreise in die gemeinsame
Heimat nicht zumutbar erschiene, ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführer in
einem Zeitpunkt heirateten, in welchem die Beschwerdeführerin in der Schweiz
lediglich aufenthaltsberechtigt war und damit keinen Rechtsanspruch auf Nachzug des
ausländischen Ehegatten hatte (vgl. Art. 44 AuG) und der Beschwerdeführer in
Deutschland und auch in der Schweiz teilweise gravierende Straftaten begangen hatte.
Nach der sogenannten "Reneja-"Praxis des Bundesgerichts kann im Übrigen einem
Ausländer nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer und bei einer Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr in der Regel selbst dann kein Aufenthaltstitel
mehr erteilt werden, wenn einer schweizerischen Ehepartnerin die Ausreise nicht oder
nur schwer zumutbar ist (vgl. BGE 139 I 145 E.3.4-3.9). Unter diesen Umständen
konnte sie nicht davon ausgehen, dass die Ehe in der Schweiz gelebt werden kann.
Zudem stand auch die Lebensführung des Beschwerdeführers – insbesondere die
abwechselnden Aufenthalte in Deutschland, in der Schweiz und in der Türkei - einem
gemeinsamen Familienleben ebenso entgegen wie seine Straffälligkeit, mit welcher er
die Trennung von seiner Familie beziehungsweise die Verweigerung des
Familiennachzugs leichtfertig in Kauf genommen hat.
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2.2.4. Zusammenfassend überwiegen die öffentlichen Interessen an der Fernhaltung
des Beschwerdeführers dessen private Interessen an der Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter
in der Schweiz offensichtlich. Die Beschwerde ist unbegründet. Sie ist deshalb
abzuweisen.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht