# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f09b4252-3b6e-4bd4-a0b5-b08b49d46ad8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 (
Urk.
2) legte die
Sozialversiche
-
rungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Höhe der 1957 ge
borenen
X._
seit 1. Juli 1988 ausgerichteten ganzen Invali
denrente (Verfügung vom 20. Juli 1989,
Urk.
7/30) neu fest (samt Kinderrenten), nachdem sie von deren Scheidung per 20. Dezember 2003 erfahren hatte. Wei
ter ging sie von einer Meldepflichtverletzung aus und forderte (seit August 2008) zu Unrecht ausgerichtete Rentenbeträge in der Höhe von
Fr.
18‘595.-- zurück
, welche sie ab Februar 2014 in Höhe von monatlich
Fr.
300.-- mit der laufenden Rentenausrichtung zur Verrechnung brachte
.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 30. Januar 2014 (
Urk.
1) Beschwerde und ersuchte um Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie Verzicht auf Rück
forderung mit der Begründung, sie sei im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
per 1987 (richtig: 1988) von ihrem ersten Ehemann geschieden gewesen. Die zuge
sprochene Rente sei aufgrund der (zweiten) Heirat im Jahr 1994 weder erhöht noch reduziert worden. Der aktuelle Entscheid sei daher insofern nicht nach
vollziehbar, als dass eine Rente zwar vor und während der Ehe unverändert ge
blieben sei, nach der Scheidung aber reduziert werde. Die Bemessungsgrundlage für die Rente habe sich nicht verändert, da sie ja auch während der Ehe kein Erwerbseinkommen habe generieren können.
Die IV-Stelle beantragte am 8. April 2014 (
Urk.
6) unter Verweis auf die von der Ausgleichskasse FER CIAM verfasste Stellungnahme vom 1. April 2014 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde. Nachdem die Versicherte keine Replik einge
reicht hatte (
Urk.
10-12), wurde der IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Juli 2015 (
Urk.
13) Frist angesetzt, um weitere Akten aufzulegen, welcher Aufforderung sie am 7. September 2015 (
Urk.
15 und
Urk.
16/1-3) nachkam. Die Versicherte hielt hierauf an ihren Anträgen fest, was der Gegenpartei am 6. Oktober 2015 (
Urk.
20) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 37
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) entsprechen die Invalidenrenten den Altersrenten der Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
.
1.2
1.2.1
Per 1. Januar 1997 sind die revidierten Vorschriften der 10. AHV-Revision in Kraft getreten, welche namentlich in Bezug auf die Berechnung der
Rentenhö
hen
verschiedene Anpassungen brachten. So wurde namentlich
das sogenannte Splitting eingeführt, wonach
Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet
werden (
Art. 29
quinquies
Abs.
3
lit
. a
des Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVG
).
1.2.2
Nach
lit
. c
Abs.
1 der Übergangsbestimmungen zur 10. AHV-Revision (
ÜbBest
AHV 10) gelten die neuen Bestimmungen für alle Renten, auf die der Anspruch nach dem 31. Dezember 1996 entsteht. Sie gelten auch für laufende einfache Altersrenten von Personen, deren Ehegatte nach dem 31. Dezember 1996 einen Anspruch auf eine Altersrente erwirbt oder deren Ehe nach diesem Zeitpunkt geschieden wird.
1.3
Für die Rentenberechnung werden laut Art. 29
bis
Abs.
1 AHVG Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der
renten
berechtigten
Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Alters
jahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) berücksichtigt.
1.4
Muss eine Altersrente neu festgesetzt werden, weil der Ehegatte rentenberechtigt oder die Ehe aufgelöst wird, so bleiben gemäss Art. 31 AHVG die im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenberechnung geltenden Berechnungsvorschriften massge
bend. Die aufgrund dieser Bestimmungen neu festgesetzte Rente ist in der Folge auf den neusten Stand zu bringen.
2.
2.1
Aufgrund dieser Gesetzesbestimmungen ergibt sich, dass eine Scheidung nach 1997 jedenfalls zu einer integralen Neuberechnung der Rente führt. Dabei ge
langt die Besitzstandswahrung von
lit
. c
Ziff.
10
ÜbBest
AHV 10 nicht zur An
wendung, bezieht sich diese doch
ausschliesslich
auf die
Rentenüberführungs
fälle
gemäss
den unmittelbar vorangehenden
Abs.
5-9 von
lit
. c
ÜbBest
. AHV 10 (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 239/98 vom 10. Juli 2000). Eine solche Konstellation ist vorliegend nicht gegeben.
Rz
3002 des am 1. März 2002 in Kraft getretenen Kreisschreibens über die Berech
nung von überführten und altrechtlichen Renten bei Mutationen und Ablösungen (KS 3,
Urk.
16/2) verweist für besondere Fragen zur integralen Neuberechnung von vor dem 1. Januar 1997 entstandenen einfachen Alters
renten nach Art. 31 AHVG auf das Informationsbulletin Nr. 4 vom 31. Oktober 1997.
Wird dieses als integrierender Bestandteil des erwähnten Kreisschreibens (KS 3) betrachtet, ist ihre Tragweite unter Berücksichtigung der übrigen Bestimmungen der Broschüre sowie der Verwaltungsweisung zu ermitteln.
Ziff.
1.2 des Bulletins hält fest, dass bei der integralen Neuberechnung einer laufenden Rente die ab 1. Januar 1997 geltenden Bestimmungen des AHVG anwendbar sind. Art. 31 AHVG bezieht sich dagegen auf die zur Anwendung gelangenden Rententabellen, Aufwertungsfaktoren usw.
Rz
1003 KS 3 präzi
siert, was unter integraler Neuberechnung zu verstehen ist. Danach ist die
alt
rechtliche
Rente nach den gegenwärtig geltenden Bestimmungen des AHVG und IVG, der entsprechenden Verordnungen und der jeweils gültigen
Rentenweglei
tung
(RWL) neu festzusetzen. Das Bulletin kann somit im Weisungskontext bei der gebotenen nicht isolierten Betrachtungsweise nicht dahingehend verstanden werden, die Neuberechnung der Rente infolge Eintritts des zweiten Versiche
rungsfalles beim Ehegatten
(bzw. der Scheidung)
könne nicht zu einer tieferen Rente führen (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
H 67/03 vom 30. Dezember 2003 E. 5 und 6.2.1).
2.2
Nach den unbestritten gebliebenen und ausgewiesenen Angaben der
Beschwerde
gegnerin
(bzw. der Ausgleichskasse FER CIAM vom 1.
September
2015
,
Urk.
16/1) war die
Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
(per 1. Juli 19
8
8) von ihrem ersten Ehemann geschieden (Ehe
dauer von Mai 1979 bis November 1986). Die Rentenberechnung basierte auf der maximalen Rentenskala 44 und einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von
Fr.
40‘500.-- (
Urk.
7/30) entsprechend den damals anwendbaren Bestim
mungen.
Nach der Wiederheirat im Januar 1994 und der Geburt der Kinder wurde die Rentenberechnung im Jahre 1998 neu überprüft. Für ihre Rente waren weiterhin die altrechtlichen Berechnungsregeln anwendbar. Geprüft wurde, ob die Rente richtigerweise auf der Basis der
ausserehelichen
Beitragsjahre berechnet wurde und nicht vielmehr die gesamten Beitragsjahre hätten berücksichtigt werden müssen. Der Vergleich ergab, dass die Berücksichtigung nur der
ausserehelichen
Beitragsjahre effektiv vorteilhafter war (Verfügung vom 6. März 1998,
Urk.
16/3).
2.3
Nach der Scheidung der zweiten Ehe im Dezember 2003 musste nach dem Gesag
ten eine integrale Berechnung der Rente vorgenommen werden. Dabei hat die Scheidung die Teilung der während der Ehe erzielten Einkommen zur Folge. Vorliegend ist dieses Splitting nur für die Dauer der ersten Ehe der
Beschwer
deführerin
relevant, weil die Neuberechnung wohl anhand der neuen Bestim
mungen, aber auf den Zeitpunkt des ersten Versicherungsfalles (1. Juli 1998) vorgenommen wird (Art. 31 AHVG und
Rz
3002 KS 3). Zu diesem Zeitpunkt war die
Beschwerdeführerin
noch nicht mit ihrem zweiten Ehemann verheiratet.
Die
Beschwerdegegnerin
(bzw. die Ausgleichskasse FER CIAM) errechnete in der Folge das durchschnittliche Einkommen für die Periode 1978 (Jahr nach Errei
chen des 20. Altersjahrs) bis ins Jahr 1987 (Jahr vor Eintritt des Versicherungs
falls) unter Berücksichtigung des Splittings während der ersten Ehe (Mai 1979 bis November 1986,
Urk.
9/2) und ermittelte den Wert korrekt mit
Fr.
157‘790.-- (
Urk.
9/2 S. 3 und S. 7). Weiter wurden ihr für den Sohn
Y._
, geboren 1981 (
Urk.
7/6/2)
,
zu Recht vier halbe (während der Ehedauer 1982 bis 1985, vgl. Art. 52f
Abs.
1
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVV) sowie zwei ganze (ab dem Jahr der Scheidung 1986 sowie 1987, vgl. Art. 52f
Abs.
2 AHVV) Erziehungsgutschriften angerechnet. Sodann erfolgten die Aufrechnungen samt Karrierezuschlag in korrekter Weise (
Urk.
9/2 S. 7).
Es resultiert ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
32‘400.--, welches tiefer ist als das der ursprünglichen Berechnung zugrunde gelegte von
Fr.
40‘500.-- (
Urk.
7/30).
2.4
Dieses auf den ersten Blick sonderbar anmutende Ergebnis begründet sich da
mit, dass nach der altrechtlichen Rentenberechnung (vor 1. Januar 1997)
die Rente nach Massgabe des durchschnittlichen Jahreseinkommens de
r
Versicher
te
n
berechnet wurde
ohne Anrechnung
der Einkommen des Ehegatten
(Art. 30
Abs.
1
aAVHG
)
; sodann erfolgte eine Aufwertung der Einkommen bei
Invalidi
tätseintritt
im Alter 30/31 von 30
%
(Rententabellen 1988 Band 1 S. 90). Dies führte zu einem vergleichsweise hohen durchschnittlichen Einkommen der Be
schwerdeführerin
.
Nach den neuen Berechnungsregeln und der
Berücksichtung
auch der während der Ehejahre angefallenen (gesplitteten) Buchungen bis zum Jahr vor dem
Ren
tenbeginn
ergibt sich ein tieferes durchschnittliches Einkommen, weil die
hin
zugesplitteten
Einkommen tief waren und die Beschwerdeführerin nach der Ehescheidung bescheidene Einkommen erzielte.
Damit erweist sich die Neufestsetzung der Rente als Rechtens, weshalb die Be
schwerde insoweit abzuweisen ist.
3.
3.1
Weiter im Streit liegt die Rückforderung in der Höhe von
Fr.
18‘595.--.
3.2
Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
sind unrechtmässig bezogene Leistungen zu
rückzuerstatten. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der ein
zelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Hand
lung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vor
sieht, so ist diese Frist mass
ge
bend (Art. 25 Abs. 2 ATSG).
3.3
3.3.1
Die
Beschwerdegegnerin
forderte zu viel ausgerichtete Rentenleistungen für die Periode August 2008 bis Dezember 2013 zurück. Dabei ging sie von einer
Mel
depflichtverletzung
(und zu Recht nicht einer strafbaren Handlung)
aus und forderte Leistungen für fünf Jahre (vor der Kenntnisnahme der veränderten Verhältnisse) zurück. Zur Meldepflichtverletzung führte sie aus, sie habe erst im August 2013 von der Scheidung Kenntnis genommen, welche am 20. Dezember 2003 rechtskräftig geworden sei (
Urk.
2). In der Stellungnahme vom 1. April 2014 (
Urk.
8) führte die Ausgleichskasse FER CIAM hierzu aus, die
Beschwer
deführerin
habe gro
bf
ahrlässig gehandelt, indem sie Ende 2003 die Scheidung nicht gemeldet habe. Sie sei in jeder Verfügung darauf hingewiesen worden, dass sie jegliche Änderungen der persönlichen Situation (z.B. im Zivilstand) der Ausgleichskasse mitteilen müsse (S. 3).
3.3.2
Die
Beschwerdeführerin
verneinte dagegen das Vorliegen einer Meldepflicht
-
verlet
zung
unter Hinweis auf einen Passus im Scheidungsurteil, wonach dieses den Sozialversicherungsbehörden zu melden sei (
Urk.
9/4 S. 5
Ziff.
3.2). Sie sei sicher, dass dies erfolgt sei, könne es aber nicht beweisen, da durch einen Wasserschaden im Keller ihrer Wohnung viele alte Unterlagen und Dokumente vernichtet worden seien (
Urk.
1).
3.4
Zutreffend ist, dass die
Beschwerdeführerin
gehalten war, der
Beschwerde
-
gegne
rin
(bzw. der Ausgleichskasse)
Zivilstandsänderungen
zu mel
den. Ein entsprechender Hinweis findet sich namentlich in der letzten (vor der
Scheidung) rentenbestätigenden Mitteilung vom 1
2.
September 2002 (
Urk.
7/57).
Dass die
Beschwerdeführerin
dieser Pflicht echtzeitlich nachgekommen wäre, ist nicht erstellt. Bei den Akten der
Beschwerdegegnerin
findet sich keine solche Mitteilung und die
Beschwerdeführerin
selber bestätigte, solches nicht beweisen zu können. Da sie die Beweislast für diese Sachverhaltsdarstellung trägt, ist in Anwendung der grundsätzlichen Beweisregeln, wonach derjenige das Vorhan
densein einer behaupteten Tatsache zu beweisen hat, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB), von einer
Meldepflicht
verletzung
auszugehen.
3.5
3.5.1
Die
Beschwerdegegnerin
ging davon aus, erst im August 2013 von der Schei
dung der
Beschwerdeführerin
im Dezember 2003 Kenntnis genommen zu haben (
Urk.
2). Bei den Akten liegt eine Bestätigung der Gemeinde
Z._ vom
13. August 2013 (
Urk.
9/5) zu Händen der Ausgleichskasse FER CIAM, mit welcher die Scheidung per 20. Dezember 2003 ausgewiesen wurde. In der Folge über
sandte die
Beschwerdeführerin
im November 2013 unter anderem das Schei
dungsurteil vom 7. November 2003 sowie eine Bestätigung einer Namensände
rung vom 4. Juni 2013 (
Urk.
9/4).
3.5.2
Bei den Akten der
Beschwerdegegnerin
findet sich der ausgefüllte Fragebogen Revision der Invalidenrente/
Hilflosenentschädigung
vom 14. Februar 2011 (
Urk.
7/67), in welchen die
Beschwerdeführerin
eine beträchtliche Zunahme der Schmerzen und Unbeweglichkeit (neu) im Hüftbereich geltend machte (
Ziff.
1.2). Unter der Rubrik „Personalien“
finden
sich vorgedruckt der Vorname,
Familien
name
, das
Geburtsdatum
sowie die AHV-Nummer. Eigenhändig füllte die
Be
schwerdeführerin
die Frage nach dem Zivilstand aus und vermerkte „Geschie
den“ seit „20.12.2003“.
Angesichts dieser dokumentierten Meldung der Scheidung, welche die
Beschwer
degegnerin
offensichtlich übersehen hat, ist davon auszugehen, dass diese bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit bereits im Februar 2011 Kenntnis von der Scheidung per Dezember 2003 hätte haben müssen und nicht erst im August 201
3.
Dass die Meldung gegenüber der IV-Stelle und nicht ge
genüber der Ausgleichskasse vorgenommen wurde, ändert hieran nichts, sind doch die Verwaltungsbehörden für den Datenaustausch zuständig
(vgl. zum fehlenden Aufschub des Fristenbeginns bei notwendigem Datenaustausch zwi
schen IV-Stelle und Ausgleichskasse: BGE 139 V 106)
.
Hieraus ergibt sich, dass mit Erlass der Rückforderungsverfügung am 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
2) die einjährige Verjährungsfrist nicht gewahrt wurde und der Rückerstattungsanspruch demnach grundsätzlich verwirkt ist.
3.6
3.6.1
Die Beschwerdegegnerin richtete auch nach dem Zeitpunkt, in welchem die Un
rechtmässigkeit der Leistungsausrichtung hätte bemerkt werden müssen (
Feb
ruar 2011)
, weiterhin zu hohe
Renten
aus.
Nach der Rechtsprechung berührt der andauernde Leistungsbezug die Frage der Fristwahrung an sich nicht und lässt den Lauf der einjährigen relativen
Verwir
kungsfrist
durchaus zu. In Bezug auf eine periodische Leistungserbringung stellt sich indes die Frage, wie es mit der Verwirkungsfolge in Bezug auf jene
Mo
natsbetreffnisse
zu halten ist, die im Zeitpunkt der zumutbaren Kenntnis des rechtserheblichen Sachverhalts noch gar nicht zur Ausrichtung gelangt waren. Der Rückforderungsanspruch auf eine unrechtmässig ausgerichtete monatliche Entschädigung kann solange nicht verwirken, als diese einzelne Leistung im Rahmen der gesamten Anspruchsberechtigung tatsächlich noch nicht ausbezahlt war.
Das Bundesgericht schloss, dass in solchen Fällen bezüglich aller über ein Jahr vor Erlass der Rückforderungsverfügung (beziehungsweise im Verfahren der In
validenversicherung des Vorbescheides, BGE 119 V 431) ausbezahlten Leistun
gen der Rückforderungsanspruch verwirkt ist, dagegen nicht mit Bezug auf die später ausgerichteten
Betreffnisse
(BGE 122 V 270 E. 5b/
bb
).
3.6.
2
Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde sinngemäss ein
Erlassge
such
nach
Art.
25
Abs.
1 Satz 2 ATSG stellt, ist die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zu überweisen, damit sie darüber befinde.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verrechnet schliesslich seit Februar 2014 den Betrag von
Fr.
300.-- mit den laufend zur Ausrichtung gelangenden Renten.
4.2
Art.
50
Abs.
2 IVG sieht vor, dass hinsichtlich der Verrechnung im Rahmen der Invalidenversicherung
Art.
20
Abs.
2
AHVG
sinngemäss Anwendung findet. Demnach können unter anderem die Forderungen, die auf dem AHVG beruhen, mit fälligen Leistungen verrechnet werden (
Art.
20
Abs.
2
lit
. a AHVG). Die Verrechnung von Leistungen und Forderungen kann sich sowohl auf laufende Renten als auch auf Rentennachzahlungen beziehen. Sie darf indessen den nach
betreibungsrechtlichen Regeln zu ermittelnden Notbedarf des Versicherten nicht beeinträchtigen
(BGE
136 V 286 E. 4.1 und E. 6.1 mit Hinweisen).
4.3
In den Akten finden sich keine Abklärungen der Beschwerdegegnerin betreffend Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin, weshalb die Rechtmässigkeit der Ver
rechnung nicht ausgewiesen ist. Diesbezüglich ist die Sache für die entspre
chenden Erhebungen und zum Neuentscheid betreffend Verrechenbarkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
D
ie Kosten des Verfahrens
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind auf
Fr.
6
00.
--
festzu
legen und ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.