# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 152deb8a-6138-43cb-b398-aa5006110a77
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
meldete sie sich
erstmals
am 2
7.
April 2010
unter Hinweis auf psychische Beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/1).
Nachdem d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinische
und erwerbliche
Situation (
Urk.
5/6,
Urk.
5/9-10,
Urk.
5/12-13) ab
geklärt hatte,
teilte
sie
der Versicherten am 28.
Juni 2010 mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht möglich seien und mangels erfüllter Wartezeit zurzeit auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
5/16-17).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere Abklärungen der medizinischen Situation
(
Urk.
5/
21,
Urk.
5/24-25
,
Urk.
5/38,
Urk.
5/41-42,
Urk.
5/46-47,
Urk.
5/54-56,
Urk.
5/61
)
,
zog die Akten der z
uständigen Pensionskasse (
Urk.
5/20
) sowie der Schweizerischen Unfallve
rsicherungsanstalt (SUVA,
Urk.
5/32
) bei und veran
lasste
eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung, über welche am 2
2.
Juni 2011 berichtet wurde (
Urk.
5/36). Mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2012 (
Urk.
5/84) sprach sie der Versicherten sodann eine befristete ganze Rente für die Zeit vom
1.
September 2011 bis 3
0.
Juni 2012 zu.
Die SUVA richtet der Versicherten seit dem
1.
Januar 2013 ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 30
%
eine Rente aus (
Urk.
5/92-95).
1.2
A
m
1.
März 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(
Urk.
5/97).
Nach Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (
Urk.
5/100-101,
Urk.
5/103-108,
Urk.
5/111,
Urk.
5/114-116,
Urk.
5/118-119,
Urk.
5/121,
Urk.
5/123,
Urk.
5/127) veranlasste die IV-Stelle ein
bidisziplinäres
rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten, welches im Dezember 2015 sowie Januar 2016 erstattet wurde (
Urk.
5/132-13
4).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/138-139,
Urk.
5/141) ver
neinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
6.
April 2016
(
Urk.
5/146 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am 2
7.
Mai 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
6.
April 2016 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2016 (
Urk.
4) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
4.
Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
6). Mit Ein
gabe vom
2.
August 2016 (
Urk.
7
) reichte die Beschwerdeführe
rin weitere Berichte
(
Urk.
8/1-4)
ein, welche der Beschwerdegegnerin am
5.
August 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welch
em Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundhe
itsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom
28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass
die Beschwerdeführerin
aus
somatischer
Sicht in den ange
stammten sowie anderen angepassten Tätigkeiten
uneingeschränkt arbeitsfähig
sei
. Aus psychiatrischer Sicht werde eine 40
%
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten attestiert. Die Arbeitsfähigkeit könne
allerdings
durch eine intensive Behandlung verbessert werden und die Beschwerdeführerin pflege einen regen Tagesablauf mit zahlreichen Alltagsaktivitäten. Es lägen demnach zahlreiche Ressourcen vor. Ein negativer Einfluss der Persönlichkeitsstörung zeige sich in der Erwerbsbiographie nicht. Es sei
folglich
von einem objektiv überwindbaren
psychischen Leiden auszugehen, weshalb kein invalidisierender
Gesundheits
schaden
vorliege (
Urk.
2 S. 2;
Urk.
4 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt, sie sei seit drei Jahren krankgeschrieben und könne nicht mehr arbeiten. Das eigene Geschäft werde von der Mutter geführt. D
ie
Arbeitsunfähigkeit sei durch die psychische Störung bedingt (
Urk.
1,
Urk.
7).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
1.
März 2015 (
Urk.
5/97) eingetreten. Demnach ist zu prüfen, ob sie eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der erst
maligen Verfügung vom 3
0.
Oktober 2012 (
Urk.
5/84) zu Recht verneint hat.
Umstritten ist dabei insbesondere, ob ein invalidisierender psychischer
Gesund
heitsschaden
vorliegt.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2012 (
Urk.
5/84) eine befristete
ganze
Rente für die Zeit vom
1.
September 2011 bis 3
0.
Juni
2012
zu. Dieser Verfügung lagen die folgenden
wesentlichen Arztberichte zugrunde:
3.2
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, klärte die Beschwerdeführerin mehrmals
im Auftrag der zuständigen Pensionskasse
vertrauensärztlich ab, letztmals am
4.
Juli 2007 (
Urk.
5/9/8-12). Dabei diagno
sti
zierte sie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) bei
normothymer
Stimmungslage (S. 1
Ziff.
1). Es liege keine depressive Symptomatik mehr vor. Die Beschwerde
führerin sei seit dem
1.
Juli 2007 in ihrem Pensum von 80
%
wieder
voll arbeits
fähig (S. 2 f.
Ziff.
2,
Ziff.
6).
3.3
Am
8
.
Oktober 2009 erfolgte eine vertrauensärztliche Begutachtung der Beschwer
deführerin durch
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Physika
lische Medizin und Rehabilitation (
Urk.
5/9/2-7
).
A
ls Diagnose
hielt
Dr.
Z._
einen Status nach operativer Versorgung einer mehrfragmentären dislozierten Fraktur des
O
s
metatarsale
V rechts aufgrund eines am
8.
Juni 2009 erfolgten Unfalls fest (S. 1
Ziff.
1). Die Beschwerdeführerin sei seit dem
5.
Oktober 2009 zu 50
%
arbeitsfähig (S. 2
Ziff.
3). Ab dem
2.
November 2009 könne mit einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
gerechnet und ab dem 1
6.
November 2009 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (S. 3
Ziff.
7).
3.4
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gab mit
Bericht vom 2
5.
Mai 2010 (
Urk.
5/13) an, dass sie die Beschwerdeführerin seit
September 2004 behandle (S. 2
Ziff.
1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
1.1, S. 6
Ziff.
1.1):
abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
Die Prognose sei gut (S. 3
Ziff.
1.4).
Die depressive Symptomatik habe sich gebes
sert
(S. 6
Ziff.
1.4)
.
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin nach zuvor schwankender Arbeitsunfähigkeit seit März 2010 eine 100%ige Arbei
ts
unfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
(S. 7
Ziff.
1.6).
Die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei erst in zirka zwei Monaten absehbar (S. 4
Ziff.
1.7).
3.5
Mit Austrittsbericht vom 1
5.
Juli 2010 (
Urk.
5/21/14-18) informierten die Ärzte der
B._
über die stationäre
Hospita
lisation
der Beschwerdeführerin vom
3.
Juni bis
1.
Juli 201
0.
Als Diagnosen führten sie eine Angst und depressive Störung
,
gemischt (ICD-10 F41.2)
,
sowie einen Status nach schädlichem Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1) auf (S. 1). Die Beschwerdeführerin habe in einem gebesserten
,
teilremittierten
psychischen Zustand entlassen werden können (S. 3).
3.6
Eine weitere vertrauensärztliche psychiatrische Begutachtung erfolgte durch
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie. Mit Bericht vom 2
0.
September 2010 (
Urk.
5/20
/2-8
)
führte di
ese fol
gende Diagnosen auf (S. 1
Ziff.
1):
Panikstörung (ICD-10 F41.0) mit depressiven Episoden mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11)
anamnestisch Phasen von Alkoholmissbrauch, seit einigen Jahren absti
nent
abhängige Persönlichkeitsproblematik (ICD-10 F60.7)
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen T
ätigkeit als Chauffeurin dauerhaft
vollständig arbeitsunfähig.
Die
beruflich geplante Neuorientierung als
Podol
o
gin
sei
ihr
zu 100
%
zumutbar (S.
4
Ziff.
10, S.
6
).
3.7
Mit Austrittsbericht vom 2
0.
September 2010 (
Urk.
5/21/12-13) informierten die Ärzte des Spitals
D._
über die stationäre
Hospitalisation
der Beschwerde
führerin vom 1
7.
b
is 2
0.
Septembe
r 201
0.
Die Beschwerdeführerin habe sich anlässlich eines Distorsionstraumas am 1
5.
März 2009 eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) links zugezogen, wobei am
3
0.
Juli 2010
eine
Kniegelenks
arthroskopie
links mit
Teilmeniskektomie
mediales
Hinterhorn
und
Débridement
der
VKB-
Rupt
ur durchgeführt worden sei. Im Rahmen des stationären Auf
enthaltes sei nun am 1
7.
September 2010 eine VKB-Plastik links erfolgt (S. 1; vgl. auch Operationsbericht vom
20
.
September 2010,
Urk.
5/21/10-11).
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Bericht vom
5.
Oktober 2010 (
Urk.
5/21/1-5)
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit an (S. 2
Ziff.
1.1):
Angst und depressive Störung
,
gemischt (ICD-10
F41.2)
Status nach v
orderer Kreuzbandruptur und medialer Meniskusläsion linkes Knie
Status nach Kreuzbandplastik im September 2010
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
er einen Status nach Osteosynthese
der
mehrfragmentäre
n Fraktur des Os
Metatarsale
V rechts im Juni 2009 sowie eine Adipositas
(S. 2
Ziff.
1.1).
Die Belastbarkeit hinsichtlich des linken Knies sei zurzeit nicht gegeben. Bei normalem Heilungsverlauf sollte diese innert einige
r
Monaten
wieder erreicht werden (S. 3
Ziff.
1.7).
Die Beschwerdeführerin sei seit
März 2010 in der
bisherigen
Tätigkeit
in
der Strassenreinigung zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 3
Ziff.
1.6).
Eine Tätigkeit mit mittelschwerer Belastung sollte in einigen Monaten wieder möglich sein (S. 4
Ziff.
1.7).
Mit Bericht vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
5/25/6-9) bestätigte
Dr.
E._
die zuvor von ihm gestellten Diagnosen (S. 1
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit in der Strassenreinigung weiterhin zu 100
%
arbeits
unfähig. In einer leichten Tätigkeit im Sitzen oder mit Wechselbelastung sei die Beschwerdeführerin hingegen
aus somatischer Sicht
voll arbeitsfähig (S.
2 f.
Ziff.
1.6-1.7).
3.9
Am 2
9.
März 2011 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung der Beschwerde
führerin durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Mit Bericht vom
1.
April 2011 (
Urk.
5/32/1-4) führte
Dr.
F._
aus, d
ie Beschwerdeführerin habe vor einiger Zeit eine
Fraktur des Os
Metatarsale
V rechts erlitten, wovon sie sich gut erholt habe. Noch längere Zeit zurück liege eine
Malleolarfraktur
. Auch davon seien keine funktionellen Einschränkungen zurückgeblieben. Ein
im
März 2009 erfolgter Sturz auf das l
inke Knie habe zu einer
VKB-Ruptur
und
zu einem plastischen Ersatz der Struktur
im
September 2010 nach vorgängiger Arthro
skopie mit
Teilmeniskektomie
medial geführt. Das linke Knie sei aktuell stabil und gut beweglich.
In maximal zwei Monaten sollte eine 50%ige Arbeitsfähig
keit erreicht werden. Aus orthopädischer Sicht sei
die Tätigkeit als
Podologin
ein
geeignetes Berufsfeld
(S. 3 f.
Ziff.
5).
3.10
Im
orthopädisch-psychiatrische
n
Gutach
ten des
G._
vom 3
1.
Mai 2011 (
Urk.
5/36)
wurden
folgende
Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgehalten
(S. 23 f.
Ziff.
8.1):
kleines Knorpelulkus lateral am lateralen
Femurcondylus
bei Status nach medialer
Teilmeniskektomie
im Juli 2010, vorderer
Kreuzbandersatz
plastik
im September 2010 und
Varusalignement
links
Adipositas
Angst und depressive Störung
,
gemischt (ICD-10 F4
1.2), bestehend seit etwa 2005
a
bhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7), bestehend seit Jahren
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten
die Ärzte
Fol
gendes auf (S. 24
Ziff.
8.2):
p
osttraumatische Schmerzen im rechten oberen Sprunggelenk
Senk-/Spreizfüsse
Status nach Alkoholabusus (ICD-10 F10.1), seit etwa 2005 abstinent
Status nach
Benzodiazepinabusus
(ICD-10 F13.1), seit Juni 2010 absti
nent
Aus gesamtmedizinischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit in der Stadtreinigung seit Januar 2011 zu 70
%
arbeitsfähig. Grund hierfür sei, dass der Beschwerdeführerin vorwiegend gehende und häufig sitzende Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 10 kg nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden könn
t
en und die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, die Durchsetzungsfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt seien (S. 24
Ziff.
9.1). In körperlich leichten Tätigkeit
en
in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könn
t
e
n
, ohne dass dabei häufig gelaufen werden müsse, insbesondere auf Treppen, Leitern, schrägen Ebenen
sowie
unebene
m
Boden und die nicht mit häufig
knienden Positionen
sowie
Heben und Tragen von Lasten über 5 kg verbunden seien
,
sowie Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne Lenken eines Kraftfahrzeuges und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sei die Beschwer
deführerin seit März 2011 zu 80
%
arbeitsfähig (S. 24 f.
Ziff.
9.2).
3.11
Am 2
0.
Juni 2011 erfolgte im Spital
D._
eine Kniegelenksarthroskopie links mit Meniskustoilette und Resektion einer partiellen
Plica
mediopatellaris
sowie Resektion von gereiztem
Synoviagewebe
und Lösen von Verwachsungen im ventralen Kniegelenksbereich (vgl. Operationsbericht vom 2
0.
Juni 2011,
Urk.
5/38/9-10).
Ein Lateral Release des linken Knies wurde schliesslich am 1
0.
Oktober 2011 durchgeführt (vgl. Berichte vom 2
3.
November und 2
8.
Dezember 2011;
Urk.
5/46,
Urk.
5/47/5-6).
3.
12
Mit Bericht vom
2.
M
ai
2012 (
Urk.
5/56/7) erachtete
Dr.
A._
die
Beschwerde
führerin
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig
. Aufgrund der phobischen und rezidivierend panischen Symptomatik seien vor allem die Anfahrtswege zum Arbeitsplatz betroffen. Diese Symptomatik könne auf längere Sicht kaum verbessert werden und werde die Erwerbsfähigkeit
negativ beeinflussen.
3.13
Dr.
Z._
diagnostizierte mit Bericht vom 2
0.
April 2012 (
Urk.
5/54
/5-6
) per
sistierende Knieschmerzen links bei
einem
Status
nach
Distorsion am 1
5.
März 2009
und vier Operationen
bedingt durch eine ausgep
rägte muskuläre
Dysba
lance
(S. 1
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführerin sei eine leichte Arbeit mit kurzen Gehstrecken und ohne repetitives Bücken sowie Treppensteigen
sowie
ohne Belastungen auf Leitern oder Ä
hnlichem zu 100
%
zumutbar (S. 2
Ziff.
1.8-1.9).
4.
4.1
Seit der letztmaligen materiellen Prüfung sind die folgenden, wesentlichen Berichte zu den Akten genommen worden:
4.2
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
I._
Klinik, diagnostizierte mit Bericht vom 1
1.
Juni 2014 (
Urk.
5/93/31-32) eine posttraumatisc
he Gonarthrose links (S. 1). Die
aktuelle
Magnetresonanztomographie (
MRI
)
des linken Knies zeige im Vergleich zum
MRI-
Befund aus dem Jahr 2012 eine deutliche Verbes
serung des lateralen
Kompartiments. Das Knochenmark
ödem im lateralen
Femurkondylus
sei vollständig verschwunden. Auch habe sich im Bereich der lateralen
chondralen
Läsion ein Regenerat gebildet. Es liege ein
medialseitig
relevanter Knorpelschaden mit Gelenkspaltverschmälerung vor. Das Transplan
tat sei nur noch teilweise erhalten (S. 2).
4.3
Mit Austrittsbericht vom 1
3.
Oktober 2014 (
Urk.
5/103/4-6) informierten die Ärzte der
J._
über die stationäre
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 1
4.
August bis 2
1.
September 2014 und
diagnostizier
ten
Folgendes
(S. 1):
Erschöpfungssyndrom
Angst- und Panikattacken
Agoraphobie
Phobien
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Kniearthrose links
Während des Aufenthaltes sei es zu einer erfreulichen Stabilisierung sowie einer zufriedenstellenden Teilremission der Symptomatik gekommen.
Die Beschwer
deführerin sei vom
1
4.
August bis 3
0.
September 2014
arbeitsunfähig
. Anschliessend werde die schrittweise Wiedereingliederung empfohlen (S. 3).
4.4
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Radiologie, berichtete mit Schreiben vom 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
5/106) über d
as
erfolgte
MRI sowie
die radiologische Untersuchung
der Lendenwirbelsäule
(LWS)
. Es läge eine aktivierte
Osteo
chondrose
L4/5 und etwas ausgeprägter L5/S1 mit Knochenmarköde
m
in den korrespondierenden Deck- und Bodenplatten vor. Zudem seien
Bandscheiben
hernien
L4/5 und L5/S1 ohne Neurokompression, jedoch mit Kontakt zur
Ner
venwurzel
L5 beidseits
neuroforaminal
, ersichtlich gewesen. Eine Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits sei möglich. Schliesslich habe eine leichte bis mässige
Fazettengelenksarthrose
L3-S1, akzentuiert L4/5 rechts, festgestellt werden können (S. 1).
4.5
Die Ärzte des
L._
informierten mit Austrittsbericht vom 1
0.
Februar 2015 (
Urk.
5/103/9-12) über die am
6.
Februar 2015 erfolgte notfallmässige Zuweisung der Beschwerdeführerin aufgrund einer
Xanax
-Into
xikation. Die Beschwerdeführerin habe am
nächsten Tag
in deutlich gebesser
tem Zustand entlassen werden können (S. 1).
4.6
PD
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
B._
, gab mit Bericht vom 1
3.
April 2015 (
Urk.
5/104) an, dass er die Beschwerde
führerin seit Februar 2015 behandle (S. 1). Als Diagnosen gab er Folgendes an (S. 2):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, jedoch im Februar 2015 schwere Episode (ICD-10 F33.1/F33.2)
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
dependenten
depressiven und emo
tional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0)
Störung d
urch Sedativa
oder Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.2)
Die generalisierte Angststörung sei hauptursächlich für die Arbeitsunfähigkeit. Die diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit betrage 20
%
und könne frühestens in zwei bis drei Jahren verbessert werden. Die kombinierte Persönlichkeitsstörung führe zu einer Arbeitsunfähigkeit von 15
%
, wobei hier eine Verbesserung erst
in
drei bis fünf Jahren wahrscheinlich erscheine. Die rezidivierende depressive Störung trage aktuell noch zu 25
%
der Arbeitsunfäh
igkeit bei. Diesbezüglich
sei eine Verbesserung am Wahrscheinlichsten, weshalb
mittelfristig von einer Einschränkung von 5
%
auszugehen sei. Gesamthaft sei
aus psychiatrischer Sicht
eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in den nächsten zwei bis drei Ja
hren realistisch (S. 3).
4.
7
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, nannte mit Bericht vom
1.
Juni 2015 (
Urk.
5/115)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
1.1):
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
rechtsbetont mit/bei
Diskopathie
L4/5 und L5/S1
Fazettengelenksarthros
e
beidseits L3-S1 rechtsbetont
Gonarthrose links
beginnende
Coxarthrose
rechts
Die Prognose bezüglich des Bewegungsapparates
sei
gut (S. 3
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Fusspflegerin zu 100
%
sowie in der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin zu 50
%
arbeitsfähig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei zu 50
%
möglich, das heisse fünf Stunden für leichte und mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne ständiges Heben von schweren Lasten und andauerndem Knien (S. 3
Ziff.
1.7).
4.8
Prof.
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie sowie für Neurologie, erstattete sein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin am 1
3.
Dezember 2015 (
Urk.
5/133). Dabei konnte er folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S.
63
lit
. E
Ziff.
1):
rezidivierende depressive Störung, im Verlauf seit Sommer 2014 schwan
kend von mittelgradig bis schwer (ICD-10 F33.1-33.2), gegen
wärtig unter psychopharmakologischer Behandlung remittiert (ICD-10 F33.4)
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7), Differentialdiagnose (DD): kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und emotio
nal-instabilen Anteilen (ICD-10 F61.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine Störung durch Sedativa und Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.24) sowie Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Faktoren (ICD-1
0 Z59) auf (S. 63
lit
. E
Ziff.
2
).
Es
liege eine
das psycho
pathologische Bild verstärkende und unterhaltende
Inter
aktion durch die psychiatrischen Mehrfachdiagnosen
vor
, wobei insbeson
dere die abhängige Persönlichkeitsstörung die Angststörung verstärke. In Kom
bination mit der rezidivierenden depressiven Störung müsse daher von einer erhöhten Vulnerabilität und anhaltenden Reduktion der Dauerbelastbarkeit aus
gegangen werden,
welche
sich auf die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirke. Der Gesundheitsschaden sei als
mässiggradig
einzustufen. Die persönlichen Ressourcen würden nicht ausgeschöpft. Die Beschwerdeführerin habe weiterhin eine psychosoziale Teilhabe. Schliesslich sei eine ungewöhnliche Diskrepanz zwischen dem privaten Aktivitätsniveau und der privaten Belastbarkeit sowie der beruflichen Leistungsfähigkeit zu erkennen (S. 60 ff.).
Aus psychiatrischer Sicht sei von einer mittel- und langfristigen Arbeits
un
fähig
keit in den bisherigen sowie behinderungsangepassten Tätigkei
ten von schätzungsweise 40
%
auszugehen.
Dies gelte vermutlich seit Spät
sommer 2015, jedoch spätestens seit dem Begutachtungstermin.
Das psychische Störungsbild sei als
chronifiziert
anzusehen. Dennoch könne von einer Verbes
serung durch konsequente psychotherapeutische Behandlung und
psychophar
makologischer
Intervention ausgegangen werden. Eine Verbesserung sei inner
halb eines Zeit
raumes von zwei bis fünf Jahren zu erwarten (S. 63 f.
lit
.
F-G).
Das
Belastungs
profil
einer angepassten Tätigkeit sollte keine Nachtschichten und keine
stress
besetzten
Tätigkeiten sowie Tätigkeiten in engen Räumen bein
halten (S. 65 unten).
4.9
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
P._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, erstattete ihr rheumatologisches Gut
achten zuhanden der Beschwerdegegnerin am 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
5/132/2-137) und führte die nachfolgend gekürzt angeführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 123
Ziff.
9.1):
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS bei
degenerativen Veränderungen mit mässigen
Osteochondrosen
L4/5 und L5/S1 mit Diskushernien L4/5 und L5/S1 mit
neuroforaminalen
Kontakten zu den Nervenwurzeln L5 beidseits mit möglicher Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits ohne Kompression
ohne
radikuläre
Zeichen
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden des linken Knies bei
Status nach Sturz auf das linke Knie am 1
5.
März 2009 mit Ruptur des vorderen Kr
euzbandes und Destruktion des
Hi
nterhorns
des medi
alen Meniskus mit mehreren Operationen
l
eichten degenerativen Veränderungen vor allem medial
mit Gelenk
spaltverschmälerung und Status nach vorderer Kreuzbandplastik mit nur noch teilweise erhaltenem Tr
ansplantat bei intaktem hinterem
Kreuzband und deutlicher bildgebender Besserung im Verlauf
Zudem nannte sie die folgenden – gekürzt angeführten – Diagnosen ohne Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 123
Ziff.
9.2):
Nikotinabusus
Adipositas Grad I
arterielle Hypertonie mit medikamentöser Therapie
Hypercholesterinämie
repetitive Kontusions- und Distorsions-Traumata am linken Handgelenk
; ohne wesentliche strukturelle Läsion
Status nach Verletzung des rechten Vorfusses am
8.
Juni 2009 mit dislo
zierte
r mehrfragmentärer Fraktur des O
s
Metatarsale
V
Status nach
laparo
skopischer
Hysterektomie am
6.
März 2012 bei zervika
ler
intraepithelialer
Neoplasie
(CIN) Grad III
Die ab Juli 2015 aufgetretenen repetitiven Kontusions- und Distorsions-Trau
mata am linken Handgelenk seien ohne wesentliche strukturelle Läsionen geblieben. Die klinische Untersuchung habe eine
Hypokyphose der
Brustwir
belsäule
(BWS)
gezeigt
. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien normal beweg
lich und
radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich, auch das linke Handgelenk
und das linke Knie. Es bestehe
ein minimer Erguss im linken Kniegelenk ohne Überwärmung. Ansonsten seien nirgends Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke vorhanden. Die Handkraft sei beidseits aussergewöhnlich gut. Die
Bioimpendanz
-Analyse zeige trotz Adipositas eine erfreulich grosse
Muskel
masse
von 42
%
, welche den Normwert von 40
%
übertreffe. Eine lang andau
ernde Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden.
Das MRI des linken Knies vom Juni 2014 zeige leichte degenerative Veränderungen vor allem medial mit Gelenkspaltverschmälerung und noch teilweise erhaltenem Trans
plantat des vorderen Kreuzbandes bei intaktem
hintere
n
Kreuzband. Die
bildge
benden
Befunde hätten sich im Vergleich zum MRI-Befund vom September 2012 deutlich gebessert, dies vor allem im laterale
n Kompartiment. Das Knochenmark
ödem im lateralen
Kondylus
sei vollständig verschwunden. Aus
serdem habe sich in der Hauptbelastungszone im Bereich der lateralen
chondralen
Läsion ein Regenerat gebildet. Die Untersuchungen der LWS vom Dezem
ber 2014 würden degenerative Veränderungen mit mässigen
Osteochon
drosen
L4/5 und L5/S1 mit Diskushernien L4/5 und L5/S1 mit
neuroforaminalen
Kon
takten zu den Nervenwurzeln L5 beidseits mit möglicher Irritation beidseits ohne Kompression zeigen. Da keine Kompression neuraler Strukturen vorhan
den sei, seien diese Befunde nicht besonders gravierend (S.
124 f.
Ziff.
10).
Die Beschwerdefüh
rerin könne eine knieschonende sowie
LWS-schonende Tätig
keit, wobei sie Lasten bis zu 12.5 kg hantieren könne, zu 100
%
ausüben. Die angestammten Tätigkeiten als Fusspflegerin sowie als Chauffeurin und Ver
käuferin seien angepasste Tätigkeiten. Es habe nie eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 127 f.
Ziff.
11.1-11.4
; S. 135
Ziff.
14
).
4.
10
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom
7.
Januar 2016 (
Urk.
5/134) wieder
holten
Dr.
P._
und Prof.
O._
die in den beiden Teilg
utachten genannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und hielten fest, dass d
ie Beschwerdeführerin eine kniebelastende
beziehungsweise LWS
be
lastende Tätigkeit nicht ausüben könne. Die angestammten oder andere angepasste Tätigkeiten seien ihr
seit
der psychiatrischen Untersuchung am 1
0.
Dezember 2015
zu 60
%
zumutbar. Die psychischen Störungen und da
durch
die Arbeitsfähigkeit könnten durch eine intensivierte fachärztliche Behandlung innert zwei bis fünf Jahren
verbessert werden.
4.11
Mit Stellungnahme vom 1
8.
Januar 2016 empfahl
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
appa
rates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
, für die Beurteilung auf das
bidiszipli
näre
Gutachten
von
Dr.
P._
und Prof.
O._
abzustellen (
Urk.
5/136 S.
6 ff.).
4.12
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin zwei
Aus
trittsberichte
ein, wonach
sie
vom
1.
Mai bis
7.
Juni 2016 in stationärer Behandlung in den Spitäler
R._
und vom
8.
b
is 2
9.
Juni 2016 in der
B._
hospitalisiert gewesen sei (vgl.
Urk.
8/
2,
Urk.
8/4).
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die beiden Gutachten von
Dr.
P._
sowie P
rof.
O._
(vorstehend
E. 4.8
-
4.
10
) die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksich
tigen, in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wur
den und der konkreten medizinischen Situation Rechnung tragen. Die Beurtei
lungen leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfä
higkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilungen sind nach dem Gesag
ten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Die beiden Gutach
ten erfüllen damit die praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidu
ngsgrundlagen (vorstehend E.
1.7
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestel
lt werden kann.
Dies empfahl
überdies
auch der RAD-Arzt
Dr.
Q._
(vorstehend E. 4.11
)
, wobei
die
Beweiskraft der Gutachten
auch von Seiten der Parteien unbestritten
blieb
(
Urk.
2 S. 2;
Urk.
4;
Urk.
5/139
).
5.2
Aus somatischer Sicht leidet die Beschwer
deführerin demnach weiterhin an Beschwerden des linken Knies
. Nachdem
sie
sich
bei einem
im März 2009 erfolgten Sturz
auf das besagte Knie
eine
VKB-
Ruptur
und Destruktion des
Hi
nterhorns
des medialen Meniskus
zugezogen hatte, wurde das Knie bereits mehrmals operiert (
vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 123
Ziff.
9.1)
.
A
nlässlich der
klini
schen
Untersuchung durch
Dr.
P._
konnte
einzig
ein minimer Erguss ohne Überwärmung festgestellt werden
(vgl.
Urk.
5/132/2-137
S.
120
)
.
Zudem
gab
Dr.
P._
an
,
dass eine langandauernde körperliche Schonung
aufgrund
der
-
trotz Adipositas
-
erfreulich grossen Muskelmasse nicht abgeleitet werden könne (
Urk.
5/132/2-137 S. 124 unten). Schliesslich hätten sich
die im Juni 2014 erhobenen bildgebenden Befunde
im Vergleich zum MRI-Befund vom September
2012 deutlich gebessert
.
Es seien
lediglich leichte degenerative Ve
r
änderungen festzustellen
. Insbesondere sei das Knochenmarködem im lateralen
Kondylus
vollständig verschwunden und in der Hauptbelastungszone im Bereich der lateralen
chondralen
Läsion habe sich ein Regenerat gebildet
(vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 125 oben).
Der Beurteilung durch
Dr.
P._
lassen sich somit keine
Hinweise
entnehmen
, dass sich die Befunde bezüglich des linken Knies
verschlechtert hätten.
Seit der letztmaligen Beurteilung hinzugekommen sind
zwar
degenerative Verän
derungen an der LWS
mit mässigen
Osteochondrosen
L4/5 und L5/S1 mit
neuroforaminalen
Kontakten zu den Nervenwurzeln L5 beidseits mit möglicher Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits
,
allerdings
ohne Kompression.
Auf
grund der fehlenden
r
adikuläre
n
Zeichen
erachtete
Dr.
P._
die struktu
rellen Veränderungen der LWS als nicht besonders gravierend
(vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 125
Ziff.
10; S. 130).
Auch traten ab Juli 2015 repetitive Kontusions- und Distorsions-Traumata am linken Handgelenk auf, welche
– mit Verweis auf die Beurteilung durch
Dr.
med.
S._
(vgl. hierzu dessen Bericht
vom 1
4.
Oktober 2015,
Urk.
5/132
/
252-253
) -
ohne wesentliche strukturelle Läsionen geblieben seien (vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 124
Ziff.
10).
Entsprechend konnte
Dr.
P._
beidseitig
auch eine
aussergewöhnlich gute Handkraft
feststellen (
Urk.
5/132/2-137 S. 119).
In Anbetracht der
erhobenen
klinischen
und radiologischen
Befunde
(vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 118 ff.
S. 124 f.
)
sowie
des von der Beschwerdeführerin täglich absolvierten Sportprogramms – sie spaziere zwei Stunden mit dem Hund, verwende den Hometrainer regelmässig und mache eine halbe bis eine
ganze Stunde gymnastische Übungen (vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 124) –
ist die von
Dr.
P._
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit
plausibel und nachvollziehbar. Dabei sollte es sich um eine knieschonende und LWS-schonende Tätigkeit ohne Tragen und Heben von Lasten schwerer als 12.5 kg handeln.
Die bisherige Tätigkeit als
Podologin
sei eine
angepasste Tätigkeit
(vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 126 ff.
Ziff.
11.1-11.4
).
Folglich
ergibt sich aus somatischer Sicht
keine für die Annahme einer Invali
dität massgebende Veränder
ung.
5.3
Im Vordergrund stehen
vorliegend
die psychischen Beschwerden
der Beschwer
de
führerin
, wie
sie dies
auch selbst mehrmals erwähnte (vgl.
Urk.
5/139 S. 1;
Urk.
7
).
Der psychiatrische Gutachter
Prof.
O._
diagnosti
zierte
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig unter
psychophar
makologischer
Behandlung remittiert (ICD-10 F33.4), eine generalisierte Angst
störung (ICD-10 F41.1) sowie eine abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
5/133 S. 63
lit
. E
Ziff.
1).
Dabei hielt er fest, dass eine das psychopathologische Bild verstärkende und unterhaltende Interaktion durch die psychiatrischen Mehrfachdiagnosen vorliege, wobei insbesondere die abhängige Persönlichkeitsstörung die Angst
störung verstärke
. In Kombination mit der rezidivierenden depressiven Störung müsse daher von einer erhöhten Vulnerabilität und anhaltenden Reduktion der Dauerbe
lastbarkeit ausgegangen werden, welche sich auf die mittel- und lang
fristige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefü
hrerin auswirke (
Urk.
5/133 S. 60
). Dem
zufolge ging
er
von einer
40%igen
Ar
beitsunfähigkeit in den
bisherigen sowie angepassten
Tätigkeiten aus (
Urk.
5/133 S. 63
lit
. F
).
Dies
e Beurteilung von Prof.
O._
steht
überdies
im Einklang mit
der Ein
schätzung des behandelnden Psychi
aters PD
Dr.
M._
(vgl.
Urk.
5
/104 S. 2 f.).
5.4
Dabei
gilt
es
allerdings zu berücksichtigen,
dass bei Beeinträchtigungen des psy
chischen Gesundheitszustandes stets eine objektive Betrachtung des
Forder
baren
vorzunehmen is
t (vorstehend E. 1.1, 1.3)
und die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten obliegt, sondern den rechtsanwendenden Behörden.
Der Umstand, dass das Gutachten bezüglich der Darlegung der medi
zinischen Situation voll beweiskräftig ist, bedeutet nicht, dass auch die dortige Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit für die Belange der Invalidenversicherung ohne weiteres massgeblich ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berück
sichtigung sozialversicherungsrechtlicher Aspekte abzuweichen (BGE 140 V 193
E. 3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008 E. 3.3.1).
5.5
Die Beschwerdeg
egnerin verneinte das Vorliegen
eines invalidisierenden psychi
schen Gesundheitsschadens mit der Begründung, dass eine Verbesserung unter intensivierter fachärztlicher Behandlung anzunehmen sei, die Beschwerdeführe
rin einen regen Tagesablauf pflege, über
zahlreiche Ressourcen verfüge,
der Gesundheitsschaden lediglich als
mässiggradig
einge
stuft werde
und die
Per
sönlichkeitsstörung
in der bisherigen Erwerbsbiographie keinen negativen Ein
fluss gezeigt habe
(vgl.
Urk.
4 S. 2
).
Dem psychiatrischen Gutachten von Prof.
O._
ist ein hauptsächlich unauffäl
liger Psychostatus zu entnehmen. So könne der Rapport während der gesamten Exploration gut hergestellt und durchgehend gehalten werden. Es lägen keine quantitativen oder qualitativen Bewusstseinsstörungen vor und Störungen des Kurz- oder Langzeitgedächtnisses seien nicht objektivierbar. Obwohl die Beschwerdeführerin Konzentrationsstörungen beklage, könne die Aufmerksamkeit und Konzentration während der gut zweistündigen am Spät
nachmittag stattfindenden Exploration gut gehalten werden. Zudem könne die Beschwerdeführerin auch regelmässig selbst ein Fahrzeug lenken. Der formale Gedankengang sei in Kohärenz und Stringenz ungestört. Das inhaltliche Denken sei auf die psychosozialen Probleme konzentriert, könne jedoch frei flottieren. Es lägen keine Hinweise für Wahn oder Sinnestäuschung sowie Ich-Störungen vor. Soweit dies feststellbar sei, liege die kognitive Begabung im Normbereich. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin im Affekt gut spürbar und die
Schwin
gungsfähigkeit
sei nicht eingeschränkt. Auch die Freudfähigkeit und die Inte
ressen der Beschwerdeführerin seien nicht wesentlich eingeschränkt. Hingegen sei das Selbstwerterleben reduziert, wobei die subjektiven Klagen über Energie
losigkeit und Müdigkeit im Untersuch allerdings nicht nachvollzogen werden können. Auch die
von der Beschwerdeführerin
angegebenen täglichen
Panik
attacken
– es komme täglich zu etwa drei bis fünf Panikattacken während zirka fünf bis zehn Minuten, schwere Attacken träten dreimal pro Woche in der Dauer von zirka 45 Minuten auf (S. 49 f.) -
seien während der Untersuchung nicht
zu
beobacht
en gewesen
(vgl.
Urk.
5/133 S. 53
ff.
lit
. C
Ziff.
1).
Prof.
O._
hielt entsprechend auch lediglich einen
mässiggradigen
Gesundheits
schaden
fest, wobei die Beschwerdeführerin infolge der psychischen Störungen eine verminderte Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit aufweise
. Die
Funk
tionseinschränkungen
seien krankheitsbestimmt und nicht auf die vorhandenen psychosozialen Belastungsfaktoren zurückzuführen
(vgl.
Urk.
5/133 S. 61 oben).
Die Beschwerdeführerin verfügt
zudem
nach eigenen Angaben über ein gutes soziales Netzwerk und gute Freunde, wobei sie sich nicht sozial isoliert fühle
(vgl.
Urk.
5/133 S. 4
6 unten).
Auch schildert sie einen geregelten Tagesab
lauf
ohne wesentliche Einschränkungen.
So stehe sie jeden Morgen um 6.30 Uhr auf, frühstücke und nehme ihre Tabletten ein. Danach gehe sie für zirka 30 Minuten mit ihrem Hund spazieren.
Anschliessend dusche sie und fahre mit ihrer Mutter zu den Klienten zur Fusspflege, wobei sie
das
Auto
selbst lenke
. Die Fahrzeit zum ersten Klienten betrage zirka 30 Minuten. Die Behandlung werde von der Mutter ausgeführt, währenddessen sie sich mit den Kunden unterhalte. Sie erle
dige dann die Desinfektion und spreche neue Behandlungstermine ab. Nach zirka 3.5 Stunden Arbeit fahre man nach Hause und nehme gemeinsam mit dem Vater das Mittagessen ein. Nachdem die Küche aufgeräumt sei, gehe sie mit dem Hund eine Stunde spazieren und lege sich danach für 1.5 Stunden hin. Anschliessend erledige sie für zwei bis drei Stunden die Haus- und Büroarbeit. Sie gehe danach erneut für etwa 30 Minuten mit dem Hund spazieren. Nach dem gemeinsamen Abendessen ziehe sie sich zurück, mache für zirka 45
Minuten Krafttraining und gehe gegen 20.00 bis 20.30 Uhr ins Bett (vgl.
Urk.
5/133 S. 51
Ziff.
2.3). Prof.
O._
wies daher im Hinblick auf die Konsistenz auch auf eine ungewöhnliche Diskrepanz zwischen dem privaten Aktivitätsniveau und der privaten Belastbarkeit sowie der beruflichen Leis
tungsfähigke
it hin (
vgl.
Urk.
5/133 S. 62 unten) und hielt des Weiteren fest,
dass die Beschwerdeführerin mit ihrer unterstützenden Familie, dem erlernten Beruf und der mindestens durchschnittlichen Intelligenz
über
grosse Ressourcen
verfüge
, welche sie allerdings ungenutzt lasse (vgl.
Urk.
5/13
3 S. 52
Ziff.
2.4).
Dem rheumatologischen Gutachten von
Dr.
P._
ist überdies zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin im Oktober 2015 zwei Wochen mit ihren Eltern in der Türkei in den Ferien gewesen sei, wobei das Baden im Mittelmeer ihre Kniebeschwerden gelindert h
abe
. Zudem plane sie während Sil
vester/Neu
jahr 2016 mit ihren Eltern mit dem Bus nach
T._
zu reisen und ihr Knie mit Fango behandeln zu lassen (vgl.
Urk.
5/132/2-137 S. 115).
Demgegenüber ging Prof.
O._
allerdings auch von einem
chronifizierten
Störungsbild aus, wobei er diese Aussage
wiederum
dadurch relativierte, dass von einer Besserungsmöglichkeit durch
eine
konsequente psychotherapeutische Behandlung und psychopharmakologische Intervention ausgegangen werden müsse (vgl.
Urk.
5/133 S. 64
lit
. G).
Die Behandelbarkeit eine
r
psychischen Stö
rung sagt für sich allein betrachtet indessen nichts über deren invalidisierenden Charakter aus (BGE 127 V 294 E. 4c).
Da
die
psychiatrischen Konsultationen
nur
zweim
al im Monat stattfänden
(
Urk.
5/133 S. 52
Ziff.
2.5),
empfahl
Prof.
O._
eine Intensivierung der Psychotherapie mit anfänglich wöchentli
cher Frequenz
sowie
eine
Steigerung der Einnahmemenge des
Lamotrigin
s
, da der diesbezügliche Blutserumspiegel unter dem Wirkungs
bereich liege (
Urk.
5/133 S. 62; vgl. auch
Urk.
5/132/2-137 S. 122 unten). Es lägen allerdings keine Hin
weise für eine
Malcomplianc
e
vor (
Urk.
5/133 S. 64
lit
. G), weshalb die allfällig noch auszubauende und zu optimierende Therapie nicht der Beschwerdeführerin angelastet werden kann.
Angesichts der objektiv unauffälligen Befundlage, dem hohen Aktivitätsniveau sowie der ungenutzten Ressourcen ist
es indessen
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines invalidisierenden
Gesundheitsscha
dens
verneinte. Der Beschwerdeführerin ist es
demnach
bei objektiver Betrach
tungsweise trotz des psychischen Leidens zumutbar, ihre Arbeitsfähigkeit voll
umfänglich zu verwerten.
5.6
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass in somatischer Hinsicht gestützt auf die gutachterliche Beurteilung
durch
Dr.
P._
von einem im Wesentli
chen unveränderten Gesundheitszustand auszugehen
und die Beschwerdeführe
rin sowohl in der bisherigen Tätigkeit als
Podologin
als auch in einer
behinde
rungsangepassten
, knieschonenden sowie LWS-schonenden
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist
.
Dem psychischen Leiden kommt kein invalidisierender Charak
ter zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.--
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzuerle
gen.