# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d7671269-1dc6-46d1-8426-206e1bca3d62
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 20
I. Sachverhalt
A. Mit Kaufvertrag vom 30. September 2008 erwarb X. von der Y. einen Camper Fiat Ducato 2.3 JTD Carthago Chic T 44 zum Preis von Fr. 110‘700.--. Im Titel dieses Vertrages wurde das Wort „Neuwagen“ gestrichen und durch „Miet- Vorführwagen“ ersetzt. Integrierender Bestandteil des Kaufvertrages bildete die von den Parteien ebenfalls unterzeichnete Offerte vom 30. September 2008. Danach errechnete sich der Kaufpreis aus dem „Total Neuwagenpreis inkl. 7.6 % Mwst.“ von Fr. 140‘120.-- abzüglich der Abschreibung für eine Mietsaison von Fr. 28‘120.--. Von dem sich so ergebenden „Total Preis als Miet-/Vorführwagen per November 2008“ wurden weiter 70% der Mietkosten abgezogen - X. hatte den Camper vom 22. September bis zum 29. September 2008 gemietet. Vereinbarungsgemäss hatte das Fahrzeug sodann eine zweijährige Vollgarantie ab der ersten Inverkehrsetzung vom 11. April 2008 sowie eine zehnjährige Dichtheitsgarantie auf dem Aufbau ab demselben Zeitpunkt. Am 18. Oktober 2008 holte X. den Camper ab. In den folgenden Monaten musste das Fahrzeug mehrfach repariert werden. Von einer von X. zu diesem Zweck unter anderem aufgesuchten Fiatvertretung im Kanton A. wurde festgestellt, dass die Fiatgarantie bereits am 27. April 2006 zu laufen begonnen hatte und das Wohnmobil bereits im Februar 2008 mehrfach repariert worden war.
B. Mit schriftlicher Bestätigung vom 28. April 2009 teilte die Y. X. mit, der Camper sei neu gekauft und dann eine Saison lang vermietet worden. Beigelegt wurde eine Bestätigung der B. als Hersteller des Campers, wonach es sich beim besagten Fahrzeug zum Zeitpunkt dessen Auslieferung an die Y. um ein Neufahrzeug gehandelt habe, welches weder in Benutzung gewesen sei noch eine Erstzulassung besessen habe. Am 6. Juli 2009 erfuhr X., dass der Camper bereits am 5. Dezember 2006 der Y. ausgeliefert worden war, der Garantiebeginn auf den 11. Februar 2008 terminiert war und es sich beim Fahrzeug ausserdem um ein Modell 2007 handelte. Mit Schreiben vom 17. Juli 2009 teilte X. der Y. unter anderem mit, betreffend des Alters des Fahrzeugs und der zugesicherten Eigenschaften desselben behalte er sich eine Reduktion des bezahlten Preises vor, denn die Angaben würden nicht mit dem wirklichen Zustand des Fahrzeugs übereinstimmen.
C. Nachdem X. die Y. mit Zahlungsbefehl vom 25. September 2009 über Fr. 9‘000.-- nebst Zins von 5% seit dem 30. September 2008 betrieben hatte und im Anschluss an diverse Korrespondenz sowie die Einholung eines Privatgutachtens durch X., wonach der Camper zu teuer verkauft worden war, konnten sich die
Seite 3 — 20
Parteien über den Beginn der Garantiefrist einigen. Im Übrigen blieb eine Einigung hingegen aus.
D. Am 21. Januar 2010 (Druckdatum) stellte die Y. X. zwei Rechnungen über Fr. 172.15 sowie Fr. 2‘203.10 für einen Dichtigkeitstest beziehungsweise die Reparatur eines Heckteils. Während die erste Rechnung beglichen wurde, bestritt X. den zweiten Rechnungsbetrag über Fr. 2‘203.10 und verlangte mehrmals eine spezifizierte Beschreibung der in Rechnung gestellten Arbeiten sowie eine Erläuterung, welche Arbeiten betreffend Abdichtung vorgenommen worden seien.
E. Mangels einvernehmlicher Lösung reichte X. am 13. August 2010 beim Kreisamt C. ein Vermittlungsbegehren ein. Nach erfolgloser Sühneverhandlung vom 20. September 2010 bezog er am 1. Dezember 2010 den Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 9‘000.00 nebst Zins zu 5% seit 30. September 2008 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Die Klage sei, soweit darauf eingetreten werden kann, abzuweisen.
2. Widerklageweise sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten CHF 2‘203.10 nebst Zins von 5% seit dem 1. Februar 2010 zu bezahlen.
3. Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers.“
F. Mit Prozesseingabe vom 3. Januar 2011 prosequierte X. die Streitsache an das Bezirksgericht D.. Dabei hielt er an den anlässlich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. Für den Fall, dass das von ihm eingeholte Privatgutachten vom 11. November 2009 bestritten werden sollte, beantragte er weiter die Einholung einer Expertise zur Ermittlung des Minderwertes des Campers. In ihrer Prozessantwort und Widerklage vom 18. März 2011 hielt die Y. ebenfalls an ihren anlässlich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. Am 19. April 2011 reichte X. eine Widerklageantwort und Stellungnahme ein. Die Y. verzichtete am 23. Mai 2011 auf eine weitere Stellungnahme.
G. In seiner Verfügung vom 17. August 2011, mitgeteilt am 19. August 2011, hielt der Bezirksgerichtspräsident D. unter anderem fest, betreffend der Grundsatzfrage, ob die kaufrechtliche Gewährleistungspflicht greife oder nicht, respektive ob die Widerklage ausgewiesen sei, werde eine Vorverhandlung durchgeführt. Sollte das Bezirksgericht die kaufrechtliche Gewährleistungspflicht
Seite 4 — 20
bejahen, werde betreffend der Frage nach dem Minderwert des Fahrzeuges eine Expertise eingeholt. Nachdem X. gegen diese Verfügung Beschwerde an den Bezirksgerichtsausschuss D. ergriffen hatte, präzisierte der Bezirksgerichtspräsident am 25. August 2011 seine Verfügung vom 17. August 2011 dahingehend, dass gestützt auf Art. 94 GR-ZPO eine Gerichtsverhandlung angesetzt werde.
H. Mit Entscheid vom 22. November 2011, mitgeteilt am 14. Februar 2012, erkannte das Bezirksgericht D. wie folgt:
„1.Die Klage wird abgewiesen.
2. In Gutheissung [recte: teilweiser Gutheissung] der Widerklage wird der Kläger und Widerbeklagte verpflichtet, der Beklagten und Widerklägerin CHF 2‘203.10 nebst Zins zu 5% seit 23. März 2010 zu bezahlen.
3. Die Kosten des Bezirksgerichts D., bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 3‘400.00
- einem Streitwertzuschlag von Fr. 180.00
- einer Schreibgebühr von Fr. 648.20
- Barauslagen von Fr. 171.80
total somit Fr. 4‘400.00
gehen zu Lasten des Klägers, welcher die Beklagte überdies ausseramtlich mit Fr. 8‘998.55 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat.

## Considerations