# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4c26e24e-4d7d-41a9-94ad-da5d7a97f49a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, meldete sich am 30. Oktober 1996 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2)
, wobei d
ie
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 11. Mai 1998 einen Rentenanspruch der Versicherten
verneinte
(Urk. 9/27). Dieser Ent
scheid wurde sowohl vom hiesigen Gericht (Urteil vom
4. Januar 2000, Urk. 9/39) als auch vom Bundesgericht (Urteil vom 4. September 2000, Urk. 9/58) bestätigt.
1.2
Am 10. Februar 2000 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes sowie die Folgen eines am 2
2.
April 1999 erlittenen Auffahrunfalles erneut bei der IV-Stelle zum Rentenbezug an (Urk. 9/42
-43
).
Mit Verfügung vom 4. Mai 2001 sprach die IV-Stelle de
r
Versi
cherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab 1.
April 1999 eine ganze Rente zu (Urk. 9/69).
Am
14. Juli 2005 teilte
die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk.
9/87
).
1.
3
Nach Eingang eines am
17. September 2010
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
9/92
)
teilte die IV-Stelle der Versicherten zunächst am 21. Februar 2011 mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 9/99). Nach einer Intervention des behandelnden Neuropsychologen
lic
. phil.
Z._
, Fachpsychologe für Psychotherapie (Urk. 9/100)
,
holte
die IV-Stelle unter anderem bei
der
A._
ein
polydisziplinä
res
Gutachten ein, das am
31. Dezember 2011
erstattet
wurde (Urk.
9/107)
. Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9/116-117, Urk. 9/121
)
, in dessen Rahmen eine Ergänzung zum
A._
-Gutachten eingeholt wurde (Urk. 9/123)
, hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Januar 2013 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 9/127). Nachdem die
Versicherte
am 28. Januar 2013 telefonisch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt hatte (Urk. 9/129), erliess die IV-Stelle am 6. Februar 2013 eine neue rentenaufhebende Verfügung und hob da
mit die Verfügung vom 22. Januar 2013 wiedererwägungsweise auf (Urk. 9/132 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
11. März 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
6. Februar 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und es sei ihr weiterhin im gleichen Umfangs die Rente auszurichten
(
Urk. 1
S. 2
Ziff. 1
)
. Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
April 2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 8), was der Versicherten am 23. Mai 2013 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Verwaltung hat die massgeblichen Gesetzesbestimmungen über die Voraus
setzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), die Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleiches (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) sowie die Voraussetzungen zur Herabsetzung oder Aufhe
bung einer Rente (Art. 88a Abs. 2 und Art. 88
bis
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IV
V) zutreffend dargelegt (Urk. 2
S. 1
), weshalb mit nachstehenden Ergänzungen darauf verwiesen werden kann.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demje
nigen zur Zeit der streitigen
Revi
sionsverfügung
(BGE 105 V 29).
Fehlen
die
in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Rentenver
fügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die
Verwal
tung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
genstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zu
rückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergan
gene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 6. Februar 2013 (Urk. 2) ging die
Beschwer
degegnerin
davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwer
deführerin
wesentlich verbessert habe. Die früher diagnostizierte mittel
schwere depressive Episode sei nicht mehr vorhanden und es sei ihr eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zumutbar (S. 2). Das Gutachten sei plausi
bel und in jeder Hinsicht nachvollziehbar, so dass darauf abgestellt werden könne. Die aufgrund der Ultraschallbefunde neu gestellte Diagnose habe keinen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit, weitere Abklärungen seien nicht angezeigt (S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin führte aus,
das
A._
-Gutachten sei in sich wider
sprüch
lich und beruhe nicht auf allseitigen Untersuchungen. Insgesamt handle es sich lediglich um eine Neubeurteilung desselben medizinischen Sachverhaltes und somit nicht um eine revisionsbegründende Tatsachenänderung. Unbestrit
ten sei, dass sie schon aus rein rheumatologischen Gründen für schwere Arbei
ten zu 100 % arbeitsunfähig sei. Strittig jedoch sei, ob sie aus psychischen Gründen im Sinne einer Verbesserung des Gesundheitszustandes neu zu 100 % für eine angepasste Tätigkeit arbeitsfähig sei
(Urk. 1 S. 8 f.
lit
. C.1)
.
Sie sei 56 Jahre alt und beziehe seit 13 Jahren
eine ganze Rente, weshalb sie Anspruch auf Wiedereingliederungsmassnahmen habe. Die Verwertung eines medizinisch-theoretischen Leistungspotentials mittels Eigenanstrengung sei aufgrund des komplexen Beschwerdebildes, des Krankheitsverlaufs und diverser
Aktenein
trä
ge
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht möglich
und es sei ihr des
halb vorderhand weiterhin die Rente auszurichten, bis mit Hilfe medizinischer reha
bilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoretische
Leis
tungspotenzial
ausgeschöpft werden könne. Auf diesen Antrag sei die
Be
schwerdegegneri
n
nicht eingetreten und habe
damit das Gebot des rechtli
chen Gehörs
verletzt
. Insbesondere hab
e
die Beschwerdegegnerin auch die
Wie
der
eingliederungsressourcen
der Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend ab
ge
klärt (S. 9
lit
. C.2).
2.3
Strittig und zu
prüfen ist damit
, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit der letzten Revision im Jahre 2005
in relevanter Weise
verbes
sert hat.
3.
3.1
Der behandelnde Psychologe
Z._
nannte in seinem Bericht vom 3. Februar 2000 folgende Diagnosen (Urk. 9/41 S. 5):
Anpassungsstörung mit ausgeprägten Ängsten und schwerer
chronifi
zierter
depressiver Symptomatik
Somatisierungsstörung
posttraumatische Belastungsstörung
Die Beschwerdeführerin sei derzeit aus psychiatrischer Sicht zu 70 % arbeitsun
fähig. Die Symptomatik sei Ausdruck eines über Jahre andauernden
psycho
vegetativen
Spannungszustandes, einer erhöhten Angst und der daraus resultie
renden hypochondrischen Neigungen. Die therapeutische Beeinflussung der Störung sei aufgrund der
Chronifizierung
der Krankheitssymptomatik sehr schwierig, es müsse sicherlich mit einem sehr langen Krankheitsverlauf gerech
net werden (S. 5 unten).
Im Wesentlichen dieselben Angaben machte
Z._
auch in seinem Bericht vom 5. März 2000
(Urk. 9/50).
3.2
Der Hausarzt
Dr.
med.
B._
, Innere Medizin FMH, nannte in sei
nem Bericht vom 17. Februar 2000 folgende Diagnosen (Urk. 9/47 Ziff. 3):
Fibromyalgie
-Syndrom
chronisches
Panvertebralsyndrom
mit
Fehlform
der Lendenwirbelsäule (LWS) und muskulärer
Dysbalance
sch
w
ere chronische depressive Episode
Status nach Distorsionstrauma
der Halswirbelsäule (HWS) am 22. April 1999 und posttraumatische Kopfschmerzen
Nierenbecken-Ausgussstein links mit Status nach zweimaliger erfolglo
ser Lithotripsie
Seit Juli
1997 sei
die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.5). Leichtere Hausarbeiten könne sie zeitweilig verrichten, dürfte jedoch auch da auf fremde Hilfe angewiesen sei
n
(S. 3
lit
. c).
3.3
Am 22. November 2000 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der
Beschwer
degegnerin
in der Medizinischen Abklärungsstelle der
C._
(
Medas
) polydisziplinär
(internistisch, rheumatologisch, neurolo
gisch und psychiatrisch)
begutachtet. In ihrem Gutachten
vom 31. Dezember 2000 (Urk. 9/60) nannten die verantwortlichen Ärzte folgende Diagnosen (S. 12 Ziff. 5.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
generalisiertes Schmerzsyndrom lumbal und zervikal betont mit unspezi
fischer Ausstrahlung in die Beine, strukturell ohne zuordnendem Korre
lat
generalisierte
Tendomyopatie
Spannungskopfschmerzen mit
migräniformer
Komponente
Status nach HWS-Distorsion bei Autounfall am 22. April 1999
In ihrem angestammten Beruf als
Mikrochip
s
löterin
als auch in ihrer Tätigkeit als Hausfrau sei die Beschwerdeführerin hauptsächlich aufgrund der anhalten
den
somatoformen
Schmerzstörung in Kombination mit der mittelschweren De
pression zu 50 % arbeitsunfähig (S. 13 Ziff. 6.1.2). Der Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsunfähigkeit könne nicht konklusiv beurteilt werden. Aktenkundig sei jedoch, dass die Diagnose einer depressiven Episode mittleren Grades bereits vor dem Unfallereignis bestanden habe und rezidivierende
arbeitsunfähigkeitsbe
gründende
depressive Episoden im Vorfeld bestanden hätten (S. 13 Ziff. 6.1.3).
In sämtlichen, dem Bildungsstand der Beschwerdeführerin angepassten leichten Verweistätigkeiten ohne Überkopfarbeiten, ohne repetitiv stereotype Bewegun
gen, ohne gebückte Tätigkeiten und ohne Heben von Lasten über 10 kg sowie
als Hausfrau erscheine eine 50%ige Arbeitstätigkeit zumutbar (S. 13 Ziff. 6.1.4). Der jetzige Zustand sei durch eine konsequente medikamentöse und
psycho
the
rapeutische Behandlung besserungsfähig. Es werde dringend eine Wieder
auf
nah
me
und konsequente Dosisanpassung einer antidepressiven Medikation sowie eine intensive psychotherapeutische Behandlung empfohlen (S. 14 Ziff. 6.1.5).
3.
4
Am 8. Juni 2005 führte Dr.
B._
aus, der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin sei stationär und die Diagnosen hätten sich nicht verändert (Urk. 9/84 Ziff. 1-2). Die Beschwerdeführerin sei psychisch ausgeglichener und habe sich offenbar an ihre neue Lebenssituation gewöhnt. Ausserdem seien ihre Kinder inzwischen erwachsen und selbständig, so dass sie körperlich weniger gefordert werde und auch finanziell weniger Sorgen habe. Dadurch sei es ihr auch möglich, wiederholt zu Kurzkuren nach
D._
zu reisen, wo sie für relativ wenig Geld gute Kuren machen könne, was
ihr stets vorübergehende
Besserung bringe. Andererseits sei sie aber nach wie vor stark behindert, sie könne keine grösseren Einkäufe alleine betätigen, nicht Staub saugen, nicht lange
s
tehen und
s
itzen und auch nicht lange
l
iegen (Ziff. 3).
Angaben zur Ar
beitsfähigkeit machte Dr.
B._
keine.
3.5
Die behandelnde Neurologin
Dr.
med.
E._
, Spezialärztin Neurolo
gie, hielt am 11. Juli 2005 fest, der Gesundheitszustand sei stationär und die Diagnosen unverändert (Urk. 9/85/3 Ziff. 1-2). Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte Dr.
E._
jedoch keine.
4.
4.1
In ihrem Bericht vom 6. November 2010 (Urk. 9/95) diagnostizierten
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie
Z._
anamnestisch eine Anpassungsstörung mit Ängsten und Depression, gegenwär
tig noch leichte depressive Episode (Ziff. 1.1). Die Behandlung umfasse zwei bis drei Sitzungen im Jahr (Ziff. 1.5). Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe wahr
scheinlich nur noch eine geringe Arbeitsunfähigkeit. Zur somatischen Seite könne keine Stellung genommen werden (Ziff. 1.6). Sie hätten die Beschwerde
führerin in den letzten Jahren kaum gesehen, weshalb eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung vorgeschlagen werde (Ziff. 1.11).
4.2
Der aktuelle Hausarzt
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 3. Januar 2011 (Urk. 9/96) bei im Wesentlichen un
veränderten Diagnosen (Ziff. 1.1) fest, die Beschwerdeführerin werde medika
mentös und psychologisch behandelt (Ziff. 1.5). Eine Besserung sei dennoch
nicht zu erwarten (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6).
4.3
Am 28. September 2011,
3.
sowie 14. Oktober 2011 wurde die Beschwer
de
füh
re
rin im Auftrag der Beschwerdegegnerin durch die Ärzte der
A._
internis
tisch, psychiatrisch sowie rheumatologisch begutachtet (Urk. 9/107 S. 2).
In ihrem Gutachten vom 31. Dezember 2011 nannten die verantwortlichen Ärzte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
17 Ziff. 6.1):
Widespread
-
Pain
-Syndrom
Panvertebralsyndrom
mit Ausstrahlung in die gesamte obere und untere Extremität beidseits
Linkskonvexe LWS-Skoliose, muskuläre
Dysbalance
/
De
kondi
tionie
rung
Osteochondrose
HWK4/5, 5/6, 6/7;
Spondylosis
deformans
L5/S1
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte sodann (S. 17 Ziff. 6.2):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Low dose-
Benzodiazepinabhängigkeit
chronische Kopfschmerzen
Differentialdiagnose Spannungskopfschmerz, im Rahmen des
Wides
pread
Pain
Syndroms,
analgetik
a
assoziiert
Diabetes mellitus Typ 2 bei Metabolischem Syndrom
Dyslipidämie
, Adipositas Grad I
Aufgrund der objektivierbaren degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule bestehe für körperlich schwere Arbeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Für mittelschwere und leichte körperliche Tätigkeiten, wie auch die letztmalig aus
geübte Tätigkeit als
Mikrochipslöterin
, bestehe hingegen eine volle Arbeitsfä
higkeit. Die vormals beschriebene mittelschwere Depression, die im Rahmen der letztmaligen Begutachtung zu einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt habe, sei aktuell nicht mehr nachweisbar. Es bestehe aktuell keine die Arbeits
fähigkeit einschränkende psychiatrische Diagnose (S. 19 Ziff. 7.2-3). Wann es zu einer Verbesserung des depressiven Zustandsbildes gekommen sei, könne nicht genau festgelegt werden. Die abnehmende Frequenz der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung in den letzten Jahren führe zur Vermutung, dass die Verbesserung in den Jahren zwischen 2005 und 2010 schrittweise ein
getreten sei. Da der genaue Zeitpunkt nicht bestimmt werden könne, gelte die verbesserte Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt des jetzigen Gutachtens (S. 19 Ziff. 7.4). Es werde die Fortsetzung der
detonisierenden
und kräftigenden Physi
otherapie und Instruktion, eine analgetisch-medikamentöse Therapie sowie die Fortsetzung der psychiatrischen Pharmakotherapie empfohlen
, um eine weitere
Abnahme der Arbeitsfähigkeit zu verhindern bzw. die aktuelle Arbeitsfähigkeit zu erhalten (S. 19 Ziff. 7.5).
4.4
Auf entsprechende Rückfrage der Beschwerdegegnerin
führten die Ärzte de
r
A._
am
6.
November 2012 (Urk. 9/123) aus, die Untersuchungsmethode des Psychiaters sei grundsätzlich das Gespräch, körperliche Untersuchungen seien dem Internisten und Rheumatologen vorbehalten. Testpsychologische Untersu
chungen sodann seien für eine psychiatrische Evaluation nicht zwingend und würden lediglich bei klarer Indikation durchgeführt. Bei den vorliegend zur Dis
kussion stehenden Diagnosen sei eine testpsychologische Zusatzuntersuchung von wenig Nutzen und entsprechend nicht durchgeführt worden (S. 1
Ziff.
8).
Im Weiteren sei nicht zutreffend, das
s
die früheren psychiatrischen Diagnosen nun einfach unter
den
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufge
listet worden seien und es sich somit um eine Neubeurteilung des gleichen Sachverhaltes handle. Die für die
Rentenzusprache
entscheidende Diagnose einer Depression sei zum Zeitpunkt des Gutachtens gerade nicht mehr erfüllt gewesen, es handle sich um eine andere Sachlage (S. 2).
5
.
5.1
Im Jahre 2001 wurde der Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab 1. April 1999
eine ganze Rente zugesprochen
, dies gestützt auf das
Medas
-Gutachten, in wel
chem die Arbeitsfähigkeit aufgrund des als behandelbar und besserungsfähig eingestuften Gesundheitszustandes sowohl in der bisherigen als auch in einer angestammten Tätigkeit auf 50 % festgelegt wurde (vgl. vorstehend E. 3.3).
Die Beschwerdegegnerin führte zu dieser Einschätzung am 5. Februar 2001 aus, das Gutachten erlaube nur eine Interpretation, nämlich Erwerbsunfähigkeit und fehlende Eingliederungsfähigkeit. Die rheumatologische Arbeitsfähigkeit er
scheine zumutbar und Berufsberatung/Arbeitsabklärung solle erfolgen, falls die antidepressive Therapie anschlage. Das besage zweifelsfrei, dass bis auf
w
eiteres keine Eingliederungsfähigkeit vorliege
. Es sei auch keinem Arbeitgeber zumut
bar, eine depressive Arbeitnehmerin anzustellen (Urk. 9/61 S. 2).
Diese Beurteilung kann nur als weder nachvollziehbar noch überzeugend qualifi
ziert werden. Aus der Gesamtbeurteilung des
Medas
-Gutachtens ergibt sich zweifelsfrei, dass sowohl im angestammten Beruf als auch in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit eine Arbeitstätigkeit von 50 % als zumutbar erachtet wurde (Urk. 9/60 S. 13 Ziff. 6.1.2 und 6.1.4).
Die ursprüngliche
Rentenzuspra
che
, welche im Weiteren ohne Durchführung eines Einkommensvergleiches erfolgte, ist daher als
zweifellos unrichtig zu qualifizieren.
5.2
Ebenfalls als zweifellos unrichtig muss sodann die erste Rentenrevision im Jahre 2005
qualifiziert werden
, erfolgte diese doch gestützt auf Verlaufsberichte des Hausarztes Dr.
B._
(vgl. vorstehend E.
3.4)
sowie der behandelnden Neurologin Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.5)
, welche sich jedoch beide nicht zur Restarbeitsfähigkeit geäussert hatten.
Dementsprechend wurde auch im Rahmen der ersten Rentenrevision kein Einkommensvergleich durchgeführt (vgl. Feststellungsblatt vom 13. Juli 2005, Urk. 9/86).
5.3
Damit erweis
en
sich sowohl die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Jahre 2001 als auch die
erste
Rentenrevision im Jahre 2005 als zweifellos unrichtig, so dass eine erneute Beurteilung des Anspruchs bereits aus diesem - substituierten - Grund zulässig ist.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt damit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeit
punkt der Rentenrevision im Jahre 2013.
6.2
Zunächst ist bezüglich der Kritik der Beschwerdeführerin am
A._
-Gutachten festzuhalten, dass
dieses
die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend
E. 1.4
) vollumfänglich erfüll
t
.
Gegen das
A._
-Gutachten wandte die Beschwerdeführerin insbesondere ein, die Abklärung beim Psychiater sei einmalig erfolgt und sie sei dabei lediglich befragt, nicht untersucht worden (Urk. 1 S. 4 Ziff. 6). Das Gutachten insgesamt sei widersprüchlich und beruhe nicht auf allseitigen Untersuchungen. Es fehle gänzlich an Testresultaten bezüglich Erfahrungswerten für eine behauptete Ver
besserung der Depression wie auch an fremdanamnestischen Auskünften (Urk. 1 S. 8
lit
. C.1).
Hierzu ist darauf zu verweisen, dass es letztlich
der Fachkompetenz des begut
achtenden Psychiaters überlassen ist, wie er die Exploration im Einzelnen durchführt. Zu verweisen ist auf die bereits erwähnte bundesgerichtliche Rechtsprechung, welche ausdrücklich darlegt, welchen Anforderungen ein Gut
achten zu genügen hat (BGE 125 V 352 E. 3a sowie Urteil des Bundesgerichts in Sachen M. vom 26. Mai 2008, 9C_55/2008; vgl. vorstehend E.
1
.4). Auch die
Tatsache, dass das
Gutachten lediglich auf einem Gespräch beruht
,
spricht
nicht für eine oberflächliche Abklärung, zumal der Zeitaufwand für eine psychiatri
sche
Untersuchung in weiten Grenzen schwankt (Urteil des
Bundes
gerichts in Sachen S. vom 1
3.
Juni 2006, I 58/06 E. 2.2).
Wie die
A._
-Gutachter sodann zu Recht ausführten, ist die Untersuchungsmethode des Psychiaters grundsätz
lich das Gespräch (vgl. vorstehend E. 4.4).
Soweit die Beschwerdeführerin weiter bemängelt, dass keinerlei Tests betreffend Resultate für die Erkenntnis einer psychischen Erkrankung durchgeführt worden seien, ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung festzuhalten, dass für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens einzig eine fachärzt
lich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem verlangt wird (BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6),
den Fachärzten jedoch nicht vorgeschrieben wird, wie sie bei der Exploration vorzu
gehen haben.
Die
A._
-Gutachter begründeten zudem nachvollziehbar, weshalb auf entsprechende Testverfahren verzichtet wurde (vgl. vorstehend E. 4.4).
Selbst das gänzliche Fehlen einer Fremdanamnese mindert den Beweiswert eines Gutachtens nicht. Eine Fremdanamnese mag zwar häufig wünschenswert sein, ist aber nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts in Sachen K. vom 22. Mai
2007, I 305/06, E. 3.2).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann somit vollumfänglich auf das
A._
-Gutachten abgestellt werden und der medizinische Sachverhalt ist als dahingehend erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin seit der Begut
achtung im Oktober 2011 für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig ist.
Diese Einschätzung
wird
im Übrigen auch
durch den
Bericht von Dr.
F._
sowie
Z._
gestützt
, welche am
6.
November 2010 festhielten, aus rein psychiatrischer Sicht bestehe wahrscheinlich nur noch eine geringe Arbeitsun
fähigkeit (vgl. vorstehend E. 4.1).
7.
7.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Ein
schränkungen mittels Einkommensvergleich.
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG ist dieser aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Valideneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei un
veränderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweis), wobei für die Vornahme des Einkommensvergleiches grundsätz
lich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt der mutmasslichen Rentenaufhebung, mithin auf das Jahr 2013, abzustellen ist (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdeführerin absolvierte keine berufliche Ausbildung (Urk. 9/2 Ziff. 5.2)
und war in den Jahren 1974 bis 1994 in verschiedenen Branchen tätig, insbesondere im Service sowie als Hilfsarbeiterin in der Industrie (Urk. 9/9/3 Ziff. 3.1). Nachdem sie
zudem
vor der ersten Anmeldung bei der Invalidenversi
cherung im Jahre 1996 während gut zweier Jahre arbeitslos war (Urk. 9/2 Ziff. 5.3.1)
, ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von den
Tabellenlöh
nen
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) auszugehen. Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten
Zent
ralwert
(Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2010 belief sich der mittlere Lohn für Frauen, die Hilfsarbeiten ausführen, im Jahre 2010 auf monatlich Fr. 4‘225.-- (LSE 2010, Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2012, TA1, Total, Niveau 4), mithin Fr. 50‘700.-- im Jahr (Fr. 4‘225.-- x 12). Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnerhöhung
(Schweizerischer
Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Frauen, Stand 2010: 2579, Stand 2013: 2648;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung
) sowie einer wöchentlichen Arbeitszeit
von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit
und Erwerb, Erwerbs
tätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) ergibt dies ein Jahreseinkommen von
rund
Fr. 54‘26
9.--
(Fr. 50‘700.-- : 2579 x 2648 : 40 x 41.7).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E.
3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1).
Nachdem die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 1994 nicht mehr erwerbstätig ist (vgl. Urk. 9/2 Ziff. 5.3.1), ist auch für die Ermittlung
des
Invalideneinkom
mens
auf den Tabellenlohn
für Hilfsarbeiten
in der Höhe von Fr. 4‘225.-- abzu
stellen (LSE 2010, Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2012, TA1, Total, Niveau 4)
. Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung sowie einer wöchentli
chen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich wie oben dargelegt ein Jahresein
kommen von
rund
Fr. 54‘26
9.--
(vgl. vorstehend E. 7.2).
7.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Abzug von 15 % vor und begründete dies mit der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin während über zehn Jahren
aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden und auch aufgrund des Alters ein
Wieder
einstieg
erschwert sei (Urk. 9/119). Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden und die Beschwerdeführerin machte denn auch keinen höheren Abzug geltend.
7.5
Bei einem Abzug von 15 % beträgt das Invalideneinkommen rund Fr. 46‘129.-- (Fr. 54‘269.-- x 0.85; vorstehend E. 7.3). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 54‘269.-- (vorstehend E. 7.2) ergibt sich somit eine Einkommensbusse von Fr. 8‘140.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 14.99 % entspricht.
8.
8.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Ulrich Meyer, Rechtsprechung zum IVG,
2.
Auflage, Zürich 2010, S. 383). Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechen
der Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann.
In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach lang
jährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungs
fähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Es können im Ein
zelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vor
handenen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwer
tung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010, E. 4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26.
April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiederer
wä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicher
ten
Personen, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (E.
3.3).
Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass solche versicherte Personen aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der dar
aus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selber wieder einzu
gliedern.
Dies führt zwar für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Rente grundsätzlich erst nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 vom 26.
April 2011, E.
3.5).
8.2
Im Zeitpunkt der Renteneinstellung war die Beschwerdeführerin 57 Jahre alt und bezog seit 14 Jahren eine ganze Rente. Damit fällt sie unter den vom Bun
desgericht besonders geschützten
Bezügerkreis
.
Nach Eingang des
A._
-Gutachtens vom 31. Dezember 2011, in welchem für körperlich leichte und mittelschwere Arbeiten eine volle Arbeitsfähigkeit für zumutbar erachtet wurde (vgl. E. 4.3), lud die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Januar 2012 zu einem persönlichen Gespräch
betreffend
Eingliederungsberatung ein (Urk. 9/110). Nachdem
die Beschwerdeführerin
unentschuldigt nicht erschienen war, forderte die Beschwerdegegnerin
sie
am 22. März 2012
mittels Einschreiben
erneut
zu einem Gespräch ein und wies
ausdrücklich
darauf hin, dass die Leistungen gekürzt werden können, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Einglie
de
rung ins Erwerbsleben widersetzt,
sowie
dass im Falle eines erneuten Nicht
er
scheinens die Abklärungen eingestellt würden und über den Anspruch auf berufliche Massnahmen aufgrund der vorliegenden Akten entschieden werde, wobei mit einer Abweisung gerechnet werden müsse
(Urk. 9/111). Da
raufhin teilte der Sohn der Beschwerdeführerin am 1. April 2012 mit, seiner Mutter gehe es gesundheitlich und psychisch nicht gut, weshalb sie den Termin nicht werde wahrnehmen können (Urk. 9/112). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 9/115, Urk. 9/117, Urk. 9/121, Urk. 9/125) erliess die
Be
schwerdegegnerin
die vorliegend angefochtene Verfügung vom 6. Februar 2013 (Urk. 2).
8.3
Die Beschwerdeführerin nahm den ersten Gesprächstermin
unentschuldigter
weise
ni
cht wahr und liess bezüglich des
zweiten Termin
s
mitteilen, eine Teil
nahme am Gespräch sei ihr aus gesundheitlichen und psychischen Gründen nicht möglich (vgl. vorstehend E. 8.2). Aus dem
A._
-Gutachten ergibt sich so
dann weiter, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund der ständigen Schmer
zen nicht vorstellen kann, wieder arbeiten zu gehen. Die Schmerzmedikamente führten zu Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten. Sie wisse nicht, wie sie unter diesen Umständen an einem Arbeitsplatz funktionieren könne. Ohne Schmerzmittel hingegen seien die Schmerzen so stark, dass sie ebenfalls nicht arbeiten könne (Urk. 9/107 S. 13 f.).
Insgesamt manifestiert sich damit bei der Beschwerdeführerin ein Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsverständnis, welches auf ein nicht vorhandenes
Einglie
derungspotential
schliessen lässt.
Der Entscheid der Beschwerdegegnerin, die Eingliederungsmassnahmen einzustellen, ist damit nicht zu beanstanden.
Es ist der Beschwerdeführerin jedoch selbstverständlich unbenommen, sich jederzeit für die Durchführung beruflicher Massnahmen bei der Beschwerdegegnerin zu melden.
9.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.