# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57f0f2d8-8fe6-5776-b2f3-80fd1aa0c14c
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. (offenbar auch A.X.), geboren 1963, serbischer Staatsangehöriger, hielt sich ab
dem Jahr 1985 regelmässig als Saisonnier in der Schweiz auf (Vorakten Migrationsamt,
nachfolgend Dossier, S. 9 ff.). Im November 1990 erhielt er eine
Jahresaufenthaltsbewilligung. Am 26. Februar 1991 reiste seine Landsfrau K.X., mit der
er seit 20. November 1983 verheiratet war, im Rahmen des Familiennachzugs in die
Schweiz ein. Gesuche von A.Y. um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung wurden
in den Jahren 2001, 2002 und 2003 abgewiesen. Am 20. Januar 2003 wurde er zudem
ausländerrechtlich verwarnt. Am 7. November 2005 erhielt er schliesslich die
Niederlassungsbewilligung. Am 11. Dezember 2007 wurde die kinderlose Ehe mit K.X.
geschieden.
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Am 19. Februar 2008 heiratete A.Y. in seinem Heimatland die serbische
Staatsangehörige B.Y., geboren 1978. Sie hatte am 23. September 2007 den
gemeinsamen Sohn C.Y. geboren. Am 1. November 2008 kam der zweite Sohn D.Y.
zur Welt. A.Y. ersuchte darauf am 15. Januar 2009 um Bewilligung des
Familiennachzugs für seine Ehefrau und die beiden Söhne. Das Migrationsamt wies
das Gesuch am 7. Januar 2010 wegen ungenügender finanzieller Mittel ab. Der
dagegen erhobene Rekurs wurde infolge Rückzugs abgeschrieben.
B. Am 9. Januar 2015 stellte A.Y., vertreten durch Rechtsanwältin Margot Benz, noch
einmal ein entsprechendes Gesuch, welches das Migrationsamt aus demselben Grund
mit Verfügung vom 13. Mai 2015 abwies (act. 9/2). Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den von A.Y. gegen die Abweisung des Gesuchs erhobenen
Rekurs am 26. April 2017 ab.
C. A.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements (Vorinstanz) vom 26. April 2017 durch seine Rechtsvertreterin mit
Eingabe vom 10. Mai 2017 und Ergänzung vom 2. Juni 2017 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und das Gesuch um Familiennachzug für B.Y.,
C.Y. und D.Y., eventualiter für ein Jahr auf Probe, zu bewilligen.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 12. Juni 2017 auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der
Beschwerdeführer ergänzte die Akten am 12. April 2018 mit einer aktualisierten
Bestätigung des künftigen Arbeitgebers, die Ehefrau als Reinigungskraft in seinem
Unternehmen einzustellen, und der Kopie einer – nicht unterzeichneten – Eingabe im
Beschwerdeverfahren gegen die IV-Stelle vor dem kantonalen Versicherungsgericht, in
welchem mit einem Entscheid ungefähr gegen Ende 2019 gerechnet werden könne.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20, AuG). Auch Art. 8
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101,
EMRK) garantiert den Schutz des Familienlebens. Die Bestimmung verschafft aber an
sich kein Recht auf Aufenthalt in einem Konventionsstaat. Hat aber eine Ausländerin
nahe Verwandte in der Schweiz, ist diese familiäre Beziehung intakt und wird sie
tatsächlich gelebt, kann es das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV)
garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens verletzen, wenn ihr die Anwesenheit
in der Schweiz untersagt wird. Der sich hier aufhaltende Angehörige muss dabei über
ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist der Fall, wenn er eine
Niederlassungsbewilligung besitzt.
Da der Beschwerdeführer über die Niederlassungsbewilligung verfügt, haben B.Y., C.Y.
und D.Y. grundsätzlich Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.
3. Dieser Anspruch kann erlöschen, wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen
(vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG). Ein solcher Widerrufsgrund liegt insbesondere vor, wenn
der hier lebende Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe
angewiesen ist (Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG). Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG setzt eine konkrete
Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit voraus (vgl. dazu VerwGE B 2012/112 vom 12. März
2013 E. 3.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Blosse finanzielle Bedenken genügen
nicht. Für die Beurteilung der Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit ist von den aktuellen
Verhältnissen auszugehen und die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere
Sicht abzuwägen. Bejaht wird die Dauerhaftigkeit der Sozialhilfeabhängigkeit, wenn im
Zeitpunkt der Ausfällung des Entscheids nicht mit einer Verbesserung der Situation
gerechnet werden kann und das Fürsorgerisiko aller Voraussicht nach über längere Zeit
bestehen bleibt. Zu berücksichtigen sind dabei die finanziellen Möglichkeiten aller
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Familienmitglieder über eine längere Sicht. Das Einkommen der Angehörigen, die an
die Lebenshaltungskosten der Familie beitragen sollen, ist daran zu messen, ob und in
welchem Umfang es tatsächlich realisierbar ist. In diesem Sinne müssen die
Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen (BGer
2C_31/2012 vom 15. März 2012 E. 2.2 mit Hinweisen). Eine hohe Verschuldung wirkt
sich negativ auf die Zukunftsprognose aus. Bei der Berechnung der erforderlichen
finanziellen Mittel dürfen nach ständiger Rechtsprechung die Richtlinien der
Vereinigung der Migrationsämter Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein (VOF)
herangezogen werden, die sich ihrerseits an die Richtlinien der Schweizerischen
Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) anlehnen (vgl. VerwGE B 2016/31 vom 20. Dezember
2016 E. 4.1 und B 2013/128 vom 8. Juli 2014 E. 3.2.1 je mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
Der Beschwerdeführer bringt ausführlich vor, warum er in die aktuelle finanzielle Lage
geraten sei (act. 5 S. 2 ff.). Sein aktuelles Einkommen bestehe aus einer SUVA Rente
(30%) in der Höhe von rund CHF 1‘000. Am 15. November 2006 habe er sich für
Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Die ablehnende Verfügung sei vom
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 25. Januar 2016 aufgehoben und die
Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung und Neuverfügung zurückgewiesen
worden. Das Verfahren sei hängig. Der Beschwerdeführer räumt ein, dass ihm die
SUVA Rente alleine nicht zum Leben reiche und er deshalb zur Überbrückung
Sozialhilfe beziehe. Werde ihm rückwirkend eine Rente der Invalidenversicherung
zugesprochen, könne die bezahlte Sozialhilfe teilweise oder ganz zurückbezahlt
werden. Der Beschwerdeführer geht von einem Lebensbedarf für die Familie von
insgesamt CHF 4‘501 aus, wobei neben dem Grundbedarf von CHF 2‘167, der Miete
von CHF 1‘020, den Krankenkassenbeiträgen von CHF 964 und der Franchise von
CHF 100 noch „Erwerbsunkosten“ in Höhe von CHF 250 berücksichtigt sind. Aus
seiner Sicht zieht die Vorinstanz den Arbeitsvertrag der Ehefrau zu Unrecht in Zweifel,
denn die Q. GmbH arbeite in verschiedenen Regionen. Es würden bereits zwei
Personen aus Oberriet für die Region Rheintal arbeiten. Das Einsatzgebiet seiner
Ehefrau würde von St. Gallen bis Sargans reichen. Dass der Lohn leicht höher sei als
der im Gesamtarbeitsvertrag festgelegte Mindestlohn, sei kein ausreichendes Indiz für
einen Gefälligkeitsvertrag. Der Arbeitgeber sei nach wie vor bereit, seine Ehefrau zu
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den vereinbarten Bedingungen anzustellen. Das Familieneinkommen betrage damit
CHF 4‘641.55 monatlich. Der Überschuss von CHF 140.55 könne z.B. für einen
Deutschkurs der Ehefrau verwendet werden. Zudem sei damit zu rechnen, dass die
Familie von individuellen Prämienverbilligungen profitieren würde. Der diesbezügliche
Anspruch würde voraussichtlich CHF 230.25 pro Monat betragen. Es liege damit kein
Widerrufsgrund infolge konkreter Gefahr der Sozialabhängigkeit vor. Im Gegenteil
könnte sich der Beschwerdeführer durch die Arbeitstätigkeit der Ehefrau von der
Sozialhilfe lösen. Der Beschwerdeführer werde seit drei Jahren nicht mehr betrieben
und die Schulden seien aus einer finanziellen Notlage in Zusammenhang mit dem
Unfall im Jahr 2005 entstanden. Er habe sich mit allen Mitteln bemüht, die Ausgaben
für sich und seine Familie in Grenzen zu halten. So habe er schon bald nach dem Unfall
eine günstigere Wohnung gemietet. Die finanzielle Situation sei nicht selbstverschuldet,
auch wenn es sich um einen Selbstunfall unter Alkoholeinfluss gehandelt habe. Für den
Beschwerdeführer sei erst seit dem Entscheid des Versicherungsgerichts vom
25. Januar 2016 klar, dass er retrospektiv medizintheoretisch mehr hätte arbeiten
können. Die Klinik Z. bescheinige ihm aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Damit
bestehe eine nicht von der Hand zu weisende Aussicht, dass er zu seiner SUVA-Rente
von 30% noch eine halbe IV Rente erhalten werde. Auch sei in Zukunft mit einem
zusätzlichen Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers zu rechnen, auch wenn es
nicht einfach sein dürfte, eine leidensangepasste Teilzeitstelle zu finden.
Hinsichtlich des Einkommens der Familie ist zu beachten, dass die SUVA die 30%
Rente nicht aufgrund eines Gesundheitsschadens oder einer medizinischen Schätzung
ausrichtet, sondern aufgrund der erwerblichen Auswirkungen und infolge eines
geschlossenen Vergleichs (act. 9/6). Wie der Beschwerdeführer deshalb auf die Idee
kommt, in Zukunft 80% Rente zu erhalten (30% Invalidenrente der SUVA und
zusätzlich 50% Invalidenrente der IV) legt er trotz seiner weitreichenden
Mitwirkungspflicht nicht dar. Vor Rechtskraft des Entscheids in Bezug auf eine
Invalidenrente der IV ist daher einzig von der aktuellen Rente der SUVA in Höhe von
rund CHF 1‘000 auszugehen. Dazu ist aus den folgenden Überlegungen kein
zusätzliches Erwerbseinkommen hinzuzurechnen: Der Beschwerdeführer bringt vor, in
einer leidensadaptierten Tätigkeit höchstens zu 50% arbeitsunfähig zu sein. Dies weiss
er mindestens seit 2014. Denn bereits damals wurde er aus psychischen Gründen zu
50% arbeitsunfähig geschrieben (act. 9/5; die behauptete Aktualität der neuen
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Bescheinigung der Klinik Z. entspricht nicht der Aktenlage). Und seit dem Entscheid
des Versicherungsgerichts vor etwa zwei Jahren muss er im für ihn schlimmsten Fall
allenfalls sogar von einer leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit von 100% ausgehen.
Trotz der seit 2014 offenbar gleichbleibenden Situation findet der Beschwerdeführer
offenbar keine Arbeit und erachtete es zumindest am 9. Januar 2015 noch als
«praktisch unmöglich», mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen eine Teilzeitarbeit
zu finden (Dossier, S. 705). Warum er in Zukunft dennoch mit einem zusätzlichen
Erwerbseinkommen rechnet, ist unerfindlich und nicht dargelegt. Alleine aus den
behaupteten und in keiner Weise belegten gesteigerten Suchbemühungen kann diese
Gewissheit in seinem Alter und mit seiner medizinischen Vorgeschichte kaum
resultieren. Mit einem zusätzlichen Erwerbseinkommen seitens des Beschwerdeführers
kann also derzeit nicht gerechnet werden. Deshalb ist davon auszugehen, dass er auch
auf weiteres mit monatlich rund CHF 1‘000 Einkommen auskommen muss. Dass er mit
diesem Einkommen seine Familie nicht unterhalten kann, ist unbestritten. Angesichts
der Aktenlage nicht ganz richtig sind wohl seine Ausführungen dazu, wie er in die
aktuelle finanzielle Lage geraten sei, bekundete er doch bereits vor dem Unfall Mühe,
seine Ausgaben in Übereinstimmung mit seinem Einkommen zu bringen, auch wenn er
seine Schulden offenbar nach einer gewissen Zeit jeweils wieder begleichen konnte
(Dossier, S. 9 f., 173, 183 f., 358, 459, 468, 471, 472, 484).
Dass der Beschwerdeführer – und künftig auch seine Ehefrau – nicht weiterhin und in
noch weitergehendem Mass als bisher von der Sozialhilfe abhängig sein werden, hängt
dementsprechend vorab von den Erwerbsaussichten der Ehefrau ab. Eine tatsächliche
dauerhafte Erwerbstätigkeit von B.Y. erscheint aktuell aufgrund der grösstenteils
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz tatsächlich etwas fraglich (act. 9/9 und
9/13). Denn wenn die Ehefrau im Kanton St. Gallen arbeiten soll, warum sollen dann
laut Arbeitsvertrag die Feiertage des Kantons Schwyz massgebend sein (act. 9/17)? In
der Beschwerde wird nicht geltend gemacht, die Ehefrau des Beschwerdeführers
verfüge über eine Ausbildung und sprachliche Fähigkeiten, die ihr eine günstige
Ausgangslage im schweizerischen Arbeitsmarkt verschafften. Sie soll als
Reinigungskraft in einer seit Februar 2015 bestehenden Gesellschaft tätig sein. Über
deren Grösse, Auftragslage und Mitarbeiterzahl sind den Akten keine Angaben zu
entnehmen. Das geltend gemachte Erwerbseinkommen der Ehefrau des
Beschwerdeführers erscheint unter diesen Umständen jedenfalls nicht als künftig
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ausreichend gesichert. Trotzdem wird zugunsten des Beschwerdeführers geprüft, ob
mit dem Einkommen von B.Y. der Bedarf der Familie gedeckt werden könnte.
In Bezug auf die Bestimmung des Bedarfs äussert sich der Beschwerdeführer in keiner
Weise zu den seitens der Vorinstanz zusätzlich veranschlagten CHF 767
Ergänzungsbedarf, die gemäss VOF Richtlinien zu berücksichtigen sind und zu den
realistisch betrachtet überdies anfallenden Ausgaben für die Freizeitgestaltung, für
Reisen ins Heimatland und Konvenienzgüter (Handy, Home-Elektronik) (VerwGE
B 2012/112 vom 12. März 2013 E. 3.4.6, www.gerichte.sg.ch). Aufgrund der
Substantiierungspflicht sowie der weitreichenden Mitwirkungspflicht des
Beschwerdeführers bei der Erstellung des Sachverhalts ist daher davon auszugehen,
dass diese zusätzlichen Kosten in der Höhe von mindestens CHF 767 tatsächlich
anfallen. Alleine die Tatsache, dass er selbst CHF 100 in den Bedarf für Selbstbehalt
aufnimmt und den von ihm errechneten Überschuss von CHF 140.55 für Sprachkurse
für seine Ehefrau verwenden will, genügt seiner Mitwirkungspflicht nicht. Denn diese
Beträge decken den Selbstbehalt, die Medikamente, die Zahnarztkosten, die Kosten
für die Starthilfe (Sprach- und Stützkurse, auch für die Kinder, die im Ausland
eingeschult wurden), allgemein die Haushaltvergrösserung und die Freizeitgestaltung,
die Reisen ins Heimatland sowie Konvenienzgüter (Handy, Home-Elektronik etc.) nicht.
Mangels anderer überzeugender Darlegung seitens des Beschwerdeführers ist daher
von der entsprechenden Bedarfsposition der Vorinstanz auszugehen. Zum Bedarf ist
zudem anzumerken, dass dem Verwaltungsgericht die Berufskosten von CHF 250
monatlich für B.Y. vorliegend eher tief erscheinen, obwohl die Vorinstanz und der
Beschwerdeführer beide mit Bezug auf die VOF-Richtlinie von Berufskosten in dieser
Höhe ausgehen. Denn Anzeichen dafür, dass B.Y. für die Ausübung ihrer Arbeit seitens
des Arbeitgebers ein Auto zur Verfügung gestellt würde, liegen keine vor. Es ist bei
einer Reinigungstätigkeit an verschiedenen Orten unrealistisch anzunehmen, dass
diese mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden kann. Es müsste also
zusätzlich ein Auto gekauft oder geleast werden. Bezieht man die Kosten für den Kauf
beziehungsweise die Leasinggebühren, die Amortisation dieses Autos, die
Versicherungskosten und den Treibstoff für den Arbeitsweg mit in die Kalkulation, wie
dies zur Berechnung der Berufsauslagen üblich ist, dürften CHF 250 monatlich kaum
ausreichen. Selbst wenn man jedoch von den Berufsauslagen von CHF 250 monatlich
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ausgeht, wie die VOF-Richtlinie dies vorgibt, so ergäbe sich hinsichtlich des
Totalbedarfs folgendes Bild:
Grundbedarf Familie VOF-Richtlinie 2167.00
Ergänzungsbedarf VOF-Richtlinien 767.00
Miete (gemäss Vertrag eher ohne Strom, Heizung etc.) 1020.00
Krankenkassenprämie abzüglich vom BF behauptete Prämienverbilligung 733.75
1/12 Franchise VOF-Richtlinie 100.00
Erwerbsunkosten Ehefrau VOF-Richtlinie 250.00
Total 5037.75
Ohne Berücksichtigung des Ergänzungsbedarfs von CHF 767 (vgl. BGer 2C_685/2010
vom 30. Mai 2011 E. 2.3.3) ergäbe diese Berechnung bei einem vom Beschwerdeführer
selbst ermittelten Bedarf von rund CHF 4‘500 einen Überschuss von monatlich rund
CHF 230. Zur Beurteilung, ob dieser Überschuss als ausreichend erscheint, sind
sämtliche konkreten Umstände des vorliegenden Falls zu berücksichtigen. Wenn auch
nicht als pauschaler „Ergänzungsbedarf“, sind in die Prognose der längerfristigen
Unabhängigkeit von erheblicher Sozialhilfe darüber hinaus doch weitere unvermeidliche
oder für die Verbesserung der Erwerbsaussichten und der Integration erforderliche
Ausgaben zu berücksichtigen (vgl. BGer 2C_320/2013 vom 11. Dezember 2013
E. 4.3.3). Die Einkünfte der Familie werden zumindest mittelfristig wesentlich von den
Erwerbsmöglichkeiten der Ehefrau abhängen. Zur Verbesserung dieser Aussichten
besteht insbesondere sprachlicher und gegebenenfalls auch beruflicher
Ausbildungsbedarf. Auch die Kinder im Alter von mittlerweile neun und zehn Jahren
bedürften der Unterstützung zur sprachlichen und schulischen Integration in ihr neues
Umfeld, was ebenfalls mit Kosten verbunden ist. Die Kosten für die Kinder werden mit
deren steigendem Alter zudem zunehmen (vgl. BGer 2C_854/2015 vom 2. März 2016
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E. 4.3). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auch bis anhin nicht in der Lage war,
seine Lebenshaltung den tatsächlich zur Verfügung stehenden Mitteln anzupassen, und
sich verschuldete. Auch diese Schulden beziehungsweise die Schuldenraten sind
entgegen der VOF-Richtlinie noch nicht berücksichtigt. Dass die Schulden durch
Rückzahlungen der IV gedeckt werden können, ist heute angesichts des Entscheids
des Versicherungsgerichts nach wie vor äusserst ungewiss. Bei der Berechnung des
momentanen Bedarfs bleibt sodann unberücksichtigt, dass die Krankenkassenprämien
jährlich steigen. Ebenfalls entgegen der VOF-Richtlinie nicht berücksichtigt ist, dass in
der Miete die Nebenkosten nicht enthalten scheinen, sondern zusätzlich akonto zu
leisten sind. Und auch hinsichtlich des Prämienverbilligungsanspruchs wird bei dieser
Berechnung die Berechnung des Beschwerdeführers übernommen und angenommen,
dass die Ehefrau ihre tatsächlich anfallenden Berufskosten mit einem Betrag von
CHF 250 monatlich decken könnte, was unwahrscheinlich scheint. In Bezug auf die
weitere Zukunft wäre es angesichts der eher späten Einschulung der Kinder in der
Schweiz zudem fraglich, wie ihre Berufschancen aussähen. Auch dies bleibt vorliegend
unberücksichtigt.
Selbst unter Beizug eines allfälligen Einkommens der Ehefrau in Höhe von rund
CHF 3‘500 (bei den CHF 3‘638.10 netto Monatslohn, von welchen die Vorinstanz und
der Beschwerdeführer ausgehen, ist der UVG-Abzug nicht berücksichtigt; dieser
beträgt üblicherweise rund 2-3%), reicht das Gesamteinkommen der Familie von gut
CHF 4‘500 somit bei weitem nicht für die längerfristige Bestreitung des künftigen
Lebensunterhalts der Familie in der Schweiz aus. Es besteht somit selbst dann
weiterhin die konkrete Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit der gesamten Familie, wenn
die Ehefrau tatsächlich die behauptete Erwerbstätigkeit ausüben würde, was allerdings
fraglich ist. Das Risiko, dass die gesamte Familie von der Fürsorge abhängig würde, ist
weit höher, als dass die Frau mit ihrer Erwerbstätigkeit einen signifikanten Beitrag dazu
leisten könnte, dass auch der Beschwerdeführer in Zukunft nicht mehr oder in
signifikant verringertem Masse abhängig von der Fürsorge wäre. Es liegt somit ein
Widerrufsgrund vor, der den Anspruch auf Familiennachzug grundsätzlich erlöschen
lässt (Art. 51 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG).
4. Abschliessend ist damit zu prüfen, ob die Verweigerung des Familiennachzugs
verhältnismässig ist (Art. 5 Abs. 2 BV). Dabei sind die öffentlichen Interessen und die
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persönlichen Verhältnisse sowie der Grad der Integration der Ausländerinnen und
Ausländer zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG). Auch die EMRK verlangt eine
Abwägung der sich gegenüberstehenden Interessen an der Erteilung der Bewilligung
sowie der öffentlichen Interessen an der Verweigerung, wobei letztere in dem Sinn
überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist.
In Bezug darauf bringt der Beschwerdeführer vor, dass die besondere Härte vorliegend
darin liege, dass die Familie seit der Heirat nicht zusammen in der Schweiz leben dürfe
(vgl. act. 5 S. 6 ff). Das sei für alle hart, besonders aber für die Kinder, die ohne Vater
aufwachsen müssten. Es gäbe keine Hinweise, dass das Verbleiben der Kinder im
Heimatland dem Kindeswohl zuträglich sei. Die Integration der Kinder in der Schweiz
sei ohne weiteres möglich. Nach 27 Jahren ununterbrochenen Aufenthalts in der
Schweiz sei eine Rückkehr nach Serbien für den Beschwerdeführer nicht einfach und
mit unwägbaren Risiken verbunden. Nach einer gewissen Zeit würde er die
Niederlassungsbewilligung verlieren und eine Rückkehr in die Schweiz wäre
ausgeschlossen. Er sei in der Schweiz verwurzelt und es sei sehr ungewiss, ob er sich
im Heimatland wieder integrieren und wohl fühlen könnte. Er möchte auch die
regelmässige und notwendige Betreuung nicht verlieren. Diese sei in der Schweiz
deutlich besser als in seinem Heimatland. Eine Rückkehr könne ihm daher nicht
zugemutet werden. Das Zusammenleben der Familie sei nur in der Schweiz realistisch.
Eine zusätzliche Belastung der Sozialhilfe werde mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht
eintreten und könne deshalb nicht als entsprechendes öffentliches Interesse angeführt
werden. Er habe nicht freiwillig darauf verzichtet, die Familie innert der 5 Jahres-Frist
nachzuziehen. Die SUVA Rente habe er erst am 7. März 2013 erhalten, als die Frist
abgelaufen gewesen sei. Die nun dank der fest zugesicherten Arbeitsstelle der Ehefrau
deutlich verbesserten finanziellen Verhältnisse seien als wichtiger Grund für den
verspäteten Nachzug zu berücksichtigen. Dieser Besorgnis könne im Übrigen sehr gut
mit einem Jahr auf Probe entgegengewirkt werden. Im Ergebnis würden die privaten
Interessen daher die öffentlichen überwiegen.
Dem kann nicht zugestimmt werden. Denn aufgrund der obigen Ausführungen ist ein
Widerrufsgrund gegeben und liegt damit auch ein öffentliches Interesse an der
Verweigerung des Familiennachzugs vor. Für die diesbezüglichen Details kann auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Dass das öffentliche
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Interesse die privaten Interessen weiterhin überwiegt, ergibt sich bereits aus der
Tatsache, dass die Familie bereits seit Heirat der Ehegatten im Jahre 2008 und somit
seit fast zehn Jahren getrennt lebt und es der Beschwerdeführer dennoch vorzog, in
der Schweiz zu bleiben. Die Situation kann damit nicht derart unzumutbar sein.
Veränderungen in diesem Zusammenhang sind weder behauptet noch belegt. In Bezug
auf die Zumutbarkeit der Ausreise des Beschwerdeführers zu seiner Familie kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Die probeweise
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung kommt vorliegend deshalb nicht in Betracht, weil
die Familie selbst dann von der Fürsorge abhängig wäre, wenn die Ehefrau tatsächlich
das behauptete Einkommen dauerhaft erzielen würde.
Bei diesem Ausgang kann offen bleiben, ob der Vorinstanz in Bezug auf Art. 47 Abs. 1
AuG gefolgt werden müsste. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5. (...).