# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3eb4e209-6ab5-4a0b-952d-af849818e89b
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern etc.
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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 24. Januar 2006 (DG050039)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 21. September
2005 ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Angeklagte ist der Pornographie im Sinne von 197 Ziff. 3 StGB in Bezug
auf M.G. (HD 37 Ziff. 2 lit. B) nicht schuldig und wird diesbezüglich freige-
sprochen.
2. Der Angeklagte ist schuldig
− der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von
Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB (HD 37 Ziff. 1 lit. A und B)
− der mehrfachen Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (HD
37 Ziff. 2 lit. A und C).
3. Der Angeklagte wird bestraft mit 30 Monaten Zuchthaus, wovon 2 Tage
durch Polizeiverhaft und 85 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
4. Es wird vorgemerkt, dass der Angeklagte den Zivilanspruch der Geschädig-
ten S.E. anerkannt hat.
5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'500.-- ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 476.-- Schreibgebühren
Fr. 304.-- Zustellgebühren
Fr. 120.-- Vorladungsgebühren
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Fr. 2.90 Telefongebühren
Fr. 16'563.25 Untersuchungen Staatsanwaltschaft
6. Die Kosten, inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Ange-
klagten auferlegt.
Beschluss der Vorinstanz:
1. Die mit Verfügung vom 25. April 2002 (HD 33/15) erlassenen Ersatzanord-
nungen (Kontakt- und Rayonverbot) werden aufgehoben.
7. Die unter der Lagernummer 730/2004 bei der Kantonspolizei gelagerten
Beweismittel werden definitiv eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur
Vernichtung überlassen.
Berufungsanträge:
a) des Verteidigers des Angeklagten (Urk. 79):
1. Der Angeklagte sei vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind
im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB, begangen an den Geschä-
digten S.B. und S.E., freizusprechen.
8. Er sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrech-
nung der Polizei- und Untersuchungshaft von 87 Tagen.
9. Es sei ihm der bedingte Strafvollzug zu gewähren, und die Probezeit sei auf
2 Jahre anzusetzen.
10. Eventuell sei ein psychiatrisches Gutachten zu erstellen, das darüber Aus-
kunft gibt, ob der Angeklagte einer ambulanten Behandlung im Sinne von
Art. 63 StGB bedarf.
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11. Es sei vorzumerken, dass die andern Punkte des Dispositivs sowie der Be-
schluss der Vorinstanz vom 24. Januar 2006 nicht angefochten sind.
12. Die erstinstanzlichen Kosten seien dem Angeklagten aufzuerlegen; die Ko-
sten des Berufungsverfahrens, einschliesslich jener der amtlichen Verteidi-
gung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
b) der Vertreterin der Staatsanwaltschaft (Urk. 66, 78):
1. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
13. Der Angeklagte sei zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu verurteilen.
14. Diese Freiheitsstrafe sei vollumfänglich zu vollziehen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Betracht:
I.
a) Dem Angeklagten wird vorgeworfen, ab einem nicht mehr genauer be-
stimmbaren Zeitpunkt im Jahre 1998 bis zum 14. Oktober 2001 mehrmals sexu-
elle Handlungen mit Kindern begangen und mehrmals pornographische Fotoauf-
nahmen von Kindern hergestellt zu haben, welche er hernach im Internet weiteren
einschlägig interessierten Personen zur Verfügung gestellt habe. Im einzelnen
wird ihm angelastet, im Sommer 1999 S.E. (geb. 1990) und S.B. (geb. 1992) aus-
gezogen und die nackten Mädchen u.a. mit weit gespreizten Beinen und teilweise
sichtbarer Klitoris fotografiert zu haben (Anklagepunkt 1/A). An einem Wochenen-
de im Oktober 2001 habe er die bei ihm zu Besuch weilende B.G. (geb. 1988)
nackt posieren lassen, sie an der Scheide berührt, einmal auch eine grüne Kerze
in ihre Vagina eingeführt und sie mehrmals dazu angehalten, mit den Händen ihre
Schamlippen zu spreizen. Dabei habe er das Mädchen in diesen pornographi-
schen Positionen mehrmals fotografiert (Anklagepunkt 1/B). Diese Bilder, die u.a.
die entblössten Brüste und Geschlechtsteile sowie Fesselungen mit Seil und
Handschellen gezeigt hätten, sowie die erwähnten Fotos von S.E. und S.B. habe
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er später im Internet weiteren Personen zur Verfügung gestellt (Anklagepunkte
2/A und 2/C). Dies habe er auch mit Bildern getan, die er in den Jahren 1998-
2000 von M.G. (geb. 1987) aufgenommen habe und auf denen insbesondere die
heranwachsenden Brüste dieses Mädchens unbekleidet zu sehen gewesen seien
(Anklagepunkt 2/B).
b) Das Bezirksgericht Hinwil sprach den Angeklagten am 24. Januar 2006
der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 und 2
StGB) und der mehrfachen Pornographie (Art. 197 Ziff. 3 StGB) schuldig und be-
strafte ihn mit 30 Monaten Zuchthaus. Hinsichtlich des Anklagepunkts 2/B (Fotos
von M.G.) wurde der Angeklagte freigesprochen. Das Gericht merkte vor, dass
der Angeklagte die Zivilansprüche von S.E. anerkannt hatte, und auferlegte ihm
die Untersuchungs- und Gerichtskosten (Urk. 68 S. 15/16).
c) Gegen dieses Urteil liess der Angeklagte durch seinen amtlichen Verteidi-
ger rechtzeitig die Berufung erklären (Urk. 54). Mit Eingabe vom 22. Juni 2006
beschränkte der Verteidiger sodann die Appellation auf einen Teil des Schuld-
spruchs wegen sexueller Handlungen mit Kindern (Anklagepunkt 1/A) sowie das
Strafmass und benannte seine Beanstandungen des bezirksgerichtlichen Urteils
(§§ 413 Abs. 1 und 414 Abs. 4 StPO; Urk. 58). Die Staatsanwaltschaft Limmattal /
Albis teilte am 5. Juli 2006 mit, dass sie die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-
teils beantrage (Urk. 66) und beantragte am 27. Dezember 2006 in Ergänzung dazu, den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu verurteilen,
wobei diese Freiheitsstrafe vollumfänglich zu vollziehen sei (Urk. 78).
II.
Der Teilfreispruch hinsichtlich des Anklagepunkts 2/B (Dispositiv-Ziffer 1),
die Schuldsprüche wegen sexueller Handlungen mit Kindern z.N. von B.G. sowie
wegen mehrfacher Pornographie (Anklagepunkte 1/B, 2/A und 2/C; in Dispositiv-
Ziffer 2), die Vormerknahme von der Anerkennung von Zivilansprüchen (Disposi-
tiv-Ziffer 4) und der zusammen mit dem vorinstanzlichen Urteil ergangene Be-
schluss betreffend die Aufhebung eines Kontakt- und Rayonverbots sowie die
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Einziehung pornographischen Materials blieben unangefochten. Diese Teile des
bezirksgerichtlichen Entscheids vom 24. Januar 2006 sind somit in Rechtskraft
erwachsen, was vorab festzustellen ist (§ 413 Abs. 3 StPO). Das erstinstanzliche
Kostendispositiv wurde nicht ausdrücklich angefochten. Die Kostenauflage ist in-
dessen vom Prozessausgang abhängig und deshalb in die zweitinstanzliche
Überprüfung des angefochtenen Urteils einzubeziehen.
III.
a) Der Angeklagte anerkannte die eingeklagten Sachverhalte in der Unter-
suchung (Urk. 3/19), vor Bezirksgericht (Prot. I S. 6-20) und auch anlässlich der
heutigen Berufungsverhandlung wieder (Prot. II S. 9 f.) mit wenigen nachstehend
zu prüfenden Einschränkungen als zutreffend.
b) Hinsichtlich der Fotos von S.B. und S. E. (Anklagepunkt 1/A) bestritt er,
bei den Aufnahmen die primären Geschlechtsteile auffallend und überdeutlich in
den Vordergrund gestellt zu haben. Er habe erst später entsprechende Bildaus-
schnitte vergrössert (Urk. 3/19 S. 27, Prot. I S. 7, Prot. II S. 9). Unter den fragli-
chen Fotos (Urk. 3/19.1) befinden sich sowohl Ganzkörperaufnahmen der nackten
Mädchen als auch einzelne Teilaufnahmen, bei denen der Vaginalbereich klar im
Mittelpunkt steht oder gar den einzigen Bildinhalt darstellt (a.a.O., Dcs00450e, Dcs00510). Dass es sich bei Letzteren um nachträglich erstellte Bildausschnitte
handelt, lässt sich nicht mit rechtsgenügender Gewissheit ausschliessen. Auch
auf den meisten Ganzkörperaufnahmen lichtete der Angeklagte aber die Mädchen
in Stellungen ab – insbesondere mit weit gespreizten Beinen –, bei denen das
Augenmerk des Betrachters ganz offensichtlich auf den Genitalbereich gelenkt
werden soll. Die Bilder sind damit insgesamt eindeutig pornographischer Natur.
c) Bezüglich der "Fotoshootings" mit B.G. (Urk. 3/19.2) wandte der Ange-
klagte ein, dass er das Mädchen nicht dazu angehalten habe, sich am Genitalbe-
reich zu berühren und die Schamlippen zu spreizen (Urk. 3/19 S. 26). Vor Be-
zirksgericht erklärte er, dass er nicht mehr wisse, ob er dies getan habe (Prot. I
S. 12). Er bestritt in der Untersuchung ausserdem, einmal eine grüne Kerze in die
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Vagina von B.G. eingeführt zu haben (Urk. 3/19 S. 26). In der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung machte er auch diesbezüglich nur noch geltend, sich nicht an
so etwas zu erinnern (Prot. I S. 14). Heute hat er wieder ausgeführt, dass es eine
solche Kerze nicht gegeben habe (Prot. II S. 9 f.). Im Laufe der  Schlusseinvernahme hatte der Angeklagte indessen auf einen ent-
sprechenden Vorhalt noch ausgesagt, dass nicht er, sondern B. (u.a.) eine grüne
Kerze in die Scheide eingeführt habe. Betreffend die grüne Kerze wisse er nur
noch, dass sie eine solche gehabt und er sie gefragt habe, ob es ihr Spass ma-
che. Sie habe nein gesagt, und er habe deshalb keine Foto davon gemacht
(Urk. 3/19 S. 9). Diese eigenen Aussagen des Angeklagten belegen, dass anläss-
lich der Erstellung pornographischer Fotos von B.G. tatsächlich eine grüne Kerze
in deren Vagina eingeführt wurde oder hätte eingeführt werden sollen. Ob er dies
tat oder das Mädchen es – auf sein Verlangen oder auf dasjenige von V.O. –
selbst tat, bleibt letztlich belanglos. Beizupflichten ist auch der vorinstanzlichen
Erwägung, die Geschädigte habe sicher nicht aus eigenem Antrieb, sondern viel-
mehr auf Veranlassung des Angeklagten mit gespreizten Beinen posiert und da-
bei mit ihren Händen an der Vagina manipuliert (Urk. 68 S. 6). Dies gilt umso
mehr, als sich bei den Bildern von B.G. auch eine Aufnahme befindet, auf der zu
sehen ist, wie die Hand eines Mannes die Schamlippen des Mädchens auseinan-
der zieht ("B. 18" in Urk. 3/19.2), wobei nicht unterstellt wird, dass es der Ange-
klagte gewesen sein müsse. Diese Szene zeigt aber zumindest, dass das Mäd-
chen nicht von sich aus posiert hat.
d) Damit sind auch die bestrittenen Sachverhaltselemente erstellt. Beizufü-
gen bleibt, dass sich denn auch die von der Verteidigung eingereichten Bean-
standungen des bezirksgerichtlichen Urteils hinsichtlich des Schuldpunkts aus-
schliesslich gegen die rechtliche Würdigung eines Teils des eingeklagten Sach-
verhalts richten und diesen als solchen nicht in Frage stellen (Urk. 58 S. 2/3).
IV.
a) Die Appellation des Angeklagten richtet sich u.a. gegen die rechtliche
Würdigung des unter Ziff. I/A eingeklagten Sachverhalts als sexuelle Handlungen
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mit Kindern im Sinne von Art. 187 StGB. Der amtliche Verteidiger des Angeklag-
ten führte hierzu aus, dass dieser weder S.B. noch S.E. berührt habe. Ebenso
wenig habe eines der Mädchen auf Wunsch des Angeklagten eine sexuelle
Handlung (an sich selbst) ausführen müssen. Das Ausziehen der Kinder sei man-
gels einer direkten Berührung ihrer Körper keine solche. Dasselbe gelte für die
Anweisungen an die Mädchen, (nackt) vor der Kamera zu posieren. Weder sei es
dabei zum Körperkontakt zwischen Opfer und Täter gekommen, noch hätten die
Mädchen selber aktiv eine sexuelle Manipulation ausgeführt. Sie seien lediglich in
erotisch aufreizenden Stellungen abgelichtet worden (Urk. 49 S. 7-9). Das Be-
zirksgericht habe Letzteres zu Unrecht als sexuelle Handlung qualifiziert (Urk. 58
S. 2/3). Heute wurde mit Blick auf die neuere bundesgerichtliche Praxis einge-
räumt, dass so etwas als sexuelle Handlung verstanden werden könne (Urk. 79 S.
3 f.).
b) Dieser Auffassung ist nicht zu folgen. Den Tatbestand der sexuellen
Handlungen mit Kindern erfüllt u.a., wer ein Kind zu einer sexuellen Handlung
verleitet (Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Als solche gelten nicht nur der Beischlaf,
beischlafsähnliche Handlungen und Berührungen des nackten Körpers (insbe-
sondere der Geschlechtsteile), sondern auch alle anderen aktiven Verhaltenswei-
sen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild eindeutig auf die Sexualität bezo-
gen sind (Basler Kommentar zum StGB, N 24 vor Art. 187). Sich nackt zu zeigen,
ist für sich allein noch keine sexuelle Handlung. Anders verhält es sich hingegen
mit dem Präsentieren des vollständig entkleideten Körpers in aufreizenden Posi-
tionen, insbesondere mit weit gespreizten Beinen, so dass der Genitalbereich
nicht nur frei sichtbar ist, sondern offensichtlich auch der Blick des Betrachters
dorthin gelenkt werden soll. Der Angeklagte zog S.B. und S.E. zugegebenerma-
ssen die Unter- oder Badehose aus, um sie nackt fotografieren zu können
(Urk. 3/19 S. 2, Prot. I S. 7). Dass die beiden Mädchen in der Folge von sich aus
vor der Kamera des Angeklagten Positionen einnahmen, die ganz offensichtlich
der betonten Zurschaustellung ihrer Geschlechtsteile dienten (Urk. 3/19.1), und
der Angeklagte lediglich die Gelegenheit benützte, sie so abzulichten, kann in An-
betracht ihres Alters von damals sieben bzw. neun Jahren füglich ausgeschlossen
werden. Derlei wurde vom Angeklagten auch gar nie behauptet. Wer aber ein
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Kind mit entblösstem Genitalbereich in einer nach den Umständen objektiv aufrei-
zenden Stellung posieren lässt, verleitet es zu einer sexuellen Handlung. Dabei
kommt es nicht darauf an, ob der Täter selbst sexuell erregt wird, und bleibt auch
belanglos, ob das Kind die sexuelle Bedeutung der Handlung erkennt (BGE
6P.122/2004 vom 8. März 2005, E. 11.2 mit Hinweisen auf die Literatur). In wel-
chem nicht sexualitätsbezogenen Zusammenhang der Angeklagte S.B. und S.E.
dazu veranlasst haben könnte, sich in solchen Positionen nackt fotografieren zu
lassen, ist unerfindlich und wird auch von der Verteidigung nicht einmal ansatz-
weise erklärt. Die Vorinstanz sprach den Angeklagten daher bezüglich dieser Fo-
toaufnahmen zu Recht nicht nur der Herstellung und Verbreitung kinderpornogra-
phischen Materials, sondern auch der sexuellen Handlungen mit Kindern schul-
dig.
Die Kritik der Verteidigung ist indessen insofern gerechtfertigt (Urk. 79 S. 3),
als die Vorinstanz nicht differenziert hat, dass sich Ziffer 1 Abs. 1 von Art. 187 nur
auf B.G. bezieht und hinsichtlich S.E. und S.B. lediglich Abs. 2 der Bestimmung
erfüllt ist.
Der Angeklagte ist somit ferner der sexuellen Handlungen mit Kindern
z.N. von S.B. und S.E. im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (Ziff. 1/A der An-
klage) schuldig zu sprechen.
V.
1. a) Der Angeklagte hat zwei Straftatbestände je mehrfach erfüllt, wobei
derjenige der sexuellen Handlungen mit Kindern schwerer wiegt; das Gesetz sieht
dafür als Sanktion Freiheitsstrafe (von in der Regel mindestens sechs Monaten)
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (bis zu 360 Tagessätzen) vor (Art. 187 Ziff. 1,
Art. 40 und Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Deliktsmehrheit und die mehrfache Tatbe-
gehung führen zur Erweiterung des Strafrahmens bis auf 71⁄2 Jahre Freiheitsstrafe
und sind obligatorisch zumindest straferhöhend in Betracht zu ziehen (Art. 49
Abs. 1 StGB; BGE 116 IV 303).
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b) Strafmilderungsgründe liegen nicht vor, insbesondere keine aufrichtige
Reue im Sinne von Art. 48 lit. d StGB. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Eine besondere und zudem nicht
nur unter dem Druck des Strafverfahrens erfolgte Anstrengung des Angeklagten
zur Wiedergutmachung des begangenen Unrechts ist nicht auszumachen. Fehl
geht die Verteidigung insbesondere mit ihrem Vorbringen, dass die Vertreterin der
Geschädigten Erni erst nach der Anklageerhebung in der Lage gewesen sei, kon-
krete (Genugtuungs-)Forderungen zu stellen, und der Angeklagte somit auch erst
zu diesem Zeitpunkt solche habe anerkennen können. Gleiches gilt für die Aus-
führungen des Verteidigers, dass die anderen Geschädigten nie irgendwelche
Forderungen gestellt hätten und somit der Vorwurf mangelnder Anstrengungen
des Angeklagten zur Wiedergutmachung unberechtigt sei (Urk. 58 S. 3⁄4, Urk. 79
S. 6). Die Betätigung aufrichtiger Reue hätte vielmehr gerade darin bestanden,
von sich aus auf die Geschädigtenseite zuzugehen, sich förmlich für die began-
genen Verfehlungen zu entschuldigen und eine Genugtuungsleistung anzubieten.
c) Innerhalb des gesetzlichen Rahmens ist die Strafe nach dem Verschulden
des Täters zuzumessen. Zu berücksichtigen sind ausserdem dessen Vorleben,
dessen persönliche Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben.
Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung bzw. Gefährdung des
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggrün-
den und den Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit er nach den in-
neren und äusseren Umständen in der Lage war, die Verletzung oder Gefährdung
von Rechtsgütern zu vermeiden (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB).
2. Der Angeklagte missbrauchte unter zwei Malen mehrere Kinder, zum Teil
solche im vorpubertären Alter, um pornographisches Bildmaterial herzustellen. Zu
diesem Zwecke hielt er sie dazu an, in aufreizenden, die Geschlechtsteile zur
Schau stellenden Stellungen zu posieren und – im Falle der Geschädigten G. –
ihre Schamlippen zu spreizen. Bei B.G. manipulierte er überdies mit seinen Fin-
gern an der Scheide. Mit diesen Handlungen gefährdete er die gesunde Entwick-
lung der betroffenen Kinder im Bereiche der Sexualität ernstlich. Er verbreitete
überdies das solchermassen erstellte kinderpornographische Material über das
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Internet in pädophilen Kreisen. Hinsichtlich des Tatbestands der Pornographie
(Art. 197 StGB) waren die Verfehlungen des Angeklagten somit gravierend. Die
darüber hinaus begangenen sexuellen Handlungen mit Kindern (Art. 187 StGB)
wiegen demgegenüber im Rahmen des Gesamtspektrums von Tathandlungen,
die von diesem Straftatbestand erfasst werden, noch eher leicht. Insgesamt ist
von einem mittelschweren Verschulden des Angeklagten auszugehen.
3. a) M.E. wurde 19XX in B. geboren. Er wuchs dort als Einzelkind in har-
monischen Familienverhältnissen bei den Eltern auf. Nach vier Jahren Primar-
schule und fünf Jahren Realschule (entsprechend der zürcherischen Sekundar-
schule A) absolvierte er bei der Firma B. in B. mit Erfolg eine Lehre als R. Kurz
darauf kam es aber in der graphischen Industrie zu grossen technischen Umwäl-
zungen, in deren Folge der Angeklagte arbeitslos wurde. Er fand nochmals eine
befristete Stelle auf dem erlernten Beruf, arbeitete anschliessend zwei Jahre als
EDV-Operator beim S.B. und konnte schliesslich 1977 bei der Z.Z. eine Stelle als
P. antreten, die er innehatte, bis er im Januar 2002 wegen der heute zu beurtei-
lenden Delikte in Untersuchungshaft kam und demzufolge fristlos entlassen wur-
de. Im Jahre 1982 heiratete der Angeklagte. Aus dieser Ehe hat er eine Tochter,
geb. 1982, und einen Sohn, geb. 1984. Seit dem 1. Juli 2000 lebt er von seiner
Ehefrau getrennt, und im September 2004 erfolgte die Scheidung. Er hat nun eine
Freundin. Der Angeklagte hat weder Vermögen noch Schulden. Er wohnt wieder
bei seinen Eltern in deren Haus in W. und lebt zurückgezogen. Der Angeklagte
blieb abgesehen von sporadischen Einsätzen bei einer Firma in W. arbeitslos und
wurde im Februar 2004 ausgesteuert. Er lebt nun von Unterstützungszahlungen
seiner Eltern. Daneben versucht er, über eine eigene Internetseite Aufträge als P.
zu erhalten (Urk. 34/1, Urk. 34/7-9, Urk. 34/11-12, Urk. 3/19 S. 30-32, Prot. I S. 3-
6, Prot. II S. 5-8). Aus dem dargelegten Vorleben des Angeklagten ergeben sich
mit Blick auf pädophile Straftaten keine besonderen be- oder entlastenden Mo-
mente.
b) Der Angeklagte ist nicht vorbestraft (Urk. 34/4, Urk. 70).
4. a) Neben der Deliktsmehrheit und mehrfachen Tatbegehung liegen keine
weiteren Straferhöhungsgründe vor.
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b) Strafmindernd kann neben dem nahezu vollumfänglichen Geständnis und
dem bis zu den vorliegend zu ahndenden Straftaten tadellosen Leumund des An-
geklagten berücksichtigt werden, dass er heute deutlich seine Reue und Einsicht
bekundet hat (Prot. II. S. 10-12), dass mit einer ohne Dazutun des Angeklagten um Jahre verzögerten Anklageerhebung das Beschleunigungsgebot verletzt wur-
de und dass seit der Tatbegehung mehrere Jahre vergangen sind, in denen sich
der Angeklagte klaglos verhalten hat. Die Frage, ob hinsichtlich der Verbüssung
einer Freiheitsstrafe für den seine betagten Eltern betreuenden Angeklagten eine
besondere Strafempfindlichkeit vorliegen würde, kann angesichts der nachfolgen-
den Erwägungen offen bleiben.
5. a) Bei einer gesamthaften Würdigung aller für die Strafzumessung rele-
vanten Umstände und im Lichte der Praxis in vergleichbaren Fällen erweist sich die erstinstanzlich ausgefällte Strafe von 30 Monaten Zuchthaus als eindeutig zu
hoch. Die Vorinstanz trug insbesondere der Tatsache nicht Rechnung, dass das
Verschulden des Angeklagten vor allem beim Tatbestand der Pornographie
schwer wiegt, bei dem aber die ordentliche Höchststrafe bei drei Jahren Frei-
heitsentzug liegt (Art. 197 StGB). Beim an sich schwerer wiegenden Tatbestand
der sexuellen Handlungen mit Kindern, dessen Erfüllung erst zu einer starken
Ausweitung des Strafrahmens bis auf 5 bzw. 71⁄2 Jahre Freiheitsstrafe führt, blie-
ben die Verfehlungen des Angeklagten noch relativ leicht. Zudem liegen mehrere
Strafminderungsgründe, insbesondere die Verletzung des Beschleunigungsge-
botes, vor, die insgesamt erheblich ins Gewicht fallen. Als angemessene Sanktion
erscheint bei dieser Sachlage eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten Dauer.
b) Auf diese Strafe sind dem Angeklagten 87 Tage Polizei- und Untersu-
chungshaft anzurechnen (Urk. 33/3-15; Art. 51 StGB).
VI.
a) Freiheitsstrafen von nicht mehr als zwei Jahren sind in der Regel aufzu-
schieben, wenn eine unbedingte Strafe nicht als notwendig erscheint, um den
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42
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Abs. 1 StGB). Der Angeklagte ist Ersttäter und verfügte bis anhin über einen ta-
dellosen Leumund. Insofern besteht kein Grund, ihm bezüglich seiner künftigen
Bewährung eine ungünstige Prognose zu stellen.
b) Eine psychiatrische Begutachtung des Angeklagten hat nicht stattgefun-
den. Er lebte bis zum Alter von fast 45 Jahren deliktsfrei und hat sich in den bald
fünf Jahren, die seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft verstrichen
sind, wiederum bewährt. Diese Umstände sprechen deutlich gegen das Vorliegen
einer eigentlichen Pädophilie, welche allenfalls eine ungünstige Prognose be-
gründen und nach der Anordnung einer Massnahme gemäss Art. 59 oder 63
StGB rufen würde. Der Angeklagte missbrauchte aber immerhin in einem zeitli-
chen Abstand von ca. 21⁄4 Jahren zweimal Kinder und pflegte über das Internet
wiederholt Kontakte mit einschlägigen Kreisen. Dies weist darauf hin, dass beim
Angeklagten möglicherweise eine gewisse Grundbereitschaft zur Begehung der-
artiger Delikte bestehen könnte, die – etwa bei Beziehungskrisen oder anderen
Belastungssituationen und sich gleichzeitig bietender Gelegenheit – zu einem
Rückfall führen könnte.
Etwas alarmierend ist, dass er sich einerseits für seine Handlungen wohl
sehr schämt, er sich mit seinen Delikten offensichtlich beschäftigt und einsichtig
ist, anderseits aber selber aussagte, er wisse nicht, wie es dazu habe kommen
können (Prot. II S. 10. 12). Hier wäre eine therapeutische Aufarbeitung angezeigt.
Von einer gerichtlichen Weisung, sich während der Probezeit in eine deliktsorien-
tierte psychotherapeutische Behandlung zu begeben, ist indessen abzusehen.
Bezüglich der Legalprognose bestehen daher beim Angeklagten gewisse Beden-
ken, die nicht gerade die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs, aber doch
die Ansetzung einer dreijährigen Probezeit als angezeigt erscheinen lassen.
Beizupflichten ist den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 79 S. 10), dass
die Stellenlosigkeit keinen Grund darstellt, mit Bezug auf pädophile Delikte eine
schlechte Prognose zu stellen.
VII.
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Der Angeklagte unterliegt mit seiner Berufung hinsichtlich des Schuldpunkts.
Er erreicht aber eine deutliche Strafreduktion, und dies nicht bloss im Rahmen ei-
nes wohlwollenden Ermessensentscheids, sondern im Sinne der notwendigen
Korrektur eines offensichtlich unangemessenen Entscheids der Vorinstanz. Bei
diesem Prozessausgang ist das erstinstanzliche Kostendispositiv zu bestätigen
(§ 188 Abs. 1 StGB). Die Kosten des Berufungsverfahrens einschliesslich derjeni-
gen der amtlichen Verteidigung vor zweiter Instanz hingegen sind nur zu einem
Viertel dem Angeklagten aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu
nehmen (§ 396a StPO).