# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 313e7a47-91b1-41d1-b9cd-003b447facce
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
arbeitete seit September 1979 bei der
Y._
, zuletzt
als Bereichsleiter
Gastronomie
und war dadurch bei der
Y._
-Pensionskasse berufsvorsorgeversichert (
Arbeitgeberbe
richt
vom 2
3.
Januar 2009,
Urk.
21/12,
und Lebenslauf, Urk.
21/18), als er sich am 1
9.
Dezember 2008 (Datum gemäss Aktenverzeichnis) bei der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
21/2).
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
wurde per 3
1.
März 2009 aufgelöst
(
Vereinbarung vom 2
3.
Februar 2009,
Urk.
2/2
). Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen sprach d
ie IV
Stelle
X._
die Kosten für ein Arbeitstraining beim
Z._
für die Zeit vom 2
4.
August 2009 bis 2
6.
Februar 2010 (Mitteilungen vom 2
8.
August 2009,
Urk.
21/26, und vom 1
8.
November 2009,
Urk.
21/3
4
) und für einen vom 2
7.
Februar bis 2
8.
Mai 2010 dauernden Arbeits
versuch in der Küche des Altersheims
A._
gut (Mitteilung vom
4.
März 2010,
Urk.
21/39). Nachdem die IV-Stelle mit Mitteilung vom
9.
Juni 2010 einen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen verneint hatte (
Urk.
21/45), nahm sie
weitere
medizinische Abklärungen vor, in deren Rahmen sie
unter anderem
bei
Dr.
med. B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, ein Gutachten in Auftrag
gab
, welches am 3
0.
November 2010 erstattet wurde (
Urk.
21/53). Nach Durchführung des
Vorbescheid
ver
fahrens
(Vorbescheid vom 31.
Januar 2011,
Urk.
21/58, und Einwand vom
3.
Februar 2011,
Urk.
21/60) sprach die IV-Stelle
X._
mit Ver
fügung vom 1
6.
Mai 2011 mit Wirkung ab
1.
Juni 2011 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
21/
74
).
Hiergegen erhob
X._
am 1
5.
Juni 2011 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihm ab
1.
Juni 2010 eine ganze Rente auszurichten, eventualiter sei festzustellen, dass die einjährige Wartefrist im Juli 2009 erfüllt sei, und es sei das Verfahren zwecks Ergänzung der medizinischen Abklärungen und all
fälliger Prüfung von Umschulungsmassnahmen an die Vorinstanz zurückzu
weisen (
Urk.
21/75/3-13
).
2.
Nachdem sich
X._
noch während des laufenden
invalidenver
siche
rungsrechtlichen
Verwaltungsverfahrens an die
Y._
-Pensionskasse gewandt und
um
Ausrichtung einer Invalidenrente der Berufsvorsorge ersucht hatte und die
Y._
-Pensionskasse eine Leistungspflicht verneint hatte (vgl. Schreiben vom 2
4.
Mai 2011,
Urk.
2/8), erhob er mit Eingabe vom 2
7.
Juni 2011 Klage gegen die
Y._
-Pensionskasse und beantragte (
Urk.
1):
Die Beklagte sei zu verpflichten,
ihm
für die heute bestehende
Erwerbsunfähigkeit die gesetzlichen und reglementarischen Leistungen
aus der Berufsvorsorgeversicherung zu erbringen.
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort
vom
4.
November 2011
die Abwei
sung der Klage. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Sistierung des Ver
fahrens bis zur rechtskräftigen Erledigung des
invalidenversicherungsrechtli
chen
Verfahrens (
Urk.
9)
.
Nachdem sich
der Kläger
am 1
8.
November 2011
zum Sistierungsgesuch hatte vernehmen lassen (
Urk.
13), wurde das berufsvorsorgerechtliche Verfahren mit Verfügung vom
8.
Dezember 2011 bis zur rechtskräftigen
Erledigung des
inva
lidenversicherungsrechtlichen
Verfahrens sistiert (
Urk.
16).
3.
Im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren wurde, nachdem die IV-Stelle
mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
August 2011 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
21/80
)
schloss, mit
Verfügung vom
8.
Dezember 2011
die Beklagte
zum Prozess beigeladen (
Urk.
21/81
). Am 1
0.
April 2012
reichte die Beklagte
eine Stellungnahme ein (
Urk.
2
1/89/3-15
), zu welcher sich der
Kläger
am 1
2.
Juni 2012 vernehmen liess (
Urk.
21/92/2-7
). Mit Beschluss vom 2
2.
August 2012 wurde
dem Kläger
unter Androhung einer
reformatio
in
peius
Frist zur Stellung
nahme zur möglichen Schlechterstellung bzw. zum Beschwerderückzug angesetzt (
Urk.
21/94
). Am 1
3.
September 2012 teilte der
Kläger
mit, dass er an seiner Beschwerde festhalte (
Urk.
21/95/16-18
). Mit Urteil vom 1
4.
November 2012 wurde unter Verneinung eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens die Beschwerde abgewiesen und die angefochtene Verfü
gung vom 1
6.
Mai 2011 mit der Feststellung, dass der
Kläger
keinen Renten
anspruch habe, aufgehoben (
Urk.
21/95/1-15
).
Am
3.
Januar 2013 erhob der
Kläger
beim Bundesgericht Beschwerde gegen das Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
4.
November 2012 und beantragte, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und das Verfahren an das hiesige Gericht zurückzuweisen, damit dieses nach Einholung eines psychiatrischen
Obergut
achtens
einen Einkommensvergleich durchführe und über seinen Rentenan
spruch neu entscheide (
Urk.
21/96/2-16
). Mit Urteil vom 1
9.
Dezember 2013 hob das Bundesgericht das Urteil vom 1
4.
November 2012 auf und wies die Sache zu
r Ermittlung des Invaliditätsgrades im Rahmen eines
Einkommensver
gleich
ans hiesige Gericht zurück
(
Urk.
21/100)
.
Mit Urteil vom
7.
Februar 2014 wies das hiesige Gericht die Beschwerde ab und hob die angefochtene Verfügung vom 1
6.
Mai 2011 mit der Feststellung, dass der Kläger keinen Rentenanspruch hat, auf
(
Urk.
21/102)
.
Dagegen erhob der Kläger
am 2
0.
März 2014
Beschwerde
(
Urk.
21/103/2-9)
, welche das Bundesge
richt
m
it Urteil vom 2
9.
September 2014
teilweise guthiess
und den Entscheid des hiesigen Gerichts vom
7.
Februar 2014 mit der Feststellung, dass der Kläger ab
1.
Juni 2011 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat, auf
hob (
Urk.
21/111)
.
Am 1
7.
Oktober 2014 reichte der Kläger beim Bundesgericht ein Gesuch um Revision des bundesgerichtlichen Urteils vom 2
9.
September 2014 betreffend die
Frage des Rentenbeginns ein. Dispositiv-Ziffer 1 sei im Sinne der Feststellung abzuändern, "dass der
Kläger
ab
1.
Juni 2010 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat“
(
Urk.
21/113)
. Mit Urteil vom 2
4.
Dezember 2014 wies das Bundesgericht das Revisionsgesuch ab, soweit es darauf eintrat
(
Urk.
21/121)
.
4.
Mit Verfügung vom 1
4.
Januar 2015
hob das hiesige Gericht die am 8.
De
zember 2011 angeordnete Sistierung des berufsvorsorgerechtlichen
Klage
ver
fahrens
auf. G
leichzeitig wurde der Beklagen
Frist angesetzt, um ihre anwend
baren Statuten und Reglemente einzureichen und es wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung beigezogen (
Urk.
18). Die IV-Stelle reichte ihre Akten am 1
9.
Januar 2015 ein (
Urk.
20 und
Urk.
21/1-121).
Am 4.
Februar 2015 stellte die Beklagte dem Gericht ihre Reglemente zu (
Urk.
23 und
Urk.
25/1-2).
Der Kläger beantragte mit Replik vom
2.
April 2015 (
Urk.
29):
Die Beklagte sei zu verpflichten, ihm rückwirkend ab
1.
Juni 2011 eine
Erwerbsunfähigkeitsrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 40
%
auszurichten, wobei die rückständigen Rentenleistungen mit einem
Verzugszins zu 5
%
geschuldet zu erklären sind.
Die Beklagte sei ferner zu verpflichten, ihm basierend auf einem
Invali
ditätsgrad
von 40
%
die weiteren reglementarischen Leistungen
auszurichten.
Die Beklagte schloss mit Klageantwort vom 2
6.
Juni 2015 auf Abweisung der Klage (
Urk.
34), was dem Kläger am 2
9.
Juni 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
36).
5.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen
-
und Invalidenvorsorge [BVG]
in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung,
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinwei
sen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Ver
fahren nach
de
m
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (
IVG
)
zu. Unter
bleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich)
berufs
vorsorgerechtlich
nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.3
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die
Inva
lidenleistungen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschul
det, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer länge
ren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.4
Damit
eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zukommen hat, ist erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidi
tät ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen der
selbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
langung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähig
keit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 IVV beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussicht
lich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.5
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
gehen, wenn diese mindestens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeits
unfähigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überle
gungen ersetzt werden (vgl. hie
r
zu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2009 vom 1
7.
September 2009 E. 2.1 und 9C_178/2008 vom 1
5.
Juli 2008 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Der Kläger bringt zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen vor, aufgrund des Urteils des Bundesgerichts vom 2
9.
September 2014 stehe fest, dass
ein
Erwerbs
unfähigkeitsgrad
im Sinne der Eidgenössischen Invalidenversicherung von 41
%
au
sgewiesen sei
und Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invaliden
versicherung
bestehe
. Da die Beklagte in diesem Verfahren Verfahrensbeteiligte gewesen sei, sei sie an die Feststellung des Bundesgerichts, was den Grad der Erwerbsunfähigkeit anbelange, gebunden.
Er sei am
2.
Juli 2008 aus psychischen Gründen arbeitsunfähig geschrieben wor
den. In diesem Zeitpunkt sei er bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert gewesen. Als Diagnose sei 2008 eine Anpassungsstörung mit Angst und depressi
ver Reaktio
n
bzw. mit Neurasthenie und Regressionstendenz gestellt worden. Dieselbe Diagnose habe schliesslich ges
tützt auf das Gutachten von Dr.
B._
zur
Zusprache
einer
Viertelsrente
der Invalidenversicherung geführt.
Die sachliche
Konnexität
zwischen der während der
Versicherungsde
ckung
bei der Beklagten aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und dem invalidi
sierenden Gesundheitsschaden sei daher gegeben.
Die Anforderungen an den zeitlichen Konnex seien im Bereich der beruflichen Vorsorgeversicherung weniger streng als im Bereich der Eidgenössischen Invali
denversicherung. Der zeitliche Konnex setze nur voraus, dass
die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, nicht während längerer Zeit wieder voll arbeits- und leistungsfä
hig gewesen sei
.
Er sei während 29 Jahren bei der Beklagten vorsorgeversichert gewesen, bevor er am
2.
Juli 2008 krankheitsbedingt arbeitsunfähig geworden sei. Seine Arbeitsunfähigkeit
habe
vom
2.
Juli 2008 bis
zum
2
8.
Februar 2009, also rund sieben Monate gedauert. Am
1.
März 2009 sei er wieder voll arbeits
fähig geschrieben worden, allerdings unter der Auflage, dass aus gesundheitli
cher Sicht eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar erscheine. Vor allem aber sei man auch ab
1.
März 2009 keineswegs von einer vollen Leist
ungsfähigkeit ausgegangen. Zwar sei
damals
eine
Rückkehr in den bisherigen Beruf als Koch als zumutbar erachtet
worden, es sei
aber aus gesund
heitlichen Gründen eine Tätigkeit in leitender Stellung ausgeschlossen
worden
. Damit sei offenkundig, dass die zeitliche
Konnexität
nie unterbrochen worden sei, denn diese sei auf jeden Fall gewahrt, wenn der Grad der Erwerbs
un
fähig
keit 20
%
und mehr betrage.
Er habe sich zwischen Beendigung des Arbeitsverhältnisses
mit der
Y._
und
dem Beginn des invalidenversicherungsrechtlichen Wartejahres
den
von der IV-
Stelle
angeordneten be
ruflichen Massnahmen unterzogen
,
weshalb er
sich
in
diesem Zeitraum keiner neuen
Vorsorgeversi
cherung
habe
anschliessen können. Währen
d
der Dauer von gewährten
berufli
chen Massnahmen d
ürfe
die zeitliche
Konnexität
eines einmal bestehenden Vorsorgeschutzes nicht unterbrochen werden, weil andernfalls jedem Versi
cherten dringend davon ab
zu
raten
wäre
, sich beruflichen Eingliederungsmass
nahmen der IV-Stelle zu unterziehen, wolle
man den
Vorsorgeschutz n
icht ver
lieren (
Urk.
1 und Urk.
29).
2.2
Die Beklagte wendet hiergegen im Wesentlichen ein,
im
invalidenversicherungs
rechtlichen
Verfahren sei festgestellt worden, dass kein
e
invalidenversiche
rungsrechtliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe
;
trotzdem sei ein Einkommensvergleich durchgeführt worden. Dies sei widersprüchlich, falsch und offensichtlich unhaltbar und für das berufsvorsorgerechtliche Verfa
hren deshalb nicht verbindlich.
Da
beim Kläger
keine invalidisierende Arbeitsunfä
higkeit vorliege,
habe er von vornherein keinen Anspruch auf eine Rente der Berufsvorsorge.
Sollte wider Erwarten davon ausgegangen werden, der im IV-Verfahren ergan
gene Entscheid betreffend Leistung einer
Viertelsrente
sei für
die Beklagte
ver
bindlich, so falle eine Leistungspflicht ihrerseits mangels zeitliche
n
Konnex
es
ausser Betracht.
D
ie Invalidenversicherung
habe
das Warte
jahr im Juni 2010 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt sei der
Kläger nicht mehr bei ihr versichert gewesen sei. Gemäss den medizinischen Aussagen sei die Anpassungsstörung etwa im März 2009 remittiert und die Prognose sei, sofern der Kläger nicht an seinen bisherigen Arbeitsplatz zurückkehre
n würde
, äusserst optimistisch gewesen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zwischen April 2009 und Juni 2010 sei medizinisch nicht festgestellt worden. Die Unmöglichkeit, an der bisherigen Arbeitsstelle tätig zu sein, stelle keine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(
ATSG
)
bzw.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG dar.
Allein der Umstand, dass der Kläger in dieser Zeit berufliche Massnahmen in Form von Arbeitstrainings absolviert habe, könne solche medizinischen Aussagen zur
Arbeitsunfähigkeit nicht ersetz
en. Die Arbeitsmassnahmen bezweckten hier nicht die Erhöhung der (ja bereits vorhandenen) Arbeitsfähigkeit, sondern sollten dem Kläger lediglich den Wiedereinstieg erleichtern und die Wiedereingliederung in die angestammte Tätigkeit ermöglichen. Eine mit
Art.
26a BVG vergleichbare Rechtsgrundlage zwecks provisorischer Weiterversicherung der leistungspflichtigen
Vorsorgeein
richtung
exis
tiere in diesem Zusammen nicht.
Fraglich sei überdies, ob der sachliche Konnex zu bejahen wäre. Die vorüberge
hende Arbeitsunfähigkeit des Klägers während seines Aufenthaltes in der Klinik
C._
vom
5.
Januar bis
7.
Februar 2009
habe
auf einer Anpassungsstörung,
Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
basiert
. Am 2
7.
März 2009 sei ein Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.1)
diagnostiziert worden
. Demgegenüber habe die IV-Stelle vor der
Rentenzuspra
che
festgehalten, dass der Gesundheitsschaden nur in einer Anpassungsstörung bestehe, vor dem Hintergrund von auffälligen Persönlichkeitszügen
(
Urk.
9 und
Urk.
34).
3.
Der Beklagten wurde die Verfügung vom 16. Mai 2011 eröffnet (
Urk.
21/64-65)
. Zum Beschwerdeverfahren vor dem hiesigen Gericht wurde die Beklagte mit Verfügung vom 8. Dezember 2011 beigeladen (Urk. 21/81). Entsprechend wurde ihr auch das Urteil vom 14. November 2014, mit welchem die Verfügung vom 16. Mai 2011 mit der Feststellung, dass der Kläger keinen Rentenanspruch hat, aufgehoben wurde, zugestellt (Urk. 21/95). Das Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2013, mit welchem das Urteil vom 14. November 2012 aufgeho
ben und die Sache ans hiesige Gericht zurückgewiesen wurde, wurde der Beklagten ebenfalls eröffnet (Urk. 21/100). Das im Nachgang dazu ergangene Urteil des hiesigen Gerichts vom 7. Februar 2014, gemäss welchem der Kläger keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat (Urk. 21/102), wurde der Beklagten hingegen ebenso wenig zugestellt wie das Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2014, mit welchem dem Kläger mit Wirkung ab 1. Juni 2011 eine
Viertelsrente
zugesprochen wurde (Urk. 21/111) und das Urteil vom 24. De
zember 2014, mit welchem das Revisionsgesuch des Klägers abgewiesen wurde, soweit darauf eingetreten wurde (Urk. 21/121).
Die Beklagte wurde somit nicht gehörig ins invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen
.
S
o war es ihr insbesondere nicht möglich, im
bundesge
richtlichen
Verfahren zu den Vorbringen des Klägers Stellung zu nehmen. Eine Bindungswirkung der Beklagten an die invalidenversicherungsrechtlichen Fest
stellungen entfällt somit.
4
.
4
.1
Folgende für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Klägers grundsätz
lich relevanten ärztlichen Berichte liegen vo
r
:
4
.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
berichtete
am 30. Oktober 2008
der SWICA, damalige
Krankentaggeldversiche
rung
des Klägers, der Kläger leide aus körperlicher Sicht an leichtem, ätiolo
gisch ungeklärtem Schwindel
vestibulärer
Art. Geistig bestehe keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychischer Sicht sei der Kläger hypochondrisch, es
bestehe eine ängstlich geprägte Anpassungsstörung mit
ausgeprägter Nei
gung zur Somati
sierung. Eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz sei nicht rea
listisch. Die Ängste seien mit Vorgesetzten und Untergebenen verbunden. An einem anderen Arbeitsplatz könnte der Kläger wahrscheinlich etwa 30 % arbei
ten, bei guten Bedingungen könne zügig gesteigert werden (Urk. 21/6/8-9). Mit Bericht
an die IV-Stelle
vom 18. Januar 2009 (Urk. 21/11/15) hielt Dr.
D._
fest, dass der Kläger
seit Juli 2008 zu 100 % arbeits
unfähig sei, wobei ihm die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, jedoch nicht am bisherigen Arbeitsplatz. Betreffend Diagnosen verwies Dr.
D._
auf die beigelegten Berichte, aus welchen (1) eine depressive Anpassungsstörung, Differentialdiagnose Burnout mit hypochondrischem und asthenischem Einschlag und (2) ein Status nach
Antirefluxoperation
2000 bei
Barretösophagus
herv
or
geht (vgl. Bericht vom 11. November 2008, Urk. 21/11/11
).
4
.3
Die
Ärzte der
Klinik
C._
, in welcher der Kläger vom
5.
Januar bis
7.
Februar 2009 stationär behandelt wurde, erklärten mit Bericht vom 3. März 2009, de
r
Kläger
leide an einer Anpassungsstörung
mit
Angst und depressive
r
Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22). Er sei noch bis am 28. Februar 2009 zu 100 % arbeitsunfähig. Ab 1. März 2009 bestehe voraussichtlich eine 100%ige Arbeits
fähigkeit, wobei eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz aus gesundheitli
chen Gründen nicht befürwortet werden könne (Urk. 21/17).
4
.4
Med.
pract
.
E._
, Fachär
z
t
in FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte mit Bericht
an die IV-Stelle
vom 27. März 2009 einen Status nach mittelgradig depressiver Episode (ICD-10 F32.1). Es bestehe keine Arbeits
unfähigkeit mehr. Es gelte jedoch zu beachten, dass eine Rückkehr an die alte Arbeitsstätte bzw. in die
Y._
die gleiche psychische Symptomatik wieder auslösen würde und daher nicht empfohlen werden könne (Urk. 21/19/6-9).
4
.
5
Am 11. Mai 2009 stellte Dr.
D._
ein „Ärztliches Zeugnis“ aus, in welchem er festhielt, dass der Kläger schon früher über Störungen des Geschmackssinns geklagte habe. Dieses Problem habe sich seit einer dreiwöchigen antibiotischen Behandlung wegen Lungenentzündung im Dezember/Januar verschärft. Diese Einschränkung
habe dazu geführt
, dass im Moment aus medizinischer Sicht die Tätigkeit als selbständiger Koch nicht realistisch sei. Über die Prognose könne nichts ausgesagt werden, eine Verbesserung sei über Monate möglich, aber nicht sicher (Urk. 21/23).
4
.
6
Dr.
D._
nannte mit undatiertem Bericht
, welcher am
1
4.
Juli 2010
bei der IV-Stelle einging (vgl. Aktenverzeichnis),
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) seit anfangs 2008 mit multiplen hypochondrischen
Krankheits
befürchtungen
. Als Diagnosen ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfä
higkeit führte er einen Status nach
Fundoplicatio
wegen chronischer
Refluxerkrankung
2001 und einen Status nach
Cholezystektomie
2004 an. Der Kläger sei seit etwa Januar 2008 in der angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Eine leichte Tätigkeit sei ab sofort zu 50 % möglich, wobei eine Steigerung möglich sei. Alles, was mit Küche zu tun habe, löse eine massive Abwehr aus. Zudem habe
der Kläger gemäss eigenen Anga
ben den Geschmackssinn verloren (Urk. 21/48).
4
.
7
Die
Dres
. F._
und
G._
, beide Fachärzte FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierten in ihrem ebenfalls undatierten Bericht
, welcher am
2.
September 2010 bei der IV-Stelle einging:
sonstige depressive Episode (ICD-10 F32.8)
nicht näher bezeichnete dissoziative Störung (DDNOS) (ICD
-10 F44.9)
undifferen
zierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1)
Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, emotional instabi
len narzis
stischen Anteilen (ICD-10 F61)
Der Kläger sei als Koch seit Juni 2010 zu 100 % arbeitsunfähig. Wie sich gezeigt habe, sei auch eine Tätigkeit in quasi beschütztem Rahmen nicht mög
lich (Urk. 21/50).
4
.
8
Dr.
B._
nannte in ihrem Gutachten
zuhanden der IV-Stelle
vom 30. November 2010 (
Urk. 21/53 S. 31) als Diagnosen:
erneute Anpassungsstörung mit Neurasthenie und Regressio
nstendenzen (ICD-10 F43.23) bei
anhaltender bzw. wiederkehrender psychosozialer Belastungssituation in der beruflichen Identifizierung sowie im familiären Umfeld
(ICD-10 Z56.5/Z560; Z63.7; Z59)
eine neurotisch-
negativistische
Persönlichkeitsstruktur mit akzent
uier
ten, narzisstischen,
histri
onischen
und passiv-aggressiven
Persönlich
keitszügen
(ICD-10 Z73.1) mit
habitueller, chronischer, multipler psychosoma
tischer Störung (ICD
10 F45.0)
dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (ICD-10 F44.6)
Tinnitus (ICD-10 F45.8)
Der Kläger sei in seiner angestammten Funktion als Bereichsleiter/Koch in einer grossen Zentralküche aufgrund seines aktuellen regressiven und neurastheni
schen Zustandsbildes i
m Sinne einer Anpassungsstörung
erheblich einge
schränkt, faktisch sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit sei Juni 2010
auszugehen. Anamnestisch
habe
auch im Zeitraum 1. Juli 2008 bis 31. März 2009 (
Remission der vorgehenden Anpas
sungsstörung) eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
bestanden
(Urk.
21
/53
/32-33
).
5.
5.1
Der Kläger war bis am 3
1.
März 2009 bei der
Y._
angestellt und dadurch
bis am 3
0.
April 2009
bei der Beklagten berufsvors
or
ge
versichert (vgl.
Urk.
2/2
und
Art.
10
Abs.
3 BVG
)
. Eine Leistungspflicht der Beklagten setzt somit voraus, dass eine zur Invalidität führende Arbeitsunfähig
keit des Klägers bis am 3
0.
April 2009 eingetreten ist, ohne dass es hernach zu einer Unterbrechung des sachlichen oder zeitlichen
Konnexes
gekommen ist.
5.2
5.2.1
Das Bundesgericht entschied mit Urteil vom 2
9.
September 2014
,
dass der
Klä
ger
ab
1.
Juni 2011 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat (
Urk.
21/111).
Das Bundesgericht
ging
dabei
davon aus, dass der Kläger die angestammte Tätigkeit als Koch nicht mehr ausüben könne, ihm jedoch die Tätigkeit als nicht leitender Koch
in vollem Umfang zumutbar sei
(E. 4)
.
Zum Beginn des invalidenversicherungsrechtlichen Wartejahres (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG) machte das Bundesgericht im Urteil vom 2
9.
September 2014 keine expli
ziten Ausführungen.
5.2
.2
Am 1
7.
Oktober 2014 stellte der Kläger ein Gesuch um Revision dieses Urteils betreffend Rentenbeginn. Er beantragte dabei, dass ihm bereits ab
1.
Juni 2010 eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen sei. Das
Bundesgericht wies das Revisionsgesuch
mit Urteil vom 2
4.
Dezember 2014
ab, soweit es darauf eintrat
(
Urk.
21/121).
Zur Begründung führte
es
aus (E. 3.2):
„Wie der Gesuchsteller richtig vorbringt, hat das Bundesgericht im Urteil 9C_4/2013 vom 1
9.
Dezember 2013 E. 3 erwogen, er habe die letzte Stelle als Koch in leitender Stellung im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Arbeitgeber aufgegeben.
Hiezu
hätten gesundheitliche Gründe beigetragen. Die Klinik
C._
habe in ihrem Bericht vom
3.
März 2009 festgehalten, dass eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen nicht befürwortet werden könne. Diese Auffassung werde auch in weiteren ärztlichen Unterlagen vertreten. Daraus kann indessen nicht gefolgert werden, es sei von einem Beginn der einjährigen Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG am
2.
Juli
2008 auszugehen. Der Gesuchsteller war zwar ab diesem Zeitpunkt von seinem Haus
arzt
Dr.
med.
D._
krankgeschrieben worden. Dieser hielt im Bericht vom 1
8.
Januar 2009 fest, die bisherige Tätigkeit wäre noch zumutbar, aber nicht der
bisherige Arbeitsplatz. Ebenfalls sprachen sich die Ärzte der Klinik
C._
in ihrem Bericht vom
3.
März 2009 gegen eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz aus. Sie attestierten jedoch voraussichtlich ab
1.
März 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
Gemäss
Dr.
med.
B._
hatte sich die (vorüber
gehende) Anpassungsstörung im Zeitraum von April 2009 bis Mai 2010 remit
tiert (psychiatrisches Gutachten vom 3
0.
November 2010). Diese Akten erlauben nicht den Schluss auf eine seit Anfang Juli 2008 bestandene Arbeitsunfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch von durchschnittlich mindestens 40
%
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG und
Art.
29ter IVV, welches Erfordernis sich auf den angestammten Beruf als Koch in leitender Stellung bezieht und nicht ledig
lich auf den letzten Arbeitsplatz (Urteil des
Eidg
.
Versicherungsgerichts I 75/03 vom
6.
Februar 2004 E. 2.2; vgl. auch Urteil 9C_182/2007 vom
7.
Dezember 2007 E. 4.3.2, in: SVR 2008 BVG Nr. 31 S. 126). Von diesbezüglichen Abklä
rungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten und daher davon abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung). Im Ergebnis ist somit von einem Beginn der Wartezeit frühestens im Juni 2010 auszugehen. Das Revisionsgesuch ist unbe
gründet.“
5.
3
5.3.1
Wie
den bundesgerichtlichen Erwägungen zu entnehmen
ist
, setzte
Dr.
B._
in ihrem Gutachten vom 3
0.
November 2010, welches gemäss Bundesgericht grundsätzlich die Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten erfüllt (
Urteil des Bundesgerichts vom 1
9.
Dezember 2013
E.
2
),
den Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf Juni 2010 fest. Anamnestisch führte sie zwar ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit
an
, jedoch lediglich für die Zeit vom
1.
Juli 2008 bis 3
1.
März 2009 (
E.
4
.8
). Für die Zeit vom
1.
April 2009 bis 3
1.
Mai 2010, das heisst für 14 Monate,
attestierte sie dem Kläger hingegen
keine Ein
schränkung der Arbeitsfä
higkeit
.
Diese Einschätzung stimmt mit den übrigen berichtenden Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie überein. So gingen die
Ärzte der Klinik
C._
, in welcher der Kläger vom
5.
Januar bis 7.
Februar 2009
stationär behandelt wurde
, mit Bericht vom
3.
März 2009 (
E
.
4
.3
)
ebenfalls
davon aus, dass der
Kläger
ab
1.
März 2009 wieder zu 100
%
arbeitsfähig
sei
. Lediglich eine Rückkehr an den
bisherigen
Arbeitsplatz könne nicht befürwortet werden.
Med.
pract
.
E._
erklärte
mit Bericht vom 2
7.
März 2009 ebenfalls
, dass ihres
Erachtens die Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt sei
und hielt,
wie die Ärzte der Klinik
C._
,
lediglich
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die konkrete Arbeitsstelle bei der
Y._
fest
(E.
4
.4)
.
Dr.
F._
un
d
Dr.
G._
, in deren Praxis der
Kläger seit
9.
Juli 2008 in Behandlung
stand
, setzten den Beginn der 100%igen Arbeits
un
fähigkeit
mit ihrem am
2.
September 2010 bei der IV-Stelle
eingegangen Bericht
ebenfalls
auf den
1.
Juni 2010 fest
(E.
4
.7)
.
5.3.2
Dr.
D._
hielt demgegenüber mit Bericht vom
1
1.
Mai 2009 (E.
4
.5)
die selbständige
Tätigkeit als Koch
für derzeit nicht realistisch
.
Mit undatiertem, am 1
4.
Juli 2010 bei der IV-Stelle ein
gegangenem Bericht attestierte er dem Kläger
zudem
aus psychischen Gründen
eine seit Januar 2008 andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit
(E.
4
.6).
Hierbei gilt es zu beachten, dass
Dr.
D._
im Gegensatz zu
Dr.
B._
, den Ärzten der Kli
nik
C._
, med.
pract
.
E._
sowie
Dr.
F._
und
Dr.
G._
nicht Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie
ist. In Anbetracht
dessen sowie mit Blick darauf
, dass bei der
Würdigung
seiner Einschätzung auch der Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen
ist
,
dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351
E.
3b/cc), v
ermögen
sein
e
Bericht
e
die übereinstimmenden Einschätzungen der Fachärzte nicht in Frage zu stellen.
Betreffend die von ihm angeführte Störung des Geschmackssinns gilt es zudem zu beachten, dass diese Störung erstmals im Mai 2009 und somit nach Beendigung der Versicherungsdeckung bei der Beklagten Erwähnung findet.
Dr.
D._
führte in früheren Berichten keine solche Einschränkung an,
vielmehr
hielt er mit Bericht vom 1
8.
Januar 2009 noch fest, dass die Tätigkeit als Koch lediglich in Bezug auf die konkrete letzte Arbeitsstel
le nicht zumutbar sei (E.
4
.2).
5.3.3
Nach dem Gesagten ist
gestützt auf die medizinischen Akten davon auszugehen, dass vom
1.
April 2009 bis 3
1.
Mai 2010
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
vor
lag und eine Einschränkung bloss in Bezug auf den letzten Arbeitsplatz bestand (E. 5.3.1), was für eine relevante Arbeitsunfähigkeit von 20
%
oder mehr (E. 1.5) nicht genügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2
4.
Dezember 2014, E. 3.2, wonach von einem Beginn der Wartezeit frühestens im Juni 2010 auszugehen ist [E. 5.2.2]).
I
nsbesondere aufgrund der langen Dauer
dieser
zwischenzeitlichen 100%igen Arbeitsfähigkeit,
jedoch auch in Anbetracht
der damaligen
positiven
prognostischen Beurteilung durch die behandelnden Ärzte
(
vgl.
Hürzeler
in:
Schneider/Geiser/
Gächter
[Hr
sg.],
Stäm
p
f
lis
Handkommentar, BVG und FZG,
N
2
7
zu
Art.
23
BVG
)
, ist eine Unterbrechung des
zeitliche
n
Zusammenhang
s
zwischen der während der Versicherungsdeckung bei der Beklagten attestierten Arbeitsunfähigkeit und einer hernach andauernden Arbeitsunfähigkeit zu
beja
hen
.
Hieran vermag nichts zu ändern, dass
sich
der Kläger im Zeitraum, in wel
chem er wieder zu 100
%
arbeitsfähig war, berufliche
n
Massnahmen der Invali
denversicherung unterzog.
Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob
- wie die Beklagte vorbringt
(E. 2.2)
beim Kläger aus berufsvorsorgerechtlicher Sicht überhaupt ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt und ob gegebenenfalls ein sachlicher Zusammen
hang
zu bejahen wäre
. Die Klage erweist sich jedenfalls als unbegründet und ist abzuweisen.