# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab603cc2-cdfd-4a93-bec9-7bb89fca5db6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1982, ersuchte am 28. Juli 2016
um Befreiung von der Krankenversicherungspflicht
(Urk. 9/1). Mit Verfügung vom 9. September 2016 (Urk. 9/8) wies die
Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich (nachfolgend: Gesundheitsdirektion) das Gesuch ab. Die dagegen am
14. September 2016 (Urk. 9/9) erhobene
Einsprache wies die Gesundheitsdirektion
nach weiteren Abklärungen (Urk. 9/11-21) mit Entscheid vom 7. April 2017 ab (Urk. 9/22 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 7. April 2017 (Urk. 2) erhob X._ am 5. Mai 2017 Beschwerde mit dem Antrag, den Termin zum Abschluss einer Schweizer Krankenpflegeversicherung bis zum 31. Dezember 2017 zu verlängern (Urk. 1). Mit
Beschwerdeantwort vom
14. Juli 2017 (Urk. 8) beantragte
die Gesundheitsdirektion die Abweisung der Beschwerde, was de
r
Beschwerdeführer
in
am
26. Juli 2017
mitgeteilt wurde (
Urk. 10
).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargelegt, dass im vorliegenden Fall schweizerisches Recht zur Anwendung gelangt (
Urk.
2 S. 2
Ziff.
1). Auf diese unbestritten gebliebenen und korrekten Ausführungen wird verwiesen.
2.
Die gesetzlichen Bestimmungen über das Versicherungsobligatorium und die verschiedenen Tatbestände der Befreiung hiervon gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) und der Verordnung über die Kranken
versicherung (KVV) sowie die in diesem Zusammenhang geltende Praxis hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend wieder
gegeben (
Urk.
2 S. 2 ff.
Ziff.
2 ff.). Darauf wird ebenfalls verwiesen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Befreiungsgesuchs damit
, dass nicht von einer klaren Verschlechterung des Versicherungsschutzes gesprochen werden könne. Es sei zu berücksichtigen, dass
im Vergleich zu den Mindestvorschriften des KVG bei der ausländischen Versicherung verschiedene Deckungslücken vorlägen. Eine Befreiung der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 2 Abs. 8 KVV komme deshalb, unabhängig vom Gesundheitszustand, nicht in Betracht (Urk. 2 S. 5 Ziff. 4).
Mit Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerde
führerin mit Verfügung vom 7. April 2017 verpflichtet worden sei, bis zum 7. Juli 2017 bei einer anerkannten Schweizer Krankenversicherung eine Kran
kenpflegeversicherung (Grundversicherung) abzuschliessen. Bei der Gewährung dieser Dreimonatsfrist handle es sich um eine gesetzliche Frist, welche grund
sätzlich nicht erstreckt werden könne (Urk. 8 S. 3 Ziff. 10).
3.2
Die Beschwerdeführerin ersuchte um einen Aufschub der Versicherungspflicht in der Schweiz bis zum 31. Dezember 2017. Sie brachte vor, sie könne ihre aktuelle Versicherung bis dahin nicht kündigen. Diese koste bereits Fr. 5‘000.-- pro Jahr. Eine doppelte Versicherung könne sie sich nicht leisten. Sie verspreche jedoch, auf den 1. Januar 2018 eine Schweizer Versicherung abzuschliessen und die aktuelle ausländische zu kündigen (Urk. 1).
3.3
Strittig ist
nunmehr einzig
, ob
die Versicherungspflicht der Beschwerdeführerin aufgeschoben werden kann.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin wohnt in der Schweiz.
Damit untersteht
sie
gestützt auf
Art.
1
Abs.
1 KVV grundsätzlich der schweizerischen Versicherungspflicht, was
sie
auch nicht
bestreitet
(vgl. Urk. 1).
Weiter macht sie auch nicht mehr geltend, dass die Voraussetzungen zur Befreiung vom
schweizerischen Versicherungs
obligatorium
erfüllt seien, sondern beantragt im Wesentlichen einen Aufschub bis zum 31. Dezember 2017.
4.2
Nach § 5
der Verordnung zum
Einführungsgesetz zum Krankenversicherungs
gesetz (VEG KVG) ist es Sache der Gesundheitsdirektion, über Ausnahmen und Befreiungen von der Versicherungspflicht zu entscheiden. Gesuche um Fest
stellung, dass eine Person dem Versicherungsobligatorium nicht unterstellt ist, sowie Gesuche um Befreiung von der Versicherungspflicht sind gemäss § 7 Abs. 1 VEG KVG mit den erforderlichen Unterlagen bei der Gesundheits
direk
tion einzureichen.
Wird dem Gesuch nicht entsprochen, hat sich die gesuch
stel
lende Person innert drei Monaten ab Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheids gemäss KVG zu versichern
(§ 7 Abs. 2 VEG KVG)
.
Im
Bereich
über die
Befreiung von der Versicherungspflicht
richtet sich das ver
waltungsinterne (kantonale) Verfahren nach dem Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; §
26 EG KVG
)
.
Gemäss Art. 40 ATSG kann eine gesetzliche Frist nicht erstreckt werden. Gesetzlich sind diejenigen Fristen, deren Länge durch das Gesetz festgesetzt wird. Als gesetzli
che Frist ist auch diejenige anzusehen, deren Länge sich aus einer (gesetzmässi
gen) Verordnungsbestimmung ergibt (
vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
3.
Auflage, Zürich 2015, Rz
3
zu
Art. 40
).
Bei der in der Verordnung zum EG KVG enthal
tenen Frist von drei Monaten handelt es sich somit um eine gesetzliche Frist, welche nicht erstreckt werden kann.
4.3
Des Weiteren
wird
die ab Zuzug in
die Schweiz geltende Versicherungspflicht (vgl.
Art.
3
Abs.
1 KVG) durch ein hängiges Ausnahme- oder Befreiungsverfah
ren nicht aufgeschoben
(Amtsblatt des Kantons Zürich, Bemerkungen zu § 7 Abs. 2 der VEG KVG).
4.4
Aus den dargelegten Gründen kann kein
Aufschub der Versicherungspflicht bis zum 3
1.
Dezember 2017
gewährt werden, weshalb die Beschwerde g
egen den Einspracheentscheid vom
7.
April 2017 (
Urk.
2)
abzuweisen ist.