# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 907b1b49-fea8-4ad3-84d6-f61aa96c5000
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der
1971 in Serbien geborene
X._
meldete sich am 2
7.
Februar 2020
(Ein
gangs
datum) unter Hinweis auf
Rückenbeschwerden
bei der Sozialver
sicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug
an (
Urk.
6
/10
). Die IV
Stelle tätigte daraufhin beruf
lich-erwerb
liche sowie medizini
sche Abklärun
gen
und zog
die Akten des Krankentaggeldversicherers
Swica
bei (
Urk.
6/20, 6/28, 6/35)
.
Nach durchgeführtem Vorbe
scheid
verfahren (Vorbescheid vom
2. Juni
202
1 [
Urk.
6/54
]; Ein
wand vom
9. Juni 2021 [
Urk.
6/57
] m
it ergän
zender Begründung vom 1. Jul
i 2021 [
Urk.
6/66
])
sprach ihm
di
e IV-Stelle mit Verfügung
en
vom 12
.
Oktober
2021
ab dem 1. September 2020 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2021 eine Viertelsrente zu
(
Urk.
2 =
Urk.
6/77, 6/83 ff.
)
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2. November 2021 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, es sei
die Verfügung vom 12. Oktober 2021 a
ufzuheben, insofern und soweit ein Anspruch auf eine halbe Rente ab 1. April 2021 verneint beziehungsweise ihm lediglich eine Viertelsrente zugesprochen werde. Es sei ihm
-
zusätzlich zur nicht ange
fochtenen ganzen R
ente
vom 1.
September 2020 bis 31. März 2021
-
eine halbe Rente ab 1. April 2021 zu gewähren. In prozessualer Hinsicht stellte er sodann einen Ant
r
ag auf einen zweiten Schriftenwechsel (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwer
de
antwort vom 13.
Dezember 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab
wei
sung der Be
schwerde (
Urk.
5), was dem Beschwer
de
führer mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 sowie dem Hinweis, wonach die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachtet werde, angezeigt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, dass dem Beschwerdeführer ab dem 1. September 2020 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2021 infolge einer Verbesserung des Gesundheitszustandes nur noch eine Viertelsrente zustehe.
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei vom statistisch ermittelten Invalideneinkommen kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (
Urk.
2
).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass
die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad bundesrechtswidrig festgesetzt habe,
weil sie von einem zu tiefen
Valideneinkommen
und einem zu hohen Invaliden
einkommen ausgegangen sei und ihm keinen Leidensabzug gewährt habe (
Urk.
1).
3.
3.1
Es ist aufgrund des rheumatologischen Gutachtens von Dr. med.
Y._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
vom 16.
Januar
2021 erstellt, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der angefoch
tenen Ver
fügungen an einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom links
(ICD-10 M
54) bei Status nach
claudicatio
spinalis
sowie
Status nach
Midline
-Dekom
pression
L4/5
vom 25.07.2020 bei schmerzhaft sensomotorischer L4-Radikulopa
thie links bei
Rezidiv
hernie
L4/5 bei Status nach m
ikrochirurgischer
Dekompressionslaminotomie
L4/5 un
d L5/S1
midline
, Verschluss eine
s
Liquorle
cks
L5/S1
rezessal
rechts vom 29.01.2020
,
litt.
Die
Gutachter
in
attestierte in Bezug auf die bisherige
Tätigkeit als
Hilfsmonteur Sanitär eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
. I
n Bezug auf eine angepasste Tätigkeit
legte sie für den Zeit
punkt der Gutachtenserstellung
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
6/35/170 ff.)
.
Dr. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte
in ihrem Bericht vom 21. Februar 2021
eine Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
, und führte aus, dass die Arbeitsfähigkeit von den körperlichen Beschwerden abhängig sei (Urk. 6/40).
Der
Regionale Ärztliche Dienst (
RAD
)
erachtete
in seiner Stellungnahme vom 8. März 2021
gestützt auf
die Akten, mitunter
das Gutachten
sowie den psychi
atrischen Arztbericht
,
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit
ab
dem
1.
Oktober 2019 sowie eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab
dem
16. Januar 2021
als ausgewiesen
und formulierte
folgendes Belastungsprofil:
Leichte Tätigkeiten
mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen
, ohne vorgebeugte oder gebückte Körperhaltungen, ohne statische Rotationshaltung der Wirbelsäule, ohne längeres Stehen sowie Trage-, Hebe-, Haltebelastung über 10 kg, ohne Ersteigen von Leitern und Gerüsten,
ohne
Gehen auf unebenem Gelände,
ohne
Führen von
Fahrzeugen oder gefährlichen Maschi
nen (
Urk.
6/
52/5
f
f
.
)
.
3.2
Zu Recht stellte k
eine der Parteien die
medizinischen
Einschätzung
en
zur Arbeits
fähig
keit und zum Belastungsprofil in Frage, weshalb nicht weiter auf sie einzu
gehen ist. Damit ist ausgewiesen
, dass der Beschwerdeführer
in einer leidens
an
ge
passten Tätigkeit seit
dem 16. Januar 2021
wieder
zu 50
% arbeits
fähig ist.
4.
4.1
Folglich
ist zu prüfen, wie sich die auf adaptierte Tätigkeiten eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf seine Erwerbsfähigkeit auswirkt.
4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
4.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdegegnerin hat für die Festlegu
ng des
Valideneinkommens
auf den
vom
letzten Arbe
itgeber
(
Urk.
6/28/51) deklarierten und von
der
Swica
(
Urk.
6/20/57 ff.
) als
versicherten Verdienst
festgelegten Lohn aus dem Jahr 2019
von
Fr.
58'500.
-- (Fr. 4'5
00.-- x 13)
abgestellt
(
Urk.
6/71)
, was vom Beschwerde
führer denn auch nic
ht beanstandet wird (Urk. 1 S. 6
)
. Angepasst an die
Nomi
nallohnentwicklung per 2021
ergibt dies einen Betrag von Fr. 59'046.
--
(: 128.6 x 129.8 [Bundes
amt für Statistik [BFS], Tabelle T1.93, Nominallohnindex, F41-
43 Baugewerbe]).
Da dieses Einkommen über dem Mindestlohn für Hilfskräfte gemäss Anhang 8 des Gesamtarbeitsvertrages in der Schweizeri
schen
Gebäude
t
echnikbranche liegt, kann es nicht als unterdurchschnittlich im Sinne der Recht
sprechung zur Parallelisierung der Einkommen qualifiziert werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_141/2016 vom 17. Mai 2016, E. 5.2.2.3
und 8C_461/2022 vom 3. März 2022 E. 4.2.2
).
4.4
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbsein
kommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bun
desamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohn
struktur
erhebun
gen (LSE) herangezogen werden
(
BGE 135 V 297
E. 5.2; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130, 8C_7/2014 E. 7.1).
Dabei sind grundsätz
lich die im Ver
fügungs
zeit
punkt
aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.2 f.).
Die Rechtsprechung wendet
in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile "Total Privater Sektor", an. Nur ausnahmsweise hat das Bundesgericht bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statistische Durchschnittseinkommen einzelner Branchen abge
stellt, wenn dies als sachgerecht erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_458/2017 vom 6. August 2018;
in
BGE 133 V 545
nicht publizierte E.
5.1
des Urteils 9C_237/2007 vom 24.
August 2007;
Urteil des Bundesgerichts
8C_457/2017
vom 11. Oktober 2017 E. 6.2).
Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil und unter Berücksichtigung der
Tatsache, dass
der Be
schwerdeführer über keine
(anerkannte)
abgeschlossene Berufs
ausbildung verfügt und
es
ihm zudem
nicht mehr möglich ist, in seiner angestammten Tätigkeit als
Hilfsmonteur Sanitär tätig zu sein,
ist vorliegend auf die LSE 2018, Tabelle TA1, Kom
petenzniveau 1,
Männer
, Total, abzustellen.
Daran ändert nichts, dass
dem Beschwerdeführer nurmehr leichte Tätigkeiten zumutbar sind (vgl.
hierzu
E. 4.5).
Der Lohn für Hilfsarbeiten betrug unter Berücksichtigung der betriebsü
blichen Arbeitszeit im Jahr 2021
– entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 7)
ist b
ei dem gestützt auf die LSE errechneten
Invalideneinkommen eine entsprechende Anpassung vorzuneh
men, selbst wenn der ursprüngliche und dem
Valideneinkommen
zugrunde
gelegte Verdienst auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden beruhte –
und der Nominallohnentwicklung
bis ins massgeb
liche Jahr 2021
bei einem Beschäfti
gungsgrad von 50 %, welcher dem Beschwerdeführer ab
dem
16.
Januar 2021
wieder
zumutbar ist,
Fr. 34’223
.-- (Fr. 5’417
.-- : 40 x 41
.7 x 12 : 129.6 x 130.9
[Bundes
amt für Statistik [BFS],
Tabelle T1.93
, Nominallohnindex,
Männer
, Ziff. 05-96, Total]
x 0.5
).
4
.5
Ein basierend auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermit
tel
tes Invalideneinkommen ist allenfalls zu kürzen, da persönliche oder berufliche Merkmale wie Lebensalter, Nationalität oder Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Indes soll der Abzug nicht automatisch erfolgen; er ist vielmehr unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 332 E. 5.2).
Zunächst führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich
schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypo
thetischen
Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, sogar bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kom
petenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten (und mittel
schweren) Tätig
kei
ten umfasst
(Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen)
.
Zu beachten ist
weiter
, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliesse
n und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Sodann führt ein allfällig fortge
schrittenes
Alter nicht automatisch zu einem Ab
zug, zumal sich dieses im Anfor
derungsniveau 4 (resp. Kom
petenzni
veau 1 ge
mäss LSE 2018
) sogar eher lohner
höhend auswirkt (Urteil des Bundes
gerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2).
Mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungs
niveau 4) kommt
weiter
auch dem Aspekt der Anzahl Dienstjahre keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_422/2017 vom 18. Mai 2018 E. 4.5.2 unter Hinweis auf 8C_351/2014 vom 14. August 2014 E. 5.2.4.2).
Zudem
sind auch mangelnde Sprachkenntnisse oder eine ungenü
gende Aus
bildung nicht ab
zugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kom
pe
tenz
niveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
N
ach der neueren Praxis des Bun
desgerichts
ist
ausserdem
auch
ein Abzug bei Männern wegen Teilzeitbeschäfti
gung nicht mehr automatisch vorzunehmen. Ob sich eine entsprechende Reduk
tion rechtfertigt, ist stets
unter Berücksichtigung des
konkreten Beschäftigungs
grad
es und der
jeweils aktuellen Werte zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_561/2018 vom 4. März 2019 E. 4.3.1). Ein Blick auf die Tabellenwerte der T18 der Jahre 2018 und 2020 zeigt diesbezüglich
offenkundig auf
, dass die Löhne in einem Pensum von 50 bis 74 % bei Beschäftigungen ohne Kaderfunktion nicht einmal 5 % unter denjenigen eines 90
bis
100 %-
Pensums liegen.
Und schliesslich rechtfertigt sich auch kein Abzug in Bezug auf eine ausländische Staatsangehö
rigkeit, besitzt der Beschwerdeführer doch seit dem Jahr 2008 das Schweizerische Bürgerrecht (vgl.
Urk.
6/10/1).
Soweit der Beschwerdeführer einen leidensbeding
ten Abzug von 20 % unter Hinweis auf die von ihm zitierte Rechtsprechung begründet sieht, geht sein Vorbringen fehl, betreffen die von ihm genannten Urteile doch allesamt gesundheitliche Einschränkungen mit faktischer
Einhän
digkeit
oder der B
eschränkung auf
die dominante Hand als
Zudienhand
. Ein solcher Sachverhalt ist offenkundig nicht gegeben.
Folglich besteht vorliege
nd kein Anlass, einen leidensbe
dingten Abzug zu be
rücksichtigen.
4
.6
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (
Vali
deneinkommen
Fr. 59'046.--
; Invalideneinkommen Fr. 34’223.--
) resultiert eine Erwerbs
ein
busse
von Fr. 24’823
.--, was
einem Invaliditätsgrad von gerun
det
42
% ent
spricht.
4.7
Gemäss
d
en
medizinischen
Einschätzungen
(vgl. E. 3)
war der Beschwerdeführer vom
1. Oktober 2019 bis 15. Januar 2021 zu 100 % arbeitsunfähig, sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit. Für diesen Zeitraum ging die IV-Stelle daher zu Recht von einem Invaliditätsgrad von 100 % aus und bejahte nach Ablauf des Wartejahres einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Auf eine Anpassung des Rentenbeginns per 1. Oktober 2020 (vgl. Urk. 6/10/6, 6/28/15; 52/8) ist zu Gunsten des Beschwerdeführers zu verzichten.
Per 16. Januar 2021 ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten und der Beschwerdeführer war zu 50 % arbeitsfähig in angepasster Tätigkeit (vgl.
E. 3). In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit erst zu berücksich
tigen, nachdem sie drei Monate gedauert hat, wes
halb dem Beschwerdeführer erst ab dem 1. April 2021 die 50%ige Arbeits
fähigkeit
anzurechnen ist. Ab dem 1. April 2021 betrug der Invali
di
tätsgrad
folglich
42 %
(vgl. E. 4.6)
, womit nach Art. 28 Abs. 2 IVG ab diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf eine Viertelsrente der Inva
lidenversicherung ausgewiesen ist.
5
.
Nach dem Gesagten erweisen
sich
die angefochtene
n
Verfügung
en
vom 1
2.
Oktober
2021 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig.
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.