# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a5e359e2-166c-4275-8695-28ed70de9265
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war ab September 2006 bei der
Y._
AG, als Facharbeiter für Korrosionsschutz angestellt (
Urk.
6/1, 6/14 und 6/16). In Aus
übung dieser Tätigkeit stürzte er am 30. Juli 2012 von einer Leiter und zog sich linksseitig Verletzungen am Knie sowie am oberen Sprunggelenk zu (vgl.
Urk.
6/6/192, 6/6/195 und 6/6/198). Die Suva übernahm die Kosten für die Heil
behandlung und richtete Taggelder aus (vgl.
Urk.
6/6/193, 6/9/2 ff.). Am 18. Sep
tember 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf die am 30. Juli 2012 zugezogenen Verletzungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst den Akten der Suva (
Urk.
6/6, 6/9) insbesondere einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/14), Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/17 f.) sowie einen Bericht der Arbeitgeberin - welche das Arbeitsverhältnis per 3
1.
Dezember 2013 aufgelöst hatte (
Urk.
6/11) - ein (
Urk.
6/16). Im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen übernahm die IV-Stelle am
6.
November 2013 die Kosten für einen Deutschkurs, welchen der Versicherte
in der Folge
absolvierte (Urk. 6/15, 6/37/7). Am 2
7.
Februar 2014 erteilte sie ausserdem Kostengutsprache für Fahrstunden (
Urk.
6/44). Mit Schreiben vom
7.
März 2014 orientierte sie den Versicherten darüber, dass sie die Unterstützung bei der Stellensuche mit dessen Einverständnis beende (
Urk.
6/47).
Mit Verfügung vom 3
0.
Dezember 2013 sprach die Suva dem Versicherten - nebst einer Integritätsentschädigung - ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 17
%
eine Invalidenrente zu (
Urk.
6/36, vgl. ferner
Urk.
6/51). Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 1
1.
September 2015 ab (
Urk.
6/70). Nach Eingang dieses Entscheides tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen, wobei sie namentlich die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
6/75), Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/82, 6/103) sowie einen aktuellen IK-Auszug (Urk. 6/105) beizog. Am 1
5.
September 2016 erteilte sie Kostengutsprache für eine Potentialabklärung (
Urk.
6/96) und erbrachte Taggeldleistungen (
Urk.
6/98). Mit Schreiben vom 3
0.
November 2016 bejahte sie im Weiteren den Anspruch auf Arbeitsvermittlung (
Urk.
6/111), welche am 2
7.
Februar 2017 wieder abge
schlossen wurde (
Urk.
6/121). Im Rahmen der Rentenprüfung holte die IV-Stelle weitere Arztberichte (
Urk.
6/125 f.) ein und gab bei der
Z._
AG ein poly
disziplinäres Gutachten in Auftrag (Gutachten vom 1
1.
August 2017, Urk. 6/139). Mit Vorbescheid vom 1
7.
August 2017 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/142), wogegen dieser innert erstreck
ter Frist am 26. Oktober 2017 Einwand erhob (
Urk.
6/150). Am 2. November 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
6/154 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
4.
Dezember 2017
Beschwerde
mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und die IV-Stelle sei anzuweisen, ein rechtskonformes
Vorbescheidverfahren
durchzuführen. Im Weiteren sei sie zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente aus
zurichten (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwor
t vom 26.
Januar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). In seiner Replik vom 2
2.
Mai 2018 hielt der Versicherte an seine
n Rechtsbegehren fest (
Urk.
11), wobei er zudem einen Bericht des behandelnden Psychiaters vom
9.
Februar 2018 ein
reichte (
Urk.
12/1).
Mit Schreiben vom 2
9.
Juni 2018 verzichtete die IV-Stelle auf das Einreichen einer Duplik und hielt am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
14). Darüber wurde der Versicherte mit Verfügung vom
2.
Juli 2018 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
15). Mit Verfügung vom
1
5.
April 2019
wurde die
ALSA PK
unabhängige Sammelstiftung
zum Prozess beigeladen (Urk. 16)
, welche mit Schreiben vom 2
3.
April 2019 auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2017 (
Urk.
2) zog die Beschwerdegegnerin zusammengefasst in Erwägung, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der angestammten Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht mehr möglich sei. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm jedoch in einem 75%-Pensum zumutbar. Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte seine angestammte Tätigkeit im Gesundheitsfall weiterhin ausgeübt hätte. Von 2010 bis 2012 habe er unterschiedliche Einkommen erzielt, weshalb auf den Durchschnittswert dieser Jahre abzustellen sei. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung des Jahres 2013 betrage das
Valideneinkommen
Fr.
72'220.8
5.
Gestützt auf die Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) belaufe sich das Invaliden
einkommen bei einem 75%-Pensum auf
Fr.
49'273.9
0.
Ein leidensbedingter Abzug sei nicht gerechtfertigt. Es resultiere damit ein Invaliditätsgrad von 32
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe.
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
4.
Dezember 2017 machte der Versicherte im Wesentlichen zunächst geltend, dass im von der Beschwerdegegnerin am 17. August 2017 erlassenen Vorbescheid kein Einkommensvergleich durchge
führt worden sei. Erst in der angefochtenen Verfügung habe sie sich dazu geäussert. Sie hätte indes nochmals ein
Vorbescheidverfahren
durchführen müssen, um sein rechtliches Gehör zu wahren. Die Verfügung sei nur schon aus diesem Grund aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ein rechtskonformes
Vorbescheidverfahren
durchzuführen (
Urk.
1 S. 4 f.).
Im Weiteren sei in medizinischer Hinsicht der Fachbereich Ophthalmologie zu Unrecht nicht berücksichtigt worden. Die Arbeitsfähigkeit sei in diesem Kontext in einer angepassten Tätigkeit zumindest qualitativ eingeschränkt. In Bezug auf das internistische und rheumatologische Fachgebiet sei der Aufbau des
Z._
-Gutachtens intransparent; eine selbständige Teilbeurteilung sei jeweils nicht erfolgt (
Urk.
1 S. 5 f.).
Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin den Einkommensvergleich nicht kor
rekt vorgenommen. Nominallohnbereinigt sei das
Valideneinkommen
auf min
destens
Fr.
90'000.-- festzusetzen, wobei dieser Betrag auch mit Blick auf den IK-Auszug ausgewiesen sei. Vom Invalideneinkommen sei zudem ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen. Die resultierende Erwerbseinbusse sei rentenrelevant (
Urk.
1 S. 8 ff.).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Januar 2018 (
Urk.
5) hielt die IV-Stelle an ihrer Auffassung fest, dass das
Valideneinkommen
auf
Fr.
72'220.85 festzusetzen sei. Im Weiteren sei ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen nicht gerechtfertigt. Überdies sei die vom psychiatrischen Teilgutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit von 25
%
aus rechtlicher Sicht nicht haltbar, da der Beschwer
deführer über zahlreiche persönliche und soziale Ressourcen verfüge und das psychischen Leiden therapierbar sei. Bei einer aus körperlichen Gründen vorhan
denen Restarbeitsfähigkeit von 80
%
resultiere bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
52'558.80 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 27
%
.
2.4
Mit Replik vom 2
2.
Mai 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem Standpunkt fest, dass sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Dieser Mangel sei im Beschwerdeverfahren nicht heilbar. Im Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass der behandelnde Psychiater die Arbeitsfähigkeit auf nur
noch
25
%
ein
schätze. In Bezug auf die Berechnung des
Valideneinkommens
werde an den früheren Ausführungen festgehalten. Vom Invalideneinkommen sei ein maxima
ler Leidensabzug vorzunehmen (
Urk.
11 S. 2 f.).
3.
3.1
Zunächst ist - da formeller Natur (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1, 127 V 431 E. 3d/
aa
) - auf die Rüge des Beschwerdeführers betreffend Verletzung des rechtlichen Geh
örs einzugehen (vgl. Urk. 1 S. 4 f.,
Urk.
11 S. 2 f.
).
3.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiser
gebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
let
zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann
abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
3.3
Im Vorbescheid vom 1
7.
August 2017 hielt die Beschwerdegegnerin insbesondere fest, dass dem Versicherten die angestammte Tätigkeit aus medizinischen Grün
den nicht mehr zumutbar sei. Die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit sei ihm jedoch seit Dezember 2016 wieder in einem 75%-Pensum möglich, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
6/142). Wie der Beschwer
deführer zutreffend vorbringt, nahm die Beschwerdegegnerin somit im Vorbe
scheid keinen Einkommensvergleich vor, beziehungsweise legte nicht dar, von welchen Vergleichseinkommen sie ausging. Auf entsprechende Rüge des Ver
sicherten im Einwand vom 2
6.
Oktober 2017 (
Urk.
6/150) holte sie dies in der angefochtenen Verfügung nach und nahm ebenso dazu Stellung, ob ein leidens
bedingter Abzug gerechtfertigt sei (
Urk.
2).
Ob die Beschwerdegegnerin vielmehr gehalten gewesen wäre, nochmals einen Vorbescheid zu erlassen (vgl.
Urk.
6/150/6,
Urk.
1 S. 5 und
Urk.
11 S. 2 f.), kann im Ergebnis
offen gelassen
werden. Jedenfalls liegt keine schwere, die Heilung des Verfahrensmangels ausschliessende Gehörsverletzung vor, welche von Amtes wegen zur Aufhebung der mit dem Verfahrensfehler behafteten Verfügung führen würde (vgl. BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen). Dies wäre grundsätzlich der Fall, wenn die Beschwerdegegnerin ohne überhaupt je ein
Vorbescheidverfahren
durchgeführt zu haben, eine Verfügung erlassen hätte (vgl. Urteile des Bundes
gerichts I 584/01 vom 2
4.
Juli 2002 E. 2 und 9C_356/2011 vom
3.
Februar 2012 E. 3.4, jeweils mit Hinweisen). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin allerdings ein
Vorbescheidverfahren
durchgeführt. In der angefochtenen Verfügung ging sie überdies auf die vom Versicherten im Einwand erhobenen Rügen ein und legte den Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleichs konkret fest. Dem Beschwer
deführer war es auf dieser Grundlage möglich, sein Anliegen im Beschwerdever
fahren sachgerecht vorzutragen, wobei das angerufene Sozialversicherungsge
richt zudem über volle Kognition verfügt und sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl.
§
18a des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht [
GSVGer
]). Gegen eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung verbunden mit einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs sprechen im Übrigen verfahrensökonomische Gründe. In Anbetracht der konkreten Gegebenheiten würde ein solches Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und unnötigen Verzögerungen führen (vgl. E. 3.2 vorstehend).
Zu prüfen
ist damit im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Versicherten zu Recht verneint hat.
4.
4.1
Am 3
0.
Juli 2012 stürzte der Beschwerdeführer aufgrund einer weggleitenden Leiter aus einer Höhe von rund zwei Metern und zog sich dabei eine leichtgradig dislozierte
dorsomediale
Tibiaplateaufraktur
links mit einem komplexen Riss des medialen
Meniskushinterhorns
sowie ein Distorsionstrauma am oberen Sprung
gelenk links zu (vgl.
Urk.
6/6/171, 6/6/173, 6/6/195 und 6/6/198). Nach zunächst konservativer Behandlung wurde am 1
8.
Dezember 2012
aufgrund persistieren
der Kniebeschwerden
in der
A._
Klinik eine Kniearthroskopie mit
Teil
meniskektomie
durchgeführt (
Urk.
6/6/113). Im Februar 2013 zog sich der Ver
sicherte am linken oberen Sprunggelenk erneut ein Distorsionstrauma zu, weshalb physiotherapeutische Massnahmen ergriffen wurden (
Urk.
6/6/97). Die Beschwerden zeigten sich im weiteren Verlauf deutlich
regredient
(
Urk.
6/6/85).
4.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie und Kreisarzt der Suva, untersuchte den Versicherten am 2
8.
Mai 201
3.
Dieser habe über persistierende Beschwerden im Bereich des Knies und des Sprunggelenks geklagt. Die Schmerz
en am Sprung
gelenk würden beim T
reppab
-
Gehen auftreten. Am Knie komme es wiederholt zu innenseitigen Schmerzen und einem Knacken, sobald er normal und nicht über den äusseren
Fussrand
abrolle (
Urk.
6/6/59).
Dr.
B._
kam zum Schluss, dass angesichts der klinischen und radiologischen Befunde nur diskrete Veränderun
gen in den betroffenen Körperbereichen vorhanden seien. Eine langfristige Einschränkung sei nicht zu erwarten. Insgesamt seien die Beschwerden in ihrer Lokalisation erklärbar; sie seien aber ausgeprägter als erwartet. Zur Optimierung und Intensivierung der Therapie werde der Versicherte für eine stationäre Reha
bilitation angemeldet, wobei vor allem die Verbesserung des Gangbilds anzustre
ben sei (
Urk.
6/6/62).
4.3
Vom 2
0.
Juni bis 2
5.
Juli 2013 befand sich der Versicherte in der Rehaklinik
C._
in stationärer Behandlung. Gemäss Austrittsbericht vom 3
1.
Juli 2013 sei trotz verschiedener therapeutischer Ansätze keine wesentliche Besserung der Schmerzproblematik erreicht worden. Auch das Gangbild habe sich nicht wesent
lich verändert; der Versicherte zeige weiterhin ein
linksseitiges Entlastungshin
ken
. Die berufliche Tätigkeit als Sandstrahler sei aktuell nicht zumutbar, da dies längerdauernde Zwangshaltungen des Knies und das Gehen/Stehen auf unebe
nem Grund beinhalte. Es sei fraglich, ob der Versicherte die erforderliche Belas
tungsfähigkeit auf Dauer wieder erreichen könne. Mittelschwere, wechselbelas
tende Arbeiten ohne die repetitive Einnahme von Zwangshaltungen und ohne
wiederholtes Gehen auf unebenem Gelände seien jedoch zumutbar (zum Ganzen
Urk.
6/6/28 f. [=
Urk.
6/18/2 f.]).
4.4
Vom
1.
bis
8.
April 2015 war der Beschwerdeführer zwecks Behandlung einer
arteriovenösen
Malformation (AVM) in der Klinik
D._
hospitalisiert, wobei eine
endovaskuläre
Embolisation
durchgeführt wurde (
Urk.
6/59/3, 6/75/10 f.). Am 1
5.
April 2015 stellte sich der Versicherte aufgrund eines seit dem operativen Eingriff persistierenden Parazentralskotoms links notfallmässig bei
Dr.
med.
E._
vor. Gemäss deren Bericht gleichen Datums habe sich am linken Auge ein Visumsabfall gezeigt, einhergehend mit einem zentralen Gesichtsfeld
defekt. Dieser dürfte am ehesten auf einen Verschluss eines
maculären
Arterienasts
superotemporal
zurückzuführen sein. Differentialdiagnostisch falle auch eine
posteri
ore
ischämische
Optikusneuropath
ie
in Betracht. Aktuell bestehe keine Behandlungsmöglichkeit (
Urk.
6/75/13 f.). Gleiches teilte
Dr.
E._
in ihrem Bericht vom 14. Oktober 2016 mit. Ein Rückgang der Gesichts
felddefekte sei nicht zu erwarten und es bestehe keine Option einer augenärzt
lichen Therapie. Infolge des Gesichtsfelddefekts seien Einschränkungen bei klein
gedruckten Texten möglich. Die bisherige T
ätigkeit als Korrosionsschutzfach
arbeiter sei nur unter konsequentem Tragen eines Augenschutzes zu empfehlen. Unter Berücksichtigung dieser Anforderungen bestehe aus augenärztlicher Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Sicherheitshalber sei eine verkehrsmedi
zinische Abklärung zu empfehlen (
Urk.
6/103).
4.5
Ab dem 2
2.
April 2015 begab sich der Beschwerdeführer ausserdem bei
med.
pract
.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Dieser stellte in seinem Bericht vom 2
2.
März 2017 folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/126/1):
-
depressive Episode, mittelgradige Ausprägung (ICD-10 F32.1, seit 2015),
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0), episodisch 2015 und auch 2017 beurteilbar.
Gemäss
med.
pract
.
F._
bestehe die erste depressive Episode mindestens seit 2015 und tendiere zu einer
Chronifizierung
, da die aufrechterhaltenden Faktoren
respektive die körperlichen Probleme
nicht therapierbar seien. Grundsätzlich habe sich der Zustand des Versicherten seit der Behandlungsaufnahme mit Therapie
sitzungen in wöchentlichem bis zweiwöchentlichem Abstand stabilisiert. Indes sei aufgrund parasuizidaler Handlungen ab Dezember 2015 für sechs Monate eine teilstationäre tagesklinische Therapie in der
G._
notwendig geworden (vgl. diesbezüglich
Urk.
6/82). Nach einer darauffolgenden Zustandsverbesserung sei beim Versicherten im Februar 2017 in der bisher gesunden Hirnhälfte eine
arteriovenöse
Wucherung mit der Gefahr von Hirnblutungen und Hirnschlägen
neu entdeckt worden
. Daraufhin habe er wiederum Panikattacken mit Angst vor
dem Tod oder Erblindung entwickelt. Aktuell bestehe zwar keine Suizidalität, aber eine latente Selbstgefährdung. Zudem sei der Antrieb mittelgradig reduziert; der Versicherte brauche jeweils bereits nach 30 Minuten eine Pause. Er leide unter starker Erschöpfung und deut
lichen Konzentrationsstörungen. Zudem sei eine deutliche gedankliche Einen
gung auf die eigene Situation mit häufigem Grübeln vorhanden. Die Stimmung sei generell
anhedon
, traurig und absolut hoffnungslos. Es bestehe keine Fähig
keit zur Abgrenzung von Negativem. Im Weiteren sei die Schlafqualität schlecht und es liege ein grosses Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber den Erkrankungen vor (Urk. 6/126/2). In Anbetracht dieser Umstände habe seit Behandlungsbeginn bis zum 30. November 2016 eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung sei der Versicherte aus psychiatrischer Sicht nun
seit
dem
1.
März 2017 wieder
nur
zu 25
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/126/3).
4.
6
Dem polydisziplinären
Z._
-Gutachten vom 1
1.
August 2017 sind im Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 6/139/44):
-
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11),
-
Differentialdiagnose: Reaktion auf schwere Belastungsstörung mit Angst und depressiven Symptomen, gemischt (ICD-10 F43.22),
-
Differentialdiagnose: Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2),
-
multiple
cerebrale
AV-Mal
formationen,
-
beginnende mediale Gonarthrose links nach Unfall im Juli 2012 mit leichtgradig dislozierter
Tibiaplateuafraktur
dorsomedial
,
arthrosko
pischer
Teilmeniskektomie
und konservativer Behandlung.
Folgenden Diagnosen wurde demgegenüber ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit abgesprochen (
Urk.
6/139/45):
-
sporadischer Alkohol- und Kokainkonsum (ICD-10 Z72.1/Z72.2),
-
chronisches
cervikolumbales
Schmerzsyndrom,
-
massive Adipositas (BMI 35.8 kg/m
2
),
-
Dekonditionierung
.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, hielt in seinem Teilgutachten fest, dass der Versicherte in körper
licher Hinsicht die belastungsabhängigen Knieschmerzen links als Hauptproblem eingestuft habe. Darüber hinaus bestünden Schmerzen am linken Sprunggelenk sowie drei bis vier Mal pro Woche Kopfschmerzen in der linken Schläfenregion (
Urk.
6/139/28 f.). Anlässlich der Untersuchung sei der Gang des Versicherten unauffällig und
hinkfrei
gewesen. Das Aufstehen aus der Sitzposition sei langsam und
schwerfällig erfolgt. Während der Befragung sei der Versicherte zwei Mal kurz wegen Kreuzschmerzen aufgestanden. In Bezug auf die Wirbelsäule habe sich eine mässige
Druckdolenz
links temporal und
occipital
sowie ausgeprägt an den Dornfortsätzen L4 bis S1, präsakral und über dem linken Hüfttrochanter, feststellen lassen. Auffälligkeiten in Bezug auf die Halswirbelsäule, die oberen Extremitäten, den Thorax oder das Abdomen hätten sich nicht ergeben. An den unteren Extremitäten habe sich eine normale Beweglichkeit der Hüfte, Knie und Sprunggelenke gezeigt. Eine mässige
Druckdolenz
habe am medialen Innenband des linken Knies sowie am Aussenband des linken Sprunggelenks vorgelegen. Bei Flexion des linken Kniegelenks über 90 ° sei es zu einem leichten Schnappen über dem medialen Kniegelenkspalt gekommen.
E
in Schnappen sei
ebenfalls
beim Hinuntersteigen auf einer Treppe über dem linken Trochanter spürbar gewesen (
Urk.
6/139/30 f.).
Der Teilexpertise von
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist zu entnehmen, dass der Versicherte im Rahmen der Explora
tion von der Angst berichtet habe, einen Schlaganfall zu erleiden, nachdem im Gehirn Blutgefässdeformationen festgestellt worden seien. Seit der Operation in der Klinik
D._
habe er Probleme am linken Auge. Nach dem Eingriff habe er Selbstmordabsichten entwickelt und psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Durch die Behandlung gehe es ihm zwar schon besser. Wenn er über seine gesundheitliche Situation grüble, würden jedoch ein Druck auf der Brust, Atemnot und Herzklopfen auftreten. Er beginne dann auch zu weinen und müsse still stehen bleiben oder sich hinlegen. Spontan habe der Ver
sicherte angefügt, früher ab und zu Kokain konsumiert zu haben. Alkohol trinke er sporadisch. Vor kurzer Zeit habe er wieder zwei bis drei Mal Kokain genom
men, so auch am letzten Wochenende (
Urk.
6/139/32). Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte bewusstseinsklar, allseits orientiert, freundlich und kooperativ gewesen. Das formale Denken habe etwas zur Einengung auf die gesundheitlichen Beschwerden geneigt. Der Explorand habe sich aber gut ablenken lassen und geordnet auf die Fragen geantwortet. Abgesehen von einer leichten Unkonzent
riertheit hätten sich keine groben Auffälligkeiten in Bezug auf die mnestischen und kognitiven Funktionen gezeigt. Inhaltliche Denkstörungen hätten sich nicht eruieren lassen. Der Versicherte habe aber angespannt gewirkt und sei ab und zu in Tränen ausgebrochen. Er habe sich jedoch schnell wieder gefangen und sei durchaus schwingungsfähig gewesen. In Bezug auf seine somatischen Erkran
kungen habe er Ängste geäussert. Mimik, Gestik, Antrieb und Psychomotorik seien unauffällig gewesen. Hinweise auf Suizidalität hätten sich nicht ergeben (
Urk.
6/139/33). Psychopathologisch seien die Kriterien für eine mittelgradige depressive Störung und eine Panikstörung - Letztere zeitweise auftretend - erfüllt.
Ein Abhängigkeitssyndrom von Alkohol oder Kokain liege nicht vor. Die früheren diagnostischen Beurteilungen der behandelnden Ärzte seien nachvollziehbar und durch einen entsprechenden psychopathologischen Befund belegt. Entsprechend könne deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit übernommen werden. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte von April 2015 bis November 2016 voll
ständig arbeitsunfähig gewesen. Seit Dezember 2016 liege eine Arbeitsunfähig
keit von 25
%
vor (Urk. 6/139/34 ff.).
Im Rahmen der neurologischen Untersuchung durch
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
K._
habe der Beschwerdeführer von starken Kopfschmerzen berichtet, welche erstmals am 1
6.
Dezember 2014 aufgetreten seien. Aufgrund der Schmerzen sei schliesslich eine Sanierung der AV-Malformation in der Klinik
D._
durchgeführt worden. Seit dem Ein
griff sehe er auf dem linken Auge nicht mehr so gut wie früher. Die Kopfschmer
zen würden nicht mehr so häufig auftreten, nur bei Anstrengung und schnellerem Puls. Ausserdem leide er seit etwa zwei Jahren an Nacken- und Kreuzschmerzen (
Urk.
6/139/37 f.). Aus neurologischer Sicht stehe eine AVM-assoziierte Kopf
schmerzsymptomatik im Vordergrund; die diagnostischen Kriterien seien diesbe
züglich erfüllt. Im Weiteren sei ein
cervikales
Schmerzsyndrom vorhanden. Hinweise für eine Myelopathie oder eine relevante
cervikale
oder lumbale
Radikulopathie
hätten sich bei einem klinisch unauffälligen Befund ohne sensib
les oder motorisches Ausfallsyndrom und einem regelrechten symmetrischen Reflexniveau nich
t ergeben. Insgesamt sei die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Sandstrahler aus rein neurologischer Sicht nicht mehr zumutbar. Aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos der AVM bei hohem Blutdruck seien nur noch leichte, vorwiegend sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten geeignet. Arbeiten unter Zeitdruck seien nicht möglich und es bestehe ein vermehrter Pausenbedarf. Die Tätigkeit sollte zudem nicht das Führen eines Kraftfahrzeuges voraussetzen. Für eine derart optimierte Tätigkeit bestehe frühestens seit dem
4.
März 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(ein Monat nach dem operativen Eingriff in der Klinik
D._
. In dieser prozentualen Limitation sei bereits die Einschränkung durch den partiellen
Quadrantenausfall
des Gesichtsfeldes im linken Auge miteinbezogen (
Urk.
6/139/41 ff.).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Sachverständigen zur Auffassung, dass die angestammte Tätigkeit als Sandstrahler seit dem Sturz im Juli 2012 nicht mehr zumutbar sei. Für eine leidensadaptierte leichte Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischen und neurologischen Gründen 20
%
. Aus psychiatrischer Sicht liege die Arbeitsunfähigkeit bei 25
%
, wobei diese Ein
schätzung aus polydisziplinärer Sicht massgebend sei (
Urk.
6/139/47 f.).
5.
5.1
Das
Z._
-Gutachten vom 1
1.
August 2017 basiert auf umfassenden
inter
nistischen, rheumatologischen, psychiatrischen sowie neurologischen
Unter
suchungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk. 6/139/5 ff.).
Der Versicherte konnte gegenüber den einzelnen Sachver
ständigen seine aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils
- soweit fachspe
zifisch erforderlich - eingehend befragt. Er konnte sich
dabei
namentlich
auch
zu verschiedenen Themenbereichen wie
dem gewöhnlichen Tagesablauf und dem beruflichen Werdegang äussern (Urk. 6/139/26 ff., 6/139/32 f. und 6/139/37 ff.).
Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
6/139/35 ff., 6/139/42 f. und 6/139/44 ff.). Soweit möglich erfolgte ausser
dem eine Auseinandersetzung mit vorange
gangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 6/139/34, 6/139/41 und 6/139/45 f.).
Insgesamt erfüllt das
Z._
-Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.4).
5.2
Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als
Fach
arbeiter
für
Korrosionsschutz - welche auch mit dem Heben und Tragen schwerer körperlicher Lasten einhergeht (vgl.
Urk.
6/16/6) - aus somatischen Gründen seit dem Sturz im Juli 2012
nicht mehr ausüben
kann (
Urk.
6/139/43, 6/139/47).
Weiterungen erübrigen sich in diesem Zusammenhang, zumal auch die Parteien diese Beurteilung nicht in Frage stellen (vgl.
Urk.
1 S. 9 und
Urk.
2 S. 2).
Gleiches gilt grundsätzlich in Bezug auf
die
überzeugende
Einschätzung der Gutachter, wonach eine
leidensangepasste
,
namentlich leichte und wechselbelastende
Tätig
keit aus körperlicher Sicht insbesondere aufgrund
des
er
höhten Pausenbedarfs noch zu 80
% zumutbar ist (Urk. 6/139/48).
Es rechtfertigt sich, d
iese Einschrän
kung
mit Blick auf den
Aufenthalt in der Klinik
D._
zwecks Behandlung der AV-Malformation
und in Nachachtung der Ausführungen der Gutachter
ab
April 2015 zu berücksichtigen (vgl.
Urk.
6/59/3, 6/75/10 f., 6/139/43 und 6/139/48).
Entgegen der Argumentation des Versicherten
(
Urk.
1 S. 5) wurde von neurologischer Seite
dabei
auch
explizit die Einschränkung durch den partiellen
Quadrantenausfall
des Gesichtsfeldes am linken Auge einbezogen.
Es
wurde darauf hingewiesen, dass eine angepasste Tätigkeit nicht das Führen eines Kraft
fahrzeuges voraussetzen sollte. Für den Fall, dass dies trotzdem notwendig sein
sollte, empfahlen die Gutachter eine vorgängige verkehrsmedizinische Unter
suchung (
Urk.
6/139/42 f.
, 6/139/48).
Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die polydisziplinäre Begutachtung den Fachbereich
Ophtalmologie
nicht separat umfasste.
Dazu bestand
auch mit Blick auf den fachärztlichen Bericht von
Dr.
E._
vom 1
4.
Oktober 2016 kein Anlass, welche
für die bisherige Tätigkeit bei konsequentem Tragen eines Augenschutzes
von
eine
r
uneinge
schränkte
n
Arbeitsfähigkeit
ausging
und
ergänzend
auf mögliche Einschränkun
gen beim Lesen kleingedruckter Texte
aufmerksam machte
(Urk.
6/103).
5.3
In psychiatrischer Hinsicht attestierte
Dr.
I._
in seinem Teilgutachten für den Zeitraum von April 2015 bis November 2016 eine gänzliche und ab Dezember 2016 eine
dauerhafte
25%ige Arbeitsunfähigkeit
für sämtliche Tätigkeiten
(Urk.
6/139/
35 f.).
Die Einschätzung, wonach dem Versicherten von April 2015 bis November 2016 keine Erwerbstätigkeit zumutbar gewesen sein soll, erweist sich in mehrfacher Hinsicht als nachvollziehbar.
Einerseits bezog
Dr.
I._
für diese rückblickende Beurteilung zu Recht
die
jenige
des behandelnden Psychiaters
med.
pract
.
F._
mit ein (
Urk.
6/126; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_418/2010 vom 2
7.
August 2010 E. 5.3.2), wobei er insbesondere die gestellten Diagnosen aufgrund des psychopathologischen Befundes als belegt erachtete und die attestierte Arbeitsunfähigkeit übernahm (
Urk.
6/139/34 f.). Andererseits spricht auch der Umstand, dass sich der Versicherte im genannten Zeitraum für mehrere Monate bei der
G._
in tagesklinische Behandlung beg
eben hatte
(vgl.
Urk.
6/82
, 6/139/4
)
, für eine
n
erheblichen Leidensdruck und eine erhebliche Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit.
Vor diesem Hintergrund ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Versicherte von April 2015 bis November 2016 nicht arbeitsfähig war.
Es
bleibt anzumerken, dass
auf die Durchführung des vom Bundesgericht prinzipiell für sämtliche psychi
schen Leiden statuierten
indikatorengeleiteten
Beweisverfahrens aus Gründen der Verhältnismässigkeit insbesondere
in Fällen
verzichtet werden kann,
die sich durch die Erhebung prägnanter Befunde und übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diagnose und funktioneller Auswirkungen im Rahmen beweiswertiger Arztberichte und Gutachten auszeichnen (BGE 143 V 419 E. 7.1).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt.
Ob die von
Dr.
I._
ab Dezember 2016 attestierte generelle Arbeitsunfähigkeit von 25
%
von Seiten des Rechtsanwenders anzuerkennen ist, was die Beschwer
degegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
6.
Januar 2018 erstmals bestritt (
Urk.
5),
kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen (vgl. E. 6.4) im Ergebnis grundsätzlich
offen gelassen
werden. Jedenfalls ist festzuhalten, dass der vom Beschwerdeführer
im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels einge
reichte Bericht von
med.
pract
.
F._
vom
9.
Februar 2018 (
Urk.
12/1) nicht
geeignet ist, die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters in Zweifel zu ziehen. Zum einen sind für die Beurteilung eines Falls grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98). Zum anderen ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Arztpersonen und Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
(BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), weshalb ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten nicht stets in Frage zu stellen ist, wenn die behandelnden Fachkräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Eben solche Gesichtspunkte sind dem genannten Bericht von
med
.
pract
.
F._
nicht zu entnehmen. Insbesondere fehlt es auch weitestgehend an einer objektiven Befun
derhebung, weshalb sich die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehen lässt.
6.
6.1
Ausgehend von den obigen Ausführun
gen ist der Invaliditätsgrad des Beschwer
deführers
festzulegen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
dieser
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens
vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
einkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ausgehend von der gutachterlichen Beurteilung ist der Beschwerdeführer seit dem im Juli 2012 erlittenen Sturz in seiner angestammten Tätigkeit als
Fach
arbeiter
für
Korrosionsschutz nicht mehr arbeitsfähig (vgl. E. 5.2), weshalb die gesetzlich vorgesehene Wartezeit im Juli 2013 abgelaufen war (vgl.
Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG).
Der Rentenanspruch entsteht indes frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bildet folglich der März 2014, da sich der Versicherte im September 2013 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (
Urk.
6/1). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass er zu jenem Zeitpunkt im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y._
AG in einem 100%-Pensum angestellt gewesen wäre, zumal er die Tätigkeit als
Fach
arbeiter
für
Korrosionsschutz bereits seit September 2006 ausgeübt hatte (Urk.
6/14, 6/16) und die Kündigung seitens der Arbeitgeberin im Oktober 2013 aufgrund der gesundheitlichen Situation ausgesprochen worden war (
Urk.
6/11).
Der Beschwerdeführer beanstandet jedoch, dass die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
nicht korrekt bestimmt habe, indem sie auf den
Lohndurch
schnitt
der Jahre 2010 bis 2012
gemäss IK
abgestellt habe (
Urk.
1 S.
7 ff.).
Dem ist beizupflichten, da der Versicherte infolge des Sturzes im Jahr 2012 im Vergleich zu den Vorjahren mit
Fr.
49'060.-- nur ein deutlich unterdurchschnitt
liches Einkommen erzielt hat (vgl.
Urk.
6/14, 6/105).
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die nicht unerheblichen Schwankungen in den Einkommen recht
fertigt es sich vielmehr, auf den in den Jahren 2007 bis 2011 erzielten Durch
schnittsverdienst abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_457/2017 vom 1
1.
Oktober 2017 E. 5 mit Hinweisen). Dies ist umso mehr angezeigt, als
der Versicherte im Rahmen des mehrjährigen Arbeitsverhältnisses wiederholt erheb
liche Überstunden geleistet hat, wobei keine Anhaltspunkte
dafür vorliegen, dass er die damit verbundenen Zusatzverdienste
in Zukunft nicht mehr
erwirtschaftet
hätte. So erzielte er
ab Beginn des Arbeitsverhältnisses bei der
Y._
AG ein weit höheres Einkommen, als vertraglich grundsätzlich ve
reinbart (vgl. Urk.
6/14, 6/16). Die von der Arbeitgeberin ausbezahlten Überstundenent
schädigungen
sind daher bei der Bemessung des
Valideneinkommens
zu berück
sichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2012 vom 2
0.
Dezember 2012 E. 2
mit Hinweisen
).
Nac
h dem Gesagten beträgt
das
Valideneinkommen
g
estützt auf die IK-Einträge für die Jahre 2007 bis 2011
grundsätzlich
Fr.
88'070.80 ([
Fr.
86'881.
-- + Fr.
91'888.-- +
Fr.
97'807.
-- + Fr.
78'849.-- +
Fr.
84'929.--] / 5).
A
ngepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’
171 Punk
ten im Jahr 2011 auf 2’220 Punkte im Jahr 2014
(vgl.
www.bfs.admin.ch
)
beläuft es sich auf
Fr.
90‘058.60 (
Fr.
88‘070.80 / 2‘171 * 2‘220).
6.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invali
deneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den
LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
Mangels Vorliegens eines stabilen Arbeitsverhältnisses nach Eintritt der Invalidi
tät ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers nach den LSE zu bestim
men, was die Beschwerdegegnerin richtig erkannt hat (vgl. Urk.
2 S. 2
)
und seitens des
Versicherten
- soweit ersichtlich - im Grundsatz auch nicht bestritten wird (vgl.
Urk.
1 S. 9 und
Urk.
11 S. 3)
Aufgrund der fehlenden beruflichen Ausbildung des Versicherten sowie angesichts des individuellen Belastungsprofils (vgl.
E. 5.2)
ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art männlicher Angestellter von Fr. 5'
210
.-- abzustellen (LSE 201
2
, TA1
_tirage_skill_level
, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater S
ektor, Total, Kom
petenzniveau 1
). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeits
zeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’
188 Punkten im Jahr 2012 auf 2’220 Punkte im Jahr 2014
ergibt dies für ein
Arbeitspensum von
100
%
ein Bruttoeinkommen von Fr.
66‘130.35
jährlich (Fr. 5'
210
.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2'
188
* 2
‘
2
20
).
Die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs rechtfertigt sich
entgegen der Auffassung des Versicherten (vgl.
Urk.
1 S. 9 und
Urk.
11 S. 3)
nicht.
So hält
d
er ausgeglichene Arbeitsmarkt grundsätzlich ein genügend breites Spektrum an
zumutbaren Verweisungstätigkeiten bereit, weshalb unter dem Titel leidensbe
dingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden können,
die als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Solche Gegebenheiten liegen nicht vor. Insbesondere der Umstand, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, stellt selbst bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen leidensbedingten Abzug dar, da der Tabellenlohn bei Tätigkeiten mit geringeren Anforderungen bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen).
Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass bereits in der Beurteilung der medi
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen - wie
unter anderem
der partielle Ausfall des Gesichtsfelds am linken Auge
sowie der erhöhte Pausenbedarf
-
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
6.4
Ausgehend von den genannten Vergleichseinkommen ist der Invaliditätsgrad wie folgt festzulegen:
Von März 2014, dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, bis April 2015 war der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Entsprechend bestand bei einem Inva
liditätsgrad von 26.57
%
respektive 27
%
kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung ([
Fr.
90'058.
60 .
/.
Fr.
66'130.35] * 100 /
Fr.
90'058.60; zum Runden vgl. BGE 130 V 121).
Ab
April 2015 war der Beschwerdeführer
infolge einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
vollständig arbeitsunfähig
(vgl. E. 5.3)
, wes
halb ab diesem Zeitpunkt bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestand.
Entsprechend den Feststellungen der Gutachter
besserte sich der psychische Gesundheitszustand des Versicherten im weiteren Verlauf, weshalb seit
Dezember
2016 nur mehr von einer maximal 25%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit auszugehen ist. Unter Berücksichtigung von Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), wonach eine Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, besteht somit seit
März
2017 nur mehr ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 44.92
%
respektive 45
%
([
Fr.
90'058.
60 .
/. Fr. 49'597.75] *
100 /
Fr.
90'058.60).
Derselbe Anspruch würde im Ergebnis resultieren, falls - wie von der Beschwerdegegnerin vorgebracht (vgl.
Urk.
5) - die von
Dr.
I._
attes
tierte Arbeitsunfähigkeit vom Rechtsanwender nicht anerkannt würde.
D
ie Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit
würde sich
in diesem Fall
aus somatischen Gründen
auf 80
%
bela
ufen und
der Invaliditätsgrad wäre auf 41.25
%
respektive 42
%
festzulegen
([
Fr.
90'058.
60 .
/.
Fr.
52'904.25] * 100 /
Fr.
90'058.60).
7.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Ver
sicherten zu Unrecht verneint. In Gutheissung der Beschwerde ist die angefoch
tene Verfügung vom
2.
November 2017 (
Urk.
2) folglich aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
von April 2015 bis Februar
2017 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. Ab
März
2017 besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
8.
8.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine
Prozessentschädigung von
Fr.
2’3
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.