# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 810f2c1e-a5ab-4dd0-b85f-ab6c39cc5f44
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, meldete sich am
4.
April 2014
bei der
Sozial
ver
sicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf mediale Fussbeschwerden links bei Knickfuss an und beantragte orthopädische
Spezial
schuhe
als Hilfsmittel
(
Urk.
9/5)
. Die IV-Stelle holte
darauf
einen medizi
nischen Bericht
des behandelnden Arztes
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
ein (
Urk.
9/8) und verneinte nach durchgeführtem
Vor
be
scheidverfahren
(
Urk.
9/9-10) mit Verf
ügung vom 14. August 2014 (Urk.
2
= 9/11) eine Kostengutsprache für orthopädische Spez
i
alschuhe.
2.
Gegen die Verfügung
vom 1
4.
August 2014 erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
September 2014 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei die beantragte Kostengutsprache zu erteilen (
Urk.
1).
Am
7.
Oktober 2014 reichte sie einen neuen Arztbericht von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allge
meinmedizin, vom
3.
Oktober 2014 ein (
vgl.
Urk.
5 und 6/
1-
3).
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2014
(
Urk.
7)
wurde der IV-Stelle davon Kenntnis gegeben und diese dazu aufgefordert, innert der
mit Verfügung vom 16. September 2014 (
Urk.
4) angesetzten
Beschwerde
antwort
frist
auch zu den neu
beigebrachten
Unterlagen Stellung zu nehmen. Am 1
3.
Oktober 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8) und am 15. Oktober 2014 verzichtete sie auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
12). Davon hat die Gegenpartei mit Schreiben vom 2
0.
Oktober 2014 Kenntnis erhalten (
Urk.
13).
Auf die Vorbringen der Parteien und die neu eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gegenstand des Verfahrens
ist die Kostengutsprache für
zwei Paar orthopä
dische Spezialschuhe, welche sich gemäss Kostenvora
nschlägen vom 20.
März 2013 auf
Fr.
997.75 und Fr. 854.10 belaufen
sollen
(vgl.
Urk.
9/4/2 ff.). Der Streitgegenstand übersteigt somit die Grenze von
Fr.
20‘000.
--
nicht und die Beurteilung der Beschwerde fällt daher in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Abs.
1).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in der Abgabe von Hilfsmitteln (
Art.
8
Abs.
3
lit
. d IVG).
2.2
Gemäss
Art.
21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbil
dung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf
. Kosten für Zahnprothesen, Brillen und Schuheinlagen werden nur übernommen, wenn diese Hilfsmittel eine wesentliche Ergänzung medizinischer Eingliederungs
massnahmen bilden
(Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bun
desrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigen
tum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
an das Eidgenössische Depar
te
ment
des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfs
mitteln
durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufge
führ
ter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fort
bewegung,
die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die
Selbst
sorge
notwen
dig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeich
neten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätig
keit oder die Tätig
keit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktio
nelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des An
hangs aus
drücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
2.3
Ziffer 4
HVI-Anhang
führt unter dem Titel „Schuhwerk und orthopädische
Fuss
einlagen
“ folgende Hilfsmittel auf:
4.01
Orthopädische Massschuhe und orthopädische Serienschuhe einschliess
lich Fertigungskosten, sofern eine Versorgung gemäss
d
er
Ziffern 4.02-4.04 nicht möglich ist.
Die Kostenbeteiligung der versicherten Person beträgt ab dem vollendeten 1
2.
Altersjahr 120 Franken.
4.02
Orthopädische Änderungen und Schuhzurichtungen an
Konfektions
schuhen
oder orthopädischen Spezialschuhen.
4.03
Orthopädische Spezialschuhe
Die Kostenbeteiligung der versicherten Person beträgt ab dem vollen
deten 1
2.
Altersjahr 120 Franken.
4.04
Invaliditätsbedingter Mehrverbrauch von Konfektionsschuhen
4.05*
Orthopädische Schuheinlagen, sofern sie eine notwendige Ergänzung einer medizinischen Eingliederungsmassnahme darstellen.
Eine Hilfsmittelversorgung unterliegt den allgemeinen
Anspruchsvoraus
setzun
gen
gemäss
Art.
8 IVG (Geeignetheit, Erforderlichkeit,
Eingliederungswirksam
keit
; vgl. BGE 122 V 214 E. 2c).
2.4
Zwar sind orthopädische Spezialschuhe grundsätzlich als Hilfsmittel im Sinne von Ziffer 4.03 HVI-Anhang zu qualifizieren. Es
kann
sich allerdings die Frage nach dem Verhältnis zu den Schuheinlagen
stellen
, deren Kosten nur übernom
men werden, wenn sie eine wesentliche Ergänzung medizinischer Eingliede
rungsmass
nahmen bilden (Art. 21
Abs.
1 Satz 2 IVG;
Ziff.
4.05* HVI-Anhang). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Abgabe von
Spezial
schuhen
für Einlagen nicht anders zu behandeln als jene von Einlagen, weshalb auch im ersteren Fall
vorausgesetzt wird
, dass
sie
eine notwendige Ergänzung einer medizinischen Eingliederungsmassnahme darstellt (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 84/02 vom 2
1.
Februar 2003, E. 3.2 mit Hinweisen).
3
.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin in Betracht, dass gemäss den medizinischen Unterlagen eine Versorgung mit Schuheinlagen
ausreichend sei
; eine Versorgung mit orthopädischen Spezialschuhen sei medi
zinisch nicht notwendig (
Urk.
2).
Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin unter Verweis auf den neu ein
ge
reichten Arztbericht von
Dr.
Z._
die Auffassung, sie sei auf orthopädische Spezialschuhe angewiesen, da sie
wegen ihrer Beschwerden
Spezialeinlagen
benötige
, welche lediglich in solche Schuhe passen würden (
Urk.
1 und
5 mit Hinweis auf 6/1-3).
4.
4
.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aus medizinischen Grün
den auf
die im Kostenvoranschlag aufgeführten
orthopädische
n
Spezialschuhe mit Fussbettungen
(vgl.
Urk.
9/4/2 ff.)
angewiesen ist oder ob
bereits
orthopä
di
sche Einlagen
genügen.
Sollte Letzteres zutreffen, so hätte die
Beschwerde
geg
nerin
zu Recht einen Hilfsmittelanspruch verneint, da
keinerlei Anhalt
s
punk
te dafür vorhanden sind, dass die orthopädischen
Schuhe
inlagen eine notwendige Ergänzung einer medizinischen Eingliederungsmassnahme sein könnten.
4.2
Dr.
Y._
ordnete am 1
2.
November 2013 an, es seien wegen der
medialen
Fussbeschwerden links bei Knickfuss Einlagen anzupassen (
Urk.
9/4/1).
In sei
nem Bericht vom 2
3.
und 2
4.
April 2014 zu
Handen
der IV-Stelle
nannte er einen Knick-Senk-Fuss links als Befund
und diagnostizierte Fersenschmerzen bei Knick-Senk-Fuss links
. Er
vermochte
jedoch
nicht anzugeben, welches
Spe
zialschuhwerk
aufgrund seiner U
ntersuchung angezeigt oder nicht erforderlich sei (Urk.
9/8/3 f.).
4
.
3
In seinem Bericht vom
3.
Oktober 2014 hielt
Dr.
Z._
einen erworbenen Knick-Senk-Spreizfuss links
mehr als
rechts, eine teilfixierte Hyperk
yphose der oberen Brustwirbel
s
äule
und eine Fehlstatik als Diagnosen fest. Er
beschrieb
eine deut
liche Besserung der Beschwerden unter eingearbeiteter orthopädischer
Fussbet
tung
in einen Sommerspezialschuh trotz der negativen begleitenden Auswir
kung der Hyperkyphose auf das
Gangbild
und stellte eine gute Prognose
(
Urk.
6/3 S. 1).
4
.
4
Mit den
rudimentären Angaben von
Dr.
Y._
lässt sich der medizinisch relevante Sachverhalt nicht beurteilen. Die
ihm unterbreiteten
Fragen bezüglich der Notwendigkeit von Spezialschuhen
hat
Dr.
Y._
weder positiv noch negativ beantwortet (Urk.
9/8/3).
Ebenso wenig kann auf den Bericht von
Dr.
Z._
abgestellt werden. In diesem wird zwar aufgrund einer eingearbeiteten orthopädischen Fussbettung in einen Sommerspezialschuh ein günstige
r
Verlauf beschrieben
(
Urk.
9/6/3). Es wird aber
weder dargelegt noch nachvollziehbar begründet, welche orthopädischen Vorkehren
wegen der genannten Diagnosen
aus medizinischen Gründen erforderlich
sein sollen
. Insbesondere lässt sich
auf
grund des
Bericht
es von
Dr.
Z._
auch nicht
ausschliessen, dass die beschrie
benen Beschwerden
bereits
mit einer orthopädischen Einlage behoben werden könnten.
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen
Hilfsmittelan
spruch
nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen entschieden werden kann. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache ist zur
weiteren Abklärung des Sachverhalts sowie zu neuem Entscheid an die
Be
schwer
degegnerin
zurückzuweisen (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozial
versiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheis
sen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
2
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.