# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cbecc24e-40bd-470d-9247-ab4cca2a0537
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Der serbische Staatsangehörige X.Y., geboren 1981, reiste am 7. April 1991 in die
Schweiz ein, wo ihm eine Niederlassungsbewilligung erteilt wurde. Am 14. April 2005
heiratete er in S., Serbien, A.Y., geboren 1985, serbische Staatsangehörige. Aus der
Ehe gingen die drei Töchter B.Y., geboren 2007, C.Y., geboren 2013, und D.Y.,
geboren 2016, alle serbische Staatsangehörige, hervor. X.Y. häufte seit dem Jahr 2003
Schulden an, arbeitete unregelmässig und war zeitweilig arbeitslos. Das
Betreibungsamt M. verfügte mehrmals eine Einkommenspfändung, letztmals bis
18. August 2016 (Vorakten Migrationsamt X.Y. [fortan: Dossier A], S. 12, 15-17, 47,
73-75, 85-88, 90-103, 114-116, 134, 152, 160, 182-186, 191-197, 223, 226, 251-254,
257-259, 308-310, 334, 360-362, 386-389, 400-402, 405-408, 415, 446-449, 451-455,
act. 2/4 f., act. 6/RDRM.2015.130/12 f., act. 14.2).
B. Am 1. Juli 2012 reisten A.Y. und B.Y. in die Schweiz ein. Ein fristgerechtes
Familiennachzugsgesuch von X.Y. für sie vom 19. Juli 2012 wies das Migrationsamt mit
Verfügung vom 20. September 2012 wegen ungenügender finanzieller Mittel ab. Einen
dagegen am 10. Oktober 2012 von X.Y. durch seinen damaligen Rechtsvertreter
erhobenen Rekurs schrieb das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom
3. Dezember 2012 ab (Dossier A, S. 127-130, 162-167, 168-171, Vorakten
Migrationsamt A.Y. [Dossier B], S. 13).
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C. Am 8. März 2013 reichte X.Y. offenbar durch seine damalige Rechtsvertreterin ein
nachträgliches Familiennachzugsgesuch für A.Y. und B.Y. ein, nachdem diese am
29. Dezember 2012 in die Schweiz eingereist waren. Am 13. März 2013 ersuchte er für
sie um vorübergehenden Aufenthalt während der Dauer des Verfahrens und um Erlass
vorsorglicher Massnahmen. Mit Verfügung vom 21. März 2013 wies das Migrationsamt
das Gesuch vom 13. März 2012 ab. Diese Verfügung focht seine Ehefrau in der Folge
erfolglos beim Sicherheits- und Justizdepartement (Entscheid vom 23. Mai 2013), beim
Verwaltungsgericht (Entscheid B 2013/120 vom 1. Juli 2013) und beim Bundesgericht
(BGer 2C_669/2013 vom 6. August 2013) an. Mit Verfügung vom 26. Juli 2013 wies das
Migrationsamt das Familiennachzugsgesuch vom 8. März 2013 ab, da sich die
Schuldensituation des Beschwerdeführers nicht verbessert hatte und keine wichtigen
familiären Gründe vorlagen. Den dagegen durch den damaligen Rechtsvertreter von
X.Y. am 19. August 2013 erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 12. Februar 2014 ab. Mit Entscheid B 2014/34
vom 18. Juni 2014 schrieb der Präsident des Verwaltungsgerichts eine gegen den
Rekursentscheid vom 12. Februar 2014 erhobene Beschwerde ab. Auf ein
Wiedererwägungsgesuch von X.Y. vom 21. Februar 2014 trat das Migrationsamt mit
Verfügung vom 26. Februar 2014 nicht ein. Am 2. Mai 2014 verliessen A.Y., B.Y. und
die inzwischen geborene C.Y. die Schweiz (Dossier A, S. 176 f., 211-214, 218-221,
244-250, 271-284, 297-302, 343-352, 364-383, 392-394, Dossier B, S. 44, 88-95, 183
f.).
D. Am 7. Februar 2015 reiste A.Y. mit B.Y. und C.Y. in die Schweiz ein. Am
5. März 2015 reichte X.Y. ein Familiennachzugsgesuch für sie ein. Mit Verfügung vom
13. März 2015 trat das Migrationsamt darauf nicht ein. Einen dagegen von X.Y. durch
seine Rechtsvertreterin am 27. März 2015 erhobenen Rekurs schrieb das Sicherheits-
und Justizdepartement mit Entscheid vom 20. Mai 2015 ab, nachdem das
Migrationsamt die Verfügung vom 13. März 2015 aufgehoben hatte. Mit Verfügung vom
22. Juli 2015 wies das Migrationsamt das Gesuch vom 5. März 2015 mangels wichtiger
familiärer Gründe ab und ordnete die Wegweisung von A.Y., B.Y. und C.Y. aus der
Schweiz unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis 15. August 2015 an (Dossier A,
S. 420-426, Dossier B, S. 185, act. 6/RDRM.2015.61/1, 5 u. 7, act. 6/RDRM.
2015.130/1/2).
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Dagegen rekurrierte X.Y. durch seine Rechtsvertreterin am 11. August 2015 beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Mit Entscheid vom 8. Juli 2016 wies das
Departement den Rekurs ab und forderte das Migrationsamt auf, A.Y., B.Y. und C.Y.
eine neue Ausreisefrist anzusetzen. Gleichzeitig gewährte es X.Y. die unentgeltliche
Rechtspflege. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, X.Y. habe ohne
ersichtlichen Grund in Bezug auf seine Frau über sieben Jahre und bezüglich seiner
erstgeborenen Tochter knapp fünf Jahre mit der Einreichung eines
Familiennachzugsgesuchs gewartet. Er habe seine Familienangehörigen damit bewusst
im Herkunftsland zurückgelassen. Es sei an ihm gelegen, seine finanziellen Verhältnisse
innert der Nachzugsfrist in Ordnung zu bringen. Offenbar habe er den Nachzug innert
Frist letztlich nicht als vordringlich genug erachtet, um an diesem festzuhalten.
Vielmehr habe er in Kauf genommen, dass einem späteren Gesuch nur ausnahmsweise
aus wichtigen familiären Gründen entsprochen werden könne. Die finanziellen
Gegebenheiten des nachziehenden Ehegatten könnten keinen Härtefall begründen.
Abgesehen davon sei X.Y. bei den Betreibungsämtern T. und M. nach wie vor mit
insgesamt 26 offenen Verlustscheinen im Betrag von CHF 37‘000 verzeichnet. Sein
Erwerbseinkommen von rund CHF 3800 unterliege unverändert der Lohnpfändung.
Dieser unterständen offene Forderungen aus Betreibungen im Gesamtbetrag von CHF
23‘500. Die Zahlungsbefehle würden rund CHF 4000 betragen. Seine finanziellen
Verhältnisse hätten sich trotz einer zwischenzeitlichen, leichten Erholung nicht
verbessert, sondern trotz höherem Einkommen seit der Gesuchseinreichung
verschlechtert. Die zugesicherte Vollzeitanstellung von A.Y. erscheine höchst fraglich,
da der Arbeitsvertrag vom 15. Oktober 2014 datiere. Die geltend gemachte
Wohnsituation im Herkunftsland stelle keinen wichtigen familiären Grund dar.
Hinsichtlich des Nachzugsanspruchs von C.Y. könne X.Y. den finanziellen Bedarf für
sich und seine Tochter nicht decken. Es bestehe konkret die Gefahr einer
Sozialhilfeabhängigkeit. Das öffentliche Interesse an der Durchsetzung einer restriktiven
Einwanderungspolitik überwiege die privaten Interessen an einem Teilfamiliennachzug
(act. 2/2, act. 6/RDRM.2015.130/1).
F. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
8. Juli 2016 erhob X.Y. (Beschwerdeführer) durch seine Rechtsvertreterin am
29. August 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Die
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Vorinstanz sei anzuweisen, seiner Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung und den zwei
älteren Töchtern eine Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zu
erteilen. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sei es diesen zu gestatten, den
Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. Auch sei ihm die unentgeltliche
Rechtspflege zu bewilligen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 15. September 2016
schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Erlass
einer vorsorglichen Massnahme (act. 5). Am 28. Oktober 2016 nahm der
Beschwerdeführer abschliessend Stellung (act. 10). Am 3. November 2016 reichte das
Migrationsamt die Geburtsmitteilung von D.Y. nach (act. 14.1 f.).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

## Considerations

und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 29. August 2014 (act. 1) erfolgte
unter Berücksichtigung der Gerichtsferien (Art. 64 in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 VRP
und Art. 145 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO) rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf
die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer beantragt, es sei seiner Ehefrau und
den zwei älteren Töchtern im Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu gestatten, den
Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten (act. 1, S. 2 Ziff. I/4, S. 6 Ziff. VI/A/
15). Mit dem materiellrechtlichen Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens,
besteht kein aktuelles praktisches Interesse mehr an der Beurteilung dieser Frage (vgl.
BGer 2C_852/2014 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2 mit Hinweis auf BGer 2C_1130/2013
vom 23. Januar 2015 E. 2.2 f.), zumal der Beschwerdeführer selbst eingesteht, dass
der Aufenthalt seiner Familie in der Schweiz seit dem 14. August 2015 von den
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Behörden toleriert wird (act. 4, S. 6 Ziff. VI/A/15, vgl. Schreiben der Vorinstanz vom
14. August 2015, act. 6/RDRM.2015.130/2).
2. Laut Art. 43 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, AuG) haben ausländische Ehegatten und
ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch
auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung resp., soweit die Kinder unter zwölf Jahre alt
sind, der Niederlassungsbewilligung, sofern sie mit diesen zusammenwohnen. Der
Anspruch auf Familiennachzug muss innerhalb von fünf Jahren geltend gemacht
werden (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG), sofern keine wichtigen familiären Gründe vorliegen
(Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG).
Die Fristen nach Art. 47 Abs. 1 AuG, welche auch für Ehegatten gelten (vgl. BGer
2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1 mit Hinweisen), beginnen mit der Erteilung der
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des
Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG). Intertemporalrechtlich ist das
Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 massgebend, sofern vor diesem Zeitpunkt die
Einreise erfolgte oder das Familienverhältnis entstand (Art. 126 Abs. 3 AuG). Ein
Anspruch, jüngere und ältere Kinder gemeinsam nachzuziehen, besteht nicht. Das
hinter Art. 47 Abs. 1 AuG stehende Ziel der möglichst frühzeitigen Einreise würde
vereitelt, wenn die Nachzugsfrist sämtlicher Nachkommen als eingehalten zu gelten
hätte, wenn sie nur für das jüngste Kind gewahrt wurde. Auf der anderen Seite kann
aber - von besonderen Umständen abgesehen - alleine aus dem Umstand, dass die
älteren Geschwister möglicherweise nicht mehr nachgezogen werden können, auch
nicht darauf geschlossen werden, dass ein Nachzug eines jüngeren Kindes dessen
Wohl entgegensteht. Andernfalls würden die allenfalls kürzeren Nachzugsfristen für die
älteren Kinder stets auf die jüngeren Geschwister durchschlagen, wofür sich keine
gesetzliche Grundlage findet (vgl. BGer 2C_1014/2014 vom 21. Januar 2016 E. 4.2 mit
Hinweis auf BGer 2C_97/2013 vom 26. August 2013 E. 3.1.2 sowie BGer 2C_205/2011
vom 3. Oktober 2011 E. 3.6 und E. 4.3). Wurde der Nachzug innert der Fristen des Art.
47 Abs. 1 AuG beantragt, so ist er zu bewilligen, wenn gemäss Art. 51 Abs. 2 AuG kein
Rechtsmissbrauch und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG gegeben sind sowie
die nachziehenden Eltern das Sorgerecht haben und das Kindswohl dem Nachzug
nicht entgegensteht (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.3.1 mit Hinweisen und Art. 3 des UNO-
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übereinkommens über die Rechte des Kindes, SR 0.107, KRK). Demgegenüber wird
ein nachträglicher Familiennachzug nur bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe
vorliegen (Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG).
2.1. Vorab ist festzuhalten, dass die Geburt der jüngsten Tochter des
Beschwerdeführers im August 2016 (act. 14.1) als sogenanntes „echtes“ Novum bei
der Beurteilung des vorliegenden Familiennachzugsgesuchs für dessen Ehefrau und
die zwei älteren Töchter zwar grundsätzlich zuzulassen ist, da das Verwaltungsgericht
im Bereich des Ausländerrechts entgegen Art. 61 Abs. 3 VRP, wonach neue Begehren
im Beschwerdeverfahren unzulässig sind, auch nach dem Erlass des angefochtenen
Entscheides eingetretene Tatsachen zu berücksichtigen hat (vgl. VerwGE B 2014/31
vom 14. Mai 2014 E. 3.4.2, www.gerichte.sg.ch). Am Verfahrensgegenstand ändert sich
dadurch jedoch nichts. Der Beschwerdeführer hat sein Familiennachzugsgesuch bis
dato nicht auf seine jüngste Tochter ausgedehnt (vgl. hierzu VerwGE B 2014/31 vom
14. Mai 2014 E. 2, a.a.O.).
2.2. Der hier niederlassungsberechtigte Beschwerdeführer ist am 7. April 1991 und
damit vor Inkrafttreten des AuG in die Schweiz eingereist. Er heiratete am 14. April
2005. Seine älteste Tochter wurde 2007 geboren. Die massgebende Nachzugsfrist von
fünf Jahren (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 3 AuG) begann damit
in Bezug auf seine Ehefrau und seine erstgeborene Tochter mit dem Inkrafttreten des
AuG am 1. August 2008. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3 des angefochtenen
Entscheides (act. 2/2, S. 5 f.) zutreffend ausgeführt hat, war diese Nachzugsfrist im
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 5. März 2015 verstrichen. Hingegen war die Frist
für den Nachzug der zweitältesten Tochter des Beschwerdeführers, welche erst 2013
und damit nach Inkrafttreten des AuG geboren wurde, eingehalten. Im Rahmen der in
der Beschwerde vorgetragenen Kritik (act. 1, S. 8 ff. Ziff. VI/C, act. 10, S. 2 ff. Ziff. III) ist
zunächst zu untersuchen, ob der Nachzug seiner zweitältesten Tochter zu bewilligen
ist.
2.3. Der Anspruch auf Familiennachzug erlischt unter anderem, wenn die Ausländerin
oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, gemäss Art. 43
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 51 Abs. 2 lit. b und Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG auf Sozialhilfe
angewiesen ist. Dabei geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit künftige
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Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Ob eine weitere Belastung der
Sozialhilfe bei der Bewilligung des Familiennachzugs erfolgt, ist allerdings nicht mit
Sicherheit feststellbar. Es muss daher auf die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung
bei der ausländischen Person abgestellt werden. Für die Bejahung des
Widerrufsgrundes von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG und damit des Erlöschens des
Anspruchs auf Familiennachzug ist eine konkrete Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit
erforderlich und es kann dafür nicht auf Hypothesen und pauschalisierte Gründe
abgestellt werden. Neben den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen ist auch die
wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwägen (vgl. BGer
2C_900/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.2 f. mit Hinweisen). Bejaht wird die Dauerhaftigkeit
der Sozialhilfeabhängigkeit, wenn im Zeitpunkt des Entscheids nicht mit einer
Verbesserung der Situation gerechnet werden kann und das Fürsorgerisiko aller
Wahrscheinlichkeit nach bestehen bleibt. Dabei wirkt sich eine hohe Verschuldung
negativ auf die Zukunftsprognose aus (vgl. VerwGE B 2012/230 vom 9. Oktober 2013
E. 8.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Die von einem Gemeinwesen anstelle von
Versicherten zu leistenden Mindestbeiträge an obligatorische Versicherungen gelten
nicht als Sozialhilfe (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit
für die Unterstützung Bedürftiger, Zuständigkeitsgesetz; SR 851.1, ZUG, und BGE 141
II 401 E. 5.1 mit Hinweisen).
Gestützt auf die Richtsätze der Vereinigung der Migrationsämter Ostschweiz und
Fürstentum Liechtenstein vom November 2011 (www.vof.ch), deren Anwendung das
Verwaltungsgericht in seiner bisherigen Rechtsprechung einzig hinsichtlich des
Ergänzungsbedarfs relativiert und im Übrigen nicht beanstandet hat (vgl. VerwGE
B 2013/128 vom 8. Juli 2014 E. 3.2.1 und VerwGE B 2012/112 vom 12. März 2013 E.
3.4.1 je mit Hinweisen, insbesondere auf BGer 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E.
2.3.3, www.gerichte.sg.ch), ging die Vorinstanz in Erwägung 5c des angefochtenen
Entscheides (act. 2/2, S. 10 f.) konkret von einem monatlichen Mindestbedarf des
Beschwerdeführers und seiner zweitältesten Tochter von CHF 3658.85 (ohne
Ergänzungsbedarf gemäss VOF-Richtsätzen von CHF 452) aus. In der Zwischenzeit hat
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen dem Beschwerdeführer und
seiner zweitältesten Tochter jedoch mit Verfügung vom 12. August 2016 individuelle
Prämienverbilligungen in der Höhe von jährlich CHF 1239 resp. CHF 422.40
zugesprochen (vgl. zum Novenrecht E. 2.1 hiervor). Dementsprechend reduzieren sich
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die von der Vorinstanz veranschlagten Kosten für die Krankenversicherung inkl.
Jahresfranchise von monatlich CHF 408.85 um CHF 138.45 auf monatlich CHF 270.40.
Damit ist von einem monatlichen Mindestbedarf von CHF 3520.35 auszugehen. Dem
gegenüberzustellen wären grundsätzlich die monatlichen Eigenmittel des
Beschwerdeführers von netto CHF 4200 (act. 2/4). Wegen der weiterhin bestehenden
Verschuldung des Beschwerdeführers (26 offene Verlustscheine in der Höhe von
CHF 37‘101.55 und offene Betreibungen im Betrag von CHF 27‘355.35, vgl. Auszüge
aus den Registern der Betreibungsämter T. und M. je vom 21. Juni 2016, act. 6/RDRM.
2015.130/12 f., act. 2/5) ist jedoch nicht auf das Nettoeinkommen, sondern gemäss der
Vorinstanz (vgl. E. 5c/bb des angefochtenen Entscheids, act. 2/2, S. 10) auf das
Existenzminimum von CHF 3563 abzustellen. Auch wenn die Frist für den Vollzug der
bestehenden Lohnpfändung am 18. August 2016 abgelaufen ist (act. 6/RDRM.
2015.130/13), lassen die offenen Betreibungen weitere Lohnpfändungen erwarten.
Daran ändert nichts, dass dem Arbeitgeber des Beschwerdeführers nach eigenem
Bekunden (act. 1, S. 12) die bisherige – offenbar „stille“ – Lohnpfändung nicht
angezeigt wurde (vgl. hierzu BGer 5A_408/2011 vom 2. September 2011 E. 2.3).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist sodann nicht davon auszugehen,
dass er seine Schuldenlast mit Unterstützung seiner Ehefrau in Zukunft nachhaltig
abbauen kann. Wie nachfolgend unter E. 2.4 f. zu zeigen sein wird, kann seiner
Ehefrau, welche über keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügt, im Rahmen
des vorliegenden nachträglichen Familiennachzugs mangels wichtiger familiärer
Gründe keine Bewilligung erteilt werden. Ihr mögliches künftiges Erwerbseinkommen in
der Schweiz (act. 11/15, Dossier A, S. 403 f.) kann daher nicht berücksichtigt werden.
Im Weiteren führt weder ein allfälliger, bis dato nicht nachgewiesener Prämienerlass in
der Höhe von CHF 13‘165.50 durch die Avenir Krankenversicherung AG wegen einer
mutmasslichen Doppelversicherung noch das Erlassgesuch des Beschwerdeführers
beim Steueramt M., wo nach Angaben des Beschwerdeführers offene Steuerschulden
im Betrag von CHF 5815.15 bestehen, allein zur nachhaltigen Schuldensanierung, auch
wenn es zu begrüssen ist, wenn sich der Beschwerdeführer unter dem Druck des
laufenden Verfahrens um eine solche bemüht. Darüber hinaus kann der
Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass gegenüber der Politischen Gemeinde T.
keine Steuerschulden mehr bestehen (act. 10, S. 3, und act. 11/14), nichts zu seinen
Gunsten ableiten. In den Betreibungsregisterauszügen vom 21. Juni 2016 sind diese
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Steuerschulden unter den offenen Verlustscheinen oder offenen Betreibungen nicht
aufgeführt. Daneben ist in Bezug auf die Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit – entgegen
dem Beschwerdeführer – nicht weiter beachtlich, ob er sich mutwillig verschuldet hat
(vgl. demgegenüber Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. b der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE).
Hinzu kommt, dass er (weiterhin) alleine für den Unterhalt seiner Ehefrau und seiner
übrigen zwei Töchter aufkommen muss. Er weist nicht nach (vgl. Art. 90 AuG) und es
ist auch nicht ersichtlich, dass seine Ehefrau in Serbien einer Erwerbstätigkeit nachgeht
bzw. eine solche aufnehmen wird und er dadurch von seiner finanziellen
Unterstützungspflicht entbunden würde. Auch wenn die Lebenshaltungskosten in
Serbien bedeutend tiefer sind als in der Schweiz, wo allein der monatliche Grundbedarf
für einen Erwachsenen mit einem Neugeborenen und einem neun Jahre alten Kind
ohne Wohnkosten und Kosten für Krankenversicherung CHF 1920 beträgt (vgl.
Kreisschreiben der Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs vom
Dezember 2008 über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums,
www.sg.ch), wird der dem Beschwerdeführer verbleibende Überschuss von monatlich
CHF 42.65 (CHF 3563 – CHF 3520.35) dafür nicht ausreichen. Der Beschwerdeführer
räumt denn auch selbst ein, dass er – bereits ohne den Nachzug seiner zweitältesten
Tochter – für den zusätzlichen Mietzins für seine Familie in Serbien wegen seiner
angespannten finanziellen Verhältnisse nicht aufkommen kann (act. 1, S. 11 Ziff. VI/C/
23). Unter diesen Umständen ist die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (vgl. E. 5d,
act. 2/2, S. 11) im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer
den finanziellen Bedarf für sich und seine zweitälteste Tochter in der Schweiz nicht
decken kann, obschon bisher keine Sozialhilfe erforderlich war. Es besteht eine
konkrete Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit. Der Anspruch der zweitältesten Tochter
des Beschwerdeführers auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung ist damit
erloschen. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob wegen der Nichterfüllung
öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Verpflichtungen durch den
Beschwerdeführer auch ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG vorliegt. Auch kann die Frage, ob ein
Teilfamiliennachzug mit dem Kindswohl der knapp drei Jahre alten zweitältesten
Tochter des Beschwerdeführers vereinbar wäre, offen gelassen werden.
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2.4. Weiter ist zu prüfen, ob wichtige familiäre Gründe für einen Nachzug der Ehefrau
und der ältesten Tochter des Beschwerdeführers vorliegen.
Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des
Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben. Ein solcher Nachzug kommt nicht in Betracht,
wenn der Nachzugswillige die Einhaltung von Fristen, die ihm die Zusammenführung
der Gesamtfamilie ermöglicht hätte, versäumt hat und er keine gewichtigen Gründe
geltend macht, um erst später einen derartigen Nachzug zu beantragen (vgl. BGer
2C_176/2015 vom 27. August 2015 E. 3.3 mit Hinweis auf BGer 2C_205/2011 vom 3.
Oktober 2011 E. 4.4). Wichtige familiäre Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 Satz 1
AuG liegen insbesondere vor, wenn das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die
Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (vgl. Art. 75 VZAE). Entgegen dem Wortlaut
der Verordnungsbestimmung ist dabei jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindswohl
abzustellen. Es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller
relevanten Elemente im Einzelfall. Im Rahmen der Gesamtschau ist dem Sinn und
Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration der Kinder
erleichtern will, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug unter anderem auch eine
möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Zudem geht es
darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die rechtsmissbräuchlich erst kurz vor
Erreichen des erwerbstätigen Alters gestellt werden und bei denen die erleichterte
Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten
Familiengemeinschaft im Vordergrund steht. Dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG bzw.
Art. 75 VZAE jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz
des Familienlebens nach Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) bzw. Art. 13 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) nicht verletzt
wird (vgl. BGer 2C_515/2015 vom 10. Februar 2016 E. 2.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer hat sein erstes Nachzugsgesuch vom 19. Juli 2012 zwar
fristgerecht, jedoch über sieben Jahre nach der Hochzeit am 14. April 2005 resp.
knapp fünf Jahre nach der Geburt seiner ältesten Tochter im 2007 eingereicht, um
nach eigenen Angaben die Lebenshaltungskosten so tief wie möglich zu halten (act. 1,
S. 9 Ziff. VI/C/21). Damit hat er – abgesehen von befristeten Besuchsaufenthalten –
jahrelang freiwillig darauf verzichtet, seine Familie in der Schweiz zusammenzuführen.
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Dadurch hat er einen frühzeitigen Nachzug seiner ältesten Tochter vereitelt. Zudem sah
er damit bewusst davon ab, sich vor Einreichung des ersten Nachzugsgesuchs am
19. Juli 2012 um eine berufliche Integration seiner Ehefrau in der Schweiz zu bemühen,
obschon er mit dem zusätzlichen Erwerbseinkommen der Ehefrau allenfalls aus der von
ihm geltend gemachten Erwerbsarmut hätte herausfinden können. Da er dies
unterliess, hat er sich die versäumten Fristen nach Art. 47 Abs. 1 AuG entgegenhalten
zu lassen, zumal sich an seiner finanziellen Situation seit dem ersten Gesuch am
19. Juli 2012 nichts geändert hat (vgl. VerwGE B 2013/248 vom 28. April 2015 E. 3.1,
www.gerichte.sg.ch). Trotz höherem Einkommen konnte er seine Verschuldung nicht
namhaft reduzieren. Entgegen seiner Auffassung tut diesbezüglich nichts zur Sache, ob
ihm nicht zuzumuten gewesen wäre, bei seinen Eltern zu wohnen, um die Wohnkosten
zu reduzieren. Keinen wichtigen familiären Grund stellt weiter der Umstand dar, dass
die Ehefrau und die Töchter des Beschwerdeführers in Serbien angeblich wegen der
Heirat des Bruders der Ehefrau umziehen müssen und dadurch höhere Wohnkosten
anfallen. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass seine Ehefrau dadurch im
Herkunftsland daran gehindert würde, die Töchter zu betreuen. Sodann vermögen die
in Aussicht gestellte Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch seine Ehefrau sowie die
Schulungs- und Ausbildungsmöglichkeiten seiner Kinder in der Schweiz keinen
nachträglichen Familiennachzug zu rechtfertigen. Es wäre am Beschwerdeführer
gelegen, seiner Ehefrau die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sowie seiner ältesten
Tochter die Einschulung in der Schweiz fristgerecht zu ermöglichen und dafür
insbesondere seine finanzielle Situation raschestmöglich zu verbessern. Im Übrigen
substantiiert der Beschwerdeführer nicht weiter, inwiefern seine Ehefrau in Serbien im
Falle der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht auf die Kinderbetreuung durch
Familienangehörige oder Dritte zurückgreifen könnte. Auch darin lässt sich kein
wichtiger familiärer Grund erkennen. Im Weiteren ist – entgegen der Darstellung des
Beschwerdeführers – nicht erkennbar und wird von ihm auch nicht weiter dargetan,
inwiefern seine erstgeborene, mittlerweile neun Jahre alte Tochter in der Schweiz
besser integriert wäre als in Serbien und deren Kindswohl nur durch einen Nachzug in
die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann. Der Beschwerdeführer räumt denn
auch selbst ein, dass seine älteste Tochter, welche gemäss seinen Angaben im
laufenden Schuljahr 2016/2017 die zweite Klasse im Schulhaus K. in M. belegt (act. 1,
S. 4 Ziff. IV/12) und davor zeitweilig den Kindergarten L. in M. besuchte (Dossier B, S.
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134), ohne Weiteres auch in Serbien eingeschult werden kann (act. 1, S. 6 Ziff. VI/A/15).
Mit neun Jahren befindet sie sich in einem anpassungsfähigen Alter. Ihr ist es deshalb
zumutbar, die Schule in Serbien zu besuchen. Auch wenn sie die Beziehung zum Vater
wegen der Einschulung nicht mehr wie bisher während zweimal drei Monaten im Jahr,
sondern nurmehr während den Schulferien, d.h. während ca. drei Monaten im Jahr,
pflegen kann, führt dies im Vergleich zur bestehenden Situation faktisch nicht zur
Trennung von ihrem Vater. Schliesslich pflegte sie die Beziehung zum
Beschwerdeführer, soweit dies dessen Vollzeitpensum erlaubte, bereits bisher lediglich
im Rahmen von Besuchsaufenthalten oder via Telefon und Internet. Darüber hinaus ist
ein Teilfamiliennachzug der Ehefrau und der ältesten Tochter des Beschwerdeführers
und eine damit einhergehende Trennung von den übrigen Geschwistern mit dem
Kindswohl der ältesten Tochter und demjenigen der jüngeren Töchter im Alter von
knapp drei Jahren resp. knapp drei Monaten kaum vereinbar (vgl. hierzu VerwGE B
2013/248 vom 28. April 2015 E. 3.3.3 mit Hinweisen auf die einschlägige Literatur
sowie BGer 2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 4.4, BGer 2C_765/2011 vom
28. November 2011 E. 2.1, BGer 2C_578/2012 vom 22. Februar 2013, E. 4.3, a.a.O.).
Gesamthaft betrachtet kam die Vorinstanz in Erwägung 4b f. des angefochtenen
Entscheides (act. 2/2, S. 7 f.) mit Recht zum Schluss, dass keine wichtigen familiären
Gründe vorliegen.
2.5. Selbst bei Vorliegen von Widerrufsgründen nach Art. 62 Abs. 1 AuG erlöscht der
Anspruch auf Familiennachzug nach Art. 43 Abs. 1 AuG nicht automatisch, sondern nur
dann, wenn sich dies aufgrund einer Interessenabwägung als verhältnismässig erweist.
Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw.
die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie
drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV
sowie Art. 96 Abs. 1 AuG und BGer 2C_780/2013 vom 2. Mai 2014 E. 2.1 mit Hinweis
auf BGE 135 II 377 E. 4.3). Dasselbe gilt, soweit das Vorliegen von wichtigen familiären
Gründen verneint wurde, wobei die Beurteilung dieser Frage die
Verhältnismässigkeitsprüfung teilweise vorwegnimmt. Die Notwendigkeit einer
Verhältnismässigkeitsprüfung ergibt sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK. Danach ist ein
Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er
gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen
Gesellschaft zum Schutze der dort angeführten öffentlichen Interessen sowie der
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Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist (vgl. BGer 2C_530/2014 vom 22. Januar
2015 E. 2.3 mit Hinweisen). Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei auch das
Durchsetzen einer restriktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche ist im
Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer
Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die
Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung
der Arbeitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung im
Lichte von Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer lebt mittlerweile seit über 25 Jahren und damit den Grossteil
seines Lebens in der Schweiz. Er hat hier offenbar eine Lehre zum Autolackierer
absolviert und steht in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis (Beilage zu act. 3). Auch
leben seine Eltern hier. Selbst wenn keine vertieften sozialen Beziehungen zum
ausserfamiliären Bereich in der Schweiz erstellt sind, ist eine Rückkehr nach Serbien für
ihn unter diesen Umständen mit einer gewissen Härte verbunden (vgl. BGer
2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.3.1 und 4.3.3 mit Hinweisen). Die ersten zehn
Lebensjahre verbrachte er jedoch in seinem Herkunftsland und ist deswegen mit den
Verhältnissen in seiner Heimat, wo seine Ehefrau und seine zwei ältesten Töchter
bisher gelebt haben, nach wie vor vertraut. Die in der Schweiz erworbenen beruflichen
und sprachlichen Erfahrungen bieten ihm Grundlage, um sich eine Existenz in der
Heimat aufzubauen. Nicht entscheidend ist, dass die arbeitsmarktliche Situation in
seinem Herkunftsland schwieriger sein wird als in der Schweiz. Dem gesunden
Beschwerdeführer, welcher die serbische oder albanische Sprache beherrscht, ist es
deshalb zumutbar, mit seiner Familie in Serbien zu leben, was er denn auch
grundsätzlich anerkennt (act. 1, S. 13 Ziff. VI/C/26). Sollte der Beschwerdeführer nicht
nach Serbien zurückkehren wollen, führt die Verweigerung des Familiennachzugs
insofern zur Trennung von seiner Familie, als das Familienleben nicht dauerhaft in der
Schweiz gelebt werden kann. Der Beschwerdeführer muss sich aber vorwerfen lassen,
dass er über mehrere Jahre keine besonders intensiven Bemühungen an den Tag legte,
seine Familie in die Schweiz nachzuziehen. Er begnügte sich damit, die Beziehung zu
seiner gesunden, mittlerweile 31-jährigen Ehefrau und seiner gesunden ältesten
Tochter, welche keine nähere Beziehung zur Schweiz unterhalten und – mit Ausnahme
der ältesten Tochter – die hiesige Sprache nicht beherrschen, im Rahmen von
Besuchsaufenthalten zu pflegen. Folglich ist es ihm und seiner Familie zumutbar, das
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Familienleben weiterhin besuchsweise grenzüberschreitend zu pflegen, zumal, wie
hiervor unter Erwägung 2.4 ausgeführt, keine wichtigen familiären Gründe für einen
nachträglichen Familiennachzug seiner Ehefrau und der ältesten Tochter sprechen.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind dabei wirtschaftliche Gründe
wie bessere Schulungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder in der Schweiz
nicht zu berücksichtigen (vgl. Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich des
Staatssekretariats für Migration SEM vom 24. Oktober 2016, S. 246,
www.sem.admin.ch). Der Einwand des Beschwerdeführers, seine Frau und seine
Töchter könnten nicht einfach so nach Serbien zurückkehren (act. 1, S. 6 Ziff. VI/A/15),
ist im übrigen bei der Neufestsetzung der Ausreisefrist durch das Migrationsamt zu
berücksichtigen. Gesamthaft betrachtet vermögen die privaten Interessen an einem
Familiennachzug die öffentlichen Interessen an einer restriktiven Einwanderungspolitik
und daran, eine zusätzliche Belastung der Sozialhilfe zu vermeiden, nicht zu
überwiegen. Die Verweigerung des Familiennachzugs ist verhältnismässig.
3. Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
wenn sie das Vorliegen eines Widerrufsgrundes bejahte, dasjenige von wichtigen
familiären Gründen verneinte und das öffentliche Interesse an der Verweigerung der
Aufenthalts- resp. Niederlassungsbewilligung schwerer gewichtete als die privaten
Interessen des Beschwerdeführers an einer Familienzusammenführung in der Schweiz.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4. Die Beurteilung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege zusammen mit dem
Endentscheid ist insbesondere in denjenigen Fällen nicht zu beanstanden, in denen
das Gesuch mit der Eingabe in der Hauptsache verbunden wird und, wie vorliegend,
keine weiteren Vorkehren der Rechtsvertreterin erforderlich sind (vgl. BGer 4A_20/2011
vom 11. April 2011 E. 7.2.2 mit Hinweis). Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird
gewährt, wenn der Gesuchsteller bedürftig und das von ihm angestrebte Verfahren
nicht aussichtslos ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 ZPO, und Art. 29
Abs. 3 erster Satz BV). Eine Person gilt dann als bedürftig, wenn sie die Kosten eines
Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die
Deckung des eigenen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie
erforderlich sind (vgl. BGE 141 III 369 E. 4.1 mit Hinweisen und Richtlinie zur
unentgeltlichen Rechtspflege im Zivilprozess und für die Privatklägerschaft im
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Strafprozess des Kantonsgerichts vom Mai 2011, www.sg.ch). Als aussichtslos sind
Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können.
Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und
Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese.
Mass-gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei
vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb
anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Diese vom Bundesgericht zum Begriff der
Aussichtslosigkeit gemäss Art. 29 Abs. 3 BV entwickelte Praxis ist auch für die
Auslegung von Art. 117 Ingress und lit. b ZPO zu berücksichtigen (vgl. BGE 138 III 217
E. 2.2.4 mit Hinweis). Weiter muss die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art.
118 Abs. 1 lit. c ZPO und Art. 29 Abs. 3 zweiter Satz BV zur gehörigen Wahrnehmung
der Parteiinteressen notwendig sein (BGE 128 I 225 E. 2.3 mit Hinweisen). Die
bedürftige Partei hat Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung, wenn ihre Interessen
in schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich
machen. Droht das in Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposition
der betroffenen Person einzugreifen, ist die Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsvertreters grundsätzlich geboten, sonst nur dann, wenn zur relativen Schwere
des Falles besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen,
denen der Gesuchsteller auf sich alleine gestellt nicht gewachsen wäre (BGE 130 I 180
E. 2.2 mit Hinweisen).
Die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (vgl. act. 3).
Hingegen waren die Gewinnaussichten des von ihm angestrebten Verfahrens
beträchtlich geringer als die Verlustgefahren. Zum massgebenden Zeitpunkt der
Gesuchseinreichung (vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1 mit Hinweisen) am 29. August 2016
(act. 1 und 3), war sowohl das fristgerecht eingereichte Familiennachzugsgesuch vom
19. Juli 2012 als auch das nachträgliche Gesuch vom 8. März 2013 sowie das Gesuch
vom 13. März 2013 um vorübergehenden Aufenthalt während der Dauer des
Verfahrens und um Erlass vorsorglicher Massnahmen bereits rechtskräftig abgewiesen
worden. Damit waren die Gewinnaussichten hinsichtlich des (teilweise) nachträglichen
Gesuchs vom 5. März 2015 beträchtlich geringer als die Verlustgefahren, zumal sich
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die finanzielle Situation des Beschwerdeführers zwischenzeitlich nicht nachhaltig
verbesserte. Dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht kann dementsprechend wegen
Aussichtslosigkeit nicht entsprochen werden (vgl. hierzu BGer 2C_336/2015 vom
21. April 2016 E. 4).
5. (...).