# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d3765582-a7b4-51f3-91f2-53101a68fce8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X._
schloss im Jahr 1988
in Deutschland eine dreijährige Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungstechniker ab
. In den Jahren von 1996 bis 2017 war er
ebenfalls in Deutschland
teilweise als selbst
ständiger und teilweise als angestellter privater Ermittler tätig und erlangte diverse Zertifikate im Bereich Bewachung und Ermittlung
(Urk. 5/31/1
ff.
).
An
fang Juli 2017
zog
er in die Schweiz und trat
bei der
Y._
in
Z._
eine Stelle als
Monteur
an (Urk. 5/18/1).
A
m 11. August 2017
ver
drehte er sich
beim Hochheben einer Klimaanlage den Arm (Urk. 5/7/
3 f.
) und
zog
sich dabei eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur
an
der rechten Schulter zu (Urk. 5/7/46).
Am 15. Oktober 2018 meldete sich
X._
unter Hinweis
auf
den Arbeitsunfall
sowie eine darauffolgende Operation
an der rechten Schulter
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Unfallversicherers
, der
Suva
,
bei (Urk. 5/7, Urk. 5/15, Urk. 5/29)
und holte einen
Ausz
u
g aus dem
i
ndividuellen Konto des Versicherten (
IK-Auszug;
Urk. 5/9),
einen Arbeitge
be
rbericht
bei der
Y._
(Urk. 5/18) und Arztbe
richte
ein
(Urk. 5/27-28). Mit Vorbescheid vom 24. Juli 2019 stellte sie dem Versicherten die
Ablehnung seines Begehrens auf Umschulung beziehungsweise Arbeitsvermittlung
in Aussicht (Urk. 5/32).
Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 5/35)
,
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 25.
September
2019 wie angekündigt ab (Urk.
5/38 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 22. Oktober 2019 Beschwerde mit den sinnge
mässen Anträgen
,
die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente
der Invalidenversicherung
zuzusprechen
;
ferner seien Eingliederungsmass
na
hmen
(Umschulung und Arbeitsvermittlung)
durchzuführen (Urk. 1). Mit Beschwerde
antwort vom 26. November 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 4).
Mit Replik vom 22. Dezember 2019 teilte der Beschwerdeführer mit, er sei am 13. Dezember 2019 erneut an der Schulter operiert worden und beantrag
t
e
sinngemäss, die Streitsache sei an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen, damit diese seinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Ab
schluss der Heilungsphase neu
prüfe
(Urk. 8
).
Auf entsprechende Aufforderung
(vgl. Urk. 9)
reichte er
mit Eingabe vom 11. Februar 2019 (Urk. 11)
ärztliche Berichte im Zusammenhang mit der durchgeführten Operation ein (Urk. 12
/1-3
).
Die Berichte wurden der Beschwerdegegnerin zugestellt (Urk. 13), worauf diese
auf eine Stellungnahme
verzichtete (Urk. 14). Mit Verfügung vom 9. März 2020 wurde dies dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (Urk. 15)
.
Im parallel hängigen Verfahren der Unfallversicherung hatte die Suva am 30.
Oktober 20
19
den
Einspracheentscheid
erlassen und darin die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente bestätigt (Urk. 5/45).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde
wird mit der Verfahrensnummer UV.2019.00288
geführt
. Auch in dieser Sache ergeht mit heutigem Datum das Urteil.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.
2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
3
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschu
lung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gän
gige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
bes
serung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
1.
4
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (Abs. 2).
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
6
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zu
stän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfech
tungs
gegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und inso
weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid dahingehend, dass
zwar die angestammte Tätigkeit als Lüftungstechniker nicht mehr zumutbar sei,
der Be
schwerdeführer sich
aber
in Deutschland zur Fachkraft für Bewachung, Obser
vation und Ermittlung habe ausbilden lassen und zwischen 1996 und 2017
auch
als solche
tätig gewesen sei. Für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
in diesem Bereich
liege keine gesundheitliche Einschränkung vor.
Der
vom Beschwerde
füh
rer
erhobene Einwand, die
fehlen
de Niederlassungsbewilligung
stehe der Auf
nahme einer Tätigkeit in diesem Bereich entgegen, ändere daran nichts, denn es handle sich um einen
invaliditätsfremd
en Umstand
. Die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Umschulung und Arbeitsvermittlung seien daher nicht erfüllt (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdefüh
rer brachte vor, er leide an
eine
r
Frozen
Shoulder
und Prob
leme
n
mit beiden Ellbogen. Eine körperliche Arbeit könne er nicht mehr ausüben. Massgeblich für
die Beurteilung
des
Anspruch
s auf Eingliederungsmassnahmen sei sein erlernter und zuletzt ausgeübter Beruf als Klimatechniker. Seine Arbeits
fäh
igkeit sei
im Umfang von
50 % eingeschränkt (Urk. 1).
2.3
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass für einen An
spruch auf Umschulung eine bleibende oder länger dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erforderlich sei
.
Dies
sei vorliegend bei einem aus
dem
E
i
n
kom
mensvergleich resultierenden
Invaliditätsgrad von 0 % nicht der Fall (Urk. 4 S.
1).
Der
Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe sodann nur
,
wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursache
.
D
ies sei ebenfalls nicht ersichtlich.
N
icht im vorliegenden Verfahren zu beurteilen
sei der Anspruch auf die bean
tragte halbe Rente. Ein allfälliger Rentena
ns
pruch sei nicht Gegenstand dieses Verfahrens
(Urk. 4 S. 2).
2.4
In der Replik führte der Beschwerdeführer
ergänzend
aus, er sei am 13. Dezember 2019 erneut an der rechten Schulter operiert worden. Die Heilungsphase sei abzu
warten und in der Folge sei eine neue Prüfung seiner Ansprüche durchzuführen (Urk. 8).
Von der Gelegenheit, sich
hierzu
und
zu den vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom
11. Februar 2020 eingereichten Unterlagen (Urk. 11, Urk. 12/1-3) zu äussern, machte die Beschwerdegegnerin keinen Gebrauch (Urk. 14).
2.5
Strittig und zu prüfen ist, ob die Bes
chwerdegegnerin den Anspruch des
Be
schwerdeführers auf
Umschulung beziehungsweise Arbeitsvermittlung zu Recht
verneint hat.
Nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist demgegen
über ein allfälliger Rentenanspruch, da die Beschwerdegegnerin darüber in der angefochtenen Verfügung nicht entschieden hat
(vgl. E. 1.
6
vorstehend)
.
Auf den diesbezüglichen Antrag des Beschwerdeführers ist daher nicht einzutreten.
3.
3.1
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, diagnostizierte am 24. März 2018 ein vor wenigen Monaten erlittenes, initial unbehandeltes
Ver
hebetrauma
der rechten Schulter mit
Impingement
der Schulter
(
Differen
tial
diag
nose Läsion der
Rotatorenmanschette
beziehungsweise Bursitis oder Tendi
nitis
)
und überwies den Beschwerdeführer zur weiteren Abklärung an die orthopädische Klinik der
B._
. Der B
eschwerdeführer sei ab 7. März bis voraussichtlich am 31. März 2018 voll arbeitsunfähig (Urk. 5/7/21
).
3.2
Bei Diagnose einer
Rotatorenmanschettenruptur
der Schulter (
t
ransmural
Supra
spinatus
,
Oberrand
Subscapularis
),
einer
Bizepstendinopathie
und
einer
degene
rative
n
anteriore
n
Labrumläsion bei asymptomatischer AC-Gelenksarthrose und Trauma vom Au
gust 2017 führten Dr. med.
C._ und PD Dr. med. D._
, beide Fachärzte für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 3. Mai 2018
eine
arthroskopische
Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
rechts durch (Urk. 5/7/46
f.
). Diese verlief gemäss Aus
trittsbericht vom 7. Mai 2018 komplikationslos
;
der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand mit intakter Sensomotorik und reizlosen Wundver
hältnissen nach Hause en
tlassen werden können (Urk. 5/7/48
). Anlässlich von Kontrollen am 15. Juni und 4. September
2018
stellte Dr.
C._
einen regel
rech
ten postoperativen Verlauf bei weiterhin beste
henden Schmerzen fest
,
und atte
st
ierte dem Beschwerdeführer jeweils
eine
Arbeitsunfähigkeit
bei handwerklichem Beruf
(Urk. 5/7/60, Urk. 5/7/73
-74
).
3
.3
Bei einer Verlaufskontrolle vom 7. Dezember 2018 stellten Dr.
D._
und Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, die Diagnose einer postoperativen
Frozen
Shoulder
(
Urk. 5/15/9
). Diese
s Leiden
sei insgesamt mit einer positiven Prognose verbunden, jedoch
müsse
mit einem längeren Heilungsverlauf von ein bis zwei Jahren
gerechnet werden
. Der Beschwerdeführer sei in seinem Beruf als Klimatechniker bis auf weiteres arbeitsunfähig
(Urk. 5/15/10
).
3
.4
Vom 8. Mai bis am 5. Juni 2019 hielt sich der Beschwerdeführer zur stationären Rehabilitation in der
F._
auf (Urk. 5/28/1
). Im Austrittsbericht
vom 7. Juni 2019
hielten
Oberarzt
Dr. med.
G._
, Facharzt für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation
,
und Dr. med.
H._
fest, es habe keine namhafte
Besserung
der Beschwerden erzielt werden können. Zur Arbeits
fähig
keit beziehungsweise Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive führten sie aus, es sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte als bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung
habe
die zu erwartende
Besserung
bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Ein
schränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen unter Berücksichtigung der Beobach
tungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Die bisherige Tätigkeit als Klimamonteur sei dem Beschwerdeführer nicht
mehr
zumutbar. Zumutbar seien hingegen ganztägige leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten
ohne Arbeiten über Schulterhöhe mit der rechten Schulte
r (Urk. 5/28
/2 f.). Von der Fortsetzung der Behandlung könne keine namhafte
Besserung mehr erwartet werden, es werde vorgeschlagen,
den Fall abzuschliessen (Urk. 5/28
/3).
3
.5
Dr.
D._
hielt im Bericht vom 12. Juni 2019 fest, es scheine, als habe di
e stationäre Rehabilitation die
Schulter des Beschwerdeführers überfordert und die immer noch deutliche postoperative
Frozen
Shoulder
eher negativ beeinflusst. Er habe dem Beschwerdeführer das Krankheitsbild der
Capsulitis
mit typischerweise spontaner
Regredienz
nach eineinhalb b
is zwei Jahren erläutert (Urk. 5/29/11
).
3.6
Dr. med. I._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1.
November 2019 Schulterschmerzen und einen Reizzustand rechts unklarer Ätiologie
(
Differentialdiagnose
low
-grade Infekt und ungenügende Einheilung der
Supraspinatussehne
;
Urk. 12 S. 1
). Als Therapieoptionen schlug er vor, ent
weder die Situation so zu akzeptieren oder eine Revisionsarthroskopie mit nur mittelmässiger Prognose durchzuführen, wobei die Erfolgsquote von solchen Ein
griffen nur etwa 50 % betrage. Der Beschwerdeführer habe sich in der Folge für die O
peration entschieden (Urk. 12
/1
S. 2
).
3.7
Am 13. Dezember 2019 führte Dr.
I._
eine Schulterarthroskopie mit
zirkumferenzielle
r
Kapsulotomie
und
subacromialer
Bursektomie
mit
Acromio
plastik
und Revision
sowie Rekon
s
truktion der
Rotatorenmanschette
an
der rechten Schulter durch. Der Eingriff sei komplikationslos und der postoperative Verlauf unkompliziert gewesen. Der Beschwerdeführer sei in gutem Allgemein
zustand und subjektivem Wohlbefinden nach
Hause entlassen worden
. Er sei vom 13. Dezember 2019 bis am 24. Januar 2020 zu 100 % arbeitsunfähig
(Urk. 12
/3
S. 3
; vgl. auch Urk. 12/2
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Beurteilung der Ärzte der
F._
vom 7. Juni 2019 von einer
zeitlich
uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit in einer
den Einschränkungen des Beschwerdeführers
angepassten Täti
g
keit aus
(Urk. 4 S. 1)
, während der Beschwerdeführer darlegte, er könne aufgrund seiner Schmerzen in der rechten Schulter auf längere Sicht keine körperliche Arbeit mehr ausüben (Urk. 1).
4.2
Die
Ärzte der
F._
kamen zum Schluss,
die
vor dem Unfall aus
geübte
berufliche Tätigkeit als Klim
amonteur
sei
nicht mehr
geeignet
. Zumutbar sei hingegen eine
ganztägige,
leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Arbeit
en
über Schulterhöhe mit
der rechten Schulter
(Urk. 5/28
/2 f.).
Die Ärzte betonten, d
iese Beurteilung stütze sich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, da die Resultate der physischen Leistungstests infolge Selbstlimitierung für die Beur
teilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nicht verwertbar seien. Das
Aus
mass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den obj
ek
ti
vierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgeben
de
n Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären, eine weiterge
hende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch
jedoch
nicht begründen (Urk. 5/28/2).
Die Beurteilung der Ärzte der
F._
erfolgte nach einem ein
mo
natigen Klinikaufenthalt des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der Beo
bach
tungen in den Leistungstests und im Behandlungsprogramm (Urk. 5/28/2) und in Kenntnis der medizinischen Akten (Urk. 5/28/5 ff.).
Angesichts der Tat
sache, dass der Beschwerdeführer einzig schmerzhafte Bewegungseinschrän
kungen der rechten Schulter beklagt, leuchtet denn auch ein, dass ihm
lediglich
die Schulter übermässig belastende Tätigkeiten
,
wie das Heben von schweren Ge
wichten oder Arbeiten über der Schulterhorizontalen
,
nicht möglich sind. Weitere Einschränkungen
bezüglich
der zumutbaren Tätigkeiten
sind nicht ersichtlich und ergeben sich auch nicht aus den Beurteilungen der
behandelnden Ärzte.
Dr.
D._
stellte
im
Bericht vom 12. Juni 2019 mit der Beurteilung der Ärzte der
F._
übereinstimmend Bewegungseinschränkungen
der rechten Schulter fest, die bei der Formulierung des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt worden waren.
Ebenso beschrieb Dr.
D._
, dass der Beschwerdeführer
auch
über
deutliche Ruheschmerzen mit A
us
strahlung
bis in die Finger
klage,
er schil
derte
jedoch keine dazugehörigen
klinischen
Befunde. Zum Zumutbarkeitsprofil
beziehungsweise zu allfälligen weitergehenden Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers
äusserte er sich nicht
(Urk. 5/29/10).
Auch aus
dem nach Verfügungserlass erstellten Bericht von Dr.
I._
_
vom 1.
Novem
ber 2019 e
rgeben
sich - soweit er überhaupt zu berücksichtigen ist (vgl. E. 1.7 vorstehend) -
übereinstimmende Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter sowie vom Beschwerdeführer subjektiv beklagte Schulterschmerzen unklarer Ätiologie
(Urk.
12 S. 1).
Die am 13. Dezember 2019 durchgef
ührte Schulteroperation (Urk. 12 S. 3 ff.
) und ihre Folgen im Hinblick auf die Schulterbeschw
erden des Beschwerdeführers
be
treffen
sodann
Veränderungen des Sachverhaltes nach Abschluss des
Verwal
tungs
verfahrens
und sind daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu berücksichtigen (vgl. E. 1. 7 vorstehend).
Insgesamt bestehen damit keine Zweifel an der
beweiswerten
Zumutbarkeits
be
urteilung der Ärzt
e der
F._
vom 7. Juni 2019
und die Be
schwer
degegnerin durfte darauf abstellen.
4.3
Die Beschwerdegegnerin ging
in der Verfügung vom 25.
September
2019
zu
nächst vo
n einer bisherigen Tätigkeit als Si
cherheitsmitarbeiter aus, bezüglich
der
er
keine gesundheitliche Einschränkung vorliege (Urk. 2 S. 2). Der Beschwer
deführer war tatsächlich von 1996 bis Juni 2017
in diesem Bereich tätig (Urk.
5/31/1
). Massgeblich für die Berechnung
der Erwerbseinbusse ist jedoch die vor Eintritt des Gesundheitsschadens zuletzt ausgeübte Tätigkeit (vgl. BGE 129 V 460 E. 4.1). Dabei handelt es sich - wie die Beschwerdegegnerin
in der Beschwer
deantwort vom 26. November 2019
(Urk. 4)
richtigerweise
festhielt
- um die a
b Juli
2017 bis zum Unfallzeitpunkt am 11. August 2017 und darüber hinaus aus
geübte Tätigkeit des Beschwerdeführers als Klimatechniker bei der
Y._
(Urk. 5/7/3).
Beim in der Folge durchgeführten Einkommensvergleich stützte sich die Be
schwerdegegnerin
hinsichtlich
des
Valideneinkommens
auf das von der
Y._
angegebene jährliche Einkommen
(Urk. 5/18/6)
und ermit
telte das Invalideneinkommen
aufgrund der
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstr
ukturerhebung (TA1_tirage_skill_level, nach Wirtschaftszweigen, Kompe
tenz
niveau und Geschlecht, Kompetenzniveau 1, Zentralwert, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik
; Urk. 5/42
)
.
Selbst unter Einbezug der
von der Be
schwerdegegnerin
- angesichts des vor Eintreten des Gesundheitsschadens unter
durchschnittlichen Einkommens - vorgenommenen
Parallelisierung
des Invali
den
einkommens
,
übersteigt dieses
das
Valideneinkommen
.
Ein zusätzlicher leidens
bedingter Abzug wurde von der Beschwerdegegnerin nicht vorgenommen.
Da keine persönlichen oder beruflichen Merkmale
ersichtlich sind,
aufgrund
derer der Beschwerdeführer negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe zu gewärtigen hätte (vgl.
BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
)
,
ist ein solcher auch nicht
angezeigt
.
Es resultiert somit keine Erwerbseinbusse.
Diese Berechnung wurde vom Beschwer
deführer
im Übrigen
nicht bestritten
und
es besteht insgesamt kein Anlass für eine Korrektur
.
Bereits die Voraussetzung einer Erwerbseinbusse von
rund
20 % für eine allfällige Umschulung gemäss Art. 17 IVG ist somit nicht erfüllt. Ein Anspruch auf eine Umschulung ist daher zu verneinen.
4.4
Zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung genügt der Eintritt einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit, welche quantitativ, qualitativ und zeitlich so
beschaffen sein muss, dass sie den Versicherten bei der Arbeitssuche erheblich
behindert. Vorausgesetzt ist die Eingliederungsfähigkeit des Versicherten,
das he
isst
,
seine objektive Möglichkeit und subjektive Bereitschaft, von einem durch
schnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art (Urteil des
Bundesgerichts
9C_594/2016 vom 18. November 2016 E. 3.2)
Die leistungsspezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behin
de
rung Probleme bei der Stellensu
che verursacht. Dies trifft zum Beispiel
zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen (z.B. welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat,
den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteil des B
undesgerichts
8C_641/
2015 vom 12. Januar 2016 E. 2).
Die dem Beschwerdeführer vollzeitig zumutbaren leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne Arbeit über Schulterhöhe mit der rechten Schulter
sind auf dem au
sgeglichenen Arbeitsmarkt
in genügender Zahl gegeben. Gründe,
die
dafür sprechen
würden, dass er durch seine
gesundheitlichen Probleme bei der Stellen
suche eingeschr
änkt sein könnte, sind
nicht ersichtlich und wurden von ärztlicher Seite auch nicht dargetan. Auch ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung ist deshalb zu verneinen.
5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den
Anspruch des Beschwerde
führers auf Eingliederungsmassnahmen
in der angefochten
en Verfügung vom
25.
September 2019
(Urk. 2) zu Recht verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist dementsprechend abzuweisen.
6.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.