# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 717abd62-ea8f-42de-affb-b184729c44bb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, war
von Januar 1995
bis März 2008 als Garten
bauer/
Landschaftsgärtner bei der
Y._
GmbH in einem 100%-Pen
sum angestellt (
Urk.
7/15).
Am 2
2.
Mai 2006 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf lum
bale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine zum Bezug von Leistung
en der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/4). Nach ersten Abklärungen und diver
sen Kostengutsprachen zur Arbeitsplatzerhaltung (
Urk.
7/19,
Urk.
7/20,
Urk.
7/23)
informierte
der Versicherte am 2
5.
März 2008
die IV-Stelle über eine neue, rückenschonendere Arbeitsstelle (
Urk.
7/25).
Vom
1.
Mai 2008 bis
3
1.
Dezember 2016
(
letzter effektiver Arbeitstag 2
1.
März 2016)
war der Versicherte
als Unter
haltsgärtner bei der
Z._
AG in einem 100%-Pensum angestellt (
Urk.
7/53
,
Urk.
7/69
).
Nachdem
der Arbeitgeber den
Versicherte
n
am 2
3.
Juni 2016 (
E
ingangsdatum) zur Früh
erfassung
an
ge
meldet ha
tte
(
Urk.
7/36), meldete s
ich
X._
am 2
6.
Juli 2016 (E
ingangs
datum)
erneut
bei der
IV-Stelle
zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenver
sicherung an (
Urk.
7/48
,
Urk.
7/46
). Die IV-Stelle
klärte die erw
erblichen und medizinischen Verhält
nisse ab, holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (
Urk. 7/54,
Urk.
7/61,
Urk.
7/62,
Urk.
7/65,
Urk.
7/66,
Urk.
7/67,
Urk.
7/78,
Urk.
7/84,
Urk.
7/86
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Ver
sicherten (IK-Auszug,
Urk. 7/56
) ein
und ersuchte die Arbeitgeberin um Aus
künfte (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 1
7.
August 2016,
Urk.
7/53). Ferner teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 2
1.
März 2017 mit, dass auf
grund des Gesundheitszustands zurzeit keine beruf
lichen Eingliederungs
mass
nahmen angezeigt
seien
(
Urk.
7/68)
.
Mit Vorbescheid vom 2
9.
Januar 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aus
sicht (Urk. 7/88). Dagegen erhob der Versicherte am 8. Februar 2018 (Urk. 7/92) sowie ergänzend am 2
4.
Mai 2018 (Urk. 7/111) unter Beilage neue
r
Arztbericht
e
(Urk. 7/110) Ein
wand
und veranlasste die Einreichung weiterer Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/98,
Urk.
7/101
,
Urk.
7/128, Urk. 7/137
)
.
Die IV-Stelle nahm weite
re medi
zinische Abklärungen vor,
holte aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/107,
Urk.
7/122
) und veranlasste in der Folge eine aktenbasierte Ein
schät
zung durch
Dr.
A._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
; vgl. Feststel
lungsblatt,
Urk.
7/14
1
). Mit Verfügung vom
8.
Oktober 2018 ver
neinte die
IV-Stelle wie vorbeschieden einen Anspruch auf
eine Rente
der Inva
liden
ver
siche
rung (Urk. 2)
.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1.
November 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Be
schwer
de
gegnerin sei zu verpflichten, ihm ab
1.
Januar 2017 eine ganze Invali
denrente auszurichten. Eventualiter sei ein neutrales, umfassendes, poly
diszipli
näres Gutachten unter Beachtung der neuen Schmerzrechtsprechung ge
mäss BGE 141 V 281 anzuordnen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
9
. November 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fü
gung vom
4.
Dezember 2018 angezeigt wurde
(Urk. 7). Mit Schreiben vom 5.
De
zember 2018 (
Urk.
8) reichte der Beschwerdeführer medizinis
che Berichte nach (
Urk.
9/1-3), welche der Beschwerdegegnerin am 1
0.
Dezember 2018 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
A
TSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturel
len Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad sei
ner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2018 (Urk. 2) hielt die Be
schwerde
gegnerin fest, die medizinische Abklärung habe ergeben,
dass die kör
perlichen Beschwerden eher zweitrangig seien und keinen direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
Eine Arbeitsunfähigkeit sei insbesondere auf
grund des psychischen Gesundheitszustandes attestiert worden, wobei Belastung
en in
nerhalb der Familie vorliegen würden. Der Schweregrad des psychischen Lei
dens sei aufgrund weniger objektiver Befunde nicht erkennbar. Mit der Fort
setz
ung der Therapie könne eine weitere Besserung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Aus diesem Grund seien die vorliegenden Diagnosen als nicht invalidi
sierend zu be
werten und der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung zu ver
nei
nen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 1. No
vember 2018 (Urk. 1) zusammengefasst geltend,
aufgrund seiner zahlreichen somatischen Leiden könne er seine angestammte Tätigkeit als Landschaftsgärtner nicht mehr verrichten,
was die Beschwerdegegnerin anerkannt habe
. Sodann leide er an einer chronifizierten, mittelschweren bis schweren, depressiven Störung, weshalb er zu 100
%
erwerbsunfähig sei und deshalb Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe.
3.
3.1
Bereits im Jahr 2007
begab
sich der Beschwerdeführer
mit psychophysischem Erschöpfungszustand und Anpassungsstörung bei erheblicher psychosozialer Belastung in psychosomatische Rehabilitation in die
K
linik
B._
. Während des Aufenthalts habe der Beschwerdeführer körperlich und psychisch gut
rekonditioniert
werden können. Die Ärzte empfahlen die Fortsetzung einer regelmässigen Psychothera
pie (vgl. Bericht der K
linik
B._
vom 1. November 2007,
Urk.
7/61/102-104)
.
Im März 2016 entwickelte der Beschwerde
führer
n
ach einem Suizidversuch
seines
Sohnes
erneut
einen psychophysischen Erschöpfungszu
stand
- ähnlich wie im Jahr 2007 -
, aufgrund dessen ihn
sein
Hausa
rzt,
Dr.
C._
, All
gemeine Medizin FMH, in die psycho
soma
tische Rehabili
tation in das Reha
zentrum
D._
überwies (vgl. Schreiben vom 27.
Mai 2016,
Urk.
7/61/135
), wo er vom
6.
Juni bis 1
0.
Juli 2016 hospitali
siert war und eine interdisziplinäre The
rapie (Medizin, Pflege, Psycho
logie, Phy
sio
therapie, Sporttherapie, Ergothera
pie
) durchgeführt wurde.
Im Aus
tritts
bericht vom 8.
Juli 2016 (
Urk.
7/61/7-10) beschrieben d
ie Ärzte des Reha
zentrums
D._
den Be
schwer
deführer
bei Eintritt
als wach und allseits orientiert. Das formale Denken werde vom Beschwerdefüh
rer als verlangsamt empfunden. Er sei auf die Thematik der eigenen Krankheit sowie derjenigen des Sohnes
eingeengt
. Inkohärenzen gebe es keine, Ängste und Zwän
ge würden verneint werden. Der affektive Rapport sei herstellbar. Der Be
schwer
deführer wirke hin
gegen leichtgradig niedergestimmt und habe Schuld
ge
fühle gegen
über dem Sohn. Der Antrieb werde vom Beschwer
de
führer als verarmt emp
fun
den
, sozial habe er
sich zurückgezogen.
Sie diagnostizierten ein
en
psycho
phy
sische
n
Erschöpfungs
zustand bei akuter Belastungssituation mit De
persona
li
sa
tions
tendenz bei aus
geprägter psychosozialer Belastung sowie mit Anpas
sungs
störung mit reaktiver Depression.
Die Ärzte hielten zusammenfassend fest, der Be
schwerde
führer habe vom Aufenthalt profi
tieren können und neue Per
spek
tiven und Möglichkeiten gewonnen.
Er könne die Dinge nun ruhiger und ohne Angst angehen.
Sie attestier
ten dem Beschwerde
führer bis zum 3
0.
Juli 2016 eine vollständige Arbeitsun
fähig
keit. Im Anschluss sei in Ko
operation mit dem Hausarzt und Arbeitgeber ein Wiedereinstieg in die bisherige Tätigkeit in einem 50%-Pensum geplant.
3.2
Seit dem 1
5.
August 2016 war der Beschwerdeführer bei
Dr.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in
wöchentlicher
psychia
tri
scher Behand
lung.
Dr.
E._
beschrieb den Beschwerdeführer in seinem Arztbericht vom 2
1.
Januar 2017 (
Urk.
7/67) als wach, allseits orientiert, ängst
lich, niedergestimmt, innerlich unruhig und mit Insuffizienz
gefühlen. Mit Ver
weis auf die fehlende psychische Belastbarkeit und die psycho
physische Erschöp
f
ung
diagnostizierte
er
eine rezidivierende depressive Stö
rung (ICD-10: F33.2) ohne psychotische Symptome, derzeit in Teil
remission, und attestierte ihm in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Landschafts
gärtner
eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit. In welchem Umfang der Beschwerde
führer in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeiten
könne
, könne er nicht be
ant
wor
ten.
Da zur depressiven Störung noch diverse körperliche Beschwerden hinzukommen wür
den, sei die Prognose derzeit nicht gut.
Bei Weiterführung der Psychotherapie sei ein Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess jedoch mö
glich
.
Die
Belastung durch den psychisch kranken Sohn, der beim Beschwerdeführer
zu Hause
lebe
,
würde die
Krankheit
aber
auf
rechter
halten (vgl. Verlaufsbericht vom 1
9.
Juli 2017,
Urk.
7/78).
In seinem Ver
laufs
bericht vom 22. Dezember 2017
(
Urk.
7/86) diagnostizierte Dr.
E._
neben der rezi
divierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.1) eine ver
mutlich seit der Jugend bestehende anankastische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5). Die Prognose sei nach wie vor ungünstig, auch wegen der körperlichen Leiden. Andere belastende Faktoren würden derzeit aber keine bestehen.
Er attestierte auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit.
3.3
In Bezug auf die körperlichen Beschwerden
führte
Dr.
C._
in seinem Arzt
be
richt vom 1
3.
November 2016 (
Urk.
7/61/1-4) aus,
neben dem psycho
phy
sischen Erschöpfungszustand
würden Schmerzen im gesamten Rücken, den bei
den Knien sowie in der linken Schulter hinzukommen.
Er nannte
unter anderem folgende
Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronisch-rezi
divierende
lumbospondylogene
Beschwerden
-
Erstmanifestation 2002, Schmerzexazerbation 2004-2006
-
Leichte degenerative Veränderungen (MRI
9.
November 2016)
-
chronisch-rezi
divie
rendes
thora
kovertebrales
Schmerz
syndrom
-
geringgradige degenerative Veränderungen (MRI
9.
November 2016)
-
chronisch-rezidivierendes
zervikospondylo
genes
Schmerzsyndrom
-
Osteochondrosen
C5/6 und C6/7, diskrete
neuroforaminäre
Enge C7 links (MRI
9.
November 2016)
-
Gonarthrosen beidseits
-
Vordere Kreuzbandinsuffizienz linkes Knie bei Statuts nach arthrosko
pisch diagnostizierter Ruptur (1982)
-
Status nach Arthroskopie rechtes Knie (September 1997) mit
retropa
tellärer
Knorpelglättung
-
Status nach hinterer Ellbogenluxation und Schulter
kontusion rechts (12.
Februar 2000)
-
Status nach Ellbogenluxation und dorsale
Débridement
-Arthroplastik
Aus somatischer Sicht
schätzte
er
den Beschwerdeführer
in der bisherigen Tätig
keit
je nach Schmerz
situation zu 50 % arbeitsfähig ein.
Das auf
grund chronischer Schulter
schmerzen indizierte MRT
Arthro
graphie
des linken Schultergelenks am 30.
No
vember 2016
(
Urk.
7/66/5)
habe eine AC-Gelenks
arthrose mit Knoche
n
marks
ödem sowie eine
Tendinosis
calcarea in der vorderen Supras
p
inatussehne gezeigt
(vgl. Arztbericht vom
8.
Dezember 2016,
Urk.
7/66/2).
In seinem Arztbericht vom 19.
November 2017
nannte
Dr.
C._
die mittel
gradige depressive Episode als Hauptdiagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7/84).
3.4
Bei Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose auf der linken Seite wurde der Beschwerdeführer am 1
6.
Deze
mber 2017 notfallmässig ins S
pital
F._
ein
gewiesen, wo er bis am 2
9.
Dezember 2017 hospitalisiert war (vgl. Austritts
bericht vom
9.
Januar 2018,
Urk.
7/101/20-24). Die Ärzte konstatierten, der initiale Ver
dacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose habe sich nicht erhärtet. Die Sympto
ma
tik mit pseudoradikulären Schmerzen links, transient verminderter Kraft sowie Knie- und Sprunggelenksschwellung links sei im Rahmen des bekan
nten
lumbo
spondylogenen
Schmerzsyndroms zu interpretieren, aggraviert durch eine Fehl
haltung bei Status nach Sprunggelenksverletzung im August 2017 so
wie einer Anpassungsstörung. Unter der konservativen a
na
lgetischen Therapie
mit schmerz
modulierender Medikation und Physiotherapie
habe sich die Sympto
ma
tik teilweise
regre
dient
gezeigt, mit einer schrittweisen Verbes
serung der Mo
bi
li
tät. Zwei Tage nach Spitalaustritt am 2
9.
Dezember 2017 wurde der Be
schwer
de
führer erneu
t im S
pital
F._
vorstellig. Er habe über immo
bilisierend
e
Schmerzen gluteal rechts, im rechten Oberschenkel und Knie sowie im rechten Sprunggelenk lateral geklagt. Unter unveränderter analgetischer Therapie sei es sehr rasch zu
einer deutlichen Beschwerdebes
s
erung gekommen. Eine Röntgen
kontrolle des rechten Kniegelenks habe zwar eine Retropatellararthrose gezeigt, aber nur eine geringe Verschmälerung des Gelenkspalts
femorotibial
.
Die Ärzte des S
pitals
F._
hielten fest, auf eine weitere Diagnostik werde verzichtet.
Im Vorder
grund stehe die psychosomatische Problematik
(vgl. Austrittsbericht vom 26. Ja
nuar 2018,
Urk.
7/101/17-19)
.
3.5
Am 1
2.
Januar 2018 wurde der Be
schwer
de
führer in gutem Allgemeinzustand ins Rehazentrum
D._
ent
lassen, wo er bis
am
1
5.
Februar 2018 hospi
tali
siert
war
.
In Bezug auf den Psychostatus des Beschwerdeführers führten di
e Ärzte
des Reha
zentrums
D._
in ihrem Austritts
bericht vom 1
3.
Mä
rz 2018 (Urk.
7/98) aus,
der Beschwerdeführer wirke bewusst
seinsklar bei erhaltener Orientierung in allen Qualitäten. Die Auffassung, Auf
merk
sam
keit und Konzentration sei normal, das Gedächtnis intakt. Formale Denkstörungen gebe es keine. Ebenso wenig gene
ralisierte Ängste, Phobien oder Zwänge. Hinweise auf Wahn, Halluzina
tionen oder Ich-Störungen gebe es auch nicht. Der Beschwerdeführer sei affektiv wenig schwingungsfähig, leicht depri
miert und angespannt wirkend, blicke aber grund
sätzlich zuversichtlich in die Zukunft. Der Antrieb sei mittelgradig redu
ziert, die Psychomotorik unauffällig. Von Suizidalität distanziere er sich glaub
haft. Den körperlichen Zustand des Beschwerdeführers betreffend konstatierten die Ärzte,
b
ei Ein
tritt habe der Beschwerdeführer ein stark ödematöses rechtes Bein gehabt. Bild
gebende Befunde der Becken
übersicht hätten zwar eine begin
nende Arthrose ge
zeigt, klare Hinweise für die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen wür
den jedoch fehlen
. Die Ärzte führten deshalb noch einen Ultra
schall des Ab
do
mens durch, im Rahmen dessen als Zufallsbefund ver
grösserte Lymph
knoten im Bereich des Venenwinkels inguinal rechts, ein weiteres grosses Lymphom im Bereich der Iliaca
externa
Gefässe und ein kleineres Lymphom im Bereich der Fossa poplitea entdeckt worden seien.
Insgesamt habe der Be
schwerdeführer von den körperorientierten Thera
pien profitieren können. Ins
besondere habe sich seine Körperwahrnehmung verbessert, sodass er sich
traute
, sein rechtes Bein wie
der mehr zu belasten, was wiederum dazu
führte
, dass er sich psychisch stabiler fühl
t
e.
Es werde die Fortführung der ambulanten Physio
therapie sowie
der
psy
cho
therapeu
tische
n
Be
handlung empfohlen. Ausserdem bestehe die Indi
kation für weitere Ab
klärungen der Lymphome bei anamnestisch Status nach Melanom
(Operation 2017)
. Dem Be
schwerdeführer wurde eine vollständige Arbeitsun
fä
higkeit bis 28.
Febru
ar 2018 attestiert.
Die Ärzte erachteten eine Wiederein
glie
derung in eine Arbeit mit deut
lich weniger Körpereinsatz
durch die IV als sinn
voll. Zuvor müsse aber die Ur
sache für die unklaren Lymphknoten abgeklärt wer
den.
3.
6
Zur weiteren Abklärung
wurde am
2
0.
Februar
2018
ein MRT des Beckens durch
geführt, welches
die beidseitig inguinal vergrösserten Lymph
knoten sowie die vergrösserten Lymph
knoten rechts
parailiakal
im Becken
be
stätigte
. Eine defini
tive Beurteilung der Dignität könne nur durch eine Biopsie erbracht werden (vgl. Bericht vom 21. Fe
bruar 2018,
Urk.
7/101/8). In der Folge überwies
Hausarzt Dr.
C._
den Be
schwer
deführer
zur fachärztlichen Untersuchung in die Onko
logie des Uni
versitätsspitals
G._
(vgl. Sc
hreiben vom 1
3.
März 2018, Urk.
7/101/3).
Bei Hinweis auf das bestehende Lymphödem wurde die empfohlene inguinale Lymphknotenexzision nicht durchgeführt. Der Beschwerdeführer sei mit Prednison therapiert worden und habe bereits wenige Tage nach Therapiestart von einer Besserung der Schwellung des Beins sowie der damit verbundenen Be
schwerden berichtet. Die untersuchenden Ärzte des
G._
konstatierten
im Arzt
be
richt vom 1
9.
März 2018 (
Urk.
7/107)
, im klinischen Status sei weder ein Lymph
ödem der Beine noch eine Lymphknoten
vergrösserung inguinal beidseitig palpa
bel. Bei fehlender Lymphadenopathie sei auf eine Biopsie verzichtet worden
. Sie empfahlen, die
Prednisondosis
langsam auszuschleichen und dann eine sono
gra
phische Verlaufskontrolle der Leistenlymphknoten durchzuführen. Zur weite
ren Abklärung sei ausserdem
eine Computertomographie
(CT)
von Hals, Thorax und Abdomen zu empfehlen
. Diese wurde a
m 2
8.
März 2018 durchgeführt (vgl. Ra
di
ologischer Befund,
Urk.
7/128).
Am
5.
Juli 2018 begab sich der Beschwerde
füh
rer in die ang
iologische Sprechstunde ins S
pital
F._
(vgl. Arztbericht vom 5. Juli 2018,
Urk.
7/128/3).
Dr.
H._
, FMH Angiologie, hielt fest, beim Beschwerdeführer würden sich
bei aktuell praktisch verschwundenem Ödem
die bekannten Lymphknotenvergrösse
rung
en inguinal be
idseits mit Status nach einer a
u
s
geprägten Beinschwellung mit Maximum am rechten Oberschenkel zei
gen, wobei es weiterhin keine Hinweise für eine venöse Pathologie gebe. Im CT vom 2
8.
März 2018 würden sich in der Anzahl vergrösserte Lymphknoten an obgenannten Lokalisationen
,
aber ohne suspekte Befunde ansonsten
,
zeigen. Mit einer Lymphknotenbiopsie könne zugewartet werden.
3.7
Im Rahmen seiner aktenbasierten Einschätzung nannte RAD-Arzt
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom 1
7.
August 2018 (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/141 S. 4f.) die beginnende Gonarthrose beidseits sowie die mässige Arthrose in der linken Schulter als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit. Ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien:
-
Vermehrte Lymphknoten, unspezifisch
-
Status nach «verschwundenem» Ödem des rechten Beine
s
-
Chronisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
,
thorakovertebrales
und
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne somatisches Korrelat
-
Status nach hinterer Ellenbogenluxation und Schulterkontusion rechts (Februar 2000)
-
Varikosis
Grad I
-
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (
pVAK
) Stadium I
-
RF: Arterielle Hypertonie, Adipositas
-
Zwangsstörung, Angststörung, mittelgradige depressive Episode
-
Chronische Schmerzstörung
-
Leichtes Schlafapnoesyndrom
-
Status nach
Melanomoperation
am Rücken (Februar 2017)
-
Erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren
Körperlich schwere Tätigkeiten seien nicht mehr möglich.
Aufgrund dessen sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Landschaftsgärtner nicht mehr arbeitsfähig, in einer leidensangepassten körper
lich leichten bis maxi
mal mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne häufige hüftbelast
ende Zwangshaltungen (Bücken, Hocken, K
nien) oder die linke Schulter häufig belas
ten
de Zwangshaltungen und Tätigkeiten (längeres Arbeiten in weiter Arm
vor
halte, Überkopfarbeit, repetitive Rotationsbewegungen), sei dem Beschwerde
füh
rer hingegen ein 100%-Pensum zumutbar.
4.
4.1
Fest steht und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seiner ange
stamm
ten Tätigkeit als Landschaftsgärtner
aufgrund diverser körperlicher Beschwerden
nicht mehr arbeitsfähig ist (vgl.
E. 3.7
hiervor).
Streitig ist dagegen, in welchem Umfang
der
Be
schwerdeführer
in einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit ar
beits
fähig ist.
4.2
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Einschätzung des RAD, wonach der Beschwerdeführer primär aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, ihm in einer leidensangepassten Tätigkeit und unter Berücksichtigung des Belastungsprofils aber ein 100%-Pensum zumutbar ist (E. 3.7).
Die Ärzte des Rehazentrums
D._
erachteten eine Wiederein
gliede
rung in eine Arbeit mit deutlich weniger Körpereinsatz als sinn
voll (E. 3.5 in
fine
). In welchem Ausmass der Beschwerdeführer in einer solchen Tätigkeit arbeitsfähig ist, führten sie jedoch nicht aus.
Dr.
C._
sowie
die behandelnden Ärzte des S
pitals
F._
äus
serten sich nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit in einer lei
densangepassten Tätig
keit, erachteten jedoch die psychosomatische Pro
ble
ma
tik als für die
Beurteilung der
Arbeits
fähig
keit ausschlag
gebend und im Vorder
grund stehend (vgl. E. 3.3 in
fine
, E. 3.4 in
fine
).
Der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
erachtete keine
Arbeitsfähigkeit
mehr als gegeben an und
hielt fest, dass
die Prognose
aufgrund der
hinzu
kom
men
den
diversen körper
lichen Beschwerden nicht gut sei (E. 3.2).
4.
3
Vor
dem Hintergrund, dass sich keiner der behandelnden Ärzte zur Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit
aus somatischer Sicht
äusserte
und die Ärzte des Rehazentrums
D._
die Wiedereingliederung mithilfe der IV empfahlen
, erscheint die Aktenbeurteilung des RAD-Arztes zu wenig begründet
.
Ausserdem bestehen
divergente Beurteilungen darüber, ob der diagnostizierte
n rezidivieren
den
depressive
n
Störung,
gegenwärtig
mi
ttelgradige Episode (ICD-10: F
33.1
) ein inva
li
den
versicherungsrechtlich relevanter Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit zukommt.
RAD-Arzt
Dr.
A._
hielt diesbezüglich in seiner Stellung
nahme vom 17. Au
gust 2018 fest, dass sich die mittelgradige depressive Episode nicht dauer
haft auf die Arbeitsfähigkeit auswirke und führte aus, dass die Einschätzung des be
han
delnden Psychiaters nicht begründet und nachvollziehbar sei (
Urk.
7/141 S. 5f.).
Wohl ergeben sich aus den diversen Berichten von Dr.
E._
wenig An
ga
ben zu den objektiven Befunden und lassen sich die Diagnosen anhand sei
ner Ausführungen nicht nachvollziehen, zumal er wieder
holt über schwierige soziale Umstände berichtet. Indes beruht die Stellungnahme des RAD auf keiner persönlichen Untersuchung und konnte er sich lediglich auf die unzuläng
lichen Befunde des behandelnden Psychiaters abstützen.
Im Übrigen ist Dr.
A._
kein psychiatrischer Facharzt. Angesichts der neusten Recht
sprechung des Bundesge
richts (E.
1.2
) darf aufgrund der Diagnose, vorliegend immerhin (auch) eine mit
telgradige depressive Episode, und des Zeitablaufs nicht (mehr) ohne weiteres auf Therapierbarkeit geschlossen bzw. die invaliden
ver
siche
rungs
rechtliche Relevanz verneint werden.
Es ist nicht auszuschliessen, dass die diagnostizierte mittelgra
dige depressive Störung mit somatischem Syndrom eine Eigenständigkeit und ein Ausmass erreicht hat, das invalidenversiche
rungsrechtlich relevant ist.
Solange aber Anhaltspunkte für eine psychiatrische Erkrankung vorliegen und weitere Sachverhaltsabklärungen möglich sind, darf
im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes (Art. 61
lit
. c ATSG)
die Folge der Beweislosigkeit für einen invali
denversicherungsrechtlich relevanten Gesund
heitsschaden nicht greifen
(vgl.
BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 117
V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis)
.
Schlüssige medizinische Ausführungen, die eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im nunmehr anzuwendenden strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 erlauben würden, liegen hier nicht vor. Die Prüfung der invalidenversicherungsrechtlich relevanten Beeinträchtigungen ist nicht mög
lich, da sich die gegebenen Arztberichte sowie die Stellungnahmen des RAD
Arztes nicht eingehender dazu äussern.
Kommt hinzu, dass verschiedene somatische Erkrankungen vorliegen, was eine gesamtheitliche Betrachtung und Einschätzung der arbeitsrelevanten Einschränkungen erfordert.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung
an die Vorinstanz zurückweisen, insbesondere
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache einge
treten oder der Sachverhalt ungenügen
d festgestellt wurde (§ 26 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Zur abschlies
senden Klärung sind weitere medizinische Anga
ben notwendig. Die Sache ist daher
unter Aufhebung der angefochtenen Ver
fü
gung vom
8.
Oktober 2018
an die Besch
werde
gegnerin zurückzu
weisen zur umfassenden, rechtsgenüglichen medizinischen Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Gestützt auf diese Abklärungen wird sie in Berück
sichtigung des gesundheitlichen Verlaufs erneut über
den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
zu entscheiden haben.
In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Letztere ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'000.--
(inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen.