# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43ad814f-21af-4262-9b5a-c091f97c05a4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._ erlitt anlässlich der Skiweltmeisterschaft 2003 in E._, an welcher er als Angehöriger des Zivilschutzes S._ bei der Pistenarbeit eingesetzt wurde, am 6. Februar 2003 im Dienst einen Unfall: Er wurde von einem zurückschnellenden Stahlseil, welches ein Pistenfahrzeug sicherte, das im steilen Gelände mit der Präparierung der Piste beschäftigt war, unterhalb des Knies erfasst, zu Boden geworfen, mitgeschleppt und gegen einen Absperrpfosten gedrückt. Dabei zog sich A._ eine zweit- bis drittgradige, verschmutzte, offene Unterschenkelfraktur am rechten Bein zu.
Am 5. August 2003 stürzte A._ beim normalen Gehen; die Folge war eine dislozierte Tibaschaft-Refraktur des alten Bruchs, was eine neuerliche Operation nötig machte. Am 26. November 2003 erlitt A._ schliesslich einen weiteren Unfall (Sturz mit dem Fahrrad) mit kompliziertem Handgelenkbruch rechts und erneutem minimal verschobenem Bruch des rechten Unterschenkels.
B. Nachdem A._ am 9. Februar 2003 Strafantrag gestellt hatte, eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 8. April 2003 gegen den Fahrer des Pistenfahrzeugs eine Strafuntersuchung. Sie stellte diese am 29. März 2004 wieder ein. Gegen diese Einstellung führte A._ Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden. Mit Entscheid vom 16. Juni 2004 hob die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts die Einstellungsverfügung auf und wies die Sache zur Ergänzung der Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück. Nach erfolgter Ergänzung stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung am 20. Oktober 2005 erneut ein. Diese Einstellungsverfügung blieb unangefochten.
C. Das Pistenfahrzeug war bei der C._ versichert. Nachdem diese eine Haftung ihrerseits für die Folgen des Unfalles vom 6. Februar 2003 ablehnte, meldete A._ am 12. Dezember 2006 beim damals zuständigen Vermittleramt des Kreises Oberengadin eine Teilklage gegen die C._ zur Vermittlung an. Anlässlich der Vermittlungstagfahrt vom 24. August 2007 konnten sich die Parteien nicht einigen, weshalb A._ am 2. November 2007 den Leitschein bezog. Dieser enthält folgende Rechtsbegehren:
Klägerisches Rechtsbegehren
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 110‘000.00 zu bezahlen, zuzüglich 5% Verzugszins ab 1.1.2007 und abzüglich einer allfälligen, von der Militärversicherung ausgerichteten Integritätsschadensrente.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
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Beklagtisches Rechtsbegehren
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers.
D. Mit Prozesseingabe vom 22. November 2007 prosequierte A._ den Leitschein fristgerecht an das Bezirksgericht Maloja. Das Rechtsbegehren liess er dabei unverändert. Am 22. Januar 2008 reichte die C._ ihre Prozessantwort ein, worin sie ihren Abweisungsantrag wiederholte.
E. Am 17. Juni 2008 erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja die Beweisverfügung. Er erklärte die von den Parteien eingelegten Urkunden, die Editionsbegehren sowie die beantragten Expertisen betreffend Einschränkung der Erwerbstätigkeit in Beruf und Haushalt und betreffend Kausalität zwischen den Unfällen vom 6. Februar 2003 und vom 26. November 2003 für relevant.
F. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 ordnete der Bezirksgerichtspräsident Maloja gestützt auf Art. 94 Abs. 1 ZPO-GR eine erste Verhandlung über die materiell-rechtliche Teilfrage der grundsätzlichen Haftung an. Sofern im Teilentscheid die Voraussetzungen für eine Haftpflicht zu bejahen seien, würden die beiden Expertisen angeordnet.
G. Mit Urteil vom 11. März 2009, mitgeteilt am 5. Mai 2009, wies das Bezirksgericht Maloja die Klage von A._ vollumfänglich ab, überband ihm die Verfahrenskosten und verpflichtete ihn zur Zahlung einer Prozessentschädigung an die C._.
Gegen dieses Urteil liess A._ am 6. Mai 2009 Berufung an das Kantonsgericht Graubünden erklären. Er verlangte die Aufhebung der Ziffern 1 – 3 des erstinstanzlichen Urteils und beantragte, es sei die volle oder teilweise Haftung der C._ zu bejahen und die Sache an die erste Instanz zurückzuweisen zur Fortsetzung des Verfahrens.
Die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts Graubünden hiess mit Urteil ZK2 09 31 vom 10. November 2009 die Berufung gut, hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zur Fortführung des Verfahrens an die Vorinstanz zurück. Sie stellte fest, dass die C._ gegenüber A._ für die aus dem Unfallereignis anlässlich der Skiweltmeisterschaft in E._ vom 6. Februar 2003 erlittenen Folgen haftpflichtig sei. Unter Vorbehalt der noch abzuklärenden Kausalität zwischen den Unfällen vom 6. Februar 2003 und vom 26. November 2003 bestehe eine vollumfängliche Haftpflicht.
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Gegen das kantonsgerichtliche Urteil erhob die C._ am 26. Oktober 2010 Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht. Das Bundesgericht trat mit Urteil vom 24. November 2010 auf die Beschwerde nicht ein, da die Erfüllung der Voraussetzungen für die ausnahmsweise Anfechtbarkeit eines Zwischenentscheides nicht dargetan sei.
H. In der Folge führte das Bezirksgericht Maloja das Verfahren fort. Nachdem die Parteien ihre Fragen an die Experten eingereicht und sich zu den Expertenfragen der jeweiligen Gegenpartei geäussert hatten, ernannte der Bezirksgerichtspräsident Maloja mit Verfügung vom 7. März 2011 Prof. Dr. med. F._ und PD Dr. med. G._ vom Schmerz-/Gutachterzentrum der I._ (nachfolgend I._) für den medizinischen Bereich sowie die J._ für die Fragen nach der Einschränkung der Erwerbsfähigkeit des Klägers als Experten.
Die I._ legte ihr Gutachten am 21. Dezember 2011 vor.
I. Mit Eingabe vom 26. Januar 2012 beanstandete A._ das Gutachten der I._ und verlangte die Ergänzung desselben. Die C._ sprach sich in ihrer Eingabe vom 2. März 2012 gegen eine Ergänzung des Gutachtens aus.
Der Bezirksgerichtspräsident Maloja wies mit Verfügung vom 19. April 2012 das Gesuch von A._ um Ergänzung des medizinischen Gutachtens der I._ ab.
J. Nach Einholung der entsprechenden Stellungnahmen der Parteien verfügte der Bezirksgerichtspräsident Maloja am 27. Juni 2012, dass für die Beurteilung der Einschränkungen von A._ in der Haushaltsführung ein Gutachten der J._ eingeholt werde. Dabei hielt er ausdrücklich fest, dass der Experte „allein auf die vorhandenen Akten, einschliesslich das vorliegende gerichtlich-medizinische Gutachten“ abzustellen habe und dass A._ nicht mehr zu befragen sei, da dieser „vom gerichtlich-medizinischen Gutachter ausführlich befragt und die Sachvorbringen der Parteien im Übrigen abgeschlossen“ seien. Der C._ setzte er Frist für die Einreichung eines ergänzenden Fragethemas. Weiter bestimmte er, dass diese Verfügung der J._ erst nach Eintritt der Rechtskraft mitgeteilt werde.
Mit Schreiben vom 14. August 2012 reichte die C._ ihr ergänzendes Fragethema ein.
K. Am 10. September 2012 erteilte der Bezirksgerichtspräsident Maloja der J._ den Auftrag, eine Expertise auszuarbeiten. Er wies explizit darauf hin,
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dass das Gutachten „sich auf die Beantwortung der in der Verfügung vom 27. Juni 2012 sowie im Schreiben der Beklagten vom 14. August 2012 aufgeführten Fragen zu beschränken“ habe. Zudem sei „dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich die Fragen einzig auf den Zeitraum vom 6. Februar 2003 bis 31. Dezember 2006 beziehen“ würden. Dem Schreiben waren die Verfügung vom 27. Juni 2012, das ergänzende Fragethema der C._ vom 14. August 2012 samt den Seiten 10 und 11 der Klageschrift sowie die Expertise der I._ vom 21. Dezember 2011 beigelegt.
L. Mit Verfügung vom 22. September 2012 anerkannte die Militärversicherung bei A._ einen Integritätsschaden von 10 % und sprach ihm ab 1. Dezember 2010 auf unbestimmte Zeit eine Integritätsschadensrente von monatlich CHF 174.50 zu. Sie kaufte diese Rente aus und leistete A._, unter Berücksichtigung einer Nachzahlung von CHF 3‘839.00, eine Auskaufsumme von CHF 44‘295.10.
M. Das Gutachten der J._ datiert vom 26. November 2013. Es wurde mit Verfügung vom 27. November 2013 an die Parteien weitergeleitet. Diese erhielten zudem Frist, Anträge gemäss Art. 195 ZPO-GR zu stellen.
Die C._ bemängelte mit Eingabe vom 22. Januar 2014, dass sich die J._ nicht an die gerichtlich angeordneten Vorgaben gehalten habe. Zum einen seien Hypothesen, Meinungen, Behauptungen, Spekulationen, subjektive Annahmen und arbiträre, also willkürliche Angaben zur Erwerbsfähigkeit und anderen Themen in das Gutachten eingeflossen, obwohl die Fragen abschliessend und konkret von der I._ beantwortet worden seien. Zum andern habe der Experte die ihm gestellten Fragen gemäss Verfügung vom 27. Juni 2012 und beklagtischen Ergänzungsfragen vom 14. August 2012 nicht beantwortet. Das Gutachten sei daher zurückzuweisen und der Experte ausdrücklich aufzufordern, ausschliesslich die ihm vom Gericht vorgelegten Fragen zu beantworten. A._ hielt dem am 27. Januar 2014 entgegen, es lägen zwei gerichtliche Gutachten vor, welche den Sachverhalt klärten; eine Rückweisung des Gutachtens der J._ sei prozessökonomisch unsinnig.
Der Bezirksgerichtspräsident Maloja hielt mit Verfügung vom 3. März 2014 fest, dass sich die Antworten im Gutachten der J._ nicht auf die dem Experten mit Verfügung vom 27. Juni 2012 sowie mit beklagtischer Eingabe vom 14. August 2012 gestellten Fragen beziehen würden. Vielmehr habe der Experte die gleichen Fragen beantwortet, die bereits Gegenstand des Gutachtens der I._ gewesen seien, ohne damit beauftragt oder dazu angehalten gewesen zu sein. Der Experte
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wurde erneut beauftragt, die Fragen gemäss Verfügung vom 27. Juni 2012 und beklagtischen Ergänzungsfragen vom 14. August 2012 zu beantworten.
N. Die J._ legte ihr zweites Gutachten am 26. Januar 2015 vor. Das Bezirksgericht Maloja leitete dieses am 27. Januar 2015 an die Parteien weiter und räumte ihnen Frist ein, um Zusatzfragen respektive Ergänzungsfragen zu den Antworten des Gutachters einzureichen.
Während die C._ von dieser Gelegenheit Gebrauch machte und am 5. März 2015 Zusatz- respektive Ergänzungsfragen vorlegte, verzichtete A._ stillschweigend auf solche. Der Bezirksgerichtspräsident Maloja leitete die beklagtischen Zusatz- respektive Ergänzungsfragen am 17. April 2015 an die J._ weiter.
O. Nach wiederholten Aufforderungen seitens des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja reichte die J._ die Beantwortung der Zusatz- respektive Ergänzungsfragen am 21. Dezember 2016 ein. Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Dezember 2016 leitete der Bezirksgerichtspräsident Maloja diese Gutachtens-ergänzung an die Parteien weiter unter gleichzeitigem Hinweis, dass keine weiteren Ergänzungen/Erläuterungen vorgesehen seien.
P. Am 15. Februar 2017 lud das Regionalgericht Maloja (bis 31. Dezember 2016 Bezirksgericht Maloja) die Parteien zur zweiten Hauptverhandlung auf den 22. August 2017 vor.
An der zweiten Hauptverhandlung nahmen A._ mit seinem Rechtsvertreter sowie der Rechtsvertreter der C._ teil.
Mit Entscheid vom 22. August 2017, mitgeteilt am 16. August 2018, erkannte das Regionalgericht Maloja:
1. Die Klage wird im Umfang von CHF 11‘145.15 als durch Anerkennung als erledigt abgeschrieben.
2. Im Übrigen wird die Klage teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger den Betrag von CHF 18‘840.05 zu bezahlen, zuzüglich Zins von 5 % ab 1. Juli 2007 auf den Betrag von CHF 29‘985.20.
3. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 58‘402.65, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 14‘000.-, Schreibgebühren von CHF 2'000.-, einem Streitwertzuschlag von CHF 2‘000.-, Gutachterkosten von insgesamt CHF 40‘052.65 (CHF 27‘223.55 + CHF 10‘263.10 + 1‘296.- + CHF 1‘620.-) sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.- werden dem Kläger im Umfang von zwei Dritteln und im Umfang von einem Drittel der Beklagten auferlegt.
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4. Der Kläger wird verpflichtet, die Beklagte mit CHF 17'224.50, inkl. Spesen und MwSt., zu entschädigen.

## Considerations