# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c28ee7d4-b7a6-4742-b9c9-8bac0eb74ab3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973,
Mutter zweier Kinder (g
ebo
ren 1994 und 2001), war nach
Absolvierung der
Grundschule in Portugal und ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1991 mit Unterbrüchen als Hilfsarbei
terin an verschiedenen Stellen tätig, zuletzt ab dem Jahr
2006 bis zum 1
7.
De
zember 2008 (letzter Arbeitstag)
im Umfang von 100 % im Reinigungs
geschäft des Ehemannes, wobei sie nebst Hilfsarbeiten auch administrative Arb
eiten erledigte (
Urk. 7/33-34
,
Urk. 7/42
).
Am
2
2.
Januar 2010
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf eine chronische Erkrankung
bei der Invaliden
versicherung
zum
Leistungsbezug
an (
Urk. 7/3
Ziff.
6.2
).
Mit Verfügung vom 2
8.
September 2016 sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
der Versicherten für die Zeit ab
1.
Juli 2010 bis 3
1.
Dezember 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine befristete ganze Rente zu. Für die Zeit ab
1.
Januar 2012 wurde bei einem Invaliditätsgrad von 33
%
ein Rentenanspruch verneint (
Urk.
7/77
und
Urk.
7/8
8
).
Die von der Versi
cherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/94/3-8) wurde m
it Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2018 im Verfahren Nr. IV.2016.01186 in dem Sinne gutgeheissen, dass
die angefochtene Verfügung vom 2
8.
September 2016
,
soweit damit ein Rentenanspruch a
b
1.
Januar 2012 verneint wurde
, im Sinne der Erwägungen aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zu weiteren Abklärungen und hernach zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch der
Versicherten
ab
1.
Januar 2012 zurückgewiesen wurde (
Urk.
7/99 Dispositiv-
Ziff.
1).
1.2
Die IV-Stelle tätigte weitere medizinische Abklärungen und veranlasste bei der
Y._
ein interdisziplinäres Gutachten, welches am 1
0.
März 2021 erstattet wurde (
Urk.
7/145).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/157;
Urk.
7/164
,
Urk.
7/167
)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
4.
Dezember 2021 eine vom
1.
November 2018 bis 3
1.
Januar 2021 befristete ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/170 und
Urk.
7/174
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
4.
Januar 2022 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
4.
Dezember 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei teilweise aufzuheben
,
und es sei ihr schon ab
1.
Januar 2012 bis auf weiteres mindestens eine halbe Rente zu gewähren. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, vorerst die
beruflichen Massnahmen nach Durchführung des Mahn- und
Bedenk
zeit
ver
fahrens
durchzuführen, woraufhin neu zu entscheiden sei
(
Urk.
1 S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Februar 2022 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
2
2.
Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
6
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach
Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden –
Zeitpunkt der Anspruchsänderung
(vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer
Verfügung (
Urk.
2)
die befristete
Zusprache
einer ganzen Rente vom
1.
No
vember 2018 bis 3
1.
Januar 2021 damit, dass die nach Rückweisungsentscheid des hiesigen Gerichts veranlassten medizi
nischen
Abklärung des Leistungsanspruches ab
1.
Januar 2012 ergeben hätten, dass sich die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
im Verlauf nicht wesentlich verändert habe
.
Ab
1.
Januar 2012 habe somit weiterhin eine 50%ige Arbeits
fähigkeit in angepasster körperlich leichter
,
wechselbelastender Tätigkeit bestan
den
.
Da gemäss dem Urteil des
hiesigen Gerichts
auf den Einkommensvergleich von damals abgestellt werden könne,
liege weiterhin
ein
Invaliditätsgrad
von 39
%
vor.
Im August 2018 sei es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Beschwerden gekommen
,
und aufgrund der hohen Entzündungsaktivität habe zu diesem Zeitpunkt keine Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen. Es sei folglich ein Invaliditätsgrad von 100
%
und ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ab
1.
November 2018
ausgewiesen
.
Ab dem 1
6.
Juli 2020 sei es zu einer laufenden Verbes
serung der Beschwerden gekommen,
und die Arbeitsfähigkeit habe laufend gesteigert werden können.
Ab dem
1.
Februar 2021
sei
die angepasste Tätigkeit gemäss dem Belastungsprofil wieder zu 50
%
zumutbar gewesen.
Der Einkom
mensvergleich ergebe ab diesem Zeitpunkt wieder einen Invaliditätsgrad von 39
%
. Damit bestehe ein befristeter Anspruch auf eine ganze Rente bis 3
1.
Januar 2021.
Mit Schreiben vom 1
2.
April 2021 seien
der Beschwerdeführerin
Eingliederungs
massnahmen angeboten worden, es sei jedoch keine Rückmeldung erfolgt. Aus den neuen
medizinischen
Berichten g
ehe
nichts hervor, was eine Veränderung der Beurteilung der Leistungsfähigkeit nach sich ziehen würde
(Begründung S. 1 ff.)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass die Beschwerdegegnerin nur unzureichend auf ihre Einwände eingegangen sei, weshalb sie das
rechtliche Gehör verletzt habe
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
3). Die Beschwerdegegnerin habe einen veralteten
Validenlohn
mit einem nachweislich
überhöhten LSE-Lohn verglichen.
Es werde beantragt, den Fall zurückzustellen, bis das Bundesgericht einen
G
rundsatzentscheid gefällt habe und i
hr danach Frist
zur Stellungnahme anzusetzen
(S. 3
Ziff.
4). Die Beschwerdegegnerin verkenne weiter die massive Erosion ihrer gesundheitlichen Situation, die seit 2012 fortbe
stehe.
Sie
sei
gemäss der behandelnden Psychiaterin
bald
zehn
Jahren einem t
oxischen Dauerstress ausgesetzt
. Gemäss dem Gutachten bestünden zahlreiche Diagnosen und Leiden
,
und ihr sei maximal eine 50%ige Tätigkeit bei leichter Arbeit zumutbar. Im Detail werde auf das Gutachten verwiesen. Dennoch gewähre ihr die Beschwerdegegnerin keine Kürzung beim Invalideneinkommen, obwohl sie als Vo
llerwerbstätige anerkannt werde (S. 4
Ziff.
5).
Sie würde lieber im Betrieb ihres Ehemannes arbeiteten, wenn es ihr überhaupt möglich wäre. Dort
würde sie mehr
verdienen
als in Berufen, die sie nicht kenne und in denen sie keine Erfahrung besitze. Dass sie als Ungebildete irgendwo mehr als die Hälfte des
Valideneinkommens
verdienen könnte, sei weder erstellt noch angesichts der vielen massiven Erkrankungen möglich. Schliesslich hätten auch die Experten der Beschwerdegegnerin eine 50%ige leichte Tätigkeit
für
zumutbar erklärt, weshalb si
ch
allein aus diesem Grund eine halbe Rente rechtfertige
(S. 5
Ziff.
6).
Die Beschwerdegegnerin habe die Rente aufgehoben, ohne ihr berufliche Mass
nahmen angedeihen zu lassen
,
und ihre
zaghafte Einladung genüge nicht.
Das
Mahn
-
und
Bedenk
zeit
verfahren
sei
zwingend nachzuholen (S. 5
Ziff.
7). Sie sei auf
die
Unterstützung der Beschwerdegegnerin angewiesen (S. 5
Ziff.
8).
Die Rente hätte
rückwirkend
nicht aufgehoben werden dürfen, bevor berufliche Massnahmen init
i
alisiert worden seien und zwar im Sinne eines Mahn- und
Bedenk
zeit
verfahrens
. Aus diesem Grunde rech
t
fertige es sich, die Rente weiter
hin laufenzulassen, bis die berufliche
n
Massnahmen abgeschlossen seien (S. 5 f.
Ziff.
8).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist, wie es sich mit dem Rentenanspruch der Beschwerde
führerin ab
1.
Januar 2012 verhält und bei unbestritten
gebliebenem medizini
schen
Sachverhalt, ob sich der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ein
kommensvergleich zur Bestimmung des Invaliditätsgrades als rechtens erweist.
3.
3.1
Vorab ist zur geltend gemachten Verletzung der Begründungspflicht respektive des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung vom
1
4.
Dezember 2021
(Urk. 2)
hinreichend auf die
im
Einwand vom 2
7.
September 2021
(
Urk.
7/16
7
)
zum Einkommensvergleich getätigten Vorbringen
der Beschwerdeführerin
eingegangen worden ist.
So geht aus der Verfügung
klar
hervor, dass nach wie vor vom im Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2018 bestätigten Einkommensvergleich ausgegangen werde
, damit
vom effektiv vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommen, unabhängig davon, was
die Beschwerdeführerin
bestenfalls hätte verdienen können.
Weiter wurde zu den nachgereichten medizinischen Berichten festgehalten, dass diese keine Änderung der Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach sich zögen.
D
a die
Argumente der Beschwerde
führerin im vorliegenden Verfahren
bei voller Kognition des hiesigen Gerichts
gewürdigt werden
,
wäre
eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin ohnehin als geheilt anzusehen.
3.
2
Zum
Titel der Beschwerdeschrift «
Wiedereingliederungsmassnahmen vor Renten
aufhebung»
ist
anzumerken, dass mit Verfügung vom 1
4.
Dezember 2021
(
Urk.
2)
rückwirkend eine
vom
1.
November
2018 bis 3
1.
Januar 2021
befristete
Zuspra
che
einer ganzen Rente erfolgte.
Auch bei einer rückwirkend erfolgten befristeten
Rentenzusprache
gilt bei der Prüfung, ob berufliche Eingliederungsmassnahmen
vor einer Rentenaufhebung
zu gewähren sind,
als Voraussetzung, dass
die versi
cherte Person
zumindest das
5
5.
A
ltersjahr zurückgelegt hat
(vgl. BGE 145 V 209 E. 5.3-4).
Dies ist vorliegend bei der
1973 geborenen
Beschwerdeführerin nicht der F
all, weshalb sich der Antrag als unbegründet erweist.
Am 1
2.
April 2021
wurde
n
der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer eingeschränk
ten Arbeitsfähigkeit Eingliederungsmassnahmen angeboten (
Urk.
7/147), worauf
sie jedoch
nicht reagierte.
Es steht ihr jedoch frei, sich mit einem erneuten Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen bei der Beschwerdegegnerin zu melden und so ihre Bereitschaft hierfür kundzutun.
3.3
Mangels hinreichender Substantiierung ist sodann auf
den Antrag
der Beschwer
deführerin,
wonach hinsichtlich des bemängelten Einkommensvergleiches ein nicht näher bezeichneter Pilotprozess
und ein allfälliger Grundsatzentscheid
vo
r Bundesgericht abzuwarten sei
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4
, S. 4
Ziff.
5
)
, nicht weiter einzugehen.
4.
4.
1
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2018 (
Urk.
7/99) wurde die mit Verfügung vom 2
8.
September 2016 (
Urk.
7/
77
und
Urk.
7/
88
) erfolgte befristete
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente vom
1.
Juli 2010
bis 3
1.
Dezember 2011 bestätigt
.
Hinsichtlich
des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2012
wurde
die Sache zur
weiteren
Klärung an die Beschwerdegegnerin zurück
gewiesen.
Im Entscheid wurde
festgehalten, dass das Gutachten der
Klinik Z._
vom 2
9.
Dezember 2011 (
Urk.
7/133) beweiskräftig sei und sowohl in Bezug auf die Diagnosen als auch hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das Gutachten abgestellt werden könne. Aufgrund der im Zeitraum vom
1.
Juli 2010 b
is 3
1.
Dezember 2011 bestehenden depressiven Problematik sowie akuten
Phasen des Lupus
erythematodes
wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente bestätigt. Ab dem 2
1.
September 2011 wurde gestützt auf das Gutachten von einem verbesser
ten Gesundheitszustand und von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten oder in einer sonstigen Tätigkeit ausgegangen (
Urk.
7/99 E. 4.1-3)
. Hinsichtlich
des
Zeitraumes ab
1.
Januar 2012
wurde jedoch
ausgeführt, dass aufgrund der in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen nicht abschlies
send darüber befunden werden könne, ob sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin in relevanter Weise
verändert habe. Bemängelt wurde insbe
sondere das Fehlen einer fachmedizinischen psychiatrischen Beurteilung für diesen Zeitraum, weiter eine angesichts der verschiedenartigen Leiden aufschluss
reiche ärztliche Gesamtbeurteilung (
Urk.
7/99
E. 4.4.1
-4.4.2
).
4.
2
In Umsetzung des Gerichtsurteils vom
3
1.
Mai 2
01
8
(
Urk.
7/99)
veranlasste die Beschwerdegegnerin bei der
Y._
ein interdisziplinäres Gutachten, welches am 1
0.
März 202
1 erstattet wurde (
Urk.
7/145) und dessen Feststellungen hin
sichtlich der Diagnostik und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unbestritten blieben (vgl. vorstehend E. 2.1-2).
Die Gutachter stellten in der Hauptsache folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9 f.
Ziff.
4.2.1):
-
systemischer Lupus
erythematodes
, Erstdiagnose (ED)
Februar
1996
-
systemische Polyarthritis mit
eindrückbaren
peripheren Ödemen («
pit
ting
edema
»)
mit Schwerpunktbefall der Hände
, ANA und Anti-SSA-Antikörper (Ro60) positiv; Status nach Nachweis von Anti-
ds
-D
NA
- und Anti-
Cardiolipin
-
Anitkörpern
(
IgG
,
IgM
und
IgA
),
Lymphopenie
,
Hypokomplemen
t
ämie
C3 und C4, Rheumafaktor und Anti-CCP-
Antikörper negativ,
anerosiver
, nicht de
struktiver Verlauf, nur inter
mittierende systemische (humorale) Entzündungsaktivität
-
Raynaud-Syndrom und
Akrozyanose
; aktive
schwergradige
unspezifi
sche
Mikroangiopathie
(
Kapillaroskopie
vom 2
5.
September 2018)
-
chronischer kutaner (
diskoider
)
Lupus
erythematodes
-
Myositis
-
Sicca
-Syndrom
-
zervikale und
axilläre
Lymphadenopathie
, ED Juni 2015
-
sekundäres
Fibromyalgiesyndrom
-
Retinopathie nicht ganz auszuschliessen
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F33.1
-
akzentuierte emotional instabile Persönlichkeitszü
ge vom
Borderline
-Typus
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten die Gutachter
aus, dass diese aus interdisziplinärer Sicht 5
0
%
betrage (S. 13
Ziff.
4.7). I
n körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Heben/Tragen grösserer Lasten (
Gewichtslimite
repetit
i
v 5 kg, vereinzelt bis 7.5 kg
)
,
ohne langdauernde Arbeiten in Zwangshaltungen
der Wirbelsäule
, ohne krafta
nfordernde und/oder monoton rep
e
t
itive manuelle Arbeiten
sowie
ohne Kälte-/Nässeexposition
,
bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Zu vermeiden seien Tätig
keiten mit möglichem Auftreten wiederholter zwischenmenschlicher Probleme sowie Tätigkeiten, bei welchen ein einziger Fehler zu einer Gefährdung der Versicherten oder anderen Menschen führen könne. Nachvollziehbar sei aus interdisziplinärer Sicht eine dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in körperlich mittelschweren und schweren beruflichen Tätigkeiten (S. 13
Ziff.
4.8).
Zum
retrospektiven Verlauf
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
seit Januar 2012 führten die Gutachter aus, dass
aus
rheumatologischer Sicht
davon auszugehen
sei
, dass
sich die Arbeitsfähigkeit seit dem
bidisziplinären
Vorgut
achten der
Klinik Z._
vom 2
9.
Dezember 2011 im Verlauf nicht wesentlich verändert haben dürfte. Für
die Zeitdauer zwischen August 2018 bis spätestens Juni 2019 scheine retrospektiv eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der in den damaligen fachärztlichen rheumatologischen Berichten dokumentierten hohen Entzündungsaktivitäten des systemischen Lupus
erythematodes
ausge
wiesen (S. 14
unten
Ziff.
4.11).
Spätestens ab Juli 2019 lasse sich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei im Verlauf
regredienter
Polyarthritis und Remission der Myositis unter eingeleiteter medikamentöser Kombinationsbehandlung bei gut supprimiertem systemischem Lupus
erythematodes
nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit begründen (S. 14
Ziff.
4.11 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht
hielten die Gutachter fest, dass im Vorgutachten der
Klinik Z._
vom 2
9.
Dezember 2011 eine mittelschwere depressive Episode, verdachtsweise mit somatischem Syndrom
,
und eine um 50
%
geminderte Arbeitsfähigkeit in jeglichen beruflichen Tätigkeiten attestiert worden sei. Auch aus aktueller psychiatrischer Sicht erfülle die Beschwerdeführerin die ICD-10-Kriterien für eine depressive Episode. Der Schweregrad der Erkrankung sei aktuell mittelgradig. Die emotionalen Symptome seien am besten im Rahmen akzentu
ierter und emotional instabiler Persönlichkeitszüge vom
Borderline
Typus zu erklären. Diese Diagnose sei in den Akten bis dato nicht erwähnt worden. Die bei der psychiatrischen Untersuchung festgestellten Konzentrationsprobleme seien mit der aktuell mittelgradigen depressiven Episode erklärbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in jeglichen beruflichen Tätigkeiten um 50
%
eingeschränkt. Für die Dauer der
Hospitalisation
in der
Integrierten Psy
chiatrie A._
vom 1
6.
August 2019 bis 2
8.
Februar 2020 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit mit langsamer Abnahme der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 100
%
auf 50
%
bis 1
8.
Januar 2020 ausgewiesen. Auch für die Dauer der
Hospitalisation
in der Rehabilitationsklinik
B._
vom 1
9.
Januar bis
6.
März 2020 habe die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 0
%
betragen. Nach der
Hospitalisation
in
B._
sei von einer zunehmenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
bis zum 1
8.
Juni
2020
auszu
gehe
n
. Retrospektiv erscheine eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerde
führerin aufgrund der von der behandelnden Psychiaterin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
im
Schreiben vom 1
9.
Juni 2020 diagnostizierten
sch
wergradigen
depressiven Episode
nachvollziehbar. Es sei von einer kontinuierlichen Abnahme der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
bis zum Zeitpunkt des aktuellen psychiatrischen
Verlaufsgutachtens auszu
gehen
(S. 8 Mitte).
4.
3
Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin seit dem
1.
Januar 2012 kann auf das unbestritten gebliebene Gutachten der
Y._
vom 1
0.
März 2021
(vorstehend E. 4.2)
abgestellt werden
, welches für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
auseinandersetzt. Schliess
lich wurde das Gutachten in Kenntnis
und
in
umfassender Würdig
ung
der Vorak
ten abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen der Expert
en
sind begründet. Es erfüllt daher die praxis
gemässen Kriterien
an eine beweiswertige Expertise
(vorstehend E. 1.
7
) voll
um
fänglich
.
Nachdem sich dem Gutachten
auch
hinreichend schlüssige Angaben zu
den normativen Vorgaben (Standardindikatoren) gemäss BGE 141 V 281 entneh
men lassen (Urk.
7/145 S. 12 f
.
Ziff.
4.3-4.6)
,
und die medizinisch-psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit in Anbetracht der eingeschränkten Ressourcen als begründet erscheint, besteht sodann kein Anlass, die gutachter
liche Einschätzung
der
Arbeits
fähigkeit
nicht zu übernehmen (BGE 145 V 361 E. 4.2.2).
Eine seit Begutachtung
der Beschwerdeführerin im Januar
2021
eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustande
s
geht aus de
m
nachträglich eigegan
genen Bericht
der
Klinik Z._
vom 2
2.
März 2021 (
Urk.
7/148) nicht hervor, insbesondere zeigte sich die Entzündungsaktivität des systemischen Lupus
eryth
ematodes
unter der medikamentösen Therapie kontrolliert (
Urk.
7/148 S. 3 unten).
Hinsichtlich der Ausführungen von
Dr.
C._
in ihrer E-Mail vom 2
6.
April 2021 (
Urk.
7/151) gilt es zu berücksichtigen, dass
ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrau
ensstellung
zumindest als hausarztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
ihre
r Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem
äusserte
sie
sich im Wesentlichen hinsichtlich der
komorbiden
Erkrankung der Beschwerdeführerin und zu einem nach der Corona-Impfung erlittenen anaphylaktischen Schock, was die psychiatrische Einschätzung im
Y._
Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen vermag. Entsprechend erweist sich die Stellungnahme von
Dr.
med. D._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
, vom 2
2.
Juni 2021 (
Urk.
7/155/10) als korrekt, wonach si
ch aus
den nach dem Gutachten eingegangen
en
Berichte
n
keine neuen, aus versicherungsmedizinischer Sicht relevanten Diagnosen oder Befunde ergäben, welche eine Änderung der gutachterlichen Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit erfordern würden.
4.4
Damit ist
der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der
Y._
vom
1
0.
März 2021
davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der
rheumatologischen und
psychischen Leiden
ihre angestammte Tätigkeit und jede angepasste, körperlich leichte, dem formulierten Anforderungsprofil entspre
chende
Tätigkeit
,
seit Januar 2012
grundsätzlich zu 50
%
zumutbar ist. Aus rheu
matologischer Sicht bestand zwischen August 2018 und Juni 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Ebenfalls bestand
aus psychiatrischer Sicht
seit Januar 2012 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, wobei es ab Mitte August 2019 zu stationären Aufenthalten und 100%igen Arbeitsunfähigkeiten kam. Ab Ju
li
2020
ist
von einer stetigen Verbesserung
der
psychischen
Beschwerden
und
ab dem
1.
Februar 2021
wieder
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5
.
5
.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend,
was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Entscheidend ist, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt als Gesunde tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1).
5.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns - hier das Jahr 201
2
–
abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom
3
1.
Mai 2018 wurde zum
Valideneinkommen
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheissschaden unbe
strittenermassen ihre zuletzt im Reinigungsbetr
ieb
des Ehemannes ausgeübte Tätigkeit fortgesetzt hätte (
Urk.
7/99 E. 5.3). Dass von dieser Feststellung abzu
weichen wäre, wurde auch im vorliegenden Beschwerde
verfahren nicht geltend gemacht, sondern sie wurde vielmehr weiter bestätigt (vorstehend E. 2.2). Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2018
wurde zur Ermittlung des
Validen
einkommens
für das Jahr 2012 auf die Angaben im Arbeitgeberbericht vom 2
4.
Juli 2012 abgestellt
und
damit ein
im Jahr 2012 hypothetisch erzieltes Ein
kommen von
Fr.
42'000.-- (vgl.
Urk.
7/33
Ziff.
2.11) als
Valideneinkommen
angerechnet.
Ein Anlass für eine
Parallelisierung
wurde weiter im Entscheid verneint
mit der Begründung, dass
es sich offenkundig um einen kleinen Fami
lienbetrieb des Ehemannes handle, bei welchem der Lohn der Beschwerdeführerin umsatzabhängig gewesen sei. Mit Blick auf den Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/34) wurde
d
arauf hingewiesen, dass
die Beschwerde
führerin
in den Jahren 2006 und 2007 jeweils ein Einkommen von
Fr.
12'772.-- und im Jahr 2008 ein solches von
Fr.
39'571.-- erzielt hatte.
Damit sei mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in diesem kleinen Familienbetrieb aus freien Stücken ein allenfalls bescheideneres Einkommensniveau in Kauf genommen habe (S. 7/99 S. 10 f. E. 5.3).
Dass in Bezug auf den zur Berechnung des Rentenanspruches der Beschwerde
führerin ab 2012 durchzuführenden Einkommensvergleich von einem anderen Wert auszugehen wäre, wurde in der Beschwerde nicht geltend gemach
t. Demnach ist im Jahr 2012 bei der Annahme einer fortgesetzten Arbeit im Betrieb des Ehemannes von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
42'000.-- auszugehen.
Für das Jahr 2021 errechnete die
Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
44'987.
--
(vgl.
Urk.
2)
.
Dieses Vorgehen der Beschwerde
gegnerin
ist nicht zu beanstanden. Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des
Valideneinkommens
von einem veralteten Wert ausgegangen sei, verfängt dies nicht. Weder wurde
konkret
ein Unternehmenswachstum der Firma des Ehemannes geltend gemacht
,
noch sind
in den Akten allfällige
Hinweise dafür ersichtlich, dass von einem höheren
Valideneinkommen
auszu
gehen wäre.
5
.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist
(vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5
.
4
Gemäss den Feststellungen im beweiswertigen Gutachten der
Y._
vom
1
0.
März 2021
war der Beschwerdeführerin ab Januar 2012 sowohl ihre ange
stammte wie auch jede leichte, der Behinderung angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 50
%
möglich (vgl. vorstehend E. 4.3).
Die
Ausführungen
der Beschwerdeführerin
, wonach sie mit ihrer Tätigkeit im Betrieb des Ehemannes mehr verdienen würde, als in Berufen, die sie nicht kennt, erweisen sich als nicht belegt
. Z
udem würde ein solcher Umstand den I
nvalidi
tätsgrad
noch
minimieren, ist doch im Rahmen der den Versicherten obliegenden Schadenminderungspflicht von der bestmöglichen Verwertung der ihnen verblei
benden Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
Der Medianlohn von Frauen, Kompetenzniveau 1, belief sich gemäss LSE
2012
auf Fr. 4‘
112
.-- pro Monat (LSE 201
2
, Tabelle TA1, Total Frauen, Kompetenz
niveau 1). Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb)
resultiert
bei dem
noch möglichen 50 %-Pensum ein Invalideneinkommen
von
rund Fr.
25’721
.--
i
m Jahr 2012
(Fr. 4‘112.
-- :
40 x 41,7 x 12
x 0.5).
Von August 2018 bis Juni 2020 bestand auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, weshalb in diesem Zeitraum von einem Invalideneinkommen von
Fr.
0.-- auszugehen ist.
Erst
ab Februar
2021 ist von einer definitiven Verbesserung des Gesundheits
zustandes und damit wieder von der 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit auszugehen.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ab diesem Zeitpunkt sind mangels effektiv ausgeübter Tätigkeit die Löhne aus
den LSE 2018 beizuziehen, wobei vom Lohn für
Frauen
mit Kompetenzniveau 1 auszugehen ist, mithin von
Fr. 4'371.-
- (LSE 2018, Tabelle TA1, Total
Frauen
).
Angepasst an die durch
schnittl
iche wöchentlic
he Arbeitszeit von 41,7 Stunden
(vgl. Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle
T03.02.03.01.04.01, Total) und die seit dem Jahre 2018
eingetretene
, bisher publizierte Nominallohnentwicklung
(vgl. BFS,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne
, Tabelle T39, 2018 = 2732, 2020 = 2784)
und des noch möglichen 50%-Pensums
result
iert
für das Jahr 2021
ein Invalideneinkommen
von Fr.
27’861.--
[
Fr.
4
'
371
.-- : 40 x 41.7 x 12 :
2732 x 2784
x 0.5
]
.
5
.
5
Bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2018 wurde ausgeführt, dass in Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin eine körperlich leichte Tätig
keit, insbesondere administrativer Natur, zu 50
%
ausüben könne ohne zusätzlich relevante Leistungsminderung, die Beschwerdegegnerin zu Recht keinen Leidensabzug vorgenommen habe (
Urk.
7/99
Ziff.
5.3).
Anzumerken ist vorlie
gend, dass auch
weder
das
Alter
der Beschwerdeführerin
noch die Notwendigkeit einer Teilzeittätigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. No
vember 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014; vgl. Monat
licher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, Bundesamt für Statistik, 2018, T18) oder das allfäl
lige
Angewie
sensein
auf einen rücksichtsvollen Arbeitgeber (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2
mit Hinweisen)
vorliegend einen
Abzugsgrund
rechtfertigen würden
.
Konkretes wurde von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde denn auch nicht geltend gemacht.
5.
6
Demnach ergibt sich im hier zu prüfenden
Zeitraum ab
1.
Januar 2012 bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
42'000.-- und einem Invalideneinkommen von rund
Fr.
25’721
.--
eine Einkommenseinbusse
von Fr.
16'249.--,
was einem Invalidi
tätsgrad von rund 39
%
entspricht.
Damit besteht ab
1.
Januar 2012 kein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
Unter Berücksichtigung von
Art.
88
a
IVV
resultiert bei einer ab August 2018 eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes, welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte, bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
0.-- ab
1.
November 2018 ein Invaliditätsgrad von 100
%
und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente.
Nach ab
Juli 2020
eingetretener
laufenden Verbesserung des
psychischen
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
ist
ab
1.
Februar 2021 wieder von der 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in jeder angepassten Tätigkeit
auszugehen.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
44'987.-- und einem erzielbaren Invalideneinkommen von
Fr. 27’861.--
resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
17'126.-- was einem rentenan
spruchsausschliessenden Invaliditätsgrad von 38
%
entspricht.
5.
7
Zusammenfassend besteht demnach für den Zeitraum vom
1.
November 2018 bis 3
1.
Januar 2021 ein befristeter Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerde
führer
in aufzuerlegen.