# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4cec3c24-b0ac-4699-83ff-c0b28b6faea7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._, geboren am _ 1986, und D._, geboren am _ 1988, sind unverheiratete Eltern der beiden Kinder C._, geboren am _ 2015, und A._, geboren am _ 2017.
B/a. Am 1. Dezember 2017 gelangte die Mutter B._ an die KESB Nordbünden. Sie ersuchte um eine Anpassung des am 8. Februar 2016 von der KESB Nordbünden genehmigten Unterhaltsvertrags für C._ sowie um eine Regelung des Unterhalts für A._. Da sich die Eltern nicht zu einigen vermochten, teilte die KESB Nordbünden mit Schreiben vom 24. Januar 2019 den Abschluss des Verfahrens mit und hielt fest, dass B._ berechtigt sei, direkt beim Gericht auf Regelung des Unterhalts für die Kinder zu klagen.
B/b. Mit Eingabe vom 15. Februar 2019 liessen C._ und A._, beide vertreten durch ihre Mutter B._, gegen den Vater D._ beim Regionalgericht Plessur eine Klage betreffend Kindesunterhalt mit den folgenden Rechtsbegehren einreichen:
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner beiden Kinder folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
a) Für C._
bis zum 12. Altersjahr CHF 510.00 (Barunterhalt) ab 12. bis 16. Altersjahr CHF 750.00 (Barunterhalt) ab 16. bis 18. Altersjahr CHF 700.00 (Barunterhalt)
b) Für A._
bis zum 12. Altersjahr CHF 510.00 (Barunterhalt) CHF 1'018.00 (Betreuungsunterhalt)
Total CHF 1'128.00
vom 12. bis 16. Altersjahr CHF 750.00 (Barunterhalt) CHF 429.00 (Betreuungsunterhalt)
Total CHF 1'179.00
vom 16. bis 18. Altersjahr CHF 700.00 (Barunterhalt)
Es sei festzustellen, dass der monatliche Unterhalt als Anspruch von A._ nicht gedeckt ist (Manko), Höhe des Mankos:
bis 4. Altersjahr CHF 768.00 (Betreuungsunterhalt) 4. bis 5. Altersjahr CHF 1'125.00 (Betreuungsunterhalt) 5. bis 12. Altersjahr CHF 54.00 (Betreuungsunterhalt)
2. Der Unterhaltsbeitrag beruht auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom Oktober 2018 von 102,1 Punkten (Basis: Dezember 2015 = 100). Er ist jährlich auf den 01. Januar dem Indexstand per November des Vorjahres anzupassen, erstmals per 01. Januar 2020 und auf die nächsten CHF 5.00 auf- oder abzurunden. Der neue Beitrag wird wie folgt berechnet.
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Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher UB x neuer Index ursprünglicher Index
3. Bei nicht vorgesehen [recte: vorgesehenen], ausserordentlichen Auslagen (zum Beispiel: Zahnkorrekturen, Ferienlager etc.) verständigen sich die Eltern über die Beteiligung an den Kosten, die den ordentlichen Unterhalt übersteigen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.
B/c. Anlässlich der am 3. April 2019 vor dem vorsitzenden Richter des Regionalgerichts Plessur erfolgten Einigungsverhandlung konnte zwischen den Parteien keine Einigung herbeigeführt werden.
B/d. Die am 8. Juli 2019 eingereichte Klagebegründung enthielt die folgenden Rechtsbegehren:
1. Der Beklagte sei rückwirkend ab 15. Februar 2018 zu verpflichten, an den Unterhalt seiner beiden Kinder C._ und A._ folgende Beiträge zu bezahlen:
Barunterhalt: CHF 500.00 Betreuungsunterhalt: CHF 900.00 Total: CHF 1'400.00 zzgl. vertraglicher- und
gesetzlicher Kinderzulagen
2. Der Unterhaltsbeitrag sei zu indexieren. Der Unterhaltsbeitrag beruht auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom Oktober 2018 von 102.1 Punkten (Basis: Dezember 2015 = 100). Er ist jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand per November des Vorjahres anzupassen, erstmals per 1. Januar 2020 und auf die nächsten CHF 5.00 auf- oder abzurunden. Der Beitrag wird wie folgt berechnet:
Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher UB x neuer Index ursprünglicher Index
3. Der Beklagte sei zu verpflichten, sich an nicht vorgesehenen, ausserordentlichen Auslagen (zum Beispiel: Zahnkorrekturen, Ferienlager etc.) zumindest zur Hälfte zu beteiligen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.
C. In einer weiteren Eingabe vom 8. Juli 2019 stellten A._ und C._, beide vertreten durch ihre Mutter B._, beim Regionalgericht Plessur ein Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen betreffend die Leistung von Unterhaltsbeiträgen (Proz. Nr. E._). Es wurde beantragt, die Massnahmen superprovisorisch zu verfügen. Mit der tags darauf ergangenen Verfügung wurde die beantragte superprovisorische Massnahme abgewiesen und D._ eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt. Daraufhin reichten die Parteien am 22. Juli 2019 eine unterzeichnete Vereinbarung ein. Darin verpflichtete sich D._, an den Unterhalt seiner beiden Kinder während der Dauer des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Entscheid über den Kindesunterhalt einen monatlichen
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Pauschalbetrag von CHF 750.00 je Kind zuzüglich Kinderzulagen, erstmals fällig am 25. Juli 2019, zu leisten. Mit Entscheid vom 24. Juli 2019 wurde diese Vereinbarung vom Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur genehmigt.
D. Mit der Klageantwort vom 23. September 2019 liess D._ folgende Rechtsbegehren stellen:
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, ab Rechtskraft des Urteils an den Unterhalt seiner beiden Kinder C._ und A._ pro Monat folgende Beiträge (zzgl. vertraglicher- und gesetzlicher Kinderzulagen) zu bezahlen:
1. Phase (ab Rechtskraft Urteil – 27.10.2020)
Barunterhalt A._ CHF 430.00 Barunterhalt C._ CHF 430.00 Betreuungsunterhalt je Kind CHF 630.00
2. Phase (ab 27.10.2020 – 31.07.2028)
Barunterhalt A._ CHF 430.00 Barunterhalt C._ CHF 430.00 Betreuungsunterhalt je Kind CHF 190.00
3. Phase (ab 01.08.2028 – 31.07.2030)
Barunterhalt A._ CHF 430.00 Barunterhalt C._ CHF 630.00 Betreuungsunterhalt je Kind CHF 190.00
4. Phase (ab 01.08.2030 – Abschluss Erstausbildung des jeweiligen Kindes)
Barunterhalt A._ CHF 630.00 Barunterhalt C._ CHF 630.00 Betreuungsunterhalt je Kind CHF 0.00
Allfällige Einkünfte der Kinder (z.B. Lehrlingslohn) führen zu entsprechenden Anpassungen der Unterhaltspflicht.
2. Der Unterhaltsbeitrag sei zu indexieren. Der Unterhaltsbeitrag beruht auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom Oktober 2018 von 102.1 Punkten (Basis: Dezember 2015 = 100). Er ist jährlich auf den 01. Januar dem Indexstand per November des Vorjahres anzupassen, erstmals per 01. Januar 2020 und auf die nächsten CHF 5.00 auf- oder abzurunden. Der Beitrag wird wie folgt berechnet.
Neuer UB = Alter UB x neuer Index / Basisindex
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.7% MWST zu Lasten der Klägerin.
E. Die Hauptverhandlung fand am 10. März 2020 statt. Mit Entscheid vom 10. März 2020, mitgeteilt am 12. Mai 2022, erkannte das Regionalgericht Plessur wie folgt:
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1. C._, geboren am _2015 und A._, geboren am _ 2017, werden unter der alleinigen elterlichen Sorge und Obhut von B._, geboren am _1986, belassen.
2. a) D._ wird zu monatlichen Unterhaltszahlungen zuzüglich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen für C._ und A._ gemäss folgender Tabelle verpflichtet. Die Unterhaltsbeiträge sind monatlich im
C.
C.
C.
C.
A.
A.
A.
A.
C.
A.
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Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats an B._ zu bezahlen.
3. Das monatliche Manko von C._ und A._ ergibt sich aus der vorstehenden Tabelle gemäss Ziffer 2 des Dispositivs.
4. a) D._ ist berechtigt, A._ und C._ bis zum Kindergarteneintritt von A._ (voraussichtlich bis Ende Juli 2022) an jedem zweiten Samstag von 14.00 – 17.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.
b) D._ ist berechtigt, ab dem Kindergarteneintritt von A._ (voraussichtlich im August 2022) bis zum Schuleintritt von A._ (voraussichtlich August 2024), A._ und C._ jeden zweiten Samstag von 09.00 – 17.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.
c) D._ ist berechtigt, ab dem Primarschuleintritt von A._ (voraussichtlich August 2024), A._ und C._ jeden zweiten Samstag von 09.00 bis Sonntag 17.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.
d) D._ ist ausserdem berechtigt, ab dem Primarschuleintritt von A._ (voraussichtlich August 2024), A._ und C._ während der Schulferien für die Dauer von zwei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
e) D._ verpflichtet sich, die Ausübung des Ferienbesuchsrechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden beziehungsweise mit B._ abzusprechen.
f) Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
g) D._ ist ausserdem berechtigt, in Jahren mit ungerader Jahreszahl
- über Ostern (Gründonnerstag, 18 Uhr, bis Ostermontag, 18 Uhr),
- Heiligabend (24. Dezember, 10 Uhr, bis 25. Dezember, 12 Uhr) und von
- Silvester, 10 Uhr, bis Neujahrstag, 18 Uhr;
und in Jahren mit gerader Jahreszahl über
- Pfingsten (Pfingstfreitag, 18 Uhr, bis Pfingstmontag, 18 Uhr) sowie über
- Weihnachten (25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember, 18 Uhr)
A._ und C._ auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.
5. Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Februar 2020 von 101.6 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2021, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres wie folgt anzupassen:
Neuer UB = alter UB x neuer Index
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alter Index
Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Person nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst. Bei unverändertem Einkommen entfällt eine Anpassung.
6. Im Übrigen werden die Rechtsbegehren abgewiesen.
7. a) Die Gerichtskosten von CHF 6'000.00 gehen hälftig zu Lasten von D._ und hälftig zu Lasten von A._ und C._. Zufolge der bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Kosten – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Jede Partei trägt ihre Parteikosten selber.
c) Die A._ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'500.00 und die Kosten seiner unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, von CHF 2'329.55 (inkl. Barauslagen und MwSt.) gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
d) Die C._ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'500.00 und die Kosten ihrer unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, von CHF 2'329.55 (inkl. Barauslagen und MwSt.) gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
e) Die D._ auferlegten Gerichtskosten von CHF 3'000.00 und die Kosten seiner unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwalt MLaw Luca Curdin Conrad, von CHF 4'570.40 (inkl. Barauslagen und MwSt.) und MLaw Philipp Sigron, von CHF 1'996.75 (inkl. Barauslagen und MwSt.), gesamthaft CHF 6'567.15 (inkl. Barauslagen und MwSt.) gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

## Considerations