# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7d14800-531e-4314-8abd-9b717d8e6108
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
arbeitete seit dem 1
2.
Novem
ber 1999 als Security
Guard
bei der
Y._
, Zürich, und war dadurch bei der
Alpina
Versicherungs-Aktien
gesellschaft (nachfolgend:
Alpina
) beziehungsweise bei der Zürich
Ver
sicherungs
-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Berufs-
und Nichtberufsu
nfällen versichert. Am 2
1.
November 1999 erlitt der Versi
cherte
gemäss Unfallmeldung vom
7.
Dezember
1999 (
Urk.
11/A1) eine Schuss
ver
letzung am rechten Oberschenkel.
In der Folge war er bis zum 3
0.
November 1999 im
Z._
, Klinik für Unfallchirurgie, hospitalisiert (
Urk.
11/M1).
Die
Alpina
kam für
die Heilungskosten auf (
Urk.
11/A3 f.) und erbrachte Taggeldleistungen (
vgl.
unter anderem
Urk.
11/A7 f.,
11/A66
).
Nach Eingang diverser medizinischer Unterlagen (
Urk.
11/M1 ff.)
- insbesondere eines von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland eingeholten psychiatrischen Gutachtens von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom
3.
Juni 2010 (
Urk.
22) -
sprach die Zürich dem Versicherten mit Verfügung vom 1
4.
Januar 2014 (
Urk.
11/A132) bei einer Integritätseinbusse von 8
%
eine Entschädigung von
Fr.
7'776.-- zu. Den Anspruch auf eine Inva
lidenrente ver
neinte sie demgegenüber. Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 1
3.
Februar 2014 (
Urk.
11/A140) wies die Zürich mit
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Februar 2017 ab (
Urk.
11/A148 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
März 2017 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Rechts
begehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sowie die Verfügung vom 1
4.
Januar 2014
sei
en
aufzuheben
,
und es seien ihm eine angemessene Rente sowie die weiteren gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Juni 2017 (
Urk.
10) schloss die Zürich auf Abwei
sung der Beschwerde. Mit Replik vom 2
3.
August 2017 (
Urk.
13) hielt der Ver
sicherte an seinen Anträgen fest. Selbiges tat die Zürich mit Duplik vom
5.
September 2017 (
Urk.
18), wo
rüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
1.
September 2017 (
Urk.
19) in Kenntnis gesetzt wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Vor
fall hat sich am
2
1.
November 1999
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versiche
rte Person infolge eines Unfall
s zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
siche
rungs
rechts [
ATSG
]
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Be
stimmung des Invaliditätsgrades wird da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicher
te Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren
Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
1.5
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
ge
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des
Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hin
weisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung
vor
genommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, sch
were Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
;
SVR
1999
UV
Nr. 10 E. 2).
1.5
.4
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall
zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428
, 1999 Nr. U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr. U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58).
Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Han
delt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der
Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen
, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
;
RKUV
2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Februar 2017 (
Urk.
2) stellte sic
h die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den Standpunkt,
es sei umstritten, ob die vom Versicherten beklagten psychischen Beschwerden
noch
in einem na
türlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 2
1.
November 1999 stünden (S. 4). In diesem Kontext gelangte sie zum Schluss, dass auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vo
m
3.
Juni 2010 nicht abgestellt
werden könne. Die Frage nach der natürlichen Kausalität könne
–
aus
gehend davon, dass ein mitt
e
l
schw
erer Unfall vorliege -
offen gelassen wer
den
, da d
ie gemäss bundesgerichtlicher Praxis
(BGE 115 V 133)
bei psychi
schen Fehlentwicklungen zu prüfenden Adäquanzkriterien
allesamt nicht erfüllt seien (S.
5 ff.). Die Verfügung vom 1
4.
Januar 2014 sei daher zu bestätigen (S.
7).
2.2
Der Versicherte brachte demgegenüber in seiner Beschwerdeschrift vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
1)
zusammengefasst
vor,
die Schussverletzung am Bein ha
be zu einer dauernden somatischen Beeinträchtigung geführt, weshalb die Beschwerdegegnerin auch eine Integritätsentschädigung ausgerichtet habe.
Aus den Akten ergebe sich, dass er nicht mehr in seinem angestammten Beruf als Wachmann oder Maler arbeiten könne. Die Beschwerdegegnerin habe
sich
zu Unrecht nicht
dazu geäussert
, weshalb nicht mindestens eine Erwerbseinbusse von 10
%
vorliege, und sei folglich ihrer Abklärungspflicht (
Art.
43 ATSG) nicht
nachgekommen (S. 4). Im Weiteren sei zumindest von einem mittleren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen auszugehen, weshalb es zur Bejahung der Adäquanz bereits genüge, dass ein Kriterium der sogenannten Psycho-Praxis erfüllt sei. Insgesamt seien mindestens deren drei gegeben (S. 5 ff.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
10)
betonte die Beschwer
degegnerin insbesondere, d
ass der medizinische Endzustand in Bezug auf die somatischen Beschwerden per
2.
Mai 2003 eingetreten sei. Ab diesem Datum hätten keine objektivierbaren Beschwerden mehr festgestellt werden können, und in somatischer Hinsicht habe zumindest für eine angepasste Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden. Der Einkommensvergleich führe zu einem In
va
liditätsgrad von 0
%
. Im Übrigen
sei der Unfall als mittelschwer zu klassi
fizieren und keines der Adäquanzkriterien erfüllt (S. 5 ff.).
2.4
In seiner Replik vom 2
3.
August 2017 (
Urk.
13) hielt der Beschwerdeführer da
ran fest, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen in somatischer Hinsicht nicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Das Mass der Arbeitsfähigkeit sei durch das Gericht abzuklären
. Auch aus psychischen Gründen bestehe ein Rentenanspruch, da
die massgeblichen Kriterien erfüllt seien (
S. 3 f.
).
2.5
Die Beschwerdegegnerin wies in ihrer Duplik vom
5.
September 2017 (
Urk.
18) erneut darauf hin, dass die Kriterien der Adäquanzprüfung nicht erfüllt seien.
Rein gemessen an den objektivierbaren Beschwerden sei der Versicherte ab dem
2.
Mai 2003 zumindest in angepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig gewesen.
Sofern der Malerberuf als angestammte Tätigkeit erachtet werde, sei ebenso von einer
uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit auszugehen
.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erlitt am 2
1.
November 1999 in Ausübung seiner Tätig
keit als Security-Mitarbeiter eine Durchschussverletzung am rechten Ober
schenkel mit Verletzung des Seitenastes der
Arteria
femoralis
superficialis
.
Er war deswegen im
Z._
, Klinik für Unfallchirurgie, hos
pi
ta
lisiert und konnte dieses bei postoperat
iv komplikationslosem
Verlauf am
3
0.
November 1999 ver
lassen (
Urk.
11/M1).
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt
für Allgemeine Innere Medizin, attestierte
in der Folge eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis zum 2
9.
Februar 2000 (
Urk.
11/M2 ff.). Mit Schlusszeug
nis vom
3.
April 2000 hielt er fest, dass der gegenwärtige Zustand bis auf eine leichte Schwäche der Oberschenkelmus
kulatur subjektiv und objektiv gut sei. Die Behand
lung sei abgeschlossen (
Urk.
11/M5).
3.2
Dem Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, vom 2
5.
Mai 2000
(
Urk.
11/M7)
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von März bis
A
nfang Mai 2000 wieder seiner Tätigkeit als Security-Mitarbeiter nachgegangen war. In diesem Zeitraum hätten die Beschwerden im rechten Bein deutlich zuge
nommen
, weshalb seit dem 1
2.
Mai 2000 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be
steh
e. Es handle sich um eine senso
motorische Restparese des
Nervus
femoralis
infolge traumatischer Durchtrennung. Diese sei nur noch mässig, erlaube jedoch die Ausübung eines Überwachungsberufes nicht, da der Versicherte nicht sprin
gen und auch nicht länger stehen könne. In prognostischer Hinsicht sei im Lau
fe der nächsten sechs Monate mit einer weiteren Besserung zu rechnen.
3.3
Im Bericht vom 1
1.
Mai 2001 (
Urk.
11/M11) führte
Dr.
C._
aus, die
Femo
ra
lisparese
rechts habe sich im Vergleich zur Voruntersuchung etwas zurück
gebildet. Die Gehfähigkeit sei nun nicht mehr eingeschränkt. Schnelleres Gehen oder Springen habe der Versicherte noch nicht versucht. Angesichts dieser Ent
wicklung sei eine Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
für realisierbar zu erachten, be
ginnend im Verlauf des Sommers. Dem Bericht von
Dr.
C._
vom
2.
Mai 2003
(
Urk.
11/M12)
ist sodann zu entnehmen, dass sich die Situation seit der letzten Untersuchung kaum verändert
habe
. Neu aufgetreten sei ein
Inguinal
schmerz
rechts, weshalb der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben Mühe beim Ge
hen und insbesondere beim Treppensteigen habe. Das chronische Schmerzsyn
drom lasse sich aus neurologischer Sicht nicht sicher beurteilen
; vermutlich handle es
sich um eine lokale Problematik wie
beispielsweise eine Vernarbung.
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, wies am 2
0.
April 2005 (
Urk.
11/M17) darauf hin, dass der Heilungsprozess mit anhaltenden Schmerzen sehr schleppend verlaufe. Es bestehe nun zudem eine de
pressive Stimmungslage. Bis auf Weiteres sei seit dem
2
1.
November 1999
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
3.5
Aus dem Bericht des
E._
vom 2
8.
Juni 2007 (
Urk.
11/
M22) geht hervor, dass
eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.00) bei psychosozialer Belastungssi
tuation vorliege. Eine Erkrankung aus dem schi
zo
phrenen Formenkreis könne ausgeschlossen werden. Der Versicherte habe sich
vom 1
3.
Oktober bis 1
5.
November 2006 in stationärer Behandlung befun
den; für diesen Zeitraum bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Prognostisch sei eine vollständige
Regredienz
der depressiven Symptomatik zu erwarten.
3.6
Dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom
3.
Juni 2010 sind folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
22 S. 14):
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0
) nach
chronifizierter
posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1),
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), Status nach Schussverletz
ung, mit Verletzung des
Nervus
f
emoralis
und/oder
Radikulopathie
.
Das Leben des Versicherten lasse sich in zwei Abschnitte unterteilen. Im Ersten sei er - trotz traumatischer Erlebnisse - angepasst gewesen und habe die sich ihm in den Weg stellenden Schwierigkeiten überwinden können. In einem zwei
ten Abschnitt habe er nach dem Scheitern seiner ersten Ehe begonnen, Alkohol und Drogen zu konsumieren, sei Opfer einer Schiesserei geworden und habe handfeste Auseinandersetzungen mit seiner zweiten Ehefrau gehabt, weshalb er zu einer Gefängnisstrafe von 2 3⁄4 Jahren verurteilt worden sei (vgl.
Urk.
11/A101). Dabei sei erschwerend hinzugekommen, dass
er
in seiner Zeit als Wachmann in einer Massenschlägerei einen Mann mit Gummischrot beschossen habe, was ihm sechs Monate Haft bedingt eingebracht habe.
Die psychische Situation des Beschwerdeführers habe sich zunehmend verschlechtert, wobei er sich um eine psychiatrische Behandlung bemüht habe
(
Urk.
22 S. 16 f.).
Nicht nur, weil dies der Einschätzung der Mehrheit der behandelnden Ärzte ent
spreche, sondern auch aufgrund der persönlichen Untersuchungen müsse von einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen werden. Sehr ein
drücklich sei in diesem Zusammenhang gewesen, wie der Versicherte psychia
trische Sitzungen aus dem Jahr 2003 - auf nicht theatralische Weise - simuliert und dabei geschrien und geweint habe. Die Beschreibung der
Hypervigilanz
mit Alarmbereitschaft, der Flash Backs sowie der Albträume erscheine glaubwürdig (
Urk.
22 S. 17).
Es sei zwar allgemein bekannt, dass posttraumatische Belas
tungsstörungen in der Mehrzahl der Fälle
mit einer Heilung enden würden. Die
Störung
nehme
nur bei wenigen Betroffenen über viele Jahre einen chronischen Verlauf
und könne dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über
gehen, was mit der gestellten Diagnose ausgedrückt werde (ICD-10 F62.0).
Im Weiteren führte
Dr.
A._
aus, ihm sei bewusst, dass eine posttraumatische Belas
tungsstörung nicht diagnostiziert werden sollte, wenn andere Diagnosen
wie beispielsweise Angst, Zwangsstörung oder depressive Episoden im Spiel seien
. Trotzdem sei er der Überzeugung, dass der Versicherte neben der anhal
tenden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung auch ganz klar
unter
rezidivierenden
depressive
n
Episoden
leide
. Zurzeit sei diese mindestens mittel
schwer.
Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe aus psychischen und somatischen Gründen zumindest eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit. Nach einer intensiven Psy
chotherapie und
einer Wiedereingliederung könn
e der Versicherte theoretisch eine zum Beispiel sitzende Tätigkeit zu 100
%
ausüben (
Urk.
22 S. 18).
Dr.
A._
äusserte sich abschliessend dahingehend, dass die Schussverletzung als alleinige
Ursache zu den vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt habe
. Der Unfall habe in einer Zeit stattgefunden, in der der Versicherte eine psy
chisch sehr schwierige Situation durchgemacht habe (zweite Ehe, Alko
hol- und Drogenkonsum), nachdem er bereits ziemlich frustriert aus der ersten Ehe ge
kommen sei. Ohne den Unfall hätte sich keine posttraumatische Belas
tungs
stö
rung mit nachfolgender Persönlichkeitsveränderung entwickeln können (
Urk.
22 S. 21).
3.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm
am 1
8.
Februar 2013 Stellung zum Gutachten von
Dr.
A._
vom
3.
Juni 201
0.
Ins
gesamt sei dieses versicherungspsychiatrisch nicht verwertbar. Sowohl die diagnostische Herleitung als auch die Beurteilung der Kausalität sowie der Prognose sei nicht nachvollziehbar, oft widersprüchlich und gestützt auf unge
nügend oder nicht recherchierte Angaben erstellt worden. Bei der mittel
gradigen depressiven Episode handle es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine unfallfremde, vorbestehende Störung. Anstelle einer Persönlichkeits
ände
rung nach Extrembelastung
- welche gestützt auf die diagnostischen Kriterien gemäss ICD-10
un
zutreffend sei -
sei von einer (vorbestehenden) Persönlich
keitsstörung oder von einer krankheitsfremden Problematik aufgrund einer be
lastenden sozioökonomischen Situation auszugehen
(
Urk.
11/M28 S. 10).
3.8
In seiner Stellungnahme vom
2.
November 2013
(
Urk.
11/M29 S. 3 f.)
hielt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, fest, dass die Schussverletzung am rechten Oberschenkel mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal für die Beinparese sei.
Dr.
C._
habe anlässlich seiner Untersuchung vom 2
9.
April 2003 (vgl. E. 3.3
, Bericht vom
2.
Mai 2003
) neu aufgetretene Leistenschmerzen sowie eine leichte
residuelle
Parese des
Nervus
femoralis
erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt - dreieinhalb Jahre nach der Schädigung - sei eine namhafte Besserung der Parese durch Behandlungsmassnahmen nicht mehr möglich gewesen, und der Endzustand sei damit erreicht worden. Ausgehend von den klinischen neurolo
gischen Befunden und einer minimalen Residualparese sei eine Integri
täts
entschädigung von 8
%
geschuldet
.
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist insbesondere strittig, ob der Beschwerdeführer An
spruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat (vgl. E. 2.1 ff.).
D
age
gen
besteht Einigkeit darüber, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Versicherten auf eine Integritätsentschädigung mit Verfügung vom 1
4.
Januar
2014
(
Urk.
11/A132)
rechtskräftig beurteilt hat
(vgl.
Urk.
2 S. 4
,
Urk.
13 S. 2; BGE 119 V 347 E. 1b).
4.2
Vorab ist zu prüfen, ob
beim Beschwerdeführer
organisch
nachweisbare Unfall
folgeschäden
bestehen
.
Der Durchschuss am rechten Oberschenkel führte zu einer Verletzung des Seitenastes der
Arteria
femoralis
superficialis
, welche operativ
versorgt
werden musste (
Urk.
11/M1).
Aus neurologischer Sicht ver
blieb nebst einem chronischen Schmerzsyndrom eine leichte
residuelle
Parese des
Nervus
femoralis
(
Urk.
11/M12
).
Zwischen den Parteien ist - soweit ersicht
lich - unbestritten, dass
ab dem Zeitpunkt der letzten Untersuchung durch
Dr.
C._
vom 2
9.
April 2003 von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des somatischen Gesundheitszustandes mehr zu er
war
ten war (
Urk.
10 S. 5,
Urk.
18 S. 2
)
, was in Anbetracht der Ausführungen
von
Dr.
G._
vom
2.
November 2013 nicht zu beanstanden ist
(vgl.
Urk.
11/M29
S.
3
f.). Die Beschwerdegegnerin hat den Fall unter Einstellung der vorüber
-
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie
eine Integritätsentschädigung
mit Verfügung vom 1
4.
Januar
2014 (
Urk.
11/A132
)
folglich
nicht verfrüht abgeschlossen
, zumal bei der Anwendung der sogenannten Psycho-Praxis (hierzu E.
5.3
ff.
unten) noch
behandlungs
be
dürftige
psychische Leiden keinen Grund für einen Aufschub des Fallab
schlusses darstellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_892/2015 vom 2
9.
April 2016 E. 4).
Dem Beschwerdeführer ist allerdings grundsätzlich beizupflichten (vgl.
Urk.
1 S.
4), dass
sich die Beschwerdegegnerin weder in der Verfügung vom 1
4.
Januar 2014 (
Urk.
11/A132) noch im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) hin
reichend damit auseinandergesetzt hat, ob aus somatischer Sicht für die ange
stammte Tätigkeit eine
dauerhafte
Arbeitsunfähigkeit
und damit allenfalls ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 10
%
(vgl. E. 1.2) besteht.
Angesichts der medizinischen Aktenlage überzeugt auch ihre Argumentation im Beschwerdeverfahren nicht, wonach seit dem
2.
Mai 2003 keine objektivier
ba
ren somatischen Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr bestanden hätten (vgl.
Urk.
18 S. 2).
Immerhin anerkannte sie mit der Aus
richtung der Integritätsentschädigung eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität (vgl.
Art.
24
Abs.
1 UVG).
Entgegen dem Vorbringen des Versicherten (
Urk.
1 S. 4,
Urk.
13 S. 3) erübrigen
sich jedoch weitere Abklärungen in Bezug auf
seine
Arbeitsfähigkeit. So ist da
von auszugehen, dass er in einer leidensangepassten (sitzenden) Tätigkeit zu
mindest aus somatischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig wäre (vgl.
Urk.
11/M29 S. 3,
Urk.
11/A27,
Urk.
22 S. 3,
18
und 20). In diesem Sinne äusserte sich der Be
schwerdeführer im Übrigen auch selbst (vgl.
Urk.
11/A26 S. 3).
Das Inva
lideneinkommen ist mangels einer konkreten beruflich-erwerblichen Situation mittels
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
struk
turerhebungen (LSE)
zu bestimmen (BGE
139 V 592 E.
2.3
mit Hinweisen
).
Es ist
auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art männlicher Angestellter im Umfang von
Fr.
5'312.
--
abzu
stellen (LSE 2014,
TA1_tirage_skill_level,
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Total,
Kompetenzniveau 1,
Männer).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche be
triebsübliche Arbeitszeit
2016
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und an
gepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’220 Punkten im Jahr 2014 auf 2’239 Punkte im Jahr 2016 (vgl. www.bfs.admin.ch) ergibt dies bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 100
%
ein Brutto
invaliden
einkommen von
Fr.
67'021.86 jährlich (
Fr.
5'312.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2'220 * 2
’
239).
Für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist von der angestammten Tätig
keit als Maler auszugehen (vgl.
Urk.
18 S. 2). Der Beschwerdeführer absolvierte eine entsprechende Lehre und war mehrere Jahre in diesem Beruf tätig (vgl.
Urk.
22 S. 6). Als Security-Mitarbeiter war er demgegenüber insgesamt nur wenige Wochen im Einsatz (vgl.
Urk.
11/M7 S. 1,
Urk.
11/A1,
Urk.
14/1 S. 1).
Zu
dem ist fraglich, ob er diese Tätigkeit angesichts seiner strafrechtlichen Verur
teilungen (vgl.
Urk.
11/A101) noch ausüben dürfte.
Als Maler erzielte der Versi
cherte
zuletzt im Jahr
1999 gemäss eigenen Angaben einen Monatslohn von
Fr.
4'500.-- (
Urk.
22 S. 2).
Unter Berücksichtigung der Nominallohn
ent
wicklung (vgl. www.bfs.admin.ch) und eines Anspruchs auf einen 1
3.
Monats
lohns (vgl.
Ziff.
9.6 des allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrages 2016-2019 für das Maler- und
Gipsergewerbe
) resultiert ein jährliches
Brutto
valideneinkommen
von
Fr.
71'379.56 (
Fr.
4'500 *13 / 1
’
835 * 2
’
239).
Die Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens ergibt somit einen Invaliditätsgrad
von 6.10 respektive gerundet 6
%
([
Fr.
71'379.56 -
Fr.
67’021.86] *100 /
Fr.
71'379.56; zum Runden vgl. BGE 130 V 121). Da folg
lich in Anwendung von
Art.
18
Abs.
1 UVG kein Rentenanspruch besteht (vgl. E. 1.2), kann
offen gelassen
werden, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in seiner angestammten Tätigkeit
als Maler
aus somatischer Sicht
tat
sächlich
eingeschränkt ist.
5.
5.1
Einzugehen bleibt damit auf die im Vordergrund stehenden psychischen Prob
leme des Beschwerdeführers
. Ob diese in einem natürlichen Kausalzu
sammen
hang zu dem Ereignis vom 2
1.
November 1999
stehen,
kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen
zur Adäquanz
grundsätzlich
offen bleiben
(vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1).
Immerhin
ist
anzumerken, dass sich der Versicherte
un
bestrittenerweise
erst am 3
0.
Oktober 2003 erstmals in psychiatrische Be
hand
lung begab (
Urk.
1 S. 3,
Urk.
10 S. 4,
Urk.
11/M14)
und
nach dem Unfall
über mehrere Jahre
nicht über psychische Probleme geklagt hatte (vgl.
Urk.
11/A14
, 11/A26 S. 1).
Ferner
hatte
er seine Tätigkeit als Security-Mitar
beiter einige Monate nach dem Vorfall - wenn auch nur für kurze
Zeit
- wieder auf
genom
men
(vgl.
Urk.
11/
M7).
Gewisse Zweifel an den Schlussfolgerungen von
Dr.
A._
, welcher den Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als alleini
ge Ursache für die psychischen Beeinträchtigungen einstufte, sind vor diesem Hintergrund nicht von der Hand zu weisen, zumal im gleichen Zeitraum
auch
massive Eheprobleme vorhanden waren und der Versicherte auf Alkohol und Drogen zurückgriff (
Urk.
22 S. 21)
.
Schliesslich überzeugt die im psychia
trischen Gutachten vom
3.
Juni 2010 gestellte Diagnose einer andauernden Per
sön
lichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) nicht. Als extreme Belastung gilt namentlich das Erleben von Folter, Katastrophen und andau
ernden lebensbedrohlichen Situationen (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Interna
tionale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisc
h-diag
nostische Leitlinien, 1
0.
Auflage 2015, S.
286).
Das Ereignis vom 2
1.
Novem
ber 1999 ist hiermit nicht vergleichbar. Insgesamt ist folglich
bereits
fraglich
, ob zwischen den von
Dr.
A._
diagnostizierten psychischen Störun
gen und dem Unfall
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht.
Eine abschliessende Prüfung der Frage, ob auf das Gutachten von
Dr.
A._
abgestellt werden kann, ist
allerdings
mit Blick auf die
vorzunehmende
Adäquanzprüfung
nicht notwendig.
5.2
Zunächst ist zu klären
ob es sich beim Ereignis vom 2
1.
November 1999
um einen leichten, einen mittelschweren oder einen schweren Unfall handelt. In diesem Kontext ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen massgebend, son
dern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Beide Parteien
gingen
grundsätzlich
von einem
mittelschweren Un
fall
aus
. Der Versicherte macht
e
allerdings geltend,
das Ereignis falle in den
Grenzbereich zu den schweren Unfällen (
Urk.
1 S. 5), was die Beschwerde
geg
nerin best
ritt
(
Urk.
10 S. 5).
Tätliche Auseinandersetzungen werden in der Regel von der Rechtsprechung dem eigentlichen mittleren Bereich mittelschwerer Unfälle zugeordnet (Urteil
des Bundesgericht
s 8C_893/2012 vom 14. März 2013
E. 4.1
f.
). Als mittelschwer im engeren Sinn wurde beispielsweise der Unfall qualifiziert, bei welchem ein Versicherter von zwei anderen Männern mit Fäusten und einem Baseball
schläger bewaffnet tätlich angegriffen und verletzt wurde (Urteil des Bundesge
richts 8
C_681/2010 vom 3. November 2010
E. 6.2).
Als mittelschwer im Grenz
bereich zu den schweren Unfällen wurde demgegenüber eine tätliche Ausein
andersetzung eingeordnet, in deren Verlauf der versicherten Person ein
grosses
Fle
ischmesser in den Magen gestochen, und deren Tod mindestens in Kauf ge
nommen wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C_519/2008 vom 2
8.
Januar 2009 E. 5.2.2).
Im selben Si
nne entschied das Bundesgericht, als eine
versicherte Per
son nachts in der eigenen Wohnung von zwei maskierten Männern über
fallen und mit einem harten Gegenstand niedergeschlagen
wurde
, wobei sie mehrere Rissquetschwunden erlitt
(Urteil U 382/06 vom
6.
Mai 2008)
.
Der Beschwerdeführer erlitt am 2
1.
November 1999 eine Durchschussverletzung am rechten Oberschenkel
(vgl. E. 3.1)
,
als er mit weiteren Security-Mitarbeitern eine Person abführte und sich diese nach einem Sturz dessen Pistole bemäch
tigen konnte (zum detaillierten Ereignishergang vgl. nachfolgende E.
5.3
.1
).
Entgegen der Argumentation des
Versicherten
ist
dieses Ereignis
nicht ver
gleichbar mit dem Sachverhalt, welcher dem zitierten Bundesgerichtsentscheid
8C_519/2008 zugrunde lag
.
So widerspricht es den Feststellungen des Ober
gerichts des Kantons Zürich im Urteil vom
7.
November 2000 (
Urk.
11/div.), wenn der Versicherte behauptet, der Angreifer habe seinen Tod in Kauf ge
nommen.
Zudem ergibt sich aus den Polizeiakten, dass der Angreifer den Schuss nicht gezielt abfeuern konnte,
da der Beschwerdeführer
die Pistole
am Lauf
festhielt und diese
auf
seinem
Oberschenkel aufgesetzt war (
Urk.
11/div., Einvernahme
des Versicherten
vom 2
5.
November 1999, S. 4 f.).
Im Übrigen
ereig
nete sich der Vorfall, als der Beschwerdeführer
mit weiteren Kollegen
seiner Tätigkeit als Security-Mitarbeiter nachging
. Damit unterscheidet er sich
auch wesentlich von demjenigen,
über den
das Bundesgericht mit Urteil U 382/06 vom
6.
Mai 2008
zu be
finden
hatte. Insgesamt ist folglich nicht zu
be
anstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Ereignis vom 2
1.
November 1999
die Qualität eines mittelschweren Unfalles im engeren Sinne zuerkannte.
Dies hat zur Folge, dass zur Bejahung der Adäquanz drei der massgeblichen Kriterien erfüllt sein müssen (
vgl. E. 1.5 ff.,
Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5)
,
oder eines
in
ausgeprägt
er Weise
erfüllt sein muss
.
Dies ist
gemäss bundesgerichtlicher Praxis
aber
nur mit grösst
er Zurückhaltung an
zu
nehmen
(
Rumo-Jungo
/
Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundes
gesetz über die Unfallversicherung,
4.
Aufl. Zürich 2012
, S. 63).
5.3
5.3.1
Bei der Beurteilung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumstände respektive der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung dieses Kriteriums ausreicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2).
In der ersten
polizeilichen Einvernahme
äusserte sich der Versicherte zum Un
fall
hergang wie folgt (
Urk.
11/div., Einvernahme des Versicherten vom 2
5.
Novem
ber 1999, S. 1):
„Ich war an diesem Abend als Sicherheitsbeamter im
O._
tätig. Ich stand an der Bar und bemerkte, dass der Mann mich ansah. Ich schaute ihn auch an und er kam zu mir, das
heisst
, wir kamen uns entgegen. Da sagte er zu mir
auf spanisch
Hände hoch. Ich machte einen Schritt nach rechts, weil er die Hände nach hinten hielt und ich sah, dass er etwas
in der Hand hielt. Ich
weiss
, dass die Dominikaner mit den Händen reden und plötzlich knallt es. Darum habe ich einen Ausfallschritt gemacht. Ich pfiff meinem Chef, Herrn
H._
, und gleich
zeitig schlug mir der Mann mit einem Gegenstand gegen den Kopf. Ich packte ihn so, dass er die Arme nicht mehr bewegen konnte, ich umarmte ihn eigent
lich mehr. Dann kam der Chef und noch jemand und der Chef und ich brachten ihn ins Treppenhaus. Dort rutschte ich am Boden aus, er rutschte auch aus. Ich fiel auf die Knie und der Täter konnte sich noch auf einer Pflanze oder so ab
stützen. Er stürzte aber auch auf den Boden und von dort konnte er eine Hand befreien. Mit dieser Hand zog er mir die Pistole aus dem Holster. Es war die rechte Hand. Ich konnte die Waffe noch festhalten, da drückte er schon ab.“
Ausgehend von dieser Schilderung ist nicht von besonders dramatischen Be
gleit
umständen oder einer besonderen Eindrücklic
hkeit des Unfalls auszugehen
.
Anders als etwa im bereits zitierten Urteil des Bundesgerichts 8C_519/2008 vom 2
8.
Januar 2009
nahm der Täter den Tod
des Versicherten nicht in Kauf.
Ausserdem
verneinte
das Obergericht
des Kantons Zürich
ein vorsätzliches oder
skrupelloses
Vorgehen
des Angreifers
(
Urk.
11/div., Urteil vom
7.
November 2000
, S. 26
-
28).
Im Weiteren ist zu berücksichtigen,
dass
sich
der Beschwerde
führer - im Unterschied zum
G
eschehen im
Urteil des Bundesgerichts U 382/06 vom
6.
Mai 2008
- die Verletzung im Rahmen der Ausübung seiner Tätigkeit als Security-Mitarbeiter zuzog und nicht in seinen privaten Räumlichkeiten über
fallen wurde. Zudem sah er sich keiner Übe
rmacht von Angreifern gegenüber;
vielmehr wurde er beim Abführen des Angreifers von Arbeitskollegen unter
stützt
und war so nicht in völliger Hilflosigkeit der Situation ausgeliefert
. Diese waren sodann in der Lage, rasch medizinische Hilfe
zu leisten respektive
anzu
fordern.
5.3.2
Der Beschwerdegegnerin ist
ferner
beizupflichten (
Urk.
2 S. 6), dass die vom Versicherten erlittene Schussverletzung
am rechten Bein
erfahrungsgemäss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht geeignet ist, psychische Fehlent
wick
lungen auszulösen. Insbesondere auch mit Blick auf den Heilungsverlauf (hierzu E. 5.3.6)
ist das Vorliegen einer schweren oder besonders gearteten Verletzung zu verneinen. Soweit ersichtlich stellt dies der Beschwerdeführer selbst nicht in
Frage
.
5.3.3
Auch das Kriterium der ungewöhnlichen Dauer der physisch bedingten ärzt
lichen Behandlung ist nicht erfüllt. Nach dem Abschluss der Behandlung durch das
Z._
und
Dr.
B._
(vgl. E. 3.1 f.) befand sich der Versicherte nicht mehr in einer kontinuierlichen, mit einer gewissen Plan
mässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichteten ärztli
chen
Behandlung (
Urk.
11/A26 S. 1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_344/2013 vom 1
0.
Oktober 2013 E. 10).
5.3.4
Zum Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist festzuhalten, dass
es nach dem Unfall zu einer wesentlichen Besserung der Beschwerden kam. Bis auf eine leichte Schwäche der Oberschenkelmuskulatur gab der Versicherte keine Beein
trächtigungen an (vgl.
Urk.
11/M3 ff.,
Urk.
11/M11).
Soweit ersichtlich
,
nahm er auch keine Analgetika ein (vgl.
Urk.
11/M8 f.).
Schmerzen traten
nur
bewe
gungs
-
,
belastungs
- oder wetter
abhängig auf (
Urk.
11/M7 S. 1
,
Urk.
11/A26 S. 1
).
Im Weiteren äusserte
sich der Versicherte
im Januar 2002 dahingehend, dass er tanze und problemlos ein Fahrzeug führen könne
(
Urk.
11/M26 S. 2)
.
Vor die
sem Hintergrund ist das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen insgesamt zu verneinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom
5.
Juni 2014 E. 7.4.4). In Bezug auf die gegenüber
Dr.
C._
am 2
9.
April 2003 neu geltend ge
machten Schmerzen im Leistenbereich mit Ausstrahlung in den Gesässbereich ist
ergänzend
anzufügen, dass
diese aus neurologischer Sicht
nicht sicher beur
teilt werden konnten (
Urk.
11/M12).
In der Folge unterzog sich der Beschwerde
führer einer psychiatrischen Behandlung (vgl.
Urk.
11/M14 ff.). Überwiegend psychisch bedingte Beschwerden fallen bei der Beurteilung der Adäquanz je
doch ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 177/06 vom 1
0.
April 2006 E. 3.2).
5.3
.5
Eine ärztliche Fehlbehandlung wird weder vom Versicherten behauptet, noch sind den Akten entsprechende Hinweise zu entnehmen.
5.3
.6
Die Beschwerdegegnerin bringt im Weiteren zu Recht vor (
Urk.
2 S. 7), dass kein schwieriger Heilungsverlauf
oder erhebliche
Komplikationen vorliegen
.
Der
Ver
sicherte war zwecks Behandlung seiner Durchschussverletzung rund zehn Tage
hospitalisiert, wobei der postoperative Verlauf komplikationslos war (
Urk.
11/M1).
Der
für die Nachkontrolle zuständige
Arzt
Dr.
B._
erklärte die Behandlung am
3.
April 2000 für abgeschlossen (
Urk.
11/M5).
Auch die nachfolgenden neurolo
gischen Untersuchungen durch
Dr.
C._
(
Urk.
11/M7,
Urk.
11/M11 f.)
lassen weder auf einen schwierigen Heilungsverlauf, noch auf erhebliche Kom
plikationen schliessen.
5.3
.7
Zu prüfen bleiben Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bejaht wurde dieses Kriterium in der Rechtsprechung bei einer vollen Arbeits
un
fähigkeit sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit während
fast drei Jahren (Urteil des Bundesgerichts 8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E.
4.6).
Angesichts der vom Beschwerdeführer erlittenen Verletzung am rechten Oberschenkel ist nicht davon auszugehen, dass für eine angepasste Tätigkeit
aus somatischen Gründen eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be
stand. Einerseits finden sich in den Akten keine entsprechenden Hinweise (vgl. E. 4.2). Andererseits war der Beschwerdeführer
- nachdem er ab März 2000 für wenige Monate wieder seiner Tätigkeit als Security-Mitarbeiter nachgegangen war (vgl.
Urk.
11/M7) -
ab Mai 2001 in einem 40%-Pensum als Telefonist/
Sekretär tätig (
Urk.
11/A23), wobei er selbst angab, diese Tätigkeit auch voll
zeitlich
ausüben
zu können (
Urk.
11/A26 S. 3).
Insge
samt ist damit entgegen der Meinung des Versicherten (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.,
Urk.
10 S. 4) nicht von einer lang
andauernden, physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
5.3.8
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
keines der sieben relevanten Kriterien erfüllt ist.
Folglich fehlt es an einem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 2
1.
November 1999 und den über den Fallabschluss hinaus geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden.
Daher hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Versicherten
auch unter diesem Gesichtspunkt
berechtigterweise verneint.
6
.
Nach dem Gesagten
erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Februar 2017 (
Urk.
2)
im Resultat
als rechtens, weshalb die Beschwerde ab
zuweisen ist. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1
UVG
in Ver
bindung mit
Art.
61
lit
. a ATSG).