# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 65f23963-3805-4396-9061-54099dec1b74
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufungen gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Uster vom 3. April 2017 (AH160027-I)
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Rechtsbegehren:
des Klägers 1 (Urk. 2 S. 2):
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 6'646.90 netto Lohn sowie Fr. 8'124.– Entschädigung zuzüglich Zins zu 5 % seit 24. Dezember 2015, eventualiter seit 10. Juni 2016 zu bezahlen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Beklagten.
der Klägerin 2 (Urk. 7 S. 2):
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 2'809.65 nebst Zins zu 5 % ab dem 24. Dezember 2015 zu bezahlen; unter Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
der Beklagten (Urk. 13 S. 2):
Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer  des Klägers.
Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 3. April 2017: (Urk. 27 = Urk. 30 S. 25 f.)
1. Die Klage des Klägers 1 wird abgewiesen.
2. Die Klage der Klägerin 2 wird abgewiesen.
3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz.
4. Die Kläger werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Beklagten ei-
ne Parteientschädigung von Fr. 750.– zu bezahlen.
5. [Schriftliche Mitteilung.]
6. [Rechtsmittel: Berufung, Frist 30 Tage.]
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Berufungsanträge:
des Berufungsklägers 1 (Urk. 29 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 3. April 2017 sei  und die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 6'646.90 netto sowie eine Entschädigung von Fr. 8'824.–  5 % Zins seit 10. Juni 2016 zu bezahlen.
2. Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – auch für das vor-
instanzliche Verfahren – (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Beklagten.
der Berufungsklägerin 2 (Urk. 39/29 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 3. April 2017 (AH160027-I) sei aufzuheben;
2. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin Fr. 2'809.25 netto nebst Zins zu 5 % seit 24. Dezember 2015 zu bezahlen;
3. Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. unter Kosten- und Entschädigungsfolge – auch für das vor-
instanzliche Verfahren – zu Lasten der Berufungsbeklagten
der Berufungsbeklagten (Urk. 34 S. 2):
1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuer zu Lasten des Klägers.

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Der Kläger 1 und Berufungskläger 1 (fortan: Kläger 1) war seit August 2012
bei der Beklagten und Berufungsbeklagten (fortan: Beklagte) angestellt (Urk. 5/3).
Gemäss Lehrvertrag vom 21. Mai 2012 wurde die Ausbildung des Klägers 1 zum
Fachmann für Betriebsunterhalt EFZ, Fachrichtung Hausdienst, vereinbart. Das
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Lehrverhältnis sollte vom 20. August 2012 bis zum 19. August 2015 dauern
(Urk. 5/3). Im April/Mai 2015 bestand der Kläger 1 die Lehrabschlussprüfung
nicht. Deshalb schlossen er und die Beklagte am 3. August 2015 eine Vereinba-
rung über die Fortsetzung des Lehrverhältnisses ab (Urk. 5/4). Gemäss dieser
Vereinbarung erklärte sich die Beklagte bereit, den Lehrvertrag mit dem Kläger 1
zu gleichbleibenden Konditionen um ein Jahr zu verlängern, sofern der Kläger 1
sich mit vollem Einsatz und vollem Interesse so vorbereite, dass er in der Lage
sein würde, im April/Mai 2016 die Repetitionsprüfung zu bestehen. Weiter wurde
geregelt, dass der Kläger 1 folgende Punkte zu erfüllen und zu verbessern habe:
Mehr Einsatz, Engagement und Interesse zeigen (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit,
Arbeitsqualität, Quantität); Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit (keine Ausreden bringen,
wenn etwas schief gelaufen ist); die persönliche Einstellung gegenüber der Lehre
verbessern; Absenzen auf das absolute Minimum reduzieren bzw. vermeiden;
Einsatz und Engagement in der Berufsschule verbessern (Urk. 5/4). Nachdem es
bereits im November 2014 zu einer ersten Verwarnung gekommen war
(Urk. 16/7.8 und 16/7.9), wurde der Kläger 1 am 29. Oktober 2015 (Urk.16/10.3)
zum zweiten und am 8. Dezember 2015 zum dritten Mal (Urk. 16/11.2 und
Urk. 16/12 S. 4 f.) verwarnt. Thema der drei Verwarnungen waren das wiederholte
zu späte Erscheinen am Arbeitsplatz, unentschuldigte Absenzen, die mangelhafte
Kommunikation des Klägers 1 sowie das Nichtbefolgen von Weisungen. Nach der
dritten Verwarnung vom 8. Dezember 2015 erschien der Kläger 1 ab dem
9. Dezember 2015 nicht mehr zur Arbeit (Urk. 16/12.1). Am 10. Dezember 2015
meldete er sich bei der Beklagten telefonisch krank (Urk. 19 S. 4). Am
14. Dezember 2015 meldete sich der Kläger 1 erneut per SMS bei der Beklagten
und teilte mit, dass er nach wie vor krank sei (Urk. 16/12.2). Am 15. Dezember
2015 liess er der Beklagten schliesslich ein Arztzeugnis zukommen, wonach er
vom 15. bis 18. Dezember 2015 zu 100 % krank geschrieben war (Urk. 16/12.2).
In der Folge schlug die Beklagte dem Kläger 1 am 16. Dezember 2015 ein ge-
meinsames Gespräch zusammen mit dem Berufsinspektor C._ vom Berufs-
bildungsamt Zürich vor und setzte dieses auf den 21. Dezember 2015 an. Der
Kläger 1 wollte bis am 17. Dezember 2015 Bescheid geben, ob er den Termin
wahrnehmen könne. Nachdem die Beklagte am 17. Dezember 2015 vergeblich
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versucht hatte, den Kläger 1 zu erreichen und ihm eine Nachricht auf der Combox
hinterliess, liess dieser gleichentags per SMS verlauten, dass er am
18. Dezember 2015 informieren werde, ob er zum Gespräch vom 21. Dezember
2015 komme (Urk. 16/12 S. 7 ff.; Urk. 16/12.2). Als der Kläger 1 der Beklagten
schliesslich am 18. Dezember 2015 per SMS mitteilte, dass er den Gesprächs-
termin vom 21. Dezember 2015 nicht wahrnehmen werde, verwarnte diese den
Kläger 1 schriftlich, dass er sich zum wiederholten Male nicht an die Weisungen
bei krankheitsbedingten Abwesenheiten halte. Krankmeldungen per SMS würden
nicht toleriert. Weiter forderte sie den Beklagten auf, sich umgehend mit dem Ver-
trauensarzt der Beklagten in Verbindung zu setzen (Urk. 16/12.3). Nachdem der
Kläger 1 am 21. Dezember 2015 erneut nicht auf Kontaktversuche der Beklagten
reagiert hatte (Urk. 16/12 S. 9), erfolgte am 23. Dezember 2015 die fristlose Kün-
digung (Urk. 16/12.4). Im Weiteren wird betreffend den unstrittigen Sachverhalt
auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 30 S. 3 ff.; Urk. 29 S. 2;
Urk. 39/29 S. 3).
2. Am 15. November 2016 reichte der Kläger 1 unter Beilage der Klagebewil-
ligung des Friedensrichteramtes D._ vom 20. Juli 2016 (Urk. 1) die Klage
beim Bezirksgericht Uster ein (Urk. 2). Am 14. November 2016 reichte die Kläge-
rin und Berufungsklägerin 2 (fortan: Klägerin 2) ebenfalls Klage ein (Urk. 7). Be-
treffend den erstinstanzlichen Prozessverlauf kann auf die Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (Urk. 30 S. 2 f.). Am 3. April 2017 erliess diese den
eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 30 S. 25 f.). Hiergegen erhoben der
Kläger 1 am 5. und die Klägerin 2 am 6. Oktober 2017 Berufung (Urk. 29 und
Urk. 39/29). Die Berufung des Klägers 1 wurde hierorts unter der Verfahrens-
nummer LA170030-O angelegt, diejenige der Klägerin 2 unter der Verfahrens-
nummer LA170031-O. Da sich sowohl im vorliegenden Verfahren als auch im
Verfahren LA170031-O dieselben Parteien in derselben Rechtssache gegenüber-
stehen bzw. beide Verfahren auf dem gleichen Lebenssachverhalt beruhen, ist
das Berufungsverfahren LA170031-O mit dem vorliegenden Berufungsverfahren
zu vereinigen, unter obgenannter Prozessnummer LA170030-O weiterzuführen
und als dadurch erledigt abzuschreiben. Die Akten des Verfahrens LA170031-O
sind entsprechend als Urk. 39/1-34 zu den Akten des vorliegenden Prozesses zu
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nehmen. Die Berufungsantwort der Beklagten im Verfahren LA170030-O datiert
vom 26. Oktober 2017 (Urk. 34; dem Kläger 1 mit Verfügung vom 27. Oktober
2017 zur Kenntnisnahme zugestellt, Urk. 36). Im Verfahren LA170031-O liess sich
die Beklagte nicht vernehmen.
II.
Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren. Es dient nicht
der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern vielmehr der
Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheides im Lichte konkret
dagegen vorgebrachter Beanstandungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.1). In der Beru-
fungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzustellen. Zudem
muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine tatsächliche, sondern
auch eine rechtliche Begründung enthalten (ZK ZPO-REETZ/THEILER, Art. 311
N 36). Die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid haben die Parteien in-
nert der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen (BGE 142
III 413 E. 2.2.4 mit Hinweisen). Die Berufungskläger haben mittels klarer und sau-
berer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz aufzuzeigen, wo sie
die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden und
wo die massgeblichen Beweisanträge gestellt haben. Es ist nicht Sache der
Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durch-
forsten, um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt,
dass die Berufungsschrift weder eine pauschale Verweisung auf die bei der Vor-
instanz eingereichten Rechtsschriften noch eine neuerliche Darstellung der Sach-
oder Rechtslage enthalten darf, welche nicht darauf eingeht, was vor Vorinstanz
vorgebracht worden ist. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung
und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310
ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis
der Streitsache, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (BGer 5A_184/2013
vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311
ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid
in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der
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genannten Mängel leidet (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom
28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begrün-
dungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht die Rechts-
mittelinstanz nicht zu überprüfen. Das gilt zumindest solange, als ein Mangel nicht
geradezu ins Auge springt (BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3;
BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 5). Die Anforderungen an die Be-
gründung einer Berufung gelten sinngemäss auch an die Begründung der Beru-
fungsantwort (BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016 E. 2.2.). Vor dem Hinter-
grund dieser prozessualen Grundsätze ist festzuhalten, dass sowohl der Antrag
des Klägers 1 als auch derjenige der Klägerin 2 auf Rückweisung des Verfahrens
an die Vorinstanz (Urk. 29 S. 2; Urk. 39/29 S. 2) unbegründet blieb, weshalb da-
rauf nicht weiter einzugehen sein wird.
III.
1. Die Vorinstanz erwog, das Lehrverhältnis zwischen dem Kläger 1 und der
Beklagten sei alles andere als konfliktfrei gewesen. In dem der fristlosen Kündi-
gung vorangegangenen Halbjahr sei eine Fortführungsvereinbarung abgeschlos-
sen worden, welche zu verbessernde Punkte des Klägers 1 beinhaltet habe. Aus-
serdem seien zwei weitere schriftliche Verwarnungen ergangen. Der Kläger 1 ha-
be seit der Unterzeichnung der Fortführungsvereinbarung vom 3. August 2015
gewusst, welches Verhalten von ihm in Zukunft erwartet werde. Seit der Verwar-
nung am 8. Dezember 2015 habe er ausserdem gewusst, dass die Auflösung des
Lehrverhältnisses von der Beklagten unabhängig von einer zusätzlichen Verfeh-
lung in Erwägung gezogen werde (Urk. 30 S. 17 f.).
Unstrittig sei, so die Vorinstanz weiter, dass der Kläger 1 nach der dritten
Verwarnung vom Dienstag, 8. Dezember 2015, nicht mehr zur Arbeit erschienen
sei. Unstrittig sei auch, dass der Kläger 1 erst am Donnerstag, 10. Dezember
2015, seinen Vorgesetzten E._ über seinen krankheitsbedingten Ausfall in-
formiert habe. Damit sei der Kläger 1 am Mittwoch, 9. Dezember 2015, unent-
schuldigt nicht zur Arbeit erschienen und habe sich nicht bei der Beklagten ge-
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meldet. Trotzdem sei er an diesem Tag offenbar in der Lage gewesen, dem
Berufsinspektor C._ vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons
Zürich eine sehr ausführliche Email zu senden und sich über das Verhalten der
Beklagten zu beklagen. Somit sei der Kläger 1 durchaus in der Lage gewesen,
seine Anliegen zu verbalisieren, und es wäre ihm entsprechend zumutbar gewe-
sen, seine Vorgesetzten über seine Absenz zu informieren. Bereits die fehlende
Abmeldung bei unvorhergesehenen Absenzen stelle einen wichtigen Grund für
eine fristlose Entlassung dar. Das Unterlassen der Abmeldung am Tag nach einer
Verwarnung wegen ähnlicher Verstösse sei ohne Weiteres als schwere Verfeh-
lung zu qualifizieren, weshalb bereits zu diesem Zeitpunkt ein wichtiger Grund
vorgelegen habe, der eine fristlose Entlassung des Klägers 1 gerechtfertigt habe
(Urk. 30 S. 19).
Gemäss eigener Sachdarstellung des Klägers 1 sei er seit dem 9. De-
zember 2015 wegen Krankheit arbeitsunfähig gewesen. Er sei deswegen aber
erst am 15. Dezember 2015 zum Arzt gegangen. Er habe seinem Vorgesetzten
E._ per SMS eine Fotografie des Arztzeugnisses geschickt, woraus hervor-
gegangen sei, dass er vom 15. bis 18. Dezember 2015 krank geschrieben sei. Für
den Zeitraum vom 9. bis 14. Dezember 2015 fehle es an einer ärztlichen Bestäti-
gung der Arbeitsunfähigkeit des Klägers 1. Dies obwohl die Beklagte vom Klä-
ger 1 bereits mit Verwarnung vom 29. Oktober 2015 verstärkte Dokumentation
gefordert habe (Urk. 30 S. 19 f.). Die Beklagte habe gegenüber dem Kläger 1 Ge-
duld bewiesen, indem sie immer wieder das Gespräch gesucht habe. Sie habe
verhältnismässig agiert und den Kläger 1 vor der Auflösung des Arbeitsverhältnis-
ses mehrmals verwarnt. Umso mehr hätte sie seitens des Klägers 1 eine verläss-
liche Kommunikation im Sinne eines sofortigen Abmeldens unter Beibringung ei-
nes Arztzeugnisses erwarten dürfen. Die Verfehlungen des Klägers 1 würden im
Lichte des ihm von der Beklagten entgegengebrachten Vertrauens besonders
schwer wiegen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die unentschuldigte
Abwesenheit des Klägers 1 am 9. Dezember 2015 vor dem Hintergrund der expli-
ziten Verwarnung am Vortag bereits das Aussprechen der fristlosen Kündigung
gerechtfertigt habe. Zudem sei in der Unterlassung der sofortigen Einreichung ei-
nes Arztzeugnisses ein weiterer wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung zu
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sehen. Damit brauche auf die weiteren Vorbringen der Parteien, insbesondere auf
die Vorkommnisse nach dem 15. Dezember 2015 nicht mehr eingegangen zu
werden (Urk. 30 S. 21).
Betreffend den Zeitpunkt der fristlosen Kündigung führte die Vorinstanz so-
dann aus, dass die Beklagte erst nach der SMS des Klägers 1 an E._ vom
15. Dezember 2015 sichere und vollständige Kenntnis davon gehabt habe, dass
dieser ohne Arztzeugnis vier Tage der Arbeit ferngeblieben sei. F._ von der
Beklagten habe sich daraufhin in Ausübung ihrer Informationspflicht nach Art. 14
Abs. 4 BBG am 16. Dezember 2015 bei C._ vom Berufsbildungsamt gemel-
det, wobei vereinbart worden sei, ein Gespräch mit dem Kläger 1 in Anwesenheit
von C._ durchzuführen. Weil sich der Kläger 1 bezüglich Terminvereinbarung
für dieses Gespräch nicht wie versprochen bei der Beklagten gemeldet habe, sei
er mit Schreiben vom 18. Dezember 2015 erneut verwarnt und zur vertrauensärzt-
lichen Begutachtung aufgeboten worden. Es könne nicht zum Nachteil der Be-
klagten gereichen, dass sie nicht bereits am 16. Dezember 2015 die fristlose
Kündigung ausgesprochen, sondern sich einverstanden erklärt habe, unter Bei-
zug von C._ mit dem Kläger 1 erneut das Gespräch zu suchen. Dies er-
scheine nachvollziehbar, handle es sich beim Kläger 1 um einen jungen Men-
schen und beim aufzulösenden Vertrag um ein mehrjähriges Lehrverhältnis.
Überdies sei zu berücksichtigen, dass Art. 346 Abs. 2 lit. b OR den Arbeitgeber
verpflichte, die Person bei einer vorzeitigen Auflösung des Lehrvertrages vorgän-
gig anzuhören. Vor diesem Hintergrund erscheine das Vorgehen der Beklagten
als sachgemäss. Die fristlose Kündigung aufgrund der unentschuldigten Absen-
zen sei daher am 23. Dezember 2015 innert zulässiger Reaktionszeit erfolgt
(Urk. 30 S. 22 f.).
2.1. Der Kläger 1 moniert, dass angesichts der vom Bundesgericht verlangten
kurzen Reaktionszeit von 2 bis 3 Arbeitstagen feststehe, dass die Beklagte die
nötige Reaktionszeit für eine fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses verpasst
habe, wenn man – so wie die Vorinstanz dies getan habe – von einem am 9. oder
10. Dezember 2015 eingetretenen Grund für eine solche ausgehe, diese jedoch
erst am 23. Dezember 2015 ausgesprochen worden sei. Die Vorinstanz gehe
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zwar davon aus, dass die Beklagte erst am 15. Dezember 2015 sichere Kenntnis
gehabt habe, dass der Kläger 1 ohne Arztzeugnis der Arbeit ferngeblieben sei.
Die Beklagte habe aber auch am 15. Dezember 2015 nicht fristlos gekündigt,
sondern habe dem Kläger 1 unterm 18. Dezember 2015 einen Brief mit dem Titel
"Verwarnung und Aufgebot zum Vertrauensarzt" gesendet. Gerügt werde in die-
sem Schreiben zum einen, dass sich der Kläger 1 erneut nicht an die Anweisun-
gen betreffend Verhalten im Krankheitsfall gehalten habe. Krankmeldungen per
SMS würden nicht toleriert. Zum anderen sei von der Beklagten nicht ein fehlen-
des Arztzeugnis beanstandet worden, sondern vielmehr habe sie die eingereich-
ten Arztzeugnisse grundsätzlich hinterfragt, weshalb sie den Kläger 1 zum Ver-
trauensarzt geschickt habe. Damit habe die Beklagte in Kenntnis aller von der
Vorinstanz angenommenen schweren Pflichtverletzungen des Klägers 1 bis zum
18. Dezember 2015 dessen Verhalten nicht als derart gravierend betrachtet, als
dass sie die angedrohte fristlose Kündigung tatsächlich hätte umsetzen wollen.
Stattdessen habe sie den Weg einer erneuten Verwarnung und des Aufgebots
zum Vertrauensarzt gewählt (Urk. 29 S. 4 f.). Gehe man wie die Vorinstanz davon
aus, dass die Beklagte genügend Gründe gehabt hätte, am 9. oder 10. Dezember
2015 fristlos zu kündigen, dann sei die fristlose Kündigung am 23. Dezember
2015 zu spät erfolgt. Was die Vorinstanz als wichtigen Grund eingestuft habe,
nämlich das Fehlen einer ärztlich bestätigten Erkrankung vom 9. bis 13. De-
zember 2015, sei für die Beklagte offensichtlich nicht Anlass genug gewesen, die
Fortsetzung der Anstellung als unzumutbar zu empfinden (Urk. 29 S. 5). Selbst
wenn man aber davon ausgehen wolle, dass die Beklagte am 15. Dezember 2015
Grund für eine gerechtfertigte fristlose Entlassung gehabt habe, habe es keinen
sachlich gerechtfertigten Grund gegeben, die Reaktionszeit für die fristlose Kün-
digung wegen des vorgesehenen Gesprächs mit dem Berufsbildungsamt hinaus-
zuschieben (Urk. 29 S. 6 f.).
2.2. Die Klägerin 2 schliesst sich zur Begründung ihrer Berufung im Wesentli-
chen der Argumentation des Klägers 1 an. Auch sie hält fest, dass das vorinstanz-
liche Urteil in rechtlicher Hinsicht betreffend die zulässige Reaktionszeit für eine
fristlose Kündigung gerügt werde (Urk. 39/29 S. 3). Gemäss Lehre und Recht-
sprechung sei eine fristlose Kündigung umgehend zu erklären, jedenfalls sei ein
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Handeln innert angemessener Frist nach dem Treffen der erforderlichen Abklä-
rungen notwendig. Im Normalfall würden dem Kündigenden zwei bis drei Arbeits-
tage zugestanden (Urk. 39/29 S. 4). Die Argumentation der Vorinstanz, dass erst
am 15. Dezember 2015 durch Einreichen des Arztzeugnisses der Grund für die
fristlose Kündigung gesetzt worden sei, vermöge nicht zu überzeugen. Auch nach
dem 15. Dezember 2015 sei das Arbeitsverhältnis nicht aufgelöst worden, son-
dern es sei mit Schreiben/Verwarnung vom 18. Dezember 2015 das Verhalten
des Klägers 1 betreffend das Nicht-Einhalten von Weisungen im Krankheitsfall ge-
rügt worden. Ausserdem sei der Kläger 1 aufgefordert worden, den Vertrauens-
arzt aufzusuchen. Das fehlende Arztzeugnis für den Zeitraum vom 9. bis
13. Dezember 2015 sei darin nicht erwähnt worden und sei für die Beklagte offen-
sichtlich nicht von Bedeutung gewesen. Bei der Annahme, die Beklagte habe be-
reits am 9. bzw. 10. Dezember 2015 genügend Gründe für die fristlose Kündigung
gehabt, sei durch das Zuwarten mit der fristlosen Kündigung bis zum
23. Dezember 2015 die geforderte Reaktionszeit offensichtlich nicht eingehalten
worden. Selbst wenn davon ausgegangen werde, dass der Grund für die fristlose
Entlassung erst am 15. Dezember 2015 gesetzt worden sei, ändere dies nichts
daran, dass die geforderte Reaktionszeit nicht eingehalten worden sei. Die Anset-
zung eines Gesprächs solle die Reaktionszeit nur unterbrechen können, solange
anlässlich eines solchen Gesprächs noch Fakten geklärt werden müssten. Diese
seien der Beklagten jedoch hinlänglich bekannt gewesen, habe sie doch mit dem
Kläger 1 schon verschiedentlich Gespräche geführt gehabt (Urk. 39/29 S. 5).
2.3. Die Beklagte hält dem in der Berufungsantwort vom 26. Oktober 2017 ent-
gegen, die Situation und die besonderen Umstände seien derart schwierig gewe-
sen, dass erst aufgrund einer Auslegeordnung und der Gespräche mit dem Lehr-
lingsamt zwischen Freitag, 18. Dezember 2015 und Mittwoch, 23. Dezember 2015
die gesamte Faktenlage vorgelegen habe. Die Auslegeordnungen bzw. die Fest-
stellungen zur Gesamtlage hätten zum Entscheid für die Entlassung geführt. Die
gesetzlichen Fristen und Voraussetzungen für eine fristlose Entlassung seien ge-
geben (Urk. 34 S. 3).
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3.1. Nach Art. 337 OR können der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer das Ar-
beitsverhältnis aus wichtigen Gründen jederzeit fristlos auflösen (Abs. 1). Als
wichtiger Grund gilt namentlich jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem
Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses
nicht mehr zugemutet werden darf (Abs. 2). Nach der Rechtsprechung zu Art. 337
OR ist eine fristlose Entlassung nur bei besonders schwerwiegenden Verfehlun-
gen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese müssen einerseits objektiv geeignet
sein, die für das Arbeitsverhältnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerstören
oder so tief greifend zu erschüttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des
Vertrags nicht mehr zuzumuten ist, und anderseits auch tatsächlich zu einer der-
artigen Zerstörung oder Erschütterung des gegenseitigen Vertrauens geführt ha-
ben. Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, so müssen sie trotz Verwar-
nung wiederholt vorgekommen sein (Art. 337 Abs. 3 OR; vgl. zum Ganzen BGer
4A_685/2011 vom 24. Mai 2012, E. 4 mit Hinweisen). Art. 346 Abs. 2 lit. b OR
sieht vor, dass ein Lehrverhältnis aus wichtigen Gründen im Sinne von Art. 337
OR durch den Lehrbetrieb fristlos aufgelöst werden kann, wenn die lernende Per-
son nicht über die für die Bildung unentbehrlichen körperlichen oder geistigen An-
lagen verfügt oder gesundheitlich oder sittlich gefährdet ist. Die in Art. 346 Abs. 2
OR enthaltene Aufzählung an Kündigungsgründen ist nicht abschliessend (Streiff/
von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319 - 362 OR,
7. Aufl. 2012, Art. 346 N 3 S. 1343). Die lernende Person bzw. gegebenenfalls de-
ren gesetzliche Vertretung sind jedoch in jedem Fall vor einer fristlosen Entlas-
sung anzuhören (Art. 346 Abs. 2 lit. b OR). Es handelt sich dabei um ein Gültig-
keitserfordernis der Kündigung in Analogie zu Art. 11 Abs. 2 OR (Streiff/von Kae-
nel/Rudolph, a.a.O., Art. 346 N 5 S. 1345).
3.2. Aus dem Wesen des wichtigen Grundes hat die bundesgerichtliche Recht-
sprechung abgeleitet, dass der Kündigungsberechtigte sich mit der Aussprechung
der fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht ungebührlich lange Zeit
lassen darf. Ist ein wichtiger Grund gegeben, so ist die fristlose Kündigung sofort
auszusprechen. Andernfalls ist anzunehmen, das Einhalten der ordentlichen Kün-
digungsfrist sei für den Kündigenden subjektiv zumutbar, und ist das Recht auf
eine sofortige Vertragsauflösung verwirkt. Dabei ist nach den Umständen des
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konkreten Falles zu entscheiden, innert welcher Frist dem Berechtigten billiger-
weise ein Entschluss darüber zuzumuten ist, ob er von seinem Recht zur fristlo-
sen Aufhebung des Vertrags Gebrauch machen will. In der Regel wird eine Über-
legungsfrist von zwei bis drei Arbeitstagen zum Nachdenken und Einholen von
Rechtsauskünften als angemessen angesehen. Ein Hinauszögern über diese
Zeitspanne hinaus ist jedoch zulässig, wenn es mit Rücksicht auf die praktischen
Erfordernisse des Alltags- und Wirtschaftslebens als verständlich und berechtigt
erscheint. Eine Verlängerung von einigen Tagen ist etwa dann zulässig, wenn bei
einer juristischen Person die Entscheidungskompetenz einem mehrköpfigen
Gremium zusteht und die Willensbildung daher aufwendiger ist oder wenn Arbeit-
nehmervertreter anzuhören sind (BGE 138 I 113 E. 6.3.2 mit Hinweisen; bestätigt
in BGer 4A_251/2015 vom 6. Januar 2016, E. 3.2.2). Bei einem klaren Sachver-
halt muss anders vorgegangen werden als in Fällen, in denen zuerst Abklärungen
notwendig sind oder Verfehlungen erst langsam an den Tag treten. Geht es bei
der Abklärung darum, zuerst das Ausmass der Verfehlung abschätzen zu können,
so wird die Überlegungsfrist notwendigerweise erst an die Abklärungsfrist, in wel-
cher die Fakten und Verantwortlichkeit geklärt werden, anschliessen. Blosse,
wenn auch ernsthafte Zweifel am vertragsgemässen Verhalten der Gegenseite
lösen die Überlegungsfrist nicht aus. Die Frist läuft nicht, solange der Kündigende
noch keine genügend sichere Kenntnis der Umstände bzw. noch die von ihm zu
verlangenden Abklärungen zu treffen hat, was allerdings beförderlich geschehen
soll. Doch darf sich der Arbeitgeber die notwendige Zeit nehmen, um die Abklä-
rungen sorgfältig tätigen zu können (Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 337
N 17 S. 1125 ff.).
4. Die Vorinstanz sah den wichtigen Grund für die fristlose Auflösung des
Lehrverhältnisses im Wesentlichen in der unentschuldigten Absenz des Klägers 1
vom 9. Dezember 2015 sowie der fehlenden ärztlichen Bestätigung seiner Ar-
beitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 9. bis 14. Dezember 2015 (vgl. vorstehend
Erw. III.1. S. 8). Dabei ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass der Kläger 1 auf-
grund der nur kurz vorangegangenen Verwarnung wissen musste, dass Absen-
zen nicht mehr ohne Weiteres geduldet würden. Somit musste ihm auch klar sein,
dass er Abwesenheiten würde belegen müssen und zwar bereits ab dem ersten
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Tag einer Absenz. Trotzdem liess der Kläger 1 nach der Verwarnung vom
8. Dezember 2015 sechs Tage Zeit verstreichen, bevor er einen Arzt aufsuchte.
Damit konnte – wie die Vorinstanz zu Recht feststellte – die Beklagte erst am
15. Dezember 2015 nach Erhalt des Arztzeugnisses vom Kläger 1 sichere und
vollständige Kenntnis davon haben, dass er ohne Arztzeugnis vier Tage der Ar-
beit bzw. Berufsschule unentschuldigt ferngeblieben war (Urk. 30 S. 20). Wenn
die Kläger der Beklagten nun vorwerfen, sie habe daraufhin nicht innert der ge-
mäss Lehre und Rechtsprechung geltenden Reaktionszeit von zwei bis drei Ta-
gen die fristlose Kündigung ausgesprochen, so verkennen sie die besondere Na-
tur des Lehrvertrags. Ein solcher kann wie dargelegt seitens des Lehrbetriebs
gemäss Art. 346 Abs. 2 lit. b OR nicht ohne vorgängige Anhörung des volljährigen
Lehrlings aufgelöst werden. Die Anhörung stellt ein Gültigkeitserfordernis für die
Kündigung dar (vorstehend Erw. III.3.1.). Entsprechend erachtete es die Beklagte
in Absprache mit C._ vom Berufsbildungsamt als sinnvoll, im Sinne einer al-
lerletzten Chance am 21. Dezember 2015 mit dem Kläger 1 ein gemeinsames
Gespräch zu führen. Die Kläger stellen sich auf den Standpunkt, indem die Be-
klagte den Kläger 1 mit Schreiben vom 18. Dezember 2015 aufgefordert habe,
sich einer vertrauensärztlichen Untersuchung zu unterziehen (Urk. 5/12), habe sie
ihren Willen bekundet, nach wie vor am Arbeitsverhältnis festzuhalten, weshalb
dessen Fortführung für die Beklagte ohne Weiteres zumutbar gewesen sei. Dies
mag insoweit zutreffen, als die Beklagte auch bereit war, den Kläger 1 in Anwe-
senheit von C._ am 21. Dezember 2015 noch einmal anzuhören. Die Kläger
verkennen jedoch, dass der Kläger 1 der Beklagten unstrittig am 15. Dezember
2015 lediglich ein von Dr. G._ am 15. Dezember 2015 ausgestelltes Arzt-
zeugnis für den Zeitraum vom 15. bis 18. Dezember 2015 zukommen liess
(Urk. 16/12.2; Urk. 19 S. 4). Eine über den 18. Dezember 2015 hinausgehende
Krankschreibung hat frühestens am 22. Dezember 2015 stattgefunden, denn für
dann war offenbar ein nächster Arzttermin bei Dr. H._ abgemacht (vgl.
Urk. 5/9). Gegenteiliges hat der Kläger 1 jedenfalls nie behauptet. Damit kann
auch offenbleiben, ob das vom Kläger 1 ins Recht gereichte Arztzeugnis
(Urk. 5/9) gefälscht ist (Urk. 13 S. 14; Urk. 19 S. 7; Prot. I S. 7). Zwar scheint auf
den ersten Blick augenfällig, dass das vom Kläger 1 eingereichte Arztzeugnis vom
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15. Dezember 2015 datiert, jedoch im Vergleich zum identischen, von der Beklag-
ten vorgelegten Arztzeugnis darauf ein zweiter handschriftlicher Eintrag vorge-
nommen worden ist (Urk. 16/12.2). Dies mutet insofern seltsam an, als sich die
beiden Handschriften deutlich voneinander unterscheiden und der Kläger 1 im
Übrigen gemäss Terminkarte am 22. Dezember 2015 einen Arzttermin bei
Dr. H._ (Psychiatrie / Psychotherapie FMH, ... [Ortschaft]) und nicht bei
Dr. G._ (Facharzt für Allgemeinmedizin, D._) vereinbart hatte (vgl.
Urk. 5/9). Dass der Kläger zwischen dem 16. und dem 22. Dezember 2015 eine
zweite Arztkonsultation bei Dr. G._ gehabt hätte, hat er nie behauptet. Trotz-
dem vermag dies alles letztlich nichts am Umstand zu ändern, dass der Kläger 1
am 21. Dezember 2015, als seine Anhörung in Anwesenheit der Beklagten und
von C._ hätte stattfinden sollen, dem Gesprächstermin unentschuldigt fern-
geblieben war, hatte der Beklagten zu diesem Zeitpunkt jedenfalls für den
21. Dezember 2015 keine Krankschreibung des Klägers 1 vorgelegen und war
der Kläger 1 offenbar den ganzen Tag über nicht erreichbar gewesen (Urk. 5/5
S. 9). Schon davor war der Kläger 1 telefonisch nur schwer erreichbar gewesen
und hatte er mit der Beklagten immer wieder per SMS korrespondiert, welche
Einwegkommunikation von der Beklagten nicht toleriert wurde (vgl. Urk. 16/9.1;
Urk. 5/12) und es ihr im Übrigen auch verunmöglichte, mit dem Kläger 1 ins Ge-
spräch zu kommen und sich ein persönliches Bild über dessen Gesundheitszu-
stand zu machen. Dabei musste dem Kläger 1 bewusst sein, dass der auf den
21. Dezember 2015 angesetzte Gesprächstermin unter Einbezug des Berufsbil-
dungsamtes keine andere Deutung zuliess, als dass die Beklagte wie schon am
8. Dezember 2015 angekündigt, endgültig die Auflösung des Arbeitsverhältnisses
prüfte und sie die Verfehlungen des Klägers 1 als schwerwiegend erachtete. Dem
verlieh sie auch im Schreiben vom 18. Dezember 2015 erneut Ausdruck, indem
sie festhielt, dass Krankmeldungen per SMS von ihr nicht länger toleriert würden
(Urk. 5/12). Auch wenn der Kläger 1, wie er selber vorbrachte, am 21. Dezember
2015 den Vertrauensarzt kontaktiert haben will, dieser jedoch erst für die Folge-
woche freie Termine gehabt habe (Urk. 2 S. 5; Urk. 5/13), hätte es aufgrund der
Vorkommnisse und der zahlreichen Verwarnungen ohne Weiteres am Kläger 1
gelegen, sich am 21. Dezember 2015 bei der Beklagten für das vorgesehene Ge-
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spräch telefonisch abzumelden, sie über den mit dem Vertrauensarzt vereinbarten
Termin ins Bild zu setzen und nach Rücksprache mit der Beklagten gegebenen-
falls noch am gleichen Tag einen anderen Arzt aufzusuchen, um eine krankheits-
bedingte Absenz zu belegen. Indem der Kläger sich am 21. Dezember 2015 we-
der bei der Beklagten meldete, noch auf deren Kontaktversuche reagierte, er mit-
hin zum Gespräch vom 21. Dezember 2015 unentschuldigt nicht erschien, lag
spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Kündigungsgrund vor. Mit Blick auf diese
jüngsten Versäumnisse und die vor der Kündigungsentscheidung durchzuführen-
de Anhörung war das Kündigungsrecht nicht verwirkt. Die Verfehlung des Klägers
1 muss aufgrund der zahlreichen vorangegangenen Verfehlungen und Ermah-
nungen ohne Weiteres als schwer eingestuft werden. Dies muss umso mehr gel-
ten, als dass der Kläger 1 die Lehrabschlussprüfung bereits einmal nicht bestan-
den und eine Besserung gemäss Vereinbarung vom 3. August 2015 offenbar
nicht stattgefunden hatte (Urk. 5/4). Wurde eine lernende Person wiederholt ver-
warnt und auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht, so kann ein Lehrverhältnis
selbst mit Blick auf dessen Besonderheit infolge Disziplinlosigkeit und Desinteres-
se fristlos aufgelöst werden (BK OR - Rehbinder/Stöckli, Art. 346 N 6). Damit er-
folgte die Kündigung am 23. Dezember 2015 nicht nur gerechtfertigt, sondern
auch innert angemessener Reaktionsfrist. Indem die Beklagte dem Kläger 1 aus-
serdem am 21. Dezember 2015 die Gelegenheit einräumte, zu einer Anhörung in
Anwesenheit von C._ zu erscheinen, ist auch das Gültigkeitserfordernis ge-
mäss Art. 346 Abs. 2 lit. b OR erfüllt. Im Übrigen hatte die Beklagte dem Kläger 1
bereits anlässlich der Verwarnung vom 8. Dezember 2015 mitgeteilt, sie würde
die Auflösung des Lehrverhältnisses prüfen, und ihm die Gründe dafür erläutert
(Urk. 5/8; Urk. 5/5 S. 4 f.). Nach dem Gesagten sind die Berufungen der Kläger 1
und 2 abzuweisen und es ist der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen.
IV.
1. Da der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen ist und im Übrigen von den
Parteien keine begründeten Einwände gegen das vorinstanzliche Kosten- und
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Entschädigungsdispositiv erhoben worden sind, bleibt es bei der vorinstanzlichen
Kosten- und Entschädigungsregelung für das erstinstanzliche Verfahren.
2. Der Streitwert des Verfahrens liegt unter Fr. 30'000.– brutto, so dass für
das zweitinstanzliche Verfahren keine Gerichtskosten erhoben werden (Art. 114
lit. c ZPO).
3. Die Entschädigungsfolgen für das zweitinstanzliche Verfahren richten sich
wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren nach Obsiegen und Unterliegen
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Mangels Geltendmachung begründeter Aufwände, ist der
Beklagten für das zweitinstanzliche Verfahren jedoch keine Umtriebsentschädi-
gung im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO zuzusprechen.