# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a9a140f5-5139-46c8-b923-db31adfad8cf
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Vertragsbestimmung handle. Zum Sachverhalt führte er an, dass er die
von der Beklagten in der Rechtsschrift aufgeführten Dokumente erstmals
im Jahr 2012 gesehen habe. Ferner bestritt er, dass die Beklagte die
Anfrage für die Kostengutsprache erst am 19. Dezember 2011 erhalten
und am gleichen Tag reagiert habe. Der mit Datum des 19. Dezember
2011 versehene Brief der Versicherung könne erst am nächsten Tag im
Spital eingetroffen sein. Der Hinweis der Beklagten auf die AVB, Ausgabe
Januar 2008, insbesondere auf dessen Ziff. 5.2, und auf die „Zusätzlichen
Versicherungsbedingungen (ZVB) HOSPITAL Spitalzusatzversicherung“,
Ausgabe Januar 2008, gehe fehl, zumal der Vertrag mit dem Kläger im
Jahr 2003 abgeschlossen worden sei. Daher würden die damals gültigen
Versicherungsbedingungen aus dem Jahr 2003 gelten. Er bestreite nach
wie vor, dass ihm die BVB im Rahmen des Vertragsabschlusses
rechtsgültig zugestellt worden seien. Die Beurteilung des
Vertrauensarztes der Beklagten, Dr. med. E._, sei eine reine
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Parteibehauptung, stehe er doch in Diensten der Versicherung und sei
somit nicht unabhängig. Zudem bleibe seine Qualifikation unklar und
somit auch, ob er die beim Kläger angewendete neue Operationsmethode
bei Pilonidalfisteln kenne oder nicht.
In beweisrechtlicher Hinsicht beantragte der Kläger die Einvernahme von
F._, der damaligen Agenturleiterin der Versicherung in C._, als
Zeugin. Unter dem Titel „rechtliche Situation“ brachte der Kläger vor, er
selbst sei bei Vertragsabschluss von der in Versicherungsangelegenheiten
versierten Beklagten nicht richtig beraten und aufgeklärt worden. Der
lebenslängliche Leistungsausschluss stelle eine übermässige Bindung dar
und sei persönlichkeitswidrig. Wollte er nun die Versicherung wechseln,
müsse er angeben, dass ihm die Beklagte eine bestimmte Leistung
verweigert habe, sodass die neue Versicherung den gleichen
Leistungsausschluss ebenfalls aufnehmen würde. Wäre er richtig
aufgeklärt worden, hätte er einige Jahre zuwarten können und hätte dann
einen neuen Antrag stellen können. Dabei hätte das aktuelle Leiden keine
Rolle mehr gespielt, zumal er zwischen 2005 und 2011 deswegen nie
stationär oder ambulant habe behandelt werden müssen.
6. Die Duplik der Beklagten erging am 7. Juni 2012 mit gleichlautendem
Rechtsbegehren. Sie brachte vor, der Kläger habe die fraglichen
Dokumente nicht erst im Jahr 2012 zu Gesicht bekommen, sondern
bereits 2003, habe er doch damals die BVB mit dem fraglichen
Leistungsausschluss eigenhändig unterzeichnet. Die AVB, Ausgabe
2008, würden durchaus Anwendung finden, werde doch in der
Versicherungspolice VVG vom 2. August 2011 darauf verwiesen. Wäre
der Kläger mit deren Anwendbarkeit nicht einverstanden gewesen, hätte
er innerhalb von vier Wochen seit Erhalt der Police Einwendungen
erheben können. Dies habe er jedoch nicht getan. Im Übrigen seien die
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Ausführungen des versicherungsinternen Arztes, Dr. med. E._,
schlüssig, nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei. Dem
Bericht komme daher voller Beweiswert zu. Auffallend sei, dass der
Kläger sich nicht mehr an die Unterzeichnung des Leistungsausschlusses
erinnern könne, jedoch an die angebliche Aussage der Agenturleiterin,
der entsprechende Ausschluss gelte für fünf Jahre. Der eingereichten
Kopie der BVB komme, entgegen den Behauptungen des Klägers,
Beweiswert zu, zumal das Archivsystem der Beklagten sicherstelle, dass
keine Geschäftsakten verfälscht würden. Der Versicherte sei zum
fraglichen Zeitpunkt unter Aushändigung der anwendbaren Police mit
Verweis auf die anwendbaren AVB und ZVB sowie unter Aushändigung
der betreffenden BVB vollumfänglich über seinen Leistungsanspruch
aufgeklärt worden.
In rechtlicher Hinsicht führte die Beklagte aus, es könne keine Rede sein
von einer übermässigen Bindung, habe doch der Kläger jederzeit die
Möglichkeit gehabt, die Versicherung unter Einhaltung der dreimonatigen
Kündigungsfrist auf das Jahresende zu kündigen. Er habe sehr wohl die
Möglichkeit, sich bei einer anderen Versicherungsgesellschaft versichern
zu lassen. Es gebe Versicherungsgesellschaften, die lediglich die
Deklaration jener Behandlungen verlangten, die in den letzten fünf Jahren
vorgenommen worden seien. Es sei nicht nachvollziehbar, was der Kläger
mit der Einrede der übermässigen Bindung bezwecke. Die Rechtsfolge
einer allfälligen, seitens der Beklagten allerdings bestrittenen,
übermässigen Bindung wäre ohnehin nicht jene, dass die Beklagte die
Spitalkosten übernehmen müsste.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden Leistungen aus einer
Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Derartige
Zusatzversicherungen unterliegen nach Art. 12 Abs. 2 und 3 des
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) dem
Versicherungsvertragsgesetz (VVG; SR 221.229.1). Die daraus
entstehenden Streitigkeiten sind daher grundsätzlich privatrechtlicher
Natur (Urteil des Bundesgerichts 4A_158/2011 vom 6. April 2011 E.1.1,
BGE 133 III 439 E. 2.1, Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden U 12
46).
Nach dem Willen des kantonalen Gesetzgebers sind derartige
Streitigkeiten nicht den bündnerischen Zivilgerichten, sondern dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zugewiesen. Denn nach
Art. 63 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht im Klageverfahren
Streitigkeiten im Sinn von Art. 47 des Versicherungsaufsichtsgesetzes
(VAG; SR 961.01; neu korrekterweise Art. 85 VAG und Art. 7 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]; vgl. dazu Urteil des
Verwaltungsgerichts U 12 46 E.1.b, Urteil des Verwaltungsgerichts S 12
112 vom 31. Januar 2013 E.1, Urteil des Verwaltungsgerichts S 09 54
vom 24. Mai 2011 E.1.b), wozu auch Streitigkeiten zwischen Versicherten
und Versicherungen aus Krankenzusatzversicherungen gemäss VVG zu
zählen sind. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist
demnach sachlich zuständig, über Streitigkeiten aus
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung im
Klageverfahren zu entscheiden.
b) Da es sich vorliegend um einen Versicherungsvertrag zwischen einem
gewerblichen Anbieter (Beklagte) und einem privaten Versicherten
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(Kläger), somit einem Konsumenten handelt, der das Kriterium des
„üblichen Verbrauchs“ erfüllt (Zusatzversicherung zur sozialen
Krankenversicherung), ist von einem Konsumentenvertrag im Sinne von
Art. 32 Abs. 2 ZPO auszugehen (vgl. dazu Urteil des Verwaltungsgerichts
U 12 46 vom 15. November 2012 / 15. Februar 2013 E.1.b sowie Urteil
des Verwaltungsgerichts S 09 54 vom 24. Mai 2011 E.1.c). Bei
Streitigkeiten aus Konsumentenverträgen ist für Klagen der Konsumentin
oder des Konsumenten das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der
Parteien zuständig (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO). Auf diesen Gerichtsstand
kann der Konsument nicht zum Voraus oder durch Einlassung verzichten
(Art. 35 Abs. 1 lit. a ZPO), vorbehalten bleibt der Abschluss einer
Gerichtsstandsvereinbarung nach Entstehung der Streitigkeit (Art. 35 Abs.
2 ZPO). In der Gerichtsstandsvereinbarung in Ziff. 31 der AVB für die
Krankenzusatzversicherung (KZV), Ausgabe 2008, (klägerische Akten
[kl.-act.] 2) werden für Klagen aus dem abgeschlossenen
Versicherungsvertrag wahlweise entweder die Gerichte am
Schweizerischen Wohnort der versicherten Person und der
Anspruchsberechtigten oder die Gerichte am Sitz des Versicherers als
zuständig erklärt.
Der Kläger beruft sich auf den Gerichtsstand seines Wohnsitzes, was
sowohl Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO als auch Ziff. 31 der AVB entspricht. Die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
ist folglich ebenfalls gegeben.
c) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 138 III 558) ist bei
Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Kranken-
versicherung, für welche die Kantone eine einzige kantonale Instanz nach
Art. 7 ZPO bezeichnet haben, kein vorgängiges Schlichtungsverfahren
durchzuführen. Die Klage konnte somit direkt beim Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden geltend gemacht werden.
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Da es sich vorliegend um eine privatrechtliche Klage handelt, ist bei deren
Einreichung, mit Ausnahme von allfälligen Verjährungsfristen, keine Frist
einzuhalten. Es ist mangels Schlichtungsverfahrens weder die
dreimonatige Frist gemäss Art. 209 Abs. 3 ZPO zu beachten, wonach
mittels der von der Schlichtungsbehörde ausgestellten Klagebewilligung
innert dreier Monate an das Gericht gelangt werden muss, noch die 30-
tägige Frist nach Art. 52 VRG, wonach eine verwaltungsrechtliche
Beschwerde gegen einen verwaltungsrechtlichen Entscheid innert dieses
Zeitraums einzureichen ist.
Da das Verwaltungsgericht örtlich und sachlich zuständig ist, ist auf die
Klage einzutreten. Für das Verfahren gelten die Bestimmungen der ZPO
(BGE 138 III 558 E. 3.2).
d) Mit Eingabe vom 15. Juni 2012 stellte der Kläger den Antrag, es sei
festzustellen, dass die Beklagte im vorliegenden Verfahren nicht
postulationsfähig sei, weil die beklagtischen Rechtsschriften nicht
rechtsgültig unterzeichnet worden seien. Die Beklagte brachte dazu in
ihrem Schreiben vom 26. Juni 2012 vor, aus der Vollmacht vom 21. Juni
2012 gehe hervor, dass die Rechtsunterzeichnende bevollmächtigt sei,
für die G._ Zusatzversicherungen AG, handelnd durch die Beklagte,
in der vorliegenden Angelegenheit rechtsgültig zu unterzeichnen.
Dem ins Recht gelegten Handelsregisterauszug des Kantons Zürich kann
entnommen werden, dass die Leiterin Versicherungsrecht der Beklagten,
und der Leiter Unternehmensrecht der Beklagten, für die Beklagte
kollektivzeichnungsberechtigt sind. Diese beiden Personen unterzeich-
neten am 21. Juni 2012 eine Vollmacht und ermächtigten darin H._,
für die Beklagte rechtsgültig zu handeln. H._ und I._
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unterzeichneten im Namen der Beklagten die dem Gericht eingereichten
Rechtsschriften. Dazu waren sie offensichtlich rechtsgenüglich ermächtigt,
weshalb die Postulationsfähigkeit der Beklagten zu bejahen ist.
e) Der Kläger verzichtete mit Schreiben vom 15. April 2013 ausdrücklich, die
Beklagte stillschweigend auf die Durchführung einer Hauptverhandlung
(Art. 233 ZPO). Das Gericht entscheidet somit aufgrund der
Ausführungen in den Rechtsschriften und der eingereichten Akten.
2. a) Im vorliegenden Verfahren ist unbestritten, dass der Kläger bei der
Beklagten die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach dem KVG
sowie mehrere Krankenzusatzversicherungen nach dem VVG, darunter
auch die HOSPITAL Spitalzusatzversicherung PLUS, abgeschlossen hat.
Strittig ist, ob die Beklagte aus dem entsprechenden Versicherungs-
vertrag, nämlich der Spitalzusatzversicherung nach VVG, für den
Aufenthalt des Klägers im Stadtspital D._ vom 16. bis zum 20.
Dezember 2011 Leistungen erbringen muss oder nicht. Entscheidend ist
dabei, ob der von der Beklagten geltend gemachte Leistungsausschluss
für „Sakraldermoid / Pilonidalfistel / Dermoidzyste und mögliche Folgen,
insbesondere Rezidive, Entzündungen“ zur Anwendung kommt oder
nicht.
b) Gemäss Art. 33 VVG haftet der Versicherer, soweit das Gesetz nichts
anders bestimmt, für alle Ereignisse, welche die Merkmale der Gefahr,
gegen deren Folgen Versicherung genommen wurde, an sich tragen, es
sei denn, dass der Vertrag einzelne Ereignisse in bestimmter,
unzweideutiger Fassung von der Versicherung ausschliesst. Diese
Gesetzesbestimmung war zum Zeitpunkt des Abschlusses des
Versicherungsvertrages zwischen den Parteien, im Dezember 2003,
bereits in Kraft. Sie bezieht sich auf gefahrsbeschränkende Abreden, das
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heisst auf Ausschlussbestimmungen und setzt eine klare und
unzweideutige Formulierung bei der Beschränkung der Leistungspflicht
des Versicherers voraus (STEPHAN FUHRER, in: HONSELL/VOGT/SCHNYDER
[Hrsg.], Basler Kommentar über den Versicherungsvertrag, Basel 2001,
Art. 33 N 3 und 12). Dabei ist zu beachten, dass Individualabreden anders
lautenden Bestimmungen in den Allgemeinen Vertragsbedingungen
vorgehen (FUHRER, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 33 N 77).
Gemäss der ursprünglichen Fassung von Art. 3 VVG (vgl. Gerhard
Stoessel, in: Honsell/Vogt/Schnyder [Hersg.], Basler Kommentar über den
Versicherungsvertrag, Basel 2001, Art. 3) war der Versicherer verpflichtet,
dem Antragsteller die allgemeinen Versicherungsbedingungen entweder
zusammen mit dem Antragsschein oder noch vor Einreichung des
Antragsscheins durch den künftigen Versicherungsnehmer zur Kenntnis
zu bringen, ansonsten der Antragsteller nicht an den Antrag gebunden
war. Der Kläger macht nicht geltend, die allgemeinen Versicherungs-
bedingungen nicht erhalten zu haben. Jedoch bestritt er, im Dezember
2003 die BVB (kl.-act. 11b, beklagtische Akten [bkl.-act.] 6) und das
Schreiben der Beklagten vom 19. Dezember 2003 (kl.-act. 11a, bkl.-act. 7)
erhalten zu haben. Damit setzt er sich auf den Standpunkt, die Beklagte
sei im Rahmen des Vertragsabschlusses im Dezember 2003 ihrer
Informationspflicht nicht nachgekommen. Zudem beanstandet er, dass die
Beklagte im Rahmen des vorliegenden Verfahrens lediglich eine Kopie der
BVB vorlegte, was seines Erachtens für einen sicheren Beweis nicht
ausreiche.
c) Was die Beweistauglichkeit der ins Recht gelegten Kopie der BVB betrifft,
so führte die Beklagte in ihren Rechtsschriften in nachvollziehbarer Art
und Weise aus, wie sie im Allgemeinen die Daten der versicherten
Personen gemäss Gesetzesvorschrift archiviert. Im konkreten Fall kann
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festgestellt werden, dass der Inhalt des Leistungsausschlusses, so wie er
in der Kopie der BVB enthalten ist, mit dem in der Gesundheitsdeklaration
vom 19. November 2003 (kl.-act. 1, bkl.-act. 4) angegebenen Leiden
übereinstimmt. Dies und der Umstand, dass keinerlei Hinweise vorhanden
sind, die Zweifel an der Richtigkeit und Echtheit der von der Beklagten
eingereichten Kopie erwecken würden, erweist sich diese Beilage, die im
Übrigen von beiden Parteien ins Recht gelegt wurde (kl.-act. 11b, bkl.-act.
6), als für die Beweisführung im vorliegenden Verfahren tauglich.
d) Per 1. Januar 2007 änderte der Gesetzgeber Art. 3 VVG und umschrieb
im neuen Art. 3 VVG die Informationspflicht des Versicherers detailliert
(vgl. Art. 3 VVG; in Kraft seit 1. Januar 2007). Demnach muss der
Versicherer den Versicherungsnehmer vor Abschluss des Versicherungs-
vertrages verständlich über die Identität des Versicherers und den
wesentlichen Inhalt des Versicherungsvertrages informieren. Dazu
gehören unter anderen die versicherten Risiken (lit. a), der Umfang des
Versicherungsschutzes (lit. b), die geschuldeten Prämien (lit. c) sowie die
Laufzeit und Beendigung des Versicherungsvertrages (lit. d). Der
Versicherer ist gehalten, die erforderlichen Angaben dem Versicherungs-
nehmer so zu übergeben, dass er sie kennen kann, wenn er den
Versicherungsvertrag beantragt oder annimmt. In jedem Fall muss der
Versicherungsnehmer zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Allgemeinen
Versicherungsbedingungen und der Information über die Bearbeitung der
Personendaten (...) (lit. g) sein (Abs. 2). Vor Inkrafttreten dieser Änderung
leitete sich die Informationspflicht des Versicherungsnehmers aus Art. 12
VVG ab. In Art. 12 Abs. 1 VVG wird die Möglichkeit des
Versicherungsnehmers statuiert, binnen vier Wochen nach Empfang der
Urkunde deren Berichtigung zu verlangen, wenn der Inhalt der Police
oder der Nachträge zu derselben mit den getroffenen Vereinbarungen
nicht übereinstimmen. Die Geltendmachung einer Berichtigung setzt
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allerdings voraus, dass der Versicherungsnehmer die Diskrepanz
zwischen Policeninhalt und getroffener Vereinbarung überhaupt kennt
(FUHRER, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 12 N 34). Daraus und aus dem
Grundsatz von Treu und Glauben leitete die Lehre bereits vor Januar
2007 eine Aufklärungspflicht des Versicherers ab (FUHRER, Basler
Kommentar, a.a.O., Art. 12 N 35).
e) Der Kläger unterzeichnete am 4. Dezember 2003 den
Versicherungsantrag der Beklagten (kl.-act. 1, bkl.-act. 4), worauf diese
eine Risikoprüfung durchführte und dem Kläger mit Schreiben vom 11.
Dezember 2003 (bkl.-act. 5) mitteilte, dass der gewünschte
Versicherungsschutz nur mit einem Leistungsausschluss gewährt werden
könne. Mit hervorgehobener Schrift machte sie im selben Schreiben
darauf aufmerksam, dass der Kläger, falls er damit einverstanden sei, die
als Beilage mitgeschickten BVB unterzeichnen und innerhalb von 15
Tagen zurücksenden solle, ansonsten der Antrag als zurückgezogen
betrachtet werde. Sie fügte an, der Ausschluss gelte nur für die neue
Zusatzversicherung Hospital Plus.
Am 15. Dezember 2003, unterzeichnete der Kläger das Blatt mit dem Titel
„Besondere Versicherungsbedingungen (BVB)“ und mit folgendem
Wortlaut: „Aufgrund der bestehenden Krankheit oder Krankheitsanlagen
und deren allfällige Folgen oder Unfallfolgen werden aus der HOSPITAL
Spitalzusatzversicherung nach VVG keine Leistungen ausgerichtet für:
Sakraldermoid / Pilonidalfistel / Dermoidzyste und mögliche Folgen,
inbesondere Rezidive, Entzündungen. Ich erkläre mich damit
einverstanden, den bei der G._ eingereichten Versicherungsantrag
mit oben stehender zusätzlicher Bedingung aufrechtzuerhalten.“ (kl.-act.
11b, bkl.-act. 6). Mit Schreiben vom 19. Dezember 2003 bestätigte die
Beklagte, dass sie den Kläger in die Versicherung „Hospital Plus
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halbprivate Abteilung Spitäler ganze Schweiz, mit Leistungsausschluss“
aufgenommen habe (kl.-act. 11a, bkl.-act. 7). Die beiden Schreiben der
Versicherung waren von F._, Kundenberaterin der Filiale C._
der Beklagten, unterzeichnet.
Angesichts des Umstands, dass der Kläger die BVB am 15. Dezember
2003 eigenhändig unterzeichnet hatte, geht sein Einwand fehl, er habe
diese damals nicht zugestellt erhalten. Hat er seine Unterschrift darauf
gesetzt, war er auch in deren Besitz und musste er von deren Inhalt
Kenntnis genommen haben. Dass es sich dabei tatsächlich um seine
eigene Unterschrift handelte, zeigt ein Vergleich mit der Unterschrift auf
der Gesundheitsdeklaration und dem Versicherungsantrag (kl.-act. 1/bkl.-
act. 4). Die Handschriften stimmen eindeutig überein. Dass er diese nicht
selbst unterzeichnet hätte, bringt der Kläger denn auch nicht vor. Damit
steht fest, dass ihm die massgeblichen BVB zugestellt worden waren und
er von dem darin beschriebenen Leistungsausschluss Kenntnis haben
musste.
An dieser Beurteilung würde auch nichts ändern, wenn der Kläger das
Schreiben vom 19. Dezember 2003 tatsächlich nicht erhalten hätte oder
wenn ihm die unterzeichneten BVB nach Einreichung an die Beklagte
nicht nochmals zugestellt worden wären. Denn einerseits musste er
angesichts der Unterschrift, die er darauf gesetzt hatte, vom
Leistungsausschluss tatsächlich Kenntnis haben. Andererseits war ihm im
Januar 2004 die Versicherungspolice VVG zugestellt worden, auf der die
ab dem 1. Januar 2004 geltenden Zusatzversicherungen aufgeführt waren
(bkl.-act. 3). Unter der Position „HOSPITAL Spitalzusatzversicherung
PLUS, halbprivate Abteilung, ganze Schweiz“, war vermerkt:
„Leistungsausschluss ab 01.01.2004 (unbeschränkt) gemäss BVB vom
11.12.2003“. Nebst dem Hinweis auf die „Allgemeinen
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Versicherungsbedingungen“ (AVB) und die „Zusätzlichen Versicherungs-
bedingungen (ZVB) für die HOSPITAL Spitalzusatzversicherung“ für das
Jahr 1997 des entsprechenden Produkts war aufgeführt, dass der Kläger
die Vertragsbedingungen für Zusatzversicherungen nach VVG bereits
erhalten habe und dass er bei Nicht-Übereinstimmen von Policeninhalt
und getroffener Vereinbarung binnen vier Wochen eine Berichtigung
verlangen könne. Hätte er also tatsächlich nichts von dem auf der Police
angebrachten Leistungsausschluss gewusst, hätte er diesen spätestens
bei der Durchsicht der Police bemerken müssen. Er hätte rechtzeitig
reagieren und innerhalb von vier Wochen bei der Beklagten nachfragen
können.
Die Rüge, dass ihm die massgeblichen Informationen und Dokumente
nicht zugekommen wären, ist unter den gegebenen Umständen nicht zu
hören. Der Kläger hatte dem eingeschränkten Angebot der Versicherung
schriftlich zugestimmt und war vor Ausstellung der Versicherungspolice
mindestens dreimal (Schreiben vom 11. Dezember 2003, von ihm
persönlich unterzeichnete BVB, Schreiben vom 19. Dezember 2003)
schriftlich auf den Leistungsausschluss hingewiesen worden. Selbst wenn
ihm die Schreiben der Versicherung nicht zugekommen wären, hatte er
erwiesenermassen Kenntnis von den BVB und unbestrittenermassen von
der Versicherungspolice 2004, aus denen ebenfalls hervorgeht, dass die
Spitalzusatzversicherung nur mit einem Leistungsausschluss galt. In den
vom Kläger eigenhändig unterzeichneten BVB wird der Umfang des
Ausschlusses zudem detailliert beschrieben. Der Einwand des Klägers,
das Schreiben vom 19. Dezember 2003 und die BVB zum damaligen
Zeitpunkt nicht erhalten respektive vom Leistungsausschluss keine
Kenntnis gehabt zu haben, erweist sich somit als unglaubwürdig. Eine
Verletzung der Informationspflicht seitens der Beklagten liegt nicht vor.
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f) Dem Kläger wurde jedes Jahr eine neue Versicherungspolice zugestellt,
auf der die Zusatzversicherungen nach VVG im Detail aufgeführt waren
(bkl.-act. 3). In Übereinstimmung mit Art. 12 VVG war darauf jeweils auch
vermerkt, dass sich der Kläger innerhalb von vier Wochen melden sollte,
wenn der Inhalt der Versicherungspolice nicht mit den getroffenen
Vereinbarungen übereinstimme, andernfalls man davon ausgehe, dass
der Inhalt vom Versicherten akzeptiert werde. Bei der „HOSPITAL
Spitalzusatzversicherung PLUS, halbprivate Abteilung, ganze Schweiz“,
war jeweils - mit Ausnahme der Police vom 1. November 2005, die am 29.
November 2005 ersetzt wurde, und zweier Policen vom 1. Januar 2006,
ersetzt durch eine weitere Police vom 1. Januar 2006 - der Hinweis
angebracht: „Leistungsausschluss ab 01.01.2004 (unbeschränkt) gemäss
BVB vom 11.12.2003“. Zudem war jeweils aufgeführt, dass die
Versicherungsbedingungen (AVB / ZVB 1997 respektive 2008) des
entsprechenden Produkts massgebend seien. Dies gilt auch für die Police
aus dem Jahr 2011, die vorliegend der zu prüfenden Leistungspflicht der
Versicherung zu Grunde liegt.
In diesem Zusammenhang ist die Rüge des Klägers zu prüfen, die
Beklagte erachte die AVB, Ausgabe 1. Januar 2008, und die Zusätzlichen
Versicherungsbedingungen (ZVB) HOSPITAL Spitalzusatzversicherung,
Ausgabe 1. Januar 2008, zu Unrecht als einschlägig. Der
Versicherungsvertrag sei im Jahr 2003 abgeschlossen worden, weshalb
die Beklagte die damals gültigen Bedingungen präsentieren müsse. Wie
die Beklagte richtig vorbrachte, ergibt sich die Anwendbarkeit der AVB und
der ZVB, jeweils in der Ausgabe des Jahres 2008, aus der
Versicherungspolice vom 2. August 2011 (kl.-act. 12, bkl.-act. 3). Die
Beklagte war ihrer in Art. 12 Abs. 2 VVG statuierten Pflicht, in der Police
auf die Möglichkeit hinzuweisen, Einwendungen fristgemäss vorzubringen,
korrekt nachgekommen. Der Kläger hätte somit, wäre er mit der
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Anwendbarkeit der AVB und ZVB, Ausgabe 2008, nicht einverstanden
gewesen, reagieren müssen. Dies tat er erwiesenermassen nicht, womit
folglich die AVB und ZVB aus dem Jahr 2008 volle Gültigkeit haben. Der
gegenteilige klägerische Einwand ist nicht zu hören.
Auch ist die Beklagte ihrer in Ziff. 5.2 AVB enthaltenen Pflicht
nachgekommen, jeweils den Umfang der Versicherung zu deklarieren.
Dementsprechend hat sie in den jährlich neu ausgestellten
Versicherungspolicen aufgeführt, welche Versicherungen der Kläger
abgeschlossen hatte und welche BVB vereinbart waren.
Eine Verletzung der Aufklärungs- oder Informationspflicht kann der
Beklagten somit auch für den Zeitraum nach Abschluss der fraglichen
Zusatzversicherung nicht vorgeworfen werden. Ohnehin würde eine
solche nicht dazu führen, dass die Beklagte die umstrittenen Kosten für
den Spitalaufenthalt des Klägers übernehmen müsste, sondern, gemäss
Art. 3a VVG, dass dem Kläger ein Kündigungsrecht innerhalb von vier
Wochen seit Kenntnisnahme der massgeblichen Informationen und der
Verletzung der Informationspflicht zusteht. Von diesem Kündigungsrecht
hat der Kläger innerhalb des fraglichen Zeitraums (Winter/Frühjahr 2012)
erwiesenermassen keinen Gebrauch gemacht.
g) Schliesslich stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, der
Versicherungsvorbehalt hätte ihm in Analogie zu Art. 69 Abs. 3 KVG
schriftlich mitgeteilt, ja nach der Rechtsprechung per Verfügung eröffnet
werden müssen. Die versicherte Person dürfe nicht im Ungewissen über
den Umfang des Vorbehalts gelassen werden. Zudem hätten die
vorbehaltene Krankheit sowie Beginn und Ende der Vorbehaltsfrist in der
Mitteilung genau bezeichnet werden müssen. Es könne nicht sein, dass
verschiedene Formvorschriften für Versicherungen nach KVG oder VVG
gelten würden. Dass die mächtige, gesetzeskundige Versicherung dem
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damals 18-jährigen Kläger nicht mitgeteilt habe, dass der
Leistungsausschluss lebenslänglich gelten würde, verstosse gegen den
Vertrauensgrundsatz im Vertragsrecht.
Das KVG regelt die soziale Krankenversicherung. Sie umfasst die
obligatorische Krankenpflegeversicherung und eine freiwillige
Taggeldversicherung (Art. 1a KVG). Gemäss Art. 12 Abs. 2 KVG steht es
den Krankenkassen frei, neben der sozialen Krankenversicherung nach
KVG auch Zusatzversicherungen anzubieten; ebenso können sie im
Rahmen der vom Bundesrat festgesetzten Bedingungen und
Höchstgrenzen weitere Versicherungsarten betreiben (Abs. 2). Die
Versicherungen nach Absatz 2 unterliegen dem VVG (Abs. 3). Wie aus
dieser Bestimmung hervorgeht, ist es vom Gesetzgeber ausdrücklich
vorgesehen, dass für die obligatorische Krankenpflegeversicherung und
für die Zusatzversicherungen andere gesetzliche Bestimmungen gelten
sollen. Allerdings schreibt nicht einmal Art. 69 Abs. 3 KVG (der im Übrigen
auf die freiwillige Taggeldversicherung Anwendung findet, vgl. 3. Titel
„freiwillige Taggeldversicherung“, Art. 67 ff. KVG) vor, dass für die
Gültigkeit des Versicherungsvorbehalts eine Mitteilung per Einschreiben
oder per Verfügung erfolgen müsse. Letzteres hat gemäss Lehre und
Rechtsprechung mit der Frage der Anbringung einer