# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9244a83e-3ece-59f3-802a-d30e914f1ae2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.A. lenkte am Sonntag, 12. Januar 2014, um 21.40 Uhr, den Personenwagen
mit dem amtlichen Kennzeichen SG 000000 in X. auf der K.-strasse in Richtung Y. Die
Polizeipatrouille, die ihn wegen seiner langsamen Fahrweise kontrollierte, stellte fest,
dass „die Frontscheibe des Fahrzeugs total und die Seitenscheiben teilweise vereist“
waren und die Sicht auf die Strasse „nicht vollends frei“ war. In der polizeilichen
Befragung anerkannte A.A. unterschriftlich den Vorhalt, das Fahrzeug „mit vereisten
Scheiben (ohne Guckloch)“ gelenkt zu haben. Er habe, nachdem er etwa drei- bis
vierhundert Meter zurückgelegt habe, gerade an den Rand fahren und kratzen wollen,
weil Scheibenwasser und Lüftung „nicht ausgereicht“ hätten. Das Untersuchungsamt
Uznach ging davon aus, die Sicht sei „wegen der vereisten/beschlagenen Scheiben
eingeschränkt“ gewesen, und büsste A.A. am 20. März 2014 wegen Führens eines
nicht betriebssicheren Fahrzeugs mit CHF 500 (act. 10/10 S. 9 f.). Der Strafbefehl
wurde unangefochten rechtskräftig.
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Mit Schreiben vom 2. April 2014 leitete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt ein
Administrativmassnahmeverfahren wegen schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften ein (act. 10/10 S. 7 f.). A.A. brachte im Wesentlichen vor,
er sehe ein, einen groben Fehler begangen zu haben, sei aber zur Berufsausübung auf
den Führerausweis angewiesen und befürchte, seine Anstellung zu verlieren (act. 10/10
S. 6). Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt stufte die Widerhandlung nach
nochmaliger Prüfung der Akten und unter Berücksichtigung der strafrechtlichen
Beurteilung als mittelschwer ein und entzog A.A. am 6. Mai 2014 den Führerausweis für
die Dauer von zwei Monaten (act. 10/10 S. 2). Die Verwaltungsrekurskommission wies
den dagegen erhobenen Rekurs (act. 10/1) am 25. September 2014 ab. Sie ging davon
aus, die Sicht sei für den Fahrzeuglenker „massiv eingeschränkt“ gewesen.
B. A.A. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 1. Oktober 2014 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 14. Oktober 2014 und Ergänzung vom 17. November 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und der
Führerausweis nur für einen Monat zu entziehen, eventualiter sei die Sache zur neuen
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Mit Vernehmlassung vom 19. November 2014 verwies die Vorinstanz auf die
Erwägungen des angefochtenen Entscheids und beantragte die Abweisung der
Beschwerde. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (Beschwerdegegner)
verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid und des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
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2. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie sei ihrer Pflicht, den
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, nicht nachgekommen und habe diesen in
der Folge unrichtig festgestellt.
2.1. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kann sich der
Beschwerdeführer darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder der angefochtene
Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art.
61 Abs. 2 VRP). Unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus den vorhandenen
Beweismaterialien unrichtige Schlüsse gezogen werden, insbesondere indem der
Sachverhalt falsch oder aktenwidrig festgestellt wird oder indem Beweise unrichtig
gewürdigt werden (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2.
Aufl. 2003, Rz. 587).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Administrativbehörde
grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde gebunden (vgl.
BGer 1C_446/2011 vom 15. März 2012 E. 5.1 mit Hinweisen unter anderem auf BGE
137 I 363 E. 2.3.2 und 136 II 447 E. 3.1). Von den tatsächlichen Feststellungen im
Strafurteil darf sie nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid
zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder wenn sie zusätzliche
Beweise erhebt (BGE 124 II 103 E. 1c/aa; BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa). Die
Verwaltungsbehörde ist unter bestimmten Voraussetzungen auch an einen
Strafentscheid gebunden, der in einem Strafbefehlsverfahren gefällt wurde, selbst
wenn er ausschliesslich auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt insbesondere dann,
wenn der Beschuldigte wusste oder angesichts der Schwere der ihm vorgeworfenen
Delikte voraussehen musste, dass gegen ihn ein Führerausweisentzugsverfahren
eröffnet würde. Unter diesen Umständen darf der Betroffene nicht das
Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge
zu stellen, sondern ist nach Treu und Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des
(summarischen) Strafverfahrens zu tun, sowie allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu
ergreifen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa; 121 II 214 E. 3a). Selbständige Beweiserhebungen
hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls dann durchzuführen, wenn klare
Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Tatsachenfeststellungen durch die Strafbehörde
bestehen (vgl. BGer 1C_446/2011 vom 15. März 2012 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 136 II
447 E. 4.1 und weitere Entscheide).
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2.2. In der Darstellung des Sachverhalts hielt die Vorinstanz fest, der
Beschwerdeführer sei „mit vereisten und beschlagenen Fensterscheiben und
demzufolge mit eingeschränkter Sicht gefahren“ (angefochtener Entscheid Sachverhalt
A). In tatsächlicher Hinsicht ging sie davon aus, der Beschwerdeführer habe „einen
Personenwagen mit vereisten und beschlagenen Scheiben“ gelenkt (angefochtener
Entscheid E. 2). Im Zusammenhang mit der Bindung der Verwaltungsbehörde an die
tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde wird festgestellt, aus Strafbefehl und
Polizeirapport ergebe sich, dass dem Beschwerdeführer „in tatsächlicher Hinsicht
Fahren mit komplett vereister Frontscheibe und mit teilweise vereisten Seitenscheiben
vorgeworfen“ werde (angefochtener Entscheid E. 3a). Bei der Beurteilung des
Verschuldens ging die Vorinstanz davon aus, „aufgrund des Zustandes der Scheiben
(komplett vereiste Frontscheibe, teilweise vereiste Seitenscheiben)“ sei „die Sicht für
den Fahrzeuglenker massiv eingeschränkt“ gewesen (angefochtener Entscheid E. 4c).
Das erstmalige Vorbringen des Beschwerdeführers, das Seitenfenster auf der
Fahrerseite sei offen gewesen, behandelte die Vorinstanz als Schutzbehauptung. Den
Beschwerdeführer hat sie nicht befragt. Andere Beweismittel waren nicht beantragt.
Mit der – in der Beschwerde beanstandeten – Feststellung, die Frontscheibe sei
„komplett“ und die Seitenscheiben seien „teilweise vereist“ gewesen, hat sich die
Vorinstanz an die Darstellung im Polizeirapport („total“ beziehungsweise „teilweise
vereist“) und in der polizeilichen Befragung („ohne Guckloch“) gehalten. Damit war aber
noch keine Aussage über das Ausmass der Beeinträchtigung der Sicht verbunden. Im
unangefochten rechtskräftig gewordenen Strafbefehl vom 20. März 2014 wird die Sicht
als „eingeschränkt“ bezeichnet. Nach der Darstellung im Polizeirapport war die Sicht
„nicht vollends frei“. Die Vorinstanz ist von einer „massiv eingeschränkten“ Sicht
ausgegangen. Mit dieser für die rechtliche Würdigung des Verhaltens des
Beschwerdeführers hinsichtlich der verursachten Gefährdung und des Verschuldens
massgeblichen Sachverhaltsfeststellung hat sich die Vorinstanz innerhalb der
tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörden bewegt.
Diese Feststellung steht insbesondere nicht im Widerspruch zu den weiteren Akten. In
der Beschwerde wird – erstmals – vorgebracht, die Polizeifotos seien nicht genügend
aussagekräftig. Bei der Aufnahme nach aussen spiegle sich der Fotoblitz in der
Scheibe, bei der Aufnahme nach innen zeige sich, dass das Eis im mittleren und
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oberen Bereich durch die Wischbewegung entfernt worden sei. Auch wenn die
Aussagekraft der kopierten, gescannten und gedruckten Fotografien in den Akten des
Administrativverfahrens vergleichsweise gering ist, bestand kein Anlass, von Amtes
wegen bei den Strafbehörden die Originale beizuziehen. Wie auch der
Beschwerdeführer selbst feststellt, bestätigt die Kopie der aus dem Fahrzeuginnern
aufgenommenen Fotografie (act. 7/6), dass die Frontscheibe auf der Fahrerseite bis
gegen den oberen Bereich und gegen die Beifahrerseite hin bis in den mittleren Bereich
zumindest teilweise frei von Eis war. Erkennbar wird auch, dass – wie in der
Beschwerde ebenfalls nicht bestritten wird – die Frontscheibe teilweise beschlagen
war. Soweit mit der Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung beanstandet werden
sollte, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass „die Sicht für den
Fahrzeuglenker massiv eingeschränkt“ gewesen sei, erweist sich die Beschwerde
deshalb als unbegründet.
Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz sein Vorbringen, er sei mit „geöffneter
Seitenscheibe“ auf der Fahrerseite gefahren, als Schutzbehauptung qualifizierte. Die
Vorinstanz hätte ihn zu dieser Sache einvernehmen müssen. Der Beschwerdeführer hat
weder gegenüber der Polizei noch im Verfahren vor dem Beschwerdegegner geltend
gemacht, er habe die Strassenverhältnisse auch durch das offene Fenster auf der
Fahrerseite überblickt. Diese Behauptung brachte er erstmals im Rekursverfahren vor.
Umso mehr als er in der polizeilichen Befragung angab, er habe „links auf den Platz
fahren wollen“, wäre zu erwarten gewesen, dass er in diesem Zusammenhang auch
erwähnt hätte, er habe zu diesem Zweck das Seitenfenster auf der Fahrerseite
geöffnet. Unter diesen Umständen erscheint das Vorbringen wenig glaubhaft. Dass die
Vorinstanz es als Schutzbehauptung betrachtete und den Beschwerdeführer – der
mündlich nicht mehr als das hätte wiederholen können, was schriftlich vorgebracht
werden konnte – nicht befragte, ist deshalb nicht zu beanstanden. Abgesehen davon
würde dieser Umstand an der Tatsache nichts ändern, dass die Sicht des
Beschwerdeführers während des Streckenabschnitts, den er bei geschlossenem
Seitenfenster zurücklegte, und anschliessend nach vorn und insbesondere nach rechts
erheblich beeinträchtigt war.
2.3. Aufgrund der Sachdarstellungen im Strafbefehl vom 20. März 2014 und im
zugrunde liegenden Polizeirapport samt den Kopien der von der Polizei erstellten
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Fotografien ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer am
12. Januar 2014 auf der K.-strasse in X. in Richtung Z. bei Dunkelheit mit einem
Personenwagen trotz massiv eingeschränkter Sicht wegen teilweise vereister und
beschlagener Front- und Seitenscheiben eine Strecke von rund vierhundert Metern
zurücklegte, bevor er von der Polizei kontrolliert wurde (act. 10/10 S. 9 ff.). Damit
erweist sich die Rüge, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, als
unbegründet.
Da aus den Kopien der von der Polizei erstellten Fotografien keine Tatsachen abgeleitet
werden, welche nicht auch der Beschwerdeführer anerkennt, erübrigt sich der Beizug
eines unabhängigen Fotografie-Experten zur Beurteilung der Aussagekraft der
Innenaufnahme.
3. Der Beschwerdeführer macht im Zusammenhang mit der rechtlichen
Würdigung geltend, sein Verhalten könne nicht als rücksichtslos bezeichnet werden.
Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) wird nach
Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren
nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, OBG) ausgeschlossen ist, der Lernfahr-
oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten, mittelschweren und schweren
Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei
nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 Ingress und lit. a SVG). Eine schwere
Widerhandlung liegt vor, wenn durch eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird
(Art. 16c Abs. 1 Ingress und lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b Abs.
1 Ingress und lit. a SVG) stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht
alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle
qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (vgl. BGE 135
II 138 E. 2.2.2).
Indem der Beschwerdegegner von einer mittelschweren Widerhandlung ausging, hat er
dem Beschwerdeführer auch kein rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen. Andernfalls
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wäre er entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. beispielsweise
BGer 6B_672/2008 vom 16. Januar 2009) verpflichtet gewesen, den Führerausweis –
wie im Schreiben zur Gewährung des rechtlichen Gehörs in Aussicht gestellt – wegen
einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften, die in
subjektiver Hinsicht ein rücksichtsloses oder sonstwie schwerwiegend
verkehrsregelwidriges Verhalten voraussetzt (vgl. BGer 6S.111/2004 vom 4. Juni 2004
E. 2; BGE 132 II 234 E. 3), zu entziehen. Ebensowenig hat die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer – wie in der Beschwerde behauptet wird – ein grobfahrlässiges und
damit rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen; vielmehr ist sie davon ausgegangen, sein
Verhalten liege an der Grenze dazu (angefochtener Entscheid E. 4d). Der Führerausweis
wurde dem Beschwerdeführer dementsprechend gestützt auf Art. 16b Abs. 1 Ingress
und lit. a SVG – und nicht gestützt auf Art. 16c Abs. 1 Ingress und lit. a SVG –
entzogen.
4. Der Beschwerdeführer beanstandet schliesslich die Bemessung der
Entzugsdauer.
4.1. Gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG sind bei der Festsetzung der Dauer des
Führerausweisentzugs die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die
Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen
(Satz 1); die Mindestentzugsdauer, die nach einer mittelschweren Widerhandlung
gemäss Art. 16b Abs. 2 Ingress und lit. a SVG einen Monat beträgt, darf jedoch nicht
unterschritten werden (Satz 2). Alle Umstände sind dabei gesamthaft zu würdigen, und
es ist im Einzelfall die Entzugsdauer so festzusetzen, dass die mit der Massnahme
beabsichtigte erzieherische und präventive Wirkung am besten erreicht wird. Der
Verwaltungsbehörde und der Vorinstanz steht bei der Bemessung der Dauer des
Führerausweisentzugs ein weiter Ermessensspielraum zu. Da im Beschwerdeverfahren
gemäss Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP ausschliesslich Rechtsverletzungen gerügt werden
können, greift das Verwaltungsgericht nur ein, wenn das Ermessen überschritten oder
missbraucht wurde. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Verwaltungsbehörde oder
die Vorinstanz einzelne Umstände zu Unrecht ganz ausser Acht gelassen oder in einer
unhaltbaren Weise gewichtet hat (vgl. zur entsprechenden bundesgerichtlichen Praxis
BGer 1C_309/2014 vom 21. Januar 2015 E. 6, 1C_710/2013 vom 7. Januar 2014 E.
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3.2, 1C_746/2012 vom 12. Dezember 2013 E. 3.4, 1C_402/2009 vom 17. Februar 2010
E. 5.1, 1C_135/2008 vom 13. August 2008 E. 3.2.1, BGE 128 II 173 E. 4b mit Hinweisen
auf BGE 124 II 44 E. 1 und 115 Ib 163 E. 3). Das Ermessen muss pflichtgemäss, das
heisst insbesondere verhältnismässig und rechtsgleich, gehandhabt werden. (B.
Rütsche, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum
Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 113 zu Art. 16 SVG).
4.2. Die Vorinstanz bestätigte im angefochtenen Entscheid die Dauer des vom
Beschwerdegegner auf zwei Monate festgesetzten Entzuges. Sie führt aus, dass
aufgrund des Zustandes der Scheiben die Sicht für den Fahrzeuglenker massiv
eingeschränkt gewesen sei, weshalb eine hohe Unfallgefahr bestanden habe. Für die
Verkehrssicherheit sei von zentraler Bedeutung, dass sich das Fahrzeug in
vorschriftsgemässem Zustand befinde und der Lenker eine gute Sicht auf die Strasse
habe. Indem der Beschwerdeführer es unterlassen habe, die Scheiben zu enteisen und
zu säubern, habe er zumindest fahrlässig eine beträchtlich erhöhte Gefährdung anderer
Verkehrsteilnehmer in Kauf genommen. Er habe die Situation falsch eingeschätzt,
indem er fälschlicherweise davon ausgegangen sei, die Scheiben mit Hilfe der
Scheibenwischer und der Lüftung innerhalb kurzer Zeit enteisen und säubern zu
können. Diese Fehleinschätzung liege an der Grenze zu grobfahrlässigem und damit
rücksichtslosem Verhalten, das als schweres Verschulden einzustufen wäre. Die
Schwere von Gefährdung und Verschulden würden eine Erhöhung der
Mindestentzugsdauer rechtfertigen. Der Beschwerdeführer sei zwar im ADMAS nicht
verzeichnet, besitze den Führerausweis jedoch erst seit 2009, weshalb er noch nicht
über einen seit zehn oder mehr Jahren ungetrübten automobilistischen Leumund
verfüge. Eine solche Vorstrafenlosigkeit gelte als Normalfall und sei nicht zwingend
strafmildernd zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer sei als Servicetechniker von
der Massnahme stärker betroffen als ein anderer Automobilist, weshalb von einer
erhöhten Sanktionsempfindlichkeit auszugehen und die Entzugsdauer zu mindern sei.
Insgesamt erscheine es verhältnismässig, nicht nur die Mindestentzugsdauer von
einem Monat zu verhängen.
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, dass keinesfalls eine
Grobfahrlässigkeit vorliege. Es sei keine ernstliche Gefahr für andere hervorgerufen
worden, weshalb gar kein rücksichtsloses Verhalten anderen Verkehrsteilnehmern
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gegenüber vorliegen könne. Eine entlastende Vorstellung (Fehleinschätzung) könne
nicht zu einem grösseren Verschulden führen. Er habe sich nach seinen Vorstellungen
richtig verhalten. Zudem untermaure das Aussenfoto des Polizeirapports, dass er die
Situation nicht in hohem Masse falsch eingeschätzt habe und der Scheibenwischer
Teile der Eisschicht auf der Frontscheibe entfernt habe. Es seien daher weder
Rücksichtslosigkeit noch Grobfahrlässigkeit gegeben. Ein Vertrauen auf persönliche
Einschätzungen könne zudem nicht in besonderem Masse pflichtwidrig sein. Aus der
Perspektive des Fahrzeuglenkers sei eine Schädigung nicht anzunehmen gewesen,
weshalb keine Grobfahrlässigkeit vorliegen könne. Eine Vorstrafenlosigkeit im ADMAS
sei zwar nicht zwingend strafmildernd zu berücksichtigen. Dies hiesse jedoch nicht,
dass sie unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit bei aussergewöhnlicher
Gesetzestreue nicht doch berücksichtigt werden müsse. Der Beschwerdeführer lege
jährlich 71‘400 Kilometer zurück, was dem Siebenfachen des schweizerischen
Durchschnitts entspreche. Daher sei eine aussergewöhnliche Gesetzestreue gegeben,
was sich aufgrund der vergleichbaren Situation mit einem Berufschauffeur
strafmildernd auswirken müsse. Die Vorinstanz taxiere die berufliche Notwendigkeit
zurecht als massnahmemildernd, wende diesen Befund jedoch im Ergebnis nicht
erkennbar an. Gemäss Praxis des Bundesgerichts sei eine Entzugsdauer von einem
Monat bei langsamem Fahren mit eingeschränkter Sicht angemessen. Weiter sei aus
dem angefochtenen Entscheid nicht ersichtlich, wie die Entzugsdauer bemessen
wurde. Entweder seien der gute Leumund oder die berufliche Notwendigkeit nicht
beachtet worden oder aber die Entzugsdauer über das Minimum von einem Monat auf
drei Monate erhöht worden, was beides nicht nachvollziehbar sei. Schlussendlich hätte
die Verhältnismässigkeit der Massnahme beachtet werden sollen. Aufgrund des
Gesagten stehe die Entzugsdauer von zwei Monaten in keinem vernünftigen Verhältnis
zum Zweck der Massnahme als Warnung.
4.3.
4.3.1. Bei der Festlegung der Entzugsdauer fällt zunächst in Betracht, dass der
vorliegend zu beurteilende Fall innerhalb der Kategorie der mittelschweren
Widerhandlungen im Sinn von Art. 16b SVG keineswegs zu den „leichten“ Fällen
gehört, sondern hinsichtlich der Gefährdung und des Verschuldens im Grenzbereich
zur schweren Widerhandlung im Sinn von Art. 16c SVG anzusiedeln ist. Der
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Beschwerdeführer hat bei Dunkelheit einen Personenwagen, dessen Front- und
Seitenscheiben vereist und beschlagen waren und damit nur eine sehr beschränkte
Sicht auf das Verkehrsgeschehen zuliessen, über eine Distanz von drei- bis vierhundert
Metern gelenkt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann das Lenken eines
Motorfahrzeuges mit beträchtlich eingeschränkter Sicht aufgrund vereister Scheiben
(„au point de restreindre considérablement la visibilité du conducteur vers l’extérieur“)
als schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften geahndet werden
(BGer 1C_532/2010 vom 28. Januar 2010 E. 2). Zumindest aber muss von einer
mittelschweren Widerhandlung ausgegangen werden, wenn die Scheiben nicht korrekt
enteist wurden und die Sicht nur durch ein Guckloch von zwanzig auf dreissig
Zentimeter gewährleistet ist (BGer 6A.16/2006 vom 6. April 2006 E. 2.2.1). Selbst in
Fällen, in denen auf der Windschutzscheibe selbst ein kleines Guckloch auf der Höhe
der Augen des Fahrzeugführers enteist wurde oder in denen nur die Seitenscheiben
schneebedeckt beziehungsweise vereist waren, wurde von einer mittelschweren
Widerhandlung ausgegangen (vgl. BGer 1C_6/2015 vom 29. April 2015 E. 3.4 mit
Hinweisen). Dass die Vorinstanz Gefährdung und Verschulden als an der Grenze zur
schweren Widerhandlung beurteilt und die Entzugsdauer mit dieser Begründung erhöht
hat, ist vor dem Hintergrund der dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nachvollziehbar, auch wenn nicht davon ausgegangen wird, dass die Frontscheibe und
die Seitenscheiben vollständig vereist waren und die Sicht dementsprechend nur
teilweise eingeschränkt war.
Aus dem festgestellten Sachverhalt geht hervor, dass die Frontscheibe aussen
grösstenteils mit einer Eisschicht bedeckt und innen stark beschlagen war. Die Sicht
des Beschwerdeführers auf die Fahrbahn durch die Frontscheibe war dadurch massiv
beeinträchtigt, zumal die Lichtverhältnisse zu dieser Zeit – es war ca. 21.40 Uhr – die
Sicht zusätzlich erschwerten. Der Beschwerdeführer hatte keine freie Sicht auf die
Strasse, weshalb er eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer in Kauf nahm.
Wäre es zu einer konkreten Gefährdungssituation gekommen, hätte der
Beschwerdeführer aufgrund der massiv eingeschränkten Sicht nur begrenzt reagieren
können, weshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit mit verletzten Personen zu rechnen
gewesen wäre.
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Der Beschwerdeführer hat durch seine Fehleinschätzung eine beträchtliche
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf genommen. Demnach hat sich der
Beschwerdeführer wenn nicht rücksichtslos, so doch in einem Ausmass gedankenlos
verhalten, das zumindest im Grenzbereich zum schweren Verschulden liegt. Zudem ist
die objektive Seite des Verschuldens massgebend, das heisst die Schwere der
Sorgfaltswidrigkeit beziehungsweise der Verkehrsregelverletzung. Dabei gilt als
Grundsatz, dass das Verschulden umso grösser wiegt, je wichtiger die Verkehrsregel
mit Blick auf die Verkehrssicherheit und je grösser die Abweichung von der Regel ist
(BGer 6S.162/2003 vom 4. August 2003 E. 3.1 mit Hinweis). Nach Art. 29 SVG dürfen
Fahrzeuge nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Sie
müssen so beschaffen und unterhalten sein, dass die Verkehrsregeln befolgt werden
können und dass Führer, Mitfahrende und andere Strassenbenützer nicht gefährdet
werden. Die Scheiben und Rückspiegel müssen sauber gehalten werden (Art. 57 Abs. 2
der Verkehrsregelnverordnung; SR 741.11). Scheiben, die für die Sicht des Lenkers
nötig sind, müssen eine klare, verzerrungsfreie Durchsicht gestatten (Art. 71a Abs. 4
der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge; SR
741.41). Wer keine freie Sicht auf die Strasse hat, ist nicht mehr in der Lage, Signale,
Markierungen und andere Verkehrsteilnehmer genügend zu beachten (vgl. Art. 27 Abs.
1 SVG). Die Fehleinschätzung, der Mangel lasse sich mit Scheibenwasser und Heizung
umgehend beheben, führte dazu, dass der Beschwerdeführer den Personenwagen bis
zur polizeilichen Kontrolle bei Dunkelheit über eine Strecke von mehreren hundert
Metern mit massiv eingeschränkter Sicht lenkte. Er hat sich damit bewusst über eine
elementare Verkehrsregel hinweg gesetzt. Hat er sich nach seiner Vorstellung richtig
verhalten, bestätigt dies eine an Rücksichtslosigkeit grenzende Gedankenlosigkeit. Von
einem Lenker, der gemäss eigenen Eingaben jährlich rund 71‘400 Fahrkilometer
zurücklegt (act. 6 S. 7) wäre zu erwarten, dass er vor dem Antritt der Fahrt den Mangel
behebt.
Unter Berücksichtigung der dargelegten Umstände erscheint mit Blick auf die
gesetzliche Mindestentzugsdauer von drei Monaten gemäss Art. 16c Abs. 2 Ingress
und lit. a SVG bei der schweren Widerhandlung eine deutliche Erhöhung der
Mindestentzugsdauer von einem Monat gemäss Art. 16b Abs. 2 Ingress und lit. a SVG
bei der mittelschweren Widerhandlung als gerechtfertigt.
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4.3.2. Dass die Vorinstanz den ungetrübten automobilistischen Leumund des
Beschwerdeführers nicht verkürzend berücksichtigt hat, ist mit Blick auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung ebenfalls nicht zu beanstanden.
Dass ein getrübter Leumund massnahmeverschärfend zu veranschlagen ist, wird
allgemein anerkannt. Ein ungetrübter automobilistischer Leumund ist zwar
Ausgangspunkt für die „normale“ Entzugsdauer. Um dem bisherigen Verhalten eines
Verkehrsteilnehmers gerecht zu werden, bedarf es jedoch einer differenzierten
Betrachtungsweise. Die Bedeutung eines ungetrübten Fahrerleumunds ändert je nach
Fahrer insofern, als der effektiven Fahrpraxis ein ganz anderes Gewicht zukommt, je
nachdem wie gross diese ist. Es gibt Fahrzeuglenker mit einem ungetrübten
automobilistischen Leumund, die erst seit wenigen Jahren im Besitz des
Führerausweises sind und nur eine geringe Fahrpraxis aufweisen, aber auch solche, die
seit vielen Jahren ein Motorfahrzeug lenkten und jährlich sehr grosse Strecken
zurücklegen. Während eine relativ kleine regelkonforme Fahrpraxis entsprechend wenig
über die Massnahmebedürftigkeit des Lenkers aussagt, hat ein solcher mit einer
tadellosen, langjährigen und grossen Fahrpraxis den Beweis erbracht, dass er zu einer
regelkonformen Fahrweise nicht nur grundsätzlich bereit, sondern auch fähig ist.
Entsprechend drängen sich bei ihm weniger einschneidende Massnahmen auf, was bei
der Ermessensfrage der Notwendigkeit einer Massnahme und gegebenenfalls deren
Dauer ins Gewicht fällt (BGE 122 II 21 E. 1b).
Einerseits legt der Beschwerdeführer, dessen automobilistischer Leumund bis zum
Vorfall vom 12. Januar 2014 ungetrübt war, mit jährlich rund 71‘400 Kilometern –
hauptsächlich beruflich bedingt – eine überdurchschnittlich grosse Fahrstrecke zurück.
Anderseits besitzt er den Führerausweis erst seit 2009 und übte die mit dem
überdurchschnittlichen Fahrpensum verbundene Funktion als Service-Monteur beim
jetzigen Arbeitgeber im Zeitpunkt des Vorfalls vom 12. Januar 2014 erst seit zwei
Jahren aus (act. 10/2/3). Unter diesen Umständen musste die Vorinstanz nicht auf eine
massnahmemindernd wirkende tadellose, langjährige und grosse Fahrpraxis im Sinn
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung schliessen (vgl. zu der nicht leichthin
anzunehmenden, strafmindernd wirkenden aussergewöhnlichen Gesetzestreue BGE
136 IV 1 E. 2.6.4, BGer 6B_89/2011 vom 14. Juni 2011 E. 2.4, 6B_182/2014 vom 27.
Januar 2015 E. 5.3).
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4.3.3. Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Prüfung der
Massnahmeempfindlichkeit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rechnung zu
tragen und deshalb zu berücksichtigen, in welchem Masse der Fahrzeugführer infolge
beruflicher Angewiesenheit auf ein Motorfahrzeug stärker als andere Fahrer vom
Entzug des Führerausweises betroffen ist (BGE 128 II 285 E. 2.4 mit Hinweis auf BGE
123 II 572 E. 2c).
Einerseits wird dem Beschwerdeführer, welcher ein Motorfahrzeug zur Ausübung
seines Berufs als Service-Monteur benützt, anders als einem Berufschauffeur die
Ausübung des Berufs nicht verboten. Anderseits dient ihm das Motorfahrzeug bei
seiner beruflichen Tätigkeit auch für den Transport von Material und Werkzeugen, so
dass der organisatorische, zeitliche und/oder finanzielle Mehraufwand über das bei der
Bemessung der Entzugsdauer nicht zu berücksichtigende Mass hinausgeht, wie es
Folge eines jeden Führerausweisentzugs ist (vgl. BGer 6A.31/2004 vom 6. August 2004
E. 1.4 mit Hinweis auf BGE 122 II 21 E. 1c). Die Vorinstanz ging deshalb zu Recht von
einer erhöhten Sanktionsempfindlichkeit des Beschwerdeführers aus, die sie im
Übrigen auch massnahmemindernd berücksichtigte (angefochtener Entscheid E. 4f). In
der Beschwerde wird – sinngemäss – beanstandet, die Vorinstanz habe die Reduktion
der Entzugsdauer nicht quantifiziert. Die Vorinstanz hat allerdings nicht bloss die
Reduktion wegen der erhöhten Sanktionsempfindlichkeit des Beschwerdeführers,
sondern auch die mit dem Ausmass der Gefährdung und des Verschuldens begründete
Erhöhung der Entzugsdauer nicht zahlenmässig ausgewiesen.
4.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den ihr bei der Bemessung
der Massnahmedauer zustehenden Ermessensspielraum nicht überschritten hat, wenn
sie die vom Beschwerdegegner angeordnete Entzugsdauer von zwei Monaten bestätigt
hat und insbesondere davon ausgegangen ist, dass die mit der – mittelgradig –
erhöhten Sanktionsempfindlichkeit begründete Reduktion der Entzugsdauer die
Verschärfung der einmonatigen gesetzlichen Mindestentzugsdauer aufgrund der
Schwere der Gefährdung und des Verschuldens nicht aufzuwiegen vermag.
Der Beschwerdeführer schliesst aus der bundesgerichtlichen Praxis (BGer 6A.16/2006
vom 6. April 2006), langsames Fahren mit eingeschränkter Sicht („Guckloch“) über eine
relativ kurze Distanz von dreihundert Metern ziehe generell einen Führerausweisentzug
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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für die Dauer von einem Monat nach sich. Die Ausganslage ist jedoch insoweit nicht
vergleichbar, als das Bundesgericht lediglich eine Entzugsdauer von einem Monat
bestätigte und sich zur Frage, ob auch eine Entzugsdauer von zwei Monaten noch
angemessen gewesen wäre, nicht zu äussern hatte. Auch der Hinweis auf die
vorinstanzliche Rechtsprechung (VRKE IV-2006/91 vom 30. August 2006,
www.gerichte.sg.ch) vermag nichts zu ändern, zumal jener langjährig als
Berufschauffeur tätige Lenker vor dem Antritt der Fahrt bei Tageslicht Front- und
Seitenscheiben vom Eis befreit hatte und sich die Scheiben in der Folge beschlugen
und sodann der ungetrübte automobilistische Leumund massnahmemindernd
berücksichtigt wurde.
5. (...).