# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75f163b5-2cbd-432f-9e49-feffb093afcd
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958
in
Frankreich/
Guadeloupe,
hat
den Beruf
des
Tapezierer
s
erlernt, verfügt jedoch über keinen Berufsabschluss. Seit seiner Einreise in die Schweiz
im Jahr 1986
übte
er
verschiedene Hilfstätigkeiten aus, zuletzt war er bis
Dezember
2008
temporär
als Hilfselekt
riker tätig
(Urk. 7/17)
. Mit Gesuch vom 25.
März 2009 meldete er sich unter Hinweis auf eine am 21. Ok
tober 2006 stattgehabte Darmoperation bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/10). Die IV-Stelle holte bei den
behandelnden Ärzten
Berichte ein und tätigte Abklärungen in erwerbli
cher Hinsicht.
I
n
der Folge
veranlasste
sie
eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten, w
omit die MEDAS-
Abklärungsstelle
Y._
beauftragt wurde (Urk.
7/24
)
. Gestützt auf das entsprechende Gutac
hten vom
8.
Dezember 2009 (Urk.
7/33) sprach die IV-Stelle dem Versicherten nach Durchführung des
Vorb
escheidverfahrens
(Urk.
7/37
ff.
) mit Verfügung vom
3.
Juni 2010
mit
Wirkung ab
1.
März 2008
nach Massgabe eines errechneten Invaliditätsgrades von 60 %
eine
Dreiviertelsrente
der Invali
denversicherung zu (zu
züglich Kinderrenten; vgl. Urk.
7/55). Im Januar 2013 machte der Versicher
t
e bei der
IV-Stelle
eine Verschlechterung des Gesundhei
ts
zustandes geltend (Urk.
7/75).
D
ie
se
verlangte
vom Versicherten
weitere Unterla
gen
ein
(Urk.
7/76) und prüfte n
ach Einreichung von solchen
(Urk.
7/77-79)
ge
stützt auf diese
da
s Leistungsbegehren
neu. N
ach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 3
0.
April 2013 [
Urk.
7/84] und Einwand vom
5.
Mai 2013 [
Urk.
7/85])
verneinte sie
mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2013 den Anspruch auf eine höhere Invalidenrente und wi
es das Erhöhungsgesuch ab (Urk.
7/87).
Am 10
.
/1
2.
April 2018 beantrag
t
e der Versicherte unter Hinweis darauf, dass sich sein Gesundheitszustand
seit längerem
verschlechtert habe,
erneut
die Ausrich
tung einer höheren (ganzen) Invalidenrente (Urk. 7/9
6 f.
).
Die IV-Stelle holte bei den behandelnden Ärzten Angaben
ein (Urk.
7/105, Urk. 7/106, Urk. 7/112,
Urk.
7/115
) und
teilte dem Versicherten
gestützt auf die so getätigten Abklärun
gen
mit Vorbescheid vom 17. September 2018 mit, dass der gleiche Sachverhalt vorlieg
e
,
wie
er
der Verfügung vom 10.
Juni 2013
zugrunde gelegen habe
, wes
halb das Erhöhungsgesuch abzuweisen sei (
Urk.
7/116). Dagegen erhob der Ver
sicherte am 2
4.
September 2018 Einwand (Urk.
7/
118-
119). Mit Verfügung vom
8.
November 2018 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest
und wies das Erhöhungsgesuch abermals ab
(Urk. 7/123 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit bei der IV-Stelle eingereichter
und
von dieser an das hiesige Gericht weitergeleiteter Eingabe vom 2
7.
November 2018 Beschwerde mit
dem sinngemässen Antrag um Ausrichtung einer höheren Invalidenrente (Urk. 1
,
Urk.
3
). Die IV-Stelle
stellte mit Vernehmlassung vom 1
5.
Januar 2019 Antrag auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Versi
cherten mit Verfügung vom 1
7.
Januar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich
gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Re
visionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachver
halt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die IV-Stelle
begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass sie Arztberichte beim Hausarzt
Dr.
Z._
und auch beim
Spital A._
an
gefordert habe. Der Gastroenterologe
Dr.
B._
habe den Ber
icht nicht ausfüllen können, da er
den Versicherten seit März 2016 nicht mehr gesehen habe. Der
Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (
RAD
)
habe zu den Berichten Stellung genommen.
Unter Berücksichtigung der aktuellen Berichte sei ein im Wesentli
chen unveränderter Gesundheitszustand ausgewiesen. Mit dem Einwand seien keine aktuellen medizinischen Unterlagen zugestellt worden, welche nicht bereits bekannt gewesen wären (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer macht
e
dagegen im Wesentlichen geltend,
dass er
mit dem Abklärungsergebnis nicht einverstanden
sei
und verlang
t
e, dass sein Fall von einem Spezialisten untersucht werde. Er sei noch immer der Meinung, dass eine Erhöhung der Invalidenrente gerechtfertigt sei (Urk. 1).
3.
3.1
Der
Zusprache
der
Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom 3. Juni 2010
(
Urk.
7/55)
lag das
polydisziplinäre (
Fachgebiete
P
sychiatri
e
,
Innere Medizin, Gastroentero
logie sowie R
h
e
umatolog
ie
)
Gutachten der
Y._
vom
8.
Dezember 2009 zu
grunde. Darin
stellten die
verantwortlich zeichnenden
Fachä
rzte d
ie folgenden Diagnosen
(Ur
k.
7/33 S.
14 f.
)
:
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
1.
Kurzdarmsyndrom mit/bei
a) Status nach
T
orquierung
der
Mesenterialwurzel
(Ansatzstelle des Dünndarmes) mit operativer Resektion von mindestens 1.5 Metern in
klusive
Ileozökalresektion
22.10.2006
b)
Reoperation
wegen Undichtigkeit der Anastomose mit
Abszessbil
dung
sowie
Jejunotransversostomie
8.11.2006
c) Ausbildung eines sogenannten Platzbauches (die Bauchdecken konnten nicht mehr zus
ammengenäht werden und sind aus
einander
gefallen) mit kon
sekutiven Nachoperat
i
o
nen und letztendlich Einlage einer grossen Netzplastik im Juli 2007 (24 x 13 cm), mit Schmerzsymp
tomatik
d) chronische Diarrhoe bei Gallensäureverlustsyndrom und bakterieller Fehlbesied
elung des Dünndarmes (Lactosebe
lastungstest)
e) Malabsor
p
tion mit Vitamin D-, Vitamin B12- und Eisenmangel
f) BMI an der Grenze zur Untergewichtigkeit
(19 kg/m
2
)
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
2.
Dysphorisches Syndrom bei Persönlichkeits
akzentuierung vor dem Hintergrund eines anhaltenden abdominellen Schmerzsyndroms nach Dünndarmresektion mit multiplen Folgeoperationen
-
3.
Statisch-
myalgisches
HWS-Syndrom bei Wirbelsäulenfehlhaltung mit Hyperlordose der HWS bei Hyperkyphose der BWS und
skoliotischer
Fehl
haltung
-
4.
Rezidivierende
Il
i
osakralgelenkblockierungen
bei
Beckendysbalance
, links ausgeprägter als rechts
-
5.
Verdacht auf
Impingementsyndrom
rechte Schulter, aktuell ohne Funk
tionsstörungen
-
6.
Retropatellararthrose beidseits, aktuell ohne Funktionsstörung
-
7.
Muskelschwäche im Bereich der unteren Extremitäten unklarer Genese, Ausschluss eine
r
Myositis
Im internistisch-g
astroenterologischen Teilgutachten wurden sodann ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) ein Asthma bronchiale, thera
piert mit
Symbicort
, intermittierende Unsicherheit und Schwindelgefühle sowie eine Sehstörung (beginnender Katarakt?), diagnostiziert (
Urk.
7/33 S. 26).
In ihrer Beurteilung hatten
die Ärzte
im Wesentlichen ausgeführt,
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit liege ein chronisch abdominelles Schmerzsyndrom nach Dünndarmresektion mit multiplen Folgeoperationen vor,
durch welches die Ar
beitsfähigkeit erheblich beeinträchtig
t
sei. Insgesamt
ergebe sich aus polydis
ziplinärer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl für die zuletzt ausgeübte Arbeit als Hilfselektriker, wie auch für Verweistätigkeiten. Aus inter
nistisch-gastroenterologischer Sicht sei die Arbeit als Hilfselektriker nicht mehr zumutbar. Der Versicherte könne nur noch Arbeiten mit körperlichen Belastungen
von max. 10
kg Gewicht verrichten. Körperliche Zwangshaltungen seien nicht mehr zumutbar, am Arbeitsplatz müsse der Versicherte in der Lage sein, Pausen einlegen zu dürfen. Auch der Zugang zu einer Toilette müsse gesichert sein. Solch angepasste Tätigkeiten könne der Versicherte mit einer Arbeit
s
fähigkeit in der Grössenordnung von 50
% verrichten (
Urk.
7/33 S. 15).
3.2
Der Verfügung vom 10.
Juni 2013
(
Urk.
7/87), lagen die folgenden ärztlichen Be
richte zugrunde:
3.2.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Magen-Darm Krankheiten, führte am 4. Feb
ruar 2012 aus, die Vorgeschichte sei bekannt. Es bestehe ein
S
tatus nach mehr
fachen Laparotomien und Dünndarmresektion. Zusätzlich dazumal 2006 Aspira
tionspneumonie im Rahmen einer Darmspiegelung. Der postoperative Platzbauch sei mittels
Tierschung
und mehrfachen operativen Eingriffen behandelt worden. 2009 sei eine
Hospitalisation
wegen Fieber unbekannter Ursache erfolgt. Der Ver
lauf sei insgesamt sehr erfreulich. Die abdominalen Verdauungsprobleme hätten sich gut erholt. Es bestehe diesbezüglich noch eine Tendenz zu Durchfall bei be
stimmten Speisen. Geblieben sei jedoch eine allgemeine Schwäche. Ein starkes
Spannungsgefühl in der Bauchdecke, was nicht überrasche. Oft Schmerzen im Stehen und Sitzen. Bewegungen des Armes über die Schulterhöhe bereiteten etliche Mühe. Zusätzlich bestünden Krämpfe an den Armen peripher. Eine neu
rologische Beurteilung sei vorgesehen. Ein Vitamin B12
-
Mangel werde mittels Spritzen behandelt.
2007 sei eine IV-Rente von 65 % gesprochen worden. Dazumal
sei
eine Arbeits
fähigkeit, wenn überhaupt, nur bedingt gegeben
gewesen
. Im Verlauf hätten sich die Beschwerden nicht gebessert, sodass von einer vollständigen Arbeitsunfähig
keit auszugehen sei. Die Beschwerden würden glaubhaft geschildert und könnten durch die Vorgeschichte und Operationen gut erklärt werden (Urk. 7/78 S. 2).
3.2.2
Im Bericht vom 1
2.
Februar 2013 äusserte der leitende Arzt des Stadtspitals
A._
, Klinik für Neurologie, einen Verdacht auf ein leichtgradiges sensibles
Sulcus-Ulnaris
Syndrom beidseits, rechts > links. Er empfahl ein
expektatives
Vorgehen. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte er nicht (
Urk.
7/78 S. 4 f.)
3.2.3
In seinem Sc
hreiben vom
5.
März 2013 an die IV-Stelle stellte
der leitende Arzt des Stadtspitals
A._
, Klinik für Viszeral-
,
Thorax und Gefässchirurgie, die fol
genden Diagnosen:
-
Status nach
Mehrfachlaparatomien
wegen
torquiertem
Dünndarm mit ausgedehnter
Ileozökalresektion
2006
-
Postoperativ komplizierter Verlauf mit Mehrfachlaparotomien und Platz
bauch
-
Abdominale
Narbenhernienplastik
mit Netzeinlage im Juli 2007
-
Seither Resor
ptionsstörungen, insbesondere von Spurenelementen und Vitaminen
-
Vitamin
-
B12
-
Substitutions
b
edürftigkeit
Allgemeine Schwäche
Er gab an, aufgrund der
Vorgeschichte sei klar ersichtl
i
c
h, dass der Versicher
t
e aus medizinischen Gründen nicht mehr die Fähigkeit besitze, körperliche Arbeiten zu verrichten. Durch die Mehrfachlaparotomien sei die Bauchdecke erheblich ge
schwächt
worden
. Zudem zeige der Patient Probleme einer
Malabsor
p
tion
, vor allem für relevante Spurenelemente und Vitamine
; er bitte, diese Tatsachen in der Beurteilung des Rentenbegehren
s
gebührlich zu berücksichtigen
(
Urk.
7/78 S. 1).
3.2.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH
für
Innere Medizin und Facharzt FMH für Lun
genkrankheiten, diagnostizierte
am
7.
März 2013 unklare
Atembeschwerden und ein Syndrom des kurzen
Darmes
. Er gab
im Wesentlichen
an, der Patient klage seit den Darmoperationen über Atemnot bei Anstrengungen. Er beschrieb klinisch und bildgebend (
Thoraxbilder
) normale Befunde und gab an
,
die Lungenfunk
tionsprüfung sei schwierig durchzuführen gewesen wegen der
störenden Bauch
s
chmerzen bei forcierter Exspiration. Eine leichte
Obstruktion
könnte vorhanden sein
. Na
ch Bronchodila
ta
tion sei es aber
zu keiner Verbesserung gekommen. Die Diffusion sei normal gewesen. Das Hauptproblem sei der Bauch. Allenfalls müsse die
pulmonol
o
gische
Untersuchung weiter ausgedeh
n
t werden (
Urk.
7/78 S. 6 f.)
.
3.
3
Der im
vorliegenden Revisionsverfahren
angefochtenen Verfügung vom
8. No
vember 2018
(
Urk.
2)
lagen
die folgenden
aktuellen
ärztlichen Verla
utbarungen zugrunde:
3.3
.1
Der behandelnde Gastroenterol
o
g
e
Dr.
med.
B._
gab
am
8.
Mai 2018
gegen
über der IV-Stelle an, er habe den Patienten s
eit März 2016 nicht mehr geseh
en. Somit könne er bezüglich des aktuellen Gesundheitszustandes keine Auskunft geben (
Urk.
7/105)
.
3.
3
.2
Dr.
med.
Z._
,
Praktischer Arzt FMH
und
seit 2015
Hausarzt des Versicherten
, gab
am
9.
Mai 2018 in Beantwortung des Formularberichts (Verlaufsbericht Ren
tenrevision)
an
,
der Gesundheitszust
and des Patienten sei seit
1.
März
2008 sta
tionär. Als aktuelle Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er einen St
atus
nach diversen Darmoperationen 2006
-2007 (
Ileocoecalresektion
bei Dünndarmischämie aufgrund
Torquierung
Mesenterialwur
zel
/Platz
-
bauch/Netzeinlage), eine c
hronische
Anaemie
bei Vitamin
-B12-
Man
gel/
Eisenmangel bei Resorptionsstörungen, knapp substituiert, COPD/Asthma so
wie eine allgemeine Schwäche.
Er gab im Wes
e
ntlichen an, die Befunde
und funktionellen Einschränkungen
seien unverändert. Die gegenwärtige Behandlung bestehe in hausärztlicher Betreuung, wobei monatliche Kontrollen stattfänden
und alle zwei Monate
Vitarubin
–Injektionen
erfolgten
, es sei eine Überweisung an einen Pneumologen vorgesehen. Als (weiteren) aktuellen Behandler nannte er
(allein)
Dr.
B._
. Alsdann verneinte
Dr.
Z._
, dass die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen verbessert werden könne. Auch verneinte er eine Be
lastbarkeit für berufliche Massnahmen der Wiedereingliederung
im Umfang von 2
Stunden pro Tag
und ebenfalls
gesundheitsfremde Faktoren, welche die Krank
heit aufrechterhalten würden.
Konkrete Angaben zum Umfang der
Arbeits
fähig
keit machte er nicht (Urk.
7/106)
.
3.
3
.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizi
n
und Lungenkrankheiten FMH,
wel
cher den Versicherten am 11.
Juni 2018 auf Zuweisung von
Dr.
Z._
unter
sucht
hatt
e, diagnostiz
i
erte in seinem Bericht vom
12.
Juni 2018 einen Verdacht auf ein chronisches Asthma,
DD
:
COPD nach Zigarettenrauchen bis 2005, sowie einen Verdacht auf zusätzliche intermittierende Hyperventilation. In seiner Beur
teilung führte er im Wesentlichen an, die Anamnese und die bisherigen Befunde passten
am besten zu chronischem Asthma mit eosinophiler Bronchitis und va
riabler Bronchialobstruktion. Die Lungenfunktion sei schmerzbedingt nur einge
schränkt durchführ- und beurteilbar. Hinweise auf ein relevantes Lungenemphy
sem oder andere
pulmonalpare
n
chymatöse
Erkrankungen habe er nicht. Er habe dem Versicherten empfohlen,
die bestehende
Symbicort
Inhalation regelmässig
zwei Mal täglich
und zusätzlich bei Bedarf anzuwenden. Zudem habe er ihn zu beruhigen versucht, ein Teil der Beschwerden scheine eindeutig intermittierende Hyperventilation bei Panikneigung
zu sein
(Schwindel, Müdigkeit
; Urk.
7/112
).
3.3
.4
Die verantwortlich zeichnende Ärztin des Stadtspitals
A._
hielt im Verlaufs
bericht Rentenrevision zur Frage der gegenwärtigen Behandlung am 23. August 2018 fest, der Versicherte sei nur am 3
0.
Mai 2018 behandelt worden. Sie verwies auf den entsprechenden
Bericht der dortigen
Klinik für Innere Medizin, vom 3
0.
Mai 2018,
worin
die verantwortlich zeichnenden Ärzte eine Pollenall
ergie mit allergischer Rhinitis diagnostiziert und
anamnestisch
eine Dünndarm-OP
erwähnt hatten
.
Dem Bericht ist im
W
esentlichen
zu entnehmen
, auf dem Notfall
habe sich ein kardiopulmonal stabiler afe
b
r
iler Patient präsentiert
mit einer Sauerstoffsät
tigung von 99
%. In der klinischen Untersuchung habe sich keine Auffälligkeit ergeben. Es seien ein Nasenspray und ein Antihistamin
i
kum verschrieben worden. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machten sie nicht (Urk. 7/115).
3.
4
Mit dem Einwand vom
24.
September 2018
reichte der Beschwerdeführer
ver
schiedene aus den Jahren 2007 bis 2012 stammende ärztliche Berichte d
es Stadt
spitals
A._
ins Recht
(Urk.
7/118).
4.
Strittig und z
u prüfen ist nach dem Gesagten
(E.
1.3), ob bis zum Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. November 2018
eine rechtserhebli
che Veränderung
in den massgebenden Verhältnissen
(
namentlich
eine
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
) eingetreten ist
,
welche Anspruch auf eine ganze Rente ergibt. Als
Vergleichsbasis
ist dabei
auf
den Sachverhalt abzu
stellen, wie er der
Verfügung von
10. Juni 2013
, mit welcher das erste Erhö
hungsgesuch abgewiesen wurde,
zugrunde
liegt
.
4.1
G
estützt auf die
im vorliegenden Verfahren
eingeholten
ärztlichen
Berichte
, na
mentlich
denjenigen
von
Hausar
z
t
Dr.
Z._
vom 9.
Mai 2018
,
ist davon aus
zugehen
,
dass
verglichen mit dem Sachverhalt, wie er Verfügung vom 10. Juni 2013 zugrunde lag,
ein
im Wesentlichen
unveränderter Gesundheitszustand be
steht.
So
stehen beim Beschwerdeführer nach wie vor die
mit den
in den Jahren 2006/2007 erfolgten
Bauchoperationen
zusammenhängenden Gesundheits
problematiken (Resorptionsstörungen,
Schwäche
)
im Vordergrund
,
i
nfolge derer er bei
Dr.
Z._
in
Behandlung
ist
.
Nicht ersichtlich ist alsdann
,
da
ss sich die
diesbezüglichen
Beschwerden
verschlimmert
beziehungsweise
deren
Au
s
wirkun
gen
auf die
Arbeitsfähigkeit verändert
hätte
n.
Vielmehr
bezeichnete
Dr.
Z._
, welcher den Versicherten
in einmonatlichen Abständen hausärztlich betreut
und allfällig erforderliche spezialärztliche Abklärungen koordiniert,
den Gesundheits
zustand
als stationä
r und
er
verneint
e
in Bezug auf die gestellten Di
ag
no
sen
eine Veränderung der
funktionellen Auswirkungen (
Antwort zu
Ziff.
1.3 des For
m
u
lars «unverändert»
: Urk. 7/106 S.
5
)
.
D
ass
sich
die mit den
Bauchoperationen assoziierten
Beschwerden
jedenfalls nicht verschlechtert haben
dürften
,
stimmt
denn
auch
damit
überein, d
ass der Bes
c
hwerdeführer
offenbar
schon
seit
längere
r
Zeit keine s
pezialärztliche
(gastroenterologische)
Behandlung
mehr
in Anspruch
genommen hat
(
vgl. Angabe
des [ausschliesslich] behandelnden Gastroenterolo
gen
Dr.
B._
[
Urk.
7/96 S
.
5
und
Urk.
7/105
]
; vgl. auch Bericht des Stadtspitals
A._
, wo
raus sich ergibt, dass
der Versicherte bezüglich dieser Problematik
[auch] dort
nicht mehr in Behandlung steht;
Urk.
7/115
)
.
Aber auch was
das
– bereits anlässlich der
Begutachtung
beim SMA
B
im Jahr
2009 diagnostiz
ierte
(
Urk.
7/33 S. 26, vgl. damals schon auch der damalige Hausarzt
Dr.
E._
Urk.
7/21 S. 2)
–
pulmonale (asthmatische) Leiden
betrifft
,
ergeben die Aus
führungen von
Dr.
D._
ebenfalls
keine Anhaltspunkte auf eine rechtserheb
liche Verschlechterung
im Verlauf
.
Schliesslich kann
auch
gestützt auf den
Be
richt
des
Stadtspitals
A._
, Klinik für Innere Medizin,
vom 30.
Mai 2018
,
be
treffend
die
einmalig
e
Vorstellung auf der Notfallstation
wegen einer Pollen
allergie mit allergischer Rhinitis
bei im Ü
brigen unauffälligen klinischen Befun
den
nicht auf eine rechtserhebliche
Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
geschlossen werden.
Vor diesem Hintergrund
erscheint
die Beurteilung der Beschwerdegegnerin
,
wo
nach der Sachverhalt
im hier massgeblichen
Zeitraum (zwischen der Verfügung vom 1
0.
Juni 2013 und der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. Novem
ber 2018)
im Wesentlichen
unverändert sei, nachvollziehbar
.
Alsdann kann mit Blick auf die vorliegenden ärztlichen Verlautbarungen
– entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers
–
bezüglich der viszeralen Problematik
von einer Begut
achtung abgesehen
werden, da davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (
sog.
antizip
i
erte Beweiswürdigung
; vgl. BGE
122 V 157 E. 1d
)
.
Soweit
der
Be
schwerdeführer
– wie er dies bereits früher
wiederholt
tat (vgl. etwa
Urk.
7/72, 7/85)
-
geltend macht
, dass er mit
der
Beurteilung nicht ein
verstanden sei
,
ist anzumerken, dass er nicht ansatzweise konkret darlegt
(
und
wie ausgeführt auch
aus den von der IV-Stelle eingeholten Berichten nicht ersichtlich ist
)
, inwiefern eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder veränderte Auswirkungen
desselben
auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten sein sollen. Jedoch
ist
daran zu
erinnern
,
dass
– was
d
er
Beschwerdeführer
allenfalls verkennt –
die
Zusprache
einer höheren Rente
im Lichte der r
echtkräftigen Verfügung vom 10.
Juni 2013
ein
e recht
s
erhebliche Veränderung in den massgebenden Verhältnissen
(
Revi
sionsgrund
) voraussetzt
;
eine lediglich (unterschiedliche
, selbst korrektere
) Neu
beurteilung der im Wesentlich
en gleichen Verhältnisse genügt
nicht
(vgl. zum Ganzen E. 1.
3.
hiervor)
.
Ist
kein
solcher
Revisionsgrund gegeben, fällt die
Zuspra
che
einer höheren Rente ausser Betracht
.
4.2
Zusammenfassend ergibt sich daher, dass aus gesundheitlicher Sicht keine Ver
schlechterung festzustellen ist, weshalb von einer im Wesentlichen unveränder
ten Situation auszugehen ist. Da im Übrigen auch nicht geltend gemacht wird, dass sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert hätten,
besteht unverändert Anspruch auf eine
Dreiv
iertelsrente
,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
vorliegend
auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen
.