# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 14a901af-24fd-439a-a03e-f918330eaea7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, arbeitete
seit dem 1. Juli 2009
als
Wäschereimitarbei
terin
bei
der
Y._
(
Urk.
5/4, 5/24). Ab dem
17. März
2014
bestand wegen psychischer Beschwerden eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
5/16/6, 5/16/8, 5/24/1)
.
D
ie Versicherte
meldete
sich bei der Invalidenversicherung zur
Früherfassung
an (
Anmeldung vom 26. Mai 2014,
Urk.
5/4).
Am 10. Juli 2014
erfolgte die Anmeldung
für
die Berufliche Integration und
den Rentenbezug
(
Urk.
5/10)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des zuständigen Taggeldversicherers
bei (vgl.
Urk.
5/15, 5/16/1-14)
sowie die Berichte von
Dr.
med.
Z._
,
Facha
rzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
A._
vom 27. August 2014 (
Urk.
5/20) und von
Dr.
med.
B._
,
Allgemeinmediziner, vom 22.
November 2014 (
Urk.
5/23).
In der Folge veranlasste sie eine
bidisziplinäre
medizinische Untersuchung (
Urk.
5/29). Das internistisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin, speziell
Rheumerkrankungen
, datiert vom 19. Mai 2015 und das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, mit interdisziplinärer Zusammenfassung datiert vom 2
2.
Mai 2015
(
Urk.
5/38
und
Urk.
9).
Nach der Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(vgl.
Urk.
5/42)
wies die IV-Stelle
die
Gesuche
um
berufliche Massnahmen und
um
Invalidenrente
mit Ver
fügung vom 10. September 2015 ab (
Urk.
2).
Mit Schreiben vom 30. Juni 2015 hatte die IV-Stelle die Versicherte
sodann
im Hinblick auf zukünftige Leistungen darauf hingewiesen, dass der Gesundheits
zustand mit einer nachhaltigen fachärztlichen Psycho- und Pharmakotherapie und einer vier
-
bis sechswöchigen stationären psychosomatischen Rehabilita
tion wesentlich verbessert werden könne (
Urk.
5/40).
2.
Gegen die
Verfügung
vom 10. September 2015
richtet sich die Beschwerde
der Versicherten vom 8.
Oktober 2015 mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es
sei
eine Invalidenrente
zu gewähren. S
ie
stehe weiterhin in Behandlung
und
sei nicht in der Lage
, eine Arbeit aufzunehmen
(
Urk.
1). In der Beschwerdeantwort
vom 17.
November 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung (
Urk.
4).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ur
sache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der
Überwindbarkeitsver
mutung
.
Diese
Regel/Ausnahme-Modell
ist
durch ein st
rukturiertes
Beweisver
fahren
er
setzt
worden
.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosoma
tischen Leiden)
sind
im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren
getreten
. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktio
nellen Auswirkungen ein
teilen. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versi
cherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.3.2
Mit Blick auf die
nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte
der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_539/2015 vom 21. März 2016, E. 2.2.3;
vgl. BGE 141 V 309 E. 8)
.
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2.
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 10. September 2015 davon aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht kein erheblicher
und langdauernder
Gesundheitsschaden bestehe, welcher eine Erwe
rbsunfähigkeit verursache
.
Demzufolge verneinte sie einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und
insbesondere
auf
eine
Invalidenrente (
Urk.
2).
In der Beschwerdeantwort führte sie aus,
die psychische
Erkrankung sei nur leicht. D
er Beschwerdeführerin sei es aufgrund ihrer Ressourcen und bei festgestellten Inkonsistenzen zumutbar, ganztags einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (
Urk.
4).
Die Beschwerdeführerin
demgegenüber macht mit der Beschwerde vom 8.
Oktober 2015 geltend, es liege ein Gesundheitsschaden mit
erheblicher
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
1).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin gab in der Anmeldung zum Leistungsbezug an, seit dem Jahr 1990 bestehe eine psychische Labilität (
Urk.
5/10/6; vgl. auch den Lebenslauf der Versicherten,
Urk.
5/8).
3.2
Vom 2
6.
bis 2
7.
Januar 2014 befand
sich
die Versicherte nach einer Selbst
-
zuwei
sung
bei stärksten
occipitalen
Kopfschmerzen mit Ausstrahlung in den Nacken sowie Hypästhesie und schmerzbedingter Schwäche im rechten Arm im
E._
.
Diagnostiziert wurde eine Diskushernie C6 links (
Urk.
5/23/5).
Am 1
5.
Juli 2014 war es wegen eines Bewusstseinsverlusts erneut zu einer
not
fallmässigen
Selbstzuweisung ins
E._
gekommen. Die Ärzte hielten einen Verdacht auf Vorliegen einer
vasovagalen
Synkope fest (
Urk.
5/23/7).
3.3
Dr.
Z._
vom
A._
, bei welchem die Versi
cherte seit
dem
6.
Mai 2014 in Behandlung stand
,
diagnostizierte im Bericht vom 2
7.
August 2014 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
,
ohne
psychotische Symptome (ICD-10 F
33.2). Wegen der fortgeschrittenen
Chronifizierung
und dem ungenügendem Erfolg der bisherigen Therapien sei
eine negative Prognose zu stellen
. Die starken Konzentrations
störu
ngen, die Unfähigkeit
,
lange zu
s
itzen oder zu
s
tehen, die geringe Belast
barkeit und
die
fehlende Ausdauer wirkten sich auf die Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
5/20/8).
Wegen akuten Ausbrüchen von Angst und Aggression sei d
ie Versicherte zu 100
%
arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten in
der freien Marktwirtschaft wie
auch für angepasste Tätigkeiten (
Urk.
5/20/8
).
Dr.
B._
führte im Bericht vom 2
2.
November 2014 an Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ebenfalls
eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig schwere Episode, eine Diskushernie C6 links sowie eine Migräne an. Daneben bestehe eine Adipositas und eine Rhinitis
allergika
(
Urk.
5/23/1). Die Depression
bestehe seit mehreren Jahren
. Seit einem Jahr hätten die Beschwerden sehr stark zugenommen mit Weinen, Insuffizienzgefühl, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Müdigkeit, Pessimismus, Adynamie. Trotz intensivierter Psychotherapie und dem Einsatz von Antidepressiva sei es zu keiner wesentlichen Linderung gekommen.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe seit dem 1
8.
März 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Generell
bestehe eine beinahe volle Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeiten in der freien Wirt
schaft (
Urk.
5/23/2).
3.4
3.4
.1
Dr.
C._
holte vor der Begutachtung weitere Berichte von ärztlichen Behand
lungen ein (vgl.
Urk.
5/35/30-32) und veranlasste im Nachgang ein MRI der Halswirbelsäule sowie Röntgenuntersuchungen des Knies (
Urk.
5/35/27-28).
Im Gutachten vom 1
9.
Mai 2015
diagnostizierte
sie
einen Nikotin-Abusus mit Rhinitis
allergica
, ausgedehnte chronische Schmerzen, eine Adipositas Grad II, einen Eisenmangel ohne Anämie, sowie einen Vitamin D-Mangel. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden keine
(
Urk.
5/35/20)
.
Die Versicherte habe angegeben,
starke Schmerzen im Kopf, im Nacken, in bei
den Schultern, im Lendenwirbelsäulenbereich sowie in beiden Beinen zu haben.
Die Schmerzen seien immer vorhanden, Tag und Nacht. Sie sei immer m
üde und schlafe schlecht (
Urk.
5/35/12
).
In der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Das intermittie
rende Schmerzstöhnen sei bei Ablenkung verschwunden. Trotz normaler Beweglichkeit aller drei Wirbelsäulenabschnitte und aller peripheren Gelenke
und dem Fehlen von Gelenksergüssen,
Synovitiden
und überwärmten Gelenken seien in der
Dolor
i
metrie
alle 18 Tender Points pathologisch
gewesen sowie alle acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Trotz Adipositas bestehe eine erfreulich grosse Muskelmasse von 38
%
. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden (
Urk.
5/35/21).
Es gebe offen
sichtlich keinen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem
bildge
benden
Befund der Halswirbelsäule, d
a die im Januar 2014 festgestellte Diskushernie C5/C6 höchstens einen kleinen Teil
der
ausgedehnten Beschwerden erklären könne und die spontane Verkleinerung zur diskreten
Protrusion
C5/C6
die
Beschwerden
nicht
deutlich gebessert habe
(
Urk.
5/35/21).
Dr.
C._
wies zudem auf eine bei der Untersuchung gezeigte Verdeutlichungstendenz und Selbstlimitierung hin (
Urk.
5/35/22).
Sie hielt fest, b
ei der Versicherten bestünden
keine strukturellen Veränderungen, die das Ausmass und die Dauer ihrer Beschwerden erklärten.
Sie
könne sämtli
che Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (
Urk.
5/35/21, 5/35/23).
3.
4
.2
Gegenüber
Dr.
D._
gab die Versicherte
am 1
1.
Mai 2015
an
, sich ab dem Jahr 2012
(gemäss
Dr.
B._
ab dem Jahr 2013, vgl.
Urk.
5/23/2)
psychisch schlechter gefühlt zu haben. Sie habe nicht mehr schlafen können und habe im ganzen Körper und
im
Kopf grosse Schmerzen verspürt. Sie habe dem Druck am Arbeitsplatz nicht standhalten können und wegen ihrer Beschwerden häufig zu Hause bleiben müssen (
Urk.
9 S. 5
, vgl. auch S. 8
). Seit
einem Jahr
suche sie einmal pro Monat den Psychiater und zwei- bis dreimal die Psychologin auf. Sie nehme auch Medikamente ein; ihr Zustand habe sich aber nicht verbessert (
Urk.
9 S. 5).
Dr.
D._
führte
im Gutachten vom 2
2.
Mai 2015
an, die Versicherte habe ihren Vater verloren als sie 17 Jahre alt gewesen sei. Im Rahmen dieser akuten psychischen Belastung sei bei ihr eine erste gemischte dissoziative Störung mit Bewegungs-, Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen aufgetreten. Trotz der dissoziativen Störungen sei die Versicherte den im Erwachsenenalter gestellten sozialen A
nforderungen gewachsen gewesen (
Urk.
9 S. 7 f.).
Aufgrund der anamnestischen Angaben habe sich der psychische Zustand der Versicherten mit der Entwicklung der depressiven Symptome Ende 2013 verändert (
Urk.
9
S. 8
).
Bei der diagnostizierten
schweren depressiven
Episode
könne die ab März 2014 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden
(
Urk.
9 S. 8).
Gegenwärtig könne bei der Versicherten von einer weitgehenden Rückbildung der depressiven Symptomatik ausgegangen werden. Bei leichten Beeinträchti
gungen
der
psychokognitiven Funktionen könne ihr
ab Mai 2015
, dem Zeit
punkt der Untersuchung,
höchstens eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
Unter fachgerechter psychiatrisch-psychosomatischer Behandlung im stationären Setting wäre mit einer weiteren Verbesserung des psychophysischen Zustandes und Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit innerhalb von vier bis sechs Wochen zu rechnen (
Urk.
9 S. 9).
Dr.
D._
diagnostizierte eine leichte depressive Episode mit
somatischen Symp
tomen (ICD-10 F
32.01), differentialdiagnostisch eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21)
,
sowie als Diagnose ohne Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
gemischte d
issoziative Störungen (ICD-10 F
44.7;
Urk.
9 S.
7
).
Bei der Versicherten seien die Therapieoptionen
bei Weitem
nicht ausgeschöpft
(
Urk.
9 S. 11).
Dr.
D._
nahm sodann angesichts der festgestellten dissoziativen Störung zur Frage der Überwindbarkeit Stellung (
Urk.
9 S. 10). Weiter nahm er eine
Plausi
bilitäts
- und Konsistenzprüfung vor (
Urk.
9 S. 10). Zu den früheren ärztlichen Einschätzungen hielt er fest, eine rezidivierende depressive Störung könne nicht bestätigt werden; das Aktivitätsniveau der Versicherten bis Ende 2013 spreche gegen eine rezidivierende depressive Störung. Falls die Versicherte in den letz
ten Jahren tatsächlich unter depressiven Verstimmungen gelitten habe, könne höchstens von einer
Dysthymia
ausgegangen werden (
Urk.
9 S. 10).
3.4
.3
In der zusammenfassenden Beurteilung
hielten die Gutachter fest,
aus psychiatri
scher Sicht
bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
. Aus rheumatolo
gischer Sicht bes
tehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9 S. 11).
4.
4.1
D
ie
Gutachten
von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vom 1
9.
und 2
2.
Mai 2015 erfüllen die von der Rechtsprechung gestellten
Anforderungen
(BGE 134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.)
und darauf kann
abgestellt werden.
4.2
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schmerzen und
Beein
-
trächti
gungen
konnten
aufgrund der bei
der
internistisch-rheumatologi
schen
Untersuchung von
Dr.
C._
erhobenen Befunde
nicht objektiviert werden. Von somatischer Seite besteht nach der überzeugenden Beurteilung von Dr.
C._
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
5/35/21 ff.)
.
4.
3
Gemäss
der psychiatrischen Beurteilung
von
Dr.
D._
litt
die Beschwerde
-
führe
rin
im Untersuchungszeitpunkt im Mai 2015
–
nach der von den behandelnden Ärzten diagnostizierten schweren depressiven Episode
mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
7.
März 2014
-
noch
unter eine
r
leichten depressiven Episode
mit somatischen Symptomen
und
unter
gemischte
n disso
ziativen Störung
en
(
Urk.
9 S. 7 und S. 9
).
Aufgrund der
leichten
depressiven Episode wurde eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit
von 30
%
angenommen (
Urk.
9 S. 9
).
Zu prüfen ist, ob aufgrund der seit 1
7.
März 2014 bestandenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein – gegebenenfalls
nur
vorübergehender - Rentenan
spruch besteht.
4.4
Bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters der
„
dissoziativen Störun
gen
gemischt
“
sind die von der Rechtsprechung im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen
beziehungsweise
im Bereich
der Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache
entwickelten Grundsätze analog anzuwenden (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2013 vom 2
4.
Februar 2014, E. 6).
Bezüglich der depressiven Erkrankung
ist zu prüfen, ob diese
Begleiterschei
nung
der dissoziativen Störungen
ist
,
oder ob sie als selb
ständige
s
, davon l
os
gelöste
s Leiden anzusehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016, E. 3.2).
Im ersten Fall ist von einem „unklaren Beschwerdebild“ auszugehen und die tatsächlich erreichbare Leistungsfähigkeit ist anhand des erwähnten
Indikatorenkatalogs
zu prüfen.
Im zweiten Fall liegt kein „unklares Beschwerdebild“ vor
(
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 9C_173/2015
vom 29.
Juni 2015
, E. 4.2.2).
Wie sich der Schilderung des Verlaufs durch die Beschwerde
führerin
im Rah
men der psychiatrischen Untersuchung
entnehmen lässt,
traten die
körperlichen
Symptome und
Beschwerden
und die depressive Symptomatik Hand in Hand auf (
Urk.
9 S. 5). Hinweise auf eine Eigenständigkeit der depressiven Sympto
matik bestehen nicht. Die tatsächlich erreichbare Leistungsfähigkeit ist somit anhand des erwähnten
Indikatorenkatalogs
zu beurteilen.
Dabei erlauben die medizinischen Akten, namentlich das Gutachten von
Dr.
D._
vom 22. Mai 2015, eine schlüssige Beurteilung auch im Licht der massgeblichen Indikatoren.
4.5
4.5
.1
Die dissoziativen Störungen traten bei der
Beschwerdeführerin
im Zusammen
hang mit der Krebserkrankung und
mit dem Tod des Vaters
im Jahr 1990
erst
mals auf; gegenüber
Dr.
D._
gab
die Versicherte
an,
wenn sie etwas Negati
ves gehört habe, seien die Probleme wieder aufgetreten, beziehungsweise
sie habe
danach
immer wieder A
nfälle durchgemacht (
Urk.
9 S. 4 f.). Diese
wirkten sich aber nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Es wurde jedenfalls nicht geltend gemacht, die längeren Unterbrüche in der Berufstätigkeit seien im Wesentlichen gesundheit
lich bedingt gewesen (vgl. Urk.
5/8).
An der letzten Arbeitss
telle
bei der
Y._
war die Versicherte im Zeitpun
kt des Ein
tritts der
andauernden
Arbeitsunfähigkeit
im März 2014
bereits über vier Jahre tätig gewesen (
Urk.
5/24/1).
Mit
Dr.
D._
ist damit anzunehmen, dass
sie im Erwachsenenalter den sozialen Anforderungen gewachsen
war
(
Urk.
9 S. 8).
Während vieler Jahre fand
denn auch
keine fachärztliche Behandlung
statt
(
Urk.
9 S.
5).
Gegen Ende des Jahres 2013 kam es zu einer Zunahme der Beschwerden
mit Überforderung am Arbeitsplatz
(
Urk.
9
S. 5
f., 5/23/2
).
Gleichzeitig bestanden
auch familiäre beziehungsweise Probleme in der Ehe (
Urk.
5/20/7,
5/24/6,
9 S.
4).
Im Begutachtungszeitpunkt im Mai 201
5
gab die Versicherte an, dass sie auf
grund der Schmerzen und der aufgetretenen Symptome wie Erbrechen und Zittern nur noch schlafen und liegen möchte (
Urk.
9 S. 5).
Diesbezüglich wur
den im Rahmen der Begutachtungen
jedoch
Diskrepanzen festgestellt. Das von der Versicherten geschilderte
tiefe
Aktivitätsniveau - sie liege meistens den ganzen Tag auf dem Sofa und schaue fern – konnte nicht mit den erhobenen psychischen Befunden erklärt werden und die körperliche Untersuchung zeigte keine Hinweise auf eine lang dauernde körperliche Schonung
(
Urk.
9 S. 10
, 5/35/21).
Dr.
D._
hielt sodann fest,
das Ausmass der geschilderten und dokumentierten Beschwerden
stimme
nicht mit der Inanspruchnahme der thera
peutischen Massnahmen überein (
Urk.
9 S. 10
; vgl. auch
Urk.
5/35/24
).
So nahm die Versicherte die
von den behandelnden Ärzten empfohlene stationäre Behandlung nicht in Anspruch (
Urk.
9 S. 5).
Angesichts dieses
Verlauf
s
kann
nicht von einer
erheblichen
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ausgegangen werden.
4.5
.2
Nach der Beurteilung von
Dr.
D._
wäre
unter fachgerechter psychiatrisch-psychosomatischer Behandlung in stationärem Setting mit einer weiteren Ver
besserung des psychophysischen Zustandes und
der
Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit innerhalb von vier bis sechs Wochen zu rechnen (
Urk.
9
S. 9). Damit besteht keine Behandlungsresistenz im Sinne des Scheiterns einer indizierten und lege
artis
durchgeführten Therapie; vielmehr bestehen
Behand
lungsoptionen
.
4.5
.3
Mit Blick auf den Indikator Komorbidität ist zu prüfen, ob und bejahendenfalls inwieweit sich diese ressourcenhemmend auf die versic
herte Person auswirkt
.
Eine Störung, die rechtsprechungsgemäss aufgrund ihrer Ausprägung als solche nicht invalidisierend sein kann, stellt keine Komorbidität dar (Urteil des Bun
desgerichts 9C_539/2015
vom 2
1.
März 2016
, E. 4.1.3).
Leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis sind in der Regel therapierbar und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015
vom 2
1.
März 2016
, E. 4.1.3.1).
Grundsätzlich können nur schwere psychische Störungen invalidisierend und Komorbidität sein (Urteil
des Bundesgerichts 9C_549/2015
vom 2
9.
Januar 2016
, E. 4.5),
Seitens der behandelnden Ärzte war eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
,
diagnostiziert worden
(
Urk.
5/20/6, 5/23/1).
Ab dem 1
7.
März 2014 bestand deswegen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
D._
widerspr
icht im Gutachten vom 2
2.
Mai 2015
der Diagnose
einer rezidivierenden Störung
(
Urk.
9 S. 10) und dieser gutachterlichen Einschätzung ist zu folgen
.
Bereits im Juli/August 2014
-
bei diagnostizierter schwerer depressiver Episode
-
vermochte die Versicherte als Beifahrerin mit dem Auto in die
F._
zu ihrer Familie
zu reisen und zu baden (
Urk.
5/35/12, 5/37/4).
Im Zeitpunkt der Untersuchung
im Mai 2015 konnte
Dr.
D._
nur noch leichte depressive Symptome
feststellen
.
Er hielt fest, passive Todeswünsche etwa seien ohne gleichzeitig
e
Hoffnungslosigkeit oder Ohnmacht, sondern mehrmals mit leicht
paratyhmen
Lachen geäussert worden (
Urk.
9 S. 8).
Trotz unzureichender insbesondere ungenügender medikamentöser Behandlung
(vgl.
Urk.
9 S. 8)
hatten sich die Symptome zurückgebildet.
Dr.
D._
nahm
sodann
an, dass b
ei Ausschöpfung der Therapieoptionen mit der vollständigen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen
sei
(
Urk.
9 S. 8 f.)
.
Bei der Versicherten bestanden
somit
höchstens
vorübergehend
schwere depres
sive Symptome, welche
wohl
zudem - zumindest
teilweise
-
als Reaktion auf
eine
am
Arbeitsplatz
bestandene
Überforderung und
die
ehelichen Pr
obleme
zu betrachten sind
. Diff
erentialdiagnostisch führte Dr.
D._
entsprechend
eine Anpassungsstörung mit länge
rer depressiver Reaktion an (
Urk.
9 S. 11).
An
passungs
störungen
sind in der Regel vorübergehender Natur und deshalb nicht invalidisierend (vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundes
-
gerichts zum IVG, 3. Auflage, Basel 2014, Art. 4
Rz
64 und 73,
S. 34 f.; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_322/2010 vom 9. August 2010, E.
5.2, und I 510/06 vom 26. Januar 2007, E. 6.3).
Von einer schweren
,
invalidisierenden psychischen Störung kann
bezüglich der depressiven Symptomatik
damit nicht ausgegangen werden. Eine
relevante
Komorbidität liegt
somit
nicht vor.
4.5
.4
Hinweise für
eine
Persönlichkeitsstörung
bestehen gemäss Dr.
D._
nicht
(
Urk.
9 S. 7
, vgl. auch
Urk.
5/20/7
).
Es ist sodann nicht ersichtlich, dass sich das soziale Umfeld
der Versicherten
– mit Ausnahme des Verlustes der Kontakte am Arbeitsplatz - massgeblich verän
dert hätte. Die Eheprobleme
waren nach
den Angaben der Versicherten gegen
über
Dr.
D._
im Mai 2015
ausgestanden
(
Urk.
9 S. 4).
4.5
.5
Das von der Versicherten
geschilderte
Aktivitätsniveau ist nicht besonders hoch. Allerdings konnte die von der Versicherten geltend gemachte Schonung
im Rahmen der somatischen Untersuchung nicht objektiviert werden
(vgl.
Urk.
5/35/21)
.
Bis im Mai 2014 erschöpfte sich die Behandlung
in der hausärztlichen Betreu
ung
(
Urk.
9 S. 5)
.
In der Folge
nahm die Versicherte die ärztlicherseits empfoh
lene psychotherapeutische und med
ikamentöse Behandlung zwar wahr
. Indes
nahm sie keine Physiotherapie in Anspruch, verzichtete
mehrheitlich
auf Schmerzmedikamente und
verschloss sich der Idee einer stationären Rehabilita
tion
(
Urk.
5/35/
13, 5/35/
24,
Urk.
9 S. 5)
.
Damit ist insgesamt kein erheblicher Leidensdruck spürbar.
4.5
.6
Zusammenfassend ist a
nhand der Standardindikatoren davon auszugehen, dass die Versicherte in der Lage
war und
ist, eine leidensangepasste Beschäftigung
(vgl.
Urk.
9 S. 11)
in rentenausschliessendem Umfang auszuüben.
Damit ist
ein (auch nur vorübergehender)
Rentenanspruch zu Recht verneint worden.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
5
.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungs
leistungen kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf
Fr. 6
00.--festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.