# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a334ce20-afa2-4dd7-afe3-674aef234c1a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X., geboren am 16. Mai 1945 in Zürich, ist Rentner und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist geschieden und hat seinen Wohnsitz in A.. Er bezieht eine AHV-Rente von Fr. 2‘200.-- sowie eine BVG-Rente von Fr. 2’000.-- monatlich und hat ein Vermögen von ca. Fr.100‘000.--.
B. X. ist mit drei Einträgen im Schweizerischen Strafregister verzeichnet. Am 6. Februar 2003 wurde er von der Bezirksanwaltschaft B. wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) zu einer Busse von Fr. 1‘800.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, verurteilt. Für dasselbe Delikt wurde er vom Kreispräsidenten C. am 25. Januar 2006 zu einer Busse von Fr. 3‘800.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von einem Jahr, verurteilt. Zudem wurde er am 8. Januar 2009 vom Kreispräsidenten D. wegen Fahrens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration gemäss Art. 91 Abs. 1 und Abs. 2 SVG zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 200.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zu einer Busse von Fr. 1‘500.-- verurteilt.
Gemäss ADMAS-Registerauszug vom 27. Oktober 2011 wurde X. der Führerausweis wegen Geschwindigkeitsübertretungen vom 20. Dezember 2002 bis 19. Januar 2003 und vom 1. April 2006 bis 30. Juni 2006 entzogen. Zudem wurde ihm der Führerausweis wegen Angetrunkenheit und Geschwindigkeitsübertretung vom 17. Oktober 2008 bis 16. Januar 2010 entzogen.
C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 11. November 2011, mitgeteilt am 18. November 2011, wurde X. wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 300.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen, alles unter Kostenfolge zu Lasten des X., bestraft. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zu Grunde:
„X. fuhr am 29. August 2011, um 15:05 Uhr, mit seinem Personenwagen Marke Subaru Impreza, Kontrollschild I., von E. herkommend über die F. in Richtung H.. Im G. fuhr der Beschuldigte vorschriftswidrig nicht am rechten Fahrbahnrand sondern gegen die Mittelinie hin. Da die zur gleichen Zeit in entgegengesetzter Richtung fahrende Y. mit ihrem Personenwagen der Marke Renault Twingo, Kontrollschild J., auch nahe an der Mittellinie
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unterwegs war, ereignete sich ca. 1000 Meter nach der Tunneleinfahrt eine Streifkollision zwischen den beiden Fahrzeugen. Es entstand an beiden Personenwagen ein Schaden von rund Fr. 5'000.-- auf der linken Fahrzeugseite. Der Personenwagen X. hatte ferner zwei Fahrräder auf einem Heckträger geladen, welche ebenfalls beschädigt wurden. Der hinter Y. fahrende Personenwagen der Marke Skoda Oktavia, Kontrollschild K., von Z. wurde durch herumfliegende Fahrzeugteile beschädigt. X. erlitt eine leichte Verletzung durch einen Glassplitter im linken Auge. Er verzichtete indes auf die Stellung eines Strafantrages.“
D. Gegen diesen Strafbefehl erhob X. am 22. November 2011 Einsprache. Daraufhin ergänzte die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung und führte mehrere Konfronteinvernahmen durch und holte telefonische Auskünfte bei den am Unfalltag anwesenden Polizeibeamten ein. Mit Mitteilung an X. vom 12. Juni 2012 schloss sie die Strafuntersuchung ab. Am 27. Juli 2012, mitgeteilt am 6. August 2012, verfügte die Staatsanwaltschaft die Überweisung des Strafbefehls ans Bezirksgericht Imboden. Zudem teilte sie mit, dass sie am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl als Anklageschrift gelte (Art. 356 Abs. 1 StPO).
E. Die Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 13. August 2012 vorgeladen wurde, fand am 16. Oktober 2012 statt. Anwesend waren X. als Beschuldigter in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden
1. X. sei schuldig zu sprechen der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. X. sei zu bestrafen mit einer Busse von Fr. 300.--. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien X. aufzuerlegen.
4. (Kostenzusammenzug)
Anträge X.
Der Beschuldigte sei freizusprechen.
F. Gegen das am 16. Oktober 2012 gefällte, nicht mündlich eröffnete und gleichentags ohne schriftliche Begründung im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Imboden meldete X. am 26. Oktober 2012 Berufung an. Daraufhin
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teilte das Bezirksgericht Imboden den Parteien am 9. November 2012 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird er verurteilt zu einer Busse von Fr. 300.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 5‘148.70 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 1‘648.70, Gerichtsgebühren Fr. 3'500.--) gehen zu Lasten des Verurteilten.

## Considerations