# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9570cee2-ba5b-4424-a090-0eaf025a659d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
Die 1965 geborene
X._
war
seit
Februar
199
5
als
Hörgeräte-F
ach
ar
bei
terin
mit einem Pensum von
100
%
bei der
Y._
angestellt (Urk.
11/
1
2/
10
).
Am 23. Juli
2007 erlitt sie bei einer A
uffahrkollision ein
Be
schleunigungstrauma
der Halswirbelsäule
(Urk.
11/
11
/27-30
S. 1
).
Im
Februar
2009 meldete sie sich
unter Hinweis
hier
auf bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (Urk. 11/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
,
IV-Stelle,
zog die Akten des Unfallversicherers bei und
klärte die erwerb
lichen und medizini
schen Verhältnisse ab und veranlasste eine
bidiszi
plinäre
B
egutachtung
(
Exper
tise vom 30. März 2011
,
Urk. 11
/
56
)
.
Am
30. Juli
201
2
(
Urk.
11/6
7 und Urk. 11/71-72
) sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente
samt Kinderrente
ab 1. September 2009 respektive bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente
samt Kinderrente
ab 1. April 2010 zu.
Im Dezember 2013 leitete die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Ren
tenanspruchs in die Wege (Urk. 11/108 S. 1)
,
holte neue Berichte
der be
handelnden Ärzte ein und veranlasste eine
bidisziplinäre
Begutachtung
durch Dr. med.
Z._
, Psychiatrie und P
sychotherapie FMH, und Dr. med.
A._
, Spezialarzt FMH für Rhe
umatologie
(
Expertise vom 26. August 2014
,
Urk. 11/91
-92
).
Mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2014
(Urk. 11/94)
stellte die IV-Stelle
unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 33 %
die Einstellung der Rente in Aussicht und hielt an diesem Entscheid – nach der Prüfung weiterer,
nach dem Vorbescheid eingegangener Arztberichte (Urk. 11/95/1-3
,
Urk. 11/95/10-12
und Urk. 11/111/6-7
)
– mit Verfügung vom 9. März 2015 (Urk. 2) fest.
Gegen die Verfügung vom 9. März 2015 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 24. April 2015
unter Auflage eines
neuen ärztlichen Berichts (Urk.
3)
Be
schwer
de
(Urk. 1) und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr weiter
hin eine Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessu
aler Hin
sicht stellte
sie
den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und
Rechts
vertretung
(S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 21. Mai 2015 (Urk. 10) bean
tragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Be
schwerde
führerin am 27. Mai 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kul
turellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % be
steht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindes
tens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung).
1.
5
Ändert sich der
Invalidi
tätsgrad
einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend er
höht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur
Renten
revision
gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerbli
chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes er
heblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Verände
rung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diag
nose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähig
keit für sich allein genommen keinen
Revisions
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchs
erheblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einsprache
ent
scheid
, welche oder wel
cher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar
beitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Aus
künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini
schen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuc
h
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.8
Die Rechtsprechung hat seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und
Arzt
person
im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (be
gutach
tenden) Mediziners ist erstens, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der sub
jektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diag
nose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Fol
genab
schätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeits
fähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende
Beurtei
lungs
kompetenz
zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben
eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Ar
beitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe und sie
in einer
körperlich leichte
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit ohne grossen Kraftaufwand mit der linken Hand zu 80 % arbeitsfähig sei.
Gestützt auf den
Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 33 %, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr habe.
Im Übri
gen habe vermutlich die schwierige psychosoziale Situation der Beschwer
de
führerin Einfluss auf die psychische
n
Beschwerden
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ih
rer Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, das von der Beschwerde
gegnerin
veranlasste Gutachten bilde keine rechtsgenügende Basis, um den Rentenanspruch zu beurteilen
. Im Zusammenhang mit dem rheumatologischen Teilgutachten seien keine neuen bildgebenden Untersuchungen veranlasst worden, vielmehr habe der Gutachter auf Untersuchungen aus den Jahren 2010 und 2011 abgestellt
(S. 5
f.
Ziff.
6.1
).
Das Gutachten
habe zudem die Frage der Zumutbarkeit angepasster Tätigkeiten im Zusammenhang mit den Beschwerden an der linken Hand nur ungenügend
beantwortet
.
D
as
psychiatrische Teilgutachten
sei
mit offensichtlichen Wider
sprüchen behaftet
, da die
gutachterlichen
Angaben zum Verlauf der depressiven Störung nicht mit den Befunden in den übrigen Arztberichten übereinstimmten
(S.
7
f.
)
. Falsch und im Widerspruch zu den übrigen
B
erichten sei sodann die Beurteilung, die posttraumatische Belastungsstörung
habe
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter habe
ferner
lediglich eine pauschale Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen, ohne sich mit d
en konkreten Umständen
auseinanderzu
setzen (S. 8 f.).
Ebenso
wenig
habe er sich mit der Frage, ob die somatoforme Schmerzstörung relevant sei, rechtsg
e
nügend
auseinandergesetzt (S. 11 Ziff. 8).
Abgesehen davon
habe die
Beschwerdegeg
nerin
die Berichte de
s
behandelnden
Psychiater
s
und der Ärzte der
B._
nicht angemessen berücksichtigt
,
welche über eine längere Beobachtungsphase verfügten als der Gutachter. Die
Beschwerdegegne
rin
habe
zudem
verkannt, dass einer eigenständigen psychischen Störung auch dann invalidisierende
r
Charakter zukomme, wenn sie durch psychosoziale Fa
k
toren ausgelöst worden
sei
(S. 10
f.
)
. Die Beschwerdeführerin machte schliess
lich geltend, ihr sei aufgrund ihres Alters, der langjährigen Absenz vom Ar
beits
markt,
ihrer
körperlichen Einschränkungen sowie des Umstands,
dass sie bisher lediglich in einem einzigen Berufszweig tätig gewesen
sei,
ein
Leidensab
zug
von
mindestens 10 % zu gewähren
sei
(S. 11 Ziff. 9).
3.
3.1
3.1
.1
Grundlage für die
Renten
zusprache
vom
30
. J
uli
2012 (Urk. 11/
72
) bildete im
Wes
entlichen das
bidisziplinäre
Gut
achten von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheu
ma
tologie und Innere Medizin
,
und PD Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psy
chiatrie
und Psychotherapie
,
vom 30. März 2011 (Urk. 11/56/1-43 und Urk. 11/61 S. 10).
3.1.2
Im rheumatologischen Teilgutachten (Urk. 11/56/16-25)
stellte
Dr.
C._
folgende Diagnosen
(S. 22
)
:
Diagnosen m
it Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
a
kutes sensomotorisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 und S1 bei grosser rechtsseitiger Diskushernie L5/S1 rechts (MRI
Lendenwirbels
äule
[
LWS
]
vom 09.12.2010)
Diagnosen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
c
hronisches
zervikocephales
und linksseitiges
zervikobrachiales
Syn
drom mit/bei
a
ltersentsprechenden degenerativen Veränderungen (
Chondrose
C5/6)
Status nach HWS-Distorsion am 23.07.2007
Der Gutachter
führte aus, dass nach Angabe der Beschwerdeführerin seit Jahren in zervikaler Hinsicht immer wieder Schmerzepisoden mit schmerzfreien Tagen aufgetreten seien. Nach der Auffahrkollision
i
m Juli 2007
sei sie zervikal nie mehr schmerzfrei gewesen und
leide unter
Schmerzen mit Ausstrahlungen
in
den Hinterkopf
und linken Arm sowie unter
Kopfschmerzen. Seit dem Unfall habe
sie zudem auch lumbale Schmerzen
(S. 23
)
.
U
nter Hinweis auf das akute
lumboradikuläre
Reizsyndrom
attestierte Dr.
C._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit respektive eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in
einer
angepassten
Tätigkeit mit leichten bis mittel
schweren Arbeiten a
b 9. Mai 200
8.
Ab 22. September
2008
statuierte er
eine
Arbeitsfähigkeit von 100 %
in der angestammten wie auch einer angepassten Tätigkeit
.
Für die Zeit ab
9. Dezember 2010
ging
er mit
Verweis
auf die akute
radikuläre
Reizsituation
sowohl in der bisherigen Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit
von
eine
r
50%
ige
n
Arbeitsfähigkeit
aus
(
S. 2
4 f.
und S. 36
).
3.1.3
In seinem psychiatrischen Teilgutachten
vom 30. März 2011
(U
rk. 11/56/25-33) nannte PD Dr.
D._
folgende Diagnosen (S. 29):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
s
chwere depressive Episode (ICD-10
F32.2)
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10
F43.1)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
k
eine
Der Gutachter beschrieb die Grundstimmung der Beschwerdeführerin als schwer depressiv, wobei es zu keinem Zeitpunkt während der Untersuchung zu einer geringfügigen Stimmungsaufhellung gekommen sei. Eine Schwingungsfähigkeit sei
nicht evident
, auch wenn
sich
der affektive Rapport gut
etablieren lasse
. Die
Beschwerdeführerin
zeige
eine erhebliche Einengung um ihre depressiven Symp
tome und
berichte
immer wieder über Schuldgefühle. Sie
leide unter
er
hebliche
r
Affektverarmung und schwere
r
Affektlabilität und
habe
während de
s
Unter
such
s
permanent erheblich und verzweifelt geweint (S. 28 f.).
Die
Be
schwer
de
führerin
zeige
das Vollbild einer schweren depressiven Störung. Sie leide unter
schwerer
Interesse
n- und Lustlosigkeit sowie
unter
Antriebsverlust,
der derart ausgeprägt
sei, dass sie kaum zu zielg
erichteten Handlungen fähig sei
(S. 31 f.).
Sie
habe sich zudem sozial komplett zurückgezogen
und
habe gemäss eigenen Angaben einzig ihren Ehemann, wobei diese Beziehung sehr belastet erscheine, und ihren Sohn, welcher jedoch in
E._
lebe. D
ie Beschwerde
führerin bleibe den ganzen Tag zu Hause, ausser wenn sie für einen Nachmittag pro Woche in die Tagesklinik des
F._
gehe
oder
sich
im Rahmen des
wöchentlichen Besuch
s
der psychiatrischen Spit
e
x
ausser Haus begebe
. An
son
sten unternehme sie nichts, sie lege sich einfach hin und tue nichts. Der Ehemann erledige den Haushalt und die Einkäufe und b
ereite auch die Mahl
zeiten
zu
(S. 27
und S. 32
)
.
Der Gutachter
hielt weiter fest
, dass die depressive Symptomatik seit Januar 2009 anhaltend bestehe, wobei deren Schweregrad nicht immer gleich ausgeprägt sei. Seit Januar 2009 bestehe eine einzige depressive Episode ohne Remission, weshalb nicht von einer rezidivie
renden depressi
ven Störung, sondern von einer depressiven Episode auszugehen sei (S.
3
1).
Weiter wurde ausgeführt
, die Beschwerdeführerin leide an einer posttraumati
schen Belastungsstörung. Die Beschwerdeführerin habe im Zusammenhang mit den Kriegswirren in
E._
und ihrer Flucht nach
G._
unter erhebli
chen vitalen Ängsten gelitten
, welche zu einer erheblichen Verängstigung und wiederholten psychischen
Fragilisierungen
geführt hätten.
Der Beschwerdefüh
rerin sei es über lange Zeit gelungen,
diese
Psychot
raumatisierungen zu kom
pensieren
, was sich jedoch durch das Halswirbel
(HWS)
-Distorsionstrauma und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf
ihre
Arbeit geändert habe
.
Zudem
leide
die Beschwerdeführerin
unt
er Albträumen und „Flashbacks“
(S.
30 f.
)
.
Der Gutachter
hielt weiter fest
, die schwere depressive Episode
führe
zu quali
tativen Funktionseinbussen von 100 %. Aufgrund
d
es engen Zusammenhangs mit der depressiven Entwicklung wirke sich auch die Belastungsstöru
ng auf die
Arbeitsfähigkeit aus. H
auptverantwortlich für die Arbeitsunfähigkeit sei indes
sen
die schwere depressive Episode
, wobei
p
sychosoziale Faktoren keine Aus
wir
kung
en auf
die Arbeitsfähigkeit
hätten
.
Entsprechend
sei
aufgrund
d
es psy
chi
schen Leidens mit Krankheitswert
sowohl in der angestammten wie auch in einer
angepassten Tätigkeit
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 25. Januar
2010 auszugehen
. Für die Zeit
v
on April
bis 17. Juni
2009 ging der Gutachter von einer
100
%
igen Arbeitsunfähigkeit aus respektive
vom 18. J
uni 2009
bis 24
. Janu
ar
2010
von einer 50
%
igen Arbeitsunfähigkeit
(S. 32 f.
,
S. 36 f.
und S. 42
)
.
3.2
3.2.1
Der rentenaufhebenden Verfügung vom 9. März 2015 (Urk. 2) lagen im Wesent
lichen folgende Einschätzungen zugrunde:
3.2.2
In ihrem Bericht vom 12. Februar 2014 (Urk. 11/82) stellte Dr. med.
H._
, FMH Allgemeine Medizin, folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Status nach
HWS
-Distorsionstrauma als Beifahrerin in Folge von
Heck
kollision
. Chronisch rezidivierendes
cerviko-cephales
,
cerviko
-brachiales,
cerviko
-vertebrales Syndrom. Seit Jahren bei Fehlhaltung der Wirbelsäule mit Streckhaltung und fehlendem
„
Aligmen
”
.
MRI der HWS vom 23.11.2007: Streckhaltung der HWS mit
Kyphosie
rung
zwischen C4 und C
6.
Breite mediane
Diskusprotrusion
C5/6 mit Kontakt zum
Myelon
ohne Kompressi
on desselben, keine Myelopa
thie. K
eine Spinal
k
analstenose. Diskrete
Diskusprotrusion
C3/4 und C4/5 ohne Neurokompression
.
rezidivierende depressive Störung (ICD
-10
F32.2)
gegenwärtig schwere Episoden ohne psychotische Symptome (ED 2008)
sozialer Rückzug
chronisches
lumbo-spondylogenes
, intermittierendes
lumboradikuläres
Syndrom S1 mit Nervenwurzelkompression S1 rechts, intermittierende
Hyp
-/Parästhesien
im
radikulären
Dermatom
S1 rechts
mediale Diskushernie L5/S1 etwas rechts dominant
Status nach
epiduraler
Infiltration über de
m
Hiatus
sakralis
(12/2010, 8/2011)
trianguläre
fibrokartilaginäre
r
Komplex
(TFCC)
–
Läsion
radialseits
bei leichter
Ulnaplusvariante
links bei
Status nach Handgelenkskontusion links am 05.08.2011 nach
Fahr
radsturz
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Eisenmangel
c
hronische Gastritis
Dr.
H._
beschrieb die Beschwerdeführerin als mässig deprimiert,
antriebs
arm
und ängstlich. Es
beständen
Spannungen im Bereich der
HWS und LWS
sowie
Druckdolenz
en
im LWS-Bereich, wobei aktuell kein
Ausstrahlungs
schmerz
vorliege.
Beim linken Handgelenk komme es zu Schmerzen unter Be
lastungen bei intakter
periphere
r
Durchblutung, Motorik und Sensibilität
(S. 2 Ziff. 1.4).
Die Ärztin
wies
zudem auf die zusätzliche psychische Belastung
der Beschwer
deführerin
durch
die Trennung vom Ehemann und
Krankheit der Mutter hin (S. 4 Ziff. 1.11).
Schliesslich attestierte
Dr.
H._
eine 100
%
ige Arbeits
un
fähig
keit in der angesta
mmten Tätigkeit ab 25. Januar
2010
(S. 3 Zi
ff. 1.6).
3.2.3
In seinem
Bericht
vom 24. Februar 2012 (Urk. 11/83/12-13)
stellte
Dr. med.
I._
, Leitender Oberarzt Wirbelsäulenchi
rurgie an der
J._
, folgende Diagnosen (S. 1):
Hauptdiagnosen:
Taubheitsgefühl rechter Oberschenke
l
(L3
Dermatom
?)
m
ediane Diskushernie L5/S1 (MR-to
m
ographisch
re
gre
dient
)
Status nach Sakralblock am 20.12.2010 und 03.08.2010 mit jeweils sehr guter Besserung der Schmerzen
Nebendiagnosen:
e
igenanamnestisch Status nach
Fibroadenom
-Operation Mamma links 2000
e
igenanamnestisch posttraumatische Belastungsstörung, chronisch rezidi
vierend depressive Störung (psychische
Hospitalisation
01-07/2010)
Dr.
I._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei gemäss eigenen Angaben nach dem Sakralblock im August
hinsichtlich der
rechtsseitigen Ausstrahlungen na
hezu beschwerdefrei gewesen, habe aber eine Verschlechterung des psychischen Zustands bemerkt. Im Januar sei das Taubheitsgefühl in der rechten
Oberschen
k
el
aussenseite
plötzlich wieder aufgetreten und sei seither persistent. Im Übri
gen habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Bereich vom rechten Tro
chanter
major
geklagt. Beschwerden in den Füssen oder Unterschenkeln würden demgegenüber nicht bestehen. Der Arzt wies darauf hin, dass die neu aufgetre
tene Gefühlsstörung im rechten ventralen Oberschenkel nicht eindeutig zuge
ordnet werden könne. Die Symptomatik betreffend die Diskushernie L5/S1 stehe im Untersuchungszeitpunkt
im Hintergrund, ebenso
wenig liege eine S1-Wur
zelreizsymptomatik vor. Unter Hinweis auf den aktuellen niedrigen
Leidens
druck
sowie den Umstand, dass ausser der Sensibilitätsstörung keine eindeuti
gen neurologischen Defizite best
ä
nden, empfahl Dr.
I._
eine
Verlaufsbe
obachtung
.
3
.2.4
Im Bericht vom 24. Mai
201
2
(Urk.
11/83/14-15) nannten Prof. Dr. med.
K._
, Teamleiter Handchirurgie,
sowie Dr. med.
L._
, Assisten
zarzt an der
M._
, folgende Diagnose (S. 1)
:
TFCC-Läsion
radialseits
bei leichter
Ulnaplusvariante
links bei
S
tatus nach H
a
ndgelenkskontusion links am 05.08.2011
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin
klage
über persis
t
ierende
belas
tungsabhängige
Schmerzen
im
Handgelenk
,
und empfahlen eine
Handgelenks
arthroskopie
mit
Debridement
im TFCC sowie allfälliger offener Revision und
Ulnaverkürzungsosteotomie
.
3.2.5
In ihrem Austrittsbericht vom 3. April 2014 (Urk. 11/95/10-12) berichteten die Ärzte der
B._
über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 25. Februar bis 3. April 2014 und stellten folgende Diagnosen (S. 1):
Psychiatrische Diagnosen und Belastungsfaktoren:
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
Somatische Diagnosen:
a
namnestisch Status nach HWS-Distorsion im Juli 2007 mit muskulä
rer Verletzung (ICD-10 S16)
Die Ärzte hielten fest, die Beschwerdeführerin leide unter niedergeschlagener Stimmung, Interessen- und Hoffnungslosigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen mit auf die Kriegszeit in
E._
bezogenen Albträumen, Antriebslosigkeit, In
suffizienzgefühlen, Zukunftsängsten, Affektverflachungen mit Ratlosigkeit, Ver
zweiflung sowie ausgeprägten Konzentrationsstörungen. Als auslösende Fakto
ren habe die Beschwerdeführerin die Erkrankung der Mutter in
E._
und die dortige politische Lage, Verlustängste und die sehr unbefriedigende
Wohnsitua
tion
in einem Gasthaus genannt. Weiter fehle es an einer Tagesstruktur und die Beschwerdeführerin sei bis auf eine ehemalige Arbeitskollegin sozial isoliert.
Betreffend
Verspannungen und Schmerzen im HWS-Bereich sei aufgrund der Medikation mit einem
Phytotherapeutikum
eine Besserung eingetreten, so dass die Einnahme von Analgetika nicht notwendig sei. Die Beschwerdeführerin sei nach vierwöchigem Aufenthalt in gebessertem Zustand zu einer Kollegin nach Hause entlassen worden, wobei sie nach geplanten Osterferien in
E._
die Suche nach einer eigenen Wohnung plane.
3.2.
6
Dr. med.
N._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in seinem
Bericht vom 8. April 2014 (Urk.
11/85/6-10)
folgende Diagnosen (S. 1 Ziff.
1.1):
Diagnosen mit Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD
-
10
F33.11)
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
HWS-Distorsion 2007
Status nach Fraktur linkes Handgelenk mit Beschwerden
Dr.
N._
beschrieb eine depressive Störung mit wechselnder schwerer respek
tive mittelgradiger Ausprägung. Die Beschwerdeführerin leide hä
ufig
unter
Ängs
ten und Intrusionen sowie
dem Umstand, nicht zu arbeiten
, und meide Menschen
. Der Arzt attestierte in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfä
higkeit von über 90 % ab Januar 2011 und betonte zudem, eine Wiedereinglie
derung sei aktuell nicht möglich (S. 2 Ziff. 1.4 und Ziff. 1.6).
3.2.
7
In seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 26.
August
2014 (Urk.
11/91/1-23)
stellte Dr.
A._
folgende Diagnosen (S. 19)
:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
k
eine
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
c
hronifiziertes
lumbo
-sakrales Schmerzsyndrom mit rechtsseitiger
Ketten
tendomyose
im Gesäss-Obersch
enkelbereich
respektive
lumbos
pondylogenes
Schmerzsyndrom (seit 07/2007?)
Zustand nach (
regredienter
)
grosser rechtsseitiger Diskushernie L5/S1 mit
radikulärer
Symptomatologie 2010/2011
aktuell keine Hinweise auf ein
radikuläres
Syndrom
altersübliche Klinik
Coccygodynie
(seit längerer Zeit)
chronifiziertes
zervikales, eventuell
zervikozephales
Schmerzsyndrom (seit Jahren)
HWS-Distorsion 2
3
.07.2007
altersentsprechende Klinik und Radiologie
faszio
-kutane Schmerzkomponente im
Nacken-Schultergürtelbe
reich
TFCC-Läsion
radialseits
bei leichter
Ulnaplusvariante
links (symptoma
tisch seit Handgelenkskontusion vom 05.08.2011, Diagnose gemäss
M._
)
Der Gutachter
führt
e
aus,
die Bewegungen der Beschwerdeführerin seien betont langsam und es
bestehe
insgesamt der Eindruck eines demonstrativ leidenden Verhaltens. Das Aufstehen nach längerem Sitzen im Wartezimmer
falle
der Be
schwerdeführerin schwer, im Übrigen
zeigten
sich in ihrem Spontanverhalten kei
ne körperlichen Einschränkungen
. B
eim Untersuch der oberen Körperhälfte
sei die Beschwerdeführerin
mit Hinweis auf fehlendes Gefühl in den Beinen plötzlich in Tränen ausgebrochen und habe geschlottert (S. 12
und S. 14
).
Des Weiteren wies der Gutachter darauf hin
,
dass im Untersuch ein
lumbo
-sak
rales Schmerzsyndrom mit Schmerzen im Gesäss und der Kniekehle rechts sowie eine
Coccygodynie
im Vordergrund
ständen
. Zeichen eines
lumboradikulären
Syndroms
seien nicht mehr evident
. Die recht
s
seitigen Beinschmerzen könnten als
spondylogener
Schmerz interpretiert werden, wobei der Ursprungsort unklar sei, da
der
Hauptschmerz
über dem
Sakrum
liege
und das Bewegungssegment L5/S1 nur leicht
dolent
sei.
Der Gutachter
wies darauf hin, dass sich die Situa
tion
betreffend das
lumboradikuläre
Syndrom S1 und die grosse Diskushernie L5/S1
im Vergleich
zum Gutachten von Dr.
C._
und
zu den ersten Aufzeich
nungen der
J._
deutlich verbessert h
ätten
, nachdem sich die Neurologie
bei einer Kontrolluntersuchung im August 2011 in der
J._
normalis
iert und die zuvor diagnostizierte grosse Diskushernie im MRI nicht mehr nachweisbar gewesen
sei.
Die TFCC-Läsion am linken Handgelenk scheine nur bei grösserer Handbelastung symptomatisch zu sein, der
Faust
schluss
sei kräftig und bei der Beweglichkeitsprüfung
träten
nur
endgradig
ge
wisse Schmerzen auf
. Ferner
ständen
die zervikalen Schmerzen anamnestisch nicht mehr sehr im Vordergrund und di
e Klinik sei altersentsprechend
. Im Vor
dergrund
ständen
indessen die Kopf- und Gesichtsschmerzen, die nach Angabe
n
des Gutachters
nicht sicher zervikalen Ursprungs seien. Die früher beschriebene link
s
seitige
zervikobrachiale
Symptomatik sei nicht mehr evident. Klinisch sei
eine
fazio
-kutane Symptomatik im Ber
eich
von Nacken, Schultergürtel und bei
der Oberarme dominierend (S. 20
und Urk. 11/91/24-25 S. 1
).
Bezüglich des
Umfangs
der Arbeits
un
fähigkeit attestierte
der Gutachter
Folgen
des:
100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund
der HWS-Distorsion ab 23. Juli
2007
;
50%ige Arbeitsunfähigkeit a
b 13. Mai
2008; 100%ige Arbeitsfä
higkeit ab Septem
ber 2008; 100% Arbeitsunfähigkeit aufgrund der
Lumboischi
algie
ab
Dezember 2010
mit unbestimmter Dauer
; 50%ige Arbeitsunfähigkeit a
b
23. März
2011
(Gutachten von Dr.
C._
)
; 100%ige Arbeitsfähigkeit
ab Herbst 201
1.
Als zumutbares Belastungsprofil beschrieb
der Gutachter
eine kör
perlich leichte Tätigkeit und nach Kompensation der
Dekonditionierung
eine leichte bis mittel
schwere Tätigkeit ohne grosse s
tatische und dynamische
Wir
bels
äu
lenbelastung
und
ohne grossen Kraft
aufwand mit der linken Hand (S. 20 f.
und Urk. 11/91/24-25 S. 1
)
.
3.2.
8
In seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 26. August 2014 (Urk. 11/92
/1-
19
) stellt
e
Dr.
Z._
folgende Diagnosen (S. 8):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht-mittelgradige de
pressive Episode (ICD
-10
F33.1/33.0)
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD
-10
F45.4)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
s
chwierige familiäre und finanzielle Verhältnisse (Trennung von Ehe
mann, kranke Mutter, arbeitslos, ungünstige Wohnsituation etc.; ICD
-10
Z63/59)
p
osttraumatische Belastungsstörung, remittiert Ende 2011 (ICD
-10
F43.1)
Der Gutachter
führte aus,
die Beschwerdeführerin habe am Rande der Kriegswir
ren i
n
E._
im Jahre 1992 um ihre eigene Sicherheit und die ihres kleinen
Sohns gefürchtet, weshalb
sie
unter einer erheblichen Belastung gestanden habe
.
Die
Beschwerdeführerin
habe allerdings verneint
, dass sich später Bilder von Kriegsszenen wie in einem Film vor ihren Augen abgespielt hätten.
Nach ihrem Autounfall im Jahre 2007 habe sie sich intensiver mit den Erinnerungen an die Kriegserlebnisse befasst, wobei es seit Ende 2011 zu keinen
„Flashbacks“
mehr gekommen sei. Nach dem Unfall sei es zu Nacken- und Armschmerzen ge
kommen, im
Jahre
2010 seien Rückenschmerzen dazugekommen.
Die Schmerzen
stellten ein grosses Problem dar, d
a sie Tag und
Nacht
Schmerzen habe
. Ihre Lebensprobleme würden zudem oft zu einer Verstärkung der Schmer
zen führen.
Insbesondere habe sie
ihre
mit
den
Schmerzen zusammenhängende erschwerte Arbeitssituation
belastet. Anfang
2009 seien Verstimmungen dazu
gekommen und im April 2009 sei ihr die Wohnung gekündigt worden, was alles noch verschlimmert habe. Die Depressionen würden anhalten,
wobei das
Aus
mass wechselhaft
sei
. Leider träten immer wieder neue Belastungen in ihrem Leben auf. So sei ihr Ehemann im Januar 2013 ausgezogen und habe grössere Summen Geld entwendet.
I
m
Jahre
2013
sei ihre Mutter
schwer erkrankt und im Frühling
2014 sei - während eines Ferienaufenthalts der Beschwerdeführerin in
E._
-
das Haus ihrer Mutter durch eine Überschwemmung zerstört worden
. Der Zustand der Mutter sei
nach Angabe
der Beschwerde
führerin
vermutlich auch der Hauptgrund gewesen, weshalb sich ihre Psyche wiederum verschlech
tert habe. Betreffend Tagesablauf habe die Beschwerdeführer
i
n angegeben, dass sie zumeist früh aufstehe respektive frühstücke und anschliessend spazieren gehe und die Einkäufe
erledige
. Sie habe eine sehr gute Kollegin, welche in ihrer Nähe wohne, daneben
habe sie
noch ein bis zwei weitere Kolleginnen
(S. 5-7
,
und
S. 9
)
.
Der Gutachter
hielt weiter fest, die Beschwerdeführerin sei teilweise verstimmt und habe geweint, insbesondere wenn über belastende Themen gesprochen worden sei, habe sich jedoch gegen Ende der Untersuchung stimmungsmässig verbessern können. Störungen
des
Bewusstsein
s
, der Orientierung,
des Antriebs und des aktiven
Rapports seien nicht evident.
Die Beschwerdeführerin
erscheine
indessen
ermüdet, verm
ö
ge
sich nicht an alle ana
mnestischen Details zu erin
nern und
fürchte sich vor der wirtschaftlichen Zukunft
.
Sie
ze
i
ge
überdies
das Bild einer anhalten
den somatoformen Schmerzstörung
,
s
ei
auf die Schmerzen
–
welche sie auf der Schmerzskala mit Stufe 5 angebe (0 = keine Schmerzen, 10 = unerträgliche Schmerzen) -
fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen u
nd zeige eine Schmerzausdehnung
(S. 7-9).
Nach
den Angaben des Gutachters
habe zu Beginn wohl eine depressive Reak
tion vorgelegen, da bestimmte Gründe zur Depression geführt hätten; Auslöser der ersten stationären
Hospitalisation
seien massive Eheprobleme gewesen. Mit der Zeit
sei
eine negative Eigendynamik
erfolgt
, wobei es mehrmals zu depres
siven Episoden gekommen sei. Psychotische Symptome seien indessen nicht evident. Es sei von einer rezidivierenden depressiven Störung auszugehen, wo
bei es in den akuten Phasen gelegentlich zu
schwergradigen
Episoden gekom
men sei. Während den vier stationären Behandlungen habe sich die psychische Problematik jeweils verbessert, beim Austritt dürfte jeweils eine leichtgradige depressive Episode bestanden haben, wobei es dann
in der Folge
immer wieder zu Rückschlägen gekommen sei. Im Zeitpunkt des Untersuchs sei die Beschwer
deführerin wiederum psychiatrisch hospitalisiert
gewesen
, wobei zu Beginn der Behandlung vermutlich eine erhebliche depressive Episode bestanden habe. Aktuell sei von einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode auszugehen
, wobei
sich aufgrund der Laboranalyse eine nicht optimale Einstellung der Me
dikamente
zeige
(S. 10
f.
)
.
Der Gutachter
wies
weiter
darauf hin, dass
betreffend
die posttraumatische
Belas
tungsstörung
eine deutliche Besserung
evident sei
, da sich
besagte
Störung seit 2011 nicht mehr nachweisen lasse.
Betreffend die
rezidivierende
Störung zeig
e sich folgendes Bild:
L
eichtgradige depressive Episode bis Februar 2011,
schwergradige
depressive Episode im März 2011; vermutlich mittelgradige de
pr
essive Episode bis Oktober 2011;
schwergradige
depressive E
pisode von Okto
ber bis November
2011;
leicht- bis phasenweise mittelgradige depressive Epi
sode
bis Februar
2014
;
schwergradige
depressive Episode von Februar bis März
2014; leichtgradige depressive Episode von April bis Juli 2014; mittelgra
dige depressive Episode im Juli
2014; leicht- bis
mittelgradige depressive Epi
sode am 6. August 2014 (
Untersuchungsdatum,
S. 11).
D
ie Beschwerdeführerin erfülle zwei Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung:
Es
bestehe eine ei
gen
ständige psychische Komorbidität
in der Form der depressiven Episoden
und
die Schmerzsymptomatik se
i progredient und
chronifiziert
.
D
ie soziale Integra
tion
sei
hingegen nicht verlorengegangen
(S. 12).
D
er Gutachter
ging
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
bis Ende 2011
aus, da sich bis zu diesem Zeitpunkt nebst der depressiven Störung die posttrauma
tische Belastungsstörung negativ ausgewirkt habe. Seit
Anfang
2012
bestehe nur noch
die depressive Störung, weshalb
sich
unter Berücksichtigung der ge
nannten Stärkegrade der depressiven Episode
n
folgendes Ausmass der Arbeits
fähigkeit ergebe:
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund
leichtgra
dige
r
depressive
r
Episoden
; zirka 20%ige Arbeitsunfähigkeit bei
mittelgradige
n
depressive
n
Episoden;
80 % Arbeitsunfähigkeit bei
schwergradige
n
depressive
n
Episoden
(S. 12 f.)
. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit zu ungefähr 20 % eingeschränkt
, wobei
neben den psychischen Störungen
die psychosozialen Faktoren eine erhebliche Rolle spiel
t
en
(
S. 15
).
Betreffend das Belastungsprofil hielt
der Gutachter
fest, die Beschwerdeführerin könne ähnliche Arbeiten wie früher ausüben, wobei ihr zu Beginn
Erholungsmöglich
keiten
einzuräumen
respektive hohe Belastung
en
und Stress zu vermeiden seien. Im Haushalt sei
sie
indessen nicht eingeschränkt (S. 16).
Betreffend die Verbesserung des Gesundheitszustands wies
der Gutachter
darauf hin, dass eine Umlagerung
evident sei
: Während die anhaltende somatoforme Schmerzstörung stärker geworden
sei, habe sich die rezidivierende depressive Störung eher verbessert.
Im Übrigen habe sich d
ie posttraumatische
Belas
tungs
störung
Ende 2011 endgültig zurückgebildet (S. 16).
Der Gutachter be
merkte schliesslich, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin bei optimaler medi
ka
mentöser Behandlung verbessern w
ü
rde.
Letztere
w
ü
rde rasch eine leichtgra
dige depressive Episode herbei
führen
und die Arbeitsfähigkeit
würde ansteigen
(S. 17).
3.2.
9
I
m
Austrittsbericht
der
B._
vom 1. September 2014
(Urk. 11/95/1-3
)
betref
fend
die
Hospita
lisation
vom 10. Juli bis 1. September
2014
wurden die im
Aus
trittsbericht
vom 3. April 2014
genannten Diagnosen wi
ederholt (vgl. E. 3.2.
5
), wobei allerdings
betreffend die posttraumatische
Belastungsstörung nicht mehr nur von einem blossen Verdacht ausgegangen wurde.
Die Ärzte f
ühr
t
en aus,
die Beschwerdeführerin
habe sich bei Klinikeintritt
mit niederge
schlagener Stimm
ung,
einer generalisierten
Schwäche, innerer Unruhe und vermehrt auftretende
n Angstattacken präsentiert
. Auslöser für die erneute Epi
sode seien gemäss An
gaben der Beschwerdeführerin die Überschwemmungen in ihrer Heimat mit
den
einhergehenden Grenzerfahrungen (kaum Nahrung, To
desangst) gewesen.
Beim letzten Besuch in
E._
sei es zu schweren Über
schwemmungen gekommen, weshalb sie vor Ort geblieben sei, um zu helfen. Einen Monat vor Klinikeintritt
seien ihr die Medikamente ausgegangen und es
sei
ihr unmöglich gewesen, neue
zu beschaffen.
Aus somatischer Sicht best
ä
n
den Verspannungen und Schmerzen im HWS-Bereich sowie im Anschluss an die
rheumatologische
Untersuchung
vom 6. August 2014
Schmerzen und eine Schwellung im linken Handgelenk, w
elche sich im Laufe der
Hospitalisation
ge
bessert
hätten
. Die Ärzte hielten weiter fest, die Beschwerdeführerin sei in ge
bessertem Zustand mit insbesondere
Regredienz
der inneren Unruhe sowie Ver
besserung der Antriebslosigkeit in
die
ambulante Weiterbehandlung entlassen worden
.
3.2.1
0
Der behandelnde Psychiater Dr.
N._
verfasste am 18. Februar 2015 erneut einen Bericht (
Urk.
11/111/6-7), wobei er folgende Diagnosen nannte (S. 1):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
chotische Symptome (ICD
-10
F33.2)
posttraumatische Belastungsstörung (ICD
-10
F43.1)
Dr.
N._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Konsultatio
nen
im
April
2014
erstmals über ihre Traumata während des Kriegs und ihrer Flucht berichtet. Im Zusammenhang mit den Überschwemmungen in
E._
über Ostern
2014 und den Auseinandersetzungen mit dem geschiedenen Ehe
mann sei
sie
erneut depressiv in die Schweiz zurückgekehrt,
was
zur fünften stationären
Hospitalisation
geführt habe
. Im September/Oktober
2014 sei die Beschwerdeführerin erneut in
E._
gewesen. Im Anschluss an die Gespräche mit dem IV-Berater am 29. Oktober 2014 sowie
am
19. Januar 2015 sei jeweils ein weiterer notfallmässiger Eintritt in die Klinik erforderlich gewesen, wobei sich im Januar 2015 ein schwer depressives Bild mit Ratlosigkeit, starken
Kon
zentrations
- und Gedächtnisstörungen gezeigt habe. Am 10. Februar 2015 sei die Beschwerdeführerin zum siebten Mal hospitalisiert worden, nachdem zuvor mehrere Versuche
einer
ambulanten
Krisenintervention gescheitert seien.
Dr.
N._
wies darauf hin, dass die schwierige psychosoziale Situation der Be
schwerdeführerin (kranke Mutter und Sohn in
E._
) und schwerwiegende Konflikte mit dem Ex-Ehemann vermutlich zum aktuellen Bild beigetragen hätten. Der Arzt
führte weiter aus
, die Beschwerdeführerin sei im
Berichtszeit
raum
psychisch sehr instabil und wiederholt suizidal gewesen. Unter Hinweis auf die psychische Verfassung und
die
mittel bis schwer beeinträchtigte
Kon
zentrations
-, Belastungs- und Auffassungsfähigkeit
attestierte
Dr.
N._
eine
Arb
eitsfähigkeit von unter 20 %
.
3.2.1
1
Der
Austrittsbericht der
B._
vom 23. März 2015 (Urk. 3) betreffend die
stationäre Behandlung
vom 10. Februar bis 17. März 2015 wiederholt die im Be
richt
vom 1. September 2014 (vgl. E.
3.2.
9
) aufgeführten Diagnosen.
Nach An
gabe der Ärzte
führten
soziale Ängste
sowie die
Verschlechterung des de
pressi
ven Zustands zum Klinikeintritt. Die Beschwerdeführerin habe von zuneh
men
den Ängsten
,
mit
ihr
unbekannten
Personen
(
insbesondere mit Männern
)
zu sprechen
sowie
der
Angst, alleine hinauszugehen
, berichtet
. Sie fürchte sich zu
dem, ihrem Ex-Ehemann auf der Strasse zu begegnen. Sie sei innerhalb der letzten Woche aufgrund der Panik zweimal in Ohnmacht gefallen und leide zudem unter Gefühlen der Gefühl-
,
Kraft
- und Appetitlosigkeit respektive an
Rü
ckenschmerzen aufgrund
Gewichtszunahme. Sie habe
ferner
lebensmüde Gedanken und mehrmals täglich „Flashbacks“ (S. 1 und S. 3).
Betreffend die
Hos
pitalisation
Ende 2014 wiesen die Ärzte darauf hin, dass diese
nach einem
ne
gativen Bescheid betreffend IV-Rente
erfolgt
sei (S. 1).
4.
4.1
Streitgegenstand bildet die verfügte Aufhebung der Rente. Es ist somit zu prü
fen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der
Rentenzusprache
am
30
. J
uli
2012 (Urk. 11/
71-72
) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 9. März 2015 (Urk.
2
) in einem Ausmass verändert haben, das die Renteneinstellung rechtfertigt.
4.2
4.2.1
Eine
Durchsicht
der aktenkundigen medizinischen Berichte ergibt, dass
das
Teil
gutachten
von Dr.
A._
zur Beurteilung der Frage,
ob sich der
organische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
verbes
sert hat
,
umfassend
ist
und auf den erforderlichen Untersuchungen beruh
t
.
Besagte
s
Gutachten
wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben und
leuchte
t
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen
des
Gutachter
s
in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann.
Dr.
A._
legte schlüssig dar, dass
keine
Hinweise auf ein
lumbo
radi
kuläres
Syndrom S1
respektive eine
grosse Diskushernie L5/S1
mehr
best
ehen
und die TFCC-Läsion am Handgelenk nur bei grösserer Handbelastung symp
to
matisch
ist
, weshalb die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht
ab Herbst
2011 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig
ist
(vgl.
E.
3.2.
7
).
D
as
Gut
achten erfüll
t
demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E.
1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
Während die Beschwerde
führerin im Zeitpunkt des Erlasses der ursprünglichen Rentenverfügung auf
grund des
lum
boradikulären
Reizsyndroms respektive der Diskushernie ab Dezem
ber 2010 sowohl in ihrer angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig war, ist sie nunmehr bezüglich besagter Be
schwerden gestützt auf das Gutachten von Dr.
A._
in einer
Verweistätig
keit
(leichte bis mittel
schwere Tätigkeit ohne statische und dynamische
Wirbel
säulenbelastung
) ab Herbst 2011 zu 100 % arbeitsfähig. Die nach der ursprüng
lichen
Rentenverfü
gung
neu aufgetretenen Handgelenksbeschwerden wirken sich insofern auf die Arbeitsfähigkeit aus, als das Belastungsprofil Tätigkeiten mit grossem Kraft
aufwand mit der linken Hand ausschliesst (vgl. E. 3.2.7).
4.
2
.2
D
iese Beurteilung
wird bestätigt durch
die Berichte der
Dres
.
I._
sowie
K._
und
L._
: Dr.
I._
gab an, dass die Symptomatik betreffend die
Diskusher
nie
L5/S1 im Untersuchungszeitpunkt nicht im Vordergrund gestanden
habe
und ebenfalls keine S1-Wurzelreizsymptomatik vorliege. Er wies zudem auf den aktuell niedrigen Leidensdruck der Beschwerdeführerin hin (vgl. 11/83/12-13 S. 2).
Auch
steht der Hinweis von Prof. Dr.
K._
respektive Dr.
L._
auf per
sistierende belastungsabhängige Schmerzen im
Handgelenk (Urk. 11/83/14-15 S.
1
)
nicht
im Widerspruch zur Beurteilung von Dr.
A._
, nachdem erstere
knapp zehn Monate nach dem Unfall und damit während der Heilungsphase berichteten,
keine Angaben betreffend etwaige funktionelle Einschränkungen machten und Dr.
A._
die Beschwerden am Handgelenk bei der Bestimmung des Belastungsprofils der Beschwerd
eführerin berücksichtigte (Urk.
11/91/1-23 S. 21). Schliesslich führte der behandelnde Psychiater Dr.
N._
die HWS-Dis
torsion sowie die Fraktur am Handgelenk
– wenn auch fachfremd -
als Diag
nosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 11/85/6-10 S. 1 Ziff. 1.1), was darauf schliessen lässt, dass besagte Beschwerden
auch
in den psychiatrischen Konsultationen nicht im Vordergrund standen.
Dr.
H._
erwähnte sodann lediglich Spannungen im HWS-/LWS-Bereich respektive
Druckdolenzen
im LWS-Bereich und verneinte das Vorliegen von
Ausstrah
lungsschmerzen
. Mit Bezug auf das linke Handgelenk beliess er es beim blossen Hinweis auf Schmerzen unter Belastung, was die gutachterliche Einschätzung nicht in Frage zu stellen vermag (Urk. 11/82 S. 2 Ziff. 1.4 und S. 3 Ziff. 1.7).
Was die im Zusammenhang mit dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr.
A._
seitens der Beschwerdeführerin
erhobenen Einwände betrifft (vgl. E. 2.2), ist Folgendes zu bemerken:
Aus dem Umstand, dass Dr.
A._
keine
neuen bildgebenden Untersuchungen angeordnet hat (vgl. Urk. 11/91/1-23 S. 16),
lässt sich nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten.
Die
Diag
nosestellung
durch Dr.
A._
erfolgte
namentlich
nach einer umfangreichen körperlichen Unt
ersuchung und
stand
überdies mit
den
früheren bildgebenden Untersuchungen
aus dem Jahre 2011
im Einklang
(S. 15 unten)
, weshalb für die Einholung neuer bildgebender Untersuchungen keine Veranlassung
bestand. Bezüglich des Einwands, das Belastungsprofil der linken Hand sei unvollständig abgeklärt worden, gilt zu berücksichtigen, dass eine
spezifische Untersuchung beider Hände durch Dr.
A._
stattgefunden hat (S. 13) und sich der Gutachter explizit zum zumutbaren Belastungsprofil
äusserte
(S. 21).
Schliesslich
ändert auch der
Hinweis
,
im Nachgang
zur rheumatologischen
Untersuchung
sei es zu einer Schwellung des Handgelenks gekommen
,
nichts,
da
unklar ist, durch wel
che Bewegungen/Belastungen die Schwellung
ausgelöst worden ist
und diese offenkundig nicht von Dauer war
.
4.
3
4.
3
.1
Der Gutachter
PD
Dr.
D._
diagnostizierte im Jahre 2011 in psychiatrischer Hinsicht eine schwere depressive Episode sowie eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
. Er beschrieb die Beschwer
deführerin als schwer depressiv;
sie leide
unter schwerer Interessen- und Lustlosigkeit sowie einem Antriebs
ver
lust,
welcher kaum zielgerichtete Handlungen
zulasse.
Ferner wies
PD
Dr.
D._
darauf hin,
die Beschwerdeführerin
sei
sozial komplett zurückgezogen und be
gebe sich – ausser
im Zusammenhang mit den
psychiatrischen Konsultation
en
–
nicht ausser Haus, unternehme nichts und lege sich einfach hin und tue nichts (vgl. E. 3.1.3
).
Demgegenüber
ging
Dr.
Z._
von einer
leicht- bis mittelgradigen Episode
sowie einer somatoformen Schmerzstörung aus
und
verneinte das Vorliegen
eine
r
posttraumatische
n
Belastungsstörung ab Herbst
201
1.
Er beschrieb die Beschwerdeführerin als teilweise verstimmt
und
ver
neinte
insbesondere
Störungen des Antriebs und des Rapports
. Dr.
Z._
wies auf die bestehende soziale Integration der Beschwerdeführerin hin und beschrieb eine Tagesstruktur mit täglichen Spaziergängen und der Erledigung der Einkäufe
sowie einen Ferienaufenthalt in
E._
.
Dr.
Z._
legte
so
dann einleuchtend
dar
, dass eine posttraumatische Belastungsstörung seit Ende
2011 nicht mehr evident ist und sich die depressive Störung seit
A
nfang 2012 nur noch im Ausmass einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode negativ auswirkt.
4.
3
.2
Der Vergleich des Gutachtens von
PD
Dr.
D._
mit dem Gutachten von Dr.
Z._
zeigt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht verbessert hat. Dies gilt zunächst mit Bezug auf die depressive Störun
g,
welche
nurmehr
in Form
einer
leicht- bis mittelgradigen
vorliegt
.
Die Ärzte der
B._
führten in ihre
n
Bericht
en
aus, die Beschwerde
führerin
verfüge über keine Tagesstruktur und
sei bis auf eine ehemalige Ar
beitskollegin sozial isoliert. Nach Beendigung der
stationären Behandlung
sei die Beschwerdeführerin zu einer Kollegin nach Hause entlassen worden und plane nach Ferien in
E._
die Suche nach einer e
igenen Wohnung (vgl.
E. 3.2.5
).
D
ie Ärzte
hielten weiter
fest, die Beschwerdeführerin sei
im Früh
ling 2014
nach Überschwemmungen in
E._
geblieben, um
ihren Verwand
ten
vor Ort zu helfen, wobei ihr nach einiger Zeit die Medikamente ausgegan
gen seien
(vgl. E.3.2.9)
.
Diese Schilderungen zeigen, dass die Beschwerdeführe
rin gerade nicht sozial isoliert ist, verfügt sie
in der Schweiz
doch zumindest über eine Freundin, welche
sie
bei
sich aufnahm
.
Aufgrund des Umstands
, dass die Beschwerdeführerin
im Frühling 2014
nach
E._
reiste
,
dort
für mehrere Wochen
ver
weilte und
trotz Fehlen der entsprechenden Medikamente
in der Lage war,
ihren Verwandten
im Nachgang an di
e Überschwemmungen zu helfen (vgl.
auch
Urk. 11/95/1-3 S. 1)
,
erscheint die
von den Ärzten der
B._
diagnostizierte schwere depressive Episod
e wenig nachvollziehbar, s
etzten sie sich doch damit nicht auseinander.
Gleiches gilt mit Bezug auf den von der Beschwerdeführerin geäusserten Plan, eine neue Wohnung
suchen.
Im Übrigen
wird der Hinweis
auf die
fehlende Tagesstruktur
nicht näher ausgeführt und
widerspricht
zudem
den Angaben der Beschwerdeführerin
anlässlich der
psy
chiatrischen Begutachtung, wonach sie zumeist früh aufstehe und früh
stücke, anschliessend spazieren gehe
und die Einkäufe erledige (vgl.
E. 3.2.8
).
Der
Bericht von Dr.
N._
vom 18. Februar 2015
(vgl. E. 3.2.
1
0
) befasst sich
sodann
im Wesentlichen mit den Umständen, welche zu den stationären Auf
enthalten geführt haben, enthält indessen keine näheren Angaben
darüber
, inwiefern die Beschwerdeführerin durch die
depressive Störung
effektiv
beein
trächtigt ist.
Im Übrigen kann
dem besagten Bericht entnommen werden, dass
sich die Beschwerdeführerin vom 7.
September bis Ende Oktober 2014 erneut in
E._
aufgehalten hat (S. 1).
4.3.3
Nach der Rechtsprechung stellen leichte bis mittelgradige
depressive
Episode
n grundsätzlich keine von
depressive
n Verstimmungszuständen klar unterscheid
bare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsscha
dens
dar, die es der betroffenen Person verunmöglichte, eine angepasste Tätig
keit auszuüben. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des
Bun
desgerichts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Geltung, wenn die
depressive
Episode
vor dem Hintergrund einer
rezi
di
vierenden
depressive
n Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_195/2014 vom 12. Juni 2014 E. 4.4 mit Hinweisen). Auch wenn eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren
depressive
n Störung nicht schlechthin
auszuschliessen
ist, bedingt deren Annahme jedoch, dass eine kon
sequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als re
si
stent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom
8.
Oktober 2015 E. 4.4 mit Hinweisen
,
9C_892/2015 vom 2
2.
Januar 2016 E. 2
).
Die Beschwerdeführerin war wohl verschiedentlich hospitalisiert, dies stand indes
regelmässig im Zusammenhang mit psychosozialen
Belastungser
eignissen
. Die ambulante Therapie erschöpfte sich in zwei- bis dreiwöchentli
chen Sitzung
en (
Urk.
11/85/7
Ziff.
1.5),
was rechtsprechungsgemäss nicht als konsequente Depressionstherapie gefasst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1). Sodann war sie wiederholt wochen- bzw. monatelang abwesend und besuchte in dieser Zeit - abgesehen von Telefo
naten mit dem behandelnden Psychiater - keine Therapie (
Urk.
11/111/6-7).
Bei dieser Ausgangslage kann nicht von einer konsequenten
Depressionsthera
pie
gesprochen werden.
4.3.4
Hinsichtlich der depressiven Störung steht aufgrund der aktenkundigen
Arztbe
richte
überdies
fest, dass die
in Frage stehenden
depressiven Episoden mit un
günstigen psychosozialen Faktoren zu erklären si
nd. Zu erwähnen sind dabei
namentlich
die
Trennung
respektive
Scheidung
vom Ehemann
(vgl.
Urk.
11/82 S. 4 Ziff. 1.11 und
Urk.
11/9
2
/1-
19
S. 11
) inklusive
die
Entwendung grösserer Summen Geld (vgl. Urk.
11/92/1-
19
S. 6
), Auseinandersetzungen mit dem Ehe
mann nach erfolgter Scheidung
(vgl. Urk. 11/111/6-7 S. 1)
, die schwere Erkran
kung der Mutter (vgl.
Urk. 11/82 S. 4 Ziff. 1.11,
Urk. 11/9
2
/1-
19
S. 11
und
Urk.
11/
95/10-12 S. 1 f.
),
die unbefriedigende Wohnsituation
in einem Gast
haus (vgl.
Urk. 11/9
2
/1-
19
S.
6 und S.
11
),
die Zerstörung des Hauses der Mutter in
E._
durch Überschwemmungen (vgl.
Urk. 11/9
2
/1-
19
S.
6 und S.
11
, Urk. 11/95/1-3 S. 1
f. und
Urk. 11/111/6-7 S. 1
), die politische Lage in
E._
(vgl.
Urk.
11/
95/10-12 S. 1 f.
), der Umstand, dass der Sohn in
E._
lebt (vgl.
Urk. 11/111/6-7 S. 1
) sowie
der
negative
Entscheid betreffend die IV-Rente (vgl. Urk.
3 S. 1
).
Anhaltspunkte für ein unabhängig
von den mit ungünstigen psychosozialen Gegebenheiten zu erklärenden Episoden bestehendes (erhebliches) depressives
Grundleiden gibt es keine. Es bestehen insbesondere keine
aktenkundigen
Hin
weise darauf, dass die Beschwerdeführerin vor der ersten
Hospitalisation
im
Jahre
2009
(vgl. Urk.
3 S. 2
)
wegen psychischer Beschwerden in ärztlicher Behandlung gestanden hat
oder die belastenden psychosozialen Umstände zu ei
ner verselbständig
t
en depressiven Erkrankung geführt hätten
. Insofern ist davon auszugehen, dass die durch ungünstige psychosoziale Umstände verur
sachte psychische Störung der Beschwerdeführerin bei Wegfall der
Belas
tungsfaktoren
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder verschwände. Ein klini
sches Beschwerdebild, das (einzig) von belastenden psychosozialen und sozio
kulturellen Faktoren herrührt, ist rechtsprechungsgemäss aber nicht als invali
di
sierender Gesundheitsschaden zu qualifizieren
(vgl. E. 1.4).
4.
3
.
5
Eine Verbesserung des Gesundheitszustands
ist
überdies
ab
Herbst
2011
auch mit Bezug auf die
posttraumatische Belastungsstörung
ausgewiesen
.
Daran vermögen die Berichte der Ärzte der
B._
nichts zu ändern, welche im Zusammenhang mit der Kriegszeit in
E._
einzig von Ein- und
Durch
schlafstörungen
mit entsprechenden Albträumen sprechen. Bezüglich der
von den Ärzten
erwähnten „Flashbacks“ fehlt es an weiterführenden Angaben, ins
be
sondere zu einem Bezug zu den Kriegswirren in
E._
(vgl. E. 3.2.5, E. 3.2.
9
und E. 3.2.1
1
). Auch Dr.
N._
beschränkt
e
sich in seinen Berichten lediglich auf die Stellung der Diagnose einer posttraumatischen
Belastungs
störung
und macht
e
keinerlei Angaben darüber, wie und in welchem Ausmass sich eine sol
che Störung bei der Beschwerdeführerin auswirkt (vgl. E. 3.2.6 und E. 3.2.1
0
).
4.
3
.
6
Mit Bezug auf die von Dr.
Z._
sowie den Ärzten der
B._
erwähnte
so
matoforme Schmerzstörung (vgl. E. 3.2.
5, E. 3.2.8
-9
und E. 3.2.1
1
)
ist Folgendes zu bemerken:
Die Frage, ob die somatoforme Schmerzstörung zu einer ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit führt, ist aufgrund de
r mit BGE 141 V 281 geänderten höchstrichter
lichen Rechtsprechung zu prüfen. Nachdem namentlich der Leidensdruck der Beschwerdeführerin nicht
schwergradig
ausgeprägt ist (vgl.
Urk. 11/82 S. 2 Ziff. 1.4, Urk. 11/83/12-13 S. 2,
Urk.
11/91/1-23 S. 11
, Urk. 11/92/1-
19
S.
8
und Urk. 11/95/1-3 S. 2
)
, kein gravierendes körperliches Leiden besteht (Urk.
11/83/12-13 S. 2,
Urk. 11/91/1-23 S. 20
und Urk. 11/92/1-19 S. 8
), die depressive Störung durch psychosoziale Faktoren bedingt ist (vgl. E. 4.
3
.
2
) und die Beschwerdeführerin
zumindest
im Jahre 2014
zweimal während mehrerer W
ochen
ferienhalber
in
E._
verweilte,
ist
keine gleich
mässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus
in allen vergleichbaren Le
bens
bereichen ausgewiesen.
D
ie Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der in Frage stehenden Schmerzproblematik
ist damit
zu verneinen.
4.
3
.
7
Bezüglich der im Zusammenhang mit dem psychiatrischen Teilgutachten erho
benen Einwände der Beschwerdeführerin (vgl. E. 2.
2)
ist vorweg zu bemerken, dass dieses nicht deshalb
mit offensichtlichen Widersprüchen behaftet
ist
, weil Dr.
Z._
den Verlauf der depressiven Störung anders als die behandelnden Ärzte beurteilt
e
(vgl. E. 2.2).
Im Gegenteil legte er die Entwicklung in nachvoll
ziehbarer Weise dar und setzte sich mit den - teils -abweichenden Einschätzun
gen der behandelnden Ärzte auseinander (Urk. 8/
92
S. 9 f.
und S. 18 ff.
).
Was den Einwand betrifft, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei
ohne Aus
einandersetzung mit den konkreten Umständen des Einzelfalls
erfolgt, so
kann dem nicht gefolgt werden, begründete doch Dr.
Z._
seine Schlussfolge
rung
en
anhand
der konkreten Begebenheiten, auch wenn eine gewisse Pau
scha
lisierung stattfand, die jedoch jeder ärztlichen Einschätzung inhärent ist. Zu
dem ist
darauf hinzuweisen, dass der Arztperson hinsichtlich der Arbeitsfä
hig
keit keine (abschliessende) Beur
teilungskompetenz zukommt (vgl.
E. 1.
8
).
Auf
weitere
,
von der Beschwerdeführerin
unsu
b
stantiiert
beantragte dies
be
züg
li
che Abklärungen ist deshalb zu verzichten
, sind doch davon keine wei
teren Er
kenntnisse zu erwarten
(
antizipierte
Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E.
1d mit Hinweis
en).
4.
3
.
8
Im L
ichte der obigen Erwägungen ist erstellt
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht verbessert
hat und
nurmehr
eine leicht- bis mittelgradige depressive Episod
e
vorliegt
, welche
vorliegend
in
validenversicherungsrechtlich
als nicht
relevante Beeinträchtigung zu
fassen
ist (vgl. E. 1.4).
4.
4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin sowohl in somatischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht im Sinne von Art. 17 ATSG verbessert hat (vgl. E. 1.
5
)
und die Beschwerdefüh
rerin in einer angepassten Tätigkeit
(leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne grosse statische und dynamische Wirbelsäulenbelastung und ohne grossen Kraftaufwand mit der linken Hand) zu 100 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen
bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in erwerblicher Hinsicht
auswirkt.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
ü
bergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE)
herangezogen werden (BGE 126 V 75 E.
3b/
aa
und
bb
, vgl.
auch BGE 129 V 472
E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
di
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
- unter Hochrechnung des bei der
Y._
erzielten Ver
dienstes im Jahr 2008 - mit Fr.
63‘023.12 und das Invalideneinkommen - gestützt auf die Tabellenlöhne des Bund
esamtes für Statistik - mit Fr.
42‘283.8
0.
Die Beschwerdeführerin bemängelte diesbezüg
lich einzig den fehlenden Abzug vom Tabellenlohn bei der Berechnung des Invalideneinkommens.
5.4
5.4.1
Gemäss dem Fragebogen der
Y._
vom 26. März 2009 (Urk. 11/12/10-16) betrug der AHV-beitragspflichtige Lohn der Beschwerdeführerin im Jahre 2007 Fr. 57‘980.-- (S. 2 Ziff. 2.10), was aufgerechnet auf
das massgebliche Jahr 2015 Fr.
63
‘
461.
-- entspricht (Index 2454 auf Index 2686, Entwicklung der Nomi
nallöhne, der Konsumentenpreise und Reallöhne 1939-2015, Bundesamt für Statistik).
5.4.2
Die Tabellenlöhne weisen für einfache und repetitive Tätigkeiten für Frauen
im Jahr 2010 einen Wert von Fr.
4‘225.-- (LSE 2010 Tabelle TA1) aus, was ange
passt an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie an die
Nomi
nallohnentwicklung
bis 2015
(Index 2579 auf Index 2686) Fr.
55‘048.-- ergibt.
Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt sich bei den vorliegenden Verhältnis
sen nicht. Weder die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Gründe des fortgeschrittenen Alters (über 50 Jahre) noch der Abwesenheit vom Arbeits
markt noch des Umstandes, dass sie bisher in einem einzigen Berufszweig gear
beitet hat (
Urk.
1 S. 11), lassen einen solchen zu.
Das fortgeschrittene
Alter führt nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im
Anforderungs
niveau
4 sogar eher lohnerhöhend auswirkt (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche fak
tisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberück
sichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Weiter führt d
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer
Vermin
derung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im
Anforde
rungsni
veau
4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten um
fasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
In
wiefern sich die Abwesenheit vom Arbeitsmarkt auf den zu erwartenden Lohn im Anforderungsniveau 4 auswirken sollte, ist ebenso wenig ersichtlich wie eine Lohnminderung aufgrund der bisherigen Einschränkung der Beschwerdeführerin auf einen Berufszweig. Dass sie in einer neuen Tätigkeit deswegen einen tiefe
ren Lohn zu gewärtigen hätte, ist nicht erstellt.
5.4.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘461.--
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
55‘048.--
resul
tiert
eine Lohneinbusse von Fr.
8‘413.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 13
%
. Damit besteht kein Anrecht mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung, weshalb die Beschwerdegegnerin diese zu Recht auf
gehoben hat. Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
Anzufügen bleibt, dass sich selbst bei Annahme einer Restarbeitsfähigkeit von
nurmehr
80
%
und dem von der Beschwerdeführerin geforderten Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad ergäbe, wäre doch
diesfalls
das Invalideneinkommen mit
Fr.
39‘635.-- zu bemessen (Fr.
55‘048.-- x 0.8 x 0.9), womit ein Invaliditätsgrad von 38
%
resultierte.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00
.--
anzusetzen
und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
6.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann und die Beschwerdeführerin bedürftig ist (vgl. Urk.
8 und Urk. 9/1-8),
i
st ihr antragsgemäss (Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche
Prozessfüh
rung
zu bewilligen. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
Da zudem die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig ist, ist Rechtsanwältin Karin
Wüthrich
, Rechtsdienst
Procap
Schweiz, Olten, als unentgeltliche
Rechts
vertreterin
der Beschwerdeführerin zu bestellen und
angesichts
der Bedeutung der St
reitsache, de
s
Schwierigkeitsgrad
s
des Prozesses mit Fr.
1‘300.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die Beschwerdeführerin wird auf
§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) aufmerksam gemacht.
Das Gericht beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom 24. April 2015 wird der Beschwerdeführerin
die unent
geltliche Prozessführung gewährt und es wird ihr
Rechtsanwältin Karin
Wüthrich
,
Rechtsdienst
Procap
Schweiz, Olten, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vor
liegende Verfahren bestellt
,