# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1097afa1-1515-4e24-bdba-56d04e0184dc
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen schrieb am 1. März 2021 die
in Lose aufgeteilten Programme zur vorübergehenden Beschäftigung 2022-2025 im
offenen Verfahren aus. Für die Zuschlags- und Eignungskriterien sowie die geforderten
Nachweise wurde auf die Ausschreibungsunterlagen verwiesen (ABl 2021 Publ.-Nr.
00.039.738; act. 11, Register 1). Innert der bis 4. Mai 2021 offenen Frist reichten neun
Unternehmen je ein Angebot für eines oder mehrere Lose ein (Offertöffnungsprotokoll
vom 7. Mai 2021; act. 11, Register 3). Die Regierung beschloss am 19. Juli 2021 unter
anderem, das Angebot der K – I – Z Kompetenzen im Zentrum GmbH für das Los 1
St. Gallen mangels Erreichens der Mindestanforderungen vom Verfahren
auszuschliessen und den Zuschlag der kleika Arbeitslosenprojekte St. Gallen zum Preis
von CHF 5'195'480 zu erteilen (act. 11, Register 7), deren Angebot 75.625 von 100
Punkten erzielt hatte (Übersicht Auswertung, act. 11, Register 6).
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B.
Die K – I – Z Kompetenzen im Zentrum GmbH (Beschwerdeführerin), deren Angebot in
der Bewertung nach den qualitativen Kriterien weniger als fünfzig – nämlich 46.7 –
Punkte erzielt hatte und deshalb vom Verfahren ausgeschlossen worden war, erhob
gegen den vom Volkswirtschaftsdepartement, Amt für Wirtschaft (Vorinstanz), am
26. Juli 2021 eröffneten und von ihr am 28. Juli 2021 entgegengenommenen
Ausschluss mit Eingabe vom 9. August 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
den Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich
Mehrwertsteuer) sei die Verfügung betreffend Ausschluss und Zuschlag aufzuheben
und ihr der Zuschlag zu erteilen, eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung
und Neuvergabe unter Ausschluss der Zuschlagsempfängerin an die Vorinstanz
zurückzuweisen, subeventualiter seien die Rechtswidrigkeit der angefochtenen
Verfügung festzustellen und ihr die Aufwendungen im Vergabe- und
Rechtsmittelverfahren mit mindestens CHF 10'000 zuzüglich Mehrwertsteuer zu
entschädigen.
Gleichzeitig ersuchte sie darum, es sei ihrer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
gewähren. Der Verein Arbeitslosenprojekte kleika St. Gallen (später: Verein
Arbeitslosenprojekte St. Gallen [vgl. act. 48-3]; Beschwerdegegner) beantragte durch
seinen Rechtsvertreter mit Vernehmlassung vom 16. August 2021, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) sei das Begehren um aufschiebende
Wirkung abzuweisen. Gleichzeitig machte er für die Kapitel 6-9 seiner Offerte das
Geschäftsgeheimnis geltend (act. 8). Mit Vernehmlassung vom gleichen Tag beantragte
die Vorinstanz, unter Kostenfolge sei der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu
erteilen. Die von der Beschwerdeführerin mittlerweile beigezogene Rechtsvertreterin
reichte dem Gericht die Beschwerdeakten am 25. August 2021 zusammen mit einem
Beweismittelverzeichnis erneut ein. Der verfahrensleitende Abteilungspräsident wies
mit Zwischenverfügung vom 1. September 2021 das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung ab.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung von 13. Oktober 2021, die Beschwerde
sei unter Kostenfolge abzuweisen. Gleichzeitig teilte sie dem Gericht den Abschluss
des Vertrages mit. Mit Vernehmlassung vom 25. Oktober 2021 beantragte der
Beschwerdegegner seinerseits die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Beschwerdeführerin nahm am
5. Januar 2022 zu den Vernehmlassungen Stellung. Sie beantragte im Wesentlichen
umfassende Einsicht in die Vergabeakten vorbehältlich allfälliger
Geschäftsgeheimnisse, namentlich in sämtliche unter Kapital "Mitarbeitende"
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eingereichten Stellenbeschreibungen der Offerte des Beschwerdegegners, und die
Ansetzung einer Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung. Die Vorinstanz
äusserte sich dazu am 9. Februar 2022, der Beschwerdegegner am 7. März 2022. Die
Beschwerdeführerin beantwortete die vorinstanzliche Stellungnahme am 9. März 2022
(act. 49) und nahm am 8. April 2022 zur Aktenedition des Beschwerdegegners Stellung
(act. 56). Zu letzterer Eingabe äusserte sich der Beschwerdegegner am 11. Mai 2022
(act. 65). Die Beschwerdeführerin behielt mit ihrer Eingabe vom 1. Juni 2022 das letzte
Wort.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen; sGS 841.1, EGöB). Die Beschwerdeführerin, deren Angebot vom
Verfahren ausgeschlossen wurde, hätte bei Gutheissung ihres Begehrens – Aufhebung
ihres Ausschlusses und des Zuschlags, Ausschluss des Beschwerdegegners und
Neubewertung der Angebote – grundsätzlich eine reelle Chance auf den Zuschlag und
ist dementsprechend zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Dass die
Vorinstanz den Vertrag mit dem Beschwerdegegner mittlerweile abgeschlossen hat,
schliesst die Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin nicht aus, da ihr – was die
Beschwerdeführerin eventualiter geltend macht – der Anspruch auf die Feststellung der
Rechtswidrigkeit des angefochtenen Zuschlags und Ersatz der Aufwendungen für das
Vergabe- und Rechtsmittelverfahren verbleiben, sollte sich ihre Beschwerde als
begründet erweisen (vgl. Art. 18 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das
öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32, IVöB; BGE 132 I 86 E. 3.2; Art. 4 Abs. 1
EGöB). Die Beschwerde wurde fristgerecht erhoben und erfüllt die Anforderungen in
formeller und inhaltlicher Hinsicht (Art. 15 Abs. 3 IVöB). Auf die Beschwerde ist deshalb
einzutreten.
2. Streitgegenstand
Die – vom Verfahren ausgeschlossene – Beschwerdeführerin strebt unter anderem den
Ausschluss der Beschwerdegegnerin an. Der von einer ausgeschlossenen Anbieterin
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angestrebte Ausschluss des Angebots der Zuschlagsempfängerin hat indessen nicht
zur Folge, dass ihr eigener Ausschluss als vergaberechtswidrig aufzuheben ist. Vorab
ist deshalb die Rechtmässigkeit des Ausschlusses des Angebots der
Beschwerdeführerin zu prüfen. Daran vermag auch die besondere Konstellation im
vorliegenden Fall nichts zu ändern.
Im Verfahren zur Vergabe der Programme zur vorübergehenden Beschäftigung
2022-2025 gingen für das Los 1 St. Gallen drei Angebote ein (vgl.
Offertöffnungsprotokoll vom 7. Mai 2021; act. 11, Register 3). Die Vorinstanz hat zwei
Angebote vom Verfahren ausgeschlossen: Das Angebot der Beschwerdeführerin
erzielte bei der Bewertung nach den qualitativen Kriterien weniger als fünfzig von
maximal 75 Punkten. Das Angebot der dritten Bewerberin erfüllte die fachlichen
Mindestanforderungen nicht (vgl. Beurteilungsübersicht; act. 11, Register 5). Die
Beschwerdeführerin ist der Auffassung, auch das Angebot des Beschwerdegegners
hätte – mangels Erfüllens der formellen Voraussetzung des Eintrags im Handelsregister
– ausgeschlossen werden müssen. Damit wäre für das Los 1 kein Angebot
eingegangen, welches die Ausschreibungsanforderungen erfüllt.
Bei allen drei Angeboten liegen indessen Gründe vor, welche vergaberechtlich nicht
zwingend einen Ausschluss verlangen: Allein der Umstand, dass der
Beschwerdegegner im Zeitpunkt der Einreichung des Angebotes noch nicht im
Handelsregister eingetragen war, hätte nicht zwingend zum Ausschluss seines
Angebots mangels Eignung führen müssen, zumal der Beschwerdegegner einen
solchen Eintrag in Aussicht gestellt (act. 11/Offerte Beschwerdegegner, Register 2,
Ziffer 2.1 des Fragenkatalogs) und schliesslich auch vorgenommen hat; Vergleichbares
gilt für das Angebot der dritten Bewerberin, bei welcher einzelne Mitarbeitende im
Zeitpunkt der Einreichung des Angebots nicht über die geforderte Weiterbildung von
mindestens sechzig Lektionen verfügten (vgl. act. 11, Register 8; vgl. dazu BGE 141 II
353 E. 8.2.2). Die Beschwerdeführerin schliesslich erreichte die erforderliche
Mindestpunktzahl bei der Bewertung ihres Angebots nach den qualitativen
Zuschlagskriterien nicht. Eine solche Verknüpfung der Zulässigkeit des Angebots mit
dem Ergebnis seiner Bewertung nach den qualitativen Zuschlagskriterien vor der
Bewertung des Preiskriteriums erscheint vergaberechtlich problematisch (vgl. dazu
nachfolgend Erwägung 2.3). Zumal drei nicht zwingend auszuschliessende, bewertbare
Angebote vorlagen, wäre der Abbruch des Verfahrens mangels Wettbewerbs
vergaberechtlich nicht angebracht gewesen.
Die Vorinstanz hat die drei Angebote nach den qualitativen Kriterien bewertet, nämlich
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jenes der dritten Anbieterin mit 51.4, jenes der Beschwerdeführerin mit 46.7 und jenes
des Beschwerdegegners mit 50.7 Punkten. Die Offertpreise lagen zwischen
CHF 5'195'480 (Beschwerdegegner) und CHF 4'657'416 (dritte Anbieterin); die
Beschwerdeführerin hat für CHF 4'791'640 offeriert (act. 11, Register 5). Die
Preisspanne beträgt CHF 538'064, entsprechend 12 Prozent. Nach der üblichen
Formel zur Preisbewertung ([P – P ] / [P – P ] x maximale Punktezahl)
hätte das Angebot der dritten Anbieterin 25 – insgesamt also 76.4 – Punkte, das
Angebot der Beschwerdeführerin 18.76 – insgesamt also 65.5 – Punkte erzielt. Bei
einer Preisspanne von dreissig Prozent hätte das Angebot der Beschwerdeführerin
beim Preis 22.6 – insgesamt 69.3 – Punkte erreicht. Auch in diesem Fall wäre ihr
Angebot der Beschwerdeführerin nicht als das wirtschaftlich günstigste aus der
Bewertung hervorgegangen.
3. Ausschluss des Angebots der Beschwerdeführerin
max Angebot max min
Ausschlussgrund
Die Vorinstanz hat den Ausschluss des Angebots der Beschwerdeführerin damit
begründet, dass es bei der Bewertung nach den qualitativen Zuschlagskriterien –
"Anbieter" (5.367 von 10 Punkten), "Mitarbeitende" (16 von 25 Punkten) und
"Konzept" (25.333 von 40 Punkten) – weniger als fünfzig, nämlich 46.7 Punkte erzielte.
3.1.
Rechtliches
Art. 12 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11, VöB)
regelt den möglichen Ausschluss eines Anbieters vom Vergabefahren. Die Liste der
Ausschlussgründe in Art. 12 Abs. 1 VöB ist nicht abschliessend. Ausgeschlossen
werden können unter anderem Anbieter, welche die Eignungskriterien nicht erfüllen
(lit. a) oder wesentliche Formvorschriften des Vergabeverfahrens verletzen (lit. h). Dies
gilt gleichermassen für die Abweichung von inhaltlichen Vorgaben, liegt es doch in der
Kompetenz und Verantwortung der Vergabestelle, zu bestimmen, welche Aufträge sie
vergibt, solange die verlangten Spezifikationen keine Diskriminierung der Anbieterinnen
bewirkt (BGer 2C_257/2016 vom 16. September 2016 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
3.2.
Würdigung
Die Vorinstanz hat in den Ausschreibungsunterlagen Grundanforderungen
umschrieben, bei deren Nichterfüllung Anbieter vom Verfahren ausgeschlossen
werden. Zu den Grundanforderungen gehörte neben der Erfüllung der
Teilnahmebedingungen und der Eignungskriterien auch die Erfüllung fachlicher
Mindestanforderungen (Ziffer 3.1 der der Ausschreibungsunterlagen, act. 11/Register 2
und act. 16.1/08). Zudem hat die Vorinstanz im Zusammenhang mit den
3.3.
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Zuschlagskriterien und der Bewertung der Angebote festgehalten, dass Angebote,
welche bei den Qualitätskriterien "Anbieter", "Mitarbeitende" und "Konzept" die
Mindestpunktzahl von fünfzig – von maximal 75 erzielbaren – Punkten nicht erreichten,
vom Verfahren ausgeschlossen würden (Ziffer 3.2 der Ausschreibungsunterlagen;
act. 11/Register 2 und act. 16.1/08).
Die Beschwerdeführerin hat gegen die Ausschreibung, welche als selbständig
anfechtbare Verfügung gilt (vgl. Art. 15 Abs. 2 Ingress und lit. a IVöB), kein Rechtsmittel
erhoben. Sie hat sich auch weder bei der Ausarbeitung ihres Angebots noch bei
dessen Einreichung gegen den in den Ausschreibungsunterlagen beschriebenen
Mechanismus bei der Bewertung der Angebote – zunächst Bewertung nach den
qualitativen Kriterien, Ausschluss der Angebote, welche die Mindestqualifikation von
fünfzig Punkten nicht erreichen, anschliessend Bewertung nach dem Kriterium des
Preises – gewandt. Auch in der Beschwerde macht sie nicht geltend, ein solches
Vorgehen sei vergaberechtswidrig. Täte sie dies, wäre ihre Rüge allerdings verspätet.
Wer vorbehaltlos die Ausschreibungs- und Einladungsunterlagen akzeptiert und diese
zur Grundlage seines Angebots macht, dem ist es nach Treu und Glauben verwehrt,
nach einem für ihn negativen Ausgang des Verfahrens Mängel der Einladung zu rügen
(vgl. VerwGE B 2003/230 vom 23. April 2004 E. 4b/bb mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung; GVP 2011 Nr. 37; VerwGE B 2015/75 vom 27. Oktober 2015 E. 2.1;
vgl. für die als verspätet qualifizierte Rüge der unzulässigen Vorbefassung GVP 2007
Nr. 43). Zuzulassen ist die Rüge allerdings, wenn sich erst anhand der konkreten
Angebote erweist, dass eine den vergaberechtlichen Grundsätzen entsprechende
Bewertung nach den festgelegten Zuschlagskriterien nicht möglich ist (vgl. GVP 2015
Nr. 41). Bedeutung und mögliche Auswirkungen der Verknüpfung von Zulassungs- und
Bewertungsphase, wie sie die Vorinstanz gehandhabt hat, waren für die Bewerberinnen
aus den Ausschreibungsunterlagen unabhängig von den konkret eingehenden
Angeboten unmittelbar erkennbar. Sie konnten voraussehen, dass die
Ermessenshandhabung bei der Bewertung ihres Angebotes nach den qualitativen
Kriterien zum Ausschluss führen konnte, auch wenn es im Übrigen sämtliche
Grundanforderungen – nämlich Teilnahmebedingungen, Eignungskriterien und
fachliche Mindestanforderungen – erfüllte und als billigstes Angebot beim
Zuschlagskriterium des Preises zudem die Maximalpunktzahl hätte erhalten müssen,
möglicherweise also das wirtschaftlich günstigste Angebot gewesen wäre.
Anzumerken ist allerdings, dass Ausschlussgründe eine gewisse Schwere aufweisen
müssen (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts,
3. Aufl. 2013, Rz. 444). Vergaberechtlich erscheint es deshalb problematisch, mit der
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4. Bewertung nach den qualitativen Zuschlagskriterien
Zu prüfen bleibt – und hier konkretisiert sich die vergaberechtlich zumindest
problematische Verknüpfung von ermessensweiser Bewertung nach den
Zuschlagskriterien einerseits und Ausschluss aufgrund objektiver(er) Kriterien
anderseits – die vergaberechtskonforme Bewertung des Angebots der
Beschwerdeführerin nach den Qualitätskriterien.
Bewertung der Angebote nach den qualitativen Zuschlagskriterien einen
Ausschlussgrund zu verbinden. Die Handhabung des weiten Ermessensspielraums,
welcher der Vergabebehörde bei der Bewertung der Angebote zusteht, soll nicht
aufgrund unbedeutender Bewertungsdifferenzen einen Ausschluss von Angeboten
nach sich ziehen. Deutlich wird dies vor allem im vorliegenden Fall, in welchem
sämtliche Anbieterinnen bei der Bewertung ihrer Angebote nach den qualitativen
Zuschlagskriterien nahe beieinander – 46.7, 50.7 und 51.4 – und knapp ober- oder
unterhalb der für den Ausschluss festgelegten Grenze liegen.
Schlussfolgerung
Die Vorinstanz hat sich mit dem Ausschluss des Angebotes der Beschwerdeführerin,
welches in der Bewertung nach den qualitativen Zuschlagskriterien die
Mindestpunktzahl nicht erreicht hatte, an ihre klar und eindeutig formulierten
Ausschreibungsunterlagen gehalten. Danach war der Ausschluss des Angebots der
Beschwerdeführerin bei einem Ergebnis von weniger als fünfzig Punkten bei der
Bewertung nach den qualitativen Zuschlagskriterien unumgänglich.
3.4.
Gleichbehandlung
Die Beschwerdeführerin beanstandet in ihrem als "Einsprache" bezeichneten
Dokument (act. 16.1/01), welches der Beschwerde beilag, detailliert die Bewertung
ihres Angebots. Dabei ist vorab festzuhalten, dass das Angebot der
Beschwerdeführerin bei mehreren Kriterien, bei denen sie die Bewertung ihres
Angebots als zu tief einstuft, bessere Bewertungen als das Angebot des
Beschwerdegegners erzielte. Dies gilt für die folgenden Kriterien: "Anbieter/WC-
Anlagen" (0.833, 0.5), "Mitarbeitende/Beschäftigung/vorgesehene Personen" (2.667, 2),
"Mitarbeitende/Bildung/vorgesehene Personen" (2.667, 1.333), "Mitarbeitende/
Jobcoaching/vorgesehene Personen" (3.333, 2), "Konzept/Bildung/Umsetzung" (1.333,
1) und "Konzept/Bildung/Musterportfolio" (0.667, 0.5). Bei weiteren Kriterien wurde das
Angebot der Beschwerdeführerin gleich wie jenes des Beschwerdegegners bewertet,
nämlich "Mitarbeitende/Personalentwicklung" (1), "Konzept/Beschäftigung/
Konzept" (4.667), "Konzept/Beschäftigung/Umsetzung Sprache, Alltagsmathematik,
Informations- und Kommunikationstechnologie" (1.5), "Konzept/Beschäftigung/
4.1.
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Umsetzung der Ziele für die Personae" (2), "Konzept/Bildung/Konzept" (4), "Konzept/
Jobcoaching/Konzept" (3). Bei einigen Kriterien wurde das Angebot der
Beschwerdeführerin schlechter bewertet als jenes des Beschwerdegegners, nämlich
"Anbieter/Verpflegung" (0.667, 0.8), "Anbieter/Referenzen" (0, 3), "Mitarbeitende/
Programmleitung/Anforderungsprofil" (1.111, 1.667), "Mitarbeitende/Programmleitung/
vorgesehene Personen" (2.222, 3.333) und "Konzept/Beschäftigung/Umsetzung bei
minimaler Anzahl Plätze" (0.333, 0.5). Diese Übersicht erweckt nicht den Eindruck, die
Vorinstanz habe ihr Ermessen systematisch zulasten des Angebots der
Beschwerdeführerin ausgeübt.
Soweit die Beschwerdeführerin sich zur Bewertung des Angebots der dritten
Bewerberin äussert, ist festzuhalten, dass jenes Angebot mangels Erfüllens der
fachlichen Mindestanforderungen vom Vergabeverfahren ausgeschlossen wurde. Die
Vorinstanz hat die Bedenken der Beschwerdeführerin gegenüber jener Anbieterin
mithin geteilt. Auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin zur Behandlung des
Angebots durch die Vorinstanz ist deshalb lediglich insoweit einzugehen, als sie
Anhaltspunkte für eine rechtsungleiche Handhabung des Ermessens bei der Bewertung
liefern.
Bewertungen im Einzelnen4.2.
"Anbieter/Verpflegungsmöglichkeiten"
Die Beschwerdeführerin bringt zur Bewertung nach dem Kriterium "Anbieter/
Verpflegungsmöglichkeiten" (0.667/0.8) vor, die Vorinstanz habe das vielfältige
hausinterne Angebot inklusive Anlieferung von Znüni und Mittagsmenüs wohl
übersehen und ausschliesslich die externen Angebote gewürdigt. 500 Meter entfernt
stehe die "Neudorf Kebab Pizzeria" zur Verfügung (vgl. Ziffer 1 der "Einsprache",
act. 16.1/01; Ziffer 9 der Vernehmlassung vom 5. Januar 2022; act. 38). Es liege keine
nachvollziehbare Begründung dafür vor, das vollwertige hausinterne Angebot der
Beschwerdeführerin im Vergleich mit dem hausexternen Angebot des
Beschwerdegegners schlechter zu bewerten (vgl. Ziffer 5 der Stellungnahme vom
9. März 2022; act. 49).
Die Vorinstanz führt dazu aus, das Angebot der Bäckerei "Füger" am Standort der
Beschwerdeführerin sei berücksichtigt worden. Das hausinterne Angebot einer
Bäckerei, einer Tankstelle und eines Supermarkts mit weiter entfernten Restaurants am
Standort der Beschwerdeführerin sei etwas schlechter als das externe Angebot einer
Bäckerei oder eines Take-Away und verschiedenen Restaurants in unmittelbarer Nähe
4.2.1.
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des Standorts des Beschwerdegegners (Ziffer 5a der Vernehmlassung zur
aufschiebenden Wirkung; Ziffer 3 der Stellungnahme vom 9. Februar 2022, act. 44).
Dass die Vorinstanz beim Beschwerdegegner das externe Verpflegungsangebot in
nächster Nähe (Bäckerei, Takeaway und verschiedene Restaurants) etwas besser
bewertet hat, lässt sich sachlich begründen, zumal es im Vergleich mit einem internen
Angebot zeitlich uneingeschränkter verfügbar und breiter ist. Die Vorinstanz hat damit
nicht einfach das interne gegenüber dem externen Angebot etwas schlechter beurteilt.
Abgesehen davon kann es auch weitere sachliche Gründe – Ortswechsel, Kontakte
gegen aussen – dafür geben, generell externe Verpflegungsmöglichkeiten gegenüber
internen zu bevorzugen. Die Bewertung liegt innerhalb des weiten vorinstanzlichen
Ermessensspielraums und ist nicht willkürlich.
"Anbieter/WC-Anlagen"
Bei der Bewertung nach dem Kriterium Anbieter/WC Anlagen (0.833/1) verlangt die
Beschwerdeführerin die maximale Punktzahl mit der Begründung, es sei ihr kaum ein
Anbieter bekannt, der für 45 Teilnehmende mehr als je zwei WC für Frauen und Männer
zur Verfügung habe. Die meisten hätten weniger (Ziffer 2 der "Einsprache";
act. 16.1/01). Indessen hat das Angebot der dritten Bewerberin bei diesem Kriterium
die maximale Punktzahl erhalten mit der Begründung, es stünden je drei WC zur
Verfügung (vgl. act. 11/Register 6). Die Bewertung des Angebots der
Beschwerdeführerin ist deshalb sachlich begründet.
4.3.
"Referenzen/Referenzen im ausgeschriebenen Bereich"
Bei der Bewertung nach dem Kriterium "Referenzen/Referenzen im ausgeschriebenen
Bereich" (0/3) bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe die Frage aufrichtig nach der
Formulierung in der Ausschreibung beantwortet und sei davon ausgegangen, es seien
Referenzen des Anbieters gemeint. Da sie neu gegründet worden sei, könne sie als
Unternehmen keine Referenzen aufzeigen. Nach dem Kommentar der Vorinstanz zur
Bewertung des Angebots des Beschwerdegegners hätten hier auch persönliche
Referenzen ihrer Gesellschafterinnen genannt werden können (Ziffer 3 der
"Einsprache"; act. 16.1/01). Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, sie habe im
Fragebogen Zuschlagskriterien PvB Los 1 die "langjährige und breite Erfahrung und
Ausbildung der Gründerinnen" vorgebracht und auf deren Lebensläufe verwiesen. Sie
führt für ihre beiden Gesellschafterinnen zahlreiche Mandate und Referenzen an. Die
Programmleitenden seien teilweise bei jetzigen Konkurrentinnen im Markt für
Beschäftigungsprogramme angestellt gewesen, die kein Interesse hätten,
wahrheitsgemäss Auskunft über die Erfolge ihrer ehemaligen Angestellten zu erteilen.
4.4.
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Würden die Referenzen nicht nach ihrer Qualität, sondern nach ihrer Form bewertet,
welche die Beschwerdeführerin nicht erfüllen könne, verletze dies das
Gleichbehandlungsgebot (Ziffer 10 der Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38).
Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, bei gleicher Behandlung der Anbieter hätte
sie gleich viele Punkte wie die dritte Bewerberin, die ebenfalls eine neue Firma sei,
erhalten müssen, nämlich 2 (Ziffer 16 der Beschwerde; act. 1). Die Vorinstanz habe sich
gar nicht erst die Mühe genommen, im Angebot der Beschwerdeführerin Verweisen auf
eingereichte Inhalte nachzugehen. Demgegenüber habe sie beim Beschwerdegegner
nach untauglichen Surrogaten – hinsichtlich des Nachweises der finanziellen
Leistungsfähigkeit – gefahndet (Ziffer 6 der Stellungnahme vom 9. März 2022; act. 49).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Bewertung nachträglich genannter Referenzen
würde gegen das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter verstossen und sei
deshalb nicht zulässig (Seite 4 der Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
An den verlangten Stellen im Formular Zuschlagskriterien im Angebot der
Beschwerdeführerin fehlten die Angaben zu den Referenzen. Die Erfahrungen der von
der Beschwerdeführerin erwähnten Mitarbeitenden seien bei den Zuschlagskriterien
"Mitarbeitende/vorgesehene Personen" bei jenen Bereichen als Qualifikation bewertet
worden, in denen die Mitarbeitenden eingesetzt werden. Weil die Beschwerdeführerin
ein neugegründetes Unternehmen sei, habe sie als Anbieterin noch keine solche
Programme eigenverantwortlich durchgeführt und könne deshalb keine Referenzen
vorweisen. Ihr dennoch zumindest Teilpunkte zu vergeben, wie es die
Beschwerdeführerin fordert, würde dem Gleichbehandlungsgrundsatz zuwiderlaufen
(Ziffer 4 der Stellungnahme vom 9. Februar 2022, act. 44).
Zu prüfen ist einzig, ob sich die Vorinstanz bei der Bewertung des Angebots der
Beschwerdeführerin bezüglich der Referenzen im ausgeschriebenen Bereich
ausserhalb des ihr zustehenden weiten Ermessensspielraums bewegt hat. Dass die
Vorinstanz die Erfahrungen einzelner Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin, die diese
in anderen Organisationen erwarben, nicht berücksichtigt hat, sondern auf die
Erfahrung der Anbieterin als Unternehmen abgestellt hat, ist sachlich nachvollziehbar.
Aus den Bemerkungen zu den Bewertungen ist nicht zu schliessen, dass die Vorinstanz
das Kriterium bei den beiden anderen Bewerbe-rinnen nach davon abweichenden
Grundsätzen gehandhabt hat. Bei der dritten Bewerberin wurden die Referenzen – wie
sich aus dem Kommentar ergibt (act. 11, Register 6) – aufgrund in den
Ausschreibungsunterlagen ausdrücklich vorbehaltener eigener Erfahrungen der
Vorinstanz bewertet. Die Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin erweist
sich damit nicht als vergaberechtswidrig.
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"Mitarbeitende/Programmleitung/Anforderungsprofil"
Zur Bewertung ihres Angebots beim Kriterium "Mitarbeitende/Programmleitung/
Anforderungsprofil" (1.111/1.667) bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe in der
bemängelten Stellenbeschreibung transparent dargelegt, wie sie das
Anforderungsprofil der Programmleitung ausgestalte. Das Verdikt, die
Stellenbeschreibung sei "nicht vollumfänglich nachvollziehbar", lasse gänzlich offen,
welche Anforderungen nun konkret nicht erfüllt worden sein sollen. Entsprechend sei –
jedenfalls ohne Akteneinsicht – auch nicht nachvollziehbar, inwiefern die
Stellenbeschreibung des Beschwerdegegners "vollumfänglich nachvollziehbar"
gewesen sei. Die Beschwerdeführerin decke alle "vermissten" betriebswirtschaftlichen
Funktionen Finanzbuchhaltung, Controlling und Compliance usw. mit spezialisierten
externen Dienstleisterinnen überdurchschnittlich hochwertig ab und habe dies in den
Stellenbeschreibungen zusätzlich und überzeugend dargelegt. Die Vorinstanz habe die
Stellenbeschreibungen nicht vollständig gewürdigt oder die Strategie des Zukaufs
externen Knowhows schlicht übersehen. Der Abzug sei deshalb willkürlich (Ziffer 11 der
Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38). Die Vorinstanz gestehe implizit ein, nicht
berücksichtigt oder gewürdigt zu haben, dass die Beschwerdeführerin ausgewählte
betriebswirtschaftliche Funktionen mittels Einbezugs spezialisierter externer
Dienstleisterinnen abdecke. Sie spiele die Sinnhaftigkeit und den Wert dieser
Kooperation herunter. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Unterstellung, sie habe in
der Funktionsbeschreibung der Programmleitung keine grundlegenden Kenntnisse
betriebswirtschaftlicher Themen vorausgesetzt (Ziffer 7 der Stellungnahme vom 9. März
2022; act. 49).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, in der eingereichten Stellenbeschreibung der
Programmleitung würden betriebswirtschaftliche Themen nicht explizit angesprochen.
Der geringe Punktabzug sei gerechtfertigt. Das Maximum betrage nicht – wie die
Beschwerdeführerin schreibe – 3, sondern 1.667 Punkte (Ziffer 5d der Vernehmlassung
aufschiebende Wirkung; act. 10). Die Beschwerdeführerin anerkenne, dass in der
Funktionsbeschreibung der Programmleitung keine betriebswirtschaftlichen Themen
enthalten seien und "das Anforderungsprofil der Programmleitung damit unvollständig"
sei. Die betriebswirtschaftlichen Themen könnten nicht ohne Weiteres vollständig
ausgelagert werden. Für die wirtschaftlich erfolgreiche Durchführung eines
Programmes sei es wichtig, dass die Programmleitung grundlegende Kenntnisse in
betriebswirtschaftlichen Themen habe. Die Zusammenarbeit mit einem externen
Dienstleister allein gewährleiste noch keine gute Qualität (Ziffer 5 der Stellungnahme
vom 9. Februar 2022, act. 44).
4.5.
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Für die Umsetzung des Programms sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse in der
Programmleitung nicht nur punktuell von Bedeutung. Entsprechendes Wissen und
entsprechende Erfahrung müssen unmittelbar – und nicht erst dann, wenn ein
betriebswirtschaftliches Problem akut wird – zum Tragen kommen können. Es ist
deshalb sachlich gerechtfertigt, wenn die Vorinstanz die Auslagerung
betriebswirtschaftlicher Kenntnisse als nachteilig erachtet. Aus der Bewertung und der
Begründung ist auch nicht zu schliessen, die Vorinstanz sei davon ausgegangen, den
Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin in der Programmleitung fehlten jegliche
betriebswirtschaftlichen Kenntnisse. Bewertung und Begründung durch die Vorinstanz
erscheinen sachgerecht.
"Mitarbeitende/Programmleitung/vorgesehene Person"
Zur Bewertung ihres Angebots beim Kriterium "Mitarbeitende/Programmleitung/
vorgesehene Person" (2.222/3.333) macht die Beschwerdeführerin geltend, aus den
Unterlagen ergebe sich nicht, dass die Personen mit jenen der Mitbewerber verglichen
würden. Ihre beiden Gesellschafterinnen verfügten jedoch über sämtliche notwendigen
Ausbildungen und noch mehr, um jeden Bereich bei Bedarf abzudecken. Beide hätten
im Juni 2021 die Weiterbildung "Agogik", die von der Vorinstanz im Bereich
Beschäftigung gefordert werde, absolviert. Die Mitbewerbenden beschäftigten teils
Personen, die nicht den geforderten Kriterien entsprächen. Vielen Anbietern fehlten
Ausbilder mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis. Diese Ausbildung könne nicht in
wenigen Tagen absolviert werden, sondern daure in der Regel mindesten zwei Jahre
(Ziffer 5 der "Einsprache"; act. 16.1/01).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin gehe nicht darauf ein, dass
ihre für die Programmleitung vorgesehene Person in dieser Funktion über weniger
Erfahrung verfüge als die Personen ihrer Mitbewerber. Die vorhandene Ausbildung sei
nicht mit der Erfahrung gleichzusetzen (Ziffer 5e der Vernehmlassung aufschiebende
Wirkung; act. 10).
Dass bei der Beurteilung der Programmleitung zwischen Ausbildung und Erfahrung
unterschieden wird, diese nicht sich gegenseitig ersetzen können und die Vorinstanz
der Erfahrung einen grossen Stellenwert beimisst, ist sachlich gerechtfertigt. Die
Begründung der Vorinstanz erscheint damit nachvollziehbar und die Bewertung bewegt
sich innerhalb des der Vorinstanz zukommenden weiten Ermessensspielraums.
4.6.
"Mitarbeitende/Beschäftigung/vorgesehene Personen"
Zur Bewertung des Angebots beim Kriterium "Mitarbeitende/Beschäftigung/
4.7.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 14/33
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vorgesehene Personen" (2.667/4) macht die Beschwerdeführerin geltend, nach Ziffer
3.4.2 des Rahmenvertrages müsse mindestens eine Arbeitsagogin/Arbeitsagoge
entweder über den Abschluss dipl. Arbeitsagogin/Arbeitsagoge HFP oder den eidg.
Fachausweis Arbeitsagoge oder das Branchenzertifikat der Bildungsanbieter verfügen.
Alle anderen Mitarbeitenden im Bereich Beschäftigung erfüllten die Anforderungen, die
unter Punkt 3.4.2 aufgeführt worden seien. Die Beschwerdeführerin erfülle die
Anforderungen vollumfänglich (Ziffer 6 der "Einsprache"; act. 16.1/01).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, bei der Beschwerdegegnerin wiesen vier von fünf
Mitarbeitenden eine Weiterbildung in Agogik vor. Da bei der Beschwerdeführerin nur
eine Person mit einer Weiterbildung im Bereich Agogik vorgesehen sei, sei der
Punktabzug gerechtfertigt (Ziffer 5f der Vernehmlassung aufschiebende Wirkung;
act. 10).
Da die Angebote nach den Zuschlagskriterien abgestuft zu bewerten sind und deshalb
nicht bereits die Einhaltung von Mindeststandards zur maximalen Punktzahl führt, ist
die Begründung der Vorinstanz für den Abzug ohne weiteres nachvollziehbar.
"Mitarbeitende/Bildung/vorgesehene Personen"
Zur Bewertung des Angebots beim Kriterium "Mitarbeitende/Bildung/vorgesehene
Personen" (2.667/4) anerkennt die Beschwerdeführerin zwar, eine Beurteilung der
vakanten Stellen sei nicht möglich. Das seien jedoch lediglich zwanzig Prozent. Beim
Beschwerdegegner seien zwei von drei Stellen vakant und die Ausbildung zum
Ausbilder eidg. FA bedürfe in der Regel mindestens zweier Jahre. Die
Beschwerdeführerin habe ein internes Weiterbildungskonzept, um die geforderten
sechzig Lektionen Coaching-Weiterbildung bis zum vorgegebenen Datum zu
gewährleisten. Die Programmleitung verfüge über sämtliche dafür erforderlichen
Qualifikationen. Für zusätzliche Bildungseinheiten zu Kommunikation und
Körpersprache, Auftrittskompetenz und zum Erstellen eines professionellen
Bewerbungsvideos würden hochqualifizierte Fachexperten mit Erfahrung im Schweizer
Radio und Fernsehen beigezogen (Ziffer 7 der "Einsprache"; act. 16.1/01).
Die Vorinstanz weist darauf hin, dass das Angebot des Beschwerdegegners, der mehr
vakante Stellen offeriert habe, in diesem Punkt im Vergleich mit der
Beschwerdeführerin auch deutlich schlechter bewertet worden sei. In den
Ausschreibungsunterlagen werde eindeutig festgehalten, das in der Offerte
vorgesehene Personal werde beim Zuschlagskriterium "Mitarbeitende" anhand der zum
Zeitpunkt der Offerteinreichung vorhandenen Qualifikation bewertet. Die Ausführungen
4.8.
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der Beschwerdeführerin zur beabsichtigten, aber derzeit noch nicht vorhandenen
Weiterbildung rechtfertigten deshalb keine bessere Bewertung ihrer Offerte. Die erst im
Beschwerdeverfahren behaupteten Qualifikationen der nicht namentlich genannten
externen Fachreferenten könnten bei der Bewertung nicht mehr berücksichtigt werden
(Ziffer 5g der Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
Diese Überlegungen der Vorinstanz sind vergaberechtlich nicht zu beanstanden. Die im
Zeitpunkt der Einreichung des Angebots unzureichenden Qualifikationen wurden beim
Beschwerdegegner ebenfalls dem konkreten Inhalt des Angebots entsprechend
berücksichtigt. Die Berücksichtigung nachträglich behaupteter Qualifikationen externer
Fachreferenten würde bedeuten, eine nachträglich ergänzte Offerte zu bewerten. Ein
solches Vorgehen wäre mit der Gleichbehandlung der Bewerber nicht vereinbar (vgl.
Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013,
Rz. 684).
"Mitarbeitende/Jobcoaching/vorgesehene Personen"
Zur Bewertung des Angebots beim Kriterium "Mitarbeitende/Jobcoaching/vorgesehene
Personen" (3.333/4) verweist die Beschwerdeführerin auf einen spezialisierten
Kooperationspartner, der explizit für mit physischen oder psychischen
Beeinträchtigungen kämpfende Teilnehmende eingesetzt werde. In der täglichen Arbeit
sei das immer mehr ein Thema und bisher nicht berücksichtigt worden. Sie wirft die
Frage auf, wie das bei einer so hohen Qualifikation und einem so starken Partner, der
den Mehrwert eines zusätzlichen Case-Managements biete, bemängelt werden könne,
wo andere Anbieter keine Mitarbeitenden mit den notwendigen Qualifikationen und
viele Vakanzen hätten (Ziffer 8 der "Einsprache", act. 16.1/01).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin habe nur einen
Kooperationspartner mit mehreren Mitarbeitern und keine konkreten Personen
angegeben. Gemäss Ausschreibung sei jedoch für jede Person das CV inklusive
sämtlicher Nachweise (Arbeitszeugnisse, Zwischenzeugnis der aktuellen Anstellung,
Diplom) beizulegen gewesen. Die erst im Beschwerdeverfahren behaupteten und nicht
nachgewiesenen Qualifikationen könnten bei der Bewertung nicht mehr berücksichtigt
werden (Ziffer 5h der Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
Die Vorinstanz war – was auch die Beschwerdeführerin nicht geltend macht – nicht
verpflichtet, in diesem Punkt zusätzliche Abklärungen zum Angebot der
Beschwerdeführerin einzuholen. Zu bewerten war das Angebot, wie es ihr die
Beschwerdeführerin unterbreitet hatte. Das Gebot der Gleichbehandlung der Bewerber
4.9.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 16/33
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verbietet zudem – wie dargelegt – die Bewertung nachträglicher Ergänzungen eines
Angebots. Die Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin und die Vorbringen
der Vorinstanz sind vergaberechtlich nicht zu beanstanden.
"Mitarbeitende/Personalentwicklung"
Zur Bewertung des Angebots beim Kriterium "Mitarbeitende/Personalentwicklung" (1/2)
verweist die Beschwerdeführerin auf ihr Konzept "Personalentwicklung – interne
Weiterbildungen" (Ziffer 9 der "Einsprache"; act. 16.1/01). Sie bringt vor, sie habe auf
acht A4-Seiten einen Überblick gegeben, welche Schwerpunkte bei der
kontinuierlichen Personalentwicklung mit internen Lehrgängen und externen
Dienstleistenden im Bereich der Supervision punkto "Bewältigung beruflicher
Aufgaben", "Reflexion beruflichen Handelns" sowie auch in der "Weiterentwicklung der
fachlichen psychosozialen Kompetenzen" gesetzt würden. Sie habe einen
vollständigen Vorschlag eingereicht, wie auf "Trends zur Rekrutierung" zu reagieren sei,
nämlich durch Kooperation mit einer auf neuste Personalrekrutierungstrends – das
Wort werde zwar nicht ausdrücklich genannt – spezialisierten externen Dienstleisterin,
welche Mitarbeitende namentlich mit der Erstellung von "wirkungsvollen Story Books"
und der Produktion von "Bewerbungsvideos" vertraut mache. Die Mitarbeitenden
sollen befähigt werden, dazu notwendige "Technik & Formate" zu beherrschen und
mittels regelmässiger Sprachcoachings "neue Präsentationstechniken" erlernen, um
"erlerntes Wissen und Können an unsere Kunden weiterzugeben". Warum die
Vorinstanz keine "Aussagen zu Trends der Rekrutierung" gefunden habe, erschliesse
sich ihr nicht. Es ergebe sich der Eindruck, die Vorinstanz habe weder die internen
Lehrgänge ausreichend gewürdigt noch das spezialisierte Angebot der externen
Dienstleistenden zur Kenntnis genommen. Habe es der Beschwerdegegner im
offensichtlichen Gegensatz zur Beschwerdeführerin versäumt, auf Trends zur
Rekrutierung einzugehen, erscheine die Gleichbehandlung beim Punkteabzug als
willkürlich (Ziffer 12 der Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38). Die Vorinstanz
gestehe in ihrer Stellungnahme vom 9. Februar 2022 ein, dass die Beschwerdeführerin
das Thema Bewerbungsvideo aufgeführt habe. Diese Tatsache könne sie demnach in
ihrer Bewertung nicht berücksichtigt haben (Ziffer 8 der Stellungnahme vom 9. März
2022; act. 49).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, an den von der Beschwerdeführerin erwähnten
Stellen ihrer Offerte fänden sich lediglich Angaben zu den vorgesehenen
Weiterbildungsmöglichkeiten und ihren Inhalten. Wie sie die kontinuierliche
Weiterbildung für die einzelnen Funktionen konkret umsetze, zeige sie nicht auf. Es
fänden sich auch keine Aussagen zu den Trends der Rekrutierung. Weil die
4.10.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/33
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entsprechenden Informationen auch beim Beschwerdegegner fehlten, sei bei beiden
der gleiche Punkteabzug vorgenommen worden (Ziffer 5i der Vernehmlassung
aufschiebende Wirkung; act. 10). Die Beschwerdeführerin habe die vorgesehenen
Weiterbildungen in "intern" und "extern" aufgeteilt und die abgedeckten Themen sowie
die Inhalte und Ziele aufgeführt. Aus ihren Angaben sei aber nicht ersichtlich, nach
welchen Kriterien die Weiterbildungen konkret ausgewählt und durchgeführt würden.
Weitere Angaben zu den konkreten Rahmenbedingungen wie zeitlichem Umfang und
Häufigkeit der vorgesehenen Weiterbildungen fehlten. Die Offerte enthalte keine
expliziten Aussagen zu Trends in der Rekrutierung. Das Thema Bewerbungsvideo
werde zwar bei der Personalentwicklung unter den externen Weiterbildungen
aufgeführt. Weitere Trends wären die Online-Bewerbung oder das Online-
Vorstellungsgespräch. Aussagen dazu, wie die Kursleitung neue Trends zur
Rekrutierung zum Beispiel im Bildungsteil aufnehme und damit sicherstelle, dass die
Teilnehmenden die neuen Trends anwenden könnten, fehlten (Ziffer 6 der
Stellungnahme vom 9. Februar 2022; act. 44).
Es trifft zu, dass die Vorinstanz beim Kriterium "Mitarbeitende/Personalentwicklung"
das Angebot der Beschwerdeführerin gleich wie jenes des Beschwerdegegners
bewertet hat, obwohl sie in den – im Übrigen identischen – Bemerkungen auf dem
Bewertungsformular festgehalten hat, die Angaben zu Trends der Rekrutierung seien
bei der Beschwerdeführerin "unvollständig" und würden beim Beschwerdegegner
"fehlen". Die Bemerkungen auf dem Bewertungsformular müssen aus Platzgründen
knapp formuliert sein und können nicht alle Überlegungen, die zur Bewertung geführt
haben, wiedergeben. Was die Vorinstanz dazu im Beschwerdeverfahren ergänzend
ausführt, lässt die Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin bei diesem
Kriterium mit der Hälfte der möglichen Punkte als sachlich begründet und
nachvollziehbar erscheinen. Die Vorinstanz hat sich innerhalb des ihr bei der
Bewertung der Angebote zustehenden weitgehenden Ermessensspielraums bewegt.
"Konzept/Beschäftigung/Konzept"
Zur Bewertung ihres Angebots beim Kriterium "Konzept/Beschäftigung/
Konzept" (4.667/7) bringt die Beschwerdeführerin vor, weder zur Wahl der
Beschäftigungsbereiche noch zur Auftragsbeschaffung werde eine Erläuterung
gefordert. Sie verweist sodann auf ihr 31-seitiges Konzept, das auch alle in der
Ausschreibung in der exemplarischen Umsetzung geforderten Personae enthalte. Das
könne der Beschwerdegegner nicht gewährleisten, da er für Männer keine
exemplarische Umsetzung machen könne (Ziffer 10 der "Einsprache"; act. 16.1/01). Die
Beschwerdeführerin bringt sodann vor, der gleiche Punkteabzug trotz wesentlich
4.11.
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gravierenderer Mängel im Angebot des Beschwerdegegners deute auf eine
Ungleichbehandlung hin. Im klaren Gegensatz zur Beschwerdeführerin decke das auf
Frauen beschränkte Angebot des Beschwerdegegners nur die Hälfte der Adressaten
ab und beschreibe die konkrete Umsetzung in Deutsch und IKT unklar und
unvollständig. Die Vorinstanz habe das Beschäftigungskonzept nicht vollständig zur
Kenntnis genommen, wenn sie bemängle, es würden "beispielsweise die Sprache und
Alltagsmathematikkenntnisse in allen Beschäftigungsbereichen gleich umschrieben"
und es werde "nicht aufgezeigt, wie diese Kenntnisse im Rahmen des jeweiligen
Beschäftigungsbereichs konkret gefördert werden". Die mit den
Beschäftigungsbereichen verknüpften Förderungsmodule des Beschäftigungsbereichs
auf Seiten 18 und 19 des Beschäftigungskonzepts würden weder erwähnt noch
gewürdigt (Ziffer 13 der Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, eine Begründung für die Wahl der
Beschäftigungsbereiche gehöre, auch wenn nicht explizit gefordert, zum Konzept. Die
Anbieterinnen müssten insbesondere dann, wenn das Programm wie jenes der
Beschwerdeführerin auf externen Kundenaufträgen (Reinigung, Wäscherei) aufbaue,
aufzeigen, dass für den gewählten Beschäftigungsbereich ein hinreichendes
Arbeitsvolumen vorliege, damit das Konzept nachvollziehbar werde. Weil der
Beschäftigungsteil mit dem praktischen Bezug zum ersten Arbeitsmarkt die Basis des
Programms bilde und die Arbeiten unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen
ausgeführt werden sollten, sei im Konzept aufzuzeigen, inwiefern die ausgewählten
Beschäftigungsbereiche dieses Ziel erreichten. Entsprechende Ausführungen fehlten im
Projekt der Beschwerdeführerin. Der Beschwerdegegner habe im Übrigen auch für die
männlichen Personae eine exemplarische Umsetzung eingereicht (Ziffer 5j der
Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
Die erfolgreiche Umsetzung des Beschäftigungsprogramms setzt voraus, dass für die
Teilnehmenden ein Arbeitsvolumen vorhanden ist, welches sie befähigt, sich in einem
alltäglichen Arbeitsleben zurecht zu finden. Dass die Vorinstanz die Thematisierung
dieses Aspektes im Konzept erwartet hat, ist mit Blick auf den Zweck des von ihr
nachgefragten Programms deshalb nachvollziehbar. Der Punktabzug erscheint damit
sachlich begründet.
"Konzept/Beschäftigung/Umsetzung Sprache, Alltagsmathematik, IKT"
Zur Bewertung beim Kriterium "Konzept/Beschäftigung/Umsetzung Sprache,
Alltagsmathematik, IKT" (1.5/3) verweist die Beschwerdeführerin auf ihr Konzept mit
den Details zum Beschäftigungsangebot und mit dem Wochenplan. Den
4.12.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 19/33
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Teilnehmenden stünden zudem zusätzlich zum Beschäftigungsteil Angebote je nach
Bedarf – PC-Grundkompetenzen, einfache Mathematik für den Berufsalltag,
Grundkompetenzen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und
Deutsch in Alltag und Beruf A1-B1 zur Verfügung (Ziffer 11 der "Einsprache";
act. 16.1/01). Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, der Bewertungsbogen
gebe deutliche Hinweise auf eine Ungleichbehandlung, weil der Punkteabzug trotz
wesentlich gravierender Mängel – der Beschwerdegegner decke nur die Hälfte der
Adressaten ab und die konkrete Umsetzung in Deutsch und IKT werde unklar und
unvollständig beschrieben – ebenfalls 1.5 betragen habe. Die Vorinstanz habe das
Beschäftigungskonzept nicht vollständig zur Kenntnis genommen, wenn sie bemängle,
es würden "beispielsweise die Sprache und Alltagsmathematikkenntnisse in allen
Beschäftigungsbereichen gleich umschrieben" und es werde "nicht aufgezeigt, wie
diese Kenntnisse im Rahmen des jeweiligen Beschäftigungsbereichs konkret gefördert"
würden. Im Bereich Sprache führe das Konzept ein adressatengerechtes, zirka drei
Kurstage umfassendes Modul "ABU (Allgemeinbildender Unterricht)", das sich explizit
an "gering qualifizierte Personen mit Sprachniveau mind. A1" richte. In sämtlichen
Konzepten des Beschäftigungsbereichs würden ausführlich konkrete Lernziele für
"berufsbezogene Sprache" und für "Sprache" im Allgemeinen definiert und es werde
ersichtlich, dass das konkrete Sprachtraining in diesen Sprachkategorien während der
Arbeit im jeweiligen Beschäftigungsbereich zu erfolgen habe. Die Beschwerdeführerin
erachte es als unfruchtbar, Kursteilnehmende während der praktischen Arbeit mit
fiktiven Rechenoperationen zu konfrontieren, was der Arbeitsmarktnähe abträglich
wäre. Mathematische Kompetenzen würden in modularen Mathematikblocks vermittelt.
Angeboten werde ein adressatengerechtes Modul mit einer Kursdauer von zirka zwei
Tagen (zuzüglich Blended-Learning Slots). Der Kursinhalt weise grosse Praxisnähe auf,
da er den methodischen Ansatz verfolge, mathematische Kompetenzen anhand
alltagsrelevanter Szenarien des Berufslebens zu vermitteln. Bezüglich Förderung der
IKT-Kompetenzen werde für die Bereiche "Logistik", "Restaurieren und Upcycling" und
"Reinigung" aufgezeigt, dass eine Verknüpfung der Vermittlung von IKT-Kompetenzen
mit der Förderung sprachlicher Kompetenzen – kurze Mitteilungen per E-Mail oder
Standardbrief, Eingaben am PC und in Formularen – sinnvoll sei. In den
Beschäftigungsbereichen "Administration" und "B2B" würden IKT-Kenntnisse
naturgemäss – Förderung in der Sachbearbeitung, bei der Archivierung und
Dokumentation von Daten, im Telefonservice, Online-Verkauf von Produkten,
Wareneingangs- und -ausgangssysteme, Kassawesen, einfache Buchungen – vertieft.
Damit laufe die Kritik der Vorinstanz ins Leere. Sie habe das Angebot nur summarisch
zur Kenntnis genommen, ohne das Konzept inhaltlich eingehend zu prüfen, denn sonst
hätte sie den vermissten Inhalt vorgefunden und allenfalls kritisch gewürdigt.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 20/33
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Demgegenüber sei willkürlich über die Mängel im Konzept des Beschwerdegegners
wohlwollend hinweggesehen worden (Ziffer 13 der Vernehmlassung vom 5. Januar
2022; act. 38). Die Vorinstanz räume ein, dass Module und Kurse zur Förderung der
Kompetenzen der Teilnehmenden in den Bereichen Sprache, Alltagsmathematik und
IKT im Beschäftigungsbereich vorhanden seien. Die Gleichbehandlung der
Beschwerdeführerin bemesse sich daran, ob der Beschwerdegegner denselben
Detailgrad in ihren Ausführungen erreiche (Ziffer 9 der Stellungnahme vom 9. März
2022, act. 49).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, in den Unterlagen der Beschwerdeführerin würden
beispielsweise die Sprache und die Alltagsmathematikkenntnisse in alle
Beschäftigungsbereichen gleich umschrieben. Es werde nicht aufgezeigt, wie diese
Kenntnisse im Rahmen des jeweiligen Beschäftigungsbereichs konkret gefördert
würden. Die Beschwerdeführerin zeige beispielsweise nicht auf, in welchen Situationen
ein Teilnehmer im Bereich Logistik in den beschriebenen Mathematikkompetenzen
konkret gefördert werde (Ziffer 5k der Vernehmlassung zur aufschiebenden Wirkung;
act. 10). Die Beschwerdeführerin verweise lediglich auf Module und Kurse. Aussagen
dazu, wie die theoretisch erworbenen Kompetenzen während der Beschäftigung
konkret angewendet und gefördert werden könnten, fehlten (Ziffer 7 der Stellungnahme
vom 9. Februar 2022, act. 44).
Dass sprachliche, rechnerische und informations- und kommunikationstechnologische
Fähigkeiten möglichst unter Bezugnahme auf den konkreten Arbeitsalltag des
Beschäftigungsbereichs umgesetzt werden sollen, entspricht dem Zweck der
vorübergehenden Beschäftigung. Das Programm kann dann erfolgreich sein, wenn die
Teilnehmenden die Bedeutung von Fähigkeiten und Kennnissen im Arbeitsalltag
erleben. Es darf deshalb auch erwartet werden, dass die Anbieter in ihrem Konzept die
entsprechenden Zusammenhänge zwischen den konkreten Tätigkeiten und den zu
fördernden Kompetenzen darlegen. Der Beschwerdegegner hat denn auch im Konzept
"Beschäftigung" zu den einzelnen Beschäftigungsbereichen eingehend aufgezeigt, in
welchen praktischen Zusammenhängen im Laden, in der Werkstatt und im Atelier
Sprachkompetenzen und Informations- und Kommunikationstechniken, insbesondere
aber Alltagsmathematik erlernt und geübt werden können (vgl. Ziff. 6.2 des Angebots
im Ordner 2). Die Ausführungen der Vorinstanz sind unter diesem Gesichtspunkt
nachvollziehbar und die Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin erscheint
sachgerecht. Hinweise auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Ungleichbehandlung vor dem Hintergrund der identischen Punktevergabe für dieses
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 21/33
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Kriterium an den Beschwerdegegner liegen mangels klar erkennbaren
Qualitätsunterschieds nicht vor.
"Konzept/Beschäftigung/Umsetzung der Ziele für die Personae"
Zur Bewertung des Angebots beim Kriterium "Konzept/Beschäftigung/Umsetzung der
Ziele für die Personae" (2/3) verweist die Beschwerdeführerin auf ihr Konzept
Beschäftigung. Die erarbeiteten Perspektiven im Beschäftigungsbereich für die
Personae seien aus ihrem täglichen Berufsalltag und in keiner Weise zu optimistisch.
Nur wenn man dies mit den Perspektiven von Teilnehmenden früherer
Einsatzprogramme vergleiche, in denen nicht die Förderung von Kompetenzen und
Qualifikationen, sondern Umsatz und Gewinn im Vordergrund gestanden hätten, könne
man die beruflichen Perspektiven als zu optimistisch betrachten. Sie wirft die Frage
auf, wie es sein könne, dass der Beschwerdegegner, welcher das Programm nur für
Frauen anbiete und die Beschreibung laut Kommentar der Vorinstanz gänzlich fehle,
die gleiche Punktzahl erhalte (Ziffer 12 der "Einsprache", act. 16.1/01). Die
Beschwerdeführerin macht sodann geltend, die Vorinstanz bestreite nicht, dass die
Beschwerdeführerin die exemplarische Umsetzung im Gegensatz zum
Beschwerdegegner vollständig eingereicht habe. Der gleiche Punkteabzug für die
fehlenden Inhalte beim Beschwerdegegner und die angeblich nicht vollumfänglich
erreichte inhaltliche Qualität bei der Beschwerdeführerin sei nicht nachvollziehbar und
lasse die Bewertung willkürlich erscheinen (Ziffer 14 der Stellungnahme vom 5. Januar
2022, act. 38). Dass völlig fehlende Inhalte beim Beschwerdegegner zum gleichen
Punkteabzug führten wie die angeblich nicht vollumfänglich erreichte inhaltliche
Qualität bei der Beschwerdeführerin, betitle die Vorinstanz verzerrend als
"unterschiedliche Stärken und Schwachpunkte". Sie verschleiere, dass diese
Bewertung nur willkürlich erfolgt sein könne, da Nichtvorhandenes naturgemäss
schlechter zu bewerten sei als Vorhandenes. Damit gestehe die Vorinstanz implizit eine
willkürliche Bewertung zu (Ziffer 10 der Stellungnahme vom 9. März 2022; act. 49).
Die Vorinstanz begründet die selbe Punktzahl damit, der Beschwerdegegner habe die
Umsetzung der Ziele im Beschäftigungsbereich weniger ausführlich beschrieben, aber
– anders als die Beschwerdeführerin, welche die Entwicklung der Personae
ausschliesslich positiv dargestellt habe – auch schwierige Situationen berücksichtigt
(Ziffer 5l der Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
Dass Angebote mit Blick auf einzelne Beurteilungskriterien unterschiedliche Stärken
und Schwächen aufweisen, entspricht einer Erfahrungstatsache. Stärken und
Schwächen können auch darin bestehen, dass zu einzelnen Aspekten eines
4.13.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 22/33
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Beurteilungskriteriums Ausführungen in einem Angebot fehlen und zu anderen
Aspekten desselben Beurteilungskriteriums die Ausführungen als sehr gut eingestuft
werden. Dass diese Unterschiede schliesslich nach Gewichtung der verschiedenen
Aspekte zu einer gleichen Bewertung der Angebote verschiedener Anbieter bei einem
einzelnen Beurteilungskriterium führen, lässt sich sachlich begründen. Die
Ausführungen der Vorinstanz zur Bewertung der beiden Angebote beim Kriterium
"Konzept/Beschäftigung/Umsetzung der Ziele für die Personae" sind nachvollziehbar.
Die Bewertung liegt im Bereich des weitgehenden Ermessens der Vorinstanz.
"Konzept/Beschäftigung/Umsetzung bei minimaler Anzahl Plätze"
Zur Bewertung des Angebots nach dem Kriterium "Konzept/Beschäftigung/Umsetzung
bei minimaler Anzahl Plätze" (0.333/1) bringt die Beschwerdeführerin vor, die
Kommentare seien bei beiden Angeboten fast identisch. Trotzdem erhalte der
Beschwerdegegner 0.167 Punkte mehr (Ziffer 13 der "Einsprache"; act. 10). Ihre
Lebensnähe und Praxisorientierung gereiche ihr hier in ungerechtfertigter Weise zum
Nachteil. Sie lege dar, dass sie eine Strategie der transparenten Kommunikation mit
der Vorinstanz favorisiere, um vorausblickend und möglichst angemessen via flexible
Reduktion von Stellenprozenten – im Gegensatz zu schmerzhaftem Stellenabbau – auf
unterdurchschnittliche Belegung der Programmplätze reagieren zu können. Diese
variable Lösung müsse in ihrer Effizienz anerkannt werden und stelle bei richtiger
Würdigung des Sachverhalts gar ein Alleinstellungsmerkmal des Programmes dar, da
viele Konkurrentinnen diese Flexibilität der Belegschaft vermissen liessen (Ziffer 17 der
Stellungnahme vom 5. Januar 2022; act. 38). Die Beschwerdeführerin macht geltend,
sie habe für das Szenario einer minimalen Programmbelegung eine praxisorientierte
Lösung ihres agilen Managements vorgelegt. Sie bestreite die Behauptung der
Vorinstanz, der Beschwerdegegner habe das Szenario deutlich besser beschrieben
(Ziffer 13 der Stellungnahme vom 9. März 2022; act. 49).
Die Vorinstanz hält dazu fest, die Kommentare seien nicht identisch. Die
Beschwerdeführerin führe lediglich aus, das weitere Vorgehen werde mit dem
Auftraggeber besprochen. Programm und tägliche Umsetzung blieben gleich. Es
würden Lösungen gesucht, wie Stellenprozente reduziert werden könnten, ohne dass
für einzelne Mitarbeitende Existenzprobleme entstünden oder die Betreuungsdichte
überschritten werde. Der Beschwerdegegner führe demgegenüber aus, wie er bei einer
Reduktion auf die minimale Anzahl Plätze konkret vorgehe (Ziffer 5m der
Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
Die Begründung der Vorinstanz ist sachlich gerechtfertigt und anhand der Angebote
4.14.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 23/33
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nachvollziehbar. Während die Beschwerdeführerin insbesondere auch hinsichtlich der
einzelnen Beschäftigungsbereiche im Vagen bleibt, legt der Beschwerdegegner
konkrete Szenarien vor (vgl. Angebot des Beschwerdegegners, Register 7, Ziffer 7.5;
Angebot der Beschwerdeführerin Register 1, Seite 11/14). Dass mit der
Beschwerdeführerin Lösungen gefunden werden können, ist zwar nicht
ausgeschlossen. Dass die Vorinstanz aber die Darstellung und die Überlegungen des
Beschwerdegegners als für sie hilfreicher beurteilt und dies mit einem – geringfügigen –
Punkteunterschied gewürdigt hat, ist verständlich. Die Bewertung liegt im weiten
Ermessensbereich der Vorinstanz und ist vergaberechtlich deshalb nicht zu
beanstanden.
"Konzept/Bildung/Konzept"
Zur Bewertung des Angebots nach dem Kriterium "Konzept/Bildung/Konzept" (4/6)
bringt die Beschwerdeführerin vor, das Konzept fehle nicht. Es seien drei – und nicht
wie im Kommentar von der Vorinstanz angeführt vier – Portfolio-Kurse, die im Sinn der
Binnen-differenzierung so konzipiert seien, um auf den jeweiligen individuellen
Förderungsbedarf der Teilnehmenden einzugehen. Ob der Bildungsteil in acht Wochen
abgeschlossen sei, sei auf dem Wochenplan zu sehen. Hier sei der Wechsel der
Teilnehmenden vom Bildungs- in den Beschäftigungsteil ersichtlich. Ausserdem sei das
Modul Bewerbungsvideo im Konzept enthalten und behandle aktuelle Themen der
Rekrutierung. Die Beschwerdeführerin ist nicht einverstanden, dass der
Beschwerdegegner gleich viele Punkte erhalten hat (Ziffer 14 der "Einsprache";
act. 16.1/01).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin habe kein Gesamtkonzept
für den gesamten Bildungsteil eingereicht. Es liege kein Gesamtbild vor und es könne
beispielsweise nicht nachvollzogen werden, wie die unterschiedlichen Portfolio-Kurse
eingebettet seien. Aus den Wochenplanungen sei nicht ersichtlich, ob der Bildungsteil
innerhalb von acht Wochen abgeschlossen werde (Ziffer 5n der Vernehmlassung
aufschiebende Wirkung; act. 10).
Die Begründung ist sachlich gerechtfertigt und nachvollziehbar. Beide Anbieterinnen
verweisen bei der entsprechenden Frage des Fragenkatalogs auf einzelne Abschnitte
ihres Angebots (vgl. Angebot des Beschwerdegegners, Register 8, Ziffer 8.1; Angebot
der Beschwerdeführerin, Konzept Bildung S. 14-36). Das Angebot der
Beschwerdeführerin ist in diesem Punkt durchaus ausführlich. Wenn die Vorinstanz
allerdings die zeitlich übersichtliche Darstellung des Beschwerdegegners als
zweckdienlicher eingeschätzt und entsprechend besser beurteilt hat, hat sie das ihr
4.15.
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zustehende weite Ermessen ausgeübt und nicht das Angebot der Beschwerdeführerin
in vergaberechtswidriger Weise zu schlecht beurteilt.
"Konzept/Bildung/Umsetzung des Konzepts"
Zur Bewertung des Angebots nach dem Kriterium "Konzept/Bildung/Umsetzung des
Konzepts" (1.333/2) bringt die Beschwerdeführerin vor, der Kommentar der Vorinstanz,
wonach Differenzierung teilweise nicht erkennbar sei, erscheine mehr als fragwürdig
und fadenscheinig. In der Punktvergabe würden lediglich die beiden weiblichen
Personae genannt, nicht aber die männlichen, für welche der Beschwerdegegner keine
exemplarische Umsetzung erarbeiten könne, da ausschliesslich weibliche
Teilnehmende erwähnt würden. Die Beschwerdeführerin geht hier von vorinstanzlicher
Willkür aus, um ihre Punktzahl unter fünfzig zu halten und sie ohne die Vergabe von
Punkten für den Preis vom Verfahren ausschliessen zu können (Ziffer 15 der
"Einsprache"; act. 16.1/01).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Auswahl der beiden Personae sei bereits mit der
Ausschreibung bekanntgegeben worden. Wesentlich sei nicht das Geschlecht der
Personae, sondern ihre differenzierte Situation (Ziffer 5o der Vernehmlassung
aufschiebende Wirkung; act. 10).
Die Beschwerdeführerin hat die in den Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebene
Auswahl der beiden weiblichen Personae für die Darstellung der Umsetzung des
Bildungskonzepts weder im Zusammenhang mit der Ausschreibung noch mit der
Einreichung ihres Angebots beanstandet. Der Beschwerdegegner legt die Umsetzung
des Konzepts Bildung für die beiden bezeichneten Personae zusammenhängend dar
(vgl. Angebot des Beschwerdegegners, Register 8, Ziffer 8.4.1 und 8.4.2).
Demgegenüber verweist die Beschwerdeführerin in diesem Punkt (vgl. Angebot der
Beschwerdeführerin, Register 1, Seite 11/14) in allgemeiner Weise auf die nach den
Personae gegliederte "Exemplarische Umsetzung" ihres gesamten Konzepts (vgl.
Angebot der Beschwerdeführerin, Register 5). Die Vorinstanz hat die Darstellung der
Umsetzung für die beiden Personae durch die Beschwerdeführerin (1.333/2) etwas
besser als jene des Beschwerdegegners (1/2) beurteilt. Die Vorinstanz hat – entgegen
dem von der Beschwerdeführerin mehrfach erhobenen Vorwurf – also durchaus nicht
nur das Angebot des Beschwerdegegners integral gewürdigt. Die Bewertung des
Angebots der Beschwerdeführerin erscheint nicht als missbräuchlich.
4.16.
"Konzept/Bildung/Musterportfolio"
Zur Bewertung des Angebots nach dem Kriterium "Konzept/Bildung/
4.17.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 25/33
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Musterportfolio" (0.667/1) bringt die Beschwerdeführerin vor, sie könne den
Kommentar, das Portfolio sei wenig adressatengerecht, nicht nachvollziehen (Ziffer 16
der "Einsprache"; act. 16.1/01).
Die Vorinstanz erläutert dazu, die Kompetenzportfolios "Basic" und "Advanced" seien
sowohl beim Inhalt als auch bei den Zielen identisch. Die Beschwerdeführerin gehe
somit nicht auf die unterschiedlichen Adressaten (Personen mit und ohne berufliche
Qualifika-tionen) ein. Auch "Professional" unterscheide sich nur beim Inhalt und
unwesentlich von den beiden anderen, obwohl sich dieses Portfolio an Personen mit
hoher beruflicher Qualifikation richte (Ziffer 5p der Vernehmlassung aufschiebende
Wirkung; act. 10).
Die Durchsicht der Portfolios "Basic" und "Advanced" im Angebot der
Beschwerdeführerin bestätigt die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz. Das
Portfolio "Advanced" enthält einzig zusätzlich die Elemente "Sich als Fachkraft
positionieren" (S. 45), "Berufsphasen" (S. 46/47), "Mein Traumberuf" (S. 56) und – im
Zusammenhang mit dem Vorstellungsgespräch – "Ihre Story: Meine berufliche
Reise" (S. 83). Soweit eine – kursorische – Durchsicht gezeigt hat, decken sich die
beiden Portfolios im Übrigen wörtlich. Konkrete Anhaltspunkte, wie auf die
unterschiedliche Ausgangslage der Personen eingegangen wird, lassen sich den
Unterlagen deshalb nicht entnehmen. Wenn die Vorinstanz das Angebot bei diesem
Kriterium nicht mit der vollen Punktzahl bewertet hat, ist dies ohne Weiteres
nachvollziehbar und sachgerecht.
"Konzept/Jobcoaching/Konzept"
Zur Bewertung des Angebots beim Kriterium "Konzept/Jobcoaching/Konzept" (3/6)
bringt die Beschwerdeführerin vor, das Thema "Vorstellungsgespräch" werde in allen
Portfolios (Basic, Advanced, Professional) behandelt. Sie verweist auf das
Bildungsmodul Vorstellungsgesprächstraining, Auftrittskompetenzen und Story-Telling
im Konzept. Für Probearbeit und Praktika verweist sie auf die exemplarische
Umsetzung der Ziele für die Personae (Ziffer 17 der "Einsprache"; act. 16.1/01). Sie
habe das Konzept auf 18 A4-Seiten detailliert aufgeführt. Sie berücksichtige sowohl
das zeitliche als auch das inhaltliche Zusammenspiel zwischen Bildung und Coaching.
Die Teilnehmenden absolvierten – was aus dem auf Seite 1 präsentierten Überblick
über den zeitlichen Ablauf des Jobcoaching-Programms deutlich werde – jede zweite
Woche ein individuelles Jobcoaching. Aus den Wochenplänen Bildung und
Beschäftigung werde einsichtig, dass die Teilnehmenden zu Beginn des Programms
zunächst dem Bildungswochenplan, danach dem Beschäftigungswochenplan, der
4.18.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 26/33
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ebenfalls einzelne Bildungsmodule enthalte, folgten. Bildung, Beschäftigung und
Jobcoaching seien zeitlich eng miteinander verknüpft. Das inhaltliche Zusammenspiel
werde deutlich, wenn man die Spalte "Ziele, Kompetenzen" in der Übersicht
Jobcoaching zur Kenntnis nehme und etwa das Bildungsmodul "Kompetenzen
Portfolio Basic" inhaltlich würdige. Es bestehe eine enge Verflechtung. Die in der Spalte
"Thema, Inhalte" aufgeführten Inhalte der Jobcoaching Termine könnten nur vor dem
Hintergrund der Kurse des Bildungsteils irgendeinen Sinn machen. Beim zweiten
Termin des Jobcoachings etwa werde als Inhalt der Sitzung explizit festgelegt, es seien
"Förderungen und Weiterbildungsmassnahmen" zu definieren, womit die
Teilnehmenden auf die weiteren Kurse im Rahmen des Bildungsangebots eingestellt
würden, während mit dem dritten Termin bereits "Erste Rückmeldungen aus dem
Bildungsteil" und eine "Reflexion des Entwicklungsprozesses" erfolgen sollten. In den
späteren Terminen würden zunehmend sämtliche Erfahrungen aus dem gesamten
Beschäftigungsprogramm ausgewertet, worunter der Bildungsbereich selbstredend zu
subsumieren sei. Auf Redundanzen sei im Jobcoaching Konzept bewusst verzichtet
worden, da die Ausschreibung unter Ziffer 3.2 lediglich verlange, dass ein "Konzept
Jobcoaching unter Berücksichtigung der Erkenntnisse des Bildungsteils" vorgelegt
werde (Ziffer 18 der Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38). Die Vorinstanz räume
ein, dass im Angebot der Beschwerdeführerin ein Jobcoaching-Konzept vorliege. Sie
bestreite auch nicht, dass die von ihr vermissten Inhalte im Angebot eingereicht
worden seien. Während sie im Bewertungsbogen Angaben zum Zusammenspiel
zwischen Bildung und Jobcoaching vermisst habe, sei sie offensichtlich gleichzeitig
nicht einmal bereit, Inhalte des Bildungsteils in Verbindung mit dem Jobcoaching zu
beurteilen, mithin die beiden Bereiche, wie von ihr selbst verlangt, integrativ zu
betrachten. Diese Haltung kontrastiere deutlich mit der Bereitschaft, bei fehlenden
Angaben des Beschwerdegegners bereitwillig auf Vorwissen abzustützen und
Fehlendes stillschweigend von sich aus zu vervollkommnen (Ziffer 14 der
Stellungnahme vom 9. März 2022, act. 49).
Die Vorinstanz führt dazu aus, die Beschwerdeführerin bestreite nicht, dass das
Zusammenspiel zwischen Bildung und Coaching im Konzept Jobcoaching unklar sei
und die Themen "Vorstellungsgespräch", "Probearbeit" und "Praktika" dort nicht
behandelt würden. Die Verweise der Beschwerdeführerin auf weitere Unterlagen
bestätigten dies (Ziffer 5q der Vernehmlassung aufschiebende Wirkung; act. 10).
Die Beschwerdeführerin verweist im Fragenkatalog bei diesem Kriterium auf Seite 37
ihres Konzepts (vgl. Angebot der Beschwerdeführerin, Register 1, Seite 12/14), der
Beschwerdegegner auf Kapitel 9.1 und 9.2 seines Angebots (vgl. Angebot des
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Beschwerdegegners, Register 9). Dass die Vorinstanz das Konzept Jobcoaching
bewertet hat, ohne in anderen Abschnitten des Angebots nach ebenfalls relevanten
Angaben zu suchen, ist nicht zu beanstanden. Die Ausführungen der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde stellen – im Ergebnis – eine Erläuterung ihres
Angebots dar, welche die Vorinstanz nicht einzuholen verpflichtet war und welche im
Übrigen ein das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter verletzendes Vorgehen
darstellen würde. Die Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin erweist sich
auch bei diesem Kriterium nicht als vergaberechtswidrig.
"Konzept/Beschäftigung/Räume Beschäftigung"
Bei der Bewertung des Angebots beim Kriterium "Konzept/Beschäftigung/Räume
Beschäftigung" (0.833/1) hat die Vorinstanz die Angaben der Beschwerdeführerin in
Bezug auf Flächen und Anzahl Teilnehmer als nicht schlüssig nachvollziehbar
betrachtet. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe verschiedene Fotos der
Räumlichkeiten in nicht zu beanstandender Qualität eingereicht und einen Grundriss
mit Flächenangaben angefügt. Zu Bild A sei angemerkt worden, dass der Raum in
einen Raum "Textilpflege, Facility Management" (zirka sechzig Quadratmeter) und
einen Raum "Werkstatt/Logistik" (zirka 143 Quadratmeter) unterteilt werde. Auf der
nächsten Seite werde in der Bildunterschrift erläutert, dass ein Aufenthaltsraum von 62
Quadratmetern geplant sei, wobei ein Teil davon für die Mitarbeitenden abgetrennt
werde. Auf den restlichen seien das Klassenzimmer für den Bildungsteil und das
Coaching-Zimmer beziehungsweise das Bewerbungsatelier mit den aus den Plänen
ersichtlichen Flächen abgebildet. Wie Raumflächen und Anzahl Teilnehmende
korrelierten, sei nicht an dieser Stelle anzugeben gewesen. Auf Seite 2 des
Beschäftigungskonzepts sei die gewünschte Information zu finden. Dort werde
übersichtlich dargelegt, für welchen Beschäftigungsbereich welche Maximalzahl
Teilnehmende angedacht seien. Zugrunde gelegt werden müsse die maximal mögliche
Gesamtzahl von 45 Programmteilnehmenden. Damit werde klar, dass niemals alle
Beschäftigungsbereiche gleichzeitig voll belegt sein würden und könnten. Es werde
sofort einsichtig, dass für die Bereiche "Logistik" und "Werkstatt" jeweils maximal 12
Teilnehmende angedacht sein, während dafür 143 Quadratmeter zur Verfügung stehen
würden. In gleicher Weise liessen sich auch die Teilnehmerzahlen für die
Beschäftigungsbereiche "Textil" und "Reinigung" den Bildern zuordnen, wobei
offensichtlich werde, dass das Reinigungsteam von der Fläche von zirka sechzig
Quadratmetern für "Textilpflege, Facility-Management" lediglich einen kleineren Teil für
Ausrüstung und Putzmaterial beanspruchen werde, da die Teilnehmenden
naturgemäss in den zu reinigenden Liegenschaften beschäftigt sein würden (Ziffer 15
der Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38). Die Vorinstanz räume nun ein, dass
4.19.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 28/33
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im Angebot (tatsächlich) vorhanden gewesen sei, was sie im Bewertungsbogen noch
gänzlich vermisst habe, nämlich, dass beispielsweise maximal zwölf Teilnehmende im
Bereich "Textil und Wäscherei" tätig sein würden und dafür sechzig Quadratmeter
(abzüglich des Lagers für das Reinigungsteam) zur Verfügung stehen würden. Die
Vorinstanz führe zudem völlig neue Kriterien, wie Lärmimmissionen, ins Feld, was
nichts daran ändere, dass Angaben hierzu im Fragebogen nicht gefordert gewesen
seien. Es sei davon auszugehen, dass beim Beschwerdegegner keine Äusserungen zu
Lärmimmissionen erfolgt seien (Ziffer 11 der Stellungnahme vom 9. März 2022; act. 49).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin zeige nicht konkret auf,
welche Tätigkeiten die Teilnehmenden in den Räumlichkeiten ausführen würden, die für
die Beschäftigungsbereiche "Textil" und "Facility" vorgesehen seien. Im Bereich
"Textil" wolle die Beschwerdeführerin eine Wäscherei mit maximal zwölf
Teilnehmenden betreiben. Dafür seien nicht nur Waschmaschinen erforderlich, sondern
auch das Bügeln und Aufbereiten der Textilien sollte möglich sein. Diese Tätigkeiten
seien mit Lärmimmissionen verbunden. Aus der Offerte ergebe sich nicht, dass für das
Reinigungsteam von maximal zwölf Teilnehmenden nur ein kleinerer Teil für Ausrüstung
und Putzmaterial beansprucht werde. Der Flächenanteil für den Bereich "Facility" mit
maximal zwölf Teilnehmenden sei nach wie vor unklar. Ob die Fläche von sechzig
Quadratmetern für diese beiden Beschäftigungsbereiche im Verhältnis zur Anzahl
Teilnehmenden hinreichend sei, sei somit anhand der Angaben in der Offerte nicht
nachvollziehbar gewesen (Ziffer 9 der Stellungnahme vom 9. Februar 2022; act. 44).
Die Vorinstanz hat aus den Erläuterungen der Beschwerdeführerin weitere Kenntnisse
gewonnen, die sich in dieser Form nicht aus dem eingereichten Angebot ergeben
hatten. Die Vergabebehörde ist jedoch grundsätzlich nicht verpflichtet, Erläuterungen
zu Angeboten einzuholen. Vergaberechtlich besteht deshalb kein Anspruch auf
Änderung der Bewertung aufgrund nachträglicher Erklärungen der Anbieterinnen. Die
Vorinstanz sieht deshalb zu Recht keinen Anlass, die Bewertung zu ändern.
"Konzept/Beschäftigung/Infrastruktur Beschäftigung"
Zur Bewertung des Angebots nach dem Kriterium "Konzept/Beschäftigung/
Infrastruktur Beschäftigung" (0.667/1) bringt die Beschwerdeführerin vor, sie lege im
"Infrastrukturkonzept" die geplante Infrastruktur dar, namentlich das anzuschaffende
Mobiliar, die nötigen Werkzeuge und Maschinen usw., und – wohl im Gegensatz zu
bereits etablierten Anbieterinnen – beweise, dass ihre Infrastruktur in Sachen Qualität
und Nachhaltigkeit höchste Massstäbe erfüllen werde. Sie trete neu in den
Beschäftigungsmarkt ein und plane, fabrikneue Infrastruktur anzuschaffen. Für gewisse
4.20.
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Maschinen und Einrichtungen liessen sich zwar "am Reissbrett generelle Produktelinien
und Hersteller bestimmen". Die definitive Modellauswahl im Einzelnen müsse dann
jedoch aus der Alltagsperspektive und in Kooperation mit den in der Praxis stehenden
Mitarbeitenden laufend bestimmt und neu justiert werden, andernfalls die
Arbeitsmarktnähe nicht gewährleistet sei. Die Unklarheit stelle bestmögliche
Praxistauglichkeit sicher, was – zugunsten der Beschwerdeführerin – berücksichtigt
werden müsse (Ziffer 16 der Stellungnahme vom 5. Januar 2022; act. 38). Die
Vorinstanz begründe die schlechte Bewertung der Infrastruktur damit, dass für die
Beschwerdeführerin keine vertragliche Verpflichtung bestünde, die vorgelegte
Infrastruktur auch tatsächlich zu verwenden. Sei die Gründung ganzer Unternehmen
nach Zuschlagserteilung noch möglich, könne dieses Argument nicht verfangen. Die
geplanten Investitionen müssten vollumfänglich gewürdigt werden. Zudem hätte man
allenfalls die geforderte Infrastruktur in der Leistungsvereinbarung beschreiben können
(Ziffer 12 der Stellungnahme vom 9. März 2022, act. 49).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin anerkenne, dass ihr
Angebot keine klaren Angaben zur Infrastruktur enthalte. Würde das Angebot deshalb
besser bewertet, wäre dies mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz nicht vereinbar.
Ohne konkrete Angaben bestehe keine Gewähr, dass die Beschwerdeführerin
tatsächlich eine gute Infrastruktur verwenden werde, weil sie sich mangels Offerte
vertraglich nicht dazu verpflichtet habe (Ziffer 10 der Stellungnahme vom 9. Februar
2022, act. 44).
Die Begründung der Vorinstanz dafür, dass sie das Angebot der Beschwerdeführerin
nicht mit der vollen Punktzahl bewertet hat, ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Eine erst
geplante Infrastruktur ist einer zuverlässigen Bewertung in der Gegenwart nicht
zugänglich. Die vorinstanzliche Bewertung bewegt sich auch bei diesem Kriterium
innerhalb des weiten Ermessens und erscheint nicht als missbräuchlich.
"Mitarbeitende/Aufgaben, Kompetenzen und Rollenverständnis"
Die Beschwerdeführerin beanstandet schliesslich die Bewertung ihres Angebotes beim
Unterkriterium "Aufgaben, Kompetenzen und Rollenverständnis", bei welchem die
Vorinstanz bei allen drei Kriterien "Mitarbeitende/Beschäftigung", "Mitarbeitende/
Bildung" und "Mitarbeitende/Jobcoaching" (je 1/2) mit dem Hinweis darauf, das
Rollenverständnis sei zu wenig beschrieben und die Stellenbeschreibung unvollständig,
jeweils einen Punkt abgezogen hat. Der Beschwerdegegner habe jeweils die volle
Punktzahl erhalten und den Ausschluss mit lediglich 0.7 Punkten über dem
Mindestwert von fünfzig Punkten verhindern können. Die Art und Weise, wie diese
4.21.
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geradezu schicksalshafte Bewertung knapp über der Grenze zustande gekommen sei,
müsse überprüft werden. Der Beschwerdegegner habe drei Punkte mehr erhalten für
die theoretische Beschreibung von Stellen, die bei ihm im Zeitpunkt der Bewerbung
notabene zu grossen Teilen vakant gewesen seien. Sie selbst habe vollständige
Stellenbeschreibungen eingereicht, welche sowohl die organisatorische Eingliederung,
die Anforderungen, Kompetenzen und Pflichten einer Stelle enthielten und wenn nötig
Fragen zu Stellvertretung, Zielen, Funktionsbeschreibung und Schnittstellen zu anderen
Stellen thematisierten (Ziffer 19 der Stellungnahme vom 5. Januar 2022, act. 38). Die
Beschwerdeführerin bestreitet, die von der Vorinstanz angeführten Funktionen in ihren
Stellenbeschreibungen nicht angeführt zu haben. Sie halte an ihrem Editionsantrag –
Stellenbeschreibungen Beschäftigung, Bildung und Jobcoaching des
Beschwerdegegners – fest, um aufzeigen zu können, dass der Beschwerdegegner
krass willkürlich mit der vollen Punktezahl bedacht worden sei (Ziffer 15 der
Stellungnahme vom 9. März 2022; act. 49). Die Beschwerdeführerin bestreitet, in ihren
Stellenbeschreibungen einzelne der Punkte nicht abgedeckt und die
Rollenverständnisse zu wenig beschrieben zu haben. Die Vergabe der maximalen
Punktzahl an den Beschwerdegegner müsse kritisch überprüft werden. Der
Beschwerdegegner habe die volle Punktzahl erhalten, obwohl er die verlangten
Kriterien in mehrfacher Hinsicht nicht vollständig erfüllt habe (Ziffer 2.3 der
Stellungnahme vom 1. Juni 2022; act. 65).
Die Vorinstanz hält dem entgegen, der Fragenkatalog "Zuschlagskriterien" habe eine
ausführliche Liste der Themen, die in den Stellenbeschreibungen erwartet worden
seien, enthalten: Stellenbezeichnung, Beschäftigungsgrad, organisatorische
Eingliederung, Anforderungen an die/den Stelleninhaber/in, Stellvertretung, Ziel der
Stelle, Funktionsbeschreibung, Zusammenarbeit mit anderen Stellen, Kompetenzen
und Pflichten. Die Stellenbeschreibungen der Beschwerdeführerin enthielten lediglich
Angaben zu Stellenbezeichnung, Stellenbeschreibung, Anforderungen und
Funktionsbeschreibung. Die zu wenig beschriebenen Rollenverständnisse bestreite die
Beschwerdeführerin nicht (Ziffer 13 der Stellungnahme vom 9. Februar 2022; act. 44).
Die Bewertung der Angebote hinsichtlich der Stellenbeschreibungen beachtet den
Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbieter. Die Beschwerdeführerin muss – wie
bereits dargelegt – in erster Linie nachweisen, dass ihr Angebot zu schlecht bewertet
wurde, damit sich dessen Ausschluss als vergaberechtswidrig erweist. Aus einer
allfälligen schlechteren Bewertung des Angebots des Beschwerdegegners ergibt sich
selbstredend nicht, dass das Angebot der Beschwerdeführerin zu Unrecht
ausgeschlossen wurde. Dass sich bei den Stellenbeschreibungen des
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5. Zusammenfassung
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Angebot der
Beschwerdeführerin ausschliessen durfte, wenn es bei den qualitativen
Zuschlagskriterien mit 46.7 Punkten nicht mindestens fünfzig – von 75 – Punkten
erzielte. Bei der Bewertung hat sich die Vorinstanz innerhalb des ihr zustehenden
weitgehenden Ermessensspielraums bewegt. Zudem ist es nicht Aufgabe der
Vorinstanz, bei der Bewertung Informationen aus den Angeboten zusammenzusuchen.
Dies gilt umso mehr, als Teil der Ausschreibungsunterlagen ein – mit dem
Bewertungsraster übereinstimmender – detaillierter Fragebogen war. Eine Durchsicht
der Angebote der Beschwerdeführerin und des Beschwerdegegners zeigt, dass
letzteres im Vergleich mit ersterem deutlich übersichtlicher und dem Fragebogen
folgend aufgebaut ist. Dies wird nicht zuletzt im von der Beschwerdeführerin im
Beschwerdeverfahren betriebenen erheblichen Erklärungsaufwand deutlich. Zu
erwarten ist, dass ein Angebot für sich selbst spricht und sich klar ersichtlich an die
Vorgaben der Vergabebehörde hält. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet. Sie
ist abzuweisen.
6. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des Hauptverfahrens
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 6'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Sie ist mit dem bei der Hauptsache verbliebenen Rest in der gleichen Höhe
des von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschusses gedeckt.
Beschwerdegegners ein Abzug um über 0.7 Punkte aufgedrängt hätte (was zum
Ausschluss auch des Beschwerdegegners geführt und eine Vergabe mangels
zugelassener Anbieter letztlich ausgeschlossen hätte), ist überdies – entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin – nicht ersichtlich. Die Stellenbeschreibungen des
Beschwerdegegners sind insgesamt detailliert und ausführlich (vgl. Angebot des
Beschwerdegegners, Register 4, Seiten 4, 5 und 6 des Fragenkatalogs, bei denen auf
Register 5, Kapitel 5.1 [Programmleitung], 5.2 [Arbeitsagoge], 5.3 [Kursleitung], und 5.4
[Jobcoach] verwiesen wird). Sie halten sich an die Vorgaben des Fragenkatalogs und
enthalten jeweils die Rubriken "Anforderungsprofil und Begründung",
"Stellenbeschreibung", "Beschäftigungsgrad", "Stellenbezeichnung", "Ziel",
"organisatorische Eingliederung", "Stellvertretung", "Kompetenzen/ Pflichten",
"Aufgaben" und "Anforderungsprofil". Dass die Vorinstanz das Angebot des
Beschwerdegegners bei diesem Kriterium jeweils mit der maximalen Punktzahl
bewertet hat, erscheint gerechtfertigt.
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Die Beschwerdeführerin unterliegt und hat deshalb keinen Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung. Sie hat ihrerseits den obsiegenden und im
Beschwerdeverfahren berufsmässig vertretenen Beschwerdegegner, welcher seine
Anträge unter Entschädigungsfolge gestellt hat, für das Hauptverfahren ausseramtlich
zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1, Art. 98 und 98 VRP). Der Rechtsvertreter hat am
11. Mai 2022 eine Kostennote mit einem nach dem Zeitaufwand von 17.17 Stunden mit
einem Ansatz von CHF 250 je Stunde berechneten Honorar von CHF 4'292.50
zuzüglich pauschalen Barauslagen von CHF 171.10 (vier Prozent von CHF 4'292.50)
und CHF 343.70 Mehrwertsteuer (7.7 Prozent von CHF 4'464.20) eingereicht. Der
geltend gemachte Honoraraufwand übersteigt die Grössenordnung des
Pauschalhonorars, welches in vergleichbaren Beschwerdeverfahren zugesprochen
wird, nicht. Ein pauschales Honorar von CHF 4'300 zuzüglich pauschale Barauslagen
von CHF 172 (vier Prozent von CHF 4'300) erscheint angemessen (Art. 19, Art. 22
Abs. 2 Ingress und lit. b, Art. 28 der Honorarordnung; sGS 963.75). Der
Beschwerdegegner ist nicht mehrwertsteuerpflichtig (vgl. UID-327.923.809) und kann
die in der Honorarrechnung seines Anwalts belastete Mehrwertsteuer nicht als
Vorsteuer von seiner eigenen Steuerschuld wieder abziehen. Dem begründet gestellten
Antrag auf Entschädigung der Mehrwertsteuer ist deshalb zu entsprechen (vgl. Art. 29
HonO) und die Mehrwertsteuer mit CHF 344.35 (7.7 Prozent von CHF 4'472) zu
entschädigen. Die Vorinstanz hat ihr Verfahren selbst geführt und als verfügende
Vergabebehörde praxisgemäss ohnehin keinen Anspruch auf die Entschädigung
ausseramtlicher Kosten (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 829).