# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 362adb22-d89b-445c-89f9-19a22a30c81d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1966, hat ursprünglich eine kaufmännische Aus
bildung absolviert und war zuletzt beim Steueramt des Kantons Zürich als Revi
sor tätig.
Seit 7. August
2008 war er zu 100 % krankgeschrieben.
Im Febru
ar
2009 meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
unter Hin
weis auf eine
schwere Erschöpfungsdepression
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/4). Die IV-Stelle tätigte Abklä
rungen in
er
werbli
c
her und
in
medizinischer Hinsicht
und teilte dem
Ver
sicher
ten
a
m 2.
März
2009
mit, dass
derzeit
aufgrund des Gesundheits
zustandes keine beruf
lichen Eingliederung
smassnahmen möglich seien (Urk.
6/12)
. Ge
stützt auf
die
getätigte
n weiteren
Abklärungen
, insbesondere
nach Einholung eines ergän
zenden
Bericht
s
beim behandelnden Psychiater
Dr.
med.
Y._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Beizug
von
zwei von
der Beamten
versi
cherungskasse des Kantons Zürich (BVK)
veranlasste
n
psychiatri
sche
n
Gut
ach
ten von
PD
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt FMH für
Psychiatrie und Psycho
thera
pie (Gutachten vom 20.
April
2009 [Urk.
6/21] und
vom
2.
November
2009 [Urk. 6/29]
)
,
sprach die IV-Stelle dem Versichert
en mit Ver
fügung vom 18.
Februar
2010 eine ganze Rente der Inva
li
den
versicherung nach Massgabe eines errechneten Invaliditätsgrades von 100 % zu (Urk.
6/41).
Im Rahmen eines im Jahr
2011 von Amtes wegen durch
ge
führten Revisionsverfah
rens holte die IV-Stelle beim
behandelnden Psychiater
Dr.
Y._
Auskünfte ein
(Urk.
6/47) und
teilte dem Versicherten
darauf
hin
mit, dass
wei
terhin
Anspruch auf die bis
heri
ge Invalidenrente
bestehe
(Mitteilung vom 9. Juni 2011; Urk. 6/49).
Im Jahr
2016 leitete die IV-Stelle eine erneute Rentenrevision in die Wege. Sie liess den Versicherten den entsprechenden Fragebogen
ausfüllen (Urk.
6/57) und holte bei der
neu
behandelnden
Psychiaterin
Dr.
med. univ.
A._
, Fachärz
tin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, einen ärztlichen Beric
ht (Urk. 6/59) sowie beim
zuständigen
Kranken
versicherer
Leistungsabrechnungen
der Jahre 2015 und 2016 ein
(Urk. 6/61
f.). Gestützt auf diese Abklärungen stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 7. Oktober
2016 die Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente in Aussicht (Urk. 6/64) und verfügte
am
2.
Deze
mber
2016 in diesem Sinne (Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Dezember
2016 erhob
X._
mit Eingabe vom 13.
Dezember 2016 Beschwerde und beantragte sinngemäss, dass ihm die Rente
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
weiter auszurichten sei (Urk. 1). Mit Vernehmlassung vom 26.
Januar
2017 stellte die IV-Stelle An
trag auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Versicherten am 31. Januar
2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7)
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
BGE 143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heits
bild allenfalls ge
wisser Anpassungen
hinsichtlich der Wertung einzelner Indi
ka
to
ren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen
lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es
daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass der Versicherte seit längerer Zeit in seiner Gesundheit eingeschränkt gewe
sen sei. Seit dem Jahr 2009 erhalte er eine ganze Rente. Im Rahmen der Revisi
on seien diverse Unterlagen eingeholt und Abklärungen getroffen worden
,
wel
che
ergeben
hätten
, dass der Versicherte seiner bisherigen Tätigkeit als Revisor seit Juni 2015 wieder vollumfänglich nachgehen könne. Der gesundheitliche Zustand habe sich soweit verbessert
,
dass der Versicherte die psychiatrische Behandlung nur noch reduziert wahrnehmen müsse
und kein IV
-relevanter Gesund
heitsschaden mehr ausgewiesen sei
. A
uch a
ufgrund des aktuellen Aktivi
tätsnivea
u
s sei davon auszugehen, dass
er über verbesserte Ressourcen verfüge und in den Alltagsaktivitäten nicht mehr eingeschränkt sei (
Urk.
2).
2.2
Dagegen macht der Beschwerdeführer zur Hauptsache geltend, angesichts seines seit Jahren
andauernden schlechten Gesundheitszustandes und der ärztlichen Angaben von
Dr.
A._
sei der angefochtene Entscheid nicht nachvollzieh
bar
.
Dr.
A._
bestätige, dass er zu 100
% leistungsunfähig sei und ohne IV
Rente nicht überleben könne (
Urk.
1).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Revisionsverfahren bildet die
Verfügung vom 18. Februar 2010
, welche sich in medi
zinischer Hinsicht zur Hauptsache
auf die Gutachten von
Dr.
Z._
vom 20. April
2009 und vom 2. November
2009
stütz
te.
In diesen diagnostizierte
Dr.
Z._
jeweils
eine schwere Depression (F32.2) und eine Neurasthenie (F48.0) und gab an, infolge der Schwere des Zu
standes, wofür beide genannten Diagnosen verantwortlich seien, sei der Ver
si
cherte (
seit 7.
August 2008) bis weiterhin
(in jeder Tätigkeit)
zu 100
% arbeits
u
nfähig (vgl. Urk. 6/21 S. 6 ff
.
sowie
Urk. 6/29 S. 3 ff.).
3.
3.1
Dr.
A._
stellte in ihrem – im Rahmen des Revisionsverfahrens eingeholten
- ärztlichen Bericht vom 27.
August
2016
die
folgende
n
Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
: rezidivierende
depressive St
ö
r
ung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.2) mit/bei Status nach zwei Suizidversuchen (10/2007 und 10/2008) sowie Neurasthenie (ICD-10 F48.0). Sie gab an,
der Ver
sicherte stehe seit 16.
Juni 2015
bei ihr
in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (
Einzelpsychotherapie,
3-4 mal jährlich à 60 Minuten). Die Behand
lung
werde zusätzlich medikamentös unterstützt bzw.
mittels
Antidepressiva er
gänzt. Der Versicherte verbringe viel Zeit
ausserhalb der Schweiz und
er
nutze
die Aufenthalte in der Schweiz dazu, administrative Auf
g
aben zu erledigen und ärztliche Termine wahrzunehmen.
Er
berichte,
dass er beim Aufenthalt in der Schweiz
die Verstärkung der depressiven Beschwerden
bemerke
,
vor allem aus
geprägte Stimmungsschwankungen, Anspannung, Nervosität
,
Reizbarkeit, Er
schöpfung, Energielosigkeit sowie die Müdigkeit. Er sei überzeugt, dass er nur durch den Aufenthalt bei viel Licht sowie Stress- und Druckfreiheit
noch
am Leben sei.
Dr.
A._
bezeichnete den Zustand
des Versicherten
als stationär und gab an, dass – nachdem in den letzten Jahren der Verlauf stabil gewesen sei - auch längerfristig nicht mit einer wesentlichen Besserung der Symptomatik zu rechnen sei.
Die
Verminderung der Leistungsfähigkeit
betrage 100%
und
es be
stünden
verschiedene
, teilweise schwere
Einschränkungen der psychischen Fähigkeiten
(Urk.
6/59).
3.2
RAD-Ärztin Dipl. med.
B._
, Fac
härztin für Allgemeine In
nere Medi
zin/Prävention Gesundh
eitswesen, führte
in ihrer Stellungna
hme vom 31. August 2016
im Wesentlichen
aus, das aktuell vorhandene Aktivitätsniveau
des Versicherten
weise darauf hin
,
dass
er
inzwischen über verbesserte Ressour
cen verfüge. Alltagsaktivitäten seien nicht mehr eingeschränkt. Der Kunde reise oft und gerne. Es seien nur noch sporadisch psychiatrische Konsultationen er
forderlich. Der psyc
hopathologische Befund spreche
gegen das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode, der
Versicherte
werde als gereizt und dys
thymisch
beschrieben
, aber nicht als depressiv.
Auch d
ie Häufigkeit der psychi
atrischen Konsultationen spreche dafür, dass der Leidensdruck im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache
deutlich
nachgelassen habe. Anhand dieser Sachverhalte könne von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausge
gangen werden; die Verbe
sserung sei seit spätestens 16.
Juni 2015 dokumentiert (U
rk. 6/63 S. 3
).
In der ergänzenden Stellungnahme vom
3. Oktober
2016 schloss
die
RAD-Ärztin auch aufgrund der
in der eingeholten
Leistungsabrech
nung der
Krankenversicherung dokumentierten (in grossen Abständen erfolg
ten) psychiat
rischen Kontrollen und Medikamentenbezüge, dass per 16. Juni 2015 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie davon
auszuge
hen sei
, dass der Versicherte
ab
diesem Zeitpunkt
in seiner angestammten Tä
tigkeit vollum
fänglich arbeitsfähig gewesen sei (Urk. 6/63 S. 4).
4.
4.1
Als Grundlage für die Beurteilung
der sich im vorliegenden Revis
i
onsverfa
h
ren stellenden Frage
, ob seit der Verfügung vom
18.
Februar
2010
eine revisions
rechtlich erhebliche Veränd
e
rung
(vorliegend
:
Verbesserung)
des Gesundheits
zustandes
eingetreten ist, liegt einzig der Bericht
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
A._
in den Akten.
Darin
diagnostiziert
Dr.
A._
wie erwähnt
– neben der
Neurasthenie – eine
rezidivierende depressive Störung, ggw.
mittel
gradige
Epi
sode
,
wobei sie
dem Versicherten
e
inen un
v
eränderten Zustan
d
bzw
.
weiterhin eine vollständige Arbeits
-
bzw
.
Erwerbsunfähigkeit
attestiert
(
Urk.
6/59)
.
4.2
D
er Verwaltung
ist
insoweit
zu folgen,
als
dass
auf den
Bericht
von
Dr.
A._
nicht
abgestellt werden kann,
weil dieser
bereits
i
n diagnos
tischer Hinsicht
nicht
schlüssig
ist
.
So ist
vor dem Hintergrund des attestierten unver
änderten Gesundheitszus
t
andes
unklar
, ob beim Versicherten
nun
eine
rezidi
vierende de
pressive Störung, ggw.
mittelgradige
Epi
sode
vorliegt
oder von einer schweren Episode
aus
zu
gehen ist
, wie sie der von
Dr.
A._
verwendeten ICD-
10
Codie
rung (
„
F33.2
“
) ent
spricht.
Alsdann
lassen sich die
von
Dr.
A._
erhobenen Be
funde
(
unter anderem mittelgradig reduzierter Antrieb, starke Müdigkeit, Ener
gielosigkeit, mittelgradig bi
s stark reduzierte Vitalgefühle; vgl.
Urk.
6/59 S.
1)
und attestier
te
n
Einschränkungen
, so namentlich eine leichte bis mittlere Ein
schränkung der Belastbarkeit im Alltag
(vgl.
Urk.
6/59 S. 2)
nicht ohne
Weiteres
da
mit
verein
baren
,
dass
der Versicherte
–
wie
den Ausführungen von
Dr.
A._
ebenfalls
entnommen werden kann
–
in der Lage ist,
seinen All
tag zu
organisie
ren
,
Auf
enthalte im Ausland
zu
absolvieren
und
sich um
seine
administrativen Belange
zu
kümmern.
Auch
lässt
der
(unbestrittene)
Umstand, wonach psych
o
therapeuti
sche
Sitzungen
(
nur
)
noch
3-4 mal
pro Jahr
(statt ca.
2
mal pro Monat; vgl. etwa
Urk.
6/29 S. 2
)
stattfinden
,
mit der Verwaltung
eine Verbesserung
des Gesund
heitszustandes
vermuten und
jedenfalls nicht
mehr
auf einen
grossen
L
ei
dens
druck
und erhebliche krankheitsbedingte
Einschrän
kun
gen
schliessen
.
A
nge
sichts der
geringen Intensität der durchgeführten Ther
a
pie bzw
.
der
unter
nommenen medizinischen Bemühungen zur Verbesserung des Gesund
heitszu
stand
es
kann
aber
auch
die Angabe von
Dr.
A._
nicht nach
voll
zo
gen werden,
weshalb – bei adäquater Therapie –
zumindest mittel- bis
länger
fristig
nicht
mit einer wes
e
ntlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes ge
rechnet werden kann.
4.3
Erachtete
die Verwaltung den
(einzigen)
in den Akten liegenden fachärztlichen
Bericht
(
von
Dr.
A._
)
daher
– nach dem Gesagten mit guten Gründen - nicht
als schlüssig,
wäre
sie
jedoch
ver
p
flichtet g
ewesen
,
den Sachverhalt
in Nach
achtung des Untersuchungsgrundsatzes (
Art.
43
Abs.
1 ATSG)
weiter
abzu
klären.
Das alleinige Abstellen auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin
reichte
für eine rechtsgenügliche Sachverhaltsermittlung nicht
aus
.
Dies umso
weniger
, als es sich bei der zuständigen RAD-Ärztin, welche den Versicherten
überdies
- soweit ersichtlich
–
auch
nicht
persönlich
untersuchte, um eine Allgemeinärztin
handelt und nicht um eine auf dem Gebiet der Psychiatrie spezialisierte Fach
person.
Vielmehr drängt
e
sich eine fachärztliche Abklärung
(p
sychiatrische
s
Gutachten
)
auf
, wozu
die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen
ist
.
Eine Rückweisung
erweist sich zudem auch als notwendig, da
das
Bundesge
richt
– wie
vorstehend
a
usgeführt (E. 1.2 hievor) – in BGE 143 V 418
unlängst erkannt
e
, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten
Beweisverfahren nach
BGE
141 V 281 zu unterziehen sind
. Davon abgesehen, dass
der Bericht von
Dr.
A._
nicht hinreichend schlüssig
ist
(E. 4.2 hievor)
, er
weist
er
sich
auch
als
zu wenig ausführlich,
als dass
gestützt darauf
eine
hinrei
chende
Beurteilung der St
andardindikatoren vor
genommen werden könnte
.
E
r
gän
zende
Abklärungen
,
welche
–
sollten
nach wie vor psychische Leiden
aus
gewiesen sein
-
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Einklang mit der gelten
den Rechtslage nach Massgabe der im Regelfall heranzuziehend
en Standardin
dikatoren erlauben, sind
daher
unumgänglich.
In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.