# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d733ce91-1c24-5d7c-9a7c-f8a56d3b3010
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. C._ und D._ waren während Jahren Alleinaktionäre der E._ AG. Gemäss dem Schenkungs- und Erbvertrag vom 15. Januar 2001 wurden die Aktien (unter Erfüllung gewisser Bedingungen) auf fünf ihrer sechs Kinder aufgeteilt.
In diesem Zusammenhang kam es zwischen den Kindern der Familie von C._ und D._ zu grossen Konflikten. Dabei bildeten sich zwei Lager, nämlich einerseits die beiden Schwestern F._ und G._ mit der Mutter D._ sowie andererseits die drei Brüder B._, H._ und I._.
Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die bestehenden Differenzen selber zu bereinigen, wurde die Angelegenheit einem Schiedsgericht unterbreitet. Im Rahmen dieses Schiedsverfahrens schlossen die Parteien am 28. Mai 2004 einen Vergleich, in dem man sich über den Verkauf sämtlicher Namenaktien der Schwestern F._ und G._ zu einem Preis von je CHF 6 Mio. (insgesamt CHF 12 Mio.) einigte. Unter Ziffer 5 des Vergleichs wurde ausserdem vereinbart, dass die ursprünglich im Eigentum der E._ AG bzw. J._ AG stehenden Firmenfahrzeuge den Schwestern ohne Zahlung zu Eigentum überlassen werden.
Bezüglich der weiteren Elemente des Sachverhalts wird auf die am 9. September 2013 resp. 6. November 2013 ergangenen Urteile des Kantonsgerichts Freiburg, Steuergerichtshof, verwiesen (604 2011 25/26 betreffend E._ AG und 604 2011 23/24 betreffend J._ AG).
B. Am 13. Oktober 2005 reichten A._ und B._ ihre Steuererklärung betreffend das Steuerjahr 2004 bei der Kantonalen Steuerverwaltung (nachfolgend: Steuerverwaltung) ein. Darin deklarierten die Steuerpflichtigen ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 230‘325.- (Code 1.11), ein Einkommen aus Privatkapitalien von CHF 56‘023.- (Code 3.21) sowie ein Einkommen aus Privatliegenschaften von CHF 36‘693.- (Code 3.31). Ausserdem deklarierten sie Privatkapitalien in der Höhe von CHF 3‘586‘620.- (Code 3.21) und Privatliegenschaften im Wert von CHF 824‘300.- (Code 3.31).
Gemäss ordentlicher Veranlagungsanzeige vom 17. Juni 2010 setzte die Steuerverwaltung das Einkommen der Steuerpflichtigen aus Privatliegenschaften auf CHF 46‘473- (Code 3.31) fest; zusätzlich rechnete sie geldwerte Leistungen im Betrag von CHF 29‘599.- (Code 3.215) auf. Das Vermögen wurde auf CHF 4‘131‘427.- (Privatkapitalien; Code 3.21) resp. CHF 939‘000.- (Privatliegenschaften; Code 3.31) festgesetzt. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerfaktoren ergab sich für die Steuerpflichtigen ein steuerbares Einkommen von CHF 140‘173.- (Kanton; geschuldete Steuer: CHF 31‘677.20) resp. CHF 256‘868.- (Bund; geschuldete Steuer: CHF 21‘558.-) und ein steuerbares Vermögen von CHF 2‘102‘232.- (geschuldete Kantonssteuer: CHF 7‘357.70).
Gegen diese Veranlagung reichten die Steuerpflichtigen am 16. Juli 2010 Einsprache ein. Sie stellten den Antrag, es sei das Veranlagungsverfahren zu sistieren und auf die von der Steuerverwaltung vorgenommenen Aufrechnungen beim Einkommen (Code 3.215) und beim Vermögen (Code 3.21) zu verzichten resp. die Aufrechnungen zu begründen.
Mit Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2016 hiess die Steuerverwaltung die Einsprache betreffend die Kantonssteuer teilweise gut und setzte das steuerbare Vermögen (Code 7.99) auf CHF 1‘787‘925.- (statt: CHF 2‘102‘232.-) fest. Die Einsprache betreffend die direkte Bundessteuer
Kantonsgericht KG
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wurde indessen vollumfänglich abgewiesen. In ihrer Begründung zu Code 3.215 (Aufrechnung von geldwerten Leistungen im Betrag von CHF 29‘599.-) verwies die Steuerverwaltung auf die Urteile des Kantonsgerichts Freiburg vom 9. September 2013 und 6. November 2013, mit welchen diese versteckten Gewinnausschüttungen (Abtretung der Geschäftsfahrzeuge im Wert von CHF 37‘000.- an F._ und im Wert von CHF 51‘800.- an G._) bestätigt worden seien. Die Veranlagung entspreche in diesem Punkt den gesetzlichen Bestimmungen und gebe zu keiner Änderung Anlass.
C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Steuerpflichtigen, vertreten durch Dr. Daniel U. Lehmann, Bär & Karrer Rechtsanwälte, mit Eingabe vom 24. November 2016 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Sie stellten die folgenden Anträge:
„1. Es sei auf die Aufrechnung von geldwerten Leistungen zum steuerbaren Einkommen der Beschwerdeführer auf Ebene der Kantonssteuern und der direkten Bundessteuer 2004 ersatzlos zu verzichten.
2. Eventualiter sei die Sache an die Kantonale Steuerverwaltung Freiburg zurückzuweisen.
3. Subeventualiter sei die Kantonale Steuerverwaltung Freiburg anzuweisen, die Aufrechnung der geldwerten Leistungen in einem anzuordnenden Schriftenwechsel zu begründen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.“
In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer, der angefochtene Einspracheentscheid sei unzureichend begründet, womit ihnen das rechtliche Gehör verweigert werde. Zwar habe das Kantonsgericht Freiburg in den Urteilen vom 9. September 2013 und 6. November 2013 die gewinnsteuerliche Aufrechnung bei der E._ AG und der J._ AG bestätigt. Es habe aber die Frage, wer die geldwerten Leistungen empfangen habe (die Brüder B._, H._ und I._ oder aber die K._ AG), explizit offen gelassen, weshalb die Angelegenheit entweder zur Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen oder diese anzuweisen sei, die vorgenommene Aufrechnung im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu begründen. In materieller Hinsicht wird bestritten, dass die Beschwerdeführer im Rahmen der Erfüllung des Vergleichs vom 28. Mai 2004 in den Genuss einer geldwerten Leistung gekommen seien. Die Aktien der E._ AG seien nicht durch die Brüder B._, H._ und I._ erworben worden, sondern durch die K._ AG, welche auch die Barkaufpreiszahlung von insgesamt CHF 12 Mio. entrichtet habe. Da die Brüder folglich nie Eigentum an den Aktien erworben hätten, könnten sie auch nicht Empfänger der geldwerten Leistung gewesen sein. Diese Auffassung vertrete die Vorinstanz in dem identisch gelagerten Fall betreffend den Bruder H._ (Kap. Nr. 195.140.760/17) im Übrigen auch selbst.
Der mit Verfügung vom 30. November 2016 auf CHF 2‘000.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 20. Dezember 2006 bezahlt.
In ihren Bemerkungen vom 23. Januar 2017 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.
Am 6. Februar 2017 teilte Rechtsanwältin Corina Seiler, Bär & Karrer Rechtsanwälte, dem Kantonsgericht mit, dass die Beschwerdeführer nicht mehr durch Bär & Karrer Rechtsanwälte vertreten würden und das Mandat fortan von Rechtsanwalt Markus Jungo, Kanzlei Hartmann Dreyer, geführt werde. Dieser hat bis anhin keine Vollmacht zu den Akten gereicht.
Kantonsgericht KG
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## Considerations

Erwägungen
I. Prozessuales