# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f905eaad-f6e6-43fb-a140-04ca6b7b151e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984,
ist
verheiratet und
Mutter von vier Kindern (
gebo
ren
2007, 2009, 2014 und 2015
; Urk. 11/9
)
. Sie
war von
Januar 2011
bis
Ende
Januar 2017
im Alterszentrum
Y._
als Fachfrau Gesundheit
(
FaGe
)
angestellt.
Ihren letzten effektiven Arbeitstag ha
tte sie bereits am 21. März 2016
(
Urk.
11/23).
A
b
dem 22. März 2016
bezog sie
von der Helsana Kran
kentag
geld
er
(
Urk.
11/14,
Urk. 11/24/2
).
A
m
31.
August 2016
meldete sie sich
wegen «Rücken
schmerzen HWS und lumbal»
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
11/12).
Zur Klärung der
aktuellen
Situation fand erstmals am
3. Novem
ber 2016
bei der IV
-
Stelle ein per
sönliches Gespräch
statt (Urk. 11
/20
).
Nebst
Auszügen aus dem individuellen Ko
nto (IK-Auszug, Urk. 11/1; Urk. 11/2; Urk.
11/21) holte die IV-Stelle
beim behandelnden Arzt
Dr.
Z._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
einen
B
eric
ht
ein
(Urk.
11/25) und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (vgl.
Urk. 11/23).
Am
9.
Dezember 2016
gewährte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Frühinterventions
massnahmen
in Form einer externen Arbeitsvermittlung bei
der
A._
AG
für die Dauer von acht Monaten (Urk. 11/34). Am 2
1.
Februar 2017 erstattete Dr.
Z._
erneut einen Bericht (Urk. 11/36). Sodann nahm der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) am 2
9.
Juni 2017 zur Sache Stellung (Urk. 11/45/4). Am
7.
Juli 2017 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, mit dem sie weitergehende Leistungen mit der Begründung verneinte, es liege keine gesundheitliche Beein
trächtigung vor, die dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränke (Urk. 11/46).
Dagegen erhob die Versicherte am 10. Juli 2017
(Urk.
11/47) sowie e
rgänzend am 18. Juli 2018 (Urk.
11/51)
unter Beilage
ne
uer Arztberichte (Urk. 11/50/
1-6) sowie diverser Korrespondenz
(Urk. 11/50/
7-
13) Einwand. Nachdem
der
RAD
am 27. September 2017
zu den neuen
Arztberichte
n Stellung
genommen hatte
(Urk. 11/56/
3)
,
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 11. Oktober 2017
ab (Urk.
11/57
= Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 10. No
vember 2017 Beschwerde
und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle
sei
zu ver
pflichten
,
ihr
eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten sowie berufliche Massnahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1
).
Gleichzeitig reichte die
Beschwerdeführerin
weitere Unterlagen zur Darlegung ihres
Gesundheitszu
standes ein (Urk.
3/
3
-8).
Mit Eingabe vom 5. Dezember 2017 (Urk. 6) reichte die
Beschwerdeführerin
einen
weiteren Arztbericht ein (Urk. 7).
Die IV-Stelle bean
tragte mit ihrer
Beschwerdeantwort vom 5. März 2018
die
Abweisung der Beschwerde (Urk. 10)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12)
.
Am 1
5.
März und am 2
0.
Dezember 2018 (Urk. 13,
Urk.
16) reichte die Versicherte weitere Arztberichte ein (Urk. 14,
Urk.
17), die in der Folge der IV-Stelle zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 15,
Urk.
18).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherun
g, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Die
regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu
üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraus
setzungen des Leistungs
anspruchs.
Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner
ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat in der angefochtenen Verfügung vom 11. Oktober 2017
(Urk. 2)
zusammengefasst den Standpunkt, es liege kein Gesund
heitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dauer
haft einschränke. Dokumentiert sei die Diagnose einer massiven linksbetonten
Varicosis
bei Verdacht auf Ovarialveneninsuffizienz sowie die Verdachtsdiagnose einer Beckenveneninsuffizienz bei peripherer
Varicosis
.
Somit würden im Rahmen der Therapie auch Arbeitsunfähigkeiten bestehen. Allerdings seien im Rahmen der möglichen Therapien (
E
mbolisierung
der Venen bis zur gegebenen
falls
möglichen operativen Sanierung) gute Erfolgsmöglichkeiten in aktuellen Studien bescheinigt mit bis zu einer anhaltenden Schmerzfreiheit der weiblichen Patienten von 75
%
. Nach erfolgter Therapie sei somit
aus
versicherungsmedizi
nischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit keinem Gesundheits
schaden zu rechnen, der auf Dauer zu einer Einschränkung d
er Ar
beitsfähigkeit führe
(S. 2
).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
liess
in ihrer Beschwerdeschrif
t
(Urk. 1)
gegen diese Beurteilung
im Wesentlichen ein
wenden
, dass die
Beschwerdegegnerin – wie dem Feststellungsblatt Einwand vom 11. Oktober 2017 entnommen werden könne – zuvor keine Verlaufsberichte eingeholt habe und ihren Entscheid ledigl
ich auf die Beurteilung des RAD-
Arztes, Dr.
B._
, stütze
(
S. 4).
Nur schon die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin am 24. Oktober 2017 noch einmal habe operiert werden müssen, zeige, dass – entgegen der Beurteilung des RAD-Arztes vom 27. September 2017 – weiterhin ein Gesundheitsschade
n zu
beklagen sei (
S. 4).
Aufgrund der Berichte von
Dr. C._
, Fachärztin FMH
für Chirurgie, Gefässchirurgie,
Phlebologie
und
Lymphologie
, vom 1
1.
April 2017 (vgl.
Urk.
11/50/7-8), von
Dr.
D._
, Facharzt FMH für Gynä
kologie und Geburtshilfe,
vom 8.
Februar 2017 (
vgl.
Urk. 11/50/1-2
) und vom 7. Juni 2017
(
vgl.
Urk.
3/5) sowie
von
Dr.
Z._
vom 16. August 2017 (
vgl.
Urk. 3/6) und
aufgrund
des Schreibens der Helsana Krankentaggeld
versiche
rung vom 17. Juni 2017
(
vgl.
Urk. 3/7)
– wonach
diese
ihren ursprünglichen Ent
scheid, ab 1. Januar 2017 die Taggelder auf
der
Basis
einer 50%-
igen
Arbeitsfä
h
igkeit auszurichten, korrigiert habe
und der Beschwerdeführerin rückwirkend per 1. Januar 2017 weiterhin Taggelder auf der Basis
einer
100%
-
igen
Arbeits
unfähigkeit aus
richte – könne somit nicht auf die Stellungnahme des RAD-Arztes abgestellt werden, zumal der RAD-Arzt die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht habe, die ihm vorliegenden Akten nicht vollständig seien und er einzig gestützt auf
eine klinische Studie aus dem Jahr 2016
zum Schluss komme, dass die Beschwerdeführerin
heute wieder arbeitsfähig sein sollte.
Demzufolge habe die Beschwerdeführerin zumindest im jetzigen Zeitpunkt und seit Ablauf des Wartejahres Anspruch auf eine IV-Rente
. Einer
allfälligen
Verbesserung des Gesundheitszustandes wäre im Rahmen ei
ner Revision Rechnung zu tragen (S.
4
ff.).
Eine Verbesserung könne sich aber noch längere Zeit nicht einstellen, da als nächstes das linke Bein operiert werden müsse, was erst möglich sei, wenn die Beckeninsuffizienz mit Erfolg habe angegangen werden können. In diesem Zusammenhang habe nach Erlass der hier angefochtenen Verfügung am 24. Oktober 2017 eine weitere
Embolisation
stattgefunden.
Die Arbeitsunfähig
keit bestehe in sämtlichen Tätigkeiten auch über den Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
hinaus
zumindest noch einige Zeit fort, weshalb ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Sobald eine Teilarbeitsfähigkeit bestehe, bestehe zudem ein Ansp
ruch auf berufliche Massnahmen (S. 6 ff.).
3.
3.1
Dr.
Z._
stellte am 14. November 2016
die Diagnose
p
anvertebrales Schmerzsyndrom mit Haltungsinsuffizienz, muskuläre
Dysbalance
und Somati
sierung
mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei demgegenüber
der Status nach
operative
r
Sanierung einer
Umbilikalhernie
sowie
der Status nach
Erschöpfungsdepression 201
3.
Die Beschwerdeführerin sei vom 22. März 2016 bis 31. Januar 2017 krankge
schrieben. Sie leide schon seit Jahren unter Rückenschmerzen, welche vor allem im Pflegeberuf zu wiederholten Arbeitsunfähigkeiten geführt hätten.
Der Pflege
beruf sei für die Beschwerdeführerin ungeeignet. Eine wechselbelastende Tätig
keit sei allerdings sicherlich möglic
h (Urk. 11/25/8-9
).
3.2
RAD-Arzt
Dr.
E._
, Facharzt
für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt am 1. Dezember 2016 fest, dass das panvertebrale Schmerzsyndrom bei
Haltungsschwäche und muskulärer
Dysbalance
ohne wei
tere organische Ursache einer suffizienten Therapie gut zugänglich sei und keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit begründen würde. Möglicherweise sei die physische Konstitution für die teilweise schwere Tätigkeit in der Seniorenpflege nicht geeignet, was sich jedoch nicht aus dem bisherigen Dossier erschliessen
lasse
.
Bezug
nehemend
auf die Beschwerden sei eine leichte, rückenschonende Tätigkeit vollumfänglic
h zumutbar
(Urk. 11/28).
3.3
Dr.
D._
stellte in seinem Bericht betreffend Venenbeschwerden vom 8. Februar 2017 (Urk.
11/
50/1-2
) zuhanden der He
lsana Versi
cherung die folgenden Diagnosen
:
-
massive
Varikosis
linksbetont
,
vor allem Ova
r
ialveneninsuffizienz links
, nach vier Schwangerschaften
-
Status nach massive
n
Stauungsbeschwerden in der letzten Schwanger
schaft
-
Status nach
vier
Spontangeburten 2007
,
2009
,
2014 und 2015
Die bereits in der Schwangerschaft durchgeführten Abklärungen hätten eine massive
V
enenkonvolutbildung
im Bereich
der linken Leiste und oberhalb gezeigt.
Therapeutische Schritte seien aufgrund der damals vorliegenden Schwangerschaft nicht unternommen worden. Nachdem sich die Stauungs
be
schwerden
wieder eingestellt
hätten, habe sich die Beschwerde
führerin
erneut
bei ihm in seiner Sprechstunde gemeldet.
Inspektorisch
liege s
icherlich eine ausge
prägte
Vari
kosis
im Bereiche des ganzen linken Beines vor. Ausserdem seien die Venen im Bereich des äusseren Genitale bereits wieder stark geschwollen
gewe
sen
.
Weiter habe die Beschwerdeführerin
auch ohne Schwangerschaft ein Druck
gefühl im linken Unterbauch beklagt, weshalb für ihn ausser Zweifel gestanden habe, dass eine chirurgische Sanierung ins Auge gefasst werden müsse. Er habe die Beschwerdeführerin deshalb zu weitere
n
Abklärungen ins Venenzentrum
F._
überwiesen (
Urk.
11/50/1
).
Die
weiteren phlebologischen Abklärung
en
im Venenzentrum
F._
hätten
den Verdacht auf eine ausgeprägte Beckenveneninsuffizienz
ergeben
(vgl. Urk. 11/50/3-4)
. Im Hinblick auf eine
Embolisation
sei die Beschwerde
führerin am 12. Januar 2017 mittels Magnetresonanztomografie des Beckens im Spital
G._
abgeklärt worden
(vgl.
Urk.
11/
50/5-6
)
. Aufgrund dieser Untersu
chung erscheine eine Ovarialveneninsuffizienz gut möglich. Es werde die Indika
tion zur Durchführung einer
Pressphlebographie
mit
Coiling
-Bereitschaft gestellt. Diese Behandlung sei alle
rdings noch nicht erfolgt
(Urk. 11/50/2
).
Die Venenproblematik der Beschwerdeführerin sei sicherlich sehr ausgeprägt und natürlich von den vier Schwangerschaften ätiologisch erklärbar. Weil die Beschwerden auch nach der letzten Geburt nicht
regredient
geworden seien
,
sei er der Meinung, dass die Beschwerdeführerin aufgrund dieser Beschwerden zum jetzigen Zeitpunkt nicht arbeitsfähig sei. Diese Arbeitsunfähigkeit werde bestimmt bis Therapieschluss weiterbestehen, wobei der Ausgang des
Coilings
im Moment nicht abschliessend beurteilt werden könne. Aus den genannten Gründen müsse die Beschwerdeführerin zu 1
00
% krankgeschrieben sein (
Urk. 11/
50/2
).
3.4
Im Verlaufsbericht vom 21. Februar 2017
(Urk. 11/36/4-5)
führte Dr.
Z._
über die durchgeführte Behandlung mit letzter Kontrolle vom 30. Januar 2017 die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit auf
(Urk. 11/36/4)
:
-
Panvertebrales Schmerzsyndrom mit Atmungsinsuffizienz
-
Muskuläre
Dysbalance
und Somatisierung
-
Chronisch venöse Insuffizienz beidseits, rechts mehr als links
Die Beschwerdeführerin könne den angestammten Beruf im Pflegebereich nach wie vor nicht erfüllen. Eine wechselbelastende Tätigkeit komme allenfalls in Frage. Sie leide nach wie vor unter starken Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und besuche weiterhin die Physiotherapie
. Durch medizinische Massnahmen habe die Arbeitsfähigkeit bisher nicht verbessert werden können
(
Urk.
11/36/4 f.)
.
3.5
Dr.
C._
,
hielt in ihrem Bericht vom 11. April 2017
fest, dass für die Beschwer
deführerin durch die rezidivierende
Lumboischalgie
, sowie das
Phlebödem
mit der symptomatischen
Genitalvarikosis
eine Arbeitsfähigkeit derzeit nicht vollum
fänglich möglich sei
. Stehende Tätigkeiten und längeres Sitzen seien für sie nicht möglich
. Zunächst müsse die Abklärung und die Behandlung der offensichtlich vorliegenden venösen Insuffizienz erfolgen, danach könne man über Wiederein
gliederungsmassnahmen diskutieren
(
Urk. 11/50/8
).
3.6
Dr.
D._
stellte in seinem Bericht vom 7. Juni 2017
(Urk. 3/5)
– in Ergänzung zu seinem Be
richt vom 8. Februar 2017 (vgl. Urk. 11/50/1-2
) – die Diagnose einer ausgeprägten Beckenveneninsuffizienz mit Auswirkung auf die Arbeitsunfähig
keit.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei demgegenüber d
ie Periphere
Varikosis
.
Bei nach w
ie vor massiven Beschwerden sei
nun die weitere Abklärung fortgeschritten. Am 18. Mai 2017 sei im Spital
G._
die
Phlebografie
der Becken- und Ovarialvene links mit
Coiling
in der linken Vene
ovarica
erfolgt. Da dieser Eingriff erst vor kurzer Zeit erfolgt sei, lasse sich die Wirkung nicht abschliessend beurteilen.
B
ereits während der Durchführung der relativ schwierige
n Operation sei festgestellt worden
, dass wahrscheinlich eine weitere Therapie notwendig sein werde, da auch die
Vena
iliaca
interna
links insuffizient sei. Erst nach Sanierung dieser Problematik dürfe die
Varikosis
im Bereiche des äusseren Genitale zurückgehen.
Die Beschwerdeführerin sei wegen Venenleiden seit dem 3. April 2014 100
% arbeitsunfähig
.
Mit einer Wiederauf
nahme der bisherigen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden und eine andere
,
dem Krankheitsverlauf angepasste Tätigkeit sei weder zumutbar noch möglich (S. 1. f.).
3.7
RAD-Arzt
Dr. B._
, Facharzt Chirurgie,
verwies in seiner Stellungnahme vom
29. Juni 2017
(
Urk. 11/45
/
4)
zunächst
auf die RAD
Stellungn
ahme vom 1. Dezember 2016 (vgl. Urk.
11/28) und hielt sodann
fest
, dass die diagnostizierten Erkrankungen –
panvertebrales Schmerzsyndrom bei
Haltungsschwäche und muskuläre
Dysbalance
ohne weitere organische Ursache
–
einer suffizienten Therapie gut zugänglich seien und keine länger dau
ernde Arbeitsunfähigkeit im Sinne eines Gesundheitsschadens begründen wür
den. Anhand der vorliegenden Akten könne nicht erkannt werden, ob die physi
sche Konstitution der Beschwerdeführerin geeignet sei, die teilweise schwere Tätigkeit in der Gesundheitspflege auszuüben. Es bestehe aber ein Belastungspro
fil und
eine
Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeit
en
in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis max
imal
10 kg körpernah, ohn
e Verharren in Zwangshaltungen.
Die angegebenen psychosozialen Faktoren (z.B. Mehrfachbelastung als Mutter) seien nicht IV-relevant. E
benfalls nicht IV-relevant sei
die dokumentierte Diagnose einer chronisc
hen venösen Insuf
fizienz beidseits
mit linksseitigem Reflux der
Vena
ovarica
l
inks, bei welcher
angiologisch
die
Embolisation
der linken
Vena
ovarica
mit
Coi
l
ing
und
Aethoxysklerol
erfolgt sei. Die ebenfalls diagnostizierte insuffiziente
Vena
iliaca
interna
links mit retrograder Füllung bis in die Schamlippen könne in einem zweite
n Eingriff verschlossen werden
.
3.8
Dr.
Z._
ergänzte
in seinem Bericht vom 16. August 2017
(Urk. 3/6)
, d
ie Beschwerdeführerin sei bezüglich ihres Venenleidens bei der Spezialistin
Dr.
C._
sowie im Spital
G._
in Behandlung. Der Erfolg der Venen
behand
lung sei abzuwarten. Es sei ihr
weiterhin nicht möglich, schwere Lasten zu heben. Ob mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeiten
oder
Erhöhung der Ein
satzfähigkeit gerechnet werden könne, bleibe abzuwarten
.
Sie sei vom 22. März 2016 bis 31. August 2017 100
% arbeitsunfähig. Anschliessend müsse ei
ne neue Beurteilung stattfinden.
3.9
RAD-Arzt
Dr.
B._
verwies in seiner Stellungnahme vom 29. September 2017
(Urk.
11/56
/
3) auf die RAD-Stellungnahme vom 27. Juni 2017 (vgl.
Urk.
11/28) und hielt sodann – bezugnehmend auf die mit dem Einwand am 10. Juli 2017 neu eingerei
chten Arztberichte (vgl. Urk. 11/50
) – fest, dass es sich bei den in diesen Berichten dokumentierten Diagnosen um Erkrankungen handle, die einer gefässchirurgischen Therapie bedürf
t
en, womit im Rahmen der Therapie auch Arbeitsunfähigkeiten bestehen würden. Allerdings würden im Rahmen der möglichen Therapien (
Embolisierung
der Venen bis zur
gegebenenfalls
möglichen operativen Sanierung), auch unter der Möglichkeit eines weiblichen Beckenven
en
syndroms, welches überwiegend durch eine
Embolisierung
behandelt werde, gute Erfolgsmöglichkeiten in aktuellen Studien mit bis zu einer anhaltenden Schmerzfreiheit der weiblichen Patienten von 75
%
laut aktueller Studien
bescheinigt werden.
Somit sei nach erfolgter Therapie aus versicherungsmedizi
nischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit keinem Gesundheits
schaden zu rechnen, der auf Dauer zu einer Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit führe.
4.
4.1
Die in den zitierten medizinischen Akten dokumentierten Diagnosen sind unter den Parteien grundsätzlich unbestritten. Strittig ist hingegen insbesondere die Frage nach den Auswirkungen
des Leidens
auf die Arbeitsfähigkeit.
Währenddem
die Beschwerdegegnerin der Ansicht ist, es bestehe kein längerdauernder Gesund
heitsschaden
(vgl.
Urk. 2
)
, erachtet sich die Beschwerdeführerin
seit längerem als
zu 100
% arbeitsunfähig
in jeglicher Tätigkeit
(
vgl. Urk.
1 S. 6
). In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob die vorliegenden medizinischen Akten eine diesbezügliche Einschätzung gestatten.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung auf die Stellungnahmen des RAD vom
29. Juni 2017 (Urk. 11/45 S. 4) sowie vom 27. September 2017 (Urk. 11/56 S. 3).
Dr.
B._
verwies
in Bezug auf die Frage der Arbeitsfähigkeit
jedoch
einzig auf
eine klinische Studie von 201
6.
In
dessen
lässt sich aus dieser Studie nicht ohne Weiteres folgern, es bestehe nach einer erfolgten Therapie
stets
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit.
Auf die vorgenannten Arztberichte
(
vorstehend E.
3) nimmt die RAD-Stellungnahme keinen Bezug.
Hinzu kommt, dass sich die Berichte nicht genügend konkret zur Arbeitsfähigkeit
in der ange
stammten und in der ange
passten Tätigkeit
äussern. So geht
Dr.
D._
in seinem Bericht vom
8. Februar 2017
von einer Arbeitsun
fähigkeit von 100
% bis Therapieabschluss aus
, wobei
er den
Ausgang des
Coi
lings
zu diesem Zeitpunkt noch nicht
b
erücksichtigen k
onnte
(vgl.
Urk. 11/50/
1-2).
Auch Dr.
C._
führte in ihrem Bericht vom 11. April 2017 aus, dass eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin derzeit nicht vollum
fäng
lich
gegeben sei. Insbesondere stehende und sitzende Tätigkeiten seien nicht zumutbar (Urk. 11/50/8). Dr.
Z._
terminierte die attestierte Arbeitsunfä
higkeit zwar per 31. Januar 2017, gleichzeitig aber kam er zum Schluss, die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr geeignet. Als angepasst erachtete er eine wechselbelastende Tätigkeit, allerdings vermochte er nicht anzugeben, ab wann eine solche ausgeübt werden könnte (Urk. 11/25/9). Im Bericht vom 2
1.
Februar 2017 ergänzte er, bisher habe sich die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen nicht steigern lassen. Ob die Belastbarkeit für den Beginn einer Wiedereingliederung bestehe, sei derzeit nicht abschätzbar (Urk. 11/36/5)
.
4.3
Keine weiterführenden Erkenntnisse im Sinne eines abschliessenden Bildes erge
ben sich aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichten.
So attestierte Dr.
D._
in seinem Bericht vom 7. Juni 2017
aufgrund
des
Venenleidens
ab dem 3. April 2014 bis auf W
eiteres eine Arbeitsunfähigkeit
und führte bezüglich des am 18. Mai 2017 erfolgten Eingriffs im Spital
G._
(
Phlebografie
der Becken-
und Ovarialvene links mit
Coil
ing
in der linken Vene
ovarica
) aus, dass sich die Wirkung kurz nach dem Eingriff nicht abschliessend beurteilen lasse, aber wahrscheinlich eine weitere Therapie
notwen
dig sein werde, da auch die
Vena
iliaca
interna
links insuffizient sei
. Mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden und eine andere
,
dem Krankheitsverlauf angepasste Tätigkeit sei weder zumutbar noch möglich (Urk.
3/5). Auch Dr.
Z._
ging
in seinem Bericht vom 16. August 2017
weiterhin
von einer
vollständ
igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führe
rin bis
jedenfalls
31. August 2017 aus und
führte
zudem
aus, dass abzuwarten sei, ob mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit
respektive
Erhöhung der Einsatzfähigke
it gerechnet werden könne (Urk.
3/6).
Schliesslich
deutet
auch
der Umstand
,
dass die
Helsana Taggeld
versicherung weiterhin Taggelder auf der Basis einer 100%-
igen
Arbeitsunfähigkeit ausrichte
t,
darauf hin, dass bislang keine anhaltende Besserung erzielt werden konnte. Der derzeitige Erkenntnis
stand lässt keine abschliessende Beurteilung zu. Zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin
zumutbarerweise
wieder einer Erwerbs
tätigkeit wird nachgehen können und wie eine solche beschaffen sein muss, ist offen. Die jüngsten von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte von
Dr.
C._
vom 2
2.
Januar und
1
6.
Dezember 2018 weisen auf eine noch immer anhaltende Behandlung einerseits und das Auftreten einer seltenen Form der
Rezidivvarikosis
hin (
Urk.
14,
Urk.
17).
4.
4
Da der
entscheidrelevante
Sacherhalt ungenügend abgeklärt ist, ist die Angele
genheit zu weiteren Abklärungen an
die Vorinstanz zurückzuweisen
.
Der Behand
lungsprozess
bezüglich des Venenleidens der Beschwerdeführerin
war i
m Zeit
punkt der angefochtenen Verfügung noch nicht abgeschlossen.
So ist
anhand der
mit der Beschwerde eingereichten Unterlagen
zwar
ersichtlich, dass
am 24. Okto
ber 2017 eine weitere
Pressphlebographie
der
Vena
iliaca
interna
durchgeführt wurde
, die Beschwerdeführerin allerdings weiterhin in Behandlung is
t (Urk. 3/3; Urk. 3/8; Urk. 7). Es erscheint daher unumgänglich
abzuklären, ob die Behand
lu
ng inzwischen abgeschlossen ist. Ausserdem ist
ein
e
fachspezifische
Beurtei
lung
im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der ange
stammten und in
einer
angepassten Tätigkeit einzuholen.
Da sich die Beschwerdeführerin am 31. August 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 50/12), gemäss ärztlichem Bericht von Dr.
D._
vom 7. Juni 2017 ab dem 3. April 2014 arbeitsunfähig war
(Urk. 3/5)
, was es nahelegt, dass
das Wartejahr Ende Juli 2015 bestanden
war
, wird i
m Rahmen der
weiteren Abklärungen
z
u berücksichtigen sein,
ob
nach Ab
lauf der Wartefrist gemäss Art. 29 Abs.
1 IVG
,
das heisst
ab dem 1. März 2017
ein Rentenanspruch besteht, gegebenenfalls auch ein befristeter.
Die Beschwerde ist gestützt auf die dargelegten Gründe in dem Sinne gutzu
heissen, dass die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über den Leistungs
anspruch (berufliche Massnahmen/Rente) erneut entscheide (
§
26
des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom St
reitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr. 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
700
.—anzusetzen
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neu
en Verfügung als vollständiges O
bsiegen der
beschwerde
führenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen
(§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend
ist
ei
ne Prozessentschädi
gung von Fr. 2‘100
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) angemessen.