# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b29463b8-2f73-405e-ab16-322eaf0544e7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A/1. Y. ist Eigentümer der mit einem Einfamilienhaus überbauten Liegenschaft A.-Strasse in B.. Im Zuge der Erstellung des Einfamilienhauses schlossen Y. als Bauherr und X. als Unternehmer am 20. April 2004 einen Werkvertrag ab (KB 3). Darin wurden X. zu einem Pauschalpreis inkl. Mehrwertsteuer von Fr. 120'000.-- die inneren Gipser- und Malerarbeiten, die Erstellung der Aussenisolation mit Marmorino Glattputz und die Verputzarbeiten an den Umfassungsmauern übertragen. Am 17. April 2005 schlossen die Parteien einen Nachtrag zum Werkvertrag ab (KB 16).
X. führte in der Folge verschiedene Arbeiten aus. Teilweise schloss er diese vor dem Einzug von Y. in das neu erstellte Einfamilienhaus am 23. Dezember 2004 ab, teilweise wurde die Fertigstellung der Arbeiten auf das Frühjahr 2005 verschoben. Anfangs 2005 entbrannte zwischen den Parteien ein Streit über die Fertigstellung der Arbeiten sowie über Mängel an fertiggestellten Werkteilen.
A/2. Im Februar 2005 beauftragte Y. C., eidg. dipl. Gipsermeister/Fachexperte SMGV, mit der Erstellung eines Fachexperten-Kurzberichts zu den vorhandenen Verputzschäden (KB 38). Der Bericht lag am 20. April 2005 vor.
A/3. Am 30. Mai 2005 reichte Y. beim Kreispräsidenten B. ein Gesuch betreffend Sicherstellung eines gefährdeten Beweises ein (KB 45). Mit Verfügung vom 20. Juni 2005 ordnete der Kreispräsident B. in teilweiser Gutheissung des Gesuches eine Beweissicherung betreffend den Zustand des Aussenputzes und der Betonstützmauern an (KB 47). Als Gutachter wurde D., dipl. Gipsermeister/Fachexperte SMGV, beauftragt. Das Gutachten des Experten datiert vom 27. August 2005 und wurde dem Kreisamt am 31. August 2005 eingereicht (KB 51).
Mit Schreiben vom 14. September 2005 stellte Y. X. eine Mängelrüge zu, in der er unter anderem auf die Expertisen C. und D. Bezug nahm (KB 53). X. wurde aufgefordert, jene Mängel, welche zur Vermeidung weiteren Schadens unverzüglich zu beheben seien, umgehend und zwar noch vor Ende September 2005 zu beheben. Sämtliche übrigen Mängel und die noch nicht ausgeführten Arbeiten seien mit Beginn des 2. Mai 2006 ohne Verzug zu beheben und das Werk sei dannzumal in seinen vertragsgemässen Zustand zu versetzen.
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Am 25. Januar 2006 (KB 59) äusserte sich Y. gegenüber X. zu den Schäden am Aussenputz, wobei er festhielt, für die Herstellung des vertragsgemäss vereinbarten Werks sei es erforderlich, dass die gesamte Fassade abgetragen und alsdann neu aufgebaut werde. Es werde X. Frist gesetzt, das Werk entsprechend dem Vertrag bis am 30. Juni 2006 herzustellen. Bis am 15. Februar 2006 werde die Bekanntgabe eines Bauprogramms erwartet. Sollte X. die gesetzten Fristen nicht einhalten, werde unverzüglich zur Ersatzvornahme geschritten.
Mit Schreiben vom 7. September 2006 (BB 27) teilte Y. X. mit, dass er die Krone der Aussenmauern entfernt und durch eine Schieferplattenkrone ersetzen lassen habe. Zugleich setzte er X. Frist zur Fertigstellung bzw. Sanierung der vertragsgemäss geschuldeten Arbeiten an den Umfassungswänden innen und gab bekannt, dass er bezüglich der Sanierung/Fertigstellung der Aussenseiten der Umfassungsmauern Offerten eingeholt habe; dies, nachdem X. sich geweigert habe, die Aussenseite selbst fertig zu stellen. Im Weiteren wurden Mängel im Innern des Hauses gerügt.
A/4. Mit Eingabe vom 31. August 2007 stellte Y. beim Bezirksgerichtspräsidenten Landquart ein Gesuch um Feststellung und Beurkundung von Werkmängeln im Sinne von Art. 367 Abs. 2 OR (KB 61). Mit Verfügung vom 15. Januar 2008, mitgeteilt am 17. Januar 2008 (KB 62), hiess der Bezirksgerichtspräsident Landquart das Gesuch gut und beauftragte einen Sachverständigen mit der Untersuchung der Liegenschaft und der Erstellung eines Gutachtens. Der Experte E., E. GmbH, legte sein Gutachten am 16. September 2008 vor.
Am 14. Oktober 2008 rügte der Rechtsvertreter von Y. gegenüber X. sämtliche in der genannten Expertise aufgeführten Schäden als Mängel.
A/5. X. hatte sich mehrfach bereit erklärt, seine Arbeiten fertig zu stellen und die Mängel zu beheben, sofern sie durch ihn zu vertreten seien, doch wies er die Verantwortung für die vorhandenen Mängel grösstenteils von sich und nahm nach dem Frühjahr 2005 auch keine Arbeiten mehr vor.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 30. Juni 2009 instanzierte Y. beim Kreispräsidenten B. gegen X. eine Forderungsklage. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 27. August 2009 stellte der Vermittler am 31. August 2009 den folgenden Leitschein aus:
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„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger für die ersatzweise von Drittunternehmungen bereits vorgenommene partielle Mängelbehebung (Sanierung) betreffend die inneren Gipser- und Malerarbeiten sowie die äusseren Gipserarbeiten mit Aussenisolation und die Verputzarbeiten an den Umfassungsmauern auf der Liegenschaft A.-Strasse in B., ferner für die von Dritten ersatzweise vorgenommenen Fertigstellungsarbeiten sowie für bereits angefallene Expertisen-, Gerichts- und Anwaltskosten einen Betrag von Fr. 67'775.85 nebst Zins zu 5% seit 27.08.2009 zu bezahlen.
2. Ferner sei der Beklagte zu verurteilen, dem Kläger für die weiteren zu erwartenden Kosten der ersatzweisen Mängelbehebung durch Drittunternehmungen (Sanierung) betreffend die inneren Gipser- und Malerarbeiten sowie die äusseren Gipserarbeiten mit Aussenisolation und die Verputzarbeiten an den Umfassungsmauern auf der Liegenschaft A.-Strasse in B. einen Kostenvorschuss von Fr. 300'000.00 zu bezahlen.
3. Dem Kläger sei gegen den Beklagten ein Nachklagerecht für darüber hinausgehende Kosten der Ersatzvornahme für die Sanierung der inneren Gipser- und Malerarbeiten sowie der äusseren Gipserarbeiten mit Aussenisolation und der Verputzarbeiten an den Umfassungsmauern auf der Liegenschaft A.-Strasse in B. einzuräumen.
4. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Die Klage sei abzuweisen.“
C. Y. prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 21. September 2009 an das Bezirksgericht Landquart, wobei er unverändert an seinen Rechtsbegehren gemäss Leitschein festhielt. X. erweiterte in seiner Prozessantwort vom 26. November 2009 seine Rechtsbegehren gegenüber dem Leitschein, wie folgt:
„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kostenfolge zulasten des Klägers zuzüglich CHF 5'455.30 für den vorprozessualen Aufwand des Beklagten betreffend Beweissicherung vor Bezirksgericht Landquart und vor dem Kreisamt B..“
Am 15. Februar 2010 reichte der Kläger seine Replik mit unveränderten Rechtsbegehren ein. Auch der Beklagte hielt in seiner Duplik vom 15. April 2010 an seinen ursprünglichen Anträgen fest. Gemäss Schreiben vom 10. Mai 2010 verzichtete der Kläger auf eine Stellungnahme im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO. Die Beweisverfügung wurde am 27. Mai 2010 erlassen. In seiner Eingabe vom 31. August 2010 äusserte sich Y. zu den darin verfügten Editionsverpflichtungen.
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D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Landquart inklusive Augenschein fand am 11. Mai 2011 statt, wobei die Urteilsberatung am 1. Juni 2011 weitergeführt wurde. Mit Urteil vom 11. Mai 2011/1. Juni 2011, mitgeteilt am 21. Juni 2011, erkannte das Gericht, wie folgt:
„1. Der Beklagte wird gerichtlich verpflichtet, dem Kläger den Betrag von Fr. 171'495.35 zu bezahlen, zuzüglich Verzugszins von 5% auf Fr. 13'790.70 ab 27. August 2009.
2. Dem Kläger wird kein Nachklagerecht für allfällige Mehrkosten der Sanierung eingeräumt.
3. Die Kosten des Kreispräsidenten B. als Vermittler im Betrage von Fr. 250.-- sowie die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Landquart, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 9'485.00
- einer Schreibgebühr von Fr. 1'363.00
- den Barauslagen von Fr. 1'295.35
- einem Streitwertzuschlag (2% von Fr. 370'000.--) von Fr. 7'400.00
total somit Fr. 19'543.35
werden zu 54 Prozent dem Kläger und zu 46 Prozent dem Beklagten auferlegt. Der Beklagte X. wird zudem gerichtlich verpflichtet, dem Kläger Y. eine aus Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche resultierende ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'318.80 (Mehrwertsteuer darin enthalten) zu bezahlen.

## Considerations