# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ca4d86fa-6a14-44cc-948d-94afdcbc4098
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

1. Der Sachverhalt knüpft an die Ereignisse im Parallelverfahren U 14 91
(Busse wegen unentschuldigtem Fernbleiben vom Schulunterricht) an.
2. Mit Arztzeugnis vom 27. März 2014 bestätigte Dr. med. C._, dass die
Primarschülerin A._ bei ihm seit dem 23. (recte 22.) März 2014 in
ambulanter psychiatrischer Behandlung stehe. Als Diagnose gab er eine
akute, reaktive Angsterkrankung nach Schultraumatisierung an. Weiter
hielt er fest, dass die Patientin seit dem 10. März 2014 nicht mehr in der
Lage sei, dem normalen Schulunterricht zu folgen und empfahl eine
Sonderschulung zu Hause durch die Eltern bis Ende Sommerferien 2014.
3. Mit Brief vom 1. April 2014 orientierte der Klassenlehrer die Mutter und
gesetzliche Vertreterin B._, dass die schulischen Leistungen ihrer
Tochter A._ nicht den Anforderungen der 4. Primarklasse
entsprächen und daher die Promotion gefährdet sei.
4. Am 28. Mai 2014 teilte der Klassenlehrer der Mutter der Schülerin mit,
dass ihre Tochter für das kommende Schuljahr nicht promoviert sei und
die vierte Primarklasse wiederholen müsse; dieser Entscheid wurde damit
begründet, dass die im ersten Semester des Schuljahres erbrachten
schulischen Leistungen von A._ nicht den Anforderungen der vierten
Regelklasse entsprechen würden und die schulischen Leistungen im 2.
Semester unbekannt seien, weil die Schülerin den Unterricht lediglich
während zwei Wochen besucht habe.
5. Dagegen liess B._ am 6. Juni 2014 beim Amt für Volksschule und
Sport (AVS) Beschwerde erheben und beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, soweit diese überhaupt rechtsgültig sei;
ausserdem wird die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung beantragt.
Die Beschwerde wurde damit begründet, dass ihre schulpflichtige Tochter
seit März 2014 aufgrund einer Schultraumatisierung in psychiatrischer
Behandlung stehe und seither ärztlich vom Schulunterricht dispensiert sei.
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Die verfügende Behörde gebe selber zu, dass sie keine Kenntnisse über
die aktuellen schulischen Leistungen habe. Eine Nichtpromotion sei unter
diesen Umständen nicht zulässig, zumal die Schülerin im ersten
Semester einen Notendurchschnitt von 4.28 erzielt habe. Weiter hätten
sie (Mutter) und ihr Lebenspartner das Kind intensiv zu Hause geschult,
ihre Tochter habe den Schulstoff bis Ende 4. Schuljahr intus.
6. Am 18. Juni 2014 schlug das Amt für Volksschule und Sport via Leiter des
Schulinspektorates dem beigezogenen Rechtsvertreter der
Primarschülerin die Durchführung einer Leistungsabklärung vor. Diese
sollte durch eine Fachperson der kantonalen Aufsichtsinstanz am 24./25.
Juni 2014 vorgenommen werden und neben einer Gesprächs- und
Dokumentenanalyse die Bereiche Mathematik (3-4 Lektionen à 45
Minuten) und Deutsch (3-4 Lektionen à 45 Minuten) umfassen. Der
Rechtsvertreter schlug das Angebot per E-Mail am 23. Juni 2014 aus mit
der Begründung, dass A._ vom Psychiater bis Ende Schuljahr eine
Schuldispens erhalten habe, weshalb eine Leistungsbeurteilung aktuell
keinen Sinn mache (und schon gar nicht durch die Schulinspektorin); im
Übrigen habe die Schule die Nichtpromotion einfach bloss in einem
kurzen Brief mitgeteilt. Diese Grundlagen und nichts anderes seien vom
Amt für Volksschule und Sport (in rechtlicher Hinsicht) zu beurteilen.
7. Am 24. Juni 2014 nahm der Klassenlehrer schriftlich zur schulischen
Leistung von A._ im Schuljahr 2013/2014 Stellung.
8. In seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2014 beantragte der Schulrat
Y._ die Abweisung der Beschwerde und des Antrages auf
Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung. Die Nichtpromotion sei
vorliegend angezeigt, weil das Ergebnis der Gesamtbeurteilung unter
Einbezug der Sachkompetenz sowie des Lern-, Arbeits- und
Sozialverhaltens das Vorliegen gravierender Probleme aufzeige.
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9. Am 8. August 2014 verfügte der Leiter des Schulinspektorates im
Rahmen einer verfahrensleitenden Verfügung unter Zuerkennung der
aufschiebenden Wirkung, dass A._ bis auf Weiteres die 5.
Primarschulklasse am zuständigen Schulort besuchen könne. Begründet
wurde dieser Entscheid damit, dass eine Beurteilung der vorliegenden
Beschwerdesache in materieller Hinsicht zu jenem Zeitpunkt nicht
möglich sei, weil sich derzeit keine seriöse Überprüfung der zentralen
Frage vornehmen lasse, ob die Schülerin hinsichtlich Leistung,
Lernentwicklung sowie Arbeits- und Sozialverhalten die notwendigen
Voraussetzungen mitbringe, um dem Unterricht in einer 5.
Primarschulklasse folgen zu können. Zur Klärung dieses
rechtserheblichen Sachverhalts könne die Schülerin einstweilen die 5.
Primarschulklasse besuchen, wobei die notwendigen
Sachverhaltsabklärungen im Zeitraum vom 18. August 2014
(Schulbeginn) bis zum 4. Oktober 2014 (Beginn Herbstferien)
durchgeführt würden. Nach Vorliegen des vollständigen Sachverhaltes
einschliesslich Gewährung des rechtlichen Gehörs würde die
Beschwerdeinstanz einen materiellen Sachentscheid fällen.
10. Dieses Vorgehen wurde allen Beteiligten mitgeteilt, wogegen von keiner
Seite Einwände erhoben wurden. A._ besuchte somit nach den
Sommerferien 2014 die 5. Primarklasse; in Absprache mit den
Schulbehörden besuchte die Schülerin einstweilen den Unterricht in
X._. In der Folge wurde ein Zwischenbericht der Klassenlehrerin
angefertigt, es fand ein Schulbesuch durch das Schulinspektorat statt und
die Klassenlehrerin erstattete einen Schlussbericht. Die Berichte zeigten
eine stoffliche Überforderung der Schülerin. Weiter heisst es dort, dass
Leistung und Verhalten von A._ in dieser Klasse in Frage gestellt
werden müsse.
11. In seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2014 hielt der Rechtsvertreter
der Schülerin fest, dass es für die Eltern nicht überraschend und auch
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vorhersehbar gewesen sei, dass ihre Fachleistung in der Schule nicht gut
ausgefallen sei. Sie sei aufgrund der unzähligen Abklärungen und
Prüfungen durch die Behörden unter enormem Druck gestanden. Zu
Hause in ihrem sicheren Umfeld klappe es mit der Leistung bestens. Das
Vertrauen der Schülerin in die Schule sei seit ihrem Schulbesuch in
Y._ erheblich beeinträchtigt. Nach sieben Wochen Unterricht könne
man auch nichts Abschliessendes sagen. Man müsse den Druck
wegnehmen und ihr Zeit geben, sich einleben zu können.
12. Zwischenzeitlich fand eine schulpsychologische Abklärung von A._
durch den Schulpsychologischen Dienst Graubünden statt. Auf Anfrage
des Departements für Erziehung, Kultur und Umwelt (EKUD) hinsichtlich
der Aushändigung dieses Berichts, antwortete der Leiter dieses Dienstes,
dass er von der Schweigepflicht nicht entbunden sei und deshalb das
verlangte Gutachten nicht aushändigen könne.
13. Mit Entscheid vom 10., mitgeteilt am 18. Dezember 2014 wies das Amt für
Volksschule und Sport die Beschwerde ab. Es sei festgestellt worden,
dass A._ nicht in der Lage sei, dem Unterricht der 5.
Primarschulklasse zu folgen, weshalb ein Verbleib in dieser Klasse nicht
weiter möglich sei, auch unter Berücksichtigung des Kindeswohls,
welches durch diese nicht motivierende und aufbauende Situation stark
beeinträchtigt sei. Ein Wechsel in die 4. Primarschulklasse sei
unumgänglich. Dieser habe auf den ersten Schultag nach den
Weihnachtsferien zu erfolgen (5. Januar 2015). In Bezug auf das
Schulzeugnis wurde zudem empfohlen, dieses mit einem Lernbericht zu
versehen, in welchem der Klassenwechsel beschrieben werde. Keine
Änderung sei im ausgestellten Schulzeugnis des 2. Semesters Schuljahr
2013/2014 vorzunehmen (nicht promoviert). Der Mutter der Schülerin
wurden die Verfahrenskosten, bestehend aus Fr. 500.-- Staatsgebühr und
Fr. 286.-- Ausfertigungs- und Mitteilungsgebühren auferlegt.
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14. Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._
(Beschwerdeführerinnen) am 12. Januar 2015 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragten die
Abschreibung des Verwaltungsverfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit,
eventualiter die Aufhebung des angefochtenen Entscheides inkl. des
Entscheides des Klassenlehrers der Beschwerdeführerin in Y._.
Zudem beantragten sie die unentgeltliche Prozessführung in Bezug auf
die Gerichtskosten. Begründend wird festgehalten, dass A._ seit
dem 9. Dezember 2014 die Schule in Z._ besuche, womit das
Verfahren per se gegenstandslos werde. Eventualiter habe die Vorinstanz
ihre Begründungspflicht verletzt, indem es die Rügen gegen die
Nichtpromovierung von der 4. in die 5. Primarschulklasse nicht behandelt
habe. Die weitere Begründung sei zudem nicht spezifiziert erfolgt,
sondern nur in sehr allgemeiner Form. Auch nicht eingegangen worden
sei auf das Vorbringen, dass A._ für den grössten Teil des 2.
Semesters des Schuljahres 2013/2014 ein ärztliches Attest vorlegte.
Zudem hätten die Kindsmutter und ihr Lebenspartner das Kind in der
fraglichen Zeit zu Hause intensiv geschult. Das Schulzeugnis vom 1.
Semester des Schuljahres 2013/2014 weise einen Notendurchschnitt von
4.28 auf. Ausserdem seien die Vorbringen der Kindsmutter in ihrer
Stellungnahme vom 15. Oktober 2014 nicht gewürdigt worden. Die
Leistungen von A._ in X._ seien genügend gewesen. Eine
allenfalls temporäre Überforderung würde nicht ausreichen, eine
Schülerin zu degradieren. Ein Wechsel in die 4. Klasse sei keinesfalls
angezeigt.
15. Das zuständige Departement (EKUD) reichte am 18. Februar 2015 in
Vertretung des Amtes für Volksschule und Sport eine Stellungnahme ein
mit dem Antrag, die Beschwerde abzuweisen. Es rekapitulierte die ‚Schul-
odyssee’ von A._ wie folgt:
- Besuch der 1. Primarklasse in K._, Schuljahr 2009/2010 - Besuch der 1. Primarklasse in K._, Schuljahr 2010/2011
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- Besuch der 2. Primarklasse in K._, Schuljahr 2011/2012 - Besuch der 3. Primarklasse in K_, Schuljahr 2012/2013
bis 28. März 2013 - Besuch der 3. Primarklasse, Schuljahr 2012/2013
vom 1. April 2013 bis zu den Sommerferien - Besuch der 4. Primarklasse, Schuljahr 2013/2014
vom 19. August 2013 bis 29. September 2013 - Besuch der 4. Primarklasse, Schuljahr 2013/2014
vom 30. September 2013 bis 7. Februar 2014; anschliessend krankheitsbedingte Schulabwesenheit während der restlichen Schuldauer des Schuljahres 2013/2014
- Provisorischer Besuch der 5. Primarschulklasse im Schuljahr 2014/2015 ab 18. August 2014
- Besuch der Schule in Z._ (Hospitationszeit 9. Dezember 2014; vorläufige Aufnahme am 18. Dezember 2014).
Das Verfahren sei nicht gegenstandlos geworden, weil der letzte
Schulwechsel irrelevant sei für die Frage, ob die angefochtene
Nichtpromotion rechtmässig gewesen sei oder nicht. Auch könne es sein,
dass die Kinds-mutter ihre schulpflichtige Tochter wiederum im Kanton
Graubünden einschulen lasse. Der erfolgte Wechsel an die Schule in
Z._ sei zudem dem Schulinspektorat zum Zeitpunkt der
Entscheidfällung nicht bekannt gewesen. Ob zwischenzeitlich eine
definitive Aufnahme von A_ an der W._-Schule in Z._ erfolgt
sei, entziehe sich der Kenntnis des EKUD. Es bestehe somit nach wie vor
ein rechtserhebliches Interesse an der materiellen Beurteilung der
Beschwerdeangelegenheit.
Im vorliegenden Fall hätte A._ praktisch das ganze 2. Semester des
Schuljahres 2013/2014 krankheitshalber gefehlt. Die angebliche intensive
Beschulung des Kindes zu Hause durch dessen Mutter und deren
Lebenspartner sei eine reine Schutzbehauptung. Jedenfalls hätte sich im
Rahmen des provisorischen Besuchs des Kindes in der 5. Primarklasse in
X._ deutlich gezeigt, dass der Nichtpromotionsentscheid sowohl aus
rechtlichen wie auch aus sachlichen Gesichtspunkten angezeigt gewesen
sei.
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16. Innert Frist reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen keine
Replik ein.
17. Am 25. November 2015 legte das EKUD je einen Entscheid des
Kantonsgerichts von Graubünden (ZK1 14 81) sowie das
korrespondierende Urteil des BGer (5A_732/2014) ein, welche
angeordnete Massnahmen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
(KESB) zum Gegenstand hatten. Beide Instanzen hatten die
Beschwerden von B._ abgewiesen.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist hier der Entscheid vom 10./18. Dezember 2014,
worin das Amt für Volksschule und Sport ([AVS]; nachfolgend
Beschwerdegegner; vertreten durch das Department für Erziehung, Kultur
und Umwelt [EKUD]) die Beschwerde vom 6. Juni 2014 der
erziehungsberechtigten Mutter gegen die Nichtpromotion ihrer Tochter
von der 4. in die 5. Primarklasse (Beschwerdeführerinnen) abwies. Damit
konnten sich letztere nicht einverstanden erklären, weshalb sie mit
Beschwerde vom 12. Januar 2015 die Aufhebung des angefochtenen
Nichtpromotionsentscheids samt Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege vor Verwaltungsgericht beantragten; sofern das Verfahren
nicht bereits infolge Gegenstandslosigkeit (Schulwechsel) abgeschrieben
werden könne. Beschwerdethema ist demnach zur Hauptsache die
Rechtmässigkeit der verweigerten Schulklassenversetzung, wobei es
zunächst noch die Tatsache des ausserkantonalen Schulwechsels zu
würdigen und zu beurteilen gilt.
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2. a) In formeller Hinsicht wird das Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden im Gesetz über die
Verwaltungspflege (VRG; BR 370.100) geregelt. Nach Art. 50 VRG ist zur
Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt
ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung
hat oder durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Nach Art. 52
Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen seit Mitteilung
des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen. In
Art. 95 Abs. 3 des hier zur Anwendung gelangenden Gesetzes für die
Volksschulen des Kantons Graubünden (Schulgesetz [SchulG]; BR
421.000) wird bezüglich des verwaltungsinternen Rechtsmittelwegs
überdies bestimmt: „Negative Zuweisungsentscheide und Verfügungen
betreffend Nichtpromotion bzw. Promotion können innert zehn Tagen an
das Amt weitergezogen werden. Das Amt kann ein besonderes Verfahren
zur Einsprachebeurteilung vorsehen“. Anhand dieser Regelung war das
Amt (AVS) auch befugt, das Departement (EKUD) als Vertreterin für das
anstehende Verfahren vor Verwaltungsgericht beizuziehen. Die
Beschwerdelegitimation des Beschwerdegegners (AVS; vertreten durch
übergeordnetes EKUD) gibt deshalb zu keinen weiteren Bemerkungen
Anlass, da diese verwaltungsinterne Vertretung ohne Zweifel zulässig
war.
b) Im konkreten Fall ist auch erstellt, dass der angefochtene Entscheid des
Beschwerdegegners vom 10./18. Dezember 2014 datiert und von den Be-
schwerdeführerinnen frist- und formgerecht – d.h. schriftlich innert 30
Tagen nach Art. 52 Abs. 1 VRG – mit Beschwerde vom 12. Januar 2015
beim örtlich wie sachlich dafür zuständigen Verwaltungsgericht
angefochten wurde. Weiter ist unbestritten, dass die Nichtpromotion der
Tochter das möglichst rasche schulische Fortkommen derselben
beeinträchtigt und sie auch der erziehungsberechtigten Mutter zum
finanziellen Nachteil gereicht, da sich die obligatorische Primarschulzeit
der Tochter dadurch entsprechend verlängert. Die
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Beschwerdeführerinnen sind vom angefochtenen Entscheid daher beide
nachteilig betroffen und sie haben damit ein schutzwürdiges Interesse im
Sinne von Art. 50 VRG an der Aufhebung der bemängelten
Nichtpromotion von der 4. in die 5. Primarklasse. Auf die Beschwerde an
das Verwaltungsgericht ist infolgedessen einzutreten.
c) Im Übrigen gilt es jedoch noch klarzustellen, dass das
Beschwerdeverfahren wegen des Schulortswechsels der Tochter in eine
ausserkantonale Grundschule (seit dem 9./18. Dezember 2014 Besuch
der W._-Schule in Z._) nicht automatisch gegenstandslos
geworden ist. Ein derartiger Schulwechsel während der obligatorischen
Primarschulzeit kann für die hier zu beurteilende Frage betreffend
Rechtmässigkeit der Nichtpromotion im Schuljahr 2013/2014 nicht von
ausschlaggebender Bedeutung sein, da sich eine zeitnahe Rückkehr der
schulpflichtigen Tochter in eine Primarschule in Graubünden oder eine
andere Grundschule in der Schweiz nicht gänzlich zum vorneherein
ausschliessen lässt und somit ein Nichteintretensentscheid (infolge
Gegenstandslosigkeit) durch das streitberufene Verwaltungsgericht zu
einer inakzeptablen Rechtsunsicherheit bezüglich des genauen und
aktuellen schulischen Ausbildungsstatuses der Tochter führen würde, was
offensichtlich nicht im Interesse des Kindeswohles sein kann. Soweit die
Beschwerdeführerinnen die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens geltend
machen, stösst die Beschwerde ins Leere.
3. a) In materieller Hinsicht gilt es vorab die massgebenden Bestimmungen
betreffend Schulwesen, Nichtpromotion und Erziehungsberechtigte
(Rechte/Pflichten) anzuführen: Die Schulpflicht wird in Art. 10 ff. SchulG
bzw. die Beurteilung zur Promotion und zum Übertritt in eine
andere/nächst-höhere Klasse werden in Art. 41 f. SchulG sowie vertieft
auch noch in der Schulverordnung (Art. 38 ff. SchulV; BR 421.010) wie
folgt geregelt:
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Art. 10 SchulG – Recht auf Schulbesuch, Schulpflicht 1Alle Kinder mit dauerndem Aufenthalt im Kanton haben das Recht, die öffentliche Volksschule zu besuchen. 2Der Schulbesuch ist auf der Primarstufe und auf der Sekundarstufe I obligatorisch. 3[...].
Art. 11 SchulG – Schulort 1Jedes Kind besucht die Schule jener Gemeinde, in der es sich mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten dauernd aufhält.
Art. 13 SchulG - Dauer der Schulpflicht 1Die Schulpflicht umfasst in der Regel neun Schuljahre. Schülerinnen und Schüler, die den lehrplanmässigen Unterricht der Volksschule schneller absolvieren, werden vorzeitig aus der Schulpflicht entlassen. 2Mit Erfüllung der neunjährigen Schulpflicht oder mit vorzeitiger Absolvierung der Volksschule endet das Recht auf Besuch der Volksschule.
Art. 41 SchulG – Beurteilung (für Promotion und Übertritt) 1Die Schülerinnen und Schüler der Primarstufe und der Sekundarstufe I werden regelmässig beurteilt. Berücksichtigt werden insbesondere die Leistung, die Lernentwicklung sowie das Arbeits- und Sozialverhalten. 2Am Ende jedes Semesters erfolgt die Beurteilung durch ein Notenzeugnis, welches durch einen individuellen Lernbericht ergänzt werden kann. 3[...].
Art. 42 SchulG – Promotion, Übertritt 1Über die Promotion entscheidet die Klassenlehrperson nach Rücksprache mit den unterrichtenden Lehrpersonen am Ende des Schuljahres gestützt auf die Erreichung der Lernziele sowie auf Grund des Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens der Schülerin oder des Schülers. 2Für die eignungsgerechte Zuweisung in die Real- oder die Sekundarschule ist grundsätzlich die Klassenlehrperson zuständig. Erfolgt der Zuweisungsentscheid der Klassenlehrperson in die Realschule, steht der Schülerin oder dem Schüler die Möglichkeit offen, eine Prüfung für den Übertritt in die Sekundarschule zu absolvieren, deren Ergebnis alleine massgebend ist.
Art. 38 SchulV – Promotion, Grundsätze 1Promotionsentscheide sind primär auf die Lernförderung ausgerichtet. 2In einer ganzheitlichen Beurteilung von Schülerinnen und Schüler sind im Hinblick auf eine Promotion auch Faktoren wie Fremdsprachigkeit sowie
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körperlicher und geistiger Entwicklungsstand angemessen zu berücksichtigen. 3Erziehungsberechtigte sowie Schülerinnen und Schüler werden in die Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse stufengerecht mit einbezogen.
Art. 39 SchulV – Gefährdete Promotion
Ist die Promotion gefährdet, orientiert die Klassenlehrperson die Erziehungsberechtigten spätestens zwölf Wochen vor Schuljahresende schriftlich.