# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 044e19a6-ff6a-4fcc-a547-d22aef133f9d
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Der Einzelrichter entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die Klägerin betrieb den Beklagten mit Zahlungsbefehl Nr. xxx des Betrei-
bungsamts Q. vom 15. Juni 2021 für eine Forderung von Fr. 1'469.05 nebst
Zins zu 5 % seit 1. Januar 2021. In der Rubrik "Forderungsurkunde mit Da-
tum oder Angabe des Forderungsgrundes" wurde angegeben: "Rechnung
20635 vom 25.11.2020".
1.2.
Gegen diesen ihm am 22. Juni 2021 zugestellten Zahlungsbefehl erhob der
Beklagte am 2. Juli 2021 (Eingang) beim Betreibungsamt Q. Rechtsvor-
schlag mit der Bemerkung "Bereits bezahlt".
2.
2.1.
Mit Eingabe vom 22. Dezember 2021 reichte die Klägerin beim Friedens-
richteramt Kreis XIII ein Schlichtungsgesuch nach Art. 202 ZPO ein, mit
welchem sie beantragte, der Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 226.40
("Betreibungskosten I [falsche Anschrift]" Fr. 18.30, "Betreibungskosten 2
Q." Fr. 73.30, "Rechnung 20635 Zinsen vom 01.01.21 bis 22.06.21"
Fr. 34.80 und "erneute Umtriebe" Fr. 100.00) zu bezahlen. Ausserdem er-
suchte sie um Aufhebung des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. xxx
des Betreibungsamts Q., unter Kostenfolgen zulasten des Beklagten.
2.2.
An der Schlichtungsverhandlung vom 1. Februar 2022 konnte keine Eini-
gung zwischen den Parteien erzielt werden.
2.3.
Der Friedensrichter Kreis XIII erkannte mit Entscheid vom 1. Februar 2022:
" 1. In Gutheissung der Klage wird der Beklagte verpflichtet, der Klägerin CHF 208.00 zu bezahlen.
2. Der Beklagte hat der Klägerin die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 250.00 zu ersetzen.
3. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 250.00 werden mit dem Kostenvorschuss der Klägerin verrechnet (Art. 207 Abs. 1 lit. c ZPO)."
- 3 -
2.4.
Mit Schreiben vom 1. Februar 2022 verlangte der Beklagte die schriftliche
Begründung des gleichentags gefällten und im Dispositiv eröffneten Ent-
scheids.
2.5.
Am 4. Februar 2022 verfasste der Friedensrichter Kreis XIII die Entscheid-
begründung, welche dem Beklagten am 7. Februar 2022 zugestellt wurde.
3.
3.1.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beklagte mit Eingabe vom 2. März 2022
beim Obergericht des Kantons Aargau Beschwerde und beantragte:
" - Der Entscheid vom 1. Februar 2022 sei vollumfänglich abzuweisen.
- Der Kläger sei zu verpflichten, die Zahlung vom 23.06.2021 über
Fr. 1'489.05 dem Betreibungsamt R. zu melden.
- Der Beklagte sei für die Umtriebe zu entschädigen.
- Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers."
3.2.
Die Klägerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2022 um Ab-
weisung der Beschwerde.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Verfahrensgegenstand bildet eine Forderung in der Höhe von Fr. 226.40.
Damit liegt eine vermögensrechtliche Streitigkeit mit einem Streitwert unter
Fr. 10'000.00 vor, weshalb der vorinstanzliche Entscheid gemäss Art. 319
lit. a ZPO mit Beschwerde anfechtbar ist. Auf die frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.2.
Zuständig zur Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der
Schlichtungsbehörden gemäss Art. 212 ZPO ist der Einzelrichter am Ober-
gericht (Art. 4 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 11 Abs. 1 lit. c EG ZPO).
1.3.
Mit der Beschwerde können die unrichtige Rechtsanwendung und die of-
fensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht wer-
den (Art. 320 ZPO). Offensichtlich unrichtig bedeutet willkürlich (Urteil des
- 4 -
Bundesgerichts 4A_149/2017 vom 28. September 2017 E. 2.2). Neue An-
träge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind ausge-
schlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das gilt sowohl für echte als auch für un-
echte Noven, da die Beschwerde nicht der Fortführung des erstinstanzli-
chen Prozesses, sondern grundsätzlich nur der Rechtskontrolle des erstin-
stanzlichen Entscheids dient (DIETER FREIBURGHAUS/SUSANNE AFHELDT,
in: THOMAS SUTTER-SOMM/FRANZ HASENBÖHLER/CHRISTOPH LEUENBERGER
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl.
2016, N. 3 f. zu Art. 326 ZPO).
2.
2.1.
Vermögensrechtliche Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 2'000.00
kann die Schlichtungsbehörde entscheiden, sofern die klagende Partei ei-
nen entsprechenden Antrag stellt (Art. 212 Abs. 1 ZPO).
2.2.
Der Antrag der klagenden Partei ist an keine Form gebunden. Er kann im
Schlichtungsgesuch oder an der Schlichtungsverhandlung gestellt werden.
Ist er gestellt worden, ist er im Protokoll aufzunehmen. Ohne einen solchen
Antrag darf die Schlichtungsbehörde nicht entscheiden, sondern hat ent-
weder die Klagebewilligung auszustellen oder einen Urteilsvorschlag zu un-
terbreiten. Andererseits steht es in ihrem freien Ermessen, ob sie ein Ent-
scheidverfahren eröffnen und entscheiden will, wenn ihr ein Antrag vorliegt,
da Art. 212 Abs. 1 ZPO bloss eine Kann-Vorschrift enthält (DOMINIK INFAN-
GER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl.
2017, Art. 212 N. 2 ff zu Art. 212 ZPO). Sie kann daher trotz Vorliegens
eines Antrags der klagenden Partei auf einen Entscheid einen Urteilsvor-
schlag unterbreiten oder die Klagebewilligung ausstellen (INFANGER,
a.a.O., N. 4 zu Art. 212 ZPO; URS GLOOR/BARBARA UMBRICHT LUKAS, in:
Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 3. Aufl. 2021, N. 5a
zu Art. 212 ZPO).
2.3.
Grundsätzlich kann die Schlichtungsbehörde vermögensrechtliche Streitig-
keiten bis zu einem Streitwert von Fr. 2'000.00 unabhängig von der be-
troffenen Rechtsmaterie entscheiden. Die Entscheidkompetenz ist jedoch
nur für Fälle gedacht, die am Schlichtungstermin ohne weiteres spruchreif
sind oder ohne viel Aufwand zur Spruchreife gebracht werden können. Auf-
wendige Beweisverfahren sowie Verhandlungen über mehrere Termine ge-
hören nicht vor die Schlichtungsbehörde, da das Entscheidverfahren ein-
fach, rasch und kostengünstig sein soll und entsprechend grundsätzlich
mündlich ist (Art. 212 Abs. 2 ZPO; INFANGER, a.a.O., N. 11 zu Art. 212 ZPO;
JÖRG HONEGGER, in: THOMAS SUTTER-SOMM/FRANZ HASENBÖHLER/CHRIS-
TOPH LEUENBERGER [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-
- 5 -
ordnung, 3. Aufl. 2016, N. 3 zu Art. 212 ZPO). Ist die Streitigkeit in tatsäch-
licher und/oder rechtlicher Hinsicht illiquid, muss die Schlichtungsbehörde
den Entscheid ablehnen. Das ist der Fall, wenn die tatsächlichen Verhält-
nisse so kompliziert sind, dass sie nicht an einem Termin geklärt werden
können, das Beweisverfahren zu umfangreich ist, die Beweise nicht sofort
abgenommen werden können, die Beweiswürdigung zu aufwendig ist oder
die rechtlichen Fragen zu kompliziert sind. Die Schlichtungsbehörde soll
nur in einfachen Fällen entscheiden und im Zweifelsfall nicht entscheiden
(INFANGER, a.a.O., N. 12 zu Art. 212 ZPO; GLOOR/UMBRICHT LUKAS, a.a.O.,
N. 3 zu Art. 212 ZPO; HONEGGER, a.a.O., N. 3 zu Art. 212 ZPO).
2.4.
Gibt die Schlichtungsbehörde dem Antrag auf Entscheidung statt, ist das
Schlichtungsverfahren, das dem Entscheidverfahren stets vorauszugehen
hat (GLOOR/UMBRICHT LUKAS, a.a.O., N. 4 zu Art. 212 ZPO), formell zu
schliessen, der Schluss des Schlichtungsverfahrens im Protokoll festzuhal-
ten und das Entscheidverfahren formell zu eröffnen. Über den Wechsel
vom informellen zum formellen Teil sind die Parteien zu informieren. Ver-
säumt es die Schlichtungsbehörde, den informellen und den formellen Teil
sauber voneinander zu trennen, gerät sie in Konflikt mit ihrer Doppelrolle
als Schlichtungs- und Entscheidungsinstanz. Mit der Eröffnung des Ent-
scheidverfahrens wandelt sich die Schlichtungsbehörde zur ersten gericht-
lichen Instanz (INFANGER, a.a.O., Art. 212 N. 13 ff.; HONEGGER, a.a.O., N. 4
zu Art. 212 ZPO).
Obwohl das Verfahren mündlich ist (Art. 212 Abs. 2 ZPO), handelt es sich
um ein vollwertiges Erkenntnisverfahren, das grundsätzlich nach den zivil-
prozessualen Regeln durchzuführen ist (INFANGER, a.a.O., N. 6 ff. zu
Art. 212 ZPO; GLOOR/UMBRICHT LUKAS, a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZPO; HO-
NEGGER, a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZPO). Im vorgängigen Schlichtungsver-
fahren durften die Aussagen der Parteien nicht protokolliert werden
(Art. 205 Abs. 1 ZPO). Diese dürfen aber im Hinblick auf eine allfällige Ent-
scheidbegründung verwendet werden (Art. 205 Abs. 2 ZPO). Da die
Schlichtungsbehörde im Entscheidverfahren als echte erste Entscheidin-
stanz amtet, sind die Parteiaussagen und Anträge der Parteien im Ent-
scheidverfahren wegen der Anfechtbarkeit des durch die Schlichtungsbe-
hörde getroffenen Entscheids nach Massgabe von Art. 235 ZPO zu proto-
kollieren (INFANGER, a.a.O., N. 6 zu Art. 212 ZPO; HONEGGER, a.a.O., N. 5
zu Art. 212 ZPO). Die Schlichtungsbehörde darf sodann in Ausübung der
Entscheidkompetenz keinen Billigkeitsentscheid treffen, sondern muss ih-
ren Entscheid auf rein rechtliche Überlegungen stützen (HONEGGER,
a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZPO; INFANGER, a.a.O., N. 13c zu Art. 212 ZPO).
In einer schriftlichen Begründung (vgl. Art. 239 ZPO) hat die Schlichtungs-
behörde daher den ihrem Entscheid zugrunde gelegten Sachverhalt und
die rechtliche Würdigung darzulegen, da sich erst aus der Begründung
- 6 -
ergibt, ob die Behörde die Parteien tatsächlich gehört und ihre Vorbringen
geprüft hat (INFANGER, a.a.O., N. 13c zu Art. 212 ZPO).
3.
3.1.
3.1.1.
Die Klägerin klagte eine Forderung von Fr. 226.40 ein. Es handelt sich um
eine vermögensrechtliche Streitigkeit mit einem Streitwert von nicht mehr
als Fr. 2'000.00, so dass die eine Voraussetzung für die Entscheidkompe-
tenz der Vorinstanz gemäss Art. 212 ZPO erfüllt war.
3.1.2.
Die Klägerin hat in ihrem Schlichtungsgesuch vom 22. Dezember 2021 -
soweit aus den Akten ersichtlich - keinen Antrag auf Entscheid des Frie-
densrichters gestellt. Dass sie an der Schlichtungsverhandlung vom 1. Fe-
bruar 2022 einen solchen Antrag gestellt hat, ist einzig aus dem Erlass des
angefochtenen Entscheids zu schliessen, da die Vorinstanz kein Protokoll
geführt hat, obwohl sie im Entscheidverfahren gemäss Art. 212 ZPO als
echte erste Entscheidinstanz amtet und daher zur Protokollführung ver-
pflichtet ist (Art. 235 ZPO; INFANGER, a.a.O., N. 6 zu Art. 212 ZPO). Wie es
sich mit der zweiten Voraussetzung für die Entscheidkompetenz der Vor-
instanz gemäss Art. 212 ZPO - Antrag auf einen Entscheid in der Sache -
verhält, braucht hier jedoch nicht abschliessend erörtert zu werden, da der
angefochtene Entscheid aus anderen Gründen aufzuheben ist, wie in den
nachfolgenden Erwägungen aufgezeigt wird.
3.2.
Die Vorinstanz hat - wie dargelegt - kein Protokoll der Schlichtungsverhand-
lung vom 1. Februar 2022 geführt, so dass nicht festgestellt werden kann,
ob sie das Schlichtungsverfahren formell geschlossen und das Entscheid-
verfahren formell eröffnet hat. Mangels Protokollierung des Entscheidver-
fahrens kann auch nicht beurteilt werden, ob die Tatsachenbehauptungen
und Beweismittel, welche die Parteien im Beschwerdeverfahren vorge-
bracht haben, neu und damit unzulässig sind (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Aus
den Akten geht ebenso wenig hervor, ob Beweisanträge der Parteien vor-
lagen und dass die Parteien zum Beweisergebnis von der Vorinstanz an-
gehört wurden. Ferner ist unklar, ob die Vorinstanz dem Beklagten Gele-
genheit gab, zum Antrag auf Entscheid des Friedensrichters sowie - über-
haupt - zu den klägerischen Begehren Stellung zu nehmen.
Über die Beseitigung des vom Beklagten erhobenen Rechtsvorschlags in
der Betreibung Nr. xxx des Betreibungsamts Q. hat die Vorinstanz trotz des
entsprechenden Antrags der Klägerin (Schlichtungsgesuch S. 2) überhaupt
nicht entschieden. Nachdem sie der Klägerin mutmasslich unter anderem
in Betreibung gesetzte Zinsen vom 1. Januar bis 22. Juni 2021 im Betrag
von Fr. 34.80 zugesprochen hat, für welche die Betreibung grundsätzlich
- 7 -
ebenso fortgesetzt werden könnte wie für die Betreibungskosten (Art. 68
SchKG), kann auch nicht von einer impliziten Abweisung dieses Antrags
ausgegangen werden.
Die Vorinstanz hat ausserdem ihren Entscheid in der Sache nicht rechts-
genügend begründet, so dass im Beschwerdeverfahren nicht beurteilt wer-
den kann, ob sie das Recht richtig angewendet und den Sachverhalt richtig
festgestellt hat. Sie hat bezüglich der Streitsache der Parteien weder zur
Beweiswürdigung noch zur Rechtslage materielle Erwägungen angestellt.
Aus den Ausführungen geht insbesondere nicht hervor, aus welchen Teil-
forderungen sich der der Klägerin zugesprochene Totalbetrag zusammen-
setzt, aus welchen tatsächlichen und rechtlichen Gründen der Beklagte die
einzelnen zugesprochenen Teilbeträge der Klägerin schuldet, weshalb die
Klage bezüglich des Restbetrags abgewiesen wurde und weshalb der
Rechtsvorschlag des Beklagten in welchem Umfang zu beseitigen ist oder
nicht. Die Vorinstanz führte in der Entscheidbegründung lediglich aus, die
"Bezahlung der Schuld" sei "nach Eingang der Betreibung bezahlt" worden
und habe sich nicht mit der Betreibung gekreuzt, die "Forderung nach dem
Namen des Adressgebers der privaten Adresse des Beklagten" tue nichts
zur Sache und werde als "Nötigung des Klägers" gesehen, für die Kosten-
verursachung in dieser Streitsache sei der Beklagte allein verantwortlich,
und beim Besuch des Betreibungsamts R. sei die Vorinstanz in ihrem Urteil
bestärkt worden, der Beklagte habe "die Betreibung am 22. Juni 2021 er-
halten" und sage zu Recht, dass es nicht seine Unterschrift sei, denn es sei
die Unterschrift des Betreibungsamts, welche den Erhalt der Betreibung
bezeuge. Das ist indes keine Begründung, die den gesetzlichen Anforde-
rungen genügt.
Hinzu kommt die eingeschränkte Kognition der Beschwerdeinstanz im Be-
schwerdeverfahren. Aufgrund der Beschränkung auf die Rüge der offen-
sichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts ist die Kognition des
Einzelrichters des Obergerichts bei der Beschwerde, die gemäss Art. 319
ff. ZPO ein unvollkommenes Rechtsmittel darstellt, in tatsächlicher Hinsicht
auf eine Willkürprüfung beschränkt bzw. reduziert (FREIBURGHAUS/AF-
HELDT, a.a.O., N. 5 zu Art. 320 ZPO). Da zwischen den Parteien gemäss
der Beschwerde nicht nur Rechtsfragen, sondern auch Tatfragen umstrit-
ten sind, steht der Beschwerdeinstanz nicht dieselbe Kognition zu wie der
Vorinstanz.
3.3.
Aufgrund der obigen Ausführungen ist der Entscheid der Vorinstanz vom
1. Februar 2022 aufzuheben und die Sache ist zur Neubeurteilung im Sinne
der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 327 Abs. 3 lit. a
ZPO). Diese hat entweder unter Einhaltung der Protokollierungspflicht im
Entscheidverfahren einen neuen Entscheid zu fällen, in welchem sie die
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tatsächlichen und rechtlichen Gründe für die (vollumfängliche oder teil-
weise) Gutheissung oder Abweisung der Klage anführt, oder aber, falls sie
dazu nicht in der Lage sein sollte, den Entscheid abzulehnen und entweder
den Parteien einen Urteilsvorschlag zu unterbreiten oder der Klägerin die
Klagebewilligung auszustellen. Die Beschwerde ist in diesem Sinn teilweise
gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen.
3.4.
An diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens ändert nichts, dass der
Beklagte in der Beschwerde nicht sämtliche der soeben erörterten Punkte
in Form von Rügen oder Einwendungen (ausdrücklich) vorgebracht hat. Die
Beschwerdeinstanz wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO)
und ist folglich - gleich wie das Bundesgericht - weder an die in der Be-
schwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der
Vorinstanz gebunden. Sie kann eine Beschwerde aus einem anderen als
dem angerufenen Grund gutheissen und sie kann eine Beschwerde mit ei-
ner von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung ab-
weisen (vgl. BGE 141 III 426 E. 2.4).
4.
4.1.
Im Rechtsmittelverfahren ist in der Regel über die Prozesskosten grund-
sätzlich nach dem der Kostenverlegung zugrundeliegenden Prinzip des
Obsiegens und Unterliegens bzw. nach dem Ausgang des Verfahrens,
wenn keine Partei vollständig obsiegt hat (Art. 104 Abs. 1 i.V.m. Art. 106
Abs. 1 und 2 ZPO), zu entscheiden. Gemäss Art. 104 Abs. 4 ZPO kann die
obere Instanz in einem Rückweisungsentscheid die Verteilung der Pro-
zesskosten des Rechtsmittelverfahrens der Vorinstanz überlassen.
4.2.
4.2.1.
Die obergerichtliche Entscheidgebühr für dieses Beschwerdeverfahren ist
auf Fr. 400.00 festzusetzen (Art. 95 Abs. 2 lit. b ZPO i.V.m. § 11 Abs. 1bis
VKD).
4.2.2.
Beim vorliegenden Ausgang des Beschwerdeverfahrens, wonach die Sa-
che zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen ist, rechtfertigt es sich, da keine besonderen Gründe für ein
Abweichen von Art. 104 Abs. 4 ZPO vorliegen (vgl. DAVID JENNY, in:
THOMAS SUTTER-SOMM/FRANZ HASENBÖHLER/CHRISTOPH LEUENBERGER
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl.
2016, N. 11 zu Art. 104 ZPO; PETER REETZ/SARAH HILBER, ebenda, N. 61
zu Art. 318 ZPO), die Parteikosten des Beschwerdeverfahrens in Anwen-
dung dieser Bestimmung auszusetzen.
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4.3.
Die obergerichtliche Entscheidgebühr und die Parteikosten des Beschwer-
deverfahrens hat die Vorinstanz in ihrem neuen Entscheid nach dem Aus-
gang des Verfahrens zu verlegen.