# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74b8e3c2-7b6c-5017-89d5-8f6a16d1d503
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Gemeinde erteilte der Beschwerdegegnerin am 5. Juli 2007 die Baubewilligung
für die Renovation und den Umbau des bestehenden Wohnhauses auf der Parzelle
Meiringen Grundbuchblatt Nr. D._. Die Parzelle liegt in der Wohnzone W 2w mit
der Lärmempfindlichkeitsstufe ES II. Am 16. Oktober 2008 reichte die Beschwerdegegnerin
bei der Gemeinde ein Gesuch um Projektänderung ein, um einen Wechsel des
Heizsystems von Ölheizung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe vorzunehmen. Gegen
dieses Projektänderungsgesuch erhoben die Beschwerdeführer am 16. November 2008
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Einsprache. Sie begründeten diese damit, dass das gewählte Produkt Lärm erzeuge,
welcher sich vorwiegend nachts störend auswirke, und dass der gewählte Standort
unmittelbar im Bereich ihrer Schlafräume liege.
2. Auf Ersuchen der Gemeinde erstattete das beco, Berner Wirtschaft,
Immissionsschutz am 20. Januar 2009 einen Fachbericht. Darin hielt das beco fest, dass
die Fassade hinter dem Aussengerät mit schallabsorbierendem Material ausgekleidet
werden sollte, damit der zulässige Vorsorgewert eingehalten werden könne. Das beco
beantragte, das Vorhaben mit Auflagen betreffend den Lärmpegel zu bewilligen. Mit
Entscheid vom 5. Februar 2009 erteilte die Gemeinde Meiringen die Baubewilligung für die
Wärmepumpe, unter der Auflage, den Fassadenbereich hinter dem Aussengerät mit
schallabsorbierendem Material auszukleiden, damit der Vorsorgewert von 33 dB(A)
eingehalten werden könne.
3. Dagegen reichten die Beschwerdeführer am 26. Februar 2009 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen
sinngemäss die Aufhebung des Bauentscheides vom 5. Februar 2009.
4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte einen
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Mit Stellungnahme vom 18. März 2009
beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der
Baubewilligung vom 5. Februar 2009. Auch die Beschwerdegegnerin beantragt
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der Baubewilligung.
5. Auf die Ausführungen der Beteiligten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG)2
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die
BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Einsprecher sind nach
Art. 40 Abs. 2 BauG im Rahmen ihrer Einsprachegründe zur Beschwerde befugt. Die
Beschwerdeführenden sind Eigentümer der Nachbarliegenschaft und haben sich am
Einspracheverfahren beteiligt; sie sind befugt, Baubeschwerde zu führen. Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Rechtliches Gehör
Die Beschwerdeführenden beanstanden, dass ihnen der Fachbericht des beco vom
20. Januar 2009 zum Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung nicht bekannt gewesen
sei, weshalb sie nicht die Möglichkeit gehabt hätten, eine Rechtsverwahrung einzureichen.
a) Einsprecherinnen und Einsprecher haben ein Recht auf Akteneinsicht.3 Die
Wahrnehmung dieses Rechts bedingt, dass die Parteien Kenntnis von den Akten haben,
die als Grundlage für den Bauentscheid dienen.4 Wenn bei der Auflage noch nicht alle
entscheidrelevanten Aktenstücke vorhanden waren, muss ihr späteres Vorhandensein den
einsprechenden Personen mitgeteilt werden. Die Baubewilligungsbehörde ist verpflichtet,
den Beteiligten die Amts- und Fachberichte zumindest zur Kenntnis zuzustellen, so dass
diese Gelegenheit haben, sich zu äussern.5
b) Der Fachbericht des beco vom 20. Januar 2009 stellt ein entscheidrelevantes
Aktenstück dar. Im angefochtenen Entscheid wird denn auch darauf verwiesen. Er lag erst
nach Ablauf der Einsprachefrist vor, die am 24. November 2008 endete. Indem die
2 BSG 721.0 3 Art. 12 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) in Verbindung mit Art. 35 BauG 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 11 5 VGE 100.2008.23254 vom 26.2.2009, E. 2.4
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Vorinstanz die Beschwerdeführenden nicht vom eingegangenen Fachbericht in Kenntnis
setzte, verletzte sie das Akteneinsichtsrecht und damit den Anspruch der
Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör. Die entsprechende Rüge der
Beschwerdeführenden ist berechtigt.
c) Nach der Praxis des Bundesgerichts kann eine Gehörsverletzung im
Rechtsmittelverfahren „geheilt“ werden, sofern die obere Instanz dieselbe
Überprüfungsbefugnis hat wie die verfügende Behörde, den Beschwerdeführenden daraus
kein Nachteil erwächst und es sich nicht um eine besonders schwere Verletzung der
Parteirechte handelt.6 Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVE als
Beschwerdeinstanz die volle Überprüfungsbefugnis zu. Mit Blick auf den
Verfahrensausgang ist nicht ersichtlich, dass den Beschwerdeführenden aufgrund der
Heilung der Gehörsverletzung durch die Rechtsmittelinstanz ein Nachteil erwachsen
würde. Die Aufhebung des Entscheides mit Rückweisung an die Vor-instanz würde nur zu
einer unnötigen Verfahrensverzögerung führen.
3. Baubewilligungspflicht
a) Die geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Aussenluft Wärme, bringt diese
durch den Wärmepumpenkreislauf auf ein höheres Temperaturniveau und überträgt sie auf
das angeschlossene Heizsystem. Ausserhalb des Hauses befindet sich das
Wärmepumpen-Aussengerät, das Aussenluft ansaugt. Das Aussengerät ist mit der
entsprechenden Inneneinheit (Heizungsspeicher, Wärmetauscher, Steuerungs- und
Überwachungsgerät, Heizungsmischventil) verbunden.7 Das von der Beschwerdegegnerin
vorgesehene Aussengerät ist 128 cm hoch, 119 cm breit und 48.5 cm tief. Es soll mit der
Breitseite direkt an die Aussenmauer des Hauses gestellt werden.
Der Betrieb der Luft-Wasser-Wärmepumpe, namentlich das Ansaugen der Luft, verursacht
Lärm. Gemäss Art. 11 Abs. 1 und 2 Umweltschutzgesetz8 sind Einwirkungen auf die
Umwelt durch Massnahmen an der Quelle zu begrenzen, und zwar im Rahmen der
Vorsorge unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung so weit, als dies technisch
6 VGE 23254 vom 26.2.2009, E. 2.3; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 16 7 Vorakten, S. 40 ff. 8 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)
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und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Für bestimmte Anlagen, so auch für
Wärmepumpen, wird diese Forderung mit einem Vorsorgewert konkretisiert. Der
Vorsorgewert beco für Wärmepumpen in der hier betroffenen ES II beträgt während der
akustischen Tageszeit 43 dB(A) und während der Nachtzeit 33 dB(A). Gemäss Fachbericht
Immissionsschutz des beco beträgt der Schalldruckpegel der von der Beschwerdegegnerin
geplanten Wärmepumpe einen Meter von der Wärmepumpe entfernt 57.5 dB(A).9 Der
während der Nachtzeit geltende Vorsorgewert von 33 dB(A) wird erst in einer Entfernung
von rund 19 Metern eingehalten; bei geringerer Distanz zu lärmempfindlichen Räumen
werden die Lärmschutzvorschriften verletzt.
b) Gemäss Art. 22 Abs. 1 RPG10 dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher
Bewilligung errichtet oder geändert werden. „Bauten und Anlagen im Sinne von Art. 22
Abs. 1 RPG sind jene künstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die
in fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellung über die
Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum äusserlich erheblich
verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen. (...) Die
Baubewilligungspflicht soll der Behörde ermöglichen, das Bauprojekt – in Bezug auf seine
räumlichen Folgen – vor seiner Ausführung auf die Übereinstimmung mit der
raumplanerischen Nutzungsordnung und der übrigen einschlägigen Gesetzgebung zu
überprüfen.“11
c) Das Aussengerät der Wärmepumpe wird auf Dauer an einem festen Ort der
Aussenwand vorgelagert angebracht. Wie dargelegt, verursacht es erhebliche
Lärmimmissionen, die je nach Distanz zu lärmempfindlichen Räumen deutlich über den
Vorsorgewerten des beco liegen können. Besteht die Gefahr einer
Umweltbeeinträchtigung, muss diese im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens auf die
Übereinstimmung mit den gesetzlichen Grundlagen überprüft werden. Die Luft-Wasser-
Wärmepumpe ist demnach von Bundesrechts wegen baubewilligungspflichtig.
d) Das kantonale Baugesetz und das Bewilligungsdekret enthalten Ausführungsrecht zu
Art. 22 RPG. Das bernische Recht wiederholt den bundesrechtlichen Ansatz der
9 Vorakten, S. 31 10 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 11 BGE 123 II 256 E. 3, vgl. auch Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band I, Bern 2007, Art. 1 N. 10
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Baubewilligungspflicht und führt ihn näher aus. Art. 1 Abs. 1 BauG bestimmt, dass alle
Bauten, Anlagen und Vorkehren, die unter die Bestimmungen der Baugesetzgebung fallen
(„Bauvorhaben“), eine Baubewilligung erfordern. Art. 4 BewD12 listet die
baubewilligungspflichtigen Bauvorhaben auf; die baubewilligungsfreien Bauvorhaben
ergeben sich aus Art. 1 Abs. 3 Bst. b BauG in Verbindung mit Art. 5 und 6 BewD. Nach Art.
6 BewD sind Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien baubewilligungsfrei, wenn sie
an Gebäuden angebracht oder als kleine Nebenanlagen zu Gebäuden installiert werden
und sich nicht in Schutzgebieten oder an Schutzobjekten befinden.
Die Entstehung von Art. 6 BewD geht auf eine Initiative für bewilligungsfreies Montieren
von Sonnenkollektoren und Solarzellen vom 16. Februar 1993 zurück. Diese bezweckte die
Förderung der Nutzung der Sonnenenergie. Mit Art. 6 BewD sollten gemäss den
Materialien jedoch nicht nur Solarenergieanlagen, sondern beispielsweise auch
Luftwärmekollektoren privilegiert werden, und die Bestimmung sollte offen bleiben für
technische Entwicklungen der Zukunft.13 Gestützt auf diese Bestimmung wurde etwa eine
(geräuschlos funktionierende) Grundwasser-Wärmepumpe als bewilligungsfrei eingestuft.14
e) Art. 22 Abs. 1 RPG ist eine Minimalvorschrift. Den Kantonen bleibt es vorbehalten,
über den bundesrechtlichen Mindeststandart hinauszugehen und weitere Bauvorhaben der
Bewilligungspflicht zu unterstellen. Hingegen dürfen sie nicht von der
Baubewilligungspflicht befreien, was nach Art. 22 Abs. 1 RPG einer Bewilligung bedarf.15
Art. 6 BewD ist entsprechend bundesrechtskonform auszulegen. Das führt zu einer
differenzierten Betrachtung der Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie: Auf Dauer
angelegte, fest installierte Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie, welche die
Umwelt namentlich durch Lärm beeinträchtigen können, dürfen von Bundesrechts wegen
nicht durch Art. 6 BewD von der Baubewilligungspflicht dispensiert werden. Art. 6 BewD
ändert somit nichts an der Baubewilligungspflicht der hier interessierenden Luft-Wasser-
Wärmepumpe.
12 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 13 Vortrag der Baudirektion an den Regierungsrat zuhanden des Grossen Rates betreffend die „Sonnenkollektor-Initiative (für bewilligungsfreies Montieren von Sonnenkollektoren)“, S. 2 14 BVR 2004 521 15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 1 N. 10
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4. Grenzabstand
a) Das Gebäude der Beschwerdegegnerin liegt in der Wohnzone W 2w. Die Luft-
Wasser-Wärmepumpe, die eine Tiefe von 48.5 cm hat, soll auf der langen Nordseite des
Gebäudes zu stehen kommen. Sie wird direkt an die Aussenmauer des Wohnhauses
gestellt. An der betreffenden Stelle beträgt der Abstand des bestehenden Gebäudes zum
Grundstück der Beschwerdeführer 3 m, derjenige der geplanten Wärmepumpe rund 2 m 50
cm.
b) Die Beschwerdeführer machen geltend, die Wärmepumpe werde mit dem Gebäude
fest verbunden, weshalb sie einen Bestandteil des bestehenden Gebäudes darstelle und
den kleinen Grenzabstand von 4 m einzuhalten habe. Die Vorinstanz und die
Beschwerdegegnerin beurteilen die Wärmepumpe demgegenüber als unbewohnte An- und
Nebenbaute, für die ein privilegierter Grenzabstand von 2 m gelte.
c) Gemäss Art. 29 in Verbindung mit Art. 64 des Baureglements der Gemeinde
Meiringen vom 27. Oktober 1994 (GBR) gilt in der Wohnzone W 2w für die beschattete
Gebäudelänge der kleine Grenzabstand von 4 m. Demgegenüber schreibt Art. 30 Abs. 1
GBR für unbewohnte An- und Nebenbauten lediglich ein allseitiger Grenzabstand von 2.00
m vor. Gemäss derselben Bestimmung sind An- und Nebenbauten „z.B. Garagen,
Geräteschuppen, unbeheizte Wintergärten und kleine Stallungen, die nicht für den
dauernden Aufenthalt von Menschen oder Tieren bestimmt sind, (...) sofern die mittlere
Gebäudehöhe dieser Bauten 3.00 m und ihre Grundfläche 60 m2 nicht überschreiten.“
d) Art. 30 Abs. 1 GBR sieht einen reduzierten Grenzabstände für unbewohnte Bauten
vor, die gewisse Höchstmasse nicht überschreiten. Die Bestimmung will damit jene Bauten
hinsichtlich des Grenzabstands privilegieren, die den Nachbarn nicht durch Immissionen,
wie namentlich Lärm, ungebührlich belästigen. Lehre und Rechtsprechung zählen daher
auch Räume, in denen Arbeitsprozesse stattfinden, zu den bewohnten Räumen, so etwa
einen Waschraum oder einen gewerbsmässigen Lagerplatz.16 Die geplante Wärmepumpe
verursacht - wie dargelegt (Ziff. 3.a) - erheblichen Lärm. Aus diesem Grund kann sie nicht
als unbewohnte An- oder Nebenbaute im Sinne von Art. 30 Abs. 1 GBR qualifiziert werden.
16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 10 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
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Gemäss Lehre und Rechtsprechung dürfen An- und Nebenbauten überdies nicht zum
Bestandteil des Hauptgebäudes werden und müssen einfach beseitigt werden können,
ohne dass das Hauptgebäude dadurch konstruktiv verändert wird.17 Auch diese
Voraussetzungen erfüllt das Aussengerät der Wärmepumpe nicht: Das Aussengerät ist mit
Kabeln und Leitungen fest mit dem Hauptgebäude verbunden. Es bildet einen gewichtigen
funktionellen Bestandteil der sich im Innern des Hauses befindlichen Heizanlage. Wird das
Aussengerät der Wärmepumpe beseitig, muss die Heizanlage im Haus ausgewechselt
werden. Es lässt sich somit auch insofern nicht als An- oder Nebenbaute qualifizieren.
e) Als Bestandteil des Hauptgebäudes muss das Aussengerät der Wärmepumpe den
ordentlichen Grenzabstand nach Art. 29 GBR einhalten. Da das Aussengerät an der
langen Nordseite zu stehen kommt, gilt der kleine Grenzabstand. Dieser beträgt in der
Wohnzone W 2w, wie erwähnt, 4 m (Art. 64 GBR). Das Aussengerät der Wärmepumpe hält
bloss einen Abstand von gut 2,5 m zur Grundstückgrenze ein und unterschreitet damit den
kleinen Grenzabstand klar.
f) Für das Unterschreiten des kleinen Grenzabstandes wurde kein Ausnahmegesuch
gestellt. Auch sind keine besonderen Verhältnisse im Sinne von Art. 26 BauG ersichtlich,
die eine Ausnahme rechtfertigen würden.
g) Die Beschwerde erweist sich als begründet und ist gutzuheissen. Die Baubewilligung
der Vorinstanz wird aufgehoben und dem Bauvorhaben der Bauabschlag erteilt. Aufgrund
der Unterschreitung des kleinen Grenzabstandes erübrigt sich die Prüfung der weiteren
Rügen der Beschwerdeführer.
h) Diese Beurteilung bezieht sich allerdings nur auf den vorliegend zu prüfenden
Standort. Die Beschwerdegegnerin hätte die Möglichkeit, die Wärmepumpe an der
westlichen Hauswand zu platzieren und so den erforderlichen Grenzabstand einzuhalten,
wie aus den Vorakten ersichtlich ist. Ebenfalls möglich wäre die Montage einer
Wärmepumpe im Innern des Wohnhauses.
17Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 10
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5. Kosten
a) Die amtlichen Kosten des Baubewilligungsverfahrens bestehen aus den Gebühren
und Auslagen, welche die Gemeinde für ihre Tätigkeit im Baubewilligungsverfahren
erheben kann (Art. 51 BewD). Die Beschwerdegegnerin als Gesuchstellerin trägt diese
Kosten (Art. 52 Abs. 1 BewD). Gemäss Ziffer 4 des Bauentscheides der
Einwohnergemeinde Meiringen vom 5. Februar 2009 belaufen sich diese amtlichen Kosten
auf Fr. 590.00 und bleiben der Beschwerdegegnerin auferlegt.
b) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr
(Art. 103 Abs. 1 VRPG18). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine
Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 in Verbindung
mit Art. 4 Abs. 2 GebV19). In Anwendung dieser Bestimmung werden die Verfahrenskosten
auf Fr. 600.-- festgelegt und der Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei auferlegt
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 104 VRPG).