# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a3a34a1f-b202-4a4c-b425-73ce40518b6b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
begann im
Jahr 1999
eine Lehre zum Zim
merman
n
, welche er jedoch
ein halbes Jahr später abbrach (Urk. 9/1).
Ab
dem Jahr
2001 lebte er bis 2004 überwiegend in
Y._
, wo er im Jahr
2000
ge
heirat
e
t hatte
und
seine Tochter zur Welt kam
(Urk. 9/28)
und
arbeitete
im Rahmen
kurzer
befristeter Arbeitsverhältnisse in der Sc
hweiz
(vgl.
Urk.
9/2-3
, u.a. im geschützten Rahmen
)
. Im August
2004
meldete sich
X._
erstmals
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf psychische Probleme, Depression und ADHD sowie einen vorausge
gangenen stationären Au
fenthalt in der Z._
zum
B
ezug
von Leistungen
der Invalidenversicherung
an (Urk. 9/1). Nach getätigten Abklärungen in erwerblicher wie medizinischer Hinsicht ver
neinte die
IV-
Stelle
mit Verfügung vom 25. Oktober 2004 den A
nspruch auf I
V- Leistungen (I
nvalidenrente
und berufliche Massnahmen)
. Sie begründete dies
im Wesentlichen damit, dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch das Abhängig
keitsverhalten (
Alkoh
o
lsucht
)
gegeben
sei und daher keine Invalidität im Sinne des Gese
tz
es vorliege
(Urk. 9/6).
Diese Verfügung
blieb -
X._
war im August 2004 wieder nach
Y._
zurückgekehrt - u
n
an
gefochten.
2.
Von
Ende August
2004
an hatte
X._
Wohnsitz
in
Y._
, von wo
aus
er im März 2012 in die Schweiz zurückkehrte (vgl
.
Urk.
9/10)
.
V
om 31.
März bis zum 4.
Juni 2012
war er abermals
in der
Z._
hospitalisiert (
vgl.
Urk.
9/9 S. 1
).
Unter Hinweis auf eine chronisch paranoide Schizophrenie sowie
eine
Panikstörung meldete er sich
mit
Gesuch
datierend
vom 21.
September 2012
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(Urk
.
9/10)
. Nach Einho
lung von ärztlichen Berichten
bei der
Z._
sowie
bei den nachbehandelnden Ä
rzt
en
(Urk.
9/19—20)
und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/25)
sprach die IV-Stelle
X._
- ausgehend von einer seit 31.
März 2012 bestehenden vollständigen Erwerbsunfähigkeit
-
mit Verfügung vom 14.
Januar 2014 mit Wirkung a
b 1.
April 201
3
eine ganze Rente der Inva
lidenversicherung (zuzüglich Kinderrente) zu (
Urk.
8/38).
3.
Dagegen erhob
X._
mit bei der IV-Stelle eingereichter
und an das hiesige Gericht weitergeleiteter Eingabe
(vgl.
Urk.
5)
vom 13. Februar 2014 Be
schwerde mit dem Antrag um Ausrichtung einer 100
%
igen
IV-
Rente
(
gemeint:
einer vollen
statt einer Teilrente
; vgl. Urk.
1/1). Mit Eingabe vom 17.
März 2014 liess er
zudem
– zwischenzeitlich vertreten durch lic. iur.
O._
–
in prozessualer Hinsicht
um Durchführung eines zweiten Schrifte
n
wechsels sowie um Beigabe einer u
n
entgeltlichen Rechtsverbeiständung ersu
chen (Urk.
1/2).
Mit
Vernehmlassung vom 8. Mai 2014 stellte die IV-Stelle An
trag auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 15. Mai 2014 wies das hiesige Gericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
verbeiständung ab und ordnete einen zw
eiten Schriftenwechsel an (Urk.
10). Mit
Replik vom 17.
Juni 2014 liess
der Beschwerdeführer seine Rechtsbegehren da
hingehend präzisieren, als er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung so
wie Neuberechnung der Rente auf Grundlage einer seit zehn Jahren bestehen
den Erkrankung beantragte
;
eventualiter
ersuchte er um
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit diese gestützt auf die korrekt ermittelte me
dizinische Aktenlage die gesetzlichen Ansprüche neu verfüge (Urk. 12). Die Verwaltung verzichtete am 2. September 2014 auf Duplik (Urk. 15), was dem Beschwerdeführer am 16. September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1
.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1
.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2
.
2
.1
Die Verwaltung
führte in der angefochtenen Verfügung aus,
gemäss getätigten
A
bklärungen bestehe
beim Versicherten seit 31. März 2012 eine vollständige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
und somit ein Invaliditätsgrad von 100 %.
Die gesundheitliche Einschränkung im bestehenden Ausmass sei dauerhaft ausge
wiesen.
D
as Wartejahr sei per 31. März 2013 abgelaufen, doch entstehe d
er
Rentenanspruch
frühestens sechs Monate seit Geltendmachung des Leistungs
anspruchs
. D
ie Anmeldung
sei
am 1.
Oktober 2012 eingegangen, weshalb die Leistungen ab
1. April 2013
ausgerichtet würden
(
Urk.
2).
2
.2
Dagegen lässt der Versicherte zur Hauptsache geltend machen, dass
die gänzli
che Einschränkung
der Arbeits
- bzw
.
Erwerbs
fähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit mindestens 10 Jahren bestehe, wie dies auch den in den Akten liegenden ärztlichen Berichten zu entnehmen sei.
D
er Rentenbe
ginn
am 1. März 2013
sei zwar
nicht bestritten, doch sei der Rentenb
erechnung die korrekte medizinische Aktenlage zugrunde zu legen.
Im
Ü
brigen sei nicht ersichtlich, weshalb die Verwaltung
dem Beschwerdeführer lediglich eine Erzie
hungsgutschrift angerechnet habe
(
Urk.
1
2).
2.3
Unstreitig ist n
ach dem Gesagten
zwischen den Parteien, dass
seit
Ergehen
der
ersten (
leistungsverneinenden
)
Verfügung vom 25. Oktober 2004
eine Ver
schlechterung
des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit eingetreten ist
(vgl. E.
1
.3 hievor)
. Ebenfalls steht
m
it Blick auf die
vom
21.
September 2012 datierende
(Neu-)Anmeldung sowie
die (jedenfalls) seit März 2012
unstreitig
ge
gebene vollständige Erwerbsunfähigkeit
ausser Frage, dass der
Beschwerdefüh
rer
Anspruch
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
hat; dabei ist
der Anspruchsbeginn
- entgegen der angefochtenen Verfügung - auf den
1.
März
2013
festzusetzen
, was von der Beschwerdegegnerin
du
plicando nicht in Frage gestellt worden ist
(
vgl.
vom 21. September
2012 datierende Anmeldung [Urk.
9/10 S. 6; effektiv eingereicht
am
25.
o
der
26.
September 2012,
Urk.
9/15
] plus sechs Monate,
vgl. Art. 29
Abs.
1 IVG
; vgl. auch Verfügung des hiesigen Gerichts vom 15. Mai 2014
;
Urk.
10
).
Selbst wenn das Anmeldeformular (
Urk.
9/10) erst am 1. Oktober 2012 ein
gegangen wäre, wie die Beschwerdegegnerin gelten
d
macht (
Urk.
2), bleibt zu bemerken, dass der Beschwerdeführer und die ihn unterstützende Sozialhilfebe
hörde bereits Anfang September 2012 an die Beschwerdegegnerin gelangten und um Rentenauszahlung an eine Drittbehörde ersuchten (Urk. 9/7
8). Damit brachten sie zweifelsohne den Willen zum Ausdruck, Leistungen der Invaliden
versicherungen zu beanspruchen, was grundsätzlich als Anmeldung genügt (vgl. dazu Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, N 12-13 zu Art. 29). Auch wenn der Beschwerdeführer entgegen Art. 29
Abs.
1 ATSG für diese An
meldung nicht das für die Invalidenversicherung gültige Formular verwendet hat, schadet dies in Bezug auf die zeitliche Wirkung nicht. Denn nach Art. 29
Abs.
3 ATSG ist für die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen - wo
runter der Zeitpunkt der Anmeldung zu begreifen ist - auch eine nicht formge
rechte Anmeldung ausreichend.
Ausgehend von der Anmeldung im September 2012 ist daher in teilweiser Gut
heissung der Beschwerde der Rentenbeginn auf den 1. März 2013 festzusetzen.
Streitig ist
sodann
der Beginn des materiellrechtlichen Rentenanspruchs
.
Z
u prüfen
ist
somit die
Frage, in welchem Zeitpunkt die für den Anspruch auf eine Rente erforderliche Invalidität
(Versicherungsfall)
eingetreten ist
.
Dies vor dem Hintergrund, dass
der Beginn des materiellrechtlichen Rentenanspruchs
für
verschiedene Elemente der Rentenberechnung
(zu berücksichtigende Beitrags
zeiten und entsprechende Erwerbseinkommen sowie Erziehungsgutschriften etc.; vgl. dazu etwa Meyer/Reichmuth, Rechtsprech
ung des Bundesgerichts zum IVG
; Art. 28 Rz 2
) und somit
die Höhe der zugesprochenen ganzen Rente massge
bend ist
(vgl. auch Art. 36
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art.
29
bis
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung)
.
3.
3.1
Der l
eistungsabweisenden Verfügung
vom 25. Oktober 2004 lag in medizini
scher Hinsicht der Bericht der
Z._
vom 14. Oktober 2004
(wo der Versicherte erstmals in der Zeit vom 24. Mai bis 14. Juni 2004 freiwillig zum Alkoholent
zug und ein zweites Mal von 17. Juli 2004 bis 18. August 2004
hospitalisiert war
) zugrunde.
Darin
diagnostizierten die verantwortlich zeichnenden Ärztin
nen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F1
0
.21), g
egenwärtig
abstinent
,
aber in beschützender Umgebung, so
wie anamnestisch ein
ADHD in der Kindheit und in der Jugend. Sie gaben im Wesentlichen an, die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit des Patienten sei aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit eingeschränkt.
Auch
Konzentrations- und Auffassungsvermögen ersch
i
e
nen klinisch eingeschränkt.
D
och habe
aufgrund der Abreise des Patienten nach
Y._
die geplante
ADHD-
Abklärung
nicht mehr durchgeführt werden können.
Sie attestierten dem Versicherten für die Zeit
des stationären Aufenthalts von 17.
Juli 2004 bis 18. August 2004 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und gaben an, die Arbeitsfähigkeit sei im
Üb
ri
gen ni
cht beurteilbar (Urk.
9/4).
3.2
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 14. Januar 2014 lagen die folgenden Berichte zugrunde:
3.2.1
Hausarzt
Dr.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FHM, bei welchem der Versicherte seit 6. Juni 2012 in Behandlung stand, diagnostizierte in seine
n
Be
richt
en
vom
31. Oktober und
7. November 2012 an die IV-Stelle mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Schizophrenie mit
F._
zuständen und Verfolgungswahn und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hy
peruricämie und Dyslipidämie. Er attestierte dem Versicherten eine 100
%
ige Ar
beitsunfähigkeit seit „ca. 2000“ und verwies im Übrigen auf die Angaben von
Dr.
B._
und der
Tagesklinik
C._
(
Urk.
9/17).
3.2.2
In ihrem Bericht vom 25.
September 2012 diagnostizierten med. pract.
B._
sowie
Dr.
med.
D._
, Facharzt
FMH
für Psychiatrie und Psychothera
pie sowie Chefarzt am
Zentrum für
E._
,
wo der Versicherte
nach dem stationären Aufenthalt in der
Z._
, mithin
seit
4.
Juni 2012 in Behandlung stand,
eine chronisch paranoide Schizo
phrenie (ICD-10 F20.0)
,
bestehend seit mehr als 10 Jahren
, Erstdiagnose 2012
,
sowie eine Panikstörung mit Agoraphobie, Erstdiagnose 201
2.
Si
e gaben zur Hauptsache an, die bestehende chronisch-paranoide Schizophrenie gehe beim Versicherten mit deutlichen kognitiven affektiven und psychomotorischen Symptomen im Sinne einer schizophrenen Negativsymptomatik einher, welche ein allgemein reduziertes psychosoziales Funktionsniveau bedingten. Zudem bestünden residuelle
inhaltliche Denkstörungen. Bei zunehmender Belastung sei eine erneute Exacerbation psychotischer Symptomatik wahrscheinlich.
Auf
grund der oben ausgeführten Einschränkungen bestehe aus medizinischer Sicht eine vollständige Leistungseinschränkung
;
der Versicherte sei nicht in der Lage
,
seinen Lebensunterhalt zu verdienen
. Seit dem 31. März 2012
bestehe
bis auf Weiteres
eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/9)
.
Diese Angaben bestä
tigte
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 29. Juli 2013 im Wesentlichen (
Urk.
9/19).
3.2
.
3
Im Austrittsbericht der
Z._
vom 1
2.
Juli 2013
, wo der Versicherte im Jahr 2013
wegen zunehmendem Alkoholkonsum
in stationärer Behandlung
stand
,
stellte
die zuständige Oberärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH
,
folgende Diagnosen:
Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), Psychische und Verhal
tensstörungen durch Alkohol: A
kute Intoxikation (akuter Rausch;
ICD-10 F10.0
)
sowie eine paranoide Schizophrenie
(ICD-10
F20.0
)
. Sie gab an, der Eintritt
des Versicherten zum stationären Aufenthalt
sei freiwillig auf Zuweisung
d
es be
handelnden Psychiaters erfolgt
. Dies
wegen zunehmendem Alkoholkonsum vor dem Hintergrund einer langjährigen bekannten Alkoholabhängigkeit und einer paranoiden Schizophrenie, die aktuell aber nicht psychopathologisch im Vor
dergrund st
ehe
.
Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte sie nicht (
Urk.
9/20).
4.
4.1
Gestützt auf die vorgenannten ärztlichen Berichte, namentlich des
E._
,
ist
ausgewiesen und gehen die Parteien darin einig, dass der Versicherte jedenfalls
seit
Eintritt in die
Z._
Ende März
2012
aus psychischen Gründen – aufgrund
der paranoiden Schizophrenie –
in seiner Arbeitsfähigkeit
erheblich
einge
schränkt ist
und
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit besteht. Uneins sind die Parteien hingegen
darin
, ob – wie der Beschwerdeführer geltend mach
en läss
t – die festgestellte
Arbeits
un
fähigkeit
nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt
eingetreten
war
. Während die Verwaltung gestützt auf die Akten von einer Er
werbsunfähigkeit ab
E
intritt
in die
Z._
am 31. März 2012 ausgeht
,
vertritt
der Beschwerdeführer
den Standpunkt,
dass
– wie die medizinischen Akten belegten
-
die paranoide Schizo
p
hrenie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits seit rund 10 Jahren
bestehe
.
D
em
entsprechend
sei
der
Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit
beziehungsweise des
Versicherungsfal
ls
(Art. 29
bis
Abs.
1 AHVG)
auf einen früheren Zeitpunkt festzulegen
.
4.2
Zwar
ist
dem
Vorbringen des Beschwerdeführers
insoweit
zu folgen,
als
die Tatsa
che,
wonach
die Diagnose
der paranoiden Schizophrenie
erstmals im Jahr 2012
erhoben
wurde
,
nicht
zwangsläufig
bedeute
t
, dass sich die Krankheit erst
in diesem Zeitpunkt
manifesti
ert hat
.
Gleichwohl vermag der Beschwerdeführer
im Ergebnis nichts für sich abzuleiten.
Denn soweit er geltend macht, diese Er
krankung habe
bereits
seit rund 10 Jahren
(vor der Erstdiagnose)
vor
bestanden (und
damit auch eine
seither bestehende
Erwerbsunfähigkeit)
,
und er hiefür ins
besondere auf die Angaben der behande
lnden Ärzte des
E._
(Dres.
D._
sowie
B._
) verweist, vermögen diese das Vorbringen nicht hinrei
chend zu stützen.
Denn
nicht nur ist anzumerken, dass
diese Ärzte
wohl vom einem früheren Krankheitseintritt ausgehen,
eine Arbeitsunfähig
k
e
i
t
jedoch
erst ab dem 31. März 2012 konkret
attestieren
.
Soweit sie den Krankheit
s
eintritt als
dann retrospektiv
auf
zehn
Jahre zurück
festlegen
,
wird
diese
Einschätzung
nicht
hinreichend
begründet
.
D
iese
Einschätzung
steht
zudem in Widerspruch zu
den vorhandenen echtzeitlichen Angaben,
hatten die für den
-
der unange
fochten gebliebenen Verfügung vom 25. Oktober 2004 zugrunde liegenden
-
Bericht der
Z._
vom 14. Oktober 2004 verantwortlich zeichnenden Ärzte
doch
trotz längerem Beobachtungszeitraum
im Jahr 2004
noch
keine entsprechende Störung diagnostiziert
(Urk.
9/4)
.
Die retrospektive Einschätzung beruht - soweit ersichtlich –
vielmehr
allein
auf den Angaben
des
Beschwerdeführers
, welche
jedoch wenig detailliert und bezüglich zeitlicher Angaben überdies ungenau
sind
(vgl.
Urk.
9/9 S. 1 f.)
, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Den Akten sind keine echtzeitlichen Angaben darüber zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer bereits während seines Aufenthalts in
Y._
massgeblich in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre. Allein das nicht sub
stantiierte Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend verschiedene Hospita
lisierungen (
Urk.
12 S. 6) geben keine rechtsgenügliche Anhaltspunkte für die Annahme einer massgeblichen Gesundheitsstörung, so dass sich entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers Weiterungen hiezu erübrigen (BGE 136 I 299 E. 5.3).
4.3
Die leistungsverweigernde Verfügung vom 25. Oktober 2004 steht dem behaupte
ten Krankheitsbeginn (und einer damit einhergehenden Erwerbsunfä
higkeit) bereits im Jahr 2002 von vornherein entgegen. Dass sich der Gesund
heitszustand vor der Hospitalisation in der
Z._
im März 2012 wesentlich ver
schlechtert hätte, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Denn es bleiben
bezüglich
Vorhandensein,
Ausprägung und Verlauf der psy
chischen Beeinträchtigung seit
Ergehen
der rechtskräftigen leistungsverneinen
den Verfügung im
Oktober
2004
letztlich
einzig die
retrospektiven
subjektiven
Angaben des Beschwerdeführers
. Es
muss
–
vor dem Hintergrund der ihm attes
tierten schwerwiegenden psychischen Störung und Defizite – jedoch
davon aus
gegangen werden, dass
auch im Rahmen einer Begutachtung
keine
zuverlässi
gen und für die Belange der Invaliditätsbemessung genügenden
Auskünfte
zu erwarten
wären
.
Dies
gilt um
so mehr vor dem Hintergrund
,
dass
selbst mit Blick auf den im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit (vgl. statt vieler:
BGE 126 V 360
E. 5b
)
einigermas
sen zuverlässige Angaben erforderlich sind, da
der Verlauf bei Schizophrenien im Allgemeinen grosse Unterschiede aufweist und gerade bei paranoiden Schi
zophrenien der Verlauf episodisch mit teilweiser oder vollständiger Remission oder chronisch sein kann (vgl.
Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien,
Dilling/Mombour/Schmidt
[Hrsg.], 9. Aufl. 2014,
Ziff.
F20.0
S. 131
)
. Denn
für die Invaliditätsbemessung
kommt es
auf die (konkrete) psychi
sche Beeinträchtigung
bzw. Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit an
,
w
eshalb für die Beurteilung
auch nicht allein auf die in der medizinischen Literatur für ein bestimmtes Krankheitsbild dokumentierten Durchschnittszahlen abgestellt werden dürfte (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts B 68/04 vom 1
4.
Juni 2005 E. 3.3).
4.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die vorliegenden Berichte
keine hinrei
chende Grundlage für die Annahme bilden, es sei
mit überwi
e
gender Wahr
scheinl
i
chkeit von einem seit 10 Jahre
n
vor der Erstdiagnose im Jahr 2012
be
stehenden
und
im gesamten Zeitraum
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit be
gründe
nd
en Gesundheitsschaden
auszugehen
. Alsdann
ist mit Blick auf
die sich vorliegend stellenden Fragen sowie
die konkreten Umstände des vorliegenden Falls
nicht zu erwarten, dass
mittels weiterer Abklärungen
e
in
Sachverhalt er
mittelt werden
kann,
der
zumindest die überwi
e
gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen. Damit bleibt es bei den Grundlagen, auf welche sich di
e angefochtene Verfügung stützt.
Die Beschwerde ist daher
insoweit
teilweise gutzuheissen, als der Rentenbeginn auf den
1.
März 2013 (statt
1.
April 2013) festzusetzen ist.
Im Übrigen ist sie
abzuweisen.
4.5
D
er Beschwerdeführer
lässt schliesslich
geltend
machen
, es sei nicht ersichtlich, weshalb ihm nur eine Erziehungsgutschrift angerechnet worden sei
. So habe
er seit der Geburt der Tochter im Jahr 2000 bis 2008 mit ihr in
Y._
gelebt (worauf die Tochter in die Schweiz gekommen sei; Urk. 12 S. 5)
.
Diesbezüglich ist
darauf hinzuweisen, dass die Anrechnung von Erziehungsgut
schriften die Versicherteneigensc
haft voraussetzt (vgl.
Art.
29
sexies
AHVG
).
D
ass
d
er
Beschwerdeführer
in
der
Zeit
,
in welcher er
Wohnsitz in
Y._
hatte,
(
fre
i
willig
)
v
ersicher
t war
, macht er
jedoch
nicht geltend
und ist aus den Akten nicht ersichtlich
.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.
--
festzulegen und ausgangsgemäss
vom
Beschwerdeführer,
der
lediglich einen unwesentlichen Teilerfolg erzielt und zur Hauptsache unterliegt, zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Aus demselben Grund ist auf die Zusprache einer Parteientschädigung zu verzichten.