# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4508bf73-b966-4a36-8f89-d232d125d105
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2001
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

I. Die E AG betrieb seit 1975 auf den Grundstücken Kat.Nrn. 1 und 2 in U eine Tennisanlage; die auf diesen Grundstücken befindlichen Gebäude und Aussenplätze waren von ihr erstellt und finanziert worden. Die Aktien der Gesellschaft gehörten mehrheitlich D und dessen Söhnen A und B. 1995 übernahmen A und B von ihrem Vater D die beiden Grundstücke je zur Hälfte. Am 26. Mai 2000 wurde die Gesellschaft in Anwendung von Art. 708 Abs. 4 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) und von Art. 86 Abs. 2 der Handelsregisterverordnung (HRegV) von Amtes wegen als aufgelöst erklärt, weil die ihr zur Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands in Bezug auf die Verwaltung und Vertretung angesetzte Frist fruchtlos abgelaufen war. Heute wird die genannte Tennisanlage von der am 15. September 1998 ins Handelsregister eingetragenen F GmbH betrieben, an welcher Gesellschaft unter anderem A und B beteiligt sind.
Die Gemeindeverwaltung bezog die jährlichen Wasser- und Abwassergebühren seit Aufnahme des Tennisbetriebs im Jahre 1975 von der E AG. Am 17. Januar 2000 stellte die Gemeindeverwaltung hinsichtlich der Bezugsperiode 1997 für Wasser, Abwasser und Kehricht der genannten Tennisanlage Rechnung im Gesamtbetrag von Fr. 7'710.85. Die Rechnungsstellung erfolgte jedoch nicht mehr an die E AG, sondern im Original an A und in Kopie an B.
Hiergegen erhob Rechtsanwalt C als Rechtsvertreter von A am 14. Februar 2000 Einsprache mit dem Antrag, die Gebührenrechnung aufzuheben. Er machte geltend, Schuldner der streitigen Gebühren sei nicht A, sondern nach wie vor die E AG; nachdem die Gebühren seit vielen Jahren von dieser bezogen worden seien, sei der bezüglich der fraglichen Bemessungsperiode 1997 vollzogene Schuldnerwechsel nicht zulässig. Eventualiter wurde geltend gemacht, zwischen A und B bestehe angesichts des Miteigentums an den fraglichen Grundstücken keine Solidarschuldnerschaft, weshalb A höchstens die Hälfte des Gebührenbetrags auferlegt werden dürfe.
Mit Schreiben vom 29. Juni 2000 an A hielt der Werkvorsteher fest, dem gestellten Begehren zu Hauptsache nicht entsprechen zu können. Er erklärte sich jedoch bereit, bei der Bemessung der Klärgebühr den für die Sprinkleranlage der Aussenplätze verbrauchten Wasseranteil in Abzug zu bringen, was eine Reduktion des Gesamtbetrags von ursprünglich Fr. 7'710.85 auf Fr. 7'568.- ergab; ferner erklärte er sich bereit, den neuen Gesamtbetrag je zur Hälfte A und B in Rechnung zu stellen. Das Original des Schreibens samt Rechnung vom 3. Juli 2000 wurde A, eine Kopie dieses Schreibens samt Rechnung vom 3. Juli 2000
B zugestellt. Nachdem A dem Werkvorsteher mitgeteilt hatte, er wünsche zuhanden seines Rechtsvertreters einen förmlichen, rekursfähigen Einspracheentscheid, fasste die Werkkommission Y am 24. August 2000 einen entsprechenden Beschluss, welcher inhaltlich dem Schreiben des Werkvorstehers vom 29. Juni 2000 entsprach. Der Einspracheentscheid wurde Rechtsanwalt C sowie je in einer Kopie A und B zugestellt.
II. Mit Eingaben vom 26. bzw. 27. September 2000 erhob Rechtsanwalt C namens A bzw. B Rekurs gegen den Einspracheentscheid, mit den gleichlautendem Antrag, den angefochtenen Entscheid aufzuheben, soweit damit A bzw. B zur Zahlung einer Wasser-, Abwasser- und Kehrichtgebühr für die Bezugsperiode 1997 verpflichtet werde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde.
Der Bezirksrat V beschloss am 25. Mai 2001, die Rekursverfahren zu vereinigen (Disp. Ziff. 1), den Rekurs von A abzuweisen (Disp. Ziff. 2) und auf den Rekurs von B nicht einzutreten (Disp. Ziff. 3). Die Rekurskosten, worunter eine Staatsgebühr von Fr. 600.-, auferlegte er zu 2/3 A und zu 1/3 B (Disp. Ziff. 4).
III. Mit Eingaben vom 27. Juni 2001 erhoben A und B beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Rekursentscheid. A beantragte, es sei Disp. Ziff. 2 des Rekursentscheids sowie die mit dem Einspracheentscheid modifizierte Gebührenrechnung ersatzlos aufzuheben; eventuell sei die Sache zum Neuentscheid an die Werkkommission zurückzuweisen. B beantragte, es sei in Aufhebung von Disp. Ziff. 3 des Rekursentscheids die
Sache zur materiellen Beurteilung an den Bezirksrat zurückzuweisen; eventuell sei die im Einspracheentscheid modifizierte Gebührenrechnung ersatzlos aufzuheben; subeventuell sei die Sache zum Neuentscheid an die Werkkommission zurückzuweisen. In beiden Beschwerden wurde beantragt, die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und diese zur Zahlung einer Parteientschädigung an die Beschwerdeführer zu verpflichten.
Mit Präsidialverfügung vom 3. Juli 2001 wurden die beiden Beschwerdeverfahren vereinigt und die E AG in Liquidation als Mitbeteiligte in das Verfahren einbezogen. Sie äusserte sich mit Eingabe vom 13. August 2001 zu den Beschwerden. Der Bezirksrat V beantragte am 10. Juli 2001 Abweisung der Beschwerden. Den nämlichen Antrag stellte am 23. August 2001 namens der Gemeinde X deren Werkkommission, die zudem die Zusprechung einer Parteientschädigung verlangte.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ist aufgrund des Streitwerts nach § 38 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) der Einzelrichter berufen. Da die Sachurteilsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. a) Der Bezirksrat ist auf den Rekurs des Beschwerdeführers 2 nicht eingetreten. Er erwog, B habe weder die Rechnung vom 17. Januar 2000 noch jene vom 3. Juli 2000 angefochten, wobei sich letztere unmittelbar an ihn gerichtet und den ausdrücklichen Hinweis enthalten habe, dass dagegen binnen 30 Tagen bei der Werkkommission Y Einsprache erhoben werden könne. Der Einspracheentscheid der Werkkommission vom 24. August 2000 habe sich an Rechtsanwalt C als Vertreter von A gerichtet und sich auf dessen Einsprache vom 14. Februar 2000 bezogen, welche Rechtsanwalt C ausschliesslich im Namen
von A erhoben habe; dass eine Kopie dieses Einspracheentscheids auch noch B zugestellt worden sei, vermöge diesem angesichts des geschilderten Verfahrensablaufs (verpasste Einsprachefrist) kein Rekursrecht zu verschaffen.