# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e43959a6-6ab6-445c-b3bc-caf39953b42e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, war seit 1999 beim Hotel
Z._
angestellt und dadurch bei der
Hotela
Versicherungen AG obligatorisch gegen Unfälle versichert, als er am 1
6.
September 2009 bei sich zuhause eine Treppe
hin
unter
stürzte und auf die linke Körperseite prallte (Unfallmeldung,
Urk.
10/A2). Ein am gleichen Tag durchgeführtes Röntgen linker Ellbogen
ap
/seitlich in der
A._
,
B._
, ergab folgende Beurteilung: Kein Anhalt für eine frische Fraktur, wahrscheinlich Status nach dislozierter intraartikulärer
Condylus
radialis
-Fraktur in der Kindheit mit entsprechend recht ausgeprägter
Dysmorphie
des Ellbogengelenks und separatem Knochenkern des
Capitulum
humeri
sowie
dysplastischer
Trochlea
humeri
(
Urk.
10/B1). Die behandelnden Ärzte der Klinik
C._
, wo der Beschwerdeführer in der Folge in Behand
lung stand,
stellten in ihrem Arztbericht vom
9.
Oktober 2009 folgende Diag
nose: Klinisch Verdacht auf
Sulcus
ulnaris
-Syndrom links mit/bei anamnestisch Zustand nach Ellbogenkontusion links nach Treppensturz vom 1
6.
September 2009 (gleichzeitig Kniegelenkkontusion links mit Verdacht auf Meniskusläsion
)
. Relevante Nebendiagnose sei ein St. n. Ellbogenfraktur links im Kindesalter, wahrscheinlich isolierte
Kondylus
radialis
-Faktur links mit aktuell
Pseudarthro
se
und entsprechender
Varusdeformität
nach konservativer Therapie in
D._
(
Urk.
10/B3). Ein MRI des Kniegelenks links vom 1
6.
November 2009 ergab fol
gende Beurteilung: Intramurale Läsion und Veränderung des medialen Menis
kus; kein Nachweis eines sicheren Risses; retro-
femorale
Ganglionzyste
medial; Knorpelschaden an der Innenseite des medialen
Femurkondylus
und deutlicher
re
tropatellär
medial (
Urk.
10/B7).
Am
6.
November 2009 nahm der beratende Arzt der
Hotela
Versicherungen AG z
ur medizinischen Sachlage Stell
ung (
Urk.
10/B5). Gestützt auf die betreffende Beurteilung
hielt der Unfallversicherer m
it Verfügung vom 1
7.
Dezember 2009
gegenüber dem Versicherten fest, dass er eine Leistungspflicht für die medizinischen Behandlungen nach dem 2
3.
Oktober 2009 vollständig ablehne (
Urk.
10/A5). Hiergegen erhob
en
der Ver
sicherte, vertreten durch die Winterthur-ARAG Rechtsschutz, am 2
9.
Ja
nuar
/
6.
März
2010
,
sowie dessen Krankenversicherer, die
Provita
Gesund
heits
versicherung
AG
, am
1.
Februar 2010
Einsprache (
Urk.
10/A6
,
Urk.
10/A12;
Urk.
10/A7
). Es folgten daraufhin weitere
Verlaufskontrollen
an der
C._
.
Ein MRI des Ellenbogens links vom 1
8.
Februar 2010 ergab die Beurtei
lung einer ausgeprägten posttraumatischen Deformierung des
Ellenbogenge
lenks
bei Zustand nach alter Fraktur und Dislokation des
Condylus
humeri
radi
alis
; diffuser Knorpelabbau in allen drei Kompartimenten; kein wesentlicher
Gelenks
erguss
; kein Nachweis einer sicheren Bandruptur
ulnarseits
(
Urk.
10/B11).
Nachdem im Rahmen der Konsultation vom
1.
April 2010 die Diagnose eines hochgradigen Knorpelschadens
Trochlea
femoris
Kniegelenk links bei St. n.
Knie
gelenkskontusion
-/Distorsionstrauma am 16.09.2009 gestellt worden war, erfolgte am 2
8.
April 2010 eine Arthroskopie Kniegelenk links,
Teilsyno
vial
ekto
mie
,
Microfrakturierung
medialer
Femurkondylus
und
Trochlea
femoris
(
Urk.
10/B16).
Am
2.
Mai 2011 wurde sodann an der
E._
eine Osteosynthese
radialis
links und eine Dekompression
N.
ulnaris
links
durchgeführt (
Urk.
10/B28)
.
Am 1
5.
März 2012 fand im Auftrag der Unfall
versicherung eine gutachterliche Untersuchung durch
Dr.
med.
F._
, Ortho
pädische Chirurgie FMH,
statt; das betreffende Gutachten wurde am
8.
Mai 2012 erstattet
(
Urk.
10/B33).
Der Versicherte liess
alsdann mit Eingaben vom
8.
Januar und 2
1.
Februar 2013
seine behandelnden Ärzte der
E._
zum Gutachten bzw. zur Frage der Unfallkausalität der von ihm geltend gemachten Beschwerden Stellung nehmen (
Urk.
10/B36). Zu diesen Ein
schätzungen äusserten sich daraufhin der beratende Arzt der Unfallversicherung am 2
1.
März 2013 (
Urk.
10/B37) und
der Gutachter
Dr.
F._
am
4.
April 2013 (
Urk.
10/B38). In der Folge hiess die Unfallversicherung die Einsprache des Versicherten vom 2
9.
Januar
/
6.
März
2010 mit Entscheid vom 2
6.
April 2013 teilweise gut. Sie hielt fest, die Verfügung vom 1
7.
Dezember 2009 werde dahingehend abgeändert, dass bis zum 1
6.
Dezember 2009 Taggelder ausge
richtet würden. Weiter würden die Behandlungskosten für das linke Knie bis zum 1
6.
Dezember 2009 übernommen. Die Heilbehandlungskosten für den linken Ellbogen würden bis zum 1
6.
September 2010 übernommen (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid
erhob der Versicherte am 2
8.
Mai 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren,
der angefochtene Entscheid vom 2
6.
April 2013 sei inso
weit aufzuheben, als nur bis zum 1
6.
Dezember 2009 Taggelder und Heilbe
handlungen für das linke Knie bzw. Heilbehandlungen für den Ellbogen links nur bis zum 1
6.
September
2010 übernommen würden; es seien weitergehende gesetzliche Leistungen auszurichten; eventualiter seien weitere medizinischen Abklärungen vorzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (
Urk.
1). In ihrer Vernehmlassung vom 2
8.
Juni 2013 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwerdeführer am
2.
Juli 2013 angezeigt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Terminierung der Taggeldleistungen und der Leistungen für Heilbehandlungen für das linke Knie per 1
6.
Dezember 2009 bzw. der Heilbehandlungskosten für den linken Ellbogen per 1
6.
September 2010 zu Recht erfolgte.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Guta
ch
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.)
3.
Im Folgenden ist zunächst die medizinische Aktenlage darzustellen:
3
.1
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts bis zum Zeitpunkt der
Begutach
tung durch
Dr.
F._
im März 2012
wird auf die Anamnese in eben diesem Gutachten verwiesen (
Urk.
10/B33/1-20
).
3.2
3.2.1
Dr.
F._
stellte in seinem Gutachten folgende Diagnosen
(
Urk.
10/B33/27)
:
Beschwerden am linken Ellbogen, mit/bei
Instabilität/
Pseudarthrose
Epicondylus
humeri
radialis
, mit/bei
:
Status
nach Ellenbogenverle
tzung, konservativer Behandlung
(Verletzung als Kind, Behandlung in
D._
);
k
onsekutiver posttraumatischer
Fehl
stellung
/
Pseudarthrose
am
Epi
c
on
d
ylus
humeri
radialis
;
Status nach Kontusion
am 16.09.2009 (Status nach operativer Revision 26.04.2011; nachgewiesene Instabilität [Non Union] des
Epicondylus
humeri
radia
lis
);
b
eginnende, sekundäre (inaktivitätsinduzierte) „
frozen
shoulder
“ links (Folge der
ipsilateralen
Ellenbogenschmerzen);
linkes Knie, mit/bei
arthroskopischer
Evaluation nach Distorsion 2000 (bekannte
dorso
-medi
ale Meniskusdegeneration ohne Rissbildung; Status nach Kontusion 16.09.2009 [Status nach
Mikrofrakturierung
in der
Trochlea
, mit/bei
Chondromalazie
III
o
am 28.04.2010]).
3.2.2
In seiner Beurteilung
(
Urk.
10/B33/27-29)
führte der Gutachter aus, offensicht
lich habe sich der Beschwerdeführer am
2.
August 1999 im Sinne eines
Ver
drehtraumas
an der linken unteren Extremität verletzt. Anlässlich der
Erstbeur
teilung
vom
3.
August 1999 sei eine posttraumatische
Fasziitis
plantaris
links diagnostiziert worden, was nicht nur unlogisch sei (Unfallmechanismus unge
eignet, die
Plantarfaszie
zu beeinträchtigen), sondern auf die klinisch festge
stellte Verkürzung der
ischiocruralen
sowie der
Triceps
surae
-Muskulatur zurück
geführt werden müsse. Der klinische Verdacht auf eine laterale
Menis
kusläsion
sei kernspintomographisch nicht bestätigt, umgekehrt aber die mediale Meniskusdegeneration links festgestellt worden (21.09.1999). Die „
not
fallmässige
Kontrolle
“
am
9.
Dezember 1999
sei erneut wegen lateralen Beschwerden erfolgt, welche der Berichterstatter fälschlicherweise mit dem MRI
Befund (
intrameniskale
Läsion) zu erklären versucht habe, dabei aber
offensichtlich lateral und medial verwechselt habe. Der postoperative
Häm
arthros
sei nach zweimaliger Punktion zusätzlich
arthroskopisch
ausgeräumt worden. Im Verlauf habe interkurrent der „grenzwertige Verdacht“ auf eine Kniegelenksinfektion bestanden, was sich zum Glück schlussendlich nicht bewahrheitet habe. Weshalb sich trotzdem ein derart prolongierter Verlauf (im Sinne von subjektiven Schmerzen und sehr langer Arbeitsunfähigkeit) einge
stellt habe und die Fortsetzung der physikalische
n
Therapie indiziert gewesen sein soll, sei durch das Dossier orthopädisch-
traumatologisch
nicht erklärbar.
In Bezug auf das Ereignis vom 1
6.
September 2009 wies der Gutachter
sodann
darauf hin, es sei weder klinisch noch radiologisch zu irgendeinem Zeitpunkt ein relevanter und/oder notwendigerweise im Zusammenhang mit diesem Ereignis stehender,
interventionell
therapiebedürftiger, eindeutig unfallkausaler
Befund erhoben worden.
3.2.3
I
n der Begründung seiner Beurteilung legte der Gutachter im
Zusammenhang mit dem Ellbogen links
(
Urk.
10/B33/29-31)
dar
, soweit anamnestisch eruiert werden könne, sei vor dem Ereignis vom 1
6.
September 2009 keine relevante Funktionseinschränkung des linken Ellenbogens geklagt worden. Offenbar habe sich der Beschwerde
führer
über die Jahre der posttraumatischen Deformität mit klarem Extensionsdefizit am linken Ellenbogen (Status nach Verletzung im Kin
desalter) gut angepasst. Angeblich erst seit dem Sturz habe der Beschwerde
füh
r
er über „heftige Bewegungsschmerzen“ sowie einen „Kraftverlust“ in linken Ellenbogen/Arm geklagt und
Kribbelparärthesien
“ im Bereiche des Ring- und Kleinfingers angegeben (9.10.2009)
. Erfahrungsgemäss respektive evidenzbasiert sei eine allfällig geltend gemachte traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen Vorzustandes, insbesondere wenn, wie in diesem Fall, keine
bildge
benden
Befunde/Hinweise auf eine frische eindeutig unfallkausale Pathologie nachgewiesen werden konnten, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Status quo sine). In diesem Zusammenhang sei auf die Röntgenberichte vom 2
5.
Februar 2
000 und vom 1
6.
September 2009 zu verweisen
: Es habe sich in diesen
neuneinhalb Jahren keine Veränderung eingestellt. Zu beachten sei dabei auch, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen eigenen Angaben offensichtlich sehr wohl schon vor dem Ereignis im September 2009 Probleme mit dem Ellbo
gen gehabt habe – es seien nämlich Röntgenbilder erstellt worden.
Dem Neurologie-Bericht vom 2
3.
September 2010 sei sodann zu entnehmen, dass der
Nervus
ulnaris
links ventral des
Epicondylus
radialis
liege (ergo gar nicht im
Sulcus
verlaufe). Ein elektrophysiologischer Vorbefund könne demnach nicht zur Hilfe genommen werden. Weshalb vorliegend ohne die Diskussion des
erheblichen Vorzustands zu führen, unkritisch nach dem Prinzip „
post
hoc ergo
propter
hoc“ eine Unfallkausalität der festgestellten sensomotorischen
Ulnaris
neuropathie
als „wahrscheinlichste“ Ursache angenommen werde, sei nicht nachvollziehbar. Hinweise für eine „frische“
ossäre
Retraumatisierung
oder unfallkausale Begleitläsion der Kollateralbänder hätten sich weder am Unfalltag noch bei der Nachkontrolle gefunden. Es sei ausserdem darauf hinzuweisen, dass bei der Erstkonsultation neben einer nicht quantifizierten Schwellung am linken Ellbogen am
Epicondylus
ulnaris
humeri
ein
Tinel
-Zeichen beschrieben worden sei, behandlungsbedürftig sei vorliegend aber der
Epicondylus
radialis
humeri
, also nicht die Struktur, welche
kontusioniert
worden sei.
Unabhängig der als nicht ausgewiesen zu betrachtenden Unfallkausalität der Ellbogenproblematik (im Zusammenhang
mit dem Ereignis 2009) sei zum jetzi
gen Zustand folgendes zu bemerken: Der schicksalhafte Verlauf mit/nach der operativen Intervention am linken Ellbogen, welche von den Ärzten der
C._
klar abgelehnt worden sei, weil die Gefahr der
Dekompen
sierung
dieses vorgeschädigten Gelenks als „durchaus vorhanden“ beurteilt worden sei
,
und schlussendlich von den Ärzten des
E._
trotzdem durchge
führt worden sei, habe zur verhängnisvollen Problematik mit Beschwerden und andauernder Arbeitsunfähigkeit geführt. Dass hier nun weitere operative Behandlungsmassnahmen erforderlich seien, sei die traurige aber logische Folge.
3.2.4
In der Begründung seiner Beurteilung i
m Zusammenhang mit dem Knie links
(
Urk.
10/B33/31-33)
erklärte der Gutachter,
er bestreite nicht
, dass auch eine banale Kniekontusion links das
femoro
-patellare Gelenk kurzzeitig schmerzhaft gemacht und einen temporären reaktiven Erguss ausgelöst habe
n
könne. Dass es sich hier aber „nur“ um eine vorübergehende Verschlimmerung im Sinne von Schmerzen, nicht aber um eine strukturell nachweisbare Verletzung des angeb
lich asymptomatischen Vorzustands (beginnende
femoropatellare
Arthrose) handle, lasse sich anhand des MRI-Befundes belegen. Nach derzeitigem medizi
nischen Wissensstand könne das Erreichen des Status quo sine bei posttrauma
tischer Aktivierung eines stummen Vorzustands nach drei bis spätestens vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällig geltend gemachte
richtungs
gebende
Verschlimmerung mittels klinischen und/oder radiologischen patholo
gischen Befunden ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben müsse, was in
casu
nicht vorliege. Es sei in diesem Fall vielmehr so, dass ein Gesundheitsschaden vorliege, welcher erfahrungsgemäss auch als allei
nige Folge einer zwar vorbestehenden, wenn auch anamnestisch angeblich noch asymptomatischen Degeneration bestehe.
Eine frische respektive unfallkausale Knorpelläsion sei auch deshalb unwahr
scheinlich, weil im MRI und intraoperativ
im Vergleich zu 1999 identische Befunde bestanden hätten. Einzig die abgeheilte respektive vernarbte
Weichteil
veränderung
infrapatellar
könnte auf eine ebendortige Kontusionsfolge hin
deuten, wäre aber nicht umfassend erklärend für die geklagten Beschwerden und sicher keine Operationsindikation. Dass jedoch die ausgeprägte
Knorpellä
sion
in der
Trochlea
femoris
für eine Operationsindikation und Nachbehandlung genügt habe, sei orthopädisch nachvollziehbar und korrekt, aber einerseits weder im Zusammenhang mit dem inkriminierte
n
Ereignis 2009 noch im Sinne einer genügend erklärenden Schmerzauslösung. Der Eingriff müsse demnach unter dem Aspekt einer Prophylaxe gesehen werden (ein Versuch, Spätfolgen des Knorpelschadens, unabhängig von dessen Ätiologie, zu vermeiden bzw. zu reduzieren). Die angeblich „nachvollziehbar noch nicht realisierbare vollum
fängliche
Reintegration im Serviceberuf“ (22.9.10) sei, unter Würdigung der dama
ls erhobenen klinischen Befunde
(6.8.10) retrospektiv aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht nicht verständlich und die attestierte Arbeitsunfähigkeit das falsche Resultat, ausgehend von den subjektiven Angaben des Beschwerde
führers.
3.2.5
In der Folge beantwortete der Gutachter Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
10/B33/33-43)
. Danach gefragt, ob die Beschwerden am linken Knie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1
6.
September 2009 zurückzuführen seien, gab er ein Nein zur Antwort.
Wie schon
ausgeführt und belegt
worden sei
,
sei
die
femoro
-patellare Arthrose (
Chondromalazie
III
o
) sicher behandlungsbedürftig gewesen
und diese Behandlung
sei
lege
artis
erfolgt. Ein Zusammenhang mit dem Ereignis könne aber nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erkannt werden, weil einerseits weder klinisch noch bildgebend eine akute/frische Verletzung in diesem Bereich ausgewiesen sei und es ande
rerseits mit Sicherheit viel länger als
ein
Jahr brauche, um eine derartig ausge
prägte Knorpelveränderung auszulösen. In
casu
bestehe eine Verkürzung des
Musculus
Quadrizeps
femoris
und radiologisch eine Patella
baja
, was in Kombi
nation einen deutlich erhöhten retropatellaren Druck erzeuge, was einer ver
mehrten alltäglichen Überbelastung des
femoro
-patellaren Gelenks entspreche und konsekutiv eine
Femoropatellararthrose
auslöse/begünstige. Was die Frage nach dem Vorliegen von unfallfremden Faktoren betreffe, sei der Beschwerde
führer anamnestisch vor dem Unfall zwar „beschwerdefrei“ gewesen, was sich aber weder hinreichend belegen noch mit aktenkundigen ärztlichen Daten/Befunden beweisen lasse. Der Beschwerdeführer habe aktenkundig am
2.
August 1999 ein „
Verdrehtrauma
“ des linken Beins“ erlitten. Bei der
Erstbe
urteilung
am
3.
August 1999 sei neben der Druckschmerzhaftigkeit über dem
lateralen Kniegelenkspalt ein
Patellakompressions
- und Verschiebeschmerz beschrieben worden. Eine klare Diagnose habe nicht gestellt werden können. Klinisch relevante Befunde wie bspw. Kontusionsmarken
, Erguss, Schwellung oder Hämatom hätten sich nicht gefunden. Der Verdacht auf eine
Gelenk
s
dis
torsion
entspreche lediglich einer deskriptiven Pseudodiagnose. Zu beachten sei im Übrigen, dass bei Verdacht auf eine laterale Meniskusläsion Physiotherapie verordnet worden sei, was belege, dass der „Verdacht“ offensichtlich nur hinter
gründig bestanden habe, weil mit derartigen Massnahmen keine Meniskusläsion behandelt werde. Dass eine solche nicht vorgelegen habe, sei sowohl
kernspinto
mographisch
(21.09.1999) als auch
arthroskopisch
(23.02.2000) bestätigt worden. Das geklagte Beschwerdebild sei durch die intraoperativ gefundene laterale
femorale
und
tibiale
Chondromalazie
I
o
nicht erklärbar gewesen (
nota
bene
sei auch keine Behandlung erfolgt).
In Bezug auf die Frage, ob seit dem geltend gemachten Unfall vom 1
6.
September 2009 weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen (interkurrente Erkrankungen) aufgetreten sein, die heute das Beschwerdebild am linken Knie mitbestimmten und die nicht als Folge des besagten Unfalls anzusehen seien, erklärte der Gutachter, im Operationsbericht vom 2
8.
April 2010 werde ein Knorpelschaden in der
Trochlea
femoris
und ein Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
beschrieben. Diese Veränderungen seien einerseits sicher nicht unfallkausal und andererseits nicht erst zwischenzeitlich aufgetreten, sondern Ausdruck der schicksalshaften Entwicklung der
Gonarthrose
(
nota
bene
sei eine richtungsgebende Verschlimmerung aufgrund der bildgebenden Daten ausge
schlossen).
Hinsichtlich der Frage, ob der Unfall vom 1
6.
September 2009 am linken Knie zu einer vorübergehenden oder einer richtungsgebenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt habe, antwortete der Gutachter,
wie schon aus
geführt, sei e
ine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisbare richtung
gebende Verschlimmerung des
chondralen
Vorzustands in der
Trochlea
resp. dem media
len
Femurkondylus
nicht erkennbar. Nach einer banalen Kontusion sei der Status quo sine spätestens drei Monate nach dem Ereignis als eingetreten zu bezeichnen, weil keine nachweislich somatische Komplikation den
Heilungs
vorgang
beeinträchtigt oder verunmöglicht habe.
In Bezug auf die Frage, ob die geltend gemachten Gesundheitsschädigungen am linken Ellbogen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise Folge des Unfalls vom 1
6.
September 2009 seien,
verwies der Gutachter zunächst wiederum auf die bisherigen Ausführungen
.
Sodann erklärte er,
i
nitial
sei am linken Ellbogen nach der
durch
den Unfall erlittenen Kontusion
eine
ulnare
Schwellung beschrieben worden, welche aber zeitgerecht abgeheilt sei und in der Folge auch nicht behandlungsbedürftig gewesen sei. Das gleichzeitig beschriebene
Tinel
-Zeichen im Bereich des
Nervus
ulnaris
wäre als mögliche zeitlich beschränkte Folge der Kontusion zu bezeichnen. Nota
bene
sei int
ra
operativ ein enger
Sulcus
beschrieben worden, was sicher nicht Unfallfolge sein könne, aber mit grösster Wahrscheinlichkeit ursächlich für das
ulnare
Beschwerdebild gewesen sei: Eine nur leichte Volumenvermehrung/Schwellung als Folge der Kontusion führe bei engem
Sulcus
früher und stärker zu konser
vativ behandelbaren und vollreversiblen Beschwerden, als dies bei einem weiten
Sulcus
der Fall wäre. Eine nachweisliche und überwiegend wahrscheinlich richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustands (mit/bei
Fehlstel
lung
/
Fehl
funktion
des Ellbogens) sei nicht eingetreten. Auch im Bereich des
Epicondylus
humeri
radialis
sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich
keit keine richtungsgebende Versch
limmerung eingetreten. Die Heil
ung allfälli
ger
Kon
tusions
verletzungen
sei durch keine nachweisliche somatisch erkenn
bare Komplikation verhindert worden, sodass der Status quo sine in diesem Zusammenhang spätestens ein Jahr nach dem Ereignis als eingetreten zu bezeichnen wäre und folglich auch die Operation am Ellbogen vom 2
6.
April 2011 nicht als Folge des Ereignisses vom 1
6.
September 2009 betrachtet werden könne. Die heutige funktionelle Problematik sei erst nach dem Versuch aufge
treten, den
Epicondylus
humeri
radialis
operativ zu sanieren. Heute bestehe eine vollständig instabile Situation, welch
e
weitere Behandlungsmassnahmen not
wendig mache.
Derzeit seien ausschliesslich unfallfremde (postoperative) Umstände dafür verantwortlich, dass eine Arbeitsunfähigkeit als Kellner vor
liege. Es sei nochmals darauf verwiesen, dass natürlich kein „unfallfremder“ Zustand vorgelegen habe, weil ja die linksseitige Ellbogenproblematik Folge eines in der Kindheit erlebten Unfalls gewesen sei, dies aber im Zusammenhang mit dem Unfall im September 2009 als per Definition „unfallfremder“
Vorzu
stand
zu bezeichnen sei. Eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweis
bare richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustands am linken Ellbogen sei nicht erkennbar. Die Kontusionsverletzung (Schwellung
ulnar
und
Tinelzei
chen
) habe zeitgerecht ausgeheilt. Der Status
quo sine sei
bei gegebenem
Vor
zustand
nach einer banalen Kontusion
wie erwähnt
spätestens zwölf Monate nach dem Ereignis als eingetreten zu bezeichnen.
3.3
Mit Schreiben vom
8.
Januar 2013 nahm
Dr.
med.
G._
von der
E._
zum Gutachten von
Dr.
F._
Stellung. Er führte aus, zweifelsfrei habe
beim Beschwerdeführer
eine Vorschädigung bestanden im Bereich des linken Ellbogens, welche auf eine kindliche Fraktur (
Condylus
radialis
-Fraktur links) zurückzuführen sei. Hierbei sei es wahrscheinlich zu einer straffen
Pseud
arthrose
gekommen. Laut der vom Patienten erhaltenen Information habe er aber bis zum Zeitpunkt des Treppensturzes am 1
6.
September 2009 keine Schmerzen und nur eine
geringgradige
Funktionseinschränkung gehabt. Inwie
fern dies zutreffe und insbesondere wie ausgeprägt die Instabilität gewesen sei, lasse sich retrospektiv nicht mehr beurteilen, zum Zeitpunkt der
Erstkonsulta
tion
im
E._
hätten aber keine Anhaltspunkte für eine Aggravation bestan
den. Schwierig sei auch zu beurteilen, inwiefern der Treppensturz bei einem gesunden Gelenk zu einer Verletzung (
Bandriss
/Fraktur) geführt hätte. Tatsäch
lich habe man aufgrund der Bildgebung (MRI/CT) wenig Zeichen für die abge
laufene Verletzung. Allerdings sei das MRI erst fünf Monate nach dem Unfall angefertigt worden (
Bone
bruise
). Bezüglich der
N.
ulnaris
-Neuropathie seien vor allem die anamnestischen Angaben (vor dem Unfall keine Beschwerden) als A
rgument für die posttraumatische Kausalität hinzugezogen worden. Sollte beim Sturz eine wahrscheinliche
Varisierung
stattgefunden haben, dürfte dies auf den
N.
ulnaris
nicht durch einen vermehrten Zug/Traktion und somit Schä
digung geführt haben. Insgesamt werde die Situation so beurteil
t
, dass die vom Patienten angegebenen Beschwerden durch dieses Ereignis wahrscheinlich aus
gelöst worden sei
en
, dabei stütze man sich aber vor allem auf die anamnesti
schen Angaben. In Anbetracht der bereits bestandenen Vorschädigung seien der Schaden/die Beschwerden als möglich unfallbedingt zu bezeichnen. Dies betreffe vor allem die Instabilität im Ellbogen (
Urk.
10/B35).
3.4
Am 2
1.
Februar 2013 nahm
Dr.
H._
von der
E._
Stellung zur Frage, inwieweit die heute geklagten Ellbogenbeschwerden kausal auf den Unfall vom 1
6.
September 2009 zurückzuführen seien. Der behandelnde Arzt legte dar, der Patient habe trotz der in der Kindheit erlittenen Fraktur viele Jahre eine schmerzfreie, gut kompensierte Ellbogenbeweglichkeit gehabt. Ohne Vorschädigung des Ellbogens hätte dieser Unfall sicherlich nicht zu so einer gravierenden Funktionslinderung bzw. zu solchen Schmerzen geführt. Ohne Unfall wäre
n
diese Funktionsminderung u
nd diese Schmerzen nicht spontan aufgetreten. Insofern bedeute der Unfall aus dem Jahr 2009 ein
en
klare
n
Wen
depunkt betreffend d
i
e Ellbogenbeschwerden des Patienten, welche durchaus in einem Kausalzusammenhang zum Unfallgeschehen stünden. Es handle sich bei diesem Treppensturz auch um ein adäquates Trauma mit einer
Funktionsver
schlechterung
. Der sehr differenzierte in keiner Weise
aggravierende
Patient berichte glaubhaft, vor dem Unfall im Jahr 2009 eine schmerzfreie
Ellbogen
funktion
gehabt zu haben. Die aktuellen Beschwerden seien als Vorschädigung der Kindheit auch relevant was das erneute Trauma bedinge (
Urk.
10/B36).
3.5
Am
4.
April 2013 äusserte sich
Dr.
F._
zu den beiden Schreiben des
E._
vom
8.
Januar und 2
1.
Februar 201
3.
Hinsichtlich des Schreibens vom
8.
Januar
2013 legte
der Gutachter
dar,
Dr.
G._
gehe mit ihm einig,
nota
bene
basierend
auf den nicht überprüfbaren anamnestischen Angaben, dass vor dem Unfall keine relevante oder nur eine
geringgradige
Funktionseinschränkung am deformierten Ellbogen links bestanden habe.
Dr.
G._
gehe zusammenfas
send davon aus, dass aufgrund der Anamnese das Beschwerdebild als
unfall
kausal
zu bezeichnen sei, komme dann aber letztlich trotzdem zum Schluss, dass
aufgrund der
Klinik das Beschwerdebild nur als möglich unfa
llbedingt bezeichnet werden könne. In diesem Zusammenhang müsse festgehalten wer
den, dass eine
post
hoc ergo
propter
hoc-Begründung lediglich auf der Aussage des Exploranden basierend bekanntermassen nicht ausreiche, um die Kausalität nachzuweisen. In Bezug auf das Schreiben vom 2
1.
Februar 2013 hielt
Dr.
F._
fest,
Dr.
H._
bekräftige, dass ohne eine Vorschädigung des Ell
bogens das Ereignis sich
er
nicht zu einer gravierenden Funktionseinschränkung und Schmerzhaftigkeit geführt haben könnte. Der Aussage de
s
behandelnden Arztes, wonach ohne Unfall die Funktionsminderung und der Schmerz auch nicht spontan aufgetreten wären, so dass der Unfall als klarer Wendepunkt zu bezeichnen sei bzw. damit ein Kausalzusammenhang bestehe, sei grundsätzlich nicht zu w
idersprechen. Wie schon erwähnt
sei allerdings eine eindeutig nach
weisbare richtungsgebende Verschlimmerung nicht ausgewiesen, zumindest nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorhanden, sodass der Unfall zwar als nicht wegzudenkende Tatsache vorliege und zu Abklärungen geführt habe. Es sei aber durch klinische und radiologische Befunde nicht erklärbar geworden, weshalb die anamnestische Schmerzhaftigkeit persistiert habe bzw. angeblich erst seit dem Unfall bestehe. Zusammengefasst ergebe sich aus den beiden Schreiben des
E._
,
dass
maximal eine mögliche Kausalität bejaht werden könne, eine überwiegend wahrscheinliche Kausalität sei aber nicht belegt (
Urk.
10/B38).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Leistungsentscheid auf das Gutachten von
Dr.
F._
vom
8.
Mai 201
2.
In formaler Hinsicht ist festzustellen, dass dieses Gutachten den von der Rechtsprechung geforderten Kriterien hinreichend Rech
nung trägt.
Es
beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen
Vorakten
wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt.
In materieller Hinsicht ist
zunächst auf die Problematik am linken Knie einzuge
he
n.
Dr.
F._
legte dar
,
dass der
Unfall vom 1
6.
September 2009 zwar zu einer vorübergehenden Verschlimmerung im Sinne von Schmerzen geführt
habe, e
ine strukturell nachweisbare Verletzung des angeblich asymptomatischen Vorzustands (beginnende
femoropatellare
Arthrose) habe indes nicht vorgele
gen.
Im
Zusammenhang mit der Frage des Vorzustandes
wies
der Gutachter
konkret
auf das im Jahr 1999 erlittene
Ver
drehtrauma
des linken Knies hin. Dieses habe
diagnostisch nicht klar eingeordnet werden können. Klinisch rele
vante unfallkausale Befunde wie beispielsweise Kontusionsmarken, Erguss, Schwellung oder Hämatom hätten sich aber nicht gefunden.
Der Gutachter bemerkte ausserdem
,
anamnestisch sei der Beschwerdeführer
gemäss eigenen Angaben
vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen, was sich aber weder hinrei
chend belegen
noch mit aktenkundigen ärztlichen Daten/Befunden beweisen lasse
. Der Vorzustand sei mithin subjektiv und nicht konklusiv überprüf- oder beweisbar.
Betreffend die im April 2010
diagnostizierte
femoro
-patellare Arth
rose (
Chondromalazie
III
o
)
führte
Dr.
F._
alsdann aus
,
ein Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
6.
September 2009 könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erkannt werden, weil einerseits weder klinisch noch
bildge
bend
eine akute/frische Verletzung
in diesem Bereich ausgewiesen sei und es andererseits mit Sicherheit viel länger als ein
Jahr brauche, um eine derartig
ausgeprägte Knorpelveränderung auszulösen. Zu beachten sei auch, dass beim Beschwerdeführer eine Verkürzung der
Musculus
Quadrizeps
femoris
und radi
ologisch eine Patella
baja
bestehe, was in Kombination einen deutlich erhöhten
retropatellären
Druck erzeuge, was einer vermehrten alltäglichen Überbelastung des
femoro
-patellaren Gelenks entspreche und konsekutiv eine
Femoropatellar
arthrose
begünstige.
Schliesslich sei eine frische respektive unfallkausale
Knor
pelläsion
auch
deshalb unwahrscheinlich, weil im MRI und intraoperativ im Vergleich zu 1999 identische Befunde bestanden hätten.
Vorliegend ist die Begründung von
Dr.
F._
für das Fehlen der Unfallkausalität der heute noch geklagten Beschwerden
am linken Knie
sehr ausführlich
, differenziert
und gut nachvollziehbar. Zumal im Übrigen selbst von Seiten
der
behandelnden Ärzte des
E._
in deren Schreiben vom
8.
Januar und 2
1.
Februar 2013 nicht dar
gelegt wurde, dass den gutachterlichen Ausführungen nicht zu folgen sei, kann ohne weiteres
auf letztere
abgestellt werden.
Im Sinne der
betreffenden
Schlussfolgerung des Gutachtens ist somit davon auszugehen, dass der Status quo sine hinsichtlich des linken Knies spätestens drei Monate nach dem
Unfall vom 1
6.
September 2009
eingetreten war.
4.2
Im Zusammenhang mit dem Ellbogen links erklärte
Dr.
F._
,
vor dem Unfall vom 1
6.
September 2009 habe beim Beschwerdeführer eine angeblich indolente posttraumatische Fehlstellung und
Pseudarthrose
im
Epicondylus
humeri
radia
lis
links bei Status nach konservativ behandelter Fraktur in der Kindheit bestanden. Vorliegend
stehe
zwar eine „posttraumatische“ Situation
zur Diskus
sion
(Status nach kindlicher Ellenbogenverletzung)
, aber im Zusammenhang mit dem inkriminierten Kontusionsereignis 2009 nur eine konst
it
utionelle Prädis
position, respektive ein
kurzzeitig schmerzhaft gewordenen Vorzustand (keine somatische Veränderung nachgewiesen). Erfahrungsgemäss respektive
evidenz
basiert
sei eine allfällig geltend gemachte traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen Vorzustandes, insbesondere wenn, wie in diesem Fall, keine bildgebenden Befunde/Hinweise auf eine frische
,
eindeutig unfallkausale Patho
logie nachgewiesen werden konnten, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Status quo sine). In diesem Zusammenhang sei auf die Röntgenberichte vom 2
5.
Februar 2000 und vom 1
6.
September 2009 zu verweisen: Es habe sich in diesen neuneinhalb Jahren keine Veränderung eingestellt. Letztlich könne im vorliegenden Fall nicht einmal eine richtunggebende Teilkausalität der operativ angegangenen Problematik angenommen werden. Der Beschwerdeführer hält die Argumentation des Gutachters für nicht nachvollziehbar
. Er verweist diesbe
züglich insbesondere auf die beiden Stellungnahmen des
E._
vom
8.
Januar und 2
1.
Februar 2013
(E. 3.3 und 3.4)
.
Die betreffenden Ausführungen
erschei
nen
freilich
nicht stichhaltig.
Zur Bejahung der Unfallkausalität stützen
sich die behandelnden Ärzte
im Wesentlichen einzig auf den Umstand, der Beschwer
deführer habe glaubhaft angegeben, vor dem Unfall im September 2009 keine Ellbogenschmerzen gehabt zu haben. Wie schon
Dr.
F._
zutreffend darauf hinwies, erscheint indes die Angabe einer vollständigen Beschwerdefreiheit vor dem Unfall nicht glaubhaft, wie sich daran erkennen lässt, dass im Februar 2000 Röntgenaufnahmen vom linken Ellbogen angefertigt wurden. Ohnehin ist zu beachten, dass die Beweisregel
"
post
hoc ergo
propter
hoc" im Sinne der natürlichen Vermutung, Beschwerden müssten unfallbedingt sein, wenn bis zum Unfall Beschwerdefreiheit bestanden habe, unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich untauglich ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007 i/S R. [U 290/06], E. 4.2.3 mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 460,
Fn
1205).
Im Schreiben vom
8.
Januar 2013 werden die Beschwerden zudem nur als „möglich unfallbedingt“ bezeichnet
.
Im Übrigen wurde von
Dr.
F._
auch plausibel ausgeführt, dass die heutige funktionelle Problematik erst nach dem Versuch aufgetreten sei, den
Epicondylus
humeri
radialis
operativ zu sanieren; die betreffenden gutachterli
chen Ausführungen finden ihre Stütze im Schr
eiben der
C._
vom 2
9.
September 2010, wo davon die Rede ist, dass bezüglich chirurgischer Ein
griffe keine vernünftige Option bestehe (
Urk.
10/
B
22). Gesamthaft bestehen keine Anhaltspunkte für die Rechtsfehlerhaftigkeit der gutachterlichen Beurtei
lung, wonach die heute noch geklagten Beschwerden am linken Ellbogen nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1
6.
September 2009
zurückzuführen
sind. Der Status quo sine
ist
demgemäss
spätestens nach zwölf Monaten als eingetreten zu betrachten.
5.
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
verfügte die Beschwerdegegnerin, dass der Anspruch auf Taggelder sowie auf Übernahme der Behandlungskosten für das linke Knie bis zum 1
6.
Dezember 2009 bestehe. Die Behandlungskosten für
den linken Ellbogen
übernahm sie bis zum 1
6.
September 201
0.
Nachdem
Dr.
F._
in seinem Gutachten plausibel aufzeigte, dass der Status quo sine bezüglich des linken Knies spätestens nach drei Monaten und bezüglich des linken Ellbogens spätestens nach zwölf Monaten erreicht sei, erweist sich der Entscheid hinsichtlich Übernahme der Behandlungskosten als korrekt. Fraglich erscheint dies hingegen hinsichtl
ich des Anspruchs auf Taggelder, w
elcher vor Behandlungseinstellung terminiert wurde.
Gemäss
Art.
16
Abs.
2 UVG besteht dieser Anspruch solange, bis die versicherte Person die volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangt.
Dr.
F._
hielt im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit fest, nach einer Kontusion von Ellbogen und Knie sei die Arbeitsunfähigkeit während zwei bis max. drei Wochen beeinträchtigt (aus Schmerzgründen, allenfalls auch wegen leichter schmerzbedingter Funktionseinschränkung), danach aber wieder uneingeschränkt zumutbar, insbesondere weil in
casu
keine somatisch nachweisbaren unfallkausalen funktionsbeeinträchtigende
n
Ver
letzungen hätten nachgewiesen werden können.
In der
angefochtene
n
Verfü
gung
wird
abweichend von der gutachterlichen Beurteilung
von einer dreimo
natigen unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen
. Wie
die
Beschwerde
gegnerin
zu dieser Beurteilung gelangte,
ist
unklar
. In den Erwägungen des Entscheids
ist wohl
festgehalten, dass eine
„
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit ledi
glich drei Monate gedauert habe“
.
Näher ausgeführt wurde dies
indes
nicht
.
Davon abgesehen sind die gutachterlichen Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit
jedoch
schwierig nachzuvollziehen.
Wurde zuvor
die unfallbedingte
Behand
lungsdauer
im Zusammenhang mit der Ellbogenproblematik plausibel
auf zwölf Monate festgelegt
, erscheint
fragwürdig, dass bereits nach zwei bis drei Wochen die volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangt worden sein soll. Dem Wortlaut der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
nach
scheint
der Gutachter
hier
auf einen üblichen, normalen Ablauf abzustellen und blieb der konkrete Vorzustand
unberücksich
tigt
.
Im Übrigen steht die gutachterliche Beurteilung in erheblichem Wider
spruch zu den
Angaben
der behandelnden Är
zte. So wurde etwa von
pract
. med.
I._
, Facharzt Allgemeinmedizin FMH, in den
jeweiligen
Unfall
scheinen
von einer seit 1
6.
September 2009 bestehenden
100%igen
Arbeitsun
fähigkeit ausgegangen, zuletzt am 2
3.
Februar 2011
(
Urk.
12/B27).
Wenngleich fraglich erscheint, ob die von
pract
. med.
I._
attestierte Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich im Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
6.
September 2009
gesehen werden kann
, vermögen dessen Einschätzungen doch begründete Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
F._
zu erwecken.
Gesamthaft erscheint die unfallbedingte Arbeits
unfähigkeit bzw. der Taggeldanspruch im vorliegen
den Fall ungenügend abgeklärt.
In diesem Zusammenhang ist auch festzuhalten, dass den Akten nicht abschliessend entnommen werden kann, ob und wann der Beschwerdeführer sein
e
Stelle als Kellner verloren hat und welche (anderweiti
gen) beruflichen Tätigkeiten ihm angesichts seiner Ausbildung und beruflichen Erfahrung zuzumuten sind, das heisst, auf welche Tätigkeit sich die allfällige durch die unfallbedingte Ellenbogensymptomatik beeinträchtigte Arbeitsfähig
keit im relevanten Zeitraum, jedenfalls bis Behandlungsabschluss, zu beziehen hat (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
; ATSG). Dies wird die Beschwerdegegnerin abzuklären haben, bevor sie bei den behandelnden Ärzten und/oder beim bereits in Anspruch genomme
nen Gutachter Auskünfte zu Dauer und zum Ausmass der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit einholt.
6.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung insoweit zu schützen, als die Behandlungskosten für das linke Knie bis zum 1
6.
Dezember 2009 und jene für den linken Ellbogen bis zum 1
6.
September 2010 übernommen werden. Die Frage nach
der Dauer
der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit und dem damit zusammenhängenden Taggeldanspruch kann indes nicht abschliessend beant
wortet werden. Diesbezüglich ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen vornehme und hernach über den Taggeldanspruch neu
entscheide
.
7.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die
Rück
wei
sung
der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Ver
fügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
ver
tretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Beschwerdeführer nur teilweise.
Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von
Fr.
800.--
ange
messen.
Vorliegend
rechtfertigt sich, die Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung einer (anteilsmässigen) Parteientschädigung von
Fr.
400
.-- (die Hälfte der Gesamtentschädigung) zu verpflichten.