# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a3b9d83b-881a-43bd-a23d-9c431632ba12
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, meldete sich am 2
0.
März 2005 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1 =
Urk.
7/4 =
Urk.
7/46). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Ver
fügung vom 2
2.
März 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab Februar 2005 zu (
Urk.
7/62).
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
8.
September 2008 (
Urk.
7/97) holte die IV-Stelle unter anderem ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 1
3.
Mai 2009 erstattet wurde (
Urk.
7/106) und sprach der Versicherten mit Ver
fügung vom 1
0.
September 2009
bei einem Invaliditätsgrad von nunmehr 82
%
eine ganze Rente ab Juli 2009 zu (
Urk.
7/120).
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 1
7.
März 2013 (
Urk.
7/131) holte die IV-Stelle unter anderem ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 1
5.
Mai 2014 erstattet wurde (
Urk.
7/153) und setzte nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (
Urk.
7/156,
Urk.
7/158,
Urk.
7/162,
Urk.
7/167) die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 1
1.
November 2014
bei einem Invaliditätsgrad von 52
%
auf eine halbe Rente ab Januar 2015 herab (
Urk.
7/179 +
Urk.
7/173 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
5.
Dezember 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
1.
November 2014 (
Urk.
2) und beantragte,
es sei
die
bisherige ganze Rente weiter auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
0.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
des
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die stan
dar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
mei
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten
kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spra
cheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in
der Begründung der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 Beilage) davon aus, gemäss dem eingeholten Gutachten habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 2009 verbessert; die depressive Episode sei seit 2013 remittiert und das frühere
thorakovertebrale
Schmerzsyn
drom
bestehe nicht mehr (S. 1 unten). Aus den im Vorbescheidverfahren einge
reichten Arztberichten ergäben sich keine neuen Tatsachen und ein
leidensbe
dingter
Abzug vom verwendeten Tabellenlohn sei
nicht gerechtfertigt (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), das eingeholte Gutachten leide an bestimmten Mängeln und stehe im Wider
spruch zu den Beurteilungen von behandelnder Seite (S. 8 f.
Ziff.
5), weshalb sich daraus nicht auf eine revisionsrelevante Verbesserung ihres Gesundheits
zustandes schliessen lasse (S. 10 f.). Schliesslich sei angesichts ihres Alters von 54 Jahren ein Abzug von 20
%
vom statistischen Tabellenlohn angezeigt (S. 11
Ziff.
6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob auf das eingeholte Gutachten abgestellt werden kann, ob eine revisionsrelevante Verbesserung des Gesundheits
zu
stan
des eingetreten ist und allenfalls, wie es sich mit einem Abzug vom
Tabel
len
lohn
verhält.
Unstrittig ist, dass der für die Frage der Revision massgebliche
Vergle
ichszeit
punkt
(vorstehend E. 1.4
) die 2009 erfolgte
Rentenzusprache
ist (vgl.
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
3).
3.
Am 1
3.
Mai 2009 erstatteten
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Rheumatologie sowie für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegeg
nerin (
Urk.
7/106/1-34).
Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26
Ziff.
5.1):
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom links ohne eindeutige sensomotorische Ausfälle (
failed
back
surgery
Syndrom) mit / bei
Status nach PLIF
*
und
Spondylodese
L5/S1 am 2
9.
Oktober 2004 bei
Spondylolyse
Status nach Rest-
Hemilaminektomie
, Dekompression und
Neurolyse
des Wurzelabgangs L5 links, Schraubenumsetzung L5 links und Re-Instrumentierung
links am 1
7.
Dezember 2004
Status nach Metallentfernung am 1
1.
November 2005
Status nach
Neurolyse
L5 links am 1
9.
Juni 2006
Status nach Implantation eines Neurostimulators probeweise am
9.
Dezember 2008 und definitiv am 1
6.
Dezember 2008
chronisches
cervicospondylogenes
Syndrom links mit / bei
degenerativen Veränderungen (
Osteochondrose
C4/5, C5/6, C6/7)
zeitweise
cervicoradikuläre
Reizsymptomatik, wahrscheinlich C8 links
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
* PLIF:
posterolaterale
interkorporelle
Fusion (
Urk.
7/153/20 unten)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Adipositas und einen Status nach Schilddrüsenoperation im März 2007 (S.
26
Ziff
5.2).
Bezogen auf die bisherigen Tätigkeiten (als Kassiererin, Maschinistin und Schreinerin) bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
und aus rheumatologischer Sicht - und damit insgesamt - keine Arbeitsfähigkeit (S. 30
Ziff.
6.2).
In einer Verweistätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Aus rheumatologischer Sicht - und damit insgesamt - bestehe auch für eine körperlich leichte, rückenentlastende Verweistätigkeit (ohne Heben, Stossen oder Ziehen über 10 kg, ohne repetitives Bücken, ohne dauernde
Reklination
oder Inklination des Kopfes) eine Arbeitsfähigkeit von unter 30
%
(S. 30
Ziff.
6.3).
4.
4.1
Dr.
med.
A._
, der die Beschwerdeführerin seit Februar 2004 behandelt (
Urk.
7/17
lit
. D.1), führte am 2
4.
Oktober 2013 aus, ihr Gesundheitszustand sei gleichbleibend. Sie leide weiterhin an einem persistierenden panvertebralen Schmerzsyndrom, depressiver Stimmung und starken Kopfschmerzen mit Schwindel und zum Teil Übelkeit (
Urk.
7/148/6).
4.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, der die Beschwerdeführerin 2004 ope
riert hatte (vgl.
Urk.
7/16/1)
, nahm
am 2
5.
März 2014
eine
Hemilaminektomie
,
Foraminotomie
, Dekompression und
Neurolyse
L3/4 links vor (
Urk.
7/153/40).
4.
3
Am 1
5.
Mai 2014 erstattete
n
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation, je ein
Gutachten
sowie eine
interdisziplinäre Beurteilung (
Urk.
7/153/16-17 =
Urk.
7/153/38-39).
Sie stütz
ten
sich auf die ihnen überlas
senen Akten, die Angaben der Beschwerdeführerin und die von ihnen am
1.
und 1
4.
Mai 2014 erhobenen Befunde.
4.4
Im psychiatrischen Gutachten (
Urk.
7/153/1-14) wurde
n
keine Diagnose
n
mit anhaltender Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit und folgende Diagnosen ohne anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 6
Ziff.
4):
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
depressive Episode, seit anfangs 2013 remittiert (ICD-10 F32.4)
Status nach familiären Schwierigkeiten, mässige kulturelle Integration (ICD-10 Z63, Z60.3)
Im Rahmen der Beurteilung führte der Gutachter unter anderem aus, die Ver
sicherte habe
gesundheitsbedingt 2004 ihre Arbeitsstelle aufgeben müssen; danach sei sie zunehmend in eine soziale Isolation geraten (S. 7 unten) und habe eine psychiatrische Behandlung aufgenommen. 2012 sei sie in die Türkei gezo
gen, wo sie ebenfalls eine ambulante psychiatrische Behandlung durchge
führt habe (S. 7 f.).
Ende 2012
habe sie sich
mit einem Landsmann
verheiratet
, der in der Schweiz lebe
. Der Ehemann sei alterspensioniert, die Eheverhältnisse seien positiv, die Versicherte werde vom Ehemann tatkräftig und moralisch unter
stützt. Die Eheschliessung habe dazu geführt, dass es ihr deutlich besser gehe. Sie gebe an, seit der Verheiratung nicht mehr verstimmt zu sein und wieder Freude am Leben zu empfinden. Es gelinge ihr auch, die mitmensch
lichen Kon
takte wieder enger zu knüpfen, sie habe eine regelmässige
Tages
gestaltung
, fahre Auto und lese gerne türkische Bücher. Der heutige Befund sei aus psychi
atrischer Sicht
grossteils
unauffällig, die Versicherte sei
stimmungs
mässig
aus
geglichen, äussere keine Ängste, sie sei aber subjektiv durch die Schmerzen be
einträchtigt. Ihre prophylaktische Medikamenteneinnahme sei an sich zu be
grüssen, hingegen sei eine Psychotherapie nicht mehr notwendig. Die Remission der depressiv
en Episode könne auf Anfang 2013
verlegt werden (S.
8 oben).
4.5
Im rheumatologischen Gutachten (
Urk.
7/153/18-37)
wurden die folgenden, hier gekürzt angeführten Diagnosen genannt (S. 14 f.):
chronisches
lumbo-linksspondylogenes
Schmerzsyndrom (
failed
low
back
surgery
Syndrom)
chronisches
zerviko-linksspondylogenes
Schmerzsyndrom (seit zirka 2006)
aktuell keine
radikuläre
Symptomatik nachweisbar; freie HWS-Beweglichkeit
deutliche degenerativ
e
Veränderungen an der unteren Halswirbelsäule (HWS)
Schmerzbewältigungsstörung - Differentialdiagnose (DD) Aggravation / somatoforme Schmerzstörung
Zustand nach thorakalem Schmerzsyndrom
aktuell beschwerdefrei und klinisch unauffällige Verhältnisse
Zustand nach (einzeln genannten) Operationen
Der Gutachter führte unter anderem aus,
über dem linken Fussrücken habe die Versicherte kaum sicher zuzuordnende extreme Schmerzen schon bei leisem Berühren angegeben, während Konfektionsschuhe normal getragen werden könnten (S.
16 Mitte). D
ie Versicherte habe ihre Schmerzen zum
Untersu
chungszeitpunkt
auf der Skala
von
1-10 mit 10 eingestuft, sei dabei aber psychisch guter Dinge gewesen und habe ausgeglichen gewirkt. Spontan und bei der passiven Untersuchung sei die Halswirbelsäule schmerzlos völlig frei beweglich und bis auf eine leichte Irritationszone rechts
palpatorisch
unauf
fällig gewesen, die Nackenmuskulatur sei nicht
verschmächtigt
gewesen
. Die Beweg
lichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) sei zumindest sagittal erstaunlich gut ge
wesen, die Rückenmuskulatur kaum
verschmächtigt
. Die LWS habe sich ange
sichts der Vielzahl von chirurgischen Eingriffen in einem doch erstaunlich gu
ten Zustand gefunden. Sowohl für die Nacken-Arm-Schmerzen wie auch die Rücken-Beinschmerzen bestehe also eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geklagten Schmerzen und dem klinischen Gesamteindruck (S. 16 unten).
Für Rückenschwerarbeit sei die Versicherte seit 2004 arbeitsunfähig (S.
17
Ziff.
2).
Für eine körperlich leichte (bis 3-4 kg) wechselbelastende Tätigkeit ohne grös
sere statische Fehlbelastung des Achsenskeletts sei die Versicherte aus rheuma
tologischer Sicht zu 60
%
arbeitsfähig, wobei initial der körperlichen und mentalen
Dekonditionierung
Rechnung getragen werden müsse (S.
17
Ziff.
3). Im letzten somatischen Gutachten vom Mai 2009 sei für eine angepasste Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von unter 30
%
angenommen worden. Dieser Grad der Arbeitsunfähigkeit könne mit den heutigen klinischen Befunden nicht mehr
aufrechterhalten werden; als Beginn der höheren Arbeitsfähigkeit sei der
Untersuchungszeitpunkt vom 1
5
.
Mai
2014
(S.
1 unten) anzunehmen (S.
17
Ziff.
4).
Seit 2009 habe sich die gesundheitliche Situation verbessert. Das frühere
thora
kovertebrale
Schmerzsyndrom bestehe nicht mehr und die Halswirbelsäule lasse sich heute aktiv und passiv völlig frei bewegen und zeige klinisch altersnormale Verhältnisse, wobei aufgrund der radiologisch dargestellten Veränderungen an der HWS eine gewisse zervikale Symptomatologie nicht verneint werden könne. Auch bestehe zumindest heute eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem sub
jektiv
en
Kranksein und dem klinischen Eindruck. Die von der Versicherten ange
gebene Verschlechterung seit 2009 könne angesichts der nicht überseh
ba
ren Diskrepanzen im Gesamtbild und der im Vergleich zu 2009 verbesserten
Klinik
überhaupt nicht nachvollzogen werden (S. 18
Ziff.
7/8).
4.6
In der interdisziplinären Beurteilung (
Urk.
7/153/16-17 =
Urk.
7/153/38-39)
führten die Gutachter aus, bis Ende 2012 habe für eine den rheumatologischen Befunden angepasste berufliche Tätigkeit eine Einschränkung von zirka 70
%
bestanden. Seither könne vollumfänglich auf den rheumatologischen Gesichts
punkt abgestellt werden und die Arbeitsfähigkeit betrage 60
%
(S. 2 Mitte).
4.
7
In e
inem (übersetzten) Attest des K
rankenhauses
E._
wurde angegeben, bei der Untersuchung am 2
9.
Mai 2014 seien eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F31.1) und eine Angststörung, undefiniert (ICD-10 F41.9) festgestellt worden
, und es wurden Konsultationstermine im Juni, Juli, August und Dezember 2013 sowie im Januar und Mai 2014 angegeben
(
Urk.
7/161/1
=
Urk.
3/3
).
4.
8
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bestä
tigte am
4.
August 2014, dass er bei der Beschwerdeführerin am 2
9.
Juli 2014 wegen eines
lumbospondylogenen
Syndroms notfallmässig einen Hausbesuch habe machen und gegen die starken Schmerzen ein bestimmtes Medikament habe verordnen müssen (
Urk.
7/168/2
=
Urk.
3/5
)
.
4.9
Dr.
B._
(vorstehend E.
4.2)
führte in seinem Bericht vom
3.
Septem
ber 2014 (
Urk.
7/161/2
=
Urk.
3/4
) unter anderem aus, am 2
5.
März 2014 sei, wegen engem Spinalkanal
suprafusionell
, eine
Hemilaminektomie
L3/4 links erfolgt (
Ziff.
1). Gegenüber 2009 habe sich die Situation tendenziell verschlech
tert (
Ziff.
2). Nach üblicher
Rekonvaleszenzzeit
von 3-6 Monaten nach dem letzten Eingriff sei das Arbeitsprofil wie zuvor, es bestehe also eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule und eine vorgeneigte Haltung wie beispielsweise beim Staubsaugen sollte dauerhaft vermieden werden; monoto
nes Stehen oder Sitzen sei ebenfalls eingeschränkt (
Ziff.
3). Seines Erachtens könne oder müsste
eine Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit dem genannten Profil in Erwägung gezogen werden; das genaue Ausmass sei ab
hängig von der Arbeits
stelle (
Ziff.
4).
5.
5.1
Entgegen der Vorbringen in der Beschwerde (
Urk.
1) sind keine qualitativen Mängel der beiden 2014 erstatteten Gutachten ersichtlich.
Dass die psychiatrische Exploration nur von kurzer Dauer gewesen sei (S.
8 Mitte), wäre selbst zutreffendenfalls
nicht per se ein Mangel, da es praxisgemäss nicht entscheidend auf die
Dauer der Untersuchung ankommt
, sondern darauf, dass
die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_676/2009 vom 1
7.
Dezember 2009 E. 3, 9C_55/2009 vom
1.
April 200
9 E.
3.3
)
, sofern
der zeitliche Aufwand für eine psychiatrische Untersuchung der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen
ist
(Urteil I 1094/06 vom 1
4.
November 2007 E. 3.1.1
). Dass die Beschwerdeführerin weiterhin auf therapeutische und medikamentöse Behand
lung angewiesen sei (S. 8 unten), macht den Hinweis des Gutachters, die Medi
kation sei im Sinne der Prophylaxe zu begrüssen, ein
e
Psychotherapie aber nicht mehr notwendig (vorstehend E.
4.4)
,
nicht unzutreffend
(und das Gut
achten nicht mangelhaft)
, dies umso
weniger
, als die Behandlungen sehr weit
maschig und of
fenbar nur während Aufen
t
halten im Heimatland erfolgten (vorstehend E. 4.7)
, während der letzte Bericht des in der Schweiz aufgesuchten Psychiaters (
Urk.
7/100) im November 2008 erstattet wurde.
Dass der Rheuma
tologe nicht dargelegt habe,
worin die von ihm festgestellte
Verbesserung
der klinischen Befunde bestünde
(S. 9 Mitte), trifft nicht zu (vgl. vorstehend E. 4.5). Dass er bei seiner Untersuchung unter anderem ein Messband verwendet habe (S.
9 un
ten),
vermag den Beweiswert des Gutachtens selbstredend nicht zu schmälern
,
und d
ass der operierende Chirurg von ei
ner Verschlechterung seit 2009 ausging (S. 9 f.), ist im Zusammenhang mit dem
- vom ihm und vom Gutachter formulierten -
Belastungsprofil zu würdigen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die beiden Gutachten die
praxisgemäs
sen
Kriterien (vorstehend E.
1.5
) vollumfänglich erfüllen, so dass auf sie abzu
stellen ist.
5.2
Gestützt auf das psychiatrische Gutachten ist davon auszugehen, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 2009
revisionsrele
vant
verbessert hat; im Zeitpunkt der Begutachtung (
Anfang
Mai 2014) war keine Depressivität festzustellen (vorstehend E.
4.4). Dementsprechend wenig plausibel ist, dass Ende Mai 2014 eine mittelgradige depressive Episode (und eine Angststörung) zu diagnostizieren gewesen sein soll; das entsprechende Attest (vorstehend E. 4.7) enthält denn auch keinerlei
näheren Angaben über all
fällige Befunde, welche die postulierte Diagnose gestützt hätten. Auch die dort genannten Konsultationstermine belegen
nur
, dass die Beschwerdeführerin of
fensichtlich in Zeiten, in denen sie in der Türkei weilte, etwa einmal im Monat die betreffende Klinik aufgesucht hat; ob dies mit therapeutischen Vor
kehren verbunden war oder lediglich der Medikamentenabgabe diente, muss dabei of
fen bleiben. So oder anders lässt sich daraus keine weitergehende Ein
schrän
kung als die im Gutachten erhobene ableiten.
5.3
In somatischer Hinsicht ist ebenfalls eine Verbesserung ausgewiesen, dies ins
besondere bezüglich der Nacken- und Halswirbelproblematik. Die schon 2009 fest
gestellten degenerativen Veränderungen bestanden zwar logischerweise weiter
hin, jedoch war nunmehr keine
radikuläre
Symptomatik mehr zu diag
nos
ti
zieren und namentlich die Beweglichkeit
erwies sich klinisch als nahezu unein
geschränkt (vorstehend E.
4.5). Bezüglich der lumbalen
Rückenproble
matik
wurde im Gutachten hingegen keine Verbesserung im Vergleich zu 2009 festgestellt.
5.4
Ist somit ein Revisionsgrund ausgewiesen, sind der Gesund
heitszustand und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Arbeitsfä
higkeit aktuell zu beur
teilen. Auch dafür ist auf die Einschätzung in den 2014 erstatteten Gut
achten abzustellen.
Dementsprechend ist (neu) von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
auszugehen, dies entsprechend den aus somatischer Sicht formulierten Einschränkungen (vor
stehend E. 4.6).
Diese Arbeitsfähigkeit gilt nur für Tätigkeiten, welche dem im Gutachten formulierten Belastungsprofil -
körperlich leichte (bis 3-4 kg) wechselbelastende Tätigkeit ohne grössere statische Fehlbelastung des
Ach
sen
skeletts
(vorstehend E. 4.5) - entsprechen, womit den doch erheblichen Ein
schränkungen insbesondere aufgrund der lumbalen Rückenproblematik Rech
nung getragen wird.
Das genannte Belastungsprofil ist sodann ohne weiteres vereinbar mit der Beur
teilung durch den behandelnden Chirurgen, wonach eine
verminderte Belast
barkeit der Wirbelsäule
bestehe,
eine vorgeneigte Haltung wie beispielsweise beim Staubsaugen dauerhaft vermieden werden
sollte und
monotones Stehen
oder Sitzen ebenfalls eingeschränkt sei
(vorstehend E. 4.8). Der einzige Unter
schied besteht darin, dass der Behandler dabei eine Teilarbeitsfähigkeit als ge
geben erachtete, ohne diese zu quantifizieren, während der Gutachter einen be
zifferten Grad der Arbeitsfähigkeit nannte, womit er seine Aufgabe erfüllte und die zur Anspruchsbeurteilung erforderlichen Informationen lieferte, auf welche denn auch abzustellen ist.
5.5
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass für näher um
schriebene adaptierte Tätigkeiten
seit Mai 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
besteht.
5.6
Die Beschwerdegegnerin hat ausgehend von der genannten Arbeitsfähigkeit die Invaliditätsbemessung vorgenommen und einen Invaliditätsgrad von 52
%
er
mittelt (
Urk.
7/154 S. 1). Dabei hat sie vom statistischen Tabellenlohn keinen Abzug vorgenommen (
Urk.
7/170 S. 1 unten).
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, ihr fortgeschrittenes Alter von 54 Jahren rechtfertige einen Abzug von 20
%
(vorstehend E. 2.2).
Dem kann nicht gefolgt werden, denn gemäss gefestigter Rechtsprechung wirkt sich das fortgeschrittene Alter im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothe
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich nicht zwingend lohnsenkend aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_672/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E.
3.3; vgl. Urteile 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E.
4.2, 8C_372/2012 vom 1
3.
Juni 2013 E.
4.2, 8C_498/2012 vom
6.
September 2012 E.
3.1, 9C_128/2012 vom 1
5.
März 2012 E. 4.2, 8C_190/2010 vom 1
9.
März 2010 E. 3.4), dies auch nicht im Fall, in welchem die verbleibende erwerbliche Aktivitätsdauer noch
13 Jahre betrug (Urteil 9C_366/2015 vom 2
2.
September 2015, E. 4.3.2).
5.7
Damit erweist sich auch die Invaliditätsbemessung als zutreffend, was zum Schluss führt, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist,
Somit
ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die
Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.