# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0842df93-3baf-43b3-b3c8-635c5673ce18
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Y._ kam am _ 2007 als Sohn von Z._, geboren am _ 1984, und X._, geboren am _ 1974, zur Welt. Z._ und X._ sind nicht verheiratet gewesen. Der Kindsvater wohnt in L.1_ und die Mutter mit dem Sohn in O.1_.
B. Am _ 2013 hat das Familien- und Jugendgericht im Gerichtsbezirk (L.1_) die bisher bestehende Vereinbarung über das Besuchsrechts wie folgt abgeändert:
"Der Vater genehmigt, dass der Minderjährige bei der Mutter in der _stasse 3, O.1_, Schweiz, wohnt.
Der Minderjährige verbringt die Sommerferien mit dem Vater vom 30. Juni bis 18. August. Die Weihnachtsferien (23. Dezember bis 3. Januar) und Osterferien (21. April bis 2. Mai) werden abwechselnd mit einem der Elternteile verbracht.
Die Mutter verpflichtet sich dafür zu sorgen, dass sie über die technischen Mittel verfügt, damit der Minderjährige montags, mittwochs und freitags zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr von dem Vater per Telefon, Skype oder auf einem sonstigen Kommunikationsweg kontaktiert werden kann."
C. Mit Schreiben vom 11. August 2016 beantragte A._, Fachbereichsleiter des Bundesamtes für Justiz BJ, in der Eigenschaft als Zentralbehörde im Sinne von Art. 6 HKÜ bei der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Mittelbünden/Moesa (nachfolgend: KESB Mittelbünden/Moesa) entsprechende Schritte zum Schutz und zur Durchführung eines grenzüberschreitendenden Besuchsrechts einzuleiten und äusserte die Bitte, Kontakt zur Kindsmutter aufzunehmen und sie zu einer freiwilligen Wiederherstellung des Vater- oder, bei wesentlich geänderter Situation, zu einer Neuregelung zu bewegen.
D. In der Folge eröffnete die KESB Mittelbünden/Moesa am 17. August 2016 eine Abklärung bezüglich der Differenzen im Bereich des persönlichen Verkehrs zwischen Vater und Sohn und teilte der Mutter einen Besprechungstermin mit. Der Vater wurde über die Aufnahme der Abklärung gleichentags informiert.
E. Mit E-Mail vom 25. August 2016 teilte B._, Fachpsychologin des Schulpsychologischen Dienstes Graubünden, der KESB Mittelbünden/Moesa mit, dass Y._ den Vater sehr ungerne besuche und die vielen Telefonate mit ihm eine grosse Belastung für ihn seien. Begründend führte sie aus, dass Y._ ihr
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von den Besuchen beim Vater erzählt habe und zu befürchten sei, dass der Vater nicht altersentsprechend auf die Bedürfnisse seines Sohnes eingehe. So habe Y._ erzählt, dass ihn sein Vater bereits mehrfach gefilmt habe, als er auf der Toilette gewesen sei und ihn am Gesäss berührt habe. Der Vater gehe tagsüber arbeiten. Während dieser Zeit sei er unbeaufsichtigt. Manchmal wären auch Freunde des Vaters bei ihnen zu Hause. Wenn er nicht mache, was sie wollen, erhalte er eine Ohrfeige.
F. Mit Schreiben vom 9. Mai 2016 teilte H._, Lehrerin von Y._, der KESB Mittelbünden/Moesa mit, dass sich die Situation von Y._ seit der Abklärung vergangenen Jahres nicht zum Positiven verändert habe. Y._ brauche eine integrative Förderung mit Lernzielanpassung in den sprachlichen Fächern. Er mache häufig einen abgelöschten, freudlosen und abwesenden Eindruck in der Schule, weshalb es zu begrüssen sei, wenn die KESB eingeschaltet werde. Aufgrund der sprachlichen Barriere könne sie jedoch nicht beurteilen, inwiefern die familiäre Situation Grund für Y._s Verhalten sei.
G. Am 31. August 2016 fand ein Erstgespräch statt, an welchem Z._ mit Sohn Y._, C._, Mitglied der KESB, sowie D._, Verfahrensleiterin, teilnahmen. Die Mutter berichtete, dass Y._ nicht mehr zum Vater in die Ferien wolle, da es seit circa einem Jahr Spannungen zwischen den beiden gebe. Von den letzten Sommerferien in L.1_ 2016 sei Y._ niedergeschlagen und bedrückt zurückgekommen. Die Mutter erklärte sich mit der Errichtung einer vorsorglichen Beistandschaft für Y._ einverstanden. Weiter erklärte sie sich mit der Begutachtung und dem Zuzug der Kinderschutzgruppe einverstanden.
H. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 7. September 2016 ordnete die KESB Mittelbünden/Moesa eine Begutachtung durch eine Fachperson der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden an.
I. Mit Entscheid vom 21. September 2016 ordnete die KESB Mittelbünden/Moesa eine vorsorgliche Massnahme im Rahmen einer Beistandschaft an. Als Beiständin wurde E._ ernannt. Der dringliche Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa wurde insbesondere damit begründet, dass konkrete Hinweise bestünden, dass die Entwicklung und Entfaltung von Y._ gefährdet zu sein scheine.
J. Mit Datum vom 10. März 2017 lag der KESB Mittelbünden/Moesa der erste Teil der interventionsorientierten Begutachtung durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden vor. Zusammenfassend hält das Gutachten
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empfehlungsweise fest, dass sowohl die Mutter als auch der Vater durch erziehungsberatende und psychotherapeutische Interventionen unterstützt werden sollten. Des Weiteren sollen die Eltern daran arbeiten, Y._ vor den elterlichen Konflikten zu schützen. Da Y._ selber nur unzureichend für seine Bedürfnisse einstehen könne, sei ausserdem zu empfehlen, dass er kinderpsychotherapeutisch begleitet und unterstützt werde.
K. Am 27. Juni 2016 lag der KESB Mittelbünden/Moesa die vollständige Begutachtung durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden vor. Das Gutachten hält fest, dass die Erziehungsfähigkeit von X._ nicht ausreiche, um Y._ mit seinem erhöhten Förderbedarf im Rahmen von ausgedehnten Besuchskontakten gerecht zu werden. In Y._s Alter seien zudem soziale Kontakte zu Gleichaltrigen wichtig. Es werde deshalb empfohlen, dass die Besuchskontakte während den Sommerferien beim Vater in der Dauer von höchstens ein bis zwei Wochen betragen. Die Weihnachts- und Osterferien sollen wie bisher abwechselnd bei einem Elternteil verbracht werden. Während dieser Kontakte solle der Vater anwesend sein und seine Pflichten als Aufsichts- und Bezugsperson persönlich wahrnehmen und Y._ nicht über längere Zeit (bspw. ganzer Vormittag) durch Dritte fremdbetreuen lassen. Ausserdem sei während den Ferien der Kontakt zur Mutter sicherzustellen. Die Telefongespräche zum Vater seien während Y._s Aufenthalt in der Schweiz auf einmal wöchentlich zu reduzieren. Beide Teile des Gutachtens wurden gemäss Art. 24 HKsÜ ins Katalanische übersetzt und dem Vater mitgeteilt.
L. Mit E-Mail vom 28. November 2017 bestätigte A._ auf Anfrage der KESB Mittelbünden/Moesa, dass gemäss Art. 5 HKsÜ die KESB zuständig sei, den persönlichen Verkehr von Y._ zu regeln und die Beistandschaft gegebenenfalls anzupassen, sofern dessen gewöhnlicher Aufenthalt in der Schweiz liege.
M. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2017 informierte die KESB Mittelbünden/Moesa den Kindsvater in katalanischer Sprache zum einen, dass E._ als Berufsbeiständin eingesetzt wurde, und teilte ihm zum anderen die Absicht mit, eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten und den persönlichen Verkehr zwischen dem Kindsvater und Y._ neu zu regeln. Im gleichen Schreiben lud die KESB Mittelbünden/Moesa zur Anhörung ein. In der Beschwerde bestätigte die Anwältin den Erhalt des Schreibens.
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N. Am 11. Januar 2018 reichte die Beiständin der KESB Mittelbünden/Moesa fristgerecht den geforderten Kurzbericht ein.
O. Am 8. Februar 2018 fand eine Anhörung zwischen der Kindsmutter und F._, Leiterin KESB Mittelbünden/Moesa, zur beabsichtigten Errichtung einer Beistandschaft und zur Neuregelung des persönlichen Verkehrs zwischen Y._ und seinem Vater statt.
P. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 14. März 2018, mitgeteilt am 17. April 2018, erkannte die KESB Mittelbünden/Moesa, was folgt:
1. Es wird festgestellt, dass mit Vollstreckbarkeit dieses Entscheides die Ziff. 2 des Entscheids vom 21.09.2016 verfügte vorsorgliche Anordnung (Beistandschaft (Art. 308 ZGB) von Gesetzes wegen dahinfällt.
2. Für Y._ wird eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht (Art. 308 ZGB) errichtet.
3. Die Beistandsperson hat die Aufgaben und Kompetenzen:
a. im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB)
1. die Mutter von Y._ in folgenden Bereichen nötigenfalls zu vertreten:
a. medizinische Behandlung/Betreuung
b. Schule
2. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen Y._ und dem Vater zu beraten und zu unterstützen;
3. im Konfliktfall im Rahmen der behördlichen Regelung über den persönlichen Verkehr konkrete Modalitäten zur Umsetzung festzulegen;
4. dem Vater auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung von Y._ zu erteilen;
5. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von Y._ Beteiligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen.
4. In Abänderung des Entscheids Familien- und Jugendgericht, Gerichtsbezirk L.1_ vom 24.09.2013 wird der persönliche Verkehr zwischen Y._ mit Wirkung per 01.05.2018 wie folgt neu geregelt:
a. X._ ist berechtigt, Y._ einmal pro Woche zwischen 20.00 Uhr und 21.00 Uhr per Telefon, E-Mail, Skype oder auf einem sonstigen Kommunikationsweg zu kontaktieren,
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b. X._ ist berechtigt, Y._ 2 Wochen in den Sommerferien pro Jahr auf eigene Kosten inkl. beide Reisewege zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen;
c. Y._ verbringt Weihnachts- und Neujahrstage jährlich abwechselnd beim Vater und bei der Mutter. X._ ist berechtigt, in den ungeraden Jahren die Weihnachtstage und die Neujahrstage mit Y._ zu verbringen. Die Weihnachtstage und die Neujahrstage dauern vom 23. Dezember bis 3. Januar.
d. Y._ verbringt Ostern jährlich abwechselnd beim Vater und bei der Mutter. X._ ist berechtigt, in den geraden Jahren Ostern mit Y._ zu verbringen. Die Osterferien dauern eine Woche.
e. Die Feiertage sind nicht an die Ferientage anzurechnen;
f. Bei ernster Erkrankung von Y._ entfällt das Besuchsrecht, bei leichteren Erkrankungen (Schnupfen, Husten, erhöhte Temperatur usw.) hingegen nicht. Besuchstage, deren Ausfall in der Person der Mutter oder von Y._ begründet sind, werden grundsätzlich nachgeholt. Der Ausfall von Besuchstagen, welche in der Person des Vaters begründet sind, werden nicht kompensiert;
g. Die Auswertung betreffend Verlauf der Besuchskontakte erfolgt zwischen der Beiständin und den Eltern; sind sich die Eltern einig, kann der festgelegte persönliche Verkehr im Interesse von Y._ erweitert oder abgeändert werden;
h. Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
5. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkunde sich die zur Erfüllung der Aufgabe nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit der Mutter und Y._ persönlich Kontakt aufzunehmen.
6. Die Beiständin ist gehalten:
a. der KESB jährlich (erstmals per 31.03.2019) einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Lage von Y._ und die Ausübung der Beistandschaft, Ausblick mit Empfehlungen) bis 30.06.2019 einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von Y._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls ein geeignetes Vorgehen zu empfehlen.
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7. G._ (Psychologische Beratung und Familienbegleitung, O.2_) wird zur Beiständin von Y._ ernannt.
8. (Kostenfolge)

## Considerations