# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8d356814-8e33-4e9a-9454-2ad87747189c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956,
zog im Jahr 1983
nach einer frühen ersten Ehe und Mutterschaft
in ihrer Heimat in die Schweiz, verheiratete sich erneut und wurde Mutter von vier Kindern, gebore
n 1983, 1985, 1987 und 198
8.
Im Jahr 1995 wurde die Ehe
geschi
eden, und
X._
hatte mit ihrem neuen Partner zwei weitere Kinder, geboren 1995 und 1997 (vgl.
den Familienschein in
Urk.
10/21,
die Angaben in der Anmeldung bei
der Invalidenversicherung, Urk.
10/20
/1-3,
und die
An
amnese im Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
4.
September 2016
,
Urk.
10/47/8-10 und
Urk.
10/47/50-54).
1.2
Im
November 2011
erlitt
X._
ein Hyperextensionstrauma des rechten oberen Sprunggelenks,
und Ende
Februar 2012 unterzog sie sich einer Operation des
Hallu
x
valgus am rechten Fuss.
Nachdem
X._
bereits nach dem Vorfall vom November 2011 einen protrahierten Verlauf festgestellt hatte, persistierten nach der
Hallux
-Operation zusätzliche starke Schmerzen, weshalb
sie
zunächst die Klinik
B._
(Berichte vom 3
0.
Mai und vom 2
8.
Juni 2012,
Urk.
10/34/21-22) und
im Dezember 2012 die Rheumasprechstunde der Univer
sitätsklinik
C._
aufsuchte
(Zuweisungsschreiben der behandelnden Psychiaterin
Dr. D._
,
Urk.
10/
1
9/6).
Dort wurden bis im Frühjahr 2013 nebst medikamentöser und physiotherapeutischer Behandlung verschiedene Verlaufskontrollen
durchgeführt
(Dokumentation
en der Klinik in Urk. 10/19/7
12), und
im Mai 2013 wurde das Osteosynthese-Material im rechten Fuss entfernt (Bericht vom 10./1
1.
Mai 2013,
Urk.
10/19/13-14).
Bei einer Kontrolle
in der Universitätsklinik
C._
vom August 2013 berichtete
X._
zunächst von einem guten Verlauf
(Dokumentation in Urk.
10/19/15)
. Nachdem sie im September 2013
jedoch
eine Tätigkeit in einem Call-Center aufgenommen hatte (vgl.
Urk.
10/20
/5
), klagte sie
bei den
nachfolgenden Kontrollen von Ende
Sept
ember 2013 sowie vo
n
Januar,
A
pril
und Juli
2014 über eine erneute Zunahme der Beschwerden am rechten Fuss (Dokumentation in
Urk.
10/19/16-19
und
Urk.
10/19/1-2
), und im Oktober 2014 suchte sie
das Schmerzambulatorium des Universitätsspit
als
E._
auf (Bericht vom 24.
Oktober 2013,
Urk.
10/19/20-22).
1.3
Aufgrund einer Anmeldung zur Hilfsmittelverso
rgung vom 2
6.
August 2013 (Urk.
10/7) hatte die
Sozialversicherungsansta
lt des Kantons Zürich (SVA), IV
Stelle,
X._
am
3.
Januar 2014
ort
hopädische Serienschuhe
zugesprochen
(
Urk.
10/15).
Am 2
0.
Mai 2015 meldete sich
X._
erneut
bei der Invalidenversicherung
an, diesmal
zur
b
eruflichen Integration beziehungsweise zum Rente
nbezug (
Urk.
10/20). Sie hatte in
der Zwischenzeit am 1
8.
September 2014 eine zusätzliche Teilzeitstelle in der Postzustellung angetreten
(vgl.
Urk.
10/20/5)
; das Arbeitsverhältnis im Call-Center stand wegen Konkurses des Arbeitgebers vor der Auflösung (vgl.
Urk.
10/26/2
).
Die IV-Stelle führte mit
der Versi
cherten
am 19.
Juni 2015 ein Standortgespräch (
Urk.
10/26)
, liess sich von der Universitätsklinik
C._
die
Bericht
e
über die
V
erlaufskontrolle
n
vom 2
4.
September 2014
und vom 1
5.
September 2015
zustellen (Urk.
10/27
und
Urk.
10/29
)
,
ho
lte die
Bericht
e des
Schmerzambulatoriums
des Universitätsspitals
E._
vom
2
2.
Juli und vom 2
3.
September 2015 ein
(Urk.
10/28 und
Urk.
10/35),
zog die medizinischen Unterlagen der Krankenkasse bei,
darunter
insbesondere die Berichte von
Dr.
D._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2
5.
Juni 2010 (
Urk.
10/34/12-14), vom 1
2.
Dezember 2011 (
Urk.
10/34/19-20), vom
9.
Februar 2013 (Urk. 10/34/10
11) und vom
3.
Mai 2014 (Urk. 10/34/17
18)
,
und liess durch Dr.
D._
anschliessend den Bericht vom
1
5.
Januar 2016 verfassen (Urk.
10/39).
Am 1
4.
September 2016
erstellte
Dr.
A._
, Spezialarzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, im Auftrag der IV-Stelle ein
bidisziplinäres
, neurologisches und psychiatrisches Gutachten (
Urk.
10/47). Die IV-Stelle holte die Stellungnahme ihres Regionalärztlichen Dienstes (RAD;
Dr
.
F._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und
Dr.
G._
, Spezialarzt für Psychiat
rie und Psychotherapie) vom 23.
September/
6.
Oktober 2016 ein (
Urk.
10/50/6-7) und eröffnete der Versicherten daraufhin mit Vorbescheid vo
m 2
6.
Oktober 2016, dass sie ihr
en Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 25
%
zu verneinen gedenke
(
Urk.
10/51).
Die Versicherte, ve
rtreten durch ihre Tochter Y._
, liess mit Eingabe
vom 2
6.
November 2016 Einwendungen
erheben (Urk.
10/57) und beantragen, ihr sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei ein rheumatologisch-orthopädisches Gutachten,
subeventualiter
ein ergänzendes psychiatrisches Gutachten einzuholen (
Urk.
10/57/1
). Des Weiteren hatte
Dr.
D._
am 2
5.
November 2016
gegenüber der IV-Stelle eine Stellungnahme zum Gutachten
von
Dr.
A._
abgegeben (
Urk.
10/56).
Die IV-Stelle holte den Verlaufsbericht der Universitätsklinik
C._
vom
7.
Dezember 2016 ein, wo die Versicherte Anfang Dezember 2016
wieder
vorgesprochen hatte (
Urk.
10/58). Nachdem die Versicherte am
3.
Februar 2017 zu den neuen Abklärungsergebnissen Stellung
genommen hatte (
Urk.
10/61), entschied die IV
Stelle mit
Verfüg
ung vom
1.
März 2017 im Sinne i
hres Vorbescheids und verneinte
den Anspruch
der Versicherten
auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 = Urk
.
10/63).
2.
X._
, nunmehr vertreten durch Fürsprecher Frank Goecke, liess gegen die Verfügung vom
1.
März 2017 mit Eingabe vom
3.
April 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine halbe Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei ein polydisziplinäres gerichtliches Gutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2).
Si
e berief sich unter anderem auf
allgemeine
A
u
sführungen
der
Integrierte
n
Psychiatrie
H._
zur Psychodynamik
(
Urk.
3); zusätzlich liess sie mit
Eingabe vom 1
2.
Juni 2017 (Urk.
7)
zwe
i
von ihrem Rechtsvertreter eingeholte
Berichte von
Dr.
I._
, Spezialarzt für Neurologie, vom 1
2.
April und vom
7.
Juni 2017
über
Konsultationen von April bis Juni 2017
sowie einen
ebenfalls vom Rechtsvertreter eingeholten
Bericht des Schmerzambulatoriums des Universitätsspitals
E._
vom 2
6.
Mai 2017 einreichen (
Urk.
8/1-3)
. Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
1.
Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
12) liess
X._
dem Gericht einen Bericht von
Dr.
D._
vom
8.
Juni 2017 zukommen
, in dem die Psychiaterin Fragen ihres Rechtsvertreters beantwortet hatte
(
Urk.
13). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 1
8.
Juli 2017 auf eine Stellungnahme zu den nachgereichten Unterl
agen der Versicherten (
Urk.
15), was
der Versicherten mit Verfügung vom 2
6.
Juli 2017 mitgeteilt
wurde
(
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode
r Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arb
eitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
ge
richt die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwer
debilder ohne nach
weisbare organische Grundlage
zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisieren
den Wirkung einer objektiven Beurteilung weit
gehend entzögen
, weil sie
in erster Linie
auf den Angaben der Patienten basier
t
en
(BGE 139 V 547 E. 5.9). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nach
weis einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nach
weis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbrin
gen sei, wobei bei Beweis
losigkeit ver
mutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invali
disierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1). Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufge
stellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E.
4.1)
.
Ursprünglich hatte das Bundesgericht diese Krite
rien für die Diagnose der
an
haltenden somatoformen Schmerzstörung (Code F45.4 der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10)
ent
wickelt, später hatte es sie auf alle p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Be
schwerdebilder im dargelegten Sinne ausge
dehnt (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E. 2.2). Das
Bundesgericht hatte den Kriterien norma
tiven Charakter zugeschrieben und dazu festgehal
ten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen Anfor
derungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
1.2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdeb
ildern ohne nachweisbare organi
sche Grundlage nicht länger festzuhalten
und die sogenannte Überwindbar
keitsver
mutung aufzugeben. Stattdessen
hat das Bundesgericht unter Auf
stellung von Standardindikatoren einen neuen Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Er präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie „fu
nktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Res
sourcen
)
-
Kompl
ex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesich
tspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener Lei
densdruck
.
Das
Bundesgericht
schreibt
dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fach
personen sei, innerhalb der ein
schlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2). Des Weiteren müssen die funktionellen Einschränkungen nach wie vor mit überwiegender Wahrscheinl
ichkeit nachgewiesen sein - nun
mehr anhand der neuen Standardindikatoren -, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
1.2.3
Schliesslich hat das Bundesgericht die Anwendbarkeit der neu entwickelten Standardindikatoren in zwei Grundsatzurteilen auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das strukturierte Beweisverfahren, wie es für die somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbare Leiden entwickelt worden ist, als massgebend erklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7,
1
43 V 409 E. 4.4 und E. 4.5).
Damit hat das Bundesgericht insbesondere
seine bisherige Rechtsprechung zu den depressiven Störungen geändert und nicht länger daran fes
t
gehalten,
dass rezidivierende oder episodische Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (vgl. die Zusammenfassung der bisherigen Rechtsprechung in BGE 143 V 409 E. 4.1).
1.3
Von vornherein nicht als relevant im Sinne des Invalidenversicherungsrechts gelten geklagte Beschwerden insoweit, als sie aggraviert werden, also als stärker beeinträchtigend dargestellt werden, als sie tatsächlich sind beziehungsweise empfunden werden. Hinweise für eine Aggravation erblickt das Bundesgericht etwa darin, dass
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeig
ten Verhalten oder der Anamnese besteht, dass
intensive
Schmerzen angegeben werden, die jedoch nur vage charakterisiert werden, dass
Klagen
in einer Weise demonstrativ vorgetragen werden, die unglaubwürdig wirkt, dass keine
medizinische
n
Behandlung
en in Anspruch genommen werden und dass
schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfe
ld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E. 2.2 und E. 3.7.1, 131 V 49).
Des Weiteren gilt rechtsprechungsgemäss der Grundsatz, dass ein invalidenver
sicherungsrechtlich relevantes Beschwerdebild n
icht einzig in Beeinträchtigun
gen
bestehen darf, die von psychosozialen und soziokulturellen Faktoren her
rühren, sondern
davon psychiatrisch zu untersche
idende Befunde umfassen muss,
zum Beispiel eine von depres
siven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depres
sion im fachmedizinischen Sinne. Je stärker psy
chosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss nach der Rechtsprechung eine fachärztlich festgestellte psychische Störung mit Krank
heitswert vorhanden sein. Dort, wo nur Befunde erhoben werden, die
in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden
und somit
gleichsam in ihnen aufgehen,
verneint das Bundesgericht einen invalidisierenden
psychische
n Gesundheits
schaden
(
vgl.
BGE 127 V 294 E. 5a
mit Hinweis)
.
2.
2.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2.2
2.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (BGE 128 V 29 E. 1).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
2.2.2
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstä
tig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer andern Methode der Invaliditätsbemessung (Ei
nkommensvergleich, Betäti
gungs
vergleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung geprüft werden, was die versicherte Person bei im Übrigen un
ver
änderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung be
stünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 141 V 15
E. 3.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
2.3
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid ist (
lit
. c). Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
3.
I
nvalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach
Art.
8
Abs.
1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (
lit
. a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
lit
. b). Zu diesen Massnahmen gehören die in
Art.
15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (
Art.
8
Abs.
3
lit
. b IVG
), darunter die Arbeitsvermittlung nach
Art.
18 IVG und der Arbeitsversuch nach
Art.
18a IVG.
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin stützte sich für die
strittige Verneinung des Rentenanspruchs
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 25
%
auf
das
bidisziplinäre
, neurologische und psychiatrische
Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
4.
September 2016
(
Urk.
10/47). Dieser leitete eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit allein aus dem psychischen Gesundheitszustand ab und bemass sie auf 20-30
%
(vgl. die Zusammenfassung in
Urk.
10/47/3).
4.2
4.2.1
Bei der neurologische
n
Teilbegutachtung stand die Problematik am rechten Fuss im Vordergrund.
Dr.
A._
liess sich zunächst das aktuelle Beschwerdebild schildern (
Urk.
10/47/12) und nahm hierauf die klinische Untersuchung vor. Bei dieser gab die Beschwerdef
ü
hrerin
eine
Hyperpathie
(Überempfindlichkeit) im gesamten rechten Fuss an, die von der Fus
s
sohle über den Fussr
ücken bis zu den Knöcheln reich
e (
Urk.
10/47/15). Temperaturmessungen ergaben
im Bereich der Oberschenkel eine um 0,5 Grad Celsius
höhere Temperatur rechts, im Bereich der Unterschenkel eine um 0,6 Grad Celsius höhere Temperatur rechts, im Bereich der Fussrücken eine um 0,5 Grad niedrigere Temperatur rechts und im Bereich der Fus
s
sohlen eine identische
Temperatur (
Urk.
10/47/15-16).
Eine Schwellung, eine Hautverfärbung, ein Glänzen der Haut oder Auffälligkeiten in der Hautbehaarung konnte
Dr.
A._
nicht feststellen (
Urk.
10/47/16).
Des Weiteren beschrieb
Dr.
A._
das Gangbild als flüssig, berichtete hingegen, dass die Beschwerdeführerin bei den koordinativen Bewegungsprüfungen Angst gezeigt habe und aus Angst auch den
Einbeinstand
und das
Einb
einhüpfen
verweigert habe (Urk.
10/47/16).
Dr.
A._
prüfte sodann
die
erhobenen Befunde
anhand der einschlägigen Budapest-Kriterien (vgl. deren Darstellung in Urk. 10/47/21)
auf das Vorliegen eines CRPS hin (chronisch regionales Schmerzsyndrom)
,
wie es die Universitätsklinik
C._
schon anlässlich der Erstkonsultation
vom Dezember 2012
als Verdachtsdiagnose aufgeführt hatte (
Urk.
10/19/7-8). Dabei gelangte
er
zur Beur
teilung,
neben dem übergeordneten Symptom eines anhaltenden Schmerzes, der durch das Anfangstrauma nicht mehr erklärt
werde
(Budapest-Kriterien Ziffer 1)
,
seien wohl die anamnestischen Kriterien erfüllt
(Budapest-Kriterien Ziffer 2)
,
nicht
hingegen die Kriterien für ein aktuell vorhandenes CRPS (
Budapest-Kriterien Ziffer 3;
Urk.
10/47/22).
4.2.2
Diese Beurteilung ist nachvollziehbar.
Inbesondere
stimmt mit den klinischen Feststellungen überein, dass
Dr.
A._
nur Sympt
ome aus einer
einzigen der vier K
ategorien
von Ziffer 3 der Budapest-Kriterien
als beobachtbar bezeichnete, nämlich die Symptome einer Hyperalgesie auf spitze Reize, einer
Allodynie
(gesteigerte Schmerzempfindlichkeit)
und eines Schmerzes bei Druck auf Gelenke/Knochen/Muskeln der Kategorie
a (
Urk.
10/47/22). Soweit die Beschwerde
führerin geltend machen liess, es sei zusätzlich das Symptom der Asymmetrie der Hauttemperatur der Kategorie b gegeben (
Urk.
1 S. 6), so
legte
Dr.
A._
dar, dass eine Temperaturdiffer
enz von bis zu 0,5 Grad Celsius -
wie vorstehend wiedergegeben
,
erwies sich
im
Vergleich der beiden Fussrücken
der rechte Fuss als 0,5 Grad Celsius
kälter als der linke (vgl.
Urk.
10/47/16
)
-
noch nicht als pat
hologisch einzustufen sei (Urk.
10/47/
15). Zudem
hatte
sich entgegen der
Annahme
in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 6) auch
die Universitätsklinik
C._
mit der Temperatur der Füsse
befasst
,
und
sie
hatte
nur anlässlich der Erstuntersuchung vom Dezember 2012 eine Temperaturdifferenz von 0,5 Grad Celsius
beschrieben
- hier
hatte sich
der rechte Fuss als wärmer
erwiesen
(Urk.
10/19/8)
-
, wogegen
bei
sämtliche
n
weiteren Kontrollen von Anfang 2013 bis Herbst 2015
symmetrische Temperaturen festgestellt
wurden
(vgl. Urk.
10/19/2+10+11+12+15+16+17,
Urk.
10/27/2 und
Urk.
10/29/2).
Dementsprechend stellte
die Universitätsklinik
C._
wohl am Anfang die Verdachtsdiagnose eines CRPS
und beschrieb
neben der Temperaturdifferenz
die
weiteren
dazu passenden Symptome einer Schwellung und einer lividen Verfärbung.
Die Schwellung hatte jedoch von Anfang an ein lediglich diskretes Ausmass und
war bereits ab Januar 2013
regredient
, und die livide Verfärbung wurde ebenfalls als leichtgradig charakterisiert (
Urk.
10/19/7-12).
Von
Mai 2013
an war
dann
höchstens noch eine leichte Schwellung und keine
Verfärbung mehr feststellbar (
Urk.
10/19/1
4
-17,
Urk.
10/27/2 und
Urk.
10/29/2
)
, und im September 2013 sowie im Januar
und im September
2014
hielt die Universitätsklinik
C._
fest, es bestünden keine Anhaltspunkte (mehr) für ein florides CRPS (
Urk.
10/19/16+17 und
Urk.
10/19/27/3
).
Die Beurteilung von
Dr.
A._
, anamnestisch könne ein CRPS bestanden haben, im Zeitpunkt der Begutachtung lasse sich diese Diagnose hingegen n
icht mehr stellen (
Urk.
10/47/23
), steht somit im Einklang mit der Beurteilung der Universitätsklinik
C._
beziehungsweise von deren Chefarzt der Rheu
matologie,
Dr.
med. F. Brunner.
4.2.3
Wenn daher
Dr.
A._
ausführte,
aus rein neurologischer Sicht
habe
zu keinem Zeitpunkt
eine Arbeits
unfähigkeit vorgelegen, d
ie 20
%
oder mehr betragen hätte
(vgl.
Urk.
10/47/23
-25
), so ist dieser Beurteilung zumindest für die Zeit ab (spätestens) September 2013
in dem Sinne
zu folgen, dass ab diesem Zeitpunkt ein CRPS als neurologische Diagnose nicht mehr nachgewiesen ist und damit auch keine Arbeits
un
fähigkeit aus dieser Diagnose mehr abgeleitet werden kann.
Daran ändern auch die Ausführungen von
Dr.
I._
in den Berichten vom 12.
April und vom
7.
Juni 2017 nichts.
Dr.
I._
beobachtete zwar aktuell eine reduzierte Beweglichkeit und Schwäche im rechten Fuss, erachtete die reduzierte Beweglichkeit
jedoch vornehmlich als schmerzbe
dingt (
Urk.
8/1 und
Urk.
8/2 S.
1 und S. 2). Das Symptom der reduzierten Beweglichkeit aus der Kategorie d
von Ziffer 3 der Budapest-Kriterien
geht somit weitgehend auf im
übergeordneten S
ymptom des anhaltenden Schmerzes, der durch das Anfangstrauma nicht mehr erklärt wird (Ziffer 1 der Budapest-Kriterien).
Dadurch ist erklärbar, dass
Dr.
A._
dieses Symptom nicht als zusätzlich gegeben markierte.
4.
3
4.3.1
Ist nach dem Gesagten
ab September 2013 die Diagnose eines CRPS nicht
mehr gesichert
,
so
stellt sich
die weitere Frage, ob und wieweit die
Schmerzs
ymptomatik im rechten Fuss durch eine Problematik ausserhalb des neurologischen Fachgebietes verursacht wird.
4.3.2
Die Beschwerdeführerin liess in der Einsprache
zu Recht darauf hinweisen (Urk.
10/57/
3-
5), dass
Dr.
A._
sich gemäss seinen eigenen Ausführungen auf die neurologischen Aspekte beschränkt hatte und insbesondere eine Arbeitsunfähigkeit
aus orthopädischer Sicht nicht ausge
schlossen hatte (vgl. Urk.
10/47/23). Das neurologische Teilgutachten von
Dr.
A._
kann somit nicht als Gesamtbeurteilung in somatischer Hinsicht verstanden werden.
Zum rheumatologi
sch-orthopädischen Aspekt geben
indessen
die
Vorakten
, namentlich die Dokumentationen der Universitätsklinik
C._
über einen mehrjährigen Beobachtungszeitraum hinweg, zuverlässig Aufschluss, sodass
entgegen den Darlegungen in der Einsprache (
Urk.
10/57/5)
von einer
zusätzliche
n
Begutachtung in diesen Fachgebieten
keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind.
So konnte d
ie Universitätsklinik
C._
zwar ab September 2013 keine Anhaltspunkte für ein florides CRPS mehr erkennen, zweifelte jedoch nicht grundsätzlich am Vorhandensein der geklagten Schmerzen, die sie mit neuropathischen Schmerzen verglich (
Urk.
10/27/3 und
Urk.
10/29/
2
)
. Das Vorhandensein dieser Schmerzen ist glaubhaft. Denn
Dr.
A._
hob das offene und authentische Auftreten der Beschwerdeführerin hervor und beobachtete keinerlei Aggravation oder gar Simulation und nicht einmal Verdeutlichungstendenzen, und er konnte auch keine Hinweise auf eine signifikante S
elbstlimitierung erkennen (Urk.
10/47/
8+
19)
. Unter diesen Umständen lässt aber
die alleinige Tatsache
, dass der Medikamentenspiegel im Blutserum sehr tief war (vgl.
Urk.
10/47/17+19),
entgegen dem Hinweis von
Dr.
A._
(
Urk.
10/47/19)
keine Zweifel an der geklagten Schmerzintensität
und am Leidensdruck
aufkommen
. Dies gilt umso mehr, als im Bericht des Schmerzambulatoriums des Universitätsspitals
E._
vom 2
6.
Mai 2017
(
Urk.
8/3)
plausibel
dargetan ist, dass die Beschwerdeführerin vor Untersuchungen schon aufgefordert worden war, im Hinblick auf eine bessere Beurteilbarkeit der Schmerzqualität vorgängig keine Schmerzmittel einzunehmen, und deshalb
einleuchtet
,
dass die Beschwerdeführerin
, wie sie geltend machen liess (
Urk.
1 S.
6,
Urk.
7
,
Urk.
12
)
,
vor der Begutachtung
ebenso gehandelt hatte.
Zudem hat die Beschwerdeführerin die Grenzen der Belastbarkeit des rechten Fusses selber
dadurch
ausgelotet, dass
sie
im September 2014 eine mit regelmässigem Gehen verbundene Tätigkeit in der Postzustellung aufgenommen hatte, die sie i
m Zeitpunkt der Begutachtung von
September 2016 immer noch verrichtete (vgl.
Urk.
10/26/2 und
Urk.
10/47/10
+11
).
Eine gewisse schmerzbedingte Einschränkung
durch die Symptoma
tik am rechten Fuss leuchtet daher ein, ohne dass
diese Symptomatik einer eindeutigen somatischen Diagnose zugeordnet werden muss oder im Detai
l zu
eruieren ist, wieweit eine psychiatrische
Diagnose daran beteiligt ist.
Es
ist
lediglich
darauf hinzuweisen, dass
Dr.
A._
im Rahmen der p
sychiatrischen Teilbegutachtung
die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung oder einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 Code F45.4)
nicht stellte
(mit der Begründung der guten Reduzierbarkeit der Schmerzen durch An
algetika und des fehlenden Einflusses von psychosozialen oder emotionalen Faktoren auf die Schmerzintensität)
, sondern vielmehr von psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten im Sinne von ICD-10 Code F54 ausging (
Urk.
10/47/71+73)
.
D
ieser Code wird
indessen
verwendet, um psychische und Verhaltense
inflüsse
zu erfassen
, die wahrscheinlich eine wesentliche Rolle in der Manifestation körperlicher Krankheiten spielen
;
Dr.
A._
anerkannte also
einen
körperliche
n Kern
der Schmerzproblematik
.
4.3.3
Eine
mindestens
50%ige Arbeitsunfähigkeit, wie die Universitätsklinik
C._
sie der Beschwerdeführerin
im Bericht vom 1
5.
September 2015
attestierte
(Urk.
10/29)
,
ist demnach in Bezug auf die Tätigkeit als Postzustellerin
einleuchtend angesichts dessen, dass
die Beschwerdeführerin
diese Tätigkeit
zur Zeit jener Konsultation
seit rund einem Jahr
zu einem Pensum von maximal 50
%
tatsächlich aus
übte
(
Urk.
10/29/1)
, jedoch über starke Schmerzen klagte
und später gegenüber
Dr.
A._
ausführte, sie schaffe selbst ein Pensum von 30
%
nur mit Mühe (
Urk.
10/47/13
+61
).
Soweit die Universitätsklinik
C._
die 50%ige Arbeitsunfähigkeit demgegenüber
anfänglich
auch auf die sitzend zu verrichtende Tätigkeit im
Call-Center bezogen hatte,
so am 1
5.
August 2013
(
Urk.
10/19/15
) und
am
7.
Januar 2014
(
Urk.
10/19/17)
, so
ist dies für die dama
lige Zeit nicht zu beanstanden, in späterer Zeit ist jedoch für solche Tätigkeiten keine körperlich bedingte Arbeitsunfähigkeit in diesem Ausmass mehr anzunehmen. Denn es gab in der Folge
offenbar
auch
Zeiten, in denen das Pensum im Call-Center auf 80
%
stieg, wie dem Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 2
3.
April 2014
zu entnehmen ist (
Urk.
10/19/18). Und
wenngleich
in diesem Bericht die Aussage der Beschwerdeführerin festgehalten ist,
dieses Pensum sei
schmerzbedingt
mehr schlecht als recht realisierbar,
so führte
die Beschwerdeführerin
später gegenüber
Dr.
A._
doch aus
, sie würde sich eine Tätigkeit
in einem Call-Center
, anders als die Tätigkeit als Postzuste
llerin, zu 100
%
zutrauen (Urk.
10/47/13
+61
).
In Übereinstimmung damit
bezeichnete die Universitätsklinik
C._
im Dezember 2016
eine
solche
Tätigkeit aus rheum
atologischer Sicht als ideal und führte keine zeitliche Einschränkung mehr an (
Urk.
10/58/
5).
4.3.4
Damit ist überwiegend wahrscheinlich im Sinne des massgebenden Beweisgrades, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit ab der Anmeldung bei der Invalidenversicherung aufgrund des Schmerzbildes im rechten Fuss für eine mit viel Gehen verbundene Tätigkeit
wie diejenige als Postzustellerin
zu höchstens
50
%
arbeitsfähig war, für eine rein sitzende Tätigkeit wie diejenige in einem Call-
Center hingegen zu 100
%
.
Soweit die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift
zusätzlich geltend machen liess, sie leide auch an Schulterbeschwerden, die sie einschränkten (
Urk.
1 S. 7), so sind diese Beschwerden in den Akten der behandelnden Ärzte nicht dokumentiert, und gegenüber
Dr.
A._
erwähnte die Beschwerdeführerin zwar Schmerzen in der linken Schulter (
Urk.
10/47/12), die Beweglichkeitsprüfung ergab jedoch keine Einschränkungen (
Urk.
10/47/15). Von Seiten einer Schulterproblematik ist somit keine weitergehende Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen.
4.4
4.4.1
Hingegen
sind
neben den bereits genannten psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren nach ICD-10 Code F54, welche die Schmerzproblematik beeinflussen,
zusätzliche
psychiatrische Diagnosen
dokumentiert
.
4.4.2
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
D._
nannte im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Januar 2016
(
Urk.
10/39/1)
zum einen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig bis mittelgradige Epi
sode mit psychisch-physischer Erschöpfung in anhaltenden Konfliktsituationen (ICD-10 Code F33.1 und Code Z63.0)
,
und zum andern eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, selbstunsicheren und histrionischen Anteilen (ICD-10 Code F61.0).
Dr.
A._
konnte diese Diagnosen im psychiatrischen Teilgutachten bestätigen (
Urk.
10/47/71)
; unter den Fachpersonen der Psychiatrie besteht somit ein Konsens darüber.
Es besteht
auch kein Anlass, die psychiatrischen Diagnosen von
A
mtes wegen in Frage zu stellen.
So berichtete
Dr.
D._
der Beschwerdegegnerin eingehend und anschaulich, dass die Beschwe
rdeführerin die Behandl
ung bei ihr im Jahr 2002 wegen eines psychisch-physischen Erschöp
fungszustandes aufgenommen habe
, nachdem ihr
em
Pa
rtner wegen Gewalt
androhungen ein Hausverbot habe
erteilt werden müssen
(
Urk.
10/39/2)
, dass nach der Überwindung der akuten Krise die dahinterliegenden Probleme der strukturellen Störung sichtbar geworden seien - Schwierigkeit, eine eigene Meinung zu finden und durchzusetzen, Angst, kritisiert und abgelehnt zu werden, vermindertes Selbstwertgefühl und verminderte Selbstachtung, aufopferndes Verhalten mit Unterordnung eigener Bedürfnisse unter diejenigen anderer Personen, zu denen eine Abhängigkeit besteh
e
,
und Mühe, zu eigenen aggressiven Impulsen zu stehen - und dass zudem eine
deutliche
depressive Grundstimmung bestehe, die wenn immer möglich
überspielt werde, und eine deutliche Erschöpfung und innere Anspannung
wahrnehmbar sei (
Urk.
10/39/3).
Dr.
A._
konnte für den Krankheitsverlauf auf die ausführliche Dokumentation von
Dr.
D._
zurückgreifen und nahm
im
Untersuchungsgespräch
die
von
Dr.
D._
beschriebene Symptomatik, etwa die
gedrückte Stimmung und d
as reduzierte Selbstwerterleben ebenfalls wahr (vgl.
Urk.
10/47/64-65). Es
leuchtet deshalb ein, dass er
zu den gleichen Diagnosen wie
Dr.
D._
gelangte.
4.4.3
Was
die Auswirkungen
der diagnostizierten psychischen Störu
ngen
betrifft, so
führte
Dr.
A._
aus, die kombinierte Persönlichkeitsstörung bewirke eine Verminderung der Resilienz und der Durchsetzungsfähigkeit und die rezidivierende depressive Störung mit wechselndem Schweregrad von leicht bis mittelgradig führe zu einer verminderten Belastbarkeit und Du
rchhaltefähigkeit
. Sodann erwog er, eine mittelgradige Depression habe gemäss den SIM (Swiss Insurance Medicine)-Leitlinien eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge, hiervon seien jedoch die invaliditätsfremden Anteile abzuziehen, die das psychopathologische Bild mitverursachten. Würden die invaliditätsfremden Faktore
n etwa zur Hälfte angerechnet
, so sei von einer 20-30%ige
n
Minderung der Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht auszugehen, was sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als auch für adaptierte Tätigkeiten gelte (
Urk.
10/47/
3+
72+73).
Diese Herleitung ist
,
für sich allein betrachtet
,
zu
s
chematisch
und
vermag
der dargelegten Rechtsprechung zur Ermittlung der
Leistungseinschränkungen
anhand
von Indikatoren, die dem konkreten Sachverhalt entnommen werden müssen, nicht zu genügen
.
Darin ist der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 8 f.) zuzustimmen.
Ei
ne mittelgradige
depressive
Epis
ode
hat
nach der qualitativen Umschreibung
in
der ICD-10-Klassifikation zur Folge, dass ein Patient nur unter erheblichen Schwierigkeiten soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortsetzen kann (ICD-10 F32.1); die quantitative
Bezifferung
dieser Schwierigkeiten
durch
e
i
n
en
bestimmten
, generell-abstrakt festgelegten
prozentualen Einschränkungsgrad
kann
jedoch nur als erster Anhaltspunkt dienen und
macht eine
individuelle, a
uf den
Einzelf
all zugeschnittene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
nicht entbehrlich.
Das Gleiche gilt für
die Berücksichtigung der invaliditätsfremden Faktoren
in Form eines abstrakt geschätzten prozentualen Abzugs
. Auch dieses Vorgehen genügt den A
nforderungen an eine
konkrete,
fallbezogene Beurteilung nicht. Zudem ist zu präzisieren, dass die
invalidenversicherungsrechtlich
relevanten Auswirkungen einer psychischen Störung nicht schon dadurch gemindert werden, dass psychosoziale
Faktoren
zu
r
Entstehung
der Störung beigetragen haben. Die Ausführungen der
H._
, auf die sich die
Beschwerdeführerin berief (Urk.
3), machen dies anschaulich.
Die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz fehlt vielmehr im Sinne der dargelegten Rechtsprechung
(BGE 127 V 294 E. 5a
mit Hinweis) erst dann, wenn ein Störungsbild sich
in psychosozialen Faktoren erschöpft, sodass keine eigenständige medizinische Diagnose gestellt werden kann, oder wenn
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit
nicht von der diagnostizierte
n
Gesundheitsstörung, sondern von sozialen Umständen herrühren.
Im Ergebnis kann allerdings der Bemessung der psychisch bedingten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
A._
dennoch gefolgt werden. Dies ergibt sich aus dem Nachfolgenden.
4.4.4
Dr.
D._
schilderte in den
Beric
hten zuhanden der Krankenkasse d
en Behandlungsverlauf
,
konstatierte insgesamt
ein langsames, durch äussere, familiäre Umstände teilweise erschwertes Vorankommen in der Bearbeitung der strukturellen Störung und wies darauf hin, dass es durch die Therapie gelungen sei, die Beschwerdeführerin in ihrem sozialen Rahmen zu halten
,
ihre
Arbe
i
tsfähigkeit als alleinerziehende Mutter zu erhalten
und kürzere oder längere
Hospitalisationen
zu vermeiden
(
Urk.
10/34/13-14,
Urk.
10/34/19-20,
Urk.
10/
34/10-11 und
Urk.
10/34/17-18).
In den Berichten der Jahre 2013 und 2014 wurde dann der
negative
Einfluss der Fussproblematik auf den psychischen Zustand thematisiert, gleichzeitig
hielt
Dr.
D._
im Mai 2014 aber auch fest, es sei der Beschwerdeführerin aufgrund der Fortschritte im Ablösungsprozess
,
in
der Erweiterung ihrer Selbständigkeit
und
in
der Stärkung des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens
gelungen, das Teilzeitpensum im Call-Center aufzunehmen und aufrechtzuerhalten (
Urk.
10/34/18).
Diese Stelle umfasste gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin beim Standortgespräch vom Juni 2015
ein Pensum von
30-50
%
(
Urk.
10/26/2)
,
das Pensum dehnte sich
jedoch
nach dem bereits Dargelegten
kurzzeitig
bis
auf
80
%
aus
.
Des Weiteren hatte die Beschwerdeführerin die Stelle im Call-Center noch inne, als sie im September
2014
als zusätzliche Stelle die Tätigkeit als Postzustellerin zu einem Pensum von zunächst 20
%
aufnahm
, und sie verlor
die
Stelle
im Call-Center
im Frühjahr 2015 nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern infolge Konkurses der Arbeitgeberin (vgl.
Urk.
10/26/2-3).
Auch wussten die Arbeitgeber der Beschwerdeführerin offenbar nichts von ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung, sodass die Beschwerdegegnerin davon absah, dort Informationen einzuholen (vgl.
Urk.
10/26/1+2).
D
ie Beschwerdeführerin selber
sodann
erfuhr gemäss ihren Angaben gegenüber
Dr.
A._
vornehmlich die vom Fuss ausgehenden Schmerzen als limitieren
d und
traute sich
deshalb, wie schon dargelegt, eine körperlich weniger belastende
Stelle wie diejenige
im Call-Center zu 100
%
zu (
Urk.
10/47/13+61).
Es leuchtet daher zwar durchaus ein, dass sich die körperlichen Schmerzen negativ auf die Grundstimmung, den Antrieb und die Lebensfreude der Beschwerdeführerin
auswirkten
und das psychische Leiden verstärkten (
Urk.
10/39/3,
Urk.
13 S. 2), Anhaltspunkte dafür, dass eigentliche kognitive Einschränkungen sie in der
Verrichtung der Tätigkeit im Call-Center beeinträchtigt hätten, fehlen jedoch.
Eine neuropsychologische Testung, wie sie
Dr.
D._
im Bericht vom
8.
Juni 2017 empfahl (
Urk.
13 S. 3),
drängt sich daher nicht auf.
Somit ist es zwar wahrscheinlich
, dass die Beschwerdeführerin in der Verrichtung einer körperlich an
gepassten Tätigkeit aufgrund der Verminderung
des
Antriebs
, der Belastbarkeit und der Durchhaltefähigkeit
eingeschränkt ist. Eine Einschränkung im Umfang von mindestens 50
%
, wie sie
Dr.
D._
der Beschwerdeführerin in den Berichten vom 1
5.
Januar 2016 und vom
8.
Juni 2017
aufgrund der diagnostizierten psychischen Störungen attest
ierte (
Urk.
10/39/4,
Urk.
13 S.
2), lässt sich indessen aufgrund der tats
ächlichen Berufserprobung ab
Herbst 2013 nicht begründen.
Zudem sind die psychischen Ressourcen der Beschwerdeführerin auch darin erkennbar, dass sie
schon in der Zeit davor den Alltag mit sechs Kindern
trotz depressiver Episoden unterschiedlichen Schweregrades
in beachtlicher Weise
gemeistert hatte
, wenn auch mi
t psychiatrischer Unterstützung, und dass es ihr
im Jahr 2009
gelungen
war
, einen sechsmonatigen Kurs für eine Tätigkeit als Kosmetikerin zu durchlaufen
und
erfolgreich abzuschliessen
(
vgl.
Urk.
10/47/55).
Im Ergebnis
ist
daher
die von
Dr.
A._
attestierte psy
chisch bedingte
berufliche Einschränkung im Umfang von
etwa
20
30
%
plausibel.
5.
5.1
Zusammengefasst war die Beschwerdeführerin ab der Anmeldung vom Mai 2015 für Tätigkeiten, die eine kontinuierliche Belastung des rechten Fusses erforderten,
schon aus körperlichen Gründen
zu mindestens 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, und für körperlich angepasste, vorwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten bestand
immer noch
eine
psychisch bedingte
Minderung in der Leistungsfähigkeit um 20-30
%
.
Es bleibt zu prüfen, welcher Invaliditätsgrad aus diesen Einschränkungen abzuleiten ist.
5.2
Wie dem Auszug aus dem in
di
viduellen Konto vom
9.
Juni 2015 zu entnehmen ist (
Urk.
10/24), war die Beschwerdeführerin zu Anfang der 1980er-Jahre
bis zur Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1983 noch
teilzeitlich erwerbstätig
, danach sind bis und mit dem Jahr 2012 keine eigenen Erwerbseinkünfte mehr registriert, abgesehen von einem Einkommen in der Höhe von
Fr.
780.-- im Jahr 2002.
Dennoch leuchtet die Annahme der Beschwerdegegnerin ein, die Beschwerdeführerin wäre bei guter Gesundheit
nunmehr z
u 100
%
erwerbstätig (
Urk.
10/26
/2).
So erlaubten die
Lebensumstände im Zeitp
unkt der Anmeldung vom Mai 2015
zweifellos
eine volle
Erwerbstätigkeit, da die beiden jüngsten, 1995 und 1997 geborenen Kinder, die
noch zu Hause lebten (vgl. Urk.
10/26/3), die Volljährigkeit erreicht hatten oder demnächs
t erreichten;
zudem erforderten
die finanziellen Umstände
, dass die Beschwerdeführerin ein namhaftes Einkommen erzielte
, da sie nach ihren Angaben gegenüber
Dr.
A._
von ihren Kindern finanziell unterstützt werden musste (vgl.
Urk.
10/47/55).
Des Weiteren
bestehen zwar Anhaltspunkte für invaliditätsfremde Gründe, welche die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit an einer beruflichen Tätigkeit gehindert hatten; beispielsweise erklärte sie, nach dem Kursabschluss im Jahr 2009 wegen Problemen ihrer Tochter keine Arbeit als Kosmetikerin aufgenommen z
u haben (
Urk.
10/
47/55). Aus den
Berichten von
Dr.
D._
wird aber
deutlich, dass auch gesundheitliche Gründe
dafür verantwortlich waren, dass die Beschwerdeführerin nicht
schon früher als im Jahr 2013
zumindest teilzeitlich
wieder in eine b
erufliche
Tätigkeit eingestiegen war;
die Psychiaterin wertete
die Aufnahme einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit
,
wie schon
diskutiert,
als therapeutischen Fortschritt im Rahmen des Prozesses der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Erlangung von Selbständigkeit (vgl.
Urk.
10/34/18).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der massgebenden Zeit ab der Anmeldung vom Mai 2015 als mutmasslich voll erwerbstätig eingestuft hat. Unter diesen Umständen
spielt für den Rentenanspruch keine Rolle, ob und wieweit die Beschwerdeführerin auch in der Verrichtung der Hausarbeit gesundheitlich eing
e
schränkt ist.
Es muss daher nicht geprüft
werden, ob
Dr.
A._
eine solche Einschränkung zu Recht verneint hat
(
vgl.
Urk.
10/47/73)
.
5.3
Bei der Festlegung des Invaliditätsgrades sind das Validen- und das Invalideneinkommen des Jahres 2015 miteinander zu vergleichen, da ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
gestützt auf
Art.
29
Abs.
1 IVG
frühestens sechs Monate nach der Anmeldung vom Mai 2015 entstehen kann
.
Was das
Valideneinkommen
betrifft, so
war die Beschwerdeführerin nach dem bereits Ausgeführten zunächst schon aus familiären Gründen nicht berufstätig und hätte
auch bei guter Gesundheit
erst in den letzten Jahren eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Gemäss ihren Angaben gegenüber der Beschwerdegegnerin hatte sie in Deutschland eine Lehre als Kosmetikerin/
Coiffeuse
abgebrochen und hatte danach eine Lehre als Medizinische Praxisassistentin gemacht, deren Abschluss jedoch in der Schweiz nicht anerkannt ist
(
Urk.
20/26/3)
.
Der Beschwerdeführerin standen daher unabhängig vom Gesundheitszustand in erster Linie Stellen offen,
für die es keiner Ausbildung bedarf, also Tätigkeit
en
aus dem Stellenspektrum des
Kompe
tenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) der massgebenden Tabelle TA1 (Bruttolohn
nach
Wirtschaftszweigen, Kompet
enzniveau und Geschlecht im Privaten Sektor; vgl. BGE 142
V 178 E. 2.5.3.1 und E. 2.5.7) der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE; Ausgabe 2014).
Die
körperlich angepassten
Tätigkeiten
, die für die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung in Frage kommen
und bestimmend für das Invalideneinkommen sind
, entstammen demselben Stellenspektrum. Die Einkommenseinbusse
ents
pricht daher der
psychisch bedingten
Leistungseinbusse von 20-30
%
. Eine
darüber hinausgehende
Reduktion des Invalideneinkommens aufgrund dessen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der Beschwerden im rechten Fuss nicht mehr alle Tätigkeiten im massgebenden Stellenspektrum zuzumuten sind,
ist
hingegen nicht
vorzunehmen
. Denn wie das Bundesgericht schon
festgestellt hat,
ist
im untersten Kompetenzniveau bereits eine Vielzahl von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten enthalten, sodass das Erfordernis, von einer körperlich schwereren auf eine körperlich leichtere Tätigkeit umzustellen, keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
) rechtfertigt.
5.4
Resultiert damit ein Invaliditätsgrad, der unter der Mindestgrenze von 40
%
liegt, so hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente
mangels anspruchserheblicher Erwerbseinbusse ab dem frühestmöglichen Anspruchsbeginn
zu Recht vernei
nt. Offen bleiben kann unte
r diesen Umständen, wa
nn das Wartejahr im Sinne von Art.
28
Abs.
1 IVG
zu laufen begonnen hatte und wann es abgelaufen war.
Dies
e Erwägungen führen
zur Abweisung der Beschwerde.
Soweit die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
A._
den Wunsch bekundet hat
, Hilfe bei der Stellensuche zu erhalten (
Urk.
10/47/13
+61
), so kann sie sich bei der Beschwerdegegnerin zur Abklärung der in Frage kommenden beruflichen Massnahmen melden. Der Vermerk in der angefochtenen Verfügung, der Anspruch auf berufliche Massnahmen erübrige sich (
Urk.
2 S. 2), kann nicht als Verneinung dieses Anspruchs verstanden werden, sondern kann im vorliegenden Zusammenhang lediglich bedeuten, dass auch ohne Durchführung beruflicher Massnahmen kein Rentenanspruch besteht
. Dementsprechend wurde der Beschwerdeführerin schon beim Standortgespräch vom 1
9.
Juni 2015 Unterstützung bei der Wiedereingliederung angeboten (vgl.
Urk.
10/26/4-5).
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.