# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d9254c48-b48e-4570-8350-6246a30f0304
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren am 28. Juli 1980, ist mazedonischer Staatsangehöriger. Er lebte
bis zu seinem 14. Lebensjahr in Mazedonien und reiste am 7. August 1994 mit seiner
Mutter und zwei Halbgeschwistern im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib
beim Stiefvater in die Schweiz ein. Seit dem 24. November 1996 verfügt er über eine
Niederlassungsbewilligung (Dossier A, S. 384-395). Am 28. April 2000 heiratete er im
Herkunftsland die Mazedonierin S.Y., geboren am 15. September 1979. S.Y. reiste am
26. Januar 2002 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und verfügt über
eine Jahresaufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann (vgl. Dossier A, S.
377-383, Dossier B, S. 4, 7, 10, 14, 18, 46, 53). Ihre gemeinsamen, mittlerweile zwei-
bis zwölfjährigen Kinder A., B., C. und D. sind in der Schweiz geboren und leben hier.
Alle Kinder verfügen über eine Niederlassungsbewilligung (Dossiers C-F, je S. 3).
B. In den Jahren 2000 bis 2005 wurde X.Y. fünfmal strafrechtlich verurteilt (vgl.
E. 3.2 hiernach). Wegen der strafrechtlichen Verurteilungen und 14 offenen
Verlustscheinen im Betrag von rund Fr. 11'400.-- wurde X.Y. vom Ausländeramt (heute:
Migrationsamt) am 22. September 2005 verwarnt (Dossier A, S. 346-348). Vom
2. August bis 20. September 2006 sass X.Y. eine einmonatige (gemäss Strafbefehl der
Bezirksanwaltschaft Uster vom 28. Januar 2003) und eine vierwöchige (gemäss
Strafbescheid des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 6. September 2004)
Freiheitsstrafe in Form der Halbgefangenschaft in der Strafanstalt Gmünden,
Niederteufen, ab, nachdem das Untersuchungsamt St. Gallen diese zunächst bedingt
ausgesprochenen Freiheitsstrafen mit Strafbescheid vom 26. Juli 2005 für vollziehbar
erklärt hatte und das Justiz- und Polizeidepartement (heute: Sicherheits- und
Justizdepartement) eine am 19. Januar 2006 erteilte Bewilligung zum Strafvollzug in
Form der gemeinnützigen Arbeit mit Verfügung vom 26. Juni 2006 widerrufen musste
(Dossier A, S. 340-345 und 364-368). In den Folgejahren bis 2012 wurde X.Y. viermal
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straffällig (vgl. E. 3.2 hiernach). Am 26. März 2013 trat X.Y. die mit Urteil des
Kantonsgerichts St. Gallen vom 4. April 2012 ausgefällte Freiheitstrafe von vier Jahren
wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung in mehrfacher und gemeinsamer
Tatbegehung im offenen Strafvollzug in der Strafanstalt Saxerriet an (Dossier A, S. 62
f.).
C.
Mit Verfügung vom 18. Juli 2013 widerrief das Migrationsamt nach Einräumung des
rechtlichen Gehörs die Niederlassungsbewilligung von X.Y. und ordnete seine
Wegweisung auf den Zeitpunkt der Entlassung aus dem Strafvollzug an (Dossier A, S.
19-27 und 43-50). Gegen diese Verfügung liess X.Y. durch seinen Rechtsvertreter am
5. August 2013 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement erheben (act. 8/1). Mit
Entscheid vom 13. März 2014 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den
Rekurs ab (act. 2). Unterzeichnet wurde dieser Entscheid von der Vorsteherin des
Gesundheitsdepartements, da der heutige Vorsteher des Sicherheits- und
Justizdepartements das Vergewaltigungsopfer im Strafverfahren vertreten hatte. Die
Rekursinstanz begründete ihren Entscheid damit, dass das Verschulden von X.Y.
ausländerrechtlich schwer wiege. Er habe die physische und psychische
Unversehrtheit des Opfers der Vergewaltigung, insbesondere dessen sexuelle
Unversehrtheit, in massiver Art und Weise beeinträchtigt. Auch habe er eine eklatante
Geringschätzung gegenüber dem Opfer gezeigt und gewissenlos gehandelt. Sein
gewalttätiges Verhalten sei höchst verwerflich. Aufgrund seiner Vorstrafen müsse er als
uneinsichtig und unbelehrbar gelten. Insbesondere habe er neben mehreren, nicht
unbedeutenden Strassenverkehrsdelikten bereits im Jahr 2005 wegen eines
Gewaltdelikts in mehrfacher Begehung verurteilt werden müssen. Dabei hätten ihn
weder laufende Probezeiten noch Gefängnisstrafen oder die Verwarnung des
Ausländeramtes vom 22. September 2005 davon abgehalten, weiter straffällig zu
werden. Es könne nicht von einer günstigen Prognose ausgegangen werden. Es
bestehe ein erhebliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an
der Wegweisung von X.Y. Dieser halte sich zwar seit rund 19,5 Jahren in der Schweiz
auf. Die strafrechtlichen Verurteilungen, insbesondere seine schwere Delinquenz bei
der mehrfachen Vergewaltigung und sexuellen Nötigung in gemeinsamer Tatbegehung,
und die Tatsache, dass er sowohl private als auch geschäftliche Schulden gemacht,
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seine Firma in den Konkurs geführt habe und mit seiner Familie auf Leistungen der
Sozialhilfe angewiesen sei, liessen aber nicht auf eine gelungene Integration schliessen.
Auch bewege er sich hauptsächlich im Kreis von Landsleuten. So habe er die schweren
Sexualdelikte zusammen mit Landsleuten bzw. Staatsangehörigen des ehemaligen
Jugoslawien begangen. Er habe bis zu seinem 14. Lebensjahr in Mazedonien gelebt. Er
sei mit der Sprache und den dortigen Verhältnissen nach wie vor vertraut. Die mit der
Rückkehr verbundenen Nachteile habe er selbst zu verantworten. Das familiäre Umfeld
in der Schweiz habe ihn nicht daran gehindert, Straftaten zu begehen. Seine Ehefrau
sei im Alter von 22 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz eingereist.
Sie halte sich seit rund 12 Jahren hier auf, habe ihre Kinder- und Jugendzeit indessen
im Herkunftsland verbracht. Sie habe zwar nach eigenen Angaben bei der von der
Schwiegermutter betriebenen Firma Q. GmbH gearbeitet. Diese Firma sei jedoch
infolge Konkurs gelöscht worden. Inwiefern sich die Ehegattin seit der Einreise in die
Schweiz anderweitig besonders integriert hätte, sei weder geltend gemacht worden
noch aus den Akten ersichtlich. Auch seien seine Kinder, welche in den Jahren 2002,
2004, 2007 und 2013 in der Schweiz geboren worden seien, noch in einem
anpassungsfähigen Alter, auch wenn drei der vier Kinder eingeschult worden seien.
Seiner Ehegattin könne demzufolge zugemutet werden, zusammen mit den
minderjährigen Kindern ins gemeinsame Herkunftsland zu folgen. Aufgrund der
schweren Straffälligkeit und des nicht hinzunehmenden Rückfallrisikos seien auch die
Voraussetzungen für einen Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens erfüllt,
selbst wenn es den Familienmitgliedern nicht zumutbar wäre, ihre Beziehung im
Ausland zu leben.
D.
Gegen diesen Entscheid liess X.Y. (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter
am 28. März 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben mit dem
Rechtsbegehren, der Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz)
vom 13. März 2014 bzw. die Verfügung des Migrationsamtes vom 18. Juli 2013 seien
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben (Ziff. 1). Es sei festzustellen, dass
die Voraussetzungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht gegeben
seien (Ziff. 2, act. 1). Mit Vernehmlassung vom 13. Mai 2014 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde (act. 7). Mit Verfügungen vom 19. und 24. September 2014
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mussten gegen X.Y. wegen Verstosses gegen die Hausordnung der Strafanstalt
Saxerriet, unter anderem wegen Schmuggel von illegalen Medikamenten (Anabolika
und Testosteron) und von grossen Mengen Alkohol, Disziplinarmassnahmen
angeordnet werden (act. 10.1 und 10.2). Am 11. Juni 2015 bewilligte das Amt für
Justizvollzug dem Beschwerdeführer per 15. Juni 2015 ein Arbeitsexternat und
versetzte ihn zum Vollzug des Arbeitsexternats in die Strafanstalt Gmünden (act. 12
und 13).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

## Considerations

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 28. März 2014 (act. 1) entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich
einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der
Verfügung des Migrationsamtes vom 18. Juli 2013 beantragt wird. Diese ist durch den
angefochtenen Entscheid ersetzt worden bzw. gilt inhaltlich als mitangefochten
(sogenannter Devolutiveffekt, vgl. BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012 E. 2.1).
Ebenfalls nicht einzutreten ist auf das Feststellungsbegehren in Antrag Ziff. 2 des
Beschwerdeführers. Die Interessen des Beschwerdeführers werden dadurch gewahrt,
dass nachfolgend – im Rahmen eines gestaltenden Verwaltungsgerichtsentscheides –
die Voraussetzungen für einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung überprüft
werden. Dem Beschwerdeführer fehlt es offenkundig an dem für einen
Feststellungsentscheid notwendigen schutzwürdigen Interesse (vgl. zur Subsidiarität
des Feststellungsanspruchs VerwGE B 2011/177 vom 29. August 2012 E. 2.5.1,
www.gerichte.sg.ch).
2.
bis
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Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn die ausländische Person
zu einer längerfristigen Freiheitstrafe, das heisst zu einer solchen von mehr als einem
Jahr, verurteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer, Ausländergesetz, SR 142.20, AuG, in Verbindung mit
Art. 62 lit. b AuG; BGE 139 I 31 E. 2.1 mit Hinweisen). Der genannte Widerrufsgrund gilt
auch für Niederlassungsbewilligungen ausländischer Personen, die sich, wie im
konkreten Fall, seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der
Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). Am 4. April 2012 verurteilte das Kantonsgericht
St. Gallen den Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren (Dossier A, S.
191). Damit hat der Beschwerdeführer den genannten Widerrufsgrund fraglos erfüllt.
Entsprechend kann offenbleiben, ob das Verhalten des Beschwerdeführers subsidiär
als schwerer oder wiederholter Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
im Sinne von Art. 62 lit. c AuG zu werten ist (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2.).
3.
Wenn der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. b AuG gegeben ist, ist zu prüfen, ob sich
der Widerruf der Niederlassungsbewilligung bei sorgfältiger Abwägung der Interessen
als verhältnismässig erweist (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV, und Art. 96 Abs. 1 AuG). Dabei sind das öffentliche
Interesse an der Fernhaltung der ausländischen Person und deren Interesse sowie das
ihrer Familie am Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Namentlich sind
die Schwere des Delikts und des Verschuldens, der seit der Tat vergangene Zeitraum,
das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad der Integration bzw. die
Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden
Nachteile zu berücksichtigen. Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der
sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung
widerrufen werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst
dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist (Ausländer der "zweiten
Generation") und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat. Dabei fliesst in
die Interessenabwägung ein, dass namentlich Vergewaltigung oder andere schwere
Sexualdelikte nach dem Willen des Verfassungsgebers zum Verlust des
Aufenthaltsrechts führen sollen (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Bei schweren Straftaten und
bei Rückfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht regelmässig ein wesentliches
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öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit eines Ausländers zu beenden, der die
Sicherheit und Ordnung derart beeinträchtigt (vgl. BGer 2C_103/2014 vom 13. Januar
2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt- und
Drogendelikten, muss zum Schutz der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein
geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter nicht in Kauf
genommen werden (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1 mit Hinweisen).
Hat ein Ausländer nahe Verwandte mit gefestigtem Anwesenheitsrecht in der Schweiz
und ist diese familiäre Beziehung intakt und wird sie tatsächlich gelebt, kann es das in
Art. 8 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(SR 0.101, EMRK) bzw. in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des
Familienlebens verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird.
Das Bundesgericht hat als familiäre Beziehung, die gestützt auf Art. 8 EMRK einen
solchen Anspruch verschaffen könnte, in erster Linie die Beziehung zwischen
Ehegatten sowie zwischen Eltern und minderjährigen Kindern anerkannt, welche im
gemeinsamen Haushalt leben (vgl. BGer 2C_84/2014 vom 8. Januar 2015 E. 5.2.1 mit
Hinweisen). Da bei der gestützt auf Art. 96 Abs. 1 AuG vorzunehmenden
Interessenabwägung die persönlichen und familiären Verhältnisse zu berücksichtigen
sind, hält ein verhältnismässiger Bewilligungswiderruf grundsätzlich auch vor Art. 8 Ziff.
2 EMRK stand (vgl. BGer 2C_620/2008 vom 16. September 2008 E. 2.2). Der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verlangt dabei eine Gesamtbetrachtung,
wobei der Grad der konkreten Beeinträchtigung des Familienlebens, der Umstand, ob
und wieweit dieses in zumutbarer Weise im Heimatstaat oder allenfalls in einem
Drittstaat gelebt werden kann, sowie die Natur der Bindungen zum und im
Aufenthaltsstaat ins Gewicht fallen. Von wesentlicher Bedeutung ist zudem, ob Gründe
der Migrationsregulierung (illegaler Aufenhalt usw.), andere Motive zum Schutz der
öffentlichen Ordnung oder solche des wirtschaftlichen Wohlergehens des Landes der
Bewilligung entgegenstehen. Von besonderem Gewicht erscheint schliesslich, ob die
betroffenen Personen aufgrund ihres migrationsrechtlichen Status vernünftigerweise
davon ausgehen durften, ihr Familienleben künftig im Konventionsstaat pflegen zu
können. Ist dies nicht der Fall, bedarf es besonderer Umstände (etwa schutzwürdiger
Kindesinteressen), damit Art. 8 EMRK den einzelnen Staat verpflichten kann, die
Anwesenheit von Familienangehörigen zu dulden (BGE 139 I 330 E. 2.3 mit Hinweisen).
Ein Anwesenheitsrecht kann sich schliesslich auch aus dem Recht auf Achtung des
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Privatlebens (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) ergeben. Hierfür bedarf es
besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehender privater
Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechender vertiefter
sozialer Beziehungen zum ausserfamiliären bzw. ausserhäuslichen Bereich (vgl. BGE
130 II 281 E. 3.2.1 und Zünd / Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im
schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und
Familienlebens, EuGRZ 40/2013 S. 1 ff. N. 35 ff. mit Hinweisen). Auch hier gilt aber,
dass Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV einen verhältnismässige Bewilligungswiderruf
nicht ausschliesst.
3.1.
Der Beschwerdeführer lässt zunächst vortragen, er sei nicht treibende Kraft hinter der
Vergewaltigung gewesen. Er habe sich in jener Nacht mitreissen lassen. Ihn treffe ein
wesentlich weniger grosses Verschulden als seinen Mittäter. Er bedauere die Tat, die er
vor acht Jahren gesetzt habe, aufs tiefste. Er habe sich in einem längeren Prozess
nachweislich geläutert. Es sei "lediglich" dieses eine Mal für ein Sexualdelikt verurteilt
worden. Im Zeitraum zwischen der Vergewaltigung und dem Urteil des
Kantonsgerichts, d.h. innert knapp fünf Jahren, habe er kein weiteres Delikt gesetzt,
welches den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung rechtfertigen würde. Er habe
bereits mehrfach Vollzugslockerungen in Anspruch nehmen können, die allesamt ohne
Beanstandungen eingehalten worden seien. Aus dem Bericht des Sozialdienstes der
Strafanstalt Saxerriet vom 17. Februar 2014 gehe hervor, dass er sein Frauenbild in
eine neue Richtung entwickelt habe und seine Wertschätzung seiner Frau, aber auch
der Anstaltspsychiaterin gegenüber, positiv verändert habe. Ein Paradigmawechsel
habe sich langsam entwickelt, werde jedoch zunehmend internalisiert. Der Vater des
Beschwerdeführers habe am 13. Februar 2014 bestätigt, dass der Beschwerdeführer
mit seinem alten Milieu gebrochen habe, was ebenfalls als positive Entwicklung seiner
Legal-Prognose gewertet werden könne. Er komme zum ersten Mal in seinem Leben
mit seinen Gefühlen in Berührung und fange an zu begreifen, was Familie und
Freundschaft bedeuten könnten. Es sei erwiesenermassen so, dass ihm eine gute
Prognose für die Zukunft gestellt werden könne und von ihm nach seiner Entlassung
keine grosse Rückfallgefahr und keine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Ordnung
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und Sicherheit ausgehe. Es sei diesbezüglich vom Sozialdienst der Strafanstalt
Saxerriet ein aktueller Führungs- bzw. Vollzugsbericht einzuholen.
3.2.
Mit Strafbescheid vom 18. Juli 2000 verurteilte das Untersuchungsamt St. Gallen den
Beschwerdeführer wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Busse
von Fr. 150.--. Am 10. April 2002 bestrafte ihn dasselbe Untersuchungsamt wegen
grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren bedingt ausgesprochenen Busse von Fr. 770.--. Am 28. Januar 2003
erwirkte der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Uster eine
bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von einem Monat und eine Busse von Fr.
1'200.-- wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. Mit Strafbescheid vom 6.
September 2004 erkannte das Untersuchungsamt St. Gallen den Beschwerdeführer
wegen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch und Führens eines
Motorfahrzeuges trotz Entzug des Führerausweises für schuldig und bestrafte ihn mit
einer bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von vier Wochen und einer Busse von
Fr. 600.--. Mit Strafbescheid vom 26. Juli 2005 bestrafte ihn dasselbe
Untersuchungsamt wegen einfacher Körperverletzung in mehrfacher Begehung mit
einer bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von drei Monaten; zugleich ordnete es
den Vollzug der vorgenannten bedingten Freiheitsstrafen an (Dossier A, S. 353 f.,
359-362, 364-368, 396). Mit Bussenverfügung vom 8. Februar 2010 verurteilte ihn das
Untersuchungsamt St. Gallen wegen Überlassens eines Motorfahrzeuges an eine nicht
führungsberechtigte Person zu einer Busse von Fr. 300.--. Mit Strafverfügung vom 22.
April 2010 bestrafte ihn das Bezirksamt Bischofszell wegen Widerhandlung gegen die
Verkehrsregelnverordnung mit einer Busse von Fr. 400.--. Wegen Übertretung des
Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung büsste ihn das Untersuchungsamt St. Gallen am 25. März
2011 mit Fr. 250.--. Schliesslich verurteilte ihn das Kantonsgericht St. Gallen am 4.
April 2012 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung in mehrfacher und
gemeinsamer Tatbegehung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren (Dossier A, S.
155-193, 276 f., 294-297). Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde wurde vom
Bundesgericht mit Entscheid 6B_396/2012 vom 29. Januar 2013 abgewiesen
(Dossier A, S. 134 f.). Im Urteil vom 4. April 2012 verwies das Kantonsgericht St. Gallen
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auf die Strafzumessung des Kreisgerichtes St. Gallen (vgl. Dossier A, S. 183). Das
Kreisgericht St. Gallen hielt im Entscheid vom 18./23. November 2010 (Dossier A, S.
262) zum strafrechtlichen Verschulden des Beschwerdeführers fest, dass die vom ihm
bei der Vergewaltigung angewendete Gewalt grundsätzlich eine Freiheitsstrafe von
zweieinhalb Jahren rechtfertige. Straferhöhend würdigte es, dass der gesamte übergriff
verhältnismässig lange gedauert habe und das Opfer neben ungeschütztem vaginalen
Verkehr auch oralen Verkehr habe erdulden müssen. Der Beschwerdeführer sei zwar
nicht die treibende Kraft bei den Misshandlungen des Opfers gewesen. Dennoch habe
er letztlich rücksichtslos und zielgerichtet gehandelt und sei im Unterschied zum
Mittäter nüchtern gewesen. Im Vergleich zum Mittäter erscheine sein Handeln
insgesamt als etwas weniger verwerflich. Straferhöhend berücksichtigte es auch die
mehrfache und gemeinsame Tatbegehung sowie die Vorstrafen des
Beschwerdeführers.
Soweit der Beschwerdeführer unter diesen Umständen glauben machen will, dass er
sich bei der Tatbegehung lediglich habe "mitreissen" lassen und ihn ein wesentlich
weniger grosses Verschulden als seinen Mittäter treffe, grenzt seine Argumentation an
eine grobe Verharmlosung der von ihm begangenen Delikte. Vielmehr lassen das Mass
der verhängten Freiheitsstrafe und die Art der Vergewaltigung und der sexuellen
Nötigung – mehrfach und in gemeinsamer Begehung – erkennen, dass das
strafrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers sehr schwer wiegt. Durch solche
traumatisierende übergriffe können beim Opfer langjährige, schwere psychischen
Leiden hervorgerufen werden (vgl. BGer 2C_18/2009 vom 7. September 2009 E. 2.4).
Damit ist der Vorinstanz beizupflichten, dass auch in ausländerrechtlicher Hinsicht von
einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen ist. Durch eine
derartige Delinquenz demonstrierte der Beschwerdeführer eine ausgeprägte
Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung. Ins Gewicht fällt weiter, dass
sich der Beschwerdeführer weder von den genannten zahlreichen Vorstrafen mit
warnendem Charakter (Bussen und kurze Freiheitsstrafen) noch von der Verwarnung
des Ausländeramtes (heute: Migrationsamt) vom 22. September 2005 von der
Verübung der schweren Sexualdelikte in mehrfacher und gemeinsamer Tatbegehung
abhalten liess, sondern dass sich seine Delinquenz – im Gegenteil – drastisch steigerte.
Auch nach den am 1. Mai 2007 begangenen schweren Sexualdelikten wurde der
Beschwerdeführer gemäss dem Strafbefehl vom 25. März 2011 wiederum strafffällig
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(Dossier A, S. 276 f.). Zudem hat er im Strafvollzug mehrfach und schwer, namentlich
mit Schmuggel von illegalen Medikamenten (Anabolika und Testosteron) und von
grossen Mengen Alkohol, gegen die Hausordnung verstossen, weshalb er unter
anderem vom 13. bis 22. September 2014 in den Arrest versetzt werden musste
(act. 10.1 und 10.2). Gemäss der Disziplinarverfügung der Strafanstalt Saxerriet vom
19. September 2014 benutzte der Beschwerdeführer für den Schmuggel seinen Vater
und einen Mitinsassen, um zu seinem Ziel zu gelangen. Es müsse davon ausgegangen
werden, dass er mit den Substanzen einen anstaltsinternen Handel habe betreiben
wollen. Der Beschwerdeführer hat damit seine erhebliche kriminelle Energie bestätigt.
Diese Verfehlungen weisen nicht darauf hin, dass er sich künftig wohlverhalten und
Verantwortung für sein Handeln übernehmen wird. Vor diesem Hintergrund wirkt seine
Beteuerung, er habe sich inzwischen nachweislich geläutert, als reine
Schutzbehauptung. Aufgrund seiner jüngsten Verfehlungen im Strafvollzug erübrigt
sich das Einholen eines aktuellen Führungs- bzw. Vollzugsberichts des Sozialdienstes
der Strafanstalt Saxerriet. Auch wäre der Beschwerdeführer aufgrund seiner
Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 90 AuG verpflichtet gewesen, sich um einen
solchen Bericht zu bemühen und ihn dem Verwaltungsgericht während der Hängigkeit
des Verfahrens rechtzeitig zur Kenntnis zu bringen (vgl. BGer 2C_103/2014 vom 13.
Januar 2015 E. 2). Im Übrigen lässt sich der Bewilligung des Arbeitsexternates des
Amtes für Justizvollzug vom 11. Juni 2015 (act. 12) entnehmen, dass der
Beschwerdeführer in Bezug auf seine Delikte seine Schuld anerkenne und gewisse
Einsichten gewonnen zu haben scheine. Selbst ein positiver Führungsbericht lässt
jedoch die Rückfallgefahr nicht in einem wesentlich günstigeren Licht erscheinen, da
eine gute Führung während des Strafvollzugs generell zu erwarten ist. Es wäre deshalb
nicht als besondere Leistung zu würdigen, wenn sich der Beschwerdeführer in dieser
Zeit nichts hätte zuschulden lassen kommen, zumal die im Strafvollzug vorhandene,
verhältnismässig engmaschige Betreuung keine verlässlichen Rückschlüsse auf das
Verhalten in Freiheit zulässt (vgl. BGer 2C_601/2013 vom 7. Januar 2014 E. 2.2.1).
Sodann bestehen angesichts seiner Verfehlungen im Strafvollzug begründete Zweifel
an dem gemäss Schreiben der Strafanstalt Saxerriet vom 17. Februar 2014 (act. 3/1)
angeblich sich langsam entwickelnden, zunehmend verinnerlichten Paradigmawechsel
bezüglich seiner Einstellung zu Frauen. Auch fällt ein solcher "Paradigmawechsel" im
ausländerrechtlichen Verfahren kaum ins Gewicht. Der Beschwerdeführer verkennt in
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diesem Zusammenhang den Unterschied zwischen der fremdenpolizeilichen und der
strafrechtlichen Beurteilung des Sachverhalts. So steht beim Entscheid über den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung das allgemeine Interesse an der
Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund und
weniger der bei der strafrechtlichen Beurteilung wichtige Resozialisierungsgedanke und
die Prognose über das künftige Wohlverhalten (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Im
Weiteren darf ausserhalb des Geltungsbereichs des Abkommens vom 21. Juni 1999
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR
0.142.112.681, FZA) auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen
werden (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.6.3). Nicht aktenkundig ist ferner
die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe mit seinem alten Milieu gebrochen.
Es wäre Sache des anwaltlich vertretenen Beschwerdeführers gewesen,
entsprechende Belege einzureichen (Art. 90 lit. b AuG). Auch wären entsprechenden
Aussagen seines Vaters, welcher am Schmuggel von illegalen Medikamenten und von
grossen Mengen Alkohol in die Strafanstalt Saxerriet beteiligt war, nicht besonders
glaubwürdig (act. 10.2). Darüber hinaus belegt die desolate finanzielle Situation des
Beschwerdeführers, dass es ihm auch nicht gelang, seinen zivilrechtlichen
Verpflichtungen nachzukommen. Es bestehen gegen ihn offene Betreibungen in der
Höhe von insgesamt Fr. 7'882.75 und 65 Verlustscheine im Betrag von total Fr.
83'214.10 (Stand: 13. Mai 2013). Sein Unternehmen, die Z. GmbH wurde am 7.
Dezember 2011 infolge Konkurs aus dem Handelsregister gelöscht (Dossier A, S. 42,
51-61, 137-151). Seine Familie ist auf finanzielle Sozialhilfe angewiesen (Dossier A,
S. 15). Damit besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend
gewichtige private Interessen aufgewogen werden kann, d.h. wenn aussergewöhnlich
schwerwiegende Umstände gegen einen Widerruf sprechen.
3.3.
Der Beschwerdeführer macht hierzu geltend, er habe die prägendste Zeit seines
Lebens in der Schweiz verbracht und sei mit den Verhältnissen in der Schweiz weit
besser vertraut als mit denjenigen in seinem Heimatstaat, welchen er als 14-jähriger
Junge verlassen habe und welcher ihm fremd sei. Der zweitälteste Sohn, B., leide an
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einer Behinderung und müsse die heilpädagogische Schule (HPS) in St. Gallen
besuchen. Im Hinblick auf B.s Wohl sei es nicht zu verantworten, ihn aus seinem
gewohnten Umfeld herauszureissen und die Beschulung an der HPS abzubrechen.
Eine entsprechende Beschulung, die B.s Bedürfnissen entspreche, könne in
Mazedonien nicht stattfinden, womit B.s weitere Entwicklung langfristig gefährdet
wäre. A. und C. würden die öffentliche Schule besuchen und seien beide bestens
integriert. Müsste der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen, würde dies zu einer
Trennung der Familie führen, da es der Mutter nicht zumutbar wäre, gemeinsam mit
den Kindern in eine unsichere Zukunft nach Mazedonien zu ziehen. Die Kinder müssten
faktisch ohne Vater aufwachsen. Regelmässige Besuche dürften, insbesondere aus
finanziellen Gründen, kaum möglich sein. Es bestehe ein erhebliches privates Interesse
der Kinder, die Beziehung zum Vater zu leben. Die gesamte Kernfamilie des
Beschwerdeführers, wie seine Eltern und seine Geschwister, seien in der Schweiz
wohnhaft. Es würde ihm deshalb äusserst schwer fallen, sich in der ihm fremd
gewordenen Heimat zu integrieren. Wegen seiner langen Abwesenheit werde es ihm
schlichtweg nicht möglich sein, sich beruflich zu integrieren. Er hätte damit keine
Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er könne auch nicht auf Hilfe von
nahen Familienangehörigen zurückgreifen, die ihm bei der Haus- und Stellensuche in
der Heimat behilflich sein könnten. Damit wären die Folgen eines Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung für die Familie in finanzieller Hinsicht nicht absehbar.
3.4.
Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 14 Jahren in die Schweiz ein. Er hält sich
mithin seit bald 21 Jahren und damit den grössten Teil seines Lebens hierzulande auf,
davon insgesamt rund zweieinhalb Jahre im Strafvollzug. Es hat insofern eine minimale
Integration stattgefunden, als er in St. Gallen zur Schule ging, als Hilfsarbeiter arbeitete
und sich als Eisenleger selbständig machte (Dossier A, S. 274 f., 374-376, 382, 392).
Als in der Schweiz besonders gut integriert oder gar verwurzelt kann er aber nicht
betrachtet werden. Trotz des langen Aufenthalts hat er es nicht geschafft, sich der
herrschenden Rechtsordnung anzupassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er
nicht zu nutzen. über Jahre hinweg hat er regelmässig ohne Not (er arbeitete als
Hilfsarbeiter, war Inhaber eines Armierungs- und Schalungsbaugeschäfts) und trotz
seiner familiären Verankerung (seine Ehefrau, seine vier Kinder, (Stief-)Eltern und
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Halbgeschwister wohnen in der Schweiz) Straftaten, insbesondere schwere
Sexualdelikte, verübt. Auch hat er sich nicht nennenswert in die Schweizer Gesellschaft
eingebracht. Es finden sich keine Hinweise auf einen schweizerischen Bekanntenkreis.
Unbestrittenermassen bewegte er sich hauptsächlich im Kreis von Landsleuten. Auch
die schweren Sexualdelikte beging er zusammen mit einem mazedonischen
Staatsangehörigen (Dossier A, S. 155). Er ist in Mazedonien aufgewachsen und hat
dort den grössten Teil seiner (Volks-)Schulausbildung absolviert. Damit hat er seine
prägenden Kinder- und Jugendjahre weitgehend in seinem Heimatland verbracht. Auch
beherrscht er unbestrittenermassen eine der dortigen Amtssprachen. Zudem ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer wiederholt in sein Heimatland zurückgekehrt
ist, was sich beispielsweise anhand der Heirat in Mazedonien am 28. April 2000 zeigte
(Dossier A, S. 378). Es ist nicht ersichtlich und der Beschwerdeführer vermag auch
nicht darzutun, dass er keinerlei Beziehungen mehr zu seiner Heimat unterhielte.
Entgegen seiner anderslautenden Darstellung sind ihm somit die Verhältnisse im
Heimatstaat vertraut. Darüber hinaus wird er seine in der Schweiz gemachten
Berufserfahrungen als Angestellter und seine Erkenntnisse als selbständig Erwerbender
und allenfalls auch seine in der Schweiz erworbenen Deutschkenntnisse auch in
seinem Heimatland wieder einsetzen können. Jedenfalls erscheint es nicht als
unmöglich, dass er sich in Mazedonien beruflich integrieren kann, selbst wenn er bei
der Wohnungs- und Stellensuche nicht auf die Hilfe von nahen Familienangehörigen
zurückgreifen könnte und ihm sein Heimatland nicht die gleichen beruflichen
Perspektiven bieten kann wie die Schweiz. Als Eisenleger übte er überdies keine
besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher
Sicht gegen den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung sprechen würde.
3.5.
Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist erst im Alter von 22 Jahren zum Verbleib beim
Ehemann in die Schweiz eingereist und ist damit mit mindestens einer der
Amtssprachen ihres Heimatstaates und den dortigen Gepflogenheiten vertraut. Zudem
ist sie mit ihren Kindern wiederholt nach Mazedonien zurückgekehrt (Dossier B, S. 35).
überdies hat sie sich in der Schweiz weder beruflich noch gesellschaftlich integriert.
Diesbezüglich kann auf die unbestrittenen und zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden. Ferner sind die Kinder des Beschwerdeführers zwei bis
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zwölf Jahre alt und befinden sich damit in einem anpassungsfähigen Alter (vgl. hierzu
VerwGE B 2012/236 vom 2. Juli 2013 E. 2.1.2 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung, www.gerichte.sg.ch), auch wenn die drei ältesten Kinder in der
Schweiz eingeschult worden sind. Ihnen sollte ein nicht allzu beschwerliches Einleben
in der ihnen nicht unbekannten Heimat möglich sein. Weltweit ziehen viele Kinder in
vergleichbarem Alter zusammen mit ihren Eltern in fremde Länder; umso mehr kann
den hier betroffenen Kindern zugemutet werden, ihren Eltern in deren Heimatland zu
folgen (vgl. BGer 2C_272/2014 vom 6. Februar 2015 E. 3.3 zweiter Absatz). Was
sodann die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Behinderung seines
zweitältesten Sohnes, B., anbelangt, wird von ihm in Verletzung seiner
Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 90 lit. b AuG nicht dargelegt, unter welchen
psychischen oder physischen Erkrankungen B. leidet. Auch geht dies aus den
vorliegenden Akten nicht hervor (vgl. Dossier D). Immerhin ist mutmasslich nicht von
einer schweren Behinderung auszugehen, da B. die HPS, eine Tagesschule für Kinder
mit einer geistigen und/oder mehrfachen Behinderung, besuchen kann (act. 3 Beilage
2). Ungeachtet dessen, ist in Mazedonien eine hinreichende medizinische und
psychiatrische Versorgung gewährleistet (vgl. BVerwGE E-807/2014 vom 3. März 2014
E. 8.3.1). Zudem existieren staatliche Institute, welche Personen mit psychischen
Erkrankungen oder mit geistiger und körperlicher Behinderung betreuen. Auch können
Kinder und Erwachsene mit dauerhafter geistiger oder körperlicher Behinderung, die
auf fremde Hilfe angewiesen sind, einer Pflegefamilie zugewiesen werden (vgl. Adrian
Schuster, Mazedonien: Medizinische Pflege und Krankenversicherung für körperlich
Behinderte, Auskunft der SFH-Länderanalyse, Bern, 23. August 2012, Ziff. 3.1,
www.fluechtlingshilfe.ch). Im übrigen hat Mazedonien das Übereinkommen über die
Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert (SR 0.109). Damit hat es sich
gestützt auf Art. 24 dieses Übereinkommens verpflichtet, die Bildung von Menschen
mit Behinderungen, insbesondere einen integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen
Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen, zu gewährleisten. Der
Ehefrau und den vier Kindern, insbesondere dem zweitältesten Sohn, B., könnte somit
zugemutet werden, ihr Familienleben in Mazedonien zu führen. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers muss somit nicht zur Trennung der
Familie führen, womit Art. 8 Ziff. 1 EMRK resp. Art. 13 Abs. 1 BV von vorneherein nicht
betroffen ist. Der Ehefrau und den Kindern des Beschwerdeführers steht es jedoch frei,
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in der Schweiz zu verbleiben. Darüber hinaus ist vorliegend nicht ersichtlich und wird
vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht, dass sein Recht auf Privatleben
durch den Widerruf der Niederlassungsbewilligung beeinträchtigt wird.
3.6.
Unter den dargelegten Umständen entsteht vom Beschwerdeführer das Bild eines
wirtschaftlich und sozial schlecht integrierten, mehrfach rückfälligen Straftäters, der
schwere Sexualdelikte verübte und dessen Verbleiben in der Schweiz mit den
Sicherheitsinteressen der hiesigen Wohnbevölkerung nicht vereinbar ist. Sein Verhalten
zeigt eindeutige Züge einer Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit. Es ist von einer
erheblichen Rückfallgefahr auszugehen. Angesichts der Schwere der begangenen
Sexualdelikte ist das Risiko eines Rückfalls in ausländerrechtlicher Sicht nicht
hinzunehmen. Zu Ungunsten des Beschwerdeführers fällt sodann besonders ins
Gewicht, dass ihn auch die Heirat mit seiner Ehefrau und die Geburten seiner zwei
ältesten Söhne nicht von weiterer rücksichtsloser Delinquenz abhalten konnten. Indem
er trotz migrationsrechtlicher Verwarnung und mehrfachen Verurteilungen
weiterdelinquierte, insbesondere die sexuelle Unversehrtheit des
Vergewaltigungsopfers in massiver Art und Weise beeinträchtigte, nahm der
Beschwerdeführer in Kauf, sein Anwesenheitsrecht in der Schweiz und damit die
persönlichen Kontakte zu seiner Ehefrau und seinen vier Kindern zu verlieren. Es kann
somit nicht davon ausgegangen werden, dass ihn seine hier lebende Familie inskünftig
von der Begehung weiterer Straftaten abhalten wird. überdies war er nicht mehr in der
Lage, für seine Familie aufzukommen. Vielmehr wird diese von der öffentlichen
Fürsorge unterstützt. Selbst wenn der Ehefrau und den vier Kinder nicht zugemutet
werden könnte, ihr Familienleben in Mazedonien zu führen, ist das öffentliche Interesse
am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers unter diesen
Umständen höher zu gewichten als sein privates Interesse, bei der Familie bleiben zu
können, wenngleich sein Verhältnis zur Ehefrau und den vier Kindern intakt ist und er
mit ihnen vor Antritt des Strafvollzugs im gemeinsamen Haushalt gelebt hat. Der vom
Beschwerdeführer hiergegen in Bezug auf die privaten Interessen seiner Kinder zitierte
Entscheid BGer 2C_1112/2012 vom 14. Juni 2013, der sich ausschliesslich mit der
Frage befasste, ob eine besonders enge affektive Beziehung zwischen einem
besuchsberechtigten, nicht strafrechtlich verurteilten Ausländer und seiner Tochter
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(Schweizerin) besteht, vermag daran nichts zu ändern. Eine Trennung des
Beschwerdeführers von Frau und Kindern mag zwar hart erscheinen, muss aber
angesichts der von ihm ausgehenden Gefährdung und der Schwere seines
Verschuldens hingenommen werden und ist einzig seinem Fehlverhalten
zuzuschreiben. Dem Beschwerdeführer ist vor diesem Hintergrund zuzumuten, alleine
oder zusammen mit seiner Familie in sein Heimatland zurückzukehren. Bei einem
Verbleib der Ehefrau und der Kinder in der Schweiz könnte der Kontakt zum
Beschwerdeführer mittels Telefonaten, Brief- und E-Mail-Verkehr oder anderen Formen
der elektronischen Kommunikation aufrechterhalten werden. Angesichts der günstigen
Flug- und Bustarife nach Mazedonien stünde auch gelegentlichen Besuchen nichts im
Wege, zumal gegen den Beschwerdeführer kein Einreiseverbot verfügt wurde (Art. 67
AuG). Wegweisungshindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 1 bis 4 AuG sind trotz der
aktuellen politischen Krise in Mazedonien nicht ersichtlich (vgl. Reisehinweise für
Mazedonien des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA,
www.eda.admin.ch).
3.7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers aufgrund der erwähnten Umstände im öffentlichen Interesse liegt
und verhältnismässig ist. Insbesondere bedeutet er für ihn keine unzumutbare Härte,
weshalb ihn die Vorinstanz zu Recht bestätigt hat. Ihr kann keine mangelhafte
Sachverhaltsfeststellung oder Ermessensüberschreitung vorgeworfen werden. Der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers ist bundesrechts- und
konventionskonform. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
4.
(...).