# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f013cced-1684-4c8f-9c16-55a341b4752d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, ist di
plomierte Architektin ETHZ und stand ab dem
1.
September 2016 in einem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
GmbH. Nachdem sie den Arbeitsvertrag per Ende August 2018 gekündigt hatte und das Arbeitsverhältnis per Ende Oktober 2018 aufgelöst worden war (vgl. die Arbeitgeberbescheinigung vom 1
7.
Juni 2020,
Urk.
7/44,
u
nd die Lohn
auszüge
in
Urk.
7/41
und
Urk.
7/42
),
trat sie am
1.
November 2018 eine Stelle als Architektin im Architekturbüro
Z._
an, das von ihrem Ehemann
A._
als Einzelunternehmung gefüh
rt wurde (Arbeitsvertrag vom 1.
November 2018,
Urk.
7/26). Am 2
8.
Februar 2020 kündigte ihr Ehemann das Arbeitsverhältnis p
er Ende April 2020 (
Urk.
7/15
; Arbeitgeberbescheinigung vom 1
6.
Juni 2020,
Urk.
7/34
).
X._
meldete sich daraufhin am 1
1.
Juni 2020 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung und zur Vermittlung einer Vollzeitstelle an (Anmeldebestätigung vom 1
1.
Juni 2020,
Urk.
7/29; Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 1
5.
Juni 2020,
Urk.
7/43).
Mit Verfügung vom
8.
Juli 2020 eröffnete die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich der Versicherten, dass sie ab dem 1
1.
Juni 2020 aufgrund ihrer Eigenschaft als Ehefrau des Inhabers des Architekturbüros
Z._
keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe (
Urk.
7/23).
X._
erhob gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 2
0.
Juli 2020 Einsprache (
Urk.
7/20), welche die Arbeitslosenkasse in der Folge mit Entscheid vom 1
9.
August 2020 abwies (
Urk.
2 =
Urk.
7/17).
1.2
Mit E-Mail vom 2
0.
August 2020 mit dem Betreff «Einsprache gegen d.
Ein
spracheentscheid
» gelangte
X._
an die Arbeitslosenkasse mit dem Antrag, ihr Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung sei zu bejahen (
Urk.
7/11). Die Kasse antwortete der Versicherten gleichentags ebenfalls per E-Mail, dass
ihre Vorbringen
am Ergebnis des fehlenden Anspruchs nichts änderten, dass sie jedoch
die Möglichkeit habe, innert 30
Tagen beim Sozialversicherungs
gericht schriftlich Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
zu erheben (
Urk.
7/4, S.
20 des Dossiers der Arbeitslosenkasse).
Ungeachtet dieser Mitteilung traf die Kasse in den nachfolgenden Tagen weitere Abklärungen im Hinblick auf eine allfällige Wiedererwägung des
Einspracheentscheids
vom 2
0.
August 2020 (vgl. die E-Mail-Korrespondenz in
Urk.
7/4). Mit E
Mail vom 1
4.
September 2020 teilte die Kasse der Versicherten schliesslich mit, dass die Abklärungen noch im Gange seien, dass ihr ein allfälliger Wiedererwägungsentscheid umgehend zuge
stellt würde, falls ein Anspruch aufgrund der Prüfungsergebnisse bejaht werden könne,
und dass ihre Beschwerde andernfalls an das Sozialversicherungsgericht zur gerichtlichen Beurteilung weitergeleitet werde (
Urk.
7/4, S. 9 des Dossiers der Arbeitslosenkasse).
2.
In der Folge liess die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich dem Sozialversiche
rungsgericht mit Begleitbrief vom 1
7.
September 2020 (
Urk.
3) einen Ausdruck des E-Mails der Versicherten vom 2
0.
August 2020 (
Urk.
1) zur Behandlung als Beschwerde zukommen.
Das Gericht
erfuhr von der Kasse, dass die Versichert
e ihr das E-Mail vom 20.
August 2020 nicht in ausgedruckter und von ihr handschriftlich unterzeich
neter Form
zugestellt hatte
, wie sie dies sinngemäss angekündigt hatte (
Urk.
1 am Ende), und zog daraufhin einstweilen die Akten
der Kasse bei (Urk.
7/1-47; Tele
fonnotiz
en vom 3
0.
September 2020,
Urk.
4 und
Urk.
5).
Mit Verfügung vom 1
3.
Oktober 2020
wies
der zuständige Referent
auf die Rechtsprechung des Bun
desgerichts hin, wona
ch eine Eingabe mit einfachem E
Mail die Anforderungen an eine rechtsgültige Einsprache- oder Beschwerdeschrift mangels eigenhändiger Unterschrift oder elektronischer Signatur nic
ht zu erfüllen vermag und
ein der
artiger Mangel grundsätzlich für die versicherte Person erkennbar ist, sodass die Ansetzung einer Nachfrist zur Behebung des Mangels ausser Betracht fällt.
Er erwog jedoch, dass
vorliegendenfalls
aufgrund der vorangegangenen Korrespon
denz zwischen den Parteien eine Beeinflussung der Versicherten durch eine miss
verständliche Auskunft der Kasse zur Diskussion stehe, und setzte der Versicher
ten demgemäss
eine Nachfrist zur handschriftlichen Unterzeichnung des Aus
drucks des E-Mails vom 20. August 2020 an (
Urk.
8).
Mit Schreiben vom
2
0.
Oktober 2020 (
Urk.
10) reichte die Versicherte eine maschinenschriftlich formulierte und handschriftlich unterzeichnete Version ihres E-Mails vom 2
0.
August 2020 ein (Urk. 1
1 mit den Beilagen in Urk. 12/1
4), worauf die Kasse mit Verfügung vom 2
7.
Oktober 2020 zur Beantwortung der Beschwerde aufgefordert wurde (
Urk.
13). Am 1
6.
November 2020 erstattete die Kasse die Beschwerdeantwort und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
15).
Die Beschwerdeführerin liess die ihr angesetzte Frist zur Replik (Verfü
gung vom 1
9.
November 2020,
Urk.
17) unbenützt ver
s
treichen, wovon die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Wie bereits in der Verfügung vom 1
3.
Oktober 2020 dargetan worden ist
(
Urk.
8)
, vermag
eine Eingabe mit einfachem E-Mail die Anforderungen an eine rechts
gültige Einsprache- oder Beschwerdeschrift mangels eigenhändiger Unterschrift oder elektronischer Signatur nicht zu erfüllen und eine Nachfristansetzung zur nachträglichen Anbringung einer Unterschrift kommt in der Regel wegen der Erkennbarkeit des Mangels nicht in Frage (Urteil des Bundesgerichts 8C_259/2015 vom 2
4.
Februar 2016 E. 2 und E. 4.5).
Die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
September 2020, dass sie weitere Abklärungen treffe und nach deren Abschluss entweder auf den
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Au
gust 2020 zurückkommen oder die
Beschwerde in Form des E-Mails vom 2
0.
August 2020 dem Sozialversicherungsgericht weiterleiten werde (
Urk.
7/4,
S.
9 des Dossiers der Beschwerdegegnerin), war jedoch dazu geeignet, die Beschwer
deführerin davon abzuhalten, von sich aus rechtzeitig eine
rechtsgenügliche
Beschwerdeschrift einzureichen.
Deshalb sind mit der nach
-
träglich
niederge
schriebenen und
handschriftlich unterzeichneten Version des
E-Mails vom 2
0.
August 2020 (
Urk.
11) die gesetzlichen Anforderungen an eine Beschwerde
schrift erfüllt (vgl.
Art.
61
lit
. b
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG] und
§
18
des Gesetzes über das Soz
ialver
sicherungsgericht [
GSVGer
]), und auf die Beschwerde ist einzutreten.
Im Folgenden ist demnach
materiell zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1
1.
Juni 2020 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat.
2.
2.1
Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist unter den
Vorausset
zungen in Art. 8 ff. des Bundes
gesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolv
enzentschädigung (AVIG) gegeben.
Eine der
Anspruchsv
oraussetzungen
besteht nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e AVIG darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit
befreit ist. Nach
Art.
9 AVIG gelten für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zweijährige Rahmenfristen (
Abs.
1). Die Rahmenfrist für den Leis
tungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvorausset
zungen erfüllt sind (
Abs.
2). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Abs.
3). Nach
Art.
13
Abs.
1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist nach
Art.
9
Abs.
3
AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat.
2
.2
2
.2.1
Arbeitnehmer, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz einge
stellt ist, haben gemäss
Art.
31
Abs.
1 AVIG unter den in
lit
.
a-d genannten Voraussetzungen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Erforderlich ist unter ande
rem, dass ein anrechenbarer Arbeitsausfall
im Sinne der Kriterien in
Art.
32 AVIG vorliegt (
Art.
31
Abs.
1
lit
.
b AVIG) und dass das Arbeitsverhältnis nicht gek
ündigt ist (
Art.
31
Abs.
1
lit
.
c AVIG).
Vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädi
gung ausgenommen sind nach
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG diejenigen Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschaf
ter,
als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitgl
ieder eines obersten be
triebli
chen
Entscheidungsgremiums
die
Entscheidungen des Arbeitgebers be
stimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten. Es han
delt sich um Personen (und ihre Ehegatten), denen zwar die Rechtsstellung von Arbeitnehmern zukommt, die jedoch dem E
influss auf die Unternehmens
ge
schi
cke nach
eine arbeitgeberähnliche Position
ein
nehmen. Die Regelung in
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG dient der Verh
ütung von Missbräuchen und soll insbe
sondere dem Umsta
nd Rechnung tragen, dass der Arbeitsausfall von arbeitge
berähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder massgeblich beeinflussen können (v
gl. BGE 123 V 234 E.
7b/
bb
). Wer demnach am Entscheid
über das Eintreten des Versiche
rungsfalles der Kurz
arbeit selber massgeblich be
teiligt ist, soll aufgrund eben
dieses Versicherungsfal
les keine
Leistungen beanspruchen können.
2
.2.2
Kurzarbeit kann nich
t nur in einer Reduktion der Ar
beitszeit, sondern auch da
rin bestehen, dass der Betrieb für eine gewisse Zeit vollständig stillgelegt wird.
Solange ein Arbeitnehmer mit arbeitgeberähnli
cher Stellung mit der betreffen
den
Unternehmung noch in einem Arbeitsverhältnis steht, hat er aufgrund de
r Aus
schlussbestimmung in
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG keinen Anspruch auf Kurz
ar
beitsentschädigung. Wird das Arbeitsverhältnis hingegen gekündigt, so gilt die
arbeitgeberähnliche Person nunmehr als arbeitslos und kann somit unter den Voraussetzungen in
Art.
8 ff. AVIG Arb
eitslosenentschädigung beanspru
chen.
Behält
sie
nach der Entlassung allerdings
ihre arbeitgeberähnliche Stel
lung im Be
trieb bei und kann dadurch des
sen Entscheidungen weiterhin be
stimmen oder massgeblich beeinflussen, so
läuft die Beanspruchung von Ar
beitslosenentschä
di
gung nach der bundesgerichtlichen Rec
htsprechung auf eine rechtsmiss
bräuch
liche Umgehung von
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG hinaus, und es besteht auch bei
grundsätzlich gege
benen Voraussetzungen nach
Art.
8 ff. AVIG kein Anspruch
auf Arbeitslosenentschädigung. Der Umgehungstatb
estand wird hier damit begrün
det, dass die arbeitgeberähnliche Person übe
r die Dispo
sitionsfreiheit ver
fügt,
den
Betrieb jederzeit zu reaktivie
ren und si
ch bei Bedarf erneut als Arbeitneh
mer ein
zustellen.
Ein tatsächlich rechtsmissbräuchliches Verhalten muss dabei nicht nach
gewiesen sein, sondern das Vorhandensei
n des abstrakten Missbrauchs
risikos genügt. Dieses Risiko ist nach der Rechtspr
e
chung erst dann nich
t mehr vorhanden, wenn der Betrieb geschlossen wird und das Ausscheiden des Arbeitnehmers mit arbeitgeberähnlicher Stellung mithin definitiv ist, oder wenn das Unternehmen z
war weiterbesteht, die arbeitge
berähnliche Person je
doch mit der Kündigung end
gültig auch jene
Eigenschaf
ten verliert,
deretwegen
sie bei
Kurza
rbeit aufgrund von
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG vom Anspruch auf Kurzar
beit
sentschädigung ausgenom
men wäre (vgl. BGE 123 V 234 E. 7b/
bb
).
Dort, wo mehrere Gesellschaften eng miteinander verbunden sind und ein Firmenkonglomerat bilden, beurteilt die Rechtsprechung die arbeitgeberäh
nliche Stellung zudem erst
als aufgegeben, wenn die arbeitgeberähnliche Person in keiner
der miteinander
verflochtenen Gesell
schaften dem obersten betrieblichen Entscheidungsgremium mehr angehört (vgl. BGE 133 V 249 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_143
/2012 vom 1
9.
September 2012 E.
4.3).
Die Frage, ob eine
arbeitne
hmende
Person im Sinne von
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG einem obersten betrieblichen
Entscheidungsgremium
angehört und ob sie in die
ser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die
Unternehmensentscheidungen neh
men kann, ist grundsätzlich aufgrund der betrieblichen Verhältnisse im Einzel
fall und nicht nach rein formalen Kriterien zu beantworten. Keine Prüfung des Ein
zelfalles ist rechtsprechungsgemäss dort erforderlich, wo sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst zwingend
ergibt. Die höchst
richterliche Rechtsprechung schliesst daher die mitarbeitende
n Verwaltungsrats
mitglieder einer Aktiengesellschaft
(
AG
)
, für welchen das
Gesetz in
Art.
716
716b OR ver
schiedene nicht übertrag- und entziehbare, die Entscheidungen des Arbeit
gebers
bestimmende oder massgeblich beeinflussende Aufgaben vorschreibt, vom Leistungsanspruch generell aus, und dasselbe gilt für die Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung
(
GmbH
)
nach Art.
804 ff. OR
(BGE 145
V
200 E. 4.2 mit Hinweisen).
Unter die dargelegte Rechtsprechung zur rechtsmissbräuchlichen Umgehung von
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG fällt nicht nur die Situation, in der die arbeitgeberähnli
che Person selber Arbeitslosenentschädigung beansprucht, sondern auch der Fall, wo der
mitarbeitende
Ehegatte einer solchen Person entlassen wird und sich zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung anmeldet
(
vgl. die Sachverhalte
in den
Urteilen des Bundesgerichts
8C_863/2012 vom 2
0.
Februar 2013
und
8C_231/2012 vom 1
6.
August 2012
).
2.2.3
Das Bundesgericht hält den Tatbestand der
rechtsmissbräuchlichen Umgehung von
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG dann nicht (mehr) für erfüllt, wenn
ein
e versicherte Person
nach ihrer Entlassung
die arbeitgeberähnliche Stellung
im Unternehmen zwar
beibehält,
aber
danach in einem Drittbetrieb mindestens sechs Monate lang arbeitet und durch den Verlust dieser
letzteren Stelle
arbeitslos wird. In diesem Fall kann
rechtsprechungsgemäss
ein Anspruch
auf Arbeitslosenentschädigung entstehen, auch wenn die arbeitgeberähnliche Stellung im ersten Unterne
hmen fortbesteht
(
Urteile des Bundesgerichts 8C_81/2009 vom 2
7.
August 2009 E. 4 und
C 233/05 vom 1
7.
Februar 2006 E. 2.4
, je mit H
inweis
auf das
Urt
eil C 171/03 vom 3
1.
März 2004, publiziert
in: SVR 2004
,
AlV
Nr. 15,
S. 46
f.)
. Wiederum muss dies auch dort gelten, wo der mitarbeitende Ehegatte der Person mit arbeit
geberähnlicher Stellung nach der Aufgabe dieser Mitarbeit während mindestens sechs Monaten in ei
nem Drittbetrieb gearbeitet hat (
vgl.
Nussbaumer, Arbeitslo
senversicherung, in: Schweizerisches Bu
ndesverwaltungsrecht [SBVR], 3. Auflage, Basel 2016, S. 2350
Rz
276).
3.
3.1
Vorab steht fest, dass die
Beschwerdeführerin in der
massg
ebenden R
ahmenfrist
, die gestützt auf
Art.
9
Abs.
3 AVIG vom 1
1.
Juni 2018 bis zum 1
0.
Juni 2020 dauerte, die Beitragszeit im Sinne von
Art.
13
Abs.
1 AVIG erfüllt hat. Nachdem bis Ende Oktober 2018
Beiträge
aus dem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
GmbH entrichtet worden waren (vgl. den Auszug aus dem individu
ellen Konto der Beschwerdeführerin vom
2.
September 2020,
Urk.
7/7, die Arbeit
geberbescheinigung vom 1
7.
Juni 2020,
Urk.
7/44
,
und die Lohnauszüge in
Urk.
7/41 und
Urk.
7/42),
folgten von November 2018 bis April 2020 die Beiträge aus der Tätigkeit im Architekturbüro
Z._
(vgl.
Urk.
7/7, die Arbeitgeberbescheinigung vom 1
6.
Juni 2020,
Urk.
7/34, und die Lohnabrech
nungen in
Urk.
7/37 und
Urk.
7/40).
Gleichermassen feststehend ist
aber auch
, dass das Architekturbüro
Z._
vom Ehemann der Beschwerdeführer
in
als Einzelfirma geführt wurde und dass dieser das Architekturbüro nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit
der Beschwerdeführerin per Ende April 2020
weiterführte. Auch wenn er ent
sprechend
den Vorbringen der Beschwerdeführerin in der
Einspracheschrift
vom 2
0.
Juli 2020
unterdessen
eine 80%-Anstellung bei der
B._
angenom
men
haben sollte, so war er
doch
daneben nach den Angaben der Beschwerde
führerin nach
wie vor in
reduziertem Umfang
auch
für sein e
igenes Architektur
büro tätig
(vgl.
Urk.
7/20), und die Beschwerdeführerin machte im vorliegenden Verfahren (
Urk.
1 und
Urk.
11) nicht geltend, daran habe sich bis zum Datum des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
9.
August 2020, das den Beurtei
lungszeitraum begrenzt, etwas geändert.
Damit liegt ein Sachverhalt vor, der von der dargelegten Rechtsprechung zur Umgehung
zur Umgehung von
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG erfasst ist, da der Ehe
mann der Beschwerdeführerin die Geschicke seiner Einzelunternehmung fraglos
selber bestimmen konnte.
3.2
Es ist sodann keine Situation gegeben, in welcher
die zitierte höchstrichterliche Rechtsprechung den
Umgehungstatbestand infolge einer Anstellung in einem Drittbetrieb
nicht mehr anwendet
.
Denn bei der Tätigkeit
für die
Hochschule
C._
, in deren Rahmen die Beschwerdeführerin ab September 2019 im Rahmen von einzelnen Lehraufträgen tätig war (vgl. die A
rbeitgeberbescheinigung vom 26.
August 2020,
Urk.
7/8
,
und die E-Mail-Korrespondenz zwischen der Beschwer
degegnerin und der Schule in
Urk.
7/4),
handelt es sich nicht um eine Stelle, welche die Beschwerdeführerin nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit ihrem Ehemann angetreten und nach sechs
Monaten wieder verloren hätte.
Soweit die Beschwerdegegnerin
die Auffassung vertritt
,
alternativ genüge auch e
ine mindestens zwölfmonatige beitragspflichtige Tätigkeit in einem Drittbetrieb
in einem beliebigen Zeitraum innerhalb
der Beitragsrahmenfrist
, um den Umgehungs
tatbestand ausser Kraft zu setzen (
vgl.
Urk.
15;
vgl.
auch
die
E-Mail
s
an die Beschwerdeführerin
vom 2
0.
und
vom 2
1.
August 2020,
Urk.
7/4, S. 19
-20
des Dossiers der Beschwerdegegnerin),
so trifft zwar zu,
dass dies in der
Verwaltungs
praxis so formuliert ist (AVIG-Praxis ALE
Rz
B31
, vgl
.
auch
Rz
B22
).
Diese Praxis
basiert indessen, soweit ersichtlich, nicht auf einschlägigen Entscheiden des Bun
desgerichts. In den entsprechenden Ziffern der AVIG-Praxis
ALE
sind keine Urteile aufgeführt, und auch in der Lehre finden sich keine Hinweise
auf Gerichtsent
scheide
, welche diese Praxis stützten (vgl.
Nussbaumer,
a.a.O.,
S. 2350
Rz
276; vgl. auch
das Urteil des Bundesgerichts
8C_380/2010 vom 1
8.
August 2010
, mit dem der Anspruch einer Ehegattin auf Arbeitslosenentschädigung nach nur rund halb
jährlicher Anstellung bei ihrem Ehemann verneint worden war, ohne dass die Erfüllung der Beitragszeit durch ein vorangegangenes Arbeitsverhältnis zur Dis
kussion gestellt worden wäre
)
.
Selbst wenn diese Praxis
jedoch
angewendet würde, so ist darauf hinzuweisen, dass die Beitragszeit nach
d
er Rechtsprechung
für jenen Teil der Zeit erfüllt sein
muss
, für den ein Arbe
itsausfall geltend gemacht wird (Urteil des Bundesgerichts
8C_359/2011 vom 1
3.
Februar 2012
E. 3.2 mit Hinweisen). In Bezug auf die Tätig
keit der Beschwerdeführerin für die Hochschule
C._
bestand indessen ab dem 1
1.
Juni 2020 kein Arbeitsausfall (
Art.
11 AVIG); vielmehr gab die Schule am 2
6.
August 2020 in der Arbeitgeberbescheinigung an, die Einsätze erfolgten «spo
radisch bis heute» (
Urk.
7/8, S. 28 des Dossiers der Be
schwerdegegnerin). Damit bleibt
als Beitragszeit in
einem Drittbetrieb in
nerhalb der Rahmenfrist vom 11.
Juni 2018 bis zum 1
0.
Juni 2020 nur die
Zeit
bis
Ende Oktober 2018 im Arbeitsverhält
nis mit der
Y._
GmbH
, was keine zwölf Monate ergibt. Den
Ausführungen der Beschwerdeführerin
zur Beitragszeit ausserhalb der Anstellung bei ihrem Ehemann
(
Urk.
1 und
Urk.
11) kann demnach ebenso wenig gefolgt wer
den wie den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, die ebenfalls von der Erheb
lichkeit der Tätigkeit für die Hochschule
C._
in Bezug auf die Beitragszeit
aus
ging (
Urk.
15).
3.3
Damit hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1
1.
Juni 2020 zu R
echt verneint.
Anzumerken bleibt, dass
die Beschwerdeführerin kurz nach der Beschwerdeerhe
bung sogar
selber
eine arbeitgeberäh
nliche Stellung eingenommen hat. Am 3
1.
August 2020 (SHAB-Publikation) wurde nämlich
die Einzelfirma ihres Ehe
mannes in die
D._
GmbH überführt
, in der die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2014 Geschäftsführerin war und die bis anhin allein den Zweck der Herstel
lung von Schmuck verfolgt hatte
(vgl.
Urk.
7/25),
nunmehr jedoch unter dem
neuen
Namen
Z._
GmbH an erster Stelle dem Zweck des Betrie
bs des Architekturbüros diente (vgl. die Internet-Handelsreg
istereintragun
gen in
Urk.
20/1-2
, abgerufen am 1
1.
Februar 2021). In dieser GmbH bekleidet die Beschwerdeführerin die Funktionen einer Gesellschafterin und Geschäftsfüh
rerin, womit ihr Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 3
1.
August 2020 auch aufgrund ihrer eigenen arbeitgeberähnlichen Stellung zu verneinen ist.
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass in
Art.
2 der
Covid-19-Verordnung
ALV
für
di
e Personen, die in
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG vom Anspruch auf Kurzarbeits
entschädigung ausgeschlossen werden, in Abweichu
ng von diesem Ausschluss ein
vorübergehende
r
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung
stat
u
iert war. Diese Bestimmung wurde jedoch
per Ende Mai 2020 wieder aufgeho
ben und galt somit ab dem 1
1.
Juni 2020 nicht mehr. Es erübrigt sich daher zu entscheiden,
ob
die genannte Ausnahmeregelung
auch Auswirkungen
auf den Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung hatte.
3.4
Mit diesen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.