# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d55e0622-45f8-5308-b7b8-1e9089a97435
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._, geb. im Jahr 1963, und A._, geb. im Jahr 1963, heirateten im Jahr 1990. Aus der Ehe gingen die heute bereits volljährigen Kinder, C._, geb. im Jahr 1992, und D._, geb. im Jahr 1995, hervor. Am 29. November 2013 schlossen die Parteien betreffend die Scheidungsfolgen eine Teilvereinbarung ab. Über die Frage des nachehelichen Unterhalts konnten sie sich nicht einigen (Dossier 10 2013 590, act. 12.4). Am 21. Februar 2014 reichte B._ die Scheidungsklage gemäss Art. 286 Abs. 2 ZPO ein und beantragte, ihr sei nachehelicher Unterhalt zuzusprechen im Umfang von CHF 2‘750.- pro Monat ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis das erste gemeinsame Kind die Erstausbildung abgeschlossen hat; im Umfang von CHF 3‘250.- in der Zeit bis das zweite gemeinsame Kind die Erstausbildung abgeschlossen hat; im Umfang von CHF 3‘450.- sobald beide gemeinsamen Kinder die Ausbildung abgeschlossen haben und bis zum Erreichen ihres ordentlichen Pensionsalters (act. 17). Mit Klageantwort vom 3. April 2014 schloss A._ auf Abweisung der Klage und beantragte die Feststellung, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt schulden (act. 24).
Am 19. November 2014 erliess die Vorinstanz nachfolgenden Entscheid (act. 36):
1. Die zwischen B._ und A._ im Jahr 1990 vor dem Zivilstandsamt in Bern geschlossene Ehe wird durch Scheidung aufgelöst.
2. Die von den Parteien am 29. November 2013 unterzeichnete Vereinbarung wird genehmigt. Sie hat folgenden Wortlaut:
1. Die Parteien beantragen, dass ihre im Jahr 1990 vor dem Zivilstandsamt von Bern geschlossene Ehe durch Scheidung gemäss Art. 112 ZGB aufgelöst werde.
2. Die Parteien bestätigen, dass sie die güterrechtliche Auseinandersetzung bereits vorgenommen haben und sie güterrechtlich per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt sind.
3. Die während der Ehe geäufneten Guthaben aus der beruflichen Vorsorge seien hälftig zu teilen und auszugleichen gemäss Art. 122 ZGB.
4. Die Frage des nachehelichen Unterhaltes von B._ sei durch gerichtlichen Entscheid zu klären.
3. A._ wird verpflichtet, B._ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils monatliche, vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘673.- bis zum 28. Februar 2023 und von CHF 1‘773.- vom 1. März 2023 bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters von B._ zu bezahlen.
4. Die Gerichtskosten werden zu 1/3 B._ und zu 2/3 A._ auferlegt. Die dem Staat geschuldeten Gerichtskosten (Entscheidgebühr inkl. Auslagen) werden auf CHF 3‘000.- festgesetzt.
5. B._ wird eine Parteientschädigung von CHF 2‘000.-, zusätzlich Mehrwertsteuer von 8 %, total CHF 2‘160.- zugesprochen.
B. Gegen diesen Entscheid erhob A._ mit Eingabe vom 5. Januar 2015 Berufung. Er stellte unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von B._ folgende Rechtsbegehren:
Kantonsgericht KG Seite 3 von 16
1. Die Ziff. 3 des Entscheids vom 19.11.2014 des Zivilgerichts des Seebezirks sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhaltsbeitrag schulden.
2. Die Ziff. 4 des Entscheids vom 19.11.2014 des Zivilgerichts des Seebezirks sei aufzuheben und die erstinstanzlichen Gerichtskosten in der Höhe von CHF 3‘000.- seien vollumfänglich der Berufungsgegnerin/Klägerin aufzuerlegen.
3. Die Ziff. 5 des Entscheids vom 19.11.2014 des Zivilgerichts des Seebezirks sei aufzuheben und die Berufungsgegnerin/Klägerin sei zu verpflichten, dem Berufungsführer/Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 6‘000.- auszurichten.
C. Mit Berufungsantwort vom 20. Februar 2015 beantragte B._ die Abweisung der Berufung. Mit gleicher Eingabe erhob sie Anschlussberufung und stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Ziffer 1 des Entscheides vom 19. November 2014 sei aufzuheben. Die Ehescheidung sei frühestens mit dem Entscheid über die Frage des nachehelichen Unterhalts auszusprechen.
2. Ziffer 3 des Entscheides vom 19.11.2014 des Zivilgerichts des Seebezirks sei aufzuheben und es seien nacheheliche Unterhaltsbeiträge gemäss Antrag der Anschlussberufungsklägerin/ Berufungsgegnerin/Klägerin in der Klage vom 21. Februar 2014 zuzusprechen.
3. Der Anschlussberufungsbeklagte/Berufungsführer/Beklagte sei zu verurteilen, der /Berufungsgegnerin/Klägerin nacheheliche Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘750.- pro Monat ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis das erste gemeinsame Kind die Erstausbildung abgeschlossen hat, von CHF 3‘250.- in der Zeit bis das zweite gemeinsame Kind die Erstausbildung abgeschlossen hat und von CHF 3‘450.- sobald beide gemeinsamen Kinder die Ausbildung abgeschlossen haben und bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionsalters der Ehefrau zu bezahlen.
4. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Anschlussberufungsbeklagten/Berufungsführer/ Beklagten aufzuerlegen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Anschlussberufungsbeklagten/ Berufungsführers/Beklagten.
D. Mit Eingabe vom 9. April 2015 nahm A._ Stellung zur Anschlussberufung von B._ und beantragte diese sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.

## Considerations

Erwägungen
1. a) Mit Berufung anfechtbar sind namentlich erstinstanzliche Endentscheide, sofern der Streitwert in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch die zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). Als Wert wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 ZPO).
Der Streitwert von CHF 10‘000.- ist vorliegend in Anbetracht der in Frage stehenden Unterhaltsbeiträge längstens erreicht. Im Übrigen ist auch der Streitwert von CHF 30‘000.-, der die
Kantonsgericht KG Seite 4 von 16
Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht gegen vorliegendes Urteil ermöglicht (Art. 51 Abs. 1 Bst. a und 74 Abs. 1 Bst. b BGG), gegeben.