# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a6531c8-11fa-55f8-a864-a749d9afaf99
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1988 geborene
X._
war
als Hochbauzeichner bei der
Y._
AG erwerbstätig gewesen und dadurch bei der Schwei
zerische
n
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er a
m 4. Oktober 2009 in eine Scherbe
fasste
und sich dabei eine Schnittverletzung an der rechten Hand zuzog
(
Schadenmel
dung
vom 5. Oktober 2009,
Urk. 15/1).
Die SUVA erbrachte
die
gesetzlichen Leistungen
. M
it Verfügung vom
19. März 2012
lehnte d
ie
SUVA
den Anspruch
von
X._
auf
eine Rente und eine „
Invaliditätsentschädigung
“
aufg
rund der Folgen der Schnittverletzung
am rechten Finger
ab
(Urk. 15/48, 15/49). Nach
einer kreisärztl
ichen Untersuchung von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, vom 16. April 2012 (
Bericht vom 17. April 2012,
Urk.
15/52
) erliess die SUVA
eine
weitere
Verfügung
(
vom 20. April 2012)
betreffend
die Folgen der
Verletzung
en an der
rechten Hand
,
mit welcher
sie ih
ren Standpunkt bestätigte
(Urk. 15/53)
. Dagegen
er
hob
X._
am 2. Mai 2012
Einsprache
(Urk.
15/55
)
.
Am 22. Mai 2011 wurde
X._
bei einem Streit auf dem Trottoir vor einer Drogenanlaufstelle
durch einen Schlag ins Gesicht an der Unterlippe verletzt
(vgl. Rapport der Stadtpolizei
A._
vom 18. August 2011, Urk. 16/17/3-7)
.
Die SUVA erbrachte gesetzliche
Leistungen
für
den
(
damals
arbeitslose
n
)
X._
.
Mit Verfügung v
om 22. Februar 2012
lehnte die SUVA die
Zusprechung
einer Invalidenrente und einer „
Invali
ditätsentschädigung
“
aufgrund der Folgen der Gesichtsverletzung vom 22. Mai 2011
ab (Urk. 16/21)
, wogegen
X._
Einsprache erhob
(
Schreiben vom 2
. März 2012, Urk. 16/23
)
.
Im
November 2011 meldete
X._
der SUVA
zudem
Beschwer
den an den Füssen
(
Beschwerden aufgrund von
Gicht beziehungsweise
Hallux
valgus
[
Urk. 17/8, 17/9
]
).
1.2
Nach Einholung einer
(
weiteren
)
Stellungnahme von Kreisarzt Dr.
Z._
vom 15. Mai 2012 (Urk. 15/59) stellte die SUVA m
it Verfügung vom 10.
Juli 2012 i
hre
Versicherungsleistungen
mangels Vorliegen
s
adäquater Unfallfolgen
per 20.
April 2012
ein
(Urk. 15/67)
, wogegen
X._
am 15. Juli 2012 wiederum
Einsprache erhob (Urk. 15/68)
.
1.
3
Nach Einholung
einer Aktenbeurteilung von
SUVA-Kreisärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärz
tin für Neurochirurgie, vom 12. September 2012 (Urk.
15/71) bestätigte die SUVA
mit
Einsprache
e
ntscheid
vom 20.
September 2012 die
vor
erwähnten Verfügungen
(vom 22. Februar 2012 [Urk. 16/21], 20. April 2012 [Urk. 15/53
] und
10. Juli 2012 [Urk. 15/67]).
2.
2.1
X._
erhob
Beschwerde und beantragte sinngemäss die
Zuspra
che
der gesetzlichen Leistungen
(
Eingabe
vom 17. September 2012
[Urk. 1]
und Beschwerdeergänzung vom 27.
Oktober 2012 [Urk. 9])
. Mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2013 (Urk. 14
) beantragte
die
Beschwerde
gegnerin
Abweisung de
r Beschwerde
.
2.2
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen
und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.3
Die versicherte Person hat ferner Anspruch auf eine angemessene
Integritäts
entschädigung
, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren
Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich hie
r
bei um eine
anspruchsaufhe
bende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1
.6
1.6
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
.3
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere
ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109
E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbe
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinter
ner
Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der
befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versi
cherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Be
fangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arzt
be
richten
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
1.8
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen bzw. zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfügung bzw. ei
nes
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung bzw. der
Einspracheentscheid
den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfü
gung bzw. kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a S. 414).
2.
2.1
Streitig ist, ob für die Zeit ab dem Datum der
Leistungseinstellung (20. April 2012) ein Gesund
heitsschaden auszumachen ist, der in natürlich und adäquat kausa
ler
Weise auf die Unfä
ll
e vom
4. Oktober 2009 und 22. Mai 2011
zurück
zuführen ist. In Bezug auf Ansprüche
aufgrund der Beschwerden an den Füssen
(vgl.
Urk. 17/8)
fehlt es an
einem Anfechtungsobjekt, da die
Beschwerdegegne
rin
einzig über Ansprüche aus den Unfä
ll
en vom
4. Oktober 2009 und 22. Mai 2011
entschied
en hat
(vgl.
Urk.
2 und Urk. 9 S. 1
). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Die Beschwerdegegnerin
hielt
fest, dass sie gestützt auf die kreisärztlichen Beur
teilungen
mit Bezug auf die
am
4. Oktober 2009 und
am
22. Mai 2011
erlitte
nen
Hand- und Mundverletzung
en
ab dem 20. April 2012
nic
ht mehr
leistungs
pflichtig
sei.
Die Beschwerdegegnerin nahm zudem
an, dass
dem Beschwerde
führer die
(zuletzt ausgeübte)
Tätigkeit als Hochbauzeichner
(weiterhin)
voll zumut
bar
sei
und ihm
auch
kein relevanter Integritätsschaden entstanden sei. Im Weiteren
verneinte sie
die adäquate Unfallkausalität
etwaiger psychischer beziehungsweise
subjektiver Beschwerden
(Urk. 2)
.
D
er Beschwerdeführer
macht
dagegen
geltend, dass nicht auf die Beurteilung der
Kreisä
rzte abgestellt werden könne. Er sei aufgrund von Unfallfolgen
wei
terhin beeinträchtigt, etwa beim Schreiben von Hand oder auf der
Computer
tastatur
. Er sei in beträchtlichem Ausmass arbeitsunfähig
.
Unter anderem
beanspruche
er
eine
Invalidenrente und
eine
Integritätsentschädigung
(
Urk.
1 und 9)
.
3.
Gestützt auf die Aktenlage ist vo
m
folgende
n
me
dizinischen Sachverhalt auszuge
hen:
3.1
Im Bericht über die ambulante Behandlung in der Chirurgischen Klinik und Poli
klinik des
C._
vom 4.
Oktober 2009
(
Unfall
datum
)
wurden
folgende Diagnosen
gestellt
:
Schnittverletzung
Hohlhand
und
palmare
Grundphalangen DII und DIII rechts mit
Durchtrennung FDS II, FDP II und III, Teildurchtrennung FDS III (50 %)
Teildurchtrennung des
radiopalmaren
Nervenbündel
s
Dig
III (75 %)
Als
durchgeführte Therapie wurde die Naht von
FDS II u
nd III sowie von FDP II und III
, zudem die Naht des
radiopalmaren
Nervenbündels
Dig
III
an der rechten Hand
festgehalten.
Als
weitere
Behandlung
wurde
n
die Anlage einer Schiene und Ergotherapie empfohlen (Urk. 15/6).
3.2
Im
Bericht vom 18. November 2009
über die Konsultation vom 17.
November 2009
nannte
Oberärztin Dr. med.
D._
, Chirurgische Klinik und Poliklinik,
C._
,
folgende
Diagnosen
:
Schnittverletzungen der
palmaren
Grundphalangen
Dig
II und III rechts vom
4.
Oktober 2009 mit
Durchtrennung der tiefen Beugesehnen
Dig
II und
Dig
III sowie der ober
flächlichen Beugesehnen
Dig
II und Teildurchtrennung der oberflächli
chen Beugesehnen
Dig
III (50 %)
Teildurchtrennung
des
radio
palmaren
Nerve
s
Dig
III (75
%)
A
ls Befund
hielt
Oberärztin
Dr.
D._
leicht indurierte aber reizlose
Narbenver
hältnisse
und ein Extensionsdefizit der Mittelgelenke
Dig
II und
Dig
III von 10° sowie bei
Flexion einen
Fingerkuppen/Hohlhan
dabstand von 2 cm fest
. Zude
m sei die Sensibilität im
radio
palmaren
Kuppenbereich
Dig
III noch reduzie
rt. Im Wei
teren gab
Oberärztin Dr.
D._
an
, der Beschwerdeführer sei fahrig und nervös gewesen
; auf
Nachfrage
habe er
angegeben, familiär und sozial im Freundeskreis kaum eingebunden zu sein.
Zudem fühle er sich d
urch die aktuell reduzierte Arbeitstätigkeit mit mang
elnder Anerkennung
zusätzlich
beeinträchtigt.
Der Beschwerdeführer habe e
ine regelm
ässige
Medikamentenein
nahme
ve
rneint. Er habe erklärt,
die stationäre Behandlung und anschliessende intensive Therapie und Betreuung
als sehr angenehm im Sinne einer Zuwen
dung beziehungsweise G
eborgenheit empfunden zu haben. Oberärztin Dr.
D._
erklärte, d
er Beschwerdeführer habe keine Hilfe
in Anspruch nehmen wollen, da sich seine Situation durch das Eingehen einer Partnerschaft in der Zukunft grundlegend ändern würde. Als Procedere
hielt Oberärztin Dr.
D._
die Fortsetzung der Ergothera
pie zwei Mal wöchentlich fest
und erklärte mit
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
,
diese
verbleibe auf Wunsch des Beschwerdeführers bei 100 %
(Urk.
15/26 = 15/29).
3.3
Am 16. Dezember 2009 hielt Oberärztin Dr.
D._
fest,
der Beschw
erdeführer sei weiterhin zu 100
% arbeitsfähig. Die Ergotherapie werde ambulant fortge
setzt (Urk. 15/30)
.
3.4
Im Arztzeugnis der
E._
über die Erstbehandlung vom 22. Mai 2011 wurde eine Bissverletzung an der Unterlippe nach Faustschlag gegen den Mund festgehalten (
Urk. 16/17/11). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert und die Behandlung am 24. Mai 2011 abgeschlossen (
Arztzeug
nis
vom 19. Oktober 2011 [Urk. 16/11], vgl. auch Berichte der
E._
-Ärzte vom 2
2.
u
nd
2
4.
Mai 2011 [Urk.
16/17/11-12]).
3.5
Der
SUVA-Kreisarzt Dr.
Z._
nannte
in seiner Beurteilung vom 17. April 2012 die erwähnten Diagnosen
(Urk. 15/52 S. 4)
. Dabei hielt er fest
,
b
ei der
kreisärzt
lichen
Untersuchung habe
sich eine völlig freie Beweglichkeit im Bereich der rechten Hand gezeigt. Die beim Ein
krallen gezeigten Defizite im zweiten
Finger hätten beim Ausmessen der Bewegungsgrade nicht nachvollzogen werden kön
nen. Beim Beschwerdeführer beste
he eine Schizophrenie. Dies
er habe anlässlich
der
kreisärztlichen
Untersuchung erklärt, dass er beim Klicken mit der Maus von aussen beeinflusst
werde
. Auf Nachfragen, ob eine Person neben ihm stehe und Einfluss
nehme
, sei dies verneint und erklärt worden, es komme von innen her
aus. Sodann
habe der Beschwerdeführer angegeben
, die Mechanik der rechten Hand sei blockiert, weshalb er
beispielsweise
keine Tischplatte anheben könne, auch wenn die Kraft in der rechten Hand vorhanden sei.
In Bezug auf einen etwaigen
Defekt nach Schlagverletzung an der Un
terlippe
sei
anlässlich
der kreisärztlichen Untersuchung
nichts zu erkennen gewesen
. Der Mundschluss sei komplett
und
keine
Verziehung
der Unterlippe oder Schwellung
feststellbar
gewesen.
Sodann erklärte Dr.
Z._
, b
eim Beschwerdeführer bestehe aufgrund der Verletzung an der rechten Hand
weiterhin
eine uneingeschränkte Arbeitsfä
higkeit. Die angegebenen Beschwerden seien chirurgisch nicht nachvollziehbar und somit auch nicht unfallkausal. Ein entschädigungspflichtiger
Integritäts
schaden
sei nicht entstanden. Eine Behandlung auf chirurgischem Gebiet sei nicht notwendig
;
dagegen werde dringend
eine
psychiatrische Behandlung empfohlen.
3.6
Am 15. Mai 2012
nahm
Kreisarzt
Dr.
Z._
erneut
zur
Frage der
Arbeitsfähig
keit u
nd
zur
Integritätsentschädigung
Stellung
.
Dabei hielt er
fest,
dass es sich
bei der Bissverletzung
nach Schlag an
die
Lippe
um einen Bagatellunfall
gehan
delt habe
, der weder Einfluss auf die Integrität noch auf die Arbeitsfähigkeit
zeitige
. Der Versicherte sei
sowohl
aufgrund der Bissverletzung
als auch auf
grund der Schnittverletzung
in seinem Beruf als Hochbauzeichner voll arbeits
fähig (
vgl.
Urk. 15/59).
3.
7
Schliesslich
hielt
d
ie SUVA-Kreisärztin Dr.
B._
in ihrer Stellungnahme vom
12. September 2012
fest
,
die Bissverletzung vom 22. Mai 2011 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
des Gesundheitszustandes
geführt. Ein Integritätsschaden sei nicht ents
tanden. A
uch aus
der Kumulierung beider Unfälle resultiere
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. In Bezug auf die Verletzung an der rechten Hand bestehe
sodann
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit als Hochbauzeichner
(
vgl.
Urk. 15/71,
Stellungnahme
vollstän
dig zitiert in Urk. 2 S. 5 f.).
4.
4.1
In somatischer Hinsicht
erfüllen
d
ie
kreisärztlichen Beurteilung
en
, auf welche sich die Beschwerdegegnerin abstützt,
die
rechtsprechungsgemässen
Anforde
rungen, welche an beweistaugliche medizinische Berichte gestellt werden: Die Berichte und Stellungnahmen
sind
umfassend und
nachvollziehbar, berücksich
tigen
die g
ekla
gten Beschwerden, beruhen auf eigener Untersuchung
(
durch
Kreisarzt
Dr.
Z._
vom 16. April 2012)
beziehungsweise
wurde
n
in Kenntnis zuverlässiger medizinischer
Vorakten
erstattet.
Die
kreisärztliche
n
Beurteilun
gen
, wonach
in Bezug auf die Verletzung an der rechten Hand eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit als Hochbauzeichner bestehe,
die Bissverletzung vom 22. Mai 2011 nur zu einer v
orübergehenden Verschlimmerung
des Gesundheits
zustandes
geführt habe
, insgesamt kein Anspruch auf eine
Integritätsentschädi
gung
resultiere und eine Behandlung nicht notwendig
sei
, leuchtet ein.
Ärztli
che Stellungnahmen, welche den kreisärztlichen Beurteilungen widersprechen
würden, bestehen nicht.
4.2
Was
die
Frage nach der
adäquate
n
U
nfallkausalität
(vgl. E. 1.
6.
hiervor)
etwai
ger
psychischer/subjektiver Beschwerden
angeht,
sind die Unfälle vom 4. Ok
tober 2009 und 22. Mai 2011
allerhöchstens
als mittelschwer im
Grenzbe
reich
zu den leichten
U
nfällen zu qualifizieren.
Von den massgeblichen Krite
rien
(vgl. E. 1.6.3
Abs.
2
hievor
)
müssten bei den beiden Ereignissen für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges jeweils entweder ein einzelnes in beson
ders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallen
der W
eise gegeben sein (BGE 134 V 126 E. 10.1; 115 V 141 E. 6c/
bb
;
Urteil des Bundes
gerichts
8C_563/2011
vom 2
9. August 2011
E. 5
.2
)
,
wobei psychische Aspekte
nicht zu berücksichtigen sind
und eine Häufung bei einem Grenzfall zu den leichten Unfällen vier Kriterien
voraussetzen würde (SVR 2010 UV
Nr. 25 S.
100, 8C_897/2009 E. 4.5)
.
Die fraglichen Ereignisse haben
sich nicht unter besonders dramatischen B
egleit
umständen ereignet und sind
nicht von beson
derer Eindrücklichkeit gewesen.
Was
das Kriterium der
Schwere oder besondere
n
Art der erlittenen Ver
letzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehl
ent
wicklungen au
szulösen, anbelangt, ist festzuhalten
, dass
es sich bei der
erlittenen
Hand- und Mundverletzung
nicht um Verletzungen von besonderer Art oder Schwere handelt, die nach den Erfahrungen des Lebens geeignet
wären
, eine psy
chische Fehlreaktion auszulösen.
Das Kriterium der ungewöhn
lich langen Dauer
der ärztlichen Behandlung kann
ebenfalls
nicht als erfüllt betrachtet werden. Die ärztliche Beha
ndlung der physischen Unfallfolgen
war nur von
verhältnismässig
kurzer Dauer
.
Auch
d
as Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann
nicht
als erfüllt be
trachtet werden
.
Klar zu verneinen ist
sodann
das Kriterium einer die Unfallfolgen verschl
immernden ärztlichen
Fehl
behand
lung
. Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio
nen liegen nicht vor
.
Das Kriterium des Grades und der Dauer der ph
ysisch beding
ten Arbeitsunfähig
keit
ist ebenfalls nicht als erfüllt anzusehen.
Da
somit keines der
rechtsprechungsgemäss
vorausgesetzten Kriterien
erfüllt ist,
ist
der adäquate
Kausalzusammenhang
klar zu verneinen.
Insgesamt ist kein relevanter Gesundheitsschaden auszumachen
, der in natür
lich und adäquat kausa
ler Weise auf die Unfälle vom 4. Oktober 2009 und 22. Mai 2011 zurückzuführen wäre.
5
.
Der
Einspracheentscheid
der Beschwerde
gegnerin vom 20. September 2012
, mit welchem d
ie Versicherungsleistungen per 20. April 2012
eingestellt wurden, ist demnach rechtens.
6
.
Das Verfahren ist kostenlos (§ 33 Gesetz über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] in Verbindung mit Art. 1 UVG und Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und
entschä
digungsfrei
(§ 34
GSVGer
in Verbindung mit Art.
1 UVG und Art. 61
lit
. g ATSG).