# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 12cfc97a-0e98-46c7-b47e-29110020c31e
**Court:** CH_BGer
**Chamber:** CH_BGer_002
**Year:** 2000
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Gewässernutzung, hat sich ergeben:
A.- Mit Beschluss Nr. 340 vom 16. Februar 1866 erteilte der Regierungsrat (heute: Regierung) des Kantons St. Gallen dem Oberverwaltungsrat von X._ eine Wasserrechtskonzession am B._-Bach und C._-Bach bei Y._ (Wasserrecht Nr. III/17). In Ziff. 4 der Urkunde behält sich der Staat vor, "in beliebiger Zeit vom Konzessionär oder seinen Rechtsnachfolgern ein für allemal oder periodisch eine Konzessionsgebühr zu erheben, im letzteren Falle rückwirkend bis zum Tage der Konzessionserteilung".
Nach Ziff. 5 erlischt die Konzession, "falls während einem vollen Jahre von der Erteilung an gerechnet, kein Gebrauch davon gemacht wird". Eine Bestimmung über die Konzessionsdauer fehlt. In der Folge wurde dieses Wasserrecht von der Ortsgemeinde X._ auf die Weberei Y._ AG übertragen.
1941 wurde die aus dem Jahr 1867 stammende Turbine durch eine neue mit höherer Leistungskraft ersetzt. Nach dem damals massgeblichen kantonalen Recht bedurften Umbau-ten und Erweiterungen von Wasserwerksanlagen der Genehmi-gung des Regierungsrats. Sofern durch dieselben ein Einfluss auf den Wasserstand, den Wasserlauf oder die Abflussverhältnisse ausgeübt oder die Fortleitung einer Wasserkraft beabsichtigt wurde, war eine besondere Konzession einzuholen.
Am 22. Oktober 1946 teilte das "Wasserrechtswesen des Kantons St. Gallen" der Weberei Y._ AG mit, die Konzession sei abgelaufen; für eine Erneuerung sei die Einreichung eines Gesuchs erforderlich. Sofern die Turbine ausgewechselt worden sei, müsse ein Plan mit Angaben über die Leistungsfähigkeit eingereicht werden. Die Weberei Y._ AG ersuchte am 23. Oktober 1946 um Erneuerung der Konzession; am 26. November 1946 machte sie die Behörde ("Wasserrechtswesen des Kantons St. Gallen") darauf aufmerksam, das Recht zur Nutzung der Anlage sei zeitlich unbeschränkt erteilt worden. Soweit ersichtlich, sind diese Schreiben unbeantwortet geblieben, und es ist weder eine Bewilligung noch eine Konzession erteilt worden.
Im Jahr 1975 stellte die Weberei Y._ AG ihren Betrieb ein. Ein Jahr später nahm die D._ AG (später umbenannt in E._ AG, seit 1980 A._ AG,) die Produktion von Kunststoffschäumen und Styropor auf.
Das 1977 von den kantonalen Behörden eingeleitete Zustimmungsverfahren zur Übertragung der Verleihung wurde mit der Begründung abgebrochen, dass lediglich eine Aktienübertragung und eine Änderung des Geschäftszwecks stattgefunden habe; die Rechtspersönlichkeit der Y._ AG bleibe bestehen.
Am 9. April 1991 räumte der Regierungsrat des Kantons St. Gallen der Dorfkorporation F._ das Recht zur Nutzung der G._-Quelle in Z._ für die Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung ein. Auf eine Einsprache der A._ AG trat der Regierungsrat nicht ein (vgl. BGE 119 Ib 23), führte bei dieser Gelegenheit aber aus, es stelle sich die Frage, ob die Wasserrechtsverleihung aus dem Jahr 1866 nicht doch ein Ende habe oder bereits verfallen sei; ein Zurückkommen auf diese Frage behielt sich der Regierungsrat ausdrücklich vor (S. 7 und 8 des Einspracheentscheids).
Bei einer nach einem Ölunfall durchgeführten Kontrolle der A._ AG im Jahr 1992 wurde festgestellt, dass das Wasser der Kraftanlage nicht nur energetisch, sondern auch anderweitig genutzt wird. Die Druckleitung speist eine Hydrantenleitung und eine Brauchwasserleitung. Das Brauchwasser wird vorwiegend zur Dampferzeugung für die Styroporherstellung benötigt. Im B._-Bach sind sodann immer wieder erhebliche Schäden am Fischbestand aufgetreten, was von den Behörden darauf zurückgeführt wird, dass die A._ AG dem Gewässer in Niederwasserzeiten kein Restwasser belässt und beim Ausschwemmen, Ablassen und Wiederauffüllen des Stauweihers unsachgemäss vorgeht.
B.- Am 14. Oktober 1997 gab das Amt für Umweltschutz des Kantons St. Gallen der A._ AG Gelegenheit, zu einem Entscheid-Entwurf Stellung zu nehmen, der vorsah, die Konzession aufzuheben. Der Gemeinderat X._ seinerseits beantragte am 29./30. Dezember 1997, die Wasserrechtsverleihung zu befristen und Restwassermengen vorzuschreiben, dies unter Hinweis darauf, dass die Trockenlegung des Bachs und verendete Fische immer wieder die Gemüter erhitzten. Die A._ AG beantragte am 6. Februar 1998, das eingeleitete Verfahren aufzuheben.
Am 30. Juni 1998 erliess das Baudepartement des Kantons St. Gallen nachstehende Verfügung:
1. Die Wasserrechtsverleihung vom 16. Februar 1866
(RRB Nr. 340; Wasserrechtsverzeichnis Nr. III/17) wird
befristet. Der A._ AG, wird eine Übergangsfrist
von fünf Jahren eingeräumt, in welcher sie den Betrieb
der Wasserkraftanlage nach den Bestimmungen der altrechtlichen
Konzession weiterführen darf. Mit Ende des
Jahres 2003 erlischt die Verleihung unwiderruflich.
2. Betreffend den Wasserbezug aus dem B._Bach
für die Dampferzeugung und die anderweitige Verwendung

## Considerations