# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6b74c595-148a-435d-a0d7-67b3d5ed817d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1953 geborene
X._
war ab
1999
bei
Y._
als
Mode
ver
käuferin
und Änderungsschneiderin sowie ab 2002 bei
Z._
als Schnei
derin für Stückänderungen tätig und daher bei der Zürich Versicherungs-Gesell
schaft
AG (Zürich) ob
ligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(Urk. 10/142/12, Urk. 10/1/e).
1.2
Am 8. Januar 2004 erlitt sie anlässlich eines Auffahrunfalls eine H
W
S
Distor
sion
(Urk. 10/1/b)
. Die Zürich erbrachte Heilbehandlungs-
sowie
Taggeld
leistungen
und
liess die Versicherte
ab März 2004
durch die
A._
im Reintegrationsprozess
betreuen
(
Urk. 10/1, Urk. 10/2
)
. Die Arbeitsunfähigkeit betrug bis zum 31. Mai 2004 100 % und ab dem 1. Juni 2004 80 %.
Dabei
versah
sie
bei der
Y._
ein
1
0%-Pensum und erledigte zu Hause Arbeiten von
Z._
(Urk. 10/1/e).
Nachdem
ihr durch die
Y._
per 31. März 2005
gekündigt worden
und die Auftragslage bei der
B._
(vormals
Z._
) zurückgegangen war (Urk. 10/2/b), nahm sie im April 2005
bei
der
C._
, ein
D
._
-Satellit (
D._
),
eine Tätigkeit als Verkäuferin
und
Abteilungsleiterin Gemüse auf, wobei sie das Arbeitspensum von anfänglich 40 % auf 60 % steigern konnte (Urk. 10/55/b).
Ab dem 2.
Mai 2005
bezahlte die Zürich keine Taggelder mehr
(Urk. 10/207/2)
.
1.3
Bei einem
erneuten Auffahrunfall am 15. Oktober 2005 zog sich die Versicherte eine weitere HWS-Distorsion zu (Urk. 10/17)
, wobei sie zu dieser Zeit bei der
Vaudoise
Versicherungen (
Vaudoise
) gegen die Folgen von Unfällen obli
gatorisch versichert war.
Haftpflichtversicherer für beide Unfälle
war
die Zürich (Urk. 10/65/b).
Die
Vaudoise
kam
für die Heilbehandlung auf und richtete Taggeldzahlungen aus.
Vom 17. November bis 15. Dezember 2005 befand
sich die Versicherte
in stationärer Behandlung im
Rehabilitations
zentrum
E._
(Urk. 10/36).
Ab dem 3. Januar 2006 nahm sie die Tätigkeit bei
D._
bei einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % halbtags wieder auf (Urk. 10/38). Die Arbeitsfähigkeit konnte sie
ab Mitte Februa
r auf 60 % und ab September 2006
auf 70 % stei
gern (Urk. 10/55/b, Urk. 10/62), wobei
die
Vaudoise
ab dem 1. Februar 2006
keine Taggeldzahlungen mehr aus
richtete
(Urk. 2 S. 2).
Im März 2006
begab sich di
e Versicherte in psychiatrische
Behandlung bei Dr. med.
F._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psycho
therapie (
Urk. 10/46,
Urk. 10/56).
Trotz diverser Untersuchungen (Urk. 10/60, Urk. 10/67), Behandlungen und der Betreuung durch die
A._
(Urk. 10/38, Urk. 10/43, Urk. 10/46, Urk. 10/51, Urk. 10/54, Urk. 10/55, Urk. 10/65, Urk. 10/75, Urk. 10/84, Urk. 10/106) persistierten die Beschwerden im Bereich des Nackens,
des Schultergürtels und des Kopfs, weshalb sich die Versich
erte vom 5. b
is 26. März 2007 zu Rehabilitationszwecken ins
G._
, begab (vgl. Bericht vom 2. April 2007, Urk. 10/74). Nach weiteren medizinischen Abklärungen (Urk. 10/94, Urk. 10/129, Urk. 10/135, Urk. 10/139) wurde die Versicherte durch das
H._
interdisziplinär begutachtet (Gutachten vom 11. Dezember 2009, Urk. 10/142).
Nachdem die
Vaudoise
die Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. med.
I._
, Innere Medizin FMH, vom 28. April 2011 eingeholt hatte (Urk. 10/188), stellte sie mit Verfügung vom 29. April 2011 die Leistungen für Heilbehandlungen
rückwirkend per 15. Oktober 2010
ein (Urk. 10/190) und verneinte mit Verfügung vom 23. November 2011 den Anspruch auf Taggeldleistungen
vom 1. Februar 2006 bis
15. Oktober 2010
und lehnte den Anspruch auf eine Invalidenrente ab (Urk. 10/203). Die gegen die beiden Verfügungen am 4. Mai 2011 (Urk. 10/191) und 23. Dezember 2011 (Urk. 10/204) erhobenen Ein
sprachen wies die
Vaudoise
mit
Einspracheentscheid
vom 9. Mai 201
2
ab (U
rk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 11. Juni 2012 Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene
Einspracheentscheid
sowie di
e Verfügungen vom 29. April
und 23. November 2011 seien aufzuheben, ihr seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen
,
ihr sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren bzw. es sei ihr der Unterzeichnete als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen
und es sei ihr eine Replik zu gewähren
(Urk. 1 S. 2
und 4
).
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2012 auf Beschwerdeabweisung (Urk. 9). Nachdem die Beschwerdeführerin das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürft
igkeit eingereicht hatte (Urk. 5
), wies das Gericht das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung sowie den beantragten zweiten Schriftenwechsel mit Verfügung vom 6. August 2012 ab (Urk. 11). Die Stellungnahme der Beschwer
de
führerin vom 17. September 2012 (Urk. 15) wurde der Beschwerdegegnerin am 19. September 2012 zur Kenntnis zugestellt (Urk. 16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inva
liden
versicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Be
rentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG hinter
lässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
Die durch die weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung des Gesund
heits
zustandes wird namentlich nach der zu erwartenden Steigerung oder Wie
derherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, gemes
sen, wobei die Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 UVG verdeut
licht, dass die zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss (vgl. BGE 134 V 114 f.
Erw
. 4.2 und 4.3 mit Hinweisen).
1.3
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
störungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit,
Affekt
labilität
, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Die
Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Recht
sprechung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt wor
den ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesund
heitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit ein
zubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausal
zusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychi
schen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleuder
trauma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117
V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle eine psychische
Fehlentwick-lung
ein, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs grundsätzlich für jeden Unfall gesondert gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Unfälle verschiedene Körperteile betreffen und zu unterschiedlichen Verletzungen führen (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177
Erw
. 4b; SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36
Erw
. 3.2.2). Auch in Fällen, in welchen die versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleuder-trauma der HWS oder gleichgestellter Verletzung erlitten hat, ist die Adäquanz prinzipiell für jeden Unfall gesondert zu beurteilen (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1
Erw
. 3.2.2 und 3.3.2). Nicht generell ausgeschlossen ist, die wiederholte
Betrof-fenheit
desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist insbesondere dann denkbar, wenn die Auswirkungen der
verschie
-denen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht voneinander abgegrenzt werden können. Der
hinrei-chend
nachgewiesenen, durch einen früheren versicherten Unfall verursachten dauerhaften Vorschädigung der HWS kann
diesfalls
im Rahmen der Beurteilung der einzelnen Kriterien Rechnung getragen werden (zum Ganzen: SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1
Erw
. 3.3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Laut angefochtenem
Einspracheentscheid
besteht zwischen den noch vorhan
denen Beschwerden und den beiden Unfällen weder ein natürlicher noch ein adäquater Kausalzusammenhang. Die beiden Unfälle seien als leichte bis höchstens mittelschwere Unfälle zu klassifizieren und keines der
Adäquanz
kriterien
sei erfüllt.
Die geltend gemachte Erhöhung des Beschäf
tigungs
grades
aus finanziellen Gründen ohne Unfall sei nicht überwiegend wahrscheinlich. Da die Beschwerdeführerin sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Unfall ihr vormali
ges Arbeitspensum erreicht habe
, seien die Taggeldzahlungen von der Zürich wie auch der
Vaudoise
zu Recht eingestellt worden.
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, das rechtliche Gehör sei mangels fehlender Begründung und fehlender Behandlung des Antrags auf eventuelle Ergänzungsfragen an die Gutachter
mehrfach verletzt worden. Der medizinische Endzustand
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
sei
noch nicht erreicht gewesen
. Gestützt auf das Gutachten des
H._
sei der natürliche Kausalzusammenhang erstellt. Auch der adäquate Kausal
zusammen
hang sei gegeben, da alle Adäquanzkriterien erfüllt seien. Ohne
den ersten Unfall hätte sie das Pensum erhöht, weshalb das Taggeld gemäss Art. 23 Abs. 1
der Verordnung über die Unfallversicherung
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV
)
hätte berechnet werden müssen.
3.
3.1
Gemäss Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zial
versicherungsrechts
(ATSG) sind Verfügungen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, zu begründen. Die Begründungspflicht folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör und stellt keinen Selbstzweck dar. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass Entscheide sachgerecht ange
fochten werden können.
Hiefür
muss dem Betroffenen bekannt sein, von wel
chen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen und worauf sie ihren Entscheid stützt. Soweit eine Verfügung sachgerecht angefochten werden kann, liegt somit keine Verletzung der Begründungspflicht vor (BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. dazu auch
Kieser
, ATSG-Kommentar. 2. Auflage, Zürich/Ba
sel/Genf 2009, N 38 zu Art. 49).
3.2
Die Überlegungen der Beschwerdegegnerin zur Einstellung der
Versicherungs
leistungen
wurden
sowohl in den Verfügungen vom 29. April 2011 (Urk. 10/190) und 23. November 2011 (Urk. 10/203) sowie
im ange
fochtenen Ent
scheid hinreichend dargestellt
.
Trotz der eher knappen Begründung
der Verneinung des natürlichen wie auch des adäquaten Kausalzusammenhanges
konnte
die Beschwerdeführerin
erkennen, aufgrund welcher Überlegungen die
Beschwerdegegnerin
entschied und wie sie dies begründete; eine sachgerechte Anfechtung war ohne
Weiteres
möglich. Da nicht verlangt wird, dass sich eine Behörde mit sämtlichen
sachverhaltlichen
und rechtlichen Parteistandpunkten befassen und diese widerlegen muss (BGE 137 II 266 E. 3.2 S. 270 mit Hinweisen), war es nicht notwendig, dass sie expli
zit auf d
ie diversen Einwände
und Anträge der Beschwerdeführerin e
inging. Eine Ver
letzung der
Begrün
dungspflicht
und damit des Anspruchs de
r
Beschwerde
führer
in
auf recht
liches Gehör liegt daher nicht vor.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass selbst eine leichte Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu erachten
ist
, wenn das urteilende Gericht wie vorliegend über eine volle Kognition verfügt und die Beschwerdeführerin zu allen Punkten umfassend Stellung nehmen konnte
, weshalb
die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2 S.
204, 132 V 387 E. 5.1 S. 390 mit Hinweis).
4.
4.1
Dem Reha-Konzept der
A._
vom 6. Oktober 2004 (Urk. 10/1) lässt sich in medizinischer Hinsicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem Unfall vom 8. Januar 2004 starke Kopfschmerzen verbunden mit einer grossen Übelkeit verspürt habe. Im Bericht vom 28. Januar 2004 sei eine HWS-Distorsion diagnostiziert worden. Im Mai
2004
habe die Beschwerde
führerin schmerzbedingt notfallmässig den Zahnarzt konsultiert, welcher auf der linken Seit
e
oben und unten einen Zahnschaden festgestellt habe, welcher dessen Meinung nach klar unfallbedingt sei. Gemäss Bericht vom 24. Mai 2004 von Dr. med.
J._
, Facharzt für Neurologie FMH, leide die Beschwerde
führerin an einem
craniocervicalen
Beschleunigungstrauma mit starken Kopf
schmerzen mit
attackenartiger
Migräne, Anfällen mit Nausea und Erbrechen sowie starken Verspannungen im Nacken-Schulterbereich, ausstrahlend in die BWS. Als Zusatzbefund habe Dr.
J._
im Bericht vom 5. Juli 2004 ein mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom rechts festgehalten (Urk. 10/1/b-c). Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe ihr Dr.
J._
zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms eine Schiene für Hand und Handgelenk verordnet, worauf sich die Schmerzen gebessert hätten. Im Moment bestehe kein Bedarf für einen operativen Eingriff (Urk. 10/1/c). Zum weiteren medizinisch-therapeuti
schen Vorgehen ist vermerkt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 25. August 2004 von Dr. med.
K._
, Innere Medizin FMH, betreut werde. Da mit den derzeitigen Therapien (Physiotherapie, Fussreflexzonenmassage, Osteopathie, medikamentöse Therapie mit
Vioxx
25 mg,
Acetalgin
und
Ponstan
) von einer Verbesserung des Gesamtzustandes gesprochen werden könne, sollten diese weitergehen und der weitere Verlauf beobachtet werden. Sollte wider Erwarten eine Verschlechterung oder auch eine Stagnation der Beschwerden eintreten,
werde eine nochmalige stationäre Rehabilitation in Erwägung gezogen. Die Behandlung beim Zahnarzt sei noch nicht abgeschlossen (Urk. 10/1/d).
4.2
Im Verlaufsbericht und Protokoll Reha-Konferenz der
A._
vom 21. Februar 2005 (Urk. 10/2) ist festgehalten, dass sich die gesundheitliche Situation nicht geändert habe im Sinne einer Verbesserung. Die Beschwerdeführerin habe immer noch fast täglich Kopf- und Nackenschmerzen. Da sich der allgemeine Zustand in den letzten Wochen eher verschlechtert habe, sei nochmal
s e
in Antrag auf eine stationäre Behandlung gestellt worden (Urk. 10/2/b).
4.3
Das erstbehandelnde Spital
L._
nach dem Unfall vom 15. Oktober 2005 stellte gleichentags die Diagnosen
einer HWS-Distorsion und einer a
sympto
matischen HWS. Die
Beschwerdeführerin sei
Fahrerin eines in einer Kolonne stehenden Autos gewesen, welches in einen Aufprallunfall verwickelt gewese
n sei. Sie sei angegurtet gew
esen und habe den Kopf zum Unfallzeitpunkt gerade nach vorn blickend gehalten. Beim Unfall sei der Kopf der Beschwerdeführerin nach vorne und zurück geschleudert worden. Es sei zu keiner Kopfkontusion gekommen. Sie sei mit der Ambulanz mit Nackenschmerzen, verminderter Sensibilität im rechten Arm, starken Kopfschmerzen und Nausea zugewiesen worden. Während dem Aufenthalt auf der Notfallstation sei die
Sensibilitäts
minderung
der rechten oberen Extremität
regredient
gewesen (Urk. 10/17).
4.4
Vom 17. November bis 15. Dezember 2005 befand sich die Beschwerdeführerin in einem stationären Rehabilitationsaufenthalt in der
E._
. Im
Aus
trittsbericht
vom 4. Januar 2006 (Urk. 10/33-36) stellten die behandelnden Ärzte folgende Hauptdiagnosen:
Chronisches
zervikovertebrales
,
zervikozephales
und
zerviko
brachia
les
Schmerzsyndrom mit/bei
Fehlhaltung der Wirbelsäule und muskulärer
Dysbalance
HWS-Distorsionstrauma am 8. Januar 2004 und 15. Oktober 2005
Intermittierende Knieschmerzen rechts
Verdacht auf beginnende
Gonarthrose
Adipositas
Status nach
Gastric
banding
1999
Latente Hypothyreose
Nach zufriedenstellender Erholung nach dem ersten HWS-Distorsionstrauma 2004 habe aktuell von einer neuen Aktivierung derselben Problematik mit zusätzlicher Intensivierung ausgegangen werden müssen (Urk. 10/36 S. 1). Bei kurz vor Austritt durchgeführter ergonomischer Abklärung (vgl. Urk. 10/27) habe gezeigt werden können, dass die Beschwerdeführerin für ihre bisherige
Tätigkeit als Gemüseabteilungsleiterin im
D._
ab dem 2. Januar 2006 zu 50 % halbtags arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit sollte innerhalb von drei bis sechs Monaten auf 100 % gesteigert werden können. In einer anderen Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit mit seltenen Gewichtsbelastungen bis 17.5 Kilogramm verrichten (Urk. 10/36 S. 2).
4.5
Gemäss Schreiben der
A._
vom 21. Dezember 2005
leide
die Beschwerde
führerin unter Zahnproblemen, welche nach Aussagen des Zahnarztes
unfall
kausal
seien (Urk. 10/30).
4.6
Dr.
F._
diagnostizierte im Bericht vom 21. Juli 2006 (Urk. 10/56) eine reaktive Depression (Anpassungsstörung) sowie chronische Schmerzen nach HWS-Distorsionstrauma. Alle zwei Wochen finde eine Gesprächstherapie statt mit dem Ziel der Begleitung und Unterstützung im Umgang mit den schwer zu ertragenden Schmerzen und für die Bewältigung der dadurch schwierigen Lebenssituation. Die Dauer der Therapie sei noch nicht abzusehen. Als Medi
kament nehme die Beschwerdeführerin das Psychopharmaka
Tryptizol
. Dr.
F._
attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. Zwar arbeite die Beschwerdeführerin bei personellen Engpässen immer wieder wesentlich mehr, erleide dann aber meist eine zusätzliche Verschlimmerung der Beschwerden durch ihre Arbeit. Eine Erhöhung sei auch wegen der laufenden Behandlungen, die Zeit
bräuchten
, nicht zu empfehlen. Die Besserung der Beschwerden und
die
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit seien noch nicht absehbar.
4.7
Dr.
K._
berichtete am 28. August 2006 (Urk. 10/60), im Vordergrund stünden die dauernd vorhandenen Nackenschmerzen, oft verbunden mit okzipitalen Kopfschmerzen. Daneben störe das brennende Gefühl zwischen den Schulter
blättern (Urk. 10/60/a). Zum Verlauf hielt Dr.
K._
fest, gegen Mitte des letzten Jahres sei unter den verschiedenen Therapien eine
leichtgradige
Besserung eingetreten. Aufgrund des erneuten HWS-Distorsionstraumas sei es zu einer deutlichen Zunahme der bereits vorbestehenden Probleme gekommen. Trotz Durchführung eines multimodalen Therapieprogrammes im Rahmen des stationären Aufenthaltes in der
E._
habe keine eigentliche
Beschwer
de
linderung
erreicht werden können und hätten die bereits vorbestehenden lumbalen Beschwerden zugenommen. Bei radiologisch nachgewiesenen
Facetten
gelenksarthrosen
der untersten zwei lumbalen Segmente habe er eine Infiltration veranlasst, welche zu einer Verbesserung der Symptomatik geführt habe. Nach dem stationären Aufenthalt seien die Wasser- und die
Felden
kraistherapie
wie auch die Physiotherapie weitergeführt worden. Die Aufnahme einer medizinischen Trainingstherapie habe aufgrund einer deutlichen
Schmerz
zunahme
vorerst pausiert werden müssen (Urk. 10/60/b). Aus rheumatologisch-internistischer Sicht erachte er eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für die nächsten Monate als realistisch. Im Haushalt bewege sich die Einschränkung zwischen 10
und 20 %. Die Abgrenzung zwischen den zwei Unfallereignissen lasse sich nur arbiträr machen. Mit dem zweiten Unfall sei es zu einer Ak
z
entuierung der vorbestehenden Beschwerden gekommen. Aufgrund des Verlaufes hätten sicherlich die Kopfschmerzen noch nicht den Zustand wie vor dem zweiten Unfallereignis erreicht. Die restlichen angegebenen Beschwerden entsprächen dem Vorzustand vor dem zweiten Unfall (Urk. 10/60/c).
4.8
Dr.
J._
hielt im Bericht vom 20. September 2006 (Urk. 10/67) fest, im Ver
gleich zur letzten Untersuchung vom Juli 2004 hätten die Befunde des mittel
gradigen Karpaltunnelsyndroms rechts zugenommen, weshalb eine ope
rative Sanierung klar indiziert sei. Dieses habe aber mit den hauptsächlichen Beschwerden, den multifokalen und multifaktoriellen Schmerzen im Schulter
gürtel-/Nackenbereich und am Kopf keinen kausalen Zusammenhang. Dia
gnostisch habe er sonst nichts W
esentliches hinzuzufügen. Das
Schmerz
syndrom
habe klar einen
tendomyogenen
Charakter ohne aktuelle Hinweise für ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom oder eine Affektion der langen Bahnen. So bestehe aus neurologischer Sicht keine zwingende Indikation für eine weitere bildgebende Diagnostik, denn die Untersuchbarkeit sei sehr gut. Das Ausmass dieser
tendinomyogenen
Schmerzen habe seit Ende 2005 abge
nommen.
Aktuell
persistiere eine klare anstrengungsabhängige Komponente mit deutlicher Ermüdbarkeit, was durchaus als
residueller
Zustand bei Status nach zweimaligem
kraniozervikale
m
Beschleunigungstrauma zumindest vorläufig zu akzeptieren sei. Erschwerend sei der inzwischen manifeste
medikamenten
induzierte
Kopfschmerz bei eins bis zwei Gramm
Mefenacid
pro Tag seit sicher neun Monaten und zuvor 0.5 bis ein Gramm seit über einem Jahr. Die geschilderte Anstrengungsabhängigkeit der Kopfschmerzen mit vermehrter kogni
tiver und muskulärer Ermüdung würde auch zu den
Medikamenten
über
konsum-Kopfschmerzen
gut passen. Seiner Ansicht nach müsste im Zentrum der Bemühungen eine Reduktion der Analgetika, insbesondere von
Mefenacid
sein, da die Medikamentenüberkonsum-Kopfschmerzen eine wichtige Kompo
nente des Schmerzsyndroms geworden seien. Ein Versuch der Reduktion ambu
lant könne gemacht werden, wobei er diesbezüglich nicht sehr optimistisch wäre. In der Regel werde ein stationärer Medikamentenentzug notwendig. Bis dahin müssten unbedingt wieder ein allgemeines Ausdauer
training sowie Dehnungs- und Kräftigungsübungen für den Schultergürtel auf
ge
nommen werden (Urk. 10/67/b-c).
4.9
De
r stationäre Aufenthalt vom 5. b
is 26. März 2007 im
G._
führte punkto Beschwerden zu keiner Verbesserung (Urk. 10/74/b).
4.10
Anlässlich der Kopfwehsprechstunde vom 4. Dezember 2007 in der Neuro
logischen Klinik und Poliklinik des
M._
wurde
der Beschwerdeführerin
ein stationärer
Analgetikaentzug
mit anschliessender
Neuro
rehabilitation
in
N._
empfohlen (Urk. 10/94/a).
4.11
Im Bericht vom 12. Mai 2009 (Urk. 10/135) führte Dr.
K._
aus, grundsätzlich sei ein stationärer Medikamentenentzug geplant gewesen mit anschliessendem Aufenthalt in der Reha-Klinik
N._
. Da die Beschwerdeführerin jedoch befürchtet habe, ihre Arbeitsstelle zu verlieren, sei dieser nicht durchgeführt worden. Nachdem es nun im Winter zu verschiedenen Unstimmigkeiten am Arbeitsplatz gekommen sei, habe sich die Beschwerdeführerin trotzdem zum Entzug entschlossen. Die
Vaudoise
habe jedoch keine Kostengutsprache erteilt. Aus seiner Sicht seien die ambulanten therapeutischen Möglichkeiten ausge
schöpft. Als wichtigste therapeutische Option wäre aus seiner Sicht ein stationärer Medikamentenentzug mit anschliessendem Aufenthalt im
N._
. Bezüglich Arbeitsfähigkeit scheine das aktuelle Pensum von 70 % angebracht, da Steigerungen der Arbeitsfähigkeit immer zu vermehrten gesundheitlichen Problemen geführt hätten (Urk. 10/135/b).
4.12
Das im Spital
L._
durchgeführte MRI der HWS nativ vom 29. Juni 2009 ergab eine lediglich leichte
Diskusprotrusion
auf Höhe des Segmentes C6/C7, keine Diskushernie und keine Nervenwurzelkompression sowie keine das
Alters
mass
überschreitende
osteo
-degenerative Veränderung (Urk. 10/139).
4.13
Im Gutachten des
H._
vom 11. Dezember 2009 ist festgehalten, dass
sich
die Ursache der Nacken- und teilweise der Kopfschmerzen der Beschwerdeführerin nicht als andauernde Distorsion von Nackenweichteilen verstehen lasse. Patho
physiologisch sei ein zentralisierter Schmerzmechanismus herbeizuziehen, der auf einer gestörten zentralen und
peripheren Schmerzregulation beruhe, die ohne den Unfall von 2004 damals sehr wahrscheinlich nicht in dieser Aus
prägung ins Leben gerufen worden wäre. Der natürliche Kausal
zusammen
hang zwischen diesem Ereignis und dem heutigen
Beschwerde
spektrum
sei daher gegeben. Die HWS-Distorsion, die die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 15.
Oktober 2005 erlitten habe, hinterlasse heute keine nachweisbaren eigenen Beschwerden, habe aber sehr wahrscheinlich als die Beschwerden festigend gewirkt. Ob die Beschwerden ohne das Ereignis vom 15. Oktober 2005 remittiert wären
- ob der Status quo ante vor Januar 2004 erreicht worden wäre
-
lasse sich nicht faktisch untermauert aufzeigen. Die Verletzungen durch den Unfall vom 15. Oktober 2005 und die damit verbundenen Beschwerden seien vom
Zustand, wie er unmittelbar zuvor bestanden habe, anamnestisch nicht zu unterscheiden. Die Hauptlast der Beschwerdeverursachung falle daher dem Unfall vom 8. Januar 2004 anheim. Die Befragungen hätten keinen symptomatischen Zustand vor Januar 2004 ergeben, der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die heutigen Beschwerden aus eigener Dynamik erklärten. Die neuropsychologische Untersuchung habe eine leicht
e
Hirnfunktionsstörung ergeben, die sich durch den ungünstigen Einfluss chronischer Schmerzen auf diese Hi
rnleistung erklären lasse. Die p
sychiatrische Abklärung habe keine Hinweise auf eine eigenständige psychische Krankheit geliefert. Der psy
chiatrische Gutachter habe die chronischen Nacken- und Kopfschmerzen als Ausdruck einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, die als Komplikati
o
n der HWS-Distorsion aufgetreten sei, interpretiert. Er habe einen Endzustand postuliert, der durch Massnahmen der Lebensführung – besonders eines den Beschwerden angepassten Arbeitspensums – von einer Versch
lechte
rung bewahrt werden könne
(Urk. 10/142/39). Die Tätigkeit bei
D._
sei der Beschwerdeführerin zu 70 % zumutbar. Eine
Pensumsreduktion
auf 60 % könnte sich langfristig stabilisierend auswirken (Urk. 10/142/43). Die Schmerz
mittel induzierten Kopfschmerzen würden sich theoretisch durch eine Analge
tika-Abstinenz verbessern lassen. Diesem Vorgehen stünden aber die durch Schmerzmittel verbesserten Nacken- und Schulterschmerzen gegenüber. Eine Therapieoptimierung sollte jedoch versucht werden, da sie die Leistungs
fähigkeit im Alltag verbessern könnte (Urk. 10/142/41).
4.14
Dr.
I._
hielt in der Stellungnahme vom 28. April 2011 fest, die bildgebenden Verfahren „
Rx-Imagerie
“ hätten weder in Bezug auf den ersten noch auf den zweiten Unfall einen pathologischen Befund ergeben, welcher mit einer Unfallursache
i
m Zusammenhang stehen könnte. Es seien lediglich degene
rative sowie statische Veränderungen nachgewiesen worden, welche nicht in eine
n
Zusammenhang mit den Unfällen gebracht werden könnten. Es bestünden verschiedene Risikofaktoren für einen chronischen Verlauf. Nach sechs beziehungsweise fünf Jahren bestehe eindeutig kein Kausalzusammenhang mehr zwischen der Schmerzproblematik und den Unfallereignissen. Eine stationäre Behandlung sei mit grösster Vorsicht zu indizieren, da bei bestehenden Risikofaktoren eine weitere
Chronifizierung
induziert werden könne. Zudem fehle eine eindeutig medizinische Indikation, da die Behand
lungen auch ambulant
durchgeführt
werden könnten (Urk. 10/188).
5.
5.1
U
nbestritten und aktenmässig belegt ist, dass die
Versicherte
im Rah
men der beiden Auffahrunfälle vom 8. Januar 2004 sowie vom 15. Oktober 2005 jeweils ein Schleudertrauma der
HWS
erlitten hatte (vgl. etwa Urk. 10/1/b und Urk. 10/17)
. Weiter ergibt sich aus den Akten, dass nach
den Unfällen mittels apparativer Untersuchungen keine organisch-strukturellen Läsionen im Bereich der H
WS
festge
stellt werden konnten (
Urk. 10/1/b, Urk. 10/4/b
, Urk. 10/
139
).
Dr.
J._
führte mangels zwingender Indikation gar keine weitere bildgebende Diagnostik durch (vgl. E. 4.1.9).
Die unfallnah dokumentierten
, vom Zahnarzt als
unfallkausa
l qualifizierten
Zahnschäden scheinen behoben. Das ausge
wiesene Karpaltunnelsyndrom, welches jedoch in keinem Zusammenhang mit den beiden Unfällen stand (vgl. E. 4.1.9), konnte operativ behandelt werden und verursacht keine Beschwerden mehr.
Die radiologisch nachgewiesenen
Facetten
gelenksarthrosen
der untersten zwei lumbalen Segmente wurden mittels Infil
tra
tion behandelt. Auch diese sind unbestrittenermassen nicht auf den Unfall zurückzuführen. Damit gilt es
,
die Unfallkausalität der persistierenden Nacken-, Schulter- und Kopfbeschwerden zu beurteilen.
Aus den medizinischen Akten geht her
vor, dass die
Versicherte
bereits kurze Zeit nach dem ersten Unfall unter viel
fältigen Symptomen wie Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen mit Aus
strahlung in die Brustwirbelsäule, Schwindel und Erbrechen litt (Urk. 10/1/b), wobei diese Beschwerden nach dem zweiten Unfall verstärkt und neu mit einer verminderten Sensibilität im rechten Arm auftraten (Urk. 10/17, Urk. 10/60/36 S. 1, Urk. 10/60/c). In der Folge entwickelte sich auch eine Anpassungsstörung (Urk. 10/56). Das Vorliegen eines für
Schleuder
traumaverletzungen
typischen Symptomenkomplexes ist damit erstellt, womit
rechtsprechungsge
mäss
auch vom Bestehen eines natürlichen Kausal
zusammenhangs zwischen den erlittenen Schleudertraumata und der
daraus resul
tierenden
Arbe
itsunfä
higkeit auszu
gehen ist
,
gestützt auf das
Gutachte
n
des
H._
(vgl. E.
4.13
)
.
Nur am Rande sei vermerkt, dass
die Frage, ob die natürliche Kausalität gegeben ist,
recht
sprechungsgemäss
offen bleiben kann (vgl. Urteil 8C_42/2007 vom 14. April 2008 E. 2 Ingress mit Hinweisen), wenn
wie nachfolgend gezeigt wird - die Adä
quanz zu verneinen ist.
Strittig und zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin den Fall per
15. Oktober 2010
abschlies
sen durfte und bejahendenfalls, ob das Bestehen eines adäquaten Kausalzu
sammenhanges zwischen den danach fortbestehenden Symptomen und den Unfallereignissen zu bejahen ist.
5.2
5.2.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend, obwohl wegen der
schmerzmittel
induzierten
Kopfschmerzproblematik ein stationärer Aufenthalt vorgesehen gewesen sei, habe die Beschwerdegegnerin den Fall abgeschlossen. Zudem wäre laut Gutachten des
H._
auch noch ein Versuch mit einer vorübergehenden
Pensums
reduktion
erforderlich gewesen.
5.2.2
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin kann von der von den Gutachtern des
H._
vorgeschlagenen stationären Entzugsbehandlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden.
So ist gestützt auf die Beurteilung der Gutachter davon auszugehen, dass sich die Kopfschmerzen zwar durch eine Analgetika-Abstinenz theoretisch verbessern lassen, sich diese Verbesserung jedoch zulasten der durch die Schmerzmittel verbesserten Nacken- und Schulterschmerzen auswirkt. Zudem sprachen die Gutachter lediglich von der Möglichkeit einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch eine Therapieoptimierung.
Die
blosse
Hoffnung auf eine positive Beeinflussung der Beschwerden durch die medizinische Behand
lung genügt
rechtspre
chungsgemäss
nicht, um eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwar
ten zu lassen (Urteil des Bundesgerichts
U 158/05 vom 8. August 2005 E. 3.1).
Von einer
Pensumsreduktion
erwarteten die Gut
achter möglicherweise eine Stabilisierung
, nicht jedoch die erforderliche nam
hafte Verbesserung
des Gesundheitszustandes
(vgl. E. 4.13
).
Hinzu kommt, dass die zu erwartende Besserung des Gesundheitszustandes
rechtsprechungs
gemäss
nach der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit gemessen wird (vgl. E.
1.2
). Dass die Arbeitsfähigkeit mit einer stationären Therapie verbessert werden könnte, lässt sich aus den Angaben des
H._
jedenfalls nicht herleiten.
Dr.
K._
hielt eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für angebracht, weil Steigerungen der Arbeitsfähigkeit immer zu vermehrten gesundheitlichen Problemen geführt hätten (vgl. E. 4.1
1
).
In keinen Zusammen
hang brachte Dr.
K._
die von ihm vorgeschlagene therapeutische Option eines stationären
Medikamentenentzugs
mit einer Steigerung der
Arbeits
fähigkeit.
Hi
nsichtlich anderweitiger Heilbehandlungen ist auf die Einschätzung von Dr.
K._
zu verweisen, welcher die ambulanten therapeutischen Möglich
keiten als ausgeschöpft hielt (vgl. E. 4.1
1
). Damit
konnte
trotz lange dauernder Behandlung der Beschwerdeführerin - in BGE 134 V 124 f. E. 9.4 nimmt das Bundesgericht an, dass bereits nach sechsmonatiger Beschwerdepersistenz von einem längeren Andauern der Beschwerden zu sprechen ist - im Zeitpunkt des Falla
bschlusses per 15. Oktober 2010
auf absehbare Zeit keine namhafte Ver
besserung des Gesundheitszustandes durch die laufende
n Behandlungen erwar
tet werden
. Der Fallabschluss der
Beschwerdegegnerin auf den 15. Oktober 2010
ist daher nicht zu beanstanden.
5.
3
5.3.1
Strittig ist sodann, ob zwischen den nach dem Fallabschluss durch die
Beschwer
degegnerin
fortbestehenden Beschwerden und den Unfällen ein adäquater Kausalzusam
menhang bestand, was Voraussetzung für die Aus
richtung weiterer Versiche
rungsleistungen bildet. Da die psychische
Gesund
heits
störung
erst ein halbes Jahr nach dem zweiten Unfall diagnostiziert wurde und im gesamten Verlauf bis zum Fallabschluss nicht im Vordergrund stand
, hat d
ie Adäquanzbeurteilung
rechtsprechungsgemäss
nach den
modifizierten
Kriterien
für Unfälle mit Schleudertraumata der HWS, Schädel-Hirntrauma oder ähnlichen Verletzungen
gemäss
BGE
134 V 130 E. 10.3
zu erfolgen.
5.3.2
Weil die nach dem Unfall vom
8. Januar 2004
aufgetretenen Beschwerden durch den zweiten Unfall vom
15. Oktober 2005
verstärkt wurden, ist den gesund
heitlichen Folgen der beiden Unfälle
gemäss
der in vorstehender Erwägung
1.5
zitierten Rechtsprechung im Rah
men der Beurteilung der ein
zelnen Adäquanzkriterien – beispielsweise der besonderen Art der Ver
letzung
Rechnung zu tragen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_234/2012
vom 26. Juli 2012 E. 5.2 mit Hinweis).
5.3.
3
5.3.3.1
Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem augenfälligen
Geschehens
ablauf
und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine wei
tere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebe
nenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die
ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders drama
tischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prü
fende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht (
Urteil des Bundesgerichts 8C_519/20
08 vom 28. Januar 2009, E. 5.2
mit Hinweisen).
5.3.3
.2
Zum Unfallhergang vom 8. Januar 2004 ist im Reha-Konzept der
A._
vom 6. Oktober 2004 gestützt auf den Polizeirapport vom 9. Januar 2004 sowie die Angaben der Beschwerdeführerin festgehalten, die Beschwerdeführerin sei mit ihrem Auto von
O._
her kommend nach
P._
gefahren. Es sei abends, bereits dunkel und die Strasse trocken gewesen, als sie zwei Knaben auf der rechten Strassenseite wartend vor einem Fussgängerstreifen stehen gesehen habe. Sie habe das Tempo verlangsamt und angehalten, um diese durch
zulassen. Der Fahrer des folgenden Autos habe dies zu spät gemerkt und sei ins Heck ihres Wagens gefahren. Die Beschwerdeführerin habe das Fahrzeug nicht kommen sehen. Sie habe einen Knall gehört und sei nach vorne geschleudert worden. Ihr Auto sei dabei vorwärts geschoben worden. Die beiden Knaben, welche sich bereits auf dem Fus
sgängerstreifen befunden hätten, s
eien dadurch erfasst worden. Einer habe eine Verletzung am Fuss erlitten, der andere sei unverletzt geblieben. Ihr Auto sei stark beschädigt, jedoch noch fahrbar gewesen. Die Beschwerdeführerin sei zusammen mit dem verletzten Knaben von der Sanität ins Spital in
L._
gebracht worden (Urk. 10/1/b).
Dem Polizeirapport vom 15. Oktober 2005 (Urk. 10/12) ist zum Hergang des zweiten Unfalls zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin hinter dem ebenfalls involvierten Personenwagen hergefahren sei und dann hinter
diesem habe anhalten müssen, da diese
r
nach links habe abbiegen wollen. Sie sei mit ihrem Personenwagen vollständig still gestanden und habe den rechten Fuss auf dem Bremspedal gehabt. Anschliessend habe sie in den Rückspiegel geschaut und bemerkt, dass der herannahende Personenwagen nicht mehr habe anhalten können. Leider habe sie die Kollision nicht verhindern können (Urk. 10/12/f).
5.3.3
.3
Die beiden Unfälle vom 8. Januar 2004 und 15. Oktober 2005 sind ent
sprechend der Rechtsprechung zu den Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug den mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_523/2008
vom 18.
Dezember 2008
E. 4.2 mit Hinweisen
).
Mit Blick auf die durch die Recht
sprechung entwickelten Massstäbe scheidet eine Einordnung im
Grenz
bereich
zu den schweren Unfällen
, umso mehr gar die von der Beschwerde
führerin geltend gemachte Einordnung im Bereich schwerer Unfälle,
aus. So hat das Bundesgericht Unfälle, bei welchen das Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil
8C_169/2007 vom 5. Februar 2008
E. 4.2), einen Lastwagen beim Überholen touchierte und sich überschlug (Urteil 8C_743/2007 vom 14. Januar 2008, Sachverhalt und E. 3), von der Strasse abkam und sich überschlug (Urteil U 213/06 vom 29. Oktober 2007, Sachverhalt
und E. 7.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil U 258/06 vom 15. März 2007, Sachverhalt und E.
5.2) oder sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug
wobei die versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Total
schaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam (U
rteil U 492/06 vom 16. Mai 2007
E. 4.2), regelmässig dem eigentlichen mittleren Bereich mittel
schwerer Unfälle zugeordnet. Selbst unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin beim ersten Unfall in einem kleinen Auto unterwegs war und von einem Range Rover
gerammt wurde, ist das Unfallgeschehen keines
falls mit den oben zitierten, vom Bundesgericht beurteilten Unfällen zu ver
gleichen. Dass beim ersten Unfall auch Kinder beteiligt waren, ist
-
wie bereits erwähnt
-
nicht bei der Unfallschwere zu berücksichtigen, sondern bei den Adäquanzkriterien.
Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände vermögen mithin nicht zu überzeugen, weshalb der Unfall
rechtsprechungs
gemäss
als mittelschwerer Unfall
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen ist.
Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausge
prägter
Weise vorläge
oder
vier Kriterien
erfüllt wären
(Urteile des Bundes
gerichts 8C_785/2009 vom 16. Juni 2010 E. 7.2 sowie 8C_897/2009 vom 29.
Januar 2010 E. 4.5).
5.3.4
5.3.4.1
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts
8C_252/2007
vom 16.
Mai
2008 E. 7.1).
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin liegen keine Umstände vor, welche die Bejahung einer besonderen Dramatik oder besonderen Eindrücklichkeit der Begleitumstände de
s
ersten
Unfalls
rechtfertigen. Die
Beschwerdeführerin wurde mi
t
ihrem
Auto durch einen Aufprall von hinten auf zwei Kinder
losgeschoben und nicht - wie beschwerdeweise geltend gemacht
-
losgeschleudert (Urk. 1 S. 8).
Eines der Kinder blieb unverletzt. Ob das andere verletzt wurde, ist nicht
abschliessend
beurteilbar, zumal die
Beschwerdeführerin selber im Rahmen der Begutachtung durch das
H._
angab, beide Kinder seien unv
erletzt
geblieben
(vgl. Urk. 10/142/8)
, hingegen im
Rehakonzept
der
A._
vom 6. Oktober 2004 eine
Fussverletzung
eines der Kinder erwähnt wird (Urk. 10/1/b)
.
Über
wiegend wahrscheinlich kann höchstens von einer leichten Verletzung ausge
gangen werden
(vgl. dazu auch die in den Urteilen des Bundesgerichts
8C_986/2008
vom 23. März 2009
E
.
4.2-4.3 sowie des Eidgenössischen
Versi
che
rungsgerichts
U 109/04
vom 23. November 2004
E
.
2.3 in gleicher Weise beur
teilten Sachverhalte).
Damit ist zwar dem ersten Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, jedoch ist diese nicht besonders ausge
prägt. Anhaltspunkte für dramatische Begleitumstände sind keine ersicht
lich.
Da beim zweiten Unfall keine Kinder oder sonstige
n
Passanten betroffen waren, vermag die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Eindrücklich
keit auf
grund eines Déjà-vus nicht zu überzeugen (Urk. 1 S. 19).
5.3.4.2
Was das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verlet
zung anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass es einer allgemeinen Er
fahrung entspricht, dass pathologische Zustände nach Verletzungen der HWS bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark
exazerbieren
können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren Unfall
vorbeschä
digte
HWS trifft, ist demnach speziell geeignet, die "typischen Symptome" her
vorzurufen, und ist deshalb als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts
8C_370/2007
vom 26. Juni 2008 E
.
5.4.1 mit Hin
weisen). Die Beschwerdeführerin l
itt vor dem zweiten Unfall am 15. Oktober
2005 an Kopf- und Nackenschmerzen infolge der am
8. Januar 2004
zu
gezogenen HWS-
Distor
sion. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung ist somit erfüllt
.
Mit Blick auf das vollständige Fehlen sicht
barer Läsionen im Bereich der H
WS
, weshalb im Fall der Beschwerde
führerin nicht von einer besonders stark
vorgeschädig
ten
H
WS
ausgegangen werden kann, ist das Kriterium der besonderen Art der erlitten Verletzungen nicht als in besonders ausgeprägter Weise erfüllt anzusehen.
Dies wurde von der Beschwerdeführerin zu Recht auch nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 1 S. 17 f.).
5.3.4.3
Sodann bestehen
weder
Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten, noch auf einen schwierigen
Hei
lungsverlauf
beziehungsweise erhebliche Komplikationen. Zwar
leidet
die Beschwerdeführerin
an durch Medikamente induzierte
n
Kopfschmerzen
, jedoch dienen ihr die eingenommenen Medikamente zur Reduktion der Schmerzen in Nacken- und S
chulterbereich (vgl. E.
4.13
), womit die
medikamentöse Therapie
ihren Zweck erreicht, wenngleich mit Nebenwirkungen. Eine ä
rztliche
Fehl
behandlung
, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte,
ist damit weder dargetan noch akte
nkundig; insbesondere wurde eine solche von den Gutachtern des
H._
in keiner Weise thematisiert.
Entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde liegt
ebenfalls
kein schwieriger Heilungsverlauf vor. Es müssten
hiefür
besondere Gründe gegeben sein, die die Heilung beeinträchtigt haben
.
Solche Gründe sind weder
substantiiert
geltend gemacht noch aus den Akten ersichtlich. Dass Beschwerden trotz medizinischer Behandlung anhalten, genügt
nicht
(Urteil des Bundesgerichts
8C_523/2008 vom 18. Dezember 2008 E.4.5 mit Hinweisen)
.
5.3.4.4
Das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit wurde in der mit
BGE 134 V 109
modi
fizierten Rechtsprechung neueren Erkenntnissen angepasst. Es ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren
Schleuder
traumen
der HWS (und hinsichtlich Adäquanzbeurteilung gleich zu behan
delnden Ver
letzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeits
prozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist massgebend, sondern eine erhebliche Arbeits
unfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung
raschmöglichst
wieder optimal in den Arbeits
prozess einzu
gliedern. Solche Anstrengungen können sich insbesondere in ernst
haften Arbeits
versuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlich
keiten mani
festieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medi
zinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Be
mühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum
Fall
abschluss
nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8
C_523/200
8, a.a.O., E. 4.7.1
mit Hinweis
).
Ange
sichts der
bereits jeweils
kurze
Zeit nach den Unfällen wieder aufge
nommenen
Arbeits
tätigkeit
und Steigerung bis auf ein 70%-Pensum innerhalb ein
es knappen Jahres nach dem zwei
t
en Unfall ist auch
dieses Kriterium
nicht erfüllt.
Dies umso mehr, als
die behandelnden Ärzte der
E._
nach durch
geführter E
valuation der funktionellen
Leistungefähigkeit
bereits am 4. Januar 2006 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bei
D._
mit einer möglichen Steigerung auf 100 % innerhalb von drei bis sechs Monaten attestierten und gar eine leichte mittelschwere wechselbelastende Arbeit ohne Einschränkungen als zumutbar erachteten (vgl. E.
4.4
).
5.3.4.5
Was schliesslich die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie der körperlichen Dauerschmerzen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden könnten, sie jedenfalls mangels ent
sprechender Anhaltspunkte nicht in ausgeprägter Weise gegeben sind.
5.4
Da mithin keines der massgebenden Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie der körperlichen Dauerschmerzen als erfüllt erachtete, die
erforderliche Anzahl von vier erfüllten Kriterien nicht erreicht wird
,
hat die Vorinstanz den Kausalzusammenhang zwischen den nach der Leistungseinstellung per 15. Oktober 2010 fortbestehen
den Beschwerden und den beiden Unfällen zu Recht verneint.
Die Frage, ob die Beschwerdeführerin das von ihr vor dem ersten Unfall versehene Arbeitspensum von 70 % wie vorgetragen nach dem zweiten Unfall erhöht hätte, wäre sie gesund gewesen, ist damit nicht näher zu prüfen, da mangels Adäquanz so oder anders keine Invalidenrente geschuldet ist.
6.
6.1
Weiter ist
strittig
, ob die Beschwerdeführerin rückwirkend bis zur
Leistungs
einstellung
per 15. Oktober 2010 Anspruch auf Taggelder hat (Urk. 1 S. 20 ff.).
6.2
6.2.1
Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass die Zürich, Unfallversicherer des ersten Unfalles, ab
dem 2.
Mai 2005 keine Taggeldleistungen mehr erbrachte (Urk. 2 S. 8) und die
Vaudoise
, Unfallversicherer des zweiten Unfalles, ab dem 1. Februar 2006 keine Taggelder mehr ausbezahlte (Urk. 2 S. 8).
In der
Ver
fügung vom 23. November 2011 (Urk. 10/203)
hielt die Beschwerdegegnerin fest,
dass es unklar
sei
, ob die Zürich die Beschwerdeführerin über die Ein
stellung der Taggelder gesetzeskonform informierte (Urk. 10/203/a). Eben
falls ist nicht ersichtlich, in welcher Form die
Vaudoise
der Beschwerdeführerin die Taggeldeinstellung mitteilte.
Ob die Leistungsein
stellungen der Zürich sowie der
Vaudoise
den Anforderungen an eine formelle Ver
fügung im Sinne von Art. 49 Abs. 1 ATSG (fehlende Rechtsmittelbelehrung) oder jenen des formlosen Ver
fahrens gemäss Art. 51 ATSG (fehlender Hinweis auf die Möglichkeit, eine formelle Verfügung zu verlangen) entspricht, braucht jedoch, wie die nach
stehen
den Erwägungen zeigen, nicht abschliessend beantwortet zu werden.
Den Leistungseinstellungen der Zürich wie auch der
Vaudoise
kommt materiell
Ver
fügungscharakter
zu, selbst unter der Annahme, dass sie weder als Ver
fügung gekennzeichnet noch eine Rechtsmittelbelehrung enthalten, weil damit hoheitlich über die Taggeldansprüche der Beschwerdeführerin befunden wurde. Dabei gilt die Rechtsbeständigkeit bei solchen formlosen Verfügungen als ein
ge
treten, wenn anzunehmen ist, ein Versicherter habe sich mit einer getroffenen Regelung abgefunden, was dann der Fall ist, wenn die nach den Umständen zu bemessende Überlegungs- und Prüfungsfrist abgelaufen ist, welche der
versicherten Person zusteht, um sich gegen das faktische
Verwal
tungs
handeln
zu verwahren
. Rechtsprechungsgemäss ist ein solcher form
loser Verwaltungsakt in der Regel innerhalb von 90 Tagen mittels Beschwer
de anzufechten (Urteil des Bundesgerichts U 103/03 vom 2. September 2003 E. 2 mit Hinweisen).
6.
2.2
Dem Bericht der
A._
vom 17. Februar 2006 ist zu entnehmen, dass die Taggeldzahlungen der
Vaudoise
wegen Überbeza
h
lung hätten besprochen werden müssen (Urk. 10/43). Im Bericht vom 27. März 2006 ist notiert, dass die Taggeldzahlungen der
Vaudoise
in Absprache mit dem Arbeitgeber erfolgen. In den ersten Monaten 2006 habe der Lohn 100 % des versicherten Verdienstes entsprochen.
Aus den weiteren Berichten der
A._
(Urk. 10/51, Urk. 10/54, Urk. 10/55, Urk. 10/65, Urk. 10/75, Urk. 10/84) ist zu schliessen, dass die Kostenübernahme der Heilbehandlungen jeweils im Vordergrund standen und die Taggeldzahlungen kein Thema mehr waren. Ab Juni 2007 liess sich die Beschwerdeführerin
anwaltlich
vertreten (Urk. 10/88). Im folgenden
Schreib
verkehr
zwischen
der Rechtsvertreterin
und der Zürich sowie der
Vaudoise
kam eine Nachzahlung von Taggelder bzw. ein Taggeld
anspruch nie zur Sprache (vgl. U
rk. 10/91/a,
Urk. 10/105, Urk. 10/119/a, Urk. 10/147,
Urk.
10/159, Urk. 10/161, Urk. 10/171, Urk. 10/181/a)
.
Selbst während der Besprechung vom 15. März 2011 in der Kanzlei des nun neuen Rechtsvertreters der Beschwerde
führerin liess die Beschwerdeführerin keinen (rückwirkenden)
Tag
geldanspruch
geltend machen (Urk
.
10/176).
Erst mit Schreiben vom 20. April 2011 opponierte
der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin erstmals gegen die
Leistungs
einstellung
der
Vaudoise
, indem er um eine Wieder
aufnahme der Leistungen ersuchte
(Urk. 10/186). Eine so lange Frist
knapp sechs Jahre
im Falle der Zürich und g
ut fünf Jahre
im Falle der
Vaudoise
kann recht
sprechungsgemäss nicht mehr als angemessene Prüfungs- und Überlegungsfrist betrachtet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 527/06 vom 24. September 2007 E. 3.2.1 mit Hinweisen)
, zumal die Beschwerdeführerin bereits seit über drei Jahren nach der faktischen Verfügung der
Vaudoise
rechtskundig vertreten
war
und sie sich daher das Fachwissen ihres Rechtsvertreters anzurechnen hat
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts
U 103/03, a.a.O.
)
.
Damit
ist das
faktisch
Ver
waltungshandeln
der Zürich und der
Vaudoise
rechtsbeständig geworden.
6.3.
6.
3.1
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des
Sozialversiche
rungsrechts
kann die Verwaltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richter
licher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen).
Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von
Ver
waltungsverfügungen
zu unterscheiden. Danach ist die Verwaltung ver
pflich
tet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsa
chen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 466 E. 2c mit Hin
weisen). Erheblich können nur Tatsachen sein, die zur Zeit der Erstbeurteilung bereits bestanden, jedoch unverschuldeterweise unbekannt waren oder unbe
wiesen blieben (BGE 119 V 180 E. 3a, 477 E. 1a, je mit Hinweisen).
6.3.2 Mit Verfügung vom
23. November 2011 (Urk. 10/203)
, bestätigt mit
Einsprache
entscheid
vom
9. Mai 2011
, hat die
Beschwerdegegnerin
nach Prüfung, ob die
Leistungseinstellungen der Zürich wie auch ihre eigene rechtens gewesen seien
, einen erneut ablehnenden Sachentscheid getroffen, der beschwerdeweise anfechtbar ist. Die gerichtliche Prüfung hat sich in einem solchen Fall indessen auf die Frage zu beschränken, ob die Voraussetzungen für eine
Wiederer
wägung
der bestätigten Verfügung gegeben sind. Prozessthema ist also
diesfalls
, ob die Verwaltung zu Recht die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung nicht als zweifellos unrichtig und/oder ihre Korrektur als von unerheblicher Bedeutung qualifizierte (
vgl. Urteil des Bundesgerichts
U 103/03, a.a.O.,
E. 3.1
f.
mit Hinweisen
).
6.
3.3
6.3.3.1
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend erwog, bestimmt sich der
Grad der Arbeitsunfähigkeit einer versicherten Person gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG auf
grund des vor dem Unfall zuletzt ausgeübten Pensums; es erfolgt keine Um
rechnung auf ein 100%-Pensum (vgl. BGE 135 287 E. 4.3).
Dass
die Dar
stellung der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin ab dem 2. Mai 2005 ein höheres Pensum als vor dem ersten Unfall leistete
(Urk. 2 S. 7)
,
nicht zutreffe, machte
die Beschwerdeführerin nic
ht geltend.
Die Berechnung der Taggelder beruht im Weiteren auf der Vermutung, dass die Arbeitssituation und damit das Pensum der versicherten Person ohne Unfall unverändert geblieben wäre (vgl. BGE 135
V
287 E. 4.4).
Damit
ist die Beschwerdeführerin mit dem Einwand, sie habe ihr Pensum bereits vor dem ersten Unfall erhöhen wollen, nicht zu hören.
Die Leistungseinstellung
der Zürich
per 2. Mai 2005 erfolgte daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu Recht.
6.3.3.2
Was die Taggeldeinstellung der Beschwerdegegnerin ab dem 1. Februar 2
006 angeht, so bestreitet die Be
schwerdeführe
rin
auch hier die Darstellung der Beschwerdegegnerin, wonach
das geleistete Pensum nach dem zweiten Unfall a
b Januar 2006 bereits wieder der
vor dem zweiten Unfall zwischen Juli und
September 2005 durchschnittlich gearbeitete
n
Pensumshöhe
entsprach (Urk. 2 S. 8)
, nicht
.
6.3.3.3
Die
Beschwerdeführerin
macht
e
aber
geltend, die Berechnung
der
Taggeld
leistungen
hätte nach dem zweiten Unfall vom 15. Oktober 2005
nach
Art
.
23
Abs
.
1
UVV
erfolgen müssen, hätte sie doch ohne
den ersten
Unfall ihr
Arbeits
pensum
auf ein 100%-Pensum erhöht.
Aus den Akten ergeben sich jedoch keinerlei Anhaltspunkte, die diese Hypo
these auch nur glaubhaft erscheinen liessen. Vor dem ersten Unfall im Jahre 2004 arbeitete die damals 51-jährige Beschwerdeführerin in einem
Gesamt
pensum
von ungefähr 70 % (Urk. 10/1e). Weshalb sie in dieser Lebensphase ohne die beiden Unfälle ihr Pensum in Zukunft noch hätte steigern wollen, konnte sie nicht plausibel darlegen. Daran ändern auch die beiden ins Recht gelegten Bewerbungen im Frühjahr 2005, die sich auf Vollzeitstellen als Schneiderin und als Detailhandelsverkäuferin beziehen (Urk. 3/6), nichts. Es ist nicht unüblich, sich - obwohl lediglich eine Teilzeitstelle suchend - auch auf Vollzeitstellen zu bewerben, bei welchen das übrige Anforderungsprofil genau passt. Dies traf bei diesen beiden Stellen zu, arbeitete die Beschwerdeführerin doch zuvor als Schneiderin und Detailhandelsverkäuferin. Im
übrigen
trat die Beschwerdeführerin in der Folge eine Teilzeitstelle bei
D._
an, weshalb davon auszugehen ist, dass sie sich ebenso - wenn nicht hauptsächlich - auf
Teil
zeitstellen
bewarb.
6.3.4
Im Rahmen der Wiedererwägung kann die Verwaltung
nicht
zu zusätzlichen Abklärungen verhalten werden. Fehler in der ursprünglichen
Sachverhalts
feststellung
liessen sich nur auf dem Wege der prozessualen Revision korri
gieren (
Urteil des Bundesgerichts
U 103/03, a.a.O.,
E. 3.4
). Die entsprechenden Vor
aus
setzungen sind jedoch offensichtlich nicht erfüllt
, sind doch keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach die Beschwerdeführerin nicht bereits anlässlich der Leistungseinstellung die von ihr angeblich beabsichtigte
Pen
sums
erhöhung
hätte geltend machen und die entsprechenden Bewerbungs
schreiben hätte vorlegen können.
6.4
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass Art. 23 Abs. 1 UVV keine Handhabe darstellt, ein höheres Taggeld einzufordern mit der Begrün
dung, ohne vorangegangenem Unfall wäre eine neue Anstellung (vor einem zweiten Unfall) bei einem höheren Beschäftigungsgrad angetreten worden. Diese Bestimmung hängt vielmehr mit Art. 22 Abs. 3 UVV zusammen, wonach Grund
lage für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht, gilt. Leistet nämlich eine versicherte Person
Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutzdien
st oder wird sie infolge Unfall oder
Krankheit arbeitsunfähig oder ist sie wegen Mutterschaft oder Kurzarbeit nicht mehr oder nur noch teilweise arbeitstätig (vgl. Art. 23 Abs. 1 UVV), erhält sie
abhängig von der Dauer der Lohnfortzahlungspflicht - früher oder später
„
keinen
“
oder nur mehr einen
„verminderten“
Lohn und tritt an seine Stelle allenfalls ein sozialversicherungsrechtlicher Taggeldanspruch, der nicht als Lohn zu qualifizieren ist. Art. 23 Abs. 1 UVV bestimmt nun, dass in diesen Fällen für die Bemessung des Taggeldes nicht der effektiv bezogene Lohn (gemäss Art. 22 Abs. 3 UVV) sondern der Lohn, der ohne Militärdienst, Zivil
dienst, Zivilschutzdienst, Unfall, Krankheit, Mutterschaft oder Kurzarbeit bezogen worden wäre, massgebend ist. Diese Bemessung hat jedoch selbst
redend das arbeitsvertraglich festgelegte Pensum und die mit diesem Pensum zusammenhängende Lohnvereinbarung - und nicht etwa ein hypothetisch höheres Pensum, das ohne einen früheren Unfall eingegangen worden wäre - zum Massstab. Der
frühere
Unfall muss Ursache eines „ver
minderten“ Lohnes (im Rahmen des bereits damals und weiterhin bestehenden Arbeitsverhältnisses)
vor einem zweiten Unfall sein
. Unerheblich muss bleiben, ob wegen
unfallbedingter
reduzierter Arbeitsfähigkeit
nach einem ersten Unfall
im Rahmen eines neu begründeten Arbeitsverhältn
isses vor einem zweiten Unfall von vornherein „kein höheres“
Pensum
vereinbart (und
ent
sprechend Lohn
b
ezogen) wurde. Diese Interpretation würde sich weder mit dem Wortlaut noch mit dem Sinn von Art.
23 Abs. 1 UVV
decken
.
7.
Zusammmengefasst
lehnte die Beschwerdegegnerin
Taggeldansprüche der Beschwerdeführerin ab dem 2. Mai 2005 gegenüber
der
Zürich und ab dem
1. Februar 2006
gegenüber sich selber mangels zweifelloser Unrichtigkeit der ursprünglichen Leistungseinstellungen zu Recht ab. Ebenfalls ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch ab dem 15. Oktober 2010 mangels Adäquanz verneinte und ab diesem Zeitpunkt für weitere Heilbehandlungen nicht mehr aufkam.
Damit ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.