# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 273a5079-da0d-5638-93fe-7fdc11eb23ce
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S.P., geboren 1977, ist Staatsangehörige von Serbien und Montenegro. Sie reiste
am 11. Dezember 2000 mit ihren beiden aus einer sog. nach Brauch geschlossenen
Ehe stammenden Kindern An. M., geboren 1996, und Am. M., geboren 1998, in die
Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. In der Folge wurde sie dem Kanton Solothurn
zugeteilt. Am 3. Mai 2002 heiratete sie in Gossau den dort wohnhaften Landsmann
D.P., geboren 1957, der über eine Niederlassungsbewilligung verfügt. Darauf wurde
das Asylgesuch vom Bundesamt für Migration als gegenstandslos abgeschrieben, und
das Ausländeramt erteilte S.P. und ihren Kindern am 10. Februar 2003
Jahresaufenthaltsbewilligungen im Rahmen des Familiennachzugs.
Seit 31. August 2004 leben die Eheleute P. getrennt.
Mit Verfügung vom 25. November 2004 widerrief das Ausländeramt die
Aufenthaltsbewilligungen von S.P. und ihren beiden Kindern.
B./ Gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligungen erhoben S.P. und ihre Kinder mit
Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 10. Dezember 2004 Rekurs, der vom Justiz- und
Polizeidepartement mit Entscheid vom 7. März 2005 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 22. März 2005 erhoben S.P. und ihre
Kinder Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Vorinstanz sei
anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern und im Sinne einer vorsorglichen
Massnahme den Aufenthalt bis zum Beschwerdeentscheid zu erlauben, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. In der Beschwerde wird im wesentlichen vorgebracht, die
Gesamtdauer des Zusammenlebens liege bei gut vier Jahren. Einer baldigen
Wiedervereinigung der Eheleute stehe nichts im Wege. Die beiden Kinder seien in der
Schweiz eingeschult und sehr gut integriert. Aufgrund der Praxis anderer Kantone,
nach einem Zusammenleben von drei Jahren die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern,
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erscheine die Verweigerung der Verlängerung als willkürlich. Schliesslich sei die
Ausweisung unzumutbar.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 11. April 2005 auf Abweisung der
Beschwerde.
Die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten werden, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 22. März 2005
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die
Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung. Die Aufenthaltsbewilligung ist stets
befristet (Art. 5 Abs. 1 ANAG).
Ein Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht unter anderem, wenn er mit einer
Niedergelassenen verheiratet ist. Die Ehegattin eines niedergelassenen Ausländers hat
nach Art. 17 Abs. 2 ANAG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen.
a) Nach der gesetzlichen Ordnung setzt somit der Rechtsanspruch der Ehegattin eines
in der Schweiz niedergelassenen Ausländers auf Erteilung und Verlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung voraus, dass die Ehegatten zusammenwohnen bzw. dass eine
eheliche Gemeinschaft gelebt wird (vgl. BGE 123 I 26). Diese Voraussetzung besteht im
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vorliegenden Fall nicht mehr. Die Beschwerdeführerin lebt seit 31. August 2004
getrennt von ihrem Ehemann. Die mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an die
Beschwerdeführerin und ihre Kinder verbundene Bedingung, nämlich der Verbleib beim
Ehegatten, ist damit weggefallen. Unter diesen Umständen steht ein Widerruf der
Bewilligung im Einklang mit Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG.
b) Nach Art. 9 Abs. 1 lit. a ANAG erlischt die Aufenthaltsbewilligung mit dem Ablauf der
Bewilligungsfrist, sofern diese nicht verlängert worden ist. Ist beim Vorliegen
bestimmter Umstände ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zulässig, so ist auch die
Verweigerung von deren Verlängerung gerechtfertigt (vgl. statt vieler GVP 1996 Nr. 9
und 1998 Nr. 22). Die Bewilligungen der Beschwerdeführer liefen am 3. Februar 2005
ab. Gegenstand des Verfahrens kann daher nur die Verlängerung bzw. Erteilung der
Bewilligungen sein.
c) Der Grund für die Erteilung der Bewilligung an die Beschwerdeführerin und ihre
Kinder war die Heirat mit einem niedergelassenen Ausländer. Dauerte die eheliche
Gemeinschaft wie im vorliegenden Fall nur kurze Zeit, ist nach der Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts in der Regel ein Widerruf der Bewilligung auch verhältnismässig
(vgl. GVP 1998 Nr. 22). Nach den Weisungen des Bundesamts für Migration (Ziff. 654)
kann die Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen auch nach der Auflösung der
ehelichen Gemeinschaft verlängert werden. Als massgebend werden dabei unter
anderem die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, die persönlichen Beziehungen zur
Schweiz, die berufliche Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sowie das
Verhalten und der Integrationsgrad beachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die
Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geführt haben. Nach einem
ordnungsgemäs-sen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren ist nach den
Weisungen ein Widerruf bzw. eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nur in
Erwägung zu ziehen, wenn die Bewilligung erschlichen wurde, ein Ausweisungsgrund
oder ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung vorliegt.
d) Die Beschwerdeführerin hält sich erst seit rund fünfeinhalb Jahren in der Schweiz
auf. Die eheliche Gemeinschaft dauerte rund zweieinviertel Jahre. Soweit die
Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe bereits vor der Eheschliessung rund
eineinhalb Jahre mit ihrem Ehemann zusammengelebt, kann nicht darauf abgestellt
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werden. Die Beschwerdeführerin war vor der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung als
Asylbewerberin im Kanton Solothurn angemeldet. Sie hätte sich daher gar nicht ständig
im Kanton St. Gallen aufhalten dürfen. Im übrigen wäre auch bei einer Dauer der
Ehegemeinschaft von gut vier Jahren nach der Praxis ein Widerruf der Bewilligung
zulässig. Schliesslich bestehen keine Anhaltspunkte, dass die eheliche Gemeinschaft in
absehbarer Zeit wieder aufgenommen wird. Im Gegenteil ist aufgrund des im
Rekursverfahren eingereichten Schreibens des Ehemannes davon auszugehen, dass
die Trennung endgültig ist.
Die Beschwerdeführerin ist als Mitarbeiterin in einem Fabrikationsbetrieb tätig.
Aufgrund der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sind keine gewichtigen Gründe
ersichtlich, die eine Verlängerung der Bewilligung aus wirtschaftlichen oder
arbeitsmarktlichen Gründen nahelegen.
Haltlos ist der Einwand, die Verweigerung der Bewilligungsverlängerung sei willkürlich
angesichts der Praxis anderer Kantone, nach einem Zusammenleben von drei Jahren
eine Bewilligung zu verlängern. Die Praxis des Kantons St. Gallen (ABl 2001, S. 32)
stellt eine zulässige Ermessensbetätigung dar, die im übrigen mit den Richtlinien des
Bundesamts für Migration im Einklang steht.
Inwiefern die Rückkehr der Beschwerdeführerin mit ihren Kindern in den Herkunftsstaat
mit überdurchschnittlichen Schwierigkeiten verbunden ist, wird in der Beschwerde
nicht konkret dargelegt. Von einer Verwurzelung in der Schweiz kann nach einem
Aufenthalt von weniger als fünf Jahren jedenfalls nicht gesprochen werden. Die Kinder
sind mit rund sieben bzw. neun Jahren in einem Alter, in dem sie sich im Heimatstaat,
wenn auch mit gewissen Schwierigkeiten, wieder zurechtfinden können. Dass sie kaum
serbokroatisch können, ist wenig glaubhaft, stammen doch sowohl ihre Mutter als auch
ihr Stiefvater aus Serbien und Montenegro.
e) Es besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach
kurzem Aufenthalt in der Schweiz die ursprünglichen familiären Voraussetzungen für
die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen
(VerwGE B 2004/163 vom 25. Januar 2005 i.S. D.H. und B 2003/154 vom 16. März
2004 i.S. H.J., in: www.gerichte.sg.ch). Die Verordnung des Bundesrates über die
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Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR 823.21) bezweckt nach Art. 1 lit. a ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Bestand der schweizerischen und der
ausländischen Wohnbevölkerung. Wie der Name der Verordnung zum Ausdruck bringt,
verlangt dies angesichts des ständigen Ansteigens des Anteils der ausländischen
Wohnbevölkerung eine restriktive Praxis bei der Erteilung von
Aufenthaltsbewilligungen. Im Streitfall kann der Vorinstanz aufgrund des Fehlens eines
Rechtsanspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung sowie des kurzen
Aufenthalts in der Schweiz, der kurzen Dauer der ehelichen Gemeinschaft und der
fehlenden arbeitsmarktlichen und wirtschaftlichen Gründe für die Erteilung einer
Bewilligung keine Ermessensüberschreitung bzw. kein Ermessensmissbrauch
vorgehalten werden, wenn sie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen
verweigert hat. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).