# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8cac6671-2a50-4878-a5f3-728804986f27
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1982 geborene
X._
meldete sich am
9.
Mai 2006
auf
grund
einer schubförmigen multiple
n Sklerose (nachfolgend: MS) bei
der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
9/23)
. Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), sprach ihr ab
1.
Mai 2005 eine halbe Invalidenrente zu (Verfügungen vom 1
2.
September 2007 und
7.
Januar 2008,
Urk.
9/63, 9/75). Die dagegen am 1
7.
Oktober 2007 erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2007.01314 vom 3
1.
Oktober 2008 in dem Sinne gut, dass es die angefochtenen Rentenverfügungen aufhob und die Sache zur weiteren Abklä
rung des medizinischen Sachverhalts
und
zu
neuem Entscheid
an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
9/96).
Nach
Ergänzung der medizinischen Aktenlage
sprach die IV-Stelle der Versicher
ten letztlich mit Verfügungen vom
9.
Oktober und
1
2.
November 2013 rückwirkend ab
1.
Juni 2012 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
9/211-212)
. Die gegen diese Verfügungen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungs
gericht
des Kantons Zürich
mit Entscheid IV.2013.01027 vom 2
7.
Februar 2015 teilweise gut, hob die angefochtenen Verfügungen auf und stellte fest, dass die Versicherte vom
1.
Mai 2005 bis 3
1.
August 2006 sowie ab
1.
März 2013 Anspruch a
uf eine halbe Invalidenrente habe
(
Urk.
9
/2
35).
Das Bundesgericht bestätigte
dieses Urteil mit Entscheid 9C_
208/2015 vom 1
9.
August 2015 (
Urk.
9/242).
1.2
Mit Verfügung vom
4.
Januar 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten die Höhe der monatlichen Rentenansprüche mit und forderte unter Verrechnung eines Nachzahlungsanspruchs von
Fr.
52‘952.-- mit einem Rückforderungsan
spruch von
Fr.
75‘537.
--
zu viel ausbezahlte Invalidenrenten von
Fr.
22‘585.
--
zurück (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
9.
Januar 2016 Beschwerde erhe
ben und beantragen, der Rückforderun
gsanspruch von
Fr.
75‘537.--
sei als unrichtig zu erklären und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten eine neue, korrekte Abrechnung zu edieren. Der als Rests
chuld errechnete Betrag von Fr.
22‘585.
--
sei infolge Eintritts der Verwirkung für nicht geschuldet zu erklä
ren.
Mit der Vernehmlassung vom 1
9.
Mai 2016 beantragte die Beschwerdegeg
nerin unter Verweis auf eine Stellungnahme der Ausgle
ichskasse
Y._
vom 1
3.
Mai 201
6, die Beschwerde se
i teilweise gutzuheissen und die
R
ückforderung
auf
Fr.
9‘485.80 zu reduzieren (
Urk.
8, 9/257). Die Beschwerdeführerin liess in der Replik vom 2
6.
Mai 2016 ihre Anträge dahingehend ändern, als sie nun
mehr beantragen liess, das gestellte Rückforderungsbegehren sei abzuweisen (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Duplik (
Urk.
13).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird
,
soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
25
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten.
Die Unrechtmässigkeit des
B
ezugs
einer Invalidenrente
ergibt sich im Regelfall aufgrund einer revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Rente im Zusammenhang mit einer Sachverhaltsänderung gestützt auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG. Ohne Sachverhaltsänderung kann eine formell rechtskräftig zugespro
chene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn die Vorausset
zungen für eine prozessuale Revision oder eine Wiedererwägung erfüllt sind (
Art.
53
Abs.
1 und 2 ATSG). Eine rückwirkende Herabsetzung kann jedoch auch in diesen Fällen nur im Falle des Tatbestands der unrechtmässigen Einwir
kung
wie
einer Meldepflichtverletzung gemäss
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
erfolgen.
Von der rückwirkenden, mit einer Rückforderung verbundenen Rentenherabset
zung oder –
aufhebung
wegen einer nicht gemeldeten Sachverhaltsänderung oder wegen des unrechtmässigen Erwirkens der Leistung zu unterscheiden ist der Sachverhalt, wo Rentenleistungen ausgerichtet worde
n sind, ohne dass dar
über je
rechtskräftig befunden worden wäre. Solche Leistungen können zurück
gefordert werden, ohne dass ein
Rückkommenstitel
vorliegt;
eine Meldepflicht
verletzung oder eine unrechtmässige Leistungserwirkung ist hier nicht erforder
lich (Urteil des Bundesgerichts 8C_387/2008
vom 3
0.
Januar 2009
E. 3.2 Hin
weis).
1.2
Bei der Rückforderung von unrechtmässig ausgerichteten Rentenleistungen sind die Vorgaben nach
Art.
25 ATSG zu beachten.
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (
Art.
25
Abs.
2 Satz 1 ATSG). Es handelt sich bei diesen Fristen um Verwirkungsfristen (BGE 139 V 6 E. 2). Nach der Rechtsprechung beginnt die einjährige, relative Verjährungsfrist in jenem Zeitpunkt zu laufen, in welchem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit Kenntnis vom rückforderungs
begründenden Sachverhalt haben konnte. Dabei ist nicht das erstmalige unrich
tige Handeln fristauslösend, sondern erst derjenige Tag, an dem sich die Ver
waltung später – beispielsweise anlässlich einer Rechnungskontrolle – unter Anwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren Fehler hätte Rechenschaft geben müssen (BGE 124 V 380 E. 1, 122 V 270 E. 5, 110 V 304).
Gewahrt wird die relative
einjährige Verwirkungsfrist mit dem Erlass des Vor
bescheids (BGE 133 V 579 E. 4.3.1).
Die absolute fünfjährige Verwirkungsfrist setzt mit dem Bezug der einzelnen Leistung ein, wobei auf den tatsächlichen Bezug der Leistung und nicht auf den Zeitpunkt abzustellen ist, in dem die Leistung hätte erbracht werden müssen (BGE 112 V 180 E. 4a). In Fällen, in denen die Rückerstattung wegen der nach
träglichen Leistungserbringung durch eine andere Sozialversicherung erfolgt, beginnt die fünfjährige Frist erst zu laufen, wenn die Leistung dieser anderen Sozialversicherung rechtskräftig festgesetzt wurde (vgl. hierzu BGE 127 V 484).
2.
2.1
Materiell
ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
Mai 2005 bis 3
1.
August 2006
sowie ab
1.
März 2013 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat(
te
). Gemäss einer in der angefochtenen Verfügung der Rückforderungsbe
rechnung zugrunde gelegten Aufstellung
(vgl.
Urk.
2 S. 2)
richtete die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin vom
1.
M
ai 2005 bis 3
1.
März 2009 sowie
ab
1.
Juni 2012
ununterbrochen eine halbe Invalidenrente
aus
.
Gemäss dieser von der Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht in Frage gestell
ten Aufstellung wurden ihr respektive teilweise bevorschussenden Dritten (AXA Versicherungen, Sozialzentrum
Z._
, Zürich, Sozialdienst der Gemeinde
A._
, vgl. Beilagen zu
Urk.
9/257)
vom
1.
September 2006 bis 3
1.
März 2009
Invalidenrenten im Betrag von
Fr.
31‘790.-- (4
x
Fr.
998.-- + 24 x
Fr.
1‘026.-- + 3
x
Fr.
1‘058.--)
und vom
1.
Juni 2012
bis 2
8.
Februar 2013
von
Fr.
5‘779
.--
(7
x
Fr.
641.-- + 2 x
Fr.
646.--)
zu Unrecht ausgerichtet.
Die Unrechtmässigkeit des
Rentenbezugs ergibt sich aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin diese Renten ausrichtete, ohne dass darüber jemals rechts
kräftig befunden wurde. Erstmals überhaupt rechtskräftig festgelegt wurde ein Rentenanspruch
der
Beschwerdeführerin mit dem
Bundesgerichtsurteil 9C_208/2015 vom 1
9.
August 2015
, dies aber
lediglich
für den bereits im kan
tonalen Entscheid IV.2013.01027 vom 2
7.
Februar 2015
als anspruchsberechtigt eruierten
Zeitraum vom
1.
Mai 2005 bis 3
1.
August 2006 sowie ab dem
1.
März 201
3.
Nach dem unter E. 1.1 Dargelegten können solche zu Unrecht ausgerichteten Leistungen grundsätzlich ohne
Rückkommenstitel
zurückgefordert werden; auch ist hierfür keine Meldepflichtverletzung oder sonstige unrechtmässige Leis
tungserwirkung erforderlich. Jedoch sind die Vorgaben von
Art.
25 ATSG zu beachten.
2.2
Was die Rückforderung der vom
1.
September 2006 bis 3
1.
März 2009 zu Unrecht ausgerichteten
Rentenbetreffnisse
anbelangt, sprach sich die Beschwer
degegnerin im Rahmen der Vernehmlassung für eine Reduktion der Rücker
stattung im Umfang der an das Sozialzentrum
Z._
Zürich
geleisteten Verrechnungszahlung im Betrag von
Fr.
10‘840.20 aus (
Urk.
8, 9/257 S. 4 f.).
Ob dieser Argumentation Folge zu leisten wäre, kann
offen bleiben
, entfällt doch ein Rückforderungsanspruch
gegenüber der Beschwerdeführerin
bezüglich
der bis 3
1.
März 2009 ausgerichteten Invalidenrenten
– wie von der Beschwer
deführerin richtig eingewendet (
Urk.
11 S. 1)
–
bereits infolge Ablaufs der absoluten fünfjährigen
Frist gemäss
Art.
25
Abs.
2 ATSG. Auch wenn den Akten keine Belege zum Zeitpunkt des tatsächlichen Bezugs der Rentenleistun
gen zu entnehmen sind, ist doch
ohne Weite
res davon auszugehen, dass die Zahlung der
Rentenbetreffnisse
bis Ende
März 2009 bei Erlass der hier ange
fochtenen Verfügung vom
4.
Januar 2016 mehr als fünf Jahr zurücklag
.
Für spätere in diesem Zusammenhang erfolgte Zahlungen fehlt es an jeglichem Hinweis.
Eine Rückforderung der vom
1.
September 2006 bis 3
1.
März 2009 zu Unrecht ausgerichteten halben Invalidenrente im B
etrag von insgesamt
Fr.
31‘790
.--
scheitert folglich am Ablauf der absoluten Ve
rwirkungsfrist von fünf Jahren gemäss
Art.
25
Abs.
2 ATSG. Eine strafbare Handlung, welche gemäss
Art.
25
Abs.
2 Satz 2 ATSG gegebenenfalls eine längere
Frist
nach sich zöge, ist nicht erkennbar und wird von den Parteien auch nicht diskutiert.
2.3
2.3.1
In Bezug auf die Rückerstattung der vom
1.
Juni 2012 bis 2
8.
Februar 2013 unrechtmässig ausgerichteten halben Invali
denrente von insgesamt
Fr.
5‘779
.
--
lässt die Beschwerdeführerin geltend machen
, diese
Rentenbetreffnisse
seien in vollem Umfang von der Sozialabteilung der Gemeinde
A._
bei der zuständigen Ausgleichskasse abgerufen worden, weshalb sie selber keine dieser Rentenzahlungen erhalten habe
, woran denn auch die Rückforderung scheitere
(
Urk.
11 S. 1).
2.3.2
Laut
Art.
22
Abs.
1 und 2 ATSG in Verbindung mit
Art.
85
bis
IVV können unter and
erem öffentliche Fürsorgestellen, welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur Höhe der Vorschussleistung
zur Drittauszah
lung
verrechnet und an sie ausbezahlt wird. Die Nachzahlung darf der bevor
schussenden Stelle höchstens im Betrag der Vorschussleistungen und für den Zeitraum, in dem diese erbracht worden sind, ausbezahlt werden (
Art.
85
bis
Abs.
3 IVV). Gemäss Rechtsprechung genügt für das Vorliegen des Vorschuss
charakters bei
der
Sozialhilfe, dass „objektiv für den gleichen Zeitraum Sozial
hilfe
-
und Invalidenversicherung
sleistungen
fliessen“ (BGE 131 V 242).
Rückerstattungspflichtig
im Falle eines unrechtmässigen Bezugs
wird bei einer Drittauszahlung
die Drittperson beziehungsweise die Behörde (
Art.
2
Abs.
1
lit
. b und c der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts, ATSV;
BGE 110 V 10 E. 2;
SVR 1996 EL Nr. 24, 2000 IV Nr. 2).
2.3.3
Gemäss Aktenlage stellte das Sozialamt
A._
am 1
5.
Oktober 2013 auf dem Formular 318.183d einen Verrechnungsantrag
für bevorschusste Sozialhilfe
für die Zeit vom
1.
Juni 2012 bis 3
1.
Oktober 2013 von
Fr.
10‘
947.--. Der Ver
rechnungsantrag wurde in der Rentenverfügung vom 1
2.
November 2013, mit welcher der Beschwerdeführerin
die Ausrichtung einer halben Invalidenrente
vom
1.
Juni 2012 bis
3
1.
Dezember 2012 von monatlich Fr. 641.-- und vom
1.
Januar bis 3
1.
Oktober 2013 von monatlich Fr 646.—mitgeteilt worden
war
,
in vollem Umfang berücksichtigt
(
Urk.
9/212
/4
).
Wie in der Stellungnahme der Ausgleichskasse
Y._
vom 1
3.
Mai 2016 richtig ausgeführt (
Urk.
9/257 S. 4), darf der bevorschussenden Stelle
die Nachzahlung höchstens im Betrag der Vorschussleistung und für den Zeitraum, in welche
m
diese
erbracht worden ist
, mithin periodengerecht, erbracht werden
(vgl. auch obige E. 2.3.2)
.
Im vom Sozialamt
A._
beantragten Verrechnungszeitraum
1.
Juni 2012 bis 3
1.
Oktober 2013 hatte die Beschwerdeführerin gemäss dem bundesgericht
lich bestätigten Urteil IV.2013.01027 vom 2
7.
Februar 2015 erst ab
1.
März 2013 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Gemäss der nunmehrigen Ren
tenberechnung (vgl.
Urk.
2 S. 1) betrug das
Monatsbetreffnis
Fr.
1‘086.--,
für den
Zeitraum vom
1.
März bis 3
1.
Oktober 2013 betrug der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
somit
Fr.
8‘688.
-- (8 x
Fr.
1‘086.--)
.
In diesem Umfang erweist sich die
Verrechnung mit der
Drittauszahlung als rechtmässig,
zeigt doch der
Kontoauszug der Gemeindeverwaltung
A._
vom 1
5.
Oktober 2013 (Beilage zu
Urk.
9/257), dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Oktober 2013 mehr als
Fr.
8‘688.-- Sozialhilfe bezogen hat. I
m Mehrb
etrag von
Fr.
2‘259.
-- (
Fr.
10‘647.
-- .
/.
Fr.
8‘688.--)
er
weist sich die
Rückforderung
dagegen als unrechtmässig. Wie in der Stellung
nahme der Ausgleichskasse
Y._
vom 1
3.
Mai 2016 zutreffend dargelegt, ist dieser Betrag nicht von der Beschwerdeführerin, sondern vom Sozialamt
A._
zurückzufordern
(vgl. obige E. 2.3.2)
.
Der in die Berechnung der Rückerstattung
gegenüber der Beschwerdeführerin
mit
einbezogene Betrag von
Fr.
5‘779
.--
für den Zeitraum
1.
Juni 2012 bis 2
8.
Februar 2013
ist entspreche
nd um
Fr.
2‘259.-- auf
Fr.
3‘520
.-- zu reduzie
ren.
Hinsichtlich dieser Rückforderung
ssumme
steht ein Erlöschen infolge Ablaufs der absoluten Frist von fünf Jahren gemäss
Art.
25
Abs.
2 ATSG
z
u
Recht
aus
ser Diskussion. Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist sind nicht das erstmalige unrichtige Handeln und die daran anknüpfende unrecht
mässige Leistungsausrichtung massgebend. Abzustellen ist auf jenen Tag,
an dem die IV-Stelle später bei der gebotenen und zumutbaren Aufmerksamkeit - etwa aufgrund eines zusätzlichen Indizes (SVR 2002 IV Nr. 2) - den Fehler hätte bemerken müssen (BGE 124 V 380 E. 1; 122 V 270 E. 5a und 5b/
aa
; 110 V 304 E. 2b) und damit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückforderung gegeben sind. Dies ist der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich der Rückforde
rungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber einer bestimmten rückerstattungspflichtigen Person ergibt (BGE 111 V 14 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_999/2009 vom
7.
Juni 2010 E. 3.2.1).
Wiederholt hat das
Bundesgericht schon erkannt, es sei nicht bundesrechts
widrig, zuverlässige Kenntnis von der Rechtswidrigkeit des Leistungsbezugs erst nach Eintritt der Rechtskraft der Rentenaufhebung anzunehmen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_642/2014 vom 2
3.
März 2015 E. 3.2 mit Hinweisen).
Auf
den hier zu beur
teilenden Fall übertragen,
fällt der Beginn der relativen einjährigen Verwir
kungsfrist hinsichtlich der Rückforderung der
Renten
betreffnisse
für die Zeit vom
1.
Juni 2012 bis 2
8.
Februar 2013
damit
auf den Erlass des bundesgericht
lichen Entscheids 9C_208/2015 vom 1
9.
August 201
5.
Die verfügte Rückforde
rung vom
4.
Januar 2016 erging folglich innert Frist.
2.4
Hieraus folgt, dass eine Rückforderung der vom
1.
September 2006 bis 3
1.
März 2009 unrechtmässig erbrachten Invalidenrenten
am Ablauf
der absoluten Frist von
fünf
Jahren seit dem Bezug der Leistung
scheitert
. Die
Rückforderung gegenüber der Beschwerdeführerin bezüg
lich der fälschlicherweise ausbezahlten
Rentenbetreffnisse
für die Zeit vom
1.
Juni 2012 bis 2
8.
Februar 2013
von ins
gesamt
Fr.
5‘779
.-- ist nach dem oben Gesagt
en um
Fr.
2‘259.-- auf Fr. 3‘520
.-- zu reduzieren.
Dieser Rückforderung steht gemäss der von der Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung hins
ichtlich der monatlichen
Betreff
nisse
nicht bestrittenen Nachzahlungsbeträge ein Nachzahlungsanspruch vom
1.
November 2013
bis 3
1.
Dezember 2015
von
insgesamt
Fr.
11‘464.--
(14 x
Fr.
1‘086.
--
[März bis Oktober 2013 wurden bereits bei der Drittauszahlung an das Sozial
amt
A._
berücksichtigt] + 12 x
Fr.
1‘091.
-- abzüglich der geleisteten
Rentenbetreffnisse
in diesem Zeitraum von 14 x
Fr.
646.-- + 12 x
Fr.
649.--
) gegenüber.
Dies führt zu einem Nachzahlungsanspruch von
Fr.
7‘944
.
-- (
Fr.
11‘464.-- -
Fr.
3‘520.--)
bis Ende 2015, welcher unter dem Vorbehalt allfälliger
Verrech
nungs
- und/oder Drittauszahlungsansprüche steht
. Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung bezüglich der Rückforderung mit der Feststellung, da
ss die Beschwerdeführerin
unter Vorbe
halt allfälliger Drittauszahlungs- respektive Verrechnungsansprüche Anspruch
auf
eine Nachzahlung von
Rentenbetreffnissen
bis Ende
2015 von Fr.
7‘944.--
hat, aufzuheben.
3.
3.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Entsprechend hat die Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Parteientschädi
gung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
1‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer).