# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ec66e8b2-e89e-503d-81d5-637b21861ca5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1. Z._, geboren 1916, ist Bezüger von Zusatzleistungen zur AHV (Urk. 9/44). Am 28. August 2003 heiratete er die 1953 geborene O._, t._ Staatsangehörige (Urk. 11/111).
Mit Verfügung vom 30. Januar 2004 setzte das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt S._ (nachfolgend A._) die Zusatzleistungen für Z._ infolge Heirat rückwirkend ab 1. September 2003 neu fest (Urk. 11/164). Dagegen erhob Z._, vertreten durch T._, am 25. März 2004 Einsprache und beantragte, die Zusatzleistungen seien zu erhöhen (Urk. 11/175). Mit Einspracheentscheid vom 5. April 2004 trat das A._ auf die Einsprache nicht ein, da sie verspätet erfolgt sei (Urk. 5/1). Dagegen liess Z._, weiterhin vertreten durch T._, mit undatierter, beim Bezirksrat S._ am 25. Mai 2004 eingegangener Eingabe Einsprache erheben (Urk. 11/185). Mit Beschluss vom 19. August 2004 wies der Bezirksrat die Einsprache ab (Urk. 2).
Am 25. August 2004 gab Z._ vor der Vormundschaftsbehörde der Stadt S._ unter anderem zu Protokoll, dass er T._ seit vielen Jahren kenne, aber das Gefühl habe, von ihm nicht mehr richtig vertreten zu werden (Urk. 5/8). Er fürchte auch, von ihm ausgenützt worden zu sein, unter anderem habe er eine "Blankounterschrift" erteilt. In einigen Bereichen sei er auf juristische Hilfe angewiesen, möchte aber, dass T._ ihn nicht mehr vertrete. Er widerrufe daher die erteilte Generalvollmacht vom 6. März 2004 sowie allfällige weitere Vollmachten ausdrücklich und verspreche, ihm keine neuen mehr zu erteilen. Er sei damit einverstanden, dass für ihn eine Vertretungsbeistandschaft angeordnet werde. Das Protokoll wurde von Z._ mit "so gelesen und bestätigt" unterzeichnet. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom 30. August 2004 wurde für Z._ eine Beistandschaft nach Art. 392 Ziffer 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) angeordnet (Urk. 5/7a). Darin wurde festgehalten, dass der Beistand unter anderem die Aufgabe habe, Z._ bei der Regelung der Angelegenheit mit dem A._ zu vertreten, wofür ihm Prozessvollmacht erteilt worden sei.
2. Gegen den Beschluss des Bezirksrates vom 19. August 2004 erhob T._ am 20. September 2004 im Namen von Z._ Beschwerde und beantragte, der Entscheid sei aufzuheben, die Zusatzleistungen seien zu erhöhen, das A._ sei zu verpflichten, innert 10 Tagen vollständige Akteneinsicht zu gewähren, zudem sei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (Urk. 1). Die Beschwerde reichte er beim Bezirksrat ein (vgl. Urk. 1). Mit Schreiben vom 23. September 2004 teilte der Bezirksrat T._ mit, dass Z._ sämtliche Vollmachten zu seinen Gunsten widerrufen habe, so dass sich eine Behandlung der Beschwerde erübrige (Urk. 5/9). Mit Schreiben vom 28. September 2004 teilte T._ dem Bezirksrat daraufhin mit, dass er nicht nur Bevollmächtigter von Z._ sei, sondern gestützt auf einen unwiderruflichen Abtretungsvertrag, den sie am 18. Mai 2004 abgeschlossen hätten, auch Zessionar aller Prozessrechte (Urk. 3/1). Den genannten Abtretungsvertrag legte er vor (Urk. 3/2).
Mit Überweisungsschreiben vom 11. Oktober 2004 überwies der Bezirksrat die Beschwerdesache an das Gericht und beantragte, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (Urk. 4). In der Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2004 beantragte das A._, auf die Beschwerde sei mangels Bevollmächtigung nicht einzutreten (Urk. 8). Am 1. November 2004 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 12). Am 19. November 2004 reichte T._ eine weitere Eingabe ein, bezeichnet als "Beschwerde" gegen die Verfügung vom 1. November 2004, und beantragte, es sei ein weiterer Schriftenwechsel aufgrund neuer Tatsachen und Beweise anzuordnen (Urk. 13, Urk. 14/1-2).
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Zu prüfen ist, ob T._ befugt war, als Vertreter von Z._ die vorliegende Beschwerde zu erheben.
1.2 Z._ hat T._ mit Schreiben vom 14. Februar 2004 bevollmächtigt, alle finanziellen Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem A._ zu regeln (Urk. 11/108/1). Mit Schreiben vom 18. Februar 2004 hat er ihn zudem bevollmächtigt, ihn "weitgehend" zu vertreten (Urk. 11/108/2). Mit einem weiteren Schreiben vom 6. März 2004 hat er ihn alsdann zu allen Rechtshandlungen eines Generalbevollmächtigten ermächtigt (Urk. 11/172/2). Schliesslich hat Z._ am 18. Mai 2004 mit T._ einen als Zession bezeichneten Vertrag abgeschlossen, Z._ als Zedent und T._ als Zessionar. Darin ist festgehalten, dass der Zessionar "durch unwiderruflichen Vertrag anstelle des Zedenten alle Zivil- und Strafprozessrechte und Forderungen über alle seine jetzigen und zukünftigen Einkünfte" übernehme, als Gegenleistung komme der Zessionar für alle Lebenshaltungskosten des Zedenten auf (Urk. 3/2). Am 25. August 2004 hat Z._ vor der Vormundschaftsbehörde die an T._ erteilte Generalvollmacht vom 6. März 2004 sowie allfällig weitere Vollmachten widerrufen (Urk. 5/8).
1.3 Nach Art. 34 des Obligationenrechts kann eine durch Rechtsgeschäft erteilte Ermächtigung vom Vollmachtgeber jederzeit beschränkt oder widerrufen werden. Ein vom Vollmachtgeber zum Voraus erklärter Verzicht auf dieses Recht ist ungültig.
Z._ hat am 25. August 2004 erklärt, dass er sämtliche an T._ erteilte Vollmachten widerrufe. Damit sind die Vollmachten vom 14. und 18. Februar sowie vom 6. März 2004 erloschen. Ebenso auch eine allfällige Vollmacht, die er im Rahmen des Abtretungsvertrages vom 18. Mai 2004 an T._ erteilt hat. Da auf das Recht zum Widerruf einer Vollmacht nicht im Voraus verzichtet werden kann, ist die Klausel im Abtretungsvertrag, wonach der Vertrag unwiderruflich sei, in Bezug auf die Vollmachterteilung ungültig. Ob der Abtretungsvertrag im Übrigen ungültig ist, wie der Bezirksrat in seinem Überweisungsschreiben vom 11. Oktober 2004 (Urk. 4) gestützt auf Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und Art. 27 Abs. 2 des ZGB geltend macht, kann dahingestellt bleiben.
Damit steht fest, dass die von Z._ an T._ erteilte Vollmachten infolge Widerrufs am 25. August 2004 erloschen sind. Mangels Vollmacht war T._ somit zur Erhebung der Beschwerde vom 20. September 2004 gegen den Beschluss des Bezirksrates vom 19. August 2004 nicht ermächtigt. Auf die Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten und die Parteibezeichnung ist dahingehend zu berichtigen, dass T._ nicht mehr als Vertreter von Z._ aufgeführt wird. Ein Eingehen auf die beantragte Akteneinsicht und die unentgeltliche Rechtsvertretung erübrigt sich damit, ebenso ein Eingehen auf die nach Abschluss des Schriftenwechsels erfolgte Eingabe vom 19. November 2004 (vgl. Urk. 1, Urk. 13).