# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f2cd5ee-e043-57ce-8851-36bf1f527132
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. F._, Jg. 1993, ist a._ Staatsangehörige und wohnt seit dem 13. Juli 2000 in X._.
Sie verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung B. Am 16. Februar und 5. März 2013 stellte
sie bei der politischen Gemeinde X._ ein Gesuch um Einbürgerung. Am 5. Juni 2013
wurde ihr das Einbürgerungsformular zugestellt. Zudem forderte sie der
Einbürgerungsrat der Gemeinde X._ auf, diverse Unterlagen einzureichen. Am
8. November 2013 sistierte das Amt für Bürgerrecht und Zivilstand die Aktenprüfung für
die Aufnahme von F._ ins Personenstandsregister bis zur Klärung des Sachverhalts
bzw. bis zur allfälligen Bereinigung der bestehenden Registereinträge ihrer Eltern. Mit
Schreiben vom 2. Dezember 2013 forderte der Einbürgerungsrat F._ auf, weitere
Dokumente (Strafregisterauszug, Wohnsitzbescheinigung, Betreibungsregisterauszug,
Referenzschreiben) einzureichen. Gemäss Aufstellung vom 21. Oktober 2014
errechnete das Sozialamt X._ durch F._ zurückzuerstattende Sozialhilfeleistungen
und nicht geleistete Haushaltsentschädigungen an die Eltern betreffend die Monate
März bis August 2014 im Gesamtbetrag von CHF 4'457.25 (act. G 20/7/21). Am 1. April
2016 stellte das Zivilstandsamt X._ die Bestätigung über den registrierten
Personenstand für ausländische Staatsangehörige und Staatenlose aus. Mit Strafbefehl
vom 13. April 2016 verurteilte das Untersuchungsamt St. Gallen F._ wegen
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geringfügigen Diebstahls (Entwendung von Kleidungsstücken im Wert von CHF 104.80)
zu einer Busse von CHF 300.
b. Mit Schreiben vom 5. Juli 2016 forderte der Einbürgerungsrat F._ auf, ein neues
Einbürgerungsformular auszufüllen, weil nach der Klärung der Registereinträge sich der
Familienname als falsch erwiesen habe. Am 4. August 2016 reichte F._ das ausgefüllte
Formular mit den vollständigen Unterlagen ein. Mit Schreiben vom 15. September 2016
erklärte sie die Umstände des Ladendiebstahls und entschuldigte sich dafür. Am
21. September 2016 stellte der Einbürgerungsrat die Ablehnung des
Einbürgerungsgesuchs in Aussicht und räumte F._ Gelegenheit zur Stellungnahme
und zum Rückzug des Gesuchs ein. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2016 lehnte der
Einbürgerungsrat das Einbürgerungsgesuch ab mit der Begründung, die
Gesuchstellerin erfülle wegen des Ladendiebstahls und der zu Unrecht bezogenen
Sozialhilfeleistungen die Anforderung der Beachtung der rechtsstaatlichen Ordnung
nicht (act. G 20/1 Beilage). Den gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur.
Manfred Lehmann, Zürich, für F._ erhobenen Rekurs wies das Departement des
Innern mit Entscheid vom 10. Juli 2017 ab (act. G 2).
B.
a. Mit Eingabe vom 28. August 2017 (act. G 8) erhob Rechtsanwalt Lehmann für F._
Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid vom 10. Juli 2017 sei aufzuheben
(Ziff. 1). Der Beschwerdeführerin sei das Bürgerrecht zu erteilen (Ziff. 2). Die Akten
betreffend den Sozialhilfebetrug von 2014 seien der Beschwerdeführerin zur Einsicht
zukommen zu lassen; anschliessend sei eine kurze Nachfrist zur ergänzenden
Begründung zu gewähren (Ziff. 4). Ihr sei die unentgeltliche Rechtspflege zu
genehmigen (Ziff. 4). Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (Ziff. 4). Mit Schreiben vom 2. Oktober 2017 begründete der
Rechtsvertreter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung (act. G 11-13).
b. In der Vernehmlassung vom 19. Oktober 2017 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid (act. G 19). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Eingabe vom 6.
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November 2017 Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf eine Stellungnahme
(act. G 26).
c. Mit Verfügung vom 6. November 2017 wies der Abteilungspräsident des
Verwaltungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung ab (act. G 25).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit für den Entscheid relevant,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheids legitimiert
(Art. 34 Abs. 2 des Gesetzes über das St. Galler Bürgerrecht, sGS 121.1, BRG [in der
hier anwendbaren, vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2017 gültig gewesenen
Fassung] in Verbindung mit Art. 64 und Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 28. August 2017 (act. G 8) erfüllt zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist folglich einzutreten.
2.
2.1. Nach Art. 106 Abs. 1 der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1; KV) wird
ausländischen und staatenlosen Jugendlichen das Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht
selbständig erteilt, wenn sie das Gesuch vor Vollendung des 20. Altersjahres stellen (lit.
a) und insgesamt während zehn Jahren in der Schweiz wohnen, davon während
wenigstens fünf Jahren in der politischen Gemeinde (lit. b). Das Gesetz (BRG) regelt die
weiteren Voraussetzungen (Art. 106 Abs. 2 KV). Gemäss Art. 37 BRG werden
ausländische und staatenlose Jugendliche, welche die Voraussetzungen für die
Eignung nach Art. 12 bis 14 BRG erfüllen, selbständig eingebürgert. Unter anderem
müssen die Eignungsvoraussetzungen der Integration und des Vertrautseins mit den
Verhältnissen und Lebensformen in der Schweiz gegeben sein (Art. 13 f. BRG).
Ausländerinnen und Ausländer sind integriert, wenn sie unter anderem die
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rechtsstaatliche Ordnung sowie die Werte der Bundesverfassung respektieren und dies
in einer schriftlichen Erklärung bekunden (Art. 13 Abs. 1 lit. a BRG). Die
Mindestvorgaben für eine Einbürgerung ergeben sich dabei aus Art. 14 und 15 des
Bundesgesetzes über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts (SR 141.0, BüG
[in der hier anwendbaren, bis 31. Dezember 2017 in Kraft gewesenen Fassung]; vgl.
auch Art. 38 Abs. 2 der Bundesverfassung [SR 101, BV] und Art. 12 Abs. 2 BüG). Art.
14 lit. c BüG nennt als Kriterium für die Einbürgerung die „Beachtung der
Schweizerischen Rechtsordnung“.
2.2. Vorliegend ist einzig umstritten, ob die Beschwerdeführerin die Eignungskriterien
der "Beachtung der schweizerischen Rechtsordnung" gemäss Art. 14 lit. c BüG bzw.
der „Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung“ gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. a BRG
erfüllt. Die anderen Eignungskriterien sind unbestritten. Unbestritten blieben auch die
Feststellungen im vorinstanzlichen Entscheid betreffend Unbegründetheit des im
vorinstanzlichen Verfahren erhobenen Vorwurfes der Rechtsverzögerung (act. G 2 E. 3)
und betreffend Wahrung der verfahrensrechtlichen Vorgaben des BRG (act. G 2 E. 4
und 7). Der Prüfungsumfang des Verwaltungsgerichts hat sich gemäss Art. 61 VRP auf
Rechtsverletzungen, wozu auch Ermessensfehler und -missbrauch gehören, sowie auf
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu
beschränken. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Verwaltungsgericht
verwehrt (vgl. statt vieler VerwGE B 2011/211 vom 20. März 2012,
E. 4.2, www.gerichte.sg.ch). Rechtmässig ist ein Entscheid selbst dann, wenn das
Ermessen zwar unzweckmässig gehandhabt wurde, die Verfassungsprinzipien sowie
der Sinn und Zweck der Ordnung jedoch gewahrt bleiben (GVP 2010 Nr. 36 E. 4.2.3 mit
Hinweis). Hinsichtlich Einbürgerungsentscheiden hat dies zur Folge, dass das
Verwaltungsgericht im Streitfall nur überprüfen kann, ob der Einbürgerungsrat sein
Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte. Ein
Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn der Einbürgerungsrat zwar im Rahmen des ihm
eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der Vorschrift
fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsgrundsätze verletzt. Ebenso
wird Ermessensmissbrauch angenommen, wenn der Einbürgerungsrat wesentliche
Gesichtspunkte unberücksichtigt lässt (VerwGE B 2008/206 vom 19. August 2009,
E. 2.4.2, www.gerichte.sg.ch). Die Einräumung eines Entscheidungs- resp.
Ermessensspielraums bedeutet nicht, dass die zuständige Behörde bei der
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Ermessensausübung völlig frei ist. Sie ist vielmehr auch bei Einbürgerungsentscheiden
an die Verfassung gebunden und hat insbesondere das Rechtsgleichheitsgebot
gemäss Art. 8 BV, das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV sowie das
Verhältnismässigkeitsprinzip gemäss Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV zu beachten
(vgl. VerwGE B 2009/229 vom 31. Mai 2011, E. 2.3. und 2.7.2, sowie B 2007/140 vom
27. November 2007, E. 2.2; www.gerichte.sg.ch). Ist ein Entscheid über die
Einbürgerung weder diskriminierend noch willkürlich, sondern beruht auf sachlichen
Gründen, so hat ihn die politische Gemeinde resp. deren zuständiges Organ kraft ihrer
Gemeindeautonomie gemäss Art. 89 Abs. 1 KV gültig gefällt (VerwGE B 2008/206 vom
19. August 2009, E. 2.4.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
2.3. Für den vorliegenden Sachverhalt sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die auf eine
rechtsungleiche oder diskriminierende Behandlung der Beschwerdeführerin durch den
Einbürgerungsrat und damit auf einen inkonsistenten Einzelfall schliessen lassen
würden. Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt Willkür vor, wenn der angefochtene
Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das
Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung,
sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als
vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (vgl. anstatt vieler BGE 134 I
140, E. 5.4 mit Hinweisen). Eine besondere Zurückhaltung auferlegt sich das
Bundesgericht bei der materiellen Beurteilung, indem es erst einschreitet, wenn sich
die Behörde von sachfremden oder offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hat leiten
lassen (BGE 131 I 467, E. 3.1). Ein ablehnender Einbürgerungsentscheid kann demnach
willkürlich sein, wenn er auf sachfremden Gründen beruht.
2.4. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist bei der Beurteilung des
Eignungskriteriums "Beachtung der Rechtsordnung" auf die Umstände des Einzelfalls
abzustellen. Die Beachtung der Rechtsordnung zielt in erster Linie darauf ab, dass ein
einwandfreier straf- und betreibungsrechtlicher Leumund besteht. Zudem soll das
Verhalten der Einbürgerungsbewerber bei der Ausübung ihrer Rechte und der Erfüllung
ihrer Pflichten berücksichtigt werden. Von ihnen wird erwartet, dass sie sich zu den
demokratischen Institutionen des schweizerischen Staates bekennen (VerwGE B
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2011/229 vom 31. Mai 2012, E. 4.3.2 mit Hinweis; www.gerichte.sg.ch). Die
Heranziehung von Bussenverfügungen für die Beurteilung des Eignungskriteriums
"Beachtung der Rechtsordnung" resp. des Bekenntnisses zu den demokratischen
Institutionen der Schweiz erachtet die Rechtsprechung nicht per se als willkürlich resp.
als sachfremd. So zeigen beispielsweise wiederholte Bussenverfügungen wegen
Tätlichkeiten gemäss Art. 126 des Strafgesetzbuches (SR 311.0, StGB) ein Verhalten
auf, das nicht einem einwandfreien Leumund entspricht. Vorausgesetzt ist aber, dass
es sich nicht um einmalige geringfügige Ausrutscher handelt, da daraus nicht
automatisch und nicht ausschliesslich auf einen schlechten strafrechtlichen Leumund
geschlossen werden kann. Sobald aber ein Einbürgerungsbewerber in einem kurzen
Zeitraum mehrere, wenn auch nur geringfügige Taten verübte, erweist sich der
Ermessensentscheid, dass sich diese Person um die schweizerische Rechtsordnung
nicht kümmert, nicht als willkürlich (VerwGE B 2011/229 a.a.O., E. 4.3.3;
www.gerichte.sg.ch).
2.5. Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz unter anderem aus, im
Gegensatz zu VerwGE B 2011/229 handle es sich vorliegend nicht um aus
Unachtsamkeit begangene Verkehrsdelikte. Die Übertretung der Beschwerdeführerin
habe doch eine gewisse kriminelle Energie vorausgesetzt. Ihr Vorgehen setze sich
geltendem Recht bewusst entgegen. Der Unrechtsgehalt sei aus strafrechtlicher Sicht
gewiss gering. Diese Wertung sei jedoch für das Einbürgerungsverfahren nicht
bindend. Es gehe um die gegenüber der Rechtsordnung zum Ausdruck gebrachte
Haltung. Wenn die Beschwerdeführerin im Entschuldigungsschreiben den Diebstahl
lediglich als „blöden Vorfall“ bezeichne, der „passiert“ sei und sie sich aus „lauter
Kollegschaft“ und Langeweile dazu habe überreden lassen, handle es sich dabei um
eine unangebrachte Verharmlosung. Es hätten alle drei Frauen ihren Beitrag zur
Vollendung des Diebstahls geleistet. Die Beschwerdegegnerin habe ihren
Ermessensspielraum zwar streng und damit zu Ungunsten der Beschwerdeführerin
genutzt, jedoch könne ihr keine unzweckmässige Wertung vorgehalten werden. Das
Willkürverbot sei nicht verletzt. Einer zu Recht angenommenen Einbürgerungseignung
könne nicht anders als durch Ablehnung des Einbürgerungsgesuchs begegnet werden
(act. G 2 S. 14 f.).
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2.6. Die Beschwerdeführerin wendet ein, es sei einerseits auf die Umstände des
Einzelfalls abzustellen und anderseits dürfe die Beachtung der Rechtsordnung nicht
anhand eines einzelnen Merkmals beurteilt werden. Die Beachtung der Rechtsordnung
ziele in erster Linie darauf ab, dass ein einwandfreier straf- und betreibungsrechtlicher
Leumund bestehe. Daher besässen Zentralstrafregister sowie
Betreibungsregisterauszüge alleine bereits genügend Aussagekraft hinsichtlich der
Frage der Beachtung der Rechtsordnung. Aus einem einmaligen geringfügigen
Ausrutscher könne nicht automatisch und ausschliesslich auf einen schlechten
strafrechtlichen Leumund geschlossen werden. Es lägen keine weiteren Hinweise dafür
vor, dass die Beschwerdeführerin die schweizerische Rechtsordnung nicht
respektieren würde. Die Busse von CHF 300 sei ein bedauernswerter Einzelfall
gewesen. Der vorinstanzliche Entscheid sei unverhältnismässig. Dies nicht zuletzt
deshalb, weil in der Einzelfallprüfung die positiven Kriterien bzw. erfolgreichen
Integrationsschritte nicht berücksichtigt worden seien (act. G 8).
3.
3.1. Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit
Ausnahme der erwähnten Bussenverfügung strafrechtlich unbescholten ist, was sich
auch aus ihrem Zentralstrafregisterauszug (act. G 20/7/10) ergibt. Der Vorwurf von zu
Unrecht bezogenen Sozialhilfeleistungen bzw. der gegenüber dem Sozialamt
verschwiegenen Arbeitsaufnahme - ausführlich begründet im Schreiben an die
Beschwerdeführerin vom 21. Oktober 2014 (act. G 20/7/21) - wurde in der Verfügung
vom 5. Dezember 2016 angeführt (act. G 20/1 Beilage) sowie erneut in der
Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren bestätigt (vgl.
act. G 20/7 und 20/9). Unzutreffend ist daher das Vorbringen der Beschwerdeführerin,
dass der im vorinstanzlichen Entscheid wiederholte Vorwurf neu sei und eine
Behauptung darstelle, welche von der Beschwerdegegnerin nie geltend gemacht
worden sei (act. G 8 S. 3). Angesichts der erwähnten Gegebenheiten hätte sich die
Beschwerdeführerin hierzu bereits im vorinstanzlichen Verfahren bzw. spätestens in der
Beschwerdeschrift dieses Verfahrens äussern können. Der Vorwurf blieb jedoch - auch
nach Zustellung der vorinstanzlichen Vernehmlassung, welche erneut zum
unrechtmässigen Sozialhilfebezug Stellung nimmt - von Seiten der Beschwerdeführerin
unkommentiert und damit unbestritten (vgl. act. G 19 und 27). Die diesbezüglichen
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Unterlagen, deren Zustellung sie in der Beschwerde verlangte (act. G 8 S. 5), lagen ihr
bereits vor, zumal ihr Rechtsvertreter bei der Beschwerdegegnerin Akteneinsicht
verlangt und am 17. Januar 2017 erhalten hatte (vgl. act. G 20/7/29 Ziff. 4). In die im
Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 1. Dezember 2017 (act. G 27) unter Hinweis
auf das vorinstanzliche Aktenverzeichnis erwähnten Akten verlangte die
Beschwerdeführerin keine Einsicht, sondern reichte am 22. Januar 2018 einzig Belege
ein, aus welchen sich die Rückerstattung der zu Unrecht bezogenen Sozialhilfe durch
die Beschwerdeführerin im Jahr 2015 ergibt (act. G 28 f.). Die Beschwerdeführerin
sorgte für eine vollständige Rückzahlung der Sozialhilfe (act. G 29.1), was grundsätzlich
für sie spricht.
3.2. Für die Beschwerdeführerin spricht ebenfalls, dass sie den Ladendiebstahl auf
Vorhalt anerkannte. Auch blieb unbestritten, dass sie ihren finanziellen Verpflichtungen
gegenüber öffentlichen Stellen und Privaten nachkommt (vgl. act. G 20/7/13). Von
daher ist dementsprechend nicht in Frage gestellt, dass sie die Regeln der
schweizerischen Rechtsordnung grundsätzlich akzeptiert. Das von der Vorinstanz
angeführte Erfordernis der Einzelfallwürdigung vermag nichts daran zu ändern, dass
vorliegend einzig ein geringfügiger Diebstahl und ein Verschweigen von Lohnzahlungen
gegenüber der Sozialhilfe als Ablehnungsgrund zur Diskussion steht. Auch wenn es
zutreffend sein mag, dass das Entschuldigungsschreiben betreffend Ladendiebstahl
(act. G 20/7/24) die Angelegenheit verharmlost und die Beschwerdeführerin überdies
ihr Handlungsmotiv in den anderen zwei Beteiligten begründet sieht, so bleibt es auch
ohne diese Verharmlosung bei zwei Vorfällen von eher geringfügigem Ausmass. Die
allein mit diesen Gegebenheiten begründete Ablehnung des Einbürgerungsgesuches
erweist sich als nicht verhältnismässig und steht der bisherigen Rechtsprechung
(VerwGE B 2011/229 a.a.O.) entgegen. Die Ablehnung ist nicht erforderlich, um die
Beachtung der hiesigen Rechtsordnung durchzusetzen. Der Ladendiebstahl wiegt nicht
derart schwer, dass öffentliche Interessen ihr privates Interesse an einer Einbürgerung
überwiegen würden. Die unrechtmässige Sozialhilfe wurde wie erwähnt zurückerstattet.
Der vorinstanzliche Entscheid tangiert auch insofern den Grundsatz der
Verhältnismässigkeit, als er bei der Prüfung derselben die für die Beschwerdeführerin
sprechenden Aspekte, d.h. ihre berufliche und soziale Integration, nicht einbezog bzw.
zumindest nicht explizit anführte. Aus dem Gesagten folgt, dass die Abstützung auf
eine Bussenverfügung wegen Ladendiebstahls und eine unterlassene Lohnmeldung
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gegenüber der Sozialhilfe als sachfremde Gründe für die Ablehnung des
Einbürgerungsgesuches der Beschwerdeführerin erscheinen.
3.3. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene vorinstanzliche
Entscheid vom 10. Juli 2017 ist aufzuheben und die Sache ist gemäss Art. 57 Abs. 1
lit. b in Verbindung mit Art. 34 Abs. 3 BRG an die Beschwerdegegnerin zur
Durchführung des Auflage- und Einspracheverfahrens zurückzuweisen. Da vorliegend
lediglich das Eignungskriterium "Beachtung der schweizerischen Rechtsordnung"
strittig war, hat die Beschwerdegegnerin der Einbürgerung zuzustimmen, soweit nicht
neue tatsächliche oder rechtliche Gesichtspunkte einen anderen Entscheid nahelegen.
4.
4.1. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Angesichts des Ausgangs des Verfahrens
gehen auch die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von CHF 800 sowie die
Gebühr für die Verfügung vom 5. Dezember 2016 von CHF 750 vollumfänglich zulasten
der Beschwerdegegnerin. Auf die Erhebung der amtlichen Kosten ist zu verzichten
(Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss im
Beschwerdeverfahren von CHF 1'500 zurückzuerstatten.
4.2. Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung im
Rekurs- und Beschwerdeverfahren (Art. 98bis VRP). Aufgrund der Sach- und
Rechtslage war eine anwaltliche Vertretung im Rekursverfahren notwendig und
angemessen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat
weder im Beschwerde- noch im Rekursverfahren eine Kostennote eingereicht,
weswegen die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 und 19 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
Eine Entschädigung von insgesamt CHF 1'250 für das Beschwerde- und
Rekursverfahren zuzüglich MwSt. von 8% und Barauslagen von CHF 50 (4%) ist
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Die Entschädigungspflicht geht zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.
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