# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4b8eb225-e2d5-4ed2-af13-fb66926fb8d1
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
2 / 16
I. Sachverhalt
A. Mit Schreiben vom 14. November 2016 reichte die Gemeinde O.1_ bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos eine Gefährdungsmeldung betreffend X._ ein. Darin wurde unter anderem ausgeführt, dass X._ seit Juli 2013 den Vorsitz bei der A._ inne habe, welche das Vermögen der Familie (Liegenschaft, Kunstbilder etc.) verwalte. X._ weise aktuell gegenüber der Gemeinde beträchtliche Schulden auf (offene Gebührenrechnungen und offene Liegenschaftssteuerrechnungen). Aufgrund mangelnder Liquidität sei sie gegenwärtig und voraussichtlich auch weiterhin nicht in der Lage, ihre Schulden gegenüber der Gemeinde zu tilgen. Ein Begleichen der Schulden mittels Verkauf/Abtretung ihrer Liegenschaft an die Gemeinde lehne sie vehement ab. Da sie schon seit längerer Zeit keiner beruflichen Tätigkeit nachgehe, sei es ihr zudem nicht möglich, die offenen privaten Steuerrechnungen zu begleichen. Mehrere Versuche, X._ zur Vernunft zu bringen, seien gescheitert. Diskussionen zu einer Lösungsfindung in Bezug auf ihre offenen Rechnungen habe sie stets abgelehnt (vgl. KESB act. 2.2).
B.1. Mit Schreiben vom 21. November 2016 wollte die KESB Prättigau/Davos X._ darüber informieren, dass ein Abklärungsverfahren eröffnet wurde, und sie zu einer ersten Besprechung einladen. Dieses und ein weiteres Schreiben vom 23. November 2016 wurden allerdings von der Post mit Vermerk "Empfänger konnte unter angegebener Adresse nicht ermittelt werden" an die Absenderin retourniert. Am 16. Dezember 2016 wurde ein erneutes Schreiben betreffend die Eröffnung eines Abklärungsverfahrens beim Haus von X._ deponiert (vgl. KESB act. 3, 4, 5, 6 und 8).
2. Am 16. Dezember 2016 teilte X._ der KESB Prättigau/Davos telefonisch mit, dass sie keine Probleme habe und deshalb an der Besprechung nicht teilnehmen werde (vgl. KESB act. 9).
C.1. Mit Verfügung vom 4. Januar 2016 (recte: 2017) wurde X._ durch pract. med. B._, Allgemeine Innere Medizin/Notarzt, gestützt auf Art. 426 und 429 f. ZGB in der Klinik C._ in O.2_ fürsorgerisch untergebracht. Als Grund für die Einweisung wurde eine akute Psychose angegeben (vgl. KESB act. 10).
3 / 16
2. Anlässlich des Besuchs der KESB Prättigau/Davos in der Klinik C._ vom 13. Januar 2017 zeigte sich X._ über die Möglichkeit der Errichtung einer Beistandschaft erfreut (vgl. KESB act. 12).
D. Mit Entscheid vom 2. Februar 2017, mitgeteilt am 3. Februar 2017, erkannte die Kollegialbehörde der KESB Prättigau/Davos wie folgt (vgl. KESB act. 20):
"1. Für X._ wird eine Beistandschaft nach Erwachsenenschutzrecht (Art. 390 ZGB) errichtet.
2. Die Beistandsperson erhält die Aufgaben und Kompetenzen, X._ im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in den nachfolgend aufgelisteten Bereichen zu beraten, zu unterstützen und soweit nötig bei allen damit verbundenen Handlungen (Administration, Rechtsverkehr) zu vertreten:
a. Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB): Verwaltung des gesamten Einkommens und Vermögens (insbesondere Bestreitung der Lebenskosten, Geltendmachung von Forderungen und Leistungsansprüchen, sorgfältige Verwaltung sämtlicher Mobilien und Immobilien, Verkehr mit Banken, Post und ähnlichen Finanzinstituten);
b. öffentliche Verwaltung: insbesondere Verkehr mit Steuerbehörden, Gemeinden, Betreibungsamt;
c. Versicherungen: stets für eine ausreichende und geeignete Versicherungsdeckung und Leistungssituation besorgt zu sein (insbesondere Sozialversicherungen, private Versicherungen, Krankenkassen);
d. die Interessen von X._ als Hauptaktionärin der A._ umfassend wahrzunehmen und sie nötigenfalls zu vertreten;
e. soweit erforderlich die Post von X._ zu öffnen.
3. Bezüglich Ernennung einer Beistandsperson für X._ wird verfügt:
a. D._, O.3_ wird zum Beistand ernannt;
b. der Aufwand im Rahmen der ordentlichen Mandatsführung wird mit einem Stundenansatz von Fr. 180.-- (exkl. Aufwand Sekretariat/Buchhaltung, zuzgl. Spesen und MWST), und für das Sekretariat/die Buchhaltung bei Treuhandmandaten einen Stundenansatz von Fr. 100.-- (inkl. Spesen und MWST) entschädigt;
c. der Bezug der Entschädigung aus dem Vermögen von X._ ist erst nach der Festsetzung durch die KESB und die entsprechende Ermächtigung zulässig.
4. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkunde:
a. sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit X._ persönlich Kontakt aufzunehmen;
b. ein Betriebskonto zu eröffnen, über das grundsätzlich sämtliche Einnahmen und Ausgaben abgewickelt werden, und die KESB
4 / 16
zusammen mit der Einreichung des Inventars über die Eröffnung zu informieren;
c. ein persönliches Konto zu eröffnen, auf das X._ regelmässig Beträge zur freien Verfügung überwiesen werden, und die KESB zusammen mit der Einreichung des Inventars über die Eröffnung zu informieren;
d. in Zusammenarbeit mit der KESB im Sinne der Erwägungen per Datum dieses Entscheids ein Inventar über sämtliche zu verwaltenden Vermögenswerte aufzunehmen und dieses zusammen mit einem Budget, das über die mutmasslichen Einnahmen und Ausgaben Auskunft gibt, spätestens zwei Monate nach Erhalt der Ernennungsurkunde zur Genehmigung einzureichen;
e. bei Banken und Versicherungen bestehende Vollmachten, Daueraufträge, Lastschriftverfahren, Kontokarten, E-Banking-Verträge etc. zu prüfen und nötigenfalls zu widerrufen; die KESB ist zusammen mit dem Eingangsinventar darüber zu informieren;
f. Bargeld, Wertgegenstände und wichtige Dokumente sicher aufzubewahren.
5. Die Beistandsperson ist gehalten:
a. Der KESB jährlich (erstmals per 31.01.2018) die Rechnung samt Belegen sowie einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Rechnungsführung und Vermögensentwicklung, die Lage von X._ und die Ausübung der Beistandschaft) und ein aktuelles Budget einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von X._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls eine geeignete Anpassung oder die Aufhebung der Massnahme vorzuschlagen.
6. Die Kosten im Verfahren Errichtung Beistandschaft werden auf Fr. 500.-- festgesetzt und beim Verfahren belassen.

## Considerations