# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 96324813-4bdc-474d-8566-6c11a5406d2a
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.
Der Kanton Aargau (Gesuchsteller) beabsichtigt, die Kantonsstrasse K 454
in Q. – R. zu sanieren und mit einem Radweg auszubauen. Der Regie-
rungsrat genehmigte das Projekt mit Beschluss vom 25. Mai 2011 und er-
teilte gleichzeitig das Enteignungsrecht (RRB Nr. 2011-000790; vgl. § 132
Abs. 1 lit. b des Gesetzes über Raumentwicklung und Bauwesen [BauG;
SAR 713.100] vom 19. Januar 1993 und § 8 Abs. 1 des Dekrets über den
Bau, den Unterhalt und die Kostenverteilung bei Kantonsstrassen [Kan-
tonsstrassendekret, KSD; SAR 715.120] vom 20. Oktober 1971).
Mit separatem Beschluss vom gleichen Datum wies der Regierungsrat die
Projekteinwendungen der Erbengemeinschaft A. ab (RRB Nr. 2011-
000786). Diese erhob gegen den abschlägigen Entscheid Beschwerde,
welche das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 26. Oktober 2011 ab-
wies (VGE WBE.2011.234).
B.
Der Rechtserwerb konnte mit den vom Projekt betroffenen Grundeigentü-
mern mit drei Ausnahmen vertraglich geregelt werden. Mit Eingabe vom
13. August 2013 ersuchte die Sektion Landerwerb des Departements Bau,
Verkehr und Umwelt das Spezialverwaltungsgericht, Kausalabgaben und
Enteignungen (SKE), um Einleitung des Enteignungsverfahrens für die of-
fenen Rechtserwerbe und um Genehmigung der zustande gekommenen
Enteignungsverträge.
C.
Mit Einschreiben vom 26. August 2013 wies der Präsident des SKE die
Gemeinderäte Q. und R. an, die Enteignungsakten vom 28. August 2013
bis 26. September 2013 auf den Gemeindekanzleien zur Einsichtnahme
zur Verfügung zu halten. Die betroffenen Grundeigentümer würden direkt
angeschrieben und zur Einreichung von Begehren nach § 152 Abs. 1 BauG
aufgefordert.
D.
Zwei der drei offenen Rechtserwerbe konnten im Anschluss an die Akten-
auflage als durch konkludente Einigung erledigt von der Kontrolle des SKE
abgeschrieben werden. Die Betroffenen hatten darauf verzichtet, Begehren
nach § 152 Abs. 1 BauG einzureichen (Präsidialverfügungen vom 31. Ok-
tober 2013, 4-EV.2013.23 und 4-EV.2013.24).
E.
Die Erben des A. (B. und C.; Gesuchsgegner) sind Eigentümer der Parzelle
aaa im Halte von 774 m2, von der für die Sanierung der Kantonsstrasse
und den Bau des Radwegs nach Enteignungstabelle und Landerwerbsplan
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ca. 55 m2 abzutreten sind. Zudem ist die vorübergehende Beanspruchung
einer Fläche von ca. 129 m2 vorgesehen.
F.
Mit Eingabe vom 23. September 2013 wehrten sich die Gesuchsgegner
gegen die vorübergehende Beanspruchung, weil die Entschädigung des
Ertragsausfalls nicht zugesichert sei. Zudem verlangten sie für die Abtre-
tungsfläche den aktuellen Marktpreis von Fr. 40.00/m2 oder Realersatz.
G.
Mit Eingabe vom 28. November 2013 hielt der Gesuchsteller dagegen: Re-
alersatzland stehe nicht zur Verfügung. Das Angebot von Fr. 10.00/m2 ent-
spreche dem aktuellen Marktpreis für Landwirtschaftsland in der Region.
Für die vorübergehende Beanspruchung werde der Pächter nach der Weg-
leitung des Schweizerischen Bauernverbandes entschädigt werden. Das
entspreche der langjährigen Praxis des Kantons.
Darauf antworteten die Gesuchsgegner mit Schreiben vom 6. Januar 2014.
Der Gesuchsteller liess sich mit Eingabe vom 21. Januar 2014 nochmals
vernehmen. Beide Parteien hielten an ihren Positionen fest.
Auf die Begründungen der Eingaben wird in den Erwägungen eingegan-
gen.
H.
Mit E-Mail vom 26. Juni 2014 holte das SKE bei D., Leiter Boden- und
Pachtrecht in der Abteilung Landwirtschaft des Departement Finanzen und
Ressourcen, Vergleichspreise der vergangenen zwei Jahre in der hier inte-
ressierenden Region ein.
I.
Am 17. Juli 2014 bestellte das SKE beim Bezirksgericht U. die Erbbeschei-
nigungen für die Erbengemeinschaft A. und für die Erbengemeinschaft H..
Die beiden Dokumente gingen am 14. August 2014 beim SKE ein.
J.1.
Der Präsident des SKE lud die Parteien am 19. August 2014 zu einer Au-
genscheinverhandlung auf den 15. Oktober 2014 ein.
J.2.
Die Gesuchsgegner teilten dem Gericht mit Schreiben vom 8. September
2014 mit, dass sie an der Verhandlung nicht teilnehmen würden, weil diese
für die Enteignungsfrage nicht mehr relevant sei. An der Forderung nach
einer marktgerechten Entschädigung für die Abtretungsfläche und am Ver-
bot der Inanspruchnahme des verbleibenden Landes für die Projektreali-
sierung werde festgehalten.
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J.3.
Der Präsident des SKE antwortete mit Schreiben vom 15. September
2014). Die Augenscheinverhandlung werde ankündigungsgemäss durch-
geführt und die erscheinenden Parteien angehört. Anschliessend werde
aufgrund des Ergebnisses und der Akten entschieden. Er stellte weiter fest,
dass die Realersatzforderung nicht mehr erhoben werde.
Dieser Feststellung widersprachen die Gesuchsteller mit Brief vom
27. September 2014. Sie hätten sich nur von einem "weiteren Statistenauf-
tritt" befreien wollen, an den Forderungen werde vollumfänglich festgehal-
ten.
Der Eingang der Richtigstellung wurde den Gesuchsgegnern wunschge-
mäss schriftlich bestätigt (Schreiben vom 29. September 2014).
K.
Das SKE führte am 15. Oktober 2014 in Q. eine Augenscheinverhandlung
durch (Präsenz siehe Protokoll S. 1). Nach anschliessender Beratung fällte
es folgenden Entscheid.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Für das Strassenbauprojekt des Kantons liegen eine rechtskräftige Bewilli-
gung und ein Enteignungstitel vor (A.). Der Gesuchsteller hat ein Begehren
um Einleitung des Enteignungsverfahrens gestellt (B.). Die Enteignungs-
auflage hat ordnungsgemäss stattgefunden (C.). Die Gesuchsgegner
reichten während der Auflagefrist und somit fristgerecht ihre Eingabe nach
§ 152 BauG ein (F.).
1.2.
Der Gesuchsteller ist als Enteigner befugt, das Verfahren der formellen Ent-
eignung einleiten zu lassen. Die Gesuchsgegner sind als Eigentümer der
Parzelle aaa vom Bauprojekt betroffen und somit ohne weiteres zur Einrei-
chung von Begehren legitimiert (§§ 151 und 152 BauG; § 42 lit. a des Ge-
setzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; SAR 271.200] vom 4. De-
zember 2007; Michael Merker, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollver-
fahren nach dem [aufgehobenen] aargauischen Gesetz über die Verwal-
tungsrechtspflege, Kommentar, Zürich 1998, § 38 N 129 ff.).
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1.3.