# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 58030b03-ccb8-4872-8afb-840dbde46a2b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
hat keine berufliche Aus
bildung absolviert und war
ab 1990
bei verschiedenen Arbeitgebern als Reini
gungskraft
angestellt
(
Urk.
7/1, 7/11 ff.).
Unter Hinweis auf Brustkrebs und Diabetes meldete sie sich am
2
3.
Januar 2002 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die
S
ozialversicherungs
-
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
erteilte am
5.
Februar 2002 Kostengutsprache für
Hilfsmittel (Haar
ersatz,
Urk.
7/3).
Im Weiteren zog sie nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/1) sowohl Arbeitgeberberichte (
Urk.
7/11 ff.) als auch Berichte der behandelnden Ärzte bei (
Urk.
7/4/3, 7/5). Mit Vorbescheid vom 2
4.
September 2002 stellte sie der Versicherten die
Verneinung eines Rentenan
spruchs
in Aussicht (
Urk.
7/14), wogegen
jene Einwand
erhob (
Urk.
7/20). Nach Kenntnisnahme weiterer Arztberichte (
Urk.
7/21 f., 7/28) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
3.
Oktober 2003 rückwirkend ab
1.
November 2002 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
7/33).
1.2
Im Rahmen zweier Revisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle den Rentenan
spruch der Versicherten mit Mitteilungen vom
5.
Dezember 2006 (Urk. 7/39) und 1
5.
September 2010 (
Urk.
7/51).
1.3
Im Zuge eines weiteren Rentenrevisionsverfahrens holte die IV-Stelle ab Oktober 2014 nebst einem von der Versicherten ausgefüllten Fragebogen (
Urk.
7/61) Arzt
berichte ein (
Urk.
7/63, 7/69 und 7/81).
Darüber hinaus gab sie beim
MEDAS
Y._
,
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (MEDAS-Gutachten vom 1
6.
August 2016,
Urk.
7/100). Mit Schreiben vom 29.
September 2016
auf
erlegte die IV-Stelle
der Vers
icherten eine Schadenminderungs
pflicht in Form einer Optimierung sowie Intensivierung der psychiatrischen Therapie (
Urk.
7/104). Zudem stellte
sie
mit Vorbescheid gleichen Datums
die Aufhebung der Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aus
sicht (
Urk.
7/105),
wogegen die Versicherte am 12.
Januar 2017 Einwand erhob (
Urk.
7/114). Am
5.
Juli 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/118 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
September 2017 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei erneut eine medizinische Abklärung vorzunehmen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Oktober 2017 (
Urk.
6) schloss die IV-Stel
le auf Abweisung der Beschwerde. Die Versicherte hielt mit Replik vom 1
0.
November 2017 an ihren Anträgen fest (
Urk.
10)
, worauf die IV-Stelle mit Schreiben vom 1. Dezember 2017 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (
Urk.
12). Darüber wurde die Versicherte mit Verfügung vom
5.
Dezember 2017 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen
im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche
Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 201
8 E. 7.4).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der
angefochtenen Verfügung vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
2) zusammengefasst in Erwägung,
die medizinischen Abklärungen würden eine Besserung des Gesundheitszustands der Versicherten ausweisen. Insbeson
dere sei die psychische Störung weitgehend remittiert. Darüber hinaus zeige die Versicherte ein hohes Aktivitätsniveau, welches mit einer anhaltenden schweren depressiven Störung nicht vereinbar sei. Für eine leidensangepasste Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Ausgehend von
einem
Valideneinkommen
in der Höhe
von Fr. 59'359.95 sowie einem
Invalideneinkom
men von
Fr.
54'33
2.25
resultiere ein
Invaliditätsgrad von 8
%
, weshalb kein Ren
tenanspruch mehr bestehe.
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom
7.
September 2017 machte die Versicherte
insbe
sondere
geltend,
auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, könne nicht abgestellt werden. Ohnehin handle es sich dabei bloss um eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts, weshalb kein Revisionsgrund vorliege. Auch die behandelnden Ärzte hätten bestätigt, dass
aufgrund der depressiven Störung weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege.
Im Weiteren hätte die Beschwerdegegnerin zumindest von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgehen müssen. Stattdessen sei sie in will
kürlicher Weise mit einer kurzen
Indikatorenprüfung
von der medizinischen Beurteilung abgewichen. Im Übrigen
habe die IV-Stelle vor Aufhebung der Rente zu Unrecht keine beruflichen Massnahmen in Aussicht gestellt, obwohl sie - die Versicherte - im Zeitpunkt der Rentenaufhebung bereits über 55 Jahre alt gewe
sen sei (zum Ganzen
Urk.
1 S. 4 ff.).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Oktober 2017 wies die Beschwerdegegnerin namentlich darauf hin, dass
der Rechtsanwender von einer medizinischen Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit abweichen könne, ohne dass die medizinische Beurteilung ihren Beweiswert verliere. Eine Erwerbsunfähigkeit liege nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar sei. Hinsichtlich der (remittier
ten) depressiven Störung sei diese Voraussetzung nicht erfüllt; ein Gesundheits
schaden im Sinne des Gesetzes sei nicht mehr ausgewiesen (
Urk.
6 S. 2 ff.).
2.4
In ihrer Replik vom 1
0.
November 2017 (
Urk.
10)
blieb die Versicherte bei
ihrem Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin ohne stichhaltige Begründung von der ärztlichen Einschätzung der Leistungsfähigkeit abgewichen sei.
Unabhängig davon
hätte
sie
zunächst eine Schadenminderungspflicht auferlegen müssen statt direkt die Aufhebung der Rente zu verfügen.
3.
3.1
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152).
Dabei kann auch Basis eine Mitteilung sein nach
Art.
74
ter
lit
. f und
Art.
74
quater
Abs.
1 IVV, mit der eine Revision von Amtes wegen abgeschlossen wurde mit der Feststellung, es sei keine Änderung der Verhältnisse eingetreten (Urteil des Bundesgerichts 9C_143/2017 vom
7.
Juni 2017 E. 3.1).
Dies
e Voraussetzungen erfüllt im konkreten Fall einzig
die Verfügung vom 3.
Oktober 2003, mit welcher der Beschwerdeführerin erstmals rechtskräftig eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde
(
Urk.
7/33)
.
Im ersten Revisionsverfahren im Jahr 2006 holte die Beschwerdegegnerin lediglich einen von der Versicherten ausgefüllten Fragebogen sowie einen Arztbericht ein, ohne
den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
um eine Stellungnahme zu ersuchen (vgl. Urk. 7/38). Dies entspricht keiner rechtskonformen Sachverhalts
abklärung im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom
23.
März 2016 E. 3.2).
Gleiches gilt im Ergebnis in Bezug auf das im Jahr 2010 durchgeführte Rentenrevisionsverfahren
, das mit einer Mittei
lung endete
.
Zwar unterbreitete die Beschwerde-gegnerin die damals eingeholten Berichte der behandelnden Ärzte dem RAD
zur Stellungnahme (
Urk.
7/49/2 f.). Nicht nachvollziehbar ist jedoch, weshalb der RAD weitere medizinischen
Abklä
rung nicht für nötig erachtete und von einer Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes ausging.
So war dem Bericht der
Klinik
A._
vom 1
0.
Juni 2009 zu entnehmen, dass die depressiven Symptome der Versicherten im Verlauf der einmonatigen stationären Behandlung beinahe vollständig remittiert seien (
Urk.
7/48/22). Im
Gegensatz
dazu hielt Dr. med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine
Innere Medizin
, in ihrem Bericht vom 2
5.
August 2010 fest, dass die depressive Symptomatik seit 2006 zugenommen habe (
Urk.
7/48/9).
Doch auch in somatischer Hinsicht wären weitere Abklärungen angezeigt gewesen
, zumal den Arztberichten in diesem Zusammenhang insbesondere nicht zu ent
nehmen war, wie sich etwa die neu hinzugetretene Diskushernie (vgl.
Urk.
7/48/16) auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auswirkt
e
. Zur relevanten Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit hatte sich dar
über hinaus auch
Dr.
B._
nicht geäussert (
Urk.
7/48/7 ff.). Insgesamt
lag somit auch der rentenbestätigenden Mitteilung vom 1
5.
September 2010 (
Urk.
7/51)
keine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung
zu Grunde
.
3.2
3.2.1
Der erstmaligen Rentenzusprechung lagen verschiedene Arztberichte zu Grunde.
Vom
5.
bis 1
5.
Dezember 2001 war die Beschwerdeführerin im Kantonsspital
C._
hospitalisiert, wobei ein Mammakarzinom entfernt wurde. Der postoperative Verlauf sei in somatischer Hinsicht problemlos gewesen. Die Situ
ation sei für die Versicherte jedoch psychisch als sehr belastend empfunden wor
den, weshalb seitens des beigezogenen Psychiaters eine ambulante Therapie empfohlen worden sei. Darüber hinaus sei eine Anmeldung zur Chemotherapie erfolgt (
Urk.
7/5/5 f.).
3.2.2
Dr.
med.
D._
stellte
in ihrem Bericht vom
6.
Februar 2002
folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/5/1):
-
Diabetes melli
tus Typ II bei Status nach
Gest
ationsdiabetes
1994,
-
Hyperlipidämie
, unklar seit wann bestehend,
-
Mammakarzinom (Diagnose und Operation Dezember 2001),
-
psychosomatische Beschwerden (vgl.
C._
-Bericht).
Die Versicherte habe berichtet, dass es ihr nicht gut gehe, wobei sie den ersten Chemotherapie-Zyklus
jedoch
gut ertragen habe. Sie sei müde, lustlos und beschäftige sich mit der Krebsdiagnose. Im Weiteren könne sie sich nicht an die Ernährungsrichtlinien in Zusammenhang mit der Diabetes- und
Hyperlipidämie
-Therapie halten
(
Urk.
7/5/2). Aus ärztlicher Sicht sei zurzeit das Konzentrations
vermögen wegen der Verarbeitung der Krebsdiagnose eingeschränkt. Subjektiv fühle sich die Versicherte nicht belastbar, wofür es objektiv allerdings keine Ursache gebe. Sobald die Chemotherapie abgeschlossen sei, liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der a
ngestammten Tätigkeit vor (Urk.
7/5/4).
3.2.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem Bericht vom
6.
Februar 2003 fest, dass
die Beschwerdeführerin unter
einer pathologischen Krankheitsverarbeitung infolge des Mammakarzinoms mit ängst
lich-depressiven Zügen leide. Seit der Diagnose habe sie viele Probleme bekom
men; sie könne nicht mehr gut schlafen und denke immer
zu
an den Tod. Sie hadere, weshalb es sie getroffen habe und fürchte oft, dass sie an einer anderen Körperstelle wieder an Krebs erkranke. Sie vermöge nicht mehr alles zu leisten, was sie sich vornehme, ermüde rasch, könne nicht mehr arbeiten und halte die Lage für aussichtslos. Auch ihre Interessen hätten
drastisch abge
nommen. Im klinischen Gespräch sei das Denken der Beschwerdeführerin sehr von all den Ängsten absorbiert gewesen. Sie fühle sich existenziell in ihrer gesundheitlichen Integrität beeinträchtigt. Ihre Stimmung sei deutlich getrübt. Ferner seien vege
tative Störungen etwa in Form von gestörtem Nachtschlaf, häufiger Müdigkeit, Erschöpfbarkeit sowie Mis
sempfindungen infolge eines vermehrten
Schwindels vorhanden. Die Versicherte könne sich nicht mehr unbelastet auf die Arbeit ein
stellen und sei auch im Alltag vielfach zerstreut. Infolge der Schlafstörungen und des Gedankendrehens sei die Konzentration und Auffassungsgabe eingeschränkt.
Die Behandlung - welche auch Antidepressiva beinhalte - habe bisher nur in geringem Masse Wirkung gezeigt. Die Versicherte verfüge nur über wenige Res
sourcen, welche
sich günstig auf den
Verlauf
auswirken
könnten. Aus psychiat
rischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit daher wohl anhaltend zu 70
%
eingeschränkt (zum Ganzen
Urk.
7/21/5 f.).
3.2.4
Vom 1
3.
Januar bis 1
0.
März 2003 stand die Versicherte bei
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in Behandlung, welcher ab dem Datum der ersten Konsultation eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im bisheri
gen Tätigkeitsbereich attestierte.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ab Februar 2003 für 2.5 Stunden pro Woche zumutbar. Nebst einer Schwellung des rechten Oberarms
(Lymphödem)
seien eine
periartikuläre
Druckdolenz
der rechten Schulter sowie Schmerzen bei passiver Abduktion des Oberarms vorhanden (
Urk.
7/22).
3.2.5
In ihrem Bericht vom 2
6.
Mai 2003
hielt
Dr.
B._
im Wesentlichen fest, dass seit November 2001 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Während der Chemotherapie und der
adjuvanten
Bestrahlung sie dies durch die Nebenwirkun
gen begründet gewesen. In Bezug auf das Mammakarzinom bestünden zwar keine Anhaltspunkte für ein Lokalrezidiv oder eine Metastasierung. Seit der Krebs
erkrankung liege jedoch eine ausgeprägte depressive Symptomatik vor, wobei sich diese durch psychotherapeutische Behandlung mildern lassen sollte. Zudem
verursache ein Lymphödem am rechten Arm trotz Kompressionsbehandlung
und Lymphdrainage Schmerzen. Diese Symptomatik werde wahrscheinlich persistie
ren und die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Raumpfle
gerin als auch für andere mit körperlicher Aktivität verbundene Arbeiten ein
schränken (
Urk.
7/28/5 f.).
3.2.6
Unter der Annahme einer 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit November 2001 und einer gänzlichen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall, sprach die IV-Stelle eine ganze Rente ab
1.
November 2002 zu.
3.3
3.3.1
Im Rahmen
des aktuellen Rentenrevisionsverfahrens äusserte sich
Dr.
B._
mit Bericht vom
2.
April 2015 dahingehend, dass der Gesundheitszustand der Versicherten
seit August 2010
stationär sei.
Im damaligen Bericht vom 2
5.
August 2010 hatte die Ärztin als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, neben dem bekannten Status nach Mammakarzinom, ein Lymphödem im rechten Arm, eine chronische mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom seit 2001, Schulterschmerzen rechts seit 2007, ein rezidi
vierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom seit 2008, eine paramediane linksseitige Diskushernie L4/L5, einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus und eine Belas
tungsinkontinenz, die 2009 mittels einer TVT Einlage operativ behandelt worden sei, festgehalten (
Urk.
7/48/7).
Neu hinzugetreten sei unter anderem eine chroni
sche Periarthritis
humeroscapularis
rechts.
Im Haushaltsbereich liege eine Einschränkung von 30
%
vor. Die Tätigkeit als Raumpflegerin sei nicht mehr zumutbar. Dies gelte aufgrund der chronischen Depression mit Antriebsminde
rung, Gedankenkreisen und deutlich verminderter Belastbarkeit mit Konzentra
tionsstörungen auch für leidensange
passte Tätigkeiten (Urk. 7/69/6
f.).
3.3.2
Dem polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 1
6.
August 2016 sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbe
itsfähigkeit zu entnehmen (Urk.
7/100/35):
-
Periarthropathie
humeroscapularis
rechts mit Bewegungseinschränkung bei ansatznaher perforierender/
transmuraler
Partialruptur der
Supraspi
natussehne
,
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.8).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber im Wesentlichen fol
gende Diagnosen (
Urk.
7/100/35 f.):
-
lumbovertebrales
Syndrom ohne grosse Funktionseinschränkung bei Diskushernie L4/5 links ohne Neurokompression und ohne neurologische Ausfallserscheinungen sowie Status nach
periradikulärer
Infiltration L4/5,
-
zirk
uläre Hypästhesie am rechten Arm,
-
Status nach Ringbandspaltung am kleinen Finger rechts vom
8.
Mai 2015,
-
Diabetes mellitus, insulinpflichtig seit 2001,
-
Dyslipidämie
,
-
invasiv
duktales
Mammakarzinom rechts mit Status nach Tumorektomie und
Axillastaging
sowie Chemo- und Radiotherapie, Lymphödem am rechten Arm,
-
rezidivierendes
lumboradikuläres
Reiz
syndrom seit 2008,
-
Belastungsinkontinenz, Status nach Einlage eines TVT 2009.
Gegenüber
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
habe die Beschwerdeführerin zum einen von chronischen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in die Beine berichtet.
Zum anderen seien auch an der rechten Schulter chronische Schmerzen, eine verringerte Kraft und eine eingeschränkte Beweglichkeit vor
handen.
Hinzu komme ein schnellender kleiner Finger rechts, welcher trotz Operation im Mai 2015 weiterhin Schmerzen und Schwellungen an der Hand verursache (
Urk.
7/100/14).
Die klinische Untersuchung habe bis auf die Proble
matik an der rechten Schulter einen unauffälligen orthopädischen Status ergeben. Im Schulterbereich seien insbesondere lokale
Druckdolenzen
über dem AC-Gelenk und dem Schulterpunkt
eruierbar
gewesen. Die Bewegungsprüfung sei rechts leicht eingeschränkt und endständig
dolent
gewesen. Zudem habe sich eine leichte Kraftreduktion in allen Ebenen feststellen lassen. Insgesamt seien die Beschwerden
an
der rechten Schulter
überwiegend
nachvollziehbar.
Im Bereich der Ringbandspaltung hätten sich keine abnormen Befunde und reizlose Verhält
nisse ergeben.
An der Lendenwirbelsäule habe eine ordentliche Beweglichkeit mit einer lokalen
Druckdolenz
bestanden (
Urk.
7/100/25).
Vor diesem Hintergrund seien der Versicherten Arbeiten mit Heben und Tragen
von
schweren Lasten über zehn Kilogramm links und über fünf Kilogramm rechts nicht mehr zumutbar. Gleiches gelte für ständige Überkopfarbeiten rechts sowie das Hantieren mit stossenden, vibrierenden und schlagenden Maschinen. Für die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe daher eine vollumfängliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei indes aus rein orthopä
discher Sicht zu 100
%
zumutbar (
Urk.
7/100/26 f.).
Der Teilexpertise von Prof.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, ist zu entnehmen, dass
die Versicherte über Rückenbeschwerden, Schmerzen am rechten Arm, Vergesslichkeit und die Angst, Verantwortung zu übernehmen, geklagt habe (
Urk.
7/100/56).
Anlässlich der Untersuchung habe sich bis
auf eine zirkuläre Hypästhesie a
m rechten Arm ein normaler Neurostatus gezeigt. Insbe
sondere habe sich keine Pathologie betreffend die anamnestisch durchgemachten
lumboradikulären
Reizsyndrome L4/5 feststellen lassen.
Im Zusammenhang mit der früheren Behandlung des Mammakarzinoms seien Bestrahlungen in der Nähe des Armplexus vorgenommen worden, was zu Störungen des Nervengeflechts im Arm führen könne. Vor diesem Hintergrund wäre eine Sensibilitätsstörung des rechten Arms grundsätzlich
denkbar
.
Schwierig nachzuvollziehen sei jedoch, weshalb nur die eine Modalität (Berührung) gestört sein soll und eine andere Oberflächensensibilitätsstörung (Temperatur) demgegenüber nicht.
Dies sei nicht als Simulation respektive Aggravation
sei
tens der Versicherten zu werten, son
dern als Verdeutlichungstendenz.
Insgesamt fehle es an signifikanten neurolo
gischen Defiziten, aus welchen sich eine Arbeitsunfähigkei
t ableiten lasse (
Urk.
7/100/60
f
f
.).
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
Z._
, die mittels einer Dolmetscherin erfolgte,
hätten zunächst sehr erregte Vorwürfe gegen die Invalidenversicherung dominiert. Mit der Zeit sei der Dialog sachlicher geworden. Die Versicherte habe über eine sehr schlechte seelische Verfassung geklagt. Seit der Chemotherapie habe sie alles vergessen und könne nicht mehr gut denken. Nochmals befragt zur aktuellen Situation betreffend Kognition, Affekt, Emotion, Körperwahrnehmung
und
Ängsten
seien trotz mehrfachen Nachfragens keine differenzierten Antworten erhältlich gewesen.
Schliesslich habe die Explorandin verzweifelt gerufen, dass ihre Psychotherapeutin letztes Jahr und ihre Mutter vor zwei Wochen verstorben seien, weshalb sie nun ihre an Schizophrenie leidende Schwester bei sich aufnehme. Aktuell versuche man, sie in den Haushalt zu integrieren.
Am Ende des Gesprächs sei die Versicherte noch
mals wütend geworden. Sie wolle nicht mehr in dieser Schweiz leben und sich dafür rechtfertigen müssen, dass sie eine Invalidenrente beziehe. Im Bericht der Hausärztin sei bereits alles aufgeführt (Urk. 7/100/74).
Die Untersuchung habe weder Hinweise auf Bewusstseins- noch auf Orientierungsstörungen ergeben. Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis seien im klinischen Gespräch nicht relevant beeinträchtigt gewesen. Auffällig gewesen sei die Behauptung der Versicherten, wonach sie selbst die Rechnung 100 - 1 nicht mehr lösen könne, wobei die letzte Chemotherapie dafür
ursächlich sei. Das formale Denken sei geordnet gewesen. Anhaltspunkte für Zwänge, Phobien mit Krank
heitswert
,
Wahnerleben, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen hätten sich ebenfalls nicht ergeben.
Affektiv sei die Versicherte initial gereizt gewesen. Hin
weise auf Affektarmut, Hoffnungs- oder Ratlosigkeit, Ängstlichkeit,
Parathymie
oder Affektlabilität hätten sich nicht eruieren lassen. Die Explorandin sei immer wieder
klagsam
gewesen. Zudem hätten leichte Insuffizienzgefühle und Hinweise auf Störungen der Vitalgefühle festgestellt werden können. Circadiane Besonder
heiten hätten ebenso wenig vorgelegen wie Störungen des A
ntriebs oder der Appetenz (Urk.
7/100/78 ff.).
Im Vergleich
zu
früheren ärztlichen Beurteilungen seien die Kriterien einer mittelgradigen depressiven Episode nicht mehr erfüllt. Die Versicherte sei sehr vital, agil und initial auch sehr laut und aggressiv gewesen. Nach einer Viertelstunde habe sie sich jedoch umgänglich gezeigt, ohne depressiven Habitus und ohne dauerhafte Absenkung von Interessen, Stimmung oder Antrieb. Es sei
zumindest seit einem Jahr
von einer unvollständig remittier
ten depressiven Störung auszugehen. Der aktuelle Befund sei deutlich besser als beispielsweise derjenige, welcher von
Dr.
E._
im Jahr 2003 erhoben wor
den sei (
Urk.
7/100/83).
Für eine einfache und routinierte Tätigkeit
ohne ständi
gen Kontakt zu anderen Personen
, ohne Bedienung gefährlicher Maschinen, ohne ständige Störung durch besondere Lärm- und Lichtverhältnisse bestehe bei erhöhtem Pausenbedarf eine Arbeitsunfähigkeit von nicht mehr als 50
%
. Unter konsequenter Therapie s
ollte die Einschränkung der Leistungsfähigkeit nicht mehr als 33
%
betragen (
Urk.
7/100/85 ff.).
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, äusserte sich in seinem Teilgutachten dahingehend, dass die Versicherte vor allem über Schmer
zen im Bereich des rechten Arms, der rechten Schulter und
der
lumbal
en Wirbel
säule
geklagt habe. Zudem leide sie unter einer Belastungsinkontinenz und einer depressiven Stimmungslage.
In der körperlichen Untersuchung habe sich ein Lymphödem im Bereich des rechten Arms gezeigt, welches die Versicherte jedoch kaum einschränke. Ausserdem seien diffuse Schmerzen im gesamten rechten Schultergürtel mit schmerzbedingter Einschränkung der Beweglichkeit im rechten Schultergelenk vorhanden. Des Weiteren habe sich eine leichte
epigastrische
Druckdolenz
ergeben. Die Inkontinenzbeschwerden hätten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge
. Gesamthaft seien derzeit keine internistischen Erkrankungen vorhanden, die eine Arbeitsunfähigkeit im angestammten Tätig
keitsbereich rechtfertige. Voraussetzung für die Wiederaufnahme einer Arbeits
tätigkeit seien allerdings eine
Einschränkung der Tragelast auf höchstens zehn Kilogramm und regelmässige Pausen für
entstauende
Massnahmen (
Urk.
7/100/93 f.).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Sachverständigen zur Auffassung,
die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft beziehungsweise Zimmermädchen sei aus orthopädischen Gründen nicht mehr zumutbar. Für
dem Belastungsprofil
angepasste Tätigkeiten bestehe aus psychischen Gründen eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit. Bei zumutbarer Optimierung der Therapie betrage die Einschränkung nicht mehr als 33
%
(
Urk.
7/100/36 f., 7/100/46 f.).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin die der Versicherten erst
mals mit Verfügung vom
3.
Oktober 2003 (
Urk.
7/33) zugesprochene ganze Rente der Invalidenversicherung zu Recht aufgehoben hat.
In diesem Zusammenhang ist zunächst zu prüfen, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG vorliegt. Die Beschwerdegegnerin erachtete einen solchen gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 1
6.
August 2016 (
Urk.
7/100) als gegeben, da sich der Gesundheitszustand der Versicherten gebessert habe (vgl.
Urk.
2).
Die Expertise beruht auf umfassenden orthopädischen, neurologischen, psychiat
rischen
sowie
internistischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/100/5 ff.
, 7/100/52 ff.
). Die Versicherte konnte gegenüber den einzelnen Gutachtern ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt. Sie konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenbereichen wie dem
beruflichen Werdegang und dem gewöhn
lichen Tagesablauf äussern (Urk.
7/100/
14 ff., 7/100/
55 ff., 7/100/74 ff. und 7/100/89 ff.
). Die geklagten Leiden fanden darüber hinaus im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berück
sichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultieren
den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/100/
21 ff., 7/100/35 ff., 7/100/60 f., 7/100/82 ff. und 7/100/93 f.
). Soweit möglich erfolgte ausserdem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen
ärzt
lichen Beurteilungen (
Urk.
7/100/23 f.,
7/100/
82 f.
). Gesamthaft erfüllt das poly
disziplinäre MEDAS-Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.5).
4.2
Dr.
Z._
führte
im psychiatrischen Teilgutachten aus, dass die rezidi
vierende depressive Störung zumindest seit einem Jahr unvollständig remittiert sei.
Entgegen
der Argumentation der Versicherten (
Urk.
1 S. 5) liess er nicht offen, ob es zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen sei. Vielmehr wies er explizit darauf hin, dass sich der aktuelle Befund deutlich besser darge
stellt habe, als beispielsweise derjenige, welcher von
Dr.
E._
im Jahr 2003 erhoben worden sei (
Urk.
7/100/83).
In der Tat ergab die Exploration durch
Dr.
Z._
einen weitgeh
end unauffälligen Psychostatus (vgl. Urk.
7/100/
78 ff.), wobei insbesondere
ein typischer depressiver Habitus mit gedrückter Stimmung, Interessensverlust und Antriebsstörungen nicht festgestellt werden konnte (
Urk.
7/100/83; vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Interna
tionale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitl
inien, 10. Auflage, 2015, S. 169).
Entsprechend
ging
Dr.
Z._
im Unterschied zu
Dr.
E._
, welcher eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 70
%
attestiert hatte (
Urk.
7/21/6),
auch von einer
höhe
ren
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
aus
(
Urk.
7/100/85 ff.)
.
4.
3
Nach dem Gesagten liegt ein Revisionsgrund vor, da sich der psychische Gesund
heitszustand
seit Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 3. Oktober 2003 wesentlich gebessert hat. Es handelt sich nicht um eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass insbesondere mit Blick auf die im
Vorbescheidverfahren
eingereichten ärztlichen Berichte nicht auf
die Beurteilung von
Dr.
Z._
abgestellt werden könne (vgl.
Urk.
1
S. 6 ff.), kann ihr nicht beigepflichtet werden.
Zum einen ist die Erfahrungs
tatsache zu berücksichtigen,
dass behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapie
kräfte mitunter
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten ist denn auch nicht stets in Frage zu stellen,
wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Ebensolche Gesichtsp
unkte sind weder dem Bericht des Zentrums J._
vom 2
1.
November 2016, noch demjenigen der Integrierten Psychiatrie
K._
vom 14.
Dezember 2016 zu entnehmen (
Urk.
7/113/4 ff.).
Man
gels entsprechend
er objektiver
Befunde l
assen
sich insbesondere die Diagnose
einer gegenwärtig schweren depressiven Episode
sowie die seitens des
K._
attes
tierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
nicht nachvollziehen
. Darüber hinaus
geht aus dem Bericht der
J._
hervor, dass die Verschlechterung der psychischen Situ
ation in direktem Zusammenhang mit einem ablehnenden Entscheid der IV-Stelle stehe
(
Urk.
7/113/4)
, womit wohl der Vorbescheid vom 2
9.
September 2016 gemeint ist (
Urk.
7/105).
Das Beschwerdebild wird folglich massgeblich durch einen psychosozialen - invaliditätsfremden - Faktor geprägt
, wobei die behan
delnden Ärzte nicht dazu Stellung nahmen, inwiefern eine von dieser Belastungs
situation verselbständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliegt.
In diesem Kontext ist zudem
anzumerken, dass die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen nur solange auf den tatsäch
lichen Leidensdruck hinweist, als das betreffende Verhalten nicht durch das lau
fende Versicherungs
verfahren beeinflusst ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.2).
Gesamt
haft vermögen die beiden erwähnten Berichte jedenfalls die Beweiskraft des psy
chiat
rischen Teil
gutachtens nicht in Frage zu stellen.
5.
5.1
Nach dem Gesagten hat sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit der erstmaligen Rentenzusprechung wesentlich gebessert, weshalb ein Revisionsgrund vorliegt und der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsäch
licher Hinsicht umfassend zu prüfen ist. Dabei besteht keine Bindung an frühere Beurteilungen (vgl. E. 1.3).
5.2
In
rein
somatischer Hinsic
ht kann ohne Weiteres auf
die
überzeugende Schluss
folgerung
der MEDAS-Gutachter
abgestellt werden
, wonach die Versicherte ihre angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft respektive
Zimmermädchen nament
lich aufgrund der Einschränkungen am rechten Arm beziehungsweise
an
der rechten Schulter nicht mehr ausüben k
ann
. Als ebenso schlüssig erweist sich in Anbetracht der erhobenen Befunde sowie der gestellten Diagnosen die Einschät
zung, dass eine leidensadaptierte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm links und über fünf Kilogramm recht
s
, ohne ständige Über
kopfarbeiten rechts sowie ohne Hantieren
mit stossenden, vibrierenden oder
schlagenden Maschinen
zu 100
%
zumutbar ist
(
Urk.
7/100/36 f., 7/100/46 f.). Die Parteien
zweifeln
diese Beurteilung - soweit ersichtlich - ebenfalls nicht
an
, weshalb sich Weiterungen diesbezüglich erübrigen.
5.3
5.3.1
Uneinigkeit besteht demgegenüber bezüglich der Frage, ob auf die
von Dr.
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von
höchstens
50
%
-
respek
tive 33
%
bei Optimierung der Therapie -
für leidensadaptierte Tätigkeiten abge
stellt werden kann, welche auch Eingang in die Kon
sensbeurteilung fand (vgl. Urk. 7/100/36 f., 7/100/46 f. und
7/100/
86 f.
).
5.3.2
Nach der Rechtsprechung ist es entgegen der Argumentation der Beschwerdefüh
rerin (vgl.
Urk.
1 S. 5 und 11
sowie
Urk.
10
) in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, selbst abschliessend und für die rechtsan
wendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizinische festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit bestimm
ter Höhe und Ausprägung führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwen
der
und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beur
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben,
das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichti
gung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Auf
gabe, wofür Verwaltung und im Streitfall
das
Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beur
teilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1
f.
). Von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kann aus rechtlicher Sicht abgewichen wer
den, ohne dass ein - wie vorliegen
d grundsätzlich beweiskräftiges
- Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen Beurteilung noch eine gerichtliche Kompetenzanmassung, sondern es ist die notwendige Folge des rein juristischen Charakters der sozialversicherungs
rechtlichen Begriffe von Ar
beits-,
Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3 mit Hinweis).
5.3.3
Ob die von
Dr.
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit überzeugt, ist anhand des vom Bundesgericht prinzipiell für sämtliche psychischen Leiden für anwendbar erklärten strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 zu prüfen (vgl.
oben
E. 1.4). In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist dabei sinnge
mäss wie in BGE 137 V 210
(betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutachtung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweis
wert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
).
Zur Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist zunächst festzuhalten, dass Dr.
Z._
die depressive Symptomatik als weitgehend remittiert ein
gestuft hat (
Urk.
7/100/86), was in Anbetracht der Ausprägung der diagnoserele
vanten Befunde schlüssig erscheint (vgl. bereits E. 4.2).
In Bezug auf den Indikator «Behandlungs- und Eingliederungsresistenz» ist mit überwiegender Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass
k
eine Therapieresistenz der depressiven Störung vorliegt. Solches geht weder aus den Berichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/113/4 ff.) noch aus dem psychiatrischen Teilgutachten hervor.
Dr.
Z._
kam vielmehr zum Schluss, dass die Behandlung bisher nicht lege
artis
durchgeführt
worden
und optimierbar sei (Urk. 7/100/87).
Hinsichtlich des Indikators «Komorbiditäten» ist anzumerken, dass
keine psychi
sche
Begleiter
krankung vorliegt.
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis
können indes
auch kör
perliche Begleiterkrankungen als potentiell ressourcenhemmende Faktoren
auftreten
. Im konkreten Fall sind
Wechselwirkungen zwischen der weitgehend remittierten depressiven Symptomatik und den körperlichen Leiden
jedoch
nicht naheliegend
, zumal insbesondere mit Blick auf die Krebserkrankung
im Jahr 2001
- welche in engem Zusammenhang mit der zur selben Zeit auftretenden depres
siven Symptomatik stand (vgl. E. 3.2.3 und 3.2.5) -
bis anhin
weder ein
Tumor
rezidiv
noch
Metastasen festgestellt werden konnten (vgl.
Urk.
7/48/12, 7/69/12
). Was die Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin anbelangt, gilt es zu berücksichtigen, dass keine Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne vorliegt.
Dr.
Z._
ging von einer differenzierten Persönlichkeit aus (Urk. 7/100/80). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die von den behandeln
den Ärzten festgestellte Persönlichkeitsakzentuierung (vgl. Urk. 7/113/4, 7/113/7) eine Abweichung von der Norm und keine Krankheit im eigentlichen Sinne darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1).
Zum Komplex «Sozialer Kontext» ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin über ein intaktes soziales Umfeld verfügt und in dieser Hinsicht auf entsprechende Ressourcen zurückgreifen kann. Unter anderem lebt
sie mit ihrem langjährigen Ehemann und den beiden mittlerweile
erwachsenen Kindern zusammen
, welche sie bei Bedarf
auch
im Haushalt unterstützen
.
Mit Freunden steht
sie ebenfalls in Kontakt (Urk.
7/100/16
f., 7/100/71 f.
). Ein erheblicher krankheitsbedingter sozialer Rückzug ist nicht ausgewiesen.
Zum beweisrechtlich entscheidenden Aspekt der «Konsistenz»
ist
festzuhalten, dass ein Leidensdruck behandlungsanamnestisch
kaum
ausgewiesen ist. Gegen
über dem Gutachter
gab die Versicherte an,
dass sie sich einmal pro Monat
bei
lic
. phil.
L._
in therapeutische Behandlung begeben habe
(Urk.
7/100/75
, 7/100/77
). Ob dies zutrifft, ist in Anbetracht der Aktenlage jedoch zweifelhaft.
So finden
sich keine Angaben zu behandelnden Psychiatern oder Psychologen in den von der Beschwerdeführerin ausgefüllten Revisionsfrage
bogen (vgl.
Urk.
7/35/1, 7/44/2 und 7/61/2).
Für den Zeitraum von Februar 2003 (vgl.
Urk.
7/21) bis November 2016 (vgl.
Urk.
7/113/4 ff.) liegen denn auch keine entsprechenden Berichte vor.
Als die Beschwerdegegnerin von
lic
. phil.
L._
im April 2015 einen psychologischen Bericht einholen wollte (vgl.
Urk.
7/72), wurde ihr telefonisch mitgeteilt, dass die Versicherte
seit
zwei Jahren keine Behandlung mehr in Anspruch genommen habe (
Urk.
7/73).
Selbst wenn thera
peutische Sitzungen tatsächlich im Monatsintervall durchgeführt wurden, zeugt dies jedenfalls nicht von einem hohen Leidensdruck. Gegenteiliges legen auch die Ergebnisse der von den Gutachtern in Auftrag gegebenen Blutanalyse
nicht
nahe. Sämtliche Werte
in Bezug auf Antidepressiva lagen unter dem Referenzbereich (
Urk.
7/100/70).
Im Zusammenhang mit dem Indikator der Konsistenz ist im Weiteren zu berück
sichtigen, dass
Dr.
Z._
auf diverse Diskrepanzen hingewiesen hat. Teilweise hätten sich beispielsweise auffällige Antworttendenzen ergeben. Es seien umso mehr Beschwerden genannt worden, je mehr danach gefragt worden sei. Auch eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen verneinte der Sachverständige (
Urk.
7/100/81). Dem ist beizupflichten, zumal die Beschwerdeführerin in der Lage ist, den Haushalt weitgehend selbständig zu erledigen. Im Weiteren
führt
sie regelmässig
den
Hund spazieren,
liest gerne,
kauft gerne ein,
betreibt (Kranken-)Gymnastik, geht regel
mässig schwimmen sowie ab und zu in den Ausgang.
Ausserdem versucht sie ihre geistig behinderte Schwester in den Haushalt zu integrieren und fliegt einmal jährlich in ihre Heimat (
Urk.
7/100/16 f., 7/100/77).
Gesamthaft ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass
auf die von
Dr.
Z._
attestierte Arbeitsun
fähigkeit nicht abgestellt werden kann. D
ie Beschwerdeführerin
ist
bei Ausschöpfung ihrer
vorhan
denen Ressourcen
aus invalidenversicherungs-recht
licher Sicht
in der Lage
, eine
den körperlichen Leiden angepasste
Tätigkeit zu verrichten. Dafür sprechen nebst den weitgehend unauffälligen objektiven Befunden insbesondere das hohe Aktivitätsniveau, das intakte soziale Umfeld sowie der fehlende Leidensdruck. Ein
rechtsgenüglicher
Bezug zwischen den gestellten Diagnosen und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne einer ein
geschränkten Arbeitsfähigkeit ist insgesamt mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nicht ausgewiesen, weshalb die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen zu tragen hat (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
6
.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin aus somatischen Gründen nicht mehr in der Lage, ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft nachzugehen. Eine leidensadaptierte Tätigkeit ist ihr jedoch in einem 100%-Pensum zumutbar.
Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, da die Versicherte - welche über keine beruf
liche Ausbildung verfügt - vor der Krebserkrankung
im Jahr 2001
nur stunden
weise als Reinigungskraft tätig war und seither keine Erwerb
stätigkeit mehr aufgenommen hat (vgl.
Urk.
7/1, 7/11 ff.).
Vor diesem Hintergrund erübrigt sich die genaue Ermittlung der Vergleichsein
kommen rechtsprechungsgemäss (Urteil des Bundesgerichts 8C_365/2012 vom 3
0.
Juli 2012 E. 7 mit Hinweis), da der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun
fähigkeit entspricht (0
%
). Selbst unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen in
maximaler Höhe von 25
% (vgl. BGE
135
V 297 E. 5.2
) ergäbe sich somit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von min
destens 40
%
(vgl. E. 1.2).
7
.
7
.1
Abschliessend
bleibt
auf den Einwand einzugehen, wonach die Beschwerdegeg
nerin die Rente aufgrund
des
fortgeschrittenen Alters
der Beschwerdeführerin zu Unrecht aufgehoben habe, ohne zuvor
Eingliederungsm
assnahmen in Aussicht zu stellen (
Urk.
1 S. 4).
7
.2
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch
vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leis
tungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender
Massnahmen
allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder wiedererwägungsweise) Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile
des
Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
7
.3
Im Zeitpunkt der Renteneinstellung war die
im Januar 1962 geborene
Beschwer
deführerin bereits über 55 Jahre alt. Eine revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Rente ist da
mit gemäss zitierter bundesgericht
licher
Praxis grundsätzlich nur zulässig, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Einglieder
ungsmassnahmen durchgeführt hat.
Die Beschwerdeführerin hat
aller
dings
nicht nur in den von ihr ausgefüllten Revisionsfragebogen
jeweils klar zum Ausdruck gebracht, dass sie sich die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht vorstellen könne (
Urk.
7/44/6, 7/61/1 f.).
Auch gegenüber den einzelnen Gutach
tern äusserte sie sich dahingehend, dass sie die weitere Ausrichtung einer Invali
denrente erw
arte und sich als nicht arbeitsfähig erachte. Selbst die Diskussion über eine Verweistätigkeit
war nicht möglich
(
Urk.
7/100/18, 7/100/45, 7/100/58 und 7/100/74).
Hinzu kommt, dass die Versicherte noch im
Vorbescheidverfahren
einzig die Bestätigung des Rentenanspruchs verlangt hat, ohne die fehlende Durchführung von Eingliederungsmassnahmen zu rügen (vgl.
Urk.
7/114).
Vor diesem Hintergrund ist bei der Beschwerdeführerin weder der Wille noch die Motivation zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu erkennen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fehlt es infolge der subjektiven Krankheitsüberzeugung an einem Eingliederungswillen
, welcher indes für
die Durchführung von beruflichen Massnahmen unabdingbar ist.
Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verneint und direkt die Rentenaufhebung verfügt hat
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2, 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 5.2 und 9C_491/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.3 mit Hinweisen).
8
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin die Rente der Versicherten zu Recht revisionsweise
auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
aufgehoben
(vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a
IVV
)
, da kein anspruchsbegrün
dender Invaliditätsgrad mehr vorliegt. Entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin besteht in Anbetracht der beweiskräftigen Aktenlage auch kein Anlass für weitere medizinische Abklärungen (
antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 12
2 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Die angefochtene Verfügung vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
2) ist
somit
nicht zu bean
standen, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.