# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8006d186-642a-427b-8843-488d38d7c778
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1972 geborene
X._
absolvierte in seinem Heimatland eine einjährige Hotelfachschule
sowie ein Studium im Bereich Autotechnologie (welches in der Schweiz einer beruflichen Grundbildung auf Sekundarstufe II zugeordnet wurde)
,
reiste 1998 in die Schweiz ein und war von 1999 bis 2010 als Servicemitarbeiter im
Y._
in Zürich angestellt
, wobei ihm diese Stelle mi
t Schreiben vom 26. August 2009 per 31. Oktober 2009 aus wir
tschaftlic
hen Gründen gekün
digt wurde
.
Am 16. Septembe
r 2009 erlitt er einen Unfall (S
turz mit Aufprall auf den linken Ellenbogen und das linke Knie)
, unter dessen Hinweis er sich a
m 28. Dezember 2010 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
meldete
(
Urk. 7/3/9,
Urk. 7/4 und Urk. 7/14
, Urk. 7/19/2
f. und Urk. 7/28/1
). Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen. Vom 4. Januar bis 30. September 2012 absolvierte der Versicherte ein Arbeitstraining (Urk. 7/70). Mit Verfügung
en
vom 17. Janua
r 2013
wurden die beruflichen Massnahmen abgeschlossen
(Urk. 7/69)
und
ein Anspruch auf Umschulung abgewiesen (Urk. 7/68).
Die IV-Stelle veranlasste eine rheumatologische Begutachtung des Versicherten.
Das Gutachten wurde
am 20. Juli 2014
erstattet
(Urk. 7/99)
, unter Beilage
des Berichts über die
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (Urk. 7/100).
In der Folge wurden weitere Ab
klärungen getätigt und es wurde eine psychiatrische Begutachtung veranlasst (Urk. 7/146).
Das
Gutachten
wurde
am 9. Mai 2016
erstattet
(Urk. 7/152)
und
mit
einer
Stellungnahme vom 19. Mai 2016
zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/154)
und
einer
Diskussion
der
Standardindikatoren vom 1. Juni 2016 (Urk. 7/157)
ergänzt
. Am 26. Juli 2016 veranlasste die IV-Stelle
sodann
eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten in den Fachdisziplinen Allge
meine Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie (Urk. 7/159). Die
Z._
erstattete das Gutachten am 9. Januar 2017 (Urk. 7/170).
N
ach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom
16. März 2017 [Urk. 7/177] und Ein
wand vom 20. April 2017 [Urk. 7/184
]
)
mit Ergänzung vom 10. Mai 2017 [Urk. 7/190])
sprach die IV-Stelle
dem Versicherten mit Ver
fügung
vom 23. August 2017 eine von Oktober 2012 bis
Ende
Mai 2013 befristete ganze Rente
der Invalidenversicherung zu
(Urk. 7/200)
.
Die dagegen erhobene Beschwerde beim hiesigen Gericht wurde mit Urteil vom 31. Januar 2019 (Ver
fahren IV.2017.01028) abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Urk. 7/210).
1.2
Am 25. Februar 2019 (Eingangsdatum) beantragte der Versicherte
eine Umschu
lung z.B. auf den Beruf als Logistiker (Urk. 7/212).
Mit Eins
chreiben vom 26. Februar 2019 setzte die IV-Stelle dem Versicherten eine Frist bis
spätestens
am 27. März 2019 an,
um
glaubhaft
zu
machen, dass sich die tatsächlichen Ver
hältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten.
Es seien entsprechende aktuelle Beweismittel, insbesondere Deutschzertifikate, einzu
reichen.
Ohne diese Beweismittel könne das Gesuch nicht geprüft werden und müsse ein
Nichteintretensentscheid
gefällt werden (Urk. 7/213). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1. April 2019 [Urk. 7/218] und Einwand vom 2. April 2019 [Urk. 7/219]) trat die IV-Stelle nicht auf das neue Leistungsbegehren ein (Urk. 2 [= Urk. 7/222]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 19. Juni 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegeg
nerin sei zu verpflichten, geeignete berufliche Massnahmen durchzuführen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 22. August 2019 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. August 2019 angezeigt wurde (Urk. 8).
Mit Eingabe vom 29. August 2019 äusserte sich der Beschwerdeführer nochmals zur Sache (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiellrechtliche
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung ein
getretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter wel
chen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Ein
gliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungsleistungen gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind und dass demzufolge Art. 17
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialver
sicherungsrechts (
ATSG
)
sowie die dazugehörigen Verordnungsbestimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewen
det werden müssen. Art. 87
Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der
Hilflosenentschädigung
» – zwar nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leistungen, sondern einen anderen Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leis
tungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Rechtsprechung auch auf Art. 87 Abs. 3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden. Aufgrund der dorti
gen Verweisung auf Art. 87 Abs. 2 IVV ist daher, wenn eine Eingliederungsleis
tung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 109 V 119 E. 3a, vgl.
auch 125 V 410 E. 2b; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
1.1.2
Mit Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE
109 V 108 E. 2a, 262 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.1.3
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neu
anmeldung oder dem Revisionsgesuch glaubhaft machen. Der Untersuchungs
grundsatz, wonach von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen ist (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird im Revisionsgesuch
oder in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern
bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die
noch bei
gebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der ver
sicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzu
setzen. Diese
Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren
geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu ver
binden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkenne
n sei (BGE
130 V 64 E. 5.2.5).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der «annähernden Gleichwertigkeit» nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen
Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE
130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, trotz Fristan
setzung habe der Beschwerdeführer keine aktuellen Deutschzertifikate eingereicht (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer ein, über den Anspruch auf beruf
liche Massnahmen sei nie formell entschieden worden. Hinzu komme, dass im Sozialversicherungsrecht keine eigentliche materielle Rechtskraft bestehe. Beruf
liche Massnahmen könnten jederzeit beantragt werden. Sodann beherrsche der Beschwerdeführer die deutsche Sprache wohlauf, die arabische Sprache perfekt und die engli
s
che Sprache sehr gut bis ausgezeichnet. Dennoch werde ihm unterstellt, ungenügend sprachgewandt zu sein, was bestritten werde. Die Beschwerdegegnerin sei gehalten, die beruflichen Massnahmen durchzuführen, um eine Verschlimmerung der medizinischen und insbesondere der psychischen Situation des arbeitslosen Beschwerdeführers zu verhindern (Urk. 1).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 22. August 2019 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, eine erfolgreiche Eingliederung sei insbesondere daran gescheitert,
dass der Beschwerdeführer der d
eutschen Sprache nicht ausreichend mächtig gewesen sei. So habe das Arbeitstraining im Jahr 2012 frühzeitig abge
brochen werden müssen
. Auch wenn sich der Beschwerdeführer mündlich auszu
drücken vermöge, seien zur Absolvierung einer Ausbildung höhere Anforderungen an das Sprachniveau erforderlich. Es lägen keine Hinweise vor, welche eine Verbesserung der Sprachkenntnisse seit Erlass de
r letzten Verfügung belegen
würden (Urk. 6).
2.4
In der Eingabe vom 29. August 2019 machte der Beschwerdeführer geltend, in
casu
gehe es nicht um die perfekten Deutschkenntnisse, da ein Logistiker mehr die
englische oder gar arabische Sprache benötige als die deutsche. Die Beschwer
degegnerin verstosse gegen das Gesetz, wenn sie dem Grundsatz «Eingliederung statt Rente» nicht nachleben wolle. Der Beschwerdeführer biete an, seine Deutsch
kenntnisse im Rahmen einer öffentlichen Verhandlung zu zeigen, welche ausdrücklich beantragt werde (Urk. 9).
3.
3
.1
Dass die Beschwerdegegnerin über den Anspruch auf berufliche Massnah
men nie formell entschieden hätte
, wie dies der Beschwerdeführer vorbringt (E. 2.2), trifft nicht zu.
Mit Verfügungen vom 17. Januar 2013 schloss die Beschwerdegegnerin die beruflichen Massnahmen, insbesondere in Form einer Arbeitsvermittlung, ab (Urk. 7/69) und verneinte einen Anspruch auf berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung (Urk. 7/68). Eine Kostengutsprache für Umschulungsmassnah
men wurde deshalb nicht erteilt, weil der Invaliditätsgrad die erforderliche Höhe von 20 % nicht erreiche und eine Schulungsfähigkeit aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse nicht ausreichend gegeben sei.
Den Verlaufsprotokollen der Beschwerdegegnerin sind folgende Angaben zu ent
nehmen: Der IT-Chef bei
A._
,
wo der Beschwerdeführer das Arbeitstraining absolvierte, gab
anlässlich des Telefon
gesprächs vom 28. Februar 2012 unter anderem zur Auskunft, der Beschwerde
führer werde den Sprung in die IT nicht schaffen und zwar nicht aus intellektuellen Gründen, sondern weil
er
Mühe habe, D
eutsch zu lesen und das Gelesene umzusetzen. Man könne den Beschwerdeführer nicht innerhalb eines Jahres zum Informatiker ausbilden. Der Beschwerdeführer sei in das
Programm
ECDL
(
European Computer
Driving
Licence
)
umgeteilt
worden zur Absolvierung einer allgemeinen Ausbildung. Der Beschwerdeführer könne die Dinge dort soweit erforderlich aufnehmen und umsetzen. Für einen Dienstleistungsberuf sei er optimal geeignet, er verfüge über das nötige Kundenverständnis (Urk. 7/55/2).
Die Beschwerdegegnerin erteilte
daraufhin
Kostengutsprache für die
sieben
ECDL-Prüfungsmodule (Mitteilung vom 30. März 2012 [Urk. 7/50]; vgl. auch Urk. 7/55/3).
Nach einer Verlängerung des Arbeitstrainings aufgrund gesund
heitsbedingter Abwesenheiten des Beschwerdeführers gab der IT-Chef bei
A._
am
8. August 2012 zur Auskun
ft, der Beschwerdeführer verfüg
e über eine schnelle Auffassungsgabe.
Die
Informatik (Programmieren)
liege dem Beschwer
deführer nicht, dafür aber
die PC-Anwendung. Er
eigne sich
beispielsweise
für Tätigkeiten
im Hotelbereich in der Administration, a
ls Hilfs-Rezeptionist
oder dergleichen, wo er sein Hotelwissen einbringen könne (Urk. 7/60/2). Im undatier
ten Bericht des
A._
, welcher am
4. Oktober 2012 bei der Beschwerdegegnerin einging, wurde unter anderem festgehalten, bezüglich Arbeitsflexibilität sei eine Zuteilung von Arbeit schwierig gewesen, da die Deutschkenntnisse des Beschwer
deführers für kaufmännische Aufgaben nicht ausreichend seien (Urk. 7/65/1). Er habe sodann kaum Motivation aufgebracht, um die ECDL-Module fortzusetzen
. A
ufgrund seiner nicht allzu guten Deutschkenntnisse sei es schwierig für ihn gewesen, die Theorie zu verstehen
(Urk. 7/65/2).
Im Verlaufsprotokoll
der Beschwerdegegnerin
vom 17. Januar 2013 wurde schliesslich festgehalten, im Laufe der Ausbildung habe sich gezeigt, dass die sprachlichen Fähigkeiten nicht so hoch seien, dass der Beschwerdeführer der Theorie hätte folgen können; er habe nur zwei Module abschliessen können (Urk. 7/70/1).
3
.2
Berufliche Massnahmen waren nicht Gegenstand der mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 31. Januar 2019 bestätigten Verfügung vom 23. August 2017; auf das entsprechende Begehren um
Zusprache
von beruflichen Massnahmen wurde daher in jenem Beschwerdeverfahren (IV.2017.01028) nicht eingetreten (Urk. 7/210 E. 6).
3.3
Eine neue Anmeldung ist auch im Bereich der
beruflichen Massnahmen
nur
dann
zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich die tatsächli
chen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben
(E. 1.1)
.
Als Vergleichsbasis dienen vorliegend die Verhältnisse im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 17. Januar 2013 (Urk. 7/68).
Die Deutschkenntnisse reichten damals für die Absolvierung eines Zertifikats für Computeranwender
(ECDL) nicht aus
. Notwendig wäre das Bestehen von sieben Modulen (IT Grund
lagen, Windows 7, Word, Excel, Access, PowerPoint und Internet/Outlook) gewe
sen (Urk. 7/55/3). Der Beschwerdeführer konnte lediglich zwei Module abschliessen und zwar nicht aufgrund fehlender intellektueller Fähigkeiten, son
dern aufgrund
mangelhafter
Kenntnisse der für die
Ausbildung erforderlichen deutschen Sprache
(E. 3.1).
Die Beschwerdegegnerin wies zutreffend darauf hin, dass für eine Ausbildung höhere Anforderungen an das Sprachniveau
zu stellen seien
als
für die mündliche Verständigung
(Urk. 6).
Weshalb die Deutschkennt
nisse des Beschwerdeführers
bei unverändertem Wissensstand
für eine Umschu
lung ausreichen sollten, wenn er bereits die Module des ECDL aus sprachlichen Gründen nicht bestanden hat, lässt sich nicht nachvollziehen.
Weiter ist nicht ersichtlich, inwiefern
die Kenntnisse der englischen oder gar der arabischen Spra
che für eine Umschulung
in der Schweiz
dienlich wären.
Dass sich
die
Deutschkenntnisse
des Beschwerdeführers
seit Erlass der Verfügung vom 17. Januar 2013
verbessert hätten
,
wurde nicht glaubhaft gemacht
.
Der Beschwerdeführer
reichte
trotz seiner
Obliegenheit (E. 1.1)
keine Unterlagen ein,
welche
eine diesbezügliche Veränderung
belegen würden
. Er machte zudem nicht geltend,
die erforderlichen Beweismittel innert Frist aufgelegt
zu haben. Dabei
versteht sich von selbst, dass die versäumte Handlung
nicht
im Beschwerde
verfahren
nachgeholt werden kann; andernfalls wäre eine Fristansetzung zur Beibringung von Beweismitteln überflüssig.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf
das
Neuanmeldungsge
such nicht eingetreten ist.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer beantragte die Durchführung
einer öffentlichen Verhand
lung
(Urk. 9).
Gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) hat das erstinstanzliche Gericht im Sozialversicherungsprozess grundsätzlich eine öffentliche Verhandlung anzuordnen, wenn eine solche beantragt wird. Voraus
setzung dafür ist, dass ein klarer und unmissverständlicher Antrag auf eine der
artige öffentliche Verhandlung gestellt wird. Verlangt eine Partei lediglich eine persönliche Anhörung oder Befragung, so wird dies als reiner Beweisantrag und nicht als Antrag auf eine öffentliche Verhandlung mit Publikums- und Pressean
wesenheit im Sinne der E
MRK eingestuft (BGE 122 V 47 E.
3a).
Es ist fraglich, ob der Beschwerdeführer eine öffentliche Verhandlung i
m Sinne der EMRK verlangt hat
,
da sein Antrag
einzig dem Zwecke dienen
sollte
, seine Deutschkenntnisse unter Beweis zu stellen.
Entspricht der Antrag
indes
lediglich einem Beweisantrag, ist diesem
nicht stattzugeben, denn
die bereits versäumte Hand
lung (Glaubhaftmachung einer Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse in ei
ner für den Anspruch erheblichen Weise
)
kann auf diese Weise
nicht nachgeholt werden.
4.2
4.2.1
Selbst
wenn der Beschwerdeführer eine öffentliche Verhandlung im Sinne der
EMRK verlangt haben sollte, wäre
keine solche durchzuführen.
4.2.2
Von einer ausdrücklich beantragten öffentlichen Verhandlung kann abgesehen werden, wenn der Antrag der Partei als schikanös erscheint oder auf eine Verzö
gerungstaktik schliessen lässt und damit dem Grundsatz der Einfachheit und Raschheit des Verfahrens
zuwider
läuft oder sogar rechtsmissbräuchlich ist. Gleiches gilt, wenn sich ohne öffentliche Verhandlung mit hinreichender Zuver
lässigkeit erkennen lässt, dass eine Beschwerde offensichtlich unbegründet oder unzulässig ist (
Urteil des
Bundesgerichts 8C_518/2010 vom 24. Januar 2011 E. 4.2.1 mit Hinweis auf
BGE 122 V 47).
4.2.3
Wie bereits gesagt, kann die versäumte Handlung, geeignete Beweismittel (insbe
sondere Deutschzertifikate)
innert der
von der Beschwerdegegnerin angesetzten Frist
nachzureichen,
im Beschwerdeverfahren
nicht mehr nachgeholt werden.
Damit erweist sich die Beschwerde von vornherein als offensichtlich unbegründet, weshalb von der Durchführung einer öffentlichen Verhandlung abgesehen werden kann.
5.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kostenpflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und auf F
r. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegen
de
n Beschwerdeführer aufzuerlegen.