# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 320de3ce-1aeb-54b7-9beb-20993afaae1c
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin betreibt einen grossen Verarbeitungs-, Lager- und
Vermarktungsbetrieb für Früchte, Gemüse, Nüsse, Convenienceprodukte etc. Am
Betriebsstandort in Müntschemier verfügt sie unter anderem über mehrere
Betriebsgebäude mit einer Betriebsfläche von rund 55'000 m2 und einen grossen
Fahrzeugpark. Sie reichte am 31. August 2017 bei der Gemeinde Müntschemier ein
Baugesuch ein für den Rückbau und den Neubau einer ihrer Hallen für die
Gemüseverarbeitung und den Gemüsehandel auf Parzelle Müntschemier Grundbuchblatt
Nr. F._. Die Parzelle liegt im Bereich der Überbauungsordnung UeO Nr. 11,
"G._". Am 23. Oktober 2017 reichte die Beschwerdegegnerin zudem ein
Ausnahmegesuch für das Überschreiten der Gebäudehöhe um drei Meter ein. Gegen das
Bauvorhaben erhoben unter anderem die Beschwerdeführenden Einsprache.
Mit Gesamtentscheid vom 28. Juni 2018 erteilte das Regierungsstatthalteramt Seeland
dem Bauvorhaben die Baubewilligung und neben weiteren Bewilligungen eine
Ausnahmebewilligung für das Überschreiten der zulässigen Gebäudehöhe.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 27. Juli 2018 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die
Aufhebung des Gesamtentscheids vom 28. Juni 2018 und die Erteilung des Bauabschlags.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 gab der
Beschwerdegegnerin sowie der Gemeinde und der Vorinstanz Gelegenheit, zur
eingereichten Beschwerde Stellung zu nehmen. Alle beantragen die Abweisung der
Beschwerde. Mit Eingabe vom 27. September 2018 reichte die Beschwerdegegnerin eine
Projektänderung ein, zu welcher die übrigen Parteien erneut Stellung nehmen konnten. Die
Beschwerdeführenden ergänzten ihre Anträge dahingehend, als das Verfahren an die
Vorinstanz zurück zu weisen sei.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191).
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4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen,
die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden,
deren Einsprache abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Projektänderung
a) Das Bauvorhaben betrifft den Abbruch und den Neubau einer Halle für die
Gemüseverarbeitung und den Gemüsehandel. Die Halle ist ca. 37 Meter breit und 43 Meter
lang. Das ursprüngliche Projekt sah ein Gebäude mit einer Höhe von 15 Meter vor. Mit
Eingabe vom 27. September 2018 hat die Beschwerdegegnerin eine Projektänderung
eingereicht. Diese weist im Vergleich zum ursprünglichen Projekt eine um drei Meter
reduzierte Gebäudehöhe auf. Damit verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die
Beantragung einer Ausnahmebewilligung für das Überschreiten der Gebäudehöhe.
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1). 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
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b) Die Beschwerdeführenden machen geltend, diese Projektänderung verändere das
Bauvorhaben in seinen Grundzügen und wesentliche öffentliche Interessen seien betroffen.
Dementsprechend sei der Rahmen einer Projektänderung gesprengt. Die geplante LKW-
Andockstation lasse überdies Zweifel an der Erschliessung und der geplanten Zufahrt
aufkommen. Das Verfahren sei daher an die Vorinstanz zurück zu weisen und das
Bauvorhaben sei erneut zu publizieren.
c) Gemäss Art. 43 BewD4 kann die Bauherrschaft während der Hängigkeit eines
Baubewilligungsverfahrens oder eines nachfolgenden Beschwerdeverfahrens vor der BVE
eine Projektänderung einreichen, ohne dass deshalb ein neues Baubewilligungsverfahren eingeleitet werden muss. Eine Projektänderung liegt vor, wenn das Bauvorhaben in seinen
Grundzügen gleich bleibt. Eine Veränderung der Grundzüge liegt grundsätzlich dann vor,
wenn ein Hauptmerkmal wie Erschliessung, Standort, äussere Masse, Geschosszahl,
Geschosseinteilung oder Zweckbestimmung wesentlich verändert wird oder wenn eine
Mehrzahl geringer Änderungen dem Bau oder der Anlage eine gegenüber dem
ursprünglichen Projekt veränderte Identität verleiht. Erfolgt die Projektänderung im
Baubeschwerdeverfahren, sind die Gemeinde, die Gegenpartei und die von der
Projektänderung berührten Dritten anzuhören. Die Beschwerdeinstanz kann das Verfahren
ohne erneute Veröffentlichung fortsetzen, wenn öffentliche oder wesentliche nachbarliche
Interessen nicht zusätzlich betroffen sind. Sie kann die Sache zur Weiterbehandlung an die
Vorinstanz zurückweisen oder selbst über die Projektänderung entscheiden. Das
geänderte Projekt tritt an die Stelle des ursprünglichen Bauprojekts.5
d) Der Verzicht auf das oberste Geschoss und die damit verbundene Reduktion der
Gebäudehöhe ist mit einer äusseren Veränderung des Bauvorhabens verbunden. Eine
Reduktion der Gebäudehöhe um drei Meter ist zudem beträchtlich. Allerdings ist zu
berücksichtigen, dass es sich beim Bauvorhaben insgesamt um ein sehr grosses Gebäude
handelt und die übrigen Masse unverändert bleiben. Unter Berücksichtigung dieses
Aspektes hält sich die äussere Veränderung des Bauvorhabens in Grenzen. Zudem
beschränkt sich die Projektänderung auf diese Änderung: Sowohl die Materialisierung wie
auch die Zweckbestimmung und der Standort bleiben unverändert. Auch bezüglich der
Erschliessung und des Warenumschlags sind keine Veränderungen vorgesehen.
4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). 5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 12 ff.
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Insbesondere sah bereits das ursprüngliche Projekt im süd-westlichen Bereich eine
Andockmöglichkeit für Lastwagen vor. Daher führt die Reduktion der Gebäudehöhe
insgesamt nicht dazu, dass das Bauvorhaben in seinen Grundzügen verändert wird.
Vielmehr bleiben der ursprüngliche Zweck mit der entsprechenden Aussenraumgestaltung
der Baute und die Erschliessungssituation unverändert. Daher berührt die Reduktion der
Gebäudehöhe auch keine zusätzlichen öffentlichen oder wesentliche nachbarliche
Interessen. Dementsprechend drängt sich eine erneute Publikation nicht auf. Insgesamt
sprengt die Veränderung des Bauvorhabens den Rahmen einer Projektänderung nicht.
3. Lärmimmissionen
a) Die Vorinstanz hat beim beco Berner Wirtschaft einen Fachbericht Immissionsschutz
eingeholt. Das beco hält darin fest, der Betrieb der D._ AG gelte als bestehende
Anlage, da er vor dem Inkrafttreten des USG erstmals bewilligt worden sei. Somit müssten
die von den neuen oder geänderten Anlageteilen verursachten Lärmemissionen vorsorglich
soweit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich
tragbar sei. Die gesamte Anlage, die während 24 Stunden Lärmimmissionen verursache,
müsse jedoch mindestens den Immissionsgrenzwert einhalten. Hinsichtlich der Heizungs-,
Lüftungs- und Klimaanlagen, Kälteanlagen, Kaminen, Kompressoren etc. hält das beco
fest, es werde der Vorsorge genügend Rechnung getragen, wenn am Immissionsort die
Vorsorgewerte des beco nicht überschritten würden. Im Übrigen führt es aus, es werde
eine bestehende Produktionshalle durch eine neue Halle ersetzt, in der die gleichen
Arbeiten ausgeführt würden wie bisher. Der Lärm der Arbeiten im Gebäudeinnern werde
durch die Gebäudehülle nach aussen gedämmt. Die Räume würden künstlich belüftet bzw.
klimatisiert. Dazu werde auf dem Dach ein Monoblock installiert. Dessen Schalldaten seien
bekannt. Aufgrund einer einfachen Abstandberechnung könne ermittelt werden, dass die
geltenden Grenzwerte am nächsten lärmrelevanten Immissionsort eingehalten würden.
Bezüglich der Lastwagenbewegungen seien insgesamt keine Änderungen zum Ist-Zustand
zu erwarten. Aufgrund der Baugesuchsakten und nach Rücksprache mit dem Bauherr und
dem Projektverfasser werde keine unzulässige Lärmbelastung erwartet.
Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber geltend, es handle sich beim
Bauvorhaben nicht um eine bestehende, sondern um eine neue ortsfeste Anlage, die
höchstens zu einer geringfügigen Störung führen dürfe. Es sei offensichtlich, dass die
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Lärmimmissionen eines 24-Stunden-Betriebs detailliert geprüft werden müssten. Dafür
müssten sowohl ein Betriebs- als auch ein Erschliessungskonzept vorliegen und es sei ein
Lärmgutachten einzuholen.
Die Beschwerdegegnerin entgegnet, es handle sich um einen Betrieb, der seit gut 80
Jahren bestehe und der stets rechtlich abgestützt gewesen sei. Das Bauvorhaben löse,
wenn überhaupt, nur geringfügige zusätzliche Immissionen aus, sodass weder eine
Lärmprognose noch ein Lärmgutachten erforderlich sei. Die ergänzten
Überbauungsvorschriften seien von einem 24-Stunden-Betrieb ausgegangen und diese
seien vom AGR genehmigt.
b) Art. 18 Abs. 3 UeO Nr. 116 verlangt, dass im Baugesuchsverfahren der genügende
Lärmschutz gegenüber den nachbarlichen Liegenschaften nachgewiesen wird. Im Rahmen
des Erlasses und der Genehmigung der UeO Nr. 11 wurden somit entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin die lärmschutzrechtlichen Fragen nicht abschliessend
geprüft, vielmehr ist dies in jedem Baubewilligungsverfahren konkret zu beurteilen.
Beim Bauvorhaben bzw. dem Betrieb der Beschwerdegegnerin handelt es sich um eine
ortsfeste Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 USG7 und Art. 2 Abs. 1 LSV8, die den
bundesrechtlichen Umweltschutz- und Lärmbestimmungen unterliegt. Gemäss diesen
Bestimmungen sind Lärmemissionen sowohl bei neuen Anlagen als auch bei der Änderung
von bestehenden Anlagen so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich
sowie wirtschaftlich tragbar ist (vorsorgliche Emissionsbegrenzung, Art. 11 Abs. 2 USG,
Art. 7 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 2 LSV). Steht fest oder ist zu erwarten, dass trotz
vorsorglicher Emissionsbegrenzung die Einwirkungen unter Berücksichtigung der
bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, sind die
Emissionsbegrenzungen weiter zu verschärfen. Ob die Voraussetzungen einer
verschärften Emissionsbegrenzung gegeben sind, hat die Behörde anhand der
Belastungsgrenzwerte zu beurteilen. Dabei gelten im Bereich des Lärmschutzes für
Altanlagen sogenannte Immissionsgrenzwerte (Art. 8 Abs. 2 LSV). Diese sind so
festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissionen
6 Erweiterung der Überbauungsordnung Nr. 11 "Erweiterung Strasse Ost", März 2007, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung am 13. Juli 2007. 7 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01). 8 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41).
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unterhalb dieser Werte die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören (Art.
15 USG). Für die Errichtung neuer ortsfester Anlagen gelten dagegen noch strengere
Werte, sogenannte Planungswerte (Art. 23 und 25 Abs. 1 USG, Art. 7 Abs. 1 Bst. b LSV).
c) Wenn Grund zur Annahme besteht, dass die Belastungsgrenzwerte
(Immissionsgrenzwerte bzw. Planungswerte) überschritten sein könnten, so ist die Behörde
zur Durchführung eines Beweis- und Ermittlungsverfahrens nach den Art. 36 ff. LSV und
den Anhängen 2-7 LSV verpflichtet, ohne dass ihr insoweit noch ein Ermessensspielraum
zustünde.9 Dabei dürfen keine hohen Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit einer
Überschreitung der Belastungswerte gestellt werden. Dies gilt jedenfalls im Kontext von
Art. 25 Abs. 1 USG: Setzt die Erteilung der Baubewilligung gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung eine positive Prognose hinsichtlich der Einhaltung der Planungswerte
voraus, so sind weitere Ermittlungen in Form einer Lärmprognose (i.S.v. Art. 25 Abs. 2
Satz 1 und Art. 36 ff. LSV) schon dann geboten, wenn eine Überschreitung der
Planungswerte möglich erscheint, d.h. beim aktuellen Kenntnisstand nicht ausgeschlossen
werden kann.10
Obwohl sich das Bundesgericht nur bezüglich den Anforderungen an die
Wahrscheinlichkeit einer allfälligen Überschreitung der Planungswerte explizit geäussert
hat, müssen auch bezüglich der Prognose im Hinblick auf die Immissionsgrenzwerte
dieselben Anforderungen gelten; zwar bezieht sich Art. 25 USG nur auf die Planungswerte,
allerdings unterscheidet die LSV in Bezug auf die Durchführung eines Beweis- und
Ermittlungsverfahrens nicht zwischen diesen beiden Grenzwerten. Bei der Beantwortung
der Frage nach der Erforderlichkeit einer Lärmprognose geht es zudem nicht darum, ob die
Bevölkerung durch die zu erwartenden Immissionen in ihrem Wohlbefinden erheblich
gestört wird oder nicht. Vielmehr ist eine Lärmprognose bereits dann für die
Baugesuchsbearbeitung erforderlich, wenn wegen eines Vorhabens mit mehr als einer
geringfügigen Störung zu rechnen ist.11 In einem früheren Entscheid hat das Bundesgericht
überdies ausgeführt, das Beweis- und Ermittlungsverfahren müsse auch für vermeintlich
"unbedeutende" Bauvorhaben durchgeführt werden. Massgeblich sei einzig, ob die zu
erwartenden Aussenlärmimmissionen des Vorhabens die Planungswerte überschreiten
9 BGE 115 Ib 446 E. 3a. 10 BGE 137 II 30 E. 3.4. 11 Vgl. Entscheid des Baudepartements St. Gallen, GVP 2015 Nr. 112, vom 25.06.2015, E. 2.4.
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können.12 Auch dieses Urteil bezog sich zwar auf die Planungswerte. Da das
Bundesgericht aber auch Abklärungen bei "unbedeutenden" Bauvorhaben bezüglich der im
Vergleich zu den Immissionsgrenzwerten tieferen Planungswerte verlangt, muss dies bei
ersteren umso mehr gelten. Dementsprechend gelten auch bei der Lärmprognose in Bezug
auf das Einhalten der Immissionsgrenzwerte die vom Bundesgericht formulierten strengen
Anforderungen.
d) Die Beschwerdeführerin hat bisher kein Betriebskonzept eingereicht, aus dem
ersichtlich wäre, wann und wo resp. was für Arbeiten in ihrer Anlage durchgeführt werden.
Es bestehen auch keine Angaben zu den Transportfahrten und Materialverschiebungen.
Dementsprechend fehlt auch eine im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben erstellte
Lärmprognose. Auch das beco und die Vorinstanz haben keine vertieften Abklärungen
bezüglich den Immissionen gemacht; das beco hat sich auf die Annahme, es gebe keine
betrieblichen Änderungen, und auf mündliche Aussagen der Bauherrschaft abgestützt. Im
Bericht des beco fehlt, abgesehen zum Monoblock der Lüftung, eine klare Aussage, ob die
Belastungsgrenzwerte eingehalten sind und ob dem Vorsorgeprinzip genüge getan ist oder
ob zusätzliche konkrete Massnahmen ergriffen werden könnten.
Es ist somit zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, mit was für Lärmimmissionen die Anlage
verbunden ist und es kann auf Grund der vorliegenden Informationen auch nicht
abgeschätzt werden, was für Immissionen zukünftig wahrnehmbar sein werden.
Insbesondere sind die genauen Arbeiten und deren jeweilige Zeitpunkt sowie die
Transportfahrten und die damit verbundenen Immissionen aus den Akten nicht ersichtlich.
Es kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass allenfalls die
Belastungswerte überschritten sein könnten. Daher ist ein Beweis- und
Ermittlungsverfahren notwendig.
Weitere Abklärungen sind auch hinsichtlich vorsorglicher Emissionsbegrenzungen
erforderlich. Um dem Vorsorgeprinzip genügend Nachachtung zu verschaffen, ist in jedem
Einzelfall konkret zu prüfen, ob und welche Vorkehrungen bei zumutbarem Aufwand eine
wesentliche Lärmreduktion erzielen könnten.13 Vorliegend hat sich das beco in seinem
Bericht in Bezug auf die Produktionstätigkeit sowie den Zu- und Wegtransport in keiner
12 BGer 1A.180/2006 vom 9. August 2007, E. 5.5. 13 VGE 2017/319 vom 6. Juni 2018, E. 3.2 und VGE 2016/82 vom 6. April 2017 E. 3.4, je mit weiteren Hinweisen.
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Weise zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung geäussert und hinsichtlich der Heizungs-,
Lüftungs- und Klimaanlagen, Kälteanlagen, Kaminen und Kompressoren nur auf seine
Vorsorgewerte verwiesen. Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung genügt es
allerdings nicht, ohne konkrete Abklärungen auf die Vorsorgewerte beco zu verweisen.14
Erforderlich ist eine Einzelfallprüfung in Kenntnis der konkret geplanten Geräte bzw.
Anlagen und deren Standorte etc.
e) Weiter ist es unklar, ob die Annahme des beco, es handle sich um einen
bestehenden, altrechtlichen Betrieb, für den die Immissionsgrenzwerte massgeben seien,
korrekt ist.
Als Stichtag für die Abgrenzung von bestehenden und neuen Anlagen im Sinne des USG
gilt grundsätzlich das Inkrafttreten des USG am 1. Januar 1985 (Art. 47 LSV). Für
bestehende Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft gelten die
Immissionsgrenzwerte nach Anhang 6 LSV. Die Lärmemissionen von neuen oder
geänderten Anlageteile müssen nach den Anordnungen der Vollzugsbehörde so weit
begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist.
Wird die Anlage wesentlich geändert, so müssen die Lärmemissionen der gesamten
Anlage mindestens so weit begrenzt werden, dass die Immissionsgrenzwerte nicht
überschritten werden (Art. 8 LSV). Führt aber die Änderung einer vor 1985 bestehenden
Anlage, die bisher nur geringfügig Lärm verursachte, zu deutlich höheren Lärmimmissionen
oder zu Immissionen zu heikleren Tageszeiten, sind die Vorschriften für Neuanlagen
einzuhalten.15 Es würde dem Sinn des Gesetzes widersprechen, wenn bestehende
Anlagen, die beim Inkrafttreten der massgeblichen Lärmschutzvorschriften noch keinen
störenden Lärm verursachten, bei einem späteren Ausbau mehr Lärm erzeugen dürften als
Anlagen, die nach dem Inkrafttreten der erwähnten Vorschriften erstellt wurden.16
Es ist zwar richtig, dass die D._ AG seit 1974 existiert und am Standort des
Bauvorhabens bereits seit 1937 ein Gemüsehandelsbetrieb besteht. Der Betrieb wurde
aber nach dem Inkrafttreten des USG laufend ausgebaut: Im Jahr 1995 wurde ein
14 VGE 2017/319 vom 6. Juni 2018, E. 3.2 und VGE 2016/82 vom 6. April 2017 E. 3.5, je mit weiteren Hinweisen. 15 BGE 123 II 325 E. 4c/aa; BGer 1C_361/2008 vom 27. April 2009 E. 6.2; Schrade/Wiestner, in Kommentar USG, 2001, Art. 18 N. 25; Robert Wolf, in Kommentar USG, 2000, Art. 25 N 46; VGE 2009/81 vom 30. Juni 2009, VGE 2011/333 vom 3. April 2012 E. 3.1. 16 BGer 1A.195/2006 vom 17. Juli 2007 E. 2.5.1
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Kühlhaus mit Verladehalle neu errichtet. Zwischen 2000 und 2002 errichtete das
Unternehmen ein modernes, gekühltes Zwischenlager mit Bereitstellungshalle, ein
Bürogebäude sowie eine Produktionshalle für Convenience-Produkte und eine
Obstaufbereitungshalle. Im Jahr 2005 erfolgte ein weiterer Neubau einer Werkstatt sowie
eines Kühlhauses und 2009 / 2010 liess die D._ AG ein neues
Produktionsgebäude mit einer Gesamtfläche von 10'000 m2 auf drei Etagen errichten. 2013
wurde eine Fläche von 40'000 m2 eingezont und ein Abstellplatz sowie Personenparkplätze
erstellt. 2016 erfolgte der Bau einer eigenen Tankstelle mit Flüssigstickstoff für die
Transportkühlung.
Auf Grund der vorhandenen Akten und Informationen ist unklar, in welchem Umfang der
Betrieb vor 1985 existierte, welche Tätigkeiten er genau umfasste, was für Betriebszeiten
galten und über was für Bewilligungen er verfügte. Es ist insbesondere unklar, ob resp. mit
was für Immissionen der Betrieb zum damaligen Zeitpunkt verbunden war und wie stark die
Belastung durch die Betriebserweiterungen nach 1985 zugenommen hat. Die in den letzten
Jahren erfolgten erheblichen Betriebserweiterungen deuten darauf hin, dass die
Tätigkeiten stark ausgebauten worden sind, die Fahrzeugflotte viel grösser geworden ist
und der Betrieb kaum mit jenem vor 1985 verglichen werden kann. Es ist nicht
auszuschliessen, dass aufgrund der seit 1985 erfolgten Änderungen die heute bestehende
Anlage als Neuanlage im Sinne des USG zu qualifizieren ist (vgl. E. 3.b). Das
Bauvorhaben würde dann als Änderung einer Neuanlage gelten, bei der alle
Anforderungen zu beachten sind, die für Neuanlagen gestellt werden (Art. 8 Abs. 4 und Art.
7 LSV). Dies kann aber auf Grund der vorhandenen Akten nicht abschliessend beurteilt
werden, es sind dementsprechend weitere Abklärungen insbesondere zum Zustand, wie er
vor 1985 bestand, notwendig.
4. Erschliessung
a) Die Beschwerdeführenden bringen weiter vor, die Erschliessung des Bauvorhabens
führe durch ein ruhiges Wohnquartier. Dies widerspreche den Anliegen der Raumplanung.
Zudem habe die Vorinstanz die Dimensionierung der Erschliessung nicht geprüft und damit
sei unklar, ob die Verkehrssicherheit gewährleistet sei. Es sei ein Fachbericht zur
Erschliessung einzuholen.
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Die Beschwerdegegnerin entgegnet, die bisherige und weiterhin geltende Erschliessung
erfolge über den Kreisel und die im Süden des Baugrundstücks liegende
Erschliessungsstrasse.
b) Gemäss Art. 4 UeO Nr. 11 sind die Grundeigentümer mit der Fertigstellung der
Erschliessungsstrasse Ost verpflichtet, den Schwerverkehr ausschliesslich über die neue
Strasse direkt auf die Staatsstrasse zu führen.
c) Das Bauvorhaben liegt im Süden eines Wohnquartiers. Die Bauparzelle ist im Norden
durch den H._weg erschlossen. Dieser führt via I._weg und
J._gasse durch das Wohnquartier zur Kantonsstrasse. Im Süden befindet sich die
Erschliessungsstrasse Ost: Es handelt sich um den K._weg, der von einem
Kreisel der Kantonsstrasse direkt zum Baugrundstück führt. Sämtliche Parkplätze für die
Personenwagen und den Schwerverkehr sowie die zukünftige LKW Andockstation
befinden sich auf der Süd- resp. Südwestseite des Grundstücks und werden somit über
den K._weg erschlossen. Der entsprechende Verkehr wird über diese Strasse
direkt auf die Kantonsstrasse geführt und nicht durch das Wohnquartier. Das Bauvorhaben
entspricht damit den Vorgaben der UeO. Der K._weg weist eine Breite von ca. 6.5
m auf. Inwiefern die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet sein soll, ist nicht ersichtlich und
wird von den Beschwerdeführenden auch nicht weiter konkretisiert. Die bestehende
Erschliessung ist damit genügend. Es kann auf das Einholen eines Fachberichts verzichtet
werden, der entsprechende Beweisantrag wird abgewiesen.
5. Gewässerraum
a) Am nördlichen Rand der Bauparzelle Müntschemier Grundbuchblatt Nr. F._
verläuft der eingedolte L._kanal.17 Seit dem 1. Januar 2011 verlangt das
Bundesrecht die Festlegung eines Gewässerraums entlang von oberirdischen
Fliessgewässern und Seen (Art. 36a GschG18). Dieser soll die natürliche Funktion des
Gewässers, den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung gewährleisten. Die
Kantone sind verpflichtet, den Gewässerraum gemäss Art. 36a GSchG bis zum 31.
17 Vgl. Gewässernetzkarte des Kantons Bern. 18 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20).
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Dezember 2018 festzulegen.19 Dies obliegt im Kanton Bern den Gemeinden (vgl. Art. 5b
WBG20). Falls keine überwiegenden Interessen bestehen, kann eine Gemeinde
insbesondere bei eingedolten oder künstlich angelegten Gewässern auch auf das
Festlegen eines Gewässerraum explizit verzichten (Art. 41a Abs. 5 Bst. b und c GSchV).
Demzufolge ist der Gewässerraums auch bei eingedolten Gewässern grundsätzlich
auszuscheiden.21 Davon ausgenommen wären nur "unterirdische Gewässer" im Sinne des
GSchG, das heisst bspw. Grundwasser (vgl. Art. 4 GschG). Solange der Gewässerraum
nicht festgelegt ist, muss nach den Übergangsbestimmungen der GSchV22 beidseits der
Fliessgewässer ein Streifen freigehalten werden. Entlang von Fliessgewässern mit einer
Gerinnesohle von bis zu 12 m Breite ist beidseitig ein Streifen von je 8 m Breite plus die
Breite der bestehenden Gerinnesohle freizuhalten (Abs. 2 Bst. a ÜB GSchV, sogenannter
Uferstreifen).
b) Das Baureglement der Gemeinde Müntschemier sieht einen Bauabstand von
öffentlichen Gewässern von 10 m vor (Art. 14 GBR23). Das Baureglement datiert allerdings
vom 9. April 2001. Die Gemeinde hat somit noch keinen Gewässerraum im Sinne des
GSchG und des WBG festgelegt. Daher bemisst sich dieser gestützt auf die
Übergangsbestimmungen der Gewässerschutzverordnung. Das heisst, es ist beidseitig ein
Streifen von je 8 m Breite plus die Breite der bestehenden Gerinnesohle freizuhalten.
Gemäss dem Amtsbericht Wasserpolizei des Oberingenieurskreis III beträgt der
Gewässerraum des L._kanals gestützt darauf 9.5 m ab Rohrachse. Das
Bauvorhaben hält zum L._kanal zum Teil lediglich einen Abstand von ca. 6 m ein.
Es befindet sich somit im Gewässerraum des L._kanals und hält überdies auch
die Abstandvorschriften gemäss kommunalem Baureglement nicht ein. Die Vorinstanz hat
dem Bauvorhaben zwar eine wasserbaupolizeiliche Bewilligung nach Art. 48 WBG erteilt.
Sie hat hingegen das Ausnahmegesuch der Beschwerdegegnerin zur Unterschreitung des
Gewässerabstandes noch nicht geprüft und nicht beurteilt, ob das Bauvorhaben gemäss
19 Vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 4. Mai 2011 der Gewässerschutzverordnung des Bundesrats vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201). 20 Gesetz vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG; BSG 751.11). 21 So in Bezug auf "künstliche" Gewässer; BGer 1C_821/2013 vom 30.03.2015, E. 6.4.4. 22 Gewässerschutzverordnung des Bundesrats vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201). 23 Baureglement der Gemeinde Müntschemier vom 9. April 2001, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung (GBR).
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Art. 41c GSchV bewilligungsfähig ist und ob es zusätzlich einer Ausnahmebewilligung zur
Unterschreitung des kommunalen Gewässerabstandes bedarf.
c) Nach Art. 41c GSchV dürfen im Gewässerraum nur standortgebundene, im
öffentlichen Interesse liegende Anlagen wie Fuss- und Wanderwege, Flusskraftwerke oder
Brücken erstellt werden. Sofern keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann
die Behörde ausserdem insbesondere die Erstellung zonenkonformer Anlagen in dicht
überbauten Gebieten bewilligen (Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV). Beim Bauvorhaben
handelt es sich nicht um eine standortgebundene Anlage. Falls die Gemeinde nicht
zwischenzeitlich einen eigenen (kleineren) Gewässerraum ausscheidet oder bei
eingedolten Gewässern auf einen solchen verzichtet und das Bauvorhaben im
Gewässerraum bleibt, wäre insbesondere zu prüfen, ob sich das Bauvorhaben in einem
dicht überbauten Gebiet befindet. Wenn eine Gemeinde in der baurechtlichen
Grundordnung oder in Überbauungsordnungen nicht festgelegt hat, welche Teile des
Gewässerraums im Sinne des Bundesrechts dicht überbaut sind (vgl. Art. 5b Abs. 3 WBG),
entscheidet das AGR im Baubewilligungsverfahren, ob ein Gebiet als "dicht überbaut"
bezeichnet werden kann.24 Dementsprechend wäre beim AGR ein Amtsbericht einzuholen.
6. Rückweisung
a) Die Beschwerdeinstanz entscheidet in der Regel in der Sache. Sie weist die Akten
nur ausnahmsweise und mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück (vgl.
Art. 72 Abs. 1 VRPG25). Es müssen besondere Gründe, die prozessökonomische
Gesichtspunkte in den Hintergrund treten lassen, dafür sprechen, dass die Vorinstanz noch
einmal zum Entscheid über das streitige Rechtsverhältnis aufgerufen wird. Mangelnde
Entscheidreife der Angelegenheit kann einen solchen Grund darstellen, sofern die
Beschwerdebehörde selber umfassende Beweismassnahmen durchführen müsste.26 Auch
wenn eine Projektänderung im Baubeschwerdeverfahren erfolgt, kann die
Beschwerdeinstanz die Sache zur Weiterbehandlung an die Vorinstanz zurückweisen (Art.
43 Abs. 3 BewD).
24 Vgl. Art. 5b Abs. 3 WBG. 25 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 26 Zum Ganzen: Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 72, N. 2 f.
RA Nr. 110/2018/109 14
b) Aus den vorangehenden Erwägungen geht hervor, dass weitere Abklärungen in
Bezug auf die Lärmsituation notwendig sind. Zudem ist zu klären, ob das Bauvorhaben im
Gewässerraum bewilligungsfähig ist. Darüber hinaus bleibt zu beurteilen, ob die von der
Vorinstanz eingeholten Fach- und Amtsberichte trotz der von der Beschwerdegegnerin
eingereichten Projektänderung weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Allenfalls ist das Einholen
von neuen Stellungnahmen und Berichten erforderlich.
c) Damit erweist sich der Sachverhalt als noch nicht spruchreif. Es ist nicht Aufgabe der
BVE diese Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen und erstmals über einzelne Aspekte zu
befinden. Daher muss das Verfahren zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz
zurückgewiesen werden. Die Beschwerde ist gutzuheissen und der Bauentscheid der
Vorinstanz vom 28. Juni 2018 ist aufzuheben.
7. Verfahrenskosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 1'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV27).
b) Die Beschwerdegegnerin hat zudem den Beschwerdeführenden die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG).
Die Kostennote der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden gibt zu keinen
Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegnerin hat somit den Beschwerdeführenden die
Parteikosten von Fr. 7'099.60 zu ersetzen.