# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 226b48f1-d928-4355-b51a-65a1960c4cdd
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. B (nachfolgend der Pflichtige) und seine Ehefrau A (nachfolgend die Pflich-
tige) gründeten im 19. April 2006 die C AG. Mit Aktienanteilen von 50% bzw. 49% wa-
ren beide im Verwaltungsrat und in der Geschäftsführung dieser eine Sprachschule
betreibenden Gesellschaft. Der Pflichtige verfügte dort über ein Aktionärskontokorrent,
welches per Ende 2007 bereits einen Stand zu seinen Ungunsten von Fr. 72'047.-
aufwies. Im Jahr 2008 erhöhte sich die Aktionärsschuld auf Fr. 165'401.-.
Mit Auflage vom 28. Juli 2010 untersuchte die Steuerkommissärin im Ein-
schätzungsverfahren der Pflichtigen für die Steuerperiode 2008, ob diese Entwicklung
des Kontokorrents auf einem simulierten Darlehen gründet. Dabei verlangte sie die
Vorlage des Kontokorrentvertrags und eine detaillierte Zinsabrechnung; im Fall eines
mündlichen Vertrags sei sodann darüber Auskunft zu geben, was mit Bezug auf den
Zinssatz, die Zinszahlungen, den Rückzahlungszeitpunkt sowie die Sicherheiten ver-
einbart worden sei.
Die Pflichtigen liessen am 7. September 2010 antworten, dass der Vertrag
betreffend das Kontokorrent lediglich mündlich abgeschlossen worden sei. Der per
2008 bezahlte Zins von Fr. 3'250.- sei nach der Formel "3.25% vom durchschnittlichen
Saldo von Fr. 100'000.-" berechnet worden; der Zinssatz sei dabei aufgrund der Vor-
gaben der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) festgelegt worden. Die Zinsen
seien dem Kontokorrent belastet worden. Die Rückzahlung des Darlehens werde in
den nächsten drei Jahren erfolgen. Sicherheiten seien keine gestellt worden.
Mit Einschätzungsentscheid (Staats- und Gemeindesteuer) bzw. Veranla-
gungshinweis (direkte Bundessteuer) jeweils vom 30. September 2010 setzte die
Steuerkommissärin die Steuerfaktoren für die Steuerperiode 2008 wie folgt fest:
Staats- und Gemeindesteuern Direkte Bundessteuer
Steuerbares Einkommen Fr. 267'100.- Fr. 259'000.-
davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen Fr. 93'400.-
Steuerbares Vermögen Fr. 0.-.
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Dabei ging sie insbesondere davon aus, dass die Erhöhung der Kontokorrent-
verschuldung um Fr. 93'354.- als simuliertes Darlehen qualifiziere. Gegenüber der
Selbstdeklaration rechnete sie infolgedessen diesen Betrag als verdeckte Gewinnaus-
schüttung der C AG auf; zudem korrigierte sie im entsprechenden Umfang die vermö-
gensseitig deklarierten Schulden und damit einhergehend die steuermindernd geltend
gemachten Schuldzinsen.
Die Bundessteuerveranlagung wurde mit Schlussrechnung vom 11. Oktober
2010 formell eröffnet.
B. Die hiergegen am 29. Oktober 2010 erhobenen Einsprachen, mit welchen
die Pflichtigen die Vornahme der Veranlagung und Einschätzung unter Anerkennung
des Aktionärsdarlehens beantragt hatten, wurden vom kantonalen Steueramt mit Ent-
scheiden vom 26. November 2010 abgewiesen. In der Begründung wurde jeweils am
Vorliegen eines simulierten Darlehens festgehalten.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 16. Dezember 2010 liessen die Pflichti-
gen ihre Einspracheanträge wiederholen und zudem die Zusprechung von Parteient-
schädigungen verlangen.
Das kantonale Steueramt schloss mit Beschwerde- und Rekursantwort vom
19. Januar 2011 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die ESTV liess sich nicht verneh-
men.
D. Nachdem das Steuerrekursgericht erfahren hatte, dass der Pflichtige am
9. Dezember 2010 verstorben war, wurde das Verfahren mit Präsidialverfügung vom
8. Februar 2011 bis zur Feststellung der Erben sistiert. In der Folge zeigte sich, dass
die Pflichtige als einzige Erbin des Verstorbenen verblieben war, worauf mit Verfügung
vom 7. Dezember 2011 das Verfahren unter entsprechender Vormerkung des Partei-
wechsels wieder aufgenommen wurde.
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## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-
denden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, Kapitalrückzahlungen für Gratisakti-
en und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art. Zu den letztgenannten Leistun-
gen gehören namentlich auch offene und verdeckte Gewinnausschüttungen sowie
Zuwendungen von Aktiengesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehen-
de Dritte, die einem Aussenstehenden nicht oder zumindest nicht in gleichem Masse
gewährt würden.
Geldwerte Leistungen sind nach der Rechtsprechung immer dann anzuneh-
men, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält,
(b) der Aktionär bzw. Anteilsinhaber direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm naheste-
hende Person oder Unternehmung) einen Vorteil empfängt, der einem Dritten unter
gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern unge-
wöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkenn-
bar war (vgl. BGE 119 Ib 116 E. 2 S. 119 f.; 115 Ib 274 E. 9b S. 279; ASA 69, 202 E. 2;
68, 246 E. 3a; je mit weiteren Hinweisen).
Der Grund solcher Vorteilszuwendungen liegt nicht in der Geschäftstätigkeit
der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwer-
ten Vorteilen kommt die Gesellschaft nicht geschäftlichen Verpflichtungen nach, son-
dern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Art. 660 OR; Markus Reich, Ver-
deckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, in: ASA 54, 621 f.).
Ob eine Leistung der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten
gerade wegen dieser Eigenschaft erfolgt ist und einem Dritten nicht erbracht worden
wäre, bestimmt sich danach, ob die Leistung ungewöhnlich ist und sich mit einem
sachgemässen Geschäftsgebaren nicht vereinbaren lässt, also als geschäftsmässig
nicht begründet erscheint (BGE 113 Ib 23 E. 2c). Anzustellen ist dazu ein Drittver-
gleich. Dabei sind in jedem Einzelfall alle konkreten Umstände des zwischen der Ge-
sellschaft und dem Anteilseigner abgeschlossenen Geschäfts zu berücksichtigen und
es muss davon ausgehend bestimmt werden, ob das Geschäft in gleicher Weise mit
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einem der Gesellschaft nicht Verbundenen auch abgeschlossen worden wäre
(BGr, 10. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58 und ASA 66, 554 und 559).
b) Eine verdeckte Gewinnausschüttung kann nicht nur in einem Wertzufluss
an den Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch in der
Verhinderung eines entsprechenden Wertabflusses. Eine derartige Vorteilszuwendung
wird insbesondere angenommen, wenn eine Gesellschaft den genannten Personen
ohne betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung
allenfalls dereinst verzichten zu müssen. Unter solchen Umständen erscheint das hin-
gegebene Darlehen als simuliertes, ungültiges Rechtsgeschäft (Art. 18 Abs. 1 OR).
Als Kriterien, die dafür sprechen, dass ein Dritter das Darlehen nicht gewährt
hätte, fallen u.a. in Betracht: die Höhe der Darlehenssumme im Verhältnis zu den eige-
nen Mitteln des Darlehensnehmers, die Darlehenszinsen werden nicht bezahlt bzw.
zum Kapital geschlagen, die Gewährung des Darlehens steht mit dem statutarischen
Zweck der darlehensgebenden Gesellschaft in keinerlei Zusammenhang, die Verwen-
dung des Darlehens für private Lebenshaltungskosten, die fehlende Bonität des
Schuldners, das Fehlen von Sicherheiten und von Bestimmungen über die Rückzah-
lung des Darlehens, die tatsächlich fehlende Rückzahlung, die laufende Erhöhung der
Schuldsumme, fehlende Dividendenzahlungen, das Fehlen eines schriftlichen Darle-
hensvertrags und ein Klumpenrisiko bei der darlehensgebenden Gesellschaft (vgl. BGr
Urteile vom 30. April 2002 = StE 2002 B 24.4 Nr. 67, E. 3.2.1 und vom 27. Januar 2003
= ASA 72, 736, E. 2 .2; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 58
N 114 DBG, je mit Hinweisen).
Alle vorgenannten Elemente stellen freilich bloss Teile der erforderlichen Ge-
samtbetrachtung des Einzelfalls dar und es darf mithin nicht ein Aspekt zum alles ent-
scheidenden Kriterium erhoben werden (so ausdrücklich: BGr, 23. August 2007,
2C_72/2007, unter Bezugnahme auf einen die Schuldnerbonität zu stark gewichtenden
Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 10. Mai 2006 [SB.2006.00008]).
c) Die gebotene Gesamtbetrachtung hat grundsätzlich aus der Sicht im Zeit-
punkt des Vertragsabschlusses bzw. der Hingabe des Darlehensbetrags zu erfolgen;
spätere Entwicklungen können nur insoweit berücksichtigt werden, als sie zu diesem
Zeitpunkt bereits bekannt oder zumindest absehbar waren (BGr, 3. Februar 1995 =
ASA 64, 641 und 646). Bei der in diesem Sinn anzustellenden Gesamtbetrachtung
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steht im Vordergrund, ob die Gesellschaft einem unbeteiligten Dritten unter den nämli-
chen Bedingungen das zur Diskussion stehende Darlehen ebenfalls gewährt hätte (vgl.
VGr, 22. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 60). Ist dies auszuschliessen, ist da-
von auszugehen, die Darlehensgewährung bzw. -erhöhung entspreche nicht einem
betrieblichen Vorgang, sondern sei im Beteiligungsverhältnis zwischen Gesellschaft
und Aktionär begründet.
d) Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, ist die steuerliche Gewinn-
korrektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem
sich der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976
Nr. 47; Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band,
1969, § 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt
im Ergebnis von Anfang an als simuliert erweist, weil etwa mit der Rückzahlung der
Darlehenssumme aufgrund der gegebenen besonderen Verhältnisse nicht ernsthaft
gerechnet werden kann. Diesfalls hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei
der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der Verbuchung einer Wertberichti-
gung auf dem Guthaben zu erfolgen (StE 1989 B 24.4 Nr. 17 mit Hinweisen; StRK I,
7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschafter wird demgegenüber die verdeckte
Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt erfasst, in welchem er mit der Abliefe-
rung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50). Dies gilt auch für Dar-
lehen der Gesellschaft an ihren Aktionär oder diesem nahestehende Personen. Bei von
Anbeginn an simulierten Darlehen fliesst die verdeckte Gewinnausschüttung dement-
sprechend bereits bei der Darlehenshingabe zu (StRK I, 27. August 1992 = StE 1993
B 24.4. Nr. 32; ASA 53, 54 und 64 f.). Wird das Darlehen erst im Lauf der Zeit unein-
bringlich, weil sich die finanzielle Lage des nahestehenden Schuldners erst allmählich
verschlechtert, ist das Darlehen beim Borger bzw. – bei Darlehen unter Schwesterge-
sellschaften – beim gemeinsamen Aktionär in dem Zeitpunkt und in dem Umfang als
verdeckte Gewinnausschüttung aufzurechnen, in welchem sich die Uneinbringlichkeit
objektiv verwirklicht hat (vgl. StRK I, 4. Mai 1995, I 87/1994, 17. April 1997, I 65/1996
sowie VGr, 28. August 1996, SB.95.00043).
e) Macht die Steuerbehörde geltend, ein Darlehen sei simuliert, hat sie auf-
grund ihrer Untersuchungen den steuerbegründenden Tatbestand der Simulation auf-
zuzeigen, mithin darzutun, dass eine Leistung der Gesellschaft ganz oder teilweise
nicht geschäftsmässig begründet sein kann (vgl. StE 1990 B 24.4. Nr. 25; Reimann/
Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die Anforderungen an den Nachweis der
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Steuerbehörde naturgemäss nicht allzu hoch angesetzt werden. Es genügt vielmehr,
dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft macht bzw. dass sich dieser in sach-
gemässer Würdigung der Verhältnisse als sehr wahrscheinlich erweist (vgl. StRK I,
16. Dezember 1991, R 148/90). Diesfalls obliegt es alsdann der steuerpflichtigen Ge-
sellschaft bzw. dem begünstigten Aktionär, die begründete Vermutung zu entkräften
und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung
zu erbringen (vgl. Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 83 f.). Die Begünstigungsab-
sicht des Leistungserbringers darf bei alledem in der Regel ohne besonderen Nach-
weis der Steuerbehörden vorausgesetzt werden (vgl. VGr, 24. November 1977 = ZBl
1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 84).
2. a) Ende 2007 betrug die Kontokorrentschuld des Pflichtigen bei der C AG
Fr. 72'047.-. Bis zu diesem Stand tolerierte die Steuerbehörde die Aktionärsverschul-
dung bzw. stellte sie die Frage nach dem Vorliegen einer Darlehenssimulation noch
nicht. Letzteres änderte sich, als der Pflichtige per 2008 seinem Aktionärskonto weitere
Fr. 93'354.- belastet hatte und die Gesamtschuld am 31. Dezember 2008 damit auf
einen Betrag von Fr. 165'401.- angewachsen war.
Nach der vor diesem Hintergrund im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsver-
fahren durchgeführten Untersuchung präsentierte sich die Darlehenserhöhung per
2008 im Licht der einschlägigen Beurteilungskriterien wie folgt:
aa) Auszugehen war zunächst davon, dass die Vergabe von Darlehen nicht
zum Zweck der eine Sprachschule betreibenden C AG gehört. Allerdings ist es ge-
schäftsüblich, dass bei personenbezogenen Aktiengesellschaften der Hauptaktionär
über ein Kontokorrent verfügt, dessen Saldo in die eine oder andere Richtung aus-
schlagen kann, über die Jahre hinweg aber auch immer wieder ausgeglichen wird. Un-
ter Berücksichtigung der Grösse der erst im Jahr 2006 gegründeten Gesellschaft
("Ehepaar-AG" mit einem Aktienkapital von Fr. 100'000.-) kann von einer Kontokorrent-
verschuldung im letzteren Sinn bei einem Saldo zu Ungunsten des Aktionärs im Be-
reich von Fr. 165'000.- indes keine Rede mehr sein. Wenn die Sprachschule ihrem
Hauptaktionär ein solches Darlehen gewährte, lag dies folglich ausserhalb ihres Ge-
sellschaftszwecks.
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bb) Der Anteil des Aktionärsdarlehens am gesamten Umlaufvermögen betrug
im hier betroffenen Geschäftsjahr 2008 rund 51,55% (vgl. Jahresrechnung 2009 der C
AG mit Vorjahreszahlen im Anhang von T-act. 20). Die Zurverfügungstellung von mehr
als der Hälfte der liquiden Mittel an einen einzigen Schuldner ist aussergewöhnlich und
beinhaltet ein Klumpenrisiko, welches das Mass der Geschäftsüblichkeit bei weitem
sprengt. Hinzu kommt, dass die erst seit 2006 existierende Sprachschule noch gar
keine eigenen liquiden Mittel mit entsprechendem Anlagebedarf im Umlaufvermögen
erwirtschaftet hatte; das Eigenkapital betrug per Bilanzabschluss 2008 lediglich
Fr. 103'677.71. Wie die passive Bilanzposition "Übrige Forderungen von Dritten:
Fr. 174'118.89" aufzeigt, war die Sprachschule dementsprechend auf Fremdkapital
angewiesen, um ihrem Aktionär das fragliche Darlehen von Fr. 165'401.32 zur Verfü-
gung stellen zu können (vgl. Bilanz 2009 mit Vorjahreszahlen 2008; T-act. 20, Beilage
4). Damit riskierte sie mit Blick auf die Möglichkeit, dass das Darlehen dereinst nicht
zurückbezahlt würde, eine Überschuldung bzw. den Konkurs (vgl. Art. 725 f. OR), was
im Drittvergleich schlicht undenkbar ist.
cc) Dividenden richtete die C AG im Geschäftsjahr 2008 keine aus, was nahe-
legt, dass womöglich Gewinn in Darlehensform verdeckt ausgeschüttet worden ist.
Allerdings hatte die Gesellschaft nach dem vorstehend Gesagten in ihren ersten Ge-
schäftsjahren bis und mit 2008 erst einen Bilanzgewinn von rund Fr. 3'000.- erwirt-
schaftet und entstammten die Mittel für das Aktionärsdarlehen damit dem Eigen- und
Fremdkapital. Wenn aber das Guthaben gegenüber dem Aktionär die offenen, frei ver-
wendbaren Reserven der C AG überstiegen hat, wurde damit auch gegen das zivil-
rechtliche Verbot der Einlagenrückgewähr im Sinn von Art. 680 Abs. 2 OR verstossen.
Nach der letzten Norm steht dem Aktionär nämlich kein Recht zu, den (für die Liberie-
rung seiner Aktien) einbezahlten Betrag zurückzufordern, woraus die Rechtsprechung
ein Kapitalrückzahlungsverbot ableitet, welches auch die Gesellschaft bindet (BGE 61 I
147; Urteil 1P.573/1999 vom 3. Januar 2000, E. 4b). Die Missachtung des Verbots der
Einlagenrückgewähr steht indes bei der Frage, ob ein Darlehen als simuliert erscheint,
nicht im Vordergrund. Wenn ein simuliertes Darlehen den Bereich des Verbots tangiert,
liegt vielmehr ein Sonderfall vor, welcher mit Bezug auf die Steuerfolgen beim Aktionär
an die Möglichkeit der steuerfreien Rückzahlung von einbezahltem Kapital denken lies-
se. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Rückleistung von Kapital-
anteilen einer Aktiengesellschaft an die Anteilsinhaber indes nur bei einer förmlichen
Kapitalherabsetzung (Art. 732 OR) oder Liquidation (Art. 745 OR) steuerfrei; nicht da-
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gegen die faktische Rückzahlung des Aktienkapitals durch ein simuliertes Darlehen
(StE 1997 B. 24.4, Nr. 43, E. 5a).
dd) Ein schriftlicher Darlehensvertrag existiert nicht. Bei einem Darlehensbe-
trag von rund Fr. 165'000.- ist das im Drittvergleich ungewöhnlich. Wenn die Sprach-
schule einem unabhängigen Dritten (wie z.B. einem angestellten Lehrer) ein Darlehen
in dieser Höhe gewährt hätte, läge auf der Hand, dass die Modalitäten betreffend Hö-
he, Verzinsung, Amortisation, Kündigungsfrist, Rückzahlung und Sicherheiten mittels
eines schriftlichen Vertrags geregelt worden wären.
ee) Sicherheiten wurden gemäss Angaben der Pflichtigen nicht gestellt; auch
dies widerspricht in Anbetracht der Darlehenssumme geschäftlicher Usanz. Die
Schwere dieses Kriteriums hängt dabei aber auch von der generellen Kreditfähigkeit
des Schuldners bzw. dessen Bonität ab. Deklarierten die Pflichtigen ein steuerbares
Vermögen im Negativbereich (- Fr. 263'391.-; vgl. Steuererklärung 2008 in T-act. 4), so
deutete nichts auf eine generelle Kreditwürdigkeit und eine unproblematische Rückzah-
lung des Darlehens hin. Bei solchen Vermögensverhältnissen hätte die Sprachschule
einem unabhängigen Dritten ohne Einräumung von entsprechenden Sicherheiten mit
Bestimmtheit kein Darlehen in der hier in Frage stehenden Höhe gewährt.
ff) Das Darlehen wurde auch im Folgejahr 2009 nicht amortisiert, sondern im
Gegenteil noch weiter erhöht (Stand Ende 2009 = Fr. 187'443.26; vgl. Bilanz 2009;
T-act. 20, Beilage 4). Sodann gab der Pflichtige in der Auflageantwort vom 7. Septem-
ber 2010 an, dass zwar ein Zins von 3.25% abgemacht gewesen, dieser aber wieder-
um dem Kontokorrent belastet worden sei. Dass die C AG bei einem unabhängigen
Dritten die fehlende Amortisation, die Zusatzverschuldung und die Novation der Zinsen
hingenommen hätte, ist schwer vorstellbar.
b) Im Licht all dieser einschlägigen Kriterien konnte die Einschätzungs- und
Veranlagungsbehörde in sachgerechter Würdigung des Untersuchungsergebnisses nur
zum Schluss kommen, dass das 2008 gewährte zusätzliche Aktionärsdarlehen einem
Drittvergleich nicht standhält und damit als simuliert zu betrachten ist, was auf Stufe
des Aktionärs die einkommensseitige Erfassung des Darlehensbetrags als Beteili-
gungsertrag und die Nichtanerkennung der entsprechenden Schuld samt Schuldzinsen
nach sich zog.
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c) Zu prüfen bleibt, ob es den Pflichtigen gelungen ist, im Rahmen der Ein-
sprachen bzw. der Beschwerde und des Rekurses den Gegenbeweis zu erbringen
bzw. das Vorliegen eines einem Drittvergleich standhaltenden Darlehens nachzuwei-
sen.
3. a) Einspracheweise liessen die Pflichtigen zunächst vorbringen, dass das
fragliche Darlehen nicht der Bestreitung ihres privaten Lebensaufwands gedient habe.
Mit per 2008 erzielten Nettoeinkünften von Fr. 108'051.- (Ehemann) bzw. Fr. 96'102.-
(Ehefrau) hätten sie diesbezüglich über genügend Mittel verfügt; diese hätten auch
dazu gereicht, die Zinsen des Darlehens zu bezahlen und dieses zu amortisieren. Wei-
ter seien sie Eigentümer der C AG, welche in den Geschäftsjahren 2009 und 2010
Reingewinne von Fr. 62'000.- bzw. Fr. 250'000.- erwirtschaftet habe; dies bei einem
Substanzwert der Gesellschaft von Fr. 165'000.-. Nach der Praktikermethode errechne
sich damit ein Unternehmenswert von Fr. 600'000.-. Schliesslich seien sie auch noch
Eigentümer einer Liegeschaft mit einem Verkehrswert von Fr. 2'480'000.-, welche le-
diglich mit Fr. 1'050'000.- belehnt sei. Diese Liegenschaft solle denn auch in den
nächsten Tagen für Fr. 2.5 Mio. verkauft werden. Von einer fehlenden Bonität bzw.
einem vorhandenen Klumpenrisiko könne damit keine Rede sein. Ungeachtet des Feh-
lens einer Rückzahlungsvereinbarung liege demzufolge auch kein fehlender Rückzah-
lungswille bzw. keine objektive Unmöglichkeit der Rückzahlung vor. Wenn die Pflichti-
gen nach dem Gesagten zusammen über ein Kapital von ca. Fr. 1.5 Mio. verfügten, sei
mit Blick auf die Höhe des Darlehens auch kein Missverhältnis auszumachen. Das
Fehlen eines Darlehensvertrags ändere sodann nichts daran, dass für die Aktionäre,
welche das Darlehen bezogen hätten, immer klar gewesen sei, dass dieses verzinst
und zurückbezahlt werden müsse.
In Ergänzung zu diesen Ausführungen wurde eine vom 10. Oktober 2010 da-
tierende Bestätigung des Darlehensnehmers (des Pflichtigen) eingereicht (T-act. 20,
Beilage 5). In dieser ist festgehalten, dass Letzterer von der C AG einen Kontokor-
rentkredit von Fr. 165'401.- (Stand Ende 2008) erhalten hat, wobei folgende Vertrags-
modalitäten vereinbart worden seien:
- Darlehenszins: 3.25% pro Jahr
- Sicherheiten: keine
- Amortisation: CHF 50'000 pro Jahr, erstmals im April 2011
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Die Bestätigung – betitelt mit "zu Handen der Steuerverwaltung des Kantons
Zürich" – schloss mit der Bemerkung, dass bei Nichteinhaltung dieser Modalitäten be-
reits in Rechtskraft erwachsene Veranlagungsverfügungen aufgehoben würden.
b) Wie bereits erwähnt, ist für die Frage, ob einem Aktionärsdarlehen eine
Simulation zugrunde liegt, grundsätzlich auf die Verhältnisse im Zeitpunkt der Darle-
henshingabe abzustellen und ist Zukunftsentwicklungen nur Rechnung zu tragen, so-
weit diese damals schon absehbar waren. Ist den Steuerbehörden der Nachweis ge-
lungen, dass bereits die Darlehensgewährung simuliert ist und eine verdeckte Gewinn-
ausschüttung darstellt, so ergibt sich daraus zwangsläufig, dass allfällige spätere
Darlehensrückzahlungen durch den Darlehensschuldner steuerlich nicht als solche
betrachtet werden können, sondern als (verdeckte) Kapitaleinlagen zu qualifizieren
sind (vgl. Louis Bochud, Darlehen an Aktionäre, 1991, S. 291; StRK II, 7. Februar
2007, 2 DB.2006.150). Ein simuliertes Darlehen bzw. die damit einhergehende ver-
deckte Gewinnausschüttung an den Aktionär kann demzufolge nicht nach der Entde-
ckung durch die Steuerbehörden mittels nachträglichen Dispositionen wieder rückgän-
gig gemacht werden. Gleichermassen kann über eine bei Darlehenshingabe fehlende
Bonität des Schuldners nicht hinweggesehen werden, wenn sich diese zwischen der
Hingabe und dem Zeitpunkt der Bonitätsprüfung (z.B. aufgrund eines Lottogewinns)
verbessert hat.
aa) Bei dieser Lage der Dinge vermochte den Pflichtigen die in der vom
10. Oktober 2010 datierenden Bestätigung in Aussicht gestellte Darlehensrückzahlung
ab 2011 nicht zu helfen und gibt es keinen Grund, spätere Entwicklungen abzuwarten,
um dannzumal über die Darlehensqualifikation zu befinden und gegebenenfalls auf
rechtskräftige Veranlagungen zurückzukommen. Sodann konnten sich die Pflichtigen
mit Blick auf das Kriterium der Bonität des Aktionärs auch nicht auf den Wert der C AG
per 2009 bzw. 2010 berufen, wobei sie dem diesbezüglich behaupteten Wert aber oh-
nehin keine fundierte Unternehmensbewertung zugrunde legten, sondern bloss eine
rudimentäre, nicht transparente Eigenberechnung. Massgebend für die Bonitätsprüfung
wäre aber so oder anders der Wert der C AG per Darlehenshingabe, d.h. per 2008. Bis
dahin, d.h. in ihren beiden ersten Geschäftsjahren, hatte die Gesellschaft aber gerade
einmal eine Gewinnreserve von insgesamt rund Fr. 3'000.- erwirtschaftet (vgl. Bilanz
2009 mit Vorjahreszahlen 2008; T-act. 20, Beilage 4), so dass mit Blick auf das Fehlen
von aussagekräftigen Ertragswerten von einem Unternehmenswert im Bereich des
Substanzwerts bzw. des Eigenkapitals (= rund Fr. 100'000.-) auszugehen wäre. Davon
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gehörten dem Pflichtigen 50%, womit von einem Haftungssubstrat für das streitige Dar-
lehen keine Rede sein kann.
bb) Als Sicherheiten für Letzteres eignen sich im Übrigen primär Vermögens-
werte des Darlehensnehmers ausserhalb der darlehensgebenden Gesellschaft, denn
es kann grundsätzlich nicht in deren Interesse sein, die Rückzahlung vom eigenen
Verkauf bzw. einem Wechsel der Beteiligungsverhältnisse abhängig zu machen. Ge-
mäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung sind im Rahmen des Drittvergleichs
zwar alle Vermögenswerte des Darlehensnehmers einzubeziehen und damit auch die
Aktien der darlehensgebenden Gesellschaft; der Umstand, dass diese dem Aktionär
ein erhebliches Darlehen eingeräumt hat, darf aber in geeigneter Weise in die Bewer-
tung der Aktien einfliessen (VGr, 10. Mai 2006 = StE 2006 B.24.4 Nr. 73). Letzteres
kann etwa dadurch geschehen, dass vom ausgewiesenen Wert der Gesellschaft das in
Frage stehende Darlehen abgezogen wird, was im vorliegenden Fall zu einem Nega-
tivwert führen würde. Weiter ist zu berücksichtigen, dass bei der Frage der Kreditwür-
digkeit auch die Liquidität des Darlehensnehmers eine entscheidende Rolle spielt. Weil
vorliegend für die Rückzahlung des Darlehens weder ein bestimmter Termin, noch
Kündigungsfristen, noch der Verfall auf beliebige Aufforderung hin vereinbart worden
sind, gilt gemäss Art. 318 OR eine Rückzahlungspflicht von sechs Wochen von der
ersten Aufforderung an. Hätte demzufolge die C AG den ihrem Aktionär gewährten
Kontokorrentkredit mit Blick auf die eigene Liquidität auf sechs Wochen hin zurückge-
fordert, so hätte der Aktionär die Aktien der noch jungen Gesellschaft mit Blick auf das
für die Rückzahlung benötigte Geld in einer solch kurzen Zeitspanne kaum zu einem
guten Preis verkaufen können.
cc) Was sodann die Liegenschaft der Pflichtigen anbelangt, haben diese es
unterlassen, den behaupteten Verkehrswert von Fr. 2.5 Mio. mit geeigneten Unterlagen
zu belegen. Deklariert wurde ein vermietetes Einfamilienhaus in Dübendorf (Eigen-
tumsverhältnis 2/3 Ehemann, 1/3 Ehefrau) mit einem Steuerwert von Fr. 911'000.-, was
der Anzeige der Stadt Dübendorf betreffend die Neubewertung 2009 entspricht (vgl.
Beilagen in T-act. 11). In der hier streitigen Steuerperiode 2008 galt noch ein Steuer-
wert gemäss Bewertung 2004 von Fr. 773'000.-, was die Steuerbehörde zugunsten der
Pflichtigen denn auch korrigiert hat. Wieso dieser Liegenschaft per 2008 bereits ein
Verkehrswert von Fr. 2'480'000.- hätte zukommen sollen, wäre von den Pflichtigen zu
belegen gewesen. Indes haben sie ihre diesbezügliche blosse Behauptung weder mit
einer Schätzung noch mit Unterlagen betreffend den angeblich anstehenden Verkauf
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für Fr. 2.5 Mio. untermauert. Der Letztere hat, wie die im Rekurs- und Beschwerdever-
fahren eingereichten Akten aufzeigen, denn auch nicht stattgefunden (vgl. Vertrag
betreffend subjektiv-partielle Erbteilung vom 9. März 2011 in R-act. 13). Die vorstehen-
den Erwägungen betreffend die Liquidität des Darlehensnehmers gelten sodann auch
für die Liegenschaft; auch diese wäre im Fall der Darlehensrückforderung kaum innert
sechs Wochen zu verkaufen gewesen, und wenn doch, jedenfalls nicht zum bestmögli-
chen Preis.
dd) Die Kreditwürdigkeit des Pflichtigen wurde mit den Hinweisen auf die Wer-
te der C AG und der Liegenschaft in Dübendorf demzufolge nicht nachgewiesen. Der
Hinweis auf ein für den privaten Lebensaufwand genügendes Salär beider Pflichtigen
hilft diesbezüglich auch nicht weiter, zumal trotz dieser Saläre ja eben weder Zinszah-
lungen noch Amortisationen erfolgten. Auch sonst wurden einspracheweise keine Ar-
gumente vorgebracht, welche im Licht der einschlägigen Kriterien gegen eine Darle-
henssimulation sprechen könnten. Die eingereichte Bestätigung des Pflichtigen über
den Inhalt des mündlichen Darlehensvertrags ändert daran auch nichts. Zum einen
wurde sie nämlich erst nach der steuerbehördlichen Entdeckung der Darlehenssimula-
tion abgefasst, weshalb die Beweiskraft stark eingeschränkt ist; zum andern ist selbst
der bestätigte Inhalt nicht geeignet, die gewichtigen Kriterien der nicht nachgewiesenen
Bonität und der fehlenden Sicherheiten in ein anderes Licht zu rücken. Demzufolge hat
die Vorinstanz die Einsprachen zu Recht abgewiesen.
4. a) Beschwerde- und rekursweise wird zunächst vorgebracht, dass beide
Pflichtigen im Verwaltungsrat der C AG gewesen seien, wobei der Pflichtige am 22.
November 2010 ausgetreten sei; seither sei die Pflichtige alleinige Verwaltungsrätin.
Schon per 2008 habe der Pflichtige aber die C AG nicht nach Belieben vertreten kön-
nen, denn alle Geschäfte seien im Verwaltungsrat vorbesprochen worden und Ent-
scheide seien nur bei Einstimmigkeit zustande gekommen. Daraus folge, dass der
Pflichtige das Einräumen eines Darlehens nicht habe diktieren können; dieses sei folg-
lich zu marktkonformen Bedingungen abgewickelt worden.
Der erwähnten Einstimmigkeit im Verwaltungsrat bezüglich aller Entscheide
der Gesellschaft ist zunächst entgegenzuhalten, dass der Pflichtige gemäss Handels-
registereintrag über die Einzelunterschrift bei der C AG verfügte und er denn auch die
nachträgliche Bestätigung betreffend die Vertragsmodalitäten allein unterzeichnet hat
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(vgl. T-act. 20, Beilage 5). Eheleute, welche gemeinsam eine Aktiengesellschaft füh-
ren, sind sich im Übrigen nahestehend. Wenn die Pflichtige als Verwaltungsrätin dem
Darlehen an ihren Ehemann zugestimmt hat, so folgt daraus nicht, dass sie bei einem
ihr nicht nahestehenden Dritten in gleichen finanziellen Verhältnissen zur Darlehens-
hingabe ebenfalls Hand geboten hätte. Aus dem Umstand, dass neben dem Darle-
hensnehmer auch dessen Ehefrau im Verwaltungsrat der Darlehensgeberin sass, kann
damit nicht allen Ernstes gefolgert werden, das fragliche Darlehen halte einem Dritt-
vergleich stand und sei zu marktgerechten Bedingungen abgewickelt worden.
b) Weiter wird vorgebracht, dass insbesondere auch der vereinbarte und
durchsetzbare Zins von 3.25% marktüblich gewesen sei.
Ob dem so ist, kann dahingestellt bleiben, denn die Zinshöhe ist unter den
hier vorliegenden Umständen nicht entscheidend. Hielte nur der vereinbarte Zins ei-
nem Drittvergleich nicht stand, so erschöpfte sich die verdeckte Gewinnausschüttung
auf den Umfang der Differenz zwischen dem vereinbarten und dem marktkonformen
Zins. Vorliegend ist gestützt auf die einschlägigen Beurteilungskriterien indes davon
auszugehen, dass die per 2008 erfolgte Erhöhung des Aktionärsdarlehens als solche
dem Drittvergleich nicht standhält und mithin als steuerbares Einkommen zu erfassen
ist. Im Übrigen wurden die Zinsen nach Angaben der Pflichtigen nicht bezahlt, sondern
bloss dem Darlehen hinzugeschlagen. Wenn dergestalt das Risiko der Nichtrückzah-
lung des Darlehens auf die Darlehenszinsen ausgedehnt wurde, kommt dem Zinsfuss
keine besondere Bedeutung mehr zu. Der Zinssatz von 3.25% ist im Übrigen nicht
einmal gesichert, wurde doch im Schuldenverzeichnis die Gesamtschuld per Ende
2008 mit Fr. 165'401.- und der Zins mit Fr. 3'250.- angegeben; Belege zum Kontokor-
rent, welche eine entsprechende Zinskalkulation bzw. eine Prüfung des behaupteten
Durchschnittssaldos von Fr. 100'000.- erlaubten, wurden nie vorgelegt.
c) Was die ins Gewicht fallenden Beurteilungskriterien anbelangt, vermag die
Pflichtige beschwerde- und rekursweise die Beweislage nicht zu ihren Gunsten zu än-
dern:
aa) Zum Thema Bonität und Sicherheiten wird einerseits auf die diesbezügli-
chen Vorbringen der Einsprache bzw. auf ein vorhandenes Vermögen des Darlehens-
nehmers von Fr. 750'000.- verwiesen (= 1⁄2 des in der Einsprache auf Fr. 1.5 Mio. bezif-
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ferten Vermögens beider Pflichtigen). Diese Vorbringen wurden bereits geprüft (vgl. E.
3.c vorstehend), wobei sie sich als unbehelflich erwiesen haben.
bb) Neu wird vorgebracht, das Aktionärsdarlehen sei zwar "formell ohne
Pfandsicherheit" gewährt worden, jedoch sei von Anfang an klar gewesen, dass der
Aktionär mit Fr. 108'051.- netto per 2008 über ein genügendes Einkommen verfügt
habe, um das Darlehen samt Zins zurückzubezahlen. Das Einkommen der pflichtigen
Ehefrau von Fr. 96'102.- habe nämlich vollends genügt, um den Lebensaufwand zwei-
er Personen zu decken.
In letzterem Zusammenhang ist zunächst festzustellen, dass der Pflichtige
auch noch Unterhaltszahlungen für einen ausserhalb seines Haushalts lebenden Sohn
zu bezahlen hatte (vgl. Steuererklärung 2008, S. 1 und 3). Wenn sodann – wie bloss
behauptet und durch keinerlei konkreten Zahlen untermauert – für die Lebenshaltungs-
kosten 2008 beider Pflichtigen schon das Einkommen 2008 der Ehefrau gereicht hätte,
wäre zu erwarten gewesen, dass der Pflichtige seine Kontokorrentschuld bei der C AG
per 2008 reduziert hätte; dies z.B. durch Verrechnung mit seinem ebenfalls von der
Darlehensgeberin ausgerichteten Geschäftsführerlohn. Stattdessen wurde aber das
Darlehen im Kalenderjahr 2008 von Fr. 72'047.- auf Fr. 165'401.- erhöht. Wieso der
Pflichtige neben dem ihm angeblich ausserhalb von Lebenshaltungskosten zur Verfü-
gung stehenden Lohn von gut Fr. 100'000.- noch ein Zusatzdarlehen in annähernd
gleicher Höhe benötigte, wurde nicht erklärt. Damit ist auch in keiner Weise nachvoll-
ziehbar, wie dessen Geschäftsführerlohn als (nicht formelle) Sicherheit für das Darle-
hen hätte qualifizieren sollen. Entscheidend ist letztlich allein der Drittvergleich: Einem
unabhängigen Dritten ohne nachgewiesenes Vermögen hätte die C AG ein Zusatzdar-
lehen in der Höhe von mehr als Fr. 93'000.- gewiss nicht ohne die schriftliche Einräu-
mung von Sicherheiten bzw. allein mit Blick auf ein Jahressalär von gut Fr. 100'000.-
gewährt.
cc) Weiter wird darauf verwiesen, dass die C AG per 2009 und 2010 mit Net-
togewinnen von Fr. 62'000.- bzw. rund Fr. 250'000.- profitabel gewesen sei; der Aktio-
när hätte sich folglich eine Dividende auszahlen lassen und damit das Darlehen prob-
lemlos zurückzahlen können.
Dem steht indes erneut entgegen, dass die Verhältnisse bei Darlehensgewäh-
rung (hier 2008) entscheidend sind. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gewinne 2009 und
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2010 noch nicht bekannt und konnten diese folglich die Kreditwürdigkeit des Aktionärs
und dessen Rückzahlungsmöglichkeiten nicht verbessern. Im Übrigen wurde per 2009
trotz Gewinn von Fr. 59'152.64 eben keine Dividende ausgerichtet und wurde das Dar-
lehen per 2009 sogar noch weiter erhöht (um rund Fr. 22'000.-) und nicht amortisiert
(R-act. 3/6). Die weitere Entwicklung des Kontokorrents stützt die Behauptung der
problemlosen Rückzahlung folglich nicht.
dd) Schliesslich wird noch geltend gemacht, dass die C AG per 2008 und
2009 Umsätze von Fr. 2'067'000.- bzw. Fr. 3'300'000.- sowie per 2009 und 2010 Ge-
winne von Fr. 62'000.- bzw. Fr. 250'000.- erzielt habe. Angesichts solcher Umsatz- und
Gewinnzahlen erscheine ein ausstehendes Darlehen von Fr. 93'379.- (recte: Fr.
93'354.- = Erhöhung per 2008) als gering und habe kein Klumpenrisiko bestanden. Das
Darlehen habe denn auch nur einen Drittel der Bilanzsumme 2008 von Fr. 366'000.-
bzw. einen Fünftel der Bilanzsumme 2009 von Fr. 496'000.- ausgemacht. Selbst bei
einem Ausfall des Darlehensnehmers wäre die Darlehensgeberin demzufolge nicht in
Konkurs gefallen. Mit den vorhandenen Aktiven habe das Risiko aufgefangen werden
können bzw. seien Umsatz und Gewinn genügend gross gewesen, um einen solchen
Ausfall zu verkraften.
Umsatz- und Gewinnzahlen sind zunächst keine Bezugsgrössen im Zusam-
menhang mit der Frage eines vorhandenen Klumpenrisikos. Bei letzterem geht es um
den Anteil, welche das (gesamte) Darlehen an den liquiden Mitteln der Gesellschaft
ausmacht. Dieser betrug im hier betroffenen Geschäftsjahr 2008 rund 51,55%, was
weit ausserhalb eines geschäftsüblichen Rahmens liegt (vgl. vorn, E. 2.bb). Sodann
trifft es auch nicht zu, dass die Gesellschaft den Ausfall des Darlehens verkraftet hätte.
Die Pflichtigen sehen darüber hinweg, dass die Gesellschaftaktiven zum grossen Teil
fremdfinanziert waren und das Aktivdarlehen das vorhandene Eigenkapital überstiegen
hat. Ein Ausfall hätte damit in die Überschuldung und nach Art. 725 f. OR letztlich in
den Konkurs geführt.
d) Zusammenfassend bleibt es dabei, dass die dem Pflichtigen von der C AG
per 2008 gewährte Darlehenserhöhung von Fr. 93'354.- als simuliert qualifiziert. Denn
die Sprachschule gewährte ihrem Hauptaktionär dieses Darlehen ohne betrieblichen
Grund, unter Aufnahme von Fremdkapital sowie ohne jegliche Sicherheiten, obwohl sie
in Kenntnis der negativen Vermögensdeklaration der Pflichtigen damit rechnen musste,
auf eine Rückzahlung womöglich verzichten zu müssen. Die Darlehensvergabe per
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2008 ist dementsprechend allein mit dem Nahestehendenverhältnis zu erklären. Im
entsprechenden Umfang wurde das Darlehen mithin zu Recht als steuerbarer Beteili-
gungsertrag des Pflichtigen erfasst; ebenfalls als korrekt erweist sich die vermögens-
seitige Nichtanerkennung der deklarierten Darlehensschuld und die damit einherge-
hende (anteilsmässige) Aufrechnung der deklarierten Schuldzinsen.
Die angefochtenen Einspracheentscheide bzw. die mit diesen festgelegten
Steuerfaktoren sind demzufolge zu bestätigen.
5. a) Nach alledem sind die Beschwerde und der Rekurs abzuweisen.
b) Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen.
Eine Parteientschädigung ist ihnen weder im Beschwerde- noch im Rekursverfahren
zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).