# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9d401302-b677-4a2d-af48-971f052d321c
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
A. A (nachfolgend der Pflichtige) deklarierte in den Steuererklärungen 2001
bis 2007 Kontokorrentschulden gegenüber der im Blumenhandel tätigen A AG von
Fr. 2'053'485.- (Ende 2001), Fr. 1'420'485.- (Ende 2002), Fr. 1'360'485.- (Ende 2003
und 2004) bzw. Fr. 1'360'000.- (Ende 2005, 2006 und 2007). In der Steuererklärung
2008 führte er diese Schuld nicht mehr auf.
Mit Auflage vom 28. Oktober 2010 forderte der Steuerkommissär eine ent-
sprechende Erklärung. Dabei verlangte er neben den Darlehens- und Kontokorrent-
verträgen insbesondere Belege betreffend eine allfällige Rückzahlung per 2008 oder
aber Korrespondenzen und Vereinbarungen betreffend einen allfälligen Schulderlass.
Der Pflichtige teilte mit Auflageantwort vom 25. November 2010 mit, dass die A AG
durch Verfügung des Konkursrichters im Handelsregister gelöscht worden sei. Die For-
derung gegenüber dem Pflichtigen sei von der Konkursverwaltung nicht geltend ge-
macht worden. In der Folge unterbreitete ihm der Steuerkommissär einen Einschät-
zungsvorschlag, in welchem er vorsah, die weggefallene Schuld als steuerbares
Einkommen zu erfassen. Nachdem der Pflichtige darauf nicht reagiert hatte, nahm er
mit Einschätzungsentscheid (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. Veranlagungsverfü-
gung (direkte Bundessteuer) vom 1. bzw. 22. Februar 2011 eine entsprechende Ein-
kommensaufrechnung in der Höhe von Fr. 1'360'000.- vor. Gestützt darauf und auf-
grund weiterer kleinerer Korrekturen resultierten für die Steuerperiode 2008 die
folgenden Faktoren:
Staats- und Gemeindesteuern Direkte Bundessteuer
Fr. Fr.
Steuerbares Einkommen 1'415'600.- 1'416'600.-
Satzbestimmendes Einkommen 1'415'600.-
Steuerbares Vermögen 257'000.-
Satzbestimmendes Vermögen 352'000.-.
B. Hiergegen liess der Pflichtige am 3. bzw. 18. März 2011 Einsprache erhe-
ben und beantragen, auf die einkommensseitige Aufrechnung des Darlehenserlasses
sei zu verzichten. Zur Begründung wurde lediglich angeführt, dass der Erlass ohne
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Einfluss des Pflichtigen erfolgt sei bzw. dass die Konkursverwaltung die Forderung
gegenüber diesem nicht geltend gemacht habe.
Mit Auflage vom 14. Juni 2011 bzw. Mahnung vom 15. November 2011 führte
das kantonale Steueramt eine ergänzende Untersuchung im Einspracheverfahren
durch. Dabei wurden noch einmal die Gründe des Darlehenserlasses erfragt und Kor-
respondenzen mit der Konkursverwaltung eingefordert. Zudem wurden die Vermö-
gensverhältnisse des Pflichtigen näher untersucht und in diesem Zusammenhang Un-
terlagen betreffend den Verkehrswert der Liegenschaften und einer privaten Sammlung
des Pflichtigen einverlangt. Der Letztere reagierte darauf nicht.
Das kantonale Steueramt hiess die Einsprachen am 22. März 2012 teilweise
gut, indem es die Einkommensfaktoren um Fr. 560'000.- reduzierte bzw. neu wie folgt
festlegte:
Staats- und Gemeindesteuer Direkte Bundessteuer
Fr. Fr.
Steuerbares Einkommen 855'600.- 856'300.-
Satzbestimmendes Einkommen 855'600.-.
Das Steueramt erwog, dass der Darlehensverzicht lediglich im Umfang der
Werthaltigkeit des Darlehens als Einkommen zu besteuern sei. Weil der Pflichtige die
Auflage betreffend die Werthaltigkeit seiner Vermögenswerte nicht erfüllt habe, müsse
die Werthaltigkeit der Darlehensforderung im Betrag von Fr. 1'360'000.- nach pflicht-
gemässem Ermessen geschätzt werden, und zwar auf Fr. 800'000.-. Hinsichtlich der
Staats- und Gemeindesteuern auferlegte das kantonale Steueramt dem Pflichtigen die
Verfahrenskosten von Fr. 1'300.-.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 20./21. April 2012 liess der Pflichtige be-
antragen, auf die einkommensseitige Aufrechnung des Darlehenserlasses im Umfang
von Fr. 800'000.- zu verzichten. Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass sich der
Vermögensstand des Pflichtigen per Ende 2008 auf lediglich Fr. 405'500.- belaufen
habe. Aufgrund seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit hätte er demnach seinerzeit
lediglich Fr. 400'000.- in die Konkursmasse einschiessen können. Um die aus der an-
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gefochtenen Einschätzung resultierende Steuerschuld von rund Fr. 325'000.- bezahlen
zu können, müsste er sein ganzes Vermögen verkaufen. Aus dem Einkommen könnte
er die Steuerschuld nicht begleichen, zumal er per 2012 das Pensionsalter erreiche
und danach nur noch über ein Renteneinkommen verfüge. Der Verkauf der Vermö-
genswerte, insbesondere der selbst genutzten Wohnung in B, würde sodann auch sei-
ne Altersvorsorge gefährden. Er müsste deshalb Steuererlass beantragen und es wäre
zu befürchten, dass er letztlich von der Sozialhilfe abhängig würde. Beigelegt waren
diesen Ausführungen zwei Verkehrswertschätzungen zu den beiden Wohnungen des
Pflichtigen in B und C.
Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 4. Juni 2012 auf
Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich
nicht vernehmen.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Der direkten Bundessteuer als Einkommenssteuer natürlicher Personen
unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte mit Ausnahme der Kapital-
gewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundes-
gesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG). Als steuerba-
re Einkünfte gelten namentlich das Einkommen aus unselbstständiger und selbst-
ständiger Erwerbstätigkeit (Art. 17 und Art. 18 DBG) sowie aus beweglichem und un-
beweglichem Vermögen (Art. 20 und 21 DBG).
b) Streitig ist vorliegend die steuerliche Behandlung eines Forderungsver-
zichts zugunsten einer Privatperson. Soweit es um den Erlass einer Geschäftsschuld
geht, ist diesbezüglich anerkannt, dass Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätig-
keit im Sinn von Art. 18 DBG vorliegt (BGE 133 V 105, nicht publizierte E. 3.2;
vgl. auch Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 31 Rz. 15 DBG;
Reich/Züger, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008,
Art. 31 N 18 DBG).
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Vorliegend hat eine konkursite Aktiengesellschaft gegenüber ihrem Hauptakti-
onär aus nicht bekannten Gründen auf eine Forderung in Millionenhöhe verzichtet.
Dieser Vorgang stellt nach der massgebenden Reinvermögenszugangstheorie (BGr,
27. Januar 2003, 2P. 233/2002, E. 3.2 = StE 2003 B 21.1 Nr. 11) eine Einkunft im Sinn
der Einkommensgeneralklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG dar (Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 16 N 10; Locher, Art. 16
Rz. 17 DBG e contrario; Reich, Art. 16 Rz. 26 DBG). Fragen liesse sich höchstens, ob
es sich bei diesem Reinvermögenszugang um einen – im Privatvermögen – steuerfrei-
en Kapitalgewinn handelt (Art. 16 Abs. 3 DBG). Diese Ansicht ist indes abzulehnen
(BGr, 13. August 2008, StE 2009 B 21.1 Nr. 18 = ZStP 2008, 300). So fehlt es nämlich
schon am Element der Veräusserung als Merkmal des Kapitalgewinns; vielmehr geht
es hier um die Beendigung der Gläubiger/Schuldner-Beziehung.
Denkbar wäre allenfalls noch, dass eine Schuld schenkungshalber erlassen
wird (Reich, Art. 16 Rz. 26 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 10), was
aber im Verhältnis einer kreditgewährenden Aktiengesellschaft zu ihrem Kreditnehmer
nicht zu vermuten und hier auch nicht behauptet worden ist; eine gewinnorientierte
Aktiengesellschaft macht nämlich naturgemäss keine Geschenke. Letzteres gilt mit
Blick auf die Interessen der Gläubiger auch für eine Aktiengesellschaft, welche in Kon-
kurs gefallen ist. Hinzu kommt, dass hier ein Verhältnis unter Nahestehenden vorliegt
(Gesellschaft und beherrschender Aktionär). Leistungen der Gesellschaft an einen Na-
hestehenden müssen stets auch einem Drittvergleich standhalten, ansonsten von einer
geldwerten Leistung bzw. einer verdeckten Gewinnausschüttung der Gesellschaft an
diesen auszugehen ist (vgl. Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG). Zwar wird hier das Nahestehen-
denverhältnis durch den Umstand gemildert, dass über der A AG gemäss Handelsre-
gisterauszug der Konkurs eröffnet worden ist, womit über den in Frage stehenden
Schulderlass letztlich wohl nicht der Pflichtige selbst hat entscheiden können. Indes hat
dieser trotz entsprechenden Untersuchungen der Steuerbehörde die Verhältnisse rund
um diesen Konkurs nicht offengelegt und blieb insbesondere unerklärt, aus welchen
Gründen die Konkursverwaltung bzw. letztlich die Gläubigerversammlung auf die For-
derung ihm gegenüber verzichtet hat. Dass der Pflichtige darauf allenfalls indirekt hat
Einfluss nehmen können, ist somit nicht auszuschliessen.
c) Damit ist in einem ersten Schritt festzuhalten, dass dem Pflichtigen im Zu-
sammenhang mit der per 2008 weggefallenen Schuldverpflichtung gegenüber der
A AG steuerbares Einkommen zugeflossen ist.
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2. a) Steuerbar ist der Wegfall einer privaten Schuldverpflichtung nur insoweit,
als die dieser zugrunde liegende Forderung im Zeitpunkt des Wegfalls noch werthaltig
war (StRK I, 25. Mai 2007, 1 ST.2007.64/65; VGr, 12. Dezember 2007,
SB.2007.00062/63; BGr, 13. August 2008, StE 2009 B 21.1 Nr. 18 = ZStP 2008, 300).
Als Extrembeispiel stellt demnach der Wegfall eines Nonvaleurs kein Einkommen dar
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 10).
b) Im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsentscheid hat die Steuerbehörde die
Frage der Werthaltigkeit der erlassenen Forderung nicht aufgeworfen, doch hat sie
dies alsdann im Einspracheverfahren nachgeholt. Naheliegenderweise hat sie dabei
zunächst eine Untersuchung betreffend die Vermögensverhältnisse des Pflichtigen
eingeleitet, steht doch die Werthaltigkeit einer Forderung in direktem Zusammenhang
mit dem Haftungssubstrat des Schuldners. Auf die deklarierten Steuerwerte konnte sie
dabei insoweit nicht direkt abstellen, als der Pflichtige ausserhalb von Guthaben auf
Bankkonti auch Vermögenswerte deklarierte, hinsichtlich welcher die tatsächlichen
Verkehrswerte von den aufgeführten Steuerwerten abweichen können. Dies betrifft in
concreto die nicht näher bezeichneten "Sammlungen" im Wert von Fr. 87'500.-, die
selbstbewohnte 6.5-Zimmer-Eigentumswohnung in B, die Ferienwohnung in C sowie
zwei Landparzellen in D und E. Nachdem der Pflichtige auf die entsprechende Auflage
vom 14. Juni 2011 bzw. Mahnung vom 15. November 2011 jedoch nicht reagiert hatte,
blieben die Verhältnisse ungewiss, weshalb die Einsprachebehörde die Werthaltigkeit
der Forderung bzw. die dafür massgeblichen Vermögensverhältnisse zu Recht nach
pflichtgemässem Ermessen im Sinn von Art. 130 Abs. 2 DBG geschätzt hat. Dabei
ging sie davon aus, dass dem Pflichtigen aufgrund seiner Vermögensverhältnisse ein
geschätzter Betrag von Fr. 800'000.- zur Verfügung gestanden hätte, welcher zur Til-
gung seiner Schuld gegenüber der A AG hätte verwendet werden können. Dieser Be-
trag übersteigt das deklarierte steuerbare Vermögen um rund Fr. 550'000.-.
c) Eine zu Recht ergangene Ermessensveranlagung kann der Steuerpflichtige
gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Diese
Normen enthalten eine Kognitionsbeschränkung der Prüfungsinstanzen, welche eine
zu Recht getroffene Ermessensveranlagung nur aufheben können, wenn sie sich als
offensichtlich falsch erweist. Den entsprechenden Nachweis kann der Steuerpflichtige
auf zwei Arten erbringen (Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer-
recht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 132 N 39 ff. DBG, auch zum Folgenden): Vorab kann
er den tatsächlichen Sachverhalt dartun und den entsprechenden Nachweis leisten, mit
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der Folge, dass die im Streit stehende Ermessenseinschätzung durch eine ordentliche
Veranlagung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Einschät-
zungen geltenden Regeln ermittelt werden. Ist das nicht möglich oder misslingt dies,
kann der Steuerpflichtige sodann darlegen und nachweisen, dass die angefochtene
Einschätzung offensichtlich unrichtig (namentlich zu hoch) ist. Als offensichtlich unrich-
tig erweist sich eine Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkenn-
bar pönal oder fiskalisch begründet) ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen,
-methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Ver-
hältnissen aufgrund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel,
Art. 132 N 52). Ist dieser Nachweis geleistet, bleibt es zwar bei einer Ermessensveran-
lagung, doch wird die angefochtene durch eine neue (tiefere) Schätzung der Rechts-
mittelinstanz ersetzt.
Dem Steuerrekursgericht sind weitere Untersuchungen verwehrt. Es hat bei
seiner eingeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensichtliche
Unrichtigkeit hin nur jene Schriftstücke zu berücksichtigen, welche im Zeitpunkt der
Entscheidfällung vorliegen und den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder
zumindest als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (VGr, 27. Mai 1986, SB 10/1986
und 11. September 1986, SB 38/1986; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im
Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 144).
d) aa) Zu den "Sammlungen", welche der Pflichtige per Ende 2008 mit einem
Wert von Fr. 87'500.- deklariert hatte, wird beschwerde- und rekursweise angeführt,
dass es sich hierbei um Gedenkmünzen aus den 60er und 70er-Jahren handle. Deren
Wert übersteige kaum mehr den Ausgabewert, denn heute bestehe wenig Nachfrage
nach solchen Münzen. Deshalb müsse die Werthaltigkeit der Münzsammlung ange-
zweifelt werden bzw. sei ihr Wert auf Fr. 50'000.- zu schätzen.
Der Sachverhalt rund um diese Münzsammlungen wurde mit diesen Erklärun-
gen und Behauptungen kaum erhellt. Weder wurde ein Inventar mit Anzahl und
Nennwert der Münzen eingereicht, noch beispielsweise ein allfälliger Versicherungs-
nachweis. Nicht einmal der erwähnte Ausgabewert der gesamten Sammlung wurde
genannt. Damit besteht kein Anlass, bei diesem Vermögenswert nicht wenigstens vom
per Ende 2008 selbstdeklarierten Wert von Fr. 87'500.- auszugehen.
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bb) Betreffend die 6.5-Zimmer-Eigentumswohnung in B und die 3.5 Zimmer-
Ferienwohnung in C hat der Pflichtige zwei Verkehrswertschätzungen einreichen las-
sen. Dabei wird der Verkehrswert der ersteren Liegenschaft per Stichtag 1. Juli 2008
mit Fr. 760'000.- und derjenige der Letzteren per Stichtag 1. September 2008 mit
Fr. 380'000.- angegeben.
Die Vorinstanz weist vernehmlassungsweise darauf hin, dass diese Schät-
zungen aufgrund von nicht transparenten Objektbeschrieben nicht abschliessend beur-
teilbar seien. Das Gutachten betreffend die Ferienwohnung enthalte auf Seite 3 sodann
eine Dateninkonsistenz hinsichtlich der der Schätzung zugrunde liegenden Faktoren.
Die Eigentumswohnung in B erscheine sodann generell als zu tief bewertet.
Der Vorwurf der fehlenden Beurteilbarkeit der Gutachten wegen nicht transpa-
renten Objektbeschrieben erscheint nicht berechtigt. In den Gutachten wurde zwar auf
detaillierte Kurzbau- und Raumbeschriebe verzichtet; dies aber jeweils mit der Begrün-
dung, dass die Liegenschaft "den Beteiligten" bekannt sei. Es wird zudem auf Pläne
mit Flächenangaben und Raumaufteilungen sowie auf eine Begehung verwiesen. Der
fehlende Kurzbau- und Raumbeschrieb in Worten ändert somit nichts daran, dass die
Gutachten auf die tatsächlichen Gegebenheiten abstellen und insgesamt einen seriö-
sen und fachmännischen Eindruck hinterlassen. Nicht nachvollziehbar ist im Weiteren
der Vorwurf der Dateninkonsistenz hinsichtlich der der Schätzung zugrunde liegenden
Faktoren im Gutachten der Ferienwohnung; dieses Gutachten ist diesbezüglich denn
auch völlig identisch aufgebaut wie das insoweit nicht kritisierte Gutachten der Eigen-
tumswohnung. Ausgearbeitet wurden die beiden Gutachten von F, am 9. Juli bzw.
20. September 2008. Damit ist davon auszugehen, dass hier nicht Parteigutachten
vorliegen, welche mit Blick auf das vorliegende Verfahren im Nachhinein erstellt wor-
den sind. Der Hinweis darauf, dass die Liegenschaft "den Beteiligten" bekannt sei,
lässt hinter dem Schätzungsauftrag allenfalls einen güterrechtlichen Zusammenhang
oder ein Zusammenwirken von Verkäufer und potentiellem Käufer vermuten, was für
die Neutralität des Gutachtens spricht. Zu beachten ist im Weiteren, dass es hier letzt-
lich um die Schätzung der Werthaltigkeit einer Forderung geht; in diesem Rahmen
kann aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht jeder einzelne Wert im Vermögen
des Pflichtigen mittels Gutachten oder gar Obergutachten ermittelt werden.
Bei dieser Lage der Dinge ist demnach davon auszugehen, dass der Pflichtige
mit den beiden Gutachten einigermassen glaubwürdig nachweisen konnte, dass im
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Zeitpunkt des Schulderlasses per Frühjahr 2008 der Verkehrswert der beiden Woh-
nungen rund Fr. 760'000.- bzw. Fr. 380'000.- betrug.
cc) Neben den vorerwähnten Liegenschaften deklarierte der Pflichtige per
2008 noch zwei Parzellen "Blautannenland", welche in Landwirtschaftszonen liegen.
Dabei gab er den Verkehrswert der Parzelle in D mit Fr. 80'000.- und denjenigen einer
Parzelle in E mit Fr. 38'000.- an. Beschwerde- und rekursweise lässt er ausführen,
dass der Blautannenbestand auf diesen Parzellen überaltert sei und erneuert werden
sollte; seine finanzielle Lage habe dies bis heute verhindert. Die Blautannen würden für
Grabschmuck an Allerheiligen verwendet. Nach dem Konkurs der A AG hätten sich die
Absatzmöglichkeiten stark verringert, was auch aus den aktuellen Steuererklärungen
ersichtlich sei. Zudem werde der Absatz durch den Import vom Ausland konkurrenziert.
Der landwirtschaftliche Ertragswert betrage gemäss Auskunft der Gemeinden Fr. 7.65
(D) bzw. Fr. 6.50 (E), was bei Landflächen von 5'646 m2 bzw. 3'000 m2 Werte von
Fr. 43'000.- bzw. Fr. 19'500.- ergebe.
Diese Angaben sind wenig substanziiert und durch keinerlei Beweismittel be-
legt. Absatzrückgänge bei Tannenverkäufen, welche in aktuellen Steuererklärungen
ersichtlich wären, können sodann nicht auf die hier interessierenden Verhältnisse per
2008 zurückwirken. Auszugehen ist deshalb für die Schätzung von den seinerzeit de-
klarierten Steuerwerten von Fr. 80'000.- bzw. Fr. 38'000.-, ist doch davon auszugehen,
dass diese Werte damals den einschlägigen steueramtlichen Bewertungsvorschriften
entsprochen haben und sie damit zumindest die Verkehrswert-Untergrenze der beiden
zum Blautannenanbau verwendeten Parzellen definieren.
dd) Gestützt auf die vorgelegten Unterlagen lassen sich die Vermögensver-
hältnisse des Pflichtigen per 2008 wie folgt schätzen:
Fr.
Wertschriften und Guthaben 32'120.-
wie deklariert
Münzsammlungen 87'500.-
wie deklariert
Eigentumswohnung B 760'000.-
gem. Gutachten, statt Steuerwert Fr. 705'000.-
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Eigentumswohnung C 380'000.-
gem. Gutachten statt Steuerwert Fr. 225'000.-
Blautannenland D 80'000.-
wie deklariert
Blautannenland E 38'000.-
wie deklariert
Total 1'377'620.-
./. Schulden 889'000.-
wie deklariert
Total Vermögen 488'620.-
Total Vermögen gerundet 500'000.-.
e) Hätte die Konkursverwaltung die streitbetroffene Forderung über
Fr. 1'360'000.- geltend gemacht, ist demnach damit zu rechnen, dass sie vom Pflichti-
gen noch rund Fr. 500'000.- (und nicht wie von der Vorinstanz geschätzt Fr. 800'000.-)
hätte eintreiben können. Zwar ist mit Bezug auf die überbauten Liegenschaften einzu-
werfen, dass diesbezügliche Verkehrswertgutachten allgemein eine Schätzungsband-
breite von +/- 10% nahelegen, indes ist gleichermassen zu bedenken, dass bei einer
Zwangsversteigerung in der Regel nicht Höchstpreise erzielt werden. Von daher be-
steht kein Anlass, die Schätzungsbandbreite zu Ungunsten des Pflichtigen zu berück-
sichtigen.
f) Damit steht fest, dass es dem Pflichtigen gelungen ist, die quantitative
offensichtliche Unrichtigkeit der vorinstanzlichen Werthaltigkeitsschätzung nachzuwei-
sen. Auszugehen ist davon, dass dem Pflichtigen im Rahmen der ihm erlassenen For-
derung von Nominal Fr. 1'360'000.- unter Berücksichtigung der Werthaltigkeit dieser
Forderung ein Einkommen in der Höhe von Fr. 500'000.- zugeflossen ist. Dies führt
gegenüber den Einspracheentscheiden zu einer Reduktion des steuerbaren Einkom-
mens um Fr. 300'000.-.
3. Die §§ 16 bis 24 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997
(StG) entsprechen weitestgehend den einschlägigen Normen des Bundesrechts
(Art. 16 bis 24 DBG). Daraus folgt, dass die zum DBG ergangene Rechtsprechung
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ebenfalls für die kantonalen Steuern massgebend ist (vgl. Urteil 2A.390/2006 vom
28. November 2006, E. 3, www.bger.ch). Dies führt vorliegend für die Staats- und Ge-
meindesteuern zum gleichen Ergebnis wie bei der direkten Bundessteuer, und es kann
auf die vorstehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden.
4. a) Anzumerken bleibt, dass die Vorbringen des Pflichtigen betreffend Zahl-
barkeit der entstehenden Steuerschulden für die Veranlagung bzw. Einschätzung ohne
Belang sind; sie gehören in den Bereich des Steuererlassverfahrens. Ob ein solches
nach der nun erfolgten Reduktion der steuerbaren Einkommen einerseits und den seit
2008 stark gestiegenen Liegenschaftspreisen andrerseits noch Aussicht auf Erfolg ha-
ben könnte, ist zu bezweifeln, hier aber nicht zu entscheiden.
b) Nicht weiter nachzugehen ist sodann dem beiläufigen Hinweis in der
Beschwerde- und Rekursschrift, wonach die A AG die Forderung per 2003 um
Fr. 1'250'000.- wertberichtigt habe, fehlen doch diesbezügliche Beweismittel und wird
in diesem Zusammenhang lediglich von einer unvollständigen Buchhaltung 2003 der
A AG gesprochen. Auszugehen ist folglich von den Schulddeklarationen des Pflichti-
gen, welche bis 2007 auf Fr. 1'360'000.- lauteten.
c) Nach alledem sind die einkommensseitigen Steuerfaktoren unter Vornahme
einer Reduktion von Fr. 300'000.- neu wie folgt festzusetzen:
Staats- und Gemeindesteuer Direkte Bundessteuer
Fr. Fr.
Steuerbares Einkommen 555'600.- 556'300.-
Satzbestimmendes Einkommen 555'600.-.
d) Damit sind Beschwerde und Rekurs teilweise gutzuheissen. Die Kostenauf-
lage im Einspracheverfahren der Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 1'300.- ist auf-
zuheben, da sich die Einsprache nicht gegen eine Ermessenseinschätzung richtete
(§ 142 Abs. 2 StG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten
Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 142 N 16). Die Kosten des vorliegenden Verfah-
rens sind dagegen trotz des teilweisen Obsiegens vollständig dem Pflichtigen aufzuer-
legen, weil dieser bei pflichtgemässem Verhalten schon im Einspracheverfahren zu
seinem Recht gekommen wäre (Art. 144 Abs. 2 DBG; § 151 Abs. 2 StG).
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