# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b146db10-f929-4413-b146-fb745a4cdf97
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren
des Bezirksgerichtes Winterthur vom 3. März 2015; Proz. FE140404
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Rechtsbegehren: (sinngemäss)
"Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden."
Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur:
1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.
2. Die Kinder C._, geboren am tt.mm.1997, D._, geboren am
tt.mm.2000, und E._, geboren am tt.mm.2003, werden unter der  elterlichen Sorge der Parteien belassen.
3. Die Obhut für die Kinder C._, D._ und E._, wird der Mutter zu-
geteilt. Dementsprechend befindet sich der Wohnsitz der Kinder bei der .
4. Die Vereinbarung der Parteien vom 3. März 2015 über ihre Anteile an der
Betreuung der Kinder C._, D._ und E._ und der Verteilung der Unterhaltskosten wird genehmigt. Sie lautet wie folgt:
a) Auf die ausdrückliche Regelung der Betreuungsanteile sei mit Rück-
sicht auf das Alter der Kinder zu verzichten. Die Eltern einigen sich darüber in Absprache mit den Kindern untereinander.
Grundsätzlich betreut der Vater die Kinder - jedes zweite Wochenende von Samstag Morgen bis Sonntag
Abend - an ungefähr der Hälfte der Feiertage - während mindestens 3 Wochen Ferien pro Jahr.
Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils  ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der  der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.
b) Die Parteien vereinbaren, dass die Erziehungsgutschriften für die Be-
rechnung künftiger AHV-/IV-Renten ausschliesslich der Mutter  werden. Die Parteien werden die betroffenen  über diese Regelung informieren.
c) aa) Der Vater sei zu verpflichten, der Mutter an die Kosten des Unter-
halts und der Erziehung der Kinder monatliche, im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Beiträge von Fr. 1'000.– pro Kind zu entrichten, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar bis zum ordentli-
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chen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung, auch über die Mündigkeit hinaus, solange die Kinder im Haushalt der Mutter leben und keine eigenen Ansprüche stellen bzw. keinen anderen  bezeichnen. Diese Unterhaltsbeiträge seien folgender Indexierung zu unterstellen:
"Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der  des Bundesamtes für Statistik zum Stande von Ende  2015 (98,2 Punkte auf der Basis Dezember 2010 = 100,0 Punkte). Sie werden jeweils mit Wirkung ab 1. Februar jeden Jahres der seit Ende Dezember eingetretenen Indexveränderung nach folgender  angepasst, erstmals per 1. Februar 2016:
Unterhaltsbeitrag gemäss Scheidungsurteil Neuer Unterhaltsbeitrag = x Indexstand Ende Vorjahr
_ Indexstand Ende Januar 2015 (98,2)".
bb) Ausserordentliche Kinderkosten (z.B. Zahnkorrekturen, Kosten für schulische Förderungsmassnahmen, Ferien- oder Schullager etc.) übernehmen die Parteien je zur Hälfte, soweit sie nicht von  oder Dritten übernommen werden. Voraussetzung für diese  Kostentragung ist, dass sich die Parteien vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so trägt der veranlassende Elternteil die entsprechende Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Geltendmachung der  bleibt vorbehalten.
5. Die Vereinbarung der Parteien vom 3. März 2015 über die Scheidungsfolgen
wird genehmigt. Sie lautet wie folgt:
a) Jede Partei ist Eigentümerin derjenigen Gegenstände und Werte, die sie gegenwärtig besitzt bzw. auf deren Namen sie lauten.
b) Jede Partei übernimmt die von ihr eingegangenen bzw. auf sie lauten-
den Schulden.
c) Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin persönlich ab Rechtskraft
des Scheidungsurteils bis 31. Januar 2019 monatliche  von Fr. 1'300.– im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
Diese Unterhaltsbeiträge unterstehen der gleichen Indexierung wie die Unterhaltsbeiträge für die Kinder. Für den Fall, dass das  des Beklagten sich nicht in einem der Indexveränderung  Umfang erhöht hat, erfolgt die Anpassung lediglich im  der effektiven Lohnerhöhung. Der Beklagte hätte in einem  Falle durch Vorlage der entsprechenden Lohnausweise an die
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Klägerin den Beweis dafür zu erbringen, dass sich sein  nicht entsprechend der Indexveränderung erhöht hat.
d) Dieser Vereinbarung liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Par-
teien zugrunde:
Erwerbseinkommen: - Klägerin: Fr. 2'000.– netto, zuzüglich Kinderzulagen - Beklagter: Fr. 7'200.– netto, inkl. allfälliger 13. Monatslohn
(für Nebenberufstätigkeit), zuzüglich Kinderzulagen;
Bedarf: - Klägerin: Fr. 7'570.– - Beklagter: Fr. 2'880.– - Zur Deckung des gebührenden Unterhalts der Klägerin fehlender Betrag (gem. Art. 129 Abs. 3 ZGB; Art. 282 Abs. 1 Bst. c ZPO): Fr. 1'000.– (mit Altersvorsorge).
e) Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin in Abgeltung ihrer vor-
sorgerechtlichen Ansprüche gestützt auf Art. 124 Abs. 1 ZGB eine  Entschädigung im Betrag von Fr. 110'000.– zu bezahlen, zahlbar bis 1. Oktober 2015, längstens bis 1. Dezember 2015.
f) Mit Vollzug dieser Vereinbarung sind die Parteien in ehe-, scheidungs-,
güter- und vorsorgerechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt und stellen keine weiteren Ansprüche gegeneinander.
6. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'200.– festgesetzt. Verzichten die Parteien auf eine Begründung des Entscheids, wird die Ent-
scheidgebühr auf zwei Drittel ermässigt.
7. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
Die Mehrkosten für einen begründeten Entscheid trägt diejenige Partei, die eine Begründung verlangt.
8. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf Parteientschädigung wird Vormerk genommen.
9/10. (Mitteilungen, Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
des Beklagten (act. 23, sinngemäss):
Es seien die Unterhaltsbeiträge für die Klägerin zu streichen, und es sei von geänderten Grundlagen der Berechnung Vormerk zu nehmen.

## Considerations

Erwägungen:
1. Das Scheidungsverfahren wurde mit der Klage vom 11. Dezember
2014 eingeleitet (act. 1). Mit Verfügung vom 28. Januar 2014 (act. 3) forderte die
Einzelrichterin die Parteien auf, detaillierte Unterlagen einzureichen, was beide
Seiten taten (act. 8/1-33 und 10/1-42). In der Einigungsverhandlung vom 3. März
2015 unterzeichneten beide Parteien eine umfassende Konvention (act. 14). Mit
Urteil vom gleichen Tag schied die Einzelrichterin die Ehe der Parteien und regel-
te die Folgen der Scheidung entsprechend der Konvention.
Das Urteil wurde beiden Parteien am 10. März 2015 zugestellt, und am
12. März 2015 ging beim Gericht ein Schreiben des Klägers ein, in welchem er -
bereits mit einer Begründung, weshalb er mit dem Dispositiv nicht einverstanden
war - eine Begründung des Entscheides verlangte (act. 19). Das vollständige Ur-
teil ging ihm am 20. März 2015 zu (act. 21), und am 30. März 2015 gab er die Be-
rufung dagegen zur Post (act. 23).
2. Die Akten der ersten Instanz wurden beigezogen. Es wurde keine Be-
rufungsantwort eingeholt, und es wurden keine weiteren prozessleitenden Anord-
nungen getroffen.
Die Sache ist spruchreif.
3.1 Die Berufung muss einen Antrag und eine Begründung enthalten. Bei
Laien wird dazu wenig verlangt. Es muss immerhin deutlich werden, wie das Urteil
nach Auffassung des Berufungsklägers lauten soll, und es muss eine wenn auch
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nur minimale Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Ent-
scheides stattfinden.
Der Berufungskläger erklärte schon in seinem Begehren um Begründung
des Urteils, "es ist mir nicht möglich den Unterhalt von CHF 1'300 pro Monat für
meine Frau zu bezahlen" (act. 19). In der Berufung verlangt er nun ausdrücklich,
"im Absatz III. Über die Folgen der Scheidung schliessen die Parteien folgende
Vereinbarung den Punkt 3 zu streichen und den Punkt 4 der Realität anzupassen"
(act. 23). Das ist insofern wohl nicht ganz so gemeint, als das Zitat aus den Erwä-
gungen entnommen ist. Es gibt wieder, was die Parteien in der Verhandlung vom
3. März 2015 der Richterin als ihren Willen erklärten und persönlich unterzeichne-
ten (act. 14). Das stellt der Berufungskläger nicht in Frage, sondern er macht gel-
tend, seine damaligen Annahmen seien unrichtig gewesen. Wenn seine Berufung
Erfolg hat, wird also nicht gerichtlich festgestellt, er habe am 3. März 2015 nicht
die protokollierte Erklärung abgegeben, sondern, eine Regelung des nachehe-
lichen Unterhalts im Scheidungsurteil dürfe darauf nicht abstellen. Richtigerweise
und nach Treu und Glauben verstanden (Art. 52 ZPO) will er, dass im Urteil die
Ziffer 5 c des Dispositivs aufgehoben und die Ziffer 5 d mit Bezug auf sein Ein-
kommen angepasst werde. Zu diesen letzteren Zahlen macht er konkrete Anga-
ben: Sein Einkommen werde ("realistisch") im Jahr Fr. 64'500.-- betragen - daraus
ergibt sich ein monatliches Einkommen von Fr. 5'375.-- statt der im angefochte-
nen Urteil (gestützt auf die Angaben der Parteien) genannten Fr. 7'200.--. Das
genügt auf jeden Fall als Berufungsantrag.
Der Berufungskläger legt auch dar, wie er auf dieses reduzierte Einkommen
kommt. Das Erfordernis der Begründung ist ebenfalls erfüllt.
Nicht angefochten sind demgegenüber die Scheidung an sich und die Rege-
lung der güterrechtlichen Ansprüche, Sorge und Obhut für die Kinder, die Kontak-
te der Kinder zum Vater und dessen Unterhaltsbeiträge an sie (in der Begrün-
dung, weshalb er die Frauenrente gestrichen haben will, argumentiert er gegen-
teils mit der Unterhaltsverpflichtung für seine insgesamt vier Kinder: act. 23).
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3.2 Das angefochtene Urteil folgt der Vereinbarung, wie sie die Parteien
anlässlich der Verhandlung vom 3. März 2015 unterzeichneten.
Soweit es Kinderbelange betrifft, hat die Einigung der Eltern vor allem die
faktische Bedeutung, dass das Umsetzen ihrer Wünsche kaum Schwierigkeiten
bietet und insofern für die Kinder von Vorteil ist. Gleichwohl ist das Gericht an sol-
che Abmachungen nicht gebunden, und es muss von Amtes wegen prüfen, ob die
vorgeschlagene Regelung die Interessen der Kinder in allen Punkten wahrt
(Art. 296 Abs. 3 ZPO, vgl. Diggelmann/Isler, Vertretung und prozessuale Stellung
des Kindes ..., SJZ 111/2015 S. 146 und 149). Entsprechend müsste ein
Rechtsmittel wohl auch gegen einen Entscheid zugelassen werden, der dem
(damaligen) Antrag des Rechtsmittelklägers entspricht - wenn geltend gemacht
würde, das Gericht hätte jenem Antrag nicht stattgeben dürfen. Man könnte wohl
argumentieren, es gehe um die Rechte und Interessen des Kindes und diesem
könne das schutzwürdige Interesse, im Bereich des Rechtsmittels die so genann-
te "Beschwer", im Sinne von Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO nicht fehlen. Das kann hier
allerdings offenbleiben: Für ein Rechtsmittelverfahren gilt die so genannte Offi-
zialmaxime ohnehin nur dann, wenn die Entscheidungen in Kinderbelangen ange-
fochten sind: Was nicht innert Frist und formgerecht angefochten ist, wird (teil-)
rechtskräftig, und damit befasst sich die Rechtsmittelinstanz nicht. So verhält es
sich hier, wo die Regelung der Kinderbelange nicht angefochten ist.
Wo Prozessparteien frei über ihre Ansprüche verfügen können, hat eine ein-
vernehmliche Lösung des Streites im Prinzip gerade die gegenteilige Wirkung:
Ohne dass das Gericht eine Prüfungspflicht oder auch nur ein Prüfungsrecht hät-
te, erledigt eine solche Einigung das Verfahren unmittelbar (Art. 241 Abs. 2 ZPO),
und der Abschreibungsentscheid (Art. 241 Abs. 3 ZPO) dient im Wesentlichen der
administrativen Erledigung und dem Festsetzen der Kosten. Gegen eine ver-
gleichsweise Einigung gibt es daher keine Berufung und keine Beschwerde, viel-
mehr wäre eine behauptete "Unwirksamkeit" der Vereinbarung mit Revision gel-
tend zu machen (Art. 328 Abs. 1 lit. c ZPO). Diese Unwirksamkeit kann allerdings
nur dann mit Erfolg angerufen werden, wenn ein Willensmangel im Sinne des all-
gemeinen Vertragsrechts vorlag: wenn sich die Partei also in einem wesentlichen
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Irrtum befand oder wenn sie unter dem Einfluss von Drohung oder Täuschung
stand (Art. 24 ff. OR). Im vorliegenden Fall könnte das Obergericht eine Revision
nicht behandeln; dafür wäre das Bezirksgericht zuständig (Art. 328 Abs. 1 ZPO).
Eine Revision hätte aber ohnehin wenig Aussicht auf Erfolg, weil die Zustimmung
zur Vereinbarung von beiden Seiten auf einer naturgemäss mit Unsicherheiten
behafteten Prognose über die künftigen Einkommensverhältnisse beruhte (welche
nicht zuletzt von den Anstrengungen des Berufungsklägers abhängen, ein ausrei-
chendes Einkommen zu erzielen), und wer sich in diesem Sinn über Künftiges
täuscht, irrt nicht im Sinne der gesetzlichen Regelung der Willensmängel (Art. 24
Abs. 2 OR; BSK OR I-Schwenzer 5. Aufl. 2011, Art. 24 N. 18 f.).
Der Entscheid über den nachehelichen Unterhalt, wie er hier umstritten ist,
unterliegt dem so genannten Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 ZPO). An-
ders als bei den Kinderbelangen hat das Gericht die massgeblichen Verhältnisse
also nicht von Amtes wegen zu erforschen. Immerhin muss es Unterlagen einfor-
dern, wenn ihm für die Beurteilung der vermögensrechtlichen Scheidungsfolgen
(und dazu gehört insbesondere der nacheheliche Unterhalt) notwendige Unterla-
gen fehlen (Art. 277 Abs. 2 ZPO). Eine Vereinbarung (gerade auch zur güterrecht-
lichen Auseinandersetzung und zum nachehelichen Unterhalt) muss zudem vom
Gericht geprüft werden, und sie wird erst verbindlich, wenn das Gericht sie ge-
nehmigt hat (Art. 279 Abs. 2 ZPO). Die Prüfung geht nicht so weit wie bei den
Kinderbelangen; das Gericht hat sich (nur) zu vergewissern, dass die Parteien die
Einigung aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung geschlossen haben
und dass sie klar, vollständig und nicht offensichtlich unangemessen ist (Art. 279
Abs. 1 ZPO). Als Rechtsmittelgrund kommt daher die Rüge in Frage, das Gericht
habe seine Prüfungspflicht verletzt. Wie das mit dem Erfordernis des schutzwür-
digen Interesses resp. der Beschwer im Sinne von Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO zu
vereinbaren ist, muss hier offenbleiben. Der Berufungskläger übt in dieser Hin-
sicht keine Kritik am Verfahren des Bezirksgerichts, und sie wäre auch nicht be-
gründet: Die Parteien hatten dem Gericht umfangreiche Unterlagen eingereicht
(act. 8/1-33 und 10/1-42), die einen guten Aufschluss über die finanziellen Ver-
hältnisse gaben. Der Berufungskläger hatte bewusst auf einen Anwalt verzichtet
(act. 9), er wurde also nicht irgendwie "überrumpelt". Die Verhandlung dauerte
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rund drei Stunden und umfasste gemäss Protokoll insbesondere die Diskussion
der finanziellen Belange und konkret auch der Aussichten des Berufungsklägers
in der neuen, mehrheitlich selbständigen Erwerbstätigkeit (Prot. I S. 5 ff.). Dass
die Vereinbarung nach reiflicher Überlegung und aus freiem Willen geschlossen
wurde, ist nicht zu bezweifeln. "Offensichtlich unangemessen" (nach dem, wie
dem Gericht eine Prüfungspflicht oblag) könnte die Vereinbarung hinsichtlich der
Leistungen des Berufungsklägers an die Berufungsbeklagte nur sein, wenn die
Annahmen zu seinem künftigen Einkommen ebenso "offensichtlich" unrealistisch
gewesen wären. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Annahmen auf Anga-
ben des Berufungsklägers selbst beruhten (Prot. I S. 7). Er hatte noch vor relativ
kurzer Zeit in einer festen Anstellung ein Salär von Fr. 116'099.-- versteuert
(act. 10/3, Steuererklärung für das Jahr 2013; nach unbestrittener Darstellung der
Berufungsbeklagten in erster Instanz [act. 7 S. 4] war dies das Salär für eine nur
noch 80-prozentige Anstellung; bevor er aus einer kurzen ausserehelichen Bezie-
hung ein viertes Mal Vater geworden war, hatte der Berufungskläger mit vollem
Pensum gearbeitet und noch mehr verdient). Dass das Einkommen beim Wechsel
in eine selbständige Tätigkeit zunächst etwas abfällt und sich erst mit einer ge-
wissen Etablierung und Konsolidierung wieder erhöht, entspricht allgemeiner Er-
fahrung. Hätte der Berufungskläger nicht angenommen, er werde als Selbständi-
ger jedenfalls der Grössenordnung nach mittelfristig ähnlich viel verdienen wie als
Unselbständiger, würde er seine bisherige Stelle kaum aufgegeben oder sich
doch um etwas Ähnliches bemüht haben. Auf seine eigenen Angaben abzustellen
war umso weniger bedenklich, als das Einkommen eines Selbständigen nicht zu-
letzt auch von seinen eigenen Anstrengungen abhängt, das erforderliche Ein-
kommen zu erzielen. Die Vereinbarung der Parteien war unter diesen Umständen
nicht "offensichtlich unangemessen" im Sinne des Gesetzes. Dass der Beru-
fungskläger nach der Zustimmung zur Vereinbarung und nach Erlass des Urteils
im Gespräch mit seinem Treuhänder erkannt haben will, dass er mit seiner aktuel-
len Tätigkeit das notwendige Einkommen nicht werde erzielen können, ändert da-
ran nichts. Auch das "Grundrecht auf Existenzminimum", welches er mit der Beru-
fung einfordert, macht die Prüfung der Vereinbarung durch das Gericht nicht un-
genügend.
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3.3 Damit kommt auch eine Korrektur der Zahlen im Dispositiv des ange-
fochtenen Urteils (Ziff. 5 lit. d) nicht in Frage. Die Berufung ist vielmehr abzuwei-
sen.
4. Die Kosten des Verfahrens sind dem unterliegenden Berufungskläger
aufzuerlegen. Sie sind anhand des Streitwertes von rund Fr. 62'000 (Fr. 1'300
monatlich für rund vier Jahre) festzusetzen, unter Berücksichtigung der Reduktion
unter dem Titel "periodische Leistungen" (§ 4 Abs. 3 GebV OG).
Die Berufungsbeklagte hatte keine Berufungsantwort zu erstatten und hat
daher keine Parteientschädigung zugut.
Der Berufungskläger ersucht um unentgeltliche Prozessführung (act. 23
S. 2). Seine finanziellen Verhältnisse sind glaubhafterweise sehr knapp ‒ anders
als im Unterhaltsrecht darf hier nur auf die tatsächlichen Verhältnisse abgestellt
werden und nicht darauf, dass eine Partei möglicherweise in der Lage wäre, ein
ausreichendes Einkommen zu erzielen. Obwohl seine Berufung ohne Weiterun-
gen abgewiesen wird, ist sie nicht als aussichtslos im Sinne des Rechts der un-
entgeltlichen Prozessführung zu beurteilen. Das Gesuch ist daher wie schon in
erster Instanz zu bewilligen, unter dem gesetzlichen Vorbehalt einer Nachforde-
rung der Kosten durch das Gericht, wenn der Berufungskläger in günstigere wirt-
schaftliche Verhältnisse kommen sollte.