# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a97d21c-2914-414b-bd9a-b3a56c6dec47
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Wahlanzeige vom 5. Mai 2010 hat der Gemeinderat L. X.Y. als
Chefbademeister/Betriebsleiter des Hallen- und Freibads L. mit einem Pensum von 100
Stellenprozenten angestellt. Stellenantritt war am 15. Juni 2010.
Am 16. Januar 2011 erteilte der Gemeinderat L. X.Y. einen schriftlichen Verweis. Am
24. August 2011 stellte er X.Y. mit sofortiger Wirkung frei und teilte ihm mit, er
gedenke, das Arbeitsverhältnis fristlos aufzulösen. X.Y. wurde aufgefordert, sämtliche
Arbeitshilfsmittel, die ihm übergeben worden waren, abzugeben. Weiter ordnete der
Gemeinderat L. an, X.Y. dürfe das Hallenbad nur noch in Anwesenheit des
Gemeindepräsidenten oder des Finanzverwalters betreten. X.Y. erhielt Gelegenheit,
sich bis 29. August 2011 zu äussern. Er machte am 25. August 2011 von dieser
Möglichkeit Gebrauch und teilte mit, er sehe keinen Grund für eine fristlose Auflösung
des Arbeitsverhältnisses.
Am 5. September 2011 ordnete der Gemeinderat L. die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses mit sofortiger Wirkung an (Ziff. 3.1). X.Y. wurde aufgefordert,
sämtliche noch in seinem Besitz befindlichen Arbeitsmittel wie Schlüssel, Lab-Top,
Handy, Unterwasserkamera usw. bis zum 19. September 2011 abzugeben (Ziff. 3.2).
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Weiter wurde ihm eine Frist bis 19. September 2011 zur Rückgabe der Lounge Möbel
eingeräumt (Ziff. 3.3), und das Betreten des Hallenbads wurde ihm nur noch in
Begleitung des Gemeindepräsidenten oder des Finanzverwalters erlaubt (Ziff. 3.4).
Schliesslich wurde die Vereinbarung betreffend des Besuchs des Kader- und
Managementzentrums R. vom 16. Juni 2011 widerrufen und es wurde festgehalten,
dass ab sofort keine Kosten an diese Ausbildung mehr übernommen würden (Ziff. 3.5).
Der Entscheid wird damit begründet, X.Y. habe sich Mobiliar aus dem Bad L.
angeeignet, eine Nebenkasse geführt und er habe seine Aufgabe als Chefbademeister/
Betriebsleiter nur ungenügend wahrgenommen. Als Rechtsmittel gegen die Verfügung
wurde der Rekurs an das Departement des Innern angegeben und einem allfälligen
Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
B./ Am 22. September 2011 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. J. A.,
Rekurs beim Departement des Innern. Er stellte die Rechtsbegehren, Ziff. 3.1 des
Entscheids des Gemeinderates L. vom 5. September 2011 sei aufzuheben und die
politische Gemeinde L. sei zu verpflichten, ihm gestützt auf Art. 337c Abs. 1 des
Obligationenrechts (SR 220, abgekürzt OR) den Betrag von Fr. 27'600.-- und nach
richterlichem Ermessen eine Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR eventuell nebst
Zins von 5 % zu bezahlen. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, die
fristlose Kündigung sei verspätet und damit zu Unrecht erfolgt. Demzufolge sei die
politische Gemeinde L. für den entgangenen Lohn während der Kündigungsfrist -
Oktober, November, Dezember 2011 - ersatzpflichtig und schulde eine Entschädigung
nach richterlichem Ermessen.
Am 26. September 2011 teilte das Departement des Innern dem Rechtsvertreter von
X.Y. mit, bei der Kündigung eines Dienstverhältnisses bestehe ein Dualismus von
Rekurs- und Klageverfahren. Er wurde aufgefordert, mitzuteilen, ob er die Kündigung
als solche in Frage stelle oder ob er als Folge der Kündigung eine finanzielle
Entschädigung beanspruche. Am 29. September 2011 ersuchte der Rechtsvertreter
von X.Y. das Departement des Innern darum, den Rekurs abzuschreiben und die
Angelegenheit zwecks Entscheidung über vermögensrechtliche Ansprüche an das
Verwaltungsgericht zu überweisen.
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C./ Am 3. Oktober 2011 wurde dem Rechtsvertreter von X.Y. von Seiten des
Verwaltungsgerichts mitgeteilt, bezüglich vermögensrechtlicher Ansprüche werde ein
Klageverfahren durchgeführt. Die politische Gemeinde L., vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. J. D., beantragte mit der Klageantwort vom 1. Dezember 2011, die Klage sei
abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Mit Eingabe vom 5. Januar 2012
hielt X.Y. an seinen Rechtsbegehren fest.
Am 12. Januar 2012 stellte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich den Antrag, es
sei ihr der Prozesseintritt als Klägerin zu gestatten. Als Klägerin stellte sie das
Rechtsbegehren, die politische Gemeinde L. sei zu verpflichten, ihr Fr. 3'459.10 nebst
Zins zu 5 % ab dem 6. September 2011 zu bezahlen.
Am 13. Januar 2012 teilte der Rechtsvertreter von X.Y. mit, der Tagespresse könne
entnommen werden, dass das Arbeitsverhältnis mit seinem Mandanten fristlos
aufgelöst worden sei, was sich auf dessen wirtschaftliches Fortkommen nachteilig
auswirke. Diese Verletzung der Persönlichkeitsrechte müsse bei der Bemessung der
Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR berücksichtigt werden.
Am 13. Februar 2012 nahm die politische Gemeinde L. Stellung und beantragte, die
Klagen seien abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht prüft die Sachurteilsvoraussetzungen von Amtes wegen:
1.1. Die Beklagte hat das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger am 5. September 2011
fristlos aufgelöst und er beantragt, sie sei zu verpflichten, ihn finanziell zu
entschädigen, weil es sich um eine ungerechtfertigte Entlassung handle.
1.2. Das Anstellungsverhältnis, das zur Diskussion steht, ist öffentlich-rechtlicher Natur.
Bei der Kündigung von öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen besteht ein Dualismus
zwischen Anfechtungs- und Klageverfahren. Während die Rechtmässigkeit der
Kündigung grundsätzlich im Anfechtungsverfahren zu prüfen ist, steht für
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vermögensrechtliche Aspekte der Kündigung das Klageverfahren vor
Verwaltungsgericht zur Verfügung (Art. 79bis des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1147 ff.; GVP
1995 Nr. 3; vgl. auch Art. 79 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 des Personalgesetzes, sGS 143.3,
abgekürzt PersG, in Vollzug seit 1. Juni 2012). Somit ist das Verwaltungsgericht
zuständig, die Angelegenheit zu beurteilen. Die Klage vor Verwaltungsgericht richtet
sich gestützt auf Art. 80 Abs. 1 VRP sachgemäss nach den Vorschriften über die
Beschwerde.
1.3. Die Beklagte verweist auf Art. 80 Abs. 2 VRP und macht geltend, falls das
Verwaltungsgericht zur Auffassung gelangen sollte, dass der Kläger vorgängig eine
Erklärung der Beklagten zu seinen Geldforderungen hätte einholen müssen, wäre auf
die Klage nicht einzutreten.
Wenn sich der Anspruch gegen ein Gemeinwesen richtet, so kann die Klage nach Art.
80 Abs. 2 VRP, auch nach der seit 1. Juni 2012 massgebenden Fassung (vgl. dazu
auch nGS 47-31), erst erhoben werden, wenn die oberste in der Sache zuständige
Verwaltungsbehörde des Gemeinwesens den Anspruch abgelehnt hat. Bei der
Erklärung handelt es sich nicht um eine Verfügung, sondern um eine Willensäusserung
seitens des beklagten Gemeinwesens. Das Einholen dieser Erklärung ersetzt in
gewissem Umfang das im Zivilprozess übliche Sühneverfahren (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 1156).
Im vorliegenden Fall wäre es überspitzt formalistisch, auf die Klage nicht einzutreten.
Die Beklagte hat das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger am 5. September 2011 fristlos
aufgelöst. Dem Entscheid kann entnommen werden, dass eine Fortsetzung des
Arbeitsverhältnisses, auch für beschränkte Dauer, aus Sicht der Beklagten nach Treu
und Glauben nicht mehr zumutbar ist. Damit hat die Beklagte unmissverständlich zum
Ausdruck gebracht, dass sie es ablehnt, dem Kläger den Lohn zu bezahlen, den sie
ihm im Fall einer ordentlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses schulden würde.
Auch aus der Klageantwort geht ohne weiteres hervor, dass die Beklagte nicht bereit
ist, die finanziellen Forderungen des Klägers zu erfüllen, stellt sie doch das
Rechtsbegehren, die Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne.
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1.4. Die Beklagte macht geltend, auf den Antrag des Klägers, es sei ihm gestützt auf
Art. 337c Abs. 3 OR (Folgen bei ungerechtfertigter Entlassung) eine Entschädigung
"nach richterlichem Ermessen" zuzusprechen, könne in Ermangelung der Bezifferung
eines Betrags nicht eingetreten werden. Wie noch zu zeigen sein wird, erweist sich die
fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger als gerechtfertigt, weshalb
offen bleiben kann, ob dem Kläger gestützt auf Art. 337c Abs. 3 OR eine
Entschädigung - auch zufolge Verletzung von Persönlichkeitsrechten - zugesprochen
werden könnte.
1.5. Am 12. Januar 2012 beantragte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich, es sei
ihr der Prozesseintritt als Klägerin zu gestatten. Sie stellte das Begehren, die Beklagte
sei zu verpflichten, ihr Fr. 3'459.10 samt Verzugszins von 5 % ab dem 6. September
2011 zu bezahlen. Zur Begründung machte die Arbeitslosenkasse geltend, es sei
ungerechtfertigt gewesen, X.Y. fristlos zu kündigen, weshalb dieser in sachgemässer
Anwendung von Art. 337c OR Anspruch auf Schadenersatz in der Höhe des Lohnes
habe, den er bei einer ordentlichen Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist
verdient hätte. Für den Monat Dezember 2011 sei X.Y. eine Arbeitslosenentschädigung
im Betrag von Fr. 3'459.10 ausbezahlt worden. Sein Anspruch gegenüber der
politischen Gemeinde L. gehe deshalb gestützt auf Art. 29 Abs. 2 Satz 1 des
Arbeitslosenversicherungsgesetzes (SR 837.0, abgekürzt AVIG) in diesem Umfang auf
die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich über.
Gemäss Art. 29 Abs. 2 Satz 1 AVIG gehen mit der Zahlung alle Ansprüche des
Versicherten (aus dem Arbeitsvertrag) samt dem gesetzlichen Konkursprivileg im
Umfang der ausgerichteten Taggeldentschädigung auf die Kasse über. Dabei handelt
es sich um eine Legalzession, weshalb die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich als
Klägerin zuzulassen ist.
2. Der Kläger beantragt, er sei zur Sache zu befragen und verschiedene Personen seien
als Zeugen anzuhören. Auch die Beklagte beantragt, es seien verschiedene Personen
als Zeugen zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
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erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen indessen aus den
Akten, weshalb auf die Abnahme der Beweise verzichtet werden kann.
3. Unbestritten ist, dass sich die Auflösung des Arbeitsverhältnisses nach dem
kantonalen Personalrecht richtet (Art. 95 des Gemeindegesetzes, sGS 151.2).
Grundlage des Entscheids der Beklagten, mit welchem das Arbeitsverhältnis mit dem
Kläger am 5. September 2011 fristlos aufgelöst worden ist, sind Art. 82 Abs. 1 und Art.
78 des Staatsverwaltungsgesetzes (sGS 140.1, abgekürzt StVG). Nach Art. 82 Abs. 1
StVG kann das Angestelltenverhältnis unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei
Monaten auf das Ende eines Kalendermonats gekündigt werden, wobei die Auflösung
aus wichtigen Gründen vorbehalten bleibt. Nach Art. 78 StVG kann die Wahlbehörde
das Beamtenverhältnis aus wichtigem Grund fristlos auflösen, namentlich wenn der
Wahlbehörde nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Dienstverhältnisses nicht
zugemutet werden kann. Bezüglich des Kündigungsschutzes werden nach Art. 83
StVG zudem die Bestimmungen des OR sachgemäss angewendet, soweit durch
Verordnung keine weitergehenden Kündigungsschutzbestimmungen vorgesehen sind.
Der in einem öffentlich-rechtlichen Erlass vorgenommene Verweis auf Bundeszivilrecht
macht dieses zum öffentlichen Recht des betreffenden Gemeinwesens und ist nach
dessen Regeln anzuwenden und auszulegen (BGer 8C_294/2011 vom 29. Dezember
2011 E. 3.4 mit zahlreichen Hinweisen).
Die im StVG enthaltenen Vorschriften betreffend den Staatsdienst (Art. 67 bis 94 StVG)
sind mit Art. 92 PersG aufgehoben worden. Art. 110 Abs. 1 PersG sieht zwar vor, dass
die Bestimmungen dieses Erlasses über personalrechtliche Massnahmen und
Streiterledigung auch auf die durch Verfügung begründeten Dienstverhältnisse
angewendet werden. Damit sind aber nicht Arbeitsverhältnisse gemeint, die, wie das
hier zur Diskussion stehende, bereits vor Vollzugsbeginn des PersG aufgelöst worden
sind. Demzufolge ist die Rechtmässigkeit der fristlosen Auflösung des
Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger nach den Rechtsgrundlagen zu beurteilen, die am
5. September 2011 in Vollzug waren (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 326 mit Hinweisen).
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4. Unbestritten ist, dass das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger aufgelöst werden durfte.
Kläger und Klägerin begründen ihre finanziellen Forderungen gegenüber der Beklagten
damit, die Voraussetzungen für eine fristlose Entlassung des Klägers seien nicht erfüllt.
Sie berufen sich auf die Rechtsprechung zu Art. 337 OR und begründen dies damit, die
Vorwürfe, die die Beklagte gegenüber dem Kläger erhebe, würden objektiv betrachtet
für eine fristlose Entlassung nicht ausreichen.
4.1. Nach Art. 337 Abs. 1 OR kann der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer das
Arbeitsverhältnis aus wichtigen Gründen jederzeit fristlos auflösen. Als wichtiger Grund
gilt nach Art. 337 Abs. 2 OR namentlich jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein
dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses
nicht mehr zugemutet werden kann. Somit hat Art. 337 OR einen ähnlichen Wortlaut
wie Art. 78 StVG. Auch für die Auflösung eines öffentlich-rechtlichen
Arbeitsverhältnisses müssen sachliche oder triftige Gründe vorliegen. In Betracht fällt
aber, dass das mit der Begründung des Dienstverhältnisses entstehende
Sonderstatusverhältnis zur öffentlich-rechtlichen Körperschaft eine im Vergleich zu
privatrechtlichen Arbeitnehmern unterschiedliche Rechtsposition bewirkt: Der
privatrechtliche Arbeitsvertrag kann unter Vorbehalt der Missbräuchlichkeit frei
gekündigt werden, während das öffentliche Dienstrecht triftige Gründe zur Auflösung
des Arbeitsverhältnisses voraussetzt. Insofern ist der öffentlich-rechtliche
Kündigungsschutz restriktiver als der privatrechtliche (GVP 2006 Nr. 9 mit Hinweis).
Grundsätzlich ist eine Kündigung dann sachlich begründet, wenn die
Weiterbeschäftigung des betreffenden Angestellten dem öffentlichen Interesse
widerspricht. Dies kann bei unzureichenden Leistungen, unbefriedigendem Verhalten,
erheblichen Störungen der Arbeitsgemeinschaft oder aus betrieblichen Gründen der
Fall sein. Einmalige geringfügige Beanstandungen reichen jedoch nicht aus, denn es
wird ein sachlicher Grund von einem gewissen Gewicht bzw. widerholte oder
andauernde Schlecht- oder Nichterfüllung von Aufgaben verlangt (BGer 8C_260/2010
vom 12. Januar 2011 E. 3.2 mit Hinweisen). Nach Art. 82 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 78 StVG müssen die sachlichen oder triftigen Gründe für die fristlose Auflösung
des Dienstverhältnisses zudem auch eine Intensität erreichen, die die Fortsetzung des
Dienstverhältnisses unzumutbar macht. Ein Verschulden des öffentlich-rechtlich
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Angestellten wird aber nicht vorausgesetzt (BGer 8C_294/2011 vom 29. Dezember
2011 E. 5.4).
4.2. Die Beklagte wirft dem Kläger vor, er habe sich im Eigentum der Beklagten
befindliches Mobiliar angeeignet, eine Nebenkasse geführt und er habe seine Aufgabe
als Chefbademeister/Betriebsleiter ungenügend wahrgenommen.
4.2.1. Die Beklagte führt aus, sie habe im Zusammenhang mit der Neuverpachtung des
Schwimmbad-Restaurants Lounge Möbel für den Bereich im Freien erworben,
offensichtlich aber in zu grosser Zahl, so dass sie die Gastronomie behindert hätten.
Der Pächter habe deshalb angeregt, die überzähligen Möbel zu veräussern. Am
4. August 2011, als der Gemeindepräsident und der Finanzverwalter ferienhalber
abwesend gewesen seien, habe der Kläger vier Sitzmöbel und einen Tisch im Wert von
rund Fr. 1'000.-- zu sich nach Hause abtransportiert. Nach seiner Rückkehr habe der
Finanzverwalter mit dem Kläger am 9. August2011 ein erstes Gespräch geführt. Der
Kläger habe aber darauf verzichtet, dieses Vorkommnis zu erwähnen. Am 10. August
2011 habe eine Besprechung vor Ort stattgefunden, an der die Vizepräsidentin des
Gemeinderats, der Finanzverwalter und der Kläger teilgenommen hätten. Bei dieser
Gelegenheit habe der Finanzverwalter bemerkt, dass nicht mehr alle Lounge Möbel
vorhanden gewesen seien, vorauf er den Kläger auf diesen Umstand angesprochen
habe. Der Kläger habe es erneut unterlassen, darauf hinzuweisen, dass er Stühle und
einen Tisch zu sich nach Hause genommen habe. Er habe nicht einmal bestätigt, dass
die Feststellung des Finanzverwalters den Tatsachen entspreche, sondern ausgeführt,
anhand des Lieferscheins müsse überprüft werden, wie viele Möbel tatsächlich geliefert
worden seien. Auch in den folgenden Tagen hätte der Kläger nach den Ausführungen
der Beklagten anlässlich verschiedener Gespräche die Möglichkeit gehabt, den
Finanzverwalter darüber ins Bild zu setzen, dass vier Stühle und ein Tisch dieser
Lieferung bei ihm zu Hause seien. In der Folge habe der Finanzverwalter aufgrund
eines Hinweises des Pächters selber feststellen können, dass sich Möbel dieses Typs
auf der Terrasse der Wohnung des Klägers befunden hätten. Nachdem weitere
Gespräche und e-mail-Verkehr zwischen dem Finanzverwalter und dem Kläger
stattgefunden habe, habe der Kläger den Finanzverwalter am 16. August2011 auf den
Tatbestand angesprochen und bestätigt, dass er die Möbel mitgenommen habe und
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über den Kaufpreis verhandeln wolle. Der Finanzverwalter habe sich die Ausführungen
des Klägers angehört und diesem mitgeteilt, er wolle das weitere Vorgehen mit dem
Gemeinderat und der Verwaltungs- und Finanzkommission besprechen. In der Folge,
am 24. August 2011, hat die Beklagte den Kläger aufgrund dieses Vorfalls, aber auch
weil ihm vorgeworfen wurde, er führe eine Nebenkasse und er nehme seine Aufgabe
als Chefbademeister/Betriebsleiter nicht genügend war, mit sofortiger Wirkung
freigestellt und gewährte ihm das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine fristlose
Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Beklagte beantragt, der Finanzverwalter sei
als Zeuge zu befragen.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Kläger von der Beklagten für das
Schwimmbad-Restaurant angeschaffte Lounge Möbel ohne Rücksprache mit einem
Vorgesetzten am 4. August 2011 für private Zwecke abtransportiert hat. Der Kläger
wendet zwar ein, er habe in Absprache mit dem Pächter des Restaurants gehandelt
und die Möbel im Beisein des Pächters und von D. K. und R. S. aufgeladen und
weggeschafft. Dem Kläger als Chefbademeister/Betriebsleiter war aber gemäss
eigenen Angaben bewusst, dass der Pächter des Restaurants nicht berechtigt war,
über Gegenstände zu verfügen, die sich im Eigentum der Beklagten befinden. Im
Weiteren handelt es sich nach den unbestritten gebliebenen Angaben der Beklagten
bei D. K. um eine dem Kläger unterstellte Angestellte und bei R. S. um den
Gartenbauer. Diese Personen waren offensichtlich ebenfalls nicht legitimiert, dem
Kläger das Einverständnis dazu zu erteilen, für den Restaurationsbetrieb bestimmte
Gartenmöbel abtransportieren zu dürfen. Daran ändert nichts, dass es sich allenfalls
um überzählige Möbel handelte. Es ist deshalb nicht erforderlich, dem Antrag des
Klägers zu entsprechen, er, der Pächter des Restaurants, und die beiden
Mitarbeitenden seien zur Sache zu befragen.
Sodann hätte die Beklagte nach Treu und Glauben zumindest erwarten dürfen, dass
der Kläger sobald als möglich einen seiner Vorgesetzten über sein eigenmächtiges
Vorgehen ins Bild setzt und abklärt, ob und wenn ja unter welchen Bedingungen die
Beklagte dazu nachträglich ihre Zustimmung erteilt. Davon hat der Kläger aber
abgesehen. Er macht in diesem Zusammenhang zwar geltend, er habe anlässlich der
Besprechung vom 10. August 2001 nicht gelogen und er habe damals die Absicht
gehabt, die Vizepräsidentin des Gemeinderats und den Finanzverwalter darauf
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anzusprechen, dass er Möbel weggeschafft habe, was wegen "Differenzen mit
Mitarbeitern" aber nicht möglich gewesen sei. Abgesehen davon, dass der Kläger
darauf verzichtet, näher zu begründen, was genau ihn damals daran gehindert haben
soll, die Vertreter der Beklagten über den Vorfall ins Bild zu setzen, wäre es ihm
zweifellos möglich und zumutbar gewesen, mit dem Finanzverwalter zwecks Klärung
der Sachlage telefonisch oder schriftlich Kontakt aufzunehmen, zumal dieser am
10. August 2011 offenbar bemerkt hatte, dass ein Teil der Lounge Möbel fehlte.
Obschon in der Folge unbestrittenermassen viele Kontakte zwischen dem Kläger und
Vertretern der Beklagten stattgefunden haben, hat der Kläger dem Finanzverwalter
aber erst am 16. August 2011 bestätigt, dass er im Eigentum der Beklagten befindliche
Möbel mitgenommen habe und über den Kaufpreis verhandeln wolle. Offen ist, warum
sich der Kläger letztlich doch noch entschlossen hat, den Finanzverwalter über den
Verbleib der Möbel aufzuklären. Es spricht aber einiges dafür, dass er sich zu diesem
Schritt veranlasst sah, weil er zwischenzeitlich erfahren hatte, dass der Finanzverwalter
vom Pächter des Restaurants über den Vorfall ins Bild gesetzt worden war. Die
Tatsache, dass der Kläger eigenmächtig Möbel für private Zwecke entwendet und
darauf verzichtet hat, Vertreter der Beklagten über sein eigenmächtiges Vorgehen ins
Bild zu setzten, kann sodann nicht damit gerechtfertigt werden, dass der Kläger
geltend macht, der Pächter habe den Finanzverwalter bereits zu einem frühen
Zeitpunkt über den Verbleib der Lounge Möbel informiert, weshalb es Sache der
Beklagten gewesen wäre, die Angelegenheit dadurch zu erledigen, dass ihm die
Gartenmöbel in Rechnung gestellt worden wären. Der Kläger hat eigenmächtig, ohne
Rücksprache mit seinen Vorgesetzten, Gegenstände, die sich im Eigentum der
Beklagten befinden, für private Zwecke abtransportiert, und es versteht sich von selbst,
dass er nach Treu und Glauben wenigstens gehalten gewesen wäre, die zuständigen
Personen so bald als möglich davon in Kenntnis zu setzen und die Sachlage im
gegenseitigen Einvernehmen zu klären. Dies gilt unabhängig davon, ob die Beklagte zu
Recht davon ausgeht, der Kläger habe die Absicht gehabt, sich die Lounge Möbel
unentgeltlich anzueignen bzw. ob das Verhalten des Klägers einen Straftatbestand
erfüllt.
Es ergibt sich somit, dass das Verhalten des Klägers im Zusammenhang mit der
Aneignung von Mobiliar als besonders schwere Verfehlung gegenüber der Beklagten
zu qualifizieren ist. Sie stellt für sich allein einen wichtigen Grund von einer Intensität
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dar, der die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses für die Beklagte als unzumutbar
erscheinen lässt.
4.2.2. Die Beklagte wirft dem Kläger zudem vor, er habe die Pflicht zur
ordnungsgemässen Kassaführung in schwerer Weise verletzt, was zu einem
finanziellen Schaden geführt habe. Das Vertrauensverhältnis sei auch dadurch in einem
Ausmass in Mitleidenschaft gezogen worden, das die Weiterführung des
Dienstverhältnisses als unzumutbar erscheinen lasse. Daran ändere nichts, dass zwar
der Verdacht bestehe, dass sich der Kläger persönlich habe bereichern wollen, dass
dies aber nicht habe nachgewiesen werden können. Zur Begründung dieses Vorwurfs
wird ausgeführt, der Kläger habe nach wie vor eine Nebenkasse führen lassen,
obschon diese Nebenkasse auf Anordnung der Aufsichtsbehörde anlässlich der
Finanzrevision 2010 hätte aufgehoben werden müssen. Hinzu komme, dass die
Nebenkasse, die ursprünglich dem Ausgleich der täglichen Kassendifferenzen in Form
von Kleinstbeträgen gedient habe, mit bedeutenden Beträgen alimentiert worden sei.
Der Finanzverwalter habe Mitte August Hinweise auf diese unzulässige Praxis erhalten.
Aufgrund der Abrechnung der Tageskasse und der Befragung von Mitarbeitenden und
Gästen habe er in der Folge ermitteln können, dass der Kläger die Mitarbeitenden
angewiesen habe, die Einnahmen aus den Verkäufen von Einzeleintritten an
ausgewählte Gäste (insbesondere Fahrende, die das Hallenbad offenbar zwei bis
dreimal je Woche aufsuchen, um zu duschen) nicht in der Kasse zu registrieren,
sondern den Geldbetrag jeweils in eine separate Kasse zu legen. Sodann habe der
Kläger seinen Mitarbeitenden die Anordnung erteilt, aufgefundene Eintritt-Coins
(Kredit-Chips, die von Besuchern mit Eintritten aufgeladen werden können) am
Kassenautomaten auszulösen und die Pfandrückgabe (Fr. 10.-- je Coin) statt in die
Registrierkasse ebenfalls in diese separate Kasse zu legen. Auf erneute Rückfrage bei
den Mitarbeitenden des Klägers sei dem Finanzverwalter die Auskunft erteilt worden,
neu hätten sie die Anweisung erhalten, durch die Fahrenden generierte Einnahmen nur
dann in die separate Kasse zu legen, wenn die Tageskasse bereits abgeschlossen sei.
Sodann habe der Kläger gegenüber einem Mitarbeiter zum Ausdruck gebracht, das
Geld in der Nebenkasse werde für Personalanlässe verwendet, was den Vertretern der
Beklagten aber nicht zur Kenntnis gebracht werden müsse. Aufgrund der Anweisungen
an die Mitarbeitenden sei davon auszugehen, dass relativ bedeutende Geldbeträge
zusammen gekommen seien (Eintritt: Fr. 7.--, Duschen Fr. 3.50). Ende August 2011
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habe sich in der Kasse aber lediglich ein Betrag von Fr. 220.-- befunden, weshalb sich
die Frage stelle, wo das Geld geblieben sei, zumal nach Kenntnis der Beklagten über
die Nebenkasse keine Personalanlässe finanziert worden seien. Die Beklagte
beantragt, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung seien als Zeugen zu befragen.
In seiner Eingabe vom 22. September 2011 bestreitet der Kläger die Vorwürfe der
Beklagten nicht grundsätzlich. Er stellt sich aber auf den Standpunkt, er habe weder
aus Kassen noch aus dem Tresor Geld genommen und beruft sich in diesem
Zusammenhang auf verschiedene Mitarbeitende. Mit der Replik vom 5. Januar 2012
stellt der Kläger in Abrede, den Mitarbeitenden Anweisungen bezüglich der
Alimentierung der Nebenkasse in der Art gegeben zu haben, wie sie ihm vorgeworfen
werde, und beantragt, er sowie Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung seien zur Sache
zu befragen. Bezüglich "Pfandrückgaben" führt der Kläger aus, er habe den
Mitarbeitenden nie Vorgaben gemacht. Weiter habe er sich lediglich dahingehend
geäussert, dass es Sache des diensthabenden Bademeisters sei, darüber zu
entscheiden, ob insbesondere Fahrenden nach Kassenabschluss Einlass ins Bad
gewährt werden solle. Für den Fall, dass dafür Geld entgegengenommen werde, habe
er angeordnet, dieses sei in der Nebenkasse zu verwahren und am nächsten Tag
"einzutippen". Zudem sei es Aufgabe seines Mitarbeiters C. gewesen, die
Mitarbeitenden an der Kasse "anzulernen". Schliesslich hält der Kläger fest, er sei von
Seiten der Beklagten nie darüber informiert worden, dass die Nebenkasse aufgehoben
werden müsse. Der Finanzverwalter und einer seiner Mitarbeiter seien regelmässig im
Bad gewesen und hätten offen über diese Kasse gesprochen. Die "Kaffeeeinnahmen"
seien mit Wissen des Finanzverwalters in die Nebenkasse geflossen. Wenn dort zu viel
Geld vorhanden gewesen sei, habe er dieses "in Eigenregie" aber mit Wissen des
Finanzverwalters in der Kassette im Tresor verstaut. Es treffe auch nicht zu, dass er
sich ernsthaft bezüglich "Personalessen" geäussert habe.
Gemäss Wahlanzeige vom 5. Mai 2010 hat der Kläger die Stelle als Chefbademeister/
Betriebsleiter am 15. Juni 2010 angetreten. Der Stellenbeschrieb, den der Gemeinderat
der Beklagten gemäss Wahlanzeige erlässt, liegt den Akten nicht bei. Die Beklagte
führt aus, im Bad L. sei vor Jahren eine Nebenkasse eingerichtet worden, um
Kleinstbeträge aus "Kassendifferenzen" der Registrierkasse zu kompensieren. Sie war
gemäss Angaben der Beklagten zu diesem Zweck in Betrieb, bis sie "auf Anordnung
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der Aufsichtsbehörde anlässlich der Finanzrevision 2010" aufgehoben worden sei.
Offen ist, wie die Nebenkasse bis zu diesem Zeitpunkt alimentiert worden ist. Nicht
bekannt ist zudem, ob und wenn ja wann und in welcher Form die Vertreter der
Beklagten den Kläger darüber ins Bild gesetzt haben, dass es nicht mehr zulässig sei,
eine Nebenkasse zu führen bzw. dass Differenzen im Tagesabschluss ausgewiesen
werden müssten. Weil der Kläger bestreitet, von der Anordnung der Aufsichtsbehörde
in Kenntnis gesetzt worden zu sein, kann ihm demzufolge nicht vorgeworfen werden, er
habe die Nebenkasse, die unbestrittenermassen bis zur Freistellung des Klägers am
24. August 2011 bestand hatte, wider besseres Wissen weitergeführt bzw. weiterführen
lassen. Nicht erwiesen ist weiter, ob es zutrifft, dass die Nebenkasse in der Zeit ab dem
5. Mai 2010 auf Anordnung des Klägers mit bedeutenden Beträgen, die
ordnungsgemäss hätten registriert werden müssen, alimentiert worden ist und dass
sich im Tresor deshalb im August 2011 deutlich mehr als Fr. 220.-- befunden haben
müssten. Die Beklagte beruft sich zwar darauf, Mitarbeitende des Klägers hätten den
Finanzverwalter Mitte August auf die unzulässige Praxis aufmerksam gemacht und in
der Folge getätigte Abklärungen hätten ergeben, dass der Kläger seine Mitarbeitenden
angewiesen habe, die Nebenkasse auf die geschilderte Weise mit dem Zweck zu füllen,
Personalanlässe zu finanzieren. Der Kläger bestreitet aber, den Mitarbeitenden
Anweisungen der ihm vorgeworfenen Art erteilt und sich mit Geld aus der Nebenkasse
oder aus der Kassette im Tresor bereichert zu haben. Offen ist somit, ob die
Nebenkasse durch Einnahmen von Verkäufen von Einzeleintritten und Pfandrückgaben
für Eintritt-Coins in erheblichem Mass alimentiert worden ist und, wenn ja, ob der
Kläger dafür verantwortlich gemacht werden kann. In Betracht fällt weiter, dass der
Finanzverwalter in der Kassette im Tresor unbestrittenermassen einen Betrag von
Fr. 220.-- vorgefunden hat, der sich gemäss Angaben des Klägers aus "Kaffee-
Einnahmen" zusammensetzt. Die Beklagte stellt sich demgegenüber auf den
Standpunkt, zufolge der unrechtmässigen Kassaführung hätte ein deutlich höherer
Betrag vorhanden sein müssen, zumal aus der Nebenkasse keine Personalanlässe
finanziert worden seien. Aus diesem Grund geht sie davon aus, mit der Nebenkasse
unrechtmässig generierte Einnahmen seien entwendet worden. Die Beklagte macht
aber keine Angaben darüber, in welcher Grössenordnung diese Einnahmen aus
Einzeleintritten und Pfandrückgaben aus ihrer Sicht hätten sein müssen. Aus der
Tatsache, dass in der Kassette im Tresor ein Betrag von Fr. 220.-- vorgefunden worden
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ist, lässt sich jedenfalls nicht schliessen, die Kasse sei auf Veranlassung des Klägers
zum Nachteil der Beklagten nicht ordnungsgemäss geführt worden.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beklagte nicht nachzuweisen vermag,
dass der Kläger das Vertrauensverhältnis auch dadurch zerstört hat, dass die Kasse
nicht ordnungsgemäss geführt worden ist. Auf weitere Abklärungen des Sachverhalts
kann aber verzichtet werden, weil die Tatsache, dass sich der Kläger Mobiliar der
Beklagten angeeignet hat, für sich allein einen wichtigen Grund darstellt, das
Arbeitsverhältnis fristlos aufzulösen.
4.2.3. Die Beklagte begründet die fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses auch
damit, der Kläger habe seine Aufgabe als Chefbademeister/Betriebsleiter in
ungenügender Weise wahrgenommen. Sie nimmt Bezug auf den schriftlichen Verweis,
den sie dem Kläger am 16. Januar 2011 erteilt und mit dem sie ihm in Aussicht gestellt
hat, die Einhaltung der Weisungen werde laufen überprüft. Diesem Schreiben kann
entnommen werden, dass das Verhalten des Klägers zu einem getrübten Arbeits- und
Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitenden geführt und zudem Bade- und Saunagäste
verunsichert oder sogar verärgert habe. Namentlich wurden folgende Versäumnisse
festgestellt: mangelhafter Umgang mit Instrumenten zur Planung und Berichterstattung;
übermässige Delegation von Aufgaben (u.a. "Sie haben bis heute die Abrechnung der
Kasse noch nicht übernommen"); ungenügende Personalführung; wenig
vertrauensbildendes Auftreten. Der Kläger wurde u.a. aufgefordert, Arbeitspläne zu
erstellen und einzuhalten, die Verantwortung für die Reinigung und den Unterhalt selber
auszuüben und sich selber an diesen Arbeiten zu beteiligen, von der Finanzverwaltung
die Kassenabrechnung zu übernehmen und sein Auftreten gemäss festgelegten
Vorgaben anzupassen. Die Beklagte wirft dem Kläger vor, ein halbes Jahr nach Erlass
dieser Weisungen müsse festgestellt werden, dass die Leitung des Hallenbads nach
wie vor mit gravierenden Defiziten behaftet sei. Sie hält fest, es sei dem Kläger nicht
gelungen einen positiven Teamgeist zu bilden. Vielmehr sei für Vorgesetzte und Gäste
ein stetiges Gezänk verbunden mit gegenseitigen Anschuldigungen wahrnehmbar.
Weiter komme der Kläger seiner Pflicht zur Erstellung und Einhaltung der Arbeitspläne
nicht nach und eine Überprüfung der Einsätze anhand der Arbeitsrapporte zeige auf,
dass eine erhebliche Zahl von Abweichungen vorliege. Dies lasse darauf schliessen,
dass der Kläger dazu neige, die Mitarbeitenden aus irgendwelchen Gründen kurzfristig
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zur Übernahme eines Dienstes aufzufordern. Weiter müsse aufgrund von
Schilderungen von Mitarbeitenden davon ausgegangen werden, dass er sich nach wie
vor nicht in genügendem Mass an Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten beteilige.
Der Kläger verweist auf seine Stellungnahme vom 20. Januar 2012 zum schriftlichen
Verweis vom 16. Januar 2012 und erklärt, die Vorwürfe, die ihm die Beklagte mache,
seien "einseitig", weil sie auf Behauptungen beruhen würden, die C. an die Beklagte
herangetragen habe. Der Streit habe auf diese Weise angefangen. Er habe von
Mitarbeitenden und Gästen immer wieder gehört, dass ihn C. als Chefbademeister/
Betriebsleiter nicht akzeptiere, weil er diese Aufgabe selber übernehmen wolle.
Dem Kläger ist es aus Sicht der Beklagten offensichtlich nicht gelungen, seine Funktion
als Chefbademeister/Betriebsleiter entsprechend den Weisungen wahrzunehmen, die
ihm im Zusammenhang mit dem schriftlichen Verweis vom 16. Januar 2012 erteilt
worden sind. Daran ändert nichts, dass die Beklagte am 16. Juni 2011, somit vor dem
Vorfall im Zusammenhang mit Lounge Mobiliar, die Kurskosten für die Ausbildung des
Klägers als Führungsfachmann mit eidgenössischem Ausweis übernommen hat. Der
Kläger stellt denn auch nicht in Abrede, dass die Art und Weise, wie er das Bad in L.
geleitet hat, zusammen mit anderen Gründen die ordentliche Auflösung des
Arbeitsverhältnisses durch die Beklagte rechtfertigt.
4.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Kläger durch die eigenmächtige und
unehrliche Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Aneignung von Mobiliar, das
die Beklagte für das Bad L. angeschafft hatte, einen wichtigen Grund von einer
Tragweite gesetzt hat, der die fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses
gerechtfertigt hat. Der Beklagten war eine weitere Zusammenarbeit mit dem Kläger
nicht mehr zumutbar, zumal sie ihm bereits am 16. Januar 2011 einen Verweis erteilen
musste, weil sein Verhalten und seine Vorgehensweise als Chefbademeister/
Betriebsleiter des Bades L. zu Beanstandungen Anlass gegeben hatte und der Kläger
offensichtlich nicht in der Lage war, den ihm erteilten Weisungen in genügender Weise
Folge zu leisten.
5. Kläger und Klägerin begründen die Unrechtmässigkeit der fristlosen Auflösung des
Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger unter Berufung auf die Rechtsprechung zu Art. 337
OR weiter damit, die Beklagte habe damit zu lange zugewartet.
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5.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 337 OR ist die fristlose
Kündigung sofort auszusprechen, wenn ein wichtiger Grund gegeben ist. Andernfalls
ist anzunehmen, das Einhalten der ordentlichen Kündigungsfrist sei für den
Kündigenden subjektiv zumutbar und das Recht auf sofortige Auflösung des
Dienstverhältnisses ist verwirkt (BGer 4C.188/2006 vom 25. September 2006 E. 2 mit
Hinweis auf BGE 130 III 34 E. 4.4, 123 III 87 E. 2a, 112 II 51 E. 3b je mit Hinweisen).
Aufgrund der Umstände des konkreten Falls ist zu entscheiden, innert welcher Frist
dem Berechtigten billigerweise ein Entschluss darüber zuzumuten ist, ob er von seinem
Recht zur fristlosen Aufhebung des Arbeitsverhältnisses Gebrauch machen will. Nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird in der Regel eine Überlegungsfrist von
zwei bis drei Arbeitstagen als genügend angesehen. Ein Hinauszögern über diese
Zeitspanne, die zum Nachdenken und Einholen von Rechtsauskünften ausreichen
sollte, ist nur zulässig, wenn es mit Rücksicht auf die praktischen Erfordernisse des
Alltags- und Wirtschaftslebens als verständlich und berechtigt erscheint (BGer 4C.
188/2006 vom 25. September 2006 E. 2 mit Hinweis auf BGE 130 III 34 E. 4.4 mit
Hinweisen). Zu beachten ist überdies, dass sich im privatrechtlichen
Arbeitsvertragsrecht ausschliesslich private Interessen gegenüber stehen, während
sich das öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis auch am öffentlichen Interesse orientiert.
Eine fristlose administrative Entlassung kann deshalb gerechtfertigt sein, wenn
öffentliche Interessen erheblich beeinträchtigt oder gefährdet werden.
5.2. Der Kläger macht geltend, die Beklagte habe bereits am 4. August 2011 Kenntnis
davon gehabt, dass er angeblich Mobiliar weggenommen und die Kasse nicht
ordnungsgemäss geführt habe. Aus diesem Grund habe die Beklagte offenbar durch
verschiedene Personen zu verschiedenen Zeitpunkten Nachforschungen in die Wege
geleitert. Obschon die Klärung des Sachverhalts einfach gewesen sei, habe die
Beklagte mehr als einen Monat damit zugewartet, das Arbeitsverhältnis mit ihm fristlos
aufzulösen. Demzufolge sei die fristlose Kündigung verspätet und zu Unrecht erfolgt.
5.3. Vorab ergibt sich, dass es gar nicht zutreffen kann, dass die Beklagte bereits am
4. August 2011 davon Kenntnis haben konnte, dass der Kläger Mobiliar aus dem Bad
L. abtransportiert hatte. Sowohl der Gemeindepräsident als auch der Finanzverwalter
waren zum damaligen Zeitpunkt ferienhalber abwesend. Wie die Beklagte glaubhaft
ausführt, hat der Finanzverwalter am 10. August 2011, anlässlich einer Besprechung
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mit der Vizepräsidentin des Gemeinderats und dem Kläger vor Ort festgestellt, dass ein
Teil der Lounge Möbel nicht mehr vorhanden war. Offensichtlich hatte der
Finanzverwalter zum damaligen Zeitpunkt zwar den Verdacht, dass das Mobiliar vom
Kläger für private Zwecke entwendet worden sein könnte, sicher war er sich aber nicht,
zumal der Kläger ausgeführt hatte, vorerst müsse anhand der Lieferscheine geprüft
werden, wie viele Möbel tatsächlich geliefert worden seien. Die Beklagte handelte
deshalb sachgerecht, indem sie entschied, sich vorerst am Domizil des Klägers
Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ihre Vermutung zutreffe. Wie die Beklagte
glaubhaft versichert, wurde am Sonntag, 14. August 2011, festgestellt, dass sich
Lounge Möbel der betreffenden Art auf dem Balkon der Wohnung des Klägers
befanden. Zwei Tage später, am 16. August 2011, hat der Kläger bestätigt, sich die
Möbel angeeignet zu haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Finanzverwalter bereits
damit begonnen, den Sachverhalt bezüglich der Kassaführung abzuklären, indem er
die Abrechnungen der Tageskasse überprüfte und die Mitarbeitenden des Klägers
sowie Badegäste zur Sache befragte. Entgegen der Auffassung des Klägers nehmen
derartige Erkundigungen, die auf Verdacht hin erfolgen, einige Zeit in Anspruch, zumal
dann, wenn es, wie im vorliegenden Fall, erforderlich ist, eine Vielzahl von Personen zu
befragen. Der Gemeinderat der Beklagten hat den Kläger aber bereits am 24. August
2001 mit sofortiger Wirkung freigestellt und ihm das Betreten des Hallenbads nur noch
in Begleitung des Gemeindepräsidenten oder des Finanzverwalters erlaubt. Gleichzeitig
wurde dem Kläger das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine fristlose Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gewährt. Diese wurde am 5. September 2011 ausgesprochen. Die
Beklagte hat somit bereits am 24. August 2011, sobald die Abklärungen bezüglich der
Kassaführung abgeschlossen waren, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass
ihr eine Zusammenarbeit mit dem Kläger aus verschiedenen Gründen nicht mehr
zumutbar sei. Entgegen der Auffassung des Klägers und der Klägerin hat die Beklagte
die fristlose Kündigung mit diesem Vorgehen nicht in unzulässiger Weise
hinausgezögert.
6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Klage abzuweisen ist. Weil die
fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht ungerechtfertigt erfolgt ist, haben
weder der Kläger noch die Klägerin finanzielle Ansprüche gegenüber der Beklagten.
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6.1. Nach Art. 114 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt
ZPO) werden im Entscheidverfahren keine Gerichtskosten erhoben bei Streitigkeiten
aus dem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.--. Im vorliegenden
Fall wird diese Streitwertgrenze nicht überschritten. Somit werden dem Kläger und der
Klägerin für das Klageverfahren keine amtlichen Kosten auferlegt.
6.2. Die Beklagte stellt ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten.
Das Verwaltungsgericht hat im öffentlich-rechtlichen Klageverfahren einen
Ausnahmefall vom Grundsatz des generellen Ausschlusses eines Kostenersatzes für
das Gemeinwesen anerkannt. Ausschlaggebend war dabei, dass das Klageverfahren
wie der Zivilprozess ein Verfahren mit Parteien ist, wobei dem Gemeinwesen - anders
als im Anfechtungsverfahren - in der Regel keine wesentlich vorteilhaftere
Ausgangslage als der Gegenpartei zukommt. Es wurde aber darauf hingewiesen, mit
Blick auf die vom Gesetzgeber im öffentlichen Dienstrecht angestrebte Begrenzung
des Kostenrisikos lasse es sich rechtfertigen, Art. 269 lit. b aZPO analog zur
Anwendung zu bringen, wonach in erstinstanzlichen Prozessen aus Arbeitsrecht in der
Regel nur erhebliche Reiseauslagen einer Partei oder ihrer Vertretung ersetzt werden
(R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Diss. St. Gallen 2003, S. 177 f.). Gemäss Art. 98ter VRP finden nun die Vorschriften der
ZPO über die Parteientschädigung sachgemäss Anwendung. Nach Art. 95 Abs. 3 ZPO
gilt als Parteientschädigung der Ersatz notwendiger Auslagen (lit. a); die Kosten einer
berufsmässigen Vertretung (lit. b) und in begründeten Fällen: eine angemessene
Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (lit. c). Nach
Art. 96 ZPO setzten die Kantone die Tarife für die Prozesskosten fest. Art. 105 Abs. 2
ZPO sieht vor, dass das Gericht die Parteientschädigung nach den Tarifen (Art. 96)
zuspricht. Die Parteien können eine Kostennote einreichen.
(...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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