# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4d2fadde-9549-4465-b968-4208c83f392a
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Die 1982 geborene A, Staatsangehörige von D, reiste Anfang 2004 in die Schweiz ein, wo sie am 10. Februar 2004 den Schweizer Bürger E, geboren 1961, heiratete. In der Folge erhielt sie die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann und die Bewilligung zur Tätigkeit als selbständig erwerbende Masseuse. Im Zusammenhang mit einem bewaffneten Raubüberfall auf einen Massagesalon in Zürich wurde A verhaftet. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen sagten sie und ihr Ehemann übereinstimmend aus, gegen Bezahlung eine Scheinehe eingegangen zu sein. Mit rechtskräftigem Urteil vom 15. Juni 2006 wurde die kinderlose Ehe vom Bezirksgericht F geschieden.
Mit Urteil des Obergerichts vom 20. Dezember 2006 wurde A des qualifizierten Raubs und der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig gesprochen und mit drei Jahren und drei Monaten Zuchthaus bestraft. Die Entlassung aus dem Vollzug erfolgte am 24. Januar 2007 unter Ansetzung einer Probezeit von 396 Tagen.
Am 3. August 2007 heiratete sie in Dietikon den am 2. Dezember 1974 geborenen Schweizer B, welcher gemeinsam mit ihr den genannten Raubüberfall begangen hatte.
Am 7. August 2007 stellte A beim Migrationsamt der Sicherheitsdirektion das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung "EG/EFTA" mit dem Aufenthaltszweck "nichterwerbstätig: Verbleib beim CH-Ehegatten".
Am 28. August 2007 wies das Migrationsamt das Gesuch ab. Gleichzeitig setzte es A eine Frist zum Verlassen des schweizerischen Staatsgebiets bis 30. November 2007.
II.
Einen dagegen erhobenen Rekurs von A und B wies der Regierungsrat am 6. Januar 2009 ab, im Wesentlichen mit der Begründung, der Bewilligungsanspruch sei als Folge der gerichtlichen Bestrafung der Ausländerin wegen eines Verbrechens erloschen und es sprächen keine überwiegenden Interessen für einen Verbleib in der Schweiz.
III.
Mit Eingabe vom 6. Februar 2009 beantragten A und B dem Verwaltungsgericht, es sei der Entscheid des Regierungsrats aufzuheben und der Ehefrau die Aufenthaltsbewilligung beim Ehemann zu erteilen. Während des Verfahrens sei – allenfalls durch Erlass einer vorsorglichen Massnahme – der Beschwerdeführerin der Aufenthalt und der Antritt einer Stelle zu bewilligen; für das Beschwerdeverfahren sei den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ihnen ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Sodann beantragten sie, anstelle einer schriftlichen Vernehmlassung sei eine mündliche Befragung durch das Verwaltungsgericht durchzuführen; ausserdem verlangten sie die Zusprechung einer Parteientschädigung.
Am 17. April 2009 erneuerte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden das Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin an das Verwaltungsgericht; diese könne sofort eine Stelle im Gastgewerbe antreten. Mit Verfügung vom 6. Mai 2009 trat das Verwaltungsgericht infolge Unzuständigkeit auf das Gesuch nicht ein und überwies es zur weiteren Behandlung an das Amt für Wirtschaft und Arbeit.
Während sich die Sicherheitsdirektion nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats Abweisung der Beschwerde.
Die Kammer

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen und von den Kantonen gemäss Art. 130 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz; BGG) nach Ablauf einer Frist von zwei Jahren nach deren Inkrafttreten, also ab 1. Januar 2009, zu gewährleistenden Rechtsweggarantie von Art. 29a der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) hat jede Person bei Rechtsstreitigkeiten Anspruch auf Beurteilung durch eine richterliche Behörde, welche die Streitigkeit unter rechtlichen und tatsächlichen Gesichtspunkten umfassend überprüfen können muss. Da der Regierungsrat als verwaltungsinterne Rechtsmittelinstanz die Anforderungen an eine richterliche Behörde im Sinn von Art. 29a BV nicht erfüllt, hat das Verwaltungsgericht – nach Ablauf der erwähnten Übergangsfrist – ungeachtet des Bestehens eines Rechtsanspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung oder Niederlassungsbewilligung auf die Beschwerde einzutreten. Die Frage, ob ein Rechtsanspruch besteht, ist somit nicht mehr Eintretensvoraussetzung, sondern Gegenstand der materiellen Erwägungen.
1.2