# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ef284092-343a-4aeb-9062-097c023dd15b
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Schändung etc. (Rückweisung des Schweizerischen )
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom 2. Juli 2010 (DG090039); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 14. Oktober 2011 (SB110328); Urteil des  Bundesgerichtes vom 21. Juni 2012 (6B_128/2012)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. No-
vember 2009 (Urk. 37) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Angeklagte 1 (A._) wird vollumfänglich freigesprochen.
2. Der Angeklagte 2 (B._) wird freigesprochen
− vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB,
− vom Vorwurf der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
− vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1
StGB.
− vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (An-
klageziffer II). [Bei diesem Absatz handelt es sich um eine Berichtigung
gegenüber dem am 7. Juli 2010 versandten Dispositiv]
3. Der Angeklagte 3 (C._) wird freigesprochen
− vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB,
− vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB.
4. Der Angeklagte 2 (B._) ist schuldig
− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-
te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB,
− der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB.
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5. Der Angeklagte 3 (C._) ist schuldig
− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-
te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB.
6. Der Angeklagte 2 (B._) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 270 Ta-
gessätzen zu Fr. 90.–, wovon 196 Tagessätze durch Untersuchungshaft er-
standen sind.
7. Der Vollzug der gegen den Angeklagten 2 (B._) ausgesprochenen
Geldstrafe wird aufgeschoben und es wird dem Angeklagten 2 eine Probe-
zeit von 2 Jahren zur Bewährung angesetzt.
8. Der Angeklagte 3 (C._) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Ta-
gessätzen zu Fr. 30.–, wovon 178 Tagessätze durch Untersuchungshaft er-
standen sind.
9. Der Vollzug der gegen den Angeklagten 3 (C._) ausgesprochenen
Geldstrafe wird aufgeschoben und es wird dem Angeklagten 3 eine Probe-
zeit von 2 Jahren zur Bewährung angesetzt.
10. Der Angeklagte 1 (A._) wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 22'231.40
entschädigt.
11. Dem Angeklagten 1 (A._) wird für erlittene Haft aus der Gerichtskasse
eine Genugtuung von Fr. 19'000.00 zugesprochen.
12. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Angeklagten 2
(B._) wird abgewiesen.
13. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Angeklagten 3
(C._) wird abgewiesen.
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14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 891.00 Untersuchungskosten
Fr. 150.00 Zeugenentschädigungen
Fr. 11'041.00
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
15. Die Gerichtskosten werden zu 1/15 dem Angeklagten 2 (B._) und zu
1/15 dem Angeklagten 3 (C._) auferlegt. Im Übrigen – eingeschlossen
die Kosten der amtlichen Verteidigungen – werden sie auf die Gerichtskasse
genommen.
16. Die Kosten der Strafuntersuchung werden den Angeklagten 2 und 3 in dem
jeweils sie betreffenden Teil auferlegt und zwar:
− dem Angeklagten 2 (B._) in Höhe von Fr. 2'007.–,
− dem Angeklagten 3 (C._) in Höhe von Fr. 1'087.–.
Im Übrigen werden die Kosten der Strafuntersuchung auf die Gerichtskasse
genommen.
Beschluss I der Vorinstanz:
1. Die sich auf dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-
rich vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten
A._ beschlagnahmten
− PC der Marke "Thermaltake", respektive der zugehörigen
− Festplatte der Marke "Maxtor" zu 160 GB
befindlichen Dateien mit verbotenem pornografischem Inhalt gemäss Bericht
der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw D._, Geschäfts-Nr.
...) sind zu vernichten, bzw. von den betreffenden Datenträgern zu löschen.
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2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 und dem Zusammenbau der
Geräte wird die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle ..., Zeughausstrasse 2,
8004 Zürich, beauftragt, unter anschliessender Rückgabe an die Kasse des
Bezirksgerichts Dielsdorf.
3. Nach erfolgter Löschung werden der PC der Marke "Thermaltake" und die
Harddisk der Marke "Maxtor" dem Angeklagten A._ nach Eintritt der
Rechtskraft durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgegeben.
Erfolgt nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe der
Geräte, werden diese entsorgt.
Beschluss II der Vorinstanz:
2. Die sich auf dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-
rich vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten
A._ beschlagnahmten
− PC der Marke "Steg", respektive der zugehörigen
− Festplatte der Marke "Samsung" zu 250 GB
befindlichen Dateien mit verbotenem pornografischem Inhalt gemäss Bericht
der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw D._, Geschäfts-Nr.
...) sind zu vernichten, bzw. von den betreffenden Datenträgern zu löschen.
2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 und dem Zusammenbau der
Geräte wird die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle ..., Zeughausstrasse 2,
8004 Zürich, beauftragt unter anschliessender Rückgabe an die Kasse des
Bezirksgerichts Dielsdorf.
3. Nach erfolgter Löschung werden der PC der Marke "Steg" und die Harddisk
der Marke "Samsung" dem Angeklagten A._ nach Eintritt der Rechts-
kraft durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgegeben. Erfolgt
nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe der Geräte,
werden diese entsorgt.
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Beschluss III der Vorinstanz:
1. Die sich auf der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten
C._ beschlagnahmten
- Speicherkarte "SanDisk" 8 GB
befindlichen Filmdateien der sexuellen Handlungen mit der Geschädigten
gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw
D._, Geschäfts-Nr. ...) sind zu vernichten, bzw. vom Datenträger zu lö-
schen.
2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 wird die Kantonspolizei Zü-
rich, Dienststelle ..., Zeughausstrasse 2, 8004 Zürich, beauftragt unter an-
schliessender Rückgabe an die Kasse des Bezirksgerichts Dielsdorf.
3. Die Digitalfotokamera "Canon", der Laptop "MacBook Apple" sowie die zum
Laptop gehörende Festplatte "Fujitsu" 160 GB werden dem Angeklagten
C._ nach Eintritt der Rechtskraft durch die Gerichtskasse auf erstes
Verlangen herausgegeben. Ebenso wird die Speicherkarte "SanDisk" 8 GB
mit Adapter nach erfolgter Löschung der Daten gemäss Ziff. 1 dem Ange-
klagten C._ durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgege-
ben. Erfolgt nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe
der Geräte, werden diese entsorgt.
Berufungsanträge:
A) Des Vertreters der Anklagebehörde
(Urk. 132 S. 2)
1. Die Angeklagten seien der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB in Ver-
bindung mit Art. 200 StGB schuldig zu sprechen.
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2. Der Angeklagte B._ sei zusätzlich wegen sexueller Nötigung im Sinne
von Art. 189 Abs. 1 StGB und versuchter Nötigung im Sinne von Art. 181
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
3. Es sei erneut im Sinne der Beschlüsse im Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zürich vom 14. Oktober 2011 zu beschliessen.
4. Der Angeklagte A._ sei mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, der Angeklagte
B._ mit 3 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe sowie einer bedingt vollziehbaren
Geldstrafe von 270 Tagessätzen und der Angeklagte C._ mit 3 1⁄2 Jah-
ren Freiheitsstrafe zu bestrafen, je unter Anrechnung der erstandenen Un-
tersuchungshaft von 190 Tagen (A._), 196 Tagen (B._) und 178
Tagen (C._).
5. Die Kosten des Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Vertei-
digung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 StPO und Art. 135 Abs. 4 StPO) seien den
Angeklagten A._ und B._ zu je 2/5 und dem Angeklagten C._
zu 1/5 aufzuerlegen.
B) Des Verteidigers des Beschuldigten A._
(Urk. 133 S. 1)
1. In Bestätigung des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich vom 14. Ok-
tober 2011 sei der Angeklagte freizusprechen.
2. Der Angeklagte sei für den Lohnausfall, die erlittene Haft sowie für seine
persönlichen Umtriebe gemäss Dispositiv-Ziffer 7. a) des Urteils des Ober-
gerichts des Kantons Zürich vom 14. Oktober 2011 zu entschädigen bzw. es
sei ihm eine Genugtuung zuzusprechen.
3. Die Kosten für das vorliegende Verfahren, inklusive der amtlichen Verteidi-
gung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
4. Eventualiter sei der Angeklagte im Falle eines Schuldspruches im Sinne von
Art. 191 StGB mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestra-
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fen, unter Anrechnung der erstandenen Haft und unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von zwei Jahren sowie Entschädigung für die erlittene Überhaft; die
Kosten für die amtliche Verteidigung seien auch im Eventualfall auf die Ge-
richtskasse zu nehmen.
C) Des Verteidigers des Beschuldigten B._
(Prot. III S. 14)
Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen à
Fr. 60.–, wobei ihm der bedingte Strafvollzug zu gewähren sei. Er sei weiter zu
bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, wobei ihm auch der bedingte
Strafvollzug zu gewähren sei. Beides verbunden mit einer Probezeit von zwei
Jahren.
D) Des Verteidigers des Beschuldigten C._
(Urk. 136 S. 1)
1. Der Angeklagte sei freizusprechen, und es sei das erste Berufungsurteil bei
ihm zu bestätigen.
Eventualiter:
2. Er sei mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen à Fr. 20.– zu bestrafen. Es
sei festzuhalten, dass 178 Tage der Strafe durch Untersuchungshaft erstan-
den sind.
3. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben, die Probezeit sei auf 2 Jahre fest-
zulegen.
4. Die anteilsmässigen Kosten (1/4) seien dem Angeklagten aufzuerlegen. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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## Considerations

Das Gericht erwägt:
I. Prozessgeschichte
1. Die Anklage gliedert sich in 4 Ziffern. Das Hauptdossier umfasst drei Anklage-
ziffern und betrifft die Vorfälle vom 17. Mai 2009 in der Wohnung an der ...-
Strasse .. in E._. Vorgeworfen wird den Beschuldigten eine gemeinsam im
Wohnzimmer begangene Schändung der Geschädigten F._ (Ziff. I). Den Be-
schuldigten B._ und C._ wird sodann die Herstellung von Pornographie
vorgeworfen, indem sie von den Schändungshandlungen Ton- und Bildaufnah-
men gemacht hätten (Ziff. II). Dem Beschuldigten B._ wird weiter vorgewor-
fen, nach den Schändungshandlungen die Geschädigte im Badezimmer sexuell
genötigt zu haben, sowie versucht zu haben, die Geschädigte mit Drohungen da-
von abzuhalten, jemandem über das Vorgefallene im Wohnzimmer zu erzählen
(Ziff. III). Dem Beschuldigten B._ wird sodann vorgeworfen, pornographische
Bilddateien aus N._ in die Schweiz eingeführt und auf seinem Computer ge-
speichert zu haben (Ziff. IV).
2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, II. Abteilung, vom 2. Juli 2010 wurden
der Beschuldigte B._ und der Beschuldigte C._ der Verletzung des Ge-
heim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs.
1 StGB schuldig gesprochen und der Beschuldigte B._ zudem der Pornogra-
phie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB. Vom Vorwurf der Schändung wurden alle
Beschuldigten vollumfänglich freigesprochen, der Beschuldigte B._ und der
Beschuldigte C._ zudem vom Vorwurf der Pornographie betreffend Anklage-
punkt II, und der Beschuldigte B._ noch vom Vorwurf der sexuellen Nötigung
und versuchten Nötigung (Anklagepunkt III; Urk. 80).
3. Am 12. Juli 2010, und damit rechtzeitig, gingen die Berufungserklärungen der
Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten C._ gegen das erstinstanzliche
Urteil vom 2. Juli 2010 am Bezirksgericht Dielsdorf ein (Urk. 68, 69). Am 30. Au-
gust 2010 liess sodann der Beschuldigte B._ Berufung erklären (Urk. 72),
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welche er jedoch mit Eingabe vom 7. März 2011, nach Zustellung des begründe-
ten Urteils, zurückziehen liess (Urk. 76). Davon ist Vormerk zu nehmen. Die Emp-
fangsscheine der Anklagebehörde und des Beschuldigten C._ für das be-
gründete Urteil tragen das Datum vom 7. Februar 2011 (Urk. 67). Die Beanstan-
dungen der Staatsanwaltschaft vom 25. Februar 2011 erreichten die Vorinstanz
rechtzeitig am 28. Februar 2011 (Urk. 74), jene des Beschuldigten C._ vom
24. Februar 2011 gingen der Vorinstanz innert Frist am 25. Februar 2011 zu (Urk.
73).
4. Die Geschädigte und der Beschuldigte A._ erhoben keine Rechtmittel.
5. Das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, sprach die Beschuldig-
ten mit Urteil vom 14. Oktober 2011 vom Vorwurf der Schändung im Sinne von
Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB ebenfalls frei. Der Beschuldigte
B._ wurde allerdings (nebst den in Rechtskraft erwachsenen erstinstanzli-
chen Schuldsprüchen wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch
Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB sowie wegen Por-
nographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB) der sexuellen Nötigung im Sinne
von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen.
6. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschuldigte B._ eine bundesrechtli-
che Beschwerde, welche das Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung, mit Urteil
vom 21. Juni 2012 abwies (soweit darauf eingetreten wurde). Auf die Beschwerde
der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich hin hob das Bundesgericht den
Entscheid des Obergerichts auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an
dieses zurück.
7. Am 14. Dezember 2012 fand vor der erkennenden Kammer nochmals eine Be-
rufungsverhandlung statt. An dieser stellten die Parteien die eingangs wiederge-
gebenen Anträge. Damit erweist sich der Prozess als spruchreif.
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II. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens
Gegenstand der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Beschwerde waren die
Freisprüche der Beschuldigten vom Vorwurf der Schändung. Der bundesgerichtli-
che Kassationsentscheid bezog sich demnach einzig auf diesen einen Aspekt.
Materiell handelte es sich demnach um eine Teilaufhebung. Hinsichtlich der wei-
teren Punkte erfolgte mithin keine Korrektur. In dieser Hinsicht blieb der oberge-
richtliche Entscheid grundsätzlich bestehen (vgl. dazu BGE 104 IV 276 f.; Hauser/
Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, § 104
N 65; vgl. ferner BGE 122 I 252). Der Übersichtlichkeit halber bzw. aus Praktikabi-
litätsgründen werden heute allerdings (praxisgemäss) die gesamten (mit den not-
wendigen materiellen sowie wenigen formellen Korrekturen versehenen) Erwä-
gungen sowie das vollständige Dispositiv des Entscheids vom 14. Oktober 2011
(nochmals) wiedergegeben.
III. Anwendbares Prozessrecht
1. Im ersten Berufungsverfahren (SB110328) war das alte zürcherische Prozess-
recht (StPO ZH und GVG ZH) anwendbar. Dies deshalb, weil das erstinstanzliche
Urteil gefällt worden war (2. Juli 2010), bevor die neue eidgenössische Strafpro-
zessordnung in Kraft trat (1. Januar 2011; vgl. dazu Art. 453 Abs. 1 StPO).
2. Wird ein Verfahren vom Bundesgericht zur neuen Beurteilung zurückgewiesen,
ist demgegenüber das neue Recht massgebend (vgl. dazu Art. 453 Abs. 2 StPO).
Demnach gelangt vorliegend das revidierte Prozessrecht zur Anwendung.
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IV. Schuldpunkt
1. Vorwurf der Schändung (Anklagepunkt I)
1.1. Anklagesachverhalt
Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der Anklagesachverhalt in
der Anklageschrift und die sich bei den Akten befindlichen drei Videosequenzen
(Videodatei ... und ... [Urk. 10/3/1] und Videodatei ... [Urk. 10/3/2]) nicht de-
ckungsgleich sind (Urk. 80 S. 79-83; § 161 GVG ZH). Der in der Anklageschrift
geschilderte Sachverhalt endet mit den Aufzeichnungen der Videodatei ... (vgl.
nachstehend Ziff. 1.7.). Gemäss Anklage soll dabei die Geschädigte langsam aus
ihrem komatösen Zustand erwacht sein, indem sie den über ihr liegenden Be-
schuldigten A._ wegzustossen versucht habe (während er eine Karotte in ih-
rer Vagina heftig bewegt habe). Bis die Beschuldigten und insbesondere der Be-
schuldigte A._ jedoch vollständig von den sexuellen Handlungen an der Ge-
schädigten abliessen, kam es noch während längerer Zeit zu weiteren sexuellen
Handlungen, die jedoch nicht Gegenstand der Anklage sind.
1.2. Stellungnahme der Beteiligten
Die Geschädigte erklärte in der Untersuchung, sie sei in der Wohnung in E._
auf dem Sofa eingeschlafen und habe die an ihr ausgeführten sexuellen Hand-
lungen der Beschuldigten nicht bemerkt. Die Beschuldigten hingegen bestreiten
den in der Anklage beschriebenen komatösen Zustand der Geschädigten. Sie sei
mit den sexuellen Handlungen einverstanden gewesen.
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1.3. Beweismittel
Als Beweismittel betreffend Anklagepunkt I liegen die Aussagen der Beschuldig-
ten, der Geschädigten, der Zeuginnen G._, H._, I._ und J._,
die Videobefragungen der Geschädigten (Urk. 8/7/1-4), die Videoaufzeichnungen
der Beschuldigten B._ und C._ (Video ..., Video ... und Video ...) sowie
die Berichte der Psychologinnen K._ und L._ betreffend die Videobefra-
gung der Geschädigten vor.
1.4. Beweiswürdigungsregeln
1.4.1. Wenn die Beschuldigten den eingeklagten Sachverhalt bestreiten, so legt
das Gericht seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach seiner
freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften
Überzeugung als verwirklicht erachtet (§ 284 StPO ZH; Art. 10 Abs. 2 StPO).
Gemäss diesem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung entscheidet
das Gericht, ob es die eingeklagten Tatsachen für erwiesen hält oder nicht. In ei-
nem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld besonders ho-
he Anforderungen zu stellen. Ein Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die
Schuld des Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf na-
mentlich kein vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschul-
digten in der Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat.
Dies bedingt, dass das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausrei-
chend ist, wenn die vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Be-
schuldigten hindeuten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermö-
gen. Allfällige abstrakte, theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es
muss daher ausreichen, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldig-
ten ausgeschlossen werden können.
1.4.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-
ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand
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sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche
Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt
der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-
folgen. Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine
Glaubwürdigkeit des Aussagenden abgestellt werden, sondern es bedarf einer
eingehenden Würdigung der Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevan-
ten Aussagen. Dabei ist auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskrite-
rien grosses Gewicht zu legen (Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung
von Zeugenaussagen, SJZ 81 [1985] S. 53 ff.).
1.4.3. Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaubwür-
digkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden.
Während erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich ge-
traut werden kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung be-
deutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder
nicht (Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.).
1.4.4. Bei der Würdigung von Aussagen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit
einer Person indessen eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Das Interesse ei-
ner Aussageperson am Prozessausgang oder die persönliche Bindung zu ande-
ren Prozessbeteiligten ist für sich allein noch kein Grund, ihren Aussagen zu
misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer – in dieselbe Richtung weisender – In-
dizien gibt begründeten Anlass, Aussagen als unzuverlässig zu verwerfen. Nach
neuerer Lehre und Rechtsprechung ist vielmehr auf die Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen der Aussagenden abzustellen. Zu achten ist auf Strukturbrüche innerhalb
der Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf Widersprüche, vor allem
aber auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien und
das Fehlen von Lügensignalen (Bender, a.a.O.; siehe ferner Bender/Nack/Treuer,
Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. A., München 2007, S. 84 ff.). Die wichtigsten
Realitätskriterien sind dabei "innere Geschlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der
Darstellung des Geschehnisablaufes", "konkrete und anschauliche Wiedergabe
des Erlebnisses" sowie "Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise,
wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat",
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"Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter
Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle",
"Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten" sowie "Konstanz der
Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl Formulierun-
gen als auch die Angaben über Nebenumstände verändern können" (Hauser,
a.a.O., S. 316). Andererseits sind auch allfällige Fantasie- oder Lügensignale zu
berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten "Unstimmigkeiten oder
grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", "Zurücknahme oder erhebliche
Abschwächungen in den ursprünglichen Anschuldigungen, Übersteigerungen in
den Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen", "unklare, ver-
schwommene oder ausweichende Antworten" sowie "gleichförmig, eingeübt und
stereotyp wirkende Aussagen". Fehlen Realitätskriterien oder finden sich Lügen-
signale, so gilt dies als Indiz für eine Falschaussage.
Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass sich die Aussagen der Beteiligten betref-
fend Anklageziffer I (Schändung) noch mit Videoaufnahmen vergleichen lassen.
1.4.5. Die Vorinstanz hat betreffend Anklagepunkt I keine klare Unterscheidung
zwischen der Glaubwürdigkeit der Geschädigten und der Glaubhaftigkeit ihrer
Aussagen gemacht. Sie hat die Beweiswürdigung letztlich auf die Videoaufnah-
men der Beschuldigten B._ und C._ gestützt und die Aussagen der Ge-
schädigten keiner sachlich nachvollziehbaren Würdigung unterzogen. Bezeich-
nenderweise stehen die diesbezüglichen Ausführungen unter dem Titel "Glaub-
würdigkeit der konkreten Aussagen" (Urk. 80 S. 73-77). Die Glaubhaftigkeitsana-
lyse zum eigentlichen Kerngeschehen fehlt gänzlich.
1.5. Glaubwürdigkeit der Beteiligten
1.5.1. Bezüglich der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Beschuldigten ist zu be-
rücksichtigen, dass sie, als direkt in das vorliegende Strafverfahren involvierte
Personen, ein – durchaus – legitimes Interesse daran haben dürften, die Ge-
schehnisse in einem für sie günstigen Licht darzustellen, zumal sie nicht zur
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wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet sind und somit nicht unter der strengen
Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagen mussten. Ihre Glaubwürdigkeit ist
somit eingeschränkt, was bei der Würdigung ihrer Aussagen zu beachten ist. Die
Vorinstanz hat zwar die Aussagen der Beschuldigten wiedergegeben (Urk. 80
S. 21-46), jedoch weder die Glaubwürdigkeit der Beschuldigten noch die Glaub-
haftigkeit ihrer Aussagen einer näheren Betrachtung unterzogen.
1.5.2. Die Vorinstanz hat ausschliesslich die Glaubwürdigkeit der Geschädigten
einer ausführlichen Analyse unterzogen (Urk. 80 S. 71-73). Die Ergebnisse sind
allerdings zu relativieren. Zunächst ist festzuhalten, dass sie unter der strengen
Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte. Zu beachten ist auch, dass sie im
vorliegenden Strafverfahren keine Schadenersatz- oder Genugtuungsforderungen
geltend gemacht hat und somit diesbezüglich kein finanzielles Interesse die
Glaubwürdigkeit tangiert. Der Umstand, dass sich die Geschädigte nach der Er-
stattung der Anzeige nicht mehr um das Verfahren kümmerte und dass sie aus-
drücklich auf einen Rechtsbeistand verzichtet hatte, lässt nicht ohne weiteres den
Schluss zu, die Geschädigte sei nicht an einer Strafverfolgung interessiert, zumal
das Verfahren der Offizialmaxime unterliegt und die Geschädigte, wie sie auch
mehrfach betonte (Urk. 8/6 S. 19), mit dem für sie peinlichen Vorfall abschliessen
wollte.
Zu den Beschuldigten steht sie in unterschiedlichen Beziehungen. Den Beschul-
digten A._ kennt sie über ihre beste Kollegin G._. Sie bezeichnete ihn
als nett. Sie übernachtete bereits ein paar Wochen zuvor mit ihm in einem Zim-
mer (in der Wohnung des Beschuldigten B._), wobei sie sich zwar geküsst
und gestreichelt hätten, es aber zu keinen weiteren Handlungen gekommen sei;
für sie sei es angesichts der Dauer der Beziehung für eine weitergehende Annäh-
rung verfrüht gewesen. Sodann sei auch ihre Freundin G._ dagegen gewe-
sen (Urk. 8/6 S. 3). Diese Schilderung der Geschädigten wird ebenfalls vom Be-
schuldigten A._ erwähnt. Gemäss dem Beschuldigten A._ hätten sie bei
ihrem Zusammensein sodann aber beide die Oberteile ausgezogen gehabt (Urk.
5/3 S. 2), was sie indessen bestreitet (Urk. 8/6 S. 2). Gemäss A._ hätten sie
sich dann über den Kleidern gestreichelt und befriedigt (Urk. 3/5 S. 2).
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Den Beschuldigten B._ kennt die Geschädigte als Freund ihrer Kollegin
G._. Sie glaube, dass sie (die Geschädigte und der Beschuldigte B._)
sich gegenseitig nicht allzu sehr mögen würden (Urk. 8/6 S. 1). Zum Beschuldig-
ten C._ hat sie keine nähere Beziehung.
Die Beziehung zu ihrer Kollegin G._ ist vorliegend insofern von Interesse, als
diese die Geschädigte aufforderte, eine Strafanzeige gegen ihren Freund, den
Beschuldigten B._, wegen der vorliegend zur Anklage (Ziff. I-III) gebrachten
Vorfälle zu erstatten. Sie kennt sie schon seit dem 10. Schuljahr im Jahre 200X
und bezeichnet sie als sehr, sehr gute Kollegin (Urk. 8/6 S. 16). Sie stehe ihr (der
Geschädigten) jetzt (seit der Wiederaufnahme des Kontakts nach einem rund
zweimonatigen streitbedingten Unterbruch) sehr viel näher (Urk. 8/6 S. 16).
Das Verhältnis der Geschädigten zur Wahrheit wird sodann von ihrer Pflegemut-
ter (Prot. I S. 33 ff.; Urk. 80 S. 53-54; § 161 GVG ZH) in Frage gestellt. Die Ge-
schädigte neige dazu, für sie unangenehme Situationen durch Unwahrheiten
("Notlügen, Schwindeleien", Prot. I S. 41) zu ihren Gunsten zu verändern. Die So-
zialpädagogin J._, die die Geschädigte im Rahmen eines Arbeitsintegrati-
onsprojekts betreute, erklärte, sie habe sich meistens an die Regeln gehalten, je-
doch nicht immer. Ihre Pünktlichkeit habe zu wünschen übrig gelassen. Sie habe
sich oftmals entschuldigt und ab und zu auch falsche Angaben gemacht (Prot. I S.
60). Diese Angaben sind bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen,
doch vermögen sie ihre Glaubwürdigkeit entgegen der Vorinstanz nicht in einem
derart schlechten Licht erscheinen zu lassen. Die von den Leumundszeuginnen
erwähnten Verhaltensweisen der Geschädigten sind nicht derart gravierend, dass
generell ein Vorbehalt gegenüber den Aussagen der Geschädigten zu machen
wäre. Sodann ergeht sich die Vorinstanz in unhaltbaren Hypothesen, dass es die
"beiden Frauen" (gemeint: die Geschädigte und ihre Kollegin) in erster Linie auf
den Beschuldigten B._ abgesehen hätten und diesen an den Pranger hätten
stellen wollen (Urk. 80 S. 72 f.).
1.5.3. Die Zeugin G._ ist – wie erwähnt – eine langjährige Kollegin der Ge-
schädigten und war im Zeitpunkt des Vorfalls die Freundin des Beschuldigten
B._. Sie kann somit nicht als neutrale Zeugin bezeichnet werden, zumal sie
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es war, die die Strafanzeige initiierte. Die Zeugin H._ ist der Interessensphä-
re der Beschuldigten zuzuordnen, zumal sie die Beschuldigten vom Ausgang her
kennt und mit den Beschuldigten A._ und B._ regelmässig Kontakt ge-
pflegt habe. Ihre Einvernahme als Zeugin wurde denn auch vom amtlichen Ver-
teidiger des Beschuldigten A._ beantragt. Trotz der engen Beziehung zur
Geschädigten sind I._ (Pflegemutter der Geschädigten) und J._ ( am Arbeitsplatz der Geschädigten) wohl als relativ objektive Zeuginnen
zu betrachten, beweisen sie doch eine objektive Einschätzung der Verhaltenswei-
sen der Geschädigten.
1.6. Aussagen der Beteiligten
1.6.1. Die Aussagen der Beteiligten sind im vorinstanzlichen Urteil umfassend
aufgeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 80 S. 18-55; § 161 GVG ZH). Im
Folgenden genügt deshalb eine zusammenfassende Übersicht.
1.6.2. Von den Aussagen der Geschädigten F._ anlässlich der ersten Vide-
obefragung bei der Kantonspolizei am 12. Juni 2009 (Urk. 8/7/1 und 2) besteht
keine wörtliche Abschrift. Eine zusammenfassende Darstellung lässt sich dem Be-
richt zur Videobefragung der Kantonspolizei vom 13. Juni 2009 entnehmen (Urk.
8/1). Von der zweiten Videobefragung am 24. August 2009 bei der Staatsanwalt-
schaft findet sich eine Niederschrift (Urk. 8/6). Die Geschädigte schildert den Ab-
lauf ihres Ausgangs in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 2009. Nachdem sie zu-
nächst mit einem Kollegen und dessen Freundin im Ausgang gewesen sei, seien
sie gegen 03.00 Uhr im "...-Club" eingetroffen, wo sie auf eine Gruppe mit den
drei Beschuldigten gestossen sei. Den Beschuldigten B._ kannte sie dabei
als Freund ihrer Freundin, den Beschuldigten A._ hatte sie bereits zuvor im
"...-Club" kennen gelernt und mit ihm auch schon in der Wohnung des Beschul-
digten B._ in einem Zimmer gemeinsam übernachtet, wobei es zum Aus-
tausch von Zärtlichkeiten gekommen sein soll. Den Beschuldigten C._ kann-
te sie nicht. Im Club habe man geredet, gelacht und getrunken. Nachdem der Be-
schuldigte C._ sie gehänselt habe, sie habe dazu keinen Mut, habe sie dem
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Beschuldigten A._ einen Zungenkuss gegeben. Dann habe eine Person der
Gruppe nach Hause gehen wollen, weshalb man ein Taxi gerufen habe. Danach
sei sie um ca. 07.00 Uhr mit den drei Beschuldigten mit dem Taxi nach E._
gefahren, sie seien in die Wohnung des Beschuldigten C._ gegangen (bzw.
in die Wohnung von C._s nicht anwesendem Bruder). Was ihren Alkoholkon-
sum angeht, so habe sie erst im "...-Club" Alkohol zu sich genommen. Sie will
dabei zwei kleine Bier, zwei Gläser Champagner und drei bis vier Flaschen
Smirnoff getrunken haben. Sie trinke sonst nicht regelmässig Alkohol (Urk. 8/1 S.
3). Sie habe aber ohne Probleme den letzten Kilometer vom Taxi bis zur Woh-
nung zu Fuss gehen können und auch noch die Umgebung beim Eintreten in die
Wohnung klar wahrgenommen. Die Geschädigte führte aus, dass sie nach An-
kunft in der Wohnung alle total erschöpft auf dem Sofa gelegen seien. Sie sei
nach zehn Minuten eingeschlafen. Kurz vor dem Einschlafen habe sie realisiert,
dass sich der Beschuldigte A._ hinter sie gelegt habe. Sie habe gedacht,
dass er es vielleicht wieder versuche und sei dann eingeschlafen. Wegen des
konsumierten Alkohols sei sie dann total weg gewesen ("dänne gsi"). Sie sei dann
langsam wieder erwacht und habe gemerkt, dass im Intimbereich etwas gerüttelt
habe. Sie habe die Augen nicht sofort geöffnet, sondern mit einem Auge ge-
schaut, was los sei. Sie habe dann ein Licht gesehen von einen Handy, welches
der Beschuldigte B._ benutzt habe, um sie zu filmen. Aufgewacht sei sie um
ca. 08.00-08.15 Uhr. Sie habe gar nichts mitbekommen und gar nichts gespürt.
Aufgewacht sei sie, weil sie gefroren habe und vom Rütteln und von der Nässe im
Intimbereich (1. Videobefragung, Urk. 8/7). Beim Einschlafen habe sie gedacht,
dass er wieder versuche, Geschlechtsverkehr mit ihr zu haben. Dort sei sie schon
recht genervt gewesen. Vor dem Einschlafen habe sie noch mitbekommen, wie
der Beschuldigte A._ die Hand vorne über den Bauch gelegt habe. Seinen
Kopf habe er auf ihren Schulter-/Halsbereich gelegt. Er habe noch mit den ande-
ren zwei Mitbeschuldigten gesprochen, und sie sei langsam eingeschlafen. Sie
habe ein wenig abweisend reagiert. Sie habe sich (leicht) weggedreht, gesagt ha-
be sie aber nichts. Er habe dann nichts weiter gemacht, und sie sei dann einge-
schlafen. Sie habe noch bemerkt, wie er angefangen habe, sie am Hals zu strei-
cheln. Sie habe dann gefunden, lieber nicht, habe sich leicht abgedreht und sei
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eingeschlafen (Urk. 8/6 S. 7 f.). Aufgewacht sei sie, weil es im Intimbereich gerüt-
telt habe, und als sie ihre Augen geöffnet habe, habe sie gesehen, dass der Be-
schuldigte A._ über ihr gelegen sei. Sie habe dann sofort an Geschlechts-
verkehr gedacht, aber sie könne nicht mit 100 %-iger Sicherheit sagen, ob der
Beschuldigte A._ in sie eingedrungen sei oder nicht. Sie denke, dies sei der
Grund für das Rütteln gewesen (Urk. 8/1 S. 3; 8/6 S. 7 f.). Aufgewacht sei sie um
ca. 08.00-08.15 Uhr (1. Videobefragung 00:34; Urk. 8/7/1; Urk. 8/6 S. 12). Auf
Vorhalt erklärte sie sodann, so viel sie wisse, sei sie auch nicht vom Sofa herun-
tergefallen (Urk. 8/6 S. 9). Beim Aufstehen habe sie die Beschuldigten beschimpft
mit "Ihr spinnet! Das isch total denebet.", "Ich hätt nöd dänkt, dass ihr zu so öppi-
sem fähig sind." und sei heulend ins Badezimmer gegangen (Urk. 8/6 S. 10).
Nach einer gewissen Zeit sei ihr der Beschuldigte B._ ins Badezimmer ge-
folgt. Die Vorgänge im Badezimmer sind umstritten und Gegenstand von Ankla-
geziffer III (nachstehend Ziff. 3). Nachdem die Geschädigte das Badezimmer ver-
lassen habe, habe sie der Beschuldigte A._ umarmt und sich entschuldigt
(Urk. 8/1 S. 4).
Danach sei sie noch bis ca. 12.00 Uhr mit den Beschuldigten in der Wohnung
verblieben, wobei ihr der Beschuldigte C._ noch Spaghetti gekocht habe
(Urk. 8/6 S. 14). Die Geschädigte und die Beschuldigten hätten in der Folge auf
den Sofas im Wohnzimmer gedöst, wobei die Geschädigte als Letzte die Woh-
nung verlassen habe.
Rund drei Wochen nach dem Vorfall erstattete die Geschädigte bei der Polizei
Anzeige. Für diese relativ lange Zeitspanne bis zur Anzeigeerstattung gab sie an,
wegen der vom Beschuldigten B._ ausgesprochenen Drohung, er werde ihr
etwas antun, wenn sie den Vorfall Dritten erzähle, Angst gehabt zu haben; so-
dann sei es ihr peinlich gewesen, so etwas zu erzählen. Sie habe es einfach ver-
drängen wollen (Urk. 8/1 S. 4).
1.6.3. Der Beschuldigte A._ gab an, nach Ankunft in der Wohnung in
E._ (um ca. 08.00 Uhr; Urk. 5/1 S. 4) sei er mit der Geschädigten auf dem
Sofa gesessen, und sie seien sich näher gekommen. Zuerst habe man angefan-
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gen, sich zu küssen. Das habe die Geschädigte 100 %-ig gewollt, obschon sie
gewusst habe, dass die Kollegen nicht weit entfernt gewesen seien. Sie hätten
sich ungefähr während fünf Minuten geküsst. Dann habe er begonnen, die Ge-
schädigte auszuziehen, wobei sie sich während dessen gegenseitig gestreichelt
hätten. Sie habe absolut nichts dagegen gehabt, dass er sie ausgezogen habe.
Im Gegenteil habe sie sogar die Arme gehoben, als er ihr das Oberteil ausgezo-
gen habe. Er selbst habe sich bis auf das Oberteil ausgezogen. Die Geschädigte
sei ganz nackt gewesen. Während des Ausziehens und Streichelns sei sie abso-
lut wach gewesen. Die Geschädigte selbst habe ihn auch geküsst und gestrei-
chelt, aber nicht im Intimbereich. Eingeschlafen sei sie erst, als alles vorbei gewe-
sen sei. Die Handlungen seien in gegenseitigem Einverständnis erfolgt, die Ge-
schädigte habe ihn zu keinem Zeitpunkt weggewiesen und sei immer wach gewe-
sen (Urk. 5/1). Ergänzend fügte er hinzu, dass sie während des Ausziehens wohl
gemerkt habe, in welche Richtung es gehe. Sie habe dann die Augen geschlos-
sen, er habe dies als positives Gefühl von ihr gewertet. Auch als er sie ausgezo-
gen habe, sei sie ganz locker gewesen und habe nie Nein gesagt. Die Augen ha-
be sie geschlossen gehabt, weil sie sich vor den Kollegen geschämt habe, die
zugeschaut hätten (Urk. 5/2). Nach der Sichtung der Filmaufnahmen erklärte der
Beschuldigte A._, es mache den Eindruck, als hätte die Geschädigte nichts
mitbekommen. Er sei davon ausgegangen, sie habe die Augen geschlossen ge-
habt, aber alles mitbekommen. Beim Küssen und Streicheln sei sie noch wach
gewesen, und sie habe das auch akzeptiert. Erst dann habe sie die Augen ge-
schlossen (Urk. 5/4). Zu Beginn habe sie noch aktiv an den Handlungen teilge-
nommen. Danach jedoch nicht mehr. Erst am Schluss habe sie sich wieder aktiv
verhalten (Urk. 5/7 S. 3). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung er-
gänzte der Beschuldigte seine Ausführungen mit weiteren Details. Beim Auszie-
hen sei sie ihm noch behilflich gewesen, indem sie beim Ausziehen der Leggings
noch ihr Gesäss angehoben habe. Als er sie ausgezogen gehabt habe, habe sie
noch den Kopf angehoben und ihn angeschaut. Er könne sich an ihren Blick noch
genau erinnern. Danach habe sie sich wieder hingelegt und die Augen geschlos-
sen. Er habe während keiner Sekunde gemerkt, dass die Geschädigte weggetre-
ten sein könnte (Prot. I S. 8 ff.). In der Berufungsverhandlung vom 11. Oktober
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2011 bekräftigte der Beschuldigte A._, davon ausgegangen zu sein, dass die
Geschädigte nach dem Schliessen der Augen alles auf sich habe zukommen las-
sen wollen, dass sie es genossen habe und nichts dagegen gehabt habe (Prot. II
S. 32 f., 35, 43).
1.6.4. Der Beschuldigte B._ führte aus, dass sie nach der Ankunft in der
Wohnung in E._ im Wohnzimmer gewesen seien. Der Beschuldigte A._
habe auf dem Sofa angefangen, die Geschädigte zu küssen. Er habe aber nicht
gesehen, ob der Beschuldigte A._ sie über den Kleidern gestreichelt habe.
Er sei zwar auch im Wohnzimmer gewesen, aber er habe ferngesehen. Entgegen
den Aussagen der Geschädigten sei sie nicht sofort eingeschlafen. Er habe nicht
gesehen, ob der Beschuldigte A._ die Geschädigte oder sie sich selbst aus-
gezogen habe, da er sich im hinteren Teil des Wohnzimmers aufgehalten habe.
Bei den sexuellen Handlungen sei die Geschädigte passiv gewesen. Es sei
schwer zu sagen, ob die Handlungen in gegenseitigem Einverständnis erfolgt sei-
en (Urk. 6/1). In der Hafteinvernahme ergänzte der Beschuldigte B._, dass
der Beschuldigte A._ die Geschädigte ausgezogen habe. Die Geschädigte
sei mit gespreizten Beinen auf dem Sofa gelegen. Sie habe den Beschuldigten
A._ gewähren lassen. Sie sei sogar einmal vom Sofa gefallen und habe sich
wieder erhoben und auf das Sofa gelegt. Sie habe nicht geschlafen (Urk. 6/2 S.
2). Nach der Visionierung einiger Videoszenen erklärte der Beschuldigte B._,
die Geschädigte sei – nachdem sie vom Sofa gefallen sei – nicht eigenständig
wieder auf das Sofa gegangen, sondern vom Beschuldigten A._ hochgeho-
ben worden. Die Geschädigte habe entweder halb geschlafen oder sei halb "alko-
holisiert" gewesen. Sie sei aber sicherlich nicht voll weggetreten gewesen. Ent-
scheidend sei, was sich vor den Filmaufnahmen abgespielt habe, nämlich, dass
sich die beiden geküsst hätten und der Beschuldigte A._ die Geschädigte am
Hals angefasst habe. Er selber habe Fernsehen geschaut, und als er sich wieder
umgedreht habe, sei die Geschädigte bereits halb nackt gewesen (Urk. 6/3 S. 6).
Die Geschädigte sei nicht voll betrunken gewesen. Als sie vom Sofa aufgestan-
den sei, habe sie zudem gesagt, sie wisse, was sie gemacht hätten. Sie habe
mitbekommen, dass er sie gefilmt und Fotos gemacht habe. Die Geschädigte ha-
be sodann ausgeführt, sie sei wegen des Lichtes der Handykamera erwacht; in
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Wirklichkeit habe sie aber seine Fotokamera gesehen, die geblitzt habe, und dies
sei ganz am Anfang gewesen. Mit dem Natel habe er ohne Licht Aufnahmen ma-
chen können. Dies bedeute, dass sie schon vorher wach gewesen sei und alles
mitbekommen habe. Sie habe ihnen etwas vorgespielt, weil sie habe wissen wol-
len, wie weit sie gehen würden. Als er dabei gewesen sei, habe sie sich ab und zu
bewegt und sich auch gewehrt. Sie habe einfach die Augen geschlossen gehabt.
Er sei nicht sicher, ob die Geschädigte zwischendurch weggetreten sei. Am An-
fang sei alles normal gewesen, einfach zum Teil alkoholisiert (Urk. 6/4 S. 3 f.). Auf
dem Film sehe es dann aber so aus, wie wenn sie nichts mitbekommen hätte
(Urk. 6/3 S. 5).
1.6.5. Der Beschuldigte C._ erklärte, als sie in der Wohnung angekommen
seien, seien alle ein bisschen müde gewesen. Die Geschädigte habe sich auf das
Sofa gelegt, und der Beschuldigte A._ hinter sie. Er selbst habe den Fernse-
her eingeschaltet. Er habe dann sehen können, dass die beiden sich geküsst hät-
ten. Der Beschuldigte A._ habe ihr dann über den Kleidern an die Brust ge-
fasst und dann auch unter den Kleidern. Dann habe er ihr den Finger geschoben.
Sie hätten dann Sex gewollt, aber der Beschuldigte A._ habe keinen hoch
gebracht. Der Beschuldigte A._ habe ihr dann sicher fünf bis zehn Minuten
den Finger geschoben. Sie habe weder Nein gesagt, noch sich dagegen gewehrt.
Der Beschuldigte B._ habe plötzlich sein Natel genommen und angefangen
zu filmen, wobei er sogar noch mit Blitz operiert habe. Alles sei sehr hell gewe-
sen. Die Geschädigte habe auch nichts gesagt, als der Beschuldigte A._ ei-
ne Karotte und eine Banane in ihre Vagina eingeführt habe. Teils habe sie die
Augen geschlossen gehabt, teils auch wieder geöffnet. Sie habe mitbekommen,
dass sie gefilmt worden sei. Sie hätte sich sicherlich wehren können. Insgesamt
habe es 30 Minuten gedauert, etwa 15 Minuten habe er gefilmt. Nach der Visio-
nierung des Filmes und auf Vorhalt, die Geschädigte mache einen willenlosen
Eindruck und mache gar nicht aktiv mit, erklärte der Beschuldigte C._, das
schon, sie habe auch Alkohol getrunken gehabt und sei müde gewesen. Dann sei
man nicht mehr so aktiv dabei. Sie habe aber selbst am Schluss gesagt, sie habe
alles mitbekommen, auch das Filmen. Bevor sie die Wohnung verlassen habe,
habe sie noch gesagt, sie sollten den Film löschen und ja nicht herumzeigen,
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auch nicht bei Kollegen. Der Beschuldigte A._ habe die Geschädigte ausge-
zogen. Auf Frage erklärte er, die Geschädigte habe dies freiwillig mitgemacht. Er
habe nie gehört, dass sie Nein gesagt habe. Das Einführen der Banane sei sogar
von ihr gekommen. Sie habe da einen Orgasmus bekommen. Die Geschädigte
habe nichts dagegen gehabt, dass sie gefilmt hätten. Er selbst habe die Geschä-
digte einmal kurz an die nackte Brust gefasst. Da sei es noch dunkel gewesen im
Zimmer. Er glaube, sie habe das mitbekommen (Urk. 7/1). Am Anfang habe die
Geschädigte aktiv mitgemacht, später sei sie müde gewesen und habe sich wie
gehen lassen. Sie sei nicht willig gewesen, also mehr passiv als aktiv. Es sei aber
schon der Beschuldigte A._ gewesen, der sie jeweils in die unterschiedlichen
Positionen gebracht habe. Nach dem Aufstehen habe sie gesagt, sie wisse, was
man mit ihr gemacht habe, dass man gefilmt und eine Banane geschoben habe.
Sie habe auch gesagt, dass sie die Augen offen gehabt habe, aber so getan ha-
be, wie wenn sie sie geschlossen gehabt hätte. Auf Nachfrage gab der Beschul-
digte C._ an, die Geschädigte habe lediglich in diesen zehn Minuten mit der
Banane und der Karotte so getan, als wenn sie nichts mitbekommen hätte. So-
wohl davor wie auch danach habe sie völlig normal mit ihnen gesprochen. Er er-
wähnte, die Geschädigte habe mehrfach und immer wieder gesagt, sie wisse,
dass man sie gefilmt und ihr den Finger und eine Banane geschoben habe (Urk.
7/2). Er habe deutlich gehört, dass die Geschädigte nach dem Vorfall gesagt ha-
be, sie fände es nicht lustig, was sie gemacht hätten. Auch das mit dem Filmen
habe sie erwähnt. Der Blitz der Kamera sei so hell gewesen, das müsse man ein-
fach gemerkt haben (Urk. 7/4). Die ersten fünf Minuten sei sie aktiv gewesen. Es
sei für ihn schwer nachvollziehbar, dass eine Person, selbst wenn sie schlafe,
nicht merke, dass man sie ausziehe und die Handlungen nicht mitbekomme. Sie
sei nicht alkoholisiert gewesen. Für ihn könne sich höchstens die Frage stellen,
ob sie geschlafen habe oder nicht. Ihr Zustand habe schon nicht dem entspro-
chen, wie man sich normalerweise bei sexuellen Handlungen verhalte. Auf jeden
Fall habe es am Anfang und auch zwischendurch immer wieder Anzeichen gege-
ben, dass sie wach gewesen sei (Urk. 7/7).
1.6.6. Die an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung befragte Zeugin I._, die
Pflegemutter der Geschädigten, bestätigte der Polizeibeamtin anlässlich ihres Te-
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lefonats im Zusammenhang mit der Anzeigeerstattung der Geschädigten die im
Polizeirapport als Notiz festgehaltene Äusserung getätigt zu haben. "Sie zeigte
sich überrascht, da ihr in den vergangenen drei Wochen keine Veränderung bei
F._ aufgefallen war. Sie gab an, dass die Aussagen von F._ mit Vor-
sicht zu geniessen seien, da sie in der Vergangenheit bereits des Öfteren gelogen
habe" (Urk. 1 S. 8). Man habe nicht immer sicher sein können, ob es stimme, was
die Geschädigte sage. Sie sei nicht immer ehrlich gewesen und habe Geschich-
ten erzählt. Oft habe sie versucht, sich rauszureden, wenn sie etwas getan habe,
das sie nicht hätte tun sollen. Beispielsweise habe sie gesagt, der Bus habe eine
Panne gehabt oder sei nicht gefahren, was einer Überprüfung dann nicht stand-
gehalten habe. Über den Gegenstand dieses Strafverfahrens sei sie (die Zeugin)
schockiert gewesen, vor allem darob, dass die Geschädigte ihnen nichts erzählt
habe. Das Ganze sei der Geschädigten peinlich gewesen, sie habe auch gesagt,
sie wisse nicht mehr genau, was passiert sei, sie sei im Delirium gewesen. Nach-
fragen habe sie teilweise abgeblockt. Die Frage, ob die Geschädigte nachher
Probleme gehabt habe, das Erlebte zu verarbeiten, wurde von der Zeugin nicht di-
rekt beantwortet, sie gab jedoch an, die Geschädigte sei gut im Verdrängen ge-
wesen. Veränderungen bei der Geschädigten habe sie nach dem Ereignis keine
feststellen können, sie sei nicht anders gewesen als zuvor. Über den Vorfall
selbst wisse sie wenig, sie habe das Gefühl, die Geschädigte möchte auch nicht,
dass sie dies wisse. Sie habe ihr erzählt, sie sei in einem Club gewesen und habe
auf den Bahnhof gebracht werden wollen. Sie seien dann aber in dieser Wohnung
gelandet, und sie sei total müde gewesen. Sie sei erwacht und habe realisiert,
dass jemand auf ihr liege und dass jemand gefilmt habe (Urk. 80 S. 53 f., § 161
GVG ZH).
1.6.7. Im Wesentlichen führte die Zeugin J._, ehemalige Betreuerin der  am Arbeitsplatz, aus, dass die Geschädigte gerne mit Freunden aus-
gehe und abmache. Ihrer Meinung nach habe die Geschädigte einen eher offenen
Umgang mit Männern. Dies sei einfach ihr Eindruck. Sie sei keine schüchterne
Person. Meistens habe sie sich an Regeln gehalten, jedoch nicht immer. Ihre
Pünktlichkeit habe zu wünschen übrig gelassen. Sie habe sich oftmals entschul-
digt und ab und zu auch falsche Angaben gemacht. Die Geschädigte habe ihr ge-
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genüber den Vorfall einmal sehr kurz erwähnt, aber nie konkret und detailliert, und
erklärt, dass sie mit dem gesamten Vorfall nichts mehr zu tun haben möchte (Urk.
80 S. 54 f., § 161 GVG ZH).
1.6.8. Auf die Aussagen der Zeuginnen I._, J._, G._ (Urk. 80 S. 47-
51; § 161 GVG ZH) und H._ (Urk. 80 S. 51 f.; § 161 GVG ZH) wird im Fol-
genden nur dann und insoweit einzugehen sein, als sich dies im Rahmen der
Würdigung der Aussagen der Beschuldigten und der Geschädigten als relevant
erweist, da sie im Wesentlichen nur Angaben zu den Begleitumständen der Tat-
vorwürfe machen konnten.
1.6.9. Ebenso wird auf die Berichte zu den Videobefragungen der Geschädigten
vom 14. Juni 2009 (Urk. 8/2) und vom 29. August 2009 (Urk. 8/5) nur insoweit
eingegangen, als sich dies im Rahmen der Würdigung der Aussagen der Ge-
schädigten als relevant erweist (Wiedergegeben im vorinstanzlichen Urteil, Urk.
80 S. 68-71; § 161 GVG ZH).
1.7. Videoaufzeichnungen der Beschuldigten B._ und C._
Als weiteres Beweismittel liegen die drei von den Beschuldigten B._ und
C._ aufgezeichneten Videodateien bei den Akten (Urk. 10/1-3). Die Vo-
rinstanz hat in ihrem Urteil diese im Detail beschrieben, worauf vorab zu verwei-
sen ist (Urk. 80 S. 55-68; § 161 GVG ZH). Die jeweiligen Ergänzungen sind im
Fettdruck eingefügt:
Video ... (Urk. 10/3/1)
(Die in der linken Spalte wiedergegebenen Zeiten beziehen sich auf die Laufzeit des entsprechenden Films ab jeweiligem
Beginn.)
00:00 Der Film beginnt damit, dass zu sehen ist, wie der Beschuldigte C._ (im gelben Pullover) Faxen in die
Kamera schneidet. Danach geht die Kamera durch einen Gang bis ins Wohnzimmer.
00:11 Die Kamera kommt im Wohnzimmer an, es folgen einige wilde Kameraschwenker.
00:21 Die Geschädigte kommt ins Bild, sie liegt seitlich mit ihrer linken Seite auf einem Sofa, halb in Bauchlage, ihr
rechtes Bein ist angezogen, ihr nacktes Hinterteil ist zu sehen, der Oberkörper ist mit einem schwarzen Top
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(Trägershirt) bekleidet. Der (angezogene) Beschuldigte A._ bearbeitet mit seinen Fingern die Vagina der Geschädigten. Im Hintergrund sind die Geräusche eines Pornofilms zu vernehmen.
00:25 Wilde Schwenker der Kamera.
00:35 A._ dreht die Geschädigte auf die Seite und legt ihr rechtes Bein leicht angewinkelt auf die . Gleichzeitig leuchtet für kurze Zeit das Licht der Handy-Kamera. Wieder folgen wilde Schwenker. Die Bildqualität ist schlecht, da es zu dunkel ist.
00:50 Die Geschädigte kommt wieder ins Bild, sie liegt auf der Seite, A._ bearbeitet mit seinen Fingern ihre Va-
gina. Er hebt mit seiner linken Hand ihr rechtes angewinkeltes Bein auf seine Schulter. Als er seine  Hand zur Vagina führt, fällt das Bein kraftlos gegen seinen Kopf.
00:55 Der Beschuldigte B._ tritt hinzu. Er hebt den rechten angewinkelten Arm der mit dem Oberkörper leicht seitlich liegenden Geschädigten. Was er mit dem Arm auf Kopfhöhe bei der Geschädigten macht, ist zunächst nicht ersichtlich, da er mit seinem Körper die Sicht verdeckt. Dann zieht er ihr schwarzes Top mit ihrem BH über die Brüste.
01:10 Die Kamera schwenkt auf einen Laptop, wo ein Pornofilm zu sehen (und zu hören) ist.
01:15 B._ hat der Geschädigten das Top über die Brust hochgezogen, ihre nackten Brüste sind sichtbar. Ihr rechter Arm liegt neben ihrem Kopf im 120°-Winkel nach hinten, ebenso ihr linker Arm.
01:23 B._ entfernt sich von A._ und der Geschädigten. A._ bearbeitet weiter die Vagina der Geschä-
digten, im weiteren Verlauf sind gelegentlich (Kamera-?)Blitze zu sehen. Das Bild bleibt dunkel und von
schlechter Qualität.
01:30 Es ist eine Nahaufnahme der Vagina der Geschädigten zu sehen, wegen der Dunkelheit ist aber fast nichts zu
erkennen.
01:43 B._ tritt wieder hinzu, bringt den linken Arm, der nun seitlich nach vorn liegt, wieder neben den Kopf. macht sich am Kopf der Geschädigten zu schaffen, etwas Genaues ist aber nicht zu erkennen.
01:55 B._ (am Kopfende beim Kopf der Geschädigten stehend) hantiert am Oberteil/BH der Geschädigten. Es macht den Anschein, dass er etwas aus dem BH entfernt und zur Seite legt. A._ bearbeitet nach wie vor die Vagina der Geschädigten mit den Fingern. Die Arme der Geschädigten liegen auf ihren Seiten.
02:10 Die Geschädigte hat die Hände nun über ihrem Kopf, die Oberarme stehen senkrecht nach oben. Es war
B._, der ihr die Arme hochgenommen hat, es ist nicht genau zu sehen, ob er diese noch festhält.
02:13
Nun ist zu sehen, dass die Geschädigte ihre Arme selbständig über dem Kopf hält, d.h. nun ohne die Hilfe von
B._. Sie liegt dabei nach wie vor auf dem Rücken.
02:18 Die Arme der Geschädigten befinden sich immer noch über ihrem Kopf.
02:28 Die Geschädigte nimmt die Arme nach unten und hebt den Kopf. Dies ohne Hilfe von B._.
02:36 Die Geschädigte hantiert mit ihrer rechten Hand an ihrem Ohr.
02:45 A._ leckt oder knabbert an der rechten Brust der Geschädigten, dabei manipuliert er nach wie vor mit der
rechten Hand an der Vagina herum. Die Geschädigte scheint sich mit der rechten Hand seitlich auf Höhe des hinaufgeschoben Tops zu kratzen und verzieht dabei kurz das Gesicht.
02:52 B._ tritt wieder hinzu, mit einem weissen T-Shirt, das er neben den Kopf der Geschädigten legt. Er hantiert an der Geschädigten, wobei er mit der Hand an ihrem Kinn ihren Kopf seitlich hin- und , worauf die Geschädigte ihre linke Hand zu ihrem Gesicht bzw. Richtung seiner Hand führt.  später liegt der Kopf der Geschädigten auf dem weissen T-Shirt.
03:15 Das Raumlicht wird eingeschaltet, die Bildqualität ist fortan deutlich besser. Es folgen wilde Schwenker mit der
Kamera.
03:32 A._ leckt wieder an der rechten Brust der Geschädigten und masturbiert dabei ununterbrochen ihre Vagi-
na. Es folgen Nahaufnahmen dieser Szene bis zum Zeitpunkt 03:51.
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03:54 A._ öffnet seine Hose und zieht diese aus.
04:01 A._ (nun mit nacktem Unterkörper) beugt sich über die Geschädigte zwischen deren gespreizten Beinen
hindurch.
04:06 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts. Es folgt ein wilder Schwenker mit der Kamera.
04:13 Die Geschädigte dreht sich (unter dem Körper des über ihr liegenden A._ hindurch) nach links.
04:16 Die Geschädigte dreht abrupt ihren Kopf nach rechts. A._ geht mit seinem Oberkörper wieder nach un-
ten, er masturbiert weiter die Vagina der Geschädigten.
04:36 Das Handy von B._ kommt ins Bild, dessen Display ist hell erleuchtet, so wie wenn er Aufnahmen ma-
chen würde.
04:38 Die Kamera schwenkt auf die Vagina der Geschädigten, die für einige Sekunden in Grossaufnahme zu sehen
ist. Danach schwenkt die Kamera auf B._, der mit seinem Handy auf dem anderen Sofa sitzt.
04:55 Die Kamera schwenkt wieder auf die Geschädigte und A._, der nach wie vor die Vagina der Geschädig-
ten intensiv masturbiert.
04:58 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts, was in Grossaufnahme zu sehen ist.
05:04 Eine Hand, ob jene von B._ oder C._, ist nicht auszumachen, macht sich an der linken Brustwarze
der Geschädigten zu schaffen, streichelt diese.
05:12 Die Kamera schwenkt auf B._, der sein Handy in der Hand hält und offensichtlich auch filmt. Danach
schwenkt die Kamera zurück auf die Geschädigte, die in Grossaufnahme zu sehen ist.
05:30 A._ kommt mit dem Kopf (mit einer Hand nach wie vor die Vagina bearbeitend) nach oben und küsst die
Geschädigte am Hals.
05:33
vor 05:46
Die Geschädigte verzieht das Gesicht, zieht den über dem Bauch liegenden rechten Arm unter dem  A._ Richtung Kopf, kneift die Augen zu, hebt leicht den Kopf und wendet sich nach links ab, wobei sich ihr Oberkörper ebenfalls unter dem Beschuldigten leicht nach links windet, offenbar um A._ auszuweichen. Dieser entfernt sich wieder vom Oberkörper der Geschädigten, dabei weiter mit einer
Hand die Vagina bearbeitend. Die Geschädigte legt ihren rechten Arm wieder angewinkelt auf ihren Bauch.
Der Beschuldigte A._ verschiebt den Unterkörper der Geschädigten auf dem Sofa etwas auf die Seite.
05:46 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, dessen Pornofilm nach wie vor für entsprechende Hintergrundgeräu-
sche sorgt. Dort verbleibt sie bis 06:00.
06:00 Die Kamera befindet sich auf dem Weg in die Küche.
06:04 Der offene Kühlschrank kommt ins Bild.
06:07 Eine Gurke kommt ins Bild, in der Folge mehrmals, während die Kamera wild in der Küche herumgeschwenkt
wird.
06:20 Die Kamera wird auf einer Ablage deponiert, wo sie kurz liegenbleibt, während im Hintergrund undefinierbare
Geräusche zu hören sind.
06:29 Eine Banane kommt ins Bild. Die Kamera ist auf dem Rückweg ins Wohnzimmer, wobei die Banane im Bild
bleibt.
06:36 Die Banane wird A._ hingestreckt.
06:39 A._ ergreift die Banane.
06:48 A._ küsst der Geschädigten wieder den Hals.
06:58 Die Kamera schwenkt zu den Füssen der Geschädigten, so dass von dieser nun in erster Linie ihr Hinterteil
mit der Vagina mit angezogenen oder in die Höhe gestreckten Beinen zu sehen ist (in der Porno-Industrie wird
- 29 -
dieser Aufnahmewinkel gelegentlich als "tunnel-shot" bezeichnet). A._ kniet/liegt nun wie bei normalem
Geschlechtsverkehr vor/auf der Geschädigten und versucht, die Banane in ihre Vagina einzuführen. Gleichzei-
tig kommt das Handy von B._ ins Bild.
07:03 A._ führt die Banane nun geschlechtsverkehrs-ähnlich ein und aus, d.h. er macht ähnliche Bewegungen,
wie wenn er sein Glied selbst einführen würde. Tatsächlich ist dies nicht der Fall, obwohl das Glied auf dem
Bild ebenfalls zu sehen ist.
07:08 A._ macht nach wie vor Bewegungen wie beim Geschlechtsverkehr, allerdings mit der Banane anstelle
seines Gliedes. Diese Szene bleibt bis 07:19 im Bild, Oberschenkel und Hinterteil der Geschädigten sind in
Grossaufnahme zu sehen.
07:20 Die Kamera schwenkt auf B._, der auf dem danebenstehenden Sofa sitzt.
07:25 Die Kamera befindet sich wieder auf dem Weg in die Küche.
07:30 Der Kühlschrank wird geöffnet. Es folgen wilde Schwenker.
07:41 Die Kamera wird wieder auf einem Küchenkorpus deponiert, wo sie verbleibt und weiterläuft, in Sichtweite be-
findet sich eine angebrochene Packung Bananen.
07:55 Die Kamera wird wieder aufgenommen und schwenkt zurück zum Kühlschrank.
08:01 Eine Hand erscheint im Bild, die aus einem Beutel unten im Kühlschrank ein Rüebli ergreift.
08:04 Das Rüebli wird gross ins Bild gehalten. Die Kamera schwenkt zum Wohnzimmer, aus der Ferne sind
A._, die Geschädigte und B._ zu sehen. B._ nickt, als ihm das Rüebli gezeigt wird. Die Kamera
schwenkt zurück zum Kühlschrank, der geschlossen wird, danach geht die Kamera zurück ins Wohnzimmer.
08:14 Grossaufnahme des Kopfes der Geschädigten, die nun auf ihrer linken Körperseite liegt. Sie dreht den Kopf
nach rechts.
08:16 Die Geschädigte zieht ihren rechten Arm zum Körper.
08:24 A._ ist über den Körper der Geschädigten gebeugt, er masturbiert nach wie vor die Vagina der Geschä-
digten, deren Körper sich im Takt mitbewegt.
08:29 A._ erhält das Rüebli hingestreckt.
08:33 Die Kamera weicht zurück, da die Geschädigte mit dem Hinterteil vom Sofa fällt (der Kopf bleibt auf dem So-
fa). A._ hebt die Geschädigte wieder aufs Sofa.
08:38 Die Geschädigte, zuvor wieder auf ihrer linken Seite liegend, wird vom Beschuldigten A._ auf den  gedreht, indem er ihren rechten Oberschenkel Richtung Sofalehne zieht, d.h. die Geschädigte dreht sich nicht selbst. Anschliessend liegt ihr Gesäss erhöht auf dem linken Knie von A._.
08:43
Das Handy von B._ ist unmittelbar über der Vagina der Geschädigten zu sehen, während A._ diese
mit der Hand masturbiert. A._ ergreift das ihm angebotene Rüebli.
08:44 A._ führt das Rüebli in die Vagina ein. Es folgen Grossaufnahmen der Vagina (von der Seite), die vom
Rüebli geschlechtsverkehrs-ähnlich penetriert wird.
08:48 Die Geschädigte bewegt deutlich Arme und Hände, die sie schliesslich vor der Brust kreuzt.
08:50 Die linke Hand der Geschädigten geht zu ihrem Hals, wie wenn sie sich kratzen würde und hält dann die auf der Brust liegende linke Hand des Beschuldigten A._.
08:52 Die linke Hand der Geschädigten geht hinunter zur Hand von A._, die nach wie vor mit dem Rüebli die
Vagina penetriert. Die Hand der Geschädigten umfasst die Hand von A._, macht dabei die Bewegungen
mit.
09:01 Die Geschädigte bewegt ruckartig den Oberkörper nach oben. Anschliessend drückt sie mit dem linken Arm
gegen den Arm von A._. Gleichzeitig verzieht sie das Gesicht und dreht den Kopf nach rechts. Danach
liegt sie wieder ruhig.
- 30 -
09:06 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, wo eine Fellatio-Szene in Grossaufnahme zu sehen ist. Die Geräusche
des Pornofilms sind nach wie vor im Hintergrund zu hören.
09:12 Die Kamera schwenkt zurück auf die Geschädigte, die sich nun heftig bewegt. B._, am Kopfende des
Sofas beim Kopf der Geschädigten stehend, versucht deren Hände zu fassen. Es folgen wilde Schwenker der
Kamera.
09:27 Die Geschädigte liegt wieder ruhig. B._ hält mit Daumen und Zeigefinger beider Hände die linke Brust-
warze der Geschädigten. Danach schwenkt die Kamera zurück auf den Laptop, wo sie bis zum Ende von Vi-
deo ... verbleibt.
09:51 Ende von Video ....
Video ... (Urk. 10/3/1)
00:01 A._ liegt zwischen den gespreizten Beinen der auf dem Rücken liegenden Geschädigten. Seine Hand hat
er an ihrer Vagina.
00:07 Die Geschädigte stösst den auf ihr liegenden Beschuldigten A._ mit beiden Armen von sich und beginnt, ihr Unterhemd hinunterzurollen, welches bis zu dieser Szene über ihre Brüste hinaufgerollt war, so dass die Brüste entblösst waren.
00:10 Die Geschädigte ist fertig mit dem Hinunterrollen ihres Shirts.
00:14 A._ hebt die gespreizten Beine der Geschädigten an, und ihr Kopf und ihr Oberkörper rutschen über die rechte seitliche Lehne des Sofas hinaus und hängen kopfüber über dem Boden, während der  A._ ihre Vagina leckt. Die Kamera schwenkt weg, zurück in Richtung Küche.
00:23 B._ wird sichtbar, der in der Küche einen Lachanfall hat, allerdings einen leisen, unterdrückten.
00:31 Der geöffnete Kühlschrank kommt ins Bild. Die Kamera schwenkt in der Küche herum. B._ unterhält sich
mit C._, der auch kurz ins Bild kommt, flüsternd und lachend. Worüber sie sprechen, ist nicht auszu-
machen.
00:52 Die Kamera geht zurück ins Wohnzimmer, die Geschädigte kommt wieder gross ins Bild.
00:55 Die Geschädigte stösst mit den Armen den über ihr liegenden Beschuldigten A._ von sich, sie zieht ihr Shirt wiederum nach unten und kneift ihre Augen zusammen bzw. verzieht ihr Gesicht. Der  A._ penetriert die Geschädigte wieder mit der Banane.
01:02 A._ beugt sich zwischen den gespreizten Beinen der Geschädigten hindurch über deren Oberkörper.
01:05 Ob die Geschädigte die Augen geöffnet hat, lässt sich nicht mit Sicherheit erkennen. A._ küsst sie auf den Hals.
01:08 Die Geschädigte dreht den Kopf nach rechts.
01:17 A._ liegt nun voll auf der Geschädigten, die ihre Arme und Hände schützend vor sich auf der Brust hält.
Vor
01:26
01:26
Die Geschädigte legt ihr zuvor angewinkeltes Bein von der hinteren Sofalehne auf das Sofa, während sie weiter vom Beschuldigten, der über ihr liegt, mit der Banane geschlechtsverkehrähnlich penetriert wird. Auf der Tonspur ist ein von einer weiblichen Person gesprochenes "Nei" zu hören. Die Kamera schwenkt wieder in Richtung Küche. Dabei filmt sich der Beschuldigte C._, der sich  Strohhut aufgesetzt hat, im Spiegel im Gang.
01:28 A._ und die Geschädigte kommen wieder ins Bild, als die Kamera zurück ins Wohnzimmer schwenkt. Die
Geschädigte hält ihr linkes Bein hoch in die Luft. A._ liegt auf ihr zwischen ihren Beinen und manipuliert
mit der rechten Hand an ihrer Vagina, wobei nicht klar zu sehen ist, ob er dabei einen Gegenstand benutzt (bis
01:31).
- 31 -
01:34 Die Geschädigte bewegt ihr Hinterteil heftig, wobei sie nach wie vor von A._ mit einem Gegenstand in der
Vagina mit beischlafähnlichen Bewegungen penetriert wird.
01:38 Wieder erfolgt eine heftige Bewegung der Geschädigten mit ihrem Hinterteil. A._ lässt den Gegenstand,
den er in der Hand hält, los (es ist nun zu sehen, dass es sich um die Banane handelt), dieser fliegt zu Boden.
Es folgen wilde Schwenker der Kamera.
01:46 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, wo zu sehen ist, wie eine Darstellerin rittlings auf einem Darsteller sitzt;
deren Hinterteil mit dem in ihrer Vagina steckenden Penis ist deutlich zu sehen, ebenso ist das Gestöhn der
Darstellerin, wie während der ganzen Dauer des Video ..., deutlich zu hören.
01:49 Ende von Video ....
Video ... (Urk. 10/3/2)
00:01 Die Geschädigte liegt auf dem Rücken, ihr rechtes Bein ist angewinkelt. A._ masturbiert mit seiner rech-
ten Hand ihre Vagina. C._ ist zu sehen, der seine Kamera über die Vagina hält und filmt (Video ..., ca. bei
03:41). Die Aufnahme durch das Mobiltelefon von B._ erfolgt vom Kopfende des Sofas aus, die Geschä-
digte wird ebenfalls von der Kopfseite her aufgenommen.
00:09 Grossaufnahme des Gesichtes der Geschädigten, die ihre Augen geschlossen hält. Ihr rechter Arm ist ange-
winkelt, die Hand liegt an ihrem Hals.
00:15 A._ beginnt seine Hose zu öffnen und lässt diese dann herunter. (Auf Video ... bei 03:54 zu sehen)
00:19 A._ kniet mit nun nacktem Unterkörper zwischen den gespreizten Beinen der Geschädigten. Deren linker
Arm ist nun auch angewinkelt, die Hand befindet sich neben ihrer Schulter, der rechte Fuss ruht erhöht auf der
Lehne des Sofas.
00:22 A._ hat sich auf die Geschädigte gelegt, seine rechte Hand geht zur Vagina der Geschädigten.
00:25 Die Geschädigte dreht den Kopf nach rechts zur Seite, als A._ mit seinem Kopf zu ihrer linken Brust ge-
langt.
00:28 A._ (mit dem Kopf auf der Brust der Geschädigten) ergreift deren Hand. Die Geschädigte dreht ihren Kopf
wieder nach links.
00:35 A._ richtet sich auf, die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts, ihr Körper ist dabei um ca. 30° nach
links geneigt. Der rechte Fuss liegt nach wie vor auf der Lehne, ohne dass er von A._ gestützt wird.
00:38 A._ greift (zwischen den Beinen der Geschädigten liegend) an deren rechtes Bein und drückt dieses weg.
Als er loslässt, verbleibt der Fuss auf der Sofalehne.
Bis zu 01.09 folgt ein Schwenk der Kamera über das Gesicht der Geschädigten, während A._ ständig de-
ren Vagina bearbeitet. Die Bilder sind verwackelt und unscharf.
01:09 C._ kommt ins Bild, er hält die Fotokamera in seinen Händen.
01:12 A._ und die Geschädigte kommen wieder ins Bild, ersterer bearbeitet nach wie vor die Vagina mit der
rechten Hand.
01:17 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts.
01:19 A._ beugt sich über die Geschädigte und küsst deren linke Brust.
01:23 Die linke Hand B._s kommt ins Bild. Zeigefinger und Daumen kneten die linke Brustwarze der Geschädig-
ten und streicheln diese dann bis 01:27.
01:30 C._, der seine Kamera hält, kommt ins Bild, bis 01:40 folgen Kameraschwenker.
01:40 Die Geschädigte ist wieder zu sehen, sie wird von der Kopfseite her aufgenommen, A._ kniet immer noch
zwischen ihren Beinen und bearbeitet mit der rechten Hand ihre Vagina.
01:44 A._ führt wieder seinen Kopf zur linken Brust der Geschädigten. Diese dreht sich nach links und hebt ih-
- 32 -
ren rechten Arm (der zuvor auf ihrem Bauch lag), zu ihrer linken Schulter.
01:52 Die Geschädigte dreht ihren Kopf abwehrend nach links, nachdem A._ sie zuvor einige Sekunden lang
auf die rechte Halsseite geküsst hat.
01:54 Die Geschädigte hebt zusätzlich ihren Kopf noch an.
01:56 1. Schnitt
Das Bild ist nun näher an der Geschädigten dran, sie wird immer noch von links oben aufgenommen, ihre
nackte linke Hüfte ist zu sehen.
02:02 A._ kniet zwischen den Beinen der Geschädigten, mit dem Oberkörper über sie gebeugt. Er macht bei-
schlaf-ähnliche Bewegungen, wobei er statt seines Penis einen Gegenstand benutzt, den er in der Hand hält.
Gleichzeitig filmt C._ mit seiner Kamera von unten gegen die Vagina der Geschädigten (sog. "tunnel-
shot"). Bis 02:15 folgen Schwenker und undeutliche Bilder.
02:15 Vom Pornofilm auf dem Laptop ist deutlich das Gestöhn der Darstellerin zu hören. A._ ist in der Folge
über die Geschädigte gebeugt zu sehen, er macht weiterhin Bewegungen wie beim (normalen) Geschlechts-
verkehr, aber mit seiner rechten Hand zwischen den Beinen der Geschädigten (bis 02:28).
02:29 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach links weg, nachdem A._ zuvor ihren Hals geküsst hat.
02:35 Die Geschädigte dreht ihren Kopf wieder zurück nach rechts, A._ ist nach wie vor mit der Hand am Bear-
beiten ihrer Vagina.
02:37 Die Geschädigte richtet sich auf, A._ masturbiert weiter ihre Vagina mit den Fingern. In der Folge
schwenkt die Kamera über die Geschädigte (bis 02:48), verweilt auf ihrem Gesicht (02:54), ihren Brüsten
(02:57 bis 03:03).
03:10 Die Geschädigte hebt ihren Arm und dreht sich nach links. Sie hebt den Kopf und führt ihre rechte Hand zum
Gesicht. Es folgen wilde Schwenker der Kamera (bis 03:30), darin ist zu sehen, dass die Geschädigte nun auf
ihrer linken Seite liegt.
03.35 Während weiteren Kameraschwenkern ist zu sehen, dass die Geschädigte nach wie vor ihre rechte Hand bei
ihrem Gesicht hält, diese liegt unmittelbar vor der Sofakante.
03.40 Im Verlaufe weiterer wilder Kameraschwenker ist nicht genau zu sehen, ob die Geschädigte zwischenzeitlich
vom Sofa gefallen ist. Bei 03:44 liegt sie wieder auf dem Sofa.
03:51 Die Vagina der Geschädigten kommt gross ins Bild, das Aufnahmegerät wird offenbar unmittelbar darüber ge-
halten. Allerdings ist das Bild sehr unscharf. A._ masturbiert nach wie vor die Vagina.
03:54 Nach wie vor ist die Vagina in Grossaufnahme zu sehen, ebenso, dass A._ einen Gegenstand hält, mit
dem er diese laufend masturbiert.
04:02 Die Kamera entfernt sich etwas von der Geschädigten, deren linke Hand kommt ins Bild, sie erfasst die Hand
von A._, der immer noch die Vagina mit dem Gegenstand masturbiert.
04:05 Es sind markante Bewegungen der Geschädigten zu sehen mit dem Kopf und ihrer rechten Hand.
04:09 A._ drückt den linken Arm der Geschädigten mit seiner rechten Hand nach oben gegen ihre Brust (vgl.
Szene 08:25 in Video ...).
04:10 Die Geschädigte drückt dagegen, sie richtet ihren Oberkörper auf.
04:11 2. Schnitt
04:11 Die neue Aufnahme zeigt die Geschädigte, die auf dem Rücken auf dem Sofa liegt, nun von unten. Im Bild ist
ihr Hinterteil zu sehen, zwischen ihren angehobenen Beinen (in normaler GV-Stellung) kniet A._, der mit
den Fingern die Vagina masturbiert. Hinter dem linken Fuss von A._ liegt eine Banane auf dem Sofa.
04:20 C._ kommt ins Bild, er sitzt auf dem zweiten Sofa, rechts von der Geschädigten. Er hält die Fotokamera
in den Händen.
- 33 -
04:22 C._ steht auf, es folgen wilde Kameraschwenker, während denen Kopf und Gesicht von C._ zu se-
hen sind, der beim Sofa steht.
04:31 3. Schnitt
04:31 Die Kameraposition befindet sich wieder oberhalb der Geschädigten, links von ihrer Schulter. Die Geschädigte
hantiert mit beiden Händen an ihrem Shirt, welches nun Brust und Bauch bedeckt.
04:34 A._ kommt mit dem Oberkörper zwischen den Beinen der Geschädigten durch und will diese auf die
Brust küssen. Die Geschädigte hebt abwehrend die Hände. Danach ist das Bild verwackelt und es folgen wilde
Kameraschwenker.
04:39 4. Schnitt
04:40 Die Geschädigte liegt auf ihrer linken Körperseite (die Kameraposition ist nun etwas weiter entfernt), eher nach
vorne gegen ihren Bauch geneigt, sie hat ihre Beine leicht angewinkelt, der Unterkörper ist immer noch nackt.
A._ (ebenfalls mit nacktem Unterkörper) liegt parallel hinter der Geschädigten, seine rechte Hand hat er
am Hinterteil der Geschädigten.
04:44 A._ manipuliert an seinem Glied, das über dem Oberschenkel der Geschädigten knapp (allerdings un-
scharf) zu sehen ist.
04:55 Die Geschädigte bewegt ihre rechte Hand vom Gesicht.
05:01 A._ platziert sich anders, immer noch parallel hinter der Geschädigten liegend.
05:02 Die Kamera zoomt näher, es sind nur noch die beiden Unterkörper, hintereinander liegend, zu sehen.
05:05 Die Kamera zoomt wieder weg.
05:06 Die Geschädigte hebt ruckartig ihren rechten Arm und drückt dann mit dem Ellenbogen gegen die Brust von
A._. Dieser hat seine rechte Hand im Bereich der beiden Geschlechtsteile.
05:08 Es erfolgt erneut eine schnelle Bewegung der Geschädigten mit dem rechten Arm/Ellenbogen gegen die Brust
von A._.
05:10 Die gleiche heftige Bewegung erfolgt zum dritten Mal.
05:11 Zum vierten Mal erfolgt die gleiche Bewegung, bei der es sich nun um einen Schlag nach hinten handelt.
05:14 C._ geht durch das Bild, er setzt sich auf das Sofa rechts.
05:15 Die Geschädigte schlägt heftig mit dem rechten Arm hinter ihren Rücken zu A._ und bewegt dabei ihren
Unterleib heftig.
Ende des Films.
1.8. Sachverhaltswürdigung
1.8.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Aussagen der Geschädigten
unglaubwürdig seien. Eine eigentliche Aussageanalyse fehlt gänzlich. Sie habe
mitbekommen, was an ihrem Unterleib geschehen sei und habe dies, indem sie
nicht eingeschritten sei, geduldet. Damit bestehe kein Raum für eine Schändung.
Alsdann verglich sie dieses Ergebnis mit den Videoaufnahmen, welche die Zwei-
fel an den Aussagen der Geschädigten nicht auszuräumen vermöchten. Diese
Vorgehensweise scheint in einem gewissen Widerspruch zu einer Bemerkung der
- 34 -
Vorinstanz, welche sie zu Beginn der Sachverhaltswürdigung gemacht hatte, wo-
nach die Videoaufnahmen zum Kernpunkt, ob sich die Geschädigte im Koma
(recte: in einem komatösen Zustand) befunden habe, nur bedingt Auskunft geben
könnten und man dort allein auf die Angaben der Geschädigten angewiesen sei
(Urk. 80 S. 71).
1.8.2.1. Die Aussagen der Geschädigten zum eigentlichen Tatgeschehen des
fraglichen Abends sind konstant. Sie hielt in den beiden durchgeführten Videobe-
fragungen unverändert an ihrer Darstellung fest, sie habe geschlafen und von den
im Film aufgezeichneten Vorgängen bis kurz vor Schluss nichts mitbekommen.
Auffällig ist allerdings, dass sie auf die Frage, was sie denn für ein Gefühl habe,
was in dieser Zeit (vor dem Aufwachen, als der Beschuldigte A._ auf ihr ge-
legen sei) passiert sei, zunächst die Gegenfrage stellte, ob sie die Zeit meine, als
sie nicht ..., was dann bejaht wurde. Sie sagte dazu aus, sie wisse es ja nicht,
was sie gemacht hätten. Auf die Nachfrage, was sie für ein Gefühl habe, was dort
gemacht worden sei, erklärte die Geschädigte, sie wisse nicht, wozu sie fähig ge-
wesen wären, sie habe keine Ahnung, sie habe das Video nicht gesehen, dort se-
he man alles, sie habe überhaupt nichts gefühlt, oder irgendwie etwas ... vielleicht
habe es Geschlechtsverkehr gegeben, oder nicht, sie wisse nicht, was man da
sonst mache oder machen wolle ... (1. Videobefragung 00:58). Sie wisse nicht, ob
man es auf dem Video sehe, ob es zu Geschlechtsverkehr gekommen sei oder
nicht (01:08:35). Ihre Kollegin habe nur ein Video gesehen, worauf ersichtlich sei,
dass der Beschuldigte A._ mit seinem Finger in ihr gewesen sei, sowie ein
Gekicher habe sie gehört. Auf nochmalige Frage, ob sie dies mit den Fingern ge-
spürt habe, erklärte sie, nein, sie habe gar nichts mitbekommen, gar nichts ge-
spürt. Sie habe es erst bemerkt, als sie angefangen habe zu frieren – dass es
rüttle und unten nass sei (1. Videobefragung 01:08:58). Zwar führte sie gleichblei-
bend aus, sie habe nichts mitbekommen, doppelte aber in einzelnen Antworten
(ohne entsprechende Frage) nach, sie habe überhaupt nichts gefühlt. Diese Ver-
stärkung der Verneinung wird in der Lehre zur Aussagenanalyse als Lügensignal
gewertet.
- 35 -
Indessen darf dieser Schluss nicht überbewertet werden, da eine solche zusätzli-
che Betonung auch Folge des Frageprozederes sein kann, welches immer wieder
das gleiche Thema aufgreift. Sodann wirkt die Geschädigte bei der Eröffnung des
Inhaltes des Videos anlässlich der zweiten Videoeinvernahme fassungslos. Ins-
besondere der Umstand, dass sich auch noch die Beschuldigten B._ und
C._ aktiv an den sexuellen Handlungen beteiligt haben, trifft sie sichtlich,
ebenso der Einsatz der Banane und der Karotte zwecks Penetration (Urk. 8/6 S.
18 f.; 2. Videobefragung 01:03 ff.). Die Fachpsychologin L._ hielt in ihrem
Bericht vom 29. August 2009 zur 2. Videobefragung fest, dass die Geschädigte
auf die Konfrontation mit dem Videoinhalt schockiert und betroffen reagiert und für
einen kurzen Moment mit den Tränen gerungen habe (Urk. 8/5).
Diese gleichbleibende Darstellung ("nichts gespürt") ist einer eigentlichen Aussa-
gewürdigung nicht zugänglich. Die Überprüfung dieser Aussage mit den Video-
aufzeichnungen ... (Urk. 10/3/1) lässt zumindest in den ersten achteinhalb Minu-
ten keine gegenteiligen Schlüsse zu.
1.8.2.2. Hingegen sind ihre Aussagen im Vorfeld und im Nachgang zum inkrimi-
nierten Vorfall auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu untersuchen. Zufolge der angewand-
ten Fragetechnik in der zweiten Videobefragung, die sich anfänglich darin er-
schöpfte, der Geschädigten ihre bisherigen Aussagen in der ersten Videobefra-
gung vorzuhalten und bestätigen zu lassen, ist wenig Raum vorhanden, die Kon-
stanz der ersten Aussagen im Zeitablauf zu prüfen.
Die Analyse mit weiteren Kriterien zeigt hingegen, dass ihre Aussagen in weiten
Teilen anschaulich, detailliert und nachvollziehbar sind. Ihre Schilderungen wei-
sen zahlreiche Realitätskriterien auf und erscheinen in sich schlüssig, ohne Über-
treibungen oder Strukturbrüche. Insoweit Widersprüche bestehen, ist separat auf
diese einzugehen.
a) Die Geschädigte führte ihren komatösen Zustand auf den vorgängigen Alko-
holkonsum zwischen 03.00 Uhr und 06.45 Uhr (zwei Fläschli Bier, zwei Gläser
Champagner, drei bis vier Fläschli Smirnoff) sowie auf ihre Müdigkeit zurück (Urk.
8/1 S. 3). Sie belastete die Beschuldigten in dieser Hinsicht nicht unnötig, was
- 36 -
ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben spricht, indem sie nicht angab, sie
sei von den Beschuldigten abgefüllt worden. Ein Bier hat sie selbst bezahlt, eines
hat sie vom Kollegen erhalten, die zwei Gläser Champagner wurden ihr von einer
Gruppe Italiener offeriert. Sie reicherte diese Aussage später mit weiteren Details
an (Urk. 8/6 S. 31 f.): Zunächst habe sie abgelehnt. Sie sei erst einverstanden
gewesen, als der Italiener gesagt habe, sie würden es ihr offerieren. Die Beschul-
digten hätten ihr drei bis vier Smirnoffs offeriert (Urk. 8/1 S. 3 bzw. 1. Videobefra-
gung 00:18). Man habe ihren alkoholisierten Zustand schon gesehen, was sie
dann auch als Grund dafür angab, dass sie vor der Rückkehr zum Grossvater zu-
erst noch etwas (beim Beschuldigten C._) habe schlafen wollen (Urk. 8/1 S.
3). Dieser Gedanke ist ihr, wie sich aus den Aussagen ergibt, nach ihrem angeb-
lich erfolglosen Bemühen, beim Bahnhof ... aus dem Taxi zu steigen, gekommen.
Diese Wankelmütigkeit entspricht denn auch gerade ihrem geschilderten reduzier-
ten Zustand. Beim Verlassen des "...-Club" sei sie langsam müde geworden. Das
gehe bei ihr recht schnell. Der Alkohol habe sich dann erst im Taxi bemerkbar
gemacht. Bereits im Taxi sei sie auch einmal kurz eingenickt. Dort habe es dann
angefangen. Vor dem Eintreffen im "...-Club" habe sie nur zwei Büchsen "Red
Bull" konsumiert. Bei der Ankunft in der Wohnung sei sie extrem müde gewesen,
und der Alkohol habe sich bemerkbar gemacht. Sie habe nur noch schlafen wol-
len (Urk. 8/6 S. 4). Inhaltlich erscheinen die Aussagen stimmig. Es sind auch hier
keine Übertreibungen erkennbar. Den Weg vom Taxi zur Wohnung, der sich über
eine längere Strecke hinzog, habe sie schon noch gehen können, sie sei einfach
extrem müde gewesen (Urk. 8/6 S. 5). Ihre extreme Müdigkeit als Reaktion auf
den doch erheblichen Alkoholkonsum passt auch zum Umstand, dass sie zuvor
nicht derart viel Alkohol getrunken habe, wie an jenem Abend im "...-Club" (Urk.
8/6 S. 7).
Die von der Geschädigten angegebene Trinkmenge führt objektiv zu einer erheb-
lichen Alkoholisierung. Bei weiblichen Personen im Alter von 18 Jahren und ei-
nem Körpergewicht von 55 Kilogramm bewirkt der vorstehend beschriebene Al-
koholkonsum (zwei kleine Bier, zwei Gläser Champagner, zwei Alcopops) über
die Zeitspanne von rund drei bis vier Stunden einen Blutalkoholwert von über 1.55
Promille, was dann doch einer leichten bis mittleren Angetrunkenheit entspricht.
- 37 -
b) Die Einschlafphase auf dem Sofa nach dem Eintreffen in der Wohnung wurde
von der Geschädigten nachvollziehbar und gleichbleibend dargestellt (Urk. 8/1 S.
3; 1. Videobefragung 23:00). Insbesondere erwähnte sie, dass sich der Beschul-
digte A._ hinter sie gelegt habe, ein Umstand, der nicht unbedingt für sie vor-
teilhaft erscheint, zumal sie damit den Vorwurf gewärtigen musste, weshalb sie
dort liegen geblieben sei. Sie schilderte dabei auch ihre Gefühle und Gedanken,
die situationsadäquat erscheinen. Ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen sei
gewesen, er wolle Geschlechtsverkehr. Dies habe sie genervt (Urk. 8/6 S. 7).
Dass sie nicht ihrem Empfinden entsprechend reagieren konnte, belegt wiederum
ihr zunehmendes Abdriften in den Schlaf, was sich stimmig in die übrigen Aussa-
gen einfügt (vgl. auch Aussagen Urk. 8/6 S. 22 f.).
c) Bemerkenswert erscheint sodann ihre erste zusammenhängende Schilderung
des Vorfalls (wobei einzelne Teile bereits vorgängig zitiert wurden): "Kurz bevor
ich igschlafe bin, han ich eifach no gmerkt, wie de A._ hinter mich eifach an-
neglääge isch ... ich ha dänkt, jetzt versucht ers wieder und hän ich dänkt, ja ...
und bin dänn igschlafe ... und dänn ääh isch halt die Alkoholwirkig dänn langsam
im gange ... also hät die letschti Ausklingiig kha und ich bin dänn würklich total uf
Düütsch gsait dänne gsi und irgendwänn han ichs dänn langsam gmerkt, das ...
bin ich dänn wieder verwachet und han dänn gmerkt, dass dört unde oppis rüttlet
... also im Intimbereich ... und ääh ich ha dänn nonig ganz d'Auge geöffnet gha,
ich ha dänn eifach so halbe, mit em einte Aug e so glueget, was überhaupt isch,
nöd dass ich scho so mache [Geschädigte sperrt Augen weit auf] dass ... ich ha
dänn eifach gseh, dass es es hells liecht isch, dass es es Kameraliecht isch vome
ne Händy, und ich han au Person gseh, wos gfilmet hät. Das isch de B._ gsi"
(1. Videobefragung 22:50). Diese Schilderung erfolgte ohne Zwischenfragen und
kumulierte in der Aussage, dass der Beschuldigte B._ sie mit der Handyka-
mera gefilmt habe. Der Umstand, dass jemand sie im Intimbereich massiv traktier-
te, stand für sie offenbar nicht im Vordergrund. Dies macht die Aussage indessen
mitnichten weniger glaubhaft. Sie belegt vielmehr, dass der Geschädigten emoti-
onal vor allem der Umstand zu schaffen machte, dass die sexuellen Handlungen
an ihr filmisch festgehalten wurden und allenfalls Dritten hätten zugänglich ge-
- 38 -
macht werden können. Die Aussage, der Beschuldigte B._ habe sie gefilmt,
entspricht sodann der Wahrheit.
d) Nicht ganz einheitlich sind ihre Aussagen, weswegen sie aufgewacht ist. So
soll es das Rütteln im Intimbereich gewesen sein und weil der Beschuldigte
A._ auf ihr gelegen sei (Urk. 8/1 S. 3; 1. Videobefragung 00:23:30; Urk. 8/6
S. 8, 1); dann weil sie kalt hatte (1. Videobefragung 00:24:30). Kalt habe sie ge-
habt, weil sie nackt gewesen sei, und dann habe sie bemerkt, dass unten im In-
timbereich etwas abgehe. Sie sei erwacht, weil sie gefroren habe und wegen dem
Rütteln (1. Videobefragung 01:09:18). Unten sei es kühl gewesen, und es habe
gerüttelt. Deshalb sei sie aufgewacht und habe gesehen, dass der Beschuldigte
A._ auf ihr gelegen sei, und dass es sogar noch gefilmt worden sei (Urk. 8/6
S. 25). Diese Angaben erscheinen indessen nicht widersprüchlich, weil sie im
Kerngehalt letztlich gleichlautend sind.
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die Anklageschrift einen ande-
ren Zeitpunkt für das Aufwachen aufführt. Der von der Geschädigten geschilderte
beendete kurz darauf die sexuellen Handlungen der Beschuldigten.
e) Die Aussagen der Geschädigten zu den Beziehungen zum Beschuldigten
A._, wonach sie ihn nett finde und mit ihm – wie bereits vorgängig erwähnt –
bereits einmal engeren Kontakt hatte, zeugt von ihrem Bestreben, wichtige Sa-
chen offen zu legen. Indessen sind hier Momente erkennbar, dass sie doch ge-
wisse Umstände nicht von Anbeginn mitteilt, wie der Kuss des Beschuldigten
A._ im "...-Club" sowie das Spaghetti-Essen nach dem Vorfall. Dies vermag
die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben jedoch insgesamt nicht in Zweifel zu ziehen, da
die genannten Umstände nicht als derart wesentlich zu bewerten sind, dass sie
das Gesamtbild zu verändern vermöchten.
1.8.2.3. Beim eigentlichen Aussageverhalten der Geschädigten in der Einvernah-
me fällt Folgendes auf: Oft nimmt sie in der Antwort zunächst die gestellte Frage
auf ("Oh, ... was han ich alles trunke?" [1. Videobefragung 18:34]), oder sie stellt
Gegenfragen bzw. sie fragt nach (Auf die Frage nach ihrem Zustand in E._:
"Vom Alkohol her, oder wie?" [1. Videobefragung 20:47]; auf die Frage nach der
- 39 -
Menge der konsumierten Smirnoffs: "Promille oder wie?" [1. Videobefragung
19:19]). Sodann werden einfache Fragen teilweise umständlich mit komplizierten
Formulierungen beantwortet, wie die Frage nach ihrem Zustand in E._: "Ja,
wie seit me das mit fachliche Begriff ... ja scho rächt betrunke, aber ich han no al-
les mit übercho, was lauft. Ich han scho no einigermasse grad chönne laufe" (1.
Videobefragung 20:53). Ebenso kompliziert schildert sie das Einschlafen: "... und
bin dänn igschlafe ... und dänn ääh isch halt die Alkoholwürkig dänn langsam im
gange ... also hät die letschti ausklingiig gha und ich bin dänn würklich total uf
Düütsch gsait dänne gsi" (1. Videobefragung 23:17). Diese Schilderung erweckt
den Eindruck, durch Kompliziertheit Realität herstellen zu wollen. Sodann weicht
sie zur Beschreibung ihres alkoholisierten Zustandes auch auf Allgemeinplätze
aus: "Also eifach, me hätt's gseh, dass ich Alkohol trunke han. Also nöd so total
... sisch nonig so extrem gsi, einfach müed, erschöpft, ... wie es halt so isch, wem
me betrunke isch" (1. Videobefragung 18:25). Gegenfragen können signalisieren,
dass der Befragte noch Zeit zum Überlegen für die Antwort braucht, was auf eine
strategische und nicht unbedingt wahrheitsgemässe Beantwortung der Frage hin-
deuten kann. Gegenfragen und Aufnahme der Frage in der Antwort sowie kompli-
zierte Formulierungen können aber auch Ausdruck von Unsicherheit zufolge der
ungewohnten Befragungssituation sein und das Bemühen widerspiegeln, es dem
Fragesteller möglichst recht zu machen. Diese letztere Verhaltensweise wäre vor-
liegend auch dem Alter der Geschädigten nicht inadäquat. Eindeutige Schlüsse
lassen sich deshalb aus diesem Verhalten auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen
nicht ziehen.
1.8.2.4. Der Umstand, dass die Geschädigte nach dem Vorfall auf dem Sofa (und
den Ereignissen im Badezimmer) mit den drei Beschuldigten in der Wohnung ver-
blieb, steht in einem gewissen Kontrast zu ihren bisherigen Schilderungen. Dass
sie aus einer gewissen Ratlosigkeit dort blieb ("... ich bin total durenander gsi" ...
sie habe auch nicht in diesem Zustand zum Grossvater gewollt [1. Videobefra-
gung 01:02; auch Urk. 8/6 S. 12 f.]) und zunächst ihre Ruhe finden wollte, er-
scheint nachvollziehbar. Ihre einmal geäusserte Angabe, sie sei dort geblieben,
weil es keine Zugverbindung nach M._ gehabt habe, scheint eher ein Ver-
such, für sich eine rationale Erklärung für ihr Verhalten zu finden, obwohl sie na-
- 40 -
türlich falsch ist. Solange sie sich wach halten konnte, hatte sie – gemäss ihrer
Ansicht – keine Wiederholung der vorstehenden Ereignisse zu befürchten.
Gleichzeitig aber schilderte sie ihre Angst, dort zu sein. Sie habe sich deshalb in
eine Sofaecke verkrochen. "Ich war einfach dort für mich und habe gefunden,
schnell, schnell weg ... " (Urk. 8/6 S. 13). Diese Verhaltensweise entspricht viel-
leicht nicht gängigen Mustern, ist aber auch nicht zuletzt vor dem Hintergrund des
Gemütszustandes, des Eindrucks der momentanen Ausweglosigkeit, der Müdig-
keit und der Alkoholisierung nicht abwegig. Sie schilderte die Stimmung unter den
Anwesenden auch als angespannt. Sie habe gedacht: "Oh, was passiert denn
jetzt ...". Wie es bei den anderen dreien gewesen sei, wisse sie nicht (Urk. 8/6 S.
23). Dass sie mit den Beschuldigten in dieser Zeit auch noch gesprochen habe,
stellte sie nicht in Abrede, sie konnte sich aber, was angesichts ihrer damaligen
Gemütslage nachvollziehbar ist, nicht an den Gesprächsinhalt erinnern. Die von
ihr in der ersten Befragung nicht erwähnte Verpflegung mit Spaghetti durch den
Beschuldigten C._ (Urk. 8/6 S. 14) vermag denn auch nicht die von der Ge-
schädigten geschilderte Stimmungslage nach dem Vorfall als unecht hinzustellen.
Abgesehen davon war aus damaliger Sicht der Geschädigten der Beschuldigte
C._ einfach anwesend, aber sonst mit keiner Handlung an den Vorfällen be-
teiligt. Dass er sie ebenfalls gefilmt hatte, wusste sie im damaligen Zeitpunkt
nicht. Dies wiederum stützt auch die Behauptung der Geschädigten, sie habe vom
Ganzen nichts mitbekommen, zumal bei ihrem Aufwachen nur noch der Beschul-
digte B._ filmte (Video ...).
Die Darstellung der Beschuldigten (vgl. nachstehend), wonach man sich ganz
normal unterhalten und noch Spässe über eine allfällige Veröffentlichung des Vi-
deos im Internet auf "..." und über den Feuchtigkeitsflecken auf dem Sofa ge-
macht habe, mag die Sicht der Beschuldigten widerspiegeln. Der Gefühlslage der
Geschädigten entsprach dies wohl nicht.
1.8.2.5. Die Beurteilung der Geschädigten durch ihre Pflegemutter bzw. ihre Ar-
beitsplatzbetreuerin, sie sei nicht immer ehrlich gewesen und habe Geschichten
erzählt und habe oft versucht, sich rauszureden, wenn sie etwas getan habe, was
sie nicht hätte tun sollen (Prot. I S. 33 ff. und 56 ff.), ist bei der Würdigung der
- 41 -
Aussagen vor Augen zu halten. Dennoch kommen – wie vorstehend erwähnt –
Kriterien der Aussageanalyse zum Zuge, wobei die Glaubwürdigkeit einer Person
eine untergeordnete Rolle spielt. Auch wenn allenfalls bei den Aussagen der Ge-
schädigten gewisse Schönungstendenzen ersichtlich sind (z.B. spielte sie die Be-
ziehung zum Beschuldigten A._ und allfällige Sympathien ihm gegenüber
herunter), vermögen diese nicht das durch ihre Aussagen gewonnene Gesamtbild
wesentlich zu verändern. Es zeigen sich aber auch andere von der Zeugin
I._ erwähnte Eigenschaften bei der Geschädigten, nämlich die Tendenz, un-
angenehme Ereignisse zu verdrängen. Dieses Verhaltensmuster erklärt auch,
dass die Geschädigte nach dem Vorfall zunächst niemandem davon erzählen
wollte und den Mitmenschen "courant normale" vorspielte. Dies ist letztlich auch
die Erklärung für die nicht sofortige Anzeige des Vorfalls. Darunter fällt aber auch
der Verzicht auf eine Rechtsbeiständin in diesem Strafverfahren. Die Geschädigte
brachte dies auch in der 2. Videobefragung zum Ausdruck, als sie angab, die Sa-
che möglichst schnell beenden zu wollen (Urk. 8/6 S. 19). Für die Geschädigte
spricht sodann, dass sie trotz des völlig unprofessionellen Verhaltens der Befra-
gerin in der ersten Videobefragung, wo sie letztlich teilweise der Lüge bezichtigt
wurde und ihr Konsequenzen angedroht wurden (1. Videobefragung 01:05, eu-
phemistisch umschrieben mit "... erläutert ..., dass die Polizei die Wahrheit finden
wolle" [Urk. 8/1 S. 5]), in der zweiten Videobefragung unbeirrt an ihren Aussagen
festgehalten hat (Urk. 82/2).
Dass ihre Beziehung zur Freundin G._ einen Einfluss auf ihr Aussageverhal-
ten haben könnte, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, nachdem diese eine
wichtige Bezugsperson und quasi moralische Instanz für die Geschädigte dar-
stellt. Daraus könnte abgeleitet werden, dass sie gegenüber ihrer Freundin auf
keinen Fall zugeben wollte, dass sie mit den auf dem der Freundin vorgeführten
Video festgehaltenen sexuellen Handlungen einverstanden gewesen sein könnte.
Die Gesamtwürdigung lässt jedoch einen solchen Schluss nicht zu (vgl. nachste-
hend Ziff. 1.8.4.).
1.8.2.6. Wie vorstehend erwähnt, liegen drei Videoaufzeichnungen vor. Die erste
Videoaufnahme (Videodatei ...) setzt am 17. Mai 2009 um 06:44:32 ein. Die Zeit-
- 42 -
angabe bezieht sich offensichtlich auf die Winterzeit, da gemäss übereinstimmen-
den Aussagen der Beteiligten die Ankunftszeit in der Wohnung um ca. 07.00 Uhr
gewesen sei. Der Zeitpunkt der Filmaufnahmen passt somit mit den zeitlichen
Angaben der Geschädigten überein, die zwischen 08:00 und 08:15 aufgewacht
sei (1. Videobefragung 00:34:51). Ausgehend von der Beschreibung der Videose-
quenzen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 80 S. 56 ff.) und unter Berücksichtigung
der Ergänzungen und Korrekturen (vgl. vorstehend Ziff. 1.7.) ist festzuhalten, dass
die Geschädigte, bis zum Zeitpunkt, als sie mit dem Unterkörper vom Sofa fällt
(08:38), praktisch reaktionslos auf die an ihr vorgenommenen Handlungen bleibt.
Körperbewegungen der Geschädigten wie Kopfdrehungen, Kratzen oder Abwehr
von Berührungen mit den Händen lassen sich zwar auch in dieser Phase ausma-
chen, wenn auch offensichtlich verlangsamt. Während der ganzen Zeit sind die
Augen der Geschädigten geschlossen. Die festgestellten Bewegungen der Ge-
schädigten erinnern an Unterwasseraufnahmen. Für ein völliges Wegtauchen
spricht z.B. die Szene, als der Beschuldigte A._ den Kopf der Geschädigten
am Kinn hält und ihn hin- und her bewegt, wobei sie erst verzögert mit der Hand
reagiert (02:52). Auffällig ist sodann auch die Szene, wo die Geschädigte zufolge
der intensiven Einwirkungen des Beschuldigten A._ auf ihren Intimbereich
mit dem unteren Teil ihres Körpers vom Sofa fällt, keine Reaktion zeigt und vom
Beschuldigten A._ wieder hochgehoben wird (08:33). Gegen Ende des ers-
ten Videos zeigt die Geschädigte auf äussere Reize vermehrte Reflexe und Ab-
wehrhandlungen mit ihren Armen. Dennoch fällt auf, dass bei Festhalten ihrer
Arme durch den Beschuldigten A._ (z.B. nach 08:52) bzw. durch den Be-
schuldigten B._ (z.B. 09:12) keine Gegenreaktion erfolgt. Diese Analyse
zeigt, dass zumindest in den ersten sieben bis acht Minuten die Geschädigte nur
mit erheblicher Verzögerung, wenn überhaupt, auf Berührungen und Handlungen
der Beschuldigten reagierte.
Ausserdem fällt auf, dass die permanente Bearbeitung der Vagina durch den Be-
schuldigten A._ bei der Geschädigten keine erkennbare Reaktion hervorrief,
indem sie beispielsweise versucht hätte, mit der Hand die ständigen Masturbati-
onsbewegungen zu stoppen oder ihren Unterkörper oder ihre Beine zu bewegen
- 43 -
oder die Beine zusammenzuklemmen. Wenn sie in dieser Phase eine Reaktion
zeigte, dann nur im Bereich Brust und Gesicht.
Ein Vergleich der Aussagen der Geschädigten zur Schlussphase des Gesche-
hens mit den Videoaufnahmen ergibt folgendes Bild: Die Geschädigte schildert
das Aufwachen als ein Vorgang, der nicht mit einem Schlag erfolgte, sondern
dass sie zunächst das Rütteln und den auf ihr liegenden Beschuldigten A._
sowie das Licht der vom Beschuldigten B._ geführten Handy-Kamera be-
merkte. Sie sei auf dem Rücken gelegen, habe den Beschuldigten A._ dann
weggestossen, sei aufgestanden und ins Badezimmer gegangen (Urk. 8/1 S. 3).
Auf den vorliegenden Filmen lässt sich eine solche Schlussszene nicht eindeutig
identifizieren. Die Schlusssequenz wurde zwar mit dem Handy vom Beschuldigten
B._ aufgenommen (Video ..., Urk. 10/3/2). Darauf ist jedoch der hinter der
Geschädigten liegende Beschuldigte A._ zu erkennen, der an seinem halb-
erigierten Glied hantiert und den Versuch unternimmt, es von hinten in die Schei-
de der Geschädigten einzuführen, wobei die vor ihm seitwärts liegende Geschä-
digte mit dem rechten Ellbogen bei jedem Versuch stark gegen seine Brust
schlägt. Danach bricht der Film ab. Die von der Geschädigten geschilderte
Schlussszene entspricht aber eindeutig der vorhergehenden Sequenz (04:34).
Dort liegt der Beschuldigte A._ auf der Geschädigten, und sie versucht, ihn
mit ihren auf der Brust liegenden Händen wegzustossen. Die Position der Handy-
Kamera entspricht ebenfalls genau ihren Angaben, nämlich (links) neben ihrem
Kopf (Urk. 8/6 S. 23). Entgegen der Aussage der Geschädigten ist auf dem Vi-
deoausschnitt allerdings nicht ersichtlich, dass das Kameralicht des Handys ein-
geschaltet war. Ferner ergibt sich aus der letzten Videosequenz, dass sie nicht
sofort aufgestanden und ins Bad gegangen, sondern noch weiter auf dem Sofa
gelegen ist (vgl. ab 4. Schnitt 04:40 auf Video ...).
Diese Unterschiede hinsichtlich der Aufwachszene zwischen ihren Aussagen und
dem Film sind vor dem Hintergrund ihres Dämmerungszustandes zu bewerten: In
einem solchen Zustand zieht sich die Aufwachphase erfahrungsgemäss über eine
längere Zeitspanne hinweg, wobei Erinnerungsfetzen den jeweiligen Wahrneh-
mungszustand dokumentieren. Dass sie nach der Abwehr des Beschuldigten
- 44 -
A._ zunächst auf dem Sofa weiterdöste, belegt ihren Erschöpfungszustand,
den sie erst zu überwinden vermochte, nachdem der Beschuldigte A._ immer
noch nicht von ihr ablassen wollte. Dass sie nach dieser Szene ins Badezimmer
flüchtete, wird auch von allen drei Beschuldigten bestätigt.
Dass sie noch das Kameralicht erwähnt, könnte einerseits darauf hindeuten, dass
sie dieses Detail bewusst erfunden hat, um den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zu
erhöhen. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass sie das Kameralicht, das zu Beginn
der ganzen Filmszene noch vor dem Einschalten der Zimmerbeleuchtung vom
Beschuldigten B._ eingesetzt wurde, vielleicht früher unbewusst aufgenom-
men, aber nun zeitlich falsch zugeordnet hat.
Für den aussenstehenden Betrachter erscheint der geschilderte Zeitpunkt des
Aufwachsens allerdings etwas arbiträr und nicht an objektiven Faktoren verortet.
Die Anklagebehörde hat dem Rechnung getragen und die Phase zwischen den
ersten Reaktionen und dem endgültigen Aufwachen nicht mehr der Anklage un-
terstellt. Dies trägt auch der Realität Rechnung, wonach ein Aufwachen unter die-
sen Umständen sich über eine längere Zeit hinzieht.
1.8.2.7. Im Ergebnis sind die Aussagen der Geschädigten insgesamt als glaubhaft
zu bezeichnen.
1.8.3.1. Die Aussagen des Beschuldigten A._ sind einerseits gekennzeichnet
durch eine gewisse selbstkritische Offenheit (Schilderung seiner Unzufriedenheit
mit seinem Sexualleben [Urk. 5/1 S. 2]; Zugabe in der Untersuchung, dass er
nach der Visionierung der Videoaufnahmen nicht mehr sicher sei, ob die Geschä-
digte realisiert habe, was mit ihr geschehen sei [Urk. 5/4 S. 2 f.] bzw. seine Aner-
kennung ihrer Widerstandsunfähigkeit zufolge ihres Zustandes [Urk. 5/4 S. 3 f.];
sein nachträgliches Bedauern über die Eskalation der Situation [Urk. 5/4 S. 4 und
auch insbesondere Urk. 5/3 S. 3 ff.]); auf der anderen Seite finden sich Wider-
sprüche, Lügensignale und Strukturbrüche in seinen Aussagen zuhauf.
So schildert er zwar zunächst, man sei alleine im Zimmer auf dem Sofa gesessen
und habe Fernsehen geschaut, gefolgt von gegenseitigen Zärtlichkeiten (Küssen,
- 45 -
Streicheln). Danach korrigierte er diese Angabe und erklärte dem Vorhalt ent-
sprechend, die Geschädigte wie auch er seien auf dem Sofa gelegen (Urk. 5/1
Vorhalt 28 und 29).
Das Küssen habe die Geschädigte 100 %-ig gewollt, obschon sie gewusst habe,
dass die Kollegen nicht weit entfernt gewesen seien. Nach fünf Minuten habe er
F._ ausgezogen, wobei sie sich gegenseitig gestreichelt hätten. Die Geschä-
digte habe absolut nichts dagegen gehabt, ausgezogen zu werden. Sie habe im
Gegenteil sogar ihre Arme angehoben, als er ihr Oberteil abgestreift habe. In der
Hauptverhandlung erwähnte der Beschuldigte A._, sie habe zwar ihr Arme
locker gehalten, sie sei aber etwas zurückhaltend gewesen (Prot. I S. 10). Beim
Ausziehen sei sie absolut wach gewesen. Er selber habe sich bis auf das Oberteil
ausgezogen. Die Geschädigte sei schliesslich nackt gewesen (Urk. 5/1 Vorhalt
30). Sie sei zu 100 % bei Bewusstsein gewesen beim Ausziehen (Urk. 5/2 S. 2).
Bereits diese Aussagen enthalten Lügensignale, so die adjektivischen Überhö-
hungen (100 %-ig, absolut) und die Anpassung der Aussage auf Vorhalte.
Sodann stimmen sie auch nicht mit den Videoaufnahmen überein, wo ersichtlich
ist, dass der Beschuldigte A._ erst rund vier Minuten nach Beginn der Film-
aufnahmen (Video ... 03:54) seine Hose auszieht; wird noch die Zeit dazu gezählt
(sieben bis zehn Minuten; Prot. I S. 12), bis die Beschuldigten B._ und
C._ mit dem Filmen angefangen haben, ergibt sich eine noch längere Zeit-
spanne.
Erst in der Hauptverhandlung wird vom Beschuldigten A._ noch nachge-
schoben, sie habe ihm das Ausziehen ihrer Leggings mit dem Anheben ihres Ge-
sässes erleichtert (Prot. I S. 11, auf Nachfrage des Vorsitzenden). Ebenso nach-
geschoben ist die Aussage, sie habe beim Anziehen den Kopf angehoben und ihn
angeschaut, er könne sich an ihren Blick noch genau erinnern. Nachher habe sie
die Augen wieder geschlossen (Prot. I S. 11).
Ungenau ist auch seine Aussage bei der Polizei, da die Geschädigte nicht nackt
war, sondern noch den BH und ein schwarzes Top trug (später dann korrigiert in
Urk. 5/2 S. 2).
- 46 -
Seine Aussage, während des Ausziehens habe die Geschädigte wohl gemerkt, in
welche Richtung es gehe (Urk. 5/2 S. 2), macht keinen Sinn, wenn sie "100 %"
bei Bewusstsein war.
Sodann widerspricht die Aussage, sie habe hin und wieder die Augen geschlos-
sen gehabt (Urk. 5/1 S. 5), den Erkenntnissen aus dem Videofilm, was später zur
Anpassung der diesbezüglichen Aussage führt, sie habe die Augen anfänglich
beim Küssen und Streicheln noch offen gehabt und habe erst dann die Augen ge-
schlossen (Urk. 5/4 S. 3).
Andernorts ist nicht mehr von gegenseitigem Streicheln und Küssen die Rede,
sondern nur, der Beschuldigte habe die Geschädigte auf die Wangen und den
Hals geküsst, wobei sie die Augen geschlossen habe, was beim Küssen eine
normale Reaktion darstelle; allenfalls habe sie die Augen auch wegen der Anwe-
senheit der Mitbeschuldigten im Wohnzimmer geschlossen (Urk. 5/3 S. 3, S. 9).
Allerdings behauptete er zuvor, sie habe erst beim Einführen der Banane die Au-
gen geschlossen gehabt, weil da die Mitbeschuldigten zugegen gewesen seien
(Urk. 5/2 S. 2). Gemäss seinen Angaben in der Hauptverhandlung will er zwi-
schendurch immer wieder gesehen haben, dass die Geschädigte die Augen halb
geöffnet gehabt habe und sich die Wimpern bewegt hätten (Prot. I S. 13). Diese
letztere Aussage ist wiederum eine Anpassung an die Aktenlage und ist auf die
Bemerkung der Geschädigten in der zweiten Videobefragung zurückzuführen, sie
habe beim Aufwachen die Augen zunächst nur halb geöffnet.
Was die Alkoholisierung der Geschädigten angeht, so hat sie gemäss den Anga-
ben des Beschuldigten A._ im "...-Club" nur ein kleines Bier getrunken, sie
sei nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Sie habe mit hochhackigen Schuhen
ohne Probleme den Weg vom Taxi zur Wohnung geschafft (Urk. 5/2 S. 2).
Als Strukturbruch in der Darstellung des Beschuldigten A._, wonach die Ge-
schädigte bei Bewusstsein alles mitbekommen habe und mit den sexuellen Hand-
lungen einverstanden gewesen sei, ist seine Schilderung der Empörung der Ge-
schädigten beim Aufwachen zu taxieren, ebenso seine Entschuldigung, nachdem
sie wieder aus dem Badezimmer gekommen war (Urk. 5/4 S. 4).
- 47 -
Die Geschehnisse im Nachhinein schilderte er gleichbleibend, insbesondere dass
noch Witze (über die Flecken auf dem Sofa und die Kochkünste des Beschuldig-
ten C._) gemacht worden seien, als die Geschädigte von der Toilette zu-
rückgekehrt sei (Urk. 5/3 S. 3).
In Anbetracht der aufgezeigten Ungereimtheiten erscheinen die Angaben des Be-
schuldigten A._ insgesamt als unglaubhaft. Wie unten noch zu zeigen sein
wird, gilt dies insbesondere hinsichtlich der Einschätzung des Zustandes der Ge-
schädigten.
1.8.3.2. Die Aussagen des Beschuldigten B._ sind relativ gleichbleibend, was
den äusseren Ablauf anbelangt. Widersprüchlichkeiten ergeben sich dort, wo er
einerseits behauptete, die Geschädigte sei nicht müde gewesen und erst viel spä-
ter eingeschlafen, dann aber erklärte, es sei schwer zu sagen, ob die Handlungen
in gegenseitigem Einverständnis erfolgt seien, obwohl beide schon vor Monaten
etwas zusammen gehabt hätten. Auffällig ist auch, dass er – obwohl er sich sei-
nen Angaben gemäss auch im hinteren Teil des Wohnzimmers aufgehalten ha-
ben will und gesehen hat, wie der Beschuldigte A._ angefangen habe, die
Geschädigte zu küssen – nicht gesehen haben will, ob sich die Geschädigte
selbst entkleidete oder vom Beschuldigten A._ ausgezogen wurde; er hat
auch nicht gesehen, ob der Beschuldigte A._ die Geschädigte über den Klei-
dern gestreichelt hat (Urk. 6/1 S. 5). In der nächsten Einvernahme erklärte er
dann aber, die Geschädigte habe mit dem Beschuldigten A._ herumge-
macht, und dieser habe die Geschädigte ausgezogen (Urk. 6/2 S. 2). Er könne
sich nicht vorstellen, dass die Geschädigte nicht mitbekommen habe, dass der
Beschuldigte A._ sie ausgezogen habe. Als Beleg dafür verwies er auf den
Umstand, dass die Geschädigte, als sie später vom Sofa runtergefallen sei, sich
selbst wieder darauf gelegt habe, was nachweislich, wie vorstehend erwähnt,
falsch ist. Trotz dieses Hinweises ist der Beschuldigte B._ der Meinung, sie
habe den ganzen Abend ein Theater gespielt (Urk. 6/4 S. 3). Sie sei allenfalls halb
alkoholisiert, halb schlafend gewesen, aber sicherlich nicht voll weggetreten (Urk.
6/3 S. 6). Die Zugabe (bezogen auf die Filmaufnahmen), er sei sich nicht sicher,
ob sie zwischendurch einige Minuten weggewesen sei, relativierte er wieder, in-
- 48 -
dem er ausführte, er habe es damals anders gesehen und gefühlt (Urk. 6/8 S. 5).
Diese Aussage steht hingegen wiederum im Widerspruch zum Flüstern des Be-
schuldigten B._ (mit dem Beschuldigten C._) während des ganzen Vor-
falls, welches eine gewisse Heimlichtuerei indiziert, die ebenfalls zur angenom-
menen Einwilligung der Geschädigten in die sexuellen Handlungen kontrastiert.
Ebenso ist vor diesem Hintergrund nicht ganz einsichtig, weshalb der Beschuldig-
te B._ der Geschädigten ins Badezimmer gefolgt ist, um sie zu beruhigen.
Sie sei in einem Schockzustand gewesen (Urk. 6/1 S. 6).
Die Schlussphase beschrieb der Beschuldigte B._ weitgehend konstant, ins-
besondere auch die Äusserungen der Geschädigten beim Aufstehen, sie wisse,
was sie mit ihr gemacht hätten. Der Beschuldigte B._ will sie nachher im Ba-
dezimmer gefragt haben, weshalb sie dies zugelassen habe, worauf sie geant-
wortet habe, sie habe wissen wollen, wie weit sie gehen würden (Urk. 6/3 S. 2).
Diese Antwort erscheint ebenfalls nicht stimmig im Zusammenhang mit dem vom
Beschuldigten B._ geschilderten Schockzustand der Geschädigten.
Diese Bruchstellen in den Aussagen des Beschuldigten B._ führen dazu,
dass seine Aussagen betreffend die Einwilligung der Geschädigten in die sexuel-
len Handlungen und in die Filmaufnahmen mit Vorsicht zu würdigen sind. Was
seine Wahrnehmung hinsichtlich des Zustandes der Geschädigten anbelangt, so
erweisen sie sich, wie unten noch zu zeigen sein wird, als unglaubhaft.
1.8.3.3. Die Aussagen des Beschuldigten C._ stimmen grundsätzlich weitge-
hend mit den Angaben der Beschuldigten A._ und B._ überein. Er be-
stätigte die Aussagen des Beschuldigten B._, dass sie nach der Rückkehr
der Geschädigten aus dem Badezimmer gescherzt hätten; die Geschädigte habe
auch gelacht (Urk. 7/2 S. 8). Er machte allerdings zusätzliche Angaben, die, so-
weit sie sich mit dem Video überprüfen lassen, nicht genau zutreffen. So will er
erst nach dem Einschalten des Raumlichts mit dem Filmen angefangen haben
bzw. beim Einsatz der Banane (Urk. 7/2 S. 5); gemäss Videoaufzeichnung hatte
er aber bis dann schon 3.15 Minuten gefilmt (Video ... Position 03:15). Sodann ist
die Geschädigte entgegen seinen Angaben nicht sofort aufgestanden, als der Be-
schuldigte A._ mit der Banane aufgehört hatte, die Geschädigte zu penetrie-
- 49 -
ren (Urk. 7/2 S. 5, S. 8), sondern er versuchte danach noch, mit der Geschädigten
Geschlechtsverkehr auszuüben. Weiter erwähnte der Beschuldigte C._ als
einziger, die Geschädigte habe beim Aufstehen noch gesagt, sie habe die Augen
offen gehabt, wobei sie so getan hätte, wie wenn sie sie geschlossen gehabt hät-
te. Sie habe gesagt: "Ich weiss, was ihr mit mir gemacht habt, dass ihr mir eine
Banane geschoben habt, dass ihr gefilmt habt" (Urk. 7/2 S. 9). Auch die Aussage
im Zusammenhang mit dem Zungenkuss, die Geschädigte habe im "...-Club" zum
Beschuldigten A._ im Scherz wörtlich gesagt "du hattest letzte Woche eine
Chance bei einem Kollegen zu Hause, die du nicht genutzt hast" (Urk. 7/1 S. 3,
Urk. 7/2 S. 3), wird vom Beschuldigten A._ nicht erwähnt. Sodann schwächte
er seine Aussage, der Beschuldigte A._ habe die Geschädigte in verschie-
dene Positionen gebracht, ab und erklärte, sie hätten die Position gemeinsam
gewechselt (Urk. 7/2 S. 6). Diese Aussage ist falsch und entspricht auch nicht den
Filmaufnahmen, zeigt aber, dass der Beschuldigte C._ die Aussagen nach
Gutdünken zu seinen Gunsten verändert. Beim Abschied soll ihn die Geschädigte
dreimal geküsst haben, wohingegen er bestritt, sich bei ihr entschuldigt zu haben
(Urk. 7/2 S. 9). Diese Haltung, die Vorgänge nur in seinem Sinne zu interpretie-
ren, kommt bei seiner Stellungnahme zu den Videoaufnahmen zum Ausdruck. Bei
der Szene, als die Geschädigte mit dem Unterkörper vom Sofa rutscht und wieder
vom Beschuldigten A._ hochgehoben wird, behauptete er, sie habe noch mit
dem Bein vom Boden abgestossen (Urk. 7/3 S. 8). Selbst auf Vorhalt einer von
ihm selbst gefilmten Sequenz behauptete er, er sei später dazu gekommen (Urk.
7/3 S. 7). Sodann behauptete er, die Geschädigte habe in der ersten Videobefra-
gung ausgeführt, sie habe trotz "High Heels" die Strecke vom Taxi zur Wohnung
gut bewältigen können; eine solche Aussage lässt sich nicht finden. Vielmehr
führte sie in der zweiten Befragung aus, sie habe braune Stiefel ohne Absatz ge-
tragen (Urk. 8/6 S. 28).
Die Aussagen des Beschuldigten C._ erscheinen somit grundsätzlich als
wenig glaubhaft.
1.8.4. Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der äussere Sachverhalt, wie
er in der Anklageschrift zu Anklageziffer I festgehalten wird, weitgehend als er-
- 50 -
stellt gelten kann. Der Ablauf des in der Anklageschrift dargestellten langsamen
Erwachens der Geschädigten aus dem komatösen Zustand entspricht dabei nicht
ganz den entsprechenden Videoaufnahmen. Entscheidend ist indessen, dass sie
in dieser Phase erstmals anfängt, zu reagieren. Insbesondere hält sie mit ihrer
rechten Hand die auf der Brust liegende linke Hand des Beschuldigten A._,
während sie mit ihrer linken Hand die rechte Hand des Beschuldigten umfasst und
dabei die Bewegungen der Penetration mit der Karotte mitmacht.
Aus den Aussagen der Geschädigten ergibt sich sodann, dass sie beim Eintreffen
in die Wohnung in E._ aufgrund ihres vorgängigen Alkoholkonsums eine
Blutalkoholkonzentration im Blut aufgewiesen hat, die einem leichten bis mittleren
Rauschzustand entsprochen hat. Die Mitbeschuldigten haben sie zwar nur als
leicht alkoholisiert bezeichnet, und es ist unbestritten, dass sie die Strecke zwi-
schen dem Taxi und der Wohnung ohne grössere Probleme bewältigen konnte.
Dennoch scheint sie – entgegen ihren genauen Aussagen betreffend die Taxifahrt
– doch nicht alles richtig wahrgenommen zu haben. Anlässlich ihrer ersten polizei-
lichen Videobefragung erklärte sie, mit H._ sei auch noch ihr Freund unter-
wegs aus dem Taxi ausgestiegen (1. Videobefragung 17:04:18), was nachweis-
lich falsch ist, da ein solcher Freund gar nicht dabei war. Die Beschuldigten haben
die Geschädigte bereits als leicht alkoholisiert bezeichnet, als sie im "...-Club" zu
ihnen gestossen war. Dies stimmt nicht mit den Angaben der Geschädigten über-
ein. Bevor sie mit ihren Kollegen in den " ...-Club" gekommen ist, hatte sie nur
zwei Red Bull getrunken. Im "...-Club" konsumierte sie dann zunächst zwei Bier
und zwei Gläser Champagner, bevor sie auf die Beschuldigten getroffen ist. Die
Angabe der Zeugin H._, wonach die Geschädigte nicht einmal eine halbe
Flasche Smirnoff getrunken habe, erscheinen wenig glaubhaft, da sie zuvor aus-
geführt hatte, sie wisse nur noch, was sie selber getrunken habe (Prot. I S. 48).
Erstellt ist sodann, dass sich die Geschädigte beim Eintreffen in die Wohnung auf
das Sofa begab, zunächst Fernsehen schaute, der Beschuldigte A._ sich
dann hinter die Geschädigte auf das Sofa legte, sie auf die Wange und den Hals
küsste und seinen Arm um ihren Oberkörper legte. Auszugehen ist weiter davon,
dass die Geschädigte die Annährungsversuche bemerkte und mit einer leichten
- 51 -
Kopfbewegung abzuwehren versuchte, dabei aber eingeschlafen ist. Alle Be-
schuldigten sprechen von einer ca. fünfminütigen Aktivitätsphase der Geschädig-
ten, danach sei sie passiv gewesen. Gemäss seinen Zugaben hat der Beschuldig-
te A._ die Geschädigte entkleidet (Sweatshirt und Leggins), wobei seinen
Aussagen nicht geglaubt werden kann, sie sei dabei wach gewesen.
Inwiefern die Geschädigte in einen komatösen Zustand gefallen ist, soll nachfol-
gend geprüft werden.
1.8.5.1. Eine Schändung im Sinne von Art. 191 StGB begeht, wer eine urteilsun-
fähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zu
einer sexuellen Handlung missbraucht. Dabei ist nach Lehre und Rechtsprechung
für einen Schuldspruch insbesondere erforderlich, dass das Opfer in der Urteils-
oder Widerstandsunfähigkeit nicht nur eingeschränkt ist, sondern ihr diese – be-
zogen auf eine bestimmte Handlung – gänzlich abgeht (Hangartner, Selbstbe-
stimmung im Sexualbereich, Diss. Bamberg 1998, S. 84 ff.; Stratenwerth/Jenny/
Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. A., Bern, 2010, § 8 N
38; Maier, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. A.,
Basel 2007, N 6 zu Art. 191 StGB). Widerstandunfähig ist, wer nicht im Stande ist,
sich gegen ungewollte sexuelle Kontakte zu wehren. Die Bestimmung schützt
somit Personen, die einen zur Abwehr ausreichenden Willen zum Widerstand ge-
gen sexuelle Übergriffe nicht oder nicht sinnvoll bilden, äussern oder betätigen
können. Dabei genügt es, wenn das Opfer nur vorübergehend zum Widerstand
unfähig ist. Die Gründe für die Widerstandsunfähigkeit können dauernder oder
vorübergehender, chronischer oder situationsbedingter Natur sein. In Frage
kommen schwere psychische Defekte, eine hochgradige Intoxikation durch Alko-
hol oder Drogen, eine körperliche Invalidität, eine Fesselung, die besondere Lage
der Frau in einem gynäkologischen Stuhl oder eine Summierung von Schläfrig-
keit, Alkoholisierung und Irrtum über die Identität des Sexualpartners (BGE 119 IV
230 E. 3a). Erforderlich ist nur, dass die Widerstandsfähigkeit gänzlich aufgeho-
ben und nicht nur in irgendeinem Grad beeinträchtigt oder eingeschränkt ist. Bei
blosser – z.B. alkoholbedingter – Herabsetzung der Hemmschwelle ist keine Wi-
derstandsunfähigkeit gegeben (BGE 119 IV 230 E. 3a). Eine unter dem Einfluss
- 52 -
von Alkohol und Cannabis dösende Person ist zum Widerstand unfähig (BGE
6B_140/2007). Missbrauch liegt vor, wenn der Täter die Schutzlosigkeit des Op-
fers ausnützt (BGE 133 IV 49 E. 7.2; BGE 119 IV 230 E. 3a).
Ein Schuldspruch setzt mit anderen Worten voraus, dass die Geschädigte wider-
standsunfähig war und die Beschuldigten dies erkennen konnten.
1.8.5.2. Die Widerstandsunfähigkeit wird in der Anklageschrift mit "komatösem"
Zustand umschrieben. Damit kann zum einen eine Bewusstseinsstörung im quali-
tativen Sinne einer Bewusstseinseintrübung gemeint sein. Diese führt zu einer
Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit und damit der Fähigkeit, verschiedene
Aspekte der eigenen Person und der Umwelt zu erfassen, sie sinnvoll miteinander
zu verbinden, entsprechend zu handeln und sich mitzuteilen. Ursache kann Alko-
holkonsum und Schlafentzug sein. Die Bewusstseinsminderung ist daran zu er-
kennen, dass die Person nur verlangsamt, nicht situationsgerecht oder gar nicht
auf lautes Ansprechen oder Anfassen reagiert. Zum anderen werden in quantitati-
ver Hinsicht Bewusstseinsstörungen unterschieden, die von Benommenheit über
Somnolenz bis hin zum Sopor und Koma als höchste Stufe reichen. Unter Be-
nommenheit sind Denken und Handeln deutlich bis hin zur Apathie verlangsamt,
und die Orientierungsfähigkeit ist herabgesetzt oder eingeschränkt. Weiter kenn-
zeichnen geringe spontane Äusserungen, langsames Denken und reduzierte Auf-
fassungsgabe diesen Zustand, wobei der Betroffene durch Ansprache oder An-
fassen aber leicht weckbar ist. Bei der Somnolenz als nächster Stufe besteht eine
beständige Schläfrigkeit oder Schlafneigung, die durch einfache Weckreize aber
noch jederzeit unterbrochen werden kann. Beim Sopor als dritte Stufe handelt es
sich um einen schlafgleichen Zustand, aus dem Betroffene nur noch mit Mühe
und Anwendung starker Reize, etwa Schmerzreize, aufgeweckt werden können.
Der Betroffene ist nicht mehr orientiert, er kann sich nicht mehr sprachlich äus-
sern, die Reflexe bleiben jedoch erhalten. Ursache kann auch hier Alkohol sein
(vgl. dazu etwa de.wikipedia.org/wiki/Bewusstseinsstörung).
1.8.5.3. Aus den Videosequenzen ist ersichtlich (vgl. vorstehend Ziff. 1.7: Wieder-
gabe der Videodatei ...), dass die Geschädigte in einem benommenen bis schlaf-
gleichen Zustand auf dem Sofa liegt und sich ihr Körper im Rhythmus der vom
- 53 -
Beschuldigten A._ vorgegebenen heftigen Manipulationen mit seinen Fingern
und seiner Hand an ihrer Vagina bewegt. Vereinzelt bewegt sie die Arme, die
Hände und den Kopf. Wie vorstehend dargelegt, reagiert der Körper auch bei der
Vorstufe zum Koma noch mit Reflexen. Der Umstand, dass die Geschädigte nicht
völlig bewegungslos daliegt, bedeutet somit noch nicht, dass sie sich nicht in ei-
nem komatösen Zustand befand.
In dem Moment, in welchem sie mit dem Unterkörper vom Sofa rutscht (Video ...
08:33), zeigt sie keine Reaktion. Ebenso wenig reagiert sie auf das Hinaufschie-
ben ihres Tops und ihres BH's durch den Beschuldigten B._. Auf Licht (Han-
dy-Licht, später Raumlicht) zeigt sie ebenfalls keine Reaktion, wie beispielsweise
ein Zusammenkneifen der Augen. Dies erweckt den Eindruck, als wäre sie nicht
in der Lage, auf äussere Einflüsse adäquat zu reagieren.
1.8.5.4. Obwohl die Reaktionen der Geschädigten einerseits verlangsamt, teils
apathisch und ohne äussere Reize erscheinen, lässt sich auf der anderen Seite
feststellen, dass sie in der relevanten Phase auf äussere Reize auch gezielt bzw.
adäquat reagiert. Berührungen werden mit Kopf-, Hand- und Armbewegungen
beantwortet bzw. abgewehrt. Deutlich zu sehen ist dies bei folgender Videose-
quenz (Video ...):
05:30 Der Beschuldigte A._ kommt mit dem Kopf (mit einer Hand nach wie vor die Vagina bearbeitend) nach
oben und küsst die Geschädigte am Hals.
05:33 Die Geschädigte verzieht das Gesicht, zieht den über dem Bauch liegenden rechten Arm unter dem  A._ Richtung Kopf, kneift die Augen zu, hebt leicht den Kopf und wendet sich nach links ab, wobei sich ihr Oberkörper ebenfalls unter dem Beschuldigten leicht nach links windet, offenbar um dem Oberkörper des Beschuldigten A._ auszuweichen. Dieser entfernt sich wieder vom Oberkörper der
Geschädigten, dabei weiter mit einer Hand die Vagina bearbeitend. Die Geschädigte legt ihren rechten Arm wieder angewinkelt auf ihren Bauch.
Es finden sich weitere ähnliche Videosequenzen (02:28, 04:06, 04:16, 04:48,
08:14, 08:16), in welchen sich die Geschädigte einfach bewegt, teils aber auch
auf spezifische Reize reagiert. Auffällig ist indessen insbesondere in der oben
aufgeführten Sequenz, wie auch von der Verteidigung zu Recht vorgebracht wur-
de (Urk. 58 S. 34), dass während der ganzen Zeit, d.h. von Anbeginn des Videos,
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der Beschuldigte A._ auf die Vagina der Geschädigten heftig einwirkt, die
Geschädigte indessen darauf nicht reagiert, gleichzeitig aber Berührungen im
Brust und Gesichtsbereich (Versuch des Beschuldigten A._, sie zu küssen)
gezielt abwehrt. Auch als der Beschuldigte B._ mit seiner Hand an ihrem
Kinn ihren Kopf hin- und herbewegt hat, hat sie, verzögert zwar, aber doch gezielt
mit der Hand darauf reagiert (Video ..., 02:52). Der Umstand, dass sie keine Re-
aktion zeigte, als sie mit dem Unterkörper vom Sofa rutschte (Video ..., 08:33),
deutet eher wieder auf einen schlafgleichen Zustand ohne Widerstandsfähigkeit
hin. Etwas relativiert wird indessen diese Wertung durch ihr nachfolgendes Ver-
halten (Video ..., ab 08:48), das auch von der Anklagebehörde als Beendigung ih-
res komatösen Zustandes betrachtet wird, zumal sie hier wiederum sehr gezielt
reagiert und nicht unbedingt im Sinne einer Abwehrhandlung, wie die Anklagebe-
hörde behauptet. (Die Geschädigte selbst will ja erst gegen das Ende der ganzen
Handlungen mit einer Abwehrhandlung reagiert haben [vgl. vorstehend Ziff.
1.8.2.6.]) Im zeitlichen Ablauf würden sich somit verschiedene Phasen des Zu-
standes der Widerstandsfähigkeit ergeben (anfänglich wäre sie wohl eher nicht
gegeben, ab rund zwei Minuten wäre eine solche wieder eher zu bejahen, dann
kurz vor Schluss [08:26] wohl eher wieder zu verneinen).
1.8.5.5. Dazu kommt noch folgender Punkt: Die weiteren Videoaufnahmen (Video
... und Video ...) lassen kein wesentlich anderes Bild im Verhalten der Geschä-
digten erkennen. Ihr Zustand ist sicher von Benommenheit und verzögerten Reak-
tionen gekennzeichnet. Es sind aber auch dort selektive Abwehrhaltungen auf
äussere Reize zu erkennen (vgl. vorstehend Ziff. 1.8.2.6.). Gemäss Anklagebe-
hörde befand sie sich aber bereits nicht mehr im Zustand der vollständigen Wi-
derstandsunfähigkeit.
1.8.5.6. Die Anklagebehörde lässt offen, aus welchen Gründen die Geschädigte in
einen komatösen Zustand gefallen sein soll. Die Geschädigte selbst hat – wie er-
wähnt – ihren Alkoholkonsum und die dadurch bewirkte Müdigkeit angeführt. Wel-
chen Blutalkoholgehalt die Geschädigte im interessierenden Zeitraum aufwies,
konnte nicht eruiert werden. Wie vorstehend ausgeführt (Ziff. 1.8.2.2.a), ist wohl
von einer leichten bis mittleren Trunkenheit auszugehen. Darauf deutet auch hin,
- 55 -
dass die Geschädigte eigenen Angaben zufolge noch in der Lage war, den länge-
ren Weg vom Taxi zur Wohnung zurückzulegen und keine Angaben zu alkohol-
bedingten "Nachwehen" (Übelkeit, Kopfweh) machte. Vor diesem Hintergrund
kann eine eigentliche Alkoholintoxikation mit entsprechenden Folgen für die Ur-
teils- und Widerstandsfähigkeit ausgeschlossen werden. Anzeichen sodann eines
sonstigen Erschöpfungszustandes (grösserer Schlafmangel etc.) sind den Aussa-
gen der Geschädigten nicht zu entnehmen, hat sie doch den Abend, bevor sie in
den Ausgang ging, beim Grossvater verbracht (vgl. dazu 1. Videobefragung
01:00:14).
1.8.5.7. Gemäss den Erwägungen im Rückweisungsentscheid des Bundesge-
richts vom 21. Juni 2012 ist aufgrund der vorliegenden Feststellungen von einer
Widerstandsunfähigkeit im Sinne von Art. 191 StGB auszugehen, da die Geschä-
digte (alkohol- und müdigkeitsbedingt) schlief, die sexuellen Handlungen nicht
bemerkte und sich gegen diese nicht zur Wehr setzen konnte. Widerstandsunfä-
hig sei namentlich auch eine schlafende Person. Eine eigentliche Alkoholintoxika-
tion oder ein grösserer Schlafmangel sei nicht zwingend (Urk. 126 Erw. 1.5).
1.8.5.8. In subjektiver Hinsicht hält das Bundesgericht fest, dass der Tatbestand
der Schändung erfordere, dass der Täter in Kenntnis der Widerstandsunfähigkeit
des Opfers handle. Diese Wendung bringe zum Ausdruck, dass der Täter die Wi-
derstands- und Urteilsunfähigkeit des Opfers wahrgenommen haben müsse. Sie
habe den Sinn, den Richter anzuhalten, mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob
dem Täter der geistige Defekt seines Opfers wirklich bekannt gewesen sei. Straf-
bar sei nach der Rechtsprechung auch der Eventualvorsatz. Eventualvorsätzlich
handle, wer zumindest ernsthaft für möglich halte, dass das Opfer aufgrund sei-
nes physischen oder psychischen Zustandes nicht in der Lage sei, sich gegen
das sexuelle Ansinnen zur Wehr zu setzen und es trotzdem zu sexuellen Hand-
lungen bestimme (Urteil 6S.359/2002 vom 7. August 2003 E. 5.2 mit Hinweisen).
Vorliegend sei der subjektive Tatbestand erfüllt, wenn die Beschuldigten es zu-
mindest ernsthaft für möglich hielten, dass die Geschädigte geschlafen habe und
sich gegen die sexuellen Handlungen nicht zur Wehr habe setzen können. Siche-
re Kenntnis um die Widerstandsunfähigkeit sei nicht erforderlich. Da bereits eine
- 56 -
schlafende Person zum Widerstand unfähig sei, habe sich das subjektive Wissen
der Beschuldigten nur auf den Schlaf der Geschädigten und nicht auf den (ge-
mäss Anklage) komatösen Zustand beziehen müssen; den Beschuldigten werde
in der Anklageschrift auch vorgeworfen, sie seien sich bewusst gewesen, dass die
Geschädigte wegen ihres Zustandes nicht in der Lage gewesen sei, sich gegen
die sexuellen Übergriffe zur Wehr zu setzen bzw. ihren Willen kundzutun (Urk.
126, Erw. 1.6.1 und 1.6.3).
Das Bundesgericht kommt nach der Würdigung der Beweislage zum Schluss,
dass die Rügen der Staatsanwaltschaft begründet seien (Urk. 126 Erw. 1.7).
1.8.5.9. Aufgrund dieser Würdigung durch das Bundesgericht ist demnach davon
auszugehen, dass die Beschuldigten wussten oder zumindest ernsthaft für mög-
lich hielten, dass die Geschädigte schlief und deshalb zum Widerstand unfähig
war. Sie handelten somit zumindest eventualvorsätzlich.
1.8.5.10. Die Anklage wirft den Beschuldigten eine gemeinsame Tatbegehung im
Sinne von Art. 200 StGB vor. Gemäss dieser Bestimmung kann der Richter die
Strafe erhöhen, wenn die strafbare Handlung gemeinsam von mehreren Perso-
nen durchgeführt wird. Diese Strafverschärfung findet Anwendung auf alle jene
Formen des bewussten und gewollten Zusammenwirkens, welche ihren Ausdruck
in der Mittäterschaft finden. Die Qualifikation erfordert nach der Lehre sodann als
zusätzliche Voraussetzung die Anwesenheit des Mittäters bei der Tat, wenn auch
nicht an der sexuellen Handlung als solchen. Keine notwendige Voraussetzung ist
jedoch die Vornahme der sexuellen Handlung in eigener Person (Meng/
Schwaibold, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 2. A., Basel 2007, Art. 200 N 3 ff.,
insbes. N 11 f.).
Vorliegend haben sich nebst dem Beschuldigten A._ auch die beiden ande-
ren Beschuldigten an der Tat beteiligt, sei es, dass sie selbst die Geschädigte an
der Brust berührten, sei es, dass sie den Beschuldigten A._ mit der Zurver-
fügungstellung weiterer Tatmittel (Banane, Karotte) zur Seite standen. Dass die
beiden anderen Beschuldigten sodann mit der Tatausführung des Beschuldigten
A._ einverstanden waren, wird auch durch den Umstand belegt, dass sie die
- 57 -
meiste Zeit im gleichen Raum anwesend waren, die Vorgänge kommentierten und
den ganzen Vorgang filmisch festhielten.
1.8.6. Damit sind die Beschuldigten A._, B._ und C._ der Schän-
dung im Sinne von Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB schuldig zu
sprechen.
2. Vorwurf der Pornographie (Anklageziffer II)
2.1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigten B._ und C._ vom Vorwurf der
Pornographie betreffend Filmaufnahmen der sexuellen Handlungen gemäss An-
klageziffer I freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat diese Freisprüche nicht
angefochten. Demzufolge ist das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt in Rechts-
kraft erwachsen. Dies ist formell festzustellen.
2.2. Die Vorinstanz hat hingegen die Beschuldigten B._ und C._ der
Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von
Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB bzw. Art. 179quater Abs. 1 StGB schuldig gespro-
chen. Der Beschuldigte B._ hat die ursprünglich dagegen erhobene Berufung
zurückgezogen (Urk. 76). Damit ist dieser Schuldspruch rechtskräftig, was formell
festzustellen ist.
2.3.1. Der Verteidiger des Beschuldigten C._ verlangt mit seiner Berufung
einen Freispruch betreffend Art. 179quater Abs. 1 StGB (Urk. 68). Er bringt in den
Beanstandungen vor, es liege kein Strafantrag vor. Sodann sei auch der Straftat-
bestand gar nicht erfüllt. Eventualiter beantragt er eine mildere Bestrafung und
insbesondere einen tieferen Tagessatz (Urk. 73).
2.3.2. Ein formeller Strafantrag der Geschädigten fehlt. Die Vorinstanz hat dieses
Erfordernis als erfüllt erachtet, da es der Geschädigten bei ihrer Anzeige bei der
Polizei in erster Linie um diese Filme gegangen sei (Urk. 80 S. 86). Dieser Argu-
mentation ist hinsichtlich des Beschuldigten B._ ohne weiteres zuzupflichten.
So ist er bereits auf dem Polizeirapport (Urk. 1) namentlich aufgeführt. Hingegen
- 58 -
ist nicht ersichtlich, dass die Geschädigte auch gegen den Beschuldigten C._
vorgehen wollte. Wohl war ihr zwar im Zeitpunkt der Strafanzeige gegen den Be-
schuldigten B._ nicht bekannt, dass auch C._ Filmaufnahmen gemacht
hat. Kenntnis davon erhielt sie in der zweiten Befragung durch die Staatsanwalt-
schaft (Urk. 8/6 S. 19). Sie wurde von den Untersuchungsbehörden nicht darauf
aufmerksam gemacht, ob sie auch gegen den Beschuldigten C._ eine Straf-
anzeige machen wolle. Damit fehlt es – im Unterschied zum Beschuldigten
B._ – an einer klaren Willensäusserung, auch diesen strafrechtlich zur Re-
chenschaft ziehen zu wollen.
2.3.3. Art. 179quater StGB ist ein Antragsdelikt. Da ein solcher fehlt, mangelt es an
einer Prozessvoraussetzung, weshalb auf den diesbezüglichen Anklagevorwurf
nicht einzutreten ist.
3. Vorwurf des Nötigungsversuchs und der sexuellen Nötigung
(Anklageziffer III)
3.1. Anklagevorwurf
Der Vorwurf an den Beschuldigten B._ lautet, er sei am 17. Mai 2009 im An-
schluss an die Ereignisse gemäss Anklageziffer I der Geschädigten ins Bade-
zimmer gefolgt, habe sie dort umarmt und an sich gezogen, sie kräftig mit beiden
Armen umfasst und ihr gedroht, er werde sie zusammenschlagen, wenn sie je-
mandem über die vorgefallenen Ereignisse erzähle, worüber die Geschädigte so
sehr erschrocken sei, dass sie erst ca. einen Monat danach gewagt habe, ihrer
Kollegin davon zu erzählen (Nötigungsversuch).
Anschliessend habe die Geschädigte den Beschuldigten B._ aufgefordert,
die auf seinem Mobiltelefon von ihr gemachten Filme über die vorangegangenen
sexuellen Handlungen zu löschen, worauf der Beschuldigte ihr entgegnet habe,
diese nur dann zu löschen, wenn sie ihm gebe, was er wolle. Dabei habe er die
Geschädigte mit Gewalt gegen die Heizung des Badezimmers gedrückt, sie teils
- 59 -
mit der Zunge geküsst und sie im Intimbereich zwischen den Beinen und Kleidern
ausgegriffen, obwohl sie sich dagegen gewehrt habe (sexuelle Nötigung).
3.2. Beweismittel
Die Anklage stützt sich auf die Aussagen der Geschädigten sowie der Beschuldig-
ten A._, B._ und C._.
3.3. Aussagen der Beteiligten
Die Aussagen der Geschädigten und des Beschuldigten B._ wurden von der
Vorinstanz umfassend wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 80
S. 90-97; § 161 GVG ZH). Im Folgenden genügt deshalb eine zusammenfassen-
de Übersicht.
3.3.1. Da sich die Aussagen der Geschädigten mit der Anklageschrift inhaltlich
decken, kann darauf verwiesen werden.
3.3.2. Der Beschuldigte B._ bestritt nicht, der Geschädigten ins Badezimmer
gefolgt zu sein. Er habe sie beruhigen wollen, da sie in einem Schockzustand und
hässig gewesen sei. Das Gespräch habe sich auf den vergangenen Abend und
auf den Beschuldigten A._ bezogen. Ihre Vorwürfe bestritt er rundweg, ins-
besondere die sexuellen Handlungen, da er eine Freundin habe und diese eine
gute Kollegin der Geschädigten gewesen sei. Die Geschädigte habe keine Angst
vor ihm gehabt (Urk. 6/1). In der Hafteinvernahme war dann seinen Aussagen
gemäss die Geschädigte nach dem Vorfall hässig. Die Anschuldigungen würden
von seiner Freundin G._ kommen (Urk. 6/2). Bevor die Geschädigte die Toi-
lette aufgesucht habe, habe sie zu den Beschuldigten gesagt, sie wisse, was sie
mit ihr gemacht hätten. Er habe sie dann in der Toilette gefragt, weshalb sie es
soweit hätte kommen lassen, worauf sie erwidert habe, sie habe nur wissen wol-
- 60 -
len, wie weit sie gehen würden. Als er ihr gesagt habe, das Ganze würde unter
den vier Beteiligten bleiben, sei sie einverstanden gewesen. Sie habe dann noch
gesagt, er solle seiner damaligen Freundin G._ nicht erzählen, was im "...-
Club" passiert sei; er selbst habe sie auch gebeten, G._ nichts zu erzählen.
Sie habe ihn dann gebeten, das Video zu löschen, was er ihr versprochen, aber
nicht gemacht habe. Die Geschichte mit der Drohung stamme von G._ (Urk.
6/3). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und in der ersten Berufungsver-
handlung hielt er im Wesentlichen an diesen Aussagen fest (Prot. I S. 22 ff.; Prot.
II S. 53 ff.).
3.3.3. Der Beschuldigte A._ führte bei der ersten Einvernahme aus, dass der
Beschuldigte B._ nach dem Vorfall der Geschädigten ins Badezimmer ge-
folgt sei. Die Badezimmertür sei verschlossen gewesen. Er habe also nicht gese-
hen, was zwischen den beiden passiert sei. Der Beschuldigte C._ habe dann
versucht, durch das Schlüsselloch zu schauen und habe ihm gesagt, dass der
Beschuldigte B._ die Geschädigte zu küssen versuche. Er habe ihm gesagt,
dass der Beschuldigte B._ versuche, etwas mit der Geschädigten zu haben.
Er (A._) sei aber nicht sicher, ob das, was der Beschuldigte C._ sage,
der Wahrheit entspreche. Er habe oft eine "grosse Schnurre". Als er selber zur
Badezimmertüre gegangen sei, habe er gehört, wie die Geschädigte geweint ha-
be. Die beiden seien mehr als zehn Minuten im Bad gewesen. Er selbst vermute,
dass der Beschuldigte B._ die Geschädigte im Bad habe trösten wollen. Be-
treffend Nötigung habe er dies weder gesehen noch gehört. Er wisse nicht, ob es
zu sexuellen Handlungen zwischen den beiden gekommen sei. Er habe so etwas
nicht gesehen. Auf Vorhalt der entsprechenden Frage erklärte der Beschuldigte
A._, er glaube schon, dass die Geschädigte Angst vor dem Beschuldigten
B._ habe. Der Grund sei der, dass er sehr gut Deutsch könne. Er könne sich
schon vorstellen, dass der Beschuldigte B._ etwas zur Geschädigten gesagt
habe, was sie als Bedrohung empfunden habe. Er spreche aber nur so, er würde
es nie machen. Er (A._) wisse nicht, ob der Beschuldigte B._ die Ge-
schädigte bedroht habe. Auf Vorhalt dieser Behauptung der Geschädigten (der
Beschuldigte B._ würde sie schlagen oder umbringen, falls sie mit jemandem
über das Vorgefallene spreche), erklärte der Beschuldigte A._, dass dies der
- 61 -
Beschuldigte B._ tatsächlich einmal zu ihm gesagt habe. Dies sei aber einige
Tage später gewesen, als sie über das Vorgefallene gesprochen hätten. Sie hät-
ten alles noch einmal miteinander besprochen. Sie hätten aber auch Angst ge-
habt, dass es zur Anzeige bei der Polizei kommen könnte. Der Beschuldigte
B._ habe dann gesagt, dass er die Geschädigte schlagen würde, falls sie
jemandem davon erzählen würde. Ob er ihr dies selber auch gesagt habe, wisse
er nicht. Er selbst habe Angst gehabt, dass die Geschädigte minderjährig gewe-
sen sei (Urk. 5/1).
Bei der Hafteinvernahme wiederholte der Beschuldigte A._ diese Aussagen
zu den Vorfällen im Badezimmer weitgehend. Als der Beschuldigte C._ ge-
sagt habe, der Beschuldigte B._ habe die Geschädigte geküsst, habe er dies
nicht glauben können, dass er so etwas mache. Er habe auch C._ nicht ge-
glaubt, weil dieser viel Unwahrheiten erzähle. Er ergänzte sodann, dass die Sa-
che mit der Geschädigten nicht so schlimm gewesen sei, aber sie von G._
beeinflusst worden sei. G._ habe gewusst, was auf der Toilette vorgefallen
sei und sei deswegen sauer gewesen. Er selber habe auch erst gestern von der
Polizei erfahren, was genau auf dem WC passiert sei. Dann sei ihm auch klar ge-
worden, weshalb G._ gewollt habe, dass die Geschädigte eine Anzeige ma-
chen solle (Urk. 5/2 S. 3 f.). In der nächsten Einvernahme wiederholte er, dass er
nun auch verstehe, weshalb sich die Geschädigte so schlecht fühle, nämlich we-
gen der Drohungen auf dem WC, von denen er nichts gewusst habe (Urk. 5/3 S.
3).
Der Beschuldigte A._ wurde am 16. Oktober 2009 sodann als Auskunftsper-
son in Gegenwart des Beschuldigten B._ betreffend die Vorfälle im Bade-
zimmer einvernommen (Urk. 5/8). Er bestätigte, die Angaben bei der Polizei (Urk.
5/1) und in der Hafteinvernahme (Urk. 5/2) würden der Wahrheit entsprechen. Der
Beschuldigte B._ sei sein bester Kollege, d.h. ein sehr guter Kollege. Die
Aussagen zum eigentlichen Vorfall schilderte er nunmehr sehr zurückhaltend. Die
Tür des Badezimmers sei verschlossen gewesen, der Schlüssel habe so ge-
steckt, dass man nichts habe sehen können. Er habe einzig gehört, dass die Ge-
schädigte am Weinen gewesen sei. Als sie rausgekommen sei, habe man an ih-
- 62 -
rem Gesichtsausdruck auch nicht erkennen können, dass sie Ärger mit dem Be-
schuldigten B._ gehabt habe. Man habe ihr auch nicht angesehen, dass sie
geweint gehabt habe. Es habe mehr danach ausgesehen, als ob sie das Gesicht
gewaschen hätte (Urk. 5/8 S. 2). Er bestätigte – nach langem Nachdenken – ,
dass der Beschuldigte C._ gesagt habe, dass der Beschuldigte B._ die
Geschädigte geküsst habe. Er bestätigte sodann, dass er mit dem Beschuldigten
B._ über den Vorfall vor ein paar Tagen gesprochen habe. Dieser habe ihm
gesagt, er habe die Geschädigte gefragt, weshalb sie die Augen geschlossen ge-
habt habe. Sie habe geantwortet, sie habe wissen wollen, wie weit sie gehen
würden. Zudem habe er mit der Geschädigten vereinbart, dass der Vorfall nicht
weiter erzählt werde. Sie selber habe nicht gewollt, dass das Vorgefallene weiter
erzählt würde, weshalb er (der Beschuldigte A._) wegen ... beruhigt sein
könne. Zudem müsse er keine Angst haben, denn wenn die Geschädigte etwas
sagen würde, würde er schon etwas unternehmen. Auf Frage der Staatsanwältin,
was er unternehmen würde, verwies er – nach langem Nachdenken – auf seine
Aussage bei der Polizei. Auf Vorhalt dieser Aussage bestätigte er, dass der Be-
schuldigte B._ gesagt habe, dass er sie schlagen würde. Als sie aus dem
Badezimmer gekommen seien, habe die Geschädigte keine Angst vor dem Be-
schuldigten B._ gehabt, sie sei die ganze Zeit neben ihm auf dem Sofa ge-
sessen (Urk. 5/8).
3.3.4. Der Beschuldigte C._ konnte anlässlich der Polizeieinvernahme keine
Aussagen zu den Vorgängen zwischen der Geschädigten und dem Beschuldigten
B._ machen (Urk. 7/1). Beim Haftrichter rund zwei Wochen später erklärte er
ungefragt im Anschluss an die Schilderung der Ereignisse nach dem Vorfall, dass
er gehört habe, wie der Beschuldigte B._ und die Geschädigte im WC über
G._ gesprochen hätten. Er wisse aber nicht, was im Badezimmer passiert
sei, da die Türe zu gewesen sei. Er sehe die Anzeige als Racheakt (Urk. 7/2).
Als Auskunftsperson am 16. Oktober 2009 einvernommen, erklärt er, die Bade-
zimmertüre sei geschlossen gewesen. Es habe ein Echo gehabt. Er sei schon ab
und zu Mal vorbeigelaufen und habe geschaut, ob alles in Ordnung sei. Er habe
einfach gehört, dass die beiden miteinander gesprochen hätten, wegen des
- 63 -
Echos habe er es jedoch nicht deutlich gehört. Es sei irgendetwas über G._
gesprochen worden und über die Filmaufnahmen. Es habe sich für ihn nicht nach
Streit angehört. Er habe einfach sein Ohr an die Türe gehalten. Auf Vorhalt erklär-
te er, er habe nicht durch das Schlüsselloch geschaut. Die Angaben des Beschul-
digten A._ über die Vorgänge im Badezimmer, die er ihm gemacht habe,
seien blosse Vermutungen, da die Türe ja zu gewesen sei und er sich dies ein-
fach so gedacht habe. Die Behauptung des Beschuldigten A._, dass er durch
die Türe geschaut habe, stimme nicht (Urk. 7/8).
3.4. Sachverhaltswürdigung
3.4.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Geschädigten wiederum als unglaub-
würdig bezeichnet. Die Aussagen der Beschuldigten wurden, sofern sie überhaupt
vollständig wiedergegeben wurden, keiner Würdigung unterzogen.
3.4.2. Ausgehend zunächst von den Aussagen der Beschuldigten lässt sich fol-
gender Sachverhalt erstellen: Die Aussagen des Beschuldigten A._ sind rela-
tiv gleichbleibend. Als Auskunftsperson hält er explizit an Aussagen fest, die so-
gar seinen besten Kollegen belasten (Urk. 5/8). So schildert er sehr detailliert das
Gespräch mit dem Beschuldigten B._ über den Vorfall, worin dieser erklärt
habe, er werde die Geschädigte schlagen, falls sie jemandem davon erzählen
würde (Urk 5/8 S. 4 mit Verweis auf Urk. 5/1 S. 8). Er glaube auch, dass die Ge-
schädigte Angst vor dem Beschuldigten B._ habe (Urk. 5/1 S. 7). Zu den
Vorfällen im Badezimmer gibt er sodann an, dass ihm der Beschuldigte C._,
der an der Türe gehorcht und durch das Schlüsselloch geschaut habe, mitgeteilt
habe, der Beschuldigte B._ küsse die Geschädigte und versuche mit der Ge-
schädigten "etwas zu haben" (Urk. 5/1 S. 6). Er glaube nicht, was der Beschuldig-
te C._ erzähle, da er eine "grosse Schnurre" habe.
Die Aussagen des Beschuldigten A._ betreffend diese Anklageziffer erschei-
nen nicht unglaubhaft. Der Beschuldigte sagte detailliert aus, und er schilderte
auch Stimmungen. Es ist allerdings erkennbar, dass er mit allen Mitteln versuchte,
- 64 -
den Beschuldigten B._ nicht zu belasten (das erwähnte Weinen der Geschä-
digten im Badezimmer wird gemildert mit der Aussage, "es sah mehr danach aus,
als ob sie sich das Gesicht gewaschen hätte"; in der Wohnung habe die Geschä-
digte keine Angst vor dem Beschuldigten B._ gehabt; der Beschuldigte
B._ habe die Geschädigte trösten wollen [Urk. 5/8 S. 2 f.]). Gleichzeitig gab
er relativ offen Auskunft, dass sie über den Vorfall gesprochen hätten und auch
über den Inhalt. Er zeigt trotz seiner Verhaftung noch eine gewisse Empathie für
die Geschädigte (... dass er verstehe, dass sich die Geschädigte wegen der Dro-
hungen des Beschuldigten schlecht fühle ... [Urk. 5/3 S. 3]). Aus unerfindlichen
Gründen hat die Vorinstanz diese Aussagen des Beschuldigten A._ nicht be-
rücksichtigt (vgl. Urk. 80 S. 98). Dabei wurde auch nicht vor krass aktenwidrigen
Behauptungen zurückgeschreckt (vgl. die Begründung, weshalb die Aussage des
Beschuldigten A._, wonach der Beschuldigte B._ ihm gesagt habe, er
werde die Geschädigte schlagen, falls sie jemandem davon erzähle, nicht zum
Beweis tauge, dass der Beschuldigte B._ das wirklich gesagt habe).
Der Beschuldigte C._, der sonst sehr ausführlich antwortete, gab sich als
Auskunftsperson sehr wortkarg und bezichtigte den Beschuldigten A._ letzt-
lich der Lüge, wenn dieser behaupte, er habe durch das Schlüsselloch ins Bade-
zimmer geschaut.
Der Beschuldigte B._ als direkt Betroffener machte interessengebundene
Aussagen. Er bestritt die Vorwürfe und nahm als Verteidigungsstrategie Zuflucht
zur These, die behauptete Drohung sei ein Konstrukt seiner Ex-Freundin G._
aus Rache. Seine Aussagen sind auch nicht stimmig. Seinen Aussagen gemäss
war die Geschädigte mit den ganzen Handlungen einverstanden. Weshalb sie
dann ebenfalls seinen Aussagen gemäss nach Beendigung der sexuellen Hand-
lungen an ihr unter Schock gestanden und hässig gewesen sei (Urk. 6/1), leuchtet
nicht ein. Vollends als Eigentor erweist sich seine Aussage, es sei im Badezim-
mer nicht zu sexuellen Handlungen gekommen, da er eine Freundin habe und
diese eine gute Kollegin der Geschädigten gewesen sei.
3.4.3.1. Die Geschädigte beschrieb die Vorgänge im Badezimmer gleichbleibend
und detailliert. Dass sie dabei die angedrohten Nachteile unterschiedlich schilder-
- 65 -
te, kann durchaus auch auf verschiedene Äusserungen des Beschuldigten
B._ zurückzuführen sein. In der Anklageschrift wurde denn auch die "mildes-
te" Variante dem Beschuldigten B._ zum Vorwurf gemacht. Entscheidend ist
aber, dass ihre Aussagen inhaltlich im Wesentlichen durch die Aussagen des Be-
schuldigten A._ gestützt werden. Diese zeigen nämlich, dass diese Drohung
der Persönlichkeit des Beschuldigten B._ nicht wesensfremd ist. Auch die
weiteren Ausführungen des Beschuldigten A._, wonach er die Auswirkungen
der Drohungen auf die Geschädigte nachempfinde, belegen, dass diese beim Be-
schuldigten B._ nicht ungewöhnlich erscheinen. Zugunsten des Beschuldig-
ten B._ führte er immerhin noch aus, dieser werde solche Drohungen nie
umsetzen. Die Aussagen der Geschädigten entsprechen auch der Interessenlage
der Beteiligten. Für den Beschuldigten B._ stand immerhin seine Beziehung
zu seiner damaligen Freundin G._ auf dem Spiel. Diese war zugleich auch
die beste Freundin der Geschädigten, weshalb die Gefahr der Offenbarung der
Ereignisse um so grösser erschien. Dass diese Drohung die Geschädigte beein-
druckte, hat sie als Zeugin glaubhaft dargelegt. Sie findet auch eine Entsprechung
in der Aussage des Beschuldigten A._, er denke, die Geschädigte habe
Angst vor dem Beschuldigten B._. Der Sachverhalt der versuchten Nötigung
ist somit erstellt.
3.4.3.2. Was den Vorfall der sexuellen Nötigung angeht, so stimmen die Aussa-
gen des Beschuldigten A._ als Auskunftsperson mit jenen der Geschädigten
im Kern überein. Daran ändert nichts, dass die Auskunftsperson nur ein "Zeuge
vom Hörensagen" ist. Er war unmittelbar anwesend, beobachtete seinen Aussa-
gen gemäss, wie der Beschuldigte C._ mehrmals durch das Schlüsselloch
schauend die Vorgänge im Badezimmer kommentierte. Wenn er nun selber gel-
tend machte, das seien nur Vermutungen gewesen, so wirkt dies nicht glaubhaft.
Klarerweise vermied er eine belastende Aussage zulasten des Beschuldigten
B._, gleichzeitig verleugnete er völlig hilflos seinen Blick durch das Schlüs-
selloch. Dass der Beschuldigte A._ den Aussagen des Beschuldigten
C._ wenig Glauben schenkte und dass er zudem behauptete, als er selbst,
auf Aufforderung des Beschuldigten C._ hin, durch das Schlüsselloch ge-
schaut habe, sei der Schlüssel gesteckt, und man habe nichts gesehen, ändert
- 66 -
nichts am Umstand, dass die Geschädigte inhaltlich deckungsgleiche Aussagen
machte wie die vom Beschuldigten A._ kolportieren Aussagen des durch das
Schlüsselloch spähenden Beschuldigten C._.
Die Aussage der Geschädigten passt auch in die sexuell aufgeladene Situation,
wonach auch der Beschuldigte B._ zum Zuge kommen wollte. Die Zungen-
küsse schilderte die Geschädigte äusserst anschaulich in der Einvernahme. Dass
die Geschädigte das Ausgreifen etwas umständlich erläuterte, hat nichts mit Lü-
gensignalen zu tun, sondern mit ihrem Bemühen, den Sachverhalt möglichst im
Detail zu schildern. Ihre Aussagen belasten den Beschuldigten B._ auch
nicht übermässig, da sie nicht behauptete, er habe von ihr explizit Geschlechts-
verkehr gewollt. Ihre Verknüpfung dieser Situation mit dem Gespräch über seine
allfälligen Beziehungsprobleme zu seiner Freundin ist ein Realitätskriterium. Der
Sachverhalt der sexuellen Nötigung ist somit ebenfalls erstellt.
3.5. Rechtliche Würdigung
3.5.1. Sexuelle Nötigung
Sexuelle Nötigung begeht, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnli-
chen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie be-
droht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand
unfähig macht (Art. 189 Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte B._ übte gegenüber
der Geschädigten physische Gewalt aus, indem er sie – trotz Gegenwehr – gegen
die Heizung drückte. Dadurch wurde die Geschädigte genötigt, die Zungenküsse
sowie das Ausgreifen zwischen den Beinen und im Intimbereich zu dulden. Der
Beschuldigte B._ erfüllte somit den objektiven Tatbestand. Das Gleiche gilt
hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes; der Beschuldigte ging zweifellos mit
Wissen und Willen vor.
3.5.2. Nötigungsversuch
- 67 -
Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB begeht, wer jemanden durch Gewalt oder
Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkungen seiner
Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Der Be-
schuldigte B._ drohte der Geschädigten zwar an, sie zusammenzuschlagen,
falls sie jemandem davon erzähle, was sich im Wohnzimmer zugetragen habe. Al-
lerdings vermochte er die Geschädigte damit nicht davon abzuhalten, mit ihrer
Freundin G._ darüber zu reden und bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Der
objektive Tatbestand ist damit nur teilweise erfüllt. Den subjektiven Tatbestand er-
füllte der Beschuldigte demgegenüber vollumfänglich, da er vorsätzlich handelte.
Unter diesen Umständen liegt eine (vollendet) versuchte Nötigung vor.
4. Vorwurf der Pornographie (Anklagepunkt IV)
Die Vorderrichter sprachen den Beschuldigten B._ in diesem Anklagepunkt
schuldig. Nachdem der Beschuldigte seine Berufung wie gezeigt zurückgezogen
hat, ist das vorinstanzliche Urteil diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen.
5. Zusammenfassung
5.1. Anklagepunkt I (Schändung)
Die Beschuldigten A._, B._ und C._ sind der Schändung im Sinne
von Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB schuldig zu sprechen.
5.2. Anklagepunkt II (Pornographie)
Die Beschuldigten B._ und C._ wurden von der Vorinstanz vom Vorwurf
der Pornographie in Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB freigesprochen. Diese Frei-
sprüche blieben unangefochten und sind somit in Rechtskraft erwachsen, was
formell festzustellen ist.
- 68 -
Hingegen wurden die Beschuldigten im Zusammenhang mit den von ihnen erstell-
ten Filmaufnahmen der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Auf-
nahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 (B._) bzw. Abs. 1
(C._) StGB schuldig gesprochen. Der Schuldspruch in Sachen B._ ist
zufolge seines Rückzugs der Berufung in Rechtskraft erwachsen, was formell
festzustellen ist. Auf den gegen den Beschuldigten C._ erhobenen Vorwurf
der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs ist demgegenüber nicht einzutre-
ten, da kein gültiger Strafantrag vorliegt.
5.3. Anklagepunkt III (sexuelle Nötigung, Nötigungsversuch)
Der Beschuldigte B._ ist der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1
StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung
mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
5.4. Anklagepunkt IV (Pornographie)
Vor Vorinstanz wurde der Beschuldigte B._ der Pornographie im Sinne von
Art. 197 Ziff. 3 StGB schuldig gesprochen. Nachdem er seine Berufung zurückge-
zogen hat, ist das vorinstanzliche Urteil auch in diesem Punkt in Rechtskraft er-
wachsen, was formell festzustellen ist.
V. Strafzumessung
1. Allgemeine Bemerkungen
1.1. Bei der Bemessung der Strafe ist vom gesetzlichen Strafrahmen auszuge-
hen. Dabei ist auch der Strafschärfungsgrund gemäss Art. 49 StGB zu berück-
sichtigen. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-
gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss
- 69 -
Art. 49 Abs. 1 StGB zur Strafe der schwersten Straftat und erhöht deren Dauer
angemessen. Dies bedeutet nun aber nicht, dass sich dadurch der ordentliche
Strafrahmen automatisch erweitert. Dessen Erweiterung kommt nämlich nur in
Frage, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende
Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136
IV 55, 63 E. 5.8). Ansonsten ist der Strafschärfungsgrund gemäss Art. 49 Abs. 1
StGB bei der Strafzumessung straferhöhend zu berücksichtigen, so dass grund-
sätzlich stets vom ordentlichen Strafrahmen des schwersten Delikts auszugehen
ist (Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafrecht II, 8. A., Zürich 2007, S. 74 und 89;
Wiprächtiger, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A.,
Basel 2007, N 3 zu Art. 48 und N 3 zu Art. 48a).
1.2. Der Strafrahmen für Schändung gemäss Art. 191 StGB beträgt Geldstrafe
oder Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Gemäss Art. 200 StGB kann der Richter
bei gemeinsamer Begehung die Strafe erhöhen, darf jedoch das Höchstmass der
angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten. Art. 200 StGB
stellt einen besonderen, in seinen Folgen dem Art. 49 Abs. 1 StGB entsprechen-
den Strafschärfungsgrund dar (Weder, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder,
StGB, 18. A., Zürich 2010, Art. 200 N 1). Die Regelung wurde vor allem im Hin-
blick auf gemeinsame Vergewaltigungen geschaffen. Die gemeinsame Tatbege-
hung stellt für ein Opfer, welches einen Angriff gegen die sexuelle Integrität erlei-
det, gemeinhin eine zusätzliche bzw. besondere Erniedrigung und Belastung dar.
Die gemeinsame Tatbegehung wiegt damit – aus der Sicht des Opfers und des
Gesetzgebers – regelmässig schwerer als die Tat eines Einzelnen, was die Straf-
schärfung rechtfertigt. Das Auftreten als Bande, der Zusammenschluss der Täter
stärkt diese aber auch physisch und psychisch gegenüber dem Opfer und er-
schwert zudem gegenseitig eine Umkehr, was sie besonders gefährlich macht
(Meng/Schwaibold, a.a.O., Art. 200 N 5 mit weiteren Hinweisen).
Vorliegend ist der Unrechtsgehalt der gemeinsamen Tatbegehung vergleichswei-
se eher klein. Der Beschuldigte A._ hat den Hauptbeitrag geleistet. Die Be-
teiligung der beiden Mitbeschuldigten B._ und C._ war untergeordneter
Natur und ist im Grenzbereich zur Gehilfenschaft anzusiedeln. Im Gesamtzu-
- 70 -
sammenhang gesehen liegt ihr Tatbeitrag eher im Filmen der ganzen Vorgänge;
dies zeigt sich auch in den Äusserungen des Opfers, welches sich eher durch die
Filmaufnahmen gedemütigt fühlte, als durch den eigentlichen Tatbeitrag von
B._ und C._ an sich. Auch ist die vorliegende gemeinsame Tatbege-
hung in der Intensität weit entfernt von einer gemeinsamen Vergewaltigung, wel-
che der Gesetzgeber mit dieser Bestimmung im Auge hatte (Meng/Schwaibold,
a.a.O., Art. 200 N 5). Es liegen deshalb keine besonderen Umstände vor, die ein
Verlassen des ordentlichen Strafrahmens gestützt auf Art. 200 StGB erheischen
würden.
2. Beschuldigter A._
2.1. Der Beschuldigte A._ ist nur für ein Delikt zu bestrafen. Es liegen keine
weiteren Strafschärfungsgründe vor. Straferhöhend wird die gemeinsame Tatbe-
gehung zu berücksichtigen sein. Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich. Die
Alkoholisierung war nicht derart, dass von einer verminderten Schuldfähigkeit
gemäss Art. 19 StGB auszugehen ist. Sein im Videofilm aufgezeichnetes Verhal-
ten lässt keinen gegenteiligen Schluss zu. Er agierte zielgerichtet und kontrolliert.
Fest steht indessen auch, dass Alkoholgenuss vorhandene Hemmungen mindert
bzw. sexuelle Triebe verstärkt. Dieser Umstand wird verschuldensmindernd zu
veranschlagen sein. Der massgebende Strafrahmen beträgt somit Geldstrafe
bzw. Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren.
2.2. Das Gericht misst die Strafe innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Straf-
rahmens nach dem Verschulden des Täters zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Ver-
schulden muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten
Straftat beziehen. Um diesen erfassen zu können, ist bei der Festsetzung des
Verschuldens zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden.
2.2.1. Tat- und Täterkomponenten
- 71 -
Unter Berücksichtigung von Tatkomponenten lässt sich innerhalb des ordentli-
chen Strafrahmens gedanklich eine hypothetische Strafe (Einsatzstrafe) festle-
gen, welche dem Richter einen ersten Anhaltspunkt für die Aussprechung einer
dem Verschulden angemessenen Strafe liefert. Denn bei den Tatkomponenten im
Sinne von Art. 47 Abs. 2 StGB handelt es sich um von der Person der Täterschaft
losgelöste Kriterien, welche die Bewertung des Unrechtsgehalts der konkreten Tat
erlauben. Auszugehen ist dabei von der objektiven Schwere der Tat. Anhand der
Art der Herbeiführung und des Ausmasses des Erfolgs oder der Art und Weise
des Vorgehens ist vorerst zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte
Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Weitere mögliche, das Unrecht einer Tat
ausmachende Komponenten sind namentlich die kriminelle Energie, der Tatbei-
trag bei einer Tatausführung durch mehrere Täter, ein allfälliger Versuch, die Wil-
lensrichtung und -intensität, mit welcher der Täter gehandelt hat, das "Mass an
Entscheidungsfreiheit" und die Beweggründe. Bei der Beurteilung von Beweg-
gründen sind die äusserlichen Zielsetzungen, von denen sich der Täter leiten lies,
stets mitzuberücksichtigen. Denn auch wenn die Motivation des Täters egoisti-
scher Art war und deshalb an sich schon besonders verwerflich erscheint, ist es
denkbar, dass äusserliche Zielsetzungen den Grad der Verwerflichkeit abzu-
schwächen bzw. zu erhöhen vermögen (Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O.,
S. 94).
Zur Festsetzung des Schuldgehalts des konkreten Delikts hat sich das Gericht in
einem nächsten Schritt an den Täterkomponenten im Sinne von Art. 47 Abs. 1
Satz 2 StGB zu orientieren. Diese erlauben nämlich eine Bewertung des den Tä-
ter treffenden Schuldvorwurfes. Mögliche Täterkomponenten sind das Vorleben
des Täters (frühere Strafen oder Wohlverhalten), seine persönlichen Verhältnisse
(Reue und Einsicht, Strafempfindlichkeit) und sein Verhalten nach der Tat und im
Strafverfahren (Hug, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, StGB, 18. A., Zürich
2010, N 7 f. zu Art. 47, vgl. insbesondere die Verweise auf BGE 117 IV 113; 122
IV 241; 123 IV 153; 127 IV 103; 129 IV 20).
- 72 -
2.2.2. Festsetzung der Einsatzstrafe
2.2.2.1. Objektive Tatkomponenten
Der Beschuldigte hat in einem beträchtlichen Ausmass in das geschützte Rechts-
gut der sexuellen Integrität von F._ eingegriffen und das unter Strafe gestell-
te Unrecht in einem erheblichen Umfang verwirklicht. Innerhalb der Palette von
möglichen sexuellen Handlungen wurde die sexuelle Integrität der Geschädigten
vergleichsweise zwar nicht in sehr schwerer Weise beeinträchtigt, hat der Be-
schuldigte A._ doch vor allem mit seiner Hand und seinem Mund den intims-
ten Bereich der Geschädigten manipuliert. Er hat dies aber über eine längere
Zeitspanne und sehr intensiv gemacht. Zum eigentlichen Geschlechtsverkehr ist
es aber nicht gekommen. Allerdings scheint dies weniger auf den Willen des Be-
schuldigten zurückzuführen sein als auf die im fraglichen Moment ungenügende
Erektion. Stattdessen verwendete er zur Penetration eine von den Mitbeschuldig-
ten bereitgestellte Karotte und eine von diesen besorgte Banane. Diese Ersatz-
handlung vermag das Verschulden nicht erheblich zu relativieren, zeugt diese
Vorgehensweise doch davon, dass der Beschuldigte eigentlich "bis zum Letzten"
gehen wollte. Auch der Umstand, dass er die Geschädigte praktisch vollständig
entkleidete und den Mittätern als Schauobjekt zur reinen voyeuristischen Triebbe-
friedigung offerierte, erhöht das Verschulden. Zwar ist dem Beschuldigten
A._ zu Gute zu halten, dass er ursprünglich im Dunkeln und ohne das Bei-
sein der Mittäter die sexuellen Handlungen vornahm; als die Mittäter dazu sties-
sen und auch Licht machten, hat er indessen von seinem Tun nicht abgelassen
und weitergemacht und damit beigetragen, dass die sexuelle Integrität in einem
gesteigerten Umfang verletzt wurde. Zugunsten des Beschuldigten A._ fällt
erheblich ins Gewicht, dass das Tatvorgehen ungeplant erfolgte.
Unter Berücksichtigung dieser objektiven Tatumstände erscheint das Tatver-
schulden des Beschuldigten als erheblich.
- 73 -
2.2.2.2. Subjektive Tatkomponenten
Der Beschuldigte handelte zumindest eventualvorsätzlich. Die Geschädigte
schlief auf dem Sofa ein, während sie nebeneinander sassen und er sie zu küs-
sen versuchte. Zu beachten ist dabei auch, dass der Beschuldigte A._ auf-
grund seiner bisherigen Bekanntschaft mit der Geschädigten davon ausgehen
durfte, dass sie ihn als sympathisch einstufte und es bereits einige Tage zuvor in
der Wohnung des Beschuldigten B._ zu gewissen Annäherungen gekommen
war. Auch hatte er aufgrund des bisherigen Verlaufs des Ausgangs keinen An-
lass, mit einem plötzlichen Einschlafen der Geschädigten zu rechnen. Das Ent-
kleiden der Schlafenden konnte er zunächst noch durchaus als duldende Passivi-
tät auffassen. Mit dem weiteren Verlauf der sexuellen Handlungen und mit dem
Dazustossen der Mittäter hätte er bemerken müssen, dass die Geschädigte zu-
folge ihres Schlafes nicht in der Lage war, sich einen Willen zu bilden und sich al-
lenfalls gegen die sexuellen Handlungen zu wehren. Letztlich war es ihm egal,
ging es bei ihm offensichtlich nur um seine Triebbefriedigung, ansonsten er beim
Auftauchen der Mittäter mit seinem Treiben hätte innehalten müssen. Zu seinen
Gunsten ist zu berücksichtigen, dass zufolge des konsumierten Alkohols seine
Hemmschwelle für sein unzüchtiges Tun herabgesetzt war. Dass es ihm bei sei-
nem Vorgehen auch um die sexuelle Befriedigung der Geschädigten gegangen
ist, vermag ihn nicht wesentlich zu entlasten, da seine Triebbefriedigung im Vor-
dergrund stand. Die objektive Tatschwere ist dem Beschuldigten A._ somit in
etwas geringerem Masse anrechenbar.
2.2.2.3. Einsatzstrafe
Unter Würdigung aller objektiven und subjektiven Tatumstände ist das Verschul-
den des Beschuldigten A._ als nicht leicht zu qualifizieren, so dass eine hy-
pothetische Einsatzstrafe von 36 Monaten als angemessen erscheint.
- 74 -
2.2.3. Täterkomponenten
2.2.3.1. Persönliche Verhältnisse
Der Beschuldigte wurde 198X in ... (N._) geboren und ist dort – als Einzel-
kind – bis zu seinem 15. Altersjahr aufgewachsen. Er besuchte da auch die Pri-
marschule. Nach der Übersiedlung in die Schweiz besuchte der Beschuldigte zu-
nächst die Berufswahlschule sowie einen Integrationskurs. Anschliessend absol-
vierte er eine einjährige Anlehre als Hotelfachassistent sowie eine zweijährige
Lehre als Hotelfachassistent. Letztere schloss er im Jahre 2004 ab. Nachdem der
Beschuldigte während eines Jahres einen Videoverleih betrieben hatte, kehrte er
ins Gastgewerbe zurück. Er arbeitete fortan im Restaurant "..." in Zürich, zu-
nächst als Service-Angestellter und später als Chef de Service. Unterbrochen
wurde diese Tätigkeit durch einen dreimonatigen Sprachaufenthalt in England
sowie einen achtmonatigen Stage im "Hotel ..." in Zürich. Anzufügen ist, dass der
Beschuldigte nach der Entlassung aus der rund sechsmonatigen Untersuchungs-
haft an seinem Arbeitsplatz im "..." zurückkehren konnte (vgl. dazu Prot. II S. 8-
12). Inzwischen ist der Beschuldigte Student an der Schule ... in Zürich. Er ist für
den Hauptkurs ... eingeschrieben. Bis dahin absolviert er ein Praktikum und ver-
bessert er seine Deutschkenntnisse (vgl. dazu Urk. 129 S. 1 f. sowie Urk.
134/1+2). Der Beschuldigte ist ledig und wohnt bei seinem Stiefvater (Urk. 129 S.
2). Er hat weder Vermögen noch Schulden (Prot. II S. 12). Er ist nicht vorbestraft
(Urk. 82 und Urk. 129 S. 2).
Aus den dargestellten Lebensumständen des Beschuldigten ergeben sich keine
strafzumessungsrelevanten Faktoren. Beizufügen ist, dass die Vorstrafenlosigkeit
nach neuerer Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht strafmindernd zu be-
rücksichtigen ist (BGE 136 IV 1 ff., 3 f.).
- 75 -
2.2.3.2. Weitere Täterkomponenten
Weitere straferhöhende oder strafmindernde Täterkomponenten sind keine er-
sichtlich.
2.2.3.3. Nachtatverhalten
Bei der Strafzumessung ist, wie erwähnt, auch das Nachtatverhalten eines Täters
zu beachten. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren
(wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit; vgl. dazu Trechsel/
Affolter-Eijsten, in: Trechsel et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Zürich/
St. Gallen 2008, Art. 47 N 22 ff.; Wiprächtiger, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, N 129 ff. zu Art. 47 StGB).
Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts wirkt sich das Geständnis
und das kooperative Verhalten eines Täters zu seinen Gunsten, also strafmin-
dernd aus. Der Grad der Strafminderung hängt dabei davon ab, in welchem Sta-
dium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Erfolgte das Geständnis beispiels-
weise nicht spontan, sondern aufgrund einer erdrückenden Beweislage, so muss
die strafmindernde Wirkung des Geständnisses Einbussen erfahren
(Wiprächtiger, a.a.O., N 130 f. zu Art. 47 mit weiteren Hinweisen).
Vorliegend hat der Beschuldigte A._ nur den äussern Sachverhalt anerkannt.
Allerdings blieb ihm aufgrund der Videoaufzeichnungen wohl nicht viel anderes
übrig. Indessen blieb er auch nach der Visionierung des Videos bei seinen Be-
streitungen bezüglich des inneren Sachverhaltes. Dies, obwohl auch er eingeste-
hen musste, dass beim Betrachten des Videos der Eindruck entstehen könne, die
Geschädigte sei weggetreten (was er allerdings in der Realität nicht bemerkt ha-
ben will; Prot. I S. 15). Damit kann nicht von einem Geständnis gesprochen wer-
den, dass sich erheblich strafmindernd auswirkt.
Der Beschuldigte verhielt sich in der Untersuchung grundsätzlich kooperativ, ins-
besondere zum weiteren Anklagepunkt III betreffend den Beschuldigen B._.
- 76 -
Er zeigte auch eine gewisse Reue, in dem er bei der Visionierung des Filmes ein
schlechtes Gewissen bekommen habe. Indessen ist er nach wie vor der Über-
zeugung, die Geschädigte sei mit seinem Vorgehen einverstanden gewesen,
weshalb nicht von eigentlicher Reue zu sprechen ist. Gleichzeitig ist festzuhalten,
dass er sich nach der Tat bei der Geschädigten entschuldigt hat.
Eine Reduktion der Strafe im Umfang von sechs Monaten erscheint aufgrund des
Gesagten als angemessen.
2.3. Auszufällende Strafe
Unter Berücksichtigung sämtlicher massgebender Strafzumessungsgründe er-
scheint es dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-
ten angemessen, ihn zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu verurteilen.
Der Anrechnung der ausgestandenen Haft von 190 Tagen im Sinne von Art. 51
StGB auf die Strafe steht nichts entgegen.
3. Beschuldigter B._
3.1.1. Was den Strafrahmen angeht, so kann zunächst auf die vorstehenden Er-
wägungen verwiesen werden (Erw. III/1). Im Gegensatz zum Beschuldigten
A._ hat sich der Beschuldigte B._ mehrerer Straftaten schuldig ge-
macht, was gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu einer Strafschärfung führt. Indessen
liegen hier keine aussergewöhnlichen Umstände vor, die zu einer Erweiterung
des Strafrahmens führen.
3.1.2. Hat der Täter mehrere Delikte verübt und/oder ein Delikt mehrmals, so ist
grundsätzlich zunächst das Tat- und Täterverschulden des Täters am schwersten
Delikt zu erörtern. Unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden
Umstände ist eine Einsatzstrafe vorerst für das schwerste Delikt festzulegen. In
einem zweiten Schritt ist diese Einsatzstrafe gestützt auf das Asperationsprinzip
- 77 -
nach Art. 49 Abs. 1 StGB unter Einbezug der anderen vom Beschuldigten verüb-
ten Straftaten, wobei ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen ist,
angemessen zu erhöhen und eine Gesamtstrafe zu bilden (Urteil des Bundesge-
richts 6B_323/2010 vom 23. Juni 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).
3.1.3. In gewissen Fällen allerdings, z.B. wenn der Beschuldigte wie im vorliegen-
den Fall in Bezug auf alle ihm vorgeworfenen Delikte (zumindest was den äussern
Sachverhalt betrifft) geständig ist und sich die Täterkomponenten auch ansonsten
kaum unterscheiden, ist es sinnvoller, nur die Tatkomponenten – vorerst ohne Be-
rücksichtigung der Täterkomponenten – bei der Festlegung der Einsatzstrafe für
das schwerste Delikt miteinzubeziehen, sich bei der Bestimmung der Gesamtstra-
fe wiederum auch nur an den Tatkomponenten der einzelnen Nebendelikte und
am Asperationsprinzip zu orientieren und die Täterkomponenten dann am
Schluss zur Erhöhung oder Minderung der Gesamtstrafe heranzuziehen.
3.2. Zunächst ist eine Einsatzstrafe für das vorliegend schwerste Delikt festzule-
gen. Der Beschuldigte B._ hat sich sowohl der Schändung nach Art. 191
StGB wie auch der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig ge-
macht. Bei beiden Straftaten beträgt der ordentliche Strafrahmen Geldstrafe oder
Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Angesichts der Erheblichkeit des Vorwurfs er-
weist sich dabei vorliegend die Schändung als das schwerste Delikt.
3.2.1.1. Das objektive Tatverschulden bei der Schändung wiegt im Vergleich zum
Mittäter A._ leichter. Seine eigenen Handlungen beschränkten sich auf ein
Entblössen der Brust der Geschädigten mit späterem Anfassen sowie (zusammen
mit dem Mittäter C._) auf ein Bereitstellen einer Banane und einer Karotte
zwecks Penetration der Geschädigten durch den Mittäter A._. Mit diesen
Handlungen trug der Beschuldigte B._ indessen wesentlich zur Pervertierung
der sexuellen Handlungen bei. Deutlich verschuldenserhöhend wirkt sich auch die
lange Zeitdauer aus, während der er sich deutlich unterstützend an der Tat betei-
ligte. Etwas verschuldenserhöhend ist sodann die gemeinsame Tatbegehung zu
gewichten. Verschuldensmindernd hingegen der spontane Tatentschluss.
- 78 -
3.2.1.2. Ein Handeln des Beschuldigten B._ mit direktem Vorsatz ist nicht er-
stellt; vielmehr ist lediglich eventualvorsätzliches Verhalten anzunehmen, was die
objektive Tatschwere leicht reduziert. Als Aussenstehender (im Gegensatz zu
A._) musste er bemerken, dass die Geschädigte keine adäquaten Reaktio-
nen zeigte. Er handelte sodann auch aus rein egoistischen, triebgesteuerten Mo-
tiven, unter völliger Geringschätzung der sexuellen Integrität der Geschädigten.
Im Gegensatz zum Beschuldigten A._ hatte er sodann keine emotionale Be-
ziehung zur Geschädigten, welche zudem mit seiner Freundin befreundet war.
Dies hinderte ihn nicht daran, sich auch noch an ihr sexuell zu vergreifen. Eine
gewisse alkoholbedingte Enthemmung ist indessen auch zu seinen Gunsten zu
berücksichtigen.
3.2.1.3. Unter Würdigung aller objektiven und subjektiven Tatumstände ist das
Verschulden des Beschuldigten B._ als nicht leicht zu qualifizieren, so dass
eine hypothetische Einsatzstrafe von 15 Monaten als angemessen erscheint.
3.3. Unter Berücksichtigung von Art. 49 Abs. 1 StGB sind die weiteren Delikte
straferhöhend zu berücksichtigen und einer Gesamtstrafe zuzuführen.
3.3.1.1. Ausgangspunkt bei der Bewertung der objektiven Tatschwere der sexuel-
len Nötigung sind das Ausmass des verschuldeten "Erfolgs", die Art und Weise
der Herbeiführung dieses "Erfolgs", die Willensrichtung, mit welcher der Täter ge-
handelt hat, sowie seine Beweggründe. Der Beschuldigte B._ küsste die Ge-
schädigte teils mit der Zunge und griff sie im Intimbereich aus. Zu berücksichtigen
ist dabei auch, dass er ein grobes Vorgehen an den Tag legte, indem er die sich
zur Wehr setzende Geschädigte an den Heizkörper drückte. Sein Verschulden
erweist sich (innerhalb des sehr weiten Spektrums denkbarer sexueller Nötigun-
gen) dennoch als eher noch leicht. Damit ist von einer Einsatzstrafe von sechs
Monaten Freiheitsstrafe auszugehen.
3.3.1.2. Der Beschuldigte ging direktvorsätzlich vor. Gründe, welche seine Schuld
in einem milderen Licht erscheinen lassen könnten, liegen nicht vor. Damit hat es
beim vorläufigen Strafmass von sechs Monaten Freiheitsstrafe zu bleiben.
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3.3.2. Dazu kommen noch die weiteren Delikte. Deutlich verschuldenserhöhend
wirken sich die versuchte Nötigung, die Verletzung des Geheim- oder Privatbe-
reichs durch Aufnahmegeräte sowie die Pornographie aus. Auch hier handelte er
aus rein egoistischen Motiven, missachtete die Integrität der Geschädigten (mit
Ausnahme der Pornographie) und handelte direktvorsätzlich. Das Verschulden ist
für diese Delikte als insgesamt nicht mehr leicht zu qualifizieren und mit einer Ein-
satzstrafe von drei Monaten zu sanktionieren.
3.3.3. Das Tatverschulden hinsichtlich der einzelnen Nebendelikte bewegt sich
gesamthaft in einem Rahmen von nicht leicht bis nicht mehr leicht. Dabei standen
die Nebendelikte (mit Ausnahme des Pornographievorwurfs) in einem situativen
Zusammenhang untereinander und auch mit dem schwersten Delikt. Dennoch
wurden sie unabhängig voneinander, gestützt auf einen immer wieder aufs Neue
gefassten Tatentschluss verübt und richteten sich indessen gegen verschiedene
Rechtsgüter des gleichen Rechtsgutsträgers (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
23. Juni 2010, 6B_323/2010, E. 3.2). Der Gesamtschuldbeitrag des Beschuldigten
an den einzelnen Delikten ist somit eher hoch.
Ausgehend von den obgenannten Zumessungsregeln und unter Anwendung des
Asperationsprinzips im Sinne von Art. 49 StGB ist eine Erhöhung der (Gesamt-)
Einsatzstrafe auf 22 Monate angemessen.
3.3.4. Was die täterbezogene Verschuldenskomponente angeht, so kann betref-
fend die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten auf die Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 80 S. 108 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich
der ersten Berufungsverhandlung ergab sich neu, dass der Beschuldigte im ... als
Koch arbeitete (Prot. II S. 18 f.). Aktuell ist der Beschuldigte als "Chef de partie" in
der ... tätig; formell angestellt ist er allerdings bei einer anderen Unternehmung
(vgl. dazu Urk. 130 S. 1; Urk. 135/1+2; Prot. III S. 12). Er verdient monatlich Fr.
3'700.– (netto, 13-mal). Inzwischen hat er für den Kauf einer Wohnungseinrich-
tung einen (Klein-)Kredit aufgenommen. Er bewohnt eine 2 1⁄2-Zimmer-Wohnung,
wobei sich der monatliche Mietzins auf Fr. 1'500.– beläuft (Urk. 130 S. 1 f.). Der
Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 83 sowie 130 S. 2). Aus dem Lebenslauf
- 80 -
des Beschuldigten ergibt sich nichts, was sich auf die Höhe der Strafe besonders
auswirken könnte.
Das Geständnis hinsichtlich des äusseren Sachverhalts hinsichtlich der Schän-
dung sowie das vollumfängliche Geständnis betreffend Verletzung des Geheim-
oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte sowie Pornographie ist nur wenig
strafmindernd zu veranschlagen, da aufgrund der Beweislage dem Beschuldigten
wohl keine andere Wahl übrig blieb.
3.4. Im Ergebnis erweist sich eine Sanktion von 20 Monaten Freiheitsstrafe als
angemessen. An die Strafe anzurechnen sind 196 Tage, welche durch Untersu-
chungshaft erstanden sind (Art. 51 StGB).
4. Beschuldigter C._
4.1. Was die theoretischen Ausführungen zur Strafzumessung anbelangt, kann
wiederum auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden.
4.2.1.1. Das objektive Tatverschulden bei der Schändung wiegt im Vergleich zum
Mittäter A._ wiederum leichter. Die eigenen Handlungen des Beschuldigten
C._ beschränken sich auf ein Anfassen der Brust der Geschädigten sowie
(zusammen mit dem Mittäter B._) auf ein Bereitstellen einer Banane und ei-
ner Karotte zwecks Penetration der Geschädigten durch den Mittäter A._. Mit
diesen Handlungen trug der Beschuldigte C._ indessen wesentlich zur
Pervertierung der sexuellen Handlungen bei. Leicht verschuldenserhöhend ist die
gemeinsame Tatbegehung zu gewichten. Zugunsten des Beschuldigten C._
ist zu beachten, dass die Tat aus einem spontanen Entschluss heraus entstanden
ist.
4.2.1.2. Der Beschuldigte C._ handelte ebenfalls nur mit Eventualvorsatz,
weshalb die objektive Tatschwere leicht gemindert wird. Als Aussenstehender (im
Gegensatz zu A._) musste auch er bemerken, dass die Geschädigte keine
adäquaten Reaktionen zeigte. Er handelte sodann auch aus rein egoistischen
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triebgesteuerten Motiven, unter völliger Geringschätzung der sexuellen Integrität
der Geschädigten. Im Gegensatz zum Beschuldigten A._ hatte er sodann
keine emotionale Beziehung zur Geschädigten. Als "Wohnungsherr" wäre es ihm
jederzeit möglich gewesen, dem schändlichen Treiben ein Ende zu setzen, was er
jedoch zwecks eigenem Lustgewinn unterliess.
4.2.1.3. Unter Würdigung aller objektiven und subjektiven Tatumstände ist das
Verschulden des Beschuldigten C._ als nicht leicht zu qualifizieren, so dass
eine hypothetische Einsatzstrafe von 15 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen
erscheint.
4.2.2. Was die täterbezogene Verschuldenskomponente angeht, so kann betref-
fend die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten auf die Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 80 S. 111 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich
der beiden Berufungsverhandlungen ergab sich, dass der Beschuldigte – abge-
sehen von Gelegenheitsjobs – mehrheitlich arbeitslos ist und vom Sozialamt un-
terstützt wird (vgl. dazu Prot. II S. 23 f. sowie Urk. 131 S. 1). Der Beschuldigte
weist keine Vorstrafen auf (Urk. 84 und Urk. 131 S. 2), was allerdings, wie ge-
zeigt, nicht strafmindernd zu berücksichtigen ist. Aus dem Lebenslauf des Be-
schuldigten ergibt sich im Übrigen nichts, was sich auf die Höhe der Strafe be-
sonders auswirken könnte.
Das Geständnis hinsichtlich des äusseren Sachverhalts des Schändungsvorwurfs
sowie die Entschuldigung gegenüber der Geschädigten sind leicht strafmindernd
zu veranschlagen.
4.3. Im Ergebnis erweist sich eine Sanktion von 14 Monaten Freiheitsstrafe als
angemessen. An die Strafe anzurechnen sind 178 Tage, welche durch Untersu-
chungshaft erstanden sind (Art. 51 StGB).
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5. Bedingter resp. teilbedingter Strafvollzug
Die objektiven Voraussetzungen für einen bedingten bzw. teilbedingten Strafvoll-
zug (vgl. dazu Art. 42 und 43 StGB) sind bei allen drei Beschuldigten erfüllt: Die
zu verhängenden Strafen sind wie gezeigt nicht länger als 24 (B._ und
C._) resp. 36 Monate (A._).
In subjektiver Hinsicht setzt der bedingte resp. teilbedingte Strafvollzug das Feh-
len einer ungünstigen Prognose voraus (vgl. dazu z. B. Hug, a.a.O., N 6 zu Art. 42
StGB). Dies kann bei allen drei Beschuldigten aufgrund ihrer Vorstrafenlosigkeit
bejaht werden.
Was den teilbedingten Vollzug anbelangt, so darf der unbedingt vollziehbare Teil
die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 SGB). Zudem müssen so-
wohl der aufgeschobene als auch der vollziehbare Teil der Strafe mindestens
sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung des vollziehba-
ren Teils sind das Verschulden wie auch die Legalprognose des Beschuldigten zu
berücksichtigen. Dabei gilt die Regel, dass der auf Bewährung ausgesetzte Teil
der Strafe umso grösser sein muss, je günstiger die Prognose und je kleiner die
Vorwerfbarkeit der Tat ist (vgl. dazu Hug, a.a.O., N 5 zu Art. 43 StGB, unter Hin-
weis auf BGE 134 IV 15). Zieht man beim Beschuldigten A._ in Betracht,
dass sein in objektiver Hinsicht zwar erhebliches Verschulden in subjektiver Hin-
sicht gemildert wird und er keine Vorstrafen aufweist, so rechtfertigt es sich, den
vollziehbaren Teil der Sanktion auf sechs Monate zu bemessen.
Aufgrund der Vorstrafenlosigkeit aller Beschuldigten ist ihre jeweilige Probezeit
auf die minimale Dauer von zwei Jahren festzusetzen.
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VI. Einziehungen / Vernichtungen
Die Beschlüsse der Vorinstanz betreffend Löschung von Daten und Herausgabe
von Gegenständen blieben letztlich unangefochten. Damit sind diese in Rechts-
kraft erwachsen, was formell festzustellen ist.
VII. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Kostenverteilung wie folgt vorzuneh-
men:
Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr ist zu bestätigen. Die Kosten der Untersu-
chung sowie die Kosten des erstinstanzlichen und des ersten zweitinstanzlichen
Gerichtsverfahrens (SB110328; ohne Kosten der amtlichen Verteidigung) sind
dem Beschuldigten A._ zu drei Zehnteln, dem Beschuldigten B._ zu vier
Zehnteln und dem Beschuldigten C._ zu drei Zehnteln aufzuerlegen. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten in der Untersuchung, im
erstinstanzlichen Gerichtsverfahren sowie im ersten Berufungsverfahren sind auf
die Gerichtskasse zu nehmen, wobei Rückforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4
StPO vorzubehalten ist.
Die Kosten des zweiten Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amt-
lichen Verteidigung der Beschuldigten A._, B._ und C._, sind dem-
gegenüber – da die Beschuldigten dieses Verfahren nicht zu vertreten haben –
definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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Demnach wird beschlossen:
3. Vom Rückzug der Berufung des Beschuldigten B._ wird Vormerk ge-
nommen.
4. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abtei-
lung, vom 2. Juli 2010 in Bezug auf Ziff. 2 al. 4 (Freispruch des Beschuldig-
ten B._ vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3
StGB gemäss Anklage-Ziff. II), Ziff. 3 al. 2 (Freispruch des Beschuldigten
C._ vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB)
sowie Ziff. 4 (Schuldigsprechung des Beschuldigten B._ wegen Verlet-
zung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von
Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB und wegen Pornographie im Sinne von Art.
197 Ziff. 3 StGB) sowie die gleichentags ergangenen Beschlüsse (betreffend
Löschung von Daten und Herausgabe von Gegenständen) in Rechtskraft
erwachsen sind.
5. Auf den gegenüber dem Beschuldigten C._ erhobenen Vorwurf der
Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs im Sinne von Art. 179quater
Abs. 1 StGB wird nicht eingetreten.
6. Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.
7. Rechtsmittel:
Gegen diesen Entscheid (Ziff. 1 und 3) kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des
Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-
gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.
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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen
richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-
gesetzes.
Sodann wird erkannt:
1. a) Der Beschuldigte A._ ist schuldig der Schändung im Sinne von
Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB.
b) Der Beschuldigte B._ ist ferner schuldig
- der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB in Verbindung mit
Art. 200 StGB
- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie
- der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (je Anklage-Ziff. III).
c) Der Beschuldigte C._ ist schuldig der Schändung im Sinne von
Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB.
8. a) Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe,
wovon 190 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
b) Der Beschuldigte B._ wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe,
wovon 196 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
c) Der Beschuldigte C._ wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe,
wovon 178 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
9. a) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._ wird im Um-
fang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt. Im Umfang von 6 Monaten wird die Strafe vollzogen und ist
sie bereits durch Untersuchungshaft erstanden.
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b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._ wird aufge-
schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
c) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten C._ wird aufge-
schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
10. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird bestätigt.
11. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr für das erste Berufungsverfahren
(SB110328) wird festgesetzt auf:
Fr. 10'000.-- ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 8'637.40 amtliche Verteidigung (A._)
Fr. 4'039.75 amtliche Verteidigung (B._)
Fr. 6'225.15 amtliche Verteidigung (C._)
12. Die Kosten der Untersuchung sowie die Kosten des erstinstanzlichen und
des ersten zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens (SB110328; ohne Kosten
der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten A._ zu drei
Zehnteln, dem Beschuldigten B._ zu vier Zehnteln und dem Beschul-
digten C._ zu drei Zehnteln auferlegt. Die Kosten der amtlichen Vertei-
digung der Beschuldigten in der Untersuchung, im erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahren sowie im ersten Berufungsverfahren werden auf die Ge-
richtskasse genommen. Eine Rückforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4
StPO bleibt vorbehalten.
13. Die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz.
14. Die weiteren Kosten des zweiten Berufungsverfahrens, einschliesslich der-
jenigen der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten A._, B._ und
C._, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
15. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich − die Beschuldigten bzw. ihre Verteidiger − die Geschädigte F._
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sowie in vollständiger Ausfertigung an
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich − die Beschuldigten bzw. ihre Verteidiger − die Geschädigte F._
und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-
ger Rechtsmittel an
− die Vorinstanz − das Migrationsamt des Kantons Zürich − das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs-
und Vollzugsdienste − die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und
Vernichtung des ED-Materials" (Urk. 26/8 und 27/9) − die Koordinationsstelle Zürich mit Formular A.
16. Rechtsmittel:
Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in  erhoben werden.
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des
Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-
gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.
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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen
richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-
gesetzes.
Obergericht des Kantons Zürich II. Strafkammer