# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2c7a93f3-c478-401d-b177-984db5d1d57c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 18. Februar 2010 beauftragte Y._ Rechtsanwalt lic. iur. X._ mit der Wahrung ihrer Interessen in verschiedenen Angelegenheiten betreffend Eheschutz, Ehescheidung, vorsorgliche Massnahmen, Arrest, Strafanzeigen und Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung. Mit Schreiben ihres neuen Rechtsvertreters Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg vom 3. Februar 2012 liess Y._ das Mandat beenden und Rechtsanwalt lic. iur. X._ auffordern, den Fall abzuschliessen. Mit Honorarnote vom 8. Februar 2012 stellte dieser für seine Bemühungen ein Pauschalhonorar von Fr. 154'000.-- (Fr. 200'000.-- abzüglich Akontozahlungen von Fr. 46'000.--) in Rechnung. Darin behielt er ausdrücklich die Erhöhung der Rechnung für allenfalls notwendigen Sonderaufwand für Detaillierung, Spesen und Mehrwertsteuer vor. Am 28. Februar 2012 liess ihm Y._ mitteilen, dass seine anwaltschaftlichen Leistungen mit den Akontozahlungen in Höhe von Fr. 46'000.-- bereits abgegolten seien und sie sich im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung vorbehalte, einen Teil dieser Summe zurückzuverlangen respektive Schadenersatz wegen nichtgehöriger Erfüllung des Auftrags zu fordern. Am 12. März 2012 übergab Rechtsanwalt lic. iur. X._ zu Handen seiner Mandantin eine neue Rechnung, worin er umgerechnet einen Aufwand von 526.25 Stunden à Fr. 300.-- zuzüglich Fr. 5'731.- - für Auslagen, einen Interessenwertzuschlag von Fr. 54'920.85 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 17'482.15 geltend machte. Insgesamt stellte er nach Abzug der Akontozahlung von Fr. 46'000.-- ein Honorar von Fr. 190'009.-- in Rechnung. Die geltend gemachte Forderung wurde jedoch in der Folge von Y._ nicht beglichen.
B. Mit Schlichtungsgesuch vom 5. Juni 2012 gelangte Rechtanwalt lic. iur. X._ an das Vermittleramt des Kreises Plessur. Gemäss Klagebewilligung stellte die klagende Partei anlässlich der Sühneverhandlung vom 26. Juli 2015 die folgenden Begehren:
„Rechtsbegehren der klagenden Partei:
1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 190'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit 23. März 2012 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."
C. Nachdem die Parteien anlässlich der Sühneverhandlung keine Einigung erzielen konnten, liess Rechtsanwalt lic. iur. X._ mit Eingabe vom 26. Oktober 2012 beim Bezirksgericht Plessur Klage einreichen. Dabei hielt er an dem anlässlich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest.
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D. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2012 teilte der Vorsitzende des Bezirksgerichts Plessur Rechtsanwalt lic. iur. X._ mit, dass die Klage für sein Dafürhalten nicht genügend substantiiert sei. Aufgrund der Klageschrift sei nicht erkennbar, "an welchem Datum durch wen welcher Zeitaufwand für welche Sache gestützt auf welche Vereinbarung" angefallen sei. Eine gerichtliche Überprüfung des geltend gemachten Zeitaufwands sei so nicht möglich. In Ausübung der gerichtlichen Fragepflicht wurde dem Kläger Gelegenheit eingeräumt, um bis zum 20. November 2012 den Sachverhalt hinreichend ins Recht zu führen sowie die zur Edition beantragten Urkunden selbst zu besorgen. Mit Klageergänzung vom 3. Januar 2013 liess Rechtsanwalt lic. iur. X._ daraufhin eine detaillierte Auflistung seiner anwaltlichen Bemühungen für Y._ einreichen.
E. Mit Klageantwort und Widerklage vom 28. Februar 2013 liess Y._ das folgende Rechtsbegehren stellen:
"1. Die Klage sei abzuweisen, sofern auf sie eingetreten werden kann.
2. Widerklage auf: Der Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Widerklägerin CHF 20'000.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers und Widerbeklagten."
Zur Begründung wurde ausgeführt, die Klage vom 26. Oktober 2012 sei zunächst nicht genügend substantiiert. Rechtsanwalt lic. iur. X._ stelle zum einen ohne nähere Begründung Aufwendungen in Rechnung, welche über die zugesprochenen ausseramtlichen Entschädigungen gingen. Zum anderen seien verschiedene Rechtsmittel von Anfang an aussichtslos gewesen, weshalb der hierfür getätigte Aufwand nicht geschuldet sei, zumal es Aufgabe des Rechtsvertreters gewesen wäre, seine Mandantin auf die Aussichtslosigkeit der Verfahren aufmerksam zu machen.
F. In seiner Replik und Widerklageantwort vom 28. Mai 2013 liess Rechtsanwalt lic. iur. X._ sein Rechtsbegehren dahingehend ergänzen, als er die Abweisung der Widerklage beantragte. Alle anwaltlichen Massnahmen inklusive Ergreifung von Rechtsmitteln seien auf ausdrückliche Weisung der Mandantin erfolgt. Diese habe nach entsprechender anwaltlicher Aufklärung in rechtliche Schritte beziehungsweise prozessuale Massnahmen und Rechtsmittel eingewilligt und die entsprechenden Risiken bewusst in Kauf genommen.
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G. Mit Duplik vom 5. September 2013 hielt Y._ an ihrem bisherigen Rechtsbegehren fest.
H. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Bezirksgericht Plessur mit Urteil vom 22. Januar 2014, mitgeteilt am 28. Januar 2014, schriftlich begründet am 6. August 2014, wie folgt:
"1. Y._ (recte: _) wird verpflichtet, X._ CHF 56'675.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) zuzüglich 5% Zins seit 23. März 2012 zu bezahlen.
2. Im Übrigen werden Klage und Widerklage abgewiesen.
3.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 12'350.00 (Entscheidgebühr CHF 12'000.00, Pauschale Schlichtungsverfahren CHF 350.00 (VA_078/12-250) gehen zu 65% zu Lasten von X._ und zu 35% zu Lasten von Y._(recte: _) und werden mit den geleisteten Vorschüssen in Höhe von CHF 12'350.00 verrechnet.
b) Y._ (recte: _) hat X._ die geleisteten Vorschüsse in Höhe von CHF 4'322.50 zu ersetzen.
c) X._ hat Y._ (recte: _) mit CHF 1'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations