# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3bab6377-8e21-5704-9e8d-c2e8c64fa17b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Verfügung vom 23. Januar 2002 belegte das Veterinäramt (heute Amt für
Gesundheits- und Verbraucherschutz, Veterinärdienst, abgekürzt AfGVS) den in
Wolfhalden AR wohnhaften A.B. mit einem generellen, zeitlich unbestimmten
Tierhalteverbot für den Kanton St. Gallen, nachdem mehrere Klagen betreffend dessen
Tierhaltung eingegangen waren. Am 8. Februar 2002 beantragte A.B. eine Bewilligung,
Rinder in Steillagen, die nicht gemäht werden könnten, weiden zu lassen. Mit
angepasster Verfügung vom 18. Februar 2002 wurde seinem Begehren entsprochen
und ihm untersagt, Tiere im Kanton St. Gallen zu halten, ausgenommen in Steillagen
während der Vegetationsperiode.
Mit Schreiben vom 21. Oktober 2002 machte das AfGVS A.B. auf das beschränkte
Tierhalteverbot aufmerksam und drohte ihm ein generelles Tierhalteverbot im Kanton
St. Gallen an. Es hatte bei einer Kontrolle festgestellt, dass er trotz Verbot Ziegen hielt.
Am 6. November 2002 setzte das AfGVS A.B. über eine Meldung in Kenntnis, wonach
einer Ziege auf dem Gebiet der Politischen Gemeinde T. eine Schnur eingewachsen
sei. Es drohte A.B. bei erneuten Verstössen gegen das beschränkte Tierhalteverbot
eine Beschlagnahmung der Tiere an. Mit rechtskräftigem Entscheid vom 31. Oktober
2003 sprach das Kreisgericht Rorschach A.B. unter anderem der mehrfachen
Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz schuldig und verurteilte ihn zu einer
bedingten Gefängnisstrafe von sieben Tagen und einer Busse von Fr. 2'000.--.
Das AfGVS forderte A.B. am 28. November 2005 erneut zur vollumfänglichen
Einhaltung des beschränkten Tierhalteverbots auf, nachdem ihm gemeldet worden war,
dieser habe in R. 18 Kühe und Rinder unter schlechten Bedingungen weiden lassen.
A.B. wurde unter Androhung einer Strafanzeige im Wiederholungsfall und Bestrafung
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wegen Zuwiderhandlung gegen die Verfügung vom 18. Februar 2002 aufgefordert, das
beschränkte Tierhalteverbot zu befolgen. Im Rahmen einer Stallkontrolle im Februar
2006 stellte das AfGVS fest, dass A.B. in einem Stall zwei Kühe hielt. Mit Schreiben
vom 27. Februar 2006 drohte es ihm im Fall eines abermaligen Verstosses gegen das
beschränkte Tierhalteverbot ein generelles Tierhalteverbot für den Kanton St. Gallen
an.
Das Verhöramt des Kantons Appenzell Ausserrhoden verurteilte A.B. mit
Strafverfügung vom 15. November 2006 unter anderem wegen Widerhandlungen
gegen das Tierschutzgesetz sowie mehrfachen Widerhandlungen gegen das
Tierseuchengesetz zu einer Busse von Fr. 5'000.--.
Mit Verfügung vom 4. Februar 2008 belegte das AfGVS A.B. mit einem generellen
Tierhalteverbot, nachdem Tierschutzbeamte im November 2007 festgestellt hatten,
dass A.B. auf einer Parzelle in R. eine verletzte Kuh und drei Jungtiere hielt. Den Tieren
stand weder ein Unterstand noch ein trockener Liegeplatz zur Verfügung, was das
AfGVS als erneuten Verstoss gegen das beschränkte Tierhalteverbot vom 18. Februar
2002 wertete.
B./ Am 20. Februar 2008 erhob A.B. beim Gesundheitsdepartement Rekurs mit dem
Begehren, die Verfügung des AfGVS vom 4. Februar 2008 sei aufzuheben und ihm zu
erlauben, im ganzen Kanton St. Gallen Tiere zu halten und bei Dritten unterzubringen.
Eventualiter sei ihm zumindest die Unterbringung der Tiere zu Futter bei Drittpersonen
auf dem ganzen Gebiet des Kantons St. Gallen zu erlauben. Subeventualiter sei die
Sache zur Neubeurteilung an das AfGVS zurückzuweisen. Mit Entscheid vom 28.
Oktober 2008 wies das Gesundheitsdepartement den Rekurs von A.B. ab. Zur
Begründung erwog es im wesentlichen, A.B. habe zwischen Oktober 2002 und
November 2007 wiederholt gegen das am 18. Februar 2002 verfügte Tierhalteverbot
und gegen diverse Tierschutznormen verstossen. Seinen Tieren sei mehrmals zu wenig
Futter und Wasser zur Verfügung gestanden, und die Haltung auf den Weiden habe
zum Teil nicht den Anforderungen der Tierschutzgesetzgebung entsprochen. Die
angefochtene Verfügung sei deshalb gemäss Art. 23 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes
(SR 455, abgekürzt TSchG) gerechtfertigt und verhältnismässig, zumal keine mildere
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Massnahme zur Erreichung des angestrebten Ziels ersichtlich sei und A.B. sich in der
Vergangenheit weder einsichtig noch gewillt gezeigt habe, sein Verhalten zu ändern.
Das AfGVS stellte mit Tierschutz-Kontrollbericht vom 29. August 2008 fest, dass auf
einer in der Politischen Gemeinde T. gelegenen flachen Wiese insgesamt vierzehn Tiere
von A.B. weideten, zu denen auch ein Stier und mindestens vier Kühe gehörten. Der
Stier trug einen Nasenring mit einem etwa 1,2 m langen, losen Führstrick, den er
nachzog. Beim Vorwärtsgehen trat er mit den Vorder- und Hinterbeinen regelmässig
auf den Führstrick, was zu einem für ihn schmerzhaften Zug auf den Nasenring führte.
In der als Tränke dienenden, verschmutzten Badewanne befand sich nur sehr wenig
Wasser, während neben der Badewanne zwei Milchkannen mit frischem Wasser
standen. Ein Stöpsel zwecks Verschluss des Badewannenabflusses war nicht
vorhanden, so dass das Wasser langsam austreten konnte; ein schneller Ausfluss des
Wassers wurde durch den lehmigen Untergrund verhindert.
C./ A.B. erhob mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. November 2008 und
Ergänzung vom 2. Februar 2009 beim Verwaltungsgericht Beschwerde mit den
Begehren, der Entscheid des Gesundheitsdepartements vom 28. Oktober 2008 sei
aufzuheben und ihm zu erlauben, im ganzen Kanton St. Gallen Tiere zu halten und bei
Dritten unterzubringen. Eventualiter sei ihm zumindest die Unterbringung der Tiere bei
Drittpersonen ans Futter auf dem ganzen Gebiet des Kantons St. Gallen zu erlauben.
Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen des
Verwaltungsgerichts an das Gesundheitsdepartement zurückzuweisen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons St. Gallen. In verfahrensrechtlicher
Hinsicht seien gestützt auf Art. 6 Abs. 1 der Konvention zum Schutz der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) eine öffentliche
Verhandlung durchzuführen und die Akten des Strafverfahrens ST, insbesondere die
Protokolle der Zeugeneinvernahmen, des Kantonalen Untersuchungsamts St. Gallen
beizuziehen. Zur Begründung führte A.B. im wesentlichen an, er habe die Kuh und die
drei Jungtiere korrekt gehalten und sie sowohl mit Wasser und Futter als auch
medizinisch versorgt. Art und Schwere seiner früheren Verstösse gegen die
Tierschutzgesetzgebung rechtfertigten ein völliges Tierhalteverbot nicht. Ein solches
hätte für ihn als Landwirt und Viehhändler einen unzumutbaren und
unverhältnismässigen Eingriff in seine wirtschaftliche Existenz zur Folge, zumal seine
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Tätigkeit als Viehhändler mit Ausnahme von Problemen mit dem Nachführen der
Tierdatenbank nie Grund zur Beanstandung gegeben habe.
Mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2009 beantragte das Gesundheitsdepartement
die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf den
angefochtenen Entscheid. Ergänzend fügte es an, dass grundsätzlich sämtliche
Ausführungen in der Beschwerde vom 12. November 2008 in bezug auf die Tierhaltung
obsolet seien, da A.B. die Tierhaltung ohnehin während der gesamten Zeit mit
Ausnahme der Beweidung von Steillagen mit Rindern untersagt gewesen sei.
Mit Eingabe vom 16. März 2009 nahm A.B. Stellung zur Vernehmlassung des
Gesundheitsdepartements. Darauf, auf die weiteren Vorbringen der
Verfahrensbeteiligten und die Beweisanträge von A.B. wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
D./ Am 19. Juni 2009 fand die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht
statt. An dieser legte A.B. eine Mitteilung des Kantonalen Untersuchungsamts
St. Gallen vom 15. Juni 2009 vor. Danach wurde ihm der Erlass einer
Aufhebungsverfügung in Aussicht gestellt wegen des Verdachts auf Tierquälerei in
bezug auf die fehlende tierärztliche Versorgung der blutenden Schwanzspitzennekrose
einer Kuh, wegen mehrfacher Tierquälerei und der starken Vernachlässigung in bezug
auf die Freihaltung von vier Rindern trotz extremer Witterung zwischen dem 14. und 15.
November 2007, der unangemessenen Ernährung eines dieser Rinder und der
unregelmässigen Wasserversorgung von sechs Rindern in S. im Juni 2008, wegen
Missachtung einer Tierhaltevorschrift in einem weiteren Fall sowie wegen des
Nichtmeldens eines Zugangs in der Tierverkehrsdatenbank. Demgegenüber kündigte
das Untersuchungsamt einen Strafbescheid an wegen des Verdachts des
Ungehorsams gegen die amtlichen Verfügungen vom 18. Februar 2002, 28. November
2005 und 15. November 2007 sowie wegen Tierquälerei in bezug auf das nicht sofort
durch A.B. angeordnete Hochbinden des Führstricks am Stier vom 29. August 2008.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 12. November 2008 sowie ihre Ergänzung vom 2. Februar
2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art.
64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
Eine mündliche Verhandlung wird angeordnet, wenn sie zur Wahrung der Parteirechte
notwendig ist oder zweckmässig erscheint (Art. 55 VRP). In der Regel entscheidet das
Verwaltungsgericht ohne vorgängige mündliche Verhandlung. Dies folgt aus dem
Grundsatz des schriftlichen Verfahrens, der im Verwaltungsgerichtsverfahren noch
immer vorherrschend ist. Der Grundsatz der Schriftlichkeit bedeutet, dass das
rechtliche Gehör im wesentlichen durch schriftliche Eingaben gewährt wird, keine
mündliche Verhandlung stattfindet und die Entscheide schriftlich begründet und
eröffnet werden (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 999). Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat indessen jedermann ein Recht
darauf, dass über Streitigkeiten in bezug auf seine zivilrechtlichen Ansprüche und
Verpflichtungen (sog. "civil rights") oder über eine gegen ihn erhobene strafrechtliche
Anklage von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Gericht
in einem fairen Verfahren öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird.
Mit dem im vorliegenden Fall streitigen Tierhalteverbot wird in die Eigentumsgarantie
und die Wirtschaftsfreiheit des Beschwerdeführers gemäss Art. 26 und 27 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt BV)
eingegriffen. Dadurch werden die zivilrechtlichen Ansprüche des Beschwerdeführers
berührt, weshalb dieser Anspruch auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung
hat.
2. Streitgegenstand ist das vom AfGVS gegenüber dem Beschwerdeführer verfügte
generelle Tierhalteverbot für den Kanton St. Gallen.
2.1. Zweck des Tierschutzgesetzes ist der Schutz der Würde und des Wohlergehens
des Tieres (Art. 1 TSchG). Gemäss Art. 4 Abs. 1 TSchG hat, wer mit Tieren umgeht,
ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung zu tragen (lit. a) und, soweit es
der Verwendungszweck zulässt, für ihr Wohlergehen zu sorgen (lit. b). Niemand darf
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einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst
versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten. Das Misshandeln,
Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten (Art. 4 Abs. 2
TSchG). Wer Tiere hält oder betreut, muss sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die
für ihr Wohlergehen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie, soweit
nötig, Unterkunft gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG). Gemäss Art. 36 Abs. 1 der
Tierschutzverordnung (SR 455.1) dürfen domestizierte Haustiere wie unter anderem
Rinder nicht über längere Zeit extremer Witterung schutzlos ausgeliefert sein. Werden
die Tiere unter solchen Bedingungen nicht eingestallt, muss ein geeigneter natürlicher
oder künstlicher Schutz zur Verfügung stehen, der allen Tieren gleichzeitig Platz und
Schutz vor Nässe und Wind sowie starker Sonneneinstrahlung bietet. Es muss ein
ausreichend trockener Liegeplatz vorhanden sein. Ist im Sömmerungsgebiet bei
extremer Witterung kein geeigneter Schutz vorhanden, so ist durch geeignete
Massnahmen sicherzustellen, dass dem Ruhe- und Schutzbedarf der Tiere
entsprochen wird (Abs. 2). Die zuständige Behörde kann nach Art. 23 Abs. 1 TSchG
das Halten oder die Zucht von Tieren, den Handel oder die berufsmässige
Beschäftigung mit Tieren auf bestimmte oder unbestimmte Zeit denjenigen Personen
verbieten, die wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen Vorschriften
des Tierschutzgesetzes und seiner Ausführungserlasse oder gegen Verfügungen
bestraft worden (lit. a) oder die aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere zu halten oder
zu züchten (lit. b). Ein solches von einem Kanton ausgesprochenes Verbot ist in der
ganzen Schweiz gültig (Art. 23 Abs. 2 TSchG). Wird festgestellt, dass Tiere
vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten Bedingungen gehalten werden, schreitet
die zuständige Behörde unverzüglich ein. Sie kann die Tiere vorsorglich
beschlagnahmen, auf Kosten des Halters an einem geeigneten Ort unterbringen und,
wenn nötig, verkaufen oder töten lassen (Art. 24 Abs. 1 TSchG).
2.2. Gemäss Art. 5 Abs. 2 BV muss staatliches Handeln unter anderem
verhältnismässig sein. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass eine staatliche
Massnahme in Rechtsetzung oder Rechtsanwendung geeignet und erforderlich sein
muss und die angestrebte Wirkung nicht in einem Missverhältnis zu anderen zu
beachtenden Interessen stehen darf (BGE 104 Ia 112; Y. Hangartner, St. Galler
Kommentar zu Art. 5 BV, Rz. 36). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss der
angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die
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den Privaten auferlegt werden (BGE 130 I 19; 130 II 438; 126 I 119). Die
Verwaltungsmassnahme muss sich zur Erreichung des im öffentlichen Interesse
angestrebten Ziels eignen. Ungeeignet ist sie dann, wenn sie keinerlei Wirkungen im
Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet oder die Erreichung dieses Zwecks
sogar erschwert oder verhindert. Im Hinblick auf das im öffentlichen Interesse
angestrebte Ziel muss die Verwaltungsmassnahme erforderlich sein und hat zu
unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den
angestrebten Erfolg ausreichen würde. Schliesslich ist sie nur gerechtfertigt, wenn sie
ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie
für den betroffenen Privaten bewirkt, wahrt. Es ist deshalb eine wertende Abwägung
vorzunehmen, die das öffentliche Interesse an der Massnahme und die durch den
Eingriff beeinträchtigten privaten Interessen der Betroffenen im konkreten Fall
miteinander vergleicht (vgl. statt vieler BGE 130 I 154; Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/St. Gallen 2006, Rz. 581 ff.).
2.3.
2.3.1. Der Beschwerdeführer bringt an Schranken vor, in bezug auf das von der
Beschwerdegegnerin am 18. Februar 2002 verfügte Teiltierhalteverbot sei
unverständlich, dass eine Haltung in Steillagen tiergerecht, in Flachlagen jedoch
tierquälerisch sein solle. Das ihm verbotene Weidenlassen von Tieren auf flacher Wiese
sei jedenfalls tiergerechter als die Stallhaltung. Die wiederholte Verletzung des
Tierhalteverbots in Flachlagen stelle keinen Verstoss gegen materielle Bestimmungen
der Tierschutzgesetzgebung dar, da die Gesundheit der Tiere dadurch nicht gefährdet
worden sei. Zwar sei zutreffend, dass gegen ihn Strafen im Zusammenhang mit der
Haltung von Tieren ausgesprochen worden seien. Jedoch sei er letztmals im Jahr 2003
durch das Kreisgericht Rorschach und danach nur noch wegen formeller Verstösse
gegen die Tierschutzgesetzgebung unter anderem vom Verhöramt des Kantons
Appenzell Ausserrhoden bestraft worden. Die formellen Verletzungen des
Teiltierhalteverbots könnten kein generelles Tierhalteverbot rechtfertigen, sondern seien
gestützt auf Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, abgekürzt
StGB) zu ahnden. Auch habe das Kantonale Untersuchungsamt St. Gallen mit
Mitteilung vom 15. Juni 2009 eine Aufhebung der hängigen Strafverfahren in Aussicht
gestellt, mit Ausnahme der Nichtbefolgung von amtlichen Verfügungen sowie dem von
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ihm am 29. August 2008 nicht sofort angeordneten Hochbinden des Führstricks am
Stier. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde das Weidenlassen einer Kuh und
von drei Jungtieren am 15. November 2007 bei schlechter Witterung. Er habe die Tiere
korrekt gehalten und sie sowohl mit Wasser und Futter als auch medizinisch
ausreichend versorgt. Das Herbstweiden von Tieren sei im Kanton St. Gallen üblich,
und ihm könne aufgrund der grossen Distanz zwischen seinem Wohnort und den
Weiden nicht vorgeworfen werden, dass er die Tiere nicht sofort eingestallt habe. Er
habe die Tiere abgeholt, als das Wetter umgeschlagen sei und es zu schneien
begonnen habe. Einige Stunden bei schlechter Witterung schadeten den Tieren nicht,
sofern sie anschliessend eingestallt würden. Er habe ein wirtschaftliches Interesse an
gesunden Tieren, kontrolliere deren Gesundheitszustand regelmässig und handle
sofort, wenn er Handlungsbedarf erkenne. Das von ihm am 29. August 2008 zu spät
angeordnete Hochbinden des Führstricks am Stier stelle seinen einzigen materiellen
Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung dar. Im konkreten Fall habe sich der
Führstrick gelöst, und sein Mitarbeiter habe sich dem Stier nicht nähern können. Dieser
habe jedoch nur Schmerzen erleiden können, wenn er auf der Weide getrieben worden
sei.
2.3.2. Der Beschwerdeführer wendet grundsätzlich zutreffend ein, im vorliegenden Fall
könnten mit dem Teiltierhalteverbot vom 18. Februar 2002 die materiellen Ziele der
Tierschutzgesetzgebung nicht erreicht werden. Dieses an sich berechtigte Vorbringen
ändert jedoch nichts daran, dass er selbst am 8. Februar 2002 ein Teiltierhalteverbot
beantragte. Insofern erweist sich sein Verhalten als widersprüchlich. Dennoch ist unter
Tierschutzgesichtspunkten nicht einzusehen, weshalb ihm das Halten von Tieren in
Steillagen erlaubt, in Flachlagen jedoch verboten sein sollte. Im allgemeinen vermag ein
Teiltierhalteverbot drohende materielle Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung
nicht zu verhindern, stehen die Tiere doch zumindest beschränkt auch weiterhin im
Einflussbereich des Tierhalters. So war es dem Beschwerdeführer bis zur Verfügung
des generellen Tierhalteverbots am 4. Februar 2008 grundsätzlich unbenommen, Tiere
in Steillagen weiden zu lassen. Ebenfalls nicht nachzuvollziehen ist auch das überaus
zögerliche Verhalten des AfGVS bis zum Erlass der genannten Verfügung. Obwohl das
AfGVS bei einem Verdacht auf Vernachlässigung von Tieren gemäss Art. 24 Abs. 1
TSchG zu einem unverzüglichen Einschreiten verpflichtet gewesen wäre, begnügte es
sich über Jahre, dem Beschwerdeführer mehrmals den Erlass eines generellen
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Tierhalteverbots aufgrund der wiederholten Verstösse gegen das Teiltierhalteverbot
anzudrohen. Seinen Drohungen verschaffte es jedoch erst mit Verfügung vom
4. Februar 2008 Nachdruck und liess den Beschwerdeführer somit seit dem ersten
aktenkundigen Verstoss vom 21. Oktober 2002 sanktionslos gewähren. Das Vorgehen
des AfGVS lässt im konkreten Fall darauf schliessen, dass die von ihm festgestellten
Verstösse des Beschwerdeführers gegen die Tierschutzgesetzgebung nicht so schwer
wogen, dass eine sofortige und wirkungsvolle Durchsetzung des Teiltierhalteverbots
angezeigt gewesen wäre. Vor diesem Hintergrund erscheint die Argumentation des
AfGVS, das generelle Tierhalteverbot sei aus Tierschutzinteressen unbedingt
erforderlich, als widersprüchlich, sofern ein unmittelbares Eingreifen gerade im
Interesse der betroffenen Tiere erforderlich gewesen wäre. Es ist somit festzustellen,
dass das Teiltierhalteverbot vom 18. Februar 2002 kein wirksames Instrument zur
Durchsetzung der materiellen Tierschutzbestimmungen darstellt.
2.3.3. Gemäss der an der öffentlichen Verhandlung ins Recht gelegten Mitteilung vom
15. Juni 2009 stellte das Untersuchungsamt dem Beschwerdeführer eine Aufhebung
der hängigen Strafverfahren in Aussicht, mit Ausnahme der Nichtbefolgung von
amtlichen Verfügungen sowie dem am 29. August 2008 nicht sofort angeordneten
Hochbinden des Führstricks am Stier. Aus der Strafverfügung des Verhöramts des
Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 15. November 2006 ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer unter anderem wegen des Verstosses gegen die Sperre seines
Rindviehbestands aufgrund der unvollständigen Nachführung der Tierdatenbank und
gegen das im Kanton St. Gallen angeordnete Tierhalteverbot verurteilt worden ist. Er
macht im Zusammenhang mit seinen aktenkundigen Verstössen gegen die
Tierschutzgesetzgebung zutreffend geltend, er sei seit der Verurteilung durch das
Kreisgericht Rorschach im Jahr 2003 grösstenteils nur noch wegen formeller Verstösse
bestraft worden. Diese haben zu keiner ernsthaften Gefährdung der Gesundheit der
Tiere des Beschwerdeführers geführt, weshalb dieser allenfalls gestützt auf Art. 292
StGB wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu bestrafen ist. Gemäss den
Akten kann dem Beschwerdeführer seit der besagten Verurteilung durch das
Kreisgericht Rorschach nur ein einziger Verstoss gegen materielle Bestimmungen der
Tierschutzgesetzgebung vorgeworfen werden, während die übrigen gegen ihn
erhobenen materiellen Vorwürfe durch die in Aussicht gestellte Aufhebungsverfügung
entkräftet werden. Auch bestreitet der Beschwerdeführer an Schranken, dass das von
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ihm am 29. August 2008 nicht sofort angeordnete Hochbinden des Führstricks am Stier
einen Verstoss gegen materielle Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung darstelle.
Nachfolgend wird deshalb zu prüfen sein, ob ein allfälliger Verstoss allein im konkreten
Fall ein generelles Tierhalteverbot rechtfertigen kann. Auf die Ausführungen des
Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem Weidenlassen einer Kuh und dreier
Jungtiere am 15. November 2007 ist demgegenüber aufgrund der in Aussicht
gestellten Aufhebungsverfügung nicht näher einzugehen.
2.4.
2.4.1. Der Erlass eines Tierhalteverbots setzt gemäss Art. 23 Abs. 1 TSchG unter
anderem voraus, dass eine Person wegen wiederholter oder schwerer
Zuwiderhandlung gegen Vorschriften des Tierschutzgesetzes bestraft wurde oder aus
anderen Gründen zur Haltung oder Züchtung von Tieren unfähig ist. Wie in E. 2.3.3.
ausgeführt, kann dem Beschwerdeführer neben formellen Verstössen seit dem Jahr
2003 nur ein einziger materieller Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung
vorgeworfen werden. Unter den gegebenen Umständen ist fraglich, ob dieser Verstoss
ein generelles Tierhalteverbot gemäss Art. 23 Abs. 1 TSchG tatsächlich rechtfertigen
kann. Zwar ist nicht von der Hand zu weisen, dass dem Stier am 29. August 2008
durch das vom Beschwerdeführer nicht sofort veranlasste Hochbinden des Führstricks
unnötige Schmerzen verursacht wurden. Dies lässt sich insbesondere den in den Akten
liegenden Videoaufnahmen des AfGVS ohne weiteres entnehmen. Auch vermag vor
diesem Hintergrund die Begründung des Beschwerdeführers an Schranken, der Stier
habe nur Schmerzen erlitten, wenn er auf der Weide getrieben worden sei, nicht zu
überzeugen. So ergibt sich aus den Videoaufnahmen, dass der Stier auch beim
blossen Weiden regelmässig auf den Führstrick trat. Dennoch sind die
Voraussetzungen von Art. 23 Abs. 1 TSchG im vorliegenden Fall nicht gegeben, hat der
Beschwerdeführer doch weder in wiederholter noch in schwerwiegender Weise der
Tierschutzgesetzgebung zuwidergehandelt. Auch sind keine Gründe ersichtlich, dass er
als Inhaber eines – im übrigen von seinem Wohnsitzkanton – ausgestellten
Viehhändlerpatents grundsätzlich zur Tierhaltung unfähig wäre. Überdies wäre es mit
dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit nicht zu vereinbaren, gestützt auf den ersten,
seit der Verurteilung durch das Kreisgericht Rorschach im Jahr 2003 allenfalls
strafrechtlich relevanten materiellen Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung ein
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generelles Tierhalteverbot zu verfügen. Dieses wäre zwar zweifelsohne geeignet, den
Beschwerdeführer in Zukunft von weiteren Verstössen gegen die
Tierschutzgesetzgebung abzuhalten. Es hätte jedoch einen unverhältnismässigen und
im vorliegenden Fall nicht zu verantwortenden Eingriff in die wirtschaftliche Existenz
des Beschwerdeführers als Landwirt und Viehhändler zur Folge. Art und Schwere der
Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung rechtfertigen ein generelles
Tierhalteverbot im konkreten Fall nicht, zumal dem Beschwerdeführer der
uneingeschränkte Handel mit Tieren in der ganzen Schweiz und damit auch im Kanton
St. Gallen erlaubt ist. Ein generelles Tierhalteverbot stünde zu seiner Tätigkeit als
Viehhändler in einem massiven Widerspruch, könnte er die Tiere auch zu
Handelszwecken nicht mehr vorübergehend halten. Schliesslich wäre ihm die
Tierhaltung auf seinem Landwirtschaftsbetrieb in Wolfhalden ebenfalls nicht mehr
erlaubt, da ein von einem Kanton ausgesprochenes Tierhalteverbot gemäss Art. 23
Abs. 2 TSchG in der ganzen Schweiz gültig ist. Die tatbestandsmässigen
Voraussetzungen für ein generelles Tierhalteverbot gemäss Art. 23 TSchG sind folglich
nicht erfüllt. Den Vorbringen des Beschwerdeführers ist deshalb zu folgen und das von
der Beschwerdegegnerin verfügte und von der Vorinstanz geschützte generelle
Tierhalteverbot aufzuheben.
2.4.2. Den vorstehenden Ausführungen folgend, ist auf den Eventualantrag des
Beschwerdeführers, es sei ihm zu erlauben, seine Tiere Dritten ans Futter zu geben,
nicht näher einzugehen.
2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im konkreten Fall weder die formellen
Verstösse des Beschwerdeführers noch dessen einzelne Missachtung der materiellen
Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung ein generelles Tierhalteverbot gemäss Art.
23 Abs. 1 TSchG rechtfertigen können. Der Erlass eines generellen Tierhalteverbots
war weder recht- noch verhältnismässig, weshalb die Beschwerde gutzuheissen und
der vorinstanzliche Entscheid vom 28. Oktober 2008 aufzuheben ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist
angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist
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zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem Beschwerdeführer ist der Kostenvorschuss
von Fr. 3'000.-- zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung für das
Beschwerdeverfahren (Art. 98bis VRP). Sein Rechtsvertreter weist in der Kostennote
ein Honorar von Fr. 4'464.25 inkl. Versand-, Fernmelde- und Kopierkosten sowie
Mehrwertsteuer aus. Dieses Honorar ist tarifgemäss und angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit.
b und Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75,
abgekürzt HonO). Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Rekursverfahren
auf die Einreichung einer Kostennote verzichtet hat, ist seine Entschädigung gemäss
Art. 6 HonO ermessensweise festzusetzen. Eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- exkl.
Mehrwertsteuer ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO).
Demnach hat das Verwaltungsgericht