# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c4e44ec-5013-4eda-a14b-96491a810c2b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, hat
gemäss seinen eigenen Angaben (
Urk.
9/9/4 und
Urk.
1 S. 2)
eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen
und
war
ab
1985 in verschiedenen Betrieben
oftmals in temporären Anstellungen beschäftigt
, seit der Jahrtausendwende
hingegen
nicht mehr erwerbstätig
(
Urk. 9/8, Urk. 9/14, Urk. 9/44
,
Urk.
9/93
)
. Im Alter von vier Jahren
war
er
in
Afrika
Opfer
eine
s
Autounfall
s geworden
, bei welchem er sich eine Sprunggelenksfraktur zu
ge
zog
en hatte
(Urk. 9/4/4
).
Am
2
2.
März 2002
meldete er sich unter Hinweis auf
eine schwere Behinderung am Fuss infolge
des
Autounfalles in der Kindheit mit Wachstumsstörung und Arthrose,
auf
eine HIV-Infektion
sowie
Hepatitis
B, C
,
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 9/9)
.
Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (Urk.
9/14
) sowie medizinische (Urk.
9/15
, Urk. 9/16
) Abklärungen.
Mit Verfügung vom
10. Januar 2003
sprach sie de
m Versicherten rückwirkend ab 1
. März 2001
bei einem Inva
liditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu
(Urk. 9/
24
).
1.2
N
ach
dem die IV-Stelle die Rente des Versicherten
während eines Strafvollzugs in den Jahren 2005 und 2006
sistiert hatte (
Urk.
9/28,
Urk.
9/32), teilte sie ihm am 2
3.
November 2006 mit, dass die Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung ergeben habe und er weiterhin Anspruch auf die bisherige
ganze Rente
habe
(Urk. 9/
40
).
1.3
Im Zuge des
im
Jahr 201
0 eingeleiteten
Revisionsverfahrens
(
Urk.
9/41)
holte die IV-Stelle
unter anderem
ein
bidisziplinäres
Gutachten
(
Psychiat
rie/Rheumatologie
) ein
, welches am 6. Mär
z 2012
erstattet wurde (
Urk. 9/53).
Daraufhin
verfügte sie
am
10
. Oktober 2012
die Herabsetzung
der ganzen
auf eine halbe Invalidenrente, da sich der Gesundheitszustand des Versicherten
seit Juni 2011
verbesser
t habe und ihm
aus medizinischer Sicht
seine angestammte sowie eine angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar sei
en
(Urk. 9/65
/1
, Urk. 9/67
).
Nach
Durchführung eines weiteren
Revisionsverfahren
s
i
n den
Jahr
en
2013
und
2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 23. April 2014 mit, dass er unver
ändert Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % habe (Urk. 9/86).
1.4
Am
7. August 2017
gab
der Versicherte
der IV-Stelle bekannt, dass sich seine Gesundheit seit dem Zeitpunkt der letzten Einschätzung sehr verschlechtert habe. Er berichtete von einer verschlechterten Beweglichkeit (Fuss, Körperstellung) und damit einhergehenden Schmerzen, vor allem aber von
seit vier Jahren
rege
l
mäs
sig auftretende
n
,
sehr
starke
n
Kopfschmerzen
, die ihn jeweils für längere Zeit praktisch handlungsunfähig machen würden
,
und bat um eine entsprechende Überprüfung
des Rentenanspruchs
(Urk. 9/91).
Die IV-Stelle holte bei den behandelnden Ärzten
Berichte
ein (
Urk. 9/99, Urk.
9/102
f.
, Urk. 9/107, Urk. 9/109
f.,
Urk. 9/111/6-12
)
. Zudem
veranlasste
sie
zwei
Stellungnahme
n
des Regiona
len Ärztlichen Dienstes
(RAD)
vom 2. Juli 2018
und
9. Oktober 2018
(
Urk. 9/112/4-
6)
.
Gestützt
auf diese Abklärungen
teilte
sie
dem Versicherten
mit Vor
be
scheid vom
16. Oktober 2018
mit, dass
sich sein Gesundheitszustand nicht dauer
haft verändert habe
, weshalb das Erhöhungsgesuch abzuweisen sei
(Urk. 9/113/2).
Dagegen erhob der Versicherte am
14. November 2018,
mit Ergänzung vom
14. Dezember 2018
,
Einwand (
Urk.
9/114, Urk.
9/119
).
Die IV-Stelle holte
am 18. Dezember 2018
telefonisch
eine weitere Stellungnahme des RAD ein (Urk. 9/120/2)
und wies
hernach
m
it Verfügung
vom
3
. Januar 2019
wie ange
kündigt
das Erhöhungsgesuch ab
(Urk.
9/121
= Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 30. Januar 2019 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die Verfügung
vom 3. Januar 2019
sei aufzuheben und ihm
sei
anstatt einer halben eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen. Ferner beantragte er, die Prozesskosten seien unabhängig vom Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen. Eventualiter sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. März 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 12. März 2019 zur Kenntnis gebracht
unter Hinweis darauf
, dass über
seinen
Antrag auf unentgeltliche Prozessführung später entschieden werde (Urk. 10).
Am 1
3.
März
2020
reichte der Beschwerdeführer dem Gericht das von ihm ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit samt Beilagen ein (
Urk.
13-15), das ihm vom Gericht mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2020 zuge
stellt worden war (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.7
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – ge
wis
sermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich
auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 A
bs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner
medizinische
r
Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
damit,
dass
sich
der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
zwischenzeitlich wieder stabilisiert und gebessert habe
(
S. 1).
Sein psychischer Gesundheitszustand sei seit Jahren stabil. Bei der Kopfschmerz
problematik handle es sich nicht um eine neue Diagnose. Die erwähnte
n
Einschränkung
en
sei
en
bereits berücksichtigt und
begründe
ten
den bestehenden Invaliditätsgrad von 50 %.
Neu
sei lediglich die
Diagnose der
Femurkopfnekrose
. Diese habe
sich jedoch zwischenzeitlich wieder gebessert und stabilisiert. Eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei somit nicht ausgewie
sen
(S. 2). Deshalb habe
er
weiterhin An
spruch auf eine halbe Rente
(S.
1
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
er leide seit zirka vier bis sechs Jahren mehrmals wöchentlich an starken Kopf
schmerzen
mit Auswirkung auf seine Arbeitsfähigkeit
(S.
2
f.
).
Entgegen den Aus
führungen der Beschwerdegegnerin sei die Kopfschmerzsymptomatik
in der bisherigen medizinischen Abklärung nicht mitberücksichtig worden
.
Aus
dem
psychiatrisch-rheumatologischen Gutachten
gehe
vielmehr
hervor, dass die dort attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf die rheumatologischen Beschwerden zurück
gehe. D
er RAD-Arzt, Dr. med.
Y._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
habe sich
zudem
in seiner
Beurteilung
ausschliesslich auf die Hüftproblematik fokussiert
und die Kopfschmerzsymptomatik sowie die psychi
sche Gesundheitssituation ausser Acht gelassen
(S.
3
und 4
).
Für seine Einschät
zung
betreffend die psychische Situation
habe
der RAD-Arzt
ferner
auf den Bericht von Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
,
vom 15. März 2018, abgestellt. Diese
verfüge jedoch
– genau wie
der
RAD-Arzt
–
nicht
über einen Facharzttitel
in Psychiatrie und
Psychotherapie
und könne daher die
psychische
Situation nicht beurteilen
. Ihre Beurteilung stehe
auch
im Wider
spruch zu jener
des behandelnden Psychiaters,
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, welcher eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinige
(S. 4).
Insgesamt
habe sich seine gesundheitliche Situation stark ver
schlechtert und es liege keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
vor. Daher sei ih
m eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizi
nischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob bis zum Zeitpunkt der vorliege
nd angefochtenen Verfügung vom 3
. Januar 2019 (Urk. 2) eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes eingetreten ist, welche Anspruch auf eine höhere Rente ergibt und
ob
der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich abgeklärt wurde
.
3.
3.1
Vergleichsbasis
für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Ände
rung in den
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
Die Heranzie
hung eines Verwaltungsaktes als
Ver
gleichsbasis
setzt voraus, dass er auf denjenigen Abklärungen beruht, die in Anbe
t
racht von möglicherweise veränderten Tatsachen notwendig erscheinen. Unter einer Sachverhaltsabklärung im Sinne von BGE 133 V 108 muss eine Abklärung verstanden werden, die - wenn sie inhaltlich zu einem anderen Ergeb
nis führt - geeignet ist, eine Rentenerhöhung, -herabsetzung oder -aufhebung zu begründen (SVR 2013 IV Nr. 44 S. 134,
Urteil des Bundesgerichts
8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 6.2).
3.2
Massgeblicher zeitlicher Ausgangs
punkt
für die
Beurteilung einer
anspruchser
heblichen
Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers bildet
nach dem Gesagten hier
die Verfügung vom
10
.
Oktober 2012
,
mit welcher die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Rente per 1. Dezember 2012 (Urk. 9/67) auf eine halbe Rente herabgesetzt hatte.
Die
rentenbestätigende Mitteilung
vom 23. April 2014 (Urk. 9/86)
als Verwaltungsakt
basierte
lediglich auf
zwei
knappen Berichten der behandelnden Ärzte
,
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine
Medizin, p
sychiatrische
K
linik
C._
, Zentrum für Abhängig
keitserkrankungen
(Bericht vom 26. November
2013
,
Urk. 9/82
/5
)
sowie
Dr. med.
D._
, Leiter technische Orthopädie, Univ
ersitätsklinik
E._
(Bericht
vo
m 17. Dezember 2013,
Urk. 9/83/5 f
.)
,
sowie
der Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
Y._
vom 4. April 2014
(Urk. 9/85/3).
Diese enthalten jedoch keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und
nur
wenig
e
bis keine
konkreten Aus
sagen über die Veränderung des Gesundheitszustandes oder
der
Funktionsein
schränkungen.
Damit kann nicht angenommen werden
, dass die IV-Stelle die beiden
Berichte
für eine Rentenerhöhung hätte genügen lassen, wenn sich daraus eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben hätte (Urteil des
Bun
desgerichts 9C_213/2015 vom
5. November 2015
E. 4.
3
.3;
vgl. auch
Urteil des
Bundesgerichts 8C_527/2018 vom
1. April 2019 E. 5.1.2).
Von einer materiellen Prüfung mit recht
s
konformer Sachverhaltsabklärung kann daher
mit Blick auf die
Mitteilung vom 2
3.
April 2014
nicht die Rede sein
(vg
l. BGE 133 V 108 und Urteil des
Bundesgerichtes 8C_441/2012 E. 6.2 vom 25. Juli 2013).
4
.
4
.1
4
.1.1
Die Verfügung vom
10
.
Oktober 2012 (
Urk. 9/67
)
beruhte
im Wesentlichen auf dem
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
bidisziplinären
, rheuma
tologisch-psychiatrischen Gutachten vom 6. März 2012
(Urk. 9/53)
.
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
sowie Dr. med.
G._
, Facharzt für Rheumato
logie, P
hysikalische Medizin und Rehabi
litation,
nannten
folgende Diagnosen mit
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/53/18
f.
):
-
Chronische Sprunggelenksschmerzen rechts bei Status nach offener OSG-Luxationsfraktur 1969 nach multiplen operativen Versorgungen des rechten Sprunggelenkes
-
Sekundäre Unterschenkelatrophie rechts
-
Chronisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom mit
Becken
kammtendinosen
beidseits bei Beckenschiefstand nach rechts, rechtskon
vexer Torsionsskoliose, Beinverkürzung rechts um 4.5 Zentimeter mit Flachrücken
Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 9/53/19):
-
Periarthropathia
coxae
beidseits ohne nennenswerte degenerative Verän
derungen
-
Leichte Knieschmerzen beidseits bei beginnender medialer Gonarthrose rechts
-
Polytoxikomanie (ICD-10 F19.24, Fazit aus ICD-10 F10.25 und F11.22/24 und F14.24)
-
Emotional instabile Persönlichkeitszüge vom
Border
l
ine
-T
yp und narziss
tische Züge (ICD-10 Z73.1)
Mit Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand erklärten die Gutachter, dieser habe sich schätzungsweise seit Juni 2011 deutlich verbessert. Es bestünde keine Depression mit Krankheitswert, allenfalls eine depressive Verstimmtheit. Die Verwahrlosung sei, soweit sich dies in der Gutachtenssituation
habe
beurtei
len
lassen
, deutlich rückläufig bezi
ehungsweise habe sich gebessert.
D
er Beschwerdeführer
wirke
im Gespräch zugewandt und verantwortungsbewusst und
es seien
durchaus Ressourcen im Bereich der sozialen Kompetenz erkennbar. Er unterscheide sich diesbezüglich im klinischen Aspekt deutlich von anderen Drogenabhängigen (Urk. 9/53/20).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit führten die
Gutachter aus,
aus rheumatologi
scher Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit als KV-Angestellter eine Arbeits
unfähigkeit in der Grössenordnun
g von 50
% seit dem Jahr 200
6.
Diese könne jedoch um 10-20
%
gesteigert werden. Dementsprechend ergebe sich eine anhal
tende Arbeitsunfähigkeit von 30 % aus rheumatologischer Sicht. Da aus psychi
atrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit vorliege, bestehe insgesamt eine Arbeits
unfähigkeit von 30 %. Angesichts der Vorgeschichte und des langjährigen Verlaufs sei eine 70%ige Arbeitsfähigkeit jedoch nicht als realistisch zu betrach
ten. Eine
Arbeitsfähigkeit von 50
% im Rahmen einer beruflichen Massnahme sollte jedoch zumutbar sein (Urk. 9/53/19).
4
.1.
2
A
usgehend von dieser Beurteilung
u
nd einem Invaliditätsgrad von 50
%
(vgl.
Urk. 9/65/2
)
setzte
die Beschwerdegegnerin
die Rente des Beschwerdeführers
nach Rücksprache mit
RAD-Arzt Dr.
Y._
(Urk. 9/64/2
) mit Verfügung
vom
10.
Oktober 2012 (Urk. 9/67
)
von ei
ner ganzen auf eine halbe Rente herab.
4
.2
4
.2.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der
im
vorliegenden Revisionsverfahren
angefochtenen Verfüg
ung vom 3
. Januar 2019 (Urk. 2) lagen die folgenden
aktuellen
Berichte
vor
:
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei dem sich der Beschwerdeführer seit Anfang April 2016 in Behandlung befindet (Urk. 9/90),
hielt in seinem
Verlaufsbericht vom 19. März 2018 (Urk. 9/99)
fest,
dessen
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert
,
und führte
folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
an
(Urk. 9/99/1):
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit (ICD-10 F62.1), bestehend seit mehr als einem Jahr, in einem Ausmass, dass der Patient
auf dem freien Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsunfähig ist
-
Rezidi
vierende depressive Störung (ICD
-10 F33.8), bestehend seit mehr als einem Jahr, in einem Ausmass, dass der Patient auf dem freien Arbeits
markt zu 100 % arbeitsunfähig ist
-
Störung durch Opioide, Abhängigkeits-Syndrom (ICD-10 F11.22), gegenwärtige Teilnahme an einem ärztlich überwachten Substitutionspro
gramm, bestehend seit mehr als einem Jahr
-
Störung durch Alkohol, Abhängigkeits-Syndrom (ICD-10 F10.24), gegenwärtiger Substanzgebrauch, bestehend seit mehr als einem Jahr
-
Aktuelle somatische Diagnosen (chronische
starke
Kopfschmerzen, ortho
pädisch bedingte Schmerzen, etc.
)
Dazu hielt
Dr.
A._
fest, der Beschwerdeführer
berichte
über häufige Antriebs
hemmung, Dep
rimiertheit, Hoffnungslosigkeit,
Insuffizienzgefühle
und vermin
dertes Selbstwertgefühl. Aufgrund seiner chronischen orthopädischen Schmerzen und den teilweise anfallsartigen Kopfschmerzen fühle er sich nutzlos und minderwertig. Er könne sich in diesen Situationen nur noch ins Bett zurückziehen und seine geplanten Aktivitäten (Verrichtungen des normalen Lebens) nicht mehr durchführen. Er ziehe sich deshalb sozial immer mehr zurück, vereinsame, mache kaum noch Musik und habe eine gewisse Todessehnsucht. In diesem Zustand könne er sich teilweise nur ertragen, wenn er zum Beispiel Alkohol oder Opiate konsumiere. Insgesamt
würden anscheinend
jedoch nicht nur die genannten chronischen orthopädischen Schmerzen sowie die anfallsartigen Kopfschmerzen zu einer Störung
der Affektivität und des Antriebs führen, sondern vielmehr auch seine gesamte Lebensentwicklung. Diese hätte zu einer andauernden Persönlich
keitsänderung mit Resignation und Überforderung in der gesamten Lebenssitua
tion geführt
.
Die Aufmerksamkeit, Auffassung und Konzentration seien immer wieder stark eingeschränkt, auch wenn
sie
während der Behandlungszeit in der Regel grob kursorisch intakt erschienen. Das Denken sei formal und inhaltlich unauffällig (Urk. 9/99/1). Zudem seien leichte Zwangssymptome erkennbar. Überwertige Ideen, Ich-Störungen, Wahrnehm
ungs
- oder Sinnestäuschungen seien nicht vorhanden. Die Erinnerungs- und Merkfähigkeit
würden
grob kurso
risch ungestört
erscheinen
(Urk. 9/99/2).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
A._
fest, aufgrund der andauern
den Persönlichkeitsänderung sei der Beschwerdeführer auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht vermittelbar. Es müss
t
e
n
zuerst in kleinen Schritten über intensives Training beispielsweise die Selbstbehauptungs- und Durchhaltefähig
keit wieder erarbeitet
werden
; d
ies, damit er überhaupt
in
eine
n
geschützten Arbeitsmarkt
re
integriert werden könne (Urk. 9/99/2).
Die Prognose sei
nicht gut
(Urk. 9/99/4).
4
.2.2
Dr.
Z._
vom Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen,
C._
, hielt in ihrem Bericht vom 15. März 2018 (Urk. 9/102)
fest, im
Zeitraum seit August 2017
(Aufnahme der Behandlung
durch sie
)
habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert. Dazu nannte sie
folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/102/1)
:
-
Opioidabhängigkeitss
yndrom
, gegenwärtig substituiert/gelegentlicher Substanzgebrauch (ICD-10 F11.22/26)
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD 10 F10.25)
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach chronischer Krankheit
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode
-
Fehlstellung des rechten
oberen
Sprunggelenks, Status nach offener OSG-Luxationsfraktur
-
Kopfschmerzsyndrom, Differentialdiagnose (DD): paroxysmale
Hemikra
nie
, idiopathisch Migräne ohne Aura (KS-SS
H._
05/17)
-
Hüft
kopf
nekrose rechts, Erstdiagnose (ED) 02/18
-
Status nach Hüft-TP links (
Klinik I._
, 12/15) bei Hüftkopfnekrose
-
Mediale Gonarthrose beidseits
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie folgende fest (Urk. 9/102/1):
-
Kokainabhängigkeitssyndrom, episodisch
er Substanzgebrauch (ICD-10 F
14.26)
-
HIV-Infektion, ED 12/96
-
Chronische Hepatitis C, ED 12/96
Dazu führte sie aus, psychopathologisch
würden
eine generelle Anhedonie sowie Antriebsminderung auf
fallen
. Funktionell sei der Beschwerdeführer vor allem durch das Kopfschmerzsyndrom und die Schmerzen, welche
skelettal
bedingt seien, eingeschränkt. So könne er nur kurze Strecken gehen, sei aufgrund seiner Dekonditionierung rasch erschöpft und benötige immer wieder Pausen mit Schlaf. Zudem sei die Schlaf- und Erholungsqualität
aufgrund der Schmerzen gestört. In welchem Umfang eine angepasste Tätigkeit möglich sei, könne sie nicht beant
worten (Urk. 9/102/2). Soweit aus der Dokumentation des
Vorbehandlers
ersicht
lich, sei der psychische Zustand des Beschwerdeführers stabil auf reduziertem Niveau und dies seit Jahren. Eine deutliche Besserung sei daher nicht zu erwarten, zumal sich in den letzten Monaten eine deutliche Verschlechterung der somati
schen
Situation ergeben habe. Möglicherweise ergebe sich durch die geplante Sanierung der Hüftnekrose eine Besserung (Urk. 9/102
/
3).
4
.2.3
Dr. med.
J._
, leitende Oberärztin für Orthopädie
,
Klinik I._
,
erklärte in ihrem Bericht vom 20. April 2018 (Urk. 9/103), der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich verschlechtert
,
und fügte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (Urk. 9/103/1):
-
Verdacht auf
Femurkopfnekrose
rechts, Statu
s
nach Hüft-TP links MIS vom 7. Dezember 2015 (Hauptdiagnose)
-
Brennende Oberschenkelschmerzen rechts nach subkutaner
Thrombosenprophylaxe
-Therapie
-
Status nach Drogenabusus (unter
Sevre
-Long 600
mg, Nebendiagnose)
-
HIV-positiv seit 1996, intermittierend nach antiretroviraler Therapie, aktuelle Viruslast unbekannt (Nebendiagnose)
-
C2-Konsum (Nebendiagnose)
-
Zwei Päckchen Zigaretten am Tag (Nebendiagnose)
Betreffend die Arbeitsfähigkeit führte Dr.
J._
aus, aktuell seien aus rein ortho
pädischer Sicht bei vorhandener
Femurkopfnekrose
und Schmerzen in Ruhe als auch in der Nacht selbst angepasste Tätigkeiten schwierig. Es sei der weitere Verlauf abzuwarten. Ferner fügte
sie
an, aufgrund der Stockentlastung könne der Beschwerdeführer keine wesentlichen Arbeiten verrichten
, weshalb angepasste Tätigkeiten für den Moment entfielen
(Urk. 9/103/2).
4
.2.4
Dr. med.
Dr. Sc.
Nat.
K._
, Assistenzarzt, Neurologische Klinik, Universitätsspi
tal
H._
, hielt in seinem Bericht
vom 22. Mai 2018 (Urk. 9/107
/1-6
)
als
(Verdachts-) Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Clusterkopfschmerz
en
, Erstmanifestation (EM) 2012 fest. Als Diagnose ohne Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
die
(
Verdacht
-) Diagnose
des
Medi
ka
mentenübergebrauchskopfschmerz
es
,
Erstmanifestation
Juni 2017 (Urk. 9/107/3).
Dem beigelegten Sprechstundenbericht vom
14. Mai 2018 (Urk. 9/107/7-10)
von Dr.
K._
sowie Dr. med.
L._
, Oberärztin,
lässt sich
weiter
entnehmen, dass
sich
der Neurostatus des Beschwerdeführers regelrecht gestaltete (Urk. 9/107/9 f.).
B
ei
der Verdachtsdiagnose Clusterk
opfschmerz
handle es sich
um episodisch stechende Kopfschmerzen frontotemporal und maxillar links. Diese
dauerten
bei der Einnahme von I
b
uprofen 30-120 Minuten an. Es bestehe keine Übelkeit, kein Erbrechen, diskrete
Photo
- sowie Phonophobie, ohne Verstärkung durch körper
liche Belastung. Aktuell trete der Kopfschmerz an drei Tagen pro Woche auf, die Intensität sei weiterhin erniedrigt (NRS 5-6/10, Urk. 9/107/7).
Die
Aufdosierung
der Medikation habe zu einer Besserung der Kopfschmerzen geführt,
habe
jedoch aufgrund der
Nebenwirkungen wieder niedriger dosiert
werden müssen
. Unter dieser Dosierung komme es zu der genannten Ausprägung der Kopfschmerzen. Als weitere Therapiemassnahme w
ü
rde
n
die
Eindosierung
von
Topamax
sowie die Inhalation von Sauerstoff vorgesehen. Eine Verlaufskontrolle sei in drei Monaten geplant (Urk. 9/107/10).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit erklärte Dr.
K._
, die Frage nach der Zumut
barkeit der bisherigen Tätigkeit könne er nicht beantworten. Inwiefern eine angepasste Tätigkeit zumutbar sei, sei von den aktuellen therapeutischen Mass
nahmen abhängig (Urk. 9/107/5).
4
.2.5
Mit Bericht vom 26
. Juli 2018 (Urk. 9/111/6-7) führte Dr. med.
M._
, Leitender Arzt Orthopädie,
Klinik I._
, im
W
esentlichen dieselben Diagnosen
wie Dr.
J._
auf (E.
4
.2.3) und hielt betreffend die
Femurkopfnekrose
rechts fest, der Beschwerdeführer habe dank der Physiotherapie starke Fortschritte gemacht. Er habe nur noch bei seitlichen Bewegungen der Hüfte Schmerzen. Die Hausärztin habe ihm dagegen morphinhaltige Tropfen verschrieben (Urk. 9/111/6). Bei aktu
ell fehlendem Leidensdruck und kompensierter Situation könne mit einer Hüft-TP-
Operation
zugewartet werden. Der Beschwerdeführer melde sich bei Bedarf wieder (Urk. 9/111/7).
4
.2.6
Die RAD-Ärzte,
Dr.
Y._
sowie Dr. med.
N._
, Facharzt für Orthopädie,
hielt
en
mit Stellungnahme vom 9. Oktober 2018 und unter Bezugnahme auf den Bericht der
Klinik I._
vom
28. Juli 2018 (E.
4
.2.5) fest, der Gesundheits
zustand
des Beschwerdeführers
habe sich zwischenzeitlich wieder gebessert und stabilisiert. Eine massgebliche dauerhafte Veränderung sei in den Unterlagen nicht mehr ausgewiesen (Urk. 9/112/6).
4
.2.7
Der Aktennotiz der Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin vom 18. Dezember 2018 (Urk. 9/120/2) ist zu entnehmen, dass diese auf entsprechenden Einwand im
Vorbescheidverfahren
hin
(Urk. 9/119)
nochmals
telefonisch
mit
RAD-Arzt
Dr.
Y._
Rücksprache nahm.
In der Folge hielt sie fest
, der psychische Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers sei seit Jahren stabil.
Bei den
Kopfschmerzen handle
es
sich
mit Blick
auf den Bericht von
Dr.
K._
vom 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
9/107/7-10)
nicht um eine neue Diagnose
.
Die vom Beschwerdeführer erwähnten Diagnosen seien daher bereits in der halben Rente berücksichtigt. Bei der massgeblichen Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
handle es sich um
die
Femurkopfnekrose
der Hü
fte, welche sich gemäss letztem
Bericht der
Klinik I._
(E.
4
.2.5) jedoch wieder stabilisiert und verbessert habe. Eine dauerhafte Veränderung des Gesundheitszustandes sei daher nicht ausgewiesen (Urk. 9/120/2).
5
.
5
.1
Betreffend den aktuellen psychischen Gesundheitszustand
enthalten die
Akten die Einschätzung von Dr.
A._
(Urk. 9/99),
von
RAD-Arzt Dr.
Y._
(Urk. 9/120/2) sowie jene von Dr.
Z._
(Urk. 9/102)
.
5
.2
5
.2.1
Dr.
A._
hielt in seinem Bericht vom 19. März 2018 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
fest
und führte diesbezüglich hauptsächlich die Diagnosen der rezidivierenden depressiven Störung (ICD-19 F33.8) sowie die andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit (ICD-10 F62.1) an
, welche dazu führen würden, dass der Beschwerdeführer auf dem freien Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsunfähig sei
(Urk. 9/99/1)
.
Vorliegend kann
jedoch
nicht unbesehen und allein auf die Angaben des behandelnden Psychiaters abgestellt werden.
Die behandelnden Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicher
ten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzent
rieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforde
rungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde
Fach
ärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1).
Ferner hat gemäss der Re
chtsprechung des Bundesgerichts
für sämtliche psychi
atrischen Erkrankungen unabhängig von der diagnostischen Ei
nordnung bei psychischen Leiden in der Regel eine umfassende Prüfung anhand der
Standar
d
indikatoren
zu erf
olgen (
BGE
143 V 418
). Eine
Indikatoren
prüfung
erwei
st sich jedoch gestützt auf
den vorliegenden Bericht
als nicht möglich.
5
.2.2
Nach telefonischer Rücksprache mit
RAD-Arzt
Dr.
Y._
hielt die
Kundenbera
terin der Beschwerdegegnerin
am
18. Dezember 2018
fest,
de
r
psychische Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers sei
seit Jahren stabil (Urk. 9/120/2).
Zunächst gilt es hierbei jedoch zu beachten, dass eine
formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche oder telefonische Auskunft nach der Rechtsprechung nur insoweit ein zulässiges und taugliches Beweismittel darstellt, als damit blosse Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festge
stellt werden. Dagegen kommt grundsätzlich nur die F
orm einer schriftlichen Anfrage
und
Auskunft in Betracht, wenn Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhaltes einzuholen sind (BGE 117 V 285 E. 4c
mit Hinweis).
Hält ein Mitarbeiter eines Versicherers den Inhalt eines Telefonge
sprächs schriftlich fest und bestätigt die befragte Person mit ihrer Unterschrift ausdrücklich, dass die Wiedergabe des Gesprächs korrekt ist, ist diesem Schrift
stück unter Umständen Beweiswert zuzuerkenn
en (Urteil des Bundesgerichts U
11/07 vom 27. Februar 2008 mit Hinweis). Ein
solcher ist auch mit Blick auf Art. 43
Abs. 1 ATSG gegeben (Urteil des Bundesgerichts I 661/05 vom 23. Juli 2007 E. 6.2.2).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
vorwiegend
auf die Einsch
ätzung des RAD. Da die
telefonisch eingeholte
Auskunft
von Dr.
Y._
zum psychischen Gesundheit
szustand
wesentliche Punkte des rechtserheblichen Sachver
halts beschlägt, aber von diesem
nicht unterschriftlich bestätigt
wurde, kann auf die Aktennotiz vom 18. Dezember 2018 (Urk. 9/120/2)
vorliegend nicht abgestellt werden
.
Wie der Beschwerdeführer zutreffend festhält (Urk. 1 S. 4)
,
gilt es ausserdem mit
Bezug auf die Beurteilung von Dr.
Y._
zu beachten, dass dieser Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie ist, jedoch nicht über einen Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie verfügt.
Zudem fehlt eine hinreichende Ausei
nandersetzung mit der anderslautenden Beurteilung von Dr.
A._
, welcher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(Urk. 9/99/1).
Die
für den Beweiswert von medizinischen Beurteilungen massgebenden Kriterien
sind daher
ebenfalls
nicht erfül
lt, womit die
Einschätzung von Dr.
Y._
keine abschliessende Beur
teilung
einer allfälligen Verschlechterung der
psychischen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zulässt.
5
.2.
3
Dasselbe
gilt für
die Einschätzung von
Dr.
Z._
, welche den Gesundheitszustand
in ihrem Bericht vom 15. März 2018
als «stabil auf reduziertem Niveau» bezeich
nete (Urk. 9/102/3). Ihre Kompetenz als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin zur Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes
ist
ebenfalls
beschränkt
.
Des Weiteren w
ies
sie im genannten Bericht darauf hin, dass sich ihre Beurteilung lediglich auf den Zeitraum seit der Übernahme der Behandlung im August 2017
beziehe
(Urk. 9/102/1). Bei ihrer Beurteilung hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes
stützte sie sich
denn auch
ausschliesslich auf die Doku
mentation des
Vorbehandl
ers
,
Dr.
B._
,
ebenfalls
Facharzt für Allgemein
me
dizin
(
Urk. 9/102/3,
vgl. Urk. 9/82/5)
. Eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers fand nicht statt.
Im Widerspruch zur Aussage, der psychische Zustand sei stabil, h
ielt
sie neu
eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig leichtgradige Episode
sowie eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach chronischer Krankheit
, als Diagnose
n
mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfä
higkeit fest
(Urk. 9/102/1). Genaue Aussagen zu einer allfällig psychisch beding
ten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit enthält der Bericht jedoch nicht (Urk. 9/102/2)
, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
5
.2.
4
Demnach erweist sich der
Verlauf des
psychische
n
Gesundheitszustand
es seit 2012
– bei einer im Raum stehenden Verschlechterung
(vgl. E.
5
.2.1) –
als unge
nügend abgeklärt.
Insbesondere lässt sich mangels anderweitiger fachärztlicher Beurteilungen nicht abschliessend klären, ob es sich bei der Einschätzung durch Dr.
A._
allenfalls
lediglich um eine
– nicht zur materiellen Revision berech
tigende – abweichende medizinische Einschätzung eines im Wesentlichen unver
änderten Sachverhalts
im Vergleich zur Beurteilung im Jahr 2012
handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.1).
Zu
berück
sichtigen ist ferner, dass
gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 145 V 215)
bei
fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Abhängigkeitssyndro
men beziehungsweise Substanzkonsumstörungen ebenfalls ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 durchzuführen ist
(BGE 143 V 418 E. 6)
.
5
.3
Auch mit Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand erweisen sich die Akten der Beschwerdegegnerin als ergänzungsbedürftig.
Insbesondere b
etreffend
die
neurologische Situation ist festzuhalten, dass
Dr.
K._
von
der Klinik für Neu
rologie,
H._
,
in seinem Bericht vom 22. Mai 2018
den Verdacht auf chronische Clusterkopfschmerzen
,
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festhielt (Urk. 9/107/3)
. Mithin bleibt die diagnostische Einordnung der Kopf
schmerzen unklar
. Mit
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
(in angepasster Tätigkeit)
äusserte er sich dahingehen
d
, dass diese von den aktuellen therapeutischen Massnahmen abhängen würde (Urk. 9/107/5).
Wie diese verlaufen sind, ist den Akten nicht zu entnehmen. Auch der Umstand
, dass die Kopfschmerzproblematik
gemäss dem genannten Bericht
offenbar bereits seit dem Jahr 2012 (Urk. 9/107/5)
, oder – wie der Beschwerdeführer behauptet –
seit vier bis sechs Jahren (Urk. 1 S. 3)
besteht
, ändert daran nichts. Denn
eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt nach der Rechtsprechung auch vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (
vgl. E. 1.4)
.
Dafür spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Kopfschmerzen seit Mitte 2016 vermehrt gegenüber Dr.
A._
erwähnt hatte (Urk. 9/90). Auch Dr.
Z._
mass dem
Kopf
schmerzsyndrom
Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
bei
und hielt fest, der Beschwerdeführer sei
dadurch
eingeschränkt (Urk. 9/102/1 f.).
Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin jedenfalls, wenn sie behauptet, die gesund
heitlichen Einschränkungen durch die Kopfschmerzproblematik begründe unter anderem den bestehenden Invaliditätsgrad von 50 % (Urk. 2 S. 2). Denn wie der Beschwerdeführer
richtigerweise vorbringt (Urk. 1 S. 3),
war
die am 6. März 2012 gutachterlich eingeschätzte Arbeitsunfähigkeit
von 50 % auf
seine
rheumatolo
gische
n Beschwerden
zurückzuführen (Urk. 9/53/19). Die Kopfschmerzsympto
matik wird dort nicht erwähnt.
Mit Bezug auf die orthopädischen Beschwerden ist festzuhalten, dass
die behan
delnden
Ärzte der
Klinik
I._
im
Bericht vom 20. April 2018 noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes statuierten und den Beschwerdefüh
rer auch
in
Bezug auf angepasste Tätigkeiten als arbeitsun
fähig einschätzten (Urk. 9/103/
1 f.). Demgegenüber erklärten sie mit Bericht vom
26. Juli 2018
,
er
habe
dank der Physiotherapie sehr starke Fortschritte erzielen
können
und
es bestehe
aktuell
kein Leidensdruck (Urk. 9/111/
6 f.).
Eine
aktuelle
Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit enthält der Bericht vom 26. Juli 2018
aber
nicht,
wobei allerdings
angesichts der konsolidierten Situation
fraglich ist, ob
von einer wesentlichen Verschlechterung aus orthopädischer Sicht
gesprochen werden kann
.
6
.
6
.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6
.2
Zusammengefasst kann
gestützt auf die
vorliegenden Akten nicht
zuverlässig
und
widerspruchsfrei beurteilt
werde
n, ob im massgeblichen
Vergleichszeitraum
eine anspruchsrelevan
te Veränderung
des Gesundheitszustands des Beschwerdefüh
rers
eingetreten ist
,
da der
e
ntscheid
erhebliche
medizinische
Sachverhalt
in
psy
chischer und somatischer
Hins
icht ungenügend abgeklärt wurde
.
Die angefoch
tene Verfügung ist deshalb aufzuheben und die Sache an die Bes
chwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie
die
Frage nach einer
im invalidenversicherungsrecht
lichen Sinne erheblichen
Veränderung des Gesundheitsschadens seit Erlass der
Verfügung vom
10.
Oktober 2012
nach der Vornahme von entsprechenden
poly
disziplinären
medizinischen Sachverhaltsabklärungen
neu
prüfe
und anschlies
send über den Rente
nanspruch des Beschwerdeführers
neu verfüge.
Die
Beschwerde
ist daher im Sinne des Eventualantrags
des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. 1)
gutzuh
eissen
.
7
.
7.1
Gemäss
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Kosten sind ermessensweise a
uf Fr. 7
00.
--
festzusetzen
und
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Damit wird das
Gesuch um
unentgeltlich
e Prozessführung
gegenstands
los
.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Nach Massgabe dieser Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr.
1’
2
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) als angemessen.