# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6db164e-cf36-43c8-8564-88f530c2ad10
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, war
als
Arbeitslose
bei der Suva gegen die
Folgen von Un
fall obligatorisch versichert, als sie sich am
1.
Mai 20
19
sitzend die
Haare föhnte, die Stuhllehne brach, sie nach hinten
kippte und mit dem Hinter
kopf auf
die
Steinflies
en
am Boden
prallte
(
Urk.
8/1/2)
. In der Erstkon
sul
tation
am Folgetag berichtete
sie
dem
Hausarzt
über Kopf- und Nacken
schmer
zen, Schwindel, Übel
keit und Schlafstörung
(vgl.
Urk.
8/41
/2
)
. Im weiteren Ver
lauf klagte sie über diverse
zusätzliche
Beschwerden
wie Tinnitus, Gangunsicher
heit, Photophobie, Phonophobie, Erschöpfung und kognitive Einbussen
(vgl.
Urk.
8/7)
.
1.2
Die Suva übernahm
zunächst
die Heilkosten und erbrachte Taggeldleistungen
(
Urk.
8/2)
. Nachdem die Versicherte am
1.
November 2019
eine Stelle als Biblio
thekarin mit einem Arbeitspensum von
80
%
angetreten hatte
(
Urk.
8/47), infor
mierte die Suva
sie
am
4.
Dezember 2019 schriftlich,
dass man davon ausgehe, sie sei seit
dem 1.
November 2019 voll arbeitsfähig (
Urk.
8/48).
Mit
Verfügung vom
6.
Januar 2020
stellte
die Suva
die Leistungen
so
dann
mangels Vorliegen
s
adä
quater Unfallfolgen per
3
1.
Januar
2020
ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder
einer
Integri
tätsentschädigung (
Urk.
8/57
).
Die von der Versicherten
am
5.
Februar 2020
da
gegen
erhobene (
Urk.
8/65
) und am
3
0.
Juni 2020
ergänzte (
Urk.
8/73
) Einsprache wies die Suva
mit Entscheid vom
2
7.
Oktober 2020
ab und entzog einer allfälligen Beschwerde
d
ie aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
In der Zwischenzeit
nahm
die Versicherte
vom
7.
September bis
3.
Oktober 2020 eine stationäre Rehabilitation
wahr
(
Urk.
3/5).
2.
Mit Eingabe vom 3
0.
November 2020 (Urk. 1; Beilagen
Urk.
3/3-5) erhob die Ver
sicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Wyss, Beschwerde g
egen
den Ein
spra
che
entscheid
vom 2
7.
Oktober 2020
mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heil
be
handlung zuzusprechen
; unter Entschädigungsfolge
zulasten der Suva
(
Urk.
1 S. 2).
Letztere
schloss mit Beschwerdea
ntwort vom
7.
Januar 2021 (Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2). Das Sozialversicherungsgericht des
Kan
tons Züric
h ordnete mit Verfügung vom 25.
Januar 2021 einen zweiten Schrif
ten
wechsel an (
Urk.
9).
In
der
fristgerecht
eingereichten
(
Urk.
11 und 12)
Replik vom 1
9.
Mai 2021
(
Urk.
13
; Beilage
Urk.
14/6)
und
Duplik vom 1
1.
Juni 2021 (
Urk.
17
S. 3
)
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Die Duplik wurde der Versi
cherten mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr ein Taggeld zu (
Art.
16
Abs.
1 UVG). Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente
, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat
(
Art.
18
Abs.
1 UVG). Nach
Art.
24
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person
überdies Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durc
h den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Der Unfallversicherer haftet für einen Gesund
heits
schaden jedoch nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts
8C_834
/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1).
1.
2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall
dann
unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen
(Taggeld, Heilbehandlung)
und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge
sund
heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
527
/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hin
wei
sen
).
Dem Rentenbezüger
bzw. der Rentenbezügerin
werden Heilbehandlungs
leistungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraus
set
zun
gen ausgerichtet.
In
vorstehend umschriebenem
Zeitpunkt ist der Unfall
ver
siche
rer
ferner
befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (
vgl.
Urteil des Bundes
ge
richts
8C_377
/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil
8C
_
674
/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
2.
2.1
Die
Suva
erwog, es
fänden sich
keine
organisch
objektivierbaren Unfallfolgen
.
Bildgebend hätten sich
weder ein organisches Psychosyndrom
nach Schädelhirn
trauma
noch eine posttraumatische Veränderung der Ha
lswirbelsäule
(HWS)
be
stätig
en lassen
(
Urk.
2 E.
2a
;
Urk.
7
Ziff.
1
0 f.
)
; eine solche sei
auch
nie anerkannt worden
(
Urk.
17
Ziff.
6).
Bei Diskushernien werde die Unfallkausalität nur
unter
besonderen,
hier
nicht erfüllten Voraussetzungen
bejaht
.
T
raumatische Verschlim
me
rungen eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbel
säule
würden
rechtsprechungsgemäss in der Regel
nach sechs bis neun
, s
pätestens
aber nach
zwölf
Monaten als abgeschlossen betrachte
t
(
Urk.
7
Ziff.
11).
Eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
sei nicht
mehr zu erwarten
gewesen
.
Prof
.
Y._
habe keine (auffälligen) Befunde erhoben.
Auf
seine
fach
fremde
n
Behandlungse
mpfehlungen ohne Prognose könne nicht abgestellt wer
den. Dr.
Z._
habe nach mehreren Serien Physiotherapie nur eine leichte
Be
schwerdeb
esserung festgestellt
, wobei die Versicherte
die Übungen inzwischen
eigenverantwortlich
durchführen können sollte
.
Fehl gehe d
er allfällige Einwand, es sei nach dem Fallabschluss noch eine gesundheitliche Verbesserung erzielt worden, da
die Frage prospektiv zu beurteilen sei
.
Die
Entlassung aus
der statio
nären Rehabilitation in gebessertem Allgemeinzustand
lasse
ferner
nicht auf eine
wesentliche Besserung der unfallbedingten Beschwerden schliessen
. Ebenso wenig
gehe eine solche aus dem Bericht von D
r.
Z._
vom 2
0.
Juli 2020 hervor
(
Urk.
2 E.
2b
;
Urk.
7
Ziff.
5-6 und 8-9
;
Urk.
17
Ziff.
1
, 3 und 5
).
Aufgrund
der
Abknickbewegung der
HWS
sei die Adäquanz
in
Anwendung der Kriterien nach BGE 117 V 366 zu prüfen.
Ohne Rissquetschwunde und Bewusst
losigkeit sei der Unfall höchstens als mittelschwer an der Grenze zu leicht einzu
stufen.
Die 172 cm grosse Beschwerdeführerin sei
wahrscheinlich
zuerst mit Ge
säss, Rücken und Schulter aufgeprallt
;
eine Abschätzung der Kräfte
anhand
des augenfälligen Geschehensablauf
s
genüge
.
Sämtliche
K
riterien
seien
zu verne
inen
–
an
gesichts
d
er Arbeitstätigkeit vorab
die Kriterien «erhebliche Beschwerden» und «erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen» (
Urk.
2 E.
2c
und
3
;
Urk.
7
Ziff.
12
;
Urk.
17
Ziff.
8
).
2.2
Die Beschwerdeführerin
monierte
,
die
Suva
habe
sich
nicht
genüg
en
d mit
der
Rüge der verfrühten Adä
quanzprüfung auseinandergesetzt
(
Urk.
1
Ziff.
27). B
ei
weiteren Heilbehandlungen, wie Physiotherapie, sei mit einer wese
n
tlichen
ge
sund
heitlichen Besserung
zu rechnen
, was sich nicht allein
nach der Arbeits
fä
higkeit
beurteile. Dabei habe s
ie das
(unter
B
erücksichtigung der Ausbildung) zuvor ausgeübte und
wieder
angestrebte Vollzeitpensum noch nicht erreicht
(Urk.
1
Ziff.
13-16 und
19-21).
Es seien
eine
Besserung
p
rognostiziert
,
man
n
ig
fache Behandlungsoptionen ins Auge gefasst und mit der station
ä
ren Rehabili
t
a
tion umgesetzt
worden
(U
rk.
1
Ziff.
27).
Ansonsten hätte die Suva die Behandler nach der Prognose fragen müssen (
Urk.
13
Ziff.
39). Die späteren Berichte seien relevant, soweit sie Aufschluss
über
den Z
ustand im
entscheidwesentlichen
Moment
g
ä
ben
(
Urk.
13
Ziff.
37).
Prof
.
Y._
habe mittels Fragebogen einen
dekompensierten
Tinnitus erhoben
, der
auf die unfallbedingte Verspannung de
r
Halsmuskulatur zurückzuführen
sei
.
V
orübergehende Leistungen
seien
geschul
det,
solange
Physiotherapie
nötig
sei und da
mit
die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden könne (
Urk.
13
Ziff.
32).
In diesem Sinne habe sie ihr
P
ensum
auf 80
%
erhöhen können
(
Urk.
13
Ziff.
33).
Es stehe der
Suva
frei, ihr eine Schadenmin
derungspflicht aufzuerlegen
, jedoch
seien
auch passive physiotherap
eutische Massnahmen nötig (Urk.
13
Ziff.
35).
Nicht nachvollziehbar sei
, da
s
s bei muskulären Funktionsstörungen in der versi
che
rungsinternen Beurteilung
ein Schädel-Hirn-Trauma und organische Unfall
fol
gen verneint würden. Die Unfallkausalität der
Bandscheibenprotrusion
sei zumindest abklärungs
bedürftig (
Urk.
1
Ziff.
23-26).
Da die Beschwerden aner
kannt worden seien, habe die
Suva
den Eintritt des
status
quo sine oder quo ante
zu beweisen (
Urk.
1
Ziff.
40).
Der
direkte
Kopfanprall aus 1,5 m
Höhe
auf den Steinboden sei als mittelschwerer Umfall im mittleren Bereich zu qualifizieren
.
Der von der Suva vermutete Un
fall
hergang sei ohne Beleg;
diese
hätte
ein mechanisches Gutachten einholen
müs
sen
. Im Übrigen
sei sie gewippt und es gebe Zeugen f
ür den Unfallhergang.
D
ie
Kriteri
en
der
«
erheblichen Beschwerden
»
und «Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wie
sener Anstrengungen» seien gegeben.
Die berufliche
Integration
sei ihr wichtig
,
weshalb sie
mit Schmerzmedikation über ihre eigentliche Leistungsfähigkeit von 60
%
hinaus
gehe
(
Urk.
1
Ziff.
19 und
28
;
Urk.
13
Ziff.
42
).
3.
3.1
Die Rechtmässigkeit des Fallabschlusses beurteilt sich
vorliegend
– da keine Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung zur Diskussion stehen – da
nach, ob von einer Fortsetzung der spezifischen ärztliche
n
Behandlung der un
fallbedingte
n Beschwerden über den 3
1.
Januar 2020 hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG
zu erwar
ten war.
Ob
noch mit einer namhaften gesundheitlichen Besserung zu rechnen ist
, bestimmt
sich
gemäss der Rechtsprechung
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbe
dingt beeinträchtigt ist. Die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung muss ins Gewicht fallen (BGE
134 V 109 E. 4.3). Eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung verleiht keinen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen
beur
teilt werden. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst wer
den (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_44
/2021
vom
5.
März 2021 E.
5.2 mit weiteren Hinweisen
).
3.
2
Der Beschwerdeführerin ist insoweit beizupflichten, als nach der Rechtsprechung die
Überprüfung der prospektiven Festsetzung der Arbeitsfähigkeit ex
post
zu
läs
sig
ist
, wenn bis zu dem für die richterliche Überprüfung massgebenden Zeit
punkt des angefochtenen Einspracheentscheides (BGE 129 V 167 E. 1) eine
sach
verhalt
liche
Grundlage für eine zuverlässige Beurteilung besteht (obgenanntes Bundes
gerichtsurteil
8C_44
/2021 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen).
Es kann ins
be
sondere
geltend gemacht werden, die Prognose habe sich aufgrund der tatsäch
lichen Ent
wicklung als falsch erwiesen (vgl. Urteil des B
undesgerichts
8C_949
/2009
vom 2
8.
April 2010
E. 9.2).
Zudem
setzt
die
hier
im Fokus stehende
Heilbehandlung gemäss Art.
10 UVG
eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit
, nicht aber eine
Arbeitsunfähigkeit vor
aus.
Die
Leistungseinstellung lässt sich
also
nicht allein damit begründen, dass die Arbeitsfähigkeit durch
die
verbliebenen unfallbedingten Einschrän
kungen nicht (mehr) beeinträchtigt ist
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_354
/2014 vom 10.
Juli 2014 E. 3.2
)
, oder anders formuliert, es
handelt sich bei der
zu erwar
ten
den Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
nicht um ein exklu
sives Beurteilungskriterium. Selbst eine ärztlich bescheinigte vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vermag einen Anspruch auf Fort
setzung der ärztlichen Behandlung nicht a
usz
uschliessen
(vgl.
Urteil des Bundes
gerichts
8C_620
/2020 vom 3. Februar 2021 E. 2.4 mit Hinweisen).
3.3
Eine von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang in formeller Hinsicht gerügte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör respektive der Begrün
dungspflicht (vgl.
Urk.
1
Ziff.
27) liegt nicht vor, nachdem ihr eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids durchaus möglich
war
. Die Suva hatte
im angefoch
tenen Einspracheentscheid
E.
2b
hinreichend erläutert, dass in keinem der Arzt
berichte eine namhafte gesundheitliche Besserung prognostiziert worden war und trotz der bisherigen Physiotherapien nur eine leichte gesundheitliche Besserung eingetreten war. Damit beschränkte sie sich in zulässiger Weise auf die
entscheid
wesentlichen
Gesichtspunkte (vgl. BGE 124 V 180 E
1a
;
BGE 142 III 433 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Zudem setzte sie sich in der Beschwerdeantwort eingehend mit den einzelnen Arztberichten bzw. Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinan
der (vgl.
Urk.
7), wozu letztere alsdann in der Replik Stellung nahm (vgl.
Urk.
13). Eine allfällige Gehörsverletzung könnte somit als geheilt gelten, zumal das
Sozial
versicherungsgericht den Sachverhalt frei überprüfen kann und die Rück
weisung ein formalistischer Leerlauf wäre (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1; 137 I 195 E. 2.3.2).
4.
4.1
Dem
B
ericht des
A._
vom 13. Dezember 2019
ist zu entnehmen, die
Kopf- und Nackenschmerzen
der Beschwer
d
eführerin hätten sich
seit
dem beruflich
en
Wiedereinstieg
akzentuiert
.
Dies sei
nach einem längeren Arbeitsausfall nicht un
üblich
. Man habe
sie
motiviert weiterzuarbeiten
und
mit
ihr
mögliche therapeuti
sche Massnahmen
besprochen
(Schwerpunkt Entspannung
mit
regelmäs
sigen Nackenlockerungsübungen,
Atemübungen
und
Pausen wäh
rend der Arbeit
sowie
ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung inkl. Stehpult falls möglich; daneben regelmässig
e
muskuloske
let
t
al
-fokus
sierte Physiotherapie).
Sie
sei
auch
nochmals auf die Empfehlung der Kollegen zur psychotherapeu
tischen/
psychiatrischen Behandlung angesprochen worden
, zeige sich
diesbezügl
ich wei
ter
hin nicht zugänglich.
Zusammenfassend habe man aus neurologischer Sicht nach zwei multimodalen Therapieblöcken hinsichtlich der Balancestörung eine verbesserte und nun stabile Situation erreicht. Auch die Nacken- und Kopf
schmerzsituation habe sich bis Ende Oktober verbessert. Man sei zuversichtlich, dass durch Umset
zen obiger Massnahmen und vorübergehend engere physio
the
rapeutische Stüt
zung die aktuelle Situation angegangen werden könne bzw. sich die Situation im Verlauf erneut stabilisiere. Entsprechend habe man abgemacht, die Behandlungen
am
A._
abzuschliessen (
Urk.
8/62/2 f.).
4.2
Ein dritter multimodaler Therapieblock wurde seitens
der Spezialisten des
A._
somit
nicht als erforder
lich und zweckmässig beurteilt.
Vielmehr
schlossen diese die
Behandlung
ab und betonten, bis im Herbst 2019 einen stabilen Gesund
heits
zustand erreicht zu haben
.
Be
reits im Verlaufsbericht vom 2.
J
uli 2019
war der Beschwerdeführer
in
seitens
der Spezialisten des
A._
nach umfangreichen Abklärungen
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden, wobei das Arbeitspen
sum beginnend mit 25
%
ab Mitte Juli 2019 monatlich um 25
%
hätte gesteigert werden sollen (vgl.
Urk.
8/11/6). Eine Beschwerdebesserung
bis Herbst 2019
bestätigte
auch
Prof.
Dr.
med.
Y._
,
Leitende
r
Arzt der Klinik für Ohre
n
-, Nasen-, Hals
-
und Gesichtschirurgie des
B._
,
im
Bericht vom
8.
Oktober 2019 (
im Detail vgl.
E.
4.
4
)
. Gleiches gilt für den Hausarzt und
Allgemeinmediziner
Dr.
med.
Z._
i
n seinem
Bericht vom 29.
August 2019
(vgl.
Urk.
8/26/1)
, auch wenn er der
schon vor dem Unfall
arbeitslosen Beschwer
deführerin
wohlwollend
bis zum Antritt einer neuen
Stelle weiterhin
eine
volle Arbeitsunfähigkeit
attes
tierte
(vgl. Urk.
8/26/1
und 8/45/3
).
Die tatsächliche
berufliche
Reintegration
erfolgte
im November 2019 in eine der Ausbildung entsprechende Tätigkeit
mit einem Arbeitspensum von sogleich
80
%. Nach Angaben der Beschwerdeführerin führte dies
z
u einer
Beschwerdezunahme
. Die
Spezialisten des
A._
sahen
die
Akzentuierung der
Beschwerden allerdings
vorderhand in
der längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt begründet.
Sie
ge
langten zur Auffassung, der Gesundheitszustand könne
bereits
durch
verschie
dene
Entspannungselemente
im Arbeitsalltag
und kurzfristig engmaschigere phy
siotherapeutische
Sitzungen
wieder stabilis
i
ert
werden
;
eine
psychotherapeu
ti
sche/
psychiatrische Behandlung
wurde
angesprochen, aber hierfür offenbar
nicht
als zwingend erachtet
.
Die vorgeschlagenen Massnahmen
sollten somit
letztlich
der Aufrechterhaltung des
im Herbst 2019
bereits erreichten
, stabilen
Gesund
heits
zustandes
dienen
.
Inwiefern die
se
zu Beginn der Arbeitsaufnahme
umgesetzt wurden, erscheint fraglich, zumal die jüngste aktenkundige Verordnung für neun Sitzungen Physio
therapie vom 1
4.
Oktober 2019 datiert (vgl.
Urk.
8/51) und
Dr.
Z._
im Schrei
ben vom 1
8.
März 2020 ausführte, die Beschwerdeführerin werde die physiothe
rapeu
tischen Sitzungen
wieder aufnehmen
und begebe sich auch in psychothe
ra
peu
tische Behandlung (vgl. Urk. 8/70).
Eine vorübergehende Reduktion des Arbeits
pensums, e
ine leistungsbedingte Lohneinbusse
im ausgeübten Pensum
bzw. ein Soziallohn
oder
ein gescheiterter
Arbeitsv
ersuch in einem Vollzeitpen
sum
sind nicht
dokumentiert.
In Anbetracht all dessen
erweist sich der Fallab
schluss per 31. Januar 2020 als rechtens.
4.
3
Die
Stellungnahme
von
Dr.
Z._
vom
1.
Februar 2020
s
teht dem nicht entgegen.
Er
führte aus
,
dass es trotz mehrerer Serien physiotherapeutischer Behandlungen bisher nur zu einer leichten Besserung der Beschwerden gekommen sei. Nach den Therapiesitzungen zeige sich lediglich für ein bis zwei Tage eine gewisse Linde
rung. Er denke aber, dass es durch weitere multimodale Therapie
n
zu einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes kommen werde und der Endzustand nicht erreicht sei. Es sei fraglich, ob die Beschwerdeführerin zurzeit überhaupt die Leis
tungsfähigkeit für ihre 80%-Anstellung als Bibl
iothekarin besitze (
Urk.
8/64).
Damit zeigte
er
keine Aspekte auf
, welche die Spezialisten des
A._
beim Be
handlungsabschluss
übersehen hatten
.
Ebenso wenig
spezifizierte er den
zu
erwarten
den
Behandlungserfolg
.
Da er
f
ür die Vergangenheit
nur eine leichte
Beschwerdebesserung
unter
der vorgeschlagenen
Therapie
berichtete,
bietet
seine Beurteilung
keine
n konkreten
A
nhalt
für einen
A
ufschub
des Fallabschlusses
.
E
ntsprechend
verhalten
äusserte sich
Dr.
Z._
im
B
ericht v
om
2
0.
Juli 2020
: S
eit dem Sturz
sei
trotz multimodaler Therapieversuche im ambulanten Setting nur eine leichte Beschwerdebesserung erreicht worden. Die
Beschwerdeführerin sei seit
1.
November 2019
zu
maximal 60
%
als Bibliothekarin arbeitsfähig. Inwie
weit die Beschwerden im Rahmen der stationären Rehabilitation gelindert werden könnten, werde sich zeigen (vgl. Urk. 14/6).
Er
verneinte folglich
eine
relevante
gesundheitliche Besserung
seit November 2019 bzw.
nach dem Fallabschluss
und hatte
auch
keine
konkreten
Erwartungen
an die
stationäre
Rehabilitation.
4.
4
Nichts
Anderes
gilt für die Berichte von Prof.
Y._
.
Dieser
konstatierte
am 8. O
ktober 2019, die vestibulären Symptome seien offensichtlich rückläufig, ebenso die initial ausgeprägte
Hyperakusis
. Somit bleibe das rauschende Ohrge
räusch,
da
s allerdings erst sechs bis sieben Wochen nach dem Unfall aufgetreten sei. Einen offensichtlichen Zusammenhang mit dem Unfall im Sinne einer Commotio labyrinthi sehe er bei dieser Zeitspanne nicht unbedingt. Möglichweise stehe die Symptomatik im Zusammenhang mit den Verspannungen im Bereich der Nacken- und Halsmuskulatur
(dazu
Urk.
8/42/1: mögliche somatosensorische Komponente des
Tinntius
bei
zervikozephalem
Syndrom und Bruxismus unter Schienentherapie)
. Er halte die Belastungssituation
jedoch
nicht für
derart
aus
geprägt,
als
dass eine physiotherapeutische Intervention erfolgen müsste. Ange
sichts
des eher kurzen Zeitverlaufs
seit dem Unfall
bestehe noch eine deutliche
Verbesserungsmöglichkeit
d
urch ein abwartendes Verhalten
(vgl.
Urk.
8/42/2).
Damit
erscheint nicht
nur die Unfallkausalität der auditiven Symptomatik
frag
lich
, sondern
Prof.
Y._
verneinte vorab eine Behandlungsbedürftigkeit mangels eines entsprechenden
Leidensdruck
s.
Nachdem die Beschwerdeführerin
am
2
1.
Januar 2020
über heftige Schmerzen im Bereich des Nackens und Hinterkopfes
im Laufe der Arbeitswoche
(
keine Medi
kation)
, ein subjektiv lauter gewordenes Ohrgeräusch und eine
massgebliche
Lärmempfindlichkeit (Ohrstöpsel)
geklagte hatte
, empfahl
er
ihr
vorab
,
nochmals
über eine psychotherapeu
tische Begleitung nachzudenken. Ferner
empfahl er dringend, die physiotherapeutischen Massnahmen
fortzusetzen. Er fügte
an
,
er könnte sich vorstellen
, dass die Arbeitsbelastung für den Einstieg zu viel
und all
enfalls eine Reduktion auf 60
%
anzustreben sei
(vgl. Urk. 8/67).
Bereits
der einleitende Satz
, wonach die Situation für die
Beschwerdeführerin
noch nicht zufriedenstellend zu sein scheine, macht deutlich, dass
das vorgeschlagene Pro
z
e
dere
allein
auf
ihrer
Beschwerdeklage (
vorab
einem
h
öheren
Scorewert
im Tinnitus
-Fragebogen)
beruht
e
.
Prof.
Y._
e
rhob
weder einen
spezifischen Befund
,
n
och erläuterte er, wa
s er von
den
angeführten
Massnahmen
erwartete
.
Allein
aus
der
empfohlen
en
Fortsetzung der Physiotherapie kann
nicht auf eine
absehbare gesundheitliche Besserung von Relevanz geschlossen werden. Dies muss umso mehr
gelten, als im Herbst 2019 ein
stabiler Gesundheitszustand er
reicht worden war und
Prof.
Y._
selbst
einen
Zusammenhang zwischen der auditiven Symptomatik und den
muskulären
Verspannungen
bloss als möglich beurteilte
.
D
ie
unerwartete
Beschwerde
zunahme
bestärkte
Prof.
Y._
denn auch primär
in
der Annahme einer
im Vordergrund stehenden
psychischen Kom
po
nente
. Wie die Spezialisten des
A._
vermutete
er
überdies
, dass der Einstieg in den Arbeitsprozess
an sich M
ühe bereitete,
w
eshalb er eine
vorübergehende Reduktion des Arbeitspensums
um
20 %
zwar
nicht
empfahl
, aber als
allfällige
Möglichkeit
erwähnte
.
Am
4.
August 2020
hielt
Prof.
Y._
fest
, die psychotherapeutische Inter
vention tue der Beschwerdeführerin gut. Die Gespräche seien sehr hilfreich, die verschie
denen Beschwerde
n
einzuordnen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.
Die Beschwerdeführerin
habe den Eindruck, eine derartige Intervention wäre viel
leicht schon wesentlich früher nötig gewesen. Zudem habe diese den Eindruck, dass ihre Effektivität durch die Homeoffice-Situation deutlich zugelegt habe. Bei der Physiotherapie würde nun vermehrt auch auf körperliche Belastun
g mittels Fahrradfahren gesetzt
. Mittlerweile habe
sie
deutlich an Kondition
zu
gelegt.
Unterstützende Medikamente nehme sie weder für die Psyche noch die Schmerzen ein
.
Zum
weiteren Prozedere erwog
Prof.
Y._
Botox-Injektionen
bezüglich der
muskulären
Verspannung, empfahl dringend die Weiterführung der
Physiothera
pie
und unterstützte das Arbeiten
teilweise
im Homeoffice
sowie die geplante
stationäre Rehabilitation
(vgl.
Urk.
3/4).
Die
Beschwerdeführerin
ver
mochte
mit
psychologischer Unterstütz
ung
also
zeitnah
einen
verbesserten
Um
gang mi
t ihren Beschwerden zu erlernen und
gab
zudem
eine subjektiv ver
besserte Leistungsfä
higkeit im Rahmen der geänderten Arbeitsbedingungen an. Dies mag indessen nicht darüber hinwegzutäuschen, dass
Prof.
Y._
die Beschwerden generell und im fachspezifischen Befund
als im Wesentlichen
un
verändert
beschrieb
.
Dennoch unterstützte er alle von der Beschwerdeführerin begehrten Therapien, o
hne deren Nutzen
(z.B. eine absehbare Aufstockung des Arbeitspensums)
darzutun
. Nicht ersichtlich ist dabei insbesondere, inwiefern
die
damalige
physiotherapeutische Behandlung (
vermehrtes
Konditionstraining mit dem Fahrrad) noch mit den
geklagten
Unfallfolgen, vorab der verspannten Hals
-
und
Nacken
muskulatur, zusammenh
ing
.
4.
5
Zum
von der Beschwerdeführerin angeführten (vgl.
Urk.
1
Ziff.
15) Bericht
des
C._
vom 2
1.
April 202
0
ist
festzuhalten, dass eine n
europsychologische Abklä
rung
eine Zusatzabklärung
darstellt, der für sich allein
grundsätzlich
keine Aus
sagekraft
bezüglich kognitiver Defizite
zukommt (vgl. etwa Urteil
9C_752
/2018
vom 1
2.
April 2019 E. 5.3).
Die
aus
rein
neurokognitiver Sicht
postulierte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit um 30
%
und der
Hinweis,
die Beschwerdefüh
rerin
benötige zudem weiterhin drin
gend Ruhe- und Entspannungsphasen wäh
rend
einem Arbeitstag
(
Urk.
8/75/5),
vermögen
denn auch unter verschiedenen Aspekten nicht zu überzeugen
.
Die leichte k
ognitive Funktionsstörung wurde
einzig
d
amit begründet, dass d
ie Beschwerdeführerin
(bei geklagter auditiver Symptomatik
und
am Ende der Tes
tung
)
bei einer Aufgabe
auf einen Warnton mittelgradig unterdurchschnittlich schnell
reagierte
und
davon nicht wie erwartet
profitierte. Ohne Warnton war
ihre
Reaktionsgeschwindigkeit
indessen
knapp durchschnittlich ausgefallen.
Fer
ner
zeigte
n
sich
bei einer auf die Daueraufmerksamkeit gerichteten Aufgabe leichte Leistungsschwankungen
,
bei einem
jedoch
im Normbereich liegenden Bearbeitungstempo und einer durchschnittlichen
Fehlerkontrolle
(
Urk.
8/75/4
)
.
Die kognitiven Fähigkeiten waren
also nicht allgemein
herabgesetzt
.
Die Defizite
wurden
als
schmerzassoziiert und Ausdruck einer anhaltend vermin
derten kognitiven Belastbarkeit bei Status nach leichtem Schädel-Hirn-Traum
a
interpretiert. Gleichzeitig wurde
festgehalten
, dass die Beschwerdeführerin keine Schmerzmittel
mehr
einnehme und
die
Literatur von einer Normalisierung der unfallbedingten funktionellen und strukturellen Konnektivität nach unkompli
zier
ter leichter traumatischer Hirnverletzung innerhalb
eines Ja
hres ausgehe (vgl.
Urk.
8/75/5), das im Zeitpunkt der Berichterstattung so gut wie um war
.
D
e
m
ent
sprechend
verneinte der K
reisarzt
eine
Unfallkausalität der
in diesem Bericht fest
gestellten
neurokognitiven Einschränkungen
(vgl.
Urk.
8/80/5).
Di
e
unge
wöhn
li
che
Kopfha
ltung
war
schon von den Spezialisten des
A._
bemerkt und längere Zeit
beobachtet
worden. Im
Herbst 2019 war diese nur
noch
intermit
tie
rend
,
vor allem unter Beobachtung festzustellen
gewesen
, weshalb
sie
auf eine
psy
chophy
sische Komponente
geschlossen hatten
(vgl.
Urk.
8/29/2).
Schliesslich
wurde
auch
im Bericht
des
C._
selbst
anamnestisch eine neurologische Untersuchung mit unauffälligem Befund vom März 2020 erwähnt, wonach die Beschwerdesympto
matik als eher muskulärer Genese, verstärkt durch psychosomatische Anteile beurteilt wurde (vgl.
Urk.
8/75/2).
Insgesamt erscheint eine noch möglich
e
bedeu
tsame Besserung, die einen A
uf
schub
des Fallabschlusses
zu rechtfertigen
verm
öchte
, aufgrund der angegebenen bloss punktuellen,
leichten kognitiven Einschränkungen
von vornherein frag
wür
dig.
Dies
gilt umso mehr für die vorgeschlagenen rein somatischen Therapie
an
sätze
(vgl.
Urk.
8/75/6)
bei überwiegend wahrscheinlich
massgebliche
r
psy
chi
sche
r
Komponente. Die Formulierung
betreffend somatisch orientierte statio
näre
Behandlung und
Craniosacral
-Therapie beinhalte
t
denn auch keine klare
medizi
nische Indikation,
sondern lässt
auf eine
n
blossen T
herapieversuch schliessen
– wie der spätere Bericht von
Dr.
Z._
verdeutlicht (vgl.
Urk.
14/6)
.
4.6
Es bleibt der v
orläufige Austrittsbericht zur stationären Neurorehabilitation vom
7.
September bis
3.
Oktober 2020
zu erwähnen
. Darin wurde
notiert
, beim Eintritt habe sich ein Zittern am Kopf gezeigt, die
Reklination
und die Seitenneigung seien um einen Drittel eingeschränkt gewesen und im Nackenbereich habe sich eine
Druckdolenz
gefunden. Im Rahmen des multimodalen Therapieprogrammes habe die muskuläre Konditionierung zugenommen, so dass die Mobilität und Belastbarkeit kontinuierlich zugenommen
hätten.
Es sei der Beschwerdeführerin erfreulicherweise gelungen, bis zum Austritt auf Analgetika zu verzichten. Die Resultate des
Somnochecks
zum Ausschluss eines Obstruktiven Schlafapnoe Syn
droms seien noch ausstehend. Die Beschwerdeführerin sei in gebessertem Allge
meinzustand entlassen worden (
vgl.
Urk.
3/5).
Wie die Suva zutreffend
argumentierte
, ist damit
noch
keine
namhafte
Besserung von Unfallfolgen
dargetan. Eine Schmerzmedikation bestand schon seit langem nicht mehr
(vgl. auch
Urk.
8/75/3 unten)
und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit äussert sich der Bericht nicht
.
Dieser
vermag somit die Einschätzung der
A._
Spezialisten retrospektiv nicht zu widerlegen.
Aus den
medizinischen Unterlagen
geht
im Übrigen
auch nicht hervor,
dass die
ab Sommer 2020 vermehrt ange
gan
gene allgemeine
körperliche
Dekonditionierung
eine Folge des Unfalls
ist
und
die Beschwerdeführerin
im
Beruf und
Alltag
über die Massen
einschränkt
. Sie selbst gab im
April
2020 an, in den letzten Monaten zwar 6 kg zugenommen zu haben, aber schon
immer eher adipös gewesen zu sein
(vgl.
Urk.
8/75/3).
Offen
bleiben muss, d
a weder der definitive Austrittsbericht
noch die Resultate des
Somno
ch
e
ckes
vorliegen
, ob
ein
unfallfremdes
Obstruktive
s
Schlafapnoesyndrom besteht, das oftmals zu einer vermehrten Müdigkeit führt.
4.
7
Zusammenfassend ist der Fallabschluss per 3
1.
Januar 2020 prospektiv beurteilt,
wie auch retrospektiv betrachtet nicht zu beanstanden.
Dies gilt ungeachtet dessen
, ob dem adäquaten Kausalzusammenhang neben dem natürlichen eine eigen
stän
dige Bedeutung zukommt respektive ob dieser nach der
sog.
Psycho-
oder der Schleudertrauma-Praxis
zu prüfen ist, zumal nach dem vorstehend Ausgeführten insgesamt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war (zur Berücksichtigung psychischer Unfallfolgen beim Fallabschluss: Urteil des Bundesgerichts
8C_892
/2015 vom 29. April 2016 E. 4.1 mit Hinweisen).
Dass
gewisse
Therapien die Beschwerden nach
Einschätzung
gewisser Behandlungs
personen
möglicherweise
noch
günstig
hätten beeinflussen können,
genügt den
Anforderungen der Rechtsprechung für eine weitergehende Pflicht des Unfallver
sicherers zur Übernahme vorübergehender Leistungen
nicht
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts
8C_620
/2019 vom
5.
Februar 2020 E. 6.1.1).
Eine
relevante
Besserung der Beschwerden, die in ihrer Bedeut
samkeit
einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen wäre,
wurde von diesen indessen weder in Aussicht gestellt, noch
trat
eine solche tatsächlich ein
.
4.8
Soweit
aus der Gesprächstherapie
ein
verbesserte
r
Umgang mit den Beschwerden
resultierte
, sei
angemerkt
,
dass
sich
die Beschwerdeführerin vor dem Fallab
schluss
nicht
ernsthaft bereit
dazu
gezeigt hatte
,
sich
konsequent
einer
psychiatrischen,
psychologischen
oder psychopharmakologischen
Behandlung
zu unterziehen. Sie machte daher zu Recht selbst nicht geltend, der Fallabschluss wäre aufzuschieben gewesen, weil am 3
1.
Januar 2020 noch ein
e
solche
anstand, geplant
oder
not
wendig
war. D
aran ändert das Schreiben des
A._
vom 1
4.
Januar 2020 nichts, worin
diesbezügliche Ausführungen im Bericht vom 1
3.
Dezember 2019 n
ach
ihrer
Rückmeldung «korrigiert» wurde
n
(
im Detail Urk.
8/62/6).
Bereits
am
2
7.
Juni 2019 hatten die Spezialisten des
A._
mit
ihr
ein offenes Gespräch über den Aspekt der psychophysischen Überlagerung geführt (vgl.
Urk.
8/11/5) und einen Ausbau der pharmakologischen Kopfschmerzbasis
prophy
laxe erwogen (vgl.
Urk.
8/11/6). Das
am
2. September 2019 beobachtete Verhal
ten bestärkte die Spezialisten in ihrer Annahme einer deutlichen psycho
physi
schen Komponente (vgl.
Urk.
8/29/2). Sie empfahlen eine Medikation mit
Venlafaxin
, für die sich die Beschwerdeführerin nicht offen zeigte (vgl. Urk. 8/29/3).
Eine
erste
psychiatrische Abklärung
brach sie
ab (vgl.
Urk.
8/29/2).
Im
Bericht der
D._
vom 1
1.
Oktober 2019 wurde die Indikation für eine
psy
chiatrische-psychotherapeutische
Behand
lung
-
im Falle einer Persistenz der affektiven Niedergestimmtheit
-
insofern
als
gegeben
erachtet
, als im Sinne einer Prophylaxe gegen einen langwährenden Schmerzmittelgebrauch vor allem bei Wiederaufnahme der Berufstätigkeit ein Antidepressivum ergänzend empfehlens
wert sein könne. Die Beschwerdeführerin zeige sich im Falle einer Notwendigkeit gerade bei einem möglichen Arbeits
eintritt im November 2019 hierfür offen (
Urk.
8/44/2). Indes
sen
berich
tete Prof.
Y._
zur Konsultation vom 2
1.
Januar 202
0
,
die Beschwerdeführerin
sei noch unter Vermittlung des
A._
bei einer Psychiaterin/Psychotherapeutin gewe
sen. Es sei eine Psychotherapie empfohlen worden, angedacht in Kombination mit Psychopharmaka. Diese habe die Beschwerdeführerin nach Rücksprache mit Hausarzt und Physiotherapeut nicht einnehmen wollen. Weiterer Ko
ntakt habe nicht stattgefunden.
Er empfahl ihr
,
dies
nochmals zu überdenken
, wobei
die Beschwerdeführer
in
damals mit Blick auf die
diesbezügliche
Indikationsstellung
seitens
der
D._
aber schon
keine
Schmerzmittel
mehr einnahm
(vgl. E. 4.
4
).
Am
1
8.
März 2020
teilte
Dr.
Z._
der Suva
schliesslich
mit
, die Beschwerdeführerin werde sich in psychotherapeutische Behandlung begeben (vgl.
Urk.
8/70).
In der Folge nahm sie tatsächlich
eine niederschwellige Unterstützung in Form von Gesprächen bei einer Psychologin
wahr
,
di
e sich
als
bald
günstig auf ihr Wohl
befinden auswirkte,
wie dem jüngste
n
Bericht von
Prof
.
Y._
zu entnehmen ist (vgl. E. 4.4).
5
.
5.1
Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich orga
nisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier
die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E.
2
; 127 V 102 E.
5b
/
bb
). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reprodu
zier
bar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appa
rativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die
hiebei
angewen
de
ten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E.
5.1; 134 V 109 E. 7 ff.; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5).
5
.2
Wie die Suva bereits mit
entsprechenden
Hinweisen auf die Rechtsprechung aus
führlich erörterte (vgl.
Urk.
2 E.
2a
) sind
myofasziale
Befunde
nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Gleiches gilt für
tendino
tische
bzw.
myotendinotische
Befunde. Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden (
etwa
Urteil des Bundesgerichts
8C_806
/2007 vom
7.
August 2008 E. 8.3).
Das MRI des
Neurokraniums
vom 2
7.
April 2020 förderte weder posttraumatische Alterationen noch anderweitige strukturelle Auffälligkeiten oder Hinweise auf eine kausal
e zerebrale Gefässpathologie zu
tage (vgl.
Urk.
8/75/5).
Hinreichend abgeklärt und zutreffend ver
n
eint wurde von
der Suva
zudem
d
ie Unfallkausalität der
nach dem Unfall
festgestellten
Bandscheibenprotrusionen
der HWS.
Eine
rich
tunggebende Verschlimmerung
müsste
gemäss Rechtsprechung
insbesondere auch röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progres
sion abheben.
Die nur vorübergehende Verschlimmerung eines (stummen) dege
nerativen Vorzustandes im Rahmen
einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule
gilt
in der Regel nach sechs bis neun Monaten
–
bei Vorliegen
eines erheblich degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr
–
als ab
geschlossen
(etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_834
/2018 vom 1
9.
März 2019 E.
3.3).
Gemäss MRI
der HWS
vom 2
3.
Mai 2019 konnte
n
weder eine Höhenmin
de
rung der Wirbelkörper noch ödematöse Veränderungen oder eine prävertebrale Schwellung festgestellt werden
,
di
e mit dem Unfall hätten in
Verbindung
ge
bracht werden können
. Dafür
zeigten sich
eine Oste
ochondrose und Facetten
gelenksarthrose (v
gl.
Urk.
8/18). Der
von
Dr.
Z._
daraus gezogene Schluss
,
es bestünden leichte degenerative, aber keine posttraumatischen Veränderungen (vgl.
Urk.
8/41/3)
, ist
deshalb
nicht zu beanstanden
.
Es kann
letztlich
dem Kreisarzt gefolgt werden,
der
am
17.
Juli 2020 betonte, dass sich keine strukturellen Läsionen im Bereich des Kopfes, des Gehirns oder de
r
HWS
objektivieren liessen.
Anderslautende ärztliche Beurteilungen liegen nicht vor.
Es trifft zwar zu, dass jeweils die Umstände im Einzelfall massgebend sind.
Die Beschwerdeführerin brachte
indessen
nichts vor
, was auf
organisch ob
jektiv ausgewiesene Unfallfolgen im Zeitpunkt des Fallabschluss
es
hindeuten
, ein Ab
weichen von den medizinischen Erfahrungstatsachen nahelegen oder zumindest Anlass zu weiteren Abklärungen geben würde
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
23-26).
Wären
die Bildbefunde
tatsächlich ursächlich für die geklagten
B
eschwerden, wäre die Suva
bereits
mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs
nicht
leistungspflichtig.
Entsprechendes geht aus den Arztberichten indessen nicht hervor, weshalb eine Prüfung der adäquaten Unfallkausalität erforderlich ist.
5.
3
Bei
nach einem Unfall auftretenden
psychischen Fehlentwicklungen we
rd
en
die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (sog. Psycho-Praxis), während bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie bei Schädelhirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (sog. Schleudertrauma-Praxis). Dies, weil für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhanges als einer Rechts
frage nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an eine solche Verletzung auf
tretenden Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden, zumal diese Differenzierung angesichts des komplexen, vielschichtigen Beschwerdebildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwie
rig
keiten bereiten würde (
statt vieler:
Urteil des Bundesgerichts
8C_156
/2016 vom
1.
September 2016 E. 2.2
).
D
ie Frage, ob die Adäquanzprüfung nach der für Folgen eines Schleudertraumas, einer äquivalenten Verletzung der HWS sowie eines Schädelhirntraumas (BGE
134 V 109 E. 2.1) oder nach derjenigen nach psychischen Folgeschäden eines Unfalles
gemäss
BGE 115 V 133 zu erfolgen hat, kann offen bleiben, sollten die Adäquanzkriterien unter Annahme der für
die Beschwerdeführerin
günstigeren Variante nach BGE 134 V 109 – wie von der
Suva
dargetan - nicht erfüllt sein (
etwa
Urteil des Bundesgerichts
8C_1045
/2010 vom 16. März 2011 E.
3.3).
5.4
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet das (objektiv erfassbare) Unfaller
eig
nis. Im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_387
/2018 vom 16. November 2018 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
5.5
Praxisgemäss werden Stürze aus einer Höhe zwischen etwa
zwei
und
vier
Metern in die Tiefe noch als im engeren Sinne mittelschwere Unfälle qualifiziert (Urteil
8C_44
/2017 vom 1
9.
April 2017 E. 5.2 mit Hinweisen).
Dem stehen die Unkon
trol
lierbarkeit des Sturzes, ein harter Fussboden und ein Kopfanprall (vorab bei einer Commotio cerebri) nicht entgegen.
Dabei bemisst sich die Sturzhöhe nicht nach dem Abstand des Kopfes, sondern nach demjenigen der Füsse der versi
cher
ten Person bzw. der sie tragenden Fläche vom Boden. Ansonsten müsste jedes gewöhnliche Hinfallen als Sturz aus einer Höhe, die der Körpergrösse entspricht, qualifiziert werden
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_632
/2018 vom 1
0.
Mai 2019 E. 8.3
und
8
C
_66
/2021 vom.
6.
Juli 2021 E. 7.2
).
Egal ob die Sturzhöhe vorliegend nach dem Abstand der Füsse oder der Sitzfläche des Stuhls zum Boden
b
emessen wird,
diese beträgt
selbst
bei einem Barhocker weniger als 1 Meter
.
D
azu passt, dass
die Beschwerdeführerin weder das Bewusst
sein verlor noch eine Rissquet
sch
wunde erlitt (vgl.
Urk.
8/41/1).
Als
mittel
schwe
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten
qualifizierte
das Bundesgericht
etwa einen
Fahrradsturz
auf
vereister Strasse
, bei dem sich die versicherte Person ein
Schädelhirntrauma mit
Schädelkalottenfraktur
zuzog (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts
8C_414
/2017 vom 2
6.
Februar 2018
Sachverhalt
A.a
und E. 3.4
).
Gar a
ls leichte
r
Unfall
im Grenzbereich zu den mittelschweren
wurde das Ereignis ein
ge
stuft, bei dem die versicherte Person auf dem Glatteis ausrutschte und auf den Hinterkopf stürzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_436
/2015 v
om 2.
September 2015 Sachverhalt A. und E. 3.2.3).
In Anbetracht
dessen
rechtfertigt sich mit der Suva
(
Urk.
2 E.
3b
)
eine Qualifi
ka
tion des
vorliegenden Ereignisse
s
als höchstens mittelschwer im Grenzbereich zu
den leichten
Unfällen
.
Inwiefern das Stuhlfabrikat
über die Höhe der Sitzfläche hinaus
eine entscheide Rolle spiele könnte, ist nicht ersichtlich.
Von einer
un
fall
analytischen
oder biomechanischen Expertise
sind
daher
keine
entschei
den
den
neuen Erkenntnis
se
zu erwa
r
ten
. Einer
solchen
Expertise
käme beweisrecht
lich
auch kein erhöhtes Gewicht zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_114
/2018 vom 2
2.
August 2018 E 5.3.1).
5.6
Bei einem mittelschweren Unfall ist die
Unfalladäquanz
zu bejahen
, wenn
bei einem Ereignis an der Grenze zu den leichten Unfällen
mindestens
vier (vgl.
oberwähntes
Bundesgerichtsurteil
8C_414
/2017 E. 3.4 mit Hinweisen) und bei einem Ereignis im eigentlichen mittleren Bereich mindestens drei
(
etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_114
/2018 vom
2
2.
August 2018 E. 5.3.3)
der sieben Adä
quanzkriterien erfüllt
sind
oder eines besonders ausgeprägt
vorliegt.
Der Katalog dieser Kriterien lautet (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und er
hebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An
strengungen (etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_212
/2019 vom 2
1.
August 2019 E. 4.3.1).
Es kann vorab auf die Ausführungen der Suva verwiesen werden, welche sämt
li
che Zusatzkriterien verneinte (
Urk.
2 E.
3b
). Die Beschwerdeführerin machte so
weit ersichtlich einzig geltend, d
ie
Kriterien «erhebliche Beschwerden» und «erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen»
seien
erfüllt
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
28).
Offenbar geht sie davon aus, mindestens eines davon liege in ausgeprägter Weise vor, andernfalls die Adäquanz auch bei der von ihr geltend gemachten Unfallschwere von vorherein zu verneinen wäre.
5.7
5.7.1
Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallab
schluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts
8C_682
/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E.
11.2
mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Gemäss eigenen Angaben singt die Beschwerdeführerin nicht mehr im Chor mit (vgl.
Urk.
8/75/3
) und benötigt das gesamte Wochenende, um sich liegend zu er
holen (vgl.
Urk.
8/67/1). Indessen berichtete
l
etztmals
Dr.
Z._
als Reaktion
auf die Ver
fügung vom 6.
Januar 2020 am 1.
Februar 2020, dass die Beschwer
de
füh
rerin kontinuierlich Analgetika einnehmen müsse (
Urk.
8/64/1).
In
den
jüngeren
Berichten, beginnend mit demjenigen von
Dr.
Y._
zur Konsultation vom 2
1.
Januar 2020, wurde die Einnahme von Schmerzmitteln verneint (vgl.
Urk.
8/67/1,
Urk.
8/75/3 unten
,
Urk.
3/4 und 3/5
)
.
Mit der Beschwerdeführerin wurde zudem früh über eine psychische Überlagerung gesprochen, dennoch bean
spruchte sie erst nach der Leistungseinstellung eine
blosse
psychologische Unter
stützung, die ihr
gut
tat
(vgl. E
.
4.7). Der behandlungsanamnestisch ausgewiesene Leidensdruck sprich
t
somit
gegen eine erhebliche Ausprägung dieses Kriteriums
.
5.7.2
Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An
strengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher un
gewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massge
bend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der An
reiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren
gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkenn
bar sein, sich durch aktive Mitwirkung
raschmöglichst
wieder optimal in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person kön
nen
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönli
cher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach
Art.
19
Abs.
1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen a
usz
uweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts
8C_252
/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis
auf
BGE 134 V 109
E. 10.2.7; vgl. auch
Urteil
8C_635
/2013 vom
9.
April 2014 E. 4.4.5
)
.
Vorliegend
verzögerte sich die Arbeitsaufnahme aufgrund der v
orbestehenden Arbeitslosigkeit
nach Attestierung einer erneuten Arbeitsfähigkeit
.
Ihren Willen zur Arbeit liess
die Beschwerdeführerin
erkennen, als sie sogleich mit einem Arbeitspensum von 80
%
einstieg und die Belastung nicht – wie von den
A._
Spezialisten empfohlen – langsam steigerte.
Trotz der
geklagten Beschwerde
zu
nahme
(
bei
fraglichen Therapiemassnahmen in dieser Zeit)
vermochte
sie
das
Pensum
zu halten
, wobei keine
Anhaltspunkte für eine leistungsbedingte Lohn
einbusse
oder
einen Soziallohn bestehen.
Ihre Bemühungen trugen somit Früchte. Verblieben ist
eine Teilerwerbslosigkeit
von
(lediglich)
20
%
, für welche die Be
schwerdeführerin
keine
Bemühungen nachzuweisen vermag
, die ihr angerechnet werden könnten
. Dies gilt übrigens über den Fallabschluss hinaus auch während der günstigen Konditionen im Homeoffice
.
Dieses
Kriterium kann daher
, falls überhaupt,
nicht als in besonders ausgeprägter Weise erfüllt betrachtet werden.
5
.8
Demnach liegt keines der umstrittenen Zusatzkriterien in besonders ausgeprägter Weise vor, weshalb die Adäquanz auch zu verneinen wäre, wenn das Ereignis als mittelschwere
r
Unfall im mittleren Bereich qualifiziert würde.
6.
I
nsgesamt erweisen sich der Fallabschluss
per 3
1.
Januar
2020
sowie die Ver
nei
nung eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den darüber hinaus geklagten Beschwerden und dem Unfall als rechtens. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.