# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 62abe0d0-ec13-4c8e-8d2a-f65f5d0d167e
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Unterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 13. März 2013 (FK120007-I)
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Rechtsbegehren:
Ursprüngliches Rechtsbegehren (Urk. 1B S. 2 und S. 5):
"1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ab dem März 2011 einen Mündigenunterhalt von monatlich CHF 1'200.– zu .
2. Es sei die sofortige Vollstreckbarkeit anzuordnen (Art. 336 Abs. 1 lit. b ZPO)
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
Ergänzendes Rechtsbegehren (Urk. 38, sinngemäss): Der Beklagte sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 des Rechtsbegehrens von September 2011 bis Januar 2013 zu .
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 13. März 2013:
1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger monatlich im Voraus jeweils auf
den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu be-
zahlen:
− Fr. 1'020.45 ab 1. September 2011 bis 15. Mai 2012, hernach − Fr. 1'200.– bis 30. November 2012, hernach − Fr. 1'020.45 bis 31. Januar 2013.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen respektive infolge Klagerückzugs als
gegenstandslos geworden abgeschrieben.
2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 4'300.– festgesetzt.
3. Die Kosten dieses Verfahrens werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt,
der Anteil des Klägers wird jedoch zufolge der ihm gewährten unentgeltli-
chen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die in
Art. 123 ZPO umschriebene Nachzahlungspflicht für die Gerichtskosten
bleibt vorbehalten.
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Der Beklagte wird verpflichtet, der Gemeinde C._ Fr. 225.– für die Kos-
ten des Schlichtungsverfahrens zurückzuerstatten.
4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5. (Mitteilung)
6. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 45):
" 1. Disp. Ziff. 1 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten  am Bezirksgericht Uster vom 13. März 2013 sei  und es sei die Klage des Klägers vollumfänglich abzuweisen;
Eventualiter sei Disp. Ziff. 1 des Urteils des Einzelgerichts im  Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 13. März 2013 wie folgt abzuändern:
Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Unterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 1'020.45 ab 1. September 2011 bis 31. Januar 2013 zu bezahlen.
2. Disp. Ziff. 3 des vorgenannten Urteils sei aufzuheben und die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens (inkl. Kosten des ) seien dem Kläger vollumfänglich aufzuerlegen, jedoch zufolge der ihm gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3. Disp. Ziff. 4 des vorgenannten Urteils sei aufzuheben und es sei dem Kläger eine Prozessentschädigung von Fr. 6'000.– ( Mehrwertsteuer) zuzusprechen, welche aufgrund der dem Kläger gewährten unentgeltlichen Prozessführung aus der  zu bezahlen sei;
Eventualiter seien die Gerichtskosten wie folgt aufzuteilen: Fr. 2'721.90 zu Lasten des Klägers und Fr. 1'578.10 zu Lasten des Beklagten. Es sei dem Beklagten eine reduzierte  von Fr. 4'400.– (zuzüglich Mehrwertsteuer) , welche aufgrund der dem Kläger gewährten unentgeltlichen Prozessführung aus der Gerichtskasse zu bezahlen sei.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zulasten des Klägers, wobei die  aufgrund der dem Kläger gewährten unentgeltlichen  aus der Gerichtskasse zu bezahlen sei."
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Der Kläger und Berufungsbeklagte (fortan Kläger) ist der Sohn des Beklag-
ten und Berufungsklägers (fortan Beklagter). Mit Scheidungsurteil vom 28. August
1997 war der Beklagte zu Unterhaltsleistungen für den Kläger bis zu dessen
Mündigkeit verpflichtet worden (Urk. 3/6 Ziff. 4). Der Kläger ist am tt.mm.2008
mündig geworden und lebt (nach kurzem Unterbruch wieder) bei seiner Mutter. Er
hat nach dem Abbruch seiner Lehre zum kaufmännischen Angestellten im Jahr
2007 an der Handelsschule D._ zunächst das Bürofachdiplom VSH und
schliesslich im Juli 2010 einen Lehrabschluss mit Fähigkeitszeugnis Kaufmann
erweiterter Grundbildung erworben. In der Folge absolvierte er die Berufsmatura
und hat im Anschluss daran ab dem Herbstsemester 2011 während drei Semes-
tern an der E._ ein Studium in Betriebsökonomie in Angriff genommen. Nach
zweimaligem Nichtbestehen der Assessmentprüfungen hat er sich per 31. Januar
2013 exmatrikulieren lassen. Der Kläger verlangt vom Beklagten für die Zeitdauer
der drei Semester an der E._ Mündigenunterhalt.
2. Klage und Klagebewilligung gingen am 21. März 2012 bei der Vorinstanz ein
(Urk. 1B, Urk. 1A). Mit Urteil vom 13. März 2013 verpflichtete die Vorinstanz den
Beklagten, dem Kläger Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'020.45 vom
1. September 2011 bis 15. Mai 2012, Fr. 1'200.– vom 16. Mai 2012 bis
30. November 2012 und Fr. 1'020.45 vom 1. Dezember 2012 bis 31. Januar 2013
zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid erhob der Beklagte innert Frist Berufung,
wobei er die eingangs wiedergegebenen Anträge stellte (Urk. 45). Mit Eingabe
vom 21. Juni 2013 verzichtete der Kläger auf die Erstattung einer Berufungsant-
wort (Urk. 50).
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II.
1. Parteistandpunkte
1.1 Der Kläger fordert von seinem Vater Unterhaltsbeiträge, da er - obwohl er
inzwischen mündig ist - noch nicht über eine angemessene Ausbildung verfüge.
Er begründet seine Klage damit, dass er seine kaufmännische Lehre, welche er
bei der D._ [Schule] gemacht und im Juli 2010 mit dem Fähigkeitszeugnis als
Kaufmann erweiterter Grundbildung im Wirtschaftsbereich abgeschlossen habe,
nun nach Erlangen der Berufsmaturität im Juni 2011 mit einem Bachelorstudien-
gang Betriebsökonomie an der E._ weiterführen wolle. Der Lehrabschluss
als Kaufmann sei eine Erstausbildung, worauf ein Bildungsplan folge, auf welchen
sich der Kläger mit dem Besuch der Berufsmaturität und deren erfolgreichem Ab-
schluss vorbereitet habe (Urk. 1B S. 10). Der Beklagte, so der Kläger weiter, ver-
füge über ein Einkommen, welches er auf mehr als Fr. 20'000.– pro Monat schät-
ze (Urk. 1B S. 11). Er selber sei aufgrund des Vollzeitstudiums mit einer wöchent-
lichen Lernzeit von 42 Stunden nicht in der Lage, eine berufliche Tätigkeit zur Fi-
nanzierung seines Studiums auszuüben (Urk. 1B S. 10 und 22). Seine Mutter un-
terstütze ihn durch die Gewährung von kostenloser Logis mit Fr. 600.– und in der-
jenigen Zeit, in welcher er nicht bei der Mutter gewohnt habe, habe sie ihn mit Fr.
500.– pro Monat unterstützt (Urk. 1B S. 15 und VI-Prot. S. 9).
1.2 Der Beklagte geht davon aus, dass der Lehrabschluss des Klägers mit dem
Erwerb des Fähigkeitszeugnisses als Kaufmann erweiterter Grundbildung bereits
eine angemessene Ausbildung darstelle, weshalb es schon an der Grundvoraus-
setzung zur Gutheissung der Klage fehle. Bei der Ausbildung an der E._
handle es sich um eine Zweitausbildung, welche nicht im Ausbildungsplan des
Klägers vorgesehen gewesen sei (Urk. 9 S. 2 ff.). Weiter führt der Beklagte aus,
beim Studium an der Fachhochschule bestehe die Möglichkeit, das Studium be-
rufsbegleitend zu absolvieren und so neben der Ausbildung zu arbeiten und den
Lebensunterhalt und die Weiterbildungskosten selber zu finanzieren. Dies habe
der Kläger nicht gemacht. Ausserdem ergebe sich aus seinem Assessmentzeug-
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nis, dass der Kläger für das Studium, welches er gewählt habe, nicht geeignet sei
(Urk. 31 S. 2). Überdies sei die Leistung von Mündigenunterhalt für ihn aus per-
sönlichen Gründen unzumutbar. Nach einer rund 13 Jahre andauernden Kontakt-
pause, in welcher sich der Beklagte immer um einen Kontakt mit dem Kläger be-
müht habe, habe der Kläger den Beklagten einzig aus dem Grund kontaktiert,
damit dieser ihm die Ausbildung finanziere. Er habe den Kläger gebeten, ein
Budget zusammenzustellen und ihn über diverse finanzielle Fragen zu informie-
ren (Urk. 9 S. 8 ff.). Daraufhin habe er nichts mehr vom Kläger gehört, bis er rund
10 Monate später ein Schreiben des klägerischen Rechtsvertreters erhalten habe
(Urk. 9 S. 18). Kurzum habe der Kläger den Kontakt zum Beklagten wieder abge-
brochen, nachdem dieser nicht bereit gewesen sei, die Ausbildung des Klägers
ohne jegliche Informationen zu finanzieren (Urk. 9 S. 12 f. und VI-Prot. S. 8).
1.3 Die Vorinstanz hat die Unterhaltspflicht des Beklagten bejaht und hierzu
Folgendes erwogen:
Die vom Kläger an der D._ absolvierte Ausbildung stelle eine Grundausbil-
dung dar, welche die Voraussetzung für eine höhere Fachschule bilde. Das Stu-
dium an der E._ entspreche dem in seinen Grundzügen, nämlich durch den
Besuch der D._ bereits vor der Volljährigkeit angelegten Lebensplan des
Klägers. Die Ausbildung sei sodann den Fähigkeiten und Neigungen des Klägers
entsprechend, auch wenn er die Assessmentstufe nicht erfolgreich abgeschlos-
sen habe. Ein gelegentlicher Misserfolg oder eine fruchtlose Periode von kurzer
Dauer führe nicht dazu, dass die Unterhaltspflicht der Eltern entfalle. Es sei so-
dann unangebracht, das Nichtbestehen der Assessmentstufe auf die mangelnde
Eignung des Klägers zurückzuführen (Urk. 46A S. 7 f.).
In einem weiteren Schritt erachtete die Vorinstanz die Leistung von Mündigenun-
terhalt für den Beklagten aus finanzieller wie auch persönlicher Sicht als zumut-
bar. Seine Leistungsfähigkeit habe der Beklagte nie bestritten und das (zugege-
benermassen) gestörte Verhältnis zwischen Vater und Sohn sei nicht alleine dem
Kläger anzulasten. Vielmehr sei dies auf das angespannte Verhältnis zwischen
den Eltern des Klägers zurückzuführen. Von einer vollständigen Kontaktverweige-
rung seitens des Klägers könne keine Rede sein (Urk. 46A S. 15). Ausgehend
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von einem Bedarf des Klägers von Fr. 2'065.45 (resp. in der Zeitspanne vom 16.
Mai 2012 bis 30. November 2012 von Fr. 2'145.45) und einer Beteiligung der
Kindsmutter am Unterhaltsbedarf des Klägers von Fr. 775.– pro Monat setzte die
Vorinstanz die Unterhaltspflicht des Beklagten vom 1. September 2011 bis
15. Mai 2012 auf Fr. 1'020.45, vom 16. Mai 2012 bis 30. November 2012 auf
Fr. 1'200.– und vom 1. Dezember 2012 bis 31. Januar 2013 auf Fr. 1'020.45 fest.
1.4 Der Beklagte kritisiert im Rahmen seiner Berufung in erster Linie die vor-
instanzliche Qualifikation des Studiums an der E._ als Teil einer angemes-
senen Ausbildung. Vielmehr habe der Kläger bereits mit dem Erlangen des Fä-
higkeitszeugnisses als Kaufmann eine angemessene Ausbildung abgeschlossen.
Letzteres entspreche auch dem vor der Volljährigkeit angelegten Ausbildungs-
konzept des Klägers, welches offensichtlich eine Tätigkeit als Kaufmann in einem
Büro vorgesehen habe (Urk. 45 S. 4 f.). Die Berufsmaturität sowie ein Studium an
einer Fachhochschule sei demgegenüber nicht im Lebensplan des Klägers ent-
halten gewesen. Hinzu komme, dass das vom Kläger gewählte Studium offen-
sichtlich nicht seinen Fähigkeiten und Neigungen entspreche, habe er die Assess-
mentstufe doch entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen nicht bloss einmal
nicht erfolgreich abgeschlossen, sondern er habe auch die Wiederholungsprüfun-
gen überaus deutlich nicht bestanden. Von einem gelegentlichen Misserfolg oder
einer fruchtlosen Periode von kurzer Dauer könne daher nicht die Rede sein
(Urk. 45 S. 5 f.). Schliesslich würde selbst dann, wenn die weiterführende Ausbil-
dung des Klägers noch als Teil einer angemessenen Ausbildung qualifiziert wer-
den müsste, keine Unterhaltspflicht des Beklagten bestehen. Dem Kläger sei zu-
zumuten, dass Studium berufsbegleitend zu absolvieren und so für seinen Le-
bensbedarf selber aufzukommen (Urk. 45 S. 7-9).
2. Mündigenunterhalt
2.1 Nach Art. 277 Abs. 2 ZGB ist Mündigenunterhalt geschuldet, wenn das Kind
bei Mündigkeit noch keine angemessene Ausbildung besitzt und es den Eltern
nach den gesamten Umständen zugemutet werden kann. Im vorliegenden Fall
stellt sich die Frage, ob die Lehre als Kaufmann erweiterter Grundbildung an der
D._ eine angemessene Ausbildung im Sinne des Gesetzes darstellt oder ob
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die Eltern für weitere Ausbildungen - konkret das Fachhochschulstudium in Be-
triebsökonomie an der E._ - aufkommen müssen, da dies ihnen unter den
gesamten Umständen in persönlicher und finanzieller Hinsicht zumutbar ist.
2.2 Angemessene Ausbildung
a) Als angemessen wird eine Ausbildung erachtet, die es dem Kind im Rahmen
seiner Fähigkeiten und Neigungen erlaubt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen
und wirtschaftlich selbständig zu werden. Gegenstand des Mündigenunterhalts
soll dabei die Verwirklichung eines beruflichen Lebensplans sein, mit dem das
Kind bereits vor Eintritt in die Mündigkeit zumindest in den Grundzügen seine be-
ruflichen Absichten konkretisiert hat. Keine Rolle spielt dabei, ob die eigentliche
Berufsausbildung zum Zeitpunkt der Volljährigkeit bereits begonnen wurde oder
ob sie erst nach diesem Zeitpunkt beginnen wird (Hausheer/Verde, Mündigenun-
terhalt, in: Jusletter 15. Februar 2010, Rz 8).
b) Die Frage, ob bereits ein Lehrabschluss als Kaufmann eine angemessene
Ausbildung darstellt, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Wie die Vor-
instanz zutreffend ausgeführt hat, entspricht es angesichts der heutzutage durch-
lässigen und vielseitigen Bildungswege einem weitverbreiteten Ausbildungskon-
zept, dass nach der Lehrabschlussprüfung die Berufsmatura erworben und an-
schliessend ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen wird (vgl. Urk.
46A S. 7). Insofern kann ein Lehrabschluss nicht generell als angemessene Aus-
bildung gelten, welche einen Unterhaltsanspruch während der darauf folgenden
weiterführenden Berufsausbildung von vornherein ausschliessen würde. Soweit
ein Lehrabschluss Teil eines Ausbildungskonzepts bildet, das den erkennbaren
Fähigkeiten und Neigungen des Kindes entspricht, und die für das Erreichen des
eigentlichen Berufsziels erforderliche weitere Ausbildung nicht selbst finanziert
werden kann, ist ein Andauern der elterlichen Unterhaltspflicht daher zu befürwor-
ten.
Der Kläger hat den obgenannten Ausbildungsweg gewählt und sich unmittelbar
nach dem Lehrabschluss mit der Absolvierung der Berufsmaturität den prüfungs-
freien Zugang zum Fachhochschulstudium ermöglicht. Die vom Kläger konkret
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absolvierten Ausbildungsabschnitte stehen dabei in einem sehr engen zeitlichen
und sachlichen Zusammenhang. Nachdem er die Lehre als Kaufmann im Profil E,
also im Wirtschaftsbereich, abgeschlossen hatte, nahm er über den Zwischen-
schritt der Berufsmaturität ein Wirtschaftsstudium in Angriff. Er hat damit seine
wirtschaftsgeprägte Ausbildung in konsequenter Weise wissenschaftlich fortge-
setzt. Das Fachhochschulstudium an der E._ fällt daher als Teil eines ein-
heitlichen Ausbildungsganges unter eine angemessene Ausbildung im Sinne von
Art. 277 ZGB. Hinzu kommt im konkreten Fall, dass der Kläger nicht eine Lehre
im klassischen Sinne absolviert hat, sondern den KV-Abschluss auf dem schuli-
schen Weg erworben hat. Ein solch schulischer Ausbildungsabschluss ist mit Be-
zug auf die Einstiegschancen ins Berufsleben aber nicht mit einem klassischen
Lehrabschluss vergleichbar. Vielmehr ebnet ein schulischer Abschluss ohne wei-
tergehende Berufserfahrung (mit Ausnahme eines einjährigen Praktikums) den
Weg zu einem weiterführenden Studium. Insofern ist der schulische Lehrab-
schluss vergleichbar mit einem Abschluss einer Handelsmittelschule, welche für
sich alleine auch keine angemessene Ausbildung darstellt (vgl. BGer
5C.249/2006 vom 8. Dezember 2006). Die vom Kläger gewählte Fortführung sei-
nes Lehrabschlusses mit der Berufsmaturität und anschliessendem Fachhoch-
schulstudium bildet daher ein schlüssiges Ausbildungskonzept, welches ohne Un-
terbruch oder Aufschub umgesetzt worden ist. Das Studium an der E._ ist
daher als Teil einer unterhaltsrelevanten, angemessenen Ausbildung zu betrach-
ten. Dass der Kläger sich relativ spontan und erst im Alter von rund 20 Jahren für
dieses fortführende Ausbildungskonzept entschieden hat, ändert daran nichts. Die
von Lehre und Rechtsprechung entwickelte Voraussetzung des in den Grundzü-
gen vorhandenen Ausbildungsplans vor Eintritt der Mündigkeit ist angesichts der
gesellschaftlichen Entwicklung in Frage zu stellen. Zum einen brachte bereits die
Herabsetzung des Mündigkeitsalters von 20 auf 18 Jahren unweigerlich eine ge-
wisse Relativierung dieser Voraussetzung mit sich. Seit der Herabsetzung des
Mündigkeitsalters ist in der Phase vom 18. bis zum 20. Lebensjahr häufig Mündi-
genunterhalt erforderlich, ohne dass der eigentliche Berufs- oder Studienwahlent-
scheid schon getroffen wäre. Bezüglich solcher Übergangssituationen ist die all-
gemeine Regel, wonach Mündigenunterhalt die Ausnahme bildet, verfehlt und es
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sind in jener Phase selbst bei noch unklarem Ausbildungsplan Leistungen des
leistungsfähigen Elternteils zuzusprechen. Um weitere Leistungen nach dieser
Übergangssituation zu rechtfertigen, müssen sich sodann die Vorstellungen nach
Abschluss des schulischen Ausbildungsgangs bzw. um das 20. Altersjahr zu ei-
nem konkreten Plan verdichtet haben (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 277 N 10). Mit
anderen Worten kann nicht starr auf die Umstände und Vorstellungen zum Zeit-
punkt des Erreichens der Volljährigkeit abgestellt werden, da sich kaum im Alter
von 17/18 Jahren abschliessend planen lässt, was zukünftig an Zusatz-
/Begleitausbildungen nötig sein wird. Vielmehr ist dem Kind eine Übergangsphase
zu gewähren, um seinen Ausbildungsplan anzulegen und zu konkretisieren. Dies
gilt umso mehr, als heute in der Schweiz mit dem vorherrschenden dualen Bil-
dungssystem eine erhöhte Durchlässigkeit der Bildungswege besteht, welche
genau diese berufliche Entfaltung zu einem späteren Zeitpunkt anstrebt und för-
dert. Im vorliegenden Fall hat sich der Kläger wenige Monate vor Abschluss der
kaufmännischen Lehre im März 2010 und damit im Alter von 19 Jahren zur Absol-
vierung der Berufsmaturität entschlossen und sich damit den prüfungsfreien Zu-
gang zum Fachhochschulstudium gesichert, welches er unmittelbar nach Beste-
hen der Berufsmaturität in Angriff genommen hat. Der Ausbildungsplan des Klä-
gers hat sich damit entsprechend den obgemachten Ausführungen rund um das
20. Altersjahr verdichtet und wurde von ihm in der Folge ohne Aufschub umge-
setzt. Dies muss genügen. Bei Vorliegen eines schlüssigen Ausbildungskonzepts,
welches kontinuierlich und kohärent ausgeführt wird, ist somit entgegen der bishe-
rigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht erforderlich, dass dieser Ausbil-
dungsplan bereits vor der Mündigkeit angelegt worden ist. Dies erscheint im vor-
liegenden Fall mit Blick auf die konkreten Umstände umso gerechtfertigter, als
dass der Kläger seinen beruflichen Werdegang unter erschwerten Bedingungen
(Scheidungskonflikt der Eltern, Alkoholismus der Mutter, gesundheitliche Proble-
me in körperlicher wie psychischer Hinsicht) zu bewältigen hatte und nach einem
ersten Lehrabbruch erst im Alter von 17 Jahren mit seiner Ausbildung an der
D._ angefangen hat. Insofern ist es nachvollziehbar, dass der Entscheid des
Klägers zur Weiterführung dieser schulischen Ausbildung in Form eines Fach-
hochschulstudiums an der E._ nicht vor Erreichen der Mündigkeit erfolgt ist.
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c) Dass der Kläger für die Ausbildung an der Fachhochschule nicht geeignet
ist, liess sich nicht voraussehen bzw. kann nicht gesagt werden. Der Kläger hat
seine schulische Lehrabschlussprüfung mit einem Notendurchschnitt von 4.9 be-
standen und bei der kaufmännischen Berufsmatura in den Fächern Volkswirt-
schaft, Betriebswirtschaft und Recht im Durchschnitt die Note 4.75 und im Finanz-
und Rechnungswesen gar die Note 5.75 erreicht (vgl. Urk. 3/18 und 3/19). Der
Kläger durfte damit in guten Treuen davon ausgehen, dass das Studium der Be-
triebsökonomie seinen Fähigkeiten und Neigungen entspreche. Dass sich dies
rückblickend als unzutreffend erwiesen hat (er hat die Assessmentstufe nicht er-
folgreich abgeschlossen und das Studium schliesslich unterbrochen), führt nicht
dazu, dass ihm der Mündigenunterhalt versagt bleibt. Dies insbesondere, weil un-
bestritten ist, dass der Kläger seinem Studium gewissenhaft nachgegangen ist.
Ob für die Zusprechung von Mündigenunterhalt für eine künftige Weiterführung
eines wirtschaftlichen Studiums nach diesem Misserfolg die Grundlage fehlt, gilt
es hier nicht zu entscheiden. Selbst dies ist indes in Anbetracht der Tatsache,
dass der Kläger in erster Linie gesundheitliche Gründe für das Prüfungsversagen
geltend macht (Urk. 39/1), fraglich. Da im vorliegenden Fall aber lediglich die drei
ersten Semester an der E._ Verfahrensgegenstand bilden, erübrigen sich
weitere Ausführungen zur Einschätzung der Eignung des Klägers für ein künftiges
Studium. Feststeht, dass der Kläger mit Bezug auf die vorliegend zu beurteilen-
den drei Semester an der E._ in guten Treuen davon ausgehen durfte, dass
das Studium der Betriebsökonomie seinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht.
d) Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass das vom Kläger in Angriff
genommenen Studium der Betriebsökonomie an der E._ Teil eines schlüssi-
gen und konzisen Ausbildungskonzepts ist, welches der Kläger konsequent und
ohne Aufschub verfolgt hat. Aufgrund seiner schulischen Vorbildung durfte der
Kläger sodann davon ausgehen, dass dieses Studium seinen Fähigkeiten und
Neigungen entspricht. Es liegt mithin eine von den Eltern zu finanzierende Ausbil-
dung vor, sofern dies Letzteren in finanzieller und persönlicher Hinsicht zumutbar
ist.
2.3 Zumutbarkeit in finanzieller Hinsicht
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a) Einem Elternteil können Unterhaltsleistungen an ein volljähriges Kind, das
sich noch in Ausbildung befindet, grundsätzlich nur zugemutet werden, wenn ihm
nach Ausrichtung der Unterhaltsleistungen noch ein Einkommen verbleibt, das
den (erweiterten) Notbedarf um ungefähr 20% übersteigt (BGE 118 II 97
E. 4b/aa). Die Eltern sind von der Unterhaltspflicht sodann in dem Masse befreit,
als es dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitser-
werb oder anderen Mitteln zu bestreiten (Art. 276 Abs. 3 ZGB). Die Eigenverant-
wortung des volljährigen Kindes geht der Unterhaltspflicht der Eltern grundsätzlich
vor und besteht unabhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern
(BGer 5C.150/2005 vom 11.10.2005 E. 4.4.1). Soweit mit der Ausbildung verein-
bar, hat das volljährige Kind demnach alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den
Unterhalt während der Ausbildung nach Möglichkeit selbst zu bestreiten und na-
mentlich einem Erwerb nachzugehen (BGE 114 II 205 E. 3c). Allenfalls ist ihm ein
hypothetisches Einkommen aufzurechnen (BGer 5C.150/2005 vom 11.10.2005
E. 4.4.1).
b) Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Beklagten ist mit der Vorinstanz da-
von auszugehen, dass dieser leistungsfähig ist. Nachdem der Beklagte die Frage
nach seinem Einkommen nicht beantworten will (vgl. VI-Prot. S. 12) und der Klä-
ger ein beklagtisches Einkommen von über Fr. 20'000.– geltend macht, hat diese
klägerische Angabe als unbestritten zu gelten. Seine Leistungsfähigkeit bestreitet
der Beklagte auch im Berufungsverfahren nicht.
c) Was die Leistungsfähigkeit des Klägers anbelangt, ist der Vorinstanz eben-
falls beizupflichten, dass die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens vo-
raussetzt, dass dessen Erzielung auch tatsächlich möglich ist, und eine rückwir-
kende Aufrechnung eines hypothetischen Einkommens daher ausgeschlossen ist.
Die Annahme eines rückwirkenden berufsbegleiteten Studiums ist vor diesem
Hintergrund ebenso ausgeschlossen. Aus den beiden vom Beklagten zitierten
Bundesgerichtsentscheiden (BGer 5A_692/2012 vom 21. Januar 2013 und BGer
5A_341/2011 vom 20. September 2011) lässt sich nicht Gegenteiliges ableiten. In
beiden Entscheiden wird festgehalten, dass eine rückwirkende Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens ausnahmsweise in Frage kommen kann, wenn der
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Unterhaltsschuldner schon bis anhin einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachge-
gangen sei und seine vorbestehende Unterhaltspflicht erfüllt habe. Denn in die-
sem Fall bedürfe es keiner Übergangs- oder Anpassungsfrist, damit der Schuld-
ner eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder ausweiten und hierzu seine Lebens-
verhältnisse umstellen könne. Eine solche Ausnahmesituation liegt im vorliegen-
den Fall aber nicht vor. Der Kläger war nie erwerbstätig, sondern hat direkt im An-
schluss an die Berufsmaturität mit seinem Studium begonnen. Würde man ihn
anstelle eines Vollzeitstudiums zu einem berufsbegleiteten Studium verpflichten,
müsste ihm dafür eine Übergangsfrist gewährt werden, um seine Lebensverhält-
nisse entsprechend anzupassen. Dass dies rückwirkend nicht mehr möglich ist,
ist augenfällig. Gleiches gilt mit Bezug auf die vom Beklagten geforderte Erwerbs-
tätigkeit in den Semesterferien. Auch diese ist rückwirkend nicht mehr anrechen-
bar.
d) Zusammenfassend gilt die Leistung von Mündigenunterhalt im vorliegenden
Verfahren als in finanzieller Hinsicht zumutbar.
2.4 Zumutbarkeit in persönlicher Hinsicht
a) Das Bestehen oder Fehlen, wie auch die Qualität von persönlichen Bezie-
hungen zwischen dem Verpflichteten und dem volljährigen Berechtigten hat einen
Einfluss auf die Unterhaltspflicht des betreffenden Elternteils. An sich unzumutbar
ist es, zur blossen Zahlstelle degradiert zu werden (Hausheer/Verde, a.a.O.,
Rz. 29; BGE 129 III 375 E. 4.2).
b) Der Beklagte geht in seiner Berufungsschrift nur am Rande auf die vor-
instanzlichen Erwägungen betreffend der persönlichen Zumutbarkeit ein (vgl. Urk.
45 S. 9 Rz 19). Eine konkrete Auseinandersetzung fehlt. Vor diesem Hintergrund
erübrigen sich grundsätzlich weitere Ausführungen zur persönlichen Zumutbar-
keit, und es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Leistung von
Mündigenunterhalt im vorliegenden Fall für den Beklagten in persönlicher Hinsicht
zumutbar ist.
c) Lediglich der Vollständigkeit halber ist in Ergänzung der vorinstanzlichen
Ausführungen festzuhalten, dass in Situationen, in denen die Eltern zumindest ei-
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ne Mitverantwortung für das beeinträchtigte Verhältnis zu ihren Kindern trifft, kei-
ne Verschuldensabwägung erfolgen darf (BSK ZGB I-Breitschmid, N 19 zu Art.
277 ZGB). Offenbar gab es zwischen dem Kläger und dem Beklagten von 1999
bis 2010 scheidungsbedingt einen Kontaktunterbruch, mit einer kurzen Erholung
im Jahre 2005 (VI-Prot. S. 5). Im August 2010 suchte der Kläger wieder den Kon-
takt zum Beklagten (Urk. 1B S. 12). Dieser hatte ihm am 20. Juli 2010 geschrie-
ben, er würde sich über eine Kontaktaufnahme freuen (Urk. 20/13), und am 31.
Juli 2010 mitgeteilt, seine Unterhaltspflicht ende mit Abschluss der Lehre (Urk.
10/14). Der Beklagte behauptet, er sei der Initiant des Treffens am 12. August
2010 gewesen, nachdem er dem Kläger am tt.mm.2010 zum Geburtstag gratuliert
habe (VI-Prot. S. 14). Zwischen August 2010 und Februar 2011 kam es zu fünf
Treffen zwischen dem Kläger und dem Beklagten. Am letzten Treffen orientierte
der Kläger den Beklagten über seine Absicht, an der E._ zu studieren. Der
Vater will den Sohn zur Offenlegung der finanziellen Aspekte angehalten haben
(Urk. 9 S. 12), der Kläger war gemäss seinen Angaben über das Treffen sehr
traurig und wollte versuchen, "es selbst zu schaffen" (VI-Prot. S. 11). Er sei nach
dem Gespräch am Boden gewesen und habe 15 Minuten im Auto geweint. Der
Beklagte habe gesagt, er wisse, dass der Tag X komme, an dem der Kläger, sei-
ne Schwester oder seine Mutter Geld von ihm wollten, und er habe sich geschwo-
ren, dass er nichts geben werde (Prot. S. 11, S. 13). Der Beklagte bestreitet diese
Äusserung und will den Kläger nur zur Auskunftserteilung angehalten haben
(Prot. I S. 13). Die Schilderung der Sachlage durch die Parteien zeigt eindeutig,
dass sich die Kommunikation zwischen ihnen schwierig gestaltet und von Miss-
verständnissen und Misstönen geprägt ist. Dem Kläger die alleinige Schuld dafür
zu geben, erscheint verfehlt. Es ist zwar in der Tat unbestritten, dass der Beklagte
sich während der ganzen Zeit um einen Kontakt zum Kläger bemüht hat. Sein
Verhalten dem Kläger gegenüber erscheint aber auch nicht immer über alle Zwei-
fel erhaben. So hat die Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass der Be-
klagte in seinen Schreiben nicht davon abgesehen habe, dem Kläger die Streitig-
keiten zwischen ihm und der Mutter des Klägers offenzulegen und finanzielle Fra-
gen bezüglich des Unterhalts in den Vordergrund zu stellen oder zumindest im
gleichen Atemzug wie die Fragen nach dem Wohlergehen des Klägers zu stellen
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(Urk. 10/8, 10/11, 10/14). Ebenso zutreffend ist die Schlussfolgerung, dass dies
für den Aufbau des Kontaktes zwischen dem Kläger und dem Beklagten nicht ge-
rade förderlich gewesen sein dürfte. Insofern kann der Kläger keinesfalls alleine
für das schwierige Vater-Sohn-Verhältnis verantwortlich gemacht werden, wes-
halb ein Unterhaltsentzug im vorliegenden Fall in keiner Weise gerechtfertigt ist.
d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beklagten in persönlicher
Hinsicht zumutbar ist, Mündigenunterhalt an seinen Sohn zu leisten.
2.5 Bedarf des Klägers
a) Die Vorinstanz hat den klägerischen Bedarf in drei Phasen berechnet, wel-
che sich einzig darin unterscheiden, dass der Kläger während sechseinhalb Mo-
naten (konkret vom 16. Mai 2012 bis 30. November 2012) bei der Mutter ausge-
zogen ist, um in einer Wohngemeinschaft in F._ zu leben. Seine Wohnkosten
waren in dieser Phase um Fr. 80.– höher. Der Beklagte bestreitet einzig die Be-
rücksichtigung der aufgrund des Auszugs erhöhten Wohnkosten von Fr. 600.–. Er
macht berufungsweise geltend, es sei nicht ersichtlich, weshalb es dem Kläger
während diesen sechseinhalb Monaten nicht zumutbar gewesen sein soll, bei sei-
ner Mutter zu wohnen.
b) Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, wäre es dem Kläger in der Tat
zumutbar gewesen, vom 16. Mai 2012 bis 30. November 2012 bei seiner Mutter
und nicht in einer Wohngemeinschaft zu wohnen (Urk. 46A S. 18). Ebenso zutref-
fend ist aber die vorinstanzliche Erwägung, wonach dem Kläger praxisgemäss ei-
ne Übergangsfrist zum Wohnungswechsel anzusetzen gewesen wäre, wäre er
nicht bereits zu seiner Mutter zurückgezogen. Vor diesem Hintergrund sind die
um Fr. 80.– erhöhten Wohnkosten vom 16. Mai 2012 bis 30. November 2012 im
Bedarf des Klägers zu berücksichtigen. Dieser ist damit in Übereinstimmung mit
der Vorinstanz für die erste und die dritte Phase unverändert auf Fr. 2'065.45 und
für die sechseinhalb Monate vom 15. Mai 2012 bis 30. November 2012 auf
Fr. 2'145.45 festzusetzen. Von diesem Barbedarf ist in Übereinstimmung mit der
Vorinstanz die Ausbildungszulage von Fr. 250.– in Abzug zu bringen (BGer
5A_207/2011 vom 26. September 2011, Erw. 4.3; BGer 5A_775/2011 vom 8.
März 2012, Erw. 3.1 mit Hinweis auf BGE 137 III 59 Erw. 4.2.3).
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2.6 Beitrag der Kindsmutter
Die Vorinstanz hat den Beitrag der Kindsmutter an den klägerischen Bedarf auf
Fr. 775.– festgesetzt, was unangefochten geblieben ist. Es hat damit sein Bewen-
den.
2.7 Konkrete Festsetzung des Unterhaltsbeitrages
Ausgehend von einem Bedarf des Klägers von Fr. 1'815.45 vom 1. September
2011 bis 15. Mai 2012 sowie vom 1. Dezember 2012 bis 31. Januar 2013 und ei-
nem solchen für die sechseinhalb Monate vom 15. Mai 2012 bis 30. November
2012 von Fr. 1'895.45 sowie einem Beitrag der Kindsmutter von Fr. 775.– pro
Monat ist der vom Beklagten zu leistende Unterhaltsbeitrag in Übereinstimmung
mit den vorinstanzlichen Erwägungen für die Zeit vom 1. September 2011 bis
15. Mai 2012 Unterhaltsbeiträge auf Fr. 1'020.45, vom 16. Mai 2012 bis
30. November 2012 auf Fr. 1'200.– und vom 1. Dezember 2012 bis 31. Januar
2013 auf Fr. 1'020.45 festzusetzen.
3. Zusammenfassung
Resümierend erweist sich die Berufung des Beklagten in allen Punkten als unbe-
gründet, weshalb sie abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen
ist.
III.
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen im erst- sowie
zweitinstanzlichen Verfahren zu befinden.
2. a) Die Vorinstanz hat die unangefochten auf Fr. 4'300.– festgesetzten Ge-
richtskosten den Parteien je zur Hälfte auferlegt, da die zugesprochenen Unter-
haltsbeiträge zwar in weiten Teilen den Anträgen des Klägers entsprechen wür-
den, dieser sein Rechtsbegehren aber im Laufe des Verfahrens modifiziert und
teilweise zurückgezogen habe und er in diesem Umfang als unterliegend gelte.
Der Beklagte kritisiert in seiner Berufung die erstinstanzliche Verteilung der Ge-
richtskosten. Nach seinem Dafürhalten ist der Kläger vor Vorinstanz im Umfang
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von rund 63.3% unterlegen, weshalb die Kosten entsprechend zu verteilen gewe-
sen wären (Urk. 45 S. 10).
b) Die vom Beklagten angestrengte Berechnung in seiner Berufungsschrift ist
zutreffend. In der Tat hat der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren bei einem
Streitwert von gesamthaft Fr. 50'400.– (42 Monate x Fr. 1'200.–) die Klage im Um-
fang von Fr. 30'000.– (25 Monate x Fr. 1'200.–) zurückgezogen und ist im Umfang
von Fr. 1'885.35 (10,5 Monate x Fr. 179.55) mit seiner Klage unterlegen. Damit
unterliegt der Kläger im Umfang von gesamthaft Fr. 31'885.25 oder 63%. Indes
erscheint eine Teilung der Prozesskosten nach wie vor den Umständen des Fal-
les angemessen, da im vorliegenden familienrechtlichen Verfahren der Beklagte
mit Abstand die wirtschaftlich stärkere Partei darstellt (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO),
der Kläger mit seiner Klage im Grundsatze obsiegt und im Unterhaltsrecht die
Dauer der Unterhaltspflicht und damit die Bezifferung des Anspruchs oftmals
Schwierigkeiten bietet (Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO) und der Kläger jedenfalls bei
Klageeinleitung noch davon ausgehen konnte, das Studium mit Erfolg abzu-
schliessen (Art. 107 Abs. 1 lit. b ZPO). Daher sind die Gerichtskosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens den Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Prozessent-
schädigungen wettzuschlagen.
3. Im Berufungsverfahren unterliegt der Beklagte mit seiner Berufung vollum-
fänglich. Ausgangsgemäss wird er daher kosten- und entschädigungspflichtig
(Art. 106 ZPO). Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind in Anwendung
von § 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und § 4 Abs. 1
und 3 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV
OG) auf Fr. 3'000.– festzusetzen. Der Kläger hat sich vor Berufungsinstanz mit
dem angefochtenen Entscheid nicht identifiziert, weshalb ihm mangels relevanter
Umtriebe keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.
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