# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 184bf0ed-a5a0-44cc-8067-383e9224f910
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, er-
öffnete am 26. Januar 2017 gegen A. eine Strafuntersuchung wegen Verbre-
chen gegen die Menschlichkeit, eventuell wegen anderer noch zu bestim-
mender Verbrechen. Gleichentags wurde A. festgenommen. Am 28. Januar
2017 ordnete das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-See-
land gegen A. Untersuchungshaft bis zum 25. April 2017 an.
B. Am 3. Februar 2017 übernahm die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA")
die Strafuntersuchung gegen A.
C. Die von A. gegen die Anordnung der Untersuchungshaft erhobene Be-
schwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Be-
schluss BH.2017.1 vom 24. Februar 2017 ab. Dieser Beschluss blieb unan-
gefochten.
D. Mit Entscheid vom 2. Mai 2017 verlängerte das Kantonale Zwangsmassnah-
mengericht des Kantons Bern (nachfolgend "ZMG BE") die Untersuchungs-
haft um drei Monate, das heisst bis zum 25. Juli 2017. Die von A. dagegen
erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts mit Beschluss BH.2017.5 vom 31. Mai 2017 ab. Das Bundesgericht
wies die von A. gegen den Beschluss erhobene Beschwerde mit Urteil
1B_271/2017 vom 16. August 2017 ab.
E. Mit Entscheid vom 31. Juli 2017 verlängerte das ZMG BE die Untersu-
chungshaft um weitere drei Monate, das heisst bis zum 25. Oktober 2017.
Die von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2017.6 vom 29. August 2017 ab.
Das Bundesgericht wies die von A. gegen den Beschluss erhobene Be-
schwerde mit Urteil 1B_417/2017 vom 7. Dezember 2017 ab, soweit darauf
einzutreten war.
F. Mit Entscheid vom 1. November 2017 verlängerte das ZMG BE die Untersu-
chungshaft um weitere drei Monate, das heisst bis zum 25. Januar 2018. Die
von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2017.11 vom 6. Dezember 2017 ab.
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Gegen den Beschluss erhob A. Beschwerde beim Bundesgericht. Diese ist
hängig.
G. Am 8. Dezember 2017 stellte A. bei der BA ein Gesuch um Haftentlassung
(Verfahrensakten KZM 17 1643, nicht paginiert). Am 11. Dezember 2017 be-
antragte die BA dem ZMG BE, das Haftentlassungsgesuch sei abzuweisen
und eine Frist von einem Monat zu setzen, innerhalb derer die beschuldigte
Person kein Entlassungsgesuch stellen kann (Verfahrensakten
KZM 17 1643, nicht paginiert).
H. Das ZMG BE entschied am 14. Dezember 2017 wie folgt (act. 1.1):
"1. Das Haftentlassungsgesuch wird abgelehnt.
2. Herr A. verbleibt in Haft.
3. Die Kosten für diesen Entscheid werden bestimmt auf CHF 2400,-. Sie werden
der Bundesanwaltschaft in Rechnung gestellt.
4. Zu eröffnen: [...]"
Der Entscheid wurde gleichentags mündlich eröffnet und summarisch be-
gründet. Die schriftliche Begründung wurde am 18. Dezember 2017 fertigge-
stellt (act. 1.1).
I. Mit Beschwerde vom 29. Dezember 2017 gelangte A., vertreten durch
Rechtsanwalt Philippe Currat, an die Beschwerdekammer des Bundesstraf-
gerichts (act. 1). Er beantragt Folgendes:
"A la forme
1. Recevoir le présent recours.
Au préalable
1. Octroyer l'assistance juridique à Monsieur A.
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Au fond
Principalement
1. Annuler la décision rendue par le Tribunal cantonal des mesures de contrainte
du Canton de Berne dans la procédure KZM 17 1643, du 18 décembre 2017,
notifiée le 19 décembre 2017;
2. Fixer les frais de la procédure de première instance en CHF 200.- ;
3. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais judicaires
et dépens de l'instance.
Subsidiairement
1. Annuler la décision rendue par le Tribunal cantonal des mesures de contrainte
du Canton de Berne dans la procédure KZM 17 1643, du 18 décembre 2017,
notifiée le 19 décembre 2017 ;
2. Renvoyer au Tribunal cantonal des mesures de contrainte du Canton de Berne
pour nouvelle décision motivée ;
3. Condamner le Canton de Berne, soit pour lui, le Ministère public de la Confé-
dération, en tous les frais judicaires et dépens de l'instance."
J. Mit Schreiben vom 5. Januar 2018 übermittelte das ZMG BE seine Verfah-
rensakten und teilte gleichzeitig mit, dass es auf eine Beschwerdeantwort
verzichte (act. 3). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2018 beantragt die
BA die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge, soweit darauf einge-
treten werden könne (act. 4).
K. Zur Einreichung einer allfälligen Beschwerdereplik wurde dem Vertreter von
A. Frist angesetzt bis 12. Januar 2018 (act. 2). Innert Frist (und bis heute)
konnte kein entsprechender Eingang registriert werden.
L. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend wurde der Vertreter
von A. mit Schreiben vom 3. Januar 2018 ersucht, das ihm überlassene For-
mular vollständig und wahrheitsgetreu auszufüllen und inklusive der darin
genannten Unterlagen bis spätestens 12. Januar 2018 zu retournieren
(BP.2018.1, act. 2). Am 15. Januar 2018 reichte der Vertreter eine Kopie des
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entsprechenden, zuhanden der BA vom 17. Oktober 2017 datierenden For-
mulars ein, das sich seither als act. 16-102-0290 ff. in den Verfahrensakten
SV.17.0026 befinde (act. 3).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. In Fällen der Bundesgerichtsbarkeit beurteilt die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Zwangsmassnahmengerichte über die Anordnung, die Verlängerung und die
Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft (Art. 222 StPO i.V.m.
Art. 37 Abs. 1, Art. 65 Abs. 1 und Abs. 3 StBOG).
Der angefochtene Entscheid ist zulässiges Beschwerdeobjekt. Die Be-
schwerdekammer ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zu-
ständig.
2.
2.1 Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist in-
nert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzu-
reichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Verlangt die StPO, dass das Rechtsmittel
begründet wird, so hat die Person oder die Behörde, die das Rechtsmittel
ergreift, gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO genau anzugeben, welche Punkte des
Entscheides sie anficht (lit. a), welche Gründe einen anderen Entscheid na-
helegen (lit. b) und welche Beweismittel sie anruft (lit. c). Die Rechtsbegeh-
ren bzw. Anträge sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im
Lichte der dazu gegebenen Begründung (vgl. Urteile des Bundesgerichts
6B_918/2016 vom 28. März 2017 E. 1.1; 1B_568/2012 vom 31. Oktober
2012 E. 1.2; 1B_99/2011, 1B_100/2011 vom 28. März 2011 E. 1.4; je
m.w.H.).
Die Rechtsbegehren bzw. Anträge bestimmen – zusammen mit dem Be-
schwerdeobjekt – den Streitgegenstand (vgl. Urteile des Bundesgerichts
1B_128/2017 vom 24. April 2017 E. 2.2; 1B_85/2015, 1B_113/2015,
1B_195/2015 vom 21. Juli 2015 E. 1.2; 1B_197/2015 vom 21. Juli 2015,
E. 1.1; vgl. auch GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Straf-
prozessordnung, 2011, N. 390, 543).
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2.2 Die vorliegende Beschwerde ist durch einen Rechtsanwalt verfasst, was bei
Unklarheiten bzw. Inkohärenz zwischen Anträgen und Begründung zu be-
rücksichtigen ist. In casu bezieht sich die Beschwerdebegründung einzig auf
die Aufhebung und Abänderung der Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen
Entscheids. Entsprechend beschränkt sich der Streitgegenstand auf den
Kostenentscheid bzw. den unterlassenen Entscheid über die Entschädigung
des amtlichen Verteidigers.
3.
3.1 Ein Rechtsmittel ergreifen kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382
Abs. 1 StPO). Die Beschwerdebefugnis nach Art. 382 Abs. 1 StPO verlangt
eine unmittelbare persönliche Betroffenheit der rechtsuchenden Person in
den eigenen rechtlich geschützten Interessen (Urteile des Bundesgerichts
1B_339/2016 vom 17. November 2016 E. 2.4; 1B_242/2015 vom 22. Okto-
ber 2015 E. 4.3.1 m.w.H.).
Damit auf die vorliegende Beschwerde einzutreten wäre, müsste der Be-
schwerdeführer durch die Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids
in den eigenen rechtlich geschützten Interessen unmittelbar persönlich be-
troffen sein.
4.
4.1 Das Haftprüfungsverfahren nach Art. 228 StPO stellt – wie das Entsiege-
lungsverfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht (Art. 248 StPO; BGE
138 IV 225 E. 8.2) oder das Haftprüfungsverfahren nach Art. 233 StPO (Ur-
teil des Bundesgerichts 1B_179/2014 vom 5. Juni 2014 E. 5.3) – ein selb-
ständiges erstinstanzliches Zwangsmassnahmenverfahren dar. Der Haftprü-
fungsentscheid schliesst das Strafverfahren nicht ab. Die Bestimmungen von
Art. 423 Abs. 1 i.V.m. Art. 426 bzw. Art. 428 StPO gelten auch für das Haft-
prüfungsverfahren (Art. 416 i.V.m. Art. 421 Abs. 2 lit. a StPO). Art. 428 StPO,
welcher die Kostentragung im StPO-Rechtsmittelverfahren regelt, ist auf
erstinstanzliche Entscheide nicht anwendbar (BGE 138 IV 225 E. 8.2; Urteil
des Bundesgerichts 1B_179/2014 vom 5. Juni 2014 E. 5.3).
Damit besteht in der vorliegenden Konstellation keine gesetzliche Grundlage
(im Sinne von Art. 423 Abs. 1 StPO) für die Auferlegung der Verfahrenskos-
ten an den Beschwerdeführer als beschuldigte Person. Eine Auferlegung
von solchen Kosten an ihn kommt erst nach Abschluss des Strafverfahrens
(nach Massgabe von Art. 426 StPO) in Frage. Bis dahin hätte gemäss
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Art. 423 Abs. 1 StPO der verfahrensführende Kanton die angefallenen Ver-
fahrenskosten (vorläufig) zu tragen (vgl. BGE 138 IV 225 E. 8.2; Urteil des
Bundesgerichts 1B_179/2014 vom 5. Juni 2014 E. 5.3). Entscheidet jedoch
ein kantonales Zwangsmassnahmengericht in einem Fall von Bundesge-
richtsbarkeit, so entschädigt nach der lex specialis von Art. 65 Abs. 4 StBOG
der Bund den Kanton für dessen Aufwand. Die Entschädigung erfolgt im Ein-
zelfall; sie bemisst sich nach den Verfahrenskosten, welche das Zwangs-
massnahmengericht in einem gleichen Fall kantonaler Gerichtsbarkeit fest-
legen würde, erhöht um einen Viertel.
4.2 Mit der Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids werden dem Be-
schwerdeführer – entgegen seiner Ansicht – keine Verfahrenskosten aufer-
legt. Vielmehr handelt es sich dabei um einen reinen Kostenverteilerent-
scheid zwischen dem Bund und dem Kanton Bern. Daraus ergibt sich für den
Beschwerdeführer keine unmittelbare persönliche Betroffenheit, sondern
höchstens eine mittelbare persönliche Betroffenheit, weil ihm die der Be-
schwerdegegnerin in Rechnung gestellten Kosten des Entscheids gegebe-
nenfalls im Endentscheid (Art. 421 Abs. 1 StPO) als Verfahrenskosten
(Art. 422 Abs. 1 StPO) auferlegt werden könnten (Art. 426 Abs. 1 StPO).
Dieser Umstand zieht freilich nach sich, dass der Beschwerdeführer seinen
Einwand, die der Beschwerdegegnerin in Rechnung gestellten Kosten des
Entscheids seien unverhältnismässig und willkürlich, wird vorbringen kön-
nen, wenn sie ihm später tatsächlich auferlegt werden sollten (vgl. hierzu
Urteile des Bundesgerichts 6B_333/2015 vom 20. Juli 2015 E. 5 und
6B_428/2012 vom 19. November 2012 E. 3.3, wo die Frage offengelassen
wurde, ob im Fall unverhältnismässig hoher Kosten von nicht kausal durch
die beschuldigte Person verursachten Kosten bzw. fehlerhaften Verfahrens-
handlungen der Strafbehörden gesprochen und gestützt auf Art. 426 Abs. 3
lit. a StPO allenfalls auf eine [vollständige] Kostenauflage an die verurteilte
Person verzichtet werden kann; DOMEISEN, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014,
Art. 426 StPO N. 20 m.w.H.; GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO],
2. Aufl. 2014, Art. 426 StPO N. 18; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schwei-
zerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, N. 1784; DIES., Schweizerische
Strafprozessordnung [StPO], Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 426 StPO
N. 10).
4.3 Nach dem Gesagten ist in diesem Punkt auf die Beschwerde mangels Legi-
timation nicht einzutreten.
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5. Der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass der Beschwerdeführer auch
nicht legitimiert ist durch den Umstand, dass die Vorinstanz den Entscheid
über die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das Verfahren vor der
Vorinstanz, die als Auslagen Teil der Verfahrenskosten bilden (Art. 422
Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. a StPO), unterliess. Abgesehen davon, dass der Be-
schwerdeführer keine Entschädigung (des amtlichen Verteidigers) beantragt
hatte, ist weder gerügt noch dargelegt noch ersichtlich, dass der Beschwer-
deführer nicht hinreichend verteidigt war, was allein ihn unter Umständen
ausnahmsweise in diesem Punkt legitimieren könnte (vgl. hierzu Urteile des
Bundesgerichts 6B_70/2012 vom 25. Juni 2012 E. 1.3; 6B_586/2010 vom
23. November 2010 E. 5.3; LIEBER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.],
a.a.O., Art. 135 StPO N. 15a m.w.H.). Ohnehin hält es aber vor dem Bun-
desrecht stand, den (Teil-)Entscheid über die Entschädigung des amtlichen
Verteidigers im Haftprüfungsverfahren zu unter- und damit bei der Hauptsa-
che zu belassen (vgl. – das Beschwerdeverfahren betreffend – Urteil des
Bundesgerichts 1B_291/2013 vom 17. September 2013 E. 4.3; MOREIL-
LON/PAREIN-REYMOND, Petit commentaire CPP, 2. Aufl. 2016, Art. 421 StPO
N. 11).
Auch unter diesem Titel ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer ersucht für das vorliegende Verfahren um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege.
6.2 Über die Gewährung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege im vor ihr
geführten Beschwerdeverfahren entscheidet die Beschwerdekammer selbst.
Eine in der Strafuntersuchung eingesetzte amtliche Verteidigung wirkt im
Haftbeschwerdeverfahren – jedenfalls wenn die beschuldigte Person be-
schwerdeführende Partei ist – nicht automatisch als unentgeltlicher Rechts-
beistand mit und zwar auch dann nicht, wenn die beschuldigte Person im
Hauptverfahren notwendig verteidigt werden muss (Urteil des Bundesge-
richts 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012 E. 2.3.2 m.w.H.; Beschluss des Bun-
desstrafgerichts BH.2014.10 vom 23. Juli 2014 E. 7.2; RUCKSTUHL, Basler
Kommentar, a.a.O., Art. 130 StPO N. 10; vgl. BEELER, Praktische Aspekte
des formellen Untersuchungshaftrechts nach Schweizerischer Strafprozess-
ordnung, 2016, S. 57, 176).
6.3 Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
für die beschuldigte Person im Strafverfahren konkretisiert Art. 132 StPO,
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welche Bestimmung im Rechtsmittelverfahren sinngemäss Anwendung fin-
det (Art. 379 StPO; vgl. zuletzt u.a. Beschlüsse des Bundesstrafgerichts
BB.2017.85 vom 13. Juli 2017 E. 8.1; BH.2017.3 vom 11. Mai 2017 E. 6.2
m.w.H.). Im Gegensatz zur unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatklä-
gerschaft, die auch die Befreiung von den Verfahrenskosten umfasst
(Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO), beschränkt sich jene für die beschuldigte Person
auf die Beiordnung einer amtlichen Verteidigung (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO;
Urteil des Bundesgerichts 6B_758/2013 vom 11. November 2013 E. 3.2; Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BB.2017.85 vom 13. Juli 2017 E. 8.1
m.w.H.). Ein Anspruch der beschuldigten Person auf Befreiung von den Ver-
fahrenskosten ergibt sich indes direkt aus Art. 29 Abs. 3 BV, welche verfas-
sungsrechtliche Minimalgarantie neben der StPO Anwendung findet (Urteil
des Bundesgerichts 6B_1144/2016 vom 15. Juni 2017 E. 1.3 m.w.H.; vgl.
CHRISTEN, Kostenfolge im kantonalen Beschwerdeverfahren in Strafsachen,
ZStrR 131/2013, S. 177 ff., 191 f.). Dabei hält das Bundesgericht auch nach
Inkrafttreten der StPO grundsätzlich daran fest, dass die unentgeltliche
Rechtspflege bei Haftbeschwerden (und anderen strafprozessualen Neben-
verfahren), mithin auch die unentgeltliche Verbeiständung, von der Nichtaus-
sichtslosigkeit des konkret verfolgten Prozessziels abhängig gemacht wer-
den kann (Urteile des Bundesgerichts 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012
E. 2.3.2; 1B_732/2011 vom 19. Januar 2012 E. 7.2; vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_616/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.4, nicht publiziert in BGE
143 IV 122; Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2017.85 vom 13. Juli
2017 E. 8.1; BH.2017.3 vom 11. Mai 2017 E. 6.2; je m.w.H.; vgl. auch ACHER-
MANN, Verfassungsmässiger Anspruch auf "Gratisentscheide" für die bedürf-
tige beschuldigte Person im Strafverfahren?, dRSK 17. August 2017; BEE-
LER, a.a.O., S. 176).
Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussich-
ten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum
als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als
aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr
die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend
ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht
deshalb anstrengen können, weil er sie – zumindest vorläufig – nichts kostet.
Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich auf-
grund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten,
wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massge-
bend sind (BGE 142 III 138 E. 5.1 m.w.H.; vgl. Urteil des Bundesgerichts
6B_1144/2016 vom 15. Juni 2017 E. 1.4).
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Bei Haftbeschwerden ist Aussichtslosigkeit mit Zurückhaltung anzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts 1B_272/2012 vom 31. Mai 2012 E. 6.2; Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.16 vom 6. November 2014 E. 7.3;
je m.w.H.; vgl. BEELER, a.a.O., S. 176; CHRISTEN, a.a.O., S. 193).
6.4 Wie die vorstehenden Erwägungen aufzeigen, muss die Beschwerde vorlie-
gend als von Anfang an aussichtslos betrachtet werden. Damit mangelt es
an einer materiellen Voraussetzung für die unentgeltliche Rechtspflege. Das
entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist unbesehen seiner finan-
ziellen Verhältnisse abzuweisen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-
kosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf
Fr. 2'000.– festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des
Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten,
Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR
173.713.162]).
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