# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8fe8a1b5-525b-4f4c-8f71-0e0ec3e0a2c2
**Court:** CH_EDÖB
**Chamber:** CH_EDÖB_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
1. Der Antragsteller (Privatperson) hat am 21. November 2020 gestützt auf das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ; SR 152.3) bei der Bundeskanzlei BK ein Zugangsgesuch eingereicht. Darin berief er sich auf eine Sendung von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, in welcher Bundesrat Ueli Maurer zur Aussage, die Corona-Krise sei mit den hohen Fallzahlen und Todesfällen aus dem Ruder gelaufen, wie folgt geantwortet habe: "Wir sind bewusst dieses Risiko eingegangen, weil wir eine Güterabwägung gemacht haben." Zudem nahm der Antragsteller Bezug auf ein Strategie-Dokument, das er gestützt auf ein Zugangsgesuch beim Bundesamt für Gesundheit BAG erhalten hatte, und erklärte u.a., er könne aus diesem Dokument "[...] weder qualitativ noch quantitativ sinnvoll herauslesen, wieviele [sic] Tote die Landesregierung bereit ist in Kauf zu nehmen, um vermeintliche [sic] die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben am 'Leben' zu lassen. [...]. Gerne verlange ich gestützt auf das BGÖ Zugang zu amtlichen Dokumenten, die auf rationale und verschriftliche [sic] Weise aufzeigen, wie diese 'Güterabwägung' denn so aussieht."
2. Am 26. November 2020 leitete die BK dieses Zugangsgesuch an das ihrer Ansicht nach zuständige Eidgenössische Finanzdepartement EFD weiter.
3. Das Generalsekretariat des EFD (GS-EFD) verweigerte dem Antragsteller am 27. November 2020 den Zugang zu den vom Zugangsgesuch betroffenen Dokumenten und begründete dies wie folgt: "Ihr Gesuch bezieht sich auf Verhandlungen des Bundesrates. Gemäss Art. 21 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes (RVOG; SR 172.010) sind die Verhandlungen des Bundesrates nicht öffentlich. Der Öffentlichkeitsgrundsatz gilt ausserdem nicht für den Bundesrat (siehe Art. 2 [BGÖ]). Die Dokumente der Verhandlungen des Bundesrates sind deshalb nicht öffentlich. Ihr Gesuch um Zugang zu Dokumenten der Verhandlungen des Bundesrates wird also verweigert."
4. Am 1. Dezember 2020 ergänzte der Antragsteller sein Zugangsgesuch wie folgt: "Ich gehe davon aus, dass nicht der Bundesrat die Grundlagenden [sic] zur 'Güterabwägung' vorgenommen hat: können Sie mir sagen, auf den amtlichen Dokumenten welcher Behörde [sic] genau sich der Bundesrat abgestützt hat, um diese Entscheidungen vorzunehmen; können Sie mir die amtlichen Dokumente eben dieser Behörde, die das EFD sicher auch empfangen
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hat, zustellen bzw. auf diese verweisen? Falls der Bundesrat sich auf den Rat privater Akteure verlassen hat, wäre ich froh um eine Liste dieser Dokumente im Titel bzw., falls diese im Internet öffentlich sind, würde ich gerne die URLs zu den entsprechenden Dokumenten erhalten. Ich präzisiere mein Zugangsgesuch entsprechend dahingehend, dass nicht die Diskussion und der Entscheid des Bundesrats an und für sich verlangt werden, sondern die (amtlichen) Dokumente, auf die sich der Bundesrat für seine 'Güterabwägung' stützt."

## Considerations