# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d0207138-5634-4e04-b74d-c1ab1fbb6542
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, arbeitete ab Juli 1990 vollzeitlich in einer Kondito
rei. Nachdem er im Dezember 1990 eine Kontusion der linken Schulter erlitten hatte, zog er sich im Mai 1992 bei einem Sturz eine SLAP-Läsion der linken Schulter zu, und im Juli 1993 wurde die linke Schulter operiert. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilungskosten und Taggel
dern; die damals zuständig gewesene Ausgleichskasse des Kantons Graubünden hatte demgegenüber mit Verfügung vom
7.
Dezember 1993 invalidenversiche
rungs
rechtliche Ansprüche mangels Vorliegens der versicherungsmässigen Voraus
setzungen verneint.
Am
1.
Januar 1996 trat
X._
bei der
Y._
AG eine Vollzeitstelle an (vgl. die Angaben der
Y._
AG vom 2
7.
Januar 1999 im Fra
ge
bogen für den Arbeitgeber zuhanden der Invalidenversicherung,
Urk.
10
/3). Am
9.
Oktober 1997 rutschte er bei der Arbeit
aus und verdrehte dabei den lin
ken Arm, und am
9.
April 1998 fiel er bei einem Sturz am Arbeitsplatz auf den linken Arm. Beide Male traten wieder Schmerzen in der linken Schulter auf, welche die
Klinik Z._
auf eine Instabilitätssymptomatik mit Abriss des anterioren Labrums zurückführte. Am
1.
Juli 1998 erfolgte in der
Z._
eine operative Schulterstabilisierung. Nac
h einer kreisärztlichen Untersu
chung vom Mai 1999 (
Urk.
10
/89/23-25) sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 1
5.
Juli 1999, welche unangefochten blieb, ab dem
1.
Juli 1999 eine Invali
denrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 10
%
und eine Integritätsent
schädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 12,5
%
zu (vgl. zum Ganzen die Sachverhaltsdarstellungen im Urteil des Prozesses Nr. IV.2005.01037 in Sachen
X._
gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich [SVA], IV-Stelle, vom 3
1.
Januar 2006,
Urk.
10
/89/1-15, und im Urteil des Pro
zesses Nr. UV.2004.00215 in Sachen
X._
gegen Suva vom 3
1.
Januar 2006,
Urk.
10
/90)
.
1.2
Am
9.
November 1998 hatte sich
X._
auch bei der Invalidenversiche
rung wieder angemeldet (
Urk.
10
/2). Die diesm
al zuständige IV Stelle des Kan
tons Zürich teilte dem Versicherten nach der Durchführung von medizinischen und beruflichen Abklärungen mit Vorbescheid vom
1.
September 1999 mit, dass sie seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenre
nte zu ver
neinen gedenke (
Urk.
10
/12).
Sodann sprach
X._
am
6.
September 1999 wegen Zunahme der Beschwerden in der linken Schulter bei der Suva vor, und nach verschiedenen medizinischen Abklärungen wurde am
9.
Juni 2000 in der
Klinik Z._
eine weitere Schulteroperation durchgeführt. Die Suva bezahlte wiederum die Heilungskosten sowie Taggelder und eröffnete dem Versicherten anschliessend mit Verfügung vom
1
4.
November 2000, dass ihm unter Einstellung der Tag-geldzahlungen per Ende November 2000 weiterhin die 10%ige Invalidenrente gewährt werde (
Urk.
10
/15; vgl. die Sachverhaltsdarstellung im Urteil des Prozes
ses Nr. IV.2005.01037 vom 3
1.
Januar 2006,
Urk.
10
/89/1-15).
Die
Y._
AG hatte das Arbeitsverhältnis mit d
em Versicherten per Ende Septem
ber 1999 gekündigt (vgl.
Urk.
10
/8/4 und die Telefonnotiz der IV-Stelle vom 2
0.
August 1999,
Urk.
10
/11).
1.3
1.3.1
X._
liess zum einen Einwendungen zum Vorbescheid der IV-Stelle vom
1.
September 1999 und zum andern Einsprache gegen die Verf
ü
gung der Suva vom 1
4.
November 2000 erheben.
1.3.2
Die IV-Stelle nahm Rücksprache mit
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, der den Versicherten seit Oktober 2001 behandelte (Telefonnotiz vom
8.
Oktober 2001,
Urk.
10
/25).
In der Folge gab die IV-Stelle bei der MEDAS
B._
eine multidisziplinäre Begut
achtung des Versicherten in Auftrag. Die MEDAS
B._
erstattete das Gu
t
achten am 1
6.
Februar 2004 (Gesamtgutachten des fallverantwortlichen Arztes
Dr.
med.
C._
mit dem rheumatologischen Fachgutachten von
Dr.
med. D._
, dem psychiatrischen Fachgutac
hten von
Dr.
med.
E._
, Spe
zial
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und dem orthopädischen Teilgut-achten von
Dr.
med.
F._
,
Urk.
10
/45).
1.3.3
Mit Verfügung
vom
3.
Dezember 2004 verneinte sie dessen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
10
/67). Die gegen die Rentenverfügung erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 1
8.
Juli 2005 ab (
Urk.
10
/80).
Mit Entscheid vom
7.
Mai 2004 hatte die Suva die Einsprache des Versicherten gegen die Ver
fügung vom 1
4.
November 2000 ebenfalls abgewiesen (
Urk.
10
/54/2-8).
1.4
X._
liess sowohl gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom
7.
Mai 2004 als auch gegen den
Einspracheentscheid
der IV-Stelle vom 1
8.
Juli 2005 Beschwerde erheben.
Mit Urteil vom 3
1.
Januar 2006 änderte das Sozialversiche
rungsgericht den
Einspracheentscheid
der Suva vom
7.
Mai 2004 dahingehend, dass es dem Versicherten ab dem
1.
Dezember 2000 eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 20
%
zusprach (
Urk.
10
/90; Prozess Nr. UV.2004.00215).
Mit einem weiteren Urteil vom 3
1.
Januar 2006 hob das Sozialversicherungsge
richt den
Einspracheentscheid
der IV-Stelle vom 1
8.
Juli 2005 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese ein psychiatrisches Gutachten einhole (
Urk.
10
/89/1-15; Prozess Nr. IV.2005.01037).
Beide Urteile blieben unangefoch
ten.
1.5
Die IV-Stelle liess
in der Folge
das polydisziplinäre Gutachten des
I
nstitut
s
G._
vom 1
2.
Juli 2007 erstellen (internistische und all-gemeinmedizinische Fallführung von
Dr.
med. H._
, psychiatrisches Teil
gutachten von
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt für Psychiat
rie und Psychothe
ra
pie, und orthopädisches Teilgutachten von
Dr.
med. D.
J._
, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie,
Urk.
10
/105; Ergänzung von
Dr.
H._
vom 1
4.
August 2007,
Urk.
10
/106).
M
it Verfügung vom
4.
Juli 2008
sprach sie
für die Zeit ab dem
1.
Mai 2007 eine
Viertelsrente
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 42
%
zu (
Urk.
10
/120,
Urk.
10
/130,
Urk.
10
/133 und
Urk.
10
/134; Feststellungsblatt vom
5.
Mai 2008,
Urk.
10
/119). Der Versicherte akzeptierte diese Verfügung.
1.6
Im Herbst 2009 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren in die Wege
Urk.
10
/142)
.
Am 2
3.
Juni 2010 teilte sie dem Versicherten mit, dass er weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
habe (
Urk.
10
/151).
1.7
Per
1.
November 2011 schloss
X._
einen Arbeitsvertrag im Sinne eines Praktikums mit der
K._
GmbH ab und liess der IV-Stelle den Vertrag zukommen (
Urk.
10
/153). Die IV-Stelle leitete danach im Frühjahr 2013 erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein
. Sie
teilte
dem Versicherten
daraufhin mit Vor
bescheid vom 1
2.
Juni 2013 mit, dass sie seine Rente aufzuheben gedenke, da die Diagnosen, die zur Rentenzusprechung geführt hätten, zu den ätiologisch-pathogenetisch unklaren
syndromalen
Zustandbildern
ohne nachweisbare organische Grundlagen gehörten, die rechtsprechungsgemäss in der Regel keine rentenrele
vante Beeinträchtigung in der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten (
Urk.
10
/162; Feststellungsblatt in
Urk.
10
/160). Der Versicherte liess mit den Eingaben vom 2
1.
Juni und vom 1
7.
Juli 2013 Einwendungen erheben und beantragen, ihm sei weiterhin mindestens eine
Viertelsrente
auszurichten (
Urk.
10
/163 und
Urk.
10
/166).
Aufgrund der Einwendungen gab die IV-Stelle bei der MEDAS
L._
ein weiteres polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (Gutachten von Prof. Dr.
M._
, Spezialarzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, Chef
arzt, Dr. med.
N._
, Spezialärztin für Orthopädie und Traumatolog
ie, Hauptgutachterin, Dr. med
.
O._
, Spezialarzt für Allgemeine Innere Medizi
n, Teilgutachter, und Dr. med.
P._
, Spezialarzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, Teilgutachter, Urk.
10
/175; Untersuchungen vom Februar 2014, Versand im April 2014). Mit Schreiben vom 2
9.
April 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie seinen künftigen Anspruch auf eine Inva
li
denrente nicht, wie im Vorbescheid vom 12. Juni 2013 beabsichtigt, nach den Grundsätzen für Beschwerdebilder ohne organische
Grundlagen prüfen, sondern das ordentliche Revisions
verfahren anwenden werde (Urk. 10
/176).
Mit einem neuen Vorbescheid vom 1
3.
Juni 2014 stellte die IV-Stelle wiederum die Einstellung der Rente in Aussicht, diesmal mit der Begründung, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der letzten Verfügung vom
4.
Juli 2008 verändert habe und der Invaliditätsgrad nur noch 21 % betrage (Urk.
10
/179; Feststellungsblatt in Urk.
10
/178). Der Versicherte liess mit den Eingaben vom 1
4.
August und vom
9.
September 2014 wieder Einwendungen vorbringen (Urk.
10
/183 und Urk.
10
/188) und berief sich auf ein Zwischenzeugnis der
Q._
GmbH vom 1
5.
August 2014 (Urk.
10
/187/1) und auf ein Zeugnis von Dr.
A._
vom
3.
September 2014 (Urk.
10
/187/2). Die IV-Stelle holte daraufhin bei der MEDAS
L._
die Ergänzungen vom 2
6.
November 2014 ein (Urk.
10
/189 und Urk.
10
/192/2-3). Nachdem der Versicherte hierzu mit Eingabe vom 3
0.
Dezember 2014 hatte Stellung nehmen lassen (Urk.
10
/197), ent
schied die IV
Stelle mit Verfügung vom 12. Februar 2015 im Sinne ihres Vor
be
scheids und hob die Rente auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (Urk. 2 = Urk.
10
/199).
Nachträglich gelangte ein Bericht des Kantonsspitals
R._
vom 2
9.
Dezem
ber 2014 zu den Akten der IV-Stelle (vgl. Urk.
10
/203/1), gemäss dem der Versi
cherte am Vortag auf die linke Schulter und die linke Hüfte gestürzt war (Urk.
10
/200/1-2), und ein Zeugnis von Dr.
S._
vom 1
6.
Februar 2015 mit dem Attest einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem
9.
Januar 2015 (Urk.
10
/200/3). Die IV-Stelle holte dazu die Stellungnahme des RAD-Arztes
pract
. med.
T._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
vom
7.
März 2015 ein (Urk.
10
/203/2).
Die gegen die Verfügung vom 1
2.
Februar 2015 erhobene
Beschwerde (
Urk.
10/202/3-7) wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 3
0.
August 2016 im Verfahren IV.2015.00250 ab (
Urk.
10/219).
Dieses Urteil erwuchs in Rechtskraft.
1.8
Infolge Verschlechterung
vor allem der linken Schulter
meldete sich der Versi
cherte am 1
2.
September 2016 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
10/221). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation
ab,
zog Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
10/223
) und verneinte
gestützt auf die Beurteilung des RAD
-Arztes med.
pract
.
T._
vom
3.
März und 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
10/254/3-5)
mit Verfügung vom 2
0.
November 2017
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einen Rentenanspruch
(
Urk.
10/255).
Auch dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.9
Am
8.
Oktober 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf diverse Prob
leme und Schmerzen im Nacken, an der linken Schulter, an beiden Hüften,
auf
eine
Fussheberschwäche
rechts sowie
auf
psychische Probleme erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/259).
Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
10/267) und Einwanderhebung (
Urk.
10/277) bei der
U._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 1
5.
Juli 2019 erstattet wurde (
Urk.
10/302).
Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2019 verneinte die IV-Stelle schliesslich erneut einen Rentenanspruch (
Urk.
10/311 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte
liess
am
1
4.
Januar 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Dezember 2019
(
Urk.
2)
erheben
und beantrage
n
, diese sei aufzuheben und es sei
ein Obergutachten
zu
erstellen oder die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Eventualiter sei ihm basierend auf einer Invaliden
tätigkeit im Ausmass von höchstens 60
%
einer vollen Erwerbstätigkeit und einem leidensbedingten Abzug von 25
%
eine Invalidenrente zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Seiner Beschwerde legte er verschiedene Beweisstücke
, darunter auch einen medizinischen Bericht
bei (
Urk.
3/
6-9).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
Februar 2020
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
5.
Februar 2020
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 3
) die unentgeltliche Prozessführung
bewil
ligt und Rechtsanwalt Beat
Wieduwilt
, Winterthur, zum unentgeltlichen Rechts
vertreter bestellt
; sodann wurde
dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hin
gegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der
U._
vom 1
5.
Juli 2019 (
Urk.
10/302) davon aus, dass aus medizinischer Sicht keine Verschlechterung ausgewiesen sei und eine angepasste Tätigkeit zu 80
%
zugemutet werden könne.
G
estützt auf die statistischen Lo
hne
rhebungen
des Bundes
errechnete die Beschwerdegegnerin einen I
nvaliditätsgrad
von 20
%
und lehnte den Anspruch auf eine Invalidenrente ab (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer
zusammengefasst
geltend (
Urk.
1),
verglichen mit dem Zustand anlässlich der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2014, wie er auch dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
0.
August 2016 zugrunde
gelegen habe, habe sich der Zustand verschlechtert. Damals sei keine psychiatri
sche Diagnose festgestellt worden. Der psychiatrische Gutachter der
U._
berichte von verschiedenen psychiatrisch bedingten Beeinträchtigungen, und zwar seit Jahren (S. 6 f.) D
a der psychiatrische Gutachter
jedoch
die Anam
nese nicht vollständig erhoben habe und das Vorliegen einer schweren Depres
sion, einer Persönlichkeitsstörung sowie die Auswirkungen der chronischen Schmerzstörung nicht korrekt abgeklärt und dargelegt
habe
, könne den Schluss
folgerungen des Gutachtens nicht gefolgt werden. Weiter habe sich das Zumut
barkeitsprofil aus somatischer Sicht verändert. Welche Auswirkungen die Beschwerden auf seine Arbeitsfähigkeit
hätten, sei mittels EFL abzuklären. Er sei zu höchstens 60
%
arbeitsfähig. Sodann sei
bei der Invaliditätsbemessung
ein leidensbedingter Abzug von 25
%
zu berücksichtigen, woraus ein Invaliditätsgrad von mindestens 55
%
resultiere (S. 6 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustands des Beschwerdeführers vorliegt und ob zu deren Feststellung auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten
der
U._
abgestellt werden kann.
Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwerde
führers vom
8.
Oktober 2018
(
Urk.
10
/259) materiell eingetreten ist
(vgl.
Urk.
10
/261)
. Letztmals beurteilt wurde dessen Gesundheitszustand mit Verfü
gung vom 2
0.
November 2017, mit welcher eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes und ein Rentenanspruch verneint wurde
n
(
Urk.
10/255). Zu prüfen ist somit, ob sich der massgebliche Sachverhalt zwischen der Verfügung vom 2
0.
November 2017 und der angefochtenen Verfügung vom
5.
Dezember 2019 in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat.
3.
3.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin m
it Verfügung vom 1
2.
Februar 2015 die bis
her ausgerichtete
Viertelsrente
auf
ge
hob
en hatte
(Urk. 10/199), was vom Sozial
versicherungsgericht mit Urteil vom 3
0.
August 2016
im Verfahren IV.2015.00250
bestätigt
worden war
(
Urk.
10/219), meldete sich der Beschwerde
führer am 1
2.
September 2016 infolge Verschlechterung erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (
Urk.
10/221).
Laut Feststellungsblatt vom 2
0.
November 2017 (
Urk.
10/254) stützte sich
die Beschwerdegegnerin bei der vormaligen Rentenprüfung und -ablehnung
im Wesentlichen
auf die Berichte
der
Klinik Z._
vom 2
7.
September
,
7.
November
und
7.
Dezember
2016
sowie vom
7.
und 3
1.
März,
1
1.
und 2
0.
April,1
6.
und
2
4.
Mai und
1.
Juni 2017
(vgl.
Urk.
10/
225/1-3,
Urk.
10/240/4-5
,
Urk.
10/243/12-13,
Urk.
10/244
/1-3,
Urk.
10/244/4-6,
Urk.
10/244/7-9,
Urk.
10/244/10-12,
Urk.
10/244/13-14
) sowie den Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
vom
7.
November 2016 (
Urk.
10/227/1-5)
.
Der Arbeitsmediziner m
ed.
pract
.
T._
vom RAD
fasste
den medizinischen Sachverhalt zusammen und
würdigte
ihn in seinen Stellungnahmen vom
3.
März und 2
0.
Juni 201
7.
In psychischer Hinsicht erachtete er im Zusammenhang mit der vom behandelnden Psychiater genannten anankastischen Persönlichkeitsstö
rung keine psychopathologischen Befunde
und im Vergleich zu früheren Behand
lungsberichten keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands als ausgewiesen (vgl.
Urk.
10/254/3). In somatischer Hinsicht
stellte er
im Zusam
menhang mit der neu aufgetretenen
Fussheberparese
rechts mit
Hypästhesien
im lateralen Unterschenkel
eine langsame aber deutliche Verbesserung der motori
schen Funktion fest und verwies auf die fachärztlich festgestellte Wahrschein
lichkeit einer vollständigen Erholung. Bezüglich des
(
bekannten
)
zervikoradiku
lären
Reizsyndroms C7
verwies er auf eine nicht eingeschränkte
Beweglichkeit
der Halswirbelsäule (HWS)
,
leichte Verspannung der Nackenmuskulatur, deutlich eingeschränkte Schulterbeweglichkeit ohne Hinweis auf neurologi
sche/sensomotorische Komponenten, wobei die konservativen Massnahmen zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik führten. Eine wesentliche Beein
trächtigung ergab sich schliesslich auch von Seiten der
Coxarthrose
nicht
.
Er kam zum Schluss, dass die aktuellen Befunde
keine lang andauernde/dauerhafte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bewirken und sich somit aktuell keine neuen dauerhaften Funktionseinschränkungen ergeben wür
den
(
Urk.
10/254/3-5).
3.3
Gestützt darauf verneinte die Beschwerdegegnerin m
it Verfügung vom
2
0.
November 2017
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Ver
gleich zur Situation bei der Rentenaufhebung und verneinte deshalb
einen Ren
tenanspruch (
Urk.
10/255). Diese
Verfügung
wurde vom anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nicht angefochten und erwuchs in Rechtskraft.
4.
4.1
Bereits am
8.
Oktober 2018 meldete sich der Beschwerdeführer erneut
unter Hin
weis auf den Bericht der
Klinik Z._
vom 1
8.
September 2018
bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/259
, 10/257
).
Im Bericht der
Z._
wurde über den Behandlungsverlauf nach Infiltrationen zervikal berichtet und über den Verlauf einer Druckneuropathie
peronaeus
rechts. Es wurde über keine neue Diagnose berichtet, die
Fussheber
schwäche
sei deutlich verbessert, nach den Infiltrationen seien zervikal deutliche Besserungen vorhanden, wenn auch nur während kurzer Zeit. Es wurden neue Infiltrationen vorgesehen (
Urk.
10/257).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei
Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
5.
Dezember 2019 (Urk. 2) auf das von ihr angeordnete Gutach
ten der
U._
vom 1
5.
Juli 2019 (
Urk.
10/302), in welchem die Experten
Dr.
med.
V._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
W._
, Facharzt für Rheumatologie,
Dr.
med.
AA._
, Facharzt für Neu
rologie, in interdisziplinärer Hinsicht folgende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellten (S.
11
):
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0, F32.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit pseudoradikulä
ren Ausstrahlunge
n beidseits
(ICD-10 M53.0/M53.1)
-
radiomorphologisch im
Rx
HWS
1.
Juli 2019: Im Seitenbild weitgehend harmonische
Lordosierung
mit
Osteochondrose
HWK2/
3.
Deutliche dorsal betonte
Osteochondrose
HWK5/6 und HWK6/7 mit ventraler und dorsaler Spondylose. Gut erhaltene Bandscheibenhöhen zwischen HWK3/4, HWK4/5 und HWK7/Th
1.
Im
ap
-Bild Multietagen-
Unkarthrosen
zwischen HWK4-HWK6
-
Status nach ineffektiver Facettengelenksinfiltration C6/7 beidseits und Wurzel
infiltration C7 beidseits vom
6.
Dezember
2018, vom
3.
Septem
ber
2018 und 2
4.
April
2018
,
jeweils nur kurze Schmerzreduktion für wenige Tage. Gemäss Aktentage Status nach Facettengelenksinfiltra
tion C6 beidseits und Wurzelinfiltration C7 beidseits bereits am 3
1.
August
2016
-
reaktive Myogelose der Subokzipital-, Trapezius- sowie der
interska
pulären
Muskelgruppen
-
Oberkörperfehlhaltung mit betonter thorakaler Kyphose und konseku
tiver Schultergürtelprotraktionsfehlstellung
-
chronisches
lumbospondylogen
es
Schmerzsyndrom
(ICD-10 M54.4)
-
radiomorphologisch im
Rx
der Lendenwirbelsäule (LWS)
vom
1.
Juli
2019: Im
ap
-Bild linkskonvexe Torsionsskoliose mit Rotation der LWS nach links. Gute Darstellung der mitabgebildeten
lliosakralgelenke
der Symphyse. Im Seitenbild Streckhaltung der LWS,
chondrotische
Veränderungen in den Bandscheibenabschnitten LWK2/3, LWK3/4, LWK4/5 mit ventraler Spondylose zum Teil deutlich ausziehend Grundplatte LWK2, Deckplatte LWK3, Deckplatte LWK4 sowie Deckplatte LWK5, Verdacht auf
spondylarthrotische
Veränderungen zwischen LWK4/5, LWK5/S1
-
klinische Dysfunktion mit eingeschränkter Lateralflexion und Reklina
tion
-
differenzialdiagnostisch Facettengelenksschmerzsyndrom bei Facet
tengelenksarthrosen zwischen L4-S1
-
keine Hinweise für sensomotorische radikuläre Ausfälle
-
Periarthropathia
coxae
beidseits linksbetont mit beginnenden
Coxarthro
sen
beidseits, klinisch sowie partiell radiomo
rphologisch
(ICD-10 M24.8/M16.0)
-
radiomorphologisch im
Rx
vom
1.
Juli
2019:
b
ilaterale symmetrisch dargestellte
Hüftgel
enke mit diskreter Sklerosierung am
Acetabulum
dach
identischen Ausmasses,
Femurkopf
sphärisch dargestellt ohne Hinweise für Geröllzysten weder
azetabulär
noch am
Femurkopf
. Diskrete ossäre Verdickung Übergang
Femurkopf
Schenkelhals, prädis
ponierend für ein sogenanntes CAM-
lmpingement
beidseits linksbetont
-
DD klinisch Verdacht auf CAM-
lmpingement
beidseits linksbetont
-
chronische posttraumatische
Rotatorenmanschettendegeneration
linke Schulter
(ICD-10 M75.9)
-
gemäss Aktenlage Status nach Stabilisierungsoperation 1993 und 1998 bei Status
nach Schulterluxation 1997 und Schulterkontusion 1990 und 1992
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 12):
-
Status nach Druckneuropathie des
Nervus
peroneus
communis
rechts 2016
-
arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
Nikotinabusus
In der interdisziplinären Beurteilung hielten sie fest, bei der psychiatrischen Untersuchung habe eine leichte bis mittelgradige depressive Episode diagnosti
ziert werden können, welche durch depressive Verstimmungen mit verminderter Freude und aggressiver Gestimmtheit, aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit,
Schlafstörungen, verminderten Appetit und Körpergewichtsabnahme gekenn
zeichnet sei. Es sei aufgefallen, dass die Schmerzen des Exploranden ausgeweitet seien und sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren liessen. Es bestehe eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren. Weitere psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit hätten nicht gestellt werden können. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychi
atrischer Sicht in der angestammten und in anderen Tätigkeiten um 20
%
reduziert aufgrund einer durch die Depression erhöhten Ermüdbarkeit mit Leis
tungs
einschränkung von 20
%. Bei der rheumatologischen Untersuchung habe am Achsenskelett eine Bewegungseinschränkung lumbal und zervikal bestanden, welche trotz gewissen Inkonsistenzen beim Status einen somatischen Kern
habe
. Radiomorphologische Abklärungen hätten Multietagendegenerationen an der HWS deutlich mehr als an der LWS ergeben. Es liessen sich keine eindeutigen Hinweise für eine zervikale oder
lumboradikuläre
sensomotorische Ausfallssymp
tomatik finden. Am Schultergürtel links habe eine
residuelle
Bewegungsein
schränkung bei mehrfachen Traumatisierungen und Voroperationen bestanden. Die rechte dominante Schulter sei unauffällig frei beweglich gewesen. Im Bereich der Hüftgelenke habe eine schmerzhaft eingeschränkte Hüftflexion und Innenro
tation
,
links mehr als rechts im Sinne einer
Periarthropathia
coxae
und einem klinischen
Hüftimpingement
-Zeichen bestanden. Es hätten Hinweise für eine erhebliche funktionelle Überlagerung im Sinne einer Schmerzgeneralisierungs
tendenz bestanden. Aus rheumatologischer Sicht bestehe für körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Vermieden werden sollten Tätigkeiten mit stereotypen Rota
tionsbewegungen der HWS und LWS und Arbeiten in anhaltender Oberkörper
vorneigeposition sowie Arbeiten mit maximalen Rotationen und Reklinationen bezüglich HWS und LWS. Auch häufige
Überkopf-
Arbeiten sollten vermieden werden. Es bestehe auch eine Einschränkung der Gehfähigkeit in der Ebene, so dass Tätigkeiten mit häufigem Treppensteigen oder gar Benutzen von Leitern oder Gerüsten oder regelmässiges Gehen auf unebenem Grund nicht zu empfehlen seien. Auch das Heben und Tragen von Lasten bis zur Taille über 10 kg und über Taille über 5-7.5 kg sollten vermieden werden. Bei der neurologischen Untersu
chung habe aktuell keine relevante radikuläre Reiz- beziehungsweise sensomoto
rische Ausfallssymptomatik festgestellt werden können. Bezüglich einer im Jahr 2016 entwickelten hochgradigen Fuss- und
Zehenheberparese
rechts sei es zu einer weitgehenden Besserung gekommen, so dass unter Berücksichtigung der neurophysiologischen Untersuchungsresultate davon ausgegangen werden könne, dass diese im Alltag keine relevante Einschränkung mehr verursache. Aus
neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auch aus allgemeininternistischer Sicht könn
t
en keine Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gestellt werden
(S. 12 f.)
.
Weiter hielten die Gutachter fest, die Leistungseinschränkungen aus rheumatolo
gischer und aus psychiatrischer Sicht, welche aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs bestünden, würden sich nicht addieren, sondern ergänzen. Von der aktuellen Arbeitsfähigkeit könne seit Jahren ausgegangen werden, insbeson
dere sei seit der Verfügung vom November 2017 keine wesentliche Veränderung aufgetreten (S. 14).
5.
5.1
Voraussetzung für
die umfassende Neuprüfung des Rentenanspruchs nach der letzten Rentenabweisung
ist das Vorliegen eine
r
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. vorstehend E. 1.3).
Die am 2
0.
November 2017 (
Urk.
10/255) verfügte Rentenablehnung erfolgte
bei
eine
m
polymorbiden Besc
hwerdebild
mit
einer posttraumatischen
Rotatorenman
schettendegeneration
der linken Schulter,
eine
m
chronischen
lumbovertebralen
linksbetonten Schmerzsyndrom, eine
m
zervikoradikulären
Reizsyndrom C7 links
betont, einer subakuten
Fussheberparese
rechts mit
Hypästhesien
, einer
Coxarthrose
beidseits,
einer chronifizierten Depression und
einer
anankastischen Persönlichkeitsstörung.
In Würdigung der
zahlreichen Berichte der
Klinik Z._
und des behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
kam RAD-Arzt med.
pract
.
T._
zum Schluss,
dass keine
lang andauernde/dauerhafte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ausgewiesen sei
und sich somit keine neuen dauerhaften Funktionseinschränkungen ergeben würden
(
vgl. vorstehend E. 3.2, siehe auch
Urk.
10/254/3-5).
Die Beurteilung des RAD erweist sich als nachvollziehbar.
Bis auf die
damals
neu hinzugekommene
Fussheberparese
, welche im Verlauf deutlich besserte,
hatten
bereits die Gutachterinnen und Gutachter der MEDAS
L._
im Jahr 2014 im Wesentlichen die gleichen
Befunde und
Diagnosen
festgehalten
, nämlich ein chronisches subacromiales
Impingement
der linken
Schulter mit mässigem Funk
tionsdefizit, chronische
lumbovertebragene
Schmerzen, mittelgradige
Coxarthrosen
beidseits,
eine
myofasziale
Zervikobrachialgie
links sowie ein depressives Zustandsbild mit Schmerzen
, welchem sie
jedoch
eine erhebliche Schwere
und
Intensität,
ein relevantes
Ausmass und
eine
eben
solche
Dauer absprachen
(vgl.
Urk.
10/175/31).
A
ufgrund der chronischen Schultererkrankung erachteten die
Gutachter die Belastbarkeit für Tätigkeiten, die mit ständigem lin
ke
m
Armeinsatz, über Kopf beziehungsweise über die Horizontale verbunden wären, als eingeschränkt. Wegen der fortgeschrittenen Spondylarthrosen im Abschnitt L4-S1 mit aktivierten Facettengelenksreizung L5/S1 ohne Nervenkom
pressionszeichen erachteten sie zudem die Belastbarkeit der LWS für schweres Heben und Tragen von Lasten von über 10 kg und Tätigkeiten mit regelhafter Seitneigung, Rotationsbewegung sowie Zwangshaltungen als eingeschränkt. Wegen der Hüftbeschwerden bei nur einer leicht- bis mittelgradigen Degeneration sollten Tätigkeiten, die ausschliesslich Stehen und Gehen
, sowie regelhaftes Trep
pensteigen und Besteigen von Leite
rn erfordern, vermieden werden. In einer adaptierten Tätigkeit nahmen sie aufgrund der im Zusammenhang mit der chronischen Schultererkrankung anzunehmenden Verlangsamung und vermehr
te
n
Pausenbedarf
s
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%
an und erachteten die Gesundheitsstörungen von Seiten der LWS und der Hüftgelenke als in adaptierter Tätigkeit qualitativ mitberücksichtigt (vgl.
Urk.
10/175
/35).
Zu den
Radiologiebefunde
n
der HWS hielten die Gutachter i
n der ergänzenden Stel
lungnahme vom 2
6.
November 2014
fest, dass im Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung klinisch keine verifizierbaren zervikalen Radikulopathien vorlagen und die Funktion der HWS nur endgradig in Rotation eingeschränkt war. Bereits in den radiologischen Voruntersuchungen
sei
eine degenerative
Foramenstenose
im Abschnitt C5-7 beschrieben
worden
. Bandscheibenveränderungen seien ab einem gewissen Alter häufig und nur dann relevant, wenn sie aufgrund der Klinik mit Sensibili
t
ätsstörungen, einer Beschwerdesymptomatik und mit verifizierbaren
Nervenausfallerscheinungen korrelieren würden, was zum gutachterlichen Zeitpunkt nicht der Fall gewesen sei. Zur vom behandelnden Psychiater neu genann
ten zusätzlichen Diagnose einer anankastischen Persönlichkeitsstörung hielt der psychiatrischer Gutachter fest, dass eine solche Diagnose weder anamnestisch noch während der Untersuchung objektivierbar gewesen sei (vgl.
Urk.
10/192/2-3).
Auch wenn hinsichtlich der
zervikospondylogenen
Schmerzen auf den ersten Blick aufgrund der Diagnose eines
zervikoradikulären
Schmerzsyndroms eine Verschlechterung eingetreten zu sein
schien
, erg
ab
sich aus den Befunden aus dem Bericht der
Klinik Z._
vom
3.
Februar 2016, dass sich klinisch keine radikulären Ausfälle
hatten
finden l
a
ssen, die Befunde für die Nervenwurzeln C6 und C7 beidseits unauffällig
gewesen
waren
, die
neuroforaminalen
Engen (welche bereits im Rahmen der Zusatzuntersuchungen der
MEDAS
L._
festgestellt w
o
rden
waren
,
Urk.
10/175/40) nicht zu einer relevanten radikulären, axonalen Schädigung
geführt hatten
und somit von einem
zervikospondylogenen
Syn
drom, möglicherweise mit intermittierende
m
radikuläre
m
Reiz-, aber nicht von einem Ausfallsyndrom
ausgegangen werden
konnte
(vgl.
Urk.
10/231/13-14).
Dies
er damalige Schluss
wird auch durch die spätere
Aussage
im n
eurologischen Teilgutachten der
U._
gestützt, wonach die Diagnose eines möglichen zervikale
n Reizsyndroms lediglich auf den
subjektiven Angaben des Beschwer
deführers basiert
e
und objektivierbare Befunde
, welche eine derartige Diagnose nahelegen würden,
bildgebend, klinisch oder neurophysiologisch nicht erhoben werden konnten (vgl.
Urk.
10/302 S. 68).
Auf die
gutachterliche
n
Beurteilung
en
und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
MEDAS
L._
stützte sich
schliesslich
auch das Sozialversiche
rungsgericht im Urteil vom 3
0.
August 2016 im
Verfahren
IV.2015.00250 (
Urk.
10/219).
5.2
5.2.1
Aus somatischer Sicht lässt die Gegenüberstellung der bei der letzten Rentenprü
fung vom 2
0.
November 2017 vorhandenen mit den seither eingegangenen medizinischen Berichten und
dem
Gutachten
der
U._
auf keine wesentliche
n
Veränderung
en
schliessen. Anlässlich der seit der erneuten Anmel
dung vom
8.
Oktober 2018 erfolgten Abklärungen wurden keine neuen objekti
ven klinischen Befunde erhoben, die eine wesentliche Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit begründen könnten und nicht bereits zum Zeit
punkt der letzten Rentenprüfung bekannt gewesen wären.
So
steh
en
aus somatischer Sicht
nach wie vor die
seit Jahren
bestehende zervikale und lumbale Schmerzproblematik, Hüftgelenkbeschwerden sowie linksdominante Schultergürtelschmerzen im Vordergrund.
Die Gutachter gingen ausdrücklich davon aus, dass von der festgestellten
Arbeitsfähigkeit
seit Jahren ausgegangen werden könne und insbesondere seit der Verfügung vom November 2017 keine wesentliche Veränderung auf
getreten ist
(vgl.
Urk.
10
/302 S.
14).
Gemäss dem rheumatologischen Gutachter
Dr.
W._
bestand
en
insgesamt am Achsenskelett Bewegungseinschränkung
en
lumbal und zervikal, welche trotz gewisse
r
Inkon
sistenzen beim Status (bessere Beweglichkeit der HWS bei Ablenkung) einen ein
deutig somatischen Kern hätten, insbesondere hätten die radiomorphologischen Abklärungen vom
1.
Juli 2019 klare Degenerationen an der HWS
,
deutlich mehr als an der LWS ergeben.
Aus klinisch-rheumatologischer Sicht konnten
- wie bereits in früheren Abklärungen -
keine eindeutigen Hinweise für eine zervikale oder
lumboradikuläre
sensomotorische Ausfallsymptomatik festgestellt werden. Am Schultergürtel bestand eine
residuelle
Bewegungseinschränkung wie seit vielen Jahren bei mehrfache
r
Traumatisierung und Voroperation in den Neunzi
gerjahren, während die rechte dominante Schulter unauffällig frei beweglich war.
Hinsichtlich der Hüftgelenke stellte
Dr.
W._
eine schmer
z
haft eingeschränkte Hüftflexion und Innenrotation links klar mehr als rechts im Sinne einer
Periarthropatia
coxae
und
einem
Hüftimpingementzeichen
fest
. Für die ebenfalls beklagten
,
als „brutal“ beschriebenen Fingerarthralgien fand
Dr.
W._
kein kli
nisches Korrelat
(vgl.
Urk.
10/302 S. 57)
. Schliesslich verwies
Dr.
W._
auch auf Inkonsistenzen in Bezug auf die Bewegungsfähigkeit der HWS passiv-assistiert und beobachtet bei der freien Beweglichkeit sowie auf eine bessere Beweglichkeit der linken Schulter, wenn das Bewegungsmuster beim An- und Ausziehen der Kleidungsstücke beobachtet wurde. Schliesslich
äusserte
Dr.
W._
aufgrund des
Ausmass
es
der gesamten geklagten Schmerzsymptomatik über viele Jahre und insbesondere das Nichtansprechen auf verschiedenste adäquat durchgeführte
,
rehabilitative respektive schmerzinterventionelle Massnahmen
den Verdacht auf eine erhebliche zusätzliche funktionelle Überlagerung mit einer subjektiv deutli
chen Krankheits- und Behinderungsüberzeugung und sekundären Selbstlimitie
rung (vgl.
Urk.
10/302 S. 58).
In neurologischer Hinsicht
stellte
Dr.
AA._
diverse Inkonsistenzen im Bereich der HWS-Beweglichkeit und der Kraftentwicklung im Bereich der Fuss- und Zehen
heber fest, wobei der Beschwerdeführer beim Aus- und Ankleiden
-
ausgenom
men im Bereich der linken Schulter
-
kein relevantes Schonverhalten zeigte (vgl.
Urk.
10/302 S. 69). Aufgrund der Diskrepanzen
erachtete
Dr.
AA._
die funktio
nellen Einschränkungen als eher geringgradiger Natur. Eine relevante radikuläre Reiz- beziehungsweise sensomotorische Ausfallsymptomatik bestand aus neuro
logischer Sicht keine. Bezüglich der Fuss- und
Zehenheberparese
kam es zu einer weitgehenden Besserung, so dass unter Berücksichtigung der neurophysiologi
schen Untersuchungsresultate von keiner relevanten Einschränkung im Alltag ausgegangen werden konnte.
Dr.
AA._
stellte weder eine Diagnose mit Auswir
kung auf
die Arbeitsfähigkeit
noch
attestierte
er eine
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Aus neurologischer Sicht bestand
einzig
vorübergehend eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Fussheberparese
von September 2016 bis im März 201
7.
Ansonsten stellte er im zeitlichen Verlauf keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer neurologischen Diagnose fest (vgl.
Urk.
10/302 S. 70).
Aus internistischer Sicht konnte
Dr.
V._
weder im Zeitpunkt der Begutach
tung noch rückwirkend eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellen (vgl.
Urk.
10/302 S. 38).
Etwas
A
nderes
ergibt sich auch aus den im Rahmen der vor
liegenden
Neuanmeldung
eingegangenen Berichten der
Klinik Z._
nicht
, in welche
n
im Wesentlichen
, wie gezeigt,
einzig
über weitere Infiltrationen berichtet wurde (vgl.
Urk.
10/257,
Urk.
10/276,
Urk.
10/280).
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass im Vergleich zur medizinischen Sachlage im Jahr 2017 aus somatischer Sicht nicht von einer wesentlichen Ver
änderung respektive Verschlecht
erung auszugehen ist.
D
er Beschwerdeführer ist nach wie vor in einer
leidensangepassten
Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig.
5.2.2.
Soweit der Beschwerdeführer
vorbringt, dass er im Gegensatz zu früher aus somatischer Sicht nur noch körperlich leichte bis selten mittelschwere Tätigkeiten verrichten könne,
ist zu bemerken, dass sich die
mögliche
Gewichtsbelastung im Belastung
s
profil nicht wesentlich verändert, sondern einzig weiter differenziert
hat
. Gemäss
Broschüre der
AB._
-
Zumutbare Arbeits
tätigkeit/
Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit
- spricht man bei einer maximalen Belastung von 15 kg von einer leicht
en
bis mittelschweren Tätigkeit. Wenn also die Gutachter der
U._
das Heben und Tragen von Lasten auf 10 kg limitierten (wie dies auch schon die Gutachter der
MEDAS
L._
taten
, vgl.
Urk.
10/175/36), erscheint die Formulierung
„leicht bis selten mittelschwer“ als nachvollziehbar. Eine wesentliche Verschlechterung lässt sich daraus
jedoch
nicht ableiten.
Bei im Wesentlichen unveränderten Befunden und Diagnosen vermögen auch die übri
gen
,
nur marginal veränderten
Einschränkungen im Belastungsprofil keinen ver
änderten Gesundheitszustand auszuweisen und sind im Rahmen des gutachterli
chen Ermessens zu interpretieren.
5.3
5.3.1
Bezüglich des aktuellen psychiatrischen Gesundheitszustandes diagnostizierte der psychiatrische Gutachter
der
U._
Dr.
I._
eine leichte- bis mittel
gradige depressive Episode sowie eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren (vgl.
Urk.
10/302/44)
und ging aufgrund der durch die Depression erhöhte Ermüdbarkeit
von einer
eingeschränkten Leistungs
fähigkeit von 20
%
aus (vgl.
Urk.
10/302/47). In diesem Zusammenhang
hielt
Dr.
I._
- wie
bereits
in der interdisziplinären gutachterlichen Beurteilung
ausgeführt
-
fest, dass
von einer seit Jahren bestehenden Leistungseinschränkung
in gleichem Umfang
aus
zugehen sei
(vgl.
Urk.
10/302/47).
Die Feststellung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand
s
erweist sich mit Blick auf seine
übrigen
gutachterlichen Ausführungen als plausibel, so beschreibt
Dr.
I._
darin
im Wesentlichen
keine Veränderung des p
sychischen Gesund
heitszustands.
Eine Verschlechterung ergibt sich sodann auch nicht aus einem Vergleich
mit dem psychischen Gesundheitszustand
aus der vorangegangenen Revision. Der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
berichtete am
7.
November 2016 von chronischen Schmerzen seit einem Arbeitsunfall im Jahr 1998 und zunehmend auch chronischen
lumbovertebralen
Beschwerden und nannte als Folge dieser
Schmerzen - wie bereits in früheren Berichte
n
(vgl.
Urk.
10/29/6
,
Urk.
10/78/4,
Urk.
10/148/2-3
) -
Durchschlafstörungen, Gewichtsverlust, Libidoverlust, Antriebslosigkeit, Suizidimpulse, Perspektivenverlust und zeitweisen Realitäts
verlusten.
Weiter berichtete er von einem allseits orientierten Beschwerdeführer in stark reduziertem Allgemeinzustand mit wieder im Vordergrund stehender Tendenz zur Verwahrlosung und einem stark ein
geschränkten affektiven Kontakt. Das
Konzentrations- und Auffassungsvermögen und die Belastbarkeit
sah er
als stark und die Anpassungsfähigkeit als mittel eingeschränkt und
wies
auf die nötige Mithilfe der Familienmitglieder zwecks Besorgung des täglichen Haushalts
hin
(vgl.
Urk.
10/227/1-5).
Der Vergleich mit dem psychopathologischen Befund in der aktuellen Begutachtung (vgl.
Urk.
10/302/44) deutet
jedoch eher
auf eine Verbesserung als auf eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustan
des hin.
Hinsichtlich der im aktuellen Gutachten aufgeführten Aggressionen ist festzuhal
ten, dass
diese ebenfalls nicht neu sind und
Dr.
A._
bereits im Bericht vom 2
1.
Februar 2005 auf solche hinwies (vgl.
Urk.
10/78/4) und
der Beschwer
deführer diese auch in der Begutachtung durch das
G._
erwähnte (vgl.
Urk.
10/105/13).
Bei den zahlreichen
Berichten des behandelnden Psychiaters fällt
schliesslich
auf, dass dieser gestützt auf die Diagnose einer chronischen Depression seit
dem Jahr
2001 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, wobei sich die von ihm
jeweils
aufgeführten Befunde
wie dargelegt
kaum unter
scheiden.
Bereits im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom
3
0.
August 2016 im Verfahren
IV.2015.00250 wurde festgehalten, dass die
von diesem
Psychiater gestellte Diagnose eines chronifizierten Bildes einer endogenen Depression nicht den Kriterien des ICD-10 folg
e
und daraus nichts zum Schweregrad abgeleitet werden könne. Das Gericht ging davon aus, dass der behandelnde Psychiater mit seinen Ausführungen zur psychischen Belastbarkeit weitgehend die subjektive Schilderung des Beschwerdeführers wiedergab, die für sich allein indessen nicht massgebend sei. Weiter stellte das Gericht fest, dass in der Vergangenheit ausser
Dr.
A._
kein anderer Psychiater eine Diagnose mit vergleichbar erhebli
chen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt hatte
,
und erachtete gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen die Diagnosen einer anankastischen Per
sönlichkeitsstörung als nicht ausgewiesen (vgl.
Urk.
10/219/16-17). Von seiner Beurteilung wich
Dr.
A._
auch in seinen nachfolgenden Berichten der aktuellen Rentenrevision im Wesentlichen nicht ab und diagnostizierte bei
unverändert
attestierter vollständiger Arbeitsunfähigkeit nunmehr eine passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung auf dem Boden einer persistierenden chroni
schen Schmerzproblematik mit schmerzbedingtem Schlafentzug und schmerzbe
dingter Erschöpfungsdepression
(vgl. Bericht vom
4.
Dezember 2018,
Urk.
10/275)
.
D
em angebrachten Hinweis, dass es im Verlauf des Sommers 2017 zu einer Symptomverstärkung gekommen
sei
, lässt sich
ebenfalls
keine neue Ver
schlechterung entnehmen, bezieht er sich dabei zeitlich noch auf die vorange
gangene Revision, in de
r
en Rahmen er sich bereits über eine Symptomausweitung ä
usserte (vgl.
Urk.
10/227/1). Schliesslich erweisen sich die Ausführungen von
Dr.
A._
auch deshalb als wenig nachvollziehbar, weil er keine entspre
chenden
veränderten/neuen
Symptome/Befunde,
welche
seine
Herleitung und neue Diagnosestellung nachvollziehbar machen würden
, aufführte
und Ausfüh
rungen dazu
vermissen liess
, was zur
weiteren
Zustandsverschlechterung im Sommer 2017 geführt und wie sich diese
ge
äussert
haben soll
.
Nach dem Gesag
ten folgt damit die Beurteilung von
Dr.
A._
- wie bereits früher festge
stellt - vorwiegend den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Etwas
a
nderes
ergibt sich letztlich auch nicht aus dem neusten Bericht vom
6.
Oktober 2019, in welchem
Dr.
A._
von einer schweren depressiven Erkrankung ausgeht, wobei sich diese
seiner Ansicht nach
als nicht sehr prominent manifes
tiere (vgl.
Urk.
3/5).
5.3.2
Schliesslich
zeigt selbst der Blick auf weiter zurückliegende Abklärungen und Begutachtungen, dass sich der psychische Gesundheitszustand trotz nicht immer identischer Diagnosestellung nur unwesentlich verändert hat. Seit jeher berichtete der Beschwerdeführer über im Wesentlichen identische Beschwerden, namentlich depressive Verstimmungen und Aggressionen infolge unfallbedingter Schmerzen, Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
(vgl.
Urk.
10/105 S. 13,
Urk.
10/175 S. 13 und
Urk.
10/302 S. 40 und S. 43)
und damit über Beschwerden aus dem
Themen
kreis der depressiven Störungen sowie somatoformen Schmerzstörungen. Seine im Rahmen der Begutachtungen geltend gemachten Beschwerden unterscheiden sich in ihrer Intensität kaum und auch in der aktuellen Begutachtung berichtete der Beschwerdeführer nicht über eine Veränderung/Verschlechterung
. In der Beschwerde führte der Beschwerdeführer sogar selbst aus, dass es ihm psychisch seit langer Zeit schlecht gehe (vgl.
Urk.
1 S. 12 unten).
Das Ausmass der geklagten Schmerzen liess sich in keiner der
bisherigen
Begutachtungen mit den somati
schen Befunden objektivieren und die Gutachter des
G._
und der
U._
wiesen auf eine deutlich ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung und Selbstlimitierung hin, so dass berufliche Massnahmen aus psychiatrischer Sicht nicht empfohlen wurden (vgl.
Urk.
10/105 S. 15 oben
,
Urk.
10/175 S. 34 unten und S. 36
,
Urk.
10/302 S. 45 oben, S. 46 oben,
S. 48
und S. 58 unten
). Auch die psychopathologischen Befunde blieben über die Jahre im Wesentlichen unverän
dert. Die Aufmerksamkeit, Auffassung und das Gedächtnis waren nicht beein
trächtigt. Inhaltliche Denkstörungen, Wahnstörungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen oder Ich-
Störungen waren keine
eruierbar
und das formale Den
ken war im Wesentlichen geordnet. Der affektive Kontakt liess sich gut herstellen. Hinweise für eine Suizidalität bestanden keine (vgl.
Urk.
10/105 S. 14,
Urk.
10/175 S. 20 f.,
Urk.
10/302 S.44).
5.4
Insgesamt
ist
nach dem Gesagten nicht von einem
relevanten,
veränderten
psy
chischen
Gesundheitszustand seit der Verfügung vom 2
0.
November 2017
auszu
gehen
.
Die vom Beschwerdeführer beschwerdeweise vorgebrachten Aspekte betreffen im Wesentlichen den Beweiswert des von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
benen Gutachtens und beziehen sich vorwiegend auf die psychiatrische Diagno
sestellung und Beurteilung. Dabei stützt
e
er sich unter anderem auf die Berichte
von
Dr.
A._
(vgl.
Urk.
3/5) sowie auf
die
Stellungnahmen
von Familien
mitgliedern (vgl.
Urk.
3/6).
Soweit
der
Beschwerdeführer die Ansicht vertritt, dass anhand der vom Gutachter beschriebenen Symptome die Diagnose einer schwe
ren depressiven Episode gestellt werden müsse (
Urk.
1 S.
7 f.
), kann
ihm
nicht gefolgt werden. Bei
seiner
Schlussfolgerung verkennt
er
, dass die Differenzierung zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode auf einer komplexen klinischen Beurteilung beruht, die nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art und Schwere der vorliegenden Symptome berücksichtigt (vgl. Weltge
sundheitsorganisation,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostisc
he Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt [Hrsg.],
1
0.
Auflage 201
5
, S. 171).
So müss
t
en zur Diagnose einer schweren depressiven Episode mindestens acht Symptome, davon drei typische und min
destens fünf andere, vorhanden sein, von denen einige besonders ausgeprägt sein sollten. Beides ist vorliegend nicht der Fall. So lieg
en
gemäss Gutachten der
U._
gerade keine verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration, kein vermindertes Selbstwertgefühl, keine Schuldgefühle und allumfassende negative Zukunftsperspektiven und Suizidgedanken vor. Damit liegen lediglich zwei der insgesamt sieben zusätzlichen Symptome vor (vgl.
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt
, a.a.O., S. 170). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9 f.) sind fremdanamnestische Abklärungen bei der psychiatrischen Begutachtung recht
sprechungsgemäss nicht unerlässlich (Urteil des Bundesgerichts I 58/06 vom 1
3.
Juni 2006 E. 2.3).
Ein Gutachter muss sich
nicht zwingend mit anderen Ärzten in Verbindung setzen,
unterliegt
doch das Einholen fremdanamnestischer Aus
künfte
praxisgemäss der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des Exper
ten
(Urteil des Bundesgerichts
8C_602/2017
vom
1.
März 2018 E. 4.4, so auch
9C_275/2016 vom 1
9.
August 2016 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen
und
9C_270/2012
vom 2
3.
Mai 2012 E. 4.2). Dass der psychiatrische Gutachter der
U._
bei Vorliegen zahlreicher fachärztlicher Berichte
und Gutachten, welche auch auf die schwierige Situation des Beschwerdeführers in der Familie Bezug nahmen (vgl.
Urk.
10/275), auf die Einholung fremdanamnestischer Aus
künfte verzichtete,
schmälert die B
eweiskraft des Gutachtens nicht (Urteil des Bundesgerichts
8C_602/2017
vom
1.
März 2018 E. 4.4).
Im Übrigen berichtete
Dr.
A._
bereits in der vorangegangenen und hier zur Beurteilung eines veränderten Sachverhalts heranzuziehenden Revision darüber, dass der Beschwerdeführer zwecks Besorgung des täglichen Haushaltes auf die Mithilfe von Familienmitgliedern angewiesen ist (vgl.
Urk.
10/227/4). Eine diesbezügliche Veränderung scheint daher ebenfalls nicht eingetreten zu sein.
Sodann wird auch in der Beschwerde oder den beschwerdeweise beigelegten Berichten nicht vorge
bracht, inwiefern die Angaben des Beschwerdeführers während der Begutachtung von seinem
tatsächlichen Funktionieren in der Familie abweichen sollen und der begutachtende Psychiater daher von falschen Voraussetzungen ausgegangen
sein soll
.
Hinsichtlich der von
Dr.
A._
gestellten
verschiedenen
Persönlichkeitsstö
rungen
, ist festzuhalten, dass
dieser zur Begründung kein einziges in den Leitli
nien des ICD-10 genannte
n
Kriterium
aufführte
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt
, a.a.O., S. 283). Der aktuelle psychiatrische Gutachter der
U._
verneinte - wie schon derjenige der
MEDAS
L._
-
die Diagnose einer Persönlich
keitsstörung
nachvollziehbar
(
Urk.
10/192 S. 3,
Urk.
10/302 S. 45 und 46). Etwas
A
nderes vermag der Beschwerdeführer auch nicht mit seinen allgemein gehalte
nen Ausführungen zu einer möglichen genetischen Veranlagung und
mit Verweis auf
den Bericht der Familie darzulegen (vgl.
Urk.
1 S. 11 f.).
Eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes vermag im Übrigen auch dieser Aspekt nicht nachzuweisen, so diagnostizierte
Dr.
A._
eine solch
e Störung ohnehin bereits in den
vorangegangenen Revision
en.
5.5
Der Umstand, dass der aktuelle psychiatrische Gutachter bei im Wesentlichen gleich gebliebenen Befunden eine im Vergleich zum behandelnden Psychiater (und auch den Vorgutachtern) etwas andere diagnostische Einordnung vornahm, ist nicht auf einen veränderten Gesundheitszustand, sondern auf den einer psy
chiatrischen Exploration inhärenten Ermessensspielraum zurückzuführen. So führten die Gutachter der
U._
ausdrücklich aus, dass von der aktuellen 80%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit seit Jahren ausgegangen werden
könne
und
dass
insbesondere seit der Verfügung vom November 2017 keine wesentlic
he Veränderung aufgetreten
sei
, was wie dargelegt nachvollziehbar ist, so dass darauf abgestellt werden kann.
Eine anspruchsrelevante Verschlechterung ist damit nicht überw
iegend wahr
scheinlich und es ist zusammenfassend davon auszugehen, dass es seit der letzten Rentenprüfung im November 2017 weder zu einer wesentlichen Veränderung der gestellten Diagnosen noch zu einer wesentlichen Veränderung
der Arbeitsfähig
keit gekommen ist. Ein Revisionsgrund ist somit zu verneinen. Fehlt es daran, so ist eine Prüfung der Standardindikatoren (vgl. B
GE 141 V 281) nicht vorzuneh
men. So stellt
eine geänderte Rechtsprechung für sich allein keinen Revisions
grund dar (BGE 141 V 585 E. 5.3).
Weitere
Ausführungen zum
Tagesablauf und zu der von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Ressourcenprüfung erübri
gen sich
nach dem Gesagten
. Schliesslich stösst auch
die
Ansicht des Beschwer
deführers, wonach aus psychiatrischer Sicht lediglich noch eine Erwerbsfähigkei
t
von
ca.
60
%
vorliegen solle (vgl.
Urk.
1 S. 13), ins Leere. So besteht gemäss Gutachten
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum
(vgl.
Urk.
10/302/14, so auch in
Urk.
10/302/47).
Dass zur Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) erforderlich gewesen wäre (vgl.
Urk.
1 S.
15
unten), ist nicht ersichtlich. So besteht bei zuver
lässiger ärztlicher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der Regel keine Notwen
digkeit, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu überprüfen. Ausnahmsweise kann eine solche erforderlich sein, wenn mehrere involvierte Ärzte diese angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden Krank
heitsbildes ausdrücklich befürworten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_433/2018 vom
5.
Oktober 2018 E. 4.2 mit Hinweis). Davon kann im vorliegenden Fall keine Rede sein.
Abschliessend ist
nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer gefor
derte Anordnung eines Obergutachtens neue, für die Beurteilung des vorliegen
den Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
Die angefochtene Verfügung vom
5.
Dezember 2019 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des
Bundesgesetz
es
über die Inva
lidenversicherung (IVG)
in der hier anwendbaren, bis Ende 2020 gültigen Fassung (
Art.
83 ATSG) sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen, ausgangsgemäss
dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Pro
zessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
6.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde das Gesuch
des
Beschwerdeführer
s
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung mit Verfügung vom
2
5.
Februar 2020
gutgeheissen (
Urk.
11). Mit Honorarnote vom
1
3.
März 2020
machte
Rechtsanwalt Beat
Wieduwilt
,
Winterthur, Aufwendungen von insgesamt
9
Stunden und
52
Minuten sowie Auslagen von Fr.
96.60
geltend (
Urk.
13), was angemessen erscheint. Unter Berücksichtigung eines Stundenansatzes von Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist eine Entschädigung von
Fr.
2'437.50
aus der Gerichtskasse zu bezahlen.
6.3
D
er
Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen, wonach
er
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.