# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bb680ee8-f3aa-4ff1-ad98-a3acd1f1e996
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend einfache Körperverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung - Einzelgericht, vom 16. Dezember 2021 (GG210310)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 27. September 2021
(Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 34 S. 32 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von
Art. 123 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 20.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
4. Der Privatkläger B._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwie-
sen.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ Fr. 800.– zuzüglich 5 % Zins
ab 24. Juli 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das
Genugtuungsbegehren abgewiesen.
6. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit
Fr. 7'285.90 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 7'285.90 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-
halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
10. [Mitteilungssatz]
11. [Rechtsmittel]"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 35, Urk. 52 S. 2)
"1. Bezüglich Schuldpunkt:
Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 16. Dezember 2021 sei
dahingehend abzuändern, als der Beschuldigte von den Vorwürfen der
staatsanwaltschaftlichen Anklage vollumfänglich frei zu sprechen sei.
2. Bezüglich Strafzumessung:
Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 16. Dezember 2021 sei
dahingehend abzuändern, als der Beschuldigte weder mit einer Geld-
strafe noch mit einer Busse zu belegen sei; sollt der Beschuldigte nicht
vollumfänglich freigesprochen werden, sei dessen Strafe auf drei
Tagessätze à CHF 20.00 zu reduzieren.
3. Bezüglich Zivilansprüche:
Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 16. Dezember 2021 sei
dahingehend abzuändern, als auch der Genugtuungsanspruch des
Privatklägers vollumfänglich abzuweisen bzw. der Privatkläger damit
auf den Zivilweg zu verweisen sei; sollte dem Letzteren eine Genugtu-
ung zugesprochen werden, sei dieselbe mit maximal CHF 100.00 zu
veranschlagen.
4. Bezüglich Kostenauflage:
Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 16. Dezember 2021 sei
dahingehen abzuändern, als sämtliche Verfahrenskosten, inklusive der
Untersuchungs- und Verteidigungskosten, vollumfänglich auf die
Staatskasse zu nehmen seien.
5. Bezüglich Entschädigung:
Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung zuzuspre-
chen."
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b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 42)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
c) Der Privatklägerschaft:
(Urk. 40 und 46)
Verzicht auf Anträge.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 34 S. 4 E. I.1.).
1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 16. Dezember 2021
der einfachen Körperverletzung schuldig gesprochen. Gegen dieses Urteil melde-
te der Beschuldigte gleichentags Berufung an (Urk. 27 f.) Nach Zustellung des
begründeten Urteils (Urk. 31 und Urk. 33/2) reichte der Beschuldigte am 3. März
2022 innert Frist die Berufungserklärung ein (Urk. 35).
1.3. Am 10. März 2022 wurde ein neuer Strafregisterauszug über den Beschul-
digten eingeholt (Urk. 37). Mit Präsidialverfügung vom 17. März 2022 wurden der
Privatklägerschaft sowie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Anschluss-
berufung zu erheben oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu
beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefordert, dem Gericht ein
Datenerfassungsblatt sowie diverse Unterlagen einzureichen (Urk. 38). Mit Einga-
be vom 23. März 2022 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberu-
fung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 42). Die
Privatklägerschaft verzichtete auf das Stellen von Anträgen und die Teilnahme am
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Berufungsverfahren (Urk. 40 und 46). Der Beschuldigte reichte am 28. März 2022
das Datenerfassungsblatt ins Recht (Urk. 45).
1.4. Am 13. Juni 2022 fand die Berufungsverhandlung statt. Zu dieser erschie-
nen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt
lic. iur. X._ (Prot. II S. 4). Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhand-
lung keine zu entscheiden und – abgesehen von der Befragung des Beschuldig-
ten – auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 6).
2. Umfang der Berufung
Vom Beschuldigten unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 6, 7 und 9 erster
Satzteil (Urk. 52 S. 2, Prot. II S. 5 f.). In diesem Umfang ist der vorinstanzliche
Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3
in Verbindung mit Art. 437 StPO). Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid
unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391
Abs. 2 StPO zur Disposition.
3. Prozessuales
3.1. Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit
Erwähnung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich
die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das
Berufungsgericht kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249
E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 mit
Hinweisen).
3.2. Die Vorinstanz hielt fest, dass ein gültiger Strafantrag vorliege (Urk. D2/2)
und sich der Geschädigte B._ als Privatkläger konstituiert habe (Urk. D2/2
und Urk. D2/12/2; vgl. Urk. 34 S. 4 f. E. I.2.). Dies ist zutreffend und kann über-
nommen werden.
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II. Schuldpunkt
1. Anklagevorwurf
Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift
(Urk. 19), darauf kann verwiesen werden.
2. Standpunkt des Beschuldigten
Der Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, als der Privatkläger ihn ange-
gangen habe, "Gegenmassnahmen" ergriffen zu haben, weil er sich habe wehren
bzw. schützen müssen (Urk. D2/3, Urk. 52 S. 6). Nicht bestritten sind die ärztlich
dokumentierten Verletzungen des Privatklägers (vgl. Urk. D2/8/3).
3. Beweiswürdigung
3.1. Angesichts des Standpunkts des Beschuldigten ist zu prüfen, ob der Ankla-
gesachverhalt dem Beschuldigten mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen
werden kann.
3.2. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend wiedergegeben
(Urk. 34 S. 6 E. II.2.1.1.), worauf zur Vermeidung von Wiederholungen zu ver-
weisen ist. Weiter hat die Vorinstanz die Grundlagen der richterlichen Beweis-
würdigung zutreffend erläutert (Urk. 34 S. 7 ff. E.II.2.2.). Im Sinne einer teilweisen
Ergänzung und Zusammenfassung ist mit Bezug auf die nachfolgend vorzu-
nehmende Beweiswürdigung festzuhalten, dass gemäss der aus Art. 8 und 32
Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio
pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld eines Angeklagten zu vermu-
ten ist, dass dieser einer strafbaren Handlung unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1
StPO).
3.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind die-
se frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer
einvernommenen Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft
kommt gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Wahr-
heitsfindung kaum mehr relevante Bedeutung zu. Massgebend ist vielmehr die
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Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Die konkrete
Aussage wird durch methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von Reali-
tätskriterien, Fehlen von Fantasiesignalen) darauf überprüft, ob die auf ein be-
stimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der be-
fragten Person entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_257/2020 vom 24.
Juni 2021 E. 5.4.3 und 5A_550/2019 vom 1. September 2020 E. 9.1.3.1 je mit
Hinweisen). Entsprechend ist vorliegend für die konkrete Beweiswürdigung in ers-
ter Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten und des Privatklä-
gers massgebend und nicht deren prozessuale Stellung. Die vom Privatkläger
geltend gemachten finanziellen Ansprüche sind vor dem Hintergrund, dass er von
der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten (unbestritten) einen gespaltenen
Backenzahn und einen gelockerten Schneidezahn davon trug, eher moderat,
weshalb ein finanzielles Motiv für eine Falschbelastung nicht ernsthaft in Betracht
fällt.
3.4. Neben den Aussagen des Privatklägers und des Beschuldigten als Perso-
nalbeweise liegt als Sachbeweis eine Videosequenz vor. Diese Videosequenz
zeigt eine mittlere Phase der Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten
und dem Privatkläger (Urk. D2/7). Zudem hat der Privatkläger diverse Unterlagen
betreffend die erlittenen Verletzungen zu den Akten gereicht (Urk. D2/8/3-8). Mit
der Vorinstanz ergeben sich in Bezug auf die Verwertbarkeit der Beweismittel kei-
ne Einschränkungen, was unbestritten ist.
3.5. Die Vorinstanz hat den Inhalt der Beweismittel zutreffend zusammengefasst
(Urk. 34 S. 9 ff. E. II.2.4.-2.7.), worauf verwiesen werden kann. Es rechtfertigt
sich, ergänzend dazu die Angaben des Privatklägers gegenüber dem behandeln-
den Arzt anlässlich der ärztlichen Erstversorgung wiederzugeben (Kurzversion):
Vor einer Stunde sei er auf der C._-strasse tätlich angegriffen worden. Dabei
sei er zuerst von hinten mit dem Ellenbogen gestossen worden, der Stossende
habe sich entschuldigt, der Privatkläger habe insistiert, wieso das passiert sei,
woraufhin er beschimpft und mehrfach ins Gesicht geschlagen worden sei
(Urk. D2/8/3).
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3.6. Der Privatkläger macht im Wesentlichen geltend, der Beschuldigte habe ihn
gezielt in den Rücken gestossen bzw. geschlagen, als er vor einem Schaufenster
gestanden sei und ein Foto habe machen wollen. Er habe den Beschuldigten da-
mit konfrontiert, woraufhin dieser ihn unerwartet mit der rechten Faust gegen die
linke Gesichtshälfte geschlagen habe, wodurch er einen Zahnbruch erlitten habe
(erste Phase). Anschliessend sei er dem wegrennenden Beschuldigten hinterher-
gerannt und habe ihn festgehalten. Sie hätten sich dann gegenseitig schlagen
wollen bzw. geschlagen. Es sei ein Kellner gekommen und habe gesagt, sie
könnten sich vor dem Restaurant nicht schlagen. Er habe dann das Mobiltelefon
hervorgenommen, um die Polizei zu rufen und bevor er habe telefonieren können,
habe der Beschuldigte ihn erneut mit der rechten Faust, dieses Mal mitten ins
Gesicht, geschlagen. Er (der Privatkläger) sei deshalb umgefallen. Aufgrund des
zweiten Faustschlages seien seine Lippen aufgeplatzt, offenbar habe sich ein Im-
plantat gelockert und infolge des Sturzes habe er sich den ganzen rechten Ober-
arm und den Ellenbogen aufgeschürft (zweite Phase; vgl. zum Ganzen Urk. D2/5
F/A 12 ff., Urk. D2/4 F/A 5 ff.). Die dritte Phase der Auseinandersetzung (gemäss
Anklageschrift sei der Privatkläger wiederum dem wegrennenden Beschuldigten
hinterhergelaufen, habe den Beschuldigten umgestossen und anschliessend sei
es zu einem "gegenseitigen Gerangel" gekommen) ist nicht entscheidwesentlich,
weshalb es sich erübrigt, darauf näher einzugehen.
3.7. Der Beschuldigte bestreitet nicht, den Privatkläger angerempelt zu haben,
als Letzterer ihm den Weg abgeschnitten habe. Er macht geltend, sich daraufhin
gleich beim Privatkläger entschuldigt zu haben (Urk. D2/3 F/A 4), was sich mit
den Angaben von Letzterem deckt (Urk. D2/5 F/A 17, Urk. D2/8/3). Weiter lässt
der Beschuldigte durch seinen Verteidiger geltend machen, es habe sich um ei-
nen unabsichtlichen Stoss in den Rücken gehandelt (Urk. 52 S. 4). Wie der Pri-
vatkläger wissen will, dass der Beschuldigte ihn gezielt gestossen bzw. geschla-
gen hat, ist nicht ersichtlich. Er macht dies an den von ihm verspürten Schmerzen
("es hat richtig weh gemacht", Urk. D2/5 F/A 13) und am von ihm behaupteten
Umstand, wonach er alleine auf der Strasse gewesen sei (a.a.O. F/A 17), fest.
Der Privatkläger hat den Beschuldigten indes erst nach dem Stoss wahrgenom-
men. Die Aussagen des Privatklägers bezüglich des inneren Willens des Be-
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schuldigten gehen nicht über Mutmassungen hinaus. Die subjektiv wahrgenom-
mene Intensität des Schmerzes und der angebliche Umstand, dass der Privatklä-
ger alleine auf der Strasse stand, genügen nicht, um gestützt darauf auf die Wil-
lensrichtung des Beschuldigten zu schliessen. Der Beschuldigte macht diesbe-
züglich denn auch nachvollziehbar und glaubhaft geltend, der Privatkläger habe
ihm den Weg abgeschnitten. Es kann jedenfalls nicht ohne das Verbleiben von
rechtserheblichen Zweifeln ausgeschlossen werden, dass der Privatkläger dem
Beschuldigten (ungewollt) den Weg abgeschnitten hat, als er vor einem Schau-
fenster ein Foto machen wollte und es dadurch zu einem (allenfalls auch heftigen)
Zusammenstoss kam. Gegen einen gezielten Stoss spricht zudem nicht zuletzt,
dass sich der Beschuldigte unbestritten unmittelbar danach beim Privatkläger ent-
schuldigt hat. Wie es sich mit diesem Vorgang konkret verhält, lässt sich letztlich
nicht mehr zweifelsfrei eruieren. Ein gezielter Stoss bzw. Schlag gegen den Rü-
cken des Privatklägers (wie es in der Anklageschrift steht) lässt sich folglich nicht
erstellen und es ist zugunsten des Beschuldigten von einem unabsichtlichen
Stoss gegen den Rücken des Privatklägers auszugehen.
3.8. Der Beschuldigte bestreitet nicht, in der ersten und zweiten Phase der Aus-
einandersetzung "Gegenmassnahmen" eingeleitet zu haben, um sich zu wehren
bzw. schützen (Urk. D2/3 F/A 5 und 13). Auch wenn seine Aussagen detailarm
sind und er sich überwiegend weigerte, die "Gegenmassnahmen" konkret zu be-
nennen, bestätige er auf entsprechende Frage immerhin aus, dass er diese bzw.
einen Schlag mit der rechten Hand ausgeführt habe (a.a.O. F/A16). Damit hat er
(sinngemäss) eingestanden, den Privatkläger geschlagen zu haben. Dies deckt
sich mit der aktenkundigen Videosequenz, welche zeigt, wie der Beschuldigte
dem Privatkläger mit der rechten Hand einen kräftigen Schlag mitten ins Gesicht
versetzt (Urk. D2/7). Wie bereits vorne ausgeführt, zeigt diese Videosequenz eine
der mittleren Phasen der Auseinandersetzung (vgl. Ziff. II.3.5.). Der Privatkläger
gab diesbezüglich übereinstimmend zu Protokoll, der Beschuldigte habe ihm die
rechte Faust mitten ins Gesicht geschlagen (Urk. D2/5 F/A 14). Er führte aus,
durch den Schlag seien seine Lippen aufgeplatzt und ein Implantat habe sich ge-
lockert (a.a.O.). Diese (unbestrittenen) Verletzungen wurden gleichentags im
Rahmen der ärztlichen Erstkonsultation dokumentiert (Urk. D2/8/3). Zu bemerken
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ist, dass sich gemäss der ärztlichen Dokumentation beim gelockerten Zahn um
einen Schneidezahn handelte (a.a.O.). Die Lockerung des Schneidezahns wie
auch die aufgeplatzten Lippen lassen sich mit dem sichtlich kräftigen Schlag des
Beschuldigten mitten in das Gesicht des Privatklägers sehr gut vereinbaren. Der
eingeklagte Faustschlag mit der rechten Hand mitten in das Gesicht des Privat-
klägers, welcher aufgeplatzte Lippen und einen gelockerten Zahn zur Folge hatte,
ist damit erstellt.
3.9. Gemäss dem ärztlichen Befund vom gleichen Tag war zudem der dritte
Backenzahn im linken Oberkiefer des Privatklägers gespalten (Urk. D2/8/3). Der
Privatkläger machte diesbezüglich geltend, dieser Zahnbruch sei Folge des ersten
Faustschlages des Beschuldigten gewesen, welchen Letzterer ebenfalls mit der
rechten Hand, jedoch gegen seine linke Gesichtshälfte erteilt habe (Urk. D2/5
F/A 14). Der Zahnbruch im linken Oberkiefer lässt sich ebenfalls sehr gut mit der
Schilderung des Privatklägers vereinbaren, wonach der Beschuldigte ihm mit der
rechten Hand einen Faustschlag gegen die linke Gesichtshälfte gegeben habe.
Bereits aufgrund der Positionen der beschädigten Zähne – einerseits ein Backen-
zahn im linken Oberkiefer und andererseits ein Schneidezahn im rechten Ober-
kiefer – kann ausgeschlossen werden, dass diese Verletzungen von einem einzi-
gen Faustschlag herrühren. Der Beschuldigte muss dem Privatkläger zwei Schlä-
ge erteilt haben. Der Beschuldigte räumt zudem ein, (neben der zweiten Phase)
auch in der ersten Phase "Gegenmassnahmen", ergriffen zu haben, als der Pri-
vatkläger ihn gepackt, beschimpft und ihm ziemlich lange ins Gesicht gefasst bzw.
gegriffen habe und zudem versucht habe, ihn im Gesicht zu kneifen (Urk. D2/3
F/A 5 ff.). Damit ist auch der eingeklagte Faustschlag mit der rechten Faust gegen
die linke Gesichtshälfte des Privatklägers, welcher die Spaltung des Backenzahns
im linken Oberkiefer zur Folge hatte, erstellt.
3.10. Der Beschuldigte macht betreffend die zweite Phase der Auseinanderset-
zung geltend, er habe "Gegenmassnahmen" einleiten müssen, um sich zu schüt-
zen, als der Privatkläger wiederholt aggressiv auf ihn zugekommen sei und ihn ins
Gesicht geschlagen habe (Urk. D2/3 F/A 12 f., 19 und 21). In sachverhaltlicher
Hinsicht ist diesbezüglich relevant, dass aufgrund der Videosequenz erstellt ist,
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dass der Privatkläger den Beschuldigten festhielt und mehrere Male mit der fla-
chen Hand gegen den Kopf des Privatklägers zu schlagen versuchte, wobei er
Letzteren wohl wenige Male (leicht) traf. Anschliessend liess der Privatkläger den
Beschuldigten los. Ersterer nahm sein Mobiltelefon hervor und schaute auf die-
ses. Der Privatkläger machte diesbezüglich konstant geltend, er habe in diesem
Zeitpunkt die Polizei anrufen wollen. Er habe den Beschuldigten zurückhalten wol-
len, bis die Polizei kommen würde (Urk. D2/4 F/A 7 f., Urk. D2/5 F/A 13, 24, 28).
Der Beschuldigte führte auf die Frage, wie er reagiert habe, als der Privatkläger
bei der Verzweigung C._-strasse/D._-platz (zweite Phase) versucht ha-
be, ihn am Weggehen zu hindern und die Polizei zu alarmieren, aus, er sei dann
Richtung E._ (E._) weggegangen. Er habe sich nicht verpflichtet ge-
führt, den Anweisungen des Privatklägers Folge leisten zu müssen. Dann sei die
Polizei eingetroffen. Als die Polizei gekommen sei, seien sie beim Coop City
F._ gewesen (Urk. D2/3 F/A 19). Damit bestreitet der Beschuldigte nicht,
dass der Privatkläger in diesem Zeitpunkt die Polizei rufen wollte, um den Be-
schuldigten zur Verantwortung zu ziehen und er sich dennoch bzw. entgegen den
entsprechenden Anweisungen des Privatklägers erneut entfernte, bis ihn schliess-
lich die Polizei anhielt. Dass er ernsthaft fürchtete, der Privatkläger greife ihn nach
dem Telefonat sofort wieder an, macht der Beschuldigte persönlich nicht geltend.
Auch macht er kein Szenarium geltend (wie zum Beispiel, dass der Privatkläger
telefonisch personelle Verstärkung anfordern wollte, um anschliessend gemein-
sam erneut physisch auf den Beschuldigten einzuwirken), welches einen neuerli-
chen Angriff ernsthaft befürchten liesse. In dem Moment, als der Privatkläger sein
Mobiltelefon hervorgeholt hatte, um die Polizei zu rufen, verübte der Beschuldigte
unvermittelt den eingeklagten und erstellten Faustschlag mit der rechten Hand
mitten in das Gesicht des Privatklägers. Die rechtliche Würdigung dieser Situation
erfolgt nachfolgend.
3.11. Betreffend die erste Phase der Auseinandersetzung begründet der Beschul-
digte die von ihm ergriffenen "Gegenmassnahmen" wie gesehen damit, dass der
Privatkläger ihn gepackt, beschimpft und ihm ziemlich lange ins Gesicht gefasst
bzw. gegriffen habe und zudem versucht habe, ihn im Gesicht zu kneifen
(vgl. Ziff. II.3.10). Dieses aggressive Verhalten habe der Privatkläger gezeigt,
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nachdem er sich beim Privatkläger für sein Anrempeln entschuldigt habe
(Urk. D2/3 F/A 4). Der Privatkläger führte diesbezüglich aus, der Beschuldigte ha-
be sich bei ihm entschuldigt. Er habe den Beschuldigten festgehalten und ihn zu
sich gedreht, weil der Privatkläger einfach habe weggehen wollen (Urk. D2/5 F/A
19 und 38). Ob er ihm ins Gesicht gegriffen habe, daran erinnere er sich nicht. Es
sei möglich, dass er in das Gesicht des Privatklägers gekommen sei, als er den
Privatkläger gehalten habe (a.a.O. F/A 23). Ob der Beschuldigte sich dadurch be-
droht gefühlt habe, wie dieser geltend mache (Prot. I S. 11), könne er nicht sagen
(a.a.O. F/A 39). Diese Aussagen des Privatklägers sind teilweise nicht glaubhaft
bzw. durch die Videosequenz widerlegt. So machte er bezüglich des ersten Teils
der zweiten Phase geltend, man habe sich gegenseitig schlagen wollen bzw. ge-
schlagen (Urk. D2/5 F/A 13 und 27). Gemäss der Videosequenz schlug in diesem
Teil des Geschehens jedoch ausschliesslich der Privatkläger auf den Beschuldig-
ten ein, als Letzterer flüchten wollte (Urk. D2/7). Ebenfalls durch die Videose-
quenz widerlegt ist die Aussage des Privatklägers, wonach er infolge des zweiten
Faustschlages des Beschuldigten (in der zweiten Phase) umgefallen sei und sich
den ganzen rechten Oberarm und den Ellenbogen aufgeschürft habe (Urk. D2/5
F/A 13 f). Der Privatkläger ging durch den Faustschlag nicht zu Boden, sondern
bewegte sich aufrecht in Richtung des sich etwas entfernenden Beschuldigten
(Urk. D2/7). Der Privatkläger machte entsprechend unzutreffende Aussagen sein
eigenes (fehlbares) Verhalten betreffend. Der schlichtende Kellner gab zudem an,
der Privatkläger habe sich in dieser Phase der Auseinandersetzung aktiver als der
Beschuldigte verhalten und der Beschuldigte habe mehrmals "hör auf" oder der-
gleichen gesagt (Urk. D2/1). Damit ist davon auszugehen, dass der Privatkläger
die Aggressivität des Beschuldigten übertrieben darstellte und gleichzeitig seine
eigene Rolle herunterspielte. Im Ergebnis sind die Aussagen des Privatkläger in
Bezug auf seine eigene Rolle bzw. Verhaltensweise in der Auseinandersetzung
nicht überzeugend. Es ist folglich betreffend die erste Phase auf die dargelegten
Aussagen des Beschuldigten abzustellen, wonach der Privatkläger ihn gepackt,
beschimpft und ihm ziemlich lange ins Gesicht gefasst bzw. gegriffen habe und
zudem versucht habe, ihn im Gesicht zu kneifen, nachdem er sich bei Privatkläger
für seinen unabsichtlichen Stoss entschuldigt habe, wodurch der Beschuldigte
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sich bedroht gefühlt habe, weshalb er "Gegenmassnahmen" (erster Faustschlag
mit der rechten Hand gegen die linke Gesichtshälfte des Privatklägers) ergriffen
habe. In sachverhaltlicher Hinsicht ist weiter festzuhalten, dass gemäss der Vi-
deosequenz der Privatkläger und der Beschuldigte eine mehr oder weniger ähnli-
che physische Statur (Gewicht und Grösse) aufwiesen (Urk. D2/7). Ein frappanter
Unterschied ist jedenfalls nicht zu erkennen, welcher objektive Anhaltspunkte für
ein deutlich unausgeglichenes Kräfteverhältnis begründen würde. Schliesslich ist
unbestritten, dass der Beschuldigte von der Auseinandersetzung keine sichtbaren
Verletzungen davon trug (Urk. D2/3 F/A 21). Die rechtliche Würdigung dieser Si-
tuation erfolgt nachfolgend.
3.12. Woher die ärztlich dokumentierte Schürfwunde am rechten Oberarm des
Privatklägers (Urk. D2/8/3) stammt, lässt sich nicht eruieren. Der Privatkläger
machte diesbezüglich wie gesehen geltend, diese rühre von seinem Sturz infolge
des Faustschlages des Beschuldigten in der zweiten Phase der Auseinander-
setzung her. Die Anklagebehörde hat dies auch so eingeklagt. Wie gesehen
widerlegt die Videosequenz indes einen Sturz des Privatklägers in dieser Phase
(Ziff. II.3.12.). Andere Beweismittel liegen nicht vor, mithilfe welcher sich die
Schürfung einer Phase der Auseinandersetzung zuordnen liesse. Die eingeklagte
Schürfung am rechten Oberarm als Folge des strafbaren Verhaltens des Be-
schuldigten lässt sich folglich nicht erstellen. Dies ist indes für die rechtliche Wür-
digung auch nicht von wesentlicher Bedeutung.
3.13. Im Ergebnis ist der Tathergang im Sinne der Erwägungen erstellt. In subjek-
tiver Hinsicht bleibt festzuhalten, dass der Beschuldigte in Kauf nahm, dass er mit
den beiden Faustschlägen gegen das Gesicht des Privatklägers, diesem eine
Zahnspaltung, eine Lockerung des Zahns und ein Aufplatzen der Lippen zufügen
würde.
4. Rechtliche Würdigung
4.1. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten als einfache Körperver-
letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB gewürdigt. Sie schloss auf eine einfa-
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che Tatbegehung und verwarf stillschweigend eine mehrfache Tatbegehung. Auf
Letzteres ist aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht weiter einzugehen.
4.2. Den Tatbestand der einfachen Körperverletzung erfüllt, wer vorsätzlich einen
Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt (Art. 123 Ziff. 1
StGB). "In anderer Weise" schädigt der Täter jemanden an Körper oder Gesund-
heit, wenn die Verletzung weder die Voraussetzungen von Art. 122 StGB noch
diejenigen von Art. 126 StGB erfüllt. Die Vorinstanz hat zu Recht geschlossen,
dass die Verletzungen des Privatklägers im Mundbereich, insbesondere die Zahn-
schäden, den objektiven und subjektiven Tatbestand erfüllen. In subjektiver
Hinsicht ging sie zutreffend von Eventualvorsatz aus (Urk. 34 S. 19 f. E. III.2.1. f.).
Dies wird auch seitens der Verteidigung nicht bestritten. Auf die Erwägungen der
Vorinstanz kann daher verwiesen werden.
4.3. Die Verteidigung stellte sich auf den Standpunkt, das Verhalten des Be-
schuldigten sowohl im Rahmen des ersten Vorfalls als auch im Rahmen des zwei-
ten Vorfalls sei rechtlich als rechtfertigende Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB,
eventualiter als entschuldbare Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Bestür-
zung über den Angriff im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB zu würdigen (Urk. 25
S. 10 ff., Urk. 52 S. 13 ff.).
4.4. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff
bedroht, so ist der Angegriffene oder jeder andere berechtigt, den Angriff in einer
den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB, "rechtfertigen-
de Notwehr"). Artikel 16 StGB regelt die "entschuldbare Notwehr": Überschreitet
der Abwehrende die Grenzen der Notwehr nach Artikel 15 StGB, so mildert das
Gericht die Strafe (Art. 16 Abs. 1 StGB). Überschreitet der Abwehrende die Gren-
zen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff,
so handelt er nicht schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB).
4.5. Notwehr ist nur so lange zulässig, wie der Angriff andauert, d. h. die Zufü-
gung einer neuen oder die Vergrösserung einer bereits eingetretenen Verletzung
durch das Verhalten des Angreifers unmittelbar droht. Das Gesetz regelt nur den
quantitativen, intensiven Notwehrexzess, bei dem der Täter auf einen unmittelbar
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drohenden Angriff übermässig reagiert. Es regelt hingegen nicht auch den qualita-
tiven, extensiven Exzess, bei welchem der Täter in einem Zeitpunkt handelt, in
dem ein Angriff noch nicht oder nicht mehr unmittelbar droht. Gemäss gefestigter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt bei einem extensiven Notwehrexzess
keine Notwehrsituation vor und Art. 16 StGB gelangt nicht zur Anwendung (BGer
6B_853/2016 vom 18. Oktober 2017, E. 2.2.1. f., 3.2.3. mit weiteren Hinweisen).
4.6. Gemäss erstelltem Sachverhalt betreffend die zweite Phase der Auseinan-
dersetzung hat der Privatkläger den Beschuldigten festgehalten und mehrfach auf
diesen eingeschlagen. Anschliessend liess der Privatkläger den Beschuldigten
los, nahm sein Mobiltelefon hervor und blickte auf dieses, um damit die Polizei zu
alarmieren, wovon auch der Beschuldigte ausging. Dass er ernsthaft fürchtete,
der Privatkläger greife ihn nach dem Telefonat sofort wieder an, macht der Be-
schuldigte persönlich nicht geltend. Auch macht er kein Szenarium geltend (wie
zum Beispiel, dass der Privatkläger telefonisch personelle Verstärkung anfordern
wollte, um anschliessend gemeinsam erneut physisch auf den Beschuldigten
einzuwirken), welches einen neuerlichen Angriff ernsthaft befürchten liesse (vgl.
vorne Ziff. II.3.11.). Der Ansicht der Verteidigung, wonach zu erwarten gewesen
sei, dass der Privatkläger nach seinem Blick auf sein Mobiltelefon den Beschul-
digten sofort wieder angreifen würde und dass der Beschuldigte einen solchen
Angriff auch ernsthaft zu befürchten hatte (Urk. 52 S. 16), kann daher nicht gefolgt
werden. Dass der Privatkläger den Beschuldigten nach dem Alarmieren der Poli-
zei erneut tätlich angegriffen hätte, ist nicht plausibel und fällt mangels entspre-
chender Anhaltspunkte nicht ernsthaft in Betracht, hätte er sich doch dadurch der
ernst zu nehmenden Gefahr ausgesetzt, dass die ausrückenden Polizeibeamten
von seinem (neuerlichen) fehlbaren Verhalten Notiz nehmen, was ihn in ein
schlechtes Licht gerückt hätte und wohl zu einer Strafuntersuchung gegen ihn ge-
führt hätte. Daraus folgt, dass der Angriff des Privatklägers auf den Beschuldigten
bereits abgeschlossen war, als der Privatkläger sein Mobiltelefon hervornahm und
auf dieses blickte, um mit diesem die Polizei zu alarmieren. In diesem Moment
führte der Beschuldigte unvermittelt den eingeklagten und erstellten Faustschlag
mit der rechten Hand mitten in das Gesicht des Privatklägers aus. Es lag mithin
im Zeitpunkt des Faustschlags keine Notwehrsituation vor. Damit fällt eine recht-
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fertigende bzw. entschuldbare Notwehr bezüglich dieses Teils des Geschehens
ausser Betracht. Der Umstand, dass der Privatkläger zuvor recht massiv tätlich
auf den Beschuldigten eingewirkt hat, ist bei der Strafzumessung (Tatverschul-
den) zu berücksichtigen.
4.7. Mit dem ersten Faustschlag in der ersten Phase der Auseinandersetzung
setzte sich der Beschuldigte gegen einen Angriff des Privatklägers zur Wehr. Der
Angriff bestand darin, dass der Privatkläger den Beschuldigten festhielt, zu sich
drehte und ihm mit den Händen ins Gesicht griff. Dazu war der Privatkläger nicht
berechtigt. Der unabsichtliche Stoss des Beschuldigten, wofür sich dieser so-
gleich beim Privatkläger entschuldigt hatte, stellt jedenfalls kein Rechtfertigungs-
grund dar. Der Angriff des Privatklägers richtete sich gegen das Recht auf Bewe-
gungsfreiheit, das wie jedes andere persönliche Rechtsgut notwehrfähig ist (BGE
104 IV 55). Der rechtswidrige Angriff war zudem im Gang. Damit befand sich der
Beschuldigte in einer Notwehrlage und war zur Notwehr berechtigt. Der Beschul-
digte wehrte sich mit dem Faustschlag gegen den rechtswidrigen Angriff. Er ist als
Notwehrhandlung zu qualifizieren.
4.8. Die Abwehr in einer Notwehrsituation muss nach der Gesamtheit der
Umstände als verhältnismässig erscheinen. Eine Rolle spielen insbesondere die
Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechts-
güter, die Art des Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung. Angemes-
sen ist die Abwehr, wenn der Angriff nicht mit weniger gefährlichen und zumutba-
ren Mitteln hätte abgewendet werden können, der Täter womöglich gewarnt wor-
den ist und der Abwehrende vor der Benutzung eines gefährlichen Werkzeugs
das Nötige zur Vermeidung einer übermässigen Schädigung vorgekehrt hat. Auch
ist eine Abwägung der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter unerlässlich. Doch
muss deren Ergebnis für den Angegriffenen, der erfahrungsgemäss rasch han-
deln muss, mühelos erkennbar sein. Die Angemessenheit der Abwehr ist auf
Grund jener Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig Angegriffene im
Zeitpunkt seiner Tat befand. Es dürfen nicht nachträglich allzu subtile Überlegun-
gen darüber angestellt werden, ob der Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit
anderen, weniger einschneidenden Massnahmen hätte begnügen können. Wird
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jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist
der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umständen
angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB, BGer 6B_853/2016 vom 18.
Oktober 2017, E. 2.2.2. mit weiteren Hinweisen). Unbestritten ist, dass der Be-
schuldigten den Privatkläger erfolglos gewarnt hat, bevor er ihm den Faustschlag
verpasst hat (Urk. D2/3 F/A 6, Urk. D2/5 F/A 13). Der Beschuldigte schlug mit der
rechten Faust gegen die linke Gesichtshälfte des Privatklägers. Der Schlag war
derart kräftig, dass er die Spaltung eines Backenzahns im linken Oberkiefer des
Privatklägers verursachte. Dieser Abwehr stand der Angriff des Privatklägers ge-
genüber, der sich darauf beschränkte, den Beschuldigten (vorübergehend) fest-
zuhalten und ihm ins Gesicht zu greifen. Während der Privatkläger keine sichtba-
ren Verletzungen erlitt, fügte der Beschuldigte dem Privatkläger eine gravierende
Verletzung (Zahnspaltung) zu. Die Abwehr verletzt damit offensichtlich den
Grundsatz der Proportionalität. Der Beschuldigte hätte den Angriff mit einer weni-
ger gefährlichen Art der Verteidigung – Wegstossen oder (leichter) Schlag mit der
flachen Hand – beenden können, was für ihn erkennbar war. Dies gilt umso mehr,
als dass keine objektiven Anhaltspunkte für ein deutlich unausgeglichenes Kräfte-
verhältnis bestanden. Damit verletzt die Abwehr auch den Grundsatz der Subsidi-
arität. Die Abwehr war folglich aufgrund der konkreten Umstände nicht verhält-
nismässig, womit eine rechtfertigende Notwehr ausser Betracht fällt.
4.9. Ein Notwehrexzess ist gemäss Art. 16 Abs. 2 StGB entschuldbar, wenn der
Abwehrende die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Bestür-
zung über den Angriff überschreitet. Nicht jede geringfügige Erregung oder Be-
stürzung führt zur Straflosigkeit. Erforderlich ist, dass es dem Täter aufgrund der
Aufregung oder Bestürzung über den Angriff nicht möglich war, besonnen und
verantwortlich zu reagieren (Handlung im entschuldbaren Affekt). Nicht jede Auf-
regung, die mit einem Angriff gezwungenermassen einhergeht, führt zur Straflo-
sigkeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB. Bei der Beurteilung, ob die Aufregung
oder die Bestürzung hinreichend erheblich war, um den Täter in Anwendung
von Art. 16 Abs. 2 StGB nicht mit Strafe zu belegen, wird ein umso höherer Grad
entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung verlangt, je mehr die Reaktion des Tä-
ters geeignet ist, den Angreifer zu gefährden oder zu verletzen (BGer
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6B_853/2016 vom 18. Oktober 2017, E. 2.2.4. mit weiteren Hinweisen). Der Be-
schuldigte hat den Privatkläger mit dem Faustschlag in das Gesicht erheblich ver-
letzt (Zahnspaltung; während der Beschuldigte keine sichtbaren Verletzungen
aufwies), weshalb die Anforderungen an eine Handlung im entschuldbaren Affekt
hoch sind. Der Beschuldigte fühlte sich infolge dessen, dass er vom Privatkläger
festgehalten wurde und dieser ihm gegenüber aggressiv auftrat, verständlicher-
weise bedroht (Prot. I S. 11, Urk. D2/3 F/A 5 und 25). Diese Gemütslage geht je-
doch nicht in massgeblicher Weise über die Aufregung hinaus, die mit einem An-
griff wie dem vorliegenden üblicherweise einhergeht. Die Ausführungen der Ver-
teidigung dazu, wie der Beschuldigte den Privatkläger (zudem) erlebt habe, be-
ziehen sich im Übrigen auf das spätere Geschehen (zweite und dritte Phase der
Auseinandersetzung, "völlig durchdreht", "Er verlor seine Beherrschung und sei-
nen Verstand", "Er war meiner Meinung nach übergeschnappt", vgl. Urk. 52 S. 17)
und sind folglich für die vorliegende Beurteilung der ersten Phase nicht von Be-
lang. Damit ist eine Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung im
Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB ausgeschlossen. Der Beschuldigte handelte betref-
fend die erste Phase (erster Faustschlag) in einem Notwehrexzess im Sinne von
Art. 16 Abs. 1 StGB.
4.10. Gründe, welche die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten
im Tatzeitpunkt hätten beeinträchtigen können, sind nicht ersichtlich und werden
auch nicht geltend gemacht.
4.11. Im Ergebnis ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen. Der teilwei-
se (betreffend den ersten Faustschlag) Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs.
1 StGB führt zu einer Strafmilderung nach freiem Ermessen.
III. Sanktion und Vollzug
1. Ausgangslage
1.1. Die Staatsanwaltschaft hatte für die mehrfache einfache Körperverletzung
eine Bestrafung mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.--
beantragt (Urk. 19). Die Vorinstanz sanktionierte den Beschuldigten – auf der Ba-
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sis einer einfachen Tatbegehung – mit einer bedingten Geldstrafe von 60 Ta-
gessätzen zu Fr. 20.--. Da einzig der Beschuldigte – mit einem Antrag auf Frei-
spruch – Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt aufgrund des Ver-
schlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine strengere Bestrafung von
vornherein ausser Betracht.
1.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen
ist, richtig zusammengefasst (Urk. 34 S. 23 f. E. IV.1.2. ff.). Darauf kann verwie-
sen werden. Weiter hat die Vorinstanz den Strafrahmen und die angezeigte Straf-
art zutreffend dargelegt und richtig festgehalten, dass keine Umstände vorliegen,
die ein Über- oder Unterschreiten des Strafrahmens indizieren (a.a.O. S. 23 ff.
E. IV.1.1. und 2.). Diese Erwägungen sind zu übernehmen.
2. Tatverschulden
In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nach einem anfäng-
lichen Stoss gegen den Rücken des Privatklägers und als Letzterer Ersteren zur
Rede stellte, den Privatkläger zweimal unvermittelt mit der Faust ins Gesicht
schlug. Diese Schläge führten zur Spaltung eines Zahns, zur Lockerung eines
Zahns und zu aufgeplatzten Lippen, was der Beschuldigte in Kauf nahm. Es ist
damit von einer erheblichen kriminellen Energie auszugehen. Mit der Vorinstanz
ist andererseits zu Gunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen, dass der
Privatkläger nach dem ersten Faustschlag ebenfalls handgreiflich wurde, indem er
mehrfach mit der flachen Hand gegen den Beschuldigten schlug. Ohne die Ein-
wirkung des Privatklägers wäre es wohl zu keinem zweiten Faustschlag durch
den Beschuldigten gekommen. Der Privatkläger verhielt sich alles andere als de-
eskalierend. Auch wenn es verständlich ist, dass er den Beschuldigten stellen
wollte, hat er – ebenso wie der Beschuldigte – klar überreagiert. Dieses Selbst-
verschulden des Privatklägers schlägt deutlich zugunsten des Beschuldigten zu
Buche. Insgesamt ist von einem leichten Verschulden auszugehen, welches eine
Einsatzstrafe im untersten Bereich des Strafrahmens rechtfertigt. Angemessen
erscheinen 60 Tagessätze Geldstrafe.
- 20 -
Im Rahmen der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der Beschuldigte
eventualvorsätzlich handelte. Aufgrund des teilweisen Notwehrexzesses (betref-
fend den ersten Faustschlag) rechtfertigt sich eine Reduktion der Einsatzstrafe
um 20 auf 40 Tagessätze Geldstrafe.
3. Täterkomponenten
Was die persönlichen Verhältnisse anbelangt, kann vorab auf die Ausführungen
der Vorinstanz (Urk. 34 S. 26 f. E. IV.3.2.) verwiesen werden. Aktualisierend führ-
te der Beschuldigte anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung aus, er arbeite
über das Sozialamt im Bereich Gartenbau für die Stadt Zürich. Er erziele ein
monatliches Einkommen von ca. Fr. 1'540.--. Zusätzlich werde er vom Sozialamt
unterstützt. Er sei nach wie vor ledig, habe keine Unterhaltsverpflichtungen und
lebe bei seinen Eltern. Weiter führte er aus, er habe während seiner Kind- und
Jugendzeit keine Probleme gehabt. In der Vergangenheit sei es zu zwei längeren
Aufenthalten und einem Kurzaufenthalt in der Psychiatrie wegen Medikamenten-
überdosis gekommen (Urk. 51 S. 1 ff.). Die persönlichen Verhältnisse zeitigen
keine Auswirkungen auf die Strafzumessung. Die Vorstrafen aus dem Jahre 2014
sind nicht einschlägig und fallen nicht merklich straferhöhend ins Gewicht (Urk.
37).
4. Tagessatzbemessung
Die Höhe des Tagessatzes richtet sich nach den persönlichen und wirtschaftli-
chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Ein-
kommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstüt-
zungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. Ein Tagessatz beträgt dabei in
der Regel mindestens 30 und höchstens 3'000 Franken. Ausnahmsweise, wenn
die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters dies gebieten, kann
der Tagessatz bis auf 10 Franken gesenkt werden (Art. 34 Abs. 2 StGB). Die von
der Vorinstanz vorgenommene Tagessatzbemessung erweist sich angesichts der
heutigen Angaben des Beschuldigten zu seinen finanziellen Verhältnissen
(Ziff. III.3., Urk. 51 S. 1 ff.) nach wie vor als angemessen.
- 21 -
5. Fazit
Damit bleibt es bei einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 20.--.
6. Vollzug
Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, dass die Voraussetzungen für den Auf-
schub der auszufällenden Geldstrafe vorliegen und die Probezeit richtigerweise
auf zwei Jahre festgesetzt (Urk. 34 S. 27 E. V.). Auf die entsprechenden Ausfüh-
rungen kann verwiesen werden. Einer anderen Beurteilung stünde zudem das
Verschlechterungsverbot entgegen.
IV. Zivilansprüche
Die Vorinstanz kam mit zutreffender Begründung zum Schluss, dass unklar blei-
be, wie hoch der beim Privatkläger angefallene Schaden tatsächlich sei, weshalb
er mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg zu verweisen sei (Urk. 34
S. 28 f. E. VI.1.). Auf die entsprechenden Erwägungen kann ergänzungslos ver-
wiesen werden. Auch die vorinstanzlichen Erwägungen zum Genugtuungsbegeh-
ren des Privatklägers treffen mit der folgenden Einschränkung zu (a.a.O. S. 29 f.
E. VI.2.), weshalb darauf vorab ebenfalls zu verweisen ist. Die von der Vorinstanz
zutreffend dargestellten Umstände für die Bemessung der Genugtuung rechtferti-
gen eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'000.--. Infolge des Mitverschuldens
des Privatklägers (vgl. Ziff. III.3.) ist eine Reduktion von Fr. 200.-- angemessen.
Damit bleibt es bei einer Genugtuung von Fr. 800.--, welche ab 24. Juli 2020 mit
einem Zinssatz von 5% zu verzinsen ist. Im Übrigen ist das Genugtuungsbegeh-
ren des Privatklägers abzuweisen.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Vorinstanzliches Verfahren
Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kostenauflage (Urk. 34 S. 31 E.
VII.1.) erweist sich ausgangsgemäss nach wie vor als angemessen und ist zu be-
stätigen.
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2. Berufungsverfahren
Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen. Die Kosten des Rechtsmittel-
verfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterlie-
gens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung zu
grossen Teilen. Er obsiegt insofern, als sein strafbares Verhalten im Rahmen des
ersten Aufeinandertreffens mit dem Privatklägers rechtlich als Notwehrexzess im
Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB zu qualifizieren ist, woraus eine Strafreduktion von
20 Tagessätzen resultiert. Ausgangsgemäss sind daher die Kosten des Beru-
fungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Be-
schuldigten zu vier Fünfteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse
zu nehmen. Die ausgewiesenen und angemessen erscheinenden Kosten der
amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 7'542.60 (Urk. 53) sind im Umfang
von vier Fünfteln einstweilen und im Umfang von einem Fünftel definitiv auf die
Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Umfang
von vier Fünfteln bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.