# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 15e87016-ae73-485d-9cc1-c7a2e15a0528
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die Eheleute X._ und Y._ wurden mit Urteil des Kantonsgerichts von Z._ vom 19. September 2005 geschieden und die beiden aus der Ehe hervorgegangenen Kinder, A._, geboren am _1999, und B._, geboren am _2000, wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt (vgl. KESB act. 3). Im nämlichen Urteil wurde eine Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) angeordnet, um die Mutter bei der Erziehung der Kinder zu unterstützen und den persönlichen Verkehr mit dem Vater zu überwachen. Als Beistand wurde C._ eingesetzt.
B. Als X._ zusammen mit ihren beiden Kindern im Frühjahr 2006 in O.1_ Wohnsitz begründete, übernahm die Vormundschaftsbehörde des Kreises Trins die bestehende Beistandschaft zur Weiterführung und setzte mit Beschluss vom 28. Juli 2006 (vgl. KESB act. 4) D._ als neuen Beistand ein.
C. Nach einigen Wechseln in der Mandatsführung wurde am 1. Februar 2013 schliesslich E._ zur neuen Beiständin ernannt (vgl. KESB act. 19 und 20). In ihrem Zwischenbericht zu Handen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden vom 3. April 2013 (vgl. KESB act. 21) hielt diese fest, dass die Ziele der Beistandschaft bislang nicht erreicht worden seien. So vereitle die Mutter mit ihrem unkooperativen Verhalten die Durchführung des gerichtlich festgelegten Besuchsrechts und sei im Übrigen mit der Erziehung der Kinder überfordert. Die Kinder ihrerseits hätten aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen mit den verschiedenen Beiständen Mühe, die Unterstützung von ihr als Beiständin anzunehmen und sie als Vertrauensperson zu akzeptieren. Zudem stellte E._ fest, dass sich die Mutter in einer schlechten psychischen Verfassung befand. Da eine Zusammenarbeit mit X._ derzeit nicht möglich sei, bat sie die KESB Nordbünden um Unterstützung. Am 10. April 2013 äusserte die Beiständin anlässlich eines Telefonats mit der KESB Nordbünden erstmals den Verdacht auf übermässigen Alkoholkonsum (vgl. KESB act. 22).
D. Nach Anhörung von Y._ sowie der Kinder erliess die KESB Nordbünden am 25. Juni 2013 einen Entscheid, in welchem sie den Kindern gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB die Weisung erteilte, mindestens zweimal monatlich an einer ambulanten Psychotherapie bei einer geeigneten Fachstelle teilzunehmen. Den Eltern wurde die Weisung erteilt, auf Wunsch der Therapeuten an der ambulanten Psychotherapie der Kinder mitzuwirken und sich in Bezug auf
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Erziehungsfragen beraten zu lassen. Zudem wurden sämtliche Beteiligte im Sinne von Art. 273 Abs. 2 und 3 ZGB angehalten, bei der Umsetzung des bestehenden Besuchsrechts (jedes zweite Wochenende und drei Wochen Ferien pro Jahr) aktiv und kooperativ mit der Beistandsperson zusammenzuarbeiten. Entsprechend wurden im Dispositiv die Aufgaben und Kompetenzen der Beiständin konkretisiert (vgl. KESB act. 40).
E. Am 31. Januar 2014 trat X._ freiwillig, aber auf Anraten ihres Hausarztes F._ in die Psychiatrische Klinik I._ ein, während die Kinder vorübergehend bei Gastfamilien untergebracht werden konnten (vgl. KESB act. 55). Wie F._ auf Anfrage der KESB in seinem Schreiben vom 20. Februar 2014 ausführte (vgl. KESB act. 63 und 72), habe X._ an einer Suchterkrankung mit Alkoholabusus sowie einer Depression gelitten und sei ganz klar therapiebedürftig gewesen. Sie habe die Notwendigkeit einer Therapie anerkannt, weshalb er sie zum Eintritt in die Klinik I._ habe bewegen können. Ob sie sich tatsächlich einer Therapie unterziehe, habe sie jedoch davon abhängig gemacht, dass ihre Kinder während ihrer Abwesenheit angemessen betreut werden.
F. Am 10. Februar 2014 wurde X._ von G._ von der KESB Nordbünden in Anwesenheit von Dr. med. H._, ihrem behandelnden Arzt, in der Klinik I._ angehört. Dabei führte sie aus, dass sie derzeit stimmungsstabilisierende Medikamente einnehme, nachdem es ihr beim Eintritt in die Klinik nicht gut gegangen sei. Sie anerkannte ihr Suchtproblem sowie die Notwendigkeit einer zweimonatigen stationären Suchttherapie, bat diesbezüglich jedoch um einige Tage Bedenkzeit. Mit der Notfallunterbringung ihrer Kinder bei Gastfamilien, welche ihr Hausarzt organisiert habe, sei sie einverstanden gewesen. Sie stehe mit ihren Kindern täglich in Kontakt und könne sich vorstellen, dass ihre Kinder − sofern diese damit ebenfalls einverstanden seien − längerfristig bei diesen Gastfamilien platziert werden würden (vgl. KESB act. 60).
G. In ihrem Bericht über X._ vom 7. März 2014 (vgl. KESB act. 81) hielt die Klinik I._ fest, dass diese gegenwärtig an einer mittelgradigen Episode ihrer rezidivierenden depressiven Störung leide (F33.1) und auch ein Alkoholabhängigkeitssyndrom offenbare (F10.2). Am 16. Februar 2014 sei sie aus der Klinik ausgetreten, wobei ihr psychischer Zustand − abgesehen von einer leichten Entspannung und inneren Beruhigung − im Vergleich zum Eintrittsstatus im Wesentlichen unverändert gewesen sei. Die Klinik habe sie deshalb verlassen, weil sie die befürchtete Fremdplatzierung ihrer Kinder habe verhindern wollen. Aus
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dem Bericht geht hervor, dass aus Sicht der Klinik I._ eine Weiterführung der Suchttherapie sehr wichtig gewesen wäre.
H. Nachdem die KESB Nordbünden durch den vorerwähnten Bericht der Klinik I._ darüber informiert worden war, dass X._ die Klinik verlassen und damit die stationäre Therapie abgebrochen hatte, lud sie diese zu einem persönlichen Gespräch ein. Da dieses jedoch nicht zustande kam, wurde X._ mittels Schreiben vom 2. April 2014 zur Behördensitzung vom 10. April 2014 vorgeladen (vgl. KESB act. 84). In diesem Schreiben wurde X._ darüber informiert, dass die KESB eine an sie gerichtete Weisung zur Teilnahme an einer verbindlichen ambulanten Suchttherapie in einer geeigneten Therapiestelle prüfe.
I. Mit Schreiben vom 5. April 2014 teilte X._ der KESB mit, dass sie der Vorladung zur Behördensitzung vom 10. April 2014 nicht Folge leisten werde (vgl. KESB act. 90). Die Klinik habe sie − entgegen den Ausführungen im Bericht der Klinik I._ − nicht aus Angst vor einer Fremdplatzierung ihrer Kinder verlassen, sondern deshalb, weil ohne ihr Wissen Gespräche mit ihren Kindern geführt worden seien und diesen dabei von einer bereits beschlossenen zweimonatigen Therapieteilnahme ihrer Mutter berichtet worden sei, obwohl sie sich selbst noch gar nicht definitiv dazu entschlossen hatte. Ihr diesbezüglicher Entscheid habe sie davon abhängig gemacht, wo ihre Kinder während ihrer Abwesenheit untergebracht worden wären. Schliesslich führte sie aus, dass sie mit der beabsichtigten Weisung zur Teilnahme an einer verbindlichen ambulanten Suchttherapie nicht einverstanden sei.
J. Mit Entscheid vom 10. April 2014, mitgeteilt am 11. April 2014, erkannte die KESB Nordbünden was folgt:
"1. X._ wird die Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB)
- mit Hilfe ihres Hausarztes oder eines anderen dafür geeigneten Arztes bis Ende April 2014 die Voraussetzungen für eine ambulante Suchttherapie (nämlich ärztlich begleiteter und bestätigter Alkoholentzug) zu erfüllen;
- im Sinne der Erwägungen ab Anfang Mai 2014 aktiv an einer ambulanten Suchttherapie in einer geeigneten Therapiestelle mitzuwirken mit derzeit unbegrenzter Therapiedauer. Zur Kontrolle der Alkoholabstinenz sind regelmässige Atemtests und zweimonatliche Blutkontrollen durch einen Arzt abnehmen zu lassen;
- nach Beginn der ambulanten Suchttherapie vom behandelnden Therapeuten bzw. der behandelnden Therapeutin eine schriftliche Bestätigung des Therapiebeginns ausstellen zu lassen und diese unverzüglich der KESB Nordbünden zukommen zu lassen;
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- nach drei Monaten einen ersten Verlaufsbericht vom Therapeuten bzw. von der Therapeutin inkl. Ergebnisse der Blut- und Atemtest einzufordern und diesen der KESB Nordbünden zukommen zu lassen.
2. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten für diesen Entscheid im Betrag von Fr. 860.-- wird aufgrund der aktuell angespannten Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Mutter von A._ und B._ (X._) verzichtet.

## Considerations