# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f753f44-db2e-429c-ac7a-1ce4c14b52e5
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Strasse C. und der Weg E. erschliessen in Form einer Ringstrasse ein Wohnquartier in
D. (Gemeinde A.). Der oberste Teil der Strasse C., Strassenparzelle 0001, befindet sich im
Eigentum der Flurgenossenschaft Strasse C. (rot markiert). Dieser Strassenabschnitt ist an
beiden Enden mit einem Fahrverbot als Privatstrasse gekennzeichnet. Über den östlichen
Teil der Strassenparzelle 0001, auf einer Länge von ca. 30 m, verläuft seit dem 16. Juli 1914
ein öffentliches Fusswegrecht (act. 5.3). Dieser Abschnitt ist gemäss Strassenverzeichnis
der Gemeinde A. als Weg klassiert (blau markiert).
Seite 3
Auszug aus dem Strassenverzeichnis GIS AR (nordorientiert), Februar 2022
[Abbildung]
B. Anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung der Flurgenossenschaft Strasse C.
vom 8. März 2016 stimmten die Mitglieder unter Traktandum 4 folgender Statutenänderung
zu:
Art. 5 Abs. 2:
Die Flurgenossenschaftsstrasse ist ab der westlichen Grenze der Parzelle 0001 bis ans Tras-
see des derzeit als öffentlicher Fussweg klassierten Teils im Osten (vgl. Planbeilage) eine
öffentliche Strasse im Sinne des Strassengesetzes und gilt mit der Genehmigung dieser
Statutenänderung als dem Gemeingebrauch gewidmet. Der derzeit als öffentlicher Fussweg
klassierte östliche Teil der Parzelle 0001 bleibt auf seiner ganzen Breite und Länge als
Privatstrasse mit signalisiertem Fahrverbot dem öffentlichen Verkehr entzogen. Die Genos-
senschaft hat den öffentlichen Fahrverkehr an den Zugängen zum östlichen Teil der Parzelle
0001 durch Fahrverbotstafeln mit der Bezeichnung «Privatstrasse» abzuhalten.
Dagegen erhob ein Mitglied der Flurgenossenschaft Einsprache beim Departement Bau und
Volkswirtschaft, welches mit Entscheid vom 12. Januar 2017 die Einsprache teilweise gut-
Seite 4
hiess und den Beschluss der Flurgenossenschaft Strasse C. zu Traktandum 4 der aus-
serordentlichen Generalversammlung vom 8. März 2016 aufhob. Der gegen diesen
Entscheid von B. erhobene Rekurs wurde vom Regierungsrat mit Beschluss vom
27. November 2018 gutgeheissen und die Ziffer 1 des Entscheides des Departements Bau
und Volkswirtschaft vom 12. Januar 2017 aufgehoben (vgl. dazu RRB-2018-524, veröffent-
licht in: AR GVP 30/2018, Nr. 1560).
C. Mit Schreiben vom 1. März 2018 beantragte die Flurgenossenschaft Strasse C. die
Genehmigung der vorerwähnten Statutenänderung. Dazu führte der Regierungsrat in seinem
Entscheid vom 26. November 2019 (RRB-2019-514) unter Bezugnahme auf den RRB-2018-
524 aus, dass im Verfahren der Statutengenehmigung nicht darüber zu befinden sei, ob eine
Flurgenossenschaftsstrasse dem Gemeingebrauch zu widmen sei. Entsprechende Aus-
sagen in den Statuten würden lediglich eine Willensäusserung der Flurgenossenschaft dar-
stellen, die dem zuständigen Gemeinwesen die notwendige Verfügungsmacht für die
Widmung zum Gemeingebrauch einräume. Ob und in welchem Umfang davon tatsächlich
Gebrauch gemacht werde, habe die für die Ausübung der Strassenhoheit zuständige
Gemeinde zu prüfen. Allerdings müsse die Frage der Widmung im Zeitpunkt der Genehmi-
gung der Statuten nicht abschliessend geklärt sein. Vielmehr sei es in einem solchen Fall
angebracht, die Genehmigung unter dem Vorbehalt zu erteilen, dass die zuständige
Gemeinde einer Widmung im Sinne der Statuten zustimme. Verneine die zuständige
Gemeinde in der Folge das öffentliche Interesse an einer Widmung zum Gemeingebrauch,
könne die Allgemeinheit aus der unter Vorbehalt erteilten Genehmigung keine Ansprüche
ableiten (vgl. AR GVP Sammelband Nr. 1070). Aufgrund dieser Überlegungen stimmte der
Regierungsrat der Teilrevision der Statuten der Flurgenossenschaft Strasse C. unter dem
Vorbehalt zu, dass die Gemeinde A. einer Widmung im Sinne der Statuten zustimme.
D. Mit Beschluss vom 1. Mai 2020 lehnte der Gemeinderat AA. eine teilweise Widmung der
Strasse C. gemäss Teilrevision der Statuten vom 8. März 2016 ab (act. 16.1/2). Der dagegen
erhobene Rekurs von B. vom 15. Mai 2020 wurde mit Entscheid vom 14. April 2021 von der
Vorinstanz gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wurde (act. 2).
E. Mit Eingabe vom 19. Mai 2021 erhob die Einwohnergemeinde A. (im Folgenden:
Beschwerdeführerin), vertreten durch den Gemeinderat AA., Beschwerde mit dem eingangs
erwähnten Rechtsbegehren (act. 1).
F. Mit Eingabe vom 20. Juni 2021 liess sich B. (im Folgenden: Beschwerdegegner) mit
vorstehend erwähntem Rechtsbegehren zur Beschwerde vernehmen (act. 4).
Seite 5
G. Das Departement Bau und Volkswirtschaft liess sich zur eingereichten Beschwerde nicht
vernehmen.
H. Mit Schreiben vom 27. September 2021 reichte die Beschwerdeführerin innert zweimal
erstreckter Frist ihre Replik ein (act. 10). Dazu liess sich der Beschwerdegegner innert
erstreckter Frist mit Duplik vom 21. November 2021 unter Aufrechterhaltung seines Antrags
vernehmen (act. 14).
I. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
näher eingegangen.

## Considerations

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes vom 9. September 2002 über die
Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) zur Behandlung der Beschwerde gegen den
Rekursentscheid der Vorinstanz zuständig ist. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des
angefochtenen Rekursentscheides formell beschwert. Da auch die Form- und Fristerforder-
nisse erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Bei der Beurteilung der hier vorliegenden Beschwerde ist die Kognition des Obergerichts
gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich
allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen, wozu auch eine rechtsfehlerhafte Ausübung
des Ermessens zählt. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob die Vorinstanzen den Sach-
verhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt haben. Die Überprüfung der Angemessenheit
ist dem Obergericht jedoch verwehrt (Art. 56 Abs. 1 VRPG e contrario). Rechtsfragen unter-
stehen dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (iura novit curia), welcher
bedeutet, dass das Gericht an die Rechtsauffassungen der Verfahrensbeteiligten nicht
gebunden ist; auch nicht an die von ihnen nach Massgabe des kantonalen Verfahrensrechts
form- und fristgerecht vorgetragenen Rechtsbehauptungen (BGE 133 V 196 E. 1.4). Die Ent-
scheidbehörde ist im Rahmen der Rechtsanwendung dazu verpflichtet, auf den festgestellten
Sachverhalt denjenigen Rechtsatz anzuwenden, den sie als den zutreffenden ansieht, und
ihm die Auslegung zu geben, von der sie – unter Berücksichtigung von Rechtsprechung und
Lehre – überzeugt ist (KASPAR PLÜSS, in Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014, N. 166 zu § 7 VRG;
BGE 130 V 253 E. 3.5).
Seite 6
3. Zu prüfen ist, ob der Gemeinderat AA. seine Zustimmung zu einer teilweisen Widmung der
Strasse C. zum Gemeingebrauch gemäss der Teilrevision der Statuten der Flur-
genossenschaft Strasse C. vom 8. März 2016 zu Recht verweigert hat (act. 16.1/2).
3.1 Bezüglich des östlichen Teils der Strassenparzelle Nr. 0001 hält die Vorinstanz zunächst
fest, dass es sich aufgrund einer altrechtlichen Rechtsverschreibung um einen öffentlichen
Fussweg handle, welcher derzeit im Strassenverzeichnis der Gemeinde A. als Weg klassiert
sei. Dieser Abschnitt unterstehe nach Art. 11 Abs. 2 StrG der Hoheit der Gemeinde A. Für
dauernde Verkehrsbeschränkungen wie Fahrverbote sei die Gemeinde A. zuständig,
weshalb der 2. und 3. Satz von Art. 5 Abs. 2 der teilrevidierten Statuten der Flur-
genossenschaft unbehelflich seien. Für eine Beschränkung des bestehenden Gemein-
gebrauchs bzw. eine Aufhebung der öffentlichen Strasse wäre ein entsprechendes Entwid-
mungsverfahren durchzuführen. Sollte hingegen die Berechtigung der Allgemeinheit, diesen
Abschnitt der Strasse C. als Fussweg zu benützen, auf ein Fahrrecht ausgeweitet werden,
sei die Zustimmung der Flurgenossenschaft Strasse C. notwendig. Insofern seien der 2. und
3. Satz von Art. 5 Abs. 2 der teilrevidierten Statuten der Flurgenossenschaft Strasse C. als
einer solchen Ausweitung entgegensehend zu verstehen.
Im Weiteren führt die Vorinstanz aus, dass bei einem Entscheid der Gemeinde, der auf die
Rechtmässigkeit und Angemessenheit zu überprüfen sei, die Gemeindeautonomie zu
beachten und zu respektieren sei. Nach der Rechtsprechung seien die Gemeinden in einem
Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend regle, sondern
ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlasse und ihr dabei eine relativ ehe-
bliche Entscheidungsfreiheit einräume. Die Zurückhaltung bei der Überprüfung von Ermes-
sensentscheiden zur Wahrung der Gemeindeautonomie dürfe jedoch nicht so weit gehen,
dass sich Rechtsmittelbehörden auf eine Willkürprüfung beschränken, weil eine solche
Beschränkung mit der Rechtsweggarantie gemäss Art. 29a BV und Art. 33 Abs. 1 VRPG
i.V.m. Art. 88 StrG nicht vereinbar wäre. Da die kommunale Behörde ihr Ermessen pflicht-
gemäss ausüben müsse, habe sie dabei vom Sinn und Zweck der anzuwendenden Regelung
auszugehen und neben dem Willkürverbot auch das Rechtsgleichheitsgebot, das Verhältnis-
mässigkeitsprinzip und das übergeordnete Gesetzesrecht zu beachten.
Die Gemeinden könnten Erschliessungsaufgaben an öffentlich-rechtliche oder privatrecht-
liche Versorgungswerke wie Flurgenossenschaften abtreten (Art. 57 Abs. 3 StrG). Der vor-
liegend interessierende Abschnitt der Strasse C. diene unbestrittenermassen der
Erschliessung eines vollständig überbauten Gebietes, welches der Bauzone zugewiesen sei.
Angesichts der Zweckbestimmung der Strasse C. als eine Erschliessungsstrasse und der
Tatsache, dass zu den entsprechenden Grundstücken keine andere Zufahrt bestehe, könne
Seite 7
ein öffentliches Interesse an ihr nicht verneint werden. Aus der allgemeinen Erschlies-
sungspflicht des Gemeinwesens sei ein öffentliches Interesse an der Öffnung des strittigen
Teils der Strasse C. für den Allgemeinverkehr abzuleiten. Der kantonale Gesetzgeber habe
mit den im Art. 6 f. StrG und Art. 1 ff. StrV aufgeführten Strassenklassen klar zum Ausdruck
gebracht, dass eine Klassierung und damit eine Widmung gerechtfertigt sei, wenn eine
Strasse die jeweilige Funktion erfülle bzw. eine entsprechende Verkehrsbedeutung aufweise.
Der strittige Teil der Strasse C. erschliesse neun Parzellen, wobei es sich um eine Strasse
innerhalb besiedelter Gebiete mit quartierinterner Bedeutung im Gemeindestrassennetz
handle. Damit erfülle der strittige Teil der Strasse C. die Kriterien einer Erschliessungsstrasse
nach Art. 3 Abs. 1 StrV und es bestehe im Sinne des Strassengesetzes ein öffentliches
Interesse an der Widmung zum Gemeingebrauch. Massgebende entgegenstehende
Interessen, welche einer teilweisen Widmung zum Gemeingebrauch entgegenstehen
würden, seien nicht ersichtlich. Der Gemeinderat AA. habe in seinem Beurteilungsspielraum
den behördenverbindlichen kommunalen Richtplan und die Grundsätze der allgemeinen
Erschliessungspflicht und des Strassenrechts nicht miteinfliessen lassen und sich auf den
Standpunkt gestellt, dass die Öffnung der Allgemeinheit keinen Nutzen bringe und eine
Wendemöglichkeit fehle. Nach Art. 24 Abs. 2 des Strassenreglements vom 25. Juni 2013 der
Gemeinde A. (StrR) könne auf einen Wendeplatz verzichtet werden, wenn das
Wendemanöver über Garageneinfahrten und Vorplätze rechtlich gesichert sei (act. 2).
3.2 Die Beschwerdeführerin führt demgegenüber aus, dass das Strassengesetz der Umsetzung
der in Art. 19 RPG und Art. 57 BauG vorgegebenen Erschliessungsaufgabe des Gemein-
wesens diene. Zur Erfüllung der Erschliessungspflicht übertrage das Strassengesetz der
Gemeinde die kommunale Strassenhoheit (Art. 4 StrG), welche eine diesbezügliche Gemein-
deautonomie beinhalte. Innerhalb der Gemeindeautonomie würden die Gemeinden nach
pflichtgemässem Ermessen entscheiden, welches von den Rechtsmittelinstanzen zu wahren
sei. Erst wenn sich die Behörde von unsachlichen, dem Zweck einer Regelung fremden
Erwägung leiten lasse oder die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit
verletze, könne ein kommunaler Entscheid aufgehoben werden. Den Rechtsmittelinstanzen
sei es nicht erlaubt, deren eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen
Behörde zu setzen. Die Strasse C. und das damit erschlossene Wohnquartier seien zwar
bereits gebaut, die Frage hingegen, in welchem Umfang sie öffentlich zu widmen sei, müsse
unter allen vorerwähnten Aspekten beantwortet werden und nicht nur unter dem eigentums-
rechtlichen Aspekt der Zustimmung durch die Flurgenossenschaft, wie das im angefochtenen
Rekursentscheid vorgenommen worden sei. Die Reduktion der Erschliessungsaufgabe der
Gemeinde auf einen einzelnen Gesichtspunkt durch die Rekursinstanz greife auf unzulässige
Weise in den Ermessenspielraum der Gemeinde als Strassenhoheitsbehörde ein. Art. 3
Seite 8
StrG, welcher die Grundsätze von Strassenbau und -planung enthalte, gelte auch für die
öffentliche Widmung von Strassen.
Die Strasse C. verfüge sodann über keine Wendemöglichkeit. Würde diese nur als Stich-
strasse öffentlich gewidmet, so könne nicht auf öffentlicher Strassenfläche gewendet werden.
Das Wenden auf privaten Vorplätzen sei nicht zulässig. Abgesehen davon sei auch kein
privater Vorplatz vorhanden, welcher eine hinreichende Grösse und Form eines Wende-
platzes aufweise. Nur durch eine Verbindung der Strasse C. als öffentliche Strasse mit dem
bereits öffentlichen Weg E. werde die Durchfahrt in den Weg E. gewährleistet, womit auf
einen Wendeplatz verzichtet werden könne.
Die Vorinstanz beurteile im angefochtenen Rekursentscheid die öffentliche Widmung der
Strassenparzelle Nr. 0001 nur in dem Umfang, wie sie von der Flurgenossenschaft
gewünscht worden sei und verzichte auf eine Gesamtbetrachtung der Strasse, wodurch der
Umfang der öffentlichen Widmung damit in das Belieben der betreffenden Grundeigentümer
gelegt werde. Eine solche Betrachtungsweise sei jedoch nicht mit der öffentlichen Funktion
der Gemeinde als Strassenbehörde vereinbar. Im Vordergrund stehe denn auch die
Erschliessungsfunktion der Strassenparzelle Nr. 0001. Diese erschliesse 10 Wohneinheiten.
Durch die von der Flurgenossenschaft gewünschte Teilwidmung würden aber nur 7
Wohneinheiten durch die öffentliche Verkehrsfläche erschlossen. Dadurch würde die
Erschliessungsfunktion der Strasse C. nicht erfüllt. Die von der Flurgenossenschaft
beabsichtigte Widmung bloss einer Teilstrecke, unter Belassung einer künstlichen Lücke in
der öffentlich-rechtlichen Erschliessung, widerspreche dem öffentlichen Interesse einer sach-
gerechten öffentlichen Erschliessung. Wie bereits mehrfach mitgeteilt, sei der Gemeinderat
bereit, die ganze Strasse öffentlich zu widmen oder, wenn dies durch die Flurgenossenschaft
im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StrG nicht gewünscht werde, auf die öffentliche Widmung zu
verzichten (act. 1 und 10).
3.3 Der Beschwerdegegner hält dazu fest, dass entgegen der zu undifferenzierten Darstellung
der Vorinstanz die einspurige Fahrbahn im östlichen Abschnitt der Parzelle stehe und man-
gels Widmung und Klassierung zum Gemeingebrauch weiterhin nicht unter der Hoheit der
Gemeinde A. stehe. Bezüglich dieses weiterhin nicht öffentlichen Fahrbahnabschnitts im
Ostteil der Parzelle 0001 bestehe somit auch keine Gemeindeautonomie (Art. 11 Abs. 2 StrG
e contrario). Die Hoheit und Autonomie der Gemeinde A. beschränke sich im Ostteil der
Parzelle 0001 lediglich auf den in einer Breite von 1.05m klassierten Weg Nr. 0002. Dieser
bleibe aber von der Statutenänderung unberührt und sei unverändert für Fussgänger
öffentlich zugänglich. Der Gemeinderat gebe den Beschluss des Regierungsrates vom
20. November 2019 (RRB-2019-514) falsch wieder, wenn er von einer Widmung «der
Seite 9
Strasse» spreche. Der Regierungsrat habe im angeführten Beschluss im Entscheiddispositiv
ausdrücklich festgehalten, dass er die Teilrevision der Statuten unter Vorbehalt genehmige,
dass die Gemeinde A. «einer Widmung im Sinne der Statuten zustimme». Dies bedeute,
dass er nur die öffentliche Widmung des westlichen Parzellenteils vorbehalten habe. Eine
weitergehende Widmung unter Einbezug auch des östlichen Teils der Parzelle stehe weder
zur Diskussion noch im Ermessen der Gemeinde.
Soweit die Gemeinde geltend mache, dass der Umfang einer Strassenwidmung von der
Vorinstanz im Ergebnis in das Gutdünken der Flurgenossenschaft gelegt werde, verkenne
sie, dass die im Privateigentum liegende Strassenparzelle 0001 grundsätzlich für den priva-
ten und nicht für den öffentlichen Gebrauch bestimmt sei. Das Gemeinwesen dürfe sie nur
dann und nur soweit durch hoheitliche Anordnung als öffentliche Verkehrsfläche behandeln,
als es die dafür erforderliche Verfügungsmacht freiwillig eingeräumt erhalte.
Soweit der Gemeinderat A. geltend mache, dem zum Gemeingebrauch vorgesehenen
westlichen Teil der Strassenparzelle fehle es als Stichstrasse an einer Wendemöglichkeit,
verkenne er, dass es sich bei diesem Teil der Parzelle 0001 um eine zweispurige Fahrbahn
handle, welche im Gegenverkehr befahren werden könne.
4.
4.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die vom Regierungsrat mit Entscheid vom 26. November
2019 beschlossene Genehmigung der Teilrevision der Statuten, unter dem Vorbehalt, dass
die Gemeinde ihre Zustimmung zu einer Widmung im Sinne der Statuten erteilt, unangefoch-
ten in Rechtskraft erwachsen ist und damit für die nachfolgende Prüfung, ob die Verwei-
gerung des Widmungsaktes durch die Gemeinde A. rechtmässig ist, verbindlich ist. Da die
Statuten in ihrem 1. Satz von Art. 5 Abs. 2 nur den ab der westlichen Grenze der Parzelle
0001 bis ans Trassee des derzeit als öffentlicher Fussweg klassierten Teils im Osten als
öffentliche Strasse im Sinne des Strassengesetzes dem Gemeingebrauch widmen, ist auch
nur dieses Teilstück Gegenstand des Verfahrens vor Obergericht.
Gemäss Grundbuchauszug ist die Flurgenossenschaft Strasse C. Eigentümerin der
Liegenschaft Nr. 0001 (act. 5/3) und damit im Sinne von Art. 641 ZGB befugt, über die ganze
Strasse oder aber auch nur über einen Teil derselben zu verfügen. Demzufolge ist auch die
freiwillige Einräumung der Verfügungsmacht über ein Teilstück einer Strasse an eine
Gemeinde von Gesetzes wegen nicht ausgeschlossen, zumal sich weder aus dem Strassen-
gesetz noch aus der Strassenverordnung (StrV, bGS 731.111) oder dem Strassenreglement
(StrR) der Gemeinde A. etwas Anderes entnehmen lässt.
Seite 10
4.2 Weiter stellt sich die Frage, ob ein Rechtsanspruch auf Widmung dieses Teilstücks besteht
oder ob die Gemeinde im Rahmen ihrer Gemeindeautonomie frei ist, dies zu verweigern.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Gemeinden in einem Sachbereich auto-
nom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder
teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Ent-
scheidungsfreiheit einräumt. Der geschützte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis
zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder einen entsprechen-
den Spielraum bei der Anwendung kantonalen oder eidgenössischen Rechts betreffen. Der
Schutz der Gemeindeautonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet,
sondern lediglich im streitigen Bereich voraus. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kom-
munalen Autonomie aus dem für den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen
Verfassungs- und Gesetzesrecht (BGE 141 I 36 E. 5.2 S. 42 f.)
Gemäss Art. 1 Abs. 3 StrG findet das Strassengesetz auf nicht öffentliche Strassen
(Privatstrassen) nur Anwendung, soweit dieses Gesetz es vorschreibt. Art. 2 Strassengesetz
regelt in seinem Absatz 2, dass Privatstrassen mit der ausdrücklichen Zustimmung der
Eigentümerin oder des Eigentümers oder durch die Errichtung einer Dienstbarkeit nach
Art. 781 ZGB zugunsten der Öffentlichkeit durch die zuständige Gemeindebehörde dem
Gemeingebrauch gewidmet werden. Demgegenüber regelt Absatz 3 desselben Artikels,
dass Strassen von Flurgenossenschaften nach Art. 167 ff. des Gesetzes über die Einführung
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches sowie von Korporationen nach Art. 25 ff. EG zum
ZGB, die dem allgemeinen Verkehr dienen, mit der Genehmigung der Statuten durch die
zuständige Behörde als dem Gemeingebrauch gewidmet gelten.
In Art. 2 Abs. 2 StrG wird also für Privatstrassen ein zweistufiges Verfahren vorgesehen und
nebst der ausdrücklichen Zustimmung des Grundeigentümers die Widmung der Strasse
durch die zuständige Gemeindebehörde vorausgesetzt.
Der Gesetzeswortlaut für die Strassen im Eigentum der Flurgenossenschaft spricht allerdings
nur von der Genehmigung der Statuten durch die zuständige Behörde als Voraussetzung für
die Widmung zum Gemeingebrauch (Abs. 3). Diese Gesetzesbestimmung ist unvollständig,
weil sie auf die Frage, ob auch hier ein zweistufiges Verfahren wie im Absatz 2 zum Zuge
kommt, keine Antwort gibt. Im Sinne einer Lückenfüllung ist mit dem regierungsrätlichen Ent-
scheid vom 27. November 2018 (RRB-2018-524, veröffentlicht in AR GVP 30/2018,
Nr. 1560) davon auszugehen, dass die Widmung zum Gemeingebrauch ein rechtsgestalten-
der Verwaltungsakt darstellt, der stets in die Zuständigkeit des Gemeinwesens fällt (ANDRÉ
W. MOSER, Der öffentliche Grund und seine Benützung, Diss. Bern 2011, S. 41).
Seite 11
Art. 7 Abs. 1 des Strassenreglements (StrR) der Gemeinde A. bestimmt, dass Privatstrassen
und -wege, die den Anforderungen nach Art. 22 bis 26 dieses Reglements genügen, durch
den Gemeinderat dem Gemeingebrauch gewidmet werden können. Art. 7 Abs. 2 bestimmt
als Voraussetzungen unter a) die ausdrückliche Zustimmung der Grundeigentümer, oder b)
die Errichtung einer Wegdienstbarkeit zugunsten der Öffentlichkeit.
Obwohl die Zustimmung der Grundeigentümer nach Absatz 2 vorliegt, stellt der Wortlaut von
Art. 7 Absatz 1 StrR eine «Kann»-Vorschrift dar. Die Gemeinde ist trotz Vorliegens der
Voraussetzung gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. a) StrR nicht gezwungen, die Strasse C. der
Öffentlichkeit zu widmen, wodurch sie in Bezug auf den Widmungsakt Autonomie geniesst.
Das Obergericht war bereits in einem früheren Entscheid aus dem Jahre 2015 bei der Über-
prüfung des Strassenreglements einer ausserrhodischen Gemeinde zum Schluss gekom-
men, dass es weitgehend dem Ermessen des Gemeinwesens überlassen bleibe, welche
Privatstrassen auf Gemeindegebiet es dem Gemeingebrauch widmen wolle (vgl. dazu das
Urteil des Obergerichts O4V 14 23 vom 29. April 2015 E. 2.4).
4.3 Art. 7 StrR, welcher als «Kann-Vorschrift» ausgestaltet ist, räumt der Gemeinde Ermessen
im Bereich des Widmungsaktes ein, welches pflichtgemäss auszuüben ist. Eine kommunale
Behörde überschreitet den ihr zustehenden Beurteilungs- und Ermessensspielraum dann,
wenn sie sich von unsachlichen, dem Zweck dieser Regelung fremden Erwägungen leiten
lässt oder die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt (BGE 145
I 52 E. 3.6).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Strasse C. über keine Wendemöglichkeit
verfüge. Würde diese nur als Stichstrasse öffentlich gewidmet, so könne nicht auf öffentlicher
Strassenfläche gewendet werden. Das Wenden auf privaten Vorplätzen sei rechtlich nicht
zulässig. Abgesehen davon sei auch kein privater Vorplatz vorhanden, welcher eine
hinreichende Grösse und Form eines Wendeplatzes aufweise. Nur durch eine Verbindung
der Strasse C. als öffentliche Strasse mit dem bereits öffentlichen Weg E. werde die
Durchfahrt in den Weg E. gewährleistet, womit auf einen Wendeplatz verzichtet werden
könne.
Demgegenüber hält der Beschwerdegegner fest, dass es sich beim westlichen Teil der
Parzelle 0001 um eine zweispurige Fahrbahn handle, welche im Gegenverkehr befahren
werden könne. Zudem übersehe der Gemeinderat die in Art. 24 StrR für Stichstrassen gel-
tenden Anforderungen. Für Quartiererschliessungsstrassen (QES) und Zufahrtsstrassen
(ZS) in Form einer Stichstrasse werde nach Abs. 1 dieser Bestimmung «in der Regel» ein
Seite 12
Wendeplatz nach VSS-Normen verlangt, daraus ergebe sich aber e contrario, dass die Par-
zelle 0001 von vornherein keinen Wendeplatz benötige, wenn diese nach Art. 3 Abs. 4 der
kantonalen StrV (und Art. 5 Abs. 1 lit. b StrR) als blosser Zufahrtsweg (ZW) zu klassieren sei.
Das kantonale Recht bestimme in Art. 3 Abs. 4 StrV ausdrücklich und abschliessend, dass
ZW Restgebiete, einzelne Parzellen oder Gebäude (bis zu 10 Wohneinheiten innerhalb der
Bauzonen) erschliessen und dass diese ZW dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr in der
Regel nicht offenstehen. Weil es sich beim Begriff «Zufahrtsweg, ZW» um einen Begriff des
kantonalen Rechts handle und diese Legaldefinition mit der Wendung «bis zu 10 Wohnein-
heiten» der Gemeinde keinen Ermessensspielraum zur nächsthöheren Klassierung (als
Zufahrtsstrasse) eröffne, wäre die Beschwerdeführerin gehalten gewesen, analog der gebo-
tenen kantonalrechtlichen Klassierung als ZW der Widmung des westlichen Teils der Par-
zelle 0001 zum Gemeingebrauch zuzustimmen.
Dazu ist festzuhalten, dass Art. 7 Abs. 2 StrR als Voraussetzung der Widmung einzig die
Zustimmung der Grundeigentümer oder der Errichtung einer Wegdienstbarkeit zugunsten
der Öffentlichkeit spricht. Die Frage der Klassierung einer Erschliessungsstrasse stellt sich
aber erst nach deren Widmung zum Gemeingebrauch und stellt damit weder eine reglemen-
tarische noch eine gesetzliche Voraussetzung dar. Vielmehr muss im vorliegenden Fall von
sachlichen Überlegungen wie der fehlenden Wendemöglichkeit insbesondere für Fahrzeuge
der Unterhalts-, Entsorgungs- und Rettungsdienste oder der fehlenden rechtlichen Sicherung
von Wendemanövern über Vorplätze und Garagen ausgegangen werden. Diese Überlegun-
gen sind denn auch weder zweckfremd, noch sonst abwegig oder gar unverhältnismässig,
weshalb der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden kann, sie hätte ihr Ermessen
nicht pflichtgemäss ausgeübt.
4.4 Die Vorinstanz hat die Teilwidmung mit der Erschliessungspflicht der Gemeinde begründet.
Wie der Beschwerdegegner aber selber ausführt, sind die Parzellen bereits schon seit Jahren
erschlossen.
Strassen sind öffentlich, wenn sie dem Gemeingebrauch gewidmet sind (Art. 1 Abs. 1 und
Art. 2 Abs. 2 und 3 StrG). Gemeingebrauch bedeutet, dass die Strassen im Rahmen Ihrer
Zweckbestimmung und den geltenden Vorschriften von allen benützt werden dürfen (Art. 13
Abs. 1 StrG). Vorausgesetzt wird also ein öffentliches Interesse für die Widmung einer Pri-
vatstrasse. Dies bedeutet, dass nicht nur das Interesse der Anwohner der Parzelle Nr. 0001
vorliegen muss, sondern ein Interesse der Allgemeinheit an der Benützung der Strasse.
Angesichts der Tatsache, dass sich die Parzelle 0001 der Strasse C. in einem reinen
Wohnquartier befindet und als Stichstrasse mit einem Fahrverbot endet, ergibt sich, dass die
Flurgenossenschaftsstrasse faktisch nicht dem allgemeinen Verkehr dienen kann. Dies will
Seite 13
der Beschwerdegegner denn auch selbst nicht. So führt er in seiner Vernehmlassung aus,
dass das Fahrverbot den allgemeinen Fahrverkehr mit Motorfahrzeugen auf einer Länge von
30 m von einer Durchfahrt im Kreisverkehr abhalten werde, wodurch sichergestellt werde,
dass die Strassenparzelle 0001 nicht durch quartierfremde Dritte befahren werden könne.
Des Weiteren geht der Beschwerdegegner selbst davon aus, dass die von der Teilwidmung
erfasste zweispurige Stichstrasse gegebenenfalls als Zufahrtsweg zu klassieren sei, wie vom
Gemeinderat mit Schreiben vom 18. Mai 2016 in Aussicht gestellt. Eine andere Klassierung
als Zufahrtsweg (ZW) würde denn auch Art. 3 Abs. 4 der kantonalen Strassenverordnung
(StrV) und Art. 5 StrR klar widersprechen. Zudem würden diese Zufahrtswege nach Art. 3
Abs. 4 StrV dem allgemeinen Verkehr in der Regel nicht offen stehen.
Da Zufahrtswege nach kantonaler Regelung dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht
offen stehen, hat die Allgemeinheit damit auch keinen Nutzen an der beantragten teilweisen
Widmung. Demzufolge kann auch nicht von einem öffentlichen Interesse an einer Widmung
der Strassenparzelle Nr. 0001 ausgegangen werden.
4.5 Der Beschwerdegegner macht weiter geltend, dass die Widmung der Parzelle 0001 eine
Beitragspflicht nach Art. 81 StrG auslöse und die Gemeinde eine Öffnung für den Allgemein-
verkehr eben gerade nicht aus fiskalischen Gründen ablehnen dürfe.
Dem Bericht und Antrag des Regierungsrats vom 2. Dezember 2008 (vgl. https://query-
staatsarchiv.ar.ch/Dateien/50/D254448.pdf) kann auf S. 6 entnommen werden, dass die
Gemeindebeiträge die durch den Gemeingebrauch verursachten Kosten abgelten sollen.
Derartige Kosten entstehen im vorliegenden Fall aber gerade nicht, weil eine Nutzung durch
die Allgemeinheit nicht möglich ist.
Indem die Vorinstanz den Beschluss des Gemeinderats AA. vom 1. Mai 2020 mit dem
angefochtenen Entscheid aufhob und dem Widmungsakt ihre Zustimmung erteilte, hat sie
die Gemeindeautonomie der Beschwerdeführerin verletzt. Da Zufahrtswege im Gegensatz
zu Zufahrtsstrassen und Quartiererschliessungsstrassen «in der Regel» nicht dem allgemei-
nen Motorfahrzeugverkehr offen stehen (Art. 3 Abs. 4 im Gegensatz zu Art. 3 Abs. 3 StrV),
sind die Gemeinden nicht verpflichtet, alle Privatstrassen dem Gemeingebrauch zu widmen,
wie dies die Vorinstanz angenommen hat. Die Vorinstanz hat das Handeln der Beschwerde-
führerin zudem nur einseitig von der Erschliessungspflicht der Gemeinde her betrachtet und
die «Kann»-Vorschrift vom Art. 7 StrR ausser Acht gelassen.
https://query-staatsarchiv.ar.ch/Dateien/50/D254448.pdf https://query-staatsarchiv.ar.ch/Dateien/50/D254448.pdf
Seite 14
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorinstanz mit ihrem Entscheid die
Gemeindeautonomie der Beschwerdeführerin verletzt hat und kein öffentliches Interesse an
der Widmung der Strassenparzelle Nr. 0001 zum Gemeingebrauch besteht. Die Beschwerde
ist daher gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.
5.
5.1 Nach Art. 19 Abs. 3 i. V. m. Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor Obergericht
gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf dessen Rechts-
mittel nicht eingetreten wird.
5.2 Das Obergericht erhebt für seine Urteile in Verwaltungssachen Gebühren bis Fr. 5'000.--
(Art. 4a Abs. 1 des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen [bGS 233.2]). Inner-
halb des Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und Arbeitsaufwand, der
Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der wirtschaftlichen Leistungs-
fähigkeit der Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 VRPG). Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint vorliegend eine Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--
als angemessen. Die Gerichtsgebühr ist dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerle-
gen.
5.3 Gemäss Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine
Entschädigung für die notwendigen Kosten und Auslagen. Vorbehältlich des Klageverfahrens
oder der mutwilligen Prozessführung wird an Behörden keine Parteientschädigung ausge-
richtet (Art. 53 i.V.m. Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG).
Seite 15