# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fabb25dc-9e14-4b05-950a-f4943d937214
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, ist ausgebildete
Podologin
und übt diesen Beruf seit April 1980 in eigener Praxis aus (Urk. 2/6/1
/4
).
Im Oktober 2000 meldete sich
X._
ein erstes Mal b
ei der Invaliden
versicherung
und gab an, zwei Nasenopera
tionen durchgemacht zu haben,
seit drei Jahren an einer Epstein-Barr-Viruserkrankung zu leiden
und seit dem 1
0.
Juli 2000 arbeitsunfähig zu sein
(Urk. 2/6/1/3
+5
). Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte die Berichte der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
Z._
vom
8.
Dezember 2000 und vom 2
4.
Januar
2001 ein (Urk. 2/6/7
und Urk. 2/6/
10) sowie den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Innere Medizin, vom
8.
Januar 2001 (Urk. 2/6/8) und schliesslich den Bericht der Klinik für Innere Medizin des
Z._
vom 13.
Februar 2001
(Urk. 2/6/14).
Nachdem die Versicherte mitgeteilt hatte, sie
sei wieder erwerbstätig (Telefonnotizen in Ur
k. 2/6/13, Urk. 2/6/20 und Urk.
2/6/21), hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Oktober 2001 fest, dass ein Rentenanspruch nicht habe entstehen können, weil die Arbeitsfähigkeit vor Ablauf des Wartejahres wieder
h
ergestellt gewesen sei (Urk. 2/
6/22). Die Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Am
4.
April 2011 meldete sich
X._
erneut bei der Invalidenversiche
rung an (Urk. 2/6/23) und nannte als gesundheitliche Beein
trächtigungen Depressionen und
somatoforme
Schmerzen (Urk. 2/6/23/4). Die IV-Stelle beschaffte den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Gastro
enterologie und Innere Medizin, vom
8.
September 2010 (Urk. 2/6/27/1
13) und den Bericht der Dermatologischen Klinik des
Z._
vom 2
7.
Januar 2011, wohin
Dr.
B._
die Versicherte zur
allergologischen
Abklä
rung überwiesen hatte (Urk. 2/6/27/14-22), sowie den Bericht der Klinik für Innere Medizin des
Z._
vom 11.
Dezember
2009 über Konsultationen von
August bis Dezember 2009 (Urk.
2/6/31/7-10) und schliess
lich den Bericht des neuen Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für All
gemeinmedizin,
vom
7.
Juni 2011 (Urk. 2/6/32/1
4).
Sodann liess die IV-Stelle die Versicherte durch
den RAD-Arzt
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen (Bericht vom 1
1.
August 2011,
Urk.
2/6/34) und klärte am 15.
September 2011 die betrieblichen Verhältnisse an Ort und Stelle ab (Bericht vom 2
0.
September 2011,
Urk.
2/6/36).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
4.
Oktober 2011,
Urk.
2/6/40; Einwendungen vom
3.
November 2011,
Urk.
2/6/43)
sprach die
IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 2
9.
November 2011
für die Zeit ab dem
1.
Oktober 2011 e
ine halbe Invalidenrente auf der
Basis eines
Inva
liditätsgrades
von 55
%
zu (
Urk.
2/6/45 und
Urk.
2/6/47-49; interne Notizen vom 2
4.
Oktober und vom 2
9.
Nove
mber 2011,
Urk.
2/6/38 und Urk.
2/6/44).
Die Verfügung
blieb wiederum unangefochten.
1.3
Im O
ktober 2012 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren
in die Wege und holte dazu die Angaben der Versicherten vom
5.
November 2012
und
von
Dr.
C._
vom 2
7.
November 2012 ein (
Urk.
2/6/52/1-4). Nachdem die IV
Stelle ausserdem vom RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemein
medizin, die Stellungnahme vom 1
3.
Dezember 2012 erhalten und mit der Ver
sicherten am 1
4.
Februar 2013 ein Informationsgespräch geführt hatte (
Fest
s
tellungsblatt
,
Urk.
2/6/55
), eröffnete sie ihr
mit Vorbescheid vom 19. Februar 2013
, dass sie
die
Rente auf
zuheben gedenke, da die Folgen der massgebenden Diagnosen seit der Gesetzesrevision per
1.
Januar 2012 mit zumutbarer
Willens
anstrengung
überwindbar seien (
Urk.
2/6/57).
Die Versicherte, vertreten durch
ihren Schwager
Y._
,
liess am
6.
März 2013
Einwendungen erheben (
Urk.
2/6/58).
Mit Verfügung vom 13. März 2013 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids und hob die bisherige halbe Rente auf den ersten Tag des zweiten Monats nach der Zustellung auf (
Urk.
2/2 =
Urk.
2/6/60; Feststellungsblatt in
Urk.
2/6/59).
2.
2.1
X._
liess gegen die Verfügung vom 13. März 2013 durch
Y._
m
it Eingabe vom 2
6.
März 2013 Beschwerde erheben mit dem Antrag, ihr sei die halbe Rente weiterhin auszurichten (
Urk.
2/1). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
2/5) und reichte mit Schreiben vom 12. August 2013 (
Urk.
2/7) einen Bericht von Dr.
C._
vom 24. Juli 2013 samt beig
elegtem
Bericht von
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Pneumologie und Innere Medizin, vom 14. Mai 2013 ein (
Urk.
2/8/1+2). Mit Eingabe vom 2
0.
August 2013 (
Urk.
10) berief sich auch die Versicherte auf den Bericht
von
Dr.
C._
.
2.2
Mit Urteil vom 3
1.
Oktober 2013
(Prozess Nr. IV.2013.00300)
hob das
Sozial
-
versi
cherungsgericht
die Verfügung vom 1
3.
März 2013 in Gutheissung der Beschwerde auf und stellte fest, dass
X._
weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (
Urk.
2/
13
)
.
Die IV-Stelle erhob gegen dieses Urteil mit Eingabe vom
9.
Januar 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim
Bundesgericht (
Urk.
2/15). Nach Einholung der Vernehmlassung der Versicher
ten vom 3
1.
Juli 2014 (
Urk.
2/17)
hob das Bundesgericht den vorinstanzlichen Entscheid mit Urteil vom
5.
September 2014 auf und wies die Sache an das Sozialversicherungsgericht zurück, damit dieses prüfe, ob
die
Rentenaufhebung unter dem Titel der Wiedererwägung gerechtfertigt sei (
Urk.
1 =
Urk.
2/18).
Der Fall wurde daraufhin unter der vorliegenden Prozessnummer IV.2014.01011 neu angelegt. Mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2014 wurde die Versicherte, nach wie vor vertreten durch
Y._
, entsprechend der bundesgerichtlichen Anweisung dazu aufgefordert, zur Frage der Wiedererwägungsvoraussetzungen der ursprünglichen, rentenzusprechenden Verfügung vom 2
9.
November 2011
Stellung zu nehmen (
Urk.
4). Die Versicherte kam dieser Aufforderung mit Ein
gabe vom
5.
November 2014 nach (
Urk.
6). Diese wurde der IV-St
elle am 6.
November 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Im Hinblick auf das Erfordernis, dass eine Erwerbsunfähigkeit
invaliden
-
versiche
rungsrechtlich
nur massgebend ist, wenn sie
objektiv
nicht überwindbar ist, hat d
ie Rechtsprechung
besondere Grundsätze für
Leiden auf
gestellt, die
sie
unter dem Begriff der
p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syn
dromale
n
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
zusam
menfasst. Es handelt sich nach der Umschreibung des Bundesgerichts um Stö
rungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer objektiven Beurteilung weitgehend entziehen, weil sie
in erster Linie
auf den Angaben der Patienten basieren
(BGE 139 V 547 E. 5.9).
Solche Störungen
erlauben
gemäss
den Ausführungen des Bundesgerichts
keinen
direkten Nachweis einer anspruchs
-
begründen
den Arbeitsunfähigkeit
- wofür die versicherte Person nach den allgemeinen Beweisregeln die Beweislast trägt -
,
weshalb der Nachweis indirekt,
gestützt
auf Indizien, zu erbringen ist (
BGE 139 V 547 E. 7.2
und E. 8.1
).
Für diesen Nachweis hat das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 13
9 V 547 E. 3.2.3)
besondere Krit
erien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfü
llt sein müssen (BGE 137
V 64 E. 4.1).
Als
Hauptkriterium
nennt das Bundesgericht
eine psychische Komorbidität, also die Diagnose einer weiteren, von der
pathogenetisch
-ätiologisch
unklaren Störung
zu unterscheidenden psychischen Krankheit von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dau
er.
Fehlt es an dieser psychischen Komorbidität, so werden weitere Faktoren erwähnt, die bei entsprechender Intensität auf eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hinweisen können, nämlich chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (sogenannter primärer Krankheitsgewinn, "Flucht in die Krankheit") sowie unbefriedigende Ergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungs- oder Rehabilitationsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versic
herten Person (BGE 139 V 547 E. 9.1.1,
137 V 64
E. 4.1, 131 V
49 E. 1.2, 130 V 352 E.
2.2.3).
Das Bundesgericht hat diesen Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognose
-
kriterien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
Die dargelegte Rechtsprechung
wurde
ursprünglich
für
die Diagnose der
"anhal
tenden
somatoformen
Schmerzstörung" (Code F45.4 der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10)
ent
wickelt
,
später
aber
auf alle p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerde
bilder
i
m dargelegten Sinne ausgedehnt (vgl. die Kasuistik in
BGE 140 V 8
E. 2.2.1.3,
139 V 547 E. 2.2)
.
1.3
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Auch bei
Selbständigerwerbenden
hat der Einkommensvergleich durch eine solche Gegenüberstellung zu erfolgen. Wenn die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung [IVV]) ein Betätigungsvergleich anzu
stellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen.
1.4
1.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen
(vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.4.2
Im Rahmen der 6. IV-Revision, deren erstes
Massnahmepaket
(Revision 6a
) am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist, wurde in
lit
. a
der
Schluss
bestimmung
(
SchlBest
.)
die Überprüfung der Renten geregelt, die im Sinne der zitierten, vom Bundesgericht entwickelten Rechtsprechung bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden. Nach
lit
. a
SchlBest
. Abs. 1
IVG
sind sol
che Renten innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung zu überprüfen, und wenn die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, ist die Rente auch dann herabzusetzen oder aufzuheben, wenn die Vorausset
zungen von Art. 17 Abs.
1 ATSG nicht gegeben sind
.
Renten aufgrund der dargelegten Beschwerdebilder sind seit 1. Januar 2012 demnach auch dann revidierbar, wenn keine Änderung im Sachverhalt einge
treten ist. Bei der Überprüfung und Neubeurteilung von laufenden Renten ge
stützt auf
lit
. a
SchlBest
. Abs. 1 IVG
ist
also
gleich vorzugehen wie dort, wo ein erstmaliges Lei
stungsgesuch zu beurteilen ist.
1.4.3
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt abgesehen von den Fällen nach
lit
. a
SchlBest
. Abs. 1 IVG
auch dann
nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht mög
lich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verhältnisse). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG,
dass
der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Be
richtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
1.4.4
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt nach Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an.
1.5
Ist
eine Rentenherabsetzungs- oder -
aufhebungsverfügung
angefochten
, bei der die Verwaltung zu Unrecht eine Sachverhaltsänderung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG angenommen hat, so kann das Gericht die Verfügung
rechtsprechungs
gemäss
mit der substituierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der
ursprünglichen Rentenverfügung
im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG
bestätigen. Voraussetzung für eine Wiedererwägung und damit auch für die substituierte Begründung ist nach der Formulierung des Bundesgerichts,
dass kein vernünfti
ger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich
ist
, also nur dieser ein
zige Schluss denkbar ist
. Dies trifft
gemäss
Bundesgericht in der Regel zu,
wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgte oder wenn
massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Soweit indessen ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (
Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014
E. 3.2.1
).
Das Bundesgericht
wendet die
Praxis zur substituierten Begründung
auch dort an, wo die Verwaltung eine strittige Rentenherabsetzung oder -aufhebung zu Unrecht auf
lit
. a
SchlBest
. Abs. 1 IVG gestützt hat (Urteil
des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Rentenzusprechung mit der Verfü
gung vom 2
9.
November 2011 (
Urk.
2/6/45) auf den Bericht ihres RAD-Arztes
Dr.
D._
vom 1
1.
August 2011 (
Urk.
2/6/34).
D
er Psychiater stellte
die Diagnosen einer
Somatisierungsstörung
mit unter ande
rem unklaren rezidivierenden Diarrhöen (ICD-10 Code F45.0), einer leich
ten depressiven Episode (ICD-10 Code F32.0) und eines
Chronic
Fatig
ue
-Syndroms (ICD-10 Code G93.3) und gelangte zur Beurteilung, aufgrund der vorhandenen funktionellen Einschränkungen sei
die Beschwerdeführerin
sowohl in der bisherigen als auch in einer anderen angepassten Tätigkeit
seit April 2008 zu 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
2/
6/34/8).
Es steht ausser Zweifel, dass die
Somatisierungsstörung
und das
Chronic
Fatigue
-Syndrom zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage im Sinne der dar
gelegten Rechtsprechung gehören. Dies hatte das Sozialversicherungsgericht
bereits im Urteil vom 3
1.
Oktober 2013 festgestellt (
Urk.
2/13 E. 3.3), und das Bundesgericht stimmte dieser Feststellung im Urteil vom
5.
September 2014 zu (
Urk.
1 E. 4).
2.2
Die Einordnung der Hauptsymptomatik unter die p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerdebilder bewog die Beschwerdegegnerin, mit der angefochte
nen Verfügung vom 1
3.
März 2013
gestützt auf
lit
. a
SchlBest
. Abs.
1 IVG
auf die rentenzusprechende
Verfügung vom 2
9.
November 2011 zurückzukommen und die Rente aufzuheben
(
Urk.
2/2 S. 1 f.).
Das Sozialversicherungsgericht hatte dieses Vorgehen im Urteil vom 3
1.
Oktober 2013 deshalb als unzulässig beurteilt, weil die Rentenzusprechung erst nach dem
1.
Januar 2008 erfolgt war (
Urk.
2/13 E. 4.1 und E. 4.3). Das Bundesgericht
verwarf
diese Argumentation
im Urteil vom
5.
September 2014
(
Urk.
1
E. 3)
und
wies
auf einen aktuellen höchstrichterlicher
Grundsatzentscheid hin
, wonach die Überprüfung nach
lit
. a
SchlBest
. Abs. 1 IVG nicht auf Renten beschränkt ist, die vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochen worden sind (BGE 140 V 8
E.
2.2.2).
2.
3
Im besagten
höchstrichterlichen
Grundsa
tzentscheid wurde jedoch auch die wei
tere Feststellung getroffen, dass dort, wo die ursprüngliche
Rentenzusprache
bereits in Beachtung der Rechtsprechung zu den p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerdebildern erfolgt ist
, kein Raum
mehr bleibt
für ein Zurück
kommen unter dem Titel von
lit
. a
SchlBest
. Abs. 1 IVG
. Vielmehr
ist
in diesen Fällen ein Zurückkommen auf die
Rentenzusprache
(abgesehen von der Revi
sion bei verändertem Sachverhalt nach Art. 17 Abs. 1 ATSG) nur unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung - zweifellose Unrichtigkeit und erhebli
che Bedeutung der Berichtigung - möglich (BGE 140 V 8 E.
2.2.1.3 und
E. 2.2.2).
Diese Konstellation erachtete das
Bundesgericht
im
Urteil vom
5.
September 2014
vorliegendenfalls
als gegeben
(
Urk.
2/13 E. 3 und E. 4), denn
Dr.
D._
hatte in seinem Bericht vom 1
1.
August 2011 bereits explizit auf die einzelnen Kriterien der Rechtsprechung
für den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit bei unklaren Beschwerdebildern Bezug genommen (
Urk.
2/6/34/8).
Dementspre
chend wies das Bundesgericht das Sozialversicherungsgericht dazu an, die
Ren
tenverfügung
vom 2
9.
November 2011 unter dem Aspekt der zweifellosen Unrichtigkeit
, den die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeschrift hervorge
hoben hatte (
Urk.
2/15),
näher zu überprüfen. Der alleinige Hinweis im Urteil
des Sozialversicherungsgerichts
vom
3
1.
Oktober 2013
, die ursprüngliche
Ren
tenverfügung
sei aus medizinischer Sicht nicht falsch gewesen (
Urk.
2/13
E. 4.2), erfüllte gemäss dem Bundesgericht die Anforderungen an eine ausrei
chende Feststellung der rechtserheblichen Tatsachen zur Beurteilung der zwei
fellosen Unrichtigkeit nicht (
Urk.
1 E. 6).
3
.
3.1
Diese Frage, ob die rentenaufhebende Verfügung vom 1
3.
März 2013 mit der substituierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der
rentenzusprechen
den
Verfügung vom
2
9.
November 2011 bestätigt werden kann, ist nun im vor
liegenden Verfahren zu beantworten. Ausser Betracht fällt
hingegen
die
Über
p
rüfung
der
Verfügung vom 1
3.
März 2013 unter dem Titel der Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Das Bundesgericht hat diese Frage mit der Rückweisung zur Prüfung der zweifellosen Unrichtigkeit bereits impliz
it verneint, denn die
substituierte Begründung
der zweifellosen Unrichtigkeit
hat subsidiären Charakter,
kann
also
gar nicht
zum Zug
kommen
, wenn
die Voraussetzungen für
eine Revision
- oder für
ein Zurückkommen unter dem Titel von
lit
. a
Schl
Best
. Abs. 1 IVG - gegeben sind.
3.2
Wie das Bundesgericht im Urteil vom
5.
September 2014 fes
t
gehalten hat (
Urk.
1 E. 6),
sind die Informationen, anhand derer die Frage der zweifellosen Unrich
tigkeit der Rentenzusprechung vom 2
9.
November 201
1
beurteilt werden kann,
unter anderem
dem
B
ericht von
Dr.
D._
vom 1
1.
August 2011
zu entneh
men.
Dr.
D._
schätzte die Beschwerdeführerin in ihrer Leistungsfähigkeit gene
rell als zu 50
%
eingeschränkt
ein
,
erachtete jedoch
fast alle
Kriterien der Rechtsprechung für eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im Falle eines p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerdebildes
als nicht erfüllt
(Urk.
2/6/34/8). Diese Kriterien
haben
nach den vorstehenden Ausführungen
normativen
Charakter. Es ist somit, wie das Bundesgericht im
Urteil vom 5.
September 2014 ausgeführt hat (
Urk.
1 E. 6), nicht der Arzt, sondern die rechtsanwendende Instanz, die
- anhand des
massgebenden
Sachverhalts -
zu entscheiden hat, ob sie erfüllt sind und ob deren Zahl und Ausprägung für die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit genügt. Dass
Dr.
D._
das Vorhanden
sein der Kriterien verneint hat, spricht somit nicht von vornherein für die zwei
fellose Unrichtigkeit der Rentenzusprechung vom 2
9.
November 201
1.
Vielmehr
ist
f
ür die Beurteilung dieser Frage
zunächst
der Sachverhalt zu ermitteln
, der den Kriterien zugrunde liegt
,
und danach die rechtliche Einordnung vorzuneh
men.
3.3
3.3.1
Dr.
D._
diagnostizierte neben der
Somatisierungs
störung
und dem
Chronic
Fatigue
-Syndrom eine leichte depressive Episode
(
Urk.
2/6/34/8)
. Während der
Exploration war der affektive Rapport zur Beschwerdeführerin
gemäss
seinen Ausführungen gut herstellba
r und die Beschwerdeführerin
mochte auch
l
achen (
Urk.
2/6/34/5). Dementsprechend sprach
Dr.
D._
objektiv betrachtet von einer Stimmung der Beschwerdeführerin in Mittellage (
Urk.
2/6/34/6). Es muss demnach
von einer
psychischen Komorbidit
ät ausgegangen werden
, die aller
dings eher
leichtgradig
ausgeprägt ist.
3.3.2
Was das Kriterium der chronischen körperlichen Begleiterkrankung betrifft, so
hatte
Dr.
B._
im August 2010
aus
gastroenterologischer
Sicht keine Befunde erheben können (
Urk.
2/6/
27/
7-9), und die
allergologische
Abklärung
vom Januar 2011
in der Dermatologischen Klinik des
Z._
hatte keine spezifischen Hinweise auf eine Allergie geliefert (
Urk.
2/6/27/14-15).
Immerhin hatte die Beschwerdeführerin dort neben Problemen des Verdauungs
traktes
auch von Beschwerd
en der Atemwege berichtet (Urk.
2/6/27/15), und solche Beschwerden waren bereits im Jahr 2001
Gegenstand von
otorhinolaryn
gologischen
und internistischen Abklärungen gewesen (
Urk.
2/6/7,
Urk.
2/6/10 und
Urk.
2/6/14)
. Wenn sie vom
Z._
auch als untergeord
net im gesamten Beschwerdekomplex bezeichnet worden waren (
Urk.
2/6/14/2), so war ihnen doch ein organischer Hintergrund (Nasenhöhlenprobleme,
hyper
reaktive
Rhinopathie
) zugeschrieben worden (
Urk.
2/6/10,
Urk.
2/6/14/2).
In diesen Kontext gehört sodann, dass
Dr.
F._
später -
im
April/Mai 2013
-
ein Asthma bronchiale diagnostiziert
e
und
auf die
seit 10-15 Jahren
geklagten
Atem
beschwerden
hinwies
(
Urk.
8/2).
Das Vorhandensein einer chronisch
en
körperliche
n
Begleiterkrankung kann damit nicht mit Klarheit verneint werden, wie es
Dr.
D._
getan hat.
3.3.3
Zum Kriterium des sozialen Rückzugs
führte
Dr.
D._
aus, die Beschwerde
führerin sei in
ein
soziales und familiäres Netz eingebettet
(Urk.
2/6/34/8)
. Diese Feststellung
basiert offenbar auf der Angabe
der Beschwerdeführerin,
sie habe noch Leute, die zu ihr hielten, zum einen die ganze Familie und zum andern drei bis vier Kolleginnen, die
regelmässig
nachfragten, wie es ihr gehe (
Urk.
2/6/34/2).
Hierbei handelt es sich allerdings
, wie die Beschwerdeführerin in der Stellung
nahme vom
5.
November 2014 vorbringen lässt (
Urk.
6),
um einen sehr beschränkten Personenkreis. Die Familie der Beschwerdeführerin besteht aus ihrem betagten Vater, mit dem sie seit zwanzig Jahren im Elternhaus lebt, und zwei Schwestern, je mit Familien (
Urk.
2/6/34/1+4
)
; dabei hat die Beschwerde
führerin keine eigentlichen familiären Pflichten wahrzunehmen, sondern viel
mehr ist es ihr Vater, der kocht und einkauft (
Urk.
2/6/34/2).
Und wenn die Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihren Kolleginnen damit umschrieben ist,
dass die Kolleginnen
sich nach i
hrem Ergehen erkundigen, so
erscheint dies als
ein nur minimales, einseitiges Sozialleben. Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin gleichzeitig dartat, sie
habe früher gerne getanzt, sei in einer Trachtengruppe gewesen und habe gerne Handarbeiten gemacht und genäht, übe jedoch gegenwärtig keine Hobbys mehr aus, da sie krankheits
-
bedingt alles habe aufgeben müssen (
Urk.
2/6/34/2). Damit ist ein gewisser sozia
ler Rückzug ohne
Weiteres
ersichtlich.
3.3.4
Dr.
D._
vermochte sodann bei der Beschwerdeführerin keinen psychischen Konflikt
zu
erkennen, aufgrund dessen eine psychodynamische Erk
l
ärung für einen primären Krankhei
tsgewinn angenommen werden könn
e (
Urk.
2/6/34/8). Diese medizinische Feststellung ist nicht zu hinterfragen, sodass das Kriterium des primären Krankheitsgewinns zu verneinen ist.
3.3.5
Das Kriterium des mehrjährigen Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik, welches
Dr.
D._
als einziges Kriterium als erfüllt bezeichnete (
Urk.
2/6/34/8), ist
gemäss
den verbindlichen Ausführungen im Urteil des Bundesgerichts vom
5.
September 2014 nicht ausschlaggebend, da es diagnosespezifisch ist (Urk
.
1 E. 6).
3.3.6
Es bleibt das Kriterium der
unbefriedigende
n
Ergebnisse trotz konsequent durch
geführter ambulanter oder stationärer Behandlungs- oder
Rehabilitations
bemühungen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versic
her
ten Person.
Dr.
D._
führte hierzu aus, eine gezielte Therapie habe nicht
erfolgen
können, weil sämtliche somatischen Abklärun
gen ergebnislos geblie
ben seien, eine psychiatrische Behandlung sei von der Beschwerdeführerin vehement abgelehnt beziehungsweise nach vier Konsultationen eigenmächtig abge
brochen worden, und eine Rehabilitation sei bisher nicht durchgeführt worden (
Urk.
2/6/34/8).
Zur Diagnose der
Somatisierungsstörung
gehört nach der Definition in ICD-10 F45.00 die hartnäckige Weigerung, den Rat oder die Versicherungen mehrerer Ärzte anzunehmen, dass für die Symptome keine körperliche Erklärung zu finden ist. Dass die Beschwerdeführerin noch keine längerdauernde psychiatri
sc
he Behandlung durchgeführt hat
(vgl. hierzu
Urk.
2/6/
34/3-4), erscheint damit
als Wesenszug ihrer Erkrankung
, und
d
as
Fehlen
ein
er solchen Behandlung kann
gerade
dem Nachweis der Diagnose und einer damit verbundenen Ein
schränkung in der Leistungsfähigkeit dienen. Des Weiteren
verweigerte die Beschwerdeführerin nicht jegliche Behandlung, sondern probierte
insbesondere
immer wieder
naturärztliche Alternativen aus, wie den Berichten von
Dr.
B._
vom September 2010 und von
Dr.
C._
vom November 2012 zu entneh
men ist (
Urk.
2/6/27/8 und
Urk.
2/6/52/4). Wenn
Dr.
D._
schliesslich bemerkte, es sei noch keine Rehabilitation durchgeführt worden, so
versteht er diesen Begriff
offenbar im engen, medizinischen Sinn. Im weiteren Sinn können darunter aber auch die Anstrengungen der Beschw
erdeführerin subsumiert wer
den, ihre Berufstätigkeit aufrechtzuerhalten und nach Möglichkeit wieder zu steigern. Solche Bemühungen sind dokumentiert, indem
die Beschwerdeführerin anlässlich der Abk
l
ärung an Ort und Stelle
vom September 2011
berichtete, immer dann, wenn es ihre gesundheitliche Situation zulasse,
Kundinnen aufzu
bieten zu versuche
n
(Urk.
2/6/36/2-3), und im
November 2012 im Fragebogen zur Rentenrevision angab, sie versuche laufend, das Pensum zu erhöhen
,
so gut es gehe, was ihr mit einer Ausdehnung von 10
%
auf 30
%
auch gelungen sei (
Urk.
2/6/52/1)
.
Damit sind auch Elemente des Kriteriums der unbefriedigenden Ergebnisse trotz Eigenanstrengungen gegeben.
3.4
Zusammengefasst
sind
etwelche
ermessensgeprägte Sachverhaltse
lemente der bundesgerichtlichen Kriterien für das Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit infolge der diagnostizierten
, sogenannt
p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Gesund
heitsstörungen
vorhanden. Da das ebenfalls ermessensgeprägte
Mass
der Arbeitsunfähigkeit und die Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit
gleicher
massen
nicht als offensichtlich fehlerhaft beurteilt erscheinen, kann nicht v
on einer zweifellosen Unrichtigkeit der Rentenzusprechung vom 29
.
November 2011
gesprochen werden.
Damit ist die angefochtene Verfügung vom 1
3.
März 2013 in
Gutheissung
der Beschwerde aufzuheben, und es ist erneut festzustellen, dass die Beschwerde
führerin
weiterhin Anspruch auf die bisher ausgerichtete halbe Invalidenrente hat.
Es bleibt darauf hinzuweisen, dass der
Beschwerdegegnerin
damit
noch nicht jede Handhabe für eine künftige Rentenreduktion genommen
ist.
Vielmehr ergibt sich aus dem
allgemeinen Grundsatz der
Schadenminderungspflicht (Art.
21 Abs. 4 ATSG),
dass eine rentenbeziehende Person - auch wenn keine Änderung im Sachverhalt eingetreten ist - dazu angehalten werden kann, sich
zumutbaren Massnahmen der Behandlung und der Eingliederung zu unterzie
hen
. In diesem Sinne besteht durchaus die Möglichkeit, darauf hinzuwirken, dass die Beschwerdeführerin eine medizinisch als notwendig beurteilte psycho
therapeutische Behandlung
noch
durchführt.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind
die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr.
8
00.--
der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.