# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3463961c-77e9-4783-b4b0-fe81973073c2
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt sei auch nicht richtig abgeklärt worden. Dass vom Spitalarzt Dr.
med. ... vermutete Ganglion am Vorderfuss sei durch das MRI nicht bestätigt
worden. Die festgestellte Entzündung stamme vermutlich von der langen
Blockade beim linken Sprunggelenk. Die Blockade sei anhand der
gebrochenen Stellschraube über einen Zeitraum von 11⁄2 Jahren entstanden.
Damit sei sehr wohl ein hinreichender Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall und den heutigen Leiden erstellt, ohne einen Rückfall zu bejahen.
3. In ihrer Vernehmlassung (Beschwerdeantwort) beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde. Generell könne hierzu auf die bereits im
angefochtenen Einspracheentscheid enthaltene Begründung hingewiesen
werden. Damals sei die Rückfallproblematik im Vordergrund gestanden, auf
die im besagten Entscheid ausführlich eingegangen worden sei. Zwar sei es
richtig, dass der Fallabschluss betreffend den Unfall vom 27.11.2005 weder
durch eine Verfügung noch durch ein einfaches Schreiben erfolgt sei.
Aufgrund einer ex-ante Betrachtung – basierend auf dem Hausarztbericht
vom 12.06.2007 (Dr. med. ...), dem Spitalattest ... vom 27.04.2007 und der
Konsultation bei Dr. med. ... zwei Jahre nach dem letzten Abklärungsbericht
– könne davon ausgegangen werden, dass das Ereignis vom 27.11.2005 als
abgeschlossen betrachtet werden könne. Die am 24.08.2009 als Rückfall
gemeldeten Beschwerden seien – aus den schon im strittigen Entscheid
genannten Gründen - zu Recht verneint worden.
4. In ihrer Replik wiederholte die Beschwerdeführerin - nach Einsichtnahme in
die ihr zugestellten Unfallakten - nochmals, dass der fragliche Unfall von der
Vorinstanz noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden könne, weil ihr
der Abschluss der Heilbehandlung in keinem Arztbericht mitgeteilt worden sei.
Nach dem September 2007 sei ihr kein Fragebogen mehr geschickt worden,
weshalb sie nicht habe annehmen müssen, dass daraufhin der Fallabschluss
stattfinden würde. Es sei richtig, dass zwischen dem letzten Abklärungsbericht
und der erneuten Konsultation 11⁄2 Jahre vergangen seien. Während dieser
Zeitspanne habe sie mit Beschwerden und Schmerzen auf die
Metallentfernung gewartet und auf eine selbsttherapierende Heilung vertraut.
Der Hausarzt Dr. med. ... habe sie über latente Beschwerden im linken Fuss
orientiert. Derselbe sei bereit, auf Anfrage zu bestätigen, dass nie eine
definitive Heilung erfolgt sei. Sie habe über lange Zeit an
Bewegungseinschränkungen gelitten. Mit der vermehrten Beweglichkeit
hätten sich die Entzündung, Schwellung und Reizung am OSG verstärkt.
Zudem reichte sie noch einen neuen Abklärungsbericht vom 13.04.2010,
verfasst durch den Chefarzt des Spitals ..., Dr. med. ..., zu den Akten.
5. In der Duplik verwies die Vorinstanz auf ihre Beschwerdeantwort und die dort
enthaltenen Ausführungen. Der Abklärungsbericht von Dr. med. ... wurde zur
Kenntnis genommen und gleichzeitig vermerkt, dass dieser Bericht erst nach
Abschluss des Einspracheverfahrens erstellt worden sei.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Strittig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz ihre gesetzlichen
Versicherungsleistungen für die von der Beschwerdeführerin mit
Rückfallmeldung vom 24.08.2009 geltend gemachten
Fussknöchelbeschwerden – nach einem Stolperunfall im Schnee am
27.11.2005 und der Metallentfernung einer gebrochenen Stellschraube am
26.04.2007 zwecks Stabilisierung der Knöchelfraktur und nach Erbringung
der Versicherungsleistungen dafür – zu Recht weitere Leistungen mit
Verfügung vom 08.10.2009 bzw. mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid vom 10.02.2010 verneint hat.
b) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach den Bundesgesetzen
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie der
Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) zunächst voraus,
dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht
werden kann. Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist
eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
eines Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs noch nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 129 V 181 E.
3.1, 126 V 353 E. 5b S. 360; 123 V 138 E. 3a, 119 V 138 E. 1, 118 V 289 E.
1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003
UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32 Nr. 12 UV E. 3.1.1 S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr.
65). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung
der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlagend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Den im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist in der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 104 V 211 f.
E. c). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen. Was Parteigutachten anbelangt,
rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem
Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b; sowie BG-Urteil 8C_281/2007 vom 18.
Januar 2008 E. 3).
c) Gemäss Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall um das
Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es zu
ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit
kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im
Verlaufe der Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu
einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und
Spätfolgen (Art. 11 Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]) schliessen
somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können
sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen,
wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und den
seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigungen ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann (vgl.
BG-Urteil 8C_433/2007 vom 26.08.2008 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen; SVR
8-9/2003 UV Nr. 14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206
S. 326 E. 2; sowie Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom
16.02.2010, UV 2009/18, E 1.3).
d) Die Beschwerdeführerin bestreitet zunächst generell das Vorliegen eines
Rückfalls, da der Stolperunfall vom 27.11.2005 (Grundfall) von der Vorinstanz
gar nie mit einer entsprechenden (formellen) Mitteilung abgeschlossen
worden sei. Wie das Bundesgericht zu dieser Thematik bereits mehrfach
festgehalten hat, ist auch ein „stillschweigender Fallabschluss“ – so wie ihn
die Vorinstanz nach eigenen Angaben im Jahre 2007 vorgenommen hat –
zulässig, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dementsprechend
hielt es in zwei neueren Urteilen ausdrücklich was folgt fest: Standen zu einem
konkreten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall
auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der
Unfallversicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In
dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon
ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit
und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Umgekehrt ist der
Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter
demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während
der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen
Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die
das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit
kennzeichnen (BG-Urteile 8C_102/2008 vom 26.09.2008 E. 4.1 und
nochmals 8C_433/ 2007 vom 26.08.2007 E. 2.3).
e) Nach dem soeben Gesagten ist hier von einem „Rückfall“ auszugehen, da die
Voraussetzungen für einen stillschweigenden Abschluss im 2007 als erfüllt
angesehen werden können. Mit der Vorinstanz kann hierzu auf die Berichte
des Spitals Davos über die Operation im April 2007 (Metallentfernung;
Entfernung der gebrochenen Stellschraube) sowie deren Verlauf
(komplikationslos; Entlassung der Patientin am 27.04.2007, also bereits einen
Tag nach der Operation, in gutem Allgemeinzustand), sowie auf das Zeugnis
des Hausarztes Dr. ... vom 12.06.2007 (erwähnt Rückgang Schmerzen im
OSG; neu dafür Mittelfussschmerzen unklarer Herkunft) hingewiesen werden.
Dr. ... hielt weder eine unfallbedingte Behandlung für angezeigt noch
erwähnte er eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. Keinen anderen
Schluss lässt auch der Bericht von Dr. ... vom 01.07.2009 zu, worin dieser
den Verdacht auf degenerative (alters- und abnützungsbedingte)
Veränderungen im OSG antero-lateral diagnostizierte. Das Ereignis von
November 2005 (Grundfall) durfte durch die Vorinstanz folglich zu Recht als
abgeschlossen betrachtet werden.
Selbst wenn die Beschwerdeführerin in der mehrmonatigen Phase, während
der aktenkundig keine medizinische Behandlung nötig war, gelegentlich unter
Beschwerden litt, können dieselben nicht als eindeutige Brückensymptome
gewertet werden; zumal sie im fraglichen Zeitraum von Juni 2007 bis Juli 2009
offenkundig nicht derart erheblich waren, dass eine ärztliche Behandlung
notwendig gewesen wäre. An dieser Tatsache würde auch eine Anfrage beim
Hausarzt Dr. ... nichts ändern. An der Rechtmässigkeit des stillschweigenden
Abschlusses des Grundfalls kann zudem selbst der Umstand nichts ändern,
dass die Beschwerdeführerin im Herbst 2007 (nach September 2007) keinen
Fragebogen mehr zum aktuellen Stand ihrer Gesundheit vom Versicherer
erhalten hat. Die Vorinstanz prüfte den Leistungsanspruch für die am
24.08.2009 geltend gemachten Beschwerden demnach zu Recht unter dem
Titel „Rückfall“, was bei der Beweislastverteilung zur Konsequenz hat, dass
es nicht dem Versicherer, sondern vielmehr der Beschwerdeführerin obliegt,
das Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen
Beschwerdebild und dem Grundfall nachzuweisen. Nur wenn die
Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht
eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Die Folgen einer
allfälligen Beweislosigkeit trägt die versicherte Person, die aus dem
unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als
anspruchsbegründender Tatsache Rechte – sprich Versicherungsleistungen
- ableiten wollte (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; BGE 125 V 195 E.
2, BGE 122 V 158 E. 1a je mit Hinweisen, BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweisen).
2. Bei der Würdigung der bekannten Arzt- und Klinikberichte gilt es zunächst den
Bericht von Dr. ... vom 21.07.2009, sein Schreiben an Dr. ... vom 10.07.2009
sowie die MRI-Untersuchung vom 08.07.2009 zu erwähnen, woraus sich
keine Hinweise ergeben, dass die geklagten Leiden der Beschwerdeführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sind. Laut Bericht vom
06.10.2009 des Vertrauensarztes des Unfallversicherers, Dr. ..., sind die
geklagten Beschwerden bloss möglicherweise unfallkausal und er verneint
einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen den
beim Stolperunfall im November 2005 (Grundfall) und dem seit Sommer 2007
(Rückfall) zusätzlich geklagten Beschwerden. Hingegen geht aus jenem
Bericht nicht hervor, ob Dr. ... bei seiner Beurteilung die beiden Berichte von
Dr. ... vom 26.08.2009 und vom 05.10.2009 vorgelegen haben. Aufgrund der
Bemerkung in seinem Bericht, dass ihm die Akten bei seiner Fallbeurteilung
bis und mit Eingang am 24.08.2009 vorgelegen haben, scheint dies aber
gerade nicht der Fall gewesen zu sein. Die Beurteilung von Dr. ... stützt sich
damit bei seiner Beurteilung nicht auf eine vollständige Aktenlage ab, weshalb
seinem Bericht kein voller Beweiswert zukommen kann.
Dr. ... hält in seinem Attest vom 26.08.2009 unter der Diagnose fest:
Posttraumatische, persistierende entzündliche Reaktion linker Mittelfuss
mit/bei: - DD: postoperative Dystrophie, Erstmanifestation einer entzündlichen
Erkrankung (am ehesten seronegative Spondarthropathie) traumatisch
ausgelöst; - Status nach Malleolarfraktur Typ C links mit Osteosynthese
27.11.2005, OSME 26.4.2007; - Hohlfuss beidseits. In der Beurteilung kam er
zum Schluss, dass die Beschwerden aufgrund der Anamnese sowie der
Klinik- und MRI-Befunde einer aktuell nicht sicher klassifizierbaren,
unspezifischen Entzündung im Rückfussbereich entspreche. Die
Beschwerden seien im Anschluss an die Malleolarfraktur und deren
Behandlung aufgetreten, weshalb eine unfallassoziierte Genese oder
Triggerung bestehe. Entsprechend habe die Patientin auch einen Rückfall
gemeldet. Er (Dr. ...) gehe präliminär von einer posttraumatischen dystrophen
Reaktion mit entzündlicher Komponente aus. In seinem späteren Bericht vom
05.10.2009 wiederholte Dr. ... diese Diagnose, wobei sich die
posttraumatische, persistierende entzündliche Reaktion linker Mittelfuss
aktuell gebessert habe. In Anbetracht dieser Beurteilung geht das Gericht
davon aus, dass Dr. ... aber lediglich von einer möglichen Unfallkausalität der
Beschwerden ausgeht; er machte nämlich keine Aussagen dazu, ob eine
Unfallkausalität überwiegend wahrscheinlich sei oder nicht.
In dem zusammen mit der Replik eingereichten Abklärungsbericht vom
13.04.2010 von Dr. ... hält dieser unter der Diagnose bzw. seiner Beurteilung
fest: „Eindeutige arthrotische Beschwerden, die mit Sicherheit in einem
indirekten Zusammenhang mit der Malleolarfraktur Typ C im Jahr 2005
zusammenhängen, in dem anlässlich der Nachbehandlung der
Malleolarfraktur die Mittelfussgelenke deutlich überlastet wurden. Ob es sich
dabei um eine Verschlechterung einer vorbestehenden Arthropatie oder um
eine primäre Überlastungsarthrose handelt, bleibt offen“.
Diese Beurteilung von Dr. ... steht damit aber im offenen Widerspruch zu
derjenigen von Dr. .... Obwohl der Beurteilung von Dr. ... objektiv nur
beschränkte Beweiskraft zukommt, weil sie erst nach Kenntnis des
ablehnenden Einspracheentscheids vom 10.02.2010 abgegeben wurde, ist
seine Beurteilung zu beachten. Angesichts dieser augenfälligen
Ungereimtheiten betreffend Kausalitätsbeurteilung durch die zitierten
Mediziner ist das Gericht deshalb zur Überzeugung gelangt, dass die
Angelegenheit nochmals zur genaueren Abklärung der Unfallkausalität an die
Vorinstanz zurückgewiesen werden muss. Dem kann vorliegend umso mehr
zugestimmt werden, als der Bericht des Vertrauensarztes der Vorinstanz (Dr.
...) auf unvollständigen Grundlagen beruhte und der Einfluss der
gebrochenen Stellschraube (als direkte Folge des Stolperunfalls vom
November 2005 [Grundfall]) auf die später geklagten Beschwerden am linken
Mittelfuss seit 2007 [Rückfall] bis zuletzt im Unklaren geblieben ist. In diesem
Sinne hat die Vorinstanz noch dem im Sozialversicherungsrecht stets zu
beachtenden Untersuchungsgrundsatz Rechnung zu tragen (vgl. dazu auch:
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
07.07.2009, UV 2008/137, E. 1.2).
3. a) Der angefochtene Entscheid vom 10.02.2010 erweist sich damit nicht in jeder
Beziehung als rechtmässig, was zu seiner Aufhebung und folglich zur
Gutheissung der Beschwerde vom 09.03.2010 führt. Die Streitsache wird zur
nochmaligen Prüfung der Unfallkausalität der geklagten Beschwerden und zu
neuem Entscheid an den Unfallversicherer zurückgewiesen.
b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Eine
aussergerichtliche Entschädigung steht der nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin jedoch nicht zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG; einzig Ersatz der
„Parteikosten“.)