# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3c0a8e14-4c9d-4661-ab0d-4d61694f5865
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Am 16. März 2010 verstarb C. und hinterliess als Erben ihre beiden Söhne B. und A.. Am 25. Oktober 2010 meldete B. beim Kreisamt Z. eine Erbteilungsklage gegen A. zur Vermittlung an, welche er nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung sowie Ausstellung des Leitscheins mit Eingabe vom 21. Januar 2011 fristgerecht an das Bezirksgericht Imboden prosequierte (Proz.-Nr. 115-2011-6).
2. Gleichentags stellte B. beim Bezirksgerichtspräsidenten Imboden ein Gesuch um Einsetzung eines gesetzlichen Erbenvertreters gemäss Art. 602 Abs. 3 ZGB. Dieser sei zu ermächtigen, die Liegenschaft Nr._ in der Gemeinde Y. auf dem Wege der internen oder externen Versteigerung, allenfalls – nach vorheriger Möglichkeit der Erben, ein besseres Angebot zu unterbreiten – freihändig zu veräussern. Eventualiter habe dies durch den Bezirksgerichtspräsidenten Imboden zu geschehen. Ferner sei A. zu untersagen, an und bezüglich der betreffenden Liegenschaft irgendwelche Handlungen vorzunehmen, Erklärungen abzugeben, Verpflichtungen einzugehen etc. Zur Begründung des Gesuchs wurden im Wesentlichen Unstimmigkeiten unter den Erben in Bezug auf die Sanierung bzw. die Weiterführung des Rohbaus auf Parzelle Nr._ vorgetragen. Auch könne sich in dieser Situation niemand um die dringend notwendigen Winter- und Sicherungsmassnahmen kümmern. Dem Gebäude drohe aber nicht nur Schaden und damit Wertverlust, vor allem koste der Baustillstand auch jeden Tag Geld, weil zum einen Baukreditzinsen zu bezahlen seien und zum anderen wegen der verzögerten Fertigstellung auch keine Einkünfte generiert werden könnten. Mit Schreiben vom 3. Februar 2011 schlug B. D., Architekt ETH/SIA, als gesetzlichen Erbenvertreter vor.
Mit Eingabe vom 16. Februar 2011 reichte A. seine Vernehmlassung zum Gesuch mit den grundsätzlich gleichlautenden Anträgen ein und erklärte sich mit der Einsetzung von D. als Erbenvertreter einverstanden.
3. Mit Entscheid vom 17. Februar 2011, mitgeteilt am 22. Februar 2011, schrieb der Einzelrichter am Bezirksgericht Imboden das Verfahren betreffend Einsetzung eines gesetzlichen Erbenvertreters zufolge weggefallenen Rechtsschutzinteresses als erledigt am Geschäftsverzeichnis ab. Gleichzeitig wurde davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien darüber einig seien, Herrn D. im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter als Erbenvertreter einzusetzen und dieser gewillt sei, das Mandat zu übernehmen. Des Weiteren wurde davon
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Vormerk genommen, dass die Parteien sich darüber einig seien, dass der Erbenvertreter die sich im Nachlass befindende Liegenschaft Nr._ in Y. auf dem Wege der internen oder externen Versteigerung und nach vorhergehender Möglichkeit der Erben, ein besseres Angebot zu unterbreiten, freihändig veräussern solle, wie auch dass der Erbenvertreter berechtigt sei, von ihm als dringlich und notwendig erachtete Massnahmen baulicher Natur zur Abwendung von drohendem Schaden am Gebäude zu treffen (Proz.-Nr.-135-2011-35).
4. Mit Schreiben des Bezirksgerichtspräsidenten Imboden vom 17. Februar 2011 wurde einem gemeinsamen Gesuch der Parteien entsprochen und der Erbteilungsprozess (Proz.-Nr. 115-2011-6) solange sistiert, bis der Erbenvertreter sein Mandat abgeschlossen oder niedergelegt hat resp. eine der Parteien die Aufhebung der Sistierung verlangt.
B. Am 25. März 2011 stellte D. beim Bezirksgericht Imboden ein Gesuch um Durchführung einer vorsorglichen Beweisaufnahme der gesamten Liegenschaft Nr._ inklusive darauf stehender Gebäudeteile. Mit prozessleitender Verfügung vom 11. April 2011 setzte der Einzelrichter am Bezirksgericht Imboden E., Ing. HTL, als Sachverständigen ein und beauftragte diesen mit der Erstellung eines Gutachtens betreffend Aufnahme des Zustands (bezüglich Stand der Bauarbeiten) der gesamten Liegenschaft und der Umgebung mit allen darauf befindlichen Gebäudeteilen sowie allfälliger vorhandener Werkmängel an der Liegenschaft mit allen darauf befindlichen Gebäudeteilen (Proz.-Nr. 135-2011-97). Das in der Folge von E. angefertigte Gutachten datiert vom 19. Mai 2011.
C. Am 15. April 2011 wurde B. mit einem erneuten Gesuch beim Bezirksgericht Imboden vorstellig und beantragte, A. sei unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB zu verpflichten, sämtliche in dessen Besitz resp. im Besitz der Erbengemeinschaft in Zusammenhang mit der Liegenschaft Nr._ resp. mit dem darauf in Bau befindlichen Gebäude stehenden Gegenstände und Unterlagen herauszugeben. Nachdem sich A. ausdrücklich bereit erklärt hatte, dem Bezirksgericht Imboden die sich in seinem Besitz befindenden einschlägigen Bauakten betreffend die Liegenschaft Nr._ auszuhändigen, wurde vom Einzelrichter am Bezirksgericht Imboden mit Entscheid vom 28. April 2011, mitgeteilt am 2. Mai 2011, davon Vormerk genommen und das entsprechende Gesuch zufolge Vergleichs als erledigt abgeschrieben (Proz.-Nr. 135-2011-115).
D. Mit Eingabe vom 9. August 2011 ersuchte B. den Bezirksgerichtspräsidenten Imboden um Ermächtigung des Erbenvertreters, für
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die Erben und auf deren Rechnung als Solidarschuldner bei der F., X., einen Kredit von Fr. 250'000.-- aufzunehmen und die entsprechenden Verträge zu unterzeichnen sowie zur Sicherstellung des vorgenannten Hypothekarkredits zulasten der Liegenschaft Nr._, Plan_, Grundbuch Y., ein Grundpfandrecht in Höhe von Fr. 250'000.-- in Form einer Pfandsummenerhöhung zur bisher zugunsten der F. eingetragenen Kapital-Grundpfandverschreibung im I. Rang über Fr. 150'000.-- oder in Form eines neuen Grundpfandrechts im II. Rang zu errichten und im Grundbuch einzutragen. Dieses Gesuch wurde vom Einzelrichter am Bezirksgericht Imboden mit Entscheid vom 5. September, mitgeteilt am 12. September 2011, abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Gleichzeitig wurde davon Vormerk genommen, dass ein Erbenvertreter gemäss schweizerischem Recht von Gesetzes wegen befugt sei, über Erbschaftswerte zu verfügen und für die Erben Verpflichtungen einzugehen (Proz.-Nr. 115-2011-235).
E. Am 23. August 2011 ersuchte B. den Bezirksgerichtspräsidenten Imboden ein weiteres Mal um Erlass vorsorglicher Massnahmen. Dabei beantragte er, es sei A. unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB zu untersagen, für die Erbengemeinschaft generell und insbesondere an und bezüglich der Liegenschaft Nr._ in Y. irgendwelche Handlungen vorzunehmen. Ferner sei er zu verpflichten, sämtliche Schlüssel und Mietverträge für die vermieteten Parkplätze in Zusammenhang mit der betreffenden Liegenschaft sowie sämtliche seit der Errichtung der Erbenvertretung vereinnahmten Mietzinseinnahmen aus der Vermietung der Parkplätze und die entsprechenden Mietverträge an den Erbenvertreter herauszugeben. Darüber hinaus sei der Erbenvertreter in Präzisierung des Entscheids des Einzelrichters am Bezirksgericht Imboden vom 17. Februar 2011 (Proz.-Nr. 135-2011-35) zu ermächtigen, die Liegenschaft Nr._ in Y. nach vorhergehender Möglichkeit der Erben, ein besseres Angebot zu unterbreiten, einem Erben im Rahmen einer partiellen Erbteilung zu übertragen, hierfür einen partiellen Erbteilungsvertrag zu verfassen und zum Zwecke der Zuweisung der Liegenschaft an einen Erben für beide Erben zu unterzeichnen und zum Vollzug im Grundbuch anzumelden.
Mit Entscheid vom 23. November 2011, mitgeteilt gleichentags, hiess der Einzelrichter am Bezirksgericht Imboden das Gesuch, soweit darauf eingetreten werden konnte, teilweise gut und verpflichtete A., dem Erbenvertreter D., im Zusammenhang mit der Liegenschaft Nr._ sämtliche in seinem Besitz befindenden Schlüssel, sämtliche Mietverträge über die vermieteten Parkplätze sowie sämtliche Belege betreffend Mietzinszahlungen der vermieteten Parkplätze samt entsprechender Rechenschaftsablage auszuhändigen. Diese richterlichen
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Verpflichtungen wurden ausdrücklich unter dem Hinweis auf die Straffolgen gemäss Art. 292 StGB erlassen (Proz.-Nr. 135-2011-251).
F.1. Am 21. September 2011 reichte B. beim Bezirksgerichtspräsidenten Imboden ein Wiedererwägungsgesuch resp. ein Gesuch um Erlass/Abänderung einer vorsorglichen Massnahme mit folgenden Anträgen ein:
„1. Wiedererwägung
Der Entscheid des Einzelrichters des Bezirksgerichtes Imboden vom 17./22. Februar 2011 betreffend Ernennung eines Erbenvertreters im Erbteilungsprozess sei in Wiedererwägung zu ziehen, auf das Gesuch sei einzutreten und im Sinne der damals von den Parteien übereinstimmend gestellten Anträge resp. der Anträge gemäss Ziff. 2.1 bis 2.3 nachstehend gutzuheissen.
2. Eventualiter Erlass / Abänderung einer vorsorglichen Massnahme
Es sei rückwirkend ab 22. Februar 2011
2.1. Herr D., dipl. Architekt ETH/SIA, W. im Nachlasse der C. sel. als Erbenvertreter einzusetzen,
2.2 Der Erbenvertreter zu ermächtigen, die sich im Nachlass befindende Liegenschaft Nr._, Grundbuch Y., auf dem Wege der internen oder externen Versteigerung oder, nach vorhergehender Möglichkeit der Erben, ein besseres Angebot zu unterbreiten, freihändig zu veräussern, wobei die Veräusserung an einen Erben durch partielle Erbteilung oder Verkauf erfolgen kann,
2.3. Der Erbenvertreter zu berechtigen, von ihm als dringlich und notwendig erachtete Massnahmen baulicher Natur zur Abwendung von drohendem Schaden am Gebäude zu treffen.
3. Die vorstehenden Anordnungen gemäss Ziff. 1 resp. 2.1 bis 2.3 seien mit superprovisorischer Wirkung ohne vorherige Anhörung der Gegenpartei zu erlassen.
4. Es seien die Kosten des vorliegenden Verfahrens auf das Hauptverfahren (Proz.Nr. 115-2011-6) zu übertragen.“
Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Imboden vom 17./22. Februar 2011 erweise sich im Nachhinein als unrichtig, weil zur gehörigen Bestellung des Erbenvertreters auf das damalige Gesuch hätte eingetreten und der Erbenvertreter in Gutheissung des Gesuchs hätte eingesetzt werden sollen. Dies sei sicher auch der Wille des Einzelrichters gewesen, welcher das Gesuch jedoch stattdessen zufolge weggefallenen Rechtsschutzinteresses als erledigt abgeschrieben habe. Aufgrund der Abschreibung des Verfahrens vermöge der erlassene Entscheid jedoch die gewünschten Wirkungen nicht zu zeitigen. So sei auch das Grundbuchamt Y. in seinem Schreiben vom 20. September 2011 zur Auffassung gelangt, D. sei nicht gerichtlich als Erbenvertreter eingesetzt worden, weshalb die beiden Entscheide
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vom 17./22. Februar 2011 resp. 5./12. September 2011 für grundbuchliche Verfügungen nicht ausreichend seien. Dies sei nun im Rahmen einer Wiedererwägung oder Berichtigung zu korrigieren und der Erbenvertreter formgültig durch das Gericht einzusetzen.
2. A. stellte mit Gesuchsantwort vom 31. Oktober 2011 Antrag auf Abweisung des Gesuchs, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne.
3. Mit Entscheid vom 16. November 2011, mitgeteilt gleichentags (Proz.-Nr. 115-2011-282), erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Imboden wie folgt:
„1. Das Gesuch von B. vom 21. September 2011 wird gutgeheissen.
2. Es wird in der Erbschaftssache der am 16.03.2010 in Y. verstorbenen C. sel., rückwirkend ab 22. Februar 2011, Herr D., dipl. Arch. ETH/SIA, W., als gesetzlicher Erbenvertreter eingesetzt und insbesondere ermächtigt und berechtigt
a) die sich im Nachlass befindende Liegenschaft Nr._, Grundbuch Y., auf dem Wege der internen oder externen Versteigerung oder nach vorhergehender Möglichkeit der Erben, ein besseres Angebot zu unterbreiten, freihändig zu veräussern, wobei die Veräusserung an einen Erben durch partielle Erbteilung oder Verkauf erfolgen kann und
b) von ihm als dringlich und notwendig erachtete Massnahmen baulicher Natur zur Abwendung von drohendem Schaden am Gebäude zu treffen.
3. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten von A. und werden mit dem geleisteten Vorschuss von B. verrechnet. Die Restanz des Kostenvorschusses wird B. nach Rechtskraft dieses Entscheides erstattet.
A. hat die gesuchstellende Partei B. mit CHF 2'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen und ihr den mit den Gerichtskosten verrechneten Vorschuss in Höhe von CHF 1'000.00 zu ersetzen.

## Considerations