# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e70f7eae-a947-41a2-a99e-1b39660d1458
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, ist
seit
1.
Mai 1998
bei der A._
als Verkäuferin tätig
(
Urk.
8/10)
. Unter Hinweis auf
eine
Thyreoiditis, Depressionen und Fibromyalgie meldete sich die Versicherte am 2
3.
November 2016
(Eingangsdatum)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/1). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche S
itua
tion ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung
Swica
bei (
Urk.
8
/18;
Urk.
8/19;
Urk.
8/21; Urk.
8/29;
Urk.
8/32;
Urk.
8/33;
Urk.
8/36;
Urk.
8/38;
Urk.
8/40;
Urk.
8/47) und holte be
im B._
ein polydisziplinäres G
utachten ein, das am 14.
Februar 2020 erstattet wurde (
Urk.
8/88-96). Am 1
1.
März 2020 erfolgten Rückfragen an die Gutachter (
Urk.
8/98), die am
6.
April 2020 beantwortet wurden (
Urk.
8/100).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/103;
Urk.
8/108;
Urk.
8/119;
Urk.
8/122) sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Verfügung vom
1.
März 2021 bei einem Invaliditätsgrad von 70
% vo
m
1.
Juli bis 30. November 2017 eine ganze Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von 60 %
vo
m
1.
Dezember 2017 bis 31. Dezember 2018 eine
Dreiviertelsrente
zu. Ab
1.
Januar 2019 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
5.
April 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom
1.
März 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr ab Juli bis November 2017 eine ganze Rente, ab Dezember 2017 bis Dezember 2018 eine
Dreiviertelsrente
und ab Januar 2019 mindestens eine halbe Rente zuzusprechen.
Sodann
sei
ihr
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (
Urk.
1 S.
2).
Die IV-Stelle
ersuchte
mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Mai 2021 (
Urk.
7)
um
Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
Juni 2021 wurde antragsmässig die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerde
führerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
9)
.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
Mai 2022 (
Urk.
11) wurde die Pensionskasse Z._
zum Prozess beigeladen und es wurde ihr eine Frist zur Stellungnahme angesetzt, worauf sie mit Schreiben vom
1.
Juni 2022 verzichtete (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die B
eschwerdegegnerin
begründet
e
die angefochtene Verfügung vom
1.
März 2021 (
Urk.
2) damit
,
dass
die Beschwerdeführerin ab Juli 2016
in ihrer Tätigkeit als Verkäuferin eingeschränkt sei. Nach Ablauf der einjährige
n Wartezeit ab Juli 2017
habe
eine Einschränkung von 70
%
bestanden
, weshalb ab Juli 2017 Anspruch auf eine ganze Rente b
estehe. Ab Dezember 2017 bestehe
nur noch eine Einschränkung von 60
%
, weshalb die Rente auf eine
Dreiviertelsrente
reduziert werde. Ab Januar 2019 bestehe keine Einschränkung mehr, weshalb die
Dreiviertelsrente
per 3
1.
Dezember 2018 eingestellt werde (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
dagegen
vor (
Urk.
1), dass das Abweichen vom polydisziplinäre
n
Gutachten der
B._
vom 1
4.
Februar 2020 und der entspre
chende
n
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, wonach
ihr
ab
anfangs 2019 eine 50%
ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden sei
, unzulässig
sei
. Das fragliche psychiat
rische Gutachten erweise sich vorliegend als umfassend und ausführlich. Ausser
dem nehme der Gutachter auch zu den jeweiligen Indikatoren Stellung. Da der Gutachter bereits eine umfassende
I
ndikato
renprüfung
vorgenommen
habe
und er nachvollziehbar begründet habe, warum er von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
% ausgehe,
dürfe nicht noch eine davon losgelöste juristische Parallelprüfung stattfinden. Es sei folglich auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der
B._
-Gutachter abzustellen, wonac
h ab anfangs 2019 von einer 50%
igen Arbeitsun
fähigkeit auszugehen sei, weshalb
ihr
zusätzlich
ab Januar 2019 mindestens eine halbe Rente zuzusprechen sei (S.
9 ff.
).
2.3
Einigkeit besteht somit darüber, dass für den Zeitraum bis Ende 2018
auf die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
abgestellt werden kann.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit ab anfangs 2019 im
B._
-Gutachten abwich und einen Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
ab
1.
Januar 2019 verneinte.
Zu prüfen bleibt, wie es sich insgesamt mit dem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verhält.
3.
3.1
Dr.
med. C._
, Fachärztin FMH Psychiatrie & Psychotherapie
,
führte in ihrem Verlaufsbericht
vom 3
0.
April 2019 (
Urk.
8/69)
aus, dass
die Beschwerdeführerin seit 2
2.
August 2016 bei ihr in Behandlung sei (S. 3). B
ei der Beschwerdeführerin
be
stünden
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (F32.1)
sowie ein chronisch generalisiertes Schmerzsyndrom
. Auch die optimale Substitutions
therapie der Schilddrüsenhormone zeige sich als kompliziert. Die Beschwerdefüh
rerin sei nach
drei bis vier
Stunden Arbeit erschöpft
, habe starke Fussschmerzen und die Konzentration sei reduziert
(S. 1). Die bi
s
herige Tätigkeit sei bereit
s leidensangepasst und könne ca. für
drei bis dreieinhalb
Stunden/Tag ausgeübt werden. Es liege eine 60%ige Leistungsverminderung vor (S. 2).
3.2
3.2.1
Die Är
z
te
des
B._
erstatte
ten am 1
4.
Februar 2020 ein polydisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/95). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (
Urk.
8
/89
)
, die Angaben der Beschwerdeführerin (
Urk.
8
/95/
S.
8-9
) und ihre am 12., 1
6.
Dezember 20
19, 13., 2
0.
Januar 2020 und 3.
Februar 2020 in den Disziplinen
A
llgemeine
I
nnere Medizin (
Urk.
8/88), Neurologie (
Urk.
8/90), Rheumatologie (
Urk.
8/94), Psychiatrie (
Urk.
8/93) und
Endokrinologie (
Urk.
8/96) erhobene
n
Befunde. Sie nannten die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/95 S. 9-10):
-
Morbus
Ledderhose
rechts mehr als links bei
Plantarfibromatose
gemäss MRI des rechten Fusses vom 1
9.
Februar 2019
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig (F33.0) bei Status nach
broken
home
sehr wahrscheinlich
-
Chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (
richtig
F
45.41
)
-
St. n. Struma
nodosa
und rezidivierenden Hyperthyreosen bei auto
immun-positivem Morbus Basedow (ED 03/2015) (TSH-Rezeptor-AK
positiv
)
-
Instabile Schilddrüsenfunktion mit hypo-/
hyperthyreoten
Phasen unter Neo-
Mercazole
bis zur totalen
Thyreoidektomie
02/2017
-
Hyperthyreote
Symptomatik unter TSH-suppressiver Therapie mit
Eltroxin
0.1 mg /
Euthyrox
100
mcg
bis ca. Juni 2018
3.2.
2
D
em allgemeininternistische
n
Teilgutachten vom 1
2.
Dez
ember 2019 (Urk.
8/88) sind keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
(S. 11)
.
3.2
.
3
Der
neurologische
Teilgutachte
r
stellte am
1
7.
Dezember 2019 (
Urk.
8/90)
ebenfalls
keine Diagnose mit
Auswirkung
auf die
Arbeitsfähigkeit
aus rein neurolo
gischer Sicht
(S. 17)
.
Aufgrund der
Restless
-
Legs
-Symptomatik, welche aktuell gut eingestellt sei,
eines
Lumbovertebralsyndroms
und episodischer Kopf
schmer
zen
bestehe keine Beeinträchtigung (S. 19).
Die A
rbeitsfähigkeit sei aus neur
olo
gischer Sicht nicht eingeschränkt (S. 20).
3.2.
4
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Physiotherapie FMH
,
führt
e
in seinem Teilgutachten vom 2
1.
Januar 2020 (
Urk.
8/93) aus, es könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der erschwerten Verhältnisse während der Kindheit überangepasste Persönlichkeitszüge und auch selbstunsichere Persönlichkeitszüge
schon in der Kindheit
entwickelt habe (S. 15).
Es müsse eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig mit
komorbiden
unspezifischen Ängsten angenommen werden (S. 16). Aus psychiat
rischer Sicht wäre ein 50
%-Pensum als Verkäuferin zumutbar. Das Ausmass der geklagten Beschwerden sei zwar vorhanden, trotzdem seien die Funktionsein
bussen und die Partizipationsstörungen auch im sozialen Bereich nicht dermassen ausgeprägt, als dass die Beschwerdeführerin nicht ihr Pensum von 40
%
auf 50
% steigern könnte. Weiter bestehe eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren, welche
komorbid
zur depressiven Fehlentwicklung gesehen werden
müsse
.
Die Depressivität sei aktuell leicht bis knapp maximal
mittelgradig ausgeprägt (S. 17).
Die geklagten Einschränkungen und die geschil
derten Symptome seien nachvollziehbar und konsistent. Es bestehe ein deutlicher depressiver Leidensdruck, auch wegen der Deprivation in der Kindheit und wegen den durchgemachten Verlusterlebnissen (S. 18).
In der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin – sowie in einer angepassten Tätigkeit (S. 19) – sei die Beschwerde
führerin vier Stunden täglich ohne Verminderung des
Rendements
arbeitsfähig. Sie könn
t
e ihr Pensum ab Gutachtensdatum auf 50 % erhöhen (S. 18)
.
3.2.
5
Im rheumatologischen Teilgutachten
vom 2
3.
Januar 2020 (
Urk.
8/94)
führt
e
Dr. med.
E._
, FMH Rheumatolo
gie, aus, dass
bei Morbus
Ledderhose
aufgrund der lok
a
l
en
Druckdolenz
, die bei diesem Krankheitsbild durchaus als typisch zu bezeichnen sei, es aus rheumatologischer Sicht nachvollziehbar sei, dass die Beschwerdeführerin
bei stehenden
und gehenden Tätigkeiten zunehmend Schmerzen verspüre, weshalb derartige Arbeitsabläufe auch nur noch einge
schränkt zumutbar seien. Ansonsten bestünden keine weiteren klinische
n
Befunde, die weitere funktionelle Einschränkunge
n begründen würden.
Bei den übrigen Diagnosen sei die Ausprägung der Beschwerden nicht derart, dass dadurch aus rheumatologischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen wäre. Die erwähnten positiven
Fibromyalgiedruckpunkte
würden
aus rheumatologischer Sicht auf eine gewisse Schmerzfehlverarbeitung hin
weisen. Die Kriterien zur Diagnose
eines
Fibromyalgiesyndroms
lägen aber nicht vor
(S. 12).
Dr.
E._
attestiert
e
seit anfangs 2019 eine Einschränkung von rund 20
%
in der bisherigen Tätigkeit (S.
13). In jeder wechsel
belastenden
oder speziell auch vorwiegend sitzenden Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 14).
3.2.
6
Dr.
med. F._
, FMH für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetolo
gie,
führte in ihrem Teilgutachten
vom
9.
Februar 2020 (
Urk.
8/96)
aus
,
dass eine instabile und rasch wechselnde S
childdrü
senfunktion eindeutig zu einem schlechteren Allgemeinzustand führe und auch eine starke psychis
che Belastung darstelle
. Ab Diagnose
stellung
im März 2015 bis zur Operation 2017
sei
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sicherlich zu 50 – 60 % eingeschränkt
gewesen
(S. 17). Postoperativ
habe
aus rein
endokrinologischer
Sicht wegen
instabiler Schilddrüsenfunktion
/ Hormon-Einstellung eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit bis ca. Ende 2018
bestanden
.
Die Beurteilung retrospektiv aus
endokrinologischer
Sicht sei äusserst schwierig. Arbiträr könne den Angaben des behandelnden Arztes gefolgt werden und di
e
attestierten Arbeitsunfähigkeits
phasen könn
t
en übernommen werden. Seit ca.
Ende 2018
hätten
sich
der Allgemeinzustand und die Ar
b
eitsfähigkeit wesentlich gebessert, es bestehe
aber
weiterhin noch eine Einschränkung von 20 %. Es könne bei sehr guter Prognose
aus rein
endokrinologischer
S
i
cht mit voller Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und / oder in einer angepassten Tätigkeit ab Juni 2020 gerechnet werden (S. 19)
.
3.2.
7
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 1
4.
Februar 2020 (
Urk.
8/95)
kamen
die Gutachter zum Schluss, dass
bei der
Beschwerdeführerin ab anfangs 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit besteh
t
, dies aufgrund der psychischen Problematik
.
D
ie Beurteilung retrospektiv
sei aus
endokrinologischer
Sicht äusserst schwierig. Arbiträr könne den Angaben des behandelnden Arztes gefolgt werden und die attestierten Arbeitsunfähigkeitsphasen könnten übernommen werden (S. 14).
Präzisierend und in Beantwortung der Rückfragen (
Urk.
8/98)
des regional
en
ärztlichen Dienstes
(RAD)
der Beschwerdegegnerin
führten die Gutachter
am
6.
April 2020 (
Urk.
8/100)
aus, dass gesamtmedizinisch ab anfangs 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen Problematik bestehe. Zuvor habe aus
endokrinologischer
Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden, wobei auf die Angaben der Behandler abgestellt werden müsse. Sicher
habe
postoperativ eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit bis ca. Ende 2018
bestanden
(S. 1
).
3.3
Der
RAD-Arzt
der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Chirurgie,
welchem das
B._
-Gutachten zur Beurteilung vorgelegt wurde, gelangte
am 1
6.
April 2020 (Urk. 8/101)
zum Schluss, den Beurteilungen der Gutachter k
önne gefolgt werden
.
Die formalen Aspekte könn
t
en als erfüllt beurteilt werden, die vorbestehenden Berichte
hätten
vorgelegen
und seien von den Gutachtern gewürdigt worden, auf die Klagen der Beschwerdeführerin sei eingegangen worden, die in den veranlass
t
en Untersuchungen erhobenen Befunde seien nachvollziehbar dargestellt und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen, insbeson
dere bezogen auf die Arbeitsfähigkeit, könnten als plausibel beurteilt werden (S. 10).
Betreffend Arbeitsunfähigkeit der Be
schwerdeführerin führte er aus,
dass von
1.
Januar 2019 bis auf weiteres in der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin (ent
spricht einer angepassten Tätigkeit) eine Arbeitsunfähigke
it von 50 % bestehe
.
Es bestehe eine Antriebsstörung mit deutlichen Hemmungen sowie eine psychoph
y
sische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit.
Zuvor
habe
die Arbeits
unfähigkeit von
7.
Juli 2016 bis 3
0.
November 2017 zwischen 70
%
und 100 %
betragen und von
1.
Dezember 2017 bis 3
1.
Dezember 2018 60 % (S. 11).
Die
Kundenberater
in
der Beschwerdegegnerin war hingegen der Ansicht, dass aus psychiatrischer Sicht
kein
Gesundheitszustand mit
Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
mehr vorliege, da gegenwärtig eine leichte depressive Störung vorliege. Auch würden genügend Ressourcen vorliegen. Die Beschwerdeführerin arbeite seit
1.
Dezember 2017 zu 40 % und habe das Pensum aus subjektiven Gründen
nicht erhöht. Ab anfangs 2019 liege kein
Gesundheitszustand mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
mehr vor, weshalb die Rente zu befristen sei (S. 13).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist
in erster Linie
, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von der gutachterlichen Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht ab 1.
Januar 2019
abweichen durfte.
Für die Periode zuvor bestand unbestrittenermassen ebenfalls eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wobei die Gutachter für die retrospektiven Arbeitsunfähig
keitsphasen auf die Angaben der Behandler verwiesen (
Urk.
8/95 S. 14;
Urk.
8/100 S. 1). Die Behandler attestierten von
7.
Juli 2016 bis 3
1.
Mai 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/21/ S. 2;
Urk.
8/47 S. 24). Vo
m
1.
Juni bis 3
1.
Juli 2017 betrug die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 80 % (
Urk.
8/29 S. 1;
Urk.
8/47 S. 24). Vo
m
1.
August bis 2
0.
November 2017 wurde eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
8/29 S. 1). Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit wurde wiederum vo
m
2
1.
bis 30. November 2017 attestiert (
Urk.
8/29 S. 1).
In der
Zeit vo
m
1.
bis 15.
Dezember 2017 betrug die Arbeitsun
fähigkeit 50 % (
Urk.
8/29 S. 1). Schliesslich wurde ab 1
6.
Dezember 2017 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
8/32 S. 1;
Urk.
8/36 S. 1;
Urk.
8/38
S. 1;
Urk.
8/40 S. 1).
Diese Atteste samt gutachterlicher Bestätigung erscheinen als nachvollziehbar angesichts der Krankheitsentwicklung der Beschwerde
führerin.
4
.2
4.2.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapiere
sistenz auszuschliessen sei (E.
5.1). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen
einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1).
Eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferen
zen durch psychiatrische Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkra
nkung geschlossen werden kann (BGE 148 V 49
vom 17. November 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis). D
ie Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewie
sen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu trage
n (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE
144 V 50 E. 4.3).
4.
2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.
2.3
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechts
anwendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung
aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträch
tigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E.
5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
4.
3
Das
B._
-Gutachten vom 1
4.
Februar 2020 (vorstehend E. 3.2) erfüllt sämtliche Anforderungen an den Beweiswert
einer Expertise
im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 1.5).
Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigung auseinander, berücksichtigt die geklagten Beschwerden sowie sämtliche ärztliche Untersuchungsberichte. Das Gutachten leuchtet in der Darle
gung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizi
nischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerun
gen.
So legte namentlich der psychiatrische Gutachter in schlüssiger Weise dar,
dass die Beschwerdeführerin aufgrund der erhobenen Befunde in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt ist und in Anbetracht der frühkindlichen Schwierigkeiten eine Kompensation nicht erfolgen kann.
Es kann demnach grundsätzlich darauf abgestellt werden.
Gemäss bundesgericht
licher Rechtsprechung können die Organe der Rechtsanwendung
jedoch
unter Berücksichtigung der massgebenden normativen Rahmenbedingungen (vor
stehend E.
4.2.3
) von der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsunfähig
keit abweichen, ohne dass diese ihren Beweiswert verlöre (vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8C_60
4/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 3.2).
Für den Zeitraum bis Ende 2018 bestand die Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerde
führerin
aus
somatischen Gründen
(
Urk.
8/95 S. 14;
Urk.
8/100 S. 1), weshalb sich bis zu diesem Zeitraum eine Prüfung der Arbeitsfähigkeit anhand des strukturier
ten Beweisverfahren
s
erübrigt (vorstehend E. 4.2
.1
)
,
und für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das beweiskräftige
endokrinologische
Teilgutachten (
Urk.
8/96) abgestellt werden kann
.
Betreffend die strittige Arbeitsfähigkeit ab
1.
Januar 2019 gilt es i
m
Folgenden
im Rahmen eines strukturierten Beweisver
fahrens zu prüfen, ob sich der
psychiatrische Teilgutachter
Dr.
D._
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientierte,
mithin ob das Gutachten eine schlüssige Beurteilung der massgebenden Indikatoren erlaubt
und ob bei der Bemessung der Erwerbsun
fähigkeit in rechtlicher Hinsicht auf die von ihm festgestellte
50%ige
Arbeitsun
fähigkeit
der Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2019
abgestellt werden kann (BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418).
4.
4
4.
4
.1
Die Kategorie «funktioneller Schweregrad»
umfasst die Komplexe «Gesundheits
schädigung», «Persönlichkeit» und «Sozialer Kontext»
.
Was den Komplex «Gesundheitsschädigung» betrifft beziehungsweise den Indikator «Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde», ist festzuhalten, dass nur dort, wo bereits in den Diagnosekriterien ein Bezug zum Schweregrad gefor
dert wird, ein solcher nicht erreichter
Schweregrad gegebenenfalls bereits den Ausschluss einer krankheitswertigen Störung erlauben würde. Verallgemeinert auf sämtliche psychiatrischen Diagnosen angewendet, greift diese Auffassung jedoch zu kurz. Fehlt in der Diagnose die Schweregradbezogenheit, zeigt sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funktionellen Auswirkungen (vorgenannter BGE 143 V 418 E. 5.2.2). Vorliegend enthält die Diagnose «Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig (F33.0)
bei Status nach
broken
home
sehr wahrscheinlich» zwar bereits die Schweregrad
bezogenheit
in der Diagnose
(gegenwärtig leichtgradig)
, jedoch
liegen Interferen
zen durch psychiatrische Komorbiditäten vor (vgl. vorstehend E. 4.
2
). So wurde
im psychiatrischen Teilgutachten
ebenfalls die Diagnose «Chronische Schmerz
störung mit psychischen und somatischen Faktoren (
richtig
F4
5
.
4
1)»
festgehalten
, welche
komorbid
zur depressiven Fehlentwicklung ge
sehen werden muss (
Urk.
8/93 S.
17)
. Diese
Diagnose
gilt es ebenfalls zu berücksichtigen. Demnach greift die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach
aus psychiatrischer Sicht kein
e
gesundheitliche Einschränkung
mehr vorliege, da gegenwärtig
lediglich
eine leichte depressive Störung vorlieg
e (
Urk.
8/101 S.
13)
, zu kurz
. Vielmehr ist letztere Diagnose ebenfalls zu würdigen und – mangels Schweregradbezogenheit in der Diagnose – sind deren funktionellen Auswirkungen zu prüfen.
Bezüglich
Ausprägung der diagnoserelevante
n
Befunde
der Beschwerdeführerin
werden im psychiatrischen Teilgutachten
erwähnt: in P
sychomotorik
wirkt sie verarmt, leich
t
vermindert, verlangsamt. Gangart wenig schwungvoll, Ausdrucksverhalten mimisch wenig mitschwingend
, ängstlich.
Im formalen Denken verlangsamt.
Sie zeigt akzentuierte abhängige Persönlichkeitszüge mit deutlich selbstunsicheren Anteilen. Die Beschwerdeführerin ist deutlich depressiv strukturiert mit vielen Schuldgefühlen
, kann sich schlecht abgrenzen
. Sie zeigt deutlich abhängige Persönlichkeitszüge.
Stimmung und Affekt sind affektlabil. Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit nahmen im Laufe des Gesprächs leicht ab (
Urk.
8/93 S. 14).
Inkonsistenzen
ergaben
sich kei
n
e (S. 13).
Die Behauptung der Beschwer
degegnerin, es l
ä
gen nur wenige und leichte Befunde vor (
Urk.
7), lässt sich anhand des psychiatrischen Teilgutachtens somit nicht
halten
.
Der diesbezügliche Indikator erweist sich
gesamthaft, unter Berücksichtigung der
akzentuierten und
abhängigen Persönlichkeitszüge
und der chronischen Schmerzstörung, die
komorbid
zur depressiven Fehlentwicklung
gesehen werden
muss
,
als
mittelg
ra
dig ausgeprägt.
4.
4
.2
Beim Komplex «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ergibt sich folgendes: Es wurde keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Die akzentuierten Persönlich
keitszüge und die abhängigen Persönlichkeitszüge haben keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin konnte damit schon immer arbeiten. Die geklagte unspezifische Angstneigung mit
klaustrophobischen
Tendenzen unter Leuten und die abhängigen Tendenzen der Beschwerdeführerin sind zwar vorhanden, die Beschwerdeführerin hat aber gelernt, damit umzugehen (
Urk.
8/93 S. 17). Die Beschwerdeführerin lebt alleine. Als Hobby wird spazieren erwähnt, jedoch kann sie aufgrund der Fussschmerzen nicht lange gehen (
Urk.
8/94 S. 4). Daneben trifft sie sich mit ihrer Schwester (
Urk.
8/93 S. 12). Zudem kauft sie ein
und kocht auch. Sie hat nicht viele Freunde, eine Nachbarin, eine gute Freundin und ihre Schwester (S. 8). Sie arbeitet im Umfang von 40 % (S. 5). Sie hat ein Abonnement fürs Fitnesscenter, geht aber nur noch etwa 2 x pro Monat hin, da sie nicht gerne unter vielen Leuten ist und es ihr deshalb im Fitnesscenter nicht mehr wohl ist (
Urk.
8/94 S. 6). Weitere Ressourcen liegen nicht vor. So kann dem psychiatrischen Teilgutachten entnommen werden: keine Haustiere, kein Musik
instrument, wenig TV (
Urk.
8/93 S. 8). Vor allem durch die 40%ige Arbeitstätig
keit erhält die Beschwerdeführerin eine gewisse Tagesstruktur. Als mobilisierbare Ressource kann weiter ihre Schwester gezählt werden.
Von vielen Ressourcen
– wie das die Beschwerdegegnerin annimmt – kann somit keine Rede sein. Auch ist entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
7 S. 3) kein unter
stützendes Umfeld ersichtlich, sondern lediglich
eine Freundin, eine Nachbarin und
eine Schwester
, welche sie «manchmal» trifft
(
Urk.
8/93 S. 12)
. Insgesamt verfügt die Beschwerdeführerin daher lediglich über bescheidene Ressourcen.
4.
4
.
3
Hinsichtlich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
-resistenz»
ist zu berücksichtigen, dass
sich
d
ie Beschwerdeführerin
seit 2
2.
August 2016 regelmässig
, derzeit
alle
14 T
age
,
in
psychiatrischer
Therapie
befindet
und
ebenfalls
medikamentös behandelt wird
(
Urk.
8/93 S. 18).
Früher
war
sie wöchentlich in
therapeutischer Behandlung
(S. 13).
Bezüglich medizinischen Massnahmen wird im psychiatrischen Teilgutachten ausgeführt, dass verhaltens
therapeutische Massnahmen versucht werden müssten,
da
mit
die Beschwerdefüh
rerin eine gewisse Tendenz des Vermeidungsverhaltens angeh
e
(
Urk.
8/93 S. 19). Eine dadurch
zu erwartende
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit kann dem Gutachten jedoch nicht entnommen werden
.
Die
Beschwerdeführerin hat in der Vergangenheit an Einglieder
ungsmassnahmen teilgenommen. Sie konnte ihr Arbeitspensum dadurch
sukzessive von 20 %
ab 1.
Juni 2017 auf 40 % per 1.
Dezember 2017 erhöh
en
(
Urk.
8/44
S. 5-6). Aus psychiatrischer Sicht
können
jedoch
das Ausmass der depressiven S
ymptomatik, die geklagten Erschöpfungs
symptom
e, die rasche Ermüdbarkeit und
die Abnahme der Kon
zentrationsfähig
keit nicht vollumfänglich begründen, weshalb die Beschwerde
führerin nur noch zu 40 % statt dem zumutbaren 50 %-Pensum gemäss psychiatrischem Teilgut
achten arbeiten kann (
Urk.
8/93 S. 16-17). Insofern besteht
höchstens
im Umfang von 10 % ein Eingliederungspotential, womit dieser Indikator
leicht
ausgeprägt erscheint.
4.
4
.
4
Beim Indikator «Komorbiditäten» ist zu berücksichtigen, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbi
ditäten in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende
Wirkung beizumessen ist (vorgenannter BGE 143 V 418 E. 8.1). Die Beschwerde
führerin leidet neben der rezidivierenden depressiven Störung
ebenfalls an einer
chronischen Schmerzstörung
. Diese ist als
komorbid
zur depressiven Fehlent
wicklung zu sehen (
Urk.
8/93 S. 17)
.
Dieser Aspekt wurde von der Besch
werde
gegnerin bei ihrer Ressour
cenprüfung ausser Acht gelassen (
Urk.
8/101 S. 13;
Urk.
8/129 S. 3;
Urk.
7).
Die vom psychiatrischen Gutachter erwähnten
überan
gepasste
n
Persönlichkeitszüge und selbstunsichere
n
Persönlichkeitszüge (
Urk.
8/93 S. 15)
respektive die akzentuierten und abhängigen Persönlichkeits
züge (S. 17)
sind nicht in
dem
Masse
ausgeprägt, dass sie
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten (S. 17). Z-codierte Diagnosen nach ICD-10 fallen rechtsprechungsgemäss ohnehin nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen; sie stellen grundsätzlich keine invalidisierenden Gesundheitsschäden dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 2
3.
März 2022 E. 14.1 mit Hinweisen). Jedoch wurden weiter aus somatischer Sicht
ein
«Morbus
Ledderhose
rechts mehr als links bei
Plantarfibromatose
gemäss MRI des rechten Fusses vom 1
9.
Februar 2019»
(
Urk.
8/94 S. 11)
sowie
ein
«
St. n. Struma
nodosa
und rezidivierende Hyper
thyreosen bei autoimmun-positivem Morbus Basedow
» diagnostiziert
(
Urk.
8/96 S. 15). Letztere Diagnose führt gemäss gutachterlicher Feststellung zu einem schlechteren Allgemeinzustand und stellt auch eine starke psychische Belastung dar. Zusätzlich werden die Symptome bei vorbestehenden psychischen Störungen wesentlich schl
echter toleriert (
Urk.
8/96 S. 17
).
Insgesamt sind somit
mehrere
Komorbiditäten ausgewiesen.
4.
4
.5
Der Indikator einer gleichmässi
gen Einschränkung des
Aktivitäten
niveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1)
.
Die Beschwerdeführerin
ist morgens oft müde und hat keine Kraft, sie steht
aber
trotzdem zwischen 07:30 und 08:00 Uhr auf. Bei schönem Wetter geht sie mit einer Nachbarin spazieren, jedoch nicht lange wegen den Fussschmerzen. Sie koch
t
M
ittagessen,
geh
t
dann arbeiten und
danach
früh ins Bett. Wenn sie frei hat, erledigt sie den Haushalt, wobei sie die Arbeit nicht mehr wie
früher
erledigen kann
,
sondern sich die Hausarbeit auf verschiedene Tage aufteilen muss. Manch
mal trifft sie sich mit der Schwester (
Urk.
8/93 S. 12).
Somit ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin über einen einigermassen
strukturierten Tagesablauf verfügt, wobei das Aktivitätsniveau – abgesehen von der Arbeitstätigkeit – als tief und nicht abwechslungsreich zu werten ist. Ein sozialer Rückzug ist erkennbar. So meidet die Beschwerdeführerin viele Leute
in ihrer Freizeit
und auch in beruf
licher Hinsicht ist sie
aufgrund der
vielen Kunden
nicht (mehr) in der Lage, an der Kasse zu arbeiten (
Urk.
8/94 S. 6). Mit Blick auf die attestierte Arbeitsun
fähigkeit von 50 % erscheint die gleichmässige Einschränkung des
Aktivitäten
niveaus
somit als ausgewiesen.
4.
4
.6
Im Rahmen
des Indikators «behandlungs- und eingliederungsanamne
s
tisch ausgewiesener Leidensdruck» weist die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässig
t
werden (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
unter dem Komplex «Gesundheitsschä
digung») auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. In ähnlicher Weise zu berück
sichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend
gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_296/2016 vom 2
9.
Juni 2016 E. 4.1.2).
Die Beschwerdeführerin befindet sich seit
2
2.
August 2016
(Urk. 8/16 S. 1)
in psychiatrischer B
ehandlung, welche wöchentlich respektive 14-täg
lich
durch
geführt wird
(
Urk.
8/93 S. 13)
,
sowie in psychopharmakologischer Behandlung
(S
.
18)
.
Die über Jahre hinweg konsequent durchgeführte Therapie
und Medika
menteneinnahme
lässt somit den Schluss zu, dass der Leidensdruck der Beschwer
deführerin ausgewiesen ist. Dasselbe gilt für das Eingliederungsverhalten der Beschwerdeführerin. Sie bemühte sich während de
n
Eingliederungsmassnahmen und konnte ihr Arbeitspensum bis auf 40 % steigern
(
vgl.
Urk.
8/43;
Urk.
8/44
S. 8
; vorstehend E.
4.4.3
)
. Somit ist
auch eingliederungsanamne
s
tisc
h ein Leidens
druck ausgewiesen.
4.
5
Eine Gesamtwürdigung der Indikatoren
– insbesondere hinsichtlich der vorhan
denen Komorbiditäten, der eingeschränkten Ressourcen, der gleichmässigen Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen sowie des behandlungs- und eingliederungsanamne
s
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks –
ergibt, dass die Beschwerdeführer
in zwar eingeschränkt ist, indessen durchaus ein Restleistungsvermögen verbleibt.
Der psychiatrische Gutachter hat die massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E. 4.
2.2
) in seiner Beurteilung genügend miteinbezogen.
In diesem Sinne ist die gutachterlich attestierte Arbeits
un
fähigkeit von 50 % ab Januar 2019 plausibel
und es ist darauf abzustellen.
Das
B._
-Gutachten genügt somit den Anforderungen an das strukturierte Beweis
verfahren und es liegt kein triftiger Grund im Sinne der Rechtsprechung vor, der ein Abweichen davon in rechtlicher Hinsicht gebietet
. Indem die Beschwerdegeg
nerin entgegen der RAD-Beurteilung und lediglich gestützt auf die – äusserst knappe –
Ressourcenprüfung
(
Urk.
8/101 S. 13) von der Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung des
B._
-Gutachten
s
abwich, nahm sie eine unzulässige jur
istische Parallelbeurteilung vor
(vgl. vorstehend E.
4.2.3
)
.
5
.
5.
1
Z
u prüfen bleibt, wie
sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.
2
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V
263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
122/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana
log anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis; zum jeweils massgebenden Vergleichszeitpunkt bei mehreren Sachverhaltsände
rungen vgl. Urteile des Bundesgerichts
9
C_829/2017 vom 31. Januar 2018 E. 2.1 und 9C_226/2011 vom 15. Juli 2011 E. 4.3.1 [in BGE 137 V 369 nicht publiziert]
).
Das Bundesgericht wendet in der Regel den zweiten Satz von
Art.
88a
Abs.
1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus. Ist aufgrund eines medizinischen Gutachtens überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand verbessert hat, nicht aber ersichtlich, wann diese Besserung eingetreten ist, kann es sich jedoch rechtfertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt der Begutachtung hin herabzu
setzen oder aufzuheben (
Urteil des Bundesgerichts 9C_68
7
/2018 vom 16. Mai 2019 E. 2 mit Hinweise
n
).
5.
3
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass
bei der Beschwerde
führerin
gemäss
B._
-Gutachter seit anfangs 2019 eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit besteht. Zuvor bestand
ebenfalls
eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit, wobei
gemäss Gutachter
für die
retrospektiven
Arbeitsunfähigkeitsphasen
auf die Angaben der Behandler
abzustellen ist
(
Urk.
8/95 S. 14;
Urk.
8/100 S. 1)
.
Da vorliegend
bei der Beschwerdeführerin
die adaptierte Tätigkeit dem bisherigen Beruf entspricht
(vgl.
Urk.
8/95 S. 15;
Urk.
8/101 S. 11)
,
kann
rechnerisch
ein Prozentvergleich
erfolgen
,
da sich Validen- und Invalideneinkommen entspre
chen. Sodann lag der Tabellenlohn (T1_tirage_skill_level) gemäss der Lohnstruk
turerhebung 2016 des Bundesamtes für Statistik (LSE) mit
Fr.
55'407.-- (
Fr.
4'429.
-- :
40 x 41.7 x 12) lediglich 7.5
%
unter dem zuletzt erzielten Lohn von
Fr.
59'878.-- (Wert 2016,
Urk.
8/10/2)
, was ohne Auswirkungen auf die Rentenhöhe bleibt.
Somit entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeits
unfähigkeit
respektive liegt leicht darüber,
jedenfalls aber unter 10
%
.
Nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahrs (vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
)
besteht
daher
bei der Beschwerdeführerin
ab
1.
Juli 2017
bei einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit Anspruch auf eine ganze Rente.
Da
bis 20.
November 2017
eine Arbeitsunfähigkeit z
wischen 7
0 % und
10
0 % vorlag und sich der Gesundheits
zustand
der Beschwerdeführerin
ab
1.
Dezember 2017 verbesserte, erfolgt die Herabstufung der Rente gemäss bundesgerichtlicher Praxis
erst nach Ablauf von drei Monaten seit der Veränderung des Gesundheitszustandes (zweiter
Satz von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
; vgl. vorstehend E.
5.
2
), mithin
ab
1.
März 201
8.
Von diesem Zeitpunkt an bestand eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit, womit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
resultiert
. Der
Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin verbesserte sich
weiter, so dass ab 1.
Januar 2019 eine Arbeitsfäh
i
gkeit von nunmehr 50 %
besteht
. Das hat nach Ablauf von drei Monaten zur Folge, dass ab
1.
April 2019 ein Anspruch auf eine halbe R
ente besteht.
Z
usamme
ngefasst hat die Beschwerdeführerin von
1.
Juli 2017 bis 2
8.
Februar 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, von
1.
März 2018 bis 3
1.
März 2019 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und ab
1.
April 2019 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen.
6.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Die Gerichtskosten werden auf
Fr.
800.-- festgesetzt und
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei auferlegt.