# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 46dd6c50-eab8-4227-ad10-6d9d3a9fbf79
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1973,
hat keinen Beruf erlernt, ist Mut
ter von zwei Kindern (geboren 1995 und 1998) und
lebt seit 1992 in der Schweiz, wo sie
als Putzfrau im Stundenlohn tätig sowie Hausfrau war (
Urk.
7/7
Ziff.
1.6,
Ziff.
3.1-2 und
Ziff.
5.4-5). Am 25. Oktober 2011 meldete sie sich
un
ter Hinweis auf ein seit April 2011 bestehendes Rückenleiden (Diskushernie)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/7
Ziff.
6.2-3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte Arztberichte (
Urk.
7/16,
Urk.
7/22
,
Urk.
7/34, 7/38
), Arbeitgeberberichte (
Urk.
7/18-19
,
Urk.
7/25,
Urk.
7/30
) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Aus
zug,
Urk.
7/20) ein und zog Akten des Kranken
taggeldversicherers (
Urk.
7/17,
Urk.
7/39)
bei
. Zudem führte sie eine Haushaltabklärung durch, worüber am
10. September 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/36).
Mit Vorbescheid vom 2
2.
Februar 2013 (
Urk.
7/43) stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Versicherte am
4. April 2013 (
Urk.
7/48) und ergänzend am 16. Mai 2013 (
Urk.
7/51) Einwände erhob.
Mit Verfügung vom 7. Juni 2013 (
Urk.
7/53
=
Urk.
2) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 7. Juni 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
10. Juli 2013 Beschwerde und beantragte, es seien die Verfügung vom 7. Juni 2013 und der Vorbescheid vom 2
2.
Februar 2013 aufzuheben, und es sei ihr eine In
validenrente aus dem richtigen Vergleich zwischen Validen- und Invalideneinkommen
zuzusprechen
. Eventuell seien ihr Eingliederungsmassnahmen (insbe
sondere berufliche Massnahmen) zuzusprechen. Sub
-
eventuell sei der Fall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, und es sei diese anzuweisen, ein neutra
les, umfassendes, interdisziplinäres Gutachten inklusive EFL-Abklärung
erstellen
zu lassen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die teilw
eise Gutheissung der Beschwerde mit der Begründung, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin näher abzuklären sei, bevor über den Leistungsanspruch abschliessend entschieden werden könne.
Mit Replik vom 19. November 2013 (
Urk.
10) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass eine Rückweisung der Angelegenheit zwecks Durchführung einer interdis
ziplinären Begutachtung und EFL-Testung mit vorangehendem Einigungsver
fahren und anschliessendem neuem
Entscheid sachgerecht sei.
Am 5. Dezember 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden gesetzlichen Grundlagen betreffend Umfang des Rentenan
spruchs (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) sowie die Bemessung de
r
Invalidität (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
; Art. 28a IVG
)
sind im angefoch
tenen Entscheid
zutreffend dargelegt
(
Urk.
2 S. 1)
. Darauf kann, mit nachfol
genden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin zu 80
%
erwerbstätig und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre (S. 1 unten). Aus ärztlicher Sicht sei ihr die Ausübung einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätig
keit ohne Heben von Gewichten über fünf Kilogrammen zu 100
%
zumutbar.
Im Erwerbsbereich resultiere so
mit keine Einschränkung. D
ie Einschränkung im Haushaltsbereich belaufe sich auf 4.9
%
, beziehungsweise gewichtet auf 0.98
%
, womit gesamthaft ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 1
%
resul
tiere (S. 2). Nach Einschätzung ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) seien keine medizinisc
hen Abklärungen mehr notwendig
(S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin
wandte sich
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die
von der Beschwerdegegnerin
gestützt auf eine Aktenbeurteilung des RAD ange
nommene Restarbeitsfähigkeit (S. 7 f.
Ziff.
5.15-17
, S. 12 f.
Ziff.
8.1-6
) sowie gegen die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung
(S. 9 ff.
Ziff.
6.4-9).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) beantragte
die Beschwerdegegnerin die teil
weise Gutheissung der Beschwerde. Sie begründete dies damit, dass sich
die von ihr angenommene 100%ige Restarbeitsfähigkeit auf die klinische Erfahrung ih
res RAD
stütze
, diese Einschätzung
- ohne
Durchführung
eigene
r
Untersuchun
gen
- gestützt auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen jedoch nicht ohne weiteres nachvollziehbar
sei
. Der Gesundheitszust
and der Beschwerdeführerin sei daher näher abzuklären, bevor über den Leistungsanspruch abschliessend entschieden werden könne.
2.4
In ihrer
Replik
(
Urk.
10) erachtete
die Beschwerdeführerin eine Rückweisung der Angelegenheit zwecks Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung und EFL-Testung mit vorangehendem Einigungsverfahren und anschliessendem neuem Entscheid
als
sachgerecht.
3.
Die
Parteien sind sich einig, dass zur Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin weitere medizinische Abklärungen angezeigt sind
und die Sache
daher
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist
. Dem ist gestützt auf die Sach
- und Rechtslage beizupflichten.
Wie die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin zutreffend erkannt haben, stellen insbesondere d
ie Stellungnahmen des RAD-Arztes vom 1
7.
Januar 2013 (
Urk.
7/41/4) und vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/
52)
keine taugliche
Grundlage zur Be
u
r
teilung des Ge
sundheitszustands und der daraus resultierenden (Rest)Arbeitsfähigkeit der
Be
schwerdeführerin dar, da sie
nicht auf eigenen
Untersuchungen beruh
en
und entsprechend weder befundunterlegt noch
nachvollziehbar
begründet
sind (vgl. vorstehend E. 1.4).
Soweit die Beschwerdeführerin beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zur
Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung und EFL-Testung mit vo
rangehendem Einigungsverfahren
anzuhalten, ist festzuhalten, dass es im Er
messen der Beschwerdegegnerin steht, darüber zu befinden,
mit welchen Mitteln die Sachverhaltsabklärung zu erfolgen hat (Art. 43
Abs.
1 ATSG,
Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2007 vom
6.
Februar 2008 E. 3.2). Bei Anordnung eines Gutachtens hat sie
indes
die Mitwirkungsrechte der versicherten Personen zu beachten (vgl. dazu
BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6 ff.). Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
, damit sie die
ihr
notwendig scheinenden
Abk
lärungen vornehme.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.
4.1
Da
es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG)
,
auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
B
eschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
4.
2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
,
welche
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
) und beim massgeblichen Stundenansatz von
Fr.
200.-- auf
Fr.
2‘000.--
(inkl. Barauslagen
und Mehrwert
steuer) festzulegen ist.