# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75d0dc81-d151-487d-8387-55dba3bb8fd6
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
D._, geb. 2006, besuchte im Schuljahr 2017/18 die fünfte Regelklasse in C._. Ende
Mai 2018 trat sie in eine Privatschule über. Am 22. September 2020 stellten die Eltern
von D._, A._ und B._, bei der Schule X._ einen Antrag auf Übernahme der Kosten
für die Privatbeschulung ab Mai 2018. Zur Begründung führten sie an, dass D._
damals notfallmässig aus der Schule habe herausgenommen werden müssen. Sie habe
seelisch und körperlich stark unter der Schulsituation gelitten, so dass ein weiterer
Verbleib unzumutbar gewesen sei. Die Schule X._ habe keine den Bedürfnissen von
D._ entsprechende Lösung angeboten und ihre Sorgfalts- und Fürsorgepflicht nicht
wahrgenommen. Daher hätten sie als letztes Mittel für eine private Beschulung sorgen
müssen. Dies sei auch von den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten (KJPD)
F._ empfohlen worden. Den dadurch entstandenen finanziellen Aufwand habe die
Schule X._ zu verantworten (act. G 8/1a/2 f.).
A.a.
Mit Verfügung vom 17. November 2020 lehnte die Schulleitungskonferenz X._ das
Gesuch um Übernahme der Kosten für die Privatbeschulung von D._ ab. Zur
Begründung wurde unter anderem festgehalten, die Schule habe mit den für die
Schullaufbahn relevanten Stellen zusammengearbeitet und sich an eigenen
Erfahrungswerten sowie an der fachlichen Beurteilung des Schulpsychologischen
Dienstes (SPD) orientiert. Er sei versucht worden, mit den Eltern auf dieser Basis eine
gemeinsame Lösung zu erarbeiten, was aber nur anfänglich geglückt sei. Die Eltern
hätten im Rahmen der Zusammenarbeit einseitig entschieden, einen anderen Weg in
Form einer Privatbeschulung einzuschlagen. Die Darstellung der Eltern, dass die
Schule X._ Bestimmungen im Zusammenhang mit der Schulsituation von D._ nicht
beachtet habe, treffe ebenso wenig zu wie der Vorwurf, die Schule habe sich
geweigert, D._ ab Sommer 2018 zu beschulen. Das Vorbringen, wonach der KJPD die
Beschulung von D._ in einer Privatschule als unumgänglich erachtet habe, sei
unzutreffend. Im Mail des KJPD vom 17. Mai 2018 sei der Besuch einer Sonderschule,
wenn auch weniger wünschenswert als eine Privatschule, ausdrücklich als Option für
A.b.
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B.
D._ gesehen worden. Der Anspruch auf kostenlosen Grundschulunterricht beinhalte
keinen Anspruch auf optimale Beschulung. Mit der von den Eltern vorgenommenen
Anmeldung bei der Privatschule sei der Schule X._ die Möglichkeit entzogen worden,
die Anordnung sonderpädagogischer Massnahmen zu prüfen (act. G 8/1a/1). Den
hiergegen erhobenen Rekurs vom 30. November 2020 (act. G 8/1) wies das
Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen (BD) mit Entscheid vom 29. September
2021 ab (act. G 2).
Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._ (Beschwerdeführer) am 13. Oktober
2021 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten für die Privatbeschulung von D._ ab
Austritt aus der Schule X._ im Mai 2018 zu übernehmen. Eventualiter sei die Sache an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G
1).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 5. November 2021 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführer. Zur Begründung
verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 7). In der Vernehmlassung vom
1. Dezember 2021 beantragte Rechtsanwältin Dr. Rebecca von Rappard, St. Gallen, für
die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführer (act. G 10).
B.b.
Mit Eingabe vom 15. Dezember 2021 bestätigten die Beschwerdeführer ihren
Standpunkt (act. G 12). Hierzu äusserte sich die Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 18. Dezember 2021 (act. G 14). In der Folge
erging eine weitere Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 31. Januar 2022 (act. G
16). Im Schreiben vom 25. Februar 2022 gab die Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin den Verzicht auf eine erneute Stellungnahme bekannt (act. G 19).
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als gesetzliche Vertreter
(vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB) sind die
Eltern von D._ zur Ergreifung des Rechtsmittels sowohl in eigenem als auch in ihrem
Namen grundsätzlich legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP; BGer
2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.2
und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1). Die Beschwerdeeingabe vom
13. Oktober 2021 erfolgte rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
bis
Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV)
und Art. 2 lit. m der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährleisten
den Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht. Diese
Normen begründen den rechtlich durchsetzbaren verfassungsmässigen
Individualanspruch auf eine positive staatliche Leistung im Bildungsbereich.
„Schulpflichtige“ in diesem Sinne und Träger des Rechtsanspruchs sind Kinder und
Jugendliche vom Kindergarten bis und mit der Sekundarstufe I (vgl. BGE 140 I 153
E. 2.3.1 mit Hinweisen). Für das Schulwesen sind die Kantone zuständig (Art. 3 und
Art. 62 Abs. 1 BV). Sie müssen in organisatorischer, fachlicher und finanzieller Hinsicht
für einen ausreichenden Grundschulunterricht sorgen, der allen Kindern offensteht
(Art. 62 Abs. 2 Satz 1 BV). Dieser muss angemessen und geeignet sein; er soll
genügen, um die Schüler sachgerecht auf ein selbstverantwortliches Leben
vorzubereiten. Der verfassungsrechtliche Anspruch umfasst indes nur ein
angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen
Schulen. Ein darüberhinausgehendes Mass an individueller Betreuung kann mit
Rücksicht auf das staatliche Leistungsvermögen nicht eingefordert werden. Der
verfassungsmässige Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht gebietet nicht
die optimale bzw. geeignetste überhaupt denkbare Schulung eines Kindes (vgl. BGE
141 I 9 E. 3.2 f. mit Hinweisen). Der Grundschulunterricht ist obligatorisch und
untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht. An öffentlichen Schulen ist er unentgeltlich
(Art. 62 Abs. 2 Satz 2 und 2 BV).
2.1.
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Die Verfassung des Kantons St. Gallen gewährleistet das Recht, Privatschulen zu
gründen, zu führen und zu besuchen (Art. 3 Ingress und lit. a KV). Der Besuch einer
Privatschule beruht auf einem privatrechtlichen Schulvertrag zwischen den Eltern und
der Privatschule. Der Entschluss der Eltern, ihr Kind an Stelle der öffentlichen
Volksschule eine anerkannte Privatschule besuchen zu lassen, ist grundsätzlich
unteilbar: Mit der Privatschule wird deren ganzes Angebot gewählt und auf das
gesamte Angebot der öffentlichen Volksschule verzichtet. Die Schulgemeinde bleibt
indessen jederzeit bereit bzw. verpflichtet, ein aus der Privatschule zurückkehrendes
Kind wieder in den unentgeltlichen öffentlichen Unterricht aufzunehmen. Aus Art. 19
und Art. 62 Abs. 2 Satz 3 BV ergibt sich kein Anspruch auf staatliche (Mit-)Finanzierung
des privaten Grundschulunterrichts, jedenfalls so lange nicht, als an öffentlichen
Schulen ein ausreichender Unterricht angeboten wird. Ferner kann ein Anspruch auf
fallweise Übernahme des Schulgeldes durch den Staat bejaht werden, wenn dem
betreffenden Schulkind aufgrund schwerwiegender individueller Probleme der
ausreichende Grundschulunterricht an keiner öffentlichen Schule gewährt werden
kann, so dass als ultima ratio nur der Besuch einer spezialisierten privaten
Bildungseinrichtung den grundrechtlichen Anspruch von Art. 19 BV einlösen kann (vgl.
VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 6.2, B 2014/132 vom 19. Juli 2016 E. 3.2,
jeweils mit weiteren Hinweisen). Laut Art. 51 des Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG)
hat das im Kanton St. Gallen wohnende Kind das Recht, jene öffentliche Schule zu
besuchen, die seinen Fähigkeiten entspricht und deren Anforderungen es erfüllt (Art. 52
VSG). Wenn es besondere Gründe rechtfertigen, kann ein auswärtiger Schulbesuch
gestattet oder angeordnet werden (Art. 53 Abs. 1 VSG; vgl. VerwGE B 2017/59 vom
23. März 2018 E. 6.3, B 2014/132 vom 19. Juli 2016 E. 3.3, jeweils mit weiteren
Hinweisen). Nach Art. 35 Abs. 1 VSG besuchen Schülerinnen und Schüler mit
besonderem Bildungsbedarf die Regelklasse oder Kleinkasse, wenn sie vom Unterricht
profitieren und das soziale Gefüge der Klasse wahrnehmen können (lit. a), der Besuch
für die Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags geeignet, erforderlich und
zumutbar ist (lit. b) und nicht überwiegende Interessen der Klasse oder des Umfeldes
entgegenstehen (lit. c). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, besuchen
Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf eine Sonderschule (Art.
35 Abs. 3 VSG).
2.2.
bis
bis
In schulischen Angelegenheiten sind die Eltern im Interesse ihres Kindes verpflichtet,
mit den zuständigen Behörden zu kooperieren. Diese Kooperationspflicht ergibt sich
nicht nur aus dem Zivilrecht (Art. 302 Abs. 3 ZGB), sondern auch aus dem Gebot von
2.3.
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Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), dem im schulischen Kontext im Interesse des
Kindswohls besondere Bedeutung zukommt. Die Kooperationspflicht besteht auch
dort, wo ein Kind schulische Schwierigkeiten hat, sei dies aufgrund von
leistungsmässiger Über- oder Unterforderung, sei dies aufgrund von Konflikten mit
anderen Schülern oder der Lehrperson. Schulbehörden und Eltern haben in einer
solchen Situation in gegenseitiger Absprache eine auf die Bedürfnisse des Kindes
zugeschnittene Lösung des Problems zu finden, wobei von Seiten der öffentlichen
Schule keine optimale, sondern "nur" eine ausreichende Beschulung sicherzustellen
ist. Hieraus ergibt sich, dass eine Gemeinde verfassungsrechtlich nicht zur
rückwirkenden Übernahme des Schulgelds für den Besuch einer auswärtigen Schule
verpflichtet werden kann, wenn Eltern ohne hinreichenden Grund ihr Kind aufgrund von
Problemen in der Schule am Wohnort eine Privatschule oder die öffentliche Schule
einer anderen Gemeinde besuchen lassen. Wohl steht es im Belieben der Eltern, diese
Entscheidung im Einverständnis mit den Trägern der neuen Schule zu treffen; die aus
Art. 19 BV fliessende Pflicht der Wohngemeinde zur Kostenübernahme fällt in einer
solchen Konstellation jedoch zumindest mit Blick auf die bis zum Gesuch um
Kostentragung angefallenen Schulgelder dahin, weil den zuständigen Schulbehörden
der Wohnortgemeinde die Gelegenheit genommen wird, in Kooperation mit den Eltern
eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden. Nur wo eine solche Lösung
offensichtlich nicht möglich ist und den Eltern ein weiteres Zuwarten aufgrund der
akuten Gefährdung des Wohls ihres Kindes und einer länger anhaltenden
pflichtwidrigen Untätigkeit der Schulbehörden nicht weiter zugemutet werden kann, ist
die Befugnis zu einem Schulwechsel ausnahmsweise zu bejahen und würde die
Kostentragungspflicht auch rückwirkend greifen. Eine solche Notstandssituation darf
jedoch nur mit grösster Zurückhaltung und bei Vorliegen einer schweren
Pflichtverletzung der Schule angenommen werden, können die Eltern doch auch ein
ordentliches Gesuch um Schulumteilung und Kostenübernahme stellen und den
allenfalls negativen Entscheid der zuständigen Behörde auf dem Rechtsmittelweg
anfechten. In einem solchen Verfahren bleibt es ihnen unbenommen, im Sinne einer
vorsorglichen Massnahme auch die provisorische Beschulung ihres Kindes in einer
anderen Schule zu beantragen. Damit ist ihren Interessen im Regelfall hinreichend
Rechnung getragen. Eine zurückhaltende Anwendung des "Notstandsrechts" auf
eigenmächtigen Schulwechsel dient auch dem Zweck, die Schaffung vollendeter
Tatsachen durch eine dafür nicht zuständige Privatperson zu verhindern; im Regelfall
soll aufgrund eines eingehenden Beweisverfahrens durch staatliche Behörden geklärt
werden, ob die Voraussetzungen für einen Schulwechsel gegeben sind (BGer
2C_561/2018 vom 20. Februar 2019 E. 3.3 f.).
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3.
Gemäss Art. 12 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte
Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch
Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von
Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere
geeignete Weise. Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der
Parteien relativiert (vgl. B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar Zürich/St. Gallen 2020, N 14-16 zu Art.
12-13 VRP). Diese Pflicht ist insofern gerechtfertigt, als die Beteiligten den Sachverhalt
nicht nur besser kennen, sondern oft auch ein eigenes Interesse daran haben, ihre
Darstellung des Sachverhalts beweismässig zu untermauern. Sie führt dazu, dass die
Verfahrensbeteiligten vor allem dort, wo sie eine Bewilligung oder eine staatliche
Leistung beanspruchen, das tatsächliche Fundament ihres Begehrens weitgehend
selbst behaupten und die Beweise dafür anbieten müssen. Kann von den Privaten nach
den Umständen eine Handlung oder eine Äusserung erwartet werden und bleibt eine
solche aus, so haben die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die nicht
aktenkundig sind. Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Abklärung von
Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörde (BGE 130 II 499, 464 und
128 II 139, 142 f.). Wenn nach Abschluss des Beweisverfahrens und der
Beweiswürdigung keine Überzeugung der Erstinstanz über die relevanten Tatsachen
zustande kommt, hat im Fall, in welchem - wie vorliegend - eine Verfügung mit
begünstigendem Charakter zur Diskussion steht, der zu Begünstigende die Beweislast
für die Voraussetzungen der Begünstigung bzw. die Folgen einer allfälligen
Beweislosigkeit zu tragen (vgl. VerwGE 2013/172 vom 26. August 2014 E. 2.1 mit
Hinweisen).
Unbestritten ist, dass D._ von den Beschwerdeführern im Mai 2028 ohne vorgängig
gestelltes Gesuch um Kostentragung bei der Privatschule Q._ angemeldet worden war
und dort seit dem 29. Mai 2018 die Schule besuchte. Streitig ist, ob bei D._ im
Zeitpunkt Schulwechsels oder zuvor von einer akuten Gefährdung des Kindeswohls
aufgrund pflichtwidriger Untätigkeit der Beschwerdegegnerin und/oder (unabhängig
vom Vorliegen einer Pflichtwidrigkeit) von einer Unzumutbarkeit des weiteren Verbleibs
in der Schule auszugehen war, welche den durch die Beschwerdeführer veranlassten
Schulwechsel als unabdingbar erscheinen lassen. Im Bericht des
Schulpsychologischen Dienstes (SPD) vom 14. August 2018 wurde unter anderem
dargelegt, D._ sei auf Empfehlung des Ostschweizerischen Kinderspitals Mitte Januar
3.1.
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2018 von der Klassenlehrerin im Einverständnis der Eltern zu einer
schulpsychologischen Abklärung angemeldet worden. Seit Herbst 2017 habe sie fast
durchgehend Schulabsenzen gezeigt. Es seien keine medizinischen Ursachen ihrer
Kopf- und Bauschmerzen sowie ihrer Übelkeit gefunden worden. Im Dezember 2017
sei die Schulsozialarbeiterin (SSA) involviert worden. Ab Januar 2018 habe die
Heilpädagogin das Mädchen in regelmässigen Einzel- oder Gruppensettings betreut.
Durch die Ängste vor dem Schulbesuch habe sich ein schulischer Rückstand
eingestellt. In Absprache mit der Schule, dem KJPD und den Beschwerdeführern sei
ein regelmässiger interdisziplinärer Austausch aufgegleist und gepflegt worden. Bis zu
den Frühlingsferien habe dies gut funktioniert und D._ habe sich unter engmaschiger
Betreuung durch die Psychologin mit kleineren Rückfällen an den Aufbauplan gehalten,
so dass sich die Anzahl Schulbesuchstage wieder erhöht habe. Das Ziel einer
vollständigen Rückführung in die Schule nach den Frühlingsferien sei für D._ aber zu
ambitiös gewesen und sie habe den Schulbesuch erneut verweigert, wobei zunehmend
gegenläufige Bestrebungen der Beteiligten die intensive Zusammenarbeit in Frage
gestellt hätten. Die schulischen Ressourcen hätten sich erschöpft, was zum Vorschlag
einer Dispensation vom Unterricht und einer Tagesstruktur auf einem Pferdehof mit
ergänzender Einzelbeschulung geführt habe. Die Beschwerdeführer hätten mit D._
aber einen eigenen Weg gewählt und sie an der Privatschule angemeldet. Der
Schulbesuch funktioniere zwar auch dort nicht immer, D._ zeige aber ein grösseres
Selbstvertrauen. Aus Sicht des KPJD könnten die Ängste im Zusammenhang mit dem
Schulbesuch als Signal verstanden werden, anstehenden Entwicklungsschritten
auszuweichen. Aufgrund des anhaltenden Schulabsentismus sei auch ein
Klinikaufenthalt besprochen worden. Die Möglichkeiten der Regelschule seien bei
paralleler ambulanter Betreuung durch den KJPD allesamt ausgeschöpft worden, ohne
den gewünschten Erfolg zu bringen. D._ würde aus schulpsychologischer Sicht mehr
Unterstützung durch Lehr- und Fachpersonen, ein gut strukturiertes schulisches
Umfeld mit kleinen Klassen und ein Betreuungsangebot mit wohlwollender und enger
Begleitung benötigen, um zu schulischen und persönlichen Erfolgserlebnissen zu
kommen. Falls keine psychiatrische Betreuung in einem solchen Szenario Priorität
habe, müsste im Rahmen einer externen oder internen Sonderschulung eine geeignete,
vom Kanton anerkannte Sonderschule für Kinder mit Lern- und
Verhaltensschwierigkeiten gefunden werden (act. G 8/1a/3).
Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid unter anderem aus, den Akten lasse
sich nicht entnehmen, dass die Klassenlehrperson die Ängste von D._ negiert, keine
Lösungen gesucht und keine Fachpersonen zugezogen habe. Vielmehr habe sich die
3.2.
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Lehrperson engagiert eingesetzt und sei in engem Austausch mit den
Beschwerdeführern gestanden. Am Gespräch vom 8. Januar 2018 sei es einerseits um
die jährliche Beurteilung gegangen. Anderseits sei entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer dort auch die aktuelle Situation von D._ angesprochen worden. Es
fänden sich auch verschiedene E-Mails in den Akten, in denen sich die
Beschwerdeführer bei der Lehrperson und der SSA für deren Arbeit bedanken würden.
Zudem hätten die Beschwerdeführer im Kostenübernahmegesuch selber ausgeführt,
dass die Klassenlehrerin am 27. November 2017, rund einen Monat nach Beginn der
Absenzen, eine SPD-Abklärung vorgeschlagen habe. Es seien die Beschwerdeführer
gewesen, die erst den Termin vom 1. Dezember 2017 bei der Psychologin hätten
wahrnehmen wollen. Für ein Untätigbleiben der schulischen Stellen oder eine
Überforderung der Klassenlehrerin liessen sich den Akten jedenfalls keine Hinweise
entnehmen. Vielmehr sei ersichtlich, dass die zuständigen Stellen der Schule in
regelmässigem Austausch mit den Beschwerdeführern gestanden und nach einer
Lösung der Absentismus-Problematik gesucht hätten. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer stelle der seitens der Schulleitung eingebrachte Vorschlag einer
Beschulung von D._ in der Time-out-Klasse M. nicht zum vornherein einen
untauglichen Versuch oder gar eine Drohung dar, sondern sei eine mögliche
Massnahme, die allerdings eine entsprechende SPD-Empfehlung voraussetze. Bei
Schulabsentismus sei es Aufgabe der Schulleitung, die Eltern und das Kind auf die
Schulpflicht hinzuweisen und die möglichen Konsequenzen aufzuzeigen. Die Schule
habe die von der KJPD erstellten Wochenpläne akzeptiert und die Klassenlehrerin sei in
engem Austausch mit der Psychologin des KJPD gestanden. Am "Runden Tisch" vom
28. März 2018 mit Beteiligung des SPD, des KJPD, des Schulpräsidenten, der
Schulleitung, der schulischen Heilpädagogin (SHP), der SSA, der Beschwerdeführer
und der Klassenlehrerin habe der Schulpräsident ausgeführt, dass eine solche
Intensivbetreuung auf Dauer nicht das Ziel sein könne und nach den Frühlingsferien ein
ordnungsgemässer Unterricht stattfinden müsse, ansonsten es ein anderes Setting
brauche. Der Schulpsychologe habe die Frage einer allfälligen Time-out-Beschulung
aufgeworfen. Verschiedene Möglichkeiten (Time-out-Beschulung, Z._, H._,
Sonderschule) seien besprochen worden. Als sich nach den Frühlingsferien gezeigt
habe, dass das angestrebte Ziel einer normalen Beschulung von D._ nicht erreicht
werden könne, habe der Schulpräsident am 8. Mai 2018 vorgeschlagen, das weitere
Vorgehen die darauffolgende Woche mit dem KJPD zu besprechen. Gleichzeitig habe
er dargelegt, wie er sich den weiteren Ablauf vorstellen könne: Dispensation vom
Klassenunterricht bis zu den Sommerferien und stattdessen einzelne Lektionen
Unterricht bei einer Lehrperson; daneben Beschäftigung von D._ in einem Pferdehof,
um eine Tagesstruktur zu schaffen; Beschulung im Z._ nach den Sommerferien. Sollte
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4.
dies nicht möglich sein, stehe eine Sonderbeschulung im Vordergrund (act. G 8/8a/25).
Der Beschwerdeführer habe mit E-Mail vom 18. Mai 2018 geantwortet, dass "dem
Ganzen so ab nächster Woche nichts im Wege" stehe und aktuell der Plan "für uns so
ok, müssen aber da ev. bisschen flexibel sein" (act. G 2 S. 17-20).
Mit ihrem Vorgehen, ihre Tochter D._ nur gerade eine Woche später (am 25. Mai 2018)
von der Schule X._ abzumelden und bei der Privatschule anzumelden, hätten die
Beschwerdeführer den schulseits eingeschlagenen Weg der Lösungsfindung von sich
aus beendet. Eine pflichtwidrige Untätigkeit der Beschwerdegegnerin mit Bezug auf die
Situation von D._ könne nicht als dargetan gelten. Dass zu jener Zeit noch kein SPD-
Bericht mit entsprechender Empfehlung vorgelegen habe, könne nicht zur Folge haben,
dass die aktenkundigen Bemühungen und Massnahmen der Schule als nicht erfolgt
oder unpassend zu gelten hätten, zumal der Schulpsychologe schon früh in die
Beratung der Klassenlehrperson und der SSA einbezogen gewesen sei, im Februar
2018 die Abklärung durchgeführt und ab 8. März 2018 die Fallführung übernommen
habe. Aufgrund des Schulwechsel-Entscheids der Beschwerdeführer sei keine
Möglichkeit mehr gegeben gewesen, den Schulabsentismus von D._ weiter
anzugehen und allfällige sonderpädagogische Massnahmen entsprechend der
Empfehlung des Schulpsychologen zu prüfen. Das Vorgehen der Beschwerdeführer
erweise sich als eigenmächtig und verletze die Kooperationspflicht. Auch vermöchten
sie nicht zu belegen, dass D._ ein weiterer Schulbesuch an der Schule X._ bzw. einer
geeigneten Sonderschule unzumutbar gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin habe
die Übernahme der Kosten der Privatbeschulung zu Recht abgelehnt (act. G 2 S. 20 f.).
Die Beschwerdeführer beanstanden eine unzutreffende Wiedergabe des Sachverhalts
im vorinstanzlichen Entscheid (act. G 2 S. 2 unten), wonach die Lehrerin der
Beschwerdeführerin eine Abklärung beim SPD vorgeschlagen (act. G 1 Rz. 10) und der
Schulleiter am 16. Januar 2018 telefonisch mitgeteilt habe, dass D._ in Absprache mit
dem Schulratspräsidenten ab dem 12. Februar 2018 wieder ganz am Schulunterricht
teilnehmen müsse, ansonsten sie in die Timeout-Klasse versetzt werde (act. G 1 Rz.
11). Hierbei handelt es sich indes um Zitate aus der Eingabe der Beschwerdeführer
vom 22. September 2020 (act. G 8/1a/1 S. 2 Ziffer 7 und S. 5 Ziffer 17). Auch die von
den Beschwerdeführern beanstandete (act. G 1 Rz. 13) Erwägung im angefochtenen
Entscheid, wonach alle vorgeschlagenen externen Sonderschulen für sie (die
4.1.
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Beschwerdeführer) ohnehin nicht in Frage gekommen seien (act. G 2 S. 7), ist aus ihrer
Rekursschrift vom 30. November 2020 zitiert (act. G 8/1 S. 8). Sodann bezieht sich die
Feststellung im angefochtenen Entscheid, wonach das rechtliche Gehör ausreichend
gewahrt worden sei, entgegen der Annahme der Beschwerdeführer (act. G 1 Rz. 14)
auf die Verfügung der Schule vom 17. November 2020 (act. G 2 S. 12 erster Absatz).
Was das weitere Vorbringen betrifft, wonach der SPD-Bericht vom 14. August 2018
(act. G 8/8a/28) verspätet vorgelegen habe (act. G 1 Rz. 12 und 33), ist festzuhalten,
dass die Klassenlehrerin die SPD-Abklärung bereits am 10. November 2017
thematisiert hatte (act. G 8/8a/1). Im Januar 2018 erfolgte dann der Beizug des SPD,
welcher die Fallführung in der Folge ab 8. März 2018 übernahm (vgl. act. G 8/8a/28
[Mail vom 8. März 2018] und G 8/8a/28). Ein "Kardinalbeweis", dass eine
bedarfsgerechte Beschulung bis zu den Sommerferien weder in Aussicht gestellt noch
sichergestellt gewesen sei (act. G 1 Rz. 12), lässt sich hieraus nicht ableiten, zumal die
Beschwerdeführer ihre Tochter bereits lange vor den Sommerferien, am 25. Mai 2018,
von der Schule X._ abmeldeten, ohne den weiteren Verlauf und die damals noch
ausstehende Berichterstattung des SPD (act. G 8/8a/28) abzuwarten.
Im Zusammenhang mit der sämtlichen verfahrensbeteiligten Personen und Stellen
zugestellten "Verfügung des Präsidenten der Schulleitungskonferenz" vom 18. Mai
2018, wonach D._ - neben individueller Beschulung und Betreuung - zur Wahrung
einer Tagesstruktur an eineinhalb Tagen pro Woche in einem Pferdehof hätte mithelfen
sollen (act. G 3 Beilage 2), beanstanden die Beschwerdeführer sodann, dass D._ im
Sinn von Art. 12 der UN-Kinderrechtskonvention (SR 0.107; KRK) hätte angehört
werden müssen. D._s Argumente seien ausser Acht gelassen worden. Somit sei das
rechtliche Gehör nicht gewahrt (act. G 1 Rz. 14 und 35). Nach Art. 12 KRK sichern die
Vertragsstaaten dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht
zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und
berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen entsprechend seinem Alter und
seiner Reife (Abs. 1). Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit
gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder
unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den
innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden (Abs. 2). Eine genauere
Ausgestaltung, wann ein Kind selbst gehört werden muss oder wer als Vertreter in
Frage kommt, fehlt in Art. 12 KRK und ist prinzipiell der Auslegung und Umsetzung
durch die Vertragsstaaten überlassen. Als Vertreter kommen insbesondere die Eltern
oder ein Elternteil in Betracht. Die Vertreter des Kindes sollen den Ablauf des
Verfahrens und der Entscheidungsfindung hinreichend verstehen und Erfahrung in der
4.2.
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Arbeit mit Kindern haben (vgl. St. Schmahl, Kinderrechtskonvention mit
Zusatzprotokollen, Handkommentar, Baden-Baden 2013, N 16 zu Art.12 KRK). Die
Anhörung eines Vertreters des Kindes braucht gemäss Art. 12 Abs. 2 KRK lediglich im
Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften durchgeführt zu werden. Eine
persönliche Anhörung ist nicht in jedem Fall unerlässlich; wenn die Kinder durch ihre
Eltern vertreten werden und beider Interessen gleichläufig sind, kann die Ansicht der
Kinder auch ohne persönliche Anhörung durch die Eltern eingebracht werden, sofern
der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese Anhörung festgestellt werden kann
(vgl. BGer 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 5.1 mit Hinweisen). Die
Beschwerdeführer wurden im Verlauf des Verfahrens immer wieder angehört und
waren am Verfahren aktiv beteiligt. So hätten sie insbesondere auch die Möglichkeit
gehabt, sich zur vorgesehenen Tätigkeit auf dem Pferdehof (act. G 1 Beilage 2) zu
äussern. Im Bericht des SPD vom 14. August 2018 wurde zum letztgenannten Punkt im
Übrigen festgehalten, dass die schulischen Ressourcen erschöpft gewesen seien, was
zum Vorschlag einer Dispensation vom Unterricht und einer Tagesstruktur auf einem
Pferdehof mit ergänzender Einzelbeschulung geführt habe (act. G 8/8a/28 S. 3 Mitte).
Auf eine zusätzliche Befragung von D._ durfte auch insofern verzichtet werden, als
sich die tatsächlichen Verhältnisse - wie sich aus den nachstehenden Darlegungen
ergeben wird - aus den Verfahrensakten, insbesondere auch aus der aussagekräftigen
E-Mail-Korrespondenz der Beschwerdeführerin mit der damaligen Klassenlehrerin von
D._ ergeben (vgl. act. G 8/8a). Letztere stellen "echtzeitliche" Beweismittel dar und
beinhalten in diesem Sinn Aussagen "der ersten Stunde". Eine nachträgliche mündliche
Befragung von D._ wäre angesichts der konkreten Gegebenheiten aller Voraussicht
nach nicht geeignet gewesen, ein zuverlässigeres Beweisergebnis zu bewirken (vgl. zur
antizipierten Beweiswürdigung BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit
Hinweisen).
Die Beschwerdeführer machen in materieller Hinsicht geltend, die Vorinstanz übersehe
im ganzen Entscheid, dass der Grundschulunterricht vor allem für das Kind zumutbar
sein müsse. Zum Zeitpunkt der Herausnahme von D._ aus der Schule X._ aufgrund
grob pflichtwidriger Untätigkeit der Schulbehörden sei D._s Kindeswohl akut
gefährdet gewesen, so dass der Wechsel an die Privatschule als Ultima ratio angezeigt
gewesen sei. Die Schule habe sich um ihre schulpflichtigen Kinder zu kümmern, gerade
wenn diese durch Schulabsentismus der Schule fernbleiben würden. Die Schule X._
habe jedoch nie etwas von sich hören lassen. Sie habe auch keinen Kontakt mit ihnen
aufgenommen und nachgefragt, wie es D._ in der Privatschule ergehe. Sie habe es
versäumt, D._ eine Möglichkeit zur Rückkehr in die Schule X._ aufzuzeigen. Den
4.3.
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Akten lasse sich entnehmen, dass die Klassenlehrperson die Ängste von D._ negiert
und keine zielführende Lösung gesucht habe. Es sei ihnen (den Beschwerdeführern)
überlassen gewesen, Kontakt zur Sozialarbeiterin, zum KJPD, zum Kinderspital und zu
möglichen geeigneten Schulen aufzunehmen. Die Klassenlehrperson habe sich nie
gemeldet und nie nach D._s Befinden gefragt. Den Kontakt zu D._ habe sie nie
gesucht. Alle Optionen und Möglichkeiten einer externen Beschulung seien einzig von
ihnen (den Beschwerdeführern) erarbeitet und angegangen worden. Am
Standortgespräch vom 8. Januar 2018 sei nur über die Beurteilung der Leistungen
gesprochen worden. Die für eine Anmeldung zur schulpsychologischen Abklärung
verantwortliche Lehrperson sei überfordert gewesen. Dies könne nicht an die
Schulsozialarbeiterin delegiert werden. Wenn die Vorinstanz im Weiteren den Vorschlag
der Schulleitung betreffend Beschulung in der Time-out-Klasse nicht als zum
vornherein untauglichen Lösungsversuch sehe, sei dies eine Missachtung der
gesetzlichen Voraussetzungen für diese Beschulungsform. Auch der Leiter der Time-
out-Klasse habe auf Anfrage mitgeteilt, dass D._ dort am falschen Ort wäre. Die vom
KJPD erstellten Wochenpläne seien sodann von der Schule im Zeitverlauf immer
weniger bis schlussendlich nicht mehr umgesetzt worden, weshalb der "Runde Tisch"
einberufen worden sei, an welchem der Schulpräsident zugegeben habe, dass diese
Massnahmen von der Schule nicht weiter umgesetzt würden. Die Schule habe
Möglichkeiten aufgezählt, der Bedarf für D._ sei indes nicht eruiert worden. Die vom
Schulpräsidenten am 8. Mai 2018 vorgeschlagenen Massnahmen (Dispensation vom
Klassenunterricht, Erteilung einzelner Schullektionen, Tätigkeit auf dem Pferdehof)
hätten eine adäquate, bedarfsgerechte Beschulung nicht sichergestellt. Man habe
Möglichkeiten (u.a. Beschulung im Z._, Sonderbeschulung) aufgezählt, während D._
immer mehr habe leiden müssen; für die Familie sei die immense Belastung nicht mehr
auszuhalten gewesen. Der Schulpräsident habe Druck aufgesetzt und die
"Überweisung in den Pferdehof" eigenmächtig verfügt. Die Zusammenarbeit von Eltern
und Schule beruhe jedoch auf Gegenseitigkeit. Die Anmeldung von D._ bei der
Privatschule habe aller Unsicherheit, allem Druck und Leiden ein Ende gesetzt. Der
Schulpsychologe habe seinen Bericht erst zur Verfügung gestellt, als D._ bereits in der
Privatschule gewesen sei. D._ sei komplett isoliert worden. Das soziale Umfeld der
Schule sei ihr weggenommen worden. Dass sie darunter seelisch und körperlich in
höchsten Mass gelitten habe und es nicht mehr zumutbar gewesen sei, sie an der
Schule zu belassen, sei evident (act. G 1).
Aus den Akten ist ersichtlich, dass die ab Dezember 2017 im Zusammenhang mit dem
Schulabsentismus von D._ beigezogenen Stellen sowie die damalige Klassenlehrerin
4.4.
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in Zusammenarbeit mit den Beschwerdeführern aktiv Massnahmen einleiteten und
begleiteten (vgl. act. G 8/8a/1-29, G 8/10a/1-6). Wenn die Beschwerdeführer unter
Hinweis auf das Gesprächsprotokoll vom 9. Januar 2018 ihr Vorbringen im Rekurs
wiederholen, dass die Klassenlehrperson die Ängste von D._ negiert und keine
zielführende Lösung gesucht habe (act. G 1 Rz. 21), ist festzuhalten, dass das
erwähnte Gesprächsprotokoll vorab die Beurteilung der Schulleistungen betraf, indes
auch die Schwierigkeiten von D._, ins Schulzimmer zu kommen, erwähnte (act. G 3/3;
G 8/8a/9). Mit der Vorinstanz (act. G 2 S. 17 f.) ist sodann festzuhalten, dass das
Engagement der Klassenlehrerin und der enge Austausch mit den Beschwerdeführern
aktenmässig dokumentiert sind. Sie äusserte sich hierbei durchwegs positiv und nahm
auch mit der behandelnden Psychologin von D._ Rücksprache, um auf die
Problematik von D._ eingehen zu können (vgl. act. G 8/8a/1-10, 13-24). In ihren
Rückmeldungen bedankten sich die Beschwerdeführer jeweils bei der Klassenlehrerin
(vgl. act. G 8/8a/4, 5, 16, 21, 24). Das Elterngespräch vom 11. Januar 2018 unter
Einbezug der Schulleitung und der SHP betraf sodann spezifisch die Problematik von
D._ (act. G 8/1a/6). Widersprüchlich erscheint vor diesem Hintergrund, dass die
Beschwerdeführer die Klassenlehrerin nunmehr im Beschwerdeverfahren als unfähig
und überfordert bezeichnen (vgl. act. G 1 Rz. 23). Was die im Rahmen des Gesprächs
vom 29. Januar 2018 von der Schulleitung in Betracht gezogene Beschulung von D._
in der Timeout-Klasse M. betrifft (act. G 8/8a/15), ist festzuhalten, dass Gespräche der
Eruierung einer möglichen Lösung dienen und bei der Sichtung von
Problemlösungsansätzen unter Umständen auch Möglichkeiten zur Sprache kommen,
die sich in der Folge als nicht realisierbar bzw. unpassend erweisen. Zum weiteren
Vorbringen der Beschwerdeführer, die Schule habe sich nicht an die Wochenpläne des
KJPD gehalten (act. G 1 Rz. 26), ist festzuhalten, dass die Bemühungen zur Umsetzung
der Pläne in den Akten mehrfach dokumentiert sind (vgl. act. G 8/8a/18 bis 20).
Anlässlich des "runden Tisches" vom 28. März 2018 wies die Psychologin des KJPD
darauf hin, dass es beim Aufbau-Plan um "ein Ausprobieren" gehe (act. G 8/8a/22).
Entsprechend war es für den in der Folge von der Klassenlehrerin in der Klasse von
D._ als "Führungsfigur" vorgestellten "Fredy" wichtig, dass er immer wieder probiert
und nicht aufgibt (vgl. act. G 8/8a/23). Auch dies zeigt die Bemühungen der Schule,
den Aufbauplan des KJPD zu realisieren. Der anderslautende Standpunkt der
Beschwerdeführer erweist sich als nicht belegt.
Nachvollziehbar und verständlich erscheint, dass es für die Beschwerdeführer als
Eltern frustrierend war, dass die Massnahmen gemäss Wochenplänen des KJPD bis
Mai 2018 keinen anhaltenden Erfolg brachten (vgl. act. G 1 Rz. 27-30, 34, 36-39). Mit
Blick auf die geschilderten Verhältnisse kann diesbezüglich jedoch nicht der
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Beschwerdegegnerin bzw. den involvierten Personen Untätigkeit zur Last gelegt
werden. Im E-Mail vom 17. Mai 2018 an den Beschwerdeführer hatte der KJPD die
Sonderbeschulung als mögliche Option angeführt, ihm jedoch explizit nahegelegt,
seine Meinung diesbezüglich einzubringen bzw. sich gegebenenfalls gegen eine
Sonderbeschulung zu wehren (act. G 8/8a/29). Wenn im Weiteren der Bericht des SPD
im damaligen Zeitpunkt noch nicht vorgelegen hatte, so wäre es an den
Beschwerdeführern gewesen, eine solche Berichterstattung zu verlangen. Nachdem
der Schulpräsident dem Beschwerdeführer seine Sichtweise im E-Mail vom 8. Mai
2018 einlässlich aufgezeigt hatte (act. G 8/8a/25), erging seine Verfügung vom 18. Mai
2018 betreffend Dispensation von D._ vom Unterricht und Schaffung einer
Tagesstruktur auf einem Pferdehof mit ergänzender Einzelbeschulung (vgl. act. G 3/2).
Letzteres stellte - wie auch der Bericht des SPD bestätigt (act. G 8/8a/28 S. 3) - mit
Blick auf die damals sich abzeichnende Erschöpfung der schulischen Ressourcen ein
mögliches Vorgehen dar, wie es auch im "Stufenmodell Schulabsentismus" (act. G
8/14a/1) vorgesehen ist. Die Anordnung beruhte mithin grundsätzlich auf einem
sachlichen Anlass. Wenn nun Vorinstanz und Beschwerdegegnerin in formeller Hinsicht
das Vorliegen einer Verfügung in Abrede stellen (act. G 2 S. 12, G 10 S. 3, G 14 S. 2),
so ist dies unzutreffend: Eine Verfügung stellt nach Lehre und Praxis einen
individuellen, an eine bestimmte Person gerichteten Hoheitsakt dar, durch den eine
verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung gestaltend oder feststellend in verbindlicher
oder erzwingbarer Weise geregelt bzw. begründet, aufgehoben, abgeändert oder
festgestellt wird (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.
2020, Rz. 849). Die st. gallische Verwaltungspraxis hat im Wesentlichen den materiellen
Verfügungsbegriff des Bundesrechts (vgl. Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsverfahren, SR 172.021, VwVG) übernommen (vgl. H.-R. Arta, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
St. Gallen/Zürich 2020, Überblick N 60, sowie T. Tschumi, in: Rizvi/Schindler/Cavelti,
a.a.O., N 3 zu Art. 24-26 VRP). Die Anordnung des Schulpräsidenten vom 18. Mai
2018 stellte augenscheinlich einen individuellen, an die Beschwerdeführer gerichteten
Hoheitsakt dar, durch den eine verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung in verbindlicher
Weise geregelt bzw. festgestellt wurde (vgl. dazu auch VerwGE B 2021/213 vom 24.
Juni 2021 E. 2.5.3).
bis