# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 281dd165-f08c-48d9-a804-5f97b3fc6e6c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 196
0 geborene
X._
meldete sich am 29. Mai 2017 beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV), wobei die Rahmenfrist für den Leis
tungsbezug infolge Verlängerung des Arbeitsverhältnisses und Bezug von Tag
geldern der Krankentaggeldversicherung am
1.
August
2018 eröffnet wurde (Urk. 3/18 und Urk. 6/5).
Mit Arbeitsvertrag vom 6. November 2019 wurde
X._
als Kaufmann und Treuhänder in der
Y._
GmbH
angestellt (Urk. 3/14)
.
X._
gründete diese GmbH im Jahr 2003 (Urk. 6/3). Am 11. Oktober 2019
stellte
X._
beim
RAV
ein Gesuch um Gewährung von Einarbeitungszuschüsse
n
für die Zeit vom 1. Dezem
ber 20
19 bis 1. Mai 2020 (Urk. 3/16), welches
mit Verfügung vom 20. November 2019
abgelehnt wurde (Urk. 3/2)
. Die dagegen von
X._
am
6. Januar 2020 erhobene Einsprache (Urk. 3/1) wies das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) mit
Einspracheentscheid
vom 8. Januar 2020 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 15. Februar 2020 Beschwerde und be
an
tragte sinngemäss, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids seien ihm Ein
ar
beitungszuschüsse zu gewähren. Das AWA schloss am 4. März 2020 auf Abwei
sun
g der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 6. März 2020 (Urk. 7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
1a
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gehört zu den Zielen des Gesetzes, drohende Arbeitslosigkeit zu verhüten und bestehende zu bekämpfen. Diesem Zwecke dienen die so genannten
arbeitsmarktlichen
Massnahmen (
Art.
59-75 AVIG). Gemäss
Art.
59 AVIG erbringt die Versicherung finanzielle Leistungen für
arbeitsmarktliche
Massnahmen zu Gunsten von versicherten Per
sonen und von Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind (
Abs.
1). Laut
Abs.
2 dieser Bestimmung soll mit
arbeitsmarktlichen
Massnahmen die Einglie
derung von Versicherten, die aus Gründen des Arbeitsmarktes erschwert ver
mittel
bar sind, gefördert werden. Solche
Massnahmen sollen insbesondere:
a.
die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten verbessern, damit diese rasch
und dauerhaft wieder eingegliedert werden können;
b.
die beruflichen Qualifikationen
entsprechend den Bedürfnissen des
Arbeits
markts fördern;
c.
die Gefahr von Langzeitarbeitslosigkeit vermindern; oder
d.
die Möglichkeit bieten, Berufserfahrungen zu sammeln.
1.2
Zu den
arbeitsmarktlichen
Massnahmen gehören auch die Einarbeitungs
zu
sc
hüsse. Damit soll versicherten Personen, deren Vermittlung erschwert ist, im Hinblick auf eine definitive Anstellung in einem Betrieb für eine Einarbeitungsphase, während der diese Personen einen verminderten Lohn erhalten, Einarbei
tungs
zuschüsse gewährt werden. Diese Massnahme soll die konkrete dauerhafte Wie
dereingliederung einer arbeitslosen Person an einem bestimmten Arbeitsplatz fördern (Urteil des Bundesgerichts 8C_363/2014 vom 2
3.
September 2014 E. 5.2).
Gemäss
Art.
65 AVIG können versicherten Personen, deren Vermittlung erschwert
ist, für die Einarbeitung in einem Betrieb bei vermindertem Lohn Einarbeitungs
zuschüsse gewährt werden, wenn der verminderte Lohn mindestens der während der Einarbeitungszeit erbrachten Arbeitsleistung entspricht (
lit
. b) und die ver
sicherte Person nach der Einarbeitung mit einer Anstellung zu orts- und bran
chenüblichen Bedingungen, allenfalls unter Berücksichtigung einer dauernd ver
minderten Leistungsfähigkeit, rechnen kann (
lit
. c).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner
verneinte einen Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse mit der Begründung, der Beschwerdeführer bringe für die neue Stelle sehr gute Voraussetzungen mit und es sei kein ausserordentlicher Einarbeitungsaufwand zu erkennen
. Als Inhaber der Firma
Y._
GmbH
habe er arbeitgeberähnliche Stellung und somit massgebl
ich
e
n E
influss auf die
Ent
scheidfindung
im Betrieb
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
die Voraussetzungen der Gewährung von Einarbeitungszuschüssen seien insofern erfüllt, als die neue Tätigkeit
als Treuhänder
auch aufgrund der ver
schie
denen kantonalen Gegebenheiten ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld
darstelle und hierfür
eine ausserordentliche Einarbeitungszeit und -aufwand
benötigt werde
. Seine bisherige Dozententätigkeit
bringe kein
solch
es
spezifisches Fachwissen
-
entgegen der Annahme des Beschwerdegegners
– mit sich
. Zudem habe sich der
Be
schwerdegegner
nicht mit allen von
ihm
vorgebrachten Punkten auseinander
gesetzt und sei eine Auseinandersetzung mit seiner Einsprache aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen deren Erhebung und
dem
Erlass des
Einspracheent
scheids
zu bezweifeln
(Urk. 1).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 4. März 2020 (Urk. 5) führte
der Beschwerde
geg
ner
aus, dass eine erschwerte Vermittelbarkeit aufgrund ungenügender beruf
licher Voraussetzungen nicht gegeben sei, da der Beschwerdeführer
aufgrund seiner Ausbildungen und seiner bisherigen beruflichen Tätigkeiten für die neue Stelle sehr gute Voraussetzungen mit sich bringe und anhand des Einarbei
tungs
plans kein ausserordentlicher Einarbeitungsaufwand ersichtlich sei (Urk. 5 S. 5 f.)
.
Der Einarbeitungsplan entspreche
zudem
nicht den relevanten
Anforderungen (Urk. 5 S. 7). Auch könne aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer zugleich Arbeitnehmer und Arbeitgeber sei, nicht ausgeschlossen werden, dass die Einarbeitungszuschüsse nicht nur als wirtschaftlicher Vorteil genutzt würden (Urk. 6 S. 8-11).
3.
Vorerst gilt es die sinngemäss gerügte Verletzung des rechtlichen Gehörs
, wonach sich der Beschwerdegegner nicht mit allen Vorbringen auseinandergesetzt habe
(E. 2.2)
zu prüfen.
Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Im Lichte
dieser Rechtsprechung kann eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht erblickt werden, hat doch der Beschwerdegegner den angefochtenen Ent
scheid - wenn auch kurz - doch immerhin soweit begründet, dass dem Beschwer
deführer eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Hinzu kommt, dass der Be
schwerdegegner mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2020 (Urk. 5) ausführlich Stellung nahm, wozu sich der Beschwerdeführer nicht weiter äusserte.
Angesichts
des Umstandes, dass der Beschwerdeführer i
m vorliegenden Beschwerdeverfahren
vor einem den Sachverhalt und die Rechtslage frei prüfenden Gericht (vgl. Art.
61
lit
.
c und d ATSG; BGE 132 V 387 E.
5.1
) umfassend Stellung nehmen, sich zu allen Aspekten des Verfahrens äussern und n
eue Beweismittel einbringen konnte
,
wäre eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs - da
nicht besonders schwer
wiegen
d –
ohnehin als
im vorliegende
n
Rechtsmittelverfahren
geheilt zu betrachten
.
4
.
Mit Arbeitsvertrag vom 6. November 2019 wurde der Beschwerdeführer bei der
Y._
GmbH als Kaufmann/Treuhänder angestellt (Urk. 3/14). Hierfür wurden die vorliegend umstrittenen Einarbeitungszuschüsse beantragt (Urk. 3/16). Die
Y._
GmbH
wurde vom Be
schwerdeführer im Jahr 2003 gegründet. Seit 2010 ist der Beschwerdeführer
allei
niger Gesellschafter und Geschäftsführer (vgl. Handelsregisterauszug, Urk. 6/
3). Mit dieser Funktion als Geschäftsführer erscheint eine eigentliche Einarbeitung
bereits
als nicht notwendig. Entscheidend ist allerdings, dass d
er Beschwerde
führer unter den vorliegenden
Umständen als selbständig Erwerbender zu quali
fizieren ist
(vgl. hierzu auch
prozessorientiertes
Beratungsprotokoll,
Urk. 6/6
,
Eintrag vom 3. Juli 2017, wonach der Beschwerdeführer von einer selbständigen Tätigkeit berichtete)
. Daran ändert auch nichts, dass
d
er
Beschwerdeführer
formell bei der
Y._
GmbH angestellt wurde. Die Ausrichtung
von Einarbeitungszuschüssen in diesem für die selbständige Erwerbstätigkeit vor
gesehenen Unternehmen ist ausgeschlossen, denn damit würde nicht das Unter
nehmen bei der Eingliederung eines schwer vermittelbaren Arbeitnehmers unter
stützt, sondern der Beschwerdeführer direkt mit Leistungen
begünstigt
(
Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit,
3.
Aufl. 2016, S.
2487
N.
735
)
.
Für die Ausrichtung von Einarbeitungszuschüssen an selbständig Erwerbstätige fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage
(BGE 121 V 382 E. 3a; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2020 vom 6. April 2020 E. 6).
Ein Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse gemäss
Art.
65 AVIG fällt damit
von
vornherein
ausser Betracht, weshalb sich
Ausführungen zu einer allfälligen eingeschr
änkten Ver
mittlungsfähigkeit, zu den Anforderungen an einen Einarbeitungsplan und weite
ren Voraussetzungen zur Gewährung von Einarbeitungszuschüsse
vor diesem Hintergrund
erübrigen
.
Nach dem Gesagten hat
der Beschwerdegegner
den Anspruch auf Einarbeitungs
zuschüsse zu Recht verneint. Die Beschwerde ist abzuweisen.