# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 185313fc-0f4f-4221-8ac2-028f3d014e3c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1953 geborene
X._
war ab 1980 als
Sicherheitsbeauftragte der
Y._
tätig (Urk. 8/2/1
und Urk.
8/25/2
).
Am
5. Juli 2011
meldete sie sich wegen
eines Lungenemphysems und Asthma
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zu
m Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 8/5). Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse ab
. Am 20. September 2012 teilte sie der Versicherten mit, eine Arbeitsvermittlung sei nicht möglich, und sie erhalte später betreffend Rente eine separate Verfügung (Urk. 8/26). Die IV-Stelle veranlasste
sodann
eine Haushaltabklärung, welche am
17. April 2013
bei der Versicherten zu Hause vorgenommen wurde und eine Einschrän
kung von
29.5
%
im
Aufgabenb
ereich Haushalt
ergab
(Urk. 8/32
).
Nach durch
ge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/35
ff.) sprach die IV-Stelle
der Versi
cherten mit
Verfügung vom
30. Juli 2013 per 1. Januar 2012 eine
Dreiviertels
rente
zu
(
Urk. 2
[= Urk. 8/43
ff.]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 12. September 2013
Be
schwer
de
beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, die an
ge
fochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente der Inva
li
denversicherung auszurichten, eventu
ell
sei die
Dreiviertelsrente
ab Juni 2013
auf eine ganze Rente zu erhöhen
(Urk. 1). Mit
Beschwerde
antwort
vom 16. Okto
ber 2013
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 7)
. Am
21. Okto
ber 2013
wurde der Beschwerdeführerin das Doppel
der
Beschwerdeant
wort
zugestellt (Urk. 9
).
Mit Schreiben vom 24. Juni 2014 erkundigte sich die Beschwerdeführerin nach dem Stand des Verfahrens (Urk. 10), woraufhin ihr am 25. Juni 2014 mitgeteilt wurde, d
ass sie frühestens gegen Ende d
es Jahres mit einem Entscheid rechnen könne (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine Un
möglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar.
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a Abs. 3 IVG; ge
misch
te Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerb
s
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt)
ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und er
werblichen Verhältnisse. Im Rahmen
der gemischten Methode be
stimmt sich die
Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
ben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
invalidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewich
teten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E.
3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von
erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungs
pflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der glei
chen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tens
wei
sen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wir
tschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und un
abhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cher
te Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Li
nie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienan
gehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt täti
gen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöh
nung
oder
durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine
Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im
Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu be
rücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne
Gesundheits
schä
digung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versi
cherungsleistungen zu
erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der
Scha
den
minderungspflicht
nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in ein
zelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Fa
milienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder fest
gestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familien
mitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der ent
sprechenden Teilfunktion in
Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Recht
spre
chung
zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten
nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind)
,
sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler
Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zür
cher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der
Scha
denminderungspflicht
der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verblei
bende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durch
setz
bar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
haltbereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mit
hilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach
Mass
gabe
des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilf
losigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die ge
eig
net
e und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil 9C_201/2011 vom
5.
September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr.
19 S.
86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den ein
zelnen Posi
tionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumut
barkeit zu
äussern
hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei un
glaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Be
funden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003
S.
218 E.
2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bun
desgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der
Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für
die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behin
derung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes
Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von
teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im
Ge
sund
heitsfall
betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Richter greift in das Ermessen der
Ab
klärungsperson
nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder An
haltspunkte für die Unrichtigkeit der
Abklärungsresultate (beispielsweise infolge von Widersprüchlichkeiten) vorlie
gen.
Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklä
rungs
person
näher am konkreten Sachver
halt ist als das im Beschwerdefall zu
st
ändige Gericht (BGE 128 V 94 E
. 4).
1.7
Im Bereich des Sozialversicherungsrechts stellen die Gerichte in
der Regel
praxis
gemäss
auf die
„Aussagen der ersten Stunde“ ab. Ihnen kommt in
be
weis
mässiger
Hinsicht grösseres Gewicht zu als späteren Darstellungen, die be
wusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrecht
li
cher
oder anderer Art beeinflus
st sein können (BGE 121 V 47 E
. 1a, 115
V
143 E
. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom
30. Juli
2013 erwog die IV-Stelle,
die Be
schwerdeführerin sei seit Januar 2011 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die Abklärungen hätten ergeben, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit in der Passagierkontrolle zu einem Pensum von 51 % nachgehen würde und im Jahr 2012
Einkünfte in Höhe von
Fr. 43‘453.
-- erzielen könnte
. Die restlichen 49 % ent
fielen
auf
den Aufgabenbereich, wo sie gemäss den Ab
klärungen zu 29 % ein
geschränkt sei. Aus ärztlicher Sicht seien ihr die ange
stammte sowie eine ange
passte Tätigkeit nicht mehr
zumutbar, womit sich im Erwerbsbereich eine 100%ige Einschränkung ergebe. Unter Berücksichtigung der Aufteilung 51 %
im Bereich Erwerb
und 49 %
im Bereich Haushalt
ergäben
sich die
Teilinvalidi
tätsgrade
von 51 % im Erwerbsbereich und 14 % im
Haus
halt
s
bereich
, was zu einem Gesamtinvaliditätsgrad von 65 % führe. Der Ein
wand der Beschwerde
führerin, die Einschränkung in der Haushalttätigkeit sei zu
gering beurteilt wor
den, sei geprüft worden. An der Einschränkung gemäss
Haus
haltabklärung
werde festgehalten (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend, die Ein
schränkung im Haushaltbereich
sei
zu gering eingestuft worden.
Der
Abklä
rungsbericht
sei mangelhaft und entspreche bei weitem nicht der tatsächlichen Situation. Zur Abklärung
am 17. April 2013
seien
Z._
als Abklärungsperson sowie
A._
(in Ausbildung) erschienen.
Den
Abklä
rungsbericht
vom 6. Mai 2013 habe dann aber alleine
A._
als
Abklä
rungsperson
unterzeichnet. Es stelle sich die Frage, ob diese überhaupt berech
tigt und ausreichend qualifiziert gewesen sei, den Abklärungsbericht eigenstän
dig
zu
verfassen und zu unterzeichnen
(Urk. 1
Rz
. 4).
Weiter bringt die Be
schwer
deführerin vor, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der
Haushaltab
klärung
drastisch verschlechtert. Sie sei auf einen Rollator, eine ständige Sau
erstoff
zu
fuhr als auch auf die Hilfe der Spitex für die tägliche Pflege angewie
sen. Sie sei sehr schwach und könne den Alltag nicht alleine bewältigen. Auf
grund eines akuten Schwächeanfalls (Zusammenbruch) habe sie notfallmässig vom 1. bis am 6. September 2013 ins Spital
B._
eingeliefert werden müssen.
Die dort ge
stellte Diagnose beweise, dass die Abklärungen und die Beurteilung durch die IV-Stelle unzutreffend
gewesen
seien (Urk. 1 Rz.5).
3.
3.1
Es ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung
an Osteoporose
mit
Sternumfraktur
, Panikattacken (mit depressiver Ent
wicklung)
und
an
der Lungenkrankheit
COPD GOLD-Stadium
III
mit Lun
gen
em
physem und einer mittelschweren
bis schwere
n CO-Diffusionsstörung sowie
par
tielle
r
respiratorische
r
Insuffizienz
litt
(vgl.
Urk. 8/15,
Urk. 8/16
, Urk. 8/18/4, Urk. 8/22/1
f.,
Urk. 8/28
/1
ff.). Der
Regionale Ärztliche
Dienst
der Invalidenver
sicherung (RAD)
legte in
seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2012
grund
sätzlich nachvollziehbar dar
,
dass
aufgrund der zweimaligen Exazerbation der COPD (mit
Spitalaufent
halten
vom 27. Januar bis am 3. Februar 2012 und vom
1
8.
bis am 2
8.
August 2012
; vgl. Urk.
8/22/1 f. und Urk. 8/28/1 ff.
) sowie der Sauerstoff-Heimtherapie von einer Verschlechterung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin auszugehen
sei
. Es sei
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten an
zunehmen. Die Verschlechterung könne ab der ersten
Hospitalisation
vom 27. Januar 2012 angenommen werden (Urk. 8/34/4).
3.2
Keine der Parteien stellte
die
Einschätzung
des RAD
zur Arbeitsfähig
keit
in Frage
. Strittig ist aber die Einschränkung im
Aufgabenbereich
Haushalt.
4.
4.1
Gemäss
Haushaltabklärungsbericht vom 6. Mai 2013 fand die Abklärung am 17. April 2013 zu Hause bei der Beschwerdeführerin im Beisein ihres Partners statt
.
Dabei wurden
von der Abklärungsperson
die bekannten Diagnosen be
rücksichtigt. Die Beschwerdeführerin schilderte zudem, seit der
dritten
Operation
gehe es ihr nicht sehr gut
. Sie
leide
immer noch unter Lähmungserscheinungen am rechten Bein. Dadurch sei sie erheblich eingeschränkt in der Fortbewegung und habe Schwierigkeiten, die Balance beim Gehen zu halten. In der Wohnung könne sie sich fortbewegen, da sie sich immer an den Gegenständen festhalte. Für weite Strecken benutze sie den Rollator. Sie verspüre einen Fortschritt in der Fortbewegung, und der Arzt habe bestätigt, dass es weiterhin immer besser gehen sollte. Bei der letzten Operation seien Platten und Schrauben an der Wir
belsäule befestigt worden, welche ihr die nötige Stabilität gäben. Der Nachteil sei,
dass die Atmung zusätzlich erschwert werde, weil sie beim Einatmen Schmerzen an der Wirbelsäule empfinde. Seit der letzten Operation Ende De
zember 2012 sei sie
zwei
Stunden auf die Sauerstofftherapie angewiesen
(Urk. 8/32/1
f.
).
Die Abklärungsperson hielt fest, die Beschwerdeführerin lebe zusammen mit ihrem Partner in einem 5 1/2-Zimmer-Einfamilienhaus mit
drei
Stockwerken. Es seien invaliditätsbedingt keine Hilfsmittel angeschafft wor
den. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei ihr Lebenspartner selbständig erwerbend und habe unter anderem ein Home-Office. Dies ermögliche ihm, sie vermehrt im Haushalt zu unterstützen (Urk. 8/32/4 f.).
Die Abklärungsperson gewichtete die einzelnen Tätigkeitsbereiche
im Haushalt
wie folgt
(Urk. 8/32/5 ff.)
:
Haushaltführung 5
%
Ernährung 40
%
Wohnungspflege 20
%
Einkauf und weitere Besorgungen 5
%
Wäsche und Kleiderpflege 15
%
Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen 0
%
Verschiedenes
15
%
4.2
Der
Haushalt
s
bericht
wurde durch eine
sich in Ausbildung befindende
Abklä
rungsperson
der IV
-
Stelle verfasst
, welche von einer erfahrenen
Abklärungs
per
s
on
begleitet worden ist. Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden.
Der Berich
t
gibt einleitend die anlässlich des
Abklärungsgesprä
ches
seitens der Beschwer
deführerin geklagten Beschwerden wieder. Es folgen Angaben zur Situation im Haushalt, den Wohnverhältnissen und den
techni
schen Einrichtungen.
Die
an
schliessende
Umschreibung der Tätigkeitsbereiche sowie die vorgenommene Ge
wich
tung der einzelnen Haushaltsverrichtungen ist angesichts der konkreten
Umstände nicht zu bean
standen (vgl. Kreisschreiben über die Invalidität und Hilf
losigkeit in der Invali
denversicherung [KSIH], Randziffern 3086
ff
. in der im Jahr 2013
gültigen Fassung).
Die Gewichtung der einzelnen
Haushalts
ver
rich
tungen
wird
be
schwerdeweise
denn auch nicht bemängelt.
E
s
schadet
sodann
nicht, dass die Abklärungsperson im Bericht festhielt, es seien
invalidi
tätsbe
dingt
keine Hilfsmittel angeschafft worden (Urk. 8/32/5), obwohl die Be
schwer
deführerin Gehs
töcke und einen Rollator benutzt
(Urk. 1
Rz
. 9). Diese Hilfsmittel wurden im Bericht aufgeführt (Urk. 8/32/2).
4.3
Im Bereich Haushaltführung rechnete die Abklärungsperson keine Einschrän
kung an
. Der Beschwerdeführerin
sei es weiterhin ohne Probleme möglich, die Haushaltführung auszurichten und Arbeiten, die nicht mehr ausgeführt werden könnten, zu delegieren (Urk. 8/32/4 f.).
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, sie sei zu mindestens 50 % ein
geschränkt. Mangels Mobilität sei der Empfang von Besuchern, des Pöstlers, der Spitex usw. schwierig. Organisation und Delegation (reden, telefonieren etc.) seien aufgrund der Atemschwie
rigkeiten, der Müdigkeit und
der
Depression
er
schwert.
Alleine schon die Fortbewegung im Haus über
drei
Stockwerke hinweg bereite ihr allergrösste Mühe (Urk. 1
Rz
. 10
).
Auf die Schadenminderungspflicht wurde bereits hingewiesen (vgl. E. 1.4). Was die Mobilität der Beschwerdeführerin anbelangt, so ist ihr zuzumuten, mit Besu
chern und der Spitex Termine zu vereinbaren und diese darüber zu informieren, dass sie längere Zeit benötigt, um zur Haustüre zu gelan
gen.
Die persönliche Entgegennahme sämtlicher Post ist nicht notwendig. Soweit eingeschriebene
Sendungen zugestellt werden, können diese vom Partne
r der Beschwerdeführe
rin
unter Vorlegung des
Abholungsschein
s
auf der Poststelle abgeholt werden.
Was
die
übrige Organisation und Delegation anbelangt,
ist ebenfalls keine Ein
schrän
kung anzunehmen. Atemschwierigkeiten und Müdigkeit können beim Reden und Telefonieren nicht
derart
schwer ins Gewicht fallen,
dass die Kom
muni
kation verunmöglicht würde - zumindest nicht,
solange die Beschwerde
führerin
sich
noch
selbständig
über
drei
Stockwerke hinweg zu bewegen
ver
mag
.
Eine depressive Entwicklung
wurde
zwar diagnostiziert,
aber keine De
pression
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Es ist auch sonst nichts er
sichtlich,
womit eine
Ein
schränkung in diesem Bereich
begründet werden könnte
.
4.4
Bei der Ernährung
berücksichtigte die Abklärungsperson eine Einschränkung von 20 %. Die Beschwerdeführerin helfe
ihrem Lebenspartner beim Kochen, das Ausmass der Hilfe hänge von der Tagesform ab. Sie könne Gemüse, Salat etc.
gut sitzend rüsten. Das Kochen werde durch den Lebenspartner übernommen, sie
könne nicht längere Zeit am Kochfeld stehen. Gemeinsam nähmen sie 1x täg
lich am Abend eine warme Mahlzeit ein. Es sei ihr möglich, den Tisch zu de
c
ken und die Küche oberflächlich
zu reinigen, indem sie es in Etappen einteile. Die
Grossreinigung der Küche werde in Etappen durch die Spitex durchgeführt, wel
che
1x wöchentlich für circa 1 1⁄2
-
2 Stunden für die Grundreinigung ins Haus komme. Die Abklärungsperson hielt fest, der Beschwerdeführerin sei es zu einem grossen Teil möglich, weiterhin beim Kochen gemeinsam mit ihrem Le
benspartner tätig zu sein. Es könne ihr zugemutet werden, sich einen Hochstuhl anzuschaffen, um ihr Bein zu entlasten, damit sie einfache Mahlzeiten selbstän
dig zubereiten könne. Es sei zumutbar, dass die Beschwerdeführerin die ober
flächlichen Reinigungsarbeiten in Etappen durchführe. Dem Lebenspartner sei es zumutbar, die Beschwerdeführerin beim Kochen sowie bei den gründlichen Reinigungsarb
eiten vermehrt zu unterstützen
(Urk. 8/32/5 f.).
Die Beschwerdeführerin w
andte
ein, die selbständige Zubereitung einer Mahlzeit
sei ihr unmöglich. Bei ihrem Gesundheitszustand (starke Abmagerung) sei es zu
dem geboten, tagsüber mehrere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Die Anschaf
fung eines Hochstuhles sei unzumutbar und von der Verwendung her in ihrem Fall unvorstellbar.
Sie könne allerhöchstens, je nach Tagesform, gewisse Hilfe
leis
tung
en erbringen. Überkopfarbeiten könne sie überhaupt nicht ausüben. Die Mitwirkungsmöglichkeit ihres Partners werde aufgrund seiner selbständigen Erwerbs
tätigkeit bestritten. Diese sei nur abends möglich. Die Einschränkung müsse auf 70 % erhöht werden (Urk. 1
Rz
. 11).
Anlässlich der Haushaltabklärung gab die Beschwerdeführerin zur Auskunft, es werde lediglich einmal täglich
, und zwar abends,
eine warme Mahlzeit einge
nommen.
Wenn die Beschwerdeführerin nur abends gemeinsam mit ihrem Le
benspartner eine warme Mahlzeit einnimmt, wie sie selbst aussagte, besteht keine
Notwendigkeit, tagsüber selbständig zu kochen
und längere Zeit am Kochfeld zu stehen
.
Die Verwendung eines Hochstuhls ist somit gar nicht not
wendig.
Dass
der Lebenspartner der Beschwerdeführerin abends die
Haupttätig
keit
beim Kochen
übernimmt, wurde nicht bestritten und ist ihm zumutbar.
Weshalb es der Beschwerdeführerin nicht möglich sein sollte, wie bisher tags
über mehrere einfache (nicht warme) Mahlzeiten zuzubereiten, ist nicht ersicht
lich.
Die Einschätzung der Abklärungsperson, wonach die Beschwerdeführerin zu 20 % im Bereich Ernährung eingeschränkt sei, ist nicht zu beanstanden.
4.5
Im Bereich
Wohnungspflege rechnete die Abklärungsperson der Beschwerde
füh
re
rin eine Einschränkung von 40 % an. D
ie Spitex übernehme 1x wöchentlich
sämtliche Arbeiten in der Grundreinigung
(Abstauben, Staubsau
gen,
Boden
pflege
feucht und Badreinigung). Der Beschwerdeführerin
sei es nicht mehr möglich, diese Arbeiten zu erledigen, da sie körperlich sehr schnell an ihre Grenzen komme. Das Haus habe
drei
Stockwerke und diese könne sie mit viel Aufwand und Ruhepausen überwinden. Wenn sie ein Stockwerk hochgehe, brauche sie
eine längere Ruhepause, bis sie wieder Energie habe. Die
Fensterrei
nigung
müsse
durch eine Drittperson vorgenommen werden. Der
Bettenfrisch
bezug
werde 1x
wöch
entlich von i
hrem Lebenspartner vorgenommen. Die
Ab
klärungsperson
hielt
fest,
die Unterstützung durch die Spitex sei geboten. Die Beschwerdeführerin könne
indes
leichte Ar
beiten weiterhin durchführen und diese in Etappen auf
teilen. Es sei zumutbar, dass der Lebenspartner einzelne Tätigkeiten in einem angemessenen Rahmen übernehme
(Urk. 8/32/6
).
Die Beschwerdeführerin brachte vor, es stelle sich die Frage, welche leichten Arbeiten ihr überhaupt noch zugemutet werden könnten und was darunter zu verstehen sei. Eine Präzisierung dazu fehle in den Erwägungen der
Beschwerde
gegnerin
. Sie sei völlig hilflos. Selbst beim morgendlichen Aufstehen und bei der Körperpflege sei sie auf die Hilfe ihres Partners angewiesen. Es sei von einer Einschränkung von mindestens 80 % auszugehen
(Urk. 1
Rz
. 12)
.
Es ist nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson es als zumutbar erach
tete, dass der Lebenspartner einzelne Tätigkeiten in einem angemessenen Rah
men übernehme. Es ist ihm insbesondere zuzumuten, das Bett täglich zu ma
chen und den
Bettenfrischbezug zu übernehmen.
Nicht ersichtlich ist hingegen, welche Tätigkeiten in der Wohnungspflege der Beschwerdeführerin noch mög
lich sein soll
t
en. Sie ist
beim grössten Teil der Wohnungspflege auf die Hilfe der Spitex und damit auf externe Hilfe angewiesen. Eine Einschränkung von ledig
lich 40 % erweist sich
daher
als klare Fehleinschätzung der Abklärungsperson und ist deshalb zu korrigieren (vgl. E. 1.6). Es ist, wie von der Beschwerdefüh
rerin beantragt, von einer Einschränkung von 80 % auszugehen.
4.6
Im Bereich Einkauf/weitere Besorgungen
rechnete die Abklärungsperson keine
Einschränkung an. Der
Lebenspartner
der Beschwerdeführerin
kaufe 1x wö
chent
lich für den 2-Personen-Haushalt ein. Die Beschwerdeführerin könne ihn nicht
begleiten, da sie bei der Fortbewegung stark eingeschränkt sei und ihr das Atme
n nach kurzen Gehstrecken schwer falle. Die Post- und Bankgeschäfte er
ledigten sie und ihr Lebenspartner jeder für sich. Die Abklärungsperson
erach
tete es als
zumutbar,
dass der Lebenspartner
den Einkauf für den Haushalt auf
grund der
Mit
wirkungspflicht
erledige
(Urk. 8/32/6).
Die Beschwerdeführerin führte zum Einkauf aus, sie könne gewisse Bestellungen aufgeben, jedoch sei sie in der Auswahl eingeschränkt und habe grosse Schwie
rigkeiten bei der Entgegennahme und beim Einräumen der Einkäufe. Soge
nannte weitere Besorgungen seien nicht möglich
(Urk. 1
Rz
. 13)
.
Die
Abklärungsperson
stellte zu Recht fest, es bestehe
keine Einschränkung im Bere
ich Einkauf/weitere Besorgungen
. Dem Lebenspartner der Beschwerdefüh
rerin ist es zumutbar, für den 2-Personen-Haushalt einzukaufen.
Damit berück
sichtigte die Abklärungsperson bereits, dass der Beschwerdeführerin der Einkauf nicht
mehr
möglich ist. Hinsichtlich weiterer Besorgungen gab die
Beschwer
deführerin
anlässlich der Haushaltabklärung selbst an,
Post- und Bankgeschäfte selber zu erledigen
. Auf diese Aussage ist abzustellen.
4.7
Im Bereich
Wäsche/Kleiderpflege
rechnete die Abklärungsperson eine Ein
schränkung von 20 % an. Der Beschwerdeführerin sei
D
ank der guten Organi
sation weiterhin möglich, die Wäsche selbständig in Etappen zu waschen. Beim
Wäschetransport helfe ihr der Partner oder sie mache es selbständig, wenn er sich
auch im Haus aufhalte (sie habe Angst hinzufallen). Das Füllen und Ent
leeren der Waschmaschine sei ihr weiterhin möglich. Hauptsächlich werde der
Tumbler
benutzt. Nur einzelne Kleidungsstücke würden von ihrem Lebens
partner oder ihrer
Tochter aufgehängt, da sie keine Überkopfarbeiten erledigen könne. Flick
arbeiten könne sie weiterhin durchführen. Die Hemden ihres Le
benspartners
bügle die Nachbarin. Die Abklärungsperson hielt fest, die Be
schwerdeführerin ver
möge mehrheitlich alle Arbeiten selbständig zu erledigen. Sie sei nur in we
ni
gen Arbeitsschritten auf Hilfe angewiesen. Es sei zumutbar, dass der Partner und auch die Tochter, welche in der Nähe wohne, das Aufhän
gen sowie den Transport der
Wäsche abwechselnd übernähmen
(Urk. 8/32/7).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber vor, die behauptete Mitwirkung der Nachbarin, der Tochter und des Partners sei zu vernachlässigen und zeitlich
nur sehr beschränkt möglich. Es sei fraglich, ob die Beschwerdeführerin die Wäsche
in den Keller tragen und in die Maschine
füllen
könne. Es sei ihr höchstens möglich, diese in Betrieb zu setzen. Mit Bestimmtheit könne sie keine Wäsche aufhängen. Es sei der Nachbarin nicht zumutbar, die ganze Wä
sche zu bügeln (Urk. 1
Rz
. 14).
Die Tochter der Beschwerdeführerin arbeite in einem 80 %-Pensum, besuche nebenbei die Handelsschule und mache das Dip
lom FCE (First
Certificate
of
English). Es sei ihr nicht möglich und auch nicht zumutbar, die Wäsche der Eltern zu bügeln. Sie wohne auch nicht im selben Dorf. Dass eine Nachbarin der Beschwerdeführerin im Haushalt helfe, sei eine bestrittene Annahme, die völlig realitätsfremd und nicht praxisüblich sei. Der Partner der Beschwerdeführerin arbeite zu 100 % als Treuhänder. Seine Tätig
keit liege vor
wiegend in der Revision anderer Firmen. Deshalb habe er unregel
mässige Arbeits
zeiten. Seine Tätigkeiten übe er vorwiegend bei seiner Kund
schaft aus, das be
dinge nebst dem langen Arbeitsweg nach
C._
auch häufige längere Fahrten an die Geschäftssitze seiner Auftraggeber. Das angedeutete Home-office sei völlig nebensächlich und bedeute eher Mehrarbeit und noch weniger Zeit für die Beschwerdeführerin (Urk. 1
Rz
. 6 ff.).
Es ist auf die Aussagen der ersten Stunde
der Beschwerdeführerin abzustellen und nicht auf spätere
Schilderungen: Demnach ist es der Beschwerdeführerin weiterhin möglich, die Wäsche selbständig in Etappen zu waschen. Der
Wä
sche
transport
erfolgt selbständig bei Anwesenheit des Partners
,
oder dieser hilft der Beschwerdeführerin. Auch das Füllen und Entleeren der Waschmaschine ist weiterhin möglich. Die Kleidungsstücke werden hauptsächlich im
Tumbler
ge
trocknet. Soweit besteht keine Einschränkung.
Nicht
zu berücksichtigen ist
je
doch
die Hilfe der Tochter oder der Nachbarin beim Aufhängen der Wäsche oder beim Bügeln der Hemden des Lebenspartners. Dabei handelt es sich um externe Hilfe. Eine Einschränkung von 20 % erweist sich daher klarerweise als zu gering und ist auf mindestens 30 % zu erhöhen.
4.8
Im Bereich Verschiedenes
eruierte die Abklärungsperson eine Einschränkung von 70 %. Die B
eschwerdeführerin halte keine Haustiere. Das
Reihenfamilien
haus
umfasse einen Umschwung von etwa 180 Quadratmetern. Bei guter Ge
sundheit habe sie sich vollumfänglich um die Gartenarbeit gekümmert. Seit dem Gesundheitsschaden sei ihr dies nicht mehr möglich. Sie habe vorher den Gärt
ner für den Frühjahresschnitt der Sträucher gehabt, jetzt müsse sie vermehrt für die Gartenarbeiten den Gärtner herbeiziehen. Der Lebenspartner übernehme zum
Beispiel das Giessen der Pflanzen. Sie stricke und häkle seit vielen Jahren di
verse
Schale, Mützen und dergleichen. Dies sei ihr weiterhin möglich, sitzend oder liegend. Künstlerisch sei sie nicht tätig. Die Abklärungsperson hielt fest, die Be
schwerdeführerin habe seit Eintritt des Gesundheitsschadens die Garten
arbeit
niederlegen müssen. Die wichtigsten Arbeiten übernähmen jetzt der Gärt
ner so
wie
der Lebenspartner. Letzterem sei es zumutbar, dass er vermehr
t Ar
beiten im Garten übernehme
(Urk. 8/32/7).
Dagegen brachte die Beschwerdefü
hrerin vor, die Tatsache, dass s
ie noch stri
cke
n und häkeln könne, bedeute nicht, dass sie lediglich zu 70 % in den ver
schie
de
nen aufgeführten Tätigkeiten eingeschränkt sei. Die Gartenpflege durch den Part
ner nach Feierabend sei unmöglich, wenn er sonst schon im Haushalt mit
helfen solle (Urk. 1
Rz
. 15).
Die Beschwerdeführerin führte anlässlich der Haushaltabklärung selber aus, ihr Partner übernehme im Garten das Giessen der Pflanzen. Darauf ist abzustellen. Unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung des Hobbys
Handarbeit weiterhin möglich ist, ist die Annahme einer 70%igen Einschrän
kung im Bereich Verschiedenes nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Insgesamt errechnete die Abklärungsperson eine Einschränkung im Haushalt von
29.5 %, was bei einer Gewichtung des Bereiches Haushalt von 49 % zu ei
nem Teilinvaliditätsgrad von 14.46%
und – unter Berücksichtigung eines
Tei
linva
liditätsgrades
von 51 % im Erwerbsbereich – zu einem
Gesamtinvaliditäts
grad
von 65 %
führt (Urk. 8/32/8
und
Urk. 2
).
Wird
hingegen
im Bereich
Woh
nungs
pflege
eine Einschränkung von 80 % berücksichtigt
und im Bereich Wä
sche/
Kleiderpflege eine solche von mindestens 30 %
, r
esultiert eine
Einschrän
kung im
gesamten Haushalt von
39
%
(Ernährung 8 %, Wohnungspflege 16 %, Wäsche/
Kleiderpflege 4.5 %, Verschiedenes 10.5 %), was zu einem
Teilinvalidi
tätsgrad
im Bereich Haushalt
von
19.11
%
führt
.
Unter Berücksichtigung eines
Teilinva
liditätsgrades
von 51 % im Erwerbsbereich resultiert ein
Gesamtinvali
ditätsgrad
von 70.11 %, ger
undet 70 %.
5.2
Die Beschwerdeführerin kann demzufolge eine ganze Rente der Invalidenversi
cherung beanspruchen.
In
Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung aufzuheben, und es ist festzustellen,
dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2012 Anspruch auf eine ganze Rente hat
.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Aus
gangsgemäss
sind die Kosten voll
umfänglich der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6.2
D
ie
Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, der Be
schwerdeführerin eine
Prozess
entschädigung
(§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
])
zu bezahlen. Diese ist auf Fr. 2‘000.-- (inkl. Barauslagen und Mehr
wertsteuer) fest
zusetzen.