# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 58d81754-d4d5-424f-b4a6-7ffaf7d484a8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1958 in O.1_/Deutschland geboren. Gemäss eigenen Angaben wuchs er in der DDR auf, wo er zur Schule ging, das Abitur machte und studierte. In der Folge liess er sich an der Baufachschule O.2_ zum Bauingenieur ausbilden. Heute ist er als Bauleiter bei der Firma A._ tätig. Dabei erzielt er ein Nettoeinkommen von 2'400.00 Euro pro Monat. X._ ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes. Er hat Hypothekarschulden in Höhe von rund 180'000.00 Euro.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister sowie im SVG-Massnahmenregister ist X._ nicht verzeichnet.
B. Am 11. März 2014 konnte Kantonspolizist B._ auf seinem Weg zur Arbeit gemäss eigenen Angaben beobachten, wie ein Personenwagen auf der A13 in Richtung Süden ausgangs des C._-Tunnels trotz eingeschränkter Sicht vor einer unübersichtlichen Kurve ausschwenkte, ein Sattelmotorfahrzeug überholte und kurz vor Beginn der doppelten Sicherheitslinie wieder auf die Südspur einschwenkte. Der als X._ identifizierte Fahrzeuglenker konnte in O.3_ angehalten und einvernommen werden.
C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. Juli 2014, mitgeteilt am 17. Juli 2014, wurde X._ der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 60.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 500.-- bestraft.
D. Gegen diesen Strafbefehl liess X._ am 24. Juli 2014 Einsprache erheben. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 5. August 2014 eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG. anlässlich der Konfronteinvernahme vom 10. September 2014 wurden sowohl X._ wie auch der Polizist B._ zum Sachverhalt befragt.
E. Am 21. Oktober 2014 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig wurde die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht in Aussicht gestellt und eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen. X._ beantragte fristgerecht die Abklärung, über was für eine technische
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Freisprechanlage der Polizist B._ in seinem Privatauto verfüge und die Auskunft, wie lange die an besagter Stelle vorgesehene zweispurige Überholstrecke Richtung Süden sei und wie diese genau verlaufe. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hiess die Beweisanträge gut und nahm entsprechende Abklärungen vor.
E. Auch nach Ergänzung der Strafunteruntersuchung hielt die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl vom 10. Juli 2014 fest und überwies diesen am 11. Februar 2015 gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO an das erstinstanzliche Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens.
Dem Strafbefehl vom 10. Juli 2014, welcher gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gilt, liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
"Am 11. März 2014, um 10.22 Uhr, lenkte der Beschuldigte seinen Personenwagen SEAT Exeo, Kontrollschild (D) _, auf der Autostrasse A13 von O.4_ kommend in Richtung O.3_. Nach dem C._ Tunnel fuhr der Beschuldigte unmittelbar hinter einem Sattelmotorfahrzeug. Gegen Ende der dortigen Gerade, welche in eine langgezogene und übersichtliche Linkskurve verläuft, begann er dieses Sattelfahrzeug, welches eine Geschwindigkeit von 80 km/h innehatte, zu überholen, indem er auf die Gegenfahrbahn fuhr. Die Breite der Autostrasse beträgt dort 7.40 Meter (ohne Pannenstreifen) und die beiden Fahrspuren sind durch eine Leitlinie (Sig. 6.03) voneinander getrennt. Dabei wurde ihm die freie Sicht von ca. 200 m auf die dieser Linkskurve folgende unübersichtliche Rechtskurve zufolge des vorausfahrenden Sattelmotorfahrzeuges während des Überholmanövers teilweise eingeschränkt. Anlässlich seines Überholmanövers hatte der Beschuldigte eine Geschwindigkeit von 100 km/h inne. In der Folge beendete er den Überholvorgang nach rund 125 Metern, so dass er sein Fahrzeug noch vor Beginn der doppelten Sicherheitslinie bzw. erst ca. 75 m vor der erwähnten unübersichtlichen Rechtskurve wieder auf die rechte Fahrspur zurückgelenkt hatte. Gegenverkehr herrschte zum Zeitpunkt des Überholmanövers keiner. Durch seinen Überholvorgang schuf X._ in vorhersehbarer Weise zumindest für die anderen Verkehrsteilnehmer eine erhöht abstrakte Gefahr."
F. Am 9. Juni 2015 fand vor dem Bezirksgericht Hinterrhein die mündliche Hauptverhandlung statt, zu welcher X._ persönlich in Begleitung seines Verteidigers erschien. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Die Schlussanträge von X._ lauteten wie folgt:
"1. X._ sei vom Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG freizusprechen.
2. Die Kosten des Verfahrens seien durch die Staatskasse zu tragen.
3. X._ sei für die entstandenen Aufwendungen der angemessenen Vertretung seiner Interessen vollumfänglich zu entschädigen."
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G. Mit Urteil vom 9. Juni 2015, gleichentags mündlich eröffnet, schriftlich mitgeteilt am 18. August 2015, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 60.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
3. Zudem wird X._ mit einer Busse von CHF 500.00 bestraft.
4.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'665.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'665.00, Gerichtsgebühren CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ hat dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich zu überweisen:
Busse CHF 500.00 Verfahrenskosten CHF 3'665.00 Abzüglich Depositum CHF 1'350.00 Total CHF 2'815.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen auf das Konto CK 038.267.100, IBAN CH 16 0077 4110 0382 6710 0, des Bezirksgerichts Hinterrhein bei der Graubündner Kantonalbank zu bezahlen.

## Considerations