# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 419124c0-7b32-432e-b06c-0d2c10181040
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war seit dem
1.
Juli 1998 als Steuerfachmann bei der Gemeinde
Y._
tätig und damit bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend Helsana) für Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er am 1
5.
November 2016 beim Unihockeyspielen
rannte
und plötzlich eine Blockade im rechten Knie
ver
spürte
(vgl.
Urk.
7/K1).
Der
b
ildgebende B
efund ergab
unter
anderem
eine mediale Meniskusläsion (
Urk.
7/M1-2).
Die Helsana erbrachte darau
f
hin die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
7/K3;
Urk.
7/K10).
Mit Verfügung vom
3.
Juli 2017 (
Urk.
7/K16) lehnte die Helsana eine Leistungs
pflicht über den 3
0.
Juni 2017 hinaus ab, da die danach geltend gemachten Beschwerden nicht mehr unfallkausal seien. Die dagegen vom Versicherten erho
bene Einsprache (
Urk.
7/K18;
Urk.
7/K21) wies die Helsana die
Einspracheent
scheid
vom 2
8.
November 2017 (
Urk.
7/K23 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 1
8.
Januar 2018 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 2
8.
November 2017 (
Urk.
2) und stellte folgende Anträge (
Urk.
1 S. 2):
-
«
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November 2017
aufzuheben
(Leistungseinstellung per 30.6.2017)
und die Leistungen
seien
bis zum Erreichen des Vorzustandes weiterhin auszurichten
-
D
er
Einspracheentscheid
sei
wegen Verletzung des verfassungsmässigen Grundsatzes von Treu und Glauben (Missachtung des Vertrauensschutzes, widersprüchliches Verhalten) aufzuheben
-
D
ie Angelegenheit
sei
zwecks Ermittlung des vollständigen massgeblichen Sachverhaltes an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
-
Es sei ihm das rechtliche Gehör zu gewähren
-
Es sei ihm das vollständige Akteneinsichtsrecht zu gewähren
-
Es sei ihm eine angemessene Parteientschädigung auszurichten
-
Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zwecks Heilung des rechtlichen Gehörs zurückzuweisen.
Diesfalls
sei
aber
bereits
durch das Sozialver
si
che
rungsgericht trotzdem
zu beurteilen, ob eine grundsätzliche Leis
tungs
pflicht
der Helsana Unfallversicherung
bestehe
. Werde eine Leistungs
pflicht bejaht, sei diese bis zum Neuentscheid der
Beschwerdegegnerin
fortzuführen
-
Eventuell sei ein unabhängiges orthopädisches Gutachten, welches der Beurteilung der medizinischen Situation gerecht werde, zu erstellen
»
Die Helsana beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
9.
Juni 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1
5.
November 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor all
enfalls schwer
wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhn
lichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d
mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) be
stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Ver
änderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro
gramm
widrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Unge
wöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
1.4
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.5
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äus
se
ren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch
bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausser
halb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger – eben unfallähn
licher – Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende
Ein
wirkung auch in einer körpereigenen Bewegun
g bestehen (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1; 123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädi
gungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbe
son
dere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belasten
den Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar ge
wordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundes
gerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von
der obligatorischen Unfall
versi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letzte
ren zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung
des natür
lichen Kausalzusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer Vorzu
stand schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt. Bei den in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschliessend erwähnten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenig
s
tens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krank
haften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine unfallähnliche Kör
perschädigung vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S.
373 E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Ab
lie
gen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen einschies
senden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Kör
perschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschrie
benen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt, was zu
trifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sport
lichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungseinstellung
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
damit, dass sich entgegen der im November 2016 erteilten Auskunft gar nie ein Unfall zugetragen habe und auch die Voraus
setzungen für eine unfal
lähnliche Körperschädigung
nie erfüllt gewesen seien. Die Leistungen seien von Anfang an irrtümlich ausgerichtet worden
. Selbst bei Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung
sei der Status quo sine im Zeit
punkt des Verfügung
serlasses
erreicht gewesen. Auch sei der Beschwerde
führer bereits seit dem
5.
Dezember 2016 wieder vollständig arbeitsfähig. Die Leistungen würden lediglich für die Zukunft eingestellt und auf eine Rückfor
derung werde verzichtet (
S. 7 ff.
; vgl. auch Urk. 6
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe den Unfallbegriff in der Verfügung vom
3.
Juli 2017 noch als erfüllt erachtet. Indem sie sich nun im
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt stelle, dass kein unfallähnliches Ereignis vorliege, verstosse sie gegen den Grundsatz von Treu und Glaube
(S. 3)
. Eine unfallähnliche Körperschädigung liege vor. Das Unihockeyspiel habe eindeutig ein gewisses gesteigertes Gefähr
dungspotential. Sodann habe ihm die Beschwerdegegnerin trotz beantragtem Akteneinsichtsrecht nicht sämtliche Arztberichte zugestellt, wodurch sein An
spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Auch hätte ihm
eine
mündliche
Anhörung gewährt werden müssen
.
Für die
Entscheidfindung
hätten schliesslich weitere wichtige Berichte mitberücksichtigt werden müssen. Die Aktenlage sei lückenhaft
(S. 5 ff.)
. Es sei durch die Beschwerdegegnerin zu beweisen, dass die vorhandenen Beschwerden krankheitsbedingt seien. Der Vorzustand se
i noch nicht erreicht (S. 8
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin einen weiteren Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers
zu Recht verneint hat.
3.
In formeller Hinsicht gilt es vorab die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung
des rechtlichen Gehörs zu beurteilen, wonach ihm von der Beschwerdegegnerin nicht sämtliche Akten zugestellt worden seien und
keine
mündliche Anhörung
stattgefunden habe
(vgl.
Urk.
1 S.
5 f.).
Anhand der vorhandenen Akten kann nicht zweifelsfrei beurteilt werden, welche
medizinischen Berichte
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
tatsäch
lich zugestellt hat. Diese
r listet in seiner Einsprache die erhaltenen Bericht
e auf (vgl.
Urk.
7/K21 S. 2 f.). Es
f
ällt
auf
, dass es sich
hierbei
tatsächlich nicht um sämtliche aktenkundigen medizinischen Berichte handelt. So fehlt in der Auflis
tung etwa der von
Dr.
Z._
am
5.
Mai 2017 datierte Bericht (
Urk.
7/M10).
Eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen G
ehörs liegt indessen nicht vor und v
on einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs kann abgesehen werden, zumal das hiesige Gericht über volle Kognition verfügt, eine Rückweisung lediglich zu einem formalistischen Leerlauf führen würde
, dem Beschwerdeführer zwei medizinische Berichte zugestellt wurden (Urk. 7/M7 und Urk. 7/M10) und
er sämtliche Akten beim hiesigen Gericht hätte einsehen können (vgl.
Hinweis in der Gerichtsverfügung vom 2
9.
Juni 2018,
Urk.
8 S. 2; vgl.
hierzu BGE 132 V 387 E. 5.1,
127 V 431 E. 3d/
aa
,
124 V 180 E. 4a).
Ein Anspruch auf eine mündliche Anhörung
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
besteht s
odann nicht (vgl.
BGE 132 V 368, 122 V 47 E. 3a
).
4
.
4.1
Am 1
5.
November 2016 rannte der Beschwerdeführer
gemäss Unfallmeldung vom 1
6.
November 2016 (
Urk.
7/K1)
beim Unihockeyspielen und verspürte plötzlich eine Blockade im rechten Knie (
Ziff.
6,
Ziff.
9).
4.2
Die am 1
7.
November 2016 erfolgte Magnetresonanztomographie (MRI) des rech
ten Knies zeigte einen Gelenkserguss, ein
periartikuläres
Ödem
, vor allem ein Ödem auch zum medialen Seitenband
sowie eine komplexe Zerreissung des
Hinterhorns
im medialen Meniskus und partiell nach zentral eingeschlagene
Meniskusanteile, jedoch keine vollständige Korbhenkelsituation (vgl. Bericht vom 1
8.
November 2016,
Urk.
7/M1).
4.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie,
gab
mit Schreiben vom 2
2.
Novem
ber 2016 (
Urk.
7/M2)
an, dass der Beschwerdeführer am 1
5.
November 2016 beim Unihockeyspielen ein Distorsionstrauma des rechten Kniegelenks erlitten habe und in der Folge rezidivierende Blockaden sowie ein starkes An
schwellen des Kniegelenks aufgetreten seien.
Dr.
Z._
diagnostizierte eine
traumatische mediale Meniskusläsion des rechten Knie
s
. Die klinische Untersu
chung zeige aktuell ein Kniegelenk ohne Erguss sowie deutlich positive Menis
kuszeichen
medialseitig
. Die Kreuzbänder und Seitenbänder seien symmetrisch stabil.
Es best
ünden
ein vollumfänglicher Bewegungsumfang sowie ein
Hyperex
ten
sions
- und Hyperflexionsschmerz. Die Indikation zur Kniearthroskopie sei gegeben.
4.4
Am 2
5.
November 2016 erfolgte im Spital
A._
eine Kniegelenksarthroskopie rechts mit Glätten des Knorpels an der
Trochlea
femoris
sowie partieller medialer
Meniskektomie
und Resektion der
Plica
mediopatellaris
. Als Diagnose w
u
rd
e
ein Status nach Kniedistorsionstrauma vom 1
5.
November 2016 mit medialer Menis
kusläsion
des rechten
Knie
s
,
Chondropathie
Grad III bis IV an der
Trochlea
femoris
,
Chondropathie
Grad II am
Tibiaplateau
medial und lateral sowie
Plica
mediopatellaris
erwähnt. Der postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen und der Beschwerdeführer sei am 2
7.
November 2016 nach Hause entlassen wor
den (vgl. Operationsbericht vom 2
5.
November 2016,
Urk.
7/M3 S. 1; Aus
tritts
bericht vom 2
8.
November 2016,
Urk.
7/M4 S. 1).
4
.5
Im
Fragebogen vom
8.
Dezember 2016
(
Urk.
7/K8) schilde
r
te der Beschwerde
füh
rer den Unfallhergang. Dabei gab er an, dass er ballführend mit dem Unihockey
stock gesprintet sei
, als das Knie beim Umspielen des Gegners
mit einer Seit
wärtsb
ewegung
blockiert habe und er eingeknickt sei.
Er sei nicht gefoult worden.
Der Unfall sei bei einer für ihn gewohnten Tätigkeit und unter normalen äusseren Bedingungen erfolgt (S. 1
Ziff.
1-2). Auf die Frage, ob etwas Besonder
e
s passiert sei,
führ
te der Beschwerdeführer
aus
, dass das Knie blockiert habe und er als Folge davon eingeknickt sei
(S. 2
Ziff.
3)
.
Er habe sofort starke Schmerzen ver
spürt und habe nicht mehr weiterspielen können (S. 2
Ziff.
4). Er habe
bisher an keinen
ähnlichen Beschwerden gelitten (S. 2
Ziff.
5).
Seit dem
5.
Dezember 2016 sei er wieder vollständig
arbeitsfähig (S. 2
Ziff.
6).
4.6
Am 2
9.
Dezember 2016 erfolgte eine Beurteilung durch den beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (
Urk.
7/M5).
Dieser kam zum Schluss, dass aufgrund des Meniskusrisses eine unfallähnliche Körper
schä
digung vorliege. Die massiven Knorpelschäden medial und
interkondylär
sowie weniger
lateral seien hingegen vorbestehend. Im Operationsbericht werde
er
wähnt
, dass im Anschluss an eine Distorsion (die im Unfallbericht allerdings nicht
so bezeichnet werde) Blockaden und Schwellungen aufgetreten seien. Dies spreche
für
eine überwiegend wahrscheinlich
adäquate Traumatisierung des Kniegelenks.
Als unfallf
remde Faktoren seien erhebliche
Knorpelschäden zu erwähnen. Es handle sich um eine vorübergehende Verschlimmerung. Der Status quo sine
vel
ante sei noch nicht erreicht (S. 2 f.).
4.7
Mit Zeugnis vom 1
5.
März 2017 (
Urk.
7/M8) berichtete
Dr.
Z._
über einen etwas zögerlichen postoperativen Verlauf. Der Beschwerdeführer klage immer wieder über belastungsabhängige Beschwerden, welche in der letzten Zeit abge
nommen hätten.
Schmerzen bestünden immer noch am
femoralen
Ansatz des medialen Seitenbandes. Die Ergussneigung sei abgeklungen (
Ziff.
4). Es lägen ausschliesslich Unfallfolgen vor (
Ziff.
6). Falls die Beschwerden nicht abklingen würden, müsse ein Verlaufs-MRI angefertigt werden (
Ziff.
11).
4.8
In der am 2
3.
März 2017 erfolgten Beurteilung (
Urk.
7/M9) erachtete Prof.
B._
die Unfallkausalität
weiterhin
als gegeben. Der Status quo sine
vel
ante sei noch nicht erreicht (S. 2).
4.9
Mit Bericht vom
5.
Mai 2017 (
Urk.
7/M10)
informierte
Dr.
Z._
über einen leicht zögerlichen Verlauf. Der Beschwerdeführer beklage belastungsabhängige Beschwerden. Schmerzen würden sowohl langes Wandern als auch das Treppen
hinab
steigen verursachen.
Die Beschwerden würden immer noch im Bereich des medialen Seitenbandes angegeben.
Im Alltag sei er aktuell beschwerdefrei. Die Prognose sei günstig (
Ziff.
2). Hinsichtlich des medialen Meniskus s
ei
kein blei
bender Nachteil zu erwarten
.
A
llerdings
liege
eine vorbestehende Arthrose
vor
, welche zu Problemen führen werde. Aktuell sei das betroffene Körperteil minimal einschränkend (
Ziff.
4).
4.10
Am
6.
Juni 2017 berichtete
Dr.
Z._
erneut über einen etwas erschwerten Verlauf bei deutlicher
Femoropatellararthrose
. Die Beschwerden seien deutlich rückläufig. Es bestehe eine zumindest
teilweise vorbestehende
,
traumatisch akti
vierte
Femoropatellararthrose
, welche mittelfristig sicherlich für weitere Be
schwer
den ursächlich sein dürfte
(vgl.
Bericht vom
6.
Juni 2017,
Urk.
7/M11
Ziff.
2).
4.11
Eine weitere Beurteilung durch Prof.
B._
erfolgte am
2
9.
Juni
2017 (
Urk.
7/M12).
Dabei kam er zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer
ein Knorpel
schaden in verschiedener Ausprägung an diversen Knielokalisationen vor
liege
,
welcher nun das Geschehen dominiere
und nicht mit dem Trauma vom 1
5.
November 2016 zu erklären
sei
. Prof.
B._
gab entsprechend an, dass die Beschwerden nur möglicherweise auf das Ereignis zurückzuführen seien. Der
Meniskusschaden habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des
prä
arthro
s
tischen
Knieschadens geführt. Der Status quo sine sei am 3
0.
Juni 2017 erreicht (S. 2).
4.12
Mit Schreiben vom 2
2.
August 2017 (
Urk.
7/M13) diagnostizierte
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein
Supinationstrauma
des linken oberen Sprunggelenks (OSG) aufgrund eines Feuerwehreinsatzes vom 2
0.
August 2017 sowie eine
arthros
kopische
Teilmeniskektomie
(
TME
)
medial rechts nach Distorsionstrauma
vom 1
5.
November 201
6.
Aufgrund der deutlichen Beschwerdesymptomatik werde
ein MRI veranlasst (S. 1 f.).
5.
5.1
Vorab gilt es
,
den für die Beurteilung massgebenden Sachverhalt festzustellen.
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer
ballführend ge
sprintet sei, mit einer Seitwärtsbewegung den Gegner umspielt und dabei eine Blockade im rechten Knie erlitten habe, woraufhin er eingeknickt sei und starke Schmerzen verspürt habe.
Abgesehen davon wird nichts
Besonderes oder Unvor
hergesehenes erwähnt
und ein Foul
wird
explizit verneint
(vgl.
Urk.
7/K8 S. 1 f.
Ziff.
1-4
).
Diese Schilderungen blieben unbestritten und
es ist
darauf
abzustellen.
In den medizinischen Berichten wird zwar von einer Distorsion gesprochen (vgl.
Urk.
7/M2;
Urk.
7/M3 S. 1;
Urk.
7/M4 S. 1;
Urk.
7/M13 S. 1), doch wird eine solche vom Beschwerdeführer selbst nicht erwähnt. Auch der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Prof.
B._
stellte bereits fest, dass sich aus der Unfall
meldung keine Distorsion ergibt (vgl.
Urk.
7/M5 S. 2).
5.2
Zur Beurteilung einer allfälligen Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist zunächst zu prüfen, ob das Ereignis vom 1
5.
November 2016 den Unfallbegriff im Sinne von
Art.
4 ATSG erfüllt.
Dabei ist vorliegend insbesondere der unge
wöhnlich
e äussere Faktor von Bedeutung, wobei ein solcher nach der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung ohne besonderes Vorkommnis bei einer Sportver
letzung zu verneinen
ist
(vorstehend E. 1.3). Der äussere Faktor ist nur dann ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn ein Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewe
gungs
m
uster
des betreffenden Sports fällt (Urteile des Bundesgerichts 8C_186/2011
vom 26. Juli 2011 E. 5 und
8C_189/2010
vom 9. Juli 2010 E. 5.1).
Gestützt auf die massgebenden Schilderungen des Beschwerdeführers (vorstehend E. 5.1) steht fest, dass er sich eine Verletzung am rechten Knie zuzog, ohne dass
der natürliche Ablauf der Körperbewegung durch etwas Programmwidriges wie beispielsweise Stolpern, Ausgleiten, Anstossen oder Abwehren eines Sturzes beein
trächtigt war (
vgl. vorstehend E. 1.3, vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_783/
2013 vom 1
0.
April 2014 E. 4.2).
Dem vorliegend zu beurteilenden Ereig
nis fehlt es folglich an einem – für die Qualifikation als Unfall erforderlichen –
ungewöhnlichen äusseren Faktor.
5.3
Zu prüfen bleibt, ob das fragliche Ereignis allenfalls unfallähnlich war. Mit der diagnostizie
rten Meniskusläsion (vgl.
Urk.
7/M1
) ist aus medizinischer Sicht unbe
strittenermassen eine Verletzung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2
lit
. c UVV ausgewiesen.
Dem geschilderten Ereignis fehlt es allerdings
am erforderlichen
äusseren Faktor.
Das Unihockeyspiel
im Allgemeinen
beinhaltet zwar
eine Reihe einzelne
r Aktio
nen mit Bewegungsabläufen
, die mit einer erhöhten Gefahrenlage verbunden sind, wie etwa abruptes Beschleunigen und Stoppen
(vgl.
hierzu etwa
Urteil des Bundesgerichts
8C_483/2017 vom
3.
November 2017 E. 6.1-6.2)
.
Allerdings lässt sich in dem vom Beschwerdeführer geschilderten
Geschehensablauf
(vorstehend E. 5.1)
– auch wenn die schädigende äussere Einwirkung in einer körpereigenen Bewegung bestehen kann -
kein hinzukommendes äusseres Element ausmachen
, das heisst einen ausserhalb des Körper liegenden, objektiv feststellbaren, sinn
fälligen - eben unfallähnlichen – Einfluss
auf den Körper
.
So handelte es sich vielmehr um eine normale physiologische Beanspruchung
des Körpers
ohne besonderes Vorkommnis.
Mit Blick auf den geschilderten Hergang fehlt es damit trotz entsprechender Verletzung an einem äusseren Faktor, womit auch das Vor
liegen einer unfallähnlichen Körperschädigung zu verneinen ist.
5.4
Aus der gerügten Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (vgl.
Urk.
1 S. 3) kann der Beschwerdeführer
schliesslich
nichts zu seinen Gunsten ableiten. So gilt es festzuhalten, dass aus einer erteilten Kostengutsprache keine vollum
fängliche und vorbehaltlose Kostenübernahme für sämtliche Behandlungskosten abgeleitet werden kann, ist es dem Unfallversicherer doch unbenommen, zu
nächst im Rahmen einer formlosen Deckungsanerkennung Leistungen wie Heil
be
handlung und Taggelder zu erbringen und diese nach einer eingehenden Prü
fung der Anspruchsvoraussetzungen (Unfalltatbestand, Kausalität) bei entspre
chen
dem Untersuchungsergebnis ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision «ex
nunc
et pro
futuro
» ein
zu
stellen. Ausserdem können Heilbehandlung und Taggeld – da es sich nicht um Dauerleistungen handelt – auch rückwirkend angepasst werden, wobei einem verspäteten Verfügungserlass allenfalls unter dem Gesichtspunkt des Vertrauens
schutzes Bedeutung zukommt, wenn es um die Frage einer Rückerstattung zu
Unrecht bezogener Leistungen geht. Nur wenn der Unfallversicherer bereits ge
währte Versicherungsleistungen zurückfordert, muss er den hierfür erforderlichen
Rückkommenstitel
der prozessualen Revision oder der Wiedererwägung auswei
sen (BGE 133 V 57 E. 6.8, 130 V 380).
Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis
tungs
pflicht zunächst per E-Mail formlos anerkannt hat (vgl. E-Mail vom 2
1.
November 2016,
Urk.
7/K3) und später darauf zurückkam. Auch aus dem Umstand, dass in der leistungseinstellenden Verfügung vom
3.
Juli
2016 (
Urk.
7/K16) der Unfallbegriff im Sinne von
Art.
4 ATSG noch als erfüllt erachtet
wurde und im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November
2017 (
Urk.
2
) nicht mehr, ergibt sich nichts Gegenteiliges. Dem Beschwerdeführer ist hieraus kein Nachteil erwachsen,
erfolgte
in beiden Fälle
n
eine Leistungs
ein
stellung
lediglich
für die Zukunft unter Verzicht auf eine
Rückforderung.
Z
um Umstand, dass die Beschwerdegegnerin schliesslich sowohl den Unfallbegriff als auch das Vorhandensein einer unfallähnlichen Körperschädigung verneint hat,
konnte
d
er
Beschwerdeführer
im Rahmen des vorliegenden Beschwerdever
fah
rens ausführlich Stellung nehmen, wobei das hiesige Gericht über volle Kognition verfügt.
5.5
Zusammenfassend steht somit fest, dass weder ein Unfallereignis vorliegt noch eine
unfallähnliche Körperschädigung
ausgewiesen ist.
Daher erübrigen sich Weiterungen zur Kausalität und dem Erreichen des Status quo sine
(vgl. hierzu
Urteil des Bundesgerichts 8C_951/2008 vom 3. Juni 2009 E.
1.2 und E. 3.4.2,
Urteil des Bundesgerichts 8C_637
/2013 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.1-2.3.2
). Auf
weitere
medizinische
Abklärungen
– insbesondere das eventuell beantragte ortho
pädische Gutachten (vgl.
Urk.
1 S. 2) sowie das beantragte Einholen eines Berichts von
Dr.
C._
(vgl.
Urk.
1 S. 7) -
kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) verzichtet werden
.
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Leistungen der Unfallversicherung demnach zu Recht verneint, weshalb die Be
schwerde abzuweisen ist.
6.
Dem
nicht vertretenen, nicht obsiegenden
Beschwerdeführer ist
entgegen seinem Antrag (vgl.
Urk.
1 S. 2)
keine Parteientschädigung zuzuspr
echen.