# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3155d646-a13b-4ac0-bec3-ae65cfc0c433
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 22./23. August 1995 von A. geschieden. Im Scheidungsverfahren vor Bezirksgericht Maloja wurde X. von Rechtsanwalt B. vertreten. Mit Bezug auf das Güterrecht hatten beide Parteien in ihrem Rechtsbegehren lediglich die güterrechtliche Auseinandersetzung beantragt. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Maloja erklärten die Parteien hinsichtlich des ehelichen Mobiliars übereinstimmend, sie würden die Aufteilung - allenfalls unter Beizug einer Amtsperson - selbst vornehmen. Es wurde von der Bereitschaft des Ehemannes Vormerk genommen, die gesamte Esszimmereinrichtung der Ehefrau zu überlassen. Die Ziffer 9 des Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Maloja enthielt mit Bezug auf das Güterrecht, soweit es hier interessiert, folgende Feststellungen:
„g) Das Mobiliar der ehelichen Wohnung ist wertmässig hälftig auf die Parteien aufzuteilen, wobei sich der Beklagte verpflichtet hat, der Klägerin die gesamte Einrichtung des Esszimmers herauszugeben. Davon wird Vormerk genommen.
Tisch- und Bettwäsche sowie sämtliches Geschirr des ehemaligen Haushalts ist je hälftig auf die Parteien aufzuteilen.
h) Soweit die Klägerin persönliche Effekten beansprucht, welche sich noch in der ehelichen Wohnung befinden, ist der Beklagte verpflichtet, ihr diese auf erstes Verlangen hin herauszugeben.
Nach Vollendung dieser Auseinandersetzung haben die Parteien in güterrechtlicher und vermögensrechtlicher Hinsicht voneinander nichts mehr zu fordern.“
B. X. reichte gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 22./23. August 1995 beim Kantonsgericht Graubünden Berufung und Revision ein. Im Berufungs- und Revisionsverfahren wurde X. von C., damals Substitutin im Anwaltsbüro Y., St. Moritz, vertreten. In der Berufungserklärung vom 5. Oktober 1995 beantragte die Rechtsvertreterin u.a. dass Ziff. 9 des angefochtenen Urteils aufzuheben sei und die Rechtsbegehren gemäss Prozesseingabe vom 10. Februar 1995 zu schützen seien. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab X. im Rahmen der formfreien Befragung vor Kantonsgericht Graubünden zur Aufteilung des Mobiliars an, die Aufteilung habe noch nicht erfolgen können, weil es ihr an Platz mangle. Sie hoffe aber, dass die Parteien diesbezüglich zu einer Einigung kämen und das Kantonsgericht damit von der Vornahme der Aufteilung dispensiert werden könne. Das Kantonsgericht Graubünden trat mit Urteil vom 24. Januar 1996 auf die Revision nicht ein, hiess die Berufung teilweise gut, beurteilte aber die güterrechtliche Aufteilung nicht (KB 3). Die fragliche Ziffer des erstinstanzlichen Urteils blieb damit unverändert, während das Kantonsgericht insbesondere bezüglich der Kinderzuteilung die Berufung teilweise guthiess.
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C. Gegen das Urteil des Kantonsgerichtes Graubünden vom 24. Januar 1996 erhoben beide Parteien selbständig Berufung an das Schweizerische Bundesgericht. Vor Bundesgericht waren die Kinderzuteilung und Unterhaltspflicht strittig. Die Aufteilung des Mobiliars war nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens vor Bundesgericht. Zu diesem Zeitpunkt wurde X. immer noch von C. anwaltlich vertreten (BB 3).
D. Zur definitiven Regelung der güterrechtlichen Auseinandersetzung wandten sich die Parteien des Scheidungsverfahrens in der Folge an den Gerichtsaktuar des Bezirksgerichtes Maloja, D.. Unter dessen Vermittlung schlossen die geschiedenen Ehegatten am 17. März 1997 eine Vereinbarung über die Aufteilung des Mobiliars und Inventars ab. In der Vereinbarung wurden alle Gegenstände des Haushaltes minutiös aufgeführt und festgehalten, wem welche Gegenstände zugeteilt würden. Mit Bezug auf das vom Ehemann übernommene Mobiliar wurde bestimmt, dass dieses vom Betreibungsbeamten geschätzt und der Schätzwert vom Übernehmer unter teilweiser Verrechnung mit der diesem noch zustehenden ausseramtlichen Entschädigung an seine geschiedene Ehefrau ausbezahlt werden sollte. Es wurde ferner festgehalten, die Aufteilung des Inventars werde im Beisein einer Amtsperson des Regionalen Sozialdienstes oder des Bezirksgerichtes Maloja vorgenommen. Nach dem Vollzug der Vereinbarung sollten die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt sein und nichts mehr voneinander zu fordern haben. Am 12. April 1997 teilten die Parteien einen Teil des ehelichen Mobiliars und Inventars im Beisein des Aktuars des Bezirksgerichtes Maloja, der sich als Privatperson und freiwillig zur Verfügung stellte, sowie einer Amtsperson des Sozialdienstes auf. Einige Positionen blieben jedoch unbereinigt.
E. X. erstatte am 5. September 1997 Strafanzeige gegen den  wegen unrechtmässiger Aneignung (Editionsakten: Dossier Amtsbefehl). Das Verfahren wurde am 24. April 1998 vom Untersuchungsrichter eingestellt, nachdem im Rahmen einer polizeilichen Hausdurchsuchung vom 1. April 1998 keine der angegebenen Gegenstände ausfindig gemacht werden konnten.
F. Am 19. Februar 1998 reichte X. beim Bezirksgericht Maloja eine Prozesseingabe ein, mit der sie verlangte, dass der geschiedene Ehegatte in Erfüllung der Vereinbarung vom 17. März 1997 zu verpflichten sei, ihr verschiedene Gegenstände aus dem Esszimmer (Vorhänge, Lampen, Ecktisch, Matratze, Büchergestell, Ölbild, Schlitten, Wappenscheiben, Tupperware, Suppenkelle, Kinderbestecke, Toaster, Kannen, Teppiche, Nähzeug, persönliche Effekten usw.) sowie wertmässig die Hälfte der Gegenstände aus dem Wohnwagen (Pfannenset, Koffergrill, Geschirr, Besteck, Holztisch) auszuhändigen. Zudem verlangte sie, er
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habe für die Kosten der fehlenden Gegenstände und die Reparaturkosten für die Näh- und Strickmaschine aufzukommen. Wohnwand, Arvenschiebetüre, Geschirrspüler, Tiefkühlschrank, Truhe und Stereoanlage, Afghan-Teppich und Küchentisch seien neu zu schätzen und ihr der Schätzwert auszurichten. X. wurde in diesem Verfahren durch Y. anwaltlich vertreten.
Das Bezirksgericht Maloja trat in seinem Urteil vom 28. Oktober 1998 auf die Klage nicht ein, auferlegte die Vermittlungs- und Gerichtskosten von zusammen 3'700 Franken der Klägerin und verpflichtete diese, den Beklagten aussergerichtlich mit Fr. 4'334.60 zuzüglich Mehrwertsteuer zu entschädigen. Das Gericht stellte fest, werde die güterrechtliche Auseinandersetzung nicht als Ganzes in ein gesondertes Verfahren verwiesen, müsse über alle güterrechtlichen Ansprüche entweder im Scheidungsurteil selber oder allenfalls in einem beim Scheidungsrichter anzuhebenden, im Gesetz nicht vorgesehenen Nachverfahren entschieden werden. Diese Möglichkeit dürfe jedoch nicht dazu führen, dass nach Abschluss eines Scheidungsprozesses in einem Nachverfahren leichthin güterrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden könnten, deren Beurteilung im Rahmen des Scheidungsverfahrens wegen Nachlässigkeit einer Partei unterblieben sei. Ein Nachverfahren dürfe nur Platz greifen, wenn das Scheidungsurteil eine offensichtliche Lücke aufweise, nicht aber dann, wenn eine gewisse Unsicherheit vorliege, welche durch Auslegung geklärt werden könne. Im vorliegenden Fall könne nicht von einer Lücke gesprochen werden. Falls überhaupt eine solche vorgelegen habe, so sei sie durch die Vereinbarung vom 17. März 1997, welche zudem eine Saldoklausel enthalte, gefüllt worden. Dass die klare Regelung im Scheidungsurteil und in der Vereinbarung zu solchen Problemen führen könnte, sei nicht voraussehbar gewesen. Wenn dies geschehen sei, so könne daraus nicht die Zulässigkeit eines Nachverfahrens abgeleitet werden.
G. Gegen das bezirksgerichtliche Urteil vom 28. Oktober 1998 reichte X. beim Kantonsgericht Graubünden am 23. November 1998 Beschwerde ein, welche mit Urteil vom 30. Juni 1999 abgewiesen wurde. Das Kantonsgericht Graubünden schützte das Urteil der Vorinstanz. Es führte dazu aus, dass die Aufteilung der Gegenstände der Dispositionsmaxime unterliege und die Parteien in freier Ausübung ihres Willens bewusst darauf verzichtet hätten, bereits in jenem Zeitpunkt genauer zu bestimmen, wer welche Gegenstände und zu welchem Wert übernehme, und statt dessen anlässlich der Hauptverhandlung ausdrücklich erklärt hätten, selbst die weitere Aufteilung vornehmen zu können. Offenbar stünden vollstreckungsrechtliche Aspekte im Vordergrund, und für den Vollzug des Urteils dürfe die Vereinbarung vom 17. März 1997 herangezogen werden. Zuständiges Organ für den Vollzug sei jedoch nach Art. 255 ZPO der Kreispräsident. Auf die
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ebenfalls erhobene Berufung trat das Kantonsgericht Graubünden mit Beschluss vom 9. Februar 1999 nicht ein.
H. Am 8. Juli 2002 verlangte X., die nunmehr von Rechtsanwalt E., Chur, vertreten wurde, beim Kreisamt Oberengadin im Rahmen eines Amtsbefehls die Herausgabe von verschiedenen Gegenständen wie Tische, Matratze, Büchergestell, Bücher, Teppiche usw.. Das Amtsbefehlsgesuch wurde am 12. September 2002 vom Kreispräsidenten Oberengadin abgewiesen. Er war zum Schluss gelangt, dass es nicht um die Vollstreckung eines rechtskräftigen Urteils im Sinne von Art. 252 ff. ZPO gehe, da die fragliche Vereinbarung einen privatrechtlich geschlossenen Vertrag darstelle und nicht Teil des Scheidungsurteils sei. Die Gesuchstellerin sei auch beweispflichtig, wo sich die erwähnten Gegenstände befinden würden. Ob A. die erwähnten Gegenstände noch besitze, sei auf Grund des negativen Ergebnisses des Strafverfahrens höchst fragwürdig. Da sich aus der Vereinbarung ferner nicht klar und eindeutig ergebe, was X. im einzelnen zugesprochen worden sei, würde die Vollstreckung auf praktische Schwierigkeiten stossen.
I. Auf Beschwerde hin korrigierte der Kantonsgerichtspräsident Graubünden mit Verfügung vom 4. November 2002 die ausseramtliche Entschädigung, schützte hingegen den Entscheid des Kreispräsidenten Oberengadin in der Hauptsache. Er wies die Beschwerde mit der Begründung ab, die Vereinbarung wäre zwar für einen Besitzesschutz oder eine Besitzesherausgabe für einen Nachweis im Sinne von Art. 146 Abs. 2 ZPO tauglich und würde genügen, wenn nicht andere Umstände dagegen sprächen. Der Beschwerdegegner behaupte nun aber, er habe alle Gegenstände herausgegeben, soweit er sich dazu verpflichtet habe. Eine auf Antrag der Beschwerdeführerin wegen unrechtmässiger Aneignung geführte Strafuntersuchung sei eingestellt worden, weil A. nicht habe nachgewiesen werden können, dass er noch im Besitze von in der Vereinbarung aufgeführter Gegenstände sei und es hätten anlässlich einer Hausdurchsuchung keine der fraglichen Gegenstände ausfindig gemacht werden können. Die Beschwerdeführerin habe auch nicht aufgezeigt, wie viele Jahre nach Auflösung des Haushalts beziehungsweise der güterrechtlichen Auseinandersetzung einzelne Gegenstände noch individualisiert und ausfindig gemacht werden könnten, so dass angesichts dieser Beweislage ein Nachweis in Bezug auf einzelne oder alle der im Gesuch aufgeführten und von der Beschwerdeführerin herausverlangten Gegenstände nicht erbracht werden könne.
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J. Am 9. Dezember 2004 reichte X., vertreten durch Rechtsanwalt F., beim Vermittleramt des Kreises Oberengadin eine Forderungsklage gegen ihren ehemaligen Rechtsvertreter Y. ein mit folgenden Rechtsbegehren:
„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin einen Betrag von Fr. 36’426.50 nebst Zins zu 5% auf Fr. 28'389.-- seit 1. September 1999 und auf Fr. 8'037.50 seit 9. Dezember 2004 zu bezahlen.
2. Unter kreisamtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kostenfolge, diese zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.“
Anlässlich der Vermittlungstagfahrt vom 3. Februar 2005 beantragte Y. die kostenfällige Abweisung der Klage.
K. Gleichzeitig deponierte X. beim Bezirksgericht Maloja ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, welches mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten am 10. März 2005 abgewiesen wurde. Das Kantonsgericht Graubünden, mit Urteil vom 30. Juni 2005, sowie das Bundesgericht, mit Urteil vom 28. September 2005, schützten daraufhin den erstinstanzlichen Entscheid.
L. Mit Prozesseingabe vom 1. März 2005 prosequierte X. die Streitsache mit unverändertem Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Maloja.
Mit Prozessantwort vom 21. April 2005 beantragte Y. unverändert die Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin. Am 2. Juni 2005 bzw. 24. Juni 2005 erfolgten die Replik bzw. die Duplik.
M. Mit Urteil vom 3. Oktober 2006 und 7. November 2006, mitgeteilt am 8. November 2006, erkannte das Bezirksgericht Maloja was folgt:
"1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten von CHF 9'455.60 (Gerichtsgebühr von CHF 8'000.--, Streitwertzuschlag von CHF 728.50, Schreibgebühren von CHF 350.--, Expertisekosten von CHF 377.10) sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 220.--, werden der Klägerin auferlegt.
3. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten ausseramtlich mit CHF 28'847.05 inkl. MWSt zu entschädigen.

## Considerations