# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5e3603e9-2982-45d7-be0c-b1bb40b97e30
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Per 1. Januar 2018 fusionierten die politischen Gemeinden E._ und
F._ gestützt auf das Gemeindegesetz des Kantons Graubünden zur
Gemeinde C._. Gemäss an der Gemeindeversammlung
genehmigtem Fusionsvertrag beabsichtigte die neue Gemeinde, ihre
Gesetzgebung so rasch als möglich zu vereinheitlichen. Bis zur
Inkraftsetzung von neuem Recht blieb für das Gebiet der bisherigen
Gemeinden deren bisheriges Recht anwendbar.
2. Am 27. März 2019 reichte D._ (Bauherrschaft) bei der Gemeinde
C._ das Gesuch um Abbruch der bestehenden Gebäude auf der
Parzelle G._ in der Wohnzone H._, Quartierplangebiet I._,
und die Erstellung eines neuen Ferienhauses sowie eines auch für die
Parkierung zu nutzenden Nebengebäudes (mit Sauna und Abstellräumen)
ein. Das Baugesuch wurde amtlich publiziert und öffentlich aufgelegt.
3. Mit Eingabe vom 9. Mai 2019 erhoben A._ und B._ dagegen
Einsprache und beantragten, es sei die Bewilligung für das Baugesuch zu
verweigern.
4. Mit Bericht vom 25. Juni 2019 nahm die kommunale Bauberaterin zum
Bauvorhaben aus gestalterischer Sicht Stellung.
5. Mit Bau- und Einspracheentscheid vom 30. August 2019, mitgeteilt am
23. bzw. 26. September 2019, wies die Baubehörde C._ die
Einsprache von A._ und B._ im Wesentlichen ab, soweit sie
darauf eintrat und erteilte der Bauherrschaft die Baubewilligung unter
Auflagen und Bedingungen.
6. Dagegen erhoben A._ und B._ am 10. Oktober 2019
Beschwerde an den Gemeindevorstand C._ und beantragten die
Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die Verweigerung der
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Baubewilligung, eventualiter die Rückweisung an die Vorinstanz zur
ordnungsgemässen Publikation der Projektänderungen und zu neuem
Entscheid.
7. Mit Entscheid vom 18., mitgeteilt am 25. Februar 2020, wies der
Gemeindevorstand C._ die Beschwerde ab.
8. Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 26. März 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragten, der
Entscheid des Gemeindevorstands C._ vom 18., mitgeteilt am
25. Februar 2020, sowie der Bau- und Einspracheentscheid der
Baubehörde C._ vom 30. August 2019, mitgeteilt am
23./26. September 2019, seien aufzuheben und das Baugesuch von
D._ sei abzuweisen. Eventualiter seien der Entscheid des
Gemeindevorstands C._ vom 18., mitgeteilt am 25. Februar 2020,
sowie der Bau- und Einspracheentscheid der Baubehörde C._ vom
30. August 2019, mitgeteilt am 23./26. September 2019, aufzuheben und
die Angelegenheit zur Durchführung des ordentlichen
Baubewilligungsverfahren an die Baubehörde C._ zurückzuweisen.
Zur Begründung der Anträge brachten die Beschwerdeführer in formeller
Hinsicht eine mehrfache Verletzung des rechtlichen Gehörs und die
Befangenheit der Baubehörde C._, in materieller Hinsicht Verstösse
gegen den Gestaltungsgrundsatz (Art. 46 Baugesetz der bisherigen
Gemeinde E._ [BG] und Art. 73 KRG), gegen die Vorgaben
betreffend Fassade (Art. 52 BG und Art. 12 Quartierplanvorschriften der
bisherigen Gemeinde E._ [QPV]), die Fensteröffnungen (Art. 14
QPV), die Balkone (Art. 15 QPV), die Dachform (Art. 54 BG und Art. 13
QPV); die Verletzung des grossen Grenzabstandes von 8 m (Art. 38 BG
und Art. 40 Abs. 2 BG), einen Verstoss gegen die
Zweitwohnungsgesetzgebung sowie im Zusammenhang mit der
Nebenbaute eine gesetzeswidrige Parkfläche/-anlage (Art. 90 Abs. 1 BG)
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und die Verletzung des Grenzabstandes für Nebenbauten (Art. 41 BG)
vor.
9. Mit Vernehmlassung vom 6. Mai 2020 beantragte die Gemeinde C._
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei.
10. Mit Vernehmlassung vom 11. Mai 2020 beantragte D._ (nachfolgend
Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung
der kommunalen Entscheide.
11. In ihrer Replik vom 3. Juni 2020 hielten die Beschwerdeführer unverändert
an den bisherigen Rechtsbegehren fest und vertieften ihre Argumente.
12. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. Juni 2020 auf die
Einreichung einer Duplik.
13. Am 29. Juni 2020 beantragte der Beschwerdegegner, es sei ihm die Frist
zur Einreichung der Duplik abzunehmen und das Verfahren zu sistieren,
vorläufig längstens bis zum 2. November 2020. Begründend führte er an,
aufgrund der geänderten Verhältnisse werde eine Abänderung bzw. eine
Variante zum Bauvorhaben geprüft, was allenfalls zur
Gegenstandslosigkeit dieses Verfahrens führen könnte. Am 14. Juli 2020
sistierte der Instruktionsrichter das vorliegende Beschwerdeverfahren bis
längstens 2. November 2020, und nahm dem Rechtsvertreter der
Bauherrschaft, Rechtsanwalt Robert Hadorn, die Frist zur Einreichung
einer Duplik ab.
14. Gestützt auf weitere Gesuche um Verlängerung der Sistierung ordnete der
Instruktionsrichter mit prozessleitenden Verfügungen vom 9. November
2020 und vom 19. Februar 2021 jeweils die Sistierung des Verfahrens an.
Die weiteren Gesuche des Beschwerdegegners vom 23. August 2021 und
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vom 12. Oktober 2021 um Verfahrenssistierung lehnte der
Instruktionsrichter am 17. September bzw. am 5. November 2021 ab und
gewährte letztmalig eine Frist zur Einreichung der Duplik bis zum
22. November 2021.
15. Mit Duplik vom 22. November 2021 hielt der Beschwerdegegner an
seinem bisherigen Rechtsbegehren fest. Die gleichentags beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden eingereichte
Prozessbeschwerde (Verfahren R 21 111) gegen die Ablehnung des
Sistierungsgesuchs wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit Urteil vom 1. Februar 2022 ab.
16. Am 2. Dezember 2021 reichten die Beschwerdeführer ihre Honorarnoten
ein, die dem Beschwerdegegner zur Kenntnis zugestellt wurden.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, den
angefochtenen Entscheid und die weiteren Akten wird, soweit erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ist der
Entscheid des Gemeindevorstands C._ vom 18., mitgeteilt am
25. Februar 2020, womit dieser die Beschwerde der Beschwerdeführer
gegen den Bau- und Einspracheentscheid der Baubehörde C._
abwies (vgl. Akten der Beschwerdeführer [Bf-act.] 2, Akten der
Beschwerdegegnerin [Bgin-act.] 10). Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG, BR 370.100) beurteilt
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen
Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz
angefochten werden können oder nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind. Der vorliegend angefochtene
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kommunale Entscheid vom 18., mitgeteilt am 25. Februar 2020, ist weder
endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Als
formelle und materielle Adressaten des angefochtenen Entscheides und
je hälftige Miteigentümer der an die Parzelle G._ des
Beschwerdegegners angrenzenden Parzelle J._ sind die unmittelbar
benachbarten Beschwerdeführer berührt und haben ein schutzwürdiges
Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, weshalb sie zur
Beschwerdeführung legitimiert sind (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die frist- und
formgerecht eingereichten Beschwerde ist daher grundsätzlich
einzutreten (vgl. die Ausnahme in Erwägung 1.4).
1.2. Angefochten ist auch der Entscheid der Baubehörde C._ vom
30. August 2019, mitgeteilt am 23. bzw. 26. September 2019. Vorab gilt
es zu prüfen, ob die angefochtenen Entscheide durch die sachlich
zuständigen Behörden ergangen sind. Die bisherigen Gemeinden
E._ und F._ fusionierten per 1. Januar 2018 zur Gemeinde
C._. Das Baugesetz der (bisherigen) Gemeinde E._ aus den
Jahren 1993/1994 (nachfolgend BG), welches mangels Vereinheitlichung
der Gesetzgebung der neuen Gemeinde C._ noch immer Anwendung
findet (vgl. Fusionsvertrag vom 31. März 2017, von der Regierung
genehmigt am 15. Mai 2017), sieht in Art. 99 Abs. 1 BG vor, dass die
Baubehörde nach Ablauf der Einsprachefrist den schriftlichen
Baubescheid erlässt, wobei darin auch über allfällige Einsprachen
entschieden wird. Baubehörde im Sinne dieser Regelung ist gemäss Art. 3
Abs. 1 BG der Gemeindevorstand, dem die Baukommission beratend zur
Seite steht (Art. 3 Abs. 2 BG). Beschlüsse und Verfügungen der
Baubehörde aufgrund des BG oder der darauf beruhenden Erlasse
können innert 20 Tagen seit Mitteilung durch Rekurs beim
Verwaltungsgericht angefochten werden (Art. 106 Abs. 2 BG). Das BG der
(bisherigen) Gemeinde E._ sieht damit beim Entscheid über ein
Baugesuch auf kommunaler Ebene einzig die Zuständigkeit des
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Gemeindevorstands vor. Nach Art. 52 f. der Verfassung der Gemeinde
C._ vom 25. Juni 2017 bzw. 27. September 2020 (Teilrevision; in
Kraft seit 1. Januar 2018 bzw. 1. Januar 2021) besteht die Baubehörde
C._ aus drei Mitgliedern, der zuständige Departementsvorsteher des
Gemeindevorstands amtet als deren Präsident. Die Baubehörde
entscheidet erstinstanzlich über Baugesuche und vollzieht die ihr durch
das Baugesetz zugewiesenen Aufgaben.
1.3. Vorliegend hat zunächst am 30. August 2019 die Baubehörde C._
über das Baugesuch und die ergangene Einsprache vom 10. Mai 2019
entschieden (vgl. Bau- und Einspracheentscheid, Bgin-act. 7). Die
dagegen erhobene Beschwerde wies der Gemeindevorstand C._ mit
(angefochtenem) Entscheid vom 18., mitgeteilt am 25. Februar 2020, ab.
Die Baubehörde der Gemeinde C._ sah als Rechtsmittel gegen ihren
Entscheid die Beschwerde an den Gemeindevorstand vor: "Art. 106
Abs. 3 BG sowie Art. 14 Abs. 2 und Art. 50 Abs. 2 Gemeindeverfassung
[Anm. des Gerichts: der bisherigen Gemeinde E._], welche
diesbezüglich gegenüber Art. 99 Abs. 1 i.V.m. Art. 3 BG vorgehen; vgl.
dazu das Urteil des Verwaltungsgerichts R 13 52, R 13 141 und 142 vom
25. Februar 2014". Damit lehnte sich die neue Gemeinde C._
betreffend das Organisationsrecht bzw. den kommunalen Instanzenzug an
die Vorschriften des Baugesetzes der bisherigen Gemeinde F._
(Art. 93 Abs. 2 i.V.m. Art. 4) an, wonach Beschlüsse, Verfügungen und
Anordnungen der Baubehörde oder einzelner Gemeindefunktionäre bei
der Anwendung des Baugesetzes innert 20 Tagen seit Mitteilung durch
Einsprache beim Gemeindevorstand angefochten werden können. Eine
solche Praxis rechtfertigt sich mit Blick auf die Behördenorganisation
gemäss neuer Verfassung und insbesondere hinsichtlich
Zusammensetzung und Aufgaben der Baubehörde auch nach dem
Zusammenschluss zur neuen Gemeinde C._, zumindest längstens
bis zur Vereinheitlichung von deren Gesetzgebung, so dass der
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kommunale Rechtsmittelinstanzenzug nicht zu beanstanden ist (vgl. dazu
PVG 2014 Nr. 23 E.2f/dd).
1.4. Soweit die Beschwerdeführer die Aufhebung des Bau- und
Einspracheentscheids der Baubehörde C._ vom 30. August,
mitgeteilt am 23. bzw. 26. September 2019 (vgl. Bf-act. 6, Bgin-act. 7),
beantragen, kann darauf nicht eingetreten werden. Die Entscheide der
Baubehörde C._ sind vielmehr durch den (Beschwerde-)Entscheid
des Gemeindevorstands C._ vom 18., mitgeteilt am 25. Februar
2020, ersetzt worden, womit auch die Baubewilligung bestätigt wurde, und
gelten als inhaltlich mitangefochten (Devolutiveffekt des Rechtsmittels;
vgl. BGE 136 II 539 E.1.2, 134 II 142 E.1.4, je mit Hinweis; Urteil des
Bundesgerichts 1C_476/2018 vom 3. Juli 2019 E.1.1; Urteil des
Verwaltungsgerichts [VGU] R 18 63 vom 7. Mai 2019 E.1.2).
2.1. Nach Art. 51 Abs. 2 VRG können die Parteien Rechtsbegehren, die sie im
vorinstanzlichen Verfahren gestellt haben, nicht ausdehnen. Die
herrschende Gerichtspraxis leitete das Verbot der Erweiterung der
Rechtsbegehren im zweiten Schriftenwechsel aus Art. 55 Abs. 1 des per
1. Januar 2007 durch das VRG abgelösten Verwaltungsgerichtsgesetzes
(aVGG) ab (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden [VGE] 252/74 vom 9. Juli 1974 und VGE 254/73 vom 4. Juni
1974). Selbiges muss unter der Geltung des praktisch gleichlautenden
Art. 52 Abs. 1 VRG gelten. Dies bedeutet, dass im
(verwaltungsgerichtlichen) Beschwerdeverfahren nicht mehr beantragt
werden kann, als vor der Vorinstanz geltend gemacht worden ist. Das
Vorbringen neuer Begründungen, welche das ursprünglich gestellte
Rechtsbegehren zu stützen vermögen, ist hingegen grundsätzlich zulässig
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_984/2012 vom 21. März 2013
E.2.4, mit weiteren Hinweisen; PVG 2011 Nr. 14, PVG 1994 Nr. 77; VGU
R 12 181 vom 28. Februar 2013 E.1a, A 2010 50 vom 5. April 2011 E.4b;
vgl. hierzu auch DONATSCH, in: Griffel (Hrsg.), Kommentar zum
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Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2014, § 20a Rz. 1 f. und 9 ff.). Wenn allerdings mit einer
neuen Rechtsbehauptung nicht bloss eine andere Rechtsauffassung,
sondern eine eigentliche Änderung der Klage bzw. eine Änderung des
Streitgegenstandes im Beschwerdeverfahren einhergeht, erscheint dies
unzulässig (vgl. BGE 100 Ib 119 betreffend das bundesgerichtliche
Verfahren).
2.2. Die Beschwerdeführer beantragten im Beschwerdeverfahren vor dem
Gemeindevorstand der Beschwerdegegnerin primär die Aufhebung des
Bau- und Einspracheentscheids der Baubehörde vom 30. August 2019
und die Verweigerung der Baubewilligung. Sie monierten in jenem
Verfahren in materieller Hinsicht – mit der nachfolgend erwähnten
Ausnahme – dieselben Verstösse (Art. 46 BG und Art. 73 KRG, Art. 52 BG
und Art. 12 QPV, Art. 14 QPV, Art. 15 QPV, Art. 54 BG und Art. 13 QPV,
Art. 90 Abs. 1 BG, Art. 40 Abs. 3 BG und Art. 11 Abs. 1 QPV, sowie Art. 38
und Art. 40 Abs. 2 BG), wie in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden (vgl. Bgin-act. 9). In der Beschwerde vom 26.
März 2020 an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden bringen
die Beschwerdeführer nun – nebst den bisherigen Rügen – die neue
(materielle) Rüge des Verstosses gegen Art. 11 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über Zweitwohnungen (ZWG; SR 702) vor. Dadurch
haben sie indes das Rechtsbegehren nicht im Sinne von Art. 51 Abs. 2
VRG ausgedehnt, da es sich dabei lediglich um eine zulässige
Erweiterung ihrer Begründung handelt (vgl. dazu VGU A 19 27 vom
25. August 2020 E.2.1, R 18 83 vom 14. Juli 2020 E.2.2, R 18 94 vom
20. Oktober 2020 E.2).
3. Vorliegend gilt es zu prüfen, ob das Baugesuch des Beschwerdegegners
betreffend den Abbruch der bestehenden altrechtlichen Liegenschaft und
den Neubau eines Wohnhauses mit einer Nebenbaute auf der
Parzelle G._ zu Recht bewilligt wurde. Nicht bestritten wird, dass es
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sich dabei um ein baubewilligungspflichtiges Vorhaben handelt.
Dementsprechend reichte der Beschwerdegegner am 27. März 2019 ein
Baugesuch bei der Beschwerdegegnerin ein und diese führte das
ordentliche Baubewilligungsverfahren in Nachachtung von Art. 92 Abs. 3
Satz 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG;
BR 801.100) i.V.m. Art. 41 ff. der Raumplanungsverordnung für den
Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110) mit öffentlicher Auflage vom
11. April 2019 bis 10. Mai 2019 und der Behandlung der eingegangenen
Einsprache durch, wobei das Bauvorhaben mit Entscheid vom 30. August
2019, mitgeteilt am 23. bzw. 26. September 2019, schliesslich unter
Auflagen und Bedingungen bewilligt und die dagegen erhobene
Einsprache, soweit darauf einzutreten war, im Wesentlichen abgewiesen
wurde (vgl. Bf-act. 6; Bgin-act. 7).
3.1. Voraussetzung für die Erteilung der nachgesuchten Baubewilligung ist
gemäss Art. 22 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) – neben der Übereinstimmung der
Baute mit dem Zweck der Nutzungszone sowie einer hinreichenden
Erschliessung (siehe Art. 22 Abs. 2 RPG) – auch die Einhaltung der
übrigen Voraussetzungen des Bundesrechts sowie des kantonalen
Rechts. Für die Bewilligung eines Bauvorhabens im Sinne von Art. 86
KRG wird vorausgesetzt, dass alle Vorschriften des kommunalen,
kantonalen und eidgenössischen Rechts eingehalten sind. Unter das in
Art. 22 Abs. 3 RPG vorbehaltene bzw. in Art. 89 Abs. 1 KRG genannte
und einzuhaltende eidgenössische Recht fällt namentlich auch das
Bundesgesetz über Zweitwohnungen (Zweitwohnungsgesetz, ZWG;
SR 702). Widerspricht ein Bauvorhaben den einschlägigen
Bestimmungen des ZWG, erwiese es sich in der beantragten Form und
Ausgestaltung als nicht bewilligungsfähig, so dass die Baubewilligung zu
verweigern wäre (Art. 1 und Art. 20 ZWG; vgl. zum Ganzen HÄNNI,
Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 7. Aufl., Bern 2022,
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S. 357 ff.; RUCH, in Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen
[Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und
Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 22 Rz. 94 und 116; vgl. auch
Urteile des Bundesgerichts 1C_111/2020 vom 11. August 2021 E.2 ff.;
1C_478/2019, 1C_479/2019 vom 8. Mai 2020 E.3.2 ff., 1C_265/2017 vom
25. Juni 2018 E.2 ff.).
3.2. Das Bauvorhaben des Beschwerdegegners kann – wie nachfolgend
aufgezeigt wird – bereits aufgrund des Verstosses gegen das ZWG nicht
bewilligt werden.
3.3. Die Beschwerdeführer monieren, dass das Baugesuch gegen die
Voraussetzungen von Art. 11 Abs. 2 ZWG verstosse, indem es sich nicht
an die bestehende Hauptnutzfläche (nachfolgend HNF) von 65 m2 halte,
wenn sie diese um 19.5 m2 auf 85 m2 erweitere und die HNF zudem durch
die neue Ausrichtung des Gebäudes mehr als geringfügig verschoben
werde. Der Grundriss der neuen Wohnung weiche massiv vom bisherigen
ab, weise das Ferienhaus doch mit der Erweiterung der Nutzfläche ein
erheblich grösseres Volumen auf, so dass das Bauvorhaben mit dem
bisherigen Charakter der bestehenden HNF nichts mehr gemein habe.
Damit sei der erheblich abweichende Grundriss mit den Voraussetzungen
einer geringfügigen Standortverschiebung nicht vereinbar. Zudem sei die
Sauna im Nebengebäude mit einer Fläche von 8.2 m2 nicht bei der
Berechnung der HNF berücksichtigt worden, womit selbst eine
Erweiterung von 30 Prozent nicht eingehalten würde. Weiter erwiesen sich
die Baugesuchunterlagen als unvollständig, fehle doch in den
eingereichten Plänen zur bisherigen Wohnung die Zweckbestimmung der
einzelnen Räume.
3.4. Die Baubehörde der Beschwerdegegnerin erwog in ihrem Bau- und Ein-
spracheentscheid vom 30. August 2019, mitgeteilt am 23. bzw.
26. September 2019, gemäss Art. 11 Abs. 2 und Abs. 3 ZWG dürften
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altrechtliche Wohnungen abgebrochen, wiederaufgebaut und um
30 Prozent erweitert werden, so dass vorliegend das ZWG nicht verletzt
und die neue Wohnung weiterhin als Ferienwohnung ohne
Nutzungsauflage benutzt werden dürfe (vgl. Bgin-act. 7 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin erachtete in ihrer Vernehmlassung, u.a. gestützt auf
den ergangenen Entscheid des Verwaltungsgerichts Graubünden R 18 18
vom 12. Juli 2019, die Erweiterung auch im Rahmen eines Wiederaufbaus
als erlaubt. Auch zur Rüge, der geplante Neubau wahre die nach Art. 11
Abs. 2 ZWG nötige Identität mit dem bestehenden Gebäude nicht, verwies
die Beschwerdegegnerin auf den angeführten verwaltungsgerichtlichen
Entscheid und führte dazu aus, dass das geplante Gebäude am selben
Standort errichtet werden solle, wie das bestehende und dabei der
Grundriss der altrechtlichen Wohnung praktisch vollständig überlagert
werde. Betreffend die Rüge, wonach die Sauna zu Unrecht bei der
Berechnung der HNF nicht berücksichtigt worden sei, führte sie an, dass
im Sinne der Definition der SIA-Norm 416 dazu nur diejenigen Flächen,
die der Zweckbestimmung und Nutzung des Wohngebäudes im engeren
Sinne dienten, gezählt würden. Auch nach der verwaltungsgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. VGU R 15 18 vom 24. September 2015) handle es
sich bei der Sauna lediglich um eine Nebennutzfläche im Sinne dieser
Norm.
3.5. Das ZWG regelt die Zulässigkeit des Baus neuer Wohnungen sowie der
baulichen und nutzungsmässigen Änderung bestehender Wohnungen in
Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 Prozent (Art. 1
ZWG). Bei der Gemeinde C._ handelt es sich unstreitig um eine
Gemeinde mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 Prozent (vgl. Karte
der Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent des
kantonalen Departements für Volkswirtschaft und Soziales, abrufbar unter:
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/ds/Projekte/zweitwohn
ungen/Seiten/default.aspx, letztmals besucht am 13. September 2022).
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Unbestritten blieb, dass es sich bei der bestehenden Liegenschaft um eine
altrechtliche Wohnung im Sinne von Art. 10 ZWG handelt, die unter
Vorbehalt bestehender oder künftiger Nutzungsbeschränkungen des
kantonalen oder kommunalen Rechts in der Art der Wohnnutzung frei ist
(Art. 11 Abs. 1 ZWG). Solche altrechtlichen Wohnungen dürfen im
Rahmen der vorbestandenen HNF erneuert, umgebaut und wieder
aufgebaut werden (Art. 11 Abs. 2 ZWG). Nach Art. 11 Abs. 3 ZWG dürfen
altrechtliche Wohnungen innerhalb der Bauzonen zudem um maximal
30 Prozent der am 11. März 2012 vorbestandenen HNF erweitert werden,
sofern keine zusätzlichen Wohnungen geschaffen werden.
3.6. Die Beschwerdeführer monieren zum einen, dass beim Bauvorhaben die
bestehende HNF unzulässig erweitert werde. Aus dem Bau- und
Einspracheentscheid vom 30. August 2019 ersichtlich sind die Masse der
Bruttogeschossflächen (nachfolgend BGF). Demnach wies die
altrechtliche Wohnung vor der Baueingabe eine BGF von 65 m2 auf; neu
geschaffen wurde eine BGF von 19.3 m2, so dass das geplante Gebäude
eine total genutzte BGF von 84.3 m2 aufweist (vgl. Bg-act. 9 S. 9). Aus
dem Baugesuch des Beschwerdegegners vom 27. März 2019 ergeben
sich wiederum einerseits die HNF der bestehenden altrechtlichen
Wohnung (Erdgeschoss) von 65 m2 (gemäss handschriftlicher Ergänzung
in den Akten des Beschwerdegegners eine HNF von 67.4 m2 [vgl. Bg-
act. 1]) und andererseits der HNF des geplanten Neubaus von 38.8 m2
(Wohnung EG) und 45.5 m2 (Wohnung UG), total 84.3 m2, was einer
Erweiterung der HNF der neuen Liegenschaft um 19.3 m2 entspricht, auf
die es abzustellen gilt (vgl. Bg-act. 1 S. 3).
3.7. Die Botschaft zum ZWG hält fest, dass es Regelungen über die baulichen
und nutzungsmässigen Änderungen altrechtlicher Wohnungen im ZWG
brauche, weil gemäss Art. 75b Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) nicht nur der Anteil von
Zweitwohnungen am Gesamtbestand der Wohneinheiten einer Gemeinde
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auf höchstens 20 Prozent beschränkt sei, sondern auch der Anteil der zu
Zweitwohnzwecken genutzten BGF. Könnten bestehende
Zweitwohnungen beliebig erweitert werden oder könnten bestehende
Wohnungen beliebig zu Zweitwohnungen umgenutzt werden, würde eine
Entwicklung begünstigt, die der Zielrichtung des Verfassungsartikels
entgegenlaufe. Zu Art. 12 E-ZWG, welcher wie der heutige Art. 11 ZWG
die Überschrift "Bauliche und nutzungsmässige Änderungen" trägt, wird
weiter festgehalten, da durch die Erweiterung einer als Zweitwohnung
genutzten altrechtlichen Wohnung der Umfang der durch
Zweitwohnnutzungen belegten Fläche erhöht würde, dürften altrechtliche
Wohnungen nur unter den Voraussetzungen gemäss den Absätzen 2 und
3 erweitert werden. Im Rahmen der vorbestandenen HNF dürften sie
jedoch erneuert, umgebaut und (gegebenenfalls mit einer geringfügigen
Standortverschiebung) wieder aufgebaut werden. Zudem sei es in diesem
Rahmen zulässig, wenn infolge einer neuen Raumeinteilung eine oder
mehrere zusätzliche Wohneinheiten geschaffen würden. HNF seien
diejenigen Flächen eines Geschosses, die der Zweckbestimmung und
Nutzung des Gebäudes im engeren Sinne dienten. Bei Wohnhäusern
seien dies beispielsweise die Wohnräume, die Küche, das Bad und das
WC. Zusammen mit den Nebennutzflächen, den Verkehrsflächen, den
Funktionsflächen und den Konstruktionsflächen bildeten sie die
sogenannte Geschossfläche (siehe dazu SIA-Norm 416; Botschaft vom
19. Februar 2014 zum Bundesgesetz über Zweitwohnungen, BBl 2014
2287, 2309 f.). Erst im Rahmen der parlamentarischen Beratung wurde
vom Gesetzgeber in Art. 11 Abs. 3 ZWG nunmehr aber eine
Erweiterungsmöglichkeit um maximal 30 Prozent der vorbestehenden
HNF für altrechtliche Wohnungen vorgesehen, sofern dabei keine neuen
Wohnungen geschaffen werden (siehe Urteile des Bundesgerichts
1C_478/2019, 1C_479/2019 vom 8. Mai 2020 E.4.2; PFAMMATTER, in:
Wolf/Pfammatter [Hrsg.], Zweitwohnungsgesetz [ZWG] – unter Einbezug
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der Zweitwohnungsverordnung [ZWV], Bern 2021, 2. Aufl., Art. 11 ZWG
Rz. 1).
3.8. Ob ein Abriss und Wiederaufbau nach Art. 11 Abs. 2 ZWG mit
gleichzeitiger Erweiterung bis 30 Prozent nach Art. 11 Abs. 3 ZWG mit
Art. 75b BV vereinbar ist, war nach dem Inkrafttreten des ZWG nicht ganz
klar. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden stellte sich in
seinem Urteil R 18 18 E.10 f. vom 12. Juli 2019 auf den Standpunkt, dass
Art. 11 Abs. 3 ZWG in dem Sinne auszulegen sei, als eine Erweiterung
nicht nur als alleinige bauliche Massnahme, sondern auch im Rahmen
einer Erneuerung, eines Umbaus oder eines Wiederaufbaus erlaubt sei.
Das Bundesgericht hielt in seinen zu R 18 18 ergangenen Urteilen
1C_478/2019 und 1C_479/2019 vom 8. Mai 2020 hingegen fest, dass
Art. 11 Abs. 3 ZWG nur auf die Erweiterung von altrechtlichen Bauten
anwendbar ist, die fortbestehen, d.h. der Wiederaufbau und die
Erweiterung nicht kumuliert werden können (Urteile des Bundesgerichts
1C_478/2019 und 1C_479/2019 vom 8. Mai 2020 E.4). Es führte dazu im
Wesentlichen begründend an, dass auch die Systematik von Art. 11 ZWG
gegen die Auslegung des Verwaltungsgerichts spreche, lasse Abs. 2 die
baulichen Umgestaltungen doch nur "im Rahmen der vorbestandenen
Hauptnutzfläche" zu und sehe Abs. 3, mithin als Ausnahme von der Regel,
eine Erweiterung der vorbestehenden HNF um maximal 30 Prozent bei
der Erweiterung altrechtlicher Wohnungen vor. Wäre diese Erweiterung
bei allen Tatbeständen nach Abs. 2 möglich, würde die Einschränkung "im
Rahmen der vorbestehenden Hauptnutzfläche" keinen Sinn machen und
könnte bzw. müsste weggelassen werden. Das Bundesgericht befand
weiter, dass diese Auslegung auch durch die Entstehungsgeschichte der
Norm bestätigt würde, habe doch der Referent der ständerätlichen
Kommission, Ständerat Ivo Bischofberger, ausdrücklich festgehalten,
dass sich die 30 Prozent lediglich auf die Erweiterung des bestehenden
Gebäudes beziehen würden, nicht aber auf Änderungen wie den Abbruch
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und Wiederaufbau eines Objekts (Urteile des Bundesgerichts
1C_478/2019 und 1C_479/2019 vom 8. Mai 2020 E.4.1 f. mit Hinweisen).
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3.9. Auf den vorliegenden Fall bezogen heisst dies, dass die bestehende
Liegenschaft auf der Parzelle G._, die auch weiterhin als Zweit- und
nicht als Erstwohnsitz genutzt wird, nicht abgerissen und gleichzeitig mit
dem Wiederaufbau erweitert werden darf, so dass sich die geplante
Erweiterung der HNF um 19.3 m2 ohne die Verpflichtung zu einer
Nutzungseinschränkung im Sinne von Art. 7 Abs. 1 ZWG als unzulässig
erweist bzw. die erteilte Baubewilligung vom 30. August 2019, mitgeteilt
am 23. bzw. 26. September 2019, gegen Art. 6 f. und 11 ZWG verstösst.
Somit ist die Beschwerde aus diesem Grund gutzuheissen. Damit
erübrigen sich Ausführungen zur Rüge der fehlenden Identität des
Bauvorhabens sowie zu den fehlenden Angaben betreffend
Zweckbestimmung. Betreffend die Anrechnung der Sauna an die HNF
kann auf das verwaltungsgerichtliche Urteil R 15 18 vom 24. September
2015 verwiesen werden, worin festgestellt wurde, dass der Saunaraum
nicht an die BGF anzurechnen sei, da es sich dabei um eine
Nebennutzfläche im Sinne der SIA-Norm 416 handle, die nicht der
Zweckbestimmung und Nutzung des Gebäudes (i.c. Wohnhaus) im
engeren Sinne diene (VGU R 15 18 vom 24. September 2015 E.5c mit
Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1033/2020 vom
9. Dezember 2021 E.4.6.1; siehe dazu auch Richtlinie für die
Flächenerfassung und Erstellung von Bewirtschaftungsplänen [RFB] der
Stadt Zürich, Stand 2015, abrufbar unter: https://www.stadt-
zuerich.ch/hbd/de/index/hochbau/beratung/projektoekonomie/information
en-und-vorlagen.html, letztmals besucht am 13. September 2022). Somit
erweist sich diese Rüge als unbegründet.
3.10. Kann das Bauvorhaben schon aus diesen Gründen nicht bewilligt werden,
kann die Prüfung der in diesem Zusammenhang geltend gemachten
übrigen formellen und materiellen Rügen unterbleiben bzw. offenbleiben,
ob die weiteren Voraussetzungen für die Erteilung der Baubewilligung
vorliegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1C_383/2020 vom 16. März
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2021 E.7). Dahingehend erübrigt sich auch die Prüfung der Rügen
betreffend die geplante Nebenbaute, bleibt doch mit dem Wegfall der
Baubewilligung für die Wohnbaute unklar, wie sich ein allfälliges
Neubauprojekt des Wohnhauses auf die Nebenbaute auswirken wird.
Damit kann auch auf die Durchführung des beantragten Augenscheins
verzichtet werden.
3.11. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf
einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid des Gemeindevorstands
C._ vom 18. Februar 2020, mitgeteilt am 25. Februar 2020,
aufzuheben.
4.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG), wobei mehreren Parteien die
Kosten zu gleichen Teilen aufzuerlegen sind, soweit die Behörde nichts
anderes entscheidet (Art. 73 Abs. 2 VRG). Die Verfahrenskosten bestehen
aus der Staatsgebühr, den Gebühren für Ausfertigungen und Mitteilungen
des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG). Die
Staatsgebühr wird vorliegend im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 VRG auf
CHF 3'000.— festgesetzt und zusammen mit den Kanzleiauslagen dem
unterliegenden Beschwerdegegner auferlegt.
4.2. Gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG ist den anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführern eine Parteientschädigung nach Massgabe des
Obsiegens zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer
reichte am 2. Dezember 2021 Honorarnoten vom 27. August 2020 im
Betrag von CHF 7'377.45 (27.40 Stunden à CHF 250.-- zzgl. 7.7 %
MWST), vom 3. Dezember 2020 im Betrag von CHF 296.20 (1.10 Stunden
à CHF 250.— zzgl. 7.7 % MWST) sowie vom 2. Dezember 2021 im Betrag
von CHF 857.-- (3.09 Stunden à CHF 250.-- zzgl. 3 % Spesenpauschale
und 7.7 % MWST) ein. Die gemäss verwaltungsgerichtlicher
Rechtsprechung erforderliche vollständige und unterzeichnete
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Honorarvereinbarung gemäss Art. 4 Abs. 1 HV haben die Parteien zu
Beginn des Verfahrens sowie beim Wechsel der Rechtsvertretung
eingereicht, so dass auf den geltend gemachten Stundenansatz von
CHF 250.-- abgestellt werden kann (siehe anstatt vieler: VGU R 20 9 vom
1. Februar 2022 E.7.2.3 mit Hinweis auf R 20 43 vom 1. September 2020
E.1.2.2). Die geltend gemachte Parteientschädigung von insgesamt
CHF 8'530.65 (inkl. Spesen und MWST) ist entsprechend dem
Verfahrensausgang dem Beschwerdegegner zur Zahlung aufzuerlegen.