# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** da1dbe70-8311-4217-a125-db6a309e8b19
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Im Rahmen des gegen X. geführten Strafverfahrens war über diesen am 27. Oktober 2008 von Dr. med. G., Oberarzt, sowie Dr. med. H., Leitender Arzt Forensischer Dienst, Psychiatrische Dienste Graubünden, ein  Gutachten erstellt worden, welches sich insbesondere zur Rückfallgefahr und der Indikation einer Massnahme äusserte.
X. wurde zudem während des gegen ihn laufenden Strafverfahrens von der Vormundschaftsbehörde A. am 23. Juli 2009 unter Vormundschaft gestellt. Zum Vormund wurde Amtsvormund Y. ernannt. Im Besonderen habe dieser sein Mündel bezüglich der persönlichen wie auch der wirtschaftlichen Situation umfassend zu betreuen. Die Bevormundung wurde mit Schreiben vom 4. August 2009 der Staatsanwaltschaft Graubünden zur Kenntnis gebracht.
B. Mit Urteil vom 18. August 2009 wurde X. vom Bezirksgerichtsausschuss B. des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB, des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten und einer Busse von Fr. 100.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von einem Tag, bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben, wobei X. sich während der Dauer der Probezeit einer ambulanten Suchtbehandlung gemäss Art. 63 StGB zu unterziehen habe. Ausserdem wurde ihm die Weisung erteilt, während der Dauer der Probezeit eine ärztlich kontrollierte Drogenabstinenz einzuhalten. Für die Dauer der Probezeit wurde eine Bewährungshilfe angeordnet. Das Urteil wurde dem damaligen Rechtsvertreter von X. im Doppel, nicht jedoch seinem Vormund, zugestellt und erwuchs am 31. August 2009 unangefochten in Rechtskraft.
C. Mit Schreiben vom 24. August 2009 des Amtes für Justizvollzug Graubünden, welches nur X. zugestellt wurde, wurde dieser zu einem Erstgespräch aufgefordert. Es wurde ihm eine Frist bis zum 7. September 2009 gesetzt, um sich beim Fallverantwortlichen zu melden. Dieser Aufforderung kam X. nicht nach. Das Amt für Justizvollzug forderte ihn deshalb mit Einschreiben vom 21. Oktober 2009 noch einmal zur Kontaktaufnahme auf. Das Einschreiben wurde
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nicht innert Frist abgeholt und in der Folge an den Absender retourniert. Mit einem weiteren Einschreiben vom 9. November 2009, welches wie die Schreiben vorher nur X. zugestellt wurde, ermahnte das Amt für Justizvollzug diesen deshalb förmlich. Auch dieses Schreiben wurde nicht innert Frist abgeholt und retourniert. Eine Kopie des Ermahnungsschreibens wurde X. zudem mit B-Post zugestellt. In der Folge erstattete das Amt für Justizvollzug am 9. Dezember 2009 Bericht betreffend Nichteinhaltung von Bewährungsauflagen an den Bezirksgerichtsausschuss B., X. und die Staatsanwaltschaft Graubünden mit der Empfehlung, die bedingte Freiheitsstrafe zu widerrufen. Aufgrund der deliktischen Vorgeschichte müsse ernsthaft erwartet werden, dass X. ohne entsprechende Suchtbehandlung und Betreuung durch die Bewährungshilfe erneut straffällig werde.
D. Mit Einschreiben des Bezirksgerichtsausschusses B. vom 16. Dezember 2009 wurden X. sowie dem Amt für Justizvollzug die Vorladung zur Hauptverhandlung vom 15. Januar 2010 zugestellt. Die Anwesenheit von X. an der Verhandlung sei zwingend erforderlich. Die Vorladung wurde von X. nicht innert Frist abgeholt. Mit Urteil vom 15. Januar 2010, mitgeteilt am 4. Februar 2010, welches in Abwesenheit von X. gefällt wurde, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss B. was folgt:
1. „Der mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses B. vom 18. August 2009, mitgeteilt am 20. August 2009, angeordnete bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe wird widerrufen. Die Freiheitsstrafe von zehn Monaten ist somit zu vollziehen.
2. Für die Dauer des Vollzugs wird eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB angeordnet, während die erteilte Weisung und die angeordnete Bewährungshilfe dahinfallen.
3. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 500.00 gehen zu Lasten von X. und sind innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes B. zu überweisen.
b) Die Kosten des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden. Die Kosten des Massnahmevollzuges gehen zu Lasten der  von X.. X. hat sich an beiden Kostenarten nach Massgabe
von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.

## Considerations