# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a1c9ff35-b23a-41b0-9cf7-a95b55c6cfac
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft am 6. Februar 2010 gegen eine unbekannte Täter-
schaft eine Strafuntersuchung unter anderem wegen wirtschaftlichen Nach-
richtendienstes und unbefugter Datenbeschaffung eröffnete und am
31. August 2010 das Verfahren auf B. ausdehnte;
- dieser sich am 29. September 2010 in der Untersuchungshaft das Leben
nahm, woraufhin die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 5. Septem-
ber 2013 das Strafverfahren gegen ihn einstellte (BB.2013.156 act. 1.3);
- dagegen A. mit Beschwerde vom 11. Oktober 2013 an die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts gelangte und beantragt, die Einstellungs-
verfügung sei in Ziffer 3.5 hinsichtlich der Lebensversicherung bei der Ver-
sicherung C. AG, Z. (Österreich), Konto-Nr. 1, im Betrag von
EUR 100'705.45 aufzuheben und auf die Einziehung der beschlagnahmten
Lebensversicherung sei zu verzichten und die Bundesanwaltschaft sei an-
zuweisen, bei den zuständigen Behörden die Aufhebung der Beschlag-
nahme der rechtshilfeweise beschlagnahmten Lebensversicherung in
Österreich zu veranlassen (BB.2013.156 act. 1);
- A. ausserdem den Antrag stellt, ihr sei die unentgeltliche Prozessführung
zu bewilligen, und es sei ihr in der Person von Rechtsanwalt Stephan A.
Keller ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (act. 1).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege hat, sofern ihr Rechtsbegehren nicht aussichts-
los erscheint (Art. 29 Abs. 3 BV);
- eine Partei bedürftig ist, welche die Leistung der erforderlichen Prozess-
und Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie Mittel angreift, die sie zur
Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie benötigt (BGE 125 IV
161 E. 4a S. 164; 124 I 1 E. 2a S. 2; vgl. auch 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232,
127 I 202 E. 3b S. 205); sich die prozessuale Bedürftigkeit nach der ge-
samten wirtschaftlichen Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs beurteilt, wozu einerseits sämtliche finanziellen
Verpflichtungen, andererseits die Einkommens- und Vermögensverhältnis-
se gehören (BGE 124 I 1 E. 2a S. 2; 120 Ia 179 E. 3a S. 181, je m.H.);
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- es grundsätzlich dem Gesuchsteller obliegt, seine Einkommens- und Ver-
mögensverhältnisse umfassend darzulegen und soweit als möglich zu be-
legen, wobei die Belege über sämtliche finanziellen Verpflichtungen des
Gesuchstellers sowie über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse
Aufschluss zu geben haben; ein Gesuch mangels ausreichender Substanti-
ierung oder mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden kann,
wenn der Gesuchsteller dieser umfassenden Pflicht zur Offenlegung seiner
finanziellen Situation nicht nachkommt bzw. die vorgelegten Urkunden und
die gemachten Angaben kein kohärentes und widerspruchsfreies Bild sei-
ner finanziellen Verhältnisse ergeben (Entscheid des Bundesstrafgerichts
BH.2006.6 vom 18. April 2006, E. 6.1 m.w.H.);
- die Gesuchstellerin zur Begründung ihres Antrags auf unentgeltliche
Rechtspflege tabellarisch ihren monatlichen Einnahmen von Fr. 2'900.--
einen Bedarf von Fr. 3'578.05 gegenüberstellt (act. 1 S. 5 f.); richtigerweise
zu den Einnahmen auch die Kinderalimente von insgesamt Fr. 1'500.-- hin-
zuzurechnen sind, wobei konsequenterweise auf der Bedarfsseite der
Grundbedarf für die beiden Kinder, nämlich Fr. 1'200.--, zu berücksichtigen
ist, womit sich das monatliche Manko von rund Fr. 678.-- auf Fr. 378.-- re-
duziert;
- bei der vorliegenden Beurteilung der Bedürftigkeit der Gesuchstellerin je-
doch vor allem ins Gewicht fällt, dass die Gesuchstellerin über liquide Mittel
in Form von Bankguthaben von rund Fr. 50'000.-- und damit über ausrei-
chende Mittel verfügt, um die allfälligen, für das vorliegende Beschwerde-
verfahren zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten zu tilgen (act. 1.1
und act. 1.6);
- die Gesuchstellerin damit nicht bedürftig im vorgenannten Sinne ist, wes-
halb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist;
- die Kosten des vorliegenden Beschlusses bei der Hauptsache verbleiben.
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