# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e5ccbf97-b10d-4a5d-981c-11cdc6e64c95
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1951, ist gemäss Auszug aus dem individu
ellen Konto (IK-Auszug) vom 3. Dezember 2012 (
Urk.
7/14) seit 2004
selbständigerwerbend
und meldete sich am 19. November 2012 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6).
Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische (
Urk.
7/15-16,
Urk.
7/27,
Urk.
7/29) und erwerbliche (
Urk.
7/14,
Urk.
7/24
,
Urk.
7/30
) Unterlagen ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/33-35) verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom 24. Januar 2014
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und Invalidenrente (
Urk.
7/41 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 19. Februar 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. Januar 2014 (
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben, es sei ein Gerichtsgutachten einzuholen und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom
25. März 2014 (
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde.
Am
14. August 2014
erstattete die Beschwerdeführerin eine Replik
(
Urk.
12)
und am 29. August 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
Duplik
(
Urk.
15), was der Beschwerdeführerin am 3. November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Das fortgeschrittene Alter
, obgleich an sich invaliditätsfremder Faktor,
wird von der Rechtsprechung
als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den wei
teren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die der Versicherten verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglich
keit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich indessen nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind. Zu denken ist zu
nächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Fol
gen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann na
mentlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruk
tur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruflichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange
stammten Bereich abzuschätzen ist (
BGE 138 V 457
E. 3.1).
Bejaht wurde die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
vom Bundesgericht
beispielsweise bei einem
60-jährigen Versicherten,
der
mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war
und dem
leichte und mittelschwere Ar
beiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen
im Rahmen eines Vollpensums
zumutbar
waren, und bei einem
60-jährigen Versicherten mit ei
ner aufgrund verschiedener psychische
r und physischer Limitierungen
um 30
%
ein
geschränkten Leistungsfähigkeit
.
Verneint wurde
sie bei einem
über 61-jährigen Versicherten
ohne
Berufsausbil
dung
mit einer
Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
, dem
von den Fachleuten der Be
rufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit ab
gesprochen wurde
, bei einem
knapp 64-jährigen Versicherten
bei einer
durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte
n
Arbeitsfähigkeit
von 50
%
,
und
bei einer rund 61-jährigen Versicherten mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
für Tätigkeiten, die
eine Umschulung
erfordert
hätte
n
(Urteil 9C_918/2008 vom
28. Mai 2009 E. 4.2.2
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (
sogenannter Prozentvergleich;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen
(aus
serordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120
E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen)
.
1.4
Bei
Selbständigerwerbenden
kann sich mit Blick auf das hypothetische
Inva
-
liden
einkommen
die Frage stellen, ob ihnen eine Betriebsaufgabe und ein Wechsel in eine angestellte Tätigkeit zumutbar seien. Das Bundesgericht hat dies mit Hinweis auf die noch verbleibende Aktivitätsdauer bejaht bei einem Landwirt im Alter von 49 Jahren (Urteil 9C_834/2011 vom
2.
April 2012 E. 4), bei einem Landwirt im Alter von 53 beziehungsweise 56 Jahren (Urteil 9C_624/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 3.2) und bei einem Rollladen- und
Storenmonteur
im Alter von 57 Jahren (Urteil 8C_748/2011 vom 11. Juni 2012 E. 6.4).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.6
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gelten
dmachung des Leistungsanspruchs
(
Abs.
1)
, und die
Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, die Beschwerdeführerin sei bisher als Reinigungsmitarbeiterin tätig gewesen; dies
bezüglich betrage die Arbeitsfähigkeit 75
%
, womit kein Leistungsanspruch be
stehe (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Verfügung stütze sich ausschliesslich auf eine Beurteilung
durch den Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), der sie nicht selber untersucht habe (S. 4
Ziff.
4). Gemäss hausärztlicher Beurteilung betrage ihre Arbeitsfähigkeit lediglich 60
%
(S. 5
Ziff.
5). Rechtsprechungsgemäss sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (S. 5
Ziff.
6).
Auch sei die Sache zur Anwendung der ausserordentli
chen Bemessungsmethode an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 5 f.
Ziff.
7).
Ergänzend wies sie darauf hin, dass die RAD-Beurteilung sich ihrerseits einzig auf ein
Arbeitsassessment
abstütze, das am 25. Juli 2012 - also rund 1 1⁄2 Jahre vor Verfügungserlass - stattgefunden habe; zwischenzeitlich habe sich ihre ge
sundheitliche Situation deutlich verschlechtert (
Urk.
12 S. 3
Ziff.
2).
2.3
S
trittig und zu prüfen ist somit
, ob der Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt ist
, und gegebenenfalls, wie es sich mit der Invaliditätsbemessung verhält
.
3.
3.1
Am 2
2.
August 2012 berichteten die Fachpersonen der Rheumaklinik des
Univer
sitätsspitals
Y._
über ein
Arbeitsassessment
(
Urk.
7/15/3-7
=
Urk.
7/16/8-12
), das am 25. Juli (Assessment) und 13./14. August (Basistest) 2012 stattgefunden hatte (S. 1).
Sie na
nnten folgende arbeitsrelevante
Diagnosen (S. 2
Ziff.
1):
Gonarthrosen
beidseits
Periarthropathia
genu
beidseits
aktivierte
Gonarthrose
links
MRI Knie links 1. Juni 2012: Verdacht auf
bone
bruise
des
dorso
-
media
len
Femurkondylus
Sie führten unter anderem aus, infolge Schonverhaltens in den relevanten Tests seien die Testresultate für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bes
sere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Tests gezeigt worden sei (S. 3
Ziff.
5).
Zur angestammten Tätigkeit als Reinigungsfachfrau führten sie aus, anhand der Testresultate habe ein allfälliges arbeitsrelevantes Problem nicht erhoben wer
den können, da das Schonverhalten der Patientin mit Selbstlimitierung im Vor
dergrund gestanden habe.
Die Leistungsminderung durch die funktionelle
Be
lastungsintoleranz
beider Kniegelenke wegen der symptomatischen
Gonarthrose
betrage 25
%
. Infolge der schon länger dauernden Arbeitsunfähigkeit werde ein
schrittweiser Wiedereinstieg empfohlen, beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
mit sukzessiver Steigerung auf ein volles Arbeitspensum innerhalb von 2-3 Monaten
(S. 3
Ziff.
5.1).
Für eine leichte Arbeit (Gewichtshantierung 5 bis maximal 10 kg) betrage die Arbeitsfähigkeit 100
%
(S. 3
Ziff.
5.2).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Assistenzärztin, Rheumaklinik
Y._
, erstattete am 10. Dezem
ber 2012 einen Bericht (
Urk.
7/16/1-3). Sie führte unter anderem aus, dass die Beschwerdeführerin von 2006 bis 2012 auf der Unfallchirurgie
Y._
und seit 8. Mai 2012 auf der Rheumatologie behandelt werde (
Ziff.
1.2), und sie nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
aktivierte
Gonarthrosen
beidseits
Periarthropathia
genu
beidseits
Mai 2012: Knie links diskret überwärmt, wenig
suprapatellärer
Erguss,
Bakerzyste
(Sonographie 8. Mai 2012)
MRI Knie links 1. Juni 2012: Verdacht auf inkomplette
Ermü
-
dungsfrak
tur
des
dorsomedialen
Femurkondylus
ohne
ossäre
und
osteokartilaginäre
Infraktion
kein Trauma, gemäss Chirurgen entsprechend einem
bone
bruise
links im Rahmen der
Gonarthrose
MRI Knie links 26. November 2012: Im Vergleich zur auswärtigen Vor
untersuchung vom 1. Juni 2012 beinahe vollständige
Regredienz
des Knochenmarködems im
dorsomedialen
Femurkondylus
bei be
kannter
Osteonekrose
mit weiterhin abgrenzbarer Frakturlinie. Voll
ständ
ig
regredientes
Knochenmarködem im medialen
Tibiaplateau
bei bekannter medialer
Gonarthrose
mit
mukoider
Degeneration des me
dialen
Hinterhorns
rezidivierende Stürze seit Kindheit unklarer Genese allgemein verlang
samt
Sie attestierte eine Arb
eitsunfähigkeit als
selbständig
erwerbende
Reinigungs
kraft von 100
%
vom 8. bis 11. Mai 2012, von 50
%
vom 1. bis 30. September 2012 und von 100
%
vom 1. bis 31. Oktober 2012 (
Ziff.
1.6).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt
Allgemeine Innere Medizin
, erstattete am 26. Juli 2013 einen Bericht (
Urk.
7/27). Er führte aus, dass er die Beschwerde
führerin seit dem 29. August 2008 behandle (
Ziff.
1.2), und nannte folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
aktivierte
Gonarthrosen
beidseits mit Verdacht auf inkomplette
Ermü
dungsfraktur
des
dorsomedialen
Femurkondylus
bestehend seit Mai 2012 ohne
ossäre
oder
osteokarti
l
aginäre
Infraktion
Osteopenie
Lendenwirbelsäule (LWS) / Hüfte
Hepatopathie unklarer Zuordnung
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit als Reinigungsfrau von 100
%
vom 8. Mai bis
2.
September 2012, von 50
%
vom 3. September 2012 bis 2
2.
Februar 2013 und von 40
%
seit dem 23. Februar 2013 (
Ziff.
1.6). Er begründete dies mit einer verminderten Belastbarkeit des linken Knies bei
Gonarthrose
mit
Periarthropa
thia
genu
, kombiniert mit einem gewissen Schonverhalten (
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) berichtete am 27. Juni 2013 (
Urk.
7/
2
9/3-4) und führte unter anderem aus, bezüglich der linksseitigen
Gonarthrose
sei die Pati
entin aktuell in einem passablen Zustand und wünsche noch keine Knie-Pro
these (S. 2 oben).
Im Verlaufsbericht vom 8. August 2013 (
Urk.
7/29/1-2) bezeichnete sie den Ge
sundheitszustand als verbessert (S. 1
Ziff.
1) und die Diagnosen als unverändert (S. 1
Ziff.
2). Eine ergänzende medizinische Kontrolle sei nicht angezeigt (S. 1
Ziff.
7).
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, RAD, nahm am 1
2.
September 2013 Stellung (
Urk.
7/31
S. 4 Mitte) und führte aus, hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitsbewertung für die bisherige Tätigkeit lägen die Angaben des Hausarztes und des
Y._
-Assessments vom August 2012 vor. Davon ausgehend sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 8. Mai bis
2.
September 2012 nachvollziehbar, sowie - ebenfalls übereinstimmend - von 50
%
ab 4. September 201
2.
Gemäss
Y._
sei d
a
nn eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit auf 75
%
binnen drei Monaten medizinisch möglich und zu erwarten gewesen, jedoch habe der Hausarzt bis Februar 2013 weiterhin eine Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
und dann eine solche von 40
%
(als
o
nur eine geringfügige Steige
-
rung
der Arbeitsfähigkeit auf 60
%
) attestiert.
Von beiden sei eine gewisse Schonhaltung beziehungsweise
eine Selbstlimitierung erwähnt
worden.
Medi
zintheoretisch
sei davon auszugehen, dass spätestens ab 23. Februar 2013 die im
Arbeitsassessment
genannte Arbeitsfähigkeit von 75
%
vorgelegen habe.
3.6
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3) erstattete am 7. November 2013 der Unfallversi
cherung einen Bericht (
Urk.
7/34).
Darin führte er aus, die Patientin werde hauptsächlich von
Dr.
Z._
, Rheumaklinik
Y._
, betreut. Die beklagten Beschwerden bezögen sich hauptsächlich auf das linke Knie, dies mit
belas
tungsabhängigen
Schmerzen, die eine volle Arbeitsfähigkeit verunmöglichten. Vom 28. Juni bis 27. August 2013 habe darüber hinaus
unfallbedingt eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 1
Ziff.
1).
Die einzelnen Befunde hätten zuerst den Verdacht auf eine Ermüdungsfraktur des
Femurkondylus
ergeben, im Verlauf (November 2011) dann jedoch eine bei
nahe vollständige
Regredienz
dieser Veränderung; bestehen geblieben sei eine symptomatische
Gonarthrose
links (S. 1
Ziff.
2).
Das Schmerzniveau habe therapeutisch reduziert werden können; jedoch bleibe es, vermutlich auf Dauer, bei einer Arbeitsunfähigkeit von 40
%
zufolge
ver
minderter Belastbarkeit (S. 1 f.
Ziff.
5).
Mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
sei
infolge morphologisch limitierender Gründe (
Gonarthrose
) nicht zu rechnen (S.
Ziff.
6a).
Eine weniger belastende Tätigkeit mit zum Teil sitzenden Episoden könnte unter Umständen zu 100
%
ausgeübt werden (S. 2
Ziff.
6b).
4.
4.1
Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen, dass die Beurteilung der
Ar
-
beitsfä
higkeit
im Rahmen des
Y._
-Assessments
vo
m August 2012
(vorste
hend E. 3.1)
schon relativ weit zurückliegt.
Dazu kommt, dass sich die Einschät
zung - infolge Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin - nicht auf die erzielten Testergebnisse abstützen liess, sondern eine theoretische Beurteilung darstellte. Ferner enthält die Beurteilung eine gewisse Unschärfe: Es wurde eine Arbeitsfä
higkeit von 75
%
postuliert; aktuell wurde ein Wiedereinstieg im Umfang von 50
%
empfohlen, was innerhalb von 2
-
3
Monaten
auf ein „volles
Arbeitspen
sum
“ zu steigern sei. Aus dem Zusammenhang ist anzunehmen, dass damit ein Pensum von 75
%
gemeint gewesen sein dürfte; vom Wortlaut her wird unter einem vollen Pensum allerdings gemeinhin ein solches von 100
%
verstanden.
Schliesslich ist auch nicht restlos nachvollziehbar, warum bezüglich
leidensan
gepasster
Tätigkeiten lediglich
Gewichtslimiten
erwähnt wurden und nicht - wie dies bei Knieleiden zu erwarten wäre - auf vorwiegend sitzende Tätigkeiten verwiesen wurde.
4.2
Die am
Y._
behandelnde Rheumatologin äusserte sich lediglich im Dezember 2012 zu
r
Arbeitsfähigkeit und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
im September 2012 und von 100
%
im Oktober 2012 (vorstehend E. 3.2).
4.3
Der Hausarzt attestierte im Juli 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab Mai 2012, eine solche von 50
%
ab
3.
September 2012 und eine solche von 40
%
ab 2
3.
Februar 2013 (vorstehend E. 3.3). Im November 2013 führte er unter ande
rem aus, bezüglich einer möglichen Ermüdungsfraktur des
Femurkondylus
habe es eine beinahe vollständige
Regredienz
der Veränderungen gegeben
;
geblieben sei eine symptomatische
Gonarthrose
, welche eine volle Arbeitsfähigkeit ver
unmögliche und die Arbeitsfähigkeit, wohl dauerhaft, um 40
%
einschränke. Eine angepasste Tätigkeit könnte unter Umständen zu 100
%
ausgeübt werden (vorstehend E. 3.6).
4.4
Von den auf eigener Untersuchung basierenden Beurteilungen der Arbeitsfähig
keit vermag vorliegend diejenige des Hausarztes am meisten zu überzeugen; jene der behandelnden Rheumatologin ist zu bruchstückhaft und diejenige ge
mäss Assessment vom August 2012 mit prognostischer Unsicherheit behaftet.
Die Beurteilung durch den Hausarzt erscheint differenziert und nachvollziehbar.
In leidensangepasster Tätigkeit e
rachtete
er
nämlich
eine volle Arbeitsfähigkeit als allenfalls möglich, und
er
schloss aus
dem Knieleiden
nur auf
eine
teilweise
Einschränkung der
Arbeitsfähigk
eit in der bisherigen Tätigkeit
, nämlich um 50
%
ab September 2012 und
sodann noch um
40
%
ab 2
3.
Februar 2013.
Die klare Unterscheidung zwischen leidensangepasster und angestammter Tätig
keit und die zeitlich abgestuft
e
Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit machen das Bestreben deutlich, eine möglichst objektivierte Einschätzung abzugeben, dies im Unterschied zu mitunter anzutreffenden
haus
ärztlichen
Stellungnahmen, die stärker deren auftragsrechtliche
Vertrauensposi
tion
gegenüber dem Patienten reflektieren (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Letz
teres ist hier offenkundig nicht der Fall.
4.5
Aus diesen Gründen rechtfertigt es sich, hinsichtlich der medizinischen Belange auf die Angaben des Hausarztes abzustellen, so dass der Sachverhalt dahinge
hend erstellt ist, dass in der angestammten Tätigkeit von Mai bis August 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, von September 2012 bis 2
2.
Februar 2013 eine solche von 50
%
und ab 2
3.
Februar 2013 eine solche von 40
%
bestanden hat.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin ist am 2
6.
September 1951 geboren und war somit im Verfügungszeitpunkt 62 Jahre und rund 4 Monate alt.
Dass für die Beschwerdeführerin weniger als zwei Jahre vor Erreichen des or
dentlichen Rücktrittsalters auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch ein ausrei
chendes Angebot an Stellen mit leidensangepasste
n
Tätigkeiten offenstehen würde, erscheint dermassen unwahrscheinlich, dass ihr eine Aufgabe der bishe
rigen selbständigen Tätigkeit und die Aufnahme einer (leidensangepassten) un
selbständigen Tätigkeit nicht mehr zuzumuten ist (vgl. vorstehend E. 1.4).
Somit ist die Beschwerdeführerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung als (wei
terhin)
Selbständigerwerbende
zu qualifizieren.
5.2
Die Beschwe
rdeführerin ist als
selbständig
erwerbende
Reinigungskraft tätig (vorstehend E. 3.2)
, führt also einen
Einpersonenbetrieb
. Damit entfallen im
Bereich der angestammten Tätigkeit die zusätzlichen Anpassungsmöglichkeiten, die üblicherweise bei Versicherten zu prüfen sind, welche nebst der eigenen, meist manuellen Tätigkeit auch administrative und Betriebsleitungsaufgaben ausüben oder übernehmen könnten. Dementsprechend gibt es auch keinen An
satzpunkt für eine erwerbliche Gewichtung verschiedener Teilfunktionen
(vgl. vorstehend E. 1.2).
Die anspruchsrelevante Invalidität ergibt sich deshalb aus einem
Prozentver
gleich
: Die Einschränkung entspricht der medizinisch attestierten Arbeitsunfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit (vorstehend E. 4.5), und der
Invaliditäts
grad
beträgt 40
%
.
5.3
Gemäss den Angaben des Hausarztes
(vorstehend E. 3.3)
betrug die Arbeitsunfä
higkeit (leicht vereinfacht) 100
%
von Mai bis August 2012 (4 Monate), 50
%
von September 2012 bis Februar 2013 (6 Monate) und 40
%
ab März 201
3.
Nach Ablauf des Wartejahrs (Mai 2012 bis April 2013) betrug sie somit im Durchschnitt von zwölf Monaten 65
%
(4 x 100 + 6 x 50 + 2 x 40 =
780 :
12 = 65).
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 1
9.
November 2012 zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
7/6), womit
ab
1.
Mai
2013
ein Rentenanspruch besteht
(vorste
hend E. 1.5)
.
In diesem Zeitpunkt betrug der Invaliditätsgrad 40
%
(vorstehend E. 5.2), so dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab
1.
Mai 2013 hat.
5.4
Somit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung mit der Feststellung aufgehoben wird, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Mai 2013 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6.2
Der anwaltlich vertretenen und obsiegenden Beschwerdeführerin steht eine
Pro
zessentschädigung
zu, welche beim praxisgemässen Stundenansatz für vor Ende 2014 erbrachte Aufwendungen von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
er
messensweise
auf
Fr.
2‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gut
ge
heissen, dass die Verfügung
der Sozial
-
versiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
2
4.
Januar 2014
mit der Feststellung aufgehoben wird, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Mai 2013 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
-
schä
digung
von
Fr.
2'200
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.