# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** feb1568e-6672-4bfd-ad4f-8a60702d0487
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalts relevant und gemäss medizinischen Akten auch nicht
offensichtlich falsch. Zusammenfassend sei nicht erwiesen, dass die
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, während der
Versicherungszeit bei der Beklagten aufgetreten sei.
8. In seiner Replik vom 20. November 2018 führte der Kläger aus,
entscheidend sei, ob der Kläger im Zeitpunkt, als er noch versichert
gewesen sei (inklusive einmonatiger Nachdeckung im Sinne von Art. 10
Abs. 3 BVG bis 1. März 2015) krankheitsbedingt zumindest teilweise
arbeitsunfähig gewesen sei. Die heutige Invalidität gehe auf verschiedene
Ursachen zurück, im Wesentlichen aber auf die periphere arterielle
Verschlusskrankheit, welche spätestens im Jahr 2014 aufgetreten sei und
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bereits damals einen operativen Eingriff erfordert habe. Sodann sei die
Diskushernie im Bericht von Dr. R._ vom 3. November 2014 nicht nur
vermutet, sondern nachgewiesen worden. Da in jenem Zeitpunkt bereits
aufgrund des Unfalles vom 18. März 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe, habe es keine Veranlassung gegeben, von den, die
erwähnten Krankheiten behandelnden Ärzten eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einzufordern. Unrichtig sei, dass die
arterielle Erkrankung erst am 24. Juli 2017 diagnostiziert worden sein soll,
dies sei bereits im Jahr 2014 geschehen. Gestützt auf die Akten der Suva,
welche damals eng mit der IV-Stelle zusammengearbeitet habe, sei die
beklagtische Behauptung, der Kläger wäre ab Juni 2015 100 % arbeitsfähig
gewesen, widerlegt. Retrospektiv betrachtet, seien die Suchbemühungen
von G._ AG wohl unrealistisch, da in jenem Zeitraum die aufgrund der
Verschlusskrankheit und der Unfallfolgen kumuliert bestehenden
Einschränkungen bereits zu gross gewesen seien, als dass der Kläger
noch vermittelbar gewesen wäre. Unfallfremde Leiden seien immer
dominanter geworden. Dabei habe deren Diagnose anfänglich noch nicht
festgestanden, doch diese habe sich immer klarer als Auswirkungen der
peripheren Verschlusskrankheit herauskristallisiert. Zusammenfassend
hielt der Kläger fest, nach dem Unfall sei er nahtlos in seiner angestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig und allein aufgrund der Unfallfolgen in
einer angepassten Tätigkeit ab 1. Dezember 2016 noch teilweise
arbeitsfähig gewesen. In der Zeit vom Juni 2015 bis November 2016 habe
der Kläger eine stationäre Rehabilitation absolviert und zunehmend stärker
seien die krankheitsbedingten Einschränkungen zu den unfallverursachten
Beschwerden hinzugetreten, sodass eine mehr oder weniger grosse
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeitsbereichen bis zur vollständigen
Invalidität im Dezember 2016 bestanden habe.
9. In ihrer Duplik vom 18. Januar 2019 führte die Beklagte aus, die IV-Stelle
habe in ihrer zweiten Verfügung die Rente nebst den Unfallfolgen
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insbesondere wegen eines Krankheitsleidens gesprochen. Allein die
Unfallfolgen hätten zu keiner weiteren Rente mehr geführt. Eine
Arbeitsunfähigkeit aufgrund dieses Krankheitsleidens sei jedoch vor dem
Jahr 2016 und insbesondere während der Versicherungszeit bei der
Beklagten nicht festgestellt worden. Demnach fehle es an der zweiten
Voraussetzung für einen Rechtsanspruch auf eine IV-Rente gemäss BVG,
wonach die Ursache mit einer relevanten Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 20 % einhergehen müsse. Wegen dem Krankheitsleiden sei
keine relevante Arbeitsunfähigkeit aktenkundig, weshalb der sachliche
Konnex nicht erfüllt sei. Aus der klägerischen Behauptung, wonach es
keine Veranlassung gegeben haben soll, von den krankheitsbehandelnden
Ärzten eine Arbeitsunfähigkeitsbestätigung einzufordern, könne nicht der
Umkehrschluss gezogen werden, dass eine solche bestanden habe. Die
Arbeitsunfähigkeit müsse entweder durch ärztliche Atteste bewiesen sein,
oder sich auch aus anderen Umständen nachweisen lassen. Das
Krankheitsleiden sei im Jahr 2014 nach der durchgeführten PTA lediglich
vermutet worden. Mit Sicherheit diagnostiziert, sei das Leiden erst im Jahr
2017 worden. Für die Leistungen der Beklagten sei die Verfügung der IV-
Stelle massgebend und bindend und nicht diejenige der Suva. Die IV-Stelle
habe den Kläger von Juni 2015 bis November 2016 als voll arbeitsfähig in
einer angepassten Tätigkeit eingestuft. Die IV-Stelle habe sich in ihrem
Entscheid auf beide Ursachen gestützt. Dass der Kläger keine Stelle
gefunden habe, könne nicht zum Nachteil der Beklagten werden und eine
Leistungspflicht begründen. Hierfür wäre die Arbeitslosenversicherung
zuständig. Die Beklagte wäre leistungspflichtig gewesen, habe dieser
Pflicht aber infolge Überentschädigung nicht nachkommen müssen. Durch
die Bindungswirkung an den Entscheid der IV endete die Leistungspflicht
der Beklagten mit der Einstellung der unfallbedingten IV-Rente per 31.
August 2015. Beim ermittelten IV-Grad von 16.85 % ab dem 1. September
2015 habe die Beklagte den Freizügigkeitsfall durchführen dürfen, da das
Arbeitsverhältnis beim angeschlossenen Arbeitgeber am 31. Januar 2015
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beendet worden und der Vorsorgeschutz erloschen sei. Die vom Kläger in
der Replik vorgebrachten Akten änderten nichts an der Tatsache, dass sich
der Gesundheitszustand des Klägers erst deutlich nach der
Versicherungszeit bei der Beklagten verschlechtert habe und diese infolge
Unterbrechung des zeitlichen Konnexes nicht mehr leistungspflichtig sei.
Auch wenn ein Krankheitsleiden bestrittenermassen während der
Versicherungszeit eingetreten sein sollte, müsse eine Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit von mindestens 20 % entstanden und nachgewiesen sein.
Zusammenfassend hielt die Beklagte fest, dass sowohl der sachliche wie
auch der zeitliche Konnex nicht erfüllt seien. Mangels Leistungspflicht der
Beklagten gemäss Art. 23 lit. a BVG sei die Klage abzuweisen.
10. Mit Schreiben vom 2. April 2020 ersuchte die Instruktionsrichterin die IV-
Stelle um Zustellung der vollständigen IV-Akten.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 und Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Berufliche
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) ist zur
Beurteilung von Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen und
Versicherten über Versicherungsleistungen das Gericht des Kantons
zuständig, in welchem der schweizerische Sitz oder Wohnsitz der
Pensionskasse oder der Ort des Betriebes liegt, in welchem die versicherte
Person angestellt wurde. Der Kläger war bei C._ in X._ im Kanton
Graubünden angestellt, weshalb die örtliche Zuständigkeit des hiesigen
Gerichts gestützt auf Art. 73 Abs. 3 BVG zu bejahen ist. Im Kanton
Graubünden liegt die sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung derartiger
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Streitigkeiten gemäss § 63 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beim Verwaltungsgericht.
Dieses ist demnach sachlich und örtlich zur Beurteilung der Klage vom 30.
August 2018 zuständig. Auf die formgerecht eingereichte Klage ist damit
einzutreten.
2. Die Passivlegitimation der Beklagten ist erfüllt, zumal nicht die ihr
angeschlossene Pensionskasse D._, welche keine eigene
Rechtspersönlichkeit hat, ins Recht zu fassen ist (vgl. Beklagtische Beilage
[Bk-act.] 1-4; Gerichtsakten A.2 und A.3).
3. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Klägers auf eine Invalidenrente
aus dem Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten ab 1. März 2014 bzw.
1. März 2015 gemäss Art. 23 lit. a BVG.
4.1 Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine volle
Invalidenrente, wenn sie im Sinne der IV mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente,
wenn sie mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Die obligatorische Versicherung beginnt mit
dem Antritt des Arbeitsverhältnisses (Art. 10 Abs. 1 BVG). Die
Versicherungspflicht endet, wenn der Anspruch auf eine Altersleistung
entsteht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst, der Mindestlohn unterschritten
wird oder der Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung endet
(Abs. 2). Für das Risiko der Invalidität bleibt der Arbeitnehmer während
eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses bei der
bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert, ausser wenn während dieser
Zeit ein neues Vorsorgeverhältnis begründet wird (Abs. 3). Da das
Arbeitsverhältnis des Klägers mit der Firma C._ vom 1. Januar 2003
bis 31. Januar 2015 dauerte, besteht unter Berücksichtigung der
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einmonatigen Nachdeckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG eine
Versicherungsdeckung vom 1. Januar 2003 bis 28. Februar 2015.
4.2 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen,
die im Sinne der IV zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert
waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der
relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt
und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen
entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im
Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese
wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung,
nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren
Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid
werden. Für eine einmal aus – während der Versicherungsdauer
aufgetretener – Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach
Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft
kein Erlöschungsgrund (Urteil des Bundesgerichts 9C_139/2017 vom 8.
September 2017 E.2.1).
4.3 Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein
Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für
das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene
Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen
Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher
Zusammenhang besteht (BGE 136 V 65 E.3.1, 130 V 270 E.4.1). In
sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der
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Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen
derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Die Annahme eines
engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte
Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität
geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Eine
nachhaltige, den zeitlichen Zusammenhang unterbrechende Erholung liegt
grundsätzlich nicht vor, solange eine Arbeitsfähigkeit von über 80 %
weniger als drei Monate gedauert hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_115/2015 vom 12. November 2015 E.2.2 mit weiteren Hinweisen). Zu
berücksichtigen sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles,
namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische
ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur
Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (Urteil des Bundesgerichts
9C_509/2018 vom 21. Februar 2019 E.2.2).
4.4 Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und
sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es
muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person
im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch
einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar
Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte
Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich
relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich
echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch
nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E.4.1.2 mit
Hinweisen).
4.5 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der IV und
demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der
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Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und
in der IV grundsätzlich der gleiche ist (BGE 120 V 108 E.3c mit Hinweisen).
Im Bereich der weitergehenden Vorsorge steht es der Vorsorgeeinrichtung
frei, den Invaliditätsbegriff in ihren Statuten oder ihren Reglementen
abweichend zu regeln. Gemäss Ziffer 6.2.2 des Vorsorgereglements 2009,
Zweiter Teil: Allgemeine Bestimmungen, der Beklagten in der Fassung vom
1. Januar 2009 haben Personen Anspruch auf eine Invalidenrente, die im
Sinne der IV zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, bei der
Pensionskasse versichert waren (Bk-act. 3). Mit diesen Formulierungen
geht die Beklagte somit vom gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die IV.
4.6 Gehen die Vorsorgeeinrichtungen vom gleichen Invaliditätsbegriff aus, sind
die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge an
die Feststellungen der Organe der IV (Rentenanspruch, Rentenbeginn,
Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit sie in das
entsprechende IV-rechtliche Verfahren einbezogen wurden, die konkrete
Fragestellung für die Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der IV
entscheidend war und die IV-rechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint
(Urteil des Bundesgerichts 9C_333/2019 vom 24. September 2019 E.2.1
mit weiteren Hinweisen). Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die IV-rechtliche
Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese
entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf
eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der
Vorsorgeversicherer im Verfahren der IV beteiligt war oder nicht.
Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der
Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der IV offensichtlich
unhaltbar war (BGE 130 V 270 E.3.1).
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5.1 Der Kläger macht im Wesentlichen geltend, nach dem Unfall am 18. März
2013 sei er nahtlos in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr
arbeitsfähig gewesen. Allein aufgrund der Unfallfolgen sei er in einer
angepassten Tätigkeit ab 1. Dezember 2016 noch teilweise arbeitsfähig
gewesen. Für die nun bestehende Invalidität sei letztlich ausschliesslich die
periphere arterielle Verschlusskrankheit ursächlich. Diese sei bereits im
Jahr 2014 diagnostiziert worden und habe die Folgen des Unfalls
zunehmend in den Hintergrund treten lassen. Die Annahme der IV, wonach
der Kläger ab Mai 2015 in angepasster Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen
wäre, treffe sodann nicht zu, so hätten die gescheiterten beruflichen
Eingliederungsmassnahmen der IV gezeigt, dass die Annahme einer
weitergehenden Arbeitsfähigkeit in angepassten und wechselbelastenden
Tätigkeiten nicht realistisch gewesen sei.
5.2 Demgegenüber stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, dass sowohl
der sachliche als auch der zeitliche Konnex nicht erfüllt seien und auch
keine relevante Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % wegen des
Krankheitsleidens aktenkundig sei.
6.1.1 Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Kläger mit Verfügung vom 1. Juni 2018
(Bk-act. 6) ab 1. März 2014 bis 31. August 2015 und erneut ab 1. Dezember
2016 eine ganze Invalidenrente zu. Begründend hielt die IV-Stelle fest, seit
18. März 2013 (Beginn der einjährigen Wartezeit) sei der Kläger in seiner
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Nach Ablauf der einjährigen
Wartezeit am 18. März 2014 habe weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit
bestanden. Gestützt auf das rheumatologische Gutachten habe festgestellt
werden können, dass der Kläger als Autoelektriker nicht mehr arbeitsfähig
sei. Hingegen habe dem Kläger ab Mai 2015 in einer angepassten Tätigkeit
(körperlich leichten Tätigkeit) eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden
können. Aufgrund des Einkommensvergleichs ergebe sich ab diesem
Zeitpunkt lediglich ein Invaliditätsgrad von 16.85 %. Seit Dezember 2016
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habe sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Aus medizinischer Sicht
könne der Kläger ab diesem Zeitpunkt und bis auf weiteres wieder keine
Erwerbstätigkeit mehr ausführen. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
basiere sowohl auf den vorliegenden unfallbedingten wie auch
krankheitsbedingten Einschränkungen. Unter Berücksichtigung der
dreimonatigen Wartefrist ab Mai 2015 (Verbesserung) werde die ganze
Rente ab 1. September 2015 aufgehoben, da der IV-Grad unter 40 % liege.
Ab Dezember 2016 (Verschlechterung) könne die ganze Rente wieder
ausgerichtet werden.
6.1.2 Diese Verfügung wurde der Beklagten eröffnet (vgl. Bk-act. 6), was von den
Parteien auch nicht bestritten wird. Die Beklagte erhob kein Rechtsmittel
dagegen. Aufgrund der gegenüber der Beklagten formgültig eröffneten,
rechtskräftigen Rentenverfügung vom 1. Juni 2018 und der Tatsache, dass
der reglementarische Invaliditätsbegriff mit der IV-rechtlichen
Invaliditätsdefinition im Wesentlichen übereinstimmt, besteht grundsätzlich
eine Bindungswirkung der Beklagten an den IV-Rentenentscheid vom 1.
Juni 2018.
6.2.1 Die Beklagte bestreitet ihre Bindungspflicht an den Rentenentscheid vom
1. Juni 2018 nicht. Vielmehr stellt sie auf die Begründung der IV-Stelle in
der Verfügung vom 1. Juni 2018 ab, wonach gestützt auf das
rheumatologische Gutachten dem Kläger ab Mai 2015 in einer
angepassten Tätigkeit (körperlich leichten Tätigkeit) eine volle
Arbeitsfähigkeit habe attestiert werden können (Bk-act. 6). Aufgrund
dessen, dass die IV-Stelle von Mai 2015 bis November 2016 während 19
Monaten in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
festgestellt hat, verneint die Beklagte u.a. einen zeitlichen Zusammenhang
zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität (vgl. Klageantwort S. 5).
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6.2.2 Auf Seiten des Klägers steht fest, dass dieser die Verfügung vom 1. Juni
2018 auch nicht angefochten hat (vgl. Klageschrift S. 5). Er muss sich
deshalb grundsätzlich entgegenhalten lassen, wenn die Beklagte auf die
IV-rechtliche Betrachtungsweise abstellt, ausser die Feststellungen der IV
erweisen sich als offensichtlich unhaltbar (BGE 130 V 270 E.3.1). Genau
eine solche offensichtliche Unhaltbarkeit bringt der Kläger vor, indem er
ausführt, die IV-Stelle habe bei der Annahme einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zwischen Juli 2015 bis November
2016 geirrt. Es sei unzulässig und widerspreche der medizinischen
Aktenlage in dieser Zwischenzeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des
Klägers auszugehen (vgl. Replik S. 4 ff.).
7.1 Aus den umfangreichen medizinischen Akten sind nachfolgend diejenigen
Berichte auszugsweise wiederzugeben, die für die Beurteilung der
streitgegenständlichen Fragen von Belang sind.
7.2.1 Der Kläger zog sich bei einem Unfall am 18. März 2013 eine
mehrfragmentäre Unterschenkelfraktur rechts zu, welche gleichentags im
Spital F._ versorgt wurde. Intraoperativ kam es beim Versuch der
Tibiamarknagelosteosynthese zu einem dorsalen Ausbrechen des Nagels,
weshalb auf eine Versorgung mittels Plattenosteosynthese gewechselt
wurde (vgl. IV-act. 7 S. 1 und S. 5). In der Folge verzögerte sich der
Heilverlauf aufgrund einer Wundheilungsstörung beträchtlich. Im
Austrittsbericht des Spitals F._ vom 10. Mai 2013 betreffend
Hospitalisation des Klägers vom 18. März 2013 bis 10. Mai 2013 (IV-act. 7
S. 3) wurden folgende Diagnosen festgehalten:
1) Unterschenkelfraktur rechts mit/bei
- mehrfragmentärer Tibiaschaftfraktur und Fibulaköpfchenfraktur
- Hautnekrose im Bereich des proximalen Plattenendes
- Ruptur des vorderen Kreuzbandes mit Distorsion des Lig. collaterale
mediale Knie
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- kritische Weichteilverhältnisse mit Infektionsgefahr
2) Chronischer Nikotinabusus
3) Makrozytäre hyperchrome Anämie bei:
- St. n. V.a. Alkoholabusus
- aktuell unter Thiamin- und Cobalaminsubstitution (seit 7. Mai 2013)
7.2.2 Seit dem 1. Mai 2013 wurden zur Wundbehandlung eine Vakuumtherapie
und regelmässige Débridements durchgeführt (vgl. die diesbezüglichen
Operationsberichte IV-act. 7 S. 6, 7, 8, 10, 12, 13, 15, 20, 22, 24, 26; IV-
act. 21 S. 1 und 2). Unter dieser Behandlung ist es zu einem langsamen
Zuwachsen des Wunddefektes gekommen, so dass Ende Juli 2013 eine
Spalthauttransplantation vorgenommen wurde. Es kam zu einer
Transplantatabstossung und es wurde wieder die offene Wundbehandlung
durchgeführt. Mitte August trat alsdann ein Abszess im unteren Drittel des
Plattenlagers auf. Es folgte ein weiterer Spitalaufenthalt des Klägers im
Spital F._ vom 21. August 2013 bis zum 12. Oktober 2013, während
welchem dem Kläger u.a. das Osteosynthesematerial operativ entfernt und
ein Fixateur externe angelegt wurde (IV-act. 27). Im Austrittsbericht des
Spitals F._ vom 12. Oktober 2013 (IV-act. 27 S. 3) sind alsdann
folgende Diagnosen festgehalten:
1) Status nach Plattenosteosynthese der Tibia bei Unterschenkelfraktur rechts
(AO 42-C1) am 18. März 2013 mit/bei
- Mehrfragmentärer Tibischaftfraktur und Fibulaköpfchenfraktur
- VKB Ruptur rechts mit Distorsion des Ligamentum collaterale mediale
- Retropatellarer traumatisch bedingter Knorpeldefekt
- Kritische Weichteilverhältnisse mit Infektgefahr
- Auftreten einer Hautnekrose am proximalen Plattenende am 1. Mai 2013
mit freiliegendem Osteosynthesematerial; regelmässiges Wund-
débridement und VAC-Behandlung
- St. n. Defektdeckung im Bereich des proximalen Plattenendes mit einem
Spalthauttransplantat am 24. Juli 2013
- Auftreten eines Infektes im distalen Plattenanteil am 13. August 2013
- Zunehmende Valgisierung
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2) Diabetes mellitus Typ II (orale Antidiabetika/Diät; ED 09/2013)
3) Arterielle Hypertonie
4) Nikotinabusus
5) Adipositas
7.2.3 Mit Schreiben vom 10. März 2014 (IV-act. 30 S. 1 f.) überwies der leitende
Arzt Chirurgie des Spitals F._, Dr. med. H._, den Kläger zur
weiteren Behandlung an Dr. med. I._, Chefarzt Unfall-
/Allgemeinchirurgie des Kantonsspitals Graubünden. Dem
Überweisungsschreiben ist u.a. zu entnehmen, dass die peripheren
Durchblutungsverhältnisse in Ordnung seien, was die arteriellen Pulse
anging, trotzdem müsse von einer gewissen arteriosklerotischen
Kompromittierung ausgegangen werden. Eine spezielle angiologische
Abklärung sei bis dato nicht vorgenommen worden (IV-act. 30 S. 2).
7.2.4 Dr. med. I._ führte in seinem Bericht vom 17. März 2014 (IV-act. 30
S. 4) folgende Diagnosen auf:
1) Infektpseudarthrose distaler Tibiaschaft rechts mit distaler, medialer Fistulierung:
- Zustand nach geschlossener Unterschenkelschafttorsionfraktur vom
18. März 2013
- St.n. notfallmässiger Osteosynthese mit Marknagelversuch, Wechsel auf
eine mediale Platte vom 18. Juli 2013
- St.n. Hautnekrose am proximalen Plattenende am 1. Mai 2013 mit nach-
folgendem regelmässigem Débridement und VAC-Behandlung
- St.n. Spalthauttransplantation zur Deckung im Bereich des proximalen
Plattenendes am 24. Juli 2013
- persistierender Infekt mit Ausbreitung nach distal am 13. August 2013
- St.n. Plattenentfernung und Wechsel auf einen Fixateur externe mit
Débridement am 21. August 2013
- St.n. Modifikation des Fixateur externe am 5. Oktober 2013
- St.n. Dynamisierung/Minimalisierung des Fixateur externe im Dezember
2013
- Nachweis von Staphylococcus epidermidis sowie Propionibacterium acnes
im August 2013
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- St.n. langzeitiger Antibiotikumbehandlung mit Vancomycin und
Clindamycin bis 31. Januar 2014
- St.n. weiterer Minimalisierung des Fixateur externe am 23. Februar 2014
- Chronische Fistelbildung am distalen Tibiaschaft seit August 2013
2) Nachweis einer möglicherweise relevanten arteriellen Verschlusskrankheit rechts
(Verdacht auf Mehretagenproblem Becken und Oberschenkel) bei:
- Chronischem Nikotinabusus (ca. 80-100py)
- Diabetes mellitus Typ II
- Aethylabusus
Im Zusammenhang mit der arteriellen Verschlusskrankheit wird im
Arztbericht von Dr. med. I._ auf die Angiologische Untersuchung von
Dr. med. J._, Leitender Arzt Angiologie am Kantonsspital
Graubünden, vom 17. März 2014 verwiesen (IV-act. 30 S. 5). Letzterer
führte beim Kläger am 17. März 2014 u.a. eine Duplexsonographie der
Ober- und Unterschenkelarterien durch und hielt in seinem
diesbezüglichen Bericht vom 18. März 2014 (Klägerische Beilage [Kl-
act.] 4) den Verdacht auf Mehretagenproblem rechts mit möglicherweise
relevanter vorgeschalteter Beckenstenose und sicherlich relevanter
distaler A. femoralis superficialis Stenose rechts fest. Der oszillographische
Befund passe zu dem duplexsonographischen Befund. Diskussion einer
Service-PTA crossover von links mit Dilatation der vermuteten
Beckenstenose und der zusätzlich nachgewiesenen hochgradigen distalen
A. femoralis superficialis-Stenose rechts.
Der Beurteilung von Dr. med. I._ ist sodann zu entnehmen, dass beim
Kläger das Bild einer infizierten Pseudarthrose am distalen Tibiaschaft
rechts vorliege, aktuell ein Jahr nach initialem Unfall. Es handle sich
einerseits um ein mechanisches Problem bei dem liegenden, zu wenig
Stabilität bietenden Fixateur externe, andererseits aber auch um ein
biologisches Problem mit lokal ungenügender Weichteildeckung sowie
fistulierendem Infekt. Massgeblich mitbeteiligt sei vermutlich auch noch
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eine nun neu nachgewiesene arterielle Verschlusskrankheit im Rahmen
der bekannten Risikofaktoren wie massiver, nicht sistierter Nikotinabusus
und einem Diabetes mellitus Typ II. Therapeutisch müsse das Ganze
mehrschichtig angegangen werden. Dabei wurde u.a. ein Eintritt stationär
am 24. März 2014 mit Angiographie und allenfalls, sofern nötig, einer PTA
der Gefässachse zur Verbesserung der Zirkulation vorgesehen (IV-act. 30
S. 5).
7.2.5 Aufgrund einer Stressfraktur bei medialer Instabilität am 20. März 2014 war
der Kläger vom 20. März 2014 bis 21. März 2014 erneut im Spital F._
und infolge Verlegung vom 21. März 2014 bis 19. April 2014 im
Kantonsspital Graubünden hospitalisiert (IV-act. 32 S. 11). Dem
Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 19. April 2014 (IV-
act. 32 S. 11 ff.) ist zu entnehmen, dass am 24. März 2014 die bereits
vorgängig geplante Crossover PTA der mittleren A. femoralis superficialis
und A. popliteal rechts sowie die PTA der A. iliaca communis beidseits
erfolgte. Anschliessend habe sich ein verbessertes Resultat mit 2-Gefäss-
Run-off am rechten Unterschenkel bei verschlossener A. tibialis anterior
gezeigt (IV-act. 32 S. 13). Als Diagnosen sind im Austrittsbericht vom
19. April 2014 (IV-act. 32 S. 11 f.) zusätzlich zu den im Bericht vom
17. März 2014 festgehaltenen Diagnosen die folgenden aufgeführt:
Aktuell:
- Ermüdungsfraktur der Fibula am 19. März 2014
- Nachweis von Staphylococcus epidermidis aus Probeentnahme Tibia sowie
Markraum rechts
Periphere Verschlusskrankheit ED 02/2014
- mässiggradige Stenosen iliacal beidseits und popliteal rechts
- PTA am 24. März 2014
- 2-Gefäss Run-of crural, A. tibialis anterior verschlossen, DD posttraumatisch cvRF:
anhaltender Nikotinabusus, Diabetes mellitus Typ 2
Diabetes mellitus Typ 2 ED 09/2013
- orale Antidiabetika
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Arterielle Hypertonie
- v.a. ACE-Hemmer induzierten Reizhusten
- Coversum wegen Reizhusten selbständig sistiert
Adipositas
Verdacht auf obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS)
- Heavy Snoarer
- anamnestisch nächtliche Atempausen, fraglich Arousels
Verdacht auf Alkoholüberkonsum
- fremdanamnestisch
- Eigenangaben 1 Bier/Tag
Kryptorchismus rechts
- St.n. Leistenhernienoperation als Kleinkind
Dem Kläger wurde vom 21. April 2014 bis 6. Mai 2014 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 32 S. 13).
7.2.6 Vom 6. Mai 2014 bis 17. Mai 2014 war der Kläger zwecks Semikastration
rechts und Vasektomie links sowie zur definitiven Osteosynthese erneut im
Kantonsspital Graubünden hospitalisiert (IV-act. 32 S. 19 f.).
7.2.7 Vom 17. Mai 2014 bis 21. Juni 2014 war der Kläger zur muskuloskelettalen
Rehabilitation in der Zürcher Höhenklinik Davos hospitalisiert. Dem
Versicherungsbericht der Zürcher Höhenklinik Davos vom 7. Juli 2014 (IV-
act. 32 S. 24 f.) zuhanden der Suva sind folgende Diagnosen zu
entnehmen:
1) Fixateur–externe-Entfernung, definitive Osteosynthese Tibia rechts am 9. Mai 2014
2) Infektpseudarthrose distaler Tibiaschaft rechts mit distaler, medialer Fistulierung
3) Nachweis von Staphylococcus epidermidis sowie Propionibacterium acnes im
Rahmen der Dg. 2 im August 2013
4) Chronische Fistelbildung am distalen Tibiaschaft seit August 2013
5) Ermüdungsfraktur der Fibula am 19. März 2014
6) Nachweis von Staphylococcus epidermidis aus Probeentnahme Tibia sowie
Markraum rechts
- 22 -
7) Kryptorchismus rechts
8) Verdacht auf obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS)
9) Periphere arterielle Verschlusskrankheit ED 02/2014
10) Diabetes mellitus Typ 2 ED 09/2013
11) Arterielle Hypertonie
7.2.8 Im Verlaufsbericht vom 18. Juni 2014 (IV-act. 32 S. 22 f.) berichtete Dr.
med. I._, der postoperative Verlauf sei sehr erfreulich. Ab dem
heutigen Zeitpunkt könne eine Mobilisation im 4-Punktegang mit Hilfe der
Physiotherapie begonnen werden. Weiter ist dem Bericht zu entnehmen,
dass der Kläger im Bereich des Unterschenkels rechts annährend
beschwerdefrei sei und lediglich über leichte Schmerzen im Bereich der
linken Hüfte klage, welche wahrscheinlich aufgrund der Fehlbelastung
aufgetreten seien. Ebenfalls ergibt sich aus dem Verlaufsbericht von Dr.
med. I._ vom 29. Juli 2014 (IV-act. 35 S. 1 f.), dass der Kläger aktuell
von Seiten der Fraktur praktisch beschwerdefrei sei und die
Hauptbeschwerden momentan auf die linke Hüfte lokalisiert seien. Das
Bein rechts könne nun absolut voll belastet werden und es habe weitere
Mobilisation mit Hilfe der Physiotherapie insbesondere auch Gangschulung
zur Entlastung der linken Hüfte stattzufinden.
7.2.9 Im Verlaufsbericht vom 15. September 2014 (IV-act. 35 S. 3 f.) hielt Dr.
med. I._ neu den Verdacht auf rezidivierende ISG-Blockade links fest
und führte aus, die vom Kläger beschriebenen Schmerzen, die
rezidivierend aufträten im Bereich der Hüfte links, seien für ihn eher vom
ISG ausgehend. Am ehesten handle es sich um rezidivierende ISG-
Blockaden. Dr. med. I._ überwies den Kläger hierzu in die
Chiropraktoren-Praxis in Y._. Weiter führte Dr. med. I._ in seinem
Bericht aus, von Seiten des Unterschenkels rechts zeigten sich regelrechte
Verhältnisse. Die antibiotische Therapie würde nun bei trockenen
Wundverhältnissen gestoppt. Sicherlich sei in den nächsten vier Wochen
noch eine 100 % Arbeitsunfähigkeit vorhanden, um eine Gehschulung und
- 23 -
ein Auftrainieren der Muskulatur mit Hilfe der Physiotherapie zu absolvieren
(IV-act. 35 S. 4).
7.2.10 Im Verlaufsbericht vom 22. Oktober 2014 (IV-act. 35 S. 5 f.) hielt Dr. med.
I._ fest, von Seiten des Unterschenkels zeigten sich regelrechte
Verhältnisse. Von Seiten des ISG sei der Kläger noch massiv
schmerzgeplagt. Darum finde eine Chiropraktikerbehandlung in Y._
statt. Sicherlich sei der Kläger bis Ende November arbeitsunfähig.
7.2.11 Zur Abklärung der starken Schmerzen über dem linken ISG erfolgte auf
Zuweisung der Chiropraktikerin des Klägers, Dr. med. K._, am
3. November 2014 ein MRT der LWS sowie des ISG im Spital F._. Dr.
med. E._, Chefarzt Radiologie des Spitals F._, hielt in seinem
Arztbericht vom 3. November 2014 (IV-act. 66 S. 58 f.) den Nachweis einer
kleinen Diskushernie L4/L5 mit Kompression der Nervenwurzel L5 links im
Recessus lateralis fest. Eine CT-gesteuerte periradikuläre Infiltration sei
hier gut möglich. Die beschriebenen entzündlichen Veränderungen der ISG
vor allem rechtsseitig seien am ehesten mit einer ankylosierenden
Spondylitis vereinbar.
7.2.12 Sodann fand am 12. Januar 2015 wegen belastungsabhängigen
Schmerzen im Sprunggelenk rechts ein MRI im Kantonsspital Graubünden
statt. Aus dem MRI-Bericht ergibt sich folgend Beurteilung: Keine Zeichen
einer stattgehabten Verletzung am oberen Sprunggelenk sowie am
restlichen Rückfuss und Vorfuss. Unauffälliges Knochenmarksignal. Keine
osteochondrale Verletzung. Keine Zeichen einer Bandverletzung des
Rück- und Mittelfusses (IV-act. 66 S. 62).
7.2.13 Dem Verlaufsbericht von Dr. med. I._ vom 26. Januar 2015 (IV-act. 47
S. 3 f.) ist zu entnehmen, dass der Kläger über persistierende
rezidivierende Schmerzen im Bereich des Sprunggelenkes rechts sowie
- 24 -
rezidivierende Schmerzen im Bereich des ISG links berichtete. Dr. med.
I._ führte aus, die beschriebenen Schmerzen des Klägers im
Sprunggelenk rechts könnten keinem Korrelat im MRI zugewiesen werden.
Er empfehle weiter Aufbau mittels Physiotherapie zum Training der
Propriozeption und Schwimmtraining. Von Seiten des ISG sei der Kläger in
chiropraktischer Behandlung.
7.2.14 Nachdem der Kreisarzt der Suva, Dr. med. L._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, in seiner Beurteilung vom 27. November 2014 (IV-act. 48) festhielt,
weder das Trauma selbst noch der langwierige Verlauf sei geeignet, eine
ISG-Problematik auszulösen und eine weitergehende rheumatologisch-
orthopädische Abklärung empfahl, gab die IV-Stelle am 26. Februar 2015
ein rheumatologisches Gutachten inkl. Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) bei Dr. med. M._, FMH für Rheumatologie, in
Auftrag (IV-act. 52). Dieser stellte in seinem Gutachten vom 26. Mai 2015
(IV-act. 66) folgende Diagnosen:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 66 S. 35):
1. Residualzustand nach Unterschenkelschaftfraktur rechts mit mehrfragmentärer
Tibiaschaftfraktur und Fibulaköpfchenfraktur sowie Ruptur des vorderen Kreuz-
bandes Knie rechts bei Stolpersturz am 18. März 2013 mit/bei
- belastungsabhängigen Schmerzen im OSR rechts
- definitiver Osteosynthese mittels dorsolateralem Zugang und
Osteosynthese mittels 11-Loch-LISS am 9. Mai 2014
- St. n. kompliziertem Heilverlauf mit postoperativem Wundinfekt, Osteosyn-
thesematerialentfernung, Fixateur extern und späterer Ermüdungsfraktur
- St. n. notfallmässiger Osteosynthese mit Marknagelversuch und Wechsel
auf eine mediale Platte am 18. März 2013
2. Rehabilitationsdefizit mit Dekonditionierung und Gewichtszunahme ca. 20kg
3. Muskuläre Gesässschmerzen links bei muskulärer Dysbalance und
iliosakal-Gelenksyndrom links anamnestisch
4. Unspezifische Rückenschmerzen bei Haltungsinsuffizienz und Fehlhaltung der
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Wirbelsäule
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 66 S. 36):
1. Metabolisches Syndrom
- Adipositas Grad I (BMI 32.7 kg/m2, Bauchumfang 123 cm)
- Diabetes mellitus Typ 2, ED 09/2013
- Hyperlipidämie
- Hyperurikämie
- Arterielle Hypertonie
2. Generalisierte Arteriosklerose mit/bei
- periphere arterielle Verschlusskrankheit ED 02/2014
- St. n. PTA Stenosen Aa. Femoralis, poplitealis und iliaca communis rechts
am 23. April 2014 [recte: 24. März 2014]
- Risikofaktoren: Nikotinabusus, metabolisches Syndrom
3. Periphere Polyneuropathie möglich
- DD: Diabetes mellitus Typ 2
äthylisch
monoklonale Gammopathie möglich
4. Bursitis olecrani rechts
- DD: Gicht
5. Schwerer Vitamin D-Mangel
6. Heavy Snorer anamnestisch mit
- Verdacht auf obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
7. Alkoholabusus wahrscheinlich
Aktuell sei dem Kläger weder ein Steigen auf Lastwagen, noch Arbeiten in
Zwangshaltung möglich, weshalb für die angestammte Tätigkeit als
Autoelektriker eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act. 66 S. 44). Zur
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit hielt Dr. med.
M._ fest, aktuell sei der Kläger in seiner körperlichen
Leistungsfähigkeit generell eingeschränkt. Zudem bestünden
Einschränkungen der Steh- und Gehfähigkeit. Aufgrund der klinischen
Untersuchung sei dem Kläger jedoch eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit vollzeitig möglich. Die in der EFL beobachtete
- 26 -
Leistungsfähigkeit entspreche einer leichten bis mittelschweren Arbeit. Das
Hantieren mit Gewichten bis maximal 12.5 kg sei dem Kläger selten, d.h.
insgesamt bis ca. 1⁄2 Stunde, zuzumuten. Gewichte, welche ihm oft, d.h.
insgesamt drei bis sechs Stunden, zuzumuten seien, lägen bei 5 – 7.5 kg.
Es bestünden spezielle Leistungsdefizite bezüglich Gleichgewicht,
vorgeneigtem Stehen, Rotationen im Stehen, Hockstellung, Knien,
wiederholten Kniebeugen und Leitersteigen. Eine körperlich leichte
angepasste Tätigkeit sei dem Kläger per sofort möglich. Da allerdings nach
dem rubrizierten Ereignis noch kein Endzustand vorliege und immer noch
ein dringender Rehabilitationsbedarf bestehe, scheine eine berufliche
Integration zurzeit verfrüht (IV-act. 66 S. 44). In prognostischer Hinsicht
führte Dr. med. M._ aus, er gehe davon aus, dass nach einer
stationären Rehabilitation und einer anschliessenden intensiven
medizinischen Trainingstherapie während etwa drei Monaten die
Arbeitsfähigkeit sukzessive gesteigert werden könne. Dabei gehe er davon
aus, dass dann teilweise auch mittelschwere Tätigkeiten möglich sein
würden. Ob wieder eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf erreicht
werden könne, müsse noch offen bleiben (IV-act. 66 S. 45).
7.2.15 Dem Bericht von Dr. med. I._ vom 1. September 2015 (IV-act. 76 S. 20
f.) ist zu entnehmen, dass von Seiten des Unterschenkels nun von einer
abgeschlossenen Konsolidation gesprochen werden könne. Von Seiten der
chronischen Schmerzen im Sprunggelenk rechts mit Ausstrahlung in den
Vorfuss fand eine Überweisung an den Fussorthopäden im Kantonsspital
Graubünden statt.
7.2.16 Dr. med. N._, Chefarzt Orthopädie/Traumatologie am Kantonspital
Graubünden, hielt in seinem Bericht vom 30. September 2015 (IV-act. 76
S. 18 f.) folgenden Befund fest: Weitgehend reizlose ausgeprägte
Vernarbungen im distalen Unterschenkelbereich rechts nach
Osteosynthese mit Folgeoperationen bei Infektpseudarthrose. Hier
- 27 -
bestehe distal der Narbe eine ausgeprägte Druckdolenz bereits auf leichte
Palpation, insbesondere auch um den medialen Malleolus herum,
weitgehend im Sinne einer Allodynie. Die OSG-Beweglichkeit sei
unbelastet ordentlich erhalten und praktisch schmerzfrei möglich. Gutes
Achsenalignement des Rückfusses. Chopart und weiter distal keine
wesentliche Pathologie am Fuss erkennbar. Dr. med. N._ führte
betreffend Beurteilung aus, anamnestisch und klinisch habe er eher nicht
den Eindruck, dass eine wesentliche Schmerzpathogenese seitens des
oberen Sprunggelenkes zum gesamten Beschwerdebild beitrage. Rein
strukturell sei diesbezüglich auch wenig gefunden worden, insbesondere
nicht im MRI vom 12. Januar 2015 und auch nicht in den konventionellen
Verlaufsaufnahmen des oberen Sprunggelenkes von heute. Dabei sei
anzufügen, dass auch die primäre Verletzung nicht das Sprunggelenk
betroffen habe, dafür aber zusammen mit der Infektsituation für eine
erhebliche Weichteilproblematik am distalen Unterschenkel geführt habe.
Insofern betrachte er es für sehr wahrscheinlich, dass ein
Hauptbeschwerdeproblem weichteilbedingt allenfalls auch neuropathisch
sein dürfte bei aktuell doch deutlicher Allodynie. Auf Empfehlung von Dr.
med. N._ erfolgte am 30. September 2015 eine Infiltration des oberen
Sprunggelenkes im Kantonsspital Graubünden (IV-act. 76 S. 17).
7.2.17 Im Bericht vom 26. Oktober 2015 (IV-act. 76 S. 15 f.) hielt Dr. med. N._
fest, das gute Ansprechen auf die Testinfiltration bestätige an sich einen
erheblichen artikulären Schmerz, welcher nicht klar zugeordnet werden
könne. Die MRI-Untersuchung vom Januar dieses Jahres habe praktisch
einen unauffälligen Gelenksbefund ergeben. Gemäss Ansicht von Dr. med.
N._ habe im MRI eine leichte Verschmälerung, insbesondere des
anterioren Gelenkknorpels/Gelenkspaltes, bestanden.
7.2.18 Gemäss Austrittsbericht des Zürcher Reha Zentrums Davos vom 30.
November 2015 (IV-act. 76 S. 1 ff.) betreffend stationären Aufenthalt vom
- 28 -
13. Oktober 2015 bis 17. November 2015 zuhanden des Vertrauensarztes
der Suva litt der Kläger beim Eintritt an stechenden Schmerzen im linken
Hüftgelenk, beim Gehen an zunehmenden Schmerzen und
Schwellungsgefühl im rechten Fuss sowie an Schmerzen im rechten
Hüftgelenk. Wegen den Schmerzen im rechten Fuss sei die Gehfähigkeit
eingeschränkt. Am 17. November 2015 habe der Kläger in gutem
Allgemeinzustand und verbesserter Beweglichkeit entlassen werden
können. Dem Kläger wurde bis zum 1. Dezember 2015 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 76 S. 4).
7.2.19 Im Bericht vom 14. Dezember 2015 (IV-act. 79) hielt Dr. med. I._ fest,
die veranlasste CT-Untersuchung zeige eine kleinere Knorpelläsion die
allfällig für die Schmerzen verantwortlich sein könnte, da insbesondere die
Testinfiltration durch Dr. med. N._ kurzzeitig einen Erfolg gezeigt
habe. Ob eine OSG-Arthroskopie wirklich den gewünschten Erfolg im Sinne
einer Schmerzreduktion bringen werde, sei aktuell sehr fraglich und mit Dr.
med. N._ zu besprechen. Dr. I._ attestierte aktuell eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 %.
7.2.20 Im Schreiben der Suva an den Rechtsvertreter des Klägers vom 5. Februar
2016 wird festgehalten, dass die Arbeitsunfähigkeit weiterhin 100 %
betrage (IV-act. 88 S. 9).
7.2.21 Im Bericht vom 9. Februar 2016 (IV-act. 86) hielt Dr. med. N._ was
folgt fest: Erneut an sich recht diffuse Schmerzangabe im
Knöchelbereich/OSG-Bereich sowohl anterior wie auch perimalleolär mit
recht ausgeprägter Druckdolenz, was insgesamt etwas atypisch sei für
einen artikulären Schmerz. Ebenfalls etwas atypisch und diskrepant sei
dies zum geringen Chondropathie-Befund. MRI mässig bestehe eine
minimale Gelenkstufe und eine kleine postero-medial umschriebene
Knorpelläsion. Sowohl die etwas ausgeprägte Symptomatik wie auch die
- 29 -
recht diffuse Schmerzlokalisation seien etwas auffällig und diskrepant zum
pathomorophologischen Befund. Es stelle sich auch die Frage, ob nicht
auch gewisse metallassoziierte Restbeschwerden differenzialdiagnostisch
zu erwägen seien.
7.2.22 Am 9. März 2016 erfolgte erneut eine Infiltration des oberen
Sprunggelenkes (IV-act. 89 S. 7). Im Bericht vom 19. April 2016 (IV-act. 89
S. 9 f.) führte Dr. med. N._ sodann aus, 1.5 Monate postoperativ zeige
sich keine wesentliche Besserung der Schmerzsymptomatik nach OSG-
Infiltration rechts. Somit könne davon ausgegangen werden, dass die
Hauptschmerzursache nicht artikulären Ursprungs sei. Unterstützt werde
diese These aufgrund der unauffälligen bildgebenden Untersuchung, wo
neben den konventionell-radiologischen Aufnahmen einer MRI-
Untersuchung sowie eine Arthro-CT-Untersuchung zur Beurteilung der
chondralen Verhältnisse durchgeführt worden sei. Diese zeigten in der
Arthro-CT-Untersuchung eine lediglich minime Stufenbildung bei Status
nach Volkmann-Fraktur bei unauffälligen Knorpelverhältnissen. Von dieser
Seite her könne dem Kläger keine Verbesserung angeboten werden. Nach
Ansicht von Dr. med. N._ seien die Hauptbeschwerden aufgrund der
Weichteilveränderungen sowie neurogenen Charakters. Des Weiteren
sähen sie eine weitere mögliche Schmerzursache aufgrund der doch sehr
rigiden Platte, welche die Flexibilität des distalen Unterschenkels sicherlich
behindere. Es sei deshalb als nächste mögliche Option eine
Metallentfernung zu diskutieren.
7.2.23 Mit Mitteilung vom 22. September 2016 schloss die IV-Stelle die beruflichen
Massnahmen ab und hielt fest, trotz intensiver Begleitung und
Unterstützung bei der Stellensuche sei es nicht gelungen, für den Kläger
einen Arbeitsplatz im 1. Arbeitsmarkt zu finden (IV-act. 101).
- 30 -
7.2.24 Der Kreisarzt der Suva, Dr. med. P._, Facharzt Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie, stellte in seinem Bericht betreffend
kreisärztliche Untersuchung vom 1. November 2016 (IV-act. 106 S. 3)
folgende Diagnosen (IV-act. 106 S. 9): Status nach Unterschenkelfraktur
rechts 18. März 2013 mit komplexem Verlauf inkl. Infekt und Pseudarthrose
an der Tibia, konsolidiert; im CT nachgewiesene minimale tibiale
Gelenkstufe im OSG rechts, radiologisch ohne Arthrose und ohne
Progredienz der degenerativen Veränderungen; Überlagerung der
posttraumatischen Situation durch Adipositas, Gefässkrankheit und
metabolisches Syndrom mit möglicherweise Polyneuropathie; chronisch
rezidivierende Rücken- und Gesässschmerzen. Versicherungstechnisch
könne vom sogenannten Endzustand ausgegangen werden, die
Metallentfernung werde vom Kläger abgelehnt und dieser Eingriff sei durch
die Suva nicht zu forcieren, da der Effekt der erneuten Massnahme nicht
vorausgesagt werden könne und da ein erhöhtes Infektrisiko bestehe. Der
Zustand des OSG klinisch und radiologisch lasse ebenfalls die Indikation
zur Arthrodese des Gelenks nicht zu, auch wenn die Probeinfiltration
während Stunden gemäss Angaben des Klägers zur Beschwerdefreiheit
geführt habe. Der Kläger klage heute vornehmlich über erhebliche
Beschwerden ventral über dem rechten OSG, die sowohl in Ruhe als auch
bei Belastung auftreten und die auch zu einer Schlafstörung führen würden.
Der Kläger sei dadurch gezwungen, häufig zwischen Liegen, Sitzen,
Stehen und Gehen abzuwechseln, auch wenn zusätzlich
belastungsabhängige Schmerzen geschildert würden. Auffällig sei die
Angabe „brutale Schmerzen“ und daneben die Angabe, dass der Kläger
keine Schmerzmedikamente brauche, dass der Lagewechsel sehr viel
schneller und vollständiger die Schmerzen beeinflussen würden als das
Schmerzmedikament. Am rechten Bein zeigten sich reizlose Narben bei
deutlicher Hyperpigmentation; die Beweglichkeit der angrenzenden
Kniegelenke und im OSG sei nicht wesentlich eingeschränkt. Radiologisch
sei die Fraktur in ganz leichter Varusfehlstellung vollständig konsolidiert,
- 31 -
das Metall liege stabil. Trotz nachgewiesener Gelenkstufe im CT sei
radiologisch weder eine Arthrose noch eine Progredienz der degenerativen
Veränderungen im OSG zu erkennen. Wegen der Nebenprobleme
(Gefässkrankheit, möglicherweise Polyneuropathie) sei die Beurteilung
zusätzlich erschwert durch die Diskrepanz zwischen subjektiven Angaben
und objektiven Befunden. Dies würde auch durch eine zusätzliche
Abklärung der Gefässe oder der vermuteten Polyneuropathie nicht
erleichtert, so dass sich aus der Sicht der Unfallversicherung die
Notwendigkeit einer ergänzenden Abklärung nicht ergebe. Die etwas
diffusere Beurteilung komme in dieser Situation eh dem Kläger zugute (IV-
act. 106 S. 9). Betreffend Zumutbarkeitsprofil hielt Dr. med. P._ fest,
eine wechselbelastende Tätigkeit sitzend, stehend und kurzzeitig gehend
wäre vollzeitig zumutbar. Längerdauerndes Treppensteigen oder längeres
Gehen auf unebenem Boden sei dabei nicht zumutbar. Tragen sei
kurzstreckig 10 bis höchstens 15 kg, Heben an Ort 15 bis höchstens selten
25 kg zumutbar (IV-act. 106 S. 10).
7.2.25 Vom 16. Januar 2017 bis 25. Januar 2017 war der Kläger erneut im
Kantonsspital Graubünden hospitalisiert (IV-act. 125 S. 7 ff.). Dem
Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 26. Januar 2017 (IV-
act. 125 S. 7 ff.) ist zu entnehmen, dass die Zuweisung durch Dr. med.
J._ zur PTA bei hochgradiger Beckenstenose rechts und
hochgradigen Stenosen im Bereich der linken Unterschenkelarterien links
mit infizierter Grosszehennekrose links erfolgt sei. Der Kläger berichte, seit
ca. sieben Wochen eine nicht heilende Wunde am linken grossen Zehen
zu haben. Er leide unter starken Schmerzen in der Nacht, welche sich bei
Bewegung bessern würden. Eine Schmerzsymptomatik in den Beinen beim
Gehen werde verneint. Eine längere Gehstrecke von mehreren 100 Metern
sei gut möglich, werde jedoch durch Schmerzen im Sprunggelenk bei
vorbestehender, plattenfixierter Trümmerfraktur limitiert (IV-act. 125 S. 10).
Dem Bericht ist u.a. folgende Diagnose (IV-act. 125 S. 7) zu entnehmen:
- 32 -
1. Periphere arterielle Verschlusskrankheit vom Becken- und Oberschenkeltyp rechts
und vom Becken und Unterschenkeltyp links ED 02/2014
- 2014 PTA der A. iliaca communis beidseits sowie der A. femoralis
superficialis und A. poplitea rechts
Aktuell
- Duplexsonogrpahie vom 13. Januar 2017: A. fibularis links proximal
verschlossen, hochgradige Stenose der A. tibialis anterior distal, A. tibialis
posterior distal mit amplitudenreduziertem monophasischem Flussprofil,
hochgradige Stenose der Beckengefässe rechts
- Grosszehennekrose links am ehesten auf dem Boden einer
neuropathischen Druckstelle
- PTA am 17. Januar 2017: Stentangioplastie AIC rechts, AIC links und distale
ATP
- TcPO2 vom 19. Januar 2017. 17mmHg am ehesten im Rahmen des Ödems
falsch tief
- Rx. Fuss links vom 19. Januar 2017: Keine abgrenzbaren knöchernen
Arrosionen oder Hinweise auf Osteitis / Osteomyelitis. Keine Fraktur, keine
Luxation
7.2.26 Sodann war der Kläger aufgrund der Diagnose Periphere arterielle
Verschlusskrankheit vom Becken- und Oberschenkeltyp rechts und vom
Becken und Unterschenkeltyp links ED 02/2014 vom 3. März 2017 bis
7. März 2017 in der Wochenklinik hospitalisiert (IV-act. 116 S. 1). Im
Wochenklinik-Austrittsbericht vom 9. März 2017 hielten die Ärzte Dres.
med. Q._, Stv. Leitender Arzt Angiologie, und med. R._,
Assistenzärztin, beide am Kantonsspital Graubünden, fest, der elektive
Eintritt sei zur PTA eines segmentalen Re-Verschlusses der distalen ATP
bei Grosszehennekrose links erfolgt. Bei fehlenden Kontraindikationen
habe die Intervention wie geplant am 6. März 2017 durchgeführt werden
können (IV-act. 116 S. 2).
7.2.27 In seinem Bericht vom 15. Mai 2017 (IV-act. 120) diagnostizierte Dr. med.
J._, eine arterielle Verschlusskrankheit vom Becken- und
- 33 -
Oberschenkeltyp rechts und vom Becken- und Unterschenkeltyp links,
kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie weitere Diagnosen. Er hielt fest,
einen sicheren Fortschritt im Bereich der Demarkationslinie der Grosszehe
links könne man nicht feststellen. Der Kläger berichte weiterhin über,
insbesondere nachts auftretende, Ruheschmerzen, die sich regelmässig
durch etwas Umhergehen wieder bessern würden. Duplexsonographisch
finde sich unverändert der segmentale distale A. tibialis posterior-
Verschluss links und zusätzlich eine relevante Stenose im Übergang der
Tibialis anterior in die Dorsalis pedis links und nachgeschaltet dann der
bekannte kollateralisierte Verschluss der A. dorsalis pedis. Entsprechend
sei die Perfusionssituation im Bericht der II. Zehe nach wie vor links kritisch,
die III. Zehe zeige eine leicht bis mässig reduzierte Ruheperfusion.
7.2.28 Im Bericht vom 29. Juni 2017 (IV-act. 122) zuhanden der IV stellte Dr. med.
J._ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Grosszehennekrose links am ehesten auf dem Boden einer
neuropathischen Druckstelle (ED 01/2017), eine arterielle
Verschlusskrankheit vom Unterschenkeltyp links (ED 02/2014), eine
respiratorische Partialinsuffizienz mit sekundärer Polyglobulie sowie
insulinpflichtiger Diabetes Mellitus (ED 2012). Dr. med. J._ attestierte
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als KFZ-Mechaniker ab dem 13. Januar
2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis auf weiteres.
7.2.29 Dr. med. S._, Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt in ihrem Bericht
vom 29. August 2017 (IV-act. 125 S. 1 ff.) zuhanden der IV anamnestisch
fest, dass der Kläger Mitte Dezember [2016; Anm. des Gerichts] eine kleine
Läsion im Grosszehenbereich ursprünglich ausgelöst durch eine
Druckstelle im Schuh bemerkt habe. Dr. med. S._ stellte in ihrem
Bericht u.a. folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Arterielle Verschlusskrankheit vom Becken- und Oberschenkeltyp rechts
und vom Becken- und Unterschenkeltyp links, aktuell chronische
- 34 -
Grosszehenendgelenk-Endgliednekrose links, Status nach
Rekanalisationsversuch A. Tibialis posterior links mit Drug-Eluting-Stent,
Implantation-Reverschluss zum einen Desektions bedingt aber auch durch
Instant-Restenose; diverse weitere kathetertechnische erfolglose
Interventionsversuche zur Rekanalisation der A. Tibialis posterior; Status
nach PTA der Aa. iliacae communes bds. sowie der A. Femoralis
superficialis und A. poplitea rechts 2014; vaskuläre Risikofaktoren:
Diabetes mellitus, Verdacht auf Dyslipidemie. Weiter ist dem Bericht zu
entnehmen, dass aufgrund der schweren peripheren arteriellen
Verschlusskrankheit grundsätzlich eine ungünstige Prognose bestehe. Die
Risikofaktoren Diabetes und Hypertonie seien aktuell gut behandelt. Der
Kläger sei bisher noch nicht in der Lage, den Nikotinabusus zu sistieren.
Dies werde sicher mit zur Verschlechterung der Wundheilung beitragen (IV-
act. 125 S. 2). Aufgrund der Schwere der Wundstörung im Zehenbereich
sei der Kläger weiterhin und auf unabsehbare Zeit 100 % arbeitsunfähig.
Der Kläger könne aufgrund der Ruheschmerzen nur eine kurze Gehstrecke
zurücklegen und sich körperlich nicht wesentlich belasten. Dadurch sei
eine vermehrte Arbeitsfähigkeit nicht gegeben. Die bisherige Tätigkeit sei
nicht zumutbar (IV-act. 125 S. 3).
7.2.30 Im Schreiben vom 9. Januar 2018 (IV-act. 133 S. 4 f.) zuhanden des
Rechtsvertreters des Klägers führte Dr. med. J._ aus, als
Hauptdiagnose aus dem angiologischen Bereich sei ganz klar die arterielle
Verschlusskrankheit vom Beckentyp beidseits und vom Unterschenkeltyp
links zu nennen. Der Kläger habe eine schwere diffuse Veränderung
insbesondere der Unterschenkel- und Fussarterien links. Hierdurch sei es
nach einem eigentlich kleinen Trauma zu einer schweren
Durchblutungsstörung der Grosszehe links mit nachfolgendem teilweisem
Gewebsuntergang gekommen. Diese Veränderung bestehe nun seit über
einem Jahr und sie hätten verschiedene Versuche unternommen, die
Durchblutungssituation im Bereich des linken Vorfusses zu verbessern,
- 35 -
leider bisher nicht mit wirklich durchschlagendem Erfolg. Aktuell würden
neben der teilweisen Nekrose der Grosszehe links zusätzlich auch noch
weitere Veränderungen im Bereich des linken Fusses (Ferse und
Fusssohle) bestehen. Hierdurch sei der Kläger arbeitsunfähig, da auch
längeres Sitzen oder Gehen für die Wundheilung sicherlich absolut
kontraproduktiv sei. Von daher bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit
auch in einer angepassten leichten Tätigkeit. Dies umso mehr, als sich der
Kläger ja auch regelmässig zu entsprechenden Wundbehandlungen in
einem Wundambulatorium vorstellen müsse. Dr. med. J._ hielt
abschliessend fest, dass er den Kläger aktuell auch wegen der
bestehenden Wunden im Bereich des linken Fusses für nicht arbeitsfähig
halte (IV-act. 133 S. 4 f.).
7.2.31 Am 28. März 2018 erfolgte die Amputation der Grosszehe links im Spital
F._ (IV-act. 160 S. 6 f.).
8. Vorliegend kann die Frage nach der Bindungswirkung des
Rentenentscheides der IV-Stelle vom 1. Juni 2018 (Bk-act. 6; vgl.
Erwägung 4.6 hiervor) offen bleiben, da die Klage – wie nachfolgende
Erwägungen zeigen werden - an der Voraussetzung des sachlichen
Zusammenhangs scheitert.
9.1 Betreffend die Situation im Zusammenhang mit der Unterschenkelfraktur
rechts ist den Akten zu entnehmen, dass der Kläger am 18. März 2013
einen Unfall erlitt und sich eine mehrfragmentäre Unterschenkelfraktur
rechts zuzog. Aufgrund intraoperativer Probleme und einer
Wundheilungsstörung verzögerte sich der Heilverlauf beträchtlich. Die
Unfallfolgen führten gemäss dem Bericht der kreisärztlichen Untersuchung
von Dr. med. P._ vom 1. November 2016 zu einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf des Klägers als Autoelektriker
(IV-act. 106). Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. P._ wäre
- 36 -
dem Kläger hingegen unfallbedingt eine wechselbelastende Tätigkeit
sitzend, stehend und kurzzeitig gehend vollzeitig zumutbar.
Längerdauerndes Treppensteigen oder längeres Gehen auf unebenem
Boden sei dabei nicht zumutbar. Tragen sei kurzstreckig 10 bis höchstens
15 kg und Heben an Ort 15 bis höchstens selten 25 kg zumutbar (IV-act.
106 S. 10). In unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht erfolgte der
Fallabschluss per Ende November 2016. Die Suva gewährte dem Kläger
aufgrund der Unfallfolgen und gestützt auf den Bericht von Dr. med.
P._ vom 1. November 2016 ab Dezember 2016 eine Invalidenrente
auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % (Kl-act. 2). Die Parteien
sind sich einig, dass es gestützt auf die Unfallfolgen nicht zu einer Invalidität
gekommen wäre und für die heute bestehende Invalidität (fast)
ausschliesslich die arterielle Verschlusskrankheit ursächlich ist.
9.2 Aus den medizinischen Akten ergibt sich in Bezug auf die arterielle
Verschlusskrankheit Folgendes: In seinem Überweisungsschreiben vom
10. März 2014 (IV-act. 30 S. 1 f.) an Dr. med. I._ hielt der leitende Arzt
Chirurgie des Spitals F._ fest, die peripheren
Durchblutungsverhältnisse seien in Ordnung, was die arteriellen Pulse
angingen, trotzdem müsse von einer gewissen arteriosklerotischen
Kompromittierung ausgegangen werden. Der Nachweis einer
möglicherweise relevanten arteriellen Verschlusskrankheit rechts
(Verdacht auf Mehretagenproblem Becken und Oberschenkel) tauchte
sodann erstmals im Bericht von Dr. med. I._ des Kantonsspitals
Graubünden vom 17. März 2014 (IV-act. 30 S. 4) auf. Dies, nachdem Dr.
med. J._ am 17. März 2017 eine Duplexsonographie der Ober- und
Unterschenkelarterien durchführte und in seinem Bericht vom 18. März
2017 (Kl-act. 4) den Verdacht auf ein Mehretagenproblem rechts mit
möglichweise relevanter vorgeschalteter Beckenstenose und sicherlich
relevanter distaler A. femoralis superficialis Stenose rechts äusserte.
Daraus geht hervor, dass eine arterielle Verschlusskrankheit rechts zwar
- 37 -
diagnostiziert wurde, allerdings in diesem Zeitpunkt unklar war, inwiefern
diese für die beim Kläger damals vorhandenen Gesundheitsschäden
relevant war bzw. inwiefern diese überhaupt zu Einschränkungen führte.
So hielt Dr. med. I._ in seinem Bericht vom 17. März 2014 fest,
massgeblich mitbeteiligt sei vermutlich auch noch eine nun neu
nachgewiesene arterielle Verschlusskrankheit im Rahmen der bekannten
Risikofaktoren (IV-act. 30 S. 5) und äusserte somit eine blosse Vermutung.
Diesbezüglich erfolgte am 24. März 2014 eine Crossover PTA der mittleren
A. femoralis superficialis und A. poplitea rechts sowie eine PTA der A. iliaca
communis beidseits. Anschliessend hat sich ein verbessertes Resultat mit
2-Gefäss-Run-off am rechten Unterschenkel gezeigt (IV-act. 32 S. 13). Den
darauf folgenden Arztberichten während der Versicherungszeit inkl.
Nachdeckung, mithin bis Ende Februar 2015, ist alsdann nichts mehr zu
dieser Thematik zu entnehmen. So erfolgten die weiteren Hospitalisationen
des Klägers vom 6. Mai 2014 bis 17. Mai 2014 im Kantonsspital
Graubünden zur definitiven Osteosynthese (IV-act. 32 S. 19 f.) und vom 17.
Mai 2014 bis 21. Juni 2014 in der Zürcher Höhenklinik Davos zur
muskuloskelettalen Rehabilitation (IV-act. 32 S. 24 f.). Ferner berichtete Dr.
med. I._ am 18. Juni 2014 (IV-act. 32 S. 22 f.), 29. Juli 2014 (IV-act.
35 S. 1 f.), 15. September 2014 (IV-act. 35 S. 3 f.) und 22. Oktober 2014
(IV-act. 35 S. 5 f.), dass der Kläger im Bereich des rechten Unterschenkels
annährend/praktisch beschwerdefrei sei bzw. sich regelrechte Verhältnisse
zeigten. Hinzutraten allerdings Schmerzen im Bereich der linken Hüfte,
welche nicht effektiv zugeordnet werden konnten. Die Ursache der
Schmerzen im Bereich der linken Hüfte wurden von Dr. med. I._ im
Juni 2014 zunächst einer Fehlbelastung zugeschrieben (vgl. IV-act. 35 S.
1 f.). Im September 2014 äusserte dieser sodann den Verdacht auf eine
rezidivierende ISG-Blockade links (vgl. IV-act. 35 S. 3 f.). Dr. med. R._
vertritt in seinem Bericht vom 3. November 2014 (IV-act. 66 S. 58 f.) sodann
die Ansicht, dass die entzündlichen Veränderungen der ISG vor allem
rechtsseitig am ehesten mit einer ankylosierenden Spondylitis vereinbar
- 38 -
seien. Eine klare Diagnose wurde diesbezüglich nicht gestellt. Auch die im
Januar 2015 hinzugetretenen belastungsabhängigen Schmerzen im
rechten Sprunggelenk (vgl. IV-act. 66 S. 62) konnten keinem Korrelat im
MRI zugewiesen werden (vgl. IV-act. 47 S. 3 f.) und fehlte es diesbezüglich
an einer Diagnose während der Versicherungszeit.
In der Zeit bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses inkl. einmonatiger
Nachdeckung, mithin bis Ende Februar 2015, ergeben sich aus den
medizinischen Akten überdies keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass bereits
während der Anstellungszeit wegen der arteriellen Verschlusskrankheit
eine relevante Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Dr. med. M._ ist
der erste Arzt der sich in seinem rheumatologischen Gutachten vom 26.
Mai 2015 (IV-act. 66 S. 36) eindeutig zur Auswirkung der peripheren
Verschlusskrankheit auf die Arbeitsfähigkeit äusserte. Dieser hielt als
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte
Arteriosklerose mit/bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit ED
02/2014 und Status nach PTA Stenosen Aa. femoralis, poplitealis und iliaca
communis rechts am 23. April [recte: 24. März] 2014 und den
Risikofaktoren Nikotinabusus, metabolisches Syndrom fest. Zuvor wurde
dem Kläger vom 21. April 2014 bis 6. Mai 2014 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert, nachdem er vom 20. März 2014 bis zum 19.
April 2014 aufgrund der Stressfraktur im Kantonsspital Graubünden
hospitalisiert war (IV-act. 32 S. 13). Eine erneute Hospitalisation des
Klägers fand vom 6. Mai 2014 bis 17. Mai 2014 statt, wobei diese zur
definitiven Osteosynthese erfolgte (IV-act. 32 S. 19 f.). Auch der Aufenthalt
in der Zürcher Höhenklinik Davos vom 17. Mai 2014 bis 21. Juni 2014
diente der muskuloskelettalen Rehabilitation und damit überwiegend
wahrscheinlich den unfallbedingten Folgen (IV-act. 32 S. 24 f.). In seinem
Verlaufsbericht vom 15. September 2014 stellte Dr. med. I._ eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit sicherlich in den nächsten vier Wochen fest,
um eine Gehschulung und ein Auftrainieren der Muskulatur mit Hilfe von
- 39 -
Physiotherapie zu absolvieren (IV-act. 35 S. 4). Daraus geht auch keine
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Verschlusskrankheit hervor. Soweit der
Kläger in diesem Zusammenhang vorbringt, dass in jenem Zeitpunkt
bereits aufgrund des Unfalles vom 18. März 2013 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, weshalb es keine Veranlassungen
gegeben habe, von den die Krankheiten behandelnden Ärzten eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einzufordern, ist dem entgegenzuhalten,
dass in der Regel eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit
zum rechtsgenüglichen Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen verlangt wird (vgl. Urteil des
Bundesgerichts B 152/06 vom 11. Februar 2008 E.6.3). Eine solche liegt
hier aber gerade nicht vor. Im Übrigen deckt sich die Beurteilung von Dr.
med. M._ mit derjenigen von Dr. med. J._ vom 29. Juni 2017 (IV-
act. 122), welcher trotz diagnostizierter arterieller Verschlusskrankheit vom
Becken- und Oberschenkeltyp rechts und vom Becken- und
Unterschenkeltyp links lediglich letztgenannte als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannte.
In Würdigung der medizinischen Akten ist festzuhalten, dass nicht erstellt
ist, ob bzw. falls ja in welchem Umfang die diagnostizierte periphere
arterielle Verschlusskrankheit rechts für die beim Kläger während des
Vorsorgeverhältnisses vorhandenen Gesundheitsschäden relevant war
und die Arbeitsfähigkeit des Klägers beeinflusste.
9.3 Erst im Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 26. Januar
2017 (IV-act. 125 S. 8) wurde zusätzlich zur bereits im 2014
diagnostizierten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit vom Becken-
und Oberschenkeltyp rechts erstmals eine periphere arterielle
Verschlusskrankheit vom Becken- und Unterschenkeltyp links mit infizierter
Grosszehennekrose diagnostiziert. In diesem Zusammenhang ist
festzuhalten, dass gemäss dem Austrittsbericht der Kläger beim Gehen
- 40 -
über keine Schmerzen in den Beinen klagte und längere Gehstrecken von
mehreren 100 Metern gut möglich, jedoch durch Schmerzen im
Sprunggelenk bei vorbestehender, plattenfixierter Trümmerfraktur limitiert
waren (IV-act. 125 S. 10). Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit nannte Dr. med. J._ in seinem Bericht von 29. Juni
2017 (IV-act. 122) die Grosszehennekrose links am ehesten auf dem
Boden einer neuropathischen Druckstelle, eine arterielle
Verschlusskrankheit vom Unterschenkeltyp links, eine respiratorische
Partialinsuffizienz mit sekundärer Polyglobulie sowie insulinpflichtiger
Diabetes Mellitus. Die arterielle Verschlusskrankheit rechts und auch die
arterielle Verschlusskrankheit vom Beckentyp links wurde dagegen nicht
festgehalten. Gestützt auf diese genannten Diagnosen attestierte Dr. med.
J._ dem Kläger in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als KFZ-
Mechaniker ab dem 13. Januar 2017 bis auf weiteres eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Dass lediglich die arterielle Verschlusskrankheit vom
Unterschenkeltyp links und nicht auch diejenige vom Becken- und
Oberschenkeltyp rechts zur Arbeitsunfähigkeit führt, bestätigt Dr. med.
J._ auch in seinem Schreiben vom 9. Januar 2018, soweit er ausführt,
aktuell bestehen neben der teilweisen Nekrose der Grosszehe links
zusätzlich auch noch weitere Veränderungen im Bereich des linken Fusses
(Ferse und Fusssohle). Hierdurch sei der Kläger arbeitsunfähig, da auch
längeres Sitzen oder Gehen für die Wundheilung sicherlich absolut
kontraproduktiv sei. Von daher bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit
auch in einer angepassten leichten Tätigkeit. Er halte den Kläger aktuell
auch wegen der bestehenden Wunden im Bereich des linken Fusses für
nicht arbeitsfähig (IV-act. 133 S. 4 f.). Auch Dr. med. S._ sieht eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Schwere der Wundstörung im
Zehenbereich und damit wegen der Zehennekrose (IV-act. 125 S. 3).
In Würdigung dieser weiteren medizinischen Akten ist festzuhalten, dass
erst im Jahr 2017 ärztliche Atteste vorliegen, die aufgrund der arteriellen
- 41 -
Verschlusskrankheit links eine Arbeitsunfähigkeit ausweisen. Die
krankheitsbedingte Erwerbsunfähigkeit ist folglich auf die Folgen der
arteriellen Verschlusskrankheit links, mithin die Nekrose der Grosszehe
links und die weiteren Veränderungen im Bereich des linken Fusses,
zurückzuführen, wobei die nicht heilende Wunde am linken grossen Zehen
erst seit Dezember 2016 bestand (IV-act. 125 S. 10).
In seinem Schreiben vom 25. April 2017 (IV-act. 115) an die IV hält der
Kläger alsdann selber fest, dass in den letzten Monaten zusätzliche
schwere krankhafte Beschwerden hinzugekommen seien, das heisse in
erster Linie die periphere arterielle Verschlusskrankheit links (der Suva-
versicherte Unfall habe das rechte Bein betroffen), welche nach Aussagen
der Ärztin, Dr. med. S._, seit Monaten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten zur Folge habe. Damit geht der
Kläger selbst davon aus, dass die arterielle Verschlusskrankheit links etwas
Neues ist und sich erst kürzlich bemerkbar machte.
9.4 Nach dem Gesagten erübrigen sich auch die vom Beschwerdeführer
beantragten ergänzenden Abklärungen (Edition der Suva-Akten; Einholung
medizinischer Bericht bei Dr. med. J._; gerichtliches Gutachten zur
Beurteilung der gesundheitlichen Entwicklung des Klägers seit 18. März
2013), weil davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, welche zu
einem anderen Ergebnis führen würden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 122 V 157 E.1d). Im Übrigen gilt im
Klageverfahren nach BVG der durch die Mitwirkungspflichten der Parteien
eingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (Art. 73 Abs. 2 BVG; Urteil des
Bundesgerichts 9C_255/2018 vom 31. Oktober 2018 E.5.3).
9.5 Damit ist festzuhalten, dass ein sachlicher Zusammenhang zwischen dem
während der Versichertenzeit bei der Beklagten eingetretenen
Gesundheitsschaden und jenen Körperschädigungen, welche nachfolgend
- 42 -
zur Invalidität führten, nur in Bezug auf die Unfallfolgen gegeben ist, nicht
hingegen in Bezug auf die arterielle Verschlusskrankheit. Damit wäre die
Beklagte nur für jene Invalidität zuständig, welche sich aus den Unfallfolgen
ergibt. Da die reinen Unfallfolgen ab Dezember 2016 zu keiner
berufsvorsorgerechtlich relevanten Invalidität führen (vgl. Kl-act. 2 und 3)
und zuvor eine Überentschädigung resultiert, ist die Beklagte vorliegend
nicht leistungspflichtig.
10. Aus dem Gesagten folgt, dass der Kläger mit seinen Begehren mangels
Vorliegens eines engen sachlichen Zusammenhangs zwischen der
während der Versicherungsdeckung eingetretenen relevanten
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität nicht durchgedrungen ist, weshalb die
Klage abzuweisen ist. Unter diesen Umständen erübrigt sich, die weiteren
Vorbringen der Parteien wie zeitlicher Zusammenhang und Höhe des
Verzugszinses einer Beurteilung zu unterziehen.
11. Gestützt auf Art. 73 Abs. 2 BVG sind für das vorliegende Verfahren keine
Kosten zu erheben. Der Beklagten steht als obsiegender
Vorsorgeeinrichtung praxisgemäss keine Parteientschädigung zu, da dem
Kläger weder mutwillige noch leichtsinnige Prozessführung vorzuwerfen ist
vgl. BGE 126 V 143 E.4b; VETTER-SCHREIBER, BVG/FZG-Kommentar,
3. Aufl., Zürich 2013, Art. 73 N 55 f.).