# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e31c93b1-dbad-46b9-9a15-d0235ebfef56
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 15. August 2000 verstarb die am 9. Februar 1910 geborene A.. Sie hinterliess als ihre Erben die drei Kinder B., Y. und X.. Mit partiellem Erbteilungsvertrag vom 15. August 2001 schieden die Erben der zwischenzeitlich verstorbenen B. gegen eine Abfindung von Fr. 750'000.-- aus der Erbengemeinschaft der A. aus.
B. Da sich die verbliebenen Erben in der Folge nicht über den Anrechnungswert der sich im Nachlass befindlichen Parzellen Nr. 1925 und 2966 in D. einigen konnten, kam es zu einem ersten Verfahren, in welchem X. die Teilung des Nachlasses unter Feststellung des Anrechnungswerts der fraglichen Parzellen beantragte. Mit Entscheid vom 29. März 2007 trat das Bezirksgericht Prättigau/Davos auf die Klage wegen sachlicher Unzuständigkeit nicht ein. Dieser Entscheid blieb unangefochten.
C. Mit Eingabe vom 29. Mai 2007 erhob Y. beim Vermittleramt des Kreises D. Klage gegen X. auf Feststellung des Nachlasses und der Erbquoten. Gemäss Leitschein stellten die Parteien anlässlich der Sühneverhandlung vom 26. Juni 2007 die folgenden Anträge:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Der Nachlass von A., gestorben am 15. August 2000, mit letztem Wohnsitz in D., sei wie folgt festzustellen:
Aktiven (geschätzte Werte per Juni 2007):
 Mietzinsforderung gegenüber dem Beklagten von CHF 1'750.00 monatlich seit dem 1.1.2000 zzgl. 5% Zins CHF 157’500
 Mietzinsforderung gegenüber C. von CHF 1'750.00 monatlich seit dem 1.4.2003 zzgl. 5% Zins CHF 89’250
 Parzellen Nr. 1925 im Grundbuch der Gemeinde D. (1545 m2 Wiese ) und Nr. 2966 im Grundbuch der Gemeinde D. (Haus F.) CHF 4'230’000
 Unverteilter Hausrat im Wert von mindestens DM 70'000 bzw. CHF 56'474
Mindestwert Aktiven CHF 4'533’224
Passiven (Wert per Juni 2007):
 Verwaltungskosten für das Haus F. seit dem 1.1.2004 (Wert per Ende August 2006; seither aufgelaufene Kosten kommen hinzu) CHF 42’602
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 Verwaltungshonorar für die Hausverwaltung durch den Beklagten seit August 2001 (CHF 300/Mt) CHF 24’900
Total Passiven CHF 67’502
Mindestwert Nachlass CHF 4'465’722
2. Es sei festzustellen, dass der Kläger und der Beklagte mit einer Quote von je 1⁄2 als Erben am Nachlass von A. beteiligt sind.
3. Abweisung der vom Beklagten eingereichten Widerklage.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.“
„Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Die Rechtsbegehren des Klägers Y. gemäss Sühnebegehren vom 25. Mai 2007 sind abzuweisen.
Widerklageweise:
2. Der Nachlass der am 15. August 2000 verstorbenen A. sei wie folgt aufzuteilen:
a) Parzelle Nr. 1925 des Grundbuchamtes D.:
1'545 m2 Wiese in D., im G.,
Grenzen gemäss Grundbuchplan Nr. 33,
Dienstbarkeiten: Recht: Fuss- und Fahrwegrecht zu Lasten Parzelle Nr. 2966
Last: Näherbaurecht für Anbau zu Gunsten Parzelle Nr. 2966
Anmerkung: Veräusserungsbeschränkung und Bauverbot z.G. Grundbuchinspektorat Graubünden, 7.8.1961, Beleg 266
Vormerkungen, Grundlasten und Grundpfandrechte: keine
b) Parzelle Nr. 2966 des Grundbuches D.:
922m2 Gebäudegrundfläche, Hofraum, Umschwung und Zufahrt mit dem Wohnhaus „F.“ Assek.-NR. 432B und der Garage Assek.-Nr. 432B-A in D., im G.
Grenzen gemäss Grundbuchplan Nr. 33,
Dienstbarkeiten: Last: Fuss- und Fahrwegrecht zu Gunsten Parzelle Nr. 1925
Fuss- und Fahrwegrecht zu Gunsten Parzelle Nr. 1924
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Recht und Last: Grenzbaurecht zu Gunsten und zu
Lasten Parzelle Nr. 1924
Recht: Näherbaurecht für Aufbau zu Lasten Parzelle Nr. 1924
Näherbaurecht für Anbau zu Lasten Parzelle Nr. 1925
Anmerkung: Veränderungsverbot der Baumgruppe und Eigentumsübertrag genehmigungsbedürftig, Beleg Nr. 149
Vormerkungen, Grundlasten und Grundpfandrechte: keine
3. Der Anrechnungswert der Parzellen Nr. 1925 und 2966 des Grundbuches D. beträgt CHF 2'250'000.00.
4. Es sei festzustellen, dass der Kläger und Beklagte mit einer Quote von je einer Hälfte als Erben am Nachlass von A. beteiligt sind.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
D. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung unterbreitete Y. die Streitsache mit Eingabe vom 3. September 2007 dem Bezirksgericht Prättigau/Davos, wobei er in Ziffer 1 seines Rechtsbegehrens den Mindestwert der Aktiven auf Fr. 4'487'250.-- (Anrechnungswert Parzellen Fr. 4'230'000.--, Mietzinsforderung gegenüber X. Fr. 162'750.-- und Mietzinsforderung gegenüber C. Fr. 94'500.--) und das Total der Passiven auf Fr. 69'167.90 (Verwaltungskosten für das Haus F. Fr. 46'967.90 und Verwaltungshonorar für die Hausverwaltung Fr. 22'200.--) erhöhte, was einen Mindestwert des Nachlasses von Fr. 4'418'082.10 ergab. Im Übrigen hielt er an seinem Rechtsbegehren gemäss Leitschein fest. X. beantragte in seiner Prozessantwort vom 19. Oktober 2007 die kostenfällige Abweisung der Rechtsbegehren des Klägers, die Feststellung der Anrechnungswerte des Nachlasses von Fr. 2'250'000.-- sowie die Feststellung der Erbquoten der Parteien von je 1⁄2.
E. Mit Replik vom 12. November 2007 respektive Duplik vom 4. Januar 2008 hielten die Parteien an ihren zuvor gestellten Rechtsbegehren unverändert fest.
F. Mit Beweisverfügung vom 6. Februar 2008 erklärte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos die von Y. beantragten Beweismittel, insbesondere die Einvernahme zweier Zeugen sowie die Edition von Kontounterlagen betreffend das Unterhaltskonto Haus F. und einer aktualisierten Hausratsliste für erheblich. Die von X. dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos mit Beiurteil vom 17. März 2008 abgewiesen.
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G. Am 2. Juli 2008 liess der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos beim kantonalen Schätzungsbezirk 2, vertreten durch Bezirksleiter H., je eine Expertise zur Bewertung der beiden Liegenschaften in D. einholen. In diesen Gutachten wurde der Verkehrswert der Liegenschaft Nr. 2966 (Einfamilienhaus mit Garage) auf Fr. 2'550'000.-- und derjenige der Liegenschaft Nr. 1925 (Bauland) auf Fr. 1'700'000.-- geschätzt. Auf Antrag von X., der in seiner Stellungnahme vom 10. Oktober 2008 die Schätzungen in zahlreichen Punkten als mangelhaft bezeichnet und deren Überarbeitung beantragt hatte, ersuchte der Bezirksgerichtspräsident den Gutachter am 17. Februar 2009 um Ergänzung der beiden Gutachten anhand des beklagtischerseits eingereichten Fragenkatalogs. Mit Stellungnahme vom 17. März 2009 kam der Gutachter diesem Ersuchen nach.
H. Gestützt auf Art. 98 ZPO gab X. mit Eingabe vom 14. Januar 2010 ein durch ihn selbst eingeholtes Privatgutachten des Immoconsult I. zu den Prozessakten. Dieser schätzte den Verkehrswert der Liegenschaft Nr. 2966 auf Fr. 1'740'000.-- und denjenigen der Liegenschaft Nr. 1925 auf Fr. 436'500.--.
I. Mit Urteil vom 28. Januar 2010, mitgeteilt am 20. April 2010, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:
„1. Der Nachlass der A. sel., geboren am 9. Februar 1910, gestorben am 15. August 2000 in Schiers/GR, wird wie folgt festgestellt:
- Parzelle Nr. 1925 (1545 m2 Wiese), Grundbuch D.: Fr. 1'700'000.00
- Parzelle Nr. 2966 (Haus „F.“), Grundbuch D.: Fr. 2'550'000.00
- Unverteilter Hausrat (Mobiliar & Inventar im Haus „F.“): Fr. 41'000.00
2. Erben sind und ihre Erbquoten lauten:
- Y., geboren am 14. April 1939: 1⁄2 - X., geboren am 8. August 1943: 1⁄2
3. Die Kosten des Kreisamtes D. in Höhe von Fr. 246.00 (siehe Leitschein) gehen zu 10% zu Lasten von Y. (=Fr. 24.60) und zu 90% zu Lasten von X. (=Fr. 221.40). Weil Y. die ganzen Kosten (Fr. 246.00) bezahlt hat, wird X. verpflichtet, ihm Fr. 221.40 zu vergüten.
Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 12'000.00
- einem reduzierten Streitwertzuschlag von Fr. 16'617.90 (3/4 von Fr. 2'215'722.00)
- Schreibgebühren von Fr. 1'650.00
- Barauslagen von (Gutachten Fr. 3'680.45 Fr. 3'997.50
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+ 277.05 + Zeugen Fr. 40.00)
total somit von Fr. 34'265.40
gehen zu 10% zu Lasten des Y. (=Fr. 3'426.55) und zu 90% zu Lasten des X. (=Fr. 30'838.85). Sie werden mit den geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet.
4. X. wird verpflichtet, Y. ausseramtlich mit Fr. 32'557.60 (inkl. Spesen und Interessenwertzuschlag) zu entschädigen.

## Considerations