# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a29feee-669a-4644-884d-5b9b98eaa3cb
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A ist beim Statthalteramt des Bezirks C tätig. Am 18. April 2018 teilte ihm sein Vorgesetzter im Rahmen eines Gesprächs im Beisein des Personalbeauftragten der Human Resources der Direktion der Justiz und des Innern mit, dass die Auflösung seines Anstellungsverhältnisses in Erwägung gezogen und ihm hiermit Gelegenheit geboten werde, sich innert neun Tagen schriftlich zur geplanten Massnahme zu äussern; im Weiteren wurde A darüber in Kenntnis gesetzt, dass "[v]orderhand" auf seine Arbeitsleistung verzichtet werde und er seine Schlüssel abzugeben habe.
II.
Hiergegen liess A am 25. April 2018 bei der Direktion der Justiz und des Innern rekurrieren, welche die Eingabe – nach dem Scheitern von Vergleichsgesprächen zwischen den Parteien – zuständigkeitshalber an den Regierungsrat weiterleitete. Mit Beschluss vom 4. Juli 2018 trat Letzterer auf den Rekurs nicht ein.
III.
Am 31. Juli 2018 liess A Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter Entschädigungsfolge "sei festzustellen, dass die Freistellung [...] durch das Statthalteramt C vom 18. April 2018 nichtig ist". Die Direktion der Justiz und des Innern verlangte mit Vernehmlassung vom 20./21. August 2018 "in Vertretung des Regierungsrates" und unter Verweis auf dessen Erwägungen im Rekursentscheid die Abweisung der Beschwerde. Das Statthalteramt des Bezirks C schloss mit Beschwerdeantwort vom 6./7. September 2018 darauf, das Rechtsmittel sei abzuweisen, soweit auf es eingetreten werden könne. Mit weiteren Stellungnahmen von A vom 18. September und vom 2. November sowie des Statthalteramts vom 28. August/1. Oktober 2018 wurde an den jeweiligen Anträgen festgehalten.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide des Regierungsrats über Anordnungen einer Statthalterin bzw. eines Statthalters nach § 41 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 und 2 je lit. a, 19a, 19b Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Ziff. 3 sowie §§ 42–44 e contrario des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zuständig.
Anfechtungsgegenstand bildet ein Nichteintretensentscheid.
Der Beschwerdeführer ist als formell unterliegende Person legitimiert, sich gegen jenen zu wehren (
Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [VRG-Kommentar], Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 58
). Da auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, ist die Beschwerde an die Hand zu nehmen.
2.
Als Vorinstanz hat der Regierungsrat gewirkt, weshalb die Kammer ungeachtet des Streitwerts für die Behandlung der Beschwerde zuständig ist (§ 38b Abs. 3 VRG).
3.
3.1
Die Vorinstanz trat auf den Rekurs des Beschwerdeführers vom 25. April 2018 mit der Begründung nicht ein, dass betreffend die von diesem "gerügte 'Freistellung' [...] bis anhin keine formelle Verfügung erlassen" worden sei und es damit an einer anfechtbaren Anordnung fehle. Würde der "Freistellung" Verfügungsqualität zukommen – so die Vorinstanz weiter –, handelte es sich sodann um einen blossen Zwischenentscheid, welcher sich nur anfechten liesse, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil zeitigen könnte. Ein solcher aber liege hier nicht vor bzw. werde vom Beschwerdeführer nicht dargetan.
3.2
Gemäss § 19 Abs. 1 VRG können mit Rekurs (wie auch mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde, vgl. § 41 VRG) unter anderem Anordnungen angefochten werden. Der Begriff der Anordnung entspricht grundsätzlich dem der Verfügung (Martin Bertschi/Kaspar Plüss, VRG-Kommentar, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 13 ff.). Eine Verfügung ist ein individueller, an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (vgl. Bertschi/Plüss, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 18). Der Verfügungsbegriff ist demzufolge materieller Natur: Die äussere Form des Verwaltungshandelns ist nicht entscheidend dafür, ob eine Anordnung als Verfügung zu qualifizieren sei. Vielmehr ist einzig darauf abzustellen, ob ein behördlicher Akt materiell die Kriterien einer Verfügung erfülle. Auch die formell mangelhafte Verfügung ist – unter Vorbehalt der Nichtigkeit – eine Verfügung (Bertschi/Plüss, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 24).
Anordnungen werden in der Regel schriftlich eröffnet (vgl. § 10 Abs. 1 und 3 f. VRG); das Gesetz kann aber auch eine mündliche Eröffnung zulassen, soweit die Schriftform nicht "zwingend vorgeschrieben" ist (Kaspar Plüss, VRG-Kommentar, § 10 N. 9).
3.3
Die an den Beschwerdeführer gerichtete (mündliche) Aufforderung vom 18. April 2018, bis auf Weiteres seinen Arbeitsplatz zu räumen, war offensichtlich auf Rechtswirkungen ausgerichtet; der Vorgesetzte des Beschwerdeführers traf damit nicht nur eine rein organisatorische Massnahme (wie etwa die kleinräumige Verlegung des Arbeitsplatzes des Beschwerdeführers), sondern er stellte diesen im Sinn von § 29 des Personalgesetzes vom 27. September 1998 (PG, LS 177.10) vorsorglich – während der Frist für das Wahrnehmen des Gehörsanspruchs betreffend die geplante Auflösung des Anstellungsverhältnisses – im Amt ein. Materiell erfüllt die Aufforderung somit die Kriterien einer Verfügung (vgl. auch Jürg Bosshart/Martin Bertschi, VRG-Kommentar, § 19 N. 13).