# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 360f8ed3-d2ae-4536-97f2-9cecd8a254f7
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ (Zusammenfassung) Die Eheleute Z. wohnen seit 1984 im Einfamilienhaus in N.
(Kanton St. Gallen). ... Überdies waren sie Alleinaktionäre der M. AG und der M.
Verwaltungs AG, beide mit Sitz in N. X.Z. war Präsident und Y.Z. Mitglied des
Verwaltungsrates. Im Jahr 2006 waren bei allen drei Gesellschaften sowohl X.Z. als
Geschäftsführer als auch Y.Z. als kaufmännische Angestellte unselbständig
erwerbstätig. .. X. und Y.Z. mieteten ab 1. Juli 2006 eine 4 1/2-Zimmer-Wohnung in B.,
Kanton Schwyz. Am 30. November 2006 meldeten sie der Gemeinde .. ihren Wegzug
nach B., Kanton Schwyz.
Mit Schreiben vom 26. Juli 2007 wurden vom kantonalen Steueramt Abklärungen
bezüglich des Steuerdomizils im Jahre 2006 eingeleitet. Die Eheleute wurden
aufgefordert, diverse Unterlagen und Dokumente einzureichen. Dieser Aufforderung
sind sie mit Eingabe vom 20. August 2007 mehrheitlich nachgekommen.
B./ Das kantonale Steueramt hielt mit Feststellungsverfügung vom 28. August 2007
fest, dass sich das Steuerdomizil der Eheleute Z. im Jahr 2006 in .. (Kanton St. Gallen)
befinde und sie dort aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig seien.
Dagegen erhoben die Steuerpflichtigen am 14. September 2007 Einsprache,
insbesondere mit dem Begehren, die Wohnsitznahme in B. sei zu bestätigen. Im
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Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2007 wies das kantonale Steueramt die
Einsprache ab.
C./ Gegen diesen Entscheid erhoben die Eheleute Z. am 21. November 2007 Rekurs.
Die Verwaltungsrekurskommission wies diesen mit Entscheid vom 7. Juli 2008 ab.
D./ Mit Beschwerde vom 22. August bzw. 8. September 2008 beantragen die Eheleute
Z., das Urteil der Verwaltungsrekurskommission vom 7. Juli 2008 sei aufzuheben und
es sei festzustellen, dass sich ihr steuerrechtlicher Wohnsitz für das Steuerjahr 2006 im
Kanton Schwyz befunden habe, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
.. ..

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführer sind zur
Ergreifung der Beschwerde legitimiert, und die Eingaben vom 22. August und 8.
September 2008 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
Die von den Beschwerdeführern im Beschwerdeverfahren eingereichten Akten
betreffen neue Tatsachen, die sich vor Abschluss des Rekursverfahrens verwirklicht
haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren. Diese Tatsachen dürfen vor
Verwaltungsgericht grundsätzlich vorgebracht werden und sind entsprechend zu
würdigen (sog. "unechte Noven"; vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 643). Eine Schranke bei der Berücksichtigung
unechter Noven besteht allerdings dann, wenn dem Rechtsbegehren ein neues
tatsächliches Fundament unterstellt wird. Wie es sich damit verhält, kann vorliegend
offen bleiben, weil das Verwaltungsgericht in Steuersachen ohnehin nicht an die
Anträge der Beschwerdeführer gebunden ist (Art. 196 Abs. 2 StG). Die Einwendungen
der Beschwerdeführer, insbesondere die angebliche "Notsituation" betreffend, sind
demnach entgegenzunehmen.
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2. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im Beschwerdeverfahren ist umstritten, ob dies
bei den Beschwerdeführern im Jahr 2006 der Fall war.
2.1. Im interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
zum Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens und Vermögens
einer unselbstständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, wo die Person
ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person
steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht
dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen
hier befindet (vgl. BGE 2C_175/2008 vom 22. August 2008 E. 3.1, mit weiteren
Hinweisen). Die Regelung entspricht den Vorgaben in Art. 3 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt StHG) und lehnt sich eng an den zivilrechtlichen
Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210).
Dieser Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich nach der Gesamtheit der
objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen,
nicht nach den bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. Auf die
gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerrechtliche
Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften
hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt ebenfalls
keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere Merkmale, die ein Indiz für
den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch das übrige Verhalten der
Person dafür spricht (vgl. BGE 2C_175/2008 vom 22. August 2008 E. 3.1).
Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für das
ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende der
Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der 31.
Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten hin zu einem
neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am
neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung des
Lebensmittelpunktes stattfindet (BGE 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005 E. 2.3, mit
weiteren Hinweisen). Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der Gesamtheit der
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objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen (Angehörige, Freundes-
und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen erkennen lassen, nicht nach
bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person.
In bezug auf die Beweislastregel gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der
Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern (vgl. Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern
1999, S. 379 f.). Die Veranlagungsbehörde hat demnach den steuerlichen Wohnsitz,
der die persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der
Besteuerung nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der
von der Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint.
Diesfalls obliegt es dem Pflichtigen, den Nachweis für den von ihm behaupteten
Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (vgl. BGE 2P.186/2004 vom
15. Februar 2005 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr
wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit
unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der Nachweis der
Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als fortbestehend zu
betrachten. Der Wille zur Wohnsitzverlegung genügt jedenfalls nicht zur Begründung
des neuen steuerrechtlichen Wohnsitzes; dieser muss vielmehr in die Tat umgesetzt
sein, d.h. der Pflichtige muss für die betreffende Zeit den Mittelpunkt seiner
Lebenstätigkeit schon an den neuen Ort verlegt haben (vgl. Locher/Locher, Die Praxis
der Bundessteuern, III. Teil, Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, § 3, IA, 2b
Nr. 4).
2.2. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführer Ende des Jahres 2006 im
Besitz eines Einfamilienhauses in (Kanton St. Gallen) waren und keine ernsthaften
Verkaufs- oder Vermietungsabsichten hegten. Die Beschwerdeführer äussern sich im
Beschwerdeverfahren zwar dahingehend, dass aus verschiedenen Gründen wohl keine
andere Möglichkeit mehr bestehe, als die Liegenschaft zu verkaufen, belegen diese
Erklärung aber nicht näher. Reine Absichtserklärungen vermögen indes keinen neuen
Lebensmittelpunkt zu begründen. Der Besitz von Wohneigentum in .. stellt vielmehr ein
starkes Indiz für einen steuerrechtlichen Wohnsitz in der Gemeinde .. dar.
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Gemäss Mutationsmeldung vom 30. November 2006 zogen die Beschwerdeführer an
diesem Datum nach B im Kanton Schwyz. Mit diesem Wegzug alleine ist aber noch
nicht erstellt, dass ein neuer steuerrechtlicher Wohnsitz begründet worden ist. Formelle
Kriterien bilden nur dann Indizien für den steuerrechtlichen Wohnsitz, wenn das übrige
Verhalten der Beschwerdeführer nichts Gegenteiliges nahelegt (vgl. Höhn/Mäusli,
Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., Bern 2000, § 7 Rz. 28).
Fest steht sodann, dass die Beschwerdeführer ab 1. Juli 2006 eine 4 1/2 Zimmer-
Wohnung in B. gemietet haben. Dies spricht für eine Absicht des dauernden
Verbleibens im Kanton Schwyz. Wie die Vorinstanz aber zu Recht festhält, wurde diese
Absicht nicht bis Ende des Jahres 2006 verwirklicht. Verschiedene Indizien weisen auf
einen unveränderten Lebensmittelpunkt in .. (Kanton St. Gallen) hin. So bestand
zumindest im Jahr 2006 noch immer eine Postadresse in .. , was diverse im Recht
liegende Akten mit Postadresse .. belegen. Zusätzliches gewichtiges Indiz ist der hohe
Stromverbrauch in .., insbesondere im Vergleich mit dem äusserst niedrigen
Strombezug in B. Die diesbezüglichen Einwendungen der Beschwerdeführer, wonach
der hohe Stromverbrauch damit zu erklären sei, dass auch während ihrer Abwesenheit
diverse Geräte in Betrieb sein müssten, weil die Wäsche weiterhin im Haus in ..
gemacht worden sei, überzeugen nicht. Auch aus der vor Verwaltungsgericht
eingereichten Nebenkostenabrechnung für die Mietwohnung in B. vom 1. Juli 2006 bis
30. Juni 2007 lässt sich nichts Gegenteiliges ableiten. Die Nebenkosten sind aufgrund
der Wohnfläche anteilsmässig unter den Mietparteien aufgeteilt worden und lassen
keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Gebrauch der Wohnung zu. Wie die
Vorinstanz zutreffend festhält, ist davon auszugehen, dass die Wohnung in B.
unbewohnt war.
Nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist weiter anzunehmen, dass die
Beschwerdeführer, die während vielen Jahren in .. gelebt haben, über enge soziale
Beziehungen zur Gemeinde verfügen. Um zu belegen, dass sie sehr wohl über
Beziehungen in der Region B. verfügten, bringen die Beschwerdeführer insbesondere
vor, sie hätten verschiedene Verwandte und Bekannte in Rapperswil, Zürich, Aarau, im
Kanton Schwyz und in Wollerau. Daraus lassen sich aber weder enge Beziehungen zur
Gemeinde B. noch ein Lebensmittelpunkt in B. ableiten. Das nächste familiäre Umfeld,
namentlich die beiden Kinder sowie die Mutter bzw. Schwiegermutter der
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Beschwerdeführer, wohnt in der Nähe von .. Zudem war X.Z. Ende 2006 Mitglied des
Rotaryclubs .. , welchen er noch 2007 finanziell unterstützte. Demnach ist von einem
Mittelpunkt der Lebensinteressen in .. auszugehen.
Schliesslich sprechen auch die beruflichen Verbindungen für eine enge Beziehung zur
Gemeinde .. Die Beschwerdeführer machen im Beschwerdeverfahren zwar eine
"Notsituation" geltend, ..
Vor diesem Hintergrund ist die Vorinstanz zutreffend davon ausgegangen, dass die
Beschwerdeführer ihre persönlichen Bindungen in .. nicht in dem Masse gelöst und
nach B. verlagert haben, dass von einer Wohnsitzverlegung auszugehen ist. Was die
Beschwerdeführer zugunsten des Wohnsitzes B. vorbringen, vermag daran nichts zu
ändern.
2.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP). Der
Beschwerdeführer ist unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat
keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht