# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8cc23b1c-ba02-4d1d-8cad-8ca3a10a042a
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Universität St. Gallen liess A._ mit Schreiben vom 4. Juni 2007 ab dem
Herbstsemester 2007 zum Doktoratsstudium zu (act. 15/8a/2-5). Am 1. März 2010
wurde die Vorstudie akzeptiert. Gleichzeitig forderte ihn der Studiensekretär auf, bis 31.
Juli 2013 die Dissertation einzureichen und die dissertationsbegleitenden Seminare
erfolgreich abzuschliessen. Diese Frist wurde am 17. April 2013 um ein Jahr, d.h. bis
31. Juli 2014, verlängert. Mit der Begründung, die Dissertation sei zwar nahezu bereit
zur Abgabe, aber er habe es aufgrund von Missverständnissen versäumt, die
dissertationsbegleitenden Seminare rechtzeitig zu besuchen, ersuchte A._ am 2. Juli
2014 erneut um Verlängerung der Einreichefrist. Der Studiensekretär wies das Gesuch
am 16. Juli 2014 ab und hielt fest, A._ habe die Doktoratsprüfung endgültig nicht
bestanden. Den dagegen erhobenen Rekurs hiess der Universitätsrat der Universität
St. Gallen (nachfolgend: Universitätsrat) mit Entscheid vom 12. September 2016 in
zweiter Instanz gut und wies A._ an, seine Dissertation innert sechs Monaten ab
Rechtskraft des Entscheids einzureichen. An den Seminaren hatte A._ in der
Zwischenzeit erfolgreich teilgenommen (zum Ganzen vgl. act. 15/8a/2-1, Beilage 5).
Innert dieser abermals verlängerten Frist kam es auf Bestreben von A._ zu einem
Wechsel des Referenten (von Prof. Dr. X._ zu Prof. Dr. N._), weil Prof. X._ das
zweite Verlängerungsgesuch nicht unterstützt hatte (vgl. act. 15/8a/2-1 Beilagen 9 und
10). Schliesslich reichte A._ die Dissertation mit dem Titel "..." ein. Gestützt auf das
Referat von Prof. Dr. N._ und auf die Korreferate von Prof. Dr. O._ und Prof. Dr.
P._ verfügte der Studiensekretär am 7. Juni 2017, dass die Dissertation definitiv
abgelehnt sei und A._ das Doktoratsstudium folglich nicht bestanden habe (act.
15/8a/2-1 Beilage 2).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 23. Juni 2017 Rekurs bei der
Rekurskommission der Universität St. Gallen (act. 15/8a/2-1). Er beantragte, die
Dissertation sei anzunehmen; eventualiter sei sie ihm (mit einer Frist von einem Jahr)
zur Überarbeitung zurückzuweisen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, von
seinen Referenten ungenügend betreut und in seinem berechtigten Vertrauen, dass die
Dissertation angenommen werde, enttäuscht worden zu sein. Die Rekurskommission
wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 22. Januar 2018 ab (act. 15/8a/2-23). Sie hielt
fest, A._ sei von Prof. X._ in einem für externe Doktoranden überdurchschnittlichen
Rhythmus betreut worden. Dies gelte allerdings nicht für die Schlussphase seiner
Dissertation (Frühjahr 2014 bis Ende Juli 2014). Dass gerade dadurch das Ausarbeiten
einer genügenden Dissertation unmöglich geworden sei, sei indessen kaum
wahrscheinlich. Die konstatierten "handwerklichen" Mängel der wissenschaftlichen
Arbeit seien nicht auf die ungenügende Betreuung zurückzuführen. Ein derartiger
Verfahrensmangel hätte überdies frühzeitig und nicht erst nach der ungenügenden
Bewertung der Arbeit vorgebracht werden müssen. Die Rolle von Prof. N._ habe sich
lediglich darauf beschränkt, die Dissertation zu bewerten. Zudem erwog die
Rekurskommission, die verweigerte Möglichkeit zur Überarbeitung sei eine Frage der
Leistungsbewertung, die sie nur auf Rechtsverletzungen überprüfe und die konkret
nicht mit einem Ermessensfehler behaftet sei.
C. Gegen den Entscheid der Rekurskommission vom 22. Januar 2018 erhob A._
Rekurs beim Universitätsrat mit unveränderten Rechtsbegehren (act. 15/1 und 4).
Dieser wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 11. März 2019 ab (act. 15/20).
D. Gegen den Entscheid des Universitätsrates erhob A._ (Beschwerdeführer) mit
Eingabe vom 27. März 2019 und Ergänzung vom 10. Mai 2019 (act. 1 und 9)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid
sei aufzuheben und die Dissertation sei ihm – unter Ansetzung einer Frist von einem
Jahr zur erneuten Einreichung – zur Überarbeitung zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Universitätsrat (Vorinstanz) trug am 29. Mai 2019 um
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde an und verwies zur Begründung auf den
angefochtenen Entscheid (act. 14). Der Beschwerdeführer liess sich nicht weiter
vernehmen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge, den
angefochtenen Entscheid und die Akten wird – soweit wesentlich und erforderlich – in

## Considerations

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Erhebung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 27. März 2019 (act. 1) erfolgte
rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 10. Mai 2019 (act. 9) formal
und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht können Rechtsverletzungen geltend
gemacht werden (Art. 61 Abs. 1 VRP; vgl. zur Bewertung von Examensleistungen auch
die Spezialvorschrift von Art. 45 des Gesetzes über die Universität St. Gallen, sGS
217.11, UG; ferner BGE 131 I 467 E. 3.1 und unveröffentlichter Entscheid VerwGE
B 2008/123 vom 14. Oktober 2008 E. 2.3 je mit Hinweisen; zur eingeschränkten
Prüfungsdichte der Vorinstanz siehe VerwGE B 2012/51 vom 29. August 2012 E. 2; B
2014/108 vom 16. September 2014 E. 4; B 2016/61 + 62 vom 14. Dezember 2017 E. 3,
je mit Hinweisen, alle www.gerichte.sg.ch; vgl. auch BGer 2D_32/2013 vom 23. Juli
2013 mit Hinweisen auf BGE 136 I 229 E. 5.4.1 und P. Egli, Gerichtlicher Rechtsschutz
in Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: ZBl 2011 S. 538 ff.). Der
Beschwerdeführer kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 2 VRP). Liegt ein vorinstanzlicher Entscheid
innerhalb des Ermessensspielraums bzw. wurden die Verfassungsprinzipien sowie der
Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet, liegt keine Rechtsverletzung vor,
selbst wenn das Ermessen unzweckmässig gehandhabt worden wäre. Anders verhält
es sich nur bei einem qualifizierten Ermessensfehler, wenn die Verwaltungsbehörde
das Ermessen missbraucht bzw. über- oder unterschritten hat (vgl. z.B. VerwGE B
2014/171 vom 25. Februar 2016 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch).
3.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.1. Die Universität St. Gallen kann den Doktorgrad und andere akademische Grade
sowie Diplome verleihen (Art. 4 UG und Art. 19 Abs. 1 lit. c des Universitätsstatuts, sGS
217.15, US). Einzelheiten – wie auch die Zulassung zum Doktorat – regelt die
Promotionsordnung (vgl. Art. 19 Abs. 3 und Art. 71 US).
3.2. Der Beschwerdeführer hat sein Doktoratsstudium nach dem 1. August 2007
aufgenommen. Anwendbar sind demnach die Bestimmungen der
Promotionsordnung 07 vom 11. Dezember 2006 (PromO 07, www.unisg.ch; Art. 82).
Die PromO 07 ist zwar inzwischen von der Promotionsordnung vom 7. November 2016
(PromO 17, www.unisg.ch) abgelöst worden, gilt aber weiterhin für Studierende, die
das Doktoratsstudium vor dem 1. August 2017 aufgenommen haben (vgl. Art. 68 Abs.
1 PromO 17). Ab dem 1. August 2020 gilt die PromO 17 für alle Doktorierenden (Art. 67
Abs. 3 PromO 17). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz habe
zu Unrecht lediglich auf die Bestimmungen der PromO 07 abgestellt und die für ihn
günstigere PromO 17 zu seinem Nachteil nicht angewendet, ist ihm angesichts dieser
klaren Übergangsbestimmungen nicht zu folgen. Eine Ausnahme im Sinne einer echten
Rückwirkung (so aber der Beschwerdeführer in act. 9 Ziff. 55) ist nicht vorgesehen. Die
Anwendung der PromO 07 beeinträchtigt weder die Rechtssicherheit, noch werden
dadurch der Grundsatz der Rechtsgleichheit und das Verhältnismässigkeitsgebot
verletzt. Der Beschwerdeführer beruft sich in seinen Eingaben zwar auf diese
Grundsätze, führt aber – mit Ausnahme des Gleichbehandlungsgebotes – nicht weiter
aus, inwiefern diese verletzt seien (vgl. act. 9 Ziff. 58). Dass durch die zitierte klare
Übergangsregelung sein Anspruch auf Gleichbehandlung verletzt worden wäre, trifft
nicht zu. Dies gilt bereits deshalb, weil es konkret um einen Sachverhalt geht, der sich
im Wesentlichen vor dem Inkrafttreten der PromO 17 zugetragen hat.
Was die Ausführungsbestimmungen des Senatsausschusses zur Promotionsordnung
(AB) anbetrifft, ist die Vorinstanz allerdings zu Unrecht davon ausgegangen, dass die
AB zur PromO 17 konkret zur Anwendung gelangen. Zwar bestimmt Art. 52 Abs. 3 AB
PromO 17, dass diese Ordnung ab dem 1. August 2017 für alle Doktorierenden gilt. Die
hier interessierende Frage, ob der Beschwerdeführer während der Dissertationsphase
korrekt behandelt worden ist – die Notenverfügung datiert vom 7. Juli 2017 –, ist nach
den (aufgehobenen) Ausführungsbestimmungen des Senatsausschusses betreffend
Organisation und Durchführung des Doktoratsstudiums (gemäss der PromO 07) vom
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
16. Dezember 2008 (AB PromO 07; von Amtes wegen beigezogenes act. 17) zu
beantworten. Diese Präzisierung bleibt indes ohne Auswirkungen auf den vorliegenden
Entscheid.
3.3. Das Doktoratsstudium gliedert sich in eine Kurs- (bestehend aus Methoden- und
Fachkursen, der Ausarbeitung der Vorstudie und dem Kolloquium zur Vorstudie) und in
eine Dissertationsphase (bestehend aus den dissertationsbegleitenden Seminaren, der
Abfassung der Dissertation und der Disputation; vgl. Art. 24 ff. PromO 07). Bei der
Dissertation handelt es sich nach der gesetzlichen Definition um eine selbständige
wissenschaftliche Leistung, durch die der oder die Doktorierende vertiefte
Fachkenntnisse sowie die Beherrschung wissenschaftlicher Methodik nachweist (vgl.
Art. 36 PromO 07). Die Dissertation muss innerhalb von sechs Semestern nach
Annahme der Vorstudie bzw. Beendigung der Kursphase eingereicht werden. Bis zur
Einreichung der Dissertation müssen die dissertationsbegleitenden Seminare
bestanden sein (Art. 46 Abs. 1 und 2 PromO 07).
Dem Dissertationskomitee – dieses setzt sich aus dem Referenten bzw. der Referentin,
dem Korreferent bzw. der Korreferentin und gegebenenfalls weiteren Mitgliedern
zusammen (vgl. Art. 9 PromO 07) – obliegt die Gesamtbetreuung der Dissertation,
wobei die persönliche Betreuung des Doktoranden dem Referenten oder der Referentin
übertragen ist (vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. a PromO 07). Die AB zur PromO 07 unterstreichen
dies: Der Referent hat die Doktorierenden in der Gestaltung der Kursphase
angemessen zu beraten und mit ihnen zudem individuell und in einer angemessenen
Periodizität den Fortgang der Arbeit zu besprechen (Art. 3 Abs. 1 und 2).
Die Begutachtung der Dissertation erfolgt durch den Referenten und den bzw. die
Korreferenten (vgl. Art. 41 Abs. 1 PromO 07). Die Dissertation ist angenommen, wenn
die Note mindestens 4.0 beträgt. Bei kleinem Änderungsbedarf kann die Annahme an
Auflagen geknüpft werden (Art. 54 Abs. 1 und 2 PromO 07). Eine nicht angenommene
Dissertation kann bei erstmaliger Einreichung entweder zur Überarbeitung
zurückgegeben oder definitiv abgelehnt werden. Für die Überarbeitung der Dissertation
wird durch die Programmkommission eine Frist von einem Semester oder einem Jahr
festgesetzt (vgl. Art. 61 Abs. 1 und 5 PromO 07).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4. Der Beschwerdeführer stellt die ungenügende Bewertung der Arbeit an sich nicht in
Frage. Er macht vielmehr geltend, seine Referenten (Prof. X._ bzw. Prof. N._)
hätten das Dissertationsprojekt von Beginn der Dissertationsphase an ungenügend
bzw. gar nicht betreut, wodurch er gar keine genügende Dissertation habe erarbeiten
können.
4.1. Im Einzelnen bringt der Beschwerdeführer vor, Prof. X._ sei passiv gewesen,
habe ihm keine Informationen geliefert und damit verunmöglicht, durch sein
Fachwissen und seine Erfahrung die Qualität seiner Dissertation zu verbessern. Gezeigt
habe sich der mangelnde Einsatz beispielsweise an unbeantworteten E-Mails, mit
denen ihm der Beschwerdeführer ganze Kapitel der Arbeit zugestellt habe. Er habe
darauf keinerlei Antwort erhalten. Ferner seien kurzfristig Besprechungstermine
abgesagt, in öffentlichen Lokalen durchgeführt oder deren Dauer von Seiten des
Referenten gekürzt worden. Intensiver sei der Kontakt erst geworden, nachdem Prof.
X._ wesentliche Änderungen des vereinbarten Inhalts der Arbeit vorgeschlagen habe.
In dieser Zeit – zwischen Februar 2013 und April 2014 – sei der Kontakt zwar häufiger
gewesen, allerdings noch immer von unzureichender Qualität. Insgesamt sei es mit
Prof. X._ zu acht Treffen von jeweils dreissig Minuten Dauer gekommen. Aufgrund
der späten Änderungsanweisung, dem passiven Verhalten und dem von Beginn an
schwierigen Verhältnis habe er zu Recht am Willen des Referenten gezweifelt, ihn bei
seiner Arbeit zu unterstützen. Verletzt worden sei insbesondere seine "legitime und
legale Erwartung auf ein Arbeitsverhältnis, bei dem sowohl der Student als auch der
Referent zusammenarbeiten, um (...) die Voraussetzungen für den Erfolg der
Dissertation zu schaffen, die ein gemeinsames Projekt ist" (act. 9 Ziff. 12). Die
Auffassung der Vorinstanz, wonach der genaue Umfang der persönlichen
Betreuungsleistung im Ermessen des Referenten liege, sei willkürlich und werde den
Interessen der Doktorierenden nicht gerecht. Andernorts führte der Beschwerdeführer
aus, der Kontakt mit Prof. X._ habe ihm gar zum Nachteil gereicht, habe dieser doch
lediglich der verspäteten Einführung beträchtlicher Änderungen gedient. Die heute
geltend gemachten Pflichtverletzungen habe er nicht früher (d.h. vor der Ablehnung
seiner Dissertation) abgemahnt, weil er während der Dissertationsphase eine ziemlich
positive und konstruktive Sichtweise auf die Beziehung zu seinem Referenten gehabt
habe (act. 9 Ziff. 65). Es habe lange gedauert, bis er die diesbezüglichen Hoffnungen
verloren habe, und er sei auch nicht daran interessiert gewesen, die Beziehung durch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Reklamationen weiter zu erschweren. Es gebe keine rechtliche oder logische
Begründung, die ihn verpflichtet hätte, einen festgestellten Verstoss sofort bzw. früher
zu rügen.
Mit seinem zweiten Referenten (Prof. N._) sei weder ein konstruktiver oder
regelmässiger Austausch zustande gekommen, noch habe dieser hilfreiche Vorschläge
zur qualitativen Verbesserung seiner Dissertation geliefert. Dies, obwohl er von der
Programmkommission explizit als Referent und nicht nur als Gutachter bezeichnet
worden sei. Auch in der letzten Phase des Doktoratsstudiums habe er Anspruch auf
einen kompetenten Referenten gehabt, der ihn beim Verfassen einer den
Anforderungen genügenden Dissertation hätte unterstützen müssen. Ebenfalls gefehlt
habe es an Anzeichen, dass die Dissertation möglicherweise abgelehnt werde. Er sei
im Gegenteil (nach der vom Universitätsrat bewilligten zweiten Fristverlängerung) von
Prof. N._ aufgefordert worden, die Arbeit möglichst rasch einzureichen. Dieser habe
ihm am 21. November 2016 telefonisch zugesichert, seine Dissertation werde im
schlimmsten Fall zur Verbesserung zurückgewiesen. Auch habe er mitgeteilt, seine
Kommentare und ein Feedback werde er erst nach Einreichung der Doktorarbeit
abgeben. Dieses Vorgehen sei unaufrichtig. Er sei zur Abgabe gedrängt worden und
habe dadurch keine Möglichkeit mehr gehabt, während der verbleibenden Frist von
sechs Monaten von einer angemessenen Aufsicht durch Prof. N._ zu profitieren.
Dieser habe sogar noch den Eindruck erweckt, im schlimmsten Fall werde die Arbeit
zwecks Revision zurückgewiesen. Der Anspruch auf angemessene Betreuung
erstrecke sich bis zum Abschluss der Dissertation. Indem dieser Anspruch in seinem
Fall verletzt worden sei, sei gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstossen
worden.
Unzutreffend sei ferner, dass seine Dissertation nicht überarbeitet werden könne. Wenn
die Arbeit dermassen unzulänglich sei, lasse dies umso mehr auf unzureichende
Betreuung schliessen. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz wögen die
Pflichtverletzungen der beiden Referenten schwer, und es müsse ihm angesichts
dieses schweren Verfahrensmangels die Möglichkeit zur Revision seiner Arbeit
gegeben werden.
4.2. Die Vorinstanz stellte die vom Beschwerdeführer gerügten Gegebenheiten in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht wesentlich anders dar.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2.1. Bei der "persönlichen Betreuung" gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a PromO 07 handle
es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff. Die Frage nach dem angemessenen
Betreuungsintervall sei nicht geregelt. Die individuelle Ausgestaltung der persönlichen
Betreuung liege im pflichtgemässen Ermessen des Referenten. Dieser habe im
konkreten Fall im Jahr 2013 unbestrittenermassen Anweisungen erteilt, denen der
Beschwerdeführer – entgegen seiner heutigen Darstellung – nicht gefolgt sei, um einen
Konflikt zu vermeiden, sondern weil er damals eingesehen habe, dass seine bisherige
Arbeit den Ansprüchen an eine erfolgreiche Dissertation nicht genügen würde. Er allein
trage die Verantwortung für die Qualität seiner Dissertation, zumal es sich um eine
selbständige wissenschaftliche Leistung handle. Die nachgewiesene Absage eines
Besprechungstermins am 11. November 2011 – die Besprechung sei in der Folge
telefonisch geführt worden – sei zwar bedauerlich, könne jedoch das Abfassen einer
genügenden Dissertation nicht verunmöglicht haben. Dies treffe auch für den Umstand
zu, dass es zwischen 2010 und 2012 mehrere Treffen in Restaurants oder Cafés
gegeben habe, was der Beschwerdeführer heute als unseriös beklage, damals aber
hingenommen habe. Wenn dieser moniere, E-Mails (wobei es sich lediglich um drei von
insgesamt 84 Interaktionen mit dem Referenten handle) mit wichtigen Teilen oder
einzelnen Kapiteln seien unbeantwortet geblieben, müsse er sich die Frage gefallen
lassen, weshalb er nicht sofort nachgehakt oder bei der zuständigen Stelle reklamiert
habe. Im heutigen Zeitpunkt wirkten diese Rügen nachgeschoben.
4.2.2. In der Gesamtbetrachtung ergebe sich, dass der Beschwerdeführer ein anderes
Verständnis der gegenseitigen Rechte und Pflichten des Doktoranden und Referenten
habe. Nach der geltenden Rechtslage stünden die Doktorierenden unter der Leitung,
nicht aber unter der Führung eines Fakultätsmitglieds. Es liege an ihnen, die Initiative
zu ergreifen und die Anforderungen zu erfüllen. Angesichts dessen, dass es allein im
Jahr 2013 zu acht Besprechungen und nach Verteidigung der Vorstudie zu 84
Interaktionen gekommen sei, könne nicht von mangelhafter Betreuung gesprochen
werden. Wenn dieser Betreuungsleistung heute die Qualität abgesprochen werde, sei
dies verspätet. Es wäre dem Beschwerdeführer vielmehr zuzumuten gewesen, sich mit
einer entsprechenden Kritik zu gegebener Zeit direkt an den Doktorvater zu wenden. Es
entstehe der Eindruck, dass er die Verantwortung für seine Situation seinem
Referenten anzulasten versuche.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2.3. Was die Betreuung durch Prof. N._ anbelangt legte die Vorinstanz dar, im
Zeitpunkt des Referentenwechsels sei die vom Universitätsrat in zweiter Instanz
bewilligte Fristverlängerung bereits am Laufen gewesen. Diese Verlängerung sei zum
Besuch der dissertationsbegleitenden Seminare beantragt und schliesslich bewilligt
worden, und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem die Dissertation nach den damaligen
Angaben des Beschwerdeführers bereit zur Einreichung gewesen sei. Dennoch habe
Prof. N._ angeboten, spezifische Fragen im Prozess der letzten Überarbeitung zu
beantworten. Derartige Fragen habe der Beschwerdeführer nicht gestellt, sondern
vielmehr nach Änderungs- und Verbesserungsvorschlägen gefragt. Dass er auf eine
vorgezogene Prüfung bzw. eine Vorkorrektur bestanden habe, zeige seine falsche
Vorstellung von den Betreuungspflichten des Referenten. Es liege am Doktoranden, die
Forschungsarbeit selbständig auszuführen. Der Referent begleite und berate ihn zwar,
übernehme aber nicht die Führung. Der Referent verletze seine Betreuungspflicht nicht,
wenn er den Doktoranden vor der Einreichung nicht auf sämtliche
Verbesserungsmöglichkeiten hinweise oder ihm nicht von der Einreichung abrate.
Umgekehrt lasse das Ausbleiben von Kritik nicht auf eine erfolgreiche Dissertation
schliessen. Weder sei der Beschwerdeführer durch Prof. N._ ungenügend betreut
worden, noch habe dieser berechtigtes Vertrauen verletzt oder widersprüchlich
gehandelt.
4.3.
4.3.1. Die Dissertation dient dem Nachweis vertiefter Fachkenntnisse sowie der
Beherrschung wissenschaftlicher Methodik. Es handelt sich um eine selbständige
wissenschaftliche Leistung. Dem Referenten obliegt nach den in E. 3.3 hiervor zitierten
Rechtsgrundlagen die persönliche Gesamtbetreuung der Dissertation. Die Betreuung
umfasst, die Doktorierenden während der Kursphase (nicht aber während der hier
streitigen Dissertationsphase) angemessen zu beraten und mit ihnen zudem individuell
und in einer angemessenen Periodizität den Fortgang der Arbeit zu besprechen (dies
betrifft die Dissertationsphase; vgl. [den vom Bundesgericht aus anderen Gründen
aufgehobenen] VerwGE B 2016/73 vom 28. März 2017 E. 4.2, www.gerichte.sg.ch).
Die Vorinstanz führte aus, was "persönliche Betreuung" bedeute und wann die
Periodizität der Besprechungen "angemessen" sei, werde in den einschlägigen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Regelwerken nicht näher ausgeführt. Dies genauer festzulegen, liege im Ermessen des
Referenten (E. 3.d des angefochtenen Entscheids). In den Augen des
Beschwerdeführers ist diese Formulierung widersprüchlich. Es gehe nicht an, dass der
Referent derjenige sei, der den Umfang seiner eigenen gesetzlichen Verpflichtungen
bestimme. Nebst dem, dass der Beschwerdeführer damit die grundsätzliche
Bedeutung von Ermessensspielräumen verkennt, ist – mit der Vorinstanz – von
mangelhafter Betreuung jedenfalls dann nicht auszugehen, wenn es (was unbestritten
ist) allein im Jahr 2013 zu acht halbstündigen Besprechungen gekommen ist bzw. es
nach der Verteidigung der Vorstudie insgesamt 84 Interaktionen gegeben hat. Auch
wenn nicht jede dieser "Interaktionen" bedeutsame Auswirkungen auf das
Dissertationsprojekt hatte, fehlen doch Anhaltspunkte dafür, dass der Referent die
Betreuung krass vernachlässigt und damit sein Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt
haben könnte (vgl. E. 2 hiervor).
4.3.2. Die mangelhafte inhaltliche Qualität der Betreuung zeigte sich in den Augen des
Beschwerdeführers insbesondere darin, dass der Referent zunächst nur spärlich
Rückmeldungen gegeben und ein fachlicher Austausch gefehlt habe. Dass der
Referent im Jahr 2013 unbestrittenermassen erhebliche Änderungen vorgeschlagen
hat, lässt sich mit dieser Darstellung jedoch nicht in Einklang bringen. Der
Beschwerdeführer fügte in der Folge nach eigenen Angaben zwei Kapitel hinzu und
nahm erhebliche zusätzliche Arbeiten vor. Andernorts führte er aus, er habe die
Dissertation ein zweites Mal erarbeiten müssen. Diese Gegebenheiten sprechen nun
aber dafür, dass sich der Referent der Arbeit des Beschwerdeführers angenommen
und durchaus ein Austausch auf fachlicher Ebene stattgefunden hat.
4.3.3. Im Übrigen sind auch die Privaten im Rechtsverkehr mit staatlichen Behörden an
den Grundsatz von Treu und Glauben gebunden (vgl. Art. 5 Abs. 3 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV).
Widersprüchliches Verhalten der Privaten darf diesen nicht zum Vorteil gereichen.
Unter anderem ergibt sich aus diesem Prinzip, dass Verfahrensfehler sofort gerügt
werden müssen. Es ist unzulässig, sich erst nach einem missliebigen Ausgang des
Verfahrens auf einen formellen Fehler zu berufen und somit einen potenziellen
Anfechtungs- oder gar Nichtigkeitsgrund in Reserve zu behalten (vgl. z.B. BGE 138 I 97
E. 4.1.5). Nichts Anderes gilt bei Prüfungen. Auch hier sind formelle Mängel bei deren
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Durchführung sofort zu rügen. Solche bleiben regelmässig unberücksichtigt, wenn sie
erst nach dem Absolvieren bzw. nach Eröffnung eines negativen Resultats geltend
gemacht werden. Ansonsten müsste immer wieder damit gerechnet werden, dass
nachträglich Gründe vorgebracht würden, um ungenügende Leistungen zu
rechtfertigen (vgl. zur nachträglichen Geltendmachung behinderungsbedingter
Nachteile VerwGE B 2012/231 vom 27. August 2013 E. 4.3.2 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch). Mit der im konkreten Fall beanstandeten ungenügenden
Betreuung durch die Referenten macht der Beschwerdeführer geltend, während des
Doktoratsstudiums unfair und damit formell mangelhaft behandelt worden zu sein.
Ruchbar gemacht hat er diese Gegebenheiten erstmals im Rekursverfahren betreffend
die zweite Fristverlängerung und nur, nachdem Prof. X._ seinen Antrag nicht (mehr)
unterstützt hatte. Diese (inhaltlich ohnehin unberechtigte) Rüge hätte er – entgegen
seinen Ausführungen in der Beschwerdeergänzung (act. 9 S. 17 ff.) – bereits viel früher
vorbringen müssen, zumal ihm die behauptete ungenügende Betreuung längst bewusst
gewesen war bzw. sein musste (vgl. act. 9 S. 6). Die Mutmassung der Vorinstanz,
wonach der Beschwerdeführer versuche, im Nachhinein mit pauschalen Vorhalten die
Verantwortung für das Entstehen und Gelingen seiner Dissertation anderen
zuzuschieben, lässt sich nicht von der Hand weisen.
4.3.4. Nicht zu folgen ist dem Beschwerdeführer überdies, soweit er geltend macht,
von Prof. N._ ebenfalls ungenügend betreut worden zu sein. Im Rekursverfahren
betreffend die zweite Fristverlängerung – diese wurde schliesslich mit Rekursentscheid
des Universitätsrates vom 12. September 2016 gewährt – hatte er nämlich geltend
gemacht, das Doktorandensekretariat im März 2014 bezüglich der Abgabemodalitäten
kontaktiert zu haben und die Dissertation letztlich vor Ablauf der Frist eingereicht zu
haben (vgl. den Rekursentscheid in act. 15/8a/2-1 Beilage 15 S. 2). Die Arbeit sei seit
dem Frühjahr 2014 fertiggestellt (ebd. S. 6). Es mangelte also bereits in diesem
Zeitpunkt nur noch an der Absolvierung der dissertationsbegleitenden Seminare.
Hiervon ging auch die Vorinstanz im zitierten Entscheid aus und setzte die Frist zur
Einreichung der Dissertation auf sechs Monate an, nachdem der Beschwerdeführer die
dissertationsbegleitenden Seminare während des Rekursverfahrens absolviert hatte
(E. 7.e und 9). Die zuständige Programmkommission beauftragte in der Folge am 21.
Oktober 2016 Prof. N._ mit der Übernahme des Referats (act. 9/5), und zwar in
Kenntnis des erwähnten Rekursentscheids. Der neue Referent forderte den
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Beschwerdeführer sofort auf, die (nach früheren Angaben) abgabefertige Dissertation
einzureichen (act. 9/6 S. 1). Wie sich beispielsweise aus einem E-Mail vom
8. November 2016 ergibt, wünschte der Beschwerdeführer vorgängig ein Feedback zu
seiner Arbeit. Die Vorinstanz hielt zu Recht fest, dass durch die gewünschte
Vorkorrektur Sinn und Zweck der Dissertation als selbständige wissenschaftliche Arbeit
untergraben würde. Wenn ihm Prof. N._ zusicherte, er werde das gewünschte
Feedback nach Einreichung der Dissertation erhalten, lässt sich darin jedenfalls keine
Verletzung der Betreuungspflicht erkennen.
4.3.5. Dass die Betreuung insgesamt ungenügend gewesen sei, zeigt sich nach
Auffassung des Beschwerdeführers ferner daran, dass die Dissertation nicht einmal zur
Revision zurückgewiesen, sondern definitiv abgelehnt worden sei. Entweder hätten die
Referenten ihre Rolle nicht erfüllt und die Arbeit nicht laufend überprüft oder sie hätten
von ihrem eigenen Versagen in der Betreuung ablenken wollen und ihm deshalb die
Möglichkeit zur Revision verweigert. Der Beschwerdeführer konstruiert damit einen
Zusammenhang zwischen Betreuung und Resultat, den es bei einer selbständigen
wissenschaftlichen Leistung so nicht geben kann. Ein Rechtsanspruch auf das
Bestehen der Doktoratsprüfung existiert nicht.
4.3.6. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, Prof. N._ habe ihm
anlässlich eines Telefongesprächs vom 21. November 2016 zugesichert, die
Dissertation werde "im schlimmsten Fall mit einer Revision akzeptiert". Soweit sich der
Beschwerdeführer auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes bezieht und die
genannte Auskunft als Vertrauensbasis verstanden haben will (vgl. Art. 9 BV bzw. Art. 8
Abs. 3 der Kantonsverfassung des Kantons St. Gallen, sGS 111.1, KV), ist ihm
folgendes entgegenzuhalten: Der Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer
Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche
Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der
Behörden. Vorausgesetzt ist weiter, dass die Person, die sich auf Vertrauensschutz
beruft, berechtigterweise auf diese Grundlage vertrauen durfte und gestützt darauf
nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann;
schliesslich scheitert die Berufung auf Treu und Glauben dann, wenn ihr überwiegende
öffentliche Interessen gegenüberstehen (BGE 129 I 161 E. 4.1; 127 I 31 E. 3a; 126 II
377 E. 3a; 118 Ia 245 E. 4b; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-II-377%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page377 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-II-377%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page377 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-245%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page245
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aufl. 2016, Rz. 624 ff.). Aus dem Vertrauensschutzgrundsatz ergibt sich, dass selbst
eine unrichtige Auskunft, welche eine Behörde dem Betroffenen erteilt, unter gewissen
Umständen Rechtswirkungen entfalten kann. Dies jedoch (unter anderem) nur, wenn es
sich um eine vorbehaltlose Auskunft der (zuständigen) Behörde handelte und wenn der
Betroffene deren Unrichtigkeit nicht ohne weiteres hat erkennen können (vgl. BGE 137
II 182 E. 3.6.2 mit Hinweisen).
Es muss nicht weiter untersucht werden, ob es im konkreten Fall eine derartige
telefonische Zusicherung überhaupt gegeben hat. Nachdem sich aus den Akten ergibt,
dass die Dissertation erst Anfang 2017 eingereicht wurde, durfte der Beschwerdeführer
im November 2016 offensichtlich noch nicht auf Auskünfte über deren Bewertung
vertrauen. Er wusste überdies, dass in seinem Fall sogar drei voneinander unabhängige
Gutachter bzw. Betreuungspersonen für die Benotung zuständig waren und nicht
ausschliesslich der Referent. Schliesslich fehlt es (auch) an für den Beschwerdeführer
nachteiligen Dispositionen, welche dieser gestützt auf eine falsche Auskunft hätte
tätigen können.
4.3.7. Soweit der Beschwerdeführer entgegen der Vorinstanz vorbringt, die Dissertation
könne durchaus überarbeitet werden, ist ihm folgendes entgegenzuhalten: Abgesehen
von den Ausführungen zur als unzureichend empfundenen Betreuung lassen sich der
Beschwerde keine konkreten Einwände gegen die Beurteilung durch das
Dissertationskomitee entnehmen. Die Gutachten vom 23. März 2017 (Prof. N._), vom
8. April 2017 (Prof. P._) und vom 21. April 2017 (Prof. O._) sprachen der
Dissertation gleichermassen die minimalste wissenschaftliche Qualität ab und zeigten
derart schwerwiegende Mängel auf, die durch eine Überarbeitung innert nützlicher Frist
nicht zu beheben wären. In ihren Stellungnahmen im Verfahren vor der
Rekurskommission bestätigten der Referent und die Korreferenten ihre Auffassungen.
Ein gegenteiliges Ergebnis lässt sich mit den Vorbringen in der Beschwerde nicht
begründen, erst recht nicht mit Blick auf die zurückhaltende Beurteilung derartiger
Ermessensentscheide im (verwaltungsgerichtlichen) Rechtsmittelverfahren.
4.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Mit seinen
Ausführungen vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen, dass der angefochtene
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Entscheid rechtsfehlerhaft wäre oder auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt beruhen würde.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie wird mit dem in gleicher Höhe geleisteten
Kostenvorschuss verrechnet. Ausseramtliche Kosten sind dem unterliegenden
Beschwerdeführer nicht zu entschädigen. Soweit das Rechtsbegehren der Vorinstanz –
"unter Kostenfolge" – einen Antrag auf ausseramtliche Entschädigung mitenthalten
sollte, steht ihr kein Kostenersatz zu (vgl. ausführlich [die gleiche Vorinstanz betreffend]
VerwGE B 2016/73 vom 28. März 2017 nicht publizierte E. 6 mit Hinweisen).