# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43a6b731-aacf-565d-bdb6-d2c10c8ee824
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Y._
, geboren 1979, gelernter Elektromonteur
,
war vom 2
9.
Mai 2006 bis 3
1.
Mai 2011 bei der
A._
AG als Betriebsmitarbeiter angestellt (
Urk.
2/1-2) und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Personalvorsor
gestiftung
X._
berufsvorsorgeversichert. Vom
1.
Juli 2011 bis 3
1.
Oktober 2011 bezog er - auf der Basis einer Vermittelbarkeit von 50
%
- Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
2/7-8, vgl. auch
Urk.
1 S. 3). Da
nach arbeitete er vom
1.
November 2011 bis 3
1.
Mai 2012 als
Finisher
in der Abteilung
Prototyping
bei der
B._
AG und war damit bei der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur, vorsorgerechtlich versichert (
Urk.
7/20-21).
Wegen Schulterbeschwerden meldete sich
Y._
am 2
7.
August 2008 ein erstes Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses mit der
A._
AG wurde er wegen dieser Beschwerden vom Bereich «Kontrolle», wo er ursprünglich tätig gewesen war, in den Bereich «Messtechnik»
umplatziert
(
Urk.
7/8). Die IV-Stelle übernahm die Weiterbildungskosten zum «Meister Messtechnologie» (
Urk.
7/10). Nachdem sie mit Mitteilung vom 2
7.
April 2010 festgestellt hatte
, der Arbeits
platzerhal
t sei erfolgreich abgeschlossen (
Urk.
7/13), verneinte sie mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2010 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
7/15).
Am 2
9.
August 2012 meldete sich
Y._
unter Hinweis auf Rücken- und Beinschmerzen infolge eines Bandscheibenvorfalls vom
6.
März 2012 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/23). Nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse, unter anderem durch Einho
lung eines polydisziplinären Gutachtens bei der MEDAS
C._
(Gutachten vom 2
2.
Januar 2015,
Urk.
7/28), und nach Durchführung des
Vorbescheidver
fahrens
sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
9.
Juni 2015 eine
Dreivier
telsrente
mit Wirkung ab
1.
September 2014 zu (
Urk.
7/30-31).
Ab 1
5.
Dezember 2016, nachdem die Krankentaggeldversicherung ihre Leistun
gen per 1
4.
Dezember 2016 eingestellt hatte, richtete die
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
,
Y._
im Sinne einer Vorleistung eine
Dreiviertels
rente
der beruflichen Vorsorge
aus (
Urk.
2/21).
2.
Mit Eingabe vom
5.
Dezember 2016 erhob die
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
, Klage gegen die
Personalvorsorgestiftung
X._
mit folgende
m
Rechtsbegehen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es sei festzustellen, dass die Beklagte
die zuständige Vorsorgeeinrichtung für die Ausrichtung der Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge ist und so
mit leistungspflichtig ist.
2.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die erbrachten Vorleistungen vollumfänglich zurückzuerstatten nebst 5
%
Verzugszins spätestens seit Kla
geeinreichung.
3
.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beklagten.»
Die
Personalvorsorgestiftung
X._
schloss in der Klageant
wort vom
7.
Februar 2017 auf Abweisung der Klage (
Urk.
6 S. 2). Mit Replik vom 2
4.
Mai 2017 und Duplik vom
4.
Juli 2017 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (
Urk.
11, 15). Mit Verfügung vom 1
4.
September 2018 wurde
Y._
zum Verfahren beigeladen (
Urk.
17), der sich mit Eingabe vom 2
4.
September 2018 verlauten liess (
Urk.
20). Dazu liess sich die Beklagte am
4.
Oktober 2018 verneh
men (
Urk.
24). Die Klägerin
reichte innert Frist
k
eine Stellungnahme
ein
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegenstand der vorliegenden Klage ist eine Regressforderung der Klägerin im Sinne von Art. 26 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Der betreffende Artikel regelt für den Fall, dass sich der Versicherte beim Entstehen des Leistungsanspruchs nicht in der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung befindet, dass diejenige Vorsorge
einrichtung vorleistungspflichtig ist, der er zuletzt angehört hat. Steht die leis
tungspflichtige Vorsorgeeinrichtung fest, so kann die vorleistungspflichtige Vor
sorgeeinrichtung auf
diese Rückgriff
nehmen. Als Vorfrage ist deshalb zu prüfen, ob die Beklagte effektiv leistungspflichtig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2014 vom 30. Januar 2015 E. 3.4).
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmun
gen des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von der
jenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusam
men, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Ar
beitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versi
chertenei
genschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
te
ne
–
Arbeits
-
unfähigkeit
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrich
tung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vor
sorge
verhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.4
V
on einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
gehen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeitsver
hältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle. Eine erst nach Jahren rück
wirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (vgl. hierzu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2009 vom 17. September 2009 E. 2.1 und 9C_178/2008 vom 15. Juli 2008 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.5
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Ar
beitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
menhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prog
nostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederauf
nahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
Der sachliche Zusammenhang kann auch gegeben sein, wenn die bei noch beste
hender Versicherungsdeckung eingetretene Arbeitsunfähigkeit somatisch, die Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung begründende, allenfalls auch berufsvorsorgerechtliche Leistungen auslösende Invalidität jedoch psychisch be
dingt ist. Notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung
hiefür
ist, dass das psychische Leiden sich schon während des Vorsorgeverhältnisses manifestierte und das Krankheitsgeschehen erkennbar mitprägte (Urteil des
damaligen Eidge
nössischen Versicherungs
gerichts B 37/06 vom 2
2.
September 2006 E. 3.3).
1.6
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Ab
klärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bezie
hungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(Art. 73
ter
IVV) einbe
zogen und ihr die Renten
-
verfügung
formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bun
desgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeit
lich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, so
weit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemes
sung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar wa
r (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beklagten. Dabei ist zwischen den Parteien insbesondere strittig, ob die Arbeitsunfähigkeit des Beigeladenen, die während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten aufgetreten war, in einem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der späteren Invalidität steht.
Unbestritten ist, dass die Frage des Eintritts der massgeblichen Arbeitsunfähig
keit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, frei zu prüfen ist. Sowohl der Vor
bescheid vom
9.
April 2015 (
Urk.
7/30) als auch die Verfügung vom 2
9.
Juni 2015 (
Urk.
7/31) wurden der Beklagten nicht zugestellt. Eine Bindungswirkung zu ih
ren Lasten fällt folglich ausser Betracht. Im Übrigen qualifizierte die IV-Stelle die Anmeldung zum Leistungsbezug vom 2
9.
August 2012 als verspätet, indem sie in der Verfügung vom 2
9.
Juni 2015 die Wartefrist per Juni 2008 eröffnete (
Urk.
7/29
S. 9
). Auch wurde
der
Rentenbeginn durch die Ausrichtung von Tag
geldern der Invalidenversicherung aufgeschoben. Der Beginn der einjährigen Wartefrist (vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG) war somit in mehrfacher Hinsicht be
deutungslos und brauchte nicht näher abgeklärt zu werden. Dies führt ebenfalls dazu, dass eine Bindungswirkung entfällt (Urteil des Eidg
enössischen
Versiche
rungsgerichts B 45/03 vom 1
3.
Juli 2004 E. 3).
2.2
Die Klägerin machte in der Klage im Wesentlichen geltend, beim Beigeladenen liege eine
Hyperlaxität
als Grunderkrankung vor. Die nunmehr bei ihm beste
hende Arbeitsunfähigkeit sei auf diese Grunderkrankung sowie auf ein
Instabili
tätsimpingement
an der rechten Schulter zurückzuführen. Beides sei während der Versicherungszeit bei der Beklagten eingetreten. Die lumbalen Bandscheibenvor
fälle, die im Jahr 2012 eine Arbeitsunfähigkeit bewirkt hätten, seien ausgeheilt und trügen nicht zum aktuellen Beschwerdebild bei (
Urk.
1 S. 7 f.,
Urk.
11 S. 8). Im Übrigen habe die Arbeitsfähigkeit während dem Arbeitsverhältnis mit der
B._
AG weniger als drei Monate betragen (
Urk.
1 S. 6 f.,
Urk.
11 S. 9).
2.3
Die Beklagte stellte sich auf den Standpunkt, ein invalidisierender Gesundheits
schaden sei infolge Aggravation des Beigeladenen nicht gegeben. Weiter stünden die durch das
Instabilitätsimpingement
bedingten Beschwerden an der rechten Schulter und die damit vorübergehend verursachte Arbeitsunfähigkeit während der Versicherungszeit bei der Beklagten mit dem aktuellen Gesundheitsschaden nicht in einem engen sachlichen Zusammenhang. Sodann sei es dem Beigelade
nen nach der Versicherungsunterstellung bei der Beklagten möglich gewesen, über einen Zeitraum von 1 1⁄2 Jahren ein rentenausschliessendes Einkommen in einem Vollpensum zu erzielen. Aus diesen Gründen treffe sie keine Leistungs
pflicht. Überdies komme die Klägerin ihrer Substantiierungspflicht im Rahmen einer Regressklage nach
Art.
26
Abs.
4 BVG nicht nach, weshalb die Klage auch deshalb abzuweisen sei (
Urk.
6 S. 13 ff.,
Urk.
15 S. 10).
3.
3.1
Bei der rentenzusprechenden Verfügung vom 2
9.
Juni 2015 ging die IV-Stelle davon aus, dass dem Beigeladenen aus somatischen Gründen die bisher ausgeüb
ten Tätigkeiten nicht mehr möglich seien und in einer leidensangepassten Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe. Eine Einschränkung der Leistungs
fähigkeit aus psychischen Gründen verneinte sie (
Urk.
7/29+31). Die Beklagte be
merkt zwar zutreffend, dass anlässlich der MEDAS-Begutachtung ein
aggravato
risches
Verhalten des Beigeladenen konstatiert wurde, da er namentlich bei den neuropsychologischen Tests eine ungenügende Leistungsbereitschaft zeigte (
Urk.
7/28 S. 23 f. u. 26). Dieser Umstand spielte indes bloss in Bezug auf die psychiatrischen Diagnosen eine Rolle (
Urk.
7/28 S. 26). Da eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht ausgewiesen ist und einzig sie zur In
validität führte (
Urk.
7/28 S.
46 f.)
, bleibt die Aggravation ohne Relevanz. Insbe
sondere führt sie nicht dazu, dass deswegen ein invalidisierender Gesundheits
schaden zu verneinen wäre.
3.2
3.2.1
Bei der
A._
AG war der Beigeladene, wie erwähnt, zunächst als «Mit
arbeiter Kontrolle» tätig. Eingesetzt wurde er in der Endprüfung für
Retarder
. Laut Angaben der Arbeitgeberin müssen dort oft von Hand Schaufeln gerichtet und Teile bewegt werden, was eine Beanspruchung der Arme und Schulter mit sich bringe (Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 1
8.
September 2008,
Urk.
7/6). Die Schulterbeschwerden rechts traten als Folge von Überbelastung auf.
Dr.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 1
1.
September 2008 angesichts einer deutlichen Hypermobilität ein
Instabilitätsimpingement
an der rechten Schulter. Eine Arbeitsunfähigkeit at
testierte er explizit nicht, indes hielt er einen Berufswechsel für angezeigt (
Urk.
7/4). Demgegenüber bescheinigte der Hausarzt
Dr.
E._
im Bericht vom 2
3.
September 2008 wegen der Schulterprobleme ab 1
9.
August 2008 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit erachtete er den Beigeladenen als voll arbeitsfähig (
Urk.
7/5
Ziff.
5.2
).
Nachdem der Beigeladene infolge der Schulterproblematik im Bereich «Messtech
nik» eingesetzt wurde, arbeitete er ab November 2008 zunächst wieder Vollzeit (
Urk.
7/8 S. 2,
Urk.
7/9). Im März 2009 wurde er an der rechten Schulter operiert (
Urk.
7/8 S. 3,
Urk.
7/28 S. 5). Danach erfolgte eine Rehabilitation (
Urk.
7/28
S. 5). Im April 20
10
nahm der Beigeladene das Pensum als Messtechniker wieder zu 75
%
(50
%
ab Dezember 2009)
auf (
Urk.
7/11). Es wurde mit einer Erhöhung des Pensums auf 100
%
in den nächsten zwei bis drei Monaten gerechnet (
Urk.
7/11 S. 1 f.,
Urk.
7/14 S. 4). Ob diese Steigerung realisiert wurde, ist den Akten nicht zu entnehmen. In der rentenabweisenden Verfügung vom 1
9.
Oktober 2010 ging die IV-Stelle aufgrund der Schulterproblematik von einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
statt von 100
%
aus, was aber für ihren Entscheid keine Rolle spielte (
Urk.
7/15).
3.2.2
Die
A
._
AG sprach am 2
3.
März 2011 dem Beigeladenen die Kündi
gung aus. Dabei stellte sie ihn sofort frei. Aufgelöst wurde das Arbeitsverhältnis per 2
0.
Juni 201
1.
Als Begründung gab die Arbeitgeberin an, dass seit Sommer 2010 eine psychische Komponente dazu gekommen sei (
Urk.
7/16, 7/17). In den Akten liegen Atteste von
Dr.
F._
, Fachärztin Psychiatrie und Psy
chotherapie, in welchen sie dem Beigeladenen vom
8.
bis 1
0.
März 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sowie
vom 1
1.
März bis 1
8.
April 2011 und vom
1.
Juni bis 3
1.
Juli 2011
von 50
%
bescheinigte (
Urk.
7/18). Was genau den Aus
schlag für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab, lässt sich bei dieser Ak
tenlage somit nicht genau sagen (vgl. auch
Urk.
7/19). Offensichtlich spielten psychische Probleme eine gewichtige Rolle (vgl. auch
Urk.
2/11 S. 9). Ob und inwiefern eine
Einschränkung infolge der Schulterproblematik ebenfalls massge
bend war, bleibt unklar. Im Rahmen des darauffolgenden Bezugs von Arbeitslo
senentschädigung ab
1.
Juli 2011 wurde indessen
die Bestätigung für die redu
z
ierte Vermittelbarkeit von 50
%
von
Dr.
F._
ausgestellt (
Urk.
2/8), wo
raus zu schliessen ist, dass die Leistungseinschränkung während des Taggeldbe
zugs auf psychische Gründe zurückzuführen war.
3.2.3
Am
1.
November 2011 trat der Beigeladene die Stelle als
Finisher
bei der
B._
AG an. Seine Aufgabe bestand darin, die Oberfläche von Kunststoff
teilen mittels manueller Schleiftätigkeit zu glätten. Dies erforderte unter anderem ein häufiges Stehen sowie das Heben und Tragen von Gewichten bis zu zehn Kilogramm (Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 2
5.
September 2012,
Urk.
7/21). Am
6.
März 2012 erlitt der Beigeladene einen Bandscheibenvorfall. In der Folge wurde er von
Dr.
G._
arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
7/22). Schliesslich kündigte die
B._
AG das Arbeitsverhältnis per 3
1.
Mai 201
2.
Als Grund dafür gab sie an, dass der Beigeladene seit Anfang März 2012 durchgehend krankheitsbedingt abwesend gewesen sei (
Urk.
7/21). Weiter wies sie darauf hin, dass der Beigeladene bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei gesundheitliche Ein
schränkungen gehabt habe und er erst ab
6.
März gesundheitlich so angeschlagen gewesen sei, dass eine Weiterbeschäftigung keinen Sinn mehr ergeben habe (
Urk.
2/10). Aus dem Bericht der
B._
AG
vom 1
1.
Juli 2012 ist im Übrigen ersichtlich, dass der Beigeladene vor dem Bandscheibenvorfall vom
6.
März 2012 an den Daten vom 2
0.
und 2
1.
Dezember 2011, vom 1
0.
Januar 2012 sowie vom 1
6.
Januar bis 2
0.
Januar 2012 krankheitsbedingt gefehlt hatte (
Urk.
2/10). Genauere Angaben zu den Gründen fehlen im Bericht. Der Beigela
dene selber führte in der Stellungnahme vom 2
4.
September 2018 dazu aus, er habe an diesen Tagen wegen Migräne und einer Grippe gefehlt (
Urk.
20). Dies erscheint plausibel. Jedenfalls fehlen jegliche Anhaltspunkte dafür, dass die Ab
wesenheiten auf die Schulterproblematik zurückzuführen gewesen wären.
3.2.4
Bei diagnostizierter medio-lateraler Diskushernie L4/5
nach dem Bandscheiben
vorfall wurde beim Beigeladenen am
7.
Juni 2012 eine mikrochirurgische
Se
questrektomie
L4/5 vorgenommen (
Urk.
7/24, 7/28 S. 36). Die behandelnden Ärzte der Uniklinik
H._
konstatierten im Bericht vom 2
0.
September 2012 zwar postoperativ eine Besserung. Gleichzeitig hielten sie jedoch eine persistie
rende
Lumboischialgie
links bei kleinem
Diskushernienrezidiv
L4/5 nach mikro
chirurgischer
Sequestrektomie
fest. Eine stark körperbelastende Arbeit erachteten sie dem Beigeladenen nicht mehr für zumutbar. Die Arbeitsaufgaben seien auf rückenschonende Tätigkeiten, bei denen man weniger als 10 bis 15 kg tragen
müsse, anzupassen (
Urk.
7/24). Aufgrund der persistierenden lumbalen Beschwer
den liess sich der Beigeladene vom
2.
Mai bis 2
9.
Juli 2013 in der Reha
k
lini
k
I._
behandeln. Die Klinikärzte stellten zur Hauptsache die Diagnosen eines chronischen
lumbovertebralen
bis
lumbospondylogenen
Syndroms, einer
Hyperlaxität
sowie einer Depression (
Urk.
7/2
7
).
3.2.5
Im Dezember 2014 erfolgte die Begutachtung an der MEDAS
C._
. Die Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
thorako-lumbovertebrales
Syndrom mit pseudo-
lumboradikulären
Ausstrahlun
gen links, eine generalisierte
ligamentäre
Hyperlaxität
, eine rezidivierende leichte depressive Episode sowie eine gemischte Angststörung (
Urk.
7/28 S. 42). Dazu führten sie aus, dass polydisziplinär die rheumatologische Einschätzung führend sei (
Urk.
7/28 S. 45). Objektivierbar sei ein
thorako-lumbovert
e
brales
Syndrom bei muskulärer
Dsybalance
,
ligamentärer
Hyperlaxität
, segmentaler Dysfunktion und degenerativen Veränderungen. Anlässlich der letzten MRI-Untersuchung vom 2
4.
Juli 2012 sei
en
eine kleine
Rezidivhernie
L4/5 mit Sequestration nach kranial links und Kompression der Nervenwurzel L4 links
rezessal
sowie eine
Bandscheibenprotrusion
L3/4 mit möglicher Nervenwurzelkompression L3
rechtsforaminal
festgestellt worden (
Urk.
7/28 S. 37 u. 44 f.). Die vom Beigelade
nen geschilderten Beschwerden bezüglich Lokalisation seien glaubhaft und kor
relierten mit den objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden. So
dann hätten sich bei generalisierter
Hyperlaxität
im peripheren Gelenkstatus keine
ligamentären
Instabilitäten nach operativer Behandlung des rechten Schul
tergelenks im März 2009 gefunden (
Urk.
7/28 S. 38 u. 45). Aufgrund der objekti
vierbaren Befunde bestehe in der angestammten Tätigkeit als Elektromonteur keine Arbeitsfähigkeit mehr. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schleifer (bei der
B._
AG) sowie in jeder körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne rückenbelastende Verrichtungen sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (
Urk.
7/28 S. 45 und 47).
3.2.6
Dr.
J._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, führte im Aktenbericht vom
3.
Dezember 2015 zu
Handen
der Klägerin aus, der Beigeladene leide unter einer
Bandhyperlaxität
und einem Zustand nach
thorako
-lumbalem Scheuermann. Letzteres sei erworben, während die
Hyperlaxität
konstitutioneller Natur sei. Die Kombination dieser beiden Krankheiten führe zu einer signifikant ungünstigen Voraussetzung für die stati
sche Funktion der Wirbelsäule und die gelenkstabilisierende Funktion der Binde
gewebe (
Urk.
2/17 S. 1 f.). Im Jahr 2008 sei es zu
exazerbativen
Beschwerden an der rechten Schulter gekommen, was zu einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Die Schulterproblematik müsse in einem Zusammenhang mit der
Basiserkrankung, also der konstitutionellen
Hyperlaxität
, gesehen werden. Diese Erkrankung habe bereits früher zu anderweitigen Beschwerden, etwa Rücken
schmerzen, und damit zu kurzfristigen Arbeitsausfällen geführt (
Urk.
2/17
S. 2 f.).
Die weitere wesentliche Krankheitsepisode betreffe das Jahr 2012, als es im Rah
men einer medio-lateralen Diskushernie L4/5 links zu akuten lumbalen Ausstrah
lungsschmerzen gekommen sei. Die Diskushernie sei mikrochirurgisch operiert worden. Die
diskalen
Symptome seien schliesslich ausgeheilt, ohne sichere
lumbo-radikuläre
Reizsymptome und ohne sensomotorische Ausfallsymptome zu hinterlassen. Die im Jahr 2012 aufgetretene Krankheitsepisode habe ebenfalls eine längere Arbeitsunfähigkeit bewirkt. Nach Ablauf dieser Episode sei indes die Primärerkrankung bestehen geblieben und diese sei wesentlich für die von den MEDAS-Gutachtern festgestellte langfristige Teilarbeitsunfähigkeit (
Urk.
2/17
S. 3). Auch wenn nicht von der Hand zu weisen sei, dass die Grunderkrankung und die Bandscheibenvorfälle in einem gewissen Zusammenhang stünden, seien sie in ihren Auswirkungen zu unterscheiden und voneinander getrennt zu behan
deln. Es zeige sich somit, dass das chronische
thorako-lumbovertebral
Syndrom mit
pseudolumboradikulären
Ausstrahlungen Ausdruck einer langfristigen
Grun
derkrankung im Sinne einer generalisierten
Hyperlaxität
beziehungsweise eines Zustands nach
thorakolumbalem
Morbus Scheuermann sei, die mindestens seit 2008 signifikant symptomatisch verlaufe (
Urk.
2/17 S. 3).
4.
4.1
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die beim Beigeladenen während der Vorsor
geunterstellung bei der Beklagten aufgetretene Arbeitsunfähigkeit auf die Schul
terbeschwerden zurückzuführen war. Nach dem internen Stellenwechsel bei der
A
._
AG besserten sich diese massgeblich. Ob und inwiefern sie für die am 2
3.
März 2011 ausgesprochene Kündigung eine Rolle spielten, lässt sich auf
grund der Akten nicht abschliessend beurteilen. Dies bleibt vorliegend jedoch ohne Relevanz. Denn anlässlich der MEDAS-Begutachtung waren keine
ligamen
tären
Instabilitäten am rechten Schultergelenk mehr nachweisbar (
Urk.
7/28 S. 38 u. 45). Auch der Beigeladene bestätigte im Rahmen der Begutachtung, dass keine Schulterbeschwerden mehr bestünden (
Urk.
7/28 S. 30). Bei der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kam der Schulterproblematik keine Bedeutung zu. Dies ergibt sich bereits aus der Diagnoseliste. Dort wurde die Schulterproble
matik unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet (
Urk.
7/
28
S. 39).
Die
Zusprache
der Rente durch die IV-Stelle erfolgte auf der Grundlage des MEDAS-Gutachtens respektive der darin attestierten Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/
46 f.
). Invalidisierend ist mithin die aufgrund des
thorako-lumbover
tebralen
Syndroms bedingte Arbeitsunfähigkeit. Die von der Klägerin aufgestellte Behauptung, wonach die nunmehr bestehende Arbeitsunfähigkeit (neben der
Hy
perlaxität
) auf das
Instabilitätsimpingement
an der rechten Schulter zurückzu
führen sei (
Urk.
11 S. 8 f.), findet in den Akten keine Stütze. Solches ergibt sich auch nicht aus dem Bericht von
Dr.
J._
, auf welchen sie sich in ihren Eingaben beruft.
4.2
Laut Einschätzung von
Dr.
J._
begünstigen die
Hyperlaxität
und der Zustand nach
throakolumbale
m
Scheuermann das Auftreten von Beschwerden an Schulter und Rücken. Das Vorliegen einer Prädisposition respektive einer Grunderkran
kung alleine ist im zu beurteilenden Kontext jedoch nicht entscheidend. Massge
bend in Bezug auf die Leistungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung ist vielmehr, dass der vorhandene Gesundheitsschaden eine Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens 20
%
bewirkt (vgl. E. 1.4 hiervor). Die Vermutung von
Dr.
J._
, wonach es aufgrund der
Hyperlaxität
bereits während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten zu Rückenschmerzen gekommen war, mag zutreffen (
Urk.
2/17 S
.
3). Eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit resultierte daraus aber nicht. Eine re
levante Arbeitsunfähigkeit wegen der Rückenbeschwerden ist erst ab
6.
März 2012 ausgewiesen. Zu diesem Zeitpunkt bestand eine Versicherungsunterstellung des Beigeladenen bei der Klägerin. Aus den Ausführungen der MEDAS-Gutachter ist zu schliessen, dass die Rezidive der Diskushernie L4/5 nach wie vor (teil-)ur
sächlich für die bestehende (50%ige) Arbeitsunfähigkeit sind (
Urk.
2/28 S. 37 f.). Demgegenüber vertritt
Dr.
J._
die Ansicht, dass die
diskalen
Symptome aus
geheilt seien. Wie es sich damit genau verhält, kann
offen bleiben
. Aufgrund der Akten ist erstellt, dass seit
6.
März 2012 eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Rückenbeschwerden besteht. Dass diese Beschwerden zunächst durch die Diskushernie und im weiteren Verlauf sodann primär durch das
tho
rako-lumbovertebrale
Schmerzsyndrom bedingt waren, fällt nicht weiter ist Ge
wicht.
Festzuhalten ist somit, dass die Schulterproblematik, die während des Vorsorge
verhältnisses bei der Beklagten zur (vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit geführt hatte, der späteren (Teil-)Erwerbsunfähigkeit nicht zu Grunde liegt. Folglich fehlt es am erforderlichen sachlichen Zusammenhang für die Leistungspflicht der Be
klagten.
4.3
Davon abgesehen ist auch der zeitliche Zusammenhang zu verneinen. Von
1.
No
vember 2011 bis
6.
März 2012 war der Beigeladene voll leistungsfähig. Die krank
heitsbedingten Absenzen an einzelnen Tagen waren auf Migräne und Grippe zu
rückzuführen und sind daher nicht von Belang
(
Urk.
2/6,
Urk.
2/8 S. 3 und
Urk.
20)
. Bei der
B._
AG
erzielte
der Beigeladene
einen höheren
Lohn als bei der
A
._
AG
(
Urk.
2/1 und
Urk.
7/21
Ziff.
2.10).
Da er somit über vier Monate bei voller Arbeitsfähigkeit ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielte, wurde der zeitliche Konnex
zwischen der Arbeitsunfähigkeit wäh
rend des Vorsorgeverhältnisses
mit der Beklagten
und der Jahre später eingetre
tenen Invalidität
unterbrochen (vgl. BGE 134 V 20).
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der
Klage
. Auf die Frage, ob die Kläge
rin ihrer Substantiierungspflicht hinreichend nachgekommen ist, braucht bei die
ser Ausgangslage nicht näher eingegangen zu werden.
5.
Praxisgemäss werden den Trägern der beruflichen Vorsorge keine Prozessent
schädigungen zugesprochen. So ist auch hier zu verfahren. Die obsiegende Be
klagte hat den
n
auch keinen entsprechenden Antrag gestellt (vgl.
Urk.
6 S. 2).