# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 63903dfd-f0f9-4236-a21d-b6331bbf2136
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 30. Oktober 2014 meldete Y._ (Vermieter) eine gegen X._ (Mieterin) gerichtete Klage bei der Schlichtungsbehörde für Mietsachen Plessur zur Schlichtung an, wobei er das folgende Rechtsbegehren stellte:
"1. Die Mieterin sei zu verpflichten, dem Kläger folgende Mietbeträge zu bezahlen:
Juni 2012 Fr. 920.85 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Juni 2012 Mai 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Mai 2013 Juni 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Juni 2013 Juli 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Juli 2013 August 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Aug. 2013
Fr. 8'287.65
2. Zusätzlich sei die Mieterin zu verpflichten, dem Vermieter Fr. 1'900.- zuzüglich 5% Verzugszins seit wann rechtens zu bezahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt.) zulasten der Mieterin."
In der Klagebewilligung, welche Y._ im Anschluss an die Schlichtungsverhandlung vom 21. Januar 2015 gestützt auf Art. 209 Abs. 1 ZPO ausgehändigt wurde, hielt die Schlichtungsbehörde für Mietsachen Plessur fest, dass Y._ zur Schlichtungsverhandlung erschienen sei, während X._ dieser unentschuldigt ferngeblieben sei. Infolgedessen seien die Schlichtungsversuche erfolglos geblieben.
B. Mit Eingabe vom 10. Februar 2015 (Poststempel 11. Februar 2015) unterbreitete Y._ seine Klage mit unverändertem Rechtsbegehren dem Bezirksgericht Plessur.
C. Mit Stellungnahme vom 24. März 2015 beantragte X._ die Abweisung der Klage, soweit auf diese eingetreten werden könne; unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten (recte Klägers) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer. Im Wesentlichen wurde geltend gemacht, auf die eingereichte Klage dürfe mangels Prozessvoraussetzung der gültigen Klagebewilligung nicht eingetreten werden, da sie als beklagte Partei nie zu einer Vermittlungsverhandlung eingeladen worden sei. Sie habe von der anberaumten Verhandlung keine Kenntnis gehabt, womit sie dieser auch nicht unentschuldigt ferngeblieben sei. Die Vorladung zur Vermittlungsverhandlung sei ihr nämlich nicht an die _strasse in O.1_ versandt worden, wo sie seit dem 2. Januar 2014 wohnhaft sei, sondern an die _gasse in O.1_, wo sie zuvor gewohnt habe. Dort sei die Vorladung einer zur Entgegennahme einer an sie
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gerichteten Sendung nicht berechtigten Person übergeben worden. Somit liege keine Säumnis ihrerseits vor und die Klagebewilligung sei ungültig. Das Vorliegen einer gültigen Klagebewilligung der Schlichtungsbehörde nach Art. 209 ZPO sei zumindest hier, wo das Vermittlungsobligatorium gelte, eine Prozessvoraussetzung, die das Gericht von Amtes wegen zu prüfen habe.
D. Mit Schreiben des Bezirksgerichts Plessur vom 1. April 2015 wurde Y._ sowie der Schlichtungsbehörde für Mietsachen _ die Stellungnahme von X._ zugestellt. Gleichzeitig wurden sie aufgefordert, bis zum 30. April 2015 zu den Fragen der Gültigkeit der Zustellung und Vorladung Stellung zu nehmen.
E. Mit Vernehmlassung vom 20. April 2015 führte die Schlichtungsbehörde für Mietsachen _ aus, dass sie dannzumal mangels rechtskonformer Vorladung an die gültige Postzustelladresse der gesuchsgegnerischen Partei zur Schlichtungsverhandlung keine Klagebewilligung hätte ausstellen dürfen. Eine ungültige Klagebewilligung habe mit Blick auf BGE 140 III 70 zur Folge, dass auf die Klage nicht eingetreten werden könne. Diese Sachlage werde zwar bedauert, zugleich aber auch die Auffassung vertreten, dass die gesuchstellende Partei die von ihr zu erwartende Sorgfalt bei der Angabe der Zustelladresse der gesuchsgegnerischen Partei habe vermissen lassen.
F. Mit Stellungnahme vom 29. April 2015 beantragte Y._ was folgt:
"1. Auf die Klage vom 10. Februar 2015 sei einzutreten.
2. Tritt das Gericht auf die Klage ein, sei dem Kläger eine Frist anzusetzen, um auf die materiellen Vorbringen der Beklagten in der Stellungnahme vom 24. März 2015 replizieren zu können.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."
In der Begründung wurde zunächst eingeräumt, dass der Umzug der Beklagten innerhalb der Stadt O.1_ tatsächlich unbemerkt geblieben sei. Trotzdem habe sie vom Schlichtungsgesuch und der Vorladung zur Schlichtungsverhandlung aber rechtzeitig und rechtsgültig erfahren. Einzig darum gehe es bei der Zustellung einer solchen Vorladung. Zwar habe die Beklagte an der _strasse eine neue Adresse begründet, die bisherige an der _gasse habe sie jedoch nicht aufgegeben. Die Bestimmungen in der Zivilprozessordnung würden nicht ausschliessen, dass eine Partei über mehrere Wohnadressen verfügen könne. Somit sei die Beklagte zum Zeitpunkt der Zustellung postalisch immer noch an der _gasse gemeldet gewesen und diese Adresse sei unverändert eine Zustellungsadresse gewesen, selbst wenn die Beklagte nicht mehr dort gewohnt
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habe. Entsprechend stelle die Entgegennahme der Vorladung durch einen Mitbewohner ohne weiteres eine rechtsgültige Zustellung an die Adressatin dar (Art. 138 Abs. 2 ZPO).
G. Nachdem das Bezirksgericht Plessur den Parteien seinen Entscheid vom 5. Mai 2015 am 2. Juli 2015 zunächst ohne Begründung mitgeteilt und X._ mit Schreiben vom 15. Juli 2015 innert Frist eine Begründung verlangt hatte, wurde den Parteien die begründete Ausfertigung des Entscheids am 12. Februar 2016 mitgeteilt. Darin erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
"1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
2. Das Verfahren wird aus prozessökonomischen Gründen an die Schlichtungsbehörde für Mietsachen _ zur Weiterführung zurückgewiesen.
3. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 400.00 (Entscheidgebühr) gehen zu Lasten von X._ und werden mit dem geleisteten Vorschuss in Höhe von CHF 4'500.00 verrechnet. X._ hat Y._ die CHF 400.00 zu ersetzen. CHF 4'100.00 werden Y._ durch das Gericht zurückerstattet, sobald der vorliegende Entscheid vollstreckbar geworden ist.

## Considerations