# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8840a039-1062-5a2a-9cbc-ad882e38d03f
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Am 18. Februar 2014 wurde die Firma A._ AG mit Sitz in B._ ins Handelsregister des Kantons Freiburg eingetragen. Der Zweck der Gesellschaft wurde wie folgt definiert: Ausführung jeglicher Tätigkeiten im Zusammenhang mit Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsarbeiten sowie mit Solaranlagen, Isolationen und Klimaanlagen (Nebenzweck gemäss Statuten). Als Mitglieder des Verwaltungsrates mit Kollektivunterschrift zu zweien wurden C._ (Präsident des Verwaltungsrates) und D._ (Mitglied des Verwaltungsrates) bezeichnet.
Am 19. Dezember 2016 wurde die Firma in A._ AG umbenannt.
Mit Eintrag vom 20. April 2017 wurde D._ als Mitglied des Verwaltungsrats aus dem Handelsregister gelöscht. Fortan war C._ als einziges Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen.
Aufgrund der Sitzverletzung nach E._ (Kanton Bern) wurde der Eintrag im Handelsregister des Kantons Freiburg per 3. August 2018 gelöscht und die Gesellschaft im Handelsregister des Kantons Bern eingetragen. Gleichzeitig wurde auch der Zweck der Gesellschaft wie folgt neu : Die Gesellschaft bezweckt die Ausführung jeglicher Tätigkeiten im Zusammenhang mit -, Heizungs- und Lüftungsarbeiten sowie mit Solaranlagen, Isolationen und Klimaanlagen. Die Gesellschaft kann sich an anderen Unternehmungen des In- und Auslandes beteiligen,  und Tochtergesellschaften errichten, gleichartige oder verwandte Unternehmungen übernehmen oder errichten sowie alle Geschäfte eingehen und Verträge abschliessen, die  sind, den Zweck der Gesellschaft zu fördern oder die direkt oder indirekt damit im  stehen. Die Gesellschaft kann Grundstücke erwerben, halten und veräussern.
B. Am 15. Mai 2018 wurde die Gesellschaft (nachfolgend: Steuerpflichtige) für die Jahre 2014 bis 2016 ermessensweise veranlagt; dies nachdem sie für die Jahre 2014 und 2015 keine  eingereicht und die für das Jahr 2016 (Steuererklärung vom 18. Dezember 2017) von der Kantonalen Steuerverwaltung zusätzlich einverlangten Unterlagen nicht beigebracht hatte.
Gegen die Ermessensveranlagungen erhob die Steuerpflichtige am 7. Juni 2018 Einsprache. Sie kritisierte die Aufrechnung diverser Positionen (Miete, Treuhand- und Anwaltskosten, AHV-). Weiter machte sie geltend, D._ habe sich unrechtmässig am Geschäftsvermögen bereichert und die Firma durch dieses Verhalten in arge Bedrängnis gebracht. Gegen ihn laufe ein Gerichtsverfahren. Da die unrechtmässigen Bezüge wahrscheinlich nicht mehr einbringbar seien, müssten diese wertberichtigt werden.
Mit Einspracheentscheid vom 8. Januar 2019 wurden die Einsprachen, was die beanstandete Aufrechnung der Miete, der Treuhand- und Anwaltskosten sowie der ausstehenden AHV-Beiträge anbelangt, gutgeheissen. An der Aufrechnung der Wertberichtigung KK D._ in der Höhe von CHF 295‘625.- (Jahr 2015) und CHF 102‘947.- (Jahr 2016) wurde aber mit der Begründung festgehalten, es handle sich dabei nicht um einen geschäftsmässig begründeten Aufwand, weshalb die Wertberichtigung als versteuerte stille Reserve aufzurechnen sei.
Am 21. Januar 2019 wurden die Ermessensveranlagungen vom 15. Mai 2018 annulliert und durch neue ordentliche Veranlagungsanzeigen ersetzt. Die steuerbaren Elemente wurden wie folgt :
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
Steuerjahr 2014 2015 2016
Total Kapital (per Ende Jahr) 50‘690.00 287‘067.00 339‘969.00 Steuerbarer Gewinn Schweiz 690.00 236‘377.00 52‘901.00
Geschuldete Steuer Kantonalsteuer (Kapital- und Gewinnsteuer) 95.50 20‘544.70 5‘040.35 Direkte Bundessteuer 51.00 20‘085.50 4‘496.50
C. Gegen den Einspracheentscheid vom 8. Januar 2019 erhob die Steuerpflichtige mit Eingabe vom 14. Februar 2019 (Datum der Postaufgabe) Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Sie beantragt sinngemäss, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und von einer Aufrechnung der Wertberichtigung KK D._ abzusehen. Zur Begründung der Beschwerde wird im Wesentlichen ausgeführt, D._ habe sich unrechtmässig am Geschäftsvermögen bereichert. Aufgrund seiner hälftigen Aktienbeteiligung an der Gesellschaft habe eine „“ geherrscht, weshalb der Geschäftspartner (C._) D._ nicht habe stoppen können. Erst als alles abgeräumt gewesen sei, sei D._ bereit gewesen, aus der Firma auszutreten. Das Geld, das D._ unrechtmässig bezogen habe, sei bei ihm nicht mehr vorhanden und deshalb weder mittels Betreibung noch Anzeige einbringbar. Zudem habe D._ in der Vergangenheit grossen psychischen Druck (bis hin zu Morddrohungen) auf seinen Geschäftspartner (C._) und dessen Familie ausgeübt, weshalb dieser bislang davon abgesehen habe, rechtliche Schritte gegen D._ einzuleiten. Erschwerend komme hinzu, dass D._ psychisch sehr labil sei und bereits einige Delikte auf seinem Konto habe.
Der mit Verfügung vom 18. Februar 2019 auf CHF 1‘250.- angesetzte Kostenvorschuss wurde am 20. März 2019 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 10. April 2019 hält die Steuerverwaltung am angefochtenen  fest und schliesst auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.

## Considerations

Erwägungen
Prozessuales
1.