# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cce83dce-97fc-5c82-b789-029ad3c2c5ec
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
ist bei der
Visana
AG (nachfolgend:
Visana
)
kran
kenpflegeversichert
. Die
Visana
setzte unbezahlte Prämienforderungen für die Zeit vom 1. Oktober 2011 bis 31. August 2012 in Betreibung. Den dagegen erhobenen Rechtsvorschlag beseitigte sie mit Verfügung vom 30. Januar 2013 (Urk. 7/15
=
Urk.
3/3
). Dagegen erhob der Versicherte am 11. März 2013 Ein
sprache (Urk. 7/16). Mit Entscheid vom 19. Mai 2014 trat
d
ie
Visana
auf die Einsprache nicht ein (Urk. 7/2 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
27. Juni 2014
Beschwerde
gegen den
Einspracheent
scheid
vom 19. Mai 2014 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, die
Visana
habe auf seine Einsprache einzutreten und in der Sache zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2
Ziff. II
).
Die
Visana
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
20. August 2014
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
22. August 2014
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im Streite steht vorliegend die Rechtzeitigkeit der gegen die Verfügung vom 30. Januar 2013 (Urk.
7
/15
) erhobenen Einsprache.
Im angefochtenen
Einsprache
entscheid
vom 19. Mai
201
4
ging die
Beschwerde
gegnerin
davon aus, dass die Verfügung vom
30. Januar 2013
vom Beschwer
deführer am
5
.
Februar
201
3
entgegengenommen worden sei, und dass die 30
tägige
Einsprachefrist
dem
nach am 7
.
März 2013
geendet habe. Die Einspra
che
vom 1
2.
März 2013
(Datum des Poststempels, vgl.
Urk.
7/16/2)
sei damit verspätet
erfolgt (Urk. 2 S. 2 Ziff. 3).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2014 fest (Urk. 6).
1.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (Urk. 1) im Wesentlichen geltend, er habe bereits am 28. Januar 2013 eine Einsprache in gleicher Sache gemacht (S. 1 Ziff. I.1).
Die Verfügung datiere vom 30. Januar 2013 und er habe
diese
innert 30 Tagen „zurückgewiesen“. Die Sachlage sei am 19. Mai 2014
noch nicht überprüft worden und der
Einspracheentscheid
sei noch nicht ergan
gen (Ziff. I.2).
2.
2.1
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das
Leis
tungs
- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situa
tion den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.2
Gegen Verfügungen des Krankenversicherers kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrensleitende Verfügungen (Art. 52 Abs. 1 des Bundesge
set
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Gegen
Einspracheentscheide
oder gegen Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann Beschwerde erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 ATSG).
2.3
Gemäss Art. 38 ATSG beginnt die
Einsprachefrist
nach Art. 52 Abs. 1 ATSG am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Abs. 1). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag. Massgebend ist das Recht des Kantons, in dem die Partei oder ihr Vertreter beziehungsweise ihre Vertreterin Wohnsitz oder Sitz hat (Abs. 3). Die
Einsprachefrist
steht ge
mäss Abs. 4 dieser Bestimmung während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern (
lit
. a), vom 15. Juli bis und mit dem 15. August (
lit
. b) und vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
lit
. c).
2.4
Nach Art. 39 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 ATSG ist die dreissig
tägige Frist zur Einsprache nur gewahrt, wenn die Einsprache spätestens am letzten Tag der Frist bei der verfügenden Stelle eingereicht oder zu deren
Handen
der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird. Läuft die Frist unbenützt ab, so erwächst die Verfügung in (formelle) Rechtskraft mit der Wirkung, dass die verfü
gende Stelle auf eine verspätet eingereichte Einsprache nicht eintreten darf (vgl. BGE 124 V 401 E. 1a).
3.
3.1
In den Akten befindet sich ein Ausdruck betreffend Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post (Urk. 7/18
; vgl. auch Aufgabenverzeichnis für einge
schriebene Briefe vom 30. Januar 2013, Urk. 7/17
). Daraus ist ersichtlich, dass die Verfügung vom 30. Januar 2013 (Urk. 7/15) noch gleichentags als einge
schriebene Sendung der Schweizerischen Post übergeben und am 5. Februar 2013 dem Beschwerdeführer zugestellt wurde.
Dieser vermerkte denn auch handschriftlich „E: 5.2.13“ auf der Verfügung (vgl.
Urk.
7/16/1), was jedoch auf der dem Gericht eingereichten Kopie abgedeckt worden ist (vgl.
Urk.
3/3).
Die 30-tägige
Einsprachefrist
begann am Tag nach Eröffnung der Verfügung und mithin am 6.
Februar 2013
zu laufen und endete - wie die Beschwerdegegnerin richtig darlegte
(vorstehend
E. 1.1) - am
7
.
März
201
3
.
3.2
Die
mit Datum vom 11
.
März 2013
versehene
und
am
12
.
März
201
3 der Post übergebene
Einsprache (Urk.
7
/1
6)
ist daher verspätet.
3.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe bereits am 28. Januar 2013 Ein
sprache erhoben (Urk. 1 S. 1 Ziff. I.1).
Letzteres ist aufgrund der erst am 5. Februar 2013 zugestellten Verfügung nicht möglich. Sein Schreiben vom 28. Januar 2013
richtet sich
denn auch gegen das Schreiben vom 16. Januar 2013 der Beschwerdegegnerin. Darin stellte diese
dem Beschwerdeführer in Aussicht, dass sie
ein Verwaltungsverfahren zur Beseitigung des Rechtsvor
schlages eröffnen und
zwischen dem 28. Januar und dem 8. Februar 2013 eine
einsprachefähige
Verfügung erlassen werde. Sie führte weiter aus, dass - sollte ihm die Verfügung nicht zugestellt werden können - die
einsprachefähige
Ver
fügung mit Ablauf der postalischen siebentägigen Frist als zugestellt gelte
.
Das Schreiben vom 16. Januar 2013 enthält keine Rechtsmittelbelehrung und ist nicht
einsprachefähig
.
Sein
Schreiben
vom 28. Januar 2013 kann auch nicht als quasi vorsorglich für das in Aussicht gestellte Verwaltungsverfahren
erhobene Einsprache
gelten.
Im Übrigen wies die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. Januar 2013 darauf hin, dass erst gegen die gleichentags erfolgte Ver
fügung Einsprache erhoben werden kann (Urk. 7/14).
3.
4
Die Einsprache vom 11. März 2013 gegen die Verfügung vom 30. Januar 2013 hatte der Beschwerdeführer denn auch direkt von Hand auf das
Verfügungs
schreiben
geschrieben, womit höchst unglaubwürdig erscheint, dass er damit eine Einsprache „in gleicher Sache jedoch eine andere Zahlungsperiode“ betref
fend gemeint haben sollte (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3).
Selbst wenn dem so wäre, würde dies jedoch nichts daran ändern, dass innert der 30-tägigen Frist keine Einsprache eingegangen ist.
3.
5
Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen der Ansicht ist, die „Sachlage“ sei mit
Einspracheentscheid
vom 19. Mai 2014 noch nicht überprüft worden (vorste
hend E. 1.2), bleibt er auf die - aufgrund der verspäteten Einsprache in Rechts
kraft erwachsenen - Verfügung vom 30. Januar 2013 zu verweisen, mit welcher in der Sache entschieden wurde.
3.
6
Mit der vorliegenden – unbezahlt gebliebene Prämien der Periode Oktober 2011 bis August 2012 betreffenden
–
Streitsache in keinem Zusammenhang stehen die vom Beschwerdeführer eingereichten weiteren Unterlagen (Urk. 3/5-7).
3.7
Zusammenfassend ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwe
rdegegnerin mit Entscheid vom 19
.
Mai
201
4
(Urk. 2) auf die verspätet erhobene Einsprache des Beschwerdeführers nicht eintrat.
Somit ist die gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid
erhobene Be
schwerde abzuweisen.
3.8
Das Verfahren vor dem zürcherischen Sozialversicherungsgericht ist in der Regel kostenlos (§ 33 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch eine Spruchgebühr und die Verfahrenskosten auferlegt
werden
(§ 33 Abs. 2
GSVGer
).
Nach der Rechtsprechung kann leichtsinnige oder mutwillige Prozessführung vorliegen, wenn die Partei ihre Eingabe auf einen Sachverhalt abstützt, von dem sie weiss oder bei der ihr zumutbaren Sorgfalt wissen müsste, dass er unrichtig ist (BGE 128 V 323; SZS 1995 S. 386 E. 3a mit Hinweisen).
3.9
Es ist angesichts des handschriftlich angebrachten Empfangsdatums (vgl. Urk. 7/16/1) davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer der Beginn der
Einsprachefrist
am 6. Februar 2013 und somit auch der Fristablauf am 7. März 2013 bekannt waren. Seine Beschwerde ist deshalb als mutwillig einzustufen. Darüber hinaus grenzt das Einreichen einer manipulierten Kopie (vgl. Urk. 3/3) an Urkundenfälschung. Das Gericht behält sich im Wiederholungsfall vor, dem Beschwerdeführer die Gerichtskosten aufzuerlegen und Strafanzeige zu erstat
ten.