# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4437a24f-da31-4085-9f6a-0422992b0a20
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
Z._
war bei der
A._
angestellt und damit bei der
Pensionskasse des Bundes PUBLICA
(nachfolgend
:
PUBLICA)
berufsvorsorgeversichert (Urk. 2/
2, Urk. 2/4
, Urk. 2/8
). Im Jahr 2009 er
krankte sie an Krebs (vgl. Urk. 1
/1
S. 3). Nachdem ihr die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügungen vom 1
7.
und 28. April 2014 (Urk. 2/5 f.) mit Wirkung ab
1
. Februar 2014 eine auf einem Invaliditätsgrad von
7
0 %
(100
%
ige Einschränkung im mit 70 %
gewichteten Erwerbs- und
volle Leistungsfähigkeit
im Aufgabenbereich)
beruhende
ganze
Rente zugesprochen hatte,
beantragte
die Versicherte im
Juni 2014
Invali
denleistungen
der
PUBLICA
(Urk. 2/7)
.
Am 13. November 2014 verstarb
Z._
(Urk. 2/3)
; sie war ledig und kinderlos
(Urk. 2/9)
.
1.2
In der Folge ersuchten
Z._
Eltern
,
X._
und
Y._
,
die PUBLICA
am 4. Dezember 2014 um Ausrichtung von
Hinterlassenenleis
tungen
(
Urk. 2/10;
vgl.
auch
Urk. 1 S. 3), was diese mit Schreiben vom 18. Februar 2015 (Urk. 2/11) – unter Hinweis darauf, dass
Z._
im Zeitpunkt ihres Ablebens als rentenbeziehende Person gegolten habe
, was gemäss Reglement die Ausrichtung eines Todesfallkapitals ausschliesse – ab
lehnte. Nachdem die Eltern der Verstorbenen am 8. April 2015
hiegegen
op
poniert hatten (Urk. 2/12), hielt die PUBLICA mit Schreiben vom 15. April 2015 (Urk. 2/13) an der Leistungsverweigerung fest.
2.
Am 16. September 2015 liessen die Eltern von
Z._
mit folgen
dem Rechtsbegehren Klage gegen die PUBLICA erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, den Klägern ein reglementarisches
Todes
fallkapital
auszurichten, zuzüglich
Verzugszins
ab 9. Mai 2015;
2.
d
ie Beklagte sei zu verpflichten, bei der Berechnung des
Todesfallkapi
tals
die bis zum Tode der Versicherungsnehmerin erfolgten Beitragszah
lungen zu berücksichtigen und den Klägern gegenüber über die Berech
nung des Todesfallkapitals Rechenschaft abzulegen;
3.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
Die PUBLICA schloss am
26. November 2015 auf – kostenpflichtige – Abwei
sung der Klage (vgl. Klageantwort, Urk. 7).
Replicando
(Urk. 13) und
dupli
cando
(Urk
. 17) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest;
L
etzteres wurde den
Klagenden
am 11. April 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, so
weit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägun
gen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.
1.1
Anspruch auf Invalidenleistungen hat nach Art. 51 Abs. 2
lit
. a des
Vorsorge
reglements
des
Vorsorgewerks
A._
-Bereich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
A._
-Bereichs (VR-
A._
1
,
SR.B._
) – unter an
derem – die versicherte Person, die im Sinne des Bundesgesetzes über die In
validenversicherung zu mindestens 40 % invalid ist und bei Beginn der Ar
beitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, bei PUBLICA versichert war (Art. 23 Bst. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [
BVG
]).
1.1.2
Nach Art. 52 Abs. 1 VR-
A._
1 in der seit 1. Januar 2013 in Kraft stehenden Fassung gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen der Beklagten sinngemäss die
entsprechenden Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 26 Abs. 1
BVG
). Die Auszahlung
von Invalidenleistungen setzt ein
en rechtskräftigen Entscheid
der
IV voraus. Sie beginnt nach Ablauf des Anspruchs der invaliden Person auf die Lohnfort
zahlung durch den Arbeitgeber
(Abs. 2)
.
Gemäss Art. 52a VR-
A._
1, in Kraft seit 1. Januar 2013, erlischt d
er An
spruch der rentenbeziehenden Person a
uf Invalidenleistungen:
a.
mit dem Tod; oder
b.
im Umfang, in dem sie die Erwerbsfähigkeit wieder erlangt, unter Vorbe
halt von Art. 52b Abs. 1 und 2 VR-
A._
1.
1.1.3
Laut Art. 26 Abs. 1 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf
Invaliden
leistungen
sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgeset
zes vom 19. Juni
1
959 über die Invalidenversicherung (Art. 29 IVG).
Die Vorsorgeeinrichtung kann in ihren reglementarischen Bestimmungen vorse
hen, dass der Anspruch aufgeschoben wird, solange der Versicherte den vol
len Lohn erhält (Abs. 2).
1.2
1.2.1
Anspruch auf eine Rente
der IV
haben gemäss Art.
28 Abs.
1
IVG
, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
1.2.2
Der Rentenanspruch entsteht
nach Art. 29 Abs. 1 IVG
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29 Abs
. 1 ATSG
, jedoch frühestens im Monat,
der auf die Vollendung des 18.
Altersjahres folgt.
1.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruf
lichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzli
chen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Be
trachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offen
sichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vor
sorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur be
züglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im
invali
denversicherungsrechtlichen
Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat bei
spielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invali
denversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des
leis
tungserheblichen
Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätes
tens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung über die Invaliden
versicherung [IVV]) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig er
öffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010
E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges
Beschwer
derecht
im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des
Invaliditätsgra
des
(grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorge
-
rechtlich nicht ver
bindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Be
trachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.
4
1.
4
.1
Nach Art. 43 Abs. 1 VR-
A._
1 besteht unter anderem ein Anspruch auf
Hinter
lassenenleistungen
, wenn die verstorbene Person
im Zeitpunkt des To
des oder bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zum Tode geführt hat, b
ei PUBLICA versichert war (Art. 18 Bst.
a
BVG;
lit
.
a)
oder wenn sie von PUBLICA im Zeitpunkt des Todes eine Alters- oder Invalidenrente erhielt (Art. 18 Bst. d BVG;
lit
. d).
1.
4
.
2
Stirbt eine versicherte Person und entsteht kein Anspruch auf eine Ehegat
ten- oder Lebenspartnerrente nach Art. 44 beziehungsweise
Art. 45 VR-
A._
1, so zahlt
PUBLICA nach Art. 49 Abs. 1 VR-
A._
1 ein Todesfallkapital aus. Anspruchsberechtigt sind, unabhängig vom Erbrecht, in nachstehender Reichenfolge:
a.
natürliche Personen, die von der versicherten Person in erheblichem Masse unterstützt worden sind;
b.
die Person, die mit der versicherten Person in den letzten fünf Jahren vor dem Tod ununterbrochen eine Lebenspartnerschaft geführt hat oder die für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer Kinder aufkom
men muss, sofern die Anspruchsvoraussetzungen nach Artikel 45 Ab
sätze 2 und 3 erfüllt sind;
c.
die Kinder der versicherten Person;
d.
die Eltern.
Nicht anspruchsbere
chtigt sind Personen nach Abs.
1 Buchstaben a und
b, die von einer anderen Vorsorgeeinrichtung eine Ehegatten- oder
Lebens
partnerrente
beziehen
(Abs. 2)
.
Das Todesfallkapital steht mehreren An
spruchsberechtigten derselben
Begünstigtengruppe
zu gleichen Teilen zu
(Abs. 3)
.
Werden innerhalb eines Jahres seit dem Tod der versicherten Person keine Ansprüche geltend gemacht, verfällt das Todesfallkapital an PUBLICA
(Abs. 4)
.
2
.
2.1
Die
Klagenden
führten zur Klagebegrü
ndung aus,
den Rentenverfügungen der IV komme gegenüber der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge keine anspruchsbegründende Wirkung zu
. D
ie Beklagte habe
vor dem Ein
tritt des Todes von
Z._
noch nicht rechtswirksam über
deren
Renten
anspruch verfügt. Insofern sei es
bei Letzterer
auch zu keinem Statuswechsel von
„
versichert
“
zu
„
rentenbeziehend
“
gekommen (Urk. 13 S. 2
f
f
.).
D
a
Z._
demnach im Zeitpunkt ihres Versterbens
als versicherte Person im Sinne von Art. 49 Abs. 1
VR-
A._
1
zu qualifizieren
gewesen sei und w
eil auch die weiteren entsprechenden Voraussetzungen erfüllt seien, hätten sie
– die Kl
agenden
–
Anspruch auf die Ausrichtung des reglementarischen To
desfallkapitals (Urk. 1 S. 5 ff.).
2.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
Z._
habe
, nachdem ihr mit Wirkung ab 1. Februar 2014 eine ganze Rente der IV zugesprochen worden sei,
ab
dem nämlichen Datum auch
Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge
gehabt
und
folglich ab 1. Februar 2014
als „rentenbeziehende Person“ im Sinne des Reglements ge
golten
. Dass die Auszahlung
der Invalidenleistungen
aufgrund der noch lau
fenden Lohnfortzahlung noch nicht be
gonnen habe, als die
Z._
verstorben sei, ändere am Zeitpunkt der Entstehung des Rentenan
spruchs
, mithin am Eintritt der Invalidität,
am 1. Februar 2014 nichts
(Urk. 7 S. 4 ff.
, Urk. 17 S. 1 f.
) Nach Eintritt des Vorsorgefalls Invalidität sei system
bedingt kein (aktives) Altersguthaben mehr vorhanden, das für die Auszah
lung eines Todesfallkapitals verwendet werden könn
t
e (Urk. 7 S. 8).
D
a beim Tod einer rentenbeziehenden Person in keinem Fall Anspruch auf ein
Todes
fallkapital
entstehe, sei die Leistungsverweigerung zu Recht erfolgt (Urk. 7 S. 7
, Urk. 17 S. 2
).
3.
3.1
Z._
hinterliess
weder eine
n
Ehegatten noch Kinder und
nach Lage der Akten
auch
keinen Lebenspartner.
Hinterlassenenleistungen
in Form einer Rente
h
at die Beklagte daher
keine zu leisten
. Strittig und zu prüfen ist
indes
, ob
die PUBLICA gestützt auf Art. 4
9 VR-
A._
1 zur Auszahlung eines Todesfallkapitals – mangels Anspruchsberechtigter nach
Abs.
1
lit
. a-c
der fraglichen Bestimmung
– an die Klagenden als Eltern der Verstorbenen (
Abs. 1
lit
. d) verpflichtet ist.
3.2
Beim
VR-
A._
1
handelt es sich um einen
öffentlich-rechtliche
n
Erlass
.
De
s
sen
Bes
timmungen sind daher
nach den Regeln der Gesetzesauslegung zu interpretieren. Dabei ist vom Wortlaut auszugehen. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Deutungen möglich, sind weitere
Auslegungsele
mente
heranzuziehen, neben der Entstehungsgeschichte der Norm, wie sich namentlich aus den Materialien ergibt, deren Zweck sowie die Bedeutung, die ihr im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. Lediglich dann kann allein auf den Wortlaut abgestellt werden, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergibt. Sind mehrere Interpretationen denkbar, soll jene gewählt werden, welche die verfassungsrechtlichen Vorgaben am besten berücksichtigt (
vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_
767/2012 vom 22. Mai 2013 E. 3.1
mit Hinweisen).
3.3
3.3.1
Voraussetzung für einen
Anspruch auf Todesfallkapital
ist, dass die verstor
bene Person im Zeitpunkt ihres Todes
nach VR-
A._
1 als „versichert“ und nicht als „rentenb
eziehend“ zu qualifizieren war.
Fest steht
diesbezüg
lich
, dass
Z._
im April 2014 mit Wirkung ab 1. Februar 2014 eine ganze Rente der IV zugesprochen worden war
(Urk. 2/5 f.)
und ihre Ar
beitgeberin ihr in der Folge – noch bis zum Tod – weiterhin den (um den Betrag der Rente der IV gekürzten) Lohn auszahlte
(Urk. 2/8)
.
Eine Invali
denrente
der Beklagten
wurde
Z._
unbestrittenermassen nicht
ausgerichtet
.
3.3.2
Der
Vorsorgefall Invalidität
tritt
mit Beginn des Anspruchs auf eine
Invaliden
lei
stung
(Art. 26 Abs. 1 BVG) ein (
BGE 134
V
28 E.
3.4.2
).
Art. 52 Abs. 1 VR-
A._
1
ist identisch mit
Art.
26 Abs.
1 BVG
, wonach
der Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge mit der Entstehung des Anspruchs auf eine Rente der
Invalidenversicherung nach Art.
29 Abs.
1 IVG
beginnt
. Die Vorsorgeeinrichtung kann - und konnte seit jeher - in ihren reglementarischen Bestimmungen vorsehen, dass der Anspruch aufgeschoben wird, solange der Versicherte den vollen Lohn erhält
(Art. 26 Abs.
2 BVG). Dabei hat ein allfälliger Rentenaufschub wegen Lohnfortzahlung des Arbeit
gebers
, wie ihn in Art. 52 Abs. 2 Satz 2 VR-
A._
1 auch die Beklagte vorge
sehen hat,
nicht die Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente nach Ablauf einer bestimmten Karenzzeit zum Gegenstand, sondern sieht einzig vor, dass die Vorsorgeeinrichtung die Erfüllung des Anspruchs aufschieben kann. Art.
26 Abs.
2 BVG ist eine Koordinationsnorm und will verhindern, dass der Versicherte nach Eintritt des Invaliditätsfalles wirtschaftlich besser gestellt wird, als wenn er weiterhin voll arbeitsfähig wäre.
Mit anderen Worten stellt Art.
26 Abs.
2 BVG eine zeitliche Überentschädi
gungsregelung dar, wie sie Art.
24
der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVV
2
)
als allgemeine Bestimmung bildet. Die gleiche Qualifikation im Sinne eines blossen Rentenaufschubs, losgelöst vom Anspruchsbeginn auf eine Invalidenrente, ist schon auf Grund der identi
schen Zielsetzung der beiden Bestimmungen - der Verhinderung eines un
ge
rechtfertigten Vorteils (Art. 34a Abs.
1 BVG) - naheliegend. Der Anspruch auf eine BVG-Invalidenrente fällt bei einer solchen Konstellation nicht dahin, sondern die versicherte Person bleibt "Rentenbezügerin", obschon aufgrund der Überentschädigung keine Auszahlung erfolgt. Als logische Konsequenz dieser - inter- und intra-sozialversicherungsrechtlichen - einheitlichen Be
trachtungsweise ergibt sich, dass auch der Eintritt des Vorsorgefalles Invali
dität nicht der allgemeinen Überentschädigungsregelung folgt, sondern sich nach dem Anspruch
auf eine Invalidenrente richtet
(BGE 142 V 419 E. 4.3.2 f. mit Hinweisen
; vgl. auch zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2016 vom 14. Oktober 2016 E. 3.3.2 mit Hinweisen
).
Dies gilt
vorliegend
umso mehr, als sich zu diesem Punkt reglementarisch nichts Abweichendes findet
.
Im Gegenteil unterscheidet Art. 52 VR-
A._
1 in der seit 1. Januar 2013 in Kraft stehenden und vorliegend anwendbaren Fassung gar klar zwischen dem Beginn einerseits des Anspruchs und ande
rerseits der Auszahlung der
Invalidenleistungen
, wobei die Rentenz
ahlung nach Abs. 2 der fraglichen Bestimmung
faktisch wohl
ausnahmslos
nicht mit, sondern erst
nach dem Eintritt des Vorsorgefalls Invalidität einsetzt (nämlich erst wenn ein rechtskräftiger Entscheid der IV vorliegt und die Lohnfortzah
lung durch den Arbeitgeber abgelaufen ist).
Die
vollständige Kürzung
des
BVG-Invalidenrentenanspruchs
(ab dessen Ent
stehung)
zufolge Überschreitens des mutmasslich entgangenen Verdienstes
ändert demnach
nichts am Eintritt des Vorsorgefalles Invalidität nach Mass
gabe der ersten Säule
, vorliegend mithin am 1. Februar 2014
(vgl. Verfügun
gen der IV vom 1
7.
und 28. April 2014, Urk. 2/5 f.)
.
Dass
Z._
noch vor dem Ende des Anspruchs auf Lohnfortzahlung und damit noch vor Beginn der Auszahlung der Invalidenleistungen
der Beklagten
(Art. 52 Abs. 2 VR-
A._
1)
verstarb, führt zu keinem anderen Ergebnis
(BGE 142 V 419 E. 4.4)
.
Nämliches gilt für den Umstand, dass die Beklagte, die über
Leistungsansprü
che
– mangels Anwendbarkeit des
ATSG
im Bereich der beruflichen Vorsorge – nicht in Verfügungsform zu entscheiden hat (Urk. 13 S. 2), noch nicht über den Anspruch auf Invalidenleistungen befunden hatte, als
Z._
verstarb. Dass die – der Beklagten formgültig eröffneten –
Rentenverfügun
gen
der IV (Urk. 2/5 f.), auf deren Richtigkeit sich die Beklagte beruft, offen
sichtlich unhaltbar seien, ist mangels entsprechender Anhaltspunkte in den Akten nicht anzunehmen und wurde von den Klagenden auch nicht geltend gemacht. Anzumerken ist, dass eine allfällig verspätete Anmeldung bei der IV vorliegend insofern nicht bedeutsam wäre, als diese jedenfalls nichts am Eintritt des Vorsorgefalls Invalidität noch vor dem Tod änderte.
3.3.3
Zu prüfen bleibt, ob
Z._
trotz ihres Rentenanspruchs „versi
cherte Person“ im Sinne von Art. 49 VR-
A._
1 war, als sie
ver
starb.
Aus dem
–
bei der Auslegung des Reglements der Beklagten
in erster Linie massge
benden
(BGE 129 II 118 E. 3.1, BGE 129 V 103 E. 3.2, je mit Hinweisen)
–
Wortlaut der
reglementarischen Bestimmungen
ergibt sich,
das zwischen „versicherter“ und „rentenbeziehender“ Person zu unterscheiden ist.
Auf die in Art. 44-48 VR-
A._
1 geregelten Todesfallleistungen (Ehegatten-, Lebens
partner- und Waisenrente) besteht Anspruch beim Tod sowohl einer versi
cherten als auch einer
Alters- oder Invalidenrente beziehenden
Person.
An
ders als in diesen Bestimmungen werden Bezüger einer Alters- und Invali
denrente in Art. 49 VR-
A._
1 nicht genannt;
vielmehr setzt ein Anspruch auf ein Todesfallkapital nach
Art. 49
Abs. 1 VR-
A._
1
voraus, dass es sich bei der verstorbenen um eine versicherte Person
, mithin eine solche, die noch keinen Rentenanspruch hat,
handelt
.
3.4
Da
Z._
nach dem Gesagten im Zeitpunkt ihres Todes
Rentenbe
zügerin
war und
ein Todesfallkapital nach Art. 49 VR-
A._
1
nur ausgerichtet wird, wenn die verstorbene Person noch keine Rente bezog
(vgl.
hiezu
auch Urteil des Bundesgerichts 9C_767/2012 vom 22. Mai 2013 E. 3 mit Hinweisen), erweis
t sich die Leistungsverweigerung als rechtens
.
Die Klage ist folglich abzuweisen.