# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d7560419-9256-4b7a-a97c-4ed68cec2f48
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1965, und Z._, geboren am _1971, heirateten am _1998. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Y._, geboren am _1998, und A._, geboren am _2000, hervor. Die Familie wohnte bis zur Trennung der Eheleute anfangs 2008 in einem im Eigentum der Ehefrau stehenden Wohnhaus in O.1_. Z._ wechselte per 28. Februar 2011 seinen Wohnsitz von O.1_ nach L.1_. Heute lebt er zusammen mit seiner neuen Partnerin, den gemeinsamen Kindern E._, geboren 2011, und F._, geboren 2013, sowie Y._ in O.2_, L.1_. X._ lebt nach wie vor zusammen mit der Tochter A._ im Wohnhaus in O.1_.
B.1. Am 25. Dezember 2007 bzw. 6. Januar 2008 unterzeichneten die Eheleute eine Trennungsvereinbarung, in welcher sie sich über die Obhutszuteilung an die Mutter, das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters sowie die vom Ehemann zu leistenden Unterhaltsbeiträge (monatlich je Fr. 900.-- zuzüglich Kinderzulagen für die beiden Töchter sowie Fr. 1‘200.-- für die Ehefrau) einigten. Am 11. August 2008 machte Z._ am Bezirksgericht Albula ein Eheschutzverfahren anhängig, worin er im Wesentlichen beantragte, die Unterhaltszahlungen seien abweichend von der Trennungsvereinbarung festzulegen. Nach erfolgter Verhandlung vom 6. Februar 2009 erliess der Präsident des Bezirksgerichtes Albula die Eheschutzverfügung vom 11. März 2009, worin die Trennungsvereinbarung mit Bezug auf die Obhut und den persönlichen Verkehr genehmigt und die Unterhaltsbeiträge mit Wirkung ab 1. September 2008 auf je Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen für die Töchter sowie Fr. 327.-- für die Ehefrau reduziert wurden. Auf Rekurs von X._ wurden diese Unterhaltsbeiträge mit Verfügung des Einzelrichters des Kantonsgerichts Graubünden vom 7. Mai 2009 auf insgesamt Fr. 2‘230.--, nämlich Fr. 830.-- für die Ehefrau und je Fr. 700.-- für die Töchter, zuzüglich Kinderzulagen festgelegt. In der Folge kam Z._ seinen Unterhaltsverpflichtungen nur teilweise nach, weshalb der Kinderunterhalt in der Zeit von April 2009 bis Februar 2011 durch die Gemeinde O.1_ bevorschusst werden musste. Eine von der Ehefrau im November 2009 angehobene Betreibung für die bis dahin ausstehend gebliebenen Unterhaltsbeiträge endete am 12. August 2011 mit der Ausstellung eines Verlustscheines für die gesamte Forderung. Auf Anzeige von X._ hat die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 16. Juni 2011 zudem ein Strafverfahren gegen Z._ wegen Pfändungsbetrug und Vernachlässigung von Unterstützungspflichten eröffnet.
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2.a. Bereits am 24. August 2010 hatte Z._ beim Bezirksgerichtspräsidium Albula ein Gesuch um Abänderung der Eheschutzmassnahmen eingereicht, worauf die Parteien anlässlich der Verhandlung vom 12. November 2010 ein gemeinsames Scheidungsbegehren stellten und eine Ehescheidungskonvention mit einer Teileinigung unterzeichneten. Die Kinder Y._ und A._ sollten unter die elterliche Sorge und Obhut der Mutter gestellt werden. Das Verfahren betreffend Abänderung der Eheschutzmassnahmen wurde mit Verfügung vom 20. Mai 2011 infolge Rückzug als erledigt abgeschrieben. Da die Einigungsbemühungen der Parteien hinsichtlich des noch offenen Güterrechts erfolglos blieben, wurde Z._ mit Verfügung vom 7. April 2011 aufgefordert, im kontradiktorischen Verfahren seine Anträge zu den Nebenfolgen der Scheidung zu stellen. Seine Anträge gingen am 28. April 2011 und diejenigen von X._ am 23. Mai 2011 ein. Während Z._ die Genehmigung der Teil-Konvention und die Durchführung der güterrechtlichen Auseinandersetzung gemäss Gesetz beantragen liess, verlangte die damals nicht anwaltlich vertretene X._ eine Überarbeitung der Teil-Konvention. Mit der Replik von Z._ vom 20. Juni 2011 und der Duplik von X._ vom 1./5. Juli 2011 wurde der Schriftenwechsel fortgesetzt.
b. Mit Schreiben vom 29. August 2011 wandte sich Y._, die ältere Tochter der Eheleute, an das Gerichtspräsidium Albula mit der Bitte, bei ihrem Vater in L.1_ leben zu dürfen. Am 2. September 2011 sprach sie noch persönlich beim Bezirksgerichtspräsidenten vor. In der Folge wurden die beiden Kinder Y._ und A._ zur Kindesanhörung vorgeladen, welche am 5. Oktober 2011 von einer Fachperson durchgeführt wurde. Y._ erklärte, dass sie bei ihrem Vater in L.1_ leben wolle. A._ äusserte sich dahingehend, dass sie bei der Mutter bleiben wolle. Z._ beantragte darauf am 2. November 2011 die alleinige elterliche Sorge und Obhut über die Tochter Y._. X._, welche im Anschluss an die Kindesanhörung Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hatte, liess am 16. Januar 2012 eine Prozessantwort einreichen, worin sie an der in der Teilkonvention vereinbarten Regelung des Sorge- und Obhutsrechts festhielt. Anlässlich der Referentenaudienz vom 14. Februar 2012 konnten sich die Eheleute schliesslich bezüglich des Güterrechts und den ausstehenden Unterhaltszahlungen einigen. Offen hingegen blieb die Frage der Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut. Am 29. März 2012 wandte sich Y._ mit einem weiteren Schreiben an den Gerichtspräsidenten mit der dringlichen Bitte, bei ihrem Vater leben zu dürfen. In der Folge bestellte der Gerichtspräsident mit Schreiben vom 18. April 2012 Filip
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Dosch als Prozessbeistand von Y._ und forderte diesen zu einer Stellungnahme zur Obhuts- respektive Sorgerechtszuteilung auf. Mit Eingabe vom 4. Mai 2012 beantragte der Kindesvertreter, in den Punkten der elterlichen Sorge und Obhut dem Rechtsbegehren des Vaters stattzugeben und dasjenige der Mutter entsprechend abzulehnen.
3.a. Am 11. Juni 2012 reichte der Prozessbeistand von Y._ ein Gesuch um Abänderung der vorsorglichen Massnahmen mit dem folgenden Rechtsbegehren ein:
„1. Es sei die Verfügung des Bezirksgerichtes Albula vom 11. März 2009, mitgeteilt am 13. März 2009, hinsichtlich der Obhut wie folgt abzuändern: Y._, geb. _1998, wird unter die alleinige Obhut des Vaters Z._ gestellt.
2. Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Albula vom 11. März 2009, mitgeteilt am 13. März 2009, hinsichtlich des persönlichen Verkehrs wie folgt abzuändern: Der Mutter X._ wird das Recht eingeräumt, Tochter Y._, geb. _1998, jedes zweite Wochenende von Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 19:00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. Sie hat ferner das Recht, zwei Wochen Ferien pro Jahr mit Tochter Y._ auf eigene Kosten zu verbringen.
3. Es sei die Verfügung des Kantonsgerichts Graubünden vom 7. Mai 2009, mitgeteilt am 12. Mai 2009, hinsichtlich des Unterhalts aufzuheben und durch den Präsidenten des Bezirksgerichts Albula nach richterlichem Ermessen anzupassen.
4. Alles unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuchsgegner. “
b. Z._ stellte in seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2012 folgendes Rechtsbegehren:
„1. Obhut über die Tochter Y._
Es sei Ziff. 1 des Rechtsbegehrens der Prozesseingabe von Y._ vom 11. Juni 2012 gutzuheissen.
2. Besuchs- und Ferienrecht
a. Es sei das mit Eheschutzverfügung des Bezirksgerichts Albula vom 11./13. März 2009 in Ziff. 1 II. des Dispositivs zu Gunsten von Z._ eingeräumte Besuchs- und Ferienrecht gegenüber Y._ aufzuheben.
b. Es sei Frau X._ das Recht einzuräumen, Y._ jedes zweite Wochenende von Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 19:00
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Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen sowie die Hälfte der Schulferien mit ihr zu verbringen.
c. Eventualiter sei Frau X._ das Recht einzuräumen, Y._ jedes zweite Wochenende von Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 19:00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen sowie zwei Wochen Ferien pro Jahr mit ihr zu verbringen.
3. Kinderunterhalt
a. In Abänderung von Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden vom 7./12. Mai 2009 sei die Unterhaltspflicht von Z._ betreffend seiner Tochter Y._ in der Höhe von CHF 700.00 zuzüglich Kinderzulagen aufzuheben.
b. Im Übrigen sei Ziff. 3 des Rechtsbegehrens der Prozesseingabe von Y._ vom 11. Juni 2012 gutzuheissen.
4. Kosten- und Entschädigungsfolge
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Frau X._ zuzüglich 8% MWST.“
c. X._ liess in ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2012 ausführen, dass die Frage zentral sei, ob der Wunsch von Y._ objektiv betrachtet in ihrem Wohl stehe. Zudem wurde beantragt, es sei im Hinblick auf die bevorstehende Verhandlung ein schriftlicher Bericht des Schulpsychologen, B._, einzuholen.
d. In der Folge führte der Bezirksgerichtspräsident mit B._, Schul- und Erziehungsberatung Thusis, am 27. Juni 2012 ein Telefongespräch, worüber er eine Aktennotiz anfertigte.
e. Anlässlich der Verhandlung vom 29. Juni 2012, an welcher sämtliche Parteien mit ihren Vertretern teilnahmen, konnte keine Einigung erzielt werden. Y._ liess auf ihre schriftlichen Anträge verweisen, ebenso Z._. X._ stellte den Antrag, das Gesuch von Y._ sei abzuweisen. Im Rahmen des Beweisverfahrens wurde der Antrag von Z._, seine neue Lebenspartnerin, Frau C._, als Zeugin einzuvernehmen, abgelehnt. Die Aktennotiz vom 27. Juni 2012 betreffend das Telefongespräch zwischen dem Gerichtspräsidenten und dem Schulpsychologen B._ wurde den Parteien zur Kenntnis gebracht und in Kopie ausgehändigt. Den Parteien wurde die Gelegenheit eröffnet, für den Fall der Gutheissung des Begehrens Anträge zu den Auswirkungen zu stellen. Z._ beantragte für diesen Fall eine Ausdehnung des Ferienrechts der Mutter auf vier Wochen. X._ verzichtete auf das Stellen von Anträgen. Am Schluss
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der Verhandlung eröffnete der Gerichtspräsident den Parteien mündlich seinen Entscheid, dessen Dispositiv den Parteien am 2. Juli 2012 ohne schriftliche Begründung mitgeteilt wurde. Nachdem X._ fristgerecht eine schriftliche Begründung verlangt hatte, erfolgte am 21. Februar 2013 die Mitteilung des begründeten Entscheides, mit dem der Bezirksgerichtspräsident was folgt erkannt hatte:
“1. Das Gesuch von Y._ vom 11. Juni 2012 wird gutgeheissen und Y._, geboren am _1998, wird in Abänderung von Ziffer 1 II in Verbindung mit Ziff. 4 des Dispositivs der Verfügung vom 11. März 2009 des Bezirksgerichts Albula (Proz. Nr. _) ab 1. Juli 2012 und für die Dauer der Trennung unter die Obhut des Vaters gestellt.
2. In Abänderung von Ziffer 1 II in Verbindung mit Ziff. 4 des Dispositivs der Verfügung (Proz. Nr. _) wird das darin verankerte Besuchs- und Ferienrecht zu Gunsten von Z._ gegenüber Y._ aufgehoben.
3. In Abänderung von Ziffer 1 II in Verbindung mit Ziff. 4 des Dispositivs der Verfügung (Proz. Nr. _) erhält X._ im Sinne einer Minimalregelung das Recht, Y._ jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, auf ihre eigenen Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen und mit Y._ vier Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen, solange Y._ noch zur Volksschule geht.
4. Z._ hat ab dem 1. Juli 2012 – Zeitpunkt des Übergangs der Obhut über Y._ – keine Unterhaltsbeiträge für Y._ an X._ mehr zu bezahlen. X._ hat ab dem 1. Juli 2012 für die Dauer der Trennung für die Tochter Y._ einen monatlichen, monatlich im voraus zu entrichtenden Unterhaltsbeitrag von CHF 600.00 zuzüglich allenfalls von ihr bezogene Kinderzulagen an Z._ zu bezahlen.
5. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2'500.00 gehen zu Lasten von X._ und sind innert 30 Tagen mit beigelegtem Einzahlungsschein dem Bezirksgericht Albula zu bezahlen.
6. X._ hat Y._ für ihre Vertretung in diesem Verfahren mit einer Umtriebsentschädigung von CHF 400.00 zu entschädigen. Sie hat zudem ihrem Ehemann, Z._, eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 2'000.00 inkl. MWSt und Spesen zu bezahlen.

## Considerations