# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e21291b-9654-4ffc-b252-5c5687a2f55e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Mit Entscheid vom 5. Mai 2021, schriftlich mitgeteilt am 5. Mai 2021, wies der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Surselva das Gesuch von A._ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für ein mietrechtliches Ausweisungsverfahren (Proz. Nr. 135-2021-195) infolge Aussichtslosigkeit des Rechtsbegehrens im Hauptverfahren ab. Ebenfalls mit Entscheid vom 5. Mai 2021 hiess er das Ausweisungsgesuch gut und verpflichtete A._, seine 4 1/2 – Zimmer-Wohnung an der B._ in C._ bis spätestens Samstag, 22. Mai 2021, um 12.00 Uhr zu räumen und ordentlich zu verlassen (Proz. Nr. -180).
B. Mit Datum vom 27. Mai 2021 (Poststempel) erhob A._ (nachstehend: Beschwerdeführer) gegen den "Entscheid vom Bezirksgericht Surselva Proz. Nr. 135-2021-195" beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde. Seiner Eingabe legte er den Entscheid des Regionalgerichts Surselva vom 5. Mai 2021 betreffend unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2021-195) bei.
Erwägungen
1. Die Beschwerde vom 27. Mai 2021 richtet sich gemäss Betreff und beigelegtem angefochtenem Entscheid gegen die von der Vorinstanz abgelehnte unentgeltliche Rechtspflege. Zwar ergeben sich aus den Ausführungen vereinzelt Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer auch mit dem Entscheid betreffend Ausweisung nicht einverstanden ist, jedoch geht aus seiner Eingabe nicht rechtsgenüglich hervor, dass er auch jenen Entscheid anfechten wollte; namentlich legte er diesen auch nicht bei. Es ist daher davon auszugehen, dass lediglich der Entscheid des Regionalgerichts Surselva vom 5. Mai 2021 betreffend unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2021-195) Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet.
2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann der Gesuchsteller den Entscheid mit Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden anfechten (Art. 121 in Verbindung mit Art. 319 Abs. b Ziff. 1 ZPO; Art. 7 EGzZPO [BR 320.100]). Da es sich gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO um ein summarisches Verfahren handelt, beträgt die Frist zur Einreichung der Beschwerde zehn Tage (Art. 321 Abs. 2 und 3 ZPO).
2.1. Die Vorinstanz versuchte zunächst, dem Beschwerdeführer den angefochtenen Entscheid eingeschrieben zuzustellen, wobei aber die entsprechende Sendung von der Post mit dem Vermerk "Nicht abgeholt"
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retourniert wurde. Daraufhin übermittelte sie dem Beschwerdeführer den angefochtenen Entscheid am 20. Mai 2021 mit A-Post, wobei sie im Begleitschreiben darauf hinwies, dass das schriftliche Mitteilungsdatum vom 5. Mai 2021 für die Auslösung der Rechtsmittelfrist unverändert bleibe, und dass für den Beginn der Rechtsmittelfrist die erste Zustellung massgeblich bleibe, mithin die ursprüngliche Rechtsmittelfrist durch die erneute Zustellung nicht verlängert werde. Gemäss Aktennotiz des Regionalgerichts Surselva forderte der Beschwerdeführer am 25. Mai 2021 telefonisch ein zusätzliches Exemplar des Original-Entscheids vom 5. Mai 2021 an, weil der Hund das zugestellte Exemplar "zerfressen" habe, er dieses aber an das Kantonsgericht weiterziehen müsse. Das Regionalgericht Surselva teilte ihm mit, dass ihm nochmals ein Entscheid per  zugestellt werde.
2.2. Die Schweizerische Zivilprozessordnung regelt die gerichtliche Zustellung in Art. 136 ff. ZPO. Die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden erfolgt durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung (Art. 138 Abs. 1 ZPO). Sie ist erfolgt, wenn die Sendung vom Adressaten oder von einer angestellten oder im gleichen Haushalt lebenden, mindestens 16 Jahre alten Person entgegengenommen wurde. Eine eingeschriebene Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, gilt am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als zugestellt, soweit der Empfänger mit der Sendung rechnen musste (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO). Holt der Adressat die eingeschriebene Sendung nicht innerhalb der siebentägigen Abholungsfrist ab, behilft sich die Zivilprozessordnung somit mit einer Fiktion: Der Adressat wird so behandelt, wie wenn er die Sendung am letzten Tag der Frist abgeholt hätte (sog. Zustell- oder Zustellungsfiktion; vgl. BGE 143 III 15 E. 4.1). Da der Beschwerdeführer als Gesuchsteller mit einer gerichtlichen Zustellung rechnen musste, gilt der vorinstanzliche Entscheid als am 14. Mai 2021 (Ablauf der Abholfrist) zugestellt.

## Considerations