# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9fe4378b-6462-4b1e-9f57-9caead5cd61b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, meldete sich am 2
8.
Februar 2002 (Eingangsdatum) erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Nach der Vornahme diverser Abklärungen – unter anderem
wurde das
psy
chiat
rische Gutachten
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie FMH, vom 1
6.
Oktober 2002 (
Urk.
7/13)
eingeholt
– sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten mit Verfügung vom
7.
April 2003 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
mit Wirkung ab dem
1.
März 2002 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
7/21).
1.2
Am 1
1.
August 2004 teilte
X._
der IV-Stelle durch Rechtsanwalt Domi
nique
Chopard
mit, dass eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes ein
getreten sei, weshalb sie eine Erhöhung der Invalidenrente beantrage (Urk. 7/36). Die IV-Stelle holte unter anderem das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
8.
Mai 2005 ein (
Urk.
7/43). Mit Verfügung vom 2
8.
Juni
2005 wies sie das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente ab (
Urk.
7/47), wogegen die Versicherte durch Rechtsanwalt
Chopard
am 2
9.
August 2005 Einsprache erhob (
Urk.
7/50).
Die IV-Stelle holte in der Folge unter anderem das polydisziplinäre Gutachten des
Instituts B._
vom
4.
März 2008 ein (
Urk.
7/87). Am
2.
Juli 2008 teilte die IV-Stelle
X._
mit, die Überprüfung des Invali
di
tätsgrades im Rahmen des
Einspracheverfahrens
habe ergeben, dass sie lediglich noch zu 37
%
invalid sei. Es sei deshalb vorgesehen in Abänderung der ange
fochtenen Verfügung vom 2
8.
Juni
2005 die bisherige halbe Invalidenrente im Sinne einer
reformatio
in peius aufzuheben
(
Urk.
7/97)
.
Daraufhin zog die Versi
cherte mit Schreiben vom 2
8.
August 2008 ihre Einsprache gegen die Verfügung vom 2
8.
Juni
2005 zurück (
Urk.
7/100).
1.3
Mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2008 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 28. Juni 2005 wiedererwägungsweise auf (
Urk.
7/106). Mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2008 stellte sie der Versicherten ausserdem die Einstellung der Inva
lidenrente in Aussicht (
Urk.
7/108), wogegen diese durch Rechtsanwalt
Chopard
am
3.
Dezember 2008 Einwand erhob (
Urk.
7/111). Die Verfügung vom 2
9.
Oktober 2008 hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit
Urteil vom
2.
Februar 2009 auf, da sich – unter anderem aus der Stellungnahme der IV-Stelle selber vom 1
6.
Januar 2009 (
Urk.
7/114) – ergab, dass diese grund
los erlassen worden war (
Urk.
7/117).
Mit Vorbescheid vom 2
8.
Oktober 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente abweisen, entgegen dem Vorbescheid vom 3
0.
Oktober 2008 aber die Invalidenrente nicht auf
he
ben werde
(
Urk.
7/129). Mit Verfügung vom 8. Dezember 2009 wies die IV-Stelle das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente ab
(
Urk.
7/130).
1.4
Am 1
1.
September 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Überprüfung des Invaliditätsgrades habe ergeben, dass sie unverändert Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Invaliditätsgrad: 55
%
) habe (
Urk.
7/154).
1.5
Am 1
2.
September 2017 (Eingangsdatum) stellte
X._
erneut das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
7/175). Die IV-Stelle holte die Arztberichte von
Dr.
med.
C._
, Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, vom 1
2.
Oktober 2017 (
Urk.
7/180/1-5
) sowie
des Zentrums
D._
vom
1.
November 2017 (
Urk.
7/181) und vom
8.
Januar 2018 (
Urk.
7/186)
ein. Am
6.
April 2018 nahm
Dr.
med.
E._
, Facharzt Orthopädische Chi
rurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle Stellung (
Urk.
7/199/4-5). Mit Vorbescheid vom 1
0.
April 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie das Erhöhungsgesuch abweisen werde (
Urk.
7/200). Dagegen erhob
X._
durch
Y._
am 4. Mai 2018 (
Urk.
7/201)
bzw. am 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
7/206) Einwand
.
Die IV-Stelle holte den Arztbericht von
Dr.
med.
F._
, Innere Medizin FMH, vom 1
4.
Dezember 2018 ein (
Urk.
7/218/1-5). Sodann liess sie das polydisziplinäre medizinische Gutachten der
G._
vom 2
5.
Oktober 2019 erstellen (Urk. 7/241).
Am 2
2.
November 2019 nahm RAD-Arzt
Dr.
E._
dazu Stellung (
Urk.
7/254/7-8). Mit Verfügung vom 2
3.
September 2020 wies die IV-Stelle das Gesuch um Erhö
hung der Invalidenrente ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch
Y._
am
26. Oktober 2020 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Es sei die Verfügung vom 2
3.
September 2020 aufzuheben und die Beschwer
degegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine unbefristete ganze Invalidenrente auszurichten, rückwirkend per 1. September 201
7.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. Mehrwertsteuer, zu Las
ten der Gegenpartei.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am
7.
Dezember 2020 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
8.
Dezember 2020 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
3
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung
geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinwei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
wei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringen
de – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
September 2020 (
Urk.
2) aus, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass bei der Beschwerdeführerin keine höhere Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine dauerhafte, weitergehende Reduktion der Arbeits- und Leistungs
fä
higkeit über das bisher bestehende Mass hinaus sei nicht nachgewiesen.
Es könne auch nicht davon ausgegangen werden, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Alters nicht mehr möglich sei, eine Arbeitsstelle zu finden.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, aus den Berichten der behandelnden Ärzte gehe hervor, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert und sie deshalb Anspruch auf eine Rentenerhöhung habe. Die Beschwerde
führe
rin leide an multiplen Krankheiten und müsse diverse Medikamente einnehmen. Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
G._
-Gutachten vom 2
5.
Oktober 2019 genüge den Anforderungen nicht. Es sei unvollständig und habe deshalb keinen Beweiswert. Selbst wenn
auf die
Beurteilung des Gutachtens
abgestellt würde
, müsste davon ausgegangen werden, dass
aufgrund der
festge
stellten ausgeprägte
n Einschränkungen, des
die attestierte Teil-Arbeitsfähigkeit
zusätzlich limitierenden
Belastungsprofil
s
und
der fehlenden Ressour
cen
die Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht realisierbar sei. Es sei davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin wiederholte krankheits
bedingte Unter
brüche erleiden würde. Dies halte ein potentieller Arbeitgeber davon ab, die Beschwer
deführerin einzustellen. Insgesamt weise
sie
derart viele Einschränkun
gen auf, dass ihre Arbeitskraft auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisti
scherweise nicht mehr nachgefragt werde. Ihr
e
Anstellungschancen seien gleich null und es sei ihr deshalb eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1).
3.
3.1
Laut dem Arztbericht von
Dr.
C._
vom 1
2.
Oktober 2017 (
Urk.
7/180) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine Urininkontinenz (Erstdiagnose 2011, anamnestisch seit ca. 2009)
mit
Rezidivbelastungsinkontinenz
, hyperaktiver Blase und rezidivierenden Harnwegsinfekten, ein Diabetes mellitus (Erstdiagnose 2003) sowie Depressionen (Erstdiagnose 2003). Der Beschw
erdeführerin sei
von ihr
(
Dr.
C._
)
keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Sie erleide wegen der Inkontinenzsituation starke psychische Belastungen. Schweres Heben sei zu vermeiden. Die Beschwerdeführerin müsse häufig die Toilette aufsuchen. Das Inkontinenzproblem könne operativ behandelt werden. Wesentliche Auswir
kun
gen auf die Arbeitsfähigkeit habe dies nicht.
3.2
3.2.1
Gemäss dem Arztbericht des Zentrums
D._
vom
1.
Novem
ber 2017 (
Urk.
7/181) bestehen bei der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig
mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
2.
Koronare 1-Gefässerkrankung mit/bei
-
NSTEMI (Erstdiagnose 1
3.
Oktober 2017)
-
PTCA/Stent x 1 bei 95
%
Stenose des medialen RIVA
-
LVEF 66
%
(Spital
H._
1
8.
Oktober 2017)
3.
Misch-Inkontinenz mit dominierender Belastungsinkontinenz II. Grades mit/bei
-
Status nach R-B mit Entfernung von einem malignen Blasentumor
(Oktober 2010)
-
Revision 2013
-
Rezidive Oktober 2017 (Patientenangabe)
4.
Lumbovertebrales
Syndrom mit/bei
-
lumbosakrale
r
Übergangsstörung (
lumbalisierter
Sakralwirbel) mit
konsekutiver Instabilität bei
degenerantiver
Veränderung mit
Spondylarthrose und Diskopathie L5/6 (MRI,
Dr.
I._
2
2.
April 2003)
-
Diskushernie L5/S1 (MRI,
Dr.
I._
2
9.
Mai 2007)
5.
Cervikozephales
Syndrom mit/bei
-
Status nach Auffahrunfall 2004 Unfall (keine Rissquetschwunde,
Kopfanprall, beim Hausarzt Diagnose Commotio cerebri)
-
Streckhaltung der oberen und mittleren HWS. Hypofunktion in den
meisten
cervicalen
Segmenten. Leichtgradige mediane Diskushernie HWK
4/5, leichtgradige begleitende
Uncovertebralarthrose
HWK 5/6, ansonsten
unauffällige Darstellung der HWS, BWS und LWS (MRI 1
9.
Mai 2008)
6.
Verdacht auf Fibromyalgie
7.
Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom rechts
8.
Fersensporn rechts (
Dr.
J._
2
7.
März 2002)
9.
Senk- und Spreizfuss mit
Hallux
valgus und Krallenzehenbildung beidseits
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
1
0.
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose 2001,
Dr.
K._
1
1.
August 2004)
11.
Status nach Hepatitis
Die Befunde hätten sich insofern verändert, als eine deutliche progrediente und therapieresistente Depression bestehe und zusätzlich somatische Probleme wegen der NSTEM
I sowie dem Blasentumor-Rezidiv
vorhanden seien. Insgesamt liege eine desolate Situation vor, die Beschwerdeführerin könne den Alltag kaum noch bewältigen. Auto
fahren sei nur für kurze Strecken möglich, es bestünden dau
ernde Angst und Müdigkeit. Es seien nur leichtes Putzen und Kochen kleinerer Mahlzeiten noch möglich. Die Beschwerdeführerin habe Angst, alleine aus dem Haus zu gehen. Die Prognose sei schlecht. Es bestehe seit 2001 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Arbeitsversuche seien keine unternommen worden. Aktuell gebe es eine deutliche Zunahme der Beschwerden.
3.3.2
Im Bericht vom
8.
Januar 2018 (
Urk.
7/186) führten die Ärzte des Zentrums
D._
aus, die Beschwerdeführerin sei seit 2001 zu 100
%
arbeits
unfähig. Den Haushalt könne sie kaum mehr bewältigen.
Als Hilfsarbeiterin sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig. In angepasster Tätigkeit bestehe ebenfalls eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin ermüde rasch und werde nervös. Deshalb bestünden auch keine Teamfähigkeit und kein Durchhalte
vermö
gen. Die Reisefähigkeit sei noch gegeben, für kurze Strecken könne die Beschwer
deführerin Auto fahren. Die Prognose sei bei deutlich chronifizierter Schmerz- und Depressionsproblematik sowie deutlich reduziertem Allgemein
zustand schlecht.
3.3
Gemäss
dem Arztbericht von
Dr.
F._
vom 1
4.
Dezember 2018 (
Urk.
7/218/1-5) bestehen
bei der Beschwerdeführerin ein
chronisches
cervicocephales
und
lum
bospondylogenes
Syndrom, eine rezidivierende depressive Störung
, aktuell mit
telschwere bis schwere depressive Episode nach Tumorrezidiv, eine mässige Gonarthrose rechts, ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2, ein Status nach NST
E
MI, eine Fibromyalgie, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie ein rezidivierender Drehschwindel.
Die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 2017
zu 100
%
arbeitsunfähig. Mit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit könne nicht gerechnet werden. Allenfalls könne sie im Sinne einer Beschäftigungs
the
rapie eine Tätigkeit zu 10 bis 20
%
ausüben, in der freien Wirtschaft sei sie aber zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.4
Laut dem Bericht von
Dr.
med.
L._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 1
4.
Februar 2019 (
Urk.
7/222) bestehen bei der Beschwerde
füh
rerin eine rezidivierende depressive Störung, eine Panikstörung sowie zahl
reiche körperliche Beschwerden. Die Beschwerdeführerin stehe bei
Dr.
L._
seit dem 2
3.
April 2001 in psychotherapeutischer Behandlung. Der Zustand sei seit länge
rer Zeit unverändert. Es sei zu keiner Besserung gekommen. Die Depression habe sich als therapieresistent erwiesen. Ab 2016 habe sich der Zustand allmählich verschlechtert. Die Beschwerdeführerin sei tiefer depressiv und ängstlicher geworden. Im Antrieb sei sie stark vermindert, lustlos und häufig erschöpft. Dazu leide sie unter intensiven Schmerzen und habe sich manchmal kaum bewegen können. Sie sei stets
müde
, habe aber trotzdem Schlafprobleme. Die Beschwerde
führerin sei aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei ungünstig. Es sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verbessern werde.
3.5
Gemäss dem polydisziplinären Gutachten der
G._
vom 2
5.
Oktober 2019 bestehen bei der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen (
Urk.
7/241/23-24):
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.02)
- MRI HWS vom 19.10.2015: leichte
Diskusprotrusion
auf Höhe HWK 5/6
2.
Chronische
lumbospondylogene
und lumbosakrale Schmerzen (ICD-10 M54)
-
im MRI LWS/ISG/
Sakrum
von 13.12.2017: LWK 4/5 und LWK 5/S1
linksbetont mit beginnender Facettengelenksdegeneration. Ventrale
Spon
dylose lumbal fokal mit Aktivierungszeichen im Segment BWK12/
LWK
1.
ISG mit diskret ödematös
juxtakortikaler
Veränderung vor allem
ventrokaudal
. Lumbosakrale Übergangsstörung (
lumbalisierte
Sakralwirbel)
3.
Leichte
Coxarthrose
links (ICD-10 M16)
4.
Periarthropathia
genu
mit beginnender
Femoropatellararthrose
beidseits (ICD-10 M19)
-
MRI Knie nativ beidseits vom 08.08.2018: Furchenbildung im
retropatellären
Knorpel
5.
Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/F32.1)
Ohne Auswirku
ng auf die A
rbeitsfähigkeit:
1.
Koronare 1-Gefässerkrankung (ICD-10 I25.11), Status nach NSTEMI (ICD-10 I25.22)
- LVEF 66
%
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren: Nikotin, Insulinpflichtiger Diabetes mellitus
Typ II, Dyslipidämie
2.
Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose unklar (ICD-10 E11)
3.
Status nach transurethraler Resektion der Harnblase und
Farmorubicin
-Instal
lation bei nicht invasivem
papillärem
Urothelkarzinom
pTa
G2 am 15.03.2010 (ICD-10 C68)
4.
Unklares Hautexanthem Leistenregion rechts (ICD-10 L08)
5.
COPD GOLD-Stadium II/B (ICD-10 J44)
-
Status nach viraler
Infektexazerbation
mit respiratorischer
Partialinsuf
fizienz 04/2018, fortgeschrittenes obstruktives Lungenemphysem
-
Bodyplethysmographie 27.04.2018: Mittelschwere obstruktive nach
Bron
cholyse
partiell reversible Ventilationsstörung
-
kumulativ 40 pack/
years
6.
Anamnestischer Verdacht auf ein Restless Leg-Syndrom (ICD-10 G25.81)
7.
Verdacht auf einen chronischen Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2)
8.
Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
Aus rheumatologischer Sicht bestehe in der Tätigkeit als Zimmermädchen oder Produktionsmitarbeiterin eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
.
Die Beschwerdeführe
rin könne
täglich eine
reduzierte P
räsenzzeit von 6 Stunden
bei voller Leistungs
fähigkeit
erbringen
. Die Einschränkungen seien zwar rheumatologisch nicht genau ermittelbar, aufgrund von Erfahrungswerten sei aber davon auszugehen, dass bei den vorliegenden arthrotischen Veränderungen in der HWS und LWS sowie in den Knien bei einem höheren Beschäftigungsgrad mit Exazerbationen der belastungsabhängigen Schmerzen zu rechnen sei. Aus kardialer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiterin bei normaler linksventrikulärer Pumpfunktion eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Neurologisch bestünden keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Aus neuropsychologischer Sicht lasse sich eine substantielle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer den begrenzten intellek
tuellen Fähigkeiten der Beschwerdeführerin angepassten ein
fachen Hilfstätigkeit nicht begründen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführerin eine Anwesenheit von bis zu 8 Stunden pro Tag am Arbeits
platz möglich. Aufgrund der durch die Depression und die undifferenzierte Somatisierungsstörung bedingten erhöhten Ermüdbarkeit bestehe eine Leistungs
einschränkung von bis zu 30
%
.
Die Beschwerdeführerin sei damit bezogen auf ein 100
%
-Pensum zu 70
%
arbeitsfähig.
Rheumatologisch sei die Beschwerdeführerin in einer leichten Tätigkeit ohne schweres Heben von mehr als 5 kg und selten Gewichte über 10 kg, der Möglich
keit der Wechselbelastung, ohne Knien, Hocken sowie Bücken zu 100
%
arbeits
fähig. Aus kardiologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in sämtlichen ange
passten Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsfähig. Zu vermeiden seien Tätigkeiten in grosser Hitze und Kälte, mit starken Temperaturschwankungen, mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus, atmosphärischem Unter- oder Überdruck sowie überdurch
schnittlicher Verletzungsgefahr (erhöhter Blutungsgefahr).
Zusammenfassend
sei bei der Beurteilung in der angestammten Tätigkeit als Zim
mermädchen oder Produktionsmitarbeiterin die Einschätzung im rheumato
logi
schen Teilgutachten massgebend, in dem von einer Präsenzzeit von 6 Stunden pro Tag entsprechend einer zeitlichen Einschränkung auf 70
%
ausgegangen werde. Basierend auf der psychiatrischen Einschätzung und aufgrund der erhöh
ten Ermüdbarkeit aufgrund der Depression bestehe jedoch eine leicht- bis mittel
gradige zusätzlich
e
Leistungsminderung um bis zu 30
%
, welche allerdings zum Teil bereits im reduzierten Arbeitspensum mitberücksichtigt sei. Gesamthaft sei daher von einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 56
%
auszugehen (Präsenz 70
%
, Leistung 80
%
).
In einer angepassten Tätigkeit bestehe aufgrund der psychiatrischen Diagnosen eine Leistungseinschränkung von 70
%
(Präsenz 100
%
, Leistung 70
%
).
Aus rheumatologischer Sicht liege die ausgewiesene Arbeitsfähigkeit basierend auf den MRI-Befunden und den damalig dokumentierten klinischen Befunden seit spätestens 2015 vor. Seit 2017 sei es zu Knieschmerzen gekommen, welche als
femoropatellär
beginnende
Arthrosesituation
mit Knorpelfissur ohne grösse
ren Effekt bezeichnet worden sei
en
. Zudem seien orthopädisch ein Weichteil
rheu
matismus und im Rahmen dessen eine
Periarthropathie
genu
postuliert worden. Die übrigen rheumatologischen Diagnosen seien unverändert. Aus rheumatologi
scher Sicht habe sich der Gesundheitszustand nur unwesentlich verschlechtert und es liege weiterhin nur eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Die seit Oktober 2017 bestehende
n
kardi
ologischen
Probleme hätten keinen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Auch neurologisch ergebe sich weiterhin keine Einschränkung
. A
us neuropsychologischer Sicht könne dazu keine Stellungnahme abgegeben werden
, weil keine neuropsychologischen Vor
befunde existierten und die aktuellen Befunde nicht hinreichend valide seien (
Urk.
7/241/146).
Aus psychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand leicht verschlechtert, die Arbeitsfähigkeit habe sich dadurch aber nicht verändert
(
Urk.
7/241/28-31)
.
3.6
3.6.1
Laut
der Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
E._
vom 2
2.
November 2019 (Urk. 7/254/7-8) erfüllt das Gutachten der
G._
sämtliche Anforderungen.
Es
bescheinige der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin von 30
%
für die Zeit von 2008 bis Oktober 2019 und von 44
%
ab Oktober 201
9.
In angepasster Tätigkeit bestehe eine Arbeitsun
fähig
keit von 30
%
. Eine wesentliche Änderung sei nicht zu erwarten. Es handle sic
h, was den Schweregrad anbelange,
um eine weniger schwere Erkrankung. Es gebe wenig Hinweise auf Therapieresistenz, teilweise seien aber solche vorhanden. Eine Persönlichkeits
störung bestehe nicht, Ressourcen seien vorhanden. Die funktio
nelle Leistungs
störung betreffe alle Lebensbereiche. Eine Konsistenz zwischen den von der Beschwerdeführerin geschilderte Beschwerden und den Befunden bestehe nicht.
3.6.2
Am 2
7.
März 2020 (
Urk.
7/254/11) führte
Dr.
E._
zur Frage aus, ob aufgrund des
G._
-Gutachten nicht von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszu
gehen sei, cum grano salis lägen unwesentliche Verbesserungen bzw. Verschlech
terungen des Gesundheitszustands vor. In der Conclusio sollte von einer differen
ten Beurteilung des im Wesentlichen gleichen Sachverhalts ausgegangen werden.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist vorliegend die Frage, ob sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
seit dem Erlass der Verfügung vom
8.
Dezember 2009
(Urk.
7/130
), mit welcher die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
letztmals umfassend überprüft und
den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestätigt
hat, und der vorlie
gend ange
fochtenen Verfügung vom
2
3.
September 2020 (
Urk.
2)
in anspruchsrelevanter Weise ver
schlechtert hat.
4.
2
Das umfangreiche polydisziplinäre Gutachten der
G._
vom 2
5.
Oktober 2019 (
Urk.
7/241)
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.
4
). Es beruht auf
sorgfältigen, umfassenden allgemeinmedizinischen, rheumatologischen, kardiologischen, neu
rologischen
,
neuropsychologischen
und psychiatrischen
Untersuchungen
und wurde unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden sowie in Auseinander
setzung mit der medizinischen Aktenlage abgegeben. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Sch
lussfolgerungen nachvollziehbar.
Dem Gutach
ten kommt daher gru
ndsätzlich volle Beweiskraft zu.
Wie bereits festgehalten (E. 1.
5
) ist in Bezug auf die Berichte der behan
deln
den Ärzte die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen.
4.
3
Die Beschwerdeführerin bringt gegen das
G._
-Gutachten vor, es fehle
ihm
an einer detaillierten Auseinandersetzung mit der divergierenden Beurteilung des behandelnden Facharztes
Dr.
L._
, weshalb es unvollständig sei.
Hierzu ist fest
zuhalten, dass die Berichte der behandelnden
Ärzte
,
inkl. diejenigen von Dr.
L._
,
im polydisziplinären Gutachten der
G._
sehr ausführlich erwähnt und in zusammengefasster Form mehrfach wiedergegeben werden (Urk. 7/241/34-42, Urk. 7/241/47-54,
Urk.
7/241/71-77,
Urk.
7/241/96-
97, Urk. 7/241/131-132,
Urk.
7/241/152-154).
Im psychiatrischen Teilgutachten fin
det sich sodann unter dem Titel «Beurtei
lung von Konsistenz und Plausibil
ität» auch eine Auseinandersetzung mit den anderen ärztlichen Einschätzungen (Urk. 7/241/167-169). Bezüglich der Beurteilung von
Dr.
L._
wird insbesondere festgehalten, dieser habe als behandelnder Psychiater eine mittelgradige depres
sive Episode mit somatischem Syndrom angegeben und gehe seit Ende 2003 von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus, ohne Änderung der Diag
nose.
Dr.
L._
bescheinige de
r
Beschwerdeführer
in
seit Anfang 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
. Eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 25
%
sei aber bei einer mittelgradigen depressiven Episode eine zu geringe Einschätzung. Im Jahr 2019 habe
Dr.
L._
dann eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige bis schwere Episode
,
und Panikstörung angegeben, bei Ver
schlechterung ab 201
6.
Er
berichte auch von einem stark verminderten Antrieb, einem verminderten Selbstwert und Schuldgefühlen der Familie gegenüber. Die Beschwerdeführerin habe aber durchaus Antrieb, so könne sie z.B. nach Bosnien reisen. Menschen mit schweren Depressionen würden keine Reisen mehr unter
nehmen. Es bestehe auch keine deutliche Selbstwertproblematik und Schuldge
danken hätten auch nicht eruiert werden können. Die Beschwerde
führerin zeige vielmehr eine deutliche Energie und Durchsetzungs
fähigkeit, was mit Schuldge
danken nicht vereinbar sei. Trotz der von ihm festgehaltenen Gedächtnisstörun
gen habe
Dr.
L._
auch keine organische psychische Störung diagnostiziert. Eine Panikstörung könne nicht bestätigt werden, es fehle an der entsprechenden Symptomatik mit häufigem Auftreten ausfallsartiger Angst mit vegetativen Symptomen.
Das
G._
-Gutachten setzt sich damit entgegen der Ansicht der Beschwer
de
führerin genügend mit der divergierenden Beurteilung von
Dr.
L._
auseinan
der und der psychiatrische
Teil-
Gutachter begründet ausführlich, warum er zu einer
abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
gelangt
. Er zeigt insbe
sondere
zutreffend
auf, dass
der behandelnde Psychiater
Dr.
L._
auch bereits im Zeitpunkt der Zusprache der halben Invalidenrente die Arbeitsunfähigkeit wesentlich höher einschätzte und mithin bereits damals eine ganze Invalidenrente zuzusprechen gewesen wäre, wenn man von der Einschätzung von
Dr.
L._
aus
gegangen wäre. Dasselbe gilt sodann auch bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte des Zentrums
D._
. Diese bescheinigen der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bereits seit 200
1.
Eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit geht somit aus ihren Berichten gar nicht hervo
r, sondern sie nehmen bereits ab dem Beginn der Erkrankung
eine andere Beurteilung desselben
Sachverhaltes vor. Im
G._
-Gutachten wird
zudem nachvollziehbar ausgeführt, dass selbst bei Annahme der von den Ärzten des Zentrums
D._
diagnostizierten
mittel
gradigen depressiven Störung nicht von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausge
gangen werden kann (Urk. 7/241/168).
Nicht erforderlich erscheint im Weiteren auch, dass sich die Gutachter mit jeder sich aus den
Vorakten
ergebenden Diag
nose im Einzelnen detailliert auseinandersetzen.
De
n
von der Beschwer
deführerin geltend gemachte
n
Mangel weist das Gutachten
damit
nicht auf.
Es kann voll
umfänglich darauf abgestellt werden.
4.
4
Die Beschwerdeführerin macht ausserdem geltend, selbst wenn von der Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit im
G._
-Gutachten ausgegangen würde, müsse
angenommen
werden, dass die ihr attestierte Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsm
arkt nicht mehr verwertbar sei.
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfä
higkeit
liege vor
, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so einge
schränkter Form möglich sei, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kenne oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen
den Stelle daher von vorneherein als ausgeschlossen erscheine (Entscheid des Bundesgerichts vom 2
1.
August 2019, 8C_143/2019). Im von der Beschwerde
führerin zitierten Ent
scheid wird aber eine solche Konstellation verneint, unter anderem mit dem Hin
weis auf die Resterwerbsdauer der in jenem Fall 47 Jahre alten Versicherten. Vor
liegend ist die Beschwerdeführerin zwar bereits 57 Jahre alt, zu beachten ist aber, dass
für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu beantworten ist, auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätigkeit abzustellen ist (BGE 138 V 457).
Die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurde aber nicht im Rahmen des vorliegend aufgrund
eines Rentenerhöhungsgesuchs
der Beschwer
deführerin eingeleiteten Revisions
ver
fahrens durch das Gutachten der
G._
vom 2
5.
Oktober
2019 (Urk. 7/241) erstmals festgestellt, sondern es besteht eine seit Jahren einge
schränkte Arbeits
fähigkeit, aufgrund welcher die Beschwerde
führerin
seit dem 1.
März 2002 unun
terbrochen eine halbe Invalidenrente bezieht.
Es ist zwar eine gewisse Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten, die Arbeits
fähigkeit ist laut der Einschätzung der Gutachter der
G._
aber im Wesentlich
en
unverändert geblieben. Es liegt mithin hier keine Konstellation vor, in welcher die Beschwer
deführerin bis ins fortgeschrittene Alter
keine
oder nur eine unwesentlich
e
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aufgewiesen hat
und
nun gezwungen ist, ihre bisherige Tätigkeit gesundheitsbedingt aufzugeben und eine
neue, behinderungs
angepasste Tätigkeit aufzunehmen
.
D
ie Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
ist
vielmehr
bereits
eingetreten
,
als die Beschwerdeführerin
erst
rund 40 Jahre alt war und es wäre ihr zumutbar gewesen, eine behinderungs
angepasste Arbeit zu suchen.
Von einer Unzumutbarkeit der Verwertung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit aufgrund des der Beschwerdeführerin zumutbaren Belas
tungsprofils konnte und kann nach wie vor nicht gesprochen werden.
Dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer subjektiv empfundenen voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit die
ihr attestierte
Restarbeitsfähigkeit während Jahren nicht ver
wertet
und sich nie um die Wiederaufnahme einer Erwerbs
tätigkeit bemüht
hat,
kann nicht dazu führen
, dass nunmehr aufgrund des fortgeschrittenen Alters von der Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auszu
gehen ist. Unter demselben Gesichtspunkt ist
zu betrachten
, dass die Chancen auf
eine
Arbeitsstelle durch die jahrelange Absenz vom Arbeitsmarkt
und die damit verbundene Arbeitsentwöh
nung
deutlich gemindert werden.
4.5
Die Beschwerdegegnerin hat die Frage aufgeworfen, ob aus dem
G._
-Gut
achten
nicht gar
eine
Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit
herzuleiten ist (Urk.
8/254/9-10). Übereinstimmend mit der
Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
E._
vom 2
7.
März 2020 (
Urk.
8/254/11) ist festzuhalten, dass sich jeden
falls eindeutig aus dem Gutachten ergibt, dass keine Verschlechterung der Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit eingetreten ist.
Es wird damit aber ent
gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 11) nicht aufgezeigt, dass das Gutachten widersprüchlich, unbegründet und nicht schlüssig ist. Nicht ganz nachvollziehbar ist einzig, warum der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin
– im Gegensatz zu einer ange
passten Tätigkeit -
lediglich eine reduzierte Präsenzzeit zugemutet wird, zumal nicht
klar ist, ob diese dem Anforderungs
profil einer behinderungs
angepassten Tätigkeit nicht entspricht.
Zumal die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit letztmals im Jahr 2001 ausübte (
Urk.
8/6), erw
eist
sich die
se
Beurteilung aber als schwierig. Eine höhere
Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit ergibt sich deswegen nicht.
4.6
Zusammenfassend
ist
festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
seit
Dezember 2009
zwar verändert hat,
die von der Beschwerdegegnerin getätigten Abklärungen – insbesondere das
G._
-Gut
achten vom 2
5.
Oktober 2019 (
Urk.
8/241) –
aber
ergeben haben, dass
in Bezug auf die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeitsfähigkeit keine rele
vante Änderung eingetreten ist, zumal sich auch das Anforderungsprofil
für eine angepasste Tätigkeit
nicht invaliditätsrelevant verändert hat. Damit erübrigt sich ein Einkommensvergleich.
Demnach erweist sich die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
September 2020 als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.