# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f3e6d958-d886-47dd-957b-228025ce2b69
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1967 geborene
X._
me
ldete sich am 30. April 2002 unter Hinweis auf das Fehlen des rechten Armes seit Geburt erstmals bei der Invalidenversi
cherung z
um Leistungsbezug an (Urk. 9/1
). Das Gesuch auf Hilfsmittel
beschied
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wegen fehlen
der
versicherungsmässiger Voraussetzung
mit Verfügung vom 21. Juni 2002
(Urk. 9/5)
abschlägig
.
Ein darauffolgendes Gesuch um Hilflosenentschädigung vom 31. August 2005 (Urk. 9/8) hiess die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
4.
März
2006
(Urk. 9/
20
) wegen leichter Hilflosigkeit gut und gewährte dem Versicherten anschliessend Kostengutsprache
n
für Änderungen am Motorfahr
zeug
(
Urk.
9/30
, Urk. 9/33, Urk. 9/41
, Urk. 9/53
)
. Mit Mitteilungen vom 15. März 2010 (Urk. 9/38
) und 28. Juli 2015 (Urk. 9/47)
bestätigte die IV-Stelle jeweils den Anspruch auf Hilflosenentschädigung wegen leichter Hilflosigkeit.
1
.2
Am 26. Januar 2018 meldete sich der zuletzt als selbständiger Taxifahrer
und
vom 1. August 2006 bis 31. Januar 2018
als
nebenamtlicher Mitarbeiter Re
ini
gung und Umgebungspflege für die Genossenschaft
Z._
tätig gewesene
Ver
sicherte unter Hinweis auf eine abgenützte Schulter links und Schmerzen erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 9/60, Urk. 9/68
, Urk.
9/
74
,
Urk.
9/78,
Urk. 9/108
).
Am 2
2.
März 2018 teilte die IV-Stelle mit, dass derzeit keine Eingliederungsmass
nahmen möglich seien (
Urk.
9/77)
.
Mit Verfügung vom 10. September 2018 (Urk. 9/89) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
1.3
Unter Hinweis auf eine Verschlechterung der Gesundheit meldete sich der Versi
cherte mit Schreiben vom 20. Dezember 2018 abermals zum Leistungsbezug an (Urk. 9/92). Die Verwaltung tätigte berufliche und medizinische Abklärungen
und stellte mit Vorbescheid vom 9. September 2019 (Urk. 9/121)
die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
. Nach erhobenem Einwand vom 3. Oktober 2019 (Urk. 9/122) mi
t
ergänzender Begründung vom
6. Januar 2020 (Urk. 9/128) ver
fügte die IV-Stelle am 13. März 2020 (Urk. 2) im angekündigten Sinne.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
am 7. April 2020 (Urk. 1) Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung vom 13. März 2020 sei aufzuheben,
es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zwecks ergänzender medizinisc
her Abklärungen zurückzuweisen und
es sei
ihm
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren; unter Kostenfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin
(S. 2).
Die
IV-Stelle
schloss am 25. Mai 2020 (Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde, was dem
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 2. Juni 2020 (Urk. 10) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theo
retischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der
von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektu
ellen
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die versicherte Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbs
fähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; Meyer/Reichmuth, Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl
age
2014,
R
n
131 zu Art. 28a).
1.2.2
Je restriktiver das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto einge
hender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1 mit Hinweis). Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_712/2017 vom 12. Januar 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine voll
ständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 und 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3
.1, je mit weiteren Hinweisen).
Die faktische
Einhändigkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
stellen zwar praxisgemäss Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit dar. Doch hat die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betä
ti
gungsmöglichkeiten für Personen bestehen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz von rechtem Arm und rechter Hand voraussetzen (Urteil des Bundesgericht 8C_37/2016 vom 8. Juli 2016 E. 5.1.2 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2017 vom 12. Januar 2018 E. 6.4 und 8C_622/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.2.2 mit weiteren Hinwei
sen).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung [
IVV
]
), so ist im Beschwerdever
fahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidi
erbar. Weiter sind, auch bei an
sich
gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den
Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 13. März 2020 (Urk. 2) zur Hauptsache, die Prüfung habe ergeben, dass keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vorliege (S. 1). Auch begründe die Aussage von Zunahme der Schmerzen allein keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2020 (Urk. 8) ergänzte sie,
der
Beschwerde
führer
sei aus versicherungsmedizinischer Sicht in einer optimal behinderungs
angepassten (zum Beispiel kontrollierende oder überwachende) Tätigkeit ohne regel
mässigen Gebrauch des einzigen (linken) Armes zu 100 %
a
rbeitsfähig (S. 2).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (Urk. 1
, Urk. 6
) im Wesentlichen ein, dass das Belastungsprofil für behinderungsangepasste Tätigkeiten seit der letzten Ver
fügung insoweit weiter eingeschränkt worden sei, als ihm mit der angeborenen
Einarmigkeit
(
Phokomelie
)
rechts
nun neu auch kein regelmässiger Gebrauch mehr des linken Armes zumutbar sei
(S. 5)
.
Es liege damit eine wesentliche Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes vor, welche zu einer nicht mehr vorhan
denen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit führe (S. 6).
2.3
Zu prüfen ist in erster Linie, ob von einer anspruchserheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes auszugehen ist (E. 1.4). Massgeblicher Vergleichszeitpunkt für eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes bilde
t
die leistungs
ableh
nende Verfügung
vom 1
0.
September 2018
, welcher
umfassende erwerb
liche und medizi
nische Abklärungen zugrunde lag
en
(E. 1.5)
.
3.
3.1
3.1.1
Die leistungsablehnende Verfügung vom 10. September 2018 basiert zur Haupt
sache
auf der Stellungnahme von Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin. Dieser
hielt als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit einen Zustand nach Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne mit suba
cromialem
Impingement
der Schulter rechts bei
Phokomelie
des
recht
en
Arm
s
sowie einen Zustand nach Tendinitis
calcarea
der
Supraspinatussehne
der Schulter links fest und
gelangte in Würdigung der medizinischen Aktenlage am
2
7.
März 2018 (
Urk.
9/78)
zum Schluss,
beim 50-jährigen Beschwerdeführer bestünden die genannten, somatischen Gesundheitsschäden, wobei das entschei
dende Problem in diesem Fall die Kombination der kongenitalen Missbildung (
Phokomelie
, das heisse angeborene, extreme Verkürzung und Deformierung) des rechten Armes mit einer – wahrscheinlich konsekutiv überlastungsbedingten – chronischen Schmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkung der linken Schul
ter darstelle (Tendinitis
calacarea
der Supraspinatussehne), wahrscheinlich zurück
zuführen auf die langjährige Tätigkeit als Taxifahrer mit der Notwendig
keit des einhändigen Lenkens und
der
einhändigen Bedienung des Fahrzeugs. Dieser Gesundheitsschaden sei überwiegend wahrscheinlich stabil, das heisse eine wesentliche Besserung sei aus medizinischer Sicht nicht zu erwarten. Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit-Bewertung seien die aktenkundigen Angaben, die sich wie üblich nur auf die ausgeübte Tätigkeit (Taxifahrer) bezögen, aus orthopädischer Sicht ohne weiteres nachvollziehbar – und eine wesentliche, vor allem dauerhafte, Besserung sei
angesichts der geschilderten Umstände auch überwiegend
wahr
scheinlich,
nicht mehr zu erwarten. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit allerdings, das heisse in diesem Fall eine Tätigkeit ohne besondere Belastung des linken Armes, speziell ohne Arbeiten in oder über Schul
t
erhöhe, und ohne Not
wendigkeit, den kongenital missgebildeten, rechten Arm überhaupt zu gebrau
che
n
, wäre medizintheoretisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gege
ben, was auch retrospektiv gelte (S. 4).
3.1.2
Ergänzend lässt sich den Akten der Bericht von
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Schulterchirurgie der Universitätsklinik
C._
,
vom 7. Februar 2018 (Urk. 9/71) entnehmen
,
rechts habe sich die Situation beruhigt. Links bestehe weiterhin ein ausgeprägtes subacromiales
Impingement
, wobei röntgenologisch das Kalkdepot nun verschwunden sei. Das Verschwinden eines Kalkdepots sei häufig mit einer erneuten Schmerzprogredienz vergesellschaftet.
Dennoch werde eine schulter
belastende Tätigkeit, zu der auch Taxifahren zu zählen sei, in Zukunft nicht mehr in gleichem Umfang möglich sein (S. 2).
3.2
Dem Gericht liegen zur Beurteilung dessen, wie sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum 1
3.
März 2020 (Verfügungserlass) entwickelte,
im
Wesent
lichen
folgende medizinischen Unterlagen vor:
3.2.
1
Mit Bericht vom
15
.
Mai
2019 (Urk. 9/115
/7 f.
) wies der zuständige
A
rzt der Uni
versitätsklinik
C._
bei Bestätigung der bisherigen Diagnosen neu eine akute
Enthesiopathie
/atypische
Epicondyli
tis
radialis
Ellbogen links aus. Er führte aus, der
Beschwerdeführer
berichte
,
bei regelmässiger Physiotherapie eine leichte Beschwerdeminderung im Bereich seines linken Vorderarmes zu verspüren. Allerdings beim Heben und Tragen von schweren Gegenständen verspüre er sofort wieder Schmerzen, welche dann auch bis zu mehreren Tagen anhalten könnten (S. 1).
Am 22. Juni 2019 (Urk. 9/115/4-6) wurde dem
Beschwerdeführer
eine Verbes
serung des Gesundh
eitszustandes attestiert (S. 1).
Mit Bericht vom 1
8.
Juli 2019 (
Urk.
9/116/7-8) hielt der Arzt der Universitäts
klinik
C._
fest, dass es nun darum gehe, den linken Arm zu schonen, um weiteren Schaden zu verhindern. Die Physiotherapie sei mit Fokus auf die
Epicon
dylitis
weiterzuführen, und es sei eine Nachtlagerungsschiene fürs Handgelenk verordnet worden. In drei Monaten finde eine klinische Verlaufskontrolle statt (S.
2).
Am 16. August 2019 (Urk. 9/116/4-6) beurteilte der verantwortliche Arzt der Universitätsklinik
C._
den Gesundheitszustand als stationär (S. 1). Hinsicht
lich veränderter Befunde führte er aus, im Vergleich zur letzten Konsultation im Mai
seien nun Ellenbogenbeschwerden auf der linken Seite hinzugekommen. Diese bestünden vor allem belastungs- und bewegungsabhängig und würden als Epikondylitis
radialis
links gedeutet. Im MRI vom Ellbogen habe sich diese Diag
nose am 16. Juli 2019 bestätigt (S. 1 f.). Beim Beschwerdeführer präsentiere sich ein klassischer Tennis-Ellbogen. In erster Linie werde nun mit Hilfe von Physio
therapie und Schonung therapiert. Erfahrungsgemäss könne dies bis zu sechs Monate dauern. In circa 5-10 % der Fälle müsse jedoch auch später mit einem operativen Vorgehen gerechnet werden. Einer Wiedereingliederung stehe dies aktuell noch im Wege. Er denke, dass durch die Behandlung der Epikondylitis eine Wiedereingliederung als Taxifahrer erreicht werden könne. Wann dies der Fall sei, bleibe jedoch abzuwarten und werde am nächsten Sprechstundentermin vom
1.
Oktober 2019 gegebenenfalls geklärt werden können (S. 2 f.).
3.2.2.
RAD-Arzt
Dr.
A._
merkte in seiner Beurteilung vom 2
4.
Juli 2019 an, dass im
Zweifelsfall hier wohl eine rheumatologische Begutachtung einschliesslich einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) erforderlich werde (
Urk.
9/120 S. 6) und
postulierte am 29. August 2019 (Urk. 9/120), seit der letzten RAD-Stellungnahme habe sich aus medizinischer Sicht nichts mehr geändert
: die Befunde und Diagnosen seien gleichgeblieben, lediglich sei nun die Diagnose «
Epicondylitis
radialis
links» bestätigt. Diese Diagnosen seien nun sämtlich stabil, eine wesentliche Änderung/Besserung sei in absehbarer Zeit möglich und natür
lich zu erhoffen, aber nicht «überwiegend wahrscheinlich» zu erwarten. Somit bleibe es auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus versicherungsmedizi
nischer Sicht, wie sie bereits in der RAD-Stellungnahme vom 27. März 2018 formuliert worden sei.
Für eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit ohne jegliche Belastung des (einzigen) linken Armes bestehe weiterhin eine volle Arbeits
fähigkeit.
Das Belastungsprofil einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit beinhalte eine überwachende/kontrollierende Tätigkeit ohne regel
mässig notwendigen Gebrauch des einzigen (linken) Armes, auch ohne ständige Arbeiten an der Tastatur oder mit der PC-Maus (S. 7).
4.
4.1
V
orwegzuschicken ist, dass zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsun
fähigkeit keine unmittelbare Korrelation besteht. Massgebend sind vielmehr die konkreten funktionellen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der betroffe
nen Person (Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 2
3.
Mai 2019 E. 4.1.4 mit Hinweisen). Entsprechend stellt denn auch das Hinzutreten einer neuen Diagnose nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der
(erheblichen) Gesundheitsverschlechterung nicht zwingend ausge
wiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinweisen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 2
5.
Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vorliege, auf die Einschätzung des RAD-Arztes Dr.
A._
.
Ihr ist zwar
dahingehend beizupflichten
, dass
im Ver
hältnis zum Vergleichszeitpunkt
weiterhin
Schmerzen in der linken Schulter
vor
herrschen.
N
amentlich
dokumentierte
Dr.
A._
in Bestätigung der
medizinischen Aktenlage als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nach wie vor
einen
Zustand nach Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne der Schulter links
mit damit verbundener schmerzhafter Bewegungseinschränkung. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin
und Dr.
A._
s
stellt die Diagnose einer
Epi
kondylitis
radial
i
s
links
indes nicht schlicht eine neue
Beurteilung desselben Sachverhaltes dar
. Vielmehr
weisen die behandelnden Ärzte der Universitäts
klinik
C._
auf neu
aufgetretene
Ellbogenbeschwerden in Form eines
klassi
schen
Tennis-Ellbogen
s
hin (E. 3.2.1)
;
Ausführungen des RAD-Arztes hierzu
und insbesondere zu den daraus resultierenden funktionellen Auswirkungen
fehlen jedoch
gänzlich
.
In diesem Sinne
stehen denn auch
– wie der Beschwerdeführer zutreffend einwendet – die von Dr.
A._
selbst
erstellten Tätigkeitsprofile
im Widerspruch zu seiner Schlussfolgerung eines stationären Gesundheitszustandes.
Während Dr.
A._
im Vergleichszeitpunkt noch eine Zumutbarkeit für Tätigkeiten
ohne besondere Belastung des linken Armes, speziell o
hne Arbeiten in oder über Schult
erhöhe, und ohne Notwendigkeit, den kongenital missgebildeten, rechten Arm überhaupt zu gebrauche
n
,
postulierte (
E. 3.1.
1
), erachtet er in Würdigung der medizinischen Aktenlage nach Neuanmeldung bereits den
regelmässig not
wendigen Gebrauch des einzigen (linken) Armes, auch ohne ständige Arbeiten an der
Tastatur oder mit der PC-Maus
als nicht zumutbar
(
E. 3.2.
2
)
,
ohne dies
in nachvollziehbarer Weise zu diskutieren
.
Demnach
drängen sich
erhebliche
Zwei
fel
an der Einschätzung von Dr.
A._
auf
.
4.2
Alsdann
kann die anspruchsrelevante Frage einer massgeblichen Veränderung des
beschwerdeführerischen
Gesundheitszustandes
a
uch gestützt auf die übrigen medizinischen Berichte nicht rechtsgenüglich beurteilt werden.
Bereits im Ver
gleichszeitpunkt unbestritten war und erstellt ist, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Taxifahrer nicht mehr zumutbar ist.
Im Weiteren
weisen
die behandelnden
Ä
rzte der Universitätsklinik
C._
zwar
auf die in erster Line stattfindende konservative Therapie
der neu aufgetretenen Ellbogen
beschwerden links
mit Hilfe von Physiotherapie und Schonung
hin.
Ihrerseits unbestimmt bleibt hingegen ein mögliches Tätigkeit
s
profil
, wobei
ihr Hinweis auf eine möglicherweise
bloss temporäre Problematik
(E.
3.2.
1
)
die Wiederaufnahme einer (angepasste
n
) Tätigkeit
auch
nicht kategorisch
und von vornherein
aus
schliesst
.
Nachvollziehbare Ausführungen
des RAD hierzu fehlen jedoch - wie bereits festgestellt
–
gänzlich
, und es fehlen auch weitere Arztberichte, welche Aufschluss über den Verlauf der therapeutischen Massnahmen geben könnten; so unter anderem zum am
1.
Oktober 2019 vorgesehen Untersuchungstermin (vgl. E. 3.2.1).
Ob
sich eine
leistungsrelevante Veränderung des Gesundheitszustandes
realisierte
, lässt sich einzig aufgrund der Beschwerdeschilderung
sowie der
d
urch
geführten Therapie
nicht beurteilen
.
Die Festlegung eines Leistungsprofils für eine angepasste Tätigkeit und damit schliesslich
für
die Beurteilung der verbleibenden Leistungsfähigkeit
bzw. einer
dahingehenden
Veränderung
hätte demnach eine eingehendere Begründung erheischt. Dies
gilt umso mehr,
als ein
restriktive
s
medi
zinische
s Anforderungsprofil
eine umso
erschöpfende
re
Abklärung
der
Ver
wertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
erfordert
.
Für Letzteres fehlt es vorliegend an einer genügenden medizinischen Grundlage
(E. 1.2.2).
4.3
Nach dem Ausgeführten bestehen an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung Dr.
A._
s
Zweifel
, weshalb nicht unbesehen auf seine Stellungnahme abgestellt werden kann (
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7
).
Da auch die
übrige Aktenlage
keine schlüssige Beurteilung
einer Verän
derung
des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit d
es
Beschwerdeführer
s
zulässt
,
in der Gesamtschau wohl aber Hinweise auf eine leistungsrelevante Verschlechterung bestehen,
ist die Sache unter Auf
hebung der
angefochtenen Verfügung vom
13. März
2020
an die Beschwerde
gegnerin zurück
zuweisen, damit sie weitere Abklärungen tätige und gestützt auf letztere sowie in Berücksichtigung des gesundheitlichen Verlaufs erneut über die Sache entscheide. Dabei wird nebst dem medizinischen insbesondere auch der erwerb
liche Aspekt im Fokus
zu
stehen
haben
, zumal das bisher vom RAD bereits sehr restriktiv festgelegte medizinische Anforderungsprofil an eine angepasste Tätig
keit eine umso eingehendere Abklärung der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erfordert (E.
1.2.2
).
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
700.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Damit erweist sich das Gesuch de
s Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozess
führung (
Urk.
1 S. 2) als gegenstandslos.