# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 293b6127-c69f-41e1-87a5-4bf2b75e2692
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
ungetreue Geschäftsbesorgung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 22. März 2017 (DG160224)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 26. Juli 2016 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 51).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 143 S. 157 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Erpressung im Sinne von Art. 156 Abs. 1 StGB,
− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und
Abs. 3 StGB,
− der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB,
− der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90
Abs. 2 SVG, teilweise in Verbindung mit Art. 35 Abs. 1 SVG und Art. 8 Abs. 3
VRV bzw. teilweise in Verbindung mit Art. 78 SSV,
− der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1
SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 73 Abs. 6 lit. c SSV.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe sowie mit einer Geld-
strafe von 60 Tagessätzen zu CHF 100 und einer Busse von CHF 400.
3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt.
5. Die Busse von CHF 400 wird aus dem Bussendepositum von CHF 800 bezogen.
6. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, CHF 1'295'060 als Ersatzforderung an den
Staat zu bezahlen.
b) Die Ersatzforderung von CHF 1'295'060 wird zu zwei Dritteln der Privat-
klägerin A._ AG und zu einem Drittel der Privatklägerin B._ AG zur
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Deckung ihrer Schadenersatzansprüche gegen den Beschuldigten gemäss
den nachstehenden Dispositiv-Ziffern 7 und 8 zugesprochen.
Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatklägerinnen A._ AG
und B._ AG ihre Schadenersatzansprüche gegen den Beschuldigten
gemäss den nachstehenden Dispositiv-Ziffern 7 und 8 in Höhe der erhältlich
gemachten Ersatzforderungen dem Staat abtreten.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._ AG Schadenersatz
von CHF 1'237'653.39, zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. September 2013 betreffend
CHF 400'000, zuzüglich 5 % Zins seit dem 9. September 2013 betreffend
CHF 87'643.39 sowie zuzüglich 5 % Zins seit dem 17. September 2013 betreffend
CHF 750'000, zu bezahlen.
8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ AG Schadenersatz
von CHF 613'664.86, zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. September 2013 betreffend
CHF 400'000 sowie zuzüglich 5 % Zins seit dem 9. September 2013 betreffend
CHF 213'664.86, zu bezahlen.
9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 30. September
2014 angeordnete Grundbuchsperre des dem Beschuldigten gehörenden Grund-
stücks Nr. 1, E-GRID CH 2 (Wohnhaus), wird bis zur vollständigen Bezahlung der
Ersatzforderung (Dispositiv-Ziffer 6) bzw. bis in einem allfälligen Zwangsvollstre-
ckungsverfahren das zuständige Betreibungsamt in der Betreibung hinsichtlich der
Ersatzforderung über die Anordnung von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98
ff. SchKG entschieden hat, aufrechterhalten, längstens jedoch für die Dauer von
zwei Jahren nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheide betreffend die Ersatzforde-
rung.
10. Das Grundbuchamt des Bezirks D._ wird angewiesen, die mit Verfügung der
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 30. September 2014 angeordnete
Grundbuchsperre des Grundstücks Nr. 3, E-GRID CH 4 (Wald), aufzuheben und
stattdessen den Miteigentumsanteil des Beschuldigten an dem genannten Grund-
stück mit einer Grundbuchsperre zu versehen.
Diese Grundbuchsperre wird bis zur vollständigen Bezahlung der Ersatzforderung
(Dispositiv-Ziffer 6) bzw. bis in einem allfälligen Zwangsvollstreckungsverfahren das
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zuständige Betreibungsamt in der Betreibung hinsichtlich der Ersatzforderung über
die Anordnung von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG entschieden
hat, aufrechterhalten, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Eintritt
der Rechtskraft der Entscheide betreffend die Ersatzforderung.
11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. Januar 2014 angord-
neten Sperren der Konten Nr. 5 und Nr. 6 bei der E._ AG [Bank], lautend auf
den Beschuldigten, werden aufgehoben und die Saldi werden zur Deckung der Ver-
fahrenskosten herangezogen. Die E._ AG wird angewiesen, diese Konten zu
saldieren und die Saldi der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. Januar 2014 ange-
ordnete Sperre des Kontos Nr. 7 bei der F._ AG [Bank], lautend auf den Be-
schuldigten, wird aufgehoben und der Saldo wird zur Deckung der Verfahrenskos-
ten herangezogen. Die F._ AG wird angewiesen, dieses Konto zu saldieren
und den Saldo der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. Januar 2014 ange-
ordnete Sperre des Kontos Nr. 8 bei der F._ AG, lautend auf G._, wird
aufgehoben.
14. Der als Bussendepositum sichergestellte Bargeldbetrag in der Höhe von CHF 800
(Beleg-Nr. 175016) wird im Umfang von CHF 400 zur Deckung der Busse verwen-
det. Der Restbetrag von CHF 400 wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwen-
det.
15. Die sichergestellte, sich bei den Akten befindliche Speicherkarte SDHC (Ass.-Nr.
A007'817'303) wird dem Beschuldigten auf erstes Verlangen her-ausgegeben.
Bei Nichtabholung innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft wird sie bei den
Akten belassen.
16. Das sichergestellte iPhone 5 und der sichergestellte PC Asus Vento M2, lagernd
bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich, werden der Privatklägerin A._ AG
auf erstes Verlangen herausgegeben.
Bei Nichtabholung innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft werden sie ver-
nichtet.
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17. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 10'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 2'850.00 Kosten der Kantonspolizei
CHF 5'690.00 Gebühr Strafuntersuchung
CHF 60.00 Auslagen (Gutachten)
CHF 50.00 Auslagen (Festplatte)
CHF 2'243.00 Entschädigung Zeugen
CHF 8'194.35 amtliche Verteidigung (Rechtsanwalt Y3._)
CHF 49'138.59 amtliche Verteidigung, Akontozahlungen (Rechtsanwalt Y1._)
CHF -400.00 Anrechnung Depositum
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
diejenigen der amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten auferlegt.
19. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genom-
men; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
20. Rechtsanwalt MLaw Y1._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-
ger des Beschuldigten mit CHF 49'138.59 (inkl. MwSt. und Akontozahlungen in der
Höhe von CHF 28'779.90) aus der Gerichtskasse entschädigt.
21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen A._ AG und
B._ AG für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt
CHF 55'283.15 zu bezahlen.
22. (Mitteilungen)
23. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 247 S. 1 ff.)
1. In Abänderung von Ziffer 1. des vorinstanzlichen Dispositivs sei C._
von den Vorwürfen
- der Erpressung i.S. v. Art. 156 Abs. 1 StGB; - der ungetreuen Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und
Abs. 3 StGB; - der Geldwäscherei i.S. v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB
freizusprechen.
C._ sei der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v.
Art. 90 Abs. 2 SVG (i. V.m. Art. 35 Abs. 1 SVG, Art. 8 Abs. 3 VRV und Art. 78 SSV) sowie der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln i. S. v.
Art. 90 Abs. 1 SVG (i. V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 73 Abs. 6 lit. c SSV)
schuldig zu sprechen.
2. In Abänderung von Ziffer 2. und Ziffer 3. des vorinstanzlichen Dispositivs sei
C._ zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen à CHF 10 sowie zu einer
Busse von CHF 200.- zu bestrafen.
[Ziffer 4. des vorinstanzlichen Dispositivs - "Der Vollzug der Geldstrafe
wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt"- bleibt
unverändert]
3. In Abänderung von Ziffer 5., Ziffer 14. und Ziffer. 17. des vorinstanzlichen
Dispositivs sei die Busse im Betrag von CHF 200.- aus dem Bussendeposi-
tum von CHF 800.- (Beleg-Nr. 175016) zu beziehen. Im Mehrbetrag sei das
Bussendepositum zur Deckung der C._ aus der Verurteilung wegen
Art. 90 Abs. 1 und Abs. 2 SVG aufzuerlegenden Verfahrenskosten zu ver-
wenden.
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4. Ziffer 6. des vorinstanzlichen Dispositivs sei ausgangsgemäss aufzuheben
und von einer Ersatzforderung des Staates sei abzusehen.
5. In Abänderung von Ziffer 7. und Ziffer 8. des vorinstanzlichen Dispositivs
seien die Entschädigungsforderungen (inkl. Zins) der Privatklägerschaft
- A._ AG und B._ AG - vollumfänglich ab-, eventualiter auf den Zi-
vilweg zu verweisen.
6. Die Grundbuchsperren gemäss Ziffer 9. und Ziffer 10. des vorinstanzlichen
Dispositivs seien ausgangsgemäss aufzuheben.
7. In Abänderung von Ziffer 11. und Ziffer 12. des vorinstanzlichen Dispositivs
seien die daselbst genannten, mit einer Sperre belegten Konten (Nr. 5 und
Nr. 6 bei der E'._ AG; Nr. 7 bei der F._ AG) zugunsten von
C._ freizugeben.
[Ziffer 13. des vorinstanzlichen Dispositivs - "Die mit Verfügung der
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. Januar 2014 angeordnete Sper-
re des Kontos Nr. 8 bei der F._ AG, lautend auf G._, wird auf-
gehoben" - bleibt unverändert]
[Ziffer 15. des vorinstanzlichen Dispositivs - "Die sichergestellte, sich
bei den Akten befindliche Speicherkarte SDHC (Ass.-Nr. A007'817'303)
wird dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herausgegeben" - bleibt
unverändert]
8. In Abänderung von Ziffer 16. des vorinstanzlichen Dispositivs sei
das sichergestellte «iPhone 5» und der sichergestellte «PC Asus Vento
M2», lagernd bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich, der Privatklägerin
A._ AG herausgegeben; allerdings seien vorgängig sämtliche sich auf
den beiden Geräten befindlichen persönlichen Daten von H._ unwie-
derbringlich zu löschen.
9. In Abänderung von Ziffer 18. und Ziffer 19. des vorinstanzlichen Dispositivs
seien die Verfahrenskosten, inkl. Kosten der amtlichen Verteidigung, im Um-
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fang von CHF 600.- C._, im Übrigen aber vollumfänglich und definitiv
(vgl. vorinstanzliches Dispositiv Ziffer 19.) dem Staat aufzuerlegen.
[Ziffer 20. des vorinstanzlichen Dispositivs- "Rechtsanwalt MLaw
Y1._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des
Beschuldigten mit CHF 49'138.59 (inkl. MwSt. und Akontozahlungen in
der Höhe von CHF 28'779. 90) aus der Gerichtskasse entschädigt" -
bleibt unverändert]
10. Ziffer 21. des vorinstanzlichen Dispositivs sei ausgangsgemäss aufzuheben
und die Prozessentschädigungsforderung der Privatklägerschaft sei abzu-
weisen.
11. Die Kosten des Berufungsverfahrens - inkl. Kosten der amtlichen Vertei-
digung (gemäss von RA Y2._ eingereichten Honorarnoten) - seien voll-
umfänglich und definitiv dem Staat aufzuerlegen.
12. C._ sei eine Genugtuung für die unrechtmässig erstandene Haft zuzu-
sprechen. Die Höhe der Genugtuung wird ins richterliche Ermessen gelegt.
13. Es sei C._ in jedem Fall ohne Verzug aus dem vorzeitigen Strafvollzug
bzw. der Sicherheitshaft zu entlassen und auf freien Fuss zu setzen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 251 S. 1 f.)
1. Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche (Dispositiv Ziffer 1);
2. Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 4 1⁄2 Jahren so-
wie einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 100.-- und einer Busse von
Fr. 400.-- (Dispositiv Ziffer 2);
3. Vollzug der Freiheitsstrafe (Dispositiv Ziffer 3);
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4. Aufschub des Vollzugs der Geldstrafe, unter Ansetzung einer zweijährigen
Probezeit (Dispositiv Ziffer 4);
5. Bezug der Busse von Fr. 400.-- aus dem Bussendepositum von Fr. 800.--
(Dispositiv Ziffer 5);
6. Der Beschuldigte C._ sei zu verpflichten, Fr. 1'851'318.25 als
Ersatzforderung zu bezahlen.
7. Die Ersatzforderung sei der A._ AG im Umfange von Fr. 1'237'653.39
zur Deckung ihres Schadenersatzanspruchs gegen den Beschuldigten
C._ zuzusprechen.
8. Die Ersatzforderung sei der B._ AG im Umfange von Fr. 613'664.86 zur
Deckung ihres Schadenersatzanspruchs gegen den Beschuldigten C._
zuzusprechen.
9. Bestätigung des übrigen erstinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziffern 7 bis und
mit 21);
10. unter Kostenfolgen zulasten des Beschuldigten.
c) Der Privatklägerschaft A._ AG und B._ AG:
(Urk. 241 S. 3)
1. Der Beschuldigte C._ sei zu verpflichten, CHF 1'851'318.25 als
Ersatzforderung zu bezahlen.
2. Die Ersatzforderung sei der A._ AG im Umfang von CHF 1'237'653.39
zur Deckung ihres Schadenersatzanspruchs gegen den Beschuldigten
C._ zuzusprechen.
3. Die Ersatzforderung sei der B._ AG im Umfang von CHF 613'664.86
zur Deckung ihres Schadenersatzanspruchs gegen den Beschuldigten
C._ zuzusprechen.
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4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die A._ AG und die
B._ AG ihre Schadenersatzansprüche gegen den Beschuldigten
C._ in der Höhe der erhältlich gemachten Ersatzforderungen dem Staat
abtreten.
5. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 143 S. 6 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 22. März 2017 wur-
de der Beschuldigte der Erpressung, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der
Geldwäscherei, der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln sowie der
einfachen Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Die Vorinstanz
bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 3 1⁄2 Jahren, mit einer
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 100.– sowie mit einer Busse von Fr. 400.–,
wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben wurde. Zudem regelte die Vor-
instanz die Nebenfolgen im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdis-
positivs (Urk. 143 S. 157 f.).
1.3. Noch vor Schranken meldete der Beschuldigte gegen dieses Urteil Beru-
fung an (Prot. I S. 32) und auch die Privatklägerinnen liessen fristgerecht Beru-
fung anmelden (Urk. 130). Mit der Berufungserklärung vom 24. Mai 2017 wendet
sich der Beschuldigte insbesondere gegen die Schuldsprüche bezüglich welcher
eine Freiheitsstrafe ausgefällt wurde und – damit einhergehend – gegen das
Strafmass sowie die vorinstanzliche Regelung der Nebenfolgen (Urk. 152). Die
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Privatklägerinnen liessen ihre Berufungserklärung mit Eingabe vom 23. Mai 2017
einreichen. Deren Berufung richtet sich einzig gegen Ziffer 6 des Urteilsdis-
positivs, nämlich gegen die Höhe der angeordneten Ersatzforderung (Urk. 147).
Die Staatsanwaltschaft erhob mit Eingabe vom 5. Juli 2017 Anschlussberufung
und beschränkte diese auf die Strafzumessung (Urk. 171).
1.4. Nachdem die Privatklägerinnen mit Präsidialverfügung vom 1. Juni 2017
zur Leistung einer Prozesskaution in der Höhe von je Fr. 25'000.– verpflichtet
wurden (Urk. 154) und sie mit Schreiben vom 6. Juni 2017 die Wiedererwägung
der betreffenden Präsidialverfügung und die Herabsetzung der zu leistenden Pro-
zesskaution beantragten (Urk. 160), wurde diesem Antrag mit Präsidialverfügung
vom 13. Juni 2017 entsprochen. Die Verfügung vom 1. Juni 2017 wurde in Wie-
dererwägung gezogen und die beiden Privatklägerinnen neu zur Leistung einer
Prozesskaution in der Höhe von je Fr. 5'000.– verpflichtet. Die diesbezüglichen
Zahlungen gingen mit Valutadatum vom 21. Juni 2017 bei der Obergerichtskasse
ein (Urk. 168).
1.5. Zwischenzeitlich wurde dem Beschuldigten auf seinen Antrag hin und nach
durchgeführtem Schriftenwechsel mit Präsidialverfügung vom 7. Juni 2017 der
vorzeitige Strafantritt bewilligt (Urk. 151, Urk. 156, Urk. 157). In der Folge wurde
der Beschuldigte gemäss Vollzugsauftrag des Amtes für Justizvollzug rück-
wirkend auf das Datum der erstinstanzlichen Verurteilung in den vorzeitigen
Strafantritt übernommen (Urk. 166).
1.6. Mit Eingabe vom 20. Juli 2017 teilte Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._ mit,
dass ihn der Beschuldigte mit Vollmacht vom 27. Juni 2017 mit seiner Interes-
senwahrung im Berufungsverfahren betraut habe, weshalb er – nach Absprache
mit dem bisherigen amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt MLaw Y1._ – um
seine sofortige Einsetzung als amtlicher Verteidiger ersuche (Urk. 175 und
Urk. 176). Diesem Ersuchen wurde mit Präsidialverfügung vom 25. Juli 2017 statt
gegeben (Urk. 179).
1.7. Der Antrag des Beschuldigten auf Durchführung des schriftlichen Beru-
fungsverfahrens vom 18. September 2017 (Urk. 190) wurde den übrigen Parteien
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mit Präsidialverfügung vom 21. September 2017 zur Stellungnahme zugestellt
(Urk. 192). Während dem Antrag des Beschuldigten seitens der Privatklägerschaft
keine Opposition erwuchs (Urk. 195), lehnte die Anklagebehörde die Durchfüh-
rung des schriftlichen Verfahrens ab (Urk. 194). Mit Präsidialverfügung vom
26. Oktober 2017 wurde in der Folge der obgenannte Antrag des Beschuldigten
gestützt auf Art. 406 Abs. 2 StPO abgewiesen (Urk. 201).
1.8. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2017 teilte der neue amtliche Verteidiger
des Beschuldigten mit, er halte nur noch an zwei der ursprünglich durch seinen
Vorgänger gestellten Beweisanträge fest. Einerseits beantragte er die Edition der
Steuerunterlagen von I._ und J._ für die Jahre 2010 bis 2015 und ande-
rerseits wurde die Edition der aufgezeichneten Telefongespräche zwischen
I._ und K._ bezüglich Terminabsprache für die Vertragsunterzeichnung
vom 2. Oktober 2013 bei der F._ beantragt (Urk. 199). Beide Beweisanträge
wurden mit Präsidialverfügung vom 26. Oktober 2017 durch die Verfahrensleitung
einstweilen abgewiesen (Urk. 201).
1.9. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 stellte die amtliche Verteidigung des
Beschuldigten ein Haftentlassungsgesuch (Urk. 210). Nach durgeführtem Schrif-
tenwechsel (Urk. 213, Urk. 215 und Urk. 216) wurde das Haftentlassungsgesuch
des Beschuldigten mit Präsidialverfügung vom 22. Dezember 2017 abgewiesen
(Urk. 218). Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ans Bundesgericht
(Urk. 221/2) wurde mit Urteil der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung vom 31. Januar
2018 abgewiesen (Urk. 224).
1.10. Am 4. April 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der
Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur.
Y2._ sowie der Vertreter der Privatklägerinnen Rechtsanwalt Dr. iur. X._
in Begleitung von I._ und J._ und die Vertreterin der Anklagebehörde
Staatsanwältin lic. iur. G. Alkalay erschienen sind (Prot. II. S. 14).
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2. Umfang der Berufung
2.1. Die (vormalige) amtliche Verteidigung des Beschuldigten beantragte im
Rahmen ihrer Berufungserklärung vom 24. Mai 2017 die Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils in Bezug auf die beiden Schuldsprüche betreffend Verletzung
der Verkehrsregeln gemäss Dispositiv Ziffer 1 al. 4 und 5. Weiter blieben seitens
der Verteidigung Dispositiv Ziffer 13 (Aufhebung der Sperrung des auf G._
lautenden Kontos bei der F._) sowie Dispositiv Ziffer 15 (Herausgabe der si-
chergestellten Speicherkarte SDHC an den Beschuldigten) und die Kostenfest-
setzung gemäss Dispositiv Ziffer 17 unangefochten (Urk. 152 S. 6).
2.2. Die Berufung der Privatkläger richtet sich einzig gegen die Festsetzung der
Ersatzforderung gemäss Dispositiv Ziffer 6 des angefochtenen Urteils (Urk. 147).
2.3. Die Anschlussberufung der Anklagebehörde vom 5. Juli 2017 richtet sich
schliesslich einerseits gegen die Strafzumessung (Dispositiv Ziffer 2 und anderer-
seits gegen die Bemessung der Ersatzforderung an den Staat (Dispositiv Ziffer 6),
wobei sich letzteres nur aus der Begründung der Anschlussberufungserklärung,
nicht aber aus den gestellten Anträgen ergibt. Beantragt wird unter Ziffer 6 näm-
lich ausdrücklich die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils gemäss Dipositiv
Ziffern 6 bis und mit 21 (Urk. 171 S. 3). Im Rahmen ihrer anlässlich der Be-
rufungsverhandlung gestellten Rechtsbegehren beantragte die Anklagebehörde
sodann explizit, die Ersatzforderung an den Staat auf Fr. 1'851'318.25 festzu-
setzen (Prot. II. S. 17).
2.4. Damit sind einzig die Dispositiv Ziffern 1 al. 4 und 5, sowie 13, 15 und 17
unangefochten. Nachdem der vormalige amtliche Verteidiger des Beschuldigten
zudem die Berufung bezüglich Dispositiv Ziffer 20 (Entschädigung der vormaligen
amtlichen Verteidigung) zurückgezogen hat (Urk. 204) ist der vorinstanzliche Ent-
scheid auch diesbezüglich unangefochten. Sämtliche übrigen Regelungen sind
angefochten und daher im Rahmen der Berufung zu überprüfen (Art. 404 StPO).
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II. Sachverhalt
3. Allgemeines
3.1. Unter dem Titel "Vorbemerkungen" hat die Vorinstanz ausführlich die
Grundsätze der Beweiswürdigung sowie die hierzu aktuell massgebliche Lehre
und Rechtsprechung dargestellt. Diese Erwägungen sind zutreffend und können
vorab übernommen werden (Urk. 143 S. 23 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.2. Die Vorinstanz hat den Anklagesachverhalt im Rahmen ihrer Beweiswürdi-
gung in neun thematische Abschnitte aufgeteilt (Urk. 143 S. 46 ff.). Dieser Syste-
matik schloss sich denn auch die amtliche Verteidigung in ihrem Plädoyer grund-
sätzlich an (Urk. 235 S. 10 ff.). Der Übersichtlichkeit halber drängt sich eine Über-
nahme der vorinstanzlichen Systematik auch im vorliegenden Berufungsentscheid
auf.
4. Anklageziffer I. Ungetreue Geschäftsbesorgung/Veruntreuung/Nötigung
4.1. Zur Erstellung des eingeklagten und strittigen Sachverhaltes hat die Vor-
instanz die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten (Urk. 143 S. 30 ff.),
von I._ sowie J._ (Urk. 143 S. 36 ff.) und von L._ (Urk. 143 S. 42
ff.) zusammengefasst und wiedergegeben. Die betreffenden vorinstanzlichen Er-
wägungen stehen im Einklang mit den Akten und erweisen sich als gründlich und
– soweit für die Entscheidfindung notwendig – vollständig. Bezeichnenderweise
beanstandet denn auch die amtliche Verteidigung die Wiedergabe der jeweiligen
Depositionen in keiner Art und Weise. Ihre Kritik richtet sich vielmehr gegen die
vorinstanzliche Würdigung der betreffenden Aussagen (Urk. 235 S. 10).
4.2. Die Vorinstanz hat sich weiter jeweils mit der Frage der grundsätzlichen
Glaubwürdigkeit der einzelnen einvernommenen Personen auseinandergesetzt.
4.2.1. Bezüglich des Beschuldigten kam sie zusammengefasst zum Schluss, sei-
ne Glaubwürdigkeit sei trotz seiner prozessualen Stellung als Beschuldigter und
der entsprechenden Interessenlage nicht a priori zweifelhaft (Urk. 143 S. 36). Die-
se Einschätzung der Vorinstanz ist zutreffend und kann in Anwendung von Art. 82
Abs. 4 StPO übernommen werden.
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4.2.2. Zur Frage der Glaubwürdigkeit von I._ und J._ erwog die Vo-
rinstanz zunächst, diese seien vor ihrer jeweiligen Einvernahmen auf die Straffol-
gen der falschen Anschuldigung i.S.v. Art. 303 StGB, der Irreführung der Rechts-
pflege i.S.v. Art. 304 StGB sowie der Begünstigung i.S.v. Art. 305 StGB hingewie-
sen worden (vgl. Art. 181 Abs. 2 StPO), was grundsätzlich eine erhöhte Glaub-
würdigkeit nach sich ziehe. Auf der anderen Seite sei aber mit Blick auf die Frage
der Glaubwürdigkeit zu berücksichtigen, dass I._ und J._ durch das
Stellen von Zivilansprüchen in der Höhe von rund Fr. 1.8 Mio. ein gewichtiges fi-
nanzielles Interesse am Ausgang des vorliegenden Verfahrens haben dürften
(Urk. 143 S. 41 f.). Die Verteidigung beanstandete diese vorinstanzlichen Ein-
schätzungen. Sie stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt, I._ und
J._ hätten aus rein finanziellen Gründen eine Offensivstrategie gewählt und
kurzerhand in der Strafanzeige vom 7. Oktober 2013 respektive 16. Dezember
2013 eine unglaubhafte Nötigungssituation kreiert, um auf diesem Weg rund
Fr. 1.8 Mio. vom Beschuldigten erhältlich zu machen, welche auf dem Zivilweg
nicht mehr einbringlich gewesen wären. Damit liege auf der Hand, dass die vor-
liegende Strafanzeige in erster Linie finanziell motiviert sei und I._ sowie
J._ ein gewichtiges Interesse am Ausgang des Strafverfahrens hätten. Ihre
Glaubwürdigkeit sei damit per se als sehr gering einzustufen (Urk. 235 S. 7 ff.).
Zunächst ist festzuhalten, dass alleine der Umstand, dass eine einzuvernehmen-
de Person auf die Straffolgen der falschen Anschuldigung, der Irreführung der
Rechtspflege sowie der Begünstigung hingewiesen wird, entgegen der Auffas-
sung der Vorinstanz, nicht per se eine erhöhte Glaubwürdigkeit zu begründen
vermag. Auf der anderen Seite kann auch der Argumentation der Verteidigung
nicht unbesehen gefolgt werden, wenn diese ausführt, I._ und J._ seien
aufgrund ihrer finanziellen Interessen am Ausgang des Prozesses per se als nur
in sehr geringem Masse glaubwürdig anzusehen. In Tat und Wahrheit haben so-
wohl I._ und J._, als auch der Beschuldigte ein sehr grosses Interesse
daran, dass der vorliegend zu beurteilende Prozess jeweils zu ihren Gunsten
ausgeht. Insofern ist deren grundsätzliche Glaubwürdigkeit in etwa als gleichwer-
tig anzusehen. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die
Wahrnehmungen und die charakterlichen Einschätzungen von Personen aus dem
- 16 -
unmittelbaren Umfeld der Beteiligten tendenziell eher zu Gunsten des Beschuldig-
ten und zum Nachteil von I._ und J._ ausgefallen sind. Zwar zitiert die
Verteidigung in diesem Zusammenhang diverse Passagen aus den Einvernah-
men von Mitarbeitenden korrekt. Sie lässt aber bei ihrer weiteren Einschätzung
ausser acht, dass der schwellende Konflikt zwischen dem Beschuldigten sowie
I._ und J._ im Arbeitsumfeld nicht unbemerkt geblieben ist und sich hü-
ben wie drüben naturgemäss bereits Allianzen gebildet hatten.
4.2.3. Was die Glaubwürdigkeit des Zeugen L._ anbelangt, leitete die Vo-
rinstanz auch bei ihm aus seiner Inpflichtnahme als Zeuge eine erhöhte Glaub-
würdigkeit ab, was, wie bereits dargetan, nicht angängig ist. Weiter erkannte die
Vorinstanz richtigerweise, dass die wirtschaftliche Verstrickung des Zeugen mit
I._ und J._ respektive den durch sie gehaltenen Unternehmen, mit Blick
auf die Frage der Glaubwürdigkeit nicht unberücksichtigt bleiben dürfe (Urk. 143
S. 45). Die Verteidigung stellte sich dagegen zusammenfassend auf den Stand-
punkt, der Zeuge L._ habe ein enormes eigenes finanzielles Interesse an der
Geschäftsbeziehung zu I._ und J._ gehabt. Diese Geschäftsbeziehung
habe nämlich der M._ Treuhand GmbH (recte: M'._ Treuhand AG) ein
Auftragsvolumen von Fr. 30 bis 40 Mio. in Aussicht gestellt. Der Zeuge L._
habe Aktien der M'._ Treuhand AG gehalten und diese mittlerweile gewinn-
bringend an die N._ AG weiterverkauft. Vor diesem Hintergrund habe
L._ im vorliegenden Verfahren ein gewichtiges Interesse daran gehabt, den
Standpunkt von I._ und J._ durch seine Depositionen zu stärken.
L._ sei demnach als Zeuge nicht unabhängig und seine Glaubwürdigkeit sei
als entsprechend stark eingeschränkt zu bezeichnen (Urk. 235 S. 9). Dass der
Zeuge L._ aufgrund seiner wirtschaftlichen Ambitionen im Hinblick auf ein
längerfristiges und lukratives Engagement für die Privatklägerinnen ein eigenes
wirtschaftliches Interesse am Ausgang der vorliegenden Angelegenheit haben
könnte, kann nicht a priori ausgeschlossen werden. Diesem Umstand ist bei der
Würdigung seiner Aussagen Beachtung zu schenken. Soweit die Verteidigung
über die inhaltliche Kritik hinaus auch noch sinngemäss den prozessualen Ein-
wand erhebt, L._ sei fälschlicherweise als Zeuge einvernommen worden, ist
hierzu Folgendes festzuhalten: Als Auskunftsperson wird einvernommen, wer eine
- 17 -
der in Art. 178 lit. a bis g StPO erwähnten Eigenschaften aufweist. Keine dieser
Eigenschaften trifft auf L._ zu, entsprechend ist auch nicht einzusehen, wes-
halb er nicht als Zeuge hätte einvernommen werden dürfen. Der betreffende Ein-
wand der Verteidigung, an welchen im Übrigen bezeichnenderweise auch keiner-
lei prozessualen Folgen geknüpft wurden, zielt daher ins Leere.
4.2.4. Wie jedoch bereits die Vorinstanz zutreffend erwog, kommt der allgemeinen
Glaubwürdigkeit einer Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft
ohnehin bloss untergeordnete Bedeutung zu. Viel entscheidender für die Wahr-
heitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkre-
ten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft
wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsäch-
lichen Erleben der aussagenden Person entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3 S. 45
mit Hinweisen). Auf den Punkt gebracht bedeutet dies, dass es in aller Regel
eben nicht entscheidend auf die Glaubwürdigkeit der Person ankommt, sondern
auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.
4.3. Beteiligung des Beschuldigten an der Unternehmensgruppe
4.3.1. Die Vorinstanz kam diesbezüglich stark zusammengefasst zum Schluss, es
sei davon auszugehen, dass dem Beschuldigten im Verlauf der Jahre im Unter-
nehmensgefüge eine (Mit-)Geschäftsführerstellung zugekommen sei, welche weit
über die Stellung eins blossen Arbeitnehmers hinaus gegangen sei. Eine gewisse
Beteiligung des Beschuldigten am Erfolg und am Wert der gesamten Unter-
nehmensgruppe seitens I._ und J._ sei entsprechend vorgesehen ge-
wesen. In der ursprünglich eingereichten Strafanzeige sei denn auch darauf hin-
gewiesen worden, dass bei den drei Beteiligten bereits 2010 die Absicht bestan-
den habe, den Beschuldigten am Erfolg des Gesamtunternehmens zu beteiligen,
was aber nicht vollzogen worden sei, da man die weitere Entwicklung abgewartet
habe. Der Standpunkt der Verteidigung, wonach schon seit 2008 eine einfache
Gesellschaft bestanden habe, aufgrund welcher der Beschuldigte zu einem Drittel
an der gesamten Unternehmensgruppe beteiligt gewesen sei, lasse sich anhand
der konkreten Aussagen und Akten jedoch nicht erstellen, denn es sei davon aus-
zugehen, dass eine solche Abrede schriftlich festgehalten worden wäre. Die in der
- 18 -
A._ bzw. der O._ beschäftigten Mitarbeiter und die weiteren hinsichtlich
der Beteiligung des Beschuldigten einvernommenen Personen hätten im Rahmen
ihrer Einvernahmen denn auch mehrheitlich festgehalten, dass der Beschuldigte
als (Mit-)Geschäftsführer einer Unternehmensgruppe aufgetreten sei. Auf die Fra-
ge, ob eine konkrete Beteiligung des Beschuldigten zu einem Drittel explizit kom-
muniziert worden sei, hätten sie dann aber angegeben, dass Solches nie konkret
ausgesprochen worden sei. Einzelne Befragte (wie z.B. P._) hätten diesbe-
züglich widersprüchliche Aussagen gemacht. Im Hinblick darauf, dass der Be-
schuldigte sowie I._ und J._ betreffend ihre Einkommen vollständig
gleichgestellt gewesen seien und in Anbetracht der diversen zitierten Aussagen
Dritter, gemäss welcher die Drei stets als einheitliche Geschäftsleitung einer wirt-
schaftlichen Gesamtheit aufgetreten seien, weshalb ein überwiegender Teil ihres
direkten Umfelds angenommen habe, dass dem Beschuldigten im Vergleich zu
I._ und J._ eine gleichberechtigte Stellung zugekommen sei, sei aber
davon auszugehen, dass Letztere der Ansicht gewesen seien, dass im Rahmen
der Abfindung zufolge Ausscheidens des Beschuldigten aus der Unternehmens-
gruppe eine Beteiligung an der Gesamtsubstanz der Gruppe und an deren bishe-
rigen Erfolgen hätte berücksichtigt werden müssen. Dass aber in der Folge strittig
gewesen sei, wie hoch die entsprechende Abfindung ausfallen sollte bzw. in wel-
cher Höhe eine Beteiligung gerechtfertigt gewesen wäre, würden die geführten
Vergleichsverhandlungen zwischen den Beteiligten deutlich machen, welche letzt-
lich jedoch bekanntermassen zu keiner Einigung geführt hätten (Urk. 143 S. 46
ff.).
4.3.2. Die Verteidigung beanstandete die vorinstanzlichen Erwägungen im Rah-
men ihres Plädoyers zusammengefasst wie folgt (Urk. 235 S. 10 ff. und Urk. 247
S. 14 ff.): Die Vorinstanz verneine die Frage, ob der Beschuldigte an der Unter-
nehmensgruppe beteiligt gewesen sei vor allem deshalb, weil diesbezüglich keine
schriftliche Vereinbarung vorliege. Dies obschon die Aktenlage eindeutig zeige,
dass eine mündliche Vereinbarung bestanden haben müsse und zwar exakt so,
wie es der Beschuldigte stets dargestellt habe. Die vorinstanzliche Haltung über-
rasche umso mehr, als es sie selbst als erstellt erachtet habe, dass eine seiner-
zeitige Beteiligung an der gesamten Unternehmensgruppe durch I._ und
- 19 -
J._ zeitweise anerkannt worden sei. Die Auffassung der Vorinstanz, wonach
eine Beteiligung des Beschuldigten zu einem Drittel mangels Schriftlichkeit nicht
nachzuweisen sei, greife viel zu kurz. Dass das Beteiligungsverhältnis zwischen
den dreien nicht schriftlich festgehalten worden sei, stelle gerade das Kernprob-
lem der vorliegenden Auseinandersetzung dar, das freilich nicht einfach mit der
Begründung aus der Welt geschafft werden könne, dass es in der vorliegenden
Konstellation nahegelegen hätte sowie zumutbar und ein Leichtes gewesen wäre,
die Verhältnisse schriftlich festzuhalten. Die Fehlerhaftigkeit dieser vorinstanzli-
chen Argumentation gelte umso mehr, als dass es sich in casu um ein Straf- und
nicht um ein Zivilverfahren handle. Die Geschäftsbeziehung von I._, J._
und dem Beschuldigten hätten bis zur Auseinandersetzung stets auf grossem ge-
genseitigen Vertrauen basiert, was auch die Vorinstanz zutreffend erkannt habe.
Aufgrund dieser engen Verbundenheit habe zwischen den drei Freunden gerade-
zu ein Primat der Mündlichkeit geherrscht, was sich aufgrund der Akten vielfach
klar belegen lasse. Vor diesem Hintergrund überzeuge das vorinstanzliche Argu-
ment der mangelnden Schriftlichkeit überhaupt nicht. Das Gegenteil sei der Fall.
Es sei erstellt, dass die Vertrags- und Gesellschaftsverhältnisse der einfachen
Gesellschaft der natürlichen Personen als auch der einfachen Gesellschaft der ju-
ristischen Personen (Q._ Gruppe) weitgehend nur mündlich oder konkludent
vereinbart worden seien. Wie bereits gesagt, habe das "Primat der Mündlichkeit"
gegolten. Mangels Nachweis von I._ und J._, dass der Beschuldigte ge-
rade nicht zu einem Drittel an der Q._ Gruppe beteiligt gewesen sei, greife in
diesem Fall die gesetzliche Vermutung der Gleichberechtigung der Partner und
damit die anteilige Beteiligung. Dies gelte umso mehr, als dass die Bestimmungen
über die einfache Gesellschaft nach Art. 530 ff. OR keine Schriftlichkeit vorsehen
würden. Ein konkludentes Verhalten der Beteiligten genüge hier ohne weiteres.
Sofern nichts vereinbart worden sei, stehe den Gesellschaftern das Gesamteigen-
tum zu gleichen Teilen zu. Die fehlende Schriftlichkeit könne damit ohnehin nicht
zuungunsten des Beschuldigten ausgelegt werden. Entgegen der Ansicht der Vo-
rinstanz obliege die Beweislast, dass die Q._ Gruppe als einfache Gesell-
schaft zu einem anderen Verteilschlüssel als die gesetzlich vorgesehene anteil-
mässige Beteiligung hätte aufgelöst werden sollen, I._ und J._. Zusam-
- 20 -
menfassend könne daher festgehalten werden, dass dem Beschuldigten aus dem
Recht der einfachen Gesellschaft gestützt auf Art. 530 ff. OR eine Beteiligung von
einem Drittel an der Q._ Gruppe und damit je an der A._, der A1._
und der O._ zugestanden habe. Die Q._ Gruppe sei im Gesamtvermö-
gen der Gesellschafter I._, J._ und des Beschuldigten gestanden, wes-
halb der Anspruch des Beschuldigten sowohl obligatorischer als auch dinglicher
Natur gewesen sei. Wie noch aufzuzeigen sein werde, sei es im Übrigen unerheb-
lich, ob der Anspruch des Beschuldigten dinglicher und/oder obligatorischer Natur
gewesen sei. Ihm sei es nie darum gegangen, effektiv eine formale Beteiligung an
der A._ und der A1._ im Aussenverhältnis zu erlangen, stattdessen ha-
be er seinen rechtmässigen Anteil in der Höhe des ihm zustehenden Drittels aus-
bezahlt erhalten wollen.
4.3.3. Die Argumentation der Vorinstanz überzeugt in diesem Punkt in der Tat
nicht. Mit der Verteidigung ist festzuhalten, dass die Vorinstanz allzu viel Gewicht
auf den Umstand legte, dass in Bezug auf eine allfällige Beteiligung des Beschul-
digten an der Q._ Gruppe nichts Schriftliches vorhanden ist. Führt man sich
aber vor Augen, dass I._, J._ und der Beschuldigte über viele Jahre
hinweg anerkanntermassen eine enge Freundschaft pflegten, welche von gros-
sem gegenseitigem Vertrauen geprägt war, und berücksichtigt man weiter, dass
in Bezug auf geschäftliche Belange mindestens so viel mündlich vereinbart wie
schriftlich festgehalten wurde, so verstösst es gegen die Unschuldsvermutung,
wenn die Vorinstanz eine Beteiligung des Beschuldigten praktisch alleine deswe-
gen ausschliesst, weil nichts Schriftliches vorliegt. Auch aufgrund der Aussagen
der diversen Auskunftspersonen und Zeugen zeigt sich, dass die Meinung weit-
verbreitet war, dass I._, J._ und der Beschuldigte gleichberechtigte Ge-
schäftspartner gewesen seien. So sagte beispielsweise der zuständige Bankbera-
ter der F._, K._, als Zeuge befragt aus, I._, J._ und der Be-
schuldigte seine nach seiner Auffassung gleichberechtigte Partner gewesen. Sie
hätten nach seiner Wahrnehmung die Geschäftsleitung und Führung repräsen-
tiert, wobei er aber nicht sagen könne, welche interne Regelung getroffen worden
sei. Aus bankentechnischer Sicht seien I._ und der Beschuldigte jeweils als
zwei Vertreter einer Unternehmensgruppe aufgetreten (Urk. 15/2 S. 3 ff.). Der Be-
- 21 -
schuldigte und I._ seien als zwei Vertreter einer Firmengruppe aufgetreten.
Nach seiner Wahrnehmung habe I._ die Firma nach aussen vertreten und
der Beschuldigte sei für die Administration und die buchhalterischen Belange zu-
ständig gewesen. Wenn er Fragen zu den Finanzen und dem Tagesgeschäft ge-
habt habe, dann sei der Beschuldigte sein Ansprechpartner gewesen (Urk. 15/2
S. 9). Neben diesen Aussagen liegen diverse weitere Aussagen vor, aus denen
hervorgeht, dass die Meinung weitverbreitet war, der Beschuldigte sei zusammen
mit I._ und J._ gleichberechtigter Teilhaber gewesen. Der amtliche Ver-
teidiger hat die betreffenden Aussagen detailliert zusammengefasst und wieder-
gegeben (Urk. 235 S. 19 ff.). Auch unter diesem Gesichtspunkt bestehen gewich-
tige Hinweise, die durchaus für die Version des Beschuldigten sprechen, wonach
er an der Unternehmensgruppe beteiligt war. Weiter fällt bei der Beurteilung der
vorliegend interessierenden Frage ins Gewicht, dass I._, J._ und der
Beschuldigte in Bezug auf ihre jeweiligen Einkommen vollständig gleichgestellt
waren. Auch dieser Umstand spricht eher dagegen, dass der Beschuldigte ledig-
lich eine Angestelltenfunktion inne hatte. Wenn die Vorinstanz in diesem Zusam-
menhang erwägt, der Standpunkt der Verteidigung, gemäss welchem schon seit
2008 eine einfache Gesellschaft bestanden habe, aufgrund welcher der Beschul-
digte zu einem Drittel an der gesamten Unternehmensgruppe beteiligt gewesen
sei, lasse sich anhand der konkreten Aussagen und Akten nicht erstellen, weil da-
von auszugehen sei, dass eine solche Abrede schriftlich festgehalten worden wä-
re, ist nach dem Gesagten nicht haltbar. Es besteht eine Reihe von gewichtigen
Hinweisen dafür, dass der Beschuldigten im internen Verhältnis gleichberechtigter
Geschäftspartner war und damit liegen erhebliche und nicht überwindbare Zweifel
an der Darstellung der Anklagebehörde vor, wonach der Beschuldigte "nur" An-
gestellter der A._ war. Bei dieser Beweislage ist zwingend zu Gunsten des
Beschuldigten von der für ihn günstigeren Version auszugehen. Die Vorinstanz
hat diese Problematik zwar erkannt, dann aber zuungunsten des Beschuldigten
angenommen, aufgrund der fehlenden Schriftlichkeit könne die Beteiligung nicht
bewiesen werden, was möglicherweise nach zivilrechtlichen Gesichtspunkte zu-
treffen mag, im strafrechtlichen Verfahren indes nicht angängig ist.
- 22 -
4.4. Abhängigkeit der Unternehmensgruppe vom Beschuldigten
4.4.1. Die Vorinstanz erwog zur Frage ob und inwiefern die Unternehmensgruppe
vom Beschuldigten abhängig gewesen sei, zusammengefasst was folgt: Es sei
davon auszugehen, dass die Abhängigkeit der A._ und der A1._ vom
Beschuldigten gross gewesen sei, denn der Beschuldigte sei der Einzige im Un-
ternehmensgefüge gewesen, der sich im Bereich der Finanzbuchhaltung ausge-
kannt habe und der den Support für die selbst entwickelte Systemsoftware ... ha-
be leisten können. Dementsprechend sei denn auch mit Management Letter der
Revisionsgesellschaft vom 3. Dezember 2012 festgehalten worden, dass ein
grosser Teil des IT-Know-Hows nur beim Beschuldigten vorhanden sei, und dass
bei dessen Ausfall mit grossen Problemen zu rechnen sei. Insbesondere im Be-
reich der IT sei die A._ vom Beschuldigten abhängig. Es sei zwar zutreffend,
dass dieses Problem der sehr weitgehend in seiner Person konzentrierten Kom-
petenzen bereits früher erkannt worden sei, was auch durch den Revisor R._
als Zeuge bestätigt worden sei (act. 15/11, S. 5, Ordner 3). Das frühe Bekannt-
werden der Problematik ändere jedoch nichts daran, dass diese nach wie vor be-
standen habe, als es im Jahr 2013 zur Auseinandersetzung zwischen I._,
J._ und dem Beschuldigten gekommen sei. Seit wann die Abhängigkeit der
A._ und der A1._ bereits bestanden habe, spiele indes vorliegend keine
massgebliche Rolle (Urk. 235 S. 54 ff).
4.4.2. Die Verteidigung brachte hierzu zusammengefasst Folgendes vor (Urk. 235
S. 28 ff. sowie Urk. 247 S. 18 ff.): Zunächst sei darauf hinzuweisen, dass es be-
reits im September 2012 zu ersten Unstimmigkeiten zwischen den Beteiligten ge-
kommen sei und zwar deshalb, weil I._ sich dazu entschlossen habe, sich
zugunsten des Projekts "S._" aus der Personalführung der Q._ Gruppe
zurückzuziehen und diese J._ zu überlassen. Der Revisionsbericht für die
A._ für das Geschäftsjahr 1. April 2011 bis 13. März 2012 habe sodann ge-
zeigt, dass in Bezug auf das Wissen um die IT-Prozesse eine zu grosse Abhän-
gigkeit vom Beschuldigten bestanden habe. Laut diesem Bericht hätte bei einem
Ausfall des Beschuldigten wegen fehlendem Wissen und fehlender Erfahrung der
übrigen Mitarbeiter mit grossen Problemen gerechnet werden müssen. Vor die-
- 23 -
sem Hintergrund hätten schliesslich I._ und J._ gemäss eigenen Anga-
ben den Entschluss gefasst, die Stellung des Beschuldigten zu überdenken und
sie hätten für die Software nach Alternativlösungen für die Verwaltungsaufgaben
gesucht. ln der Strafanzeige vom 7. Oktober 2013 sei seitens von I._ und
J._ wörtlich ausgeführt worden, "die Verwaltungsführung von C._ sei
äusserst mangelhaft und habe nicht mehr dem Gewünschten entsprochen. ln der
Tat habe in der Folge I._ bereits am 8. April 2013 eine Offerte/Präsentation
(inkl. Preisliste) der T._ AG, einer Dienstleisterin im Bereich der Administrati-
on, für die A._ eingeholt. Die T._ AG habe dann eine teure Verwaltungs-
lösung präsentiert. Gestützt auf diese Vorgänge zeige sich ohne weiteres, dass
dem Beschuldigten bereits im Frühjahr 2013 in Aussicht gestellt worden sei, es
werde eine neue Verwaltungslösung gesucht, wobei für ihn und seine Dienstleis-
tungen inskünftig kein Platz mehr in der Gruppe sein werde. Bereits am 9. April
2013 habe der Beschuldigte I._ und J._ mitgeteilt, dass er sich gezwun-
gen sehe, sich per 1. April 2013 von ihnen zu trennen, wenn eine neue Verwal-
tungslösung – insbesondere diejenige der T._ AG – implementiert werden
sollte. Im Juni 2013 habe der Beschuldigte dann seinen definitiven Entschluss
mitgeteilt, dass er als Gesellschafter aus der Q._ Gruppe ausscheiden wolle.
Führe man sich nun diese Trennungshistorie unter dem zeitlichen Aspekt vor Au-
gen, so scheine die Behauptung von I._ und J._ noch am 15. Juli 2013
(Datum der Unterzeichnung des Aktientauschvertrages) vom Beschuldigten ab-
hängig gewesen zu sein, völlig lebensfremd. I._ und J._ hätten nämlich
im Zeitpunkt der Unterzeichnung des Aktientauschvertrages bereits seit mehr als
3 1⁄2 Monaten davon Kenntnis gehabt, dass sich die Geschäftsbeziehung mit dem
Beschuldigten dem Ende zuneigen würde. Bereits zu Beginn des Jahres 2013
hätten sie damit begonnen, Alternativlösungen zu suchen und seit Anfang April
2013 habe die Offerte der T._ AG als alternative Verwaltungslösung auf dem
Tisch gelegen. Der Umstand, dass sich I._ und J._ bei dieser Aus-
gangslage bis im Herbst 2013 nicht ernsthaft um eine neue Verwaltungslösung
gekümmert hätten, lasse sich nur damit erklären, dass sie hierfür entweder keine
Notwendigkeit gesehen hätten, weil die Q._ Gruppe vom Beschuldigten ef-
fektiv gar nicht in existenzieller Art und Weise abhängig gewesen sei, oder aber
- 24 -
dass es ihnen schlicht und ergreifend egal gewesen sei, wenn die Q._ Grup-
pe "an die Wand gefahren" worden wäre. Immerhin habe sich I._ in seinem
E-Mail vom 9. April 2013 entsprechend geäussert. Dort habe er nämlich wörtlich
ausgeführt: "...oder wir fahren den Laden ganz herunter und jeder macht seinen
eigenen Scheiss". Eine Abhängigkeit der A._ vom Beschuldigten, welche
I._ und J._ erpressbar gemacht und sie in ihrer Entscheidungsfreiheit
eingeschränkt hätte, habe jedenfalls zu keinem Zeitpunkt bestanden. Ganz zwei-
felsfrei habe der Beschuldigte mit seinem Know-how und seinem Engagement für
die Q._ Gruppe eine bedeutende Funktion gehabt. Die Vorinstanz verkenne
aber, dass die A._ und die A1._ auch ohne den Beschuldigten habe
operativ tätig sein können. Dies zeige sich namentlich aufgrund der Aussagen der
Zeugin U._, gemäss welcher das Sekretariat die Lohnauszahlungen auch
ohne den Beschuldigten hätte ausführen können. Zudem sei auch V._ sehr
wohl befähigt und in der Lage gewesen, die Software zu bedienen. Das Funktio-
nieren und "Überleben" der Gesellschaft sei damit auch ohne das Zutun des Be-
schuldigten gesichert gewesen. Wenn die Vorinstanz bei ihren Erwägungen ledig-
lich auf das Können und das Wissen des Beschuldigten fokussiere, so sei darauf
hinzuweisen, dass das Können und das Wissen des Beschuldigten zur Beurtei-
lung der (Un-)Abhängigkeit der A._ und der A1._ nicht von Relevanz
sei. Viel entscheidender sei die Frage, ob die A._ von der Person des Be-
schuldigten abhängig gewesen sei, oder ob dieser innert nützliche Frist hätte er-
setzt werden können. Die Frage sei nicht, was der Beschuldigte alles gewusst
und gekonnt habe, sondern wie gross die Lücke gewesen wäre, die er bei seinem
Weggang hinterlassen hätte und vor allem, ob diese Lücke rechtzeitig hätte ge-
schlossen werden können. Bei der Beantwortung dieser Frage sei mithin abzuklä-
ren, ob es zur fraglichen Zeit auf dem verfügbaren Arbeitsmarkt sonst niemanden
gegeben habe, welcher die Position des Beschuldigten in der Unternehmung hät-
te einnehmen können. Etwas derartiges könne wohl nicht allen Ernstes behauptet
werden. Dass es für ein Unternehmen immer einen herben Verlust darstelle,
wenn es einen langjährigen und verdienten Arbeitnehmer verliere und damit auch
viel Know-how und Erfahrung verloren gehen, liege auf der Hand. So gesehen
könne in gewisser Weise immer davon gesprochen werden, dass man auf einen
- 25 -
solchen Arbeitnehmer "angewiesen sei". Insofern sei es auch im vorliegenden Fall
unvermeidbar gewesen, dass Wissen und Erfahrung verloren gehen würde, so-
bald der Beschuldigte aus der Q._ Gruppe ausscheidet. Dies sei I._ und
J._ bereits bewusst gewesen, als sie sich im Frühjahr 2013 für eine neue
Verwaltungslösung entschieden hätten, dann aber aktenkundig nichts vorgekehrt
hätten bzw. nicht entsprechend aktiv geworden seien. Weiter lohne sich ein Blick
auf die eigentliche damalige Tätigkeit des Beschuldigten. Der Beschuldigte habe
die Software ... entwickelt und zusammen mit der Unterstützung von U._
sowie seiner beiden Töchtern die Finanz-, Lohn-, Debitoren- und Kreditorenbuch-
haltung für die A._ und die A1._ geführt. Ohne die Leistungen des Be-
schuldigten schmälern zu wollen, könne gesagt werden, dass es zweifelsohne
genügend qualifizierte Buchalter und/oder Treuhandgesellschaften gebe, die in
der Lage gewesen wären, die Arbeit des Beschuldigten zu übernehmen. Gerade
für eine Personalvermittlungsgesellschaft, welche notabene mehr als 200 Tempo-
rär Mitarbeiter beschäftigt habe, müsse es doch ein Leichtes, zumindest aber im
Bereich des Zumutbaren, gewesen sein, innert nützlicher Frist einen oder mehre-
re (wenn auch allenfalls nur temporäre) Mitarbeiter zu finden, welche sich der an-
stehenden Verwaltungsarbeiten hätten annehmen können. Dies wäre allenfalls
mit Aufwand und Mehrkosten verbunden gewesen, was jedoch zumutbar gewe-
sen sei und in Kauf genommen hätte werden müssen. Derartiger (Einarbeitungs-
)Aufwand und die damit verbundenen Mehrkosten seien schliesslich bei jedem
Abgang eines langjährigen Mitarbeiters unumgänglich. Dasselbe gelte in Bezug
auf die IT. Wieso kein IT Spezialist (wenn auch allenfalls nur ein temporärer) hätte
gefunden werden können, welcher sich der fraglichen Software angenommen und
sich das entsprechend Know-How zu deren Bedienung hätte aneignen können,
sei ebenfalls nicht ersichtlich und werde weder von der Anklägerin noch von der
Vorinstanz dargelegt. Interessant sei schliesslich, dass sowohl in der Strafanzeige
vom 7. Oktober 2013 als auch in jener vom 16. Dezember 2013 das regelmässige
Auszahlen der Löhne im Vordergrund gestanden sei. Dass die Löhne aber durch
die Mitarbeiter, insbesondere U._, selbst hätten ausbezahlt werden können,
sei dargelegt und auch von der Vorinstanz so erkannt worden. Das ursprünglich in
der Strafanzeige geltend gemachte Abhängigkeitsverhältnis lasse sich damit nicht
- 26 -
erstellen. Von einer hochkomplexen IT-Struktur, auf welche sich die Vorinstanz
fokussiert habe, sei sodann in den Strafanzeigen nie die Rede gewesen. Ange-
sichts des Geschäftsmodells der A._ und der A1._ sei schliesslich per
se nicht ersichtlich, wieso die Leistungen des Beschuldigten derart spezifisch und
komplex hätten sein sollen, dass diese nicht rechtzeitig hätten ersetzt werden
können. Beim Beschuldigten handle es sich schliesslich um einen Buchhalter mit
selbst angeeigneten IT Kenntnissen und nicht etwa um einen Quantenphysiker.
Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Der Beschuldigte sei ohne weiteres
und zeitnah ersetzbar gewesen.
4.4.3. Die Argumentation der Verteidigung umfasst im Wesentlichen zwei zentrale
Argumente: Einerseits bringt sie vor, I._ und J._ hätten sich bereits im
Frühjahr 2013 für eine neue Verwaltungslösung entschieden, dann aber nichts
weiter unternommen, um eine solche auch effektiv zu implementieren. Unter die-
sem Gesichtspunkt sei ihre Behauptung, wonach sie noch am 15. Juli 2013 vom
Beschuldigten abhängig gewesen seien, völlig lebensfremd. Andererseits komme
hinzu, dass der Beschuldigte zwar eine wichtige Rolle für die Privatklägerinnen
gespielt habe, davon aber, dass der Beschuldigte innert nützlicher Frist nicht hätte
ersetzt werden können, könne keine Rede sein. Der Argumentation der Verteidi-
gung kann in beiden Punkten gefolgt werden. Offenkundig kümmerten sich
I._ und J._ über viele Jahre hinweg wenig bis gar nicht um die Finanz-
buchhaltung und den IT-Bereich. Dieser Umstand führte bekanntermassen dazu,
dass im Revisionsbericht für die A._ fürs das Geschäftsjahr 2011/2012 auf
das "Klumpenrisiko", welches beim Beschuldigten verortet wurde, hingewiesen
wurde. In der Folge holten I._ und J._ unbestrittenermassen eine Offer-
te bei der T._ AG ein, welche für die bis dahin vom Beschuldigen erbrachten
Dienstleistungen einen adäquaten Ersatz bringen sollte. Eine entsprechende Of-
ferte ging dann auch ein, wurde aber wohl aus Kostengründen nicht angenommen
und damit verworfen (Urk. 39/14 N. 28). Dieser Umstand macht deutlich, dass für
die "Verwaltungsführung" eine Alternativlösung gesucht und effektiv auch gefun-
den wurde. Dieser Bereich der Tätigkeiten des Beschuldigten konnte also – wie
figura deutlich zeigt – auch von Dritten erledigt werden, weshalb diesbezüglich
keine Rede davon sein kann, die Unternehmung sei vom Beschuldigten abhängig
- 27 -
gewesen. Was die vielzitierte Software angeht, so kann nichts anderes gelten.
Der Beschuldigte ist kein Informatiker. Er hat mit seinen durchschnittlichen An-
wenderkenntnissen offenbar eine Software für die Personalvermittlungsgeschäfte
der Privatklägerinnen entwickelt, welche die Bedürfnisse der A._ abdeckte.
Dass die vom Beschuldigten – nota bene einem Informatik-Laien – entwickelte
Software aber nicht von einem geschulten IT-Spezialisten innert relativ kurzer Zeit
hätte ersetzt werden können, ist schlicht unvorstellbar. Hinzu kommt, dass es auf
dem Markt der Personalvermittlungsunternehmen mit Bestimmtheit bereits diver-
se, auch auf die Bedürfnisse der A._ mehr oder weniger zugeschnittene IT-
Lösungen gab, welche hätten eingekauft werden können. Selbstverständlich hätte
es für beide Bereiche (Finanzbuchhaltung und IT-Wesen) eine gewissen Zeit ge-
braucht, um den Abgang des Beschuldigten aufzufangen und natürlich wäre dies
mit Umständen und auch mit Mehrkosten verbunden gewesen. Dass der Be-
schuldigte aber deswegen geradezu unverzichtbar für die A._ gewesen sein
soll, scheint schlicht undenkbar. Wie die Verteidigung vollkommen zurecht aus-
führt, besteht bei jedem Arbeitsverhältnis mit einem langjährigen und verdienten
Mitarbeiter in gewissem Sinne ein gegenseitiges "Abhängigkeitsverhältnis". Es ist
Aufgabe und Pflicht des Arbeitgebers bei einer plötzlichen Verhinderung eines so
wichtigen Arbeitnehmers (z.B. durch Krankheit, Tod, Beendigung des Arbeitsver-
hältnisses) dafür zu sorgen, dass ein entsprechendes Notfallszenarium (mit ent-
sprechenden Stellvertretungslösungen u.ä) vorliegt. Unterlässt dies der Arbeitge-
ber, so bringt er sich in gewissem Sinne selbst in ein Abhängigkeitsverhältnis zum
Arbeitnehmer. Insgesamt betrachtet steht somit fest, dass vorliegend nicht von ei-
nem das übliche Mass übersteigenden Abhängigkeitsverhältnis der A._ vom
Beschuldigten gesprochen werden kann. Zweifelsohne hatte der Beschuldigte ei-
ne wichtige Stellung inne, dennoch sollte er nach den Plänen von I._ und
J._ "entthront" werden, was deutlich macht, dass sie selbst davon ausgin-
gen, dass der Beschuldigte ersetzbar war. Die Dienstleistungen, welche der Be-
schuldigte erbrachte, hätten innert nützlicher Frist durch Buchhalter und Informa-
tikspezialisten ebenfalls erbracht werden können. Von einer Abhängigkeit von
I._ und J._ respektive der jeweils durch sie repräsentierten Gesellschaf-
ten, welche die beiden bei objektiver Betrachtung durch den Beschuldigten er-
- 28 -
pressbar gemacht hätten, ist nicht auszugehen. Wenn die Vorinstanz eine andere
Auffassung vertritt, so unterliegt sie einem Denkfehler. Sie argumentiert nämlich
auf S. 57 des angefochtenen Entscheides wörtlich: "Es ist davon auszugehen,
dass die Abhängigkeit der A._ und der A1._ vom Beschuldigten gross
war, war er doch der Einzige im Unternehmensgefüge, der sich im Bereich der Fi-
nanzbuchhaltung auskannte und der den Support für die selbst entwickelte Sys-
temsoftware ... leisten konnte". Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass
dies zutreffend wäre (auch hier bestehen einige Zweifel an der Richtigkeit dieser
Darstellung wenn man sich die Aussagen der Zeugen U._ und V._ vor
Augen führt), kann aber nicht massgeblich sein, ob er im Unternehmensgefüge
der Einzige war. Die Frage muss richtigerweise vielmehr lauten, ob er generell er-
setzbar war oder nicht. Für die Beantwortung dieser Frage kann nicht nur auf die
in der Unternehmung verfügbaren Ressourcen fokussiert werden – wie dies die
Vorinstanz fälschlicherweise tut – sondern es muss unter Berücksichtigung der
notwendigen Fähigkeiten der gesamte verfügbare Arbeitsmarkt miteinbezogen
werden. Tut man dies, so muss man zwingend zum Schluss kommen, dass nicht
einzusehen ist, weshalb auf dem Platz Zürich im Jahre 2013 kein versierter Fi-
nanz- respektive IT-Experte hätte rekrutiert werden können, welcher in der Lage
gewesen wären, die vom Beschuldigten hinterlassene Lücke innert nützlicher Frist
zu füllen. Wie figura zeigt war es ja auch tatsächlich so, dass die M'._ AG die
administrative Verwaltung auch ohne Hilfe des Beschuldigten übernehmen konnte
und sie war es denn auch, die gemäss dem Zeugen L._ externe "Leute bei-
zog", um die vorhandenen Daten aufzubereiten und in das betriebseigene Soft-
wareprogramm der M'._ AG "W._" zu überführen (Urk. 15/1 S. 4 f.). Un-
ter diesen Voraussetzungen kann klarerweise nicht von einer Abhängigkeit der
Unternehmensgruppe vom Beschuldigten gesprochen werden.
4.5. Druckausübung durch den Beschuldigten
4.5.1. Unter diesem Titel kam die Vorinstanz stark zusammengefasst zum
Schluss, dass I._ und J._ die Aktientauschverträge nur deshalb unter-
zeichnet hätten, weil der Beschuldigte ihnen mit der Einstellung seiner Verwal-
tungstätigkeit für die A._ und die A1._ gedroht habe (Urk. 143 S. 57 ff.).
- 29 -
4.5.2. Die Verteidigung stellte sich zusammengefasst auf folgenden Standpunkt
(Urk. 235 S. 36 ff. sowie Urk. 247 S. 21 ff.): Die vorinstanzlichen Erwägungen in
Bezug auf die geltend gemachte "Drohung" des Beschuldigte seien angesichts
der Gesamtumstände und des damalig vorherrschenden Verhältnisses der Dreien
völlig lebensfremd. Die Vorinstanz verkenne die effektiv gegebenen Umstände.
Die (angebliche) Drohung des Beschuldigte sei mangels Eignung, I._ und
J._ massgeblich in ihrer Entscheidungsfreiheit zu beeinträchtigen, nicht kau-
sal für die Unterzeichnung des Aktientauschvertrags gewesen. Die Äusserung
des Beschuldigte, er werde seine Arbeit niederlegen, hätten I._ und J._
nicht im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in ihrem Verhalten bestimmt. Um dies zu
erkennen, genüge ein Blick auf die im Plädoyer auszugsweise wiedergegebene
E-Mail-Korrespondenz zwischen den drei Protagonisten. Es habe folglich bereits
an der erforderlichen Zwangsintensität gefehlt. Sämtliche Druckmittel seien zu-
dem in den Händen von I._ und J._ gelegen, welche ihre Macht auch
ausgeübt hätten, um den Beschuldigten (inkl. dessen Arbeitsleistung) so lange
wie möglich, mindestens aber bis Ende Jahr 2013, hinzuhalten. Dass der Be-
schuldigte gegenüber I._ und J._ ebenfalls mit jenen (schlechten) Kar-
ten gepokert habe, die er damals noch in der Hand gehalten habe, sei unstrittig
und auch völlig legitim. Der Beschuldigte habe gewusst, dass I._ und
J._ ihn noch bis Ende 2013 dabeihaben wollten, um die Restrukturierung ge-
ordnet vornehmen zu können. Er habe ihnen in diesem Zusammenhang sogar
explizit angeboten, wie dies der zitierten E-Mail vom 30. Juni 2013, 12.17 Uhr zu
entnehmen sei, noch bis im März 2014 weiterzuarbeiten. Gleichzeitig habe er
aber auch verständlicherweise darauf beharrt, den ihm zustehenden Anteil an der
Q._ Gruppe formal übertragen bzw. eine entsprechende Entschädigung I Ab-
lösungssumme ausbezahlt zu erhalten. Widersprüchlich und geradezu tendenziös
werde der Standpunkt der Vorinstanz dann, wenn sie dem Beschuldigten anfäng-
lich im Zusammenhang mit der von ihm geltend gemachten Beteiligung an der
Q._ Gruppe von einem Drittel vorhalte, er könne diesbezüglich nichts Schrift-
liches vorlegen, obwohl von ihm zu erwarten gewesen wäre, eine Geschäftsver-
einbarung von derartiger Tragweite schriftlich festzuhalten. Mangels Schriftlichkeit
liesse sich die von ihm geltend gemachte Beteiligung nicht erstellen, so die Kon-
- 30 -
klusion der Vorinstanz. ln Bezug auf diejenigen Dokumente, die aber in der Tat
schriftlich vorlägen und aktenkundig seien, wolle die Vorinstanz dann aber partout
auch nichts zugunsten des Beschuldigten ableiten und stelle sich kurzerhand auf
den Standpunkt, diese Dokumente, sprich der Aktientauschvertrag und in der Fol-
ge auch die von I._ unterzeichneten Auftragsbestätigungen, könnten nur auf
die Druckausübung des Beschuldigten zurückzuführen sein. Die Argumentation
der Vorinstanz falle damit augenscheinlich – unabhängig vom Beweisfundament –
stets völlig einseitig zugunsten von I._ und J._ und gleichzeitig zuun-
gunsten des Beschuldigten aus, was nicht angehen könne.
4.5.3. Die in der Anklageschrift umschriebene Drohung erschöpft sich darin, dass
zit.: "der Beschuldigte mit der Einstellung sämtlicher Verwaltungsarbeiten für die
A._ und A1._ gedroht habe, was für die A._ und A1._ verhee-
rende Folgen gehabt" habe (Urk. 51 S. 5). Was hier Eingang in die Anklageschrift
gefunden hat, ist exakt das, was der Beschuldigte anlässlich seiner Hafteinver-
nahme vom 27. März 2014 zu Protokoll gegeben hat. Dort führte er unumwunden
wörtlich aus: " Ich habe einfach gesagt, wenn die wegen den 33 % nicht unter-
zeichnen, werde ich meine Arbeit niederlegen, das war keine Erpressung, das
war Notwehr, die wollten mich leer ausgehen lassen, die haben mich erpresst"
(Urk. 9/1 S. 9). Alleine diese Äusserung des Beschuldigten, die anerkannt und er-
stellt ist, ist in rechtlicher Hinsicht nicht geeignet, den objektiven Tatbestand der
Erpressung zu erfüllen. In der Anklageschrift wird einerseits der zeitliche Aspekt
vollkommen ausser Acht gelassen. Mit keinem Wort wird etwa erwähnt, der Be-
schuldigte habe gedroht, seine Tätigkeiten per sofort nieder zu legen. Auch wird
nicht erwähnt, er werde die Nutzung der Systemsoftware ... augenblicklich ver-
unmöglichen. Wenn die Vorinstanz im Rahmen ihrer rechtlichen Subsumtion er-
wägt, "der Beschuldigte habe I._ und J._ damit gedroht, seine Verwal-
tungstätigkeit für die A._ und die A1._ niederzulegen und dabei insbe-
sondere die Funktionstüchtigkeit der Systemsoftware ... aufzuheben" (Urk. 143
S. 98), so weicht sie diesbezüglich in unzulässiger Weise vom Anklagesachver-
halt ab. Dass der Beschuldigte, als es nach seiner eigenen Darstellung "schmut-
zig wurde", bei seinem Abgang versuchte, seine wertvolle Stellung möglichst ge-
winnbringend in die Waagschale zu werfen, um auf diese Weise seine ihm seiner
- 31 -
Meinung nach zustehende Entschädigung zu erhalten, steht ihm im Rahmen der
Vertragsfreiheit grundsätzlich zu. Im Rahmen von Vertragsverhandlungen darf der
Staat in einer solchen Situation nur mit äusserst grosser Zurückhaltung mit straf-
rechtlichen Mitteln in die obligationenrechtliche Vertragsfreiheit der Parteien ein-
greifen. Nachdem dem Beschuldigten in der Anklageschrift weder vorgeworfen
wird, er habe mit der sofortigen Niederlegung seiner Tätigkeiten noch dem sofor-
tigen Entzug der Nutzungsberechtigung für die Systemsoftware ... gedroht, errei-
chen die vom Beschuldigten verwendeten Mittel keineswegs eine strafrechtlich re-
levante Intensität. Damit wird dem Beschuldigten kein tatbestandsmässiges Ver-
halten zur Last gelegt, was zwingend zu einem Freispruch vom Vorwurf der Er-
pressung im Sinne von Art. 156 Abs. 1 StGB respektive der Nötigung im Sinne
von Art. 181 StGB führen muss.
4.6. Geplanter Kauf der O._ durch die A._
4.6.1. Die Vorinstanz kam unter diesem Titel zusammengefasst zum Schluss,
entgegen den anderslautenden Aussagen von I._ und J._ sei aufgrund
der glaubhaften Zeugenaussagen L._s und der sich im Recht befindlichen
Akten davon auszugehen, dass ein Kauf der O._ durch die A._ im
Rahmen der Vergleichsgespräche sehr wohl ein ernsthaft verfolgter Lösungsan-
satz gewesen sei. Dies zeige unter anderem auch eine E-Mail von I._ an
L._, in welcher Letzterer durch I._ aufgefordert worden sei, einen besse-
ren Vertrag [als denjenigen, welchen der Beschuldigte vorlegte] zu erarbeiten.
Dieser Aufforderung sei der Zeuge L._ in der Folge nachgekommen. Mit die-
sem Vertrag L._s, der den Kauf der O._ durch die A._ für
Fr. 750'000– vorgesehen habe, hätten sich I._ und J._ in der Folge
auch einverstanden erklärt, was aus den E-Mails vom 27. Oktober 2013 in
Urk. 18/38 hervorgehe. Auch durch diverse weitere sich bei den Akten befindliche
E-Mails sei ausgewiesen, dass über einen Kauf der O._ durch die A._
verhandelt worden sei. Mit dem durch den Beschuldigten hierauf ausgearbeiteten
Vertrag zum Kauf der O._ durch die A._ für Fr. 1.25 Mio. seien I._
und J._ gemäss den glaubhaften Zeugenaussagen L._s aber nicht ein-
verstanden gewesen. Unbestritten geblieben sei in der Folge, dass ein Kauf der
- 32 -
O._ durch die A._ gescheitert sei, da keiner der durch die Beteiligten
erarbeiteten Kaufverträge letztlich unterzeichnet worden sei (Urk 143 S. 60 ff.).
4.6.2. Die Verteidigung verwies zunächst darauf, dass selbst die Vorinstanz kon-
zediert habe, dass aufgrund der glaubhaften Zeugenaussage L._s und der
gegebenen Aktenlage davon auszugehen sei, dass ein Kauf der O._ durch
die A._ im Rahmen der Vergleichsgespräche sehr wohl ein ernsthaft verfolg-
ter Lösungsansatz gewesen sei. Bemerkenswert scheine ferner der Umstand,
dass – wollte man der Darstellung von I._ und J._ Glauben schenken,
wonach diese die O._ in Tat und Wahrheit nicht hätten kaufen wollen – diese
offenbar ein falsches, ja perfides Spiel mit dem Beschuldigten getrieben hätten.
Die Akten, insbesondere die zahlreichen E-Mails zwischen den Beteiligten, wür-
den an dieser Stelle für sich sprechen. ln der Konsequenz bedeute dies weiter,
dass I._ und J._ offenbar die Transaktionen von der A._ bzw. der
A1._ auf die O._, von denen sie ebenfalls nachweislich Kenntnis gehabt
hätten, (zumindest) tolerierten hätten und zwar im Wissen darum, dass die
A._ die O._ niemals kaufen würde. Damit bestehe abermals der Ver-
dacht, dass mit dem Beschuldigten nicht der wahre Protagonist der vorliegend
angeklagten und erstinstanzlich bejahten ungetreuen Geschäftsbesorgung im
Vordergrund stehe (Urk. 235 S. 49 f. sowie Urk. 247 S. 23).
4.6.3. Zunächst ist mit der Vorinstanz und der Verteidigung aufgrund der Akten-
lage und der glaubhaften Aussagen des Zeugen L._ erstellt, dass ein Kauf
der O._ durch die A._ im Rahmen der Vergleichsgespräche sehr wohl
ein verfolgter Lösungsansatz war. Angesichts des Umstandes, dass sowohl
I._ als auch J._ diesbezüglich anderslautende Depositionen zu Protokoll
gegeben haben, stellt sich indes die Frage, wie ernsthaft deren Absichten tatsäch-
lich waren, den Beschuldigten auf diesem Wege zu entschädigen. I._ gab in
diesem Zusammenhang an, er wisse nicht mehr, was alles gesagt worden sei, es
habe aber sicherlich einen Schriftverkehr gegeben, in dessen Rahmen sie (also er
und J._) dieses zit. "Spiel" mitgespielt hätten (Urk. 14/5 S. 9). J._ gab
zum selben Themenkomplex befragt zu Protokoll, es treffe nicht zu, dass die
A._ die O._ habe kaufen wollen. Es seien jedoch gewisse Dinge zuge-
- 33 -
sagt worden, da die Machtausübung des Beschuldigten enorm gross gewesen sei
(Urk 14/2 S. 14). Führt man sich diese Aussagen vor Augen, so erscheint die An-
nahme der Verteidigung, I._ und J._ hätten mit dem Beschuldigten ein
perfides Spiel gespielt, nicht mehr ganz abwegig. Anders lässt sich nämlich kaum
erklären, weshalb beide sich auf den Standpunkt stellten, ein Kauf der O._
durch die A._ sei kein Thema gewesen, obwohl es aktenkundig sie waren,
die den Zeugen L._ mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Kaufver-
tragsentwurfes beauftragten. Unabhängig davon, ob I._ und J._ mit ih-
rem Vorgehen ernsthafte Kaufabsichten verfolgten, oder ob sie damit den Be-
schuldigten bloss hinhalten wollten, durfte Letzterer in guten Treuen davon aus-
gehen, dass ein Kauf der O._ durch die A._ seitens I._ und
J._ zumindest angestrebt wurde. Das Gegenteil lässt sich jedenfalls bei der
bestehenden Aktenlage nicht beweisen.
4.7. Gründe für die Überweisung des Beschuldigten
4.7.1. Die Vorinstanz erwog hierzu zusammengefasst, der Beschuldigte habe zu
den Gründen der von ihm getätigten Überweisungen widersprüchliche Angaben
gemacht. Zunächst habe er den Standpunkt eingenommen, die Überweisungen
an die O._ sei im Hinblick auf die Umsetzung der Beteiligung des Beschul-
digten an einem Drittel der Unternehmensgruppe bzw. in direktem Zusammen-
hang mit dem Aktientausch vorgenommen worden. Diese Behauptung ergebe in-
des keinen Sinn. Wenn jeder der drei Gesellschafter zu je einem Drittel an den
drei Gesellschaften A._, A1._ und O._ beteiligt sei bzw. werden
solle, so setze dies keinerlei zusätzliche Vermögensverschiebungen zwischen
den Gesellschaften voraus, um eine gleichberechtigte Beteiligung herzustellen.
Viel eher nachvollziehbar erscheine dagegen die weitere Behauptung des Be-
schuldigten, wonach die Überweisungen im Hinblick auf den Kauf der O._
durch die A._ erfolgt seien, weil ein Kauf der O._, welche lediglich ein
Kapital von Fr. 250'000.– aufgewiesen habe, für Fr. 1.5 Mio. nicht gangbar gewe-
sen sei. In diesem Zusammenhang seien die Aussagen des Beschuldigten jedoch
ebenfalls widersprüchlich. Einerseits habe er festgehalten, die Aktientauschver-
träge seien unterzeichnet worden bevor L._ dazu gestossen sei, und es sei
- 34 -
von Anfang an vereinbart gewesen, dass diese nach der Aufwertung der O._
wieder aufgelöst würden. Andererseits habe er angegeben, die Aufwertung der
O._ und die Auflösung der Aktientauschverträge sei erst auf Anraten von
L._ vorgenommen worden. Dass von Anfang an vereinbart worden sein sol-
le, dass der Aktientausch nach Aufwertung der O._ widerrufen werde und die
A._ die O._ hierauf kaufen solle, erscheine nicht nachvollziehbar, denn
eine Aufwertung der O._ und deren Kauf durch die A._ habe auch ohne
Vereinbarung der Aktientauschverträge realisiert werden können. Dass die Auf-
wertung der O._ von Anfang an vereinbart gewesen sein solle, widerspreche
im Übrigen auch der anfänglich noch zu Protokoll gegebenen Aussage des Be-
schuldigten, wonach er nicht wisse, ob I._ und J._ mit den von ihm vor-
genommenen Überweisungen einverstanden gewesen seien. Es ergebe in die-
sem Zusammenhang auch keinen Sinn, wenn der Beschuldigte festhalte, man
habe ihm angedroht, man schaue einfach, dass das Unternehmen keinen Gewinn
erwirtschafte, damit er nichts erhalten werde. Dies wäre von keinerlei Relevanz
gewesen, wenn der Aktientausch ohnehin nur vorübergehender Natur gewesen
und in der Abrede, diesen vor dem Kauf wieder aufzulösen, vorgenommen wor-
den wäre. Entgegen den anderweitigen Aussagen des Beschuldigten sei aber
auch nicht davon auszugehen, dass der Widerruf der Aktientauschverträge durch
L._ initiiert worden sei, sei doch dem Protokoll der ausserordentlichen GV
der O._ vom 9. September 2013 zu entnehmen, dass diese (bzw. der Be-
schuldigte als Alleinaktionär und einziger Verwaltungsrat) beschlossen habe, den
Antrag von I._ und J._ auf Eintragung der Aktien abzulehnen, und dass
es somit der Beschuldigte selbst gewesen sei, der sich bereits anfangs Septem-
ber 2013 auf den Standpunkt gestellt habe, dass die Aktientauschverträge nicht
vollzogen würden und damit ungültig seien, wobei die tatsächliche Aufhebung der
Aktientauschverträge dann aber erst rund einen Monat später erfolgt sei. Wenn
mit der Anklageschrift jedoch davon ausgegangen werde, dass der Beschuldigte
anfangs September 2013 realisiert habe, dass ihm der Aktientausch überhaupt
keinen Gewinn bringen werde, so ergebe die Vereinbarung des Aktientausches
und die hierauf erfolgte Auflösung der entsprechenden Verträge durch den Be-
schuldigten indes einen Sinn. Zudem erscheine vor diesem Hintergrund auch die
- 35 -
bereits zitierte Aussage des Beschuldigten, I._, J._ und L._ hätten
ihm gesagt, man schaue einfach, dass das Unternehmen keinen Gewinn erwirt-
schafte, damit er nichts erhalten werde, als nachvollziehbar. Auch die durch den
Beschuldigten gemachten Angaben, wonach die von ihm vorgenommenen Über-
weisungen im Rahmen einer Bereinigung der Buchhaltung vorgenommen worden
seien, würden merkwürdig erscheinen. Der Beschuldigte habe angegeben, die
Buchhaltung sei um 10 bis 15 Positionen bereinigt worden. Als Beispiele bereinig-
ter Positionen habe er Darlehen, Beteiligungen, Kontokorrente, Fahrzeuge, Soft-
ware ... genannt. Im Rahmen der Hauptverhandlung habe er noch weitere Punkte
vorgebracht, betreffend welche die Buchhaltung bereinigt worden sein solle. Ent-
gegen diesen Ausführungen des Beschuldigten könnten die inkriminierten Über-
weisungen aber lediglich mit zwei Themenbereichen in Verbindung gebracht wer-
den. Einerseits habe er gegenüber der A._ und der A1._ für die Nutzung
der Software ... rückwirkend Fr. 1'851'318.25 in Rechnung gestellt und anderer-
seits habe er die Überweisung der A2._ in Höhe von Fr. 50'000.– mit einem
Darlehen in Verbindung gebracht. Die Differenz der Summe dieser beiden Beträ-
ge zu den durch den Beschuldigten tatsächlich vorgenommenen Überweisungen
von gesamthaft Fr. 1'901'418.25 betrage somit exakt Fr. 100–. Für weitere Berei-
nigungen der durch den Beschuldigten zusätzlich erwähnten Positionen Kontokor-
rente, Fahrzeuge, Beteiligungen, Rechnungen für Computer etc. sei folglich gar
kein nennenswerter Raum geblieben. Zwar habe der Beschuldigte im fraglichen
Zeitraum zusätzliche Überweisungen an die O._ vorgenommen. Dennoch
erscheine es letztlich unerklärlich, wenn der Beschuldigte in diesem Zusammen-
hang geltend mache, dass er für die Ausgleichszahlungen den Wert eingesetzt
habe, bei welchem die O._ für Fr. 1.25 Mio. hätte verkauft werden können,
sei doch klar zu erwarten, dass sich bei einer tatsächlich notwendigen Bereini-
gung der Buchhaltung die konkrete Höhe der Überweisungen gerade aufgrund
der zur Bereinigung vorzunehmenden Buchungen ergebe und der Gesamtbetrag
nicht einfach auf eine gewünschte Höhe hin hätte angesetzt werden können
(Urk. 143 S. 62 ff.).
4.7.2. Die Verteidigung stimmte der Vorinstanz insofern zu, als diese sich auf den
Standpunkt stellte, in Bezug auf die durch den Beschuldigten im September 2013
- 36 -
vorgenommenen Zahlungen von der A._ bzw. der A1._ an die O._
erscheine es grundsätzlich nachvollziehbar, dass die Überweisungen im Hinblick
auf den Kauf der O._ durch die A._ erfolgt seien, da ein Kauf der
O._, welche lediglich ein Kapital von Fr. 250'000.– aufgewiesen habe, für
Fr. 1.5 Mio. nicht gangbar gewesen sei. Exakt so sei es nämlich auch gewesen.
Die vom Beschuldigten im September 2013 vorgenommenen Zahlungen von der
A._ und der A1._ an die O._ seien mit Blick auf den vereinbarten
Kauf der O._ durch die A._ erfolgt. Der Termin bei der Bank sei auf den
2. Oktober festgelegt gewesen. Die "Aufwertung" der O._ sei nötig gewesen,
damit die A._ die O._ überhaupt habe kaufen können. Hierzu habe der
Beschuldigte auf Anweisung von L._ die nötigen Posten buchhalterisch und
entsprechend den faktischen Verhältnissen innerhalb der Q._ Gruppe berei-
nigt (Urk. 235 S. 51, Urk. 247 S. 23 ff.).
4.7.3. Wie vorstehend unter Ziffer 5.6.3 ausgeführt, ist erstellt, dass der Verkauf
der O._ an die A._ grundsätzlich als eine möglich Variante für eine güt-
liche Auseinandersetzung diskutiert und beidseits auch schon entsprechende Ver-
tragsentwürfe ausgearbeitet wurden. Dass dieses Ansinnen indes auf beiden Sei-
ten soweit gereift wäre, dass die angedachten Verkaufsmodalitäten in die Tat hät-
ten umgesetzt werden können, lässt sich durch nichts beweisen. Vielmehr muss
es sich so verhalten haben, wie dies die Vorinstanz bereits richtig erkannt hat. Der
Beschuldigte wurde sich gewahr, dass er aufgrund des Aktientausches alleine
nicht zu seinem Geld kommen würde und so hat er sich – salopp ausgedrückt –
geholt, was er meinte, stehe ihm zu. Die Vorinstanz hat sorgfältig und über-
zeugend dargetan, weshalb sie die Darstellungen des Beschuldigten, wonach es
sich bei den inkriminierten Überweisungen lediglich um buchhalterische
Ausgleichszahlungen gehandelt habe, für unglaubhaft erachtete. Ebenfalls hat die
Vorinstanz in überzeugender Manier auf die Widersprüchlichkeiten im Aussage-
verhalten des Beschuldigten hingewiesen. Diese Erwägungen im angefochtenen
Entscheid sind überzeugend und können vollumfänglich übernommen werden
(Urk. 143 S. 62 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit der Vorinstanz ist daher festzuhalten,
dass weder der Verkauf der O._ an die A._ noch buchhalterische Grün-
- 37 -
de kausal für die – in der Sache unbestrittenen – Überweisungen des Beschuldig-
ten waren.
4.8. Auftragsbestätigung/Rechnung betreffend die Nutzung der Sofware
...
4.8.1. Stark zusammengefasst kam die Vorinstanz diesbezüglich zum Schluss,
der Beschuldigte habe – entgegen ausdrücklich anderslautenden Bestimmungen
im ursprünglichen Arbeitsvertrag mit der A._ (Ziff. 11) – im Nachhinein ein
Auftragsverhältnis konstruiert und auf diese Weise versucht, die behauptete Ent-
schädigung für die Nutzung der Systemsoftware ... zu rechtfertigen. Angesichts
des Umstandes, dass im Arbeitsvertrag die unentgeltliche Nutzung vereinbart
worden sei und auch über all die Jahre hinweg nie eine Entschädigung für die
Nutzung buchhalterisch verbucht worden sei, könne der Beschuldigten nun nicht
statuieren, dass hier ein (buchhalterischer) Korrekturbedarf bestanden habe, weil
er die Software gratis und bereits funktionstüchtig in das Unternehmen einge-
bracht habe. Weiter falle auf, dass der Beschuldigte, als er am 8. September 2013
Rechnung gegenüber der A._ und der A1._ gestellt habe, bereits
Fr. 800'000.– an die O._ überwiesen gehabt habe. Eine E-Mail des Zeugen
L._ zeige zwar auf, dass dieser Kenntnis von den Auftragsbestätigungen und
von den in Rechnung gestellten Nutzungsgebühren für die Software ... gehabt
habe. Dies bedeute aber noch nicht, dass die entsprechenden Rechnungen des
Beschuldigten durch I._ und J._ anerkannt worden seien. Dass die
überwiesenen Entschädigungen tatsächlich geschuldet gewesen seien, wirke je-
denfalls gesamthaft betrachtet nicht glaubhaft. Wenn die Rechnungen demge-
genüber lediglich erstellt worden wären, um die Aufwertung der O._ buchhal-
terisch erfassen zu können und um einen Grund für die Überweisungen auszu-
weisen, wie der Beschuldigte im Widerspruch hierzu ebenfalls vorgebracht habe,
hätte er im Übrigen nicht auch behauptet, dass ein tatsächlicher Korrekturbedarf
bestanden habe, weil er die Software unentgeltlich eingebracht habe. Schliesslich
falle auf, dass sich der Beschuldigte bei der Erstellung der Rechnungen nach
seinen eigenen Angaben an der entsprechenden Rechnungsstellung durch die
M._ AG orientiert habe. All diese Umstände würden klar dafür sprechen,
- 38 -
dass die Rechnungen an die A._ und die A1._ betreffend die Software
... durch den Beschuldigten nachträglich fingiert worden sei, um seine Überweis-
ungen zu rechtfertigen (Urk. 143 S. 65 ff).
4.8.2. Die Verteidigung dagegen stellte sich zusammengefasst auf den Stand-
punkt, die O._ habe unstrittig Verwaltungs- und IT-Dienstleistungen für die
A._ erbracht, welche sie über die Jahre hinweg nicht entschädigt erhalten
habe. Die A._ habe der O._ jeweils immer gerade nur soviel Geld über-
wiesen, wie zu deren Überleben nötig gewesen sei; namentlich soviel, um die
Mitarbeiterlöhne auszahlen zu können. Die O._ habe wie gesagt vor dem
Verkauf an die A._ – entsprechend den tatsächlichen Verhältnissen inner-
halb der Q._ Gruppe – "werthaltig gemacht" werden müssen. Dieses Vorge-
hen sei bekanntlich auf den Vorschlag von L._ zurück gegangen. Hierzu sei-
en die von der O._ über die letzten Jahre hinweg an die A._ und die
A1._ erbrachten Leistungen – im Einverständnis aller Beteiligten – letzteren
beiden Gesellschaften in Rechnung gestellt worden. Die Auftragsbestätigungen
seien, wie die Vorinstanz richtig erkannt habe, rückdatiert worden, hingegen seien
sie – wie die Vorinstanz fälschlicherweise angenommen habe – nicht fingiert. Die
Leistungen der O._ an die A1._ und die A._ seien von ersterer tat-
sächlich und unstreitig erbracht worden. Diese Leistungen der O._ zuguns-
ten der A._ und der A1._ seien allerdings – aufgrund der Struktur der
Q._ Gruppe als wirtschaftliche Einheit bzw. als einfache Gesellschaft – von
der O._ einfach nicht in Rechnung gestellt worden; schon gar nicht förmlich.
Für die Rechnungstellung der O._ an die A._ und die A1._ habe
somit (im lnnenverhältnis) ein legitimer Rechtsgrund bestanden (Urk. 235 S. 52 f.
und S. 56 ff.; sowie Urk. 247 S. 24 f.).
4.8.3. Mit der Vorinstanz steht ausser Frage, dass die Rechnungsstellung der
O._ an die A._ und die A1._ im Nachhinein fingiert wurde, um auf
diese Weise, die teilweise bereits getätigten und zukünftigen – rechtsgrundlosen –
Überweisungen des Beschuldigten zu legitimieren. Wie die Vorinstanz richtig er-
wogen hat, bestand von Beginn an gestützt auf den Arbeitsvertrag des Beschul-
digten mit der A._ explizit die Abmachung, dass die Systemsoftware ... sei-
- 39 -
tens des Beschuldigten unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden sollte. Dass
sich an dieser vertraglich festgehaltenen Abmachung mit der Zeit etwas geändert
haben sollte, ist nicht ersichtlich und lässt sich auch durch nichts belegen. Die Vo-
rinstanz hat überzeugend dargetan, weshalb sie der Auffassung ist, die nachträg-
liche Konstruktion eines entgeltlichen Auftragsverhältnisses haben nur dazu ge-
dient, die getätigten Überweisungen zu rechtfertigen. Auf ihre diesbezüglichen
Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Wenn
die Verteidigung verschiedentlich den Standpunkt einnimmt, I._ und J._
seien durch den Beschuldigten über das Vorgehen und die getätigten Überwei-
sungen in Kenntnis gesetzt worden und damit einverstanden gewesen, so lässt
sich diese Behauptung durch nichts belegen. Zusammenfassend kann kein ver-
nünftiger Zweifel daran bestehen, dass die nachträglich erfolgte und rückdatierte
Auftragsbestätigung/Rechnungsstellung jeglicher rechtlichen respektive obligato-
rischen Grundlage entbehrt. Daraus kann der Beschuldigte nichts zu seinen
Gunsten ableiten.
4.9. Information betreffend die Überweisung durch den Beschuldigten bzw.
Kenntnisnahme der Überweisung durch die weiteren Beteiligten
4.9.1. Hierzu erwog die Vorinstanz zusammengefasst, die Aussagen von I._,
J._ sowie diejenigen des Zeugen L._ seien zwar hinsichtlich des Zeit-
punkts, in welchem sie von den Überweisungen erfahren haben wollen, teilweise
widersprüchlich und wenig konzise. Dessen ungeachtet sei aber im Ergebnis in
Anbetracht der gesamten Umstände als erstellt zu erachten, dass I._ und
J._ mit den durch den Beschuldigten vorgenommenen Überweisungen nicht
einverstanden gewesen seien. Der Beschuldigte habe bezeichnenderweise an-
fänglich ja auch selbst festgehalten, dass er nicht wisse, ob I._ und J._
mit den durch ihn veranlassten Überweisungen an die O._ einverstanden
gewesen seien. Damit habe er seine diesbezügliche Gleichgültigkeit geradezu of-
fenbart. Eine blosse Information zuhanden von I._ und J._ per Ein-
schreiben – wie sie der Beschuldigte in der Folge geltend gemacht habe und
durch Einreichung verschiedener Zustellungsnachweise eingeschriebener Sen-
dungen vom 10. September 2013 auch zu belegen versucht habe – genüge
- 40 -
selbstredend nicht, um das Einverständnis von I._ und J._ einzuholen
bzw. ein solches nachweisen zu können. Im Übrigen sei hinsichtlich der Zustel-
lungsnachweise auch anzufügen, dass unklar geblieben sei, ob sich diese einzig
auf die Kündigungsschreiben bezogen hätten, die der Beschuldigte I._ und
J._ – die ja formell auch bei der O._ angestellt gewesen seien – zu je-
nem Zeitpunkt eingestandenermassen habe zukommen lassen, oder ob darin tat-
sächlich auch Informationen betreffend die getätigten Überweisungen enthalten
gewesen seien. Dass gewisse bzw. gar sämtliche Überweisungen mit I._ und
J._ vorbesprochen worden seien, wie der Beschuldigte im weiteren Verlauf
des Verfahrens dann plötzlich vorgebracht habe, wirke jedenfalls nachgeschoben
und überzeuge nicht. Gegen den vom Beschuldigten eingenommenen Standpunkt
würden im weiteren auch diverse aktenkundige E-Mails, darunter auch solche
zwischen I._ und der F._, sprechen. Die Aussagen des Beschuldigten,
er habe die Überweisungen mit I._ und J._ vorbesprochen bzw. diese
nachträglich per Einschreiben über die Überweisungen informiert, liessen sich
nicht mit den Aussagen und E-Mails von I._ vereinbaren, gemäss welchen
dieser die erste Überweisung erst am 22. September 2013, entdeckt haben wolle.
Die E-Mail von I._ vom 9. September 2013 deutet demgegenüber gar darauf
hin, dass I._ bereits an jenem Tag von den Überweisungen Kenntnis gehabt
habe. Auch die Aussagen des Zeugen L._, welcher festgehalten habe, dass
die Überweisungen erst im Nachgang zur Sitzung vom 30. September 2013 reali-
siert worden seien, liessen sich nicht mit den übrigen Angaben in Einklang brin-
gen. Es sei aber jedenfalls festzuhalten, dass diese Widersprüche – so auffällig
und wenig nachvollziehbar sie auch seien – von lediglich geringer Relevanz sei-
en, zumal im Kern darauf abzustellen sei, ob die Überweisungen mit I._ und
J._ vorbesprochen bzw. vereinbart worden seien, was vorliegend aber gera-
de nicht erstellt werden könne (Urk. 143 S. 70 ff.).
4.9.2. Die Verteidigung bezeichnete die vorinstanzliche Beweiswürdigung als ten-
denziös, ja geradezu als willkürlich. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei-
en die Aussagen von I._, J._ und L._ nicht nur widersprüchlich,
auffällig und irritierend, sondern sie seien aktenkundig allesamt falsch. I._,
J._ und L._ hätten jederzeit vollständige Kenntnis von den getätigten
- 41 -
Zahlungen des Beschuldigten gehabt. So gehe aus dem von der Vorinstanz eben-
falls zitierten E-Mail von I._ vom 9. September 2013, 21.43 Uhr, klar und ein-
deutig hervor, dass er bereits an jenem Tag von den vorgenommenen Zahlungen
gewusst habe. Dass I._ und J._ trotz Kenntnis dieser Zahlungen nicht
reagiert hätten, lasse nur einen Schluss zu, nämlich dass sie nicht nur um die
Zahlungen gewusst hätten, sondern mit diesen auch einverstanden gewesen sei-
en. Wie die Vorinstanz vor diesem Hintergrund behaupten könne, der Umstand,
dass die Beteiligten bereits am 9. September 2013, 09.26 Uhr, von den Überwei-
sungen gewusst und nachweislich rein gar nichts dagegen unternommen hätten,
sei nicht von Relevanz, sei vollkommen unverständlich und willkürlich. Gestützt
auf dieses Beweisfundament lasse sich nämlich erstellen, dass I._ und
J._ zweifelsohne mit sämtlichen Überweisungen einverstanden gewesen
seien. Zusammenfassend sei erstellt, dass I._ und J._ mit den durch
den Beschuldigten ausgeführten Zahlungen der A._ bzw. der A1._ an
die O._ einverstanden gewesen seien und sie diese für die A._ und die
A1._ vorgängig – in jedem Fall aber bzw. zumindest nachträglich – geneh-
migt hätten (Urk. 235 S. 59 ff.).
4.9.3. In der Tat ist schwer nachvollziehbar, weshalb die Aussagen von I._,
J._ und L._ mit Bezug auf die Frage, ab wann man gesicherte Kenntnis
von den inkriminierten Zahlungen gehabt habe, derart uneinheitlich und in sich
widersprüchlich ausgefallen sind. Am Abend des 9. September 2013 schrieb
I._ dem Beschuldigten um 21.43 Uhr eine E-Mail. Darin erkundigte er sich
beim Beschuldigtem, von wem dieser die Erlaubnis erhalten habe, die Beträge an
die O._ zu überweisen (Beilage 4 zu Urk. 14/5). Gestützt auf diese E-Mail ist
erstellt, dass zumindest I._ bereits an diesem Tag teilweise Kenntnis von den
bis dahin geleisteten Zahlungen an die O._ erlangt hatte. Ebenfalls wider-
sprüchliche Angaben machte I._ in Bezug auf die Verwendung der SecureID.
Die Vorinstanz hat hierzu gründliche und nachvollziehbare Erwägungen ange-
stellt. Aufgrund der gesamten Umstände spricht einiges dafür, dass zumindest
I._ bereits am 9. September 2013 Kenntnis von den bis dahin durch den Be-
schuldigten veranlassten Transaktionen hatte. Dass er das Wissen um die irregu-
lären Vorgänge bei der durch ihn und J._ behaupteten Ausgangslage (Er-
- 42 -
pressung, Drohung etc.) für sich behielt und weder J._ noch L._ darüber
in Kenntnis setzte, scheint eher unwahrscheinlich und kann zum Nachteil des Be-
schuldigten nicht angenommen werden. Nach dem Gesagten ist davon auszuge-
hen, dass sowohl I._ als auch J._ bereits am 9. September 2013 Kennt-
nis von den bis dahin getätigten Überweisungen des Beschuldigten hatten.
4.10. WhatsApp-Chat des Beschuldigten mit seiner Tochter H._ und weite-
ren Beteiligten
4.10.1. Die Vorinstanz setzte sich vorab mit dem Einwand der vormaligen Vertei-
digung auseinander, wonach die WhatsApp-Chat-Protokolle nicht verwertbar sei-
en und kam im Rahmen ihrer Erwägungen zum Schluss, dass die betreffenden
Protokolle vollumfänglich verwertbar seien. Inhaltlich erwog die Vorinstanz, dem
durch die Privatklägerschaft eingebrachten WhatsApp-Chat sei u.a. zu ent-
nehmen, dass der Beschuldigte mit seiner Tochter, H._, welche ihn einge-
standenermassen "Baba" nenne, am 6. September 2013, mithin just am Tag der
ersten Überweisungen von der A._ und der A1._ an die O._ in Hö-
he von jeweils Fr. 400'000.–, folgende Konversation geführt habe: Beschuldigter:
"Hüt gahz los"; H._: "mit?"; [...]; Beschuldigter: "abzügle". Dabei habe er die
Mitteilung "abzügle" mit dem WhatsApp-Geldsack-Emoji sowie dem WhatsApp-
Sonnenbrillen-Emoji versehen. Auf die Frage "wieviel?" habe der Beschuldigte in
der Folge mit "750 + 750" geantwortet. Später habe der Beschuldigte seiner Toch-
ter H._ die Mitteilung "Erl" zukommen lassen, worauf sie ihn gefragt habe
"was erl?". Der Beschuldigte habe daraufhin "Uebrw." geantwortet. Diese Konver-
sation zeige ebenfalls klar auf, dass die durch den Beschuldigten vorgenomme-
nen Überweisungen nicht im Zusammenhang mit dem Aktientausch, aber auch
nicht im Rahmen einer vereinbarten Aufwertung der O._ oder einer Bereini-
gung der Buchhaltung erfolgt seien, sondern dass es ihm einzig darum gegangen
sei, Geld von der A._ und der A1._ abzuziehen und an die O._ zu
überweisen. Der WhatsApp-Chat habe zudem die durch den Beschuldigten ver-
sandte Mitteilung enthalten "Si sölled mal dä darlehensvertrag sueche", gefolgt
von der Mitteilung "Dä häts no niö gäh". Diese Meldungen würden darauf hinwei-
sen, dass auch der am 9. September 2013 von der A2._ an die O._
- 43 -
überwiesene Betrag von Fr. 50'000.–, welcher mit dem Betreff "Darlehen per
9.9.2013, Zins 3%" überwiesen worden sei, ohne jegliche Rechtsgrundlage erfolgt
sei. Zudem sei dem Chat-Protokoll auch hinsichtlich des am 17. September 2013
von der A._ auf die O._ überwiesenen Betrages in der Höhe von
Fr. 750'000.– Bemerkenswertes zu entnehmen. Der Beschuldigte sei gefragt wor-
den: "belastung A._ 750'000 an C._, wie verbueche?". Daraufhin habe
er mit: "Wertschrifte" geantwortet. Als er hierauf gefragt worden sei "wertschrif-
tenerfolg oder nur wertschriften?", habe er lakonisch mit "Ohni erfolg" geantwor-
tet, wobei er diese Mitteilung wiederum mit einem Smiley-Emoji versehen habe
(Urk. 143 S. 74 ff.).
4.10.2. Die Verteidigung stellte die Verwertbarkeit der WhatsApp-Chat-Protokolle
in ihrem Plädoyer im Rahmen des Berufungsverfahrens nicht mehr in Abrede. Sie
stellte sich aber auf den Standpunkt, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Nach-
richten überhaupt in irgendeiner Art und Weise zu Beweiszwecken tauglich sein
sollten. Bei der Würdigung der betreffenden Chat-Nachrichten müsse man sich
nämlich stets vor Augen halten, dass der Beschuldigte die Gelder von der
A._ nicht an sich selbst, sondern an die O._ überwiesen habe. Diese
habe sich im Zeitpunkt der Überweisung und damit im Zeitpunkt der fraglichen
Nachrichten im anteiligen Eigentum aller drei Beteiligten befunden, denn der Ak-
tientauschvertrag sei bekanntlich noch in Kraft gewesen und jeder der drei 'Indivi-
duen' – I._, J._ und der Beschuldigte – hätten je 1/3 an jeder Gesell-
schaft respektive der Q._ Gruppe gehalten. Durch die Transfers von der
A._ und der A1._ auf die O._ sei der Beschuldigte nicht bereichert
worden. Dass der Beschuldigte nichts desto trotz eine Art Genugtuung empfun-
den habe, als der Verkaufsprozess endlich vorangegangen und (rechtmässig)
Gelder von der A._ auf die O._ – folglich auf diejenige Gesellschaft, die
ihm seit jeher am nächsten gestanden sei – transferiert worden seien, lasse sich
nicht in Abrede stellen. Vor diesem Hintergrund seien denn auch die Chat-
Protokolle zu verstehen (Urk. 235 S. 62 f. sowie Urk. 247 S. 24).
4.10.3. Die Chat-Protokolle zeigen in aller Deutlichkeit, was für ein Ziel der Be-
schuldigten mit seinen Überweisungen verfolgte und mit welcher Gesinnung er
- 44 -
agierte. Sie stützen die von der Anklagebehörde erhobenen Vorwürfe in Bezug
auf die ungetreue Geschäftsbesorgung zu 100 % und werfen ein sehr schlechtes
Licht auf den Beschuldigten und seine inkriminierten Machenschaften. Wenn die
Verteidigung in diesem Zusammenhang zum wiederholten Male vorbringt, der
Beschuldigte sei im Zeitpunkt der Überweisung gar nicht bereichert worden, weil
er die Gelder ja nicht an sich selbst, sondern an die O._ überwiesen habe,
welche damals im anteiligen Miteigentum aller drei Beteiligter gestanden sei, so
ist dies zwar ein geschickter Schachzug, vermag aber letztlich doch nicht zu
überzeugen. Die Verteidigung blendet bei ihrer Argumentation nämlich aus, dass
es nicht um Privatgelder der natürlichen Personen ging, sondern, dass hier juristi-
sche Personen geschädigt wurden und entsprechend auch nicht I._ und
J._ als Privatkläger auftreten, sondern die von ihnen jeweils wirtschaftlich
beherrschten Gesellschaften, nämlich die A._ AG sowie die B._ AG. An-
tizipiert man, dass der Beschuldigte der A._ und der A1._ unrechtmäs-
sig Gelder entzog und diese ebenfalls unrechtmässig der O._ zukommen
liess, so wurden die beiden ersten juristischen Personen zweifelsohne durch sein
Verhalten entreichert und die Letztere – ohne obligatorischen Anspruch respekti-
ve Rechtsgrund – bereichert.
4.11. Fazit
4.11.1. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung lässt sich nicht erstellen, dass
dass I._ und J._ auf die Tätigkeit des Beschuldigten – hinsichtlich seiner
Funktion als Buchhalter der A._ und der A1._, aber auch im Hinblick auf
die durch ihn erfolgte Betreuung der IT – angewiesen waren. Hingegen bestehen
– ebenfalls entgegen der vorinstanzlichen Auffassung – verschiedene gewichtige
Hinweise dafür, dass der Beschuldigten im internen Verhältnis gleichberechtigter
Geschäftspartner war und damit liegen erhebliche und nicht überwindbare Zweifel
an der Darstellung der Anklagebehörde vor, wonach der Beschuldigte "nur" An-
gestellter der A._ war. Diesbezüglich lässt sich der Anklagesachverhalt da-
her nicht zweifelsfrei erstellen, weshalb er nicht als bewiesen betrachtet werden
kann.
- 45 -
4.11.2. Wenn die Vorinstanz im Rahmen ihre Fazits ausführt, es sei als erstellt zu
erachten, dass der Beschuldigte die Unterzeichnung der im Hinblick auf seine
Abfindung ausgearbeiteten Aktientauschverträge durch I._ und J._
dadurch erwirkt habe, dass er die Einstellung sämtlicher Verwaltungsarbeiten –
und insbesondere die Einstellung der Funktion der Systemsoftware ... – in Aus-
sicht gestellt habe, so verkennt sie, dass der Vorwurf im Zusammenhang mit der
Einstellung der Funktion der Systemsoftware ... gar nicht Gegenstand der Ankla-
ge ist.
4.11.3. Erstellt ist hingegen, dass der Beschuldigte, als er realisierte, dass er zu-
folge des Aktientausches keinerlei monetären Vorteile erlangen würde, die in der
Anklageschrift umschriebenen Überweisungen an die O._ vornahm, welche
nicht mit I._ und J._ abgesprochen waren und auf welche die O._
keinerlei Rechtsanspruch hatte, womit er die A._, die A1._ und die
A2._ im Umfang von insgesamt Fr. 1'901'418.25 schädigte. Dabei nahm der
Beschuldigte auch in Kauf, dass die Liquidität der A._ und der A1._
stark herabgesetzt wurde und dass dies zu einer existenziellen Bedrohung der
Gesellschaften führte. Zur Rechtfertigung seiner Überweisungen erstellte er
schliesslich Schlussabrechnungen an die A._ und die A1._, mit welchen
er rückwirkend Fr. 1'851'318.25 als Nutzungsgebühr für die Software ... verlangte,
obwohl eine solche nicht geschuldet gewesen wäre. Der in Anklageziffer 1. I um-
schriebene Sachverhalt ist in diesem Umfang und mit den oben erwähnten Ein-
schränkungen erstellt.
4.11.4. Mit der Vorinstanz ist weiter erstellt, dass die Höhe der Abfindung, welche
dem Beschuldigten zufolge seines Ausscheidens zugestanden hätte, noch nicht
vereinbart war, als er die Überweisungen an die O._ – und hernach deren
Verkauf an AA._ – vornahm. Dass I._ und J._ damit einverstanden
gewesen wären, Fr. 1.25 Mio. an den Beschuldigten zu bezahlen, um die durch
die Überweisungen des Beschuldigten aufgewertete O._ zu kaufen, wie es
der Beschuldigte geltend machte, lässt sich nicht erstellen und widerspricht im
Übrigen auch der ursprünglichen Deposition des Beschuldigten selbst, wonach er
angab, nicht zu wissen, ob I._ und J._ mit den Überweisungen einver-
- 46 -
standen gewesen seien (Urk. 9/1, S. 3, Ordner 2). Auch der Zeuge L._ hielt
unmissverständlich fest, dass I._ und J._ mit einem Kauf der O._
durch die A._ für Fr. 1.25 Mio. nicht einverstanden gewesen seien (Urk. 15/1,
S. 8, Ordner 3). Richtigerweise hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang
auch darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte durch seine Vorgehensweise
selbst bei Vorliegen einer solchen Vereinbarung vereinbarungswidrig gehandelt
hätte. Würde man nämlich davon ausgehen, dass die Überweisungen im Hinblick
auf den Kauf der O._ durch die A._ vereinbart worden wären, so hätten
diese, nachdem kein Kaufvertrag zustande gekommen ist und sich der beabsich-
tigte Rechtsgrund für die Überweisungen folglich nicht realisierte, an die A._
zurücküberwiesen werden müssen. Dies tat der Beschuldigte jedoch wohlweiss-
lich nicht, wobei er keine vernünftige Erklärung dafür geben konnte, weshalb die
Rücküberweisungen unterblieben sind (Urk. 9/4, S. 15 und 17, Ordner 2; Urk. 9/8,
S. 4, Ordner 2). Seine Erklärung, nach der Stornierung der Aktientauschverträge
habe das überwiesene Geld der O._ bzw. ihm gehört, wobei es zuvor zu
66% I._ und J._ gehört habe (Urk. 9/4, S. 17, Ordner 2), ist schlicht
nicht nachvollziehbar, denn das Geld war ja nach seien eigenen Angaben zwecks
Aufwertung der O._ im Hinblick auf deren Verkauf an die A._ überwie-
sen worden. Nachdem dem Beschuldigten klar wurde, dass der scheinbar geplan-
te Verkauf nicht stattfinden würde, fiel auch der Rechtsgrund für die Überweisun-
gen dahin. Wenn die Vorinstanz hierzu ausführt, es bleibe vollkommen schleier-
haft, wie der Beschuldigte vor diesem Hintergrund behaupten könne, dass Geld
habe ihm zugestanden (Urk. 9/4, S. 17, Ordner 2) und er habe durch sein Han-
deln lediglich den von L._ vorgeschlagenen Lösungsweg umgesetzt
(Urk. 9/7, S. 22, Ordner 2), ist ihr darin vollumfänglich zuzustimmen. Mit der Vo-
rinstanz ist erstellt, dass der Beschuldigte seine Überweisungen an die O._
nicht mit I._ und J._ abgesprochen hatte, bzw. dass im Zeitpunkt, in
welchem er die Überweisungen tätigte, keine Einigung hinsichtlich einer ihm aus-
zurichtenden Abfindung bestand. Namentlich bestand kein Konsens zwischen den
Beteiligten bezüglich das Quantitativ, womit ebenfalls erstellt ist, dass die
O._ bzw. der Beschuldigte keinerlei Rechtsanspruch auf die überwiesenen
Mittel hatte.
- 47 -
5. Anklageziffer II. Geldwäscherei
5.1. Die Vorinstanz erachtete es als erstellt, dass der Verkauf der O._ an
AA._ bloss zum Schein erfolgte und dass die Überweisungen nach Thailand
und Andorra und die Umschichtung des Geldes in physisches Gold mit der Ab-
sicht vorgenommen worden seien, die an die O._ überwiesenen Mittel ver-
schwinden zu lassen bzw. eine Rückforderung durch die Privatklägerinnen bzw.
die Einziehung durch die Strafverfolgungsbehörden zu vereiteln. Eine Einschrän-
kung erfahre der Anklagesachverhalt lediglich insofern, als dem Beschuldigten
vorgeworfen werde, er habe am 14. Oktober 2013 eine weitere Überweisung vom
Konto der O._ in Höhe von Fr. 200'763.55 auf dessen Privatkonto veranlasst.
Solches könne aufgrund der Aktenlage nicht nachvollzogen werden, zumal der
entsprechende Konto-Auszug der O._ keine Belastung in der genannten Hö-
he ausweise. Dass vom Konto in der Folge diverse Barauszahlungen und Über-
weisungen erfolgt seien, wobei letztlich nur mehr rund Fr. 14'000.– auf dem Konto
verblieben seien, erscheine aufgrund des Kontoauszuges jedoch belegt (Urk. 143
S. 85 ff.).
5.2. Der dem Beschuldigten unter diesem Titel vorgeworfene objektive Ankla-
gesachverhalt wurde durch diesen weitestgehend anerkannt. Er stellte einzig,
aber vehement in Abrede, dass der Verkauf der O._ an die AB._ nur
zum Schein erfolgt sei, und dass er mit diesem "Manöver" nur das eine Ziel ver-
folgt habe, nämlich die unrechtmässig auf die O._ übertragenen Gelder der
A._ respektive der A1._, dem Zugriff der Privatklägerinnen bzw. den
Behörden zu entziehen (Urk. 9/1 S. 6 ff.; Urk. 9/3 S. 4 ff.; Urk. 9/6 S. 3 ff. und
Urk. 106 S. 9 ff.). Die Verteidigung stellte sich an der Berufungsverhandlung auf
den Standpunkt mit den Zahlungen von rund Fr. 1.9 Mio. und der vereinbarungs-
gemäss erfolgten Auflösung des Aktientauschvertrages sei die "Q._ Gruppe"
als einfache Gesellschaft aufgelöst worden. Zumindest habe dies der Beschuldig-
te aus seiner damaligen Sicht so wahrgenommen. Wie bereits an anderer Stelle
dargelegt, sei es letztlich der Entscheid von I._ und J._ gewesen, dass
die A._ die O._ doch nicht gekauft habe. Der Grund für dieses Umden-
ken habe offensichtlich darin bestanden, dass sie nicht bereit gewesen seien, die
- 48 -
anfallenden Steuern zu bezahlen. Zu diesem Zeitpunkt sei dann – zumindest aus
der berechtigten Sicht des Beschuldigten – auch die einfache Gesellschaft der na-
türlichen Personen aufgelöst gewesen. Nach dem Gesagten seien daher die im
Zusammenhang mit dem Geldwäschereivorwurf angeklagten Tranksaktionen im
Lichte von Art. 305bis StGB nicht relevant, denn es fehle an einer "Geldwäscherei-
Vortat" (Urk. 247 S. 25 ff.).
5.3. Die Vorinstanz hat eine sehr sorgfältige Beweiswürdigung vorgenommen,
welche vollumfänglich übernommen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Dies um-
so mehr, als auch die Verteidigung diese in keiner Art und Weise substantiiert in
Abrede stellte, sondern lediglich sozusagen akzessorisch zum beantragten Frei-
spruch betreffend die Anklagevorwürfe der Erpressung und der ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung konsequenterweise auch einen Freispruch vom Vorwurf der
Geldwäscherei beantragte. Ob, wie dies die Verteidigung vorbringt, eine "Geld-
wäscherei-Vortat" vorliegt oder nicht, wird im Rahmen der nachfolgenden recht-
lichen Würdigung zu klären sein. Erstellt ist jedenfalls, dass der Beschuldigte sei-
ne Überweisungen an die O._ nicht mit I._ und J._ abgesprochen
hatte, bzw. dass im Zeitpunkt, in welchem er die Überweisungen tätigte, keine Ei-
nigung hinsichtlich einer ihm auszurichtenden Abfindung bestand. Insbesondere
bestand kein Konsens zwischen den Beteiligten bezüglich der Höhe einer allfälli-
gen Abfindung. Mit anderen Worten hatte der Beschuldigte keinerlei Rechtsan-
spruch auf die überwiesenen Mittel, welche er in der Folge mittels diverser Trans-
aktionen nach Thailand und Andorra verschob, respektive welche er teilweise in
Gold "umschichtete". Wie sein diesbezügliches Verhalten in rechtlicher Hinsicht
zu würdigen ist, wird nachfolgend aufzuzeigen sein. Festzuhalten ist jedenfalls,
dass das, was die Vorinstanz zum Sachverhalt erwägt, gleichermassen vollstän-
dig wie überzeugend ist und daher vollumfänglich übernommen werden kann. Der
unter diesem Titel zur Anklage erhobene Sachverhalt ist mit derjenigen Ein-
schränkung, welche bereits die Vorinstanz erkannte (und von welcher zum Nach-
teil des Beschuldigten aufgrund des Verschlechterungsverbotes ohnehin nicht
mehr abgewichen werden dürfte) erstellt (Urk. 143 S. 85 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
- 49 -
III. Rechtliche Würdigung
6. Unterdrucksetzung betreffend Unterzeichnung der Aktientauschverträge
6.1. Wie zuvor bereits unter Ziffer 4.5 ff. dargetan, ist vorliegend nicht von einer
das übliche Mass in ähnlich gelagerten Fällen übersteigende Abhängigkeit der
Unternehmensgruppe vom Beschuldigten auszugehen. Zudem übte der Beschul-
digte zwar zweifelsfrei und auch anerkanntermassen Druck aus, um ein für ihn
möglichst optimales Verhandlungsergebnis zu erzielen. Dass dieser Druck indes
unter obligationenrechtlichen Gesichtspunkten das zulässige Mass dermassen
überstiegen haben soll, dass ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorlag, lässt
sich nicht beweisen. Allenfalls wäre die Androhung, sofort die gesamte System-
software ... unbrauchbar zu machen, in strafrechtlicher Hinsicht relevant gewe-
sen. Eine solche Androhung wird dem Beschuldigten aber in der Anklageschrift
nicht zur Last gelegt. Dort ist weder von einer sofortigen "Arbeitsniederlegung" die
Rede, noch wird erwähnt, dass der Beschuldigte insbesondere damit gedroht ha-
be, die Funktionstüchtigkeit der Systemsoftware ... unmittelbar aufzuheben. Des-
sen ungeachtet sprach die Vorinstanz den Beschuldigten exakt mit dieser Argu-
mentation aber schuldig, was einen Verstoss gegen das Anklageprinzip darstellt
und daher nicht statthaft ist. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte vom Vor-
wurf der Erpressung respektive der Nötigung freizusprechen.
7. Ungetreue Geschäftsbesorgung
7.1. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung zunächst zum
Schluss, ein Veruntreuungstatbestand falle vorliegend a priori ausser Betracht, da
dem Beschuldigten betreffend die A._ und die A1._ eine
(Mit-)Geschäftsführerstellung zugekommen sei, denn er habe gewisse Funktionen
wahrgenommen, die über seine Stellung als blosser Arbeitnehmer der A._
bzw. als blosser IT-Beauftragter und Buchhalter der A._ und der A1._
hinausgegangen seien. Aufgrund dieser (Mit-)Geschäftsführerstellung des Be-
schuldigten sei davon auszugehen, dass ihm die Funktion eines faktischen Or-
gans zugekommen sei. (Faktischen) Organen obliege nicht primär eine Werterhal-
tungspflicht, sondern sie seien mit der Verwaltung der Mittel betraut. So habe es
- 50 -
sich auch beim Beschuldigten verhalten, weshalb der Veruntreuungstatbestand
vorliegend nicht zur Anwendung gelangen könne (Urk. 143 S. 101 f.).
Weiter erwog die Vorinstanz, der Beschuldigte habe seine Treuepflichten als
(faktisches) Organ bzw. als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB
durch die Vornahme der in der Anklageschrift aufgeführten Überweisungen, wel-
che ohne rechtliche Grundlage vorgenommen worden und nicht im Interesse der
A._, der A1._ und der A2._ gewesen seien, klar verletzt. Nachdem
vereinbart worden sei, dass einzig Mittel an die O._ überwiesen werden soll-
ten, welche der Verwaltung der übrigen Gesellschaften und der Deckung der da-
mit einhergehenden Nebenkosten dienen sollten, habe der Beschuldigte durch
seine Überweisungen in Höhe von insgesamt CHF 1'901'418.25 die entsprechen-
den Mittel ihres Zwecks entfremdet und gleichzeitig den Zweck der O._ als
blosse Verwalterin der weiteren Gesellschaften ignoriert. Dabei habe er seine ei-
genen Interessen über diejenigen der A._, der A1._ und der A2._
gestellt. Indem er der A._ und der A1._ dadurch in existenzbedrohen-
dem Ausmass Liquidität entzog habe, habe er nicht nur gegen die Interessen der
Gesellschaftsgläubiger, sondern auch gegen die Interessen der Gesellschaften
selbst gehandelt. Als Finanzchef der A._ und der A1._ und als
(Mit-)Geschäftsführer dieser beiden Unternehmen sei er nämlich auch dafür ver-
antwortlich gewesen, das Kapital dieser Aktiengesellschaften zu erhalten. Wenn
festgestellt worden sei, dass in Folge der Überweisungen des Beschuldigten eine
Überschuldung der A._ im Sinne von Art. 725 OR resultiert habe, wenn man
die aus den Überweisungen des Beschuldigten resultierende Forderung der
A._ gegenüber der O._ abgeschrieben hätte, zeige dies auf, dass er
auch seine diesbezügliche Pflicht zur Kapitalerhaltung verletzt habe (Urk. 143
S. 102 ff.).
7.2. Die Verteidigung dagegen stellte sich auf den Standpunkt, der Beschuldig-
te sei einzelzeichnungsberechtigt für alle drei Gesellschaften gewesen. Er habe
aber für die A._ und die A1._ keine (weder rechtliche noch faktische)
Geschäftsführerstellung inne gehabt. Insbesondere im deliktsrelevanten Zeitpunkt
sei ihm keine solche Stellung zugekommen. Zu diesen Zeitpunkt hätten nämlich
- 51 -
I._ als Verwaltungsrat und CEO für die A._ und J._ als Verwal-
tungsrat und CEO für die A1._ agiert. Aus diesem Grund komme der Be-
schuldigte als Haupttäter der angeklagten ungetreuen Geschäftsführung im Sinne
von Art. 158 Ziff. 1 StGB zum Nachteil der A._ und der A1._ gar nicht in
Frage. Unklar sei schliesslich, wann genau der angebliche Vermögensschaden
bei der A._ eingetreten sein solle. Gemäss der Ansicht des Beschuldigten sei
die Aufwertung der O._ rechtmässig gewesen und habe den tatsächlichen
Verhältnissen entsprochen. Die eingegangenen Verbindlichkeiten zulasten der
A._ und der A1._ hätten zu einer rechtmässigen Vermögensverschie-
bung geführt, welche im allseitigen Einverständnis vorgenommen worden sei.
Falsch sei deshalb die Ansicht der Vorinstanz, dass nachdem klargeworden sei,
dass die A._ die O._ nicht kaufen werde, somit – selbst wenn man den
Angaben des Beschuldigten folgen würde – auch der Rechtsgrund für die Über-
weisungen dahingefallen wäre. Die Aufwertung der O._ sei zwar im Hinblick
auf den geplanten Kauf erfolgt, sie sei aber unabhängig von diesem rechtmässig
gewesen. Die Aufwertung der O._ habe folglich auch zu keinem (unrecht-
mässigen) Schaden der A._ geführt. Dass der Kauf nicht zustande gekom-
men sei, sei für die A._ insofern problematisch gewesen, als dass diese die
Liquidität der O._ zu einem günstigen Kaufpreis hätte (zurück-) erwerben
können. Die Gründe, dass der geplante Kauf der O._ durch die A._
schliesslich nicht stattgefunden habe, sei aber bei I._ und J._ (bzw. al-
lenfalls L._) und damit beim VR und CEO der mutmasslich geschädigten ju-
ristischen Personen gelegen und nicht etwa beim Beschuldigten. Erst aufgrund
des Umstandes, dass diese die O._ nicht innert der vereinbarten Frist ge-
kauft hätten, sei der A._ ein Vermögensschaden in der Höhe der Differenz
zwischen dem Substanzwert der O._ und dem tieferen Kaufpreis entstanden.
Wolle man der Darstellung von I._ und J._ folgen, wonach die Aufwer-
tung der O._ unrechtmässig gewesen sei, so sei der Schaden dann einge-
treten, als I._ und J._ die Verbindlichkeiten zulasten der A._ bzw.
der A1._ unterzeichnet und damit – zumindest dem Grundsatz nach – be-
gründete hätten. Dem Beschuldigten als Urheber der Auftragsbestätigungen sei in
dieser Konstellation in objektiver Hinsicht höchstens die Stellung eines Gehilfen
- 52 -
(Art. 25 StGB) zugekommen. I._ und J._ könnten sich insbesondere
nicht darauf berufen, sich im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Auftragsbestäti-
gungen in einer Nötigungssituation befunden zu haben. Selbst bzw. erst recht
wenn diese bestanden hätte, wären I._ und J._ aufgrund ihrer Sorg-
faltspflichten nach Art. 717 OR verpflichtet gewesen, die entsprechenden Vorkeh-
rungen zu treffen, um das Vermögen der Gesellschaften zu schützen (Urk. 235
S. 65 f.).
7.3. Was die Verteidigung in rechtlicher Hinsicht an Kritik am vorinstanzlichen
Entscheid vorbringt, fusst im Wesentlichen auf (falschen) tatsächlichen An-
nahmen, welche sich gestützt auf das vorstehende Beweisergebnis nicht aufrecht
erhalten lassen. So ist einerseits erstellt, dass der einzelzeichnungsberechtigte
Beschuldigte entgegen der Auffassung der Verteidigung sehr wohl zumindest fak-
tisch in der Art eines (Mit-)Geschäftsführers agierte. Weiter ist andererseits be-
wiesen, dass die anklagegegenständlichen Überweisungen in der Gesamthöhe
von Fr. 1'901'418.25 ohne jede rechtliche Grundlage erfolgten. Damit liegt auch
auf der Hand, worin der Vermögensschaden zu erblicken ist. Wie die Vorinstanz
zutreffend erwog, sollte die O._ als eigentliche Verwalterin der übrigen Ge-
sellschaften jeweils gerade so viele liquide Mittel erhalten, dass sie damit die
Verwaltung und den Betrieb (inkl. Lohnkosten) der weiteren Gesellschaften si-
cherstellen konnte. Indem der Beschuldigte insgesamt rechtsgrundlos
Fr. 1'901'418.25 von der A._ (Fr. 1'237'653.39), der A1._
(Fr. 613'664.86) und der A2._ (Fr. 50'000.–) auf das Konto der O._
überwies, entreicherte er die übrigen Gesellschaften im obgenannten Umfang
zum Vorteil der O._. Soweit die Vorinstanz in diesem Zusammenhang erwog,
der Beschuldigte habe seine eigenen Interessen über diejenigen der A._, der
A1._ und der A2._ gestellt und durch sein Handeln der A._ und der
A1._ in existenzbedrohlichem Ausmass Liquidität entzogen, so ist ihr darin
vollumfänglich beizupflichten. Dass ein derartiges Vorgehen sowohl den Interes-
sen der Gesellschaftsgläubiger als auch denjenigen der betroffenen Gesellschaf-
ten selbst diametral zuwiderläuft, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Ebenfalls of-
fenkundig ist, dass der Beschuldigte in seiner Funktion als Finanzchef der
A._ und der A1._ sowie als (Mit-)Geschäftsführer dieser beiden Unter-
- 53 -
nehmen gehalten gewesen wäre, das Kapital der Aktiengesellschaften zu erhal-
ten. Bekanntlich geriet die A._ aufgrund der Überweisung des Beschuldigten
in arge finanzielle Nöte und konnte sich der Überschuldung im Sinne von Art. 725
OR nur mit Hilfe und Unterstützung ihrer Hausbank entziehen. Auch unter diesem
Gesichtspunkt liegt es also auf der Hand, dass der Beschuldigte seine Pflicht zur
Kapitalerhaltung in gravierendem Ausmass verletzt hat, um seine eigenen Inte-
ressen zu verfolgen. Wenn die Verteidigung auch im Berufungsverfahren geltend
machte, I._ und J._ seien gemäss den Aktientauschverträgen im Zeit-
punkt der Überweisung zu je einem Drittel an der O._ beteilgt gewesen,
weshalb ihnen gar kein Schaden entstanden sei, verkennt sie, dass die juristi-
schen Personen A._, A1._ und A2._ geschädigt wurden und nicht
etwa die natürlichen Personen I._ und J._. Was die Vorinstanz sodann
zum subjektiven Straftatbestand erwägt, ist vollständig und bedarf weder einer
Präzisierung noch einer Ergänzung und kann ebenfalls vollumfänglich übernom-
men werden. Daran vermögen auch die ausführlichen Darlegungen der Verteidi-
gung nichts zu ändern, denn sie erschöpfen sich einzig in der hinlänglich wider-
legten Sachdarstellung des Beschuldigten, wonach er zu keinem Zeitpunkt im
Wissen und Willen darum gehandelt habe, die A._ bzw. die A1._ am
Vermögen zu schädigen (Urk. 235 S. 66 f.). Dass dieser Standpunkt anhand des
Beweisergebnisses zweifelsfrei widerlegt werden konnte, wurde zuvor dargetan.
Entsprechend erübrigt es sich, auf die einzelnen, auf widerlegten Annahmen ba-
sierenden, Standpunkte der Verteidigung einzugehen. Namentlich besteht bei
dieser Ausgangslage auch kein Grund für die Annahme eines Sachverhaltsirr-
tums, wie ihn die Verteidigung im Rahmen ihrer Verteidigungsschrift geltend
machte (Urk. 235 S. 28). Weiterungen hierzu erübrigen sich deshalb.
7.4. Gesamthaft betrachtet ist mit der Vorinstanz und unter Verweis auf deren
zutreffende Erwägungen (Urk. 143 S. 101 ff; Art. 82 Abs. 4 StPO) festzustellen,
dass der Beschuldigte durch sein inkriminiertes Handeln sowohl in objektiver wie
in subjektiver Hinsicht den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im
Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB erfüllt hat. Nachdem in Bezug
auf den Schuldpunkt sodann das Verschlechterungsverbot zu beachten ist, er-
übrigt es sich zu prüfen, ob einfache oder mehrfache Tatbegehung vorliegt. In
- 54 -
Ermangelung von Schuldausschluss- und/oder Rechtfertigungsgründen ist der
Beschuldigte in Bestätigung des angefochtenen Entscheides der ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig
zu sprechen.
8. Geldwäscherei
8.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, der Beschuldigte ha-
be am 25. Oktober 2013 den Transfer von Fr. 500'000.– von der O._ auf ein
auf seinen Namen lautendes Konto bei der F1._ veranlasst. Am selben Tag
habe er die Überweisung in Höhe von Fr. 300'000.– auf ein Konto seiner Ex-Frau
bei der AC._ Bank in Thailand veranlasst. Die betreffenden Mittel seien zuvor
durch den Beschuldigten von der O._ an die AB._ transferiert worden,
jedoch in der Folge – nachdem die F._ die entsprechenden Transaktionen
durch AA._ verweigert habe – an die O._ zurücküberwiesen worden.
Die beiden obgenannten Überweisungen seien entgegen den Aussagen des Be-
schuldigten nicht durch ihn selbst, sondern auf sein konkretes Geheiss hin durch
seine Tochter H._ vorgenommen worden. Aufgrund der Gesamtumstände
sei der Beschuldigte als Täter und nicht bloss als Anstifter zu qualifizieren, denn
ihm sei zweifelsohne die Tatherrschaft und der entsprechende Tatherrschaftswille
zugekommen. Beide Überweisungen ins Ausland erfüllten nach der ständigen
Rechtsprechung des Bundesgerichts den objektiven Straftatbestand der Geldwä-
scherei. Das Selbe gelte auch hinsichtlich des durch AA._ vorgenommenen
Kaufes von 20 Kilogramm Gold für Fr. 754'000.00, welchen dieser im Auftrag des
Beschuldigten vorgenommen habe, um ihm das Gold – gleich im unmittelbaren
Anschluss an den Kauf – zu übergeben. Auch diesbezüglich sei nicht bloss von
einer Anstiftung, sondern von einer Täterschaft des Beschuldigten auszugehen.
Der Beschuldigte habe durch AA._ einen Wechsel des Wertträgers von
Schweizer Franken in physisches Gold veranlasst, welches er in der Folge über-
nommen und ausserhalb der Reichweite der Privatklägerschaft und der Strafver-
folgungsbehörden verbracht habe. Was die in der Anklageschrift erwähnte Über-
weisung des Beschuldigten von Fr. 200'163.55 von der O._ auf sein Privat-
konto betreffe, sei daran zu erinnern, dass sich diese nicht habe erstellen lassen.
- 55 -
Eine derartige Überweisung stelle aber ohnehin keine Geldwäschereihandlung
dar, auch dann nicht, wenn sich der Sachverhalt hätte erstellen lassen. Das selbe
gelte auch für die in der Anklageschrift erwähnten – zur Begleichung verschiede-
ner Rechnungen vorgenommenen – Inlandtransaktionen des Beschuldigten, wel-
che keine Unterbrechung der Papierspur zur Folge gehabt hätten. Die in der An-
klageschrift erwähnten Barauszahlungen seien demgegenüber als Geldwä-
schereihandlungen zu qualifizieren, zumal durch eine Barauszahlung die Papier-
spur unterbrochen worden sei. Die von der Anklageschrift erfassten – mithin ab
dem 14. Oktober 2013 vorgenommenen – Bargeldbezüge würden dabei gesamt-
haft einen Deliktsbetrag von Fr. 41'060.– ergeben (Urk. 143 S. 107 ff.).
8.2. Wie bereits vor Vorinstanz (Urk. 111 S. 11) stellte sich die Verteidigung
auch im Berufungsverfahren in rechtlicher Hinsicht einzig auf den Standpunkt, es
fehle an einer "Geldwäscherei-Vortat", weshalb bezüglich den Vorwurf der Geld-
wäscherei gemäss 305bis Ziff. 1 StGB konsequenterweise ein Freispruch erfolgen
müsse (Urk. 247 S. 26).
8.3. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist in allen Teilen zutreffend und
überzeugend. Bezeichnenderweise wird diese denn auch durch die Verteidigung
inhaltlich nicht substantiiert in Abrede gestellt. Sofern sich die Verteidigung auf
den Standpunkt stellt, ein Schuldspruch könne allein schon deshalb nicht erfol-
gen, weil es an einer "Geldwäscherei-Vortat" mangle, so ist dieser Einwand – wie
zuvor aufgezeigt – unbehelflich. Erstellt ist nämlich gestützt auf das Beweisergeb-
nis, dass die nach Andorra und Thailand überwiesenen sowie die in Gold umge-
tauschten Geldmittel aus einer vom Beschuldigten zu verantwortenden unge-
treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB
herstammen. Nicht anders verhält es sich mit den für die inkriminierten Baraus-
zahlungen verwendeten Mitteln. Damit liegt entgegen der Verteidigung sehr wohl
eine sogenannte Geldwäscherei-Vortat, mithin ein Verbrechen im Sinne von
Art. 10 Abs. 2 StGB vor. Der Beschuldigte wusste um die deliktische Herkunft die-
ser Gelder, denn er selbst war ja sozusagen der spiritus rector der ungetreue Ge-
schäftsbesorgung und er war es auch, der den betreffenden Plan in die Tat um-
setzte. Dass der Beschuldigte schliesslich wissentlich und willentlich dafür sorgte,
- 56 -
dass die ohne Rechtsgrund erlangten Gelder durch die vorgenannten Machen-
schaften (Überweisung ins Ausland, Umwandlung in Gold, Barauszahlungen)
dem Zugriff der Privatklägerschaft respektive der Strafverfolgungsbehörden ent-
zogen wurden, steht angesichts des durch ihn veranlassten Tatvorgehens ausser
Zweifel. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung erkannt, dass der Be-
schuldigte sowohl in objektiver wie in subjektiver Hinsicht den Tatbestand der
Geldwäscherei erfüllt hat. Auf ihre Erwägungen kann ohne weiteres verwiesen
werden und der angefochtene Schuldspruch ist in Folge dessen vollumfänglich zu
bestätigen.
8.4. Nachdem – wie bereits zuvor unter Ziffer 7.4 – das Verschlechterungsver-
bot auch hier zu beachten ist, erübrigt es sich zu prüfen, ob einfache oder mehr-
fache Tatbegehung vorliegt. Schuldausschluss- und/oder Rechtfertigungsgründen
liegen weiterhin keine vor, sodass der Beschuldigte der Geldwäscherei im Sinne
von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen ist.
IV. Sanktion
9. Strafzumessung
9.1. Bei ihrer Strafzumessung hat die Vorinstanz die ungetreue Geschäfts-
besorgung als verschuldensmässig schwerwiegendstes Delikt angesehen. Die
objektive Tatschwere erachtete sie innerhalb des für den Tatbestand der unge-
treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB
zur Verfügung stehenden Strafrahmens (Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf
Jahren) als erheblich und setzte eine Einsatzstrafe von etwa 2 Jahren fest. Auch
die subjektive Tatschwere erachtete die Vorinstanz insgesamt als erheblich, wes-
halb sie zusammenfassend zum Schluss kam, eine hypothetische Einsatzstrafe
von etwa 2 Jahren Freiheitsstrafe sei unter dem Titel Tatkomponente für die vom
Beschuldigten zu verantwortende ungetreue Geschäftsbesorgung angemessen
(Urk. 143 S. 123 f.).
9.2. Die Anklagebehörde hielt im Rahmen ihrer Anschlussberufung dafür, dass
die objektive Tatschwere bezüglich des Tatbestandes der ungetreuen Geschäfts-
- 57 -
besorgung nicht nur als erheblich, sondern als sehr schwer einzustufen sei. Der
Beschuldigte sei gezielt und skrupellos vorgegangen. Er habe mit der Einzel-
zeichnungsberechtigung das vollste Vertrauen genossen, welches er für sein Ziel,
der A._ und der A1._ Vermögenswerte zu entziehen, schamlos für sich
ausgenutzt habe. Nichts was er getan habe, sei von heute auf morgen erfolgt.
Vielmehr habe er sein Vorgehen minutiös geplant und dann erbarmungslos zuge-
schlagen. Er habe gewusst, was ein Entziehen von liquiden Mitteln für die
A._ und die A1._ bedeutet habe und er habe nicht nur in Kauf genom-
men, dass die A._ und die A1._ in existenzielle Bedrängnis geraten
würden, er habe es förmlich gewollt und es auch entsprechend genossen. Seine
finanzielle Besserstellung habe er über alles andere gestellt. Obwohl die Verhand-
lungen über seine Abgangsentschädigung noch am Laufen gewesen seien und er
zu keiner Zeit finanzielle Nöte erlitten habe, habe er ohne Vorwarnung der
A._ und der A1._ flüssige Mittel in der Höhe von knapp Fr. 2 Mio. ent-
zogen. Insgesamt offenbare seine Vorgehensweise nicht nur eine unglaubliche
Dreistigkeit, sondern damit verbunden auch eine enorm hohe deliktische Energie.
Angesichts der objektiven Tatschwere sei eine Einsatzstrafe von 2 1⁄2 Jahren an-
gemessen. Zur subjektiven Tatschwere könne gesagt werden, dass der Beschul-
digte mit Vorsatz und einzig aus finanziellen Interessen gehandelt habe. Dabei sei
zu beachten, dass er bereist über ein stattliches monatliches Einkommen verfügt
habe, sodass seine Vorgehensweise mit der er zu noch mehr Geld habe kommen
wollen, geradezu von Habgier gezeugt habe. Die subjektive Komponente erhöhe
somit die Einsatzstrafe um 6 Monate. Betreffend die übrigen Strafzumessungskri-
terien könne im auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 251 S. 2 ff.).
9.3. Die Verteidigung dagegen stellte sich auf den Standpunkt, dass selbst
dann, wenn es in sämtlichen Anklagepunkten zu einem Schuldspruch käme, eine
Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren angemessen respektive schuldadäquat sei.
Eine Begründung, wie sie zu diesem Schluss kommt, brachte sie indes nicht vor
(Urk. 247 S. 29).
- 58 -
9.4. Die Vorinstanz hat sowohl die objektive als auch die subjektive Tatschwere
detailliert und umfassend gewürdigt und sämtliche Zumessungsfaktoren berück-
sichtigt, welche für die Ermittlung der (hypothetischen) Einsatzstrafe massgebend
sind. Was die Anklagebehörde vorbringt, vermag denn auch nichts an den über-
zeugenden Erwägungen der Vorinstanz zu ändern. Soweit die Anklagebehörde
den Standpunkt einnimmt, die Vorinstanz habe das Tatverschulden zu wohl-
wollend als erheblich eingestuft, weil es nämlich korrekterweise als sehr schwer
zu bezeichnen sei und sie gleichzeitig für ein sehr schweres objektives Tatver-
schulden eine Einsatzstrafe von 2 1⁄2 Jahren als angemessen erachtet, so wider-
spricht sie sich damit selbst. Ein sehr schweres Tatverschulden müsste nämlich
eine Einsatzstrafe im obersten Bereich des zur Verfügung stehenden Strafrah-
mens nach sich ziehen. Indem die Anklagebehörde selbst aber für die objektive
Tatschwere eine Einsatzstrafe von 2 1⁄2 als angemessen erachtet, bringt sie damit
indirekt zum Ausdruck, dass sie das objektive Tatverschulden gemessen am an-
wendbaren Strafrahmen als mittelschwer einstuft. Noch weniger nachvollziehbar
ist sodann, dass die Anklagebehörde das nach ihrer Auffassung sehr schwere ob-
jektive Tatverschulden aufgrund des subjektiven Tatverschuldens sogar noch um
6 Monate erhöht sehen will. Das würde mit anderen Worten bedeuten, dass das
subjektive Tatverschulden als ausserordentlich schwer einzustufen wäre, was
klarerweise nicht angängig ist. Was die Anklagebehörde in materieller Hinsicht
vorbringt, wurde durch die Vorinstanz bereits angemessen berücksichtigt und es
besteht keinerlei Veranlassung in das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen der
Vorderrichter im Sinne eines Korrektivs einzugreifen. Mit Verweis (Art. 82 Abs. 4
StPO) auf deren überzeugende Erwägungen ist festzuhalten, dass das Tatver-
schulden für den Tatvorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung insgesamt als
erheblich zu bezeichnen ist, und dass dementsprechend eine hypothetische Ein-
satzstrafe von 2 Jahren Freiheitsstrafe angemessen erscheint.
9.5. In Würdigung der objektiven und subjektiven Tatschwere der Geldwäsche-
rei erachtete es die Vorinstanz schliesslich als angemessen, die hypothetische
Einsatzstrafe für dieses Delikt auf circa ein Jahr Freiheitsstrafe festzusetzen. Zu
diesem Ergebnis gelangte sie, nachdem sie nach eingehender Würdigung das ob-
jektive und subjektive Tatverschulden insgesamt als nicht mehr leicht einstufte
- 59 -
(Urk. 143 S. 127 ff.). Während die Anklagebehörde die betreffenden Erwägungen
im angefochtenen Entscheid ausdrücklich als zutreffend anerkannte (Urk. 251
S. 3), blieben sie seitens der Verteidigung vollends unerwähnt und damit auch
unbeanstandet (Urk. 247 S. 27 ff.). Die vorinstanzlichen Erwägungen erweisen
sich als korrekt und vollständig. Nachdem sie seitens der Anklagebehörde aus-
drücklich als zutreffend bezeichnet und von der Verteidigung nicht beanstandet
wurden, können sie ohne Weiterungen übernommen werden (Art. 82 Abs. 4
StPO). Ausgehend von einem nicht mehr leichten Tatverschulden erscheint eine
hypothetische Einsatzstrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe respektive
360 Tagessätzen Geldstrafe folglich angemessen.
9.6. Unter dem Titel Täterkomponente berücksichtigte die Vorinstanz die Vor-
strafe des Beschuldigten aus dem Jahre 2007 wegen Urkundenfälschung als
leicht straferhöhend. Leicht deshalb, weil im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils
bereits rund 10 Jahre verstrichen waren. Zwischenzeitlich ist der Eintrag gelöscht
(Urk. 145), weshalb die betreffende Vorstrafe dem Beschuldigten selbstredend
nicht mehr zum Nachteil gereichen darf. Weitere strafzumessungsrelevante Fak-
toren konnte die Vorinstanz aufgrund der Täterkomponente nicht ermitteln. Nach-
dem der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung von seinem Aus-
sageverweigerungsrecht Gebrauch machte und auch nicht bereit war, weitere
Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen zu machen (Urk. 246), hat es bei
den vorinstanzlichen Erwägungen zum Werdegang und zu den persönlichen Ver-
hältnissen des Beschuldigten sein Bewenden. Damit wirkt sich die Täterkompo-
nente insgesamt neutral auf die Strafzumessung aus.
9.7. Die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen grober und einfacher Ver-
letzung der Verkehrsregeln und die dafür ausgefällten Sanktionen von
60 Tagessätzen zu je Fr. 100.– und einer Busse von Fr. 400.– blieben seitens
der Anklagebehörde unangefochten (Urk. 251 S. 3). Die Verteidigung dagegen
stellte sich auf den Standpunkt, für die Verkehrsdelikte erweise sich eine Geld-
strafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie ein Busse im Betrag von Fr. 200.–
als schuldadäquat. Dabei sei bezüglich Anzahl der Tagessätze insbesondere in
Erwägung zu ziehen, dass sich durch das vorliegend zu beurteilende Rechts-
- 60 -
überholen und das Überfahren der Sperrfläche keine konkrete, sondern lediglich
eine erhöhte abstrakte Gefahr verwirklicht habe. Bezüglich der Übertretungsbusse
rechtfertige sich gegenüber der vorinstanzlich festgelegten Busse in der Höhe von
Fr. 400.– eine Reduktion um die Hälfte. Dies namentlich aufgrund der finanziellen
Verhältnisse des Beschuldigten. Bezogen auf die Geldstrafe sei die Höhe
des Tagessatzes aufgrund der gegebenen persönlichen und wirtschaftlichen Ver-
hältnisse des Beschuldigten, welcher sich seit einem Jahr in Haft befinde,
wodurch dessen wirtschaftliche Existenz zerstört worden sei, auf Fr. 10.– zu sen-
ken (Urk. 247 S. 27). Wenngleich die durch die Vorinstanz festgelegte Geldstrafe
für die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln nicht a priori als unan-
gemessen hoch zu bezeichnen ist, rechtfertigt sich mit Blick auf die Strafmass-
empfehlungen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, welche für das
erstmalige Rechtsüberholen auf der Autobahn eine (Regel-)Bestrafung mit
20 Tagessätzen Geldstrafe vorsehen, eine gewisse Relativierung der erstinstanz-
lich ausgefällten Sanktion. Zwar sind diese Empfehlungen für das Gerichts selbst-
redend nicht bindend. Mit Blick auf das Gleichbehandlungsgebot rechtfertigt es
sich jedoch, dem Antrag der Verteidigung zumindest teilweise zu folgen und die
Geldstrafe für die mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln auf
30 Tagessätze zu reduzieren. Sodann ist nicht zu beanstanden, wenn die Vertei-
digung mit Verweis auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten eine
Herabsetzung der Tagessatzhöhe auf Fr. 10.– sowie eine Reduktion der Busse
auf Fr. 200.– beantragt.
9.8. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz zutreffende Erwä-
gungen zur Frage der Bildung von Gesamtstrafen gemacht hat. Diese Erwägun-
gen blieben allseits richtigerweise unbeanstandet. Sie können ohne weiteres
übernommen werden (Urk. 142 S. 134; Art. 82 Abs. 4 StPO).
9.9. Ausgehend von einer hypothetischen Einsatzstrafe für die ungetreue Ge-
schäftsbesorgung von zwei Jahren und einer solchen von einem Jahr für die
Geldwäscherei sowie unter Berücksichtigung des in Art. 49 Abs. 1 StGB veranker-
ten Asperationsprinzips und einer leichten Erhöhung infolge der Deliktsmehrheit
erweist sich insgesamt betrachtet eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten (2 Jahre
- 61 -
und 8 Monate) als angemessen. Für die verbleibenden Verkehrsdelikte ist
der Beschuldigte sodann mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 10.–
sowie mit einer Busse von Fr. 200.– zu bestrafen.
10. Vollzug
10.1. Das Gericht kann den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit
oder einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren
teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters
genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Die Gewährung des (teil-)
bedingten Strafvollzuges soll dabei die Regel sein. Die günstige Prognose wird
vermutet. Aus diesem Grund ist eine eingehende Begründung nur notwendig,
wenn das Gericht von dieser Regel abweichen will (Schwarzenegger/
Hug/Jositsch, Strafrecht II – Strafen und Massnahmen, 8. Auflage, Zürich 2007,
S. 133). Schiebt das Gericht den Vollzug der Strafe ganz oder teilweise auf, so
bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44
Abs. 1 StGB).
10.2. Angesichts der auszufällenden Freiheitsstrafe von 32 Monaten und des
Umstandes, dass es sich beim Beschuldigten nunmehr um einen nicht (mehr)
vorbestraften (Erst-)Täter handelt, ist ihm zwingend der teilbedingte Vollzug der
Freiheitsstrafe zu gewähren. Unter Berücksichtigung des Verschuldens recht-
fertigt es sich, den Vollzug von 12 Monaten Freiheitsstrafe anzuordnen und den
Vollzug der restlichen 20 Monate Freiheitsstrafe aufzuschieben, wobei die Probe-
zeit auf (minimale) zwei Jahre festzusetzen ist.
10.3. In Bezug auf die Geldstrafe wurde dem Beschuldigten bereits durch die
Vorinstanz der bedingte Vollzug bei einer Probezeit von 2 Jahren gewährt, was
korrekt ist und namentlich auch mit Blick auf das Verschlechterungsverbot zwin-
gend zu übernehmen ist.
10.4. Der Beschuldigte befand sich seit dem 5. April 2017 zunächst in Sicher-
heitshaft und danach im vorzeitigen Strafantritt. Die bis heute erstandene Haft von
- 62 -
insgesamt 365 Tagen sind dem Beschuldigten selbstredend an den Vollzug der
auszufällenden Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).
V. Zivilansprüche
11. Schadenersatz Privatklägerin A._ AG
11.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten antragsgemäss, der
Privatklägerin A._ AG Fr. 1'237'653.39, zuzüglich 5% Zins seit dem
6. September 2013 betreffend Fr. 400'000.–, zuzüglich 5% Zins seit dem
9. September 2013 betreffend Fr. 87'653.39 sowie zuzüglich 5% Zins seit dem
17. September 2013 betreffend Fr. 750'000.–, als Schadenersatz zu bezahlen
(Urk. 143 S. 138).
11.2. Die Verteidigung brachte hierzu vor, die Zahlungen der A._ an die
O._ seien zu Recht sowie in Kenntnis und im Einverständnis von I._ und
J._, mithin in Kenntnis der jeweils zuständigen Verwaltungsräte, erfolgt,
weshalb die Zusprechung von Schadenersatz nicht in Frage komme (Urk. 247
S. 31).
11.3. Was die Verteidigung vorbringt ist durch das Beweisergebnis, wie vor-
stehend ausgeführt, widerlegt. Eine darüberhinausgehende, inhaltliche Kritik an
den materiellen Erwägungen der Vorinstanz zum Schadenersatzbegehren der
A._ bringt die Verteidigung zu recht nicht vor. Die inkriminierten Überweisun-
gen des Beschuldigten von der A._ an die O._ vom 6. September 2013
in Höhe von Fr. 400'000.–, vom 9. September 2013 in Höhe von Fr. 87'653.39
sowie vom 17. September 2013 in Höhe von Fr. 750'000.00 sind belegt und ent-
sprechend fraglos ausgewiesen. Insgesamt hat der Beschuldigte der A._ un-
rechtmässig Fr. 1'237'653.39 entzogen. In diesem Betrag wurden die Aktiven der
A._ durch die deliktischen Handlungen des Beschuldigten verringert, worin
der für das Adhäsionsverfahren massgebliche Schaden zu erblicken ist. Wie die
Vorinstanz weiter zutreffend erwog, gehört nach konstanter Praxis des Bundesge-
richts zum Schaden auch der Schadenszins, welcher von jenem Zeitpunkt an ge-
schuldet ist, in welchem sich das schädigende Ereignis finanziell ausgewirkt hat.
- 63 -
Die betreffende Verzinsung läuft bis zur Zahlung des Schadenersatzes und die
Höhe des Zinses beträgt in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 OR 5% pro Jahr
(BGE 130 III 591 ff., 599 mit weiteren Verweisen). Nachdem der A._ die Be-
träge am 6. September 2013 (Fr. 400'000.–), am 9. September 2013
(Fr. 87'653.39) sowie am 17. September 2013 (Fr. 750'000.–) durch den Beschul-
digten entzogen worden sind, ist der Schadenszins ab diesen Daten geschuldet.
Die vorinstanzliche Schadenersatzregelung zugunsten der Privatklägerin A._
AG ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden und mit Verweis auf deren zu-
treffende Erwägungen (Urk 143 S. 138 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO) zu bestätigen.
11.4. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, der Privatklägerin A._ AG
Fr. 1'237'653.39, zuzüglich 5% Zins seit dem 6. September 2013 betreffend
Fr. 400'000.00, zuzüglich 5% Zins seit dem 9. September 2013 betreffend
Fr. 87'653.39 sowie zuzüglich 5% Zins seit dem 17. September 2013 betreffend
Fr. 750'000, als Schadenersatz zu bezahlen.
12. Schadenersatz Privatklägerin A1._ AG (neu B._ AG)
12.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten antragsgemäss, der Privat-
klägerin B._ AG (vormals A1._ AG) Fr. 613'664.86, zuzüglich 5% Zins
seit dem 6. September 2013 betreffend Fr. 400'000.– sowie zuzüglich 5% Zins
seit dem 9. September 2013 betreffend Fr. 213'664.86, als Schadenersatz zu be-
zahlen (Urk. 143 S. 139).
12.2. Die Verteidigung stellte sich hier analog zur Schadenersatzforderung der
A._ auf den Standpunkt, die Zahlungen der A1._ an die O._ seien
zu Recht und in Kenntnis sowie mit dem Einverständnis von I._ und J._,
mithin in Kenntnis der jeweils zuständigen Verwaltungsräte, erfolgt, weshalb
Schadenersatz unter keinem Titel geschuldet sein könne (Urk. 247 S. 31).
12.3. Erstellt ist, dass der Beschuldigten am 6. September 2013 einen Betrag in
Höhe von Fr. 400'000.– von der A1._ an die O._ und vom 9. September
2013 einen solchen in der Höhe von Fr. 213'664.86 überwiesen hat respektive hat
überweisen lassen. Insgesamt hat der Beschuldigte der A1._ mithin un-
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rechtmässig Fr. 613'664.86 entzogen, was durch das Beweisergebnis erstellt ist
und worin der Schaden der A1._ zu erblicken ist. Nachdem der A1._ die
Beträge am 6. September 2013 (Fr. 400'000.–) und am 9. September 2013
(Fr. 213'664.86) entzogen worden sind, ist ab diesen Daten sodann der Scha-
denszins in der Höhe von 5 % geschuldet.
12.4. Die vorinstanzliche Schadenersatzregelung zugunsten der Privatklägerin
B._ AG ist nicht zu beanstanden und mit Verweis auf die zutreffenden Erwä-
gungen zu bestätigen (Urk. 143 S. 138 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Entsprechend ist
der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin B._ AG (vormals
A1._ AG) Fr. 613'664.86, zuzüglich 5% Zins seit dem 6. September 2013 be-
treffend Fr. 400'000.– sowie zuzüglich 5% Zins seit dem 9. September 2013 be-
treffend Fr. 213'664.86, als Schadenersatz zu bezahlen.
VI. Einziehung/Ersatzforderung sowie Grundbuch-/Kontosperren und Beschlagnahmungen
13. Einziehung bzw. Ersatzforderung
13.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, die Ersatzforderung
sei in Anwendung des Bruttoprinzips auf Fr. 1'295'060.– festzusetzen. Sie setze
sich aus den Geldwäschereihandlungen in Höhe von Fr. 1'595'060.– abzüglich
der Fr. 300'000.–, betreffend welchen ein gutgläubiger Erwerb durch die Ex-
Ehefrau mit gleichwertiger Gegenleistung anzunehmen sei, zusammen. Der Be-
schuldigte sei daher zu verpflichten, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhan-
dene widerrechtlich erlangte Vermögensvorteile Fr. 1'295'060.– zu bezahlen
(Urk. 143 S. 140 ff.).
13.2. Die Privatklägerinnen liessen die vorinstanzlichen Erwägungen zur Ein-
ziehung respektive Ersatzforderung zusammengefasst wie folgt beanstanden
(Urk. 241 S. 4 ff.): Die Vorinstanz habe die Höhe der Ersatzforderung zu Unrecht
nicht anhand des durch die ungetreue Geschäftsbesorgung entstandenen Scha-
dens von Fr. 1'851'318.25 berechnet. Fälschlicherweise habe sie sich an den
Geldwäschereihandlungen über Fr. 1'595'060.– orientiert und davon zu Unrecht
Fr. 300'000.– abgezogen, womit eine Ersatzforderung in der Höhe von
- 65 -
Fr. 1'295'060.– resultiert habe. Diese Berechnung sei schlicht falsch. Der Be-
schuldigte sei wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung über Fr. 1'851'318.25
schuldig gesprochen worden. Zusätzlich sei er wegen der zeitlich nachgelagerten
Geldwäscherei über einen Gesamtbetrag von Fr. 1'595'060.– schuldig ge-
sprochen worden. Sämtliche den Privatklägern (recte: Privatklägerinnen) durch
die ungetreue Geschäftsbesorgung entzogenen Vermögenswerte seien nicht
mehr vorhanden. In diesem Umfang der "nicht mehr vorhandenen Vermögenwer-
te" komme nach der gesetzlichen Regelung die Ersatzforderung gemäss Art. 71
StGB zum Zuge. Es gebe weder eine rechtliche Grundlage noch einen logisch
oder sachlich nachvollziehbaren Grund dafür, die Höhe der Ersatzforderung an-
hand der zeitlich nachgelagerten und in geringerer Höhe getätigten Geldwä-
schereihandlungen zu berechnen. Die Höhe der Ersatzforderung müsse anhand
des aufgrund des Hauptdelikts verursachten Schadens bemessen werden. Wenn
die Vorinstanz sodann Fr. 300'000.– in Abzug bringe und hierzu erwäge, diesen
Betrag habe die Ex-Ehefrau des Beschuldigten gutgläubig erworben, weshalb er
nicht der Einziehung unterliege, sei dies falsch. Art. 70 Abs. 2 StGB sehe vor,
dass auf eine Einziehung gegenüber Dritten verzichtet werde, sofern diese gut-
gläubig gewesen seien und eine gleichwertige Gegenleistung erbracht hätten.
Selbstverständlich könne sich der Beschuldigte aber nicht auf diese Regelung be-
rufen. Erstens sei er nicht Dritter und zweitens könne er sich sonst ohne Weiteres
gänzlich der Einziehung oder Ausfällung einer Ersatzforderung entziehen, indem
er Dritten Vermögenswerte zukommen lasse, für welche gleichwertige Gegenleis-
tungen erfolgen würden.
13.3. Die Verteidigung hielt freilich dafür, dass der Beschuldigte über keine delik-
tischen und damit auch über keine einziehungsfähigen Vermögenswerte verfügt
habe respektive verfüge. Damit sei der vorinstanzlich angeordneten Ersatz-
forderung nach Art. 71 StGB jegliche Grundlage entzogen und es erübrige sich,
Ausführungen zur Höhe einer inexistenten Ersatzforderung zu machen (Urk. 247
S. 30).
13.4. Das Gericht verfügt die Einziehung von Vermögenswerten, die durch eine
Straftat erlangt worden sind oder dazu bestimmt waren, eine Straftat zu veran-
- 66 -
lassen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden (Art. 70 Abs. 1 StGB). Die
Einziehung ist ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermögenswerte in Unkennt-
nis der Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie eine gleichwertige
Gegenleistung erbracht hat oder die Einziehung ihm gegenüber sonst eine unver-
hältnismässige Härte darstellen würde (Art. 70 Abs. 2 StGB). Sind die der Ein-
ziehung unterliegenden Vermögenswerte mithin nicht mehr vorhanden, so erkennt
das Gericht auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe (Art. 71 Abs. 1
StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beruht die Einziehung und
auch die Ersatzforderung auf dem grundlegenden sozialethischen Gedanken,
dass sich strafbares Verhalten nicht lohnen darf (BGE 137 IV 305 m.w.H.).
13.5. Was die Vorinstanz unter dem Titel Ersatzforderungen vorbringt, ist – in
Übereinstimmung mit den Ausführungen des Privatklägerinnenvertreters – nicht
ohne weiteres nachvollziehbar. Weshalb die Ersatzforderung gemessen an den
"gewaschenen Geldern" festgelegt und die an die Ehefrau des Beschuldigten
überwiesenen Fr. 300'000.– unberücksichtigt bleiben sollen, erschliesst sich dem
Gericht nicht. Zu Recht stellt sich der Privatklägerinnenvertreter auf den Stand-
punkt, dass die Ersatzforderung in der gesamten Höhe der durch die ungetreue
Geschäftsbesorgung deliktisch erlangten Gelder, nämlich Fr. 1'851'318.25, fest-
zusetzen ist. Unbeachtlich ist sodann, ob die Ex-Ehefrau des Beschuldigten die
auf ihr Konto überwiesenen Fr. 300'000.– gutgläubig erworben hat und ob diesem
Erwerb eine gleichwertige Leistung gegenübersteht, ist doch nicht sie als Drittper-
son von der Einziehung betroffen, sondern einzig der Beschuldigte selbst. In Gut-
heissung des betreffenden Antrages der Erstberufungskläger ist der Beschuldigte
zu verpflichten, dem Staat als Ersatz für den nicht mehr vorhandenen, widerrecht-
lich erlangten Vermögensvorteil Fr. 1'851'318.25 zu bezahlen.
14. Verwendung der Ersatzforderung zu Gunsten der Privatklägerschaft
14.1. Wie bereits vor Vorinstanz liessen die Privatklägerinnen A._ AG und
B._ AG (vormals A1._ AG) beantragen, es sei ihnen anteilsmässig die
Ersatzforderung bis zur Höhe der geltend gemachten Zivilforderungen gegen Ab-
tretung der Zivilforderungen an den Staat zuzusprechen (Urk. 241 S. 3).
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14.2. Gestützt auf Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB spricht das Gericht dem Geschädig-
ten auf dessen Verlangen die Ersatzforderung bis zur Höhe des gerichtliche fest-
gesetzten Schadenersatzes zu.
14.3. Antragsgemäss ist die Ersatzforderung der A._ AG im Umfang
von Fr. 1'237'653.39 und der B._ AG im Umfang von Fr. 613'664.86 zur De-
ckung ihres jeweiligen Schadens zuzuweisen.
14.4. Vom Umstand, dass die Privatklägerinnen A._ AG und B._ AG
ihre Schadenersatzansprüche gegen den Beschuldigten in Höhe der erhältlich
gemachten Ersatzforderungen an den Staat abtreten (Urk. 241 S. 3), ist antrags-
gemäss im Urteil Vormerk zu nehmen.
15. Grundbuch-/Kontosperren
15.1. Die Vorinstanz ordnete an, dass die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I
des Kantons Zürich vom 30. September 2014 angeordnete Grundbuchsperre des
dem Beschuldigten gehörenden Grundstücks Nr. 1, E-GRID CH 2 (Wohnhaus),
bis zur vollständigen Bezahlung der Ersatzforderung bzw. bis das zuständige Be-
treibungsamt in einem allfälligen Zwangsvollstreckungsverfahren in der Betrei-
bung hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung von Sicherungsmass-
nahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG entschieden habe, aufrechterhalten werde,
längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Eintritt der Rechtskraft der
Entscheide betreffend die Ersatzforderung. Betreffend die mit Verfügung der
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 30. September 2014 angeordnete
Grundbuchsperre des Grundstücks Nr. 3, E-GRID CH 4 (Wald), veranlasste die
Vorinstanz die Aufhebung derselben und ordnete stattdessen an, dass der Mitei-
gentumsanteil des Beschuldigten an dem genannten Grundstück mit einer
Grundbuchsperre zu versehen sei (Urk. 143 S. 144 ff.).
15.2. Bezüglich den mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom
22. Januar 2014 angeordneten Sperren der Konten Nr. 5 und Nr. 6 bei der
E._ AG, lautend auf den Beschuldigten, ordnete die Vorinstanz die Aufhe-
bung und Saldierung zwecks Deckung der Verfahrenskosten an. Betreffend die
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mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. Januar 2014 angeord-
neten Sperre des Kontos Nr. 7 bei der F._ AG verfuhr die Vorinstanz sodann
analog (Urk. 143 S. 145 f.).
15.3. Die Verteidigung beantragte die vollumfängliche Aufhebung der angeord-
neten Grundbuch- und Kontosperren. Zur Begründung verwies sie einzig auf den
beantragten Freispruch und darauf, dass aufgrund des – nach ihrer Auffassung –
Dahinfallens der vorinstanzlich noch ausgesprochenen Ersatzforderung auch die
in Frage stehende Grundbuch- und Kontosperren ihre Berechtigung verlieren
würden. Folglich seien diese aufzuheben (Urk. 247 S. 31).
15.4. Entgegen der Auffassung der Verteidigung erfolgt wie dargetan ein
Schuldspruch wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158
Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB sowie wegen Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 StGB. In Folge dessen wird der Beschuldigte verpflichtet, dem
Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Ver-
mögensvorteil Fr. 1'851'318.25 zu bezahlen. Nachdem die vorinstanzlichen Erwä-
gungen seitens der Verteidigung materiell nicht substantiiert beanstandet wurden
und sie sich darüber hinaus in allen Teilen als zutreffend erweisen, sind die durch
sie angeordneten Grundbuch- und Kontosperren ausgangsgemäss zu bestätigen.
16. Bussendepositum
Die durch die Vorinstanz angeordnete Verwendung des als Bussendepositum
sichergestellten Bargeldbetrages in der Höhe von Fr. 800.– blieb allseits unbe-
stritten und ist demnach ebenfalls ausgangsgemäss zu bestätigen.
17. Sichergestellte/Beschlagnahmte Datenträger
17.1. Nachdem die Verteidigung im Berufungsverfahren vorbrachte, der Be-
schuldigte könne sich im Grundsatz mit der Rückgabe des sichergestellten
iPhone 5 und dem ebenfalls sichergestellten Computer "PC Asus Vento M2" an
die A._ AG einverstanden erklären (Urk. 247 S. 32), ist die vorinstanzliche
Regelung ohne weiteres zu bestätigen. Soweit der Beschuldigte durch seinen
Verteidiger die Löschung der sich allenfalls auf beiden Geräten noch befindlichen
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Daten seiner Tochter H._ beantragen lässt, ist er darauf hinzuweisen, dass
er im vorliegenden Strafverfahren nicht legitimiert ist, für seine volljährige Tochter
einen entsprechenden Antrag zu stellen.
17.2. Das sichergestellte iPhone 5 und der sichergestellte PC Asus Vento M2,
lagernd bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich, sind daher der Privatklägerin
A._ AG auf erstes Verlangen herausgegeben.
VII. Kosten- und Entschädigung
18. Kosten
18.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 6'000.– zu ver-
anschlagen.
18.2. Der Beschuldigte unterliegt mit Ausnahme des Freispruchs vom Vorwurf
der Erpressung und der damit einhergehenden Reduktion des Strafmasses voll-
umfänglich. Die Anklagebehörde unterliegt vollumfänglich, während die Privat-
klägerinnen vollumfänglich obsiegen.
18.3. Ausgangsgemäss rechtfertigt es sich daher, die Kosten der Untersuchung,
des erstinstanzlichen Verfahrens sowie des Berufungsverfahrens (Art. 428 Abs. 1
StPO), mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigungen, zu 2/3 dem Be-
schuldigten aufzuerlegen und zu 1/3 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kos-
ten der amtlichen Verteidigungen sind ausgangsgemäss im Umfang von 2/3
einstweilen und im Umfang von 1/3 definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Rückzahlungspflicht bleibt im Umfang von 2/3 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO
vorbehalten.
19. Entschädigung
19.1. Amtliche Verteidigung
19.1.1. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigte macht für seine Aufwendungen
eine Entschädigung inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer in der Höhe von
insgesamt rund Fr. 95'000.– geltend (Urk. 244/4-5 und Urk. 245). Dieser geltend
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gemachte Aufwand ist zwar ausgewiesen, er erscheint indessen angesichts des
vorliegenden Berufungsfalles als deutlich zu hoch. Gemäss § 23 Abs. 1 i.V.m. § 1
Abs. 2 der Verordnung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV) setzt sich die Ver-
gütung für amtliche Verteidigung aus der Gebühr und den notwendigen Auslagen
zusammen. Gestützt auf § 18 Abs. 1 AnwGebV wird die Gebühr im Berufungsver-
fahren grundsätzlich nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln bemessen.
Danach beträgt die Grundgebühr für die Führung eines Strafprozesses vor Be-
zirksgericht einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme an
der Hauptverhandlung in der Regel Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– (§ 17 Abs. 1 lit. b
AnwGebV). Die Verteidigung beantragt nun eine Entschädigung, die rund 3 1⁄2 mal
höher ausfällt als die maximale Grundgebühr für den Regelfall, was als unange-
messen hoch zu bezeichnen ist. Dem amtlichen Verteidiger ist ohne weiteres zu-
zugestehen, dass der vorliegend zu beurteilende Fall deutlich mehr Aufwand ver-
ursachte als ein durchschnittlich umfangreicher Fall. Angesichts des doch beacht-
lichen Aktenumfangs des vorliegenden Verfahrens und der relativen Komplexität
der sich stellenden Fragen sowie unter Berücksichtigung, dass der amtliche Ver-
teidiger erst im Berufungsverfahren hinzukam und entsprechend einen verhält-
nismässig hohen Einarbeitungsaufwand betreiben musste, rechtfertigt es sich die
maximale Grundgebühr von Fr. 28'000.– auf Fr. 56'000.– zu verdoppeln. Hinzuzu-
rechnen sind sodann die ausgewiesenen Barauslagen. Damit resultiert eine pau-
schale Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten in der
Höhe von Fr. 60'567.35.
19.2. Privatklägerinnen
19.2.1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Entschädigungsregelung ohne
weiteres zu bestätigen.
19.2.2. Der Vertreter der Privatklägerinnen macht für seine Aufwendungen im Be-
rufungsverfahren eine Entschädigung inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
in der Höhe von insgesamt Fr. 11'573.20 geltend (Urk. 250/1-3). Dieser geltend
gemachte Aufwand ist gestützt auf die eingereichten Honorarnoten ausgewiesen
und der Sache angemessen. Er wird im übrigen seitens des Beschuldigten auch
nicht bestritten. Hinzuzurechnen ist sodann die Entschädigung für die Berufungs-
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verhandlung sowie ein weiterer Zuschlag für die Nachbesprechung, sodass der
Beschuldigte zu verpflichten ist, den Privatklägerinnen A._ AG und
B._ AG für das Berufungsverfahren insgesamt eine Prozessentschädigung
von Fr. 12'865.60 zu bezahlen.