# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 60a87600-390f-4ee4-8bf5-c714a2eb770b
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1989, ist Staatsangehörige von Gambia. Sie reiste am 24. Oktober
2013 in die Schweiz ein. Aufgrund der Heirat mit ihrem Landsmann B.Y., der über eine
Niederlassungsbewilligung verfügt, wurde ihr im Rahmen des Familiennachzugs eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt und zuletzt bis 23. Oktober 2015 verlängert (Vorakten A.Y.
[nachfolgend "Dossier"], S. 4 ff., 54 und 73). Spätestens seit Anfang 2015 leben die
Eheleute getrennt (Dossier, S. 74 ff. und 88 sowie act. 10).
Mit Verfügung vom 11. Juni 2015 widerrief das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von A.Y. Diese Absicht hatte es ihr bereits am 19. Februar 2015
angezeigt. Mit Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft sei auch die Voraussetzung für die
Erteilung der Bewilligung weggefallen (Dossier, S. 90 und 118).
B. Dagegen rekurrierte A.Y. am 29. Juni 2015 an das Sicherheits- und
Justizdepartement (act. 5/1). Mit Entscheid vom 1. Juni 2016 wies das Departement
den Rekurs ab und forderte das Migrationsamt auf, A.Y. eine neue Ausreisefrist
anzusetzen (act. 2/2). Die Rekurrentin hatte erfolglos geltend gemacht, Opfer ehelicher
Gewalt geworden zu sein und daher ungeachtet der kurzen Ehedauer von rund 14
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Monaten Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu
haben.
C. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
1. Juni 2016 erhob A.Y. (Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am 20. Juni
2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, es sei der
angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Die am
23. Oktober 2015 abgelaufene Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Eventuell sei
die Streitsache zu neuer Entscheidung an das Migrationsamt zurückzuweisen. Ihr sei
die unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren (act. 1). Die
Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 28. Juni 2016 Abweisung der
Beschwerde (act. 4). Die Beschwerdeführerin reichte unaufgefordert eine Vereinbarung
über Eheschutzmassnahmen vom 7. Juli 2016 sowie das Scheidungsurteil des
Kreisgerichts St. Gallen vom 9. Mai 2017 zu den Akten (act. 10 und 18).
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge, den

## Considerations

angefochtenen Entscheid und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Materieller Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens ist die Verfügung des
Migrationsamtes vom 11. Juni 2015, womit die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin widerrufen worden ist. Die Bewilligung war bis 23. Oktober 2015
befristet und ist mit Ablauf der Gültigkeitsdauer erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, AuG). Der
Rechtsstreit betrifft nunmehr die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
3.
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3.1. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine
Widerrufsgründe vorliegen (Art. 33 Abs. 3 AuG). Die Bewilligung ist an einen Zweck
gebunden, dessen Wegfall oder Änderung eine neue Bewilligung erforderlich macht
(vgl. Art. 33 Abs. 2 AuG; Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka, Kommentar
Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 33 AuG). Bewilligungserteilung und -
verlängerung liegen im Ermessen der zuständigen Migrationsbehörde, es sei denn, eine
Sondernorm des Landesrechts oder eines bi- oder multilateralen Staatsvertrags räume
der betreffenden Person einen Anspruch auf Aufenthalt ein (vgl. VerwGE B 2015/169
vom 20. Januar 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf Zünd/Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende
Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des
Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 40/2013, S. 1 ff., Ziff. 7 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
3.2. Ausländische Ehegatten von Schweizern und Schweizerinnen und von Personen
mit Niederlassungsbewilligungen haben unter Vorbehalt von Art. 51 Abs. 2 AuG
Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
ihrem Partner oder ihrer Partnerin zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1
AuG). Die ausländerrechtlichen Bestimmungen über den Nachzug des Ehegatten
dienen dazu, in der Schweiz eine von beiden Ehegatten gewollte eheliche
Gemeinschaft zu ermöglichen. Um die eheliche Beziehung in der Schweiz leben zu
können, müssen die Familienangehörigen nach den ausländerrechtlichen Vorgaben
zusammenwohnen. Das anfängliche Fehlen einer Haushaltsgemeinschaft ohne
sachliche Gründe deutet auf eine Umgehungsehe hin, was heisst, dass gar keine auf
Dauer angelegte wirtschaftliche, körperliche und spirituelle Verbindung geplant war,
sondern der Eheschluss im Wesentlichen dadurch motiviert war, dem Scheinpartner
die Einreise und den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen. Die Aufgabe des
gemeinsamen Haushaltes während der Ehe zeigt in der Regel an, dass die Beziehung
tatsächlich nicht mehr gelebt und lediglich noch versucht wird, den abgeleiteten
Bewilligungsanspruch fortdauern zu lassen. Als rechtsmissbräuchlich gilt auch die
Berufung auf eine nur noch formell bestehende, inhaltsleer gewordene Ehe, die mit
dem einzigen Ziel aufrechterhalten wird, die Anwesenheitsberechtigung nicht zu
verlieren.
http://www.gerichte.sg.ch
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Vom Erfordernis des Zusammenwohnens wird ausländerrechtlich abgesehen, wenn für
getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die
Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 AuG). Als "wichtig" gelten vor allem
berufliche, aber auch familiäre Gründe (vgl. Art. 76 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE). Sind diese Voraussetzungen
erfüllt, behält der ausländische Ehepartner seinen Anspruch auf Erteilung oder
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, obwohl es am Zusammenleben mit dem
originär Anwesenheitsberechtigten fehlt (vgl. z.B. BGer 2C_131/2015 vom 11.
September 2015 E. 4). Muss aufgrund des Zeitablaufs, der geringen Zahl und Intensität
der Kontakte zwischen den Ehegatten jedoch davon ausgegangen werden, dass die
eheliche Beziehung nicht aufrechterhalten wird, entfällt das abgeleitete
Anwesenheitsrecht. Der Aufenthaltszweck gilt als erfüllt (Art. 33 Abs. 2 AuG), und die
betroffene ausländische Person hat das Land zu verlassen (vgl. zum Ganzen Th. Hugi
Yar, Von Trennungen, Härtefällen und Delikten, in: Achermann/Caroni/Uebersax,
Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/13, Bern 2013, S. 31 ff, hier: S. 42 und 48-56 mit
Hinweisen auf Rechtsprechung und Lehre).
3.3. Von dieser Folge sind Ausländerinnen und Ausländer mit abgeleitetem
Anwesenheitsrecht ausgenommen, deren Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre
gedauert hat und die sich hier erfolgreich integriert haben (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG;
«Integrationsklausel»), oder wenn wichtige persönliche Gründe – etwa dass sie Opfer
ehelicher Gewalt geworden sind oder dass die soziale Wiedereingliederung im
Herkunftsstaat stark gefährdet erscheint – ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz
erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG; «nachehelicher Härtefall»; zum Ganzen
vgl. Hugi Yar, a.a.O., S. 65 ff.). In diesen Fällen besteht der Anspruch des Ehegatten
auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 und 43
AuG weiter. Er knüpft nach der gesetzgeberischen Intention an die spezifische
Lebenssituation nach dem Dahinfallen des abgeleiteten Anwesenheitsanspruchs an.
Der Gesetzgeber wollte mit Art. 50 AuG die nachgezogenen ausländischen Ehegatten
vor dem Dilemma bewahren, entweder in einer unzumutbaren ehelichen Gemeinschaft
zu verbleiben oder alleine in ein gesellschaftliches Umfeld zurückzukehren, wo sie
wegen ihrer Trennung oder Scheidung möglicherweise geächtet werden. Ausser in den
Fällen wichtiger persönlicher Gründe («nacheheliche Härtefälle» im Sinn von Art. 50
Abs. 1 lit. b AuG) soll dafür aber eine kürzere als dreijährige Ehedauer nicht genügen.
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3.4. Es ist unbestritten, dass die Ehegatten seit Mitte Januar 2015 getrennt leben und
das Eheleben in der Folge nicht mehr aufgenommen worden ist (vgl. act. 10 und 18).
Ein gemeinsamer Haushalt bestand demnach höchstens während ca. 15 Monaten
(24. Oktober 2013 - 15. Januar 2015). Ein Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG besteht nicht.
3.5. Die Beschwerdeführerin macht geltend, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein.
Nebstdem, dass der Ehemann ihr bei einer tätlichen Auseinandersetzung einen Finger
gebrochen habe, sei sie von ihm in psychischer Hinsicht unterdrückt worden. Mit
seinem Handeln und dem angeblich in Gambia durchgeführten
Ehescheidungsverfahren nach islamischem Recht habe er versucht, sie vor vollendete
Tatsachen zu stellen und "möglichst billig" loszuwerden. Dieser Druck zur Trennung
bzw. Scheidung dürfe nicht obendrein auch noch staatlichen Schutz erfahren. Gewalt
liege auch deshalb vor, weil die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat alles aufgegeben
habe und sich hierzulande wohlfühle. In Gambia habe sie nicht schlecht gelebt. Dieses
Leben habe sie nur aufgegeben, um dem Ehegatten in die Schweiz nachzufolgen
(act. 1, S. 4 f.).
3.5.1. Häusliche Gewalt meint – ausländerrechtlich bzw. im Sinne der Härtefallklausel
von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG – systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und
Kontrolle auszuüben. Die physische oder psychische Zwangsausübung und deren
Auswirkungen müssen von einer gewissen Konstanz bzw. Intensität sein. Dies ist der
Fall, wenn die physische oder psychische Integrität des nachgezogenen Ehegatten im
Falle der Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer beeinträchtigt würde.
Die anhaltende erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der
betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftigerweise nicht
erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe
aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden
Beziehung verharrt (BGer 2C_20/2015 vom 21. Juli 2015 E. 4.1 mit Hinweis BGE 138 II
229 E. 3.2.1 f.; BBl 2002 3754). Die Härtefallklausel bezweckt mithin, dass die
Abhängigkeit des Opfers häuslicher Gewalt vom Täter nicht durch die
Bewilligungsfrage verstärkt wird (BGer 2C_515/2016 vom 22. August 2017 E. 2.2).
Dabei ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen, wobei sämtliche Aspekte des
Einzelfalles und insbesondere die Umstände, die zur Auflösung der Ehe geführt haben,
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mit zu berücksichtigen sind. Zwar können die eheliche Gewalt einerseits und die starke
Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland andererseits
praxisgemäss je für sich allein einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50
Abs. 1 lit. b AuG darstellen. Dies schliesst indessen nicht aus, im Einzelfall beide
Elemente zu berücksichtigen und den Härtefall auch zu bejahen, wenn diese je für sich
selber hierzu nicht genügen würden, ihre Kombination aber wertungsmässig einem
wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG gleichkommt (vgl.
zum Ganzen BGE 138 II 229 E. 3.2.2).
3.5.2. Nach der Rechtsprechung kann ausnahmsweise bereits aus einem einzigen
Vorfall, z.B. einem Mordversuch, auf einen wichtigen persönlichen Grund bzw. auf
einen nachehelichen Härtefall geschlossen werden (vgl. BGer 2C_803/2010 vom
14. Juni 2011 E. 2.3.2). Weder einzelne verbale Auseinandersetzungen noch ein
einmaliger verbaler Streit mit unglücklichem Ausgang (Sturz des einen Ehegatten) oder
eine einmalige tätliche Auseinandersetzung, in deren Folge die ausländische Person in
psychischem Ausnahmezustand und mit mehreren Kratzspuren im Gesicht einen Arzt
aufsucht, ist "eheliche Gewalt" im ausländerrechtlichen Sinn, die einen weiteren
Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen würde. Gleiches gilt, wenn der
ausländische Ehepartner nach einem Streit aus der Wohnung vertrieben wird, ohne
dass er körperliche oder psychische Schäden erlitten hätte (VerwGE B 2014/215 vom
24. März 2016 E. 3.3, www.gerichte.sg.ch, mit Hinweisen auf BGE 138 II 229 E. 3.2.1,
BGer 2C_590/2010 vom 29. November 2010 E. 2.5.2, 2C_690/2010 vom 25. Januar
2011 E. 3.2 und 2C_155/2011 vom 7. Juli 2011 E. 4.6).
3.5.3. Die ausländische Person trifft bei der Feststellung dieser Sachverhalte
praxisgemäss eine qualifizierte Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 90 AuG). Sie muss die
eheliche Gewalt bzw. häusliche Oppression in geeigneter Weise glaubhaft machen
(etwa durch Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, Berichte/
Einschätzungen von Fachstellen [Frauenhäuser, Opferhilfe usw.], glaubwürdige
Zeugenaussagen von weiteren Angehörigen oder Nachbarn etc.). Allgemein gehaltene
Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen nicht; wird
häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die
Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus
entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und
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beweismässig unterlegt werden. Dasselbe gilt, soweit damit verbunden geltend
gemacht werden soll, bei einer Rückkehr erweise sich die soziale Wiedereingliederung
als stark gefährdet (vgl. zum Ganzen BGer 2C_515/2016 vom 22. August 2017 E. 2.3
und BGE 138 II 229 E. 3.2.3).
3.5.4. B.Y. meldete der Einwohnerkontrolle am 29. Januar 2015, die
Beschwerdeführerin sei bei ihm ausgezogen und sie seien jetzt auch geschieden. Wo
sie sich aufhalte, wisse er nicht (Dossier, S. 74). Auf Nachfrage erschien B.Y. beim
Migrationsamt und gab an, die Eintragung der am 28. Dezember 2014 in Gambia nach
mohammedanischem Ehe- und Scheidungsbrauch vollzogenen und am 12. Januar
2015 protokollierten Scheidung in das schweizerische Zivilstandsregister sei noch
pendent (Dossier, S. 76 f.). Über die Umstände der Trennung gab B.Y. am 9. Februar
2015 an, es habe sich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin ihn nur geheiratet habe,
um Gambia verlassen zu können. Sie habe im letzten Ehejahr vermehrt Kontakt mit
anderen Männern gesucht und immer wieder Streit mit ihm angefangen. Am
20. Dezember 2014 seien sie zusammen nach Gambia geflogen. Dort habe er sie nur
anlässlich des Scheidungstermins gesehen. Am 3. Januar 2015 sei er alleine in die
Schweiz zurückgekehrt (Dossier, S. 88). Die Beschwerdeführerin gab demgegenüber
an, nichts von einer Scheidung zu wissen. Ihr Ehemann habe sie gezwungen, mit ihm
nach Gambia zu reisen. Er sei ohne Mitteilung früher in die Schweiz zurückgereist und
habe ihren Flug storniert. Als sie schliesslich zurückgekehrt sei, habe er sie aus der
Wohnung ausgeschlossen und die Polizei kommen lassen. In ihrer Heimat habe sie
keine Grundlage mehr: Das Auto sei verkauft, und sie verfüge weder über eine
Wohnung noch über Geld. Die Arbeit habe sie wegen der Ausreise in die Schweiz
gekündigt. Eine neue Stelle könne nicht schnell gefunden werden (Schreiben vom
3. März 2015, Dossier, S. 97).
3.5.5. Gestützt auf diese Schilderungen – insbesondere auf die Umstände der
angeblichen Scheidung in Gambia – machte die Beschwerdeführerin gegenüber der
Vorinstanz geltend, Opfer psychischer Gewaltanwendung geworden zu sein (act. 5/1 S.
3 und Beilage 2, act. 5/16). Der Ehemann habe nach Ankunft in Gambia zudem
(erfolglos) versucht, ihr die Reisepapiere abzunehmen (wohl um die Rückreise in die
Schweiz zu verhindern). Weiter brachte der Rechtsvertreter vor, im August 2014 habe
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der Ehemann seiner Gattin bei einer Auseinandersetzung den Daumen gebrochen und
ihr auf den Kopf geschlagen (act. 5/16).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, für die zum Teil erst im Verlauf
des Verfahrens vorgebrachten Ereignisse fänden sich in den Akten keinerlei Hinweise.
Unabhängig davon, ob es sich um nachträgliche Schutzbehauptungen handle, sei
eheliche Gewalt in der massgeglichen Intensität nicht glaubhaft. Darüber hinaus sei
weder geltend gemacht worden noch ersichtlich, inwiefern die soziale
Wiedereingliederung im Heimatland stark gefährdet wäre.
3.5.6. Für einen "Fall krasser psychischer Gewalt" – so die Beschwerdeführerin – fehlt
es in der Tat an glaubhaften Anzeichen. Zwar mag sein, dass der damalige Ehemann
versucht hat, die Beschwerdeführerin in Gambia vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Dass er – schliesslich ohne Erfolg – den gemeinsamen Migrationshintergrund benützen
wollte, um sich einer Regelung der Scheidungsfolgen nach schweizerischem Recht zu
entziehen, erscheint aufgrund der Akten wahrscheinlich. Nicht glaubhaft ist jedoch,
dass die eheliche Beziehung an sich von systematischer Erniedrigung der Ehefrau
geprägt war. Dass die Trennung einseitig vom Ehemann herbeigeführt worden ist,
vermag eine relevante psychische Herabsetzung ebenso wenig zu begründen wie der
Umstand, dass die Trennung mit der Bewilligungsfrage unmittelbar verknüpft ist. Die
(verständliche) Belastungssituation ist Ausfluss der kurzen Ehedauer, nicht aber des
unzumutbaren Dilemmas, entweder in einer unwürdigen Beziehungssituation zu
verbleiben oder die Aufenthaltsberechtigung zu verlieren. Eine darüber hinausgehende
systematische, andauernde psychische Misshandlung bzw. Unterdrückung,
geschweige denn die daraus entstehende subjektive Belastung hat die
Beschwerdeführerin weder objektiv nachvollziehbar konkretisiert noch beweismässig
unterlegt. Mit dem (unbegründeten) Vorwurf an die Vorinstanzen, diesbezüglich die
Untersuchungsmaxime verletzt zu haben, verkennt sie die Tragweite ihrer eigenen
Mitwirkungspflicht. Nicht an der Vorinstanz, sondern vielmehr an der
Beschwerdeführerin hätte es gelegen, die relevanten Akten des Eheschutz- und
Scheidungsverfahren in das migrationsrechtliche Verfahren einzubringen. Eine
Rückweisung der Streitsache zur ergänzenden Feststellung des Sachverhalts und zu
neuer Entscheidung fällt daher ausser Betracht.
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3.5.7. Ebenfalls nicht zu einem Bewilligungsanspruch führt – und nicht einmal
behauptet ist – die Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland. Die
gegen eine Rückreise angeführten Gründe – Verkauf des Autos, (vorübergehende)
Wohnungs-, Erwerbs- und Mittellosigkeit – gehen nicht über die Entbehrungen hinaus,
wie sie üblicherweise mit der Ausreise in ein wirtschaftlich weniger entwickeltes Land
verbunden sind. Immerhin steht fest, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrem
Heimatland wirtschaftlich nicht gänzlich erfolglos betätigt hatte (act. 5/7). Gründe,
weshalb sie nach vergleichsweise kurzem Aufenthalt in der Schweiz nicht hieran
anknüpfen könnte, sind weder dargetan noch ersichtlich.
3.6. Konkret kann also weder aus der Ehe (Art. 42 Abs. 1 AuG) noch aus einem
nachehelichen Härtefall (Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG) ein Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung abgeleitet werden. Besteht darauf kein
Anspruch, so liegt die Frage nach der Wegweisung bzw. nach der erneuten
Bewilligungserteilung im behördlichen Ermessen (Bolzli, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/
Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, a.a.O., N 4 zu Art. 33 AuG). Das
Verwaltungsgericht greift nicht in die Ermessensausübung der Vorinstanzen ein, wenn
diese nicht mit einem Rechtsfehler behaftet ist (Art. 61 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 739 ff.). Die
Vorinstanz hat das öffentliche Interesse an einer restriktiven Migrationspolitik höher
gewichtet als die privaten Interessen der erst seit kurzer Zeit hier lebenden
Beschwerdeführerin am weiteren Verbleib in der Schweiz. Sie hat zu Recht darauf
verwiesen, dass die Beschwerdeführerin den prägenden Teil ihres Lebens im
Heimatland verbracht hat, mit dessen Sitten und Gebräuchen sie nach wie vor bestens
vertraut sein muss. Dass die Wiedereingliederung nicht mit besonderen
Schwierigkeiten verbunden sein wird, hat das Gericht bereits ausgeführt. Die
Beschwerdeführerin lebt zwar mittlerweile in der Schweiz in einer Wohngemeinschaft
(vgl. act. 15) und ist in das Erwerbsleben einigermassen integriert. Diese Umstände
lassen die vorinstanzliche Ermessensausübung jedoch nicht als rechtsfehlerhaft
erscheinen. Dies hat die Beschwerdeführerin auch nicht gerügt.
4. Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
wenn sie den Rechtsanspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung der
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Aufenthaltsbewilligung verneinte und die Nichtverlängerung als verhältnismässig
erachtete. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5. Zu entscheiden ist, ob die Beschwerdeführerin antragsgemäss Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung hat. Die unentgeltliche Rechtspflege
wird gewährt, wenn die Gesuchstellerin bedürftig und das von ihr angestrebte
Verfahren nicht aussichtslos ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Mit Art. 117
ff. ZPO wird der als verfassungsrechtliche Minimalgarantie in Art. 29 Abs. 3 Satz 1 der
Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, BV) verankerte Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege auf Gesetzesstufe geregelt. Die vom Bundesgericht zum
Begriff der Aussichtslosigkeit gemäss Art. 29 Abs. 3 BV entwickelte Praxis ist auch für
die Auslegung von Art. 117 lit. b ZPO zu berücksichtigen. Als aussichtslos sind
demnach Begehren anzusehen, bei welchen die Gewinnaussichten beträchtlich
geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet
werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich
Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig
geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde (vgl.
BGer 2C_515/2016 vom 22. August 2017 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 III 396 E. 1.2
mit Hinweisen). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich
aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei
die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind (vgl.
BGer 5A_946/2016 vom 10. April 2017 E. 2 mit Hinweisen auf BGE 139 III 475 E. 2.2
und BGE 138 III 217 E. 2.2.4 je mit Hinweis sowie D. Wuffli, Die unentgeltliche
Rechtspflege in der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2015, Rz.
333 ff.). Die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO und
Art. 29 Abs. 3 zweiter Satz BV muss zur gehörigen Wahrnehmung der Parteiinteressen
überdies notwendig sein (BGE 128 I 225 E. 2.3 und BGE 130 I 180 E. 2.2 je mit
Hinweisen). Der Entscheid über das Begehren fällt in die Zuständigkeit des
Abteilungspräsidenten (vgl. Art. 6 des Reglements über die Organisation und den
Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts, sGS 941.22).
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Ungeachtet der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin waren die
Gewinnaussichten des von ihr angestrebten Beschwerdeverfahrens – im Zeitpunkt der
Gesuchseinreichung (vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1 mit Hinweisen) – beträchtlich geringer
als die Verlustgefahren. Eine eigentliche Auseinandersetzung mit den zutreffenden
Erwägungen der Vorinstanz ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Die
Beschwerdeführerin unterliess er es in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht, die
angeblich erfahrene eheliche Gewalt in objektiv nachvollziehbarer Weise darzulegen
und mit tauglichen Indizien oder Beweisen zu untermauern. Sie beliess es vielmehr bei
eher diffusen Behauptungen. Aufgrund der Akten ist nicht ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin von ihrem damaligen Ehemann systematisch unterdrückt worden
wäre. Auch die (blossen) Behauptungen der Beschwerdeführerin lassen diesen Schluss
nicht zu, und zwar selbst dann nicht, wenn sie inhaltlich richtig wären. Dem Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht kann dementsprechend wegen Aussichtslosigkeit nicht
entsprochen werden (vgl. hierzu BGer 2C_336/2015 vom 21. April 2016 E. 4).
6. (...).