# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 321fd32c-b695-4a0e-9bc8-dc2ff33ff0e8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1978 geborene
X._
war seit dem 1. März 2008
bis am 30. Juni 2018
als Reinigungsmitarbeiterin bei der
Z._
AG in ei
nem Teil
zeiterwerbspensum von 21
.5 Stunden pro Woche
(ca. 51 %-Pensum)
angestellt (Urk. 7/9/26
, 7/18/8
). Am 19. Januar 2016 erlitt die Versicherte bei einem Sturz eine
Unterschenkelschaftfraktur
mit Dislokation links (Operationsbericht des Stadtspital
s
A._
, Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie vom 27. Januar 2016,
Urk.
7/9/19
). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Versiche
rungsleistungen (
Urk. 7/9/16
)
. Am 8. Juni 2018 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf die Folgen dieses Unfalls zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5). Die IV-Stelle
zog die Akten
der Suva
(Urk. 7/9/1-275)
und
der Krankentaggel
d
versicherung (Urk. 7/13/1-10)
bei
,
führte
mit der Versicherten
ein Standort
gespräch durch (Urk. 7/16) und tätigte erwerbliche
(Urk. 7/18/8-16) sowie medizinische (Urk. 7/27) Abklärungen. Mit Vorbescheid vom 14. März 2019 wurde der Beschwerdeführerin die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (Urk. 7/29). Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 28. März 2019 Einwand erheben (Urk. 7/30).
Am 9. Mai 2019 verfügte die IV-Stelle im ange
kündigten Sinne (Urk. 7/34 [= Urk. 2]).
2.
Gegen die Verfügung vom 9. Mai 2019 (Urk. 2) liess die Versicherte am 11. Juni 2019 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Verfügung vom 9. Mai 2019 aufzuheben und es seien ihr ab dem 1. Dezember 2018 die ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese weitergehende medizinische Abklärun
gen tätige (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. August 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass die Suva ihre Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen mit Verfügung vom 10. April 2018 per 26. Oktober 2017 eingestellt hat. Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 4. Januar 2019 fest. Die von der Beschwerde
führerin dagegen beim Sozialversicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegenstand des Verfahrens Nr. UV.2019.00039 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf
die medizinische Aktenlage
davon aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund eines Unfalls vom 19. Januar 2016 bis 2
5.
Oktober 2017 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt war. Seit dem 2
6.
Oktober 2017 sei die Beschwerdefüh
rerin jedoch wieder für leichte bis zeitweise mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, einschliesslich in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Rein
igungs
dienst, voll
ständig
arbeitsfähig. Es bestehe daher
kein Anspruch auf
eine
Invalidenrente.
Des Weiteren
seien berufliche Massnahmen nicht angezeigt.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
die Stellungnahme des
Regionalen ärztlichen Dienstes (
RAD
) basiere einzig auf den Akten der Suva, der Krankentaggeldversicherung sowie einem Bericht von Dr.
B._
. Eine Untersuchung durch den RAD habe jedoch n
ie stattgefunden. Dr.
C._
habe festgehalten, dass Körperschädig
ung
en vorliegen würden, diese hätten jedoch keinen Einfluss auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund der Unfallfolgen
.
Es sei daher
angezeigt, dass die Beschwerdegegnerin weitere medizinische Abklärungen
tätige.
Dr.
B._
habe
seit dem 19. Januar 2016
eine 100%ig
e Arbeitsunfähigkeit attestiert und die
Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit
für weiter abklärungsbedürftig gehalten
. Die Beschwerdeführerin leide nach wie vor an e
normen Schmerzen im linken Fuss,
im Unterschenkel
bereich sowie im linken Kniegelenk. Aufgrund der Fehlhaltung würden zudem starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auftreten. Nach längerem Stehen oder Gehen würden der linke Fuss, der Unterschenkel und das Knie anschwellen und sich ein Bluterguss bilden. Die genannten Beschwerden
verun
möglichten
der Beschwerdeführerin zumindest in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin eine Arbeitstätigkeit vollständig.
Die Beschwerdegeg
nerin habe es sodann unterlassen, t
rotz der Überweisung
der Beschwerdeführerin
von Dr.
B._
an Dr. med.
D._
einen Bericht bei
letzterer
einzuho
len.
Die Beschwerdegegnerin habe
daher
den Untersuchungsgrundsatz verletzt, da der rechtserhebliche Sachverhalt nicht genügend abgeklärt worden sei
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Der
Kreisarzt
der Suva, Dr. med.
C._
, Facharzt
für
orthopädische Chirurgie,
hielt mit ärztlicher Beurteilung
vom 6. April 2018
(Urk. 7/9/244-247)
fest, die
am 16. Januar 2016 erlittene
Unterschenkelschaftfraktur
sei am 22. Januar 2016 operativ stabilisiert worden. Der postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Am 26. Oktober 2017, 18 Monate nach dem Unfaller
eignis, sei die Abschlusskontrolle im Stadtspital
A._
erfolgt. Die Fraktur sei klinisch und radiologisch vollständig konsolidiert; die
Osteosynthesematerial
entfernung
sei durch die behandelnden Ärzte mit der Beschwerdeführerin disku
tiert worden, eine Entfernung sei jedoch von der Beschwerdeführerin nicht gewünscht. Zwischenzeitlich habe sich die Beschwerdeführerin wegen Schmerzen im linken Knie in der
Klinik
E._
vorgestellt. Der Befund sei unauffällig gewesen, die MRI-Untersuchung des Kniegelenks habe ei
ne Knorpelveränderung
retropatellär
medial und über dem medialen
Femurkondylus
bei reizlosem Knie
gelenk gezeigt. Bei einer erneuten Vorstellung in der
Klinik
E._
im August 2017
habe die Beschwerdeführerin über seit dem Unfall bestehende belastungs
abhängige Schmerzen im linken Fuss geklagt. Bei dieser Untersuchung
sei
en
die Verdachtsdiagnose einer
Tibialis
posterior
Sehne
Insertionstendinopathie
geäussert sowie ein ausgeprägter Knicksenkfuss beidseits festgestellt
worden
. Die Ärzte
hätten sodann
das konsequente Tragen der bereits verordneten Einlage
n empfohlen
.
Nach seiner Beurteilung sei der Beschwerdeführerin
der
angestammte Beruf vollumfänglich zumutbar (Urk. 7/9/246-247).
3.2
Dr. med.
F._
, Facharzt
für
Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, berichtete am 18. Juni 2018
zu Händen des Taggeldversicherers
(Urk. 7/13/5-10)
, die Beschwerdeführerin habe Beschwerden in der Lenden
wirbelsäule ohne
radikuläre
Ausstrahlungen
beklagt
sowie Schmerzen am distalen Unterschenkel links. Die reproduzierbaren klinischen Befunde seien
jedoch
gering
. Beschwerden beim Gehen oder Stehen habe die Beschwerdeführe
rin verneint
(Urk. 7/13/7)
.
Die durch die Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden und Einschränkungen seien zudem diskrepant verglichen zu den reproduzierbaren Befunden. Die in der
Klinik
E._
noch erfassten
D
ru
ck
dolenzen
am Ansatz der
Tibialissehne
hätten nicht mehr
reproduziert
werden können, weshalb er von einer Verbesserung der Situation am Mittelfuss links ausgehe. Nach seiner Einschätzung sei es möglich, dass unter fortgesetzt rücken
belastenden Tätigkeiten die beginnenden degenerativen Veränderungen Beschwerden hervorrufen
könnten
.
Er erachtet
e
die Veränderungen in der Lendenwirbelsäule jedoch als moderat.
Aufgrund der erhobenen und reproduzier
baren Befunde könne eine voll
ständige
Arbeitsunfähigkeit weder nachvollzogen noch begründet werden (Urk. 7/13/8). Für jede leichte bis zeitweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/13/9).
3.3
Der Hausarzt
der Beschwerdeführerin
,
Dr.
med.
B._
, Facharzt
für
Allge
meine Medizin, erklärte mit Bericht vom 23. Februar 2019,
die Beschwerdeführe
rin beklage Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, im linken Knie, Unterschenkel und Fuss beim Gehen, weshalb sie nicht arbeitsfähig sei. Die Funktionseinschrän
k
ung
zeige sich in einer verminderten Belastbarkeit des linken Fusses und Unterschenkel
s
. Zudem sei die Beweglichkeit und Belastbarkeit der Lendenwir
belsäule der Beschwerdeführerin vermind
ert.
Seiner
Einschätzung
nach
müsse abgeklärt werden, welche dem Leiden angepasste Tätigkeiten der Beschwerdefüh
rerin noch zumutbar seien. Er vermute, dass eine sitzende Tätigkeit mit allenfalls abweichend
kurzen Gehdistanzen möglich sei
(Urk. 7/27
/1-6
).
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt
für
o
rthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 11. März 2019 (Urk. 7/28/5-6) aus, der ausgewiesene unfallbedingte Gesundheitsschaden mit Einschränkung der
funktionellen Leistungsfähigkeit sei inzwischen stabil.
Aufgrund der Aktenlage sei die Beschwerdeführerin gemäss Kreisarzt der Suva ab dem 26. Oktober 2017 wieder 100 % arbeitsfähig, dies sei auch durch
den vertrauensärztlichen Gutach
ter der Krankentaggeldversicherung
, Dr.
F._
,
bestätigt worden. Aus versiche
rungsmedizinischer Sicht sei
en
dies
e
Einschätzungen
nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin sei daher auch für jede adaptierte Tätigkeit 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/28/6).
4.
4.1
Gestützt auf die Einschätzung ihres RAD,
Dr.
G._
(E. 3.4), hielt die Beschwerdegegnerin dafür, ab Oktober 2017 sei die Beschwerdeführerin wieder in der Lage gewesen, ihrer bisherigen Tätigkeit vollumfänglich nachzukommen. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin bietet diese Einschätzung keinen Anlass zu Beanstandungen. So ist vorab darauf hinzuweisen, dass auch einem Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.
2.
mit Hinweisen), was vorliegend für die unfallkausalen Beschwerden zutrifft. Nachvollziehbar legte der Kreisarzt in Auseinandersetzung mit den medizinischen Unterlagen dar, dass die
Unter
schenkelschaftfraktur
klinisch und radiologisch vollständig konsolidiert sei, was die bisherige Tätigkeit wieder uneingeschränkt erlaube (E. 3.1). Hinweise dafür, dass nicht auf diese Einschätzung abzustellen wäre, sind nicht aktenkundig. Gegenteils berichteten die behandelnden Ärzte der
Klinik
E._
, Fusschirur
gie, im August 2017, im oberen und unteren Sprunggelenk bestehe eine freie Beweglichkeit und die Gelenke seien indolent (
Urk.
7/9/140). Ferner hatte die Beschwerdeführerin gegenüber dem Operateur im Oktober 2017 ausgeführt, im Bereich des oberen Sprunggelenks und der distalen Tibia bis auf wenig Schmer
zen praktisch beschwerdefrei zu sein (
Urk.
7/9/224). Es kommt hinzu, dass sich der bildgebende Befund am linken Kniegelenk weitgehend unauffällig zeigte
(E. 3.1). Inwiefern aus zeitlichem Aspekt im vorliegenden Verfahren nicht auf die Akten des Unfallversicherers abgestellt werden könnte (
Urk.
1 S. 5), erschliesst sich nicht aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin, ist doch unter anderem strittig, ob die Beschwerdeführerin aus unfallkausalen Gründen noch in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. So meldete sie sich unter Hinweis auf
das Unfallereignis vom 1
9.
Januar 2016 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungs
bezug an und machte ihr Hausarzt das Unfallereignis und dessen Folgen - zumindest teilweise - noch immer für die Einschränkung der Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin verantwortlich (
Urk.
7/27/3). Die Beschwerdegegnerin hat denn auch eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von Januar bis Oktober 2017 anerkannt und das Wartejahr als erfüllt betrachtet, gestützt auf die Akten des Unfallversicherers jedoch eine über den Oktober 2017 hinausgehende unfall
kausale Leistungseinschränkung verneint. Dieses Vorgehen bietet entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keinerlei Anlass zu Beanstandungen.
Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus unfallfremde Beschwerden beklagte, welche - da nur unfallbedingte Beschwerden Eingang gefunden
hätten - zu Unrecht nicht berücksichtigt worden seien und damit eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend machte (
Urk.
1 S. 5), vermag sie ebenso wenig durchzudringen. Aus der Beurteilung von
Dr.
F._
, welcher die Beschwerde
führerin am 1
8.
Juni 2018 untersuchte (E. 3.2), ergibt sich mit hin
reichender Klarheit, dass - auch unter Einbezug unfallfremder Beschwerden - eine Arbeits
unfähigkeit in bisheriger Tätigkeit nicht zu begründen ist. So fällt zum einen ins Gewicht, dass sich die reproduzierbaren klinischen Befunde - diskrepant zu den von der Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden und Einschränkungen - als gering erwiesen. Sodann verneinte die Beschwerdeführerin auf ausdrückliche Nachfrage, beim Gehen und Stehen Beschwerden im Unterschenkel oder Fuss
bereich zu verspüren. Die Beschwerdeführerin zeigte anlässlich der rheumatolo
gischen Untersuchung einen
hinkfreien
Gang. Das Sitzen war ohne wahrnehm
bare Schmerzperzeption und die Bewegungsabläufe waren beim Aus- und Ankleiden sowie bei Positionswechsel spontan. Die segmentale Untersuchung der Brust- und Wirbelsäule zeigte sich unauffällig und schmerzfrei, Hinweise auf eine
radikuläre
Symptomatik liessen sich nicht erheben. Sodann war die Tiefenpalpa
tion am Unterschenkel links sowie am Rücken- und Mittelfuss links schmerzfrei, strukturelle Veränderungen oder Schwellungen fehlten (
Urk.
7/13/7-8). Schliess
lich liess sich auch eine
Druckdolenz
am Ansatz der
Tibialissehne
nicht mehr reproduzieren, weshalb Dr.
F._
von einer deutlichen Verbesserung der Situation am Mittelfuss ausging. Dass
Dr.
F._
angesichts dieser Gegebenheiten eine leichte bis zeitweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit für zumutbar erachtete - für eine Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit bestehe keine Erklärung - ist mithin folgerichtig und nicht zu beanstanden. Hieran vermag auch der Bericht des Hausarztes der Beschwerdeführerin,
Dr.
B._
, nichts zu ändern.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therap
euten
ist auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die
einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es
die unterschiedliche Natur von Behandlungs
auftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauf
trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln
den Arztpersonen bzw. Therapeuten zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06])
.
Solche Aspekte sind vorliegend nicht aktenkun
dig, weshalb der
Bericht von
Dr.
B._
die Einschätzung von
Dr.
F._
weder in Frage zu stellen vermag, noch Anlass für die Beschwerdegegnerin bestand, weitere Abklärungen an die Hand zu nehmen. Auf die
Einschätzung von Dr.
G._
abstellend
ist
die Beschwerdegegnerin zu Recht
von einer vollständigen Arbeits
fähigkeit
der Beschwerdeführerin ausgegangen
.
4.
2
D
ie Beschwerdeführerin
brachte
des Weiteren vor
, es sei kein Arztbericht von Dr. med.
D._
eingeholt worden, weshalb der Untersuchung
sgrund
satz verletzt worden sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden
. Aus dem Bericht von Dr.
B._
geht einzig hervor, dass die Beschwerdeführerin überwie
sen werden sollte.
Dass dieses
unter «Ihr
weitere
s
Vorgehen
/Ihr Behandlungsplan» notierte Vorhaben auch
tatsächlich umgesetzt
worden wäre
, geht aus dem Arzt
bericht
nicht
hervor
. Die
Beschwerdeführerin
hat auch nicht
substantiiert darge
legt
, dass sie
eine solche Untersuchung
oder weitere Behandlungen in Anspruch genommen hätte
.
So begnügte sie sich insbesondere im
Vorbescheidverfahren
damit, «vorsorglich» Einwand zu erheben, ohne auf eine weitere Behandlung und Untersuchungsergebnisse hinzuweisen oder entsprechende Unterlagen aufzule
gen (
Urk.
7/30). Nachdem sie auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren ihren pauschalen Vorwurf nicht substantiiert hat, ist davon auszugehen, dass - sollte eine Überweisung denn stattgefunden haben - keine neuen, invalidenversiche
rungsrelevanten Tatsachen zu Tage getreten sind, was im Einklang mit der Aktenlage, wonach keine Hinweise für weitere
abklärungsbedüftige
Pathologien aktenkundig sind, stünde. Mithin liegt weder eine Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes vor, noch waren von weiteren Abklärungen
entscheiderhebliche
Tatsachen zu erwarten, weshalb die Beschwerdegegnerin darauf zu Recht
in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet
hat
(BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinwei
sen).
4.3
Ferner beantragte
die Beschwerdeführerin
die Gewährung
berufliche
r
Mass
nahmen
. D
iesbezüglich
ist
festzuhalten,
dass
gemäss Art. 8 IVG Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen haben. Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist nicht von einem invalidenver
sicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden auszugehen, weshalb
kein
Anspruch auf berufliche Massnahmen
besteht
.
5
.
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass
kein invalidisierender Gesundheits
schaden vorliegt
. Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Ein Anspruch auf Leistungen der Invali
denversicherung ist damit zu verneinen und die Beschwerde ist abzuweisen.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.