# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 27d7aaa6-4d96-4d75-9191-31c048d92e97
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. mit Schreiben vom 16. April 2018 das Bundesamt für Justiz, Direktions-
bereich internationale Rechtshilfe (nachfolgend "Bundesamt"), darum er-
suchte, ihm im Rechtshilfeverfahren B-17-3259-t Parteistellung einzuräumen
und ihm die gesamten Verfahrensakten zur Einsichtnahme zuzustellen; er
für den Fall, dass ihm keine Parteistellung und Akteneinsicht eingeräumt
werde, darum bat, ihm eine beschwerdefähige Verfügung zuzustellen
(act. 1.2);
- das Bundesamt mit E-Mail vom 5. Juni 2018 A. mitteilte, dass es ihm keine
Informationen zukommen lassen könne und es eine Verfügung in solchen
Fällen nicht erstelle (act. 1.3);
- A., vertreten durch Rechtsanwalt Flavio Romerio, mit Eingabe vom 15. Juni
2018 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte mit den
Rechtsbegehren, es sei der Beschwerdegegner anzuweisen, dem Be-
schwerdeführer im Rechtshilfeverfahren B-17-3259-t Parteistellung und Ak-
teneinsicht zu gewähren, eventualiter sei der Beschwerdegegner anzuwei-
sen, eine beschwerdefähige Verfügung zu erlassen, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer) zulasten der Staatskasse
(act. 1).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die
Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37
Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12
Abs. 1 IRSG);
- die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführenden
Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird, zu-
sammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Beschwerde an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts unterliegt (Art. 80e Abs. 1
IRSG); die der Schlussverfügung vorangehenden Zwischenverfügungen
selbständig nur angefochten werden können, sofern sie durch die Beschlag-
nahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen (Art. 80e Abs. 2 lit. a
IRSG) oder durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen
Prozess beteiligt sind (Art. 80e Abs. 2 lit. b IRSG), einen unmittelbaren und
nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken; die Beschwerdefrist gegen
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Schlussverfügungen 30 Tage beträgt, gegen eine Zwischenverfügung zehn
Tage ab der schriftlichen Mitteilung der Verfügung (Art. 80k IRSG);
- taugliches Anfechtungsobjekt der Beschwerde nur eine Verfügung im Sinne
von Art. 5 VwVG sein kann (vgl. Art. 44 VwVG; Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RR.2015.248 vom 31. August 2015);
- vorliegend der Beschwerdegegner mit seiner E-Mail vom 5. Juni 2018 keine
formelle Verfügung über das Gesuch des Beschwerdeführers um Teilnahme
am Verfahren und Akteneinsicht vom 16. April 2018 erlassen hat;
- wenn eine Behörde einen Anspruch nicht explizit in Form einer Verfügung
negiert, das Vorliegen einer materiellen Verfügung zu prüfen ist (UHLMANN,
in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfah-
rensgesetz [VwVG], 2. Aufl. 2016, Art. 5 VwVG N. 96);
- als Verfügung zu qualifizieren ist eine hoheitliche, individuell-konkrete, auf
Rechtswirkungen ausgerichtete und verbindliche Anordnung einer Behörde,
die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützt, oder eine autoritative und
individuell-konkrete Feststellung bestehender Rechte oder Pflichten; nicht
massgebend ist, ob die Verwaltungshandlung als Verfügung gekennzeichnet
ist oder den gesetzlichen Formvorschriften für eine Verfügung entspricht,
sondern ob sie die vom Verfügungsbegriff geforderten Strukturmerkmale
aufweist; entscheidend ist, damit eine Verfügung vorliegt, dass das Hand-
lungsziel der Behörden die Regelung, d.h. die bewusste, ausdrückliche und
verbindliche Gestaltung der Rechtsstellung des Betroffenen sein muss (vgl.
statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3636/2017 vom 1. Feb-
ruar 2018 E. 1.2; UHLMANN, a.a.O., Art. 5 VwVG N. 20, 94, 132; je m.w.H.);
- vorliegend die E-Mail vom 5. Juni 2018 des Beschwerdegegners nur so aus-
gelegt werden kann, dass sie zum Ziel hat, die Rechtsstellung des Be-
schwerdeführers zu regeln, mithin eine materielle Verfügung vorliegt;
- vorliegend die Form- und Eröffnungsmängel nicht derart schwer wiegen,
dass sie die Nichtigkeit der Verfügung nach sich zögen, zumal dem Be-
schwerdeführer aus den Form- und Eröffnungsmängeln vorliegend keine
Nachteile erwachsen sind (vgl. Art. 38 VwVG);
- die angefochtene Verfügung keine Schlussverfügung darstellt; die angefoch-
tene Verfügung weder die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wert-
gegenständen noch die Gestattung der Anwesenheit von Personen, die am
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ausländischen Prozess beteiligt sind, zum Gegenstand hat; mithin die Be-
schwerde grundsätzlich unzulässig ist;
- indes nach der Rechtsprechung der Entscheid, mit welchem die ausführende
Behörde die Stellung einer Person als Partei im Rechtshilfeverfahren ver-
neint, mit Bezug auf diese Person prozessual als Schlussverfügung zu be-
handeln ist (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2014.95 vom 23. Okto-
ber 2014 E. 2.2.3 m.w.H., nicht publiziert in TPF 2014 113);
- mithin ein zulässiges Anfechtungsobjekt vorliegt;
- zur Beschwerde grundsätzlich berechtigt ist, wer der Vorinstanz vorwirft, sie
habe die Legitimation zu Unrecht verneint (Entscheid des Bundesstrafge-
richts RR.2014.95 vom 23. Oktober 2014 E. 2.3.2 m.w.H., nicht publiziert in
TPF 2014 113);
- vorliegend der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer – als Vorausset-
zung, am Verfahren teilnehmen und Einsicht in die Akten nehmen zu kön-
nen – die Beschwerdelegitimation jedenfalls zurzeit abspricht; mithin der Be-
schwerdeführer zur Beschwerde berechtigt ist;
- mithin auf die im Übrigen form- und fristgerechte Beschwerde einzutreten ist;
- die Berechtigten am Verfahren teilnehmen können, soweit dies für die Wah-
rung ihrer Interessen notwendig ist (Art. 80b Abs. 1 IRSG); in diesem Sinne
berechtigt ist, wer Parteistellung hat, mithin, wer im Sinne von Art. 80h lit. b
IRSG beschwerdeberechtigt ist (BGE 127 II 104 E. 4 m.w.H.; Urteile des
Bundesgerichts 1A.186/2006 vom 5. September 2007 E. 2.2 m.w.H.;
1A.24/2004 vom 11. August 2004 E. 1.5; TPF 2014 113 E. 3.1);
- zur Beschwerdeführung berechtigt ist, wer persönlich und direkt von einer
Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG); Personen, gegen
die sich das ausländische Strafverfahren richtet, unter denselben Bedingun-
gen beschwerdelegitimiert sind (Art. 21 Abs. 3 IRSG);
- der Beschwerdeführer seine persönliche und direkte Betroffenheit damit be-
gründet, dass sich das ausländische Strafverfahren gegen ihn richte (act. 1
S. 4);
- die Person, gegen die sich das ausländische Strafverfahren richtet, indes nur
dann persönlich und direkt betroffen ist, wenn sie sich in der Schweiz selber
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einer konkreten Massnahme – wie etwa einer Hausdurchsuchung oder einer
Beschlagnahme – zu unterwerfen hat; der Umstand allein, dass eine Rechts-
hilfemassnahme ein im Ausland hängiges Verfahren fördert, nicht genügt
(BGE 116 Ib 106 E. 2a m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 1A.39/2007 vom
30. August 2007 E. 3.2);
- weder geltend gemacht wird noch ersichtlich ist, dass sich der Beschwerde-
führer in der Schweiz selber einer konkreten Massnahme zu unterwerfen
hätte; ihm damit schon deshalb im geltend gemachten Rechtshilfeverfahren
keine Parteistellung einzuräumen und er am Verfahren nicht teilnahmebe-
rechtigt ist, weshalb die Beschwerde – ohne Durchführung eines Schriften-
wechsels (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario) – abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG); die Gerichtsgebühr auf
Fr. 500.– festzusetzen ist (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG
sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in
Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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