# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1341af5d-7eff-4c8f-9282-64160a5b508d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1953 in O.1_ geboren und wuchs in L.1_ auf. Seit über 20 Jahren ist er in der Schweiz wohnhaft und Doppelbürger der Schweiz und von L.1_. Er ist diplomierter Chemiker und arbeitet in O.2_ bei der Firma A._. Gemäss definitiver Veranlagung für die Steuerperiode 2013 weist er ein jährliches Reineinkommen von Fr. 196'487.-- auf. In den Kantonen Zug und Graubünden versteuerte er ein Vermögen von insgesamt Fr. 317'000.--. Seine finanziellen Verhältnisse bewegen sich eigener Aussage zufolge nach wie vor in derselben Grössenordnung. X._ ist in zweiter Ehe mit B._ verheiratet. Er hat zwei Kinder aus erster und zwei aus zweiter Ehe, welche er alle finanziell unterstützt.
B. X._ ist bis anhin weder im Schweizerischen Strafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.
C. Mit Verfügung vom 12. Juni 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln und schloss diese mit Parteimitteilung vom 21. Oktober 2014. Mit Schreiben vom 20. November 2014 stellte der Verteidiger von X._ drei Beweisergänzungsanträge (Auswertung Mobiltelefon-Aktivität des Polizeibeamten C._ vom 18. April 2014, Auswertung Fotokamera des Polizeibeamten D._, Einvernahme des Polizeibeamten E._), wovon die Staatsanwaltschaft Graubünden die ersten beiden Anträge mit Verfügung vom 26. November 2014 abwies. Die Einvernahme von E._ erfolgte am 6. Januar 2015.
D. Am 17. Februar 2015, mitgeteilt am 24. Februar 2015, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden dem Bezirksgericht O.6_ die Anklageschrift zu, welcher der folgende Sachverhalt zugrunde liegt:
"Grobe Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG sowie Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG
Am 18. April 2014 lenkte der Beschuldigte seinen Personenwagen LAND ROVER GB Discovery 4.0i, Kontrollschild _, von O.3_ herkommend auf der _strasse in Richtung O.4_. Bei der Örtlichkeit O.5_, Gemeindegebiet O.6_, setzte er auf der dortigen ansteigenden Geraden, die in eine unübersichtliche Linkskurve verläuft, zum Überholen eines mit 70-80 km/h fahrenden Personenwagens an. Während des Überholens beschleunigte der Beschuldigte sein Fahrzeug auf etwa 90 km/h. Um dieses Fahrzeug korrekt überholen zu können, reichte die Sichtdistanz von 254.20 Meter, die dem Beschuldigten bei
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Überholbeginn zur Verfügung stand, nicht aus. Damit der Beschuldigte sein Überholmanöver abschliessen konnte, wurde der Lenker des überholten Fahrzeuges gezwungen, sein Fahrzeug abzubremsen, wobei er es gleichzeitig an den rechten Fahrbahnrand lenkte. Dabei hielt der Beschuldigte beim Wiedereinbiegen auf die rechte Fahrspur keinen genügenden Abstand gegenüber dem überholten Fahrzeuglenker ein, indem er zu diesem mit einem Abstand von nur gerade einer halben Fahrzeuglänge wieder auf die Normalspur einbog. In der Folge beendete er den Überholvorgang nach 144.40 Meter bzw. 109.80 Meter vor Ende des einsehbaren Bereichs. Der Beschuldigte handelte damit rücksichtslos und brachte sich selber und andere Strassenbenützer in Gefahr."
E. Mit prozessleitender Verfügung vom 19. November 2015 wurde zur Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula vorgeladen. Mit Schreiben vom 30. November 2015 stellte und begründete der Verteidiger von X._ erneut die im Untersuchungsverfahren gestellten und abgewiesenen Beweisanträge, wohingegen die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 deren Ablehnung beantragte. Der Bezirksgerichtspräsident als verfahrensleitender Richter wies diese mit kurz begründeter Verfügung vom 16. Dezember 2015 ab.
F. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Albula, welche am 27. Januar 2016 stattfand, stellten die Parteien folgende Schlussanträge:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. Der Beschuldigte sei der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 190.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 1'500.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 7 Tagen, zu bestrafen.
3. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden."
Anträge beschuldigte Person:
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG freizusprechen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8 % MWST) zu Lasten des Staates."
G. Gegen das am 27. Januar 2016 gefällte, dem Beschuldigten gleichentags mündlich eröffnete und den Parteien am 29. Januar 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Albula meldete X._ am 3.
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Februar 2016 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Albula den Parteien das begründete Urteil am 20. April 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 35 Abs. 2, 3 und 4 SVG und Art. 10 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2. a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 190.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
3. a) Dafür wird X._ zudem mit einer Busse von CHF 1'500.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 7 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
4. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 9'656.00 (Untersuchungskosten Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'656.00, Gerichtskosten CHF 7'000.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht O.6_ folglich:
Busse CHF 1'500.00
Verfahrenskosten CHF 9'656.00
Total CHF 11'156.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations