# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e43bbd4b-6afa-460b-8a26-a75875af22de
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die
19
66
geborene
X._
war
seit
1. Januar 2013
als
Head Formality Manage
rin
bei der
Bank
Y._
angestellt, als
sie
das Arbeits
ver
hältnis am
23
.
Mai
per
31. August
201
3
kündigte (Urk. 7/
24
).
Am
2.
September 2013
(Urk. 7/
21
)
mel
d
ete
sie
sich
zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 2
0. September
für die noch laufende
(Urk. 7/19) respektive
am 29.
Oktober 2013
für die nächste Rahmenfrist
(Urk. 7/20) Antrag auf Arbeits
losenentschädigung ab 1. September 2013 respektive 1. November 2013
.
Auf
Grund einer Meldung des Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrums (RAV) vom
19
.
September
2013
(
vgl. dazu
Urk. 2)
stellte
das Amt für Wirt
schaft und Arbeit (AWA) d
ie Versicherte
mit Verfügung vom
24. September 2013 (Urk
. 7/7)
wegen ungenü
gender persönlicher
Arbeits
be
mühungen vor Eintritt der kontrollierten Arbeits
losigkeit
für die
Dauer von
fünf
zehn
Tagen ab dem 2.
September 2013
in der
Anspruchsberechtigung ein
. Daran hielt es auf Einsprache
hin (Urk. 7/
10
) mit
Entscheid vom
14
.
November 2013
fest (Urk. 2).
2.
Hie
gegen erhob d
ie
Versicherte am 13.
Dezember
201
3
(Urk. 1)
Beschwerde
und
be
an
tragte
die
nochmalige Prüfung des Entscheides.
Das AWA schloss in der Be
schwerde
antwort
vom
28
.
Januar
201
4
(Urk. 6)
auf Abweisung
der
Be
schwerde
,
was de
r
Versicherten mit Mitteilung vom
29
.
Januar
201
4
(Urk. 8)
zur Kennt
nis ge
bracht wurde
.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beur
teilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1
Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversiche
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Ins
besonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigen
falls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können.
Gemäss
Art.
30
Abs.
1 lit.
c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe
rechtigung ein
zustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumut
bare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist schon dann gegeben, wenn die versicherte Person vor Eintritt der Arbeits
losig
keit ihren Obliegenheiten nicht nachgekommen ist. Sie hat sich daher bereits während der Kündigungsfrist um einen neuen Arbeits
platz zu bewerben (ARV 2003 Nr. 10 S. 119 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Die versicherte Person muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kon
trollperiode – als solche gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi
gung [AVIV]) – spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist verstreichen lässt und keinen ent
schuldbaren Grund geltend macht (Art. 26 Abs. 2 AVIV).
Gemäss
Art.
29
Abs.
1
lit.
e AVIV muss die versicherte Person bei der Geltendma
chung ihres Anspruchs sämtliche Unterlagen einreichen, welche die Arbeitslosenkasse zur Beurteilung des Anspruchs verlangt
, worunter unter an
derem der Nachweis der Bemühungen um Arbeit fällt (
Art.
20
Abs.
1 lit. d AVIV)
. Nötigenfalls setzt die Kasse de
r
Versicherten eine angemessene Frist für die Vervollständigung der Unterlagen und macht
sie
auf die Folgen der Unter
lassung aufmerksam (
Art.
29
Abs.
3 AVIV
; vgl. auch BGE 139 V 534 E. 2.2
).
1.4
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a mit Hinweis).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität der
selben (ARV 1980 Nr. 45 S. 112 E. 2). Die Ar
beitsbemühungen müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aus
sicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (Gerhards, Kom
mentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern/Stuttgart 1987, N 13 ff. zu Art. 17 AVIG). Betreffend Quantität der persönlichen Arbeits
be
mühungen kön
nen zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müs
sen aber mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontroll
periode nachgewiesen wer
den (vgl. Gerhards, a.a.O., N 15 zu Art. 17 AVIG).
1.5
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
2.
2.
1
Der Beschwerdegegner begründete die verfügte Einstellung im angefochtenen Ent
scheid (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsbemühungen
vor dem
Eintritt der kontrollierten Arbeitslosigkeit
ohne entschuldbaren Grund nicht
frist
gerecht bis spätestens am
1
6.
September 2013
eingereicht habe.
In der Vernehmlassung vom 2
8.
Januar 2014 (Urk. 6)
hielt
der Be
schwerde
geg
ner
ergänzend fest
,
es sei
angesichts des Umstandes
, dass
die Beschwerdeführe
rin
am 2
0.
September 2013 ihren Antrag auf Arbeits
losen
ent
schädigung
habe ausfüllen können,
nicht davon auszugehen, dass die geltend ge
machte Erkran
kung
es
ihr
ver
un
möglicht habe, die
r
elevanten Arbeitsbemühungen
-
wie mit dem RAV vereinbart
-
bis zum 1
6.
September 2013 einzureichen.
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt
demgegenüber fest
(Urk. 1
), sie
denke, dass sie
ihren Verpflichtungen gegenüber der Arbeitslosenkasse
mit 34
Stellen
b
e
wer
bungen
, welche sie
vor Eintritt der neuerlichen Arbeits
losig
keit
ver
fasst habe, mehr als
nur
nac
h
gekommen sei.
Ferner verwies sie unter Auflage ver
schiede
ner Unter
lage
n
auf psychische Probleme.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht
ab dem 2. September 2013
für fünfzehn Tage in der Anspruchsberechtigung auf Arbeits
losene
ntschädigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Aus den vorliegenden Unterlagen ist ersichtlich, dass
die
Beschwerdeführerin
das bestehende Arbeitsverhältnis am 2
3.
Mai auf den 3
1.
August 2013
(Urk. 7/24)
aufgel
öst
und
sie sich
der Arbeitsvermittlung per
2.
September 2013
(Urk. 7/21)
wieder
(vgl. dazu auch
Urk.
7/13)
zur Ver
fügung
gestellt hat
.
3.2
3.2.1
Ausweislich der Akten reichte die Beschwerdeführerin
die für die Zeit vor der An
meldung zur Arbeitsvermittlung
ge
tätig
ten Arbeitsbemühungen
erst
am 7.
Oktober
201
3
(
Urk.
7/8)
elektronisch bei der z
uständigen RAV-Mitarbeiterin
ein
.
Für
die Monate Mai bis August 2013 wies sie insgesamt
34 Arbeits
be
mü
hungen
nach
(Urk. 7
/6)
. Mit Blick
auf die
von
der zu
ständigen RAV-Mitarbeite
rin anlässlich des Beratungsgesprächs vom 1
2.
September 2013 (Urk. 7/15)
ge
währte Nachfrist
,
wonach
die Beschwerde
führerin ihre
während der Kündi
gungsfrist getätigten
persönlichen Arbeits
be
mühungen
bis zum 1
6.
September
2013
elektronisch ein
zu
reichen
habe
, steht fest, dass der Nachweis der persönli
chen Arbeitsbemühungen am 7.
Oktober
2013
(Urk. 7/8)
verspätet erfolgte und sie ihre Suchbemühungen nicht rechtzeitig belegte.
Nachdem die Versicherte sowohl auf der Anmeldebestätigung vom 2. September 2013
(Urk. 7/21
; vgl. auch
Urk.
7/22 S. 2)
auf Sanktionen zufolge verspäteten Nachweises der per
sön
lichen Arbeitsbemühungen beim RAV
als auch auf den Formularen „Nachweis der persönli
chen Arbeits
bemühungen“
für die Monate während der Kün
digungs
frist über die Folgen bei verspätetem Nachweis infor
miert worden war
(
Urk.
7/6)
,
können d
ie verspätet nachgewiesenen Arbeitsbe
mühungen während
der Zeit vor der kontrollierten Arbeitslosigkeit
nicht mehr berücksichtigt
werden (vgl. dazu auch E. 1.3 hievor)
.
Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin in der Einspr
a
che selbst bestätigt, den rechtzeitigen Nachweis der Arbeitsbemühungen für die Monate Mai bis August versäumt zu haben (Urk. 7/8).
3.2.2
Die Beschwerdeführerin brachte zur Rechtfertigung einsprache- und be
schwer
de
weise vor
(Urk. 1, Urk. 7/8, Urk. 7/10)
, dass sie aus gesundheitlichen Gründen (schlechte psy
chische Ver
fas
sung mit Nervenzusammenbruch nach dem Bera
tungs
ge
spräch vom 1
2.
September 2013; Erkältung) und durch familiäre
Prob
leme (kranke Mutter) be
lastet gewesen sei und ihr Kraft und Energie gefehlt hätten, ihren Ver
pflichtungen gegenüber dem RAV nachzukommen.
Zur Unter
mauerung ihrer Darstellung legte sie beschwerdeweise
verschiedene Unterlagen ins Recht (Urk. 3/1-3), darunter ein Bericht der
Klinik Z._
vom
6.
November 2013 (Urk. 3/3). Im besagten Bericht wurde
n
eine rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ohne somatisches Syn
drom (ICD-10 F33.10), Probleme an der Arbeitsstelle (ICD-10 Z56) und Probleme in der Beziehung (ICD-10 Z63.0) diagnostiziert und unter anderem festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin Anfang September in die Klinik
A._
auf die Burnout
-Station
habe einweisen lassen wollen.
3.2.3
Wie auch der Beschwerdegegner im Einspracheentscheid vom 1
4.
November 2013 (Urk. 2 S. 3) erkannte, erweist es sich durchaus als nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitpunkt in einer schwierigen per
sön
lichen Situation befunden hat.
Aufgrund der aufgelegten Unterlagen ist aber nicht dargetan, dass es ihr objektiv nicht möglich gewesen wäre, die in Frage stehenden Arbeitsbemühungen rechtzeitig, namentlich bis zum 1
6.
September 2013, nachzuweisen.
Insbesondere liegt kein Attest vor, welches der Be
schwer
de
führerin für die fragliche Zeit
aus medizinischer Sicht
eine Arbeits
un
fähigkeit
attestierte.
Gegen eine objektiv entschuldbare Verhinderung
sprechen
auch
die
für den Monat September 2013 (Urk. 7/6) getätigten persönlichen Arbeits
be
mü
hungen sowie der
Umstand,
dass
es d
e
r
Beschwerdeführerin
am 2
0.
September 2013 (Urk. 7/19) möglich war, einen Antrag auf Arbeits
losen
ent
schädigung bei der zuständige
n Arbeitslosenkasse zu stellen.
Zudem
da
tieren die aufgelegten Nachweise vom 1
1.
September 2013 (
Urk.
7/6).
Nach dem Gesagten liegt a
us arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht kein
(objektiv)
ent
schuldbarer
(Verhinderungs-)
Grund
für
den verspäteten Nachweis
der relevanten Arbeits
bemühungen vor.
4
.
Der Beschwerde
gegner setzte die Einstellungsdauer innerhalb des für ein leich
tes Verschulden vorgeschriebenen Rahmens von 1 bis 15 Tagen (vgl. E. 1.
4
hier
vor) auf
fünfzehn Tage fest. Dies er
scheint
angesichts des Fehlverhaltens der Be
schwerdeführerin und
unter Berücksichtigung
, dass sie sich bereits in der vierten Rahmenfrist für den Leistungsbezug befindet
,
als angemessen und gibt zu keiner
Beanstandung
Anlass.
Daran vermögen die Vorbringen der Be
schwer
de
führerin, wonach sie bisher die Bezugstage zufolge Zwischen
verdienst
tätig
keiten nie voll ausgeschöpft und auch keine Ferienguthaben bezogen habe, nichts
zu
ändern (Urk. 1 S. 2)
, bleibt dies doch ohne Einfluss auf die Pflicht, getätigte Suchbemühungen rechtzeitig nachzuweisen.
5
.
Nach dem Ausgeführten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.