# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 33f71828-8c33-44f3-ad16-7e8c107ca26b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am _ 2019, um 13.32 Uhr, wurde das Fahrzeug mit der Kontrollschildnummer _ auf dem mit einem gerichtlichen Verbot belegten Grundstück (C._, Parzelle Nr. _) abgestellt.
B. In der Folge beantragte A._ mit Strafantrag vom 4. Januar 2020 beim Regionalgericht Prättigau/Davos die Bestrafung der lenkenden Person des Fahrzeugs mit dem Kontrollschild _ wegen Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot im Sinne von Art. 258 Abs. 1 ZPO.
C. Als Halterin konnte B._ ermittelt werden. Mit Schreiben vom 9. Januar 2020 wurde sie vom Regionalgericht zur Stellungnahme aufgefordert.
D. In ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 18. Januar 2020 führte B._ aus, sie und ihr Mann hätten am 30. Dezember 2019 die Familie ihres Bruders D._ und dessen Frau E._ besucht. Es seien zu diesem Zeitpunkt alle Parkplätze besetzt gewesen, weshalb E._ sie angewiesen habe, ihr Auto - wie auf dem vom Strafantragsteller eingereichten Foto - zu parkieren. E._ bestätigte in der Folge schriftlich, dass sie B._ die Erlaubnis erteilt habe, ihren Wagen auf dem besagten Grundstück in O.1_ (C._, Parzelle Nr. _) zu parkieren.
E. Die Stellungnahme wurde darauf dem Strafantragsteller zugestellt mit der Bitte um Mitteilung, ob er nach wie vor am Strafantrag festhalte, oder ob er diesen zurückziehe.
F. Mit Schreiben vom 26. Januar 2020 teilte A._ dem Regionalgericht Prättigau/Davos mit, er halte am Strafantrag fest. Das Fahrzeug sei widerrechtlich ausserhalb der markierten Parkfelder abgestellt gewesen. Er verweis in diesem Zusammenhang auf das ausgeschilderte Amtsverbot und die Verfügung der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 17 26 vom 28. Juli 2017 E. 5.1-5.5.
G. Mit Verfügung vom 20. Februar 2020 stellte die Einzelrichterin am Regionalgericht Prättigau/Davos das Strafverfahren gegen die Beschuldigte wegen Wiederhandlung gegen ein gerichtliches Verbot ein. Die Verfahrenskosten von CHF 200.00 wurden dem Kanton Graubünden auferlegt. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, das gerichtliche Verbot stehe unter einem Erlaubnisvorbehalt. Vorliegend sei der beschuldigten Person das Parkieren auf dem Grundstück erlaubt worden, weshalb es an einem tatbeständlichen Verhalten
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fehle. Zudem sei der subjektive Tatbestand nicht erfüllt, zumal die beschuldigte Person durch die befreundete Mieterin falsch informiert worden sei und B._ in guten Treuen habe annehmen dürfen, sie sei dazu berechtigt, das Fahrzeug am angewiesenen Platz zu parkieren.
H. Gegen diese Einstellungsverfügung vom 20. Februar 2020, mitgeteilt am 21. Februar 2020, erhob A._ am 1. März 2020 (Poststempel 2. März 2020) Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden Begehren:
1. Es sei die Einstellungsverfügung des Regionalgerichts Prättigau/Davos abzuweisen.
2. Weiter sei die beschuldigte Person zu verpflichten, die Busse von CHF 100.- und die Verfahrenskosten von CHF 50.- zu bezahlen.
3. Eine Umtriebsentschädigung gemäss Art. 95 Abs. 3 Bst. c StPO in der Höhe von CHF 700.- sei zu leisten.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Kantons Graubünden.
Mit Schreiben vom 5. März 2020 verzichtete die Vorinstanz auf die Einreichung einer Stellungnahme. B._ reichte innert Frist ebenfalls keine Vernehmlassung ein.
I. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, in der angefochtenen Einstellungsverfügung sowie auf die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit erforderlich und rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Welche Behörde für die Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen gemäss Art. 17 StPO zuständig sein soll, ist als Frage der Gerichtsorganisation von den Kantonen zu entscheiden. Sie können diese Aufgabe Verwaltungsbehörden oder anderen dazu berufenen Verwaltungsstellen übertragen oder aber der Staatsanwaltschaft und den ordentlichen Gerichten zuweisen (vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, S. 1136 f.). Art. 4 Abs. 1 lit. e des kantonalen Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) überträgt die Entscheidung über Widerhandlungen gegen gerichtliche Verbote im Sinne der Zivilprozessordnung dem Präsidenten oder einem anderen Mitglied der Regionalgerichte in einzelrichterlicher Kompetenz. Diesem stehen bei der
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Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen die gleichen Befugnisse wie der Staatsanwaltschaft zu und das Verfahren richtet sich sinngemäss nach den Vorschriften über das Strafbefehlsverfahren (Art. 357 Abs. 1 und 2 StPO). Gemäss Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen von Übertretungsstrafbehörden beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Beschwerde vom 1. März 2020 (Poststempel 2. März 2020) gegen die am 21. Februar 2020 mitgeteilte Einstellungsverfügung der Einzelrichterin am Regionalgericht Prättigau/Davos ist frist- und formgerecht eingereicht worden.
1.2. Gemäss Art. 22 EGzStPO amtet das Kantonsgericht als Berufungsgericht und als Beschwerdeinstanz in Straf- und Jungendstrafsachen. Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht - wie es vorliegend der Fall ist (vgl. Art. 18 Abs. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]) - so beurteilt deren Verfahrensleitung die Beschwerde allein, wenn diese ausschliesslich Übertretungen zum Gegenstand hat (Art. 395 lit. a StPO). Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die Frage, ob die Einzelrichterin am Regionalgericht Prättigau/Davos zu Recht das Verfahren betreffend Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot im Sinne von Art. 258 ZPO einstellte. Gegen diesen Übertretungstatbestand (vgl. dazu Art. 103 des Schweizerischen Strafgesetzbuch [StGB; SR 311.0]) erhob der Beschwerdeführer alsdann Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden. Die Zuständigkeit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde liegt folglich bei der Verfahrensleitung als Einzelrichter.
2.1. Gemäss Art. 382 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, legitimiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen. Partei ist u.a. die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als solche gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen. Der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO).
2.2. Beim gerichtlichen Verbot im Sinne von Art. 258 ff. ZPO ist nebst dem dinglich Berechtigten an einem Grundstück auch der obligatorische Nutzungsberechtigte wie der Mieter oder Pächter berechtigt, einen Strafantrag zu stellen. Vorliegend stellte A._ in Vertretung von F._ Strafantrag. Dabei brachte er vor, F._ sei Miteigentümerin der Parzelle Nr. _ in O.1_.
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Einen Nachweis für die Eigentümerstellung mittels Grundbuchauszug und eine schriftliche Vollmacht von F._ reichte A._ vor Regionalgericht allerdings nicht ein. Entgegen Erwägung 3.2. der Einstellungsverfügung hat A._ somit vor Vorinstanz die Berechtigung zur Strafantragstellung mitnichten rechtsgenüglich dargetan. Es handelte sich vorderhand um eine blosse Behauptung. Immerhin wurde zumindest im Beschwerdeverfahren eine Vollmacht nachgereicht, so dass von einer gültigen Strafantragstellung im Namen von F._ auszugehen ist, zumal dies von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten wurde. Deren Eigentümerstellung wurde indessen auch im Beschwerdeverfahren nicht belegt, zumal der eingereichten Seite 1 des Grundbuchauszugs der Gemeinde Davos der Eigentümer nicht zu entnehmen ist. Wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, ist dies letztlich für den Ausgang des Verfahrens allerdings nicht entscheidend.
2.3. Die beim Kantonsgericht hängige Beschwerde wurde von G._ eingereicht, und zwar aufgrund des Wortlauts der Eingabe im eigenen Namen. Immerhin führt er auf S. 2 unter der formellen Begründung der Beschwerde auf, er reiche die Eingabe in Vertretung seines Vaters A._ ein. Gleichzeitig reichte er eine Vollmacht ein, mit welcher er von seinem Vater A._ bevollmächtigt wird, ihn zu vertreten. Somit ist von einer Beschwerdeerhebung durch A._, vertreten durch seinen Sohn G._, auszugehen. Inwieweit A._ zur Beschwerdeerhebung legitimiert sein soll, wird allerdings weder dargelegt, noch ist dies ersichtlich, zumal er weder behauptet noch belegt, dass er dinglich oder obligatorisch an der Liegenschaft Nr. _ in O.1_ berechtigt sei. Auch hatte er den beim Regionalgericht eingereichten Strafantrag unbestrittenermassen nicht in eigenem Namen, sondern namens und im Auftrag von F._ verfasst, so dass er nicht persönlich von der angefochtenen Verfügung betroffen ist. Eine Berechtigung von A._ zur Erhebung der Beschwerde in eigenem Namen ist somit nicht nachgewiesen und daher zu verneinen. Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten, soweit sie von G._ in Vertretung von A._ eingereicht wurde.
2.4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerde allenfalls als solche von F._ entgegengenommen werden kann. Die Vertretung einer Person setzt eine rechtsgenügliche Bevollmächtigung voraus. Ausserdem hat der Vertreter im Namen der vertretenen Person zu handeln. Beide Voraussetzungen sind in casu nicht erfüllt. G._ reichte die Beschwerde wie bereits gesehen in eigenem Namen ein. Unter dem Titel Formelles führt er aus, er vertrete seinen Vater A._. Ein Vertretungsverhältnis zwischen G._ und F._ wurde
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hingegen weder behauptet noch bewiesen. Die im Beschwerdeverfahren erstmals eingereichte Vollmacht, welche F._ im Jahre 2017 A._ erteilt hatte, und der blosse Hinweis, A._ habe in Vertretung der Grundeigentümerin Strafantrag gestellt, vermag daran nichts zu ändern. Zwar wäre A._ grundsätzlich berechtigt gewesen, die von F._ erhaltene Vollmacht auf Dritte zu übertragen. Eine solche Substituierung hat jedoch nicht stattgefunden. Vielmehr hat A._ die seinem Sohn erteilte Vollmacht in eigenem Namen ausgestellt, ohne jeden Hinweis auf eine Substituierung der Vollmacht von F._. Auch die Beschwerde erhob G._ nicht im Namen und in Vertretung von F._, sondern in Vertretung von A._. Dieser ist indessen nicht dinglich berechtigt an der Liegenschaft. Ausserdem macht er im Verfahren gegen B._ auch keine Verletzung eigener obligatorischer Rechte geltend. Damit ist er zur Beschwerdeerhebung nicht legitimiert. Die Bevollmächtigung durch die Grundstückeigentümerin ermächtigt ihn nicht, in eigenem Namen Beschwerde zu erheben. Somit kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
2.5. Schliesslich ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass auch unter Berücksichtigung, dass es sich vorliegend um eine Laieneingabe handelt, nicht anders zu entscheiden ist. Zwar sind an solche Eingaben in formeller Hinsicht geringere Anforderungen zu stellen, als bei anwaltlich vertretenen Parteien. Auch in solchen Fällen sind im Interesse der Rechtssicherheit allerdings minimale Vorschriften einzuhalten. Dies gilt umso mehr, wenn sich jemand wie vorliegend A._ eine Generalvollmacht ausstellen lässt, mit welcher er sich generell mit der Überwachung und Durchsetzung der gerichtlichen Verbote beauftragen lässt. Nimmt er einen solchen Auftrag an, hat er sich entsprechend um die Einhaltung der einschlägigen Formvorschriften zu kümmern. Vorliegend waren diese A._ bereits aufgrund früherer Verfahren (Beschwerdeverfahren SK2 17 26 und 27) bekannt.
3. Wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, erweist sich die Beschwerde aber auch aus materiellen Gründen als unbegründet, weshalb sie abzuweisen wäre, soweit darauf eingetreten werden könnte.
3.1. Die Vorinstanz führte in der Begründung der Einstellungsverfügung aus, gemäss gerichtlichem Verbot sei Unberechtigten das Parkieren auf den Parkplätzen und den Garagenvorplätzen untersagt. Im Umkehrschluss sei diese Formulierung so zu verstehen, dass es Berechtigte gebe, welchen das Parkieren auf den Parkplätzen und den Garagenvorplätzen erlaubt sei. Das gerichtliche Verbot stehe unter einem Erlaubnisvorbehalt. Habe jemand die Erlaubnis erhalten, die verbotene Handlung zu verrichten, so gelte er nicht als Unberechtigter und
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könne nicht bestraft werden. Die Beschuldigte sei bei der Familie D._/E._ auf Besuch gewesen. Gemäss schriftlicher Auskunft von E._ habe diese als Mieterin einer Wohnung der Liegenschaft der Beschuldigten das Parkieren auf dem Grundstück erlaubt. Demzufolge fehle es an einem tatbeständlichen Verhalten. Ausserdem sei aufgrund der erteilten Erlaubnis der subjektive Tatbestand weder vorsätzlich noch fahrlässig erfüllt.
3.2. Zunächst moniert der Beschwerdeführer, der von der Vorinstanz getroffene Umkehrschluss sei unzulässig und verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben. Das Kantonsgericht habe in einer Verfügung vom 28. August 2017 (SK2 17 27) diese Argumentation der Vorinstanz bereits einmal kommentiert. In E. 5.2. dieses Entscheids habe die II. Strafkammer dazu festgehalten, es liege auf der Hand, dass grundsätzlich nur dinglich oder obligatorisch Berechtigte im Rahmen der Hausordnung und Nutzungsordnung parkierungsberechtigt seien.
Der Hinweis des Beschwerdeführers auf E. 5.2. der Verfügung vom 28. August 2017 ist aus dem Zusammenhang gerissen und nicht vollständig. Das Kantonsgericht hat in dieser Erwägung nämlich den von der Vorinstanz angeführten Umkehrschluss ausdrücklich als zutreffend erachtet. Erläuternd hielt es fest, dass grundsätzlich nur dinglich oder obligatorisch Berechtigte im Rahmen der Haus- und Nutzungsordnung parkierungsberechtigt seien und sich Besucher auf die vorgesehenen Besucherparkplätze zu beschränken hätten. Bereits mit der Verwendung des Adjektivs grundsätzlich wurde klargestellt, dass es hierzu Ausnahmen gibt. In E. 5.3. wurde sodann weiter ausgeführt, worin mögliche Ausnahmen zu sehen seien. So wurde festgehalten, dass die Sache möglicherweise anders zu beurteilen sei, wenn ein Mieter, bei welchem die beschuldigte Person zu Besuch war, das Parkieren erlaubt oder eine falsche Information erteilt habe, zumal das gerichtliche Verbot unter einem Erlaubnisvorbehalt stehe. Der von der Vorinstanz aus dem Text der Verbotstafel gezogene Umkehrschluss, dass es Berechtigte geben könne, welchen das Parkieren erlaubt sei, ist somit nicht zu beanstanden. Zu prüfen bleibt, ob vorliegend von einer solchen Berechtigung der beschuldigten Person auszugehen ist.
3.3. Unbestritten und durch ein Schreiben von E._ vom Januar 2020 schriftlich belegt ist, dass diese als Mieterin der Liegenschaft und somit als obligatorisch Berechtigte im Sinne vorstehender E. 3.2. der Beschuldigten erlaubte, auf dem Vorplatz zu parkieren. Ob E._ angesichts der Hausordnung hierzu berechtigt war, ist für die Beurteilung des Verhaltens von B._ nicht von Relevanz. Die Hausordnung richtet sich an die Mitbewohner der Liegenschaft.
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B._ als Besucherin konnte und musste diese nicht kennen. Sie durfte sich als Besucherin ohne Weiteres auf die Auskunft der Mieterin E._ verlassen. Es ist Sache der Liegenschaftsbewohner, ihre Besucher auf die Hausordnung aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass diese auch von diesen eingehalten wird. Der Beschwerdeführer bestätigt dies im Prinzip, wenn er in diesem Zusammenhang auf S. 3 seiner Beschwerde ausführt, E._ sei die Hausordnung bekannt gewesen. Sie habe gewusst oder hätte wissen müssen, dass sie der Beschuldigten keine Erlaubnis habe erteilen können, den Vorplatz als Parkplatz zu benutzen. Dies mag zutreffen, doch übersieht er dabei, dass vorliegend nicht ein Fehlverhalten von E._, sondern ein solches von B._ zu überprüfen ist. Inwieweit E._ durch die Erteilung der Erlaubnis allenfalls gegen die Hausordnung verstossen haben könnte, und welches die rechtlichen Konsequenzen daraus wären, ist vorliegend nicht zu beurteilen. Jedenfalls durfte sich B._ auf deren Auskunft verlassen. Somit kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, dass es seitens der beschuldigten B._ bereits an einem tatbeständlichen Verhalten fehlt, zumal ihr das Parkieren durch eine obligatorisch berechtigte Person gestattet wurde. Jedenfalls kann der Beschuldigten zumindest in subjektiver Hinsicht kein tatbeständliches Verhalten vorgeworfen werden wie die Vorinstanz mit zutreffender Begründung festhielt. Die Vorinstanz führte in diesem Zusammenhang aus, in subjektiver Hinsicht sei Vorsatz oder Fahrlässigkeit erforderlich. Daran fehle es, wenn die beschuldigte Person durch den befreundeten Mieter falsch informiert worden sei (Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 17 27 vom 28. Juli 2017 E. 5.3.). Dies treffe vorliegend zu, zumal B._ von E._ (Mieterin) erlaubt worden sei, ihr Fahrzeug auf dem Grundstück zu parkieren. Es entspreche dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung, dass ein Lenker seinen Wagen in der Folge, ohne dies zu hinterfragen, dort abstelle, wo er vom befreundeten Mieter angewiesen worden sei, dies zu tun. Die beschuldigte Person halte in ihrer Stellungnahme denn auch fest, sie sei sich keiner widerrechtlichen Handlung bewusst. Ein vorsätzlicher Verstoss gegen das gerichtliche Verbot scheide daher aus. Aber auch Fahrlässigkeit könne ihr nicht vorgeworfen werden. Fahrlässig begehe ein Delikt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenke oder darauf keine Rücksicht nehme. Pflichtwidrig sei die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachte, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet sei (Art. 12 Abs. 3 StGB). Nachdem die beschuldigte Person von E._ angewiesen worden sei, ihren Wagen am fraglichen Ort zu parkieren, habe sie in guten Treuen annehmen dürfen, sie sei dazu berechtigt. Eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit könne ihr nicht vorgeworfen werden. Folglich sei der subjektive Tatbestand weder
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vorsätzlich noch fahrlässig erfüllt. Diesen Ausführungen der Vorinstanz ist uneingeschränkt beizupflichten.
3.4. Der Beschwerdeführer moniert weiter, die beschuldigte Person sei nicht dinglich berechtigt an Parzelle Nr. _ und somit nicht befugt, eine dem Amtsverbot zuwiderlaufende Erlaubnis auszusprechen. E._ könne sich als Mieterin einem durch die Eigentümerin erwirkten Amtsverbot nicht widersetzen.
Auch hier verkennt der Beschwerdeführer, dass E._ nicht beschuldigte Person, sondern Mieterin einer Wohnung der Liegenschaft ist. Die Beschuldigte B._ wiederum durfte sich auf die von der Mieterin erteilte Auskunft verlassen.
3.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschuldigten weder in objektiver noch subjektiver Hinsicht ein tatbeständliches Verhalten vorgeworfen werden kann, weshalb die Vorinstanz das Verfahren zu Recht eingestellt hat.
4. Im Resultat ist die Beschwerde demnach abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
5. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend ist der Beschwerdeführer vollständig unterlegen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, die in Anwendung von Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf CHF 1'000.00 festgesetzt werden, gehen folglich zu Lasten von A._.
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## Considerations