# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 05049a45-984d-5e38-8f0f-ba9fc574e568
**Court:** SO_OG
**Chamber:** SO_OG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SO / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

In Sachen
A._
,
Gesuchstellerin
betreffend
Erlassgesuch / Rechnung Nr. o2012d1847
hat der Präsident der Zivilkammer in
Erwägung, dass
:
der Amtsgerichtspräsident von Thal-Gäu die gegen A._ erhobene Klage vom 11. Oktober 2012 auf Löschung einer Grundpfandverschreibung guthiess und das von ihr gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abwies,
das Obergericht die von A._ dagegen eingereichte Berufung wie auch ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das obergerichtlichen Verfahren am 30. Oktober 2012 abwies und ihr die Gerichtskosten von CHF 500.00 zur Bezahlung auferlegte,
A._ (im Folgenden die Gesuchstellerin) am 11. Februar 2013 (Postaufgabe) beim Obergericht ein Erlassgesuch für diese Gerichtskosten einreichte,
das Erlassgesuch an die damals dafür zuständige Gerichtsverwaltung weitergleitet wurde, die in der Folge das Inkassoverfahren stoppte,
das Erlassgesuch nun an die Zivilkammer weitergeleitet wurde, da gemäss § 15 Abs. 3 Gebührentarif (GebT, BGS 615.11) für den Erlass von Gerichtskosten nun der Vorsitzende desjenigen Gerichts zuständig ist, das sie festgesetzt hat,
nach Art. 112 Abs. 1 Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) Gerichtskosten gestundet oder bei dauernder Mittellosigkeit erlassen werden können,
der nachträgliche Erlass von Verfahrenskosten ausgeschlossen ist, wenn die unentgeltliche Prozessführung wegen Aussichtslosigkeit verweigert wurde (David Jenny in: Thomas Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2016, Art. 112 N 2),
das Obergericht die eingereichte Berufung in seinem Entscheid vom 30. Oktober 2012 als aussichtslos qualifizierte, genauso wie bereits der Amtsgerichtspräsident von Thal-Gäu die Weigerung der Gesuchstellerin zur Erteilung der Löschungsbewilligung als aussichtslos bezeichnet hatte,
das Obergericht am 18. November 2013 - also noch im selben Jahr, in dem das Erlassgesuch gestellt wurde - eine von der Gesuchstellerin in einem weiteren Verfahren gegen die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege eingereichte Beschwerde abwies (ZKBES.2013.142),
das Obergericht in diesem Entscheid zum Schluss kam, dass die Gesuchstellerin nicht vermögenslos ist und dass sie in jenem neuen Gesuch falsche Angaben gemacht hat, weshalb dieses neue Gesuch auch wegen Rechtsmissbräuchlichkeit nicht bewilligt wurde,
die Gesuchstellerin somit jahrelang von einer ungerechtfertigten Stundung profitieren konnte,
ihr Gesuch um nachträglichen Erlass der Gerichtskosten nunmehr abzuweisen ist,
von der Erhebung weiterer Gerichtskosten abgesehen wird, die Gesuchstellerin aber darauf hinzuweisen ist, dass ihr nach Art. 108 ZPO unnötige Prozesskosten auferlegt werden können,
verfügt
:
1.
Das Erlassgesuch von A._ wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.

## Considerations