# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dc6fd7cf-39fa-4101-acf4-971794f1086c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1953 geborene
X._
, ohne Berufsausbildung, war seit seiner E
inreise in die Schweiz
bei mehreren Arbeitgebern angestellt,
zuletzt vom
1.
Mai 2000 bis 2
8.
Februar 2010 bei der
Y._
AG als Mitarbeiter
in der
Produktion
/
Kistenmontage
(
Urk.
8/
2
,
Urk.
8/
6
,
Urk.
8/68/43
).
1.2
Am
9. Februar
2010
(Eingangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis auf die körperlichen Folgen einer Operation sowie auf Migräne bei
der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Inva
lidenversicherung
an (Urk.
8/1).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerb
lichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
8
/
7
) bei,
holte Bericht
e
der
letzten
Arbeitgeber
in
(Urk.
8
/6) sowie der behandelnden Ärzte ein (Urk.
8/8,
Urk.
8/9,
Urk.
8/13
,
Urk.
8/27
)
und
liess
die funktionelle Leistungsfähigkeit des Versicherten durch die
Klinik Z._
evaluieren (Bericht vom
3.
Februar 2011,
Urk.
8/26)
.
Nachdem der Versicherte im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
weitere Arztberichte ins Recht gereich
t hatte (
Urk.
8/35,
Urk.
8/36
)
,
wies die IV-Stelle m
it
Verfügung vom
1.
Juni 2011
den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente
ab
mit der Begründung, das Wartejahr sei nicht erfüllt
(
Urk.
8/39)
.
D
as
hiesige Gericht
hiess
die
dagegen erhobene
Beschwerde
mit Urteil vom 2
4.
Oktober
2012 (Prozessnummer IV.2011.00740,
Urk.
8/49) in dem Sinne gut, dass die angefochtene
Verfügung vom
1.
Juni 2011 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen w
u
rd
e
, damit diese, nach erfolg
ter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Be
schwer
deführers neu verfüge.
Dieses Urteil erwuchs in Rechts
kraft.
1.3
Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medizinischen Verhältnisse
liess die IV-Stelle bei der
Medizinischen Abklärungsstelle (
Medas
)
A._
ein
poly
disziplinäres
Gutach
ten erstellen (Gutachten vom 24. September 2013, Urk. 8/68).
Am
9.
Oktober 2013 erging ein Vorbescheid, mit welchem
X._
die
Zusprache
einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab August 2010 und einer halben Rente ab Januar 2012 sowie die Aufhebung der Invalidenrente ab Juli 2013 in Aussicht gestellt wurde (
Urk.
8/73).
Der Versicherte erhob dagegen mit Eingaben vom 1
4.
Oktober 2013 und vom 2
7.
November
2013 Einwände (
Urk.
8/75,
Urk.
8/79)
und reichte
weitere Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten (
Urk.
8/84
/
1-4, Urk. 8/84/7-17
)
, darunter ein Schreiben seiner
Haus
ärztin
vom 21. Oktober 2013, worin diese von einem am 16.
September
2013 erlittenen ischämischen Insult mit Ataxie und
Fazialisparese
berichtete (Urk.
8/84/7).
Die IV-Stelle holte bei den Gutachtern der
Medas
A._
eine
Stellungnahme dazu
ein (
Stellungnahme vom 1
9.
März 2014,
Urk.
8/84/5-6)
.
In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten neurologisch begutachten (
Ver
laufsgutachten
vom 1
7.
Dezember 2014,
Urk.
8/101).
Gestützt auf
diese Akten
lage
verfügte die IV-Stelle
sch
l
iesslich
am 1
7.
April 2015
wie vorbeschieden (
Urk.
8/109 [=
Urk.
2]).
2.
Dagegen erhob de
r
Versicherte mit Eingabe vom 21. Mai 2015 Beschwerde und stellte folgende Anträge:
„
1.
Die Verfügung der IV-Stelle vom 17.04.2015 sei insoweit aufzuheben, als
sie die von 08/2010 bis 12/2011 zugesprochene ganze Rente per 01/2012
auf eine halbe reduziert und ab 07/2013 diese halbe Rente ganz aufhebt.
2.
Es sei zu überprüfen, ob mit Wirkung vom 01/2012 tatsächlich eine
Ver
besserung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat, der eine
Reduzierung der zugesprochenen ganzen Rente bzw. deren Wegfall ab
07/2013 rechtfertigt.
3.
Es sei zu prüfen, ob die Rentenaufhebung ohne vorherige Durchführung
von Eingliederungsmassnahmen in Anbetracht des vorgerückten Alters
des Versicherten und der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht
bundesrechtswidrig sei.
4.
Es sei zu prüfen, ob dem Versicherten wegen seines vorgerückten Alters
eine berufliche Selbsteingliederung zugemutet werden darf.
5.
Es sei weiter zu beurteilen, ob eine allfällige Restarbeitsfähigkeit des
Versicherten auf dem Arbeitsmarkt wirtschaftlich noch zu verwerten sei.
6.
Es sei eine mit den Normen der EMRK übereinstimmende öffentliche,
mündliche und kontradiktorische Verhandlung durchzuführen, in der
dem
Beschwerdeführer
Gelegenheit zu geben ist, seine Sache zu
begründen,
akustisch angehört zu werden und auf allfällige Fragen des
Gerichts antworten zu können, wie dies der Grundsatz des fair
trial
verlangt.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8
%
MWSt
.
zu
Lasten der Beschwerdegegnerin“
(Urk. 1)
“
.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
8
.
Juni
2015 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
)
, was dem Beschwerdeführer am 2
5.
Juni 2016 mitgeteilt wurde
(Urk.
9
).
Am 21. September 2016 fand die vom Beschwerdeführer beantragte öffentliche Hauptverhandlung statt, in welcher der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
in Abwesenheit einer Vertretung der Beschwerdegegnerin plädierte und i
n seiner Replik an seinen Anträgen festhielt
(vgl.
Plädoyernotizen
, Urk. 14) und der Beschwerdeführer zur allgemeinen Ergänzung des Sachverhalts befragt wurde (Prot. S. 2 f.).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei ps
ychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der un
d gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
ach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Än
derung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E.
2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 17. April 2015 erwog die
Beschwerdegegne
rin
,
das Gutachten vom
4.
September 2013 habe ergeben, dass
der Beschwer
deführer seit Juni 2009 in seiner Arbeitsfäh
igkeit erheblich eingeschränkt
sei
, wobei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
und einem Invaliditätsgrad von 100
%
bis Ende 2011 auszugehen sei. Ab Januar 2012 sei dem Beschwerdefüh
rer
(wieder)
die Ausübung eines 50%-Pensums in
der
angestammten Tätigkeit zumutbar.
Es
resultiere beim Vergleich des Validen- mit dem
Invalideneinkom
men
ein Invaliditätsgrad von 55
%
. Spätestens ab Juli 2013 stehe fest, dass dem Beschwerdeführer ein 80%-Pensum in einer Verweistätigkeit zumutbar sei. Unter Anrechnung eines 5%igen Leidensabzugs resultiere ein Invaliditätsgrad von 28
%
.
Die Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber brachte de
r
Beschwerd
eführer vor, es sei keine Verbesserung ausgewiesen sondern vielmehr von einer Verschlechterung
seines
Gesundheits
zustands
auszugehen. Dies ergebe sich aus der Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie am
C._
, vom
3.
Februar 201
4.
Aufgrund seines Alters und seiner langen Abwesenheit vom Ar
beitsmarkt dürfe
ihm
die Selbsteingliederung nicht mehr zugemutet werden
und ei
ne Rentenherabsetzung ohne Eingliederungsmassnahmen sei rechtswidrig.
Auch die
wirtschaftliche Verwert
barkeit seiner Arbeitsfähigkeit
sei
nicht mehr gegeben, da seine Arbeitskraft auf dem
Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt werde.
Der Leidensabzu
g im Umfang von 5
%
sei zudem zu tief
bemessen (Urk.
1).
2.
3.
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die rückwirkend ab
1.
August 2010 zugesprochenen Rentenleistungen
per
Januar
2012 auf eine halbe Rente reduziert und in der Folge per Juli 2013 eingestellt hat
.
3.
3.1
Dem Bericht der Ärzte des
D._
, Rheumaklinik und Institut für Physiotherapie mit Poliklinik, vom 17. Juni 2009 (Urk. 8/8/5-6) ist zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer aufgrund eines
lumboradikulären
Schmerzsyndroms L5/S1 rechts mit ausstrahlenden Schmerzen ins rechte Bein bis zum Grosszehen vom 1. bis 16. Juni 2009 hospitalisiert war. Im durchgeführten MRI (
magnetic
reso
nance
imaging
) sei eine grosse
rezessale
nach
caudal
umgeschlagene, extru
dierte Diskushernie L5/S1 rechts mit
rezessaler
Kompression der Nervenwurzel S1 rechts und erheblicher Dorsalverlagerung der Wurzel S2 rechts nachweisbar gewesen. Da die durchgeführte Sakralblockade begleitet von einer
schmerzmo
dulierenden
Therapie und Krankengymnastik nichts gebracht habe, sei de
r
Be
schwerdeführer den Kollegen der Neurochirurgie vorgestellt und eine Operation auf den 17. Juni 2009 festgelegt worden (Urk. 8/8/5).
3.2
Vom 16. bis 21. Juni
2009 war der Beschwerdef
ührer auf der Chirurgischen Kli
nik und Poliklinik des
D._
hospitalisiert. Die Ärzte berichteten am 23. Juni 2009 (Urk. 8/9/12-13) über einen erfolgreichen Eingriff und einen erfreulichen postoperativen Verlauf. Die Schmerzen zeigten sich postoperativ deutlich
regre
dient
, die Mobilisation gelinge unter physiotherapeutischer Anleitung problem
los. Die Wundkontrollen seien stets unauffällig. In deutlich schmerzgebessertem Zustand werde der Beschwerdeführer nach Hause entlassen (Urk. 8/9/13).
3.
3
Am 23. Februar
2011 teilte der behandelnde Neurochirurg des
D._
dem Haus
arzt
mit, nach initialer sehr guter Rückbildung der
radikulären
Reizsymptomatik
im Anschluss an die Operation vor eineinhalb Jahren berichte der Beschwerde
führer seit ca. einem Jahr wieder über
radikuläre
Schmerzen und Sensibilitäts
störungen entsprechend S1 links (siehe auch Bericht Dr.
E._
vom 6. Oktober 2010). Es lägen ihm Kernspintomographien der LWS von vor dem Eingriff und
drei Verlaufsuntersuchungen (zuletzt vom
30. November 2010) vor. Es zeig
e sich
die vollständige Resektion des Diskussequesters durch die Operation im Juni 2009. Es zeige sich aber auch eine zunehmende dorsale
Protrusion
der
Rest
bandscheibe
L5/S1 im weiteren Verlauf im Sinne einer Rezidiv-Diskushernie mit denkbarer Wurzelreizung S1 rechts. Der Verlauf der klinischen Symptomatik und der radiologische Verlauf seien für ihn kongruent. Insofern habe er dem Beschwerdeführer einen nochmaligen operativen Eingriff im Segment L5/S1 angeboten. Dieser werde sich die Sache noch überlegen und sich gegebenenfalls wieder melden (Urk. 8/27).
3.
4
Dr.
med.
F._
,
Allgemeine Medizin FMH
,
führte im Bericht vom 19. Apri
l 2011 aus, seit der Praxisüber
nahme im Januar 2011 befinde sich der Beschwer
deführer in regelmässiger ärztlicher Behandlung und werde demnäch
st im LWS-Bereich operiert. Auf
grund der Bandscheibenerkrankung der LWS sei der Be
schwerdeführer seit dem 1. Juni 2009 dauerhaft und ununterbrochen zu 100 % arbeitsunfähig. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei auch von ihrem Vorgänger, Dr.
G._
, regelmässig dokumentiert worden (Urk. 8/35).
3.
5
Dem provisorischen Austrittsbericht des
D._
vom 26. April 2011 (Urk. 8/36) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer w
egen der bekannten Segmentinsta
bilität L5/S1 vom 19. bis 27. April 2011 hospitalisiert und am 20. April
2011 operiert worden war. Ihm wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 19. April bis
zum 8. August 2011 attestiert
(Urk. 8/36/1).
3.
6
Dem Gutachten der
Med
as
A._
vom 24. September 2013 (Urk. 8/68) können
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
8/
6
8/42):
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10
M45.41)
Status nach
Discushernien
-O
peration L5/S1 (6/2009) (ICD-10
Z)
Status nach PLIF-Fusion
L5/S1
mit
Wave Cages,
Expedium
Fixateur, 4/2012 (ICD-10
Z96.8)
Sodann werden folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähig
keit genannt (
Urk.
8/68/43):
c
hronische
Radi
k
ulopathie
S1 rechts bei
St. n. 2-maliger operativer Intervention
ch
ronische Migräne vermutlich mit Aura
V
erdacht auf
Übergang in einen
m
edikamenteninduzierten Kopfschmerz bei
Triptan
-Ü
bergebrauch
St
atus nach
Lungen-TBC 1981
V
erdacht auf
normochrome
,
normozytäre
Anämie, DD Messfehler, nutri
tiv
p
sychische Faktoren
,
die körperliche Störungen bewirken (ICD-10 F54)
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z63)
s
onstige belastende Lebensumst
ä
nde (Erkrankung Sohn)
,
die Familie und Haushalt negativ beeinflussen (ICD-10 Z63.7)
Probleme bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD 10 Z60.3)
Zur aktu
ellen gesundheitlichen Situation
wurde in der polydisziplinären ver
sicherungsmedizinischen Beurteilung festgehalten
, aufgrund der vorhandenen Aktenlage und den durchgeführten Teilgutachten bestehe seit Jahren ein chronisches
radikuläres
Reizsynd
rom und ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom sowie seit circa
30 Jahren eine Migräne. Aus psychiatrischer Sicht b
estünden
auf
g
rund der aktuellen Untersuchungsbefunde und der anamnesti
schen Auskünfte keine Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Als Handicaps würden beim Beschwerdeführer eine eindeutige Selbstlimitierung sowie verschiedene psychosoziale Belastungen wie eine Minderbeziehung zum Ehepartner, die Suchterkrankung des Sohnes und Probleme bei der kulturellen Eingewöhnung angegeben. Aus internistischer Sicht
hätten
sich keine Schädi
gungen oder Fähigkeitsstörungen mit
Auswirkung auf das mittel- und langfris
tige berufliche Leistungsvermögen des
Beschwerdeführers
gefunden
. Die im Labor festgestellte minimale
normochrome
normozytäre
Anämie
sei
im Verlauf gegebenenfalls
abzuklären
. Der leicht erhöhte Blutdruck und eine Tachykardie
seien
auf die Situation des sehr ne
rvö
sen
Beschwerdeführers
gew
e
rtet
worden, wobei e
ine Kontrolle empfohlen
worden sei
. Im Röntgen Thorax
hätten
keine Residuen nach Lungentuberkulose festgestellt werden
können
. Die klinischen kardio-pulmonalen Befunde
seien
unauffällig
gewesen
.
Die Experten stellten fest, a
us orthopädischer Sicht st
ünden
die chronischen Rückenschmerzen mit zeitweiligen Schmerzausstrahl
ungen
in das rechte Bein im Vordergrund. Bei der Untersuchung
sei
die Operationsnarbe,
Status
n
ach
zweimaliger Wirbels
ä
ulenoperation, über den Dornforts
ä
tzen L2 bis S1 druck
empfindlich
gewesen
. Es f
ä
nden sich mehrere
Druck
dolenzen
im Bereich des Rückenstreckers, des Beckenkamms dorsal sowie im Muske
l
verlauf paravertebral L4/S
1.
Die Seitneige der Wirbelsäule und die Rechts-Links
-D
rehung
sei
en
circa
zur Hälfte eingeschränkt und schmerzhaft. Auch die Inklination
sei
einge
schränkt. Es
werde
ein lumbaler Aufrichte- und
Reklinationsschmerz
lumbosa
cral
angegeben
. D
ies k
ö
nn
e
neben
den
Druckdolenzen
auf eine Facettenreizung hinweisen.
Es habe s
ich eine geringe Umfangsdifferenz des rechten Beins, Oberschenkel -1cm, Unterschenke
l
-2cm
, gefunden
. Dies k
ö
nn
e
auf eine länger bestehende chronische
Radi
k
ulopathie
hinweisen. In der aktuellen wie auch in den vorausgegangenen Untersuchungen
sei
der
Achillessehnenreflex rechts nicht auslösbar
gewesen
. Die Sensibilitätsstörung an der lateralen Wade und am lateralen Fussaussenrand bis zur Kleinzehe rechts
sei al
s unverändert angegeben
worden
. Das
Las
è
gue
-
Zeichen
sei
rechts ab 70° positiv
gewesen
. In der Nach
befundung der MRI-Aufnahmen am 2
3.
September
2011 durch
Dr.
H._
, Ra
diologie RIS,
I._
,
hätten sich
keine Cage-Verlagerungen, wie sie in den Vorberichten diskutiert und diagnostiziert
worden seien
,
gefunden
.
Bei Status nach stattgehabter
Spondyl
odese
L5/S1 mit
transpediculären
Schrau
ben und einem
intercorporellen
C
age L5/S1 zeig
e
sich eine normale Cage
-
Lage und
,
soweit beurteilbar
,
ein normaler Verlauf der
transpediculären
Schrauben
.
Es f
ä
nden sich keine erkennbaren Einengungen der
Neuroforamina
L5/S1 und keine rechts
rezessale
Stenose L5/S1 und auch kein Nachweis einer mechani
schen Kompression der S1 Wurzel rechts
rezessal
. Die übrigen Lumbalsegmente
würden sich
regelrecht dar
stellen
.
Aus neurologischer Sicht bestünden
eine chronische Migräne mit
Aura und der Verdacht auf medi
kamenteninduzierte Kopfschmerzen bei
Triptan
-Ü
bergebrauch. Die beklagten Rückenbeschwerden
wü
rden einer
Radi
k
ulopathie
S1 rechts bei St
atus
n
ach
zweimaliger operativer Intervention zu
geordnet
. Die aktuell durchgeführte EMG-
Untersuchung weis
e
am ehesten
auf eine chronische
S
1
Radik
ulopathie
der rechten Seite
hin. Hin
weise für eine L5
Radik
ulo
pathie
hätten sich keine gefunden
. Beeinträcht
i
gungen für die Belastbarkeit f
ä
nden sich weder auf dem neurologischen noch dem internistische
n
oder dem psychiatrische
n
Gebiet. Nur auf Grund der
Funk
tionseinschränkungen
der Lendenwirbelsäule erg
ebe
sich eine qualitative Ein
schränkung des Le
i
stungsvermögens des
Beschwerdeführers
(
Urk.
8/68/44-45)
.
Er selber
schätz
e
sich wegen der Schmerzen im Bereich seiner
Lendenwirbel
säule
als nicht arbeitsfähig ein. Er könne sich eine dauerhaft
e
Berufstätigkeit aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung nicht vorstellen
(
Urk.
8/68/46)
.
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die
Gutachter
fest, aus internistischer Sicht hätten sich keine Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen mit Auswirkung auf das mittel- oder langfristige berufliche Leistungsvermögen des Beschwerdeführers gefunden. Aus orthopädischer Sicht bestünden Einschränkungen des
Leistungs
bildes
. Weg
en der Funktionseinschränkung der Lendenwirbelsäule seien Dreh
bewegungen, das Vor- und Rückwärtsneigen und
die Seitneigungen einge
schränkt
. Aktuell
sei
der
Beschwerdeführer
bei einer rückenbelastenden Tätigkei
t zu 100
%
als arbeitsunfähig zu betrachten. Es lieg
e
keine genaue Arbeitsplatz
beschreibung vor, sodass
die Gutachter
unter der Annahme eines entsprechen
den Leistungsprofils polydisziplinär von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
seit
1.
Juni 2009
ausg
ingen
.
In einer adap
tierten Tätigkeit w
e
rd
e
aufgrund
eines eingeschränkten Rendement
s von einer 80%
igen
Arbeitsfähigkeit
,
bezogen auf ein 100%
-
Pensum ausgegangen. Dies begründe sich durch vermehrte Pausen, einer Verlangsamung und damit einem erhöhtem Zeitbedarf.
Dabei seien die nachgenannten
Spezifikationen zu berück
sichtigen. Der Beginn der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
sei
auf den
Gutachte
nzeitpunkt
zu datieren. Dieses Datum sei begründet auf Grund der gutachterlichen Einschätzung und des aktuellen Befunds.
Bei den adaptierten Tätigkeiten, die vom Beschwerdeführer zu leisten
seien
, sei das folgende quali
tative Lei
stungsprofil zu berücksichtigen:
Durchgeführt werden könnten leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Wechsel zwischen Stehen, Gehen, Sitzen ohne schweres Heben und Tragen von Lasten über 10
kg, ohne ständige Drehbe
wegungen und Bücken. Eine zumutbare Willensanstrengung sei gegeben. Die adaptierte Tätigkeit könne auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgeübt werden
(
Urk.
8/68/46 f.)
.
3.
7
Dem
Verlaufsg
utachten der
M
edas
A._
vom 17. Dezember 2014 (Urk. 8/101) können folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
8/101/15):
chronische Migräne mit Aura (ICD-10 G43.8)
Verdacht a
uf Medikamenten-induzierte Kopfschmerzen bei
Überge
brauch
von Analgetika
Sodann wurden folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ge
nannt (
Urk.
8/101/15):
chronische
Radik
ulopathie
S1 rechts (ICD-10 M54.19) bei
Status nach 2-maliger operativer Intervention
unspezifischer Schwindel (ICD-10 R42)
ohne Anhalt für eine zentrale oder peripher
vestibuläre
Ursache
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Experten fest, d
ie Beurteilung der
Arbeitsfähig
keit aus neurologischer Sicht berücksichtig
e
ausschliesslich Fä
higkeitsstörungen
infolge Schädigung
nervaler
Strukturen. Solche infolge Störungen des Stütz- und
Bewegungsapparates w
ü
rden nicht beurteilt und obl
ä
gen einer orthopädischen/
rheumatologischen Beurteilung. Hinsichtlich der Beschwerden des
Beschwerde
führers
durch das chronische
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom und der
S
1
Radikulopathie
rechts ha
be
sich zwischenzeitlich keine Veränderung ergeben und
es werde
diesbezüglich auf die orthopädis
c
hen und neurologischen Ausfüh
rungen i
m
letzten Gutachten
verwiesen
. Damals
hätten
sich auf
g
rund der
Funk
tionseinschränkungen
der Lendenwirbelsäule lediglich aus orthopädischer Sicht
qualitative Einschränkungen des Leistungsvermögens des
Beschwerdeführers er
geben
. Hier
sei
ebenso anzumerken, dass auch eine Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit von neurologischer Seite durch den beschriebenen Schwindel des
Beschwerdeführers
hier nicht beurteilt w
erde
, da diesem keine organisch-neuro
logische Ursache zugrunde lieg
e
.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Arbeiter mit einem 100%-Pensum in der Metallindustrie, wobei der Beschwerdeführer in der Montage von Metallkisten gearbeitet und auch Kontroll- und Büroarbeiten übernommen habe, resultiere a
us rein neurologischer Sicht aus den aktuellen
Beschwerden keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlic
h der chronischen Kopfschmerzen erg
ä
ben sich lediglich qualitative Einschrän
kungen, wobei eine stress- und
reizarme
Arbeitsumgebung mit geregelten Arbeits
zeiten gegeben sein sollte. Auch hinsichtlich des chronischen
lumbo
spondylogenen
Schmerzsy
ndroms und der chronischen
Radik
ulopathie
erg
ä
ben sich lediglich qualitative Einschränkungen. Der
Beschwerdeführer solle
nicht lange stehen
oder
sitzen
. R
ückenbelastende Tätigkeiten mit Heben und Tragen s
eien
nur eingeschränkt möglich. Zudem ha
be
der
Beschwerdeführer
einen erhöhten Pausenbedarf. Diese Einschränkungen
seien
von orthopädischer Seite i
m
letzten Gutachten genau beschrieben und h
ätt
en unverändert ihre Gültigkeit
(
Urk.
8/101/15)
.
Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und auch in allen anderen und somit auch allen adaptierten Tätigkeiten aus rein neurologischer Sicht vo
llumfänglich arbeitsfähig (Urk.
8/101/16).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten vom
2
4.
September
201
3
(Urk.
8
/
68
) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu erfüllen (vgl. E.
1.4
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfas
sende A
bklärungen
, berücksichtigten die geklagten Beschwerden und begrün
deten ihre Einschätzungen in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
. Sie legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerun
gen nachvollziehbar. Dem p
olydisziplinären Gutachten der
M
edas
A._
, an welche der Begutachtungsauftrag gestützt auf die anwendbaren
Verordnungs
bestimmungen
nach dem Zufallsprinzip vergeben worden war (
Urk.
8
/
68
, vgl. Urk. 8/58,
Urk.
8/62
), kommt somit volle Beweiskraft zu
hinsichtlich der Beur
teilung des Gesundheitszustands ab Begutachtung
im Juli 201
3.
4.2
Unbestritten ist, dass der B
eschwerdeführer ab Juni 2009 so
wohl in angestam
mter als auch angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war und dass – nach Abwarten des Wartejahres und der Wartefrist von sechs Monaten ab dem
Tag der Anmeldung (Art. 88a Abs. 1 IVG) – im August
2010 ein Rentenan
spruch entstand.
4.3
Auf die Verlaufsbeurteilung der Arbeitsfähigkeit insbesondere hinsichtlich
einer
Verbesserung im Januar 2012
führten die
Gutachter der
M
edas
A._
einzig im Rahmen der Beantwortung der Zusatzfragen aus, gemäss den operierenden Kollegen des
D._
sei der Beschwerdeführer wegen einer S1-Radikulopathie in seiner bisherigen Tätigkeit als Arbeiter und Monteur von Metallkisten sowie auch in einer angepassten Tätigkeit seit dem 1
3.
Januar 2012 bis auf weiteres zu 50
%
arbeitsunfähig. Ein ausführliches Belastungsprofil habe den Gutachtern nicht vorgelegen. Zumutbar wäre eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeit (
Urk.
8/68/48). Den Akten sind jedoch keine diese Einschätzung bestätigenden Berichte zu entnehmen, namentlich
auch nicht
der von den Gutachtern genannte Operationsbericht des
D._
. Das Gutachten der
M
edas
A._
verweist im Rahmen der Verlaufsbesprechung lediglich auf die operierenden Kollegen, womit nicht rechtsgenügend zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen wird (vgl.
Urk.
8/68/43 f.). Demzufolge ist eine Verbesserung des Gesundheitszustands per Januar 2012 nicht ausgewiesen, weshalb die angefochtene Verfügung diesbezüglich zu korrigieren ist.
4.
4
Eine Verbesserung ergibt sich
allerdings
in orthopädischer Sicht
aufgrund der erhobenen Befunde sowie aufgrund der
gutachterlich
festgestellten
,
gesteigerten zumutbaren Arbeitsfähigkeit
spätestens
per
Begutachtungszeitpunkt
im
Juli 201
3.
Dies ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nachvollziehbar
und keineswegs willkürlich
.
So kamen die Gutachter zum Schluss, dass im Unterschied zum
Sachverhalt
im Jahr 2010 – als der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig erachtet wurde – aufgrund eines verbesserten Gesund
heitszustands nunmehr eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätig
keit
vorliege (
Urk.
8/68/46).
Gutachterlich
wurde
n k
eine Facettenreizung
und
k
eine
L5-
Radi
k
ulopathie
nachgewiesen
.
Hinweise für eine L5-Radikulopathie wurden keine gefunden. Die EMG-
Untersuchung
wies gemäss den Gutachtern
am ehes
ten
auf eine chronische
S
1
Radi
k
ulopathie
der rechten Seite hin
, diese
habe allerdings keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Zudem hätten sich
, nachdem zunächst Cage-Verlagerungen angenommen wurde
n
, in der Nachbe
fundung der MRI-Aufnahmen keine solchen gezeigt; vielmehr sei eine normale Cage-Lage sowie ein normaler Verlauf der
transpediculären
Schrauben
festge
stellt worden
.
Im Vergleich zu einer im Jahr 2009 festgestellten
Segmentations
störung
der LWS mit
Teillumbalisation
der SWK1 mit kleinem
Discus
interver
tebralis
S1/2 wurde bei der polydisziplinären Begutachtung keine Einengung der
Neurofor
am
ina
L5/S1
,
keine rechts
rezessale
Stenose L5/S1
und kein
Nach
weis einer mechanischen Kompression der S1 Wurzel rechts
rezessal
(mehr)
festgestellt. Auch
die
weiteren Lumbalsegmente wurden als regelrecht befunden
(vgl.
Urk.
8/68/45)
.
Hinsichtlich der
Diskushernienoperation
wurden gutachter
lich sowohl der S
tatus nach
Discushernien
-O
peration L5/S1 im Juni 2009 sowie der
Status nach PLIF-Fusion
L5/S1
mit
Wave Cages,
Expedium
Fixateur,
vom April
2012 berücksichtigt (vgl. auch
Urk.
8/46/6 f.)
und
nebst einem ange
passten Anforderungsprofil
mit einem 20%igen Abzug von der Leistungsfähig
keit gewürdigt
(vgl. Urk. 8/68/46)
.
4.5
D
as Aktengutachten
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie,
vom
3.
und
4.
Februar 2014 (
Urk.
3/3,
Urk.
3/4
)
verm
ag
an der Be
weiskraft des Gutachtens nicht
s
zu ändern.
Die von
Dr.
B._
am 4. Februar 2014
gemachten Angaben zur Arbeitsfähigkeit sind rechtlicher Natur und deshalb nicht beachtlich (
Urk.
3/4
)
.
Ferner ging Dr.
B._
von falschen An
nahmen aus und
ist
anzumerken
, dass bereits Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie, das Vorliegen eines ischämischen Insults
,
basierend auf einer
MRI-Untersuchung
,
ausgeschlossen hatte (
Urk.
8/84/10).
Die von Dr.
B._
ange
sprochene Malposition der Cages
wird im Gutachten schlüssig widerlegt
(
E. 4.4;
vgl.
Urk.
8/46/7).
Im Schreiben vom 3. Februar 2014
werden im Wesentlichen die anlässlich der polydisziplinären Begutachtung vom Juli 2013 erhobenen Befunde wiederholt
und keine neuen Tatsachen oder Diagnosen vorgebracht
(Urk. 3/3)
.
Sodann ist in Bezug auf
Dr.
B._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.6
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerde
führer in seiner angestammten und zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiter Produktion Kistenmontage
sowie in einer Verweistätigkeit
seit Juni 2009 zu 100 %
arbeitsunfähig war
, ihm aufgrund einer Verbesserung des orthopädischen Gesundheitszustands
spätestens
ab Mitte Juli 2013
(wieder)
ein 80%-Pensum in einer Verweistätigkeit zumutbar ist.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Herabsetzung respektive die Aufhe
bung der Rente
sei
auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil vorgängig keine Ein
gliederungsmassnahmen durchgeführt worden seien (Urk.
1
S.
5
).
5
.2
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Ulrich Meyer, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 2. Auflage, Zürich 2010, S. 383). Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbs
fä
higkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades)
vorgenommen werden kann. Es können im Einzelfall
Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren
Leis
tungsentfaltung
entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige
Durchführung befähigender Massnahmen
allein vermittels Eigenanstren
gung der
versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April
2011 E. 3.3 dahin gehend präzisiert, dass die revisions- oder
wieder
erwägungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versi
cherten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass solche versicherte Personen aufgrund des fortge
schrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden lang
jährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbst wieder einzugliedern. Dies führt für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin, zugestanden, dass die Rente grundsätzlich erst nach tatsächlich geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt oder herabgesetzt werden darf (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_497/2013 vom 3
0.
November 2013 in Sachen der Parteien, E. 3.2.1).
5.
3
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist im Hinblick auf die Zumut
barkeit der Selbsteingliederung
die
obgenannte
Rechtsprechung
nicht
ohne weiteres
anwendbar. Diese bezieht sich ausschliesslich auf Fälle, bei welchen eine
laufende
Rente
aufgehoben wird
. Die genannte Rechtsprechung zielt darauf ab, Versicherten
nach der revisions- oder wiedererwägungsweisen Aufhebung der Rente
den Wiedereinstieg in den Berufsalltag zu ermöglichen respektive zu erleichtern, nachdem diese über längere Zeit eine Rente bezogen hatten.
Dies ist
im
vorliegende
n Fall
, bei welchem
eine
befristete
Rente
zugesprochen wird
, gerade nicht der Fall. Der Rentenbezug
fällt mit der Aufhebung zusammen und entspricht einer dreijährigen Periode
.
Auf
die
Dauer der tat
sächlichen Absenz vom Arbeitsmarkt
kommt es nicht an
, sondern
es ist
allein die Dauer des
Ren
tenbezugs
massgebend (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3).
Selbst wenn die Rechtsprechung einschlägig wäre
,
wären wohl die invaliditätsspezifischen Voraussetzungen auf die sich aufdrängende berufliche Massnahme einer Arbeitsvermittlung bei einem Hilfsarbeiter ohne abgeschlos
sene Berufsausbildung, bei dem wie vorliegend neben vermehrtem Pausenbedarf keine speziellen Anforderungen an den Arbeitsplatz oder Arbeitgeber bestehen
und dem eine weitestgehend vollständige Arbeitsfähigkeit zugemutet wird, kau
m gegeben (vgl. dazu Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 427/05 vom 2
4.
März 2006 E. 4.3).
Abgesehen davon, dass wohl auch die subjektive Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers anzuzweifeln ist, besteht daher keine Notwendigkeit zu Eingliederungsmassnahmen.
6.
6.
1
Der Beschwerdeführer brachte sodann vor, dass eine allfällig verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem au
sgeglichenen Arbeitsmarkt ohnehin nicht mehr verwertbar wäre.
Dem kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen nicht beigepflichtet werden.
6
.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditäts
fremder
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt
wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliede
rungslast
nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes I 831/05 vom 21. August
2006 E.
4.1.1). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene
Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt si
ch nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umstän
den des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einar
beitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E.
3.2). Die im Bereich des Sozialversicherungsrechtes allgemein geltende
Schadenminde
rungspflicht
und die daraus abgeleitete Selb
steingliederungslast
(vgl. BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen) gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Das Bundesgericht hat im genannten Leitentscheid (im Sinne einer Präzisierung der Rechtspre
chung) den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)
Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem
Alter b
eantwortet wird, verbindlich auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit gelegt (BGE 138 V 457 E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (vgl. Urteil des Bundesge
richtes 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.1.2).
6.3
Eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der Arbeitsfähig
keit stand bereits mit dem Gutachten der
M
edas
A._
vom 24. September 2013 (
Urk.
8/68) fest. Aus dem im
Einwandverfahren
eingeholten neurologischen
Verlaufsgutachten
(
Urk.
8/101) ergaben sich keine Veränderungen des neurologischen Gesundheitszustands im Vergleich zum Zeitpunkt der
polydis
ziplinären
Begutachtung. Laut dem Leitentscheid des Bundesgerichtes BGE 138
V 457 ist deshalb für die Rentenberechtigung des Beschwerdeführers die Verwert
barkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Erstattung
des
polydiszi
plinären
Gutachtens entscheidend (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_954/2012
vom 10. Mai
2013 E.
3.1.
2). In diesem Zeit
punkt war der
im
November
1953 geborene Beschwerdeführer rund 59.5
Jahre
alt.
6.4
E
ntgegen der Auffassung in der Beschwerde
fällt
das Alter des Beschwerde
führers vorliegend
nicht ins Gewicht, da Hilfsarbeiten auf dem hier massgeb
enden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ASTG) grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter in diesen Tätigkeiten auch nicht lohnsenke
nd auswirkt (AHI 1999 S. 242 E
.
4a
; vgl. Urteil des Eidge
nössischen Versicherungsgerichts I 303/06 vom 1
7.
August 2006 E. 6.2.1
).
Das Bundesgericht hat etwa bei eine
r
60 Jahre alten
Hilfsarbeiterin (
Ver
packungsindustrie
)
, welche
aufgrund einer Thrombose, einer Diskushernie und Knieprothese höchstens noch eine sitzende Arbeit mit gestrecktem Knie und häufigen Pausen sowie verschiedenen Adaptionen ans Bein- und Rückenleiden ausüben konnte, erwogen, dass
,
auch wenn die am Recht stehende Versicherte nicht leicht vermittelbar sei, es Möglichkeiten gebe, eine Stelle zu finden, zumal
Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt würden, die Versi
cherte
in einem Vollpensum arbeitsfähig sei und die ihr zumutbare Tätigkeit nicht so vielen Einschränkungen unterlieg
e
, dass eine Anstellung nicht mehr als realis
tisch zu bezeichnen wäre
(Urteil des Bundesgerichts 9C_990/2009 vom
4.
Juni 2010
, vgl.
E.
4)
.
Verneint hat das Bundesgericht demgegenüber die Verwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit eines 60-jährigen, der über keine Berufsausbildung verfügte und in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelportier meiste
ns
mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und sich
fein
motorische
Fähigkeiten nicht aneignen konnte, weshalb ein wesentlicher Teil der ihm zumutbar
en, leichten Verweistätigkeiten
ausser Betracht fielen. Auf
grund der Ergebnisse der EFL war selbst bei leichten Montage-, industrielle
n
Fertigungs- oder Abpackarbeiten mit einem unterdurchschnittlichen
Arbeits
tempo
und ver
mehrtem Pausenbedarf zu rechnen
; auch Schichtdienste oder das Führen von Fahrzeugen und Maschinen war
en
im
konkreten Fall
aufgru
nd von Hypoglykämien
nicht zu
mutbar
(Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013)
.
6.
5
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach
seiner
Einreise in die Schweiz
zunächst
in der
K._
AG angestellt war (1983
-1989)
und
anschliessend als Lagerist bei der
L._
arbeitete
. In d
er Folge
war er
während rund zehn Jahren in der Kunststoff- und Metallbaubranche bei der
Y._
AG als Montagearbeiter beschäftigt
(Urk.
8/6,
Urk.
8/7,
Urk.
8/68/16)
.
Gemäss Beschreibung der individuellen Tätig
keiten (vgl. Arbeitgeberfragebogen,
Urk.
8/6) musste der Beschwerdeführer bei seiner letzten Tätigkeit oft sitzen oder stehen und nur selten Lasten von 0-10 Kilogramm heben oder tragen.
Schwerere Lasten musste er gemäss Angaben der Arbeitgeberin nicht heben oder tragen.
Gefordert war
en
vor allem sorgfältig
es
A
rbeiten
sowie
ein
gutes
Konzentrations-, Aufmerksamkeits-, Durchhalte- und Auffassungsvermögen (Urk. 8/6/6).
Gemäss dem Gutachten der
M
edas
A._
ist der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig, unter Berücksichtigung des
folgen
den Belastungsprofils: „D
urchgeführt werden können leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im
Wechsel zwischen Stehen, Gehen und
Sitzen
,
ohne schweres
Heben und Tragen von Lasten über 10
kg
sowie
ohne ständige Drehbewegungen und Bücken“ (
Urk.
8/68/47). Aus neurologischer Sicht ergab das
Verlaufsg
utachten (
Urk.
8/101)
keine
weiteren Einschränkungen (Urk.
8/101/16).
Im massgebenden Zeitpunkt (
Juli
2013) verfügte der
Beschwerdeführer demnach in einer behinderungsangepassten Tätigkeit über eine verhältnismässig hohe Restarbeitsfähigkeit.
Wohl stand er im
Juli
2013 nur noch rund
5.5
Jahre vor der Pensionierung, weshalb er als nicht leicht vermittelbar zu erachten ist.
Es kann aufgrund seiner unterschiedlichen Anstellungen als Lagerist bei
L._
, bei einer Textilspinnerei sowie als Montagearbeit
er davon ausgegangen werden
,
dass er in seiner
bisherigen
Berufslaufbahn
bereits verschiedene Arbeiten ver
richtete
und er diese Erfahrungen weiterhin verwerten kann
.
Angesichts dessen erscheinen seine
Anstellungschancen auf dem von Gesetzes wegen als aus
geglichen unterstellten Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätig
keiten aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Ein
satz
es (BGE 110 V 273 E. 4b),
offensichtlich als
intakt, zumal die ih
m
gemäss gutachterlicher Beurteilung zumutbaren Tätigkeiten nicht so vielen Einschrän
kungen unterliegen, dass eine Anstellung nicht
mehr als realistisch erschiene
.
Es
ist
angesichts des
aktenkundigen
Jobprofils (Urk.
Urk.
8/6)
davon auszugehen, dass
auch
die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
als Montagearbeiter
als
zumutbar zu
erachten wäre, entspricht diese
doch grösstenteils dem
gutachterlichen
Belas
tungsprofil
.
Insbesondere der Ausübung von leichten
bis mittelschweren
Kon
troll
- und Überwachungstätigkeiten sowie unter Umständen auch von leichten Sortierarbeiten
oder – wie von der Beschwerdegegnerin aufgeführt – eine Tätig
keit als Empfangsmitarbeiter
steht das gutachterliche Belastungsprofil jedenfalls nicht entgegen.
Bei solchen Tätigkeiten ist zudem
nicht ersichtlich, dass die Einarbeitung mit einem grossen Aufwand verbunden wäre. Schliesslich besteht aufgrund der gutachterlichen Feststellungen auch kein Grund zur Annahme, dass d
er
Beschwerdeführer in
seiner
Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit massgeblich beeinträchtigt sein könnte (Urk.
8
/
68
/
47
).
6.
6
Unter diesen Umständen ist – im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat – davon auszugehen, dass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im massgebenden Zeitpunkt (
Juli
2013) verwertbar war.
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worde
n wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
geglichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturer
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
7.3
7.3.1
Während für den Zeitraum
ab
August
2010
, währenddessen der Beschwerde
führer
sowohl angestammt als auch angepasst
zu 100
%
arbeitsunfähig war,
der Invaliditätsgrad 100
%
betr
ug
,
bleibt
der Invaliditätsgrad für den Zeitpunkt per Juli 2013 zu bestimmen.
7.3.2
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist vorliegend auf das Einkommen bei der letzten Arbeitgeb
erin, der
Y._
AG, abzustellen und
die Bemessung des Inva
liditätsgrades für das Jahr 2013
vorzunehmen. Das Einkommen de
s
Be
schwerdeführer
s
hätte im Jahr 20
10
im Gesundheitsfall Fr.
64
‘
805
.-- betragen (Urk.
8
/
6/2 f.
). Angepasst an die Nominallohnentwicklung ergibt sich im Jahr 201
3
somit ein
Valideneinkommen
von Fr.
66‘402
.-- (Indexstand 2
151
[20
10
] auf 2
204
[201
3
]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpre
ise und der Reallöhne, 1976-2015
).
7.3.3
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist mit der IV-Stelle auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Es ist von einem monatlichen Einkommen von
männlichen
Hilfskräften von Fr. 4‘
901
.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Wirtschaftsabteilungen Total,
Anfor
derungsniveau
4) auszugehen. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
3
von 41.7 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, S. 88, Tabelle B 9.2) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
3
(Indexstand 2
151
[2010] auf 2
204 [2013]
,
vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsu
mentenpreise
und der Reallöhne, 1976-2015
) ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 80 % ein Jahreseinkommen von Fr.
50‘258
.-- (Fr. 4‘
901
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
151
x 2
204
x 0.8). Der von der IV-Stelle vorgenommene
leidensbedingte Abzug von
5 % ist nicht zu beanstanden.
Mit einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit
und den gesundheitsbedingten Leistungseinschränkungen, welche sich Lohnmindernd aus
wirk
en können, genüg
end Rechnung getragen. Weitere l
ohnmindernde Umstände sind nicht ersichtlich.
Demnach beträgt das Invalideneinkommen Fr.
4
7‘
745
.-- (Fr.
50
‘
258
.-- x
9
5 %).
7.3.4
Wird das
Valideneinkommen
von Fr.
66
‘
402
.-- dem Invalideneinkommen ge
mäss LSE von Fr.
4
7‘
745
.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
18
‘
657
.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
28
% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2) entspricht.
Die seit spätestens Juli 2013 bestehende Erwerbsfähigkeit führt in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV am 31. Oktober 2013 zur Aufhebung der Rente.
8.
Nach dem Gesagten ist d
ie Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass de
r
Beschwerdeführer ab dem 1.
August 2010
bis 3
1.
Oktober 2013
An
spruch auf eine ganze Rente
hat
.
Für den Zeitraum ab
1.
November 2013
besteht kein Rentenanspruch mehr und
ist die Beschwerde
a
bzuweisen
.
9.
9.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt
.
9.2
Vorliegend erweist sich
eine Kostenpauschale von Fr. 900
.-- als angemessen. Da de
r
Beschwerdeführer nur zu einem
geringen Teil
obsiegt, sind ih
m
die Kosten zu zwei Dritteln
(Fr. 600.--)
und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel
(Fr.
300.--)
aufzuerlegen.
9.3
D
er
vertretene Beschwerdeführer hat sodann gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des G
esetzes über das
Sozialversiche
rungs
gericht
(
GSVGer
) Anspruch auf eine entsprechend reduzierte
Prozessentschädi
gung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 500.-- (inklusive Mehrwertsteuer und
Bar
auslagen
) festzusetzen.