# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 79adfd88-02cf-45a9-b0ad-cba385fd5c1f
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 23. April 2015 wurden dem Pflichtigen und seiner Ehe-
frau unter Ziffer 150 Naturalbezüge und ein Privatanteil Fahrzeugaufwand aufgerechnet.
2. Gegen diese Veranlagung erhob der Buchhalter des Pflichtigen Einsprache und begehr-
te, der aufgerechnete Fahrzeugaufwand sowie die Naturalbezüge seien zu reduzieren. Zur Be-
gründung führte er aus, dass für das Jahr 2013 ein Privatverbrauch von Fr. 12‘240.-- verbucht
worden sei. Der Fahrzeugaufwand betrage insgesamt Fr. 9‘642.40. Es sei der Privatanteil mit
2/7 also Fr. 2‘754.95 zu erfassen. In der Erfolgsrechnung sei der Privatanteil mit Fr. 3‘000.-- für
das Fahrzeug verbucht worden.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 18. November 2015 hiess die Steuerverwaltung die Ein-
sprache teilweise gut. Zur Begründung führte sie aus, der anzurechnende Naturalbezug für drei
Erwachsene und ein Kind betrage Fr. 24'300.--. Der Pflichtige habe bereits einen Ei-
genverbrauch von Fr. 12'240.-- verbucht. Die Aufrechnung würde demnach Fr. 12'060.-- betra-
gen. lm Veranlagungsverfahren sei lediglich eine Aufrechnung in Höhe von Fr. 8'820.-- vorge-
nommen worden, wobei auf eine Korrektur verzichtet werde. Das Total der Fahrzeug-
aufwendungen betrage Fr. 12‘042.--, wovon 50% also Fr. 6‘021.-- als Privatanteil anzusehen
seien. Der verbuchte Privatanteil betrage Fr. 3‘000.-- und die Aufrechnung entsprechend Fr.
3‘021.--.
4. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2015 erhob ein neuer Vertreter des Pflichtigen Be-
schwerde und begehrte, 1. Der zusätzliche Privatanteil für Fahrzeugaufwand in Höhe von Fr.
3‘000.-- sei nicht gerechtfertigt und somit rückgängig zu machen. 2. Die Naturalbezüge seien
aufgrund der geschilderten Tatsachen in der verbuchten Höhe von Fr. 12‘240.-- vollständig ab-
gegolten. Die getätigte Aufrechnung im Veranlagungsverfahren von Fr. 8‘820.-- sei als nicht
gerechtfertigt zu betrachten und somit rückgängig zu machen. 3. Das steuerbare Einkommen
sei um Fr. 11‘820.-- auf Fr. 84‘433.-- zu reduzieren.
Zur Begründung führte er aus, der Pflichtige und seine Ehefrau hätten zwei Fahrzeuge,
eines davon sei auf das Geschäft (Restaurant B._, in C._) eingelöst, das andere auf die
Privatadresse. Das Fahrzeug, welches auf das Geschäft eingelöst sei, werde ausschliesslich für
Seite 3
dieses genutzt. Aus diesem Grunde sei die private Aufrechnung von Fr. 3'000.--, als genügend
zu betrachten. Die Kinder seien im betreffenden Kalenderjahr in D._ und E._ zur Schule
gegangen. Da der Weg nach C._ mit dem öffentlichen Verkehr für das Mittagessen im väter-
lichen Betrieb zu zeitaufwändig sei, hätten die Kinder das Mittag- und Abendessen zu Hause
eingenommen.
5. Mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, vorliegend führe der Ehemann einen
Restaurantbetrieb in C._. Deshalb seien für Warenbezüge aus dem eigenen Betrieb praxis-
gemäss Aufrechnungen erfolgt. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung sei davon auszugehen,
dass sich die Familie aus der Küche verpflege. Die Aufrechnung in Höhe von Fr. 8'820.-- sei
somit nicht zu beanstanden.
Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit der Fahrzeugkosten sei, dass sie geschäftsmäs-
sig begründet seien. Genaue Aufzeichnungen über die Nutzung des Fahrzeuges mittels eines
Fahrtenbuches und/oder Servicehefts würden nicht bestehen. Trotzdem habe die Veranla-
gungsbehörde die Hälfte der verbuchten Kosten als abzugsfähige Kosten zugestanden.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

## Considerations

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs.
1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar
1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht
übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden.
Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt
sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
Seite 4
2. Zu beurteilen ist vorliegend, ob die Steuerverwaltung dem Beschwerdeführer zu Recht
Naturalbezüge in Höhe von Fr. 8‘820.-- und einen Fahrzeugaufwand in Höhe von Fr. 3‘021.--
aufgerechnet hat.
3. Zunächst wird geprüft, ob die Aufrechnung für Naturalbezüge von Lebensmitteln zu
Recht vorgenommen wurde.
a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG sind die Naturaleinkünfte aller Art, insbesondere
freie Verpflegung und Unterkunft sowie der Wert selbstverbrauchter Erzeugnisse und Waren
des eigenen Betriebes, steuerbar. Naturaleinkünfte werden nach ihrem Marktwert bemessen.
b) Naturaleinkünfte sind alle Vermögenszuflüsse, die keine Geldeinkünfte sind also
Zuflüsse in Form von Sachen, Rechten oder Dienstleistungen jeder Art (vgl. Richner/
Frei/Kaufmann, Handkommentar zum DBG, Zürich 2009, Art. 16 N 67). Beispiele für Natural-
einkünfte sind die freie Verpflegung und Unterkunft, die Möglichkeit der privaten Nutzung des
Geschäftsautos, das Überlassen von beweglichen oder unbeweglichen Sachen zu Vorzugs-
kondition sowie Naturalbezüge aus dem eigenen Geschäft (vgl. Richner/Frei/Kaufmann, a.a.O.,
Art. 16 N 69 ff.).
c) Der steuerbare Wert von Naturaleinkünften wird nach ihrem Marktwert bemes-
sen. Da dieser nicht immer ganz einfach zu ermitteln ist, wird zur Vereinfachung der Einschät-
zungstätigkeit sowie aus verwaltungsökonomischen Gründen auf Pauschalen zurückgegriffen.
Im Kanton Basel-Landschaft werden dabei die Merkblätter der Eidgenössischen Steuerverwal-
tung (ESTV) angewendet (vgl. Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 19. Oktober 2012, 510
12 58).
d) Gemäss dem Merkblatt N1/2007 der ESTV über die Bewertung der Naturalbezü-
ge und der privaten Unkostenanteile von Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhabern Ziff. 1
lit. e „Restaurant und Hotels“ (in der Folge Merkblatt) sind für Erwachsene Fr. 6‘480.-- und für
Kinder über 13 Jahre Fr. 4‘860.-- pro Jahr für Warenbezüge aufzurechnen. Dies Werte stellen
Durchschnittsansätze dar und entsprechen der Praxis der Steuerverwaltung (vgl. StGE vom 19.
Oktober 2012, 510 12 58).
Seite 5
e) Der Vertreter des Beschwerdeführers bringt vor, die Aufrechnung der Steuerver-
waltung für die Naturalbezüge sowie für den Privatanteil am Fahrzeugaufwand sei zu hoch. Die
für die Naturalbezüge sowie für den Privatanteil am Fahrzeugaufwand in der Buchhaltung des
Beschwerdeführers verbuchten Werte seien korrekt, da die Kinder und die Ehefrau des Be-
schwerdeführer sich nie im Restaurant verpflegten und keine Lebensmittel mit nach Hause ge-
nommen würden. Dem ist entgegenzuhalten, dass nach der allgemeinen Lebenserfahrung
Steuerpflichtige, welche ein eigenes Restaurant führen, verbilligte Lebensmittel aus diesem
nach Hause nehmen und sich zumindest teilweise in diesem Restaurant verpflegen (vgl. StGE
vom 5. September 2014, 510 14 9; StGE vom 19. Oktober 2012, 510 12 58). Auf eine Aufrech-
nung kann bloss verzichtet werden, wenn es objektiv unmöglich ist, dass sich die Familie oder
einzelne ihrer Mitglieder von Lebensmitteln aus dem Restaurant ernährten, wie es z.B. bei Mili-
tärdienst der Fall wäre. Dies ist jedoch vorliegend nicht der Fall. Die Kinder des Pflichtigen wa-
ren im Steuerjahr 2013 19 und 13 Jahre alt womit gemäss Merkblatt insgesamt Fr. 24‘300.-- (3.
Erwachsene à je Fr. 6‘480.--: Fr. 19‘440.-- + 1. Kind ab 13 Jahre: Fr. 4‘860.--) als Privataufwand
zu verbuchen wären. Die Aufrechnung ist somit grundsätzlich korrekt. Der Vertreter des Be-
schwerdeführers bringt zudem vor, dass die Steuerverwaltung für die Berechnung der Aufrech-
nung vom verbuchten Eigenverbrauch des Vorjahres in Höhe von Fr. 12‘240.-- und nicht von
demjenigen des Steuerjahres 2013 in Höhe von Fr. 15‘618.-- ausgegangen sei. Dem ist zuzu-
stimmen. Zwar wurden in der Bilanz 2013 bloss Fr. 12‘240.-- als Eigenverbrauch verbucht, je-
doch wurden in der Erfolgsrechnung 2013 Fr. 15‘618.-- dafür eingesetzt. Da die Erfolgsrech-
nung für die Gewinnermittlung wesentlich ist (vgl. Blumenstein/Locher, System des schweizeri-
schen Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 325) und der durch sie ausgewiesene Gewinn
auch für die Veranlagung übernommen wurde, ist diese massgebend (vgl. Rich-
ner/Frei/Kaufmann, a.a.O., Zürich 2009, Art. 18 N 3). Dementsprechend ist die Aufrechnung der
Steuerverwaltung von Fr. 8‘820.-- um Fr. 138.-- (Privataufwand gemäss Merkblatt: Fr. 24‘300.--
minus verbuchter Privataufwand Erfolgsrechnung: Fr. 15‘618.-- minus Aufrechnung: Fr. 8‘820.--
) zu hoch.
Die Beschwerde ist in diesem Punkt im Sinne der Erwägungen teilweise gutzuheissen.
4. Es ist nun zu prüfen, ob ein Fahrzeugaufwand in Höhe von Fr. 3‘021.-- aufzurechnen ist.
a) Gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG werden bei selbständiger Erwerbstätigkeit die ge-
schäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Dazu gehören gemäss Abs. 2 ins-
Seite 6
besondere die Abschreibungen und Rückstellungen nach den Artikeln 28 und 29 DBG (lit. a),
die eingetretenen und verbuchten Verluste auf Geschäftsvermögen (lit. b), die Zuwendungen an
Vorsorgeeinrichtungen zugunsten des eigenen Personals, sofern jede zweckwidrige Verwen-
dung ausgeschlossen ist (lit. c), die Zinsen auf Geschäftsschulden sowie Zinsen, die auf Betei-
ligungen nach Artikel 18 Absatz 2 entfallen (lit. d) und die Kosten der berufsorientierten Aus-
und Weiterbildung, einschliesslich Umschulungskosten, des eigenen Personals (lit. e).
b) Aufwendungen sind dann geschäftsmässig begründet, wenn sie in einem engen
Kontext zu den aus der Geschäftstätigkeit erzielten Einkünften stehen (Richner/Frei/Kaufmann,
a.a.O., Art. 27 N 4). Die mit einem für den Betrieb benötigten Fahrzeug zusammenhängenden
Kosten sind geschäftsmässig begründet (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE]
2C_586/2010 vom 24. März 2011, E. 5). Jedoch muss für sie ein Privatanteil ausgeschieden
werden (Richner/Frei/Kaufmann, a.a.O., Art. 27 N 8).
c) Gemäss Ziff. 5 des Merkblattes kann der Privatanteil an den Autokosten entwe-
der effektiv oder pauschal ermittelt werden. Wenn anhand eines Bordbuches nachgewiesen
werden kann für wie viele Kilometer das Auto geschäftlich und für wie viele es privat genutzt
wurde, sind die effektiven Kosten proportional auf diese aufzuteilen (Ziff. 5 lit. a „Effektive Er-
mittlung“ des Merkblattes). Ist dies nicht möglich so ist eine möglichst wirklichkeitsnahe Lösung
in Form einer Pauschale zu finden.
d) Der Vertreter des Pflichtigen bringt vor, dass der Beschwerdeführer zwei Fahr-
zeuge besitze. Eines sei auf das Restaurant und eines auf seine Privatadresse eingelöst. Das
Geschäftsauto werde vornehmlich für Betriebszwecke genutzt. Die Familie benutze das andere
Auto. Die wenigen Gelegenheiten, für welche das Geschäftsfahrzeug privat genutzt worden sei,
seien durch die in der Erfolgsrechnung als “Privatanteil Fahrzeug“ ausgewiesenen Fr. 3‘000.--
abgedeckt. Dem ist entgegenzuhalten, dass, da der Beschwerdeführer kein Bordbuch geführt
hat, es nicht möglich ist den effektiven Privatgebrauch auszumachen. Bei Autokosten von ins-
gesamt Fr. 12‘042.-- erscheint ein Privatanteil von lediglich Fr. 3‘000.-- im Verhältnis sehr klein.
Nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist davon auszugehen, dass das Fahrzeug auch privat
gebraucht wird. So fährt der Beschwerdeführer, nach Aussage seines Vertreters, damit von und
zu seiner Arbeitsstelle. Trotz der Tatsache, dass der Beschwerdeführer noch ein weiteres Auto
besitzt ist davon auszugehen, dass das Geschäftsauto auch für andere private Zwecke benutzt
wird z.B. wenn das andere Auto in der Garage ist. Aus all diesen Gründen ist nicht zu bean-
standen, dass die Steuerverwaltung davon ausgeht, dass der Privatanteil an den Fahrzeugkos-
Seite 7
ten bei 50% liegt und noch insgesamt Fr. 3‘021.-- ([50% von Fahrzeugaufwand: Fr. 12‘042.--] -
verbuchter Privatanteil: Fr. 3‘000.--) aufgerechnet hat.
Der Einsprache-Entscheid vom 18. November 2015 erweist sich demnach in diesem Punkt als
korrekt und die Beschwerde ist abzuweisen.
5. a) Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer redu-
zierte Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 350.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG).
b) Nach Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG) vom 20. Dezember 1968 kann
der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für die ihr erwachsenen notwendigen und verhält-
nismässig hohen Kosten eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei
zugesprochen werden.
Vorliegend wurde ausdrücklich auf die Geltendmachung einer Parteientschädi-
gung verzichtet.
Seite 8