# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a9ae0e1-63ad-40ea-9733-d18d48001c3b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1973 geborene X._ meldete sich am 9. Juli 2009 unter Hinweis auf mehrere Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und veranlasste e
ine Abklärung im Haushalt (Urk. 9/28
)
. Mit Verfügung vom
10. Juni 2010
(
Urk. 9/39
) sprach die IV-Stelle d
er
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab
1.
Februar
2010
eine ganze Rente zu.
1.2
Am 10. Februar 2011 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit,
ihr Rentenan
spruch sei unverändert (Urk. 9/51).
1.3
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
8. April 2014 (Urk. 9/53
)
veran
lasste
die IV-Stelle unter anderem
eine Abklärung im Haushalt
(Urk. 9/101) und holte ein
psychiatrisches Gutachten ein, das am
25. April 2016
erstattet wurde (Urk
. 9/89
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 9/95, Urk. 9/99) hob die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 27. Januar 2017 (Urk. 9/103 = Urk. 2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am 27. Februar 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Januar 2017 (Urk. 2) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Am 3. April 2017 (Urk. 8) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwer
de, was der Beschwerdeführerin am 10. April 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb
s
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspra
cheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinwei
sen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungseinstellende Ver
fügung vom 27. Januar 2017 (Urk. 2) damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gemäss dem eingeholten Gutachten gegenüber 2011 da
hingehend verbessert habe, dass eine erhöhte Arbeitsfähigkeit in der ursprüng
lichen Tätigkeit vorliege (S. 1 unten). Der Beschwerdeführerin sei eine Erwerbs
tätigkeit in vollem Umfang zumutbar (S. 2 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber aus näher dargelegten Gründen
(Urk. 1 S. 3 ff. Ziff. 6 ff.) auf den Standpunkt, die Verfügung erweise sich als durch die medizinischen Feststellungen und Berichte nicht gedeckt (S. 7 Ziff. 26).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete Rente der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. Januar 2017 (Urk. 2) zu Recht aufgehoben hat, mithin, ob sich der Gesundheitszustand seit der Renten
zusprache vom 10. Juni 2010 (Urk. 9/39) wesentlich verbessert hat.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 1
0.
Juni 2010 (
Urk.
9/39)
lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zugrunde:
3.2
Dr. Y._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte mit Bericht vom 18. September 2009 (Urk. 9/20) aus, sie behandle die Beschwerde
führerin seit 2005 und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.11)
-
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Von Februar bis Mai 2007 und von November 2008 bis Februar 2009 habe eine stationäre Behandlung in der Z._ stattgefunden (Ziff. 1.3, vgl. auch den Austrittsbericht der Z._ vom 13. Februar 2009, Urk. 9/15). Gegenwärtig fänden einmal pro Woche stützende Gespräche statt und es werde versucht, eine minimale Tagesstruktur zu etablieren (Ziff. 1.5). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Musikerin seit August 2008 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Sie leide an Dauermüdigkeit und Konzentrationsstörungen, sodass sie nicht üben und nicht an Proben und Aufführungen teilnehmen könne (Ziff. 1.7).
3.3
Dr. Y._ ergänzte mit Verlaufsbericht vom 1. November 2009 (Urk. 9/25), bezüglich Suizidalität sei eine langsame Verbesserung eingetreten. Die Patientin habe eine ambulante Ergotherapie begonnen. Bezüglich Erschöpfung habe eher eine Verschlechterung stattgefunden (S. 1 Ziff. 3). Zurzeit sei eine behinde
rungs
angepasste Tätigkeit wegen der erschöpfungsbedingten Unzuverlässigkeit nicht zumutbar. Die Beschwerdeführerin baue nur langsam eine minimale Tages
struktur auf. Sie sei gelernte Musikerin (Kontrabass), spreche Japanisch, Englisch, Italienisch und einigermassen Deutsch. Sie habe einige Computer
kenntnisse (S. 3).
3.4
Am
23. Dezember 2009
erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsbericht vom
15. Januar 2010
,
Urk. 9/28
).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, bei Gesundheit aus finan
ziellen Gründen einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit im Ausmass von 100 % nachzugehen.
Die Abklärungsperson legte dementsprechend die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu
100 %
Erwerbstätige fest
(S. 3 Ziff. 2.5)
.
3.5
Mit Verfügung vom 10. Juni 2010 (Urk. 9/39) sprach die IV-Stelle der Beschwer
deführerin
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab
1.
Februar 2010 eine ganze Rente zu.
4.
4.1
Im Rahmen der
ersten amtliche
n Rentenrevision holte die Beschwerdegegnerin die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr. Y._ nannte mit Bericht vom 14. Oktober 2010 (Urk. 9/45) folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.0)
-
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31)
Eine stationäre Behandlung der Beschwerdeführerin habe zuletzt von August bis September 2010 stattgefunden (Ziff. 1.3). Seit November 2009 sei der Verlauf im Wesentlichen gleichbleibend. Die
Beschwerdeführerin
habe einige Versuche gemacht, eine Tagesstruktur aufzubauen. Alle seien an der Erschöpfung geschei
tert. Die letzte Einweisung in die Z._ sei per Fürsorgerischer Frei
heitsentzug (FFE) wegen Suizidalität erfolgt (Ziff. 1.4). Als Musikerin bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
4.3
Am 1
0.
Februar 2011 teilte die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
mit, ihr Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
9/51).
5.
5.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
2
7.
Januar 2017
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgende
n
Berichte vor:
5.2
Dr. Y._ nannte mit Bericht vom 13. Mai 2014 (Urk. 9/57) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.11)
-
Verdacht
auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31)
Insgesamt sei eine weitere Stabilisierung eingetreten. Eine ernsthaftere Krise im Herbst 2013 sei ohne Klinikaufenthalt bewältigt worden. Sie sei nach wie vor wenig belastbar (Ziff. 1.4). Sie sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer bisherigen Tätigkeit als Musikerin (Ziff. 1.6).
5
.3
Am 2
6.
Mai 2015 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsbericht vom
29. Mai 2015
,
Urk.
9/
101
). Die Beschwerdeführerin
sei am 5. September 2014 Mutter eines Sohnes gewor
den (S. 1 Ziff. 1). Mit der Tätigkeit als Musikerin seien eher nur bescheidene Einkünfte möglich. Deshalb würde und aus finanzieller Sicht müsste sie heute bei Gesundheit auch nach der Geburt ihres Sohnes weiterhin im Ausmass von 100 % ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen.
Die Abklärungsperson legte dement
sprechend die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige fest (S. 3
f. Ziff.
2.5
f.
).
5.4
Mit Bericht vom 4. Juli 2015 (Urk. 9/73) führte Dr. Y._ aus, sie habe die Beschwerdeführerin
wegen
der
Praxisaufgabe altershalber
per Dezember 2014
(Urk. 9/76)
am 17. Dezember 2014 zum letzten Mal gesehen. Damals sei ihr Zustand im Vergleich zum 13. Mai 2014 unverändert gewesen.
5.5
Dr. med. A._, Fachärztin für
Gynäkologie und Geburtshilfe
, führte mit Bericht vom 9. Oktober 2015 (Urk. 9/80) aus, sie behandle die Beschwer
deführerin seit Januar 2015 (Ziff. 1.2). Vor der Geburt des ersten Kindes (September 2014) habe die Beschwerdeführerin bereits an einer depressiven Störung gelitten. Diese sei aufgrund von Paarkonflikten anhaltend und sich situativ verschlechternd. Aufgrund der lang anhaltenden, komplexen depressi
ven Störung und der bisher wenig erfolgreichen Behandlungsversuche bestehe mittelfristig eher eine schlechte Prognose (Ziff. 1.4). Gegenwärtig erfolge eine wöchentliche, stützende, ressourcen- und verhaltensorientierte Psychotherapie bei lic. phil. B._ (delegierte Psychotherapie; Ziff. 1.5). Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen würden das Ausüben einer regel
mässigen Tätigkeit als Musikerin erschweren (Ziff. 1.7).
5.6
Dr. med. C._, Facharzt
für All
gemeine Innere Medizin
, führte
mit Bericht vom 22. Oktober 2015 (Urk. 9/81/5-7) aus, er behandle die Beschwer
deführerin seit Juni 2015 und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
mittelgradige Depression ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
-
Status nach Medikamentenintoxikation vom 4. November 2008
-
prämenstruelles Syndrom
-
arterielle Hypertonie
Die Beschwerdeführerin arbeite als freischaffende Musikerin und sei nicht in der Lage, regelmässig zu arbeiten. Eine angepasste Tätigkeit sei aktuell nicht möglich (Ziff. 2.1).
5.7
Die Fachpersonen der Mutter-Kind-Station des Spitals E._ berichteten am 12. Februar 2016 über die Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 10. Dezem
ber 2015 bis 29. Februar 2016 (Urk.
9/93
/6-9
)
und nannten als Diag
nose eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1; S. 1).
Die Beschwerdeführerin sei mit ihrem sechs Monate alten Sohn eingetreten. Sie kenne ihren Partner und Vater ihres Sohnes seit 20 Monaten. Sie sei schon seit zirka zehn Jahren immer wieder depressiv. Sie habe auch immer wieder Thera
pien gehabt und verschiedene Medikamente ausprobiert. Zurzeit nehme sie nur pflanzliche Mittel, da ihr Partner den Eindruck habe, schuldmedizinische Medi
zin wirke nicht. Sie und ihr Partner seien beide freiberuflich als Musiker tätig und spielten Kontrabass. Sie könnten sich entsprechend ihre Arbeitszeit selb
ständig einteilen und auch die Mutter väterlicherseits sei eine gute Unter
stützung. Die Eltern und drei Schwestern ihrer Mutter lebten in Japan und sie vermisse sie sehr (S. 1 unten).
Mit ihrem Sohn habe die Beschwerdeführerin eigentlich eine gute Beziehung. Aber aufgrund ihrer verstärkt depressiven Stimmung sei sie rasch überfordert. Hinzu würden teilweise sogar handgreifliche Konflikte mit ihrem Partner wegen dessen 11-jähriger Tochter aus einer früheren Partnerschaft kommen. In Japan würden die Kinder aus früheren Beziehungen auf Vaterseite nicht in die neue Familie integriert. Entsprechend schwierig sei es für sie, dass seine Tochter an ihrem Familienleben teilnehme, obwohl sie das Kind eigentlich möge. Inzwi-schen hätten sie vereinbart, dass er seine Tochter jeweils bei seinen Eltern sehe. Aber er wolle sich nicht damit abfinden. Sie brauche Zeit für eine mögliche andere Lösung, die er ihr jedoch nicht lasse (S. 1 unten).
In den psychotherapeutischen Einzelsitzungen, die zweimal wöchentlich statt
gefunden hätten, habe die Beschwerdeführerin eher verlangsamt, teilweise schwingungsarm, niedergedrückt und wenig initiativ gewirkt. Im Laufe des Auf
enthaltes habe sich stellenweise ihre Stimmung etwas aufgelockert. Hintergrund für die Verbesserung des psychischen Befindens habe unter anderem die Ent
lastung von Alltagsaufgaben auf der Mutter-Kind-Station gewesen sein können (Kochen, Putzen, Kinderbetreuung) sowie etwas Abstand zu ihrem doch offen
bar teilweise recht dominanten Partner. Jedoch lasse sich nicht vorhersagen, inwieweit dieser verbesserte Zustand anhalte oder ob er sich durch die Anfor
derungen im häuslichen Umfeld wieder verschlechtere (S. 3 oben).
5.8
Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, erstattete am 25. April 2016 ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 9/89/1-12) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10 Ziff. 5.1):
-
Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozial
verhalten bei psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.25), im Rahmen einer Paarproblematik mit dem Lebenspartner (ICD-10 F63.0)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Akzen
tuierung von Persönlichkeitszügen mit emotional instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1), Differentialdiagnose (DD) Persönlichkeitsstörung (Ziff. 5.2).
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe bei der Versicherten zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Die Versi
-
cherte sei ausgebildete Konzert-Kontrabassistin und lebe seit Jahren in der Schweiz.
Aus der Vorgeschichte
seien
diverse Episoden bekannt, in denen es im Rahmen von Beziehungsprob
l
emen zu depressiv-suizidalen Entgleisungen
ge
kommen sei
, was mehrmals zu stationären psychiatrischen Behandlungen
geführt habe
. Trotzdem
sei
es der Versicherten immer wieder
gelungen
, in ihrer angestammten Tätigkeit zu arbeiten. 2014
sei
sie Mutter eines Sohnes
gewor
den
, den sie seither mit Unterstützung ihres Lebenspartners betreu
e
. Ob bei der Versiche
rten langfristig ein psychiatri
scher Gesundheitsschaden mit gleichblei
ben
der Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit
besteh
e
,
sei
schwierig zu beurteilen. Die suizidalen Episoden in der Vergangenheit mit anschliessenden stationären Behandlungen
hätten
meistens im Kontext von Paarproblemen und Alkohol- oder Drogenkonsum statt
gefunden
. Eine durchgehende, intensive ambulante psychiatrische Behandlung
sei
nur lückenhaft dokumentiert. Versuche mit Psy
cho
pharmaka
hätten
keine deutliche Besserung des Beschwerdebildes
gebracht
. Seit dem
1. Februar
2010
sei
der Versicherten eine ganze I
nvalidenr
ente zuge
sprochen
worden
. Trotzdem
sei
sie in der Lage
gewesen
, im Verlauf weiter als
Konzert-Kontrabassistin zu arbeiten, in wechselhaftem Pensum. Es bleibe unklar
, inwiefern die Schwierigkeit, als Be
ru
fsmusikerin ein ausreichendes Einkommen zu erzielen, bei der Red
u
ktion des Arbeitspensums eine Rolle
gespielt habe
(krankheitsfremder Fa
ktor; S. 10 Ziff. 6).
Aktuell befinde sich die Ve
rsicherte im Rahmen einer Krise, ausgelöst durch Beziehungsprobleme, noch in stationärer psychiatrischer Behandlung auf der psychiatrischen Abteilung des Spitals
E._
. Eine regelmässige fachärztlich-psychiatrische ambulante Behandlung finde seit der Pensionie
rung der bishe
rigen Therapeutin
offenbar nicht mehr statt, diese wäre aber auch aus versiche
rung
s
medizinischer Sicht dringend indiziert. Es
sei
der Versicherten empfohlen
worden
, sich nach der Entlassung aus der Klinik in ambulante fachärztliche Behandlung zu begeben. Zurzeit besteh
e
bis auf
W
eite
re
s eine 100%
ige Arbeits
unfähigkeit
für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt. Nach der Entlas
sung aus der stationären
Behandlung müsste ihm Rahmen beru
flicher Mass
nahmen abgeklärt werden, inwiefern sich die Erwerbstätigkeit der Versicherten weiter steigern liesse. Aufgrund ihrer Vorgeschichte
sei
davon auszugeben, dass sie an einer chronischen psychischen Vu
lne
rabilität für
psychosoziale Belas
tungen leide
. Gegen das Vorliegen einer klassischen Persönlichkeitsstörung
spreche
aber, dass sie offenbar vor ihrer Ankunft in der Schweiz 1995 im Heimatland keinerlei psychische Probleme
gehabt habe
. Früher schein
e
sie auch in der Lage gewesen zu sein, trotz ihrer psychischen Beschwerden eine renten
ausschliessende Erwerbstätigkeit aufrechtzuerhalten. Allenfalls ha
be
sich seit der Geburt ihres Soh
n
es eine zunehmende Überforderung eingestellt, mit konse
kutiver Unfähigkeit, mehr als eine bestimmte Anzahl Konzerte pro Monat zu geben. Allerdings
sei
die Vers
icherte offenbar in der Lage, trotz
ihrer Beschwerden und der (krankheitsf
r
emden) Belastung
durch die Betreuung des Sohnes zirka vier
Konzerte pro Monat zu geben. Es
sei
letztlich unklar, ob ihr geringes Einkommen durch eine psychische Erkrankung verursacht
werde, oder ob es vor allem mit invalidenversicherungs
fremden Gründen zu tun ha
be
. Diese Fragen
würden
nach der Entlassung aus stationärer Behandlung im Rahmen be
ru
flicher Massnahmen
der Invalidenversicherung
zu klären
sein
. Auch müsste abgeklärt werden, inwiefern sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten zum Beispiel durch eine adäquate antidepressive Medikation verbessern liesse. Sollte die
Arbeitsunfähigkeit
weiterbestehen, müsste auch abgeklärt werden, ob allen
falls ein erneutes Suchtgeschehen dabei eine Rolle spiel
e
, wie es offenbar in der Vorgeschichte bereits der Fall
gewesen sei
. Gemäss Angaben der Versicherten
habe sie aber seit der Geburt ihres Sohnes keine Suchtprobleme mehr. Zu
sammen
fassend
sei
auch deshalb davon auszugeben, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten seit 2014 eher gebessert ha
be (S. 11)
.
Aufgrund der Vorgeschichte stell
e
sich die Frage, ob die
Arbeitsunfähigkeit
der Versicherten auf einen chronischen psychischen Gesundheitsschaden zurückzu
führen
sei
oder eher auf krankheitsfremde psychosoziale Faktoren (schwieriges
berufliches Umfeld, Suchtgeschehen, Migrationshintergrund, Paarprobleme). Seit
der Rentenzusprache 2010 h
abe
sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten eher gebessert, so ha
be
sie seit der Geburt ihres Sohnes 2014 gemäss eigenen Angaben weder Drogen noch Alkohol konsumiert. Die aktuelle psychische Krise
sei
durch Paarprob
l
eme mit dem Lebenspartner ausgelöst
worden
. Die Versicherte
sei
in den letzten Jahren in reduziertem Pensum im angestammten Beruf tätig. Ob sich die A
rbeitsfähigkeit
der Versicherten auf dem ersten Arbeitsmarkt steigern
lasse
,
sei
schwierig zu beurteilen. Berufliche Massnahmen
seien
nach Abschluss der aktuellen stationären Behandlung indi
ziert, um die A
rbeitsfähigkeit
weiter abzuklären und zu verbessern. Eine regel
mässige fachärztlich-psychiatrische ambulante Behandlung
sei
dringend indi
ziert, um diesen Prozess zu begleiten und die A
rbeitsfähigkeit
zu optimieren
(S. 12 Ziff. 1)
.
Seit der Rentenzusprache 2010 ha
be
sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten eher gebessert, so ha
be
sie seit der Geburt ihres Sohnes 2014 gemäss eigenen Angaben weder Drogen noch Alkohol konsumiert
(S. 12 Ziff. 2)
.
5.9
Med.
pract.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte
mit Bericht
vom
27. Juni 2016 (Urk. 9/93/1-5
)
aus, die Beschwerdeführerin erst seit dem 31. März 2016 zu behandeln (Ziff. 1.3) und nannte als Diagnose eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte E
pisode ohne somati
sches Syndrom (ICD-10 F33; Ziff. 1.2). Da die Beschwerdeführerin längere Zeit keiner regelmässigen Tätigkeit mehr nachgegangen sei, könne die Frage zur Arbeitsfähigkeit nur unsicher beantwortet werden. Jedoch habe sie in unregel
mässigen Abständen (durchschnittlich etwa zwei bis vier Mal monatlich) Konzerte gespielt, habe entsprechend dafür üben können, regelmässig an den Proben teilnehmen können und gemäss eigenen Angaben auch mit hinreichender Konzentrationsfähigkeit die notwendige Leistung in den Konzerten erbring
en können. Somit sollte davon ausgegangen werden, dass eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von zirka drei bis vier Stunden an maximal vier Tagen pro Woche erfolgen könne (Ziff. 2.1).
5.10
Dr. med. G._
,
Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
und praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom 30. Juni 2016 (Urk. 9/102/8) aus, die Arbeits
fähigkeit der Versicherten habe sich gegenüber dem 11. Februar 2011 dahingehend verbessert, dass nun eine Arbeitsunfähigkeit von 60-70 % in der angestammten Tätigkeit, die als ideal angepasst zu bezeichnen sei, bestehe. Diese Angabe würde seit 27. Juni 2016 gelten.
5.11
Nach Verfügungserlass führte Dr. med. H._, Facharzt für
Psy
chiatrie und Psychotherapie
, mit Bericht vom 27. Februar 2017 (Urk. 3 = Urk. 6)
aus, die Beschwerdeführerin in Kenntnis der umfangreichen Akten der Beschwer
degegnerin zwei Mal untersucht zu haben. Die Beschwerdeführerin sei momen
tan wieder schwanger und das Kind solle im Mai geboren werden. Die Be
schwerdeführerin habe berichtet, bis zu einer Reise nach Japan Ende des vergangenen Jahres im Haushalt Unterstützung durch die Spitex gehabt zu haben, da sie sich den Anforderungen trotz Unterstützung des Partners nicht genügend gewachsen gefühlt habe. Sie sei in ihren Gesprächen herabgestimmt, wenig schwingungsfähig, freudlos, gedanklich wenig beweglich. Sie habe eine aus
geprägte Energielosigkeit beschrieben, könne im Alltag nicht üben, obwohl ihr Partner dies regelmässig zu tun scheine, an eine Konzerttätigkeit sei momentan nicht zu denken, sodass man bei ihr doch vom weiteren Vorliegen eines mittel
gradigen depressiven Syndroms ausgehen müsse, durch das sowohl ihre häus
liche Belastbarkeit als auch - und dies besonders - ihre berufliche Leistungs
fähigkeit erheblich beeinträchtigt sei.
Wenn er heute die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin im Zu
sammenhang mit der Vorgeschichte einschätze, so könne er sich der Beurtei
lung durch Dr. D._ problemlos anschliessen.
6.
6.1
Voraussetzung für eine Rentenrevision ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes und damit eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. vorstehend E.
1.
3
). Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwerde
führer
in
in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hat, beurteilt sich durch einen Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der renten
zusprechenden Verfügung vom 1
0.
Juni 2010 (
Urk.
9/39) mit dem Gesundheits
zustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2).
Die ursprüngliche Rentenzusprache erfolgte im Wesentlichen gestützt auf
die Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. Y._, die
eine rezidivierende depressive Störung
(ICD-10 F33.11), was einer gegenwärtig mittelgradigen Epi
sode entspricht, und einen
Verdacht auf
eine
emotional instabile Persönlich
keits
störung
diagnostizierte und daraus eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ablei
tete (vgl. vorstehend E. 3.2).
6.2
Zur Beurteilung der
revisionsrechtlich relevante
n
Frage, ob eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist oder lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes
(vgl. vorstehend E. 1.3), kann auf das psychiatrische Gutachten von Dr. D._ (vorstehend E. 5.8) abgestellt werden. Er
berücksichtigte sämtliche Akten, führte eigene Untersuchungen durch und begründete seine Beurteilung in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise, so dass seine Expertise den praxisgemässen Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.
5
) genügt.
Der psychiatrische Gutachter nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten bei psychosozialer Belastung, im Rahmen einer Paarproble
matik mit dem Lebenspartner. Er kam zum Schluss, dass sich der psychische Gesundheitszustand seit 2010 eher gebessert habe (vorstehend E. 5.8). Auch aus dem
Bericht des behandelnden Psychiaters
med. pract. F._
geht eine Verbesserung hervor, diagnostizierte er doch nur noch eine lei
chte dep
ressive Epi
sode (vorstehend E. 5.9). Dr. D._
kam zum Schluss, dass
bei der Beschwer
deführerin zum Zeitpunkt der Begutachtung
keine Arbeitsfähigkeit mehr
bestand. Der aktuell behandelnde Psychiater Dr. H._ schloss sich der Beurtei
lung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin an (vorstehend E. 5.11) und auch die ehemals behandelnde Psychiaterin attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 5.2). Med. pract. F._ kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit in einem Pensum von zirka drei bis vier Stunden an maximal vier Tagen pro Woche arbeitsfähig sei (vorstehend E. 5.9).
Soweit die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen andere Diagnosen als der psychiatrische Gutachter Dr. D._ nannten (vorstehend E. 5.2, E. 5.7, E. 5.9, E. 5.11),
gilt es zu beachten, dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend sind, sondern die Aus
wirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294, Urteil des Bundes
gerichts 9C_526/2014 vom 3. Dezember 2014 E. 5.1).
6.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Aus
mass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
matische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Resso
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweis
belastete versicherte Person zu tragen (BGE 141
V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
6.4
Das
Gutachten von Dr. D._
wurde im
April 2016
und demnach vor der Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts mit
BGE 143 V 409 und 418
erstattet. Damit verliert es seinen Beweiswert indes nicht per se. Zu prüfen ist vielmehr, ob das
erwähnte Gutachten
-
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli
chen Indikatoren erlaubt oder nicht (vgl. vorstehend E. 6.3, BGE 141 V 281 E. 8).
6.5
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist
zunächst hinsichtlich des Gesichts
punkts der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
festzuhalten, dass
der psychiatrische Gutachter beim Psychostatus bis auf eine verhaltene Mimik und Gestik und den Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Affekt herabgestimmt, wenig schwingungsfähig und kaum spürbar gewirkt hat, keine Auffälligkeiten festgestellt hat (Urk. 9/89/9). Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnos
tizierte Dr. D._ denn auch einzig eine Anpassungsstörung. Damit
fällt eine schwere Ausprägung des psychischen Leidens ausser Betracht
.
D
ie das Beschwerdebild mitprägenden psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik beein
flussen,
sind
als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 E. 4.3 mit Verweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298).
Gestützt auf
das
Gutachten
von Dr. D._ von April 2016 (vorstehend E. 5.8) und
insbesondere auch auf den Austritts
bericht der Mutter-Kind-Station
von Februar 2016 (vorstehend E. 5.7)
liegen wesentliche psychosoziale Belastungsfak
toren vor. So wies Dr. D._ darauf hin, dass aus der Vorgeschichte diverse Episoden bekannt
seien, in denen es im Rahmen von Beziehungsproblemen zu depressiv-suizidalen Entgleisungen ge
kommen sei, was mehrmals zu stationären psychiatrischen Behandlungen geführt habe. Die suizidalen Episoden in der Vergangenheit mit anschliessenden stationären Behandlungen hätten meistens im Kontext von Paarproblemen und
Alkohol- oder Drogenkonsum stattgefunden. Die Beschwerdeführerin befand sich
denn auch zum Gutachtenszeitpunkt im Rahmen einer durch Beziehungs
prob
leme ausgelösten Krise noch in stationärer psychiatrischer Behandlung auf der psychiatrischen Abteilung des Spitals E._. Aus dem Austrittsbericht der Mutter-Kind Station geht hervor, dass die Beschwerdeführerin angegeben hat, es
würde teilweise
zu
handgreifliche
n
Konflikte
n
mit ihrem Partner wegen dessen 11-jähriger Tochter aus einer früheren Partnerschaft kommen.
Die dorti
gen Fachpersonen führten den während ihres Aufenthaltes eingetretenen ver
besser
ten Zustand unter anderem auf den Abstand zu ihrem doch offenbar teil
weise recht dominanten Partner zurück. Des Weiteren hat die Beschwerde
führerin Mühe,
als Berufsmusikerin ein ausreichendes Einkommen zu erzielen
. Dabei äusserte Dr. D._ die Vermutung, dass sich allenfalls seit der Geburt ihres Sohnes eine zunehmende Überforderung eingestellt habe, mit konsekutiver Unfähigkeit, mehr als eine bestimmte Anzahl Konzerte pro Monat zu geben. Insgesamt können die funktionellen Einschränkungen damit auf die ausge
prägten psychosozialen Faktoren wie Paarprobleme, schwieriges berufliches Umfeld, Suchtgeschehen zurückgeführt werden.
Zum Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder - resistenz ist zu erwähnen, dass zwischen 2007 und 2010 drei stationäre Behandlungen erfolgten (vor
stehend E. 3.2, E. 4.2). Danach wurde eine solche wieder 2015/2016 durch
geführt (vorstehend E. 5.7). Nachdem Dr. Y._, welche die Beschwerdeführerin langjährig psychiatrisch behandelt hat, ihre Praxis altershalber aufgegeben hatte (vgl. Urk. 9/73, Urk. 9/76), nahm die Beschwerdeführerin - soweit ersicht
lich - keine regelmässige psychiatrische Behandlung mehr wahr. 2015 wurde zwar ausgeführt, die Beschwerdeführerin nehme eine wöchentliche stützende ressourcen- und verhaltensorientierte Psychotherapie
bei lic. phil.
B._
wahr (vorstehend E. 5.5). Indes gab lic. phil. B._ am 11. Mai 2016 an, die Beschwerdeführerin seit zirka einem halben Jahr nicht mehr zu behandeln (vgl. Urk. 9/91). Die Beschwerdeführerin nahm im März 2016 eine Behandlung bei med. pract. F._ auf (vorstehend E. 5.9).
In
welchem U
mfang und über welchen Zeitraum die dortige Behandlung erfolgte, geht aus den Akten soweit ersichtlich nicht hervor.
Von Dr. H._ wurde sie zudem bloss zwei Mal untersucht, dass bei ihm eine Behandlung durchgeführt wird, ist nicht ersichtlich (vorstehend E. 5.11).
Eine medikamentöse Therapie wird ebenfalls nicht durchgeführt. So hat die Beschwerdeführerin die
Medikation mit Cymbalta eingestellt. Heute nimmt sie nur noch Johanniskraut ein (
Urk.
9/89/9).
Dr. D._ erachtete eine fachärzt
lich-psychiatrische ambulante Behandlung aus versicherungsmedizinischer Sicht dringend indiziert (vorstehend E. 5.8). Ob sich der Gesundheitszustand durch eine adäquate antidepressive Medikation verbessern lässt, erachtete er immer
hin als abklärungsbedürftig (vorstehend E. 5.8). Die Therapiemög
lich
keiten erscheinen bei dieser Ausgangslage nicht als ausgeschöpft.
6.6
Zu den Komplexen Persönlichkeit und sozialer Kontext ist festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin ihr Kind gut versorgen kann (Urk. 9/89/8) und sich auch ihr Partner um das Kind kümmert (Urk. 9/89/9). Zudem hat sich die Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihrem Lebenspartner langsam verbessert (Urk. 9/89/8 oben). So erwartete die Beschwerdeführerin 2017 denn auch das zweite Kind (vorstehend E. 5.11). Sie und ihr Partner können sich bei ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Musiker ihre Arbeitszeit selbständig einteilen und werden durch die Mutter väterlicherseits gut unterstützt (vorstehend E. 5.7). Die Eltern des Lebens
partners wohnen nur fünf Minuten von ihnen entfernt (Urk. 9/101/4). Zudem geht sie regelmässig in ihr Heimatland in die Ferien (Urk. 9/89/7 Mitte), wobei ihr Partner sie zuweilen begleitet (Urk. 9/93/7). Ihre Mutter kommt sie immer wieder besuchen, zuletzt kurz nach der Geburt des Sohnes für drei Monate (Urk. 9/93/7). Schliesslich ist sie in der Lage, trotz ihrer Beschwerden und der Belastung durch die Betreuung des Sohnes zirka vier Konzerte pro Monat zu geben (vorstehend E. 5.8).
6.7
Zu prüfen ist sodann die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleich
mässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebens
be
reichen ist zu bemerken, dass
die aktive Teilnahme an der Betreuung und Erziehung des Kindes, die regelmässigen Reisen nach Japan und die gelegentlichen Konzerttätigkeiten im Widerspruch zur geltend gemachten vollständigen Erwerbsunfähigkeit stehen.
Bezüglich Leidensdruck ist festzustellen, dass
die Beschwerdeführerin die Medi
kation mit Cymbalta eingestellt hat. Heute nimmt sie nur noch Johanniskraut ein (Urk. 9/89/9). Zudem findet seit der Pensionierung der bisherigen Thera
peutin keine regelmässige fachärztlich-psychiatrische ambulante Behandlung mehr statt. Eine solche ist indes von versicherungsmedizinischer Sicht dringend indiziert (Urk. 9/89/11). Es bestehen daher Indizien für einen fehlenden Leidens
druck.
6.8
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
die diagnoserelevanten Befunde nicht beson
ders ausgeprägt sind und die funktionellen Einschränkungen
massgeblich
auf die ausgeprägten psychosozialen Faktoren zurückgeführt werden
können
.
Zudem ist weder eine adäquate medikamentöse noch fachärztlich-psychiatrische Behandlung ausgewiesen und es bestehen einige Inkonsistenzen.
Die
vom psy
chia
trischen Gutachter Dr. D._
und – mit Ausnahme von med. pract. F._ (vorstehend E. 5.9) - von den behandelnden Psychiatern
attestierte Arbeitsun
fähigkeit von
100
% in
jeglicher
Tätigkeit ist somit aufgrund der Prüfung der Standardindikatoren nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schlüssig und widerspruchsfrei nachgewiesen. Die Folgen dieser Beweislosigkeit hat die Be
schwerdeführeri
n zu tragen (vgl. vorstehend E. 6
.3).
Damit ist aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht von
einer
volle
n
Arbeits
fähigkeit in jeder Tätigkeit auszugehen.
6.9
An diesem Resultat ändert sich auch aufgrund der Berichte von Dr. A._, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe (vorstehend E. 5.5), und desjeni
gen von Dr. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (vor
stehend E. 5.6), nichts, da es sich bei diesen Berichten nicht um fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutische Berichte handelt.
Auch aus dem Bericht von den Fachpersonen der Mutter-Kind-Station des Spitals E._ (vorstehend E. 5.7) kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, geht doch auch aus diesem Bericht eine Verbesserung ihres psychischen Zustandes hervor und wurde eine allfällige Verschlechterung des Zustandes von psychosozialen Belastungsfaktoren abhängig gemacht.
Im Übrigen gilt es zu berücksichtigen,
dass
die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person
stehen
und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren
haben. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Ge
sund
heitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E.
4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandeln
den Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
6.10
Zusammenfassend ist eine Verbesserung der G
esundheitssituation ausgewiesen.
Die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach
Art.
17
Abs. 1 ATSG sind somit erfüllt.
7.
7.1
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an
frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2
010
vom 2
5.
Januar 2011 E.
1.2 mit Hinweisen).
D
ie Beschwerde
führerin
ist
unbestrittenermassen als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in jeder Tätigkeit und der unbestritten gebliebenen
Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige
(vgl. Urk. 1, Urk. 2, Urk. 9/101) resultiert
bei einem Prozentvergleich ein renten
anspruchsausschliessender Invaliditätsgrad
von 0
%
.
Die Aufhebung der bisher ausgerichteten ganzen Rente erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.