# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a0b355e-ff45-40f0-a8bf-519508c5fc2b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1960
, meldete sich erstmals am 2
7.
November 2006 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf einen
„
Systemic
Lupus
“
zum
Leistungsbezug an (
Urk.
8/4). Die IV-Stelle tätigte medizinische
und erwerbliche Abklärungen,
holte insbesondere das psychiatrische Guta
chten von
Dr.
med. Y._
, Psy
chi
atrie und Psychotherapie FMH, vom
4.
September 2008 ein (
Urk.
8/39) und erstellte den Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom
7.
Mai
2009 (
Urk.
8/45).
Mit Verfügung vom
4.
November 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem
1.
Januar 2007 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 76
%
eine ganze Rente zu
(
Urk.
8/58; Verfügungsteil 2,
Urk.
8/57).
Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Revision ein (vgl. Schrei
ben vom 1
9.
August 2012,
Urk.
8/73).
Die IV-Stelle tätigte erneut erwerb
liche und medizinische Abklärungen und holte das polydisziplinäre Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle
Z._
, Universitätsspital
A._
,
vom 1
3.
Juni 2014
ein (
Urk.
8/98). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Vorbescheid vom 2
5.
Juli 2014,
Urk.
8/101; Einwand vom 1
5.
September 2014,
Urk.
8/105) tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen und gab dem Versicherten Gelegenheit,
zu den neuen Akten
Stellung zu nehmen (Schreiben vom 1
1.
Dezember 2014,
Urk.
8/115), worauf er verzichtete. Mit Verfügung
vom 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
2)
wurde die Rente auf Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats aufgehoben.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
0.
Februar 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache
sei
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks zusätzlicher gutachterlicher Abklärung betreffend d
ie
Auswirkungen des systemischen Lupus
erythem
a
todes
und dessen Nebenfolgen auf die Arbeitsfähigkeit. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung durch Rechts
anwalt Christoph Lerch. Mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2015 wurde der Beschwerdegegnerin 30 Tage Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort angesetzt und der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, innert einer Frist von 30 Tagen das Formular zur prozessualen Bedürftigkeit einzureichen unter Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe (
Urk.
5). Mit Beschwerdeantwort vom
9.
April 2015 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-124) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am 2
2.
April 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
In der angefochtenen Verfügung hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass sich gestützt auf das
Z._
-Gutachten das Leiden aus somatischer Sicht verschlech
tert, aus psychiatrischer Sicht hingegen verbessert habe. Insgesamt bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlichen Tätigkeit. Gestützt auf einen
Einkommensvergleich resultiere entsprechend ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 28
%
. In
den im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
einge
holten und eingereichten Arztberichte
seien keine neuen Befunde aufgeführt, welche nicht bereits im
Z._
-Gutachten berücksichtigt worden seien. Entspre
chend sei die Rente aufzuheben (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass im
Z._
-Gutachten aus rheumatologischer Sicht davon ausgegangen
werde
, dass die
Lupuserkrankung
keine wichtige Ursache für die Arbeitsunfähigkeit dar
stelle, was dem Arztbericht von
Dr.
med. B._
,
Allgemeine Innere Medi
zin
,
vom 1
6.
Oktober 2014 widerspreche, der betone, dass sowohl die
Lupuser
krankung
als auch die damit zusammenhängenden depressiven Episoden zu einer stark schwankenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich ca. 50
%
führen würden. Zudem seien die Aussagen im
Z._
-Gutachten bezüglich der
Lupuserkrankung
nicht stringent und erschienen vermutend. En
t
sprechen
d sei
ein Gutachten bezüglich der Auswirkungen der
Lupuserkrankung
und deren Nebenwirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einzuholen. Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin in der Verfügung nicht dargelegt, warum die Einwände von
Dr.
B._
nicht stichhaltig seien, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle
(
Urk.
1)
.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
Vorab zu prüfen
ist
die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit den Einwänden von
Dr.
B._
aus
einandergesetzt. Die Verfügung sei in diesem Punkt deshalb nicht nachvollzieh
bar, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle (
Urk.
1 S. 4).
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör bedeu
tet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Entscheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 2
2.
November 2007 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Inwiefern der Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung nicht sachgerecht anfechten konnte ist nicht ersichtlich und wird auch nicht näher dargetan. Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt daher nicht vor.
4
.
Die medizinische Aktenlage zum Zeitpunkt der
Verfügung vom
4.
November 2009
stellte sich im Wesentlichen folgendermassen dar:
4
.1
Dr.
med. C._
führte
in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
1.
Mai 2007 folgende Diagnosen
auf
(
Urk.
8/17 S.
7 f.):
Systemischer Lupus
erythematodes
Verdacht auf
e
thylische
und hepatische Enzepha
lopathie
Ethylische
Leberzirrhose
Substituierte Hypothyreose
Der Beschwerdeführer sei seit ca.
1.
Januar 2006 zu 75
%
arbeitsunfähig. Im Jahr 2007 sei
er
aufgrund seines Grundleidens zum Teil 100%ig arbeitsunfähig gewesen, was auch der aktuellen Einschätzung entspreche.
Im Mai 2005 sei die Diagnose eines systemischen Lupus
erythematodes
gestellt worden. Der Verlauf sei medikamentös schlecht beeinflussbar
. Der Beschwerde
führer habe eine Polyarthritis, eine
U
r
ticaria
vasculitis
sowie eine Hepatitis, wahrscheinlich vom
Meth
o
trexat
. Es bestehe weiterhin ein schweres
De
pressions
- und Angstsyndrom (
Urk.
8/17 S. 7).
4
.2
4
.2.1
Die Ärzte der Me
d
i
zinischen Poliklinik, Departement für Innere Medizin des
Universitätsspitals
D._
(
D._
)
,
notierten in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 1
9.
Dezember 2007
(
Urk.
8/23 S. 7 ff.) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Systemischer Lupus
erythematodes
, Erstdiagnose 2005
Rezidivierende Angststörung
Alkoholüberkonsum, sistiert 2006
Obst
r
uktives Schlafapnoesyndrom
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie 1) eine Hypothyreose, 2) eine
Umbilicalhernie
, 3) eine Leberzirrhose, aktuell Child A, und 4) einen Ulcus
ventriculi
fest (
Urk.
8/23 S. 7).
Der Beschwerdeführer sei seit Anfang 2007 zu 80
%
arbeitsunfähig. Bezüglich des Lupus sei unter der etablierten medikamentösen Therapie während der aktu
ellen Berichtsepisode keine objektivierbare Krankheitsaktivität aufgetreten. Kli
nisch fänden sich keine Hinweise für Arthritis, eine Pleuritis, Nephritis oder Hautveränderungen. Laborchemisch seien die
Lupusaktivitätsparameter
im Normbereich. Subjektiv klage der Beschwerdeführer über Müdigkeit, inwiefern diese Symptome allein auf den Lupus zurückzuführen seien, bleibe aufgrund der Angststörung mit konsekutiver Schlafstörung sowie des obstruktiven
Schlaf
apnoesyndroms
, welches ebenfalls zu einer Tagesmüdigkeit führe, fraglich (
Urk.
8/23 S. 8).
Aus somatisch internistischer Sicht sei der Beschwerdeführer aufgrund des Lupus für eine nicht belastende Tätigkeit 50-70
%
arbeitsfähig.
Aufgrund der Polyarthritis im Rahmen des Lupus sollte der Beschwerdeführer jedoch keine schwere körperliche Tätigkeit mit repetitiver Bewegungstätigkeit durchführen. Gegen eine körperlich nicht belastende Arbeit gebe es im Augenblick keine somatischen Argumente. Inwieweit die Angst- und Persönlichkeitsstörung zur Arbeitsunfähigkeit beitrage, könnten sie nicht abschätzen (
Urk.
8/23 S. 8).
4
.2.2
Mit Schreiben vom
8.
August 2008 teilten die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des
D._
mit, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 1
5.
Februar 2008 nicht mehr in ihrer Behandlung befinde und sie somit keine Stellungnahme zum Verlauf seit Dezember 2007 nehmen könnten (
Urk.
8/35 S. 7).
4
.3
Dr.
Y._
kam in seinem psychiatrischen Gutachten vom
4.
Sept
ember 2008 zum Schluss, dass
aufgrund der zur Verfügung gestellten Akten sowie seiner Untersuchungs- und Erkundigungsbefunde nebst den hier nicht genannten somatischen Diagnosen
psychiatrischerseits
eine gemischte
Persönlichkeits
stö
rung
(ICD-10 F60.8) mit
histrionischen
und (fremdanamnestisch erwähnten) emotional instabilen Zügen
zu
diagnostiziere
n sei
. Ferner bestehe eine
psycho
organische
Störung, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit auf das Schädel-Hirn-Trauma 1990 zurückzuführen (ICD-10 F07.2) sowie alkoholbedingt (ICD
10 F10.71) sei. Zudem bestehe eine neurasthenische Reaktion (ICD-10 F48.0, Müdigkeit, Schlafstörungen,
Erschöpfung nach nur geringer An
strengung, Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohl
be
finden).
Insgesamt gehe er, vor allem aufgrund der psychoorganischen Komponente, unter Berücksichtigung des somatischen Grundleidens von einer aktuellen Arbeitsunfähigkeit von 70-80
%
aus. Er halte es für möglich, die Arbeitsunfä
higkeit durch regelmässige, engmaschige (d.h. einmal pro Woche)
,
ambulante, stützende, verhaltenstherapeutisch orientierte
psychopharmakotherapeutische
Betreuung auf 50
%
zu senken. Ein besonderes Augenmerk müsse auch auf ein effizienteres Management des Geschäftes des Beschwerdeführers gerichtet wer
den, dessen Weiterführung für ihn ein lebenswichtiges Ziel zu sein scheine. Dass der Beschwerdefü
hrer auf anderem Gebiet beruflich Fuss fassen könne, erachte er aufgrund seines jetzigen Zustands als unwahrscheinlich (
Urk.
8/39 S.
16).
Trotz Vorliegen psychosozial erschwerender Faktoren (Schulden) sei die aktuelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor allem auf ein psychisches und somati
sches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen (
Urk.
8/39 S. 17).
5
.
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen fol
gender
massen:
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in de
r angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Ja
nuar 2015
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Guta
chten des
Z._
vom 1
3.
Juni 2014
ab (
Urk.
8/98). Darin werden die
bis zur B
egutach
tung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizinischen Berichte zusammen
gefasst (Urk. 8/98 S. 4 ff.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wieder
ge
geben werden.
Soweit erforderlich wird in den nachfolgenden Erwä
gungen aber darauf Bezug genommen
.
5
.2
5
.2.1
Die begutachtenden Ärzte des
Z._
hielten folgende Diagnosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
8/98 S. 22 f.)
:
Fortgeschrittene
untere Sprunggelenks-Arthrose (
USG-Arthrose
)
links (ICD-10 M19.17, CT vom
4.
Juli 2013, Röntgen vom
2.
April 2014) nach
Calcaneus-Mehrfragmentfraktur
links nach Leitersturz am 2
8.
März 2011 mit Fehlverheilung und Verkürzung sowie mit Fussgewölbedeformität, zusätzlich
Malleolarfraktur
Typ Weber-B
Systemischer Lupus
erythematodes
(ICD-10 M32.9), Erstdiagnose 2005, kein signifikanter intermedizinischer Organbefall
l
aborimmunologisch deutlich erhöhte Anti-SSA/Ro60-Antikörper, unauffällige Anti-
dsDNA
-Antikörper und derzeit Komplemente
Thrombozytopenie
Status nach Perikarditis-Episode 1983
Status nach
Uveitis
gemäss Unterlagen 2005
Status nach Polyarthritis und Urtikaria-
Vaskulitis
2005
Status nach
Methotrexat
-Behandlung 2005, abgebrochen wegen Hepatopathie
Status nach
CellCept
-Behandlung 2006 bis 2007
aktuell
Myo
arthralgien
anamnestisch,
o
kuläre
Sicca
-Symptomatik und Raynaud-Symptomatik
keine wesentlichen klinischen und labormässigen Aktivitätszeichen aktuell unter
höhergradigem
Steroidstoss und mit
Plaquenil-Dauerbe
handlung
200 mg pro Tag
Chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2) seit 2011 anamnestisch
klinisch Muskelverspannungen und leichte Einschränkung der HWS
Rotation
radiologisch deutliche
Osteochondrose
C5/6 (Röntgen
2.
April 2014)
Aktzentuierte
Persönlichkeitszüge mit emotional instabilem Charakter (ICD-10 Z73)
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Des Weiteren notierten sie die nachfolgend gekürzt aufgeführten Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/98 S. 23):
Kognitiver Normalbefund
Epicondylopathia
humeri
radialis
beidseits
Trochanter-
insertionstendinopathische
Beschwerden,
differential
di
agno
stisch
Trochanterbursitis
rechts
Status nach
Ulnaris-Neurolyse
am Handgelenk links am
4.
August 2011, verheilt
Status nach Karpaltunnelspaltungsoperation links gemäss Angaben, ver
heilt
Tendomyopathie
der Kaumuskulatur beidseits bei Kiefergelenksarthrosen bei Diskusverlagerung links, Diagnose 2009
Multiple stattgehabte Frakturen des Bewegungsapparates im Rahmen von Stürzen und anderen Unfällen
Enzymatische Hepatopathie bei Status nach
Alkoholabhängigkeits
syn
drom
, aktuell weitgehend abstinent
Substituierte Hypothyreose bei Status nach
Thyreoidektomie
bei Morbus Basedow 2003
Status nach Kataraktoperation beidseits 2006
Status nach Netzimplantation abdominal bei Nabelhernie am 2
6.
August 2008
Status nach
Leistenhernienoperation
links vor Jahren
Status nach Herpes Zoster rechtsthorakal 2006
Minime Hauteffloreszenz unklarer Zuordnung mit hyperämischem
Rand
saum
links am distalen Oberarm
Verdacht auf Polyneuropathie
Aktenanamnestisch Schlafapnoesyndrom
Arterielle Hypertonie
Störung des Farbunterscheidungsvermögens (rot/grün)
5
.2.2
Im Vordergrund des Krankheitsbildes stehe aus gesamtgutachterlicher Sicht eine deutlich verminderte Belastbarkeit des Bewegungsapparates mit Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes nach der
Calcaneus
-Trümmerfraktur links am 2
8.
März 201
1.
Alle übrigen Verletzungen des
Beschwerdeführers
würden fol
genlos abgeheilt scheinen, insbesondere bestünden auch keine fassbaren
neuro
kognitiven
Defizite bei Zustand nach Sturz mit anamnestisch mehrstündiger Bewusstlosigkeit im Jahr 199
0.
Es lägen weitere degenerative Veränderungen des oberen Achsenskeletts vor, welche rheumatologisch nachvollziehbar zu Beschwerden bei kör
perlicher Arbeit führen würden (
Urk.
8/98 S. 24).
Von Seiten des Lupus
erythematodes
bestünden im Alltag keine schwerwiegen
den Probleme, abgesehen von einer vom Beschwerdeführer berichteten Müdig
keit, welche höchstwahrscheinlich multifaktoriell auch auf das bekannte, aktuell unbehandelte Schlafapnoesyndrom, die depressive Erkrankung und möglicher
weise auch auf die substituierte Hypothyreose zurückgeführt geführt werden könne
(
Urk.
8/98 S. 24).
Unklar bleibe die Angabe des Beschwerdeführers, nach Kopfanprall im Jahr 1990 nicht mehr auf Leitern steigen zu können, insbesondere, da er nach dem Unfall weiter als Lüftungsmonteur gearbeitet habe. Echtzeitakten aus der dama
ligen Zeit lägen nicht vor, in der aktuell durchgeführten psychiatrischen Anam
nese wie auch im Vorgutachten von
Dr.
Y._
vom
4.
September 2008
sei
keine Höhenangst berichtet
worden
(
Urk.
8/98 S. 24).
Von psychiatrischer Seite her handle es sich um eine komplexe Problematik, wobei die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung abweichend vom
Vorgut
achten
von
Dr.
Y._
nicht mehr erfüllt würden. Zum Zeitpunkt
der
Beurteilung lägen akzentuierte Persönlichkeitszüge vom emotional instabilen Typ vor. Wei
terhin bestehe eine leichte depressive Episode. Ein Alkoholabusus bestehe - ge
stützt auf die aktuell erhobenen Laborwerte - mittlerweile nicht mehr. Aufgrund der vom Beschwerdeführer berichteten kognitiven Einschränkungen sei eine neuropsychologische Begutachtung durchgeführt worden, welche einen Nor
malbefund erbracht habe (
Urk.
8/98 S. 24).
5
.2.3
Im Vergleich zum Zeitpunkt der letzten Rentenrevision wie auch dem Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
zeige sich eine Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustands bei fortgeschrittener USG-Arthrose nach
Calcaneus-Mehr
fragmentfraktur
links. Der Befund sei so ausgeprägt, dass dem Beschwerde
führer eine Tätigkeit als Monteur mit vorwiegend gehender und stehender Körperhaltung, gelegentlichem Handhaben schwerer Lasten und häufigem Besteigen von Leitern da
uerhaft nicht mehr möglich sei (
Urk.
8/98 S. 24).
Von psychiatrischer Seite her zeige sich der Zustand im Vergleich zum
Vorgut
achten
von
Dr.
Y._
vom
4.
September 2008 gebessert (
Urk.
8/98 S. 24).
Von Seiten des Lupus
erythematodes
sei keine relevante
Befundverschlechte
rung
einhergehend mit einer zusätzlichen Verminderung der Arbeitsfähigkeit auszumachen (
Urk.
8/98 S. 25).
Zusammenfassend habe sich der Gesundheitszustand rheumatologisch ver
schlech
tert (
Urk.
8/98 S. 25).
5
.2.4
Der Beschwerdeführer sei seit dem Leitersturz vom 2
8.
März 2011 aufg
rund der durch die posttraumatische Arthrose hervorgerufenen Beschwerden anhaltend arbeitsunfähig in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lüftungsmonteur (
Urk.
8/98 S. 25).
In einer körperlich leichten Tätigkeit mit einer maximalen Lastenhandhabung von 5 kg ohne gehäuftes Gehen und Stehen, ohne gehäufte Benutzung von Leitern oder Treppen sei ab dem Zeitpunkt der Ausheilung der Unfallfolgen vom 2
8.
März 2011,
anzunehmenderweise
ab April 2012, eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei erhöhtem Pausenbedarf vorhanden. Eine zusätzliche Einschränkung aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht. Der kognitive Befund sei normal, aller
dings wäre es aufgrund einer
leicht erhöhten Fehlerzahl bei Aufgaben zur geteilten Aufmerksamkeit günstig, „multi-
tasking
“-Aufgaben im beruflichen Alltag zu vermeiden (
Urk.
8/98 S. 25).
5.3
Dr.
B._
hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 1
6.
Oktober 2014 1) einen systemischen Lupus
erythematodes
/
Overlap
Syndrom, 2) eine
aethylische
Leberzirrhose Child B, 3) ein obstruktives Schlaf
apnoe-Syndrom unter CPAP-Therapie und 4)
rezidivierende depressive Episoden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/109 S. 1).
Als selbständiger Bauleiter sei er zu 50
%
arbeitsunfähig, bei Exazerbationen des Lupus oder der Depression intermittierend bestehe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer arbeite stunde
n
mässig mehr als 50
%
, allerdings passe er sein Arbeitstempo auf seine mögliche Leistung an, so dass eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit resultiere (
Urk.
8/109 S. 2).
Zur Hauptsache sei er durch die chronische Müdigkeit, welche klar durch die beiden Hauptdiagnosen (Lupus
erythematodes
und Leberzirrhose) zu erklären sei, eingeschränkt, auch wenn diese recht gut kontrolliert seien. Während den rezidivierenden depressiven Episoden sei er zusätzlich eingeschränkt, wobei Depressionen bei Lupus
erythematodes
ein bekannte
s
Phänomen sei. Hinzu komme das behandelte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (
Urk.
8/109 S. 2).
5.4
Dr.
med. E._
, Chefarzt Orthopädische Klinik Spital
F._
,
konsta
tierte in seinem Arztbericht vom 3
1.
Oktober 2014, der Beschwerdeführer sei zur weiteren Behandlung der
Femurkopfnekrose
rechts zugewiesen worden. Er komme zur Besprechung der geplanten Operation (Hüft-TP rechts).
Der Beschwer
deführer
kenne das Prozedere bereits von Seiten der linken Hüfte, wo 2009 eine Hüft-TP eingesetzt worden sei (
Urk.
3/4).
6
.
Zu
prüfen ist die Frage, ob zwischen
dem Zeitpunkt der dem Beschwerdeführer eine
ganze Rente zusprechenden Verfügung vom
4.
November 2009 (
Urk.
8/57
58
) und der angefochtenen rentenaufhebenden Verfügung vom
2
0.
Januar 2015
(
Urk.
2) eine anspruchserhebliche Änderung der Verhältnisse stattgefunden hat.
6.1
6.1.1
Das Gutachten des
Z._
vom
1
3.
Juni 2014
(
Urk.
8/
98
)
beruht
auf für die streiti
gen Belange umfassenden fachärztlichen Untersuchungen
(Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie und Neuropsychologie) und wurde
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst
(
Urk.
8/98 S. 4 ff.)
. Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medi
zinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlus
sfolge
rungen
nachvollziehbar begründet. Das
Gutachten des
Z._
erfüllt
daher
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche
Ent
scheidungsgrundlagen
(
E. 2.4
).
6.
1.
2
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass bezüglich der Auswirkungen der geschil
derten Autoimmunerkrankung wie auch der damit zusammenhängenden depressiven Episoden zwischen dem
Z._
-Gutachten und der klaren Aussage von
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 1
6.
Oktober 2014 ein klarer Widerspruch bestehe. Zudem seien die Ausführungen zur Lupus-Erkrankung im Gutachten nicht stringent, erschienen vermutend und würden eine gewisse Unsicherheit verraten (
Urk.
1 S. 4).
Dr.
B._
als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin vermag die fachärztliche Einschätzung hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes sowie der dar
aus folgenden allfälligen Einschränkungen im
Z._
-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen.
D
er rheumatologische Gutacht
er
stellte
nachvollziehbar dar, dass dem
Beschwerdeführer eine
muskuloskelettär
deutlich verminderte Leistungsfä
higkeit zuzuerkennen sei und das Spektrum an noch (zu Teilen) zumutbaren Tätigkeiten insbesondere aufgrund der
Calcaneus
-Fraktur, aber auch der dege
nerativen Veränderungen des oberen Achsenskelettes deutlich eingeschränkt sei. Die allgemeine physische Leistungsfähigkeit sei zusätzlich aufgrund des rheu
matologischen Autoimmunleidens etwas reduziert, nicht aber in
höhergradigem
Ausmass. Es fehlten klinisch und laborimmunologisch Anhaltspunkte für schwerere Manifestationsformen der Grunderkrankung, ebenso wie es auch die Akten der letzten Zeit - soweit verfügbar - klinisch und labormässig dokumen
tieren (
Urk.
8/98 S. 18).
Diese einlässliche Beurteilung vermag
Dr.
B._
als Facharzt für Allgemeine Medizin, insbesondere
unter Berücksichtigung der Erfahrungstatsache,
dass
behandelnde Arztpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
nicht
in Zweifel zu ziehen.
6.2
Gestützt auf das
Z._
-Gutachten ist davon auszugehen, dass sich der somati
sche Gesundheitszustand bei fortgeschrittener USG-Arthrose nach
Calcaneus-Mehrfragmentfraktur
links am 2
8.
März 2011 verschlechtert hat. Von psychi
atrischer Seite her ist hingegen von einer Verbesserung seit dem Gutachten von
Dr.
Y._
auszugehen (
Urk.
8/98 S. 24). Entsprechend ist
eine
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen
, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (E. 2.1)
.
Den
Z._
-Gutachtern folgend ist
dem Beschwerdeführer
seit April 2012 eine körperlich leichte Tätigkeit mit einer maximalen Lastenhandhabung von 5 kg ohne gehäuftes Stehen und Gehen, ohne gehäufte Benutzung von Leitern oder Treppen zu 80
%
bei erhöhtem Pausenbeda
rf
, zumutbar
. Zusätzlich wäre es günstig,
„multi-
tasking
“-Aufgaben im beruflichen Alltag
zu vermeiden (
Urk.
8/98 S. 25).
7.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeits
fä
higkeit des Beschwerdeführers.
7.1
7.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.1.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und
nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
7.2
Für das
Valideneinkommen
zog die Beschwerdegegnerin das für das Jahr 2007 festgesetzte
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
69‘790.-- heran und bereinigte dieses um die Nominallohnentwicklung (
Urk.
2). Das ursprünglich festgesetzte Einkommen für das Jahr 2007 basierte auf dem Durchschnitt der im Auszug aus dem individuellen Konto ausgewiesenen Einkommen der Jahr
e
2003 bis 2005 (Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom
7.
Mai 2009,
Urk.
8/45 S. 8
; Feststellungsblatt vom 2
2.
Mai 2009,
Urk.
8/46 S. 6
), bereinigt um die
Nomi
nallohnentwicklung
bis ins Jahr 200
7.
Dies ist aufgrund der Aktenlage plausibel und
blieb
des Weiteren unbestritten.
Daraus resultiert
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015
ein
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
74‘944.50
(Bundesamt für Statistik, T.1.1.05 Nominallohnindex, Männer, 2006 - 2010, Baugewerbe, Stand 2007=102.8; Stand 2010=107.7; Bundesamt für Statistik,
T.1.1.10
Nominal
lohnindex
, Männer, 2011
-
2015, Baugewerbe/Bau, Stand 2010=100, Stand 2015=102.5;
Fr.
69‘790.-- : 102.8 x 107.7 : 100 x 102.5 =
Fr.
74‘944.50).
7.3
7.3.1
Die Beschwerdegegnerin zog zur Berechnung des Invalideneinkommens
den Lohn
für Männer
mit Berufs- und Fachkenntnissen
der
Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung
2010 des Bundesamtes für
Statistik heran (LSE 2010, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen,
Anforde
rungsniveau
des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor, Total,
Anfor
derungsnive
au
3
,
Berufs- und Fachkenntnisse,
Männer).
Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist
allerdings
die LSE 2012 für die Invaliditätsbemessung im Revisionsverfahren betreffend eine laufende, gestützt auf die LSE bis 2010 rechtskräftig zugesprochene Invalidenrente anwendbar, ausser wenn sich allein durch ihre Verwendung eine
anspruchsrele
vante
Änderung des Invaliditätsgrades - nach
oben oder nach unten - ergibt (Urteil des Bundesgerichts 9C_632/2015 vom
4.
April 2016, E.
2.5.8.1).
Im vor
liegenden Fall liegen in medizinischer Hinsicht
wesentliche Änderung
en
in den tatsächlichen Verhältnissen
v
or
, die geeignet
sind
, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (E. 6.2). Damit ist die LSE 2012 zur Festsetzung des Invaliditätsgrades heranzuziehen.
7.3.2
D
as von der Beschwerdegegnerin h
erangezogene Anforderungsniveau, welches Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzt, ist - unter Berücksichtigung der fehlenden anerkannten abgeschlossenen Berufsausbildung
(
Urk.
8/98 S. 9
;
Urk.
1
)
sowie der gutachterlich empfohlenen Vermeidung von „
multi-tas
king
“-Aufgaben (
Urk.
8/98 S. 25) - nicht angemessen
. Das Invalideneinkommen ist ge
stützt auf die LSE 2012, TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Priva
ter Sektor,
Einfa
che
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1), für Männer in Höhe von
Fr.
5‘210.-- festzusetzen. Bereinigt um die
Nominallohn
entwicklung
bis ins Jahr 2015 (Stand
2012=101.7, Stand 2015=103.5 [BFS, T1.1.10
Nominallohnindex
, Männer, 2011-2015, Total]) sowie die
betriebsübli
che
Arbeitszeit für das Jahr 201
5
(
T
03.02.03.01.04.01
, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Jahr 201
5
=41.7 h/W) resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
66‘
330
.70 (
Fr.
5‘210.-- : 101.7 x 103.5 : 40 x 41.7 x 12)
für das Jahr 2015 für ein Pensum von 100
%
.
Unter Berücksichtigung des gutachterlich zumutbaren Pensums resultiert ein Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
53‘064.55 (
Fr.
66‘330.70 x 0.8).
7.3.3
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte einen Leidensabzug von 10
%
. Dies
ist
angesichts
des Teilzeitpensums sowie der qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
einerseits sowie den sich im Berufsleben angeeigneten Fähig
keiten andererseits
angemessen (vgl.
Urk.
8/98 S. 25;
Urk.
8/98 S. 19). Das Invalideneinkommen ist entsprechend in Höhe von
Fr.
47‘758.10 festzusetzen (
Fr.
53‘064.55 x 0.9).
7.4
Aus der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens resul
tiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
27‘186.40
(
Fr.
74‘944.50 - 47‘758.10
), was einem rentenausschliessend
en Invaliditätsgrad von rund 36
%
entspricht (
Fr.
27‘186.40
:
Fr.
74‘944.50
).
Damit erweist sich die rentenaufhebende Verfügung vom
2
0.
Januar 2015 als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
8
.
8
.1
Der Beschwerdeführer hat das mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2015 (
Urk.
5)
einverlangte
Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit nicht
innert Frist
eingereicht. Mangels Substantiierung ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht, was zur Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsvertretung führt.
8
.2
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
20
0.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht beschliesst,
Das Gesuch
vom 2
0.
Februar 2015 um
une
ntgeltliche Rechtsvertretung
wird abge
wiesen,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.--
werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Christoph Lerch
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.