# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7fa99e1b-1c71-4424-b577-8acb1fb71f86
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
A._, sind Eigentümer von Grundstück Nr. 001, Grundbuch Z._, an
der S._strasse (Gemeindestrasse 3. Klasse) in Z._. Das Grund-
stück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde Z._ vom
30. April 2014 in der Wohnzone (W2). Es ist mit einem Einfamilienhaus
(Vers.-Nr. 002) überbaut. Gemäss der geltenden Naturgefahrenkarte
liegt das Grundstück Nr. 001 in einem Gefahrengebiet mit mittlerer La-
winengefährdung (blau) sowie geringer Hochwassergefährdung
(gelb).
a) Mit Baugesuch vom 30. August 2019 beantragten A._ die
Baubewilligung für eine Dachaufstockung (Attikageschoss) sowie ei-
nen Anbau eines gedeckten Eingangs und Unterstands für ihr Einfa-
milienhaus (Vers.-Nr. 002) auf Grundstück Nr. 001.
b) Innert der Auflagefrist vom 26. September bis 9. Oktober 2019
erhob die C._AG, Eigentümerin von Grundstück Nr. 003, Einspra-
che gegen das Bauvorhaben. Sie rügte insbesondere, das
Attikageschoss sei überdimensioniert.
c) Mit Beschluss vom 11. November 2019 erteilte der Gemeinderat
Z._ die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies
die Einsprache der C._AG ab.
B.
Gegen diesen Beschluss erhob die C._AG, nun vertreten durch
lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, mit Schreiben vom 29. No-
vember 2019 Rekurs beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung
vom 6. Januar 2020 werden folgende Anträge gestellt:
1. Der Bau- und Einspracheentscheid des Gemeindera-
tes Z._ vom 11. November 2019 i.S. Baugesuch Nr. 2019-2 sei, mit Einschluss aller weiteren , aufzuheben;
dementsprechend sei das Baugesuch Nr. 2019-2  Verletzung öffentlich-rechtlicher Vorschriften , unter gleichzeitiger Gutheissung der -rechtlichen Einsprache der Rekurrentin.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Zur Begründung wird ausgeführt, die Unterlagen seien unvollständig
(insbesondere fehle ein Objektschutznachweis). Weiter sei der Ge-
samtentscheid unvollständig eröffnet worden und es fehle an einer ge-
meinsamen Auflage. In materieller Hinsicht wird geltend gemacht, das
Bauvorhaben sei nicht hinreichend erschlossen und mit dem Bundes-
inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) unverein-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 3/9
bar. Zudem lägen Unstimmigkeiten mit der Entwässerung vor. Im Wei-
teren halte das geplante Attikageschoss die Regelbauvorschriften
nicht ein und sei überdimensioniert.
C.
a) Mit Schreiben vom 15. Januar 2020 verzichtet die Vorinstanz auf
eine Vernehmlassung.
b) Mit Vernehmlassung vom 24. Januar 2020 beantragen die Re-
kursgegner, vertreten durch Dr.iur. Bettina Deillon, Rechtsanwältin,
St.Gallen, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen, soweit über-
haupt darauf einzutreten sei, und die Baubewilligung vom 11. Novem-
ber 2019 zu bestätigen. Zur Begründung wird geltend gemacht, die
Baugesuchsunterlagen seien vollständig und die hinreichende Er-
schliessung sei rechtskräftig bewilligt. Im Weiteren sei eine neue Ent-
wässerungsanlage nicht Gegenstand des Baugesuchs und es bestehe
kein Koordinationsbedarf. Schliesslich sei das Attikageschoss regel-
baukonform; es sei insbesondere die Fassadenflucht des Lauben-
gangs massgebend.
c) Mit E-Mail vom 16. März 2020 führt die kantonale Denkmal-
pflege aus, das Bauvorhaben verletze keinen Schutzgedanken und
auch allfällige Schutzziele des ISOS seien nicht betroffen. Auf einen
Amtsbericht könne demnach verzichtet werden.
D.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1;
abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972
(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a
PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-
scheid erging nach dem Inkrafttreten des PBG. Auf das vorliegende
Verfahren gelangt deshalb grundsätzlich das PBG zur Anwendung,
soweit dessen Bestimmungen nicht erst im kommunalen Zonenplan
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 4/9
und Baureglement umgesetzt werden müssen und das bis 30. Sep-
tember 2017 gültige BauG vorerst anwendbar bleibt (vgl. hierzu das
Kreisschreiben "Übergangsrechtliche Bestimmungen im Planungs-
und Baugesetz" vom 8. März 2017, in: Baudepartement SG, Juristi-
sche Mitteilungen 2017/I/1).
3.
Die Rekurrentin macht in materieller Hinsicht namentlich geltend, das
Attikageschoss sei nicht regelbaukonform, weil es nicht ausreichend
von der Fassadenflucht der Vollgeschosse zurückversetzt sei.
3.1 Nach Art. 20 Abs. 3 des Baureglements der Gemeinde Z._
vom 30. April 2014 (nachfolgend BauR) gelten bei Gebäuden mit
Flachdach Attikaaufbauten, die unter einem Neigungswinkel von 45 °
(a.T.) liegen, wobei ab einer Brüstungshöhe von 1,00 m gemessen
wird, als Dachgeschosse. Das Attikageschoss darf auf zwei Schmal-
seiten bis auf die Fassadenflucht der Vollgeschosse reichen.
3.2 Nach Art. 20 Abs. 3 BauR muss das Attikageschoss somit
sinngemäss auf den Längsseiten um einen Winkel von 45 ° von der
Fassadenflucht der darunterliegenden Vollgeschosse zurückversetzt
sein. Für die Bemessung des Winkelmasses ist folglich – wovon auch
die Rekurrentin sowie die Rekursgegner ausgehen – die Flucht der
Fassade der Hauptbaute bzw. die Hauptfassade ohne
Berücksichtigung von Vorbauten massgebend. Vorinstanz und
Rekursgegner vertreten die Meinung, als Fassade der Hauptbaute
gelte vorliegend die äussere Abstützung der südlichen Balkone bzw.
Laubengänge.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 5/9
3.3 Als Gebäudefassaden von Wohnbauten gelten nach dem ge-
wöhnlichen Sprachgebrauch gemeinhin nur die tragenden, im Regel-
fall bis auf die Fensteröffnungen geschlossenen und Witterungsschutz
bietenden Gebäudeabschlüsse, wie die Aussenwände und das Dach,
die zusätzlich auch die energetisch erforderliche Isolation nach aussen
aufweisen. Der eigentlichen Gebäudefassade vorgelagerte Stützen
sind dagegen, gleich wie offene oder geschlossene Balkone, Balkon-
brüstungen, -geländer oder einfache, nicht thermisch relevante Bal-
konverglasungen, nicht als Aussenfassade zu betrachten. Die vorlie-
gende feingliedrige, auf zwei Seiten offene Balkonstützkonstruktion
auf der Südwestseite des Wohnhauses kann folglich nicht als Fassade
der Hauptbaute angesehen werden. Daran ändert nichts, dass diese
Balkone den Anforderungen an Vorbauten gemäss Art. 25 BauR nicht
entsprechen. Vorbauten sind – wie ihr Name schon sagt – der eigent-
lichen Gebäudefassade vorgebaut. Nicht massgebend ist, dass Vor-
bauten abgestützt sind. Sie bleiben auch diesfalls der Fassade vorge-
baute Bauteile, geniessen dann jedoch – weil sie nicht nur punktuell
abgestützt sind und einen zu grossen Anteil an der Fassadenlänge
beanspruchen – die in Art. 25 Abs. 2 BauR normierten Abstandsprivi-
legien nicht (vgl. BDE Nr. 6/2020 vom 6. Februar 2020 Erw. 5.4). Ent-
gegen der Ansicht der Rekursgegner stellt die südliche Balkonstütz-
konstruktion vorliegend auch keinen Laubengang dar. Der Begriff Lau-
bengang beschreibt in der Architektur verschiedene Formen von Er-
schliessungsgängen. Bei Wohngebäuden ist der Laubengang eine
aussen liegende Erschliessung der oberhalb des Erdgeschosses lie-
genden Wohneinheiten. Wie der Korridor ist der Laubengang ein hori-
zontales Erschliessungselement in Kombination mit einer vertikalen,
oft ebenfalls äusseren Erschliessung, zum Beispiel einem Treppen-
turm (BDE Nr. 30/2014 vom 16. Mai 2014 Erw. 4.5 mit Verweis auf
https://de.wikipedia.org/wiki/Laubengang). Vorliegend kommt den ge-
deckten Flächen keine Erschliessungsfunktion zu, sondern diese die-
nen den dahinterliegenden Räumen als vorgebaute offene Balkone
bzw. gedeckter Sitzplatz oder Unterstand. Darauf deutet im Übrigen
auch die ausdrückliche Bezeichnung als Balkon in den Baugesuchs-
plänen hin. Folglich können diese Flächen auch nicht zu den Vollge-
schossen gezählt und die äusseren Abschlüsse nicht als Vollge-
schossfassade gemäss Art. 20 Abs. 3 BauR angesehen werden.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 6/9
Dass die Hauptfassade auf der Südseite im Bereich der Balkone die
dahinterliegende Fensterfront darstellt, zeigt sich ebenfalls aus den
Baugesuchsplänen sowie der Erfassung des Gebäudes (Vers.-
Nr. 002) im Geoportal. Ob den Stützen tatsächlich auch eine statische
Funktion für die über die Balkone gezogene Dachkonstruktion zu-
kommt, braucht vor diesem Hintergrund nicht näher geprüft zu werden.
Ebenfalls nicht massgebend ist, ob sich die Balkone optisch gut in das
bestehende Gebäude einfügen oder ob diese Flächen bei der Erstel-
lung des Gebäudes für die Ermittlung des Niveaupunkts und die Ein-
haltung des grossen Grenzabstands berücksichtigt wurden. Zu beur-
teilten ist vorliegend einzig, wo die massgebliche Fassade gemäss Art.
20 Abs. 3 BauR als Voraussetzung für die Erstellung des Attikage-
schosses liegt. Wie vorstehend gezeigt, ist nicht die Aussenkante des
südlich verlaufenden Balkons, sondern die dahinterliegende Fenster-
front zu den bewohnten Räumen mit den tragenden Wänden als mas-
sgebende Fassadenflucht nach Art. 20 Abs. 3 BauR anzusehen.
3.4 Als Zwischenfazit ergibt sich, dass der Rekurs begründet ist,
weil das geplante Attikageschoss – bis auf den östlich über der Garage
gelegenen Teil – den Bestimmungen von Art. 20 Abs. 3 BauR wider-
spricht.
4.
Die Rekurrentin rügt weiter, das Baugesuch sei unvollständig, da ins-
besondere ein Objektschutznachweis fehle.
4.1 Gemäss Art. 103 PBG genügen Bauten und Anlagen in Gefah-
rengebieten den Anforderungen an den Personen- und Sachwert-
schutz gegen Naturgefahren (Abs. 1). Bestehende Bauten und Anla-
gen dürfen unterhalten, zeitgemäss erneuert sowie geringfügig umge-
baut und erweitert werden. Nicht mehr geringfügig sind bauliche Mas-
snahmen, die eine Erhöhung des Risikos für Personen und Sachwerte
oder eine Nutzungsintensivierung zur Folge haben (Abs. 2). In Gebie-
ten mit mittlerer Gefährdung (blaue Gefahrengebiete) sind bauliche
Massnahmen zulässig, wenn die Risiken durch angemessene Mass-
nahmen im zulässigen Bereich gehalten werden können (Abs. 3
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 7/9
Bst. b). In blauen Gefahrengebieten besteht die Pflicht zu situations-
gemässen Objektschutzmassnahmen, die gewährleisten müssen,
dass die Risiken im zulässigen Bereich gehalten werden können. Wel-
ches Risiko zulässig ist, bestimmt sich nach den entsprechenden tech-
nischen Richtlinien. Ein Bauvorhaben in roten oder blauen Gefahren-
gebieten bedarf immer einer fachlichen Begutachtung, um zu ent-
scheiden, ob und welche Objektschutzmassnahmen das Risiko im zu-
lässigen Bereich halten können. Der fachliche Nachweis, dass die Ob-
jektschutzmassnahmen genügen, obliegt der Bauherrschaft. Die Bau-
bewilligungsbehörde legt dann im Bauentscheid die erforderlichen
Massnahmen fest oder verweigert die Bewilligung (Botschaft und Ent-
wurf der Regierung zum Planungs- und Baugesetz vom 11. August
2015, in: ABl 2015, 2491 f.; Handbuch der Rechtsabteilung des Bau-
departementes zum neuen Planungs- und Baugesetz, S. 121 f., Stand
6. Mai 2020, abrufbar unter www.sg.ch/recht/planungs-bau-umwelt-
recht/Planungs_und_Baugesetz/Handbuch_PBG_Rechtsabteilung.
html).
4.2 Ein Verzicht auf Objektschutzmassnahmen – wie von den Re-
kursgegnern auf Formular GN beantragt (vi act. 2) – wäre höchstens
bei einer geringen Gefährdung oder einem Bagatellfall möglich gewe-
sen. Beides liegt vorliegend auch nach dem Verständnis der
Vorinstanz (vgl. Art. 14 BauR) nicht vor, zumal vom Bauvorhaben auch
der Eingangsbereich betroffen ist und Staublawinen gerade Oberge-
schosse betreffen können. Im Übrigen versteht sich von selbst, dass
es sich bei den Massnahmen in blauen Gefahrengebieten (Art. 103
Abs. 3 Bst. b PBG) nicht um untergeordnete Einzelheiten ohne Koor-
dinationsbedürfnis handelt, welche im nachlaufenden Verfahren
(Art. 149 PBG) behandelt werden können. Die unklare Auflage der
Vorinstanz (Ziff. 16 des angefochtenen Beschlusses) genügt vor die-
sem Hintergrund nicht (vgl. zum Ganzen die Unterlagen und insbeson-
dere der Leitfaden Objektschutznachweis auf www.sg.ch/umwelt-na-
tur/naturgefahren/planen-und-bauen-im-gefahrengebiet.html;
VerwGE B 2019/150 vom 16. Dezember 2019 Erw. 4). Der Rekurs ist
auch in diesem Punkt begründet.
5.
Zusammenfassend erweist sich der Rekurs somit als begründet. Das
geplante Attikageschoss widerspricht den Bestimmungen des Baureg-
lements, zudem hätte es für das Bauvorhaben eines Objektschutz-
nachweises gebraucht. Der angefochtene Bau- und Einspracheent-
scheid des Gemeinderates Z._ vom 11. November 2019 ist deshalb
aufzuheben. Der Rekurs erweist sich als begründet und ist im Sinn der
Erwägungen gutzuheissen. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben,
ob die Erschliessung des Bauvorhabens ausreichend ist und ob es
sich mit den Vorgaben des ISOS genügend verträgt.
6.
6.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 8/9
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die
Rekursgegner die amtlichen Kosten unter solidarischer Haftung zu
bezahlen (Art. 96bis VRP).
6.2 Der von der Rekurrentin am 10. Dezember 2019 geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet.
7.
Rekurrentin und Rekursgegner stellen ein Begehren um Ersatz der
ausseramtlichen Kosten.
7.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
7.2 Die Rekurrentin obsiegt mit ihren Anträgen. Da das Verfahren
zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bot,
die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht grund-
sätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis
VRP). Der Rechtsvertreter der Rekurrentin macht eine ausseramtliche
Entschädigung von zumindest Fr. 3'250.– zuzüglich Barauslagen von
4 Prozent geltend (sofern kein Augenschein stattfindet) und begründet
dies mit einer mangelhaften Verfügungseröffnung. Im vorliegenden
Fall hat weder ein Augenschein noch ein zweiter Schriftenwechsel
stattgefunden. Auch auf einen Amtsbericht konnte vorliegend verzich-
tet werden. Im Übrigen war es der Rekurrentin aufgrund des Ein-
spracheentscheids der Vorinstanz ohne weiteres möglich, rechtzeitig
und hinreichend begründet Rekurs zu erheben. Die Einholung von
weiteren Vorakten bei der Vorinstanz zur ausführlichen Rekursbegrün-
dung ist zudem Standard, worauf die Rekursinstanz bei Rekurserhe-
bung jeweils auch hinweist (act. 2). Insgesamt handelt es sich vorlie-
gend um ein eher wenig aufwändiges Rekursverfahren mit durch-
schnittlichen Schwierigkeiten, weshalb die Kostennote zu kürzen ist.
Die durchschnittlichen Schwierigkeiten des Rekursverfahrens berück-
sichtigend, wird die ausseramtliche Entschädigung in Anwendung von
Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der Honorarordnung (sGS 963.75) er-
messensweise auf Fr. 2'750.– plus Fr. 110.– (Barauslagen), insge-
samt Fr. 2'860.– festgesetzt; sie ist von A._ zu bezahlen.
7.3 Da die Rekursgegner mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie
von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-
gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 43/2020), Seite 9/9