# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a92432c-4895-43d0-b905-ec947de27d7f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1.
Der 1969 geborene
X._
bezog
a
ufgrund frühki
ndlicher Entwicklungs
störungen
bereits zwischen 1976
und 1984 IV-Leistungen in Form von
psycho
motorischen
und
pädagogisch-therapeutischen Massnahmen (
Urk.
7/1
,
Urk.
7/131/30
). Von Beruf Metzger
mit fraglichem Lehrabschluss (
vgl.
Urk.
7/131/14,
Urk.
7/131/37,
Urk.
7/131/47,
Urk.
7/131/66
)
,
arbeitete
er
zuletzt vom 1. Juni 2013 bis zum letzten effektiven Arbeitstag am 6. September 2013 als
Aushilfe
bei der
Y._
GmbH (Urk. 7
/24). Seit
anfangs
2014
bezog der Versicherte
wirtschaftliche Sozialhilfe
(Urk. 7/3
,
Urk.
3/3
).
Aufgrund der im Mai
2014 unter Hinweis auf eine Diskushernie
in der Lendenwirbelsäule
(LWS)
sowie Lungentuberkulose bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eingegangenen Anmeldung (
Urk.
7/9,
vgl. auch die Anmeldung zur Früherfassung vom 20. Februar 2014, Urk
. 7/3-6) sowie nach medizinisch
-erwerblichen Abklärungen erteilte
ihm
die IV-
Stelle
im Juni 2014 Kostengutspra
che
für
ein Fitnessabonnement als Frühinterventionsmassnahme
(Mitteilung vom 17. Juni 2014, Urk.
7
/15).
Zeitgleich
schloss
sie
ihre Bemühungen in Sachen berufliche
Eing
liederung a
us gesundheitlichen Gründen ab
(
Schrei
ben vom 20. Juni 2014
Urk. 7
/19, vgl. auch Gesprächsprot
okoll vom 17. Juni 2014, Urk. 7
/18/2).
Im Oktober 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abwei
sung seines Rentenbe
gehrens in Aussicht (
Vorbescheid vom 1. Oktober 2014
Urk.
7
/30). Auf entsprechenden Einwand (Urk.
7
/32) hin
ertei
lte
sie
ihm
Kosten
gutsprache für ein Belastbar
keitstraining
(Mitteilung vom 9. Dezem
ber 2014, Urk.
7
/36)
, welches nach erfolgtem
Hin
weis auf
die
gesetzliche Mitwirkungs
pflicht
(
Schreiben vom 2
7.
Januar 2015,
Urk.
7/43;
vgl.
auch Verlaufsprotokoll,
Urk.
7/48/1)
androhungsgemäss
vorzeitig abgebrochen wurde
(
Mitteilung vom
5.
Februar 2015,
Urk. 7
/47). Mit Verfü
gung vom 18. März 2015 wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0 % ab (
Urk.
7/51
)
.
Die vom
Versicherten
dagegen erhobene Beschwerde
vom 28. April 2015
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2015.00623
vom 1
4.
Juni 2016
,
soweit es darauf eintrat
,
in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückwies (Urk.
7/76/1-13).
1.2
In Nachachtung des Gerichtsurteils vom 1
4.
Juni 2016 veranlasste die IV-Stelle das polydisziplinäre
(Allgemeine Innere Medizin/Psychiatrie und Psychothera
pie/Rheumatologie)
Gutachten
des Zentrums
Z._
vom 6. September 2017 (
Urk. 7/131/1-93).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
7/150,
Urk.
7/167)
verneinte
sie
mit Verfügung vom 2
1.
August 2018
einen Rentenanspruch
des Versicherten
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
0.
September 2018 Beschwerde und
beantragte, es sei die Verfügung
vom 2
1.
August 2018
aufzuheben und
es seien ihm die gesetzlichen Leistungen (berufliche Massnahmen/Rente) auszurichten. In prozessu
aler Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 1 S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Oktober 2018 schloss die Beschwerde
geg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
), was dem Beschwerdeführer am
1.
November 2018
zur
Kenntnis gebracht wurde. Zeitgleich wurde dem Beschwer
deführer die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und ihm mitgeteilt, das Gericht erachte die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels als nicht erforderlich (Urk. 8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkran
kungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Renten
anspruch entsteht (
Abs.
3).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 1
1.
Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Besch
werdegegnerin, gestützt auf das Gutachten der
Z._
sei der Beschwerdeführer
in seiner bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer
seit November 2013
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Demgegenüber bestehe hinsichtlich einer angepassten Verweistätigkeit eine 70%ige Arbeitsfä
higkeit. Aus dem Einkommensvergleich resultiere unter Berücksichtigung
eines
10%igen
leidensbedingten Abzugs
ein rentenausschliesse
nder Invaliditätsgrad von 33
%
(
Urk.
2).
2.
2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein
, das
Z._
-Gutachten sei mangelhaft und widersprüchlich. Vielmehr sei aufgrund der Mehrfachdiagnose von einer zumindest 60%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
. Dabei spiele der Alkoholkon
sum höchstens eine untergeordnete Rolle. In diesem Zusammenhang seien die anlässlich der Begutachtung abgenommenen Blutwerte mit Unwägbarkeiten ver
bunden gewesen und habe die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt (
Urk.
1).
3.
3.1
Die angefochtene Verfügung vom 2
1.
August 2018 (Urk. 2, vgl. Titel), welche ausschliesslich den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zum Inhalt hat, bildet den Anfechtungsgegen
stand des vorliegenden Verfahrens und stellt eine Sachurteilsvoraussetzung dar (BGE 125 V 413 E. 1a).
Soweit der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerde
ver
fahren berufliche Eingliede
rungsmassnahmen beantragt, liegt sein Rechtsbegehren ausserhalb des Anfech
tungsgegenstandes und ist diesbezüglich auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. auch Urteil IV.2015.00623 des hiesigen Gerichts vom 1
4.
Juni 2016 E.3.2 und 3.3).
3.2
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
4.
Im polydisziplinären
Z._
-Gutachten vom
6.
September 2017 hielten die begut
achtenden Fachärzte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit fest (
Urk.
7/131/74):
-
Kombinierte Persönlichkeit
sstörung mit verbal impulsiven, anankasti
schen, ängstlich-unsicheren und paranoiden Anteilen
(
ICD-10
:
F61.0)
-
Chronisches,
lumbospondylogenes
Syndrom rechts
mit/bei
-
degenerativen LW
S-Veränderungen L3/4 bis L5/SI
-
Statu
s nach mikrochirurgischer
Sequest
rektomie
und Diskektomie L5/S1 r
echts am 13.11.2013 bei sensomot
orischem Ausfallssyndrom L5 und S1 rechts
-
residuell
: kein sensomot
orisches Ausfallsyndrom
-
Gangstörung unklarer Ätiologie mit/bei
-
n
eurologisch kein eindeutiger Nachweis einer
Spastizität
(Babinski negativ, Fingerreflexe nicht gesteigert), keine Hinweise für ein atakti
sches,
cerebelläres
, pyramidales od
er extrapyramida
les Syndrom
-
M
ultifaktorielle Sprunggelenks- und Fu
ssschmerzen rechts
-
aktuell
osteochondra
le
Läsion
post
eriore
Facette USG
talar
sowie Ver
dach
t auf kleine Knorpelläsion
tibia
l
mediales
Gutter
OSG rechts
-
mögliches Sinus
tarsi
Syndrom
-
oligosymptomatisch
es
Ostibial
e
externum Typ II
-
deutliche statische Fussveränderungen mit Knick-Senkfüsse
n, anam
nestisch seit Kindheit
-
Status nach Pl
attenosteosynthese
malleolus
lat
eralis
rechts am 11.12.2007 bei lateraler
Malleolarfraktur
08/2007
-
Chronisches
Zervikovertebralsyndrom
-
zum
Teil mitbedingt durch degenerat
ive Veränderungen
-
Symp
tomatische Rhizarthrose l
inksbet
ont
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bei Problemen am Bewegungsapparat und pneumologischer Problematik mit dissoziativen Anteilen
(
ICD-10
:
F45.41)
-
Rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig (
ICD-10
:
F33.1)
O
hne
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
hielten sie folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/131/75):
-
Ausgeprägte Hyperlaxität, vor allem im Bereich von Händen und F
üssen, zum Teil
Bewegungsapparat
probleme
aktuell
und seit Kindheit unterhal
tend,
Thorakovertebralsyndrom
bei leichtgradigen Degenerationen
Bewe
gungsapparatprobleme
seit Kindheit unterhalten
-
Leichte Restbeschwerden Knie links bei anamnestisch
-
Status nach Patella-
Caudalverlag
erung
links im 1
2.
Lebensjahr
-
Status nach dreimaligen Arthroskopien bis zum 2
5.
Lebensjahr mit unter an
derem Knorpelstückentfernung
-
Auffällige Fehlhaltung der Wirbelsäule mit deutli
chem Schultertiefstand rechts
-
Arterielle Hypertonie
-
Statu
s nach Lungentuberkulose 2014
-
Am ehesten psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (ICD-10
:
F
10.24
) und Cannabinoide, anamnestisch Heroin
i.v.
- Konsum (
IDC-10
: F11.
20) und Konsum von Cannabis
(
ICD-10
:
F12.20)
Im Rahmen der Anamnese habe der
Beschwerdeführer berichtet, er sei
das dritte von drei Kindern und
habe spät reden und laufen gelernt. Er habe einen
komi
schen Gang gehabt, sei immer wieder gestü
r
z
t
und deswegen ausgelacht worden
. Erst im Kindergarten habe er richtig sprechen gelernt.
Schon al
s Kind habe er verschiedentlich
teilweise
wandernde Schmerzen
im Bereich der Schul
terblattre
gion, der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
, Arme und Beine
gehabt, zum Teil begleitet von einem Brennen oder Ameisenlaufen. Auch habe er schon damals Fussprobleme gehabt. Diese seien mit einem Gips behandelt worden.
Sodann habe er w
egen den Schmerzen im
Daumensattelgelenksbereich
in der
Kindheit sehr viele I
nfiltratio
nen bekommen. Manchmal sei ihm der Kugelschreiber aus der Hand gespickt. Er könne seine Gelenke, vor allem die Finger, überstrecken und habe dies immer wieder zeigen müssen, bis es ihm zu viel geworden sei. Der Kinderarzt habe gesagt, er habe Schlottergelenke und seine Sehnen seien zu lang. Diverse Ärzte hätten vorausgesagt, dass er einst im Rollstuhl
landen werde. Vorübergehend sei
e
n
die Knöchel
-
/Fussbeschwerden rechts durch eine Knöchelfraktur 2007 schlimmer gew
orden. Er habe ca. zwei Jahre ge
b
ra
u
c
ht bis die Schmerzen nach der Operati
on wieder besser geworden
seien. Auss
erdem habe er zwischen dem 1
2.
u
nd 2
5.
Lebensjahr vier Knieoperationen links bekommen.
Die
Nacken
schmerzen
seien auch
seit der Kindheit
vorbestehend
und
d
urch die Arbeit auf dem Gerüstbau
eher
schlimmer geworden.
Im November 2013 sei eine grosse Dis
kushernie operiert worden. Danach habe er massive Schmerzen und Krämpfe erlitten. Aufgrund der Bein- und Knöchel-/Fussschmerzen benötige er seit Dezember 2012 regelmässig einen Rollstuhl.
2014/2015 sei er
wegen einer off
e
nen Tuberkulose hospitalisiert und hernach stationär rehabilitiert
worden.
2016 sei es
zufolge
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren
erneut zu einer
stationären Rehabilitation gek
ommen
(
Urk.
7/131/14 f.
,
Urk.
9/131/19 ff.,
Urk.
7/131/37 ff.,
Urk.
7/131/45 f.,
Urk.
7/131/61 f.)
.
In schulisch/beruflicher Hinsicht führte der Beschwerdeführer sodann aus, er sei
im
Vorschul
alter viel krank gewesen und habe den Kindergarten
wiederholen müssen.
Bei
schlechten Leistungen
habe er auch
die dr
itte Primarschulk
lasse wie
derholen
und
fortan eine
Sonderschule
besuchen müssen
; wegen den «Fingern» habe er Mühe gehabt, schreiben zu lernen.
Auch die Sekundarschule habe er in einem Sonderschulrahmen ab
solviert
.
Nach der Grundschule habe er Bauer wer
den wollen. D
er Vater sei
aber
dagegen gewesen und habe ihm eine Metzgerlehr
stelle
besorgt
. Die Lehre sei streng gewesen.
Die t
heor
etische Abschluss
prüfung habe er
noch gemacht und auch
bestanden, d
ie praktische Prüfung habe er
zufolge eines
Ekzem
s
nicht absolvieren können. Den Abschluss habe man ihm aber geschenkt
.
Danach
sei
er
ein Jahr drogensüchtig gewesen; e
r habe Heroin konsumiert und dieses am Schluss gespritzt.
In der Rekrutenschule sei er wegen Kniebeschwerden und Drogenkonsum ausgemustert worden. Schliesslich
habe er einen stationären Drogen
entzug angefangen und nach einer Woche abgebrochen. Er sei «abgehauen»
und habe die folgenden sechs Monate zu Hause verbracht.
N
ach der Lehre
habe er
nur zwei Monate als
Metzger gearbeitet. Anschliessend sei
er
mehrere
Jahre
als Gerüstbauer
tätig gewesen
.
Damals habe er schon gezit
tert.
Die letzte Stelle
sei ihm
wegen Firmenverkaufs gekündigt worden. H
ernach
habe er sich als Pilzzüchter selbständig gemacht
. Da ihm die Lokalität aufgekün
digt worden sei und er keine neue bekommen habe, habe er im Jahre 2000 damit aufgehört. Danach sei er jahrelang obdachlos gewesen und habe Gelegenheitsjobs gemacht; zeitweise auch im Gerüstbau als Reiniger und Aushilfe. Seit der
D
is
kushernienoper
a
t
ion
2013 arbeite er nicht mehr.
2015 seien
IV-unterstützte
Integrations
massnahmen durchgeführt worden
. Dabei
habe er Dämpfe einatmen müssen
,
als die Stühle abgeschliffen worden seien. Das habe er gar nicht ertragen. Er habe auch oft
nicht mitgehen könne
n, wenn die a
nderen spazieren gegangen seien
(
Urk.
7/131/14 ff,
Urk.
9/131/19 ff.,
Urk.
7/131/37 ff.,
Urk.
7/131/45 f.,
Urk.
7/131/61 f.)
.
In Rahmen der
Anamnese
beschrieb
der Beschwerdeführer d
ie Beziehung zur
dominanten, aber auch herzlichen
Mutter
als
ambivalent und konfliktträchtig
. Der
Vater
, zu welchem er eine speziell tiefe Bindung gehabt habe, sei beruflich
oft abwesend
gewesen. Seite
ns der Mutter habe er sich häufig schwere Vorwürf
e anhören müsse
n. Darunter leide er noch heute.
In der Kindheit habe er sich gut mit den beiden älteren Schwestern verstanden.
Inzwischen habe er keinen Kon
takt mehr zu ihnen.
Im Zusammenhang mit dem Verkauf des familiären Maien
sässes 2016 an eine der Schwestern seien schwere, bis heute ungelöste familiäre Spannungen ausgebrochen. Der Beschwerdeführer
habe
zeit
weilig dort gelebt, eine
selb
ständige Pilzzucht betri
eben und Umbauarbeiten geleistet
.
Mithin habe er ordentlich in
vestiert und auch Miete bezahlt. Er bestehe
auf einen Grundbuch
eintrag und habe von Gesetzes wegen auch ein Vorkaufsrecht. Die Mutter und die Schwestern hätten sich indes zurückgezogen und nic
hts mehr von sich hören lassen. S
eit 2006
sei er
g
eschieden. Seit zwei Jahren lebe er
in einer Partnerschaft. Seine Partnerin sei gesund und arbeitstätig
. Er wohne
inde
s allein in einer Drei
zimmer
genossenschafts
wohnung und bez
iehe Sozialhilfe
(
Urk.
7/131/
14 ff,
Urk.
9/131/
19
ff.
,
Urk.
7/131/37
ff.
,
Urk.
7/131/45 f.,
Urk.
7/131/61
f.
).
Die aktuellen Beschwerden beschrieb der Beschwerdeführer
gegenüber
dem begutachtenden Allgemeinmediziner wie folgt: Er leide unter praktisch dauernd vorhandenen Schmerzen an den Fussgelenken, Ober- und Unterschenkeln b
eid
seits
,
rechtsbetont. Zudem be
s
t
ünden lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in die rechte untere Extremität bis zum Fuss. Zweitweise habe er Schmerzen in der rech
ten Schulter und in beiden Händen. Seit sechs Monaten gehe er wegen den Fuss- und Rückenschmerzen
nur noch
im Rollstuhl nach draussen,
er könne kaum gehen. Zeitweise habe er auch Mühe beim Schlucken. Ab und zu habe er Krämpfe in der Speiseröhre. Er sei deswegen schon ohnmächtig geworden. Ausserdem bestehe eine
Belastungsdispnoe
(
Urk.
7/131/16). Aus
allgemein-internistischer
Sicht ergaben sich beim weitestgehend unauffälligen Untersuchungsbefund keine Einschränkungen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/131/17 ff.).
Gegenüber dem rheumatologischen Gutachter führte der Beschwerdeführer aus, im Vordergrund stünden
die Rückenschmerzen, welche
zum Teil schlagartig ein
sch
össen
, mit Schwindel verbunden sein könnten und manchmal auch über das Gesäss ins rechte Bein ausstrahlten. Die Rückschmerzen seien am schlimmsten im Gehen
,
Sitzen und Stehen sowie beim Husten und Niesen. Auch Bücken sei nicht mehr möglich
.
Am besten fühle er sich in Rückenlage mit leicht nach oben gela
gerten Beinen, zum Beispiel mit
Hilfe eines Schlangenkissens. E
r habe auch ein Stufen-einstellbares Bett. Da
neben leide er an brennenden Krämpfen im Bereiche des
Oberschenkels rechts,
die seit der Rückenoperation im November 20
13 schlimmer geworden seien, zum Teil auch verbunde
n mit einer Verhärt
ung.
Er habe schon viermal eine epidurale Infil
tration in den Rücken bekommen.
Die Infiltrationen würden maximal drei Monate etwas helfen.
Seit
der Operation
seien auch
die Schmerzen im Bereich
des vorderen rechten Sprunggelenkes, dort oft stechend
, aber auch an der Achi
llessehne u
nd unterhalb des Aussenknöchels schlimm.
Die Schmerzen zögen vom vorderen Sprunggelenk über den Fussrücken in den rechten
Fuss
.
Die rechtsseitigen
Knöchel- und Fusss
chmerzen hätten ihn schliesslich in den Rollstuhl gezwungen.
Infilt
ratio
nen bekomme er auch ins Sprunggelenk.
Beim Gehen würden diese schlagartigen Rückenschmerzen eben
falls ausgelöst, manchmal komme es dabei zu einem Einknicken des rechten Bei
nes
.
Im Bereich des Rückens habe er auch Anlaufschmerzen nach Sitzen und vor allem morgens bis zu circa einer halben Stunde, verbunden mit e
iner leichten Morgensteifigkeit.
Seit November
2016
bestünden
bei Übungen mit den Beinen wied
er Gefühlsstörungen im Bereich der
Leiste und
im Gesäss recht
s;
vor der Operation seien diese vor allem im vorderen Genitalbereich beidseits vorhanden gewesen. Die K
raft in den Beinen sei aber gut.
Ab und zu habe er Ameisenlaufen im
Bereiche des lat
eralen Beines bis zum Sprunggelenk rechts. Zusätzlich bestün
den seit
der
Kindheit
vorbestehende
Missempfindungen - Brennen und zum Teil Parästhesien - an v
erschiedenen Orten des Körpers sowie Beschwerden in den Daumensattelgelenken beidseits, links mehr als rechts. Letzteres sei
schlimmer geworden in den letzten Jahren, zum Beispiel auch während
der Tätigkeit auf dem Gerüstbau
.
Die Infiltrationen
würden
auch hier
maximal drei Monate helfen.
Die Schmerzen seien vor
a
llem schlimm bei Belastungen. Er ziehe dann sel
ber an den Fingern, was eine Ent
krampfung be
wirke.
Die
Nackenschmerzen seien vor all
e
m
schlimm beim Nach-unten-Schauen, zum T
eil auch beim Nach-oben-Schauen.
Manchmal komme es zu Ausstrahlungen in den dorsalen Schultergürtel links. Die Schmerzstärke
(VAS 0-
1
0
) würden
im Bereiche des ventra
len Sprung
gelenkes rechts
aktuell 6 und
bei stechenden Schme
rzen 9
betragen
. Die krampf
artigen Schmerzen i
m Bereiche des Oberschenkels rechts
hätten eine Stärke von
7, die schlagartigen Schmerzen im
Rücken
10, im Durchschnitt
6 und im Bereiche des Nackens und der D
aumensattelgelenke
7.
Seit der Rückenoperation im
November
2013 habe er immer wieder Physiothera
pie, meistens zweimal pro Woche.
Zudem
mache
er mehrmals täglich
selber Üb
ungen. Daneben gehe er schwimmen.
Er müsse dazu einen Schwimmgurt tragen und könne dies nur in Begleitung machen.
Sodann
nehme er regelmässig Tramal Retard 100-50-50 mg ein. Wenn die Schmerzen im Bereich des rechten Oberschenkels oder auch des Rückens sehr schlimm seien, nehme er auch fünf bis sechs Hübe Tramal, dies fahre aber ziemlich
ein. A
lternativ
nehme er
manchmal 100 mg Tramal Retard. Seit Weihnachten 2016 schlucke er alle 4 Tage
Panalil
, ein Hanfprodukt. Leider sei es ihm trotzdem nicht gelungen, Tramal unte
r 200 mg pro Tag zu reduzieren
(
Urk.
7/131/21
ff.).
Im Rahmen der klinischen Untersuchung sei
ein kleinschrittiges
,
ataktisches Gangbild
und
eine Tendenz zu
r
Fehlhaltung in
den
Handgelenken und Fingern
aufgefallen.
An
den Händen
bestehe eine deutliche Hyperla
xität mit spontaner Schwanenhalsdeformation der Zeigefinger und bis zu 90° Hyperexten
sion in den Daumensattel
gelenke
n
,
links mehr als rechts mit leichter Subluxation
vor allem
links und deutlicher
Druck
dolenz
.
Ausserdem
zeige sich
ein
Schultertiefstand rechts mit leichter
Rechtsneigung
des Oberkörpers
,
ohne Lotverschi
ebung der Wirbelsäule
.
Weiter bestünden
– näher beschriebene – Bewegungseinschränkun
gen und (Druck-)Schmerzen
im Bereich der
Halswirbelsäule (
HWS
)
, der
Sehnen
ansätze okzipital,
der zervikalen Fa
cettengelenk
e, der BWS und LWS und der dazugehörigen Muskultur
, teilweise mit Ausstrahlungen in die
jeweilige Periphe
rie
.
Am linken Knie bestehe ein
Endphasenschmerz
bei Flexion;
die Bewegli
chkeit
der Knie
sei
indes
symmetrisch erhalten
bei
leichte
r
Genua
valgo
. Di
e Untersu
chung in Rückenlage sei
durch
die
angegebene
n
Rückenschmerzen bei gestreck
ten Be
inen vor
allem rechts erschwert gewesen; d
er Beschwerdeführer habe die Beine spontan angezogen.
Auffällig
seien die
Knick-Senkfüsse mit einer deutli
chen Überbeweglichkeit im Bereiche des oberen Sprunggelenkes, begleitet von einer Krepitation rechts sowie einem Endphasenschmerz bei Bewegungen im
unteren Sprunggelenk
.
Die
Achillessehne
und Mittelfussgel
enke
seien ebenfalls druckdolent.
Bildgebend
zeigten sich
leichte bis mittelgradige
degenerative V
er
änderungen im Bereich
der unteren LWS,
BWS
,
HWS
rechts
sowie im
unteren und oberen Sprunggelenk
. Die Befunde
im Berei
ch
der
LWS und
des rechten
Bein
s
pass
t
en zu einem
lumbospondylogenen
Syndro
m rechts,
am Rücken verzögert aufgetreten seit ca. einem Jahr
sowie am rechten Bein, insbesondere am rechten
O
berschenkel,
verstärkt nach
der
Diskushernienoperation
im November 201
3.
Mithin seien die Rückenschmerzen am ehesten auf degenerative Verände
rungen zurückzuführen; eine neurologische Genese der geschilderten Bein
schmerzen sei aufgrund der neurologischen Expertise auszuschliessen. Die sub
jektiv dominant und postoperativ aufgetretenen Schmerzen im Bereich des vor
deren Sprunggelenks rechts, mit teilweiser Ausstrahlung in die Achillessehne
,
und ausgeprägter Gehstreckenlimitierung bis hin zur Rollstuhlbedürftigkeit seit Dezember 2016
seien multifaktorieller Genese; d
ie
bildgebend festgestellten
osteochondralen
Läsionen in OSG und USG
sowie
der Verdacht auf eine Knor
pel
läsion
tibial
im medialen OSG rechts seien
höchstens eine Teilkomponente der Schmerzä
tiologie
.
Mitursächlich seien allenfalls auch die 2007 erlittene
Malleo
lar
fraktur
, die beginnende USG-Arthrose und
die
aktivierten Rhizarthrosen beid
seits. Zusätzlich sei
eine statische Schmerzkomponente als U
rsache der Fussbe
schwerden recht
s zu diskutieren bei ausgeprägten Knick-Senkfüssen
. Eine ent
zündlich-rheumatische Problematik sei auszuschliessen.
Mit Bezug auf das linke Knie
bestünden Restbeschwerden nach diversen Operationen
.
Mithin sei die geschilderte Problematik teilweise
objektivierbar
. Das erlebte Schmerzausmass und die Behinderung im Alltag – insbesondere auch die subjektive Immobilität ohne Rollstuhl – sei
en demgegenüber
nicht restlos erklärbar.
Aufgrund der mehr
jährigen Tätigkeit im Gerüstbau sei jedenfalls davon auszugehen, dass sich die seit Kindheit vorbestehende Gehstörung zeitweise verbessert habe. Aktuell seien Tätigkeiten im Gerüstbau aufgrund der bestehenden
Probleme am Bewegungsap
parat
nicht mehr zumutbar. Leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne repe
titive Belastung der LWS und HWS, ohne Zwangshaltungen
betreffend die LWS und HWS (inkl. Bücken und Überkopfarbeiten)
, ohne repetitive Belastungen oder feinmotorisch anspruchsvolle Tätigkeiten seien indes zu 70
%
zumutbar; die 30%ige Einschränkung
ergebe sich aus
der chronischen Schmerzstörung mit ver
mehrtem Pausenbedarf
. Die Arbeitsfähigkeit wesentlich verbessernde medizini
sche Massnahmen seien nicht ersichtlich
(
Urk.
7/131/28
ff.
).
Im Rahmen der
neurologischen Untersuchung
habe sich ein konstanter
feinschlä
giger
Halte- und Intentionstremor aller Extremitäten und
eine Innenrotationsst
el
lung beider Füsse
gezeigt
. Die Untersuc
hung im Liegen sei
aufgrund der s
ponta
nen Beinflexion erschwert;
der Beschwerdeführer habe angegeben, aufgrund der Rückenschmerzen könne er die
Beine im Liegen nicht strecken. Im
Stehen
habe er
die Beine
fast vollständig
strecken können
. Das Gangbild sei auffällig und kleinschrittig. Die Beine stünden in Valgusstellung und
komplizierte Gangarten
seien
kaum durchführbar ohne Hilfestellung.
Das
Aufrichten aus Hocke sei knapp möglich und in dieser Stellung sei auch
ein Fussspitzenstand möglich, jedoch nicht auf Aufforderung.
Die Ursache der
ni
cht klassifizierbaren Gangstörung sei unklar und möglicherweise multifaktoriell bedingt vor dem Hintergrund der bestehenden orthopädischen
Problemati
k und Tendenz zur Somatisierung.
D
ie
anlässlich der aktuellen Expertise veranlasste
MRI
-Untersuchung des Neurocra
niums
habe
keine strukturellen Veränderungen
ergeben
, die die Gangstörung erklären könnten.
Vielmehr
h
abe
dieses
ein weitestgehend
unauffälliges Hirnpa
ren
chym ohne Anhaltspunkte für postasphyktische perinat
ale Residuen oder Hin
weise für eine
Entwicklungsstörung des Gehirns
zur Darstellung gebracht
.
Auch die
während der Untersuchung demonstrierten
Extremitätenzuckungen
seien
aus
neurologischer Sicht
nicht
erklärbar und
es
hätten sich – entgegen der beschrie
benen HWS-Problematik –
auch
keine klinischen Hinweise für ein
Cervicalsyn
drom
ergeben
. Mithin bestehe keine radikuläre Ausfallsymptomatik, keine Neu
ropathie und auch kein extrapyramidales, pyramidales oder cerebrales Syndrom
(
Urk.
7/131/42 f.).
Anlä
sslich der
psychiat
rischen Exploration
nannte der Beschwerdeführer keine neuen Beschwerden (vgl.
Urk.
7/131/56 f.). Der begutachtende Psychiater hielt fest,
der
sportlich und
gepflegt gekleidete
Beschwerdeführer
habe sich
anlässlich der Exploration in
unauffälliger Bewusstseinslage und Orientierung
befunden
und zunächst
etwas zurückhaltend und
misstrauisch gewirkt. W
ährend der
zwei
stündigen
Untersuchung
habe er
r
uhig im Rollstuhl gesessen und
e
inen leicht
gradig verminderten An
t
rieb mit entsprechender
Psychomotorik gezeigt.
Seine
Sprache sei gut artikuliert und die Stimme gut vernehmbar
gewesen
. I
m Vorder
grund
stehe eine
deutliche Somatisierung mit einem somatisch ausgerichteten Krankheitskonzept.
Der Beschwerdeführer
sei leichtgradig depressiv verstimmt,
ängstlich
-unsicher, zwanghaft und
in Bezug auf die gesundheitliche Situation
diffus-ängstlich
. Im freien Vo
rtrag
habe
er
sich
gut entfalten
können; auf struk
turierende Fragen habe
er oft ungehalten, dysphorisch, zum Teil paranoid ver
kennend und verbal impulsiv
reagiert
. Frustrationsintoleranz und Konfliktfähig
keit
seien vermindert. K
ognitive Störungen, psychotisches oder
psychosenahes
Erle
ben oder Verhalten
seien
indes nicht feststellbar
. Die emotionale Probl
ematik habe der Beschwerdeführer
ko
nzis, den
Schmerzprozess
demgegenüber eher vage beschrieben.
Er
sei nach eigenen Angaben schmerzbedingt im Rollstuhl und
habe auch anlässlich der Untersuchung
unter Tramal
ge
stand
en
. Im Mini-ICF-Rating hätten sich mittelgradige Beeinträchtigungen ergeben im Bereich der
Anpas
sungs
-, Durchhalte-, Selbstbehauptungs-, Gruppen- und Verkehrsfähigkeit; die Fähigkeit des Beschwerdeführers, familiäre und intime Beziehungen zu pflegen sei leichtgradig beeinträchtigt. Die Übrigen Items seien erhalten
(
Urk.
7/131/57 f
f
.).
Aus psychiatrischer
Sicht
seien die Kriterien einer
Persönlichkeitsstörung
erfüllt.
Insbesondere bestünden
deutliche Unausgeglichenheiten in den Einstellungen und im Verhalten
in mehreren Funktionsbereichen und
e
in andauerndes, gleich
förmiges,
tiefgreifendes Verha
ltensmuster. Sodann habe
die Störung in der Kind
heit/Jugend
angefangen und
man
ifestiere
sich
auch im Erwachsenenalter. Aus
serdem bestehe
seit der neuroch
irurgischen Operation vom November
2013 ein subjektives Leiden und
damit
eine Einschränkung der
beruflichen Leistungsfä
higkeit.
Erkennbar seien
sodann
l
eichtgradig
impulsive, anankast
ische, ängstlic
h-unsichere und paranoide Züge mit
verminderte
r
Impulstoleranz und
Konfliktfä
higkeit
sowie
gelegentlic
hen Impulsdurchbrüchen. Bei all
dem bestehe eine
kom
binierte
Persönlichkei
tsstörung m
it impulsiven, anankastischen, ängst
lich-unsi
cheren und paranoiden Ante
ilen. Die Persönlichkeitsstörung sei
leichtgradig aus
geprägt. Ein
Teil der sozialen und beruflichen Wiedereingliederungsschwierigkei
ten liessen sich
darauf
zurückführen
.
Im November 2013 habe sich der Beschwer
deführer einer neurochirurgischen Interv
ention unterziehen
müssen
. In der Folge
habe
sich ein organisch nur zum Teil erklärbarer
Schmerzprozess entwickelt.
Im Februar
2014
sei
er wegen einer offenen, mikr
oskopisch polybazillären Lungen
t
uberkulose
hospitalisiert
gewesen. Die bis heute beklagten At
emstörungen l
ies
sen
sich nur zum Teil organisch erklären. Der
Beschwerdeführer habe
einerseits einen kaum erträglichen Schmerzprozess an
gegeben
, andererseits erhebliche Atemprobleme.
Mithin
bestehe eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und dissoziativen Anteilen (Globus
hystericus
, Schluckstörung, Benutzung des Rollstuhles). Die Schmerzstörung sei leicht- bis mittelgradig ausgeprägt. Ausserdem sei eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradig zu diagnostizieren. Nach eigenen Angaben konsumiere der Beschwerdeführer ein
Päckli
Zigaretten pro Woche sowie täglich ein Bier. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer
den Konsum von Drogen
verneint. Anlässlich der Begutachtung sei
die
Blutentnahme nicht gelungen;
eine spontane Urinabgabe habe der Beschwerdeführer verweigert
. Mithin habe das
vorgesehene
spontane
Drogen-
Screening
nicht
durchgeführt werden können.
Betreffend
Sub
stanzgebrauch
könne deshalb
lediglich auf die
Angaben des Beschwerdeführers abgestellt werden. Das vorgängig angekündigte Urin-Drogen-Screening sei negativ ausgefallen. Allerdings
bestehe
beim ermittelten Kreatininwert (Urin) der Verda
cht auf eine Urinverdünnung
. Zudem
habe
der CDT-Wert
im pathologisch erhöhten Bereich figuriert. Dies deute
– entgegen den Angaben des Beschwerde
führers -
auf eine Alkoholabhängigkeit
hin
. Au
s
rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer
seit der neurochirurgischen Intervention vom 1
3.
November 2013
sowohl in
der bisherigen
als auch in einer
adaptierte
n
Tätigkeit insgesamt zu 30
%
eingeschränkt
(
Urk.
7/131/62 ff.
,
Urk.
7/131/73
).
Im Rahmen der polydisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, eine Tätigkeit als
Gerüstbauer und Metzger sei dem
Beschwerdeführer seit November 2013 nicht mehr zuzumuten. Hinsichtlich einer adaptierten
,
leich
ten bis mittelschweren Tätigkeit mit Schwerpunkt
im
Sitzen, ohne Belastungen des Rückens, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne repetitive Belastun
gen, ohne feinmotorisch anspruchsvolle Tätigkeiten, ohne grossen Leistungs
druck und
mit
vermehrtem Pausenbedarf bestehe seither eine 70%ige Arbeitsfä
higkeit (
Urk.
7/131/85 f.).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten vom
6.
September 2017
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
, den geklagten Beschwerden sowie ge
stützt auf
eigene klinische
Untersuchungen. Die Gutachter haben ihre Diagnosen und Schlussfolgerungen a
usführlich und differenziert begründet und
zu den Beurteilungen in den
Vorakt
en
einlässlich Stellung bezogen
. Mithin genügt das Gutachten den an ein
e beweiskräftige Entscheidungs
grundlage gestell
ten Anfor
derungen (vgl. E. 1.7), womit darauf angestellt werden kann.
5.2
In diagnostischer Hinsicht
verblieb das
Z._
-Gutachten
unbestritten
.
Festzuhal
ten
ist
auch
, dass
die Gutachter
betreffend
den fraglichen Alkoholkonsum
aus
drücklich festhielten, es könne
diesbezüglich
lediglich auf die
Angaben des Beschwerdeführers sowie auf die
Vorakten
abgestellt
werden
.
Gleichzeitig sei auf
grund des stark erhöhten CDT-Wertes – entgegen den Angaben des Beschwerde
führers - am ehesten von einer Alkoholabhängigkeit auszugehen werden (
Urk.
7/131/64). Entsprechend hielten
sie in diagnostischer Hinsicht
«am ehesten psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (ICD-10: F10.24) und Can
nabinoide, anamnestisch Heroin
i.v.
-Konsum (ICD-10: F11.20) und Konsum von Cannabis (ICD-
10: F12.20)
»
fest (
Urk.
7/131/75
)
und begründeten die Gutachter ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit losgelöst vom (fraglichen) Alkoholkonsum
(vgl. etwa
Urk.
7/131/85).
Weshalb die vorgesehene Blutentnahme zwecks Dr
o
gen-Screening scheiterte, ist dem Gutachten nicht zu entnehmen. Unbestritten ist jedenfalls, dass der Beschwerdeführer eine
s
pontane Urinabgabe
verweigerte
(
Urk.
7/131/6
2
)
. Damit geht es nicht an
, wenn
er
nunmehr rügt, die Beschwerde
gegnerin
habe in diesem Zusammenhang
den Untersuchungsgrundsatz
v
e
rletzt
(
Urk.
1
Ziff.
31
)
.
Entgegen
dem Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1
Ziff.
8)
war die Beschwerdegegnerin
auch nicht dazu
verpflichtet
, eine überwachte Urinprobe anzuordnen.
5.
3
Im Zusammenhang mit der strittigen Arbeitsfähigkeit ist
sodann
festzuhalten
, dass
die
Z._
-Gutachter die
funktionellen Auswirkungen anhand der
rechtspre
chungsgemäss anzuwendenden Standardi
ndikatoren
(vgl. E. 1.3)
medizinisch schlüssig un
d widerspruchsfrei festgestellt
und
damit
den normativen Vorgaben
Rechnung getragen
haben
.
D
er psychiatrische Gutachter
hob
insbesondere her
vor, d
er
Beschwerdeführer
habe
bis zur neurochirurgischen Operation Ende 2013 über ansehnliche Ressourcen verfü
gt
.
So sei
die Persönlichkeitsstörung seit
seiner
Kindheit
vorbestehend
und der Beschwerdeführer ungeachtet dessen
in der Lag
e gewesen, sowohl im Lehr-
als auch
i
m
Folgebetrieb
über mehrere Jahre
hinweg
zu bestehen.
Alsdann
habe
sich der Beschwerdeführer als selbständiger Pilzzüch
ter erfolgreich beruflich neuorientiert; die Pilze vertrieb er unter eigenem Marke
ting auf dem (
Engros
-)Markt und in Restaurants.
Ausserdem
habe
d
er
Beschwer
deführer
mehrjährige Frauenbeziehungen gepflegt und sei es ihm ohne Inan
spruchnahme intensiver therapeutischer Massnahmen gelungen, von harten Dro
gen wegzukommen (
vgl.
Urk.
7/131/37
,
Urk.
7/131/62,
Urk.
7/131/76 ff.,
Urk.
7/131/81). Dem ist anzufügen, dass der Beschwerdeführer auch im Nachgang der Dekompensation Ende 2013/anfangs 2014
(
Diskushernienoperati
on
/Tuberkulosediagnose)
-
soweit ersichtlich
–
von harten Drogen
abstinent
bleib,
seit 2015 in einer stabilen Partnerschaft
lebt
, über einen langjährigen Freundeskreis
verfügt
, sich täglich mit den Nachbarn seiner Genossenschaftswoh
nung
trifft
inkl. gemeinsam eingenommener Mahlzeiten
(im Sommer gemeinsa
mes G
r
illen, im Winter Essen im Gemeinschaftsraum),
verschiedentlich Hobbies (Musik hören, Romane, Fachliteratur und Zeitungen lesen, Töpfern, Gartenarbei
ten)
sowie
regelmässig Körperarbeit betreibt (zwei Mal wöchentlich Physiothera
pie, tägliches Training mit dem
Theraband
, Spaziergänge, Schwimmbad)
und
bei all dem
einem
insow
eit geordneten Tagesablauf nachgeht
(vgl.
Urk.
7/131/15,
Urk.
7/131/48
ff.,
Urk.
7/131/61; vgl. auch
Urk.
7/131/69
, wonach sich im
Rah
men des Mini-ICF-Ratings
nur leichtgradige
Einschränkungen im Bereich der
fa
miliären und intimen Beziehungsfähigkeit ergaben).
Hervorzuheben ist
auch, dass sich
die
Verhaltensauffälligkeiten (verbale Impulsivität, paranoid-verzer
rende Denk- und Reaktionsmuster) vornehmlich in spezifischen Situationen
manifestierten
; so etwa bei strukturierenden (Rück-)Fragen und/oder im Kontext belastender Themen (
Urk.
7/131/62,
Urk.
7/131/68). Darüber hinaus war der Beschwerdeführer
– selbst
in der potenziell psychisch
belastenden
und anspruchs
vollen Explorationssituation
-
nach wie vor in der Lage, sich sozial- und situati
onsadäquat zu verhalten (vgl.
Urk.
7/131/39,
Urk.
7/131/58, wonach der Beschwerdeführer
gutachterlicherseits
als «kooperativ, freundlich» wahrgenom
men wurde und ein emotionaler Rapport möglich war).
Bei all
dem kam der psy
chiatrische Gutachter zum begründeten Schluss,
sowohl
die
kombinierte
Persön
lichkeitsstörung als auch die
depres
sive
Störung
sei
en
leicht und
die chronische Schmerzstörung leicht-
bis mittelgradig
ausgeprägt
(Urk.
7/131/82).
Weshalb und inwiefern
die Persönlichkeitsstörung seit 2014
zumindest mittelgradig ausgeprägt sein soll, vermochte
der seit 2016 behandelnde Dr.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Juni 2018
demgegenüber
nicht
aufschlu
ssreich zu begründen (
Urk.
3/6)
und
leuchtet im Lichte der bisherigen Ausführungen
auch
nicht
ein
.
Ko
mmt hinzu,
dass
es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini
schen Experten andererseits nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgut
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (SVR 2017
IV Nr. 49 [9C_338/2016] E. 5.5
).
Dr.
A._
bringt keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vor,
welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt (oder unge
würdigt) geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu füh
ren
(vgl. auch Urteil BGer
9C_34/2019
vom 25. April 2019 E. 4.1). Seine Stel
lungnahme ist deshalb nicht geeignet, Zweifel an der Zuverlässigkeit der gut
achterlichen Einschätzung zu wecken.
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass der Beschwerde
führer jedenfalls seit November 2013 als Gerüs
tbauer
(und Metzger)
zu 100
%
arbeitsunfähig
ist und
in
eine
r
– näher umschriebenen -
leidensangepasst
en Ver
weistätigkeit
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit best
eht
.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser anhaltenden Leistungs
einbusse.
6
.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zum
ut
bare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva
lideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzie
len könnte, wenn sie nicht in
valid
geworden wäre (sog.
Validenein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau er
mittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Ein
kom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Metho
de des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangs
wert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Aus
mass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltska
tegorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
).
6.2
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden
erzielbaren Einkommens (
Vali
den
einkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweisen).
Da
die
Anstellung bei der
Y._
GmbH - soweit ersichtlich
–
2013
a
us leidensfremden Gründen endete
(vgl.
Urk.
7/24
, vgl. auch
Urk.
7/131/37
) und der Beschwerdeführer die 2015 zuletzt ausgeübte (
nicht
lebenskostendeckende
, vgl.
Urk.
7/3,
Urk.
3/3, IK-Auszug vom 2
1.
Februar 2017,
Urk.
7/97
) selbständige Erwerbstätigkeit als Pilzzüchter
ebenfalls aus leidens
fremden Gründen
aufgab (
vgl.
Urk.
7/131/37
,
Urk.
7/131/48,
Urk.
7/131/85)
,
ist zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen.
Dabei ist m
it Blick auf
die Berufsbiographie des Beschwerde
führers
vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten auszugehen.
6.3
Da der
Beschwerdeführer
die ihm
nach Eintritt des Gesundheitsschadens
verblei
bende Restarbeitsfähigkeit nicht ausgeschöpft
hat, ist
u
nter Hinweis auf das medizinische Belastungsprofil
zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf den Lohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten
(entsprechend
dem
Kompetenzni
veau 1
)
abzustellen.
Damit ist
das Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen
und es
erübrigt
sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad im Sinne einer rechn
er
ischen Vereinfachung dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_148/2017
vom 19. Juni 2017
E. 4 mit weiteren Hinweisen)
.
Da
der Tabellenlohn im Kom
petenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012
vom 18. September 2012 E. 5.2),
der
lange
n
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
m
it Blick auf das Kompetenzniveau 1 keine in
s Gewicht fallende Bedeutung zu
kommt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.3 unter Hinweis auf 8C_351/2014 v
om 14. August 2014 E. 5.2.4.2) und sich schliesslich
beim
vorliegend
einschlägigen Tabellenlohn
gemäss LSE
2014 keine überproportionale Lohneinbusse
für teil
zeiterwerbstätige Männer
(Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februa
r 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen)
ergibt,
sind
vorliegend
keine abzugsfähigen Merkmale ersichtlich.
6.4
Dem Beschwerdeführer wurde für seine bisherige Tätigkeit im Gerüstbau eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit November 2013 attestiert.
Da er sich
im
Mai
2014
zum Leistungsbezug an
meldete und
bis Januar 2015
IV-Taggelder bezog,
ist
der
frühest
mögliche Rentenbeginn
auf Januar 2015 festzulegen
(vgl. E. 1.4, E. 1.5)
.
6.5
Im Januar 2015
war der Beschwerdeführ
er
in einer
adaptierten Tätigkeit
zu
7
0
%
a
rbeits
fähig
.
Aus dem
Einkommensvergleich
resultiert
ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von
3
0
%
.
An diesem Ergebnis würde nichts ändern, wenn mit der Beschwerdegegnerin ein leidensbedingter Abzug von 10% vorzunehmen wäre, was einen Invaliditätsgrad von 37% ergeben würde.
Dies führt zur
Abweisung
der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist
.
7
.
7
.1
Mit Verfügung vom
1.
November 2018 wurde dem Beschwerdeführer
- antrags
gemäss (Urk. 1 S. 2) - die unentgeltliche
Rechtspflege
gewährt (
Urk.
8)
.
7.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- fe
stzulegen und ausgangsgemäss vom
Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men
.
7.3
Rechtsanwalt
Oliver
Streiff
ist nach § 34 Abs. 3
GSVGer
(vgl. auch Verfügung vom
1.
November 2018,
Disp
.-Ziffer 4
, Urk.
8
) beim gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 220.--/Stunde ermessensweise mit Fr.
2’000
.-- (inkl. Barauslagen und Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.