# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c742d43-e7f3-4ebf-8f48-c05a7c72c69b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren
2013, leidet an verschiedenen
Ge
burtsgebrechen
gemäss Anhang zur Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
). Im Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen Ziff. 395
GgV
(leichte zerebrale Bewegungsstörung), welche in der Folge auf Ziff. 383 (
heredo
-degenerative Er
krankung des Nervensystems
, Morbus
Tay
-Sachs
) abgeändert wurde
,
sowie Zi
ff. 38
7 (angeborene Epilepsie)
,
sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, wiederholt Leistungen zu, unter anderem in Form von
medizinis
chen Massnahmen (Urk. 5/5, Urk.
5/17, Urk.
5/61), Kostengut
sprachen
für eine Kin
derbadeliege (Urk.
5/32), für ein
Sitzschalen-Untergestell (Urk.
5/33), für eine Sitzschale (Urk.
5/34), für ein
en
Rehabuggy
(Urk.
5/44), für künstliche Ernährung und Kauf einer Pumpe
Applix
mit Tisch- und Infusionsständer (Urk.
5/70
), für eine Rumpf
o
r
these (Urk.
5
/83), für ein Absauggerät (Urk.
5/85)
,
für ambu
lante Physiotherapie (Urk. 5/6) sowie für
Kinderspitex
(Urk. 5/91).
1.2
Am 2. Oktober 2014 ersuchte
der Vater des
Versicherte
n
die IV-Stelle um Ge
währung einer
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige (Urk. 5/36).
Am 12. Novem
ber 2014 fand zu Hause beim Versicherten eine Abklärung statt. Ge
stützt auf den Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige
und Intensivpflegezuschlag vom 17. November 2014 (Urk. 5/45)
und nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/47,
Urk. 5/51, Urk. 5/54, Urk. 5/58) be
jahte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Januar 2015 den An
spruch des Ver
si
cherten auf eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit
vom
1. Februar
bis
Ende
April
2015
(vgl. Urk. 4)
und eine Entschädigung wegen Hilflosig
keit mitt
le
ren Grades ab dem 1.
Mai 2015 bis
31.
Mai 2031
.
Einen Anspruch auf Aus
rich
tung ei
nes
In
ten
siv
pflegezuschlages
verneinte die IV-Stelle (Urk. 5/80 = Urk. 2).
2.
D
e
r
Vater des Versicherten erhob am 5. Februar 2015 Beschwerde g
egen die Ver
fügung vom
22. Januar 2015 (Urk. 2) und
beantragte sinngemäss eine Er
höh
ung der
Hilflosenentschädigung
sowie die
Zusprache
eines
Intensivpflege
zuschlages
. Er
rügte
, die
Verrichtungen
Anklei
den/Auskleiden, Aufstehen/Ab
sitzen/
Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft, medizinisch-pfle
ge
rische Aufwände sowie Medikamentenabgabe und persönliche Überwach
ung entsprächen nicht dem tatsächlichen täglichen Aufwand (Urk. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerde
antwort vom 16. März 2015 (Urk.
4) die Abweisung der Beschwerde, was dem Vater des Versicherten am 25. März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senent
schädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Le
bensver
rich
tungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa
chung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilf
los, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV).
Praxis
ge
mäss
(BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgen
den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme
.
1.2
Art.
37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss
Abs.
3 dieser Bestimmung
gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe vo
n Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendi
gen
Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Drit
ter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 angewie
sen ist.
1.3
Gemäss
Art.
37 Abs. 2 IVV gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die ver
sicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach
Art.
37
Abs.
2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen
Lebens
verrichtungen
voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
Gemäss Randziffer 8035 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
herausgegebenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung
(KSIH, in der ab 1. Januar 2015
gültigen Fassung) be
zieht
sich der Begriff der dauernden persönlichen Überwachung nicht auf die all
täg
li
chen Lebensverrichtungen. Hilfeleistungen, die bereits als direkte oder indirek
te Hilfe in einem Bereich der alltäglichen Lebensverrichtung Berücksich
tigung
ge
funden haben, können bei der Beurteilung der
Überwachungsbedürf
tigkeit
nich
t nochmals ins Gewicht fallen. Vielmehr ist darunter eine medizini
sche und pfle
gerische Hilfeleistung zu verstehen, welche infolge des physischen und/oder psy
chischen Gesundheitszustandes der versicherten Person notwendig ist. Eine solche persönliche Überwachung ist beispielsweise dann erforderlich, wenn eine versicherte Person wegen geistiger Absenzen nicht während des gan
zen Tages allein gelassen werden kann oder wenn eine Drittperson mit kleine
ren
Unter
brüchen
bei der versicherten Person anwesend sein muss, da sie nicht allein ge
lassen werden kann. Um als anspruchsrelevant zu gelten, muss die persönliche Überwachung ein gewisses Mass an Intensität aufweisen. Eine
Überwach
ungs
bedürftigkeit
darf angenommen werden, wenn die versicherte Person ohne Über
wachung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sich selbst oder Drittpersonen gefährden würde.
1.4
Gemäss Art
.
42
bis
Abs.
5 IVG haben Minderjährige keinen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
, wenn sie lediglich auf lebenspraktische Begleitung an
gewiesen sind. Bei ihnen ist ausserdem nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und
persönlicher Überwachung im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen
gleichen
Alters zu berücksichtigen (Art. 37 Abs.
4 IVV). Diese Sonderregelung trägt
dem Umstand Rechnung, dass bei Kleinkindern eine gewisse Hilfs- und Überwachungsbedürftigkeit auch bei voller Gesundheit besteht. Massgebend für die Bemessung der Hilflosigkeit bei diesen Versicherten ist daher der Mehrauf
wand an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung im Vergleich zu einem nicht invaliden Minderjährigen gleichen Alters. Die Richtlinien zur Bemessung der massgebenden Hilflosigkeit bei Minderjährigen in Anhang III KSIH dienen als Orientierungshilfe, sind aber nicht in jedem Fall absolut anzuwenden.
1.5
Die
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Be
treuung brauchen, wird seit dem
1.
Januar 2004 um einen
Intensivpflegezu
schlag
erhöht; dieser Zuschlag wird bei einem Heimaufenthalt nicht gewährt. Der mo
nat
liche Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreu
ungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 60 Prozent, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 40 Prozent und bei einem solchen von min
destens 4 Stunden pro Tag 20 Prozent des Höchstbet
rages der Alters
rente nach Art.
34 Absatz 3 und 5 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
sicherung
(AHVG). Der Zuschl
ag berechnet sich pro Tag (Art. 42
ter
Abs.
3 IVG).
1.6
Eine intensive Betreuung liegt bei Minderjährigen vor, wenn diese im
Tages
durch
schnitt
infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzliche Betreuung von
mindestens vier Stunden benöt
igen (Art. 39 Abs.
1 IVV). Anrechenba
r als Betreu
ung ist gemäss Art. 39 Abs.
2 IVV der Mehrbedarf an Behandlungs- und
Grund
pflege
im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Mass
nah
men, welche durch medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für
pädagogisch-therapeutische Massnahmen. Bedarf eine minderjährige Person in
folge
Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden Überwach
ung, so kann diese nach Art.
39 Abs.
3 IVV als Betreuung von zwei Stunden angerechnet werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwach
ung ist als Betreuung von vier Stunden anrechenbar.
1.7
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine
enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Fachperson und Ver
waltung erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Per
son in ihren körperlichen beziehungsweise geistigen Funktionen durch das Lei
den ein
geschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklä
rung
en vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen
und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rück
fra
gen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwen
dig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1).
Ein Abklärungsbericht unter dem
Aspekt der Hilflosigkeit (Art.
9 ATSG) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstat
terin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumli
chen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklar
heiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen
auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen
Fach
personen
nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinun
gen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen
Lebens
verrichtungen
sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauern
den Pfle
ge
und der persönlichen Überwachung (Art.
37 IVV) und der
leb
ens
prakti
schen
Begleitung (Art.
38 IVV) gemäss sein. Schliesslich hat er in Über
ein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Ge
richt greift, so
fern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben um
schrie
be
nen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das ge
bie
tet insbe
son
dere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungs
per
son
näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zustän
dige
Gericht (
BGE 140 V 543
E. 3.2, BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2, 128 V 93).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
fest,
gestützt auf ihre Abklärungen bestehe
per
Februar 2014 ein intensiver medizinisch-pfle
gerischer Aufwand von täglich mindestens zwei Stunden
. Ab März 2014 könne der
Lebensverrichtungsbereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen und ab Juni 2014
die Fortbewegung sowie ab November 2014 die Ernährung (
perkutane endosko
pische
Gastrostomie
[
PEG
]
-Sonde)
angerechnet werden, weshalb a
b 1. Februar 2015 ein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige leichten
Grades
bestehe
. Die am 12. November 2014 erfolgte Abklärung vor Ort habe zum
Ziel gehabt, die Hilflosigkeit in den einzelnen Lebensverrichtungen inklu
sive der Pflege- und Überwachungsbedürftigkeit des Versicherten zu ermitteln und über die weiteren Leistungen der Invalidenversicherung (
Kinderspitex
zur Über
nahme der medizinischen Massnahmen, Assistenzbeitrag
)
aufmerksam zu machen
.
Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften dürfe nur der Mehrbedarf an
Hilfeleistungen und persönlicher Überwachung im Vergleich zu
nichtbehinder
ten
Minderjährigen gleichen Alters berücksichtigt werden.
Seit Dezember 2014 trage der Versicherte ein Rumpfkorsett, welches ein unübliches Kleidungsstück darstelle, weshalb der Bereich An
-/Auskleiden bereits vor dem 3.
Altersjahr, das heisst ab Dezember 2014
,
angerechnet werden könne, was dazu führe, dass neu vier Bereiche der alltäglich relevanten Lebensverrichtungen angerechnet werden könnten. Somit bestehe in Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen ab Mai
2015 Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige mitt
leren Grad
es
.
Es bestehe weder eine schwere Hilflosigkeit noch sei ein
Inten
siv
pflege
zuschlag
ausgewiesen
(S. 3 f.).
2.2
Demgegenüber
machte der Vater des Versicherten geltend, die Verrichtungen Ankleiden/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Ver
richtung der Notdurft, Medikamentenabgabe, persönliche Überwachung und ins
besondere die medizinisch-pflegerischen Aufwände entsprächen nicht dem tat
säch
lichen täglichen Aufwand (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die
Höhe der
Hilflosenentschädigung
und
ob
zusätz
lich
ein
Intensivpflegezuschlag
geschuldet
ist.
3.
3.1
Am 12. Februar 2014 berichteten die Ärzte
des
Spitals Z._
über die neurologische Untersuchung vom 1
0.
Februar 2014 (Urk. 5/35/1-2). Sie nannten als Diagnosen eine muskuläre Hypotonie, einen allgemeinen
Ent
wick
lungsrückstand
sowie einen intermittierenden Strabismus
divergens
alternans
(S. 1).
3.2
Im Bericht vom 25. Februar 2014
führte die Oberärztin
der
Neuropädiatrie am
Spital Z._
die Beschwerden des Versicherten auf ein Geburtsgebrechen gemäss
Ge
burtsgebrechenverordnung
(
Ziff.
395
GgV
) zurück (Urk. 5/4).
3.3
Von Ende Februar bis März 2014 wurde der Versicherte zwecks intensivierter I
nhalations-Therapie mit Feucht-Inhalationen bei
Respiratorische-
Synzytial
-Viru
s
(
RSV
)
-positiver
B
ronchiolitis
(Urk.
5/
3
5/4-5) und wegen intermittierendem Stra
bis
mus
divergens
(Urk. 5/35/6) im
Spital Z._
behandelt.
3.4
Prof.
Dr.
med.
A._
, Abteilungsleiterin Neurologie
a
m Kinderspital
B._
,
berichtete am 9. Juli 2014 der Beschwerdegegnerin, dass im
Rahmen der Abklärung die Diagnose einer GM2-Gangliosidose (Morbus
Tay
-Sachs
)
gestellt worden sei, bei welcher es sich um eine neurodegenerative Er
krankung handle. Dementsprechend sei die
Geburtsgebrechenziffer
auf Nummer
383 (
heredodegenerative
Erkrankung des Nervensystems) anzupassen (
Urk.
5/14)
.
3.5
Mit Bericht vom 17. Juli 2014
zuhand
en der Beschwerdegegnerin (Urk.
5/16/5-6
) führte Prof.
Dr.
A._
aus, ab dem
3.
Lebensmonat hätten die Eltern eine nicht regelhafte Entwicklung mit verspätet
em
und inkomplettem Erwerb der
Kopf
kon
trolle
beobachtet
;
das freie Sitzen habe der Versicherte nie erlernt. Im 2.
Lebens
jahr habe der Versicherte seine visuellen Fähigkeiten verloren, ebenso seine
Kopfkontrolle bei zunehmender Muskelhyp
o
tonie (Ziff.
2.3). Aktuell gebe es keine
kausale Therapie gegen die Krankheit. Üblicherweise erfolge eine ra
sche
Ne
uro
de
generation
und die Lebenserwartung sei zumeist
auf die erste
De
kade limitiert
(Ziff. 2.5).
Ebenfalls seien neurologische Folgeuntersuchungen in dreimonat
lichen
Abständen mit Elektroenzephalografie (EEG)-Kontrollen zur Erfassung einer symp
tomatischen Epilepsie vorgesehen (Ziff. 2.6).
3.6
Am 24. August 2014 (Urk. 5/27/3-4) führte Dr. med.
C._
, Facharzt für Entwicklungspädiatrie, aus
, der Versicherte könne aufgrund der stehenge
bliebenen motorischen Entwicklung beziehungsweise der sich verschlechternden
Haltung und motorischen Entwicklung nicht sitzen, nicht kriechen, nicht ste
hen
, nicht gehen. Er müsse auf den Armen getragen werden wie ein Säugling.
So
wohl
feinmotorisch
als auch bei der Nahrungsaufnahme
seien die Defizite gra
vie
rend. Ein weiterer jetzt erschwerter Bereich sei die Atmung des Versi
cherten. Weil er die Atem-Muskulatur nicht richtig einsetzen könne und sich im Ver
gleich zu gleichaltrigen Kindern zu wenig beweg
e
, könne er den Schleim in den Atemwegen nicht richtig abhusten. Er verschleime sozusagen und seine Atmung sei immer
karchelnd
. Die
erwähnten
Störungen würden in der Zukunft noch schlechter werden
(S. 1).
3.7
Das
Spital
Z._
informierte mit Bericht vom 7. Oktober 2014 (Urk. 5/35/7-8) den be
handelnden Arzt über die am 6. Oktober 2014 erfolgte ambulante Behandlung des Versicherten betreffend Husten und Schnupfen.
3.8
Prof.
Dr.
A._
nannte in ihrem Bericht vom 16. Oktober 2014 (Urk. 5/46) folgende Diagnosen:
Morbus
Tay
-Sachs
retinale
Sehstörung
Epilepsie mit tonischen und
myoklonischen
Anfällen
neurogene Schluckstörung
aktuell: Infekt der oberen Luftwege
Sie führte aus, dass aufgrund der Schleimproblematik und Müdigkeit das Medi
kament
Urbanyl
abgesetzt worden und parallel dazu eine
Eindosierung
von
Keppra
erfolgt sei. Ferner seien die Eltern mit dem Setzen einer PEG-Sonde ein
ver
standen und es sei das Vorgehen bei einer Reanimation besprochen worden.
Grundsätzlich sei den Eltern die palliative Betreuungssituation sehr gut bewusst (S. 2).
3.9
Dem Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige und
In
ten
sivpflegezuschlag
vom 17. November 2014 (Urk. 5/45) ist zu entnehmen, dass der 1.5-jährige Versicherte altersentsprechend vollständig durch seine El
tern gekleidet werde. Er habe keinerlei motorische Kontrolle und könne seinen Kopf nicht halten. Durch die Spastik, welche sich vor allem bei engen Klei
dungs
stücken bemerkbar mache, würden die Abläufe zusätzlich erschwert. In den nächs
ten Tagen soll
e
der Versicherte ein Rumpfkorsett zur besser
en Stabilität erhalten (S. 2 f.).
Im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen würden sämtliche
Positionsverän
de
rungen
konsequent durch Dritte erfolgen. Der Versicherte müsse mittels Tho
rax- und Bauchgurte fixiert werden und zusätzlich müsse eine Person den Kopf des Kindes stützen, weil er keinerlei Kopfkontrolle habe. Die Mutter schlafe seit Geburt im selben Zimmer. Dies weil nachts eine gewisse
B
ereit
schaft notwendig sei, um bei einem epileptischen Anfall entsprechend interve
nieren zu können. Die Abklärungsperson berücksichtigte im Bereich Aufste
hen/Absitzen/Abliegen einen invaliditätsbedingte
n
Mehraufwand von 15 Mi
nuten pro Tag (S. 3 Mitte).
Im Bereich Essen werde am 26. November 2014 operativ eine PEG
-
Sonde ange
b
racht, aufgrund derer ab November 2014 ein invaliditätsbedingter Mehrauf
wand
von 30 Minuten pro Tag berücksichtigt
werden könne
(S. 4 oben).
Zur Körperpflege
hielt die Abklärungsperson fest, der Versicherte werde im Mai 2019 sechs Jahre alt. Die Eltern hätten eine Badeliege als Hilfsmittel, die es er
mögliche, dass eine Person die Körperpflege durchführe (S. 4 oben).
In Bezug auf den Bereich Reinigung nach Verrichtung der Notdurft führte die Abklärungsperson aus, altersentsprechend trage der 1.5-jährige Versicherte Tag und Nacht Windeln. Jed
och leide er unter starker Obstipation. Weil K
leinkinder bis im Alter von 2.5
Jahren üblicherweise Windeln tragen, könne der Bereich
frühestens ab November 2015 berücksichtigt werden. Eine zeitliche Pauschale von 15 Minuten pro Tag könne für die Bauchmassagen und das Stimulieren
zur
Ent
leerung im Bereich der medizinisch-pfle
gerischen Massnahmen berücksich
tigt wer
den (S. 4 Mitte).
Zur Lebensverrichtung Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte wurde ausgeführt, dem Versicherten werde es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gelingen, eine motorische Fähigkeit zu entwickeln. Er könne w
eder
gehen, kriechen, krabbeln oder sich sonst auf irgendeine Art und Weise fortbewegen, weshalb der Bereich ab dem 14. Lebensmonat (das heisst Juli 2014) angerechnet
werden könne. Im Bereich Fortbewegung könnten aber keine zeitlichen Auf
wände berücksichtigt werden
, da
Fahrdienste zu medizinischen Massnahmen im Bereich Arzt- und Therapiebesuche
zu berücksichtigen seien
(S. 4 unten). Hin
sichtlich einer
Hilflosenentschädigung
im Sonderfall (Sehbehinderung,
Hörbe
hinderung
) könne noch nicht ausreichend geprüft werden, ob der Versicherte darauf Anspruch habe. Zudem müsse erwähnt werden, dass der Versicherte in den alltäglichen relevanten Lebensverrichtungen auf direkte Hilfe Dritter ange
wiesen sei und eine Kumulation des Sonderfalles und der Lebensverrichtungen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich sei (S. 5 oben).
Die Abklärungsperson hielt weiter fest, eine dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe sei seit Februar 2014 ausgewiesen. Aufgrund der erteilten
Kostengutspra
che
für Physiotherapie könne gestützt auf die internen Richtlinien pro Tag eine Pauschale von maximal 30 Minuten angerechnet werden, jedoch nur an den
en
Tagen, in welchen sich der Versicherte nicht bereits in therapeutischer Behand
lung befinde, das heisst, 17.14 Minuten pro Tag. Hinsichtlich der Atemtherapie könne pro Inhalation der Medikamente eine Pauschale von 15 Minuten ange
rechnet werden, somit 50 Minuten pro Tag (S. 5 unten). Nebst der bereits aus
ge
führten zeitlichen Pauschale von 15 Minuten pro Tag für die Bauchmassage und das Stimulieren zur Entleerung könne für die Zubereitung wie zum Beispiel das Mörsern der Medikamente eine Pau
schale von 10 Minuten pro Tag berück
sich
tigt werden. Schliesslich sei der Ver
sicherte bisher tä
g
lich im Rahmen einer
Mund
therapie
(
orofacial
) stimuliert worden
,
um die Nahrungsaufnahme und die Reflexe zu fördern, weshalb von Februar bis November 2014 eine zeitliche Pau
schale von maximal 30 Minuten berücksichtigt werden könne. Ab November 2014
werde sich der Aufwand im Rahmen der Mundtherapie aufgrund der PEG-Sonde deutlich reduzieren. Zu
sammenfassend könne im Bereich medizinisch-pflegerische Hilfe total 122.1 Minuten pro Tag angerechnet werden (S. 6).
Hinsichtlich einer intensiven persönlichen Überwachung wurde im
Abklärungs
be
richt
festgehalten, dass Kleinkinder in diesem Alter nie für längere Zeit al
lei
ne
gelassen werden, weshalb stets eine Bezugsperson in der Nähe sei. Bei stark autis
tischen Kindern und Kindern mit nicht medikamentös behandelbarer Epilepsie könne der Bereich nach Absprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) bereits ab dem 5. Lebensjahr geltend gemacht werden. Die
Abklä
rungsperson
be
rücksichtigte somit keinen zusätzlichen Mehraufwand (S. 7).
Insgesamt resultierte ein Mehraufwand pro Tag von
3
Stunden und 6 Minuten (S. 7 Mitte).
3.10
Mit Stellungnahme vom 22. Januar 2015 (Urk. 5/79) berücksichtigte die
Abklä
rungsperson
das Tragen eines Rumpfkorsetts ab Dezember 2014
im Umfang von
maximal 15 Minuten pro Tag, weshalb der Bereich An- und Auskleiden bereits
vor dem 3. Altersjahr, das heisst ab Dezember 2014
,
angerechnet wurde, was da
zu
führte, dass neu vier Bereiche der alltäglich relevanten
Lebensverrichtun
gen
angerechnet wurden (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte, dass der Versicherte nach Ablauf der War
tezeit
per
Februar 2014
in
drei alltäglichen Lebensverrichtungen
(
ab März 2014 Auf
ste
hen/Absitzen/Abliegen;
ab Juni 2014
die Fortbewegung und ab Novem
ber 2014 die Ernährung) regelmässig und in erheblicher Weise auf Hilfe Dritter angewie
sen
ist
. Ab Dezember 2014
komme
aufgrund des Rumpfkorsetts eine vierte
Le
bensverrichtung
(An- und Auskleiden) hinzu. Eine Hilfsbedürftigkeit in der
Le
bensverrichtung
Überwachung, Körperpflege und Notdurft wurde von der
Be
schwerdegegnerin
dagegen
verneint.
Der Va
ter
des Versicherten rügte
, dass alle Bereiche nicht dem tatsächlichen täglichen Aufwand entsprächen
(Urk. 1)
.
Zu prüfen ist daher, ob in den Lebensverrichtungen eine
weitergehende Hilfsbe
dürftigkeit des Versicherten gegeben ist oder alternativ der Versicherte einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf und ob zusätzlich die Vorausset
zungen für einen Intensivpflegezuschlag erfüllt sind.
4.2
Im Rahmen der Körperpflege (Waschen, Kämmen, Rasieren, Baden/Duschen) liegt Hilflosigkeit vor, wenn die versicherte Person eine täglich notwendige Ver
richtung nicht selbst ausführen kann
(Randziffer 8020 des KSIH). Bei der Ver
richtung der Notdurft liegt Hilflosigkeit vor, wenn die versicherte Person für die Körperreinigung beziehungsweise das Überprüfen der Reinlichkeit, für das Ord
nen der Kleider oder für das Absitzen beziehungsweise Wiederaufstehen der Hilfe
Dritter bedarf (BGE 121 V 88 E. 6) sowie
bei einer unüblichen Art der Ver
richtung der Notdurft (Randziffer 8021 des KSIH). Dabei ist bei diesen Ver
rich
tungen nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung im
Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters zu berück
sich
ti
gen
, weshalb für die Bemessung der Hilflosigkeit daher nur der Mehrauf
wand an Hilfeleistung im Vergleich zu einem nicht invaliden Minderjährigen
gleichen Alters massgebend ist (vgl. vorstehend E. 1.4)
.
Ein Mehraufwand
ist vorliegend auf
grund des Alters des Versicherten gerade nicht
gegeben
, weshalb nicht zu bean
standen ist, dass die Beschwerdegegnerin
bei
diesen Verrichtungen
kein
en
solchen
angerechnet hat, zumal der Vater des Versicherten auch nicht darge
legt
hat, inwiefern ein Mehraufwand
trotz gewährter Hilfsmittel
resultiere (vgl. Urk. 1).
Mit der gleichen Begründung ist ebenfalls der Beschwerdegegnerin zu folgen, so
weit sie den Bereich Essen aufgrund der PEG
-
Sonde mit einem Mehraufwand von 30 Minuten pro Tag und in der Verrichtung Ankleiden, Auskleiden einen
solchen von 15 Minuten für das Korsett berücksichtigt hat.
Diese Annahmen sind
aufgrund des Berichts vom 17. November 2014 und der Stellungnahme vom 22. Januar 2015 (vgl. vorstehend E. 3.9-3.10) ausgewiesen.
Ein darüber hinaus gehender Mehraufwand ist demzufolge zu verneinen.
4.3
4.3.1
Die Abklärungsperson rechnete in ihrem Abklärungsbericht vom 17. November 2014 (vgl. vorstehend E. 3.9) keinen Mehraufwand für eine dauernde Überwa
chung gemäss Art. 39 Abs. 3 IVV an. Zur Begründung führte sie an, dass Klein
kinder
in diesem Alter nie für längere Zeit alleine gelassen werden, weshalb stets eine Bezugsperson in der Nähe sei.
4.3.2
Das BSV hält in den Erläuterungen zu den Änderungen der IVV vom 21. Mai 2003
zu Art. 39 Abs. 3 IVV fest, wenn ein Kind nicht
bloss
während bestimmter Stunden am Tag pflegerische Unterstützung benötige, sondern darüber hinaus rund um die Uhr invaliditätsbedingt überwacht werden müsse - sei es aus medi
zinischen Gründen (z.B. Gefahr epileptischer Anfälle), sei es infolge spezifischer geistiger Behinderung oder bei Autismus -, solle diese für die Eltern extrem be
lastende Tatsache für den Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag anrechen
bar sein. Dabei sei der „gewöhnliche" Überwachungsbedarf, wie er für den An
spruch auf eine leichte
Hilflosenentschädigung
definiert sei, wie zwei Stunden Pflege zu gewichten, bei besonders
grosser
Überwachungsintensität wie vier Stun
den Pflege. Die Abgrenzung zwischen gewöhnlichem und besonders inten
sivem Überwachungsbedarf sei auf der Ebene Kreisschreiben noch weiter zu
präzisieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 2.3
mit Hinweisen).
Nach
Randziffer
8079
des
KSIH liegt eine besonders intensive dauernde Über
wachung vor, wenn von der Betreuungsperson überdurchschnittlich hohe Auf
merksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft gefordert wird. Als Beispiel wird ein autistisches Kind erwähnt, welches erhebliche Probleme hat, seine Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu kommunizieren und welches auch keine
Gefahren erkennen kann, daher zum Beispiel unvermittelt aus dem Fenster stei
gen könnte, sodass die Betreuungsperson deshalb dauernd mit erhöhter Auf
merk
samkeit in unmittelbarer Nähe des Kindes bleiben und jederzeit bereit sein muss,
einzugreifen.
Gemäss
den in Anhang III zum KSIH enthaltenen Richtli
nien zur
Bemessung der
massgebenden
Hilflosigkeit bei Minderjährigen ist das Kriterium der dauernden persönlichen Überwachung bei Kindern
unter
sechs Jahren
–
ab
ge
sehen von
eretischen
und autistischen Kindern sowie Kindern mit häufigen Epilepsie-Anfällen oder Absenzen, welche je nach Schweregrad zu be
urteilen sind - in der Regel zu verneinen (Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.3.3
Der am 14. Mai 2013 geborene Versicherte war im Zeitpunkt der Abklärung vor Ort vom 17. November 2014 noch nicht sechs Jahre alt. Nachdem er aber ge
mäss medizinischer Sachverhaltsdarstellung an
Epilepsie mit tonischen und
myok
lonischen
Anfällen
leidet
(vgl. vorstehend E. 3.8)
, ist bei ihm die persönli
che Überwachung gestützt auf das KSIH vor Erreichen des sechsten Altersjahres in Betracht zu ziehen.
Zwar
führte die Abklärungsperson den Bericht von
Prof.
Dr.
A._
vom 17. Juli 2014 (vgl. vorstehend E. 3.5) in ihrem
Abklärungsbe
richt
auf, wonach EEG-Kontrollen zur Erfassung einer symptomatischen Epi
lep
sie durchgeführt worden seien,
sie
berücksichtigte aber den von
Prof.
Dr.
A._
am 16. Oktober 2014 erstellten Bericht, wonach eine Epilepsie mit tonischen und
myoklonischen
Anfällen ausgewiesen ist (vgl. vorstehend E. 3.8), in ihrer Beurteilung nicht.
Darüber hinaus legte sie den medizinischen Sachverhalt auch nicht ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor.
Aufgrund dieser Tatsache, dass der Versicherte jederzeit einen Epilepsie-Anfall erleiden kann, ist seitens der Eltern zweifelsohne eine ständige Interventions- und Handlungsbereitschaft nötig, und zwar rund um die Uhr,
insbesondere
auch während der Nacht
.
D
ie Mutter
schläft
dementsprechend im selben Zimmer mit
dem Versicherten
, weil nachts eine Interventionsbereitschaft notwendig sei, um
bei einem epilep
tischen Anfall entsprechend reagieren zu können (vgl. vorsteh
end
E. 3.9).
Zudem hat der Versicherte derart gravierende Probleme mit der Atmung, dass mit den Eltern das Vorgehen bei einer Reanimation geübt werden musste (vgl. Ur. 5/46 S.
2). Auch deshalb besteht ein erhöhter Überwachungsbedarf.
Damit ist beim Versicherten eine
deutlich
höhere Aufmerksamkeit als bei einem gesunden Kind in seinem Alter erforderlich, womit der für die Eltern des Ver
sicherten zweifels
ohne sehr belastenden Situation mit der Anrechnung eines Mehr
aufwandes
ge
mäss Art. 39 Abs. 3 IVV
von mindestens zwei Stunden Rechnung zu tragen ist
. Damit sind für die behinderungsbedingte
Überwach
ungs
bedürftigkeit
zwei Stunden einzusetzen.
4.4
Zusammengefasst
ist
der invaliditätsbedingte Mehraufwand gestützt auf den
Ab
klärungsbericht
vom 17. November 2014 (vgl. vorstehend E. 3.9) und dessen Ergänzung (Stellungnahme vom 22. Januar 2015, vgl. vorstehend E. 3.10) auf
3
Stunden und
21 Minuten beziffert. Unter Anrechnung der zwei Stunden we
gen
der intensiven Überwachungsbedürftigkeit ist der invaliditätsbedingte Mehrauf
wand gesamthaft auf 5 Stunden und 21 Minuten zu bemessen.
D
er Versicherte
ist
nicht nur in drei alltäglichen Lebensverrichtungen in rechts
erheb
li
cher Weise
auf Hilfe angewiesen
,
sondern bedarf überdies
auch
einer persön
lichen Über
wach
ung, womit ein Anspruch
auf eine
Hilflosenentschädi
gung
für eine Hilf
lo
sig
keit mittleren Grades gestützt auf Art. 37 Abs. 2
lit
. b IVV
bereits
ab 1. Febru
ar 2015 ausgewiesen ist.
4.5
Mit dem ermittelten invaliditätsbedingten Mehraufwand von 5 Stunden und 21
Minuten
wird der massgebende Schwellenwert von vier Stunden pro Tag für ei
nen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag überschritten, womit der aus
gewiesene Betreuungsaufwand einen Intensivpflegezuschlag begründet.
Ein sol
cher ist ab Februar 2015 ausgewiesen, denn es erscheint als wahrscheinlic
h, dass
die erhöhte Überwachung mindestens seit die Diagnose Morbus
Tay
-Sachs
im Juli 2014 gestellt wurde notwendig geworden
ist
. Somit besteht bereits ab dem
frühestmöglichen Zeitpunkt des 1. Februar 2015 Anspruch auf den
Intensiv
pfle
ge
zuschlag
aufgrund eines Zeitaufwandes von über vier Stun
den.
Mit
Verfügung vom 12. Februar 2015 (Urk. 5/91)
wurde
n
dem Versicherten ge
stützt auf
den Spitex-Fragebogen
vom 9. Januar 2015
(
Urk. 5/73
)
und dem
Ab
klärungsbericht
für
Kinderspitex
vom 12. Februar 2015 (Urk. 5/90)
überdies
auch
Kinde
rs
pitexleistungen
zugesprochen
. Soweit
die invaliditätsbedingten
Mehr
bedarfsstunden
Leistungen abdecken, die durch medizinische Hilfspersonen auf
grund ärztlich verordneter medizinischer Massnahmen im Rahmen der
Spi
tex
leistungen
vorgenommen werden, sind diese
Spitexleistungen
von der
Be
schwer
degegnerin
bei der Berechnung der Höhe des
Intensivpflegezuschlag
s
zu be
rück
sichtigen (vgl. Art. 39 Abs. 2 IVV).
5
.
Die angefochtene Verfügung vom 22. Januar 2015 ist somit
in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben, und es ist festzustellen, dass der Versicherte ab dem
1. Februar 2015 Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
wegen einer
mittle
ren
Hilflosigkeit
sowie
Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag aufgrund ei
nes
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands von min
destens vier Stunden pro Tag
und
unter Berücksichtigung der
mit Verfügung vom 12.
Februar 2015 (Urk. 5/91
)
zugesproc
henen
Kinderspitexleistungen
hat
.
6
.
Gestützt auf Art. 69 Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten
sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 2
00.-- bis Fr.
1'000.--)
auf Fr.
7
00.
--
festzulegen
und
Ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen
.